Gb 1804 Nur zur Benutzung im Lesecaal! UB GIESSEN 14 134 395 Univ.- Bibl. Giessen I late Dieses din glüf gehört Mi amor göngen Longin Hangolah vi dem softalla Wenn dersel Buch find und einer bringt der ist ein oo des Rino Katser del. Ed Wagner sc Er wird ein Beichen des Widerspruchs friju, und deine Beele wird ein Schwert durchdringen. Luc.2,34.35. C.E.Miller'sche Hofbuchhandlung in Carlsruhe. Katholisches Gesang- und Gebetbuchy für die Erzdiözese Freiburg. Almor 3 weite, auf erzbischöfliche Anordnung verbesserte und vermehrte Auflage. Sechszehnter unveränderter Abbruck. Karlsruhe. Verlag der Chr. Fr. Müller'schen Hofbuchhandlung. 1874. go Karlsruhe. - 1804 Chr. Fr. Müller'sche Hofbuchdruckerei. Approbation zur ersten Auflage. Das uns vorgelegte Manuscript, betitelt: Gesang- und Andachtsbuch zur Feier des öffentlichen Gottesdienstes in der Erzdiözese Freiburg, verdient unsern vollen Beifall; nicht nur, weil es die allermeisten Gesänge, Psalmen und Gebete aus dem vortrefflichen Gesangbuche des ehemaligen Bisthums Constanz enthält, sondern auch aus den neuesten Gesangbüchern der Oberrheinischen Kirchen- Provinz die edelsten Perlen aufgenommen hat. Wir erachten demnach diese Sammlung der allgemeinen Einführung bei dem vor- und nachmittägigen Gottesdienste in unserm Erzbisthum sehr würdig, und bestimmen sie nach vergriffenen Auflagen der bisher gebrauchten Gesangbücher zur ausschließlichen Aufnahme in sämmtlichen Kirchen. Freiburg, den 27. September 1839. † Dr. Hermann v. Vikari Generalvikar. VI XIV. Auf das heil. Pfingstfest. XV. Auf das Fest der allerheiligsten Dreifaltigkeit XVI. Auf das Fronleichnamsfest und dessen Octav Zur feierlichen Fronleichnamsprozession XVII. Erste Messe auf die Sonntage nach Pfingsten XVIII. 3wette Messe auf die Sonntage nach Pfingsten XIX. Dritte Messe auf die Sonntage nach Pfingsten XX. Vierte Messe auf die Sonntage nach Pfingsten XXI. Fünfte Messe auf die Sonntage nach Pfingsten XXII( a). Sechste Messe auf die Sonntage nach Pfingsten XXII b. Auf das Fest der allgemeinen Kirchweihe. XXIII( a). Auf die Festtage der seligsten Jungfrau Maria Zur Prozession mit den geweihten Kerzen am Feste Maria Lichtmeß. Auf das Fest eines oder mehrerer heil. Engel Am Feste eines oder mehrerer Heiligen Bei einem Dankfeste: A. Beim Geburts- oder Namensfeste des Landesfürsten B. Nach der Erndte oder Weinleſe C. Am Schlusse des Jahres XXIV. Erste Messe bei dem heil. Meßopfer für die Verstorbenen. XXIII b. XXIII c. XXIII d. XXV. Zweite Messe für die Abgestorbenen Bei Besuchung des Grabes oder der Trauerbahre XXVI. Gemeinschaftliche Meßandachten für alle Zeiten des Kirchenfahres. Erste Meßandacht. 3weite Meßandacht XXVII. Zweite Abtheilung. Gesänge, welche vor, während oder nach dem vormittägigen Gottesdienste gebraucht werden, oder mit demselben in Verbindung stehen. Morgenlieder. Sur Deschbenediktion Anrufung des heiligen Geistes Derselbe Hymnus in etwas veränderter Form Predigt- Lieder Segensgesänge Lobgesang des heil. Ambrofius oder Te Deum Laudamus Zweite Erste Aufl. Aufl. Seite Seite 36 38 40 42 50 53 55 57 59 61 * 64 64 66 * 68 * 68 * 69 * 70 * 70 70 72 73 75 76 82 83 86 88 49 53 54 FFF8318 311 58 90 93 95 97 99 +101 +111 121 122 132 133 134 137 138 Lieder auf besondere Festzeiten des Kirchenjahrs und auf verschiedene Feste des Herrn und seiner Heiligen: Adventlieder Weihnachtslieder Am Neujahrstag. Der Name Jesus Auf das Fest der Erscheinung des Herrn oder Dreifönigsfest Auf die heil. Fastenzeit. Von dem Leiden und Sterben Jesu Chriſti Auf die heil. Ostern. Auf die Bittwoche Auf das Fest der Himmelfahrt Christi Auf das heil. Pfingstfest Auf das Fest der allerheiligsten Dreieinigkeit Auf das heil. Fronleichnamsfest und dessen Octav, auch zur Verehrung des heiligsten Altarssaframentes überhaupt. Auf das Kirchweihfest Auf die Feste der seligsten Jungfrau Maria: I. Auf das Fest Maria Lichtmeß II. Das Stabat mater III. Auf Mariä Himmelfahrt Auf die Festtage der heil. Engel. Auf die Festtage einiger Heiligen. Auf die Festtage der Heiligen überhaupt Bei der Investitur eines Pfarrers Bei der heil. Firmung Kommuniongesänge Bei einer Trauung. Erinnerung an den Tod Bet Beerdigungen Das Gericht. Dritte Abtheilung. Vespern und Nachmittagsandachten. 1. Vesper auf die heil. Adventzeit II. III. 11 11 auf die heil. Weihnachtszeit auf die Sonntage nach Dreikönig bts Septuagesima. Zweite Erste Aufl. Aufl. Seite Seite 90 93 95 96 98 98 101 106 107 111 112 112 VH 117 118 119 119 120 124 124 125 127 128 129 129 132 142 146 149 149 152 152 156 162 164 169 114 174 115 176 170 171 178 179 180 181 182 187 188 188 192 192 193 194 197 133 198 136 203 141 210 VIII IV. Vesper vom Sonntage Septuagefima bis zum ersten Fasten- Sonntag für die heil. Fastenzeit Y. VI. Nachmittägige Fastenandacht( Gottesverehrung) in 15 Betrachtungen über das Leiden und Sterben Jesu Christi VII. Besper auf die heil. Ofterzeit VIII. IX. 11 X. 11 11 XI. Erste Vesper auf die Sonntage nach Pfingsten XII. Zweite Vesper auf die Sonntage nach Pfingsten XIII. Vesper auf das Kirchweihfest und dessen Octav XIV. auf die Feste der sel. Jungfrau Maria XV. zur Gedächtnißfeier eines oder mehrerer Heiligen auf die Gedächtnistage eines oder mehrerer heil. Engel. 11 IF XVI. XVII. Vesper. XVIII. XIX. 11 11 auf das Fest der Himmelfahrt Christi und den Sonntag in der Octav auf den heil. Pfingstsonntag, Pfingstmontag und Dreifaltigkeitssonntag auf das heil. Fronleichnamsfest und dessen Octav 11 38 XXI. ( 229) XXIII. XXII. Vesper für die abgestorbenen Christgläubigen. Metten und Laudes für die Abgestorbenen XXIV. Die Besuchung der Gräber XXV. Kürzere Metten für die Verstorbenen XXVI. Nachmittagsandacht. Bitte um Erndtesegen XXVII. Nachmittagsandacht. Dank für Erndtesegen Bei einer Mißerndte Vierte Abtheilung. Marianische Schlußlieder und Gebete zu den Vespern. 1. Vom ersten Aeventsonntag bis Weihnachten II. Von Weihnachten bis heil. Dreikönig III. Von heil. Dreikönig bis zum ersten Fastensonntag IV. Vom ersten Fastensonntage bis Ostern Zweite Erste Aufl. Aufl. Seite Scite 144 147 151 169 173 175 179 182 186 189 193 199 210 213 218 222 226 229 232 244 • 253 253 254 256 215 219 +350 355 360 376 247 381 248 383 249 386 * 252 224 251 258 261 268 274 279 284 289 299 322 326 332 339 344 390 390 391 395 V. Von Ostern bis Christi Himmelfahrt. VI. Von Christi Himmelfahrt bis Dreifaltigkeitssonntag VII. Von Dreifaltigkeitssonntag bis Mariä Himmelfahrt VIII. Von Mariä Himmelfahrt bis zum Kirchweihfeft IX. Vom Kirchweihfest bis zum Advent Abendandachten. I. Trauermette auf den Mittwoch in der heiligen Charwoche auf den Gründonnerstag. auf den Charfreitag Fünfte Abtheilung. II. III. IV. Abendandacht für den Charsamstag V. 11 11 auf die heil. Fronleichnamsoctav. Zweite Erste Aufl. Aufl. Seite Seite Sechste Abtheilung. Litaneien auf die verschiedenen Zeiten des Kirchenjahrs. I. Auf die Adventszeit II. Auf die heil. Weihnachtszeit 303 III. Für d. Dankfest am Schlusse IX 257 395 258 396 258 397 259 398 259 399 310 des Jahres 305 IV. Vom allerheil. Namen Jesu 307 V. Auf die heil. Fastenzeit VI. Von der Auferstehung unfers Herrn Jesu Chrifti 313 VII.( VIII.) Erste Litanct am Markustag und in der Bittwoche 315 261 400 273 417 283 431 293 445 297 451 3 weite Auflage. Erste Auflage. ( Die eingeschlossenen Nummern sind die( Die eingeschlossenen Nummern bezeichder ersten Auflage, deren Stellung nen die Stellung, welche die betreffenverändert worden.) den Litaneten in der zweiten Auflage einnehmen.) Seite 301 I. Auf die Adventszeit Seite 457 II. Auf die heil. Weihnachtszeit 460 III. Für d. Dankfest am Schlusse des Jahres 462 IV. Vom allerheil. Namen Jeſu 466 V. Auf die heil. Fastenzeit VI. Von der Auferstehung un 469 fers Herrn Jesu Chrifti 473 VII.( VIII.) Erste Litanet am Markustag und in der Bittwoche 476 3weite Auflage. VIII.( VII.) 3weite Litanel am Markustag und in der Bittwoche 321 IX. Auf die heil. Auffahrtszeit unsers Herrn Jesu Chrifti 323 X. Vom heiligen Geiste 325 XI. Von der allerheiligsten Dreifaltigkeit 327 XII.( XV.) Vom allerheiligsten Altarssakrament Seite .. 329 XIII. Erste Litanei von der göttlichen Vorschung. XIV. 3wette Litanei von der göttlichen Vorsehung. * XV.( XVIII.) Lauretanische Litanet zur Verehrung der seligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria XVI.( XVII.) 3weite Litanei zur Verehrung der seligsten Jungfrau Maria. XVII.( XIX.) 3ur Prozession an den Festtagen Mariä oder zu ihrer Verehrung überhaupt XVIII.( XX.) Für die Seelen der verstorbenen Chriftgläubigen. 331 333 335 .338 339 341 Erste Auflage. VIII.( VII.) 3weite Litanei am Markustag und in der Bittwoche 478 IX. Auf die heil. Auffahrtszeit 488 unsers Herrn Jesu Christi 486 X. Vom heiligen Geiste XI. Auf den Dreifaltigkeitssonntag. + XII. Von den Eigenschaften Gottes.( Fällt in der II. Auflage weg.) 492 494 XIII. Erste Litanet von der göttlichen Vorsehung. XIV. 3weite Litanei von der 497 499 göttlichen Vorsehung. XV.( XH.) Erste Litanei vom heiligsten Altarssakrament 502 + XVI. 3weite Litanei vom heiligsten Altarssakrament. ( Fällt in der II. Aufl. weg.) 505 XVII.( XVI.) Erste Litanet zur Verehrung der heil. Jungfrau Maria Seite • I. Die offene Schuld. II. Das allgemeine Gebet. III. Gebet für den Landesfürsten. + XVIII. 3weite Litanei zur Verehrung der heil. Jungfrau Maria.( In der II. Auflage als Nro. XV. durch die Lauretanische Litanei erfegt.). 510 XIX.( XVII.) Zur Prozession an den Festtagen Martä oder zu ihrer Verehrung überhaupt XX.( XVIII.) Für die Seelen der verstorbenen Christgläubigen. IV. Bußgebet des heil. Augustinus V. Morgengebet. 508 513 * Siebente Abtheilung.( Neu.) Gebete und Andachten sowohl für den öffentlichen Gottesdienst als auch für die häusliche Erbauung. 514 Zweite Auflage Seite 343 343 344 345 345 VI. Tägliche Anrufungen: a. Zu Maria b. Zum heil. Schutzengel c. Zum Namensheiligen VII. Tägliche Erweckungen( Glaube, Hoffnung, Liebe) VIII. Tägliche Vorsäge( Aussprüche des Herrn) IX. Tischgebete X. Nachtgebet XI. Die kirchlichen Tagszeiten Morgenhymne Zur Prim Zur Terz. Zur Sert. Zur Non. Zur Vesper Zur Komplet. XII. Die heilige Messe ( Anhang.) Die Präfationen des Kirchenjahrs XIII. Die Kollekten des Kirchenjahrs a. Auf die Adventse h. Am Weihnachtsfeste c. Am Sonntag nach Weihnachten. d. Am Feste der Beschneidung e. Am Sonntag nach dem Feste der Beschneidung. f. Am Dreikönigsfest. g. Auf die Sonntage nach Dreikönig h. Auf die Sonntage in der Fasten i. Am Gründonnerstag k. Am Charfreitag 1. Am Charsamstag m. Am Ostersonntag n. Am Oftermontag o. Auf die Sonntage nach Ostern p. An Christi Himmelfahrt q. Am Pfingstsonntag. r. Am Pfingstmontag. s. Am Dreifaltigkeitsſonntag t. Am Fronleichnamsfest XI Zweite Auflage Seite u. Auf die Sonntage nach Pfingsten v. Am Feste der allgemeinen Kirchweihe w. Auf die Feste der seligsten Jungfrau Maria. x. Auf die Feste der heil. Engel y. Am Feste eines oder mehrerer Heiligen z. Für die Verstorbenen. Bei besondern Anliegen und Fürbitten. XIV. Kürzere Meßandacht XV. Bußandacht Ablaß Gebete. Vor der Beicht Nach der Beicht. # 1 345 346 . 346 346 347 349 . 350 . 350 . 351 352 356 . 360 . 364 367 367 373 390 392 392 394 394 394 395 € 395 . 395 397 . 397 398 . 398 . 398 398 398 399 399 . 400 400 400 400 403 403 404 404 406 407 410 414 416 417 423 XII Zweite Auflage Seite XVI. Die sieben Bußpsalmen mit Gebeten gegen die sieben Hauptoder Todsünden Kommunionandacht. XVII. Vor der heil. Kommunion Nach der heil. Kommunion XVIII. Ablaßgebet XIX. Andacht des Kreuzweges XX. Nosenkranzandacht I. Die freudenreichen Geheimnisse II. Die schmerzhaften Geheimnisse III. Die glorreichen Geheimnisse. XXI. Krankengebete XXII. Sterbegebete. 426 434 436 438 440 441 453 454 459 464 468 . 470 Auf das Fest der Geburt Jesu Christi oder Weihnachten. III. Erstes oder Früh- Am t. 3um Staffelgebet. Still, o Erde, still, o Himmel! Euer Herr liegt i der Ruh', Still, o Meer, mit dem Getümmel, Schließ deine Schranken zu! Gott ist selbst zu uns gekommen, Ha die Menschheit angenommen; Ihn, der uns zum Heil erke ren, hat die Jungfrau uns geboren. 3um Gloria. Auf! Christen, laßt uns freudig singen Dem neugebor nen Gottes- Sohn. Weit über alle Wolken schwingen Sol sich der heil'ge Jubelton. Gott in der Höh' sey Lob ur Ehre Und auf der Erd' den Menschen Fried'!" Dieß sange froher Engel Chöre, Dieß sey auch unser Freudenlied. 11 Nach der Epistel. Herr, die Worte, die wir hören Hier aus deines Pri sters Mund, Sind des Himmels heil'ge Lehren, Die de Sohn uns machte kund. Ruh' im Leben, Trost am Gr Bringt sein Evangelium; Ewig sey für diese Gabe Eh. Dir und Dank und Ruhm. 3um Credo. Gott Vater, Dich bekennt der Glaube; Auch wir, deinem Thron sich nah'n, Wir beten tief gebeugt im Sta Dich, unsern Herrn und Schöpfer an. Auch glauben r an den Erkornen, Jhn, den Maria uns gebar, Der Jungfr Sohn, den Eingebornen, Der ewig Sohn des Vaters w Offertorium. Sich', o Gott, mit gnäd'gem Auge Auf die Gab Brod und Wein, Die der Christen Lieb' und Glaube Heu Dir zum Opfer weih'n! Er, der uns das Heil erworbi Den die Jungfrau uns gebar, Der für uns am Kreuz g storben, Stellt sich Dir als Opfer dar. Sanktus. Heilig, heilig ist der Herr, Ewig und gerecht ist Er ,Er, der Herr der Herrlichkeit, Kommt in's Land der Sterblic teit.- Heilig, heilig ist der Herr! Ewig und gerecht ist Nach der Wandlung. 1. Laß Dich, Jesus, von mir preisen, Der für uns XII Fleisch erschien; Dank und Ehrfurcht zu erweisen, Bet' ich an Dich auf den Knien! Heiland, Dich als Kind ich grüß"! Jesus! Name hold und süß! 2. Um uns Gnade zu erwerben, Kamst Du, Jesus, Mensch und Gott! Willst für arme Menschen sterben, Trägst der Sünde Kreuz und Tod. Sey gelobt, gepriesen heut', Herr, in deiner Niedrigkeit! 3. Wenn wir einst im Tod erblassen, und erscheinen vor Gericht; Dann laß uns dein Kreuz umfassen, Jesus, dann verstoß' uns nicht! Du, der unsre Zuflucht ist, Weil Du Mensch geworden bist. 3ur Communion und zum Schluß. 1. Sohn David's! sey gebenedeit Von deiner frøhen Christenheit! Hosanna sey Dir in der Höh'! Dein heil'ger Will', o Herr! gescheh'. 2. Beglücktes Volk, das Dich erkennt, Dich seinen Herrn und König nennt, Voll Ehrfurcht deinen Scepter füßt, Dir allzeit unterworfen ist! 3. O Jesu Christ, Dir leben wir! O Jesu Christ, Dir sterben wir! 2 aß uns dereinst dein Antlig seh'n, Dich ewig eisen und erhöh'n. IV. Hochamt an Weihnachten. Inter der Austheilung des Weihwassers( Asperges.) 1) Herr Jesus Christus, lehre mich Nach Herzenereinheit trachten, 2) Und, bei der Sünde Neiz, auf Dich Mit weiser Sorgfalt achten. 1) Der Reinbeit erstes Bild warst Du Ben jeher allen Frommen; 2) D, stärke, Herr! mich auch dazu, Dir treulich nachzukommer. 1) Dem Vater und dem Sehn sey Preis Von uns, zu allen Zeiten; 2) Und Gottes Geist auf gleiche Weis', In alle Ewigkeit. Amen. 3um Staffelgebet. 1. Gelobet feyst Du, Jesus Chrift, Der für uns Mensch geworden ist. Deß freuen wir uns immerdar, Dich preisend mit der Engelschaar. 2. Des Vaters eingeborner Sohn Kam selbst herab som Himmelsthren, Und hüllte sich in Fleisch und Blut; O eht, was seine Liebe thut! 7 3. Vom Ausgang bis zum Niedergang Bring' Alles frohen Lobgesang Dem göttlichen Befreier dar, Den uns Maria heut' gebar. Gloria. Singt, Christen, mit den Engelchören Dem Friedensfürsten Preis und Ruhm, Der, um die Sünde zu zerstören, Gekommen in sein Eigenthum. Gott sey gepriesen in den Höhen, Und Friede jedem Menschenkind! Und Gnade, Heil und Wohlergehen Für die, so guten Willens find. Nach der Epistel. 1. Für uns, für uns, o Gott, für uns Verlorne, Kam Er herab, dein Sohn, der Eingeborne, Und wurde Mensch, wie wir, für uns. Er, der schon war, bevor das Heer der Sonnen Durch Ihn, o Gott, aus deiner Hand geronnen, : Er wird im Fleisch uns offenbar.:| 2. Durch den allein die Welt hat werden können, Den ehrfurchtsvoll die Himmel König nennen, Er gibt sich uns als Kind zu seh'n. Der ew'ge Held sucht Sünder hier auf Erden, Wird Mensch, wie wir, uns Armen gleich zu werden;: 3 u seyn das Licht und Heil der Welt.:| 3um Sredo. In Nacht und Todesschatten, Allmächt'ger, saßen wir, Die wir gesündigt hatten Und uns entfernt von Dir; Doch deine Baterhuld Gab uns in deinem Sohne Den Sühner unfrer Schuld. Offertorium. 1.3u preisen deine Güte, Bringt Dir die Hirtenschaar, Frohlodend im Gemütbe, Ihr Herz zum Opfer dar. Das Beste, was wir haben, Ein Herz von Sünden rein, Empfang' als unsre Gaben! Dir wollen wir uns weih'n. = 2. Nimm, Heiland, von uns Allen Dieß Opfer gnädig an, Laß es Dir wohlgefallen; Führ' uns auf deiner Bahn 3 u jenen Himmelschören, Wo selig unser Geist, Bestimmt Dich zu verehren, Dich ewig, ewig preist. 3um Sanftus. Heilig, heilig, heilig Ist, der ewig war und währt, Welden Erd' und Himmel ehrt, Unaussprechlich heilig! Heilig, heilig, heilig Ist das Wort, das zu uns fam, Unfre Sünd' und Schuld hinnahm, Un aussprechlich beilig! Nach der Wandlung. Als Mensch stieg Gott der Sohn hernieder, Um aller VII 8 Menschen Heil zu seyn. Er nennt die Sünder seine Brüder, Und macht sie von der Sünde rein; Macht, daß wir wieder Gott gefallen, Vergießt für uns sein göttlich Blut, Erwirbt Unsterblichkeit uns Allen, Auf denen seine Gnade ruht. 3ur Communion. 1. O ew'ge Liebe! Deinesgleichen Ist in der Schöpfung Gottes nicht; Kein Lobgesang kann Dich erreichen; Nicht Sprachen, die der Himmel spricht! Ach! daß auch wir in Liebe brennten 3u Dir, o Herr in Brodsgestalt! Ach! daß wir besser danken könnten! Die wärmsten Herzen sind zu kalt. 2. Dieß sey der Dank für deine Liebe: Dir unverbrüchlich treu zu seyn, Und uns aus reinem heil'gem Triebe, Wie Du, der Tugend ganz zu weih'n. Der Liebe Band soll uns verbinden, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Und liebend werden wir uns finden, Erhöht zu Dir, am ew'gen Thron. Schlußgesang. Frohlode, sel'ge Christenheit, und preise Gott zu aller Zeit! Breis unaufhörlich Jesum Christ, Der uns zum Trost geboren ist. Wir loben, Herr, voll Ehrfurcht Dich, O Jesu, nimm uns gnädiglich In deinen Schuß; in aller Noth Sey unser Heiland, unser Gott. Anmerk. Obige Messe wird auch am Fest der Beschneidung Christi oder Neujahr gebraucht; deßgleichen am Sonntag nach Weihnachten und Neujahr. V. Auf das Fest der Erscheinung Christi oder Dreikönigsfest. 11 * Mit dem heutigen Feste feiert die Kirche eine dreifache Erinnerung: 1) an die Erleuchtung der Helden durch den wunderbaren Stern, der drei morgenländische Fürsten zu den Füßen Jesu führte ( daher der Name: Dreikönigsfest); 2) an die Taufe Jesu im Jordan, wo der heilige Seift in Gestalt einer Taube erschien, und die Stimme des himmlischen Vaters rief: Dieß ist mein geliebter Sohn!" endlich 3) an das Wunder zu Kana, wo Jesus durch Verwandlung des Wassers in Wein das erstemal seine inwohnente göttliche Würde hervorleuchten ließ. Diese dreifache Erscheinung der gnadenvollen Herrlichkeit des Erlösers soll aber in unserm Gemüthe vorzüglich drei Tugenden erwecken: 1) freudigen Dank dem Erlöser, der sich so freundlich geeffenbart; 2) Ghrfurcht und Anbetuna dem Sohne Gottes, der sich zu den Süntern herabgelassen, und 3) festen Glauben an den göttlichen Wunderthäter, der seine erhabene Sendung auf so wunderbare und doch so liebliche Weise den Menschen dargelegt hat. Möge er in dem Dunkel dieses Lebens stets unser Leitstern seyn, damit wir cinst an jenem großen Tage mit freudigem Vertrauen vor sein Angesicht treten können! 9 3um Staffelgebet. Jerusalem, dein Haupt empor! Der Tag ist angekommen. Er bricht mit Glanz und Pracht hervor; Erfreuet euch, ihr Fremmen! Die Erde lag in Finsterniß, Als Gott den Stern erscheinen ließ. Er ließ ein neues Licht aufgeh'n, That kund der Gößen Nichtigkeit; Und staunensvoll die Völker seh'n Des Gingebornen Herrlichkeit. Gloria. 1. Lobet Gott, ihr Völker alle! Preiset Ihn, des Weltalls Herrn! Eures Dankes Stimm' erschalle Freudenvoll für jenen Stern, Der des höhern Lichtes Fülle, Gottes Sohn in Menschenhülle,: Aller Welt hat kund gethan.:| 2. Weise kommen anzubeten, Fern vom Morgenlande her, Opfernd sie zur Krippe treten, Beten an im Stall Dich, Herr! Nimm auch unsre Opfergabe: Unser Leben, unsre Habe: Opfern wir anbetend Dir.:| Nach der Epistel. Vom Aufgang bis zum Niedergang Läßt Du dein Wort verkünden; Wie schmachtete die Welt so lang In Todesnacht und Sünden! Wir wandeln, Herr, in deinem Licht, Der Irrthum täuscht uns ferner nicht, Nun ist geoffenbaret Die Wahrheit, die zum Himmel führt, Und Tod und Höll' besieget. Heil Dem, der uns bewahret! Credo. Heut' hat sich Jesus gnadenreich zu zeigen angefangen, Heut' ist sein göttlich Licht auch euch, Ihr Heiden, aufgegangen. Dieß sey der Welt ein Freudentag; Die Nacht, die auf den Völkern lag,: Hat Er allein zerstreuet.:| 3um Offertorium. 1. Vor Dir, o Heiland, liegen Weise, Anbetend Dich, in Staub gebeugt, Und opfern Dir zum Lob und Preise, Was ihre Heimath Edles zeugt. Gold, Myrrhen, Weihrauch sind die Gaben, Die ehrfurchtsvoll ihr Herz Dir weiht. Doch mehr als diese Opfergaben, Ist's ihre Liebe, die Dich freut. 2. D Herr! im Geiste jener Weisen, Laß Dir von reinem Brod und Wein, Dich dank- und liebevoll zu preisen, Dieß Opfer hier gefällig seyn! Dir wollen wir nun einzig leben, Nur thun, was, Herr, dein Wort gebeut; Nach deinem Reiche stets zu streben, Sey Freude uns und Seligkeit. VIT 10 3um Santtus. 1. Heilig, heilig, heilig Ist das Licht, das alle Welt 3 ur Beseligung erhellt, Unaussprechlich heilig! 2. Heilig, heilig, heilig! Rufen Engelchöre Dir, Jesus, Heiland, für und für, Unaussprechlich heilig! Nach der Wandlung. 1. Du bist, o Bethlehem, die Stadt Vor allen andern Städten, Die Gottes Sohn erwählet hat, Aus dir an's Licht zu treten; Denn als Er sich in Fleisch gehüllt, Und zur Geburt die Zeit erfüllt, Ward Er an deinen Thoren Im Stall zur Welt geboren. 2. Ein Stern, der aus den Wolken bricht, und seinen Glanz verbreitet, Der um die Schönheit, Wärm' und Licht Selbst mit der Sonne streitet, Verkündet in sprachlosem Ton, Es habe Gottes einz'ger Sohn Das Fleisch an sich genommen, Und sey zur Welt gekommen. 3. Nachdem die Weisen diesen Stern Zu Bethlehem erblicket, Sind sie von Freude in dem Herrn Erfüllet und entzücket. Sie fallen nieder auf die Knie; Gold, Weihrauch, Myrrhen opfern sie Dem Kind, dem sie ihr Leben, Ihr ganzes Herz ergeben. 4. Sie legen Gold zum Opfer hin, Als König Ihn zu ehren; Auch als den wahren Gott soll Jhn Die Weihrauchsgab' erklären; Die Myrrhe ist der Schwachheit Bild, Die unser Gott, in's Fleisch gehüllt, Hat wollen an sich nehmen und sich zum Tod bequemen. 3um Schluß. 5. Lob sey Dir, Herr, und Dank gebracht, Deß Herrlichkeit erschienen, Auf daß, von Sünden frei gemacht, Dir alle Völker dienen. Dem Vater, der Erbarmen übt, Dem Sohn, der bis zum Tod uns liebt, Dem Geist, gesandt von Beiden, Sey Lob zu allen Zeiten. VI. Auf die Sonntage nach Dreikönig. 3 um Staffelgebet. 1. Kommt, Chriften, theure Brüder, Im Geist vor Gott zu steh'n! Kommt, singet frohe Lieder, Den Heiland zu erhöh'n! Kommt, feiert voll Entzücken, Wie Er uns einst befahl, Um ganz uns zu beglücken, Sein heil'ges Liebesmahl. 2. O laßt uns jest empfinden, Wie freundlich Gott € 12 uns ist; Er, der auch unsre Sünden, Die wir bercu'n, vergißt! Er, der uns, seine Kinder, Als treuer Vater liebt, Und selbst dem frechsten Sünder Noch Zeit zur Buße gibt. 3um Gloria. Schwingt, heilige Gedanken, Euch von der Erde los! Gott, frei von allen Schranken, Ist unaussprechlich groß. Vor seinem Angesichte, Lobsinget Gott, lobsingt! Er wohnt in einem Lichte, Wohin kein Auge dringt. Nach der Epistel. Herr, gieß uns deines Wortes Segen Als heil'gen Saamen in das Herz! Es sey uns Licht auf dunkeln Wegen, Und Tröster uns in bangem Schmerz. Laß es uns stets mit Ehrfurcht hören, Und Dich mit ew'ger Liebe ehren. 3um Credo. Christen, vereinigt im Glauben, bekennet Gott, den dreieinigen Herrscher der Welt, Ihn, den die Sprache der Erde nicht nennet, Gnädig uns Alle beschirmt und erhält! Jesu, Du einziger Mittler auf Erden, Dem wir im Leben und Sterben und weih'n: Gib, daß wir Alle gewürdiget werden, Tempel des heiligen Geistes zu seyn! 3um Offertorium. 1. Was sollen wir für Gaben Dir, Herr, zum Opfer weih'n? Ist, was wir sind und haben, Nicht Alles, Alles Dein? Ein Herz, Dir ganz ergeben, Von allen Sünden rein, Ein Dir geweihtes Leben Soll unser Opfer feyn. 2. Laß unsern Dank Dir bringen, Nimm ihn zum Opfer heut! Und gib, daß wir besingen, Herr, deine Herrlichkeit; Erbarm' Dich deiner Kinder! Erhör' ihr banges Schrei'n! Und laß uns reu'ge Sünder Einst selig bei Dir seyn. 3um Santtus. 1. Heilig, heilig, heilig Ist das Licht, das alle Welt 3ur Beseligung erbellt, Unaussprechlich heilig! 2. Heilig, heilig, heilig! Rufen Engelchöre Dir, e Jesus, Heiland, für und für, Unaussprechlich heilig!), Nach der Wandlung. 1. Ein wunderbares Mahl der Liebe Hast Du geſtiftet, zu Jesu Christ! Ein göttlich Opfermahl der Liebe, Bei dem- Du selbst die Speise bist! Fallt nieder, Christen, und be- id denkt: Gott selbst ist's, der sich hier uns schenkt. tr= 2. Seht, Christen, dort auf dem Altare Ist Jesus, Eraßdas Gotteslamm; So lehrt es uns der Ewigwahre. Witeit VII 10 ehmals an dem Kreuzesstamm, So opfert Er, zum Heil der Welt, Sein Blut auch hier zum Lösegeld. 3. Sein Leib ist hier als wahre Speise In Brodsge= stalt! o sagt Ihm Dank!- In Weinsgestalt auf gleiche Weise, Sein Blut als heil'ger Seelentrant. Wir glauben dieß, Herr, auf dein Wort! Stärt unsern Glauben immerfort. - 4. Preis und Verehrung ohne Ende, Sey Dir, Du göttlich Himmelbrod! 3 um neuen, ew'gen Testamente Gabst Du Dich, Herr, vor deinem Tod, Mit liebevollem, heil'gem Sinn, Als Speise deinen Jüngern hin. 5. Preist, Christen, eures Heilands Liebe, Lobsinget Ihm mit Herz und Mund! Ihm weihet eures Herzens Triebe,& werde euer Glaube fund. Werft euch anbetend vor Ihm hin, Und lobet Ihn mit frommem Sinn. Schlußgesang. Voll Inbrunft, Dank und Freude Vollbrachten, Jesus, wir, Die Feier deines Todes; Preis sey Dir, Herr dafür. Gestärkt an diesem Mahle Zu immer fest'rer Treu', Empfinden wir, wie selig, Wer Dir sich opfert, sey. Anmerk. Diese Messe wird, mit Weglassung des Gloria, auch an den Sonntagen Septuagefima, Seragefima und Quinquagesima gebraucht. zu höl befi In der heiligen Fastenzeit. * Die 40tägige Fasten ist die Vorbereitungszeit auf das Osterfest, und hat ihren Ursprung von jenen 40 Tagen, während welchen der Herr in der Wüste( Mattb. 4) durch strenges Fasten, Wachen und Beten sich für uns zum Büßer machte, und bis zum Kampf gegen den Versucher sich erniedrigte, um in Allem unser Vorbild zu werden, und uns tie Gnade eines gottgefälligen Fastens, einer verdienstlichen Buße zu erwerben. Schon der Sonntag Septuagesima( der 70ste indem Tag vor Ostern) deutet auf die ernste Zeit der Fasten hin, von da an das heitere Alleluja verstummt, und die hellen Farben der Freude mit den dunkeln der Trauer vertauscht werden; denn es nahen die Wochen, welche vorzüglich der wehmüthigen Erinnerung an das Leiden und Sterben des für unsere Sünden büßenden Erlösers geweiht sind. Die Kirche, nachdem sie am Aschermittwoch die Häupter der Gläubigen mit Aiche bestreut hat, im Andenken an den Tod, die Frucht unsrer Sünden, und an die Bußstrenge, womit geht von die Niniviten( Jon. 3, 6) wieder Gnade erlangten, jcht an bis zum Palmsonntag immer tiefer in die Betrachtung der Leiden des Herrn ein; sie verbietet alle rauschenden und zerstreuenden Lustbarkeiten, und fordert die Gläubigen auf zur stillen Einkehr in sich, zu vermehrtem Gebet und strenger Enthaltsamkeit, damit sie der Gnade des Herrn, der jedem Büßer das Nahen des 13 Himmelreichs verhics, testo empfänglicher werden möchten. Endlich fömmt die Sharwoche; es versenkt sich die Kirche, die Braut des Herrn, in die tiefste Trauer über ihren Bräutigam, der durch den schmachvollen Kreuzested ihr entrissen ward. Nur ein kurzer Jube! erhebt sich am Gründonnerstag beim Gloria über die Einsetzung des heiligsten Altarsakramentes, um sogleich auf die Wehrufe und Klagetöne des Charfreitags und die Grabesstille des Charsamstags einzuleiten; bis der Ostertag die höchste Freudenfeier über den Auferstandenen ankündigt! Doch nur der kann einem solchen Feste froh entgegengehen, der würdig dessen Vorbereitungszeit begangen hat. Drum bete, faste und betrachte, o Christ! büße und traure mit deiner Kirche, so wirst du auch mit ihr ein freude und gnadenreiches Osterfest feiern. Am Aschermittwoch. * Vor dem Amte, zu welchem dieselben Gesänge wie an den Fastensønns tagen( f. unten) genommen werden, ist die Weihung der Asche. ( Nach dem römischen Meßbuch.) V. Der Herr sey mit euch! R. Und mit deinem Geiste. Lasset uns beten! Allmächtiger, ewiger Gott, schone der Bußfertigen, sey gnädig den Flehenden, und würdige Dich, deinen heiligen Engel herabzusenden vom Himmel, der † segnen möge und † heiligen diese Asche, damit sie ein Heilmittel sey für Alle, die deinen heiligen Namen in Demuth anflehen und sich selbst im Bewußtsein ihrer Schuld anklagen, vor dem Angesichte deiner göttlichen Milde ihre Missethaten bereuen, oder deine huldvolle Batertreue fußfällig und inständig anrufen; und verleihe durch die Anrufung deines heiligsten Namens, daß Alle, die damit zur Vergebung ihrer Sünden bestreut werden, Gesundheit des Leibes und Schuß der Seele erlangen mögen. Durch Christum deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. Lasset uns beten! Gott, der Du nicht den Tod, sondern die Buße des Sünders verlangst, sich' gnädig an die Gebrechlichkeit der menschlichen Natur, und würdige Dich, diese Asche, welche wir, um unsere Demuth an den Tag zu legen und Vergebung zu erwirken, auf unsere Häupter gestreut zu erhalten begehren, nach deiner Vaterhuld zu † seg= nen, auf daß wir, die wir erkennen, daß wir Asche sind, und zur Strafe unserer Sündhaftigkeit in Staub zurückkehren werden, die Vergebung aller unserer Sünden und die den Bußfertigen verheißenen Belohnungen von deiner Barmherzigkeit ge m fel XII ehr y ft L d 11 zu böl bef 14 zu erlangen würdig mögen befunden werden. Durch Christum deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. Lasset uns beten! Gott, der Du durch Demüthigung erweicht und durch Genugthuung besänftigt wirst, neige das Ohr deiner Vaterhuld zu unsern Gebeten, und würdige Dich, auf die Häupter deiner Knechte, die mit dieser Asche bestreut werden, die Gnade deiner Segnung+ huldvoll auszugießen, damit Du dieselben mit dem Geist deiner Zerknirschung erfüllen und ihnen, um was sie gehörig bitten, kräftiglich ge- f währen mögest, auch ihnen das Verliehene fest und unange fochten erhalten wollest. Durch Christum u. s. w. R. Amen. Lasset uns beten! Allmächtiger, ewiger Gott, der Du den Niniviten, als sie in Asche und Bußgewand ihre ven beweinten, die Heilmittel deiner Vergebung gewährt hast, verleih' uns huldvoll, ihrem Beispiel also nachzuahmen, daß wir gleich ihnen Vergebung erlangen mögen. Durch Christum u.s.w. R. Amen. * Hierauf besprengt und beräuchert der Priester die gesegnete Asche dreimal, streuet von derselben, wenn kein anderer Priester da ist, sich selber auf das Haupt, und theilt sie dann mit den Worten: Gedenke, o Mensch, daß du Staub bist und in den Staub zurückebren wir, dem Volke aus, wobei das Miserere( f. zweite Abtheilung Nr. 36 S. 98) oder ein anderes passendes Lied gesungen werden kann. Nach beendigter Ausstreuung betet der Priester: H Lasset uns beten! Verleih' uns, Herr, den Dienst des christlichen Kampfes mit heiligem Fasten zu beginnen, auf daß wir im Streit gegen die Bosheit des feindlichen Geistes, durch Hülfe der Enthaltsamkeit gekräftigt werden mögen. Durch Christum u. s. w. R. Amen. Hierauf folgt das Amt der heiligen Messe. VII. Auf die Sonntage in der heiligen Fastenzeit. 3ur Austheilung des Weihwassers. 1) Hab', o Gott, mit mir Erbarmen, Nach der Größe deiner Huld! 2) Sich' mich Sünder, sich' mch Armen, Und vergib mir meine Schuld. 1) Läutre mich von meinen Sünden, Ich erkenne mein Vergeh'n; 2) Laß mich Gnade vor Dir finden, Höre auf mein kindlich Fleh'n. 1) Send' in Aller Herzen heute Retne Lieb' und frommen Sinn. 2) Und rein heil'ger Geist begleite Uns durch dieses Leben hin. 15 3um Staffelgebet. 1. Jesu! laß zu deinen Füßen Unser tief gerührtes Herz Jeßt in Wehmuth sich ergießen Und erwägen deinen Schmerz. 2. Auszutilgen unsre Schulden, Kamst Du, Mittler, Mensch und Gott, Schmach und Leiden zu erdulden Ind den bittern Kreuzestod. 3. Wir beweinen und beklagen, Daß Dich unsre Missethat Wiederholt an's Kreuz geschlagen, Dir das Herz durchböhret hat. enn wir einst von hinnen scheiden, Hinzugeh'n vor dein Gericht; Dann sieh' an dein Kreuz und Leiden, Jesus, dann verlaß uns nicht. Nach der Epistel. Herr! gib, daß deine Lehre, Dein Evangelium, Die Tugend in uns mehre Und wahres Christenthum. Dein ist ja alle Stärke, Und alle Hülfe dein; Laß alle unsre Werke Durch Dich geheiligt sevn. 3um Gred o. Ich glaube, Gott, daß Du es bist, Der Jesum uns gegeben; Ich glaube, daß es Jesus ist, Der für uns gab sein Leben; Daß Er Verzeihung uns erwarb, Vom Satan uns befreite; Indem Er an dem Kreuze starb, Und sich zum Opfer weihte. 3um Offertorium. 1. Wie soll vor deinem Angesicht Der Sünder, Herr bestehen? Der Opferthiere Blut kann nicht Versöhnen mein Vergehen. Laß Dir ein Opfer seyn den Schmerz, Herr über meine Sünden; Sieh' gnädig an mein reuig Herz, Und laß mich Gnade finden. 2. Sieh' huldvoll auf dein Volk, o Herr, Und deines Volkes Gaben; Nimm gnädig auf, Barmherziger, Was wir geopfert haben. Verwandle in dein Fleisch und Blut Die Gaben dieser Erde, Auf daß, was deine Liebe thut, Uns zur Versöhnung werde. 3um Santtus. 1. Singt: heilig, heilig ist Der Gottmensch Jesus Christ, Der Blut und Leben Für uns am Kreuzesstamm Als wahres pferlamm Hat hingegeben. VII 16 2. Preist mit der Engelschaar Den Herrn auf dem Altar, Den nach dem Falle, Uns aus den Höh'n herab, Des Vaters Liebe gab; Dankt, dankt Ihm Alle. Nach der Wandlung. 1. Deiner Kinder, ach! erbarme Gott, erbarme Dich! Täuschend zog die Sünd' uns Arme, 30g uns, ach! an sich, Nimmer sind wir, deine Kinder, Deinem Bilde gleich! Trostlos irrten wir als Sünder, Fern von deinem Reich. 2. A dh wir fühlen tief im Herzen Keine Ruhe mehr; Keine Thräne stillt die Schmerzen! Nacht liegt um uns her. Gleich verlass'nen Waisen slehen, Seufzen wir zu Dir! Wieder deine Pfade gehen, Vater, wollen wir. 3. Dir empfahl dein Sohn die Sünder Einst am Kreuze noch; Drum befrei' uns arme Kinder Von der Sünde Joch. Nicht umsonst steig' unser Flehen Reuevoll zu Dir! Künftig deine Wege gehen, Vater, wollen wir. Statt obigen Liedes kann auch folgendes gebraucht werden.) 1. Du, dessen Herz voll Liebe Sich bis zu Tod und Grab, Aus heil'gem Mitleidstriebe 3u unsrer Rettung gab; Wie leidend schloß dein Leben Den segensvollen Lauf! Mit welchem beil'gen Beben Stiegst Du zum Delberg auf. 2. Hier sahst Du schon das Toben Ergrimmter Feinde nah, Sahst schon das Kreuz erhoben Für Dich auf Golgatha, Sahst deine Grabeshöhle Und fühltest Todesnoth; Betrübt war deine Seele, Betrübt bis in den Tod. 3. Für unser Heil zu leiden, Bliebst dennoch Du bes reit, Entsagtest allen Freuden, Und gingst mit Willigfeit Der frechen Schaar entgegen, Die wild, voll Blutgier fam, Dir Bande anzulegen, Und Dich gefangen nahm. 4. Wie trugst Du mild und stille Das bitt're Ungemach, Das aus der Bosheit Fülle Gebäuft nun auf Dich brach! Du scheutest keine Schmerzen, Die Dir ihr Haß gedroht; 3u schwer war deinem Herzen Selbst nicht des Kreuzes Tod. 5. Wie viel sind wir Dir schuldig, Da Du die schwere Last Des Kreuzes so geduldig Für uns getragen hast! Dich Be wollen wir erheben, Soviel die Schwachheit kann, Nimm unser ganzes Leben Als Dankesopfer an. m Schlußgesang. eh Für deine namenlosen Leiden Nimm an den Dank, den treue Liebe bringt! Einst dankt entzückt von höhern Freuden, Mein Geift, der f t ng te ch an on ng re en elt, bes 17 stimmen alle Sel'gen fröhlich ein; Der ganze Himmel soll mein Zeuge seyn. Bur Palmweihe und zur Prozession am Palmsonntage. ( Die Palmweihe geschieht nach Vorschrift des römischen Meßbuches.) V. Der Herr sey mit euch! R. Und mit deinem Geiste. V. Vernehmet eine Stelle aus dem Evangelium des heiligen Matthäus. R. Mit Ehrfurcht hören wir es an. Nun wird das Evangelium Matth. 21, 1-9 gesungen. Nach demselben beginnt der Priester die Palmweihe wie folgt: * V. Der Herr sey mit euch! R. Und mit deinem Geiste. Lasset uns beten! Vermehre, o Gott, den Glauben der auf Dich Hoffenden und erhöre huldvoll die Gebete der Flehenden. Es ströme herab auf uns die Fülle deiner Erbarmungen. Gesegnet+ seyen auch diese Zweige der Palmen oder der Delbäume; und gleichwie Du im Vorbilde der Kirche den aus der Arche herausgehenden Noah und den mit den Kindern Israel aus Egyptenlande ausziehenden Moses mit vielfältiger Nachkommenschaft gesegnet hast, also verleihe uns, die wir Palmen und Delzweige in Händen tragen, mit guten Werken Christo entgegenzuziehen und durch Ihn einzugehen in die ewige Seligkeit, der mit Dir lebt u. s. w. V. Der Herr sey mit euch! R. Und mit deinem Geiste. V. Erhebet eure Herzen! R. Wir haben sie zum Herrn erhoben. V. Laffet uns Dank sagen dem Herrn, unserm Gott! R. Das ist würdig und gerecht. Wahrhaft würdig und gerecht ist es, gebührend und heilsam, daß wir Dir immerdar und allerwärts Dank sagen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, der Du herrlich bist im Rathe deiner Heiligen; denn Dir dienen deine Geschöpfe, weil sie Dich allein als ihren Urheber und ihren Gott erkennen, und jedes Werk deiner Hände Dich preist, und deine Heiligen Dich benedeien, weil sie jenen großen Namen deines Eingebornen vor den Königen und Mächtigen dieser Erde mit freier Stimme bekennen. Welchem dienstbar sind die Engel und Erzengel, die Thronen und Herrschaften, und mit allen Schaaren des himmlischen Heeres das Loblied 2 11 01 18 deiner Herrlichkeit singen, ohne Unterlaß sprechend:( Mit leiser Stimme) Heilig, heilig, heilig, Herr Gott Sabaoth, voll find Himmel und Erde deiner Herrlichkeit! Hosanna in der Höhe! Gebenedeit sey, der da kommt im Namen des Herrn, Hosanna in der Höhe! Sobald der Priester mit leiser Stimme das Heilig" beginnt, fällt der Chor ein: 1. Singt heilig, heilig, heilig Ist unser Herr und Gott! Singt mit den Engeln: heilig Bist Du, Gott Sabaoth! Im Himmel und auf Erden Soll deine Herrlichkeit Gelobt, gepriesen werden, Jeßt und in Ewigkeit! 2. Der in des Herren Namen Kömmt, sey gebenedeit! Ruft Kinder mit uns: Amen! Von Herzen hocherfreut: ( Chor der Kinder:) Hosanna in der Höhe, ( Alle:) V. Der Herr sey mit euch! R. Und mit deinem Geiste. Hosanna Davids Sohn! Wenn Welten anch vergehen, Besteht sein Königsthron. V. Lasset uns beten! Wir bitten Dich, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, daß Du Dich würdigen wollest, dieses Geschöpf des Delzweiges, dem Du aus dem Stoffe des Holzes hervorzusprossen gebotest, und den die zur Arche heimkehrende Taube getragen hat, zu segnen+ und zu heiligen †, auf daß Alle, die davon empfangen, Schutz für Seele und Leib erhalten mögen, und das Geheimniß deiner Gnade, o Herr, das Mittel unseres Heiles werde. Durch unsern Herrn Jesum Christum, der mit Dir u. s. w. R. Amen. Lasset uns beten! Gott, der Du das Zerstreute sammelst und das Gesammelte bewahrst, der Du das Volk, welches Jesu die Zweige entgegen trug, gesegnet haft: segne † auch diese Zweige der Palme und des Delbaumes, welche deine Knechte zur Ehre deines Namens gläubig aufnehmen, auf daß wohin sie immer gebracht werden, die Bewohner desselben Ortes deines Segens mögen theilhaftig werden, und, nach Verscheuchung aller Widerwärtigkeit, deine Rechte diejenigen beschirmen möge, welche Jesus Christus dein, Sohn erlöst hat, der mit Dir lebt und regiert in Ewigkeit des heiligen Geistes u. s. w. R. Amen. Lasset uns beten! Gott, der Du durch die wunderbare Ordnung deiner Fügung auch aus fühllosen Dingen die Spen 19 bung deines Heils tund thun wollest, gib, wir flehen zu Dir, daß die andächtige Schaar deiner Gläubigen heilvoll inne werden möge, was in geheimnißvoller Weise in der Begebenheit angedeutet wird, daß an dem heutigen Tage, vom himmlischen Lichte begeistert, die dem Erlöser entgegenziehende Schaar Zweige der Palmen und der Delbäume auf seine Fußpfade streute. Die Palmzweige deuten aber auf den Triumph über den Fürsten des Todes, und die Sprossen der Delbäume verkünden gleichsam, daß die geistliche Salbung gekommen sey. Denn es erkannte schon damals jene selige Menschenschaar darin vorgebildet, daß unser Erlöser, des menschlichen Glends sich erbarmend, für das Leben der ganzen Welt mit dem Fürsten des Todes kämpfen, und sterbend triumphiren werde. Und deßhalb reichte sie bereitwillig dasjenige dar, was in Ihm sowohl die Triumphe des Sieges, als die Fülle der Erbarmungen andeutete. Und auch wir, mit vollem Glauben an dieser That und dem Sinne derselben festhaltend, flehen inbrünstig zu Dir, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, daß wir in Ihm und durch Ihn, dessen Glieder Du uns wolltest werden lassen, über die Herrschaft des Todes den Sieg erringend, seiner glorreichen Auferstehung theilhaftig zu seyn gewürdigt werden; der mit Dir lebt u. s. w. R. Amen.. Lasset uns beten! Gott, der Du der Taube durch den Delzweig der Erde Friede zu verkünden geboteft, verleih' uns, wir flehen zu Dir, diese Zweige des Delbaumes und anderer Bäume mit himmlischem Segen † zu heiligen, auf daß fie deinem gesammten Volke zum Heile gedeihen; durch Christum u. f. w. R. Amen. Lasset uns beten! Segne t, wir bitten Dich, o Herr, diese Zweige der Palme oder der Delbäume, und verleihe deinem Volke, daß, was es zu deiner Verherrlichung am heutigen Tage leiblicher Weise thut, es dasselbe geistlicher Weise mit höchster Andacht vollbringend, den Sieg über den Feind erringen und das Werk deiner Erbarmung mit höchster Liebe anfangen möge; durch unsern Herrn Jesum Christum, deine Sohn, der mit Dir u. s. w. R. Amen. ( Hier thut der Priester Weihrauch in's Rauchfaß, besprengt die Zweige dreimal mit Weihwasser, wobei er in der Stille das Asperges betet, und beräuchert fie dreimal.) V. Der Herr sey mit euch! R. Und mit deinem Geiste. 2* 9 11 20 Laffet uns beten! Gott, der Du deinen Sohn Jesum Christum unfern Herrn zu unserm Heil in diese Welt ge= sandt hast, auf daß Er sich zu uns erniedrige und uns zu Dir zurückführe, welchem auch, als Er gen Jerusalem tam, auf daß die Schrift erfüllt würde, die Schaar gläubigen Voltes mit treuester Ehrfurcht ihre Kleider sammt Zweigen der Palmen auf den Weg breitete: Verleih' uns, wir bitten Dich, daß wir Ihm im Glauben den Weg bereiten mögen, worauf, nach hinweggeräumtem Stein des Anstoßes und Fels des Aergernisses, unsere Werke bei Dir durch Zweige der Gerechtigkeit grünen mögen, auf daß wir seinen Fußstapfen zu folgen gewürdigt werden, der mit Dir lebt und regiert in Einigkeit u. s. w. R. Amen. * Nun werden die Palmen ausgetheilt und zum Andenken an den feierlichen Einzug Jesu in Jerusalem eine Prozession um die Kirche gehalten. Möge Er auch in deinem Herzen, o Christ, einen heilvollen Ginzug feiern; mögest auch du Ihm entgegenziehen mit Palmen muthvoll errungenen Steges über die Sünde! Daran gedenke, während der folgende Psalm gesungen wird. Psalm. 1. Singt dem König Lobespsalmen,* Strömt um Ihn, ihr Völker, her. 2. Christen! streuet freudig Palmen Guerem Begnadiger. 1. Dieser ist von Davids Stamme,* Gottes Sohn von Ewigkeit. 2. Dieser tömmt in Gottes Namen,* Hochgelobt, gebenedeit. ( Beide Chöre.) Jesus, König, unser Herr,* Sey auch uns Begnadiger! 1. David sah im Geist entzücket* Den Messias, Jeſum Christ, 2. Sah, wie Er das Volk beglücket,* Das Ihm treu ergeben ist. 1. Tochter Sions! streu' Ihm Palmen, Breite deine Kleider hin. 2. Sing' Ihm Lieder, sing' Ihm Psalmen,* Der zum Heile dir erschien. ( Beide Chöre.) Jesus, König, unser Herr,* Sey auch uns Begnadiger! 1. Sieh', Jerusalem, dein König!* Sanft und mild kömmt Er heran. 2. Sey Ihm dankbar, unterthänig,* Wandle freudig feine Bahn. 21 1. Den die Himmel hochverehren,* Dem der Cher der Engel fingt: 2. Dessen Ruhm sollst du vermehren,* Da Gr dir den Frieden bringt. 3818 ( Beide Chöre.) Jesus, König, unser Herr,* Sey auch uns Begnadiger! 1. Geister, die im Himmel wohnen,* Preisen unsern König heut; 2. Und die Völker aller Zonen* Singen hoch in Gott erfreut: 1. Hosianna in den Höhen!* Hosianna Gottes Sohn! 2. Mögen Welten einst vergehen,* Ewig fest besteht sein Thron. ( Beide Chöre.) Jesus, König, unser Herr,* Sey auch uns Begnadiger! 1. Aus des Säuglings Mund erschallet* Schon das Lob, das Dir gefällt; 2. Auch der Jugend Loblied wallet Heut zu Dir, o Heil der Welt. 1. Hier in dieses Tempels Halle Preisen wir Dich, bocherfreut; * 2. Hosianna rufen Alle* Dir, o Herr, in Ewigkeit. ( Beide Chöre.) Jesus, König, unser Herr,* Sey auch uns Begnadiger! * Das Amt ist wie an den Fastensonntagen. VIII. Auf den Gründonnerstag. * Die Kirche überläßt die freudenvolle Feier der Einsetzung des allerheiligsten Altarssakramentes dem spätern Fronleichnamsfeste, und begeht das Andenken derselben heute in prachtloser aber feierlicher Stille. Nur der Schlag hölzerner Instrumente gibt das Zeichen zur Kniebeugung und Anbetung, und erinnert mit heiligem Schauer an das wilde Geschrei und an die Hammerschläge, die bei der Kreuzigung gehört wurden. Nach vollendetem Gottesdienst, und wenn das Allerheiligste hinweggetragen worden, läßt die Kirche den Altar aller Zierde entkleiden, zum Zeichen der höchsten Trauer und zur Erinnerung an Jesus, der all' seiner Kleider beraubt wurde. 3um Staffelgebet. Jh Sünder komm', o Gott, zu Dir, Gebeugt von Reueschmerz, Und bitte Dich um Gnade hier Für mein bekümmert Herz. Schenk' mir nach deiner Baterhuld Vergebung meiner Sündenschuld. Erbarme meiner, Vater, Dich, Und rette, rette gnädig mich! 22 3 mm Gloria. Rühmen will ich Jesu Güte, Bis mein letzter Hauch entflicht; Preisen soll Ihn mein Gemüthe, Bis es einst sein Antlig sieht. Wer hat so wie Er geliebt, Der für uns sein Leben gibt! Nach der Epistel D Du, mein Führer, lehre mich Nach ew'ger Wahrheit trachten! Auf ihrer Etimme Ruf will ich Mit weiser Sorgfalt achten. Der Tugend höchstes Bild bist Du! Dein Vorbilo stärke mich dazu, Daß ich Dir ähnlich werde. 3um Crede. Ich weiß, an wen ich glaube. Ich glaube fest und zweifle nicht. Kein Wiß des Spötters raube mir jemals meines Glaubens Licht. Der Herr, der Retter dieser Welt, Der mir das Brod gegeben, Das nährend meinen Geist erhält Für jenes sel'ge Leben, Der ist's an den ich glaube. 3um Offertorium. 1. Der Herr beim letzten Mahl, Das Herz erfüllt von Liebe, Nahm Brod und dankt', und sprach: ,, Dieß ist mein Leib, nehmt hin, Genießt mein Fleisch und Blut, 3 um Denkmal meiner Liebe; Folgt, Jünger, treu mir nach, Der ich der Meister bin!" 11 2. Deßgleichen nahm Er auch Den Kelch in seine Hände: Dieß ist mein Blut, sprach Er, Ihr trinkt das Leben hier! Der neue Bund fängt an, Der alte hat ein Ende; Mein Kreuzestod ist nah'; Steht auf, und folget mir!" * Vom Sanktus bis zum Schluffe wie am Fronleichnamsfest. ** Von dem Offertorium angefangen, bis zur Communion des Priesters kann auch, mit Weglassung des obenstehenden Offertoriums- Gefanges, folgendes lied gebraucht werden: 1. Düster sank der Abend nieder zu dem stillen Cedronsthal; In dem Kreis geliebter Brüder Saß der Herr beim Liebesmahl; Fei'rlich floß die lepte Stunde Unter Trostgesprächen hin; Jedes Wort aus seinem Munde Hatte jarten, heil'gen Sinn. 2. An des Mahles nahem Schlusse Nahm Er segnend Brod und Wein, Weihte beides zum Genusse Und zum Liebesdenkmal ein.„ Nehmet, sprach Er, Tischgenossen, Meinen Leib zur Speise hin; Nehmt das Blut, für euch vergossen, Diesen Kelch, und trinket ihn." 3. ,, Diesen Leib, den ihr genießet, Opfre ich zum 23 Heil der Welt; Dieses Blut, das für euch fließet, 3 ahlt der Sünden Lösegeld. Zum Gedächtniß meines Leidens Thut fortan, was ich gethan; Ehrt den Abend meines Scheidens Ewig, ewig denkt daran!" 4. Christen! rührt euch Jesu Liebe, Ist euch heilig sein Gebot; O, so kommt aus reinem Triebe, Kommt und feiert seinen Tod! Jesus ist in unsrer Mitte, Jesus bricht uns heut das Brod, Reicht sein Fleisch und Blut voll Güte Wie Er's that vor seinem Tod. 5. Ausgesöhnt hat uns die Buße; Wären wir doch engelrein! Nur zu würdigem Genusse 3ieht Er in die Herzen ein. Gnad' und Stärke, Trost und Frieden Schenkt Er uns zum Tugendlauf, Und ein Himmel schließt hienieden Sich den frommen Seelen auf. 6. Komm, o tomm in unsre Herzen, Göttlicher in Brodsgestalt! Stille Du der Sehnsucht Schmerzen Durch den süßen Aufenthalt. Gottes Engel steigen nieder, Jesus, Jesus naht heran! Fallet hin im Staub, ihr Brüder! Fallet hin und betet an! * Wenn, nach der Communion des Priesters, den Anwesenden das heiligste Sakrament des Altares gereicht wird, singt der Chor das Lied:" O Engel Gottes eilt hernieder" oder:„ Deinem Heiland, deinem Lehrer"( Siehe die Gesänge zur Fronleichnams- Prozesston S. 47 u. 44). ** Nach der heiligen Messe wird das hochwürdigste Gut auf einen Seitenaltar getragen, und dabei vom Chor das Lied:" Preiset Lippen das Geheimniß"( Siehe gleichfalls die Gesänge zur Fronleichnams- Prozes flon S. 42) gesungen. IX. Auf den Charfreitag. * An dem Tage, an welchem die Kirche um den hinweggenommenen Bräutigam trauert, und Alles genugsam auf sein Opfer am Kreuze hinweist, unterbleibt die anbluttge Wiederholung und Darstellung desselben. Es wird daher kein eigentliches Meßopfer gehalten, sondern blos die gestern konsekrirte Hostie zur Anbetung emporgehoben und vom Priester genossen. Auf dem Altare sind keine Kerzen angezündet, selbst das ewige Licht ist entfernt, zum 3elchen, daß Christus, das Licht der Welt, an diesem Tage erloschen und Finsterniß über der Erde war. Die Verehrung des Kreuzbildes, das von dem Priester enthüllt, gezeigt und geküßt wird, bezeichnet die dankbare Liebe, die wir für Jesum empfinden sollen, der für uns sein Leben zum Lösegeld dahingegeben hat; das Darniederliegen des Priesters vor dem Altar, womit der heutige Gottesdienst beginnt, soll unsern Schmerz über die Sünde ausdrücken, die den Herrn an's Kreuz ges bracht hat. J 11 11 24 1 ** Während der Priester auf seinem Angesicht liegt, wird Folgendes gesungen: 1. In tiefer, ehrfurchtsvoller Stille O mein Erlöser! denk' ich dein* Der Wehmuth fromme Thräne quille- Und heilig soll der Tag uns sein* Da Du so willig Blut und Leben Auf Golgatha dahingegeben* Daß ich von Tod und Sünde frei Ginst Erbe deines Reiches sey. * 2. Hinweg von allem Eiteln lenke Die Dir ge= weihte Seele sich Der leiseste Gedanke denke D mein Erlöser! nur an Dich* An Dich, den Qual und Jammer beugte Bis sich dein Haupt am Kreuze neigte* Und bis der Felsenhöhle Schooß- Den heil'gen Leichnam sanft umschloß. - - - - - Während die Prophezeihung von dem Priester in der Stille gelesen wird, fingt der Chor das Lied:" Deiner Kinder, ach! erbarme" ( Siehe oben die Messe auf die heilige Fastenzeit, nach der Wandlung S. 16)- und wenn die Leidensgeschichte nach Johannes still gelesen wird, kann das Lied Nro. 40 der zweiten Abtheilung( S. 101) gesungen werden. Nach der Leidensgeschichte. 3ur Predigt. 1. Nach tausend Todesleiden- Am Kreuze Dich verscheiden Für mich verscheiden seh'n* Was könnte, mir zum Segen- Mich kräftiger bewegen- Herr, deine Bahn zu geh'n? - - - - 2. Ja hier, hier will ich lernen Von Sünden mich entfernen und sterben, wie Du starbst* Will hier Dir Treue schwören- Und ewig Dich verehren- Weil Du mir Heil erwarbst. - Nach der Predigt.( Wie das obige zu singen.) O Todestag voll Segen- Dich soll mein Herz erwäDu hast uns Heil gebracht!* Dein wollen wir ge= denken Auf Dich den Sinn hinlenken gen Im Grau'n der Todesnacht. * Zur Erinnerung an den Ted, den Jesus für die Sünden der ganzen Welt gestorben, betet die Kirche am heutigen Tage für alle Menschen auf folgende Weise: - 1) Lasset uns beten, Geliebteste, für die heilige Kirche Gottes- daß unser Herr und Gott sie auf dem ganzen Erdkreise in Frieden erhalten, vereinigen und bewahren wolle; daß Er alle Fürsten und alle Mächte ihr unterwerfe, uns aber ein ruhiges, friedliches Leben gewähre, damit wir - 25 Gott, den allmächtigen Vater, loben, preisen und verherrlichen mögen. V. Bengen wir unsre Kniee! R. Erhebet sie! Allmächtiger, ewiger Gott! der Du deine Herrlichkeit allen Völkern in Jesu Christo kund gemacht hast, beschüße das Werk deiner Barmherzigkeit, deine auf dem ganzen Erdkreiſe verbreitete Kirche, daß sie mit unerschütterlichem Glauben in dem Bekenntnisse deines heiligen Namens verharre; durch unsern Herrn Jesum Christum, welcher mit Dir u. sf. w. R. Amen. 2) Lasset uns beten für den heiligen Vater, unsern Papst N. daß unser Gott und Herr, der ihn zum obersten Hirtenamte berufen hat, ihn seiner heiligen Kirche gesund erhalten und ihm Kraft verleihen wolle, das heilige Volk Gottes zu regieren. Sammens V. Beugen wir unsre Kniee! R. Erhebet fie! Allmächtiger, ewiger Gott! nach dessen heiligem Nathschlusse alle Dinge gegründet sind: sieh' gnädig herab auf unser demüthiges Gebet, und erhalte durch deine Güte unsern Papst, den Du zum Oberhirten deiner Kirche erwählet hast, damit das christliche Volk, welches durch Dich regieret wird, unter einem so erhabenen Vorsteher im Glauben wachse und an Verdiensten reich werde; durch Jesum Christum, deinen Sohn unsern Herrn. R. Amen. 3) Lasset uns auch beten für alle Bischöfe Priester und Diakonen, Subdiakonen, Akolythen, Grorzisten, Lektoren, Oftiarier, Bekenner, Jungfrauen und Wittwen, und für das gesammte heilige Volk Gottes. V. Beugen wir unsre Kniee! R. Erhebet fie! Allmächtiger, ewiger Gott! durch dessen Geist die ganze Kirche geheiligt und regiert wird: erhöre unser demüthiges Flehen für alle Stände derselben, damit Dir unter deiner göttlichen Leitung von allen treu gedient werde; durch Jesum Christum, deinen Sohn unsern Herrn. R. Amen. 4) Lasset uns beten für unsern Landesfürsten N.; daß Gott ihn erhalte und mit Weisheit erfülle, damit er sein Volk in Gerechtigkeit regiere. V. Beugen wir unsre Kniee! R Erhebet sie! 11 11 26 Allmächtiger, ewiger Gott! der Du mit unendlicher Macht alle Reiche der Welt beherrschest, sieh' mit Huld und Gnade auf unser Vaterland, und verleihe, daß sowohl unser Landesfürst durch gerechte und milde Regierung, als wir, die Untergebenen, durch unverbrüchlichen Gehorsam die gemeinsame Wohlfahrt des Landes mit einhelliger Frömmigkeit möglichst befördern; durch Jesum Christum, deinen Sohn unsern Herrn. R. Amen. 5) Lasset uns auch beten für die zum Christenthum neu Bekehrten und alle jungen Christen, daß Gott ihre Ohren und Herzen und die Thüre seiner Barmherzigkeit öffne, damit auch sie durch das Bad der Wiedergeburt und die Nachlassung all' ihrer Sünden als Bleibende in Jesu Christo, unserm Herrn, erfunden werden mögen. V. Beugen wir unsre Knice! R. Erhebet sie! Allmächtiger, ewiger Gott! der Du deine Kirche zu allen Zeiten mit neuen Gläubigen vermehrest, verleihe, daß alle, welche durch die Taufe wiedergeboren, in die heilige Gemeinde der Christen aufgenommen worden, in den Wahrheiten des Heils wohlunterrichtet werden, in der Erkenntniß deiner beseligenden Lehre täglich wachsen, und an Eifer, deine heiligen Vorschriften treulich zu befolgen, immer mehr zunehmen; durch Jesum Christum, deinen Sohn unsern Herrn. R. Amen. 6) Lasset uns, Geliebteste, Gott den allmächtigen Vater bitten, daß Er die ganze Welt von allem Irrthum reinige, die Kranken heile, Hunger und Theurung abwende, alle Kriege und Zwietracht verbanne, die schuldlos Gefangenen erlöſe, den Reisenden eine glückliche Heimkunft, den Schiffenden einen fichern Port verleihe. V. Beugen wir unsre Knice! R. Erhebet fie! Allmächtiger, ewiger Gott! Du Troft der Betrübten, Du Kraft der Schwachen und Müden! erhöre alle Hülflosen und Nothleidenden, die in ihrer Angst zu Dir rufen. Laß ihr Gebet zu Dir dringen, damit alle in ihren Drangsalen deiner hülfreichen Barmherzigkeit sich erfreuen mögen; durch Jesum Christum, deinen Sohn unsern Herrn. R. Amen. 7) Lasset uns beten für unsere im Glauben irrenden und von uns getrennten Brüdekndaß fiel Gott von allem Irrthum Glessen 27 erlöse und zu unserer Mutter, der heiligen katholischen und apostolischen Kirche, durch das Licht seiner Gnade zurück führen wolle. V. Beugen wir unsre Kniee! R. Erhebet sie! Allmächtiger, ewiger Gott! der Du Alle zur Seligkeit erschaffen und berufen hast und nicht willst, daß Einer verloren gehe: blick' herab auf die durch teuflische List getäuschten Seelen, damit, nach Ablegung aller Bosheit und alles Irrthums, die Herzen der Irrenden sich wiederfinden und zur Einen, wahren Kirche zurückkehren; durch Jesum Christum, deinen Sohn unsern Herrn. R. Amen. 8) Lasset uns auch beten für das ungläubige Volk der Juden, daß unser Gott und Herr alle Blindheit und Verstockung von ihren Herzen hinwegnehme, damit auch sie endlich Jesum Christum erkennen möchten. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du auch die hartnäckigsten Juden von deinen Erbarmungen nicht ausschließeft: erhöre unser Gebet für dieses verblendete Volk, damit es das Licht deiner Wahrheit, welches Christus ist, erkenne und aus der Finsterniß erlöst werde; durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn unsern Herrn. R. Amen. 9) Laffet uns auch beten für die Heiden, daß der allmächtige Gott Frevel und Unrecht aus ihren Herzen verbanne, damit sie ihren Gößendienst verlassen und sich bekehren zu dem lebendigen wahren Gott und zu seinem einigen Sohn Jesus Christus, unserm Gott und Herrn. V. Beugen wir unsre Knice! R. Erhebet fie! Allmächtiger, ewiger Gott! der Du nicht willst den Tod der Sünder, sondern daß sie sich bekehren und leben: nimm unser Gebet gnädig auf und befreie die in heidnischer Unwissenheit schmachtenden Völker von dem Joche des Götzendienstes, und vereinige sie mit deiner heiligen Kirche, zum Preise und zur Ehre deines Namens durch Jesum Christum, deinen Sohn unsern Herrn, der mit Dir und dem heiligen Geiste u. s. w. R. Amen. * Nach diesen Gebeten folgt die Enthüllung des Kreuzes. Als Einleitung wird hier folgende Strophe gesungen: O Golgatha! zu deinen HöhenErhebet dankend sich mein Herz! Ich will den Heil'gen Gottes sehen- In L 28 28 seines Opfertodes Schmerz. Ich will für seine Lieb' und Pein Ihm meine ganze Seele weih'n. F ― * Nachdem der Priester, nach der im Missale vorgeschriebenen Weise, einen Theil des Kreuzes enthüllt und dazu gesungen hat: Sehet Jefum Chriftum am Kreuze!" antwortet der Chor jedesmal, wie der Priester, um einen Ton höher: R. Wir beten Dich an, o Jesu, Sohn Gottes! und danken Dir, daß Du für uns gestorben bist! ** Während der Priester dem Krenze seine Verehrung darbringt, wird von dem Chor folgendes Lied gesungen: 1. O Engel Gottes! steigt hernieder, Und singt dem Lamme Trauerlieder, Das für die Welt gestorben ist! Ach scht die Male seiner Wunden, Worin auch ich mein Heil gefunden, Seht meinen Retter Jesus Christ! 2. Gesegnet Kreuz, an dem sein Leben Der Herr zum Opfer hingegeben, An dem das Lamm geblutet hat; An dem mein Heiland wollte sterben, Um Gottes Huld mir zu erwerben, 3u tilgen meine Missethat! * Während der Priester in Prozession zum Seitenaltar geht, um das Allerheiligste abzuholen, so wie auch, da er auf den Hochaltar sich begibt, wird die Fortsegung des oben stehenden Liedes gesungen: 3. Ich sehe, Herr, dein Haupt sich neigen, D blick vom Kreuzespfahl der Leiden Herab auf meine Niedrigkeit! Und durch die Ströme deiner Wunden Laß, Gott, mein tranfes Herz gefunden Von aller Sünd' und Traurigkeit. 4. Mit welcher Zunge, welchem Herzen Dank' ich Dir, Herr für deine Schmerzen, Für jede mir verborg'ne Last, Für jeden Kampf, den Du gestritten, und für den Tod, den Du gelitten, Bekämpft und überwunden hast. * Während der Priester auf dem Hochaltar nach der im Miffale vor geschriebenen Weise beschäftigt ist, singt der Chor folgendes Lied im Psalmtone: 1. Mein Volk, was hab' ich dir zu Leid gethan? Sag' an, womit hab' ich dich je betrübet? 2. Wie viele Schmach und Marter thust mir an!- Schlägst den an's Kreuz, der dich so zärtlich liebet. 1. Ich machte dich vom Sündenjoche fret auf allen rauhen Wegen. Beschüßte dich Und du, du 1. Was sollte ich noch mehr dem Weinberg thun- Den ich gepflanzt, ihm meine Huld geschenket? 11 2. Jch nährte dich und rief dein Heil herbei lohnst mit Undant meinen Segen. - - 2. Nun, da ich wollt' in seinem Schatten ruh'n- mit Gall' und Essig mich getränket. 1. Die dich oft hart bedrückten, strafte ich schüßte ich mit deinen Freunden. - 29 Hat er Dich aber 2. Und nun zerfleischest du mit Geißeln mich gibst zum Tod mich meinen Feinden. 1. 3ur ew'gen Seligkeit berief ich dich! Ich segnete die Arbeit deiner Hände. 2. Du frönst mit Dornen, schlägst mit Nägeln mich- An's Kreuz, willst, daß ich da mein Leben ende. Sag' an 1. Mein Volk, was hab' ich dir zu Leid gethan womit hab' ich dich je betrübet? 2. Wie viele Schmach und Marter thust mir an!- Schlägst den an's Kreuz, der dich so zärtlich liebet. - Und über3um Opfer der vorgeweihten Gaben. Fortsegung des obigen Liedes: O Engel Gottes". 5. Auf Golgatha will ich mich schwingen, Wenn Nacht und Leiden mich umringen; In deiner Leidensnacht Dich schau'n. Will da mit allen Seelenträften Mich an dein Kreuz im Geiste heften, Und ganz auf Dich, o Gott, vertrau'n. Nach dem Paternoster. 6. Wenn mich, Herr, meine Sünden kränken, Will ich an deinen Tod gedenken, Nur fließen seh'n dein göttlich Blut; Für mich auch ist dieß Blut geflossen, Wer zu Dir kömmt, wird nicht verstoßen, Du starbst auch mir, auch mir zu gut. 7. O Freude jener Ewigkeiten, Wo ich Dich schauen, Dich begleiten, Dich hören, Dich umfangen kann! Für deine Liebe ohne Schranken, Lamm Gottes, wie will ich Dir danken, Und beten Dich dort ewig an! X. Auf den Charsamstag. * Die Vorfeter der Auferstehung beginnt am Morgen des heutigen Tages damit, daß einem Steine Feuer entlockt und davon das dreifache Licht entzündet wird, welches die göttliche Dreieinigkeit vorbildet. Da dieses heiligste Geheimniß erst durch Christum den Auferstandenen ganz geoffenbaret und verherrlicht wurde, so wird das Licht dreimal als Licht Christi" begrüßt und vor den Altar getragen. Hier wird die Osterkerze, in welche fünf Weihrauchkörner als Malzeichen der fünf Wunden Christi eingedrückt werden, eingesegnet, an dem geheiligten Lichte angezündet und das Bild des Auferstandenen, als Zeichen der wahren Feuersäule des neuen Bundes, neben dem Altare auf einen Leuchter gestellt, wo sie auch bis zur Himmelfahrt 11 30 stehen bleibt, als Sinnbild des Erlösers, wie Er mit seinen verklärten Wunden noch 40 Tage unter seinen Jüngern weilte, fie lebrend vom Reiche Gottes. Früher waren die Tage vor Oftern und Pfingsten die feierlichen Tauftage des Jahres, weshalb heute auch noch das Taufwasser zum Gebrauche für's Jahr gesegnet wird. Dann folgt das Hochamt, worin der frühe Morgen gefeiert wird, da Magdalena und Maria vom Engel die Auferstehung des Herrn erfuhren; weswegen beim Gloria feierliches Glockengeläute und mit voller Orgel begleiteter Gesang den Gläubigen die nahe Osterfreude verkündet. ** Die Meßgesänge sind aus einer der Ostermessen zu nehmen. Nach der Communion stimmt der Priester den 116ten Psalm an, den der Chor vollendet: 1) V. Lobet den Herrn alle Heiden,* R. Lobet Ihn, alle Völker! 2) Denn seine Barmherzigkeit hat sich über uns befestiget, Und die Wahrheit des Herrn währet in Ewigkeit. 1) Ehre sey dem Vater und dem Sohne* Und dem heiligen Geiste 2) Wie sie war vom Anbeginne und jetzt und immer* Und in alle Ewigkeit. Amen. * Sovann folgt das Magnifikat( Siehe die Adventvesper S. 135). XI. Auf die heilige Ostern und deren Oktav. 3ur Austheilung des Weihwassers. 1) Ich sah, wie aus des Mittlers Seite,* Auf eines Kriegers Lanzenstoß, 2) 3um 3eugniß des erfolgten Todes* Und uns zum Heile Wasser floß. 1) O laß, als Sinnbild jenes Wassers,* Auch dieses uns zum Segen seyn! 2) Und dankbar wollen wir uns heute,* Herr, deiner Auferstehung freu'n. Alleluja, Alleluja, Alleluja. 3um Staffelgebet und Introitus. 1. Jesus, die erlösten Sünder, Alle Christen danken heut' Dir, dem Todesüberwinder, Dir, dem Herrn der Herrlichkeit! Der Du todt warst, lebest wieder; Mit Dir leben alle Glieder; Alle, die das Grab einst deckt, Hat Gott mit Dir auferweckt. 2. Kamst herab auf diese Erde, Arm wie eines Menschen Sohn, Trugest jegliche Beschwerde, Littest Schmerzen Spott und Hohn! Menschen haßten Dich, Du Größter, Aller Armen Hilf' und Tröster! Dich, den Netter in der Noth, Drängten sie bis in den Tod. 31 3. Willig, Herr, trug deine Seele Aller Leiden schwere Last, Und in dunkler Grabeshöhle Lag dein müder Leib erblaßt. Doch Verwesung kann nicht schauen Der die Welt hervorgebracht; Siegend über Todes Grauen, Stiegst Du hehr aus Grabesnacht. 3um Gloria. 1. Dir, großer Gott, sey Ehre, Und Ehre Dir, o Sohn, Durch Himmel, Erd' und Meere, Im hohen Jubelton! Du haft den Sieg errungen, Du Held auf Golgatha! Du hast den Tod bezwungen, Der uns zum Raub ersah. 2. Gesprengt sind Stein und Siegel, Beschämt der Feinde Wuth, Und auf dem Todeshügel Erstickt der Hölle Brut. Du lebst, der Helden Größter, Du lebst und wir durch Dich. Dich preis' ich, dein Erlöster, Dich preif' ich ewiglich. Nach der Epistel. 1. Seele! dein Heiland ist frei von den Banden, Glor= reich und herrlich von Todten erstanden. Freue dich, Seele, die Hölle erbebt; Jesus, dein Heiland, ist Sieger und lebt. 2. Freue dich Seele, die Höllenmacht lieget; Sünde und Satan und Tod sind besieget; Der im Triumphe vom Grabe sich hebt, Jesus, dein Heiland, ist Sieger und lebt. * Zur Predigt wird während der österlichen Zeit, statt der gewöhnlichen Predigt- Lieder, ein Auferstehungslied gesungen. 3um Credo. 1. O hoher, süßer Glaube: Vom Grabe zu ersteh'n; Erweckt vom Erdenstaube, Mein Heiland, Dich zu seh'n, Der Du nach tausend Leiden Zu Gottes Rechten thronst, Mit nie gefühlten Freuden Die Deinen ewig lohnst! 2. Was könnte diesen Glauben An's ew'ge Leben mir Aus meiner Seele rauben, Leb' ich, mein Heiland, Dir? Du sprachst: Reißt immer nieder Der Seele Tempel; seht, Ob er nicht fester wieder Am dritten Tag ersteht!" 11 3. Herr, was dein Mund gesprochen, Erfüllte deine Macht. Dein Tempel ward zerbrochen; Doch mit erhöhter Pracht- Steht er jetzt fester wieder 3ur Freude Aller da, Und jedes deiner Glieder Singt Dir: Alleluja. Offertoriu m. 1. Dir, Auferstand'ner, opfern wir, mit reinem Brod und Wein, Ein treues Herz voll Lieb' zu Dir, Von schnöden Lüsten rein. Du starbst für unsre Sündenschuld, Hast, L m 11 32 uns mit unermess'ner Huld Zur seligen Unsterblichkeit, zur Auferstehung eingeweiht. 2. Durch Dich allein lebt unser Geist, Der Du das Leben bist; Und Alles, was die Welt verheißt, Ist eitel, Trug und List. Nur Du, der uns vom Tod erlöst, Bist in dem Grabe nicht verwest. Dir will ich mich zum Opfer weih'n, Dein, Auferstand'ner, ewig seyn. 3um Sanktus. 1. Heilig, heilig, heilig! Ruft der sel'gen Geister Chor Hochentzückt zu Gott empor, Unaussprechlich heilig!: 2. Heilig, heilig, heilig! Der des Todes Macht bezwang; : Uns des Lebens Sieg errang, Un aussprechlich heilig!:| Nach der Wandlung. 1. Das Grab ist leer, der Held erwacht, Der Heiland ist erstanden. Da sieht man seiner Gottheit Macht, Sie macht den Tod zu Schanden! Ihm kann kein Siegel, Grab noch Stein, Kein Felsen widersteh'n, Und schließt Ihn auch der Unglaub' ein,: Er wird Ihn siegreich seh'n.:: Alleluja.:| 2. Seht, Christen, wie der Gottessohn, Der Hölle Ueberwinder, Sich schwingt vom Kreuz zum höchsten Thron, Als Mittler für uns Sünder! Es freue sich, wer Ihn bekennt, Und Gottes Willen thut; Er findet hier bis an sein End': : Licht, Leben, Trost und Muth.:- Alleluja. 3. Der Christen Glaub' ist nun gestüßt Auf Jesu Gnadenwerke; Dem, der Vertrau'n auf Ihn befißt, Verleiht Er Macht und Stärke. Das Wort von der Unsterblichkeit, Vom Himmel uns gebracht, 3eigt unsers Meisters Göttlichkeit,: Und seine Wundermacht.:|: Alleluja. - 4. Du auferstandner Menschensohn! Hilf uns die Lugend üben. Stets sey es unser höchster Lohn, Dich und den Nächsten lieben. Laß Frieden, Lieb' und Einigkeit n deiner Kirch' uns seh'n, Und einst durch Dich zur Himmelsfreud': Uns glorreich aufersteh'n.:|-: Alleluja.:| Schlußgesang. Amen, Lob und Preis und Stärke, Dem erhab'nen Sieger Dank! Dem Vollender seiner Werke Sch alle ew'ger Lobgesang! Jesus lebt! die tobten Glieder, Sie beseelet Gott einst wieder, und in der Verwesung Grab Dringt sein Allmachtruf hinab. ( Kindercommunion am weißen Sonntag nach Anweisung des erzbischöflichen Rituals.) 33 XII. Auf die Sonntage nach Ostern. 3 um Staffelgebet und Introitus. Vater! sieh' auf uns hernieder, Sieh' auf deiner Kinder Schaar; Der Anbetung heil'ge Lieder Bringt sie, großer Gott! Dir dar. Jesu Kreuztod Dir zu weihen, Daß Du Allen woll'st verzeihen, Bringen dieses Opfer Dir, Vater, deine Kinder hier. er 3um Gloria. Lob, Ruhm und Dank und Ehre Sey Gott auf seinem Thron! Es preisen Erd' und Meere Den Vater und den Sohn, Den Geist des Lichts, der Stärke, In gleicher Herrlichkeit! Es rühmen deine Werke, Dich, Gott, in Ewigkeit. Nach der Epistel. Die Wahrheit, die dein Wort uns lehrt, Gott, schenkt uns Trost und Ruh'; Sie führet den, der gern sie hört, Dem Quell des Lebens zu: O gib, daß unsre Besserung Die Frucht des Wortes sey, Und steh' zur wahren Heiligung Durch deine Gnad' uns bei. 3ur Predigt.( Ein Auferstehungslied wie am Osterfonntag.) Credo. Glauben, Gott, daß Du es bist, Der des Menschen Schicksal lenkt; Glauben, daß der Alles spendet, Der für uns am Kreuz vollendet; Glauben, daß des Geistes Kraft In uns Gutes weckt und schafft: Dieser Glaube gibt uns Licht; Er ist's, der zum Himmel winket, Er ist's, der, wenn Alles sinket, Sicher führet in dein Neich. Offertorium. 1. Was sollen wir für Gaben Dir, Herr, zum Opfer weih'n? Ist, was wir sind und haben, Nicht Alles, Alles dein? Ein Herz, Dir ganz ergeben, Von allen Sünden rein, Ein Dir geweihtes Leben Soll unser Opfer seyn. 2. Dein Sohn trug unsre Bürden; Nichts war zu schwer für Ihn; Damit wir selig würden, Gab Er sein Leben hin. Was könnte, Herr, Dir geben Der dankerfüllte Christ, Wenn Dir sein Herz und Leben Nicht wohlgefällig ist? 3um Sanktus. 1. Laßt uns den Heiland preisen, Des Vaters ew'gen Schn; Last Ehre Jhm erweisen, Er kömmt von Gottes 3 m 11 de F 34 Thron In seines Vaters Namen; Er sey gebenedeit! Ruft mit uns: Hellig, Amen Bist Du in Ewigkeit! 2. Auch heilig hier zu leben, Vor Deinem Angesicht, Sey unser treu'stes Streben Und unsre liebste Pflicht! Dann wird es uns gelingen, Daß wir, in Dir erfreut, Dort ewig heilig" singen In deiner Herrlichkeit. 17 Nach der Wandlung. ( Wie bei der vorigen Messe, S. 32, oder ein Auferstehungslied, S. 106.) Schlußgesang. O Christe Jesu, unser Gott! Wir hoffen Dich nach unserm Tod zu schau'n in deiner Herrlichkeit, Von Ewigfeit zu Ewigkeit. O sey von uns in dieser Zeit Geprie sen und gebenedeit! XIII. Auf das Fest der Himmelfahrt Christi und den Sonntag in dessen Oftav. 3um Staffelgebet. 1. Hinauf, mein Herz! entreiße dich Dem Staube dieser Erde; Mein Herr, mein Hirt erhebek sich, Damit ich selig werde. 3um Himmel, zu des Vaters Thron Fährt unser Heiland, Gottes Sohn, Mit Herrlichkeit gefrönet. 2. Das Leben ist an's Licht gebracht, Der Himmel steht uns offen; Du öffnest ihn in seiner Pracht! Du, Herr, auf den wir hoffen. Du hebst uns einst zu Dir empor, Doch willst Du, daß wir hier zuvor Auf deinem Pfade wandeln. 3um Gloria. 1. Lobsinget dem Vater in Chören, Lobsinget dem Sohne zu Ehren, Steigt, fröhliche Lieder, empor! Der Heiland entschwingt sich der Erde, Damit Er verherrlichet werde.: Eröffne dich, himmlisches Thor.:| 2. Seht Ihn, der auf Erden entehret, Die Schmach ist an Ihm jetzt verkläret,& r herrscht auf dem ewigen Thron. O seht Ihn den Frommen zueilen, Mit ihnen die Freude zu theilen,: Der Schmerzen, der Prüfungen Lohn!:| Nach der Epistel. D Gott der Liebe, sey gepriesen! Du sandtest deinen Sohn herab, Der uns im Heil hat unterwiesen, Und uns geführt des Lebens Pfad; Der, als Er in den Himmel kehrte, Uns durch den heil'gen Geist belehrte. 52 3um Credo. 1. Gib, Heiland, meinem Glauben Leben, Sich über diese Welt und Zeit Vom Erdenstaube zu erheben 3 u Dir und deiner Herrlichkeit. D Du, der uns vom Tod befreiet, Der uns in Gottes Huld erneuet, Durch den sich Gott mit uns vereint, Du bist mein Herr und bist mein Freund. 2. O welche Liebe, wie entzücket, Wie selig werd' ich, wenn mein Geist Nach jenen Himmelswonnen blicket, Die mir dein heil'ges Wort verheißt! In Lieb' und Dank möcht' ich vergehen, In Sehnsucht, Jesus, Dich zu sehen Von Angesicht zu Angesicht, Umstrahlt, o Hetr, von deinem Licht! Offertorium. 1. Heiland, dessen wir uns trösten, Der zur Rechten Gottes sißt, Und als Mittler der Erlösten Sie beseligt und beschützt: Nimm mit diesen Opfergaben Alles, was wir sind und haben, Was der Mensch Dir geben kann, Huldvoll, Herr, zum Opfer an. 2. Großer Mittler! Dir zu leben, Deine Wege treu zu geh'n, Standhaft himmelwärts zu streben, Dich in Herrlichkeit zu seh'n! Sende Stärke unserm Willen, Diesen Vorsatz zu erfüllen, Bis einst der verklärte Geist Dich mit allen Himmeln preist. Santtus. 1. Singt: heilig, heilig unserm Gott! Preist Ihn, den Herrn Gott Sabaoth! Beuget euch, ihr Cherubim! Betet an, ihr Seraphim! Fallt mit Ehrfurcht vor Ihm hin! Heilig, heilig, heilig ist unser Gott! 2. Singt: den die ganze Schöpfung preist, Dem Vater, Sohn und heil'gen Geist!- Beuget euch( u. s. w. wie oben.) Nach der Wandlung. 1. D, wer blicket mit Verlangen Dir, Herr Jesu Christ, nicht nach! Du bist uns vorangegangen, Wie es einst dein Wort versprach, Eine Stätte zu bereiten, und zu Freuden uns zu leiten, Die kein Tod, kein Grab dem raubt, Der an Dich hier redlich glaubt. 2. Herr, Du flehtest, daß die Deinen Dort einst ewig bei Dir sey'n. Um mit Dir sich zu vereinen, Sollen sie sich ganz Dir weih'n. Daß dein Geist uns stets hier leite, Und zum Himmel uns bereite, Wirst Du hier im Grdenthal Gins mit uns im Liebesmahl. 3* L 3 36 3ur Communion. 3. Laß uns Dir vereinigt werden, Großer Mittler, Jesu Christ! Dem im Himmel und auf Erden Alle Macht gegeben ist. Und wenn einst die Welten schwinden, Engel deinen Tag verkünden, Dann, o Heiland, treffe nicht Uns dein fürchterlich Gericht. Schlußgesang. 4. Laßt uns guten Saamen streuen, Christen, hier" im Land der Saat, Daß wir uns der Erndte freuen, Wenn der leßte Abend naht; Segne, Herr, den guten Willen, Diesen Vorsaß zu erfüllen; Zu des Himmels sel'gen Reih'n Führ' uns, deine Diener, ein. * An diesem Tage wird gewöhnlich in den Pfarrgemeinden auf dentLande die Segnung der Saaten, oder die sogenannte Deschbenediktion vorgenommen.( Die Gefänge und Responsorien zu derselben befinden sich anfänglich der zweiten Abtheilung des Gesangbuches S. 76.) XIV. Auf das heilige Pfingstfest. 3ur Austheilung des Weihwassers. 1) Läut're, Bater, uns von Sünden* Weihe uns zur Andacht ein, 2) Laß uns vor Dir Gnade finden* Deines Segens uns erfreu'n. 1) Preis dem Vater, P- s dem Sohne* Ehre auch dem heil'gen Geist, e fie Gott im one* Seine Kirche stets erweist. Amen. 2) Statt des obigen kann auch das folgende Asperges in einem beliebi. gen Psalmtone( S. Melodienbuch anfänglich der dritten Abtheilung) gefungen werden: * 1) Auf euch soll reines Wasser strömen* Von mir auf euch, und ihr seyd rein. 2) Auf euch soll sich mein Geist ergießen* Und cuch zu meinem Tempel weih'n, 3) So spricht der Herr; und wir empfinden* In unsrer tief bes flemmten Brust 4) Die Kraft, die Sünde zu besiegen* Und reine, hehre Himmelsluft. 5) Dir, unserm Gott, scy Lob und Ehre!* Dir, Vater, Sohn und heil'ger Geist! 6) Wie Dich der Chor der Engelheere* In deinen Himmeln ewig preist. 3um Staffelgebet. 1. Jenen Festtag zu erneuern, Da aus deiner Liebe Schooß, Vater, über deine Treuen Sich dein heil'ger Geist ergoß, Singen wir Dir Lobeslieder, Werfen uns voll Ehrfurcht nieder, Fleh'n zu Dir, im Staub gebeugt,: Um den Geist der Heiligkeit.:| 37 2. Deinen Geift, der die Propheten In die Zukunft schauen ließ, Den zum Trost in allen Nöthen Jesus Chriféus uns verhieß, Diesen Geist, des Lebens Sonne, Aller Frommen Trost und Wonne, Sende, Vater, sende Du [: Uns durch Jesum Christum zu.:| 3. Ew'ge Quelle wahrer Güter! Hochgepries'ner Gottes Geist! Der Du menschliche Gemüther Reinigst, heiligst und erneu'st! Reiß die Wurzel unsrer Schmerzen, Peiß die Sünde aus dem Herzen, Daß, von böser Lust befreit,: Wir Dir dienen allezeit.:[ 3um Gloria. Bringet, Christen, Lob und Preis Jenem hocherhab'nen Geist, Der vom Vater und vom Sohne Ausgeht und auf gleichem Throne Ewig lebet und regiert; Der die Kirche Jesu lehrt, Gnade gibt und Gnade mehrt; Jhn, der schon im alten Bunde Den Propheten höh're Kunde Für das Heil der Welt gewährt. Nder Epistel. 1. O heil'ger Geist, tomm aus den Höhen, Send' einen Strahl von deinem Licht! O fomm, zu dem hinauf wir seben Mit unverwandtem Angesicht. 2. O tomm, Du Vater deiner Armen! Komm, Du, der heil'gen Gaben Quell! Ergieß auf uns, Herr, dein Grbarmen, Dein Licht mach' unsre Herzen hell. 3. Du kannst allein uns wahrhaft trösten, Und Frieden geben unsrer Brust! Nur Du ein bringst den Erlösten Des Geistes reinste Himmelsluft. 4. Füll' an die Herzen bener Treuen, O wonnevolles sel'ges Licht! Laß sich in deiner Glanze freuen Dein Volk, wie Jesus uns verspricht. 5. Sent' deine siehenfachen Gaben uns Gläubigen, die Dir vertrau'n, O Gnadenspender, hocherhaben! O Geist, zu dem wir hoffend schau'n! S'um Credo. Wir glauben, wie dein Wort verheißt, O Jesu, an den heil'gen Geist; Stets nehme unser Glaube zu. Dieß, heil'ger Geist, bewirke Du! 3um Offertotum. 1. Nimm, großer Gott! der Gaben Weihe 3 um Lobund Dankesopfer an, 3um Pfande unsrer Lieb' und Treue Für das, was Du für uns gethan. Dein Geist der Wahr m 34 38 heit und der Liebe, O Bater, heil'ge unsre Triebe; Laß uns mit diesem Brod und Wein Ein Dir gefäll'ges Opfer seyn. 2. Gib uns zum Heiligungsgeschäfte, In Demuth, Bater, flehen wir, Durch deinen heil'gen Geist die Kräfte, Und, Herr, wir leben einzig Dir. Dir sey des Leib's, der Seele Leben 3 um Opfer freudig hingegeben; Wir wurden durch die Taufe dein, Und sollen es auf ewig seyn. 3um Sanktus. 1. Heilig, heilig, heilig, Unaussprechlich heilig Ist des Ew'gen höchster Geist, Welchen Erd' und Himmel preist; Unaussprechlich heilig. 2. Voll von deiner Ehre Singen tausend Chöre, Ewig hochentzückt, wie wir: Heilig, heilig, heilig Dir! Unaussprechlich heilig. Nach der Wandlung. Jesus, der Du uns erwähleft, Und zu deinen Jüngern zählest, Die dein Geist geheiligt hat; Du, um uns des Himmels Freuden, Reich an Gnade zu bereiten, Gingst für uns den Todespfad. 2. Unter namenlosen Schmerzen, Aus erbarmungsvollem Herzen, Trugst Du, Herr, des Kreuzes Stamm; Be= tetest für deine Freunde, Flehte st selbst für deine Feinde, Blutetest als Gottes Lamm. 3. Der Du in der Gottheit Fülle, Unter Brods- und Weines- Hülle Wunderbar uns nahe bist! Höre deiner Kinder Flehen, Laß fie leer nicht von Dir gehen! Hör' uns, Heiland Jesu Christ! 4. Laß des heil'gen Geistes Gaben Reichlich unfre Seelen laben, Seines Gnadenlichts uns freu'n! Stille huldvoll das Verlangen, Dich im Geiste zu empfangen, Dein, auf ewig dein zu sein. Shlußgefang. Nimm hin den Dank der Liebe, O Vater, Sohn und Geist! Den Dir aus reinstem Triebe Dein gläub'ges Volk erweist. Dein ist das Licht, die Stärke, Und alle Hülfe dein; Laß jedes unsrer Werke 1: 3 u deiner Ehre seyn.:] XV. Auf das Fest der allerheiligsten Dreifaltigkeit. 3um Staffelgebet. 1. Wir beten drei Personen In Einer Gottheit an, 39 Die in dem Lichte wohnen, Dem Niemand nahen kann; Und unzertrennt im Wesen, An Eigenschaften gleich, An Weisheit unermessen, An Macht und Güte reich. 2. Gott Vater, voll Erbarmen! Uns deine Gnad' verleih'! Gott Sohn! hilf doch uns Armen, Ma ch' uns von Sünden frei! Gott heil'ger Geist! entzünde Mit Liebe unsre Brust; Gib Abscheu vor der Sünde, 3um Guten gib uns Luft! 3 um Gloria. Dreiein'ger, Dir sey Ehre In deinem Heiligthum! Stets fingen tausend Chöre Der Engel deinen Ruhm. Laß uns, vereint mit ihnen, Dir Wort und Thaten weih'n; Dir stets mit Freuden dienen Dein ew'ges Loblied seyn. Nach der Epistel. 1. Gelobet sey der Herr, Mein Gott der ewig lebet! Den Alles lobt und preist, Was Odem hat und lebet! Gelobet sey der Herr, Deß Name heilig" heißt, Gott der Dreieinige, Gott Bater, Sohn und Geist. 2. Dem wir, mit Dank erfüllt, Gebet und Opfer bringen, und mit der Engel Schaar Das ,, Heilig, heilig" singen. Ihn preise tiefgerührt Die ganze Christenheit! Gelobt sey unser Gott in alle Ewigkeit. 3um Credo. - Gott Vater, ewig Wesen! Gott aller Dinge Grund! Dein Sohn, uns zu erlösen, Ward Mensch, starb und erstund, Und wird als Richter kommen, Wenn wir vom Tod ersteh'n. Dein Geist lehrt alle Frommen Durch Kampf zum Heile geh'n. Offertorium. Laß dankbar Dir, Dreieiniger, Von reinem Brod und Wein, zu deines Namens Ruhm und Ehr' Der Liebe Denkmal weih'n, So wie es uns dein Sohn befahl, Da bei dem legten Abendmahl Er in dem Kreis der Jünger sich Gab hin zur Speise ewiglich, Eh' Er voll Huld Sich opferte für unsre Schuld. 3um Sanktus. Mit den Engeln dort am Throne, Wo der Cherub seine Krone Vor Dir, Schöpfer, niederlegt, Wollen wir den Dank Dir bringen, Heilig, heilig, heilig singen Dir, der alle Welten trägt. Nach der Wandlung und zum Schluß.( Wie an Pfingsten.) L E3 40 XVI. Auf das Fronleichnamsfest und dessen Oktav. * Warum auf die Feier des Fronleichnams, d. i. des Leibes unsers Herrn Jesu Christi, so große Bracht verwendet wird, ist in der Eins führungsbulle des Papstes Urban IV. angegeben. In derselben heißt es wörtlich:„ Obwohl durch Darbringung des göttlichen Opfers schon alle Tage das Fest des allerheiligsten Altarsgeheimnisses gefeiert wird, so erachten Wir es doch für würdig und angemessen, jedes Jahr einen Tag zu bestimmen, der diesem Geheimnisse durch eines der feierlichsten Feste gewidmet werde; sollte es auch aus feiner andern Ursache geschehen, als um die gottlosen Irrlehren der letzten Zeit zu beschämen. Es feiert zwar die Kirche am grünen Donnerstage das Andenken dieses Geheimnisses; allein da sie sich an diesem Tage wegen des bevorstehenden Todes ihres Bräutigams in Trauer hüllt, und dabei noch mit vielen Ceremonien beschäftigt ist, so kann fie dasselbe nicht mit der ganzen Feier, die es verdient, begehen. Um so mehr läßt sich nun erwarten, daß alle Gläubigen sich befleißen werden, durch erhöhte Andacht und tiefe Anbetung, durch öffentliche Ehrenbezeugung und Lobgesänge dieses Fest würdig zu feiern. 3um Staffelgebet. 1. Singt dem ew'gen Sohne Lieder, Reihet euch um den Altar! Euer Jubel halle wieder Dem, der seyn wird, ist und war! Der den Weltkreis machtvoll lenket, Mit dem Vater und dem Geist, Hat dieß Denkmal uns geschenket, Das der Liebe Denkmal heißt. 2. Jesus, Du der Weg, das Leben! Unser Heiland, unser Gott! Haft für uns Dich hingegeben, Tragend unsrer Sünden Tod; Aber wer erfaßt dein Walten, Deine Liebe, Jesu Christ! Da in Brods- und Weinsgestalten Du der Seelen Speise bist? 3um Gloria. 1. Preist mit uns, ihr Himmelsheere, Preist mit uns den großen Gott! Bringt mit uns Ihm Dank und Ehre, Er hat uns ein Wunderbrod In der Sterblichkeit gegeben, Das uns bringt das ew'ge Leben! Hochgelobt sey ohne End' Das hochheil'ge Sakrament! 2. Der Du hier in Brodsgestalten, Jesus, unsichtbarer Weis' Bist als Gott und Mensch enthalten; Lobgesang und Dank und Preis Soll zu deiner Ehr' erschallen, Von den Wolken widerhallen; Hochgelobt sey ohne End' Das hochheil'ge Sakrament. Nach der Epistel. Zur Sequenz. Frohe Jubellieder bringen Dir, o Herr, wir heute dar; 41 Deine Wunder zu besingen, Drängt sich Alles zum Altar. Herrlich wallen Orgeltöne, Mächtig hallt der Glockenklang; i Doch noch mächtiger ertöne Unser Dank- und Lobgesang. Während der Priester vom Altare herabsteigt, um das Allerheiligste zu incensiren, wird vom Chor folgende Strophe in der Choralmelodie des Hymnus: Lauda Sion Salvatorem gesungen. 1. Deinem Heiland, deinem Lehrer, Deinem Hirten und Ernährer, Sion, stimm' ein Loblied an. 110 * Von den folgenden Strophen stimmt der Priester jedesmal den ersten Vers im Choralton des Ecce panis angelorum an, und singt denselben allein; worauf der Chor in der nämlichen Choralweise beim zweiten Vers einfällt und die Strophe vollendet. 2.( Priester) Christen! seht die Engelspeise! ( Shor) Die uns wunderbarer Weise Jesus für die Pilgerreise Dieses Lebens hat geschenkt. 3.( Priester) Laßt in Staub uns niederbeugen! ( Chor) Dank und Ehrfurcht Dem erzeigen, Dem sic alle Himmel neigen, Gott dem Herrn der Herrlichkeit. ( Melodie: bone pastor panis vere.) 4.( Priester) O Lamm Gottes, Christe Jesu!- ( Chor) Segne uns, liebreichster Jesu, Heilig, heilig, heilig bist Du, Dir gebühret Herrlichkeit, Lob und Preis in Ewigkeit. - 3um Credo. An Dich, o Jesu, glauben wir, Der Du uns hast erlöst! Dir leben und Dir sterben wir, Ob auch der Leib verwest. Du weckst uns aus dem Grabe einst; Mit Macht und Herrlichkeit, Erscheinst Du dann auf deinem Thron, Theilst Strafen aus und Lohn. Offertorium. 1. Heiland, wie Du einst im Saale Opfergaben Gott geweiht, Dort beim lezten Abendmahle: Weih'n wir Dir dieß Opfer heut. Brod und Wein sind unsre Gaben, Als der Erde bestes Gut; Gib, daß sie dein Wort verwandle, Jesu, in dein Fleisch und Blut. 2. Deinen heil'gen Tempel zieren Heute Blumen, junges Grün, Doch weit herrlicher noch schmücke Uns ein reiner, frommer Sinn! Wie des Weihrauchs Duftgewölke Lieblich steigen himmelwärts, So erheb' auch still und freudig Sich zum Himmel unser Herz. 3um Sanktus. 1. Ruft: heilig, heilig ist Der Gottmensch Jesus Chriſt, 3 201312 L m 11 DE AL 12 Der Blut und Leben Für uns am Kreuzes stamm, Als wahres Gotteslamm, Hat dargegeben! 2. Ruft mit uns Cherubim, Ruft mit uns Seraphim, Ihr Himmelsheere! Nuft: Ihm, dem Gottes- Sohn, Sey auf dem höchsten Thron Ruhm, Dank und Ehre! Nach der Wandlung. 1. Singt aus jubelvoller Kehle, Preiset Gott, das höchste Gut, Ehret in den Brodsgestalten Christi wahren Leib und Blut! Seiner Liebe, seiner Güte Danft mit reinster Liebesgluth. 2. Nach Erfüllung des Gesetzes, Da Er drei und dreißig Jahr Unter uns gewohnet hatte, G ab Er der Apostelschaar Bei dem leßten Abendmahle Seinen Leib zur Speise dar. 3. Nach genoss'nem Osterlamme, Voll von heil'ger Liebe Gluth, Nahm Er Brod und Wein und sagte:„ Nehmet hin mein Fleisch und Blut; Was die Sinne hier nicht fassen, Glaubet ohne Wankelmuth." 4. Werfet euch zur Erde nieder, Lobet! preiset ohne End' Dieses Denkmal seiner Liebe In dem heil'gen Sakrament; 3eiget Ihm durch Gegenliebe, Daß ihr seine Huld erfennt! 5. Gott dem Vater und dem Sohne Gleicher Kraft und Wesenheit, und dem Geist auf gleichem Throne Singet Lob mit Freudigkeit! Glaubet! hoffet, liebet, dantet Jesu Christo allezeit. Schlußgesang. Gott! dieser Tag sey mir Ein Denkmal deiner Güte. Sein denk' ich für und für Mit dankendem Gemüthe. Ich preise deinen Sohn, Der uns zum Heil gestorben, Der uns vor deinem Thron Die Seligkeit erworben.:| Bur feierlichen Fronleichnamsprozession. A. 1. Preiset, Lippen, das Geheimniß Eines Leibs voll Herrlichkeit, Eines Bluts, dem Schäße weichen, Das zum Lösegeld der Welt Er, der heil'gen Mutter Sprosse,: Er, der Völker Heil, vergoß.:| 2. Uns geschenket, uns geboren Aus der reinsten Jungfrau Schooß, Wandelt Er voll Huld auf Erden, Streut des Wortes Saamen aus. Und mit wundervoller Stiftung. Krönt Er seiner Tage Schluß.:| 43 3. In der Nacht des letzten Mahles Saß von Brüdern Er umringt, Aß mit ihnen von dem Lamme, Wie es das Geset gebot; Reichte dann des neuen Bundes Opferspeise ihnen dar.:| 4. Er nahm Brod und sprach mit Segen: Esset, denn dies ist mein Leib." Nahm den Kelch und sagte segnend: ,, Trinkt mein Blut in meinem Bund! Und erneuet mein Gedächtniß: Stets bei eurem Liebesmahl.":| 5. Laßt uns denn voll Ehrfurcht feiern Dieß erhab'ne Sakrament. Hier sind keine alten Bilder! Neu ist unser Liebesmahl; Und der Glaube muß ersetzen,|: Was dem schwachen Sinn entgeht.:| 6. Dir, o Vater, in den Himmeln, Dir, o eingeborner Sohn! Schallen unsre Dankeslieder, Kraft und Segen strömt von Euch! Geist des Vaters, Geist des Sohnes! : Dir gebühret gleicher Ruhm.:| B. 1. Vom Himmel kam das Wort und blieb Doch bei des Vaters Thron, bei Gott. Er kam mit übergroßer Lieb', 3 u lieben uns bis in den Tod. 2. Indeß Ihn Judas übergibt Der Hand des Feindes und dem Tod, Gibt Er den Jüngern, die Er liebt, Das Leben durch des Lebens Brod. 3. Und zu Gestalten wählt Er zwei, In Fleisch und Blut gibt Er sich hin, Daß ganz der Mensch genähret sey, Dem zwei Naturen Gott verlieh'n. 4. Uns gleich ward Er auf dieser Welt; Im heil'gen Mahl wird Er uns Spets', Sein Tod ist unser Lösegeld, Sein Thron der Christen hoher Preis. 5. D segensreiches Opfer Du, Du Unterpfand der Seligkeit; Die Sünd' bekämpft uns ohne Ruh', Stärk' uns, o Himmelsbrod, im Streit! 6. O großer Gott! Dich preisen wir, Sey hochgelobt in Ewigkeit, O führ' uns Alle hin zu Dir, 3 um Vaterland der Seligkeit! Amen. Erste Station. 3um Evangelium. V. Der Herr sey mit euch! R. Und mit deinem Geiste! V. Vernehme: eine Stelle aus dem Evangelium des heil. Johannes. R. Mit Ehrfurcht hören wir es an. CTCTOR L 11 Be n US 44 V. Es sind Worte des ewigen Lebens! R. Wir stehen bereit, fie zu erfüllen. * Nach dem Evangelium( Joh. 6, 48-55) fingt der Priester noch: V. Diese heiligen Worte glaube ich im Herzen und bekenne fle mit dem Munde, R. Diese heiligen Worte glauben auch wir im Herzen und bekennen sie mit dem Munde. 3u den Gebeten. V. Dieses ist das Brod, welches vom Himmel gekommen ist! R. Das Brod, welches der Welt das Leben mittheilet. V. Wer von diesem Brod ist, wird ewig leben! R. Herr! gib uns solches Brod. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß unser Rufen zu Dir kommen! Lasset uns beten. 1) D Gott! dessen eingeborner Sohn jenes Brod ist, welches vom Himmel tam, der Welt das Leben mitzutheilen: verleih' uns, daß sich die Begierde nach dieser göttlichen Speise täglich in uns vermehre, und wir im Genusſe derselben as ewige Le finden mögen. Um dieses bitten wir Didurch denselben um Christum, deinen eingebornen Sohn unsern Herrn. R. Amen. 2) D Jesus, unser Heiland und Erlöser! der Du diejenigen selig gepriesen hast, die da glauben und nicht gesehen haben: gib, daß der Glaube an deine Gegenwart im heiligsten Sakramente uns das Band des Friedens und die glückselige Vereinigung mit Dir verleihe; der Du mit dem Vater und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. V. Gepriesen sey der Name des Herrn! R. Von nun an, bis in Ewigkeit. V. Unsre Hülfe kömmt von dem Herrn! R. Der Himmel und Erde erschaffen hat. V. Der Segen des allmächtigen Gottes R. Amen. A. ( Lauda Sion.) 1. Deinem Heiland, deinem Lehrer, Deinem Hirten und Ernährer, Sion, stimm' ein Loblied an! Preis' nad Kräften seine Würde, Die kein Lobspruch, keine Zierde J genug erheben kann. 2. Dort, beim legten Abendmahle, A Gr in dem Speisesaale Erst das Lamm nach Moses Sinn; Gab sodann 43 mit eig'nen Händen, Liebend uns sich zu verpfänden, Sei nen Leib zur Speise hin. 3. ,, Nehmet hin, sprach Er, und esset Diesen Leib, und o! vergesset Ewig meiner Liebe nicht!" Uns zum Heil hat Er sein Leben Dann zum Opfer hingegeben Vor des Vaters Angesicht. 4. Was von Jesu dort geschehen, uns zum Heile, das begehen Jesu Diener fort und fort In des heil'gen Opfers Handlung, Durch die wunderbare Wandlung, Nach des ew'gen Priesters Wort. 5. Laßt uns denn die Kniee beuger Jesu Lob und Dank bezeugen In dem u'gen Safran..nt. Dankbar wollen wir uns üben, In den Brüdern Ihn zu lieben, Bis dereinst der Tod uns trennt. 6. Guter Hirt! gib deiner Heerde Deinen Segen, daß sie werde Deinem heil'gen ide gleich. Jesus Christus, wahre Speise; Stärk' uns auf der Lebensreise, Führ' une in dein himmlisch Reich. B. 1. O Christen! laßt uns Blumen pflücken, Und Tempel und Altäre schmücken! Das Rauchfaß hauche füßen Duft! Die Priesterschaft im Veterkleide Verkündige der Kirche Freude!: Die Glocke schalle in der Luft!:] 2. Laßt uns mit Dank und Jubelliedern Der Liebe Wunderwerk erwiedern, Dem dieser Tag geheiligt ist, Preis, Ehre Dir im Sakramente, Nach dem sich einst die Vorwelt sehnte,: Der Du zu uns gekommen bist!: 3. Laßt heilig, heilig, heilig" schallen, Zu Ihm das Herz vor Freude wallen, Der unter seinem Volke wohnt, 3um Lamme, das in Brodeshülle Mit aller seiner GnadenElle: Auf christlichen Altären thront.: 4. Erbarmer! schenk uns deine Freuden, Wenn wir in Leibs- und Seelenleiden zu deinem Tabernakel flieh'n! Gib heut und immer deinen Segen! Laß Fürst und Volk auf deinen Wegen: Vor Dir in deinem Frieden zieh'n.:| 5. Sey stets auf dieser Lebensreise Geprüfter ChriRen Seelenspeise, Du höchst gepries'nes Himmelsbrod! Der= einst mit deinem Friedenskusse In deinem heiligen Genusse : Vollende uns ein frommer Tod.:| 11 11 [ 16 Zweite Station. * Die Responsorien unmittelbar vor und nach dem Evangelium( Joh. 6, 56-69) find dieselben, wie bei der ersten Station. 3u den Gebeten. V. Wer das Fleisch des Menschensohnes ist und sein Blut trinkt, hat das ewige Leben. R. Denn wer sein Fleisch ist und sein Blut trinkt, bleibt in Ihm. V. Wer zu Ihm kommt, wird nicht mehr hungern; R. Und wer an Ihn glaubt, wird nicht mehr dürften. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß unser Rufen zu Dir kommen! Lasset uns beten. Vater unser, der Du bist in dem Himmel! Gib uns täglich jenes übernatürliche Brod, das von den Himmeln kam; damit wir, indem wir dieses Brod essen, ewig leben mögen. Um dieses bitten wir Dich durch Jesum Chriftum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. O Jesu! der Du uns deinen heiligen Leib und dein heiliges Blut zur Seelenspeise hinterlassen haft: gib uns die Gnade, jederzeit an diesem heiligen Geheimnisse mit solcher Andacht Theil zu nehmen, daß unser Glaube immer herzlicher, unsere Hoffnung immer lebendiger und unsere Liebe immer thätiger werde; der Du mit dem Vater 2c. c. R. Amen. V. Gepriesen sey der Name des Herrn! u. f. w.( wie bei der ersten Station). A. 1. Asetung, Ehre, Preis und Dank, O großer Gott, sey Dir! Dich ehrt der Engel Lobgesang, Nimm auch dieß Lied von mir. Aus Liebe gab der Vater Dich Für seine Kinder hin,: Und Du gabst selbst aus Liebe Dich Für deine Brüder hin.:| 2. Und diese Liebe, o wie groß, Wie göttlich war sie doch! Mein wahres Heil! mein besfres Loos Dank ich Dir ewig noch. Ich preise Dich für deinen Tod, Du littest ihn für mich,: Als Retter in der größten Noth Verehr' ich Jesu Dich. 3. Gepriesen sey mein Gott und Herr! Auch mein hast Du gedacht; So lang ich leb', Unendlicher! Sey Dir mein Dank gebracht. Auch jetzt erschallt Dir mein Gesang Mit Brüdern feierlich;: Es preiset unser froher Dank In Brods- Gestalten Dich!:| 47 B. 1. O Engel Gottes! eilt hernieder und stimmet ein in unsre Lieder; Der Tag ist festlich uns und euch! Das Himmelsbrod, das wir verehren, mit dem sich unsre Seelen nähren, Dieß Brod macht Menschen Engeln gleich! 2. O tommt, so wie ihr einst im Saale Bei Jesu legtem Abendmahle Voll Andachtsgluth zugegen war't! Ihr sahet dort das Brod Ihn brechen, Ihr hörtet Ihn mit Liebe sprechen: ,, Dieß nehmt vor meiner Himmelfahrt." 3. Dieß ist mein Leib, den will ich schenken; Nehmt ihn zu meinem Angedenken! So oft ihr, Freunde, dieses thut; So oft nach meinem Wort ihr handelt, Wird Brod und Wein wie jetzt verwandelt, In eures Meisters Fleisch und Blut." 4. D Abgrund unbegriffner Gnade! War's nicht genug, auf Erdenpfade 3u kommen von des Himmels Höh'n? Die Zeit von mehr als dreißig Jahren Verachtet, arm und in Gefahren Mit Undankbaren umzugeh'n? 5. War's nicht genug, die Kranken heilen, Gesunden Trost und Rath ertheilen, Uns höchster Weisheit Lehrer seyn? Für uns in frechen Henkerhänden Den Lebenslauf ' in Qualen enden, Uns von dem Untergang befrei'n? 6. O nein! es wallen neue Triebe Der ewig uns verheiß'nen Liebe In unsers Heilands treuer Brust! Wo läßt sich größ're Liebe finden? Er will mit uns sich ganz verbinden; Bei Menschenkindern hat Er Lust! 7. Er will bis an den Schluß der Zeiten a uns sich einen Siß bereiten, Uns seine Liebe darzuthun; Den Glanz der Gottheit einzuhalten, Verhüllt Er sich in Brods- Gestalten, Und will in unsern Herzen ruh'n. Dritte Station. Vor und nach dem Evangelium( Suf. 22, 7-20) wie bei der ersten Station. * 3u den Gebeten. V. So oft wir von diesem Brode essen und von diesem Kelche trinken, R. Wollen wir den Tod des Herrn verkünden. V. Wer unwürdig von diesem Brode ißt und von diesem Kelche trinkt, R. Der ist schuldig an dem Leibe und Blute des Herrn. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß unser Rufen zu Dir fommen! 3 L 11 44 Laffet uns beten. 1) Herr Jesus Christus! der Du das Geheimniß deines Leibes und Blutes zum Unterpfand deiner göttlichen Liebe, zur Nahrung unserer Seelen und zum Trost deiner Kirche hinterlassen hast: verleih' uns, daß wir gewürdigt werden mögen, Dich, den wir in diesem Geheimniß verborgen verehren, in deiner himmlischen Herrlichkeit anzuschauen; der Du mit dem Vater u. s. w. R. Amen. 2) Gib uns, o Herr! deine Gnade, daß wir jederzeit deinen heiligen Leib und dein heiliges Blut als wahre Büßer empfangen, mit dem festen Vorfaße, Dich nimmermehr zu beleidigen; damit wir uns nicht an Dir verfündigen und des Gerichtes schuldig machen, sondern uns der Genuß dieses heiligen Geheimnisses zum ewigen Leben gedeihe; der Du mit dem Vater u. f. w. R. Amen. V. Gepriesen sey der Name des Herrn! u. s. w.( wie bei der ersten Station). A. 1. Kommet, lobet ohne End' Das hochheil'ge Satrament, Welches Jesus eingesetzt Uns zum Testament! 2. Hier ist Jesu Fleisch und Blut, Hier das allerhöchste Gut. Keine Seele geht verloren Unter seiner Hut. 3. Sey gelobt, gebenedeit, Trost in Widerwärtigkeit! Pfand des Friedens und der Liebe, Pfand der Seligkeit! 4. Segne uns, o Herr und Gott! Wundervolles Himmelsbrod! Ach, behüte und bewahre Uns in aller Noth! 5. Höre unser Flehen an, Wie Du allezeit gethan! Wenn mit Glauben und Vertrauen Wir zu Dir uns nah'n. 6. Gib uns wahre Buß' und Neu', Mach uns von der Sünde frei; Gib, daß Glaube, Hoffnung, Liebe Sich in uns erneu', 7. Schenke, Herr, zu jeder Zeit Deiner ganzen Christenheit In dem Glauben, in der Liebe, Fried' und Einigkeit. 8. Deine Kirche, deine Braut, Die Du auf den Fels gebaut, Schüße vor der Höllenpforte, Wie sie Dir vertraut. 9. Gib uns einst beim letzten End' Trost im heil'gen Satament; Und nimm gnädig unsre Seelen Auf in deine hänßd'. B. 1. 3ur Anbetung fommt, zum Preise, Christen, singt in heil'ger Weise Unserm Heiland Jesus Christ! Preis Ihn, was da lebt und ist!- Laßt des Herren Lob erklingen, Und Ihm dreimal heilig" fingen! Sey gelobet ohne End', Jesus, in dem Sakrament! 2. Ihr Gerechte wie ihr Sünder! Preiset Ihn als treue Kinder; Preist Ihn Alle, Jung und Alt, Guern Gott in Brodsgestalt! Laßt des Herren Lob u. s. w. ( wie oben.) - 3. Labung der gepreßten Herzen, Pfand der Liebe, Trost in Schmerzen! Laß uns Herr, dein Fleisch und Blut Lieben als das höchste Gut. Laßt des Herren Lob u. s. w. * Vor und nach ersten Station. 49 4. Höchstes Gut! ach, laß uns finden Die Verzeihung unfrer Sünden! Laß uns, Herr, von Sünden rein, Wenn wir Dich empfangen, seyn. Laßt des Herren u. s. w. 5. Brod, vom Himmel uns gegeben, Das da lebt und gibt das Leben, Führ' uns durch dies Thränenthal, Nimm hinweg des Todes Qual.- Laßt des Herren u. f. w. 6. Wenn wir zagen, wenn wir wanken, Komm als Speise zu uns Kranken, Komm zu uns, verborg'ner Gott, Stärke uns in Kampf und Tod. Laßt des Herren u. s. w. - 11 7. Saß uns nicht in Sünden sterben; Laß uns einst dein Reich ererben. Herr, verstoß uns Sünder nicht, Laß uns schau'n dein Angesicht! Laßt des Herren u. s. w. - Vierte Station. dem Evangelium( Joh. 15, 1-8) wie bei der Zu den Gebeten. V. Dieß ist sein Gebot, daß wir an Ihn glauben. R. Und einander nach seiner Vorschrift lieben. V. Wer seine Gebote hält, der bleibt in Vereinigung mit Ihm. R. Und seine Liebe ist in uns vollkommen. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß unser Rufen zu Dir kommen! Lasset uns beien. 1) Du, die Liebe selbst, Jesus Christus! den wir hier unter den Gestalten des Brodes gläubig anbeten; o, fende deine Gnade in unsere Herzen, damit wir feine größere Freude 80.23 44 50 kennen, als mit Dir durch den Genuß deines heiligen Leibes und Blutes hier auf das Jnnigste vereinigt zu werden, und in dieser Vereinigung ewig zu verharren; der Du mit dem Vater u. f. w. R. Amen. 2) Jesus Christus! Du die Stärke aller derjenigen, die auf Dich hoffen, erhöre unser Flehen; und weil wir schwache Menschen ohne Dich nichts thun können, so laß uns deine Gnade zu Hülfe kommen, daß wir alle deine heiligen Gebote erfüllen und durch alle unsere Gesinnungen und Handlungen Dir wohlgefällig seyen, der Du mit dem Vater u. s. w. R. Amen. V. Gepriesen sey u. f. w.( wie bei der ersten Station.) * Beim Weggehen von der legten Station wird das Te Deum ( Nro. 22 ober 23 ber zweiten Abtheilung S. 88. 89) gesungen. Nach Beendigung desselben stimmt der Priester an: V. Lasset uns preisen den Vater und den Sohn sammt dem heiligen Geiste. R. Dankbar sey Ihm unser Lob geweiht. V. Der Herr sey mit euch! R. Und mit deinem Geiste! Laffet uns beten. Allmächtiger, ewiger Gott, dessen heilige Kirche das hochwürdigste Geheimniß des Leibes und Blutes deines Sohnes heute mit besonderer Festlichkeit verehrt: laß uns Dir für dieses wahrhaft göttliche Geschenk unsern ehrfurchtsvollen Dank so von Herzen darbringen, daß wir der beseligenden Früchte dieses heiligsten Sakramentes würdig und theilhaftig werden mögen durch denselben Jesum Christum u. f. w. R. Amen. XVII. Auf die Sonntage nach Pfingsten. 3ur Austheilung des Weihwassers. 1) Schaff' uns, o Gott, nach deiner Güte,* Ein Herz von aller Sünte rein, 2) Und flöße liebreich dem Gemüthe* Die Luft und Kraft zur Tugend ein. 1) Dann werden wir uns glücklich preisen,* Im Heiligthum vor Dir zu steh'n, 2) Um Dich in frommer Lieder Weisen* Vereint durch Liebe zu erböh'n.. 1) Dir, Vater, Dir, o Sohn, sey Ehre* Und Ehre Dir, o heil'ger Geift! 2) Wie in der Schöpfung großer Sphäre* Ste Dir die Christenbett erweist. * Statt dieses Asperges fann auch das erste oder zweite vom Pfingstfeft genommen werden. Erste Messe. 3um Staffelgebet. 51 1. Versammelt hier im Heiligthume, Bringt Dir ott, die Christenschaar 3 u deines Namens Preis und Rahme, Gesang, Gebet und Opfer dar. Sieh' gnädig, Bater, auf uns nieder, Hör' unser demuthsvolles Flehn; Verschmäh' nicht unsers Dankes Lieder,: aß huldvoll uns dein Antlig seh'n.:| 2. Du sahst des ersten Menschen Sünde, Versprachst und fandtest deinen Sohn; Damit dein Volk Grrettung finde, Der Fromme den verheiß'nen Lohn. Wend' auch auf uns die Gnadenblicke, Nach deiner Huld und Vatertreu; Vergebend führe uns zurücke,: Und schaffe unsre Herzen neu.:| 3 um Gloria. 1. Anbetung sey Dir, Heiligster! Gott, Schöpfer aller Dinge! Wer ist Dir gleich, wer würdiger, Daß man ihm Ehre bringe? Du, dessen Macht unendlich ist, Bist auch allweise Liebe; Und ewig, wie Du selber bist, Sind deines Wohlthuns Triebe. 2. Wie sollten wir, Herr, deinen Ruhm Nicht wonnevoll erheben, Und als dein Volk und Eigenthum Nicht Dir zur Ehre leben? Kein Tag von unsrer Lebenszeit Soll, Höchster, uns vergehen, An dem wir deine Herrlichkeit nicht ehrfurchtsvoll erhöhen. Nach der Epistel. Laß dein Wort uns gläubig hören, Stets von allem Irrthum rein, Laß der heil'gen Kirche Lehren Uns ein Pfad zum Leben seyn. Laß den Glauben uns bekennen In Verfolgung, Bein und Schmach; Nie das Band der Einheit trennen, Das uns zieht den Heil'gen nach. Zum Credo. 11 Daß Du, Gott, unser Vater bist, Wie wir Dich gläubig nennen, Dieß wissen wir durch Jesum Christ, Von dem wir hier bekennen: Er ist dein Sohn, als Gott Dir gleich, Barmherzig auch dem Sünder. Als Gott herrscht dort in deinem Reich Der heil'ge Geist nicht minder. 3um Offertorium. 1. Am letzten Abendmahle, Die Nacht vor seinem Tod, Nahm Jesus dort im Saale, Gott dankend, Wein und Brod. Nehmt, sprach Er, trinket, esset! Das ist mein L 11 52 Fleisch und Blut! Damit ihr nie vergesset, s meine Liebe tbut." 2. Dann ging Er hin zu sterben, Mit liebevollem Sinn, Gab, Heil uns zu erwerben, Sich selbst zum Opfer hin. O laßt uns Ihm ein Leben Von jeder Sünde ren, Ein Herz, Ihm ganz ergeben, 3um Dankesopfer weih'n! 3um Sanktus. Von uns, wie dort im Engelton, Erschalle: heilig, heilig Dir, O Gott, hinauf zum Himmelsthron, Denn heilig bist Du für und für. Die Schöpfung, deines Ruhmes voll, Verkündet deine Herrlichkeit; Zugleich sey der da kommen soll, Gesandt von Dir, gebenedeit.ut Nach der Wandlung. Jesus! Du mein Heil und Leben, Den am Kreuz ich blutend seh', Ach, für uns dahingegeben Auf der Schädelstätte Höh'! Lieber wolltest Du erblassen, Als mich im Verderben lassen, O wie dant' ich, Jesu, Dir, Inniglich genug dafür! 3um Paternoster. 1. Du starbst für unsre Sünden, D Herr, am Kreuzesstamm! Laß uns auch Gnade finden, Du reines Gotteslamm. Hilf uns, wie Du, unschuldig, Von jeder Sünde rein, Sanftmühig und geduldig, So ganz Dir ähnlich feyn. 2. Gib, daß die Bahn der Leiden Wir frohen Muthes geh'n, Bis wir von hinnen scheiden, Und Dich, o Herr, dort seh'n, Wo der Erlösten Heere Dir fingen immerdar: Dem Lamm sey Ruhm und Ehre, Das einst geschlachtet war!" 97 3ur Communion. 3. Mahl der heil'gen Liebe! Du einigst, was so fern Hienieden sonst sich bliebe, Die Herzen ihrem Herrn. Nichts soll uns von Dir scheiden, Das Herz nur Dir erglüh'n, Und nicht der Erde Freuden Dir unsre Lieb' entzieh'n. Schlußgesang. Kraft zum Guten, Trost im Leiden, Seelenruh', im Tode Muth, Ew'ges Leben, Himmelsfreuden, Mir zu schenken, floß dein Blut. Jesus, Dir mein Herz zu geben, Ganz nur, Heiland, Dir zu leben, Willig einst zu sterben Dir, Sey, o Herr, mein Dank dafür. XVIII. Bweite Messe auf die Sonntage nach Pfingsten. 53 3um Staffelgebet. Gott und Vater! voll Gebrechen Stehen deine Kinder hier. Dürfen Sünder zu Dir sprechen, D, so rufen flehend wir: Laß uns bei Dir Gnade finden; Herr, vergib uns unsre Sünden: Heiligster, erbarme Dich Unser aller väterlich! idol 2018 3um Gloria. Mit den Geistern dort am Throne, Wo der Cherub seine Krone Bor Dir, Schöpfer, niederlegt, Singen wir zum Preis und Ruhme, Gott, in deinem Heiligthume, : Dir, von Dank und Lieb bewegt.: Nach der Epistel. Gottes Sohn! selbst lehrest Du, Was wir thun und glauben sollen; Schent' uns auch die Kraft dazu. Gib zum Wissen auch das Wollen, Und zum Wollen das Vollbringen, Dann wird uns in allen Dingen Alles Dir zur Ehr' gelingen. 3um Credo. Dich, Vater, Schöpfer, der Natur, Bekennen wir mit Herz und Mund; Sie zeigt uns deiner Allmacht Spur Und macht uns deine Liebe fund. Auch Dich, Gott Sohn, verehren wir, Der Du der Menschen Heiland bist; Sammt Gott, dem Geiste, welcher hier Uns Stärke, Trost und Helfer ist. 3um Offertorium. 1. Wir opfern, Gott, Dir Brod und Wein; 3 war ist's nur ein Geschenk der Erde, Jedoch bestimmt( Du wirkest ein), Daß es ein himmlisch Opfer werde. Dieß Opfer deines Bundes zeigt Die Wunder deiner Vaterliebe, Und weckt in uns die Gegenliebe Zu Dir, der sich zu uns geneigt. 2. Wie könnten wir vergelten Dir, Was wir von Dir empfangen haden? Von deiner Hand empfangen wir Aud diese Dir geweihten Gaben. Doch, Herr, Du wollest auf uns seh'n, Wir weih'n zugleich Dir unsre Herzen, Durchdrungen von der Reue Schmerzen; Wirst Du fie, Vater, denn verschmäh'n? 11 54 3um Sanftus. 1. Gelobt sey, Gott, dein Name hier, Wie droben von der Engelschaar; Dich heilig preisen wollen wir Von ganzem Herzen immerdar. 2. Es schalle denn im Freudenton Dir: heilig, heilig weit und breit; Durch dieses Lob in deinem Sohn Erweck' auch uns zur Heiligkeit. Nach der Wandlung. 1. Laßt vor Gott uns niederbeugen Im hochheil'gen Sakrament, Dank und Ehrfurcht dem erzeigen, Der vor seinem letzten End' Auf die wundervollste Weise Diese hehre Seelenspeise, Seinen eig'nen Leib geschenkt, Uns mit feinem Blut getränkt. 2. Wer kann deine Lieb' ergründen, Daß Du selbst, Herr Jesu Christ, Dich mit uns willst hier verbinden; Herr und Heiland! ach, was ist Doch der Mensch von Staub und Erden, Kann er jemals würdig werden, Nur von fern sich Dir zu nahn? Gott, Dich selbst gar zu empfah'n? D! der Du für unsre Sünden An dem Kreuz aus Liebe starbst; Laß uns reichlich Gnade finden, Die Du sterbend uns erwarbst. Du hast uns zu Dir geladen; Laß denn nie zu unserm Schaden Uns zu deinem Tische geh'n; Laß uns, Herr, vor Dir besteh'n. 4. Ach! bereite unsre Seelen Selbst durch wahre Heiligkeit, Wenn Du deine Ruhstatt wählen Willst bei unsrer Dürftigkeit, Voller Schwachheit und Gebrechen Müssen wir sonst zu Dir sprechen: Weh' uns! wir bestehen nicht, Herr, vor deinem Angesicht! 5. Brod der Engel, Brod des Lebens, Sey uns tausendmal gegrüßt! Ja, wir glauben nicht vergebens: Wer Dich würdig hier genießt, Den entreißest Du dem Tode; Wer von diesem Engelbrobe Essen wird in dieser Zeit, Lebt in alle Ewigkeit. Schlußgesang. Der Du, o Gott, die Liebe bist, Gern deine Kinder segnest, I a dem, der selbst dein Feind noch ist, Mit Wohl thun oft begegnest; D ziehe unser Herz zu Dir, Und laß uns, Vater, Alle hier In deiner Liebe wandeln. 55 XIX. Dritte Meffe auf die Sonntage nach Pfingsten. 3um Staffelgebet. 1. Hier liegt vor deiner Majestät Im Staub die Christenschaar, Das Herz zu Dir, o Gott, erhöht, Die Augen zum Altar. Schenk' uns, o Bater, deine Huld! Vergib uns unsre Sündenschuld! O Gott! vor deinem Angesicht Verwirf uns arme Sünder nicht![ Verwirf uns nicht, Verwirf uns Sünder nicht!] 2. Wir sind ja deiner Hände Werk, Dir, Schöpfer, unterthan; D gib uns Schwachen Kraft und Stärk', Si eh' uns in Gnaden an! Hier bringen wir auf dem Altar Dir ein Versöhnungsopfer dar. O Gott! der Werth des Bluts ist groß, Das einst dein Sohn für uns vergoß.[ Für uns vergoß, Am Kreuz für uns vergoß.] 3um Gloria. Gott soll gepriesen werden, Sein Nam' gebenedeit, Im Himmel und auf Erden, Jeßt und in Ewigkeit. Lob, Ruhm und Dank und Ehre Sey der Dreieinigkeit! Die ganze Welt vermehre: Gott deine Herrlichkeit!:] Nach der Epistel. Wir sind im wahren Christenthum, D Gott, wir danken, Dir! Dein Wort, dein Evangelium Bekennen gläubig wir. Die Kirche, deren Haupt Du bist, Lehrt einig, heilig, wahr; Für diese Wahrheit gibt der Christ Sein Blut und Leben dar. 3um Credo. 1. Allmächtiger! vor Dir im Staube Bekennt Dich deine Kreatur! O Gott und Bater, ja ich glaube An Dich, den Schöpfer der Natur! Und an den Sohn, der ausgegangen Von Dir, gezeuget ewig war; Und den, vom heil'gen Geist empfangen, Die reinste Jungfrau uns gebar. 2. Und Jesus Christus ist gekommen, Daß Er versöhne uns mit Gott; Er hat die Schuld auf sich genommen, Und litt für uns den Kreuzestod; Dadurch besiegt' Er Tod und Hölle, Fuhr zu des Vaters Rechten auf, und wird als Richter jeder Seele Einst prüfen unsern Lebenslauf. 3. Ich glaube, Gottes Geist regieret Die wahre Kirch' der Christenheit; Durch Neueschmerz zu Gott geführet Erlangen wir Barmherzigkeit. Die Todten werden aufer L 11 3 56 stehen, Gerechte geh'n zum Leben ein. Vereinigt, Fromme, euer Flehen, Um ewig dann bei Gott zu seyn! 3um Offertorium. 1. Nimm an, o Herr, die Gaben Aus deines Priesters Hand, Wir, die gesündigt haben, Weih'n Dir dieß Liebespfand. Für Sünder hier auf Erden, In Acngsten, Kreuz und Noth, Soll dieß ein Opfer werden: Von Wein und reinem Brod.:| 2. Nimm gnädig dieß Geschenke, O Bater, großer Gott! Erbarm' Dich unser, denke An Christi Blut und Lod: Sein Wohlgeruch erschwinge Sich hin zu deinem Thron; Und dieses Opfer bringe: Uns den verheiß'nen Lohn.:| 3um Santtus. 1. Singt: heilig, heilig, heilig Ist unser Herr und Gott! Singt mit den Engeln: heilig Bist Du, Gott Sabaoth! Im Himmel und auf Erden Soll deine Herrlichkeit Gelobt, gepriesen werden Jeßt und in Ewigkeit. 2. Wir singen froh zusammen, Von ganzer Seel' erfreut, Der in des Herren Namen Kömmt, sey gebenedeit. Hosanna in der Höhe! Gepriesen sey der Herr! Dem großen Gott geschehe Sein Lob von Meer zu Meer. Nach der Wandlung. 1. Sieh', Bater, von dem höchsten Throne, Sieh' gnädig her auf den Altar! Wir bringen Dir in deinem Sohne Ein wohlgefällig Opfer dar; Wir fleh'n durch Ihn, wir, deine Kinder, Und stellen Dir sein Leiden vor. Er starb aus Liebe für uns Sünder,: Noch hebt Er's Kreuz: für uns empor. 2. Er hat für uns sich dargegeben, Für alle Menschen insgesammt. Beim Bater, daß wir ewig leben, Ver tritt Er jeßt das Mittleramt. O Jesu, höre unsre Bitte! Steb' unsrer Schwachheit gnädig bei, Auf daß dein Leiden, deine Güte: An uns niemal: verloren sey. 3um Agnus Dei. Betrachtet Ihn in Schmerzen, Wie Er sein Blut vergießt! Seht, wie aus Jesu Herzen Der letzte Tropfen fließt! Er nahm hinweg die Sünden, Er trug all' unsre Schulb; Bei Gott läßt Er uns finden Den Frieden, seine Huld. 3ur Communion. 1.: D Herr! ich bin nicht würdig,:| 3 u deinem Tisch zu gehn!: Du aber mach' mich würdig ,: Erhör' mein find 57 lich Fleh'n! O stille mein Verlangen, Du Seelenbräutigam, 1: 3m Geist Dich zu empfangen ,: Du wahres Gotteslamm! 2.: Dir seufz' ich anzuhangen,:| Erbarmer, Dir allein; : Nur Du sollst mein Berlangen: Und meine Wonne seyn; Mein Vorbild in der Freude, In Uebung jeder Pflicht 1: Mein Leitstern, wenn ich leide: Und wenn mein Auge brichti Schlußgesang. Das Opfer ist vollendet Und dargebracht das Lamm, Das einst für uns geendet Aus Lieb' am Kreuzesstamm; Sey, Gott, bei uns zugegen; Aus deinem Gnadenmeer : Ström' uns dein Vatersegen Durch dieses Opfer her.:| hime XX. Vierte Messe auf die Sonntage nach Pfingsten. 3um Staffelgebet. 1. Herr! auf dein Wort erscheinen wir Am heiligen Altar! Vereint als Brüder stellen hier Sich deine Kinder dar. Du, der nach seinem Bild uns schuf, Wir folgen deiner Liebe Ruf: Zieb' unser Herz ganz zu Dir hin, Und gib uns Jesu Christi Sinn;: 3ieh' Geist und Sinn 3 u Dir, o Vater, hin.:] 2. Viel rein're Geister beten Dich In tiefster Ehrfurcht an, Doch dürfen deine Menschen sich Auch deinem Throne nah'n; Selbst das Gefühl von unsrer Schuld Entfernt uns nicht von deiner Huld; Du bist ein Vater, der verzeiht, Und jedes Herz mit Trost erfreut,: Das Dir sich weiht Und seine Schuld bereut.: 3um Gloria. Laßt uns den Höchsten preisen, Den Schöpfer der Natur, den Gütigen, den Weisen, Den Herrn der Kreatur. Boll seines Preises werde, Was seiner Hand entquell; Sind Himmel, Meer und Erde nicht seiner Güte voll? Nach der Epistel. Die Wahrheit, die dein Wort uns lehrt, Gott, schenkt uns Trost und Ruh'; Sie. führet den, der gern sie hört, Dir, Quell der Wonne, zu! O, gib, daß unsre Besserung Die Frucht vom Worte sey; Und steh' zur wahren Heiligung Durch deinen Geist uns bei. 3um Credo. 1. Des Herbstes Frucht, des Frühlings Blüthe, Der L 10 58 Sonne Glanz, der Erde Pracht, Sind Zeugen, Gott, von deiner Güte, Sind Wunder deiner weisen Macht; Dies ist der Christen froher Glaube. Wir, die sich deinem Throne nah'n, Wir beten Dich, gebeugt im Staube, Als Schöpfer, Herrn und Vater an. 2. Auch glauben wir an den Erkornen, Ihn, den Maria uns gebar, Den Menschensohn, den Eingebornen, Der ewig Sohn des Vaters war. Er litt und starb, und lebte wieder, Fuhr auf zu Gott; doch Sünder! wißt: Als Richter kömmt Er einst hernieder; Sein großer Nam' ist: Jesus Chrift! 3. Wir glauben, daß des Herrn Gemeinde Den heil'gen Geist zum Führer hat; Ihm folgen alle Gottesfreunde: Bei ist Trost, bei Ihm ist Rath. Wir was die Schrift uns lehret: Die Menschen werden aufersteh'n, Und unser Leib wird neu verkläret 3 um Leben aus dem Grabe geh'n. 3um Offertorium. Nimm an der Gaben Weihe, Herr, aus des Priesters Hand; Sie sey ein Bund der Treue, Und unsrer Liebe Pfand. O, laß uns Dir ergeben, Gleich diesem Opfer rein, Im Tode, wie im Leben: Nur Dir geheiligt seyn.:| 3um Santtus. 1. Wer ist, wie Du, so heilig, Herr, Schöpfer, Vater, Gett? Wer ist, wie Du, so heilig, Du Sohn, gefandt von Gott? Wer ist, wie Du, so heilig, Du Geist der Kraft aus Gott? Singt: heilig, heilig, heilig,: In Ewigkeit ist Gott!:| 2. Und heilig Dir zu leben In deiner Wahrheit Licht, Sey unser ganz Bestreben, Sey unsre liebste Pflicht! Dann wird es uns gelingen, 3u deinem Bild erneut, Dich würdig zu besingen: Dereinst in Ewigkeit.:| Nach der Wandlung. 1. Nicht würdig bin ich Armer, Mich deinem Tisch zu nah'n; Du aber siehst, Erbarmer, Mein Sehnen gnädig an. Ich glaube deinem Worte, Vergebung ist bei Dir, Und offen steht die Pforte Der Seligkeit auch mir. 2. Dein Leib, der hingegeben Für uns zum Opfer ift; Dein Blut, das uns zum Leben und zur Versöhnung fließt, Hilf, daß es Luft und Stärke Zur Tugend mir verleih'; 3 u jedem guten Werke Für mich ein Antrieb sey. 3. Dir seufz' ich anzuhangen, Erbarmer, Dir allein; Nur Du sollst mein Verlangen, Mein Eins und Alles seyn, 59 Mein Vorbild in der Freude, In Uebung jeder Pflicht, Mein Leitstern, wenn ich leide, Und wenn mein Auge bricht. Schlußgefang. Nimm deines Todes Feier, O Mittler, gnädig an. Ja, ewig bleib uns theuer,: Was Du für uns gethan.: Erhalte deine Heerde In deiner Huld, o Herr! Und deiner Liebe werde: Sie würdig mehr und mehr.:| XXI. Fünfte Messe auf die Sonntage nach Pfingsten. 3um Staffelgebet. 1. Wir kommen hier mit Reu' und Thränen, O Gott, vor deine Majestät, Mit Dir uns wieder auszusöhnen Durch reines Opfer und Gebet. Ach, laß um deiner Güte willen Die Leiden, die uns droh'n, sich stillen; Der Neue Schmerzen mehren sich,: D Herr, erbarme Dich!:| 2. Befrei uns doch von den Verbrechen, Die uns ein ewig Wehe droh'n; Und denkst Du solches auszusprechen, So sieh' zuvor auf deinen Sohn. Er läßt sein Blut hier wieder fließen, Um unsre Sünden selbst zu büßen; Wie dort, wo Er des Tod's verblich,: D Herr, erbarme Dich!:] 3um Gloria. 1. Ehre dem großen Beherrscher der Himmel, Friede dem frommen Bewohner der Welt, Welcher, entfernet vom Lastergetümmel, Sich auf dem Pfade der Tugend erhält. Herrlicher Schöpfer! wir danken Dir alle; Preisen in heiligen Liedern Dich hier. Jubel ertönet im festlichen Schalle, Ewig Erzeugter des Baters, auch Dir! 2. Göttliches Lamm! Du vertilgest die Sünden, Welche der Sünder von Herzen bereut; Trost ist bei Dir und Vergebung zu finden, Die dein Erbarmen dem Büßer verleiht; Diese Erbarmung weckt heilige Triebe, Macht vom Gerichte des Baters uns los. Ruhm sey gleich Dir, auch dem Geiste der Liebe, Der da ist heilig, allmächtig und groß. Nach der Epistel. Sende von des Vaters Rechten, Send', O Jesu, deinen Knechten echter Weisheit wahres Licht. Rede selbst! dein Diener höret. Durch dein heilig Wort belehret,: Lernet Jeder seine Pflicht.:| L 60 3um Credo. 1. An Gott den Vater glauben wir, In dem wir sind und leben, Den als Erschaffer Welten hier und Himmel dort erheben. Wir glauben auch, sein Sohn ist Gott, Von gleichem Ruhm und Wesen; Der Mensch zu werden sich erbot, Uns Menschen zu erlösen. 2. Für Sünder, deren blinde Wuth Ihn unversöhnlich haßte, Vergoß Er Thränen, Schweiß und Blut, Bis Er am Kreuz erblaste; Doch als Er aus dem Grab erstand, Ward Sünd' und Tod zernichtet; Nun sißt Er zu des Vaters Hand, Bis Er uns Alle richtet. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, Den Sohn und Vater senden; Die Kirche, die Er unterweist, Wird nie ein Irrlicht blenden; In ihr ist Schuß der Heiligen, Vergebung aller Sünden, Und nach des Fleisches Aufersteh'n Unsterblichkeit zu finden. 3 um Offertorium. 1. Nimm, o Herr! aus Priesters Hand Dieses Opfer für die Sünden! Laß uns dein Erbarmen finden Hier in diesem Thränenland. Für die Lebenden und Todten, Wie dein Sohn es selbst geboten, Weihen es im Tempel hier Deines Dieners Hände Dir. 2. Es wird Jesu Leib und Blut, Was wir Dir als Opfer bringen; Laß es bis zum Throne dringen, Wo die Gnadenfülle ruht. Alles, was wir sind und haben, Sey mit diesen Opfergaben Deiner Majestät geweiht, Deren Gnade uns erfreut. 3 um Santtu 8. 1. Singt: heilig, heilig, heilig dem höchsten Gott! Erhebt Ihn laut den Allherrscher Sabaoth! Heilig, heilig, heilig! Vom ew'gen Glanz, der Ihn umhüllet, Werden die Grenzen der Welt erfüllet! Heilig, heilig, heilig, dem höchsten Gott, Dem Gott Sabaoth!- 2. Hosanna dem, der ewig im Lichte thront! In dem der Sel'gen Schaar frohlockend wohnt. Heilig, heilig, heilig! Dem Herrn, der kömmt in seinem Namen, Rufen im Jubel vereint wir: Amen! Heilig, heilig, heilig dem höchsten Gott, Dem Gott Sabaoth! Nach der Wandlung. 1.D Gott! was sind die Menschenkinder, 3 u denen Du die Himmel neigst? Was sind wir undankbare Sünder, 61 Daß Du zu uns herniedersteigst? Du bist zu uns herabgefommen, 3 u retten uns von Feinds Gewalt, Du wohnst, zum Troste aller Frommen, In dieser Brods- und Weinsgestalt. 2. Ja, Mittler, König, Gott, wir glauben, Daß Du allhier zugegen bist: Wir beten Dich tief an im Staube, Du hier verborg'ner Jesus Christ. Zerstöre doch die Macht der Sünden, Die uns in Sklavenketten hält; Laß unfre Seel' Erbarmung finden; Dein Blut sey unser Lösegeld. 3ur Communion. 1. Laß, Jesus, mich von Dir nicht trennen, Nimm meine Sünden hin! Ich Sünder will es selbst bekennen, Daß ich nicht würdig bin, Mit andern Dir getreuen Christen, O Herr, dein Gast zu seyn: Mein Herz ist nicht von bösen Lüsten, Auch nicht von Sünden rein. 2. Der Seele Wunden bluten alle; Doch öffne deinen Mund, So wird von deines Wortes Schalle Mein kranter Geist gesund. Ich flehe laut um diese Güte, O Herr, erweis' sie mir! Dann weicht der Kummer vom Gemüthe, Dann nn leb' ich neu in Dir! 3. Sieh! Glaube, Hoffnung, Demuth, Reue Bereiten mir die Bahn. Ich will auf ihr mit frommer Scheue Mich Dir im Geiste nah'n. Der Seele inniges Verlangen Sucht einzig, Jesus, Dich; D, laß mich Dich im Geist empfangen, Nach Dir, Herr, dürstet mich. Schlußgesang. 1. Bater, sieh' mit güt'gem Blicke auf das Opfer deines Sohns, Schau sodann auf uns zurücke Von der Höhe deines Throns. Laß das Heil, das Er erworben, Als Er unter Schmach und Pein Dort auf Golgatha gestorben, Unsern Seelen angedeih'n. 2. Laß uns nicht im Glauben wanken; Unsre Hoffnung ruh' auf Dir! Dich zu lieben ohne Schranken, Dieses Glück gewähr' uns hier. Alles Reden, Thun und Denken Soll zu deiner Ehre seyn; Unser Herz und Leben schenken Wir auf ewig Dir allein. XXII a. Sechste Messe auf die Sonntage nach Pfingsten. Sum Staffelgebet. 1. Wir werfen uns darnieder Vor Dir, Gott Sabaoth! ! 11 62 Erhöre unsre Lieder, Da wir auf dein Gebot Dir dieses Opfer bringen; Verleihe nun, daß wir Es andachtsvoll befingen, Und wohlgefallen Dir. 2. D Herr! bieß Opfer steige 3u Dir mit Wohlgeruch, Damit dein Herz sich neige 3u deines Volks Gesuch. Wir opfern Dir nicht Kälber, Wie Aron hat gethan, Nein, Jesum Christum selber, Der uns versöhnen kann. 3um Gloria. 1. Gott Vater! Dir gehöret Lob, Ruhm und Dank und Ehr'; Was unsre Ruhe störet, Verstatte nimmermehr; Auf Erden laß uns grünen Den Frieden jederzeit, Daß wir Dir fröhlich dienen Von Furcht und Angst befreit. 2. Der Du der Menschen Sünden Gebüßt am Kreu zesstamm, Laß uns Erbarmung finden, O Jese, Gotteslamm! Gelobt mit Mund und Herzen Seyst Du, Gott heil'ger Geist, Der Du, in Angst und Schmerzen, Den Frommen Trost verleihst. 3um Evangelium. Aus Gottes Munde geht Das Evangelium, Auf diesem Grunde steht Das wahre Christenthum: Gott selbst hat es gelehret, Der nicht betrügen kann; Wohl dem, der gern es höret Und es nimmt willig an! 3um Credo. 1. Wir glauben und bekennen, Daß aus höchst weisem Nath Gott, den wir Vater nennen, Die Welt erschaffen hat. Von Ihm ist ausgegangen Der Sohn von Ewigkeit, Vom heil'gen Geist empfangen, Geboren in der Zeit. 2. Maria hat geboren Als Jungfrau dieses Kind; Sonst wären wir verloren, Wir, die wir Sünder find; Er litt an Leib und Seele, Schloß sterbend seinen Lauf, Stand aus des Grabes Höhle Am dritten Tage auf. 3. Er ward hinaufgenommen 3 u Gottes rechter Hand; Wann Er wird wieder kommen, Ist uns zwar unbekannt; Doch wird Er Alles rächen, und wird von seinem Thron Gerechtes Urtheil sprechen, 3ur Strafe und zum Lohn. 4. Der Glaube ist uns Bürge, Daß Gottes Geiſt regiert Die allgemeine Kirche, Die uns zum Heile führt; Dem Büßer wird vergeben, Durch Jesu Tod versöhnt; Das Fleisch ersteht zum Leben, Wann die Posaun' ertönt. 3um Offertorium. 1. Herr, laß doch diese Gaben Dir wohlgefällig seyn, 63 Die wir geopfert haben In reinem Brod und Wein; Doch wird's verwandelt werden In Chrifti Fleisch und Blut; Das ist uns hier auf Erden, und den Verstorb'nen gut. 2. Wir opfern Dir den Willen, Herz und Gedanken auf; ilf uns, daß wir erfüllen In unserm Lebenelauf, Was Du uns deinen Kindern, 3 u thun befohlen hast; Nimm weg, was uns kann hindern, Nimm weg die Sündenlast. 3. Wir legen Dir zu Füßen All' unser Hab und Gut Und was wir hier genießen, Das Leben, Leib und Blut; Du hast es uns gegeben, Nimm es zum Opfer hin, Und gib, daß unser Streben Sey stets ein frommer Sinn. 3um Sanktus. 1. Laßt uns gen Himmel schwingen, 3um Helfer in der Noth, Und dreimal heilig" singen Dem Herrn Gott Sabaoth! Der Himmel und die Erde Sind voll von deinem Ruhm; Hilf, daß bekehret werde Das blinde Heidenthum. 2. Hilf, daß wir allzusammen Dir unsre Herzen weih'n, Und unsrer Liebe Flammen 3u Dir gerichtet sey'n. Du tömmst in Gottes Namen! Sey hochgebenedeit! Die Engel fingen: Amen! Jeßt und in Ewigkeit. Nach der Wandlung. 1. Hier bet' ich auf den Knieen, Verborg'ner Gott, Dich an! Ich will mich nicht bemühen, Das, was Du hier gethan, Durch Sinne zu begreifen; Dein Wort muß mir allein, Um hier nicht auszuschweifen, Der Grund des Glaubens seyn. 2. Wash mich von meinen Sünden, O Jesu, durch dein Blut! Und laß mich Gnade finden, Du allerhöchstes Gut! Laß Dir, o Herr, gefallen, 3u schenken uns dein Licht; Als Richter zeig' uns Allen Ein gnädig Angesicht. 3um Agnus Dei. 1. Erfreut euch, fromme Seelen, Ein Wunder ist gescheh'n! Der Herr will sich verhehlen, Kein Auge kann 3hn sehn! In Brods- und Weinsgestalten Ist Jesu Fleisch und Blut Auf dem Altar enthalten, Dieß größte Seelengut. 2. Verdedt ist hier zu finden Das wahre Ofterlamm, Das aller Menschen Sünden Getilgt am Kreuzesstamm; Es ist der Seele Speise, Wie uns der Glaube zeigt; Sie nährt uns auf der Reise In's Land der Ewigkeit. 3. Herr Jesu, deiner Liebe Sey Ghre, Lob und Dank! 11 11 64 Weil Du nach ihrem Triebe 3 ur Speise und zum Trank Dein Fleisch und Blut gegeben, In Brodsgestalt.verhüllt; Daraus uns ew'ges Leben Und Heil und Segen quillt. 5. Herr, gib uns stets Verlangen Nach diesem Sakrament, Und laß es uns empfangen, Wenn sich die Seele trennt! aß uns im Frieden fahren, Von allen Sünden rein, 3 u deinen Engelschaaren, Und ewig bei Dir seyn. Schlußgefang. Da wir nun fromm gehöret Der Messe heilig Amt, So sey Gott hochgeehret Von allen insgesammt. O Herr, laß Dir gefallen Dieß heil'ge Opfer heut, und bleibe bei uns Allen Jeßt und in Ewigkeit.:] XXII b. Auf das Fest der allgemeinen Kirchweihe. Zum Eingang dient Nro. 61, zum Schluß Nro. 60 der zweiten Abtheilung( S. 116. 117), für die übrigen Gesänge eine der Pfingstmessen. XXIII a. Auf die Festtage der seligsten Jungfrau Maria. 11 * Unzertrennlich von dem beseligenden Glauben an die Menschwerdung unseres göttlichen Erlösers ist die Liebe und Verehrung für seine hei ligste Mutter Maria. Daher die vielen Feste, durch welche die Daher auch vornehmsten Ereignisse ihres Lebens gefeiert werden. das besondere Vertrauen, mit welchem die gläubigen Kinder der Kirche zu dieser erhabenen Gottesmutter" hinaufschauen und sie anflehen als mächtige Fürsprecherin und Himmelskönigin, überzeugt, daß, wie in den Heiligen überhaupt, so insbesondere in ihr, der Gnadenvollen und Gebenedeiten, Gott selbst am meisten verehrt und verherrlicht werde. Mögest du doch, o Chrift! tein Fest Mariens vorübergehen lassen, ohne nicht durch ihre Fürsprache dich der besondern Huld ihres göttlichen Sohnes versichert zu haben! 3um Staffelgebet. 1. Maria würdig zu verehren, Von Liebe zu dem Sohn beseelt, Den sie als Jungfrau zu gebären Von Dir, o Gott ward ausgewählt; Versammeln wir uns vor den Stufen Des Thrones deiner Majestät. Erhöre deiner Kinder Rufen, Für die zu Dir Maria fleht. 2. Schent' uns Vergebung unsrer Sünden Nach deiner Lieb' und Vatertreu', Damit das Lob, das wir verkünden, Dir Heiligster gefällig sey. Gib uns ein Vorgefühl der 65 Freuden, Die einst dein Himmel dem gewährt ,. Der hier Dich stets in Glück und Leiden So findlich wie Maria ehrt. 3um Gloria. Lieblich aus Mariens Munde Tönte, Gott, dein hohes Lob, Wenn sie in der Andachtsstunde Ihr Gemüth zu Dir erhob. Laß Dir heut ein Lied gefallen, Das Maria selig preist, Die uns, auserwählt vor Allen, Mutter deines Sobnes heißt. Nach der Epistel. Wie Maria deinen Willen Freudig strebte zu erfüllen, Laß es auch von uns gescheh'n! Laß uns Dir zur Ehre wandeln, Uns nach deinem Worte handeln, Daß wir freudig einst Dich seh'n. 3um Credo. 1. Ich glaub' an Gott den Schöpfer aller Wesen, An Jesum Christum, seinen Sohn; Er kam herab, uns zu erlösen, Von seines ew'gen Vaters Thron. 2. Die Reinste, die den Gottes- Sohn geboren, Ihm ihre Tage treu geweiht, Hat Er zur Herrlichsten erforen Im Reiche seiner Herrlichkeit. 3. Auch unser Geist verlangt nach jenem Leben, Aus dem uns deine Mutter winkt; Du wirst ihn, Herr, zu Dir erheben, Wenn er der Hülle sich eatschwingt. cami 3um Offertorium. 1. Dein bin ich, Herr, Dir will ich mich 3um Opfer ganz ergeben, Wie einst Maria will auch ich zu Dir mich fromm erheben. Von ihrer Tage Anbeginn Gab sie sich Dir zum Opfer hin. 2. Hilf Du, o Herr und Heiland! mir, Den Vorsatz auszuüben: Dich treu, wie deine Mutter hier, 3u ehren und zu lieben; Damit, wenn einst mein Auge bricht, Mir leuchte deiner Gnade Licht. 3um Santtus. ma 1. Heilig, heilig, heilig! Unaussprechlich heilig Bist Du, unser Gott und Herr, Ewig Unerforschlicher! Unaussprechlich heilig!: 2. Heilig, heilig, heilig! Unaussprechlich heilig; Du der seyn wird, ist und war, Den Maria uns gebar! : Unaussprechlich heilig!:/ 2. Heilig, heilig, heilig! Unaussprechlich heilig 5 11 Caz 66 Bist Du, Geist, des Höchsten Kraft, Die uns Menschen Heil verschafft;: Unaussprechlich heilig!:| Nach der Wandlung. 1. Jesus ist uns hier zugegen, Der für uns am Kreuze starb, Er, der Völker Heil und Segen, Der uns Seligkeit erwarb. Laßt Ihm unsre Kniee beugen, Unser Haupt zur Erde neigen, Unfre Herzen dankbar weih'n, Seiner ewig uns erfreu'n. 2. Gottes Sohn in unsrer Mitte! Welche wunderbare Huld! Höre deiner Mutter Bitte, Schenk' uns unsre Sündenschuld! Laß nach ihrem Bild uns handeln, Unbeflect vor Dir uns wandeln, Treulich deine Wege geh'n, Im Gericht vor Dir besteh'n. 3. Innig wollen wir Dich lieben, Der Du uns zuerst geliebt; Laß uns jede Tugend üben, Wie Maria sie geübt; Und mit glaubensvollem Herzen, Wie im Glücke, so in Schmerzen, Gib, daß wir auf Dich vertrau'n, Stets auf deine Vorsicht bau'n. 4. Laß uns rein von allen Sünden Oft zu deinem Tische geh'n, Ew'ges Leben laß uns finden, Glorreich einst vom Grab ersteh'n; Diese heil'ge Seelenspeise Stärk' uns auf der Milgerreise; Führ' uns, Herr, an deiner Hand In des Himmels Vaterland. Schlußgesang. TOTE 3um Dant nimm unser Angedenken An deines Lebens Heiligkeit! Wie du das Herz zu Gott zu lenken, Sind wir, BMütter, stets bereit. Erfleh' uns deines Sohnes Segen, Daß wir, wie du, auf seinen Wegen: Ein st geh'n in seine 19 1 is 1916 hin Ht Zur Prozession mit den geweihten Kerzen am Feste Mariä Lichtmes. lipi che Feste begeht die Kirche das Andenken an jenen Tag, an ! Towelcher Martälvolli Demuth und Gehorsam im Tempel zu Jerusalem erschien, ihr göttliches Kind dem himmlischen Vater darzustellen. Der gottesfürchtige Greis Simeon erkannte in diesem Kinde, durch OffenBarung des heiligen Geiftes, den verheißenen Welterlöser, den Sohn ! Gottes was the der Welt, und Berherrlichte Gott, Er ihm die Gnade erwiesen, den Heiland der Welt vor dem Tode noch ergilblicken zu können, Sur dankbarei Berehrung dun wahren Lichtes, welches alle Menschen erleuchtet, segnet der Priester heute Kerzen, 67 welche brennend in einer Prozession umhergetragen werden. Während derselben wird folgendes Lied gesungen: 1. ,, Nun laß, Herr, nach deinem Wort, Ziehen mich an jenen Ort, Wo im ew'gen Frieden ruht, Wer Gott liebt und Gutes thut." 2. So sang freudig Simeon, Als er Gottes eignen Sohn Froh auf seine Arme nahm, Da Er in den Tempel kam. 3. Simeon, der Gottesmann, Betet Jesum gläubig an, Preist Gott, der in Jesu Christ Gnädig uns erschienen ist. 4. Jejus! wahres Licht der Welt, Das der Sünden Nacht erhellt, Du, des Allerhöchsten Sohn, kommst zu uns von deinem Thron. 5. Schon bereits viertausend Jahr' Harrte sehnlichst immerdar Deiner die gefall'ne Welt, Wie auf Regen dürres Feld. 6. Endlich kam die Gnadenzeit, Wo Du, Herr der Herrlichkeit, Unser Dich erbarmet hast, Nahmst von uns der Sünde Last. 7. Gott erfüllt, was er verspricht; Länger säumt die Hülfe nicht: Voll der Großmuth für die Welt Wird der Sohn das Lösegeld. 8. Sohn! der uns verheißen war, Den die Jungfrau uns gebar! Heil und Segen kömmt durch Dich! Sey gepriesen ewiglich! 9. D! wie herrlich glänzte nicht Dort im Tempel heut dein Licht! Du erleuchtest jeden gern, Der da kömmt zu Dir, dem Herrn. 10. Finsterniß und Todesnacht hat die Sünde uns gebracht, und der Weg in's Vaterland Ward uns allen unbekannt. 11. Deiner Lehre heller Strahl Leuchtet und im Thränenthal, Zeiget uns die Tugendbahn, Die zum Himmel führt hinan. 12. Ach Du hast uns, Herr, so lieb! So erleucht' uns denn und gib Jedem Kraft, daß er Dir treu, Gläubig, fromm und heilig en topitiate rig and under sist en fra minni 70% du blich rühmte jeder Christ tenen iftin Tempel Simeoil into Interna 1970 mi jmissed him fodied Dender heut erat erfaniit als Got anagrace 039) meth] ad ut tes Sohn. Dispya mgilla ma migini od fol F 68 14. Lob sey Dir, Herr Jesu Christ, Lob Dem, deffen Sohn Du bist, Lob dem heil'gen Geiste heut' Und in alle Ewigkeit. Sollte man mit diesem Gesange früher als mit der Prozession zu Ende kommen, so kann noch das zweite Lied aus der Vesper der seligsten Jungfrau Maria: Reinste Jungfrau! Gottes Willen"( S. 196) gebraucht werden. Vor dem Altare angekommen, stimmt der Priester an: V. Unsere Augen haben den Heiland gesehen! R. Das Licht zur Erleuchtung aller Völker. Laffet uns beten. infan O Gott, von deinem heiligen Geist erleuchtet, hat heute Simeon deinen eingebornen Sohn auf seine Arme genommen und Ihn als das Licht aller Völker gepriesen: Verleih' auch uns, daß wir Ihn und seine heilige Lehre immer für das wahre Licht erkennen, das unsern Verstand erhellet und unser Herz zur Tugend erwärmt, und gib uns die Gnade, in diesem Lichte zu wandeln, bis wir zum Wohnsitze deiner Herrlichkeit gelangen; durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn unsern Herrn. R. Amen. s XXIII b. Auf das Fest eines oder mehrerer heiliger Engel. Zum Eingang Nro. 65 der zweiten Abtheilung( S. 119). Die übrigen Gesänge werden aus einer der Pfingstmessen genommen. XXIII c. Am Feste eines oder mehrerer Heiligen. * Wenn im ewigen Leben der Glaube in das Schauen übergegangen, und die Hoffnung in Besitz, so bleibet doch die Liebe. Und diese ist das heilige Band, welches die verklärten, in Gott vollendeten heiligen Seelen mit uns, die wir noch im Kampfe um das himmlische Vaterland stehen, verbindet. Sie sind in threr Liebe unsere Fürsprecher bei Gott, und wir rufen sie deshalb an um ihre Fürbitte; denn Vieles vermag das Gebet des Gerechten bei Gott" ( Jak. 5, 16). Wir schauen mit tiefer Verehrung zu thnen auf, die in ihrem Leben Zeugniß gegeben von Christus dem Herrn, bewundern ihre Glaubenskraft, ihre heilige Begeisterung, ihre Liebesgluth; wir preisen in ihnen die Kraft des Allerhöchsten, der sie geheiligt, danken Gott für die Stege, die Er ihnen verliehen, und flehen um seine Gnade, auf daß wir gekräftiget werden, ihrem heiligen Betspiele zu folgen. Folgen wir den Heiligen nach, so find wir" Mach folger Christi, dessen Jünger und Nachahmer sie auf Erden gewesen. Unseres Herzens heißester Wunsch ist, dereinst in ihrer Gemeinschaft, in der seligen Gesellschaft der Königin der Heiligen, Maria, der 69 heiligen Engel, Patriarchen, Propheten, Apostel, Märtyrer, Bekenner, Jungfrauen und aller Heiligen Gottes den dreteinigen Gott anzubeten und zu verherrlichen. Durch die Verehrung der Heiligen stellt sich die innige Gemeinschaft der streitenden mit der triumphirenden Kirche dar. Es ist ein herzerhebender Anblick, im Geiste zu sehen den Weinstock, der da ist Christus, und an ihm die herrlichsten Früchte d. i. die Heiligen. Es ist ein tröstlicher Gedanke, die Kirche zu wissen als die geſegnete Mutter so vieler Verklärten; denn aus ihrem Schooß sind sie alle hervorgegangen, unter ihrer Leitung sind sie auf dem engen Pfad des Lebens gewandelt. Ruf' an, o Christ, im Geist der Kirche, die Heiligen, und verehre sie, du wirst den Einfluß dieser wahren Verehrung auch auf dein frommes Leben gewiß erfahren. Zum Eingang der Messe wird immer das betreffende Festlied aus der zweiten Abtheilung, zu den übrigen Gesängen eine der Pfingstmessen genommen. XXIII d. Swin Bei einem Dankfeste wird eine der 6 Pfingstmessen, am Schluß das Te Deum( Nro. 22 oder 23 der zweiten Abtheilung, S. 88. 89) gesungen. Der Eingang und das Kirchengebet richtet sich nach dem jedesmaligen Anlaß des Dankfestes, wie folgt: nd nach dem jed A. Beim Geburts- oder Namensfest des aan Landesfürsten. Zum Eingang dient folgendes Lied. ( Melodie wie Nro. 60 oder 139 der ersten Abtheilung des Melodienbuches, S. 58 und 123). 1. Nimm unsern Dank, Allgütiger, Für unsers Fürsten Leben, Du hast es ihm, o Weisester, 3 u unserm Heil gegeben. Gib seinen Tagen Jahre zu, Die er in ungetrübter Ruh', In Wonne stets genieße. 2. D mög' ihn deine Baterhand In Allem stets begleiten, Mög' er durch Weisheit in sein Land Stets deinen Segen leiten! Laß ihn der Unschuld Schüßer sein, Den Redlichen im Land erfreu'n, Dem Unrecht kräftig steuern. * Zur Kollekte f. unten( anfänglich der siebenten Abtheilung S. 344) das Gebet für den Landesfürsten" oder die dritte der KolletH 1/2 ten für verschiedene Anliegen"( in derselben siebenten Abtheilung Nro. XIII. S. 408). 1 Nach dem Schlußlied fingt der Chor das Domine salvum fac wie folgt: Herr, beschüße unsern Landesfürsten! Und erhöre uns an dem Tage, wo wir zu Dir fleben! 70 ( Wird dreimal, immer um einen Ton höher angeftimmt, siehe im Unhang des Melodienbuches, zweite Auflage, S. 329.) Hierauf stimmt der Priester das Te Deum an, und betet nach demselben statt der gewöhnlichen Dration eines der beiden obgenannten Kirchengebete für den Landesfürften, wobei die auf Nro. 23 der zweiten Abtheilung folgenden Verfitel gebraucht werden( S. 90). B. Nach der Erndte oder Weinlese. Eingang wie Nro. 5 oder 7 der zweiten Abtheilung( S. 79. 81), bei Mißernoten wie Nro. 6 oder 48 derselben Abtheilung( S. 80. 109). Zur Kollette kann eines der beiden Schlußgebete aus der Nachmittagsandacht: ,, Dank für Erndtesegen( Ende der dritten Abtheilung S. 249) genommen werden. * C. Am Schluß des Jahres. Eingang wie Nro. 7 oder 8 der zweiten Abtheilung( S. 81. 82), bei unglücklichen Jahren wie Nro. 6 oder 48 derselben Abtheilung( S. 80. 109). Das Kirchengebet siehe nach dem Te Deum in der zweiten Abtheilung ( S. 90). Nach dem Schlußfegen und der legten Incenfirung stimmt der Priester noch das Da pacem an, welches der Chor vollendet, während das Sanctissimum wieder verschlossen wird. V. Den Frieden gib uns, o Herr! R. In unsern Zeiten; denn es ist kein Anderer, der für uns könnte streiten, als Du allein, unser Gott. ( Die Melodie des Da pacem f. im Anhang des Melodienbuches, zweite Auflage, S. 330.) XXIV. Das heilige Meßopfer für die Verstorbenen. * Die Liebe der Kirche umfaßt alle Räume, in welchen beim Namen Jesu anbetend sich jegliches Knie beugt Himmel, Erde und Unterwelt( Phil. 2, 10). Eine Mutter Aller, freut sie sich mit den Fröhlichen, trauert mit den Trauernden. Festlich begeht sie das Andenken ihrer im Triumph verklärten Kinder, der Heiligen, die vor dem Throne Gottes stehen; voll Mitleid aber bittet sie und opfert das Heiligste, das sie besitzt, den Kreuzestod Jesu auf für jene ihrer Kinder, die von der Erde hingeschieden, den Weg der Läuterung und Buße erst dort drüben zu vollenden haben für die leidenden, armen Seelen im Reinigungsort. Vereinige, o Christ, deine Ges bete und guten Werke mit dem Opfer und Flehen der Kirche, damit du auch im Werke verkündest- eine Gemeinschaft der Heiligen. Erste Messe. Gingang. Gib, o Herr, den ew'gen Frieden Allen, die von uns geschieden; Ende ihrer Leiden Gluth. Laß fie deine Gnade - - 71 finden, Tilg' erbarmend ihre Sünden,: Gott, durch deines Sohnes Blut.: Nach der Epistel. ( Dies irae.) 1. Welche bange Trauerstunde, Wenn, nach des Propheten Munde, Glüht die Erd' im Feuerschlunde! 2. Die Posaun' mit grausem Tone Hallt den Gräbern jeder Zone, Dränget Alle hin zum Throne. 3. Tod, Natur! ihr werdet beben, Da, erweckt zum neuen Leben, Rechenschaft der Mensch wird geben. 4. Gottes Buch wird aufgeschlagen! Treu enthält es eingetragen Jede That aus diesen Tagen. 5. Röthe färbt des Schuld'gen Wangen, Das Gewissen quält mit Bangen, Laß, ach! laß mich Gnad' erlangen. 6. Eh' ich noch von binnen scheide, Füll' die Sünde mich mit Leide, Schmerz durchwühl' mein Eingeweide! Nimm dieß Opfer auf in Gnaden! Zeig' den Sündern deine Huld, Die dein Urtheil noch beladen, Auszusöhnen ihre Schuld. Mit dem Chor der Heil'gen flehen, Herr, um deine Gnade wir! Laß sie ein zum Frieden gehen, Die die Schuld noch trennt von Dir. 3um Santtus. Du, o Jesu, bist gekommen! Uns von Sünden zu befrei'n; haft die Schuld auf Dich genommen! Laß uns ganz dein eigen seyn! Ewig sey gebenedeit, Herr, in deiner Herrlichkeit! Gnade allen, die entschliefen, Die mit uns Dir heilig" riefen! Nach der Wandlung. 1. Gib den Seelen dein Erbarmen, Milder Jesus! hör' ihr Fleh'n! Hör' den Hülferuf der Armen, Die dein Antlig noch nicht seh'n. Lösche ihrer Leiden Gluth, Herr, durch dein vergoßnes Blut, Da für Sünder Du gestorben, Allen Gnade haft erworben. 2. Ja erbarme Dich der Seelen, Welche Du erlöset hast; Führ' sie aus des Leidens Höhlen, Nimm von ihnen ihre Last. Führe sie zum ew'gen Licht, Laß sie schau'n dein Angesicht, Daß sie mit den Engelchören Ewiglich dein Lob vermehren. Schlußgesang. Friede den geschied'nen Seelen, Die wir Gottes Gnad' empfehlen, Durch den Heiland Jesus Christ! Tilg', Gr 11 72 barmer, ihre Sünden, Laß sie Trost und Gnade finden, : Dort, wo ew'ger Friede ist!:| XXV. nd De die Bweite Meffe für die Abgestorbenen. 3um Eingang. al sit 1) Friede den Entschlafenen; Segne Du sie, Ewiger! Und das Heil der bessern Welt schenke ihnen. 2) Dich preiset das Lied sterblicher Sünder, und dein Lob erschallet von Chören der Seligen. Erhöre gnädig, Herr! die Deinen! zu Dir beten deine Gläubigen. 3um Kyrie. 119 pale ustale S - 3) Heiliger, erbarme Dich! Heiliger, erbarme Dich! Mittler, erhöre uns! Heiliger, erbarme Dich! Nach der Epistel. 1. D Herr an jenem Tag, wo bang die Erd' erzittert; Wo Schrecken, Angst und Furcht die Himmel selbst erschüttert, Wend' ab von mir den Tod! An jenem Schreckenstag, wo Du auf einer Wolfe Als Richter sprechen wirst das Urtheil deinem Volke, Hilf uns aus aller Noth! 2. Vor Angst bebt mir mein Herz, wenn Du dort wirst ergründen, Was ich allhier gethan; mit welcher Last der Sünden Erschein' ich vor Gericht! O Tag, der diese Welt durch's Feuer wird verheeren, Wo alles schmachten wird vor Jammer und vor Zähren! Wer zagt und zittert nicht? 3. Herr! gib die ew'ge Ruh' den abgeschied'nen Seelen, Daß freudig sie die Wunder deiner Gnad' erzählen Im Reich der Seligkeit. Laß sie nicht ohne Trost im Läut'rungsorte weinen, Vertreib' die Finsterniß, dein Licht laß ihnen scheinen, D Herr, in Ewigkeit! sapess Offertorium. Dir, Vater, weihen wir die Gaben Von reinem Brod und reinem Wein; Du bist's, von dem wir alles haben, Laß sie Dir wohlgefällig seyn! Mit ihnen steige unser Fehen Für die Entschlafenen empor; Laß sie in Herrlichkeit Dich sehen, Umgeben von der Engel Chor. 3um Santtus. 10734 1. Droben nur ist wahres Leben! Millionen stehen schon, Ihren Netter zu erheben, Selig da vor seinem Thron. 73 Engel und Verklärte singen, Lob und Dank Jhm darzubringen: Heilig, heilig, heilig ist Der Erbarmer Jesus Christ! 2. Vaterland verklärter Frommen, Wohnsiz ungestörter Ruh'! Was kein Sterblicher vernommen, Gottes Heil gewährest Du. Freudenerndten schenkt Gott denen, Die zuvor gesät in Thränen! Jesus! führ' auch uns dorthin, Dann ist Sterben uns Gewinn. the Nach der Wandlung. Jesus! Du, für uns gestorben, Hast uns durch dein theures Blut Allen Gnad' und Heil erworben; Hab' Erbarmen, höchstes Gut! Schenke, Herr, den ew'gen Frieden Allen, die von uns geschieden, Der Du für uns trugft die Schuld, Jesus, König voll der Huld. 2 3ur Communion. O hohes Glück, vor Dir zu steh'n! D Freude, Jesus, Dich zu seh'n, Dich, Herrn der Herrlichkeiten; Zu sehen Dich in deinem Licht, Von Angesicht zu Angesicht Durch alle Ewigkeiten. Schlußgesang. 4:00 ON SHOENIG 1. Bedenket es Alle: Die wägende Schaale Des Richters bestimmt das Verdiente uns zu! Dort reifet zu Früchten, Was wir hier verrichten. Mensch! wie du jest säest, so erndtest einst du. 2. Laßt reichlich uns säen, Dann werden wir gehen Zur höhern Belohnung in's Himmelreich ein. Dort trocknen die Thränen; Gestillt ist das Sehnen; Wir werden beim Vater uns ewig erfreu'n. Bei Besuchung des Grabes oder der Trauerbahre. V. Lasset uns beten für die verstorbenen Christgläubigen! R. Herr! gib ihnen die ewige Ruhe! dein ewiges Licht leuchte ihnen! V. Laß sie ruhen im Frieden. R. Amen. Psalm.*) 1. Tiefgebeugt rufen Dir, o Herr!* Abgestorbene, die Du reinigst, zu. 2. Neige mild dein Ohr, o Herr!* Zu dem Fleben ibres Geistes. *) Statt des obigen Psalms kann auch das Dies irae( f. erste Meffe: Nach der Epistel, S. 71) der das Lied Nro. 82 der zweiten Abtheilung S. 131) chorweis gelesen werden. 11 11 74 1. Wenn Du Sünden willst zurechnen, Herr!* Wer wird dann vor Dir bestehen? 2. Nur bei Dir steht's, zu vergeben,* Retten kannst nur Du, nur Du befrei'n. 1. Herr, sie sehen deiner Hülf' entgegen, Du verheißest fie: fie trauen auf dein Wort. 2. Sehnlicher als Wächter auf den Morgen,* Warten sie auf deine Hülfe. 1. Gott! laß fie umsonst nicht hoffen! Gütig bist Du ja und rettest gern. 2. Von der Sünde Straf' und Bein* Wirst Du sie befrei'n, o Herr! V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser*)( wird still ge betet bis:) V. Und führe uns nicht in Versuchung! R. Sondern erlöse uns von dem Uebel. V. Aus dem Orte der Reinigung R. Erlöfe{ die Seelen der Abgestorbenen. die Seele des( der) Abgestorbenen. V. Laß sie ruhen im Frieden. R. Amen. R. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß unser Rufen zu Dir kommen! V. Der Herr sey mit cuch! R. Und mit deinem Geiste! 17 Lasset uns beten. Wenn der Priester das betreffende Gebet( f. die Kollekten in der fiebenten Abtheilung Nro. XIII. z. S. 406) geschloffen, antwortet der Chor mit Amen". Nach dem Kirchengebet. V. Herr, gib den Verstorbenen die ewige Ruhe! R. Und das ewige Licht leuchte ihnen! V. Laß fie ruhen im Frieden. R. Amen. D *) Hier wird die Todtenbahre oder Tumba( auf welcher sich Lichter beAnben, zum Zeichen des ewigen Lichtes Chriftus, der auch[ Eph. 5, 14] den Tobten leuchtet) mit Weihwasser besprengt, den Thau der himmlifchen Gnade anzubeuten, der durch das Blut des Erlösers über die Seele des Verstorbenen kommen soll. Darauf folgt der Weihrauch, als Erweis der Ehre, die wir einem Leichnam, als zerbrochenem Tempel des heiligen Geistes schuldig find, zugleich als Andeutung, daß unser Gebet für die Seele des Verstorbenen wie Weihrauch und Wohlgeruch zum Himmel aufsteigen möge. 75 Zweite Abtheilung. Gesänge, welche vor, während, oder nach dem vormittägigen Gottesdienst gebraucht werden, oder mit demselben in Verbindung stehen. Morgenlieder. * Können, während die Gemeinde zum vormittägigen Hauptgottesdienst fich versammelt, gesungen werden. I. 1. O Gott, der Du mit großer Macht Einst Sonn' und Mond hervorgebracht! Noch führst Du fie auf ihrer Bahn, Den Tag von Nacht zu scheiden, an. 2. Verschwunden ist die dunkle Nacht, Die Erd' erscheint in neuer Pracht, und neu gestärkt strebt unser Geist 3 u dem, was der Beruf uns heißt. 3. D Herr, was lebt, selbst jedes Thier, Freut Deiner fich und danket Dir; Auch unser Blick zum Himmel hin Flößt Heiterkeit in unsern Sinn. 4. Dir, Schöpfer, dessen Gütigkeit Uns neue Lebensfraft verleiht, Sey dankbar, was durch sie geschieht, Ge= weiht so lang die Sonne glüht. 5. Verbannet bleib' aus unsrer Brust Die dreifach reizend böse Lust! Dagegen mache unser Mund Und Wandel deine Ehre fund. 6. Es leucht' uns, bis die Nacht anbricht, Des Glaubens Jefu helles Licht, Daß unsre Hoffnung, neu belebt, 3 u Dir in Liebe sich erhebt. 7. Gott Vater, welchen Alles preist, Sohn Gottes und Gott heil'ger Geist, Weit über alle Welt erhöht, Gewähre, was wir uns erfleht! II. 2. Des Lichts erhab'ner Schöpfer Du, Niefst Alles was im Dunkeln lag, Zum Lichte, und nach sanfter Ruh' Erfreut auch uns der neue Tag. Du wahrer Morgenstern der Welt! Nicht der, der dort am Himmel blinkt! Nein Du, der allen anz enthält, Bist's, der der Seele Licht zubringt. L 11 Bel 76 2. Du bist das Licht, o Gottes Sohn! Die Sonne der Gerechtigkeit, Denn Du hast von des Vaters Thron Uns mit der Gottheit Strahl erfreut. Sey denn mit uns, wir bitten Dich, Des Vaters Abglanz, Jesus Christ! Durch deine Gnad' entferne sich von uns, was Dir mißfällig ist. 3. Weih', Christus, unsre Herzen ein 3 u Tempeln, die dein Geist belebt; Und laß sie fest verschlossen seyn Dem Satan, der Dir widerstrebt. Des Lebens neue Thätigkeit Werd' uns von Gott durch Dich zu Theil, Und dankbar sey sie, Herr, geweiht, 3 u deinem Dienst und unserm Heil. 4. Sich', unser Sinn und Herz ergibt Sich Dir in jeder Freud' und Noth; Ein Herz, das Dich im Nächsten liebt, Steht heut', o Herr, Dir zu Gebot. Nimm auf dieß Opfer unsrer Pflicht, O heiligste Dreieinigkeit! Laß dieses Morgens Gnadenlicht Uns scheinen bis zur Abendzeit. 350 nm Zur Deschbenediktion. Beim Beginn der Prozession. 3. Blick, o Gott, mit Wohgefallen Auf die Flur, die wir durchwallen. Unser Herz erweitert sich, Denn es fühlt als Vater Dich; Deine milde Hand gibt Segen, Gibt uns Sonnenschein und Regen. Chor: Bater, gib uns deinen Segen, Gib uns Sonnenschein und Regen. 2. Freudig streuten wir den Saamen, Denn wir streuten ihn im Namen Dessen, der mit einem Ruf Erde, Sonn' und Pflanze schuf. Dein, o Bater, ist der Segen, Dein ist Sonnenschein und Regen. Chor: Dein, o Vater, u. s. w.( Werden immer die zwei legten Verse wiederholt.) 3. Sä'n und Pflanzen hilft noch wenig, Das Gedeihen gibt kein König, Keiner hat mit aller Macht Nur ein Blatt hervorgebracht. Seht, von oben fömmt der Segen, Kömmt uns Sonnenschein und Regen. Chor: Seht, von oben u. s. w. 4. Der so schön die Blumen Eleidet, Der so mild die Vögel weidet, Alles nährt in Feld und Hain, Wird für uns auch Bater seyn. Ja! dem Frommen gibst Du Segen, Gibst ihm Sonnenschein und Regen. Chor, Ja, dem Frommen u. s. w. 77 5. Laß mit Frucht den Baum sich schmücken, Reich an Kern den Halm sich bücken, An der Rebe Trauben glüh'n, Wiesen für die Heerden blüh'n. Ueberall auf unsern Wegen Walte väterlich dein Segen. Chor: Ueber all auf unsern u. s. w. 6. Schone, Vater, in Gewittern, Schone, wenn wir flehend zittern! Ruf' in der Gewitternacht mit der Stimme deiner Macht Uns zurück von bösen Wegen, Auch dein Donner bringe Segen. Chor: Schred' uns ab von bösen Wegen, Auch dein Donner bringe Segen. 7. Ruhen lassen wir den Saamen In des Allbelebers Namen, Der den Leib in Gräber sä't, Bis er glorreich aufersteht. Alle Frommen führt sein Segen Einst dem Erndtetag entgegen. Chor: Alle Frommen u. f. w. Erste Station. 3 um Evangelium.. V. Der Herr sey mit euch! R. Und mit deinem Geiste. V. Vernehmet eine Stelle aus dem Evangelium des heil. Matthäus. R. Mit Ehrfurcht hören wir es an. V. Es sind Worte tes ewigen Lebens. R. Wir stehen bereit sie zu erfüllen. * Nachdem der Priester die Stelle aus Matth. 13, 24-30 und 36-43 vorgelesen, fährt er fort: V. Diese heiligen Worte glaube ich im Herzen und bekenne fie mit dem Munde. R. Diese heiligen Worte glauben auch wir im Herzen und bekennen sie mit dem Munde. 3um Gebet. V. Herr, aller Augen hoffen auf Dich. R. Und Du gibst ihnen Speise zu rechter Zeit. V. Du öffnest deine Hand R. Und erfüllest Alles mit Segen. V. Herr, erhöre mein Gebet! R Und laß unfer Rufen zu Dir kommen! Lasset uns beten. O Gott, der Du dem Menschen auferlegtest, das Brod im Schweiße seines Angesichtes zu verdienen: wir bitten Dich, daß Du Dich nach deiner großen Barmherzigkeit, die über alle deine Werte sich ergießt, dieses deines Voltes erbarmest und ihm das tägliche Brod so gebeft auf Erden, L 11 * 78 der gute Saame, dein heiliges Wort in ihm aufwachse, und es einst als Frucht erfunden werden möge, die würdig ist, in dein ewiges Reich gesammelt zu werden. Um dieſes bitten wir Dich durch Jesum Christum deinen Sohn unsern Herrn. R. Amen. 3um Segen. V. Gepriesen sey der Name des Herrn. R. Von nun an bis in Ewigkeit. V. Unsere Hülfe kömmt von dem Herrn. R. Der unser Schöpfer und Vater ist. Nach dem Segen. R. Gott erbarme sich unser, Gott segne uns, Gott erbarme sich unser. fied. 4. Es baute, Herr, auf dein Geheiß Des Landmanns Hand die Erde, Voll froher Hoffnung, daß sein Fleiß Von Dir gesegnet werde. 2. Umsonst ist aber alle Müh' Im Pflanzen und Begießen, Läß'st Du vom Himmel nicht auf sie Des Segens Ströme fließen. 3. D fröne denn mit Fruchtbarkeit Das Feld nach deiner Güte! Die Aussaat dann gewiß gedeiht, Und Frucht entsprießt der Blüthe. 4. Wir trau'n auf Dich allgüt'ger Gott! Du wirst zum Besten walten: Du kennst am besten unsre Noth, Hast lang schon hausgehalten. 5. O segne uns auf dieser Welt, Laß unsern Fleiß gelingen, Und gib, daß wir, wie gutes Feld, Dir gute Früchte bringen. Zweite Station. 3 um Evangelium( Mark. 4, 26-29). ( Wie bei der ersten Station.) 3 um Gebet. V. Mächtig und gütig ist der Herr in allen seinen Werken. R. Und liebevoll in all' seinem Than. V. Der Herr ist allen denen nahe, die Ihn anrufen. R. Und erfüllt die Wünsche derer, die Ihn fürchten. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß unser Rufen zu Dir kommen! Bassotquns beten. nn hiQ# 2 in am Wenn Du fegnet, barmherziger Gott, so bringt die Erde har Tausende der Pflanzen und äuters zur Nahrung 79 der Menschen und Thiere hervor. O segne nun den ausgestreuten Saamen, daß er reichliche Früchte bringe! Wir wollen, dankbar gegen deine unendliche Güte, diese Gaben nicht zur Weichlichkeit und sündhaften Wollust mißbrauchen, sondern nach deinem heiligen Willen zu unserer und unseres Nächsten Wohlfahrt verwenden, und bei ihrem Gebrauche unsere Herzen nach den ewigen Gütern erheben. Um dieses bitten wir Dich durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn unsern Herrn. R. Amen. 3 um Segen. V. Gepriesen sey u. s. w.( Wie bei der ersten Station.) fied. 5. milder Geber aller Gaben, Herr, Dir gebühret Ruhm und Dank! Du hörst das Schrei'n der jungen Naben, Sowie der Lerche Lobgesang. D neige jeßt dein Ohr zu mir; Du forderst Dank, ich danke Dir. 2. Die kleinste deiner Kreaturen Macht deine Weisheit offenbar. Ich sehe deiner Güte Spuren und deine Macht von Jahr zu Jahr. Bei jedem Gräschen mahnt es mich: Wie groß ist Gott, wie klein bin ich! 3. Voll Hoffnung wird in deinem Namen Das Saamentorn in's Feld gestreut: D gib, Allgütiger, dem Saamen Den Segen jetzt zur Fruchtbarkeit! Zur Aussaat gabst auch Du allein Uns Kraft und Zeit und das Gedeih'n. 4. Was dürr ist, feuchtest Du mit Regen, Was kalt ist, wärmt dein Sonnenschein; Du theilst zu deiner Kinder Segen Die Witterung so weislich ein. Bei Wärme, Kälte, Hiß' und Frost Keimt, wächst und reift des Menschen Kost. 5. Der Erdkreis ist von deiner Güte, Von deiner Weisheit ist er voll. Herr! unterweise mein Gemüthe, Wie ich Dich würdig loben soll. Gib, daß mein Herz Dich freudig liebt, Dich, der mir so viel Gutes gibt. Dritte Station. 3um Evangelium( Luk. 12, 15-31). ( Wie bei der ersten Station.) Dir aimmst 3 um Gebet. V. Der Gerechte braucht seines Gutes zum Leben. R. Der Gottlose braucht seines Einkommens zur Sünd de seyn; V. Was hilft dem Mens an seiner Seele! wenn er die ganze Welrich freu'n. R. Und nahme 11 11 80 V. Herr, erhöre mein Gebet! R. llnd laß unser Rufen zu Dir kommen! Sasset uns beten. O Gott! Dein eingeborner Sohn, unser Herr und Heiland Jesus Christus, hat uns den wahren Werth der zeitlichen Güter kennen gelehrt: o so verleih' uns denn, daß wir vor Allem nach dem Reiche Gottes und seiner Gerechtigkeit trachten, und dann mit kindlicher Ergebung von Dir erwarten, was wir zu unserm Lebensunterhalte bedürfen, der Du es nach deiner unendlichen Güte uns verheißen hast; durch denselben Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn unsern Herrn. R. Amen. 3um Segen. V. Gepriesen sey u. s. w.( Wie bei der ersten Station.). fied. 6. In Dir ruht, Herr, mein ganz Gemüthe, Kein banger Kummer quälet mich; Ich traue fest auf deine Güte, Du sorgst für mich ja väterlich. Du bist's, der stets mein Bestes wählt, Der nie sein heil'ges Ziel verfehlt. Du weißt es, was uns nüßlich ist, und gibst es, weil Du gütig bist. 2. Wie könnt' ich doch den Argwohn fassen, Der manche schwache Seele quält, Daß Du mich würdest ganz verlassen, Ein Gott, der meine Haare zählt; Ein Vater, der mich zärtlich liebt, Der auch den Vögeln Speise gibt? Du weißt es, was uns nüßlich ist, und gibst es, weil Du gütig bist. 3. Gibst Du nicht gleich, was ich verlange, So harr' und wart' ich mit Geduld, Und wenn ich nichts von Dir empfange, So geb' ich mir allein die Schuld. Ich weiß, wie eitel und wie blind Oft menschliche Begierden sind. Du weißt es, was uns nüßlich ist, und gibst es, weil Du gütig bist. 4. Ich will mich gänzlich Dir ergeben, Im Glück und Unglück auf Dich bau'n; Soll ich verkannt und dürftig leben, So laß mich findlich Dir vertrau'n. Herr, richte Du mein Schicksal ein, Ich will damit zufrieden seyn. Du weißt es, 38 uns nüglich ist, und gibst es, weil Du gütig bist. Vierte Station. 3um Evangelium( Joh. 6, 5-14). ( Wie bei der ersten Station.) 67160 3um Gebet. Der Herr unser Gott erzeigt sich allen wohlthätig. Er ist barmherzig gegen alle seine Geschöpfe. V. Wer dich kennt, o Herr, der hoffet auf Dich! R. Denn Du verläsfest diejenigen nicht, die Dich suchen. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß unser Rufen zu Dir kommen! 81 Lasset uns beten. Deine Güte, barmherziger Gott und Vater, rufen wir vertrauensvoll an, und bitten Dich: gib uns das tägliche Brod und verleihe, daß wir solches so genießen mögen, daß in uns der Hunger nach der unvergänglichen Speise deines göttlichen Wortes erregt werde, und wir durch Befolgung desselben jener Seligkeit würdig und theilhaftig werden, die dein eingeborner Sohn, Jesus Christus, allen denjenigen verheißen hat, die das Wort Gottes anhören und im Herzen bewahren. Wir bitten Dich darum durch eben denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. 3um Segen, ( Wie bei der ersten Station:) Lied. 7. Von allen Himmeln tönt Dir, Herr, Ein froher Lobgefang! 3u Dir, Anbetungswürdigster, Steigt auf der Menschen Dank. 2. Du brauchst zwar unsres Preises nicht, Bist selig ohne ihn; Doch bleibt dein Lob stets unsre Pflicht; Wer darf sich ihr entzich'n? 3. Dich preisen ist uns Seligkeit, Dir danken hohe Lust! Schon hier fühlt, wer sich Deiner freut, Den Himmel in der Brust. 4. Und Du, der uns Empfindung gab Für deine Herrlichkeit, Sieh' huldreich auf das Lob herab, Das unser Herz Dir weiht. 5. Wir stammetn's zwar in Schwachheit nur, So heiß das Herz auch glüht; Denn deinen Ruhm, Herr der Natur, Erreicht kein sterblich Lied. 6. Doch Du verschmähst das Opfer nicht, Das Dir die Andacht bringt, Die sich mit Kindeszuversicht Zu Dir, Erhab'ner, schwingt. 7. Es sey auch noch so schwach und klein, Was sie Dir bringen kann; Ist nur dabei das Herz auch rein, So nimmst Du's liebreich an. 8. So soll dein Lob denn allezeit In unserm Munde seyn; Und dankbar deiner Gütigkeit Stets unser Herz sich freu'n. G L 11 82 Bei der Rückkehr in die Kirche. 8. Wenn ich, o Schöpfer deine Macht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für Alles wacht, Anbetend überlege: So weiß ich von Bewund'rung voll, Nicht, wie ich, großer Gott, Dir soll: Des Herzens Dank erweisen.:| 2. O Vater, welchem Niemand gleicht, An Liebe, wie an Stärke! Kein Dant, kein Lobgesang erreicht Die Wunder deiner Werke. Dir, welchen Erd' und Himmel preist, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist,|: Sey ewig Preis und Ehre!:] V. Gepriesen sey der Name des Herrn! R. Von nun an bis in Ewigkeit. V. Unsre Hülfe kömmt von dem Herrn! R. Der unser Schöpfer und Vater ift. Lasset uns beten. O Herr, unser Gott! wir glauben fest, daß Du allmächtig und unendlich gütig und weise bist. So thue denn, wie Du willst und weißt, daß es für uns an Leib und Seele in diesem und dem kommenden Leben heilsam ist. Deiner Vorsicht überlassen wir Alles, deiner Liebe empfehlen wir Alles, von deiner Erbarmung hoffen wir Alles. So unwürdig wir auch deiner Barmherzigkeit waren, so hast Du uns bisher dennoch so viel Gutes gethan, daß wir mit Zuversicht hoffen, Du werdest es auch künftig gut mit uns machen. Vergib uns alle unsere Sünden, und tilge alles Böse in uns, daß wir alle Tage unsers Lebens Dir mit reinem Herzen dienen. Nach diesem Leben laß uns bei Dir Freude und Seligkeit finden; durch Jesum Chriftum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, welcher mit Dir u. s. w. R. Amen. Anrufung des heiligen Geistes. Vor Beginn einer besondern kirchlichen Feier, z. B. der Investitur eines Pfarrers. 9. Komm Schöpfer, Geist! in unsre Herzen, Kehr' bei uns ein, Du süßer Gast! Erfüll' mit deinen Gnadengaben Heut' die Geschöpfe deiner Macht. Du, der Du Tröster bist und heißest, Du, Gottes allerbeste Gab', Du, Lebensquelle, Feuer, Liebe, Du, der Du heiligst unsern Geist! Du Preisgeschent! In sieben Gaben Ergießt sich deine Gotteskraft, Du hast des Vaters Wort erfüllet, Begeisterung herabgesandt. Laß alle Seelen Licht empfinden, Gieß Liebe unsern Herzen ein; Und stärke unsers Körpers Schwäche Durch immer neue Himmelskraft. Entferne weit der Zugend Feinde, Laß deinen Frieden in uns blüh'n! Gehst Du voran, ein starker Führer, So ist nichts mehr, was schaden kann. Gib uns den Vater zu erkennen, Und durch den Vater auch den Sohn; Und Dich, von beiden ausgegangen, Wie's war und ist von Ewigkeit. Lob, Ehr' und Ruhm sey Tir, Gott Vater! Und deinem Sohn, der auferstand! Von Ewigkeit zu Ewigkeiten Seyst Du gepriesen, heil'ger Geist! V. Sende deinen Geist aus, und Alles hat Leben! R. Und Du erneuest die Gestalt der Erde. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß unser Rufen zu Dir kommen. V. Der Herr sey mit euch! R. Und mit deinem Geiste! 83 Lasset uns beten. O Gott, der Du die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des heiligen Geistes belehret hast: Gib uns durch eben diesen Geist die wahre Weisheit und die immerwährende Freude seines Trostes. Durch Chriftum unsern Herrn. Amen. Derselbe Hymnus in etwas veränderter Form. Komm, Schöpfer, komm, o heil'ger Geist! Ge10. Kom währe unsrer Seele Licht, Erfüll' mit Gnade jedes Herz, Das Du, o Gott, erschaffen hast. 2. 3um Tröster bist Du uns geschenkt, 3u unserm Beistand gab Dich Gott; Aus Dir strömt Leben, Kraft und Licht, Des Geistes Nahrung kömmt von Dir. 3. Von Dir strömt jede Gnade aus, Du bringst des 6* L 84 Vaters Segen uns, Von Dir kömmt Weisheit uns und Rath, Und ew'ge Wahrheit kömmt von Dir. 4. D fomm, erleuchte unsern Sinn, Gieß' Liebe aus in unser Herz, Gib Stärke unsrer schwachen Kraft, Und unserm Baudern schaffe Muth! 5. Den Reiz zur Sünde halte fern, Mit Himmelsfrieden segne uns! Sey Leitstern unsrer Pilgerfahrt; Bist Du bei uns, wir fürchten nichts. 6. Lehr' kennen uns des Vaters Herz; Lehr' kennen und den Sohn, Und kennen, lieben Tih, o Geist, Im Glauben stark zu seyn durch Dich. 7. Dem Vater Ehre, Ruhm und Pris, Dem Sohne der vom Grab erstand, Und Ehre Dir, o hei' ger Geist, Von Ewigkeit zu Ewigkeit. * Statt der obigen zwei Hymnen kann auch Nro. 15 der folgenden Predigtlieder gebraucht werden. Predigt- Lieder. I. Cor der Predigt. 11. Komm, heil'ger Geist, auf uns herab! Dein Trest versüßt uns Leid und Grab! Von Dir tömmt Weisheit, Licht und Rath, Kömmt Lust und Kraft zur guten That. Komm, heil'ger Geist, zu uns herab! 2. Komm, heil'ger Geift, mit deiner Kraft, Die in uns neue Herzen schafft, Erfülle uns mit heil'gem Sinn, Führ' uns zum Quell des Lebens hin. Komm, heil'ger Geist, zu uns herab! 3. Komm, heil'ger Geist, des Lichtes Quell'! Mach' unsers Geistes Auge hell. Mach' uns durch deines Priesters Mund Den Rathschluß deiner Weisheit kund. Komm, heil'ger Geist, auf uns herab! Nach der Predigt. 12. Dich heil'ger Geist, Dich preisen wir, Und loben Dich und danken Tir. Noch wirkest Du durch Jesu Wort Zu unserm Heile mächtig fort; Dich, heil'ger Geist, Dich preisen wir. II. Vor der Predigt. 13. Komm zu uns, Du Geist des Lebens! Tröster, 85 Gott von Ewigkeit! Ach, wir streben sonst vergebens Nach der wahren Seligkeit! Licht und Weisheit kömmt von Dir! Komm, wir sehnen uns nach Dir. 2. Komm, erleuchte alle Seelen Durch des Glaubens helles Licht! Daß wir uns zur Nichtschnur wählen Jesu Wort und Unterricht! Mach' von Trug und Wahn uns frei! Geist der Wahrheit, steh' uns bei! 3. Geist der Heiligkeit und Liebe, Der in uns das Gute schafft, Komm, und heil'ge unsre Triebe, Gib zum Kampf uns Muth und Kraft! Leucht' uns stets mit deinem Licht! Tröster, o verlaß uns nicht! Nach der Predigt. 14. Gott sey Breis und Dank gebracht. Denn wir haben nun vernommen, Was die Sünder selig macht: Gottes Wort, den Trost der Frommen, Lehren, die zu guten Werten Unsern schwachen Glauben stärken. III. Vor der Predigt. 15. Komm, heiliger Geist, o dritte Person, Gott gleie cher Natur mit Vater und Sohn! Der Du von seiner Sündenlast So manches Herz befreiet hast; Komm, heiliger Geist, Du göttlicher Gast. 2. Komm, heiliger Geist, auf uns jept herab, So wie Dich einst Gott den Gläubigen gab, Als sie noch in geringer Zahl, Versammelt im verschloss'nen Saal, Sich sehnten nach Dir, Du göttlicher Strahl. 3. Komm, heiliger Geist, Du Lehrer der Welt! Die Wege des Heils sind niemals verfehlt, Wenn man sich ernst zu Dir bekehrt, Die Kirche, stets von Dir belehrt, Mit kindlicher Treu' als Mutter verehrt. 4. Romm, heiliger Geist, vom himmlischen Thron; Dir werde zugleich mit Vater und Sohn In unzertheilter Wesenheit, Von nun an bis in Ewigkeit Anbetung und Dank und Jubel geweiht. Nach der Predigt. 16. Uns hat, o Herr, dein Wort belehrt; O, daß doch auf der Erde Dein heil'ger Name mehr geehrt, Die Sünde selt'ner werde! So sende denn uns Kraft und Muth, Dein 11 86 Wort treu zu erfüllen, Damit, was jeder denkt und thut, Gescheh' nach deinem Willen. 2. Hilf, daß die ganze Christenheit Dich stets anbetend ehre! Daß weder Hochmuth, Haß noch Neid Dein heilig Wort verkehre. Laß seine Macht des Irrthums Nacht, Der Sünde Reich bestreiten, und seinen Schall sich überall 3 u deinem Ruhm verbreiten. 201 IV. Vor der Predigt. 17. Herr, vor deinem Angesicht Hat die Andacht uns versammelt; Ach, verwirf die Bitte nicht, Die dein Volk Dir, Vater, stammelt. Hör' auf unsre schwachen Lieder, Blid' auf uns mit Huld hernieder. 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, Viele gute Früchte bringen, Und mit göttlicher Gewalt Tief in unsre Seele dringen! Laß es unsern Sinn erneuen Und des Irrthums Nacht zerstreuen. 3. Daß von Eifer ganz entbrannt, Wir, was Du befohlen, üben, Dich und den, den Du gesandt, Jesum Christum herzlich lieben; Daß kein Schmerz und keine Freude Uns von deiner Liebe scheide. Nach der Predigt. 18. Guter Gott, wir danken Dir, Daß Du uns dein Wort gegeben; Gib uns Gnade, daß wir hier Immer nach demselben leben. Ja, verleihe, Herr, uns Allen, Daß wir, um Dir zu gefallen, Freudig deine Wege wallen. Segensgesänge. I. 19. Wir beten an, Herr, deinen Leib und Blut In Brodsgestalt, als unser höchstes Gut! Heilig, heilig, heilig! Unaussprechlich heilig! Preis und Dank sey Dir geweiht, Heiligst er, in Ewigkeit! 2. Wir beten an Dich, wahres Gotteslamm, Du blutetest für uns am Kreuzesstamm!- Heilig u. s. w.( wie oben.) 3. D guter Hirt! der für uns Sünder starb, Durch seinen Tod Verzeihung uns erwarb.- Heilig u. s. w. 4. D Lebensbrod! das die Gerechten nährt, Zur Tugend stärkt und Seligkeit gewährt.- Heilig u. s. w. 87 5. Du bist der Weg, die Wahrheit und das Licht, Bist unser Trost und unsre Zuversicht.- Heilig u. s. w. 6. Erbarmungsquell, dem ew'ges Heil entfließt! Erquick' auch uns, wenn einst das Aug' sich schließt!- Heilig u. s. w. II. 20.( Chor.) Heilig, heilig, heilig Bist Du, unſer Herr und Gott! Deiner Macht und Herrlichkeit Ist der ganze Weltkreis voll. ( Nur Einige.) Dir, Jesus Christ, Der Du zugegen bist, Dir sey aus Dankbarkeit, Herr, unser Herz geweiht. Nimm es zum Opfer hin, Und heil'ge unsern Sinn! ( Chor.) Heilig u. s. w.( wie oben.) 2.( Chor.) Heilig, heilig, heilig Bist Du, unser Herr und Gott! Deiner Macht und Herrlichkeit Ist der ganze Erdkreis voll. ( Nur Einige.) Du bist uns nah, Den noch kein Auge sah! Sey, wo wir sind, mit uns, Sey Leiter unsers Thun's! Führ' uns nach dieser Zeit In deine Herrlichkeit. ( Chor.) Heilig u. s. w.( wie oben.) III. 21. Uns zum Himmel zu erheben, Stiegst Du, Herr, zum Staub herab, G abst für uns dein theures Leben, Sankst zu unserm Heil in's Grab. Heilig, unaussprechlich heilig, Bist Du, unser Gott und Herr! 2. Ach, kein Mensch, der Engel keiner, Kann Dir gleich an Liebe seyn! Ewig soll mein Herz sich Deiner, O Du ew'ge Liebe, freu'n! Heilig, unaussprechlich heilig, Bist Du, unser Gott und Herr! 3. Vater, Dir sey ewig Ehre! Ehre Dir, Herr Jesu Christ! Dir, o Geist, sey ewig Ehre! Gott, der Du die Liebe bist! Heilig, unaussprechlich heilig, Bist Du, unser Gott und Herr! * Als Segensgesänge können auch noch einzelne Strophen des Hymnus: Preiset lippen das Geheimniß"( siehe in der erst en Abtheilung S. 42 die Gefänge zur Fronleichnamsprozeffion) sowie auch die Lieder zur Verehrung des heiligsten Altarssakraments( siehe unten Nro. 58, S. 114) gebraucht werden. 11 88 Lobgesang des heiligen Ambrosius, oder Te Deum Laudamus. ( Bei Dankfesten zu singen.) I. 22. Großer Gott, wir loben Dich; Herr, wir preisen deine Stärke! Vor Dir neigt die Erde sich, Und bewundert deine Werke!: Wie Du warst vor aller Zeit, So bleibst Du in Ewigkeit.:| 2. Alles, was Dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen, Stimmen Dir ein Loblied an; Alle Engel die Dir dienen,: Rufen ohne Rast noch Ruh' Stets Dir ,, heilig, heilig" zu.:| 3. Heilig, Herr Gott Sabaoth! Heilig, Herr der Kriegesheere! Starker Helfer in der Noth! Himmel, Erde, Luft und Meere: Sind erfüllt mit deinem Ruhm, Alles ist dein Eigenthum.:| 4. Der Apostel Christi Chor, Der Propheten große Menge, Schickt zu deinem Thron empor Neue Lob- und Dankgesänge!: Dir frohlockt siegreich das Heer Der vertlärten Märtyrer.:| 5. Auf dem ganzen Erdenkreis Lobet Alles im Vereine Dich, Gott Vater; Dir zum Preis Singt die heilige Gemeinde; : Sie ehrt auch auf seinem Thron Deinen eingebornen Sohn.:] 6. Sie verehrt den heil'gen Geist, Der uns nährt mit seinen Lehren, Der als Tröster sich erweist, Der, ein König voller Ehren, Eins mit Dir, Herr Jesu Chrift, Eins auch mit dem Vater ist.:| 7. Du, des Vaters ew'ger Sohn, Hast die Menschheit angenommen; Du bist auch von deinem Thron Auf die Welt zu uns gekommen;: Gnade hast Du uns gebracht, Uns von Sünde frei gemacht.:| 8. Nunmehr steht das Himmelsthor Allen, welche glauben, offen; Du stellst uns dem Vater vor, Wenn wir findlich auf Dich hoffen;: Endlich in verklärtem Licht Kömmst Du, Herr, zum Weltgericht.:| 9. Herr, steh' deinen Dienern bei, Welche Dich mit Demuth bitten, Die dein Blut dort machte frei, Als Du für uns haft gelitten.: Nimm uns nach vollbrachtem Lauf 3u Dir in den Himmel auf.:| 189 10. Sieh' dein Volk in Gnaden an; Hilf uns, segne Herr, dein Erbe! Leit' uns auf der rechten Bahn, Daß der Feind uns nicht verderbe; alt' uns heut', o Herr der Huld, Unbefleckt von Sündenschuld!:| 11. Alle Tage wollen wir Dich und deinen Namen preisen, Und zu allen Zeiten Dir Ehre, Lob und Dank erweisen;: Gib, daß wir von Sünden rein, Reich an jeder Tugend sey'n.:| 12. Herr, erbarm', erbarme Dich! Laß uns deine Güte schauen! Deine Treue zeige sich, Wie wir fest auf Dich vertrauen. Auf Dich hoffen wir allein; Laß uns nicht verloren seyn!:| II. 23. Herr, großer Gott! Dich loben wir, Betennen Dich und danken Dir; Die ganze Schöpfung preiset Dich Durch Himmel, Erd' und Meere! 3 u deinem Throne neigen sich Der Engel sel'ge Chöre! Dir beugen sich die Cherubim, Dich beten an die Seraphim. Herr, großer Gott! Dich loben wir, Bekennen Dich und danken Dir. - 2. aut tönen alle Himmel weit Vom Lobe deiner Herrlichkeit. Dich rühmet der Apostel Schaar, Dich der Propheten Chöre; Dir bringen Preis und Loblied dar Der Märt'rer heil'ge Heere. Sie beten an und jubeln Dir Zu allen Zeiten für und für.- Herr, großer Gott u. f. w. ( wie oben, erste Strophe.) 3. Die Kirche durch den Erdenkreis Bringt Dir, o Ew'ger, Lob und Preis; Bekennet jetzt und alle Zeit Dich, Vater, hoch erhaben, Dich, Sohn von gleicher Wesenheit, Dich, Spender heil'ger Gaben: O heil'ger Geist, der Trost gewährt Und uns ein ewig Heil beschert.- Herr, großer Gott u. s. w. 4. Es stieg des ew'gen Vaters Sohn Zu uns herab von seinem Thron; Und ward uns Menschenkindern gleich, Den Tob zu überwinden; Damit wir einst in seinem Reich, Das ew'ge Leben finden. Er, der zur Rechten Gottes thront, I st's, der als Richter straft und lohnt.- Herr, großer Gott u. f. w. 5. Vernimm der Deinen Fleh'n, o Gott! Für die dein Sohn durch Kreuz und Tod Verzeihung und das Heil gewann; Gib deinem Volte Segen. O nimm's zum Himmelserben an, Leit' es auf Tugendwegen Zur Krone der 11 90 Unsterblichkeit, Dann sey Dir Lob und Dank geweiht.- Herr, großer Gott u. s. w. V. Gepriesen seyst Du, o Herr, Golt unsrer Väter! R. Lob- und ruhmwürdig bist Du in Ewigkeit. V. Lasset uns preisen den Vater und den Sohn mit dem heil. Geiste. R. Lasset uns Ihn loben und erheben in Ewigkeit. V. Gepriesen bist Du, Herr und Gott, in der Feste des Himmels! R. Und hochgelobt und glorreich und hocherhaben in Swigkeit! V. Preise den Herrn meine Seele! R. Und vergiß nicht alle seine Gnaden und Wohlthaten. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß unser Rufen zu Dir tommen! V. Der Herr sey mit euch! R. Und mit deinem Geiste. Lasset uns beten. O Gott, dessen Barmherzigkeit ohne Grenzen, und dessen Güte ein unermeßlicher Reichthum ist; wir sagen deiner liebevollen Hoheit für alle empfangenen Gaben den kindlichsten Dank, und bitten deine Gütigkeit ohne Aufhören, daß Du diejenigen, deren Bitten Du erfüllet hast, nie verlassest, und zu fünftigen Belohnungen vorbereitest. O Gott, der Du die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des heiligen Geistes belehret haft, gib, daß wir durch eben diesen Geist nur die Gerechtigkeit suchen und uns seines Trostes immer erfreuen. O Gott, der Du keinen Menschen, wenn er auf Dich seine Hoffnung seßt, über seine Kräfte heimsuchst und züchtigst, sondern seine frommen Gebete gnädig erhörst: wir sagen Dir für unsere erfüllten Wünsche und Gebete demüthigen Dank, und bitten Dich mit findlichem Gefühle, daß Du uns vor allen Widerwärtigkeiten immer bewahrest; durch Jesum Chriftum u. f. w. Pr. Die göttliche Hülfe bleibe allezeit mit uns. R. Amen. Lieder auf besondere Festzeiten des Kirchenjahrs und auf verschiedene Feste des Herrn und seiner Heiligen. Adventlieder. I. 24. Meine Seele! dank' und singe, Hoch in deinem 91 Gott erfreut; Ihm dem Schöpfer aller Dinge, Sey dein Lobgesang geweiht, Freu' Dich innig, denn gekommen st die gnadenvolle Zeit, Die zum Troste aller Frommen Ward von Anfang prophezeit. 2. Sich', vom hohen Himmel eilet Gottes Engel stark und mild, Hin zur Wohnung, wo sie weilet; Sie, der reinsten Unschuld Bild, Knieend liegt sie im Gebete, Hört den Gruß aus Engels Mund, Welcher ihr, die Gott erhöhte, Thut des Herren Willen fund. Fisher 3. Und die Reine ohne Mängel, Sie, des Höchsten treuste Magd, Spricht voll Demuth zu dem Engel: ,, Mir gescheh' wie du gesagt!" Tief entzückt von Himmelsfreude, Die ihr ganzes Herz durchdrang, Bringt die Hochgebenedeite Gott den schönsten Lobgefang. 4. Auf! und laßt mit ihr uns singen, Uns mit ihr in Gott erfreu'n! Dank dem Welterlöser bringen, Ganz Ihm unsre Herzen weih'n, Ihn durch Wort und That erheben, Wie sie's that ihr Leben lang; Denn ein wahrhaft frommes Leben Ist der schönste Lobgesang. 30 II. 25. Christen, hört, die Stimme schallen, Die bis in den Abgrund dringt, Höret fic, weil sie uns allen Die gewünschte Botschaft bringt; Wachet auf vom Schlaf, ihr Sünder! Werdet wieder Gottes Kinder; Jesus, euer Hetland kommt! 2. Aus der Erde niedern Grenzen Tritt, o träger Geist, hervor; Siehst du Jakob's Stern nicht glänzen? Himmelwärts schwing dich empor! Sieh', wie sich sein Glanz verbreitet; Folge diesem Glanz, er leitet Aus der Finsterniß in's Licht. 3. Gott will seinen Sohn uns senden Aus unendlich großer Huld, Der sein theures Blut verpfänden Will zur Tilgung unsrer Schuld. Herr, Du willst uns glücklich sehen, Gib uns doch, um was wir flehen: Gnade, Nachlaß, Bußezeit. 4. Schimmert dieser Stern einst wieder, Dann fährst Du, o Menschensohn, Auf den bangen Erdball nieder, Sißend auf dem Wolkenthron. Sieh', vor deinem Gnadenthrone Fleh'n wir jept: ach, Richter schone Uns am Tag des Weltgerichts! 11 92 5. Gott der Vater sey gepiesen, Lob sei Ihm zu jeder Zeit! Dank und Ehre Ihm erwiesen; Preis dem Herrn der Herrlichkeit! Gleiches Lob sey auch dem Sohne Und dem Geist im Himmelsthrone, Jeßt und durch die Ewigkeit. III. 26. Thauet, himmel, den Gerechten, Wolken, regnet Ihn herab!" Rief das Volk in bangen Nächten, Dem Gott die Verheißung gab, Einst den Mittler selbst zu sehen Und zum Himmel einzugehen; Denn verschlossen war das Thor, Bis der Heiland trat hervor. 2. Gott der Vater ließ sich rühren, Daß Er uns zu retten sann; Und den Rathschluß auszuführen, Trug der Sohn sich selber an. Gottes Engel kam hernieder, Kehrte mit der Antwort wieder: Sieh', ich bin des Herren Magd; Mir geschehe, was Gott sagt." 3. Als die Botschaft angekommen, War Maria im Gebet. Da das Wort Fleisch angenommen, Ging sie zu Elisabeth. Von dem Gruße ganz durchdrungen, Ist Johannes aufgesprungen, Der von Gott geheiligt war, Eh' die Mutter ihn gebar. 4. Dieser ließ die Stimm' erschallen: ,, Sünder, wacht vom Schlummer auf! Denn es naht das Heil uns Allen; Hemmet euern Sündenlauf!" Brüder, laßt zu diesen Zeiten Unser Herz zur Buß' bereiten; Wandelt auf der Tugend Bahn; Ziehet Jesum Christum an! 5. Laßt uns wie am Tage wandeln, Nicht in Fraß und Trunkenheit! Suchet um gerecht zu handeln, Wahrheit, Fried' und Einigkeit; Jenem gänzlich nachzuarten, Dessen Ankunft wir erwarten. Dieß, durch des Apostels Mund, Macht der Herr den Seinen fund. 6. Welterlöser! wir erfüllen Deines Knechtes heil'gen Rath; Komm nach deines Vaters Willen, Wie dein Bot' verkündet hat! Komm und bringe uns den Frieden, Den Du Jenen haft beschieden, Die da guten Willens sind; Komm zu uns, o göttlich Kind! IV. 27. ,, Thauet, himmel, den Gerechten, Wolken regnet Ihn herab!" Rief das Volk in bangen Nächten, Dem Gott die Verheißung gab, Seinen Heiland bald zu sehen, 93 Auf dem Pfad ihm nachzugehen, Den Er liebevoll ihm zeigt In das Land der Seligkeit. 2. Und Er kommt in Menschenhülle, Wie der Seher. Nund versprach. Segen, Licht und Gnadenfülle Folgen seinen Tritten nach. Und Er stürzt das Reich der Sünden Und des Todes Schatten schwinden; Leben wird durch Ihn und Heil, Und Erlösung uns zu Theil! 3. Kommet, reinigt eure Seelen, Werdet heilig, send bereit, Das, was Ihm gefällt, zu wählen, Das zu flieh'n, was Er verbeut; Fried' und Ruhe, Licht und Leben Will Er jedem Herzen geben, Das sein Wort mit Freude hört, Und zu Ihm sich ganz bekehrt. 4. Nur wer Tugend herzlich liebet, Nied're Erdenlust verschmäht, Sich in guten Werken übet, Gern auf Gottes Wegen geht: Der nur wird schon hier auf Erden Seines Gottes inne werden; Ihm nur wird von Gott das Heil, Fried' und Seligkeit zu Theil. 5. Deines Heiles mich zu freuen, Laß mein Herz dein eigen seyn; Heiland, Dir will ich es weihen, Ewig, ewig sey es dein; Daß ich, wirst Du wieder kommen, Dir, o Herr, mit deinen Frommen Freudig mög' entgegen seh'n, Und gerecht vor Dir besteh'n. Weihnachtslieder. I. 28. Heiligste Nacht, heiligste Nacht! Erste der Nächte für Menschen hienicden! Heiligste, ewig uns heilige Nacht! Engel erscheinen, verkünden den Frieden. Allen wird fröhliche Botschaft gebracht; Nun ist die größte Verheißung erfüllt, Endlich die Sehnsucht der Väter gestillt! Stannet, o Sterbliche! Sehet! der Ewige Lebet als Kind.. 2. Heiligster Tag, heiligster Tag! Würdig, noch heute besungen zu werden, Wie ihn das Loblied der Engel. befang! Ehre sey Gott in der Höh', und auf Erden Friede und Freude den Menschen. So klang Jenes erhab'ne, süßtönende Lied, Christen! vernehmt es, von Andacht durchglüht, Welche das Herz erhebt, Heiligt und neu belebt, Und zu Gott zieht. 3. Christen, bedenkt! Christen, bedenkt! Kaum von dem Schooße der Mutter entbunden, Ward Ee zum Leiden, 94 zum Dulden bestimmt. Der nie die Freude der Erde empfunden, Den zogen Sünder, von Bosheit ergrimmt Also beschloß es der ewige Gott- Hin zu dem schmählichsten, bittersten Tod. Dadurch entriß der Herr- Ihm sey Dank, Preis und Ehr'! Uns unsrer Noth. 4. Göttlicher Freund! Göttlicher Freund! Allen zur Sühne auf Erden erschienen, Ewiger Retter von Sünde und Tod! Laß mich in heiligem Glauben Dir dienen, Freudig stets wandeln nach deinem Gebot; Laß mich, befreit von den Banden der Welt, Leben und sterben wie Dir es gefällt- Mit Dir, Du Göttlicher! Du bist mein Gott und Herr, Der mich erhält. - II. 29. Es tam die gnadenvolle Nacht, Die uns den hellsten Tag gebracht! Wie freute sich der Engel Schaar,: Da Gottes Sohn geboren war!: 2. Froh jubelte der Engel Heer: Gott in den Höhen, Gott sey Chr'! Und Friede, Freud' und Seligkeit: Herrsch' auf der Erde weit und breit!":| 3. Aus gold'nen Wolken sangen so Die Engel Gottes, himmlisch froh; Und staunend, jubelnd, hochentzückt|: Hat sie die Hirtenschaar erblickt.:| 4. Die hocherfreuten Hirten geh'n, In Windeln Gottes Sohn zu seh'n; Erblicken in der Krippe Jhn,: Und sinten auf die Kniee hin.:| 5. Und Jeder, der das Kindlein sah, War froh und sprach: der Herr ist da! Es kommt sein gnadenvolles Reich; 1: Welch Kind ist diesem Kinde gleich?: 6. O wie viel Trost und Freude gab Mit Ihm Gott in die Welt herab! Wie hat der Vater uns geliebt: Daß Er den eig'nen Sohn uns gibt!:| 7. Ja, Gottes Lieb' ist unbeschränkt! Ein Gott, der seinen Sohn uns schenkt, Schenkt Alles, was uns heilsam ist,: Er schenkt es uns durch Jesum Christ.: 8.O Kindlein, unsre Seligkeit! Nimm uns, o Herr, in Dir erneut, Einst nach vollbrachtem Pilgerlauf,: In deines Himmels Freuden auf!:| III. 30. Auf! Christen, singt festliche Lieder! Lobpreiset 95 in fröhlichem Klang! Es schallet vom Himmel hernieder Lautjubelnder Engelgesang. Der Vater hat unser Verlangen, Die Wünsche des Herzens erfüllt; Der Heiland, nach welchem wir rangen, Erscheinet im Fleische verhüllt. 2. Im Stalle bei Bethlehems Thoren, Da hat zu der Mitternacht Zeit, Maria, die Jungfrau, geboren Ein Kindlein, das Engel erfreut. Sieh'! Rosen und Lilien blühen Im Antlig des Kindes hervor, Und Lippen und Augen erglühen Von Schönheit im lieblichsten Flor. ETSYS 3. Dieß schönste der menschlichen Kinder Ist Gott in der Menschheit Gewand, Und ward uns als Mittler der Sünder Aus zärtlicher Liebe gesandt. Dieß große Geheimniß erklären Die Engel den Hirten im Feld; Sie singen dem Schöpfer zu Ehren, Und fünden den Frieden der Welt. 4. O loßt uns in ihre Gesänge Einstimmen in fröhlichem Ton, O laffet mit Jubelgepränge Uns singen dem göttlichen Sohn! Die Krippe kniefällig umringen, In welcher der Heiligste liegt; Ihm Lieder des Dankes zu singen, Ist Wonne, ist süßeste Pflicht. 5. O ewiger, himmlischer König, Der Du alle Welten erschufft! Ist's denn deiner Güte zu wenig, Daß Du in das Leben uns rufft? Muß selbst deine Hoheit sich neigen In niedere Menschengestalt? Wer könnte mehr Liebe uns zeigen? Wunder der Liebesgewalt! 6. Du bist es, der Zepter und Kronen Den Fürsten und Königen gibt; Doch hat Dir's auf Erden zu wohnen Im Bilde der Knechte beliebt. Du machtest den Hochmuth zu Schanden, mit welchem die Menschen sich bläh'n, Und lehrtest, was Menschen nicht kannten, In heiligster Demuth zu geh'n. 7. Was athmet, soll Alles Dich loben, O Vater auf himmlischem Thron. Du sendest uns Menschen von oben Den ewigen göttlichen Sohn. O laß seine Lieb' uns erkennen, Und heilige Liebe Ihm weih'n! Gib, daß wir vom Bösen uns trennen, Und Seiner dort ewig uns freu'n. Am Neujahrstag. 31. Bei Dir, Gott, wechselt keine Zeit, Du bleibest ewig, wie Du bist; Du lebst und wirkst in Ewigkeit, Was deinen Kindern heilsam ist. 96 2. Heil dem, der sich auf Dich verläßt, Dir, Vater, findlich hier vertraut! Sein Hoffen stehet ewig fest, Unt ist auf sichern Grund gebaut. 3. Ein neues Jahr liegt vor mir da, Kein Licht den dunkeln Pfad erhellt; Doch zag' ich nicht, Du bist mir nah' Und führst mich sicher durch die Welt. 4. Du bleibst mein Retter in Gefahr, Mein Schuß und Schirm in jeder Noth, Du, der Du bist und der da war, Mein Vater und mein starker Gott! 5. Was mich auch trifft, von Ewigkeit hat, Herr, dein weiser Rath bedacht; Hilf mir, daß meine Pilgerzeit Mich frommer stets und weiser macht. 6. D laß mich reich an Tugend seyn, Du, dessen Arm mich hält und trägt, und führ' mich einst zum Himmel ein, Wenn meine lebte Stunde schlägt. Der Name Jesus. I. 32. D Name Jesus! nicht die Welt, Nein, nur der Himmel kann Dich geben; Der Werth, den er in sich enthält, Ist göttlich und bringt wahres Leben. Den Namen Jesus wahrhaft nennen, 3um Namen Jesus sich bekennenKann Niemand, wenn ihn nicht der Geist Hiezu durchsi seine Gnade weist. 2. D Name Jesus, welchem sich. Der Engel heil'gen Chöre neigen, Vor dem des Abgrunds Mächte sich Erzitternd in dem Staube beugen! Dir singen wir aus Herzens Grunde, Dein Lob erschall' aus jedem Munde: O Name Jesus, Dir geweiht Sey Ehr' und Preis in Ewigkeit! 3. D Name Jesus, den Du, Herr, 3u unserm Heile Dir gegeben! Durch Ihn willst Du, Barmherziger, Daß wir zum Himmel uns erheben. Kein Name findet sich auf Erden, In dem wir sollen selig werden, Als: Jesus! Er, Er ist's allein, Durch den wir können selig seyn. 4. O Name Jesus, dessen Kraft Auf alle Schwachheit sich erstrecket, Den Kranken die Genesung schafft, Die Todte die Geneſung ſchafft, Die Tod= ten auf zum Leben wecket! Der Vater will uns das gewähren, Was wir mit Zuversicht begehren Im Namen Jesus. Sieh' die Kraft, Die uns der Name Jesus schafft! 5. O Jesus, Du, der Menschenfreund! O unbegreifli 1 97 höchstes Wesen, Der Du, mit unserm Fleisch vereint, Kamst, uns vom Tode zu erlösen! Laß deine Gnad' uns angedeihen, Daß wir uns deines Namens freuen. O Jesus! gib uns Allen Theil An dem für uns erworb'nen Heil. II. 33. Jesus, Deiner zu gedenken, Bringt dem Herzen wahre Freud'; Doch, willst Du Dich selbst ihm schenken, Dieß gewähret Seligkeit. Nichts kann so das Herz beglücken, Nichts so wonnevoll entzücken, Nichts gibt einen füßern Ton, A18 Du, Jesu, Gottes Sohn.ts th 2. Keine Zunge tann's erklären, Keine Worte bringens bei, Nur Erfahrung kann's bewähren, Was cs, Jesum lieben, sey. Folgen laßt uns Jesu Lehren, Ihn von ganzem Herzen ehren, Innig lieben laßt uns Ihn, Durch das ganze Leben hin. 3. Jesu! großer Himmelskönig, Starter Sieger in dem Streit! Was man sagt, ist viel zu wenig, Herr, von deiner Herrlichkeit. Ach zerstreu' die Finsternisse, Mache, daß ein jeder wisse, Daß Du bist das wahre Licht. Bleib' bei uns, verlaß uns nicht. 4. Jesu! sieh' mein feurig Sehnen Nur nach Dir, mein Heil und Licht. Sieh', Dir fließen meine Thränen, Heiland, Herr, verschmäh' sie nicht! Komm', Du Netter, zu uns allen, Die wir hier auf Erden wallen, Leit' uns durch dein Gnadenlicht, 3 eige uns dein Angesicht. 5. Weltbeglücker, Ueberwinder! Der Du Sünd' und Tod besiegt! Gnädig sey dem schwachen Sünder, Der zu deinen Füßen liegt. Jesus, hör', wie ich hier flehe! Gib, daß ich dein Antlitz sehe Nach dem Dunkel dieser Zeit, Gott, in deiner Herrlichkeit. III. 34. Name über alle Namen! Du Quelle großer Wunberkraft! Genesung war einst jenem Lahmen In Jesu Name gleich verschafft, Als Petrus ihn zu wandeln hieß, Und alles Volk den Heiland pries. 2. O Name, dem sich Engel neigen, O Name, der die Hölle schreckt! Vor dem sich alle Kniee beugen, Der jedem Sünder Trost erweckt; Der von dem Himmel ward gebracht, nd von dem Engel fund gemacht. 7 11 11 98 3. O Name, Trost in Kreuz und Leiden, Der uns die Hülfe Gottes bringt; O Nam', in dem ich einst will scheiden, Wenn mich die Macht des Tod's umringt! O Jesu, Herr, dein Nam' erfreut Die Engel und die Christenheit. Auf das Fest der Erscheinung des Herrn oder Dreikönigsfest. 35. Singet! preiset Gott mit Freuden! Seht! die Güte unsers Herrn Sendet für die fernen Heiden Einen hellen Wunderstern. Staunend sahen ihn die Weisen; Mertten froh auf seinen Lauf; Sprachen:„ Eilig laßt uns reisen, Jakobs Stern geht dort uns auf!" 2. An der Stadt der Bethlemiten Steht der Stern in vollem Schein, Und mit freudig schnellen Schritten ziehen eilends sie hinein; Finden da in einem Stalle Arm das Kind, der Völker Haupt. D kommt her und knieet Alle Hier vor diesem Kind und glaubt! 3. Da sie Ihm den Weihrauch streuten, Ward ihr Herz von Lieb' entzünd't, Myrrhen, Gold und Kostbarkeiten Opfern sie dem Himmelskind. Ihn, der kam, uns zu beglücken, Beten sie voll Ehrfurcht an. Ehrt Ihn Alle mit Entzücken, Wie die Weisen hier gethan! 4. Laßt uns in der Andacht Flamme, mit den Weisen tiefgebeugt, Huldigen dem Gotteslamme, Das uns hier der Glaube zeigt. Laßt der Liebe Gold uns bringen und der Buße Myrrhe weih'n; Aufwärts laßt das Herz sich schwingen Und ein reines Rauchwert sein. Auf die heilige Fastenzeit. 1. ( Miserere.) 36. Erbarme meiner Dich, o Gott! Nach deiner groBen Güte. Zu Dir ruf' ich in Angst und Noth Mit trauerndem Gemüthe. Herr! nach der Fülle deiner Huld Und deiner reichen Gnaden, Lösch aus erbarmend meine Schuld, Tilg' meine Missethaten. 2. Gott! wasche meine Seele rein Von allen ihren Sünden; Laß sie vor Dir getilget seyn, Die deinen Zorn entzünden. Der Laster Menge, welche sich Des Tags und in 99 den Nächten Als Zeugen stellen wider mich, Bedroh'n mich Ungerechten. vlm 3. Gefündigt hab' ich Dir allein; Vor Dir ist mein Vergehen! Du strafft- Du bist gerecht allein; Du kannst in's Jun're sehen. Doch sieh' auch dessen Schwachheit an, Den, da der Schooß ihn deckte, Als er das Leben kaum begann, Die Sünde schon befleckte. 4. Du hast die Wahrheit stets geliebt; Das Dunkle zu verstehen, Hast Du in Weisheit mich geübt, Du gabst sie mir zu sehen. Bespreng' mit Ysop mich, o Herr! So werd' ich rein auf Erden; Ach wasche mich, Barmherziger, Laß weiß wie Schnee mich werden. 5. Laß deine Huld zu meinem Ohr Durch deine Gnade dringen! So hebet sich mein Geist empor, Dir jubelnd Lob zu singen. Dein Angesicht, Allmächtiger, Wend' ab von meinen Sünden: Bertilge sie, laß mich, o Herr, Bei Dir Vergebung finden. 6. Erschaff' ein reines Herz in mir und eine reine Seele, Daß fie in heil'ger Furcht vor Dir Nur deine Wege wähle. Verwirf vor deinem Angesicht Mich nicht, daß ich verderbe; Herr! deinen Geist entzieh' mir nicht, Daß ich nicht ewig sterbe. 7. Gib, daß ich mich an deinem Heil Auf's neue standhaft freue; Gib' mir an deinem Geiste Theil, Der meine Angst zerstreue. Dein heil'ges unbeflecktes Recht Will ich die Sünder lehren, 3u Dir soll jeder Sündenknecht Von Herzen sich bekehren. de la 8. Von Sünden, die um Rache schrei'n, Erbarmend mich entbinde! Dir will ich meine Zunge weih'n, Daß deinen Ruhm sie künde. Eröffne mir, o Herr, den Mund, Laß ihn dein Lob verbreiten; Daß Du gerecht bist, macht er fund Der Welt und künft'gen Zeiten. 9. Schlachtopfer ließ ich gern, o Herr, Dir am Altare fallen: Du aber hast, o Heiligster, An Opfern kein Gefallen. Ein Herz, zerknirscht von Reu' und Leid, Dich Gott, erzürnt zu haben, Liebst Du, o Herr, zu jeder Zett Vor allen Opfergaben. II. 37. Gott! hier sind wir, deine Kinder! Steh' auf uns mit Baterhuld! Wir bekennen uns als Sünder, Groß und 7* 11 100 schwer ist unsre Schuld. Sieh', in diesen Heilestagen Kommen wir zum Gnadenthron. Hör' uns bitten, hör' uns klagen. Hör' uns an durch deinen Sohn. 2. Lehr' uns unsre Sünden kennen, Laß uns herzlich sie bereu'n; Laß uns treulich sie bekennen. Und erneute Menschen seyn, Laß uns deine Wege gehen, Durch Gehorsam Dir vereint, Daß wir einst vor Dir bestehen, Wann der leßte Tag uns scheint. III. 38. Gott, Du schonst des Sünders Leben, Schonest, wenn er sich bekehrt. Bist bereit, ihm zu vergeben, Wenn er Dich in Wahrheit ehrt; Du, o Vater deiner Kinder, Rufst zu Dir zurück den Sünder, Gibst zur Besserung ihm Frist, Weil bei Dir Erbarmung ist. 2. Ja, Du schenkst Erbarmung Allen, Nimmst als Kinder wieder an, Die Dir suchen zu gefallen, Ob auch Böses sie gethan. Ach erbarm' Dich mein und schenke Mir Vergebung und gedenke Nicht mehr meiner Sündenlaft, Wie Du, Herr, verheißen hast. 3. Sich', o Herr, mein banges Sehnen, Siehe meinen Jammer an; Zähle meiner Buße Thränen, Vater, der mich trösten kann! Alle Sünden, die mich reuen, Kannst Du mir, mein Gott, verzeihen: Ach! ich flehe, Herr, zu Dir: Schenke mein Verschulden mir. 4. Aber, wenn Du mir vergeben, So verlasse, Herr, mich nicht! Heilig laß mich immer leben, Gott, vor deinem Angesicht; Hilf, daß keine Lust der Sünde Meine Schwachheit überwinde; A ch bewahr', ich bitte Dich, Deinen Knecht und rette mich. IV. 39. Der Herr des Himmels und der Erde Will, daß die Welt gerichtet werde: Mit strahlumglänztem Angesicht Kömmt unser Gott und hält Gericht. Er ruft, daß Erd' und Himmel hören: Weh' denen, die den Herrn nicht ehren!" Erzitt're sündiges Geschlecht! Schaut Ihn im Sturm, den Strafverkünder! Es tönt in's Herz dem frechen Sünder: Er fömmt, der jeden Frevel rächt! 2. Er wird am Ende von den Tagen Nach allen unsern Werken fragen: Er ist's, der alle Sünde rächt, Er bleibt in 101 seinem Thun gerecht. Der Höchste kann das Recht nicht beugen, Der Himmel und die Erd' bezeugen: Sein Spruch ist reif zu Straf' und Lohn. Wenn Gottes Zorngericht' entbrennen, Da muß der Sünder selbst bekennen: Gott ist gerecht auf seinem Thron. 3. Ich bin der Herr, so wird Er sprechen, Ich lasse meinen Bund nicht brechen, und meine Sagung nicht entweih'n, Ich selber werde Richter seyn. Ich ford're, Mensch, nicht nur Besuche Geweihter Tempel; ich verfluche Des frechen Sünders Scheingebet. Was soll mir eurer Feste Menge? Wozu der Bösen Lobgesänge? Ein Herz will ich, das mich erhöht. 4. Ich, ohne den kein Weltbau wäre, Bedarf nicht eitler Menschenehre 3 ur Gründung meiner Herrlichkeit! Doch will ich, was mein Mund gebeut, Weil Heil und Segen von ihm fließen, Von aller Welt gehalten wissen: Ich bin der Vater meiner Welt. O Menschen! last von mir euch leiten, Euch will ich Glück und Heil bereiten, Wenn ihr vollbringt, was mir gefällt. 5. Du frevelst, Sünder, weil ich schweige? Und weil ich Langmuth dir erzeige, Meinst du, ich sehe dir in Ruh' Mit Milde, ja mit Beifall zu? Die frechen Trug und Frevel üben, Wie kann der Heiligste fie lieben? Erzitt're, sünd'ge ferner nicht! Ich will mich an dem Sünder rächen! Hervor mit meinen Wettern brechen, Und donnern bir in's Angesicht. 6. Ach finke hin zu meinen Füßen, In frommer Neue zu zerfließen! Wenn schwer bedrängt dein Herze büßt, Der Thränen Strom dein Aug' vergießt: Dann komm zu meinen off'nen Armen; Jedoch ermüde mein Erbarmen Mit neuen Missethaten nicht! Wer treu auf meinen Wegen wandelt, Aus reinem Herzen heilig handelt, Der sieht mein freundlich Angesicht. Von dem Leiden und Sterben Jeſu Christi. 1. 40. Trauert, weinet Menschenkinder! Stimmt der Wehmuth Klagen an! Schlagt an eure Brust, ihr Sünder, Und verlaßt der Sünde Bahn! Uns von Sünde zu befreien, Ringt der Herr in Angst und Noth; Uns zum Leben zu erneuen, Gibt Er sich in Schmach und Tod. 102 2. Seht, in unser Fleisch gehüllet, Liegt Er in Gethsemane! Wie Ihm blut'ger Schweiß entquillet, Wie Er fühlt der Sünde Weh! Er, der Heil uns zu gewähren, Si zum Opfer hat geweiht, Will den Kelch der Leiden leeren, Den des Vaters Hand Jhm beut. 3. Er, der Herrscher ohne Ende, Gibt sich hin der Möderschaar, Reichet seine Schöpferhände Willig harten Banden dar; Wird gebunden und geschlagen, Wird gelästert und verlacht; Allen Frevel muß Er tragen, Den die Bosheit ausgedacht. 4. Er der Heil'ge, der Gerechte, Steht vor Sündern im Gericht; Und Ihn richten seine Knechte, Und Er schweigt, antwortet nicht; Bis man Ihn bei Gott befraget: Bist Du Christus, Gottes Sohn? Und Er spricht: wie du gefaget, Komm ich einst vom Himmelsthron." 5. Und vom Vater ganz verlassen, Schmachtet Er in tiefster Noth; Hoch am Kreuz soll Er erblaffen, Denn sein Volk will seinen Tod; Lästert Ihn mit bittrem Hohne, Geisselt Ihn in wilder Wuth, Drückt Ihm auf die Dornenkrone; Ach, wie fließt sein heilig Blut! 6. Welch ein Mensch! und welche Leiden! Duldender! dein Angesicht, Deine. Qual erweicht den Heiden, Doch dein Volk erweicht sie nicht! Alle Kraft ist hingeschwunden, 3 udend pocht sein ringend Herz; Blutbe= flect, bedeckt mit Wunden, Sinft Er hin in grausem Schmerz. 20 7. Ganz wie Wasser hingegossen, hängt Er hoch am Blutaltar; Da des Todes Wunden flossen, Fleht Er für die Mörderschaar. Engel schauern, Felsen beben, Himmel, Erd' umhüllet Nacht; Jesus hauchet aus sein Leben: Vater, Gott, es ist vollbracht! id man in II. 41. Tief aus seinem Eingeweide Bebt der Erdengrund empor, Und mit schwarzem Wolkenkleide Klagt der Himmelslichter Chor. Mit gesenkten Trauerflügeln Schweben Engel schwerbedrängt An den blutbeneßten Hügeln, Wo der Gottmensch sterbend hängt. Inolestus no install 2. Leidet Er so große Beinen Für der Himmelsbürger Wohl? Hängt Er für der Engel einen Tobtenbleich 103 und wundenvoll? Nein, o wenn in deinem Herzen Noch ein Funke Mitleids glimmt, Wed' ihn, Mensch, denn Jesu Schmerzen, Jesu Tod sind dir bestimmt. 3. Nieder sank Er in dem Garten Auf sein heilig Angesicht, Sah die Marter seiner warten, Nahm auf sich dein Strafgericht. Blut'ger Schweiß, der Ihm entflossen, 3eugte, was Er da empfand, Doch Er trant den Kelch entschlossen, Den Jhm bot des Vaters Hand. 4. Sieh', von rohen Henkersknechten Frech verspottet und verhöhnt, Mit dem Rohr in seiner Rechten, mit dem Dornenkranz gekrönt, Wund von Geißeln, schwer von Ketten, Daß Er kaum noch Menschen glich, Sucht Er einzig dich zu retten, Denkt der Heiland nur an dich. 5. A ch des Wegs, den Er gegangen, Bis Er diesen Play betrat! Sieh', o Mensch, o fich' Ihn hangen, Siehe, wie sein Tod sich naht! Aber fühle! selbst im Sterben Fleht Er seinen Vater an, Dir Verzeihung zu erwerben. Fühle, was die Liebe fann! 6. O mein Jesus, deiner Liebe, Die im Tode mir sich weiht, Weihe ich aus reinstem Triebe meiner Liebe Dankbarkeit. Hin zum Kreuze will ich eilen, Will in brünft'gem Herzensdrang, Herr, zu deinen Füßen weilen, Danten Dir mein Leben lang. 7. Theures Blut, das für die Sünden Armer Adamskinder fließt, kann ich deinen Werth ergründen, Der sich auch für mich ergießt? Staunen kann ich nur und beben, Neuig schlagen an die Brust, Aug' und Herz zum Himmel heben, Fühlen der Erlösung Luft. 8. Mann der Schmerzen! deine Leiden Schweben immerdar vor mir; Locken mich verbot'ne Freuden, Wend' ich gläubig mich zu Dir. Jch versiegle mit dem Zeichen Deines Kreuzes meinen Sinn, und die bösen Geister weichen Machtlos überwunden hin. 9. Hilf mir, Heiland, bis zum Ende Dank und Liebe Dir zu weih'n! Strece deine Mittlerhände Aus nach mir, mich zu erneu'n. Steb' erbarmend mir zur Seite, Wann des Todes Schrecken dräu'n. Führe nach vollbrachtem Streite In dein sel'ges Reich mich ein. III. 42. v. Laß mich deine Leiden singen, Dir des Mitleids 11 104 Opfer bringen, D du heil'ges Gotteslamm, Das die Schuld der Welt hinnahm! GINSURAN R. Jesus, drücke deine Schmerzen Tief in aller Christen Herzen. Laß mir deines Todes Pein Trost in meinem Tode seyn. 2. V. 3n's Gericht für Sünter treten, 3 um gerechten Vater beten Seh' ich Dich mit Blut bedecdt, Auf dem Delm berg hingestreckt. R. Jesus, drücke deine Schmerzen u. s. w.( wie oben.) 3. V. Dich zu binden und zu schlagen, Dich zu höhnen, und zu plagen, Nahet sich der Feinde Schaar, Und Du gibst Dich willig dar. R. Jesus, drücke deine Schmerzen u. s. w. 4. V. Von den Richtern, die Dich hassen, Rohen Kriegern überlassen, Strömt, o Herr, dein heilig Blut, Unter wilder Geiffeln Wuth.) R. Jesus, drücke deine Schmerzen u. f. w. 5. V. Unter lautem Spott und Hohne Seh' ich eine Dornenkrone Deinem Haupte aufgeseßt, Die es schwer, ach! schwer verlegt. Die R. Jesus, drücke deine Schmerzen u. s. w. 6. V. Wundenvoll, erblaßt, entkräftet, An das Opferholz geheftet, Seh' ich, wie der Gottmensch stirbt, Und uns Sündern Heil erwirbt. R. Jesus, drücke deine Schmerzen u. f. w.mai 7. V. Heiland, meine Missethaten haben Dich verkauft, verrathen, Dich gegeisfelt und gekrönt, Dich am Kreuzesstamm verhöhnt. R. Reue fühl' ich tief im Herzen! Laß, mein Heiland, beine Schmerzen, Deines Mittlertodes Bein Nicht an mir verloren seyn.d IV. Bum heiligen Kreuz. ( Vexilla regis prodeunt.) 43. Seht, Christen, Gottes Unterthanen! Seht eures Königs blut'ge Fahnen, Das hehre Kreuz in lichtem Schein. Es starb an diesem Holz das Leben, Ein neues Leben uns zu geben; Sein Tod soll unser Leben seyn. 2. Der Heiland wollt' am Kreuze dulden, zu tilgen unsrer Sünden Schulden; Sein Herz durchbohrt der Lanze 105 Stoß, Es öffnet sich die Seitenwunde, Draus reichlich in der Gnadenstunde So Blut als Wasser sich ergoß. M 3. Was einst, durch Gottes Huld belehret, Der alten Seher Wort bewähret, Was, von dem Geist des Herrn befromme Lippen sangen, Erfüllung nun gegangen: Gott hat vom Kreuze aus regiert. 4. O Baum, dem alle Bäume weichen, Dem keine Zeder zu vergleichen, Der heil'ge Schatten um sich streut! Du warst erwählet, zu berühren den reinsten Leib; Dich sollte zieren Das königliche Purpurkleid. 5. O Baum, an dem der Preis gehangen, Durch welchen wir zum Heil gelangen! Du bist des Mittlers Blutaltar; Die Waage, die den Leib gewogen, Der jenen Raub an sich gezogen, Der sonst dem Feind verfallen war. 6. O unsre Hoffnung! Sey gegrüßet, o Kreuz, von welchem reichlich fließet Das Heil in dieser Leidenszeit! Vermehre Gottes Huld den Frommen! Hilf, daß zum Herrn die Sünder fommen Von ihrer schweren Schuld befreit. 7. Dich lobe, was im Himmel schwebet; Dich preise, was auf Erden lebet, O Quell des Heils, Dreifaltigkeit! Gib uns, die wir durch's Kreuz gesieget, Den Lobu, der schon bereit dort lieget Für Ueberwinder in dem Streit. V. Begräbniß des Herrn. 44. Wie öde bist du, Todeshügel, Wie trüb' ist's rings um dich herum! Nur rauschen noch des Todes Flügel; Sonst bist du einsam, still und-stumm. Todt hängt in nächtlich schwarzer Wolke Der Mittler von dem Kreuz herab; Getödtet von dem Judenvolke, Harrt seiner nun das finst're Grab. 3152 2. Vollendet ist das Werk der Feinde, Der Hölle Bosheit tobt nicht mehr; Nicht Mörder, Jünger nur und Freunde Steh'n innig trauernd um Ihn her. Es wird von diesen treuen Frommen Das legte Liebeswert erfüllt; Der Leichnam wird vom Kreuz genommen, Gesalbt, in Leinwand eingehüllt. Informas 3. So schlumm're denn den Todesschlummer, Du Fürst des Lebens, Jesu Chrift! Umschweben soll mein Geist, voll Kummer, Dein Grab, bis Du erstanden bist. Drei Tage nur wird Dich umschlingen Des Grabes Dunkel, Herr, 11 106 mein Hort; Dann wirst dem Tod Du Dich entringen, Wie uns bewährt dein heilig Wort. Auf die heilige Oftern. I. 45. Der Heiland ist erstanden, Befreit von Todesbanden, Der als das wahre Osterlamm Die Sünde aller Welt hinnahm! Alleluja! 2. Nun ist der Mensch gerettet, Und Satan angekettet; Der Tod hat keinen Stachel mehr, Der Stein ist weg, das Grab ist leer. Alleluja! 3. Der Sieger führt die Schaaren, Die lang gefangen waren, In seines Vaters Reich empor, Das Adam sich und mir verlor. Alleluja! 4. D, wie die Wunden prangen, Die Er für mich empfangen! Wie schallt der Engel Siegsgefang Dem Starken, der den Tod bezwang! Alleluja! 5. Mein Glaube darf nicht wanken; O tröstliche Gedanken: Ich werde durch sein Aufersteh'n Gleich Ihm aus meinem Grabe geh'n! Alleluja! 6. O Meer der Seligkeiten! Um sie mir zu bereiten, Ging mein Erlöser hin vor mir! Erstand'ner, gläubig folg' ich Dir! Alleluja! 7. Hilf durch ein neues Leben 3u Dir mich zu erheben, Wo Du mit deinem Vater thronst, Und jede gute That belohnst. Alleluja! 8. Dann werd' ich im Gerichte, Vor deinem Angesichte, Von deinem Blut gereinigt steh'n, Und zu des Lammes Hochzeit geh'n. Alleluja! 9. Herr, der Du uns das Leben In deinem Tod geben! Wie Du vom Grab erstanden bist, Erwed' and uns, Herr Jesu Christ! Alleluja! II. 46. Jesus lebt! der Gottmensch sieget, Der am Kreuz die Welt versöhnt. Jesus lebt! der Tod erlieget, und der Sieger wird gekrönt. Jesus lebt! aus Grabes Banden Ist der Held in Siegespracht Hochverherrlicht auferstanden Durch ein Wunder seiner Macht. 2. Der mit Kraft vorhergesaget: Diesen Tempel 107 reißet ein; Doch bevor es dreimal taget, Will ich prachtvoll ihn erneu'n!" Den der Vater hochverklärte, Er, der Leben ist und Licht; Der des Teufels Macht zerstörte, Schaute die Verwesung nicht. 3. Donnernd sprang der Felsenriegel, Der des Grabes Höhle schloß, Und der Priester Wahrungssiegel Riß fich von den Felsen los; Schreckensbleich zur Flucht sich wandte Schnell der Wächter Schaar vom Grab, Und die starken Leichenbande Warf der Todbezwinger ab. 4. Und der Erde Festen bebten, Himmelsglanz durchstrahlt die Gruft; Und der Engel Chöre schwebten, Ihm lobsingend, durch die Luft, Als Er aus des Grabes Schwelle, Aus dem Reich der Todten stieg.- Tod! wo ist dein Stachel? Hölle Wo, o Hölle, ist dein Sieg? Mist 5. Auferstand'ner! mit Verlangen Blicken wir Dir gläubig nach, Der Du uns vorangegangen, Wie dein heil'ges Wort versprach: Uns die Stätte zu bereiten, Wo mit deiner Seel'gen Schaar Hocherfreut in Ewigkeiten Wir Dich preifen immerdar. * Noch ein Auferstehungslied findet sich unter den Gefängen für die Auferstehungsfeier am Charsamstag( fiche die fünfte Abtheilung des Gefangbuches, oder die Abendandachten, Nr. 140, Seite 295). Auf die Bittwoche. I. 47. v. Strenger Richter aller Sünder! Treuer Vaer deiner Kinder, Der Du in dem Himmel wohnst, Droheft, strafest und verschonft! R. Höre gnädig unsre Bitten! Wende weg von unsern Hütten Krankheit, Krieg und Hungers= noth! Gib uns unser täglich Brod! 2. V. Der Du Alle kannst ernähren, Durá dein Wort die Brode mchren; Du bist unermeßlich reich. Wer ist Dir an Weisheit gleich? O R. Höre gnädig unsre Bitten u. f. w.( wie oben.) 3. V. Du gibst Sonnenschein und Regen; Du verschaffst durch deinen Segen, Daß die Ernte wohlgedeiht, Schenkst den Saaten Fruchtbarkeit. R= sefte R. Höre gnädig unsre Bitten u. f. w. 4. V. Wenn bei Sturm und Regengüssen Saat 11 108 Frucht verderben müssen: So hat's deine Hand gethan; Unsre Sünd' ist Schuld daran. R. Höre gnädig unsre Bitten u. f. w. 5. V. Wenn in heißen Sommertagen Schlossen Alles niederschlagen, Was in Feld und Garten grünt: Herr, wir haben's wohl verdient. R. Höre gnädig unsre Bitten u. s. w. 6. V. Wenn bei Bliß und Ungewittern Wir erbeben und erzittern, Stredft Du deine starke Hand Warnend über unser Land. R. Höre gnädig unsre Bitten u. f. w. 7. V. Du gabst dem Egyptenlande, Wie es Joseph längst erkannte, Sieben Jahre Fruchtbarkeit Und darauf der Theurung Zeit. R. Höre gnädig unsre Bitten u. s. w. 8. V. In des Königs Achabs Tagen Schlugst Du Israel mit Plagen, Daß die Erde nichts gebar, Alles todt und steinern war. R. Höre gnädig unsre Bitten u. s. w. 9. V. Auch kein Regen kam geflossen, Denn der Himmel war geschlossen: Weil dein Volt sich ohne Scheu Wandte zur Abgötterei. R. Höre gnädig unfre. Bitten u. s. w. 10. V. Büßend warf's vor Dir sich nieder, Und Du schenktest Regen wieder. Du verziehst die Missethat, Als Elias für sie bat. R. Höre gnädig unsre Bitten u. s. w. 11. V. Laß auch uns Erbarmung finden, Wenn Du wegen unsrer Sünden Strafend uns entgegen bist, Und die Hoffnung uns erlischt. R. Höre gnädig unsre Bitten u. f. w. 12. V. Du gabst wunderbarer Weise Dem Elias seine Speise, Da indessen alles Land Harte Hungersnoth empfand. R. Höre gnädig unsre Bitten u. f. w.. 13. V. Du, o Gott, wirft für uns sorgen, Im merdar, so beut' wie morgen. Drum steht unsre Zuversicht, Herr, zu Dir und wanket nicht. R. Höre gnädig unsre Bitten u. s. w. 3 14. V. Voll von kindlichem Vertrauen Wollen wir die standerer bauen! Deffne deine Baterhand, Schenke Segen rm Land. R. Höre gnädig unsre Bitten u. s. w. 2. - 109 II. 48. mein Christ, laß Gott nur walten, Sprich vertrauend immerfort: Gott, mein Herr, wird mich erhalten; Wahr und heilig ist sein Wort; Wer sich Ihm ganz anver traut,: Hat sein Glück auf Fels gebaut.:] 2. Führt Er uns durch rauhe Wege, Schickt Er Kreuz und Leiden zu, Treffen uns auch härte Schläge, Das Gemüth bleibt doch in Ruh'; Denn Gott weiß nach seinem Plan,: Was uns nüßt, was schaden kann.:| 3. Laß den Allerhöchsten sorgen, O mein Christ, verzage nicht; Wie der Sonne Licht am Morgen Auch durch trübe Wolken bricht; Also wie von ungefähr: Schickt Gott wieder Segen her.: 4. Kannst du dich vor Gott beklagen, Glauben, daß Er dein vergißt? Mehr als wir zu bitten wagen, Schenkt Er uns durch Jesum Christ. Fleh' zu Ihm voll Zuversicht, 1: Seine Huld verstoßt dich nicht.:| 5. leh' Ihn an um Hülf' und Segen, Wenn Gefahr und Angst Dir droht; Seine Hand schickt Sonn' und Regen, Hilft uns gern aus aller Noth; Fleh' Ihn auf des Heiles Bahn: Voll Vertrau'n um Beistand an.:| 6. Gottes Reich vor Allem suchet, Uebet die Gerechtigkeit! Gott liebt nicht, wer Brüdern fluchet; Nur wer recht thut und verzeiht. Wer Gott und den Nächsten liebt, |: Weiß, wie gern der Vater gibt.:| III. 49. Empfieht du deine Wege Und Alles, was dich fränkt, Der treuen Vaterpflege, Deß, der den Weltkreis lenkt! Den Wolken und den Winden Bestimmte Er die Bahn, Und soll für dich nicht finden, Was dir nur nüßen fann? Forhisp 2. Dem Herrn mußt Du vertrauen, Wenn dir's soll wohlergeh'n; Auf Ihn nur mußt du schauen, Soll je dein Werk besteh'n. Gott läßt durch Sorg' und Grämen Und selbst gemachte Pein Sich keine Wohlthat nehmen; Sie muß erbeten seyn. 3. Dein Auge, Gott der Gnade, Sicht immer unge= schwächt, Was gut sey oder schade Dem sterblichen Geschlecht. Und was Du dann erlesen, Dein Rath für's Beste 11 11 C 110 hält, Bringst Du zu Stand und Wesen, Wie es Dir wohlgefällt. 4. An wunderbaren Wegen Fehlt Dir's, Allweiser, nicht! Dein Thun ist Gnad' und Segen, Dein Gang ist Recht und Licht; Und wenn Du deinen Kindern Ein Glück haft auserseh'n, Wer kann Dich daran hindern? Du willst! es muß gescheh'n. 5. Drum, Seele laß Ihn walten, Er will dein Wohlergeh'n, Und wird dich aufrecht halten; Und staunend wirst du seh'n, Wie gut Er dich regieret, Wie wunderbar ſein Rath Das Werk hinausgeführet, Das dich bekümmert hat. 6. Verzieht der Trost auch lange, Den du von Ihm begehrt, Und wird dir oftmals bange, Daß Er dich nicht gehört; Er wird dir Hülfe senden, Wenn Du's am mind'sten gläubst, und alles Unglück wenden, So du ihm treu verbleibst. 7. Wohl dir, wohl deiner Treue! Sie trägt den Sieg davon, Daß sie dich niemals reue, Dent' ihren großen Lohn! Auch nach dem größten Leide, Das dir begegnen kann, Bricht einst der Tag der Freude und ew'ger Ruhe an. 8. Mach', Herr, ein fröhlich Ende Mit aller unsrer Noth Und reich' uns deine Hände Im Leben und im Tod. Stets laß uns deiner Pflege Und Treu' empfohlen seyn; So gehen unsre Wege Gewiß zum Himmel ein. IV. Allgemeiner Bittgesang. 50. Schau vom Sternenthrone nieder, Heil'ger Vater, Herr und Gott! Sieh', wir fleh'n für unsre Brüder, Wie es uns dein Sohn gebot. Vater aller Millionen, Die dein großes Reich bewohnen, Hör' barmherzig unser Fleh'n, Laß Dich allen gnädig seh'n. 2. Wenn des Zornes dunkle Wolke Furchtbar deinen Thron umhüllt, Angstgeschrei von allem Volke Zitternd rings die Lüfte füllt, Wenn um Gnade alle weinen, Gott! erbarme Dich der Deinen, Auf zu deiner Majestät Steig' ihr heißes Bittgebet. 3. Die zu Dir die Hände falten, Still, von Menschen ungeseh'n, Dich für ihren Retter halten, Hülfe, Gott, von Dir erfleh'n: Trockne huldvoll ihre Thränen, Stille bald ihr banges Sehnen, Ströme Labung, Trost und Nuh', Vater, deinen Kindern zu. 111 4. Alle Armen, Wittwen, Waisen, Die da Noth und Jammer quält, Vater, Alle sollst Du speisen, Du, der ihre Thränen zählt: Allen Trauernden und Müden Schenke deinen hehren Frieden, Der zur sel'gen Wonne stimmt, Den die Welt nicht gibt, noch nimmt. 5. Die nicht deinen Namen achten, Blind von stolzem Wahn berückt, Nur nach eitlen Lüsten trachten; Von der Sünde Reiz umstrict: Wolleft, Gott, ihr Herz erschüttern, Daß sie vor dem Abgrund zittern, Sende ihnen Gnad' und Licht, Eh' im Tod ihr Auge bricht. 6. Sent' auf alle Christen nieder, Vater, deinen Gnadenblick; Führ' auch die getrennten Brüder Jn der Kirche Schooß zurück. Mache, Herr, daß eine Heerde Unter einem Hirten werde; Alle, die vereint sind hier, Laß vereint auch seyn bei Dir. 7. Alle Christen, die im Tode Ringend, der Vollendung nah'n, Labe mit dem Himmelsbrode, Daß sie Trost und Muth empfah'n! Stärke die gebroch'nen Herzen, Lindre ihre Todesschmerzen, Ende gnädig ihren Lauf, Nimm sie in den Himmel auf. 8. Gott, auf unerforschten Wegen Führst Du uns an deiner Hand Einem großen Ziel entgegen Durch das dunkle Schattenland; Wer kann deinen Rath durchschauen? Wunderbarer! still vertrauen Wollen wir auf Dich allein! Uns in deinem Sohn erfreu'n. Auf das Fest der Himmelfahrt Christi. I. 51. Wie herrlich hat dein Erdenlauf, Dein Leiden sich geendet! Du fährst verklärt zum Vater auf, Der Dich zu uns gesendet; Von nun an strömt uns Heil und Licht, Und Freude, Kraft und Zuversicht: Von deinem Throne nieder.: 2. Herr, flöß' uns Muth und Eifer ein, Das Eitle zu verachten, Vor allen Dingen nur allein Nach deinem Reich zu trachten! Zieh' unsre Herzen ganz zu Dir, Und hilf uns, daß mit Dir auch wir: 3 ur Seligkeit gelangen.:| 3. Den deine Liebe uns verheißt, Damit wir nicht ers müden, Send' Ihn herab, den heil'gen Geist, Und gib uns deinen Frieden! Erhöre, Jesu, unser Fleh'n! Wenn wir Dich einst als Richter seh'n,: Erbarme Dich der Sünder.:| 11 1027 112 II. 52. Jefus, König aller Zeiten, Der Du hier den größten Leiden Und dem Tode Dich geweiht; Durch den Tob, den Du bezwungen, Hast Du Dich emporgeschwungen 3um Triumph der Herrlichkeit. 2. Von der Erd' emporgehoben, Schwangst Du heute Dich nach oben Zu des Vaters ew'gem Thron; Ewig wirst Du triumphiren Und mit höchster Macht regieren, Gottes und des Menschen Sohn! 3. Laß bei Dir uns Gnade finden, und vergib uns unsre Sünden, Nimm hinweg die schwere Schuld; Daß tein Flecken an uns klebe, Daß das Herz zu Dir fich hebe, Stärke uns durch deine Huld. 4. Wenn Du, sißend auf der Wolke, Sprichst das Urtheil allem Volke; O dann, Herr, verwirf uns nicht: Laß uns nach die Straf', verschone; Gib uns die verlorne Krone; Geh' mit uns nicht ins Gericht! Auf das heilige Pfingstfest. 53. Komm, Schöpfer, komm o heil'ger Geist! Du, den der Vater uns verheißt; Ach, komm und bleib in unsern Seelen! Füll' unsre Herzen, die Du schufft, mit Gnaden, der Du sie berufst, Mit Dir sich ewig zu vermählen. 2. Du bist und wirst mit Recht genannt Ein Tröster in dem Prüfungsstand; Du bist die Lieb' und Lebensquelle, Ein Geist der Salbung, Feuer, Licht; Die Gabe, die uns Gott verspricht, Der Herzen schimmerreiche Helle. 3. Du bist des Vaters Unterpfand, Der Finger seiner rechten Hand, Und siebenfach sind deine Gaben. Der Rede Gabe fließt von Dir, Du bist's durch welchen für und für Die Menschenzungen Salbung haben. 4. 3 ünd' an in unserm Sinn ein Licht, Das alle Finsterniß durchbricht! Von Liebe mach' die Herzen glühen; Ertheil' den Leibern deine Kraft, Die ihnen neue Stärke schafft, Sich deinem Dienst zu unterziehen. * Auf dieses Feft kann auch der Hymnus Nr. IX.( S. 175) gebraucht werden, ebenso Nr. 9 und 15( Seite 82 und 85). Auf das Fest der allerheiligsten Dreieinigkeit. I. 54. Jch bete drei Personen In einer Gottheit an, Die 113 in dem Lichte wohnen, Dem Niemand nahen kann: Gins, unzertrennt im Wesen, An Eigenschaften gleich, An Weisheit unermessen,: An Macht und Güte reich.: 2. D großer Gott! ich preise Die unumschränkte Macht, Die wunderbarer Weise Die Welt hervorgebracht, Mit dankendem Gemüthe, Mit süßem Freudenruf, Erheb' ich deine Güte,: Die mich aus Nichts erschuf.:| 3. Gott Vater! dem Erbarmen Und Liebe eigen sind! Sieh' nieder auf mich Armen, Mich, dein begnadigt Kind! Du hast mich angenommen; Verschmäh' mein Bitten nicht, Laß doch zu Dir mich kommen: Und schau'n dein Angesicht.: 4. Sohn Gottes! den Erbarmen Zur Welt vom Himmel zog, Und für das Heil des armen Verlor'nen Volks bewog, Den Kreuzestod zu leiden. Erlöser! durch dein Blut Laß mich die Sünden meiden;: Zur Tugend gib mir Muth.:| 5. Geist Gottes! O entzünde Mit Liebe meine Brust! Gib Abscheu vor der Sünde, 3ur Tugend gib mir Luft; Daß ich von Dir nicht weiche, Bis ich nach dieser Zeit, Von Dir geführt, erreiche: Das Land der Seligkeit.:| II. 55. Gott Vater! sey gepriesen Auf höchstem Himmelethron, Und Ehre sey erwiesen Dem eingebornen Sohn; Der Geist sey auch geehret, Gott gleicher Wesenheit, Wie uns der Glaube lehret. Preis Dir, Dreieinigkeit. 2. O Gott! mach' unsre Brüder Von allem Irrthum frei; Mach' sie als wahre Glieder Der heil'gen Kirche treu. Den christlichen Regenten Gib Fried' und Einigkeit, Daß sie sich stets verwenden 3 um Schuß der Christenheit. 3. Herr, Gott, gib uns den Frieden, Den Niemand geben kann, Daß ungestört hienieden Dein Volk Dich bete an. Wend' ab des Kriegs Gefahren, Der Feinde grimme Wuth; Halt', Dir uns zu bewahren, Uns Herr, in deiner Hut. 4. Wollst uns zur letzten Speise Das Himmelsbrod verleih'n. Führ' uns am Ziel der Reise In deinen Himmel ein, 3u loben deinen Namen, mit aller Sel'gen Schaar. Froh rufen wir dann Amen. Und Alles werde wahr! III. 56. Gott in der Höh' sey Ehr' allein, Sey Dank für seine Gnaden; Der Herr hat uns, sein Volk zu seyn, Erbarmend 8 114 eingeladen. Uns wohlzuthun, ist Gr bereit, Sein Nath ist unsre Seligkeit; Preist Jhn, des Weltalls Schöpfer! 2. Ja, Vater, Gott, wir preisen Dich Mit freudigem Gemüthe! Du herrschest unveränderlich Mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und stets geschieht, was Du bedacht, Du Herr der Kreaturen. 3. D Jesu Christ, des Höchsten Sohn! Dich, seinen Eingebornen, Dich sandte Gott vom Himmelsthron 3 ur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott, Hilf uns im Leben und im Tod, Erbarm' Dich unser Aller! 4. O heil'ger Geist, Du Geist von Gott! Erleuchte, beff're, tröste, Die Jesus Christ durch seinen Tod Zum Dienst des Herrn erlöste; Auf deinen Beistand hoffen wir; Verlass' uns nicht, so sind wir hier und dort einst ewig selig. Auf das heilige Fronleichnamsfest und dessen Oktav; auch zur Verehrung des heiligsten Altarssakraments überhaupt. I, 57. Lasset uns fröhlich sein, Feiernd dieß hohe Fest! Laßt uns mit Mund und Herz Singen ein heilig Lied, Was alt ist, sey verbannt! Alles sey neu und rein; Herz und Handlung und Lobgesang. 2. Der Heiland stiftete, 3 u seiner Jünger Trost, Des neuen Bundes Mahl, In seinem Leib und Blut; Sprach zu der Jünger Schaar: Thut dieß, so oft ihr's thut, 3ur Erinn'rung an meinen Tod. 3. Also ward eingesetzt Jenes erhab'ne Mahl, Welches die Christenschaar Stets durch des Priesters Hand Mit Christus eng vereint; Das sie mit Dank genießt, Sich erinnernd an Jesu Tod. 4. Brod, das die Engel nährt, Wird Brod der Sterblichen, und vor dem Himmelsbrod Flieh'n die Vorbilder hin. Siehe, den Herrn empfängt 3 ur Speise wunderbar Der Arme, Knecht und Niedrige! 11. 58. Kommt zum großen Abendmahle, Gottes Kinder, fommt mit Freuden, kommt in Jesu Speisesaal Und be 115 denket Christi Leiden: Denkt an seine Angst und Noth, Denkt an seinen bittern Tod! 2. O wie ist der Herr so gut, Der zum Lösegeld sein Leben, und sein eigen Fleisch und Blut Uns zur Speise hingegeben, Die der Seele Sehnsucht stillt, Und das Herz mit Trost erfüllt! 3. Kommt getrost und laßt euch nicht Von der Hoheit Glanz erschrecken, Denn Er will sein Angesicht Unter Bredsgestalt verdecken. Bleibet Jemand träg zurück, Der verkennt sein eigen Glück. 4. Kommet Alle, Jung und Alt, Jesus hat euch eingeladen! Wißt! in dieser Brodsgestalt Ist die Quelle aller Gnaden; Jesu Christi Fleisch und Blut Ist der Menschen höchstes Gut. 5. Effet hier das Gottes- Lamm, Welches aller Menschen Sünden Ausgelöscht am Kreuzes- Stamm. Laßt in Liebe euch entzünden! Denn des Lebens Quell erkennt Welcher liebt dieß Sakrament. 6. Aber würdig müßt ihr seyn, Reich an Liebe, frei von Sünden! Macht das Herz vom Bösen rein, Wenn ihr Gnade wollet finden. Wer dies Brod unwürdig bricht, Ist sich selber das Gericht. 7. Kommt und esset, kommt herbei! Kommt, geliebte Gottesfinder; Seht die stärkende Arzney! Aber ihr, verstockte Sünder! Bleibet fern von diesem Brod, Ihr genießt es euch zum Tod! 8. Das so süße Manna war Dem Volk Gottes auf der Reise In der Wüste vierzig Jahr' Täglich eine Wunderspeise; Doch hat jenes Himmelsbrod Nicht geschüßzet vor dem Tod. 9. Nur das Brod, das Jesus gibt, kann des Todes Macht besiegen; Jesus, der uns zärtlich liebt, Läßt uns. nicht im Grabe liegen; Gibt sich selber in der Zeit Uns zum Pfand der Scligkeit. * Mehrere auf das heiligste Altarssakrament sich beziehende Lieder findet man unter den Gesängen zur Fronleichnamsprozession( f. erste Abtheilung, S. 42 u. folg.) Auf das Kirchweihfest. I. 59. Gott, heilig ist die Stätte mir, Wohin dein Volk, die Frommen, 3 um heil'gen Opfer, voll Begier Dich zu 8* 116 verehren, kommen. Ich liebe sie und walle gern 3 um Hause Gottes, meinen Herrn In Demmuth anzubeten. 2. Da fühl' ich durch den frommen Dank, Womit Dich Christen loben, Durch ihren heiligen Gesang Zum Himmel mich erhoben; Da höre ich die Engel schon, Und alle Seligen am Thron Ihr heilig, heilig" rufen. 11 3. O laß es meine Wonne seyn, 3 u deinem Haus zu wallen, Mich eifrig deinem Dienst zu weih'n Und in des Tempels Hallen Zu Dir zu beten für und für, Daß deines Segens Fülle mir Du gnädig wollest schenken. 4. Du, dessen Hand die Welt umschließt, Willst unter Menschen wohnen, Du würdigst Dich, Herr Jesu Christ! Hier unter uns zu thronen. Du, Gott mit uns! dein Volk sind wir, Und wallen freudenvoll zu Dir, Daß Du uns leiten mögest. 5. Lebend'ge Steine möchten wir Am großen Baue werden, Den Du, o Jesus Christus, Dir Gegründet haft auf Erden. Ach wähle uns, so schwach und blind Auch immer unfre Seelen sind, 3 u Gliedern deines Reiches. II. 60. Dich, Herr, preist unser Lobgesang, Dir bringen wir Ruhm, Chr' und Dank!: Sey stets von deiner Christenheit Gelobet und gebenedeit, Jeßt und in alle Ewigkeit.:| 2. O welcher Jubel, welche Freud', Heut ward dein Tempel eingeweiht!: Sey stets u. s. w.:( wie oben). 3. Hier wird so manche Lebensnoth Im Stillen Dir getlagt, o Gott!: Sey stets u. f. w.:| 4. Du merkst auf deiner Kinder Fleh'n, Die mit Vertrauen auf Dich seh'n!: Sey stets u. f. w.:| 5. Hier ist des Opfers heil'ger Ort, Hier strömt dein Segen fort und fort!: Sey stets u. f. w.:| 6. Hier schallt dein Evangelium 3u unserm Heil, zu deinem Ruhm.: Sey stets u. f. w.:| 7. Hier wohnt auf des Altares Thron, In Brodsge= stalten Gott, der Sohn!: Sey stets u. f. w.:| 8. Hier hat der Sakramente Kraft Schon oft uns Gnad' und Trost verschafft.|: Sey stets u. s. w.:| 9. Ja deine Lieb' und Vatertreu' Wird an uns Allen täglich neu!: Sey stets u. s. w.:| 10. Drum hebt sich unser Herz empor, Und singet Dir 117 im Jubelchor:: Sey stets von deiner Christenheit Gelo bet und gebenedeit, Je ßt und in alle Ewigkeit.: III. 61. Ewiger! wie lieblich ist Die Wohnung deiner Herrlichkeit! Dir, Vater, Dir, o Jesu Christ, So wie dem dem heil'gen Geist geweiht! Dieß ist der Ort, der Gott gefällt, Den Er zu seinem Dienst erwählt. 2. Dir, höchster Gott, lobsingen wir, Dir, dem die Väter fromm vertraut; Die uns zum Heil, zum Preise Dir, Des Tempels Heiligthum erbaut; Wo uns des ew'gen Opfers Kraft Versöhnung, Gnad' und Huld verschafft. 3. O hehrer, gnadenvoller Ort, Der unsers Gottes Tempel heißt! Wo uns in Christi heil'gem Wort Sein Priester gläubig unterweist! Wo Christi Gnadenquelle fließt, Die sich zu unserm Heil ergießt. 4. O segne, Herr, die Christenschaar, Die Dir der Andacht Loblied singt, Und betend hier auf dem Altar Des neuen Bundes Opfer bringt. Beschüß' die Kirch', die Du gebaut Und ewig Dir haft angetraut. Auf die Feste der seligsten Jungfrau Maria. I. Auf das Fest Maria Lichtmes. 62. Sion, öffne deine Pforte! Deffne sie dem ew'gen Worte, Christus geht zum Tempel ein, Der, der Schuld uns zu entheben, Sich zum Opfer hingegeben, und der Priester selbst will seyn. 2. Was gehofft seit langen Jahren und ersehnt der Väter Schaaren, Ist erfüllt wahrhaftiglich. Weicht Figuren, Schatten schwindet! Den im Vorbild ihr verkündet, Der Verheiß'ne zeiget sich). 3. Nicht mehr in des Tempels Hallen Werden blut'ge Opfer fallen, Auf des Herren Hochaltar. Gottes Nathschluß zu erfüllen, Bringt der Sohn aus freiem Willen Sich zum ew'gen Opfer dar. 4. Seht die Magd, die Gott erkoren, Trägt den Herrn, den sie geboren, Auf den Armen hoch erfreut! Demuthvoll in frommem Glauben, Bringt sie ein paar junge Tauben Dar voll Mutterseligkeit. 23 118 5. Gott in unsers Fleisches Hülle, Gießt der Gnaden Segensfülle Auf sein Volk mit reicher Hand. Aller Hoffnung ist erfüllet, Aller Sehnsucht ist gestillet, Und das früh're Dunkel schwand. 6. Künft'ger Leiden herbe Kunde Dränget aus des Sehers Munde In Marien's Seele sich; Die in gottergeb'nem Herzen Schweigend opfert ihre Schmerzen Gott, dem Herrn, demüthiglich. Sel 7. Gott dem Vater und dem Sohne, Und dem Geist auf gleichem Throne Werde Lob und Dank geweiht! Dir sei durch das ganze Leben Unser Herz mit Lieb' ergeben, Heiligste Dreieinigkeit. II. Das Stabat Mater. 63. Seht die Mutter voller Schmerzen, Wie sie mit zerriss'nem Herzen An dem Kreuz des Sohnes steht; Wie fie traurig, seufzend ringet, Tiefes Weh' ihr Herz durchdringet, Durch die Seel' ein Schwert ihr geht! 2. O wie bitt'rer Qualen Beute Ward die hochgebenedeite Mutter, die den Herrn gebar! Wie sie zittert, wie sie zaget, um den Eingebornen klaget, Der sich gibt den Leiden dar! 3. Wer verginge nicht im Wehe, So er Jesu Mutter sähe In der Leiden schwerem Drang? Wer erwehrte sich vom Schmerze, Wie der frommen Mutter Herze Mit des Sohnes Qualen rang? 4. Für die Sünden seiner Brüder Sieht sie, ach, wie Jesu Glieder Schwerer Geißeln Wuth zerreißt; Sieht den heil'gen Sohn erblassen, Trostberaubt, von Gott verlassen, Still verathmen seinen Geist. 5. Gib, e Mutter, Quell der Liebe, Daß ich mich mit dir betrübe; Laß empfinden mich dein Weh'. Laß mich stets mit heißen Trieben Meinen Gott und Heiland lieben, Daß Er gnädig auf mich seh'. 6. Drück', o Heilige, die Wunden, Die dein Sohn für mich empfunden, Tief in meine Seele ein. Ach! das Blut, das Er vergossen, Ist für mich dahingeflossen! Laß mich theilen seine Bein. 7. Laß mit dir mich herzlich weinen, Mich durch's Kreuz mit dir vereinen, Sterben all' mein Leben lang; 119 Unterm Kreuz mit dir zu stehen, Unverwandt hinauf zu sehen, Sehn' ich mich mit heil'gem Drang. 8. Jungfrau! du der Jungfrau'n Krone! Fleh' für mich zu deinem Schne, Daß ich fühle deinen Schmerz. Gib mir Theil an Christi Leiden; Seine Todesangst, sein Scheiden Fühle tiefgerührt mein Herz. 9. Laß in seinen theuren Wunden An dem Kreuze mich gefunden, Durch Geduld mit ihm vereint; Daß mein Herz in Lieb' entflamme, Und der Herr mich nicht verdamme, Wann Er im Gericht erscheint. 10. Gegen aller Feinde Stürmen Möge Christi Kreuz mich schirmen, Seine Gnade leuchte mir. Droht des Grabes finstre Höhle Meinem Leib, so nimm die Seele, Herr, in's Paradies zu Dir! III. Auf Mariä Himmelfahrt. ( Auch an andern Marienfesten zu gebrauchen.) 64. Christen! seht mit welchen Freuden Gott die Auserforn'e lohnt! Wie Maria nach dem Scheiden Seltg nun im Himmel thront!- Engel! singet mit uns Lob, Dem, der sie so hoch erhob. 2. 3mmer nur auf Gottes Willen Sah des Herrn demüth'ge Magd; Kindlich stets ihn zu erfüllen, War ihr heil'ges Herz bedacht.- Engel! singet u. s. w.( wie oben.) 3. Rein, wie aus des Schöpfers Händen, konnte sie, vor Freud' entzückt, Ihren Geist zum Himmel senden, Als sie war der Erd' entrückt. Engel! singet u. s. w. 4. Glorreich thronet sie nun droben Bei dem Heiland, ihrem Sohn, Der sie hat so hoch erhoben, Und gekrönt mit sel'gem Lohn!- Engel! singet u. s. w. 5. Blick auf uns, Gebenedeite, Jungfrau, HimmelsKönigin! Steh' in Nöthen uns zur Seite, Sey bei Gott uns Helferin. Engel! singet u. f. w. Mehrere Lieder zur Verehrung der seligsten Jungfrau Maria sind in der Vesper auf ihre Festtage zu finden.( S. 193 u. folg.) * - Auf die Festtage der heiligen Engel. 65. Wir werfen uns im Staube nieder Vor Dir, o Gott der Herrlichkeit! Hör' unsre Dank- und Lobeslieder, Die 11 120 deiner Knechte Schaar Dir weiht. Unendlich, Gott, ist deine Stärke, Unendlich deine weise Macht; Ja, groß sind alle deine Werke, Die Du aus Nichts hervorgebracht. 2. Der heil'gen Engel Legionen 3og deine Hand aus Nichts hervor; Sie, die im Licht des Himmels wohnen, Erhob dein Allmachtswort empor. Die ersten der erschaff'nen Wesen Sind sie mit Herrlichkeit geziert; Du hast siegnädig auserlesen 3um Dienst, der Dir, o Gott, gebührt. 3. Wie sie in sel'ger Ehrfurcht stehen Vor deiner Größe, tief gebückt! Wie sie in sel'ger Wonne sehen Dein Angesicht, von Lieb' entzückt! Und heilig, heilig" Dir zu fingen, Ist ihre Lust und Süßigkeit; Dir ewig neues Lob zu bringen, Ist ihres Lebens Seligkeit. 11 - 4. Du willst, o Gott, daß diese Geister, Die deinem Dienste sich geweiht, Auch unsre Führer sey'n und Meister In diesem Land der Sterblichkeit. Du sendest sie zu uns hernieder, Daß sie uns lehren dein Gebot, Daß sie als Helfer und Behüter Uns schüßen, wenn Gefahr uns droht. 5. Laßt uns empor die Herzen schwingen, Hinauf, bis zu der Engelschaar; Mit ihnen heilig, heilig" singen Dem Herrn, der seyn wird, ist und war. Der uns durch seine Engel schüßet, Preist, Christen, seine Gütigkeit! Der uns durch sie im Falle stüßet; Er sey gelobt in Ewigkeit! Auf die Festtage einiger Heiligen. ( Nach der Ordnung des Kirchenjahrs.) Am Feste des heiligen Stephanus. Siehe den betreffenden Hymnus in der XV. Vesper, dritte Abtheilung( S. 202). Statt desselben kann auch folgendes Lied nach Nro. 24 oder 116 der ersten Abtheilung des Melodienbuches gesungen werden. 65. Du dessen Blut die Aussaat ward Im Erndtefeld des Märtyrthums, Wir flechten keine Krone dir Aus Blumen die vergänglich sind. 2. Die Steine, die dein Blut gefärbt, Umschimmern glorreich jetzt dein Haupt. So herrlich glänzt kein Sternenglanz Hoch an des Himmels blauem Zelt. 3. Wie wunderbar beweist an dir Der Glaube sich, dieß Himmelskind! Sein hehrer Glanz verkläret dir Nicht nur das Leben, auch den Tod. 121 4. Als blinder Wuth dein Leib erlag, Da that sich dir der Himmel auf. Dein Herz zerfloß in dem Gebet, Das deine Mörder Gott empfahl. 5. Dein Leben gabst zum Opfer du Für Jesus, der, sich opfernd, starb; O fleh' für uns um Gnad' und Huld, Wenn einst des Todes Stunde naht. 6. Du gingst voran den blut'gen Pfad, Der zum Triumph der Wahrheit führt. Dir folget nach, mit Sieg gekrönt, Ein unaufhörlich Heldenheer. Am Feste des heil. Apostels und Evangelisten Johannes. 66. Den der Herr vor andern liebte, Weil, von Liebe ganz durchglüht, Dein jungfräuliches Gemüth Keiner Sünde Mackel trübte, Gnaderfüllter Jünger! dir Weih'n dieß Fest der Liebe wir. 2. Ganz ergoß in deine Seele Gottes Sohn sein heilig Herz, Daß im Kampf mit Hohn und Schmerz Muth und Stärke dir nicht fehle; Und du wardst, von Lieb' erfüllt, Aller Christen Musterbild. 3. Als beim Abschied von der Erde Jesu Seele ward betrübt, Weil von denen, die Er liebt', Einer Ihn verrathen werde, Lagst, erfüllt von Himmelsluft, Du an deines Meisters Brust. 4. Als am Kreuz, wo dir zur Seite Qualdurchbohrt Maria stand, Tiefsten Schmerz dein Herz empfand, Neigt' zu dir vor seinem Scheiden Sich der Herr und sprach zu dir: Sohn, sieh' deine Mutter hier!" 5. 3 u Maria dann sich wendend, Sprach Er liebevoll zu ihr: Deinen Sohn sich', Mutter, hier!" Da der Liebe Werk vollendend, Er in's Auge dir geblickt, O wie ward dein Herz entzückt! 6. Liebe war dein ganzes Leben, Wie des Meiſters Leben war, Bächen gleich, die sanft und klar, Wo sie ziehen, Segen geben. Liebt euch, Brüder! immerfort Liebt euch!" war dein letztes Wort. Am Feste des heil. Josephs. 67. Es soll, o Joseph, heut dein Ruhm Empor zum Himmel schallen, Und in des Tempels Heiligthum 2o b 11 122 preisend wiederhallen; Denn du Mann Gottes, fromm und mild, Im ärmlichen Gewande, Warst doch das schönste Tugendbild, Obschon im niedern Stande. 2. Du hörtest freudig immerhin Der ew'gen Wahrheit Worte, Trugst Gott im Herzen und im Sinn Allzeit an jedem Orte; Im Hause Gottes warst du gern Mit frommem Sinn zugegen; Drum ward dir auch von Gott, dem Herrn, Viel Freude, Trost und Segen. 3. Dich ließ zuerst, o Himmelslust. Gott seinen Sohn erblicken; Du drücktest oft Ihn an die Brust Mit heiligem Entzücken. Du sahst Ihn engelschön aufblüh'n In deiner in aufblüh'n niedern Hütte, Und fandest voll Erstaunen Ihn Einst in der Lehrer Mitte. 4. 3war hart war oft dein Lebenslauf, Doch sanft und füß dein Ende; Den müden Geist gabst Du hier auf In deines Jesu Hände; Er schloß dir sanft die Augen zu. Es fam von Gottes Throne Ein Engel, brachte dir die Ruh', Gab dir die Siegeskrone. 5. Drum wollen wir gesinnet seyn Wie du, und Gottes Willen In Wohlergeh'n, in Angst und Pein Wie du mit Lust erfüllen. Dann werden wir, kömmt einst der Tod, Wie du auch selig sterben, und durch den Herren, unsern Gott, Die Himmelskrone erben. Am Feste des heil. Johannes des Täufers. 68. Von allen heiligen Propheten, Die den Messias und sein Reich Weissagten und von Gott erflehten, Ist keiner dir, Johannes, gleich; Sie zeigten nur im dunkeln Bild, Was du dem Volke klar enthüllt. 2. Johannes predigt Buße, Liebe, Und Wahrheit und Gerechtigkeit; Mit strengem Ernst straft er die Triebe Des Lasters und der Sinnlichkeit; Er leuchtet wie der Morgenstern, Und bahnt die Wege seinem Herrn. " 3. Seht Gottes Lamm hier, das die Sünden, Am Kreuze blutend, tilgen wird! Versöhnung ist bei Ihm zu finden! Bringt Ihm den Dank, der Ihm gebührt!" So rief er allen Sündern zu; Wer ihm geglaubt, fand Trost und Ruh'. 4. Mit hohem Muthe starb Johannes Für Wahrheit und Gerechtigkeit; Drum ehrt den Namen dieses Mannes 123 Voll Freude heut die Christenheit. Es fordert uns sein Lebenslauf zur Wahrheit und zur Tugend auf. 5. Laßt uns mit ihm das Lamm verehren, Das blutend für die Menschheit starb, Damit wir einst in sel'gen Chören Den Retter, der uns Heil erwarb, Dort ewig preisen, hocherfreut Im Glanze seiner Herrlichkeit. Am Feste der heil. Apostel Petrus und Paulus. 69. Du unerschaff'nes Licht, das strahlet Von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie schimmerreich hast du bemalet Den heil'gen Tag, der uns erfreut, Der die Apostelfürsten krönt, An welchem Preis und Jubel tönt; Weil heut des Paradieses Pforten Den Büßern sind eröffnet worden. 2. Der, dem die Himmelsschlüssel eigen, und jener, der die Heiden lehrt, Die sich dereinst als Richter zeigen, Die Rom als seine Väter chrt, Wo jener an dem Kreuze starb, Durch's Schwert der and're Sieg erwarb, Sind nun zu Gottes Thron entrücket, Wo sie der Glorie Lorbeer schmücket. 3. Rom, in sel'gem Glanz verkläret, Geweiht durch beider Fürsten Blut, Wie hat der Herr dich hoch geehret, Da du vertraut bist ihrer Hut! Ihr theures Blut bepurpurt dich Mit solcher Schöne wonniglich, Daß keine Schönheit deiner gleichet, Und aller Glanz vor dir erbleichet. 4. Lob sey dem Vater und dem Sohne, Lob sey zugleich dem heil'gen Geist, Den auf dem hohen Himmelsthrone Des Seraphs ewig Loblied preist! Der heiligsten Dreifal tigkeit In unzertheilter Wesenheit Sey Jubel, Dank und Preis und Ehre Von uns, wie von der Engel Heere. - Auf die heil. Maria Magdalena. 70. Entflohen war aus deinem Herzen Der Unschuld heit're Ruh', Und zwischen Sinnenlust und Reueschmerzen, Ein Schilfrohr schwanktest du. 2. Da strahlt vom Meister ohne Gleichen Ein Blick in dein Gemüth; Nun tagt's in dir; die Erdgedanken weichen, Und deine Seele glüht. 3. Du hörst entzückt zu Jesu Füßen Sein Wort von Gottes Reich, und ganz in Thränen sieht Er dich zerfließen, Der Ros' im Thaue gleich. 11 124 4. Voll Inbrunst salbst mit Nardenöle Des Meisters Füße du; Deckst trocknend sie dem Hirten deiner Seele Mit deinem Haupthaar zu. 5. Die du dem Himmel schienst verloren, Den du so sehr betrübt, Dich hat der Herr zu seiner Magd erkoren, Weil du so viel geliebt. Auf das Fest aller Heiligen Gottes. 71. Auserwählte Gotteskinder, Heilige am Gnadenthron! Dulder, Kämpfer, Ueberwinder, Selig in des Sieges Lohn! Auf zu euern lichten Höhen Steigt der Andacht heißes Flehen, Wallen Seufzer heut empor. 2. Hier in unsern Pilgerhütten, Hier im dunkeln Thränenthal Habt auch ihr gewohnt, gelitten Bittern Rummer, heiße Qual. Habt gehorsam, ohne Klagen, Freudig Jesu Joch getragen; Süß war euch des Herren Joch. 3. Von der Sünde nicht bestricket, Nicht verlockt von eitlem Wahn, Mit des Glaubens Frucht geschmücket, Gingt ihr fest der Tugend Bahn, Kämpftet muthig bis an's Ende; Rein bewahrtet ihr die Hände, Gott war eurer Laufbahn Ziel. 4. Jeßo habt ihr ausgerungen, und vergessen eure Qual; Seyd dem Thränenthal entschwungen Auf zu Gottes Gnadenmahl. Wonne jenes ew'gen Lebens, Eures Leidens, eures Strebens Sel'ger Lohn entzückt euch nun. 5. Die ihr, mit des Lichtes Krone Strahlend, sel'ge Chöre singt, Unser Opfer an dem Throne Gott in reiner Andacht bringt! Opfert unsrer Neue Thränen, Opfert Ihm der Kinder Sehnen! Freunde Gottes, fleht für uns. Auf die Festtage der Heiligen überhaupt. ( Werden die betreffenden Hymnen der XV. Vesper[ f. britte Abtheilung, S. 199 und folg.] genommen.) Bei der Investitur eines Pfarrers. 72. Heil allen Christen, die Gott liebt, Und ihnen gute Hirten gibt, Die sie zum Himmel führen; Die reich an wahrer Wissenschaft, Voll Eifer, Tugend, Geist und Kraft, Der Sünder Herzen rühren. 125 2. Wir reichen treulich ihm die Hand, Den Golt zum Führer uns gesandt: Heil ihm zum Lehrgeschäfte! 3 u leiten uns hier in der Zeit 3 um Leben in die Ewigkeit, Gib, Herr, ihm Licht und Kräfte. 3. Laß, Jesu, uns aus seiner Hand Der Gnadenspenden Himmelspfand Stets würdiglich empfangen. Gib für die Wahrheit, die er lehrt, Ein Herz uns, das ihn willig hört Mit gläubigem Verlangen. 4. Wenn einst dein großer Tag erscheint, Laß ihn, den Hirten, unsern Freund, Uns Dir entgegen führen! Die Schaafe sind ihm zugezählt. O gib, daß dort ihm feines fehlt, Laß keines sich verirren. 5. Gesegnet scy uns und geliebt Der Hirte, den der Herr uns gibt, Er fömmt in Gottes Namen. Vereint durch heil'ger Liebe Band Zieh'n wir mit ihm in's Vaterland Zum großen Hirten. Amen. Bei der heiligen Firmung. Vor Ertheilung der heil. Firmung. 73. Herr, Dir gelob' ich neue Treue, Und neuen Fleiß im Christenthum. Dir, Jesu, weih' ich heut' auf's neue Mich ganz zu deinem Dienst und Ruhm. Durch deinen heil'gen Geist allein Laß mich hinfort geleitet seyn! 2. O Vater, nimm von deinem Kinde D en heil'gen Eid der Treue hin! Versucht in Zukunft mich die Sünde, So will ich ihre Reize flich'n; Will stets mein Herz der Tugend weih'n! Herr! dieser Tag soll Zeuge seyn. 3. Nie laß mich, Herr, Dir treulos werden, Nie laß von deinem Pfad mich flieh'n; Kein Scheingut, keine Lust auf Erden, Kein Leiden soll mich Dir entzieh'n. Weich', Gitelkeit, o Sünde, weich'! Gott hört's, mein Herz entsaget euch. 4. Gott selbst, Er hörte mein Versprechen; Tief sieht Er in mein Herz hinein. Sollt' ich den Eid auf's neue brechen, So wird Er einst mein Richter seyn. Gewissensangst und ew'ge Pein Wird dann des Meineids Strafe seyn. 5. O Gott! regiere Du mein Leben, und mache selbst mein Herz Dir treu, Daß Dir mein Wille ganz ergeben, Nach deinem Wort gerichtet sey! Denn ohne Dich bleibt immerdar Mein Herz verkehrt und wandelbar. 126 6. Laß mich einst, Herr, vor deinem Throne Den Tag des Bundes benedei'n; Geschmüdet mit des Sieges Krone, Laß mich dann ewig selig seyn! O welch ein Heil, wie freu' ich mich! Herr! nimm mich hin, ganz dein bin ich. Während der heil. Firmung. I. 74. Gott! vor dem wir betend stehen! Höre deiner Kinder Flehen, Sieh' ihr Beten, ihre Thränen, Ihrer Herzen heißes Sehnen; Laß sie Huld und Gnad' erlangen, Still' ihr herzliches Verlangen; Stärk' in deines Geistes Weihe Ihren Glauben, ihre Treue.. 2. Laß, Erlöser, deine Lehren Sie durch That und Wandel ehren; Laß den schwachen Fuß nicht gleiten; Laß, Herr, deinen Geist sie leiten. Geist vom Vater und vom Sohne, Leite sie bis hin zum Throne, Wo, entfernt von Erdgedanken, Gottes Kinder nicht mehr wanken. 3. Fortan sey ihr ganzes Leben, Je su deinem Dienst ergeben! Locket sie der Welt Verführung, Bringt der Feind sie in Verwirrung, Keimt in ihren eig'nen Herzen, Deinen Himmel zu verscherzen, Böse Luft:- dann, Gott der Liebe! Stärke sie durch heil'ge Triebe. 4. Ach, verloren gehe Keiner! Strauchelt unter ihnen Einer, Laß ihn reu'voll wiederkehren! Laß sie, deinen Tod zu ehren, Oft an deines Tisches Freuden Dankbu. ihre Seelen weiden, und zu Dir gefäll'gen Werken Ihren frommen Glauben stärken. 5. Gott! in Freuden und in Schmerzen Herrsche Du in aller Herzen; Sey ihr Trost bei schwerem Leide, Ihre Kraft im letzten Streite. Nimm an ihres Lebens Ende Ihren Geist in deine Hände; Laß in deiner Sel'gen Rei hen Sie sich ewig Dein erfreuen.. II. 75. sel'ger, heil'ger Augenblick, Der uns gewährt das. große Glück, Daß Gottes Geist nun unsre Brust Erfülle mit des Himmels Lust! 2. Wie Gottes Geist im Flammenbild Einst der Apostel Herz erfüllt, So senkt Er sich mit heil'ger Gab' Im Saframent auf uns herab. 127 3. Er spendet uns des Glaubens Muth, Erfüllt uns mit der Liebe Gluth; Er gibt uns der Erkenntniß Licht, Und lenkt uns auf den Weg der Pflicht. 4. Und fehlt dem schwachen Herzen Kraft, Ist Er's, der neue Stärke schafft; In Gottesfurcht und Frömmigkeit Wird Er uns Pfad und Seligkeit. 5. Sein Trost erfüllet unser Herz, Zieht uns im Leiben himmelwärts; So führt der Tröster Himmelsruh' Uns in des Lebens Mühen zu. 6. Er geht als Führer uns voran, Und leitet uns auf rechter Bahn; Und so, geführt von seiner Hand, Geh'n wir zum ew'gen Vaterland. 7. Gib uns, o Vater, diesen Geist, Den Jesus uns zum Trost verheißt; Durch Ihn laß uns von Sünden rein, Stets seine heil'gen Tempel seyn. Zu Liedern während der heil. Firmung dienen auch die zur Anrufung des heil. Geistes( s. oben S. 82: Nro. 9 und 10.) Nach der heil. Firmung. 76. Jesus, der Du mich zum Bilde Deiner Gottheit haft gemacht; Jesus, der Du mich so milde Nach dem Fall haft wiederbracht: Jesus, Dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 2. Jesus, der Du mich erforen, Eh' ich noch geschaffen war; Jesus, der Du Mensch geboren, und mir gleich wardst ganz und gar: Jesus, Dir u. s. w.( wie oben.) 3. Jesus, der für mich gelitten Und gestorben in der Seit, Jesus, der Du mir erstritten Ew'ge Wonn' und Seligkeit: Jesus, Dir u. s. w. 4. Jesus, der Du mich gebunden An dein Joch mit Leib und Sinn; Jesus, der mich überwunden, Und mein Herze nahm dahin: Jesus, Dir u. s. w.. 5. Jesus, der mich läßt erstehen Aus dem Grab der Sterblichkeit; Jesus, der mich wird erhöhen Aus dem Staub zur Herrlichkeit: Jesus, Dir u. s. w. Kommuniongesänge. Biezu dienen Nro. 57 und 58 zur Verehrung des heiligsten Altars satraments( S. 114); auch mehrere der Lieder zur Fronfeichnamsprozession( f. erste Abtheilung S. 42 u. f. w.). 128 Bei einer Trauung. Vor Einsegnung der Brautleute. 77. Von Dir, Du Gott der Einigkeit, Ward einst derChebund geweiht. O, weih' auch sie zum Segen, Die hier vor deinem Angesicht Bereit steh'n, Dir den Schwur der Pflicht Und Eintracht abzulegen. ( Chor) Laß sie, Vater, Dir ergeben, Einig leben, Treu sich lieben, Eifrig ihre Pflichten üben. 2. Gott, der Du sie verbunden hast, Gib mildernd ihres Lebens Laft, Daß keine Tugend fehle. Ihr Bündniß laß sie nie entweih'n; Laß keusch sie, fromm und friedlich seyn, Ein Herz und Eine Seele. ( Chor) Immer laß sie Dir ergeben, Einig leben, Einig handeln, Fromm und heilig vor Dir wandeln. 3. Gott, der die Seinen gern beglückt, und segnend auf sie niederblickt, Gib Heil auf ihren Wegen; Laß deiner Huld sie stets sich freu'n, Gib auch zu ihrem Fleiß Gedeih'n, Und ihr Beruf sey Segen. ( Chor) Laß sie, Vater, Dir ergeben, Chriftlich leben, Selig sterben, Einstens seyn des Himmels Erben. Nach der Einsegnung. 78. Es schlossen, Herr, mit Herz und Mund Die neuen Gatten ihren Bund. Das Bündniß, welches Gott verband, Das trenne nicht der Menschenhand! 2. Mit Gnade schau auf sie herab, Daß sie zusammen bis in's Grab Verträglich, freundlich, gleichgesinnt, Vor Allem gottesfürchtig sind. 3. Laß sie sich lieben inniglich, Doch, über Alles, Vater, Dich! Laß sie in ihrem Stande rein, Und keusch in Wort und Werken seyn. interinding 4. Willst Du mit Kindern sie erfreu'n, So gib zur Kinderzucht Gedeih'n, Daß sie als Christen sich bemüh'n, Dem Himmel Bürger zu erzieh'n. 5. Und drückt sie dieses Lebens Müh', So tröste, so regiere sie, Daß Jedes gern am Prüfungstag Des Andern Bürde tragen mag. 6. Wenn einst der Tod sie trennt, o dann Sieh' ihre 129 Thränen gnädig an, und bringe sie nach dieser Zeit 3 usammen dort in Seligkeit. Erinnerung an den Tod. ( Nach Nr. 25 oder 24 der ersten Abtheilung des Melorienbuchs.) 79. Herr Jesu, wahrer Mensch und Gott! Du littest Marter, Angst und Spott, Als Du für mich am Kreuze starbst, und mir des Vaters Huld erwarbst. 2. Ich bitte Dich durch deine Pein, Du wollest, Herr, mein Beistand seyn, Wenn ich in meiner letzten Noth Einst ringen werde mit dem Tod. 3. Wann mir das Auge sterbend bricht, und meine Zunge nicht mehr spricht: Dann, Jesus Christ, sey Du mein Licht, Verschmähe meine Seufzer nicht! 4. Wann sich das Blut kaum noch bewegt, Das matte Herz nur langsam schlägt: Dann sende, mein Erlöser, Du, Mir deiner Tröstung Leben zu. 5. Wann mein Verstand verdunkelt irrt, Und Menschenhülfe kraftlos wird: Dann steh' mit deiner Lieb' und Treu', Herr Jesu, mir im Tode bei. 6. Verkürze mir des Kampfes Qual, Und führ' mich aus dem Jammerthal; Laß deinen Geist dann bei mir seyn, Und seinen Trost mein Herz erfreu'n. 7. Wann sich vom Leib die Seele trennt, Nimm Du sie auf in deine Händ'; Der Leib erstehe aus der Gruft 3um Leben, wenn dein Tag ihn ruft. Bei Beerdigungen. Bur Beerdigung erwachsener Personen. I. 80. So gib denn, fromme Christenschaar, Der Erde, was der Erde war. Der Müde find' im Grabgewand Die Ruhe, die er sonst nicht fand. 2. Ruhe, Wunsch der Leidenden! Du letzter Trost der Weinenden, We aller Gram vergessen ist, und keine Thräne weiter fließt. 3. Hier endigt sich der Feinde Trup, Hier findet der 9 11 11 130 Bedrängte Schuß, Hier wird im sanften Schlaf erquickt, Der, den einst manche Last gedrückt. 4. Hier hört der Kampf des Christen auf; Vollendet hat er seinen Lauf; Der Geist eilt in sein Vaterland, Und wird erquickt von Gottes Hand. 5. Nimm den entseelten Leib, o Gruft! Bis ihn der Heiland wieder ruft; Und ihn, den nun der Tod zerstört, Auf's neu belebet und verklärt. 6. Hier aber lerne, was du bist, O Mensch! und was dein Leben ist. Nach Sorg' und Furcht und mancher Noth Und Arbeit kommt zulegt der Tod. 7. Und wär' auch groß dein irdisch Glück, So weicht es an dem Grab zurück! Ein Sarg nur und ein Leichenkleid Bleibt dir von aller Herrlichkeit. - 8. Schnell schwindet deine Lebenszeit, Schnell kömmt heran die Ewigkeit; Wie wir die Zeit hier angewandt, So folgt der Lohn aus Gottes Hand. 9. Drum, sich'rer Mensch! besinne dich, Tod, Grab und Nichter nahen sich! In Allem, was du denkst und thust, Bedenke, daß du sterben mußt! 10. Hier, wo wir bei den Gräbern steh'n, Soll jeder zu dem Vater fleh'n: Laß im Vertrau'n auf Christi Blut Mich einst vollenden sanft und gut. 11. D Herr! tilg' des Entschlaf'nen Schuld; Erbarme Dich nach deiner Huld; Laß leuchten ihm dein ew'ges Licht, Und geh' mit ihm nicht in's Gericht. 12. Schenk' ihm, o Herr der Gütigkeit, Den Lohn der ew'gen Seligkeit; Daß er mit deiner Heil'gen Schaar Dich lob' und preise immerdar. II. 81. Begrabt den Leib in seine Gruft, Bis ihn des Nichters Stimme ruft! Hier ruh' er, bis aus Todesnacht Er zum Gerichte neu erwacht. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr! Zurück zum Staube kehret er; Er schläft, verwest, und einst erwacht Er wieder aus der Todesnacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, Befreit von aller Angst und Noth, Erlöst von ihrer Sünden Schuld Durch ihres Heilands Gnad' und Huld. 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt, Nun wird er dort 131 bei Gott erquickt! Er wallte hier im finstern Thal, Nun ist er frei von Schmerz und Qual. 5. Wer Gott getreu bleibt bis an's Grab, Dem wischt Gott seine Thränen ab; Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen jene Herrlichkeit! 6. In Gottes Frieden schlummre du! Gib ihm, o Herr, die ew'ge Ruh! Laß leuchten ihm dein ew'ges Licht, Und geh' mit ihm nicht in's Gericht. 7. Ach Jesu Chrift! dein heil'ger Tod Stärk' uns in unsrer letzten Noth. Laß, Heiland, unsre Seele dein Und unser Ende selig seyn. maddi Am Grabe. ( Auch ad tumbam nach einem Seelenamte zu gebrauchen.) 82. Hier Mensch, hier lerne, was du bist: Lern' hier, was unser Leben ist! Ein Sarg nur und ein Leichenkleid Bleibt dir von aller Herrlichkeit. 2. Wer ist hier arm? wer ist hier reich? Im Grabe sind wir alle gleich! Sey gleich entfernt von Stolz und Neid. # 05 In Hoheit und in Niedrigkeit. 3. Wer weiß, wie bald auch dich zur Gruft Der Herr des Tod's und Lebens ruft? Drum halte dich zu jeder Zeit Auf einen guten Tod bereit. ambi Beim Begräbniß eines Kindes. 83. Wenn kleine Himmelserben In ihrer Unschuld sterben, So büßt man sie nicht ein; Sie werden nur dort oben Vom Vater aufgehoben, Damit sie unverloren sey'n. 2. Sie sind ja in der Taufe 3 u ihrem Christenlaufe Für Jesum eingeweiht, Und noch bei Gott in Gnaden: Was soll es ihnen schaden, Daß sie die Krone schon erfreut? 3. Der Unschuld Glück verscherzen, Stets kämpfen mit den Schmerzen Mit so viel Seelennoth; Im Angstgefühl der Sünden Das Sterben schwer empfinden: Dafür bewahrt ein früher Tod. 4. 3 war wer in seiner Jugend Den Weg zur wahren Tugend Durch Jesum Christum find't, Wer nie sich ließ den Glauben Und Gottes Gnade rauben, Der lebt und stirbt auch wie ein Kind. 9* 11 132 5. Allein wo sind die Reinen, Die sterbend noch erscheinen, Wie in der Taufe Bad Sie Gott zu Kindern wählte? Wo ist, der niemals fehlte, Den nie bethört die Sünde hat? 6. D wohl denn diesem Kinde! Es starb nicht zu geschwinde. 3euch hin, du liebes Kind! Du gingest ja nur schlafen, und bleibest bei den Schafen, Die ewig unsers Herren sind. Das Gericht. 84. Wenn einst die ganze, große Welt In Staub, in Asch', in Nichts zerfällt; Wenn Sterne ihre Bahnen fliehen, In Flammen die Planeten glühen*); 2. Wenn dort, wo jetzt die Sonne schwebt, Des Richters Thron sich hoch erhebt; Wenn die Posaunen laut er= schallen, Anbetend Engel niederfallen; 3. Wenn dann die Welten in den Höh'n Im Glanz den Richter Jesum seh'n, Die Völker aller Reich' und Zeiten Sich zum Gerichte vorbereiten; 4. Wenn auf die Rechte Fromme geh'n, 3 ur Linken die Verworf'nen steh'n, Wenn aus den Wolken Bliße brechen, Und um Ihn her die Donner sprechen; dan 5. Wenn Gräber lebendes Gebein, Und Meere Leichen von sich spei'n, Wenn Berg und Felsen berstend frachen, Und Völker aus dem Schutt erwachen; 6. Wenn Tausende das Haupt erhöh'n, Im Richter ihren Freund zu seh'n, Wenn Millionen sich verfluchen, Verzweifelnd nur Zernichtung suchen; 7. Wenn dann auch mich aus meiner Gruft, Die weckende Posaune ruft: Mit welchem Muth werd' ich Dich sehen, und, Richter, Dir entgegen gehen? 8. Laß meine Sünden mich bereu'n, O Gott, und dort einst selig seyn! Und bei den auserwählten Chören Die Stimme deiner Gnade hören.d *) Mit der 1ten bis 6ten Strophe dieses Liedes ist immer die 7te Strophe zu verbinden. duit mulie nel wil natant) ind 133 Dritte Abtheilung. Vespern und Nachmittagsandachten. I. into Vesper auf die heilige Adventzeit. V. O Gott! hilf uns beten! R. Hilf uns, deinen heiligen Namen loben und pretſen. V. und R. Ehre sey dem Vater und dem Sohne und dem heil. Geiste; von allen Menschen und zu allen Zeiten. Amen. 1. Psalm. 1. Heil dem, der nicht den Rath der Sünder hört,* Und ihre schlimmen Pfade nicht betritt! g 2. Heil dem, der Freude hat an Gottes Wort,* Und es bei seinem Thun zur Richtschnur nimmt! 1. Er gleicht dem Baum, der, an den Bach gepflanzt,* Stets grünt und Früchte trägt zur rechten Zeit. 2. Der täglich mehr an Nahrungssaft gewinnt,* 3ur neuen und erhöhten Fruchtbarkeit. 1. Wenn einst der Herr den Richterstuhl besteigt,* Verzaget doch des Frommen Seele nicht. 2. Er weiß: Gott ist gerecht und frönet den,* Der treu bes Glaubens guten Kampf gekämpft. 1. So ist der Sünder nicht; er gleicht der Spreu,* Dem Straßenstaub, den schnell der Wind verweht. 2. Unsicher ist sein Tritt, und nah sein Sturz,* Von steiler Höh', des Abgrunds Schlund hinab. 1. Vergeblich seufzt er dort nach jener Hand, Die ihm so oft zur Rettung sich erbot. 2. Sein selbsterwähltes Loos ist Finsterniß,* Wo ew'ger Schrecken sein Gebein durchbebt. * 1. Gerecht ist Gott in seinem Urtheilespruch, Gerecht der einst die Welt zu richten tömmt. 2. Die Bösen stürzt Er in die ew'ge Pein!* Des Frommen Lohn ist ew'ge Seligkeit. 1. Dem Vater und dem Sohn und heil'gen Geist* Sey von uns allen Ehr' und Lob geweiht. 2. Gott ist allein von Anbeginn der Herr!* Sein Ruhm allein bestehet ewig. Amen. 11 134 2. Psalm. 1. Nie werde ich vor Dir bestehen,* Halt' ich, o Herr, nicht dein Gebot. 2. So lehre mich nach deiner Güte,* Was mir zum Heil dein Wort befiehlt. 1. Ich bin ein Pilgrim dieser Erde,* Wie Du mich leitest, will ich geh'n. 2. Ich wähle mir den Weg der Wahrheit,* Erleuchte mich durch deinen Rath. 1. Die Stolzen lästern Dich und lügen, Mich aber, Herr, entzückt dein Wort. 2. Ich rede gern von deinen Lehren,* Und zürne, wenn Dich Spötter schmäh'n. 1. Dein Wort gibt Trost in trüben Tagen, Bewahrt im Glücke uns vor Stolz. 2. Dein Wort ist meines Lebens Leuchte;* Bei seinem Schein verirr' ich nicht. 1. Der Sünder Glück wird nie bestehen;* Dein Recht allein steht ewig fest. 2. Du bist getreu, wer Dir vertrauet,* Wird ewig nicht zu Grunde geh'n. 1. Es sey mein höchstes Gut hienieden, Daß ich stets halte dein Gebot. * 2. Dann werde ich, mein Gott, Dich schauen,* In Fülle deiner Herrlichkeit. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleiche Ehr' dem heil'gen Geist. 2. So wie von Anbeginn der Zeiten, So jeßt und ewig. Amen. 3. Psalm. 1. Das Wort, das schon bei Gott im Anfang war,* Dieß Wort ward uns im Fleische offenbar. 2. Es ist das wahre Licht, das uns erhellt,* Auf dunkeln Wegen ist es Leitstern uns. 1. 8 tömmt in diese Welt, sie kennt es nicht, Verwirft es, liebet fort die Finsterniß. 2. Nicht so, der Gottes Wahrheit sucht, nicht so,* Er nimmt das Licht mit Freuden bei sich auf. 1. Denn wandeln möcht' er nur der Wahrheit Bahn,* Die ihn zur Herrlichkeit des Himmels führt; 2. Zu Gott, der uns nach seinem Bilde schuf,* Unsterblichkeit durch seinen Hauch uns gab. 135 1. Seht, wenn der Mensch von Gottes Wort sich trennt, Wird ew'ge Finsterniß sein Erbetheil. 2. Erlöschen wird in ihm der Gottheit Bild,* Er wird des Todes und der Sünde Knecht. 1. Wer rettet ihn aus dieser Sklaverei?* Wer führet ihn in's Paradies zurück? 2. Des höchsten Wort, das Licht und Leben ist,* Das uns zum ew'gen Heil im Fleisch erscheint. 1. Dem Vater und dem Sohn und heil'gen Geist* Sey von uns allen Ehr' und Lob geweiht. 2. Nur Gott gebühret Ruhm von Anbeginn,* Von allen Völkern und in Ewigkeit. Lesung aus der heil. Schrift. Brüder! die Gnade Gottes unsers Heilandes hat sich für alle Menschen geoffenbaret, und nimmt uns in Zucht, daß wir dem gottlosen Wesen und allen weltlichen Begierlichkeiten entsagen, und auf dieser Welt eingezogen, gerecht und gottselig leben, und so der seligsten Hoffnung und der herrlichen Wiederkunft des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Christi entgegen harren sollen.( Tit. 2, 11-13.) R. Gott sey Dank für diese heilige Lehre. Lied. 85. Der Sohn kömmt nach des Vaters Nath, Mit Heil uns zu erfreu'n; Und auf dem dunkeln Lebenspfad 1: Der Welt ein Licht zu seyn.:| 2. Bet seinem Eintritt in die Welt Umgibt Ihn keine Pracht, Die glänzend in die Augen fällt,]: Und groß vor Menschen macht.:| 3. Er kömmt, uns durch der Wahrheit Macht 3 u Gott emporzuzieh'n: Vor seinem Lichte muß die Nacht|: Des Wahns und Irrthums flieh'n.:| 4. Er leitet uns voll Vaterhuld, Lehrt uns die Sünde scheu'n. Er tilgt erbarmend unsre Schuld,|: Wenn wir sie treu bereu'n.:| 5. Er bringt den Trost der bessern Welt Vom Himmel uns herab; Nun schreckt, wann unsre Hülle fällt,: Uns weder Tod noch Grab.:| 6. Als Führer ging Er uns voran In seines Vaters Netch. Christen wandelt seine Bahn!: Dankt Ihm und freuet euch!:| V. Thauet, Himmel, den Gerechten! Wolken, regnet Ihn herab! R. Die Erde öffne sich, und bringe den Heiland hervor! Magnificat. oder Lobgesang der seligsten Jungfrau Maria. 1. Meine Seele preiset hoch den Herrn,* Und mein Herz ist voll Freude in Gott meinem Helfer. 11 136 2. Herunter sah Er auf seine geringe Magd,* Selig werden mich von jetzt an alle Geschlechter preisen. 1. Denn große Dinge that an mir der Mächtige,* Heilig ist sein Name. 2. Seine Barmherzigkeit gegen jene, die Ihn verehren,* Geht von einem Geschlechte auf das andere fort. 1. Mächtig wirkt sein Arm; Hochmüthige weist Er ab;* Fürsten stößt Er vom Throne und erhebt die Geringen. 2. Gutes gibt Er den Hungrigen zur Genüge;* Reiche schickt Er leer fort. 1. Israels nahm Er sich an, seines Knechtes,* Eingedenk der Gnaden, die Er den Völkern versprochen hat. * 2. Eingedenk der Gnaden, die Er dem Abraham versprochen hat, Und seinen Kindern immer und ewig. Ehre sey dem Vater, dem Sohne und dem heil'gen Geiste!* Von allen Menschen, zu allen Zeiten. Amen. V. Der Herr sey mit euch! R. Und mit deinem Geiste! Laffet uns beten. ( Das Gebet für den betreffenden Sonntag siehe siebente Abtheilung bei den Rolletten des Kirchenjahrs Nro. XIII. lit. a. S. 392.) R. Amen. V. Der Herr sey mit euch! R. Und mit deinem Geiste! ( Zwei Sänger:) V. Lasset uns dem Herrn lobsingen! R. Gott sey ewiger Dank gesagt. V. Laß auch, o Allbarmherziger, die Seelen der abgestorbenen Christgläubigen im Frieden ruhen! R. Amen. Marianisches Schlußlied. ( Siehe vierte Abtheilung Nro. 126, S. 253.) II. Vesper für die heil. Weihnachtszeit d. h. für das Fest der Geburt und der Beschneidung des Herrn( Neujahr), den Sonntag in der Octav, das Fest der Erscheinung Christi( oder Dreikönig) und dessen Octav. Eingang. in der ersten Vesper.) 1. Pfalm. 1. Die Himmel rühmen Gottes Größe,* Das blaue Sterngewölb macht sie uns kund. 2. Ein Tag erzählet sie dem andern, Und eine Nacht ruft fie der andern zu. ( Wie 137 1. Der Herr spricht sich in allen seinen Werken* Für alle Völker sehr vernehmlich aus. 2. So weit des Himmels Blau sich wölbet,* So weit reicht seiner Werke Stimme hin. 1. Voll Pracht zeigt Er sich in der Sonne,* Ihr Auf- und Niedergang verkündet Ihn. 2. Von seinem Antlig strömet Milde,* Sein Gnadenblick bekehrt des Sünders Herz. 1. Sein ist der Himmel, sein die Erde;* Er ist's, der Mitternacht und Mittag schuf. 2. Er ist es, der dem Meer gebietet,* Start ist sein Arm, und kraftvoll seine Hand.1. Von Ihm tömmt her das Wort des Lebens,* Dem nie ein Erdengut am Werthe gleicht. 2. Das mehr als Gold und Edelsteine,* Das lieblicher dem Mund, als Honig ist. birds 1. Wer ist an Weisheit und an Größe,* Wer Gott an Güte und Erbarmen gleich? abat 2. 3ur Seligkeit schuf Er den Menschen, bringt sein Sohn den Völkern Heil. Libr * Vom Himmel 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleiche Ehre Gott, dem heil'gen Geist. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und meinst in Ewigkeit. in Bat 2. Pfalm. 1. Mein Geist ergießet sich in Liedern,* Dem neuen Weltbeherrscher weih' ich sie. 2. Dem Edelsten der Menschenkinder,* Des Ew'gen Sohn in menschlicher Gestalt. 1. Von seinem Angesicht strahlt Würde,* Um seine Lippen fließt Holdseligkeit. * 2. Er ist des Höchsten Wohlgefallen, Und wird der Segen feines Volkes seyn. 1. Besiegen wird Er Tod und Hölle,* Befreien von der Sünde Knechtschaft uns. 2. Er wird ein neues Reich begründen. Sein heil'ger Thron steht unerschütterlich. 1. Auffordern wird Er alle Völker.* Wer Wahrheit liebt, der wird sein Unterthan. 2. Er liebet Tugend, hasset Frevel.* Gerechtigkeit ist Scepter seines Reichs. * 138 1. Durch Ihn wird Fried' und Heil den Menschen,* Die eines reinen guten Willens find. 2. Drum werden Ihm die Völker danken,* Sein Name ihnen unvergeßlich seyn. 1. Dem Vater, Sohn und heil'gen Geiste* Sey von uns allen Ehr' und Lob geweiht. 2. So wie von Anbeginn der Zeiten,* Von allen Völkern und in Ewigkeit. 3. Pfalm. 1. Des höchsten Güte preif' ich ewig,* Gedenke seiner Treue für und für. 2. Der Heiligste ist unser König,* Wir freuen seines Namens ewig uns. 1. Die Fürsten fallen vor Ihm nieder,* Und alle Völker sind Ihm unterthan. 2. Er schaffet Recht den Unterdrückten,* Nimmt huldvoll sich verarmter Waisen an. 1. Er rettet der Verlass'nen Leben, Erbarmt der Dürftigen und Schwachen sich. 2. Wer Ihm mit Kindessinn vertraut,* Dem ist Er Schirm und Schutz in jeder Noth. 1. So lange Sonn- und Mondlicht scheinen,* Ehrt man Ihn von Geschlechte zu Geschlecht. 2. Gerechtigkeit wird durch Ihn blühen,* Er wohnet unter uns mit Gnad' und Huld. * 1. Vom Himmel bringt Er uns den Frieden,* Wir wandeln in des Segens Ueberfluß. sofonde 2. Die Berge tragen Glück dem Volke,* Auf ihren hohen Gipfeln steht Getreid'. 1. Durch Ihn strömt Segen öden Ländern,* Wie Regen auf die abgemähte Flur. 2. Durch Ihn blüht Treu' im Lande wieder,* Und Alles preiset und erhebet Ihn. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. R600A Stie 2. So wie sie war im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und einst in Ewigkeit. 1. Lesung aus der heil. Schrift. Am heil. Weihnachtsfeste, am Sonntag in der Oclav und am Neujahrstage. Darin hat sich Gottes Liebe gegen uns gezeigt, daß Er ſei 139 nen Sohn, den Eingebornen, in die Welt gesandt, damit wir durch Ihn zum Leben kommen sollen.( 1. Joh. 4, 9.) R. Gott sey Dank für diese heilige Lehre. Lied. 86. Liebe, reine Lieb' ist Gott, Seht, Er kommt, die Welt zu retten! Und Er bricht der Sünde Ketten, Trotz der Hölle Grimm und Spott. 2. Seht, als Kind kommt Gottes Sohn Von dem Himmelsthron zur Erden; Will im Stall geboren werden, Wählt die Krippe sich zum Thron. 3. Welche Milde strahlt dieß Kind Auf uns schwache Menschen nieder! Huldvoll grüßt es uns als Brüder, Wenn wir reines Herzens sind. 4. Einst am großen Weltgericht Bebt vor diesem Kind der Sünder. Die nicht werden wie die Kinder, Seh'n nicht Gottes Angesicht. 5. Demuth macht die Seele rein, Rettet uns vor tiefem Falle. Kindes einfalt weih' uns alle Heut zu Jesu Brüdern ein! V. Das Wort ward Fleisch, und wohnt unter uns! Alleluja! R. Wir sehen seine Herrlichkeit, Alleluja! SERIJ Magnificat. ( Siehe unten nach der Lesung und dem Lied auf das heil. Dreikönigsfest.) 2. Lesung aus der heil. Schrift. Am Feste der Erscheinung Chrifti oder Dreikönigsfest. Auf, Jerusalem! über dir ist ein Licht aufgegangen, und die Herrlichkeit Gottes zeigt sich. Die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, und Könige zum Glanze, der aufgeht über dir. Sie werden aus Saba kommen, Gold und Weihrauch zum Geschenke bringen, und des Herrn Lob verkünden. ( Jes. 60, 1 fgde.). R. Dir, o Gott! sey Dank für diese heilige Offenbarung. fied. 87. Die Welt, die ganz im Dunkel lag, Erleuchtet nun ein heller Tag. Es sehen Völker nah und fern Das Licht, die Herrlichkeit des Herrn. 2. Was nie der Weisesten Verstand Erforschen konnte, noch erfand, Ward offenbar durch Jesum Chrift, Der heute uns erschienen ist. 3. Gestürzt ist nun der Gößen Thron Durch Jesum Chriftum, Gottes Sohn. Er ist die Weisheit, Er die Kraft, Die in uns Gutes wirkt und schafft. 11 140 4. O Herr! die Erde weit und breit Ist Zeuge deiner Herrlichs keit. Wir beten Dich voll Ehrfurcht an, Und wandeln deiner Wahrheit Bahn. V. Bringet dem Herrn Gaben und Opfer. Alleluja! R. Mit Heiligkeit geschmückt, betet Ihn an. Alleluja! Magnificat. 1. Dich, Ewiger! preist meine Seele;* Mein Herz, es freuet deines Sohnes sich. 2. Du sahst herab vom Heiligthume,* Sahst schmachten in der Sünde Knechtschaft uns. 1. Du willst nach deiner Huld uns retten, Wie Du es unsern Vätern zugesagt. 2. Damit wir ohne Frucht Dir dienen,* Mit Kindessinn Dir unsre Tage weih'n. 1. Nun hast Du uns den Sohn gesendet,* Den Du, o Gott! von Ewigkeit gezeugt. 2. Der Alles, was da ist, erschaffen, Und Abglanz deiner Macht und Liebe ist. 1. Ein Licht, uns Menschen zu erleuchten,* Wenn Finsterniß uns deckt wie Todesnacht. 2. Ein Licht, zu leiten unsre Tritte* Auf sichern Pfad, der uns zum Leben führt. 10 1. Uns von der Sünde zu erlösen,* Kam Er vom Throne seiner Herrlichkeit. 2. Erniedrigte sich zu uns Sündern,* Ward Mensch und starb für uns der Sünder Tod. 1. Dir, Vater! und dem Sohn sey Ehre,* Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und einst in Ewigkeit. Amen. V. Der Herr sei mit euch! R. Und mit seinem Priester! Lasset uns beten. ( Siehe die betreffenden Gebete in der siebenten Abtheilung bei den Kol. letten des Kirchenjahrs Nro. XIII. lit. b.f. S. 394.) R. Amen. Marianisches Schlußlied. ( Siehe vierte Abtheilung Nro. 127 und[ an Dreikönig] Nro. 128, S. 253.) III. Vesper auf die Sonntage nach Dreikönig bis Septuagesima. Eingang. ( Wie in der ersten Vesper.) 141 og but sho 1. Pfalm. 1. Wie wunderbar ist nicht dein Name,* Gott unser Herr an allen Orten! 2. Hoch über allen Himmeln tönet* Der Ruhm von deiner Macht und Größe. 1. Du hast Dir Lob im Mund der Kinder,* Im Muud der Säuglinge bereitet. 2. Verstummen müssen, die Dich schmähen;* Mit Scham bedeckt sind deine Feinde. 1. Betracht' ich deiner Finger Werke,* Den über mir gewölbten Himmel, 2. Die unzählbaren Sternenheere,* Den Mond im blassen Lichtgewande, 1. So muß ich voll Bewund'rung sprechen:* Was ist der Mensch, deß Du gedenkest? 2. Des Menschen Sohn, für den Du sorgeft,* Dem ew'ges Leben Du bereitest? 1. Geringer zwar als deine Engel* Ist er im Reiche deiner Schöpfung; 2. Doch frönst Du ihn mit Ruhm und Ehre,* Du unterwirsst ihm alle Dinge: 1. Den Stier, das Lamm, des Waldes Thiere,* Die Vögel, die in Lüften schweben. 2. Die Fische, die in Meeren wandeln,* Bestimmtest Du zu seinem Dienste. 1. Dir Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und Ehre Gott dem heil'gen Geiste! 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So jetzt von uns und allen Menschen. Amen. 2. Pfalm. 1. Bekennen will ich Gott von Herzen, Jhm Dank und Ruhm mit Frommen bringen. 2. Höchst weis' sind alle seine Werke,* Ganz ihren Zwecken angemessen. * 11 142 1. Ein jedes zeugt von seiner Größe,* Ist uns ein Denkmal seiner Güte. Mind the power 2. Ein ew'ges Denkmal der Erbarmung,* Die Frommen unversiegbar strömet! 1. Er speiset alle, die Ihm dienen;* Er hält sein heiliges Versprechen. 2. Macht uns zu Erben seiner Güter,* Wenn wir auf seine Winke achten, * 1. Wenn wir als Diener seines Willens Auf seines Mundes Worte horchen. 2. Mit Lust und Freude das vollziehen,* Was Er als Vater uns gebietet. 1. Er hat uns von der Sünde Ketten* Durch Jesum seinen Sohn erlöset, 2. Hat mit uns einen Bund geschlossen, Daß wir Ihm unser Leben weihen. 1. Sein Name ist uns allen heilig;* Mit Ehrfurcht nenut Ihn unsre Zunge. 2. Gott! wir erkennen es: Dich fürchten* Gibt Weisheit und beglückt auf immer. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre, dem heil'gen Geist. * 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So jetzt von uns und allen Menschen. Amen. Und Ehre Gott. 15.010 3. Pfalm. 1. Dem Höchsten finget neue Lieder, Ihm weihe Lobgefang die ganze Welt. 2. Besinget seine Huld und Gnade,* Besinget, was Er uns gethan zum Heil. 1. Verkündet Völkern seine Wunder,* Die Größe seiner Macht und Herrlichkeit. 2. Die Götter, die die Heiden ehren,* Sind nur Geschöpfe leerer Träumerei. 1. Der aber, dem wir Ehre bringen,* Der ist des Weltalls Schöpfer, wahrer Gott. 2. Ist voll der Weisheit, Macht und Stärke, Erfüllt sein Heiligthum mit Majestät. 1. Drum kommet, Völker, kommt und werfet* Euch demuthsvoll zu seinen Füßen hin.d anvandu?) 2. Bringt eure Herzen Ihm zum Opfer,* Und seyd Ihm unverbrüchlich zugethan. 143 1. Die Himmel rühmen seine Ehre;* Die ganze Erde beuge sich vor Ihm. 2. Er ist der Herr und unser König, Begründet hat Er hier sein Gottesreich. 1. Ihn preisen Himmel ohne Ende;* Mit ihnen stimme froh der Erdkreis ein. 2. Es freuen Seiner sich die Berge,* Vor Freude wiederhalle Feld und Wald. * 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. * 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt und einst in Ewigkeit. Amen. Lesung aus der heil. Schrift. Am ersten Sonntag nach heil. Dreikönig. Der da gekommen ist, ist des unsichtbaren Gottes Ebenbild und Erstgeborener vor allem Erschaffenen, denn in Ihm ist Alles erschaffen im Himmel und auf Erden, Sichtbares und Unsichtbares, Thronen und Herrschaften, Fürsten und Mächte; Alles ist durch Ihn und für Ihn erschaffen; Er aber ist vor Allem, und Alles besteht in Ihm.( 2. Koloff. 1, 15-17.) R. Dir, o Gott! sey Dank für diese heilige Lehre. Am zweiten Sonntag nach heil. Dreikönig. Gott hat seinem Sohn einen Namen über alle Namen gegeben, damit jedes Knie im Himmel, auf Erden und unter der Erde sich beuge vor dem Namen Jesu, und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sey, zur Verherrlichung Gottes des Vaters.( Philipp. 2, 9-11.) R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heilige Lehre. An den übrigen Sonntagen bis Septuagesima. Gott hat von den ältesten Zeiten her vielfältig und auf mancherlei Weise in den Propheten zu unsern Vätern geredet. In dieser unserer Zeit aber hat Er in seinem Sohne zu uns geredet, den Er zum Erbherrn aller Dinge eingesetzt, durch den Er auch die Welt erschaffen hat.( Hebr. 1, 1-3.) R. Dir, o Gott! sey Dank für diese heilige Lehre. Lied. 88. Der Du uns, Herr! erschienen bist, Du Licht der Völker, Jesu Chrift! Dein Name sey gebenedeit 1: Von nun an bis in Ewigkeit.:| 2. Schau' gnadenvoll auf uns herab; Du, der Unsterblichkeit uns 144 gab. Dich preise Jüngling, Mann und Grets,|: Und wer von deiner Größe weiß.:| 3. Dein Reich ist, Christus! alle Welt, Dein ist die Macht, die sie erhält, Dein jeder Berg und jedes Laub,|: Und jede Sonn' und jeder Staub.:| 4. Was auf der höchsten Berge Höh'n Die Augen sehen und nicht seh'n; Die ganze Erde weit und breit 1: Verkündet deine Herrlichkeit.:| V. Gepriesen sey der Name des Herrn! R. Von nun an bis in Ewigkeit. Magnificat. han( Wie am Weihnachtsfest, S. 140.) Gebet. ( Siehe in der sie benten Abtheilung bei den Kollekten des Kirchenjahrs Nro. XIII. lit. g. S. 395.) 102 Marianisches Schlußlied. ( Siehe vierte Abtheilung Nro. 129 und 130, S. 254.) IV. Vesper vom Sonntage Septuagesima bis zum ersten Fasten- Sonntag. Eingang. ( Wie in der ersten Vesper.) 1. Pfalm. 1. Heil dem Menschen, der den Höchsten fürchtet, Freude am Gefeße Gottes hat. 2. Sein Geschlecht wird mächtig schon auf Erden,* Und geehrt von allen Frommen seyn. 1. Ueberfluß und Reichthum werden wohnen* In dem Hause dieses Redlichen. * 2. Aber niemals wird er es vergessen,* Daß der Dürftige sein Bruder ist. 1. Wird sich über keinen stolz erheben,* Der nicht reich wie er an Gütern ist. 2. Wird sich selig fühlen, dem zu geben,* Der vor seiner Thür' um Hülfe seufzt. 1. Mögen Boten des Verderbers kommen,* Seine Seele zagt und zittert nicht. 2. Er vertraut dem Höchsten in Gefahren,* Schmiegt sich findlich an sein Baterherz.Scusent 250 FE 145 1. Mitten in den größten Finsternissen Wandelt er dem Licht des Wortes nach. 2. Nie leiht er sein Ohr der Lästerzunge,* Achtet der Verleumdung Pfeile nicht. 1. Unter Arme theilt er seine Güter,* Uebt Gerechtigkeit bis an das Grab. 2. Segensvoll wird auch sein Angedenken* Bei den Freunden Gottes fortbesteh'n. 1. Ehre sey dem Vater und dem Sohne, Gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. 2. Wie sie war im Anbeginn der Zeit,* So auch jetzt und einst in Ewigkeit. Amen. 2. Pfalm. 1. Auf Frevler sey nicht eifersüchtig,* Bencide ja die Uebelthäter nie; 2. Denn plößlich gehen sie zu Grunde,* Sie welken hin, wie abgemähtes Gras. 1. Vertraue Gott und wirke Gutes,* Was nur dein Herz verlangt, das gibt Er dir. 2. Empfiehl dem Höchsten deine Wege,* Vertraue Ihm und Er wird alles thun. 1. Laß Sünder drohen dem Gerechten,* Und knirschen mit den Zähnen über ihn; 2. Du aber zürne nicht des Sünders,* Sey sanftmuthsvoll selbst gegen deinen Feind. 1. Die Sanftmuthsvollen haben Frieden,* Unendlich groß ist ihre Seelenruh'! 2. Mehr nußt das Wenige dem Frommen,* Als Ueberfluß dem reichen Bösewicht. 1. Gott segnet der Gerechten Tage,* Sie werden nicht zu Schanden in der Noth. 2. Laß ab vom Bösen und thu' Gutes!* So haben deine Kinder Ueberfluß. 1. Ich sah den Frevler mächtig werden;* Er wuchs empor dem Zederbaume gleich. 2. Ich ging vorbei,- sah ihn nicht wieder,* Mein Fragen und mein Forschen war umsonst. 1. Betrachte ich der Frommen Ende,* So ist es selige Unsterblichkeit. 2. Der Herr ist der Gerechten Hülfe;* Vertraue Ihm und halte sein Gesez. 10 11 11 146 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und einst in Ewigkeit. Amen. 3. Pfalm. 1. Gott ist höchst gütig gegen alle,* Die eines guten, reinen Herzens sind. 2. Doch hätte bald mein Fuß gestrauchelt,* Wär' abgegleitet von der Tugend Bahn. 1. Ich sah die Missethäter glücklich,* Und fing die Frevler zu beneiden an. 2. Sie wissen nichts, dacht' ich, von Plagen,* Von Leid und Elend nicht, das And're trifft. 1. Sie rühmen selbst sich ihrer Sünden,* Und leben stets gesunde Tage fort. 2. 3hr frecher Mund spricht Hohn dem Himmel,* Und auf der Erde gilt ihr prahlend Wort. 1. Ich sah die Sünder sich bereichern, Sah sie in stetem Glück und Ueberfluß. 2. Soll ich mein Herz der Tugend weihen?* Soll ich in Unschuld wandeln ewig fort? 1. Ein jeder Tag bringt neue Plage,* Ein jeder Morgen bringt mir neue Noth. 2. Soll ich der Sünder Sprache führen? Aufhören, Heiligster! dein Kind zu seyn? 1. Nein, Herr! Dir will ich treu verbleiben,* Wenn Unglück auch mein Innerstes durchwühlt. 2. Droh'n Leib und Seele zu verschmachten,* Du bleibst mein Trost, mein Theil in Ewigkeit. 1. Was könnt' ich mir im Himmel wünschen,* Was hier auf Erden neben Dir zur Lust? * 2. Auf Dich, mein Gott! will ich vertrauen;* Der Sünder scheinbar Glück bethört mich nicht. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt und einst in Ewigkeit. Amen. Lesung aus der heil. Schrift. Brüder, richtet euch nicht nach der Sitte dieser Welt, sondern nehmet durch Erneuerung eures Sinnes eine ganz andere 147 Gestalt an, damit ihr erkennen möget, was Gottes Wille, was gut, wohlgefällig und vollkommen sey.( Röm. 12, 2.) R. Dir, o Gott, sey Dank für diese heilige Lehre. Lied. 89. Vater! hellig möcht' ich leben, Rechtthun wäre meine Luft; Aber Lüfte widerstreben Dem Gesetz in meiner Brust. 2. Lockende Begierden treten 3 wischen mich und meine Pflicht. Hör' mich Schwachen zu Dir beten, Vater! gib mir Kraft und Licht. 3. Reiß der Sünde Wahn und Schmerzen, Tief im Staube bitt' ich Dich, Reiß die Lust aus meinem Herzen; Heilige Du selber mich. 4. Sieh' mich dürften nach dem Guten, Früh und spät ruf' ich zu Dir. Laß mein Herz nicht länger bluten, Schenke Kraft zum Guten mir. 5. Oft mit Thränen und mit Schmerzen Hab' ich, Herr, bereut die Schuld. Nimm die Last von meinem Herzen, Nimm mich auf in deine Huld. V. Wandelt würdig, dem Herrn zu gefallen. R. Seyd fruchtbar in allen guten Werken. Magnificat. ( Wie am Weihnachtsfest, S. 140.) stig asid and Gebet. ( Siehe siebente Abtheilung bei den Kollekten des Kirchenjahrs Nro. XIII. lit, g. S. 396.) Marianisches Schlußlied. ( Siehe vierte Abtheilung Nro. 132 ,. S. 256.) V. Vesper für die heilige Fastenzeit. Eingang. ( Wie in der ersten Vesper.) ruten ordi 1. Pfalm. 1. Im Herzen spricht der freche Sünder:* Ich leb' in Lüsten fort; es ist kein Gott. 2. Wo ist wohl unter Menschenkindern* Nur einer auch, der ernstlich Gutes wirkt? 1. Gott hört's und schaut von seinen Höhen* Herab auf das noch übrige Geschlecht. 10* 11 148 2. We sind, spricht Er, die mir gehorchen,* Die noch im Herzen fühlen, daß ich bin? 1. Vereint sieht Er sie alle wandeln* Auf Lasterpfaden dem Verderben zu. 2. Falsch reden sie mit ihrem Nächsten,* Mit glatten Lippen und mit Doppelsinn. 1. Aus ihrem Munde strömen Flüche;* Ihr Herz kocht Rache nur und Bitterfeit. 2. Bosheit bezeichnet ihre Wege;* Die Gottesfurcht ist ihnen unbekannt. 1. Nie denken sie Gott anzurufen;* Sie wälzen unbesorgt in Lastern sich. 2. Doch wird Entseßen sie ergreifen,* Wenn die Posaune zum Gerichte ruft. 1. Sie werden dann vor Furcht erstarren,* Wenn des Gerichtes sich der Fromme freut. 2. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. 1. So wie im Anbeginn der Zeiten* Sey sie auch jetzt und einst in Ewigkeit. Amen. 2. Pfalm. 1. Vernehmet mich, ihr Völker alle,* Bewohner dieses Weltalls, höret mich! * 2. Ihr Edle, so wie ihr Gemeinen, Ihr Reichen und ihr Armen, hört mich an! 1. Wo ist der Bruder, der den Bruder Durch Macht und Gold vom Tod befreien kann? 2. Sein eig'nes Leben zu erhalten,* Hat noch kein Mensch ein Lösegeld erdacht. 1. Voll Sorg' und Müh' sind unsre Tage;* Es scheint nur um zu sterben leben wir. 2. Wenn selbst die Heil'gen sterben müssen,* Wie kann der Sünder sagen: ich bin frei? 1. Mit Sorgfalt sammeln wir uns Schäße,* Und unsrer Erben Hand verschwendet sie. 2. Wird auch der Niedrige erhoben, Bald blendet ihn der Schein der Herrlichkeit. 1. Er wird den Thieren gleich an Lüsten,* Und stürzt, mit Schande ganz bedeckt, in's Grab. 2. Jm tiefsten Abgrund heult der Sünder, Ich höre ihn, und will die Sünde flieh'n. * 149 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. 2. So wie sie war im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jeßt und einst in Ewigkeit. Amen. 3. Pfalm. 1. Mein Vorsatz ist: Ich will mich hüten, Daß ich nicht fündige mit meinem Mund. 2. Daß ich nichts Böses unternehme, Und niemals übertrete dein Geset. 1. Laß mich, o Herr! mein Ziel bemerken,* Und meiner Tage Maaß, wie klein es sey. 2. Daß ich erkenne, wie vergänglich,* Wie nichts vor Dir das höchste Alter ist. 1. Wer kann von uns sich bleibend dünken?* Ein jeder ist wie lauter Nichtigkeit. 2. Der Mensch vergeht wie Schattenbilder,* Sein ganzes Streben ist Geräusch um nichts. 1. Womit soll ich mich Armen trösten?* Der Sünde Schmerz durchwühlt mein Eingeweid. 2. Auf Dich, o Herr! geht all mein Hoffen,* Auf Dir allein beruht mein Glück und Heil. 1. Erhör', o Ewiger! mein Rufen,* Zu meinen Reuethränen schweige nicht. 2. Laß mich bei Dir Vergebung finden,* Herr, schenke gnädig mir die Sündenschuld. 1. Ich bin ein Pilgrim dieser Erde,* Ich sehne nach der ew'gen Heimath mich. 2. Willst Du die Sünden mir zurechnen,* Dann werd', o Gott! ich nie dein Antlig seh'n. 1. Dir, Vater! und dem Sohn sey Ehre,* Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten* Sey sie auch jetzt und einst in Ewigkeit. Amen. Lesung aus der heil. Schrift. Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben: so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist Gott treu und gerecht, daß Er uns unsere Sünden nachläßt und uns von aller Ungerechtigkeit reiniget. Denn wir haben einen Fürsprecher beim Vater, Jesum Christum, den Gerechten, dieser ist das Ver 150 föhnopfer für unsere Sünden; nicht allein aber für unsere, sondern auch für die Sünden der ganzen Welt.( 1. Joh. 1, 8-10. 2, 1-2.) R. Dir, o Gott, sey Dank für diese heilige Lehre. Lied. 90. Nach deinem Beispiel widmen wir, Herr! diese vierzig Tage Dir. Erbarmer! höre das Gebet Der Kirche, die mit Thränen fleht! 2. Den unser Herz stets dankbar preist, O Jesu, Gottes Sohn, Du weißt, Wie schwach die Kraft des Menschen sey! Verzeih' uns Büßenden, verzeih'! 3. Beschämt bekennen wir die Schuld, Ach! wir mißbrauchten deine Huld. Herr, nimm von uns der Sünden Last, Die Du am Kreuz getilget hast. 4. Der Fasten und der Buße Frucht Sey des bezähmten Leibes Zucht, Daß unser Herz von Knechtschaft fret, Und unser Wandel heilig sey. Canals 5. Du Quelle aller Seligkeit, Hochheiligste Dreieinigkeit! Las unser Fasten fruchtbar seyn, Ma ch' uns von Schuld und Sünden reinV. Wachet und betet! R. Damit ihr nicht in Versuchung fallet! Magnificat. * 1. Dich, Ewiger! preist meine Seele, Mein Geist rühmt deine Huld und Gnade. 2. Du sahst herab auf das Verlorne,* Sahst uns in Sünden elend schmachten. 1. Erbarmtest väterlich Dich unser,* Und fandtest deinen Eingebornen; 2. Daß Er von Sünden uns erlöse,* Und tilge unsre Missethaten. 1. Wir sahen Ihn als den Geringsten,* Als einen von Dir selbst Verworf'nen. 2. Du hattest Ihm all' unsre Sünden,* All' unsre Laster aufgebürdet. 1. Er hat sich selbst zum Sühnungsopfer* Für uns am Kreuz dahingegeben. 2. Für uns starb Er den Tod der Sünder, Ward den Verbrechern beigezählet. 1. Nie hat Er seinen Mund geöffnet,* Dem Lamme gleich vor seinem Scheerer. * 151 2. Er wollte, uns zum Heile, bluten,* Vollbringen deinen heil'gen Willen. 1. Dir, Vater! und dem Sohn sey Ehre,* Und gleiche Ehr' dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, Von uns auch jest und dereinst ewig. Amen. Gebet. ( Siehe sie bente Abtheilung bei den Kollekten des Kirchenjahrs Nro. XIII. lit. h. S. 397.) 420 Marianisches Schlußlied. ( Siehe vierte Abtheilung Nro. 133, S. 256.) 91. VI. 1995 Nachmittägige Fastenandacht in 15 Betrachtungen über das Leiden und Sterben Jesu Christi. Gefang. Laß die Geschichte deiner Leiden Mir, großer Dulder! hellig sein! Sie lehre mich die Sünde meiden, Und Dir mein ganzes Leben weth'n; Dein Leiden sey mein höchster Segen, Dein Tod mein seligster Gewinn! Dir walle sanft mein Herz entgegen, Weil ich durch Dich gerettet bin. V. Christus hat für uns gelitten und sein Beispiel hinterlaffen. R. Daß wir Ihm nachfolgen. Gebet. Wir wollen, o Jesu! dein heiliges Leiden und Sterben mit Aufmerksamkeit und Andacht betrachten. Segne diese Betrachtung, daß wir, durch sie gerührt, den frommen Entschluß fassen, der Sünde zu entsagen, deinem heiligen Beispiele nachzufolgen, in Leiden geduldiger, in. Erfüllung unserer Berufspflichten starkmüthiger, und in Allem deinem göttlichen Willen ergebener zu werden; damit wir zu jener Seligkeit gelangen, welche Du uns durch dein Leiden und Sterben verdient und erworben hast. R. Amen. Vater unser u. s. w. 11 152 1. Betrachtung. ( Jesus am Delberg.) Seht auf des Delbergs Höhen Den Herrn im blut'gen Schweiß! Er ringt in Todeswehen; Wie ist sein Kampf so heiß! : Wenn einst mein Aug' im Tode bricht, Ach Heiland, dann verlaß mich nicht.:| Nach dem letzten Abendmahle ging Jesus mit seinen Jüngern auf den Delberg. Daselbst entfernte Er sich etwas von ihnen, kniete nieder und betete:" Vater! willst Du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!" Bald darauf gerieth Er in eine Todesangst, betete länger, und sein Schweiß fiel wie Blutstropfen auf die Erde. Nun erschien ein Engel und stärkte Jhn.( Luk. 22,39-44.) 92a. V. Wir beten Dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken Dir, der Du für uns so viel gelitten hast. Da Jesus auf dem Delberge angekommen war, schwebte Ihm sein Leiden, sein schmerzhafter und qualvoller Tod, besonders aber das schreckliche, zahllose Heer der Sünden und Verbrechen des ganzen menschlichen Geschlechtes vor Augen, welche der ewige Vater nun Ihm aufgeladen, da Er für die Sünden aller Menschen Genugthuung leisten sollte. Er sah alle jene Seelen, für die Er sein Blut umsonst vergießen werde, weil sie aus ihrer Schuld, obschon Er sie erlöste, ewig verloren gehen würden. Dadurch wurde der Herr bis in den Tod betrübt; und dies war der bittere Leidenskelch, der Ihm den blutigen Angstschweiß verursachte. V. Chriftus hat für uns gelitten und sein Beispiel hinterlassen. R. Daß wir Ihm nachfolgen. In dieser bangen Leidensstunde nahm Jesus seine Zuflucht zum Gebet. Sein Gebet war eine kindliche Bitte um Errettung, aber auch zugleich die vollkommenste Ergebung in den Willen seines himmlischen Vaters. Wenn uns daher etwas widerfährt, das unser Herz mit Bangigkeit und Kleinmuth erfüllt, so wollen wir wie Jesus beten, und unser Anliegen gänzlich dem Willen des weisesten und gütigsten Vaters anheimstellen, der seine Kinder nie verläßt. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Grbarme Dich unser! 153 O Jesus! so oft unser Herz betrübt, geängstiget, oder kleinmüthig wird, so laß uns deine Bangigkeit und Todesangst am Delberge lebhaft vor Augen seyn, damit wir uns wie Du in den Willen deines Vaters ergeben, und durch das Gebet in unsern Widerwärtigkeiten gestärkt werden. Amen. 92 b. II. Betrachtung. ( Jesus wird verrathen.) Verführt durch Goldes Schimmer, Verstockt an Herz und Sinn, Gibt Juras nun auf immer Den Heirn und Lehrer hin. |: Wehmüthig red't ihn Jesus an: O Freund, was hast du hier gethan?:| Da Jesus vom Gebete aufstand, fand Er seine Jünger vor Traurigkeit schlafen. Da sprach Er zu ihnen:„ Was schlafet ihr? Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet." Da Er aber noch redete, so war die Schaar da, und Einer von den Zwölfen, mit Namen Judas, nahete sich Jesu, um Ihn zu küssen. Jesus aber sprach zu ihm:„ Judas! verräthst du des Menschen Sohn mit einem Kusse?"( Luk. 22, 45-48.) V. Wir beten Dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken Dir, der Du für uns so viel gelitten hast. Was mag wohl Judas veranlaßt haben, diese Treulosigkeit an Jesus zu begehen? Wohl nichts anderes, als die Habsucht, die Gierde nach Geld. Judas hatte schon früher Maria, die Büßerin, getadelt, daß sie mit so theurem Narbenöle die Füße Jesu salbte; und jetzt verräth er für dreißig Silberlinge seinen göttlichen Lehrmeister. V. Christus hat für uns gelitten und sein Beispiel hinterlassen. R. Daß wir Ihm nachfolgen. Die Habsucht und Gierde nach Geld macht die Herzen treulos gegen Gott und den Nächsten, wie wir an Judas sehen. Lasset uns daher nur nach Tugend und Rechtschaffenheit trachten. Dieß sind Güter, welche die Motten nicht verzehren, und der Rost nicht verderben kann; Güter, die ewig dauern. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme Dich unser! Bewahre, o Herr! unsere Herzen vor unmäßiger Begierde nach zeitlichen Gütern, und lehre uns vor Allem nach deinem 154 Reiche und der Gerechtigkeit trachten, damit wir jener ewig dauernden Güter würdig und theilhaftig werden, die Du denen bereitet hast, die Dich als ihr höchstes Gut von ganzem Herzen lieben, und Dir bis an ihr Lebensende treu verbleiben. Amen. 92 c. III. Betrachtung. ( Jesus wird gefangen.) Auch unter seinen Leiden Sucht Jesus wohl zu thun; Er heißt die Nache meiden, Befiehlt dem Zorn zu ruh'n; |: Und gibt sich dann mit sanftem Sinn Den Banden seiner Feinte hin.:| Als die Jünger Jesu diese Verrätherei sahen, so fragten sie: Herr! sollen wir mit dem Schwerte drein schlagen?" Wirklich schlug auch einer nach des hohen Priesters Bedienten, und hicb ihm das rechte Ohr ab. Jesus hieß sie davon abstehen, rührte sein Ohr an und heilte es. Nun sprach Er zu den hohen Priestern, Tempelwächtern und Acltesten: Wie gegen einen Mörder seyd ihr mit Schwertern und Stangen ausgezogen. Da ich täglich bei euch im Tempel war, habt ihr die Hände nicht an mich gelegt. Doch dieß ist eure Stunde und die Macht der Finsterniß." Jeßt ergriffen sie Ihn, und führten Ihn gebunden fort.( Luk. 22, 49-54.) 11 V. Wir beten Dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken Dir, ter Du für uns so viel gelitten haft. Jesus heilt den verwundeten Knecht des hohen Priesters. Einst hatte Er seinen Jüngern die Lehre gegeben:„ Böses nicht mit Bösem, sondern mit Gutem zu vergelten;" und nun bringt Er selbst diese Lehre in Erfüllung. V. Christus hat für uns gelitten und sein Beispiel hinterlassen. R. Daß wir Ihm nachfolgen. So oft wir von unsern Mitmenschen beleidiget werden, wollen wir uns an das Beispiel Jesu erinnern, und unsern Beleidigern nicht nur herzlich verzeihen, sondern ihnen auch, wie Jesus, das Böse mit Gutem zu vergelten suchen. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme Dich unser! Sanftmüthigster Jesu! flöße deine sanftmüthige und großmüthige Liebe unsern Herzen ein, damit wir nichts Süßeres 155 kennen, als Böses mit Gutem zu vergelten, unsern Feinden wohl zu thun, und sie in Dir und wegen Deiner zu lieben. Amen. IV. Betrachtung. ( Jesus steht vor Kaiphas.) 92 d. Der Herr steht vor Gerichte, Von Feinden angeklagt; Beschimpft im Angesichte Des Priesters, der Ihn fragt: 1:„ Bist Du des wahren Gottes Sohn?" „ Ich bin's," versetzt Er auf den Hohn.:| Sie führten Jesum zu dem Hohenpriester, bei welchem sich alle Priester, Aeltesten und Schriftgelehrten versammelten. Inzwischen suchte der Hohepriester und die ganze Rathsverfammlung Zeugniß gegen Jesum, Ihn umzubringen. Nun stand der Hohepriester auf, trat mitten unter sie und fragte Jesum und sprach: Antwortest Du nichts über das, was sie über Dich sagen?" Jesus antwortete nichts. Da fragte der Hohepriester abermal: ,, Bist Du Christus, der Sohn des hochgelobten Gottes?" Jesus sprach: ,, Ich bin's; und ihr werdet des Menschen Sohn zur Rechten der Allmacht Gottes sißen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen."( Mark. 14, 53-62.) 11 V. Wir beten Dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken Dir, der Du für uns so viel gelitten hast. Jesus wird falsch angeklagt, und Er schweigt; falsche Zeugen bestätigen diese Verleumdung, und Er schweigt. Durch dieses Schweigen wollte Er uns die Lehre geben:„ Wer sich im Schweigen übt, der rüstet sich zur Geduld." Jesus wird im Namen Gottes angefragt, wer Er sey, und nun öffnet Er seinen Mund, und bekennet laut, daß Er der Sohn des Allerhöchsten sey, ob Er gleich voraussicht, daß Ihm dieses Bekenutniß als eine Gotteslästerung werde angerechnet und Er zum Tode verurtheilt werden. V. Christus hat für uns gelitten und sein Beispiel hinterlaffen. R. Daß wir Ihm nachfolgen. Das Schweigen, welches Jesus bei den boshaften Anschuldigungen seiner Feinde beobachtete, ermahnt uns, daß auch wir dulden und schweigen und die Verleumdungen durch einen guten Lebenswandel widerlegen sollen; das Neden Jesu aber fordert uns auf, laut und ohne Scheu dort zu reden, wo es 156 Gottes Ehre und des Nächsten Wohlfahrt erheischt: ob wir gleich einsehen, daß wir der Wahrheit wegen gehaßt und verfolgt werden. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme Dich unser! Bewahre uns, o Herr! vor jeder Verlegung der Ehre und des guten Namens unsers Nebenmenschen. Flöße unserm Herzen den Muth ein, zu deiner Ehre und des Nächsten Wohlfahrt unerschrocken die Wahrheit zu reden, und Dich und deine heilige Lehre mit Wort und That bis an unser Lebensende zu bekennen. Amen. 92 e. V. Betrachtung. ( Jesus wird mißhandelt.) Gefangen und gebunden Trägt Jesus allen Spott. Er leidet Schläg' und Wunden, Denkt nur an uns und Gott, 1: Der Sanftmuth Vorbild, schweigt Er still, Und leidet, was der Vater will.:| Die Männer, die Jesum die ganze Nacht hindurch bewachten, verspotteten und mißhandelten Ihn; sie verhüllten Ihm das Angesicht, schlugen Ihn darauf, fragten und sprachen: Weissage uns, wer ist's, der Dich schlug?" Und viele andere Lästerungen stießen sie wieder Ihn aus!( Luk. 22, 63-65.) V. Wir beten Dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken Dir, der Du für uns so viel gelitten haft. Sobald im Hause des Kaiphas das Urtheil über Jesum gesprochen war, gingen die Rathsglieder auseinander, und übergaben Jesum den Gerichtsdienern die Nacht hindurch zur Bewachung. Hier ward Er vom verworfensten Gesinde auf's peinlichste mißhandelt; und jeder Ausblick zu seinem himmlischen Vater wurde Ihm mit neuen Lästerungen vergolten. V. Christus hat für uns gelitten und sein Beispiel hinterlassen. R. Daß wir Ihm nachfolgen. Wie leicht werden wir zornig, wenn uns auch nur die geringste Beleidigung widerfährt; und Jesus erträgt mit unerschütterlicher Geduld die gröbsten Beleidigungen aller Art! Laßt uns sein Beispiel nachahmen, und alle Mißhandlungen mit Stillschweigen und Geduld ertragen; denn, warum sollten 157 wir nicht Weniges aus Liebe zu Ihm leiden, der für uns so viel gelitten hat. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme Dich unser! O Jesu, verleih' uns die Gnade, Dir in heiliger Geduld immer ähnlicher zu werden, und Spott, Schimpf und Verachtung mit Sanftmuth zu ertragen; damit wir, die wir aus Liebe zu Dir leiden, auch verdienen, mit Dir uns ewig zu erfreuen. Amen. 92f. Shite VI. Betrachtung. ( Jesus wird verläugnet) Von Furcht dahingerisſen, Verläugnet Petrus Dich, Bald straft ihn sein Gewissen, Schon weint er bitterlich. 1: Dein Blick, o Jesu! rührt sein Herz, Weck' auch in uns der Neue Schmerz!:| Petrus saß im Vorhofe, und es trat eine Magd zu ihm, und sagte:„ Auch du warst bei Jesus aus Galiläa!" Und er läugnete es. Als er aber zur Thüre hinausgehen wollte, sah ihn eine andere Magd und sprach: ,, Dieser war auch mit Jesu von Nazareth!" Und er läugnete es abermal. Ueber eine kleine Weile traten die Uebrigen hinzu und sprachen zu Petrus: ,, Wahrlich du bist auch einer von ihnen, denn deine Sprache verräth dich!" Da fing er an sich zu verfluchen und zu schwören, daß er den Menschen nicht kenne. Und alsbald krähte der Hahn. Nun erinnerte sich Petrus an die Worte Jesu: ,, Ehe der Hahn zweimal krähen wird, wirst Du mich dreimal verläugnen." Und er ging hinaus und weinte bitterlich.( Matth. 26, 69-75.) V. Wir beten Dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken Dir, der Du für uns so viel gelitten haft. Voll des Muthes und Vertrauens auf seine eigene Kraft erbot sich Petrus kurze Zeit zuvor, für seinen göttlichen Lehrmeister zu sterben. Nun läugnete er dreimal, nicht nur ein Jünger Jesu zu sein, sondern er Betheuerte diese Verläugnung noch mit einem Schwure. Jesus wendet sich gegen den gefallenen Jünger, und wirft ihm einen Blick des Mitleids zu; nun zerschmilzt sein Herz in Wehmuth und Reue. Er geht eilends aus dem Vorhofe, und weint bitterlich. 158 V. Christus hat für uns gelitten und sein Beispiel hinterlassen. R. Daß wir Ihm nachfolgen. Der Jünger Petrus kann uns zu einem warnenden Beispiel dienen. Wir sehen an ihm, wie schwach der Mensch ist, der auf seine eigenen Kräfte baut. Wir wollen daher auf unsre Tugend nicht zu viel trauen, sondern stets wachen, beten und jede Gefahr zur Sünde sorgfältigst meiden. Sind wir aber wirklich gefallen, so wollen wir den büßenden Petrus nachahmen, und mit allem Ernst nach Besserung ringen. Was wir dabei nicht aus eigenen Kräften vermögen, das wird uns möglich durch die Gnade Gettes. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme Dich unser! Verleih' uns, o Jesu! deine stärkende Gnade, um jeder Versuchung zur Sünde zu widerstehen, unsere Fehltritte und Vergehungen, wie Petrus, zu bereuen, und würdige Früchte der Buße zu bringen. Amen. 92%. VII. Betrachtung. ( Jesus vor Pilatus.) Man klagt als Nuhestörer Den Heiland heftig an. Und doch hat dieser Lehrer Nur Gutes hier gethan; 1: Sein Reich ist nicht von dieser Welt, Die fern von Gottes Geist sich hält.:] ise Am Freitage Morgens führten sie Jesum zu Pilatus, und verklagten Ihn, daß Er das Volk aufwiegle, dem Kaiser den 3ins zu geben verbiete, und sich für den Messias, den verheißenen König Israels, ausgebe. Pilatus fragte Ihn:„ Bist Du der König der Juden?" Jesus antwortete ihm: Ich bin ein König, aber mein Reich ist nicht von dieser Welt." Pilatus sagte hierauf zu den Oberpriestern und dem versammelten Volke: ,, Ich finde an diesem Menschen kein Verbrechen." Sie aber beharrten auf ihrer Klage.( Buf. 23, 1-5.) 11 V. Wir beten Dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken Dir, der Du für uns so viel gelitten hast. Jesus hatte öffentlich gelehrt:„ Gebet Gott was Gottes, und dem Kaiser was des Kaisers ist"; und hatte sowohl für sich als für Petrus den Zoll und die Tempelsteuer entrichtet. Dennoch klagten Ihn seine Feinde bei des Kaisers Landpfleger 159 als einen Uebertreter der Landesgeseße und Aufwiegler des Volkes an. So ungerecht und hart diese Anklage war, so sprach Jesus dennoch kein Wort zu seiner Vertheidigung; denn Er wußte wohl, daß es seinen Feinden nicht um Wahrheit, sondern um sein Blut zu thun war. V. Chriftus hat für uns gelitten und sein Beispiel hinterlassen. R Daß wir Ihm nachfolgen. Wir sehen hier an Jesus, wie wir uns zu betragen haben, wenn wir bei unsern Obern angeschwärzt, verleumdet oder fälschlich angeklagt werden, nämlich: wir sollen dulden und schweigen, oder uns bei unsern Obern mit Achtung und Ehrerbietung rechtfertigen, und ihrem Urtheilsspruche uns unterwerfen. Dadurch ehren wir Jesum, der selbst einem heidnischen Richter mit Achtung begegnete und in dessen Person die obrigkeitliche Gewalt ehrte. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme Dich unser! Verleih' uns, o Jesu! deine Gnade, daß wir nach deinem heiligen Beispiel allen unsern Obrigkeiten mit Ehrfurcht und Gehorsam begegnen, und uns niemals durch Schmähen und Lästern an ihnen, als Stellvertretern Gottes, versündigen mögen. Amen. 92h. VIII. Betrachtung. ( Jesus vor Herodes.) Es wünscht zu seh'n ein König Des Heilands Wundermacht; Doch Gottes Sohn hat wenig Des stolzen Sünders Acht. |: Auch hier trägt Jesus Hohn und Spott, Bereit, zu leiden selbst den Tod.:| Da Pilatus vernahm, daß Jesus aus Galiläa und folglich aus dem Gebiete des Herodes sey, schickte er Ihn dem Herodes zu, der dazumal auch in Jerusalem war. Herodes freute sich, Jesum kennen zu lernen, und hoffte von Ihm ein Wunder zu sehen. Er legte Ihm daher mancherlei Fragen vor, auf die aber Jesus keine Antwort gab. Herodes verspottete nun Jeſum, ließ Ihm ein weißes Kleid anziehen und schickte Ihn wieder zu Pilatus zurück.( Luk. 23, 7-11.) V. Wir beten Dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken Dir, der Du für uns so viel gelitten hast. Jesus, der so viele Wunder gewirkt hatte, that dem König 11 160 Herodes kein solches Zeichen; denn Er wußte wohl, daß es diesem wohllüstigen König nicht um Ueberzeugung seiner göttlichen Sendung und der Wahrheit seiner Lehre zu thun war, sondern nur um Befriedigung der Neugierde, und dazu wollte Jesus seine göttliche Macht nicht mißbrauchen. V. Christus hat für uns gelitten und sein Beispiel hinterlassen. R. Daß wir Ihm nachfolgen. Dein Beispiel, o Jesu! sey uns heilig. Auch wir wollen die Würde und das Ansehen, gute Christen zu seyn, behaupten; und weder schmeichelhafte Versprechen, noch Drohungen und Mißhandlungen sollen uns verleiten, etwas zu reden oder zu thun, was dieser Würde zuwider wäre. 92 i. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme Dich unser! Entferne, o Jesu! aus unsern Herzen alle Eitelkeit, damit wir bei all' unserm Thun und Lassen nicht auf Lob und Tadel der Welt, sondern einzig auf dein Wohlgefallen und jene Seligkeit hinblicken, die Du uns durch dein Leiden und Sterben verdient, und den guten Christen zur Belohnung bestimmt und vorbehalten hast. Amen. IX. Betrachtung. ( Jesus und Barrabas.) Des Tigers Herz bezwänge Ein Blick von Gottes Sohn; Doch diese Menschenmenge Spricht seiner Unschuld Hohn. |: Unmenschlich tobt das Volksgeschrei: „ Gib Barrabas den Mörder frei!":| Da Herodes Jesum an Pilatus zurückgeschickt hatte, rief dieser die Hohenpriester, die Vorsteher und das Volk zusammen, und sprach zu ihnen:„ Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als wäre Er ein Aufwiegler des Volks. Ich habe Ihn vor euch verhört, aber ich finde an Ihm nichts von demjenigen, deßwegen ihr Ihn verklagt habt. Eben so wenig findet Ihn Herodes schuldig. Ich will Ihn also züchtigen und loslassen." Nun schrie das ganze Volk mit gleichem Ungestüm: ,, Hinweg mit diesem; den Barrabae gib los!" Barrabas aber war ein Aufrührer und Mörder.( Lut. 23, 13-19.) V. Wir beten Dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken Dir, der Du für uns so viel gelitten hast. 161 Das Volt, das noch vor wenigen Tagen laut ausgerufen hatte: Hosanna, gebenedeit sey, der da kommt im Namen des Herrn!" dieses Volt ruft jetzt mit wildem Geschrel: Nich Jesum, sondern Barrabas gib los!" Jesus, der Sohn Gottes, ging voll Gnade und Wahrheit, voll Liebe, Weisheit und Güte unter ihnen umher. Dessen ungeachtet soll Er doch zum Tode verurtheilt und der Aufwiegler und Mörder Barrabas freigelassen werden. Wie unbeständig und ungerecht ist doch die Gesinnung leidenschaftlicher Menschen! V. Chriftus hat für uns gelitten und sein Beispiel hinterlassen. R. Daß wir Ihm nachfolgen. Welch ein trauriges Schicksal hat oftmal der Fromme auf Erden! Wie sehr wird er nicht bei dem Guten, das er zu verbreiten sucht, mißkannt, verdächtiget, gelästert, mißhandelt und nicht selten bis zum Tode verfolgt; indessen das Laster triumphirt und auf Ehrenstellen glänzt. Dieß soll uns aber im Glauben an die Gerechtigkeit Gottes nicht irre machen; denn es kömmt eine Zeit, wo dem unterdrückten Gerechten die Leiden mit unvergänglichen Freuden vergolten werden, der Bösewicht aber die verdiente Strafe des ewigen Todes erhält. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme Dich unser! Laß, o Jesu! dein heiliges Beispiel einen solchen Eindruck auf unser Herz machen, daß, wenn unsere guten Absichten mißkannt, unsere Wohlthaten mit Undank belohnt und uns nichtswürdige Menschen vorgezogen werden, wir alle Mighandlungen mit Geduld ertragen, und ohne Widerrede und Murren uns deinen heiligen Fügungen unterwerfen. Amen. X. Betrachtung. ( Jesus wird gegeißelt und mit Dornen gefrönt.) 92k. In einem Purpurkleide Wird Jesus ausgehöhnt, Mit roher wilter Freude Gegeißelt und gefrönt. |: Mein Heiland! ach, wie leidest Du Zu meiner Seele Heil und Nuh'!:| Pilatus wünschte die Loslassung Jesu. Allein die Priester und das Volk riefen ihm wiederholt entgegen: ,, An's Kreuz, an's Kreuz mit Ihm!" Er sprach nun zum drittenmal zu ihnen:„ Ich finde an Ihm keine Ursache des Todes, will Ihn 11 162 also geißeln und loslassen. Hierauf ward Jesus gegeißelt. Die Soldaten riefen dazu die ganze Rotte zusammen, und da Se Ihn ausgezogen und gegeißelt hatten, legten sie Ihm einen Purpurmantel um und setzten eine Krone von Dornen auf sein Haupt, fielen vor Ihm auf die Kniee nieder, spotteten und sagten: ,, Sey gegrüßt, Du König der Juden!" spieen Ihn an, nahmen das Rohr und schlugen Ihn auf sein Haupt damit. ( Lut. 23, 20-22; und Matth. 27, 26-30.) V. Wir beten Dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken Dir, der Du für uns so viel gelitten hast. So viel litt Jesus unsrer Sünden wegen; und dennoch hängen wir sündhaften Gedanken nach, überlassen uns unerlaubten Begierden, befriedigen unsere bösen Neigungen und Leidenschaften, und helfen dadurch der Sünde wieder auf. Warum ersticken wir nicht jede böse Luft sogleich in uns? Warum bieten wir nicht alle Kräfte auf, um gegen die Sünde zu kämpfen, und unsere bösen Neigungen, Begierden und Leidenschaften zu besiegen? V. Christus hat für uns gelitten und sein Beispiel hinterlassen. R. Daß wir Ihm nachfolgen. Erinnern wir uns zur Zeit der Versuchung an den mit Wunden und Blut bedeckten Jesus; sehen wir sein mit Dornen umwundenes und durchstochenes Haupt, und führen wir es zu Gemüthe, daß Jesus alles dieß leiden mußte, um uns von der Sünde zu erlösen; dieß wird uns vom Bösen abhalten, wird uns im Kamofe gegen das Böse mächtig stärken, und den Sieg der Tugend erleichtern. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme Dich unser! Laß uns, o Jesu! so oft sich in unserm Innern sündhafte Lüste und böse Begierden regen, deine schmerzhafte Geißlung und Krönung lebhaft vor Augen schweben, damit wir, durch den Anblick deiner Leiden gerührt, uns stark genug fühlen mögen, der Versuchung zu widerstehen, und der Tugend treu zu bleiben. Amen. 921. XI. Betrachtung. ( Jesu Todesurtheil.) Gegeißelt und zerschlagen, Wird Jesus vorgestellt; Den Richter hört man fragen: Worin hat Er gefehlt?" |: Das Volk stürmt auf den Richter ein, Und schreit:„ Er muß gekreuzigt seyn!":| 163 11 Pilatus führte den gegeißelten und mit Dornen gekrönten Jesum heraus, und setzte sich auf den Richterstuhl und sprach zu den Juden: ,, Seht da euern König." Sie riefen ihm entgegen: Hinweg, an's Kreuz mit Ihm! Wir wissen von keinem König, als dem Kaiser; gibst du diesem die Freiheit, so bist du kein Freund des Kaisers." Da nun Pilatus sah, daß seine Mühe vergeblich war, nahm er Wasser, wusch sich die Hände vor allem Volke, und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten; ihr möget es verantworten!" Das ganze Volk antwortete: ,, Sein Blut komme über uns und unsere Kinder."( Joh. 19, 12-15; und Matth. 27, 24. 25.) 11 V. Wir beten Dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken Dir, der Du für uns so viel gelitten hast. Jesus, die ewige Heiligkeit selbst, wird zum Tode verurtheilt. Was hat Er denn Uebels gethan? fragt selbst sein Richter, und dennoch übergibt er Ihn den Händen seiner Feinde zur Kreuzigung. Er wäscht zwar die Hände, und ruft laut vor dem Volke: ,, Ich will keine Schuld haben an dem Tode dieses Gerechten." Aber diese Ceremonie rechtfertigt ihn nicht. Er hat dadurch nur sein Verbrechen vergrößert, indem er das Ungerechte seiner Nachgiebigkeit bestätigte. V. Christus hat für uns gelitten und sein Beispiel hinterlassen. R. Daß wir Ihm nachfolgen. Die Feinde Jesu fordern seinen Tod, und der schwache Richter erfüllt wegen der Drohung des Volkes, und aus Furcht vor der Ungnade des Kaisers, ihr Begehren. Wie viel Böses wird doch gethan, wie viel Gutes unterlassen, weil man sich mehr fürchtet, den Menschen, als Gott zu mißfallen! Lasset uns daher, so oft wir eine Pflicht zu erfüllen haben, nicht nach dem Lob oder Tadel der Menschen fragen, sondern einzig auf den Willen Gottes schauen, und diesen wie Jesus vollbringen. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme Dich unser! Verleih' uns, o Jesu! die Gabe, die ungerechten Urtheile der Menschen mit Sanftmuth zu ertragen! und laß uns bei all' unserm Thun und Lassen einzig auf Dich und deinen heiligen Willen hinsehen, damit wir uns niemals durch Lob und Tadel der Menschen von Erfüllung unserer Pflichten abhalten lassen, oder aus Menschenfurcht Böses thun. Amen. 11* 164 92 m. XII. Betrachtung. ( Jesus geht zum Tode.) Der Herr nimmt auf den Rücken Des Kreuzes schweren Pfahl; Er troht Ihn zu erdrücken, O welche große Qual! |: Doch geht Er still den Todespfad, Zu tilgen unsre Missethat.:| Die Soldaten des Landpflegers zogen Jesu den Purpurmantel aus, legten Ihm seine eigenen Kleider an, und führten Ihn zur Kreuzigung. Im Hinausgehen trafen sie Simon von Cyrene an, und nöthigten ihn, Jesu das Kreuz nachzutragen. Es folgte Ihm eine Menge Voltes sammt vielen Weibern nach, die Ihn beklagten. Jesus wandte sich gegen sie und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem! weinet nicht über mich; über euch selbst und über eure Kinder weinet; denn wenn dem grünen Holze das widerfährt, was wird an dem dürren geschehen?" Zwei andere Missethäter wurden noch mit Ihm zur Hinrichtung hinausgeführt.( Mark. 15, 20. 21; und Luf. 23, 27-32.) V. Wir beten Dich an, o Jesu, Sehn Gottes! R. Und danken Dir, der Du für uns so viel gelitten hast. Jesus ward durch das viele Blutvergießen bei der Geißlung und durch die mannigfaltigen Peinigungen, die Er zu dulden hatte, an Kräften ganz erschöpft; und dennoch nimmt Er die Kreuzeslast ohne Widerrede auf seine Schultern, und trägt sie, bis Ihm solche abgenommen wird, und zeigt Mitleid gegen die Ihn beweinenden Frauen von Jerusalem. V. Christus hat für uns gelitten und sein Beispiel hinterlassen. R. Daß wir Ihm nachfolgen. So oft uns unsere Standespflichten lästig werden, so oft wir den Druck der Leiden empfinden, so oft Drangs..le uns heimsuchen: wollen wir auf Jefum hinblicken, und unsre Leiden mit seinen Leiden, unsre Last mit der Last seines Kreuzes vergleichen; damit wir es recht lebhaft fühlen, wie gering unsre Leiden und Beschwerden gegen die seinigen sind. Dieß wird uns vor Kleinmuth und Verzweiflung bewahren, und uns die Kräfte einflößen, so lange auszuharren, als Gott die Last auf uns liegen läßt, und wir durch Leiden genugsam geprüft und gereinigt sind, um mit Jesu an den ewigen Freuden Theil zu nehmen. V. Göttlicher Helland und Erlöser! R. Erbarme Dich unser! Herr Jesus Christus! Du sagtest einst selbst: ,, Wer mir nachfolgen will, der nehme sein Kreuz auf sich." Wir find bereit, alle Mühseligkeiten, Beschwerden und Lasten dieses Erdenlebens mit findlicher Ergebung auf uns zu nehmen. Verleihe uns deine Gnade zu diesem Vorhaben, damit wir muthvoll und getrost den Weg des Kreuzes wandeln, den Du uns vorangegangen bist. Amen. 165 XIII. Betrachtung. ( Jesus hängt am Kreuze.) An's Kreuz wird Er geschlagen, Von Kleidern ganz entblößt, Der unsre Schuld getragen, Von Sünden uns erlöst.. 1: 0 Jesu, wahres Gotteslamm, Du blutest hier am Kreuzesstamm.:| Als die Juden mit Jesu auf der Schädelstätte angekommen waren, boten sie Ihm Myrrhenwein zu trinken dar; da Er ihn verkostete, wollte Er nicht davon trinken. Nun nagelten sie Ihn an's Kreuz, und neben Ihm zwei Straßenräuber, so daß Jesus in die Mitte kam. Jesus aber sprach: ,, Vater, verzeihe ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun!" Das Volk, welches umherstand und zuschaute, verlachte Ihn mit den Hohenpriestern und Aeltesten. Einer der Mitgefreuzigten lästerte Ihn auch; der andere hingegen sprach: ,, Herr! gedenke meiner, wenn Du in dein Reich tömmst." Jesus antwortete ihm: Ich versichere dich, heute noch wirst du bei mir im Paradiese seyn."( Matth. 27, 33. 34; u. Lut. 23, 33-43.) V. Wir beten Dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken Dir, der Du für uns so viel gelitten hast. 92 n. -- Da Jesus auf dem Richtplaße angekommen war, wurde Ihm saurer, mit Myrrhen gemischter Wein zum Trinken dargereicht, damit Er die schrecklichen Schmerzen des Kreuztodes weniger empfinden möchte. Aber Jesus trinkt nicht davon; Er verlangte für die größten Schmerzen keine Linderung; denn Er will uns allen zeigen, daß auch die größte Qual nicht vermögend sey, seinen Gehorsam gegen seinen himmlischen Vater und seine Liebe zu uns Menschen zu ersticken. V. Christus hat für uns gelitten und sein Beispiel hinterlassen. R. Daß wir Ihm nachfolgen. 166 Jesus läßt sich ohne Widerrede an das Kreuz nageln, und betet zum Vater für seine Mörder; und wir verlangen uns zu rächen, wünschen und suchen den Untergang unserer Feinde. Jesus schweigt, wenn Er am Kreuze verspottet wird; und wir gerathen in Zorn, brechen in Scheltworte aus, wenn man unserer Ehre zu nahe tritt. Jesus, im höchsten Grade des Elendes, erbarmt sich liebevoll des Mitgekreuzigten, der zu seiner Rechten hängt, und spricht ihm durch sein mächtiges Gnadenwort beseeligenden Trost ein; und wir lassen nicht selten unser widriges Schicksal andere Unglückliche hart empfinden, oder versagen ihnen mitten im Ueberflusse unsere Hülfe. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme Dich unser! Erfülle, o Jesu! unsere Herzen mit jener Liebe, mit der Du selbst für deine Mörder um Gnade batest, damit wir deines Namens würdig, und deines himmlischen Reiches theilhaftig werden. Amen. 920. XIV. Betrachtung. ( Jesus stirbt am Kreuze.) Nun sind sie überwunden, O Jesu, Gettes Sohn! Die martervollen Stunden, Der Feinde Spott und Hohn. 1: Sie ist jetzt da, die Todcsnacht, Und Du, o Herr! hast es vollbracht.:| 11 Bei dem Kreuze Jesu stand Maria, seine Mutter. Als sie Jesus sammt dem Jünger, den Er lieb hatte, hier stehen sah, sprach Er zu ihr: Frau sieh' da deinen Sohn!" Dann sagte Er zum Jünger:„ Sieh' da deine Mutter!" Gegen Mittag kam eine Finsterniß über die ganze Erde, die bis 3 Uhr anhielt. Um 3 Uhr rief Jesus mit lauter Stimme: ,, Mein Gott! mein Gott! warum hast Du mich verlassen?" Einer der Umstehenden nahm einen Schwamm mit Effig, und reichte ihn auf einem Hysopstengel Jesu zum Trinken dar. Als Jesus den Essig genommen hatte, rief Er mit lauter Stimme: Es ist vollbracht! Vater! in deine Hände empfehl' ich meinen Geist." Nach diesen Worten ließ Er das Haupt sinken, und gab den Geist auf.( Joh. 19, 15-27. 30; und Matth. 27, 45-48.) 11 - V. Wir beten Dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken Dir, der Du für uns so viel gelitten hast. 167 Mit wehmüthigem Blicke sah Jesus seine Mutter an, die jeßt, wie Simeon es ihr vorausgesagt hatte, von dem Schwerte des Schmerzes ganz durchdrungen ward. Er empfiehlt sie seinem geliebten Jünger Johannes, der sie auch von dieser Zeit an zu sich nahm. So vergißt Jesus im höchsten Schmerz der Seinigen nicht. Er wird auch unsrer nicht vergessen, wenn wir nur durch treue Befolgung seiner heiligen Lehre uns als seine Jünger beweisen. Um uns die Größe seiner Qual fühlbar zu machen, und den Juden zu zeigen, daß nun in Erfüllung gehe, was der heilige Geist von Ihm durch David im 21sten Psalm geweissagt, ruft Er mit den Anfangsworten dieses Psalms: Mein Gott, mein Gott! warum hast Du mich verlassen?" Für uns, die wir Gott durch die Sünde und um der Sünde willen verlassen, und deßhalb verdienen, von Gott verlassen zu werden, für uns wollte der Herr diese schreckliche Verlassenheit erdulden! Bald darauf sprach der Erlöser:„ Es ist vollbracht! Vater! in deine Hände empfehle ich meinen Geist." V. Christus ist für uns gestorben! R. Um uns zu erlösen. Es ist vollbracht, das große Werk der menschlichen Erlösung. Jesus starb, damit wir Vergebung unserer Sünden erhielten, und Erben des Himmels würden. Lasset uns also die Sünde, um deren Willen Jesus gestorben ist, hassen und verabscheuen, herzlich bereuen und ernstlich meiden, und durch lebendigen Glauben, Liebe und Gehorsam gegen Jesum Christum uns der unendlichen Verdienste seines heiligen Opfertodes theilhaftig zu machen suchen. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme Dich unser! Göttlicher Heiland! Wir danken Dir für deine unaussprechliche Liebe, aus welcher Du Dich zum Versöhnungsopfer für uns dahin gegeben hast, und sind bereit, mit Aufopferung aller irdischen Vortheile deiner heiligen Lehre bis an unser Lebensende treu zu bleiben. Amen. 92 P. XV. Betrachtung. ( Jesus wird begraben.) Hler bringen Jesu Freunde Den Leichnam in die Nuh'; Es schließen seine Feinde Die Grabeshöhle zu. 168 : Doch wird am dritten Tag der Stein Durch Gottes Kraft zersplittert seyn.:/ Als es Abend wurde, und weil es Vor- Sabbath war, kam Joseph von Arimathäa, ein angesehener Rathsherr, der auf das Reich Gottes wartete, und bat sich von Pilatus den Leichnam Jesu aus. Pilatus wunderte sich, daß Er schon gestorben sey. Als er vom Hauptmann es vernommen hatte, schenkte er dem Joseph den Leichnam. Dieser ging also hin und kaufte Leinwand und nahm den Leichnam ab. Zu ihm gesellte sich auch Nikodemus und brachte bei hundert Pfund gemischte Myrrhen und Aloe. Ste übernahmen den Leichnam, und wickelten ihn sammt dem Gewürzwert in reine Leinwand ein, und legten ihn in das neue Grab, das sich Joseph in einen Felsen hatte hauen lassen. Joseph wälzte einen großen Stein vor die Deffnung des Grabes und ging weg.( Mark. 15, 42-46; und Joh. 19, 39-42.) V. Wir beten Dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken Dir, der Du für uns so viel gelitten hast. 11 Die Feinde Jesu hatten ihre boshaste Absicht erreicht: sie sahen Jesum am Kreuze erblassen. Allein gleich nach seinem Tode ereigneten sich Dinge, die für seine Unschuld laut genug sprachen: Der Vorhang des Tempels riß von oben nach unten mitten entzwei, die Erde bebte, Felsen zerbarsten und die Gräber öffneten sich. Der Hauptmann und die, so mit ihm Jesum bewachten, riefen tief erschüttert: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!" Auch alles Volk schlug an seine Bruft. Die frommen Rathsherren, Joseph und Nikodemus, veranstalteten Ihm ein ehrenvolles Begräbniß. Die erbitterten Juden versiegelten das Grab, und besetzten es mit einer Wache, damit nicht der Verstorbene, seiner Versicherung gemäß, von den Todten auferstehen möge. Allein was vermögen alle Anschläge der Feinde Jesu gegen seine göttliche Allmacht und Weisheit? V. Christus hat für uns gelitten und sein Beispiel hinterlassen. R. Daß wir Ihm nachfolgen. Der Leichnam Jesu ruht nun im Grabe von seinen Schmerzen und Mißhandlungen aus, und harret der nahen Auferstehung, die Ihn verherrlichen wird. Wenn auch uns dereinst die Ruhe des Grabes tröstlich sein soll, so müssen wir Jesu im Leben, Leiden und Tode getreu nachfolgen. Wir müssen im Glauben und in der Liebe zu Jesu und in allen Tugenden wachsen und so nach wahrer Vollkommenheit und Heiligkeit streben. Waren wir so unglücklich, zu fündigen, so müssen wir durch Buße zu Gott zurückkehren und durch desto größern Eifer im Guten zu erseßen suchen, was wir gefündigt haben, müssen in Gerechtigkeit und Gottseligkeit bis an unser Lebensende verharren. Denn nur wer ausharrt in der Tugend bis an's Ende, wird die Krone des Lebens erhalten. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme Dich unser! Wir bitten Dich, o Herr! um deine Gnade, damit wir es vermögen, deinen heiligen Fußstapfen nachzufolgen, und bei treuer Erfüllung unserer Pflichten das gegenwärtige Leben so zu endigen, daß uns der Tod und das Grab nicht schrecklich, sondern als Uebergang zu einem bessern Leben erwünschlich werde. Amen. 93. Schlußgesang. Dank Dir und Preis in Ewigkeit, Der Du für uns gestorben, Und Heil und Licht und Ruhm und Troſt Durch deinen Tod erworben! Du haft gesiegt! Es ist vollbracht! Dein, dein ist nun am Throne Des Siegers Ehrenkrone. 169 VII. Vesper für die heil. Osterzeit. Eingang. ( Wie in der ersten Vesper.) 1. Pfalm. 1. Dein Lob, Herr! wollen wir besingen, Verkünden deine Macht und Größe. 2. Nur Du bist unser Ruhm und Helfer, Du hast uns ew'ges Heil erworben. 1. Du bist der Gott, den wir anbeten,* Der Gott, dem unsre Väter sangen. 2. Allmächtiger! dieß ist dein Name,* Wen kann man Dir, o Herr! vergleichen? * 11 170 1. Besiegt hast Du der Wahrheit Feinde,* Der Tugend Sedaligkeit bereitet. 2. Wer ist wie Du, o Herr! so heilig?* Wer thut die Werke deiner Wunder? 1. Wir sind dein Eigenthum geworden;* Von nun an bist Du unser Führer. 2. Für uns hast Du dein Blut vergossen,* Damit wir ewig mit Dir leben. 1. Du wirst zum Heiligthum uns leiten,* Das deine Macht uns hat bereitet. 2. Als König wirst Du uns beherrschen,* Dein Reich in Ewigkeit bestehen. 1. Dem Vater und dem Sohn sey( Ehre, * Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jeßt und dereinst ewig. Amen. 2. Psalm. getödtet hatten, Der wandelt unter 1. Den sie aus Haß seinen Jüngern. 2. Seht doch die Mahle seiner Wunden,* Die Er zu unſerm Heil empfangen! 1. Nie sah der Erdkreis einen Steger,* Der Ihm an Größe zu vergleichen. 2. So mußte der Messias leiden,* Die Welt von Sünden zu erlösen. * 1. Er mußt' am Kreuze schmählich sterben, Um Tod und Hölle zu besiegen. 2. Laßt uns Ihm Lobeslieder singen,* Die Größe seines Steges rühmen, 1. Die Größe seiner Treue preisen.* Wir sind sein Eigenthum geworden. 2. Wir sind das Volt, das Er erkaufte;* Für uns gab Er sein theures Leben. 1. Ihm wollen wir mit Freude folgen,* Dem treuen Hirten unsrer Seele. 2. Stets seine milde Stimme hören, Nachwandeln Ihm auf seinem Pfade. 1. Dem Vater und dem Sohn sev Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. * 171 3. Pfalm. 1. Erretter, Dir will ich jetzt danken* Für deinen Tod und deine Leiden. 2. Groß ist das Werk, das Du vollbrachtest; Wer ist, der es ermessen könnte. 1. Es rühmt dieß ein Geschlecht dem andern;* Auch ich erhebe deinen Namen. 2. Und Alles soll mit mir einstimmen!* Die Erde soll es wiederhallen. * 1. Barmherzig und von großer Güte* Bist Du, mein Heiland und Erlöser! 2. Zu Dir blickt der Gerechten Auge, Und Du erfüllst ihr frommes Flehen. 1. Du eilst voll Liebe aufzusuchen,* Die sich von deinem Pfad verirrten. istrate is for 2. Trägst sie zurück auf deinen Schultern,* Und heilest sie von ihren Wunden. 1. Du schüßest alle, die Dich lieben,* Machst sie zu Erben deines Reiches. * 2. Dein Reich wird ewig fortbestehen,* Die Welt mag auch in Staub zerfallen. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jeßt und dereinst ewig. Amen. ( Am Osterfest und dessen Octav.) Lesung aus der heil. Schrift. Brüder! Christus ist für unsere Sünden gestorben. Er ist begraben worden, und am dritten Tage, nach der Schrift, auferstanden. Er ist dem Petrus erschienen und hernach den Eilfen. Darauf hat Er sich mehr als fünfhundert Brüdern zugleich gezeigt. Hernach erschien Er noch dem Jakobus; alsdann noch allen Aposteln mit einander.( 1. Kor. 15, 3-7.) R. Gott sey Dank für diese heilige Botschaft. Lied. 94. Wir singen jubelnd, daß Er lebt Und auferstanden ist, Daß Er in unsrer Mitte schwebt, Und ewig bei uns ist. 2. Hinunter in das tiefe Meer Versank des Todes Grau'n Und jeder kann nun leicht und hehr In- seine Zukunft schau'n. 172 3. Der dunkle Weg, den Er betrat, Geht in den Himmel aus; Und wer nur hört auf seinen Nath, Kommt auch in's Baterhaus. 4. Es kann zu jeder guten That Ein Jeder frischer glüh'n; Denn herrlich wird ihm diese Saat In schönen Fluren blüh'n. 5. Er lebt und wird auch bei uns seyn, Wenn alles uns verläßt; Drum wollen wir im Herrn uns freu'n An seinem Siegesfest. V. Christus ist die Auferstehung und das Leben. Alleluja! R. Wer an Ihn glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben! Alleluja! Magnificat. ( Siehe unten nach dem Liede Nro. 95.) ( Am zweiten bis fünften Sonntag nach Ostern.) Lesung aus der heil. Schrift. Den Aposteln hat sich Jesus nach seinem Leiden lebendig gezeigt mit vielen Beweisen, da Er sich vor ihnen vierzig Tage lang seben ließ, und mit ihnen vom Reiche Gottes redete. Er aß mit ihnen, und befahl ihnen, sie sollten nicht von Jerusalem weggehen, sondern die Verheißung des Vaters erwarten, die ihr, sprach Er, aus meinem Munde gehört habt.( Ap. 1, 3.4.) R. Gott sey Dank für diese heilige Lehre. Lied. 95. Jesus lebt! mit Ihm auch ich; Tod! wo sind nun deine Schrecken! Jesus lebt, und wird auch mich Aus dem Grab dereinst erwecken. 2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich Ueber alle Welt gegeben, Mit Ihm werd' auch ich zugleich Ewig herrschen, ewig leben. 3. Jesus lebt! sein Heil ist mein, Sein sey auch mein ganzes Leben; Dankbar will ich Ihm es weih'n, Ihm mich ganz zu eigen geben. 4. Jesus lebt! ich bin's gewiß! Nichts soll je von Ihm mich scheiden, Keine Macht der Finsterniß, Keine Herrlichkeit, kein Letten. V. Nach deiner Barmherzigkeit bist Du der Führer deines Voltes. Alleluja! R. Das Du nicht mit Gold und Silber, sondern mit deinem Blute erkauft haft. Alleluja! Magnificat. 1. Dich, Ewiger, preist meine Seele,* Nühmt ewig deine Huld und Treue. 2. Wir schmachteten in Sündenketten,* In Satans und des Todes Banden. 173 1. Erbarmend sahst Du auf uns nieder,* Versprachst uns gnädig zu erretten. 2. Du sandtest deinen Eingebornen,* Wie Du's den Vätern einst verheißen. * 1. Er ward das Opfer der Versöhnung, Er starb für uns den Tod am Kreuze. 2. Nun ist Er von dem Grab erstanden,* Er lebt und herrscht mit Dir nun ewig. 1. Sein ist Unsterblichkeit und Leben,* Besieget hat Er Tod und Hölle. 2. Er wird vom Grabe auferwecken,* Die Ihn als Heiland gläubig ehren; 1701 1. Die nach des Glaubens Vorschrift wandeln,* Nach Heiligkeit und Tugend ringen; 2. Wie Er, der Sünder Spott nicht achten,* Und muthig seine Pfade gehen. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jeßt und dereinst ewig. Amen. Gebet. ( Siehe siebente Abtheilung bei den Kollekten des Kirchenjahrs Nro. XIII. lit. m- o. S. 398.) Marianisches Schlußlied. ( Siehe Nro. 134 der vierten Abtheilung, S. 257.) VIII. Vesper auf das Fest der Himmelfahrt Christi und den Sonntag in der Octav. ( Die zwei ersten Psalmen wie bei der Vesper auf das Osterfest.) 3. Psalm. 1. Zu Dir sprach, Herr, dein ew'ger Bater:*" Sohn, faler Dich zu meiner Rechten. 2. Du sollst von nun an mir zur Seite,* Throne herrschen ewig. 1. Dir unterwerf' ich alle Völker,* Regiere fie neerleuchten Open! Milde. Auf m_Auf2. Wenn Fremde Dich nicht König nennen,* reckt auf der schwört Dir den Gid der Treue. F m 174 1. Jch zeugte Dich im Anbeginne,* Jm Glanze meines Heiligthums. 2. Du bist mein Sohn, der Herr und König,* Der Hohepriester meines Volkes. 1. Du brachtest mir in deinem Blute,* Am Kreuz, das Opfer der Versöhnung. 2. Für deine Schmach und deine Leiden* Geb ich Dir meines Reiches Krone. 1. Dein sey die Macht von meinem Scepter;* Du bist und bleibst des Weltalls Herrscher. * 2. Vor Dir soll jedes Knie sich beugen, Als Herrn Dich jeder Mund bekennen." 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. 2 Lesung aus der heil. Schrift. Ihr Männer von Galiläa! was steht ihr da, und seht gen Himmel? Eben dieser Jesus, der vor euch in den Himmel aufgenommen worden ist, wird ebenso wieder kommen, wie ihr Ihn habt in den Himmel auffahren sehen.( Ap. 1, 11.) R. Dir, o Gott, sey Dank für diese heilige Lehre! Lied. 96. Du gingst zum höchsten Lohne In's Haus des Vaters ein; Nun ist des Sieges Krone, Die Herrlichkeit ist dein. 2. Empor, empor vom Staube, 3um Himmel schwingst Du Dich! Fest stand der Jünger Glaube Und unerschütterlich. 3. Wir blicken mit Verlangen, Vollendeter! Dir nach; Du bift vorangegangen, Wie es dein Wort versprach. 4. Wir wandeln hier im Glauben; Jenseits des Grabs im Schau'n! Nichts kann den Trost uns rauben, Selbst nicht des Todes Grau'n. Vereint mit Dir zu werden, laß unser Streben seyn; Laß Ren hier auf Erden Uns deines Himmels freu'n. In meines Vaters Haus find viele Wohnungen. Alleluja! Ich gehe hin, um einen Ort cuch zu bereiten. Alleluja! Magnificat. Huld uwiger, preist meine Seele,* Rühmt ewig deine endi 1. Dich, Eu 2. Wir schao und Treue. 175 2. Wir schmachteten in Sündenketten,* In Satans und des Todes Banden. 1. Erbarmend sahst Du auf uns nieder,* Versprachst uns gnädig zu erretten. 2. Du sandtest deinen Eingebornen,* Wie Du den Vätern einst verheißen. 1. Er ward das Opfer der Versöhnung;* Er starb für uns den Tod am Kreuze. 2. Aus eigner Macht ist Er vom Grabe* Zu neuem Leben auferstanden. molt 1. Er ist zum Himmel aufgefahren,* Und herrscht mit Dir auf deinem Throne. 2. Noch ist Er bei Dir unser Mittler;* Einst aber kömmt Er, uns zu richten. 1. Und Leben denen mitzutheilen,* Die wandeln so wie Er n gewandelt. 2. Die nicht den Spott der Sünder achten,* Die standhaft geh'n der Tugend Pfade. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. Gebet. ( Siehe siebente Abtheilung bei den Kollekten des Kirchenjahrs Nro. XIII. lit. p. S. 398.) Marianisches Schlußlied. ( Siehe Nro. 135 der vierten Abtheilung, S. 258.) IX. Vesper auf den heil. Pfingstsonntag, Pfingstmontag und Dreifaltigkeitssonntag. 1. Du, Herr! bist groß, Welt der Höchste. 1. Psalm. * bist hocherhaben, Du bist in aller 2. Dein Allmachtswort erschallt am Himmel,* Vom Aufgang bis zum Niedergange. Bing 1. Vor deinem Antlig wallet Feuer,* Die Welt erleuchten deine Blize. 2. Hoch über Bergen rollt dein Donner,* Schreckt auf der Wildniß scheue Thiere. 176 1. Die Wasser sehen Dich und beben;* Erschüttert werden Meerestiefen. 2. Das Erdreich wandelst Du in See'n,* Das dürre Land in Wasserquellen. 1. Gibst Du, Herr! deinen Geist der Erde,* Wird sich ihr Antliß ganz erneuen. 2. Weissagen werden unsre Söhne,* Und eine heit're Zukunft sehen. 1. Ein neuer Sinn wird uns beleben,* Und wir auf deinen Wegen wandeln. 2. Groß bist, Du, Herr, und groß dein Name;* Dich sollen alle Völker preisen. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Chre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. in our 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jeßt und dereinst ewig. Amen. 2. Pfalm. 1. Mein Gott, Dich will ich immer rühmen,* Dein Lob soll stets in meinem Munde seyn. 2. Denn Du bist treu in deinen Worten,* Was je dein Mund versprach, erfüllest Du. 1. Du schüßest ihn mit Allmachtsflügeln,* Der durch Gehorsam Dich als Herrscher ehrt. 2. Es leitet uns auf sicherm Pfade* Dein Geist zur seligen Unsterblichkeit. 1. Du hast die Herzen selbst gebildet,* Siehst unsrer Handlungen geheimen Grund. 2. Du gibst das Wollen und Vollbringen;* Dein ist des Guten Saat und ihr Gedeih'n. 1. Dem Volke Heil, das Dich zum Herrscher,* Das Du zum Eigenthum erkiesen hast. 2. Herr! deine Treue währet ewig,* Wie deine Güte und Gerechtigkeit. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen.si monly ere ake 3. Pfalm. 1. Lobt vom Himmel her den Ew'gen,* Zobt Ihn dort in jenen Höhen. wind 2. Lobt Ihn alle seine Engel,* Lobt Ihn alle seine Heere. 177 1. Lobe Ihn du Mond und Sonne,* Lobt Ihn alle Lichtgestirne. 2. Lobt Ihn alle Himmelskreise,* Ihr Gewässer in den Lüften. 1. Alles lobe seinen Namen;* Denn was Er gebot, das wurde. 2. Ewiglich erhält Er Alles;* Unverleßbar ist sein Wille. 1. Lobt den Herrn, ihr von der Erde;* Meereswunder, Fluthen alle. 2. Bliße, Hagel, Schnee und Nebel,* Stürme, die sein Wort vollstrecken. 1. Alle Berge und die Hügel,* Fruchtbelad'ne Bäum' und Zedern. 2. Was im Feld und Walde lebet,* Würm' im Staub und hoch die Adler. 1. Alle Völker und Regenten, Fürsten und Beherrscher alle. 2. Jünglinge und ihr Jungfrauen,* Und ihr Greise mit den Kindern. 1. Alle lobt des Ew'gen Namen,* Denn sein Nam' ist hocherhaben. 2. Ueber Erd' und über Himmel Breitet aus sich seine Güte. 1. Gott gebühret Ruhm und Ehre, Jhm dem Vater und dem Sohne; 2. Gleiches Lob dem heil'gen Geiste,* So wie jetzt zu allen Zeiten. Amen. ( Am heil. Pfingstsonntag und Montag.) Lesung aus der heil. Schrift. Als der Pfingsttag angekommen war, waren alle Jünger Jesu miteinander am nämlichen Orte. Und es entstand plößlich vom Himmel herab ein Wehen, wie das Wehen eines kommenden Sturmwindes, und es erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen; zugleich sahen sie zerstreute Zungen wie Feuer, und über Jedem von ihnen schwebte ein solches. Und alle wurden mit dem heiligen Geiste erfüllet und fingen an in verschiedenen Sprachen zu reden, wie der Geist sie unter ihnen vertheilte. ( Ap. 2, 1-4.) R. Dir, o Gott! sey Dank für diese heilige Botschaft. fied. 97. Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit Fleh' ich, mein Gott, zu Dir. Den Geist, den uns zur Seligkeit Dein Sohn versprach, gib mir. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, O Vater! lehre mich! Die Weisheit, die das Herz entflammt 3 ur Liebe gegen Dich! 12 178 3. Dich lieben, Gott! ist Seligkeit; Und thun, was Dir gefällt, Schafft süßere Zufriedenheit, Als alles Glück der Welt. 4. Dein Geist verleih' mir Wahrheitssinn; 3 ur Tugend stärk' Er mich, Und zeige, wenn ich traurig bin, Auch mir als Tröster sich. 5. Er schaff' in mir ein reines Herz; Erhalt' mir deine Huld; Und waffne mich in Leid und Schmerz Mit Muth und mit Geduld! V. Ich werde euch ein neues Herz geben. Alleluja! R. Und einen neuen Geist in euch pflanzen. Alleluja! Magnificat. ( Siehe unten nach dem folgenden Liede.) ( Am heil. Dreifaltigkeitssonntag.) Lesung aus der heil. Schrift. O Abgrund des Reichthums der Weisheit und Erkenntniß Gottes! Wie ganz unbegreiflich sind seine Urtheile, wie ganz unerforschlich seine Wege! Wer kann seinen Sinn durchschauen? oder wer kann sich als sein Nath ansehen? oder, wer hat Ihm zuerst gegeben, daß Er im Ersaß schuldig wäre? Es ist ja Alles nur aus Ihm, und durch Ihn und in Ihm! Ihm sey Ehre in Ewigkeit. Amen.( Röm. 11, 33-36.) R. Dir, o Gott! sey Dank für diese heilige Lehre. fied. 98. Die Sonne flichet und verhüllt Vor uns ihr gold'nes Angesicht; Du göttlich Licht, das Alles füllt, Entzieh' uns deine Strahlen nicht! O Einheit, o Dreifaltigkeit! Gieß' Lieb' in unsre Herzen ein, Die wir verlangen bein zu seyn. 2. Wir singen deiner Majestät Den Frühgesang mit Freudigkeit. Und da die Sonne niedergeht, Sey Dir dieß Abendlied geweiht. O Einheit, o Dreifaltigkeit! Heb' uns dereinst zu Dir empor, 3 u singen Dir im Engelchor. 3. Prets sey dem Vater und dem Sohn, Preis sey zugleich dem heil'gen Geist, Den droben auf dem Himmelsthron Des Seraphs heil'ges Loblied preist. O Einheit, o Dreifaltigkeit! Preis, Ehr' und Ruhn sey Dir geweiht Von nun an bis in Ewigkeit. V. Lasset uns preisen den Vater und den Sohn sammt dem heiligen Geiste! R. Dankbar sey ihnen unser Lob geweiht. Magnificat. 1. Dich, Ewiger! preist meine Seele,* Mein Herz es freut 20 sich deiner Liebe. 179 2. Die sich im Anbeginn der Tage,* Noch eh' wir waren, offenbarte. 1. Du hast mit Reichthum diesen Erdkreis,* Mit Güterüberfluß gesegnet. 2. Daß Alles Deiner sich erfreue,* Und Dich als Vater dankbar ehre. 1. Noch mehr hat sich uns deine Liebe* In deinem Sohne kundgegeben. 2. Du fandtest deinen Eingebornen* Wie Du den Vätern einst verheißen. 1. Er war das Opfer der Versöhnung,* Er starb für uns den Tod am Kreuze. 2. Er kaufte uns mit seinem Blute* Die Erbschaft deines Reiches. ew'gen 1. Nach der Verheißung deines Sohnes* Hast Du auch deinen Geist ergossen. 2. Daß Er uns reinige von Sünden,* Uns neuen Tugendfinn verleihe; 1. Zu Tempeln deiner Gnad' uns weihe,* Uns Muth und Kraft für's Gute gebe; 2. Und auf dem Wege der Gebote* Zu deiner Herrlichkeit uns leite. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre, Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. * Und gleicher Gebet. ( Siehe siebente Abtheilung bei den Kollekten des Kirchenjahrs Nro. XIII. lit. q- s. S. 399.) Marianisches Schlußlied. ( Siehe Nro. 136 der vierten Abtheilung, S. 258.) Anmerk. Obige Vesper kann abwechselnd mit der XI., XII., XVII, XVIII., XIX. und XX. Vesper an den Sonntagen nach Pfingsten gebraucht werden. X. Vesper auf das heil. Fronleichnamsfest und dessen amiha Octav. 1. Psalm. # 1 1..3u Dir, o Herr! sprach Gott, dein Vater:* Sohn, seze Dich zu meiner Rechten.nes 12* F 180 2. Du sollst von nun an mir zur Seite Auf meinem Throne herrschen ewig. 1. Dir unterwerf' ich alle Völker;* Regiere sie nach deiner Milde. * 2. Wenn Fremde Dich nicht König nennen: Mein Volk schwört Dir den Eid der Treue. 1. Ich zeugte Dich im Anbeginne,* Im Glanze meines Heiligthums. 2. Du bist mein Sohn, der Herr und König,* Der Hohepriester meines Volkes. 1. Du brachtest mir in deinem Blute* Am Kreuz das Opfer der Versöhnung. 2. Für deine Schmach und deine Leiden* Geb' ich Dir meines Reiches Krone. 1. Dein ist die Allmacht meines Scepters;* Du bist und bleibst des Weltalls Herrscher. 2. Vor Dir soll jedes Knie sich beugen,* Als Herrn Dich jeder Mund bekennen." * 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. * 2. Pfalm. 1. Herr! deine Güte preif' ich ewig, Gedenke deiner Treue für und für.. 2. Du, Heiligster! bist unser König;* Voll Gnade wohnst Du mitten unter uns. 1. Werft, Fürsten! euch anbetend nieder,* Und opfert Ihm des Weihrauchs Wohlgeruch. 2. Er ist's, durch den wir sind und leben;* In seiner Hand liegt eurer Völker Wohl. 1. Werft, Völker! euch zu seinen Füßen;* Seyd Ihm mit frohem Herzen unterthan. 2. Er schaffet Recht dem Unterdrückten,* Nimmt huldvoll fich verarmter Waisen an. 1. Er rettet der Verlass'nen Leben,* Erbarmt der Dürftigen und Schwachen sich. 2. Wer Ihm mit Kindessinn vertraut,* Dem ist Er Schirm und Schutz in jeder Noth. 1. Durch Ihn blüht Redlichkeit und Treue;* Er spendet Regen, Sonnenschein und Thau.in 181 2. Durch Ihn strömt Segen auf die Länder,* Wie Negen auf die abgemähte Flur. 1. Er heißt den Mond und seine Sterne* Des Wand'rers Pfad erleuchten in der Nacht. 2. Rühmt, Völker! seine große Milde,* Bestreut und kränzt mit Blumen den Altar. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und eins in Ewigkeit. Amen. 3. Pfalm. * 1. Von Herzen,-Gott! will ich Dir singen In der Gemeinde deiner Frommen. 2. Groß, Ewiger, sind deine Werke,* Ganz deinem hohen Willen dienend. 1. Voll Herrlichkeit ist deine Schöpfung;* Du bleibst gerecht durch Ewigkeiten. 2. Du hast ein Denkmal deiner Wunder* Für ew'ge Zeiten uns gestiftet. 1. Hast hier zu deinem Angedenken* Ein Mahl den Frommen zubereitet; 2. Für höh'res Leben sie zu nähren, Zu stillen ihrer Seele Hunger. 1. Haft mit uns einen Bund geschlossen,* Daß wir Dir unser Leben weihen. 2. Dein Name ist uns allen heilig,* Mit Ehrfurcht nennt ihn unsre Zunge. 1. Lobsinget Ihm, ihr Völker alle!* Unwandelbar ist seine Treue. 2. Lobpreiset Jhn, ihr Erdbewohner!* Denn seine Lieb' hat keine Grenzen. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. Lesung aus der heil. Schrift. I. Der Herr Jesus nahm in der Nacht, da Er verrathen wurde, Brod, sagte Tank, brach es und sprach:„ Nehmet hin und esset; das ist mein Leib, der für euch wird dahin 11 182 gegeben werden. Thut das zu meinem Andenken."( 1. Korinther 11, 23. 24.) R. Gott sey Dank für diese heilige Lehre. II. Gnade und Friede erfülle euch ganz durch die Erkenntniß Gottes und Christi Jesu unsers Herrn! So wie uns Allen seine göttliche Kraft zum Leben und zur Gottseligkeit geschenkt worden ist; indem wir Den kennen lernten, welcher uns durch seine eigene Herrlichkeit und Macht berufen hat.( 2. Petr. 1, 2.3.) R. Gott sey Dank für diese heilige Lehre. III. Wir haben es gesehen und geben Zeugniß davon, daß der Vater seinen Sohn als Heiland der Welt gesandt hat. Wer immer bekennt, daß Jesus Gottes Sohn ist, in dem wohnet Gott und er wohnet in Gott.( 1. Joh. 4, 14. 15.) R. Gott sey Dank für diese heilige Lehre. IV. Jeder, der glaubt, daß Jesus der Gesalbte ist, der ist aus Gott geboren. Und jeder, der den Erzeuger liebt, der liebt auch den, der aus Ihm geboren ist.( 1. Joh. 5, 1.) R. Gott scy Dank für diese heilige Lehre. Lied. 99. Engel Gottes! eilt hernieder zc. 26. ( Siehe oben den zweiten Gesang zur zweiten Station der Fronleichnamsprozession, Seite 47.) V. Dieses ist das Brod, welches vom Himmel gekommen ist. Alleluja! R. Das Brod, welches der Welt das Leben mittheilt. Alleluja! Magnificat. ( Wie am Weihnachtsfeste, S. 140.) Gebet. ( Siehe siebente Abtheilung bei den Kollekten des Kirchenjahrs Nro. XIII. lit. t. S. 400.) Marianisches Schlußlied. ( Siche Nro. 136 der vierten Abtheilung, S. 258.) XI. Erste Vesper auf die Sonntage nach Pfingsten. 1. Psalm. 1. Du, Herr, erforschest und Du kennest mich, hier ruhen oder wandeln. * Ich mag 183 2. Das Lager meiner Ruh' ist Dir bewußt,* Dir ist bewußt, wohin ich wandle. * 1. Mein ganzes Thun und Lassen schauest Du, Dir ist bekannt, auch was ich denke. 2. Bevor mein Wort den Lippen noch entschwebt,* Hast Du's, Allwissender, vernommen. 1. Verborgen ist Dir nie, was ich gethan, Und was ich noch vollbringen möchte. 2. Ich bin ja ganz nur deiner Hände Werk;* Was wär' an mir, Das Du nicht wüßtest? * 1. Groß, unerforschlich groß ist dein Verstand, Und unermeßlich deine Weisheit. 2. Nicht Geister, die an deinem Throne steh'n,* Vermögen es, Dich zu ergründen. 1. Dem Vater und dem Sohn und heil'gen Geist* Sey Ehr' und Lob geweiht von Allen! 2. Gott ist allein von Anbeginn der Herr;* Sein Ruhm allein bestehet ewig. Amen. 2. Psalm. 1. Wohin könnt' ich vor Gott entfliehen? Wo wäre Gott nicht gegenwärtig? 2. Steig' ich hinauf bis in den Himmel, So find' ich Ihn in allen Himmeln. * 1. Steig' in den Abgrund ich der Erde, So werd' ich Ihn dort wieder treffen. 2. Und würd' ich mit der Morgenröthe* Bis an des Meeres Grenzen fliehen, 1. Ich wär' auch dort Ihm nicht verborgen;* Mich würde seine Hand erreichen. 2. Hüllt' ich mich ein in Finsternisse, Mich seinem Auge zu entziehen; * 1. Umsonst! auch Finsternisse würden* Durch seine Gegenwart zum Tage. 2. Ihm find so hell die Finsternisfe,* Wie uns der Schein der Mittagssonne. 1. Die Nacht kann unsre Lasterthaten Dem Auge Gottes nicht entziehen. 2. Drum dent' bei deinem Thun und Lassen Stets an den unsichtbaren Richter. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. * 0 el 184 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. 3. Pfalm. 1. Allmächtiger! Dich will ich preisen,* Du hast aus Gnade mich erschaffen. 2. Damit ich Dich, o Gott, erkenne,* Und Dir auf Erden freudig diene. 1. Du gibst mir Gnade, Dich zu lieben* Aus ganzem Herzen und Gemüthe. anina outrang ni nik 2. Du leitest Alles mir zum Besten,* Wenn ich der Tugend ne mich befleiße. 1. Um mich von Sünden zu erlösen,* Starb selbst dein Sohn für mich am Kreuze. 2. Dein heil'ger Geist hat meine Seele* Zum ew'gen Leben neu geboren. 1. Er hat sich in mein Herz ergossen,* Durch Ihn darf ich Dich ,, Vater" nennen. 2. Des Himmels Herrlichkeit und Freude* Hast Du zum Erbtheil mir verheißen. 1. Doch wer will, Herr, die Wunder zählen,* Die Du zu meinem Heil gewirket? 2. Die weit an Zahl die Sandeskörner* Am Strand des Meeres übertreffen. 1. Erstaunend kann ich nur Dich preisen,* Mich Deiner Tag und Nacht erinnern; 2. Mich deiner Sorgfalt überlassen,* Dir Herz und Leben dankbar weihen. 1. Durchforsche, prüfe meine Seele;* Sieh', ob ich's redlich mit Dir meine; 2. Und führe mich auf deinem Pfade* Zu dem Genuß der ew'gen Freuden! 1. Dem Vater und dem Schn sey Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. Lesung aus der heil. Schrift. I. Ihm, dem Könige der Ewigkeiten, dem Unsterblichen, dem Unsichtbaren, dem alleinigen Gott sey Ehre und Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.( 1. Tim. 1, 17.) R. Gott sey Dank für diese heilige Lehre. 6 185 II. Gott ist der Zeuge dessen, was in unserm Innersten vorgeht. Er ist der wahre Herzensforscher. Er hört, was unsre Zunge sagt. Der Geist des Herrn erfüllet den Umkreis des Erdbodens. Er enthält Alles in sich, und weiß alle Worte. ( Weish. 1, 6. 7.) R. Gott sey Dank für diese heilige Lehre. III. Brüder! erfreut euch in dem Herrn, werdet vollkommen, ermahnet einander zum Guten, unterhaltet gleiche Gesinnungen, habet Frieden untereinander, und der Gott des Friedens und der Liebe wird mit euch seyn.( 2. Kor. 13, 11.) R. Gott sey Dank für diese heilige Lehre. Lied. 100. Der er Herr ist in den Höhen, Auch in den Tiefen ist der Herr; Wo Menschen zu Ihm flehen,: Wo Ihn die Engel schau'n ist Er!: 2 Allgegenwärtig schauet Sein allumfassend Aug' umher; Und wer nur Ihm vertrauet,|: Den schützet und versorget Gr.:| 3. Wie könnt ihr denn, Verbrecher, Dem, der so nah' euch ist, entgeh'n? Könnt wähnen: Er, der Nächer,|: Werd' euer flust'res Werk nicht seh'n?:| 4. Er wird, Er wird euch finden; Denn in den Höhen herrscht der Herr! Herrscht in den tiefsten Schlünden,|: An allen Enden herrschet Fr.: 5. Er ist stets nahe denen, Die willig thun, was Er gebot, Hört sie, zählt ihre Thränen,: Und rettet sie aus Angst und Noth.:| V. Empfieht dem Herrn deine Wege und hoffe auf Ihn. R Denn seine Barmherzigkeit und Treue ist groß. Magnificat. 1. Meine Seele preiset hoch den Höchsten,* Und es freut mein Herz sich seiner ewig. 2. Von dem Anbeginn der Schöpfungstage* Sorget Er für uns mit weiser Güte. 1. Väterlich ernährt Er jedes Wesen;* Auch des Wurcin vergißt Er nicht im Staube. 2. Jede Gabe, die ich hier genieße,* Danke ich Dir tung Freudengeber! * Endlos y erfüllt 1. Unermeßlich, Gott! ist deine Güte;* Endlos selbst ist deine Treue. 2. Angebetet scy dein großer Name,* Ewiger! Mund nie Dich nicht ehren? E 186 1. Deine Güte strahlet ohne Hülle;* Es ist gut, Dir, Vater, zu vertrauen. 2. Sicher leitest Du des Lebens Pilger,* Mag auch Dunkel seinen Pfad umhüllen. 1. Halten will ich mich an deine Treue,* Hilf mir freudig deine Wege wandeln. 2. Meine Hoffnung ist das beff're Leben;* Ueber Sternen wohnest Du im Lichte. 1. Ehre, Vater! Dir und deinem Sohne,* Und auch Ehre Gott dem heil'gen Geiste. 2. Wie im Anbeginne dieser Zeiten,* So auch jetzt von uns und dereinst ewig. Amen. Gebet. ( Siehe siebente Abtheilung Nro. XIII. lit. u. S. 400.) Marianisches Schlußlied. ( Siehe Nro. 136-138 ber vierten Abtheilung, S. 258.) XII. Zweite Vesper auf die Sonntage nach Pfingsten. Eingang. ( Wie in der ersten Vesper.) 1. Pfalm. 1. Heil dem, der in des Höchsten Schuße, Im Schatten seiner Allmacht wandelt. 2. Er kann zu sich mit Wahrheit sprechen:* Ich darf auf Gottes Hülfe bauen. Nöthen:* 3ft& r mir Sein starker Arm wird mich beschützen. * 2. Ein Schirm und Schild ist seine Treue, Jch darf beim Grau'n der Nacht nicht zittern. cim Tage darf ich furchtlos wandeln,* Wenn Seuchen meinem Leben drohen. I. Unfall naht sich meiner Hütte,* Wenn ich dem Ewidem Unn vertraue. lichkeit von den Engeln anbefehlen,* Auf allen Wegen mich R. Gottn. 1. Flich' ich zu Ihm in Angst und eine Burg auf Felsen. 2. Mich werden seine Flügel decken, * 187 1. Und wenn ich seinen Namen ehre,* Nach seinem Reich vor Allem trachte: 2. So wird Er mein Gebet erhören,* Aus jeder Lebensnoth mich retten; O 1. Nach seiner Huld mich täglich speisen,* Gesunde Tage mir verleihen. h) and Ted 2. Er wird, bin ich des Pilgerns müde,* Das Heil der Ewigkeit mir zeigen. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Unbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. 2. Psalm. 1. Vergeblich ist des Künstlers Mühe,* Wenn nicht der Herr mit ihm das Haus erbaut. Vergeblich ist der Wächter Sorge,* Wenn Gett mit ihnen nicht die Stadt bewacht. 2. 1. Vergeblich steht ihr auf vor Tage,* Arbeitet fort bis in die späte Nacht; 2. Ihr esset euer Brod in Kummer,* Gibt euch der Herr nicht Segen und Gedeih'n. 1. Der Landmann pflügt im Schweiß den Acker,* Streut Saamen in des Feldes Furchen aus. 2. Doch ist sein Tagewerk vergeblich,* Wärmt deine Sonne nicht die junge Saat. 1. Tränfst Du den Acker nicht mit Regen,* Erquichst Du nicht mit Thau den zarten Halm. 2. Der Mensch mag schlafen oder wachen,* So wächst die Saat, und wird zur Erndte reif. 1. Oft drohen ihr Gewitterwolken,* Des Landmanns Herz fleht demuthsvoll zu Dir. 2. Du neigst dein Ohr dem frommen Beter.* Und wendest deine Drohung gnäd 1. Dem Vater und dem Stars Stufen Vertrauend Dir sein Gott dem heil'gen G 2. So wie im Anbeginn deßater nennen,* Und der Erhörung dereinst ewig. Amen. lich wandelt,* Der treu erfüllt 3. P 1. Du, meine Seele! lobe der heit redet,* Deß Mund nie lobe in mir Alles seinen 9. 0 eff 188 2. Ja lob' Ihn, Seele! Er ist deines Lobes werth, Niemand ist Ihm gleich an Huld und Gnade. 1. Er schenkt uns Nachsicht und verzeiht die Sündenschuld;* Er heilet unsre Wunden und Gebrechen. 2. Vom ewigen Verderben rettet Er den Geist,* Und krönet dich, sein Kind, voll des Erbarmens. Denn 1. Der Güter Ueberfluß ergießet Er auf dich,* Und gibt dir neue Lust und Kraft zum Guten. 2. Er stellt in dir der Unschuld Schönheit wieder her,* Erwirbt uns das verlorne Erbtheil wieder. 1. Unendlich gütig und barmherzig ist der Herr,* Langműthig und geduldig gegen Alle. 2. Er straft uns nicht nach unsrer Missethaten Zahl,* Vergilt uns nicht nach unsrer Sünden Menge. 1. Denn hoch, wie Wolken über uns erhaben sind,* So ist erhaben seine Huld und Gnade. 2. Er ist des reuevollen Sünders Zufluchtsort,* Der Schwachen Stab und seiner Frommen Stärke. stab un 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehr' und Herrlichkeit,* Und gleicher Ruhm und Preis dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginne und zu jeder Zeit,* So nun auch jeßt und dereinst ewig. Amen. Lesung aus der heil. Schrift. I. Lobet den Herrn mit heiligem Gesange, und preiſet Ihn in seinen Werken! Preiset seinen herrlichen Namen, preiset Ihn mit der Stimme eurer Lippen, mit Liedern und saget, wenn ihr Ihn lobet: des Herrn Werke sind alle sehr gut. ( Eftlef. 39, 19-21.) R. Gott sey Dank für diese heilige Lehre. II. Gepriesen sey Gott, der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der Vater der Erbarmungen, der Gott alles Trostes, I tuiſkat in allen unfern Drangfalen!( 2. Kor. 1, 3.4.) mich beschützen. 2 Gin Schirm und Schild ist seineige Lehre. dem Unn vertraue. lichkeit vo. den Engeln anbefe. R. Gottn. Grau'n der Nacht nicht zitter hnet einander in aller Weiseim Tage darf ich furchtlos ind geistlichen Liedern, und meinem Leben drohen. 3keit in euern Herzen. Alles, I. Unfall naht sich meiner oder Werke, Alles thut im mit Danksagung gegen Gott 3, 16. 17.) diese heilige Lehre. 1 Lied. 101. Allmächtiger, wir singen Dir, Und preifen deine Stärke; Unendlich ist sie für und für, Und groß in jedem Werke. 189 2. Nach deinem Willen drehen sich Des Himmels Sternenheere; den Nach deine Willen heben sich Und legen sich die Meere. 3.5 3. Du leitest des Gewitters Gang, Den Donner in der Wolte. Dir tönt der Lerche Lobgesang, Und Preis von deinem Volte. Wohl 4. Wohl denen, die im Herzen rein, Auf deine Wunder schauen! denen, die auf Dich allein Und nicht auf Menschen bauen. ohl bench 5. O du, der aller Welt gebeut, Dem aller Engel Chöre Von nun an bis in Ewigkeit Erweisen Lob und Ehre. 6. Vor deinem Aug' geloben wir Gehorsam deinem Willen; O möchten alle Menschen hier Stets dein Gebot erfüllen. Men 7. Verleih' uns Kraft, Allgütiger, Die Sünde stets zu meiden, Nach diesem Leben führ' uns, Herr, 3 u deines Reiches Freuden. V. Unsere Hülfe kommt von dem Herrn. R. Der Himmel und Erde erschaffen hat. Magnificat. ( Wie in der vorigen Vesper, S. 185.) Gebet. ( Siehe siebente Abtheilung Nro. XIII. lit. n. S. 400.) Marianisches Schlußlied. ( Siehe Nro. 136-138 der vierten Abtheilung, S. 258.) XIII. Vesper auf das Kirchweihfest und dessen Octav. 1. Pfalm. 1. Wer darf, o Herr! dein Haus betreten, Dem Throne deiner Gnade nahen? 2. Wer darf in deinem Heiligthume* Dir Dank und Lobgesänge weihen? 1. Und wer an deines Altars Stufen* Vertrauend Dir sein Herz ergießen? 2. Dich seinen Gott und Vater nennen,* Und der Erhörung sich getrösten? 1. Nur der, der immer redlich wandelt,* Der treu erfüllt die heil'gen Pflichten; 2. Der stets von Herzen Wahrheit redet,* Deß Mund nie von Verleumdung triefet; 190 1. Der sich nicht freut beim Sturz des Nächsten,* Nicht Beifall lächelt böser Rede; 2. Den nicht verlockt der Sünder Stimme,* Der des Gerechten Wort nur achtet; 1. Der treulich hält, was er versprochen;* Aus Wucher niemals Gelder leihet; 2. Der sich, die Unschuld zu bedrücken,* Nie durch Geschenke läßt bestechen. 1. Wer so gerecht hienieden wandelt,* Der darf das Heiligthum betreten. 2. Sein Lobgefang wird Gott gefallen,* Und sein Gebet ihm Heil erflehen. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleicher Nuhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. 2. Psalm. 1. Wie lieblich ist's in deinem Hause* Dir, Höchster, Ruhm und Dank zu bringen! 2. Wie süß ist es dem frommen Herzen,* Zu preisen deine Huld und Treue! 1. Wie wenn die Taube ihre Wohnung,* Ihr Nest die Schwalb' im Sturme findet. 2. So freut mein Herz sich deines Hauses,* Besuch' ich es nach Leidenstagen. 1. Mir ist es eine Zufluchtsstätte,* Der Ort, wo ich Vergebung finde, 2. Wenn ich, o Herr! von deinem Pfade Mich auf der Sünde Weg verirre. 1. Hier fließt des Wortes Segenéquelle,* Wird mir zum Strom deß ew'gen Lebens. 2. Hier schöpft der Geist des Eleges Stärke* Im Kampf mit Finsterniß und. Sünde. 1. Ein Tag in deinem Heiligthume* Ist besser mir als tausend Tage, 2. Die ich im Kreife meiner Freunde* Nach eitler Sinnes= luft durchlebe. 1. Dein Haus sey mir die liebste Stätte,* In allen Nöthen meine Zuflucht. 2. Mir sey es Lust, Dir, Gett, zu singen,* Bis ich dereinst Dich ewig schaue. 191 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. * 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So nun auch jeßt und dereinst ewig. Amen. can be 3. Pfalm. 1. Herr, uns ist's Pflicht und hohe Freude,* In deinem Hause Dich zu preisen. 2. Du bist die Zuversicht der Erde,* Die Zuversicht der fernsten Meere. 1. Gelegt hast Du den Grund der Berge,* Haft sie mit deiner Macht umgürtet; 2. Du stillst der Meere wildes Brausen,* So wie den Ungestüm der Völker. 1. Ob deinen Wundern staunet Alles,* Groß, Ewiger! sind deine Werke. 2. Du neigst dein Ohr dem frommen Beter, Erhörst sein demuthsvolles Rufen. 1. Du tränkst das dürre Land mit Regen, Sonnenschein die Saaten. Erwärmst mit * 2. Mit Fruchtbarkeit krönft Du die Jahre, Und deine Güte nimmt kein Ende. 1024 * 1. Dir, Gott! gebühren Lobgesänge,* Von Dank erschallt, o Herr! dein Tempel. 2. Dein Thun ist Majestät und Milde,* Und Liebe ohne Maaß und Grenzen. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. * 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. Lesung aus der heil. Schrift. Ich hörte eine starke Stimme, die vom Throne herab sagte: Sieh' da! die Hütte Gottes unter den Menschen; denn bei ihnen wird Er wohnen, und sie werden sein Volk, und Er bei ihnen wird ihr Gott seyn.( Off. Joh. 21, 3.) R. Dir, o Gott! sey Dank für diese heilige Botschaft. Lied. ( Melodie nach Nro. 113 ber ersten, und Nro. 21 der zweiten Abtheilung des Melodienbuchs, S. 104 und 186.) 102. Du bist und zum Hell gegeben, Friedensstadt tes Himmels Thor. Aus lebend'gen Steinen heben Deine Mauern sich t 192 empor. Engel, die Dich stets umschweben, Preisen Gott im Jubelchor. 2. Berlen schmücken deine Pforten, Von des Goldes Wiederschein Schimmerst Du, an allen Orten Glänzt der Tugend Erelstein. Jesus Christ, nach seinen Worten, Will dein Eckstein selber seyn. 3. Jesus Christus selbst resteret Dich, o Haus, zu seinem Nuhm; Seine Huld und Gnate zieret Deines Innern Helligthum, Und zum hell'gen Sioen führet Uns sein Evangelium. 4. Immer offen steh'n uns Allen Deine Pforten, hehr und schön, Doch wer durch die heil'gen Hallen Will zum ew'gen Gotte geh'n, Muß durch Glauben Gott gefallen Und im Tugendkampf besteh'n. 5. Bater, den die Welt verkündet, Dir sey Lob und Preis ges weiht, Der die Kirche hat gegründet, Sohn, Du seyst gebenedeit, Sammt tem Geist, der uns umwindet Mit dem Band der Helligkeit! V. Freuet euch und frohlock: t! Alleluja! R. Denn der Herr wohnet in unserer Mitte. Alleluja! Magnificat. 1. Dich, Ewiger! preist meine Seele,* Mein Herz es freut sich deiner Liebe. 2. Die sich im Anbeginn der Lage, Noch eh' wir waren, offenbarte. 1. Du hast nach deiner Huld die Erde Mit Gütern jeder Art gesegnet. * 2. Daß alles Deiner sich erfreue,* Und Dich als Vater dankbar ehre. de Barall 1. Noch mehr hat sich und deine Liebe* In deinem Sohne kund gegeben. 2. Du sandtest deinen Eingebornen,* Wie Du's den Vätern einst verheißen. 1. Er ward das Opfer der Versöhnung,* Er starb für uns den Tod am Kreuze; 2. Er kaufte uns mit seinem Blute* Das Erbetheil des ew'gen Lebens. 1. Nach der Verheißung deines Sohnes* Hast Du auch deinen Geist ergossen; 2. Daß Er uns reinige von Sünden,* Uns neuen Tugendsinn verleihe. 1. Zu Tempeln deiner Gnad' uns weihe,* Uns Muth und Kraft für's Gute gebe; 2. Und auf dem Wege der Gebote* Zu deiner Herrlichkeit uns leite. 193 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ghre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. Gebet. ( Siehe siebente Abtheilung Nro. XIII. lit. v., S. 403.) Marianisches Schlußlied. ( Siehe Nro. 138 der vierten Abtheilung, S. 259.) XIV. Vesper auf die Feste der seligsten Jungfrau Maria. Eingang. ( Wie in der ersten Vesper.) 1. Pfalm. 1. Dein ist, Allmächtiger! die Erde,* Die Welt und alle Weltbewohner, 2. Du leitest unerforschlich Alles* Nach deiner Weisheit uns zum Heile. 1. Was dunkel ist im Erdenthale,* Klärt uns sich auf einst ob den Sternen. 2. Wo wir in Herrlichkeit Dich schauen,* Von Chören Seliger umgeben. 1. Wen hast Du, Ewiger! berufen?* Wen auserwählt, bei Dir zu wohnen? 2. Nur die bei ihrem Thun und Lassen* Die Augen stets zu Dir erheben; 1. Auf Dich, als ihren Vater, schauen,* Um deine Winke zu vernehmen. 2. Die unverrückt auf deinem Pfade* Nach des Gesetzes Vorschrift wandeln. 1. Die rein von Weltfinn ihre Seele,* Und unbefleckt ihr Herz erhalten. 2. Nur diesen öffnest Du mit Milde* Die Pforten deiner ew'gen Wohnung. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre, Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. * 13 11 m 194 2. Pfalm. 1. Heil, euch, die, treu der Lehre Gottes,* Vor seinen Augen heilig wandeln; 2. Die Gott von ganzem Herzen suchen,* Getreu was Er befiehlt, vollziehen; 1. Der Herr hat seiner Frommen Namen* Im Buch des Lebens aufgezeichnet; 2. Für sie ist hinterlegt die Krone,* Die treuen Dienern Er bereitet. 1. Gelänge mir doch mein Bestreben, Stets die Gebote zu vollziehen! 2. Dann würd' ich nie, o Gott! erröthen,* Wenn dein Gesetz mir strahlt in's Auge. 1. Herr! deine Rechte will ich halten;* Gib meinem Wollen das Vollbringen. 2. Dann preis' ich ewig deine Güte,* Daß sie dies Herz in mir gebildet. 1. Ich halte mich allein zu denen,* Die Dich von ganzer Seele lieben. 2. Denn ich vertraue deinem Worte,* Und wähle mir den Weg der Wahrheit. 1. Mit Sehnsucht blick' ich nach dem Erbe,* Das Du aus Gnade uns verheißen. 2. Möcht' ich doch bald dazu gelangen,* Und ewig selig bei Dir wohnen! 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. 3. Pfalm. 1. Gott unser Herr! des Weltalls Schöpfer,* Wie groß und mächtig ist dein Name! 2. Der Erdkreis und der Himmel tönet* Von deines Namens Ruhm und Ehre. 1. Du haft, die Bösen zu beschämen,* Jm Mund des Kind's dein Lob bereitet. 2. Des Säuglings unschuldvolle Stimme* Preist unwilltürlich deine Wunder. 1. Du schufft nach deinem Bild den Menschen,* Zwar niedriger als deine Engel; 195 2. Doch hast Du ihn, der Schöpfung Zierde,* Zu der Unsterblichkeit berufen. 1. Mit Beifall siehst Du die Gerechten,* Und schüßest sie auf ihren Wegen. 2. Haft sie zum Eigenthum erkoren,* Zu Erben deines ew'gen Reiches. 1. Gepriesen sey dein großer Name,* Vom Aufgang bis zum Niedergange! 2. Erhaben preiset Ihn ihr Völker,* Erhaben über alle Himmel! 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geifte. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. I. Am Gedächtnißtage der Empfängniß Mariä. Lesung aus der heil. Schrift. Durch den Ungehorsam eines einzigen Menschen sind viele Menschen Sünder geworden; aber ebenso werden viele durch den Gehorsam eines Einzigen wieder als Gerechte hergestellt werden. Wie also die Sünde herrschte, um zu tödten, so soll die Gnade herrschen, um gerecht zu machen, und auf ewig zu beleben; durch Jesum Christum unsern Herrn.( Röm. 5, 19. 21.) R. Gott sey Dank für diese heilige Botschaft. Lied. 103. Reinste Jungfrau! können Sünder, Können schwache Menschenkinder Dir ein würd'ges Loblied weih'n, Da die Engel rein sich freu'n? 2. O du Heilige! du Reine! Fromme, wie der Frommen Reine, Die der Heiland aller Welt Sich zur Mutter hat erwählt! 3. Alle gläubigen Geschlechter, Heiligste der Erdentöchter Nennen wegen heil'gem Sinn Dich:„ der Engel Königin." 4. Gottes reinste Seraphs- Chöre Rühmen dich, der Menschheit Shre; Preisen stets dich hocherfreut: Mutter der Barmherzigkeit" V. Selig sind, die eines reinen Herzens sind. R. Denn sie werden Gott schauen. "} ( Das Magnificat wie in der ersten Adventvesper, S. 135.) 13* D 11 f 196 II. An Mariä Lichtmeß. Lesung aus der heil. Schrift. So spricht Gott, der Herr: Sieh' ich sende meinen Engel, daß er den Weg bereite vor mir. Und alsbald wird zu seinem heiligen Tempel kommen der Herrscher, den ihr suchet, und der Gesandte des Bundes, nach dem ihr verlanget.( Malach. 3, 1.) R. Dir, o Gott! sey Dank für diese heilige Botschaft. Lied. 104. Reinste Jungfrau! Gottes Willen Nach der Vorschrift zu erfüllen, Stellst du dich im Tempel dar, Jesum opfernd am Altar. 2. Unbefleckte! reich an Gaben, Ueber Engel hocherhaben, Gibst du Gott die Ehr' allein; Seine Magd nur willst du seyn. 3. Hilf nach deinem heil'gen Bilde Uns in diesem Staubgefilde Gott das Herz in Demuth weih'n, Ganz des Höchsten Diener seyn. 4. Fleh', daß uns nach diesem Leben Gott zum Himmel woll' erheben. O Maria, Jungfrau rein, Laß uns dir besohlen seyn! V. Wer Dankopfer bringt, der verehret mich. R. Und ich zeige ihm den Weg des Heile. ( Das Magnificat wie in der Arventveeper, S. 135.) III. An Mariä Verkündigung. Lesung aus der heil. Schrift. Der Herr wird euch selbst ein Zeichen geben. Eehet! eine Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären. Sein Name wird scyn Emanuel( Jef. 7, 14.) R. Dir, o Gott! sey Dank für diese heilige Botsch ft. Lied. 105. Zu der Menschheit höchsten Ehren, Jungfran! will rich Gott erlöh'n, Ihn, den Heiland zu gebären, Bist du, Neinsle, ausersch'n. Frage nicht: wie kann's geschehen? Gottes All dt hat teln Ziel! Alle Völker werden's schen, Seinem Wort ist nichts zu viel. 2. Seht! das hehe Wort erfüllet Er, der Höchste! Sie empfängt Ibn, der alle Sehnsucht stillet; Der uns Heil und Leben schenkt. Fleh' für uns, o gnatenreiche Mutter, daß, von Sünten rein Wir in deines Sohnes Reiche Einst mit die uns ew'g freu'n! V. Sey gegrüßt, du Gnadenvolle! der Herr ist mit dic. R. Du bist die Gesegnetste unter den Weibern. ( Das Magnificat wie in ter Atventveeper, S. 135.) 197 IV. Am Feste Mariä Himmelfahrt. Lesung aus der heil. Schrift. Tochter! du bist von dem Herrn, dem großen Gott, vor allen Weibern auf Erden gesegnet. Heute hat Er deinen Namen so sehr verherrlichet, daß dein Lob immer im Munde derjenigen seyn wird, die der Allmacht des Herrn gedenken. ( Judith 13, 23. 25.) R. Gott sey Lob und Dank für alle Gnaden, die Er Marien erwiesen hat. Lied. 106. After Anmuth, aller Güte, Aller Huld erhab'nes Vorbild! Du. Bescheidene! du Keusche! Reinen Sinns und reinen Herzens! Heilige und milde Jungfrau! Nimm von deines Sohnes Kindern: Heut' ein schwaches Loblied an.:| 2. Hochbegnadigte vor Allen Deines Volkes und Geschlechts! Demuthsvolle, die die Gottheit Wählte, sich zu offenbaren! Du des Ew'gen reinster Tempel, Schönstes Bild der Mutterwürde, 1: Vorbild aller Lieblichkeit!:| 3. Engel reichen dir den Scepter, Patriarchen und Propheten Grüßen jubelnd dich, Maria! Jungfrau'n weih'n dir ihre Kronen, Märtyrer dir ihre Palmen, Und in Einem Lobgesange 1: Preiset dich der Himmelschor.:| 4. Himmlische, nimm an das Loblied, Das dir deine Kinder bringen. Bitt' für uns, Gebenedeite! Strahlend durch der Zeiten Wechsel, Durch der Welt Getümmel leuchte Allen als erhab'nes Vorbild: Stets, o reinste Jungfrau, vor.:| V. Viele Töchter sammelten sich Reichthümer. R. Du haft sie an Tugend übertroffen. ( Das Magnificat wie in der Adventvesper, S. 135.) V. Am Feste der Geburt Mariä. Lesung aus der heil. Schrift. Der Herr sagte zu Eva: Warum hast du von der verbotenen Frucht gegessen und deinem Manne davon gereicht?" Sie antwortete: Die Schlange hat mich dazu verführt." Gott der Herr sprach also zur Schlange: ,, Weil du das gethan haft, so will ich Feindschaft seßen zwischen dir und dem Weibe; zwischen deiner Nachkommenschaft und Einem aus t m 198 ihrer Nachkommenschaft. Sie wird dir den Kopf zertreten und du wirst seinen Fersen nachstellen."( Genes. 3, 13-15.) R. Dir, o Gott! sey Dank für diese heilige Botschaft. Lied. 19 107. bu, mit lauterm Gottessinn, Der sel'gen Geister Königin! Begnadigte, die sich der Herr 3 ur Mutter seines Sohn's erfor; Dich heiligend von Anbeginn! Sey uns bei Ihm Fürsprecherin! 2. D Heilige, die rein und groß Das Heil'ge trug im reinsten Schooß! O tu, die ihren Gott und Herrn, Das Heil, die Hoffnung aller Welt, Mit zartem Mutterarm umschlang! Dir tönt der Christen Preisgesang. 3. Du Gnadenquell der Christenheit, Du Mutter der Barmherzigfeit! Erfleh' uns Gnade bei dem Herrn! Führ' uns als lichter Gnadenstern, Durch deinen Sohn mit Gott versöhnt, 3u Ihm, der dich mit Wonne frönt. V. Du bist, Tochter! von Gott dem Allerhöchsten gesegnet. R. Du wirst nie von seinem Pfade abweichen. ( Das Magnificat wie in der Adventvesper, S. 135.) VI. An den Gedächtnißtagen Mariä überhaupt. Lesung aus der heil. Schrift. Tochter! du bist von dem Herrn, dem großen Gott, vor allen Weibern auf Erden gesegnet. Heute hat Er deinen Namen so sehr verherrlicht, daß dein Lob immer im Munde derjenigen seyn wird, die der Allmacht des Herrn gedenken. ( Judith 13, 23. 25.) R. Gott sey Lob und Dank für alle Gnaden, die Er Maria erwiesen hat. Lied. 108. Maria, voll der Gnaden, Nie mit Sündenschuld beladen, Sey gegrüßt! Gott ist mit dir. Dich, o Mutter, preisen wir. 2. Hohe Würde, Preis und Ehren Wollte dir der Herr gewähren; Jungfrau sey gebenedeit, Groß ist deine Seligkeit. 3. Fleh' o Hell'ge, fleh' zum Sohne, Daß Er unser mild verschone! Hilf uns, wenn Gefahr uns droht, Jetzt und in der leßten Noth. V. Maria, dich hat Gott gesegnet. R. Vor allen deines Geschlechtes. ( Das Magnificat wie in der Adventvesper, S. 135.) Gebet. ( Siehe siebente Abtheilung Nro. XIII. lit. w., S. 403.) 199 Marianisches Schlußlied. ( Siehe vierte Abtheilung, je nach der Zeit, in welcher das betreffende Marienfest begangen wird. S. 253 u. folgende.) XV. Vesper zur Gedächtnißfeier eines oder mehrerer Heiligen. Eingang. ( Wie in der ersten Vesper.) 1. Pfalm. 1. Wer sind, die aus dem Pilgerthale* Zu Gottes Wohnungen gelangen? 2. Die sind es, welche treu und freudig.*. Auf seines Wortes Pfaden wandeln. 1. Die offen mit dem Nächsten reden,* Vor Doppelzüngigkeit sich hüten; 2. Die rein bewahren Sinn und Wandel,* Die Hand durch Unrecht nie beflecken. 1. Die nie von Hochmuth aufgeblasen* Die Armen drücken, ihrer spottend; 2. Die mild der Wittwen und der Waisen,* Und der Verlass'nen sich erbarmen; 1. Die an den Feinden Sanftmuth üben,* Gott um Verzeihung für sie bitten; 2. Die für die Tugend nicht Verfolgung,* Nicht Fesseln für die Wahrheit scheuen; 1. Die Jesum Christum, den Sohn Gottes,* Der Welt durch Wort und That bekennen; 2. Und, wie der Herr, zum Wohl der Menschen,* Voll Liebe, selbst ihr Leben opfern. 1. Die sind es, die der Herr erwählet,* In seine Wohnung einzugehen, 2. An ew'gen Freuden Theil zu nehmen,* Die Er den Frommen zubereitet. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. t 200 2. Psalm. 1. Der Herr ist gütig gegen alle,* Die seine Pfade redlich wandeln. 2. Mit Liebe sieht sein Aug' auf jene,* Die Jhn von ganzem Herzen lieben. 1. Sein Licht scheint immer seinen Frommen,* Damit sie nicht vom Pfade gleiten. 2. Die Dunkelheit der Leidensnächte* Verwandelt Er in Wonnetage. 1. Er sendet ihrem Herzen Frieden,* Gibt ihnen Seligkeit zu kosten. 2. Gießt Kraft in ihren Geist und Stärke,* Die Siegeskrone zu erkämpfen. 1. Für ihre Seele hat Er Speise* Im Ueberflusse zubereitet. 2. Er führet sie an flare Ströme,* Sich hier zu schöpfen ew'ges Leben. 1. So wie ein guter Hirt der Heerde,* So wandelt Er voran den Frommen. 2. Gie folgen Ihm auf seinen Steigen,* Zu seinen ew'gen Lichtgefilden; 1. Von ihrer Arbeit auszuruhen,* Des Sieges Früchte zu genießen; 2. Des Siegs, den sie, gestärkt vom Glauben,* Im Kampf mit dieser Welt erfochten. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 1. Co wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. 3. Psalm. 1. Ich will, Gott! deine Gnade preisen, Will deine Huld und Weisheit rühmen. 2. Du leitest mich auf sichern Pfaden, Zerstreust vor mir die Finsternisse. 1. Bereit bin ich, auf deinen Wegen, So lang' ich lebe, fortzuwandeln. 2. Gib deinen Segen meinem Willen,* Und heilige Du meine Werke. * 1. Nie will ich Böses thun vor Andern,* Auch nicht im Innern meines Herzens. 2. Will nichts vor meinen Augen dulden,* Was Dir, mein Gett! zuwider wäre. 201 1. Der Bosheit will ich niemals Beifall,* Der Arglist mein Gehör nicht schenken. 2. Wer Fromme lästert und verleumdet,* Der ist zum Abscheu meiner Seele. 1. Nie finde Hochmuth eine Stätte* In meiner Brust; ihr Schmuck sei Einfalt! 2. Ich liebe nur die Demuthvollen;* In ihrer Mitte will ich wohnen. 1. Mit ihnen deinen Ruhm verkünden,* In Dir nur meine Freude suchen. 2. Daß ich dereinst mit den Gerechten* In Herrlichkeit Dich ewig schaue. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und. dereinst ewig. Amen. Lesung aus der heil. Schrift und Lieder auf die verschiedenen Festtage der Heiligen. 1. Am Gedachtnißtage aller Heiligen Gottes. Ich sah ein unzählbar großes Heer aus allen Völkerschaften, Stämmen, Nationen und Sprachen. Diese alle stunden vor dem Throne und Angesicht des Lammes, angethan mit weißen Kleidern und mit Palmzweigen in ihren Händen. Sie sprachen mit lauter Stimme die Worte aus: ,, Unser Heil ist von Gott, der auf dem Throne sißt, und von dem Lamme." Und alle Engel stunden rings um den Thron, um die Aeltesten, und um die vier lebendigen Wesen umher, fielen vor dem Throne auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sangen: ,, Amen! Lob und Verherrlichung, Weisheit und Dank, Ehre, Macht und Stärke sey unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen."( Off. Joh. 7, 9-12.) R. Gott sey Dank für diese heilige Offenbarung. fied. 109. Heiligster! nach deinem Bilde Schufest Du des Menschen Geist! Sehtest ihn mit Vatermilde Ein in Edens Lustgefilde, Wo dein Mund ihn unterweist, Wo der Weisheit keine wilde Leidenschaft den Stab entreißt. 2. Den Gesunt'nen nach dem Falle Gabst Du Heil in Jesu 202 Christ, Der am Kreuze starb für Alle, Der uns führt zur ew'gen Halle, Die dein heil'ger Glanz umfließt. Heilig, Vater! sollen alle Werden, wie Du heilig bist. 3. Heilig preisen wir die Guten, Deren Geist für Wahrheit rang; Die unheil'ger Lüfte Gluthen Siegreich dämpften; die nicht ruhten, Wenn der Ruf der Pflicht erklang; Die für's ew'ge Heil zu bluten, Gingen mit Triumphgesang. 4. Laß, o Gott! ihr Vorbild Spiegel Uns im Kampf des Lebens seyn. Heil'ge! fleht, daß Gott uns Zügel Der Begier, zum Guten Flügel Mild erbarmend woll' verleih'n, Daß wir, winkt des Todes Hügel, Einst mit euch uns ewig freu'n. V. Lasset uns Gutes thun und nicht müde werden. R. 3u seiner Zeit werden wir auch erndten ohne Aufhören. ( Das Magnificat suche unten nach den Lesungen und Liedern, S. 209.) II. Am Fest des heil. Erzmärtyrers Stephanus. Stephanus, ein Mann voll der Weisheit, des Glaubens und der Gnade, blickte zum Himmel empor und sprach: ,, Ich sehe den Himmel offen, und den Sohn des Menschen zur Rechten Gottes fteben." Da dieß die Juden hörten, erhoben sie auf ihn los, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Während der Steinigung betete er und sprach: ,, Herr Jesus! nimm meinen Geist auf!" Dann beugte er seine Kniee und rief mit lauter Stimme: Herr! rechne ihnen diese Sünde nicht zu!" Mit diesen Worten entschlief er.( Ap. 7,55-60.) R. Gott sey Dank für die Gnade, die Er seinen Heiligen erwiesen hat. Lied. 110. Fret, wie ein Engel stand er da, Voll Muth vor seinen Richtern; Verborg'ner Groll und Nache sah Aus hämischen Gesichtern. Doch Stephanus erzittert nicht; Berkläret wird sein Angesicht Im Aufblick zu dem Himmel. 2. Entzückt rust er im Jubelton:„ Ich seh' den Himmel offen, 3 u Goltes Nechten Gottes Sohn! Und ich darf trostvoll hoffen, Er werde mich nach dieser Zeit In seine ew'ge Herrlichkeit, Wie Gr's verhleß, aufnehmen!" 3. Doch seines Glaubens Wunderkraft Verdroß die Schriftgelehrten, Die statt des Himmels Wissenschaft Die Erdenweisheit ehrten. Es stunden falsche Zeugen auf; Sie logen:„ Dieser hört nicht auf, 3u lästern Gottes Tempel." 203 4. Nun knirscht die Feindesschaar vor Wuth, Und drohet ihm Verderben; Des Glaubenskämpfers edles Blut Soll ihre Steine färben Nimm meinen Geist, Herr Jesu, auf!" Fleht seufzend er zum Herrn hinauf, Stirbt betend für die Mörder. 11 V. Liebet eure Feinde. R. Betet für die, die euch verfolgen. ( Das Magnificat suche unten nach den Lesungen und Liedern, S. 209.) III. Am Gedächtnißtage des heil. Johannes des Evangelisten. Geliebteste! Lasset uns doch einander lieben! denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren, und kennt Gott. Wer nicht liebt, kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe. Darin hat sich Gottes Liebe gegen uns gezeigt, daß Er seinen Sohn, den Gingebornen, in die Welt fandte, damit wir durch Ihn zum Leben kommen sollten. ( 1. Joh. 4, 7-9.) R. Gott sey Dank für diese heilige Lehre. Lied. 111. So Jemand spricht: Ich liebe Gott, Und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, Und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb', und will, daß ich Den Nächsten liebe gleich als mich. 2. 3 war es vermag ein Jeder nicht, Stets durch die That zu lieben, Doch bist du nur geneigt, die Pflicht Getreulich) auszuüben, Und wünschest dir die Kraft dazu, Und sorgst dafür: so liebest du. 3. Ermattet dieser Trieb in dir, So such' ihn zu beleben; Sieh' auf Johannes, welchen wir Lobpreisend heut' erheben. Sprich oft wie er: Gott, ich bin dein, Sollt' ich gleich Dir nicht Liebe seyn? 4. Wir haben einen Gott und Herrn, Sind eines Leibes Glieder; Drum, wie Johannes, diene gern, Und liebe deine Brüder. O Heil'ger! fleh' zum Herrn, daß wir Ne ich sey'n an Liebe für und für. V. Lasset uns nicht nur mit Worten und mit der Zunge lieben! R. Sondern in der That und in der Wahrheit. ( Das Magnificat suche unten nach den Lesungen und Liedern, S. 209.) IV. Am Feste des heil. Josephs, des Nährvaters unsers Herrn Jesu Christi. Er war Gott und den Menschen lieb. Sein Andenken ist im Segen. Wegen seiner Treue und Sanftmuth heiligte Er ihn, und wählte ihn aus allen Menschen.( Gffles. 45, 1.4.) R. Gott sey Dank für die Gnade, die Er Joseph erwiesen hat. 11 t 204 Lied. 112. Joseph! dir im Herzen blühte Liebevolle reine Güte; Dir vertraute, treuer Mann, Seinen Sohn der Höchste an. 2. Schönes Bild des Ehegatten! In verborg'ner Tugend Schatten Brachtest mit Marien du Deine Tag' in Eintracht zu. 3. Immer strebtest du, den Willen Deines Gottes zu erfüllen, Warst auf jeden Wink bereit, Stets zu thun, was Er gebeut. 4. Fleh' für uns, daß wir auch streben, Gleich wie du in unserm Leben Nastlos zu dem Ziel empor, Welchem uns der Herr erfor. V. Die Wege des Herrn sind Güte und Wahrheit! R. Denen, die seinen Bund und seine Gebote halten. ( Das Magnificat suche unten nach den Lesungen und Liedern, S. 209.) V. Am Gedächtnißtage des heil. Johannes des Täufers. Fürchte dich nicht, Zacharias! dein Gebet ist erhört. Elisabeth, deine Frau, wird dir einen Sohn gebären, den du Johannes nennen sollst. Er wird vor dem Herrn groß seyn und schon von dem Mutterleibe an mit dem heiligen Geist erfüllet werden; er wird mit dem Geist und in der Kraft des Elias vor Ihm hergehen, um in den Nachkommen die Gesinnungen der Väter herzustellen, und die Ungläubigen zur Gerechtigkeit zu bekehren, und so dem Herrn ein vollkommenes Volk zu bereiten.( Luk. 1. 13-17.) R. Gott sey Dank für diese heilige Botschaft. Lied. 113. Seht, Brüder, auf Johannes hin, Bewundert seinen hohen Sinn, Erwäget seine Werke, Prüft seines Muthes Stärke! 2. 3um Predigtamt von Gott geweiht, Lehrt er, ein Feind der Weichlichkeit, Im härnen Bußgewande An Jordans ödem Strande. 3. ,, Bekehret," ruft er,„ Sünder euch! Es nahet sich das Hims melreich, Ich tauf euch hier im Flusse, Kehrt euer Herz zur Buße! 4. Seht, Jesus Christus, Gottes Lamm! Er blutet einst am Kreuzesstamm, Euch Gnade zu verdienen, Mit Gott euch auszufühnen." 5. Der Menschen Anseh'n schreckt ihn nicht. In des Herodes Angesicht Hört man voll Muth ihn sprechen:„ Du sollst nicht ehebrechen." 6. Für Wahrheit floß dein reines Blut, Bitt', daß auch wir das ew'ge Gut Mit treuem Muth erstreben, Und gottgefällig leben. V. Höret die Stimme des Rufenden in der Wüste! R. Bereitet dem Herrn die Wege! ( Das Magnificat suche unten nach den Lesungen und Liedern, S. 209.) 205 VI. Am Feste der heil. Apostel Petrus und Paulus und anderer heil. Apostel. Was vor der Welt thöricht ist, das hat Gott erwählt, damit Er die Weisen zu Schanden mache. Und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit Er, was mächtig ist, zu Schanden mache; und was vor der Welt unansehnlich, verachtet und für nichts gehalten ist, das hat Gott erwählt, damit Er das, was Etwas ist, zu nichts mache; damit sich kein Mensch vor Gott rühme.( 1. Kor. 1, 27-29.) R. Gott sey Dank für die Gnade, die Er uns an seinen heiligen Aposteln geoffenbaret hat. Lied. 114. Euer Leb soll heut' erschallen, Boten Jesu, unsers Herrn! Von euch sollen widerhallen Alle Tempel nah und fern Eingeweiht durch Gottes Flamme, Voll von seines Geistes Licht, 3eugtet ihr vom ew'gen Lamme, Von Versöhnung und Gericht. 2. Freude war's euch, zu bezeugen: Christus nur ist unser Heil!" Keine Drohung macht euch schweigen, Keine Schmach, kein Henkerbeil. Gößentempel stürzten nieder; Wo ihr lehrtet fiel der Trug, Und die Wunde heilte wieder, Die der Wahn der Menschheit schlug. 11 3.*) Petrus, Hirt der heil'gen Heerde, Stirbt am Kreuz mit gläub'gem Muth. Freudig unter'm blut'gen Schwerte Sintet Paulus hin in's Blut. Fleht für uns an Gottes Throne, Daß der Herr der Gnad' und Huld Mild erbarmend unser schone Und vergebe unsre Schuld. V. Bis an der Erde Grenzen ist ihre Stimme gedrungen. R. Und alle Völker werden bekannt mit der Lehre des Heils. ( Das Magnificat suche unten nach den Lesungen und Liedern, S. 209.) VII. Am Gedächtnißtage der heil. Märtyrer und auch nur eines Märtyrers oder einer Märtyrin. Die Seelen der Gerechten stehen in Gottes Hand und keine Qual berührt sie. In den Augen der Tboren schienen sie zu sterben; ihr Hintritt ward für ein Unglück gehalten, und ihre Entfernung von uns für eine Vernichtung. Aber sie ruhen im Frieden. Wenn sie von den Menschen zu leiden hatten, so tröstete sie die volle Hoffnung der Unsterblichkeit. Sie wurden *) Diese dritte Strophe wird nur am Feste der heil. Apostel Petrus und Paulus gefungen. t 11 206 ein wenig gezüchtigt, und erhielten dann den ewigen Freudengenuß; denn Gott prüfte sie und fand sie Seiner würdig. ( Weish. 3, 1-5.) R. Gott sey Dank für diesen heiligen Unterricht. Lied. 115. Unter der Verfolger Peinen Bebten Ghrifti Zeugen nie, Seine Lehre zu verneinen, 3 wang nicht Droh'n, nicht Folter fie. Mit des Glaubens Heldenmuth Haben sie ihr edles Blut Freudig für sie hingegeben, Ewig, Christus! Dir zu leben. 2. Männlich streiten, überwinden, Muß, wer nach der Krone strebt. Siegestraft läßt Gott empfinden Den, der sich zu Ihm erhebt. Bleibst du bis an's Ende treu, Steht der Heiland selbst dir bei; Kampf und Muth sind nicht vergebens, 3eichnen dich in's Buch des Lebens. 3. Fleht( Fleh') zum Herrn, der euch( dir) von oben Kraft verlieh'n zum harten Streit, Euch( Dich) zu seinem Thron erhoben, Wo kein Feind mehr euch( dich) bedräut. Fleht( Fleh') für uns, daß seine Treu' Kraft zum Stege uns verleih'. Blidt( Blick) auf uns von euern( deinen) Höhen, Helft( Hilf) auch uns den Kampf bestehen. V. Christus hat gelitten und uns sein Vorbild hinterlassen. R. Daß wir seinen Fußstapfen nachfolgen. ( Das Magnificat suche unten nach den Lesungen und Liedern, S.209.) VIII. Am Gedächtnißtage eines heil. Bischofs, wenn er kein Märtyrer ist. Brüder! erinnert euch eurer Vorgesetzten, die euch Gottes Wort vorgetragen haben. Sehet auf den herrlichen Ausgang ihres tugendhaften Wandels und folget ihnen im Glauben und den Sitten nach.( Hebr. 13, 7.) R. Gott sey Dank für diese heilige Lehre. Lied. 116. Willst du den Heil'gen recht verehren, Deß Angedenken wir begeh'n, Muß dein Gemüth auf seine Lehren Und seines Wandels Beispiel seh'n. Du mußt wie er beflissen seyn, Dein ganzes Leben Gott zu weih'n. 2. Betracht' ihn im Besitz der Güter, Der Ehr' und Hoheit dieser Welt! Das Christenthum ist sein Behüter, Daß er durch sie nicht wankt und fällt. Kein Erdengut ist ihm ein Neiz 3 ur Ueppigkeit, zum Stolz, zum Geiz. 3. Gerührt durch inniges Erbarmen Beim Anblick von der Brü 207 der Noth, Zeigt er sich hülfreich bei den Armen, Bricht gern den Hungrigen sein Brod. Er fühlt die hohe Seligkeit, Womit das Wohlthun stets erfreut. 11 4. Wirf einen Blick auf ihn, wenn Leiden Und Trübsal ihn zu Boden drückt! Mein Vater, spricht er, hat durch Freuden In guten Tagen mich erquickt; Ich kenn' in Leiden seine Huld; Die Prüfung trag' ich mit Geduld." 5. Schau hin, wenn an des Lebens Ende Dem Tagwerk ihn der Tod entreißt; ,, Mein Gott! spricht er, in deine Hände Empfehl' ich sterbend meinen Geist. Du bist mein Trost in Todesnacht, Gelobt seyst Du, es ist vollbracht." 6. Nun spendet ihm der Gott der Güte Den Lohn, den er sich hier errang; Dort ist sein Leben ew'ger Friede Und ew'ger Preisund Lobgesang. O Hell'ger, neig' zu uns dein Ohr; Trag' unser Fleh'n dem Herren vor. V. Dieß ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte. R. Und immer auf seinen Wegen wandle. ( Das Magnificat suche unten nach den Lesungen und Liedern, S. 209.) IX. Am Gedächtnißtage eines heil. Bekenners oder Beichtigers. Wohl demjenigen, der unbefleckt gefunden wurde, und der dem Golde nicht nachläuft. Wer ist es? Glücklich wollen wir ihn preisen; denn Wunder that er unter seinem Volke. Wer ward darin geprüft, und wer bewährt gefunden? Ihm werde Ruhm dafür! Er konnte sich vergehen, und dennoch verging er sich nicht. Er konnte Böses thun, und that es nicht. Seine Güter sind in dem Herrn befestigt, und die ganze Gemeinde der Heiligen wird seine Werte und Gutthaten rühmen.( Sir. 31, 8-11.) R. Gott sey Dank für diesen heiligen Unterricht. Lied. 117. Stüdselig ist, wer hier auf Erden Gleich dir aus allen Kräften strebt, An guten Werken reich zu werden, Und einzig nur dem Herren lebt. 2. Nie bebtest du vor Hindernissen! Des Glaubens Kraft erfüllte dich. Du bliebst in heiligen Entschlüssen Gleich Felsen unerschütterlich. 3. Mit Selbstverläugnung ausgerüstet, Sahst du, auch leidend, Gottes Huld; Dem, was der Sinnlichkeit gelüftet, Entsagtest du, treu, mit Geduld. 4. Du widersetztest dich mit Muthe Dem Laster, hofftest stets auf Gott; Ob auch im Kampfe für das Gute Dich traf Verfolgung, Hohn und Spott. t 211 208 5. Hilf mir, daß ich stets männlich kämpfe; Steh' mir an Gottes Throne bel, Daß ich die Macht der Lüste dämpfe, Und Gott dem Herrn stets folgsam sey. V. Wer mich vor den Menschen bekennen wird. R. Den werde ich vor meinem himmlischen Vater bekennen. ( Das Magnificat suche unten nach den Lesungen und Liedern, S.209.) X. Am Gedächtnißtag einer heil. Jungfrau, die keine Märtyrin ist. Was der Mensch säet, das wird er auch erndten. Wer für seine Lüste säet, der wird von seinen Lüsten erndten; wer aber für den Geist säet, der wird vom Geiste ewiges Leben erndten.( Gal. 6, 7. 8.) R. Dir, o Gott! sey Dank für diese heilige Lehre. Lied. 118. Dernicht ist der Pfad und steil, Welcher zur Vollendung leitet. Der gelangt auf ihm zum Heil, Der als Kämpfer Jesu streitet, Muthvoll seinen Kampf vollbringt, Und des Glaubens Steg erringt. 2. Ueberschwänglich ist der Lohn Der bis in den Tod Getreuen, Die der Lust der Welt entfloh'n, Willig ihrem Gott sich weihen; Deren Hoffnung unverrückt Nach der Siegeskrone blickt. 3. Dem ihr liebend euch geweiht, Er hat euch ten Lohn errungen; Aus dem Grab zur Herrlichkeit Hat Er sich emporgeschwungen. Steger in der Todesnacht, Sprach der Herr: ,, es ist vollbracht!" 4. Herrlicher Vollender! Dir Folget nach die Schaar der Streiter! Sturm und Nacht empfängt uns hier; Jenseits ist es still und heiter, Hoffnung sicht das Morgenroth Schimmern hinter Grab und Tod. 5. Heil'ge! seht auf uns voll Huld, Fleht für uns zum ew'genSehne, Daß Er, tilgend unsre Schuld, Mild erbarmend unser schone; Daß mit euch wir im Verein Einst des Herrn uns ewig freu'n. V. Der Herr bewahrt die Seelen seiner Heiligen. R. Er beschützt alle, die Ihm aufrichtig dienen. ( Das Magnificat suche unten nach den Lesungen und Liedern, S. 209.) XI. Am Gedächtnißtag einer Heiligen, die eine Ehefrau oder Wittwe war. a) Wenn sie eine Ehefrau war. Gin tugendhaftes Weib, wer wird es finden? Sie hat einen weit höhern Werth als Perlen. Sie erweist ihrem Manne Gutes und nicht Böses, so lange er lebt. Sie steht 209 auf, indem es noch Nacht ist, gibt ihren Knechten Arbeit und ihren Mägden ihr Tagwerk. Ihre Hände streckt sie nach den Armen aus und reicht dem Dürftigen Hülfe. Sie spricht mit Weisheit und spricht nur, was nüßlich ist. Aufmerksam beobachtet sie alles, was in ihrem Hause vorgeht. Viele Frauen übten Tugend; du aber haft sie übertroffen.( Spr. Salom. 31, 10 fgd.) on tod R. Dir, o Gott, sey Dank für tiese heilige Lehre. b) Wenn sie eine Wittwe war. Ehre die Wittwen, die wahre Wittwen sind. Eine wahre Wittwe, die verlassen ist, seßt ihr Vertrauen auf Gott und läßt nicht nach mit dem Beten und Flehen. Die aber ein üppiges Leben führt, ist lebendig schon todt.( 1. Tim. 5, 3-6.) R. Dir, o Gott, sey Dank für diese heilige Lehre. fied. 119. Wie fanft fließt mir das Leben hin Und jeder meiner Tage, Wenn ich Gott ganz ergeben bin, Der Sünden Luft entsage, Von allen niedern Trieben frei, Der Lehre Jesu Christi treu, Recht. schaffen denk' und handle. 2. Erhab'ne Ruhe fühlt mein Herz, Und mich beherrscht kein Laster; Mich quält nicht des Gewissens Schmerz, Stets fühl' ich mich gefaßter 3 um Kampf mit jeder Leidenschaft, Und Gott verleihet mir die Kraft, Sie christlich zu besiegen. 3. Mich führet seine Batertreu' Auf dieses Lebens Wegen; Sie wird mit jedem Morgen neu Im Wohlthun und im Segen. Er, dessen Allmacht mich beschüßt, Gewährt mir Alles, was mir nützt, Lenkt Uebel selbst zum Guten. 4. O Jesu, König, reich an Macht, Der Schwachen Trost und Stärke! In deiner Kraft hat sie vollbracht So heldenmüth'ge Werke. Auf ihre Fürbitt' sey geneigt, Auch uns, wir bitten tiefgebeugt, Die Stärke zu vermehren. V. Kämpfet den guten Kampf des Glaubens! R. Ergreifet das ewige Leben! Magnificat. 1. Dich, Ewiger! preist meine Seele,* Mein Mund rühmt ewig deine Gnade. 2. Du haft im Anbeginn der Tage* Uns schon zur Seligkeit berufen. 14 11 210 1. Willst, daß wir heilig vor Dir wandeln,* Durch alle Tage unsers Lebens. 2. Du hast nach deinem Wort uns Pilgern Auf Erden deinen Sohn gesendet; 1. Daß Er aufsuche die Verirrten,* Zurück auf deinen Pfad fie führe; 2. Dem müden Wand'rer Labung reiche,* Den Schwachen auf den Schultern trage. * 1. Dieß hat dein Sohn nach deinem Willen* Treu wie ein guter Hirt vollzogen; 2. Hat sich als Opfer hingegeben,* Uns von den Sünden zu erlösen. ak lang n 1. Durch Ihn sind wir nun deine Kinder,* Sind Erben deines ew'gen Reiches; 2. Und sollen mit den Auserwählten* Einst deiner Seligkeit uns freuen. 1. Wie mächtig hat sich deine Gnade* An deinen Frommen stets erwiesen! 2. O laß auch uns mit Batermilde* Zum Heil gedeihen deine Gnade! 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. We ses Gebet. ( Siehe siebente Abtheilung Nr. XIII lit. y. S. 404.) Marianisches Schlußlied. ( Siehe vierte Abtheilung, je nach der Zeit, in welche der betreffende Festoder Gerächtnißtag fällt, S. 253 und folg.) XVI. Vesper auf die Gedächtnißtage eines oder mehrerer heil. Engel. 1. Pfalm. 1. Ich will, mein Gott und Herr, Dich preisen* Durch alle Tage meines Lebens. 2. Mein Mund soll stets dein Lob verkünden,* Soll deine Huld und Gnade rühmen. 211 1. Du hast die Engel angewiesen,* Der Menschen Pfade zu bewachen; 2. Daß sie vor Dir in Unschuld wandeln,* Nicht auf der Sünder Weg gerathen, 1. Du liebst Aufrichtigkeit und Unschuld,* Siehst Kindersinn mit Wohlgefallen. 2. Vor deinen Augen sind Verstellung,* Schalkheit, Betrug und Lüge Gräuel. 1. Nur jene, die gleich deinen Engeln,* Was Du befiehlst mit Lust vollbringen; * 2. Die Dich in Wort und That verehren, In Wahrheit und im Geist anbeten; 1. Nur diesen sendest Du vom Himmel,* Sie zu beschüßen, deine Engel, 2. Sie mild zu warnen vor Gefahren,* Die sie umgeben, gleich Gewittern. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. 2. Psalm. 1. Mein Mund soll, Herr! dein Lob verkünden,* Die Größe deines Namens rühmen, 2. Soll Dich mit deinen Engel- Ghören,* Mit den Verklärten ewig preisen. 1. Dein Name ist sehr groß auf Erden;* Am Tag verkündet ihn die Sonne, 2. Des Nachts die unzählbaren Sterne,* Der Mond im blassen Lichtgewande. 1. Dich preisen Völker aller Zonen,* Dich preist das Kind auf Mutter- Armen. 2. Auch wir, Herr! wollen Lob Dir bringen,* Im Angesichte deiner Engel; 1. Dir unser Herz zum Opfer weihen,* Und heute das Gelübd' erneuen, 2. Durch alle Tage unsers Lebens* Auf deinen Wegen treu zu wandeln; 1. Nie deiner Kleinen eins zu ärgern,* Die selbst dein Schn so zärtlich liebte; 2. Und deren Engel in dem Himmel,* O Gwiger! dein Antlig schauen. 14* t 11 212 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. 3. Psalm. 1. Ich danke Dir von ganzem Herzen,* O Gott! für deine Batertreue. 2. Kaum hatt' ich diese Welt erblicket,* Hast Du Dich meiner schon erbarmet. 1. Ich kannte Dich noch nicht, o Vater!* Obschon ich deinen Namen nannte. 2. Doch hörtest Du mein kindlich Beten, Bernahmst das Rufen meines Mundes. 1. Gabst mir, was ich, o Herr! bedurfte,* Zu fristen meines Lebens Tage. 2. Und sandtest mir mit Batermilde* Vom Heiligthume deinen Engel, 1. Damit ich auf der Pilgerreise* Nicht gleite von dem Pfad der Tugend; 2. Nicht auf des Lasters Weg gerathe,* In des Verderbens Abgrund stürze. 1. Dein Engel ist noch jetzt mein Führer,* Er ist mein Freund und mein Beschüßer. 2. Wie oft erfuhr ich seine Hülfe,* Wie oft Errettung auß Gefahren. 1. Wie groß ist, Vater! deine Güte,* Wie unaussprechlich deine Treue! * 2. Lobpreiset Ihn, ihr seine Engel,* Lobpreiset Ihn, ihr sel'gen Geister! 1. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 47 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. Lesung aus der heil. Schrift. Ich werde meinen Engel vor dir her senden, der dich auf dem Wege behüten und an den Ort hinführen soll, den ich dir zubereitet habe. Verehre ihn und gehorche seiner Stimme. Er würde deine Uebertretungen nicht ungestraft lassen; denn er vertritt meine Stelle.( Erod. 23, 20. 21.) R. Dir, o Gott! sey Dank für diese heilige Offenbarung. 213 fied. 120. Wer zählt der Engel Heere, Die Du zu deiner Ehre, Herr aller Welten! schufft? Sie freu'n sich, deinen Willen Gehors sam zu erfüllen, Wenn Du zu deinem Dienst sie rufft. 2. Sie eilen, vor Gefahren Den Frommen zu bewahren In setner Pilgerzeit. Sie freu'n an deinem Throne Sich einst auch seiner Krone, Wie ihrer eignen Seligkeit. 3. Bekehret sich der Sünder 3 um Kreise deiner Kinder, Wie jauchzt der Engel Lied! Sie freuen sich wie Brüder, Daß der Verirrte wieder zurück in's Haus des Vaters zicht. 4. In solcher Geister Chören Dich ewig zu verchren, Weld' eine Seligkeit! Wer wird sie einst empfinden? Nur wer sich rein von Sünden Bewahrt und Dein, o Gott, sich freut. 5. Laß durch der Engel Flehen, O Herr! dein Hell mich schen, 3leh' mich zu Dir hinan: Dann bet' ich, rein von Mängeln, Mit deinen heil'gen Engeln Dich, Ew'ger, einst im Himmel an. V. Gott hat seinen Engeln befohlen, dich zu beschützen, R. Damit du nicht deinen Fuß an einem Stein verlegest. Magnificat. and ( Wie in der ersten Vesper auf die Sonntage nach Pfingsten, S. 185.) Gebet. ( Siehe siebente Abtheilung Nro. XIII. lit. x. S. 404.) Marianisches Schlußlied. ( Siehe vierte Abtheilung Nro. 136-138, S. 258.) XVII. Vesper. Anmert. Diese und die darauf folgenden drei Vespern können an jedem Sonntage nach Pfingsten abwechselnd mit der IX., XI. u. XII. Vesper gebraucht werden. Eingang. V. O Gott! merke auf meine Hülfe! R. Gile, Herr, mir beizustehen! V. Ghre sey dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste. R. Wie sie war im Anfang, so jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. 1. Psalm. Ueber die Eigenschaften Gottes insgemein. 1. Kommt, ihr Christen! Laßt uns freudig singen,* Und dem Höchsten Ruhm und Ehre bringen. 2. Denken wir an unsers Gottes Wesenheit,* Unser Loblied schalle seiner Heiligkeit. D E 214 1. Er ist's, der nur Gutes uns erweiset* Und uns alles hält, was Er verheißet. 2. Durch sein bloßes, allgewalt'ges Wort: Es werd'!* Schuf Er Luft und Wasser, Himmel und die Erd'. 1. Mond und Sonne und die Sternenheere* Predigen mit Nachdruck seine Ehre. 2. Seiner Allmacht Spiegel ist die Kreatur,* Mensch und Engel, Thier und Pflanze auf der Flur. 1. Alles heißt uns unsern Gott erkennen,* Und als großen Schöpfer Ihn bekennen. 2. Er nur schmücket prachtvoll Berge, Thal und Feld,* Durch Ihn herrschet Ordnung in der ganzen Welt. 1. Er ist's, der stets auf die beste Weise* Den Geschöpfen reichet ihre Speiſe. 2. Die Gerechtigkeit bewachet seinen Thron;* Nach Verdienste. gibt Er Jedem seinen Lohn. * Dann, 1. Wenn wir, Herr! uns wider Dich vergehen, Gerechter, strafst Du uns mit Wehen. 2. Weder in dem Himmel, noch im Höllenthal* Kann ich Dir entgeh'n, denn Du bist überall. 1. Flieh' ich selbst bis zu des Meeres Ende:* Fall' ich dennoch dort in deine Hände. 2. Du, o Herzenskenner! siehest unsern Stand; Freud' und Schmerzen sind Dir alle wohlbekannt. 1. Guter Gott, drum kann ich auf Dich bauen,* Und mein ganzes Glück Dir anvertrauen. * 2. Brüllt, ihr Löwen! immer tobe Feindesschaar,* Wenn mich Gott beschüßt, dann krümmt ihr mir kein Haar. 1. Herr! ich fall' vor deinem Throne nieder;* Höre, höre gnädig meine Lieder! 2. Ganz erstaunt von deiner Größe preif' ich Dich;* Ja ich unterwerfe Dir in Allem mich. 1. Mit dem Vater und dem Sohne preise* Ich den heil'gen Geist auf gleiche Weise. 2. Dank und Ruhm jey Dir, o großer Gott, allzeit* Von uns Allen bis in Ewigkeit geweiht! 2. Psalm. Von der Ewigkeit Gottes. 1. D Ew'ger! es muß mein Verstand* Sich ganz in Dir verlieren; 215 2. Denn Dir nur ist allein bekannt* Dein ewiges Regieren. 1. Beschränkt von keinem Jahreslauf* Ist je dein Reich gewesen. 2. Es währet stets und hört nicht auf,* Wie in der Schrift wir lesen. 1. O großer Gott! es ist bei Dir* Kein Gestern und kein Morgen, 2. Dir macht die Zukunft nicht, wie mir, Betümmerniß und Sorgen. 1. Es ist vor deinem Angesicht Ein Kreis von tausend Jahren 2. Wie eines kurzen Tages Licht,* Der schnell dahingefahren. 1. Stets sind die Geister;- doch ich weiß,* Sie haben angefangen. 2. Die Engel sind auf dein Geheiß* Aus Nichts hervorgegangen. 1. Dieß Vorrecht bleibt nur Dir allein:* Gar keinen Anfang kennen, 2. Und stets von jenen Herr zu seyn,* Die sich Geschöpfe * nennen. 1. Ich aber, der ich endlich bin,* Eil' durch des Lebens Wellen 2. In's Meer der Ewigkeit dahin,* Wo Leid und Freuden quellen. 1. Da richtest Du von deinem Thron,* Wie man's verdient auf Erden; 2. Pein wird dem frechen Sünder Lohn,* Wenn Fromme selig werden. 1. Drum steh' mir Schwachen gnädig bet,* Und segne mein Bestreben, protago 2 Daß einst mein Sterben glücklich sey* Und ewig froh mein Leben. 1. Dem Vater und dem Schn sey Preis, Dem heil'gen Geist auf gleiche Weis', 2. Der heiligsten Dreieinigkeit* Sey Lob' und Ehr' in Ewigkeit. 3. Pfalm. Von der Unveränderlichkeit Gottes. 1. Auf dieser Welt ist nichts als Unbeständigkeit;* Den harten Stahl verzehrt der Rost auch mit der Zeit. * 2. Es bricht der harte Marmorstein, Du bleibst der alte Gott allein. 216 1. Ein alt Gebirg vergeht, ein neues thürmt sich auf,* Der Bach verfließt, der Strom verändert seinen Lauf, 2. Die Welt wird einstens nicht mehr sein:* Du bleibst der gute Gott allein. 1. Der Mond und alle Sterne, deren schönes Licht Die Welt erfreut, entgehen doch dem Wechsel nicht; 2. Die Sonn' verlieret ihren Schein;* Du bleibst der weise Gott allein. * * 1. Verzeih, Erbaimer! mir's, wenn Unbeständigkeit An mir sich fand, nnd mach' mich standhaft jederzeit. 2. Nie ändert sich dein weiser Rath,* Und Dich gereuet keine That. 1. Ach laß nicht zu, daß ich durch Trug und Heuchelei,* Zum Spott des Christenthums, bald fromm, bald Sünder sey. 2. Herr! tilge meinen Wankelmuth* Und halt mich immer fromm und gut! 1. Dem ew'gen Vater und dem Sohn sey Lob und Preis,* Auch Chr' und Dank dem heil'gen Geist auf gleiche Weis'! 2. Gepriesen sey Gott allezeit* Von nun an bis in Ewigkeit. Lesung aus der heil. Schrift. Brüder! Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk ist von oben herab, vem Vater der Lichter, bei welchem keine Veränderung und kein Schatten von Veränderlichkeit ist. Denn aus freiem Willen hat Er uns durch das Wort der Wahrheit gezeuget, damit wir ein Erstling seiner Schöpfung wären. ( Jaf. 1, 17. 18.) R. Dir, o Gott, sey Dank für diese heilige Offenbarung. Lobgesang Mariä. 1. Verherrliche du, meine Seele,* Und lobe deinen Gott und Herrn! 2. Sing' Ihm aus freudenvoller Kehle,* Frohlock' in Ihm und preis' Ihn gern! 1. Es muß aus jauchzendem Gemüthe* Sich freuen in dem Herrn mein Geist. 2. Der seinem Volke solche Güte* Durch das gesandte Heil erweist. 1. Der Herr sah von des Himmels Höhen Herab auf meine * Niedrigkeit; 2. Auf mich, die ich mich angesehen* Als seine Magd zu jeder Zeit. 217 1. Drum preist mich selig hier auf Erden* Des Säuglings aufgeschloss'ner Mund; 2. Mich preisen, die noch sollen werden, und machen es den Engeln fund. 1. Denn der Allmächtige, der Große,* Der, dessen Name heilig ist, 2. Hat große Ding' in meinem Schooße* Gewirkt, die kein Verstand ermißt. 1. Und von Geschlechte zu Geschlechte Erweiset Er Barmherzigkeit * 2. Demjenigen, der seine Rechte* Verehret mit Ergebenheit. 1. Er hat die Allmachtswerk' erneuet,* Die seinen Händen eigen sind. * 2. Der Herzen Stolz hat Er zerstreuet, Gleich leichten Spreuern in den Wind. 1. Der Fürsten Stuhl hat Er zerbrochen,* Und ihre Macht wie Staub verweht: milk blord# 2. Und die im Staub voll Demuth lagen,* Hat Er unendlich hoch erhöht. He 2 p 1. Die Hungrigen, die Ihm vertrauten,* Hat Er mit Ueberfluß beschenkt. 2. Die Reichen, die auf Schäße bauten,* Hat Er in Dürftigkeit versenkt. and their shar 1. An Israel, dem treuen Knechte,* Läßt er nun seine Gnade seh'n. 2. Und was dem Abrahamsgeschlechte* Verheißen ward, ist nun gescheh'n. 1. Dem Vater und dem Sohn sey Preis,* Dem heil'gen Geist auf gleiche Weis'. 2. Der heiligsten Dreieinigkeit* Sey Lob und Ehr' in Ewigkeit. V. Der Herr sey mit euch! R. Und mit deinem Geiste. Gebet. ( Siehe siebente Abtheilung bei den Kollekten Nr. XIII., je nach dem betreffenden Sonntag. S. 392 und folg.) V. Es erhöre uns der allmächtige und barmherzige Gott! R. Er, ter Allgütige, erhöre uns! V. Gott gebe auch den abgeschiedenen Seelen die ewige Nute! R. Amen. Marianisches Schlußlied. ( Siehe vierte Abtheilung Nro. 136-138, S. 258.) ( E 218 XVIII. Vesper. Eingang. ( Wie in der XVII. Vesper, S. 213.) 1. Pfalm. Von der Allmacht Gottes. 1. Wenn ich staunenvoll auf deine großen Werke,* Auf den Wunderbau der Welt, o Schöpfer, merke; 2. Wenn in's weite Sternenfeld mein gierig Auge blickt, Allgewaltiger! so werd' ich ganz in Dir entzückt. 1. Herr! dann kann ich deine Allmacht kennen lernen,* Wenn ich schaue hin zu den Millionen Sternen. 2. D wie blind ist nicht der Mensch, der dort am Firmament * Deine starke Hand, o großer Schöpfer, nicht erkennt! 1. In die Ufer schließest Du des Meeres Wellen,* Daß sie ohne Schaden matt zurüce prellen. * * 2. Stolze Reiter warfst Du einst von der Aegypter Heer, Deine Knechte zu befreien, in das rothe Meer. 1. Felsen mußten einstens Wasserbäche geben,* Um dein Bundes- Volk in Wüsten zu beleben. 2. Mächtig hieltest Du des Jordanflusses schnellen Lauf,* Daß der Durchgang möglich war, in seinem Bette auf; 1. Oft hast Du in jener alten Zeit bewiesen, Daß dein Arm zu fürchten sey; Du stürzest Riesen 2. Noch zu unsrer Zeit, die nicht auf deine Macht vertrau'n; * Da Du Schwache rettest, die auf deine Güte bau'n. 1. Nur der Thor fieht nicht dein Werk zu unsern Zeiten,* Wenn schon deine Macht sich zeigt von allen Seiten." 2. Deine starke Hand erscheint im Donner, Blitz und Sturm, * Ja uns predigt sie das Gras und selbst der kleinste Wurm. 1. Auch mein wohlgebauter Leib, wenn ich's bedenke,* Ist von deiner Macht ein wunderbar Geschenke. 2. Meiner Seel' hast Du dein Bild ganz herrlich eingedrückt, * Mit Verstand und mit Vernunft hast Du sie ausgeschmückt. 1. Herr! Du wirst mir forthin deine Macht erweisen,* Da will ich Dir danken, lieben Dich und preisen. 2. Dir allein vertrau'n im Glück, wie in der größten Noth!* Und Dir treu ergeben seyn, o Stärkster! bis zum Tod. 219 1. Mit dem Vater und dem Sohn rühm' ich und preise* Jederzeit den heil'gen Geist auf gleiche Weise. ( Beide Chöre zugleich.) Dem allmächt'gen Gott sey Lob und Ehre allezeit,* Von uns allen jetzt und durch die ganze Ewigkeit. 2. Pfalm. Von der Unermeßlichkeit Gottes. 1. Geh' Mensch und miß das ganze Land,* Die Tiefen in dem Meere! 2. Geh', zähl' des Ufers vielen Sand,* Und wäg' der Berge Schwere! 1. Seß' immer deine Mühe fort* Vom Süden bis zum kalten Nord! 2. Steig' bis zum Firmament hinauf, Und miß mit dem Gedanken 1. Des Mondes und der Sterne Lauf* In ihren weiten Schranken; 2. Miß auch die Sonne, sage frei,* Wie weit sie von der Erde sey. 1. Doch bleib' bei den Geschöpfen steh'n,* Die sich begreifen lassen; * 2. Denn willst du bis zum Schöpfer geh'n, So kannst du Ihn nicht fassen, 1. Der ewig und unendlich ist,* Da du nur schwach und elend bist. 2. O Gott! ich Erdwurm schäme mich Vor Dir in meiner Blöße. 1. Mit Zittern lob' und preif' ich Dich,* Erstaunt von deiner Größe. 2. Doch höre gnädig mein Gebet,* Unendlich große Majestät! 1. Wirf ferner deinen Gnadenblick* Auf mich von deinem Throne! 2. Und weiche ich von Dir zurück,* So beff're mich und schone! 1. Ich bin vor Dir zwar gar zu klein,* Doch laß mich Herr dein Diener seyn! 2. Dem Vater und dem Sohn sey Preis,* Dem heil'gen Geist auf gleiche Weis'. ( Von Allen gesungen.) Der heiligsten Dreieinigkeit Sey Lob und Ehr' in Ewigkeit. * It 11 220 3. Pfalm. Von der Allgüte Gottes. 1. Der Erdkreis ist von deiner Güte,* Von deiner Liebe ist er voll. 2. Herr! unterweise mein Gemüthe,* Wie ich Dich würdig loben soll! 1. Gib, daß mein Herz Dich freudig liebt,* Dich, der mir so viel Gutes gibt! 2. Die fleinste deiner Kreaturen Macht deine Güte offenbar. 1. Ich sehe deiner Liebe Spuren,* Und deine Huld von Jahr zu Jahr. * 2. Gib, daß mein Herz Dich freudig liebt,* Dich, der mir so viel Gutes gibt! 1. Du sorgst nach treuer Väter Weise* Für alle Werke deiner Hand. 2. Du gibst auch allem Fleische Speise,* Beschirmst und segnest jedes Land. 1. Gib, daß mein Herz Dich freudig liebt,* Dich, der mir so viel Gates gibt! 2. Das Saatkorn wird auf deinen Namen Mit Hoffnung in das Feld gestreut; 1. Allgütigster! Du gabst dem Saamen,* Ta Du ihn schufst, die Fruchtbarkeit. 2. Gib, daß mein Herz Dich freudig liebt,* Dich, der mir so viel Gutes gibt. 1. Was dürr ist feuchtest Du mit Regen,* Was kalt ist, wärmst mit Sonnenschein. 2. Du theilst die Zeiten, wie den Segen,* Zu unserm Besten weislich ein. 1. Gib, daß mein Herz Dich freudig licbt,* Dich, der mit so viel Gutes gibt. 2. Kommt, preist des Schöpfers Huld und Stärke,* Bringt seinem Namen Ehre dar! 1. Gott ist der Herr, und seine Werke* Sind herrlich gut und wunderbar. 2. Gib, daß mein Herz Dich freudig liebt,* Dich, der mir so viel Gutes gibt. 1. Den Vater und den Sohn ich preise,* Den heil'gen Geist auf gleiche Weise. ( Beide Chöre zugleich.) Der heiligsten Dreieinigkeit Sey Lob und Ehr' in Ewigkeit. 221 Lesung aus der heil. Schrift. Gott dem Vater, der überschwenglich alles mehr thun kann, als wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die jest schon in uns wirksam ist, Ihm sey Ehre in der Kirche und in Jesu Christo immer und ewig. Amen.( Ephef. 3, 20. 21.) R. Gott sey Dank für diese heilige Lehre. * Nun folgt der Lobgesang Mariä wie bei der XVII. Vesper, S. 216, oder zur Abwechslung folgender Psalm: Von Gottes weifer Güte. 1. In Dir ruht, Herr! mein ganz Gemüthe,* Kein banger Kummer quälet mich. 2. Ich traue fest auf deine Güte,* Du sorgst für mich ja väterlich. 1. Du bist's, der stets das Beste wählt,* Und stets die besten Mittel zählt. tip 2. Du weißt es, was mir nüßlich ist,* Und gibst es, weil Du gütig bist. 1 Wie könnt' ich doch den Argwohn fassen,* Der manche schwache Seele quält; 2. Daß Du mich würdest gar verlassen,* Ein Gott, der meine Haare zählt! 1. Ein Vater, der mich zärtlich liebt,* Der auch den Vögeln Speise gibt. 2. Du weißt es, was mir nüßlich ist,* Und gibst es, weil Du gütig bist. 110 1. Gibst Du nicht gleich, was ich verlange,* So wart' und harr' ich mit Geduld. 2. Und wenn ich nichts ven Dir empfange,* So geb' ich mir allein die Schuld. 1. Ich weiß, wie eitel und wie blind* Oft menschliche Begierden sind. 2. Du weißt es, was mir nüßlich ist,* Und gibst es, weil Du gütig bist. 1. Mit meinem Stande wohl zufrieden,* Genieß ich dankbar dieses Brod, 2. Das deine Güte mir beschieden;* O gib es mir bis in den Tod. 1. Des Nächsten Glück, sein schönes Kleid Erwedk' in mir gar keinen Neid. ( E 222 2. Du weißt es, was mir nüßlich ist,* Und gibst es, weil Du gütig bist. 1. Ich werde mich bei deinem Segen* Nicht, wie es faule Menschen thun, 2. Auf Müssiggang und Wollust legen, Nein! meine Hand soll niemals ruh'n. 1. Denn streck' ich sie zur Arbeit aus,* So träuft der Segen auf mein Haus. 2. Du weißt es, was mir nüglich ist,* Und gibst es, weil Du gütig bist. 1. Dir will ich gänzlich mich ergeben,* In allem Dir zu eigen seyn. 2. Will rühmen Dich ob deinem Segen,* Ob deiner Züchtigung mich freu'n. 1. Herr! wie Du willst, so führe mich,* In Allem, Vater! preis' ich Dich. 2. Du weißt es, was mir nüßlich ist,* Und gibst es, weil Du gütig bist. ( Beide Chöre zugleich.) Dem Vater und dem Sohn rosey Preis,* Dem heil'gen Geist auf gleiche Weis'. Der heiligsten Dreifaltigkeit* Sey Lob und Ehr' in Ewigkeit. * Alles Uebrige wie bei der XVII. Vesper, S. 217. The XIX. Vesper. Eingang. ( Wie in der XVII. Vesper, S. 213.) 1. Psalm. Von Gottes Allgegenwart. 1. D großer Gott! wohin ich mich will immer wenden,* Dir kann ich nicht entflieh'n, Du bist an allen Enden. 2. Steigt gleich mein Geist bis zu den höchsten Sternen fort,* So sieht er Dich, Allgegenwärtiger, auch dort. 1. Wollt' ich entrinnen Dir mit schnellen Adlersflügeln,* Nach fernen Gegenden hinflich'n, nach hohen Hügeln: 2. Auch über's weite Meer reicht deine große Hand,* O Unermeßlicher! weit bis in's letzte Land. 1. Wenn deinen heil'gen Bund ich frech verleget habe.* Und in den tiefsten Abgrund mich begrabe, 223 * 2. So kann ich dort auch Dir, o Richter, nicht entgehen; Es ist kein Ort, wo Du mich könntest nicht ersehen. 1. D drücke diese Wahrheit tief in meine Seele, Damit ich überall nur Dich zur Zuflucht wähle; 2. Damit ich überall dein heilig Auge scheu',* Allhier dein frommes Kind und dort dein Erbe sey! 187829 Psalm. 1. Ehre sey dem großen Gott, der ist an allen Enden,* Und Alles wird zum Besten seiner Kinder wenden. ( Von Allen gesungen.) Dem Vater und dem Sohn sei Ehre, Dank und Preis,* Auch Ehr' und Dank dem heil'gen Geist auf gleiche Weis'. Der heiligsten Dreieinigkeit* Sey Lob und Ehr' in Ewigkeit. him the text 2. Gottes Heiligkeit. 1. Heilig bist Du, heilig Gott! in deinem ganzen Wesen;* Nichts von Bosheit ist an Dir, nur gut bist Du gewesen. 2. Heilig bleibst Du für und für, nichts ändert deinen Willen. Ewig strebst Du nur dahin, das Gute zu erfüllen. 1. Ewig bleibt die Sünd' verhaßt vor deinem Angesichte, * Ewig fühlt der Sünder dort der Sünde schwer Gerichte. 2. Heilig seyn soll auch der Mensch, das Böse immer hassen; Streben soll sein Geist dahin, das Gute nur zu fassen. 1. Aber ach, wie schwach ist er, bei oft versprochnen Thaten! * Neizet ihn die böse Lust, wer kann ihm besser rathen? 2. Herr! Du bist die Stärke selbst, Du kannst uns Schwache stärken. Unsern Willen stärke jeßt zur Heiligung in Werken. * ( Von Allen gesungen.) Dir, dem Vater, Dir, dem Sohn sey Lob erwiesen,* Und Du, heil'ger, Geist, von Allen sey zugleich gepriesen. Der heiligsten Dreieinigkeit* Sey Lob und Ehr' in Ewigkeit. 3. Pfalm. Gottes Fürsicht. 1. Gott sorgt für mich, was soll ich sorgen? Er ist mein Vater, ich sein Kind; 2. Er sorgt für heut', Er sorgt für morgen, So daß ich täglich Spuren find', 1. Wie Er die Seinen väterlich* Versorgt und schüßt; Gott sorgt für mich! ( t 224 2. Er sorgt für mich an Secl' und Leibe,* Sein Wort ist's, das die Seele nährt! 1. Und wenn ich mein Berufswerk treibe,* Wird für den Leib mir Brod gewährt. 2. Wohl dem, der Ihm nur festiglich* Bertraut und glaubt: Gott sorgt für mich! 1. Er sorgt für mich bei theuern Zeiten;* Auch in der größten Hungersnoth 2. Verschafft der Herr den frommen Leuten* Zum Unterhalt ihr täglich Brod. 1. Ist's gleich nicht viel, doch glaube ich,* Er gibt genug, Gott sorgt für mich! shinys 2. Er sorgt für mich in meinem Leiden;* Das Kreuz, das Er mir auferlegt, 1. Verwandelt sich gar bald in Freuden; Und wenn Er gleich die Seinen schlägt, 2. So schlägt Er doch nur väterlich,* Zu unserm Wohl; Gott sorgt für mich! 1. Er sorgt für mich in meinem Alter;* Da hebt und trägt mich, der mich liebt; 2. Denn immer bleibt Er mein Erhalter,* Der mir in Schwachheit Stärke gibt. 1. Daß Er noch niemals von mir wich,* Weiß ich gewiß. Gott sorgt für mich! 2. Er sorgt für mich auch in dem Sterben,* Ein süßer Schlaf nur ist der Tod. 1. Sanft schlummr' ich hin zu seinen Erben,* Da werd' ich leben ohne Noth. 2. Dann nimmt Er meinen Geist zu sich* In seine Ruh'. Gott sorgt für mich! 1. Er sorgt für mich im kühlen Grabe!* Dem Leibe gönnt Er da die Ruh'. 2. Und wenn ich ausgeruhet habe,* So führt Er mich dem Himmel zu, 1. Wo Leib und Seel' auf ewig sich Vereinigen. Gott sorgt für mich! ( Von beiden Chören zugleich zu singen.) Dem Vater und dem Sohn sey Preis!* Dem heil'gen Geist auf gleiche Weis'. * Der heiligsten Dreieinigkeit Sey Lob und Dank in Ewigfeit. 225 Lesung aus der heil. Schrift. Lieben Brüder! Demüthiget euch denn unter die gewaltige Hand Gottes, damit Er euch am Tage der Heimsuchung erhöhe. Werfet allen euern Kummer auf Ihn, denn Er sorgt für euch!( 1. Petri 5, 6. 7.) R. Gott sey Dank für diese heilige Lehre. * Hierauf der Lobgesang der heil. Jungfrau Maria, oder das Magnificat wie bei der XVII. Vesper( S. 216), oder statt dessen folgendes Lied: Von der kindlichen Ehrfurcht gegen Gott. 121. Wiltst du der Weisheit Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist wahrhaft weif' zu nennen, Der alle seine Pflichten gern, Weil sie ihm Gott gebeut, vollzicht, Ob auch kein menschlich Aug' Ihn fieht. 2. Lern' Gottes Größe recht empfinden, Und fühle deine Nichtigkeit, So wirst du nie dich unterwinden, Mit thörichter Vermessenheit 3u tadeln, was sein Nath beschließt, Der wunderbar und heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten findlich scheuen, So wird dir keine Pflicht zur Laft; Nur das wirst du vor Ihm bereuen, Daß du fle oft versäumet hast. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, Der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, Die dem Verbrecher Muth verlelh'n, Wird dich die Furcht des Herrn erwecken, Auch dann, was Unrecht ist, zu scheu'n. Denk' nur: vor seinem Angesicht Ist Finsterniß wie Mittagslicht. 5. Den Höchsten öffentlich verehren, Sowohl als in der Einsamkeit; Auf des Gewissens Stimme hören, Und willig thun, was Er gebeut; Dieß lehret dich die Furcht des Herrn; Und wer Gott fürchtet, thut es gern. 6. Läst dich die Welt Verachtung merken, Wenn du dich fromm von ihr entfernst: Die Furcht des Herrn wird dich schon stärken, Daß du die Welt verachten lernst! Wer Gott, dem Höchsten, wohl gefällt, Ist glücklich auch beim Hohn der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächt'gen scheuen, Gibt Heldenmuth und Tapferkeit, Wenn uns der Menschen stolzes Dräuen, Was Gott misfällt, zu thun gebeut. Ist Geti mein Schuß, mein Hell und Licht, So beb' ich vor den Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott! mich regieren, Mich stets auf Dich, den Höchsten, seh'n! Laß sie mein Herz zur Weisheit führen; So 15 ( t 226 werd' ich niemals irre geh'n! Wohl dem, der Dich stets kindlich scheut, Dich fürchten, Gott! ist Seligkeit. * Das Uebrige wie bei der XVII. Vesper, S. 217. XX. Vesper. Eingang. ( Wie in der XVII. Vesper, S. 213.) 1. Pfalm. Allgerechtigkeit Gottes. 1. Du strafest und belohnst, o Herr! allzeit gerecht,* Was er verdient, erhält der König wie der Knecht. 2. Es ist Dir jeder gleich; wer Dich beleidigt hat,* Den frufst Du genau nach seiner Missethat. 1. Den Schwachen rettest Du, wenn ihn des Stolzen Macht* In's Unglück bringen will; Du gibst besonders Acht, 2. Wenn Wittwen klagen und wenn arme Waisen schrei'n,* Um sie von dem, der sie verfolget, zu befrei'n. 1. Zwar solgt nicht gleich die Straf' der Uebertretung nach, Oft scheint's, Du lägst im Schlaf, und fühltest nicht die Schmach, 2. Die Du oft von dem Sünder heimlich leiden mußt;* Doch bleibt der Lohn nicht aus, Nichts ist Dir unbewußt. 1. Du gibst zum Heil des Sünders ihm zur Buße Zeit!* Und lang oft wartet deine Strafgerechtigkeit. 2. Doch wird er nicht entgeh'n; denn deine schwere Hand* Wird ihn zur Strafe zieh'n, die Du ihm zuerkannt. 1. Drum will ich trachten, stets gerecht zu sein wie Du, So lang ich lebe hier, gib mir nur Kraft dazu. 2. Dir, o gerechter Gott, sei Ehre, Lob und Preis,* Dem Vater, Sohn und heil'gen Geist auf gleiche Weis'. ( Alle miteinander.) Gelobt seyst Du, o heiligste Dreieinigfeit!* Von allen Menschen durch die ganze Ewigkeit 2. Psalm. * Gottes Wahrhaftigkeit und Treue. 1. Herr! Dir kann ich sicher glauben,* Weil Du stets wahrhaftig bist. 2. Menschen stellen oft auf Schrauben Ihre Worte voller List. * 227 1. Und am andern Morgen bricht* Mancher, was er heut verspricht. 2. Aber was Du hast versprochen,* Das hast Du noch nie gebrochen. 1. Ach! man sieht, wie oft betrogen* Sich die klügsten Menschen seh'n. 2. Oft wird Schlimmes vorgezogen,* Und das Gute läßt man steh'n. 1. Oft verführt zu uns'rer Pein* Uns ein leerer Augenschein. 2. Du nur, Heil'ger! hasfest Lügen,* Du nur läßt Dich nicht betrügen. 1. Alles kennst Du ganz vom Grunde,* Nichts kann Dir verborgen seyn, 2. Und das Wort in deinem Munde* Bleibt ven ist und Lügen rein. 1. Alle Reden wurden wahr,* Die durch der Propheten Schaar, 2. In den längst verfloss'nen Tagen* Du den Menschen ließest sagen. 1. Lehr' mich auch die Wahrheit lieben,* Ewiger wahrhafter Gott, 2. So wie Du hast vorgeschrieben;* Lügen bringt nur Schand' und Spott. 1. Hilf, daß ohne Heuchelei* Ich ein Freund der Wahrheit sey, 2. Und viel lieber Schaden leide,* Als mich von der Wahrheit scheide! ( Beide Chöre.) Lob und Preis sey dem allwahren* Gott von allen Engel- Schaaren. Ehr' und Dank sey Dir, Dreieinigkeit,* Jetzt und durch die ganze Ewigkeit. 3. Pfalm. Gottes Allwissenheit. 1. Vor Dir ist Alles offenbar,* Beherrscher aller Dinge! 2. Das Große sichst Du sonnenklar, Gleich wie auch das Geringe. 1. Du weißt, was schon vor langer Zeit* Auf Erden vorgegangen, 2. Und was noch seine Wirklichkeit In Zukunft soll erlangen. 15* ( t m 11 228 1. Vor Dir sind völlig aufgedeckt* Der Sünder finstre Thaten; 2. Du weißt, was in der Zukunft steckt,* Das Schicksal aller Staaten. 1. Du siehst das Blut, das durch den Krieg* Noch fließen soll auf Erden; 2. Du weißt es schon, von wem der Sieg* Einst wird erfochten werden. 1. Du kennst die Vögel in der Luft,* Wie jeden Wurm auf Erden; 2. Und alles in des Meeres Gruft* Siehst Du vergeh'n und werden. 1. Du kennest jedes Körnchen Sand,* Doch ist der Mensch vor Allen 2. Ein Augenmerk und Gegenstand* Von deinem Wohlgefallen. 1. Du siehst es, was mein Herz jetzt denkt,* Was es im Finstern wählet; 2. Den Trieb, der meine Handlung lenkt,* Den Kummer, der mich quälet. 1. Du weißt, wohin ich werde geh'n,* Ob ich einst im Gerichte 2. Bei den Erwählten werde steh'n,* Zur Rechten in dem Lichte. 1. O hilf mir, Herr! daß ich nicht blind Gleich eitlen Thoren handle. 2. Hilf, daß ich als ein frommes Kind* Vor deinen Augen wandle. 1. Dein Licht von oben sende mir,* Daß ich mich selbst er kenne. 2. Gib Gnade, daß ich stets zu Dir* In reiner Liebe brenne. ( Alle miteinander.) Dem Vater und dem Sohn sey Preis, Dem heil'gen Geist auf gleiche Weis'. Der heiligsten Dreieinigkeit* Sey Lob und Ehr' in Ewigkeit Lesung aus der heil. Schrift. Groß ist die Weisheit des Herrn. Er ist auch stark und mächtig, und sieht alle Menschen ohne Unterlaß. Die Augen des Herrn sind auf diejenigen gerichtet, die Ihn fürchten, und Er erkennet alle Werke des Menschen.( Eftlef. 15, 19. 20.) R. Gott sey Dank für diese heilige Lehre. * Nach der Lektion folgt der Lobgesang Mariä, wie in der XVII. Vesper( S. 216), oder zur Abwechslung folgendes 229 Danklied zu Gott. 122. Lobsinget Gott und betet an Mit freudigem Gemüthe; Ihm danke, wer nur danken kann, Dem Schöpfer voller Güte. Gott ist die Liebe, rühmt es laut, Ihr Frommen, die ihr Ihm vertraut, Die ihr Ihn kennt und ehret! Nühmt seine Huld und Gütigkeit, Die jeden Morgen sich erneut, Und ewig, ewig währet. 2. Kein Mensch, kein Engel selbst ermißt, Wie reich da ist dein Segen, Wie gütig deine Weisheit ist In allen ihren Wegen. Gott, deine Güte reicht so weit Als deines Reichs Unendlichkeit, So weit, Herr, als das Leben. Was sind wir, Herr, die deine Macht Auf deiner Welt hervorgebracht, Uns ew'ges Heil zu geben! 3. O Vater, welchem keiner gleicht An Güte, wie an Liebe, Kein Dank, kein Lobgesang erreicht, Herr, deines Wohlthuns Triebe; Doch ist es Dir der liebste Dank, Der angenehmste Lobgesang, Wenn so wie Du ich liebe, Wenn wahre Lieb' ich allezeit Durch Wohlthun und Barmherzigkeit An meinen Brüdern übe. 4. Du bist die Liebe: Dank sey Dir, Daß ich Dich so erkenne, Und Dir zum Ruhm, zum Troste mir, Dich, Gott, die Liebe nenne! Hilf mir, an Liebe reich zu seyn, Gern arme Brüder zu erfreu'n, Im Wohlthun Dir zu gleichen. Von dieser Lust und dieser Pflicht, O Gott der Liebe, laß mich nicht, So lang ich lebe, weichen! 5. Ich liebe Dich und traue Dir, Du kannst mich nicht verlassen; Du bleibst mein Freund, Du hilfest mir, Wenn Tausende mich hassen. 3 um Throne deiner Liebe fleht, Allmächtiger, mein laut Gebet; Ich weiß, daß Du es hörest! Was hat dein Himmel, das Du nicht Dem, der Dich liebt, mit Zuversicht 3 u seinem Heil gewährest! * Das Uebrige wie bei der XVII. Vesper, S. 217. XXI. Vesper. ( Fällt in dieser Ausgabe weg.) XXII. Vesper für die Abgestorbenen Christgläubigen. Eingang. V. Grhöre, Ewiger! unser Flehen. R. Laß unser Rafen für Verstorbene Dir, Helligster! gefallen 1. Psalm. 1. Dir, Ewiger! will ich vertrauen,* Du hörst mein demuthvolles Flehen. ( E 230 2. Du neigst dein Ohr zu meiner Bitte,* Dich ruf' ich an, so lang ich athme. 1. Umfangen mich des Todes Bande,* Ergreifen mich der Zukunft Schrecken, 2. So schau' ich auf zu deinen Höhen,* Zum Throne deiner Huld und Gnade. 1. Du sendest Hülfe mir in Nöthen,* Errettest mich aus Heilsgefahren. 2. Siehst Du mein redliches Bemühen,* Auf deinen Pfad zurückzukehren. 1. Denn Du bist höchst gerecht und gütig,* Erbarmst Dich liebevoll der Schwachen. 2. Hilfst ihnen auf vom Sündenfalle,* Dem Untergange sie entreißend. 1. Bewahre, Herr! auch meine Seele,* Daß fie der Sünder Tod nicht sterbe. 2. Erhalte sie in deiner Gnade, Daß sie mit Dir einst ewig lebe. * * * Gib den Entschlaf'nen ew'ge Ruhe!* Dein ew'ges Licht, Herr! leuchte ihnen. 2. Psalm. 1. Herr! straf mich nicht nach meinen Sünden,* Nicht nach den vielen Missethaten, 2. Die ich von meinen Jugendtagen* Bis diesen Augenblick verübte. 1. Laß mich um meiner Reue willen* Nach deiner Huld Vergebung finden. 2. Dir ist mein Kummer nicht verborgen;* Du hörst das Seufzen meiner Seele. 1. Ich weiß: nur eines reinen Herzens Kann ich in Herrlichkeit Dich schauen. 2. Ich aber wich von deinem Pfade,* Ich wandelte der Sünder Straße. 1. Wer reiniget nun meine Seele?* Wer läutert sie von Sündenmateln? 2. Dein ist die Macht, mir zu vergeben;* Du kannst von Sünden mich befreien. 1. Du läuterst jenseits die Gerechten;* Sie werden rein, wie Gold durch's Feuer. 231 2. Laß mir auch dieser Erde Leiden* Zur Sinnesreinigung gedeihen. 1. Nur Tugend führt zur Seelenwürde,* Nur reiner Sinn zum wahren Frieden. 2. Herr! stärke mich, ihn zu erringen,* Erfülle mich mit Kraft zum Guten. * Gib den Entschlaf'nen ewige Ruhe!* Dein ew'ges Licht, Herr! leuchte ihnen. 3. Psalm. 1. Heil dem, dem Gott die Missethaten* In's Buch der Ewigkeit nicht schreibet! 2. Dem Er vergeben hat die Sünden,* Weil er sie reuevoll bekannte! 1. Ich wollte meine Sünden läugnen,* Als ob sie Gott verborgen wären. 2. Wannsinn'ger Stolz band mir die Zunge,* Um besser, als ich war, zu scheinen. 1. Gott aber hat mich preis gegeben* Den brennendsten Gewissensbissen. 2. In meiner Brust rief stets die Stimme:* Gesteh' es nur, du bist ein Sünder! 1. Wohin ich mich zu flüchten suchte,* Fand nirgends meine Seele Ruhe. 2. Ich sah des Grabes finst're Höhle,* Und mich ergriffen Todesschrecken. * 1. Mir liefen Thränen von den Wangen, Beneßend meine Lagerstätte. 2. Ich schrie: Erbarme Dich, Herr! meiner,* Nach deiner großen Huld und Gnade. 1. Ich fündigte vor deinen Augen,* Sieh', ich bekenn' es voll der Neue. 2. Und o! um meines Schmerzens Willen* Hast Du die Sünde mir erlassen. 1. amit wir dankbar es erkennen:* Vergebung sey bei Dir zu finden. 2. Und daß wir zu Dir fleh'n für Jene,* Die ihrer Sünden wegen leiden. * Gib den Entschlaf'nen ew'ge Ruhe!* Dein ew'ges Licht, Herr! leuchte ihnen. TE 232 V. Eine Stimme hör' ich, die mir vom Himmel zuruft: R. Selig sind die Todten, die im Herrn sterben. Magnificat. 1. Den Ewigen preist meine Scele;* Mein Herz freut seiner Huld und Gnade sich. 2. Er sandte seinen Eingebornen,* Wie Er es unsern Vätern zugesagt! 1. Ein Licht, uns Sterblichen zu leuchten,* Wenn Finsterniß uns deckt wie Todesnacht. 2. Ein Licht, zu leiten unsere Tritte,* Auf sicherm Pfad, der uns zum Leben führt. 1. Uns von der Sünde zu erlösen,* Kam Er vom Throne seiner Herrlichkeit. 2. Erniedrigte sich zu uns Sündern,* Ward Mensch und starb für uns des Kreuzes Tod; 1. Erstand aus eigner Kraft vom Grabe,* Fuhr zu des Vaters Rechten sichtbar auf. 2. Sein ist Unsterblichkeit und Leben,* Durch seine Macht ward Höll' und Tod besiegt. 1. Wer an Ihn glaubt, wird wieder leben,* Wenn gleich der Leib im Grab vermodert iſt. 2. Er wird vom Grabe ihn erwecken,* Zu krönen ihn mit ew'ger Seligkeit. * * Gib den Entschlaf'nen ew'ge Ruhe!* Es leuchte ihnen, Herr! dein ew'ges Licht. Vater unser 2c. V. Führe uns nicht in Versuchung. R. Sondern crlöse une von dem Uebel. V. Erlöse, o Herr! die Seelen deiner Gläubigen! R. Nimm sie auf in deine ew'gen Wohnungen. Lasset uns beten: ( Das Gebet suche in der siebenten Abtheilung Nr. XIII. lit. z. S. 406.) XXIII. Die Metten und Laudes für die Abgestorbenen. Eingang. V. Herr! öffne unsere Lippen, R. Zu loben deinen heiligen Namen, V. Su pretsen deine Huld und Gnade, R. Die sich an uns und den Entschlaf'nen offenbart. Erste Nokturn. ( Am Montag und Donnerstag zu gebrauchen.) ( Die Psalmen der drei Nokturnen werden nicht gesungen, sondern im Ton der Lesungen gebetet.) Psalm. Ant. Motten werden dein Lager seyn, und Würmer deine Dede. 1. Gott, unser Schöpfer, Herr des Lebens,* Du unser Vater und Erretter! 2. Du bist durch alle Menschenalter* Uns eine Burg und Zufluchtsstätte. 233 1. Du warst schon, eh' die Berge waren,* Eh' diese Welt geschaffen wurde. 2. Bist über alle Zeit erhaben,* Ohn'Anfang und auch ohne Ende. * Sprichst: 1. In Staub verwandelst Du die Menschen; Adams Söhne, werdet Erde! 2. Jahrtausende vor deinen Augen Sind wie ein Tag, der kaum vergangen. 1. Kurz wie ein Schlaf ist unser Leben,* Schnell fließt es hin, wie Regenbäche. 2. Wir sind den Blumen gleich auf Wiesen,* Die lieblich blüh'n im Morgenglanze; 1. Die Mittagshiße mach sie welken,* Der Abendschein zeigt ihre Leiche. 2. Nicht siebenzig erreichen viele,* Und noch weit seltener achtzig Jahre; 1. Sind ihrer mehr, so sind sie Kummer, für jeden Morgen. 2. Herr! lehr' uns unsre Tage zählen, Daß unsre Herzen Weisheit lernen. 1. Ergieß' in uns der Gnaden Fülle,* Und leit' uns stets auf deinen Wegen. 2. Sey unser Schild und unsre Stärke,* Wenn Todesschrecken sich uns nahen. * * * Und neue Last Gib den Entschlaf'nen ewige Ruhe!* Dein ew'ges Licht, Herr! leuchte ihnen. Ant. Motten werden dein Lager seyn, und Würmer deine Decke. Vater unser u. s. w.( wird still gebetet) Lesung. 1. Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt nur kurze Zeit und ist mit vielem Glend belastet. Wie eine Blume sproßt er 11 TE 234 hervor, und wird zertreten. Wie ein Schatten verschwindet er. Die Zahl seiner Monate hängt von Dir ab; Du hast ihm seine Grenzen bestimmt, die er nicht überschreiten kann.( Hiob, 14.) R. Schnell wird es mit dir hienteden geschehen seyn; darum sey nicht mit dir zufrieden, bis du ein anderer Mensch geworden seyn wirst. V. Sich'! heute noch ist der Mensch und morgen ist er nicht mehr. R. Darum sey nicht mit dir zufrieden, bis du ein anderer Mensch geworden seyn wirst. 2. Herr! schone meiner, denn meine Tage sind wie Dunst. Was ist der Mensch, daß Du ihn so hoch achteft, und auf ihn merkst? Du untersuchst mit jedem Morgen sein Verhalten, und prüfft ihn jeden Augenblick. Hab' ich gesündigt, was that ich Dir, Du Menschenhüter? Warum vergibst Du meine Sünden nicht? und läsfest meine Schuld nicht nach? denn bald werd' ich im Staube liegen. Am andern Morgen suchst Du mich; ich bin nicht mehr!( Hiob, 7.) - R. Was nützt es dir, lange leben, wenn dein Eifer, besser zu werden, von furzer Dauer ist? Ein langes Leben macht den Menschen nicht immer besser; eft vergrößert es nur die Zahl unserer Süntenschuld. V. So sey denn immer bereit, und lebe so, daß dich der Tod nicht unverbereitet finde! R. Denn was nüßt es dir, lange leben, wenn dein E fer, bes ser zu werden, von kurzer Dauer ist? 3. Wie selig und klug ist doch der Mensch, der keine andere Sorge kennt, als so zu leben, wie er im Tode wünschen wird, gelebt zu haben! Die Lüste der Welt standhaft verschmähen, in allen Tugenden mit Eifer vorwärts dringen, Zucht und Ordnung licb haben, in schneller Buße und schnellem Gehorsam, in Verläugnung seiner selbst und in Erduldung alles Widrigen aus Liebe zu I su ausharren, das gibt Muth und Zuversicht, selig zu sterben.( Nachfolg. Christi, 1. 23.) R. Verlasse dich nicht auf deine Freunde und Verwandte, und schieb' die große Angelegenheit deines Heils nicht auf die Zukunft hinaus! V. Es ist ungleich besser, sein Geschäft in Ordnung bringen und gute Werke voraueschicken, ais auf fremde Hülfe zählen. R. Schieb' die große Angelegenheit deines Heils nicht auf die Zukunft hinaus! Zweite Noktuin. ( Am Dienstag und Freitag zu gebrauchen.) Psalm. Ant. Ich werde kommen, spricht der Herr, um die Gerechtigkeit der Menschen zu untersuchen, und ihnen zu vergeiten nach ihren Werken. 235 1. Einst wird des Weltenrichters Stimme* Ergehen an die Erdbewohner. 2. Vom Aufgang bis zum Niedergang* Wird Er sie einberufen alle. 1. Kömmt Er von Majestät umgeben,* Dann wallt vor Ihm verzehrend Feuer. 2 Von Winden und der Meere Brausen* Wird seine Anfunft uns verkündet. 1. Die Engel werden Ihn umstrahlen,* Die Frommen Ihm zur Rechten stehen. 2. Hat Er den Richterstuhl bestiegen,* Wird Er der Völker Urtheil sprechen; 1. Wird unsere geheimsten Werke,* Und was wir dachten offenbaren; 2. Wird die verfolgte Unschuld krönen,* Das Laster in den Abgrund stürzen. 1. Wie werden dann die Sünder zittern,* Wenn selbst Gerechte kaum bestehen. 2. Entseßen und Verzweiflung werden* Die Unbußfertigen ergreifen. 1. Sie werden ihre Hände ringen,* Bergeblich jammern und aufrufen: 2. ,, Ach fallet über uns, ihr Berge!* Weh' uns! bedecket uns, ihr Hügel! 1. Bedeckt uns vor dem Zorn des Lammes, Das nun als Richter uns erscheinet. 2. Weh' uns! denn es ist angebrochen* Der Schreckenstag der Nache Gottes." 1. Nun wird der Herr das Urtheil sprechen:* Hinweg von mir, ihr Uebelthäter! 2. Fort! in das ew'ge Feu'r der Hölle,* Das für die Teufel ist bereitet! 1. Denn ihr habt mir in Noth und Elend* Hartherzig Hülf' und Trost verweigert. 2. Kommt aber, ihr Gebenedeiten!* Nehmt in Besiß des Himmels Wonne. 1. Denn ihr habt Liebe mir erwiesen,* Habt in den Armen mich getröstet." 2. So geh'n zur ew'gen Pein die Bösen,* Die Frommen in das ew'ge Leben. 1. O Pilger dieses Erdenthales!* Vergesset niemals des Gerichtes! 11 It 236 2. Bemühet euch, vor Gottes Augen* Mit reinem Herzen stets zu wandeln. 1. Dann werdet ihr am Urtheilstage* Nicht vor der Hölle Abgrund beben. 2. Gott wird die Seinigen euch nennen,* Und euch in seinen Himmel führen. * Gib den Entschlaf'nen ew'ge Ruhe!* Dein ew'ges Licht, Herr! leuchte ihnen. Ant. Ich werde kommen, spricht der Herr, um die Gerechtigkeit der Menschen zu untersuchen, und ihnen zu vergelten nach ihren Werken. Vater unser n. s. w.( wird still gebetet.) Lesung. 1. Der Herr zögert nicht mit dem, was Er ankündigte, wie es einige für Zögern halten. Er ist nur langmüthig gegen uns; denn Er will nicht, daß jemand verloren gehe, sondern daß jedermann sich zur Buße kehre. Aber kommen wird der Tag des Herrn, wie ein Dieb, und krachend werden die Himmel vergehen, die Elemente werden im Brande sich auflösen, und die Erde wird mit allen ihren Werken verbrennen. Da also Allem cine Zerstörung bevorsteht, wie sehr sollet ihr euch eines heiligen Wandels und der Gottseligkeit befleißen, indem ihr erwartet und entgegen eilet der Ankunft des Tages des Herrn, wo die Himmel in Feuer zergehen und die Elemente in Brand zerschmelzen werden!( 2. Pet. 3.) R. In Allem, was du thust, schau' auf das Ende, und frage rich: wie werde ich vor dem strengen Richter bestehen, dem nichts verborgen ist, ten keine Geschenke bestechen können, und der keine Ausflüchte gelten läßt? V. Du wirst vielleicht bald um Verlängerung deines Lebens bitten. Aber wozu? du bist ein Fremdling und Gast auf Erden; für dich ist keine bleibende Stätte hienieden. R. Deßwegen schaue in Allem, was du thust, auf das Ende, und frage dich: wie werde ich vor Gett, meinem allwissenten, unbestechlichen Richter bestehen? Der Geist des Herrn erfüllt die Welt und Ihm ist kein Laut verborgen: darum bleikt nicht verborgen, der Böses redet. Die strafende Gerechtigkeit wird ihn gewiß sinden. Die Gedanken des Gottlosen werden untersucht werden, und seine Reden werden vor Gottes Gericht kommen, damit seine Sünden die Strafe treffen; denn das Ohr des Allmächtigen hört Alles, Ihm kann nichts verborgen bleiben. Suchet also nicht geflissent 237 lich den Tod durch eure Vergehungen, und reißet das Verderben durch eure Thaten nicht mit Gewalt herbei.( Weish. Sal. 1.) R. Wo soll ich mich verbergen, wenn Du kommen wirst, die Erde zu richten? Sieh', meine Mutter empfing mich in Sünden, und mein Leben ist mit Sünden befleckt. V. Ich schäme mich vieler meiner Thaten und erröthe vor Dir. Ach! verdamme mich nicht, sondern erbarme Dich meiner! R. Denn ich weiß nicht, wohin ich mich verbergen soll, wenn Du kommen willst, die Erde zu richten. 3. Wer die Sinnlichkeit der Herrschaft des Geistes vollkommen zu unterjochen strebt, der hat schon in diesem Leben in sich sein Reinigungsfeuer, das nicht gering ist und großen Segen schafft. Es ist doch besser, schon in diesem Leben die Bande des Lasters lösen und von der Sünde rein werden, als die Reinigung in die Ewigkeit hinüber aufschieben. Was wird auch jenes verzehrende Feuer anders zu verzehren haben, als unsre Sünden? Je mehr wir jegt unsrer schonen, je mehr wir jetzt unsrer Sinnlichkeit nachgeben, desto mehr Stoff werden wir für jenes verzehrende Feuer mit hinüber bringen, und desto empfindlicher und länger zu leiden haben.( Nachfolg. Christi, 1. 24.) R. Die vollkommene Freiheit des Geistes kann nur Der erobern, der sich zur vollkommenen Verläugnung seiner selbst durcharbeitet. V. Verlaß Alles, dann findest Du Alles. Gib Abschied der Begierde, besiege die Lüsternheit; dann kommt die die Ruhe entgegen. R. Denn die vollkommene Freiheit des Geistes kann nur Der erobern, der sich zur vollkommenen Verläugnung seiner selbst hindurcharbeitet. Dritte Nokturn. ( Mittwochs und Samstags zu gebrauchen.) Psalm. Ant. Meine Seele sehnt sich nach Dir, o Herr! und deinen Wohnungen. 1. So wie der Hirsch in heißen Tagen* Nach einer frischen Quelle lechzet; 2. So, Heiligster! ist mein Verlangen* Nach Dir und deiner ew'gen Wohnung. 1. Ich sehne mich nach deinen Himmeln,* Mit Seligen Dir Lob zu singen. 2. An deinen Freuden Theil zu nehmen,* Die treuen Dienern Du verheißen. 1. Hienieden seufze ich in Leiden,* Mein täglich Brod sind Neuethränen. 2. Es grämen, Vater! mich die Sünden,* Die ich beging vor deinen Augen. 11 It m 11 238 1. Ihr Schmerz durchwühlt mein Eingeweide!* Wirst Du denn mir nicht Nachlaß schenken? 2. Soll mich die Sünde ganz aufzehren,* Da viele doch Verzeihung finden? 1. Wie oft sang ich in deinem Tempel* Voll Wonne Lobund Dankeslieder? 2. Sie waren Vorgeschmack von Freuden,* Den Seligen bei Dir beschieden. 1. Werd' ich denn nimmermehr verfosten* Die Wonn', o Ew'ger, Dich zu loben? 2. Nicht ewig mit den Engelchören* Die Größe deiner Huld verkünden? 1. Bedenk' ich, daß allein die Neinen* In deiner Herrlichkeit Dich schauen; 2. Fällt Bangigkeit auf meine Seele,* Mit Macht umfängt fie tiefe Trauer. 1. Ich war dem steilen Abgrund nahe,* Zu dem die Bahn der Sünder führet. 2. Doch, durch dein Lebenswort gewarnet,* Stand ich auf breiter Straße stille; 1. Und kehre nun zu Dir, Erretter!* Und wandle deines Wortes Pfade. 2. Will auch mein Leben lang Dir dienen,* Und fern vom Weg der Sünder wandeln. 1. Dann öffnet sich mir deine Wohnung,* Nach der sich meine Seele sehnet, 2. Wo Du am Mahle deiner Freuden* Mir einen Sig haft zubereitet. Gib den Entschlaf'nen ew'ge Ruhe!* Dein ew'ges Licht, Herr! leuchte ihnen. Ant. Meine Seele sehnt sich nach Dir, o Herr! und deinen Wohnungen. Vater unser u. s. w.( wird still gebetet.) Lesung. 1. In der Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz verzage nicht. Ihr glaubet an Gett; glaubet auch an mich! In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn dem nicht so wäre, so würde ich es euch schon gesagt haben. Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch einen Plaß bereiten werde, will ich wieder kommen, und euch 239 zu mir nehmen, damit auch ihr da seyd, wo ich bin. Wohin ich gehe, wiffet ihr, und den Weg dahin wisset ihr auch.( Joh. 14.) R. Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kömmt zum Vater, als nur durch Dich. V. Bleibet mit mir verbunden, so werde ich es auch mit euch bleiben. Ohne mich vermöget ihr nichts. R. Nur Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kömmt zum Vater, als nur durch Dich. 2. Ich weiß ja, wenn diese hinfällige irdische Hütte, die ich bewohne, zerstört wird, so erhalte ich ein Haus von Gott, eine Wohnung, die nicht von Menschenhänden gebaut, sondern die ewig ist im Himmel. In der jeßigen Hütte seufze ich noch, und sehnlich verlange ich darnach, mit einer himmlischen Wohnung überkleidet zu werden. Denn so bekleidet werde ich doch nicht ohne Körper seyn. Ja so lang ich in dieser Hütte wohne, seufze ich unter ihrer Last; wiewohl ich sie nicht gerne ablege, sondern mit einer andern überkleidet werden möchte, so daß dies sterbliche Leben von dem unsterblichen verschlungen würde.( 2. Kor. 5.) R. Ich glaube, daß mein Erlöser lebt, und ich am jüngsten Tage vom Grabe auferstehen und in diesem Fleische Gott, meinen Heiland, schauen werde. V. Wenn dieses Verwesliche wird unverweslich, und dieses Sterbliche wird unsterblich geworden seyn; dann wird in Erfüllung gehen: Auf ewig besiegt ist der Tod. R. Ich glaub' es, daß mein Erlöser lebt, und ich am jüngsten Tage vom Grabe auferstehen, und mit verklärtem Leibe Gott, meinen Heiland, schauen werte. 3. Sey wachsam und eifrig im Dienste Gottes. Laß dir angelegen seyn, immer besser zu werden; denn sieh', bald wird dir der Lohn deiner Arbeit ausbezahlt werden. Wirst du im Gutesthun eifrig und treu bleiben, so wird gewiß Gott auch treu und eifrig im Belohnen seyn. Nur die Bürger des Himmels wissen es, was der Tag der Ewigkeit dem Guten für ein Freudentag sey. Unsere Pilgertage hienieden sind voll Angst und Schmerz. Hienieden werden wir von vielen Sünden bea fleckt, von vielen Leidenschaften gefangen und Furchten gefesselt, von Sorgen umhergetrieben, von Begierden zerstreut, von Irrthümern umlagert, und von vielen Versuchungen gefoltert. Der Tag der Ewigkeit aber, den wir auf Erden nur von ferne, wie im Spiegel sehen, kennt keinen Wechsel mehr. Er ist ewig ein und derselbe Tag; keine Nacht verdunkelt ihn; er leuchtet mit ewiger Klarheit.( Nachfolge Christi 1, 25. 3, 48.) R. Vater des Lichte und der ewigen Klarheit! Laß auch uns It 240 diesen Tag bald sehen, und mit deinen Heiligen an deiner Herrlichkeit Theil nehmen. V. Erbarme Dich unser und aller entschlafenen Chriftgläubigen! Gib ihnen die ewige Ruhe und dein ewiges Licht leuchte ihnen! Vater des Lichts und der ewigen Klarheit! Laß auch uns diesen Tag bald sehen, und mit den entschlafenen Christgläubigen an deiner Herrlichkeit Theil nehmen. R. Die Laudes. 1. Psalm. Ant. Opfert Gerechtigkeit und hoffet auf den Herrn. 1. Dir, Herr! gebühren Lobgesänge,* Und Dir entrichtet man Gelübde. 2. Dein Ohr vernimmt das fromme Flehen* Der Gläubigen, die Dir sich nähern. 1. Hienieden seufzen wir in Sünden,* Sind oft der Leidenschaften Sklaven. 2. Du aber, Herr! kannst uns erretten,* Kannst uns von ihrem Joch befreien. 1. Die Du zu Lieblingen erforen,* Die wandeln freudig deine Wege. 2. Sie haben Ueberfluß an Gnade;* Du gießest Trost in ihre Leiden. 1. Erbarmer! laß auch unsre Bitte* Vom Staub zu deinem Throne dringen. 2. Send' uns von deinem Heiligthume* Errettung in den Heilsgefahren. 1. Hilf uns mit deinem Arme kämpfen,* Daß wir in der Versuchung siegen. 2. Hilf uns! Du bist die Hoffnung Aller,* Bist unser Heiland und Erretter; 1. Mit Allmachtskraft schufst Du die Berge,* Umgürtetest das Meer mit Ufern. 2. Erschütterst es in seinen Tiefen,* Und stillest seiner Wogen Brausen. 1. Erschrecklich, Herr! sind die Gerichte, Die Du den Sündern angedroht. 2. In deiner Hand sind Tod und Leben;* Laß uns bei Dir Erbarmung finden. * Gib den Entschlaf'nen ew'ge Ruhe!* Dein ew'ges Licht, Herr! leuchte ihnen. Ant. Opfert Gerechtigkeit und hoffet auf den Herrn. 241 2. Psalm. Ant. Herr! deine Nechte erhält mich. 1. Mir ist noch nicht der Tage Hälfte* Verflossen und ich follte scheiden? 2. Jch bat den Schöpfer meines Lebens,* Des Scheidens Stunde zu entfernen. 1. Mich sehnte, länger unter Menschen* In Nuh' des Lebens zu genießen. 2. Es drohte, wie der Hirten Wohnung,* Ein Felssturz meiner Lebenshütte. 1. Zerreißen wollt' er mir das Leben, Wie Faden an dem Weberstuhle. 2. Noch eh' der Tag vorüber wäre,* Am Abend noch sollt' ich erblassen. 1. Der Schmerz ergriff mir die Gebeine,* Als ob ein Löwe mich zerrisse. Es 2. G8 nahte mir der Tod sich Morgens;* Ging er, so kam er Abends wieder. 1. Es glich mein Klagen und mein Seufzen* Dem Girren einer Turteltaube. 2. Es glich dem Angstruf junger Schwalben, Vernimmt ihr Ohr des Sperbers Nauschen. 1. Die Augen sind vor Weinen blöde,* Wirst Du nicht Linderung mir senden? 2. Herr! darf ich hoffend zu Dir blicken? Sind meine Leiden nicht dein Wille? 1. Ich will durchforschen meine Jahre,* Will prüfen meines Herzens Tiefen. 2. Hinfällig ist des Leibes Leben,* Mein Geist allein soll fortbestehen. 1. Willst Du durch Züchtigung mich retten,* So schone. meiner nicht hienieden; 2. Nur laß bei Dir mich Stärke finden, Daß ich vor Schmerz nicht unterliege. 1. Schenkst Du Gesundheit meinen Gliedern,* So will ich das Gelübd' Dir weihen: 2. Durch alle Tage meines Lebens* In Heiligkeit ver Dir zu wandeln; 1. In deinem Tempel Dich zu preisen,* Mit Kindessinn Dir Dank zu bringen; 16 11 TE 11 242 2. Bis ich dereinst mit den Verklärten* Für deine Huld Dir ewig danke. * Gib den Entschlaf'nen ew'ge Ruhe!* Dein ew'ges Licht, Herr! leuchte ihnen. Ant. Herr! deine Nechte erhält mich. 3. Psalm. Ant. Was Odem hat, lobe den Herrn. 1. Ihr Diener Gottes! lobt den Höchsten,* Hoch preiset seinen großen Namen. 2. Gepriesen sey von uns dein Name* Hienieden jetzt unddereinst ewig. 1. Wo auf- und niedergeht die Sonne,* Erschallen Lieder Dir zum Lobe. 2. Du wirst von Völkern aller Zonen,* Und von den Himmeln stets geprieſen. 1. Wer kann an Majestät und Größe* Mit Dir jemals verglichen werden? 2. Doch schaust Du von des Himmels Höhen* Herab auf uns im Erdenstaube. 1. Du hebst die Niedrigen zu Ehren,* Machst sie zu Führern deines Volkes. 2. Reichst müden Kämpfern neue Stärke,* Die Siegespalme zu erringen. 1. Verwandelft der Gerechten Leiden In Freuden ohne Zahl und Ende. 2. Jhr Diener Gottes! lobt den Höchsten,* Verkündet seine Huld und Gnade. * * * Gib den Entschlaf'nen ewige Ruhe!* Dein ew'ges Licht, Herr! leuchte ihnen. Ant. Was Odem hat, lobe den Herrn. V. Ich rief zum Herrn und sprach: Du bist meine Hoffnung! R. Mein Erbtheil im Lande der Lebendigen. Ant. Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird auch nach dem Tode leben; und ein Jeder, der lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Der Lobgesang oder das Benedictus. 1. Gepriesen seyst Du, Herr des Lebens,* Der seinem Volke Rettung fandte! 2. Du hattest es schon unsern Vätern* Durch der Propheten Mund verheißen: 243 1. Du werdest von der Sünde Ketten, Von Todesbanden uns erlösen; 2. Damit wir ohne Furcht Dir dienten,* Gerecht in unsern Tagen lebten. 1. Wir saßen hier in Todesschatten,* Wir wandelten in Finsternissen. 2. Du hast nach ewiger Erbarmung* Vom Sturz in's Elend uns errettet; - 1. Hast uns den Eingebornen selber* Herab vom Heiligthum gesendet. 2. Daß Er die Finsterniß erleuchte,* Und auf den Pfad des Heils uns leite. 1. Besiegt hat Er des Todes Schrecken,* Zerstört hat Er die Macht der Hölle. 2. Wer an Ihn glaubt, wird ewig leben,* Wird von dem Grab dereinst erstehen. 1. In Herrlichkeit den Retter schauen,* Der uns in Knechtsgestalt erschienen, 2. Der uns vom Sündentod befreiet,* Und ew'ges Heil bei Gott erworben. * Gib den Entschlaf'nen ewige Ruhe!* Dein ew'ges Licht, Herr! leuchte ihnen. Ant. Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird auch nach dem Tode leben; und ein Jeder, der lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Vater unser u. f. w.( wird still gebetet.) V. Führe uns nicht in Versuchung. R. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Nach dem 129. Psalm( De Profundis). ( Wird nur gebetet.) 1. Tiefgebeugt rufen Dir, o Herr!* Abgestorbene, die Du reinigft, zu. 2. Neige mild dein Ohr, o Herr!* Zu dem Flehen ihres Geigen 1. Wenn Du Sünden willst zurechnen, Herr! Wer Chridann vor Dir bestehen? len. 2. Nur bei Dir steht's, zu vergeben,* Retten kann Du, nur Du befrei'n. pläne. 1. Herr! sie sehen deiner Hülf' entgegen;* Du verheißt, fie trauen auf dein Wort. 2. Sehnlicher, als Wächter auf den Morgen,* Warten fie auf deine Hülfe. 11 ( E 211 11 244 1. Gott! laß sie umsonst nicht hoffen,* Gütig bist Du ja und rettest gern. 2. Von der Sünden Straf' und Bein* Wirst Du sie befrei'n, o Herr! V. Aus dem Ort der Reinigung R. Grlöſe{ die Seelen der Abgestorbenen. die Seele des( der) Abgestorbenen. V. Laß sie rulen im Frieden! R. Amen. V. Herr! erhöre mein Gebet. R. Laß unser Rufen zu Dir kommen. ( Tas Gebet suche in der siebenten Abtheilung Nro. XIII. lit. z. S. 406.) XXIV. Die Besuchung der Gräber. * Nach vorhergegangener Bretigt oder Seelenveeper und Metten am Berabend von Allerseelen oder am Tage selbst nach dem Aute ter heiligen Messe kann zur Prozession aus der Kirche folgender Psalm in tem gewöhnlichen Choraltone gesungen werden. Das Miserere für die Abgestorbenen. * 1. Sey gnädig, Gott, den Abgestorb'nen! Barmherz'ger tilge ihre Schulden. 2. Von Flecken, die dein Aug' entdecket,* O Heil'ger, läut're ihre Seelen! 1. Gezeugt sind wir von sünd'gen Vätern,* Von sünd'gen Müttern hier empfangen. 2. Vor deinen Augen sind Gerechte,* Sind Heilige nicht ohne Sünden. 1. Du hast zur Tugend sie geleitet;* Sie wandelten auf deinem Pfade. 2. Du läuterst sie wie Gold im Feuer,* Willst prüfen ihre Tugendstärke. glaubir rein, wie Schnee, von jeder Mackel, Sind würdig an m sie, Dich Herr! zu schauen. haft hienieden Missethaten* Schon oft uns Sündern 1. Gerachgelassen. Du denn jetzt die Reuethränen* Der Hingeschicdenen verschmähen? 2. Du hörst ihr wehmuthsvolles Seufzen,* Kennst ihre Sehnsucht, Dich zu schauen: * 245 1. Erbarmer! lindre ihre Leiden,* Erfülle mild ihr frommes Sehnen. 2. Hilf ihrem Geiste, sich zu nähern* Der hohen Stufe der Vollendung. 1. Erhöre deiner Kirche Flehen,* Laß unsre Bitte zu Dir dringen. 2. Schent' ihren Seelen ew'ge Ruhe;* Dein ew'ges Licht laß ihnen leuchten. Zur ersten Station. An der Grabstätte der Stifter und Gutthäter der Kirche. Gesang. 123. a. Vater! dessen Huld das Leben Uns zum Wohlthun hat gegeben, Flehend steigt von Gräbern hler Unser Blick hinauf zu Dir, Um der frommen Stifter Seelen Deiner Milde zu empfehlen. ( Chor.) Herr! erbarme Dich der Seelen, Die wir deiner Huld empfehlen. V. Lasset uns beten für die abgeschiedenen Stifter und Gutthäter unserer Kirche! R. Gib ihnen die ewige Nuhe, und das ewige Licht leuchte ihren! V. Laß sie ruhen im Frieren! R. Amen. Vater unser u. s. w.( wird still gebetet.) V. Führe uns nicht in Versuchung. R. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Amen. V. Aus dem Orte der Reinigung und Läuterung R. Erlöse thre Seelen. V. Herr! erhöre mein Gebet! R. Laß unser Rufen für sie zu Dir gelangen. Gebet. D Gott, Du einziger Geber des Heils und der Seligteit! dankbar erinnern wir uns der ehemaligen Stifter, Grbauer und Gutthäter dieser Kirche. Wir empfehlen sie deiner erbarmenden Gnade. Laß sie als deine würdigen Verehrer auf die Fürbitte deiner Heiligen zum seligen Genuß der ewigen Freude gelangen. Wir bitten Dich darum durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. Zur zweiten Station. An der Grabstätte der geistlichen Vorsteher, Pfarrer und Kapläne. Gesang. 123. b. Ewig selig sind die Hirten, Die ihr Volk zur Tugend 211 246 führten! Ihnen reicht des Höchsten Sohn Reichlich den verheiß'nen Lohn. Ihr Gebein mag Erde decken, Christus wird es auferwecken. ( Chor.) Ihr Gebein mag Erde decken, Christus wird es auferwecken. V. Lasset uns beten für die Seelen unserer hingeschiedenen Seelsorger! R. Gib ihnen die ewige Rule, und das ewige Licht leuchte ihnen! V. Laß fie ruhen im Frieden! R. Amen. Vater unser u. s. w.( wie bei der ersten Station.) Gebet. O Gott! der Du durch deinen Sohn Jesum Christum, unsern Herrn, deiner gläubigen Gemeinde Hirten und Lehrer vorzuseßen angeordnet hast; wir bitten Dich: erbarme Dich der Seelen unserer hingeschiedenen Seelsorger und Priester, laß sie um des guten Saamens willen, den sie mit unermüdlichem Eifer ausstreuten, zum Wohnsiz ewiger Ruhe gelangen.. Nimm sie ihres erbaulichen, segensreichen Wandels wegen in die Gemeinschaft der schon verklärten Hirten und Priester im Himmel auf. Wir bitten Dich darum durch den obersten Hirten, Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. Zur dritten Station. An der Grabstätte von Wohlthätern der Schulen und der Armen. Gesang. 123. c. Gleich Dir, Vater, ay Erbarmen, Waren sie der Trost der Armen, Liebten Kinder inniglich, Freuten ihrer Liebe sich. Wohlzuthun war stets ihr Streben; Laß sie, Vater, ewig leben! ( Chor.) Wohlzuthun war stets ihr Streben; Laß sie, Vater, ewig leben! V. Lasset uns beten für die Seelen der hingeschiedenen Wohlthäter der Schulen und der Armen. R. Gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen! V. Laß sie ruhen im Frieden! R. Amen. Vater unser u. s. w.( wie bei der ersten Station.) Gebet. O Gott! der Du Dich uns durch deinen Sohn als den zärtlichsten Freund der Kinder und den liebreichsten Vater der Armen geoffenbaret haft; deiner Liebe empfehlen wir die Seelen derjenigen Abgestorbenen, deren Angedenken durch milde Stiftungen für Schulen und Armen unter uns segensvoll fortdauert. 247 Vergilt ihnen ihre irdischen Gaben mit unvergänglichen himmlischen Gütern; laß sie an deiner ewigen Herrlichkeit Theil nehmen. Durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. Zur vierten Station. Für die Seelen aller Christgläubigen, deren Gebeine auf dem Gottesacter ruhen. Gesang. 123. d. Jesus Christus! nicht vergebens Gabst Du uns das Wort des Lebens! Auf der Gräber Saatenfeld Reift die Erndte jener Welt. Ewig deines Reiches Glieder Seh'n sich Gottes Freunde wieder. ( Chor.) Gottes Freunde seh'n sich wieder, Ewig deines Netches Glieder. V. Lasset uns beten für unsere hingeschiedenen Eltern, Geschwi ster, Anverwandte und alle, deren Gebeine hier auf diesem Gottesacker ruhen! R. Gib ihnen die ewige Nuhe, und das ewige Licht leuchte ihnen! V. Laß sie ruhen im Frieden! R. Amen. Vater unser u. s. w.( wie bei der ersten Station.) Gebet. O Gott! der Du das demuthsvolle Gebet deiner Kinder nicht verschmähst; wir flehen zu Dir für unsere Eltern, Brüder und Schwestern, Verwandte und Wohlthäter, für unsere Freunde und Feinde, für alle Pfarrgenossen. Verleihe den Seelen dieser Verstorbenen Vergebung und Nachlassung ihrer Sünden und Strafen, damit sie rein vor deinem heiligen Angesichte erscheinen, und der Seligkeit aller Verklärten im Himmel würdig und theilhaftig seyn mögen. Wir bitten Dich darum durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. V. O laß die Seelen aller abgestorbenen Christgläubigen nach deiner Barmherzigkeit im Frieden ruhen! R. Amen. XXV. Kürzere Metten für die Verstorbenen. ( Vor einem Seelenamte zu gebrauchen.) * Wird ein Psalm aus einer der Nokturne in den größern Metten Nro. XXIII gebetet; darauf folgt das Vater unser und das De ( E 248 profundis( f. oben Seite 243); den Schluß macht das betref fende Gebet( f. siebente Abtheilung Nro. XIII Lit. z. S. 406.) XXVI. Nachmittagsandacht. Bitte um Erndtesegen. V. Unsere Hülfe kommt von dem Herrn! R. Der unser Schöpfer und Vater ist. Ehre sey Gott dem Vater, dem Sohne und dem heil'gen Geiste, Wie sie war im Anfang, jetzt und immer, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Psalm. 1. Des Herrn ist die Erde und Alles, was darauf ist,* Der Erdkreis mit allen seinen Bewohnern. 2. Er hat sie auf Wasser gegründet,* Und hat ihre Flüsse mit Ufern befestigt. 1. Durch sein Wort erschuf Er die Berge,* Und mit seiner Allmacht hat Er sie umgürtet. 2. Er ist es, der den Früh- und Spätregen sendet;* Er wässert die Furchen und macht fruchtbar die Felder. 1. Vom Sonnenaufgang bis zum Niedergang* Ergießt sich seine Milde über alle Geschöpfe. 2. Er ist die Zuversicht der ganzen Erde und des fernen Meeres; Seiner freuen und trösten sich alle lebendige Wesen. 1. Er erhöret Gebete, darum nahen sich alle Menschen zu seinem Throne;* Alle rufen zu Ihm mit kindlichem Vertrauen. 2. Er frönt das Jahr durch seinen Segen mit Gütern, Erweicht das Land und gibt den Saaten Gedeihen. 1. Durch Ihn sproßt aus der Erde Getreid' im Ueberflusse zur Nahrung;* Durch Ihn grünen Triften und blühen die Fluren. 2. Wer ist, der nicht seine Macht und seine Güte erkennet, Und seinem heiligen Namen nicht dankbar lobsingt? Ehre sei dem Vater, dem Sohne und heiligen Geiste,* Von uns und allen Menschen jetzt und zu allen Zeiten. Amen. Gesang. * 124. Blic, o Gott, mit Wohlgefallen Auf die Bitten von D 249 uns Allen, Unser Herz erweitert sich, Denn es fühlt als Vater Dich; Deine milde Hand gibt Segen, Gibt uns Sonnenschein und Regen. ( Chor.) Vater! gib uns deinen Segen, Gib uns Sonnenschein und Negen. ( Die übrigen Strophen sind ganz wie Nro. 3. der zweiten Abtheilung, Seite 76.) Hierauf folgt die zweite Litanei von der göttlichen Vorsehung. ( Siehe Nro. XIV. der sechsten Abtheilung S. 333.) * In dieser, sowie in allen andern Andachten und öffentlichen Betstunden, wo das heil. Sakrament ausgesetzt ist, stimmt der Priester vor dem Schlußsegen das Defensor an: V. Gott! der Du unser Schirmer bist, R. Gich' an den Feind und dessen List! Halt' uns, o Herr, in deiner Hut, Die Du erkauft mit deinem Blut! ( Wird dreimal, immer um einen Ton höher angestimmt; s. den Anhang zum Melodienbuch, zweite Auflage, S. 331.) XXVII. Nachmittagsandacht. Dank für Erndtesegen. V. Unsere Hülfe kommt von dem Herrn! R. Der unser Schöpfer und Vater ist. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste. * Wie sie war im Anfang, jetzt und immer und in alle Ewigkeiten. Amen. ( Der Psalm: Des Herrn ist die Erde und Alles, was darauf ist u. f. w. wie in der vorhergehenden Andacht.) Gebet. In kindlich dankbarer Gesinnung erscheinen wir vor Dir, o Gott! Wie einstens Abel Dir ein wohlgefälliges Opfer der Dankbarkeit darbrachte, so möchten auch wir Dir für den Segen des Feldes unsere Dankbarkeit darbringen, damit wir deiner ferneren Gnade würdig und theilhaftig werden; durch Jesum Christum deinen eingebornen Sohn unsern Herrn, der mit Dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 250 V. Herr! erbarme Dich unser! R. Christus! erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser; Christus höre uns! R. Christus, erhöre uns! V. Gott Vater vom Himmel! V. Gott Sohn, Erlöser der Welt! V. Gott heiliger Geist! R. Erbarme Dich unser! V. Heiligste Dreieinigkeit! Für alles Gute, das wir von deiner Vaterhuld empfangen haben: R. Danken wir Dir, o Gott! Für den milden Thau, mit welchem Du die Saaten erquicktest. Für den Regen, mit welchem Du die Erde tränktest. Für die Sonne, die den Acker des Gerechten, wie des Bösen, beschien. Für jede Aehre, mit welcher Du unsere Felder segneteſt. Für jede Blume, mit denen Du die Wiesen bekleidetest. Für die Gesundheit und Kraft, die Felder zu bauen. Für die Lust und ausdauernden Muth, die beschwerlichen Arbeiten zu vollenden. Für deine Liebe, welche die Gewitter schonend bei uns vorüberziehen hieß. V. Wir arme Sünder! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! Bewahre uns vor dem Mißbrauch deiner Wohlthaten. Bewahre uns vor jeder Art des Undankes und der Lästerung deiner Güte. Bewahre uns vor der Unmäßigkeit, wodurch wir uns an deiner Freigebigkeit verfündigen. Bewahre uns vor Kargheit und Verschwendung, wodurch wir deine Batergüte entehren. Verleih' uns ein genügsames und zufriedenes Herz. Gib uns ein Herz, das sich der Dürftigen erbarmet. Sei uns stets ein gütiger Vater, und sättige Alles, was da lebet nach deinem Wohlgefallen. O Jesu, Lamm Gottes u. f. w. R. Danken wir Dir, o Gott! R. Wir bitten Dich zc. Gesang. 125. Wir danken, Herr, für deinen Segen Auf Acckern, Wiesen, Feld und Au! Du gabst uns Sonnenschein und Regen, Gabst 251 Wärme, Donner, Wind und Thau; Es blüht' und reifte unsre Saat Nach deinem wunderbaren Nath. 2. Der Himmel träufelt deine Güte, Die Erd' ist deiner Schäße voll; Damit ein achtsames Gemüthe Dich finden und bewundern soll; Dich, der durch seine weise Macht Dieß alles hat hervorgebracht. 3. So sey die Liebe denn gepriesen, Gepriesen sey die Wunderkraft, Die auf den Feldern, Hügeln, Wiesen Dem Menschen Brod und Nahrung schafft. Uns All', o Bater, sättigst Du, Und schenkst noch Ueberfluß dazu. 4. Du schüttest deines Segens Fülle Her ab, ob wir's schon nicht verdient. Es ist dein gnadenvoller Wille, Daß Feld und Au und Garten grünt, Und uns, sind wir es gleich nicht werth, Die Frucht der Erde redlich nährt. 5. Erhalte ferner unsre Saaten Und unsre Häuser, Hab' und Gut! Bewahr' uns, Herr, vor Missethaten, Vor Wohllust, Geiz und Uebermuth; Weil sonst beim größten Ueberfluß 3 u Grund die Seele gehen muß. 6. O Vater! wenn wir Dich nicht ehren, Der Du so liebreich an uns denkst, Muß sich in Fluch dein Segen kehren, Mit dem Du Haus und Feld beschenkst. Denn aller Neichthum dieser Zeit Gibt ohne Dich nur Bitterfeit. 7. So mögen wir denn hier auf Erden Den guten Saamen auszustreu'n, Nie müde, nie verdrossen werden, Und uns weit mehr der Erndte freu'n, Die einst nach dieser Zeit der Saat Für uns ersah dein weiser Nath. V. Wohlzuthun und mitzutheilen vergesset nicht! R. An solchen Opfern hat Gott ein Wohlgefallen. O Gott! der Du an uns Unwürdigen deine Freigebigkeit gezeigt haft; seße deinen großen Gaben, die Du uns angedeihen ließest, auch die Gnade bei, dieselben jederzeit recht zu erkennen, zu schätzen, zu deiner Ehre, zu unserm Heile und zum Nußen unsers Nächsten zu verwenden; damit wir durch ihren guten Gebrauch zur dankbaren Gegenliebe entflammt werden, und so vor Dir wandeln mögen, daß wir würdig seyen, in den Wohnsiß deiner Heiligen aufgenommen zu werden, und mit ihnen deine unermeßliche Güte und Freigebigkeit ewig zu loben und zu preisen; durch Jesum Christum u. f. w. 11 It 252 Bei einer Mißerndte wird statt der obigen die erste Litanet von der göttlichen Vorsehung ( f. Nro. XIII. der sechsten Abtheilung S. 331), und statt des obigen Gesanges Nro. 125 das Lied Nro. 48 der zweiten Abtheilung( S. 109), sowie auch statt des obenstehenden Gebetes das hier folgende genommen: Allweiser und gerechter Gott! Wir danken Dir auch für das Wenige, das Du uns dieses Jahr gegeben hast, und erkennen es an, daß wir unserer Sünde wegen selbst dieses nicht verdient hätten. Laß uns unter dem Schuße deiner Segnungen und in Treue damit aushalten, auf daß wir einst würdig seyen, bei Dir und deinen Seligen über mehreres geseßt zu werden! der Du lebest 2c. R. Amen. ( Der Schlußsegen mit dem Defensor wie in der vorausgehenden Andacht.) 253 Vierte Abtheilung. Marianische Schlußlieder und Gebete zu den Vespern. I. Vom ersten Adventsonntag bis Weihnachten. 126. Des Höchsten Engel kam zu ihr, Der Heiligsten in Menschenhülle. Der Herr," so sprach er, ist mit dir Mit seiner ganzen Gnadenfülle; Empfangen sollst du seinen Sohn; Durch dich sproßt Er von Davids Thron." 11 11 2. Gott sah dich seine Wege geh'n, Sah dich Ihn findlich treu verehren; Er hat darum dich außerseh'n, Den Welterlöser zu gebären. Sein heil'ger Geist ergießet sich, O reinste Jungfrau! über dich." V. Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft. R. Und sie empfing von dem heiligen Geiſte. Lasset uns beten. O Gott! dein Wille war es, daß die seligste Jungfrau Maria auf die Verkündigung des Engels deinen eingebornen Sohn empfangen sollte. Wie wir nun dies durch deine Gnade erkennen, so verleihe uns auch, daß wir durch sein Leiden. und Kreuz zur herrlichen Auferstehung gelangen; durch denselben Jesum Christum u. f. w. V. Die Gnate unseres Heilandes sey und bleibe jederzeit mit uns Allen. R. Amen. II. Von Weihnachten bis heil. Dreikönig. 127. Wie sehr haft du, Maria, dich erfreut, A13 du gebarst den Herrn der Herrlichkeit! Wie hast du selig, hoch entzückt Ihn an dein Mutterherz gedrückt! 2. Wir freu'n, o heil'ge Mutter! uns mit dir, Geloben dankbar deinem Sohne hier: Stets so, wie deiner wir uns freu'n, Ihm auch mit dir uns ganz zu weih'n. V. Bitte für uns, o heilige Gottesgebärerin! R. Damit wir würtig werden der Verheißungen Chrifti. 254 Lasset uns beten. O Gott! der Du die seligste Jungfrau Maria ihrer Un= beflecktheit wegen gewürdigt hast, deinen Sohn zu gebären, wir bitten Dich: laß uns durch Heiligung des Sinnes und Wandels ihrer Fürbitte würdig und dereinst der verheißenen Seligkeit theilhaftig werden; durch denselben Jesum Christum u. s. w. V. Die Gnade unseres Heilandes sey mit uns Allen. R. Amen. III. Von heil. Dreikönig bis zum ersten Fastensonntag. a. Am heil. Dreikönigsfest und dessen Octav. 128. Groß war die Freude, die dein Herz empfand, Da Weise kamen aus dem Morgenland, Auf Pfaden, hell von Gottes Stern; Im Kinde sahen sie den Herrn. 2. Noch nimmst du, Mutter, an der Menschen Heil, Beim Sohn verklärt, wie einst auf Erden Theil. O fleh' zu Ihm für uns um Licht, Um Kraft zur Uebung jeder Pflicht. V. O heilige Jungfrau und Mutter Maria! R. Bitte für uns deinen Sohn Jesum Christum! Lasset uns beten. Verleih' uns, o Gott! auf die Fürbitte der Mutter beines eingebornen Sohnes, daß wir, gleich den Weisen aus dem Morgenlande, unermüdlich nach der Erkenntniß der Wahrheit streben, und sie in der Lehre deines Sohnes finden; auch nach dem Beispiel der Gebärerin desselben die gefundene Erkenntniß in unsern Herzen bewahren, und nach ihr wandeln; damit wir ihrer Fürbitte würdig und ihrer Seligkeit theilhaftig wers den; durch denselben Jesum Christum u. s. w. V. Die Gnade unseres Heilandes sey und bleibe jederzeit mit uns Allen. R. Amen. b. Am ersten Sonntag nach heil. Dreikönigstag. 129. Zwei Tage suchest du, Maria, schon Bei Anverwandten den geliebten Sohn: Mit jedem Schritte fühlt dein Herz Der Ungewißheit größern Schmerz. 2. Du eileft nach Jerusalem zurück, und dort erscheint 255 der sel'ge Augenblick, Der deinen Sohn dir wieder schenkt, An dem dein Herz so innig hängt. 3. Der Knabe! der im Tempel Weisheit lehrt, Wie sie noch nie ein menschlich Ohr gehört, Der ist, o heil'ge Mutter! dein; Wie mußte dich der Anblick freu'n. V. Bitte für uns deinen Sohn Jesum Christum! R. Den du, o Jungfrau, im Tempel gefunden hast. Lasset uns beten. O Gott! der Du den Kummer der seligsten Jungfrau Maria durch Auffindung ihres geliebten Sohnes in Freude verwandelt hast, verleih' uns auf ihre Fürbitte: daß, so oft wir in einem Anliegen vor deinem heiligen Altare erscheinen, wir auch, wie sie, mit freudigem Gemüthe aus deinem Tempel zurückkehren. Wir bitten Dich darum durch Jesum Christum u. s. w. V. Die Gnade unsers u. f. w.( wie oben.) c. An den noch übrigen Sonntagen nach heil. Dreikönig bis Septuagesima. 130. Dein Sohn, Maria! wuchs der Zeder gleich, Ward Mann, im Worte start, an Tugend reich! An seiner Seite wandelst du, Hörst sinnend seinem Worte zu. 2. Um was, o Herr! Dich deine Mutter bat, Gewährtest Du nach deinem weisen Rath. Erhöre deiner Mutter Fleh'n Auch jetzt für unser Wohlergeh'n. V. Selig sind, die wie Maria Gottes Wort hören! R. Und es, wie sie, in ihrem Herzen bewahren. Lasset uns beten. O Gott! der Du das fromme Flehen der Mutter deines eingebornen Sohnes erhört haft; wir bitten Dich: laß uns auf ihre Fürbitte an der Erkenntniß deines heiligen Wortes täglich reicher, und durch seine Befolgung immer ähnlicher und dereinst auch ihrer Seligkeit theilhaftig werden; durch denselben Jesum Christum u. s. w. V. Die Gnade unsers u. f. w.( wie oben.) d. An Maria Lichtmeß. 131. Maria stellt ihr Kind im Tempel dar, Wie es in dem Gesetz befohlen war. In Jhm erkennet Simeon Der Völker Licht, des Höchsten Sohn. 2. Dein heil'ges Beispiel, Mutter! lehrt uns heut' Ge= D 11 ( t 11 256 horsam, Demuth und Bescheidenheit; Hilf uns getreu die Wege geh'n, Die Gottes Weisheit uns erseh'n. V. Bitte für uns deinen Sohn Jesum Christum! R. Den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert haſt. Lasset uns beten. D Gott! der Du uns Gehorsam und Demuth des Herzens als den einzigen Weg zur wahren Seelengröße gezeigt haft, wir bitten Dich: verleihe, daß wir diese Tugenden allezeit nach dem Beispiel der seligsten Jungfrau und Mutter deines eingebornen Sohnes ausüben, um, wie sie, deines Wohlgefallens und deiner Gnade würdig und dereinst deiner Herrlichkeit theilhaftig zu werden; durch denselben Jesum Christum u. s. w. V. Die Gnade unsers u. s. w.( wie oben.) e. An den Sonntagen Septuagesima, Seragesima und Quinquagesima. 132. Wer wollte sie nicht herzlich lieben, Die Jesus selbst so zärtlich liebt? Sich nicht im Guten standhaft üben, Wie sich Maria hier geübt?: Mit Ehrfurcht neigt sich unser Sinn 3 u dir, o Himmelskönigin.: 2. In deiner Hütte wohnte Liebe und häusliche Zufriedenheit; Es machten dich die frommen Triebe Zu jeder Tugend stets bereit.: Mit Liebe neigt sich unser Sinn 3 u dir, o Mutter Gottes! hin.: V. O seligste Jungfrau und Mutter Maria! R. Bitte für uns deinen Sohn Jesum Christum! Lasset uns beten. Verleih' uns, o Herr! auf die Fürbitte deiner heiligen Mutter, die Gnade, unsre Tage mit beständigem Hinblick auf ihr heiliges Beispiel in Zufriedenheit und Gottseligkeit zu durchleben; damit wir würdig sein mögen, an den hohen Freuden des ewigen Lebens Theil zu nehmen; der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater u. s. w. V. Die Gnade unsers u. s. w.( wie oben.) IV. Vom ersten Fastensonntage bis Ostern. 133. Saut die Mutter voller Schmerzen, Wie sie mit zerris'nem Herzen Bei dem Kreuz des Sohnes steht! 257 2. Wessen Auge kann der Zähren Bei dem Jammer sich erwehren,: Der die Mutter Christi drückt!:| 3. Jesum sieht sie fest gebunden, Blutend seine vielen Wunden, Für der Menschen Missethat! 4. Sieht den Sohn verschmäht, verlassen, Dürstend an dem Kreuz erblassen,: Den sie einst gesäuget hat!:| 5. Wer erwäget ohne Schauer Der verwaisten Mutter Trauer? O wer fühlt nicht ihre Noth? 6. Laß mich, Mutter! mit dir weinen, Mich mit Jeſu stets vereinen,: Leiden, sterben ganz nur Ihm.:| V. O schmerzhafte Mutter Maria! R. Bitte für uns deinen Sohn Jesum Christum! Lasset uns beten. Wir bitten Dich, o Herr! laß uns bei dem Andenken der Leiden deiner heiligsten Mutter den Entschluß fassen und vollbringen, alle Leiden und Widerwärtigkeiten dieses Lebens mit findlicher Ergebung und Unterwerfung nach ihrem heiligen Beispiele zu ertragen; damit wir einst auch derselben Freuden theilhaftig werden, die sie jetzt bet Dir im Himmel verklärt ewig genießt; der Du mit dem Vater u. s. w. V. Die Gnade unsers u. s. w.( wie oben.) V. Von Ostern bis Christi Himmelfahrt.134. O Mutter Jesu, freue dich! Frei von des Todes Banden Ist Er, der an dem Kreuze starb, Der Heiland auferstanden. Halleluja! 2. D bitt' für uns, daß wir den Weg Der Tugend muthig gehen, Damit auch wir, vom Grab erweckt, Zur Herrlichkeit erstehen. Halleluja! V. Freue dich, Jungfrau und Mutter Marta! Halleluja. R. Dein Sohn ist wahrhaft auferstanden. Halleluja. Lasset uns beten. O Gott! der Du durch die Auferstehung deines Sohnes, unsres Herrn Jesu Christi, die Welt erfreuet haft: verleih', daß wir durch die Fürbitte seiner jungfräulichen Mutter zu den Freuden des ewigen Lebens gelangen. Wir bitten Dich darum durch Jesum Christum u. s. w. V. Die Gnade unsers u. s. w.( wie oben.) 17 11 ( t 211 258 VI. Von Christi Himmelfahrt bis Dreifaltigkeitssonntag. 135. Dein Sohn, Maria! fuhr hinauf zu seines Vaters Rechten, Umgeben von der Engel Chor, Begleitet von Gerechten. Halleluja! 2. Erfleh' uns, Jungfrau! Licht und Kraft, 3u wandeln mit den Frommen, Daß wir dereinst mit ihnen auch 3u deinem Sohne kommen. Halleluja! V. Bitte für uns, o seligste Jungfrau und Mutter Maria! R. Daß wir würdig werden der Verheißungen Chrifti. Lasset uns beten. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du durch die Einwirkung des heiligen Geistes den Leib und die Seele der seligsten Jungfrau Maria zur würdigen Wohnung deines eingebornen Sohnes zubereitet haft: verleih', daß wir auf ihre Fürbitte von demselben Geiste erfüllt werden, damit wir jederzeit erkennen, was Dir wohlgefällig ist, und durch Vollbringung desselben unsere Herzen zu einer würdigen Wohnung deiner göttlichen Gnade bereiten. Wir bitten Dich darum durch Jesum Christum u. s. w. V. Die Gnade unsers u. s. w.( wie oben.) VII. Vom Dreifaltigkeitssonntag bis Mariä Himmelfahrt. 136. Mutter mit dem Himmelskinde, Das jedes Leiden uns versüßt, Und uns erlöst von Tod und Sünde; : Sey, milde Jungfrau, uns gegrüßt!:| 2. Sieh' aus dem Himmel deiner Freuden Auf uns herab mit Mutterblick, Die wir im Thal der Zähr' und Letden: Uns sehnen nach des Himmels Glück.:| 3. O flehe, daß nach deinem Bilde Stets heilig unser Wandel sey, Voll Unschuld, Demuth, Sanftmuth, Milde, : In Allem Gottes Willen treu.:| 4. Dann zeigest freundlich du einst droben Im Vaterland uns deinen Sohn; Und Er, der dich so hoch erhoben, : Reicht dann den Kranz auch uns zum Lohn.:) V. Hellige Maria, Mutter Gottes! R. Bitte für uns, deine Verehrer! 259 Lasset uns beten. Laß, o Gott, Dir unsere Verehrung der seligsten Jungfrau Maria, der Mutter deines eingebornen Sohnes, gefallen und verleihe uns die Gnade, ihrem heiligen Vorbilde immer ähnlicher zu werden, damit wir ihrer Fürbitte würdig seyen, und jederzeit dasjenige erlangen, was uns zum Heil der Seele und des Leibes gedeihlich ist, durch denselben Jesum Christum u. s. w. V. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sey und bleibe jeders zeit mit uns Allen. R. Amen. VIII. Von Mariä Himmelfahrt bis zum Kirchweihfest. 137. Du gingst, Maria! durch das Leben In stiller Eingezogenheit; Ein mildes Herz ward dir gegeben Und himmlische Zufriedenheit. Mit Liebe neigt sich unser Sinn : 3 u dir, erhab'ne Pilgerin!: and is the d 2. Hellglänzend, wie des Himmels Sonne, Stehst du umringt von Seligkeit, Und blickst herab mit Mutterwonne Auf jedes Herz voll Frömmigkeit. Hochpreisend schwingt sich unser Sinn: 3 u dir, erhab'ne Siegerin.:| V. Heilige Maria, Mutter unsers Heilandes! R. Bitte für uns, deine Verehrer! Lasset uns beten. Allmächtiger, barmherziger Gott! verleihe: daß wir als wahre Verehrer der seligsten Jungfrau und Mutter deines göttlichen Sohnes durch Nachahmung ihres tugendhaften Wandels auf ihre Fürbitte deiner Gnade würdig und des ewigen Lebens theilhaftig werden. Wir bitten Dich darum durch Jesum Christum u. s. w. V. Die Gnate unsers Herrn Jesu Christi sey und bleibe jederzeit mit uns Allen. R. Amen. IX. Bom Kirchweihfest bis zum Advent. 138. D Mutter der Barmherzigkeit, Sey Königin, ge17* d TE 211 260 grüßet! Du bist des Lebens Süßigkeit, Durch die uns Trost zufließet. 3 u dir, o Mutter, rufen wir; Mit Thränen seufzen wir zu dir. 2. D wend' dein mildes Angesicht Auf uns vom Himmelsthrone! Versag' uns deine Fürsprach' nicht Bei Jesu deinem Sohne! Nach diesem Leben zeig' uns Ihn; Bei Ihm sey unsre Mittlerin. 3. In aller Trübsal, Angst und Noth Komm' uns zu Hilf' im Leiden; Hilf, tröste uns und bitt' bei Gott, Wenn wir von hinnen scheiden! Erwirb uns Sieg im letzten Etreit, O Mutter der Barmherzigkeit. V. Bitte für uns, o heilige Gottesgebärerin! R. Auf daß wir würdig werden der Verheizungen Christi. Lasset uns beten. 102 Allmächtiger, ewiger Gott! der Du den Leib und die Seele der heiligen Jungfrau Maria durch die Gnade des heiligen Geistes zu einer würdigen Wohnung deines eingebornen Sohnes zubereitet haft: Gib, daß wir durch die Fürbitte derselben von den bevorstehenden Uebeln und dem ewigen Tode befreiet werden. Durch Jesum Christum unsern Herrn. R. Amen. V. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi bleibe jederzeit bei uns Allen. R. Amen. Anmert. Mit den drei legten Schlußliedern und Gebeten( vom Dreifaltigkeitssonntag bis Advent) kann abgewechselt werden, indem dieselben fich nicht auf ein bestimmtes Fest ausschließlich beziehen. as an ins X Fünfte Abtheilung. 261 Abendandachten. Anmert. Mehrere Abendandachten auf die Advent- und Fastenzeit, Fronleichnamsoctav und andere Feste hier aufzunehmen, gestattet der Raum nicht. Es können solche leicht aus den Psalmen der betreffenden Vespern, einem passenden Lieb und einer Litanei sammt Gebeten zusammengeseßt werden. I. Trauermette auf den Mittwoch in der heil. Charwoche. Erste Nokturn. ( Die Psalmen der drei Nokturnen werden nicht gesungen, sondern im Ton der Lesungen gebetet.) Psalm. Ant. Die Sünde ist durch einen Menschen in die Welt gekommen, und hat sich auf alle Geschlechter der Erde verbreitet. 1. Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde, Sonne, Mond und Sterne; Er schuf Pflanzen und Thiere, jedes nach seiner Art, und segnete sie. 2. Da Er nun sah, daß Alles, was Er gemacht hatte, sehr gut sey,* Sagte Er: Lasset uns auch den Menschen erschaffen nach unserm Ebenbilde!" 11 1. Und Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbilde, Ihm ganz ähnlich.* Nach dem Bilde Gottes erschuf Er den Mann und das Weib. 2. Er segnete sie und unterwarf ihnen alle Thiere der Erde; * Er setzte sie in das Paradies, und gab ihnen die Vollmacht über Alles auf Erden. * 1. Er gestattete ihnen, von allen Bäumen des Paradieses zu essen, Aber vom Baume der Erkenntniß des Guten und Bösen verbot Er es ihnen. 2. Das Weib ließ sich bald darauf von der Schlange verführen * Und beredete auch den Mann, von der verbotenen Frucht zu genießen. * 1. Und sie wurden ihre Nacktheit und Blöße gewahr, und errötheten. Sie flohen, des Ungehorsams sich bewußt, das Angesicht Gottes. 2. Der Schlange tündigte der Herr ewige Feindschaft mit dem Weibe an,* Zwischen der Schlange und einem aus des Weibes Nachkommen. 11 It 211 262 1. Dieser werde ihr den Kopf zertreten,* Und sie seinen Fersen nachstellen, ihn zu verwunden. 2. Aber auch dem Weibe sprach der Allgerechte das Urtheil: * In Schmerzen sollst du gebären, und unter des Mannes Botmäßigkeit stehen." 1. Adam mit ihr und seinen Nachkommen sollen, aus dem Paradiese verstoßen, Der Sünde Elend fühlen und den angedrohten Tod sterben. 2. So ist durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen, und hat sich über alle Geschlechter auf Erden verbreitet. 1. Die Sündfluth batte fie bis auf Noe und seine Söhne verschlungen,* Aber bald wurde auch wieder die Zahl der Gerechten von der Menge der Bösen verdunkelt. Ant. Die Sünde ist durch einen Menschen in die Welt gekommen, und hat sich auf alle Geschlechter der Erde verbreitet. klagelied über das sittliche Verderben des Menschen. ( Aleph.) Es blicket Gott von seines Himmels Höh'n Hin nach der Menschen Wohnungsstätte,- Um Einen unter ihnen nur zu seh'n- Der Gott vor seinen Augen hätte. ( Beth.) Es findet keiner sich im Sünderchor,- Der Wahrheit, Recht und Tugend liebet;-„ Es ist kein Gott", so spricht der eitle Thor, Der Sünder, der nur Bosheit übet. ( Ghimel.) Verkehrt sind Alle; von der Tugend Pfad Sind alle Menschen abgefallen; und keiner übet cine edle That;- Nicht einer aus den Völkern allen. ( Daleth.) Gleich einem offnen Grabe ist ihr Schlund, Durch Arglist suchen sie zu fangen;- Auf ihrer Zung' in ihrem Heuchlermund Liegt immer tödtend Gift der Schlangen. JOK 1 - - 1 ( He.) Ihr Sündermund ist voll von Bitterkeit; VerUnd immer ist wünschung strömt in ihren Worten: ihr schneller Fuß bereit In Blut zu wallen und zu morden. ( Vau.) Es führt dein breiter Weg, o Bösewicht!- Dich zum Verderben und Unglücke! Des Friedens Pfad kennt beine Seele nicht! Der Herr ist nicht vor deinem Blicke. Bekehre dich, bekehre dich, o Mensch! zu deinem Schöpfer, zu deinem Gott und Herrn. - S M - R. Der Stolz ist der Anfang der Sünde; wer denselben in seinem Herzen behält, der wird mit Fluch erfüllt. 263 V. Gin hoher Grad von Stolz ist es, wenn der Mensch von Gott abweicht. Der Stolz ist Gott und den Menschen verhaßt. R. Er ist der Anfang aller Sünde; wer ihn im Herzen behält, wird mit Fluch erfüllt. Klagen des Sünders, den Gottes Strafgerichte getroffen. ( Aleph.) Ach, wie fühlt sich so von Gott verlassen- Mein durch Sünd' verwüstet Herz!- Billig ist's, wenn mich die Himmel hassen;- Mit dem Heil'gen trieb ich Scherz; Hab' von Gott mich losgerissen: Nun verdammt mich mein Gewissen. ( Beth.) Ueber die entfärbten Wangen rollen- Thränen mir beim Sternenschein: Keine von den vielen Lieben wollen Tröster meiner Leiden seyn. Alle mir einst theuern Freunde Höhnen mich, sind meine Feinde. ( Ghimel.) Frevelnd reizte ich den Herrn zur Rache; Denn gerecht ist unser Gott. Hört, ihr Menschen alle! meine Sprache:- Blicket her auf meine Noth!- Taumelnd auf des Lasters Pfade Gottes Gnade. Ach! verscherzt' ich 1 - - 11 - - ppy ( Daleth.) Feuer! das in mein Gebein Er sandte,- Quälet unaufhörlich mich:- Seine Hand, die Neße um mich spannte, Stieß mich ferne weg von sich.- Ich bin trostlos: Angst und Plage- Liegt auf mir an jedem Tage. C - - Bekehre dich, bekehre dich, o Mensch! zu deinem Schöpfer, zu deinem Gott und Herrn. 1 R. Wer die Bosheit liebt, haßt seine eigene Seele. Denn der Herr wird Unheil über die Sünder regnen; die Strafgerichte Gottes sind der Theil ihres Kelches. V. Wer hat sich jemals gegen Gott aufgelehnt, und dennoch Frieden in seiner Seele gehabt? R. Wer die Bosheit liebt 2c. 2c.( wie oben.) * - ( He.) Schwer drückt mich Gott hat alle aufgerafft, die Bürde meiner Sünden; Um auf meinen Nacken sie zu binden; Ganz versiegt ist meine Kraft.- Feinden bin ich übergeben.- Und ich kann mich nicht erheben. ( Vau.) D! die ihr des Wegs vorübergehet,- Scht und sprecht, ich bitte euch, Die ihr mich in meinem Unglück sehet, Ist ein Schmerz dem meinen gleich?- Gott hat in des Zornes Tagen, Wie Er drohte, mich geschlagen. D 201 el 264 ( Sain.) Ach! daher rührt jene Thränenquelle,- Die aus meinen Augen fließt; Denn wo ist, der jetzt in meine Seele Mir des Trostes Balsam gießt?- Sünde schlug mir tiefe Wunden;- Gottes Frieden ist verschwunden! - ( Chet.) Sich', o Herr, wie mich die Angst verzehret; Schmerzlich bebt mein Gingeweid'; Und mein Herz, das sich in mir umkehret, Ist erfüllt mit Bitterfeit.- Ach! es mehret sich mein Stöhnen, Und mein Herz zerfließt in Thränen. - - 11 1 Bekehre dich, bekehre dich, o Mensch! zu deinem Schöpfer, zu deinem Gott und Herrn. R. Wisse und sieh', wie bös und bitter es dir sey, den Herrn deinen Gott verlassen zu haben, und daß meine heilige Furcht nicht mehr bei dir ist, spricht der Herr der Heerschaaren. V. Gr set euch, ihr Himmel! und ihr Pforten des Himmels, trauert heftig! Denn zwei Uebel hat mein Volk gethan: Mich, die Quelle des Lebens, haben sie verlassen, und sind vergänglichen Geschöpfen angehangen. R. Wisse und sieh' ic. 2c.( wie oben.) Zweite Nokturn. Psalm. Ant. Der Herr wird sich unsrer erbarmen, Er wird sich zu uns wenden. 1. Herr, sey unsrer eingedenk nach deiner Gnade!* Erfreue uns nach deiner Huld mit deiner Hülfe. 2. Die Sünde hat Jammer und Elend über die Menschen ergossen. * Wirst Du uns nicht erretten, so sind wir ewig verloren. 1. Du hast Sodom' und Gomorrah in Asche verwandelt, Daß wir erkennen: Du hasfest und bestrafest das Böse; 2. Daß wir von unsern Missethaten abstehen, Von Sünden uns reinigen, und Dir Gehör geben. 1. Wir haben gesündigt wie unsere Väter,* Wir haben unrecht gehandelt und Böses gethan. 2. Unsere Väter achteten in Aegypten auf deine Wunder nicht, * Sie dachten an die Größe deiner Barmherzigkeit nicht. 1. Sie empörten sich gegen Dich am rothen Meere,* Und doch hast Du fie deines Namens und deiner Allmacht wegen errettet. * 2. Bald aber vergaßen sie wieder, was Du ihnen Gutes gethan, * Und vertrauten nicht mehr auf deine Verheißung. 1. Sie wurden wieder lüstern in der Wüste,* Und versuchten Dich in der Einöde. 265 2. Sie empörten sich im Lager wider Moses* Und wider Aron, die Geheiligten des Herrn. 1. Die Erde öffnete sich und verschlang Dathan,* Und begrub die Rotte Abyrons. 2. Feuer warfst Du in ihre Versammlung,* Und die Flamme verzehrte die Ruchlosen. 1. Doch gossen die Uebergebliebenen wieder ein Kalb,* Und beteten geschnitte Bilder an. 2. Undankbar vergaßen sie Deiner,* Der Du so große Dinge in Aegypten gethan. 1. Du beschlossest, sie zu vertilgen;* Aber wegen Moses hast Du ihrer geschont. 2. Haft sie fremden Völkern in die Hand gegeben* Zur Züchs tigung, daß sie zu Dir sich bekehrten. 1. Denn Du willst nicht den Tod des Sünders,* Sondern daß er sich bekehre und lebe. * 2. Du hast ihnen einen Erretter verheißen, Sie zu befreien von den Banden des Todes und der Sünde. * 1. Du hast zu ihnen gesprochen: Gebt mir Gehör, So werdet ihr wieder mein Volk und ich euer Gott seyn! 2. Wären eure Sünden auch so roth wie Scharlach und Purpur,* Ihr sollet doch weiß werden wie Wolle und Schnee. 1. Ich werde reines Wasser über euch ausgießen,* Und ein neues Herz werde ich euch geben. 2. Ich werde euch meinen Geist einflößen,* Daß ihr nach meinen Geboten handelt. Ant. Der Herr wird sich unsrer erbarmen, Er wird sich zu uns wenden. Lesung aus der heil. Schrift. 1. Ein neuer Sprosse treibt aus Jesse's Stamm; es grünt ein fruchtbarer Zweig aus seinen Wurzeln auf. Auf Ihm ruht der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, des Raths und der Stärke, der Erkenntniß und Gottesfurcht. Er hat sein Wohlgefallen an der Furcht des Herrn, Er urtheilt nicht nach dem äußern Schein; Er richtet nicht nach dem, was Er von Andern hört. Er schaffet den Armen Recht, und spricht ein gerechtes Urtheil den Elenden im Lande. Er schlägt die Erde mit seines Mundes Stab, und tödtet den Bösen mit seines Mundes Hauch. Gerechtigkeit ist die Gurt seiner Lenden, mit Wahrheit umgürtet Er sich.( Iſ. 11.) d 201 el m 266 R. Saget den Muthlosen: Seyd getrost und fürchtet euch nicht! Sehet! Gott wird selbst kommen und euch retten. V. Dann werden die Augen der Blinden und die Ohren der Tauben geöffnet werden. Der Lahme wird springen, wie ein Hirsch und die Zunge des Stummen wird reden. R. Saget den Muthlosen u. s. w.( wie oben.) 2. Wer glaubt unsern Reden? Derjenige, den Gott zu unserer Rettung sendet, wächst unter uns auf, wie ein kleines Reis, wie der Sprosse einer Wurzel im dürren Erdreich. Schöne Gestalt und herrliches Ansehen hat Er nicht. Verachtet ist Er, verschmäht unter den Menschen, ein Mann der Schmerzen, durch seine Leiden entstellt, so, daß man das Angesicht vor Ihm verbirgt. Er trägt unsere Schwachheiten, und unsere Schmerzen ladet Er auf sich. Wir halten Ihn für einen Aussäßigen, für einen von Gott gestraften, geschlagenen und gemarterten; und dennoch ist Er nur um unserer Missethaten und um unserer Sünden willen zerschlagen, damit wir durch seine Wunden geheilt werden.( Iſ. 53.) R. Obschon sein Ansehen gegen Andere sehr niedrig, und seine Gestalt geringer, als der übrigen Menschen ist; so wird Er doch viele Menschen entsündigen. V. Könige werden vor Ihm die Hand auf den Mund legen und erkennen, was sie vorhin nie vernommen; verstehen, was sie vorher nie gehört hatten. R. Denn obschon sein Ansehen u. s. w.( wie oben.) 3. Wir waren alle wie irrende Schaafe. Jeder lief auf seinem Wege dem Verderben zu. Gott aber warf unsere Sündenschuld auf Ihn, damit wir errettet würden. Unsertwegen wird er aufgeopfert und gepeinigt, und öffnet dennoch seinen Mund nicht, einem Schaafe gleich, das man zur Schlachtbank führt, dem Lamme gleich, das in des Scheerers Hand verstummt und seinen Mund nicht aufthut. Er wird in dem Gerichte unterdrückt, und aus dem Wege geräumt werden. Unter Missethätern hat man Ihm sein Grab zugedacht; Er wird es aber bei einem Reichen finden, weil Er keine Missethat begangen, und nie ein Trug in seinem Munde gewesen ist. Dem Herrn hat es gefallen, Ihn in seiner Schwachheit aufzureiben. Hat Er aber sein Leben als ein Sühnopfer dahingegeben, so wird Er an seiner Nachkommenschaft unvergängliche Freuden erleben. Der gnädige Rathschluß Gottes wird durch Ihn glücklich ausgeführt und wir erlöset werden.( 3f. 53.) R. So spricht Gott der Herr, der den Himmel erschaffen und ausgespannt, der die Erde mit Gewächsen bekleidet hat, der alb 02 267 den Menschen, die darauf wohnen und wandeln, Leben und Athem gibt; so spricht Er: V. Ich rufe Dich, ich der Herr, um der Wahrheit und Gerechtigkeit willen. Du sollst die Augen der Blinden eröffnen, die Gefangenen aus den Gefängnissen führen und die in der Finsterniß sizen, an das Licht bringen; denn ich habe Dich bestimmt, der Bund und das Licht der Völker zu ſeyn. R. So spricht Gott u. s. w.( wie oben.) Dritte Nokturn. Psalm. Ant. Ich bin nicht in die Welt gekommen, zu verdammen, sondern zu beseligen. 1. Den uns der Höchste durch der Propheten Mund verheißen, * Der ist vom Heiligthum zu uns herabgestiegen. 2. Er ist das Wort, das schon bei Gott im Anfang war, Durch welchen alles, was da ist, erschaffen wurde. 1. Als Ihn Johannes in dem Flusse Jordan taufte,* Sah er den Geist wie eine Taube auf Ihn herab vom Himmel schweben. 2. Und hörte Gottes Stimme vom offenen Himmel sagen: Es ist dieß mein geliebter Sohn, an Ihm hab' ich mein Wohlgefallen." 11 * * * 1. Er ist es auch, auf den Johannes wies, indem er sagte: ,, Sehet Gottes Lamm! das tilgt die Sünden der Welt. 2. Ich bin nicht werth, Jhm seine Schuhe nachzutragen.* Ich taufe nur mit Wasser, Er tauft mit Gottes Geist und Feuer." 1. Er ist des Lebens Quell, wer davon trinkt, lebt ewig;* Wer aber Ihn nicht hört, der wird das Leben auch nicht sehen. 2. Wer seine Lehre hier getreu befolgt, der wird erkennen, Daß, was Er lehrt, die Lehre Gottes sey, der Ihn gesendet hat. * 1. Es glauben an Ihn viele, und halten Ihn für Gottes Sohn; * Doch vieler Augen sind verblendet, daß sie das Licht nicht sehen. 2. Sie wandeln lieber in der Finsterniß auf krummen Wegen, * Und sinnen nach, wie sie mit List Ihn fangen und ermorden könnten. 1. Inzwischen fährt der Satan in Judas, seines Jüngers Herz, * Und er erbietet sich, für dreißig Silberlinge in ihre Hände Ihn zu liefern. 2. Da der Erretter wußte, daß seine Leidensstunde nahe sey, * Da sehnte Er sich noch, mit seinen Jüngern das legte Ofterlamm zu halten. d 211 it 211 268 1. Deßwegen spricht Er auch zu zwei von ihnen: ,, Gehet zu Jemand in die Stadt und faget, Es läßt dir unser 11 11 Meister sagen: Meine Zeit ist nah', bei dir halt' ich das Ostermahl."" 2. Dann wird er einen großen Speisesaal euch zeigen,* Ich esse dort mit euch das Osterlamm, bevor ich von euch scheide." 1. Genau befolgten die bestürzten Jünger den Auftrag ihres Meisters;* Ein Lamm, sein und des Opfers Vorbild, wird nach dem Gefeße zubereitet. Ant. Ich bin nicht in die Welt gekommen, zu verbammen, sonbern zu beseligen. Lesung aus der heil. Schrift. V. Aus dem Evangelium des heiligen Lukas. R. Mit Ehrfurcht hören wir es an. V. Es find Werte des ewigen Lebens. R. Wir stehen bereit sie zu erfüllen. 1. Da nach dem Auftrage Jesu das Osterlamm bereitet, und es nun Essenszeit war, setzte Er sich zu Tische nieder und die zwölf Apostel mit Ihm; und Er sprach zu ihnen: ,, Sehnlichst habe ich darnach verlangt, dieses Osterlamm noch vor meinem Leiden mit euch zu essen, denn ich versichere euch, weiter werde ich keines mehr genießen, bis es im göttlichen Reiche erfüllt seyn wird." Dann nahm Er Brod, dankte, brach und gab es ihnen und sagte: Dies ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Dieses thut zu meinem Andenken." Auf gleiche Weise nahm Er nach dem Essen den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute, welches für euch vergossen wird."( Luk. 22.) 11 11 R. So oft ihr dieses Brod esset, und aus diesem Kelche trinket, so verfündiget ihr den Tod des Herrn, bis Er wiederkömmt: Wer dennoch unwürdig von diesem Brode ist, oder aus dem Kelche des Herrn trinkt, der verfündiget sich an dem Leibe und Blute des Herrn. V. So prüfe sich denn erst Jeder, dann effe er von diesem Brode und trinke aus diesem Kelche. R. Denn wer unwürdig ist and trinkt, der ist und trinkt sich selbst das Gericht; weil er den Leib des Herrn( von einer gemeinen Speise) nicht unterscheidet. 2. Nach diesen Reden erhob Jesus seine Augen gen Himmel und sprach:„ Vater! sie ist da die Stunde, verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn auch Dich verherrliche. Hast Du Ihm doch Vollmacht über alle Sterbliche gegeben, daß Er allen, die Du Jhm übergabst, das ewige Leben ertheile! Das ist das ewige Leben, daß sie erkennen Dich, den einzig wahren Gott und Den, 269 welchen Du gesandt hast, Jesum Christum. Ich habe auf Erden Dich verherrlicht: vollendet habe ich das Geschäft, das Du mir aufgetragen hast. Nun Vater! verherrliche auch Du mich bei Dir mit der Herrlichkeit, die ich, schon eh' die Welt war, bei Dir hatte! Geoffenbaret habe ich deinen Namen den Menschen, die Du aus der Welt mir übergeben hast. Dein waren sie, Du haft mir sie übergeben, und sie haben deine Lehre wohl bewahrt."( Joh. 17.) R. Sie haben sie angenommen und wahrhaft erkannt, daß ich von Dir ausgegangen bin, und geglaubt, daß Du mich gesandt hast. V. Heiliger Vater! erhalte sie, die Du mir übergabst, in deiner Erkenntniß, damit sie Eins seyen, wie wir. R. Für sie bitte ich, nicht für die Welt; nur für sie, die Du mir übergeben hast, weil sie dein sind. Alles, was mein ist, ist dein, und all' das Deinige ist mein, und ich werde durch sie verherrlichet werden. 3. Deine Lehre habe ich ihnen mitgetheilt; aber die Welt hasset sie, denn sie halten es nicht mit ihr, wie auch ich es nicht mit ihr halte. Heilige sie in deiner Wahrheit! Deine Lehre ist Wahrheit. Wie Du mich in die Welt gesandt hast, so hab' ich auch sie in die Welt gesandt; und für sie opfere ich mich selbst auf, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt werden. Doch nicht für sie allein bitte ich, sondern auch für die, welche durch ihre Lehre an mich glauben werden; damit Alle eins seyen wie Du, Vater! mit mir, und ich mit Dir Eins bin; daß auch sie mit uns Eins sein mögen, damit die Welt glaube, daß Du mich gesandt hast."( Joh. 17.) R. Vater! das ist mein Verlangen, daß auch sie da, wo ich bin, seyen, damit sie sehen, welche Herrlichkeit Du mir ge geben hast, und daß Du mich liebtest, eh' die Welt war. V. Gerechter Vater! die Welt kennt Dich nicht; ich aber kenne Dich: und nun haben es auch sie erkannt, daß Du mich gesandt hast. R. Ich habe ihnen Dich bekannt gemacht, und werde es noch ferner thun; damit die Liebe, womit Du mich geliebt hast, in ihnen, und so auch ich in thnen bleibe. Die Laudes. 1. Pfalm. Ant. Ich will den Herrn loben, so lang ich lebe. 1. Wohl ihm, dem seine Missethat vergeben,* Und dessen Sünd' bedecket ift! 2. Ja selig ist, dem Gott die Sünden,* Der Reue willen, nachgelassen hat. 1. Der Falschheit nicht verbirgt im Herzen,* Und dessen Geist nach Bess'rung redlich strebt. d 11 It 211 270 2. Verschweigen wollt' ich mein Vergehen:* Doch Schmerz durchwühlte unaufhörlich mich. 1. Ich fing an, Tag und Nacht zu schreien;* Denn Gottes Hand lag äußerst schwer auf mir. 2. Es schwanden meine Lebenssäfte,* Wie in der Sonne Brand zur Sommerszeit. 1. Jch nahm mir vor, das zu bekennen,* Was ich im Stillen wider Gott gethan. 2. Ich sprach: bekenn' ich mein Vergehen,* Vergibt Er mir die Strafe meiner Schuld. 1. Drum soll der Fromme zu Dir flehen,* Da noch Barmherzigkeit zu finden ist. 2. Du wirst ihn dann im Unglück schüßen,* Und er in keiner Noth zu Grunde geh'n. 1. Ein Schirm bist Du mir in Gefahren,* Befrei'st mich aus der Angst, die mich umgibt. 2. Ich will", sprichst Du, dich unterweisen,* Den Weg dir zeigen, den du wandeln sollst. 1. Ich will mit Rath dich unterstüßen,* Mit meinen Augen wachen über dich." 2. Den Bösen treffen viele Plagen;* Die Frommen aber lohnest du mit Huld. 1. Erfreuet euch in Gott, ihr Frommen!* Frohlocket ihr Gerechten, in dem Herrn! 2. Die ihr aufrichtig vor Ihm wandelt,* Ihn lob' und rühme euer redlich Herz. main Ant. Lobe den Herrn, 2. Psalm. meine Seele, und vergiß nicht, was Er dir Gutes gethan hat. * 1. Du meine Seele! lobe deinen Gott und Herrn, Es lobe in mir Alles seinen Namen. 2. Ja lob' Ihn, Seele! Er ist deines Lobes werth;* Denn Niemand ist Ihm gleich an Huld und Gnade. 1. Vergiß des Guten nicht, das Er dir schon gethan,* Und das Er unaufhörlich dir ertheilet. 2. Er gibt uns Gnad' und schenket uns die Sündenschuld, Er heilet unsre Wunden und Gebrechen. 1. Vom ewigen Verderben rettet Er den Geist,* Und krönet dich, sein Kind, voll des Erbarmens. * * 2. Der Güter Ueberfluß ergießet Er auf dich, Und gibt dir neue Kraft und Lust zum Guten. 1. Er stellt in dir der Unschuld Schönheit wieder her,* Erwirbt dir das verlorne Erbtheil wieder. 2. Er hat den Pfad des ew'gen Heils uns kund gethan;* Hat Gottes Willen uns geoffenbaret. 1. Unendlich gütig und barmherzig ist der Herr,* Langmüthig und geduldig gegen Alle. 2. Weit ist der Sonne Aufgang von dem Niedergang* Zur Sommerszeit beim längsten Tag entfernt. 1. Doch weiter noch entfernt der Allbarmherzige* Von uns die Sündern angedrohte Strafe. 2. So wie ein Vater seiner Kinder sich erbarmt,* Erbarmt Er unser sich nach seiner Milde. 1. Er straft uns nicht nach unsrer Missethaten Zahl,* Vergilt uns nicht nach unsrer Sünden Menge. 2. Denn hoch, wie Wolken über uns erhaben sind,* So ist erhaben seine Huld und Gnade. 1. Er weiß es: wir sind Staub, wir sind den Blumen gleich, * Kaum blühen sie, beginnen sie zu welken. 2. Nur Er veraltert nicht, Er ist von Ewigkeit,* Erbarmungsvoll und gnädig unaufhörlich. 1. Er ist des reuevollen Sünders Zufluchtsort,* Der Schwachen Stab und seiner Frommen Stüße. SAS 2. Dir, Sohn, des Vaters Ebenbild, sey Lob und Preis* Von allen Zungen jegt und dereinst ewig. Amen. 3. Psalm. Ant. Das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott, meinem Heidolo land halte. 1. Du Heiligster, von Gott gesendet!* Du bist mein Hirt und mein Ernährer. 2. Du weidest mich auf reichen Fluren,* Du leitest mich an Lautern Bächen. 1. Bei deiner Hut wird mir nichts mangeln,* Mir strömet Ueberfluß an Allem. 2. Und wall' ich auch im Todesthale, * Ich walle freudig ohne Beben. 1. Denn Du, mein Hirt! gehst mir zur Seite,* Du bist mein Stab und meine Stüße. * 2. An deiner Hand kann ich nicht irren, Du bist der wahre Weg zum Leben. 1. Du leitest mich auf sichern Pfaden, Zerstreust vor mir die Finsternisse. * D It 2. Bereit bin ich, auf deinen Wegen,* So lang ich lebi, fortzuwandeln. 1. Gib deinen Segen meinem Willen, Und heilige Du meine Werke. 2. Nie will ich Böses thun vor andern, Auch nicht im Innern meines Herzens. 1. Jch baue fest auf deine Hülfe,* Kein Unfall trübet meine Seele. 2. Du schüßest alle, die Dich lieben,* Machst sie zu Erben deines Reiches. 1. Groß ist das Werk, das Du begonnen, Wer ist, der es ermessen könnte? 2. Barmherzig und von großer Güte* Bist Du, mein Heiland und Erlöser! 1. Es rühmt dies ein Geschlecht dem andern.* Auch ich erhebe deinen Namen. end wer V. Darin hat sich Gottes Liebe gegen uns bewiesen. R. Daß Gott seinen eingebornen Sohn in die Welt sandle, uns zu beseligen. Benediktus. Ant. Er ist das Versöhnopfer nicht nur für unsere, sondern für die Sünden der ganzen Welt. 1. Gepriesen seyst Du, Herr des Lebens,* Der seinem Volfe Rettung fandte. 2. Du hattest es schon unsern Vätern* Durch der Propheten Mund verheißen. 1. Du werdest von der Sünde Ketten,* Von Todesbanden uns erlösen; 2. Damit wir ohne Furcht Dir dienten,* Gerecht in unsern Tagen lebten. 1. Wir saßen hier in Todesschatten,* Wir wandelten in Finsternissen. 2. Du hast nach ewiger Erbarmung* Vom Sturz in's Glend uns errettet; 1. Hast uns den Eingebornen selber* Herab vom Heiligthum gesendet; 2. Daß Er die Finsterniß erleuchte,* Und auf den Pfad des Heils uns leite; 1. Den Tod durch seinen Tod besiege, Bernichte die Gewalt * der Hölle; 2. Das Opfer der Versöhnung bringe, Uno tilge unfre Misselhaten. 273 1. Wer an Ihn glaubt, wird ewig leben,* Wenn er auch gleich gestorben wäre. 2. Er wird vom Grab ihn auferwecken,* Und ew'ge Seligfeit ihm geben. V. Der Herr set mit euch! R. Und mit deinem Geiste! Gebet. Göttlicher Heiland! der Du noch am Abend vor deinen Leiden mit deinen Jüngern in liebevollster Vereinigung das Osterlamm genossen, und zum immerwährenden Denkmal deines Opfertodes den Genuß deines heiligsten Leibes und Blutes unter den Gestalten des Brodes und Weines eingesetzt und angeordnet haft: wir bitten Dich, laß uns diese heilige Handlung jedesmal mit solcher Ehrfurcht begehen, daß wir mit immer größerer Liebe zu Dir erfüllt, und der Früchte deines heiligen Opfertodes theilhaftig werden, der Du mit dem Vater zc. R. Amen. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme Dich unser! II. Trauermette auf den Gründonnerstag. Eingang. !! Nachdem das Abendmahl vorüber war, und sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie an den Delberg. Da sprach Jesus zu ihnen: Ihr alle werdet noch diese Nacht Anstoß an mir nehmen; denn es steht geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schaafe der Heerde werden zerstreut werden. Nachdem ich aber werde auferstanden seyn, werde ich vor euch wieder hergehen in Galiläa." Petrus aber erwiderte Jhm: Wenn auch Alle an Dir Anstoß nehmen, so werde ich es nicht thun." Wahrlich sag' ich dir, verseßte Jesus, noch in dieser Nacht, che der Hahn krähet, wirst du mich dreimal verläugnet haben! Petrus aber betheuerte noch stärker: ,, wenn ich auch mit Dir sterben müßte, so werde ich Dich doch nicht verläugnen." Ebendieß versicherten auch alle Jünger. Alsdann kam Jeſus mit ihnen zu einem Landhause, Gethsemane genannt, und sprach zu seinen Jüngern: Sezet euch hier, ich will erst dorthin gehen und beten; denn die Stunde ist gekommen, da der Menschensohn den Händen der Sünder wird überliefert werden." 11 18 D 274 Hierauf nahm Er Petrus und die beiden Söhne des Zebedäus, und ging mit ihnen an den Delberg.( Matth. 26. Markus 14.) Erste Nokturn. ( Die Psalmen der drei Nokturnen werden nicht gesungen, sondern im Ton der Lesungen gebetet.) Psalm. Ant. Sie versammeln sich wider mich, und sinnen darauf, mich zu tödten. 1. Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner! Denn ich vertraue auf Dich und suche Schutz bei Dir. 2. Ich fliehe und verberge mich unter dem Schatten deiner Flügel, Bis die Zeit der Verfolgung und des Schredens vorüber ist. 1. Ich rufe Dich, Allerhöchster! um Hülfe und Beistand an, * Denn Du weißt dein Werk, das Du mir auftrugst, hinauszuführen. 2. Du sendest mir Hülfe von deinem Heiligthum herab,* Und Du wirst sie alle beschämen, die wider mich wüthen. 1. Du wirst mir Barmherzigkeit und Hülfe angedeihen lassen; * Denn sie umzingeln mich, und dürften wie Löwen nach meinem Blute. 2. Mit ihren giftigen Zähnen zerreißen sie meinen guten Namen;* Und ihre Zungen schneiden wie ein Schwert, das frisch geschliffen ist. 1. Sie legen Schlingen mir und Neße, mich zu fangen; Und höhlen Gruben auf den Wegen, auf denen ich zu wandeln pflege. 2. Doch diese Gruben sind zu ihrem eigenen Untergange:* Sie werden in dieselben zur Strafe ihrer Bosheit fallen. 1. Du aber wirst aus ihren Händen mich nach deiner Huld befreien;* Wirst mich nicht unterliegen lassen in meinem Leiden. 2. Denn Dir vertraue ich, mein Gott und Herr! von ganzer Seele,* Und rühme deine Treue und Barmherzigkeit vor allen Völkern. Ant. Sie versammeln sich wider mich, und sinnen darauf, mich zu tödten. Die Leiden des Erlösers am Oelberg. ( Aleph.) Warum liegst Du, Erlöser! zu Gethsemane,- Gleich einem Sünder, tief in Erdenstaub gebeugt?- Bist Du 275 doch, Herr, die Quelle aller Heiligkeit! Dich kann der Feinde bittrer Haß auch nicht der kleinsten Sünd' beschuldigen. ( Beth.) Warum entflieht, Sohn Gottes und des Menschen Sohn!- Von deinem milden Angesicht das holde Noth? Warum entfärbt die so beredte Lippe sich?- Warum erstarrt dein helles Aug', und einer Leiche gleich erblassest Du? ( Ghimel.) Du warst wie von der Sonne goldnem Strahl verklärt;- Nun sinkt dein Haupt in Finsterniß, die Dich umgibt;- Auf deiner Stirne steht des Todes falter Schweiß,& in Quell von Blut strömt über deinen Leib; - Du ringest, wie kein Mensch noch rang. Barmherziger, Barmherziger! schenk' uns nach deiner Gnade Verzeihung unsrer Schuld. - R. Da Ihn die Angst überfiel, sprach Er zu Denen, die Er mit sich an den Delberg genommen hatte:„ Meine Seele ist bis zum Tode betrübt; bleibet hier und wachet mit mir!" V. Darauf betete er also: Mein Vater! wenn es möglich ist, laß diesen Kelch an mir vorübergehen! Doch nicht wie tah will, sondern wie Du willst." " 1 " 1 R. Meine Seele ist bis zum Tode betrübt! Bleibet hier und wachet mit mir." - - - * ( Caleth.) Du siehst verkaufen Dich um schnöden Geldgewinn, Siehst Judas, der das Bundesmahl mit Dir genoß, An deiner Feinde Spiße nah'n, zu binden Dich; Siehst ihn an Dir, Du Göttlicher! den Friedens- und den Freundschaftskuß entweih'n. ( He.) Du siehst, wie nun das Volk, den Meereswogen gleich, 3 u Tausenden sich gegen Dich erhebt und tobt, Des schwachen Richters Herz mit Drohungen bestürmt, Bis er Dich ihnen übergibt, zu stillen ihren Durst nach deinem Blut. * 1 ( Vau.) Dieß siehst Du auf Gethsemane, o Gottes Sohn! - Und deine Seele wird zum zweitenmal betrübt;- 3 um zweitenmal kämpfst Du den bittern Todeskampf,- Um uns von seinen Schrecken und des Grabes Finsternissen zu befrei'n. Barmherziger, Barmherziger! schenk' uns nach deiner Gnade Verzeihung unsrer Schuld. R. Als Er nun wieder zu ihnen kam, fand Er sie schlafent. Er redete Petrus an: ,, Simon, du schläfft, und konntest nicht einmal eine Stunde wachen? V. Wachet und betet, daß ihr nicht in Versuchung gerathet! Der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch ist schwachh!" 18* D 211 It 276 ( Sain.) Nur Liebe ist's, die Dich, des Höchsten Sohn! bewog, Daß Du vom Heiligthum zur Erde niederstiegst, Kein Leiden in dem Kampf für Gottes Wahrheit flohst, Und wie ein Lamm zur Schlachtbank gingst, zu tilgen unsrer Missethaten Schuld. ( Chet.) Und diese Liebe wird mißkannt, fie wird verschmäht; Das Kreuz ist Vielen Aergerniß und Thorheit nur. Hohnlächelnd wandeln sie auf ihren Wegen fort, Und stürzen triumphirend an des Lasters Hand in der Verdammnniß Pfuhl. - R. Darauf ging Er abermals hin und wiederholte dasselbige Gebet und sprach: ,, Vater! Dir ist Alles möglich, nimm diesen Kelch von mir! Doch nicht was ich will, sondern was Du willst." * * Vi - - - ( Thet.) Auch Viele, die auf deinen Kreuzestod getauft, Und deren Zunge schon so oft bekennet hat: Du seyst ihr Heiland, seyst ihr Aller Herr und Gott,- Die spotten deiner Leiden jetzt, und fröhnen ihren Lastern bis in's Grab. ( Jod.) Dies Alles siehst, Erlöser, Du in dieser Nacht, Und fühlst zum drittenmal des Todes bittre Angst. Du schwißest Blut, das tropfenweis zur Erde rinnt;- Und doch trinkst Du den Leidenskelch zum Heile jedem, der Dich gläubig sucht. Barmherziger, Barmherziger! schent' uns nach deiner Gnade Verzeihung unsrer Schuld. -- R. Nachdem Jesus zum drittenmal gebetet hatte, kam Er wieder zu seinen Jüngern und fand sie abermals schlafend, so, daß sie ihre Augen nicht mehr offen halten konnten, und nicht mehr wußten, was sie Ihm antworteten. V. Da sagte Er: ,, So schlafet denn und ruhet! bald ist sie da, die Stunde, die des Menschen Sohn in die Hände der Sünder überliefert. R. Lasset uns gehen; sehet, mein Verräther ist nah'!" Zweite Nokturn. Psalm. Ant. Ich suche Gott in meiner Noth; meine Hand ist ausgestreckt. 1. Erhöre mein Gebet, o Gott! verschmäh' mein Flehen nicht, Neig' Dich zu mir, und höre meine Stimme. 2. Mein Herz nimmt Dinge wahr, die es bestürzen, sehe meine Feinde nah'n und höre ihr Geschrei. 1. Die Sünder, die sich wider mich verbunden haben, drängen sich in Notten mit Gewalt heran. Ich * Sie * 277 2 Sie wollen alle Schuld und alles Unheil auf mich wälzen; * Obgleich sie wissen, daß mich keine Missethat befleckt. 1. Ihr Grimm heißt alles sie erdenken, was mir schaden fann!* Und darum ist mein Herz bestürzt: und mich befallen Todesschrecken. 2. Furcht und Zittern haben mich ergriffen;* Und Finsternisse die gebeugte Seel' umgeben. 1. In diesem Zustand sagte ich: Wer gibt mir Taubenflügel, Daß ich entfliehen kann, von meinen Leiden auszuruhen? 2. Ich würde weit von hier in eine Wüste fliehen, In Felsenklüften würd' ich übernachten gern; 1. Und würde dort in Ruhe dem entgegen harren,* Der mich von dem Gewitter, das mir droht, befreien kann. 2. Zerstöre, Herr! das Werk, das sie beginnen, durch ihre eigne Zwietracht;* Ach! sieh' ihre Stadt ist voll von Unrecht, Hader, Lüge und Betrug. 1. Wär' es mein Feind nur, der so schmähet gegen mich,* So würde ich es gern mit Sanftmuth noch ertragen. 2. Der aber hat an meiner Feinde Spitze sich gestellt,* Den ich wie meinen Busenfreund behandelt habe. * Und * 1. Er hatte Theil an allem, was ich Gutes hatte, wandelte mit mir oft in das Haus des Herrn. 2. Jeßt aber hat er sich den Frevlern beigesellt,* Die wider Dich und den Gesalbten sich zusammenrotten. 1. Ich rufe wiederholt zu Dir empor:* Errette mich aus meiner Widersacher Hände! 2. Ich weiß es, mein Gebet wird durch die Himmel dringen, * Und Du wirst meiner Seele Ruh' und Frieden schenken. 1. Erbarmer! Dir empfehl' ich die gerechte Sache,* Du kannst und wirst nach deiner Weisheit sie durchführen. 2. Prüfst Du auch des Gerechten Herz durch Leiden;* So lohnst Du ihn mit himmlischer Zufriedenheit. Ant. Ich suche Gott in meiner Noth; meine Hand ist ausgestreckt. Lesung aus der Abhandlung des heil. Augustinus über die Psalmen. 1. Erhöre mein Gebet, o Gott, verschmäh' mein Flehen nicht! Neig' Dich zu mir und höre meine Stimme!" Dies sind die Worte eines mühsam ringenden, durch Sorgen und Kummer tiefgebeugten Mannes. Der Leidende betet und sehnt sich nach Nettung vom Bösen. Nun müssen wir sehen, welches D 211 It 2015 278 Uebel ihn drückt; und wenn wir seine Noth kennen, so erkennen wir auch die Pflicht, unser Gebet mit den Gefährten unserer Leiden zu vereinigen. Ich bin betrübt, sagt er, und verwirrt in meiner Bedrängniß geworden. Worin betrübt? worin verwirrt? In meiner Bedrängniß, antwortete er. Er erzählt von bösen Menschen, von denen er viel zu leiden habe; und diese Verfolgung böser Menschen nennt er seine Bedrängniß und seine Prüfung. R. Judas verräth mich mit einem Kusse." Den ich küssen werde, sagt er, der ist's, haltet Ihn feft." V. Boshaft gibt er dieses Zeichen, und vollbringt durch seinen Kuß die Mordthat. R. Der Unglückliche verräth das Blut des Gott- Menschen um schlechten Sold. Besser wäre es für ihn, wenn er nicht geboren wäre. 2. Glaubet nicht, daß die bösen Menschen ohne Ursache in der Welt seyen, und daß Gott nichts Gutes durch sie wirke. Jeder Böse lebt entweder, daß er gebessert, oder daß der Fromme durch ihn geprüft werde. Möchten doch jene, die uns jetzt prüfen, sich bekehren, und mit uns geprüft werden! Doch so lange sie uns prüfen, wollen wir sie nicht hassen; weil wir nicht wissen, ob sie in ihrer Bosheit bis an's Ende verharren werden. Gewöhnlich, wenn man glaubt, man hasse einen Feind, hasset man unwissend einen Bruder. R. Um wenige Silberlinge lieferte Judas Christum, seinen Lehrer und Herrn, den Händen seiner Feinde und Mörder aus. V. Der Herr nahm den Kuß des Judas an, wie ein unschuldiges Lamm und sprach: Mein Freund, in welcher Absicht bist du hierher gekommen?" 11 R. Alsbald kamen sie herbei, bemächtigten sich Seiner und nahmen Ihn gefangen. 3. Ich sagte: ,, Gewöhnlich, wenn man glaubt, man hasse einen Feind, hasset man unwissend einen Bruder." Darum vernimm mich und führe wohl zu Gemüthe, was ich jetzt sage: Wenn du gut bist, so wirst du keinen andern Feind haben, als den Bösen; und dann lasse dir die Güte deines himmlischen Vaters zur Richtschnur dienen, der seine Sonne über Gute und Böse aufgehen läßt, und über Gerechte und Ungerechte seinen Regen sendet. Meinst du etwa, du nur habest einen Feind, Gott nicht? Ja, du hast einen zum Feinde, der mit dir geschaffen wurde; Gott aber hat denjenigen selbst zum Feind, den Er erschuf, und dem Er bis auf diesen Augenblick so viel Gutes erweiset. Hast du aber wohl mehr als Gott dem 279 PRO Feinde Gutes erwiesen, daß du ihn so unerträglich findest?- So liebe also deinen Feind, damit du deinen himmlischen Vater und demjenigen, den Er gesendet hat, ähnlich seyst. Wie könntest du auch das Gebot: ,, Liebet eure Feinde, segnet die euch fluchen, thut wohl denen, die euch hassen und verfolgen," wie könntest du dieses Gebot der Liebe erfüllen, wenn du keinen Feind hättest? Sag' also nicht mehr: es nützt mir nicht, Feinde zu haben, und es ist nicht gut, daß Gott den Bösen verschonet. Sieh' es nüßt dir, denn es gibt dir Gelegenheit, Barmherzigkeit zu üben und dich im Guten zu stärken. - R. Da die Jünger Jesum gefangen nehmen und binden sahen, fragten sie Ihn:„ Herr! sollen wir dreinschlagen?" Und Einer von ihnen hieb nach dem Knechte des Hohenpriesters und schlug ihm das rechte Ohr ab. V. Sogleich sprach Jesus zu ihm: ,, Stecke dein Schwert ein, denn alle, die das Schwert ergreifen, werden durch das Schwert umkommen." Hierauf berührte Er das Ohr und heilte es ihm. R. Alsdann sprach Er zu denen, die von den Hohenpriestern, Schriftgelehrten und Aeltesten Ihn zu fangen abgeschickt waren: Wie zu einem Mörder seyd ihr mit Schwertern und Knitteln ausgegangen! Täglich war ich bei euch und lehrte im Tempel; aber da habt ihr mich nicht ergriffen. Allein dies ist eben eure Stunde und die Macht der Finsterniß." Dritte Nokturn. Psalm. Ant. Beschirme mich, mein Gott! wider den ungerechten Haß meiner Feinde. 1. Dir hab' ich jederzeit, o Herr! vertraut,* Du wirst mich ewig nicht zu Schanden werden lassen. 2. Erfülle, was Du mir verheißen hast;* Errette mich aus meiner Widersacher Hände! 1. Neig', Allbarmherziger! dein Ohr zu meinem Fleh'n Und eile, mir nach deiner Huld zu helfen. 2. Groß ist jetzt die Gefahr, in der mein Leben schwebt;* Es haben selbst die Mächtigen sich wider mich erhoben. 1. Sey also Du, mein Gott! auch mein Beschüßer,* Sey Du ein mächtiger Erretter mir aus den Gefahren! 2. Denn Du allein bist meine Stärke und meine Zufluchtsstätte; * Um deines Namens willen wirst Du meine Tritte leiten. 1. Du wirst mich aus den Schlingen meiner Feinde lösen!* Und wirst dem Elend steuern, das sie mir bereitet haben. * d 21 2015 280 2. In deine Hände, Herr! empfehl' ich meinen Geist,* Denn Du bist die Wahrhaftigkeit und Treue. 1. Auf alles, was vergänglich heißt, setz' ich nicht mein Vertrauen.* Nur Deiner freu' ich mich um deiner Güte willen. 2. Du kennst mein Leiden, siehst, wie tief ich bin erniedrigt. Du wirst Dich meiner auch erbarmen, auch erlösen mich. 1. Steh' meiner Seele Angst, und Gram in meiner Brust!* Es schwindet meine Kraft, und es verschmachten meine Glieder. 2. In dieser Drangsal spottet mein der Feind;* Selbst jene fliehen mich aus Furcht, die früher Freunde schienen. 1. Jch bin wie ein zertrümmertes Gefäß, das nichts mehr taugt,* Dies sagen sie mir höhnisch in's Gesicht. 2. Die mich umgeben, lästern unaufhörlich,* Um mich zu morden, hielten die Vornehmsten Rath. 1. Und Allem dem entgegenseßen kann ich nichts,* Als meine Zuversicht: Mein Schicksal steht in deinen Händen. 2. Erbarmst Du meiner Dich, so mögen sie mich nur verfolgen;* Denn groß ist die Glückseligkeit, die Du Gerechten aufbehältſt. 1. Du hast noch allen, die vor Dir ihr Elend klagten,* Im Angesicht der Welt den Trost, den sie versagt, verliehen. 2. Vor Uebermacht hat sie dein Aug' beschirmt im Stillen,* Und der Verleumdung Pfeile glitschten ab von deinem Schild. Ant. Beschirme mich, mein Gott! wider den ungerechten Haß meiner Feinde. Lesung aus der heil. Schrift. 1. Die Gerichtsdiener und alle, welche abgeschickt waren, Jesum gefangen zu nehmen, führten Ihn nun gebunden zu dem Hohenpriester Kaiphas, wo sich die Gesetzlehrer und Aeltesten des Volks versammelt hatten. Die Oberpriester und der ganze Nath suchten jetzt falsches Zeugniß wider Jesum, um Ihn zum Tode verurtheilen zu können, fanden aber nichts, ohngeachtet viele falsche Zeugen auftraten. Endlich traten noch zwei falsche Zeugen auf, und sagten: ,, Dieser hat gesprochen: " Ich kann Gottes Tempel zerstören und ihn in drei Tagen wieder aufbauen."" Da stand der Hohepriester auf und sprach zu Ihm: ,, Antwortest Du nichts auf das, was diese wider Dich zeugen?" Jesus aber schwieg. Darauf sprach der Oberpriester 281 zu Ihm: ,, Ich beschwöre Dich bei dem lebendigen Gott, daß Du uns sagest: ob Du Christus der Sohn Gottes bist?" Jesus antwortete ihm: Wie du gesagt haft! und ich versichere euch: Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen zur Rechten der Allmacht Gottes fizen, und auf den Wolken des Himmels kommen sehen." Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach:„ Er hat Gott gelästert, was brauchen wir weiter Zeugen? Ihr habt die Gotteslästerung selbst gehört. Was ist nun eure Meinung?" Sie antworteten:„ Er ist des Todes schuldig!" Hierauf spieen sie Ihm in's Angesicht, schlugen Ihn mit Fäusten, gaben Ihm Backenstreiche und sagten: Weissage uns Messias! wer ist, der Dich geschlagen hat?" Sie stießen auch noch viele andere Lästerungen wider Ihn aus.( Matth. 26.) R. Als Judas, der Ihn ausgeliefert hatte, sah, daß Jesus verurtheilt war, reute es ihn sehr. Er brachte die dreißig Silberlinge den Oberhäuptern der Priester und der Aeltesten wieder zurück und sprach: 11 14 V. Ich habe gesündigt, indem ich gerechtes Blut dem Tode überliefert." Sie aber sagten: ,, Was geht uns dieß an? sich du zu." R. Hierauf warf er die Silberlinge in den Tempel, machte sich davon und erhenkte sich mit einem Stricke. Die Oberpriester nahmen die Silberlinge und sagten: Dieses Geld darf man nicht in den Gotteskasten legen, denn es ist Blutgeld." 11 Aus der Abhandlung des heil. Augustinus über die Psalmen. 2. Es ist euch bekannt, wie boshaft die Rathschläge der Juden, und wie groß die Menge der Missethäter unter ihnen war. Aber welche Missethat verübten fie? Sie wollten den Herrn Jesus Christus ermorden. ,, Ich habe vor euch, sprach Er, so viel Gutes gethan, und ihr wollet mich für diese Wohlthaten tödten?" Er machte ihre Kranken gesund, heilte ihre Presthaften, predigte ihnen das Himmelreich, verschwieg ihnen ihre Laster nicht. Diese sollten ihnen mißfallen, nicht der Arzt, der sie heilte! Aber undankbar vergessen sie der Heilkraft; wie Fieberkranke toben sie wahnsinnig gegen den Arzt, der sie zu heilen gekommen war, und ersinnen Nathschläge, Ihn zu verderben;- als wollten sie versuchen, ob Er ein wahrer Mensch, und des Todes fähig, oder ein über die Menschen erhabenes Wesen sey, das nicht sterben kann. - Ihre Gesinnungen sind in dem Buche der Weisheit deutlicher ausgedrückt: Zum schimpflichsten Tode, sprechen sie, wollen wir Ihn verurtheilen; dann fragen wir Ihn, und aus n d 211 It 282 seinen Antworten wird es sich erklären. Denn wenn Er wahrhaft Gottes Sohn ist, so mag Ihn Gott retten." R. Meine geliebte Seele habe ich den Händen der Frevler überlassen. Sie, mein Erbtheil, sind in wilde Löwen ausgeartet, und mein Widersacher brüllt wider mich und spricht: Versammelt euch und eilet herbei, Ihn zu verschlingen!" V. Meine Lieben hast Du von mir weit entfernt. Ich bin eingekerkert und finde keinen Ausweg. R. Männer ohne Erbarmung stehen wider Ihn auf und schonen seines Lebens nicht; well Niemand Ihn erkennt und Gutes thut. 3. Viele Märtyrer erdulden solche Leiden; aber unter Allen strahlt das Haupt der Märtyrer weit hervor. Hier sehen wir deutlicher, was jene erfahren mußten. Er war geschüßt gegen die Menge der Missethäter, geschützt von Gott, geschüßt durch sich selbst, den Sohn Gottes, der in unserm Fleische als Mensch erschien, weil Er Gottes und des Menschen Sohn ist;-Gottes Sohn wegen seiner göttlichen Natur und Wesenheit, des Menschen Sohn, weil Er die Gestalt des Knechtes angenommen. Es stand also in seiner Macht, sein Leben zu lassen, und es wieder anzunehmen. Was konnten Ihm die Feinde schaden? Sie tödteten den Leib, die Seele konnten sie nicht tödten. Dieß verdient unsere ganze Aufmerksamkeit, daß es dem Herrn zu wenig war, die Märtyrer mit Worten zu ermuntern. Er stärkte sie durch sein Beiſpiel. R. Das macht gottgefällig, wenn man Widriges erduldet und unverdient leldet; denn auch Christus hat für uns gelitten. V. Er, der keine Sünde beging, und in dessen Munde sich kein Betrug fand; Er, der nicht lästerte, auch wenn Er gelästert wurde, der nicht drohte, ob man Ihn gleich mißhandelte, hat für uns gelitten und sein Beispiel hinterlassen; R. Daß wir der Sünde absterben, der Gerechtigkeit leben, und im Leiden und Tode in seine Fußstapfen treten, um Vergebung der Sünden zu erhalten. Die Laudes und das Benediktus ganz wie in der vorigen Trauermette( S. 269 und 272); nur baß vor dem Benediktus folgender Vers statt des dort verzeichneten gebetet wird: V. Seines eigenen Sohnes hat Gott nicht geschont; R. Sondern Ihn für uns alle dahingegeben. Gebet. Herr Jesus Christus! der Du aus Liebe zu uns Sündern deines eigenen Lebens nicht geschont, sondern dasselbe für uns am Kreuze hingegeben, und durch dein bitteres Leiden und Sterben uns aus der Gewalt des Satans, des Todes und 283 der Sünde gnädig erlöset haft: Wir danken Dir für deine unendliche Liebe, und bitten Dich demüthig um Verzeihung unserer Sünden, und um Gnade, Dir in Heiligkeit zu dienen, damit wir der ewigen Seligkeit theilhaftig werden, welche Du uns durch deinen Tod verdient haft; der Du mit dem Vater und heiligen Geiste als gleicher Gott lebst und regierst, von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme Dich unser! III. Trauermette auf den Charfreitag. Eingang. 17 Sobald es Tag geworden war, faßten die Oberpriester und Aeltesten des Volkes wider Jesum den Beschluß, das Todesurtheil an Ihm zu vollziehen. Sie übergaben Ihn deßwegen dem Statthalter Pontius Pilatus. Jesus stand jetzt vor dem Statthalter, der Ihn fragte: ,, Bist Du der Juden König?" Wie du sagst", antwortete ihm Jesus. Die Oberpriester klagten Ihn nun über vieles an; Er erwiderte aber nichts hierauf, so daß sich der Statthalter sehr verwunderte. Am Feste pflegte der Statthalter dem Volke einen Gefangenen loszugeben, und weil er gerade damals einen berüchtigten Gefangenen hatte, der Barrabas hieß, so fragte Pilatus: Welchen wollet ihr, daß ich euch losgeben soll: Barrabas oder Jesum, den man Christus nennt?" Die Oberpriester und die Neltesten überredeten das Volk, Barrabas loszubitten und Jefum umzubringen. Da also der Statthalter noch einmal fragte, so antwortete das Volk: Barrabas wollen wir." Pilatus rief ihnen nochmals zu: Was soll ich aber mit Jesu machen, den man Christus nennt?" Sie riefen alle:„ An's Kreuz mit Ihm!" Was hat Er denn aber Böses gethan?" Darauf rief das Volk noch ungestümer: ,, An's Kreuz mit Ihm!" Pilatus wusch sich hierauf in Gegenwart des Volkes die Hände und sagte: ,, Ich bin unschuldig an dem Blute des Gerechten. Ihr möget es verantworten!" Der ganze Volkshaufe schrie: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!" Hierauf gab er ihnen den Barrabas los; Jesum aber ließ er geißeln und lieferte Ihn zum Kreuzigen aus.( Luk. 23.) 11 d en It 20 284 Erste Nokturn. ( Die Psalmen der drei Nokturnen werden nicht gesungen, sondern im Ton der Lesungen gebetet.) Psalm. Ant. Ste nahmen Jesum, und führten Ihn fort. Er nahm sein Kreuz und ging zum Platze hinaus, der Schädelstätte, hebräisch: Golgatha heißt. 1. Mein Gott! mein Gott! sich' jept herab auf mich,* Wirf einen Blick auf mich Berlass'nen! * 2. Warum gabst Du mich den Händen meiner Feinde hin? * Warum ist deine Hülfe fern, da ich so kläglich rufe? 1. Sind fremde Sünden, deren Bürd' ich auf mich lud, Sind diese Schuld, daß Du mit deiner Hülfe zögerst? 2. Ich rufe Tag und Nacht zu Dir um Hülfe;* Und doch ist es, als hörtest Du mein Flehen nicht. 1. Du thronst im Heiligthum und hörst den Lobgesang, Den Dir dein Volk für die Errettung bringet. * 2. Auf Dich vertrauten unsre Väter in des Jammers Tagen, * Und Du befreitest sie von Elend und von Noth. 1. Kaum riefen sie zu Dir, so kam die Hülfe schon;* Nie blieb die Hoffnung unerfüllt, nie wurde sie zu Schanden. 2. Ich aber bin nur wie ein Wurm, man hält mich nicht für einen Menschen;* Ich bin den Leuten zum Gespötte, ein Abscheu bin ich jetzt dem Volke. 1. Die mich in meinen Leiden schauen, verhöhnen mich,* Sie lästern mich, und Arges denkend, schütteln sie die Häupter. 2. ,, Er flag es, sagen sie, nur Gott; der wird Ihn retten, Er wird Ihn schon befreien, wenn Er sein Liebling ist." 1. Mein Gott! Du warst mein Beschützer, schon ehe ich geboren; * Von meiner Kindheit an warst Du meine Zuversicht. 2. Da ich geboren ward, warst Du mein Helfer,* Warst Du mein Gott und Herr, darum verlaß auch jetzt mich nicht. 1. Sieh auf die Größe meiner Noth, und sende mir Grrettung! * Denn Du bist mein einziger Helfer. * 2. Es haben meine Feinde mich umringt, gleich wilden Stieren; * Sie haben den Rachen gegen mich wie Löwen aufgethan. 1. Sie haben mich wie Tiger angefallen,* Aus denen Hunger brüllt, aus deren Bicken blißt der Mord. 2. Sie haben mich wie Wasser ausgegossen,* Und die Gebeine von einander mir getrennt. 1. Wie schmelzend Wachs zergeht mein Herz im Leibe mir,* Und meine Lebenskräfte sind mir aufgetrocknet. 2. Ich bin wie Thon in eines Hafners Hand so mürbe, Und meine Zunge klebt am Gaumen mir. 1. Du läsfest mich versinken in des Todes. Staub;* Der Sünder Notte hat zu morden mich umzingelt. 2. Sie haben Hände mir und Füße durchgebohret,* An meinem Leibe zählt das Auge Bein für Bein. 1. An meiner Marter weiden ihre Blicke sie mit Lust;* Sie werfen über mein Gewand das Loos, es unter sich zu theilen. 2. Du aber, o mein Gott! errette mich aus ihren Händen,* Entreiße mich den Klauen dieser wilden Thiere. 1. Dann werd' ich in der Mitte meiner Brüder Dir* In heiliger Versammlung Lobgesänge bringen. 2. Es müssen sich zu Dir bekehren alle Heiden,* Anbeten müssen tief der Erde Fürsten Dich. * 1. Nur Ihm, der mir Barmherzigkeit erwies, soll meine Seele leben, Es soll die Nachwelt Ihn verehren, so wie ich. 2. Man wird Ihm dienen von Geschlechte zu Geschlecht,* Ihn preisen, der sein Werk zum Heil der Völker ausgeführt. Ant. Ste nahmen Jesum und führten Ihn fort. Er nahm sein Kreuz und ging zum Platze hinaus, der Schädelstätte, hebräisch: Golgatha heißt. Die Leiden des Erlösers auf Golgatha. ( Aleph.) Erheb' dein Aug' o Mensch! blick hin auf Golgatha! Und sieh' den Heiligsten, den je die Erde trug, Wie Er mit dornumwund'nem, blutbesprengtem HauptAls Opferlamm der Schlachtbank naht, zu tilgen unsrer Sünden große Schuld. 1 285 * S ( Beth.) Verworfen sieht des neuen Tempels Baustein sich; Des Weinbergs Erbe trifft auch seiner Knechte Loos; Es reißen die gedung'nen Mörder Ihm mit Wuth Die Kleider von dem Leib, der durch die Geißelstreiche war mit Blut bedeckt. 1 -- JA ( Ghimel) Er, dem der Himmel sonst nur Saum des Kleides ist,- Steht nun zum Schauspiel aller Welt hier nackt und blos;- Der Henker Schaar tritt Jhn, dem Wurme gleich, im Staub;-Durchbohrt die Hände und die Füße Ihm, und schlägt Ihn an des Kreuzes Pfahl. ( Daleth.) An's Kreuz geheftet, wird der Menschensohn erhöht, Wie Moses eh'rne Schlang', vorbedeutend einst, Daß, wer sein Auge glaubensvoll zu Ihm erhebt, TE 201 286 Den Tod nicht sterbe, den des ersten Menschen Sünde in die Welt gebracht. Erbarme Dich, erbarme Dich, o Herr! Nach deiner Gnade tilge unsre Sündenschuld. R. Nachdem sie Ihn gekreuzigt hatten, setzten sie sich nieder und bewachten Ihn. R. V. Als Ursache seines Todes ward über seinem Haupte die Aufschrift angeheftet: ,, Jesus von Nazareth, König der Juden." Die Oberpriester der Juden sagten zu Pilatus: ,, Schreib' nicht: König der Juden, sondern: der sich für den König der Juden ausgegeben hat. Pilatus aber sprach: ,, Was geschrieben ist, bleibt geschrieben." Und mit Ihm wurden zu gleicher Zeit zwei Mörder gekreuzigt, einer zur Nechten, der andere zur Linken. * * * ( He.) Der Heilige, vor dem die Himmel selbst nicht rein, Gerechte im Vergleich mit Ihm nur Sünder sind; Er, dessen Speise nur des Vaters Wille war, Hängt zwischen Missethätern an dem Pfahl, als wär' auch ein Verbrecher Er. - ( Vau.) Durch Würfel theilten die Soldaten sein Gewand, Unb rufen unter Spott und Hohngelächter Jhm: " Du Helfer aller Leidenden! hilf Dir nun selbst! rbau den Tempel in drei Tagen, steig' vom Kreuz und Du bist unser Gott!" - - - -- 11 - ( Sain.) Die Lästerung zerriß sein liebevolles Herz!- Doch schwand die Liebe nicht, die Er gepredigt hat;- Denn sterbend übt Er gegen seine Feinde sie. Vergib, ruft Er, o Vater! ihnen, denn sie wissen nicht, was sie mir thun." ( Chet.) Durch diese Huld bewogen, fleht vertrauensvoll - Der Mitgekreuzigte zur rechten Seite Jhm,- ,, O Herr! gedenke meiner, kommst Du in dein Reich!" Und der Erbarmer spricht: Noch heut' sollst du mit mir im Paradiese seyn!" ( Thet.) Auch Freund und Sohn ist Er in seiner Todesmacht. Er sorgt für die Verlassene, die Ihn gebar- Da sie des Leidens Schwert durchdringet, spricht der Herr:„ Sieh' deine Mutter!" zu Johannes; und zu ihr: ,, Frau, sieh' hier deinen Sohn!" 11 Erbarme Dich, erbarme Dich, o Herr! Nach deiner Gnade tilge unsre Sündenschuld. R. Wir sehen Ihn, wie Isaias es uns vorhergesagt, verachtet, verschmäht unter den Menschen, einen Mann der Schmerzen, durch seine Leiden entstellt; so daß man das Angesicht vor Ihm verbirgt. 287 V. O thr Alle, die ihr auf dem Wege vorübergeht! seyd aufmerksam und sehei: ob ein Schmerz seinem Schmerze gleiche. R. Die Zuschauer halten Ihn für einen von Gott Gestraften, Geschlagenen und Gemarterten; und dennoch ist Er nur um unserer Missethaten, und um unserer Sünden willen zerschlagen, damit wir durch seine Marter geheilet werden. * ( Jod.) Mit Finsterniß verhüllt die Sonn' ihr Angesicht - Und Nacht bedeckt drei Stunden lang das ganze Land.- 3 ur neunten Stunde rust der Herr in Todesangst- Hinauf durch seine Himmel: Vater! warum hast Du denn verlassen mich?" ( Chaph.) Geleeret bis zur Hefe ist des Leidens Kelch; Der ewigen Gerechtigkeit genug gethan;- Im Hochgefühle der Vollendung ruft Er laut: In deine Hände empfehl' ich, Vater! meinen Geist," und neigt das Haupt und stirkt. ( Lamed.) Die Erde bebt, des Tempels Vorhang reißt entzwei, Die Felsen bersten und die Gräber öffnen sich; Erschrocken kehrt das Volk von Golgatha zurück, Es schlägt an seine Brust und ruft: Der an dem Kreuze starb, ist Gottes Sohn!" 1 - ( Mem.) So litt und starb, zu retten uns, des Höchsten Sohn! Erkenne seine Lieb' und sag' Ihm frommen Dank; Und meid' und flieh' die Sünde, die an's Kreuz Ihn schlug, Daß nicht, o Christ! an dir verloren geh' sein Leiden und sein bittrer Tod. - Erbarme Dich, erbarme Dich, o Herr! Nach deiner Gnade tilge unsre Sündenschuld. R. Schet, wie der Gerechte stirbt und Niemand nimmt es zu Herzen! Die gerechten Männer werden ermordet und Niemand bedenkt es. V. Wie ein Lamm ward Er zur Schlachtbank geführet, und öffnete seinen Mund nicht, da man Ihn übel behandelte. R. Er gab sein Leben hin in den Tod, um seinem Volke Heil und Leben zu erwerben, und ward wie ein Missethäter behandelt. Zweite Nokturn. Psalm. Ant. Die Soldaten zerschlugen den zwei Mitgekreuzigten die Beine; Jesu aber nicht, weil sie sahen, daß Er schon todt war. 1. Du Ewiger! mein Gott und mein Erretter!* Des Tages und des Nachts schrie ich zu Dir. 2. Du ließest mein Gebet zu Dir gelangen,* Und haft dein Ohr geneigt zu meinem Weheklagen. TE 201 288 1. Du sahst mit Leiden überhäufet meine Seele;* Nun hat mein Leben sich zum Todtenreich genaht. 2. Schon rechnet man mich zu den Abgestorb'nen,* Zu denen, die im Grab verwesen. 1. Ich bin in ihren Augen deiner Hand entrissen,* Gleich denen, deren Du nicht mehr gedenkst; 2. Wie einer, den in finst're Gruft Du tief versenkt, In öde Finsterniß, in Abgrund hingelegt. * 1. Sie sind im Wahn, es drücke mich dein Zorn, gleich einem Frevler; Zur Strafe sey auf mich der Leiden Fluth ergossen. 2. Von mir entfernten meine Freunde und Bekannte sich, Ich war durch meiner Leiden Zahl ein Gräuel ihnen. 1. Du läsfest mich vor ihnen als wie eingekerkert schmachten, * Als gäb es ewig keinen Ausweg mehr für mich. 2. Vor ihnen ist mein Auge wie erstarret;* Vergeblich streck' ich meine Hände aus zu Dir. 1. Willst Du an mir Verstorb'nem Wunder wirken:* Willst Du mich auferwecken, Dich Ewiger zu preisen? 2. Wird man im Grabe deine Güte rühmen?* Und deine Treue am Verwesungsort verkünden? 1. Wird man in Finsterniß erkennen deine Wunder?* Und deine Huld im Reiche der Vergessenheit? 2. So rief ich, Herr! zu Dir empor, getrennt von meinen Freunden, Wirst Du dein Angesicht noch länger mir verbergen? 1. Wirst Du nicht aus dem Todtenreich mich rufen?* Wirst Du nicht den Verlassenen mich wieder geben? 2. Bewahre mich, mein Gott! ich suche Schutz bei Dir;* Du läsfest deinen Frommen nicht Verwesung schauen. * 1. Auch selbst mein Fleisch wird sicher ruhen,* Du gibst der Gruft nicht meine Seele preis. 2. Vor deinem Antlig ist der Freuden Fülle,* In deiner Rechten Seligkeit auf ewig. Ant. Die Soldaten zerschlugen den zwei Mitgekreuzigten die Beine; Jesu aber nicht, weil sie sahen, daß Er schon todt war. Lesung aus der Abhandlung des heil. Augustinus über die Psalmen. 1. Der Mensch hat seine Absichten im Herzen tief versteckt, aber auch da trifft Gott. Jene sprachen: ,, Wer bemerkt uns 289 dort?" Bermummt waren ihre Bubenstücke, verschlagen ihre Ränke: allein die bösen Anschläge wurden zu Schanden. Der Gottmensch überließ sich ihren boshaften Absichten; Er ließ sich als Mensch behandeln. Nur als Mensch konnte Er angehalten, gesehen, geschlagen und gekreuziget werden. Nur als Mensch konnte Er sterben. Als Mensch also überließ Er sich allen jenen Mißhandlungen, die gegen Ihn nichts würden vermocht haben, wenn Er nicht Mensch gewesen wäre. Allein wenn Er die Menschheit nicht an sich genommen hätte, so wäre der Mensch nicht erlöset worden. Er verbarg also seine Absichten tief und verbarg sein Herz. Den Menschen zeigte Er sich als Mensch, und verbarg ihnen seine Gottheit. Gr verbarg die göttliche Natur, die mit dem Vater von gleicher Wesenheit ist, und zeigte sich in der Gestalt eines Knechtes, dem Vater unterthan. R. Der Herr hat sich selbst erniedrigt, und ist gehorsam geworden bis zum Tode, und zwar bis zum Tode des Kreuzes. V. Er nahm die Gestalt eines Knechtes an, und ward uns Menschen gleich. 11 11 R. Der Herr hat sich selbst erniedrigt, und ist gehorsam gewor den bis zum Tode, und zwar bis zum Tode des Kreuzes. 2. Wohin führten diese ihre Ränke, die mit ihnen zu Schanden wurden, da sie nach dem Tode und Begräbniß des Herrn noch eine Wache zum Grabe hinstellten? Denn sie sagten zu Pilatus: der Verführer!" Diesen Namen erhielt der Herr Jesus Christus zum Troste seiner Diener, wenn man fie Verführer nennt. Sie sprachen also zu Pilatus: Dieser Verführer hat, da Er noch lebte, gesagt: ich werde am dritten Tage wieder auferstehen. Darum gib Befehl, daß sein Grab bis an den dritten Tag bewacht werde, damit nicht etwa feine Jünger kommen und Ihn stehlen, und dann unter dem Volk verbreiten, Er sei von den Todten auferstanden; und so der letzte Betrug ärger werde, als der erste." Pilatus antwortete ihnen: ,, Da habt ihr Wache: gehet hin und verwahret das Grab! wie ihr nur immer wollt!" Sie gingen also hin, stellten an das Grab eine Wache, und versiegelten den Stein, der vor dem Eingang desselben lag. R. In tiefe Gruft haben sie mich eingesenkt, in öde Finsterniß und in die Nacht des Todes. V. Ich bin in ihren Augen wie eines Mannes Gestalt ohne Kraft, die verlassen unter den Todten wandelt. R. In tiefe Gruft haben sie mich eingesenkt, in öde Finsternis und in die Nacht des Totes. 19 - - d en It 211 290 Aus dem zweiten Buch des heil. Epiphanius gegen die Irrlehrer. 3. Die Gottheit des Herrn beschloß, alles was zum Geheimniß des Leidens gehörte, zu vollführen, und in die Hölle, den Versammlungsort der Väter, niederzusteigen, um die schon längst Verstorbenen, d. h. die heiligen Patriarchen in sein Lichtreich zu übersetzen. Dieß mußte deßhalb geschehen, daß die Aussprüche der göttlichen Schrift erfüllt würden, welche durch seine Propheten von Ihm geweissaget wurden. Deßwegen stieg Er zur Hölle, um das auszuführen, was durch Ihn vollendet werden sollte; und damit der Fürst der Hölle und der Tod, die den gefangenen Menschen nicht entlassen und seine mit der Seele verbundene Gottheit nicht erkennen wollten, selbst gefangen genommen und ihre Herrschaft zernichtet werde. Dadurch wurde dann die Schrift erfüllt, welche von Ihm sagt:„ Du wirst meine Seele nicht in der Hölle, noch deinen Heiligen die Verwesung schauen lassen." R. Die Frauen saßen an dem Grabe, trauerten und weinten um den Herrn. V. Ich werde dich besiegen, o Tod! dein Zerstörer werde ich seyn, o Grab! R. Du lasseft deinen Heiligen nicht die Verwesung schauen. Mein Fleisch ruht in der Hoffnung der Auferstehung. Dritte Nokturn. Pfalm. Ant. Er hat uns alle durch seinen Tod erlöst, und die Erbschaft des Lebens uns wieder erworben. 1. Du warst gnädig, o Herr! deinem Lande,* Du hast uns wieder befreit von der Knechtschaft der Hölle. 2. Du hast deinem Volke die Sünden vergeben,* Du hast seine Missethaten bedeckt und vergessen. 1. So kehre denn wieder zu uns zurück, Du, unser Heiland! * Tröste uns wieder, Du, unser Gott und Retter! 2. Du hast Dich für uns zum Sühnopfer in den Tod hingegeben, Sollte denn Gott fortfahren zu zürnen über uns und die Nachkommen? 1. Willst Du denn uns nicht mit neuem Leben beglücken, Daß wir, dein Volk, uns über Dich freuen? 2. Zeige uns, o Herr! nach deiner unbegrenzten Gnade* Jeßt schon dein Heil, das Du uns durch Leiden verdientest. 1. Glückseligkeit hast Du verheißen deinem Volke,* Deinen Geliebten, wenn sie nicht zurückkehren zur Sünde. 291 2. Denn Du hast wahrhaftig gezeigt, daß Du alle erlösest,* Die Dich gläubig durch Wort und That verehren. 1. Du wirst Dich auch verherrlichet uns wieder zeigen,* Wirst Segen und Heil über unser Land ergießen. 2. Barmherzigkeit und Wahrheit werden sich begegnen,* Gerechtigkeit und Friede werden sich umarmen. 1. Auf Erden wird die Wahrheit und die Tugend sich ausbreiten, und die verföhnte Gerechtigkeit huldvoll auf uns herniederschauen. 2. Die Tugend wird nicht nur in unserer Mitte neu aufblühen, * Sie wird durch Gottes Segen auch reichliche Früchte tragen. Ant. Er hat uns alle durch seinen Tod erlöst, und die Erb. schaft des Lebens uns wieder erworben. Lesung aus der siebenten Nede des hell. Papstes Leo über das Leiden unseres Herrn. 1. Wenn wir, Geliebteste! die Leiden und den Tod unsers Herrn betrachten, so sehen wir, daß es durch den göttlichen Rathschluß beschlossen war, daß die Vornehmsten der Juden und die gottlosen Priester, welche öfters Gelegenheit ſuchten, gegen Christum zu wüthen, erst an dem Osterfeste Macht erhalten sollten, ihre Wuth auszulassen. Es mußte nämlich offenbar in der That erfüllt werden, was lange schon durch ein geheimnißvolles Vorbild verheißen war: daß das wahre Lamm das Vorbedeutende entfernen, und daß ein einziges Opfer alle übrigen Opferdienste aufheben sollte. Damit also die Schatten dem Körper, die Vorbilder der Gegenwart der Wahrheit weichen, wird der alte Gottesdienst durch ein neues Geheimniß vernichtet, wird das Opfer in ein anderes Opfer verwandelt, das Blut durch ein anderes Blut weggeschafft, und die gesetzliche Feier durch ihre Verwandlung erfüllt. R. Der Vorhang des Tempels riß von oben bis unten mitten entzwei, um anzudeuten, daß das alte Gesetz seine Endschaft erreicht habe, und ein neues an seine Stelle trete. ,, Denn, sprichst Du, blutige Gaben und Opfer gefallen mir nicht; Brand- und Sühnopfer verlange ich nicht." V. Da sprach ich: ,, Sich'! ich komme zu erfüllen, was von mir im Buche geschrieben steht, nämlich deinen Willen zu vollziehen; denn dein Gesetz trag' ich mitten im Herzen." R. Das ganze Gesetz ward also als unfräftig aufgehoben; es führte nicht zur Vollkommenhelt. Dafür ist die bessere Hoffnung durch Jesum Christum eingeführt, wodurch wir uns Gott nahen. 11 19* 16 It 292 Aus dem Briefe des heil. Apostels Paulus an die Hebräer. 2. Christus, der Hohepriester, dem wir die erwarteten Güter verdanken, ist durch ein größeres und vollkommeneres Zelt, das nicht von Menschenhänden verfertigt, oder von irdischer Bauart ist, und zwar nicht mit dem Blute der Böcke und Rinder, sondern mit seinem eigenen Blute ein für allemal in's Allerheiligste gegangen, und hat uns auf ewig Erlösung verschafft. Denn fann das Besprengen des Blutes von Böcken und Rindern, und der Asche der verbrannten Kuh die Unreinen in Absicht auf das Aeußerliche reinigen: wie vielmehr wird das Blut Chrifti, der durch den heiligen Geist sich selbst als ein vollkommenes Opfer Gott dargebracht hat, unser Gewissen von Sünden reinigen, daß wir uns wieder dem lebendigen Gott nahen, und Ihm dienen können!( Hebr. 9.) R. Ihm war das Priesterthum von Demjenigen zu Theil, der zu Ihm sprach: Du bist Priester auf ewig!" V. Darum fann Er auch ewig Diejenigen retten, die sich durch Ihn Gott nahen; denn Er lebt ewig, für uns ewig zu bitten. Ginen solchen Hohenpriester müssen wir haben, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von Sünden frei und über alle Himmel erhaben ist, um für uns ewig zu bitten. R. 3. Da wir also an Jesu, dem Sohne Gottes, einen großen Hohenpriester haben, der in das Innerste des himmlischen Heilighums eingegangen ist, so wollen wir bei diesem Bekenntniß fest verharren. Denn wir haben keinen Hohenpriester, der bei unfern Trübfalen nicht Mitleid haben könnte. Er wurde vielmehr, wie wir, die Sünde ausgenommen, mit allen menschlichen Versuchungen durch Erfahrung bekannt. Lasset uns also voll Vertrauen zum Throne der Gnade treten, um Erbarmung und Gnade und Hülfe in jeder Noth zu erlangen.( Hebr. 4.) R. Jesus ging nicht in ein von Menschenhänden gebautes Heiligthum ein, das nur ein Vorbild des wahren Heiligthums war; sondern Er ging in den Himmel selbst hinein, sich vor Gottes Angesicht für uns zu stellen. V. Nicht aber, daß Er öfters sein Blut vergieße; wie der Hohepriester jährlich mit fremtem Blute in's Allerheiligste hineinging. R. Sondern Er ist nur einmal in der Welt erschienen, die Sünde durch sein eigenes Blut zu tilgen. Die Laudes und das Benediktus, wie in bor ersten Trauermette( S. 269 und 272), nur wird vor dem Benediktus folgender Vers genommen: V. Christus ward gehorsam für uns bis zum Tode. R. Ja bis zum Tod des Kreuzes. 293 Gebet. Wir bitten Dich, o Herr! blicke mit gnädigen Augen auf deine gläubige Gemeinde, für welche sich unser Herr Jesus Christus nicht weigerte, den Händen der schuldigen Sünder ausgeliefert zu werden, und der Marter des Kreuztodes sich zu unterziehen. Verleihe uns die Gnade, seine göttliche Sanftmuth, Demuth und Geduld nachzuahmen, und laß uns seiner Um dieses bitten unendlichen Verdienste theilhaftig werden. wir Dich, durch denselben Jefum Chriftum, deinen Sohn, unsern Herrn, welcher u. s. w. R. Amen. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme Dich unser! IV. Abendandacht für den heil. Charsamstag. ( 3ur Auferstehungsfeler unseres Herrn Jesu Christi.) Eingang. Nachdem Jesus gestorben war und es Abend wurde, kam Joseph von Arimathäa, ein angesehener Rathsherr, der auf das Reich Gottes wartete, und wagte es, von Pilatus den Leichnam Jesu sich auszubitten. Pilatus wunderte sich, daß Er schon gestorben fey, ließ den Hauptmann rufen, und fragte: ob Er schon todt wäre? Da er vom Hauptmann es vernommen hatte, schenkte er dem Joseph den Leichnam. Dieser ging also hin und kaufte Leinwand und nahm den Leichnam ab. Zu ihm gesellte sich auch Nikodemus, der vormals bei Nacht zu Jesu gekommen war, und brachte bei hundert Pfund gemischte Myrrhen und Aloe. Sie übernahmen den Leichnam Jefu und wanden Ihn, sammt den Spezereien, in reine Leinwand ein, wie es bei den Juden Gewohnheit ist. Nächst dem Ort, wo Jesus gekreuzigt ward, lag ein Garten und darin ein neues Grab, das sich Joseph in einen Felsen hatte hauen lassen, und worin noch Niemand war beigesetzt worden. In dieses brachten sie, Nähe halber, und weil es Vorsabbath der Juden war und der Sabbath sich nahete, den Leichnam Jesu. Joseph wälzte einen großen Stein vor die Deffnung des Grabes und ging weg.( Mark 15. Joh. 19.) Gesang. 139. Das Grab ist zu: Nun ruhest Du, Befreit von jeder Plage, In der Felsenhöhle aus, Bis zum dritten Tage. id en It 201 294 2. Vorbei, vorbei Ist das Geschrei, Das Toben deiner Feinde: Deinem Grabe nahen sich Tief bestürzt die Freunde. 3. 11m's Grab herum Ist Alles stumm! Nur Thränen sicht man fließen, In Geberden ihren Schmerz Still die Frau'n ergießen. 4. Du hast geliebt, Sanftmuth geübt, Wie noch hienieden Keiner; Doch gekreuzigt wurdest Du, Wie der Mörder Giner. 5. Ich weiß, Du wirst, O Lebensfürst! Vom Grabe auferstehen; Und verkläret werd' ich Dich Heute wiedersehen. Lesung aus der heil. Schrift. " 1 Den Tag darauf, der auf den Vorbereitungstag solgte, kamen die Oberpriester und Pharisäer zu Pilatus und sagten: Herr, wir erinnern uns, daß dieser Verführer noch bei Lebzeiten gesagt batte: Nach drei Tagen werde ich wieder auferstehen."" Laß also das Grab bis auf den dritten Tag bewachen, daß nicht etwa seine Jünger kommen, Ihn stehlen und zum Volke sagen: Er ist von den Todten auferstanden. Denn so würde der letzte Betrug ärger als der erste seyn." Pilatus sprach zu ihnen: ,, Da habt ihr die Wache! Gehet hin, und bewachet Ihn wie ihr es für gut haltet." Sie gingen nun hin, besetzten das Grab mit Wächtern, und versiegelten den Grabstein. ( Matth. 27.) Psalm. 1. Erhalte mich, o Herr! denn Du bist meine Hoffnung,* Du bist mein Gott, Du bist mein höchstes Gut. 2. Ich hab' an denen nur ein Wohlgefallen,* Die heilig, die gerecht auf Erden wandeln. 1. Sab' ich von Gebrechlichkeiten die Menschen schwer gedrückt, * So eilte ich, sie zu erquicken und zu trösten. 2. Nur Sünder, die zum Blutvergießen sich versammelten, Die waren mir ein Abscheu; ich nannte ihren Namen nie. 1. Du, Herr! allein, Du bist mein Erbtheil und mein Freudenfeldh; Du räumst mir meine Erbschaft wieder ein. 2. Durch Dich ward mir ein gutes Loos zu Theil,* Mein Grbegut ist lieblich, herrlich und erhaben schön. 1. Jch preise Dich, daß diese Einsicht Du hast mir gegeben. * Sie war in Leidensnächten mir Ermunterung zu deinem Lobe. 295 2. Ich habe immerdar Dich, Ewiger! vor Augen,* Du bist zur Rechten mir, damit ich niemals wante. 1. Dieß ist es auch, was meinem Herzen Freude macht, Und meinen Geist entzückt, daß Dir mein Mund lobfinget. 2. Mein Leib ruht selbst auf Hoffnung in dem Grabe, werde deine Macht ihn wieder auferwecken. V. Aus dem Evangelium des heil. Matthäus. R. Mit Ehrfurcht hören wir es an. * 1. Du wirst im Grab auch meine Seele nicht verlassen; Gestatten nicht, daß in der Gruft dein Heiliger verwese. 2. Vor deinem Antliß ist der Freuden Fülle,* In deiner Rechten Seligkeit auf ewig. V. Es sind Worte des ewigen Lebens. R. Wir stehen bereit, sie zu erfüllen. * Spät am Sabbathe, da schon der erste Wochentag anbrach, tam Maria von Magdala und die andere Maria, um die Grabhöhle zu besuchen. Und siehe! ein starker Erdstoß war daſelbst geschehen; denn ein Engel des Herrn war vom Himmel geCommen, hatte den Stein von der Deffnung gewälzt, und sich darauf gesetzt. Sein Anblick war wie der Bliß, sein Kleid glänzend weiß, wie der Schnee. Die Wachehaltenden geriethen darüber vor Furcht außer sich und waren wie todt. Zu den Frauen aber sprach der Engel: ,, Fürchtet euch nicht! ich weiß wohl, daß ihr Jesum suchet, der gekreuzigt ist. Er ist nicht mehr hier, sondern auferstanden, wie Er gefagt hat. Kommt nur und sehet den Plaß, wo der Herr gelegen hat; und gehet dann eilends hin, und meldet es seinen Schülern, Er sey von den Todten auferstanden. Er wird, so saget ihnen, euch nach Galiläa vorangehen, dort werdet ihr Ihn sehen. Sehet! ich habe es euch vorhergesagt."( Matth. 28.) V. Diese heiligen Worte glaube ich mit dem Herzen und bekenne sie mit dem Munde. R. Diese heiligen Worte glauben auch wir mit dem Herzen, und bekennen sie mit dem Munde. Gefang. * Den ersten Vers der ersten Strophe dieses und des folgenden Liedes fimmt der Priester an, nachdem er sich mit dem Hochwürdigsten in der Monstranz zum Volke gewendet hat, worauf der Chor mit dem zweiten Verse einfällt. 140. Christus ist erstanden! Von des Todes Banden Schwebt Er frei, und auf sein Grab Schaut Gr mit CAREE TE 30 296 Triumph herab! Freut euch, Menschenkinder! Singt dem Ueberwinder Alleluja, Alleluja! 2. Christus lebt! den Glauben Soll uns Niemand rauben; Ewig lebet Jesus Christ, Der den Menschen Heiland ist! Laßt uns Ihn bekennen, Herrn und Gott Ihn nennen! Alleluja, Alleluja! 3. Er sey unfre Ehre, Theu'r uns seine Lehre, Wort des Lebens ewig wahr, Da Gott selbst der Lehrer war! Laßt uns sie erfüllen, Nach des Vaters Willen. Alleluja, Alleluja! 4. Erst noch, wie verlassen,( O wer mocht' es fassen!) Von den Menschen und von Gott, Hing Er, seiner Feinde Spott! Seht Ihn jetzt mit Wonne Leuchtend wie die Sonne! Alleluja, Alleluja! 5. So entflieh'n die Sorgen, Wenn den goldnen Morgen Sendet nach der finstern Nacht Gott, der über Fromme wacht; Aus dem Kelch der Leiden Schöpft der Dulder Freuden. Alleluja, Alleluja! 6. Tod du bist gebunden, kannst nicht mehr verwunden; Heiter wird die dunkle Gruft, Weil Gott neu in's Leben rust. Ja des Todes Erben Werden nimmer sterben. Alleluja, Alleluja! 7. Auf des Himmels Throne, Vater! mit dem Sohne In des Geistes Einigkeit, Sey gelobt in Ewigkeit! Hoch von allen Zungen, Sey Gott Preis gesungen! Alleluja, Alleluja! V. Christus ist von den Todten auferstanden. Alleluja! R. Damit auch wir vom Grabe auferstehen. Alleluja! Lasset uns beten. O Gott! der Du in dieser Nacht durch die herrliche Auferstehung deines Sohnes uns den Weg zur seligen Unsterblichkeit eröffnet haft: verleih uns deine Gnade, daß wir vom Grabe der Sünde auferstehen, und durch einen heiligen Lebenswandel deines himmlischen Reiches würdig und theilhaftig werden mögen; durch denselben Jesum Chriftum c. R. Amen. V. Die Gnade unsers von den Todten auferstandenen Heilandes sey und bleibe mit uns Allen! R. Amen. ( 3um Segen mit dem Hochwürdigsten.) 141. Seht Christum, unser Osterlamm, Durch den 297 uns Heil und Leben kam! Besiegt hat Er der Hölle Macht, Der Sünde und des Grabes Nacht. 2. Gelobet seyst Du Jesus Christ, Der Du vom Tod erstanden bist! Den mit dem Vater und dem Geist Der Welten ew'ges Loblied preist. V. Abendandacht auf die heiligste Fronleichnamsoctav. ( Den Segensgesang suche in der ersten Abtheilung Nro. 115. S. 42 oder in der zweiten Abtheilung Nro. 19-21. S. 86-87.) Vorbereitungsgebet. Wir versammeln uns an deinem heiligen Altare, o Herr, um Dich unter der Gestalt des Brodes anzubeten. Segne unsere Andacht, daß unser Glaube immer lebendiger, unsere Hoffnung und unser Vertrauen immer findlicher und unsere Liebe zu Dir immer herzlicher und tugendreicher werde, und wir um deiner unendlichen Verdienste und deines heiligen Opfertodes willen Gnade und Barmherzigkeit finden mögen; der Du lebst und regierest mit Gott dem Vater zc. R. Amen. ( 1. Jesus Christus, unser Glaube) 1. Jesus Christus! Du der Anfang und das Leben, das Wort, welches Fleisch geworden ist und unter uns gewohnt hat; Du der Erstgeborne, der Alles, den Himmel und die Erde erschaffen hat, das Sichtbare und Unsichtbare, die Thronen, Herrschaften und Fürstenthümer; Du, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist; Dich glauben wir hier gegenwärtig im heiligsten Altarssakramente unter der Gestalt des Brodes, und beten Dich an. R. Wir glauben an Dich und beten Dich an als unsern Gott und Herrn. 2. Jesus Christus, eingeborner Sohn Gottes! Du bist Eins mit dem Vater und dem heiligen Geiste; erweckst die Todten und gibst ihnen das Leben. Du bist die Auferstehung und das Leben, wer an Dich glaubt, ob er schon stirbt, wird dennoch leben; denn Du bist gestorben und wieder auferstanden, um uns zu zeigen, daß Du ewig der Herr bist über Tod und Leben. R. Wir glauben an Dich u. s. w.( wie oben.) en TE 201 e 298 3. Jesus Christus! Du bist das Brod, welches vom Himmel gekommen ist,- nicht das Manna, das die Väter gegessen haben und gestorben sind, Du bist das Brod des Lebens; damit derjenige nicht sterbe, der davon ist, sondern das ewige Leben in sich habe, und Du ihn am jüngsten Tage auferweckest. 1 R. Wir glauben an Dich u. s. w.( wie oben.) ( Vorbeter und Volk.) Heilig, heilig, heilig bist Du unser Herr und Gott!- Himmel und Erde sind mit deiner Herrlichkeit erfüllt.- Lob, Preis und Dank sey Dir, o Jesu, Sohn Gottes!- der Du gekommen bist, uns fündige Menschen zu erlösen. Vater unser u. s. w. V. Das ist sein Gebot, daß wir an Ihn glauben! R. Und unsern Glauben mit Herz und Mund bekennen. Lasset uns beten. Jesus Christus, unser Heiland! der Du selbst gesagt hast: wer Dich sehe und an Dich glaube, habe das ewige Leben. O verleihe uns, daß der Glaube an deine Gegenwart im heiligsten Altarssakramente unser ganzes Leben begleite, uns vom Bösen abhalte und zum Guten Kraft gebe; damit wir würdig sein mögen, von Dir zum ewigen Leben auferweckt zu werden; der Du mit dem Vater und dem heiligen Geiste zc. R. Amen. ( 11. Jesus Christus, unsere Hoffnung.) 1. Du bist, o Herr, in die Welt gekommen, zu suchen die Seelen, welche verloren waren, und die gefundenen zu beseligen. Du hast Dich für uns in den Tod hingegeben, um uns von der Gewalt des Satans und von der Sünde zu befreien, und alle Menschen durch Glauben und Liebe zu Dir zur Heiligkeit und Seligkeit zu führen. Wir hoffen von Dir Vergebung der Sünden, und die Gnade zu einem tugendhaften heiligen Leben. R. Wir hoffen auf Dich und beten Dich an als unsern Gott und Herrn. 2. Dein himmlischer Vater hat Dich, o Jesus, zu unserm Richter und Begnadiger erwählt; und Du bist durch deinen Tod bei Ihm unser Mittler und Fürsprecher geworden, damit Alle, die an Dich glauben und Buße wirken, Vergebung der 299 Sünde erhalten. Du rufft uns zu: Kommt Alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seyd, ich will euch erquicken! Ihr werdet Ruhe finden für eure Seele." R. Wir hoffen auf Dich u. f. w.( wie oben.) 3. Jesus Christus! Du bist der Bürge des verheißenen ewigen Lebens. Du bist das Lamm Gottes, welches die Sünden der Welt auf sich nimmt, und bleibst treu in deinen Verheißungen. Du bist immer und ewig derselbe. Auch bist Du mächtig genug, zu Stande zu bringen, was Du versprochen hast. R. Wir hoffen auf Dich u. s. w.( wie oben.) ( Vorbeter und Volk.) Heilig, heilig u. s. w.( wie eben.) Vater unser u. f. w. V. In Jesu allein ist wahres Hell. R. Niemand kömmt zum Vater als durch Ihn. Lasset uns beten. Jesus Christus, unser Mittler, Fürsprecher und Begnadiger! Auf Dich hoffen und vertrauen wir; Du bist unfre Zuversicht und unser Trost. Schenk' uns Verzeihung unserer. Sünden und hilf uns, die bösen Neigungen besiegen und nach deinem heiligen Beispiele wandeln, damit wir des ewigen Lebens würdig und theilhaftig werden, das Du uns verheißen und durch deinen Tod verdienet hast; der Du mit dem Vater und dem heiligen Geiste u. s. w. R. Amen. ( III. Jesus Christus, unsere Liebe.). 1. Jesus Christus! Du bist die ewige Liebe, die vom Himmel herab kam zu uns auf Erden. Jedes deiner Worte ist Ausguß heiliger Liebe. ,, Ich gebe euch, sprichst Du, ein neues Gebot: Liebet einander, wie ich euch liebe. Ich sage euch: nicht etwa nur siebenmal sollt ihr einander verzeihen, sondern siebenzigmal siebenmal. Ja ihr sollet sogar eure Feinde lieben, jene segnen, die euch fluchen, wohlthun denen, die euch hassen und verfolgen; denn nur daran wird man erkennen, daß ihr meine Jünger seyd, wenn ihr einander liebet." R. Wir lieben Dich von ganzem Herzen, und beten Dich an als unsern Gott und Herrn. 2. Jesus Christus! Du bist die ewige Liebe. Jedes deiner Werke ist ein Beweis deiner Liebe, Du nahmst unsre menschliche Natur an, gingst umher, und thatest Gutes. Du erduldetest namenlose Leiden, und den schmählichen und schmerzIE 30 300 lichen Tod des Kreuzes, um für unsere Sünden genug zu thun, uns Verzeihung und Gnade zu erwerben, und uns die Erbschaft deines ewigen Reiches zu verdienen. Wo ist ein Freund, der für seinen Freund das Leben hingibt? Und dennoch hast Du dieß für uns Sünder, für deine Feinde gethan! R. Wir lieben Dich u. s. w.( wie oben.) 3. Jesus Christus! Du bist die ewige Liebe. Du wolltest uns nicht verwaist lassen. Wie Du in Menschengestalt unter uns wohntest, wolltest Du in Brodsgestalt immer unter uns bleiben; und Du willst, daß wo Du bist, wir auch seyen, und wir mit Dir deine Herrlichkeit theilen. Zum Unterpfande dessen hinterließest Du uns deinen lebendigen Leib und Blut in diesem heiligen Sakramente, durch welches Du unsere Seelen mit deiner Gottheit und Menschheit zum ewigen Leben ernährest. Jesus Christus! Du bist wahrhaftig die ewige Liebe, die vom Himmel zu uns herabgekommen ist. R. Wir lieben Dich u. s. w.( wie oben.) ( Vorbeter und Volt.) Heilig, heilig u. f. w.( wie oben.) Vater unser u. s. w. V. Wer seine Gebote hält, der bleibt in Vereinigung mit Ihm. R. Und seine Liebe ist vollkommen. Lasset uns beten. Jesus Christus, Du die Liebe selbst! Lehre uns, Dich aus ganzem Herzen über alles, und den Nächsten wie uns selbst lieben, und laß uns durch die heilige Liebe mit Dir vereinigt bleiben, damit wir würdig seyn mögen, an deiner Herrlichkeit Theil zu nehmen; der Du lebst und regiereft mit Gott dem Vater u. f. w. R. Amen. Lobgefang. Deinem Heiland, deinem Lehrer u. s. w. ( Siche die Gesänge zur Fronleichnamsprozession, erste Abtheilung S..44). Litanei mit Gebet. ( Siehe unten, fechste Abtheilung Nro. XII., Litanei zur Verehrung des heiligsten Altarssakramentes. S. 329.) Sechste Abtheilung. Litancien auf die verschiedenen Beiten des Kirchenjahrs. I. Litanei auf die Adventszeit. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Gott heiliger Geist! Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott! Jesu, Du Sohn des lebendigen Gottes! Jesu, Du Sohn der seligsten Jungfrau Maria! Jesu, der Du unsern Stammältern verheißen wurdest! Jesu, nach dem sich die Patriarchen sehnten! Jesu, der Du durch Isaat vorgebildet wurdest! Jesu, in dem alle Geschlechter der Erde gesegnet wurden! Jesu, der Du von den Propheten vorhergesagt wurdest! Jesu, der Du von den Gerechten des alten Bundes mit größtem Verlangen erwartet wurdest! Jesu, der Du der reinsten Jungfrau von dem Engel verfündet wurdest! Jesu, den Maria vom heil. Geiste empfangen hat! Jesu, der Du aus Liebe zu uns die menschliche Natur thou angenommen haft! Jesu, der Du von Maria und Elisabeth getragen wurdest! Jesu, der Du den Johannes schon vor seiner Geburt geheiliget haft! 301 Jesu, der Du zu unserer Erlösung wolltest geboren werden! V. Sey uns gnädig! R. Verschone uns, o Herr! V. Sey uns gnädig! R. Erhöre uns, o Herr! Von allem Uebel! R. Erlöse uns, o Herr! Von aller Sünde! Von Unglauben und Aberglauben! Von aller Unbußfertigkeit und Verstockung des Herzens! Von aller Heuchelei und Falschheit! R. Erbarme Dich unser! R.Erlöse 2c. id en It 302 Von allem Argwohn und liebloser Beurtheilung unserer Mitmenschen! Von aller Unzufriedenheit und Murren gegen deine göttlichen Anordnungen! Von Verzweiflung an deiner unendlichen Barmherzigkeit! Von dem vermesfentlichen Sündigen auf deine göttliche Langmuth! Von der Gefahr der ewigen Verdammniß! Durch die Verdienste deiner heiligen Menschwerdung! Wir arme Sünder! Vermehre in uns den Glauben an deine Gottheit und Menschheit! Stärke in uns die Hoffnung auf deine unendlichen Verdienste! Entzünde in unsern Herzen eine vollkommene Liebe zu Dir! Gib uns ein lebhaftes Verlangen, Dich immer besser kennen zu lernen! Bewahre uns vor aller Undankbarkeit gegen deine göttlichen Wohlthaten! Verleihe uns, daß wir deine göttliche Gnade zu unserm Seelenheile gebrauchen! Befreie unsere Herzen von allen sündhaften Begierden und Neigungen! Laß uns nie in zu heftige Versuchung der Sünde gerathen! Vereinige alle Gläubigen durch das Band der christlichen Liebe! Verleih' uns, daß wir mit unserm Nächsten aufrichtig und redlich wandeln! Hilf uns, daß wir stets einen frommen und tugendhaften Lebenswandel bis an unser Ende führen. Laß uns alle nach diesem Leben, um deiner Barmherzigkeit willen, selig werden! O Jesu, Sohn Gottes! R. Grlöse uns, Herr! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! V. O Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt! R. Verschone uns, o Herr! V. D Lamm Gottes u. s. w. R. Erhöre uns, o Herr! V. O Lamm Gottes u. s. w. R. Erbarme Dich unser, o Herr! V. Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. s. w. Lasset uns beten. Jesu, Du Heiland der Welt, wahrer und ewiger Sohn Gottes! der Du aus Liebe zu den Menschen die menschliche 303 Natur angenommen haft: wir bitten Dich durch das Geheimniß deiner heiligen Menschwerdung, Du wolleft uns deine göttliche Gnade verleihen, damit wir vor deiner zweiten Anfunft unsere Sünden wahrhaft bereuen, Buße thun und künftighin einen solchen Lebenswandel führen mögen, daß Du jederzeit eine würdige Wohnung in unsern Herzen findest, und wir endlich würdig werden, die Früchte deiner heiligen Menschwerdung durch die ganze Ewigkeit zu genießen. Amen. II. Litanei auf die heil. Weihnachtszeit. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Gott heiliger Geist! Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott! Jesu, Du ewiges Wort des Vaters, das die menschliche Natur angenommen hat! Jesu, Du Erwartung und Trost aller Völker! Jesu, in dem alle Geschlechter der Erde gesegnet wurden! Jesu, der Du aus Maria, der reinsten Jungfrau, ge= boren worden! Jesu, den als Kind in der Krippe die Hirten angebetet haben! Jesu, dem die Weisen aus dem Morgenlande kostbare Geschenke dargebracht haben! Jesu, der Du alle Menschen zur Erkenntniß der Wahrheit berufen hast! Jesu, der Du als ein Licht, die Menschen zu erleuchten, auf Erden erschienen bist! Jesu, der Du gekommen bist, die Verirrten aufzusuchen, und die Gefundenen zu beseligen! Jesu, der Du gekommen bist, für unsere Sünden genug zu thun! Jesu, der Du gekommen bist, uns durch deinen Kreuztod zu erlösen! Jesu, unser liebevoller Heiland und einst unser gerechter Richter! R. Erbarme Dich unser! en 2015 304 Wir arme Sünder! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! Verleihe, daß allen Menschen auf Erden Friede, Heil und Segen zu Theil werde! Gib, daß wir nach dem Beispiele der Hirten Dich mit redlichem Herzen aufsuchen und finden! Hilf uns, daß wir durch Reinigkeit der Sitten Dir wohlgefallen! Gib uns Gnade, daß wir die Beschwerden unseres Lebens geduldig ertragen! Gib, daß sich alle Kinder Dir in Tugend und Frömmigfeit nachzufolgen bestreben! Verleihe, daß auch wir Erwachsene täglich Dir ähnlicher Wohnung werden! Gib, daß wir unsere Herzen zu einer würdigen für Dich bereiten! Hilf uns, daß wir der Sünde entsagen! Hilf uns, daß wir einen gottseligen Wandel führen! Gib uns die Gnade, daß wir allen Hochmuth und Stolz aus unsern Herzen verbannen! Gib, daß wir sanftmüthig und demüthig von Herzen seyen! Laß uns nicht nach den Reichthümern der Erde trachten! Gib uns Gnade, daß wir die unvergänglichen Güter deines Reiches suchen! Laß uns der Verdienste deiner Menschwerdung und deiner Seligkeit theilhaftig werden! Jesu, Sohn Gottes! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! V. O Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt! R. Verschone uns, o Herr! V. O Lamm Gottes u. s. w. R. Erhöre uns, o Herr! V. O Lamm Gottes u. f. w. R. Erbarme Dich unser, o Herr! V. Christus, höre uns! R. Chriftus, erhöre uns! V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. f. w. Lasset uns beten. Wir bitten Dich, o Eott! heilige uns durch die Geburt deines Sohnes, damit wir, von der Knechtschaft der Sünde befreit, der unendlichen Verdienste seiner Menschwerdung und dereinst seiner Herrlichkeit theilhaftig werden. Wir bitten Dich darum, durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, der mit Dir und dem heiligen Geiste u. f. w. R. Amen. III. Litanei für das Dankfest am Schlusse des Jahres. V. Gerührt durch die Menge der Wohlthaten, die uns, o Gott, auch in diesem Jahre von deiner Vaterhand zuflossen, werfen wir uns vor deinem heiligen Altare nieder und rufen mit findlich dankbarem Herzen: für Alles, was wir von Anbeginn unserer Tage bis auf diesen Augenblick empfangen haben, ,, Sey jetzt und ewig Dir gedankt!" R. Sey jetzt und ewig Dir gedankt! Für deine Liebe, die uns erschuf. Für die Glieder unseres Leibes und die Kräfte unserer Seele. HER Für die Sonne, die alle Tage über uns auf- und unterging. Für die Luft, die uns und alle Geschöpfe belebte. Für die Quellen und Getränke, die uns erquickten. Für die Kleider, die uns bedeckten. Für die Wohnungen, die uns beherbergten. Für die Menschen, die uns im Guten unterrichteten. Für deine Gnade, die uns in Berufsgeschäften leitete. Für die Kraft, die uns zur Vollendung der Arbeit stärkte. Für deinen Schutz, der uns vor Unglücksfällen bewahrte. Für deine Hülfe, die uns aus Gefahren errettete. Für deine Vorsehung, die uns beim Leben erhielt. Für deine Barmherzigkeit, die uns zur Erkenntniß deiner heiligen Liebe berufen hat. Für die Liebe, aus welcher Du deinen Sohn zu unserer Erlösung dahin gegeben hast. Für seinen Opfertod, den Er zu unserem Heil gestorben ist. Für die Langmuth, mit welcher Du uns Zeit zur Buße verliehen hast. Für die Barmherzigkeit, aus welcher Du uns Vergebung der Sünden geschenkt hast. Für alle Gnaden, welche uns durch das heiligste Meßopfer täglich zugeflossen sind. Für die Gnaden, welche und durch die heiligen Sakramente zu Theil geworden sind. Für jeden Fortschritt auf dem Weg der Tugend und Vollkommenheit. Für deine Heimsuchungen, wodurch unsere Herzen gedemüthiget wurden. 305 20 R. Sey jeßt und ewig Dir gedankt! 10 It 306 Für deine Züchtigungen, wodurch wir zur Buße bewegt wurden. Für Trost in Leiden und Stärke in Widerwärtigkeiten. Für alle Gnaden und Wohlthaten, die Du uns und allen Geschöpfen erwiesen hast. Nimm, Allgütiger! diesen unsern Dank gnädig auf und sey auch in dem kommenden Jahre unser Wohlthäter und Begnadiger. R. Wir bitten Dich, erhöre uns! wig, Regiere uns nach deiner Weisheit! Behüte uns nach deiner Barmherzigkeit! Leite uns nach deiner Heiligkeit! Beschüße die heilige katholische Kirche, die Jesus Christus mit seinem Blute gestiftet hat! Erleuchte und stärke den obersten Hirten der Kirche, den Papst N.! Erfülle unsern Erzbischof N. mit Weisheit und apostolischem Eifer! Gib deiner Heerde treue fromme Seelenhirten! Laß dein Wort, das sie verkünden, zu deiner Ehre gedeihen! Gib allen Christgläubigen den Geist der Eintracht und Liebe! Segne die Fürsten der Erde, und lenke ihre Herzen zur Wohlfahrt ihrer Untergebenen! Erhalte unsern Landesregenten N. zum allgemeinen Glücke seiner Unterthanen! Unterstüße alle Obern und Vorsteher mit deiner hilfreichen Gnade! Steh' den Eltern bei, daß sie ihre Kinder christlich auferziehen! Nimm Dich der Unschuld an und rette die gefahrlaufende Jugend! # 2 Leite die Verirrten auf den Weg der Wahrheit und Tugend zurück! Erhalte unter Eheleuten Liebe und Eintracht! Gib und erhalte den Frieden in Familien und Gemeinden! Gib uns allen das tägliche Brod und Kraft zur Arbeit! Nimm Dich der Hilflosen an, und sey Vater der Wittwen und Waisen! R. Sey 2c. Tröste die Betrübten und eile, den Bedrängten zu helfen! Erquicke die Kranken und leite die Sterbenden zum ewigen Leben! animades pe Vergilt unsern Wohlthätern mit himmlischen Gaben! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! Thue denen wohl, die uns haßten, und segne jene, die uns verfolgten! No Bewahre uns vor Krieg, Theuerung, Mißwachs und Hungersnoth! k Bewahre uns vor ansteckenden Krankheiten und Seuchen! Wende alles Unglück ab von uns und unsern Wohnungen! Gib uns einen lebhaften Hunger und Durst nach GerechGastharvadasoni tigkeit und Heiligkeit! Laß uns immermehr im Glauben, in der Hoffnung und Liebe zu Dir wachsen und zunehmen! Führe uns alle nach diesem Leben zum Besitz der ewigen Seligkeit! GAZ V. O Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt! R. Verschone uns, o Herr! V. O Lamm Gottes u. f. w. R. Erhöre uns, o Herr! 307 V. O Lamm Gottes u. s. w. Erbarme Dich unser, o Herr! V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. f. w. R. Wir bitten Dich, erhöre uns! Lasset uns beten. O Gott! deine Erbarmungen sind ohne Zahl, und die Schäße deiner Güte ohne Maß. Du gibst den Flehenden, um was sie bitten, und bist nahe bei denen, die Dich anrufen. Wir danken deiner göttlichen Majestät, die ganz Liebe ist, für alle Gaben, die Du uns angedeihen ließest, und flehen ohne Unterlaß zu deiner Milde, die ganz Weisheit ist, daß Du uns auch in dem kommenden Jahre als deine Kinder mit allem segnest, was zu unserer Wohlfahrt gedeihlich ist, und uns dereinst gnädig hinüberleitest in jenes bessere ewige Leben; durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, der u. s. w. R. Amen. Candits V. Die Gnade unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi sey und bleibe mit uns Allen. R. Amen. Gott Vater vom Himmel! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Gott heiliger Geift! IV. Litanei vom allerheiligsten Namen Jesu. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! } 20* R. Erbarme Dich unser! LEARES 0: 4 32 308 Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott! Jesu, Du Sohn des lebendigen Gottes! Jesu, Du Abglanz des Vaters! Jesu, Du Schimmer des ewigen Lichts! Jesu, Du König der Glorie! Jesu, Du Sonne der Gerechtigkeit! Jesu, Du Sohn der Jungfrau Maria! Jesu, Du Wunderbarlicher! Jesu, Du Mächtigster! Jesu, Du Geduldigster! Jesu, Du Gehorsamster! Jesu, milden und demüthigen Herzens! Jesu, Du Freund der Keuschheit! Jesu, unsere Liebe! Jesu, Gott des Friedens! Jesu, Du Urheber des Lebens! Jesu, Du Vorbild der Tugenden! Jesu, Du Eiferer der Seelen! Jesu, unser Gott! Jesu, unsere Zuflucht! Jesu, Du Vater der Armen! Jesu, Du Schaß der Gläubigen! Jefu, Du guter Hirt! Jesu, Du wahres Licht! Jesu, Du ewige Weisheit! Jesu, Du unendliche Güte! Jesu, unser Weg und unser Leben! Jesu, Du Freude der Engel! Jesu, Du Meister der Apostel! Jesu, Du Lehrer der Evangelisten! Jesu, Du Stärke der Märtyrer! Jesu, Du Licht der Bekenner! Jesu, Du Reinheit der Jungfrauen! Jesu, Du Krone aller Heiligen! V. Sey uns gnädig! R. Verschone uns, o Jesu! ni V. Sey uns gnädig! R. Erhöre uns, o Jesu! Von aller Sünde, Von deinem Zorn, Von den Nachstellungen des Teufels, Vom Geiste der Unlauterkeit, s Vom ewigen Tode, why the 302 350 R. Erbarme Dich unser! R. Erlöse uns, o Jesu! Von Vernachlässigung deiner heiligen Einsprechungen, Durch das Geheimniß deiner heiligen Menschwerdung, Durch dein Faften und Arbeiten, Durch deine Angst und deine Leiden, Durch dein Kreuz und deine Verlassenheit, Durch deine Schmerzen, Durch deinen Tod und deine Begräbniß, Durch deine Auferstehung, Durch deine Himmelfahrt, MINER Durch deine Freuden, Durch deine Glorie, Durch die Fürbitte deiner allerfeligsten Mutter, Durch die Fürbitte aller deiner Engel und Heiligen, 309 R. Erlöse uns, o Jesu! V. O Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt. R. Verschone uns, o Jesu! V. O Lamm Gottes u. f. w. R. Erhöre uns, o Jesu! ottes u u. s. w. V. Jesu, höre uns! R. Sesu, erhöre uns! V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. s. w. V. Brod vom Himmel hast Du ihnen gegeben! R. Das alle Süßigkeit in sich enthält. unſer, o Jeſu! Lasset uns beten. O Jesu vor Dir beugen sich die Kniee Aller, im Himmel, auf Erden und unter der Erde; und alle Zungen sollen betennen, daß Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, unser einziger Helfer und Heiland. Gib uns, daß wir durch Anrufung deines heiligsten Namens die Kraft desselben 3 benes erfahren, und erwecke in uns ein lebhaftes Verlangen nach deiner göttlichen Liebe, auf daß wir von ganzem Herzen, mit Mund und That Dich lieben; und niemals Dich zu loben aufhören. Amen. * Wenn obige Litanei während der Fronleichnamsoctave oder vor dem heiligsten Altarssakrament gebetet wird, so ist noch Folgendes einzuschalten: Lasset uns beten. O Gott, der Du in diesem wunderbaren Sakrament das Andenken deines Leidens und Todes hinterlassen haft: laß uns, wir bitten Dich, die heilige Feier deines Leibes und Blutes also begehen, daß wir die Frucht deiner Erlösung stets in uns empfinden mögen, der Du lebst und regierst u. s. w. TE 201 mi riten Dich se 310 Hale V. Litanei auf die heil. Fastenzeit.d V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Gott heiliger Geist! Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott! 10 Jesu! der Du am Delberge Angst des Todes empfunden. und Blut geschwißet hast. Jesu! der Du in der Todesangst betetest und vom Engel des Himmels gestärkt wurdest. Jesu! der Du von Judas, deinem Jünger, verrathen wurdest. Jesu! der Du dich gelassen den Händen deiner Feinde übergeben hast. Jesu! der Du Dich gebunden zu Pilatus führen ließeſt. Jesu! der Du unschuldig zum schmählichen Tode des Kreuzes verurtheilt wurdest. Jesu! der Du gegeisselt und mit einer Dornenkrone gekrönt wurdest. Jesu! der Du geduldig Verspottung, Schmach und Unrecht aller Art erduldet hast. Jesu! der Du selbst dein Kreuz zur Richtstätte tragen mußtest. Jesu! der Du deiner Kleider beraubt wurdest. 65 Jesu! der Du an's Kreuz geheftet, drei Stunden lang zwischen Mördern hingst. Jesu! der Du deine Mutter und deinen Jünger getröstet hast. Jesu! der Du sterbend für deine Feinde gebetet hast. Jesu! der Du dem bußfertigen Sünder das Paradies versprochen hast. Jesu! der Du in deinem Durfte mit Essig und Galle getränkt wurdest. Jesu! der Du sterbend deinen Geist in die Hände deines Vaters empfohlen hast. Jesu! durch dessen Blut wir sind erlöst worden. V. Sey uns gnädig! R. Verschone uns, o Herr! Bon allem Uebel, Von aller Sünde, R. Erbarme Dich unser! R. Erlöse uns, o Herr! Von Kleinmuth und Ungeduld in Kreuz und Leiden. Von Murren und Klagen wider Gott und Menschen. Von Haß und allen Feindseligkeiten. Von unchristlicher Furcht des Leidens und Todes. Von einem bösen und unversehenen Tode. 311 V. Wir arme Sünder! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du uns verschonest! Daß Du uns verzeiheft! Gib, daß dein Leiden und Sterben uns vom Sündigen zurückhalte! Verleih', daß dein Leiden und Sterben uns in allen guten Vorfäßen stärke! R. Erlöse 2c. R. Wir bitten Dich zc. Gib, daß dein Leiden und Sterben uns zur Geduld und Ergebung in den Willen Gottes ermuntere! Laß dein Leiden und Sterben an uns nicht verloren gehen! V. O Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt!( 3 mal) R. D) Berschone uns, o Herr!— 2) Erhöre uns, o Herr!— 3) Ecbarme Dich unser, o Herr! V. Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! V. Herr, erbarme Dich unser! R. Chriftus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. f. w. V. Chriftus hat für uns gelitten, und sein Beispiel hinterlaffen! R. Daß wir Ihm nachfolgen. Laffet uns beten. O Jesu! der Du aus unendlicher Barmherzigkeit aller Menschen Sünde und Missethaten auf Dich genommen, und zur Genugthuung für dieselben die schrecklichsten Leiden der Seele und des Leibes und den schmählichsten Kreuztod erduldet hast: wir danken in tiefster Demuth deiner ewigen Liebe, mit welcher Du für uns gelitten, und bitten Dich, Du wolleft durch die Betrachtung deines bittern Leidens und Sterbens unsere Herzen zur Liebe gegen Dich entflammen und mit Haß gegen alle Sünden erfüllen, damit dein heiliges Blut an unsern Seelen nicht verloren gehe. R. Amen. Bußpsalm für die heil. Fastenzeit. 1. Gedenk an deine Huld, o Herr!* Die sich an uns von Anbeginn bewiesen! 2. Sei unser eingedenk nach deiner Gnade,* Um deiner Güte willen, Ewiger! 1. Ach Herr! verzeih mir meine Missethat,* Um deines Namens willen. CAREE 11 mit ich se 302 312 2. Sieh' meine Leiden, meinen Kummer,* Und vergib mir alle Sünden! 1. Denn ich erkenne meine Bosheit,* Und meine Sünde schwebet stets vor mir. 2. Dir, Herr, allein hab' ich gesündigt,* Was bös in deinen Augen ist, gethan. 1. Verwirf mich nicht vor deinem Angesichte, Und deinen heil'gen Geist entzieh' mir nicht! 2. Schenk' mir nur deine Huld und Gnade wieder; Denn deine Huld ist köstlicher als Leben. 1. Du willst nicht Opfer, die vergänglich sind;* Das Opfer, das Dir wohlgefällt, ist reuevoller Sinn. 2. Zerknirschte und demüth'ge Herzen,* O Gott! verschmähst Du nicht. * 1. Gott, prüfe mich, sieh' in mein Herz;* Durchforsche, schaue mein Bestreben. 2. Erschaff', o Gott, in mir ein reines Herz;* Und gib mir einen neuen Tugendsinn! Bußgebet des heil. Augustinus. ( Herausgegeben von Papst Urban VIII.) Vor deinen Augen, o Herr! bekennen wir die Sünden, die wir begangen; und vergleichen sie mit den Strafen, die wir damit verdient haben. Ueberdenken wir das Uebel, das wir verübt, so sind die gegenwärtigen Leiden geringer, als unsere Missethaten. Wir empfinden die Strafen der alten Sünden, und noch lebt die Lust zur neuen Sünde in unserm Herzen. Deine Züchtigungen treffen unsere Vergehungen, aber unsere Bosheit überwältigen sie nicht. Traurigkeit überfällt unser Herz, aber den stolzen Sinn des Lasters demüthiget sie nicht. Bitterer Schmerz nagt an unserm Leben, aber unsern Wandel bessert er nicht. Wenn Du langmüthig schonest, so achten wir nicht darauf; und wenn Du züchtigest, so halten wir es nicht aus. Zur Zeit des Unglücks gestehen wir unsere Verbrechen; aber nach deiner Heimsuchung vergessen wir, was wir zuvor beweint haben. Hebst Du deine Strafruthe gegen uns auf, so thun wir Gelübde der Besserung; senkt sich dein Arm, so unterlassen wir alles, was wir versprochen haben. Wenn Du schlägst, so schreien wir zu Dir: Verschene uns! Und wenn Du uns verschonest, so sind wir so fehlerhaft als zuvor. Herr! Du hast an uns Sünder, die es bekennen, daß sie ge 313 fündigt haben. Wir wissen, daß wir deiner strafenden Gerechtigkeit anheimfallen, wenn uns deine Barmherzigkeit nicht in Gnaden aufnimmt. Allmächtiger Vater! gib uns ohne unser Verdienst das, um was wir zu Dir flehen; Du, der Du uns aus nichts erschaffen, daß wir zu Dir beten können durch Christum unsern Herrn. Amen. Gebet. O Gott! der Du das demüthige Gebet der Büßenden erhörest, verleih' und deine Gnade, daß wir unsere Herzen von aller Sünde und Bosheit reinigen, unsere Liebe zu den irdischen Gütern mäßigen, den Reizen der Sünde ernstlich widerstehen, und uns durch Enthaltsamkeit im erlaubten Genusse des Sinnlichen zum Kampf für die Tugend stärken. Wir bitten Dich darum durch Jesum Christum u. f. w. R. Amen. VI. Litanei von der Auferstehung unsers Herrn Jesu Christi. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Gott heiliger Geist! Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott! Jesus Christus, Du wahres Osterlamm! Jesu, der Du den Tempel deines Leibes in drei Tagen wieder erbaut haft! Jesu, der Du nach deinem Worte am dritten Tage vom Grabe erstanden bist! Jesu, dessen Auferstehung Engel den Frauen am Grabe bezeugt haben! TIN Jesu, der Du Dich deinen Jüngern nach deiner Auferste= hung wiederholt gezeigt haft! Jesu, der Du deine Auferstehung mit unzählbaren Zeugnissen bewiesen hast! Jesu, dessen Auferstehung die Apostel geprediget haben! Jesu, dessen Auferstehung die Apostel mit ihrem Blute bezeugt haben! R. Erbarme Dich unser! CARES mi sitte ich se 11 202 314 Jesu, der Du Dich durch deine Auferstehung als Herr des Lebens und des Todes bewiesen hast! Jesu, der Du durch deine Auferstehung uns von den Banden der Sünde befreit haſt! Jesu, der Du durch deine Auferstehung den Tod und die Macht der Hölle besieget bast! her si Jesu, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist! V. Wir arme Sünder! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß wir vom Grabe unserer Sünden wahrhaft auferstehen! Hilf uns unsere böse Neigungen besiegen und der Sünde ganz abfterben! Laß uns deine heilige Lehre immer mehr erkennen und freudiger ausüben! Gib, daß wir Dir alle Tage unsers Lebens in Tugend und Heiligkeit dienen! Verleihe, daß sich unsere Leiden, wie die deinigen, dereinst in ewige Freuden verwandeln! Laß uns nicht nach dem, was auf Erden, sondern was im Himmel ist, trachten! Erwecke uns dereinst vom Grabe zur Auferstehung in's ewige Leben! Laß uns bei der allgemeinen Auferstehung an deiner Herrlichkeit Theil nehmen. Jesu, Du Sohn Gottes! V. O Lamm Gottes u. f. w. R. 1) Verschone uns, o Herr! ( 3 mal) 12 pe R. Erbarme 2c. 3) Erbarme Dich unser, o Herr! V. Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! 2) Erhöre uns, o Herr! V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. s. w. Lasset uns beten. Anbetungswürdigster Erlöser und Herr! Mit innigster Freude preisen und verherrlichen wir Dich, der Du für uns ( in dieser Zeit) als unser Osterlamm geopfert wurdest, und von den Todten auferstanden bist. Du bist das wahre Lamm Gottes, welches die Sünden der Welt hinweggenommen hat; Du haft sterbend unsern Tod besiegt, und uns durch deine Auferstehung neues Leben erworben. Du haft unsere Sündenschuld mit deinem kostbaren Blute getilgt, haft uns der Gewalt des Satans entrissen, den Fluch der Sünde von uns hinweg 315 genommen und uns mit deinem Vater wieder ausgeföhnt. Du hast uns überschwängliche Gnade und Verzeihung erworben, haft den verschlossenen Himmel eröffnet, und die künftige Auferstehung und die ewige Glückseligkeit verdient. Sey ewig gepriesen, göttlicher Heiland! für alle diese unendlichen Wohlthaten, die uns in deiner glorreichen Auferstehung zugeflossen sind. Unser ganzes Leben sei ein immerwährender Dank für deine unaussprechliche Liebe und Barmherzigkeit. Gib uns die Gnade, der Sünde ganz abzusterben, und einzig nur zu deiner Ehre zu leben; damit wir dereinst als deine treuen Diener zum ewigen Leben auferweckt werden und mit verklärtem Leibe die Herrlichkeit deines Reiches ewig genießen mögen. Amen. VII.( VIII.*) h Erste Litanei am Markustag und in der Bittwoche. ( Vor dem Beginn des Bittgangs, auch an Allerheiligen und bei feierlichen Betstunden zu gebrauchen.) V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Gott heiliger Geist! Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott! Heilige Maria! Heilige Gottesgebärerin! Heilige Jungfrau aller Jungfrauen! Heiliger Michael! Heiliger Gabriel! Heiliger Raphael! Alle Heiligen Engel und Erzengel! Alle heiligen Chöre der seligen Geister! Heiliger Johannes der Täufer! Heiliger Joseph! Alle heiligen Patriarchen und Propheten! Heiliger Petrus! Heiliger Paulus! Heiliger Andreas! R. Erbarme Dich unser! SON R 38800 G batmung SEN Hal R. Bitt'( bittet) für uns! *) Die eingeschloffenen Nummern sind die der alten Ausgabe, deren Stellung verändert worden. 11 201 Min hitton Miche 312 316 Heiliger Jakobus! Heiliger Johannes! Heiliger Thomas! Heiliger Jakobus! Heiliger Philippus! Heiliger Bartholomäus! Heiliger Matthäus! Heiliger Simon! da Heiliger Thaddäus! Heiliger Mathias! Heiliger Barnabas! Heiliger Lukas! Heiliger Markus! Alle heiligen Apostel und Evangelisten! Alle heiligen Jünger des Herrn! Alle heiligen unschuldigen Kinder! Heiliger Stephanus! Heiliger Laurentius! Heiliger Vincentius! Heilige Fabian und Sebastian! Heilige Johannes und Paulus! Heilige Cosmas und Damian! Heilige Gervasius und Protasius! Alle heiligen Märtyrer! Heiliger Sylvester! Heiliger Gregorius! Heiliger Ambrofius! Heiliger Augustinus! Heiliger Hieronimus! Heiliger Martinus! Heiliger Nikolaus! Heiliger Conradus! Alle heiligen Bischöfe und Beichtiger! Alle heiligen Kirchenlehrer! Heiliger Antonius! Heiliger Benediktus! Heiliger Bernardus! Heiliger Dominikus! Heiliger Franziskus! Alle heiligen Priester und Leviten! Alle heiligen Mönche und Einsiedler Find 1943 2319227 hangs 2100012 third apli 1229 # 0112) OLS da 1973 Higg B du moins capilb R. Bitt'( bittet) für uns! 2560 2002 Saulunu ang 720002 Heilige Maria Magdalena! Heilige Agatha! Heilige Luzia! mis molling why# 20 Thellout stindast Heilige Agnes! Heilige Cäcilia! Heilige Katharina! Heilige Anastasia! Alle heiligen Jungfrauen und Wittwen! Alle Heiligen Gottes! Herr, sey uns gnädig! R. Berschone uns, o Herr! Herr, sey uns gnädig! R. Erhöre uns, o Herr! Bon allem Uebel! o da indep Bon aller Sünde! Von deinem Zorne! Vom bösen und unversehenen Tode! Von den Nachstellungen des Teufels! Vom Zorne, Haß und allem bösen Willen! Bom Geiste der Unlauterkeit! # 1234 om barnd Vom Blizz und Ungewitter! Von dem ewigen Tode! Durch das Geheimniß deiner heiligen Menschwerdung! Durch deine Ankunft! Durch deine Geburt! Durch deine Taufe und dein heiliges Fasten! Durch dein Kreuz und Leiden! Durch deinen Tod und Begräbniß! Durch deine heilige Auferstehung! Durch deine wunderbare Himmelfahrt! Durch die Ankunft des heil. Geistes, des Trösters! 317 24 Am Tage des Gerichts! O V. Wir arme Sünder! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du uns verschonest! Daß Du uns verzeiheft! Daß Du uns zur wahren Buße führen wollest! Daß Du deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest! Daß Du unfern apostolischen Hirten und alle geistlichen Stände in deiner heiligen Religion erhalten wollest! Daß Du die Feinde deiner heiligen Kirche demüthigen wollest! sonsten at sim Daß Du den christlichen Königen und Fürsten Friede und wahre Einigkeit geben wollest! R. Bitt'( bittet) für uns! R. Erlöse uns, o Herr! R. Wir bitten Dich zc. 16 en TE 2016 min hittar Dich re eh 318 Daß Du allen christlichen Völkern Friede und Eintrachte verleihen wollest! Daß Du uns selbst in deinem heiligen Dienste stärken und erhalten wollest! langs Daß Du unsere Herzen zu himmlischen Begierden erheben wollest! Daß Du alle unsere Wohlthäter mit ewigen Gütern belohnen wolleft! Daß Du unsere Seelen und die unserer Brüder, Verwandten und Wohlthäter von dem ewigen Verderben erretten wolleft! Daß Du die Früchte der Erde geben und bewahren wolleft! Daß Du allen verstorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest! Daß Du uns erhören wollest! Du Sohn Gottes! V. D Lamm Gottes u. f. w.( 3 mal) R. 1) Verschone uns, o Herr!- 2) Erhöre uns, o Herr! 3) Erbarme Dich unser! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! V. Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. s. w. Psalm. 1. Mein Gott! laß mir Hülfe angedeihen;* Säume nicht, mir beizustehen! 2. Laß' sie zu Scanden werden,* Die meiner Seele Wohlfahrt untergraben! * 1. Beschämt laß sie zurückweichen, Die Böses wünschen und meiner in dem Unglück spotten! 2. Diejenigen hingegen, die Dich aufrichtig suchen, deines Segens sich erfreuen; 1. Sie werden dankbar Lob und Preis Dir bringen; werden deine Huld und Gnade rühmen. V. Herr, hilf deinen treuen Dienern! R. Denn wir vertrauen deiner Güte! Laß * Sie 2. Ich getze nicht nach Ueberfluß von Gütern,* Bin ich auch arm, so leb' ich doch zufrieden und vergnügt. 1. Wirst Du nach deiner Huld von Sünden mich befreien, Wirst Du mir nur Verzeihung meiner Sünden schenken. 2. Du bist mein Helfer und Erretter;* Herr säume nicht, vom Heiligthum mir Hülfe zuzusenden. V. Sey uns wie ein starker Thurm! R. Zum Schutze in allen Gefahren; V. Damit unser Feind nichts wider uns vermöge, R. Und der Sohn der Bosheit uns nicht schaden könne. 319 V. Herr, handle nicht mit uns nach der Menge unsrer Sünden! R. Und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten! Lasset uns beten. O Gott, dem es eigen ist, allezeit sich zu erbarmen und zu verschonen! Nimm auf unser Gebet, damit uns und alle deine Diener, welche die Sünde gefesselt hält, deine Erbarmungen davon befreien mögen. Wir bitten Dich, o Herr! erhöre das Gebet der Demüthigen, und schone derer, welche ihre Sünden reumüthig bekennen, damit uns mit ihrer Nachlassung auch dein Friede ertheilt werde. Erzeige uns, o Herr! deine unaussprechliche Barmherzigkeit, daß Du uns nach der Erledigung von den Sünden auch die dafür verdienten Strafen erlassest. d. d O Gott! der Du durch die Sünde beleidiget, durch aufrichtige Buße aber wieder versöhnet wirst! erhöre das Gebet deines demüthigen Volkes, und wende ab von uns die Geißeln deines Strafgerichtes, welche wir für unsere Sünden verdient haben. Wir bitten Dich darum durch Jesum Chriftum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. V. Laffet uns beten für unsern obersten Kirchenhirten, den Papst N.! R. Der Herr erhalte und segne ihn auf Erden, und beschüße ihn wider seine Feinde. Allmächtiger, ewiger Gott! erbarme Dich deines Dieners, des Papstes N., des sichtbaren Oberhauptes deiner heiligen Kirche, und leite ihn nach deiner Güte auf dem Wege des ewigen Heils, damit er nach allem, was Dir gefällt, trachte, und dasselbe vollbringe; durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. V. Lasset uns beten für unsern Erzbischof N.! R. Der Herr verleihe ihm seinen Geist, daß er uns zum ewigen Helle führe. O Gott! Du Hirt und Regierer aller Gläubigen! fich' gnädig auf deinen Diener, unsern Erzbischof N., und verleihe ihm auf unser Flehen, daß er durch Lehre und Beispiel uns, die ihm anvertraute Heerde, zum ewigen Leben führe, und dereinst selbst der verheißenen Krone der seligen Unsterblichkeit theilhaftig werde; durch Jesum Christum, unsern Herrn. R. Amen. 1 201 mi.. hittar Dich se $ 29444 320 V. Lasset uns beten für unsern Landesfürsten N.! R. Gott erfülle ihn mit seiner Wetshelt, damit er das Volk nach heiliger Gerechtigkeit regiere. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du mit unendlicher Macht alle Reiche der Welt beherrschest; sieh' mit Huld und Gnade auf unser Vaterland und verleihe, daß sowohl unser Landesfürst durch gerechte und milde Regierung, als wir, die Untergebenen, durch unverbrüchlichen Gehorsam zur Ehre deines Namens die gemeinsame Landeswohlfahrt mit einstimmiger Frömmigkeit nach Kräften befördern; durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. V. Laffet uns beten für alle Gerechten! R. Daß sie von Tugend zu Tugend emporsteigen; bis sie das hohe Ziel der Seligkeit erlangen. O Gott! dessen Augen allezeit mit Wohlgefallen auf die Gerechten herabschauen; verleihe, daß sie in vereinigter Liebe durch ihren tugendhaften Wandel viele zur Nachahmung aneifern, und die Zahl der würdigen Bekenner der Lehre deines eingebornen Sohnes sich täglich vermehre. Wir bitten Dich darum durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn! R. Amen. V. Lasset uns beten für alle Unglücklichen, Kranken und in Gefahr des Leibes und der Seele Schwebenden! R. Daß sie Gott nach seiner Vatermilde von ihren Leiden befreie und ihre Seelen errette. Allmächtiger Gott! laß die Bitten aller Hilfsbedürftigen zu Dir dringen, damit sie, aus ihrer Noth errettet, sich deiner unermeßlichen Barmherzigkeit dankbar freuen. Wir bitten Dich darum durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. V. Lasset uns beten für unsere Wohlthäter! R. Daß ihnen Gott für vergängliche Güter ewigdauernde verleihe. O Gott! der Du auch das geringste Gute, das wir unsern Mitmenschen erweisen, zu belohnen verheißen hast; wir bitten Dich: vergilt unsern Freunden und Wohlthätern die uns erwiesenen Gutthaten nach deiner unermeßlichen Huld mit himmlischen Gaben, und laß sie dereinst zum Gekusse deiner ewigen Seligkeit gelangen; durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. V. Lasset uns beten für unsere abwesenden Brüder und alle Chriftgläubigen! 321 R. Mache selig, o Gott! deine Diener und Dienerinnen, die auf Dich hoffen. Allmächtiger, ewiger Gott! von dem alle heiligen Begierden, gute Anschläge und gerechte Werke entspringen; der Du zugleich über Lebendige und Todte herrschest und Dich aller erbarmest, die durch Glauben und Werke die Deinigen sind: wir bitten Dich demüthig, verleihe denjenigen, für die wir beten, den Frieden, den ihnen die Welt nicht geben kann, und, sie mögen noch am Leben oder davon abgeschieden seyn, auf die Fürbitte deiner Heiligen Verzeihung ihrer Sünden und das ewige Leben; durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. V. Lasset uns beten für die abgestorbenen Christgiäubigen! R. Daß ihnen der Herr die ewige Nuhe verleihe. O Gott, Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen! verleihe den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Verzeihung ihrer Sünden, damit sie um deiner Barmherzigkeit willen durch unser demüthiges Gebet die Nachlassung derselben, welche sie allezeit gewünscht, erhalten mögen und in die Wohnung der Seligen aufgenommen zu werden verdienen, wo Du lebst und regierst mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. V. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sey und blelbe auf die Fürbitte seiner seligsten Mutter und aller Heiligen jederzeit mit uns. R. Amen. VIII.( VII.) Zweite Litanei am Markustag und in der Bittwoche. ( Vor dem Bittgang zu beten.) V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Gott heiliger Geist! Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott! Gott, dessen Macht sich über alles erstreckt! O Gott, dessen Fürsorge sich über alle Geschöpfe verbreitet! O Gott, der Du die Vögel der Luft ernährest! D Gott, der Du die Blumen des Feldes bekleidest! 21 R.Erbarme Dich unser! d # 1 IE 201 min hittan Dich se 322 O Gott, der Du uns durch deinen Sohn um das tägliche Brod zu bitten gelehrt haft! O Gott, auf dessen Wink die erwärmende Sonne aufund niedergeht! O Gott, der Du die Erde mit Regen und Thau befeuchtest! O Gott, der Du alle Elemente mit Allmacht und Weisheit beherrschest! V. Wir arme Sünder! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du den ausgestreuten Saamen segneft! Daß Du unsere Felder( Weinberge) und Wiesen fruchtbar machest! Daß Du Regen und Sonnenschein zu rechter Zeit sendest! Daß Du allen Arbeiten des Landmanns Gedeihen schenkest! Daß Du die Früchte der Erde vor schädlichem Ungewitter bewahrest! Daß Du Blitz und Hagel von unsern Feldern abwendest! Daß Du uns mit verheerenden Ueberschwemmungen verschonest! Daß Du uns die geschenkten Früchte zu deiner Ehre in Gesundheit genießen lassest! Daß wir deine milden Gaben nicht in Sünden verzehren! Daß wir unsere Dankbarkeit durch Früchte der Tugend bezeugen! Daß wir den Armen und Bedürftigen von deinen Geschenken mittheilen! Daß wir auch das Unglück in Geduld ertragen! Daß wir deine Züchtigung zu unserer Besserung annehmen! Daß wir durch deine Gnade vor zeitlichem und ewigem Verderben bewahret werden! V. O Lamm Gottes u. s. w.( 3 mal) R. 1) Verschone uns, o Herr! R.Erbarme Dich ic. 3) Erbarme Dich unser, o Herr! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! 2) Erhöre uns, o Herr! V. Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. s. w. Lasset uns beten. Herr, unser Gott! wir glauben fest, daß Du allmächtig und unendlich heilig und weise bist. Uns geschehe demnach, wie Du willst! Denn Dir allein ist offenbar, was uns an Leib und Seele in diesem und dem kommenden Leben heilsam 323 ist. Deiner Vorsicht überlassen wir Alles; deiner Liebe empfehlen wir Alles; von deiner Erbarmung hoffen wir Alles. So unwürdig wir auch deiner Barmherzigkeit waren, so hast Du uns dennoch bisher so viel Gutes gethan, daß wir mit Zuversicht hoffen, Du werdest unsre Schicksale auch künftig mit Batergüte leiten. Vergib uns unsere Sünden und tilge alles Böse in uns, damit wir alle Tage unsers Lebens Dir mit reinem Herzen dienen. Nach diesem Leben laß uns bei Dir Freude und Seligkeit finden, durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der u. f. w. R. Amen. Anmerk. Während der Bittwoche kann auch mit der XIII. und XIV. Litanei abgewechselt werden. IX. Litanei auf die heil. Auffahrtszeit unsers Herrn Jesu Christi. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Gott heiliger Geist! Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott! Jeſu, Du Urheber und Vollender unsers Glaubens! Jesu, der Du uns durch deinen Tod Vergebung unsrer Sünden verdient hast! Jesu, der Du uns durch deine Auferstehung die Hoffnung zum ewigen Leben begründet. haft! Jesu, der Du nach deiner Auferstehung vierzig Tage lang unter deinen Jüngern gewandelt bist! Jesu, der Du deinen Jüngern die Vollmacht, Sünden zu vergeben und zu behalten, ertheilt hast! Jesu, der Du sichtbarlich zu deinem und unserm Vater in den Himmel aufgefehren bist! Jesu, der Du die Gerechten der Vorzeit aus der Vorhölle erlöset und mit Dir in den Himmel aufgenommen hast! Jesu, der Du deinen Dienern im Hause deines Vaters Wohnungen zubereitet haft! 21* R. Erbarme Dich unser! 11 It 201 mi rithan Dich se 324 Jesu, der Du nun sißest zur Rechten des allmächtigen Vaters! Jesu, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden übergeben ist! Jesu, der Du kommen wirst zu richten die Lebendigen und die Todten! Jesu, Du unser Begnadiger, unser Mittler und Fürsprecher beim Vater! V. Wir arme Sünder! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du uns verschonest! Daß Du uns die Sünden verzeihen wolleft! Daß Du in uns die Begierde nach himmlischen Gütern entzünden wollest! Gib, daß wir die Widerwärtigkeiten und Leiden geduldig ertragen! Verleihe, daß unsere Leiden in ewige Freuden verwandelt werden! Hilf uns, daß wir von ganzem Herzen nach dem Reiche Gottes und seiner Gerechtigkeit trachten! Gib, daß wir unsere Herzen immer mehr von dem Irdischen losreißen und zum Himmlischen erheben! Gib, daß wir hier gerecht bis an unser Lebensende wandeln! Daß Du auch uns eine Wohnung im Hause deines Vaters zubereiten wolleft! Jesu, Sohn Gottes! V. O Lamm Gottes u. s. w.( 3 mal) R. 1) Verschone uns, o Herr! R. Erbarme 2c. - R. Wir bitten Dich, erhöre uns! 2) Erhöre uns, o Herr! 3) Erbarme Dich unser, o Herr! V. Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. s. w. Lasset uns beten. O Jesu! der Du( in dieser Zeit) zu deinem Vater sichtbar in den Himmel aufgefahren bist, wir bitten Dich, verleihe uns deine göttliche Gnade, damit wir durch lebendigen Glauben an Dich, durch vollkommenen Gehorsam gegen deine heilige Lehre und Gebote, und Uebung aller Tugenden würdig befunden werden mögen, um deiner unendlichen Verdienste willen in den Himmel einzugehen; wo Du mit dem Vater und dem heiligen Geiste u. f. w. R. Amen. X. Litanei vom heiligen Geiste. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Gott heiliger Geist! Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott! Du Geist der Wahrheit und der Weisheit! Du Geist des Verstandes und der Stärke! Du Geist der Andacht und des guten Raths! Du Geist der heiligen Furcht und der Liebe! Du Geist der Freude und des Friedens! Du Geist der Geduld und Güte! Du Geist der Langmuth und der Sanftmuth! Du Geist des Glaubens und der Zuversicht! Du Geist der Demuth und der Ergebenheit! Du Geist der Enthaltsamkeit und Klugheit! Du Geist des Lebens und des Heils! Du Geist aller Tugenden! Du Geist aller Kinder Gottes! 325 MAS TUESE * 100 Heiliger Geist, Du Reiniger unserer Seelen! Heiliger Geist, Du Regierer der allgemeinen Kirche! Heiliger Geist, Du Ausspender der himmlischen Gaben! Heiliger Geist, Du Durchschauer der Gedanken und Herzen! Heiliger Geist, Du Trost in allen Trübsalen! Heiliger Geist, Du Süßigkeit aller Anfangenden im Guten! Heiliger Geist, Du Stärke aller Zunehmenden im Guten! Heiliger Geist, Du Krone aller Vollendeten! Heiliger Geist, Du Freude der Engel! Heiliger Geist, Du Licht der Patriarchen! Heiliger Geist, Du Einsprecher der Propheten! Heiliger Geist, Du Mund und Weisheit der Apostel! Heiliger Geist, Du Sieg der Märtyrer! Heiliger Geist, Du Wissenschaft der Bekenner! Heiliger Geist, Du Reinigkeit der Jungfrauen! Heiliger Geist, Du Salbung aller Heiligen! V. Sen uns gnädig! R. Berschone uns, o heiliger Geist! V. Sey uns gnädig! R. Erhöre uns, o heiliger Geist! V. Von aller Sünde! R. Erlöse uns, o heiliger Geist! R. Erbarme Dich unser! TE 201 mi. Kitten Dic 326 Von aller Versuchung der Hölle! Bon aller Bestreitung der erkannten Wahrheiten! Von dem Blicke der Misgunst! Von aller Verstockung und Unbußfertigkeit! Von aller Nachlässigkeit und Trägheit im Guten! Von aller Unreinigkeit des Geistes und des Leibes! Von aller Spaltung und Irrlehre! Von aller bösen Gesinnung! Von dem ewigen Tode! Durch dein Hervorgehen aus dem Vater und dem Sohne! Durch deine Erscheinung bei der Taufe Christi! Durch deine Ankunft am Pfingstfeste! Am Tage des Gerichtes! V. Wir arme Sünder! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du alle Glieder der Kirche beleben und heiligen wollest! Daß Du uns die Gabe der Andacht und Gottseligkeit schenken wollest! Daß Du alle unsere Gedanken, Worte und Werke zu Dir emporrichten, und durch Dich heiligen wollest! Daß Du die himmlische Sanftmuth und Geduld in uns pflanzen wollest! Daß Du in uns den Hunger und Durst nach der Gerechtigkeit erregen wolleft! Daß Du uns zu Gefäßen deiner göttlichen Liebe machen wollest! Daß Du einen reinen Geist und ein reines Herz in uns erschaffen wellest! Daß Du uns den Frieden des Gewissens und die Ruhe des Herzens schenken wollest! Daß Du uns um der Gerechtigkeit willen Verfolgungen zu leiden, stark und würdig machen wolleft! Daß Du uns in deiner Gnade befestigen wolleft! R. Erlöse uns, o heiliger Geist! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! V. O Lamm Gottes u. s. w.( 3 mal) R. 1) Verschone uns, o Herr! 3) Erbarme Dich unser, o Herr! V. Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. f. w. 2) Erhöre uns, o Herr! Lasset uns beten. O Gott! der Du die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des heiligen Geistes in aller Weisheit unterwiesen 327 und mit himmlischen Gaben bereichert haft: verleih' uns die Gnade, daß wir durch denselben heiligen Geist zur immer vollkommeneren Erkenntniß deines heiligsten Willens und deiner Offenbarungen gelangen, mit göttlicher Liebe erfüllt werden, und uns seiner Tröstungen stets erfreuen mögen; durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, welcher mit Dir und dem heiligen Geiste u. s. w. R. Amen. XI. Litanei von der allerheiligsten Dreifaltigkeit. ( Auch an den Sonntagen nach Pfingsten zu gebrauchen.) V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Gott heiliger Geist! Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott! Unbegreiflicher Gott! Unveränderlicher, ewiger Gott! O Gott, Du unendliche Weisheit! O Gott, Du unerschöpfliche Güte! O Gott, Du ewige Wahrheit! O Gott, Du unbestechliche Gerechtigkeit! O Gott, Du unaussprechliche Barmherzigkeit! O Gott, in dem wir leben, uns bewegen und sind! O Gott, mit dessen Herrlichkeit Himmel und Erde erfüllt sind! O Gott, dem allein Ehre und Anbetung gebühret! O Gott, der Du uns in unserer Trübsal tröstest! O Gott, der Du allein wunderbar und groß bist in deinen Werken! O Gott, der Du warst, bist und seyn wirst! Du in deinen Gerichten gerechter und schrecklicher Gott! Ewiger Vater! Ewiger eingeborner Sohn! Gwiger heiliger Geist, der vom Vater und dem Sohne ausgeht! Heiligste Dreieinigkeit, ein einiger Gott! V. Sei uns gnädig! R. Verschone uns, o Herr! R. Erbarme Dich unser! 11 TE n min hitton Dich se = 328 V. Sey uns gnädig! R. Grhöre uns, o Herr! Von allem Uebel! Von aller Sünde! Von allem Unglauben! Von der Verachtung deiner Gaben und Gnaden! Von Nachlässigkeit und Trägheit im Guten! Von dem ewigen Tode! Durch deine Allmacht! Durch deine Weisheit! Durch deine unendliche Güte! Durch deine große Barmherzigkeit! Durch deine Geduld und Langmuth! Wir arme Sünder! Verleih' uns die.Gnade, Dich, den wahren Gott, immer und überall zu bekennen! Gib, daß wir Dich als Einen Gott in drei Personen immer und überall glauben und anbeten! Verleih', daß wir Dich aus ganzem Herzen und über Alles lieben! Beschütze und bewahre dein Volf, über welches dein heiligster Name angerufen wird! Gib den Irrenden die Gnade, daß sie auf den Weg der Gerechtigkeit zurückkehren! Verleihe den abgestorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe! R. Erlöse uns, o Herr! - R. Wir bitten Dich, erhöre uns! V. O Lamm Gottes u. f. w.( 3 mal) R. 1) Verschone uns, o Herr! 2) Erhöre uns, o Herr! 3) Erbarme Dich unser, o Herr! V. Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. s. w. V. Lasset uns preifen den Vater und den Sohn sammt dem heiligen Geiste! R. Loben und verherrlichen wir Ihn in Ewigkeit! V. Gepriesen bist Du, o Herr, in den Höhen des Himmels! R. Lobwürdig, herrlich und hocherhaben in Ewigkeit! Lasset uns beten. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du deinen Dienern die Gnade gegeben hast, in dem Bekenntnisse des wahren Glaubens die Herrlichkeit der ewigen Dreieinigkeit zu erkennen, und in der Allmacht deiner Majestät die Einheit anzubeten: wir bitten Dich, daß Du uns durch die Kraft dieses Glaubens vor allen 329 Widerwärtigkeiten allezeit beschüßen mögest; durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. XII.( XV.) Litanei vom allerheiligsten Altarssakrament. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Gott heiliger Geist! Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott! Jesu, lebendiges Brod, das vom Himmel herabstieg! Du verborgener Gott und Heiland! Du immerwährendes Opfer! Du reinstes Opfer! Du unbeflecktes Gotteslamm! Du Speise der Engel! Du verborgenes Manna! Du Denkmal der göttlichen Wunder! Du Wort, das Fleisch geworden! Du Wort, das unter uns wohnet! Du Kelch der Segnung! HIGHS Du Geheimniß des Glaubens! Du hocherhabenes und anbetungswürdiges Sakrament! Du hochheiligstes aller Offer! Du wahrhaftes Sühnopfer für Lebende und Verstorbene! Du himmlische Arznei, die vor Sünden uns bewahret! Du hochheiliges Gedächtniß des Leidens unsers Herrn! Du vorzügliches Denkmal der göttlichen Liebe! Du hochheiliges und erhabenstes Geheimniß! Du Heilmittel der Unsterblichkeit! Du unblutiges Opfer! Du Geheimniß göttlichen Erbarmens! Du Band der Liebe! bay Du Erquicung heiliger Seelen! Du Wegzehrung der im Herrn Sterbenden! Du Unterpfand fünftiger Herrlichkeit! V. Sey uns gnädig! R. Verschone uns, o Herr! V. Sey uns gnädig! R. Erhöre uns, o Herr! R. Erbarme Dich unser! d 201 2015 miwitten ich se 202 330 Vom unwürdigen Empfang deines Leibes und Blutes, Von der Begierlichkeit des Fleisches, Von der Begierlichkeit der Augen, Von der Hofffahrt des Lebens, Von jeder Gelegenheit zu fündigen, Durch jene Sehnsucht, mit der Du verlangtest, mit deinen Jüngern Ostern zu halten, Durch jene höchste Demuth, mit der Du deinen Jüngern die Füße gewaschen, Durch die glühende Liebe, in der Du dieß göttliche Satrament eingesetzt, Durch dein kostbares Blut, das Du uns auf dem Altare hinterlassen, Durch die fünf Wunden deines heiligsten Leibes, die Du für uns empfangen, Wir Sünder, Daß Du uns verzeihest, Daß Du uns den Glauben und die Andacht zu diesem wunderbaren Sakramente mehren und erhalten wollest, Daß Du uns zum öfteren Empfang des heiligen Abendmahls durch wahres Bekenntniß unserer Sünden hin führen wollest, Daß Du uns vor aller Irrlehre, Unglauben und Verblendung des Herzens bewahren wollest, Daß Du uns die kostbaren und himmlischen Früchte dieses heiligsten Sakramentes zutheilen wollest, Daß Du uns in der Todesstunde mit dieser himmlischen Wegzehrung stärken und waffnen wollest, Jesu, Sohn Gottes! R. Erlöse uns! - R. Wir bitten Dich, erhöre uns! V. O Lamm Gottes u. s. w.( 3 mal) R. 1) Verschone uns, o Herr! 2) Erhöre uns, o Herr! 3) Erbarme Dich unser, o Herr! V.( Shristus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! V. Herr erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. f. w. Lasset uns beten. Sey gegrüßt, Du hochwürdigstes Sakrament! Jesus Christus, wahrer Sohn Gottes, der Du unter dieser Gestalt des Brodes wahrhaftig gegenwärtig bist! Wir beten Dich an mit jener Andacht und Ehrfurcht, mit welcher Dich die Chöre der Engel anbeten und verehren. Bor Dir fallen wir im Geist 331 der Demuth nieder, und bekennen und glauben, daß Du, unser Herr und Gott, bier wirklich gegenwärtig seyest, und uns aus diesem heiligen Sakramente gnädig anblickest und das Innerste unserer Herzen durchschauest. Wir glauben, daß unter dieser Gestalt des Brodes nicht nur dein Fleisch und Blut, sondern auch deine ganze Gottheit und Menschheit ent= halten sey. Und obschon wir dieses nicht mit Augen sehen können, so glauben wir es dennoch so fest, daß wir bereit sind, unser Leben für diese Wahrheit hinzugeben. O Du einzige und wahre Zuversicht unserer Seele, Jesus Christus! wir loben, lieben und beten Dich an, und bitten Dich lasse uns in Ewigkeit nimmer von Dir getrennt werden. Sey unser Trost im Leben, unsere Wegzehrung und unser Begleiter im Tode, unsere Belohnung in der Ewigkeit; um dieses bitten wir für uns und alle unsere Freunde und die ganze Christenheit, durch deine Thränen, durch deinen Schweiß und dein Blut! Segne uns, o Herr Jesus Christus! mit dem Vater und dem heiligen Geist und gib uns Allen reichliche Gnade, daß wir immer und in Allem, jetzt und in der Stunde unseres Hinscheidens deinen heiligsten Willen umfangen und vollbringen mögen. Amen. Bit and and * Während der Fronleichnamsoktave kann statt der obigen Litanei auch die vom heiligsten Namen Jesu( siehe oben Seite 307) genommen werden, sammt dem daselbst( S. 309) noch angefügten Versikel und Gebet vom allerheiligsten Altarssakrament. XIII. Erste Litanei von der göttlichen Vorsehung. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Chriftus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Gott heiliger Geist! Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott! Gott, Schöpfer Himmels und der Erde! Allmächtiger, allweiser und allgütiger Gott! mules Gott, nach dem alle Augen vertrauensvoll schauen! im ind O Gott, der Du aller deiner Geschöpfe Dich erbarmest! O Gott, der Du Alles, was da lebt, mit Segen erfüllest! O Gott, der Du den Mond uns zum Zeitmaße erschufft! R. Erbarme Dich unser! CAREE 201 mi.. hittar Dich se 332 D Gott, durch den die Senne weiß, wenn sie auf- und untergehen soll! O Gott, der Du die Erde in Nacht verhüllest und Dunkel sendest! O Gott, dem die Sturmwinde und Blige dienen! O Gott, der Du dem Wasser seine Grenzen angewiesen hast! O Gott, der Du die Wolken sammelst und dem Lande Regen sendest! O Gott, der Du mit Kräutern und Blumen schön die Berge bekleidest! O Gott, der Du Nahrung dem Vich und jungen Raben Speise ertheilest! O Gott, zu dem die wilden Thiere nach Sättigung schreien! O Gott, dem der Vögel Schaar anmuthig in Lüften singt! O Gott, der für Heerden Gras, Getreid' für Menschen wachsen läßt! O Gott, der Du uns ein Mahl aus der Erde bereitest und Brod, das Kräfte gibt! D Gott, der Du die Lilien und Blumen des Feldes betleidest! chan D Gott, der Du Alles zum Dienste des Menschen erschaffen haft und erhältst! D Gott, der Du die Trübsale zu unserer Prüfung und Besserung schickest! D Gott, der Du denen, die Dich lieben, Alles zum Besten lentst! O Gott, der Du alle Haare unseres Hauptes zählst! O Gott, ohne dessen Willen kein Sperling vom Dache fällt! V. Wir arme Sünder! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du uns vor Ungeduld und Kleinmuth bewahrest! Gib, daß wir immer ein herzliches Vertrauen zu deiner Vorsehung haben! Laß uns im Glück nie hochmüthig werden und Deiner vergessen! Gib, daß wir allen deinen Fügungen uns tindlich unterwerfen! Laß uns deinen Namen preisen, Du magst geben oder nehmen! E Gib, daß sich dein Reich immer mehr unter uns verbreite! Verleih', daß dein Wille wie im Himmel so auch auf Erden geschehe! R. Erbarme Dich unser! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! Gib uns täglich, was wir zur Erhaltung des Lebens bedürfen! Verzeih' uns unsere Sünden, wie auch wir verzeihen unsern Beleidigern! Sende uns in der Versuchung Hülse, damit wir nicht unterliegen! Errette uns von allen Uebeln der Seele und des Leibes! Bewahre uns vor Hagel, Mißwachs und Theurung! Stärke uns in allen Widerwärtigkeiten! Führe uns zur Tugend und Vollkommenheit! Ertheile uns Allen nach diesem Leben die ewige Seligkeit! V. O Lamm Gottes u. f. w.( 3 mal) R. 1) Verschone uns, o Herr! - 3) Erbarme Dich unser, o Herr! V. Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! 333 2) Erhöre uns, o Herr! V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. s. w. V. Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit! R. Und das andere wird euch dazu gegeben. Gott Vater vom Himmel! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Gott heiliger Geist! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! Lasset uns beten. D Herr! wir unterwerfen uns mit Demuth deinen unerforschlichen Anordnungen, voll des Vertrauens auf die Weisheit und Güte deiner väterlichen Regierung. Stärke uns zur Geduld und Ergebung in deinen heiligen Willen durch einen festen Glauben an deine allwaltende Vorsehung, damit wir einst mit desto freudigerm Danke Dich loben und preisen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. R. Amen. XIV. Zweite Litanei von der göttlichen Vorsehung. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott! O Gott, dessen Allmacht Himmel und Erde aus Nichts erschaffen hat! D Gott, der Du mit unendlicher Weisheit deine ganze Schöpfung beherrschest! R. Grbarme Dich unser! R. Auf 2c. D 11 TE 5 mi Kibbe Dich se SEE Э EN 334 O Gott, der Du für alle Völker, wie für jeden einzelnen Menschen sorgest! O Gott, dessen Vorsehung in alle Verhältnisse des Men= schen eingreift! O Gott, der Du selbst das Böse zum Guten zu wenden. vermagst! Urtheilen, O Gott, der Du unbegreiflich bist in deinen und unerforschlich in deinen Wegen! O Gott, dessen Gedanken und Wege, über die menschlichen Gedanken unendlich erhaben sind! SHU O Gott, der Du alles Vergangene, Gegenwärtige und Zukünftige auf einmal vollkommen durchschauest! O Gott, dessen Willen alle Elemente gehorchen! V. Wir arme Sünder! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! Laß unsere Felder( Weinberge) und Fluren fruchtbar seyn! Segne die Mühe des Landmanns und gib allen seinen Arbeiten Gedeihen! Laß die Gewitter den Früchten des Feldes fruchtbar vorüberziehen! Laß durch den Donner die frechen Sünder an das Gericht erinnert und zur Buße aufgeschreckt werden! Gib, daß die Arbeiter auf dem Felde sich jederzeit deiner Allgegenwart erinnern und von allem Bösen enthalten mögen! A Verleihe, daß wir beim Anblick aller Gewächse an deine Güte erinnert und zur dankbaren Freude ermuntert werden! Verleihe, daß wir beim Anblick der Blüthen und Früchte den Entschluß fassen, Früchte der Tugend zu bringen! Verleihe, daß wir bei dem Anblicke des Unkrautes uns an die Sünde erinnern, und sie gleich dem Unkraute ausrotten mögen! Gib, daß wir uns jederzeit mehr um die unvergängliche als um die vergängliche Nahrung bewerben! Laß deine Gnade an uns wirksam seyn zum ewigen Leben! Laß uns fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Trübsal, und unermüdet im Gebete seyn! Bewahre uns nicht nur vor dem zeitlichen, sondern noch vielmehr vor dem ewigen Verderben! R. Auf Dich vertrauen wir! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! V. D Lamm Gottes ut. f. w.( 3 mal) R. 1) Verschone uns, o Herr! 3) Erbarme Dich unser, o Herr! - 335 Jipe 2) Erhöre uns o Herr! Find V. Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! to unfer V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. s. w. Lasset uns beten. Wir bitten Dich, allmächtiger, gütiger Gott, durch die Verdienste deines eingebornen Sohnes, unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi, wende von uns ab alle schädlichen Ungewitter, bewahre uns vor Mißwachs und Hagel, gib der Erde Wachsthum und Gedeihen, segne unsere Felder( und Weinberge), beschüße unsere Wohnungen und alles, was wir durch deine Güte besigen; damit wir unsere Nahrung immer finden mögen, und es uns dadurch erleichtert werde, unsere Berufspflichten treulich zu erfüllen. Vorzüglich aber wende alles von uns ab, was unsern Seelen schaden und uns dein Mißfallen zuziehen könnte, und verleihe uns deine göttliche Gnade, daß wir vor allen Dingen nach deinem Reiche und der Gerechtigkeit trachten, und deinen heiligen Willen treu vollziehen, damit wir einst nach diesem sterblichen Leben zu Dir gelangen und uns der ewigen Seligkeit erfreuen mögen, welche Du uns versprochen hast durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. XV.( XVIII.) Lauretanische*) Litanei zur Verehrung der seligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Chriftus, höre uns! R. Chriftus, erhöre uns! *) Obige Litanei hat ihren Namen von dem berühmten Wallfahrtsort Lo. retto, wo sie zuerst gebraucht wurde. Sie verbreitete sich schnell in alle Theile der katholischen Welt, so daß sie schon lange den Charakter einer allgemeinen, von der ganzen Kirche anerkannten Litanci hat. Die erhabenen Bilder und Gleichniffe, durch die sie sich vor den meisten andern Litaneien auszeichnet, sind sämmtlich der heil. Schrift, besonders dem hohen Liede entnommen, deren Erklärung in Rippels Schönheit der katholischen Kirche" ( herausgegeben von Himioben zu Mainz) und andern katholischen Er. bauungsbüchern nachgeschlagen werden kann. 11 11 TE 201 Min hittar Dich se 3 eh 336 Gott Vater vom Himmel! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Gott heiliger Geift! Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott! Heilige Maria! Heilige Gottesgebärerin! Heiligste Jungfrau aller Jungfrauen! Mutter Christi! Mutter der göttlichen Gnade! Du allerreinste Mutter! Du allerkeuschefte Mutter! Du unversehrte jungfräuliche Mutter! Du unbefleckte Mutter! Du liebenswürdigste Mutter! Du bewunderungswürdige Mutter! Du Mutter unsers Schöpfers! Du Mutter unsers Erlösers! Du allerweiseste Jungfrau! Du ehrwürdige Jungfrau! Du preiswürdige Jungfrau! Du mächtige Jungfrau! Du gütige Jungfrau! Du getreue Jungfrau! Du Spiegel der Gerechtigkeit! Du Sit der Weisheit! Du Ursache unserer Freude! Du geistliches Gefäß! Du ehrwürdiges Gefäß! Du vortreffliches Gefäß der Andacht! Du geheimnißvolle Nose! Du Thurm Davids! Du elfenbeinerner Thurm! Du goldenes Haus! Du Arche des Bundes! Du Pforte des Himmels! Du Morgenstern! Du Heil der Kranken! Du Zuflucht der Sünder! Du Trösterin der Betrübten! Du Hilfe der Christen! Du Königin der Engel! R. Erbarme Dich unser! 20 9662 19800 R. Bitt' für uns! Du Königin der Patriarchen! Du Königin der Propheten! Du Königin der Apostel! Du Königin der Märtyrer! Du Königin der Bekenner! Du Königin der Jungfrauen! Du Königin aller Heiligen! V. O Lamm Gottes u. f. w.( 3 mal) R. 1) Verschone uns, o Herr! - 3) Erbarme Dich unser, o Herr! V. Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! - 337 R. Bitt' für uns! 2) Erhöre uns, o Herr! V. Herr, erbarme Dich unser! R. Chriftus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. s. w. Lasset uns beten. Unter deinen Schuß und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin! Verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöthen, sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren, o du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau! unsre Frau, unsre Mittlerin, unsre Fürsprecherin, versöhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stell uns vor deinem Sohne. V. Bitte für uns, o heilige Gottesgebärerin! R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi! Wir bitten Dich, o Herr! ergieß' deine Gnade in unsere Herzen, damit wir, die wir durch die Botschaft des Engels die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung geführt werden; durch denselben Christum, unsern Herrn. R. Amen. V. Bitte für uns, o heiliger Joseph! R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi! Wir bitten Dich, o Herr! daß Du uns beistehest und helfest, auf die Fürbitte Josephs, des Bräutigams deiner seligsten Mutter, damit, was unser Gebet nicht erlangen kann, uns durch seine Fürbitte geschenkt werde; der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater u. s. w. R. Amen. Ihr unsere heiligen Schußengel und alle Heiligen! preiset Gott für uns, die wir uns sehnen, einst in Ihm zu ruhen. Preiset Ihn für alle Gnaden und Gutthaten, die Gr uns auf euere Fürbitte erwiesen hat, bis wir Ihn mit euch unaufhörlich loben, indessen wir schon jetzt dankbar rufen: V. und R. Ehre sey dem Vater und dem Sohne, und dem 22 CAREE It Min hittan Dich se 338 heiligen Geiste, wie sie war, im Anfang, jetzt und zu ewi gen Zeiten. Amen. med erotiske rock tipingu, m V. Laß auch, Allbarmherziger! die Seelen der abgestorbenen Christgläubigen im Frieden ruhen. R. Amen. XVI.( XVII.) not Zweite Litanei zur Verehrung der ſeligsten Jungfrau Maria. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel! Gott Sohn, Erlöser der Welt! vid Gott heiliger Geist! Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott! Heilige Maria! Heilige Gottesgebärerin! Eindhas Heilige Jungfrau aller Jungfrauen! R. Erbarme Dich unser! Du den Patriarchen versprochene Jungfrau! Du von den Propheten vorhergesagte Jungfrau! Heilige Jungfrau aus dem Stamm Davids! Du heilige Jungfrau, auf deren Demuth Gott herab. gesehen hat! it be the stand Du vom Engel gegrüßte Jungfrau! Du unter allen Weibern gebenedeite Jungfrau! Heilige Jungfrau, die du dich als Magd des Herrn befannt hajt! Heilige Maria, von welcher der Welterlöser geboren wurde! Heilige Maria, die du von den Hirten und Weisen besucht wurdest! Heilige Maria, die du dem Geseße der Reinigung dich freiwillig unterwerfen hast! per timor Heilige Maria, die du mit deinem Sohn nach Aegypten flieben mußtest!# Heil. Maria, die du aus Aegypten in's Land Israel zurückgekehrt bist! Heil. Maria, die du deinen Sohn drei Tage lang mit Schmerzen gesucht haft! Heil. Maria, die du deinen Sohn mit Freuden im Tempel gefunden hast! R. Bitte für uns! Heil. Maria, der Jesus unterthänig gewesen ist! Heil. Maria, die du bei dem Kreuze deines sterbenden Sohnes gestanden bist! Heil. Maria, die du von Jesu dem geliebten Jünger Johannes empfohlen wurdest! Schwerte Heil. Maria, die du durch Jesu Auferstehung mit höchster Freude erfüllt wurdest! Hell. Maria, die du am Pfingstfest vom heiligen Geiste erfüllt wurdest! Heil. Maria, die du in den Himmel aufgenommen wurdest! Heil. Maria, die du von deinem Sohne mit unaussprechlicher Herrlichkeit gekrönt wurdest! Heil. Maria, die du beim Leiden Jesu vom des Schmerzes durchdrungen wurdest! V. Lamm Gottes u. ut. f. w. w.( 3 mal) R. 1) Verschone uns, o Herr! 3) Erbarme Dich unser, o Herr! 339 R. Bitte für uns! 2) Erhöre uns, o Herr! höre uns! R. erhöre uns! V. Hert, erbarme Dich unſer! R. Chriſtus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. s. w. Lasset uns beten. Herr Jesus Christus! der Du deine heilige Mutter über alle Geschöpfe in Herrlichkeit erhoben, und uns dieselbe zur vorzüglichsten Fürbitterin vor deinem Throne gegeben haft: verleihe gnädig, daß wir auch die Tugenden derjenigen nachahmen, deren vielvermögender Fürsprache wir uns erfreuen; der Du lebst und regierst u. f. w. R. Amen. s. XVII.( XIX.) Litancigesang zur Prozession an den Festtagen Mariä oder zu ihrer Verehrung überhaupt. V. Herr, erbarme Dich! R. Herr, erbarme Dich! Herr, erbarme Dich unser! V. Christus, erhöre uns! R. Christus, erhöre uns! Erbarme Dich unser, o Herr! 1. O Allmächtiger Und Allwissender, Unser Schöpfer und Vater! Höre unser Nufen, Steh' auf unser Flehen! R. Erbarme Dich unser, v Gott! 2. D Du Gottes Sohn Und Begnadiger! Jesus, Heiland und Mittler! Höre unser Rufen, Sich' auf unser Flehen! R. Erbarme Dich u. f. w. 22* it d 11 mi( LL Dire eb m 340 3. D Gott, heil'ger Geist! Der Du Kraft verleih'st, Gutes stets zu vollbringen; Höre unser Rufen! Steh' auf unser Flehen! R. Erbarme Dich u. s. w. 4. O du Heilige, Hochgesegnete, Süße Mutter der Liebe! Trösterin in Leiden! Neinster Quell der Freuden! R. O bitt' für uns Maria! 5. D du Frömmste, Gottvertrauende, Schönste Tochter des Himmels! Daß wir hier auf Erden Fromm, wie du, auch werden! R. O bitt' u. f. w. 6. O du Reineste, Auserwählteste, Heller Spiegel der Unschuld! Rein, wie Lilienblüthe, Sey unser Gemüthe! R. O bitt' u. f. w. 7. O du Sittsamste, Eingezogenste, 3ierde deines Geschlechtes! Daß wir treu im Stillen Gottes Wort erfüllen. R. O bitt' H.[. w. 8. D Sanftmüthigste, Allerfreundlichste, 3arte Jungfrau voll Anmuth! Daß wir friedlich leben, Keinen Anstoß geben. R. O bitt' u. f. w. 9. D Demüthige, Sanftbescheidene, Suchst nicht irdische Hoheit! Daß wir Gott nur ehren, Aller Hoffahrt wehren! R. D bitt' u. s. w. 10. O Geduldige, Gottergebene, Auf dem Wege des Kreuzes! Daß wir ohne Klagen, Still die Leiden tragen! R. O bitt' u. f. w. 11. O du Himmlische! Liebenswürdigste, Leuchtend Vorbild der Tugend! Daß wir dir auch gleichen; Dir, der Tugendreichen! R. D. bitt' u. s. w. 12. O du Seligste, Hochverherrlichte, Nächst der Rechten des Sohnes! Daß uns werd' zum Lohne Einst des Himmels Krone. R. O bitt' u. f. w. 13. O barmherzige, O mitleidige Mutter unsers Erlösers! Tröstend uns begleite In dem letzten Streite! R. O bitt' u. s. w. 14. Himmelskönigin! Sen Fürsprecherin, Daß wir einst im Gerichte Wegen unsern Sünden Gnade mögen finden! R. O bitt' u. s. w. 15. D Du Gottes- Lamm, Das am Kreuzesstamm Für uns Sünder geblutet! Laß uns Gnade finden, Nachlaß unsrer Sünden. ( Diese Strophe wird dreimal gesungen.) 1) Verschone, verschone uns, o Herr! 2) Erhöre, erhöre uns, o Herr! 3) Erbarme, erbarme Dich unser. 341 XVIII.( XX.) Litanei für die Seelen der verstorbenen Christgläubigen. V. Lasset uns beten für unsere hingeschiedenen Eltern, Geschwistrige, Anverwandte und alle im Herrn entschlafenen Christen! R. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen! V. Herr, erbarme Dich ihrer! R. Christus, erbarme Dich ihrer! Gott, himmlischer Vater, der Du sie erschaffen haft! Gott Sohn, der Du sie erlöset hast! Gott heiliger Geist, der Du sie geheiliget haft! Heilige Dreieinigkeit, die sie geglaubt und bekennet haben Barmherziger Gott, auf den sie gehofft haben! Gütigster Gott, den sie von ganzem Herzen geliebt haben! Heiligster Gott, den sie angebetet und dem sie gedient state an haben! is the 3 Heilige Maria, Mutter Gottes! R. Bitt' für fie! Alle heiligen Engel und Erzengel! Alle heiligen Patriarchen und Propheten! Alle heiligen Apostel und Evangelisten! Alle heiligen Jünger des Herrn! Alle heiligen Märtyrer und Beichtiger! Alle heiligen Jungfrauen und Wittwen! Alle heiligen Büßer und Büßerinnen! Alle Heilige und Auserwählte Gottes! V. Sey ihnen gnädig! R. Verschone sie, o Herr!. V. Sey ihnen gnädig! R. Erlöse sie, o Herr! Von ihren noch anklebenden Sünden! Von allen ihren Peinen! R.Erbarme Dich ihrer! R. Bittet für sie! R. Erlöse fie, o Herr! V. Wir arme Sünder! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! Verleihe den leidenden Seelen Reinigung von ihren Sünden! Laß ihre Sündenschuld durch das kostbare Blut deines Sohnes getilget werden! Erfülle sie in ihrem Leiden mit himmlischem Troste! Erhöre ihr frommes Seufzen und Flehen nach deiner Hülfe! Stille ihr Verlangen, Dich in deiner Herrlichkeit zu schauen! TE 201 R. Wir bitten Dich zc. 342 Vollende die Zeit ihrer Läuterung! Verwandle ihre Leiden in unvergängliche Freude! Gib ihnen auf die Bitten aller Heiligen dein himmlisches Reich! Kröne sie als deine Auserwählten mit ewiger Herrlichkeit! Laß auch uns das Andenken an ihre Leiden nüßlich und heilsam werden! Gib, daß auch wir geringere Sünden meiden, um nicht durch größere ewig verloren zu gehen! Jesu, Sohn Gottes! V. O Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt( 3 mal) R. 1) Verschone sie, o Herr! - R. Wir bitten Dich, erhöre zc. 2) Erhöre sie, o Herr!- 3) Erbarme Dich ihrer, o Herr! V. Christus, höre sie! R. Christus, erhöre sie! V. Herr, erbarme Dich ihrer! R. Christus, erbarme Dich ihrer! V. Herr, erbarme Dich ihrer! Vater unser u. s. w. Laffet uns beten. O Gott, Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen! Verleih' den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Nachlaß aller Sünden, auf daß sie die Vergebung, die sie allzeit gewünscht, durch fromme Fürbitte erlangen; durch Jesum Christum deinen Sohn, unsern Herrn, der mit Dir 2c. R. Amen. * Obige Titanei kann auch in der vierten Station bei der Besuchung der Gräber( Seite 247) eingeschaltet werden. In diesem Falle bleiben dann die Nesponsorien daselbst weg, und folgt das unter ihnen stehente Gebet gleich nach dem Vater unser! ( stminsan dan SUN HO BE Horg cdgn 3 Siebente Abtheilung. Gebete und Andachten sowohl für den öffentlichen Gottesdienst als auch für die häusliche Erbauung. I. Die offene Schuld. THES Ich armer Sünder widerfage dem bösen Feinde, allen seinen Eingebungen, Rath und That. Ich glaube an Gott den Vater, an Gott den Sohn und an Gott den heiligen Geist. Ich glaube Alles, was die heilige katholische Kirche befiehlt zu glauben. Mit diesem heiligen katholischen Glauben beichte und bekenne ich Gott dem Allmächtigen, Maria, seiner hochwürdigsten Mutter, allen lieben Heiligen, und gebe mich schuldig, daß ich von meinen kindlichen Tagen an bis auf dieſe Stunde oft und viel gesündigt habe mit Gedanken, Worten und Werken, und Unterlassung vicler guter Werke; wie denn solches Alles geschehen ist, heimlich oder öffentlich, wissentlich oder unwissentlich; wider die zehn Gebote, wider die sieben Todsünden, an den fünf Sinnen meines Leibes, wider Gott, wider meinen Nächsten, wider das Heil meiner armen Seele. Solche und alle meine Sünden sind mir leid, und reuen mich von Herzen. Ich bitte darum demüthig Dich, ewigen barmherzigen Gott, Du wollest mir deine Gnade verleihen und mein Leben fristen, so lang, bis ich alle meine Sünden beichten und büßen, deine göttliche Huld erwerben, und nach diesem elender Leben die ewige Freude und Seligkeit erlangen möge. Deßhält klopfe ich an mein fündiges Herz, und spreche mit dem offenen Sünder: o Herr! sey gnädig mir armen Sünder. Amen. II. Das allgemeine Gebet. nebo Allmächtiger ewiger Gott, Herr, himmlischer Vater! Sie mit den Augen deiner grundlosen Barmherzigkeit unsern Jam mer, Elend und Noth. Erbarme Dich aller Christgläubiger für welche dein eingeborner Sohn, unser Herr und Heiland Jesus Christus, in die Hände der Sünder williglich gekommen 2.7 und auch sein kostbares Blut am Stamme des heiligen Kreuzes vergossen hat. Durch diesen Herrn Jesum wende ab von uns, gnädigster Vater, die wohlverdiente Strafe, gegenwärtige und zukünftige Gefahren, schädliche Empörung, Kriegsrüstung, Theurung, Krankheiten und betrübte armselige Zeiten. Erleuchte auch und stärke in allem Guten geistliche und weltliche Vorsteher und Regenten, damit sie alles befördern, was zu deiner Ehre, zu unserm Heil, und zum allgemeinen Frieden und Wohlfahrt der Christenheit gedeihen mag. Verleih' uns, o Gott des Friedens! eine feste Vereinigung im Glauben, ohne alle Spaltung und Trennung. Bekehre unsere Herzen zur wahren Buße und Besserung des Lebens. Zünde in uns an das Feuer deiner Liebe. Gib uns einen Hunger und Eifer zu aller Gerechtigkeit, damit wir als gehorsame Kinder Dir wohlgefällig seyen. Wir bitten auch, wie Du willst, o Gott, daß wir bitten sollen, für unsern heiligen Vater, den Papst, für unsern erzbischöflichen Oberhirten, für unsern Landesfürsten und das ganze großberzogliche Haus, für unsere Freunde und Feinde, für Gesunde und Kranke, für alle betrübte und elende Christen, für Lebendige und Abgestorbene.*) Dir, o Herr, sei empfoblen all' unser Thun und Lassen, unser Handel und Wandel, unser Leben und Sterben. Laß uns deine Gnade hier genießen und dort mit allen Auserwählten erlangen, daß wir in ewiger Freude und Seligkeit Dich loben und preisen mögen. Das verleih' uns, o Herr, himmlischer Vater! durch Jefum Chriftum, deinen Sohn, unsern Herrn und Hetland, welcher mit Dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. III. Gebet für den Landesfürsten. Allmächtiger Gott, Vater des Himmels und der Erde, pon dem alle irdische Macht herkömmt, und durch dessen Anordnung die Fürsten der Erde regieren: wir bitten Dich inständig für die Wohlfahrt deines Dieners unsers Landesregenten *) Deinen Segen, o Gott! sende auch herab auf die in dieser Woche u weihenden Geistlichen; gib thnen den heiligen Geist, daß sie als reue Seelenhirten vor Dir erfunden werden mögen.( Wird dieses an en Quatemberfonntagen und in der heil. Fastenzeit auch die ganze Quaimberwoche hindurch beigefügt.) 340^ m 11 N. Segne ihn, o Herr, mit deiner hilfreichen Gnade, daß er 7 alles Gute zur Ausbreitung deines göttlichen Reiches auf Erden befördere, seines Volkes Glück väterlich begründe, und selbst eine lange Reihe von Jahren hindurch wahres Wohl genieße, u einst aber ewig selig werde; durch Jesum Christum u. s. w. Amen. t. [= Kann statt des obigen Gebets auch die dritte der Kollekten für besondere Anliegen"( f. unten Nro. XIII. Seite 408) genommen werden. IV. Bußgebet des heil. Augustinus. sau( Siehe oben nach der V. Litanei, Seite 312.) V. Morgengebet. ( Nach dem heil. Alphons von Liguori.) Mein Gott! ich bete Dich an, ich liebe Dich von ganzem Herzen. Ich danke Dir für alle Wohlthaten, welche Du mir erwiesen, und besonders dafür, daß Du mich während diesert 13 Nacht so gnädig behütet hast. Alles, was ich heute thun oder leiden werde, opfere ich) Dir auf. Ich nehme mir vor, die Sünde zu fliehen, und bitte Dich, mir um Jesu deines Sohnes willen die Gnade der Beharrlichkeit zu verleihen. Besonders nehme ich mir vor, bei allen Widerwärtigkeiten mich in deinen heiligen Willen zu fügen, und zu sprechen:, Herr dein Wille geschehe!" Amen. Vater unser u. f. w. mal it it VI. Tägliche Anrufungen. a. Bu Maria. HOG ( Vom heil. Aloysius.) Heilige Jungfrau Maria! meine Führerin, meine Königin! Siehe, ich wende mich an dein erbarmungsreiches Herz, und stelle von heute an meinen Leib und meine Seele und alle die Meinigen unter deine Obhut und unter deinen ganz besondern Schuß! Dir vertraue ich und deinen Händen übergebe ich alle meine Hoffnungen und Tröstungen, alle meine Trübfale und Bedrängnisse, sowie auch den ganzen Lauf und das Ende 340 meines Lebens; auf daß durch deine heiligste Fürbitte und Verdienste alle meine Werke nach deinem Wohlgefallen und der Absicht vollendet werden, deinem göttlichen Sohne wohlzugefallen. Kann auch das Salve Regina( f. am Ende der kirchlichen Tagszeiten" Nro. XI. S. 373) ober: das Flehen zu Maria( f. bei den „ Gebeten vor der Beicht" Nro. XV. S. 418) genommen werden. b. Bum heiligen Schutzengel. ( Von der heil. Gertrudis.) O heiliger Engel Gottes, den Gott zu meiner Hut bestellte! Ich danke für all' deine Liebe, die du mir an Leib und Seele erwiesen hast. Ich lobe und verherrliche dich, daß du mir so getreulich beistehest, und mich gegen alle Anfälle des bösen Feindes beschüßest. Gesegnet sei die Stunde, feit welcher du nimmer aufhörst, mein Heil zu fördern! Das süßeste Herz Jesu, voll der seligsten Liebe, vergelte es dir. Ich bitte dich, o heiliger Engel, verzeih' mir, daß ich deinen heiligen Einigebungen so oft widerstrebte und dich, meinen geliebtesten Freund, betrübte! Fest nehme ich mir heute und immer vor, f dir zu gehorchen, und meinem Gott getreu zu dienen. Amen. h c. Bum Namensheiligen. ( Nach dem heil. Franz von Sales.) n O heiliger( heilige) N., dessen( deren) Name mir in der 2 heiligen Taufe gegeben ward! Laß dich bewegen durch das Vern trauen, das ich auf dich seße, und nimm die Bezeugung meiner li Andacht gütigst an. Ich preise Gott für die besondern Gnaden, mit welchen Er sich gewürdigt, dich auszuzeichnen, und bitte dich, du wollest mir von Ihm durch deine mächtige Fürbitte die Gnade erwirken, daß ich deinen Tugenden emsig nachfolgen möge. Bitte für mich durch jene Liebe, welche du zu Jesus und Maria getragen. Erlange mir die unaussprechliche Glückposeligkeit, daß ich lebe und sterbe in der Liebe Jesu und Maria's. orAmen. biç At te Our st VII. Tägliche Erweckungen. Glaube. en Mein Gott! ich glaube fest an Dich, daß Du einfach in der Natur und dreifach in den Personen bist. Ich glaube, 347 daß Jesus Christus, der Mensch gewordene Sohn Gottes, um unsere unsterblichen Seelen von dem ewigen Untergang zu erlösen, an dem Kreuze gestorben ist. Ich glaube, daß Du das Gute gütigst belohnst und das Böse gerechtest bestrafft. Dieses und überhaupt Alles, was die katholische Kirche zu glauben befiehlt, glaube ich fest und unbezweifelt; weil Du, mein Gott, es geoffenbaret hast, der Du als unendlich wahrhaft nicht kannst betrügen, und als unendlich weise nicht fannst betrogen werden. Mein Gott! vermehre in mir den Glauben. 317 Hoffnung. O Gott! Ich hoffe vertrauensvoll von Dir die ewige Seligkeit, und auch die Gnade und Mittel, die Seligkeit zu erlangen; weil Du es mir versprochen hast, der Du allmächtig, unendlich gütig und getreu bist. Mein Gott! stärke meine Hoffnung. Liebe. O Gott! Ich liebe Dich aus meinem ganzen Herzen über Alles, weil Du das allerhöchste Gut und aller Liebe würdig bist. Auch darum liebe ich Dich, weil Du gegen mich und alle Geschöpfe höchst gütig bist. Mein Gott! entzünde in mir die Liebe. CE * Denen, welche täglich diese drei göttlichen Tugenden im Stand der Gnade erwecken, hat Papst Benedikt XIV.( 28. Januar 1756) für jeden Tag einen theilweisen Ablaß, und wenn sie monatlich einmal nach würdigem Empfang der heil. Sakramente die üblichen Gebete*) verrichten, einen vollkommenen Ablaß verliehen, der auch den armen Seelen im Fegfeuer zugewendet werden kann. VIII. * egale Tägliche Vorsätze. Kannst du diese Vorfäße nicht täglich erwecken, so thue dieß doch wenigstens an Sonn- und Feiertagen. 1) Ich will jede Gelegenheit, Gutes zu thun, als einen Ruf des himmlischen Vaters ansehen, dem Beispiele seines göttlichen Sohnes zu folgen. 2) Ich will in zweifelhaften Fällen mich immer fragen: was hätte Jesus hier gesagt, gethan? Oder: was würde ich in meiner Sterbestunde hier sagen, thun?- - *) Siehe Ablaßandacht( Nro. XVIII. S. 440.) fammt der Erklärung über den Ablaß bei dem Unterricht über das Bußsakrament( Nro. XV. S. 416.) 348 3) Wenn mich die Sünde reizt, so will ich weg von ihrer Luft auf das Kreuz des Erlösers hinschauen, oder die letzten Dinge bedenken; und will dieß beharrlich thun: so lang die Versuchung währt oder wiederkehrt. 4) Das Unangenehme will ich nicht feig und weichlich fürchten, sondern gern auf mich nehmen, als willkommene Büßung für meine Sünden, und im Gedanken an Jesum, der auch für mich das Kreuz trug. 5) Für jede Freude will ich dem Herrn danken, und in Widerwärtigkeiten die feste Ueberzeugung mir bewahren, daß Alles, Glüd und Unglück, den Gottliebenden zum Vesten gereicht. 6) Was wider Pflicht und Ordnung ist, was mich mit Gott, mit dem Nächsten und mit meinem Gewissen entzweien könnte, will ich mir streng und schnell versagen. 7) Ich will mich im Erlaubten beherrschen, um gegen das Unerlaubte desto stärker zu werden. 8) Im Glauben an die heilige katholische Kirche, welche als die allein wahre auch allein selig machen kann, will ich leben und sterben. 9) Ich will stets eine innige Verehrung für Maria, die Mutter Gottes, bewahren, und in allen Gefahren des Leibes und der Seele mich in den Schutz ihrer mächtigen Fürsprache empfehlen. 10) In keinem Falle werde ich mir gestatten, von meinen täglichen Gebeten und sonstigen Andachtsübungen, oder von dem fleißigen Gebrauche der heiligen Sakramente abzulassen. * Wo möglich erwäge auch jeden Sonn- und Feiertag folgende und ähnliche Aussprüche des Herrn. Wenn ihr nicht Buße thut, so werdet ihr Alle zu Grunde gehen. Wer mir nachfolgen will, der nehme täglich sein Krenz auf sich, verläugne sich selbst, und folge mir nach. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, wer mir nachfolgt, wird nicht im Finstern wandeln. Wer nicht für mich ist, ist wider mich. Auch von jedem unnüßen Worte werdet ihr Rechenschaft geben müssen. Besser mit einem Aug' in den Himmel, als mit beiden in die Hölle, deren Feuer nicht erlischt, und deren Wurm nicht stirbt. Was nüßte es den Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne, an seiner Seele aber Schaden litte? In der Geduld werdet ihr eure Seelen besigen. Selig, wer ausharret! 349 Wer die Kirche nicht hört, der gelte dir für einen Heiden und öffentlichen Sünder. strominit Ohne mich vermöget ihr nichts. Bittet in meinem Namen, und mein Vater wird es euch geben. Fürchtet nicht diejenigen, die bloß den Leib tödten können, sondern Den, welcher Leib und Seele in die Hölle werfen kann. Bemühet euch, durch die enge Pforte in's Himmelreich einzugehen! Wer ein Weib begierlich ansieht, hat schon die Ehe mit ihr gebrochen. Wachet und betet! daß ihr nicht in Versuchung fallet; denn der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Was ihr dem geringsten meiner Brüder gethan habt, das habt ihr mir gethan. Auch ein Trunk Wasser in meinem Namen gereicht, wird nicht unbelohnt bleiben. IX. Tischgebete. * Vergiß nie, vor und nach Tisch zu beten. Du hast hierin einen Vorgänger, den du wohl nachahmen darfst den Herrn selbst, der diesen schönen Gebrauch*), uns zum Beispiel, allzeit und gewissenhaft beobachtet hat. - Vor Tisch. Aller Augen warten auf Dich, o Herr, und Du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit; Du thust deine Hand auf, und füllest Alles, was da lebt, mit Segen. Ehre sey dem Vater u. s. w. Vater unser u. s. w. D Herr! segne uns und diese Gaben, die wir von deiner milden Güte empfangen werden, durch Christum, unsern Herrn. Amen. Nach Tisch. Wir danken Dir, allmächtiger Gott, für alle deine Wohlthaten, der Du lebst und regierst in alle Ewigkeit. Amen. Ehre sey u. s. w. Vater unser u. s. w. Vergilt, o Herr! Allen, die uns Gutes thun, um deines Namens willen mit dem ewigen Leben, durch Christum, unsern Herrn. Amen. *) Math. 14, 19. Joh. 6, 11.- Mart. 14, 22. 350 X. Nachtgebet. bis ( Vom heil. Alphons von Liguori.) * Nach einer kurzen Gewissensforschung über den vergangenen Tag bete noch: Ich bereue von ganzem Herzen meine Sünden, mit denen ich Dich, Du unendliche Güte, beleidigt habe. Sie plagen ASUS mich mehr als jedes andere Uebel. Mit deiner Gnade, um die ich jetzt und für immer bitte, nehine ich mir fest vor, lieber zu sterben, als Dich je wieder zu beleidigen! Und nun danke ich Dir noch, o Gott, daß Du mich heute behütet hast. Jch bitte Dich, Du wollest mich auch in dieser Nacht beschüßen und mich vor aller Sünde bewahren! Ich will jeßt ruhen nach deinem Wohlgefallen, und mache die Meinung, durch jeden Athemzug Dich zu loben, zu lieben und Dir zu danken, so wie es die Heiligen im Himmel thun. Und du, Maria, meine Mutter! segne mich, und nimm mich in deinen Schuß. Auch du, heiliger Schuppatron, bitte für mich! Ihr Engel Gottes, wachet über diesem Hause und Allen, die darin wohnen! Amen. Vater unser u. f. w. XI. 14 - Food Fridhoftler Die kirchlichen Tagszeiten. 28 * Der Gebrauch der kirchlichen Tagszeiten ist so alt als die Kirche Schon im alten Bunde finden wir, daß gewisse Stunden des durch Opfer und Gebete Gott dem Herrn geweiht wurden, un es gehörte dieß zum heiligen Dienste, den die Priester zu Jerusalem täglich im Tempel zu verrichten hatten. Besonders war die sechete, neunte, zwölfte und Nachmittags die dritte Stunde hien bestimmt, und die Kirche hat nach dem Beispiel der Apostel siesen schönen Gebrauch beibehalten, indem sie ihre Priester nicht zu ähnlichen sondern auch zur Matutin und den Laudes, melche chemals vor Anbruch des Tages gehalten wurden, verbindlich chte. An diesen priesterlichen Tagszeiten nun mit andächtigem& müthe Theil nehmen, heißt so viel als: an den täglichen Geseten und Segnungen der ganzen Kirche Theil nehmen, man sich dadurch mit dem Bitten und Flehen ihrer sämmtlichen rlesterschaft vereinigt, das von dem ganzen Erdenrund aus tausend Herzen von Morgens bis Abends zum Himmel aufsteigt. Um diese höchst verdienstliche Andacht Allen möglich zu machen, ba steht hier nur das, was die Frömmern unter den Laten aber Jahrhunderte gewöhnlich mitgebetet haben, nämlich: T- 10³ 100. 2009 * f 15 351 1) Die Prim; fie fällt auf die sechste oder, wie die Römer zählten, auf die erste Tagesstunde. Sie ist das beste Morgengebet, das ein Hausvater mit den Seinigen in Einigung mit der Kirche verrichten kann, da alles darin Vorkommente ganz für eine gemeinschaftliche Frühandacht eingerichtet ist in schönster Abwechslung von aufeinanderfolgenden Pfalz men, Antiphonen, Liedern und Gebeten. 2) Die Terz; sie fällt auf die dritte oder, nach unserer Nechnung, auf die neunte Stunde, so wie 3) Die Sert auf den Mittig, und um 10 7 4) Die Non auf Nachmittags trei Uhr. ― 83 die ächte Diese Horen oder Gebetstunden stellen die Erhebungen des christlichen dar, das mit und in steter Verbindung bleibt, und diese be auch während den Geschäften des täglichen Berufes turch frommen Aufblick forterhält, Weise, wie wir den Segen innerer Heiligung und möglichsten Gelingens auf unser äußeres Thun herabziehen sollen, nach dem Kernspruch der Alten: Das Herz bei Gott, die Hand bei der Arbeit". Es können übrigens die Horen auch im nachmittägigen Gottesdienst als Stillandacht gebraucht werden, wenn man nicht vorzieht, seine Stimme mit dem Gesang der Andern zu vereinigen. " 1 5) Die Vesper und Komplet sind für den Abend bestimmt; besonders eignet sich lettere für ein gemeinschaftliches Nachtgebet, da sie auf ähnliche Weise wie die Prim eingerichtet ist. Mögen diese tirchlichen Tageszeiten in allen christlichen Häusern Eingang finden, und die kleinen Kreise der Familien mit dem großen Kreis in einem Bitten und der ganzen katholischen Kirche vereinigen Fleben zum Herrn der Herrn, der, wenn nur zwei oder drei in seinem Namen- d. t. mit Ihm durch seine Kirche vereinigt zusammenkommen, seine gnadenvolle Gegenwart( Math. 18, 20.) verheißen hat. - Morgenhymne.*) O Herr, voll Huld und Gütigkeit, Gott, Schöpfer, hoch gebenedeit, In deines Wesens Einigkeit, mor Dreieinig, Gott in Gwigkeit! Netch' uns Erwachenden die Hand! Nein sey das Herz, klar der Verstand, Daß brünstig wir zur Ehre Dein' Dir würd'ge Dankgesänge weih'n. 10: - Dem Vater auf dem ew'gen Thron, lind seinem eingebornen Sohn, Dem heil'gen Geist auch sey geweiht Nuhm, Ehr' und Preis in Ewigkeit. Amen. *) Die fechs Hymnen zu den kirchlichen Tagszeiten( S. 351-371) können gesungen werden nach folgenden Nummern aus der I. Abtheilung des Melodienbuches, als: Nro. 5( S. 6)-Nro. 23( S. 22)- Nro. 24( S. 24) oder Nro. 116 ( S. 108),- auch wie Nro. 31 der II. Abtheilung( S. 195). 352 Bur Prim. * Gedenke jener Frühstunde, wo Jesus von den Pharisäern verhört und des Todes schuldig erklärt wurde. Dann stelle dich im Geiste vor sein Grab, an welchem auch in einer Frühstunde Auferstandene die trauernde Magdalena getröstet hat. S Vater unser u. s. w. Gegrüßet seyst Du u. f. w. Ich glaube an Gott Vater u. s. w. V. Gott, merk' auf meine Hülfe! R. Herr, eile mir zu helfen! Hymne. ( Jam lucis orto sidere.) Nun, da des Morgens Licht erwacht, Sey Gott die Bitte dargebracht, Daß, draut im Tagwerk uns Gefahr, Er uns vor Feindeslift bewahr'. V. und R. Ehre sey dem Vater und dem Sohne, und dem heil. Geiste. Gleich wie es war im Anbeginne, und jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Die Zunge zähin' Er, daß von Streit Sie bleib' und Hader unentweiht. Er schirm' uns wahrend das Gesicht, Daß Eitles es beflecke nicht. Rein sey des Herzens Sinn und Drang, Fern bleib' uns träger Müßiggang: Des Fleisches Stolz und Ueppigkeit Bestege weise Mäßigkeit. Daß wir, wann sich der Zag geneigt, Und Nacht zur Erde niedersteigt, Von aller Sünd' und Thorheit fern Die Ehre geben Gott dem Herrn. em Vater auf dem ew'gen Thron, - der Und seinem eingebornen Sohn, Dem heil'gen Geist auch sey geweiht Ruhm, Preis und Ehr' in Ewigkeit. Amen. Psalm 53. -- Dein Name sey mein Heil. O Gott! in deiner Stärke* Vertritt mich im Gericht. 353 Erhöre mein Gebet! Dein Ohr, o Richter, merke,* Was meine Stimme spricht! Du siehst, wie Feinde rings sich wider mich erheben, mich ihr Grimm bedroht. Wie Nicht achten sie des Herrn, sie steh'n nach meinem Leben, Und sinnen meinen Tod. Der Herr beschirmet mich; es schüßt mich seine Treue,* Es rettet mich sein Arm. Ihr Trug fall' auf ihr Haupt;*) in deiner Kraft zerstreue, O Herr! der Frevler Schwarm. * Lobfingen will ich Dir, und deinen Ruhm verbreiten,* Und Opfer bringen dar. Dir, Gott, gebühret Dank und Preis zu allen Zeiten,* Dir, Retter in Gefahr. Dein Arm befreite mich, o Gott! aus meinen Nöthen,* Nahm von mir meine Last: Du schlugst erbarmungsvoll die, so mich wollten tödten,* Gott, der die Frevler haßt. Preis Dir, dreiein'ger Gott; und Ruhm zu allen Zeiten, Dir, Vater, Sohn und Geist. * Herr, den von Anbeginn, jetzt und in Ewigkeiten* Der Engel Loblied preist. Amen. *) David, der Mann nach dem Herzen Gottes," hatte sich von jeher Gerechtigkeit und Religion zum Wahlspruch gemacht, und wurde deßhalb von böswilligen Menschen, die mit scharfem Blick in ihm ein Haupthinderniß ihrer Plane erkannten, nicht wenig verfolgt. Gottes Sache war seine Sache; drum waren auch Gottes Feinde seine Feinde. Sein Unmuth, den er da und dort über sie ausspricht, ist nicht kleinliche Rachsucht, sondern höherer Eifer für seinen Gott und Herrn, deffen heilige Sache er führte, und kam aus ungeheucheltem Haß gegen alle Ungerechtigkeit und Bosheit, die sich dem Recht und Gesez entgegenstellten und die Segnungen der von ihm beschügten Religion verkümmerten. So ist denn David ein Vorgänger aller jener frommen und eifrigen Seelen geworden, die um des Guten willen in dieser schlechten Welt zu leiden haben. Gehörst du zu diesen, o Chrift, so wirst du die Verwünschungen Davids vollkommen verstehen. Du wirst gleich ihm nur der Feinde des Herrn und seiner Kirche gedenken, und ihre Züchtigung blos wünschen, 1) damit sie gedemüthigt wieder zurückkehren auf den Weg des Heils, und 2) damit in dem Sturz ihrer Sache der Triumph des göttlichen Reiches offenbar werde Allen, die da Weisheit lernen wollen. Bist du aber so glücklich, keine Verfolger und Widersacher unter deinen Mitmenschen zu kennen, so wisse, daß du doch deren haft. Der Apostel nennt sie dir, sie heißen: Fleisch, Welt, Teufel( Gal. 5, 17. Röm. 12, 2. Eph. 6, 11.). Diese sollst du wohl in's Auge faffen und ihrer stets gedenken, so oft du in den Psalmen von Feinden und Widersachern" lieseft! 23 354 Psalm 118.( V. 1-32.) Heil denen, welche sich unsträflich zu wandeln bestreben,* Und des Gesetzes Wege gehen! Heil denen, die mit Ernst nach Gottes Zeugnissen leben,* Gott suchen und auf Ihn nur sehen. Kein Laster schändet sie: sie wandeln nach deinem Geheiße* Die Wege der Gerechtigkeit. Das ist dein Wille, Gott! mit treuem, eifrigen Fleiße* Zu halten, was dein Wort gebeut. O, daß mein Herz mit Ernst an deine Gebote gedächte,* Und sie bewahrte williglich! Denn säh' ich stets auf Dich und deine heiligen Rechte;* So träf' nicht Spott noch Schande mich. Dir dank' ich, daß dein Mund mich deine Gerechtigkeit lehret, * Von ganzem Herzen dank' ich Dir. Dir, Herr, gehorch' es stets, von keinem Lafter entehret; Verlaß mich nie, Gott, sey mit mir! Wie täuscht den Jüngling leicht, und lockt ihn, in Schuld zu verfallen, Sein Herz, der falsche Reiz der Welt! Wie mag er seinen Weg vor Dir untadelhaft wallen?* Wenn er an deinem Wort sich hält. Dich sucht mein Herz, o Gott: entzieh' mir deine Befehle Und deines Wortes Schäße nie! fe Ich pflanze fie in's Herz, daß ich nicht wider Dich fehle, Und ewig, ewig licb' ich sie. Gepriesen seyst Du, Herr!- Herr, lehre die heiligen Rechte, * Die du gebietest, deinen Knecht! Ich künde meiner Zeit und dem zukünftigen Geschlechte* Dein Wort und deines Mundes Recht. Mein Herz erfreuet sich wie über gewaltige Schäße,* Der Wege, welche Du mich führst. Ich übe dein Gebot und schau auf deine Gesetze,* Durch die Du meinen Weg regierst. Welch edle Luft ist mir in deinen Geboten gegeben!* Mein höchster Schaß, o Herr, sind sie. * Stets dent' ich an dein Wort, es leitet die Seele durch's Leben, * Vergessen laß mich seiner nie! Preis sey, dreiein'ger Gott, und Lob, Anbetung und Ehre* Dir, Vater, Sohn und Geist geweiht! Gleichwie's im Anfang war, und jeßt, und die himmlischen Chöre Dich preisen stets, in Ewigkeit. Amen. * 355 * Sey gnädig deinem Knecht nach deiner erbarmenden Güte, Laß mich nicht sterben, Herr, mein Hort! Belebe mich, o Gott! es preise Dich mein selig Gemüthe,* Und fünden will ich stets dein Wert. Schließ' mir die Augen auf, und laß sie erleuchteter werden, * Die Wunder deines Worts zu seh'n. Enthüll' mir dein Gefeß; ich bin ein Bilgrim auf Erden, Wie Du mich leitest, will ich geh'n. Welch einen Hunger, Gott, empfind ich nach deinen Gesetzen! * Vor Sehnsucht fühl' ich keine Ruh'. * Du schiltst die Stolzen, Herr! die deine Rechte verletzen;* Den Uebertretern fluchest Du.. * Nimm meine Schmach von mir; laß keine Verachtung mich quälen! Denn willig folget Dir dein Knecht. Die Fürsten spotten mein. Ich folge deinen Befehlen,* Und finne fleißig auf dein Recht. Das Zeugniß deines Worts begeistert die Seele mit Freuden, * Ich höre seinen Rath mit Luft. Im Staub lieg' ich ver Dir; dein Wort besänftigt die Leiden, * Und gießet Trost in meine Brust. Dir fünd' ich meinen Weg: Du hörest mich; führe die Seele* Durch dein Geseß auf rechter Bahn. Und unterweise mich die Wege deiner Befehle; Dann bet' ich deine Wunder an. Ich traure, daß mein Herz vor Kummer verschmachtet; erquide * Den müden Geist mit Trost von Dir! Dein Wort sey meine Kraft! Reiß mich vom Abgrund zurücke, * Und deine Rechte zeige mir! Ich wähle mir den Weg der Wahrheit, nach der mich verlanget,* Dein Recht hab' ich vor mich gestellt. * Beirre Die Seele, welche treu an deinen Zeugnissen hanget, nie der Hohn der Welt. * Di Ich eile nun, o Herr! durch deine Gebote belehret, Wege der Gerechtigkeit. Mein Herz hast Du erquickt und Trost der Seele gewähret, Gott, meine Kraft in Ewigkeit! Preis sey, dreiein'ger Gott, und Lob, Anbetung und Ehre, Dir, Vater, Sohn und Geist geweiht! Gleichwie's im Anfang war, und jetzt, und die himmlischen Chöre Dich preisen stets in Ewigkeit. Amen. * 23* 356 Kapitel. 1. Tim. 1, 17. Dem Könige der Zeiten, dem unsterblichen und unsichtbaren, dem alleinigen Gott sey Ehre und Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Lasset uns beten. Herr, allmächtiger Gott! der Du uns zum Anfang dieſes Tages hast gelangen lassen: bewahr' uns heute mit deiner Kraft, auf daß wir an diesem Tage zu keiner Sünde abweichen, sondern daß nach deinem gerechten Willen stets unser Mund sich öffne, unsere Gedanken und Werke sich richten; durch unsern Herrn u. f. w. Heilige Maria und alle Heilige! Bittet für uns bei dem Herrn, auf daß wir Hülfe und Heil von Ihm zu erhalten verdienen, der da lebt und regiert in Ewigkeit. R. Amen. Vater unser u. s. w. ( Wird das Uebrige still gebetet:) V. Und führe uns nicht in Versuchung. R. Sondern erlöse uns vom Ulebel. Amen. Lasset uns beten. Herr, unser Gott, König des Himmels und der Erde! Würdige Dich heute zu richten und zu heiligen, zu regieren und zu leiten unsern Leib und unsre Seele, unsre Gefühle, Worte und Werke in deinem Geseß und in der Ausübung deiner Gebote, auf daß wir hier und in Ewigkeit gerettet und befreit seyn mögen durch deine Hülfe, o Heiland der Welt! der Du lebst und regierst in Ewigkeit. R. Amen. Es segne uns der Herr! Er schüße uns vor allem Uebel und führe uns zum ewigen Leben; und die Seelen der Gläubigen ruhen durch Gottes Barmherzigkeit im Frieden. R. Amen. Bur Ter3. * Gedenke des herben, schmerzvollen Ganges, den Jesus, zum Tode verurtheilt, um neun Uhr Morgens durch die Straßen Jerusalems und den Berg Golgatha hinauf machte; gedenke aber auch jener glorreichen Herabkunft des heil. Geistes, welchen Jesus zur selben neunten Stunde dreiundfünfzig Tage nachher über seine Jünger ausgoß. Vater unser u. f. w. Gegrüßet seyst Du u. s. w. V. Gott, mert auf meine Hülfe! R. Herr! eile mir zu helfen! V. und R. Ehre sey dem Vater und dem Sohne, und dem heil. Geiste. Gleichwie es war im Anbeginn und jetzt, und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. - Hymne. ( Nunc sancte nobis Spiritus.) O heil'ger Geist, vom höchsten Thron, Eins mit dem Vater und dem Sohn, Gieß' deiner Gaben lichten Schein Voll Huld in unsre Herzen ein! Gedank' und Sinn und Herz und Mund Mach)' unsers Glaubens Zeugniß fund: Die Lieb' entflamme himmelwärts, Entzündend auch der Brüder Herz. Dieß, Vater, gib vom Gnadenthron, Und Du, dem Vater gleicher Sohn; Dem mit dem Geist, der Trost verleiht, Sey Ghr' und Preis in Ewigkeit. Amen. Psalm 118.( V. 33-80.) 357 Sey huldvoll deinem Knecht nach deiner erbarmenden Güte, * Und mach' mir deinen Willen klar: Herr, zeige mir dein Recht, daß ich es ewig behüte,* Und es durchforsche immerdar. Laß meinen Wandel stets nach deinem Gebote sich richten,* Daß ich's von ganzem Herzen thu'. Herr! führe mich den Steig der Dir gefälligen Pflichten, Mein Herz empfindet Lust dazu.00 120 Erleuchte mich, o Gott, und deine Wege mich lehre,* Dem Geiz entreiß' mich kräftiglich. Hilf, daß mein Auge nicht zu eitlem Wahne sich kehre,* Auf deinem Pfad belebe mich. * Laß mich dein heil'ges Wort und deine Gebote betrachten, In deiner Furcht, o Herr, mein Gott! Der Schmach entzieh' mich, laß mich nicht von Frevlern verachten, Holdselig, Herr, ist dein Gebot. Allwissender, Du siehst nach deinem Gefeß mich verlangen; Belebe mich durch deine Huld! Du wirst nach deinem Wort mit Gnad' und Heil mich umfangen;* Ich harre Deiner in Geduld. Antworten will ich, Herr, dem Läst'rer; denn ich vertraue* Auf dein Wort, meine Zuversicht. Nimm nicht aus meinem Mund das Wort der Wahrheit; ich baue* Mein Heil auf das, was es verspricht. * 358 Bewahren will ich stets bein Gebot mein ganzes Leben,* Und dein Geseß in Ewigkeit. Glückselig ist mein Weg, o Gott, denn all' mein Bestreben* Ist, das zu thun, was es gebeut. Ich preise dein Gesetz; der leuchtende Schimmer der Kronen * Verblendet nie mein Angesicht. Vor Kön'gen künd' ich's laut, o Gott, am Fuße der Thronen * Schäm' ich mich deines Wortes nicht. Ich liebe dein Gesetz, das ich voll Entzückungen übe;* Die Hände falt' ich, Herr, zu Dir! Mein Heil such' ich, o Gott, in deinen Geboten; ich liebe* Dein Wort, und künd' es für und für. Preis sey, dreiein'ger Gott, und Lob, Anbetung und Ehre Dir, Vater, Sohn und Geist geweih't! Gleichwie's im Anfang war, und jetzt, und die himmlischen Chöre Dich preisen stets in Ewigkeit. Amen. * * * Gedenke deines Knechts, und was dein Mund ihm verheißen; * Du sprachst's, Herr, ich vertrau' auf Dich. Das ist mein Trost: Du willst mich meinem Jammer entreißen; * Dein heil'ges Wort belebet mich. Die Stolzen spotten mein; doch nimmer werd' ich zu Schanden,* Und habe, Gett, dein Recht vor mir: Denn dent' ich dein, wie Du, seitdem die Erde gestanden, Gerichtet hast, so jauchz' ich Dir! Die Sünder schmäh'n dein Wort mit schnödem frevelndem Hohne; Ich seh' es und mein Eifer glüht. Im Hause, welches ich hienieden als Pilger bewohne,* Ist täglich dein Gefeß mein Lied. * Ich forsch' in deinem Wort; Dein denk' ich in einsamen Nächten, Ich denke, Herr, wie groß Du bist. Das ist mein Reichthum, Gott, daß meine Seele den Rechten, * Die Du mir gabst, gehorsam ist. Ich habe, Herr, gesagt: Du bist, o Höchster! mein Erbe;* Gib, daß ich deinen Willen thu'! Von Herzen fleh' ich Dich: erbarme Dich, eh' ich verderbe!* Dieß sagt, o Gott! dein Wort mir zu. Ich schau' auf meinen Weg, und richte mit eifrigem Fleiße Die Füß' auf deine Pfade hin. Bereit bin ich, o Herr! zu folgen deinem Geheiße* Und meine Feinde müssen flieh'n. * 359 Mich drängt und mich umgarnt der Frevler arglistige Rotte, * Doch laß ich vom Geseß nicht ab. Ich wach' um Mitternacht und danke Dir, meinem Gotte, Der mir sein Recht zum Führer gab. Ich halte mich zur Schaar, die fromm und rein im Gemüthe, * Dich ehrt, und was Du forderst, hält. * Chöre Dich preisen stets in Ewigkeit. Amen. * 華 * Der Erdkreis ist, o Herr! voll deiner erbarmenden Güte; Herr, lehr' mich thun, was Dir gefällt. Preis sey, dreiein'ger Gott, und Lob, Anbetung und Ehre Dir, Vater, Sohn und Geist geweiht! Gleichwie's im Anfang war, und jetzt, und die himmlischen * Du segnest deinen Knecht und hörst des Gehorsamen Flehen, * Wie mir dein Wort verheißen hat. Herr, lehr' mich deine Huld und deine Gebote verstehen; Ich glaub' und wandle deinen Pfad. Eh' ich erniedrigt ward, da zog ich auf irrigem Pfade;* Doch jest bewahrt dein Wort dein Knecht. Voll Huld bist Du, mein Gott! Du bist voll Erbarmen und Gnade! Herr, lehre mich dein heil'ges Recht. Die Stolzen lästern mich und dichten auf Lügen, und schmähen; Ich aber, Gott, gehorche gern. Verhärtet ist ihr Herz, und blind ihr Auge, zu sehen;* Doch mich entzückt das Wort des Herrn. * f Das ist mir lieb, daß Du mich beugtest; denn deine Gefeße * Erlernt nur der gebeugte Geist. Ich liebe dein Geseß, weit über die goldenen Schätze;* Um die der Geiz sich selig preist. Du, Gott, hast mich, dein Werk, mit schaffenden Händen gebauet; Ich lerne dein Gesetz von Dir! Du hältst dein heil'ges Wort, dem meine Seele vertrauet; Der Fromme sieht's und jauchzet Dir! Gerecht ist dein Gericht, Du hast mich getreulich gebeuget;* Laß deine Gnade mich erfreu'n! Du, Herr, hast deinem Knecht in deinem Worte bezeuget, Gebeugter Herzen Trost zu seyn. Laß, daß ich lebe, mich dein Vatererbarmen erquicken!* Denn dein Gesetz entzückt mich, Gott! Die Stolzen lästern, mich mit Lügen nieder zu drücken;* Herr, kleide sie in Schmach und Spott! * 360 Ich rede nur von Dir und deinen hochheiligen Rechten,* Und zürne, wenn Dich Spötter schmäh'n. Daß alle Frommen sich mit mir vereinigen möchten,* Die Reinen, die dein Wort versteh'n! Erhalte fleckenlos in deinem Geseß mein Gemüthe;* Dein Wort will ich bewahren, Herr! Laß deinen Knecht, o Gott! nach deiner unendlichen Güte, Zu Schanden werden nimmermehr. d Preis sey, dreiein'ger Gott, und Lob, Anbetung und Ehre* Dir, Vater, Sohn und Geist geweiht! Gleichwie's im Anfang war, und jetzt, und die himmlischen Chöre Dich presen stets in Ewigkeit. Amen. Kapitel. 1. Joh. 4, 16. Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott in ihm. Lasset uns beten. ( Siehe Nro. XIII.[ S. 392 u. folgende] das Kirchengebet vom betreffenden Sonn- oder Festtag. Die Werktage richten sich nach dem vorausgehenden Sonntag. Fällt ein Feft ein, so wird sein Kirchengebet acht Tage lang nachgeholt.) erro Bur Sert. * Gedenke der schrecklichen Finsterniß, welche von der Mittagsstunde an über die Erde kam, als Jesus von den höchsten Peinen gefoltert und dem Hohne seiner Feinde preisgegeben, am Kreuze dahing. Gedenke aber auch des mächtigen Gnadenstrahls, der am Mittag über den nach Damaskus reisenden Paulus kam, und ihn aus einem Verfolger in einen eifrigen Verkünder des Evangeliums umwandelte. Vater unser u. f. w.( wie zur Terz S. 356.) Hymne. ( Rector potens, verax Deus.) Wahrhaft'ger Gott, Herr, dessen Kraft Der Zeiten steten Wechsel schafft, Der Du tie Dämm'rung führst herauf, Und lenkst der Sonne Mittagslauf. Lösch aus des Haders Flammenwuth, Der Leidenschaften fünd'ge Gluth; Des Leib's Gesundheit schenke Dut, Und gib dem Herzen wahre Nuh'. Dieß, Vater, gib vom Gnadenthron, Und Du, dem Vater gleicher Sohn, Dem mit dem Geist, der Trost verleiht, Sey Chr' und Preis in Ewigkeit. Amen. 361 Psalm 118.( V. 81-128.) Es schmachtet immerdar nach deinem Heile die Seele,* Gott! mein Gemüth verlangt nach Dir. Dein Wort ist's, das ich mir zu meinem Führer erwähle, Auf Dich, Herr, hoff' ich für und für. Mein Auge sehnet sich nach deiner Verheißung; ich sage: Wann tröstet mich dein Angesicht? Verschmachtet bin ich schier; doch wie ich auch bebe und flage * Herr, dein Geseß vergeß' ich nicht. Wie lange soll dein Knecht Dein harren? Wann willst Du sie richten,* Die Rotte, die mir Unheil droht? Die Frevler graben mir viel Gruben, mich zu vernichten, Zum Spott ist ihnen dein Gebot. Was Du befiehlst, ist wahr; sie drängen mich Armen mit Lügen; Herr, beschüße deinen Knecht! * * Sie sinnen meinen Tod; nicht laß mich den Stolzen erliegen, * Denn treu bewahr' ich, Gott, dein Recht. Erquicke mich und hilf! Laß den nicht umsonst zu Dir flehen, * Der deine Pfade nie verläßt. Dein Zeugniß nehm' ich an; dein Wort bleibt ewiglich stehen; In deinem Himmel steht es fest! Und deine Wahrheit, Herr, bleibt ewig; Du bautest die Erde; * Sie wanket nicht aus ihrer Bahn. Dein Werk bleibt, wie es ist, seit deinem schaffenden, Werde"; * Denn Dir ist Alles unterthan. Hätt' nicht dein Wort, o Herr! mich meinen Aengsten entrücket, * Verfallen wär' ich längst dem Tod. Vergessen will ich nie, daß mich belebend erquicket* Dein Wort, o Gott! und dein Gebot. Dein bin ich, rette mich, entreiß' meine Seele den Nöthen; Denn dein Geseß ist meine Lust. Die Frevler harren mein, es trachtet ihr Grimm mich zu tödten; Dein Zeugniß, Herr, wird mir bewußt. Was noch so stolz sich hebt, es sinkt hernieder zum Staube; * Sein Ende ward mir offenbar. Nur dein Geseß, o Gott! wird nicht der Verwesung zum Raube, * Dein Wort steht ewig immerdar. Preis sey, dreiein'ger Gott, und Lob, Anbetung und Ehre Dir, Vater, Sohn und Geist, geweiht. Gleichwie's im Anfang war, und jetzt, und die himmlischen Chöre Dich preisen stets in Ewigkeit. Amen. * 11 362 * Wie lieb' ich dein Gesetz und freu' mich deiner Geheiße!* Sie sind mein Schaß und mein Gewinn. Vor Augen halt' ich sie, und treu, mit eifrigem Fleiße* Forsch' ich, Herr, jeden Tag darin. Dein Wort macht weiser mich, als meine Verächter sich schätzen, * Es sey mein Reichthum allezeit! Mehr kundig ist mein Geist in meines Gottes Gesetzen,* Als ihr, die ihr mich lehret, seyd! Dein Wort ist mein Gespräch; an Klugheit beschäm' ich die Alten, Weil ich nur Ihm gehorsam bin. Stets lent' ich meinen Fuß, um deine Geseße zu halten,* 3u Dir von falschen Wegen hin. Was könnte, Herr, von Dir und deinen Gesetzen mich scheiden? * Du lehrtest ja mich, deinen Knecht. Süß ist der Honigseim den Lippen; doch süßere Freuden* Gibt meinem Munde, Gott, dein Recht. Dieß macht mich weis' und läßt die sichersten Wege mich wissen; * Drum lieb' ich falsche Wege nicht. Dein leitendes Gesetz ist eine Leuchte den Füßen,* Ist mir auf meinem Weg ein Licht. Ich schwöre Dir und will, was ich Dir geschworen, erfüllen; * Ich will nach deinem Worte thun. Ich bin gar tief gebeugt! Komm, meine Seele zu stillen,* Befiehl den Stürmen, daß sie ruh'n! Ich bitte Trost von Dir; Erquickung verheißest Du Allen,* Die auf zu Dir in Aengsten fleh'n! Laß Dir aus meinem Mund ein willig Opfer gefallen!* Laß mich dein heilig Necht versteh'n! Ich trag' in meiner Hand mein Leben, und deiner Geseße* Gedenk' ich, Herr, und liebe sie. Der Frevler Rotte legt zwar meinem Fuße viel Neßze,* Doch irrt vom rechten Pfad er nie. Du hast mir dein Gebot zum ewigen Heile gegeben;* Mein Herz fühlt große Lust davon. Ich neig' es stets zu Dir, nach deinen Rechten zu leben, Denn ewig, ewig ist dein Lohn! wag h Preis sey, dreiein'ger Gott, und Lob, Anbetung und Ehre Dir, Vater, Sohn und Geist, geweiht! Gleichwie's im Anfang war, und jetzt, und die himmlischen Chöre Dich preifen stets in Ewigkeit. Amen. * * * 363 Ich hasse, Gott, voll Ernst verworrene Frevelgedanken,* Und liebe nur, was Dir gefällt. Sollt' ich, mein Schirm und Schild, von meinen Hoffnungen wanken,* In welchen mich dein Wort erhält? Was Gott will, will ich thun, flich vor mir, unheilige Rotte * Der Herr hilft, wie er mir verspricht: Gib meinem Leben Kraft und Glanz! entreiß es dem Spotte! * Beschäme, Gott, mein Hoffen nicht! Hilf, stärk' und heile mich! Dich will ich zum Arzt mir erwählen,* Zur Freude, was dein Wort gebeut. Du richtest und zertrittst, die deiner Rechte verfehlen,* Ihr Trügen, Herr, ist Gitelkeit. Du schleuderst, wenn dein Grimm erwacht, die ruchlosen Verbrecher,* Wie leere Schlacken vor Dir hin. Dich fürcht' ich, daß mein Fleisch mir erbebet, daß ich, o Rächer, Bestürzt von deiner Nache bin. Ich eifre für das Recht; entzieh' mich der frevelnden Bande; * Ich bin dein Knecht, ja, bilf mir bald! Vertritt mich, tröste mich! Verkehr' ihren Hochmuth in Schande! * Brich ihres frechen Arms Gewalt! Mein Auge wünscht dein Heil mit müden, sehnenden Blicken, * Und wartet auf dein heil'ges Wort. Laß deinen Knecht, o Herr! dein Vaterantlig erquicken,* Und lehre mich dein Recht, mein Hort! Belehre mich, daß nie ich deine Gebote verleße,* Du gabst dein Wort! Schenk' mir Verstand! Zeit ist's, daß Du erwachst, o Gott! denn deine Geseße,* Sind untergraben und verbannt. Weit mehr, Herr, liebt mein Herz, als Gold, das die Schmelzer bewähren, Dein Wort, dein durchgeläutert Recht. Ich wandle deinen Weg, den deine Gebote mich lehren!* Herr! falsche Wege haft dein Knecht. Preis sey, dreiein'ger Gott, und Lob, Anbetung und Ehre* Dir, Vater, Sohn und Geist, geweiht! Gleichwie's im Anfang war, und jetzt, und die himmlischen Chöre Dich preisen stets in Ewigkeit. Amen. Kapitel. Gal. 6, 2. Einer trage des Andern Last; und so werdet ihr das Geseß Christi erfüllen. 11 364 Lasset uns beten. ( Das betreffende Kirchengebet wie zur Terz.) Bur Non. * Gedenke, wie zur neunten Stunde"( Nachmittags drei Uhr) der Herr das Werk seiner Erlösung am Kreuze sterbend vollendete wie Er aber auch dreiundvierzig Tage nachher zur selben Stunde verklärt, von einer lichten Wolke getragen, gen Himmel auffuhr. Vater unser u. f. w.( wie zur Terz.) Hymne. ( Rerum Deus tenax vigor.) Gott, der die Welten schuf und trägt, Der in sich selbst bleibt unbewegt, Der Du des Lichtes Lauf beschränkst, Der Tageszeiten Wechsel lentst. Schent' uns am Abend, Herr, dein Licht! Des Lebens Gluth entzieh' uns nicht! Führ' uns, in sel'gem Tod erneut, In deines Reiches Herrlichkeit. Dieß, Vater, gib vom Gnadenthron, Und Du, dem Vater gleicher Sohn, Dem mit dem Geist, der Trost verleiht, Sey Ehr' und Preis in Ewigkeit. Amen. Psalm 118.( V. 129-176.) - Wie wunderbar ist, Herr, dein Recht! Das erkennet die Seele,* Und hält, was es mich halten heißt. Denn fass' ich seinen Sinn, so strahlet durch seine Befehle Mir Licht und Wonne in den Geist. Dein wunderbares Wort erleuchtet die Augen der Blinden, * Gießt Weisheit in der Blöden Sinn. Athm' ein ich seinen Hauch, o Herr! dein Gesetz zu ergründen, * Schmacht' ich in steter Sehnsucht hin. Du schüßest und befreist die Frommen, welche Dich lieben.* Errett' auch mich; so jauchz' ich Dir! Laß meine Füße, Herr, auf deinen Wegen sich üben,* Und Unrecht herrsche nie in mir. Du wollest mich, o Gott! vom Frevel der Menschen befreien; Ich will nur deine Pfade geh'n. Laß meinen Kummer, Herr, dein leuchtend Antliß zerstreuen, * Und lehre mich dein Recht versteh'n. 365 Gar viel der Thränen hat mein klagendes Auge vergossen, * Daß man dein Recht so frech entehrt. Gerecht ist dein Geseß und was dein Wille beschlossen,* Und Wahrheit was dein Mund uns lehrt. Gerecht und wahr ist, Herr, was Du uns verkündigen lassen, * Unwandelbar ist dein Gebot. Im Eifer glüht mein Herz, weil meine Feinde es hassen, Und das nicht fürchten, was es droht; Sieh' mich, o Herr! dein Wort mit glühender Liebe verchren, * Dein heil'ges Wort bewährt und rein. Wie auch der Frevler Schaar mich mag mit Verachtung beschweren, Beständig, Gott, gedenk' ich sein. O Herr! Dein heil'ges Recht in deinen erhab'nen Befehlen * Ist ewige Gerechtigkeit. o sudo duis Untrüglich ist dein Wort; ob tausend Leiden mich quälen,* Dein Wort ist's, Gott, das mich erfreut. Einst stürzt der Erdkreis ein, die Himmel auch werden vergehen; Doch ewig bleibt dein göttlich Recht. Dein Zeugniß stehet fest; o gib mir Augen, zu sehen!* Denn lehrst Du mich, so lebt dein Knecht. Preis sey dreiein'ger Gott u. f. w.( wie oben Seite 363.) * Zu Dir, Herr, schreit mein Herz: Erhöre die brünstige Bitte! * Stets bleib' ich deinem Worte treu. Dich ruf' ich flehend an: o leite die wankenden Tritte* Auf deinen Pfad, und steh' mir bei! Ich flehe, daß mich Gott in meinen Gefahren vertrete. Zum Herrn schrie laut ich in der Nacht. Ich traue seinem Wort und bedenk' es in meinem Gebete* Ch' noch die Morgenröth' erwacht. Barmherzig bist Du, Gott; o höre voll Gnade mein Schreien, * Und hilf nach deinen Worten mir! Voll Tücke nah'n sich mir, die ihres Frevels sich freuen, Fern vom Gesetze, fern von Dir! Du bist mir nahe, Gott! Gott, wer dein Kommen empfindet, * Sieht, daß dein Wort nicht trügen kann. Wie Du für ew'ge Zeit hast deine Rechte gegründet,* Weiß ich von meiner Kindheit an. Sieh' meine Demuth an! Du wollest Dich meiner erbarmen; * Denn dein Geseß vergeß' ich nicht. * * 366 Hilf mir, vertritt mein Recht! Errette und tröste mich Armen, * Wie mir, o Herr! dein Wort verspricht. Fern ist das Heil von euch, Verruchte! denn Gottes Befehle * Ehrt ihr, der Sünde Knechte! nie. Hul Herr, groß ist deine Huld! Hilf meiner trauernden Seele,* Dein tröstend Recht belebe sie! igral Wie viele drängen mich, wie viele feindselige Rotten!* Nic weich' ich, Herr, von deinem Pfad! Wie kränk' ich mich, o Gott! wenn deines Gesetzes sie spotten, * Und thun, was es verboten hat. Sich', Herr, wie ich mich gern an deinen Geboten ergöße; * Herr, deine Huld erquicke mith! Nur Wahrheit ist dein Wort, und deines Rechtes Geseze* Sind ohne Wandel ewiglich. Preis sey, dreiein'ger Gott u. f. w. * sing di cilieg Die Fürsten fürcht' ich nicht, die ungerecht wider mich streiten, * Dein Wort nur fürcht' ich, Herr, mein Hort. Mehr freu' ich seiner mich, als reicher, föstlicher Beuten;* Die Lügen hass' ich fort und fort. Der Trug ist mir ein Greu'l; ich liebe mit dankender Seele * Was dein Gesetz und Recht gebeut. Dich preis' ich si benmal des Tags für deine Befehle,* Für deine Treu' und Heiligkeit. Mit Friede krönst Du, Herr, die deine Gerechtigkeit lieben, * Und ihre Tritte straucheln nicht. Ich harre deines Heils; von deinen Geboten getrieben, Gehorch' ich täglich meiner Pflicht. raus Mein Herz hält dein Gebot; die Liebe zu deinen Befehlen Regieret mich und wohnt in mir. Dir folg' ich, dein Gesetz will stets ich zum Führer erwählen; * Denn meine Wege sind vor Dir. Laß mein demüth'ges Fleh'n, Gott! vor dein Angesicht dringen; Erleuchte mich, o Herr, mein Hort! * * * Mein Schrei'n steig' auf zu Dir: hilf, aus den feindlichen Schlingen Errette mich nach deinem Wort! Dein Lob soll jeden Tag von dankenden Lippen ertönen,* Denn Du lehrst mich Gerechtigkeit. Laß mich an das Gespräch von deinem Wort mich gewöhnen; * Denn Recht ist, was es mir gebeut. 367 Hilf mir mit deiner Hand! Ich wähle mir deine Gesetze, * Ich hoff' auf dein verheiß'nes Heil. Dein Recht, an dem ich mich in meinen Leiden ergöße,* Sey immerdar mein Trost und Heil. Laß den zermalmten Geist begnadigt werden und leben, Und deine Rechte helfe mir. Stets will ich dankvoll Dich mit Lobgesängen erheben.* Jch preise Dich, ich jauchze Dir! * Dein Schäflein bin ich, Gott! verirrt von der heiligen Heerde, * Herr, suche mich verlor'nen Knecht! Hilf eilig, daß auf's neu' mit Dir ich vereiniget werde!* Vergessen will ich nie dein Recht. Preis sey, dreiein'ger Gott u. s. w. Kapitel. 1. Kor. 6, 20. Ihr seyd um einen theuern Preis erkauft. Verherrlichet und traget Gott in euerm Leibe!! Lasset uns beten. ( Wie zur Terz.) Bur Vesper. ( Wird jedesmal die betreffende Vesper in der dritten Abtheilung genommen.) Bur komplet. * Gedenke der bittern Todesangst, welche dem Herrn in der letzten aber auch Nacht vor seinem Leiden den Blutschweiß auspreßte; des süßen Friedens, mit dem Er in der ersten Nacht nach seiner Auferstehung die Versammlung der staunenden Jünger begrüßte. - V. Eine ruhige Nacht und ein vollkommenes Ende gewährt uns der allmächtige Herr. R. Amen. Kapitel 1. Petr. 5. Brüder! seyd nüchtern und wachet; denn euer Feind, der Teufel, geht umher, wie ein brüllender Löwe, suchend, wen er verschlinge. Dem widersteht tapfer im Glauben! Vater unser u. s. w.( wird still gebetet.) V. Ich bekenne( siehe unten das Konfiteor in der ersten Meßandacht Nro. XII. S. 375, oder auch die offene Schuld oben Nro. I. S. 343.) V. Gott, mert auf meine Hülfe! R. Herr, eile mir zu helfen! V. und R. Ehre sey dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste. Gleich wie es war im Anbeginn, und jeßt, und immerdar, und in ewige Zeiten. Amen. 368 Psalm 4. Wenn ich zu Dir in meinen Aengsten flehe, Vernimm mein Schrei'n, o Gott, in deiner Höhe! Gott meiner Frömmigkeit, SIS Wenn ich Dich rufe, sey nicht weit! Der Du mir Raum machst, wenn der Feind mich beuget, Und mir kein Weg aus meiner Angst sich zeiget, Erböre mein Gebet, Womit mein Herz um Hülfe fleht! Wie lange soll, ihr mächtigen auf Erden, Durch euern Haß mein Ruhm geschändet werden? Ihr liebt, was eitel ist, Ihr sinnt nur auf Betrug und List. Erkennt es doch, Gott wählet sich den Frommen, Noch hat Er stets sich seiner angenommen. Fleh' ich zu Ihm empor, So öffnet mir der Herr sein Ohr. Ihr zürnt und tobt. Ach hütet euch vor Sünden! Sucht, wenn ihr ruht, den Zorn zu überwinden! Denkt in der stillen Nacht An eures nahen Richters Machht. Erwägt's und schweigt! und opfert euerm Gotte! Gerechtigkeit! Entsagt dem kühnen Spotte! Verehrt Ihn! Laßt allein Den Höchsten eure Hoffnung seyn! Es sagen mir viel Thoren, die mich haffen: Was sollt' uns dieser Gutes sehen lassen? Doch, Herr, dein Angesicht Bestrahle nur uns durch sein Licht! Gott, Du erfreust mein Herz mit deinen Gaben, Ob jene gleich viel Wein und Weizen haben: Nur Du erfreust allein! Ich bin beglückt! denn Du bist mein! Ich liege, Gott, von deiner Hand beschirmet, Und ruhe ganz im Frieden, wenn es stürmet: Du nimmst Dich meiner an, Damit ich sicher wohnen kann. Preis Dir, o Vater, auf dem Himmelsthrone, Und, mit dem heil'gen Geist, dem ew'gen Sohne: Gleich wie's im Anfang war, Und ist, und sein wird immerdar. Amen. Psalm 30.( Vers 2-6.) Auf Dich, Herr, hoff' ich: auf der weiten Erden Vertraut mein Herz nur Dir allein. Du läßt mich nicht zu Schanden werden, Gerechter, Du wirst mich befrei'n. Neig' Dich zu mir, vernimm mein banges Fleben, Mit meiner Rettung säume nicht. Laß, Herr, mich dein Erbarmen sehen, Gott, meine Hülf' und Zuversicht! Du bist mein Schirm, bist meine Zufluchtsstätte, Du meine Kraft, mein höchstes Gut! Um deines Namens Willen rette Mich, Herr, vor meiner Feinde Wuth. Du siehst, wie sie, von grimmem Haß beweget, Anstürmen, wild und zornentbrannt. Die Schlingen, die sie mir geleget, Zerreiß', o Herr, mit starker Hand. Du bist mein Schußz, in deine Hand befehle Ich meinen Geist, bewahre mich. Du hast erlöset meine Seele, O Gott der Wahrheit! ewiglich. Preis fey und Ehr' und Ruhm zu allen Zeiten Dir, Vater, Sohn und heil'ger Geist! Gott, den in alle Ewigkeiten Der Engel Jubelhymne preist. Amen. Psalm 90. Wie selig ist, der Gott vertraut, Der in des Höchsten Zelte fizet, Der, dem vor keinen Stürmen graut, Von Ihm umschattet und beschüßet! Der freudig zu dem Höchsten spricht: Du, Herr, bist meine Zuversicht! Auf Ihn nur hoff' ich allezeit, Er wird vom Tode mich entrücken; 24 369 11 370 Der Herr bewahrt mich und befreit Mein Leben von der Jäger Stricken. Weil sich mein Herz auf Ihn verläßt, Hält Er mit starkem Arm mich fest. Dich wird der Schutz des Herrn umfah'n, Dich werden seine Flügel decken. Vertrau' auf Ihn! Kein Unfall kann Dich unter seinem Fittig schrecken. Mit einem Schilde mächtiglich Umgibt des Herren Wahrheit dich. - Du wirst voll Muth und Zuversicht Das Grau'n der Mitternacht besiegen; Dich schrecken, dich verwunden nicht Die Pfeile, die am Tage fliegen, Die Seuche nicht, die Mittags würgt, Noch die im Schooß der Nacht sich birgt. Ob dir zur Linken Tausend auch, Zehntausend dir zur Rechten sterben, So soll ihr gifterfüllter Hauch Doch dich nicht treffen noch verderben. Mit deinen Augen wirst du's seh'n, Wie Gott die strafet, die Ihn schmäh'n. Denn deine fromme Seele spricht: „ Mich wird des Höchsten Arm bewahren; Der Herr ist meine Zuversicht Und meine Zuflucht in Gefahren." Kein Leid noch Uebel naht sich dir Und deiner Hütte für und für. Der Herr wird seiner Engel Schaar Herab zu dir vom Himmel senden; Die dich beschirmen in Gefahr, Und tragen dich auf ihren Händen, Daß sich dein Fuß auf deiner Bahn An keinem Steine stoßen kann. Die Löwen trittst du unter dich, Zermalmest fie auf ihren Pfaden. Zertret'ne Nattern krümmen sich Und zischen, ohne dir zu schaden. Dem Drachen wirst du nicht zum Raub, Du trittst ihn nieder in den Staub. ,, Er, spricht der Herr, begehret mein, Und darum will ich ihn bewahren; Er dient mir, ich will mit ihm seyn; Sein Schuß in dräuenden Gefahren. Er ruft zu mir, ich bin sein Gott, Will ihn befrei'n aus seiner Noth." " Ihn, der auf mich gehofft, will ich Der Noth und aller Angst entheben, Will ihn erhöhen mächtiglich, Und sättigen mit langem Leben; Daß er, zum Lohn für sein Vertrau'n, Soll meines Heiles Fülle schau'n." Preis sey dem Vater allezeit, Preis seinem eingebornen Sohne, Preis auch dem Geist der Heiligkeit, Lob, Ehr' und Ruhm erschall' zum Throne: Gleichwie vom Anbeginn es war, Und ist, und seyn wird immerdar. Amen. Psalm 133. Auf! Erhebet den Herrn, Alle Knechte des Herrn, Die ihr in der Nacht In dem Tempel des Ewigen wacht! Kommt, eilet hervor, Hebt die Hände empor; Singt in seinem Heiligthume, Singt von eures Gottes Ruhme! Er, der durch sein mächt'ges Werde" Schuf den Himmel und die Erde, Lasse dich sein Untlig sehen, Segne dich aus Sions Höhen. Preis dem Vater, Preis dem Sohne, Preis dem Geist auf gleichem Throne. Wie es war vor aller Zeit, Und wird sein in Ewigkeit. Amen. Hymn c. ( Te lucis ante terminum.) Jeht fleh'n wir, da die Nacht will nah'n, Dich, aller Dinge Schöpfer, an. 24* 371 372 Daß deine Güte mildiglich Uns schüß' und schirme kräftiglich. Fern welche jedes Truggebild Und Traumgefichte scheu und wild. Durch Dich, vor Feindes Macht gedeckt, Sey unser Leib stets unbefleckt. Dies, Vater, gib vom Gnadenthron, Und Du, dem Vater gleicher Sohn, Dem, mit dem Geist, der Trost verleiht, Sey Ehr' und Preis in Ewigkeit. Amen. Du bist bei uns, o Herr, und dein heiliger Name ist angerufen über uns. Verlaß uns nicht, Herr, unser Gott! V. In deine Hände, o Herr, befehle ich meinen Geist. R. ( wird wiederholt.) V. Du hast mich erlöst, Herr, Gott der Wahrheit. V. und R. Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste. Gleichwie es war im Anbeginn, und jetzt und immerdar und in ewige Zeiten. Amen. V. Bewahre uns, o Herr, wie deinen Augapfel. R. Unter dem, Schatten deiner Flügel beschüße uns. Simeons Lobgesang. Luk. 2. Nun lasfest Du deinen Diener, o Herr, nach deinem Worte im Frieden scheiden. Denn meine Augen haben dein Heil gesehen, Das Du bereitet haft vor dem Angesichte aller Völker, Als ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Ifrael. V. und R. Ghre sey u. s. w.( wie oben). V. Bewahr' uns unversehrt, wenn wir wachen, und im Schlafe beschüße uns, auf daß wir wachen in Christo und ruhen im Frieden. R. Amen. Laffet uns beten. Suche heim, wir bitten Dich, o Herr, diese Wohnung und vertreibe weit von ihr alle Nachstellungen des Feindes. Deine heiligen Engel mögen darin wohnen und dein Segen allezeit über uns seyn, durch Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Es segne und bewahre uns der allmächtige und barmherzige Herr, der Vater †, der Sohn †, und der heilige Geist+. Amen. 373 Salve Regina. Gegrüßet feyst du, Königin, Mutter der Barmherzigkeit, des Lebens Süßigkeit, unsere Hoffnung, sey gegrüßt! Zu dir schreien wir elende Kinder Eva's, zu dir seufzen wir Trauernde und Weinende in diesem Thal der Zähren. Sey denn unsre Fürsprecherin! Kehre deine barmherzigen Augen zu uns, und nach diesem Elend zeig' uns Jesum, die gebenedeite Frucht deines Leibes, o milde, o gütige, o süße Jungfrau Maria! V. Bitt' für uns, o heilige Gotteegebärerin! R. Damit wir würdig werden der Verheißungen Chriſti. Lasset uns beten. Wir bitten Dich, o Herr, unser Gott! Gewähr' uns, deinen Dienern, daß wir einer beständigen Gesundheit der Seele und des Leibes uns erfreuen, und durch die Fürbitte der glorreichen, seligen, allzeit jungfräulichen Maria, von der Trübsal dieses Lebens befreit, der ewigen Seligkeit theilhaftig werden, durch Jesum Christum u. s. w. Vater unser u. s. w. Ich glaube u. s. w. Aufopferung sämmtlicher Tagszeiten. Der hochheiligen ungetheilten Dreieinigkeit, der Menschheit unsers gekreuzigten Herrn Jesu Christi, der fruchtbaren Makellosigkeit der seligsten, glorreichen, allzeit jungfräulichen Gottesmutter Maria, und der Gesammtheit aller Heiligen sey ewiges Lob, Ehre, Macht und Herrlichkeit von allen Geschöpfen, und uns Nachlassung aller Sünden, in Ewigkeit der Ewigkeiten. V. Selig ist der Leib Mariä der Jungfrau, der des ewigen Vaters Sohn getragen. R. Und selig die Brüste, die gesäuget haben Christum den Herrn. Vater unser u. s. w. XII. Die heilige Mesſe. ( An Sonn- und Feiertagen zu gebrauchen.) * Die heilige Messe ist die Wiederholung und Erneuerung jenes großen Opfers, das der Herr am Kreuz für unsre Sünden dargebracht hat; und ist somit die Erfüllung dessen, was Gott schon durch den Mund des Propheten Malachias( 1, 11) verheißen hatte: ,, Vom Aufgang bis zum Niedergange der Sonne wird mein Name verherrlicht werden unter den Völkern, und an allen Orten wird meinem Namen geopfert und ein reines Opfer dargebracht wer 374 den." Damit aber die Früchte und Segnungen dieses reinen, heiligen Opfers Allen, Lebendigen und Todten, bis zum Ende der Seiten auch wirklich zugewendet werden: so hat der Herr die Wiederholung desselben seinen Priestern anbefohlen, indem er beim letzten Abendmahle sprach:„ Dieses thut zu meinem Gedächtniß." Wenn es demnach für jeden Christen eine höchst verdienstliche und heilvolle Handlung ist, täglich dem Opfer der heiligen Messe mit Andacht beizuwohnen, so ist dieses allsonn- und feiertäglich zu thun, eine von der Kirche gebotene unerläßliche Pflicht. Wer sie nicht erfüllt, mißkennt die größte der göttlichen Segnungen, und verachtet nicht nur die Kirche, sondern den Herrn selbst, in dessen Auftrag sie handelt( Luk. 10, 16). Deßwegen ermahnt schon der heil. Paulus( 1. Kor. 11., Hebr. 10, 25),„ den heiligen Versammlungen, in weichen der Opfertod Jesu gefeiert wird, sich nicht zu entziehen." Die hier folgende Meßandacht enthält in ihren Haupt- und Nebentheilen wörtlich, was der Priester in dem Missale zu beten hat, damit du, o Christ, mit ihm und der ganzen Kirche auf's genaueste vereinigt, das unvollkommene Opfer deiner Andacht in dem vollkommenen und heiligsten Opfer des Leibes und Blutes Jesu Christi Gott dem Vater darbringen kannst. Stufengebet.*) Priester. Im Namen des Vaters+ und des Sohnes † und des heiligen Geistes †. Amen. Ich will eingehen zum Altare Gottes. Diener. Zu Gott, der meine Jugend erfreut. Pr. Richte mich, o Gott und scheide meine Sachen von dem unheiligen Volke; von den boshaften und arglistigen Menschen errette mich. Denn Du, o Gott! bist meine Stärke: warum hast Du mich verstoßen? und warum muß ich traurig einhergehen, während der Feind mich bedrängt? Pr. Sende aus dein Licht und deine Wahrheit, sie leiten und führen mich auf deinen heiligen Berg und in deine Wohnungen. D. Und ich werde eingehen zum Altare Gottes, zu Gott, der meine Jugend erfreut. Pr. Ich will Dir lobsingen auf der Gither, o Gott, mein Gott! Warum bist du traurig, meine Seele, und warum betrübst du mich? *) Der Priester betet abwechselnd mit dem Altardiener( der hier die Stelle bes anwesenden Volkes vertritt) den 42. Psalm, worin David um Rettung von seinen Feinden und um Rückkehr nach Jerusalem zum heiligen Zelte bittet. Der Christ aber betet in Vereinigung mit dem Priester, daß er würdig zu Gott hintreten und von allen Anfällen des bösen Feindes befreit werden möge. 375 Hoffe auf Gott, denn ich werde Ihm noch danken; Er ist das Heil meines Angesichts und mein Gott. Pr. Ehre sey dem Vater und dem Sohn und dem heil. Geiste. Gleichwie es war im Anbeginn und jetzt, und immerdar, und zu ewigen Zeiten. Amen. Pr. Ich will eingehen zum Altare Gottes. Zu Gott, der meine Jugend erfreut. Pr. Unsere Hülfe ist im Namen des Herrn. Der Himmel und Erde gemacht hat. Das Konfiteor.*) A SA ŽAŠA Pr. Jch betenne Gott dem Allmächtigen, der seligen allzeit Jungfrau Maria, dem seligen Johannes dem Täufer, den heiligen Aposteln Petrus und Paulus, allen Heiligen und euch, Brüder, daß ich sehr gesündigt habe in Gedanken, Worten und Werken, durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine größte Schuld. Darum bitte ich die selige allzeit Jungfrau Maria, den seligen Erzengel Michael, den seligen Johannes den Täufer, die heiligen Apostel Petrus und Paulus, alle Heiligen und euch Brüder, für mich zu beten, zum Herrn, unserm Gott. Es erbarme sich deiner der allmächtige Gott, und nach Vergebung deiner Sünden führe Er dich zum ewigen Leben. Pr. Amen. D. Ich bekenne Gott dem Allmächtigen 2c. 2c.( wie oben, nur statt: euch Brüder zuerst: Dir Vater, und dann gegen Ende: Dich, Vater). Pr. G8 erbarme sich euer der allmächtige Gott, und nach Vergebung eurer Sünden führe Fr euch zum ewigen Leben. Amen. Pr. Nachlassung, Lossprechung und Vergebung unserer Sünden verleihe und der allmächtige und barmherzige Herr. Amen. D. Pr. Wende Dich zu uns, o Gott! und Du wirst uns beleben. Und dein Volk wird sich erfreuen in Dir. *) Der Priester bleibt noch immer unten am Altare und bekennt sich unwürdig, die Stufen desselben zu betreten, bis er durch vollkommene Reue fich zum heiligen Dienste gereinigt hat. Dasselbe Reuebekenntniß( Konfiteor) wiederholen die Altardiener im Namen der Gemeinde. 376 Pr. D. Pr. Pr. D. Pr. Erzeige uns, o Herr, deine Barmherzigkeit. Und dein Heil verleihe uns. Herr, erhöre mein Gebet. Und mein Rufen komme zu Dir. Der Herr sey mit euch. Und mit deinem Geiste. ( Beim Hinaufsteigen zum Altar:) Laffet uns beten: O Herr! wir bitten Dich, nimm unsre Missethaten von uns, damit wir mit reinem Herzen in das Allerheiligste einzugehen würdig werden, durch Christum unsern Herrn. Amen. Wir bitten Dich, o Herr! durch die Verdienste deiner Heiligen, deren Reliquien hier ruhen*), und aller Heiligen, Du wollest uns alle unsre Sünden gnädig verzeihen. Amen. Der Eingang( Introitus).**) Vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang wird mein Name groß werden unter den Völkern, und an allen Orten wird meinem Namen geopfert und ein reines Speiseopfer dar=" gebracht werden unter den Völkern, spricht der Herr der Heerschaaren. Malach. 1, 11. Psalm. Der Herr, der Gott der Herrlichkeit, hat geredet und hat die Erde gerufen vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang. Ehre sey dem Vater ic. ic. Vom Aufgang der Sonne zc. 2c.( wie oben). Pr. Herr, erbarme Dich unser! D. Herr, erbarme Dich unser! Pr. Herr, erbarme Dich unser! D. Christe, erbarme Dich unser! Pr. Christe, erbarme Dich unser! D. Christe, erbarme Dich unser! Pr. Herr, erbarme Dich unser! D. Herr, erbarme Dich unser! Pr. Herr, erbarme Dich unser! *) Der Priester küßt den Altar, sowohl aus Ehrfurcht gegen das hochheilige Opfer, das nun auf dieser Stelle dargebracht werden soll, als auch aus Liebe und Verehrung gegen jene heiligen Freunde Gottes, deren Ueberreste in den Altären aufbewahrt werden, wie einst über den Gräbern der Märtyrer Kirchen und Altäre errichtet wurden. **) Introitus, Kollekte, Epistel, Graduale, Evangelium, Offertoriumvers, Stillgebet( Sekrete), Präfation, Kommunionvers und Schlußgebet find je nach den Festen und Zeiten verschieden. Was hier vorkömmt, ist aus der Mesſe vom Priesterthum Jesu Chrifti". 377 Das Gloria.*) Ehre sey Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, den Menschen, die eines guten Willens sind. Wir loben Dich, wir benedeien Dich, wir beten Dich an, wir verherrlichen Dich, wir danken Dir um deiner großen Herrlichkeit willen. Herr Gott, himmlischer König, Gott, allmächtiger Vater! Herr eingeborner Sohn, Jesu Christe, Herr Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters! Der Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser! Der Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, nimm auf unser Gebet! Der Du sigest zur Rechten des Vaters, erbarme Dich unser! Denn Du allein bist heilig, Du allein, Herr, Du allein, der Allerhöchste, Jesu Christe, mit dem heiligen Geiste, in der Herrlichkeit Gottes, des Vaters. Amen. Die Kollekte( Kirchengebet.).**) Vr. Der Herr sey mit euch,***) D. Und mit deinem Geiste.****) Pr. Lasset uns beten! O Gott! Du hast zur Verherrlichung deiner Majestät und zum Heil des Menschengeschlechts deinen Eingebornen zum Hohenpriester verordnet, und uns zur Theilnahme an seinen Geheimnissen berufen. Verleih' uns, daß wir, Alles bei Seite seßend, diesem Rufe treu folgen, und freudig zur Hochzeit seines Abendmahles eilen, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Die Epistel. * Während der Priester die Epistel, das Graduale und das Evangelium in lateinischer Sprache liest, so erforsche du den Zustand deiner Seele *) Wie einst die Erlösung dem Schmerzensruf der Menschheit, so folgt iegt das Gloria dem Kyrie. Es ist der Lobgesang der Engel über die Menschwerdung des Sohnes Gottes, und bleibt deßhalb nur bei Buß- oder Trauermessen weg, z. B. im Advent, zur Fastenzeit, bei Opfern und Jahrtagen für Verstorbene zc. 2c. **) Vergleiche die Kollekten des Kirchenjahrs" Nro. XIII. S. 392 u. folg., welche statt der obigen je nach der betreffenden Festzeit gebetet werden. ***) Dieser oft wiederkehrende Segenswunsch, womit der Priester bei ausgebreiteten Armen zum Zeichen seiner Liebe die Gläubigen begrüßt, ist zugleich eine Aufforderung zur andächtigen Theilnahme an den nun beginnenden Gebeten. ****) Diese Antwort, mit welcher die Gemeinde den Gruß des Priesters erwiedert, erinnert ihn an die besondere Sammlung und heilige Stimmung, in der nun das bevorstehende Opfer dargebracht werden soll. 378 und frage dich, welche Sünden und Gefahren sie am meisten zu fürchten hat. Das soll dann unter die Hauptanliegen gehören, die du vor Gott dem Vater in dem Opfer seines Sohnes zu bringen hast. Das Graduale. Melchisedech, König von Salem, brachte Brod und Wein dar; denn er war ein Priester Gottes, des Allerhöchsten ( 1. Mof. 14, 18). Der Herr hat geschworen, und es wird Ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester in Ewigkeit, nach der Ordnung Melchisedechs( Ps. 109). Alleluja! Alleluja! Christus erschien in der Vollendung der Zeiten durch sein Opfer zur Tilgung der Sünde( Hebr. 9, 26). Alleluja! Der Priester betet vor dem Evangelium in der Mitte des Altars: Allmächtiger Gott! Reinige mein Herz und meine Lippen, der Du die Lippen des Propheten Jesaias mit der glühenden Kohle gereiniget hast. Also würdige Dich durch deine huldvolle Barmherzigkeit, mich zu reinigen, damit ich dein heil. Evange= lium würdig verkündigen möge, durch Christum unsern Herrn. Amen. Herr, segne mich! und auf meinen Lippen, und geztemend verkündige. - Der Herr sey in meinem Herzen damit ich sein Evangelium würdig Amen. Das Evangelium. * Das Aufstehen bei Anhörung des Evangeliums, so wie( an hohen Festen) das Küssen und Anräuchern desselben sind Zeichen der Ehr furcht und Liebe, die wir gegen das göttliche Wort haben sollen. Der Priester bezeichnet die Anfangsworte des Evangeliums mit dem Kreuze, um anzudeuten, daß Christus der Herr seine Behre mit dem Kreuzestod bestätiget habe. Auch bekreuzen, sammt dem Priester, die Anwesenden sich selbst, und zwar die Stirne, den Mund und die Brust zum Zeichen, daß sie das Wort des Herrn mit willigem Geiste erfassen, mit treuem Munde bekennen und in reinem Herzen bewahren wollen. Das Läuten mit der Glocke deutet auf die Ausbreitung der Lehre Jesu, nach dem Wort:„ In alle Lande ist ihr Schall geerungen."( Nöm. 10, 18.) Das kredo. * Der Verkündung des göttlichen Wortes folgt die Aufforderung zum freudigen und festen Glauben. Bekenne auch du deinen Glauben mit denselben Worten, welche die Väter der Kirche im Jahr 325 zu Nizäa gebraucht haben: Ich glaube an einen Gott, den allmächtigen Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde, aller sichtbaren und un 379 sichtbaren Dinge; und an einen Herrn Jesum Christum, den eingebornen Sohn Gottes, aus dem Vater geboren von Ewigkeit, Gott von Gott, Licht von Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, welcher gezeugt, nicht erschaffen, gleichen Wesens mit dem Vater, durch den Alles gemacht ist: der um uns Menschen und um unseres Heiles willen vom Himmel herabgestiegen, und durch den heiligen Geist aus Maria der Jungfrau Fleisch angenommen hat und Mensch*) geworden ist; der auch gekreuziget für uns, unter Pontius Pilatus gelitten hat und begraben wurde; und auferstanden ist am dritten Tage, der Schrift gemäß, und aufgefahren in den Himmel; sißet zur Rechten des Vaters; und wiederum kommen wird in Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Todten; dessen Reiches fein Ende seyn wird. Und an den heiligen Geist, den Herrn und Lebendigmacher, der aus dem Vater und dem Sohne ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und verherrlichet wird; der gesprochen hat durch die Propheten. Und eine, heilige, katholische und apostolische Kirche. Ich bekenne eine Taufe zur Vergebung der Sünden, und erwarte die Auferstehung der Todten und das Leben der zukünftigen Ewigkeit. Amen. Die Opferung.**) ( Offertoriumvers). Da ihr euch Christo nahet, dem lebendigen Steine, so sollt ihr selbst als lebendige Steine darüber gebaut sein, ein geistiger Tempel, ein heiliges Priesterthum, um darzubringen geistige, Gott wohlgefällige Opfer, durch Jesum Christum( 1. Petr. 2). Opferung des Brodes. Nimm auf, heiliger Bater, allmächtiger, ewiger Gott! diese unbefleckte Hostie, welche ich, dein unwürdiger Diener, Dir, meinem lebendigen und wahren Gott, darbringe, für *) Hier beugt der Priester das Knie, um die Ehrfurcht und Anbetung gegen Den auszudrücken, der, obschon Er Gott gleich war, dennoch bis zur Annahme unserer menschlichen Natur sich verdemüthigte. **) Mit diesem ersten Haupttheil der heiligen Meffe erfüllt sich das vorbildliche Opfer Melchifedechs, der Gott auch Brod und Wein darbrachte. durch die Diese Gaben sollen aber nicht Brod und Wein bleiben, sondern Wandlung ein viel vollkommeneres Opfer, nämlich der Leib und das Blut des Herrn werden, wofür der Priester schon iegt vorläufige Bitte zum Himmel sendet. M - 380 meine unzählbaren Sünden, Beleidigungen und Unterlassungen, aber auch für alle Umstehenden und für alle Christgläubigen, lebende und abgestorbene; damit es mir und ihnen zum Heil des ewigen Lebens gedeihe. Amen. Vermischung des Weins und Wassers.*) D Gott! der Du die Würde der menschlichen Natur wunderbar erschaffen und noch wunderbarer wieder hergestellt hast; verleih' uns durch das Geheimniß dieses Wassers und Weins, an der Gottheit desjenigen Gemeinschaft zu erlangen, der sich gewürdigt hat, unsrer Menschheit theilhaft zu werden, Jesus Christus, dein Sohn unser Herr, der mit Dir lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. Opferung des Weins. Wir opfern Dir, o Herr, den Kelch des Heils, und flehen deine Güte an, daß es im Angesicht deiner göttlichen Majestät für unser und der ganzen Welt Heil mit lieblichem Wohlgeruche emporsteige. Amen. Im Geiste der Demuth und mit zerknirschtem Gemüthe mögen wir, o Herr, von Dir angenommen, und unser Opfer heute so vor deinem Angesichte verrichtet werden, daß es Dir, o Gott, wohlgefalle. Komm, Heiligmacher, allmächtiger, ewiger Gott! und segne dieses Opfer, welches deinem heiligen Namen bereitet iſt. Die Händewaschung.** Pf. 25. Unter den Unschuldigen will ich meine Hände waschen und deinen Altar umgeben, o Herr! damit ich die Stimme deines Lobes höre und alle deine Wunderthaten vertünde. Herr! ich habe die Zierde deines Hauses geliebt und den Ort, wo deine Herrlichkeit wohnt. Verderbe meine Seele nicht mit den Gottlosen, mein Leben nicht mit den Blutdür*) Durch die Vermischung des Weins mit Waffer, die von dem legten Abendmahle sich herschreibt, wird die Vereinigung der Gottheit und Menschheit in Christo bezeichnet, und zugleich, daß auch wir uns mit Chrifto zu Einem Opfer vereinigen und mit seinem Geiste Eins werden wollen. **) Der Priester wascht jegt die Hände, die von jeßt an nur den Leib des Herrn zu berühren bestimmt sind, und erinnert uns an die geistige Reinheit, mit der wir dem Heiligen uns nahen und des Empfangs seiner Gnaden uns würdig machen sollen. 381 stigen: in deren Hände Ungerechtigkeit, und deren Rechte mit Geschenken erfüllt ist. Ich aber bin in meiner Unschuld gewandelt, erlöse mich und sey mir gnädig! Mein Fuß steht auf dem rechten Wege: in den Versammlungen, o Herr, will ich Dich loben. Ehre sey dem Vater 2c. 2c. ( In der Mitte des Altars.) Nimm auf, o heilige Dreifaltigkeit, dieses Opfer, welches wir Dir darbringen zum Gedächtnisse des Leidens, der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christi, unsers Herrn; und zur Ehre der seligen allzeit Jungfrau Maria, des seligen Johannes des Täufers, der hh. Apostel Petrus und Paulus, und dieser und aller Heiligen; auf daß es ihnen zur Ehre, uns aber zum Heile gereiche, und sie für uns im Himmel bitten, deren Gedächtniß wir auf Erden feiern, durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. Der Priester wendet sich zum Volke. Pr. Betet, Brüder! daß mein und euer Opfer wohlgefällig werde bei Gott, dem allmächtigen Vater. D. Der Herr nehme dieses Opfer an von deinen Händen, zum Lobe und zur Glorie seines Namens, auch zu unserm Nußen und zum Besten seiner ganzen heiligen Kirche. Pr. Amen. Die Stillgebete( Sekreta). Wir bitten Dich, o Herr! heilige dieses Opfer durch die Anrufung deines heiligen Namens, und mache durch dasselbe uns selbst Dir zu einem ewigen Opfer. O Gott! Du hast die verschiedenen Opfer des alten Geseßes durch die Vollendung des einzigen Opfers des neuen Bundes erfüllt. Empfange dies Opfer von deinen andächtigen Dienern, und heilige es mit gleichem Segen, wie die Gaben Abels; damit wir mit Christo, dem Priester und Opferlamm, durch den Glauben vereinigt, uns selbst als ein lebendiges, heil. und angenehmes Opfer darbringen können! durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, der mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes. Die Präfation. Pr.( Laut fortfahrend:) Von Ewigkeit zu Ewigkeit. D. Amen. Pr. Der Herr sey mit euch. D. Und mit deinem Geiste. 382 Pr. Erhebet eure Herzen. D. Wir erheben sie zum Herrn. Pr. Lasset uns Dank sagen dem Herrn unserm Gott. D. Dies ist würdig und gerecht. Pr. Wahrhaft würdig und gerecht ist es, geziemend und heilsam, daß wir Dir immer und überall Dank sagen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott; durch Christum unsern Herrn,*) durch den deine Majestät loben die Engel, anbeten die Herrschaften, zittern die Gewalten, die Himmel und die Mächte der Himmel und die seligen Seraphim mit gemeinsamem Jubel feiern. Mit ihnen flehen wir, laß unsere Stimme mit eintönen, die wir mit demüthigem Bekenntniß sprechen: Das Sanktus. Heilig, heilig, heilig! Herr Gott Sabaoth! Himmel und Erde sind deiner Herrlichkeit voll. Hosannah**) in der Höhe! Gebenedeit sey, der da kömmt im Namen des Herrn! Hosannah in der Höhe! Der Kanon.***) Dich also, gütigster Vater, bitten wir demüthig, durch Jesum Christum, deinen Sohn unsern Herrn: Du wolleft wohlgefällig annehmen und segnen diese Gaben, diese Geschenke, diese heiligen unbefleckten Opfer, die wir Dir darbringen, vornehmlich für die heilige katholische Kirche, welche Du im Frieden bewahren, beschüßen, in Eins versammeln und regieren. wollest auf dem ganzen Erdkreise, sammt deinem Diener, unserm Papste N. und unserm Bischofe N., und allen Nechtgläupigen und Bekennern des katholischen und apostolischen Glaubens. *) Von hier an ändern sich die Präfationen des Kirchenjahrs ( f. unten am Ende dieser Meßandacht S. 390) je nach den verschiedenen Festen und Zeiten. **) Das Hosannah". war der Triumphruf bei Jesu Einzug in Jerusalem. Auch wir rufen Ihm bei seinem unsichtbaren Einzug in unsre Tempel dieß entgegen, und wünschen im Benediktus" uns Glück zu dem Segen, womit Er im Namen des Vaters herabkömmt; weßhalb sich dabei der Priester auch mit dem Kreuzzeichen segnet. So oft dieses von dem Priester over den Anwesenden geschieht, so soll es andeuten, wie durch den Kreuzestod des Erlösers alles Heil und aller Segen über die Menschheit gekommen. ***) So heißen alle Gebete von hier an bis zur Kommunion. Sie bilden denjenigen Theil der heiligen Messe, der das ganze Jahr hindurch unverändert bleibt. 383 Das Gedächtniß( Memento) für die Lebenden. Sey eingedenk deiner Diener und Dienerinnen N. N.*) und aller Umstehenden, deren Glaube und Andacht Dir bekannt. sind, für welche wir Dir opfern, oder welche Dir darbringen dieses Opfer, für sich und alle die Ihrigen, für die Erlösung ihrer Seelen, für die Hoffnung ihres Heils und ihrer Wohl= fahrt, und welche Dir, dem ewigen, wahren und lebendigen Gott ihre Gelübde entrichten. Wir stehen in Gemeinschaft und verehren das Andenken zuvörderst der glorreichen, unversehrten, allzeit jungfräulichen Maria, der Gebärerin unseres Gottes und Herrn Jesu Christi, aber auch deiner seligen Apostel und Blutzeugen Petrus und Paulus, Andreas, Jakobus, Johannes, Thomas, Jakobus, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Simon und Thaddäus Linus, Cletus, Clemens, Xistus, Cornelius, Cyprianus, Laurentius, Chrysostomus, Johannes und Paulus, Cosmas und Damianus und aller deiner Heiligen, durch deren Verdienste und Gebete Du verleihen wolleft, daß wir in Allem mit der Hülfe deines Schußes bewahrt werden; durch Christum unsern Herrn. Amen. Indem der Priester die Hände über die Opfergaben hält:**) Derohalben bitten wir Dich, o Herr! Du wolleft dieſes Opfer unfres Dienstes und deiner ganzen Gemeinde wohlgefällig aufnehmen, unsre Tage in deinem Frieden lenken, und gebieten, daß wir von der ewigen Verdammung errettet und der Heerde deiner Auserwählten beigezählt werden, durch Christum, unsern Herrn. Amen. Welches Opfer Du, o Gott, in Allem gesegnet, Dir anständig und wohlgefällig machen. wollest, damit es für uns der Leib und das Blut werde deines geliebtesten Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi. Die Wandlung. * Nun beginnen die Einsehungsworte, durch welche die Hostie in den Lelb, und der Wein in das Blut Jesu Christi verwandelt werden. *) Hier wird derjenigen gedacht, die man namentlich in das heilige Meßopfer einschließen will. Das Memento für die Lebenden ist der heilige Augenblick, wo wir vorzüglich hoffen dürfen, für diejenigen, deren wir besonders in unserm Gebet eingebent seyn sollen, Erhörung zu finden. **) Wie die Priester im alten Bunde thaten, wenn sie auf das Opferlamm die Sünde und Schuld des Volkes legten. Es naht jest ber heilige Augenblick, wo Christus, das wahre Opferlamm, das der Welt Sünden hinwegnimmt, geopfert werden soll. 384 Da diese Worte nur in dem Munde des rechtmäßig geweihten Priesters ihre Kraft und Bedeutung haben, so sollst du unterdeß in tiefster Ehrfurcht dem heiligen Augenblick entgegenharren, wo der Herr in den konsekrirten Gestalten zur Anbetung gezeigt wird. Stelle dir demnach Jesum recht lebhaft vor, wie Er beim letzten Abendmahl ver seinen Jüngern dastand, oder wie Er blutend und sterbend am Kreuze dahing. Erwecke in deinem Herzen die Tugenden des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe, der Neue, der Demuth und Anbetung mit folgenden oder ähnlichen Worten: 1) Bei der Aufhebung der heiligen Hostie: Jesu, ich glaube an Dich! Jesu, ich hoffe auf Dich! O Jesu, ich liebe Dich aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, aus ganzem Gemüthe und aus allen Kräften!. 2) Während der Konsekration des Weins: Göttlicher Heiland! ich bete Dich an in tiefster Demuth. Ich bereue und verabscheue alle meine Sünden, mit denen ich Dich je beleidigt habe. Ich bin nicht werth, vor Dir zu erscheinen. Sey mir armen Sünder gnädig und barmherzig! 2c. 3) Bei der Aufhebung des Kelchs: Jesu, Dir lebe ich! Jesu, Dir sterbe ich! O Jesu, dein bin ich im Leben und Tod!* c. Die Kniebeugungen und Kreuzeszeichen, welche der Priester von jetzt an vermehrt, erinnern wiederHolt an Jesum, den nun gegenwärtigen Hohenpriester, und an das Opfer, tas Er einst am Kreuze für uns darbrachte, jetzt aber auf dem Altare unblutigerweise erneuert und dem himmlischen Vater zu unsrer Versöhnung und Begnadigung vorhält. Die höchste Andacht des Christen soll sich jetzt mit der aufepfernden Liebe des Heilandes vereinigen. - Nach der Wandlung fährt der Priester also zu beten fort: O Herr! wir, deine Diener und das Dir geheiligte Volk gedenken nun des hochheiligen Leidens Christi, deines Sohnes unsers Herrn, wie auch seiner Auferstehung von den Todten und seiner glorreichen Himmelfahrt, und opfern deiner erhabenen Majestät von deinen Gaben und Geschenken ein reines Opfer, ein heiliges Opfer, ein unbeflecktes Opfer, das heilige Brod des ewigen Lebens und den Kelch des immerwährenden Heils. Auf welche Gaben Du Dich würdigen wollest, mit gnädigem und huldvollem Antlig herabzuschauen und sie anzus nehmen, gleichwie Du angenommen hast die Gaben deines gerechten Dieners Abel, und das Opfer unseres Erzvaters Abraham, und welches dein Hoherpriester Melchisedech Dir dargebracht hat, ein heiliges Opfer, eine unbefleckte Hostie. Demüthig bitten wir Dich, allmächtiger Gott, laß dieses Opfer durch die Hände deines heiligen Engels emportragen auf deinen erhabenen Altar, vor das Angesicht deiner göttlichen Majestät, damit wir, so viel unsrer von diesem Altare 385 den hochheiligen Leib und das Blut des Sohnes genießen, mit aller himmlischen Segnung und Gnade erfüllt werden; durch denselben Jesum Christum 2c. c. Gedächtniß( Memento) der Verstorbenen. Gedenke auch, o Herr, deiner Diener und Dienerinnen N. N.*), die uns mit dem Zeichen des Glaubens vorangegangen sind, und im Schlummer des Friedens ruhen. Diesen, o Herr! und allen in Christo Ruhenden wollest Du den Ort der Erquickung, des Lichtes und des Friedens verleihen; durch denselben Christum 2c. c. 3t 2016@ 1 Gebet für die Lebenden. Auch uns Sündern, deinen Dienern, die auf die Fülle deiner Erbarmungen hoffen, wollest Du Antheil und Gemeinschaft verleihen mit deinen heiligen Aposteln und Blutzeugen: Johannes, Stephanus, Mathias, Barnabas, Ignatius, Alerander, Marzellinus, Petrus, Felizitas, Perpetua, Agatha, Luzia, Agnes, Cäzilia, Anastasia und allen deinen Heiligen, in deren Gemeinschaft Du, nicht das Verdienst erwägend, sondern reichliche Verzeihung spendend, uns aufnehmen wolleft; durch Christum unsern Herrn. Durch welchen Du, o Herr, all' dieß Gute immer schaffest, heiligest, belebest, segnest und uns ertheilst. Durch Ihn, mit Ihm und in Ihm ist Dir, o Gott, allmächtiger Bater, in der Einheit des heil. Geistes alle Ehre und Herrlichkeit. Pr.( Caut fortfahrend.) Von Ewigkeit zu Ewigkeit. D. Amen. Pr. Lasset uns beten! Durch heilsame Gebote ermahnt, und durch göttliche Unterweisung belehrt, wagen wir zu sprechen: Das Paternoster. Bater unser, der Du bist in den Himmeln 2c. c. D. Sondern erlöse uns von dem Nebel. Pr. Amen.( Still betend.) Erlöse uns, wir bitten Dich, o Herr! von allen Uebeln, den vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen, und durch die Fürbitte der seligen und glor= *) Hier wird besonders berjenigen Verstorbenen gedacht, die der priesterlichen Fürbitte empfohlen sind, sowie auch aller andern, die man der Barme herzigkeit Gottes durch dieses Sühnopfer empfehlen will. 25 386 reichen, allzeit jungfräulichen Gottesgebärerin Maria, deiner seligen Apostel, Petrus, Paulus und Andreas und aller Heiligen, verleihe gnädig den Frieden in unsern Tagen, damit wir durch den Beistand deiner Barmherzigteit allzeit von Sünde frei und vor jeder Drangsal ge=. sichert seyen; durch denselben Jesum Christum*), unsern Herrn, deinen Sohn, der mit Dir in Einheit des heiligen Geistes lebt und regiert, Gott( laut) von Ewigkeit zu Ewigkeit. D. Amen. Pr. Der Friede des Herrn sey allezeit mit euch! o maist D. Und mit deinem Geiste! Pr. Diese Vermischung und Vereinigung**) des Leibes und Blutes unsers Herrn Jesu Christi gereiche uns, die wir cs empfangen, zum ewigen Leben. D. Amen. Das Agnus Dei. Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erbarme Dich unser! Lamm Gottes, welches Du 2c. c. Erbarme zc. 2c. Lamm Gottes, welches Du ic. ic. Schenke uns den Frieden! 11 O Herr Jesu Christe! der Du deinen Aposteln gesagt hast: Den Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch;"- sieh' nicht auf meine Sünden, sondern auf den Glauben deiner Kirche, und würdige Dich, sie nach deinem Willen in Frieden und Einigkeit zu erhalten. Der Friede sey mit euch.***) Bur Kommunion. O Herr Jesu Christe, Sohn des lebendigen Gottes! der *) Hier bricht der Priester die heilige Hoftie, so wie der Herr beim legten Abendmahl gethan, und wünscht der Gemeinde den Frieden, welchen Chriftus bei demselben Anlaß seinen Jüngern verheißen hat( Joh. 14, 27). Zugleich deutet dieses Brodbrechen auf die Kreuzigung hin, wo der Leib des Herrn für uns gebrochen" und das Blut von demselben getrennt wurde. **) Das Stücklein von der heiligen Hoftie, welches hier der Priester in den Kelch fallen läßt, will bedeuten, daß der Leib und das Blut Jefu Chrifti, obgleich ihre Trennung durch zwei Gestalten dargestellt ist, dennoch nur Ein Opfer ausmachen, weil ja nach der Lehre der Kirche unter jeder Gestalt der Herr wirklich und wesentlich gegenwärtig ist. ***) Hier gibt der Priester, wenn ein feierliches Amt gehalten wird, in brüderlicher Umarmung dem Diakon und in diesem der ganzen Gemeinde den Kuß der Vereinigung und Liebe. 387 Du nach dem Willen des Vaters, in Mitwirkung des heiligen Geistes, durch deinen Tod die Welt belebt haft: befreie mich durch diesen deinen hochheiligen Leib und dein Blut von allen meinen Sünden und von allen Uebeln; gib, daß ich allzeit deinen Geboten anhange, und laß nicht zu, daß ich jemals von Dir getrennt werde. D Herr Jesu Christe! Laß den Genuß deines Leibes, den ich Unwürdiger zu empfangen mich erfühne, mir nicht zum Gerichte und zur Verdammung gereichen, sondern nach deiner Milde zum Schuß und zum Heil des Leibes und der Seele gedeihen; der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, als gleicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Die heilige Hoftie in die Hand nehmend: Das himmlische Brod will ich empfangen und den Namen des Herrn anrufen. O Herr! ich bin nicht würdig, daß Du eingehest unter mein Dach; sondern sprich nur ein Wort, und meine Seele wird gesund.( Dreimal.) Indem er die heilige Hostie genießt:*) Der Leib unsers Herrn Jesu Christi bewahre meine Seele zum ewigen Leben. Inden er den Kelch nimmt: Was soll ich dem Herrn vergelten für Alles, was Er mir verliehen? Ich will den Kelch des Heils empfangen und den Namen des Herrn anrufen, und ich werde erlöst seyn von meinen Feinden. Das Blut unsers Herrn Jesu Christi bewahre meine Seele zum ewigen Leben. Amen. Zur Abspülung der Hände und des Kelchs: Was wir mit dem Munde empfangen haben, o Herr, laß uns mit reiner Seele erfassen, und die Gabe, die wir hier in der Zeit genossen haben, möge uns zum ewigen Heilmittel werden. Amen. Dein Leib, o Herr, den ich genossen, und dein Blut, das ich getrunken, bleibe stets in meinem Innersten, damit in mir, den die reinen und heiligen Sakramente gelabt haben, kein Flecken der Sünde zurückbleibe; der Du lebst und regierst in Ewigkeit. Amen. *) Vereinige dich hier mit der Kommunion des Priesters durch ein herzliches Verlangen nach Jesus und durch andächtige Erweckung von Glaube, Hoffnung und Liebe. 25* 388 Bum Schlusse. ( Kommunionvers.) Lasset uns loben den Gott des Himmels, und vor dem Angesicht aller Lebendigen Ihm danken, denn Er hat Barmherzigkeit an uns gethan. Pr. Der Herr sey mit euch! D. Und mit deinem Geiste! Pr. Lasset uns beten! Herr Jesu Christe! der Du deinen Leib und dein Blut zum Lösegeld des menschlichen Heiles, zum Opfer deiner Kirche und zur Nahrung in unsrer Schwäche verordnet hast: wir bitten Dich, laß das Heilige, welches Du uns zu deinem Andenken zu genießen geboten hast, die ewige Erlösung in uns wirken, der Du lebst 2c. c. Pr. Der Herr sey mit euch! D. Und mit deinem Geiste! Pr. Gehet hin- im Frieden; das Opfer ist vollbracht.*) D. Lasset uns Gott danken! Pr.( Betet in der Stille vor der Ertheilung des Schlußsegens:) Laß Dir, o heilige Dreifaltigkeit, diesen Dienst meiner Knechtschaft gefallen, und verleih', daß dieses Opfer, welches ich Unwürdiger den Augen deiner Majestät dargebracht, Dir annehmlich sey, mir aber und allen, für welche ich es dargebracht, durch deine Erbarmung zur Versöhnung gereiche, durch Christum unsern Herrn. Amen. Der Priester gibt den Schlußsegen.**). Es segne euch der allmächtige Gott Vater,+ Sohn, und heiliger Geist. Amen. 11 *) Statt dieser( gewöhnlichen) Entlassungsformel spricht der Priester in sol chen Messen, wo kein Gloria stattfindet: Lasset uns den Herrn preisen! Mit diesen Worten wurden ehemals die Gläubigen an jenen Tagen und Zeiten, die besonders dem Gebete gewidmet waren, z. B. im Advent, in der Faften 2c., aufgefordert, noch länger in der Kirche zu verweilen, und an den Lobpreisungen Gottes( den Laudes), welche die Priester nach der Mesſe beteten, Theil zu nehmen. In Seelenmessen wird mit dem Segenswunsch für die Verstorbenen geschlossen:„ laß sie ruhen im Frieden!" weßwegen auch der Schlußsegen unterbleibt, da hier das heilige Opfer nicht sowohl der Lebendigen als der Todten wegen dargebracht wurde. **) Wie Jesus, als Er sein Werk vollbracht hatte, segnend von seinen Jüngern schied, so entläßt der Priester die Gemeinde mit dem Segenswunsch, hinzugehen und Früchte der Gerechtigkeit zu bringen. Während du dich mit dem Kreuze, dem Quell aller Segnungen, bezeichneft, magst du Folgendes in der Stille beten:„ Es erhalte in mir der dreieinige Gott, 11 389 Das Schlußevangelium.*) Pr. Der Herr sey mit euch! D. Und mit deinem Geiste! Pr. Anfang des Evangeliums des heiligen Johannes. D. Preis sey Dir, o Herr! Pr. Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war von Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht von Allem, was gemacht ist. In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtete in den Finsternissen; und die Finsternisse haben es nicht begriffen. Es war ein Mensch von Gott gesandt, dessen Name war Johannes. Dieser kam zum Zeugnisse, damit er Zeugniß gäbe vom Licht, auf daß Alle durch ihn glaubten. Er selbst war nicht das Licht, sondern daß er Zeugniß gäbe vom Lichte. Dieses war das wahrhafte Licht, das einen jeglichen Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht, und die Welt hat es nicht erkannt. Er kam in sein Eigenthum, und die Seinigen nahmen Ihn nicht auf. So viele Ihn aber aufnahmen, denen gab Er die Macht, Kinder Gottes zu werden, die nämlich an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Geblüte, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren**) sind. Und das Wort ist Fleisch geworden***) und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, eine Vater, Sohn und heiliger Geist, alle die Gnaden, deren ich in diesem heiligsten Opfer theilhaftig wurde." Sodann sollst du noch des Priesters, der die heilige Messe gelesen, in einem andächtigen Vaterunser und Ave Maria gedenken. *) Obiges Evangelium( Joh. 1, 1-14) fällt nur dann weg, wenn wegen eines Festevangeliums das sonntägliche nachzuholen ist; sonst wird es immer gelesen als Hauptzengniß für zwei Grundlehren unsrer heiligen Religion, auf denen eigentlich das Geheimniß unsrer Erlösung( also auch die Feier des heiligen Mesopfers) beruht: 1) die ewige Gottheit Jefu Chrifti ( V. 1-13) und 2) seine in der Zeit geschehene Menschwerdung ( V. 14). **) Das heißt: die nicht blos natürlich erzeugt und geboren, sondern wiedergeboren sind( Joh. 3) durch die Gnade Gottes. ***) Hier beugt der Priester das Knie.( Vergleiche eben die Anmerkung zu der Kniebeugung im Credo.) 390 Herrlichkeit als des Eingebornen vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. D. Lasset uns Gott Dank sagen. Die Präfationen des Kirchenjahrs. Espaciales. a) Am Weihnachtsfeste. ( Sowie auch an Mariä Lichtmeß und am Fronleichnamsfeste.) Wahrhaft würdig und gerecht, billig und heilsam ist es, daß wir immer und überall Dir danken, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott! weil durch das Geheimniß des fleischgewordenen Wortes ein neues Licht deiner herrlichen Klarheit in die Augen unsers Geistes strahlte, so daß, während wir Gott sichtbarlich erkennen, wir durch Ihn zur Liebe des Unsichtbaren hingezogen werden. Und darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Mächten, mit der ganzen himmlischen Heerschaar die Hymne deiner Glorie, sprechend ohne Unterlaß: Heilig 2c. c. jubilare b) Am Feste der Erscheinung des Herrn. Wahrhaft würdig und gerecht, billig und heilsam ist es, daß wir immer und überall Dir danken, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott! Denn da dein Eingeborner in dem Wesen unserer Sterblichkeit sichtbar erschienen, hat Er uns im Lichte seiner Unsterblichkeit hergestellt. Und darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Mächten, mit der ganzen himmlischen Heerschaar die Hymne deiner Glorie, sprechend ohne Unterlaß: Heilig zc. 2. c) In der heiligen Fastenzeit bis zum Passionssonntage. Wahrhaft würdig und gerecht, billig und heilsam ist es, daß wir immer und überall Dir danken, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott! der Du durch das leibliche Fasten die Laster zähmst, das Gemüth aufrichtest, Tugend und Lohn spendest: durch Christum unsern Herrn, durch welchen deine Majestät loben die Engel, anbeten die Gewalten, die Mächte zittern, die Himmel der Himmel, die Kräfte und die feligen Seraphim mit einstimmiger Freude feiern. Darum flehen wir, laß mit ihnen auch unsere Stimme hinaufgelangen, die wir demüthig bekennen: Heilig 2c. c. d) Präfation des Kreuzes vom Passions sonntag bis zum grünen Donnerstag und an Festen des heiligen Kreuzes. Wahrhaft würdig und gerecht, billig und heilsam ist es, daß wir 391 immer und überall Dir danken, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott! der Du das Heil des Menschengeschlechtes am Holz des Kreuzes begründet; damit von wo der Tod ausging, von da das Leben erstehe, und, der am Holz siegte, am Holz auch besiegt würde; durch Christum unsern Herrn, durch welchen deine Majestät loben die Engel, anbeten die Gewalten, die Mächte zittern, die Himmel der Himmel, die Kräfte und die seligen Seraphim mit einstimmiger Freude felern. Darum flehen wir, laß mit ihnen auch unsere Stimmen hinaufgelangen, die wir demüthig bekennen: Heilig zc. c. e) Von Ostern( Charsamstag) bis Himmelfahrt. Wahrhaft würdig und gerecht, billig und heilsam ist es, alle Zeit Dich, o Herr! doch vor Allem zu dieser Zeit hochherrlicher zu lobpreisen, da geschlachtet worden ist unser Pascha Christus: denn Er selber ist das Lamm, das hinweggenommen die Sünden der Welt, das im Sterben unser Sterben zernichtet, und auferstehend das Leben wieder erneuert hat. Darum mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Gewalten, mit der ganzen Heerschaar des Himmels singen wir deiner Glorie Loblied und sprechen ohne Ende: Heilig 2c. c. Silbrit 1) Von Himmelfahrt bis Pfingstvorabend. Wahrhaft würdig und gerecht, billig und heilsam ist es, daß wir überall und immer Dir Dank sagen, helliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott! durch Christum unsern Herrn, der nach seiner Auferstehung allen Jüngern sichtbar erschienen und vor ihrem Blick erhoben worden ist in den Himmel, um uns seiner Gottheit theilhaftig zu machen: und darob mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thrones und Gewalten und mit der ganzen Heerschaar des Himmels singen wir deiner Glorie Loblied und sprechen ohne Ende: Heilig zc. 2c. g) Von Pfingsten bis Dreifaltigkeitsfest. Wahrhaft würdig und gerecht, billig und heilsam ist es, daß wir überall und immer Dir danken, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott! durch Christum unsern Herrn, der emporsteigend über alle Himmel und zu deiner Nechten sißend den verheißenen heiligen Geist auf die Kinder deiner Gnade ausgegossen: darum jauchzet in überströmenden Freuden die gesammte Welt auf dem Erdkreise; aber die Mächte oben und die Gewalten der Engel singen mit einstimmend deiner Glorie rie Loblied, sprechend ohne Ende: Heilig uc. 2. h) Von Dreifaltigkeit bis Weihnachten. Wahrhaft würdig und gerecht, billig und heilsam ist es, daß wir immer und überall Dir danken, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, 11 392 ewiger Golt! der Du mit deinem eingebørnen Sohne und dem heiligen Geiste ein Gott bist, Ein Herr, nicht in der Alleinheit Einer Person, sondern in des Einen Wesens Dreifaltigkeit. Denn was wir von teiner Herrlichkeit, die Du uns geoffenbaret, glauben, das erkennen wir auch von deinem Sohne, das vom heiligen Geiste, ohne Scheidung und Trennung, so daß im Bekenntniß der wahren, ewigen Gottheit, sowohl die Besonderheit in den Personen, als auch die Einheit in der Wesenheit und in der Majestät die Gleichheit angebetet werde, welche da loben die Engel und Erzengel, die Cherubim und Seraphim, die nie enden zu rufen allzeit mit Einer Stimme: Heilig 2c. 2C. i) Von der seligsten Jungfrau Maria. Wahrhaft würdig und gerecht, billig und heilsam ist es, daß wir immer und überall Dir danken, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott! und in der Feier der allzeit seligen Jungfrau Maria Dich loben, benedeien und preisen; weil sie deinen Eingebornen in der Ueberschattung des heiligen Geistes empfangen, und in der Jungfräulichkeit unverleßter Glorie das ewige Licht der Welt geboren, Jesum Christum unsern Herrn; durch welchen deine Majestät loben die Engel, anbeten die Gewalten, die Mächte zittern, die Himmel und die Kräfte der Himmel und die seligen Seraphim mit einstimmiger Freude feiern. Darob flehen wir, laß mit ihnen auch unsere Stimme hinaufgelangen, die wir demüthig bekennen: Heilig 2c. 2c. k) Von den heiligen Aposteln. Wahrhaft würdig und gerecht, billig und heilsam ist es, von Dir, o Herr! demüthig zu erbitten, daß Du, ewiger Hirt, nicht verlaffest deine Heerde, sondern durch deine seligen Apostel in fortwährendem Schuß behütest, daß sie nur von jenen Führern regiert werde, die Du als Stellvertreter deines Werkes ihr zugleich als Vorsteher und Hirten bestellt hast. Und darum mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Mächten und mit der ganzen Heerschaar des Himmels fingen wir deiner Glorie Loblied, sprechend ohne Ende: Heilig uc. z. XIII. Die Kollekten des Kirchenjahrs. a. Auf die Adventsonntage. I. Erwecke, wir bitten Dich, o Herr! deine Macht und komme, damit wir aus den drohenden Gefahren unsrer Sünden durch deinen Schutz errettet, und durch deine Befrei 393 ung erlöst werden, der Du lebst und regierst mit Gott dem Bater, in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. * Was von hier an einzuschalten ist, sehe man unten nach der Kollekte IV. II. Erwecke, o Herr! unsre Herzen, deinem Eingebornen die Wege zu bereiten, damit wir durch seine Ankunft würdig werden, Dir mit gereinigtem Gemüthe zu dienen, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn*), der mit Dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. III. Wir bitten Dich, o Herr! neige dein Ohr zu unserm Flehen, und erleuchte durch die Gnade deiner Heimsuchung die Finsternisse unsrer Seele, der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater, in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. IV. Wir bitten Dich, o Herr! erwecke deine Macht und komme, eile uns zu Hülfe mit großer Kraft, damit das, was unsre Sünden verzögern, durch die Hülfe deiner Gnade und die Huld deiner Erbarmung beschleunigt werde; der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater u. s. w. Nach jeder Kollekte betet die heilige Kirche diese Adventzeit hindurch noch folgende zwei: * 1) 3um Gedächtniß der seligsten Jungfrau Maria. O Gott! der Du gewollt hast, daß dein Wort im Schooß der Jungfrau Maria auf Verkündigung des Engels Fleisch annahm; wir bitten Dich, laß uns, die wir sie wahrhaft als Gottesgebärerin bekennen, durch ihre Fürbitte geholfen werden. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, der mit Dir und dem heiligen Geiste u. s. w. 2) Für die Kirche. Erhöre gnädig, o Herr! das Flehen deiner Kirche, damit sie, bewahrt von allen Bedrängnissen und Irrlehren, in sichrer Freiheit Dir dienen möge; durch unsern Herrn Jesum Christum u. s. w. * Statt dieser lettern Kollekte kann auch folgende genommen werden: Für den Papst. Gott! der Du aller deiner Gläubigen Hirt und Leiter HA *) So oft ein Kirchengebet an Gott den Vater gerichtet ist, schließt es wie oben: durch unsern Herrn, Jesum Chriftum" u. f. w. An Gott den Sohn gerichtet, schließen die Kirchengebete wie das vom ersten Adventsonntag. 394 bist: sieh' gnädig herab auf deinen Diener N., den Du zum Hirten deiner Kirche gesetzt hast, und laß ihn seinen Untergebenen durch Wort und Beispiel zum Heile werden, damit er sammt seiner ihm anvertrauten Heerde das ewige Leben erlange; durch unsern Herrn Jesum Christum u. f. w. in that he 3ur Roratemesse. Te Gott! der Du dem Menschengeschlechte durch der seligen Maria fruchtbare Jungfräulichkeit den Lohn des ewigen Heils verheißen haft: verleih' gnädig, daß wir den Segen ihrer Fürbitte verspüren, durch welche wir gewürdiget wurden, den Urheber des Lebens zu empfangen, unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, der mit Dir und dem heiligen Geiste u. s. w. * Hier werden ebenfalls, wie oben, die Gebete zum Gedächtniß der feligsten Jungfrau Maria und für die Kirche oder für den Papst eingeschalten. b. Am Weihnachtsfeste. Zum Frühamt. D Gott! der Du diese hochheilige Nacht mit dem Glanz des wahren Lichtes erhellet haft: wir bitten Dich, laß uns die Freuden dieses Lichtes, dessen Geheimnisse wir auf Erden erkannt haben, auch dereinst im u. s. w. Himmel genießen; durch unsern Heritten Dich, allmächtiger Zur zweiten Messe. Wir bitten Gott! gib, daß wir, durchstrahlt vom neuen Lichte deines menschgewordenen Wortes, das in unserm Werke zeigen, was durch den Glauben in unsrer Seele leuchtet; durch unsern Herrn u. s. w. 3um Hochamt. Verleihe, allmächtiger Gott! daß uns, welche die alte Knechtschaft unter dem Joch der Sünde hält, deines Eingebornen neue Geburt im Fleische befreien möge; durch denselben unsern Herrn u. s. w. c. Am Sonntag nach Weihnachten. disting Allmächtiger, ewiger Gott! Leite unsre Handlungen nach deinem Wohlgefallen, damit wir gewürdiget werden, an guten Werken Ueberfluß zu haben, im Namen deines geliebten Sohnes, der mit Dir lebt u. s. w. d. Am Feste der Beschneidung. D Gott! der Du die Gnadengeschenke des ewigen Heils durch die fruchtbare Jungfräulichkeit der seligsten Maria dem 395 Menschengeschlechte verliehen haft: wir bitten Dich, gib, daß wir der Wirkung ihrer Fürsprache inne werden, durch die wir gewürdiget wurden, zu empfangen den Urheber des Lebens, unsern Herrn Jesum Christum, der mit Dir u. s. w. e. Am Sonntag nach dem Feste der Beschneidung. ( Wie am Sonntag nach Weihnachten.) f. Am Dreikönigsfest. O Gott! der Du heute durch den Stern deinen Eingebornen den Heiden geoffenbaret hast, verleih' gnädig, daß auch wir, die wir Dich bereits im Glauben erkannt haben, bis zur Anschauung deiner erhabenen Herrlichkeit gelangen mögen; durch denselben unsern Herrn Jesum Chriftum u. f. w. HANDSE g. Auf die Sonntage nach Dreikönig. I. Wir bitten Dich, o Herr! Nimm auf mit himmlischer Milde die Wünsche deines flehenden Volkes, damit es sowohl erkenne, was es thun soll, als auch erstarke zur Erfüllung dessen, was es als gut und heilig erkannt hat; durch unsern Herrn Jesum Christum u. s. w. LAUR II. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du Alles im Himmel und auf Erden lenkst und regierst, erhöre gnädig die Bitten deines Voltes, und schenke unsern Tagen deinen Frieden; durch unsern Herrn Jesum Christum u. s. w. * Vom zweiten Sonntag an werden jedesmal wieder dieselben Kollekten wie zur Adventzeit( siehe oben Seite 393) eingeschalten. III. Allmächtiger, ewiger Gott! Sieh' mit Milde auf unsre Schwachheit herab, und strecke aus zu unserm Schuß die Rechte deiner Majestät; durch unsern Herrn u. s. w. IV. O Gott! der Du weißt, daß wir, so großen Gefahren ausgeseßt, nach unsrer menschlichen Gebrechlichkeit nicht Stand zu halten vermögen: schenke uns Heil der Seele und des Leibes, damit wir durch deinen Beistand überwinden, was wir für unsre Sünden erdulden; durch unsern Herrn u. f. w. V. Wir bitten Dich, o Herr! beschüße deine Gemeinde mit beständiger Liebe, damit sie, die ihre Hoffnung allein auf die himmlische Gnade stüßt, allzeit durch deinen Schuß bewahrt bleibe; durch unsern Herrn u. s. w. VI. Wir bitten Dich, allmächtiger Gott! laß uns weise 396 gesinnt seyn, und das, was Dir gefällt, in Wort und That, vollbringen; durch unsern Herrn u. s. w. An Septuagesima. Wir bitten Dich! v Herr! Erhöre gnädig das Flehen deines Volkes, damit wir, die wir mit Recht wegen unsrer Sünden uns betrüben, nach deiner Barmherzigkeit um der Ehre deines Namens willen erlöst werden; durch unsern Herrn u. f. w. * Von hier an bis zum Passionsfonntag sind folgende zwei Kolletten einzuschalten: 1) Um die Fürsprache der Heiligen. Wir bitten Dich), o Herr! Schütze uns vor allen Gefahren des Leibes und der Seele, und durch die Fürsprache der seligen und glorreichen, allzeit jungfräulichen Gottesmutter Maria, der seligen Apostel Petrus und Paulus, des seligen N.*) und aller Heiligen, verleih' uns gnädig Heil und Frieden, auf daß deine Kirche nach Besiegung aller Widerwärtigkeiten und Irrthümer in sicherer Freiheit Dir diene; durch denselben unsern Herrn u. s. w. 2) Für die Lebendigen und Abgestorbenen. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du zugleich über Lebendige und Todte herrschest, und Dich aller jener erbarmst, von denen Du voraus weißt, daß sie durch den Glauben und die Werke die Deinigen seyn werden: wir bitten Dich demüthig, verleih', daß alle, für die wir zu beten uns vorgenommen, und die entweder das Leben dieser Zeit noch im Fleische zurückhält oder das jenseitige schon, des Körpers entledigt, aufgenommen hat, durch die Fürbitte aller deiner Heiligen nach der Milde deiner Vaterliebe Verzeihung aller ihrer Sünden erlangen mögen; durch unsern Herrn u. s. w. An Seragesima. O Gott! der Du weißt, daß wir auf keine unfrer Handlungen vertrauen: verleih' uns gnädig, daß wir auf die Fürbitte des Lehrers der Heiden**) vor allen Widerwärtigkeiten beschirmt werden; durch unsern Herrn u. s. w. An Quinquagesima. Herr! erhöre mild unser Flehen, löse uns von den Banden der Sünden und behüte uns vor allem Uebel; durch unsern Herrn Jesum Chriftum u. s. w. *) Hier wird der heil. Kirchenpatron genannt. **) Des heil. Paulus, der nach der heutigen Epistel so viel Unzemach unter den Heiden ausgestanden. 397 h. Auf die Sonntage in der Fasten. I. O Gott! der Du jährlich deine Kirche durch die vierzigtägige Fasten reinigest, verleih' deinen Kindern, daß sie durch gute Werke erreichen, was sie durch Enthaltsamkeit zu erlangen streben; durch unsern Herrn u. s. w. * Bis zum Passionsfonntag werden dieselben zwei Kollekten wie oben beim Sonntag Septuagesima( Seite 396) eingeschoben. II. O Gott! der Du unsere Ohnmacht und Schwäche siehst, beschirm' uns von Innen und Außen, auf daß wir am Leibe von allen Widerwärtigkeiten bewahrt, und am Geiste von allen bösen Gedanken gereinigt werden; durch unsern Herrn u. s. w. III. Wir bitten Dich, o Herr! Sieh' herab auf unser demüthiges Flehen, und strecke aus zu unsrer Beschützung die Rechte deiner Majestät; durch u. s. w. IV. Wir bitten Dich, allmächtiger Gott! Laß uns, die wir die verdiente Züchtigung für unsre Sünden leiden, durch die Tröstung deiner Gnade erquickt werden; durch u. s. w. V.( Passionssonntag.) Wir bitten Dich, allmächtiger Gott! Sieh' gnädig auf deine Gemeinde herab, und verleihe, daß sie mit deiner Hülfe im Leiblichen gelenkt, und durch deinen Schuß im Geiste bewahrt sey; durch u. s. w. * Von heute an wird blos die Kollekte für die Kirche oder für den Papst( siehe oben Seite 393) eingeschalten. VI.( Palmsonntag.) Allmächtiger, ewiger Gott! nach dessen Willen unser Erlöser Fleisch angenommen und dem Kreuze sich unterworfen hat, um ein Vorbild der Demuth dem Menschengeschlechte zu werden: verleihe gnädigst, daß wir sein Dulden auch an uns erweisen, und an seiner Auferstehung Theil zu nehmen gewürdiget werden; durch ebendenselben Herrn Jesum Christum, deinen Sohn u. f. w. i. Am Gründonnerstag. O Gott! von welchem Judas die Strafe seiner Schuld und der Schächer den Lohn seines Bekenntnisses empfangen hat: verleih' uns die Früchte deiner Erbarmniß, damit, gleichwie Jesus Christus, unser Herr, in seinem Leiden einem jeden von beiden nach Verdienst verschiedentlich vergolten, Er auch von uns den Irrthum des alten Verderbens entfernen, und die Gnade seiner Auferstehung uns verleihen möge, der mit Dir lebt u. s. w. 398 k. Am Charfreitag. ( Wird keine eigentliche Kollekte gebetet. Vergl. erste Abtheilung, Seite 24-27.) 1. Am Charsamstag. O Gott! der Du diese hochheilige Nacht durch die glorreiche Auferstehung unsers Herrn erhellst: bewahre in deinen Neugebornen den Geist der Kindschaft, den Du ihnen gegeben hast, damit sie, an Leib und Seele erneuert, in reinem Dienst sich Dir weihen; durch u. f. w. m. Am Osterfonntag. O Gott! der Du am heutigen Tage durch deinen Eingebornen den Tod besiegt und uns den Eingang zum ewigen Leben wieder aufgeschlossen haft: hilf uns unsere Wünsche, die Du in zuvorkommender Gnade uns einflößest, mit deinem Beistand zu erreichen; durch ebendenselben unsern Herrn u. s. w. n. Am Oftermontag. O Gott! der Du der Welt durch die österliche Feier Mittel des Heils verliehen hast: wir bitten Dich, begleite dein Volk mit himmlischen Gaben, damit es würdig sey, die vollkommene Freiheit zu erhalten und das ewige Leben zu erlangen; durch unsern Herrn u. s. w. o. Auf die Sonntage nach Ostern. I. Wir bitten Dich, allmächtiger Gott! Verleih' uns, daß wir, wie wir diese Osterfeier vollbracht haben, so dieselbe mit deiner Hülfe in unserm Wandel und durch unser Leben bewähren mögen; durch unsern Herrn u. s. w. II. O Gott! der Du in der Erniedrigung deines Sohnes die gefallene Welt wieder aufgerichtet hast: verleih' deinen Gläubigen stete Fröhlichkeit, damit diejenigen, welche Du den Gefahren des ewigen Todes entrissen hast, immerwährender Freuden genießen mögen; durch denselben unsern Herrn u. s. w. Von jegt an kommen jedesmal folgende zwei Kollekten: 1) 3um Gedächtniß der seligsten Jungfrau Maria. O Herr, unser Gott! Wir bitten Dich, verleih', daß deine Diener einer steten Gesundheit des Leibes und der Seele fich erfreuen, und durch die glorreiche Fürsprache der seligen und allzeit jungfräulichen Maria von den Mühsalen dieses Lebens 399 erlöst und der ewigen Freuden gewürdigt werden; durch unsern Herrn u. s. w. 2) Für die Kirche oder für den Papst. ( Siehe oben Seite 393.) III. O Gott! der Du den Irrenden, auf daß sie auf den rechten Weg zurückzukehren vermögen, das Licht deiner Wahrheit zeigst: gib Allen, die zum christlichen Bekenntniß gezählt werden, die Gnade, zu verabscheuen, was demselben zuwiderlauft, und nach dem zu streben, was demselben gemäß ist; durch unsern Herrn u. s. w. IV. O Gott! der Du die Gemüther der Gläubigen zu Einem Willen vereinigest: verleih' deinem Volke, das zu lieben, was Du gebietest, und das zu verlangen, was Du verheißest, damit unsre Herzen unter dem Wechsel der Welt sich unveränderlich dorthin richten, wo die wahren Freuden find; durch u. s. w. V. D Gott! von dem alles Gute tömmt, gewähre unserm demüthigen Flehen dasjenige, was recht ist, durch deine Eingebung zu denken und unter deiner Leitung zu erfüllen: durch u. s. w. Für die Tage in der Bittwoche. Allmächtiger Gott! auf dessen Vaterliebe wir in allen Anliegen unser Vertrauen seßen: gib, daß wir durch deinen Schutz vor allen Widerwärtigkeiten bewahrt werden; durch u. s. w. VI. Allmächtiger, ewiger Gott! Laß uns allzeit einen. Dir ergebenen Willen haben, und deiner Majestät mit aufrichtigem Herzen dienen; durch u. s. w. p. An Christi Himmelfahrt. Wir bitten Dich, allmächtiger Gott! verleih' uns, die wir glauben, daß dein eingeborner Sohn, unser Erlöfer, am heutigen Tag in den Himmel aufgefahren ist, daß auch wir, dem Geiste nach, im Himmel wohnen mögen; durch ebendenselben Herrn u. s. w. q. Am Pfingstsonntag. O Gott! der Du am heutigen Tage die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des heiligen Geistes belehrt haft: gib uns in demselben Geist das Recht zu erkennen und seines Trostes uns allzeit zu erfreuen; durch u. s. w. 400 r. Am Pfingstmontag. D Gott! der Du den Aposteln den heiligen Geist gegeben hast, verleih' deinem Volk die Erhörung seiner frommen Bitten, damit Du denen, welchen Du den Glauben gabst, auch den Frieden schenken mögest; durch u. s. w. s. Am Dreifaltigkeitssonntag.word Allmächtiger, ewiger Gott! der Du deinen Dienern verliehen, im Bekenntniß des wahren Glaubens die Glorie der ewigen Dreifaltigkeit zu erkennen, und in der Macht die Einheit der Majestät anzubeten: laß uns, wir bitten Dich, durch Festhalten an diesem Glauben, jederzeit vor aller Widerwärtigkeit beschirmt seyn; durch u. s. w. 1. Am Fronleichnamsfest. O Gott! der Du uns in diesem wunderbaren Sakrament das Andenken deines Leidens und Todes hinterlassen hast: laß uns, wir bitten Dich, die heilige Feier deines Leibes und Blutes also begehen, daß wir die Frucht deiner Erlösung stets in uns empfinden mögen, der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater, in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit u. s. w. u. Auf die Sonntage nach Pfingsten. I. Gott! du Stärke aller derer, die auf dich hoffen, höre gnädig unser Flehen, und weil ohne Dich die Schwachheit der Sterblichen nichts vermag, so verleih' uns deine hülfreiche Gnade, damit wir in Erfüllung deiner Gebote in Wille und Werk Dir gefallen; durch unsern Herrn u. s. w. * Von icht an bis Advent werden folgende zwei Kollekten eingelegt: 3) Um Fürbitte der Heiligen. Wir bitten Dich, o Herr! schütze uns vor allen Gefahren des Leibes und der Seele und verleih' uns gnädig durch die Fürsprache der seligen und glorreichen, allzeit jungfräulichen Gottesmutter Maria, der seligen Apostel Petrus und Paulus, des seligen N.*) und aller Heiligen, Heil und Frieden, auf daß deine Kirche nach Besiegung aller Widerwärtigkeiten und Irrthümer in sicherer Freiheit Dir diene; durch denselben unsern Herrn u. s. w. *) Hier wird der heil. Kirchenpatron genannt. 401 intat awettage 2) Für alle Anliegen. 1. O Gott! unsre Zuflucht und Stärke, der Du selbst die Urquelle aller Andacht bist: sey mit den frommen Bitten deiner Kirche, und gib, daß wir in Wirklichkeit erlangen, was wir im Glauben begehren; durch u. s. w. II. Laß uns stets, o Herr! deinen Namen sowohl fürchten als lieben, der Du denen niemals deine Leitung entziehst, welche Du in deiner Liebe befestigest; durch u. s. w. * Wird hier noch die Kollekte vom Fronleichnamsfest beigefügt, weil der zweite Pfingstsonntag in die Octav desselben fällt. III. O Gott! Du Beschüßer derer, die auf Dich hoffen, ohne den nichts stark, nichts heilig ist: vermehre über uns dein Erbarmen, damit wir unter deiner Führung und Leitung der zeitlichen Güter uns bedienen, ohne die ewigen zu verlieren; durch u. s. w. IV. Gib uns, o Herr! daß unter deiner Leitung sowohl der Lauf dieser Welt sich friedlich für uns gestalte, als auch deine Kirche einer ungestörten Andacht sich erfreue; durch u. s. w. V. O Gott! der Du denen, die Dich lieben, unsichtbare Güter bereitest: gieß' in unsere Herzen den Geist deiner Liebe, damit wir Dich in Allem und über Alles lieben, und deiner Verheißungen, die alle Wünsche übertreffen, theilhaftig werden; durch u. sf. w.ion ent VI. Gott der Stärke! von dem alles Vollkommene herfömmt, flöße unsern Herzen die Liebe deines Namens ein, und verleih' uns Wachsthum in der Frömmigkeit, damit das Gute in uns genährt, und das von Dir so Genährte in frommem Eifer bewahrt werde; durch u. s. w. VII. O Gott! dessen Vorsehung in ihren Anordnungen nicht irren kann, wir bitten Dich flehentlich, daß Du alles Schädliche entfernen und alles Heilsame uns gewähren wolleft; durch u. f. w. VIII. Verleih' uns gnädig, wir bitten Dich, o Herr! den Geist, allzeit zu denken, was recht ist, und es zu vollbringen, damit wir, die wir ohne Dich nicht bestehen können, nach deinem Willen zu leben vermögen; durch u. f. w. IX. Deffne, o Herr! das Ohr deiner Barmherzigkeit den Bitten der Flehenden, und damit Du ihnen gewährest, um was sie Dich bitten, so gib, daß sie nur begehren, was Dir wohlgefällig ist; durch u. s. w. X. O Gott! der Du deine Allmacht vor Allem im Schonen und Erbarmen zeigest, vermehre über uns beine 26 402 Barmherzigkeit, damit wir, indem wir deinen Verheißungen nachstreben, der himmlischen Ehren theilhaftig werden; durch u. s. w. XI. O Gott! dessen unerschöpfliche Liebe den Flehenden noch mehr gewährt, als sie verdienen und wünschen: gieß' aus über uns deine Barmherzigkeit, damit Du uns vergebest, was unser Gewissen fürchtet, und gewährest, was unser Gebet nicht zu verlangen wagt; durch u. s. w. XII. Allmächtiger, barmherziger Gott! dessen Werk es ist, daß Dir von deinen Gläubigen würdig und löblich gedient wird: verleih' uns gnädig, daß wir ohne Hinderniß deinen Verheißungen nachstreben; durch u. s. w. XIII. Allmächtiger, ewiger Gott! vermehr' in uns den Glauben, die Hoffnung und die Liebe, und lehr' uns lieben, was Du befiehlst, damit wir zu erlangen verdienen, was Du verheißest; durch u. s. w. XIV. Wir bitten Dich, o Herr! bewahre deine Kirche in steter Huld; und weil ohne Dich die Schwachheit der Sterblichen nichts vermag, so laß sie durch deinen fortwährenden Beistand von allem, was verderblich ist, abgehalten und zu dem, was heilsam ist, hingeleitet werden; durch u. f. w. XV. Dein fortgesettes Erbarmen, o Herr! reinige und schüße die Kirche, und weil sie ohne Dich nicht unverleßt bestehen kann, so laß fie stets unter deinem Schuß geleitet werden; durch u. s. w. XVI. Wir bitten Dich, o Herr! laß uns deine Gnade immer zuvorkommen und begleiten, damit wir unablässig auf gute Werke bedacht seyen; durch u. s. w. XVII. Laß dein Volk, wir bitten Dich, o Herr! allen Nachstellungen des Feindes entgehen, und Dir, dem einzig wahren Gott, mit reinem Herzen anhangen; durch u. s. w. XVIII. Wir bitten Dich, o Herr! leite unsre Herzen durch das Wert deiner Erbarmung, weil wir ohne Dich unmöglich Dir gefallen können; durch u. s. w. XIX. Allmächtiger und barmherziger Gott! wehre alles Feindliche gnädig von uns ab, damit wir an Leib und Seele ungehindert das, was dein Wille ist, mit freiem Gemüthe vollbringen; durch u. s. w. XX. Wir bitten Dich, o Herr! schenke gnadenvoll deinen Gläubigen Versöhnung und Frieden, damit sie von Allem, was Dir mißfällig ist, gereiniget mit ruhigem Herzen Dir pienen; durch u. s. w. 403 XXI. Beschüße, wir bitten Dich, o Herr! deine Gemeinde mit beständiger Vaterliebe, damit sie unter deinem Schuß von aller Widerwärtigkeit befreit, deinem Namen in guten Werken geweiht sey; durch u. s. w. XXII. O Gott! unsre Zuflucht und Stärke, der Du ſelbst die Urquelle aller Andacht bist: sev mit den frommen Bitten deiner Kirche, und gib, daß wir in Wirklichkeit erlangen, um was wir im Glauben bitten; durch u. s. w. XXIII. Vergib, o Herr! wir bitten Dich, die Missethaten deiner Völker, damit wir von den Fesseln unsrer Sünden, die unsre Schwachheit uns auferlegt hat, durch deine Milde erlöst werden; durch u. s. w. XXIV. Erwecke, o Herr! wir bitten Dich, die Herzen deiner Gläubigen, damit sie eifriger sich der Frucht des göttlichen Werkes theilhaftig machen und immer größere Heilsmittel deiner Gnade erlangen; durch u. s. w. v. Am Feste der allgemeinen Kirchweihe. O Gott! der Du alle Jahre den Einweihungstag dieses heiligen Tempels unter uns erneuerst, und stets uns wohlbehalten zu deinen heiligen Geheimnissen versammelst: erhöre die Bitten deines Volkes und gib, daß jeder, der in diesen Tempel tritt, um deine Wohlthaten zu erflehen, der vollen Gewährung seiner Bitten sich erfreuen möge; durch u. s. w w. Auf die Feste der seligsten Jungfrau Maria. 1. An Mariä unbefleckter Empfängnis. O Gott! der Du durch die unbefleckte Empfängniß der seligsten Jungfrau eine würdige Wohnung deinem Sohne zubereitet haft: verleih' uns auf ihre Fürbitte, daß wir Dir, der Du sie vor jeder Mackel bewahrt hast, getreu unser Herz und unsern Leib unbefleckt erhalten; durch denselben unsern Herrn u. s. w. 2. An Mariä Lichtmeß. Allmächtiger, ewiger Gott! Demüthig flehen wir zu deiner Majestät, daß, gleichwie dein eingeborner Sohn am heutigen Tag als wahrer Mensch im Tempel ist dargestellt worden, so auch wir mit gereinigtem Herzen Dir dargestellt werden mögen; durch eben denselben unsern Herrn u. f. w. 3. An Mariä Verkündigung. O Gott! der Du durch die fruchtbare Jungfräulichkeit der seligsten Maria die Gaben des ewigen Heils dem Menschengeschlecht verliehen hast: wir bitten Dich, laß uns ihre Fürsprache erfahren, durch 26* 404 die wir gewürdigt werden, den Urheber des Lebens zu empfangen, unsern Herrn Jesum Christum u. s. w. 4. Am Tag der sieben Schmerzen Mariä*). O Gott! bei deffen Leiden nach Simeons Weissagung die zar tefte Seele der glorreichen Jungfrau und Mutter Maria das Schwert des Schmerzes durchdrang: verleih' gnädig, daß wir, die wir die Durchbohrung und Qual ihres Herzens ehrfurchtsvoll erwägen, durch die glorreichen Verdienste und Fürbitte aller Heiligen, welche treu bei deinem Kreuz verharrten, die beseligende Wirkung deines Leidens erfahren mögen; der Du lebst u. s. w. 5. An Mariä Himmelfahrt. Wir bitten Dich, o Herr! verzeih' die Sünden deiner Diener, auf daß wir, die durch unser Thun Dir nicht gefallen können, durch die Fürsprache der Mutter deines Sohnes zur Seligkeit gelangen mögen, der mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit u. f. w. 6. An Mariä Geburt. Wir bitten Dich, o Herr! verleihe deinen Dienern das kostbare Geschenk deiner himmlischen Gnade, damit uns, welchen die Ankunft Christi deines Sohnes auf Erden, der Anfang des Heils gewesen ist, die fromme Feier der Geburt der heiligen Jungfrau Maria, seiner Mutter, zur Vermehrung des Seelenfriedens beitragen möge; durch Jesum Christum u. s. w.bonite x. Auf die Feste der heiligen Engel. Am Feste der heil. Schußengel. O Gott! der Du in unaussprechlicher Fürsicht Dich würdigest, deine heiligen Engel zu unserm Schuße auszusenden: verleih' unserm Flehen, daß wir unter ihrer Obhut allzeit bewahrt seyen, und dereinst ihrer ewigen Genossenschaft uns erfreuen; durch u. s. w. An dem Feste eines Erzengels. O Gott! der Du die Dienste der Engel und Menschen in wundervoller Ordnung vertheilft: verleih' gnädig, daß unser Leben auf Erden von denen beschüßt werde, welche Dir stets im Himmel dienen; durch u. s. w. y. Am Feste eines oder mehrerer Heiligen. 1. Am Feste Allerheiligen. Almächtiger, ewiger Gett! der Du uns verliehen hast, die Verdienste aller deiner *) Oder am Schmerzenfreitag, weil die wehmüthige Erinnerung an die mütterlichen Schmerzen, die Maria unter dem Kreuz ihres Sohnes empfand, auf den Freitag vor der heil. Charwoche fällt. 405 Heiligen in einer gemeinsamen Feier zu verehren: wir bitten Dich, gewähre uns durch ihre vereinigte Fürbitte die ersehnte Fülle deiner Erbarmnisse; durch u. s. w. 2. Bei der Feier des heil. Kirchenpatrons. Gib, allmächtiger Gott, daß die ehrwürdige Feier des( der) heiligen N.*), dessen( deren) Andenken wir heute feierlich begehen, unsere Andacht und unser Heil vermehren möge; durch u. ſ. w. Kann auch von den unten folgenden Kollekten die betreffende genommen werden. 3. Am Feste des heil. Stephanus. Wir bitten Dich, o Herr! gib uns die Gnade, das nachzuahmen, was wir verehren, damit wir lernen, auch unsre Feinde zu lieben, da wir den Gedächtnißtag dessen feiern, der für seine Verfolger fürzusprechen wußte bei unserm Herrn Jesus Christus, deinem Sohn, der mit Dir u. f. w. 4. Am Feste des heil. Evangelisten Johannes. Verherrliche gnädig, o Herr! deine Kirche, damit sie durch die Lehren deines heiligen Apostels und Evangelisten Johannes erleuchtet, zum ewigen Lohne gelangen möge; durch u. s. w. 5. Am Feste des heil. Joseph. Laß uns, wir bitten. Dich, o Herr! durch die Verdienste des Bräutigams deiner heiligsten Mutter geholfen werden, damit, was unser Vermögen nicht erlangen kann, auf seine Fürbitte uns geschenkt werde; der Du lebst u. s. w. 6. Am Geburtstage des heil. Johannes des Täufers. O Gott! der Du uns den gegenwärtigen Tag durch die Geburt des heiligen Johannes ehrwürdig gemacht hast: verleih' deinem Volke die Gnade der geistigen Freuden, und leite die Gemüther aller Gläubigen auf den Weg des ewigen Heils; durch u. s. w. 7. Am Feste der heil. Apostel Petrus und BauIus. O Gott! der Du den heutigen Tag durch den Martertod deiner heil. Apostel Petrus und Paulus geheiliget haft: gib deiner Kirche, in Allem die Vorschrift derer zu befolgen, durch welche sie ihren Anfang genommen hat; durch u. s. w. 8. Am Feste eines oder mehrerer Apostel oder Evangelisten. O Gott! der Du den heutigen Tag durch das Andenken deines heiligen Apostels( Evangelisten) N. ehrwürdig machst: verleih', daß wir jederzeit an seiner Lehre *) Wird hier der Name des heil. Kirchenpatrons ausgesprochen. 406 uns erbauen und seinem Beispiele nachahmen, um einst derfelben Seligkeit theilhaftig zu werden, die er jetzt bei Dir genießt, der Du lebst u. s. w. 9. Am Gedächtnißtage eines oder mehrerer heil. Märtyrer. O Gott! der Du uns alljährlich durch die Feier deines( deiner) heiligen Märtyrer(-s)( Märtyrin) N. N. erfreuest: verleih' gnädig, daß wir auch an dem Schußze desjenigen( derjenigen) Theil nehmen, dessen( deren) glor= reichen Uebergang in jenes Leben wir feiern; durch u. s. w. 10. Am Feste eines heil. Bischofs oder Bekenners. Wir bitten Dich, allmächtiger Gott! verleihe, daß die ehrwürdige Feier deines heiligen Bekenners( Bischofs) N. in uns die Andacht vermehre und unser Heil befördere; durch 11. s. w. 11. 3um Gedächtniß einer oder mehrerer heil. Jungfrauen. Erhöre uns, o Gott! und verleihe, daß, wie wir jetzt des Festes deiner heiligen Jungfrau(-en) N. N. uns erfreuen, so auch der Eifer einer wahren Andacht in uns vermehrt werde. War die Heilige zugleich eine Märtyrin, so wird dieß im Gebet eigends beigeseßt: deiner heiligen Jungfrau( en) und Märtyrin( en)" n. f. w. 12. Am Tage einer heiligen Ehefrau oder Wittwe. * Wie das vorige Gebet, nur daß statt Jungfrau" das Wort„ Ehefrau" oder Wittwe" vor den Namen gesetzt wird. " 1 z. Für die Verstorbenen. 1. An Allerseelen. O Gott, Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen! verleih' den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Nachlassung aller Sünden, auf daß sie die Vergebung, die sie allzeit gewünscht, durch fromme Fürbitte erlangen mögen; der Du lebst u. s. w. 2. Am Tage der Begräbnis. O Gott! dem es cigen ist, allzeit sich zu erbarmen und zu verschonen, wir flehen zu Dir für die Seele deines Dieners( deiner Dienerin) N., welche Du von dieser Welt abgerufen haft. Ueberliefere sie nicht den Händen des Feindes und vergiß ihrer nicht länger, sondern laß sie von den heil. Engeln aufgenommen und in's Baterland des Paradieses geleitet werden, damit, weil sie auf Dich gehofft und an Dich geglaubt hat, sie die Strafen der Hölle nicht erdulde, sondern zu den ewigen Freuden gelange; durch u. f. w. 407 3. Am britten, flebenten und dreißigsten Gedächtnißfag. Wir bitten Dich, o Herr! daß Du der Seele deines Dieners( deiner Dienerin) N., deren dritten( siebenten) ( dreißigsten) Gedächtnißtag wir begehen, die Gemeinschaft mit deinen Heiligen und Auserwählten schenken und den ewigen Thau des Erbarmens über sie ausgießen wolleft; durch u.s. w. 4. Am Jahrtag. D Gott, Herr der Verzeihung! gib der Seele) deines( r) Dieners(-in), dessen( deren) Jahrestag der Begräbniß wir begehen, den Ort der Erquicung, die Seligkeit der ewigen Ruhe und die Klarheit des himmlischen Lichtes; durch u. s. w. 5. Für einen Priester oder Bischof. O Gott! der Du unter den apostolischen Priestern deinen Diener N. in priesterlicher( bischöflicher) Würde wandeln ließest, gib, daß er in Ewigkeit ihrer Gemeinschaft beigezählt werde; durch u. s. w. 6. Für die Eltern. O Gott! der Du uns Vater und Mutter zu ehren geboten hast: erbarme Dich gnädig der Seele**) meines Vaters( meiner Mutter); verzeih' ihm( ihr) alle Sünden und laß mich in der Freude der ewigen Verklärung ihn ( sie) wieder sehen; durch u. s. w. 7. Für Geschwister, Verwandte und Wohl= thäter. D Gott! der Du Verzeihung gewährst und liebend das Heil der Menschen suchst: wir flehen zu deiner Milde, Du wolleft unsre Brüder( Anverwandte, Wohlthäter), welche aus dieser Welt geschieden sind, durch die Fürbitte der seligsten Jungfrau Maria und aller Heiligen zur Gemeinschaft der ewigen Seligkeit gelangen lassen; durch u. s. w. 8. Für die Verstorbenen überhaupt. Herr! laß deine Erbarmung den Seelen deiner gläubigen Diener und Dienerinnen angedeihen; verzeih' ihnen, was sie in ihrem Wandel auf Erden gesündigt, und nimm sie in deine Wohnung auf, wo ewig deine Erlösten sich freuen; durch Jesum Chriftum u. s. w. Bei besondern Anliegen und fürbitten. Für die Kirche. Wir bitten Dich, o Herr! nimm gnädig auf das demüthige Gebet deiner Kirche, damit sie nach *) Wenn mehrere: den Seelen deiner Gläubigen, deren" u. f. w. **) Over: der Seelen meiner Eltern; verzeih' ihnen alle ihre Sünden" u. f. w. 408 Ueberwindung aller Bedrängnisse und Frrlehren in sicherer Freiheit Dir diene; durch Chriftum deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Für den Papst oder Bischof. O Gott! Du Hirt und Leiter aller Gläubigen, sieh' gnädig auf deinen Diener N., den Du zum Hirten der Kirche( Diözese) bestellt hast. Gib ihm, wir bitten Dich, die Gnade, durch Wort und Beispiel seinen Untergebenen zu nüßen, damit er einst sammt seiner ihm anvertrauten Heerde zum ewigen Leben gelange; durch Christum u. s. w. Für den Landesfürsten. Wir bitten Dich, allmächtiger Gott! laß deinen Diener, unsern Landesfürsten, der nach deinem Erbarmen die Zügel der Regierung übernommen, in allen Tugenden zunehmen, damit er, mit denselben würdig ausgerüstet, es vermöge, sowohl den Abgründen jeglicher Verirrung auszuweichen, als auch zu Dir, der Du der Weg, die Wahrheit und das Leben bist, begnadigt zu gelangen; durch Christum u. s. w. PANIYA 30 Für Eltern, Wohlthäter, Freunde u. s. w. O Gott! der Du die Gaben der Liebe durch die Gnade des heiligen Geistes in die Herzen deiner Gläubigen eingeflößt haft: verleih' deinen Dienern und Dienerinnen, für welche wir deine Güte anflehen; Heil der Seele und des Leibes, damit fie Dich mit aller Kraft lieben, und mit voller Liebe das, was Dir wohlgefällig ist, vollbringen; durch Christum u. s. w. Für Versuchte und Bedrängte. O Gott! der Du den Bösen gerecht machst, und nicht willst den Tod des Sünders: wir flehen demüthig zu deiner göttlichen Majestät, daß Du deine Diener, die auf deine Barmherzigkeit vertrauen, mit himmlischem Beistand gnädig beschüßen und in stetem Schuß erhalten wollest, damit sie Dir beständig dienen und durch keine Versuchung von Dir getrennt werden; durch Christum u. s. w. Für Feinde. Gott! Du Freund und Hüter des Friedens und der Liebe, gib all' unsern Feinden den Frieden und die wahre Liebe, und verleih' ihnen Verzeihung aller Sünden; uns aber entreiße nach deiner Macht ihren Nachstellungen; durch Christum u. f. w. Für die Lebendigen. Reiche, o Herr! deinen Gläubigen die Hand himmlischen Beistandes, daß sie Dich aus ganzem Herzen suchen und das, was sie Geziemendes zu erlangen verdienen; durch Christum u. s. w. Für die Verstorbenen. ( Siehe oben lit. z. S. 406-407.) 409 begehren, Fastel oldania, Ter Bitte um Bußgeist. Allmächtiger und mildester Gott! der Du dem dürftenden Volk der Israeliten eine Quelle lebendigen Wassers aus dem Felsen schufst: locke Thränen der Neue aus der Härte unsrer Herzen, damit wir es vermögen, unsre Sünden zu beweinen und die Nachlassung derselben von deiner Erbarmniß zu erhalten; durch Christum u. s. w. Um Sündenvergebung. O Gott! der Du keinen zurückweisest, sondern auch den größten Sündern durch die Buße in treuer Erbarmniß verzeihst: fieh' gnädig auf unser demüthiges Flehen und erleuchte unsre Herzen, damit wir deine Gebote zu erfüllen vermögen; durch Christum u. s. w. Gegen böse Gedanken. Allmächtiger und mildester Gott! Schau gnädig auf unser Flehen, und erlöse unsre Herzen von den Versuchungen böser Gedanken, damit wir durch deine Huld gewürdiget werden, eine Wohnung des heiligen Geistes zu sein; durch u. s. w. Um Keuschheit. Entzünde, o Herr, mit dem Feuer des heiligen Geistes unsre Nieren und unser Herz: damit wir mit keuschem Leibe Dir dienen, und durch ein reines Herz Dir gefallen; durch u. s. w. Um Demuth. O Gott! der Du den Stolzen widerstehst und den Demüthigen Gnade gibst: verleih' uns die Tugend wahrer Demuth, mit welcher angethan dein Eingeborner sich den Gläubigen dargestellt hat, damit wir nie durch Selbstüberhebung deine Ungnade uns zuziehen, sondern vielmehr durch Unterwerfung die Gaben deiner Gnade empfangen; durch u. s. w. Um Geduld. O Gott! der Du in der Geduld deines Eingebornen den Stolz des alten Feindes zernichtet haft: laß uns, wir bitten Dich, das, was er für uns erduldet hat, würdig erwägen, und so nach seinem Beispiel die Widerwärtigkeiten gelassen ertragen; durch denselben Jesum u. s. w. Um die christliche Liebe. Gott! der Du denen, die Dich lieben, Alles zum Besten gereichen läsfest: gib unsern Herzen den unverleßbaren Zug deiner heiligen Liebe, damit 410 unsre Wünsche, von deiner Eingebung kommend, keine Versuchung mehr zu ändern vermag; durch Jesum Christum u. s. w. Für jedwelches Anliegen. Gott, unsre Zuflucht und Stärke! Sey mit dem frommen Flehen deiner Kirche, da Du selbst der Urheber der Frömmigkeit bist, und verleih', daß wir vollkommen erlangen, um was wir gläubig bitten; durch u. s. w. XIV. Kürzere Meßandacht. ( An Werktagen zu gebrauchen.) * Die hier folgenden Meßgebete find sämmtlich von Heiligen verfaßt. Es ist ein erhebender Gedanke, mit denselben Worten zu beten, durch welche einst diese ausgezeichneten Freunde Gottes ihre glühende Andacht und Liebe ausgesprochen. Vereinige dich, o Christ, mit ihrem Flehen, das sie jetzt vor dem Throne des Allerhöchsten fortseßen, damit du durch dasselbe erhalten mögest, was dein schwaches Gebet allein nicht zu erlangen vermag. 3um Eingang. O Gott! der Du die wahrhaftige Menschheit aus dem jungfräulichen Schooße der allerfeligsten Jungfrau angenommen hast: verleih' mir auf die Fürbitte deiner allerseligsten Gebärerin, daß ich den entarteten alten Menschen völlig ausziehe, und Dich, den Urheber der wiederhergestellten neuen Menschheit anziehen möge. Amen.( Vom heil. Petrus Damiani.) 3um Kyrie eleyson. Von der Fülle deiner Güte kömmt es, daß Du mild gegen die Sünder bist. O göttliche Barmherzigkeit, von welch' reicher Süßigkeit, von welch' süßem Reichthum entquillst Du uns! O unermess'ne Güte Gottes, die Du erhaben bist über allen Verstand! Es sente sich deine Barmherzigkeit, die von deinem übergroßen Reichthum ausgeht, auf mich. Flöße mir ein, was von Dir ausfließt. die heilige Liebe! O Gott, schone aus Milde, und strafe nicht nach deiner Gerechtigkeit! Amen.( Vom heil. Anselmus.) Zum Gloria. Dein, o Herr! ist die allerhöchste Macht. Deine Vollkommenheit hat kein Ziel, teine Zahl, noch kann sie begriffen werden. Du bist die unergründliche Tiefe aller Wunder, die Herrlichkeit und Stärke selbst. Dich lobe, preise und benedeie ich in Ewigkeit, weil dein Reich in Ewigkeit währt. Gib mir, o Gott, daß ich das Gesagte auch vollführen möge.( Von der heil. Theresia.) 411 Zur Kollekte.( Wird unter der Woche die Kollekte vom voraus. gegangenen Sonntag oder von dem Feste genommen, deffen Octav gerade gefeiert wird. Siehe oben Nro. XIII.) Zur Epistel und dem Evangelium.( Erwecke Glaube, Hoffnung und Liebe, S. 346.) Zum Kredo.( Bete den Glauben.) 3ur Opferung. Herr, heiliger Vater! Du hast durch Jesum Christum, deinen Sohn, das Opfer des neuen Bundes eingeseßt, welches die Kirche in der ganzen Welt Dir darbringt. Ich bitte Dich, würdige diese gebenedeite Opferung einer wohlgefälligen Aufnahme zum Heile deines gesammten Volkes, das Du durch das kostbare Blut deines eigebornen Sohnes Dir erworben hast. Durch das Opfer, das Er selbst am Altare des Kreuzes für uns blutig dargebracht hat, opfere ich Dir meine Seele mit allen ihren Kräften, mein Gedächtniß, meinen Verstand und meinen Willen, meinen Leib und meine ganze Habe und was irgend mir angehört. Verleihe mir, o Herr, daß ich diese Güter, welche ich von Dir empfangen habe, stets nach der Vorschrift deines göttlichen Willens gebrauche. Amen.( Vom heil. Irenäus.) 3ur Präfation und dem Sanktus.( Siehe die be treffende Festzeit bei dem Anhang zu Nro. XII. Seite 390.) 3um Kanon. Schau herab, o Herr! von deinem Heiligthume und von dem erhab'nen Wohnsiß der Himmel, und sieh' an diese hochheilige Hostie, welche unser großer Hohepriester, dein heiliger Sohn, unser Herr Jesus, für die Sünden seiner Brüder Dir darbringt, und sey versöhnlich über die Menge unsrer Bosheit. Siehe, die Stimme des Blutes Jesu, unsers Bruders, ruft zu Dir empor vom Kreuze. Erhöre, o Herr! Sey huldvoll, o Herr! Merke auf uns und gewähre, um was wir flehen. Um deiner selbst willen zögere nicht, o mein Gott! weil dein Name angerufen ist über diesen Ort und über dieses Volk, und handle mit uns nach deiner Barmherzigkeit. Amen.*) Memento für die Lebendigen. Durch dieses hochheilige Opfer meines Erlösers, deines eingebornen Sohnes, bitte ich Dich, o Gott, mit inbrünstiger Liebe, daß Du alle *) Auf diesem vom heil. Cajetan verfaßten Gebete ruht ein Ablaß von hundert Tagen, und, wenn es an einem Donnerstag vor dem heiligsten Altarssakrament verrichtet wird, ein Ablaß von sieben Jahren und sieben Quadragenen.( Pius VI. 1796.) 412 Völker und Nationen erleuchten wollest, damit sie Dich erkennen, loben und anbeten als den einzigen wahren Gott und Herrn. Ich bitte Dich, o Gott! für die Oberhirten deiner heiligen Kirche, für den Papst, für die Kardinäle, für die Erzbischöfe, für die Bischöfe, sowie auch für den Oberhirten unsers Erzbisthums, und die übrigen Kirchenvorsteher, Du wollest sie so leiten und erleuchten, daß sie alle Menschen zur wahren Erkenntniß Deiner und zum willigen Gehorsam gegen Dich zu führen vermögen. Jch bitte Dich, o Gott! für die Könige und Fürsten, und für alle, die in amtlicher Würde stehen, daß durch deren emsige Sorgfalt und Fürsicht die Untergebenen ein ruhiges, ehrbares und heiliges Leben führen können. Ich bitte Dich, o Gott! für alle Mitglieder deiner heiligen Kirche: für die Gerechten, daß Du sie in der Gerechtigkeit und Heiligfeit erhaltest, für die Sünder, daß Du sie von dem Wege des Lasters zur Besserung ihres Lebenswandels zurücklenkest. Ich bitte Dich, o Gott! für die Armen, für die Kranken, für die Gefangenen, für Alle, die in Noth und Bedrängniß leben, daß Du ihnen um der Verdienste deines Sohnes willen, gnädigst zu Hilfe kommest und sie von allem Uebel befreiest. Amen.( Vom heil. Petrus von Alkantara). Zur heiligen Wandlung. Ich bete Dich an, o mein göttlicher Erlöser, König des Himmels, Licht der Erde, Herrscher der Herrscher, Fürst des Friedens, Kraft Gottes und Weisheit des ewigen Vaters! Ich bete Dich an, o Versöhner der Menschen, Fürsprecher der Sünder, Erquickung der Müden, Trost der Betrübten, unendlicher Lohn der Gerechten! Ich bete Dich an, Erlöser der Welt, Opfer des Friedens, der Du das Herz des himmlischen Vaters gerührt hast, daß Er auf unsre Drangsal hernieder sah, unsre Seufzer hörte, und mit Gnade uns annahm! Amen. Ampu -- Nach der heiligen Wandlung. Ich bete Dich an, o holdseligster Jesu, mein Erlöser, der Du als unser wahrer Hohepriester und König auf dem heiligen Altare thronst! Aus ganzer Seele preise ich Dich, daß Du durch dein Kreuz und das blutige Opfer deines Leibes und Blutes mich erlöst und mit dem himmlischen Vater versöhnt hast. Durch die Unermeßlichkeit deiner Liebe flehe ich zu Dir, gib mir mit deiner heiligen Kirche Antheil an allen Gnaden, die Du durch deinen Versöhnungstod, durch die Herrlichkeit deiner Auferstehung und durch den Triumph deiner wunderbaren Him 413 melfahrt für uns erworben hast. Die Augen meiner Seele sehen Dich, o Gott! durch den Schleier der Brods- und Weinsgestalten, die deine Majestät den Blicken des Fleisches verhüllen. Fest glaube ich, daß Du, der Erlöser der Welt, die ewige Wahrheit des Vaters, mit deiner Gott- und Menschheit in dieser heiligen Hostie unsichtbar zugegen bist; und daß nun dasselbe Blut in dem Kelche fließt, das einst für uns am Kreuze vergossen ward. O mein Gott! Gleichwie dieses Brod und diesen Wein, also verwandle auch mich gänzlich durch die Kraft deiner Liebe, auf daß ich aus einem Unreinen ein Keuscher, aus einem Zornigen ein Sanftmüthiger, aus einem Ungestümen ein Gelaßner, aus einem Stolzen ein Demüthiger, aus einem Undankbaren ein Dankbarer, aus einem Verleumder und Uebelredenden ein liebevoller und Nachsicht tragender Mensch, aus einem gleichgültigen und trägen ein frommer und eifriger Christ werde. Amen.( Vom heil. Franz von Sales.) Memento für die Todten. Nimm auf, o Herr, nach deiner Milde, die Seele deiner Diener und Dienerinnen ( meiner Eltern, Wohlthäter zc.) in deinen Frieden! Laß, nach der Größe deiner Gnade alle unter den Gerechten wohnen! Tilge ihre Schuld! Bewahre sie durch dein heiliges Kreuz und gedenke nicht mehr ihrer Fehler! Erhöre die Stimme ihres Flehens, und vereinige sie mit den Schaaren deiner Heiligen, damit sie sammt diesen Dir lobsingen; denn Dir allein gebühret Preis und Ruhm von den Todten und den Lebendigen zu allen Zeiten. Amen.( Vom heil. Ephrem.) 3um Paternoster.( Bete vas Baterunfer.) Zum Agnus Dei. O Du Lamm Gottes, erbarme Dich unser, und opfere Dich selbst für uns deinem himmlischen Vater auf mit all' deiner Demuth und Geduld, zur Genugthuung für unsre Schulden! O Du Lamm Gottes, erbarme Dich unser, und opfere Dich selbst für uns deinem himmlischen Vater mit aller Bitterkeit deines Leidens zur gänzlichen Versöhnung unsrer Sünden! D Du Lamm Gottes, erbarme Dich unser, und opfere Dich selbst für uns Gott dem Vater mit aller Liebe deines göttlichen Herzens, zum Ersaße aller guten Werke, die uns mangeln! Amen.( Von der heil. Mechtildis.) Zur Kommunion. Mein Jesus! Ich glaube, daß Du hier im allerheiligsten Sakrament zugegen bist. Ich liebe 414 Dich über Alles. Ich wünsche Dich in meinem Herzen zu empfangen. Da ich Dich jetzt aber nicht wesentlich im allerheiligsten Sakrament empfangen kann, so komme wenigstens geistigerweise in mein Herz! Ich vereinige mich mit Dir, als ob Du schon in meine Seele gekemmen wärest. Gestatte nicht, daß ich mich je wieder von Dir trenne.( Vom heil. Alphons von Liguori). Nach der Kommunion. Die Seele Christi heilige mich, Der Leib des Herrn erlöse mich, Das Blut des Heilande tränke mich, Sein Seitenwasser wasche mich, Das Leiden Christi stärke mich, O Herr, voll Huld, erhöre mich! In deine Wunden berge mich, Von Dir laß nimmer scheiden mich, Vor Feindes Grimm beschüße mich, Im leßten Streit berufe mich, Und laß zu Dir gelangen mich, Daß ich mit deinen Engeln Dich, Mein Jesu! preise ewiglich! Amen. ( Vom heil. Ignatius.) BET 20 Schlußgebet. Dir, o Gott! opfere ich das Daseyn auf, das Du mir verliehen hast; mit meinem ganzen Herzen opfere und weihe ich es Dir immerdar! O Gott! stärke mich in diesen Empfindungen und Entschlüssen! O Gott! nimm meine Seufzer und mein Sehnen huldreich auf! Segne mit deinem heiligen Segen meine Seele, daß sie durch die Verdienste des kostbaren Blutes, das dein eingeborner Sohn am Stamme des heiligen Kreuzes vergossen hat, diese Entſchlüſſe zur Erfüllung bringe! O hochgebenedeite Jungfrau Maria! empfiehl meine Seele der Erbarmung deines Sohnes, sowie alle Menschen, für welche ich zu beten schuldig bin. Amen. ( Vom heil. Franz von Sales.) CAO XV. Buß and a ch t. Unterricht. Die Gnade, die in der Taufe empfangen, durch dle Sünde aber verloren wurde, kann nur auf dem Wege der Buße 415 wieder erlangt werden. Doch was auch immer der Mensch für eine Buße wirken mag, er wird seine Schuld nicht tilgen, wenn nicht vom Kreuz her die Genugthuung des Erlösers ihm zu Hülfe kömmt. Dieß geschieht durch die Lossprechung, die der Priester dem reumüthig bekens nenden Sünder im Namen Jesu ankündigt. So wird die Buße ein Satrament, d. t. eine vom Herrn verordnete heilige Handlung, durch welche die Erlösungsgnade dem Menschen zu Theil wird. Ueber dieses wichtige, so häufig mißdeutete Sakrament der Buße lehrt nun die Kirche Folgendes: 1) 3ur Erlangung der Bußgnade( Sündenvergebung und Heiltgung) gehört eine übernatürlich vollkommene Reue, welche nämlich aus reiner Liebe zu Gott entsteht, oder doch wenigstens eine übernatürlich- unvollkommene, die zwar nur aus der Furcht vor der ewigen Verwerfung entspringt, aber durch das beginnende Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit zur Liebe führt. 2) Die natürliche Reue, welche ihren Grund in blos zeitlichen Dingen hat, verdient keine Begnadigung. 3) Der Sünder muß seine Neue bethätigen: a) durch den Vorsat, jede Gelegenheit zur Sünde zu meiden, jeglichen Schaden, den er angerichtet, zu ersehen, und alle Mittel, die ihm zu seinem Heile vorgeschrieben werden, zu gebrauchen; b) durch ein demüthiges und offenes Sündenbekenntniß, damit der Priester weiß, ob er nach Jesu Auftrag*), vergeben" oder vorbehalten", d. i. die Lossprechung ertheilen oder verschieben soll. 4) Die schweren Sünden müss sen nach 3 ah1, Gattung und erschwerenden Umständen ge= beichtet werden. 5) Für die läßlichen Sünden reicht zwar ein Akt vollkommener Neue hin; jedoch ist es gefährlich, dieselben oder auch nur seine 3 weifel zu verschweigen, da die Eigenliebe uns gern als eine Kleinigkeit hinstellt, was oft eine große Sünde ist. Auch erfordert es die würdige Vorbereitung zur heiligen Kom munion, sein Herz möglichst zu reinigen. 6) Wenigstens einmal des Jahres muß der katholische Christ beichten; die öftere Beicht ist aber für Erhaltung der Gnade, für größere Sartheit des Gewissens, für sichrere Ueberwindung gefährlicher Versuchungen von *), Rehmet hin den heiligen Geist; denen ihr die Sünden vergebet, denen sind sie vergeben; denen ihr sie vorbehaltet, denen sind sie vorbehalten"( Joh. 20). Das Sündenbekenntniß ist durch diesen Auftrag Jesu, und nicht durch einen spätern Papst oder drgl., eingeführt worden; denn die Zeit, wo dieses hätte geschehen sollen, ist nirgends nachzuweisen, wohl aber findet man die Beicht selbst bei jenen Sekten des Morgenlandes, welche schon in den frühesten Zeiten von der Kirche abgefallen find. 416 höchster Wichtigkeit( Trid. S. 24). 7) 3m Bußsakrament werden die ewigen Sündenftrafen erlassen; die zeitlichen werden getilgt durch die Werke der Genugthuung, welche, mit dem Leidensverdienst des Erlösers vereinigt, die Kraft der Sühnung und Straftilgung erhalten. 8) Solche Werke der Genugthuung find: a) Beten, b) Faften, c) Almosengeben, d) bestmögliche Herstellung dessen, was man sich oder Andern geschadet hat, e) geduldiges Ertragen der Leiden und Widerwärtigkeiten, endlich noch besonders) die vom Priester auferlegte Buse, welche feineswegs vernachläßigt werden darf, weil fie ein Bestandtheil des Sakramentes ist, und daher für jeden, der fie in Demuth und Gehorsam verrichtet, eine besonders fühnende und heilende Kraft hat. Mit der Lehre von der Genugthuung ist die Lehre vom Ablas. eng verbunden. Die Kirche versteht darunter keine Nachlassung von Sünden( denn diese werden ja im Bußsakrament vergeben), sondern von zeitlichen Strafen, die man für dieses oder das kommende Leben( im Reinigungsort) verdient hätte. Diese zeitlichen Strafen find aber theils fühnende theils heilende; jene fühnen uns mit der beleidigten Majestät Gottes wieder aus, diese heilen uns von den Ueberresten over Mackeln der Sünde, d. f. von den bösen Begierden, Neigungen, Gewohnheiten 2c. Die heilenden Strafen können nur auf dem schmerzlichen Weg der Buße oder Reinigung hier in diesem Leben oder dort im Fegfeuer getilgt werden. Die fühnenden Strafen erläßt uns Gott um der Verdienste seines Sohnes, ja auch um der Verdienste seiner Heiligen willen, um sie, die so überschwenglich viel für uns gethan und gelitten haben, zu ehren und zu erfreuen durch die Gemeinschaft, in die sie zu unserm Heil mit seinem Sohne treten dürfen ( Gemeinschaft der Heiligen). Diesen Schaß der Verdienste Jesu Chrifti und seiner Heiligen öffnet die Kirche nach der ihr zustehenden Bindeund Lösegewalt*) allen denen, welche gläubig und vertrauensvoll die Bedingungen erfüllen, die zur Gewinnung jenes Nachlasses zeitlicher Strafen, b. i. zur Gewinnung von Ablässen erfordert werden, nämlich: 11 *) Deren Ausübung vorzüglich dem Papste übertragen ist durch die Worte: Dir will ich die Schlüffel des Himmelreichs( die volle Gewalt in der Kirche) übergeben; was du binden wirst auf Erden, foll auch im Himmel gebunden seyn; und was du lösen wirst auf Erden, soll auch im Himmel gelöset seyn".( Math. 16, 19). Was also die Kirche in ihrem Oberhaupte auferlegt oder erläßt, hat seine Bestätigung vom Himmel her. 417 1) daß man im Stand der Gnade sich befinde, also gebeichtet oder doch keine schwere Sünde auf dem Gewissen habe; 2) daß man die statt der alten, strengen Kirchenstrafen vorgeschriebenen Gebete, Kommunionen, Fasten, Kirchenbesuche, Almosen e. gewissenhaft verrichte; endlich i 3) daß man dankbar für die erhaltene Gnade desto eifriger an der Abbüßung jener heilenden Strafen arbeite, welche, wie oben gesagt wurde, nicht wie die fühnenden Strafen erlassen werden können, es wäre denn, daß ein besonderer Bußeifer ihre Dauer abkürzte. Man unterscheidet zwischen vollkommenem und unvollkommenem Ablaß; dort werden alle Sühnungsstrafen für dieses Leben und das Fegfeuer, hier nur ein Theil derselben auf eine gewisse Anzahl Jahre oder Tage erlassen. Gebrauche daher, o Chrift! oft die heiligen Sakramente, welche dich in den Stand setzen, für dich und Andere( Lebendige und Verstorbene) Ablässe zu gewinnen, und fahre nichts desto weniger fort, burch ,, würdige Früchte der Buße"( Math. 3, 8) und ,, in Furcht und Bittern"!( Phil. 2, 12) dein Heil zu wirken; denn für die Weichlinge, für die Trägen und Leichtsinnigen haben nicht einmal die Sakramente Kraft, geschweige denn die Ablässe, welche die Kirche mur den Bußfertigen gewährt. Gebete. Vor der Beicht. Anrufung des heiligen Geistes. ( Nach dem heil. Petrus Damiani.) Gott, heiliger Geist! Allmächtiger, gleichen Wesens und gleicheinig mit dem Vater und Sohne, auf eine unaussprechbare Weise ausgehend von beiden; steige gnädig in mein Herz, und vertreibe als ein wunderthätiger Erleuchter die Finsternisse meiner Bosheit. Ich unglücklicher Sünder! Wie kann ich ohne Dich gerettet werden, der ich ohne Dich nicht einmal erkenne, um was ich bitten soll! Gewiß, o Herr! wenn Du Denn wie von mir weichst, so lebt nicht mehr meine Seele. der Körper stirbt, wenn ihm die Seele entzogen wird, so muß, wenn Du von der Seele weichst, dieselbe nothwendig sterben. Ich weiß, ich fühle es, o Herr! daß, sobald durch deine verborgene Gnade mir Kraft zuftrömt, alédann mein Geist gesundet. Steige also in mich herab, Du ewiger Belebor, und er27 C 418 wärme das Eis meiner Brust durch die Flamme deiner Liebe! Erweiche die steinerne Härte meines Herzens! Durchdringe mich mit dem Schmerz der Reue und tränke mich mit reichlichen Thränen! Du Geist der Liebe! ergreife mein Herz und reinige es durch die Kraft deiner Liebe von dem Rost aller Schuld und Sünde, und verbanne den Geist der Bosheit von allen meinen Sinnen. Du bist der Spender der Gnadengaben, Du bist der Urheber der Heiligung, Du bist die Nachlassung aller Sünden. Ziehe Du, o Herr! mich ganz zu Dir hin. Besize mich ganz und lasse feinen Theil in mir von Dir sich entfernen; sondern lebe allein in mir und laß mich Dir allein leben! Flehen zu Maria. ( Nach dem Urtert bes Memorare vom heil. Bernhard.) Gedenke, o gütigste Jungfrau! es sey noch nie erhört worden, daß, wer immer unter deinen Schuß floh, deine Hülfe anrief, und um deine Fürbitte flehte, jemals verlassen worden wäre. Von diesem Zutrauen beseelt, eile ich zu dir, v Jungfrau der Jungfrauen! o meine Mutter! Zu dir komme ich, vor dir stehe ich, seufzend in meinen Sünden. Verschmähe nicht meine Bitten, o Mutter des ewigen Wortes! sondern neige gütigst dein Ohr und erhöre mich. Amen. Gewissenserforschung. Je mehr Zeit und Mühe wir der Prüfung unsres Seelenzustandes widmen, desto wirksamere Erleuchtung und Tröstung dürfen wir vom heiligen Geiste hoffen, der seine Gnade nach dem Maße unsrer Anstrengungen austheilt. Wer übrigens jeden Abend sein Gewissen erforscht, erleichtert sich dieses wichtige Geschäft ungemein; schwerer geht es schon, dasselbe nur an Sonn- und Feiertagen über eine ganze Woche vorzunehmen, am schwersten aber und unmöglich mit dem gehörigen Erfolg, wenn man längere Zeit, vielleicht ein halbes, wohl gar ein ganzes Jahr zugewartet hat, ohne je einen ernsten prüfenden Blick in sein Herz zu thun. Daher der Rath und die Aufforderung unsrer heiligen Kirche, fleißig das Gewissen zu erforschen und durch öftere Beicht zu jener Reinheit und Sartheit zu bringen, bei der man sogleich jede merkliche Abirrung vom rechten Wege wahrnimmt. Die beste Ordnung, sich selbst zu prüfen, ist die von der Kirche gegebene, nämlich: a) nach den zehn Geboten Gottes, b) den fünf Kirchengeboten, e) den sieben Haupt- oder Todsünden. Hierbei mag dir gute Fingerzeige geben folgender Beichtspiegel, in welchem du die gewöhnlichsten Verfündigungen angedeutet findest. Der Geist des Herrn, ohne den wir nichts vermögen, wird dich bei jenen Stellen, die dich angehen, länger verweilen lassen, wenn du ihn ges hörig angerufen hast. I. Gegen den Glauben: gefährliche Ehebündnisse Feinde unsrer Religion Freiwilliges Zweifeln glaubensFeigheit und falsche Scham gegen die Tadel gegen die Kirche, thre Lehren und GlaubensSpott 2c. über die Diener der Religion fung Gleichgültigkeit- Aberglaube( Fiebersprechen, Wahrsagen, Traumdeuten zc.). Gegen die Hoffnung: Mißtrauen gegen die Vorsehung- Murren bei Widerwärtigkeiten- Unzufriedenheit mit seinem Stand Verzweif allzu große zeitliche Sorgen vermessentliches Sündigen auf Gottes Barmherzigkeit- eigensinniges, trotziges Unterlassen des Gebets bei Prüfungen und Trübfalen. Gegen die Liebe: Undank gegen Gottes Wohlthaten Nachlässigkeit im täglichen Gebet, in Erweckung der dret Haupttugenden, dem Sakramentenempfang, der Gewissenserforschung- Widerseglichkeit gegen die Einsprechungen des heiligen Geistes. II. Gotteslästerung Fluchen Schwören Spott über hei Kirchenraub Störung lige Dinge Entweihung der Kirche der Andacht unwürdiger Empfang der Sakramente durch nachlässige Vorbereitung oder gar durch Verschweigung einer Sünde( sakrilegische Beicht) falscher Eid Brechen eines Eides, eines Gelübdes. III. Versäumniß des sonn- und feiertäglichen Gottesdienstes, der Predigt, des christlichen Unterrichts Abhaltung Anderer davon werktägliche Geschäfte, knechtliche Arbeiten- ärgerliche Zerstreuungen und Belustigungen. Gebräuche verläugnung - - - -- - a) Die Gebote Gottes. - - - - 1 --- - 1 - -- — - IV. Standespflichten der Untergebenen: gegen Eltern, Vorgesetzte zc. Ungehorsam Spott- Verachtung zum 3orn reizen Böses wünschen Trotz Undank Fehler bekannt Streiten machen böslich verlassen im Alter, in der Noth Entwenden Veruntreuen schlecht arbeiten- Andere aufstiften 2c. Standespflichten der Eltern, Vorgesetzten: Nachlässigkeit in der Kinderzucht teine Aufsicht über die Untergebenen schlechtes Beispiel nicht zum Gottesdienst, zur Schule, zum Sakramentenempfang anhalten- Unordnung, Nachtschwärmerei, schlechte Bekanntschaften dulden Zorn und Härte Parteilichkeit Obrigkeit, Geseße 2c. in Gegenwart der Hausgenossen Schelten über Kranke 27* 14 - - 1 - - 419 CON 1 420 verstoßen ladung mit Arbeit. V. In Gedanken: durch Zorn, Haß, Feindschaft( wie lange genährt?) Böses wünschen Neid, Schadenfreude- UnversöhnMit Worten: durch Ehrabschneidung, Schmähung, Im Werk: Tödten Verstümmeln Kränkung Unbarmherzigkeit lichkeit. Spott 2c. Mißhandlung der Gesundheit des Nächsten schaden durch Verführung zum Trunk oder zur Ausschweifung, durch bittere Kränkungen, durch Verweigerung der nöthigen Hülfe, durch Nachlässigfeit. Durch ergerniß: zum Bösen rathen, helfen, einwilligen, anreizen( durch schlechte Bücher, ärgerliche Kleidung)- das Böse • loben, vertheidigen, befehlen, nicht strafen. VI. und IX. Unreine Gedanken und Empfindungen, die man gefliffentlich hervorgerufen oder bei sich genährt hat- Unkeusches reden, singen, anhören, anschauen, malen, öffentlich ausstellen schlechte Bücher lesen, ausleihen unsittliche Tänze, Theaterstücke, Spiele, Kleider, Gesellschaften unehrbare Berührungen, Fretheiten, ZärtGestattung derselben Unschamhastigkeit vor Andern lichkeiten oder vor sich selbst Ehebruch heimliche Sünden der standesmäßigen Keuschheit- sündhafte Zumuthungen. Verlegung ( Deine 3 weifel sollst du vertrauensvoll deinem Gewissensrathe offenbaren; es könnte, was du verschweigst, vielleicht eine große Sünde seyn.) VII. und X. Entwenden, stehlen, rauben abstreiten( ungerechte Prozesse) übermäßige Zinsen, Wucher Betrug schlechte Arbeit - falsche Waage, Waare, Handschrift geheime Schadloshaltung - Verschwendung durch schlechte Hauswirthschaft die Seinigen in Noth bringen leichtsinniges Schuldenmachen sich unfähig machen fie zu bezahlen( falscher Banquerott) gestohlenes Gut abkaufen verhehlen seine Dienstleistungen, Versprechungen, Kontrakte schlecht oder gar nicht erfüllen fremdes Out verderben Bestechen oder sich bestechen lassen fremden Schaden nicht verhüten Antheil an der Beschädigung durch Nathen, Helfen, Befehlen, Loben, Vertheidigen 2c. den Wunsch haben, fremdes Gut sich zuzucignen, zu beschädigen 2c. ( Wer den Schaden nicht ersetzen will, dessen Beicht ist ungültig.) VIII. Falsches Zeugniß vor Amt geben Andere dazu verleiten -feiges Schweigen bei Untertrückung der Wahrheit, des Rechts, des Nächsten lügen, zumal in wichtigen Dingen, vor Eltern, Obern, oder gar in der Beicht fälschlich angeben kleinern, herabsetzen falsche Gerüchte verbreiten die Verleumder verleumden ver- 1 - - - - - - - - schlechte Rest, Schmälerung des Lohnes 2c.- Ueber- 1 - - - - - - www. - - - - - - 11 11 - - - - - - 1 - - - - 421 und Ehrabschneider anhören, ermuntern Freundschaft, Frömmigkeit heucheln Ohrenblasen, Zwischentragen, Händel stiften- Geheim. nisse verrathen; fremde Briefe erbrechen grundlosen Verdacht haben oder gar äußern. - Satee - b) Die Gebote der Kirche. I. und II. Siehe oben das dritte Gebot Gottes. III. Das Fastengebot*) brechen- Andere dazu verleiten, darüber spotten zc. - österliche IV. Verschieben der österlichen Andacht über ein Jahr- Kommunion in einer fremden, statt in der eigenen Pfarrkirche. V. Lustbarkeiten und lärmende Hochzeiten an geschlossenen Zeiten und Tagen, d. t. im Advent vom ersten Sonntag bis Dreikönig, und in der Fasten vom Aschermittwoch bis weißen Sonntag. e) Die sieben Haupt- oder Todsünden. Sie tragen ihren Namen nicht umsonst, indem sie nicht blos die hauptsächlichsten Quellen aller andern Sünden sind, sondern auch den Menschen gänzlich der belebenden Gnade Gottes berauben, und dem geistigen Tode entgegenführen. Da sie eigentlich keine einzelnen Handlungen, sondern bösartige, meist tief versteckte Zustände der Seele sind, so bedürfen sie einer besonders strengen und genauen Prüfung. 1) Hoffahrt. Sie äußert sich durch Prahlen, Verachtung An11 *) Das Fasten, besteht entweder in der nur einmaligen Sättigung für den Tag, oder in der Enthaltung von Fleischspeisen, oder in beiden zugleich. In der Freiburger Erzdiözese gibt es daher folgende Fafttage: 1) Mit nur einmaliger Sättigung die ganze vierzigtägige Fasten hindurch( von Aschermittwoch bis Ostern) die Sonntage allein ausgenommen, an den Quatembertagen, und an den Vigilien oder Vorabenden der Feste Pfingsten, Peter und Paul, Mariä Himmelfahrt, Allerheiligen und Weihnachten. 2) Mit bloßer Enthaltung von Fleischspeisen( Abstinenztagen) an den gewöhnlichen Freitagen im ganzen Jahre, den einzigen Fall ausgenommen, wo ein gebotener Feiertag auf einen Freitag fällt. 3) Sowohl nur einmalige Sättigung als auch Enthaltung von Fleischspeisen ist geboten: am Aschermittwoch, an den Freitagen in der Fastenzeit, an den drei legten Tagen in der Charwoche, und an solchen Vigilien, die auf einen Freitag fallen. 11 Von Haltung der Abstinenztage sind( laut des erzbischöflichen Fastenmandats von 1849) in Berücksichtigung der Verhältnisse" dispensirt: alle Reisenden, ferner die ganz Armen, welchen ihre Dürftigkeit keine Wahl der Speisen erlaubt, das Militär und diejenigen Handwerksgesellen, Lehrlinge und Dienstboten, welche bei Andersgläubigen Kost haben. Von dem Gebot nur einmaliger Sättigung find ausgenommen: die Kranken, Altersschwachen, mit schwerer Arbeit Belasteten, die Reisenden und die das einundzwanzigste Jahr noch nicht zurückgelegt haben. 1 - C 422 derer, Grobheit, Empfindlichkeit bei Warnungen und Zurechtweisungen, durch Eigensinn, Streitsucht, 3wietracht, Ungehorsam, Eitelkeit im Anzug, auch durch Gleißen und Heucheln( mehr gelten wollen, als man ist). 2) Geiz- ist die Quelle aller oder der meisten Versündigungen gegen das siebente und zehnte Gebot.( Siehe daselbst.) 3) Unkeuschheit siehe sechstes und neuntes Gebot. 4) Neid vergleiche fünftes und achtes Gebot. 5) Unmäßigkeit( Fraß und Völlerei) begieriges, hastiges Essen Ueberladung schung.- 6) 3orn zeigt sich in Ungeduld, heftigem Auffahren, Nachgier, Schelten, Schreien, Lästern, Fluchen, zu große Härte und Vorschnelligkeit im Strafen 2c. 7) Trägheit:- Arbeitsscheue- Nachlässigkeit in seinen Be= rufs- und Standespflichten Lauheit im Gebet wirkliche Ver nachlässigung der gottesdienstlichen Uebungen und des Sakramentenempfangs Vergnügungs- und Zerstreuungssucht.- Frage dich noch: Welches ist die größte Sünde, die ich begangen? Welche von allen ist für mein Seelenheil am gefährlichsten? Welche beging ich am öftesten? Welche mochte wohl meinen Nächsten am meisten beschädigen oder fränken? Welche wurde mir am meisten von Andern vorgewerfen? Habe ich keine Sünde geflissentlich verschwiegen?- Diese lettere Frage ist von großer Wichtigkeit, da es von ihr abhängt, ob man eine Generalbeicht ablegen soll oder nicht. Eine General- oder allgemeine Beicht ist nämlich eine solche, die sich über den Zeitraum von mehrern Beichten, oft von mehrern Jahren erstreckt. Sie ist denen, welche in einen andern Stand treten wollen, z. B. Brautleuten 2c., und solchen, die sich in einer gefährlichen Krankheit befinden, sehr anzurathen*), jenen aber, welche eine Sünde ein- oder mehreremal geflissentlich verschwiegen haben, eine unerläßliche Bedingniß zur Sündenvergebung, weil die Gesche unsrer heiligen Kirche nicht gestatten, sich über derlei ungültige, sakri legische Beichten blos einfach anzuklagen, sondern ernstlich verlangen, über den ganzen Zeitraum derselben ein frisches Bekenntniß abzulegen, und so die gegen die Heiligkeit und Würde des Bußsakraments begangene Verfündigung möglichst zu fühnen und zu tilgen. - - - - - - - Sinnlichkeit Trunkenheit 1 - - allzu Berau*) Auch jenen, welche früher in groben Lastern gelebt und nur nachläßig gebeichtet haben, welche in Erstattung ungerechten Gutes unreelich, in Erforschung ihres Gewissens leichtsinnig und ungenau, bei Feindschaften fortwährend unversöhnlich waren. 423 Hast du nun dein Gewissen gehörig erforscht, so bedenke, wie du die Liebe Gottes, deines größten Wohlthäters, mit so vielerlei Undank und Sünde vergolten hast, rufe den heiligen Geist um die Gnade der 3erknirschung an und bete folgende Neue und Leid. ( Vom heil. Bernard.) O Herr! ich glaube es, ich weiß und bekenne es, Du bist mein Gott und mein Herr. In vielen und in großen Dingen habe ich deine Herrlichkeit beleidigt; ich habe meine Sünden vervielfältigt über die Zahl der Sandkörner des Meeres; es ist wahr! doch zu deiner Barmherzigkeit flüchte ich mich, ich Frevler und Ungerechter, es reuen und schmerzen mich meine Sünden. Vergib sie mir! Ich will mich bessern und bin entschlossen, niemals mehr von deinem Willen abzus weichen! Ach! ich bitte Dich, verstoße mich nicht von Dir; denn ich weiß es, außer Dir gibt es keine andere Zuflucht für mich. Ich will auch keine andere; denn Dich allein liebe ich über Alles! Ach! verstoße mich nicht von Dir! Strafe mich für meine Verbrechen, wie Du willst: doch um deine Erbarmung flehe ich! Amen. Frommer Entschluß. ( Nach dem heil. Franz von Sales.) O Herr! Nun und nimmermehr will ich mit deiner Gnade mich der Sünde hingeben! Ach, nur zu sehr liebte ich sie! Doch verabscheue ich sie nun, und umfange Dich, o Vater der Erbarmung! Dir allein will ich leben und sterben. die Sünden meines vergangenen Lebens zu tilgen, will ich derselben muthig mich anklagen, und bis auf die geringste will ich sie aus meiner Seele scheuchen! Alle Kraft will ich nach bestem Vermögen benüßen, die Sprossen der Sünde ganz aus meinem Herzen ausrotten, zumal von dieser.... und jener...., die am peinlichsten mich anfechten. Und deßhalb will ich alle zu meinem Heile mir angerathene Mittel beständig anwenden, und zu keiner Zeit soll mir dasjenige als genug erscheinen, was ich immer zur Besserung so großen Unrechts vollbringen mag. Nach der Beicht. Danksagung an Gott den Vater. ( Vom heil. Auguftinus.) Gebenedeit sey der Herr im Himmel und auf Erden 424 Groß und wunderbar ist sein Name! Loben soll Dich mein Herz und meine Zunge, und alle meine Gebeine sollen sagen: " Herr, wer ist Dir gleich?" Sagen sollen sie dies, und Du antworte mir und sprich zu meiner Seele: ,, Ich bin dein Heil!"- Wer bin ich und welch ein Mensch! Wie böse war ich oder meine Thaten, oder wenn nicht meine Thaten, meine Worte, oder wenn nicht meine Worte, mein Wille! Du aber, o Herr! bist gütig und barmherzig, und deine Rechte reichte hinab in die Tiefe meines Todes, und schöpfte von dem Boden meines Herzens den Abgrund der Verderbniß hinweg. Ich irrte, doch da gedachte ich Deiner. Jch kehre nun glühend von neuer Liebe zu Dir zurück! Nicht ich selbst will mir das Leben seyn; aus mir lebte ich nur böse, mein eigner Tod war ich mir; in Dir aber lebe ich nun auf! O Wahrheit, o Licht meines Herzens, erleuchte Du mich forthin! Amen. Danksagung an Gott den Sohn. ( Vom heil. Ephräm.) Singen will ich deinen herrlichen Namen, o Herr! Du König des Himmels! da Du mir deine himmlischen Gaben mitgetheilt hast. Ich preise deine Gnade, o Jesus! der Du mein Retter bist! Wenn ich Dich verherrliche, werde ich auch von Dir erhoben. Meine Zunge wird nicht ablassen, deine Macht und Herrlichkeit zu erheben. Dein Wille zieht mich zu Dir, o Jesus, Du Ruhm meines Lebens! Deine Gnade hat mir Süßigkeit gegeben, und ich werde Dir, o meine Hoffnung folgen! Möge mein Herz ein gedeihlicher Boden werden und deinen heiligen Saamen aufnehmen! Möge deine Gnade mein Herz befeuchten mit dem Thau des ewigen Lebens! Du hast dein irrendes Schaaf gesucht, und gefunden trägst Du es auf deinen Schultern! Ziehe meine unwürdigste Seele mit deinen Händen zu Dir, und bringe sie deinem gebenedeiten und ewigen Vater vor den Engeln und Erzengeln, Cherubim und Seraphim, daß ich, mich der Seligkeit des Paradieses erfreuend, mit allen Heiligen sage: Ehre sey dem ewigen Vater, Ehre dem ewigen Sohne, Ehre dem ewigen heiligen Geiste von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Danksagung an Gott den heiligen Geist. ( Vom heil. Alphons von Liguori.) O heiliger, göttlicher Geist! Ich bete Dich an als den 425 Geber aller jener Erleuchtungen, durch welche Du mich haft erkennen lassen, welch' großes Uebel ich gethan, da ich Dich beleidigte, und welche Verpflichtung ich habe, Dich zu lieben! Ich danke Dir dafür und bereue nochmals Alles, womit ich Dich je beleidigt habe. Ich hätte verdient, daß Du mich in der Finsterniß gelassen; aber ich erkenne jeßt, daß Du mich noch nicht verstoßen hast! Erleuchte mich auch fernerhin, o heiliger Geist! Laß mich immermehr deine unendliche Güte erkennen, und gib mir Kraft, auf daß ich Dich fortan von ganzem Herzen liebe! Ich will Dir ganz angehören! Nimm mich an und gestatte nicht, daß ich mich jemals wieder von Dir trenne! Amen. Schlußgebet. ( Nach dem heil. Franz von Sales.) O Welt! auf immerdar verlaß ich deinen Wahnsinn und deine Thorheiten. OKönig der Hoffahrt, König des Unheils; Geist der Hölle! dir entsage ich sammt deiner eitlen Pracht und deinen bösen Werken. Zu Dir wende ich mich, süßester Jesu! Du König der Seligkeit und der ewigen Glorie! Dich umfasse ich mit allen Kräften meiner Seele! Dich bete ich an von ganzem Herzen. Dich erwähle ich von nun an und immerdar zu meinem König und einzigen Herrscher. Dir schwöre ich unverbrüchliche Treue! Dir bringe ich meine unwiderrufliche Huldigung! In vollkommenem Gehorsam unterwerfe ich mich allen deinen Gesetzen und Anordnungen. O heilige Jungfrau Maria! meine liebreiche Gebieterin! Dich erwähle ich zu meiner Fürbitterin, zu meiner Mutter und Führerin. Ich erweise dir eine besondere Andacht und Verchrung. Flehe allzeit bei deinem göttlichen Sohne für mich armen Sünder; jeßt und in der Stunde meines Todes! Amen. Oheiliger Namenspatron! Vereinige dein Flehen mit dem der seligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria! Heiliger Schutzengel! Führe und verlasse mich nicht, bts ich angelangt bin bei der glückseligen Schaar, mit welcher ich jetzt ewiglich rufe: Es lebe Jesus, der Fürst des himmlischen Friedens, der da hochgelobt sey jetzt und in Ewigkeit! Amen. 426 J Die sieben Bußpfalmen mit Gebeten gegen die sieben Haupt- oder Todsünden. ( Vor over nach der Beicht heilsam zu gebrauchen.) Erster Bußpsalm. J ( Psalm 6. Demüthiges Gebet eines Sünders, der sich vor dem göttlichen Gerichte fürchtet.) XVI. Herr! in deinem Grimme strafe mich nicht,* Und in deinem Zorne züchtige mich nicht. Erbarme Dich meiner, o Herr! denn ich bin frank;* Heile mich! denn meine Gebeine sind erschüttert. Und meine Seele ist sehr erschrocken.* Aber Du, o Herr! wie lange säumest Du? Kehre Dich zu mir, o Herr! und rette meine Seele.* Hilf mir um deiner Barmherzigkeit willen. Denn im Tode ist keiner, der Deiner gedächte,* In der Hölle aber, wer wird dein Lob verkünden? Müde bin ich geworden vom Seufzen, und wasche jegliche Nacht mein Bett,* Mit Thränen beneß' ich mein Lager. Vom Gram ist verdunkelt mein Auge,* Veraltet bin ich unter allen meinen Feinden. Weichet von mir Alle, die ihr Böses thut! Denn der Herr hat die Stimme meines Weinens erhört. Erhört hat der Herr mein Flehen;* Der Herr hat aufgenommen mein Gebet. Es sollen sich schämen und heftig erschrecken alle meine Feinde! * Schnell sollen sie sich wenden und erröthen! Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, Gleichwie es war im Anbeginn, und jetzt und immerdar, und zu ewigen Zeiten. Amen. Gebet gegen die Hoffahrt. O Herr! der Du durch Michael, deinen mächtigen Erzengel, die Geister der Hoffahrt in die Hölle gestürzt haft: Laß mich allzeit bedenken das Wort, womit er sie besiegte: wer ist wie Gott?"- damit sich mein Herz nie erhebe, noch Deiner vergesse, der Du um unsertwillen bis zum Tod des schmachvollen Kreuzes Dich erniedriget hast. Amen. 427 Bweiter Bußpfalm. ( Psalm 31. Seligkeit des Büßers, Unglückseligkeit des verstockten Sünders.). Selig, deren Missethaten vergeben,* Und deren Sünden bedecket find! Selig der Mann, dem der Herr die Sünde nicht zugerechnet. hat,* In dessen Geiste keine Falschheit ist! Weil ich geschwiegen, alterten meine Gebeine,* Da ich schrie den ganzen Tag. * Denn Tag und Nacht lag schwer auf mir die Hand, In meinem Elend hab' ich mich bekehrt, während der Stachel in mir haftete. Meine Schuld bekannte ich vor Dir,* Und meine Ungerechtigkeit verhehlte ich nicht. Ich sprach: bekennen will ich meine Ungerechtigkeit dem Herrn, * Und Du vergabst den Frevel meiner Sünde. Um dieses wird zu Dir beten jeder Fromme,-( noch) zur rechten Zeit( der Gnade);* In der Fluth vieler Wasser; die wird ihn nicht erreichen. Du bist meine Zuflucht vor der Trübsal, die mich. umrungen hat;* Du, mein Frohlocken! errette mich von denen, die mich umlagern. * " Ich will Verstand dir geben,( spricht der Herr) und dich unterrichten in dem Wege, den du wandeln sollft; Ich will meine Augen auf dich heften. Werdet nicht wie Pferd und Maulthier, die keinen Verstand haben." Mit Zaum und Gebiß bezwing' die Backen derer,* Die nicht nahen zu Dir. Viel Geißeln kommen über den Sünder,* Wer aber auf den Herrn vertraut, den wird Barmherzigkeit umfangen. Freuet euch im Herrn, und frohlocket, ihr Gerechte,* Und jauchzet Alle, die ihr aufrichtigen Herzens seid! Ehre sey dem Vater zc. zc. Gebet wider den Geiz. Jesu, König der Engel, der Du Dich zum armen Menschensohne machtest, damit wir reich würden an himmlischen Gütern: laß nach diesen allein mich trachten, und bewahre mich vor jener Augenlust, die durch Nichts ersättigt wird, damit ich gern und leicht der Welt entsage, um den Himmel zu gewinnen. Amen. 428 Dritter Bußpfalm. ( Psalm 37. Leiden des Sünders und reuige Ergebung.) Herr! straf' mich nicht in deinem Grimme,* Und züchtige mich nicht in deinem Borne. Denn deine Pfeile haften in mir,* Und Du hast über mir gewaltig gemacht deine Hand. * Nichts Gesundes ist an meinem Fleische vor dem Angesichte deines Zornes, Kein Frieden in meinen Gebeinen vor dem Angesichte meiner Sünden. Denn meine Missethaten sind über mein Haupt gestiegen, Und gleich einer schweren Bürde lasten sie auf mir. Meine Wundmahle sind faul und verderbt* Vor dem Angesichte meiner Thorheit. Elend bin ich geworden und vollends gebeugt,* Den ganzen Tag betrübt einhergegangen. Denn meine Lenden sind voll der Täuschungen*)* Und nichts Gesundes ist in meinem Fleische. * Ich bin geplagt und gar sehr gedemüthigt;* Ich stöhnte vor dem Seufzen meines Herzens. Herr! vor Dir ist all' mein Verlangen:* Und mein Seufzen ist Dir nicht verborgen. * Mein Herz ist erschrocken, meine Kraft hat mich verlassen; Und das Licht meiner Augen, auch das ist von mir gewichen. Meine Freunde und Nächsten traten mir entgegen und stellten sich wider mich;* Und die um mich waren, blieben von ferne stehen; Und die meiner Seele nachstellten, übten Gewalt;* Die mein Verderben suchten, redeten eitle Dinge, und sannen Lift den ganzen Tag. Ich aber, einem Tauben gleich, hörte nicht!* Und war wie ein Stummer, der seinen Mund nicht aufthut. Und ich bin geworden wie ein Mensch, der nicht hört,* Und der in seinem Munde keine Widerrede hat. Denn auf Dich, Herr, harre ich;* Du wirst mich erhören, Herr, mein Gott! Denn ich sprach: laß nicht meine Feinde über mich frohlocken; * Wenn meine Füße wanken, sprechen sie groß über mich. me id;* D *) Voll trügerischer Begierlichkeit, die da Lust verheißt und mit Jammer lohnt. 429 Denn für die Geißeln bin ich bereit,* Und mein Schmerz ist immer vor meinem Angesichte. Denn bekennen will ich meine Missethat,* Und meiner Sünde gedenken. Meine Feinde aber leben und sind mächtig geworden über mich * Und zahlreich sind geworden, die mich ungerecht hassen. Die Gutes mit Bösem vergelten, verleumdeten mich,* Weil ich dem Guten nachstrebte. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott,* Weiche nicht von mir! Hab' Acht auf meine Hülfe,* Herr, Du Gott meines Heils!- Gebet wider den 3ern. Sanftmüthigster Jesu, der Du alle Lästerungen und Mißhandlungen willig auf Dich genommen haft, um für den Zorn und die Ungeduld der Menschen zu büßen: o laß mich erröthen Dir, so oft ich zürnen möchte, damit mir das Opfer des Verzeihens niemals zu schwer werde und ich Barmherzigkeit erlangen möge, wenn Du kommen wirst, zu richten die Lebendigen und die Todten. Amen. Vierter Bußpfalm. ( Psalm 50. Demüthiges Gebet des reuigen Sünders um Verzeihung und geistige Erneuerung.) Erbarme Dich meiner, o Gott, nach deiner großen Barmherzigkeit;* Und nach der Menge deiner Erbarmungen tilge meine Miſsethat. Wasche mich mehr und mehr von meiner Schuld,* Und von meiner Sünde reinige mich. Denn meine Missethat erkenne ich,* Und meine Sünde ist allzeit vor mir. Dir allein habe ich gesündigt und Uebles ver Dir gethan, Auf daß Du gerechtfertigt seyest in deinen Worten, und obsiegest, wenn Du gerichtet wirst. Denn siehe, in Schuld bin ich empfangen,* In Sünden empfing mich meine Mutter. Siehe, die Wahrheit liebtest Du,* Die Dunkelheiten und Geheimnisse deiner Weisheit enthülltest Du mir. Besprenge mich mit Hysop, und ich werde gereinigt,* Wasche mich, und ich werde weißer denn Schnee seyn. Schenken wirst Du meinem Gehör Freude und Wonne,* Und frohlocken werden die gebeugten Gebeine. 430 Wende ab dein Angesicht von meinen Sünden,* Und alle meine Missethaten tilge. Ein reines Herz erschaff' in mir, o Gott!* Und den rechten Geist erneu're in meinem Innern. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte,* Und deinen heiligen Geist nimm nicht von mir. Gib mir wieder die Wonne deines Heils,* Und mit dem ersten*) Geiste kräftige mich. Ho Lehren will ich die Ungerechten deine Wege,* Und die Frevler werden sich zu Dir wenden. Befreie mich von der Blutschuld, o Gott, Gott meines Heils! Und meine Zunge wird jubelnd deine Gerechtigkeit preisen. Herr! öffne meine Lippen,* Und mein Mund wird dein Lob verkünden. * Denn hättest Du ein Opfer gewollt, gern hätt' ich es dargebracht;* Brandopfer erfreuen Dich nicht. Das Opfer vor Gott ist ein geängsteter Geist,* Ein zerknirschtes und gedemüthigtes Herz wirst Du, o Gott, nicht verachten. Huldvoll thue, o Herr in deinem gnädigen Willen mit Sion, * Daß erbaut werden die Mauern Jerusalems. Dann wirst Du annehmen das Opfer der Gerechtigkeit, Gaben und Brandopfer;* Dann wird man Opferthiere dar= bringen auf dem Altar. Ehre sey 2c. c. Gebet wider die Unkeuschheit. Vom Geiste der Unreinigkeit erlöse mich, o Herr! und laß nicht zu, daß meine Seele, in welche Du durch das heilige Sakrament eingehst, noch mein Leib, den Du mit deinem Blute erkauft hast, befleckt werde. Schüße mich durch deine heiligen Engel wider die brennenden Pfeile des Bösewichts am Tage der Versuchung, damit ich siegħaft aus dem Kampfe hervorgehe, und einst zu den Reinen und Seligen gehöre, die ewig das Angesicht deiner Herrlichkeit schauen. Amen. Fünfter Bußpfalm. ( Psalm 101. Gebet um Abwendung der Sündenstrafen.) Herr! erhöre mein Gebet,* Und laß mein Rufen zu Dir kommen. *) Mit dem Geiste des ersten Tugendeifers. 431 Wende nicht dein Angesicht von mir ab;* An jedem Tage, da ich geängstigt bin, neige dein Ohr zu mir. An welchem Tage ich Dich immer anrufe,* Wollest Du alsbald mich erhören. Denn meine Tage schwinden dahin, wie Rauch;* Und meine Gebeine verdorren, wie dürres Reis. * Ich bin getroffen, wie Heu, und verdorrt ist mein Herz. Denn ich vergaß mein Brod zu essen.*) Von der Stimme meines Seufzens* Klebet mein Gebein an meinem Fleische. Ich gleiche dem Pelikan in der Wüste,* Bin wie die Nachteule im Gemäuer.**) Ich bin schlaflos,* Und wie ein einsamer Sperling auf dem Dache. Den ganzen Tag höhnen mich meine Feinde;* Und die mich lobten, verschwören sich gegen mich. Denn. Asche***) eß' ich wie Brod,* Und meinen Trank misch' ich mit Thränen; Vor dem Angesichte deines Zorns und deiner Ungnade!* Denn Du hast mich emporgehoben und niedergeworfen. Meine Tage gehen hin wie ein Schatten;* Und ich verwelke wie Heu. Du aber, o Herr! bleibst in Ewigkeit,* Und dein Andenken von Geschlecht zu Geschlecht. * Du wirst Dich erheben und Erbarmen tragen um Sion; Denn die Zeit ist da, Dich seiner zu erbarmen, die Zeit ist gekommen. Denn es gefallen seine Steine( wieder) deinen Knechten****) * Und sie bedauern seinen Schutt. Und die Völker werden fürchten deinen Namen, Herr,* Und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit. Denn der Herr wird Sion erbauen,* Und sich zeigen in seiner Herrlichkeit. *) Wie Heu vom Sonnenstich, bin ich von deiner Züchtigung getroffen; und in meinem Kummer gedenke ich nicht mehr des Effens. **) Der Pelikan, in fumpfigen Einöden, und die Eule suchen traurig die Einsamkeit. ***) Bei großer Trauer zog man sich nicht allein von Allem zurück, sondern aß auch Asche. ****) Man wird wünschen, daß die schönen Steine, aus welchen die Burg Ein Bild vont Sions erbaut war, zu einem neuen Bau aufgerichtet werden. dem Verlangen, das wir haben sollen, den Tempel des heiligen Geiftes, den wir an uns durch Sünde entweihten, durch Buße wiederum herzustellen. 432 Er wird sehen auf das Gebet der Demüthigen,* Und nicht verschmähen ihr Flehen. Schreiben soll man dieß dem kommenden Geschlechte,* Und das Volk, das soll geschaffen werden, wird den Herrn loben. Denn er schaut herab von seiner heiligen Höh',* Der Herr schaut vom Himmel auf die Erde, * Um zu hören das Seufzen der Gefangenen Und zu erlösen die Kinder der Erschlagenen; Auf daß sie verkünden in Sion den Namen des Herrn* Und seinen Ruhm in Jerusalem. Wenn die Völker sich versammeln in Einmuth,* Und die Könige, zu dienen dem Herrn. Hierauf sprach zu ihm der Mann*) im Lauf der Jahre seiner Kraft:* Die geringe Zahl meiner Jahre thu' mir kund! Ruf' mich nicht ab in der Mitte meiner Tage;* Deine Deine Jahre währen von Geschlecht zu Geschlecht. Im Anfang hast Du, o Herr, die Erde gegründet,* Und die Werke deiner Hände sind die Himmel. Sie werden vergehen, Du aber bleibst;* Sie alle werden. veralten wie ein Kleid, wie ein Gewand wirst Du sie ändern, und sie werden verändert seyn. Du aber bist derselbe,* Und deine Jahre nehmen kein Ende. Die Kinder deiner Knechte werden bei Dir wohnen, Und ihr Saame wird bestehen in Ewigkeit. Ehre sey 2c. 2c. Gebet wider die Unmäßigkeit. nd D Herr! der Du für die Begierlichkeit unsres Fleisches vierzig Tage und Nächte in strengem Fasten zugebracht hast; laß mich siegen über alle Gaumenlust, und verleih' mir gnädig den Geist der Selbstverläugnung, damit ich nicht die Pflege meines Leibes bis zur Erregung böser Gelüste treibe, sondern stets in Mäßigkeit und Nüchternheit dem Tag deiner ungewissen Ankunft entgegensehe. Amen. Sechster Bußpfalm. ( Psalm 129. Gebet um Verzeihung der Sünden.) Aus den Tiefen rufe ich zu Dir, o Herr;* Herr höre meine Stimme. *) Der diesen Psalm gemacht und gerade im kräftigsten Lebensalter sich befand. 433 Laß Acht haben dein Ohr* Auf die Stimme meines Flehens. Wolltest Du gedenken der Missethaten, o Herr!* Herr, wer könnte dann bestehen? Denn bei Dir ist Versöhnung!* Und um deines Gesetzes #willen vertraue ich auf Dich, o Herr! Meine Seele harret auf sein Wort;* Meine Seele hoffet auf den Herrn. Von der Morgenwache bis zur Nacht* Soll Israel auf den Herrn Hoffen. * Bei Ihm überreiche Denn beim Herrn ist Barmherzigkeit, Erlösung. Und Er wird Israel erlösen* Von allen seinen Sünden. Ehre sey 2c. 2c. Gebet wider den Neid. Oliebreichster Jesu! der Du in deinem Erbarmen Dich selbst für uns entäußert, und durch den Tod am Kreuz der alten Schlange das Haupt zertreten haft: hilf mir jede Regung des Neides in meinem Herzen sogleich unterdrücken, damit ich in ungeheuchelter Liebe suche, was dem Nächsten zum Heile dient, und über sein Glück mich aufrichtig freue; nach dem Beispiel deiner heiligen Engel, die da über jegliche Seele, die zum Heile kommt, im Himmel sich erfreuen. Amen. Siebenter Bußpfalm. ( Psalm 142. Andächtiges Verlangen, von dem Weg der Sünde zurückzukehren.) Herr, erhöre mein Gebet, nimm zu Ohren mein Flehen nach deiner Wahrheit;* Erhöre mich nach deiner Gerechtigkeit. Und gehe nicht in's Gericht mit deinem Knechte;* Denn vor deinem Angesicht wird kein Lebendiger gerechtfertigt seyn. * Gebeugt zur Denn verfolgt hat der Feind meine Seele, Erde mein Leben. Er stieß mich in die Finsternis,* Wie die Todten der Welt. Geängstigt ist in mir mein Geist,* Erschrocken in mir mein Herz. Ich gedachte der alten Tage,* Jch sann nach über alle deine Werke, über die Thaten deiner Hände dacht' ich nach. Ich breitete aus meine Hände zu Dir;* Gleich Land ohne Wasser dürstet nach Dir meine Seele. Erhöre mich bald, o Herr! Mein Geist verschmachtet. 28 * 434 Wende nicht ab von mir dein Antlig, Daß ich nicht gleich werde denen, die zur Grube hinabfahren. Laß mich frühe deine Barmherzigkeit vernehmen;* Denn auf Dich hoffe ich. Thue mir kund den Weg, den ich wandeln soll;* Denn zu Dir erheb' ich meine Seele. Errette mich von meinen Feinden, o Herr! zu Dir bin ich geflohen. Lehre mich deinen Willen thun; denn Du bist mein Gott. * Dein guter Geist führ' mich auf der rechten Bahn;* Um deines Namens Willen wirst Du mich beleben nach deiner Gerechtigkeit. Du wirst der Trübsal meine Seele entreißen,* Und in deiner Barmherzigkeit wirst Du meine Feinde zerstreuen. Du wirst vertilgen*) Alle, die meine Seele quälen:* Denn ich bin dein Knecht. Gebet wider die Trägheit. Mildreichster Erlöser, der Du des Tags zum Heil und Trost der Menschen gewirkt, und die Nacht durch Wachen und Beten geheiliget hast: gib mir den Geist deines heiligen Eifers, und bewahre mich vor dem schleichenden Gift der Trägheit und Weichlichkeit; damit ich das Geschäft meines Heiles unerschrocken beginne und standhaft fortführe bis zu dem seligen Augenblick, wo Du mir vergönnen wirst, in deine ewige Ruhe einzugehen. Amen. Gedenke nicht, o Herr! unsrer Vergehen, noch der Vergehen unsrer Eltern; und räche nicht unsre Sünden. Vater unser c. Ich glaube 2c. XVII. Kommunionandacht. * Die Seele des Menschen, dieser Hauch Gottes( Gen. 2, 7), kann nicht mit irdischer Nahrung sich begnügen, gleich dem von der Erde kommenden Leib. Ihre Nahrung kann, wie sie selbst, nur vom Himmel stammen. Daher das Wort, das der Herr zu den Juden sprach: ,, Ich bin das Brod, das vom Himmel kömmt, *) Siehe die Anmerkung über die Feinde Davids zum ersten Psalm der kirchlichen Tagszeiten( Seite 353). 435 und der Welt das Leben gibt." Und:„ Gleichwie ich durch den Vater lebe, so wird der, welcher mich ist, durch mich leben."( Joh. 6, 33. 52. 58.) Von diesem größten aller Gnadengeheimnisse lehrt nun die Kirche Folgendes: 1) Das heilige Abendmahl oder Altarssakrament ist das heiligste unter den sieben Sakramenten. 2) Der Herr hat es bei seinem letten Abendmahle eingesetzt mit den Worten: ,, Dieß ist mein Leib, der für euch wird dahingegeben werden;" und: ,, dieß ist mein Blut, das für Viele wird vergossen werden". 3) Und Er hat den Priestern dieselbe Macht ertheilt, Brod und Wein in seinen Leib und Blut zu verwandeln, durch den Auftrag: ,, So oft ihr dieses thut, so thut es zu meinem Gedächtniß!" 4) In der heiligen Messe sind also nach der Wandlung nur die Gestalten, d. i. das in die Sinne Fallende ( Form, Geschmack, Geruch) von Brod und Wein vorhanden, unter diesen Gestalten aber wahrhaft, wirklich und wesentlich der Leib und das Blut des Herrn( Wesensumwandlung-Transsubstantiation). 5) Es ist seiner Wesenheit nach derselbe Leib, der von Maria, der Jungfrau, geboren ward, dessen Blut vom Kreuze herabfloß, dessen Herrlichkeit( den gewöhnlichen Naturgeseßen nicht mehr unters worfen) im Himmel zur Rechten des Vaters sich zeigt, auf der Erde aber unter die Gestalten von Brod und Wein sich verbirgt, um von 6) So innig aber in der den Gläubigen empfangen zu werden. Person Jesu Christi die Seele mit dem Leibe, und die Gottheit mit der Menschheit verbunden war, so innig bleibt diese Verbindung jetzt 7) Deswegen noch fort und fort bis zum Ende der Welt. empfangen und verchren die Gläubigen im heiligsten Altarssakramente nicht blos das Fleisch und Blut Jesu Christi, sondern den ganzen Christus mit Leib und Seele, mit Gottheit und Menschheit. 8) Und zwar findet diese geheimnißvolle und wunderbare Mittheilung durch die eine wie durch die andere der beiden Gestalten*) statt; in jeder derselben ist Christus der Herr 9) Die Wirkungen dieses als der Nährer zum ewigen Leben. hochheiligen Sakramentes sind: die Fülle aller Gnaden für die, welche es würdig empfangen, insbesondere die Vermehrung der Erkenntniß und Liebe Jesu Christi, die Stärkung zum Kampf gegen Sünde und Mühsal, die Dämpfung und Niederhaltung böser Gelüste, nebst der Tilgung läßlicher Sünden; endlich auch die einstmalige Verherrlichung dieses Leibes. 10) Den Unwürdigen gereicht dasselbe Sakrament zum Fluch und zum Gericht( 1. Kor. 11, 29).- 11) Die Gläubigen sollen sich daher vor Empfang dieses furchtbaren Geheimnisses wohl prüfen, und den Leib des Herrn auch dadurch von gemeiner - - - - - *) Aus diesem Grunde hat schon sehr früh die Kirche es vorgezogen, dad heiligste Sakrament unter der Gestalt des Brodes den Gläubigen zu reichen. Wer da weiß, wie leicht der Wein der Gefahr des Verschüttens ausgefett ist, und welch unwiderstehlichen Efel manche Personen vor dem Mund und Speichel Anderer haben, muß sich nur wundern, wie die Kirche über eine so vernünftige und billige Einrichtung je getadelt werden konnte. 28 436 Speise unterscheiden, daß sie von Mitternacht an nüchtern bleiben und wenigstens einen Tag vorher von sinnlichen Vergnügungen und Lustbarkeiten sich fern halten. Wenn du, o Christ, an diese Lehren unserer heiligen Kirche dich hältst, so wirst du nicht fragen: wie oft soll ich zum Tisch des Herrn gehen? Du wirst oft und gerne hinzugehen, mit der gewissenhaftesten Vorbereitung und in freudigem Gehorsam gegen den guten Hirten, der uns unablässig zuruft: Kommet her, die ihr mühselig und beladen seyd, ich will euch erquicen." Vor der heil. Kommunion. ( Aus dem Buche der Nachfolgung Chrifti.) Im Vertrauen auf deine Liebe und Barmherzigkeit, die so groß ist wie Du, o mein Gott und Herr, gehe ich hin zu Dir, ein Kranker zu seinem Heiland, ein Durstiger zur Quelle des Lebens, ein Dürftiger zum König des Himmels, ein Knecht zu seinem Herrn, ein Geschöpf zu seinem Schöpfer, ein Trostloser zu seinem freundlichen Tröster. Aber, wie wird mir das, daß Du zu mir kommst? Wer bin ich, daß Du Dich selbst mir hingibst? Ich, ein Sünder, wie darf ich es wagen, vor Dir zu erscheinen, und Du, der Heilige, wie kannst Du so gütig zu einem Sünder kommen? Du kennst doch deinen Knecht, und weißt wohl am Besten, daß er nichts Gutes in sich hat, das ihn einer solchen Gabe würdig machte. Wahrhaftig, ich gestehe meine Nichtswürdigkeit, ich erkenne deine Gütigkeit, ich preise deine Vaterhuld, ich danke deiner Liebe, die keine Grenze hat. Denn das, was Du hierin und in Allem zu meinem Besten thust, das thust Du nicht um meiner Verdienste, sondern blos um deiner Liebe wegen; das thust Du nur, um deine Gnade noch herrlicher an mir zu beweisen und mir selbst noch mehr Liebe und noch mehr Demuth in's Herz zu legen. ODu, die Liebe und die Lieblichkeit selbst! welche Verehrung, Dank und Lobpreisung bin ich Dir nicht dafür schuldig, daß Du mich mit deinem heiligsten Leibe speisest? Es ist doch kein Menschenverstand fähig, die unbegreifliche Würde dieser deiner Liebe zu begreifen! Was werde ich aber bei dieser Kommunion, im Hingange zu meinem Herrn, den ich nicht nach Würde verehren kann, und doch mit voller Andacht empfangen möchte, Besseres und Nüßlicheres thun können, als mich ganz vor Dir zu erniedrigen und deine grenzenlose Liebe im stillen Lobpreisen zu erhöhen. Das will ich thun! 437 Mein Gott! wie Nichts fühle ich mich vor Dir, und werfe mich im Abgrunde meines Nichts hin vor Dir, und lobe Dich, und will Dich ewig loben, ewig deinen Namen über alle Namen erhöhen. - - Du bist der Heiligste unter den Heiligen, und ich der Unreinste unter den Unreinen. Du neigest Dich zu mir und ich bin nicht werth, zu Dir aufzuschauen. Du kommst zu mir, Du willst bei mir sein, Du ladest mich selbst zu deinem Gastmahle ein. Du willst mir die Speise des Himmels, das Brod der Engel zu essen geben, kein anderes Brod, als Dich selbst, das lebendige Himmelsbrod, das vom Himmel herabgekommen ist, und der Welt das Leben gibt. Wahrhaftig, eine wundervolle und bei aller Unbegreiflichkeit für den menschlichen Verstand dennoch glaubwürdige Sache, daß Du, mein Herr und Gott, unter der geringen Gestalt des Brodes und Weines zugegen bist, und, indem Dich der Mensch genießt, unverzehrt bleibst, ewig unser Gott und Herr! Du, dem Alles zu Gebote steht, der keines Dinges bedarf, Du wolltest durch dieß dein Sakrament in uns wohnen. Bewahre Du mir Leib und Seele unbefleckt, damit ich mit frohem und reinem Herzen öfters deine Geheimnisse würdig feiere, und was Du zu deiner Ehre und zum immerwährenden Denkmale deiner Liebe gestiftet hast, zu meinem ewigen Heile empfangen kann. ( Wenn der heilige Augenblick herannaht, wo du Christum den Herrn empfangen sollst:) So komme ich denn zu Dir, mein Herr, damit mir wohl werde an deinem Gnadentische; damit ich Labung finde bei deinem heiligen Mahle, das Du aus überfließender Liebe für uns Arme zubereitet hast. Alles, was ich verlangen kann und suchen soll, Alles finde ich in Dir; Du bist mein Heil und meine Erlösung, meine Hoffnung und meine Stärke, mein Ruhm und meine Herrlichkeit. So erquicke denn heut die schmachtende Seele deines Dieners; denn zu Dir, o mein Herr und Heiland, Jesus Christus! zu Dir erhebt sich meine Seele mit voller Zuversicht. Mit Andacht und Ehrfurcht möchte ich. Dich jetzt empfangen, und in meine Herberge einführen, möchte wie Zachäus von Dir gesegnet und den Söhnen Abrahams beigezählet werden. Meine Seele sehnet sich nach deinem heiligen Leibe; mein Herz brennet im heiligen Verlangen, mit Dir vereinigt zu werden. 438 Nach der heiligen Kommunion. Lobpreisung. * Vom Tisch des Herrn zurückgekehrt, versuche eine Weile mit deinen eigenen Worten Ihn zu preisen. Laß blos dein Herz reden und denke deinen Heiland vor dir, als sagte Er voll Freundlichkeit: Was willst du, daß ich dir thun soll? Wirf dich in tiefster. Demuth vor Ihm nieder und bete Ihn an. Dann gedenke der Mutter des Herrn, mit welch' heiliger', demüthig dankender Freude sie den Sohn Gottes empfing, als die Kraft des heiligen Geistes fie überschattete; und wie sie später in demselben Geifte ausrief: Große Dinge that an mir der Mächtige!" Auch an deiner Seele hat der Herr Großes gethan; preise Ihn darum mit Marta: 11 Magnificat. Meine Seele preiset hoch den Herrn, Und mein Herz ist voll Freude in Gott, meinem Helfer. Herunter fah Er auf seine geringe Magd;* Selig werden mich von nun an alle Geschlechter preisen. Denn große Dinge that an mir der Mächtige,* Und heilig ist sein Name. Seine Barmherzigkeit gegen jene, die Ihn verehren, Geht von einem Geschlecht auf das andere fort. Mächtig wirket sein Arm;* Hochmüthige erniedrigt Er und die Geringen erhebt Gr. Meine Seele soll sich in dem Herrn freuen,* Und mein Wandel soll seinen Ruhm verkünden. Ehre sey dem Vater zc. zc. Danksagung und Bitte. ( Nach dem heil. Thomas von Aquin.) Heiligster Vater, allmächtiger Gott! Von ganzem Herzen danke ich Dir, daß Du mich Unwürdigen ohne alle Verdienste und blos aus Gnade und Erbarmung mit dem Leibe und dem Blute deines Sohnes, meines Herrn Jesu Christi, gesättigt hast. Ich bitte Dich, laß dieses heilige Geheimniß mir nicht zum Schaden und Verderben gereichen, sondern vielmehr eine reiche Quelle der Begnadigung für mich seyn. Laß mich dadurch im Glauben gestärkt, zu allem Guten ermuntert und darin befestigt werden. Dieses hochheilige Sakrament bewirke, daß alle Laster und bösen Neigungen, alle fleischlichen Gelüste und Begierden in mir ersterben, und daß ich immer mehr zunehme an Liebe 439 und Geduld, an Demuth und Gehorsam und an allen Tugenden. Dasselbe beschüße mich gegen die Nachstellungen meiner Feinde und gegen alle heimlichen und offenbaren Gefahren; es stille jeden Aufruhr der Leidenschaften in mir, es hefte mein Herz unzertrennlich an Dich, meinen einzigen und wahren Gott, und erwerbe mir die Gnade, in Dir selig zu sterben!- O mein Gott! ich bitte Dich, führe mich armen Sünder einst auch zu jenem unaussprechlich süßen Freudenmahle, wo Du mit deinem geliebten Sohne und dem heiligen Geiste deinen Auserwählten das wahre Licht, die vollkommene Befriedigung ihrer Wünsche, ihre ewige Freude, ihre vollendete Wonne und unaufhörliche Seligkeit bist; durch Christum unsern Herrn. Amen. Selbstaufopferung. ( Vom heil. Ignatius.) Nimm hin, o Jesus, und empfange alle meine Freiheit, mein Gedächtniß, meinen Verstand und allen meinen Willen, und was ich sonst noch habe oder besitze: Du hast mir dieß Alles gegeben; Dir, o Herr, geb' ich es zurück. Alles ist dein: verfüge darüber nach deinem Wohlgefallen. Gib mir nur die Liebe zu Dir, und deine Gnade; denn dieß genüget mir. Amen. Die Seele Christi heilige mich zc.( f. oben S. 414.) Schlußgebet. ( Vom heil. Bonaventura.) Verwunde, o süßester Jesu, das innerste Mark meiner Seele mit den lieblichsten und heilsamsten Flammen deiner Liebe, mit jener wahren, reinen und heiligsten Liebe, von auf daß mein ganzes welcher dein Apostel beseelt war,- Herz immerdar vor süßer Sehnsucht nach Dir zerrinne, nach Dir schmachte, nach deinen heiligen Vorhöfen seufze, und zerfließe vor inbrünstigem Verlangen, aufgelöst zu werden und bei Dir zu seyn! Verleih' mir, daß ich immerdar hungere nach Dir, der Speise der Engel, der Erquickung heiliger Seelen; nach Dir, unserm täglichen, übernatürlichen Brode, dem alle Süßigkeit, aller Wohlgeschmack und Jubel des Geistes innewohnt. Nach Dir, den die Engel zu schauen gelüftet, laß mein Herz ohne Unterlaß hungern; Dich genieße es; von Dir laß alle seine innern Kräfte erfüllt werden; nach Dir dürfte es unaufhörlich, o Quell des ewigen Lebens, Quell aller Wis 440 senschaft und Weisheit, Strom der Wonne und Ueberfluß des Hauses Gottes! Verleihe, o gütigster Jesu, daß meine Seele Dich suche, Dich finde, nach Dir ziele, sich immer nach Dir sehne, zu Dir gelange, Dich betrachte, von Dir rede, und Alles zur Ehre und Verherrlichung deines Namens wirke - mit Demuth und Besonnenheit, mit heiliger Liebe und Freude, mit Behändigkeit und Herzenslust, und mit Beharrlichkeit bis an's Ende! Sey Du allein immerdar meine Hoffnung, meine ganze Zuversicht, mein Reichthum, meine Erquickung, meine Wonne, meine Freude, meine Ruhe, mein Friede, meine Lieblichkeit, mein Wohlgeruch, meine Süßigteit, meine Speise, meine Stärke, meine Zuflucht, meine Hülfe, meine Weisheit, mein Antheil, mein Befiß, mein Reichthum, worin mein Sinn und mein Herz nun und immer fest und unerschütterlich gegründet sey. Amen. Wenn irgend eine Stunde ist, in der du, o Chrift! der Erhörung gewiß seyn darfst, so ist es jetzt, wo der König der himmlischen Gnaden bei dir Einkehr genommen. Ergreife diese günstige Gelegenheit und flehe zu Ihm nicht blos für dein, sondern auch für deines Nächsten Hell, besonders in dem folgenden Ablaßgebet und in den Kirchengebeten bei besondern Anliegen( siehe Nr. XIII. S. 407). Ueberhaupt sollst du noch gern im Gebete bei deinem Heiland verweilen, und Ihn nicht so bald in die Zerstreuungen deiner gewöhnlichen Umgebung tragen. Bete daher- entweder am Schluß deiner Kommunionsandacht oder doch am heutigen Tage noch die Litanet zum allerheiligsten Altarssakrament( siehe sechste Abtheilung S. 329); sowie es auch sehr heilsam ist, dich der Fürbitte Mariä und der Heiligen Gottes zu empfehlen, in der Litanei zur Mutter Gottes( sechste Abthet= lung S. 335) und zu allen Heiligen( sechste Abth. S. 315). Feiere den Tag, an dem du der Einkehr des Herrn gewürdigt wor den, durch Gebet und fromme Lesung, durch Gaben und Spenden für wohlthätige oder fromme Zwecke, durch Liebesdienste bet Kranken zc., und vergiß nicht, die täglichen Vorsätze( Seite 347) heute mit besonderm Ernst zu erwecken, um dich vor dem traurigen Rückfall in die Sünde möglichst zu verwahren. - XVIII. Ablaßgebet.*) ( Nur im Stand der Gnade nach Erweckung einer vollkommenen Neue oder nach würdigem Empfang der heiligen Sakramente zu verrichten.) Herr Jesus Christus! durchdrungen von dem lebendigsten *) Ueber den Ablaß wurde das Nöthige schon oben( siehe den Unterricht zur Bußandacht Nro. XV.) erklärt. 441 Schmerze beim Anblicke meiner Sünden, opfere ich Dir dieſes schwache und demüthige Gebet auf zu deiner Ehre und Verherrlichung und zum Wohle deiner Kirche. Heilige Du dasselbe und verleihe ihm Werth durch deine Gnade. Ich wünsche mich gänzlich anzuschließen der frommen Meinung des heiligen Vaters, der diesen Ablaß zum Wohle der Gläubigen verliehen hat. Gestüßt auf deine unendliche Güte, bitte ich Dich demüthig um Ausrottung der Rezereien auf der ganzen Erde, um die Befestigung eines dauerhaften Friedens und wahrer Eintracht unter den christlichen Fürsten, auf daß sie und ihre Unterthanen alle Dir dienen in Reinigkeit des Herzens, in wechselseitiger Liebe und in Gleichförmigkeit heiliger Gesinnungen. Erfülle auch unsern heiligen Bater, den Papst, mit deinem Geiste, wehre von ihm ab alle Nachstellungen, und nimm ihn in deinen Schuß. O liebreicher Heiland! Laß mich durch die Verdienste der- allerseligsten Jungfrau und aller Heiligen des Himmels Theil nehmen an dem Schape, mit welchem Du deine heilige Kirche durch Bergießung deines kostbaren Blutes bereichert hast, und verleihe mir heute die Früchte dieses Ablasses. Erlasse mir, o mein Gott! um deiner unendlichen Barmherzigkeit willen, die Strafen meiner Sünden, die ich sonst entweder in diesem oder im zukünftigen Leben erleiden müßte. Von diesem Augenblicke an nehme ich mir fest und ernstlich vor, mit deiner Gnade ein bußfertiges und abgetödtetes Leben zu führen. Auch will ich deiner Gerechtigkeit nach Kräften genug thun, die Sünde mit Abscheu fliehen und als das größte Uebel über alles bereuen und verwünschen, weil ich dadurch Dich, meinen liebenswürdigsten Gott, beleidiget habe, den ich jetzt über alles liebe und lieben werde alle Tage meines Lebens. Amen. ( Sieben Vater unser und der Glaube.) XIX.' Andacht des Kreuzweges. * Die Andacht des Kreuzweges oder der vierzehn Stationen bezieht sich auf den Weg, den der Herr vom Hofe des Pilatus bis zum Kalvarienberg hinauf zurücklegte, und besteht in vierzehn Erwägungen und Gebeten über die Leiden, die daselbst auf verschiedenen Stellen Ihn und seine jungfräuliche Mutter trafen. Folge, o Christ, den Spuren deines blutenden, kreuztragenden Erlösers, verweile mit 442 inniger Theilnahme auf jeder Stelle, wo Ihm ein neuer Schmerz begegnete, und schärfe in der neu erwachenden Liebe zu Ihm den Schmerz über deine Sünden, welche die Ursache seiner Leiden waren! Vorbereitungsgebet. O allerheiligste Dreifaltigkeit! Nimm diesen Dienst meiner Knechtschaft gnädig an. Ich opfere ihn Dir auf zum Lob und Preis deiner göttlichen Majestät, zur Danksagung für die unschäßbare Wohlthat unserer Erlösung, zur Genugthuung für meine Sünden, zum Heile der Lebendigen und zum Troste der Abgestorbenen. Und damit das geringe Opfer meines Gebetes Dir anges nehm werde, vereinige ich es mit den unendlichen Verdiensten Jesu Christi, der allerseligsten Jungfrau und aller Heiligen. O gebenedeite Mutter meines Heilandes! die du deinem göttlichen Sohne auf seinem blutigen Kreuzwege treulich nachfolgtest, und sein Leiden wie ein Schwert in deiner Seele empfandest, würdige mich, dein Begleiter zu seyn, und laß mich Theil nehmen an deinen Schmerzen und an dem bittern Leiden deines Sohnes, meines Erlösers Jesu Chrifti, welchem sammt dem Vater und dem heiligen Geiste sey Lob und Ehre und Ruhm in Ewigkeit. Amen. Erste Station. Christus wird zum Tode verurtheilt. Betrachte, meine Seele, wie Jesus deinetwegen dieses ungerechte Urtheil erlitt, um dich von dem Urtheil der ewigen Verdammniß zu erlösen. Er hat ausgetilget die Handschrift des Urtheils wider uns, die uns entgegen war, und hat sie hinweggenommen und an's Kreuz geheftet. Und wir sollten Ihn nicht wieder lieben? Antiphon. Die Gottlosen sprachen bei ihnen selbst in ihren Gedanken, wiewohl unrecht: Lasset uns den Gerechten hintergehen, den Er ist unsern Werken zuwider; Er rühmt sich, daß Er Gott zum Vater habe: lasset uns denn sehen, ob Er der wahre Sohn Gottes ist; jegt errette Er Ihn aus unsern Händen! Wir wollen Ihn verdammen zum allerschändlichsten Tode." V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christe, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. c. V. Gott hat seines eigenen Sohnes nicht geschonet. R. Sondern hat Ihn für uns alle dahingegeben. V. Er ist aufgeopfert worden, weil Er es selbst gewollt hat. R. Und seinen Mund hat Er nicht aufgethan. 443 V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß mein Rufen zu Dir kommen. Gebet. O Gott! der Du durch die Demuth und Ge duld deines unschuldig zum Kreuzestod verurtheilten Sohnes die Hoffahrt und Schmach unseres Urfeindes zerstöret, und uns von dessen Tyrannei und dem Gerichte des ewigen Todes barmherzig befreiet hast: wir bitten, laß uns sein Leiden tief zu Herzen fassen und der Menschen falsches Urtheil und alle Widerwärtigkeiten mit Geduld ertragen; damit wir an jenem Tage hören mögen: ,, Kommet ihr Gebenedeite!" Durch den selben unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. V. Heiliger Gott! heiliger Starker! heiliger Unsterblicher! R. Erbarme Dich unser! V. Laffet uns den Herrn loben, R. Und Gott Dank sagen. V. Die Seelen der Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes im Frieden. R. Amen Bweite Station. Christus wird mit dem Kreuze beladen. Betrachte, meine Seele, wie Christus mit dem Kreuze deine und aller Menschen Sünden auf sich ladet und unsere Schmerzen trägt. Und du wolltest dich noch beschweren, das süße Joch und die leichte Bürde seiner Lehre auf dich zu nehmen? Antiphon. Sey gegrüßt, unser König! Du allein hast Dich unserer Sünden erbarmet. Deinem Vater gehorsam bis zum Tode, wurdest Du zur Kreuzigung geführet, wie ein fanftmüthiges Lamm zur Schlachtbank. Dir sey Ruhm, Hosanna! Dir sey Triumph und Sieg, Dir sey die Krone des höchsten Lobes und der Ehren! V. Herr! erbarme Dich unser! R. Christe, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. c. V. Die Züchtigung unseres Friedens war über Ihm; R. Und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. V. Der Herr hat unser aller Missethat auf Ihn gelegt; R. Er hat Ihn geschlagen wegen der Sünden seines Volkes. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß mein Rufen zu Dir kommen. 444 Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du gewollt, daß dein eingeborner Sohn, zum Vorbilde des Gehorsams und der Geduld, unser Fleisch annahm, und mit der Last des Kreuzes als der wahre Isaak vor uns hinwandelte: verleihe gnädig, daß wir, aus Begierde Ihm nachzufolgen, das süße Joch deines Gesetzes und das Kreuz der Abtödtung gern annehmen und standhaft bis in den Tod tragen. Durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. V. Heiliger Gott 2c. 2c.( wie oben S. 443.) Dritte Station. Jesus fällt unter dem Kreuze zum ersten Male. Betrachte, meine Seele, wie schwer die Last deiner Sünden ist, da Derjenige darunter niederfällt, der alle Dinge trägt durch das Wort seiner Kraft. O Jesu! laß mich deine Kreuzeslast nicht durch neue Sünden vermehren. Antiphon. Unser Herr Jesus Christus hat sich selbst erniedriget bis zum Tode des Kreuzes, darum hat Ihn auch Gott erhöhet und Ihm einen Namen gegeben, der über alle, Namen ist. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christe, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. 2c. V. Er hat wahrhaftig unsere Krankheiten auf sich geladen. R. Und unsere Schmerzen hat Er selbst getragen. V. Er ist verwundet worden um unserer Missethat willen. R. Und um unsrer Sünde willen ist Er geschlagen worden. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß mein Rufen zu Dir kommen. Gebet. O Gott! der Du durch die unüberwindliche Standhaftigkeit deines unter der schweren Last des Kreuzes niederfallenden Sohnes die Welt vom Falle errettet haft: ver= leihe und die Hülfe deiner Gnade, daß wir ohne Anstoß den Weg deiner Gebote wandeln, und ver dem Falle des ewigen Todes bewahret werden. Durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. V. Heiliger Gott 2c. 2c.( wie oben S. 443.) Vierte Station. Jesus begegnet Mariä, seiner Mutter und dem Jünger Johannes. Betrachte, meine Seele, wie bei dem Anblicke des mit Wunden bedeckten, mit Dornen gekrönten, mit dem Kreuze beladenen Het 445 landes ein Schwert des Schmerzes das Herz Mariä, seiner Mutter, und seines Lieblingsjüngers Johannes durchdringt. Wirst du denn nicht vor Mitleid verzehret? Nimm weg, o Jesu! mein hartes Herz und gib mir ein mitleidiges; denn ein hartes Herz wird sich übel befinden an seinem Ende. Antiphon. O ihr Alle, die ihr auf dem Wege vorübergehet, merket auf und sehet, ob ein Schmerz sey, der meinem Schmerze gleichet! Darum weine ich, und meine Augen fließen von Wasser; denn der Tröster ist weit von mir, der meine Seele erquicke. Meine Augen schwinden hin von Weinen und mein Eingeweide ist erschrocken. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christe, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. 2c. V. Groß ist dein Elend, wie das Meer. R. Wer wird vermögen, Dir zu helfen? V. Deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen, R. Auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. V. Herr erhöre mein Gebet! R. Und laß mein Rufen zu Dir kommen. Gebet. Herr Jesu Christe! der Du gewollt hast, daß das milde Herz deiner Mutter bei ihrer Begegnung mit Dir auf dem Kreuzwege vom Schwert des Mitleides durchdrungen wurde: wir bitten Dich, verleihe, daß auch wir über deine Schmerzen, die Du um unserer Sünden willen gelitten, heiße Thränen des Mitleids vergießen, und bei Dir und deiner lieben Mutter in aller Trübsal Trost und Hülfe finden: der Du lebest und regierest, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. V. Heiliger Gott 2c. 2c.( wie oben S. 443.) Fünfte Station. Simon von Cyrene wird gezwungen, Christo das Kreuz tragen zu helfen. Betrachte, meine Seele, wie Simon gezwungen werden mußte, das Kreuz mit Christo zu tragen. Welches Verdienst hätte er sich erworben, wenn er es bereitwillig gethan hätte! Bist du denn bereit, mit Verachtung der Welt dein Kreuz dem Heilande nachzutragen? Antiphon. Fern sey von mir, daß ich mich rühme, als nur in dem Kreuze unseres Herrn Jesu Christi: durch welchen mir die Welt gekreuzigt ist, und ich der Welt. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christe, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. c. 446 V. Siehe an, o Herr, meine Erniedrigung und Mühseligkeit! R. Und vergib mir alle meine Missethaten! V. Wir beten Dich an, o Christe, und benedeien Dich. R. Denn durch dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß mein Rufen zu Dir kommen. Gebet. O Herr Jesu Christe! der Du alle Dinge trägst durch das Wort deiner Kraft, und dennoch unter dem schweren Kreuze so matt und schwach haft werden wollen, daß ein elender Mensch gezwungen werden mußte, Dir dein Kreuz tragen zu helfen: durch diese deine Mattigkeit verleihe uns Kraft, das Kreuz, das Du uns auflegtest, mit Liebe zu umfangen, Dir auf dem mühevollen Wege des Kreuzes durch Ehre und Schande standhaft nachzufolgen, und die verheißene Belohnung zu erlangen; der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. V. Heiliger Gott 2c. 2c.( wie oben S. 443.) Sechste Station. Die heilige Veronika begegnet Christo. Betrachte, meine Seele, welchen Spiegel Christus der Veronika und uns allen hinterlassen hat. Schaue immerdar hinein und lerne die Schwere deiner Sünden erkennen. Antiphon. Wir haben Ihn gesehen, und es war an Ihm weder Gestalt noch Schönheit: Er war verachtet und der geringste unter den Männern, ein Mann voll Schmerzen, der die Schwachheit wohl erfahren hat. Sein Angesicht war gleichwie verborgen und voll Schmach, darum haben wir Ihn auch für nichts geachtet. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christe, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. 2c. V. Herr, Gott der Kräfte, bekehre uns! R. Zeige uns dein Angesicht, und wir werden gerettet sein. V. Wende dein Antliß nicht von uns! R. Und weiche nicht im Zorn von deinen Dienern! V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß mein Rufen zu Dir kommen. Gebet. O Jesu, Du Ebenbild des ewigen Vaters und Abglanz seiner Herrlichkeit! der Du uns im Schweißtuche die blutigen Malzeichen deines heiligsten Antlißes, welches die Engel zu schauen gelüstet, hinterlassen haft: dämpfe in uns alle Hoffahrt und Eitelkeit, und laß uns vor deinem Angesichte 447 hier also in Demuth wandeln, daß wir Dich im Himmel in deiner Klarheit schauen, selig lieben und vollkommen besigen mögen; der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. V. Heiliger Gott 2c. 2c.( wie oben.) Siebente Station. Jesus fällt zum zweiten Male. Betrachte, meine Seele, wie Jesus zum zweiten Male unter der Last des Kreuzes niederfällt. Deine wiederholten Sünden sind es, die den Heiland abermals niederwarfen. Willst du denn nicht aufhören zu fündigen? Antiphon. Sie haben mich übergeben in die Hände der Gottlosen, und mich unter die Ungerechten gezählet; sie haben meiner Seele nicht geschonet: die Starken haben sich wider mich versammelt, und sind wie die Niesen wider mich gestanden; mit furchtbaren Augen haben sie mich angestarret, und mich grausam geschlagen und verspottet. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christe, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. 2c. V. Ich aber bin ein Wurm, und kein Mensch. R. Eine Schmach der Leute und ein Spott des Volkes. V. Alle, die mich sehen, spotten meiner. R. Sie reden mit ihren Lippen und schütteln den Kopf. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß mein Rufen zu Dir kommen. Gebet. O Gott! der Du zugelassen, daß dein unschuldigster Sohn unter die Uebelthäter gezählet und mit Schmach erfüllet wurde, um uns vom Fluche der Verdammniß zu befreien: wir bitten Dich, laß uns, von der Sünde aufgestanden, nicht wieder in dieselbe hineinfallen, und standhaft das Joch deiner Gebote tragen bis zum Ende; der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. V. Heiliger Gott 2c. 2c.( wie oben.) Achte Station. Jesus tröstet die weinenden Frauen. Betrachte, meine Seele, wie oft du über vergängliche Dinge weinest, und wie selten du eine Thräne vergießeft über deine Sünden und die Wunden, die sie dem leidenden Heilande geschlagen haben. Wer wird meinem Haupte Wasser geben und meinen Augen einen Quell der Thränen, daß ich weine Tag und Nacht? Antiphon. Ihr Töchter von Jerusalem! Weinet nicht - 448 über mich, sondern weinet über euch selbst und eure Kinder. Denn siehe, es werden die Tage kommen, da man sagen wird:„ Selig sind die Unfruchtbaren, und die Leiber, die nicht geboren, und die Brüste, die nicht gesäuget haben." Alsdann werden sie anfangen zu den Bergen zu sagen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Bedecket uns! Denn thun sie dieß am grünen Holze, was wird am dürren geschehen?" 11 V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christe, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser zc. 2c. V. Die Freude unseres Herzens hat ein Ende. R. Unser Reigen hat sich in Traurigkeit verwandelt. V. Die Krone unseres Hauptes ist abgefallen. R. Weh' uns, daß wir gesündigt haben! V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß mein Rufen zu Dir kommen. Gebet. O gütigster Jesu, Du Trost der Betrübten und Zuflucht der Bedrängten! der Du Dich gewürdiget hast, die Töchter Jerusalems, welche auf deinem blutigen Kreuzwege über Dich weinten, zu trösten und sie zu heilsamen Thränen zu ermahnen: wir bitten Dich, verleihe uns reichliche Thränenquellen, mit denen wir die Flecken unserer Sünden abwaschen, und deinem bittern Leiden und allen bedrängten Mitmenschen herzliches Mitleid beweisen mögen; der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. V. Heiliger Gott zc. zc.( wie oben.) Neunte Station. Jesus fällt zum dritten Male. Betrachte, meine Seele, daß durch Häufung deiner Sünden die Last des Kreuzes dem Herrn vermehrt wird. Höre, wie der Heiland beim Psalmisten klagt:„ Die Sünder haben auf meinem Rücken geschmiedet, sie haben Ungerechtigkeit lange geübt!"- Herr, siehe D nicht auf meine Sünden, sondern auf die Leiden deines Gesalbten! Antiphon. Mein Volk! was habe ich Dir gethan, oder womit habe ich dich betrübt? Antworte mir! Ich habe dich geführet aus Egyptenland, und du führest mich zum schmachvollen Holze des Kreuzes. Ich habe dich vierzig Jahre lang in der Wüste mit Manna gespeiset, und du hast mich mit Backenstreichen und Geißelhieben geschlagen. Ich habe dir das königliche Scepter gegeben, und du krönest mein Haupt mit Dornen und gibst mir ein Rohr in die Hand. Mein Volk! was hätte ich dir noch thun sollen, das ich nicht gethan habe? 449 V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christe, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. c. V. Gleich einem Schaafe ist Er zum Tode geführt worden. R. Und Er schwieg, wie ein Lamm vor dem, der es scheeret. V. Er hat seine Seele dahingegeben in den Tod. R. Auf daß Er sein Volk lebendig mache. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß mein Rufen zu Dir kommen. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du weißt, daß wir unter der Last so vieler Widerwärtigkeiten und den Nachstellungen des bösen Feindes in unserer Schwäche nicht bestehen können wir bitten demüthig deine göttliche Majestät, verleihe uns durch den schmerzlichen Fall deines göttlichen Sohnes am Kalvarienberge Hülfe und Stärke in allen Nöthen und Versuchungen, und laß uns dereinst mit deiner Hülfe den Berg der Glorie glücklich ersteigen. Durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. V. Heiliger Gott zc. 2c. Behnte Station. Jesus wird seiner Kleider beraubt und mit Galle getränft. Betrachte, meine Seele, mit welcher Grausamkeit die Schergen Jesum behandelten. Uebest du nicht zuweilen gleiche Härte gegen die Armen, von denen der Heiland sagt: Was ihr dem Geringsten aus den Meinigen thut, das thut ihr mir? Antiphon. Mein Volk! was habe ich dir gethan, oder womit habe ich dich betrübet? Antworte mir! Ich habe dich geführet aus dem Lande der Dienstbarkeit in das Land der Verheißung, und da ich aus dem Schooße des Vaters zu dir hinabgestiegen bin, hast du mich hinausgeführet zum Tode des Kreuzes. Ich habe dich zu meinem schönsten Weingarten gepflanzet, und du bist mir überaus bitter worden. Ich habe dich getränket mit dem Wasser des Heiles, und du hast mich getränket mit Galle und Essig. Mein Volk! was hätte ich dir noch thun sollen, das ich nicht gethan habe? V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christe, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. c. V. Alle, die mich sehen, spotten mein, R. Bewegen die Lippen und schütteln das Haupt. V. Entferne nicht, o Herr, deine Hülfe von mir! 29 450 R. Schau her zu meinem Schuße! V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß mein Rufen zu Dir kommen. Gebet. O Herr Jesu Christe! der Du Dich mit Galle und Essig haft tränken lassen, und gelitten hast, daß durch Abreißung deiner Kleider all' deine Wunden erneuert, und Du vor allem Volk entblößet wurdeft: wir bitten Dich durch dein kostbares für uns vergossenes Blut, bewege unsere Herzen zu größerem Mitleid mit Dir und unsern leidenden Nebenmenschen, und durch deine Blöße vertilge in uns alle Sinnenlust und alle unordentliche Neigung zu den Geschöpfen. Der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. V. Heiliger Gott 2c. 2c. Eilfte Station. Jesus wird an das Kreuz genagelt. Betrachte, meine Seele, die starken Liebesbande, mit denen Jesus fich verbindet. Wird denn noch immer dein hartes Herz nicht von Gegenliebe verwundet, daß du mit dem Apostel ausrufen könneft: Ich bin mit Christo an das Kreuz geheftet? Antiphon. Mein Volk! was habe ich dir gethan, oder womit habe ich dich betrübet? Antworte mir! Ich habe dich erhöhet mit großer Kraft, und du hast mich aufgehängt an dem schmachvollen Holze des Kreuzes. Ich habe dich erhoben über alle Völker, und du hast mich gesättiget mit Spottreden und Verwünschungen. Ich habe vor dir das rothe Meer aufgethan, und du hast meine Seite mit einer Lanze geöffnet. Mein Volk! was hätte ich dir noch thun sollen, das ich nicht gethan habe? V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christe, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser zc. zc. V. Welche Wunden sind es, inmitten deiner Hände? R. Verwundet bin ich mit ihnen im Hause derjenigen, die mich lieb hatten. V. Sie haben meine Hände und Füße durchbohret. R. Gezählet haben sie alle meine Gebeine. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß mein Rufen zu Dir kommen. Gebet. O Herr Jesu Christe, Du Sohn des lebendigen Gottes! der Du zur Erlösung der Welt Dich wie ein unschuldiges Lamm auf dem Kreuzholze hast ausspannen und grau 451 sam durch Hände und Füße annageln lassen: verleihe gnädig, daß wir unser Fleisch durch christliche Abtödtung kreuzigen, und laß uns mit den Nägeln der Liebe mit Dir an's Kreuz geheftet werden und in Ewigkeit verbunden bleiben; der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. V. Heiliger Gott zc. 2c. Bwölfte Station. Jesus stirbt am Kreuze. Betrachte, meine Seele, wie Christus sterbend seinen Geist in die Hände seines himmlischen Vaters befiehlt. O Jesu! sey Du künftig mein Leben, so wird Sterben mein Gewinn seyn! Antiphon. Stehe, wie der Gerechte stirbt, und keiner nimmt es zu Herzen! Die gerechten Männer werden getödtet und keiner bedenkt es. Von dem Angesichte der Bosheit ist der Gerechte hinweggenommen, und sein Andenken wird im Frieden seyn. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christe, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser zc. 2c. V. Er ist gehorsam worden bis zum Tode. R. Ja bis zum Tode des Kreuzes. V. Wir beten Dich an, o Christe! und benedeien Dich. R. Denn durch dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß mein Rufen zu Dir kommen. Gebet. O Herr! wir bitten Dich, siehe gnädig herab auf deine Gemeinde, für welche unser Herr Jesus Christus sich den Händen der Sünder überantwortet und den bittern Kreuzestod gelitten hat; der mit Dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. V. Heiliger Gott 2c. 2c. Dreizehnte Station. Jesus wird vom Kreuze genommen und in den Schooß seiner Mutter gelegt. Betrachte, meine Seele, welches Schwert des Schmerzes das Herz der Gottesmutter durchdrang, als der heilige Leichnam thres Sohnes vom Kreuze genommen und in ihren Schooß gelegt wurde. O Maria, Mutter der Schmerzen, laß mich Tag und Nacht meine Sünden beweinen, und ihnen abgestorben, laß mich in deinem Schooße ruhen! 29* 452 Antiphon. Wem soll ich dich vergleichen, oder wem soll ich dich ähnlich halten, du Tochter Jerusalems? Wen soll ich dir an die Seite stellen, um dich zu trösten, o Jungfrau, Tochter Sions? Denn groß wie das Meer ist deine Betrübniß. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christe, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. c. V. Sion hat ihre Hände ausgestreckt. R. Und keiner ist, der sie tröste. V. Mein Herz hat sich in mir umgewendet, R. Denn erfüllet bin ich mit Bitterkeit. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß mein Rufen zu Dir kommen. Gebet. O Maria! du schmerzenreiche Mutter! Welches Schwert des Schmerzes hat deine Seele durchdrungen, als du den entseelten Leichnam deines göttlichen Sohnes mit deinen liebreichen Armen umfingest: ach! erlange mir, daß ich die Sünde, die Ursache seines Todes und deiner Schmerzen, aus allen Kräften verabscheue und beweine, und nach meinem Hinscheiden nimm meine Seele auf in deinen mütterlichen Schuß. Amen. V. Heiliger Gott zc. zc. Vierzehnte Station. Jesus wird in's heilige Grab beigesept. Betrachte, meine Seele, das glorreiche Grab deines Hellandes, und laß deinen alten Menschen zugleich mit Ihm gekreuziget seyn, auf daß der Leib der Sünde zerstöret werde, und du hinfort der Sünde nicht mehr dienest. Antiphon. An demselben Tage werden die Heiden anbeten die Wurzel Jesse, denselben, der zum Zeichen der Völfer stehet; und sein Grab wird glorreich sein. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christe, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. c. V. Mein Fleisch wird in Hoffnung ruhen. R. Du wirst nicht gestatten, daß dein Heiliger die Verwesung sehe. V. O Hölle! wo ist dein Sieg? O Tod! wo ist dein Stachel? R. Der Tod ist verschlungen in dem Siege. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß mein Rufen zu Dir kommen. 453 Gebet. O Jesu, mein Heiland und Erlöser! gib, daß ich der Welt abgestorben Dir allein lebe; und wann Du mich dereinst vom Leibe dieses Todes erlösest, laß mich im Himmel der Früchte deines Leidens und deines schmerzvollen Todes genießen. Amen. V. Heiliger Gott zc. zc. Schlußgebet. Gott! der Du durch das kostbare Blut deines eingeborenen Sohnes die Fahne des lebenbringenden Kreuzes geheiliget haft: verleihe gnädig, daß Alle, die sich dieses heiligen Kreuzes rühmen, sich auch deines Schußes überall erfreuen mögen. Durch denselben Jesum Chriftum unsern Herrn. Amen. * Auf dieser Andacht und dem Rosenkranz ruhen bedeutende Abläffe, fowie noch auf vielen andern Gebeten. Um sich vor falschen Abläffen zu hüten, muß man nur von solchen Gebrauch machen, welche in approbirten, das ist mit höherer kirchlicher Genehmigung erschienenen Gebetbüchern vorkommen. XX. e Rosenkranzandacht. * Die Rosenkranzandacht ist eine von der heiligen Kirche genchmigte, ja durch ein eigenes Kirchenfest, welches den ersten Sonntag im Oktober gefeiert wird, verherrlichte Gebetsweise, deren Anfänge bis in die ältesten Zeiten des Christenthums hinaufreichen, welche aber erst vom heil. Dominikus, dem Stifter des Ordens der Predigermönche( † 1221), in ihre jeßige Gestalt gebracht worden ist. Sie besteht aus den vorzüglichsten, aus dem Munde Chrifti, seiner Engel und Heiligen genommenen Gebetsformeln, welche in regelmäßiger Reihenfolge und geordneter Wiederkehr, unter Einschaltung denkwürdiger Begebenheiten aus dem Leben, Leiden und der Herrlichkeit des Herrn und seiner heiligen Mutter, gebetet werden. Mit Necht hat diese Gebetsweise die feierliche Genehmigung der Kirche und allgemeine Ausbreitung in der katholischen Welt gefunden; denn fie enthält alle Bestandtheile einer wahren Volksandacht: Belehrung, Erbauung und Weckung frommer Andacht durch die Erinnerung an die großen Geheimnisse der Liebe aus dem Leben des Herrn, in welchen wir Heil und Frieden hienieden und selige Hoffnung für die Ewigkeit finden. Und wie Maria uns in Christo das Heil geboren und vermittelt hat, so bitten wir in dieser Andacht mit kindlichem Vertrauen, daß uns durch ihre Fürbitte auch jedes einzelne Geheimniß der erlösenden Wirksamkeit des Herrn im Leben und im Tode zugewendet werde. Den Namen Rosenkranz hat diese Andacht, weil die Erlöfungsgeheimnisse, die sie enthält, Himmelsrosen sind, welche uns auf den Dornenpfaden des Lebens trösten und erfreuen, und wir durch 454 diese Grüße unsre heilige Mutter, der wir die Vermittlung unsres Heils verdanken, dankbar bekränzen. Und wir thun dies bei jedem Geheimniß, in steter Wiederholung. Ist es doch einem liebenden Kinde nicht zu viel, stets fort und immer wieder zur Mutter zu sagen, wie sehr es fie liebt. Und welche Mutter wird dieses zurückweisen? Uebrigens fömmt es weniger darauf an, daß man streng von jedem Worte sich Rechenschaft gebe, als vielmehr auf die heilige Stimmung, in welche die Erwägung der Geheimnisse uns versetzt, und auf die Liebe und kindliche Hinneigung, die man zur erbarmungsvollen Mutter des Herrn in sich erweckt. Von Arvent bis Lichtmeß wird gewöhnlich der freudenreiche, in der Fasten der schmerzhafte, von Ostern bis Dreifaltigkeitssonntag der glorreiche Rosenkranz gebetet; in den übrigen Zeiten des Kirchenjahrs wird nach den Wochentagen abgewechselt; man kann ihn aber auch ohne Rücksicht hierauf nach der andächtigen Stimmung und dem Bedürfniß des Herzens beten.*) Eingang. Wir werfen uns, o Jesu! vor Dir nieder und bekennen mit Herz und Mund, daß kein Name ist im Himmel und auf Erden, worin wir selig werden können, als in Dir. Du haft uns durch deine Menschwerdung zu Kindern Gottes gemacht. Du hast durch deinen Tod unsern Schuldbrief ausgelöscht, durch deine Auferstehung und Himmelfahrt uns das verlorne Paradies wieder geöffnet. Schenke uns deine Gnade, daß wir bei Betrachtung dieser heiligen Geheimnisse zu einem lebendigen Glauben und einer kindlichen Gegenliebe zu Dir erweckt werden, der Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Du aber, o Mutter Jesu! bitte für uns, daß wir nach deinem heiligen Beispiele in frommer Andacht das Wort deines Sohnes betrachten und treu im Herzen bewahren mögen. Amen. * Folgt der Glaube und das Vaterunser mit drei Ave Maria, bet welchen, immer nach dem Worte" Jesus" Folgendes eingeschalten wird: 1) Der in uns den Glauben vermehre; 2) Der in uns die Hoffnung stärke; 3) Der in uns die Liebe entzünde. I. Die freudenreichen Geheimnisse.**) Erstes Geheimniß. Das ew'ge Wort, des Vaters Sohn, Kömmt her zu uns vom höchsten Thron, *) Bei der folgenden Andacht sind die zwischen die Geheimnisse eingestreuten Schriftzitate, Lieder und Gebete eine neuere Zuthat, welche auch weggelaffen werden kann. **) Die lieder dieses ersten Rosenkranzes gehen nach Nro. 128 der ersten 455 Wird Mensch wie wir aus Gnad' und Huld, 3u tilgen unsrer Sünden Schuld. Sie, die das Heil gebären soll, Maria wird des Geistes voll; Den Herrn, der Alles schuf, umhüllt Der Schooß der Jungfrau rein und mild. Luk. 1, 30-37. 11 Der Engel sprach: Fürchte dich nicht, Maria! denn du haft Gnade gefunden bei Gott. Siehe, du wirst empfangen in deinem Leibe und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus heißen. Dieser wird groß seyn und der Sohn des Allerhöchsten genannt werden: Gott, der Herr, wird Ihm den Thron seines Vaters David geben, und Er wird herrschen im Hause Jakobs ewiglich, und seines Reiches wird kein Ende seyn." Maria aber sprach zu dem Engel:„ Wie wird dieß geschehen, da ich keinen Mann erkenne?" Der Engel antwortete und sprach zu ihr:„ Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Allerhöchsten dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, welches aus dir geboren werden soll, Sohn Gottes genannt werden."- * Ein Vaterunser und zehn Ave Maria, bei welchen immer nach ,, Jesus" eingeschalten wird: Den du, o Jungfrau! vom heiligen Geiste empfangen hast. Nach dem letzten Ave Maria: Ehre sey dem Vater u. s. w. Gebet. Dewiges Wort, welches Fleisch geworden! Eingeborner vom Vater, voll Gnade und Wahrheit! Wie deine heilige Mutter in Neinheit, Demuth und Glauben, überschattet vom heiligen Geiste Dich aufnahm, so laß uns durch die zuvorkommende Gnade desselben heiligen Geistes Dich mit bereitwilliger und reuevoller Seele aufnehmen, damit wir zu denen gehören, welchen Du die Macht gibst, Gotteskinder zu werden, die nicht aus dem Fleische, sondern aus Gott geboren sind. Amen. 3 weites Geheimnis. Schnell nach den Bergen eilt sie fort, Ihr Schooß umschlingt das ew'ge Wort. Abtheilung des Melodienbuchs( S. 119); auch nach Nro. 6( S. 6) und Nro. 88( S. 88) derselben Abtheilung, nur daß hier auf die Schlußworte mancher Verse zwei Noten kommen, und zwar bei Nro. 6 am Ende des 1., 3., 5. und 7. Verses, bei Nro. 88 aber am Ende des 1., 3., 5. und 6. Verses. 11 456 In Zachariä Hause steht Maria, grüßt Elisabeth. Durch sie wird Gnade, Freud' und Heil Der Mutter und dem Sohn zu Theil; Es jauchzt Johannes in dem Schooß Der Mutter auf, der ihn umschloß. Luk. 1, 39-45. Maria aber machte sich in jenen Tagen auf, und ging cilends auf das Gebirg, in eine Stadt des Stammes Juda. Und sie kam in das Haus des Zacharias und grüßte Elifabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Mariä hörte, hüpfte das Kind freudig in ihrem Leibe auf; und Elisabeth ward erfüllt von dem heiligen Geiste, und sie rief mit lauter Stimme und sprach:" Gebenedeiet bist du unter den Weibern und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes! Und woher geschieht mir dieß, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, als die Stimme deines Grußes in meinen Ohren erscholl, hüpfte das Kind freudig auf in meinem Leibe. Und selig bist du, daß du geglaubt hast; denn was dir von dem Herrn gesagt worden ist, wird in Erfüllung gehen."* Vater unser u. s. w. Sehn Ave Maria, bei ,, Jesus" mit dem Beisatz: Den du, o Jungfrau! zu Elisabeth getragen hast. Nach dem letzten Ave Maria: Ehre sey dem Vater u. s. w. Gebet. Herr Jesus Christus! Wie Du gnadenvoll deinen Vorläufer Johannes und dessen auserwählte Mutter heimgesucht und geheiliget haft: so suche auch uns mit der zuvorkommenden Gnade deines heiligen Geistes heim, und laß uns im seligen Umgang mit Dir und deiner seligen Mutter die Wege unseres Erdenlebens vor deinem Angesicht wandeln, bis wir einst im Himmel mit unaufhörlichem Lobe verkünden: Große Dinge hat an uns der Herr gethan, der da mächtig und dessen Name heilig ist! Amen. Drittes Geheimniß. Maria hat zur Welt gebracht Den Helland, der uns selig macht; Zu Bethlehem am niedern Ort, Gebar thr Schooß des Vaters Wort. Ein Kindlein nach verlass'nem Thron, Nuht in der Krippe Gottes Sohn; Den Hirten wird Er offenbar, Den jubelnd preist der Engel Schaar. Luk. 2, 8-14. In derselben Gegend, wo Christus geboren wurde, waren Hirten, welche hüteten und Nachtwache hielten bei ihrer Heerde. Und siehe, ein Engel des Herrn stand vor ihnen, und die Herrlichkeit Gottes umleuchtete sie, und sie fürchteten sich sehr. Der Engel aber sprach zu ihnen: ,, Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die allem Volke widerfahren wird: denn heute ist euch in der Stadt Davids der Heiland geboren worden, welcher Christus, der Herr, ist. Und dieß soll euch zum Zeichen seyn: Ihr werdet ein Kind finden in Windeln eingewickelt und in einer Krippe liegend." Und sogleich war bei dem Engel eine Menge himmlischer Heerschaaren, welche Gott lobten und sprachen: Ehre sey Gott in der Höhe und Frieden den Menschen auf Erden, die eines guten Willens find!" -- 457 * Vater unser und zehn Ave Maria mit dem Beisaß: Den du, o Jungfrau! geboren hast. Am Schluß: Ehre sey dem Bater u. s. w. Gebet. D Gott! der Du durch die heilige Geburt deines Sohnes ein neues Licht den Augen unseres Geistes haft aufgehen lassen: verleih' uns, daß wie wir in Jhm die Gottheit sichtbar erkennen, so durch Ihn zur Liebe des Unsichtbaren hingezogen werden; durch denselben Jesum Christum u. s. w. Viertes Geheimniß. Gott wird im Tempel dargestellt, 3um Opfer für das Heil der Welt! Des ew'gen Vaters Wonn' und Lust Drückt Simon an die greise Brust. Wie des Gesetzes Wort gebeut, Bringt Gott dem Herrn mit Freudigkeit Das Knäblein, das ihr Schooß gebar, Die heilige Magd in Demuth dar. Luk. 2, 27-35. Als die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, um da für Ihn zu thun, was nach dem Gesetze Gewohnheit war, so nahm es Simeon auf seine Arme, pries Gott und sprach: Nun entlassest Du, Herr! nach deinem Worte deinen Diener im Frieden; denn meine Augen haben dein Heil ge 11 458 sehen, das Du bereitet haft vor dem Angesichte aller Völker, als ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel." Und sein Vater und die Mutter wunderten sich über die Dinge, welche von Ihm gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Falle und zur Auferstehung Vieler in Israel und als ein Zeichen, dem man widersprechen wird; und ein Schwert wird deine eigene Seele durchdringen, damit die Gedanken vieler Herzen offenbar werden!" 11 * Vater unser und zehn Ave Maria, mit dem Beisazz: Jesus, den du, o Jungfrau! im Tempel aufgeopfert haft. Am Schluß: Ehre sey u. s. w. Gebet. Herr Jesus Christus! der Du in deiner Aufopferung im Tempel, auf den Armen deiner jungfräulichen Mutter uns das Beispiel selbstverläugnender Demuth und aufopfernder Liebe vor Augen stellst: verleih' uns durch ihre Fürbitte in Demuth und lauterer Gottesliebe zu wandeln, und in allen deinen Gaben nur deine Ehre und das Heil unserer Mitmenschen zu suchen, selig darin, daß wir nur deinen Willen thun. Amen. Fünftes Geheimniß. Den Heiland suchte mit Begier, Den sie verlor, der Jungfrau'n Sier; Und alle Traurigkeit verschwand, Als sie den Sohn im Tempel fand. O Jesu, unsre Seligkeit, Des Herzens Trost, das zu Dir schreit! Laß uns Dich suchen, finden Dich, Und Dein genießen ewiglich. Luf. 2, 42-49. Als Jesus zwölf Jahre alt war, und sie wie gewöhnlich am Feste nach Jerusalem hinauf reisten und am Ende der Festtage wieder zurückkehrten, da blieb der Knabe Jesus in Jerusalem, ohne daß es seine Eltern wußten. In der Meinung aber, Er wäre bei der Reisegesellschaft, legten sie eine Tagreise zurück. Darnach suchten sie Ihn unter den Verwandten und Bekannten, und da sie Ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten Ihn. Nach drei Tagen fanden sie Ihn im Tempel, wie Er in Mitte der Lehrer saß, 459 ihnen zuhörte und sie fragte. Und es wunderten sich alle, die Ihn hörten, über seinen Verstand und seine Antworten. Und als sie Ihn da sahen, erstaunten sie, und seine Mutter sprach zu Ihm: ,, Kind! warum hast Du uns das gethan? Sieh', dein Vater und ich haben Dich mit Schmerzen gesucht." Er aber antwortete ihnen: Wußtet ihr denn nicht, daß ich in dem seyn muß, was meines Vaters ist?" 11 * Ein Vaterunser und zehn Ave Maria, jedesmal mit dem Beis satz: Den du, o Jungfrau! im Tempel wieder gefunden hast. Dann: Ehre sey u. s. w. Gebet. Jesu! der Du deiner heiligen Mutter Dich drei Tage hindurch entzogst, damit sie zu desto größerer Freude Dich als die unerschaffene Weisheit im Hause deines Vaters wieder fände: verleih' uns die Gnade, daß wenn wir durch Thorheit und Sünde Dich verloren haben, wir mit Eifer und wahrem Reueschmerz Dich wieder finden in dem, was deines Vaters ist. Amen. * Wenn die Andacht mit obigen fünf Geheimnissen schließt, so folgt noch ein Lied nebst Litanei zur Verehrung der Mutter Gottes oder des heil. Namens Jesu. II. Die schmerzhaften Geheimnisse.*) Erstes Geheimniß. Seht, wie in banger Trauernacht Der Herr im Garten betend wacht; Wie aller Menschen Sündenlast Mit Angst des Heilands Herz erfaßt! Die Seel' umringt Ihm bitt're Noth, Er ist betrübt bis in den Tod; Der Schweiß in blut'gen Strömen bricht Ihm aus dem heil'gen Angesicht. der *) Die Lieder dieses Rosenkranzes gehen nach folgenden Nummer ersten Abtheilung des Melodienbuchs: 1) Nro. 64( S. 62), wo beim 1., 3., 5. und 6. Vers zwei halbe Noten über dem Schlußwort zusammenfallen; 2) Nro. 84, wo der Schlußsaß vom Taft 16 an wiederholt werden muß; 3) Nro. 136( S. 122), wo über dem Schlußwort des 2., 4., 6. und 7. Verses zwei Noten( eine halbe und ein Viertel) zusammengezogen werden. Auch Nro. 84 der zweiten Abtheilung( S. 234) paßt hierher, nur fällt eine ähnliche Zusammenziehung wie in der vorigen Nummer auf das Schlußwort des 3., 4., 7. und 8. Verses. 460 Luf. 22, 39-44. Der Herr sprach zu seinen Jüngern: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod; bleibet hier und wachet mit mir!" Und Er ging ein wenig vorwärts, fiel auf sein Angesicht, betete und sprach: Mein Vater! wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch vor mir vorüber: doch nicht, wie ich will, sondern wie Du willst!" Und Er kam zu seinen Jüngern, fand sie aber vor Traurigkeit schlafend. Und Er sprach zu ihnen: Was schlafet ihr? Stehet auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet!"- * Ein Vaterunser und zehn Ave Maria, bei welchen immer eingeschalten wird: Der für uns Blut geschwißt hat. Nach dem letzten Ave Maria: Ehre sey dem Vater u. s. w. Gebet. Jesu, Du Abglanz der ew'gen Herrlichkeit! Du Eingeborner vom Vater! Wie trägst Du Adams und seiner Kinder schwere Schuld! Wie nimmst Du im blut'gen Todesschweiß deines Angesichtes das Todesurtheil der Sünden auf Dich und beginnst dein Opfer im Gehorsam, in vollkommener Unterwerfung des menschlichen unter den göttlichen Willen! Laß uns, wir bitten Dich, die Last unserer Sünden empfinden, zur Buße dafür nach dem Willen deines Vaters jeden Leidens- und Prüfungskelch willig ergreifen, und wachen und beten, daß der willige Geist nie vom schwachen Fleische überwältigt werde, der Du lebst und regierst u. s. w. 3 weites Geheimniß. Seht Ihn, der uns mit Gott versöhnt, Von frecher Notten Grimm verhöhnt! In nackter Blöße seht Ihn steh'n, Auf den die Engel niedersch'n! Der hochgelobte Gottessohn Nimmt auf sich unsrer Lüste Lohn. Sie geißeln Ihn mit wilder Wuth: Aus tausend Wunden trieft sein Blut. Joh. 18, 37-19, 1. 11 Pilatus sprach zu Jesus: ,, Bist Du ein König?" Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, daß ich der Wahrheit Zeugniß gebe. Wer immer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme." Pilatus sprach zu Ihm: Was ist die Wahrheit? Und da er dieß gesagt hatte, ging er wieder zu 461 den Juden und sprach zu ihnen: ,, Ich finde keine Schuld an Ihm. Es ist aber bei euch Gewohnheit, daß ich euch am Osterfeste Ginen losgebe. Wollt ihr nun, daß ich euch den König der Juden losgebe?" Da schrieen sie wieder Alle und sprachen: ,, Nicht diesen, sondern den Barrabas!" Barrabas aber war ein Mörder. Da ließ Pilatus Jesum nehmen und geißeln. * Ein Vaterunfer und zehn Ave Maria, mit dem Betsatz: Der für uns ist gegeißelt worden. Nach dem letzten Ave Maria: Ehre sey u. f. w. Gebet. O Jesu, Du Bräutigam aller keuschen Seelen! der Du deinen jungfräulichen Leib haft entblößen und grausam zergeißeln lassen, um für die Wollust und schmähliche Weichlichkeit der Menschen zu büßen: wir bitten Dich durch dein reichlich vergossenes Blut, durchstich unser Fleisch mit dem heilsamen Stachel deiner Furcht, damit wir uns jederzeit vor deinem strengen Gerichte fürchten und Dich nirgends durch Sünden der Unreinigkeit beleidigen mögen. Amen. Drittes Geheimnis. Der Purpur höhnend. angelegt Wird Ihm, der unsre Sünden trägt; Den Herrn der Herren schmückt zum Hohn Von scharfen Dornen eine Kron'. Fühlloser Knechte wilder Chor Legt in die Rechte Ihm ein Nohr. Seht wie der Dorn sein Haupt zersticht, Wie Blut umringt sein Angesicht! Mark. 15, 16-20. Die Kriegsknechte führten Jesum in den Hof des Nichthauses, und riefen die ganze Schaar zusammen; sie legten Ihm ein Purpurkleid um, flochten eine Dornenkrone und setzten sie Ihm auf. Und sie fingen an Ihn zu begrüßen: ,, Sey gegrüßt, Du König der Juden!" Und sie schlugen sein Haupt mit einem Rohre, spieen Ihn an und beugten die Kniee, sich stellend, als wollten sie Ihn anbeten. Und nachdem sie Ihn verspottet hatten, nahmen sie Ihm das Purpurkleid ab, zogen Ihm seine Kleider an und führten Ihn hinaus, um Ihn zu kreuzigen. * Ein Vaterunser und zehn Ave Maria, mit dem Beisatz: Der für uns mit Dornen ist gekrönt worden. Nach dem letzten Ave Maria: Ehre sey u. s. w. 462 Gebet. O Du König der himmlischen Heerschaaren, und Davids verheißener Erbe! Wie seh' ich, statt mit der Krone ewiger Herrlichkeit, dein Haupt bekränzt mit der Krone der Schmach! D laß uns, solchen Hauptes Glieder, nicht nach eitlen Ehren trachten, und Dich nicht verläugnen, ob der Krone des Spottes und der Verachtung, mit der die Welt uns schmähen möchte, damit uns nicht entgehe die Krone des ewigen Lebens, mit der Du deine treuen Diener belohnen wirst; der Du lebst und regierst u. s. w. Viertes Geheimniß. Das Leben wird zum Tod geführt! Welch' Herz erblickt Ihn ungerührt? Ihn, der von Sünden rein, voll Huld Auf sich nahm unsrer Sünden Schuld! Seht! qualbeladen und erblaßt, Beschwert mit unsrer Frevel Last, Trägt Gott sein Kreuz auf Golgatha, Sinft fraftlos hin, dem Tode nah. Lut. 23, 26-32. Und da sie Ihn hinausführten, ergriffen sie einen gewissen Simon von Cyrene, der vom Meierhofe kam, und legten Ihm das Kreuz auf, daß er es Jesus nachtrüge. Es folgte Ihm aber eine große Menge Volkes und Weiber, die Ihn beklagten und beweinten. Jesus aber wandte sich zu ihnen und sprach: „ Ihr Töchter Jerusalems! weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn siehe, es werden Tage kommen, an welchen man sagen wird: ,, Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren, und die Brüste, die nicht gesäuget haben!" Dann werden sie anfangen zu den Bergen zu sagen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: bedecket uns! Denn wenn man das am grünen Holze thut, was wird mit dem dürren geschehen?" Sie führten auch zwei andere, die Straßenräuber waren, mit Ihm hinaus, daß sie getödtet würden. * Ein Vater unser und zehn Ave Maria, mit dem Beisaß: Der für uns das schwere Kreuz getragen hat. Nach dem letzten Ave Maria: Ehre sey u s. w. Gebet. O Jesu! der Du für uns das schwere Kreuz getragen hast, freiwillig belastet mit den Sünden der Welt: O laß uns Dich in unsern Herzen tragen, wie Du uns ge 463 tragen hast! Und wie wir deine Bürde erschwert haben, so mache Du nach deiner Verheißung und Erbarmung unsere Bürde und Lebenslast leicht und süß durch deine Liebe; der Du lebst u. s. w. Fünftes Geheimniß. Seht, wie das wahre Gotteslamm Als Opfer hängt am Kreuzesstamm! Für uns in Pein und Qualen stirbt Gott, der das Leben uns erwirbt. Wir fleh'n Dich, Herr, durch deinen Tod, Verlaß uns nicht in letzter Noth! Laß, o Maria! deinen Schmerz Im Tod erquiden unser Herz! Joh. 19, 25-30. Als sie nun an den Ort kamen, der Schädelstätte heißt, freuzigten sie Ihn daselbst und die Missethäter, einen zu seiner Rechten, den andern zu seiner Linken. Jesus aber sprach: ,, Vater! vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun." Sie vertheilten nun seine Kleider unter sich und warfen daß Loos darüber. Es standen aber bei dem Kreuze Jesu ſeine Mutter, seiner Mutter Schwester, Maria, Kleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter und den Jünger, den Er lieb hatte, stehen sah, sprach Er zu seiner Mutter: Weib! sieh' da deinen Sohn." Hierauf sprach Er zu dem Jünger: Sieh' da deine Mutter." Und von derselben Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. 11 Darnach, da Jesus wußte, daß Alles vollbracht sey, damit die Schrift erfüllet würde, sprach Er: ,, Mich dürftet." Es stand aber ein Gefäß voll Essig da. Und sie füllten einen Schwamm mit Essig, steckten ihn auf einen Ysopstengel, und brachten ihn an seinen Mund. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach Er: ,, Es ist vollbracht! Vater! in deine Hände empfehl' ich meinen Geist!"- Und Er neigte sein Haupt, und gab den Geist auf. * Ein Vaterunfer und zehn Ave Maria, mit dem Beisaß: Der für uns ist gekreuzigt worden. Nach dem letzten Ave Marta, Ehre sey u. f. w. Gebet. Schau' herab, wir bitten Dich, o Herr! auf diese deine Familie, für welche unser Herr Jesus Christus, dein Sohn, nicht anstand, den Händen der Sünder sich zu 464 übergeben und die Qual des Kreuzes auf sich zu nehmen; durch denselben Jesum Chriftum u. f. w. * Diese zweite Abtheilung kann, als besondere Andacht, mit einem Liede und der Litanei vom Leiden und Sterben Jesu gesch werden. III. Die glorreichen Geheimnisse*). Erstes, Geheimniß.. Frohlocket, ihr Himmel! Erfreue dich, Welt! Vom Grab ist erstanden der siegende Held, Der Feind liegt bezwungen, deß' Grimm uns bedroht, Des Lebens Triumph hat verschlungen den Tod. Nun jauchzt Magdalena, da, den sie beweint, Der Heiland den Sehnenden lebend erscheint; Und Wonne, da Jesus den Jüngern sich zeigt, Entzücket die Treuen, die Trauer entweicht. Math. 28, 1-7. ( Siehe das dritte Evangelium der Abendandacht vom Charsamstag S. 295.) * Ein Vater unser und zehn Ave Maria, mit dem Beisatz: Der von den Todten auferstanden ist. Nach dem letzten Av Maria: Ehre sey u. s. w. Gebet. Gelobt sey Gott und der Vater unseres Herrn Jesu Christi, der uns wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung seines Sohnes, der seinen Heiligen nicht im Grabe ließ, und seinen Gesalbten nicht schauen ließ die Verwesung! O Jesu, du glorreicher Siegesfürst! Nimm uns auf zu Genossen deines Triumphes, zu Erben des Lebens, das mit Dir aus Tod und Grab geboren, im Tode auch für uns beginnt! Gott sey Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch Christum unsern Herrn! Amen. 3 weites Geheimniß. Sum Himmel erschwingt sich, zum göttlichen Thron, Des ewigen Vaters gleich ewiger Sohn, Die Wolke verhüllt Ihn, der staunende Chor Der Jünger blickt starrend zum Himmel empor. *) Die Lieder dieses Rosenkranzes gehen nach Nro. 15 der zweiten Abtheilung des Melodienbuchs( S. 182); nur muß überall, wo zwei Sylben auf eine halbe Note fallen, diese gleich in zwei Viertelsnoten zerlegt werden; auch ist die Melodie vom 8. Takt an zu wiederholen. Nro. 197 der ersten Abtheilung( S. 167) deffen beide Hälften wiederholt werden geht nur an jenen Orten an, wo es nicht bei Seelenmessen gesungen wird. 3wet Männer, in lichte Gewande gehüllt, 11 Sie sprechen: Was blickt ihr, von Staunen erfüllt? Wie ihr Ihn gen Himmel sah't fahren mit Macht, So kommt Er einst wieder in strahlender Pracht." Apostelgesch. 1, 7-11. In der Zeit sprach der Herr zu seinen Jüngern:„ Es steht euch nicht zu, Zeit und Stunde zu wissen, welche der Vater in seiner Macht festgesetzt hat; aber ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der über euch kommen wird, und werdet meine Zeugen seyn in Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an die Grenzen der Erde." 465 Und als Er dieß gesagt hatte, ward Er vor ihren Augen aufgehoben, und eine Wolke entzog Ihn ihren Blicken. Und als sie Ihm nachschauten, wie Er in den Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißem Gewande, welche sprachen:„ Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schauet gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden, wird ebenso wieder kommen, wie ihr Ihn sahet hingehen in den Himmel." * Ein Vaterunser und zehn Ave Maria, mit dem Beisatz: Der zum Himmel aufgefahren ist. Nach dem letzten Ave Maria: Ehre sey u. s. w. Gebet. Wir beten Dich an, verherrlichter Gottes- und Menschensohn in der Herrlichkeit, die Du beim Vater hattest, che die Welt gegründet war. O Jesu! der Du in der Gestalt unseres Fleisches zur Rechten des Vaters fizest, erbarme Dich unser. Laß unsern Wandel im Himmel seyn, von dannen wir Deiner harren, unseres Herrn und Erlösers, bis Du den Leib unserer Niedrigkeit umgestalten wirst, damit er ähnlich werde dem Leibe deiner Herrlichkeit. Amen. Drittes Geheimniß. Vereint sind die Treuen zur Pfingstzeit zumal, Da kommt von dem Himmel ein plößlicher Schall; Die Stätte erbebt, auf die Jünger sich geußt In feurigen Sungen der heilige Geist. Der Tröster, den scheidend verheißen der Herr, Verscheuchet das Sagen, sie trauern nicht mehr: Sie künden den Völkern, im Geiste entbrannt, Den Heiland, der siegend vom Grabe erstand. 30 466 Apostelgesch. 2, 1-6. Als der Tag des Pfingstfestes angekommen war, waren Alle beisammen an demselben Orte. Da entstand plößlich vom Himmel ein Brausen, gleich dem eines daherfahrenden gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen. Und es erschienen ihnen zertheilte Zungen wie Feuer, und es ließ sich auf einen Jeden von ihnen nieder. Und alle wurden mit dem heiligen Geiste erfüllt und fingen an in verschiedenen Sprachen zu reden, so wie der heilige Geist es ihnen gab auszusprechen. Es waren aber zu Jerusalem Juden wohnhaft, gottesfürchtige Männer aus allerlei Völkern, die unter dem Himmel sind. Als nun diese Stimme erscholl, kam die Menge zusammen und entsetzte sich, denn es hörte ein Jeder sie reden in seiner Sprache. * Ein Vaterunfer und zehn Ave Maria, mit dem Beisaß: Der uns den heiligen Geist gesandt hat. Nach dem letzten Ave Maria: Ehre sey u. s. w. Gebet. Aufsteigend über alle Himmel und zur Rechten des Vaters sizzend hast Du, der treue Hirt, die Deinen nicht vergessen, sondern nach deinem Wort den heiligen Geist in sichtbarer Gestalt feuriger Zungen über die Jünger ausge= gossen, damit er sich durch sie in Wort und Sakrament auch über die ersten Gläubigen ergieße. Wir bitten Dich durch die Fürsprache der von demselben heiligen Geist überschatteten Jungfrau Maria und deiner heiligen Apostel, daß wir in Kraft deiner Geistessalbung die Lüste des Fleisches verschmähen und nur auf den Geist säend, Früchte des ewigen Lebens erndten. Amen. Viertes Geheimniß. Heil, Mutter des Lebens! die Zeit ist erfüllt, Dein Leid ist zerronnen, dein Sehnen gestillt. Du stirbst; doch der Heiland, dein göttlicher Sohn, Erhebet dich, Mutter, zum ewigen Thron. Jauchzt, Sterbliche, jauchzt! mit der englischen Schaar! Preist jubelnd die Magd, die den Herrn uns gebar, Die reich an Erbarmen mit mächtigem Fleh'n Bei Gott uns vertritt in den himmlischen Höh'n! Joh. 14, 1-3. In der Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Guer Herz betrübe sich nicht. Ihr glaubet an Gott: glaubet auch an 467 mich! Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so hätte ich es euch gesagt, denn ich gehe hin, für euch einen Ort zu bereiten. Und wenn ich werde hingegangen seyn, und einen Ort für euch bereitet haben: so will ich wieder kommen und euch zu mir nehmen, damit auch ihr seyd, wo ich bin. * Ein Vaterunser und zehn Ave Maria, mit dem Beisatz: Der dich in den Himmel aufgenommen hat. Nach dem letzten Ave Maria: Ehre sey u. s. w. Gebet. O Jesu! der Du deine Mutter in deine Herrlichkeit aufgenommen haft: flöße unsern Herzen auf ihre Fürbitte die Liebe deines heiligen Geistes ein, und laß uns nur nach dem was oben ist, trachten; auf daß dein Reich komme und dein Wille geschehe wie im Himmel also auch auf Erden. Amen. Fünftes Geheimniß. O Magd, die der Herr sich zur Mutter erfor! Dir huldigt der Engel lobpreisender Chor. Dir neigt sich der Erdkreis, dir reichet zum Lohn Die Krone des Lebens der ewige Sohn. Blick' huldvoll auf uns, aus den himmlischen Höh'n; Erhöre der Deinen demüthiges Fleh'n; Erwirt' uns vom Sohne Errettung in Noth, Vergebung der Sünden und seligen Tod! II. Tim. 4, 7-8. Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. Mir liegt nun bereit die Krone der Gerechtigkeit, welche mir an jenem Tage geben wird der Herr, der gerechte Richter: nicht allein aber mir, sondern auch allen, die seine Ankunft lieb haben. * Ein Vaterunser und zehn Ave Maria, mit dem Beisatz: Der dich im Himmel gekrönt hat. Nach dem letzten Ave Maria: Ehre sey u. s. w. Gebet. Herr Jesus Christus! der Du im Himmel die treue Dienerin deines Vaters und die glorreiche Braut deines heiligen Geistes, deine auserwählte Mutter, über alle Engel und Heilige erhoben und zur Königin des Himmels und der Erde gekrönt haft; laß uns im Leben und Sterben ihrer mütterlichen Liebe empfohlen seyn und gib, daß wir hier auf Erden treu mit ihr unter deinem Kreuze, dort aber unter dem Glanze 30* 468 der einstigen Herrlichkeit stehen; der Du lebst und regieist u. f. w. * Nun folgt noch eines der Lieder Nro. 46( S. 106) oder 51( S. 111) der zweiten Abtheilung( Melodienbuch S. 205 und 209), nebst der Litanei von der Auferstehung oder von der Himmelfahrt Jesu Chrifti. Werden alle fünfzehn Geheimnisse gebetet, so bleiben die Lieder und Litaneien der drei Abtheilungen weg, und wird blos mit dem Salve Regina( siehe oben am Ende der kirchlichen Tagszeiten S. 373) und statt mit dem dortigen, mit folgendem Gebet geschlossen: Lasset uns beten. O Gott! dessen. Eingeborner durch sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung uns die Belohnungen des ewigen Lebens erworben hat: wir danken Dir für die Gnaden und Wohlthaten, die Du uns durch die Verehrung und Betrachtung der Geheimnisse des heiligen Rosenkranzes verliehen hast, und bitten Dich, Du wollest uns erfüllen lassen, was sie enthalten und erlangen, was sie verheißen; durch denselben Jesum Christum u. s. w. R. Amen. V. Gott gebe uns feinen Frieden. R. Und das ewige Leben. V. Es segne und behüte uns der Allmächtige Gott, Vater †, Sohn t, und heiliger Geist f. R. Amen. XXI. Krankengebete. " 1 * Mein Sohn, spricht Syrach( Eftlef. 38, 9), verachte dich selbst nicht in deiner Krankheit, sondern bitte den Herrn, so wird er dich gesund machen. Wende dich ab von der Sünde, richte deine Hand hinauf und reinige dein Herz von aller Missethat. Darnach gib Naum dem Arzte." Bedenke, o Chrift! diese Worte und komme ihnen nach. Saul ist elendiglich umgekommen, weil er die Wahrsagerin befragte und nicht auf Gott seine Hoffnung setzte. Dagegen betete der König Ezechias, als er auf den Tod frank war, und der Herr erhörte ihn und schenkte ihm noch fünfzehn Jahre zu leben. Der Kranke soll bei Zeiten über sein Vermögen durch Testament verfügen, damit er die letzten Tage nur an sein Seelenheil denken fann. Wenn die Tage deines Lebens zu Ende gelaufen sind, und es mit dir zum Scheiden geht, so theile teine Erbschaft aus."( Ettlef. 33, 24.) Dabei soll jeder bedenken, besonders wenn er ohne Leibeserben scheidet, daß er nur das mit sich nehme, was er unter die Armen austheilt, oder für fromme Zwecke bestimmt. Wer aber dürftige Verwandte hat, wird sich nicht weniger Verdienste bei Gott 469 dem Herrn erwerben, wenn er ihnen das Seinige hinterläßt, als wenn er es den Armen oder Kirchen schenkte. Vor Allem aber muß der Kranke, der sich etwa fremdes Gut zugeeignet hätte, darauf bedacht seyn, dieses seinem rechtmäßigen Herrn oder dessen Erben so viel nur möglich zu erstatten, oder wenn M... unter die Mrmon austheilen. 4.L Das Mitglied betet im Oktober: 8) Der für uns ist mit Dornen gekrönet worden. Novbr.: 9) Der für uns das schwere Kreuz getragen hat. Dezbr.: 10) Der für uns ist gekreuzigt worden. Januar: 11) Der glorreich von den Todten auferstanden iſt. Mai: 15) Der Dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat. Glaube und 1) Den Du, o Jungfrau, vom hl. Geist empfangen hast. Juni: aufe sicht off d 11. Febr.: 12) Der siegreich in den Himmel auf ge gefahren ist. 18. ich März: 13) Der uns den. Geir resandt hat. April: 14) Der Dich, o Jungfrau, Urthe Himmel aufgenommen hat. Juli: 2) Den Du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast. August: 3) Den Du, o Jungfrau, geboren hast. Septbr.: 4) Den Du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert haft. en te r e er 468 der einstigen Herrlichkeit stehen; der Du lebst und regieist u. s. w. L th * Nun folgt noch eines der Lieder Nro. 46( S. 106) oder 51( S. 111) der zweiten Abtheilung( Melodienbuch S. 205 und 209), nebst der Litanei von der Auferstebuna oder nan hor himmallakut M... Li J V R V 21 mi tisd silpris 400 end CHUTN Burstyn tod impati 23( 1 dna son010 Sted asportop di osigmio€ 53( 8 1000lt DRE ilus 469 dem Herrn erwerben, wenn er ihnen das Seinige hinterläßt, als wenn er es den Armen oder Kirchen schenkte. Vor Allem aber muß der Kranke, der sich etwa fremdes Gut zus geeignet hätte, darauf bedacht seyn, dieses seinem rechtmäßigen Herrn oder dessen Erben so viel nur möglich zu erstatten, oder wenn dieses unmöglich wäre, den Betrag unter die Armen austheilen. Der Kranke soll den Empfang der heiligen Sakramente nicht aufschieben! Er lasse sich nicht davon abhalten durch eitle Rücksicht auf Menschen, oder durch die thörichte Ansicht, als müsse alle Hoffnung zur Wiedergenesung verloren seyn, wenn man die Tröstungen der Religion empfange. Christus hat eben die heiligen Sakramente als kräftige Mittel gegen den zeitlichen und ewigen Tod eingesetzt; wohl Dem, der sie bei Zeiten gebraucht, che die kalte Hand des Todes ihn befinnungslos macht! Es gilt die Ewigkeit, in der eine endlose Reue über das folgen könnte, was in dieser Seitlichkeit versäumt worden. Gebete. 1. Gott, himmlischer Vater! Mit einem aufrichtigen Bußgeiste nehme ich alles Kreuz und Leiden, ja den Tod selbst von deiner väterlichen Hand an. Ich unterwerfe mich mit Leib und Seele deinem allerheiligsten und alle Zeit gerechten Willen. Verfahre mit mir nach deinem Wohlgefallen. Ich vereinige mich mit dem am Kreuze leidenden und sterbenden Jesus. Mein Gott und mein Erlöser! In deine Hände empfehle ich meinen Geist. 2. Mein Gott und Herr! Ich bete deine gerechten Urtheile an und erkenne das Ungerechte meiner Klagen. Ich leide, es ist wahr, ich bin arm und dürftig"( Ps. 85); ich habe aber wegen meiner Sünden ein ewiges Leiden verdient, und deine unendliche Barmherzigkeit will dieses in ein zeitliches verändern. Fern sey von meinem Herzen die mindeste Regung der Ungeduld, fern sey von meinem Munde auch nur ein einziges Klagewort! Dieser Leib, der ein Werkzeug der Sünde war, mag dafür büßen. Hier in dieser Welt verhänge, o Herr! über mich die wohlverdiente Strafe deiner Gerechtigkeit. Glücklich schäße ich mich, des bittern Kelches hier theilhaftig zu werden; verschone meiner nur in der Ewigkeit. Dies ist, um was ich Dich, o mein Gott! von ganzem Herzen bitte. 3. Gütigster Jesus! Du hast den Willen deines himmlischen Vaters immer getreu erfüllt. Verleih' mir deine Gnade, daß sie mit mir sey, mit mir arbeite, und bei mir bis an das Ende verbleibe.( Sib, daß ich allzeit verlange, was Dir wohlgefällig ist! Gib, daß dein allerheiligster Wille auch der 470 meintge sey, daß mein Wille dem deinigen allzeil nachlebe und mit ihm in Allem überein komme. Gib, daß ich nichts anders will, als was Du willst, und niemals verlange, was Du nicht willst. Verleih', daß ich allem, was die Welt geben kann, entsage und ihr absterbe, daß ich nur an Dir allein meine Freude habe, und mich glücklich schäße, nach deinem Vorbilde zu leiden. Verleih' mir, göttlicher Erlöser! daß mein größtes Verlangen sey, in Dir zu ruhen, und mein Herz in Dir zu befriedigen. Du allein bist des Herzens wahrer Friede, Du bist seine einzige Ruhe, außer Dir ist Alles unruhig, mühsam und beschwerlich. In diesem Frieden, in Dir, dem einzigen, höchsten und ewigen Gut, will ich leben und sterben. Amen. Anmerk. Glaube, Hoffnung und Liebe siehe oben Nro. VII.( S. 346) bei den täglichen Erweckungen. Ebenso können noch andere Andachten und Gebete dieser Abtheilung, z. B. die täglichen Anrufungen, die sieben Bußpsalmen, die Rosenkranz- und Stationen. andacht, die kirchlichen Tagszeiten, dem Kranken vorgebetet werden. Auch taugen mehrere Litaneien zu diesem Zwecke, wie: vom beiligsten Namen Jesu, von Jesu Leiden und Sterben, von der Mutter Gottes, von allen Heiligen u. f. w. Dem Kranken muß in der Regel mit einer sanften Stimme und nicht zu schnell vorgelesen werden. XXII. Sterbegebete. - * Vom Sterbenden sollen unnüße, eitle und leere Gespräche, sowie auch alle diejenigen Personen und Gegenstände, welche Versuchungen oder Zerstreuungen verursachen, fern gehalten werden. Man frage ihn, ob er noch ein Anliegen auf seinem Gewissen habe, und bejaht er dieses, so rufe man ohne Anstand noch einmal seinen Beichtvater. Man sorge dafür, daß der Sterbende ein Kruzifir zur Hand habe, es betrachte und küsse. Man hänge auch vor seine Augen das Bildniß der hochbegnadigten Gottesmutter Maria auf, damit er zu ihr seine Augen emporrichte und um ihre vielvermögende Fürsprache sie anflche. Man halte die Sterbekerze in Bereitschaft, und besprenge das Zimmer und Bett des Sterbenden mit Weihwasser; wenn er in die letzten Züge kommt, so spreche man ihm die letzten Seufzer"( siehe unten) und öfters die heiligsten Namen Jesus und Maria vor, jedoch langsam und in Absätzen mit fanfter Stimme. Lehte Seufzer. O Jesus! ich glaube an Dich,- o Jesus! ich hoffe auf Dich, o Jesus! ich liebe Dich über alles! 171 Jesus! von Herzen reuen mich meine Sünden. Jesus! verzeih' mir, reinige und erlöse meine Seele durch dein helligstes Blut. - Jesus! Dir opfere ich Leib und Seele. Jesus! bei Dir möchte ich ewig leben. Nimm auf, liebreichster Jesus! meine Seele, die Du durch dein heiliges Blut erkauft hast.- Gott Vater im Himmel! erbarme Dich meiner. Sohn, Erlöser der Welt! erbarme Dich meiner.- heiliger Geist! erbarme Dich meiner.- Gott, mein Beschüßer mein Leben! dein bin ich, steh' mir bei!- Jesus! in deine Hände empfehl' ich meinen Geist. Jesus! Dir lebe ich.- Jesus! Dir sterbe ich.- Jesus! dein bin ich im Leben und im Tod. Jesus! Maria und Joseph! stehet mir bei in meinem legten Kampfe! Gelobt und gepriesen sey Jesus Christus in Ewigkeit. C V. Heilige Maria! R. Bitt' für ihn( fie). Alle heiligen Engel und Erzengel! Heiliger Abel! Alle heiligen Chöre der Gerechten! - Litanei. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme u. f. w. V. Herr, erbarme Dich unser! Heiliger Abraham! Heiliger Johann der Täufer! Heiliger Joseph! Alle heiligen Patriarchen und Propheten! Heiliger Petrus! Heiliger Paulus! Heiliger Andreas! Heiliger Johannes! Alle heiligen Apostel und Evangelisten! Alle heiligen Jünger des Herrn! Alle heiligen unschuldigen Kinder! Heiliger Stephanus! Heiliger Laurentius! Alle heiligen Märtyrer! Heiliger Sylvester! Heiliger Gregorius! Heiliger Augustinus! - Gott Gott R. Bitt'( Bittet) für ihn( fie)! 11 472 Alle heiligen Bischöfe und Bekenner! Heiliger Benediktus! Heiliger Franziskus! Alle heiligen Mönche und Einsiedler! Heilige Maria Magdalena! Heilige Lucia! Alle heiligen Jungfrauen und Wittfrauen! Alle Heilige und Auserwählte Gottes! V. Sey ihm( ihr) gnädig! R. Verschone ihn( sie), o Herr! V. Sey ihm( ihr) gnädig! R. Erlöse ihn( sie), o Herr! Von deinem Zorne Von der Gefahr des Todes Von einem bösen Tode Von den Strafen der Hölle Von allem Uebel Von der Gewalt des bösen Feindes Durch deine Geburt Durch dein Kreuz und Leiden Durch deinen Tod und dein Begräbniß Durch deine glorreiche Auferstehung Durch deine wunderbare Himmelfahrt Durch die Gnade des heiligen Geistes des Trösters R. Bitt'( Bittet) 2c. Am Tage des Gerichts Daß Du ihn( sie) verschonest Wir arme Sünder R. Erlöse ihn( fie), o Herr! R. Wir bitten Dich, erhöre uns! V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. s. w. Kirchengebete. So fahre denn hin, o christliche Seele! aus dieser Welt im Namen des allmächtigen Vaters, der dich erschaffen; im Namen Jesu Christi, des Sohnes des lebendigen Gottes, der für dich gelitten hat; im Namen des heiligen Geistes, der in dich ausgegossen ward; im Namen der Engel und Erzengel; im Namen der Throne und Herrschaften; im Namen der Fürstenthümer und Mächte; im Namen der Cherubim und Seraphim; im Namen der Patriarchen und Propheten; im Namen der heiligen Apostel und Evangelisten; im Namen der heiligen Märtyrer und Bekenner; im Namen der heiligen Mönche und Einsiedler; im Namen der heiligen Jungfrauen 473 und aller Heiligen Gottes! Heute noch mögest du in das Haus des ewigen Friedens aufgenommen werden, heute noch wohnen im heiligen Sion; durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. l Barmherziger Gott! Gütiger Gott! O Gott, der Du nach der Fülle deiner Erbarmungen die Sünden der Bußfertigen auslöschest, und die Schulden der begangenen Missethaten kraft der Huld deiner Versöhnung aufhebest: siehe auf diesen deinen Diener( diese deine Dienerin) N. mit einem gnadenvollen Blick herab und erhöre ihn( sie), weil er( sie) seine ( ihre) Sünden von ganzem Herzen bereut und flehentlich von Dir Verzeihung verlangt. Erneuere, o mildester Vater, an dieser Seele, was an ihr durch menschliche Schwachheit entstellt, oder durch die List des Satans verleßt wurde, und knüpfe dieses Glied der Erlösung der Einheit des Leibes deiner heiligen Kirche an! Erbarme Dich, o Herr! dieser Seele um ihrer Seufzer, um ihrer Thränen willen! und da sie einzig und allein auf deine Güte vertraut, so laß sie die Gnade völliger Aussöhnung mit Dir erfahren; durch Christum unsern Herrn. Amen. D Herr! wir empfehlen Dir diese Seele, und flehen zu Dir, Herr Jesus Christus, Erlöser der Welt! daß Du sie in den Schooß der Patriarchen aufnehmen wolleft;- Du, der Du auch dieser Seele zum Heile voller Erbarmung vom Himmel auf die Erde herabgestiegen bist, erkenne in ihr das Werk deiner Hände, das nicht von einem fremden Gott, sondern von Dir, dem alleinigen, lebendigen und wahrhaften Gott, erschaffen worden; denn außer Dir ist kein Gott, und Nichts ist deinen Werken gleich! Erfreue, o Herr! diese Seele mit deinem Angesichte und gedenke nicht der Sünden ihres vergangenen Lebens, nicht der Versehen ihrer Jugend; sondern nach der Fülle deiner Barmherzigkeit sey ihrer eingedenk im Reiche deiner Herrlichkeit. Die Himmel mögen sich ihr öffnen, die Engel sich mit ihr erfreuen. Nimm, o Herr! deinen Diener( deine Dienerin) in dein Reich auf. Es nehme ihn( sie) auf der heilige Erzengel Michael, der Fürst der himmlischen Heerschaaren; alle seligen Geister mögen ihm( ihr) entgegen eilen und ihn( sie) einführen in die himmlische Stadt Jerusalem. Es nehme ihn( sie) auf der heilige Apostel Petrus, dem Gott die Schlüssel des Himmelreichs übergeben hat. Es stehe ihm( ihr) bei der heilige Apostel Paulus, der gewürdigt ward, das Ge 11 474 fäß der Auserwählung zu werden. Es bitte für ihn( sie) der auserwählte Jünger des Herrn, Johannes, dem Gott himmlische Geheimnisse geoffenbaret hat. Es mögen für ihn( sie) um Beseligung flehen alle heiligen Apostel, denen der Herr die Binde- und Lösegewalt anvertraut hat. Bitten mögen für ihn( sie) alle Heiligen und Auserwählten Gottes, die um Christi willen hienieden große Marter erduldet haben, damit er( sie), von den Banden des Fleisches erlöst, zur Herrlichkeit des himmlischen Reiches zu gelangen verdiene. Das verleihe ihm( ihr) Jesus Christus, unser Herr, der mit dem Vater und dem heiligen Geiste lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. Alles zur größern Ehre Gottes und seiner Heiligen. field on sus mm 9 ningnage asi naim 1947) 1001 new Sal Alphabetisches Liederverzeichniß. * Ein bezeichnet jene Stellen, welche in die zweite Auflage| 3weite neu aufgenommen( also in der ersten Auflage nicht ents Auflage halten) find. Ein tjene Stellen, welche bei der zweiten Auflage wegge fallen( also nur in der ersten Auflage enthalten) sind. Aller Anmuth, aller Güte. Allmächtiger, vor Dir im Staube. Allmächtiger, wir singen Dir Als Mensch stieg Gott, der Sohn hernieder. Amen, Lob und Preis und Stärke Am letzten Abendmahle. Anbetung, Ehre, Preis und Dank Anbetung sey Dir, Heiligster An Dich, o Jesu, glauben wir An Gott, den Vater, glauben wir Auf Christen! laßt uns freudig fingen Auf Christen! singt festliche Lieder Auf, auf,( Hinauf) mein Herz, entreiße dich Auf Dich, Herr, hoff' ich: auf der weiten Erden Auf! erhebet den Herrn. Auserwählte Gotteskinder Aus Gottes Munde geht Bedenket es Alle. Begrabt den Leib in seine Gruft Bei Dir, Gott, wechselt keine Zeit Betrachtet Ihn in Schmerzen Blick, o Gott, mit Wohlgefallen auf die Bitten Blick, o Gott, mit Wohlgefallen auf die Flur Bringet, Christen, Lob und Preis. Christen! hört die Stimme schallen Christen! seht die Engelspeise. Christen! seht, mit welchen Freuden Christen! preiset ohne Ende. Christen! vereinigt im Glauben, bekennet Christus ist erstanden ● Da pacem Da wir nun fromm gehöret Dank Dir und Preis in Ewigkeit. Dank und Lob sey Dir gesungen ● ● Erste Auflage Seite Seite 197 55 189 7 32 51 46 51 41 60 5 94 34 * 369 * 371 95 56 248 76 37 91 41 119 295 77 282 11 42 72 64 72 56 84 7 147 46 124 186 62 87 73 99 130 195 149 - STEP 79 384 122 50 143 56 180 +45 16 449 11 295 * 70 64 90 169 251 +6 - 476 Das ew'ge Wort, des Vaters Sohn.* 454 bis* 458 32 Das Grab ist leer, der Held erwacht. Das Grab ist zu. 293 57 51 * 249 ▼ Das Opfer ist vollendet. Daß Du, Gott, unser Vater bist. Defensor Dein bin ich, Herr, Dir will ich mich Dein bin ich, Herr, Dir will ich mich Dein Sohn, Maria, fuhr hinauf. Dein Sohn, Maria, wuchs der Zeder gleich Deinem Heiland, deinem Lehrer- Christen seht Deinem Heiland, deinem Lehrer- Preis' Deinem Heiland, deinem Lehrer Preis. Deiner Kinder, ach, erbarme Den der Herr vor Andern liebte. Der Du, o Gott, die Liebe bist.. Der Du uns, Herr, erschienen bist Der Heiland ist erstanden Der Herr beim letzten Mahl Der Herr des Himmels und der Erde. 121 Den Frieden gib uns, o Herr! in unsern Zeiten 70 Der Du dein theures Blut und Leben 2 54 143 106 22 100 185 135 57 253 75 84 116 53 71 178 33 57 ● Zweite Erste Auflage Auflage Seite Seite Der Herr ist in den Höhen. Der Sohn kömmt nach des Vaters Rath. Des Herbstes Frucht, des Frühlings Blüthe Des Höchsten Engel kam zu ihr Des Lichts erhabner Schöpfer Du. Dich, heil'ger Geist, Dich preisen wir Dich, Herr, preist unser Lobgesang Dich, Vater, Schöpfer der Natur. Dies irae. Die Sonne fliehet und verhüllt Die Wahrheit, die dein Wort und lehrt Die Wahrheit, die dein Wort uns lehrt. Die Welt, die ganz im Dunkel lag Dir, Auferstandner, opfern wir Dir, der uns Jesum Christum gab Dir, großer Gott, sey Ehre Dir, Vater, weihen wir die Gaben 4 65 258 255 41 44 300 16 139 31 4 31 72 - 42 446 79 72 5 91 396 393 56 61 456 22 182 3 76 213 162 28 155 277 201 81 390 122 134 176 75 95 265 43 80 207 41 6 40 98 Domine, salvum fae. Dornicht ist der Pfad und steil. Dreiein'ger, Dir sey Ehre. Dreieinig, ewig Wesen( GottVater, ewig Wesen) Droben nur ist wahres Leben Du bist, o Bethlehem, die Stadt Du bist uns zum Heil gegeben. Du, dessen Blut die Aussaat ward Du, dessen Herz voll Liebe. Du gingst, Maria! durch das Leben. Du gingst zum höchsten Lohne Du, o Jesus, bist gekommen ♦ Du starbst für uns're Sünden Du unerschaff'nes Licht, das strahlet Düster sant der Abend nieder. Erfreut euch, fromme Seelen Erhöre deiner Kirche Flehen ● Empfiehl du deine Wege. Endlich kommt Er, das Verlangen Ehre dem großen Beherrscher der Himmel Ein wunderbares Mahl der Liebe. ● Entflohen war aus deinem Herzen. Erbarme meiner Dich, o Gott( Erbarme Dich, Gott, über mich) ● Euer Lob soll heut' erschallen Frei wie ein Engel stand Er da. Friede den Entschlafenen ● Es baute, Herr, auf dein Geheiß. Es kam die gnadenvolle Nacht Es schlossen, Herr, mit Herz und Mund. Es soll, o Joseph, heut' dein Ruhm. • ● . . ● ● • . • ● Für deine namenlosen Leiden Für uns, für uns, o Gott, für uns Verlorne Gelobet sey der Herr Gelobet seyst Du, Jesus Christ Zweite Erste Auflage Auflage Seite Seite * 69 208 39 39 72 10 * 191 * 120 16 259 174 Friede den geschied'nen Seelen Frohe Jubellieder bringen Frohlocke, sel'ge Christenheit Frohlocket, ihr Himmel! Erfreue dich..* 464 bis* 467 16 71 52 123 22 59 11 109 1 123 98 63 1 78 94 128 121 205 202 72 71 40 8 477 7 39 6 314 53 54 98 14 23 398 259 96 73 185 28 83 17 167 1 186 152 89 1 125 147 192 183 309 304 97 97 55 12 24 10 53 9 478 Gelobt sey, Gott, dein Name hier Gib den Seelen dein Erbarmen Gib, Heiland, meinem Glauben Leben Gib, o Herr, den ew'gen Frieden. Glauben, Gott, daß Du es bist Glückselig ist, wer hier auf Erden. Gott, der die Welten schuf und trägt. Gott, dieser Tag sey mir. Gott, durch den die Geister denken Gott, du schonst des Sünders Leben. Gott, heilig ist die Stätte mir.. Gott, hier sind wir, deine Kinder. Gott in der Höh' sey Ehr' allein Gott öffentlich und treu verehren Gott sey Preis und Dank gebracht Gott soll gepriesen werden. Gott und Vater! Voll Gebrechen. Gott Vater, Dich bekennt der Glaube Großer Gott, wir loben Dich Guter Gott, wir danken Dir. Heil allen Christen, die Gott liebt Heiland, dessen wir uns trösten Heiland, wie Du einst im Saale Heilig, heilig, heilig bist Du. Heilig, heilig, heilig ist das Licht. Heilig, heilig, heilig ist das Licht ● • . 53 5 Gott Vater, Dir gehöret 62 Gott Vater( Dreieinig), ewig Wesen. 39 Gott Vater, sey gepriesen 113 Gott, vor dem wir betend stehen 126 Gottes Sohn, selbst lehrest Du 53 Groß war die Freude, die dein Herz empfand 254 88 86 ● ● . ● Heilig, heilig, heilig ist, der ewig war Heilig, heilig ist der Herr. Heilig, heilig, heilig! ruft u. s. w. Heilig, heilig, heilig! unaussprechlich Heilig, heilig, heilig! unaussprechlich Heiligste Nacht, heiligste Nacht. Heiligster, nach deinem Bilde • 1 • ● Erste Zweite Auflage Auflage Seite Seite 54 75 71 96 35 47 70 95 33 44 207 313 * 364 bist ist. 42 2 100 115 99 113 - 85 * 55 124 35 41 87 10 11 7 5 32 65 38 93 201 - 58 2 154 176 154 173 +287 135 74 87 54 172 189 74 391 138 136 188 47 56 137 14 17 11 8 41 91 51 ** 146 m 303 r* Herr, auf dein Wort erscheinen wir. die Worte, die wir hören ** Dir gelob' ich neue Treue He.., gib, daß deine Lehre. Herr, gieß' uns deines Wortes Segen Herr, großer Gott, Dich loben wir Herr Jesu, wahrer Mensch und Gott. Herr, laß doch diese Gaben. Herr, vor deinem Angesicht. Heut' hat sich Jesus gnadenreich Hier bet' ich auf den Knieen Hier liegt vor deiner Majestät Hier( O) Mensch, hier lerne, was du bist. Hinauf( Auf! auf) mein Herz, entreiße dich. Höre, Herr, den Ruf der Erde • Jesus ist uns hier zugegen. Jesus, König aller Zeiten: ● Terusalem, dein Haupt empor. Yesu, laß zu deinen Füßen. sus, Deiner zu gedenken. sus, der Du mich zum Bilde Jesus, der Du uns erwählest. Jesus, die erlösten Sünder. Jesus, Du für uns gestorben Jesus, Du mein Heil und Leben Jesus ist uns hier zugegen. Ich bete drei Personen.. Ich glaub' an Gott, den Schöpfer aller Wesen Ich glaube, Gott, daß Du es bist Ich Sünder komm', o Gott, zu Dir. Ich weiß, an wen ich glaube Jenen Festtag zu erneuen . ● • • ▸ Jesus lebt, der Gottmensch sieget Jesus lebt, mit Ihm auch ich Jetzt fleh'n wir, da die Nacht will nah'n. Ihr Cherubim und Seraphim. In Dir ruht, Herr, mein ganz Gemüthe Nacht und Todesschatten In tiefer ehrfurchtsvoller Stille ● ● Zweite Erste Auflage Auflage Seite Seite 57 80 5 7 125 188 15 21 11 16 89 140 129 62 86 9 63 55 131 34 3 112 65 15 21 22 36 9 15 97 127 38 30 73 52 4 66 112 106 172 * 371 2 80 479 7 24 - 88 136 13 89 77 196 46 4 171 91 21 27 27 49 12 21 150 191 52 39 98 73 5 92 170 163 255 3 128 10 30 480 Joseph, dir im Herzen blühte Komm, heil'ger Geift, auf uns herab Komm, heiliger Geist, o dritte Person Komm Schöpfer, Geist, in unsre Herzen. Komm, Schöpfer, komm, o heil'ger Geist Komm, Schöpfer, komm, o heil'ger Geist Komm zu uns, Du Geist des Lebens.. Kommet, lobet ohne End' Kommt Christen, theure Brüder Kommt zum großen Abendmahl Kommt zur Anbetung, zum Preise( Zur Anbetung kommt, zum Preise). Kraft zum Guten, Trost im Leiden. Laß dankbar Dir, Dreieiniger Laß dein Wort uns gläubig hören Laß Dich, Jesus, von mir preisen Laß die Geschichte deiner Leiden - Laß, Jesus, mich von Dir nicht trennen. Laß mich deine Leiden singen Lasset uns fröhlich seyn. Laßt uns den Heiland preisen Laßt uns den Höchsten preisen Laßt uns gen Himmel schwingen Laßt vor Gott uns niederbeugen Lauda Sion( Ecce panis) Lauda Sion . Liebe, reine Lieb' ist Gott. Lieblich aus Mariens Munde Lob, Ruhm und Dank und Ehre Lobet Gott, ihr Völker alle.. Lobsinget dem Vater in Chören Lobfinget Gott, und betet an Maria stellt ihr Kind im Tempel dar Marta würdig zu verehren. Meine Seele, dank' und singe. Miserere ● ● . ● • ● Mit den Engeln, die Dir dienen Mit den Engeln dort am Throne Mit den Geistern dort am Throne. ● • Zweite Erste Auflage Auflage Seite Seite 204 307 84 85 82 112 83 84 48 10 114 49 52 39 51 5 151 61 103 114 33 57 63 54 41 44 139 65 33 9 34 229 255 64 90 98 4 39 53 134 135 132 170 133 134 67 15 174 68 74 54 72 8 224 85 159 174 44 80 88 75 56 61 206 90 43 13 46 348 393 90 142 152 5 54 74 Nach deinem Beispiel widmen wir Nach tausend Todesleiden Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit Nicht würdig bin ich Armer Nimm an der Gaben Weihe • Nimm an, o Herr, die Gaben. Nimm deines Todes Feier Nimm dieß Opfer auf in Gnaden. Nimm, großer Gott, der Gaben Weihe Nimm, o Herr! aus Priesters Hand( Nimm, Herr, aus des Priesters Hand). Nimm hin den Dank der Liebe. Nimm unsern Dank, Allgütiger Nun, da des Morgens Licht erwacht Nun laß, Herr, nach deinem Wort O Allmächtiger und Allwissender. O Christe Jesu, unser Gott O Christen, laßt uns Blumen pflücken D Du, mein Führer, lehre mich D du mit lauterm Gottessinn O Engel Gottes, eilt hernieder O Engel Gottes, eilt hernieder O Engel Gottes, steigt hernieder O ew'ge Liebe! Deinesgleichen DEwiger, wie lieblich ist. O Golgatha, zu deinen Höhen. O Gott, der Du mit großer Macht O Gott der Liebe, sey gepriesen O Gott, was sind die Menschenkinder Oheil'ger Geist, komm' aus den Höhen Oheil'ger Geist, vom höchsten Thron D Herr, an jenem Tag O Herr, ich bin nicht würdig O Herr, voll Huld und Gütigkeit. O hoher, süßer Glaube. O hohes Glück, vor Dir zu steh'n O Maria, voll der Gnaden O mein Christ, laß Gott nur walten. O Mensch!( Hier, Mensch!) hier lerne ● Zweite Auflage Seite 150 24 177 58 58 56 159 71 37 60 38 * 69 * 352 67 339 34 45 22 198 47 182 28 8 481 Erste Auflage Seite 222 31 264 82 81 78 82 96 51 84 52 - 93 513 46 62 27 296 65 271 36 11 177 35 121 47 85 50 117 27 75 34 60 37 * 357 72 56 * 351 31 40 73 99 198 297 109 166 131 196 31 97 79 - 482 O milder Geber aller Gaben O Mutter der Barmherzigkeit O Mutter Jesu, freue dich. O Mutter mit dem Himmelskinde O Name Jesus, nicht die Welt O Name über alle Namen O sel'ger, heil'ger Augenblick O Todestag voll Segen. D, wer blicket mit Verlangen ● Preiset, Lippen, das Geheimniß Preist mit uns, ihr Himmelsheere. Neinste Jungfrau, Gottes Willen Reinste Jungfrau, können Sünder. Ruft: heilig, heilig ist Rühmen will ich Jesu Güte Schau' vom Sternenthrone nieder Schaut die Mutter voller Schmerzen Schwingt, heilige Gedanken Seele, dein Heiland ist frei von den Banden Seht auf des Delbergs Höhen, a. bis p.. Seht, Brüder, auf Johannes hin. Seht, Christen, Gottes Unterthanen Seht Christum, unser Osterlamm Seht die Mutter voller Schmerzen. • ● Seht, wie in banger Trauernacht.* 459 bis Sende von des Vaters Rechten. Sieh', o Gott, mit gnäd'gem Auge Sieh', Vater, von dem höchsten Throne. Singt dem ew'gen Sohne Lieder Singt des neuen Bundes Lieder Singet, preiset Gott mit Freuden. Singt aus jubelvoller Kehle Singt, Christen, mit den Engelchören Singt: heilig, heilig, heilig dem höchsten Gott! Singt: heilig, heilig, heilig ist unser. Singt: heilig, heilig, heilig ist unser. Singt: heilig, heilig ist der Gottmensch Jesus zc. Zweite Auflage Seite 79 259 257 258 96 97 126 24 35 42 40 196 195 41 22 Erste Auflage Seite 126 399 395 397 149 151 190 31 48 59 55 293 292 57 27 168 395 16 40 225 bis 249 308 160 110 256 11 31 152 bis 167 204 104 296 450 118 179 463 59 5 56 98 42 7 40 3 60 18 56 15 - 84 8 79 152 57 10 54 4 85 25 78 22 Singt: heilig, heilig unserm Gott. Sion, öffne deine Pforte So gib denn, fromme Christenschaar So jemand spricht: Ich liebe Gott. Sohn Davids, sey gebenedeit Stabat mater. Still, o Erde, still, o Himmel. Strenger Nichter aller Sünder. Te Deum laudamus I, und II. Thauet, Himmel, den Gerechten Thauet, Himmel, den Gerechten Tief aus seinem Eingeweide Trauert, weinet, Menschenkinder( Trauert, gute Menschenkinder).. Uns hat, o Herr, dein Wort belehrt Uns zum Himmel zu erheben ● Unter der Verfolger Peinen. Bater, dessen Huld das Leben, a. bis d. • Vater, heilig möcht' ich leben Bater, sieh' auf uns hernieder Vater, sieh' mit güt'gem Blicke. Veni creator. . . ● Versammelt hier im Heiligthume Voll Inbrunst, Dank und Freude. Vom Aufgang bis zum Niedergang Vom Himmel kam das Wort Von allen heiligen Propheten. Von allen Himmeln tönt Dir, Herr Von Dir, Du Gott der Einigkeit. Von uns, wie dort im Engelton Vor Dir, o Heiland, liegen Weise Wahrhaft'ger Gott, Herr, dessen Kraft. Was athmet, soll Alles Dich loben Was sollen wir für Gaben Was sollen wir für Gaben. Weg vom Lärm, vom Tanz, vom Spiele . Zweite Erste Auflage Auflage Seite Seite 35 117 129 203 6 118 5 107 88 und 89 92 92 102 128 52 9 * 360 - 483 3 11 33 101 85 87 206 245 bis 247 147 33 43 61 86 83 133 51 71 12 18 9 137 60 43 122 184 81 48 178 194 305 8 179 7 164 138 und 140 144 145 158 156 136 138 310 377 bis 380 218 + 138 12 313-464 19 k 73 484 Welch Geheimniß! Gottes Sohn Welche bange Trauerstunde. Wenn einst des Leibes Hülle Wenn einst die ganze große Welt. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht Wenn ich zu Dir in meinen Aengsten flehe Wenn kleine Himmelserben. Wer ist, wie Du, so heilig. Wer wollte sie nicht herzlich lieben Wer zählt der Engel Heere. Wie herrlich hat dein Erdenlauf Wie Maria deinen Willen Wie öde bist du, Todes- Hügel Wie sanft fließt mir das Leben hin Wie sehr hast du, Maria, dich erfreut Bie selig ist, der Gott vertraut Bie soll vor deinem Angesicht. Billst du den Heil'gen recht verehren( Willst du den Sel'gen würdig ehren) ● Billst du der Weisheit Quelle kennen. Wir beten an, Herr, deinen Leib und Blut Wir beten drei Personen Wir danken, Herr, für deinen Segen. Wir glauben, Gott, mit Zuversicht Wir glauben und bekennen. Wir glauben, wie dein Wort verheißt Mir kommen hier mit Neu' und Thränen Wir opfern, Gott, Dir Brod und Wein. Wir sind im wahren Christenthum. Wir singen jubelnd, daß Er lebt Wir werfen uns darnieder Wir werfen uns im Staube nieder Zu der Menschheit höchsten Ehren 3u preisen deine( Gottes) Güte Zum Dank nimm unser Angedenken Zur Anbetung kommt, zum Preise( Kommt zur Anbetung zum Breife). Zwei Tage sucheft du, Maria, schon. Erste Zweite Auflage Auflage Seite Seite 4 4 71 95 +193 197 130 132 82 * 368 131 58 256 213 111 65 105 209 253 * 369 15 206 225 86 38 250 2 62 37 59 53 55 171 61 119 196 7 66 49 254 196 81 394 325 169 91 161 316 390 22 311 343 137 53 388 2 87 51 83 75 77 254 86 181 294 11 92 68 392 Ore Maria. 1. Die Glockenver fröhlichen Kaut, das s: Anr, Ore, Ave Mariai). 2. Wit klopfenden Prozein beginnt nun geschwind daß des glückliche Kund! si Ore, Ave, Ave Mariai) zu beten. erkunden mit das Are Maria, MM 11 11 Wetterhagen. Libera Domine. noſ. 2. Et terra nostra dabit. fruktumsuum. Et klamer meus 3. us ad de so veniat. 4. Et kum spiritu tur. Omen. & hob nunk et usque in säkulun. 7. Qui fecit cölum et md. Imenje 6. Zwei Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 15 64 6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow h 19 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White 1₁₁₁7 | 16 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8