Go 668 дв I Evangelische Kirchenlieder nach alter Jesart und Singweise Refponforien für den Alfardienft, Ian Wechselgesängen, ausgewählten geistlichen Bolksliedern 26.12.01, und pfalmen 7. Uhr Abend& lingu aber docht allein bin. your und einem Beicht- und Communionbüchlein. ſende degls. 01. ist es ein Jahren zaie. Wa mit 3wölfte Auflage. Vinnsging. den 31. Deſt. ſaz allein. De heich und 20 Darmstadt. Verlag des evangelischen Bücherdepots. 1882. www.m GB 668 Vorbemerkung. mum Die elfte und zwölfte Auflage enthält gegen 50 Lieder mehr als die zehnte, darunter diejenigen( in Heffen) vorgeschriebenen Schullieder, die früher noch nicht aufgenommen waren. Die früheren Nummern 107-110, 145 t. 148 sind durch andere Lieder ersetzt worden; im übrigen find Lieder und Jummern dieselben geblieben, nur daß die geistlichen Volkslieder mit ihren alten Nummern jetzt im Anhang erscheinen. Die übrigen Neuerungen ergibt der Titel und der Augenschein. Die Wahl und Bezeichnung der Melodieen geschah zunächst nac dem Eisenacher Entwurf des Deutschen Evangelischen Kirchen- Gesangbuchs" von 1853. Als Wechselgesänge erscheinen die Litanei und, Herr Gott dich loben wir"( das Tedeum). Der Druck der Noten und die Absetzung der Verszeilen verlangte ein etwas größeres Format des Buchs als bisher. " 1 Abkürzungen: G. Gemeinde. P.= Pfarrer, Pastor. = Für den Organisten: Die Melodieen des Deutschen Evangelischen Kirchen- Gesangbuchs für die Orgel. Aus Auftrag der deutschen evangelischen Kirchenkonferenz zu Eisenach bearbeitet. Stuttgart, Metzler 1854. 3 M. Kern des deutschen Kirchengesangs, herausgegeben von Dr. Fr. Layriz. Nördlingen, 1854. Die gebräuchlichsten Choräle der evangelischen Kirche mit Vorspielen, herausgegeben von Prof. Dr. S. G. Herzög. Erlangen, Deichert. Kirchliches Orgelspiel. Eine Auswahl von Orgelstücken, vorzugsweise der namhaftesten Meister des 16. und 17. Jahrhunderts, gesammelt von Fr. Riegel. Briren, A. Wagner 1869. 1872. 6. Komm, heiliger Geist! Lied Nr. 4. P. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des h. Geistes. P. 6. $ I. Responsorien für den Altardienst( Liturgie). Zauptgottesdienst. A = men. Eingangsspruch( Introitus). = 65. und dem EH= re sei dem Vaster und dem Soh- ne Wie es war im Anfang jetzt und im- mer- dar und von EHeil'gen Geiste, wigkeit zu E= wig- fei= t. - P. Sündenbekenntniß- schließt mit Herr, sei uns armen Sündern gnädig. P. Gnadenversicherung A= men. Herr, er- bar- me dich! Chri- ste, er- bar- me dich! Herr, er barm dich über uns! schließt mit Ehre sei Gott in der Höhe! - A fe und auf Erden Fried, und den Menschen ein Wohlge= fallen. od. G. Allein Gott in der Höh- Lied Nr. 63, V. 1. P. Der Herr sei mit euch! und mit deinem Geiste! Salutation. 1* Responsorien für den Altardienst( Liturgie). P. Laßt uns beten:- Collectengebet, schließt mit 44 6. N= men. P. Epistel schließt mit durch Jesum Christum deinen lieben Sohn, unsern Herrn. P. 6. - Lob, Ehr und Preis sei Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Le in der Fastenzeit: P. Evangelium schließt mit P. 6. Hal- le- lu- ja! Hal- le- lu- ja! P. Glaubensbekenntniß. 6. Gebet. Hauptlied. Predigt. Lied. - Eh= re fei dir, Herr. Segen. & P.( Vor dem Altar.) Der Herr sei mit euch! A men! A= men! Amen! = Lob sei dir, o Jesu! ( Wenn kein Abendmahl gefeiert wird:) A= und mit dei- nem Gei N= men. = men, A- men, A= ( Wenn Abendmahl gefeiert wird:) ste! = P.( Vor dem Altar.) Der Herr sei mit euch! 6. und mit dei- nem Geiste! A- men! = men! P. Die Herzen in die Höhe! 6. Er heben wir P. Lasset uns danksagen unserm Gott! 6. Das P. Collecte P. Vater unser t 6. = anbetend zu dir sprechen oder Responsorien für den Altardienst( Liturgie). P. Collecte = ist wür- dig und recht! schließt mit Heilig ist Gott, der Her= re Ze= ba= oth!( dreimal) Sein Ehr die ganze Welt er= fül= let hat. - - zum Herrn. A - = - Denn dein ist das Reich und die શ S men. P. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, 65. sprechen ohne Ende: & Herrlichkeit in E= wig- keit. A- men. Einsegungsworte des Abendmahls, schließend mit: P. Selig sind, die zum Abendmahl des Lammes berufen sind. 6. singt während der Spendung des Abendmahls: Christe du Lamm Gottes- O Lamm Gottes- Schmücke dich, o liebe Seele. P. nach dem Abendmahl: Der Friede des Herrn sei mit euch! 6. = bis Erlöse uns von dem Uebel. men. = und Seine Gü te währet ewiglich. Halle lu= ja! schließend mit: durch Jesum Christum, unsern Herrn. Kraft und die 5 6 P. Segen. 6. & 6. A- P. Segen. Responsorien für den Altardienst( Liturgie). P. Laßt uns beten: 6. Eingangslied. Predigt oder Bibelerklärung. Lied. P.( Vor dem Altar.) Der Herr sei mit euch! men! A Predigtgottesdienst oder Bibelstunde. A= und mit deinem Gei 3 ste! Collecte, schließt: durch Jesum - A= men! = E men! A men! A==== = = Vorhöfen des Herrn. Salutation und Collectengebet. unsern Herrn. men! A= Christenlehre. Eingangslied. P.¹) Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth, Halleluja! 6. Hal- le- lu = = = = Meine See le ver- lan- get und seh- net sich nach den ja! Der Herr liebet die Tho- re 3i- ons ¹) Können auch andere Versikel gebraucht werden. men! # men! A= men. Auffagen der Hauptstücke, Lieder u. s. w. Katechisation. Gebet. Schlußlied. P.¹) Sie ist fest gegründet auf den heiligen Bergen. Halleluja! 6. über alle Woh nun- gen Jacobs. Salutation und Collectengebet. 6. Amen wie oben. P. Laßt uns benedeien den Herrn! 6. P. Segen. 6. 1. Eingangslieder. - 2. Hal- le luja. = Gott sei e= wig- lich Dank. = A= men! Amen! A= men! II. Eingangslieder. Weise: Jesus, meine Zuversicht. Crüger. 1657. 1. ( Ach, wie heilig ist der Ort! ach, wie se- lig ist die Stät- te! Hier, hier ist des Himmels Pfort, hier er- hö- ret Gott Ge- be- te; Hier er- schallt sein theu- res Wort, o, wie heilig ist der Ort! 2. Bleibe bei uns, lieber Gast; speis uns gnädig mit dem Worte, Das du uns gegeben hast, Jesu, stets an diesem Orte! Laß die Kirche feste stehn, bis die Welt wird untergehn! Benj. Schmolke. † 1737. Albert. 1642. Weise: Gott des Himmels und der Erden. 3 ( Herr, ich bin zu dir gekommen, kom- me du nun auch zu mir; ( Wo du Wohnung hast genommen, da ist lau- ter Himmel hier. 1 H Beuch in meinem Herzen ein, laß es laß es dei= nen Tempel sein. B. Schmolke. 7 3. c 1. HerrJesu Christ, dich zu uns wend, dein heilgenGeist du zu uns send, mit Hilf u. Gnad er uns re- gier, 2. Thu auf den Mund zumLobe dein, bereit das Herz zur Andacht sein; den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wol bekannt. 4. ま t Eingangslieder. Komm, hei li- ger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläubi- gen und ent- zünd in ihnen das Feu- er der ganzen Welt versam- melt hast Hal le- lu- ja, = 1651. und uns den Weg zur Wahrheit führ. 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und seelgem Licht. Wilhelm II. Herzog zu Weimar. † 1662. Altkirchlich. 4⁰.6¹€ der du durch Man- nig= fal tig feit der 3un- gen die Völ- ker = deiner göttlichen Lie be, in Ei- nig- keit des Glaubens. Hal le lu- ja! == 1. Schöpfer Gott, Herr der Zeit und Ewig- keit, Va- ter der Barmherzig feit, aller Welt Erhalter u. Re- gie- rer. Er- bar- me dich, er bar- me dich. 2. Christe, aller Welt Licht, un- ser Heil und Trost & 5. und Zu- ver- sicht. Du Got- tes ew- ger Sohn, ach unser Mitt- ler Eingangslieder. vor des Höchsten Thron. Heiland, brünstig seufzen wir erbarme dich, erbarme dich! 3. Heiliger Geist, dich, dich flehen wir: führ uns, stärk uns und er- halt uns dir! Mit deinem Trost, o Gott, zu dir: verlaß uns nicht in unsrer letzten Noth. Erbar- me dich, er- bar- me dich. Weise: Nun danket Alle Gott. Crüger. 1649. Cove 1. ( Komm heute in mein Herz, du König aller Frommen, Laß mit dir Segen, Heil und See- len- frieden kommen. = Die Sonne dei= ner Gnad 6. fc. kehr heute bei mir ein, so wird dann dieser Tag ein rechter Sonn- tag sein. Bal. Löscher. † 1749. Ahle. 1664. मे 31 Liebster Je- su, wir sind hier, dich u. dein Wort an- zu= hö= ren; ( Lenke Sinnen und Be- gier auf die süßen Himmelsleh- ren, Daß die Her- zen von der Er- den ganz zu dir gezogen werden. 10 Ansgangslieder. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß umhüllet, Wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet. Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. D du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, Mach uns allesammt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren; Unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen. Cob. Clausnitzer. † 1684. III. Ausgangslieder. Weise: Nun danket Alle Gott. Nr. 5. 8. A ch ja, Herr, lehre uns, so sind wir recht gelehret! Ach Herr, bekehre uns, so sind wir recht bekehret! Ach Heiland! heile uns, so sind wir ewig heil; dein Blut sei unser Trost, dein Geist sei unser Theil. 9. 7. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig, lege vor Thron; Schwache Thränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon. 2.Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn. Dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, gib dich mir, und nimm mich hin. Joach. Neander † 1680. Weise: Christus der ist mein Leben. 2. Ach sei mit deiner Liebe, Gott Vater, um uns her! Wenn diese uns nicht bliebe, fiel uns die Welt zu schwer. 2. Es segne uns der Herr, der Urquell aller Güter: Der ewge Arzt und Hort sei unser Hort und Hüter. Es leuchte über uns sein Gnadenangesicht, sein Friede ruh auf uns, sein Geist verlaß uns nicht. Vulpius. 1609. 1. Ach sei mit deiner Gna- de IP daß uns hin- fort nicht schade des bösen Fein- des List. 3. Ach heilger Geist, behalte Gemeinschaft allezeit mit unserm Geist, und walte du bis in Ewigkeit. bei uns, Herr Jesu Christ, Weise: Gott des Himmels. Nr. 2. Weise: Liebster Jesu, wir. Nr. 6. 10.6 ib, daß ich den Tag beschließe, 11.Nun Gottlob! es ist vollbracht Beten, Singen, wie er Segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbaths bist; Bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbath halten mag. Jonathan Kranse. † 1740. Hören; Gott hat alles wohlgemacht, drum laßt uns sein Lob vermehren. Unser Gott sei hoch gepreiset, daß er uns so herrlich speiset. 2. Weil der Gottesdienst ist aus, Gott uns spendet seinen Segen, So gehn wir mit Freud nach Haus, wandeln frei auf Gottes Wegen! Gottes Geist uns ferner leite, und uns alle wohlbereite. Hartm. Schenk. † 1681. 13. Hal= le Adventslieder. 14. = dei- nem Na- men sei Eh- re, Macht u. Ruhm. A men, 2= men! - A lu Weise: Liebster Jesu, wir. Nr. 6. 12.11nsern Ausgang fegne, Gott, unsern Eingang gleichermaßen; Segne unser täglich Brod, segne unser Thun und Lassen: = Segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben. Bis einst der Tem- pel dieser Welt auf dein Wort in Staub zer- fällt, soll in un- sern Hal- len das Hei- lig! Hei- lig! Hei- lig! er- schal- len. Je ho= va, Je ho va, Je= ho= va! い = Knecht. 1815. ja, Hal= le= lu = IV. Festlieder. 1. Adventslieder. Weise: Ach, was soll ich Sünder machen. 11 ja! 1657. 1. Kommst du, kommst du, Licht derHeiden? Ja, du kommst u. säumest nicht, 6 weil du weißt, was uns ge- bricht: o du starter Trost im Lei- den, 50 Je- su, meines Her- zens Thür steht dir offen, komm zu mir. 12 2. Ja, du bist bereits zugegen, du Weltheiland, Jungfrausohn! Meine Sinnen spüren schon deinen gnadenvollen Segen, deine Wunder- Seelenkraft, deine Frücht und Herzenssaft. 3. Able mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin: schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; sonst zu lieben dich, mein Licht, steht in meinen Kräften nicht. 15. Adventslieder. ein Hei- land al 4 1. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit! Es kommt der = 4. Jesu, rege mein Gemüthe, Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelengast! lebenszeit erwiesen hast. Herr der Herr- lichkeit, ein Kö- nig al = 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, durch Bereuung meiner Schuld, mich zu dir sein Hocherhaben; dann so will ich singen dir Hosianna für und für. E. Chr. Hamburg. † 1681. 1704. = Yer Kö M so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein! ler Welt zugleich, der Heil und Le- ben nig- reich, mit sich bringt; der- hal- ben jauchzt, mit Freuden singt: Ge lo= bet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rath. Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, Sanftmüthigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Scepter ist Barmherzigkeit, all unser Noth zu End er bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von That. eur Herz zum Tempel zubereit; die Zweiglein der Gottseligkeit 3. O wohl dem Land, o wohl der steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; Stadt, so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet fei mein Gott voll Rath, voll That, voll Gnad! mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, 5.Komm, o mein Heiland, JesuChrist, meins Herzens Thür dir offen ist; ach zeuch mit deiner Gnaden ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Weise: Gelobet seist du, Jesu Christ. 16. Adventslieder. 3i- on, e= wig lich. 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang immer wieder fort, uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreist. Halleluja! 1. Nun kommt das neu- e Kir- chen- jahr: des freut sich alS le Christen- schaar; dein König kommt, drum freue dich, du werthes = 17.FA Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr!. Georg Weissel. † 1635. Altdeutsch. Hal le lu ja! = = 13 Weise: Freu dich sehr, o meine Seele. = 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns bleiben, daß wir dir Preis sagen und Lob für und für. Halleluja! Johann Olearius. † 1684. Französischer Pfalm. 1555. 1. Warum willst du draußen ste- hen, du Ge- seg- ne- ter des Herrn? ( Laß dir bei mir ein- zu- ge- hen wohlge- fal- len, du mein Stern. Du mein Je su, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, = hilf, o Heiland, meinem Her- zen, von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht Des Gesetzes starker Hammer mir mit seinen Schrecken macht.. O der schweren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget! 3. Dazu kommt des Teufels Lügen, der mir alle Gnad absagt, Als müßt ich nun ewig liegen in der Höllen, die ihn plagt. Ja auch, das noch ärger ist, so zermartert und zerfrißt mich mein eigenes Gewissen mit vergiften Schlangenbissen. 14 4. Will ich dann mein Elend lindern und erleichtern meine Noth Bei der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends in den Koth; Da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 5. In der Welt ist alles nichtig; nichts ist, das nicht kraftlos wär: Hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichthum, was ists mehr, Als ein Stäublein armer Erd? hab ich Lust, was ist sie werth? was ist, das mich heut erfreue, das mich morgen nicht gereue? 6. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; Dein Erfreuen ist die Weide, da man sich recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jego kommt und zeucht er ein; Sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen sein, Und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüth und Seele, flag ihm, was dich drück und quäle. 8. Stehst du, wie sich alles setzet, was dir vor zuwider stund? Hörst du, wie er dich ergeget mit dem Holden, süßen Mund? Weise: Valet will ich dir geben. 18. E Adventslieder. 1. Ei, wie läßt der große Drach all sein Thun und Toben nach! Er muß aus dem Vortheil ziehen und in seinen Abgrund fliehen. 9. Nun, du hast ein süßes Leben, alles, was du willst, ist dein; Christus, der sich dir ergeben, legt sein Reichthum bei dir ein. Seine Gnad ist deine Kron und du bist sein Stuhl und Thron, er hat dich in sich geschlossen, nennt dich seinen Hausgenossen. 10. Seines Himmels güldne Decke spannt er um dich rings herum, Daß dich fort nicht mehr erschrecke deines Feindes Ungestüm. Seine Engel stellen sich dir zur Seiten: wenn du dich hier willst oder dort hinwenden, tragen sie dich auf den Händen. 11. Was du Böses hast begangen, das ist alles abgeschafft. Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünden Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 12. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, Weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibst du deme wieder treu, ists gewis und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paulus Gerhardt. † 1676. Teschner. 1615. Wie soll ich dich em- pfan- gen, und wie be- gegn ich dir? aller Welt Ver- lan- gen, o mei- ner See- len Bier! Je- su, Je- su, se= ge mir selbst die Fa- ckel bei, = Adventslieder. da- mit, was dich erge ge, mir fund und wis- send sei. = 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, Und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis, und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, Als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; Ich stund in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß, Und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichthum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt, Als das geliebte Lieben, damit du alle Welt In ihren tausend Plagen und großen Jammerslast, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, Bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; 19. fe 15 Seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der Thür: der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen noch sorgen Tag und Nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht: Weise: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld. Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Theil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind. 10. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht; Mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne! und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal. Paulus Gerhardt. † 1676. 1651. 1. Wohlauf, du werthe Christenheit, erheb die Stimm u.sing mitFreud 16 vom Eh- ren- kö- nig Je- su Christ, der seiner Kir- che Bräutgam ist. 2. Er geht aus Gottes Thron herfür, nimmt an sich menschliche Natur: legt als ein Held sein Rüstung an, schlägt alle, die ihm widerstan. 3. Er wirbt die Kirch sein liebe Braut, mit der er sich in Gnad vertraut: sie ist im Glauben schön geschmückt, der durch viel Tugend an ihr blickt. 19. Adventslieder. Weise: Nun komm, der Heiden Heiland. 1. Gott sei Dank durch al- le Welt, der sein Wort be- stän- dig hält, und der Sün- der Trost und Rath 2. Was der alten Väter Schaar Höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt nach Herrlichkeit. 3. 3ions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohl zweigestammte Held hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Theil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein: mach es, wie du gerne thust, rein von aller Sünden Wust. 4. Verspricht ihrm Bräutgam Lieb und Treu, Furcht und Gehorsam ohne Scheu; das Predigtamt die Braut zuführt, täglich die Kirche wird vermehrt. 5. Durchs heiligWort und Sakrament bekehrt zu Gott an allem End: sie lebt der Gnad und hofft der Freud und preiset Gott in Ewigkeit. Altkirchlich. 19. 专 世 1. Weise: Aus meines Herzens Grunde. zu uns her- ge- sen- det hat. = 6. Und gleichwie dein Zukunft war voller Sanftmuth, ohn Gefahr, also sei auch jederzeit deine Sanftmuth mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich zu hoch für mich vermißt. 8. Tritt der Schlangen Kopf entzwei, daß ich, aller Nengste frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan; 9. Daß, wenn du, du Lebensfürst, prächtig wiederkommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht bestehn. 1598. Auf, auf, ihr Reichsge- no- ßen! Eur König kommt her- an; Em- pfa- het un ver- dro- ßen den großen Wundermann! 200 Auf Arges seid bedacht, ja thut es ohne Sorgen; gar nichts ist ihm verborgen, er gibt auf alles Acht. Adventslieder. Ihr Chri- sten, geht her- für, laßt uns vor allen Din- gen 17 ihm Ho si an na sin --- = 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah; Hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da! Seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können im Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern; Seid fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Noth mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hilf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Nun hört, ihr frechen Sünder, der König merket drauf, Wenn ihr verlornen Kinder im vollen Lasterlauf 5. Seid fromm, ihr Unterthanen, der König ist gerecht; Laßt uns die Weg ihm bahnen und machen alles schlecht. Fürwahr, er meint es gut; drum laßet uns die Plagen, die er uns schickt, ertragen mit unerschrocknem Muth. 6. Frisch auf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch, Er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich. Evangelische Kirchenlieder. gen mit hei li- ger Be- gier. Der an ein Thier gedacht, der wird auch euch ernähren; was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht. 7. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht; An uns, sein Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein noch Born hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 17 8. So lauft mit schnellen Schritten den König zu besehn, Dieweil er kommt geritten stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 9. Der König will bedenken die, so er herzlich liebt, Mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns giebt Durch seine Gnad und Wort: ja König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 10. Nun Herr, du gibst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; Du liebest unvergleichlich, du jagst den Sündern nach. Drum wolln wir all in ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hosianna singen und ewig dankbar sein. Joh. Rist. 1667. 2 18 Weise: Von Gott will ich nicht laßen. 19⁰ 19ªc- 11 Weihnachtslieder. 20. 1. ( Mit Ernst, ihr Menschenkin- der, das Herz in euch bestellt: Bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, Den Gott aus Gnad al- lein versprochen hat zu 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, Macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haft; Macht alle Bahnen recht, die Thal laßt sein erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demuth liebet, bei Gott am höchsten steht; Ein Herz, das Hochmuth übet, mit Angst zu Grunde geht. ge= ben, bei Al- len keh- ren ein. Ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit Aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen; so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein. Bal. Chilo. † 1662. 2. Weise: O Gott, du frommer Gott. Weihnachtslieder. 1572. Zum Heil der ganzen Welt: der Welt zum Licht und Leben willkommen, der du 2. Komm, o selbständigs Wort! und sprich in meiner Seelen, Daß mirs in Ewigkeit an Trost nie solle fehlen; 1. Du we- sent- li- ches Wort, von An- fang her ge- wesen! Du Gott, von Gott ge- zeugt, von E- wig- feit er le= sen = mir 1711. o mein Herr Jesu Chri C zum Heil ge bo- ren bist. Im Glauben wohn in mir und weiche nimmer nicht; laß mich auch nicht von dir abweichen, schönstes Licht! Weihnachtslieder. 3. Du wesentliches Wort warst bei Gott, eh geleget Der Grund der großen Welt, da sich dein Herz beweget Zur Liebe gegen mich; ja, du warst selber Gott, damit du machst im Fleisch Sünd, Höll und Tod zu Spott. 4. Was hat, o Jesu, dich von Anfang doch bewogen? Was hat vons Himmels Thron dich in die Welt gezogen? Ach, deine große Lieb und meine große Noth hat deine Glut entflammt, die stärker als der Tod. 5. Du bist das Wort, wodurch die ganze Welt formiret; Denn alle Dinge sind durch dich ans Licht geführet. Ach! so bin ich, mein Heil, auch dein Geschöpf und Gab, der alles, was ich bin, von dir empfangen hab. 21. Es ist ein Reis entſprungen. Anhang II, Nr. 1. Weise: Aus meines Herzens Grunde. 21.0 6. Gib, daß ich dir zum Dienst mein ganzes Herz ergebe, Auch dir allein zum Preis auf dieser Erden lebe: Ja, Jesu, laß mein Herz ganz neu geschaffen sein und dir bis in den Tod gewidmet sein allein. mit allen Engeln bro 2. Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin; Die Sünde liegt gefangen, erlöst ist Herz und Sinn. 7. Ach! laß nichts in mir sein, was du nicht hast geschaffen: Reut alles Unkraut aus und brich des Feindes Waffen. Was bös, ist nicht von dir, das hat der Feind gethan: du aber führ mein Herz. und Fuß auf ebner Bahn. 8. Das Leben ist in dir, und alles Licht des Lebens: Laß in mir deinen Glanz, mein Gott, nicht sein vergebens! Weil du das Licht der Welt, so sei mein Lebenslicht, o Jesu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht. Laurent. Laurentii. † 1722. 1598. 19 ( Der Heilge Christ ist kommen, der theure Got- tessohn; 1. Deß freun sich al= le Frommen am höchstenHimmelsthron. Auch was auf Erden ist soll prei- sen hoch und lo- ben - ben den lie- ben heil- gen Chrift. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Himmel nun aus dem Weltgetümmel auf einem sichern Steg. 2* 20 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß. Er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. Chor: Weihnachtslieder. 22. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heil'ge Christ ist da! Er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! E. M. Arndt, geb. 1769. Halleluja! Halleluja! Hammerschmidt. 1646. 1. freu- et euch, ihr Christen al- le! freu- e sich, wer immer kann! Gott hat viel an uns ge- than. Freu- et euch mit großem Schalle, daß er uns so hoch ge- acht, sich mit uns befreundt gemacht. be Freu- de, Freu- de über Freu- de! Christus weh- ret al- lem Lei- de: 3. Jesu, wie soll ich dir danken? ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr. Ach, laß mich von dir nicht wanken, nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Wonne, Wonne über Wonne! Er ist die Ge- na- den- son- ne. 2. Siehe, siehe, meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der Krippenhöhle harte lieget dir zu gut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide: Wonne, Wonne über Wonne! Er ist die Genadensonne. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide: Wonne, Wonne über Wonne! Er ist die Genadensonne. 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner doch in Gnaden an; schenke, was man bitten kann, zu erquicken deine Brüder; gib der ganzen Christenschaar Frieden und ein seligs Jahr! Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide: Wonne, Wonne über Wonne! Er ist die Genadensonne. Wiederholung des Halleluja. Christ. Reqmann. † 1662. 16 der Engel Schaar. Ky ri= e= leis! 2. Des ewgen Vaters einig Kind jegt man in der Krippen findt, in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewig Gut. Kyrieleis! Weihnachtslieder. 23. 1. gelo bet seist du, Je- su Christ! daß du Mensch ge$ 7 bo- ren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, des freu- et sich 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß: er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis! 4. Das ewge Licht geht da herein, gibt der Welt ein neuen Schein, es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis! Weise: Lobet den Herren. 3 24. 1. Altdeutsch. Ver= lor= nen sich keh- ren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut. Freuet euch, Hirten und Heerden. 21 5.DerSohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward und führt uns aus dem Jammerthal, er macht uns Erben in seim Saal. Kyrieleis! ( Jauchzet, ihr Himmel, frohlo- cket, ihr eng- li- schen Chö- re, Sin- get dem Herren, dem Heiland der Menschen zu Eh- ren! 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis! 7. Das hat er alles uns gethan, sein groß Lieb zu zeigen an. Des freu sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Kyrieleis! Luther+ 1546. 1686. Se= het doch da, Gott will so freundlich und nah zu den 3. Sebet dies Wunder, wie tief sich der Höchste geneiget; Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe uns zeiget! Gott wird ein Kind, träget und bebet die Sünd; alles anbetet und schweiget. 22 Weihnachtslieder. 4. Gott ist im Fleische: Wer kann dies Geheimniß verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen. Gehet hinein, eins mit dem Sohne zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herze voll Liebe mir schenken: Sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin, und sich in Demuth versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, Dem ich auch wieder mein Herz in der Liebe verbinde, 25.Du sollst es sein, den ich erwähle allein: ewig entsag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren! Komm doch, mein Heiland, denn ohne dich bin ich verloren! Wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir, der du mich liebend erkoren. 8. Menschenfreund Jesu! dich lieb ich, dich will ich erheben, Laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur streben. Gib mir doch bald völlige Kindesgestalt, um dir allein nur zu leben! Gerh. Tersteegen. † 1769. N. Hermann. 1560. 1. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich in seinem Höchsten Thron, der heut schleußt auf seinHimmel- reich und schenkt uns sei3 nen Sohn, und schenkt uns sei- nen Sohn. 2. Erkommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß : in einem Krippelein.:| 3. Er äußert sich all seiner Gwalt, wird niedrig und gering, und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, |: der Schöpfer aller Ding!:| 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, ihr Milch die ist sein Speis, an dem die Engel sehn ihr Lust ,. : denn er ist Davids Reis,: 5. Das aus seim Stamm entsprießen sollt in dieser letzten Beit, durch welchen Gott aufrichten wollt : sein Reich, die Christenheit.: 6. Er wechselt mit uns wunderlich: Fleisch und Blut nimmt er an, und gibt uns in seins Vaters Reich : die klare Gottheit dran.: 7.Er wird einknecht und ich einherr, das mag ein Wechsel sein! Wie könnt es doch sein freundlicher, : das Herze- Jefulein.: 8. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis, der Cherub steht nicht mehr dafür; : Gott sei Lob, Ehr und Preis!: Nikol. Hermann. † 1561. 26. ſo: Weihnachtslieder. 3 1. Nun fin- get und seid froh, jauchzt Alle und sagt un- sers Herzens Won- ne liegt in der Krip- pe bloß, und leuchtet als die Son- ne Du bist A und O, 2. Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh! Tröst mir mein Gemüthe, o Kindlein zart und rein: durch alle deine Güte, o liebes Jesulein! : zeuch mich hin nach dir.: 3. Groß ist des Vaters Huld, der Sohn trägt unsre Schuld. Da wir ganz verdorben durch Sünd und Eitelkeit, Altdeutsch. 1535. 27. Stille Nacht, heilige Nacht. Anhang II, Nr. 2. 28. du bist A und O. so hat er uns erworben die ewig Himmelsfreud. |: Eia, wärn wir da!:| 4. Wo ist der Freuden Ort? ach, nirgend mehr denn dort, da die Engel singen dem lieben Jesulein, in seiner Mut- ter Schoß. da- von ich singn und sa 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein. und wo die Psalmen klingen im Himmel hell und rein. : Eia, wärn wir da!:| 1. Vom Himmel hoch da komm ich her, 23 1540. ich bring euch E gu= te neu e Mär, der guten Mär bring ich so viel, = gen will. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Noth. Er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 24 Weihnachtslieder. 4. Sei uns willkommen, edler Gast! Den Sünder nicht verschmähet hast, und kommst ins Elend ber zu mir; wie soll ich immer banken bir! 5. Ach Herr, du Schöpfer allerDing, wie bist du worden so gering! Auf dürrem Gras liegt Jesus Christ, Der aller Himmel König ist! 6. Und wär die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit, so wär sie doch dir viel zu klein, um deine Wiege, Herr, zu sein. 7. Ach mein herzliebes Jesulein, mach dir ein rein sanft Bettelein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. 8. Des laßt uns Alle fröhlich sein, und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was uns Gott hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 9. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn! des freuen sich der Engel Schar, und singen uns solch neues Jahr. Martin Luther. † 1546. nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir: ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern". Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott Messias, bet ich an. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt, ein Mittler ists, der sie erhält: was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schooße sigt? 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 10. Dieß ist derTag, denGott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ 29. Was ist das boch ein holdes im Himmel und auf Erden ist. Chr. Fürcht. Gellert.+ 1769. Anhang II, Nr. 3. ( Weise: Vom Himmel hoch. Nr. 28. 29b. Dieß ist der Tag, den Gott 30. Wi 30. gemacht! sein werd in aller Welt gedacht, ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward, da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dieß Wunder faßen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still, er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. Weise: Gelobet seist du, Jesu Christ. Nr. 23. Wir fingen bir, Immanuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, du Himmelsblum und Morgenstern, du Jungfrau- Sohn, Herr aller Herrn. Halleluja. 2. Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o längst gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet haſt. Halleluja. 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Halleluja. Weihnachtslieder. 4. Vor Andern hat dein hoch begehrt der Hirt und König deiner Heerd, der Mann, der dir so wohl geftel, wenn er dir sang auf Saitenspiel:* Halleluja. ₁. 14, 7. 5. ,, Ach! daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach! daß die Hilfe bräch herein, so würde Jacob fröhlich sein". Halleluja. 6. Nun, du bist hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh; bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja. 7. Du kehrst in fremderHausung ein, und sind doch alle Himmel dein; trinkst Milch aus einer Menschenbrust, und bist doch aller Engel Lust. Halleluja. 8. Du hast dem Meer sein Ziel gesteckt, und wirst mit Windeln zugedeckt; bist Gott und liegst auf Heu und Stroh; wirst Mensch und bist doch A u. O. Halleluja. 9. Du bist der Ursprung aller Freud, und duldest so viel Herzeleid; bist aller Heiden Trost und Licht, suchst selber Trost und findst ihn nicht. Halleluja. 10. Dubistdersüßste Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind: Herodis Herz hält dich für Gräul, und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja. 11. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja. 12. DerWill ist da, die Kraft ist klein, doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja. 25 13. Hast du doch selbst dich schwach gemacht, erwähltest, was die Welt veracht, warst arm und dürftig, nahmst vorlieb da wo der Mangel dich hintrieb. Halleluja. 14. Du schliefst ja auf der Erden Schoß, so war dein Kripplein auch nicht groß; der Stall, das Heu, das dich umfing, war alles schlecht und sehr gering. Halleluja. 15. Darum hab ich so guten Muth, du wirst auch halten mich für gut. Jesuskind, dein frommer Sinn macht daß ich so voll Trostes bin. Halleluja. 16. Bin ich gleich Sünd und Laster voll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll, ei, kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja. 17. Hätt ich nicht auf mir Sündenschuld. hätt ich kein Theil an deiner Huld; vergeblich wärst du mir geborn, Halleluja. wenn ich nicht wär in Gottes Born. 18. So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei, du trägst den Zorn, du würgst den Tod: verkehrst in Freud all Angst und Noth. Halleluja. 19. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigenthum, und will, so viel dein Geist mir giebt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja. 20. Ich will dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Halleluja. Paulas Gerhardt. † 1676. 26 Weise: Wenn wir in höchsten Nöthen. 31. Neujahrslieder. 3. Neujahrslieder. # H 1. Das al- te Jahr ver- gan- gen ist; wir danken dir, Herr JesuChrist, daß du uns in so gro- ßer Gfahr behütet hast das ganze Jahr. 2. Wir bitten dich, o ewger Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, der armen Seelen Trost und Hort; vor falscher Lehr, Abgötterei behüt uns, Gott, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir von der Sünd ablan und fromm zu werden fangen an; 32. Weise: Nun freut euch, lieben Christen gmein. = ein En- de:) und Hän- de Franz. Psalm. 1555. kein'r Sünd des alten Jahrs gedenk, ein gnadenreich Neujahr uns schenk, 5. Christlich zu leben, seliglich zu sterben und hernach fröhlich am jüngsten Tag wied'r aufzuſtehn, mit dir in Himmel einzugehn, H S ( Das lie be neue Jahr geht an, das alte hat 1. Drum freuet sich heut je dermann, er- hebt sein Herz い -90 6. Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. O Jesu! unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr. Joh. Stenerlein.+ 1613. 1524. 2. Gott Vater hat den Sohn gesandt, Gotts Sohn ist Mensch geboren, Gott heilger Geist macht solchs bekannt uns, die wir warn verloren. Im selgen lieben Gottes Wort geschrieben ist's an manchem Ort und wird uns klar verkündet. Bu unserm Gott im Himmels thron, dankt ihm und 3. Die reine Lehr und Sacrament wir habn in unserm Lande, Fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, Heil in allem Stande. sei- nem lie- ben Sohn, auch Gott dem heil'- gen Gei = ste. Gott krönt das Jahr mit seinem Gut, hält Kirch und Schul in guter Hut, auch aller Christen Häuser. 4. Des danken wir dem liebenHerrn, und freun uns solcher Güte; Er woll den Feinden steurn und wehrn, und uns hinfort behüten. Er geb ein selges neues Jahr und helf uns zu der Engel Schar, da wolln wir ihn schön preisen. Cyrinkus Schneegass. † 1597. Univ.- Bibl Giessen Epiphanias. Weise: Nun laßt uns Gott dem Herren. 33. 1. Nun laßt uns gehn und tre- ten mit Singen und mit Be- ten zum Herrn, der unserm Le ben bis hie- her Kraft gegeben. = 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 4. Also auch und nichts minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Noth und Trübsal bligen, in seinem Schoße sizen. 5. Ach Hüter unsers Lebens, fürwahr es ist vergebens mit unserm Thun und machen, wo nicht dein Augen wachen. 6. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden! 1587. 33%. F Epiphanias. Weise: O Jesu Christ, meins Lebens Licht. 7. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 8. Sei der Verlaffnen Vater, der Irrenden. Berather, der Unversorgten Gabe, der Armut Gut und habe. 2. Erfülle mit dem Gnadenschein, die in Irrthum verführet sein, auch die, so heimlich fichtet an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 27 9. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 10. Und endlich, was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 11. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christenschare zum selgen neuen Jahre. Paulus Gerhardt. † 1676. 1630. 1. D Je- su Chri- ste, wahres Licht, erleuch- te die dich kennen nicht, und brin- ge sie zu dei- ner Heerd, daß ihre Seel auch se- lig werd. 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad und sein verwundt Gewißen heil, laß sie am Himmel haben Theil. 28 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte die da sind verblendt, bring her die sich von uns getrennt, Weise: Balet will ich dir geben. 33.- 1 61 Epiphanias. 1. Hilf, daß all hier auf 0 König al- ler Eh- ren, Dein Reich soll e- wig währer 2. Von deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgenland Die Knie sie vor dir beugen, sie haben dich erkannt, versammle die zerstreuet gehn, mach feste die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich, auf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und dort ewiglich, für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann. † 1647. Teschner. 1615. Der neu Stern auf dich weiset, dazu das göttlich Wort; drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. dein Reich bekannt mag werden zur ew'gen Se- lig- feit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Gewalt, daß sie im Frieden sigen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbarmen, in dein Reich nimm mich auf, Dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf. 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeldt, Doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld; Prangst nicht auf einem Rosse, trägst keine güldne Kron, figst nicht im festen Schloße, hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön gezieret, dein Glanz erstreckt sich weit, Dein Güt allzeit floriret, um dein Gerechtigkeit. rr Je- su, Da- vids Sohn, Himmel ist dein Thron. ben de len- schen weit und breit Den Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Noth. 6. Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönsten Stern! Laß falsche Lehr und Sünden sein von meim Herzen fern; Hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. M. Bohemus. † 1622. 34. 35. 11 @ 11 1. Chri- ste, du Lamm Got- tes, der du trägst die Sünd der Welt, 2. 3. 11 1. er- barm dich un- fer! 2. 11 11 Kinder, Sün- der. 11 " 1 11 Passionslieder. 4. Passionslieder. 11 11 6 3. gib uns deinen Frieden! Weise: An Wasserflüssen Babylon. be 11 11 11 11 " 1 11 = und spricht: ,, ich wills gern lei 2.Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; Den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen. Geh hin, meinkind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgethan. ju Straf und Bornesruthen: die Straf ist schwer, der Born ist groß: du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten." A- 11 17 Altkirchlich. 11 11. " 1 = men. 1525. 1. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Es geht und büßet in Geduld die Sün- den al= ler 11 Es geht da- hin, wird matt und frank, ergibt sich auf die Wür- ge: bank, ver- zeiht sich al- ler Freuden, es nim- met an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Strie- men, Wun- den, Kreuz und Tod 29 = den". 3. Ja Vater, ja von Herzensgrund, leg auf, ich will dirs tragen: Mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen. Wunderlieb! O Liebesmacht! du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. O Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den ins Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 30 Passionslieder. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen. Dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, und wann mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben: ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiemit zu deinem Eigenthum beständiglich verschreiben. 36. 1. Herz- lieb- ster Je su, was hast du ver- brochen, daß man = 5. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage fingen, Mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtnis schließen. Paulus Gerhardt. † 1676. Krüger. 1640. el ein solch scharf Ur- theil hat ge- spro- chen? Was ist die Schuld? in was für Mis- se- tha- ten bist du ge= ra= then? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angesicht geschlagen und verhöhnet; du wirst mit Essig und mitGall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, o Herr Jesu! hab dieß wohl verschuldet, was du erduldet! 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe: der gute Hirte leidet für die Schafe; dieSchuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte! 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt: der Böselebt, der widerGott mißhandelt. Der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen: Gott wird gefangen. 6. Ich war von Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu der Scheitel war nichts Guts zu finden: dafür hätt ich dort in der Höllen müssen ewiglich büßen. 7. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße!! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden: und du mußt leiden! 8. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Lehr ausbreiten? Keins Menschen Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 9. Ich fanns mit meinen Sinner nicht erreichen, mit was doch dein Erbarmen zu vergleichen: Passionslieder. wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neu mein Herze nicht entzünden mit alten Sünden. 11. Weils aber nicht besteht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für nichtes achten; bemühen werd ich mich, Herr, deinen Willen stets zu erfüllen. 37. 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach und Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 14. Dies alles, ob es zwar für schlecht zu schätzen, wirst du es doch nicht gar beiseite setzen: zu Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen. 15. Wann, Herre Jesu, dort vor deinem Throne wird stehn auf meinem Haupt die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohl flingen, Lob und Danf singen. 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottessohn! Joh. Heermann. † 1647. 1. Je su, mei- nes Le- bens Le- ben, Je- su, meines To- des Tod, Der du dich für mich ge- ge- ben in die tief- ste Seelennoth, Nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 3. Du hast lassen Wunden schlagen, dich erbärmlich richten zu, 1687. 31 In das äußer- ste Ver- der- ben, nur daß ich nicht möchte ster- ben, = Tau- send-, tau- send- mal sei dir, lieb- ster Je su, Dank dafür. Um zu heilen meine Plagen, um zu segen mich in Ruh. Ach, du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend-, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt Und mit Dornen gar gekrönet; was hat dich dazu bewegt? 32 Daß du möchtest mich ergeben, mir die Ehrenkron aufsetzen. Tausend-, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 5. Du hast wollen sein geschlagen, zu Befreiung meiner Pein, Fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein. Daß ich möchte trostreich prangen, Hast du sonder Trost gehangen. Tausend-, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. Passionslieder. Daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet. 6. Du hast dich in Noth gestecket, hast gelitten mit Geduld, Gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld. 38. 6 Tausend-, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 7. Deine Demuth hat gebüßet meinen Stolz und Uebermuth, Dein Tod meinen Tod versüßet; es alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend-, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 8. Nun ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesammte Noth, Für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben bittern Tod; Für dein Zittern, für dein 3agen, für dein tausendfaches Plagen, für dein Angst und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. Ernst Christ. Homburg. † 1681. Haßler. 1613. Weise: Herzlich thut mich verlangen. 1. D Haupt voll Blut und Wun- den, voll Schmerz und vol- ler Hohn! Haupt, zum Spott ge= bunden mit einer Dor- nen- kron! O Haupt, sonst schön ge zie ret mit höchster Ehr und Bier, = = ge- grüßet seist du mir! Hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. jetzt a= ber höchst schimp- fi- ret, 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut Das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit, Wie bist du so erbleichet, wer hat dein Augenlicht dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wangen, der rothen Lippen Pracht Ist hin und ganz vergangen; des blassen Todes Macht 4. Nun, was du, Herr, erduldet ist alles meine Last; Ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat; gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad! Passionslieder. 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan: Dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht. Wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden und fommt mir herzlich wohl, Wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 39. All Sünd hast du ge- tra M 449 1. ( O LammGottes, un- schuldig amStamm des Kreuzes geschlachtet, ( All Beit ge- fun- den dul- dig, wie- wohl du wurdst ver- ach- tet; bo gen, sonst müßten wir ver za= gen! Er- barm dich unser, o 2. O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, All Beit gefunden duldig, wiewohl du wurdst verachtet; All Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; Erbarm dich unser, o Jesu! Evangelische Kirchenlieder. 33 8. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, Für deines Todes Schmerzen, da du's so gut gemeint. Ach gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wann ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; Wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür. Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Bein. 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, Und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnoth. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken: wer so stirbt, der stirbt wohl. Paulus Gerhardt. † 1676. 1540. Je= su! 3. O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, All Zeit gefunden duldig, wiewohl du wurdst verachtet; All Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen! Gib uns dein Frieden, o Jesu. Nicol. Decins. † 1529. 3 34 Weise: Welt, ich muß dich laßen. 40. Passionslieder. 1. D Welt, sieh hier dein Le- ben am Stamm des Kreuzes schweben, H dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt wil- lig sich be- schweren mit Schlä- gen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, fein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt; Mir läsfest du dich frönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 7. Du springst ins Todes Racher mich frei und los zu machen von solchem Ungeheur. Mein Sterben nimmst du abe, vergräbst es in dem Grabe, o unerhörtes Liebesfeur. Aus seinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? 41. 1598. Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Uebelthaten weißt du nicht. 4. Jch, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, Die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen gebunden in der Höll: Die Geißeln und die Banden, und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel. 6. Du setzest dich zum Bürgen, ja läsfest dich gar würgen für mich und meine Schuld: 1. D Traurig- feit! 8. Nun, ich kann nicht viel geb in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn 9. Ich will mich mit dir schlag ans Kreuz und dem absagen, was meinem Fleisch gelüst: Was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 10. Dein Seufzen und dein Stöhr und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, Die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. Paulus Gerhardt. † 1676 1641. o Her- ze- leid! ist das nicht zu be 2. O große Noth! Gott selbst liegt tobt, am Kreuz ist er gestorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3. D Menschenkind! nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missethat warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hier mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund! o Glaubensgrund! wie bist du so zerschlagen! klagen? Gott des Va- ters ei- nigs Kind wird ins Grab ge= tra- gen. Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. O lieblich Bild, schön, zart und mild, du Söhnlein der Jungfrauen! Niemand kann dein heißes Blut ohne Reu anschauen. 7. O selig ist zu jeder Frist der dieses recht bedenket, 42. Passionslieder. Weise: Nun laßt uns den Leib begraben. 43. wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab gesenket. 8. D Jesu du, mein Hilf und Ruh! ich bitte dich mit Thränen: hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen. Johann Rist. † 1667. 1587. C 1. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns ge- storben bist und hast uns durch dein theures Blut ge- macht vor Gott ge- recht und gut; 2. Und bitten dich, wahr Mensch reich uns dein allmächtige Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein, 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns werdst verlaßen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Vischer. † 1600. 1531. und Gott, durch dein heilig fünf Wunden roth: erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Noth. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand, Weise: Christus, der uns selig macht. 35 1. D hilf, Chri- ste, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir, stets dir unter- than, all" Un- tu gend mei den; = 3* 36 dei- nen Tod und sein Ur- sach frucht- bar- lich $ Passionslieder. 44. #* dafür, wie- wohl arm und schwach, dir Dank- op- fer schen- ken. M. Weiss. 1531. Weise: Herr Christ, der einig Gotts Sohn. 1. be- den= ken; HE ( Wenn meineSünd mich fränken, o mein Herr Je- su Christ: So laß mich wohl beden- fen, wie du ge- stor- ben bist Und al- le mei- ne Schulden- last am Stamm des heil- gen Kreu- zes für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden, die Schuld ist allzumal Bezahlt durch Christi theures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 1524. auf dich ge= nom- men hast. 2. O Wunder ohne Maßen, wer es betrachtet recht: Es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; 6. Mein Kreuz und meine Plagen, Es hat sich selbst der wahre Gott sollts auch sein Schmach und Spott, Hilf mir geduldig tragen; 4. Drum sag ich dir von Herzen jegt und mein Leben lang Für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, Für deine Noth und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen für und für, Mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier, Daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. gib, o mein Herr und Gott, Daß ich verleugne diese Welt und folge dem Exempel, das du mir fürgestellt. 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir gethan, Und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jedermann Ohn Eigennuß und Heuchelschein und wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich In meiner letzten Stunden und des versichern mich, Weil ich auf dein Verdienst nur trau du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justas Gesenius. † 1673. 45. Osterlieder. 5. Ofterlieder. ( Auf, auf, mein Herz, mitFreuden nimm wahr, was heut ge- schicht! Wie kommt nach großen Leiden nun ein so gro- ßes Licht? Crüger. 1649. Mein Hei- land war ge= legt da, wo man uns wenn von uns un- ser Geist gen Him= mel ist 2. Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei; Eh ers vermeint und denket, ist Christus wieder frei, Und ruft Victoria, schwingt fröhlich hie und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Muth behält. 3. Der Held steht auf dem Grabe und sieht sich munter um, Der Feind liegt, und legt abe Gift, Gall und Ungestüm; Er wirft zu Christi Fuß sein Höllenreich, und muß selbst in des Siegers Band ergeben Fuß und Hand. 4. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel: Nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will Entnehmen meinen Muth, zusammt dem edlen Gut, so mir durch Jesum Christ aus Lieb erworben ist. 5. Die Höll und ihre Rotten, die frümmen mir kein Haar, Der Sünden kann ich spotten, bleib allzeit ohn Gefahr; Der Tod mit seiner Macht wird schlecht bei mir geacht, er bleibt ein todtes Bild, und wär er noch so wild. 37 hin- trägt, 2 ge reist. 6. Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn; Sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn. Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht; das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick. 7. Ich hang und bleib auch hangen an Christo als ein Glied: Wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit; Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd und Noth, er reißet durch die Höll ,. ich bin stets sein Gesell. 8. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach, Und darf mich gar nicht fehren an einig Ungemach: Es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an, mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt. 9. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, Daran mit güldnen Worten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer bort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paulus Gerhardt. † 1676. 38 46. E Christ ist er- stan- den von der Mar- ter = = Osterlieder. Des solln wir Al- le froh sein, Christ will un- ser Trost sein. wär ver- gan- gen; seit daß er er- stan- den iſt, Hal- le= 48. Ky=' ri= e= leis. Wär er nicht er= stan- den, die Welt die ein Altdeutsch. 1535. den Herrn Jesum Christ. Ky= ri= e leis! Halle- lu Iu- ja, Hal= le- lu- ja! = Al- le froh sein, Christ will un- ser Trost sein. Kyri= = ge= bor al Hal- le- lu- ja, so lobn wir Hal- le- lu- ja, le! - nen Sohn, der für uns hat ge= nug = Des solln wir ja, 3 4 1. gelobt sei Gott im höchsten Thron sammt sei- nem Bulpius? 1609. e= leis! Alte Kirche. ge- than. Hal- le lu ja. = = 2. Des Morgens früh am dritten Tag, weil noch der Stein am Grabe lag, erstund er frei ohn alle Klag. Halleluja, Halleluja, Halleluja. Osterlieder. 3. Er ist erstanden von dem Tod, hat überwunden alle Noth, verfühnet Sünd und Missethat. Halleluja, Halleluja, Halleluja. 4. Nun bitten wir dich, Jesu Christ! weil du vom Tod erstanden bist, verleihe, was uns selig ist. Halleluja, Halleluja, Halleluja. 5. O mache unser Herz bereit, damit wir von der Sünd befreit dir mögen singen allezeit: Halleluja, Halleluja, Halleluja. Böhmische Brüder. 1531. Weise: Jefus, meine Zuversicht. Nr. 50b. 49. Halleluja! Jesus lebt! Tod und Hölle sind be zwungen: Gruft und Kluft und Erde bebt, da der Held hindurchgedrungen. Geht nicht mehr nach Golgatha: Jesus lebt! Halleluja! 50. 55. 1. 2. Halleluja! Seht das Grab, die ihr seinen Tod beweinet: Wischet eure Thränen ab, weil die helle Sonne scheinet. Euer Heiland ist nicht da: Jesus lebt! Halleluja! 3. Halleluja! Suchet nicht den Lebendgen bei den Todten, Glaubet aber dem Bericht der verklärten Osterboten; Diese wissen, was geschah: Jesus lebt, Halleluja! Er hat das Gesetz erfüllt, er hat Fluch und Born gestillt Weise: Werde munter, mein Gemüthe. 39 4. Halleluja! Dieses Wort soll mich wiederum beleben; Kann ich gleich nicht an den Ort seines Grabes mich begeben, Gnug, daß es mein Glauben sah: Jesus lebt! Halleluja! 5. Halleluja! Er wird mir Leben in dem Tode geben. Also sterb ich freudig hier: Christi Tod ist nun mein Leben. Nur getrost, ich glaube ja: Christus lebt! Halleluja! Benjamin Schmolke. 1715. Schopp. 1642. ( Jauchzet Gott in al- len Lan- den, jauchze, du er lö- ste Schar! Denn derHerr ist auf- er- stan- den, der für dich getödtet war. Je sus hat durch seine Macht das Er= lö- sungswerk vollbracht, # wel- ches er auf sich genommen, da er in das Fleisch ge- kom- men. 2.Sünde, was kannst du mir schaden? und mir durch sein Wiederleben Nun erweckst du keine Not: die Gerechtigkeit gegeben. Alle Schuld, die mich beladen, tilget Christi Blut und Tod. 3. Hölle, schweig von deinen Banden, Strick und Ketten sind entzwei: Da mein Jesus auferstanden, bin ich vom Gefängnis frei, 40 Und wie seine Himmelfahrt im Triumph vollzogen ward, so. ist seinen Reichsgenossen nun der Himmel aufgeschlossen. 4. Tod, ich darf dich nicht mehr scheuen, ob ich gleich zu Grabe geh; Denn mein Grab will Jesus weihen, daß ich selig aufersteh. Sterben ist nun mein Gewinn, also fahr ich freudig hin, Weise: Jesus, meine Zuversicht. 50%. Osterlieder. 1. 51. E da der Trost vor Augen schwebet: Jesus mein Erlöser lebet. 5. Jesus mein Erlöser lebet, welches ich gewislich weiß; Gebet, ihr Erlösten, gebet seinem Namen Ehr und Preis. Singt durch die befreite Welt, daß das Reich der Sünde fällt, singt und ruft durch alle Landen: Jesus Christus ist erstanden! Erdm. Nenmeister. † 1756. Crüger.( 1653) 1658. ( Je- sus lebt, mit ihm auch ich: Tod, wo sind nun dei- ne Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auf- er- we- cken. Er ver- klärt mich in sein Licht; dieß ist mei- ne 3u- ver= sicht. Er verläßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; Mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dieß ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt sündigt wider Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dieß ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, Keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, fein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dieß ist meine Zuversicht. Weise: Allein Gott in der Höh sei Ehr. 3 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Christian Fürchteg. Gellert. † 1769. 1540. ( Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist 1. Er- mun- tre deinen Geist und Sinn, den Hei- land Osterlieder. = E auf zu = ge= gan gen! Der heu- te aus des Todes Thür um= fan gen, ge- bro- chen aus dem Grab her- für, der ganzen Welt zur Won- ne. 2. Es hat der Löw aus Judas Weise: Jesu, meines Lebens Leben. Nr. 37. Stamm 52.3 ween der Jünger gehn mit Sehnen heut siegreich überwunden, Und das erwürgte Gotteslamm hat uns zum Heil erfunden Das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach überwundnem Streit die Feinde Schau getragen. 3. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; Er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden Der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 4. Laß weder Teufel, Welt noch Tod dich scheu und zaghaft machen. Dein Jesus lebt, es hat nicht Noth, er ist noch bei den Schwachen Und den Geringen in der Welt als ein gekrönter Siegesheld, drum wirst du überwinden. 5. Ach mein Herr Jesu, der du bist von Todten auferstanden, Rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, Daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 6. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern, Und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueberwindern, 4.1 Die überwunden durch dein Blut! Herr Jesu, gib uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden! Laurentius Laurentii † 1722. über Feld nach Emmaus, Ihre Augen sind voll Thränen, ihre Seelen voll Verdruß: Man hört ihre Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach, Sie bejammern voller Schmerzen ihre Noth und Ungemach! Manches wandelt ganz alleine, daß es nur zur Gnüge weine, doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei. 3. Oft schon hab ichs auch empfunden: Jesus läßt mich nicht allein. Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich in Leid verzehre, gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hülfe da. 4. TreusterFreund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir. Kommt die Welt mich anzufeinden, ach so sei du auch allhier! Wann mich Trübsalswetter schrecken, wollst du mächtig mich bedecken: fomm in meinem Geist zu ruhn, was du willst, das will ich thun. 5. Tröst auch Andre, die voll Jammer einsam durch die Fluren gehn, Oder in der stillen Kammer tief bekümmert zu dir flehn. 42 Wenn sie von der Welt sich trennen, daß sie satt sich weinen können, Sprich dann ihren Seelen zu: ,, Liebes Kind? was trauerst du?" 6. Hilf, wenn es will Abend werden und der Lebenstag sich neigt, 53. Weise: Nun freut euch, lieben Christen gemein. A Himmelfahrtslieder. 6. Zimmelfahrtslieder. 1. 7 Nachfahrt grün- de über= win= de; 54. Wenn dem dunkeln Aug auf Erden nirgends sich ein Helfer zeigt; Bleib alsdann in unsrer Mitten, wie dich deine Jünger bitten, bis du sie getröstet hast: bleibe, bleibe, theurer Gast! Joh. Nennherz. † 1737. Auf Chri- sti Him- mel- fahrt al- lein Und al- len Zweifel, Angst und Pein 50 ne Glieder Jesus Christ 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, Mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends, Ruh erlangen; Denn wo meinSchaß gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn: nach ihm mich sehr verlanget. Denn weil das Haupt im Himmel ist, 1524. ich meine hier- mit stets wird seizur rechten Zeit nach- ho- len. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, Daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren Und dann einmal, wenns dir gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre dieß mein Flehen! Jos. Wegelin. 5. ein zur Herrlichkeit, die ü= ber= all Weise: Heut triumphieret Gottes Sohn. 3 4 1. Es fäh- ret heu- te Got- tes Sohn hi- nauf zu fei- nes 1601. Va- ters Thron: Hal- le- lu- ja, Hal- le lu ja! Er ge= het 2 ist aus- ge- breit. Himmelfahrtslieder. Hal 2. Er hat zerstört des Teufels Macht, sein Heer erlegt und umgebracht, Halleluja, Halleluja! wie mit Gewalt ein starker Held im Treffen seine Feinde fällt. Halleluja, Halleluja! 3. Zwing unser Fleisch, Herr Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, Halleluja, Halleluja! daß wir, indem du uns machst rein, theilhaftig deines Sieges sein. = le- lu- ja, Hal- le Halleluja, Halleluja! 4. Laß sein den Feind in uns gedämpft, weil du uns hast das Heil erkämpft: Halleluja, Halleluja! tilg aus sein Werk, daß er nicht mehr sich wider unsre Seel empör. Halleluja, Halleluja! 5. Zeuch und führ uns mit dir zugleich als Kinder Gottes in dein Reich, Halleluja, Halleluja! da wir ein ewigs Freudenlied dir aufzuopfern sind bemüht. Halleluja, Halleluja! 6. Gott Vater, sei von uns gepreist, sammt deinem Sohn und heilgen Geist: Halleluja, Halleluja! der heilge unsrer Seelen Grund, damit dir danke Herz und Mund! Halleluja, Halleluja! 1718. = lu = ja! 43 Halleluja! Er ists, der ist den Thron besitzt, des Scepter durch den Himmel bligt. 2. Gott fährt auf! des Delbergs Höhen, die zitternd seinen Kampf gesehen, sind zum Triumphplatz eingeweiht. Hier stand er vor dem Gerichte: hier bebt er unter dem Gewichte der Schrecknisse der Ewigkeit. Heil ihm, er hat gestegt! Sünd, Tod und Hölle liegt ihm zu Füßen: wie scheidet er so hoch und hehr! nun rühret ihn kein Feind nicht mehr. 3. Gott fährt auf! o Tag der Freuden! die er als Mittler für uns trug. Wie herrlich enden sich die Leiden, Golgatha, du sahst ihn bluten; wie rauschten da des Bornes Fluthen, und Niemand rief: es ist genug! Nun ist der Zorn gestillt, und das Gesetz erfüllt. Er hats vollbracht; Halleluja! durch seine Macht ist uns der Himmel zugedacht. 4. Die Erlösung ist versiegelt, der Höllen Thore sind verriegelt, Weise: Wachet auf, ruft uns. Nr. 200. des Himmels Pforten aufgethan. 55. Gott fährt auf: was soll Dorther läßt er Segen strömen, ich Mein König fährt im Siegeswagen hoch über alle Himmel hin! Cherubinen fallen nieder, und Seraphinen bringen Lieder, und alle Himmel preisen ihn. Lobsingt, lobsinget Gott, Jehova Zebaoth! daß Alle Gnad um Gnade nehmen und seines Geistes Trost empfahn. Nun dringt des Glaubens Lauf zum Himmel froh hinauf; Halleluja! Sein Licht und Wort wirft immerfort, und er empfängt die Sieger dort. 44 5. Schau herab, Gott, und erscheine; befestge, gründe die Gemeine, die hier noch um ihr Kleinod ringt. Rufe, sammle und bekehre die Völker bis zum fernsten Meere, daß alle Welt dich preist und singt: Weise: Ach Gott und Herr. 56. PE 59. hin, da du bist, 2. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Himmelsstege: wir irrn sonst leicht und sind verscheucht vom rechten Lebenswege. 3. Beuch uns nach dir, Pfingstlieder. 25 1. 3euch uns nach dir, so laufen wir mit Herz- li- chem Ver- lan- gen so folgen wir dir nach in deinen Himmel, ar- men See= len o Jesu Christ, aus dieser Welt ge- gan- gen. daß uns nicht mehr allhier beschwer der bösen Welt Getümmel. Heilig ist unser Gott, Jehova Zebaoth! Preis und Ehre und Herrlichkeit sei ihm geweiht, von Ewigkeit zu Ewigkeit. zu, Chr. Gottl. Götz. † 1784. 1682. 7. Pfingstlieder. 4. 3euch uns nach dir nur für und für, und gib, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwählten Scharen. Ladämilia Elisabeth, Gräfin von Schwarzburg. † 1572. 1. Komm, heil- ger Geist, o Schöpfer du, 3. Du siebenfaches Gnadengut, du Finger Gotts, der Wunder thut, Altkirchlich. 1535. sprich deinen er füll mit Gnaden, süßer Gast, = die Brust, die du ge- schaffen hast. 2. Der du der Tröster bist genannt, du lösest aller Zungen Band, gibst frei das Wort in alle Land. des allerhöchsten Gottes Pfand, du Liebesquell, du Lebensbronn, du Herzenssalbung, Gnadensonn! 4. Zünd uns ein Licht an im Verstand, entflamm das Herz in Liebesbrand, stärk unser schwaches Fleisch und Blu durch deiner Gottheit starken Muth 5.Den Feind treib uns von fern hinweg und bring uns auf des Friedens Steg, daß wir durch deine Huld geführt vom Argen bleiben unberührt. 59⁰. Pfingstlieder. 1. Nun bitten wir den hei wenn wir heim fahrn aus diesem 2. Du werthes Licht, gib uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleison. 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, 60. C Glau- ben aller- meist, daß er uns be hü= te an un- serm Ende, Son= deine Wohnung sein, in uns fräftig sein 6. Lehr uns den Vater kennen wohl und wie den Sohn man ehren soll, im Glauben mache uns bekannt, wie du von beiden wirst gesandt. Veni creator Spiritus", gegen 800. Altdeutsch. 1524. S M Weise: Wie schön leuchtet der Morgenstern. li gen Geist um den rech- ten = E- len- de. Ky ri= e= lei- son. daß wir uns von Herzen einander lieben und im Frieden auf einem Sinn bleiben. Kyrieleison. 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod; daß in uns die Sinne nicht gar verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleison. 45 Martin Luther. † 1546. 1599. = 1. ( 0 heil ger Geist, kehr bei uns ein, ( Du Him- mels- licht, laß dei- nen Schein und laß uns bei uns und Her- zens- son- ne; o komm, du zu ste ter Freud und Won- ne. = ne, Won= ne! Himm- lisch Leben wirst du ge= ben, wenn wir beten. Zu dir kommen wir ge tre= ten. = 46 Pfingstlieder. 2.DuQuell, draus alleWeisheit fleußt, die sich in fromme Seelen geußt, laß deinen Trost uns hören, Daß wir in Glaubenseinigkeit auch können alle Christenheit dein wahres Zeugniß lehren. Höre! lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gib uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir nun leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und geflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. O starker Fels und Lebenshort! laß uns dein himmelsüßes Wort in unsern Herzen brennen, Daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitreichen Lehr und deiner Liebe trennen. 60' Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 5. Du süßer Himmelsthau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich, und schenk uns deine Liebe, Daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe; Kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müssen schweben: Fried und Freude wirst du geben. 6. Gib, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsers Geistes Stärke, Daß uns hinfort sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine tobten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer. † 1673. 1650. Weise: O Jesulein süß, o Jesulein mild. 131 1. D hei- li- ger Geist, o hei- li- ger Gott, du Tröster wert in al= ler Noth, du bist gesandt vom Himmelsthron, von Gott dem Va- ter und dem Sohn. O hei- li- ger Geist! o hei- li- ger Gott! 2. O heiliger Geist, o heiliger zünd an in uns der Liebe Flamm, Gott, darnach zu lieben allesammt. gib uns die Lieb zu deinem Wort, O Heiliger Geist! o heiliger Gott! 3. heiliger Geist, o heiliger Gott, mehr unsern Glauben immerfort: an Christum niemand glauben kann, es sei denn durch dein Hülf gethan. Oheiliger Geist! o heiliger Gott! 4. O heiliger Geist, o heiliger Gott, erleucht uns durch dein göttlich Wort, lehr uns den Vater kennen schon, dazu auch seinen lieben Sohn. O heiliger Geist! o heiliger Gott! Weise: Jesu, meine Freude. 6 b C J 61. Pfingstlieder. 1. 5. O heiliger Geist, o heiliger Gott, du zeigst die Thür zur Himmelspfort: laß uns hier kämpfen ritterlich und zu dir dringen seliglich. Oheiliger Geist! o heiliger Gott! ( Schmückt das Fest mit Mai- en*, Denn der Geist der Gna- den 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rath und That, Starker Gottesfinger, Friedensüberbringer, Licht auf unserm Pfad, Gib uns Kraft und Lebenssaft, laß uns deine theuren Gaben nach Vergnügen laben. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen, führ den Geist empor; Gib uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor: 6. O heiliger Geist, o heiliger Gott, verlaß uns nicht in Noth und Tod; wir sagen dir Lob, Ehr und Dank allzeit und unser Lebenlang. Gib uns Muth, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben. heiliger Geist! o heiliger Gott! Abrah. Hinkelmann. † 1695. Crüger. 1656. p las- set Blu- men streu- en, hat sich ein- ge- la= den: zün- det Opfer an; ma- chet ihm die Bahn, Nehmt ihn ein, so wird sein Schein -keuch mit Licht und Heil er= fül- len 47 und den Kummer stil- len. * ₁. 118, 27. 4. Helles Licht, erleuchte, flarer Brunn, befeuchte unser Herz und Sinn; Gnadenöl, erquicke, o Magnet, entzücke uns zum Himmel hin: Baue dir den Tempel hier, daß dein Herd und Feuer brennet, wo man Gott bekennet. 5. Goldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld; Lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, Und verleih, daß es gedeih, Hundertfältig Früchte bringe, und ihm stets gelinge. 48 Pfingstlieder. 6. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Liebesgluth; Laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen, dämpfe Fleisch und Blut: Laß uns doch das Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen, und das Böse fliehen. 7. Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus: Wohn in unsrer Seele, und des Herzens Höhle sei dein eigen Haus. Werthes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 62.1 8. Mach das Kreuze süße, und in Finsternisse sei du unser Licht; Trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, Wenn der Tod, die letzte Noth, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 9. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen, und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, Bis wir dort, du werther Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benj. Schmalck. † 1737. Crüger. 1653. 1. Beuch ein zu deinen Thoren, sei mei- nes Her- zens Gast, ( Der du, da ich ge- bo- ren, mich neu ge boren hast. O hoch- ge- liebter Geist des Vaters und des Soh- nes, 65 mit bei den glei- ches Thro- nes, 2. Beuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, Die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft. 4. Du bist ein Geist der Freuden, das Trauern liebst du nicht, Erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten 3. Du bist ein Geist, der lehret, mir aufgethan die Pforten wie man recht beten soll, zum güldnen Freudensaal! Dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl: Es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, mit bei den gleich ge= preist. bis der geholfen habe, der Allen helfen kann. 5. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, Willst nicht, daß uns betrübe Born, Bank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, willst daß durch Liebesflammen sich wieder thun zusammen, die voller 3wietracht seind. 6. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, Kannst Menschenherzen wenden, wie es dir wohlgefällt: So gib doch deine Gnad zu Fried- und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 7. Beschirm die Obrigkeiten, bau unsers Fürsten Thron, Steh uns und ihm zu Seiten; schmück, als mit einer Kron, Die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, 63.32 A 1. Der dreieinige Gott. fei= ne Gna= kann kein Scha = Evangelische Kirchenlieder. V. Der dreieinige Gott. mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. de, de. 8. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, Die Häuser und die Güter mit Segen für und für; Vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet, und, was dein Herz ergeket, aus unserm Herzen reißt. 9. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, Und wenn wirs sollen geben in's Todes Hände hin, Wenns mit uns hier wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus! Panlus Gerhardt. † 1676. ( Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für Da- rum, daß nun und nim- mer- mehr uns rühren 3. Jesu Christ, Sohn eingeborn deines himmlischen Vaters, Versöhner der, die warn verlorn, du Stiller unsers Haders, 1540. 49 Ein Wohl- ge- falln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Un- ter- laß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, anbeten dich, für deine Ehr wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Lamm Gottes, Heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Noth, erbarm dich üb'r uns Arme! Ganz unermeßn ist deine Macht, fortan geschieht, was du bedacht: wohl uns des feinen Herren! 4. O heilger Geist, du größtes Gut, allerheilsamster Tröster, Vor Teufels Macht fortan behüt, die Jesus Christ erlöset Durch große Marter, bittern Tod; abwend all unsre Angst und Noth! darauf wir uns verlassen. Nical. Decins. † 1541. 4 50 Der dreieinige Gott. Weise: Die Sonn hat sich mit. 64. 1. Drei ei- nig- keit, der Gottheit wahrer Spiegel, o Licht vom Licht, du, dessen Allmachtsflü- gel 1 die sen Erd- freis streckt und alle Welt mit seinem Schirm be- deckt! 7. Dein Nam ist groß; dein Reich, Herr, in uns wohne; dein Will uns leit; ernähr uns und verschone; 2. Wir loben dich, sobald die Sonn erwachet, und wenn sie uns den späten Abend machet; was lebt und webt auf dieser Erde weit, ist alles, Herr, zu deinem Dienst bereit. 3. O reicher Schat, o unum1555. 4. Wer kann doch hier, Herr, deine Weg erfinden? wie sollt ein Mensch wol dein Gericht ergründen? Wo Gott nicht selbst mich unterweisen wird, so bleibe ich verloren und verirrt. 5. Drum lehre, Herr, du selbst uns, ohne Trennen in Einem Drei, in Dreien Eins erkennen! ach lehr uns doch, Gott Vater, Sohn und Geist, daß du Ein Gott in drei Personen heißt. 6. Gib, daß dieß Wort tief unsern Sinn durchdringe: schränktes Wesen! Weise: Wie schön leuchtet der. Nr. 60. wer hat je beine Heimlichkeit geleſen? 65. Halleluja! Lot, Preis und tiefer o unerforschte Pracht! wie groß, ach Gott, wie groß ist deine Macht! sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke! Singet! von Ihm, durch Ihn, in Ihm sind alle Dinge! Dem großen Gott sei Ehr in Ewigkeit! Ja, Amen, ja, singt alle Christenheit. sich um und um durch Versuchung wehr; erlös aus böser Zeit. Dein ist das Reich, die Kraft und Herrlichkeit. Joh. Frank. † 1677. klinget, Jubellieder, hallet wieder: Preis und Ehre sei dem Herrn der Himmelsheere! 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet, Das uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und getauft, und sich mit uns vermählet. Heilig, felig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. Der dreieinige Gott. 3. Halleluja! Gott heilger Geist, 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschar sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren, Der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeittag erforen! Eia, eia, da ist Freude, da ist Weide, himmlisch Manna und ein ewig Hosianna! 66. 1. Wir glau Himmels und der Er- den, und singet nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen! Singet! klinget, Jubellieder, ben All an hallet wieder: Preis und Ehre sei dem Herrn der Himmelsheere! ( Barthol. Crasselius. † 1724.) Darmstädter Gesangbuch. 1698. Luther. 1524. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren; von Maria, der Jungfrauen, ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben; Ei nen Gott, Schöpfer der sich zum Va- ter ge- ben hat, daß wir seine Kin- der wer= den. Er will uns all- zeit er= näh- ren, 51 = Leib und Seel auch wohl bewahren; al- lem Un- fall will er weh- ren, E kein Leid soll uns wi- der- fah- ren; er for= get für uns, hüt und wacht, hüt und wacht; es steht alles in seiner Macht. für uns, die wir warn verloren, am Kreuz gestorben : und vom Tod:| wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt 4* 52 und mit Gaben zieret schöne; die ganz Christenheit auf Erden hält in Einem Sinn gar eben. Hie all Sünd vergeben werden. Bet-, Lob- und Danklieder. 67. Weise: Nun komm, der Heiden Heiland. VI. Set-, fob- und Danklieder. meine Seele, sin ge S 67.6 1. Himmel, Er- de, Luft und Meer zeu- gen von des Schöpfers Ehr: 2. Seht das große Sonnenlicht, wie es durch die Wolken bricht: auch der Mond und Sternenpracht jauchzen Gott bei stiller Nacht. 3. Seht! der Erde runden Ball Gott geziert hat überall: Wälder, Felder, mit dem Vieh, zeigen Gottes Finger hie. 4. Seht, wie fleugt der Vögel Schaar in den Lüften Paar bei Paar! Der erste Chor. Das Fleisch soll auch wieder leben: nach diesem Elend : ist bereit: uns ein Leben in Ewigkeit. = du, bring auch jetzt dein Lob her- zu. Feuerflammen, Hagel, Wind seines Willens Diener sind. 5. Seht der Wasserwellen Lauf, wie sie steigen ab und auf: durch ihr Rauschen sie auch noch preisen ihren Herren hoch. 6. Ach mein Gott, wie wunderlich spüret meine Seele dich! Drücke stets in meinen Sinn, was du bist, und was ich bin. Joach. Neander. † 1680. 1. Herr Gott dich loben wir, Te Deum. dich, Va- ter in Ewig- feit, all En- gel und Himmels Heer Martin Luther. † 1546. auch Che- ru- bim und Se- ra- phim Hei lig ist unser Gott! Altkirchlich. 1524. Altkirchlich. 1527. Der zweite Chor oder die Gemeinde. Herr Gott, wir dan- ken dir! ehrt die Welt weit und breit; und was die- net dei- ner Ehr, sin- gen im- mer mit ho- her Stimm: Heilig ist unser Gott! Bet-, Lob- und Danklieder. Beide Chöre. Heilig ist unser Gott, der Her- re 3e ba= oth! = Der erste Chor. 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit der hei li- gen zwölf Bo- ten Zahl die theu- ren Märtrer all- zu- mal die ganze wer- the Christenheit dich, Gott Va- ter im höchsten Thron, den heil- gen Geist und Tröster werth 3. Du König der Ehren, Je- su Christ, ( der JungfrauLeib nicht hast verschmäht, Jdu hast dem Tod zer- stört sein Macht du sigst zur Rech- ten Got- tes gleich lein Rich- ter du zu- künf- tig bist Hilf deinem Volk, Herr Je- su Christ, wart und pfleg ihr zu aller Zeit 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, die mit deim theurn Blut er- lö- set sein; 5.Täglich, Herr Gott, wir lo- ben dich Der zweite Chor oder die Gemeinde. laß uns im Him- mel ha- ben Theil mit den Hei- li- gen in ew- gem Heil. Be- hüt uns heut, o treu- er Gott, sei uns gnä- dig, o Her- re Gott, zeig uns dei- ne Barmherzig- keit, 53 auf dich hoffen wir, lie- ber Herr, 2 geht über Himml und Erden weit; und die lie ben Pro- phe- ten all, To ben dich, Herr, mit großem Schall; rühmt dich auf Er- ben alle Zeit; dei- nen rech- ten und ein- gen Sohn, mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. H Gott Va- ters ew- ger Sohn du bist; zu' rlösen das menschlichGeschlecht; und all Christen zum Himmel bracht; mit aller Ehr ins Va- ters Reich; al- les, das todt und le- bend ist. und seg ne, das dein Erbtheil ist, und heb sie hoch in E- wig- keit. und ehrn dein Namen ste- tig- lich. für allerSünd und Mis- se- that; sei uns gnä- dig in al- ler Noth; wie unsere Hoffnung zu dir steht; in Schanden laß uns nimmermehr! 54 A Bet-, Lob- und Danklieder. 68. men. Beide Chöre. Ambrosins. 4. Jahrh. Weise: Nun danket All und bringet Ehr. 1. Jch sin- ge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust; ich sing und mach auf Er- den kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle seist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen nett? 5.Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schüßt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del und Most zu seinen Beiten findt? - - Dr. Martin Luther. † 1546. Crüger. 1657. 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, edlen, werthen Fried in unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott! das kommt von dir, und du mußt alles thun; du hältst die Wacht an unsrer Thür, und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu; und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, herzlich bei. 9. Du strafft uns Sünder mit Ge duld, und schlägst nicht allzusehr: ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht, und gibst uns, was uns hoch erfreut und dir zur Ehr gereicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein und was sein Kummer sei; kein Zähr- und Thränlein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohl auf, mein Herze, sing und spring, und habe guten Muth! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schak, dein Erb und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 15. Was fränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. Bet-, Lob- und Danklieder. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurückgekehrt! 69. 型 1. Lob- ge- sang Hö ren! 2. Lobe den Herren, der alles so Herrlich regieret, Der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, Der dich erhält, wie es dir selber gefällt: hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, Der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet: In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 69b. 13 4 1. ( Lo- be den Herren, den mäch- ti- gen König der Eh- ren, Meine ge- lie bete See le, das ist mein Be- geh- ren. Kommet zu Hauf! Psal- ter und Har- fe, wacht auf, las- set den 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nicht darein: so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Panlus Gerhardt. † 1676. 1668. 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet! Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 55 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht! Lob ihn in Ewigkeit! Amen! Joachim Neander. † 1680. Psalm 146. ( Lobe den Her- ren, o Weil ich noch Stunden auf = meine See le: Erden zäh= le, 1714. ich will ihn will ich lob* so lange. 56 Bet-, Lob- und Danklieder. t = lo ben bis in Tod. fingen mei- nem Gott. Der Leib und Seel ge= ge ben hat, = wer- de ge- prie- sen früh und spat; Hal- le= lu- ja, Hal- le- lu- ja! 2. Fürsten sind Menschen vom Weibe geboren, Hungrigen will er zur Speis be scheiden, und kehren um zu ihrem Staub; Ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht er frei: und seiner Gnad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! Weil dann kein Mensch uns helfen kann: 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, rufe man Gott um Hilfe an. Halleluja, Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Jacobs ist; Welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen, und hofft getrost auf Jesum Chriſt. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rath und That. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden und was darinnen ist, gemacht; Alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja! 69⁹. 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft. erhebt, die tief gebeuget gehn. Wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist der Fremden Truk, Wittwen und Waisen hält er Schuß. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, Daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strid. Der Herr ist König ewiglich: 3ion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja, Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den Hohen Namen des, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen, und bringe Lob mit frohem Muth. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heiligen Geist. Halleluja, Halleluja! Joh. Dan. Herrnschmidt. † 1723. 1704. 1. Dir, dir, Je- ho- va, will ich sin- gen; denn wo ist doch ein ( Dir will ich meine Lie- ber bringen: ach gib mir dei- nes fol- cher Gott, wie du? Geistes Kraft dazu, Bet-, Lob- und Danklieder. so wie es dir durch ihn ge fällig ist. 2. Beuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; Dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinnen und Verstand regier, Daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl, Daß ich es thu im Na- men Jesu Christ, und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß meinSingen recht gethan; So klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir 70. vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; Der lehret mich recht gläubig beten, gibt Beugniß meinem Geist, daß ich dein Kind Und ein Miterbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lieber Vater! schrei. 5. Wenn dieß aus meinem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, 1. 57 So bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, Daß mirs die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht, Und wird gewiß von dir erhöret, weil es im Namen deines Sohns geschicht, Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme von dirGnad umGnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dieß Zeugniß habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigfeit Und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlanget jederzeit, Die gibst du und thust überschwänglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir! ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Nun dan- ket Al- le Gott Der gro- ße Dinge thut Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barthal. Crasselius. † 1724. Crüger. 1649. mit Herzen, Mund und Händen, an uns und al- len En- den, 58 Bet-, Lob- und Danklieder. Der uns von Mut- ter- leib un- zäh- lig viel zu gut bis hie- her hat ge= than. = 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben Ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, Und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 70%. tau- send fachen Mund: tief- sten Herzens- grund und Kin- des- bei= nen an 1. ( O daß ich tau- send Bun- gen hätte So stimmt ich damit um die Wet- te von dem, was Gott an mir 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank, und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne Und dem, der beiden gleich, im höchsten Himmels throne! Dem dreimaleinen Gott, wie er ursprünglich war und ist und bleiben wird jegund und immerdar! Auf, auf, braucht allen euren Fleiß, Und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich! Martin Kinckart. † 1649. Ein Lob- lied nach dem andern an 1738. und einen vom al- lerge- than. 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Fel dern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier Zu Gottes Ruhm belebet sein, und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach! alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, Soll sich mir zum Gehilfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, Die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Dir sei, o allerliebster Vater, unendlich Lob für Seel und Leib! Lob sei dir, mildester Berather, für allen edeln Zeitvertreib, Den du mir in der ganzen Welt zu meinem Nugen hast bestellt! 7. Mein treuster Jesu, sei gepriesen, daß dein erbarmungsvolles Herz Sich mir so hilfreich hat erwiesen, und mich durch Blut und Todesschmerz Von aller Teufel Grausamkeit zu deinem Eigentum befreit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, o heilig werther Gottesgeist, Für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach! wo was Guts von mir geschicht, das wirket nur dein göttlich Licht. Bet-, Lob- und Danklieder. 9. Wer überströmet mich mit Segen? bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Vor andern küß ich deine Ruthe, die du mir aufgebunden hast: Wie viel thut sie mir doch zu Gute, und ist mir eine sanfte Last; Sie macht mich fromm und zeigt dabei, daß ich von deinen Liebsten sei. 11. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, 70º. al= ler Gü mein Gemüthe = te, Daß du mich unter vieler Plage durch Dick und Dünne haft geführt; Denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 12. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einher gehn? Weise: Es ist das Heil uns kommen her. 6 2E 3 59 Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 13. Drum reiß ich mich jetzt aus der Höhle der schnöden Eitelkeiten los, Und rufe mit erhöhter Seele: mein Gott, du bist sehr hoch und groß! Kraft, Ruhm, Preis, Dank und Herrlichkeit gehört dir jetzt und allezeit. 14. Ich will von deiner Güte singen so lange sich die Zunge regt; Ich will dir Freudenopfer bringen so lange sich mein Herz bewegt: Ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 15. Ach! nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin: Im Himmel soll es besser werden, wenn ich bei deinen Engeln bin. Da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Joh. Mentzer. † 1739. -kē 1524. 1. ( Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Va- ter ( DemGott, der al= le Wunder thut, dem Gott, der Mit sei- nem rei- chen Trost er- füllt, dem Gott, 60 Bet-, Lab- und Banklieder. der al- len Jammer stillt: gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es banken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, Und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die alle Welt erzeiget, So kommt, so hilft der Ueberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget Die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht: gebt unserm Gott die Ehre! Die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh: 3. Was unser Gott geschaffen hat, gebt unserm Gott die Ehre! das will er auch erhalten, Darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich: gebt unserm Gott die Ehre! 4.Jch rief dem Herrn in meiner Noth: o Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich bir; ach danket, danket Gott mit mir, gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden, Er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterbänden leitet er die Seinen stetig hin und her: gebt unserm Gott die Ehre! 70⁰. e 6. Wenn Trost und Hilf ermangeln muß, 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; Man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören; Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Seel und Leib, erfreue dich: gebt unserm Gott die Ehre! 8. Jhr, die ihr Christi Namen nenni, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Göten macht zu Spott: der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht mit jauchzenvollem Springen, Bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht: gebt unserm Gott die Ehre! 3. 3. Schütz. † 1690. Crüger. 1657. 1. Nun danket All und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, * dem, dessen Lob der En- gel Heer 2.Ermuntert euch und singt mitSchall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut. im Himmel stets ver- meldt. 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält, und wo kein Mensch nicht helfen kann sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, boch bleibet gutes Muths, die Straf erläßt, die Schuld vergiebt und thut uns alles Guts. Bet-, Lob- und Danklieder. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn, und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er laffe seinen Frieden ruhn auf seiner Christen Land; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in allem Stand. 71. t 1. laß dir un ser Lob - ob wir schon von dir Wun- der- ba- rer König, Dei- ne Vaters Gü- te Großes Licht der Sonnen, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen; Lobet gern, Mond und Stern, seid bereit zu ehren einen solchen Herren! 3. O bu meine Seele, finge fröhlich, singe! finge deine Glaubenslieder; Was den Odem holet, 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn; was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und bleib auch, wenn wir von der Erd abscheiden, unser Theil. 9. Er brücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu, und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. P. Gerhardt.+ 1776. Neander? 1680. jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub darnieder! Herrscher von uns al- len, hast du lassen triefen, # ge= fal= len. weg- lie- fen. SFS stärk uns doch, laß die Zungen singen, laß die Stimmen klingen. 2. Himmel, lobe prächtig Er ist Gott deines Schöpfers Thaten, mehr als aller Menschen Staaten. Hilf uns noch, Bebaoth! er nur ist zu loben hier und ewig droben. 61 4. Halleluja bringe wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Halleluja finge welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet. Owohl dir! glaube mir: endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben! Joachim Neander. † 1680. 62 71. Bet-, Lob- und Danklieder. 1. Va- ter un- ser im Himmelreich, der du uns al- le heißest gleich Brü- der sein und dich ru- fen an, 6 gib, daß nicht bet al- lein der Mund, 2. Geheiligt werd der Name dein: dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Herr, behüt uns vor falscher Lehr, das arm verführet Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Der heilig Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei; des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden, wie im Himmelreich: gib uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid; wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gib uns heut unser täglich Brod, was man bedarf zur Leibesnoth: behüt uns, Herr, vor Unfried, Streit, vor Seuchen und vor theurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizes ledig gehn. 71.e Gr 1540. und wilt das Be- ten von uns han: hilf, daß es geh von Herzens Grund. 6. All unser Schuld vergib uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern. Zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht! Wenn uns der böse Geist ansicht, zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohl gerüst und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Uebel uns erlös; es sind die Zeit und Tage bös. Erlöse uns vom ewgen Tod und tröst uns in der letzten Noth. Bescher uns auch ein selig End; nimm unser Seel in deine Händ. 9. Amen, das ist: es werde wahr! Stärf unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiemit gebeten han auf dein Wort, in dem Namen dein: so sprechen wir das Amen fein. Dr. Martin Luther. † 1546. 1535. Da pacem, Domine. Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott zu unsern Zeiten! es ist doch ja kein and- rer nicht, der für uns könnte strei- ten, H Denn du, unser Gott, al- lei- ne. Jesuslieder. 72. Weise: Chriftus der ist mein Leben. VII. Jesuslieder. 1. Dr. Martin Luther. † 1546. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth! daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht! Dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, 72⁰ 1. Ach bleib mit dei- ner Gna- de bei uns, Herr Je- su Christ, daß uns hin fort nicht scha- de des bösen Fein- des List. dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schuhe bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht truge, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott! Beständigkeit verleihe; hilf uns aus aller Noth. Jasna Stegmann. † 1632. 1704. Vulpius 1609. 63 Eins ist noth, ach Herr, dieß Ei- ne leh- re mich erkennen doch! Alles andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, Darunter das Her- ze sich na- get und pla- get, und dennoch kein 5 so werd ich mit Einem in Al- lem er= getzt. wahres Ver- gnü- gen er- ja- get. Erlang ich dies Eine, das Alles er setzt, = 64 Jesuslieder. 2. Seele, willst du dieses finden, fuchs bei keiner Creatur; Laß, was irdisch ist, dahinten: schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet: da, da ist das beste, nothwendigste Theil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, Da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ: Ihr Herze entbrannte, dieß einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt und wurde ihr Alles in Einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur nach dir. Laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehrten zum gröBesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist: was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, Worinnen die Demuth und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu! es muß mir gelingen durch dein scharlachrothes Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben: die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht: Du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Lust: dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? mich beneht die Gnadenfluth. Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut. Da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden: dein Eingang die völlige Freiheit mit bringt, im findlichen Geiste das Abba* nun flingt.* Lieber Vater! Gal. 4, 6. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jego meine Seel ergeßt, Weil auf eine frische Weide mein Hirt, Jesus, mich gesetzt. Nichts süßers kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. Jesuslieder. ť und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein; Prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein. gib, daß ich hier alles nur achte für Koth Sieh, ob ich auf bösem, betrüg- und Jesum gewinne: dies Eine ist lichem Stege, noth. Joh. Heinr. Schröder. † 1699. Vor 1577. 72º. 1. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr, ( Die ganze Welt nicht freu- et mich, von mir nicht fern mit deiner Güt Erd nicht frag ich, wenn ich dich nur E und Gnaden! fann ha ich bitt, wollst sein nach Himmel und î = 65 2 in Schanden laß mich nim- mer- mehr! 2.Es ist ja, Herr, deinGschenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; Damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich! Herr JesuChrist ,: mein Herr und Gott ,: tröst mir mein Seel in Todesnoth. Evangelische Kirchenlieder. ben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist doch du mein Zu- ver- sicht, mein Theil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat er- löst.. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, 3. Ach Herr, laß dein lieb Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schooß tragen, Den Leib in seim Schlaffämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Bein ruhn bis zum jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ,: erhöre mich,:| Ich will dich preisen ewiglich. M. Schalling. † 1608. 5 66 73. Jesuslieder. Höchster Priester, der du dich selbst ge- o- pfert haft für mich laß doch, bitt ich, noch auf Er- den, auch mein Herz dein D- pfer wer- den. 2. Denn die Liebe nimmt nichts an, was du, Liebe, nicht gethan: was durch deine Hand nicht gehet, wird zu Gott auch nicht erhöhet. 3. Drum so tödt und schlachte hin meinen Willen, meinen Sinn: reiß mein Herz aus meinem Herzen, sollts auch sein mit tausend Schmerzen. 74.c lie- ben, mei- ne zier, wäh- ren der Be- gier. 1. ( Ich will dich lieben, mei- ne Stär- te, ( Ich will dich lieben mit dem Wer- ke Altkirchlich. als meinen allerbesten Freund: Ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint. Ich will dich lieben, Gotteslamm, als meinen Bräutigam. 4. Trage Holz auf den Altar und verbrenn mich ganz und gar, o du allerliebste Liebe: bis mir das Her- ze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, du hochgelobte Schönheit, du! Und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid und bin betrübt, daß ich so spät geliebt. 4. Sch lief verirrt und war verblendet; ich suchte dich und fand dich nicht. wenn doch nichts mehr von mir bliebe! 5. Also wird es wohl geschehn, daß der Herr es wird ansehn; also werd ich noch auf Erden Gott ein Liebesopfer werden. Joh. Scheffler( Angelus Silesins). † 1677. 1738. ich will dich und im= mer: Ich will dich lie- ben, schön- stes Licht Ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht: Nun aber ists durch dich gescheh daß ich dich hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonn daß mir dein Glanz hat Licht gebrac Ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemad Ich danke dir, du güldner Mun daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stege und laß mich nicht mehr irre gebr Laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn. Erleucht mir Leib und Seele gar du starker Himmelsglanz. Jesuslieder. 7. Gib meinen Augen süße Thränen, gib meinem Herzen keusche Brunst. Laß meine Seele sich gewöhnen zu üben in der Liebeskunst. Laß meinen Geist, Sinn und Verstand stets sein zu dir gewandt. 8. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott; Ich will dich lieben ohne Lohne, auch in der allergrößten Noth; Ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. Joh. Scheffler. † 1677. 75. Juf der Lebensbahn! Weise: Seelenbräutigam. Nr. 80. Resu, geh und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen: 76. Weise: Nun komm, der Heiden Heiland. führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn, und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, fümmert uns ein fremdes Leiden, o so gib Geduld zu beiden: richte unsern Sinn auf das Ende hin! 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang! Führst du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nöthge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüren auf. Graf Zingendorf. † 1760. Altkirchlich. 1524. 67 1. Je- su, komm doch selbst zu mir, und ver- blei- be für und für; = komm doch, wer- ther See- len- freund, Lieb- ster, den mein Her ze meint. 2. Tausendmal begehr ich dich, 6. Keinem andern sag ich zu, weil sonst nichts vergnüget mich. daß ich ihm mein Herz aufthu; Tausendmal schrei ich zu dir: dich alleine laß ich ein, Jesu, Jesu, komm zu mir! dich alleine nenn ich mein. 3. Keine Lust ist auf der Welt, die mein Herz zufriedenstellt. Jesu, nur dein Beimirsein nenn ich meine Lust allein. 4. Aller Engel Glanz und Pracht, und was ihnen Freude macht, ist mir, süßer Seelenkuß, ohne dich nichts als Verdruß. 5. Nimm nur alles von mir hin, ich verändre nicht den Sinn: du, o Jesu, mußt allein ewig meine Freude sein. 7. Dich alleine, Gottes Sohn, heiß ich meine Kron und Lohn; du für mich verwundtes Lamm bist allein mein Bräutigam. 8. O so komm denn, süßes Herz, und vermindre meinen Schmerz; denn ich schreie für und für: Jesu, Jesu, komm zu mir. 9. Nun, ich warte mit Geduld; bitte nur um diese Huld, daß du mir in Todespein wollst ein süßer Jesus sein. Joh. Scheffler. † 1677. 5* 68 77. Je und 1. ( Je= su, mei- ne Freude, ( Ach wie lang, ach lan-ge, 78. Jesuslieder. = su, mei- ne zier, ver- langt nach dir! 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß den Satan wittern*, laß die Welt erschüttern: mir steht Jesus bei. Ob es ist gleich kracht und blist, obgleich Sünd und Hölle schrecken: Jesus will mich decken. * wettern. 3. Troß dem alten Drachen, Trotz dem Todesrachen, Troß der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe: ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in Acht: Erd und Abgrund muß verstummen, ob sie noch so brummen. außer dir soll mir auf Er- den nichts sonst Liebers wer- den. ich mag euch nicht hören; bleibt mir unbewußt. 4. Weg mit allen Schäzen: du bist mein Ergehen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eiteln Ehren, Weise: Jesus, meine Zuversicht. = Crüger. 1656. 71 meines Herzens Weide, ist dem Her- zen ban- ge Got- tes Lamm, mein Bräu- ti- gam, 1. ( Meinen Je sum laß ich So er for dert mei- ne = Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen: mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden: bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht: dir sei ganz, o Lasterleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hie Spott und Hohn; dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Franck. † 1677. Crüger. 1656. nicht; weil er Pflicht, flet- ten = fich für weis an mich ge= ge= ihm zu ben, kle= ben. Jesuslieder. Er ist mei- nes Le= bens Licht: € 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben. Ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht: meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen; Laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen: Wenn der Lebensfaden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, Wo vor seinem Angesicht meiner Väter Glaube pranget. mei nen Je sum laß ich nicht. = = 79. O du fröhliche, o du selige. Anhang II, Nr. 4. 80. Mich erfreut sein Angesicht: meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele wünscht und sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, Der mich freiet vom Gericht: meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu dem Lebensbächlein leiten. Selig, der mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. M. Chr. Reqmann. † 1662. 4 1. See= len- bräu- ti- gam, 69 Dreje. 1690. Je su, Gottes- lamm! = habe Dank für deine Lie- be, die mich zieht aus rei- nem Trie- be von der Sün- den Schlamm, Je su, Got- tes- lamm. 2. Deine Liebesglut stärket Muth und Blut; wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemuth deiner Liebe Glut. 3. Wahrer Mensch und Gott! Trost in Noth und Tod! du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren durch dein Blut so roth, wahrer Mensch und Gott! 70 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht! salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für: deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre und vermehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm! 7. Großer Friedefürst, Jesuslieder. wie hast du gedürft nach der Menschen Heil und Leben und dich in den Tod gegeben, wie du riefst: mich dürst! großer Friedefürst! 8. Deinen Frieden gib aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen: denen du bist lieb, deinen Frieden gib! 9. Wer der Welt abstirbt, emfig sich bewirbt um den lebendigen Glauben, der wird bald mit Wonne schauen, daß Niemand verdirbt, der der Welt abstirbt. 81. Sönster Herr Jeſu. Anhang II, Nr. 5. Weise: Mein Freund zerschmelzt. 82. 10. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich; ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen; Herr, sei du mein Jch! ich ergreife dich! 11. Wenn ich weinen muß, wird dein Friedensgruß meine Thränen auch begleiten und zu deinen Wunden leiten, wo mein Thränenfluß bald sich stillen muß. 12. Wenn ich mich aufs neu wiederum erfreu, freuest du dich auch zugleiche, bis ich dort in deinem Reiche ewiglich aufs neu mich mit dir erfreu. 13. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen. Denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 14. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde, und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich! 15. Du mein Preis und Ruhm, werthe Saronsblum, in mir soll nun nichts erschallen, als was dir nur kann gefallen, werthe Saronsblum, du mein Preis und Ruhm! Adam Drese. † 1701. 1704. und in der 1. Wie herrlich ists, ein Schäflein Christi wer- den, ( Kein höhrer Stand ist auf der ganzen Er- den, als un- ver Jesuslieder. Huld des treu- sten Hir- ten stehn! Was al- le Welt nicht ge- ben kann, rückt dem Heiland nach- zu- gehn. das trifft ein solches Schaf bei seinem Hirten ant. Es wird es ihm kein wilder Wolf entwenden, 2. Hier findet es die angenehmsten Auen, hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt; Kein Auge kann die Gnaden überschauen, die es allhier in reicher Menge schmeckt; Hier wird ein Leben mitgetheilt, das unaufhörlich ist und nie vorübereilt. 3. Wie läßt sich da so froh und ruhig sterben, wenn hier das Schaf im Schoß des Hirten liegt! Es darf sich nicht vor Höll und Tod entfärben: sein treuer Hirt hat Höll und Tod besiegt. Büßt gleich der Leib die Regung ein, so wird die Seele doch kein Raub des Moders sein. 4. Das Schäflein bleibt in seines Hirten Händen, wenn gleich vor Zorn der ganze Abgrund schnaubt; 83.C 71 weil der allmächtig ist, an den es glaubt. Es kommt nicht um in Ewigkeit, und wird im Todesthal von Furcht und Fall befreit. 5. Wer leben will und gute Tage sehen, der mache sich zu dieses Hirten Stab! Hier wird sein Fuß auf süßer Weide gehen, da ihm die Welt vorhin nur Träber gab; Hier wird nichts Gutes je vermißt, dieweil der Herr ein Herr der Schätze Gottes ist. 6. Doch dies ist nur der Vorschmack größrer Freuden, es folget noch die lange Ewigkeit; Da wird das Lamm die Seinen Herrlich weiden, wo der krystallne Strom das Waffer beut. Da siehet man erst klar und frei, wie schön und auserwählt ein Schäflein Jesu sei. Joh. Jak. Rambach † 1735. 1599. 1. Wie schön leuchtet der Mor- gen- stern, voll Gnad und ( Du Sohn Davids aus Ja- kobs Stamm, mein König Wahrheit von dem Herrn, die süße Wurzel Jef- se! und mein Bräu- ti- gam, hast mir mein Herz be se ßen, = Lieblich, 72 freund- lich, schön und herrlich, groß und ehr- lich, reich von Ga- ben, hoch und sehr prächtig er= ha= ben. 2. Ei meine Perl, du werthe Kron, wahr Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Du bist des Herzens schönste Blum, dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Ei mein Blümlein, Hosianna! Himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du Sonne voller Glut und Schein, die Flamme deiner Liebe! Ach möcht es sein, daß ich durch dich an deinem Leibe ewiglich ein lebend Gliedmaß bliebe. Nach dir wallt mir mein Gemüthe, Jesuslieder. ewge Güte! bis es findet dich, des Liebe mich entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenschein, wenn du mich mit den Augen dein so freundlich thust anblicken. O Jesu, Herr, mein trautes Gut! dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich in dein Arme, daß ich warme werd von Gnaden, auf dein Wort komm ich geladen! 5. Herr Gott Vater, mein starker Held! Du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, er ist mein Freund, ich seine Braut, drum mich auch nichts betrübet. Heil mir, Heil mir, himmlisch Leben wird er geben mir dort oben! Ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Die Saiten rührt mit süßem Klang und laßt den hohen Lobgesang ganz freudenreich erschallen Dem liebsten Jesu nur allein, dem wunderschönen Bräut'gam mein, zu Ehren und Gefallen. Singet, springet, jubiliret, triumphiret, dankt dem Herren! Groß ist der König der Ehren. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schag ist das A und O der Anfang und das Ende! Er wird mich doch zu seinem Preis aufnehmen in sein Paradeis, des klopf ich in die Hände. Amen, Amen! Komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange! Deiner wart ich mit Verlangen. Ph. Nikolai.+ 1608. 84. Jesuslieder. wenn ich in deiner Lie- be ruh! und ei le deinen Ar- men zu. 3 1. Wie wohl ist mir, o Freund der See- len, Ich steige aus der Schwermuth Höh= len scheiden, wenn mit so an- ge- neh- men Freu- den wer wollte nicht vergnüget werden, 2. Die Welt mag meine Feindin heißen: es sei also; ich trau ihr nicht, Wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele: bu bist mein Freund, den ich erwähle; du bleibst mein Freund, wenn Freund schaft weicht. Der Welthaß kann mich doch nicht fällen, 1704. weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich des Moses Eifer drücken; aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Er- den: bligt auf mich des Gesetzes Weh; DrohtStraf undHölle meinem Rücken: so steig ich gläubig in die Höh Und flieh in deine Seitenwunden: da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen: du bist mein Heil! Wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 73 Da muß die Nacht des Trauerns die Lie- be strahlt der in dir su- chet Ruh und Lust? 4. Führst du mich in die Kreuzes= wüsten, ich folg und lehne mich auf dich. Du nährest aus den Wolkenbrüsten und labest aus den Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen; sie enden sich in Lieb und Segen: genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen: mir nicht, weil Seele, Herz und Muth In dir, der du verlässest keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End er= schrecken, wenn er aus mördervollen Hecken gelanget in die Sicherheit? Mein Licht! so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildniß scheiden zu deiner Ruh in Ewigkeit. 74 Eine heilige christliche Kirche. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich fann Welt, Noth und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. 85. VIII. Eine heilige christliche Kirche. Weise: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Laß solche Ruh in dem Gemüthe nach deiner unumschränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! Nichts kann, als Jesus mich erfreuen. O reicher Trost, mein Freund ist mein! Wolfg. Christoph Dessler. † 1722. 4. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind sicher, arg, faul und kalt; gib Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall an allem Ort. 1. Ach, bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist: F dein Wort, o Herr, das ewig Licht, laß ja bei uns aus- lö- schen nicht. 7. Den stolzen Geistern wehre doch, 2. In dieser lebtn betrübten Beit verleih uns alln Beständigkeit, daß wir rein Wort und Sakrament behalten bis an unser End. 3. Laß uns in guter stiller Ruh das zeitlich Leben bringen zu; und wenn das Leben neiget sich, laß uns einschlafen seliglich. 5. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 6. Ach Gott, es geht gar übel zu: auf dieser Erd ist keine Ruh, viel Setten und groß Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 85b. 1543. die sich mit Gwalt erheben hoch und bringen stets was neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 8. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 9. Dein Wort ist unsers Herzens Truh und deiner Kirche wahrer Schutz: dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts anders suchen mehr. 10. Gib, daß wir lebn in deinem Wort und darauf ferner fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelssaal. 1704. 1. fahre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Licht! mache deinen Eine heilige christliche Kirche. Leuchter hel- le, laß die er- ste Lie- be nicht, su- che stets die Lebensquelle: 3i- on, drin- ge durch die en- ge Pfort! fah- re fort, fah- re fort! 2. Leide dich, 5. Dringe ein, leide dich, dringe ein, Zion, leide ohne Scheu 3ion, dringe ein in Gott, Trübsal, Angst mit Spott und Hohne, stärke dich mit Geist und Leben; sei bis in den Tod getreu, 3. Folge nicht, sei nicht wie die Andern todt, sei du gleich den grünen Reben; siehe auf die Lebenskrone! Zion, fühlest du der Schlangen Stich, Zion, in die Kraft, für Heuchelschein, leide dich, leide dich! folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; achte nichts ihr Gut und Geld, nimm nicht an das Bild des Drachen; Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht! Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten; Bion, beides das, was frumm und schlecht, prüfe recht, prüfe recht! 86.C bringe ein, bringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet; zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet; Zion, durch die dir gegebne Thür brich herfür, brich herfür!. 7. Halte aus, halte aus, Bion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laulich finden. Auf, das Kleinod rückt herbei; auf, verlasse, was da hinten: Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! Joh. Enseb. Schmidt. † 1745. 1524. 75 1. ( Ach Gott, vom Himmel sieh da- rein Wie wenig sind der Heilgen dein, und laß dich des ver lassen sind M er- bar- men: Dein Wort man läßt nicht haben wahr, der Glaub ist wir Ar- men. 76 Eine heilige christliche Kirche. auch ver- lo- schen gar bei 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Wig erfindet; Ihr Herz nicht Eines Sinnes ist, in Gottes Wort gegründet. Der wählet dieß, der Andre das, fie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten alle Lahr, die falschen Schein uns lehren; Dazu ihr Zung stolz offenbar spricht: Trog! wer wills uns wehren? Wir haben Recht und macht allein, was wir segen, das gilt gemein. Wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: ich muß auf sein, die Armen sind verstöret; al len Menschen = kindern. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur sieben: mal Lob= ge= t- ne nehm und schö- ne, 89.- 1 bewährt, wird lauter funden; An Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret ſein, da wird erkannt sein Kraft und Schein, und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein Ihr Seufzen dringt zu mir herein, wo diese losen Leute sind ich hab ihr Klag erhöret. in deinem Volk erhaben. 87. vor diesem argen Gschlechte, Und laß uns dir befohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher findt, t = = Die wir uns all- hier bei- sam- men finden, Uns auf deine Mar- ter zu ver= bin= den, schlagen uns re Hände ein, dir auf e auf ewig treu zu sein. = Dr. Martin Luther. † 1546. Brüderchrlb. 1784. = ge A- men und Frie de, Frie- de sei Und zum Zei- chen, daß dies Deinem Her- zen an- gePsalm 46. zu- gleich: mit euch! Chr. Renat. Graf u. Zingendorf.+ 1752. Luther. 1529. 1. Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Er hilft uns frei aus al- ler Noth, die uns jetzt Eine heilige christliche Kirche. Wehr und Waf-= fen. hat be= trof fen. = Rü- stung ist, auf Erd 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; Es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erforen. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein ander Gott; das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen: So fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht: ein Wörtlein kann ihn fällen. Der alt 4. Das Wort sie sollen lassen stan und fein Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn: das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther. † 1546. Weise: Jesus, meine Zuversicht. Nr. 192b. 90.Cine ine Heerde und Ein Hirt! wie wird dann dir sein, o Erde, Wenn sein Tag erscheinen wird? freue dich, du fleine Heerde! = bb se Feind mit Ernst ers jetzt meint, groß Macht und viel List sein grau- sam 77 ist nicht seins glei 2 chen! Mach dich auf und werde licht! Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern?- Schon ergrünt es auf den Weiden, Und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden. Blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde. Ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Heerde! Kleine Heerde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrothes Helle, Und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle. Ihn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgethan: rauscht, verdorrte Todtenbeine! Macht dem Bundesengel Bahn, großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht! 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, Und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf, es werde licht! Jesus hält, was er verspricht. Fr. A. Krummacher. † 1845. 78 Eine heilige christliche Kirche. Weise: Seelenbräutigam. Nr. 80. 91. Großer Sünderfreund! du hast uns vereint, weil du aus verlornen Sündern uns gemacht zu Gottes Kindern. Lob dir Sünderfreund! Du hast uns vereint. 2. Deine Lieb und Treu zeiget sich aufs neu; wie dein Himmelreich sich nahen deine ersten Boten sahen, sehen wir aufs neu strahlen deine Treu. 3. Heil und Leben schafft deines Wortes Kraft Juden, Türken, wilden Heiden! O wie viel machst du der Freuden da, wo deine Kraft Licht und Leben schafft. 4. Mit uns knieet schon, Herr, vor deinem Thron, auf des Indus heißem Strande und des Nords beeistem Lande mancher Schmerzenslohn, theurer Menschensohn! Weise: O Gott, du frommer Gott. 92. Den rechten Weg zu Gott 5. Wenn dein Mund es spricht, wird das Dunkel Licht, und der Hölle Fürsten beben, wenn das neu entstandne Leben, deiner Gottheit Licht, durch das Dunkel bricht. 2. Du bist zwar in die Höh zum Vater aufgefahren, Doch gibst du noch der Welt dein Wort mit großen Scharen, Und baust durch diesen Dienst die Kirche, deinen Leib, daß er im Glauben wachs und fest ans Ende bleib. 6. An dem Kreuzes stamm, theures Gotteslamm, hast du unsern Feind bezwungen und uns ewges Heil errungen. Lob dem Gotteslamm an dem Kreuzes stamm! 7. Jauchzet, Cherubim! singet, Seraphim, mit der schwachen Menschen Chören unsern großen Herrn zu ehren! Singt ihm, Cherubim, lobt ihn, Seraphim! 8. Singt Halleluja unsrem Jehova, den wir glänzend sehen kommen zur Errettung seiner Frommen! Singt Halleluja unsrem Jehova! N Herr Je- su, der du selbst von Gott als Leh- rer kommen ( Und, was du aus dem Schoß des Vaters hast ge- nom- men, t sei für dein Pre- digt- amt = 1710. mit Wort und Werk ge- lehrt, ge= lobt von dei= ner Heerd. 3. Hab Dank für dieses Amt, wodurch man dich selbst höret, Das uns den Weg zu Gott und die Versöhnung lehret, Durchs Evangelium ein Häuflein in der Welt berufet, sammelt, stärkt, lehrt, tröstet und erhält. Eine heilige christliche Kirche. 4. Erhalt uns diesen Dienst bis an das End der Erden, Und weil die Ernte groß, groß Arbeit und Beschwerden, Send selbst Arbeiter aus, mach solche klug und treu, daß Feld und Baumann gut, die Ernte reichlich sei. 5. Die du durch deinen Ruf der Kirche hast gegeben, Erhalt bei reiner Lehr und einem heilgen Leben; Leg deinen Geist ins Herz, das Wort in ihren Mund; was jeder reden soll, das gib du ihm zur Stund. 6. Ach segne all dein Wort mit Kraft an unsern Seelen; Laß deinen Schäflein nie an guter Weid es fehlen; Such das verirrte selbst, bind das verwundte zu, das schlafende weck auf ,. das müde bring zur Ruh. 7. Bewahr vor Ketzerei, vor Menschenlehr und Dünkel; Lehr uns nach deiner Art, im Tempel, nicht im Winkel: Behüt vor Nergerniß, vor Spaltung, welche trennt; erhalte rein und ganz dein Wort und Sacrament. 79 Weise: Eins ist Noth. Nr. 72b. 93. Nacht mit tausendjährgem deckt die Länder fort und fort; Seltne Sterne nur mit matten Strahlen schimmern ba und dort. Doch jenseits der Wolken, im Lande der Wonnen, da leuchten so helle die himmlischen Sonnen, da strahlt um den Thron des Unendlichen Her in heiligen Flammen das gläserne Meer. 2. Tausend Nationen wallen in der Finsterniß dahin, Ach, und Niemand unter Allen will sie aus dem Dunkel ziehn! Doch droben vom Throne her blickt auf die Armen ein väterlich Auge mit mildem Erbarmen, und gibt es den Christen auf Erden ins Herz, zu lindern den Blinden den brennenden Schmerz. 3. Und die Knechte Christi schiffen muthig hin auf wilder Fluth, Die sich über Felsenriffen bricht mit ungestümer Wuth; Sie sehn ja am Steuer den himmlischen Meister, ihr Auge wird heller, die Hoffnung wird dreister: laß branden die Wogen, sein Friede ist nah! 8. Bring, was noch draußen ist, Laß splittern die Masten, der Retter zu deiner kleinen Heerde; ist da! Was drinnen ist, erhalt, daß es gestärket werde: Durchdring mit deinem Wort, bis Heerde und der Hirt im Glauben, Herr, an dich zusammen selig wird. 4. Wann sie dort ans Ufer steigen, sehn sie, wie sich auf den Höhn Scharen vor den Gögen neigen und um Heil vergeblich flehn. Eberhard Ludwig Fischer.+ 1773. Wie lange wirds währen, bis über fie Alle erhöht das Panier des Gekreuzigten walle? Dann fallen die blutigen Göhen in Staub, dann werden die Tempel Immanuels Raub. 80 Eine heilige christliche Kirche. 5. Noch steht dürr des Friedensfürsten unermeßliches Gefild, Und die Nationen dürften nach dem Born, der Leben quillt. Einst werden sie sich zu dem Ewigen halten, der dort in der Wüste den Felsen gespalten: dann fällt auf die öde, vertrocknete Au, wie Ströme des Lebens, der himmlische Thau. 6. Laßt uns Samen streun, ihr Brüder, bis die müde Hand erstarrt! Drückt uns oft auch Sorge nieder, wann wir lang auf Frucht geharrt: Einst kömmt sie, die Zeit, da die Segen uns träufen, die Aehren im ewigen Sonnenschein reifen: vergeblich ja wartet das thörichte Herz auf Garben der Ernte im stürmischen März. 7. Wenn auch da und dort ermattet Einer sich zur Ruhe legt, Von Gebüschen still umschattet, von der fühlen Gruft verdeckt, Die Jesu gedienet in Arbeit und Kummer, erwecket er mächtig dereinst aus dem Schlummer; sie sehn ihre Garben im ewigen Licht, und was sie geduldet, vergeblich ists nicht. 8. Nun so füll uns denn, du Treuer, dessen Geist die Welt durchgeht, Heut aufs neu mit heilgem Feuer, welches dir entgegen weht! Laß Segen auf die, die dein Ackerfeld bauen, o Herr, aus dem oberen Heiligthum thauen, und stille der Herzen entbrannte Begier nach Frucht ihrer Müh, nach dem Himmel, nach dir. Ch. G. Barth. † 1862. Weise: Wachet auf, ruft uns. Nr. 200. 94. Herr Jesu, Ehrenkönig! die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus; Sende sie hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen. zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud, heut, gestern und in Ewigkeit. 2. Schau auf deine Millionen, die noch im Todesschatten wohnen, von deinem Himmelreiche fern! Seit Jahrtausenden ist ihnen kein Evangelium erschienen, kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, geh auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu, zeuch uns voran, und mach uns Bahn, gib deine Thüren aufgethan. 3. Deine Liebe, deine Wunden, die uns ein ewges Heil erfunden, dein treues Herz, das für uns fleht, Wollen wir den Seelen preisen, und auf dein Kreuz so lange weisen, bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig ist dein Wort: es richtet und durchbohrt Geist und Seele; dein Joch ist süß, dein Geist gewiß, und offen steht dein Paradies. 4. Heiland! deine größten Dinge beginnest du schlecht und geringe; was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten; auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, wächst endlich ohne Schein, doch zum Baume, 95. # Eine heilige christliche Kirche. Weise: Gott des Himmels und der Erden. 3 = 3i- on ein. fröhlich sein. 1. ( Thut mir auf die schöne Pfor- te, ( Ach wie wird an diesem Or= te Hier ist Gottes Hier ist lau- ter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen: fomme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Sieh doch in mein Herz hinein, laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, Daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zieh das Herze ganz empor. weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem es von Gott vertrauet ist. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt; Gib mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, Präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 96. ť 1 Weise: Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. A. Knapp. 1864. Albert. 1642. 1. Ver- za- ge nicht, du Häuflein klein, führet mich in - ne See- le mei- Willens sein, dich gänzlich zu Evangelische Kirchenlieder. An 5.Stärkin mir den schwachenGlauben, laß dein theures Kleinod mir Nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, Daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; Speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Noth. 7. Deffne mir die grünen Auen, daß dein Lamm sich weiden kann, Lasse mir dein Manna thauen, zeige mir die rechte Bahn Hier in diesem Jammerthal zu des Lammes Ehrensaal. Benj. Schmalk. † 1737. 1534. ge= sicht, obschon die Feinde 81 ver-stö= ren, 6 82 Eine heilige christliche Kirche. # und suchen dei- nen Un- ter- gang, da- von dir wird recht angst und bang: ge währen. 3.SowahrGottGott ist und sein Wort, muß Welt, Teufel und Höllenpfort und was dem thut anhangen endlich werden zu Schand und Spott: den er wohl weiß, dir helfen schon, Gott ist mit uns und wir mit Gott, dich und sein Wort erhalten. den Sieg wolln wir erlangen. es wird nicht lan 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes: dem besteht die Rach und laß es ihn nur walten; er wird durch seinen Gideon, 97.500 Weise: Dir, dir, Jehova, will ich singen. = 1. ( Wach auf, duGeist der er sten Zeugen, ( Die Tag und Nächte nimmer schweigen treu e Wächter stehn, Feind ent- ge- gen gehn; Gustav Adolph's Feldlied, 1632. Joh. Mich. Altenburg.+ 1640. ( 1690) 1704. Ja de- renSchall die ganze Welt durchdringt o möcht es doch in alle Lande gehn! Ach, Herr, gib doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. Herr der Ernte! siehe doch darein: die Ernt ist groß, da wenig Knechte sein. 3. Dein Sohn hat ja mit flaren Worten und al= ler Völ- ker Scha- ren zu 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, Dich herzinbrünstig hierum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn! die auf der Maur als und die ge- trost dem dir bringt. 4.Wie kannst du uns denn das versagen, was uns dein Sohn selbst deutlich bitten heißt? Wie denkst du dieses abzuschlagen, wozu du selbst uns treibst durch deinen Geist? Denn daß wir hierum brünstig zu dir flehn, das ist allein durch deinen Geist geschehn. 5. So gib dein Wort mit großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein; Laß eilend Hilf uns widerfahren und brich in Satans Reich und macht hinein. Obreite, Herr, auf weitem Erdenkrei dein Reich bald aus zu deines Nament Preis! Eine heilige christliche Kirche. 6. Ach, daß die Hilf aus Zion käme: o daß dein Geist so, wie dein Wort verspricht, Dein Volk aus dem Gefängniß nähme! o würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hilf und mach uns frei! 7. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen! es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein. Ach führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll in alle Thore ein. Ja, wecke doch auch Israel bald auf: und also segne deines Wortes Lauf! 8. O besfre 3ions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, Das räum, ach räum aus jedem Wege; vertilg, o Herr! den falschen Glaubenswahn, Und mach uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 9. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein; Ja sige du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, Daß treuer Lehrer viel und Beter sein, die für die ganze Kirche stehn und schrein. 10. Du hast uns Hirten ja versprochen, die du nach deinem Herzen geben willt. Nun wird dein Wort niemals gebrochen, ein jedes Wort wird Punkt für Punkt erfüllt; 83 Drum halt ich dieses klare Wort dir vor: ach denke dran und neig uns Herz und Ohr! 11. Ach, wird dein Herze nicht beweget, da du, o Gott, die Liebe selber bist Und, was von Lieb in uns sich reget, aus deinem Liebesfeur ein Fünklein ist? Da wir in schwacher Liebe nun so stehn, was soll nicht von der Liebe Quell geschehn? 12. O Herr, wo willst du dich hinwenden? siehst du denn nicht den großen Jammer an? Ach, willst du uns nicht Hilfe senden? ach, siehst du nicht, was Jesus hat gethan? Ist er denn nicht der Heiland aller Welt? wie kommt es, daß der Feind so Plat behält? 13. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du, als der Brunnquell aller Güte, gibst selber mir etwas von deinem Sinn, Daß mich der Menschen Elend jammern kann; drum bitt ich, Herr, o nimm mein Bitten an! 14. Du wirst wohl wissen, recht zu richten, da du ja aller Welt ihr Richter bist. Laß nur dein Wort den Streit hier schlichten, wenn deine Lieb in uns im Zweifel ist; Und treib uns ferner, dich nur anzuflehn: es wird doch endlich noch viel mehr geschehn. Karl Heinrich von Bogatyky. † 1774. 6* 84 98. € 1. ( 3i- on flagt mit Angst und Schmerzen, Die er trägt in seinem Her- zen, ● wer- the Stadt, wählet hat. Wort Gottes. in der Not Ach, spricht sie, wie hat mein Gott und läßt mich so Meiner hat er ganz vergessen. 2. Der Gott, der mir hat versprochen seinen Beistand jederzeit, Der läßt sich vergebens suchen jest in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für so gar grausam zürnen mir? Kann und will er sich der Armen jegt nicht, wie vorhin, erbarmen? 3." Zion, o du Vielgeliebte", sprach zu ihr des Herren Mund, 3war bist du jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt: Doch stell alles Trauern ein! Wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind kann hassen und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn du gleich möchtest finden einen solchen Muttersinn, Da die Liebe kann verschwinden, so bleib ich doch, der ich bin. Crüger. 1640. für trostbedürftge Seelen. Laß keiner Pflanze deiner Au Zi- on, Gottes die er sich erhar- mich ver- lassen = te pres= sen! Meine Treu bleibt gegen dir, Zion, o du meine Zier; mein Herz hast du mir besessen: deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken kann; Siehe, hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; deine Mauern muß ich bauen und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist mir stets vor den Augen; du liegst mir auf meinem Schoß, Wie die Kindlein, die noch saugen; meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, keine Noth, Gefahr und Streit, ja der Satan selbst nicht scheiden: bleib getreu in allen Leiden"! Johann Herrmann. † 1637. IX. Wort Gottes. Weise: Was Gott thut, das. Nr. 177. den Himmelsbalsam fehlen; • 99. Dein Wort, Herr, ist o milder Thau Erquickt durch ihn laß jede blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Keil, der Felsen spaltet, Ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durchschaltet. O laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 3.Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilgerreiſe. Es führt die Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht verlösch uns nicht, Wort Gottes. und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. 4.Ich suchte Trost und fand ihn nicht: da ward das Wort der Gnade Mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. 100. Fein de Mord, : 101. 85 Sie zeigte mir den Weg zu dir, und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Auf immer gilt dein Segensbund, dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es uns aus Herz und Mund und nie von unserm Samen; Laß immerfort dein helles Wort in allen Lebenszeiten Weise: O du Liebe meiner Liebe. 64 1. uns trösten, warnen, leiten! 6. O sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren, Den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören: Und send ein Heer e 1. Er- halt uns, Herr, bei deinem Wort und steu- re dei- ner von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen, und dir dein Reich zu füllen! Karl Bernhard Garue. † 1841. 1543. die Je sum Christum, dei- nen Sohn, wol len stürzen von deinem Thron. = 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu 3. Gott heilger Geist, du Tröster Christ, werth, der du Herr aller Herren bist: beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. gib deim Volk einrlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Noth, gleit uns ins Leben aus dem Tod. Dr. Martin Luther. † 1546. Darmstädter Gesangbuch. 1698.*) ( Herr, dein Wort, die ed le Ga- be, Denn ich zieh es al= ler Ha= be *) Schöberlein, Schatz des liturg. Chor 2c.- Gesangs. diesen Schatz und dem größ1868. 2. Th. Nr. 233. 86 er= hal= te mir; ten Reichthum für. 6 Wort Gottes. worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Wel- ten, a= ber um dein Wort zu 2. Halleluja! Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, Daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn. 102. Wenn dein Wort nicht mehr soll gel- ten, Weise: Freu dich sehr, o meine Seele. da- rauf. benslauf thun. Laß mich eifrig sein beslissen dir zu dienen früh und spat, und mich stets zu deinen Füßen sigen, wie Maria that! Nic. L. Graf von Zinzendorf. † 1760. 1555. = 1. Re de, liebster Je- sus, rede! Dei- ne Magd gibt Acht Stärke mich, denn ich bin blö- de, daß ich meinen LeDir zu Eh- ren se- te fort. Ach so laß dein heilig Wort in mein Her- ze sein verschlossen, 2. Ach, wer wollte dich nicht hören, dich, du liebster Menschenfreund? Sind doch deine Wort und Lehren alle herzlich wohlgemeint. Sie vertreiben alles Leid. Auch des Honigs Süßigkeit muß vor deinen Worten weichen: ihnen ist ganz nichts zu gleichen. 3. Deine Worte sind mein Stecken, dessen ich mich trösten kann, Wenn der Teufel mich will schrecken auf der schmalen Lebensbahn; Diese führen ohne Qual mich hin durch des Todes Thal, diese sind mein Schirm und Stüße wider alle Kreußeshite. = dir zu folgen un- ver- dros- sen. 4. Jesus, dein Wort soll mich laben; beine trosterfüllte Lehr Will ich in mein Herz vergraben. Ach, nimm sie ja nimmermehr Hier von mir in dieser Zeit, bis ich in der Ewigkeit werde kommen zu den Ehren, dich, o Jesu, selbst zu hören. 5. Unterdeß vernimm mein Flehen, liebster Jesu, höre mich. Laß bei dir mich feste stehen; so will ich dich ewiglich Preisen mit Herz, Sinn und Mund, ich will dir zu jeder Stund Ehr und Dank in Demuth bringen und dein hohes Lob besingen. Anna Sophia, Landgräfin zu Hessen- Darmstadt. † 1683. Weise: Wachet auf, ruft uns. 102b. 1. su- chen euch zur Beute, frisch an jedem Or= te, Ho Wort Gottes. ( Rü- stet euch, ihr Christen leu- Wappnet euch mit Got- tes Wor JA Ist euch der Feind zu schnell, = hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. te! te und wir be- hal- ten mit das Feld. = = 1599. ja Sa- tan selbst hat eur begehrt. da- m ihr blei- bet un- ver= sehrt. = st= an= na! Der star- ke fällt durch die durch hier ist Im- ma- nu- el. = 87 die Feinde und kämpfet diesen Held 2. Reinigt euch von euren Lüsten; besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigenschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel! da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit: so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wenig Jahre, eh ihr kommt auf die Todtenbare; furz, kurz ist unser Lebenslauf. Weise: Gott des Himmels. Nr. 153. Wenn Gott wird die Todten wedken 103. T Theur heures Wort aus Gottes Munde, und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob! wir sind versöhnt. Daß uns die Welt verhöhnt, währt nicht lange; und Gottes Sohn 4. Jesu, stärke deine Kinder und mache die zum Ueberwinder, die du erkauft mit deinem Blut. Schaff in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Muth. Geuß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen: so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasm. Arends. † 1721. das mir lauter Segen trägt, Dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt. In dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben, welcher nach dem Himmel schmeckt, 88 So kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch gedeckt, Der mir lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser tränkt. Die heilige Taufe. 3. Du, mein Paradies auf Erden, schleuß mich stets im Glauben ein; Laß mich täglich flüger werden, daß dein heller Gnadenschein Mir bis in die Seele dringt und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnaden, der im Worte mich an Gottes Herze legt, Deffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, Was für Schäße Gottes Hand durch sein Wort ihm zugesandt. 5. Lasse mich in diesen Schranken sonder eitle Sorgen sein. Schließe mich mit den Gedanken in ein stilles Wesen ein, Daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. 6. Gib dem Samen einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt. Weise: Wer nur den lieben Gott. Nr. 181. 104. Dir, Herr, sei dieses Kind empfohlen, 106. dir, dessen Treu unwandelbar; Wir bringens, wie du selbst befohlen, dir in der heilgen Taufe dar. Gib, Vater, gib an deinem Heil, an Jesu Christo gib ihm Theil! Weise: Liebster Jesu, wir sind hier. 1. Mache mir die Augen wacker; und was hier dein Finger schreibt, Präge meinem Herzen ein, laß den Zweifel ferne sein. 7. Was ich lese, laß mich merken; was du sagest, laß mich thun. Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn; Sondern gib, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich sei. 8. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richtschnur gehn. Was ich hier zum Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, Daß mein Geist auch Rath und That X. Die Sacramente. 1. Die heilige Taufe. in den größten Nöthen hat. 9. Laß dein Wort mir einen Spiegel in der Folge Jesu sein. Drücke drauf ein Gnadensiegel, schleuß den Schatz im Herzen ein, Daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benj. Schmolck. † 1737. 2. Durch dieses Siegel deiner Gnade wird jedes Recht der Christen sein. Du weihst es in dem Wasserbade zu deinem Kind und Erben ein. Im Wasser, Vater, ströme du, ström ihm des Geistes Gaben zu. Joh. Andr. Cramer. † 1788. A hle. 1664. dei- nem Wor- te nach. ( Lieb- ster Jesu, hier sind wir, Die ses Kindlein kommt zu dir, weil du den Be- fehl zu= le ben: ge= ge= ben, Confirmationslieder. Daß man sie zu Chri- sto denn das Himmel- reich ist ih= re. 2. Ja, es schallet allermeist dieses Wort in unsern Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neugeboren, Wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir, nimm dieß Pfand von unsern Armen; Tritt mit deinem Glanz herfür, und erzeige dein Erbarmen, Daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken; Laß es bald nach dieser Flut deinen Purpurmantel decken; Schenk ihm deiner Unschuld Seide, daß es sich in dich verkleide. 5. Mache Licht aus Finsternis, seß es aus dem Zorn zur Gnade; Heil den tiefen Schlangenbiß durch die Kraft im Wunderbade: Laß hier einen Jordan rinnen, so vergeht der Aussah drinnen. 6. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede; Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, schenk ihm den Frieden: Weinstock hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe. 7. Nun, wir legen an dein Herz, was von Herzen ist gegangen: Führ die Seufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen; Ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benj. Schmolck.+ 1737. E füh = re; 89 Confirmationslieder. 1. 3um Eingang. Weise: Wer nur den lieben Gott. Nr. 181. ch 107. bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt, Du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in aller Noth und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; Ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigenthum zu sein gewagt; Hingegen sagt ich bis ins Grab der Sünde schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; Wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn. Nimm mich, dein Kind, zuGnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, meinGott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin, Erwecke mich zu neuer Treue Und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 90 6. Laß diesen Vorsaß nimmer Halt mich in deines Bundes Schranken, wanken, bis mich dein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. I. I. Rambach. † 1735. Gott, Vater, Sohn und heilger Geist! Confirmationslieder. 108. Weise: Komm, Gott Schöpfer. M 2. Hauptlied. Kirche König ist, 109. 1. Im Namen des Herrn Je- su Christ, + euch jetzt in sei- ne Mit 2. Mit uns in einem Bund zu stehn, ihm unverrücklich nachzugehn in gliedlicher Theilhaftigkeit an seiner Schmach und Kreuzesfreud. 3. Er geb euch seinen Friedensgruß zu seines ganzen Heils Genuß, der euch ein Siegel seiner Treu und unserer Gemeinschaft sei. nimmt seines Bru- der- volks Ver- ein É Altkirchlich. 1535. P = te 3. Vor der Einsegnung. Weise: Seelenbräutigam. 3 4 1. Von des Him- mels Thron ein, 4. Wir reichen euch dazu die Hand; der Herr, dem euer Herz bekannt, Laß euern Gang in der Gemein Euch Seligkeit, ihm Freude sein. 5. Der Gott des Friedens heilge euch; seid sein, dient ihm in seinem Reich: sorgt, daß ihm Geist und Seel und Leib auf seinen Tag unsträflich bleib. Graf Nic. Ludw. v. Einzendorf.+ 1760. dir uns ganz zu weihn, 2. Mach uns selbst bereit; gib uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen theures Blut floß auch uns zu gut. der seiner Dreje. 1690. sen- de, Got- tes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stär- ke, gib uns Kraft zum heilgen Wer- ke, EE e= wig dein zu sein. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, wenn wir unsern Bund erneuern und gerührt vor Dir betheuern. deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Segen überschütten. Licht und Kraft und Ruh strömen dann uns zu. 110. Weise: O du Liebe, meiner Liebe. 3 4 dei Confirmationslieder. 1. We ge = 4. Sch I u. ( Bei dir, Je Nichts soll mich = - nem Dien- ste stehn; will ich gehn. M 2. Könnt ichs irgend besser haben, als bei dir, der allezeit So viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? 5. Gib auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt, unauflöslich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn und dein Lob erhöhn. S. Marot. † 1865. Darmstädter Gesangbuch. 1698. Könnt ich je getroster werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, Mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen, theuern Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab? Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? meiner See- le Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Re- ben 91 A su, will ich bleiben, stets in von dir ver- trei- ben, dei- ne = zu- strömt Kraft und Lebens- saft. Du bist meines Lebens Le= ben, 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich, so in Freude, wie in Leid: Bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit! Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Russ aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nur auf dieser Erben Nahe, bis mein Tag sich neigt. Wenn es einst will Abend werden und die Nacht herniedersteigt, Wenn mein Aug wird dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimath reist. K. I. Ph. Spitta. † 1859. 92 2. Weise: Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 112. 1. Abendmahlslieder. Abendmahlslieder. haben, la- ben, Du Le- bensbrot, Herr Je- su Christ, mag dich ein Sün- der Der nach dem Himmel hungrig ist und sich mit dir will So bitt ich dich de müthig- lich, du wol- lest 1524. Ich bin verderbt, erbarme dich; ich bin verloren, suche mich und hilf aus lauter Gnaden. recht bereiten mich, daß 2. Auf grünen Auen wollest du mich diesen Tag, Herr, leiten, Den frischen Wassern führen zu, den Tisch für mich bereiten. Ich bin zwar sündlich, mattund kranf: doch laß mich deinen Gnadentranf aus deinem Kelche schmecken. 3. Tilg allen Haß und Bitterfeit, o Herr, aus meinem Herzen, Laß mich die Sünd in dieser Zeit Weise: Wer nur den lieben Gott. Nr. 181 bereuen ja mit Schmerzen. 113.Gott Lob! ich bin auf O du wahrhaftges Osterlamm, du meiner Seelen Bräutigam, laß mich dich recht genießen. neu erquidet mit Christi theurem Leib und Blut Das Heil, das hier mein Geist en blicket, 4. Ich bin ein Mensch krank von der Sünd, laß deine Hand mich heilen; Erleuchte mich, denn ich bin blind: du kannst mir Gnad ertheilen. macht allen meinen Schaden gut. Mein Glaube jauchzt und freuet sich denn Jesus Christus starb für mic 2. Gott Lob! die ganze Last te Sünden zu mir und wohn in meinem Herzen: Laß mich dich lieben für und für, dann weichen alle Schmerzen. ich recht wür- dig wer= Ach laß doch deine Gütigkeit auch meiner Seele sein bereit und stille ihren Jammer. be. 6. Du Lebensbrot, Herr Jesu Chrif fomm selbst dich mir zu schenken; O Blut, das du vergossen bist, fomm eiligst mich zu tränken. Ich bleib in dir, du bleibst in min brum wirst du, goldne Himmelsthim auch mich dort auferweden. Johann Rist.+ 1667. 5. Mein Bräutigam, fomm her hat Jesu Blut die volle Kraft. Heut nahm ich ja der Freiheit Pfan beim Abendmahl aus seiner Hand. 3. Gott Lob! mein zagendes Ge wissen ist nun aus Gnaden weggeschafft. Mich aller Schulden zu entbinden, fühlt sich in Jesu Tod gestillt. Ich seh die Handschrift ganz zerrissem die mich vorhin mit Furcht erfüllt Abendmahlslieder. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, werb an sein Vaterherz gewöhnt. 4. Gott Lob! der süße Seelenfriebe fehrt wieder in mein Herz zurück! Wie war ich doch so krank, so müde, bis meines Jesu Gnadenblick Aufs neue sich zu mir gelenkt und Trost und Ruhe mir geschenkt. 5. Gott Lob! in dem erfreuten Herzen wohnt Jesus und die Seligkeit. Der Hoffnung weichen alle Schmerzen, leicht wird das Leiden dieser Zeit. Ein ewges Glück lacht mir von fern; brum harr und glaub und bulb ich gern. duld 6. Gott Lob! mit Freuden will ich sterben, der Himmel ist mir aufgethan. Dort darf ich auch mit Jesu erben nach einst burchwallter Lebensbahn, Und mit der auserwählten Zahl halt ich erst dann recht Abendmahl. Marie C. v. Silberrab. 1815. Weise: Freu dich sehr, o. Nr. 102. 114. Gott ott sei Lob! der Tag ist kommen, da ich Jesu werd vertraut, Da ich, aller Schuld entnommen, werd in Gottes Huld geschaut. Gott sei Lob, daß mir bereit ist bes Lammes Hochzeit heut, da mir Gott zum ewgen Leben will den ganzen Jesum geben. 2. Gott, ich komm bei frühem Morgen zu dir als bein liebes Kind, Leg in deine Vatersorgen mich mit Leib und Seel geschwind! Abba, Vater! sorg für mich, daß ich ja heut würdiglich als dein Gast bei dir erscheine und mit Jesu mich vereine. 3. Christe, du Lamm Gottes, höre: weil du trägest meine Sünd, Als mein Schatz und Wirth herkehre, deine Braut und Schaf mich sind. Deiner Güte ich vertrau: führe mich auf grüner Au und speis mich mir stets zu gute heut mit deinem Leib und Blute. 93 4. Heilger Geist, den ich umfasſe, bleibe heut und stets bei mir; Mich mit Beistand nicht verlasse, sondern hilf, daß selig hier, Mir zum Nute, Gott zum Preis, ich genieß die Himmelsspeis, daß ich darnach christlich lebe, freudig meinen Geist aufgebe. 5. Nun ich lieg dir, Gott, zu Füßen: Gottes Liebe schmücke mich! Meines Jesu Blutvergießen mache würdig mich durch sich! Hilf mir brauf, du Baterherz! hilf mir, Jesu Tod und Schmerz! hilf mir, Tröster! heut auf Erden, daß ich möge selig werben. A. 3. Grifin von Schwarburg. † 1706. Weise: Aus tiefer Noth schrei ich. Nr. 112. 115. Herr Jesu Chriſt, bu höchGut, du Brunnquell aller Gnaden, Wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns hast geladen, Bu deiner Liebe Herrlichkeit und unsrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke; Schent uns dein schönes Ehrenkleid, durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste sein, und werden dir gepflanzet ein zu ewgem Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir bis an das Ende bleiben; Laß Sünd und Noth uns für und für nicht wieder von dir treiben, Bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. Bar 1698. 94 Abendmahlslieder. Die Communicänden( knieend): 116.e 1. ( hier liegt vor dei- ner Ma- je- stät im Staub die Das Herz zu dir, o Gott, er- höht, das Au= ge Chri- sten schar, ૩um શા tar. = M. Haydn.+ 1806. Schenk uns, o Va- ter, ver= gib uns uns- re Sün- denschuld. O Gott, von dei- nem An- ge- sicht verstoß uns ar= me Sün- der nicht, ver2. Wir haben, Herr, dein Gut verschwendt, wie der verlorne Sohn; Die Sünde hat uns so verblendt- doch sich von deinem Thron Mitleidig hier auf unsern Schmerz, verwirf nicht ein zerknirschtes Herz! Entzieh nur deine Huld uns nicht, und sende uns dein Gnadenlicht, dein Gnadenlicht, o send dein Gnadenlicht! dei- ne Huld, stoß uns nicht, ver- stoß uns Sün- der nicht! 3. Wir sind zu deiner Hände Werk Sanctus. dir, Jesu, unterthan; O gib uns Schwachen Kraft und Stärk, fieh uns in Gnaden an. Wir bringen dir an dem Altar ein dankbar Herz zum Opfer dar. O mach uns von der Sünde los durchs Blut, das von dem Kreuze floß o mach uns los, o mach uns Sünder los. Luther. 1526. 117. H Geist den Herren sigen sah auf einem hohen Thron in hellem Glanz. Je sa ia dem Pro- phe- ten das ge- schah, daß er im Abendmahlslieder. Seins Kleides Saum den Chor er- fül- let ganz. Es stunden zween Seraph bei ihm da- ran, sechs Flügel sah er ei nen je den han, S Mit zween ver- bar- gen sie ihr Ant- lig klar, mit zween be- deck- ten 95 sie die Füße gar und mit den an- dern zween sie flo- gen frei, dreimal gen ander riefen sie mit großem Gschrei: Heilig istGott, derHerre Ze- ba- oth! Sein Ehr die ganze Welt er- fül- let hat! Von dem Gschrei zit- tert Schwell und Balken gar; das Haus auch ganz voll Rauchs u. Nebel war. Dr. Martin Luther. † 1546. Weise: Jesus, meine Zuversicht. Nr. 192b. 118. Mei einen Jesum laß ich nicht, meine Seel ist neu genesen. Selig ist das heutge Licht, da ich Jesu Gast gewesen; Darum ruft mein Herz und spricht: meinen Jesum laß ich nicht. 2. Meinen Jesum laß ich nicht, weil er mich so brünstig liebet Und sich in mein Herze flicht, ja sich mir zu eigen giebet Und sich ewig mir verspricht. Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Herr, dein Leib und theures Blut, Jesu, das ich jetzt genossen, Stärkt mich und macht Alles gut, daß ich hinfert nicht verstoßen Bin von Gottes Angesicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Laß mich auch, mein Jesu, nicht, wenn es mit mir kommt zu Ende. Wenn mir Sinn und Herze bricht, Jesu, nimm in deine Hände Meinen Geist, mein Lebenslicht: ach mein Jesu, laß mich nicht! 5. Und des bin ich auch gewis, weil mein Jesus mir verheißen, Aus des Todes Finsternis mich mit starker Hand zu reißen. Drum mein Herze gläubig spricht: Amen! Jesum laß ich nicht. 3. Fr. Mager. † 1712. 96 119. f 1. Abendmahlslieder. te ( Schmücke dich, D lie- be See le! laß die dunkle Komm ans hel- le Licht ge- gan- gen; fan- ge herrlich Sünden- höhle! an zu prangen; Denn der Herr voll Heil und Gna- den will dich jetzt zu Ga- ste la- den; der den Himmel kann ver- wal- ten, will jetzt Her berg in dir hal- ten. S 2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, Der da mit dem Gnadenhammer klopft an deine Herzenskammer. Deffne ihm des Geistes Pforten, red ihn an mit süßen Worten: komm, mein Heil, laß dich umfangen, deiner harr ich mit Verlangen. Crüger. 1649. 3. 3war in Kaufung theurerWaaren pflegt man sonst kein Geld zu sparen; Aber du willst für die Gaben deiner Huld kein Geld nicht haben, Weil in allen Bergwerksgründen kein solch Kleinod ist zu finden, das die blutgefüllten Schalen und dies Manna kann bezahlen. 4. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürften nach dem Trank des Lebensfürsten, daß in diesem Brod und Weine sich mein Gott mit mir vereine. 5. Beides, Freude und auch Zittern, lässet sich in mir jetzt wittern*; Das Geheimniß dieser Speise und die unerforschte Weise Machen, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein Allmacht kann ergründen? * spüren. 6. Nein, Vernunft die muß hier weichen, kann dies Wunder nicht erreichen, Daß dies Brod nie wird verzehret, ob es gleich viel Tausend nähret; Und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben. der großen Heimlichkeiten, die nur Gottes Geist kann deuten. 7. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall ich zu deinen Füßen: laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 8. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel her getrieben, Daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben Und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken deiner Liebe zu gedenken. Weise: Wie schön leuchtet zc. 120. Abendmahlslieder. ( Wir na- hen uns, o Got- tes Sohn, vonDank durch( Im Nachtmahl dei- nen Leib, dein Blut; dieß komm auf drungen deinem Thron; du hast uns nun ge- ge- ben e= wig uns zu Gut und stärk in uns dein Leben. Herr Jesu Christ, die Brünnlein deine Wunden, Daraus ich mich e wo wir dich ohn En- de lo= ben. Weise: Ach Gott und Herr. Nr. 121. 120. Far ünf Brünnlein sind, daraus nur rinnt Fried, Freud, Heil, Trost und Leben; In Angst und Noth, bis in den Tod, mir solche Labsal geben. 2. Die Quell du bist, lab inniglich in heißen Kreuzes stunden. 3. Laß mir stets sein das Leiden dein ein Regel, Riegel, Spiegel, 9. Jesu, wahres Brod des Lebens! hilf, daß ich doch nicht vergebens, Oder mir vielleicht zum Schaden, sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. Joh. Frank. 1677. Evangelische Kirchenlieder. A= men! Wel- che Freuden nach dem Lei- den war- ten dro- ben, 1599. A: - men, Daß ich nach dir mein Fleisch regier, und laß ihm nicht den Zügel. 4. Gotteslamm, 97 o Liebesflamm, o meiner Seelen Freude! Nimm hin die Sünd, das Herz entzünd, daß mich von dir nichts scheide. 5. So werde ich recht seliglich den Lebenslauf vollbringen, Und fröhlich hier, o Gott, mit dir: es ist vollbracht! dann singen. Nürnberger Gesangbuch, 1676. 7 98 121. Beicht- und Basslieder. XI. Beicht- und Bußlieder. 1. Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein be gang- ne Sün- den! Da ist Niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Welt ihr Ende, Und wollt los sein des Kreuzes mein, würd ich doch solchs nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet. Ach gehe nicht, Gott, ins Gericht! dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Bein auf Sünde folgen müssen, So fahr hie fort und schone dort, und laß mich hie wohl büßen. 泰 121'.1. mein Hoffnung steht auf Er= kein Trost mag mir sonst wer5. Gib, Herr, Geduld, vergiß der Schuld, schenk ein gehorsam Herze; Laß mich nur nicht, wie's oft geschicht, mein Heil murrend verscherzen. 6. Handle mit mir 2 wie's dünket dir, auf dein Gnad will ichs leiden. Wollst mich nur nicht dort ewiglich von deiner Liebe scheiden. [ 7. Ehr sei nun Gott in aller Noth, 1682( 1627). Al= lein zu ( Ich weiß, daß du + dem Vater und dem Sohne, dem heilgen Geist sei Lob und Preis von nun an ewig! Amen.] dir, Herr Je mein SrD den! 2 Martin Rutilius. † 1618. 1545. den. S fu Chri ster bist, Von An- be- gint ist nichts er- korn; auf Er- den war kein Mensch geborn, der mir aus N then helfen kann: ich ruf dich an, 2. Mein Sünd sind schwer und übergroß und reuen mich von Herzen; Derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen, Und zeig mich deinem Vater an, daß du hast gnug für mich gethan, so werd ich los der Sünden Last. Herr, halt mir fest, wes du dich mir versprochen hast. 3. Gib mir nach deinr BarmHerzigkeit den wahren Christenglauben, Auf daß ich deine Süßigkeit mög inniglich anschauen, Vor allen Dingen lieben dich, und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hilf mir send, damit behend des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, Und Jesu Christ, seim liebsten Sohn, der uns allzeit behüte, Und Gott, dem werthen heilgen Geist, der uns sein Hilfe allzeit leist, damit wir ihm gefällig sein, hier in der Zeit und folgends in der Ewigkeit. ( 3oh. Schneesing.+ 1567.) 123. $ Beicht- und Basslieder. t mein Ru fie öff fen! = en! = ( Aus tiefer Noth schrei ich zu dir, 1. ( Dein gnä- dig Ohren kehr zu mir 用 zu dem ich mein Vertrau- en han. Weise: Seelenbräutigam. Nr. 80. 122.5 err, kein einzger Knecht ist vor dir gerecht. Willst du unsre Sünd ansehen, ach, wer wird vor dir bestehen? Nein, kein einzger Knecht ist vor dir gerecht. 2. Herr, allein bei dir ist Vergebung hier, daß du willst gefürchtet werden von den Menschen auf der Erden; ja Vergebung hier ist allein bei dir! 3. Herr, allein auf dich Hoff und harre ich. Sehnend wartet meine Seele nur auf deines Worts Befehle; auf dich hoffe ich, Herr, o tröste mich! 4. Wie ist mir so bang! ach Herr, wie so lang soll vom Abend bis zum Morgen meine Seele flehn und sorgen? Ach Herr, wie so lang ist nach dir mir bang! 5. Israel, o schau! auf den Höchsten trau! denn bei ihm ist Gnad zu finden. und Erlösung von den Sünden; komm, auf Gott nur trau! komm, auf Jesum schau! Pfalm 130. 1524. 99 Herr Gott, er hör = und mei- ner Bitt Denn so du willt das se= hen an, 7* 100 Beicht- und Busslieder. was Sünd und Un- recht ist gethan: wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad und Gunst, 4. Und ob es währt bis in die Nacht die Sünde zu vergeben. Es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben. und wieder an den Morgen, Doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnaden; Sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. Martin Luther. † 1546. 1630. Vor dir niemand sich rühmen kann! des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen. Auf ihn will ich verlassen mich und seiner Güte trauen, Die mir zusagt sein werthes Wort: das ist mein Trost und treuer Hort; des will ich allzeit harren. Weise: O Jesu Christ, meins Lebens Licht. 3 4 1. Ein reines Herz, Herr, schaff in mir, schleuß zu der Sünden 124. Thor und Thür, ver- trei- be sie und laß nicht zu, ]] meinem Her- zen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür: ach komm und wohne du bei mir. Treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel und Wohnhaus. daß sie in 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten, als dein Eigentum, und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinr. G. Nenss. † 1716. 3. Laß deines guten Geistes Licht Weise: Wer nur den lieben Gott. Nr. 181 und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüth, o Brunnen unerschöpfter Güt. 124¹. J charmer Mensch, i armer Sünder 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich: gib Weisheit, Stärke, Rath, Verstand aus deiner milden Gnadenhand: steh hier vor Gottes Angesicht: Ach Gott, ach Gott, verfahr gelinde und geh nicht mit mir ins Gericht Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2.Wie ist mir doch so angst und bang von wegen meiner großen Sünd: Beicht- und Busslieder. Hilf, daß ich wieder Gnad erlange, ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3.Mein kläglich und bewegtes Klagen, ach Herr, wie lang erhörst du nicht! Wie kannst du das Geschrei ertragen? Hör, was der arme Sünder spricht: Erbarme dich, erbarme dich; erhöre mich, erhöre mich! 4. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien, du allerliebstes Vaterherz, Die Sünden wollst du mir verzeihen und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich, erbarme dich; erhöre mich, erhöre mich! 5. Wahr ist es: übel steht der Schade, den Niemand heilet, als nur du. Ach! aber ach! sprich: Gnade! Gnade! Ich lasse dir nicht eher Ruh. Erbarme dich, erbarme dich, o mein Erbarmer, über mich! 6. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben; sprich, daß der arme Sünder hör: Ich habe dir die Sünd vergeben; hinfürder sündige nicht mehr! Erbarme dich, erbarme dich, o mein Erbarmer, über mich! 7. Nicht, wie ich wohl verschuldet, lohne, und handle nicht nach meiner Sünd. O treuer Vater, schone, schone: erkenn mich wieder für dein Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Herr, mein Erbarmer, über mich! 8. Ich zweifle nicht, ich bin er= böret, erhöret bin ich zweifelsfrei; Weil sich der Trost im Herzen mehret, drum will ich enden mein Geschrei: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Christoph Tiete. † 1703. Weise: Jesus, meine Zuversicht. Nr. 192b. 125. Jeſus nimmt die Sünder an: faget doch dies Trostwort allen, Welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. 101 Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir werth, doch hat er in seinem Worte Eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte Ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das verirrte, Daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Rommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubet es und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Jch Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, Daß dieß Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Muths. Ob die Sünden blutroth wären, Müssen sie kraft deines Bluts dennoch sich in schneeweiß kehren, Da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen nagt mich nicht; Moses darf mich nicht verklagen. Der mich frei und ledig spricht, hat die Schulden abgetragen, Daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 102 8. Jesus nimmt die Sünder an! Mich hat er auch angenommen, Und den Himmel aufgethan, Pastor: Gem.: Beicht- and Busslieder. 126. Gem.: Erbarm dich über uns! Pastor: Herr Gott Sohn, der Welt Heiland: Gem.: Erbarm dich über uns! Pastor: Herr Gott, heiliger Geist: Gem.: Die Litanei I. Der Pastor: Herr Gott, erbarme dich! Christe, erbarme dich! Herr Gott erbarme dich! Herr Gott, Vater im Himmel: Pastor: Sei uns gnädig: Gem.: daß ich selig zu ihm kommen Und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdm. Neumeister. † 1756. Erbarm dich über uns! Sei uns gnädig: Verschon uns, lieber Herre Gott!. Hilf uns, lieber Herre Gott! Pastor: Für allen Sünden, für allem Irrsal, für allem Uebel: Gem.: Behüt uns, lieber Herre Gott! Pastor: Für des Teufels Trug und List, für bösem, schnellem Tod, für Pestilenz und theurer Zeit: Gem.: Behüt uns, lieber Herre Gott! Pastor: Für Krieg und Blut, für Aufruhr und Zwietracht, für Hagel und Ungewitter, für Feuer- und Wassersnoth, für dem ewigen Tod: Gem.: Behüt uns, lieber Herre Gott! Gem.: Pastor: Pastor: Durch deine heilige Geburt, durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, durch dein Kreuz und Tod, durch dein heiliges Aufer: stehn und Himmelfahrt: Gem.: Hilf uns, lieber Herre Gott! Gem.: Paftor: Pastor: In unsrer letzten Noth, am jüngsten Gericht: Gem.: Hilf uns, lieber Herre Gott! Pastor: Wir armen Sünder bitten: Gem.: Pastor: Du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, alle Bischöfe, Pfarrherrn und Kirchendiener im heilsamen Wort und heiligen Leben erhalten: Erhör uns, lieber Herre Gott! Allen Rotten und Aergernissen wehren, alle Irrige und Verführte wiederbringen, den Satan unter unsere Füße treten: Erhör uns, lieber Herre Gott! Treue Arbeiter in deine Ernte senden, deinen Geist und Kraft zum Worte geben, allen Betrübten und Blöden helfen und trösten: Gem.: Erhör uns, lieber Herre Gott! Pastor: Allen Königen und Fürsten Fried und Eintracht geben, unserm Kaiser( König, Fürsten 2c.) steten Sieg wider seine Feinde gönnen, Gem.: Paftor: Gem.: Pastor: Gem.: Pastor: Gem.: Pastor: Gem.: Pastor: Gem.: Beicht- nud Busslieder. unsern Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schützen, unsern Rath und Gemeinde segnen und behüten: Erhör uns, lieber Herre Gott! Pastor: du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt: Gem.: Erbarm dich über uns! Pastor: du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt: Gem.: Erbarm dich über uns! Pastor: O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt: Gem.: Verleih uns steten Fried. Christe Allen, so in Noth und Fahr sind, mit Hilf erscheinen, allen Schwangern und Säugern fröhliche Frucht und Gedeihen geben; aller Kinder und Kranken pflegen und warten, alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen: Erhör uns, lieber Herre Gott! Aller Menschen dich erbarmen: Erhör uns, lieber Herre Gott! Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, die Früchte auf dem Lande geben und sie bewahren: Erhör uns, lieber Herre Gott! Und uns gnädiglich erhören; Erhör uns, lieber Herre Gott! Jesu Christ, Gottes Sohn: Erhör uns, lieber Herre Gott! Kyrie Pastor: Christe, erhör uns: Herr Gott, erbarme dich! Christe, erbarme dich! Herr Gott, erbarme dich: Alle: Amen. Christe 126b. Kyrie Die Litanei II. [ Wird die s. g. kleine Litanei D. h. die Litanei im Auszug gebraucht, dann fallen die nachstehend eingeflammerten Stellen weg.] P.[ oder Chor]: Gemeinde. E le i son! M E- le- i- son! 103 E le ison! Er- hö- re uns! 104 P.[ ober Chor]. Herr Gott, Vater im Himmel, Herr Gott, Sohn, der Welt Heiland, Herr Gott, heiliger Geist, Sei uns gnädig! Sei uns gnädig! Vor allen Sünden, vor allem Irrsal, vor allem Uebel, Beicht- und Basslieder. Vor des Teufels Trug und List, vor bösem schnellem Tod, ( vor Pestilenz und theurer Zeit, Vor Krieg und Blut, vor Aufruhr und Zwietracht, vor Hagel und Ungewitter, ( vor Feuer und Wassersnoth, vor dem ewigen Tod, Durch dein heilig Geburt, durch deinen Todeskampf und blutgen Schweiß, durch dein Kreuz und Tod, durch dein heilges Auferstehn und Himmelfahrt, In unsrer letzten Noth, am jüngsten Gericht, Wir arme Sünder bitten: Gemeinde. Er- barm dich ü- ber uns! Er- barm dich ü- ber uns! Er- barm dich ü- ber uns! 표 Verschon uns, lie- ber Herre Gott! Hilf uns, lie- ber Herre Gott! Be- hüt uns, lieber Her- re Gott! Be- hüt uns, lie- ber Her- re Gott! Be- hüt uns, lieber Her- re Gott! Hilf uns, lie- ber Her- re Gott! Hilf uns, lie- ber Her- re Gott! du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! Beicht- und Basslieder. P.[ oder Chor]. ( Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, alle Bischöfe, Pfarrherrn u. Kirchendiener in beilsamem Wort und heiligem Leben erhalten, Allen Rotten u. Nergernissen wehren, alle Irrige und Verführte wiederbringen, den Satan unter unsre Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernde senden, deinen Geist und Kraft zum Worte geben, allen Betrübten und Blöden helfen und trösten, Allen Königen und Fürsten Fried) und Eintracht geben, unserm Kaiser steten Sieg wider deine Feinde gönnen, unsern Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schützen, unsern Rath und Gemeinde segnen und behüten, Allen, so in Not und Gefahr sind, mit Hilf erscheinen, alle um Unschuld Gefangene los und ledig lassen, allen Schwangern und Säugern fröhliche Frucht und Gedeihen geben, aller Kinder und Kranken pflegen und warten, alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, Die Früchte auf dem Felde geben) und bewahren, ( und uns gnädiglich erhören, Gemeinde. 105 Er- hör uns, lie- ber Her- re Gott! € Er- hör uns, lie- ber Her- re Gott! Er- hör uns, lieber Her- re Gott! Er- hör uns, lie- ber Her- re Gott! F Er- hör uns, lieber Her- re Gott! Er- hör uns, lieber Her- re Gott! Er- hör uns, lieber Her- re Gott! Er hör uns, lie- ber Her- re Gott! 106 P.[ oder Chor). O Jesu Christe, Gottes Sohn! du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt! Odu Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt! Christe, höre uns! Kyrie eleison! Ky= ri= e Vater unser 127. Beicht- und Basslieder. = le - e= P.[ oder Chor]. = Er- hör uns, lieber Her- re Gott! A II e. Wen suchen wir, der Hil- fe thu, Er- barm dich ü- ber uns! Gemeinde. Er- barm dich über uns! Christe, Verleih uns ste ten Fried! - Chri- ste son! er= hö= re uns! e= le= i- son! Gemeinde. von dem Uebel, denn dein ist das Reich u. die Kraft u. die Herrlichkeit in Ewigkeit. A- men. 1524. 1. Mitten wir im Le- ben sind mit dem Tod um- fan- gen. HE daß wir Gnad er= lan= gen? Das bist du, Herr, al- lei= ne. Uns reu- et uns- re Mis- se- that, Beicht- und Basslieder. die dich, Herr, er zür= net hat. Hei- li- ger Hei- li- ger Herre Gott, = hei- li- ger star- ker Gott, hei- li- ger barmherzi- ger Hei= land, du e- wi- ger Gott, laß uns nicht ver- sin = To des Noth! Kyri= e= lei= son. 2. Mitten in dem Tod ansicht uns der Hölle Rachen: Wer will uns aus solcher Noth frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit unser Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott! Heiliger, starker Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! du ewiger Gott! laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut. Kyrieleison! 129. 107 = ob wir gleich sor- gen früh und 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein dich anrufen, o treuer Gott, fen in des bit- tern 3. Mitten in der Höllen Angst unser Sünd uns treiben: Wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergoffen ist dein theures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott! Heiliger, starker Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! du ewiger Gott! laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrieleison! Martin Luther † 1546. Französischer Psalm. 1555. 1. Wenn wir in höch- sten Nö- then sein und wis- sen nicht wo aus noch ein, und finden we- der Hilf noch Rath, 00 spat: 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz, und suchen der Sünd Vergebung um Rettung aus der Angst und Noth, und aller Strafen Linderung, 108 4. Die du verheißest gnädiglich allen, die darum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech iſt. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und flagen dir all unser Noth, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübfal und Gefahr. Ban der Rechtfertigung und Heiligang. 130. Weise: O daß ich tausend Zungen. XII. Von der Rechtfertigung und Heiligung. 1. 6. Sieh nicht an unser Sünden groß, sprich uns derselbn aus Gnaden los; steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei, 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hie und dort. Paul Eber.+ 1569. ( Aus Gna- den soll ich Was willst du dich so Daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort: aus Gnaden! So hart dich deine Sünde plagt, So schwer du immer bist beladen, so schwer dein Herz dich auch verklagt: Was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden oder glaubst du's nicht? So muß auch dieses Wahr- heit sein: was die Schrift verspricht, aus Gna- den ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen: die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, hat diese Ehre zum Gewinn, 1738. se- lig werden! Herz, glaubst du's, bös ge- ber- den? Ists Wahrheit, und übernahm die Sündenlast. Was nöthigt ihn, dein Freund zu werden? Sprich, wes du dich zu rühmen hast? Gab er sich nicht zum Opfer dar und nahm dein Heil in Gnaden wahr? 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Worte preist, Worauf all unser Glaube rubt, ist: Gnade durch des Sohnes Blut. 6. Aus Gnaden! Doch, du sicher Sünder, denk nicht: wohlan, ich greife zu! Wahr ists: Gott ruft verlorne Kinder aus Gnaden zur verheißnen Ruh; Doch nimmt er nicht zu Gnaden an, wer noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dieß Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei. Nur wenn der Sünder sich bekehret, dann lernt er erst, was Gnade sei Beim Sündenthun scheint sie gering: dem Glauben ists ein Wunderding! Von der Rechtfertigung und Heiligung. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, Wenns unter Angst u. heißenSchmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! Dieß hör Sünd und Teufel! Ich schwinge meine Glaubensfahn Und geh getrost trog allem 3weifel durchs rothe Meer nach Kanaan; Ich glaub, was Jesu Wort verspricht, ich fühl es oder fühl es nicht. Christian Ludwig Scheid. † 1761. 132. M lau- ter Gü- te; nicht be- hü= ten. 1. ( Es ist das Heil uns kommen her ( Die Werk die hel- fen nimmermehr, gnug für uns all ge= than, 2. Was Gott im Gseg geboten hat, da man es nicht konnt halten, Erhub sich Zorn und große Noth vor Gott so mannigfalte: Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom Gsetz erfordert allermeist; es war mit uns verloren. Weise: Wie schön leuchtet. Nr. 83. 131. Der er Glaub ist eine starke Hand 3. Es war ein falscher Wahn dabei: Gott hätt sein Gseg drum geben, Als ob wir möchten selber frei nach seinem Willen leben; So ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die fündig Art in unserm Fleisch verborgen. und hält dich, Herr, als festes Band; ach, stärke meinen Glauben. Im Glauben kann dich Niemand mir, im Glauben kann mich Niemand dir, o starker Jesu, rauben. Drum gib den Trieb, unabwendig und beständig treu zu bleiben und recht fest an dich zu gläuben. Johann Christian Lange. † 1756. Der Glaub sieht Jesum Christum an, 109 1524. von Gnad und sie mö- gen der hat er ist der Mitt- ler wor- den. 4. Nicht möglich war, dieselbig Art aus eignen Kräften lassen; Wiewohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Sünd ohn Maßen: Denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt, und je dem Fleisch der Sünden Schand allzeit war angeboren. 5. Doch mußt das Gseg erfüllet sein, sonst wärn wir all verdorben: Drum schickt Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch ist worden; Das ganze Gsetz hat er erfüllt, damit seins Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 110 Bon der Rechtfertigung und Heiligung. 6. Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, So lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalte! Nicht mehr, denn: LieberHerre mein, dein Lob wird mir das Leben sein; du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen 3weifel trag; dein Wort kann nicht betrügen. Nun sagst du, daß kein Mensch verzag, das wirst du nimmer lügen: Werglaubtan mich und wird getauft, demselben ist der Himml erkauft, daß er nicht werd verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset. Der Glaub gibt aus von ihm den Schein, so er die Werk nicht lasset: Mit Gott der Glaub ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Guts thun, bist du aus Gott geboren. 9. Es wird die Sünd durchs Gsetz erkannt und schlägt das Gwissen nieder; Das Evangelium kommt zu Hand und stärkt den Sünder wieder Und spricht: Nur kreuch zum Kreuz herzu; im Gsetz ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken! 10. Die Werk, die kommen gwislich her aus einem rechten Glauben; Denn das nicht rechter Glaube wär, wolltst ihn der Werk berauben. 133. Doch macht allein der Glaub gerecht; die Werk die sind des Nächsten Knecht, dabei wirn Glauben merken. 11. Die Hoffnung wart der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; Wenn das geschehen soll zu Freud, setzt Gott fein gwisse Tage. Er weiß wohl, wenns am besten ist, und braucht an uns kein arge List: des solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschrecken; Denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein; und ob dein Fleisch spräch lauter Nein, so laß doch dir nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gutheit willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist: der woll mit Gnad erfüllen, Was er in uns angfangen hat zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Namen. 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd steh wie im Himmelsthrone; Das täglich Brod noch heut uns werd; wol unser Schuld verschone, Als wir auch unsern Schuldnern thun; mach uns nicht in Versuchung stan; lös uns vom Uebel. Amen. Paul Speratus. † 1551. 1698. 1. Hier legt mein Sinn sich vor dir nie- der, mein Geist sucht sei- nen Ursprung wieder; laß dein er freu- end An- ge- sicht = Von der Rechtfertigung und Heiligung. meiner Armuth sein 2. Schau her: ich fühle mein Verderben. Laß mich in deinem Tode sterben: o möchte doch in deiner Pein die Eigenheit ertödtet sein! 3. Du wollest, Jesu, meinen Willen mit der Gelassenheit erfüllen; brich der Natur Gewalt entzwei und mache meinen Willen frei. der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu rathen, hier gelten nicht der Menschen Thaten; wer macht sein Herz wol selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 7. Doch kenn ich wol dein treues Lieben: du bist noch immer treu geblieben. Ich weiß gewis: du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 8. Indessen will ich treulich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und mich aus solchen Netzen ziehst. 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Höllen Macht geschlagen; Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 10. Drum will die Sorge meiner Seelen 111 4. Ich fühle wol, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe; nur ist von der Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. Weise: Wie groß ist des. Nr. 226. 5. muß noch mehr auf dieser Erden 134. Jh bin im Himmel anich dir, mein Vater, ganz befehlen. Ach, drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. ge= richt! 11. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke und mich in deinen Abgrund senke, so werd ich von dir angeblickt und mein Herz wird von dir erquickt. 12. So wächst der Eifer mir im Streite, so schmeck ich theils die süße Beute und fühle, daß es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. Chr. Friedr. Richter. † 1711. und Gottes Kindern zugezählt. Mich hatte schon sein brünstig Lieben von Ewigkeit dazu erwählt; Nun ruhe ich in seinen Armen, mein Vater blickt mich freundlich an; Ich weiß von nichts, als von Erbarmen, dadurch ich ihm gefallen kann. 2. Das danke ich dem guten Hirten; so selig hat er mich gemacht. Mit Schmerzen sucht' er mich Verirrten und gab auf meine Wege Acht. Komm, Schäflein! hieß es, kehre wieder! Ich hörte es und fehrte um, Warf mich mit Thränen vor ihm nieder und gab mich ihm zum Eigenthum. 3. Wie war ich ihm so sehr willkommen, wie freute sich sein Hirtenherz! Wie zärtlich ward ich aufgenommen, wie bald wich da der Seelenschmerz! Er wusch mich rein, verband die Wunden und legt' mich in des Vaters Schoß. Da hieß es: du hast Gnade funden, du bist von Schuld und Strafe los. 112 Von der Rechtfertigung und Heiligung. 4. Das waren die Erquickungszeiten, die Tage längst gewünschter Ruh; Da floß ein Strom der Seligkeiten mir aus des Mittlers Wunden zu. Der Vater hieß mich Kind und Erbe; Der Sohn sprach: du bist mir vertraut. O! rief ich, wenn ich jeho sterbe, so sterbe ich als Christi Braut. 5. Nun bin ich noch bei ihminGnaden, nichts raubt mir meines Jesu Huld; Mein Elend kann mir selbst nicht schaden, denn er hat göttliche Geduld. Je mehr ich meine Ohnmacht sehe, je mehr wird mir die Gnade groß, Und wenn ich dann nur brünstig flehe, so wird mein Herz des Kummers los. 6. So geht es hier durch tiefe Wege nach jenen Bionshöhen zu, Und nur auf diesem schmalen Stege gelange ich zur Sabbathsruh. Dann soll man in den obren Chören mein Loblied bis in Ewigkeit Aus dem verklärten Munde hören. Herr! mache mich dazu bereit. Pastor Hense.+ 1753. Weise: Wer nur den lieben. Nr. 181. ch habe nun den Grund 135. I gefunden, der meinen Anker ewig hält: Wo anders, als in Jesu Wunden! Da lag er vor der Zeit der Welt, Der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; Es sind die offnen Liebesarmen des, der sich zu dem Sünder neigt, Dem allemal das Herze bricht, wir kommen, oder kommen nicht. 136. fc. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein: Deswegen kam sein Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; Deswegen flopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 4. Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden; da findet kein Verdammen statt, Weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getroft vertraun, Und wenn mich meine Sünden fränken, nur bald nach Gottes Herze schaun: Da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles Andre weggerissen, was Seel und Leib erquicken kann; Darf ich von keinem Troste wissen und scheine völlig ausgethan; Ist die Errettung noch so weit: mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, damit es dieß nur nicht vergißt; So stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 8. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt. Das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einst auch nach der Zeit: o Abgrund der Barmherzigkeit! Joh. Andr. Rathe. † 1758. 1694. Weise: Straf mich nicht in deinem Zorn. = C 1. Ma che dich, mein Geist, bereit, wa- che, fleh und be te, ( Daß dich nicht die böse Zeit un- ver- hofft be tre= te; = 67 denn es ist Sa- tans List ü= ber vie= le Von der Rechtfertigung und Heiligung. 1 zur Ver- su- chung kom- men. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; Denn es folget bald darauf eine lange Strafe, Und die Noth sammt dem Tod möchte dich in Sünden unvermuthet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten; Wache, sonsten wird sein Licht dir noch ferne däuchten; Denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf umstricke, Weil er sonst behende ist, daß er dich berücke; Und Gott giebt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, Oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe; Wach und sieh, damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, Damit es nicht lüderlich Gottes Gnad verscherze: Evangelische Kirchenlieder. Denn es ist From voller List, und kann sich bald heucheln und in Hoffahrt schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen, Denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, Was dich drückt = men und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, wenn er was soll geben; Er verlanget unser Schrein, wenn wir wollen leben Und durch ihn 113 unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut! es muß uns schon alles glücklich gehen, Wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen! Denn er will da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir gläubig bitten. 10. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, Weil die Angst, Noth und Gefahr immer näher treten; Denn die Zeit ist nicht weit, Joh. Barch. Fregstein. † 1720. 8 114 Von der Rechtfertigung und Heiligung. Weise: Wer nur den lieben Gott. Nr. 181. ir ist Erbarmung 137. Mi widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht werth; Das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut, und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte Gottes Zorn verdienet, und soll bei Gott in Gnaden sein; Er hat mich mit sich selbst verfühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Warum? Ich war ja Gottes Feind! Erbarmung hats so treu gemeint, 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt: 138. uns fröhlich und Lie- be bo Ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut, und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dieß laß ich kein Geschöpf mir rauben, dieß soll mein einzig Rühmen sein; Auf dieß Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, Auf dieses duld ich in der Noth, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir Und führe einst im Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu dir; Da bin ich ewig hocherfreut und rühme die Barmherzigkeit. Philipp Friedrich Hiller. † 1769. 1524. L 1. ( Nun freut euch, lie- ben Christen gmein, und last ( Daß wir ge trost und all in ein mit Luft = ] springen, sin= gen: Was Gott an uns ge- wen- det hat, gar theur hat ers er= wor- ben. Die Angst mich zu verzweifeln trieb daß nichts denn Sterben bei mi blieb: und seine süße Wunderthat, 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren; Mein Sünd mich quälet Nacht und Tag, darin ich war geboren; Ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein: die Sünd hatt mich besessen. 3. Mein gute Werk die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben; Der frei Will haßte Gotts Gericht, zum Guten gar erstorben; zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend übermaßen, Er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen. Er wandt zu mir das Vaterher es war bei ihm fürwahr kein Scher er ließ sein Bestes kosten. Von der Rechtfertignug und Heiligang. 115 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Weise: Ringe recht. Fahr hin, meins Herzens werthe Kron, 139. O, bere a der alles hätt verund sei das Heil dem Armen Und hilf ihm aus der Sünden Noth, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater ghorsam ward, er fam zu mir auf Erden, Von einer Jungfrau rein und zart, er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, er ging in meiner armen Gstalt; den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen. Ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; Denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib, da sollt du sein; uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben: Das leid ich alles dir zu gut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein: da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben: Da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, Der dich in Trübnis trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollt du thun und lehren, Daß Gottes Reich hier werd gemehrt, zu Lob und seinen Ehren. Und Hüte dich vor Menschen Saß, davon verdirbt der edle Schatz: das laß ich dir zur Lezze.* Amen. * Zum Abschied. Martin Luther. † 1546. auch sich selbst; der allezeit nur das Eine hätt erkoren, so Herz, Geist und Seel erfreut! 2. O, der alles hätt vergessen, der nichts wüßt, als Gott allein, dessen Güte unermessen, macht das Herz still, ruhig, rein! 3. D, der alles könnte lassen, daß er, frei vom Eiteln all, wandern möcht die Friedensstraßen durch dieß dunkle Jammerthal! 4. D, wär unser Herz entnommen dem, was lockt durch eiteln Glanz und hält ab, zu Gott zu kommen, in dem alle Güt ist ganz! 5. O, daß wir Gott möchten finden in uns durch der Liebe Licht, und uns ewig ihm verbinden! Außer ihm ist eitel Nicht. 6. O, wär unser Aug der Seelen stetig nur auf Gott gewendt! So hätt auch das sorglich Quälen im Gewissen ganz ein End. 7. O, du Abgrund aller Güte, zeuch durchs Kreuz in dich hinein Geist, Seel, Herz, Sinn und Gemüthe, ewig mit dir eins zu sein! Gottfried Arnold. † 1714. 140. Ringe recht, wenn Gottes dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis auf's Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich: will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. 8* 116 Bon der Rechtfertigung und Heiligung. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe: halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an: laß dich keine Zeit gereuen, wärs auch Tag und Nacht gethan. 6. Hast du dann die Perl errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse hast bezwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone feste; halte männlich, was du hast. Recht beharren ist das beste, Rückfall ist ein böser Gast. 9. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnöden Eitelkeit; bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe Träg- und Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, gib der Lust den Zügel nicht: willt du die Begierden füllen, so verlischt das Gnadenlicht. 11. Fleischesfreiheit macht die Seele kalt und sicher, frech und stolz, nimmt hinweg des Glaubens Dele, läßt nichts als ein faules Holz. 12.Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 13. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von keiner Wollustpflege, hält sich selber nichts zu gut. 15.WahreTreu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schat doch in dem Himmel: drum ist auch ihr Herz allda. 16. Dieß bedenket wohl, ihr Streiter! Streitet recht und fürchtet euch; geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. 17. Denkt bei jedem Augenblicke, obs vielleicht der letzte sei; bringt die Lampen ins Geschicke, holt stets neues Del herbei. 18. Liegt nicht alle Welt im Bösen? steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 19. Eile, wo du dich erretten und nicht mit verderben willt; mach dich los von allen Ketten, fleuch als ein gejagtes Wild. 20. Lauf der Welt doch aus den Händen; bring ins stille Boar* ein. Eile, daß du mögst vollenden: mache dich von allem rein. * 1. Moj. 19, 22. 21. Laß dir nichts am Herzen kleben; fleuch vor dem verborgnen Bann. Such in Gott geheim zu leben, daß dich nichts beflecken kann. 22. Eile, zähle Tag und Stunden, bis dein Bräut'gam hüpft und springt und, wenn du nun überwunden, dich zum Schauen Gottes bringt. 23. Eile, lauf ihm doch entgegen, sprich: mein Licht, ich bin bereit, nun mein Hüttlein abzulegen; mich dürst nach der Ewigkeit. Joh. Jos. Winckler. † 1722. 14. Wahre Treu hat viel zu weinen, spricht zum Lachen: du bist toll! weil es, wenn Gott wird erscheinen, lauter Heulen werden soll. Weise: Nr. 144. 141. Swing bich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele; Warum liegst du Gott zum Spott in der Schwermuthshöhle? Bon der Rechtfertigung und Heiligung. Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: Fleuch, du alte Schlange; Was erneurst du deinen Stich, machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Freuden. Wer hat dir die Macht geschenkt, Andre zu verdammen, der du selbst doch liegst versenkt in der Höllen Flammen? die mein eigen worden seind, wohl behalten haben. 8. Denn was ist im Himmelszelt, was im tiefen Meere, Was ist Gutes in der Welt, das nicht mir gut wäre? Für wen brennt das Sternenlicht? wozu ist gegeben 3. Wirfst du mir mein Sünden für? Luft und Wasser? dient es nicht wo hat Gott befohlen, mir und meinem Leben? Daß mein Urtheil über mir ich bei dir soll holen? 4. Hab ich was nicht recht gethan, ist mirs leid von Herzen, Dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen; Denn das ist der Löselohn meiner Missethaten: bring ich dieß vor Gottes Thron, ist mir wohl gerathen. 5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, Sein Verdienst mein Eigenthum, da ich frei in wohne Als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich davor Geschoß und Gewalt der Höllen. 6. Stürme, Teufel, und du, Tod! was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Noth Gott mit seiner Gnaden; Der Gott, der mir seinen Sohn selbst verehrt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich dort nicht betrübe. 7. Schreie, tolle Welt, es sei mir Gott nicht gewogen; Es sei lauter Täuscherei und im Grund erlogen: Wäre Gott mir gram und feind, würd er seine Gaben, 117 9. Wem wird doch das Erdreich naß von dem Thau und Regen? Wem denn grünet Laub und Gras? wem denn füllt der Segen Berg und Thäler, Feld und Wald? Wahrlich, mir zur Freude, daß ich meinen Aufenthalt hab und Leibesweide. 10. Meine Seele lebt in mir durch die süßen Lehren, So die Christen mit Begier alle Tage hören. Gott eröffnet früh und spat meinen Geist und Sinnen, daß sie seines Geistes Gnad in sich ziehen können. 11. Was sind der Propheten Wort und Apostel Schreiben, Als ein Licht am dunklen Ort, Fackeln, die vertreiben Meines Herzens Finsterniß und in Glaubenssachen mein Gewissen fein gewiß und recht grundfest machen? 12. Nun, auf diesen heilgen Grund bau ich mein Gemüthe, Sehe, wie der Feind zur Stund zwar dawider wüthe. Gleichwohl muß er lassen stehn, was Gott aufgerichtet: aber schändlich muß vergehn, was er selber dichtet. 118 Bon der Rechtfertigung und Heiligang. 13. Ich bin Gottes: Gott ist mein: wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, Laß eindringen; kommt es doch von geliebten Händen. Panlus Gerhardt. † 1676. Weise: Nun danket All und bringet. Nr. 70d. Schnell zerbricht des Kreuzes Joch, 142. Wie bist du mir so innig wenn es will gut, 14. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, Die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruthen: Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd auf was Guts will ziehen? 15. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen: Wer hie zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen, Sondern hat vollkommne Luft dort in Christi Garten, dem er einig recht bewußt, endlich zu gewarten. 16. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen, Aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen: da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 17. Ei, so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen, Wirf sie fröhlich hinterwärts: laß des Trostes Kerzen 142. & 1. Dich entzünden mehr und mehr; gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr: er wird helfen. Amen. im Ster- ben! ver= der- ben. = mein Hoherpriester du! Wie theur und kräftig ist dein Blut! es bringt mich stets zur Ruh. 2. Wenn mein Gewissen zagen will vor meiner Sündenschuld, so macht dein Blut es wieder still, seht mich bei Gott in Huld. 3. Hab ich gestrauchelt hier und da und will verzagen fast, so spür ich dein Versöhnblut nah, das nimmt mir meine Last. 4. Es stillet meinen tiefen Schmerz durch seine Gotteskraft, es stärket mein gestörtes Herz zu neuer Ritterschaft. 5. So senkt sich denn mein blöder Sinn in dein Erbarmen ein, und kann auf solche Gnade hin gar froh und findlich sein. 6. Ich hab vergessen meine Sünd, als wär sie nie geschehn! du sprichst: sei still in mir, mein Kind, du mußt auf mich nur sehn. 7. So will ich denn nur sehn auf dich, mein Gott, mein Trost, mein Theil! Ich will nicht denken mehr an mich, in dir ist all mein Heil. Gerh. Tersteegen. † 1769. 1525. Herr, wie du willt, so schicks mit mir im Leben und Allein zu dir steht mein Be- gier, laß mich, Herr, nicht Erhalt mich nur in deiner Huld; sonst wie du wilt, gib mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, Verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gib mir durch Jesum Christum! Amen. K. Bienemann. 1591. und Lieb zu deinem Worte! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte Was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben! Weise: Vater unfer im Himmelreich. 142. e Bon der Rechtfertigung und Heiligung. den hal te still, = 96 古 des Sünders Tod, viel- mehr ist dieß mein Wunsch und Will, daß er von Sün142. 1. So wahr ich le be, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb = und le= be mit mir e= wig- lich. 2. Dieß Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd: hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat, und zwar mit einem theuren Eid; o selig, dem die Sünd ist leid! 3. Heut lebst du, heut bekehre dich, eh morgen kommt, fanns ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und roth, 1. von sei- ner Bos- heit keh= re = Weise: Unser Herrscher, unser König. 1540. 119 sich ( Weicht ihr Ber- ge, fallt, ihr Hü- gel, bre- chet Got- tes Gnade hat das Sie- gel: sie will ist morgen frank, ja wohl gar todt: so du nun stirbest ohne Buß, dein Seel und Leib dort brennen muß. 4. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück; auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Joh. Heermann. † 1647. Neander. 1680. al= le un- ver 120 Felsen ein! än- dert sein. Laßt die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn! 2. Gott hat mir ein Wort ver- Und bezeugt in allen Fällen, sprochen, daß ich sein geliebtes Kind, Dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. Bon der Rechtfertigung und Heiligung. Gott hat einen Bund gemacht, Der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht; Er, die Wahrheit, trüget nicht; was er saget, das geschicht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, Sondern ihren Zweck erreichen, bis sie mich zufrieden stellt. Ist die Welt voll Heuchelei, Gott ist fromm und gut und treu. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen; so fällt aller Zweifel hin, Als wär er nicht immerdar was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlig sich verstellen, ist sein Herz doch treu gesinnt 142⁹. 6 Weise: Lasset uns den Herren preisen. + 1. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt sich auch empört. Ihre Liebe mag erkalten, achtet doch mein Gott mich werth; Und wenn Höll und Abgrund brüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genennt. Das ist Trost: so werd ich Armer nimmermehr von ihm getrennt; Sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu. 8. Nun so soll mein ganz Vertrauen ankerfest auf ihm beruhn; Felsen will ich auf ihn bauen, was er sagt, das wird er thun. Erd und Himmel kann vergehn, sein Bund bleibet feste stehn. Benj. Schmolk. † 1737. Schop. 1641. = ( Las- set uns mit Je su zie- hen, In der Welt der Welt ent- flie- hen, 3 bild fol- gen nach, die er uns brach, sei- nem Vorauf der Bahn, Im- mer- fort zum Himmel rei fen, = ir- disch noch, doch himmlisch sein, glau- ben recht und le ben fein, in der Lieb den Glauben wei- sen. Treu- er Je- su, bleib bei mir; Von der Rechtfertigung und Heiligung. ge= he vor, ich fol- ge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich. Nach dem Leiden folgen Freuden; Armuth hier macht dorten reich. Thränensaat die erntet Lachen; Hoffnung tröstet mit Geduld. Es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir; dort theil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben; sein Tod uns vom andern Tod Rettet und vom Seelverderben, von der ewiglichen Noth. Laßt uns tödten, weil wir leben, Weise: Jesus, meine Zuversicht. t 142. unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. ste nur auf Er- den, ste kommen wer- den. Shimmel = 1. an geht unsre Bahn; ( Bis wir dort nach Ka- na- an 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, Muß das Grab uns wieder geben. Jesu, unser Haupt du biſt, Wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir. Ach, erkenn uns für und für, trauter Freund, als deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. Sigm. v. Birken. † 1681. Crüger. 1656. Hier ist = droben unser Vater- land. 2.Himmelan schwing dich, meinGeist! denn du bist ein himmlisch Wesen Und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem 3wed erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; Das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! denk ich allzeit, wann er mir die Tafel decket, 121 wir sind Gädurch die Wüunser Pilgrims- stand, Und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt bes Lammes Hochzeitmahl. 5. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, Daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; Denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 6. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, Da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. 122 Standes- und Berufslieder. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 7. Himmelan, ach himmelan! das soll meine Losung bleiben. XIII. StandesWeise: Es ist das Heil. Nr. 132. 143. freuen sich jetzt Leut Es und Land, jetzt weichet Klag und Bagen: Es hat des Höchsten rechte Hand der Feinde viel geschlagen. Er hat ein herrlich Werk gethan: Gott ist der rechte Kriegesmann; Herr ist sein heilger Name. 2. Es sag ein jeder, arm und reich, wer unsern Gott mit ehret: Herr, wer ist immermehr dir gleich, der so voll Macht herfähret, So heilig, schrecklich und voll Ehr! Ach, niemand ist zu finden mehr im Himmel und auf Erden. Weise: Schwing dich auf. 6 1. 144. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benj. Schmalk. † 1737. und Berufslieder. 3. Drum bringen wir dir Dank und Ruhm, daß du uns, Gott, erhöret Und Hilf aus deinem Heiligthum zum guten Sieg bescheret. Die Ehr alleine deine sei, daß du uns hast gestanden bei und unsern Feind gedämpfet. 4. Herr, unser Hilf und unser Schild, bleib unser Heil und Stärke; Hilf ferner gnädig, wenn du willt, daß deine Macht man merke. Führ selbsten du für uns den Krieg, und gib durch Christum Glück und Sieg, so wollen wir dir danken. Ebeling. 1666. ( fang dein Werk mit Je- su an, Je- sus hats in Hän- den; Je- sum ruf zum Beistand an, Je- sus wirds wohl en- den. Steh mit Je su Morgens auf, geh mit Je su schlafen, = = = = führ mit Je su deinen Lauf, las se Je sum schaf- fen. 2. Wenn dein Jesus mit dir ist, 3. Wenn du deine Sach also laß die Feinde wüthen! mit Gott angefangen, Er wird dich vor ihrer List schüßen und behüten. Ei so hat es keine Noth, wirst den Zweck erlangen. Seg nur das Vertrauen dein in sein Allmachtshände, und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. Es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben; endlich wird dir Gott dein Theil auch im Himmel geben. 4. Nun, Herr Jesu, all mein Sach sei dir übergeben; Es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben. 145. T Standes- und Berufslieder. Weise: Nun danket Alle Gott. 1. Preis Ehr undLob sei dir, Wir bis zurStund allhier Der auch zu je= der Frist ein Herr und König ist 2. Du hast ihm Lebenslang den Odem treu bewahret Und auf manch strengem Gang dich huldvoll offenbaret. Du hast in seiner Hand das Scepter stark gemacht und unser Vaterland mit reichem Gut bedacht. 3. Du wollest deinen Geiſt auf seine Stirne legen, Der klar ihn unterweist, des hohen Amts zu pflegen. Du wollst Gerechtigkeit und milder Gnade Lust ihm stellen an die Seit, ihm pflanzen in die Brust. 4. Du wollest allezeit in deinem Gleis ihn lenken Und Zucht und Frömmigkeit in ihm dem Lande schenken; Auf daß er Vorbild sei von jeder Tugend Art und Hilf und Schutz verleih, wo man den Glauben wahrt. 5. Du wollest seine Treu vergelten durch die Treue, Womit ihn täglich neu ein gutes Volk erfreue; All mein Wert greif ich jetzt an, Jesu, in deim Namen: laß es doch sein wohlgethan! Ich sprech darauf Amen. Crüger. 1649. Daß dein Gebot im Bund von ihm und uns gescheh in dessen Schirm und Schatten viel Heil zu schmecken hat- ten, B 123 all- mächtig nah und fern, des Fürsten, unsers Herrn! und seines Thrones Grund in unsern Herzen steh. 6. O segne, was wir flehn an seinem Jahresfeste, Und gib zum Wohlergebn ihm deiner Gaben beste! Gib, daß ers nie vergißt noch wir, wie du so gern ein Herr und König bist des Fürsten, unsers Herrn! Dr. Grüneisen. † 1878. ch bin ein kleines Kindelein. s. Anhang II, Nr. 6. 146.S Weise: So führst du doch. O 147. felis aus, wo man dich aufgenommen, du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Christ! Wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebste bist; Wo allerHerzen dir entgegenschlagen und aller Augen freudig auf dich sehn: wo aller Lippen dein Gebot erfragen, und alle deines Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, Als beide eines Heils gewürdigt; keiner im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; 124 Standes- und Berufslieder. Wo beide unzertrennbar an dir hangen in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten, wie am bösen Tag! 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, Du Freund der Kinder, der sie als die seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; Wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen, und wissend, wessen Augen auf sie sehn, Weise: Wo Gott zum Haus. 6 148. Bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; Als deine Diener, deine Hausge= nossen, sei nem Wege geht; in Demuth willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und unver: drossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude theilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt! selig Haus, wo du die Wunden Heilest und aller Ärzt und aller Tröster bist: Bis jeder einst sein Tagewerk vol lendet, und bis sie endlich alle ziehen aus, dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus! R. I. Ph. Spitta. † 1859. 1535. 1. Wohl dem, der in Gotts Furchte steht, + und auch auf dein eigen Hand dich näh- ren soll, so lebst du recht und geht dir wohl. 2. Dein Weib wird in deimhause sein wie eine Reb voll Trauben fein, und deine Kinder um dein Tisch wie Delpflanzen, gesund und frisch. 3. Sieh, so reich Segen hängt dem an, wo in Gotts Furchte lebt ein Mann; von ihm läßt der alt Fluch und Zorn, den Menschenkindern angeborn. Weise: Zweierlei bitt ich. 4. Aus Zion wird Gott fegnen dich, 149. Voller Wunder, voller daß du wirst schauen stetiglich das Glück der Stadt Jerusalem, für Gott in Gnaden angenehm. Kunst, voller Weisheit, voller Kraft, Voller Hulde, Gnad und Gunst, voller Labsal, Trost und Saft, 5. Fristen wird er das Leben dein und stets mit Güte bei dir sein, daß du sehen wirst Kindeskind, und daß Israel Friede findt. Dr. Martin Luther. † 1546. Standes- und Berufslieder. Voller Wunder, sag ich noch, ist der keuschen Liebe Joch, 2. Die sich nach dem Angesicht niemals hie bevor gekannt, Auch sonst im Geringsten nicht mit Gedanken zugewandt, Derer Herzen, derer Hand knüpft Gott in ein Liebesband. 3. Dieser Vater zeucht sein Kind, jener seins dagegen auf, Beide treibt ihr sondrer Wind, ihre fondre Bahn und Lauf; Aber wenn die Zeit nun dar, wirds ein wohlgerathnes Paar. 4. Hier wächst ein geschickter Sohn, dort ein edle Tochter zu, Eines ist des andern Kron, eines ist des andern Ruh, Eines ist des andern Licht: wissens aber beide nicht. 5. Bis so lang es dem beliebt, der die Welt im Schooße hält Und zur rechten Stunde gibt jedem, was ihm wohlgefällt: Da erscheint im Werk und That der so tief verborgne Rath. 6. Da wählt Ahasverus Blick sich die stille Esther aus, Den Tobias führt das Glück in der frommen, Sara Haus, Davids bald gewandter Will holt die klug Abigail. 7. Jakob fleucht vor Esaus Schwert und trifft seine Rahel an, Joseph dient auf fremder Erd und wird Asnath Herr und Mann, Mose spricht bei Jethro ein, da wird die Zipora sein. 8. Jeder findet, jeder nimmt, was der Höchst ihm ausersehn; Was im Himmel ist bestimmt, pflegt auf Erden zu geschehn, Und was denn nun so geschicht, das ist sehr wohl ausgericht. 9. Defters denkt man: dieß und dieß hätte können besser sein; Aber wie die Finsterniß nicht erreicht den Sonnenschein, Also geht auch Menschenfinn hinter Gottes Weisheit hin. 10. Laß zusammen, was Gott fügt; der weiß, wie's am besten sei: Unser Denken fehlt und trügt, sein Gedant ist mangelfrei;* Gottes Werk hat festen Fuß, wenn sonst alles fallen muß. 11. Siehe frommen Kindern zu, die im heilgen Stande stehn, Wie so wohl Gott ihnen thu, wie so schön er lasse gehn Alle Thaten ihrer Händ. auf ein gutes selges End. 12. Ihrer Tugend werther Ruhm steht in steter voller Blüt; Wenn sonst aller Liebe Blum als ein Schatten sich verzieht, Und wenn aufhört alle Treu, ist doch ihre Treue neu. 125 13. Ihre Lieb ist immer frisch und verjüngt sich fort und fort, Liebe zieret ihren Tisch und versüßet alle Wort, Liebe giebt dem Herzen Rast in der Müh und Sorgenlast. 14. Gehts nicht allzeit wie es soll, ist doch diese Liebe still, Hält sich in dem Kreuze wohl, denkt, es sei des Herren Will, Und versichert sich mit Freud einer künftig beffern Zeit. 15. Unterdessen geht und fleußt Gottes reicher Segenbach, Speist die Leiber, tränkt den Geist, stärkt des Hauses Grund und Dach: Und was klein, gering und bloß, macht er mächtig, viel und groß. 16. Endlich, wenn nun ganz vollbracht, was Gott hier in dieser Welt Frommen Kindern zugedacht, nimmt er sie in's Himmelszelt Und drückt sie mit großer Lust selbst an seinen Mund und Brust. 126 17. Nun, so bleibt ja voller Gunst, voller Labsal, Trost und Saft, Voller Wunder, voller Kunst, Morgen- und Abendlieder. Weise: Herr Jesu Chrift, dich. 150. be 1. Wohl ei- nem Haus, wo Jesus Christ allein das All in Al- lem ist! Ja, wenn er nicht da rin= nen wär, voller Weisheit, voller Kraft, Voller Wunder, sag ich noch, bleibt der keuschen Liebe Joch. Paulus Gerhardt. † 1676. 1651. = wie fin- ster wärs, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn der Mann, das Weib, das Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot! 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt! 4. Wohl, wenn das Räuchwerk im Gebet 151. beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Gottes Wort! 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein Jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart! 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind, und wenn sie Kind und Kindeskinl versäumen nicht am ewgen Glück! Dann bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus! denn e gedeiht: die Eltern werden Hocherfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu diese Stund sammt meinem Hause diesen Bund wich alles Volk auch von ihm fern ich und mein Haus stehn bei dem Herrn Christ. Karl Ludw. u. Pfeil. † 1784. XIV. Tages- und Jahreszeiten. 1. Morgen- und Abendlieder. 1598. 1. ( Aus meines Her- zens Grunde sag ich dir Lob und Dar ( In dieser Morgen stun- de, da- zu mein Leben- lang = O Gott, in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Eh- ren, Morgen- und Abendlieder. # durch Christum, un- sern Her- ren, dein ein- ge bor nen Sohn, 2. Und daß du mich aus Gnaden in der vergangnen Nacht Vor Fahr und allem Schaden behütet und bewacht: Ich bitt demüthiglich, wollst mir die Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 5. Dein Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, Den Satan zu vertreiben, auf daß der bös Feind hier In diesem Jammerthal sein Tüd an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe und bring mich nicht zu Fall. 6. Gott will ich lassen rathen, denn er all Ding vermag; Er segne meine Thaten, er fördre meine Sach, 3. Du wollest auch behüt mich gnädig diesen Tag Vor Teufels List und Wüthen, vor Sünden und vor Schmach, Vor Feur- und Wassernoth, vor Armuth und vor Schanden vor Ketten und vor Banden, vor bösem schnellen Tod. 4. Mein Seel, mein Leib, mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr und Kind Sei dir, Herr, übergeben, dazu mein Haus gesind, Als dein Geschenk und Gab, mein Eltern und Verwandten, Geschwister und Bekannten, und alles, was ich hab. Weise: Den die Hirten lobten. 152. 127 Ihm hab ich heimgestellt Leib, Seele, Gut und Leben, und was er mir sonst geben: er machs, wie's ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott wird es alls zusammen ihm wohlgefallen lan. Und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott bescheiden in meim Beruf und Stand. Joh. Mathesius(?) † 1565. Alte Weise. 5 1. früh am Morgen Je- sus gehet und vor allen Thüren stehet, klop- fet an, wo man ge- fle- het: komm, Herr Je= su, un- fer Gast. 2. Nun, so lasset ihn nicht dorten, thut ihm auf des Herzens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: eile, Jesu, kehre ein! 3. Wollest täglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte sein. 4. Weide uns auf grünen Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reichthum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja es soll geschehen! Jesus wird heut mit uns gehen und wir werden fröhlich sehen, daß er uns nicht läßt allein. 128 153. 1. = heil ger Geiſt, schei- nen heißt, ( gott des Der es 153¹. $ Morgen- und Abendlieder. und was drin nen ist 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht VorGefahr, Angst, Noth und Schmerzen haft behütet und bewacht; Daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meinerSünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, Da alleine Hilf und Rath ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag Und für meine Seele sorgen: daß, wenn nun dein großer Tag Uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. Weise: Jesu, meine Freude. t 1. Himmels und der Erden, Va- ter, Sohn und Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns Dessen star hir- te dei- ner Schafe, ( Deine Wunder- gü= te et= was wissen mag: den vergangnen Tag. Alberti. 1642. = fe Hand die Welt er= hält: 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; Sei und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort; Nirgends als bei dir allein kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele sammt den Sinnen und Verstand, Großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehru. Ruhm, nimm mich auf, dein Eigenthum. 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende und mich halt in guter Acht; Der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinr. Alberti. † 1651. Crüger. 1656. der von keinem Schla- fe war mein Schild und Hü- te Sei die Nacht auch auf der Wacht und laß mich von deinen Schaaren um und um be- wah- ren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; Ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhekissen: brum vergib die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. Morgen- und Abendlieder. 3. Laß auch meine Lieben keine Noth betrüben; sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in die Vaterarmen ohne Sorgen ein. Du bei mir und ich bei dir: also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel; 154. 1. ( Mor- gen- glanz der ( Schick uns die- se schöpf- ten Lich- te, zu Ge- sich- te = 2. Deiner Güte Morgenthau fall auf unser matt Gewissen; Laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen Und erquick uns deine Schar, immerdar. unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein; 3. Gib, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke tödte, Und erweck uns Herz und Muth bei entstandner Morgenröthe, Daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. Evangelische Kirchenlieder. Decke zu mit Schuß und Ruh, so wird uns mit nichten grauen vor des Satans Klauen. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald roth, bald todt! Drum, hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnoth, So will ich nicht wider dich; lieg ich nicht in Jesu Wunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan! ich thue in vergnügter Ruhe Mund und Augen zu, Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, o du Hüter du! 129 Gute Nacht! nimm mich in Acht; und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benj. Schmolk. † 1737. 1704. Ewig- keit, Morgen- zeit Und vertreib durch dei- ne Macht uns- re Nacht. 4. Ach, du Aufgang aus der Höh, gib, daß auch am jüngsten Tage Unser Leichnam aufersteh und entfernt von aller Plage Sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne! Führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Christ. Knorr u. Rosenroth. † 1689. 9 Lichtvom un= erdei- ne Strahlen 130 Weise: O Gott, du frommer Gott. 155. Morgen- und Abendlieder. Nun ist, was an mir ist, ( 0 Je- su, sü- ßes Licht, nun ist die Nacht vergangen; 1. Nun hat deinGnaden- glanz aufs Neu- e mich umfangen; 敬 und hat nun in Be= gier 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad einsenken Mit Leib, mit Seel, mit Geist, heut diesen ganzen Tag: das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele: Sie sei dein Eigenthum, mit ihr dich heut vermähle In deiner Liebeskraft; da hast du meinen Geist: darinnen wollst du dich verklären allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, Zur Wohnung und zum Haus: ach allerliebstes Leben, Ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich, so hat Geist, Seel und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget: Laß meiner Seele sein dein Bildniß eingepräget 155b. 1710. vom Schlafe auf= ge- weckt, zu dir sich aus- ge= streckt. Im güldnen Glaubensschmuck, in der Gerechtigkeit, so allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, Mit Keuschheit, mit Geduld durch deines Geistes Triebe; Auch mit der Demuth mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 7. Laß mir doch diesen Tag stets vor den Augen schweben, Laß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgeben, Auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach segne was ich thu, ja, rede und gedenke: Durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, Daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigenthum. Joachim Lange. † 1799. Joachim von Burgt. 1626. Weise: Nun laßt uns Gott dem Herren. CF 1. Wach auf, mein Herz, und sin- ge demSchöpfer al- ler Dinge, dem Geber al= ler Gü- ter, dem from- men Menschen- hü- ter. = 2. Heint als die dunklen Schatten mich ganz umfangen hatten, bat Satan mein begehret, Gott aber hats verwehret. Morgen- und Abendlieder. 3. Du sprachst: mein Kind, nun liege, trog dem, der dich betrüge! schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen; von Noth bin ich befreiet, dein Schuß hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben, hier bring ich meine Gaben; mein Weihrauch, Farr und Widder sind mein Gebet und Lieder. 156. c Weise: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 3 157. 2. Dir sei Dank, daß du uns denTag vor Schaden, Gfahr und mancher Plag durch deine Engel hast behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir han erzürnet dich, dasselb verzeih uns gnädiglich, 131 6. Die wirst du nicht verschmähen, du kannst ins Herze sehen, und weißest, daß zur Gabe ich ja nichts Beßres habe. 7. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen, den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum Besten wende. 1. Hin- un- ter ist der Sonnenschein, die finst- re Nacht bricht stark her ein: leucht uns, Herr Christ, du wah- res Licht, D laß uns im Fin stern tap- pen nicht. = Weise: O Welt, ich muß dich lassen. 9. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Panlus Gerhardt. † 1676. 1543. und rechn es unsrer Seel nicht zu, laß schlafen uns in Fried und Ruh. 4. Durch dein Engel die Wacht bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnoth behüt uns heint, o lieber Gott. Nic. Hermann. † 1561. ( 1539) 1598. 1. Nun ru- hen al- le Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, 9+ 132 Morgen- und Abendlieder. es schläft die ganze Welt: bet F ihr aber, mei- ne Sin- nen, 7. Mein Augen stehn verdrossen, im Hui sind sie geschlossen: wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, was eu- rem Schöpfer wohl ge fällt. = auf, auf! ihr sollt be- gin- nen, 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmelssaal: also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen Gott aus diesem Jammerthal. einer Leib der eilt zur Ruhe, 158. Nun wer nicht ſchlafen 4. fann, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit: die zieh ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zu Ende die Arbeit fommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt: es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. und nimm dein Küchlein ein! Will Satan mich verschlingen, so laß die Englein singen: dieß Kind soll unverletet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben kein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Helden Schar. Paulus Gerhardt. † 1676. der bete mit mir an den großen Namen, dem Tag und Nacht wird von der Himmelswacht Preis, Lob und Ehr gebracht: o Jesu, Amen! 2. Weg, Phantasie! Mein Herr und Gott ist hie! Du schläfst, mein Wächter, nie: dir will ich wachen. Ich liebe dich, ich geb zum Opfer mich und lasse ewiglich dich mit mir machen. 3. Es leuchte dir der Himmelslichter Bier! Ich sei dein Sternlein, hier und dort zu funkeln. Nun kehr ich ein; Herr, rede du allein beim tiefsten Stillesein zu mir im Dunkeln. Gerhard Terstegen. † 1769. Tischlieder. Weise: Sollt es gleich bisweilen. Nr. 176. 159. Nur ur in Jesu Blut und Wunden hab ich wahre Ruh gefunden: diese sollen auch allein heut mein Ruhebette sein. 2. Tags umgibt mich sein Erbarmen, 161. E 2. Tischlieder. Weise: Erhalt uns Herr bei deinem Wort. 2. Denn dieses zeitlich Brot allein kann uns nicht gnug zum Leben sein; dein göttlich Wort die Seele speist, hilft uns zum Leben allermeist. Jahreszeiten. Nachts ruh ich in seinen Armen: Jesu, ja in deiner Hut schläft sichs sicher, wohl und gut. Ch. K. Ludw. v. Pfeil. † 1784. der dürft- ge Leib auf die" ser Erd. = 3. Drum gib uns beides, Herre Gott; hilf endlich auch aus aller Noth: so preisen wir dein Gütigkeit hier und auch dort in Ewigkeit. Christliche Hausgesänge. 1569.( V. 1 u. 2.) Weise: Herr Jesu Christ, dich. Nr. 3. 162. Herr err Gott Vater im Himmelreich, 1. ge- segn uns, Herr, die Ga- ben dein, die Speis laß unsre Nah- rung sein; hilf, daß da- durch er- qui- cket werd = wir, deine Kinder allzugleich, bitten dich jetzt aus Herzensgrund, speis uns alle zu dieser Stund. 160. Slaf, du liebes Kind. s. Anhang II, Nr. 7. 2. Thu auf dein reiche milde Hand; behüt uns all vor Sünd und Schand, 164. 1543. 153 und gib uns Fried und Einigkeit; bewahr uns auch vor theurer Zeit: 3. Damit wir leben seliglich, dein Reich besitzen ewiglich in unsers Herren Christi Namn. Wer das begehrt, der spreche: Amn. Var 1582. 3. frühling. Weise: Herr Jesu Christ, dich. Nr. 3. 163. Wir danken Gott für seine Gabn, die wir von ihm empfangen habn. Wir bitten unsern lieben Herrn: er woll uns hinfort mehr beschern, 2. Und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach lieber Gott, du wollst uns gebn nach dieser Welt das ewig Lebn. 1650. 1. Geh aus, mein Herz, und suche Freud in die- ser lieben Sommerzeit 134 Jahreszeiten. an dei- nes Got- tes Ga- ben; schau an der schö- nen Gärten Zier, und ste he, wie sie mir und dir C 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide. Narcissen und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an, als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleucht aus seiner Kluft, und macht sich in die Wälder. Die hochbegabte Nachtigall ergögt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein äßt ihr Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh, und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand, und malen sich und ihren Rand mit schattenreichen Myrthen. Die Wiesen liegen hart dabei und flingen ganz von Lustgeschrei der Schaf und ihrer Hirten. 6. Die unverbroßne Bienenschaar fleucht hin und her, sucht hier und da ihr edle Honigspeiſe. Des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise. 7. Der Waizen wächset mit Gewalt; darüber jauchzet Jung und Alt, und rühmt die große Güte des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüthe. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Thun sich aus- geschmücket ha- ben. erweckt mir alle Sinnen; ich finge mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen. 9. Ach, denk ich, bist du hie so schön, und läßt dus uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schloße werden? 10. Welch hohe Lust, welch heller Schein wird dort in Christi Garten sein? Wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim mit eingestimmtem Mund und Stimm ihr Halleluja singen? 11. O wär ich da, o stünd ich schon, ach süßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen: so wollt ich nach der Engel Weis erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen. 12. Doch will ich gleichwohl, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen! 13. Hilf nur und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühe; gib, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seelen früh und spat viel Glaubensfrücht erziehe. 14. Mach in mir deinem Geiste Raum, daß ich dir werd ein guter Baum, Jahreszeiten. und laß mich wohl bekleiben*; verleihe, daß zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben. anwurzeln. 15. Erwähle mich zum Paradeis, und laß mich bis zur letzten Reis' an Leib und Seele grünen: so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen. Paulus Gerhardt. † 1776. Weise: Nun komm, der Heiden. Nr. 19b. Deine Schönheit hat die 165. eine Schönheit hat die Welt, die mir nicht vor Augen stellt meinen schönsten Jesum Christ, der der Schönheit Ursprung ist. 2. Wenn die Morgenröth entsteht und die güldne Sonn aufgeht, so erinner ich mich bald seiner himmlischen Gestalt. 3. Ofte denk ich an sein Licht, wenn der frühe Tag anbricht: ach, was ist für Herrlichkeit in dem Licht der Ewigkeit. 4. Seh ich dann den Mondenschein und des Himmels Neugelein, so gedenk ich: der dieß macht, hat viel tausend größre Pracht. 5. Schau ich in dem Frühling an unfren bunten Wiesenplan, so bewegt es mich zu schrein: ach, wie muß der Schöpfer sein! 6. Schöne glänzt der Gärten Ruhm, der erhabnen Lilien Blum: aber noch viel schöner ist meine Lilie Jesus Christ. 7. Wenn ich sehe, wie so schön weiß und roth die Rosen stehn, 167. so gedenk ich: weiß und roth ist mein Bräutigam und Gott. 8. Ja, in allen Blümelein, wie sie immer mögen sein, wird gar hell und klar verspürt dessen Schönheit, der sie ziert. 9. Wenn ich zu dem Quellbrunn geh oder bei dem Bächlein steh, so versenkt sich stracks in ihn, als den reinsten Quell, mein Sinn; 10. Und die Schäflein machen mich so erseufzen inniglich: ach, wie mild ist Gottes Lamm, meiner Seelen Bräutigam! 135 11. Nie wird Honig oder Most oder Thau von mir gekost, daß mein Herz nicht nach ihm schreit, als der rechten Süßigkeit. 12. Lieblich singt die Nachtigall, süße klingt der Flöten Schall: aber über allen Ton ist das Wort: Marien Sohn. 13. Anmuth gibt es in der Luft, wenn die Echo wiederruft: aber nichts ist überall, wie des Liebsten Wiederschall. 14. Ei nun, Schönster, komm herfür; komm und zeig dich selbsten mir; laß mich sehn dein eigen Licht und dein bloßes Angesicht. 15. O daß deiner Gottheit Glanz meinen Geist umgäbe ganz, und der Strahl der Herrlichkeit mich verzückt aus Ort und Zeit! 16. Ach mein Jesu, nimm doch hin was mir decket Geist und Sinn, daß ich dich zu jeder Frist sehe, wie du selber bist. Joh. Scheffler. 1677. 4. Erntelied. M. Ap. v. Löwenstern. 1644. 1. Nun preiset al- le Got- tes Barmherzigkeit, lob ihn mitSchalle, 136 wer- the- ste Chri- sten- heit! Er läßt dich freundlich zu sich la= den, - If freu- e dich, If ra el, sei- ner Gnaden! Freu- e dich, 3f ra el, Is == seiner Gnaden. 2. Der Herr regieret über die ganze Welt, was sich nur rühret, froh ihm zu Füßen fällt: viel tausend Engel um ihn schweben, : Psalter und Harfe ihm Ehre geben.: 3. Wohl auf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein! Zu grünen Weiden stellet euch willig ein. Er lässet uns sein Wort verkünden, Uns soll hinfort kein Unfall schaden, |: machet uns ledig von allen Sünden.:: Freue dich, Israel, seiner Gnaden.: M. Ap. u. Löwenstern. † 1648. 168. ft. Krenz- und Crostlieder. die = = XV. Kreuz- und Trostlieder. 4. Er gibet Speiſe reichlich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal. Er schaffet Früh- und späten Regen, : füllet uns Alle mit seinem Segen.: 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, wertheste Christenheit. 1. Ach, wie weh ist meinem Her- zen, Herr Gott, in M. Prätorius. 1610. ser Zeit! Ich ver- geh für großen Schmerzen, Ta ge, Trost ist von 2. Meine Kraft thut gar verschwinden: ich bin gar matt und frank: Keine Freud kann ich mehr finden, mein Trübniß währet lang. Ich seufz und klage für Jammer und für Leid. Ich seufz und kla ge all Nacht und Tage, Trost ist von mir ganz weit. = all Nacht und mir ganz weit. 3. Drum rufich aus Grund des Herzen zu dir, mein lieber Gott, Fleh zu dir mit bittern Schmerzen in Aengsten meiner Noth: Erhör mein Klagen, laß ab zu schlagen, sei gnädig, Herre Gott! Kren- und Crastlieder. 4. Ach so neig zu mir dein Ohren, machs nicht zu lang, o Herr! Gnädig thu mein Bitt erhören, reiß mich aus Aengsten schwer: Erhör mein Klagen, laß ab zu schlagen, stäup mich doch nicht so sehr! Mich. Prätorias. † 1621. bin ich in meiner Einsamkeit; Denn wenn ich ganz verlassen scheine, vertreibt mir Jesus selbst die Zeit: Ich bin bei ihm und er bei mir, so kommt mir nichtes einsam für. 2. Komm ich zur Welt, man redt von Sachen, Weise: Wer nur den lieben Gott. Nr. 181. 169. Allein llein und doch nicht ganz ich liebe Gott in stiller Ruh, alleine Und sollten mir die Neider fluchen, so schließ ich meine Kammer zu Und nehme Gott mit mir hinein, so wird der Neid betrogen sein. die nur auf Eitelkeit gericht; Da muß sich lassen der verlachen, der etwas von dem Himmel spricht. Drum wünsch ich lieber ganz allein, als bei der Welt ohn Gott zu sein. 3. Verkehrte können leicht verkehren: wer greift Pech ohne Kleben an? Wie sollt ich denn dahin begehren, wo man Gott bald vergessen kann? Gesellschaft, die verdächtig scheint, wird oftmals nach dem Fall beweint. 4. Zudem kann sich ein Mensch verstellen, wer kann in aller Herzen sehn? Man sieht oft heimliche Gesellen, die sich nur nach dem Winde drehn, Daß der, so voller Zucker war, bald eine Schlange drauf gebar. 169. # 137 5. Drum kann mir Niemand hier verdenken, wenn ich in meiner Einsamkeit Mich also suche zu beschränken, daß Gott allein mein Herz erfreut. Die Welt ist voller Trug und List: wohl dem, der Gott verbunden ist! 6. Ein Weltkind mag Gesellschaft suchen: 7. Mit Gott red ich in seinem Worte und durch sein Wort redt er mit mir; Bet ich an einem stillen Orte, so findet er sich bald zu mir; Brauch ich in meinem Kreuze Rath, er ist, der mich getröstet hat. 8. Mach ich im Stillen meine Sachen, so hat er seine Hand bei mir; Ich mag nun schlafen oder wachen, so stellt er mir sein Bildniß für; Auch in den Träumen spielet er, als wenn ich wachend bei ihm wär. 9. Wer wollte denn nun nicht bekennen, daß ich stets in Gesellschaft bin? Und will die Welt mich einsam nennen, so thue sie es immerhin: Gnug, daß bei mir, wenn ich allein, Gott und viel tausend Engel sein. Benj. Schmalk. † 1737. 1738. 1. Alles ist an Got- tes Segen und an seinerGnad gelegen, H über alles Geld und Gut Wer auf Gott sein Hoffnung se get, 2 138 Krenz- and Crostlieder. 2 3 der be- hält ganz un- ver= le tet 2. Der mich hat bisher ernähret, und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein; der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer sein. 3. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr nach dem zu ringen, was Vergnügung pflegt zu bringen, und was jetzt man selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. 170. = ei nen frei- en Hel- den- muth. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben: wie Gott will, so muß es bleiben, wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht widerstreben; ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet; alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. lm 1673. 1. Auf mei- nen lie- ben Gott trau ich in Angst und Noth; 1605. der kann mich allzeit ret ten aus Trübfal, Angst und Nö- then; ihm thu ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. mein Unglück kann er wen- den: steht alls in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd ansicht, hast mir das Heil erworben, will ich verzagen nicht: uns allen auch zugleiche auf Christum will ich bauen das ewig Himmelreiche! und ihm allein vertrauen; 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich: hilf mir am letzten Ende, und Christus ist mein Leben; dem thu ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich am Kreuz gestorben, 3. Ob mich der Tod nimmt hin, nimm mich in deine Hände, ist Sterben mein Gewinn, daß ich selig abscheide zur ewgen Himmelsfreude. 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund. Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen. Sigismand Weingärtner( nm 1609). Krenz- und Crostlieder. Weise: Herzlich thut mich verlangen. Haßler. 1601( 1611). 171. 6 22 1. ( Befiehl du deine Wege und was dein Her- ze kränkt ( Der al ler- treu- sten Pfle- ge des, der den Himmel = lenkt; F Der Wol- ken, Luft und Win- den gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch We= ge fin- den, 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl ergehn; Auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen: es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, Was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; Und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; Dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann Niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hie wollten widerstehn, So wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er ihm vorgenommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 139 da dein Fuß ge hen kann. 6. Hoff, o du arme Seele, Hoff und sei unverzagt, Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, Mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf! auf! gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; Laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll; Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten: er ist ein weiser Fürst Und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath das Werk hinausgeführet, was dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn, Und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn. Er deiner sich begeben; und solltst du für und für in Angst und Nöthen schweben, fragt er doch nichts nach dir. 340 Krenz- und Trostlieder. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, So wird er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst: Er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue: du hast und trägst davon Mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron! 171'. = bens. dei- nes Le dich ver= ge= bens; Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Noth; Stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod Uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewis zum Himmel ein. 1. ( gib dich zu frie- den und sei stil- le ( In ihm ruht al= ler Freuden Fül- le, Panlus Gerhardt. † 1676. Hinge? 1686. in dem Got- te ohn ihn mühst du Er ist dein Quell und dei- ne Son- ne, scheint täglich hell zu dei- ner Won- ne: gib dich zu frie- den. = 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Und was du keinem darfst erzählen, Gnaden, ungefärbten treuen Herzens. magst du Gott gar kühnlich sagen. Wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens. Kreuz, Angst und Noth kann er bald wenden, Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten; gib dich zufrieden. 5. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. ja auch den Tod hat er in Händen; gib dich zufrieden. 3. Wenn gar kein Einger mehr auf Erden, Er hat ein Hand voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben; gib dich zufrieden. dessen Treue du darfst trauen, Alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, 6. Sprich nicht: ich sehe keine Mittel; wo ich such, ist nichts zum besten; Denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wenn die Noth am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen; gib dich zufrieden. 4. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stille Klagen, da schickt er zu, uns wohl zu führen; gib dich zufrieden. Krenz and Crostlieder. 7. Bleibt gleich die Hilf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; Macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, und was verzeucht, ist desto süßzer; gib dich zufrieden. 8. Es kann und mag nicht anders werden: alle Menschen müßen leiden; Was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, da wird sichs enden; gib dich zufrieden. 172. wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; Bei Sündenlust und Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod; JAJ 9. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; Er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herspringen und aus der Qual uns sämmtlich bringen; Weise: Wenn wir in höchsten Nöthen. fcम् 1. Hilf, Helfer, hilfin Angst u. Noth! erbarm dich mein, o treuer Gott! Oselig ist der Mann geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. gib dich zufrieden. 10. Er wird uns bringen zu den Schaaren der Erwählten und Getreuen, Die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun in Friede freuen, Da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: gib dich zufrieden. Paulus Gerhardt. † 1676. Französischer Pfalm. 1555. ich bin ja doch dein liebes Kind, trot Teufel, Welt und al= ler Sünd. 2.Ich trau auf dich, mein Gott u. Herr! wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ! du mein Gott und Erlöser bist. 2. Je größer Kreuz, je besfrer Christe: Gott streicht uns an dem Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüste, fällt nie ein Thränenthau hinein. 3. Des freu ich mich von Herzen fein, bin gutes Muths und harre dein, verlaß mich gänzlich auf dein Namn: hilf Helfer, hilf! drauf sprech ich: Amn. Martin Maller? † 1606. Das Gold wird auf dem Feuerherd, ein Christ in mancher Noth bewährt.. 3. Je größerkreuz, je stärkrer Glaube: die Palme wächset bei der Last; Die Süßigkeit fleußt aus der Traube, wenn du sie wohl gefeltert hast; Weise: Wer nur den lieben Gott. Nr. 181. Im Kreuze wächset uns der Muth, 173. Je größer Kreuz, je näher wie Perlen in gefalzner Fluth. Himmel: 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe: der Wind bläst nur die Flammen auf; Und scheint uns gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf; Das Kreuz vermehrt der Liebe Gluth, gleichwie das Del im Feuer thut. 142 Krenz and Crostlieder. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete: geriebne Kräuter riechen wohl; Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol; Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen: im Thale steiget man bergan; Wer durch die Wüste oft gegangen, der sehnet sich nach Canaan; Das Täublein, findt es hier nicht Ruh, so fleugt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber sterben: man freut sich recht auf seinen Tod; Weise: Valet will ich dir geben. 173b. Denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Noth. Das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphirt! 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Schatz uns beigelegt Und die einmal vor seinem Throne der Ueberwinder Scheitel trägt. Ach! dieses theure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht! 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein; Daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, Das Glaube, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt! Benj. Schmolck. † 1737. Teschner. 1615. = 1. ( Ist Gott für mich, so tre te gleich alles wider mich; So oft ich ruf und be- te, weicht al- les hinter sich. 61 Hab ich das Haupt zum Freunde und bin ge liebt bei Gott, = und Wider- sa- cher Rott? 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht; Wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht Vor Gottes Augen stehen und vor dem strengen Sig: ich müßte stracks vergehen, wie Wachs in Feuerhit. 5. Mein Jesus hat gelöschet, was mit sich führt den Tod; Der ists, der rein mich wäschet, macht schneeweiß, was ist roth. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmuth, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. was kann mir thun der Feinde 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scher Daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, Und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen, und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; Das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe werth. Krenz- und 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmt mir meinen Muth; Die Höll und ihre Flammen löscht meines Heilands Blut. Rein Urtheil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, Vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, Gibt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. Crostlieder. 3u leiden und zu tragen, geräth in Hohn und Spott, das Kreuz und alle Plagen die sind sein täglich Brod. 12. Das ist mir nicht verborgen, doch bin ich unverzagt; Dich will ich lassen sorgen, dem ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben und alles, was ich hab; an dir will ich fest fleben und nimmer lassen ab. 13. Die Welt, die mag zerbrechen, du stehst mir ewiglich. Kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; Kein Hungern und kein Dürsten, kein Armuth, keine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwachheit findt, So seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind Mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde erfiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste es sei klein oder groß, manch süßes Trostwort zu, Wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, Und wie er hab erbauet ein edle, neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Theil, mein Erbe mir prächtig zugericht; Wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. 14. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, Kein Lieben und fein Leiden, tein Angst, kein Herzeleid, Was man nur kann erdenken, 143 der feines soll mich lenten. aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, Ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paulus Gerhard. † 1676. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. Weise: Wenn mein Stündlein. Nr. 200¹. 11. Wer sich mit dem verbindet, 174. Mein Gott, du schickst mir Krankheit zu, den Satan fleucht und haßt, Der wird verfolgt und findet ein harte, schwere Last ich liege frank darnieder, Ich habe weder Rast noch Ruh, kraftlos sind alle Glieder; Krenz- und Crostlieder. Mein Herz im Leib ist abgezehrt, 175. Sa ag: was hilft alle Welt die Schwachheit sich noch täglich mehrt; ich weiß mir nicht zu helfen. 2. Doch fannst du mir durch deine Kraft mit ihrem Gut und Geld? Alles verschwindt geschwind, gleichwie der Rauch im Wind. 2. Was hilft der hohe Thron, das Scepter und die Kron? Scepter und Regiment hat Alles bald ein End. 3. Was hilft sein hübsch und fein, schön wie die Röselein? Schönheit vergeht im Grab; die Rosen fallen ab. 4. Was hilft ein goldgelbs Haar? Augen krystallenklar? Lippen korallenroth? Alles vergeht im Tod. 5. Was ist das güldne Stück von Gold, Zierd und Geschmück? Gold ist nur rothe Erd: die Erd ist nicht viel werth. 144 Hilf und Errettung schicken; Du kannst mit neuem Lebenssaft den matten Leib erquicken Und in mir Schwachen mächtig sein, ob ich schon weder Arm noch Bein kann rühren, noch bewegen. 3. Ich liege wie ein armer Wurm, wie ein armer Wurm, es thut mir Niemand Gutes; Doch auch im größten Unglückssturm bin ich getrosten Muthes: Ist gleich die Noth groß, weiß ich doch, daß du bist treu und stärker noch, als alle Noth auf Erden. 4. Durch deine große Vatertreu wirst du mir so auflegen, Daß meine Last erträglich sei, nicht über mein Vermögen. Ich bitte, Herr! nur um Geduld, so wird mich endlich deine Huld aus allem Jammer führen. 5. Willst du, Herr, daß ich von der Welt jetzt noch nicht soll abscheiden? Mein Gott! es sei dir heimgestellt, verkürze nur mein Leiden! Erwecke frommer Christen Sinn, die mir, der ich verlassen bin, mit Trost und Hilf erscheinen. 6. Gib neue Kräfte, hilf mir auf, laß sich die Bein verlieren: Hilf, daß ich meinen Lebenslauf hernach mög hriftlich führen; Solls aber jetzt gestorben sein, so geb ich meinen Willen drein: Gott sei mir Sünder gnädig! 176. fe 6. Was ist das roth Gewand, das Purpur wird genannt? Von Schnecken aus dem Meer kommt aller Purpur her. 7. Was ist die Seidenpracht? wer hat die Pracht gemacht? Es haben Würm gemacht die ganze Seidenpracht. 8. Was sind denn solche Ding, die wir schätzn nicht gering? Erd, Würm, Koth, Schneckenblut ist, das uns zieren thut. 9. Fahr hin, o Welt, fahr hin! Bei dir find ich kein Gwinn: das Ewge achtst du nit; hier hast dein Ernt und Schnitt. 10. Fahr hin! leb, wie du willt: hast gnug mit mir gespielt. Die Ewigkeit ist nah: fromms Leben ich anfah. Joh. Matth. Meyfart. † 1642. 1657. 1. Sollt es gleich bisweilen scheinen, als wenn Gott verließ die Seinen, € E Krenz- und Crostlieder. D so glaub und weiß ich dieß: Gott hilft end- lich noch ge= wiß. 6. Troß des bittern Todes Zähnen! Troß der Welt und allen denen, die mir sind ohn Ursach Feind: Gott im Himmel ist mein Freund. 2. Hilfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wanns nöthig ist. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel; er gibt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wann die Noth am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5.Trog dem Teufel, trot dem Drachen, ich kann ihre Macht verlachen: Trot dem schweren Kreuzesjoch! Gott, mein Vater, lebet noch. 177. c= ²|| 1. es bleibt ge- recht sein Wil- le; will ich ihm hal- ten stil- le. 145 ( Was Gott thut, das ist wohl ge- than: ( Wie er fängt meine Sa- chen an, = 7. Laß die Welt nur immer neiden; will sie mich nicht länger leiden, ei so frag ich nichts darnach: Gott ist Richter meiner Sach. 8. Will sie gleich mich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; wenn der Himmel nur wird mein, mag die Welt mein Feindin sein. 9. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, sag ich allem Andern abe; legt man mich gleich in das Grab: gnug, Herr, wenn ich dich nur hab! Christoph Citins. † 1703. 1690. 2.Was Gott thut, das ist wohlgethan: er wird mich nicht betrügen. Er führet mich auf rechter Bahn: so laß ich mich begnügen An seiner Huld und hab Geduld; er wird mein Unglück wenden: es steht in seinen Händen. 3.Was Gott thut, das ist wohlgethan: er wird mich wohl bedenken. Evangelische Kirchenlieder. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu er hal- ten; drum laß ich ihn nur walten. = Er, als mein Arzt und Wundermann, wird mir nicht Gift einschenken Für Arzenei. Gott ist getreu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Gnade trauen. 4.WasGott thut, das ist wohlgethan: er ist mein Licht und Leben; Der mir nichts Böses gönnen kann, ich will mich ihm ergeben 10 146 In Freud und Leid. Es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5.WasGott thut, das ist wohlgethan: muß ich den Kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, Weil doch zuletzt ich werd ergött 178. 圈 Krenz- und Crostlieder. 1. Zeit, her kommt der Tod; meine Todes- noth! mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6.WasGott thut, das ist wohlgethan: dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, So wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten! Samuel Rodigast. † 1708. 1715. ( Wer weiß, wie na- he mir mein En- de! Ach, wie ge- schwinde und be hen- de = E Mein Gott, ich bitt durch Chri- sti Blut: und, wenn ich einstens sterben muß, Die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für Und sage stets in allen Fällen: Herr, wie du willt, so schicks mit mir! machs nur mit meinem En- de gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; Denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken Hin geht die kann kommen Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 5. Mach mir stets füßer deinen Himmel und bittrer diese schnöde Welt; Gib, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 6. Ach Vater, deck all meine Sünk mit dem Verdienste Christi zu, Darein ich mich festgläubig winde; das gibt mir recht gewünschte Rub. Mein Gott, ich bitt durch Chrif Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 7. Ich weiß, in Jesu Blut un Wunden hab ich mir recht und wohl gebett; Krenz- and Crostlieder. Da sind ich Trost in Todesstunden und alles, was ich gerne hätt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod. Ich leg die Hand in seine Seite und sage: mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner Heilgen Tauf: Du bist mir auch daher gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 179. 147 10. Ich habe Jesu Fleisch gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier: Nun kannst du meiner nicht vergessen, Ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut. 11. So komm mein End heut oder morgen: ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt. Ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 12. Ich leb indeß in Gott vergnüget und sterb ohn alle Kümmerniß. Mir gnüget, wie mein Gott es füget, ich glaub und bin es ganz gewiß: Durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut! Ä. I. Gräfin. Schwarzburg.+ 1706. Rosenmüller. 1649. 1. Welt, a- de, ich bin dein mü- de, ich will nach dem Himmel zu: da wird sein der rechte Frie de und die stol ze See- len- ruh. = Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lau- ter i= tel- feit: = 2. Wenn ich werde dahin kommen, bin ich aller Krankheit los Und der Traurigkeit entnommen, ruhe sanft in Gottes Schoß. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit: in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 40 in dem Himmel al le zeit Frie- de, Ruh und Se- lig-keit. = = 3. Was ist doch auf Erden Freude? Nebel, Dampf und Herzeleid. Hier auf dieser schwarzen Haide sind die Laster ausgestreut. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit: in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 10- 148 4. Unaussprechlich schöne singet Gottes auserwählte Schaar: Heilig, heilig, heilig! flinget in dem Himmel immerbar. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit: in dem Himmel allezeit Friede, Rub und Seligkeit. 5. Nichts ist hier, als stetes Weinen, reine Freude bleibet nicht: Will uns gleich die Sonne scheinen, so verhemmt die Nacht das Licht. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit: in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 6. Nun, es wird dennoch geschehen, daß ich auch in furzer Zeit Meinen Heiland werde sehen in der großen Herrlichkeit. Welt, bei dir ift Krieg und Streit, nichts benn lanter Gitelfeit: in dem Himmel allegeit Friede, Ruh und Seligkeit. 180. ¹ Fr per= Krea- and Crostlieder. Beise: Was mein Gott will, das gicheh allzeit. 1. #B ben; ben. 7. D, wer nur bahin gelanget, wo jegund der schöne Chor In vergüldien Kronen pranget, und die Stimme schwingt empor! Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit: in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. teif thu se tem; 8.Beit, wann wirst du doch anbrechen? Stunden, o wann schlaget ihr, Drinnen ich mich kann besprechen mit dem Schönsten für und für? Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit: in dem Himmel allezeit Friede, Rub und Seligkeit. 9. Jest will ich mich fertig machen, daß mein Thun vor Gott besteh; Daß, wenn alles wird zerkrachen, es beißt: Komme! und nicht: Geh! Belt, bei dir ift Angstgefrei, Sorge, Furcht unb Hengelei: in dem Himmel allezeit Friede, Rub und Seligkeit. Juh. 6. Albinus.# 0679. Wer Gott ver- traut, hat wohl gebaut Wer sich ver- läßt auf Je- sumChrift, Da- rum auf dich all Hoffnung ich To des noth und Schmer ( 1529) 1540. im Himmel und auf dem muß der Himmel = Herr Jefu Chrift, mein Troft du biſt zen. ganz fest und Krea- and 2. Und wenns gleich wär dem Teufel febr und aller Welt zuwider, Dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all schlägt barnieder. Und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so fann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 181. 1. al= le- zeit, Traurig- feit. Crostlieder. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich; denn du fannst mirs wohl geben, Was mir ist noth, getreuer Gott, in diesm und jenem Leben. Gib wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele. Ach höre, Herr, dies mein Begehr und laß mein Bitt nicht fehlen! Seit 1597. Wer nur den lie- ben Gott läßt wal- ten und hof- fet auf ihn Den wird er wunder- lich er- hal- ten in aller Noth und feinen Samb ge= bani. 2. Bos helfen uns die sämeren Sorgen? was hilft uns unser Web und A? Was hilft es, baß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. Neumart. 1657. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, Wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er fennt die rechten Freudenstunden; er weiß wohl, wann es nüglich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunben umb merfet feine Heuchelei, So fommt Gott, ehwirs uns verfehn, und läffet uns viel Guts geschehn. 149 Wer Gott, dem Al- ler höchsten, trauf, der hat auf 5. Denk night in beiner Drangfals hike, baß bu von Gott verlasſen ſeist, Und daß Gott der im Schoße size, der sich mit stetem Glüce speist: Die Folgezeit verändert viel und sehet jeglichem sein Ziel. 6. Es find ja Gott sehr leichte Sachen und ist dem Höchsten alles gleich, Den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reic. Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu Unb trau bes Himmels reidem Segen, so wird er bei bir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott fest, ben verläßt Er nicht. Gearg Teamark. † 1681. 150 181. Weise: O Welt, ich muß dich lassen. Wanderlieder, Wanderlieder. 1. In al- len meinen Tha- ten laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat; * solls anders wohl ge- lin- gen, 2. Nichts ist es, spat und frühe, um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat versehen und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet; was ihm von mir geliebet, dasselbe hab ich auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schützt. Leb ich nach seinen Sägen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nügt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und sie. 181º. 1. ( 1539) 1598. er muß zu al= len Din- gen, selbst ge= ben Se- gen, Rath und That. Durch seinen Schuß, den frommen, sind wir so weit nun kommen, und wißen selber fast nicht wie. 7. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu handen, so tröstet mich sein kräftig Wort. 8. Hat er es denn beschloßen, so will ich unverdroßen an mein Verhängniß gehn; kein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, mit Gott will ich ihn überstehn. 9. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 10. So sei nun, Seele, deine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein Vater aus der Höhe der weiß zu allen Sachen Rath. Paul Flemming. † 1640. 1572. VonGott will ich nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, ( Führt mich aufrechter Straßen, da ich sonst ir- ret sehr. Er reicht mir sei ne Hand: = Tod und Ewigkeit. thut er mich wohl ver- sorgen, 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohlthat all verkehrt, So findt sich Gott gar balde, sein Macht und Gnad bewährt Und hilft aus aller Noth, errett von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit; Es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, die er uns beide schenkt; Das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt. Verlorn ist sonst all Zeit, die wir zubringn auf Erden; wir sollen selig werden und bleibn in Ewigkeit. 182. 1. Ihm sei es heimgestellt: Ganz heilig, rein und zart, mein Leib, mein Seel, mein Leben ein Kind und Erb des Herren: sei Gott dem Herrn ergeben; daran muß niemand irren er schaffs, wies ihm gefällt. 4. Es thut ihm nichts gefallen, denn was mir nüglich ist. Er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, Sein allerliebsten Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret: lobt ihn ins Himmels Thron! den Abend wie den Mor- gen sei, wo ich woll im Land. 6. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrer stolzen Pracht, Nicht Ehr noch Gut bestehet, das vor war groß geacht; Ja auch nach diesem Tod, tief in die Erd begraben, wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott. 7. Die Seel bleibt unverloren, geführt in Abrams Schooß; Der Leib wird neu geboren, von allen Sünden los, 15.1 des Teufels listig Art. 8. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, Wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, Ist aller Freuden voll; dieselb ohn einigs Ende, dieweil ich Christum kenne, mir widerfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; Sein Sohn hat Guts die Fülle erworben und Genad; Gott der heilige Geist im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Ludwig Helmbold. † 1598. XVI. Cod und Ewigkeit. ( 1678) 1690. Al- le Menschen müs- sen ster- ben, al- les Fleisch ver( Was da le= bet, muß ver- der- ben, soll es an- ders 152 Cod and Ewigkeit. geht wie Heu; Die- ser Leib der muß ver- we- sen, wenn er anwer- den neu. ders foll ge= ne= sen die den From= men ist 2. Drum so will ich dieses Leben, wenn es meinem Gott beliebt, Auch ganz willig von mir geben; bin darüber nicht betrübt. be= reit. Denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnoth ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben und sein Tod ist mein Gewinn; Er hat mir das Heil erworben, drum fahr ich mit Freuden hin, Hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreifaltigkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon Sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron; der so großen Herrlich keit, Da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist! 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal: Wo auf ihren Ehrenthronen siget die gezwölfte Zahl*; Ach wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! Ach der großen Freud und Wonne: jegund gehet auf die Sonne, jegund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit; Jeho werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid, Mit der güldnen Ehrenkrone; stehe da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. 8. Nun hier will ich ewig wohnen! Eure Treu wird Gott belohnen, Meine Lieben, gute Nacht! die ihr habt an mir vollbracht. Liebste Kinder und Verwandten, Brüder, Freunde und Bekannten, lebet wohl zu guter Nacht! Gott sei Dank, es ist vollbracht. Joh. G. Albinus. † 1679. Weise: O Gott, du frommer. Nr. 155. 183.Bleib, Jeſu, bleib bei mir, Wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren, da wir unserm Gott zu Ehrn es will nun Abend werden! Der Tag hat sich geneigt mit meiner Zeit auf Erden; Mein Abschied stellt sich ein, ewig Halleluja hörn.* Matth. 19, 28. die Stunde naht sich nun, 6. Jerusalem, du Schöne! ach wie helle glänzest du! da ich soll auf der Welt die letzte Reise thun. Cod and Ewigkeit. 2. Die Zeit der Pilgrimschaft, die sich hier angefangen, Ist über Berg und Thal voll Kreuz und Noth gegangen; Du aber warst bei mir, auch wenn ichs nicht gemerkt, und hast das matte Herz durch deinen Trost gestärkt. 3. So wirst du mich zuletzt, mein Jesu, nicht verlassen, Mein Glaube soll dich fest mit beiden Armen fassen. Ach Herr, ich höre schon, was mir dein Mund verspricht: ich weiche nicht von dir, so fürchte dich nur nicht! 4. Drum fürcht ich mich auch nicht: wird meine Seele scheiden, So führest du sie ein ins Paradies der Freuden. So wird der schwere Weg des ganzen Lebens gut, wenn man den letzten Schritt mit dir zum Himmel thut. 184. 153 5. Der Leib nimmt seinen Weg ins Grab und in die Erde, Voll Hoffnung, daß er nicht im Staube bleiben werde. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Athem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen: Herr, nimm mein Seufzen auf. Ich nehme Hoffnung mit in meinen Sarg hinein, daß mir ein Leben muß auch nach dem Tode sein. 6. Weil du, Herr Jesu Christ, vom Tode auferstanden, So ist für mich der Trost, der feste Trost vorhanden, Daß du auch diesen Leib, o starker Lebensfürst, zur ewgen Herrlichkeit einst auferwecken wirst. 7. So laß mich freudig gehn zu Bette nach dem Grabe, Und schlafen, bis ich da den Tod verschlafen habe. Es sage keiner dann, daß ich gestorben sei: denn Schlaf und Sterben ist in Christo einerlei. Erdm. Nenmeister. 1756. Vulpius. 1609. € H 1. Chri- stus der ist mein Leben, sterben ist mein Gewinn; dem thu ich mich ergeben, mit Fried fahr ich da- hin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, auf daß ich zu ihm komme und ewig bei ihm sei. 3. Ich hab nun überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth; durch sein heilig fünf Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 5. Wenn mein Herz und Gedanken zergehn als wie ein Licht, das hin und her thut wanken, wenn ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein nach deinem Rath und Willen, wann kommt mein Stündelein. 7. Und laß mich an dir kleben, wie eine Klett am Kleid, und ewig bei dir leben in himmlische Wonn und Freud! Anna, Gräfin v. Stolberg? Am 1600. 154 Weise: Der lieben Sonne Licht. 185. faltgen Jammer ih- rer Kammer. Cod and Ewigkeit. 1. wird kommen und Frommen. Die Christen gehn von Ort zu Ort Und kommen in den Friedensport Gott nimmt sie nach dem Lauf in seinen Armen auf; C das Wai- zenkorn wird in sein Beet auf Hoffnung schöner Frucht ge- sät. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist, gelobt sein eure Schritte, Du friedevoll befreiter Geist, du jetzt verlassne Hütte! 3. Wir freun uns in Gelassenheit der großen Offenbarung; Indessen bleibt das Pilgerkleid* in heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß in Jesu Arm und Schoß! Du Seele bist beim Herrn, dir glänzt der Morgenstern: euch Glieder deckt mit sanfter Ruh Die Liebe führ uns gleiche Bahn: der Liebe stiller Schatten zu. so tief hinab, so hoch hinan.* Der Leib. Nic. Ludw. Gr. u. Zinzendorf. † 1760. 1535. 186. 中 。 1723. durch mannigund ruhn in Es ist ge- wiß- lich an der Zeit, daß Gottes Sohn 1. In seiner großen Herrlich- keit, zu rich- ten Bös Da wird das La- chen werden theur, wenn al- les wird ver gehn in Feur, wie Petrus da von schreibet. = = 2. Posaunen wird man hören gan an aller Welten Ende; Da wird Gott fordern vor sein Thron all Menschen gar behende. Da wird der Tod erschrecken sehr, wenn er wird hören neue Mähr, daß alles Fleisch soll leben. 3. Ein Buch wird da gelesen bald, darin da steht geschrieben, Wie Gott will richten Jung und Alt; nichts soll verborgen bleiben. Da wird ein jeder seinen Lohn empfahen, wie er hat gethan in seinem ganzen Leben. 4. Hilf heilige Dreifaltigkeit, daß mein Nam werd gefunden Im Buch des Lebens allezeit. An meiner letzten Stunde Weich nicht von mir, Herr JesuChrist, der du allzeit mein Helfer bist: du wollst von mir nicht scheiden. 5. Was werd ich armer Sünder dann vor deinem Richtstuhl sagen? Was werd ich für ein Fürsprech han, der mein Sach wird austragen? Das wirst du thun, Herr Jesu Christ! dieweil daß du gekommen bist, all Sünder zu erlösen. Cod and Ewigkeit. 6. Wenn ich, Herr, meine Sünd bedenk, mein Augen die thun weinen; 187.1 희 zu 3ions Geistern hin; be- frei- e die- sen Sinn, ge= nug. Es ist 2. Es ist genug des Kreuzes, das mir fast den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Last! Ich schwemme manche Nacht Mein hartes Lager durch mit zähren: Ach Herr, wie lange soll es währen? Es ist genug. 3. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will, er kennet ja mein Herz; Ich barre sein und halt indessen still, Wenn ich die ewge Freud bedenk, mein Herz, das thut sich freuen. Herr, hilf, daß ich dein Angesicht, mög sehn mit meiner Augen Licht dort in dem ewgen Leben. Es ist genug! so nimm, Herr, meinen Geist 1. Lös auf das Band, das allge- mächlich reißt; 155 7. Herr Jesu Christ, du machst es. lang mit diesen bösen Tagen. Den Leuten wird auf Erden bang: laß sie doch nicht verzagen. Schick ihn* den Tröster, heilgen Geist, der sie leit in das Himmelreich durch Jesum Christum. Amen.* ihnen. Am 1565. Nach dem lateinischen dies irae. Ahle. 1662. ( Der sich nach sei- nem Got- te seh- net, ( Der täg- lich klagt und nächtlich thränet: bis er mir allen Schmerz, Der meine steche Brust zernaget, Zurücke legt und zu mir saget: Es ist genug. 4. Es ist genug: Herr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus. Mein Jesus kommt, nun gute Nacht, o Welt! ich fahr ins Himmels Haus; Ich fahre sicher hin in Frieden, Mein großer Jammer bleibt darnieden. Es ist genug. Franz Joach. Burmeister. 156 Cod and Emigkeit Weise: Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. $ 188. 1704. E Es ist noch eine Ruh vorhanden, 1. Du seuf- zest hier in dei- nen Ban- den, 带 auf, müdes Herz und werde licht! und dei- ne Son- ne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mitFreuden dort wird vor seinem Stuhle wei- den; wirf hin die Last und eil her- zu. Bald ist der schö- ne Kampf ge- en- det, bald, bald der sau- re Lauf vollendet; so gehst du ein zu dei- ner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; Es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns so bestimmt. DasLämmlein wollte darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; es ruft, es locket weit und breit: ihr müden Seelen und ihr Frommen, versäumet nicht, heut einzukommen, zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt, Eilt, eilt aus euern Kummerhöhlen, geht nicht mehr krumm und sehr gebückt. Ihr habt des Tages Last getragen, dafür läßt euch das Lämmlein sagen: ich selbst will eure Ruhstatt sein. Ihr seid sein Volk, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Teufel toben, seid nur getrost und gehet ein. 4. Da wird man Freudengarben bringen, denn unsre Thränensaat ist aus. O, welch ein Jubel wird erklingen und süßer Ton ins Vaters Haus! Schmerz, Seufzen, Leid, Tod und dergleichen, wird müssen fliehn und von uns weichen. Wir werden auch das Lämmlein sehn: es wird beim Brünnlein uns erfrischen, die Thränen von den Augen wischen. Wer weiß, was sonst noch wird geschehn! 5. Kein Durst, noch Hunger wird uns schwächen, denn die Erquickungszeit ist da; Die Sonne wird uns nicht mehr stechen, das Lamm ist seinem Volke nah. Es will selbst über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine grünen: der große Sabbath ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. 6. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben ewig sorgenlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden; legt euch dem Lamm in seinen Schoß! Cod and Ewigkeit. Ach, Flügel her, wir müssen eilen, und uns nicht länger hier verweilen, dort wartet schon die frohe Schaar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubiliren, begürte dich zum Triumphiren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! 3. S. Kunth. † 1779. Weise: Freu dich sehr. Nr. 102. 189. Gute Nacht! wir müſsen scheiden, liebste Freunde, weinet nicht! Obgleich Scheiden bringet Leiden, denkt wie mir so wohl geschicht. Ich bin aller Trübfal los, ruhe sanft in Jesu Schoß; über Sterne, Mond und Sonne schwebt mein Geist in höchster Wonne. 2. Meine Seele jubiliret in der größten Herrlichkeit, Wo mein Jesus triumphiret; ich prang in dem weißen Kleid Bei des Lammes Abendmahl in dem blauen Sternensaal, wo die Auserwählten sigen auf den hohen Himmelsspißen. 3. Wo die Schaar der Seraphinen das Triumphlied stimmen an, Kann ich meinem Heiland dienen, 190. 1. schwingen auf die Siegesfahn; Wo das dreimal Heilig! schallt, ist nunmehr mein Aufenthalt. Laßt euch meinen Tod nicht reuen: Gott und Engel mich erfreuen. 4. Ihr sollt mich bald wieder schauen. in dem grünen Freudenzelt, In den schönen Himmelsauen. Fahre hin, du falsche Welt, Fahre hin, du Thränensee, tausend-, tausendmal ade! Fahre hin, du Angstgetümmel! Gott sei Dank! ich bin im Himmel. 5. Mein Gott hat mich aufgenommen. in die ewge Seligkeit; Ich bin aus viel Jammer kommen. zu der süßen Himmelsfreud, Zu der frohen Seelenlust! Ich füß meines Jesu Brust; ich kann ewiglich umfangen meinen Jesum, mein Verlangen. 6. Mein Erlöser mich ergöget; Jesus Christus, Gottes Sohn, Hat nunmehr mir aufgesetzet die versprochne Ehrenkron, Ich leb in der Himmelspracht: hundert tausend gute Nacht! Mein Herzliebster hat mir geben ewge Freud und ewges Leben. Haßler.( 1601) 1611. T Herz- lich thut mich ver- langen nach ei- nem sel- gen End, Weil ich hie bin um- fangen mitTrübfal und E = 157 lend. Ich hab Lust, ab= zu= schei- den von dieser ar= gen Welt, = sehn mich nach ew- gen Freu- den; D Je su, tomm nur bald! 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teufl und Höll; Es hat dein Blut gekostet; drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, bin ich ein selig Kind. 158 Cod and Ewigkeit. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir: Will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin: des freu ich mich gar eben; Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden von Würmern wird verzehrt, Aber erwecket werden durch Christum schön verklärt: Wird leuchten als die Sonne und leben ohne Noth in himmlischr Freud und Wonne: was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt gleich reizet, länger zu bleiben hier, Und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier; Doch ich das gar nicht achte; es währt ein kleine Zeit: das Himmlisch ich betrachte; das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, Daß mir und ihn bringt Leide: es tröstet meinen Muth, Daß wir in großen Freuden zusammen werden kommn, und bleiben ungescheiden im himmelischen Thron. 7. Ob ich auch hinterlasſe betrübte Waiselein, Dern Noth mich übr die Maße jammert im Herzen mein: Will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott. Er wird sie wohl ernähren, retten aus aller Noth. 8. Was thut ihr so sehr zagen, ihr armen Waiselein? Sollt euch Gott Hilf versagen, der speist die Raben klein? Frommer Wittwen und Waisen ist er der Vater treu, trok dem, der sie beleidet, das glaubt ohn alle Scheu. 9. Gesegn euch Gott, der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzu sehre über den Abschied mein. Beständig bleibt im Glauben! Wir werdn in kurzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. 10. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein: Gib mir ein selig Ende, send mir dein Engelein; Führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast durch dein Leiden und Sterben und blutiges Verdienst. 11. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ; Den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist. Hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt in Acht, daß ich mag fröhlich singen: Gott Lob, es ist vollbracht! Christ. Knoll. † 1621. Weise: Herzlich thut mich verlangen. Nr.190. Ich 190b. bin ein Gast auf J Erden und hab hier keinen Stand; Der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier reif' ich aus und abe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schleußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an Als Müh und Noth gewesen? So lang ich denken kann, Hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Rummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. Cod and Ewigkeit. 3. So giengs den lieben Alten, an derer Fuß und Pfad Wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Rath. Wie mußten die sich plagen, in was für Web und Schmerz, in was für Furcht und Bagen sank oft ihr armes Herz! 4. Die frommen, heilgen Seelen, die gingen fort und fort Und änderten mit Quälen den erst bewohnten Ort; Sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schoß. 5. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid: Was will ich beßer leben als solche große Leut? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein! 6. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, Doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt; Ich wandre meine Straßen, die zu der Heimath führt, da mich ohn alle Maßen mein Vater trösten wird. 7. Mein Heimath ist dort oben, da aller Engel Schaar Den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar In seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nachdems ihm wohlgefällt. 8. Zu dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin: Die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin; Je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist gefalle; das Meist ist Eitelkeit. 9. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel: Ach komm, mein Gott, und löſe mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein seligs Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft! 10. Wo ich bisher geseßen, ist nicht mein rechtes Haus; Wenn mein Ziel ausgemeßen, so tret ich dann hinaus, Und was ich hie gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 11. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, Du zeuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, Ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nächst andern leuchten soll. 12. Da will ich immer wohnen, und nicht nur als ein Gast, Bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; Da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbtheil ruhn. 159 Paulus Gerhardt. † 1676. Weise: Nun preiset alle. Nr. 167. von ferne, 191.Jerr, deinen Thron erblickt, Und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt, Und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben. 160 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn! Du bist allmächtig; drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur bin ich sündig, der Erde noch geneigt; Das hat mir bündig dein Heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 192.e CF 1. 2 ਵੀਡੀ mir. wär" in dir! mehr bei ( Je ru- sa- lem, du hoch- ge- bau- te Stadt, wollt Gott ich Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht Tod und Ewigkeit. Weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich ü= ber= al 2. O Ehrenburg! sei nun gegrüßet mir; eh ich bin kommen fort Aus jenem bösen Leben, thu auf der Gnaden Pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, aus jener Nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben = 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; Ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn; Und ohn Ermüden will ich ihr näher gehn Und ihre hellen goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen. Joh. Cim. Hermes. † 1821. ( Melch. Frant.) 1663. war, seh ich, die beste Kron, Die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Auserwählten = le da ich noch war so ferne in meinem Thränenland. 4. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, Die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und eilt aus dieser Welt. das Erb der Ewigkeit. in Freiheit überall, 3. Was für ein Volk, was für mit Klarheit hell umgeben, ein edle Schaar mit sonnenlichtem Strahl. 5. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin und der Tyrannen Pein, Schau ich in Ehren schweben, ins schöne Paradeis, Von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis; Cod and Ewigkeit. Das Halleluja reine fingt man in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit Mit hunderttausend Bungen, 6. Mit Jubelflang, mit Instru- mit Stimmen noch viel mehr, menten schön, in Chören ohne Zahl, wie von Anfang gesungen das himmelische Heer. 192. 1. Daß von dem Klang und von dem füßen Ton, erbebt der Freudensaal; Joh. Matthäus Megfart. 1632. Crüger.( 1653) 1656. 161 ( Je- sus, mei- ne 3u- ver- sicht und mein Heiland ist im Leben: Dieses weiß ich, soll ich nicht da- rum mich zufrieden geben, Was" die lange To- des- nacht mir auch für Ge- danken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt; ich werd auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt: warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; Meine starke Glaubenshand wird in ihn gelegt gefunden, Daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden; Das gesteh ich doch wird er mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen; Ich, ich selbst, ein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen: Nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 6. Was hier kranket, seufzt und siecht, wird dort frisch und herrlich gehen; Irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehn; Evangelische Kirchenlieder. Hie geh ich natürlich ein, dort, da werd ich geistlich sein. 7. Seid getroft und hoch erfreut: Jesus trägt euch, meine Glieder! Gebt nicht Statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, Wann die letzt Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finstern Erdenkluft, lacht des Todes und der Höllen; Denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugesellen. Dann wirdSchwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 9. Nur, daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden Und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Lonise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg. † 1667. Weise: O Gott du frommer. Nr. 155. 193. T hr Eltern, gute Nacht! nun geht es an ein Scheiden: Ich fahr zu Jesu hin in seine Himmelsfreuden, 11 162 Cod and Emigkeit. 3u Jesu, welcher mich in Ewigkeit anlacht. Ach weinet, weinet nicht! ihr Eltern, gute Nacht! 2. Jhr Eltern, gute Nacht! hört auf, um mich zu klagen, Da jetzt mein zarter Leib wird in das Grab getragen: Wißt, daß die Seele ist zur Himmelsruh gebracht. Ach weinet, weinet nicht!/ ihr Eltern, gute Nacht! 3. Ihr Eltern, gute Nacht! sehr herrlich ist zu wohnen Im schönen Himmelsschloß, da man erblicket Kronen, Die Gott den Frommen hat aus Gnaden zugedacht. Ach weinet, weinet nicht! ihr Eltern, gute Nacht! 4. Ihr Eltern, gute Nacht! muß ich euch schon verlassen, So werdet ihr mich doch mit Herzenslust umfassen, Wenn Gott mit euch und mit der Welt ein Ende macht. Ach weinet, weinet nicht! ihr Eltern, gute Nacht! 5. Ihr Eltern, gute Nacht! die Angst- und Marterstunden Die sind in dieser Welt nun völlig überwunden; Mein Leib schläft sanft, bis daß er wiederum erwacht. Ach weinet, weinet nicht! ihr Eltern, gute Nacht! wes- lich her- vor- gehn. Gotthard Schuster. † 1700. Weise: Nun laßt uns den. Nr. 196. n Christi Wunden schlaf 194. ich ein, die machen mich von Sünden rein: ja, Christi Blut und G'rechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenfleid. 2. Damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn; mit Fried und Freud ich fahr dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. 3. Dank hab, mein Tod, du führest mich, ins ewig Leben wander ich mit Christi Blut gereinigt fein: Herr Jesu, stärk den Glauben mein. Paul Eber? † 1569. Weise: Wie groß ist des. Nr. 226. 195. Laß mir, wann meine Augen brechen, Herr, deinen Frieden fühlbar sein! Komm, deinen Trost mir zuzusprechen und segne du mein matt Gebein. Gib Ruhe mir in deinen Armen, darin ich Gnad und Frieden fand, Und trag mich vollends mit Erbarmen sanft zu dir heim ins Vaterland. Christ. Renatus Graf u. Zinzendorf. † 1752. 1544. 196. C 1. Nun laßt uns den Leib be- gra- ben, da- ran gar kein Zwei 2. ਵੀਡ fel ha- ben, er werd am jüng- sten Tag auf- stehn und un- ver 2. Erd ist er und von der Erden, wird auch zu Erd wieder werden, und von der Erd wieder aufstehn, wenn Gotts Posaune wird angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhie aus lauter Gnad von aller Sünd und Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend Tad und Ewigkeit. ist kommen zu einm selgen End; er hat getragen Christi Joch, ist gestorben und lebt doch noch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, der Leib schläft bis an jüngsten Tag, 196b. be JA an welchem Gott ihn verklären und ewger Freud wird gewähren. 6. Hier ist er in Angst gewesen, dort aber wird er genesen, in ewiger Freud und Wonne leuchten wie die helle Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hie schlafen und gehn all heim unsre Straßen, schicken uns auch mit allem Fleiß; denn der Tod kommt uns gleicherweis. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, JD Ewig- keit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die 1. OEwig- keit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor gro- ßer der uns durch sein Blut hat erlöst von Teufels Gwalt und ewger Pein: ihm sei Lob, Preis und Ehr allein. Michael Weiss 1534. ( Shop. 1642.) Crüger. 1653. See- le bohrt, o An- fang son= der Ende! Trau- rigkeit nicht, wo ich mich hin- wen- de. Ja, wie mein Heiland selber spricht: ihr Wurm und Feuer stirbet nicht. 3.Wenn der Verdammten großeQual so manches Jahr, als an der Zahl hier Menschen sich ernähren, Als manchen Stern der Himmel hegt, als manches Laub das Erdreich trägt, noch endlich sollte währen: So wäre doch der Pein zuletzt ein Ende und ein Biel gesetzt. 163 schrock- nes Herz er- bebt, daß mir die Zung am Gau- men klebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt, nicht endlich muß vergehen. Die Ewigkeit nur hat fein Biel, fie treibet fort und fort ihr Spiel, bleibt unverändert stehen; Mein ganz er4. Doch so lang Gott im Himmel lebt und über alle Wolken schwebt, wird solche Marter währen. Wie frißt der grimmen Flamme Strahl, so plaget sie die ewge Qual und kann sie nicht verzehren. Dann wird sich enden diese Pein, wann Gott nicht mehr wird ewig sein. 5. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du den bösen Knecht so hart im Pfuhl der Schmerzen! Auf kurze Lüste dieser Welt hast du so lange Pein gestellt. Ach nimm dieß wohl zu Herzen Und merke drauf, o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 11* 164 Cod and Ewigkeit. 6. Ach fliehe doch des Teufels Strid! Die Wollust kann ein Augenblick, und länger nicht, ergößen; Dafür willst du dein arme Seel hernachmals in des Teufels Höhl, o Mensch, zum Pfande setzen? Ach tausche nicht für kurze Freud die lange Pein der Ewigkeit! 7. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf; ermuntre dich, verlornes Schaf, und beßre bald dein Leben! Wach auf, es ist sehr hohe Zeit, 196⁹. $ 1 es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag; wer weiß noch, wie man sterben mag? 8. Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Himmelszelt! Joh. Rist. 1667. 1. Welt, ich muß dich lassen, ich fahr dahin mein Straßen ins ewig Va ter land; mein Geist will ich 1598. E darzu mein Leib und Le- ben se gen in - 2. Mein Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden; das Ewig muß mir werden, mit Fried und Freud ich fahr dahin. 3. Ob mich gleich hat betrogen die Welt, von Gott gezogen durch Schand und Büberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antlik will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben, mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd mag mir nicht schaden: erlöst bin ich aus Gnaden, umsonst, durch Christi Blut; - ge= ben, Got- tes gnä- dig Hand. kein Werk kömmt mir zu Frommen, drum will ich zu ihm kommen allein durch wahren Glauben gut. 6. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich ererben, wie er mirs hat bereit; hier mag ich nicht mehr bleiben, der Tod thut mich vertreiben, mein Seele sich vom Leibe scheidt. 7. Damit fahr ich von hinnen: o Welt, thu dich besinnen, denn du mußt auch hernach; thu dich zu Gott bekehren und von ihm Gnad begehren, im Glauben sei du auch nicht schwach. 8. Die Zeit ist schon vorhanden: hör auf von Sünd und Schanden, und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen, sonst alle irdsche Sachen laß fahrn und gib sie willig dran. 9. Das schenk ich dir am Ende: wohlan, zu Gott dich wende! zu ihm steht mein Begehr. 197. 1. Tad und Ewigkeit. { wechselgefang. 6.: O wie se- lig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Ch.: Ja, höchst se- lig sind wir, lie= be Brü- der, un ser Mund ist a uns noch hält ge= fan bald auch an- ver= trau= Tod zu Gott ge- kommen! Ihr feid ent- gangen aller Noth, die vol- ler Freu- den- lie- der, Doch was wir schauen, wird Gott euch gar 2. 6.: Muß man hier doch wie im Kerfer leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben. Was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. Ch.: ihr Lieben, seid doch ja zufrieden, wünscht nicht Freud viel, weil ihr seid hienieden, laßt euern Willen sich nur sanft von Gottes Gnade stillen. 3. G.: Ihr hingegen ruht in eurer Kammer, Hüt dich vor Pein und Schmerzen, nimm mein Abschied zu Herzen: meins Bleibens ist jetzt hie nicht mehr. Joh. Hesse.+ 1547. Crüger. 1648. sicher und befreit von allem Jammer, kein Kreuz noch Leiden ist euch hinderlich an euern Freuden. Ch.: Aber gleichwohl mußten wir auch kämpfen, da in uns war Sünd und Tod zu dämpfen. Was euch jetzt quälet, daran hat es uns auch nicht gefehlet. 4. G.: Christus wischet ab all eure Thränen, 165 habt das schon, wonach wir uns erst sehnen, gen. en. euch wird gesungen, was durch keines Menschen Ohr gebrungen. Ch.: Duldet euch nur fort bei euren Thränen, bleibt getreu, euch himmelan zu sehnen: eur jezges Leiden ist der Same zu den künftgen Freuden. 5. G.: Ach! wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt erwerben? Wer wollt hier bleiben, sich den Jammer länger laffen treiben? Ch.: Freilich ist hier gut bei Christo leben, doch könnt ihr euch in Geduld ergeben: all euer Streiten lohnet Christus hier mit Herrlichkeiten. 6. 6.: Komm, o Christe, komm uns auszuspannen, lös uns auf und führ uns bald von dannen: bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Ch.: Ach ihr theuren Seelen, eure Kronen, 166 eure Palmen, eure goldnen Thronen sind schon bereitet; Cod and Ewigkeit. schafft nur, daß ihr recht zum Siege streitet. 7. Ch.: und G.: Nun wir wollen beiderseits dann loben Gottes Lamm, das uns in Gott er Hoben: 198. Unter Lilien jener Freuden. Anhang II, Nr. 8. 199. 1. 1. ein ewges Leben ist uns beiderseits gewis gegeben. 8. Lobt, ihr Menschen, lobt, ihr Himmelschöre! Gebt dem höchsten Gott allein die Ehre; die Ewigkeiten werden unsers Gottes Lob ausbreiten. Simon Dach. † 1659. Chor von Jac. Baumgarten. † 1722. Ta- let will ich dir ge- ben, du arge, fal- sche Welt; Dein sündlich böses Le- ben durchaus mir nicht ge- fällt. Im Him- mel ist gut wohnen, hi- nauf steht mein Be- gier; E da wird Gott ewig loh 2. Rath mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon; Verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Muth; laß mich selig abscheiden, set mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein Funkelt all Zeit und Stunde; drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde, zu Trost in meiner Noth, wie du, Herr Christ, so milde dich hast geblut zu Tod. 200. = Teschner. 1615. nen dem, der ihm dient all- hier. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden in deiner offnen Seit, Rückt sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, wer kommt ins Himmelsschloß; der ist ewig geneſen, der bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen Namn aufs beste ins Buch des Lebens ein, Und bind mein Seel gar feste ins Lebensbündelein Der, die im Himmel grünen und vor dir leben frei: so will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue sei. Balerins Herberger. † 1627. 1599. Wa- chet auf! ruft uns die Stim== Mit ter nacht heißt diese Stun- = M me de, der Wächter sie ru- fen Cod and Ewigkeit. 6 sehr hoch auf der Binne, wach auf, du Stadt Je- ru- sa- lem! uns mit hel- lem Munde: wo seid ihr klu- gen Jungfrau Wohlauf, der Bräutgam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Halle- lu- ja! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 200%. ť Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm ent- ge- gen- gehn! 2. Zion hört die Wächter singen, 3. Gloria sei dir gesungen das Herz thut ihr vor Freude springen, mit Menschen- und englischen Bungen, sie wachet und steht eilend auf. mit Harfen und mit Cymbeln schön. Ihr Freund kommt vom Himmel Von zwölf Perlen sind die Thore prächtig, an deiner Stadt; wir stehn im Chore von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig; ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! 167 en? und singen dir das Halleluja für und für. du wollst sie mir 2. Mein Sünd mich werden kränken sehr, der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, fein Ohr hat je gehört solche Freude! Drum jauchzen wir mein Gwissen wird mich nagen; Denn ihr sind viel, wie Sand am Meer: 1. Wenn mein Stündlein vorhanden ist, und soll hinfahrn Ph. Nicolai.+ 1608. 1569. mein Stra- ße, So gleit du mich, Herr Jesu Christ, mithilf mich nicht ver- las- se! Mein Seel an mei- nem leh- ten End befehl ich, Herr, in deine Händ, be= wah- ren! doch will ich nicht verzagen; 1.2 Gedenken will ich an dein Tod, Herr Jesu, und dein Wunden roth: die werden mich erhalten. Cod and 3.Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen! Von dir ich ungeschieden bleib in Todesnoth und Schmerzen: Emigkeit. Denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin: drum fahr ich hin mit Freuden! 5. So fahr ich hin zu Jesu Christ, Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; mein Arm thu ich ausstrecken. ein ewges Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. So schlaf ich ein und ruhe fein; kein Mensch kann mich aufwecken, 168 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben. Mein höchster Trost dein Auffahrt ist: Tods Furcht kann sie vertreiben; Weise: Unser Herrscher, unser König. 200% 1. ei- ne Schaar? Sternen klar; Wer sind die vor Je- der trä get = Denn Jesus Christus, Gottes Sohn, der wird die Himmelsthür aufthun, mich führn zum ewgen Leben. Nic. Hermann. † 1561.. Neander? 1680. 2. Wer sind die, die Palmen tragen, wie ein Sieger, in der Hand, Welcher seinen Feind geschlagen und gestreckt hat in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat gezeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide, welche ist Gerechtigkeit, Angethan mit weißem Kleide, das zerreibet keine Zeit Und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, die wohl gekämpfet für des großen Gottes Ehr, Haben Fleisch und Blut gedämpfet, nicht gefolgt des Satans Heer: Die erlänget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, die viel erlitten, Trübfal, Schmerzen, Angst und Noth, Im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott; Nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. Got- tes Thro- ne, was ist das für ei- ne Kro- ne, glänzen gleich den い Hal- le- lu- ja singen all, lo- ben Gott mit ho- hem Schall. 6. Es sind Zweige eines Stammes, der uns Huld und Heil gebracht; Haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht; Sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern; Nun stehn alle sie herum vor dem Stuhl im Heiligthum. 8. Wie ein Hirsch am Mittag lechzet nach dem Strom, der frisch und hell, So hat ihre Seel geächzet nach dem rechten Lebensquell; Nun ihr Durst gestillet ist, da sie sind bei Jesu Christ. 9. Auf dem Zionsberg sie weidet Gottes Lamm, die Lebenssonn, Mitten in dem Stuhl sie leitet zu dem rechten Lebensbronn; Hirt und Lamm, das ewig Gut, lieblich sie erquicken thut. Tad und Emigkeit. 10. Ach Herr Jesu! meine Hände ich zu dir nun strecke aus; Mein Gebet zu dir ich wende, der ich noch in deinem Haus Hier auf Erden steh im Streit: treibe, Herr, die Feinde weit. 11. Hilf mir Fleisch und Blut besiegen, Teufel, Sünde, Höll und Welt; Laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Noth, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 12. Gib, daß ich sei neu geboren, an dir, als ein grünes Reis, Wachse und sei auserkoren, durch dein Blut gewaschen weiß, 200⁰. Weise: Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. Meine Kleider halte rein, meide allen falschen Schein; 13. Daß mein Theil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind Und aus großer Trübsal kommen. Hilf, daß ich auch überwind Alle Trübsal, Noth und Tod, bis ich komm zu meinem Gott. 14. O wie groß wird sein die Wonne, 169 wenn wir werden allermeist Schauen auf dem hohen Throne Vater, Sohn und heilgen Geist! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinrich Cheobald Schenk. † 1727. 1598. 1. Wie fleucht da- hin der Menschen Zeit, wie ei let man #F 2. Das Leben ist gleichwie ein Traum, ein nichtger, leerer Wasserschaum, im Augenblick es bald vergeht und nicht besteht, gleichwie ihr dieses täglich seht. 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir das was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist Gewinn, zur Ewig- keit! Wie wenig denken an die Stund von Herzens Grund, 曹 F wie schweigt da- von der träge Mund! wenn ich allein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Hütten wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn! Gib, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Noth? Lust, Ehr und Reichthum in dem Tod? O Mensch, du laufst dem Schatten zu! Das merke du, du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet mir; o mein Begier, Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh? Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit flugem Herzen suche dich. Joachim Neander. † 1680. 170 I. Anhang. 201. I. Anhang. Weise: Es ist gewißlich an der Zeit. Je- su- lein, 1. Ich steh an deiner Krippen hier, D ( Ich stehe, bring und schen- ke dir, was du mir haft nimm al les hin, und laß dirs wohl gefallen. 2. Du hast mit deiner Lieb erfüllt mein Adern und Geblüte; Dein schöner Glanz, dein süßes Bild liegt mir stets im Gemüthe. $ mein Leben, Nimm hin, es ist meinGeist und Sinn, Herz, Seel und Muth, gegeben. Und wie mag es auch anders sein, wie könnt ich dich, mein Herzelein, aus meinem Herzen lassen? 1535. 3. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren, Und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erforen. Gh ich durch deine Hand gemacht, da hat dein Herze schon bedacht, wie du mein wolltest werden. 4. Ich lag in tiefer Todesnacht, du wurdest meine Sonne, Die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werthe Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 5. Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen, Und weil ich nun nicht weiter kann, so thu ich, was geschehen. O, daß mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 6. Vergönne mir, o Jesulein, daß ich im Geiste küſse = Dein Mündlein, das den süßten Wein, auch Milch und Honigflüsse Weit übertrifft in seiner Kraft; es ist voll Labsal, Stärk und Saft, der Mark und Bein erquicket. 7. Wenn oft mein Herz im Leibe weint und keinen Trost kann finden, Da ruft mirs zu: ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Sünden; Was trauerst du, mein Fleisch und Bein? du sollst ja guter Dinge sein, ich zahle deine Schulden! 8. Wer ist der Meister, der allhier nach Würdigkeit ausstreichet Die Händlein, so das Kindlein mir anlachende zureichet! Der Schnee ist hell, die Milch ist weiß, verlieren doch beid ihren Preis, wenn diese Händlein blicken. 9. Wo nehm ich Weisheit und Verstand, mit Lobe zu erhöhen Die Neuglein, die so unverwandt nach mir gerichtet stehen? Der volle Mond ist schön und klar; schön ist der güldnen Sternen Schaar: dies' Neuglein sind viel schöner. I. Anhang. 10. O, daß doch ein so lieber Stern soll in der Krippen liegen! Für edle Kinder großer Herrn gehören güldne Wiegen. Ach! Heu und Stroh sind viel zu schlecht; Sammt, Seiden, Purpur wären recht, dich, Kindlein, drauf zu legen. 11. Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu, ich will mir Blumen holen, Daß meines Heilands Lager sei auf Rosen und Violen; Mit Tulpen, Nelken, Rosmarin aus frischen Gärten will ich ihn von oben her bestreuen. 12. Zur Seiten will ich hier und dar viel weiße Lilien stecken, Die sollen seiner Neuglein Paar im Schlafe sanft bedecken. Doch liebt vielleicht das dürre Gras dir, Kindlein, mehr als alles das, was ich hier nenn und denke? 13. Du fragest nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden: Du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden, Suchst meiner Seelen Trost und Freud durch allerhand Beschwerlichkeit: das will ich dir nicht wehren. 14. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen, Daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein, fomm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden! 15. Zwar sollt ich denken, wie gering ich dich bewirthen werde: Du bist der Schöpfer aller Ding, ich bin nur Staub und Erde. Doch bist du so ein lieber Gast, daß du noch nie verschmähet hast den, der dich gerne siehet. Paulus Gerhardt. † 1676. 171 202. Mein Weise: Es ist gewißlich. Nr. 201. ein Herzens Jesu, meine Lust, an dem ich mich vergnüge, Der ich an deiner treuen Brust mit meinem Herzen liege: Mein Mund hat dir ein Lob bereit, weil ich von deiner Freundlichkeit empfange volle Gnüge. 2. Du bist mein wunderbares Licht, durch welches ich erblicke Mit aufgedecktem Angesicht, woran ich mich erquicke. Nimm hin mein Herz, erfüll es ganz, o wahres Licht, durch deinen Glanz, und weiche nicht zurücke. 3. Du bist mein sichrer Himmelsweg, durch dich steht alles offen; Wer dich versteht, der hat den Steg zur Seligkeit getroffen. Auch laß mich, liebstes Heil, hinfür doch in den Himmel außer dir auf keinem Wege hoffen. 4. Du bist die Wahrheit, dich allein hab ich mir auserlesen; Denn ohne dich ist leerer Schein, in dir ist Kraft und Wesen. Ach, mach mein Herz doch völlig frei, daß es nur dir ergeben sei, durch den es kann genesen. 5. Du bist mein Leben, deine Kraft Dein Geist, der alles in mir schafft, soll mich allein regieren. kann Leib und Seele rühren, Mein Jesu, laß mich nur forthin Daß ich voll Geist und Leben bin. das Leben nicht verlieren. 6. Du bist mein süßes Himmelsbrod, des Vaters höchste Gabe, Damit ich mich in Seelennoth als einer Stärkung labe. 172 6 O Brod, das Kraft und Leben gibt, gib, daß ich, was der Welt beliebt, niemals zur Nahrung habe. 7. Du bist mein Seelenbräutigam, dich will ich stets umfassen; Mein Hoherpriester und mein Lamm, das sich hat schlachten lassen; Mein König, der mich ganz besitzt, der mich mit ſeiner Allmacht schüßt, 203. Laßt mich gehn. Anhang II, Nr. 9. wenn mich viel Feinde hassen. 8. Du bist mein Garten, da ich mich in stiller Lust ergöße, Mein liebstes Blümlein, welches ich zur Bierde darein sehe; Mein Röslein in dem Kreuzesthal, 205. Wo ist Jefus, mein Wº Verlangen. wo ich mit Dornen ohne Zahl so oft den Gang verletze. 206. 3 1. ( gro- ßer Vor dir L. Anhang. deine Stär- te! deine Wer- te. 9. Was soll ich, Jesu, wohl von dir noch weiter sagen können? Ich will dich meiner Seele Bier, mein Ein und Alles nennen. Was ich bedarf, das bist du mir. So laß mein Herze für und für in deiner Liebe brennen. Joh. Chr. Lange. † 1756. 204. Wo Anhang II, Nr. 10. findet die Seele. Anhang II, Nr. 11. Alte Weise. म = Gott, wir lo ben dich, Herr, wir prei- sen beugt die Er- de sich und be wun- dert = Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du AFS in wig- feit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen Stimmen Dir ein Loblied an. Alle Engel, die dir dienen, Rufen dir in selger Ruh: Heilig, Heilig, Heilig! zu. 3. Heilig, Herr Gott Zebaoth! Heilig, Herr der Kriegesheere! Starker Helfer in der Noth! Himmel, Erde, Luft und Meere Sind erfüllt von deinem Ruhm, alles ist dein Eigenthum. 4. Der Apostel Heilger Chor, der Propheten große Menge Schickt zu deinem Thron empor neue Lob- und Dankgesänge! Der Blutzeugen große Schaar lobt und preist dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erdenkreis loben Große und auch Kleine Dich, Gott Vater; dir zum Preis fingt die heilige Gemeine. Sie verehrt auf seinem Thron deinen eingebornen Sohn. I. Anhang. 6. Sie verehrt den heilgen Geist, welcher uns mit seinen Lehren Und mit Troste kräftig speist: der, o König aller Ehren, Der mit dir, Herr Jesu Christ, und dem Vater ewig ist! 7. Herr, erbarm, erbarme dich! Auf uns komme, Herr, dein Segen! Deine Güte zeige sich Allen, der Verheißung wegen! Auf dich hoffen wir allein; laß uns nicht verloren sein! Die suche du! Hier ist keine wahre Ruh; 210. wende dich dem Himmel zu; Gott ist die Ruh. 3. Ruhe geben kann allein Jesus, Gottes Sohn, Der uns alle ladet ein 207. Ich will streben nach dem zu des Himmels Thron, Anhang II, Nr. 12. 2. Ruhe gibt dir nicht die Welt, ihre Freud und Pracht; Nicht gibt Ruhe Gut noch Geld, Lust, Ehr, Gunst und Macht. Drum siehe zu! Wer da lebt in Jesu Christ, suchet das, was droben ist; Gott ist die Ruh. 208. Anhang II, Nr. 13. Ruh sei bein Gewinn! Her err, ich lieb dich! Auf und steige himmelwärts 209. Ruhe ist das beste Gut, grad zu Jesu hin! Er ist die Ruh: das man haben Stille und ein sanfter Muth, steiget himmelan: in der Welt ist keine Ruh, wende dich dem Ewgen zu! Gott ist die Ruh. Der Ehren könig 2. Er sigt zur rechten Gottes Hand. Halleluja! herrscht über Himml und alle Land. Halleluja! 3. Drum dankt dem Herren Jesu Christ. Zur Wer den Ruf vernommen hat, dringet ein zur Gottesstadt; Gott ist die Ruh. 4. Nun, so suche Ruh, mein Herz! Halleluja! Der heut gen Himmel gfahren ist: Halleluja! Zimmelfahrtslied. 173 Nach 3. Rasp. Schade. † 1698. M. Frant. 1627. 1. Gen Himmel auf- ge- fahren ist, Hal- le- lu ja! Jesus Christ, Hal- le- lu- ja. = 4. Lob sei der heilgn Dreieinigkeit, Halleluja, von nun an bis in Ewigkeit! Halleluja! Melch. Franck. t 1639. Weise: Wer nur den lieben Gott. Nr. 181. 211. in Wort ist mir ins Herz geschrieben, von dem man lauter Rosen bricht. 374 Auch wenn mich Alles will betrüben, raubt dieses Wort mir Niemand nicht. O weil ich JESUM nennen kann, so lacht mich alles Trauern an. 2. In diesem Worte blüht der Himmel, nur dieser Name bringt das Heil. Ach, alles Welt- und Lustgetümmel trägt Dornen statt der Rosen feil. Hab ich nur JESUM in der Brust, ist mir kein Trauergeist bewußt. 3. Wie könnt ich auch was Schönres Jagen! Herz, Mund und Hand schenkt mir I. Anhang. 221. 士 Ruf ich, so hört er meine Klagen, Er, meine Burg, mein Schild und Hort. Nichts außer ihm ist meine Lust: ein JESUS nur in meiner Brust. 4. Wohlan! es ist ein Wort gesprochen: Stärk Glauben. 220*). Ha bu haft bein Deine Himmelsſpeiſe Her err, sei gelobet, daß du Leben für uns Sünder hingegeben! Chris- ten al Ye! Ruf und Schalle! ich nehme JESUM in mein Herz. Es mag die Welt mit Worten pochen, laß ich ihr doch den eitlen Scherz. Indessen bleibt die Losung hier: Nur JESU Namen für und für. Benj. Schmolk. † 1737. Weise: Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 212. Gott ist die Liebe. Anhang II, Nr. 14. Wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; Ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demüthigkeit, voll Liebe meine Seele: heilige uns dir zum Preise! Du Versöhner Gottes! ( Mir nach, spricht Christus unser Held, 1. ( Ver- leugnet euch, ver- laßt die Welt, Schein 1628. mir nach, ihr folgt mei nem Nehmt eu er Kreuz und Un= ge= mac - E auf euch, folgt mei- nem Wan- del nach. 2. Ich bin das Licht, ich leucht Mein Mund der fleußt zu jeder Zeit euch für von süßem Sanftmuthsöle; mit heilgem Tugendleben. Mein Geist, Gemüthe, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, Und euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden. *) Nachfolgende Lieder, Nr. 220-226, wurden beigefügt auf besonderen Wunsch einer turhessischen Gemeinde, in welcher unser Liederbüchlein mit Genehmigung des hochwürdigen Consistoriums der Provinz Hauau officiell eingeführt worden ist. I. Anhang. Ich bin der Seelen Fels und Hort, und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite, Ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angehn! 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; Wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Bier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit unserm Kreuz nachgehen, Und wohlgemuth, getrost und gern in allen Leiden stehen. Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler. † 1677. Weise: Schmücke dich, o liebe Seele. Nr. 119. 222. Heilan eiland, deine Menschenliebe war die Quelle jener Triebe, Die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, Dich mit Schwachheit überdecket, dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. Oder wunderbaren Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde weinen, jedermann mit Hilf erscheinen, Sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, Der Betrübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren, sterben für die ärgsten Sünder: das ist Lieb, o Menschenkinder. 3. O du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? 175 O wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! o wie pflegtest, du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, zu den Kleinen dich zu bücken, Die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich liebreich zu dir locken, mit Verzehrung deiner Kräfte, war dein tägliches Geschäfte. 5. Und wie hoch stieg dein Erbarmen, Dein unschätzbar theures Leben da du für die ärmsten Armen in den ärgsten Tod gegeben; Da du in der Sünder Händen, und den Segen zu erwerben, alle Schuld hinwegzuwenden als ein Fluch hast wollen sterben. 6. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Ohne Schelten, Drohen, Klagen, Andrer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schaar zu beten und die Mörder zu vertreten. 7. Demuth war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und Krone: Diese machte dich zum Knechte einem sündlichen Geschlechte. Diese Demuth, gleich den Tauben, war ohn Falsch, voll Treu und Glauben, mit Gerechtigkeit gepaaret, durch Vorsichtigkeit bewahret. 8. Herr, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken. Du hast das Gesetz erfüllet, des Gesetzes Fluch gestillet; Laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen. Heilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe. Jah. Jac. Rambach. † 1735. 176 I. Anhang. Weise: Nun laßt uns den Leib begraben. 223. ¤ 1. Be- grabt den Leib in sei- ne Gruft, bis ihn des Rich- ters Stim- me ruft: wir sä- en ihn, einst blühter auf klärt zu Gott hi- nauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub, und wirds nur mehr: er liegt, er schläft, verwest, erwacht dereinst aus dieses Todes Nacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Er wandelt hier im finstern Thal; er duldete viel Schmerz und Qual; du trugest Jesu Christi Joch, entschlummertest und lebest noch. 5. Er litt vielmehr, der uns versöhnt, und himmlisch seine Sieger frönt; o Lohn, o Lohn für wenig Pein: dann wirds wie Träumenden uns sein. 6. Du Tobter Gottes, schlummr' in Ruh: Wir gehn nach unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit mit frommem Eifer uns bereit. 7. Dein Leiden, Mittler, und dein Tod stärk uns in unsrer letzten Noth; laß unsre ganze Seele dein und freudig unser Ende sein. Nach M. Weiss. † 1534. 1544. Weise: Ach Gott und Herr. Nr. 121. 224. Gott ist mein Hort und auf sein Wort und steigt versoll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr, laß immerbar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich vor dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Beit von dir mir übergeben. 5. Dein ewger Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, Lehrst meinen Geist ein gläubig Abba! sagen. 7. Mich zu erneu'n, mich dir zu weih'n ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie, dein Wort gibt mir die Kräfte. 225.c I. Anhang. 1. Warum sollt ich mich denn grä- men? Hab ich doch Chri- stum noch, wer will mir den neh- men? Wer will mir den = bei gelegt im Glau- ben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem; nackend werd ich auch hinziehen, wenn ich werd Himmel rau- ben, den mir schon Gottes Sohn 8. Herr, unser Hort! laß uns dies Wort, denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Theil, es sei mir Heil und Kraft zum ewgen Leben. Chr. Fürcht. Gellert. † 1769. Ebeling. 1666. von der Erd als ein Schatten fliehen. 3.Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein: Gott allein ist es, ders gegeben: will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein 177 Angst und Bein, sollt ich drum verzagen? 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt; sollt ich jetzt auch nicht etwas tragen? 899 Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; Der es schickt, der wird es wenden; wollt ihn auch der Tod aufreiben, er weiß wohl, soll der Muth wie er soll dennoch gut all mein Unglück wenden. und fein stille bleiben. Evangelische Kirchenlieder. 12 178 8. Kann uns doch kein Tod nicht tödten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöthen, schleußt das Thor der bittern Leiden, und macht Bahn, I. Anhang. ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, da man kann gehn zur Himmelsfreuden. 9. Allda will in süßen Schäzen Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut muß im Hui verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüther; 226.1 the dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. zu er= mef- fen, nie vergessen; 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? ists nicht sein Arm, der Alles schafft? mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasſe und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich, und ich dich leiblich werd umfangen. Paulus Gerhardt. † 1676. Phil. E. Bach. 1758. = 1. Wie groß ist des All- mächtgen Gü- te! ( Der mit ver- här= te= tem Ge- mü= the ist der ein Mensch, den sie nicht rührt,( Nein, seine Lie- be den Dank er- stickt, der ihm gebührt?( Der Herr hat mein noch + = ſei e= wig mei- ne größte Pflicht. vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 3. Schau, o meinGeist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; Wo du mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du fönntest selig sein. II. Anhang: Geistliche Bolkslieder. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz ge= schrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dieß ist mein Dank; dies ist sein Wille: 21. ich soll vollkommen sein, wie er. So lang ich dieß Gebot erfülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, ſo treibt ſie mich zu jeder Pflicht; 228. Wohlauf gen BethUnd ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. Anhang II, Nr. 16. 6. Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, Und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Chr. Fürcht. Gellert. † 1769. zu der bal ben Nacht. 2. Das Reislein, das ich meine, davon Jesajas sagt, 227. II. Anhang: geiftliche Volkslieder. 1. = Hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd. ch bete an die Macht der Liebe. Anhang II, Nr. 15. $ 12 1. Es ist ein Neis entsprun- gen aus einer Wur= zel zart Als uns die Al- ten sun- gen; von Jes- se kam die Art, 2 15. Jahrh. 77 Und hat ein Blümlein bracht, mitten im kalten Winter wohl 179 Aus Gottes ewgem Rath hat sie ein Kind geboren wohl zu der halben Nacht. 1600. 12* 180 27.6 L II. Anhang: Geistliche Bolkslieder. 2. Stille Nacht, hei li- ge Nacht! Al- les schläft, einsam wacht = nur das traute hoch- hei- li- ge Paar. Holder Kna- be im lo- di- gen Haar, 수 schlaf in himm- li- scher Ruh, 2. Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem göttlichen Mund, da uns schlägt die rettende Stund, : Jesu, in deiner Geburt.: 3. Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst kund gemacht! Durch der Engel Halleluja schallt es laut von fern und nah: : Jesus, der Retter ist da!: 3. Weise: Vom Himmel hoch. Nr. 28. 29. Wa as ist doch das ein holdes Kind, das man hier in der Krippen findt? Ach solch ein süßes Kindelein, das muß gewiß vom Himmel sein. 2. Die Frau, die bei der Krippen kniet 2012 Beise: O sanctissima. 79. 20 三 三 = schlaf in himm- li- scher Ruh! und selig auf das Kindlein sieht, das ist Maria fromm und rein: ihr mag recht froh im Herzen sein. gnaden brin- gen- de 3. Der Mann, der zu der Seiten steht und still hinauf zum Himmel fleht, das muß der fromme Joseph sein: der thut sich auch des Kindleins freun. 1. 0 du fröh- li- che, 4. Und was dort in der Ecken liegt und nach dem Kindlein schaut vergnügt, ein Dechslein und ein Efelein, das mögen gute Thierlein sein. 5. Und was den Stall so helle macht, und was so lieblich singt und lacht, das sind die lichten Engelein, die schaun zur Thür und Fenster ein. 6. Sei hoch gelobt, du dunkle Zell! Durch dich die ganze Welt wird hell. Klein Kindlein in Marien Schoß, wie bist du so unendlich groß! hendasine e and coll # D du se lige, 註 brin- gen- de Weih- nachts- zeit! Welt ging ver 6 to W ren, 63 II. Anhang: Geistliche Bolkslieder. freu- e dich, o 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Welt lag in Banden, Christ ist erstanden, freue, freue dich, o Christenheit! 81.150 LIPA Christ ist ge = Chri- sten= heit! bo = = ren, freu= e, 5. Pf. 45, 3: Du bist der Schönste unter den Menschenkindern. ta joga 3. O du fröhliche, o du selige gnadenbringende Pfingstenzeit! Christ, unser Meister, heiligt die Geister: freue, freue dich, o Christenheit! 1. Schön- ster Herr Je su, Herrscher aller En= den, AFFEE 181 Got- tes und Mariä Sohn: Dich will ich lie= ben, E Dich will ich ehren, Du mei- ner See- le Freud und Kron! 2. Schön sind die Felder, schöner sind die Wälder 3. Schön leucht die Sonne, schöner leucht der Monde in der schönen Frühlingszeit; Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. und die Sternlein allzumal: Jesus leucht schöner, Jesus leucht reiner, als all die Engl im Himmelssaal. Altes geistliches Volkslied. 182 146.-E II. Anhang: Geistliche Volkslieder. Weise: Nun schlaf, mein liebes Kindelein. & == 1. Ich bin ein I Kraft ist schwach, ich woll- te 4 3. Mein liebster Heiland, rath mir du was ich zur Dankbarkeit für alle deine Liebe thu, und was dein Herz erfreut. kleines Kinde wie ichs mach, und weiß nicht, wie ichs mach. 2. Mein Heiland, du wardst mir zu gut auch so ein kleines Kind, und hast mich durch dein theures Blut erlöst von Tod und Sünd. Nürnberg. 1560. lein und meine gerne selig sein und weiß nicht, so komm ich in der Herrlichkeit zum auserwählten Heer. 8. Und muß ich länger unten sein, nehm ich an Jahren zu, so hilf, du Herzens- Jesu mein, daß ich viel Gutes thu. Nic. L. Graf v. Zinzendorf. † 1760. 7. 4. Ich leg als Opfer alles hin, was ich dir geben kann, Weise: Seelenbräutigam. Nr. 80. mein Herz und was ich hab und bin: 160. Schlaf, du liebes Kind, nimms, Jesu, gnädig an. 5. Du hast mich in der Taufe ja Gottes Engel ihre Fittiche umschweben dir zur Wache zugegeben; dich und fächeln Ruh deinem Lager zu. zu deinem Kind geweiht, und eh ich etwas wußt und sah, zum Himmelreich erneut. 2. Friede aus der Höh hält noch Angst und Weh 6. Bewahre mir das Herze mein vor allem, was befleckt; du hasts gewaschen: halt es rein, verhüllt und zugedeckt. von dir ab; noch frei von Kummer liegst du da in sanftem Schlummer. Schlummre still und lind, schlaf, du liebes Kind. 7. Holst du mich bald aus dieser Zeit, was ist ihm denn nun mehr? Joh. Bapt. v. Albertini. † 1831. 198.1, 40 # II. Anhang: Geistliche Volkslieder. 1. Un ter Li- lien je = öff wei- den, See- le, schwin- ge dich em- por! Ad- ler fleuch be 1 = nen schon das 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen H was die Erde in sich hält. Sollt ich noch in diesen Wüsten länger nisten? Nein, ich eil ins Himmelszelt! 5. Herzensheiland, schenke Glauben deiner Tauben, Glauben, der durch alles bringt. hen- de, Phil. 1, 21. ner Freuden sollst du Je 183 = Als ein su Hän- de Per= len= thor. Nach dir girret meine Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. 6. O wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Seraphinen schon bedienen mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiffleins! laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht entrücket sein. muß nun ferne von mir gehn. 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, Tod, dein Stachel ist verschwunden: füßes Leben, unser Mund erfüllet sei! Du kannst durch des Todes Thüren träumend führen, und machst uns auf einmal frei. 7. Du hastSünd und Straf getragen: Furcht und 3agen neugefunden werd ich fröhlich auferstehn. 8. Herzenslamm, dich will ich loben hier und droben in der zartsten Liebsbegier. Du hast dich zum ewgen Leben mir gegeben: hole mich, mein Lamm, zu dir! 3. L. C. Allendorf. † 1773. 184 203. 圈 th II. Anhang: Geistliche Bolkslieder. 9 1. Laßt mich gehn, laßt mich gehn, daß ich Je- sum mö- ge K. Voigtländer. sehn! mei- ne Seel ist voll Ver- lan- gen, ihn auf e= wig zu umfangen, und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht! Sonne, die durch Wolken bricht: O, wann werd ich dahin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau dein holdes Angesicht! 3. Ach, wie schön, ach wie schön ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel: flög ich über Thal und Hügel heute noch nach Zions Höhn! 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, wenn ich zieh in Salem ein, in die Stadt der goldnen Gassen Herr, mein Gott, ich kanns nicht fasſen, was das wird für Wonne sein! 5. Paradies, Paradies, wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen: bring uns, Herr, ins Paradies! G. Knak, geb. 1806. 10. 204.& c;|-; ·|- · ·| ªpad 1. Wo findet die See- le die Heimath der Ruh? wer deckt sie mit schü- gen- den Fit- ti- gen zu? ach, bie- tet die Welt kei- ne Freistatt mir = ਨਾ ਤ 22 an, wo Sünde nicht kommen, nicht an- fechten kann? Nein, nein, nein, nein, II. Anhang: Geistliche Balkslieder. 1² 1 hier ist sie nicht: die Hei- math der See- len ist dro- ben im Licht. 2. Verlasse die Erde, die Heimath 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht! zu sehn; die Heimath der Seele, so herrlich, so schön! Jerusalem droben, von Golde gebaut, Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht. Das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang, bewillkommt die Seele mit süßem Gesang. : Ja, ja, ja, ja, dieses allein |: Ruh, Ruh, Ruh, Ruh! himmlische Ruh kann Ruhplaß und Heimath der Seele im Schooße des Mittlers, ich eile nur sein.: dir zu!: 11. 205. ist dieses die Heimath der Seele, der Braut? & H 1. Wo ist Jesus, mein Ver- lan- gen, mein Ge- liebter und mein Freund? Ach, wo ist er hin= ge= gan gen? Wo mag 12 er zu finden sein? Meine Seel' ist sehr be trü= bet mit viel Sünd und Un- ge- mach: Wo ist Jesus, den sie 185 lie- bet, den sie su chet Nacht und Tag?! = 2.Ach, ich ruf vor Bein undSchmerzen: wo ist denn mein Jesus hin? Keine Ruh in meinem Herzen so lang, bis ich bei ihm bin! Ach, wer gibt mir Taubenflügel, daß ich kann zu jeder Frist fliegen über Berg und Hügel, suchen, wo mein Jesus ist? 186 3. Er vertreibt mir Angst und Schmerzen, er vertreibt mir Sünd und Tod. Quält mich was in meinem Herzen: er hilft wiederum aus Noth. Darum will ich nicht ablassen, will ihn suchen hin und her, in den Wäldern, auf den Straßen, will ihn suchen mehr und mehr. 207. 1. II. Anhang: Geistliche Bolkslieder. ( Ich will stre- ben Ich will rin- gen 2. Als berufen zu den Stufen vor des Lammes Thron, Will ich eilen; das Verweilen Liebster Jesu, laß dich finden! Meine Seele ruft nach dir. Ach, vergib nur meine Sünden! Heiland, zieh mich ganz zu dir. Stille, Jesu, mein Verlangen, sei und bleibe du doch mein! Laß mich einzig dir anhangen und auf ewig bei dir sein! 12. Ph. 2, 12. 13. 2## Hält man mich, so lauf ich fort; bin ich matt, so ruft das Wort: 4. Fort- gerungen, durchgedrun- gen, bis zum Klei- nod hin! Lockt die Welt, so sprich mir zu, stärk die Tritte, wenn ich Schwachheit fühl. nach dem Leben, wo ich se- lig bin; ein- zu bringen, bis daß ichs ge= winn. = bringt oft bösen Lohn. Wer auch läuft und läuft zu schlecht, der versäumt sein Kronenrecht. Was dahinten, das mag schwinden; ich will nichts davon! 3. Jesu, richte mein Gesichte nur auf jenes Ziel; Lenk die Schritte, schmäht sie mich, so tröste du; deine Gnade führe grade mich aus ihrem Spiel! 4. Du mußt ziehen: mein Bemühen ist zu mangelhaft. Wo ihrs fehle, fühlt die Seele: aber du hast Kraft, Weil dein Wort das Leben bringt und dein Geist das Herz durchdringt. Dort wirds tönen bei dem Krönen: Gott ists, der es schafft. Phil. Friedr. Hiller. † 1769. 208. f II. Anhang: Geistliche Bolkslieder. 13. Pf. 18, 2: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr! GE 1. Herr, ich lieb dich! Herr, ich lieb dich! ach, von Herzen lieb ich dich! laß mich nicht von dir ab- wen- den, noch von falscher Lieb ver- blen- den! ** D eit- ler Lieb will mich entschla- gen, daß aus Herzensgrund kann sa- gen: Herr, ich lieb dich! Herr, ich lieb 2. Herr, ich lieb dich, Herr, ich lieb dich! Ach, von Herzen lieb ich dich! Mein Gedanken, meine Sinnen, meine Seufzer, mein Beginnen, alles, was in mir sich findet, sich mit deiner Lieb verbindet! Herr, ich lieb dich, Herr, ich lieb dich! Ach, von Herzen lieb ich dich! 212. 187 3. Herr, ich lieb dich! Herr, ich lieb dich! ach, von Herzen lieb ich dich! Wenn mit deinem Trost verziehest, wenn dich zeigst, als ob mich fliehest; dich! Ach, von Her- zen lieb ich dich! wenn mich thust in Leid versenken, will ich nur an dich gedenken: Herr, ich lieb dich, Herr, ich lieb dich! ach, von Herzen lieb ich dich! 4. Herr, ich lieb dich, Herr, ich lieb dich! Ach, von Herzen lieb ich dich! Ich will dich ins Herz vergraben und dich stets im Munde haben, dich, herzliebster Jesu, droben laß mich ewig, ewig loben: Herr, ich lieb dich, Herr, ich lieb dich! Ja von Herzen lieb ich dich! 14. 1. Gott ist die Lie- be, läßt mich er lösen; Gott ist die Liebe, er liebt auch mich. Drum sag ich noch einmal: 188 6 Gott ist die Liebe, Gott ist die Lie- be! Er liebt auch mich. Drum sag ich noch einmal: Gott ist die Liebe, Gott ist die Liebe, er liebt auch mich. 2. Ich lag in Banden der schnöden Sünde; ich lag in Banden und konnt nicht los. II. Anhang: Geistliche Balkslieder. Drum sag ich noch einmal: Gott ist die Liebe, Gott ist die Liebe, er liebt auch mich. 3. Er sandte Jesum, den treuen Heiland; er sandte Jesum und macht mich los. Drum sag ich noch einmal: Gott ist die Liebe, Gott ist die Liebe, er liebt auch mich. 4. Jesus, mein Heiland, gab sich zum Opfer: Jesus, mein Heiland, büßt meine Schuld. Drum sag ich noch einmal: Gott ist die Liebe, Gott ist die Liebe, er liebt auch mich. 5. Er ließ mich laden durchs Wort der Gnaden: er ließ mich laden durch seinen Geist. 227. Je su E bor 6. Du heilst, o Liebe, all meinen Jammer: du stillst, o Liebe, mein tiefstes Web. Drum sag ich noch einmal: Gott ist die Liebe, Gott ist die Liebe, er liebt auch mich. 7. Du läßt mich erben die ewge Freude; du läßt mich erben die ewge Ruh. Drum sag ich noch einmal: Gott ist die Liebe, Gott ist die Liebe, er liebt auch mich. 15. 8. Dich will ich preisen, du ewge Liebe; dich will ich loben, so lang ich bin. Drum sag ich noch einmal: Gott ist die Liebe, Gott ist die Liebe, er liebt auch mich. Ang. Rische. Bortniansky. # 1. Ich be- te an die Macht der Liebe, die sich in 14 SP of= fen- bart; Ich geb mich hin dem frei = en II. Anhang: Geistliche Bolkslieder. Trie- be, mit dem ich Wurm ge= lie Du traute Liebe, gutes Wesen, du hast mich, ich hab dich erlesen. 3. Ich fühls, du bists, dich muß ich haben; ich fühls, ich muß für dich nur sein. Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Ruhplatz ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen: drum folg ich deinen selgen Bügen. 4. Für dich ist ewig Herz und Leben, Erlöser du, mein einzig Gut. Du hast für mich dich hingegeben zum Heil durch dein Erlösungsblut. O Heil des schweren, tiefen Falles, für dich ist ewig Herz und alles! 5. Ich liebt' und lebte recht im Zwange, als ich mir lebte ohne dich. 228.¹ statt an mich zu denken, ins Meer der Lie- be mich ver= sen fen. Ich wollte dich nicht, ach, so lange! doch liebtest du und suchtest mich. 2. Wie bist du mir so sehr gewogen, und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und stark gezogen, neigt sich mein Alles auch zu dir. 71 bet ward; Ich will, an189 D, wenn doch dieß der Sünder wüßte, sein Herz wohl bald dich lieben müßte. 6. O Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde! drück ihn tief hinein! Möcht deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein! In Wort und Werk, in allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen. 7. In diesem theuren Jesusnamen das Vaterherze öffnet sich: Ein Brunn der Liebe, Fried und Freude quillt nun so nah, so mildiglich. Mein Gott, wenns doch der Sünder wüßte, 16. sein Herz wohl bald dich lieben müßte. 8. Lob sei dem hohen Jesusnamen, in dem der Liebe Quell entspringt, Von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem die selge Schaar dort trinft. Wie beugen sie sich ohne Ende! wie falten sie die frohen Hände! Heiml. Psalterspiel. € 1. Wohlauf gen Beth- le= hem in Eil mit Her- ze, 69 F T Muth und Sinnen! Da fin- den wir der Sün der Heil: 190 J III. Anhang: Psalmen. wohlauf, wohl auf von hin- nen! EE ge- born, Je sus den sollt 2. Willkommen, edle Lilie weiß, du Rose ohne Dornen! Du kommst aus hohem Paradeis, von einer Magd geboren. Dein Duft ist süß, des ich dich grüß, von Ewigkeit erforen. Das Wai- zen- korn ist keusch ihr min- nen! 3.Wohlauf, mein Seel, sei freudenreich! Gott ist geborn ein Kinde! Sing Lob und Ehr nun ewiglich: dein Bruder und dein Freunde, Der hat in sich gekleidet dich für alle unsre Sünde. Vor 1950. Fr. Hommel, Geistliche Volkslieder. III. Anhang: Psalmen¹). Der 1. Pfalm. 1. Wohl dem, der nicht wandelt im Rath der Gottlosen, Noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sigt, da die Spötter sigen; 2. Sondern hat Lust zum Gesetz des Herren, Und redet von seinem Gesetz Tag und Nacht. 3. Der ist wie ein Baum geflanzet an den Wasserbächen,* Der seine Frucht bringet zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und was er macht, das geräth wohl. 4. Aber so sind die Gottlosen nicht,* Sondern wie Spreu, die der Wind verstreuet. 5. Darum bleiben die Gottlosen nicht im Gerichte,* Noch die Sünder in der Gemeine der Gerechten. 6. Denn der Herr kennet den Weg der Gerechten, Aber der Gottlosen Weg vergehet. * Der 8. Pfalm. Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf der Githith. 2. Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, Da man dir danket im Himmel! * ¹) Fr. Hommel, der Psalter für den Gesang eingerichtet. Stuttgart, S. G Liesching 1859. A. Lorting, der Psalter. Zum Singen in Kirche, Schule und Hans eingerichtet. Nebst Metten- und Vesperordnung. Berlin, Müller. III. Anhang: Psalmen. 3. Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet* Um deiner Feinde willen, 4. daß du vertilgest den Feind und den Nachgierigen. Denn ich werde sehen die Himmel, deiner Finger Werk, Den Mond und die Sterne, die du bereiteſt. 5. Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkest, * Und des Menschen Kind, daß du dich seiner annimmst? 6. Du wirst ihn laßen eine kleine Zeit von Gott verlaßen sein,* Aber mit Ehre und Schmuck wirst du ihn krönen. 7. Du wirst ihn zum Herrn machen über deiner Hände Werk,* Alles hast du unter seine Füße gethan, 8. Schafe und Ochsen allzumal,* Dazu auch die wilden Thiere, 9. Die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer,* Und was im Meer gehet. 10. Herr, unser Herrscher,* Wie herrlich ist dein Name in allen Landen! Der 23. Psalm. Ein Psalm Davids. 1. Der Herr ist mein Hirte, Mir wird nichts mangeln. 2. Er weidet mich auf einer grünen Auen,* Und führet mich zum frischen Wasser. 3. Er erquicket meine Seele;* Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. 4. Und ob ich schon wanderte im finstern Thal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; Dein Stecken und Stab trösten mich. 5. Du bereitest vor mir einen Tisch gegen meine Feinde;* * Du salbest mein Haupt mit Del, und schenkest mir voll ein. * 6. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,* Und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. Der 51. Psalm. 4. Wasche mich wohl von meiner Missethat, Und reinige mich von meiner Sünde. 191 Ein Psalm Davids, vorzufingen. Da der Prophet Nathan zu ihm fam, als er war zu Bath- Seba eingegangen. 3. gott, sei mir gnädig nach deiner Güte,* Und tilge meine Sünde nach deiner großen Barmherzigkeit. * 192 III. Anhang: Psalmen. 5. Denn ich erkenne meine Missethat,* Und meine Sünde ist immer vor mir. 6. An dir allein hab ich gesündigt, und übel vor dir gethan, * Auf daß du Recht behaltest in deinen Worten, und rein bleibest, wenn du gerichtet wirst. Siehe, ich bin aus sündlichem Samen gezeuget, Und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen. * 7. 8. Siehe, du hast Lust zur Wahrheit, die im Verborgenen liegt; Du läßest mich wissen die heimliche Weisheit. 9. Entsündige mich mit Ysop, daß ich rein werde; Wasche mich, daß ich schneeweiß werde. 10. Laß mich hören Freude und Wonne,* * Daß die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast. 11. Verbirg dein Antlig vor meinen Sünden, Und tilge alle meine Missethat. 12. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz,* Und gib mir einen neuen gewissen Geist. 13. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,* Und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 14. Tröste mich wieder mit deiner Hilfe,* * Und der freudige Geist enthalte mich. 15. Denn ich will die Uebertreter deine Wege lehren, Daß sich die Sünder zu dir bekehren. 16. Errette mich von den Blutschulden, Gott, der du mein Gott und Heiland bist,* Daß meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme. 17. Herr, thue meine Lippen auf,* Daß mein Mund deinen Ruhm verkündige. 18. Denn du hast nicht Lust zum Opfer, ich wollte dir's sonst wohl geben, Und Brandopfer gefallen dir nicht. 19. Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist;* Ein geängstetes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten. 20. Thue wohl an Zion nach deiner Gnade,* Baue die Mauern zu Jerusalem. 21. Dann werden dir gefallen die Opfer der Gerechtigkeit, die Brandopfer und ganzen Opfer;* Dann wird man Farren auf deinem Altar opfern. Der 84. Pfalm. Ein Psalm der Kinder Korah, auf der Githith, vorzusingen. 2. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth! 3. Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herren;* III. Anhang: Psalmen. Mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. 4. Denn der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ihr Nest, da sie Junge Hecken,* Nämlich deine Altäre, Herr Zebaoth, mein König und mein Gott. 5. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen,* Die loben dich immerdar.( Selah.) 6. Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten, Und von Herzen dir nachwandeln; 7. Die durch das Jammerthal gehen, Und machen daselbst Brunnen, i * Und die Lehrer werden mit viel Segen geschmückt. 8. Sie erhalten einen Sieg nach dem andern,* Daß man sehen muß, der rechte Gott sei zu zion. 9. Herr, Gott Zebaoth, höre mein Gebet;* Vernimm es, Gott Jakobs.( Selah.) 10. Gott, unser Schild, schaue doch;* Siehe an das Reich deines Gesalbeten. 11. Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser denn sonst tausend.* Ich will lieber der Thür hüten in meines Gottes Hause, denn lange wohnen in der Gottlosen Hütten. 12. Denn Gott der Herr ist Sonne und Schild,* Der Herr gibt Gnade und Ehre; Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. 13. Herr Zebaoth,* Wohl dem Menschen, der sich auf dich verläßt. Der 90. Pfalm. Ein Gebet Mose, des Manns Gottes. 2. Herr, Gott, du bist unsere Zuflucht für und für.* Ehe denn die Berge worden, und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit, 3. Der du die Menschen läsfest sterben,* Und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder. 4. Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist,* Und wie eine Nachtwache. * Und des Abends abgehauen wird und verdørret. Evangelische Kirchenlieder. 193 5. Du läsfest sie dahin fahren wie einen Strom, und sind wie ein Schlaf,* Gleichwie ein Gras, das doch bald well wird, 6. Das da frühe blühet und bald welk wird,* 13 III. Anhang: Psalmen. 7. Das macht dein Born, daß wir so vergehen, Und dein Grimm, daß wir so plöglich dahin müssen. 8. Denn unsere Missethat stellest du vor dich,* * Unsere unerkannte Sünde in das Licht vor deinem Angesicht. 9. Darum fahren alle unsere Tage dahin durch deinen Zorn; Wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz. 10. Unser Leben währet siebenzig Jahre; und wenn es hoch kommt, so sind es achtzig Jahre, und wenn es föstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen;* Denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon. 11. Wer glaubt es aber, daß du so sehr zürnest?* Und wer fürchtet sich vor solchem deinem Grimm? 12. Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen,* Auf daß wir flug werden. 13. Herr, fehre dich doch wieder zu uns,* Und sei deinen Knechten gnädig. 14. Fülle uns frühe mit deiner Gnade, 194 * So wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang. 15. Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, Nachdem wir so lange Unglück leiden. 16. Zeige deinen Knechten deine Werke,* Und deine Ehre ihren Kindern. 17. Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich, und fördere das Werk unserer Hände bei uns;* Ja das Werk unserer Hände wolle er fördern. Der 100. Pfalm. Ein Dankpsalm. Jauchzet* dem Herren, alle Welt. 2. Dienet dem Herren mit Freuden,* Kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken. 3. Erkennet, daß der Herr Gott ist.* Er hat uns gemacht, und nicht wir selbst, zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide. 4. Gehet zu seinen Thoren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben;* Danket ihm, lobet seinen Namen. 5. Denn der Herr ist freundlich, und seine Gnade währet ewig, Und seine Wahrheit für und für. Der 103. Pfalm. Ein Psalm Davids. 1. Lobe den Herrn, meine Seele, Und was in mir ist, seinen heiligen Namen. 2. Lobe den Herrn, meine Seele, Und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, 3. Der dir alle deine Sünde vergibt, Und heilet alle deine Gebrechen; III. Anhang: Psalmen. 4. Der dein Leben vom Verderben erlöset,* Der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit; 5. Der deinen Mund fröhlich macht,* Und du wieder jung wirst wie ein Adler. 6. Der Herr schaffet Gerechtigkeit* Und Gericht Allen, die Unrecht leiden. 7. Er hat seine Wege Mose wissen lassen,* Die Kinder Israel sein Thun. 8. Barmherzig und gnädig ist der Herr,* Geduldig und von großer Güte. 9. Er wird nicht immer hadern,* Noch ewiglich Zorn halten. 10. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden,* Und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. 11. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, Läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten. 12. So fern der Morgen ist vom Abend,* Läßt er unsere Uebertretung von uns sein. 13. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet,* So erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. 14. Denn er fennet, was für ein Gemächte wir sind; Er gedenket daran, daß wir Staub sind. 15. Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, Er blühet wie eine Blume auf dem Felde. * 16. Wenn der Wind darüber gehet, so ist sie nimmer da, Und ihre Stätte kennet sie nicht mehr. * Und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind, 18. Bei denen, die seinen Bund halten,* 17. Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten, Und gedenken an seine Gebote, daß sie darnach thun. 19. Der Herr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet,* Und sein Reich herrschet über Alles. 20. Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet,* Daß man höre die Stimme seines Worts. 21. Lobet den Herrn, alle seine Heerschaaren,* Seine Diener, die ihr seinen Willen thut. 22. Lobet den Herrn, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft.* Lobe den Herrn, meine Seele. Der 121. Psalm. Ein Lied im höhern Chor. 1. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, Von welchen mir Hilfe kommt, * 195 13* 196 16 III. Anhang: Psalmen. 2. Meine Hilfe kommt vom Herren,* Der Himmel und Erde gemacht hat. 3. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,* Und der dich behütet, schläft nicht. 4. Siehe, der Hüter Israels* Schläft noch schlummert nicht. 5. Der Herr behütet dich,* Der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand, 6. Daß dich des Tages die Sonne nicht steche, Noch der Mond des Nachts. 7. Der Herr behüte dich vor allem Uebel;* Er behüte deine Seele. 95 8. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang Von nun an bis in Ewigkeit. 1. Psalmton. und dem und Lo Ehre sei dem Vater und dem Soh- wie es war im Anfang jeßt und im= von Ewigkeit zu 5. Psalmton. A hei li- gen Gei Ewig- feit. A = ne mer- dar = = ste, men. = be den Herrn, meine See le Lo be den Herrn, meine See ه به ا = = li- gen Na- men. und was in mir ist, seinen hei und vergiß nicht, was er dir Gutes ge- than hat. 28 Beicht- und Communion- Büchlein. Die Selbstprüfung. Sprich: Endlich einmal, o Seele, mußt du genau erforschen, wie dit beschaffent bist, und wie du mit deinem Gott stehst. Endlich einmal begib dich in die Stille! Schone dein selbst nicht! Verhehle, beschönige keine deiner Sünden! Thorheit wäre das vor Gott, dem Allwissenden, dem Herzenskündiger, dem Heiligen und Gerechten. Betrüge dich doch ja selbst nicht: Gott kannst du nicht betrügen. Und weil nur Gottes heiliger Geist dir zu einer wahren, vollständigen Selbsterkenntniß verhelfen kann, so wollest du also sprechen und beten: 1 197 - Herr Gott, heiliger Geist, stehe mir mit deiner Gnade bei: Du hast es mir in das Herz gegeben, daß ich meine Sünden bereuen, beichten und bessern will. So erinnere mich denn an Alles, was ich gesündigt habe; gieße mir einen großen Abscheu vor meinen Sünden in das Herz; schenke mir den ernstlichen Vorsak, mich vollkommen zu bessern, und gib, daß ich meine Schuld so aufrichtig, so demüthig, so reuevoll und flehentlich bekenne, daß ich aus dem Munde deines Dieners wahrhaft deine Verzeihung erlange, deiner himmlischen Gnade aufs neue mich getrösten kann. Lies darauf den 139. Psalm andächtig bis ans Ende. Dann wirf dich nieder vor deinem Gott und Heiland und erforsche dein Herz nach Anleitung der heiligen zehn Gebote Gottes. Erste Tafel. Liebst du Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüthe und aus allen deinen Kräften? I. Hier stehst du vor dem ersten Gebot. Sprich, liebe Seele, hast du es befolgt: du sollst keine anderen Götter haben neben mir? - Hast du nie vor andern Gözen gekniet? vor dem Mammon? Hoffart? Weltlust? Fleischeslust?- Hast du niemals dich selbst, Vater oder Mutter, Weib oder Kind, Freunde oder Wohlthäter, Fürsten oder Gewaltige zu deinen Gögen gemacht, sie mehr geliebt als Gott?- Hast du Gott, den Heiligen und Gerechten, stets gefürchtet?- ihm stets vertraut? in aller Trübsal all dein Hoffen nur auf ihn gesetzt? II. Und den Namen deines Gottes, hast du ihn nie unnüglich geführet?- nie durch gedankenloses Aussprechen desselben dich versündigt?- Bist du kein Flucher?- Führst du nicht leichtsinnige Die Selbstprüfnug. Betheuerungen und Schwüre im Mund? Hast du etwa die Sünde eines Gebrauchst du falschen Schwurs oder Meineids auf deinem Gewissen? den Namen Gottes recht in allen Nöthen, durch Anrufen, Beten, Loben und Danken? 198 III. Ist dir der Feiertag heilig? ist er dir eine Vorbereitung auf den ewigen Sabbath droben?- Ist es dir eine Gewissenspflicht, den Gottesdienst nicht zu versäumen? Gesang, Altardienst( Liturgie), Predigt und Sacrament mit Ehrfurcht und Andacht zu deinem Seelenheil zu benutzen?- Betest du für deinen Seelsorger? oder hast du dir Gleichgültigkeit und leichtsinnige Pflichtversäumniß gegen ihn vorzuwerfen?- Feierst du den Sonntag mit den Deinen durch gemeinsames Beten, Lesen und Singen? Besuchst du Arme und Kranke?- Kämpfest du an gegen den Fluch der Sonntagsentheiligung? IV. Hast du stets bedacht, daß der Stand der Eltern, Lehrer, Herrschaften und Obrigkeiten, als Stellvertreter Gottes, mit einem Abglanz Seines Ansehens und Seiner Ehre bekleidet ist? Hast du dir den Segen dieses ersten Gebots, das die Verheißung hat, angeeignet? Bist du allezeit ein dankbares Kind gewesen?- ein ge horsamer Unterthan?- Weißt du dich frei von den Sünden des Troßes, der Widerseßlichkeit und Empörung? Betest du aufrichtig für deine von Gott dir gesetzten Obrigkeiten? Oder wenn du selber Vater oder Mutter, Lehrer, Herrschaft, Obrigkeit bist, gedenkst du daran, daß du auch einen Herrn über dir im Himmel hast? -- - - 3 meite Tafel. Und liebst du deinen Nächsten wie dich selbst? V. Bist du kein Todtschläger? hasfest du nicht? Hast du dem Leben und der Gesundheit deines Nächsten nie Schaden zugefügt durch Zorn, Neid, Haß, Rachsucht?- Hast du deine Seele nie in Gefahr gebracht durch Verführung zum Unglauben und zur Sünde? Und hast du von dem Leibe deines Nächsten stets allen Schaden gewandt?- Hast du ihm stets bereitwillig, brüderlich geholfen in allen Leibesnöthen?- Bist du noch unversöhnt mit deinem Nächsten, deinem Weibe, deinen Geschwistern? VI. Du sollst nicht ehebrechen! weder grober noch feiner Weise: wie stehst du zu diesem Gebote? Und wer nur ein Weib ansieht ihrer zu begehren, der hat schon die Ehe gebrochen: was sagt dir hierbei dein Herz? keusch und züchtig leben in Worten und Werken: was ist hierbei das Zeugnis deines Gewissens vor dem Auge des Allwis senden? Fliehest du die Versuchung? schlechte Gesellschaft, Kartenspiel Trinkgelage, Völlerei, üppigen Tanz, unsittliche Bücher, Gesänge, Bilder, Schauspiele? - — - - VII. Nicht stehlen? Achtest du das Eigenthum als eine Einfegung Hast du did von Gott? Verwaltest du es als Haushalter Gottes?- wirklich nie in deinem Leben gegen dieses Gebot versündigt? weder in de Stube, noch Kammer? Küche, noch Keller? Feld, Garten, noch Wald?- Die Selbstprüfung. Auch nicht durch feinen Diebstahl, durch Uebervortheilung im Handel? durch Veruntreuung oder Vernachlässigung anvertrauten Gutes? durch leichtsinniges Borgen? durch Prassen und Vergeuden? durch Versäumung deiner Pflichten gegen die Armen? durch Vorenthaltung verdienten Lohnes? durch Bestechlichkeit? Umgehung schuldiger Abgaben?- Hast du im Gegentheil deines Nächsten Gut und Nahrung nach Kräften helfen fördern und behüter? VIII. Nicht falsch Zeugniß reden! Bist du immer wahr? Ist dein Ja, Ja, dein Nein, Nein? Achtest du den Namen deines Nächsten als ein heiliges Gut? Hütest du dich vor den Zungensünden: Schmeichelei? Heuchelei? Doppelzüngigkeit? Klatscherei? Wortbrüchigkeit? Verleumdung? Pflegst du deinen Nächsten gerne zu entschuldigen, Gutes von ihm zu reden, und Alles zum Besten zu kehren? - - -- 199 IX. und X. Laß dich nicht gelüsten! Siehe hier die heiligen Tiefen des göttlichen Gesetzes gegenüber dem Abgrund deines Herzens! Ist nicht auch dein Herz die Quelle der argen Gedanken? nicht schon von Jugend auf? Frage dich, wornach es dein unheiliges Herz nicht schon alle gelüstet hat! Oder wärest du weniger strafbar, weil Furcht vor Strafe, Scham vor der Welt deine unreinen Gedanken nicht zur That werden ließen? Und nun sage: welches Gebot hast du gehalten? welches nicht tausendfach übertreten? Sind nicht auch deine Sünden mehr, denn des Sandes am Meer? Willst nicht auch du, an deine Brust schlagend, ausrufen: - Gott sei mir Sünder gnädig?( Luc. 18, 13.) Deine heilige Kirche hat sieben Bußpsalmen ausgewählt, den 6. 32. 38. 51. 102. 130. 143. Lies einen oder mehrere derselben, und dann wirf dich abermals vor deinem Erlöser auf die Kniee, und sprich: Allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Ich armer elender Sünder bekenne dir alle meine Sünde und Missethat, damit ich dich jemals erzürnet und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich um deiner grundlosen Barmherzigkeit und um des unschuldigen bittern Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesu Christi willen: du wollest mir armem, sündhaftem Menschen gnädig und barmherzig sein. Amen! Hast du dich also selber geprüft und im tiefen Gefühl deiner Sündenschuld gedemüthigt vor Gott; dann gehe hin zur Beichte, um in Gemeinschaft mit der ihre Sünde bekennenden Gemeinde den Troft der Vergebung der Sünden durch Jesum Chriftum zu gewinnen. Noch mehr Segen wirst du aber haben, wenn du der alten Ordnung unsrer heiligen Kirche und der guten Sitte mancher treuen Christengemeinde folgend, zugleich zur Ablegung deiner Privatbeichte( Sac. 5, 26.), und besondren Darlegung deiner Herzenszustände deinen Seelsorger und Beichtiger aufsuchest und ihm, der durch seinen Amtseid zur Bewahrung des Beichtgeheimnisses feierlich verpflichtet ist, deine innersten Gebreften vertrauensvoll darlegeft. Dieß kann schicklich mit der Anmeldung selbst verbunden werden*). *) Die Anmeldung selbst soll nur vom Sonntag der Ankündigung an bis zum Freitag Abend in der Regel angenommen werden. Den Samstag oder gar unmittelbar vor der Beichte sollten keine Anmeldungen Statt finden. Die öffentliche Beichte. Gebet am Tage der Anmeldung. Nun mache ich mich auf, getreuer Heiland, mich bei dir zum Genuß deines Leibes und Blutes anzumelden. Geleite mich selbst, o Herr Gott, heiliger Geist, und bereite mich also, daß ich von Herzensgrund glaube, um Einlaß bitte und voll Verlangens anklopfe an der Thür des ewigen Tempels, an der Himmelspforte meines Herrn. Mich verlangt nach deiner Leitung, mein Führer, Herr Gott, heiliger Geist; es verlangt mich nach deinem Leib und Blute, mein ewiger Bräutigam, Herr Jesu! Wie ein Hirsch schreit nach frischem Wasser, also bürstet meine Seele nach dir, nach deinem väterlichen Herzen, deiner Gnade und Erbarmung verlanget mich. Mein Gott, ich hoffe auf dich. Laß mich nicht zu Schanden werden, daß sich meine Feinde nicht freuen über mich. Denn Keiner wird zu Schanden, der deiner harret. Herr, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige.( Ps. 25.) Ich verzeihe, o mein Gott, Allen, die mir Unrecht thaten, und ob Jemand von mir beleidigt ist, dem biete ich Frieden an und Bekenntnis meiner Sünde. Friedfertig, ausgeföhnt mit Allen, mit denen du es willst, komme ich und bitte, daß du mich einführest zum süßen Frieden deiner Gnade, deiner Absolution, deines Abendmahls. Bei dir ist Friede, o Herr, und wer zu dir kommt, und zu welchem du kommst, bei dem ist Friede. Der Friede des Herrn sei mit meinem Geiste! 200 Wach auf, meine Ehre, wach auf, Psalter und Harfe! Hosianna dem Sohne Davids! Gelobet sei, der da kommet im Namen des Herrn! Selig mach uns in der Höhe!- Laßt mich hineingehen zum Altare meines Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist! Halleluja! - Die öffentliche, oder allgemeine Beichte. ( Die Gemeinde hat sich, wo es der Raum erlaubt, nur in den unteren Bänken des Kirchenschiffes versammelt.) Beim Eintritt in das Gotteshaus sprich im Stillen und voll Andacht: - Herr Gott, Vater! lehre meine Zunge andächtig zu beichten Herr Jesu Christe, regiere die Bunge deines Dieners, mich fräftiglich zu trösten Herr Gott, heiliger Geist, eröffne uns Beiden Herz und Ohren: laß meinen Beichtvater die Beicht, und mich sein Wort mit Sanftmuth vernehmen, daß mir die Absolution durch den Glauben ins Herz möge drin: Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen. Amen! gen. Dann wird ein Lied gesungen, worauf der Geistliche vor den Altar tritt und spricht: Geliebte in dem Herrn! Nachdem ihr euch aus schuldigem Gehorsam gegen den Befehl unsers Herrn Jesu Christi und aus ernstlicher Sorge um das Heil eurer Seelen entschlossen habt, das Sakrament des Leibes und Blutes unsers Herrn Jesu Christi zu empfahen, seid ihr hier erschienen, um nach Ordnung unserer heiligen Kirche in einer Beichte das Bekenntnis eurer Sünden ab- Die öffentliche Beichte. zulegen, und von eurem Beichtiger die Vergebung derselben im Namen des dreieinigen Gottes zu empfangen. 201 Ist das euer herzlicher Entschluß und Wille, so antwortet: Sa! ( Alle): Ja! Darauf folgt die Beichtrede, welche schließt mit den Worten: Und so frag ich euch nun im Namen unsers Herrn Jesu Christi, der da gekommen ist, die Sünder zu suchen und selig zu machen: Glaubt ihr auch, ihr Alle, die ihr dem Tische des Herrn zu nahen begehrt, daß ihr Sünder seid? ( Alle): Ja*)! Woher wisset ihr das? Aus den zehn Geboten- die haben wir nicht gehalten. Sind euch eure Sünden auch leid? Von Herzen leid! Was habt ihr mit euern Sünden bei Gott verdient? Gottes Born und Ungnade, zeitlichen Tod und ewige Verdammnis( Röm. 6). Und weß tröstet ihr euch da? Unsers lieben Herrn und Heilandes Jesu Christi, der am Kreuz für uns gestorben ist zur Vergebung unserer Sünden. Warum begehrt ihr nun zum Tische des Herrn zu gehen? Jur Stärkung unsers Glaubens und zum Troste unserer Seelen. Der Herr segne dies euer Begehren. Und so spreche nun Eins in euer Aller Namen unter Kniebeugung die Beichte. ( Alle knieen nieder, Eines spricht:) Ehrwürdiger, lieber Herr, ich bitte, wollet meine Beichte hören und mir die Vergebung der Sünden um Gottes willen sprechen. Ich armer Sünder erkenne in meinem Herzen, und bekenne mit meinem Munde, daß ich nicht allein in Sünden empfangen und geboren, sondern auch mit allerhand wirklichen Sünden, bösen Gedanken, Worten und Werken Gott, meinen Herrn, gröblich erzürnet habe und hiemit zeitlicher und ewiger Strafe schuldig worden bin. Solches nun ist mir von Grund meines Herzens leid; habe aber Zuflucht zu seiner Gnade und Barmherzigkeit, und bitte ihn demüthig, daß er um des Todes Jesu Christi, seines lieben Sohnes und meines Erlösers willen, mir meine Sünden verzeihen wolle. Ich will ins Künftige durch die Gnade Gottes und den Beistand des heiligen Geistes mein Leben bessern und frömmer werden. *) Diese und die folgenden Antworten werden mit fühlbarem Segen und ohne Schwierigkeit von der gesammten Gemeinde gesprochen. Doch kann der Geistliche auch eine vorher schon bezeichnete Person nach herkömmlicher Uebung auffordern, im Namen Aller zu antworten. 202 Beichtgebete. ( Hierauf spricht der Geistliche): Die Absolution. Gott sei euch gnädig und stärke euern Glauben. Glaubet ihr auch, daß meine Vergebung Gottes Vergebung sei? ( Alle): Ja, Herr! Wie ihr glaubet, so geschehe euch. Und ich, als verordneter Diener der christlichen Kirche, verkündige aus Befehl unsers Herrn Jesu Christi euch Allen, die ihr wahrhaftige Neue und Buße im Herzen tragt, solche Vergebung all eurer Sünden im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Dagegen sage ich allen unbußfertigen Sündern und Verächtern Gottes, seiner Worte und heiligen Sacramente aus Gottes Wort und im Namen Jesu Christi: daß ihnen Gott ihre Sünden vorbehalten hat und gewis zeitlich und ewig strafen wird, wofern sie nicht in der Gnadenzeit ablassen und Buße thun, welche wir ihnen von Herzen wünschen. Sollte übrigens unter euch noch eine Seele sein, die durch ein be sonderes Anliegen oder Gebresten sich beschweret fühlt, so laden wir sie freundlich ein, bei ihrem Beichtiger und Seelsorger sich Erleichterung zu suchen. So geht nun hin in Frieden. Amen! Stille Andacht, während welcher die Beichtenden für sich beten mögen: Gebet nach empfangener Absolution. O gütiger, gnädiger, barmherziger Gott und Vater! Ich sage dir von Grund meines Herzens Lob und Dank, daß du mir armem Sünder jegt abermal durch deinen Diener alle meine Sünden vergeben, das ewige Leben wieder aufs Neue zugesagt und mich zu Gnaden angenommen hast. Ich bitte dich herzlich, gib mir deinen heiligen Geist und schaffe in mir ein reines Herz, daß ich seliglich glaube, daß mir alle meine Sünden durch Christum vergeben sind. Dessen zu einem gewissen Unterpfand will ich den wahren Leib und Blut deines lieben Sohnes Jesu Christi in Brod und Wein essen und trinken zu meiner Seelen Seligkeit. Verleihe mir auch, du getreuer Gott, daß ich mich hinfort besser vor Sünden hüte, denselben feinder werde und mein Leben bessere. Dazu wollest du mir gnädiglich verhelfen, um deines Namens Ehre willen. Amen! ( Die Knieenden erheben sich.) Vater Unser. Schlußgesang. Segen. Am Beichtabend. Wie lieblich klang mir heute die Stimme des Evangeliums, mein Gott, da ich hörte: Geh hin im Frieden! dir sind deine Sünden vergeben! Süßer als Honig und Honigseim ist dieses Wort meinem Herzen, lieber als viel tausend Stück Goldes und Silbers! Ich danke dir für dein allmächtiges Wort, das die Sünde wegnimmt und in einem Augenblick aus dem Kinde des Bornes ein Kind der Gnade und einen Erben des ewigen Die heilige Communion. Lebens schafft! Ich danke dir, Herr Jesu, für deine Menschwerdung, für dein Leiden und Sterben, für deinen Sieg über Sünde, Tod, Teufel und Hölle! All dein Verdienst, all dein Sieg ist mir heute im Worte der Absolution gereicht worden, in einem unscheinbaren Wort eine Fülle ewiger Güter! Ich bin sehr arm von Natur, aber heute bin ich reich geworden an Schätzen, die Motten und Rost nicht verzehren! Ich war sehr in Schanden, aber heute hobst du mich hoch zu Ehren, gabst mir ein ewiges Heil! Ein Kleid der Gerechtigkeit, einen Fingerreif der Freiheit von allen Gefahren, einen Sitz der Ruhe und des Friedens, eine Freudenkrone hast du mir gegeben! Dank sei dir! Verleihe mir, daß mein Dank unsterblich sei! Nun gehe ich hin und lege meine friedenvolle Seele in deine Hände, meinen Leib aufs Lager, an dem du wachst, nicht schläfst noch schlummerst, o Hüter Israels. Ich werde liegen und schlafen ganz mit Frieden; denn du, Herr, hältst mich, daß ich sicher wohne. Deine Gnade deckt mich zu, deine milde Hand wird mich wieder wecken, daß ich in dein Haus gehe und in deinen Vorhöfen dir danke und Gnade um Gnade aus deiner Fülle nehme, Himmelsspeise und Himmelstrank empfahe, auf daß ich ewig lebe und im Tode nimmer entschlafe! 203 Gelobt sei der Herr, mein Gott, so lange ich lebe! Gelobt sei er, wenn ich mich zu Bette lege, und wenn ich aufwache, wache sein Lob mit mir auf. Und wenn ich schlafe, so sei auch dann mein Herz des Lobes voll! Und wenn ich sterbe, sei mein letztes Wort ein Lob seiner Gnade, und von dem ersten Augenblicke meiner Ewigkeit an bis in alle Ewigkeit sei gelobt der Name des Herrn, der meine Seele selig macht! Amen! Die heilige Communion. Communion heißt Gemeinschaft. Eine dreifache Gemeinschaft willst du feierit: 1) die Gemeinschaft des Leibes und Blutes Jesu Christi mit Brod und Wein( 1. Cor. 10, 16), 2) die Vereinigung Jesu Christi mit seiner, das Sacrament genießenden Gemeinde, 3) die Gemeinschaft der Genießenden unter sich zu einem Leibe und zu einem Leben in der Liebe. Ist nun der feierliche Morgen herangebrochen, da du diese dreifache Communion willst feiern am Tische des Herrn, so kniee nochmals in deinem Kämmerlein nieder und bete aus demüthigem Herzen: Dallmächtiger, ewiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi! Ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du aus großer Barmherzigkeit dich meiner so gnädiglich hast erbarmet, daß du auch deines eingebornen Sohnes nicht hast verschonet, sondern denselben für mich in den Tod gegeben, auf daß ich durch ihn in deiner Gnade ewig leben möge, der auch dessen zu einem gewissen Pfand und Versicherung mir seinen Leib und Blut in seinem heiligen Abendmahl testamentsweise verordnet hat, welches ich auch jetzt darum zu mir nehme, und wie ers hat befohlen, mit Essen und Trinken gebrauchen will. Damit ich es aber nach seinem Willen, zum Ges dächtnis seines bittern Leidens und Sterbens und zur Stärkung meines Glaubens jekund recht und würdig genießen möge, so bitt ich dich, o Die heilige Communion. theurer Gott! du wollest mich an Seel und Leib durch deinen heiligen Geist dazu bereiten und geschickt machen, damit ich dieses Hochwürdige Sacrament des Leibes und Blutes unsers Herrn Jesu Christi in einem wahren Glauben und mit rechter christlicher Andacht würdiglich empfahen möge zum ewigen Leben. Amen! 204 In der Kirche, bevor du aus deinem Stand heraustrittst, bete: O Gott! sei mir armem Sünder gnädig: gib mir deinen heiligen Geist in mein Herz, daß ich das heilige Sacrament würdiglich empfahen, meinen schwachen Glauben stärken, mein blödes Gewissen trösten, mein Leben bessern, und ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott! um Jesu Christi willen. Amen! Bevor du zum Altare trittst, so seufze in deinem Herzen: Herr Jesu Christe, ich bin nicht würdig, daß du eingehest in mein fündiges Herz; du weißt aber und erkennst meine große Armuth und Nothdurft, darum ich von Herzen begehre deiner Gegenwart, zu speisen, zu trösten und zu stärken meine arme Seele. Sprich sie an mit einem Wort, so wird sie gesund. Amen! Beim Empfang des Brodes: Sei mir willkommen, du süßer Herr Jesu Christe! mit der edlen Speise deines allerheiligsten Leibes, den du mir jetzt unter dem Brod zu essen gibst, wie du ihn für mich in den bittern Tod gegeben hast. Den laß mir gedeihen zum ewigen Leben. Amen! Herr Jesu! dein heiliger Leib stärke und bewahre mich im wahren Glauben zum ewigen Leben. Amen! Beim Empfang des Weins: Sei mir willkommen, du süßer Herr Jesu Christe! mit dem edlen Trank deines rosinfarbnen Blutes, das du mir jetzt im Wein zu trinken gibst, wie du es am Kreuz vergossen hast, zur Vergebung der Sünden. Das laß mir gedeihen zum ewigen Leben. Amen! Herr Jesu! dein heiliges Blut stärke und bewahre mich im wahren Glauben zum ewigen Leben. Amen! Nach der Rückkehr in deinen Stand bete: Wir danken dir, allmächtiger Gott, daß du uns durch die heilsame Gabe des Leibes und Blutes deines Sohnes Jesu Christi hast erquicket, und bitten dich, du wollest uns solches gedeihen lassen zum festen Glauben an dich und zu herzlicher Liebe unter uns Allen, durch denselben deinen lieben Sohn Jesum Christum, unsern Herrn. Amen! Vor dem Ausgang aus der Kirche bete: Ddu mein lieber Herr Jesu Christe! ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mich jetzo abermal so väterlich an deinem Tische mit deinem selbsteignen Leibe und Blute gespeiset und getränket hast, und bitte dich von Herzen, laß mir solches gedeihen zur Stärkung meines Glaubens, zu sicherer Begleitung aus diesem Jammerthal in das ewige Leben. Amen! Dankgebet. Nun hast du himmlisch mich erquict, du haft dich mir gegeben: In dir, der mich so hoch beglückt, will ich nun stündlich leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigkeit mit dir vereinigt bleiben. " 1 Gebet am Abend des Communiontages. Heiliger, dreieiniger Gott, durch deine Gnade habe ich nun abermals einen sehr wichtigen Tag meines Lebens zurückgelegt. Du haft mir an demselben so viele Wohlthaten im Leiblichen erwiesen, daß ich sie nicht alle zählen kann. Aber die geistlichen Wohlthaten, welche ich von dir empfangen habe, sind unendlich viel größer und wichtiger. Du hast mich unterrichtet, getröstet und gestärkt durch dein heiliges Wort, und hast mich gespeiset und getränket mit dem Leib und Blut Jesu Christi, meines Heilandes. Ich bin nun dein Tempel und deine Wohnung. Alle deine Gnadengüter sind mir geschenkt, und alle deine Verheißungen, welche du mir auf alle Ewigfeiten gegeben, sind in mir versiegelt worden. Und ob ich schon auch heute von Sünden nicht freigeblieben, sondern in manchen Stücken gefehlt und dein Gesetz übertreten habe, so weiß ich doch, daß du dich mein erbarmest, und mir alle meine Sünden vergibst um des vollkommnen Versöhnopfers Jesu Christi willen; wie ich denn hiemit von Herzen um Vergebung aller meiner Vergehungen und Sünden demüthig bitte. Wie soll ich dir nun genug danken, mein Gott, für alle Gnade und Barmherzigkeit, die du heute an mir bewiesen hast? Nimm hin mein ganzes Herz, nimm hin meinen Geist mit allen seinen Kräften, und meinen Leib mit allen seinen Sinnen und Gliedern, und brauche mich zu deinem Lob und zu deiner Ehre, wie es dir wohlgefällt. Erleuchte meinen Verstand durch dein Licht, beruhige mein Gewissen durch deinen Frieden, heilige meinen Willen durch deine Kraft und laß mich deine ewige Wohnung sein. Herr, sei mir gnädig und erhöre mich um deiner ewigen Liebe willen! Amen! Berichtigungen. Rückseite des Titelblatts: Als Wechselgesang erscheint auch Lied Nr. 197. Weisen, Jahreszahlen: Nr. 1 u. 50b( 1653) 1656 statt 1657 u. 1658. Nr. 14( 1653) 1661 ftatt 1657. Nr. 20 1710 statt 1711. Nr. 24 1668 statt 1686. Rr. 38( 1601) 1611 ftatt 1613. Nr. 42 1544 statt 1587. Nr. 71b u. 1420 1539 ftatt 1540. Nr. 192 1633 statt 1663. Unterschriften: Rr. 1, 2 u. 49 B. Schmolf statt Schmolfe. Nr. 10+ 1762. Nr. 19b Heinrich Held um 1660. Nr. 21b 1860. Nr. 39+ 1541. Nr. 43+ 1534. Nr. 55+1803. Nr. 56 Friedrich Fabricius † 1703 statt L. E. Gräfin v. Schwarzburg. Nr. 60b Anonym 1638. Nr. 183+ 1756. Text: Nr. 33 v. 4 ,, und" statt ,, um". Nr. 51 v. 1, durch" statt ,, aus des Todes". Nr. 95 v. 2 3ieh doch" statt ,, Sieh doch". Nr. 120b v. 1 ,, daraus mir" statt ,, daraus nur". Nr. 167 v. 3,3ur grünen" statt zu grünen". Noten: Nr. 50 g auf Schar" und Nr. 150 g auf Sir" punktirt. Weise: Balet will ich dir geben. Nr. 199. 205 ch geh zu deinem Grabe, du großer Ofterfürst, Weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, Wie man kann fröhlich sterben, und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 208 Mitten wir im Leben sind Morgenglanz der Ewigkeit stacht mit tausendjährigem. Nun bitten wir den heiligen Geist Nun danket Alle Gott Verzeichniss der Lieder. Nun danket All und bringet Ehr Nun freut euch, liebe Christen. Nun Gottlob, es ist vollbracht. Nun kommt das neue Nun laßt uns den Leib Nun laßt uns gehn Nun preiset Alle Nun ruhen alle Wälder Nun schläfet man Nun singet und seid froh Nur in Jesu Blut und Wunden O daß ich tausend Zungen. Oder Alles hätt verloren O du fröhliche, o du selige II. Anh. Ewigkeit, du Donnerwort O Haupt voll Blut und Wunden. O heger Geift, fehr bei uns ein. Oheiliger Geist, o heiliger Gott Herr Jesu, Ehrenkönig. ● . hilf, Christe, Gottes Sohn Jesu Christe, wahres Licht Jesu, süßes Licht König aller Ehren. Lamm Gottes, unschuldig felig Haus, wo man Traurigkeit, o Herzeleid O Welt, ich muß dich lassen D. Welt, steh hier dein Leben O wie selig seid ihr doch Preis, Ehr und Lob jei dir Rede, liebster Jesus, rede Ringe recht, wenn Gottes Rüftet euch, ihr Christenleute Ruhe ist das beste Gut Sag, was hilft alle Welt Schlaf, du liebes Kind II. Anhang Schmücke dich, o liebe Seele Schmückt das Fest mit Maien. Schönster Herr Jesu II. Anhang Schöpfer Gott, Herr der Zeit Schwing dich auf zu deinem Seelenbräutigam . Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut Sieh, hier bin ich. Nr. 127 154 93 59b 70 70d 138 11 16 196 33. 167 157 158 26 159 70b 139 79 196b 38 60 60b 94 43 33b 155 33c 39 147 41 196c 40 197 145 102 140 102b 209 175 160 119 61 81 4b 141 80 70c 7 Sollt es gleich bisweilen 176 So wahr ich lebe, spricht dein Gott 142 Stille Nacht, heilige Nacht II. Anh. 27 Theures Wort aus Gottes Thut mir auf die schöne Pforte Unsern Ausgang segue Unter Lilien jener Freuden II. Anh. Valet will ich dir geben Vater unser im Himmelreich Verleih uns Frieden Verzage nicht, du Häuflein Voller Wunder, voller Kunst Vom Himmel hoch Von des Himmels Thron Von Gott will ich nicht lassen Wach auf, du Geist der Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin Wach auf, mein Herz und singe Wachet auf, ruft uns. Warum sollt ich mich denn. Warum willst du draußen stehn Was Gott thut, das ist. Was ist das doch ein holdes II. Anh. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel Welt ade, ich bin dein müde Wenn meine Sünd Wenn mein Stündlein Wenn wir in höchsten Nöthen Wer Gott vertraut • Wer nur den lieben Gott Wer sind die vor Gottes Throne Wer weiß, wie nahe mir mein Wie bist du mir so innig gut. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit Wie groß ist des Allmächt'gen. Wie herrlich ists, ein Schäflein Wir glauben All an einen Gott Wir nahen uns, o Gottes Sohn 180 181 200€ 178 142 200d 226 82 83 18 84 42 163 66 120 Wir singen dir, Immanuel. 30 Wo findet die Seele die II. Anhang 204 Wohlauf, du werthe Christenheit 19 Wohlauf gen Bethlehem II. Anhang Wohl dem, der in Gotts Furchte Wohl einem Haus, wo ● Wie schön leuchtet der Morgenstern Wie soll ich dich empfangen Zeuch uns nach dir Zion flagt mit Angst 3ween der Jünger ● Wie wohl ist mir, o Freund Wir danken dir, Herr Jesu Christ Wir danken Gott für. 6. F. Winter'sche Buchbruckerei in Darmstadt. • Wo ist Jesus, mein, II. Anhang. Wunderbarer König 3euch ein zu deinen Thoren . Nr. 103 95 12 198 199 71b 71c 96 149 28 109 181c 97 51 155b 200 225 17 177 29 142d 179 44 200b 129 228 148 150 205 71 62 56 98 52 24 Walter Köster Buchbinderei 3550 Marburg 1000 Berlin 61 Tel. 0 64 21/2 12 77030/7 86 30 10 Inches 1 Centimetres Blue 12 3 4 Cyan 2 15 ¹6 X^ Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 19 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 CO 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8