Mk 3.60 Gb 5081 Sontag den 1 ter Nohamber war Johannes und ſeine Frau Her bei uns ser Beige bein dochter den 3 November wer en wind Fachten den 5. Mowninkas hat es sich uns Bat gelacht Logemeber hat sich Frithen in dit gulbphit lwy 5, 2 1904 Joz 26 b) August me al 10 quatre oppily 04 T Margretha Bender 1887 TIT Juli 1888. Züne 24. Juli bis hincher hat aims Gott gebracht Zeine гли der ju zßn bis hierher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz d C 2 A l C .۰ ۰ ٫ ۰/ ۰۸۱/ Orli F) n n jeden Hunden ſech and سے معارف بس en повторя ہو اسمة سے سے n عمل hilf uns an all ull W.S hrenerf ſich ch K میسو der Herr hat Gerzſteſ quien ſech میں 1 صمد ہو ساسبة م لمدن ہے مشکل ندانی محله بيسوها سبو Arra معه لله مهمه بسند ye مسة امك نهنا احد مهم جدة يبه میشه السلامو 22 م ادل افند صر 11 3 16 Sulpteur ya Jo bis hiecher hat le bis hiechen TA 1 o 白 für alle dere Die dien ят. bewiesen täglich Les حمد shob und Ehre, Peißnund dank Lab uns erfreut, gaf. Polfen For Gott, uns leb s lebensla > ein. g Haragen schreib ich ans Phosphor alle pri Seunden. 5 Krächen. Bergonia emel täglich 6 Körnchen Mariechen. Ipnotia, Kali carbSulpteur е v bis hiecher hat le uns erfreut, لمند dan 1 glich- lut Gemeind biri beber Cofel, 1887. Gesangbuch ö 2—4.66——— Neues für die evangelisch⸗lutherischen Gemeinden in den ————— 8—L——— ⸗ ⸗ wWRSRRT‚‚‚‚I‚..‚——— + qII.—:.:———..8 BSS lurfürstlich⸗hessischen Landen. Cassel, 1867. Druck und Verlag des reformirten Waisenhauses. In h at. Erste Abtheilung. Lieder uͤber die christliche Glaubenslehre. )Enthält die Lieder von Gott, Nr. 1-10 2) Von den Eigenschaften Gottes, Nr. 11-30. a. Von der Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes, Nr. 11⸗13. b. Von der Allwissenheit Gottes, Nr. 14, 15. Von der Weisheit Gottes, Nr. 16, 17. d. Von der Allmacht Gottes, Nr. 18. „Von der Allgegenwart Gottes, Nr. 19. 2 E f. Von der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes, Nr. 20, 21. g. Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes, Nr. 22. h. Von der Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes, Nr. 23⸗29. —— Von der Geduld und Langmuth Gottes, Nr. 30. 3) Von der heiligen Dreieinigkeit, Nr. 31-34. 4) Von der Schöpfung, Nr. 35⸗39. 5) Von der Vorsehung Gottes, Nr. 40-50. 6) Von den Engeln, Nr. 51⸗53. 7) Von dem Menschen und seiner Bestimmung, Nr. 54⸗60. 8) Von der Sünde und dem Verderben des Menschen, Nr. 61⸗ 65 9) Von der Erlösung des Menschen, Nr. 66-72. 14* — SPSPSISSSSE——...—...— *+.9.—..—— SISIXXITN—— . 4 Inhalt.* —— 10) Von Christo, dem Erlöser, Nr. 73⸗76. I 15 11) Von der Menschwerdung und Geburt Christi, Rr. 77-99. a. Advents⸗Lieder, Nr. 77⸗81. 10 X 122 b. Weihnachts⸗Lieder, Nr. 82 ⸗93. 8 c. Von der Erscheinung Christi, Nr. 94, 95. 1 ö d. Auf die Darstellung Christi im Tempel, Nr. 96, 977).. 0* e. Am Tage Mariä Verkündigung, Nr. 98. D f. Von dem Vorläuferamte Johannis, Nr. 99. VI⸗ 12) Vom Wandel Christi auf Erden, Nr. 100 ⸗102. I W 13) Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu, Nr. 103-141. a. Vorbereitung zur Betrachtung des Leidens Jesu, Nr. 103, 104. W b. Dankbare Erwägung der Leiden Jesu, Nr. 105-112. c. Kraft und Trost der Leiden Jesu, Nr. 113, 114. d. Gebät zu dem Versöhner, Nr. 115⸗118.* e. Die Liebe Jesu in dem Werke der Erlösung, Nr. 119⸗122. f. ö„Das Leiden Jesu am Oelberge, Nr. 123, 124.* — g. Gefangennehmung Jesu, Nr. 125. 1 1 h. Ueber die Verlassung Jesu von seinen Jüngern, Nr. 126, i. Das Leiden Jesu vor dem weltlichen Gericht, Nr. 127-⸗129.. + k. Das Leiden Jesu am Kreuz, Nr. 130⸗138. ö I. Ueber die Wunder bei dem Tode Jesu, Nr. 139. 35 m. Begräbniß Jesu, Nr. 140, 141. n 14) Von der Auferstehung Jesu, Nr. 142 ⸗156. en 15) Von der Himmelfahrt Jesu, und seinem Sitzen zur Ihinhn Rechten Gottes, Nr. 157⸗164. I d 16) Vom heiligen Geiste, Nr. 165-181. Wi he 17) Vom Worte Gottes, Nr. 182⸗193. ö MNmz a. Von den zehen Geboten insbesondere, Nr. 189, 190.. b. Vom Evangelio, Nr. 191⸗193. HHA. Hriti, 00. kl, M. H96, N 0. . H. 10010 1„ M. 1010 Aest, R. 1 l N. LH⸗1l 113, 14 W. III4 „24 Mern, M. I „N. 127⸗%1 G. 2. 9, 100. In halt. 5 18) Von der Taufe, Nr. 194 ⸗198. a. Vor und bei derselben, Nr. 194⸗197. b. Nach derselben, Nr. 198. 19) Vom heiligen Abendmahl, Nr. 199-215. a. Vor und bei demselben, Nr. 199⸗211. b. Nach demselben, Nr. 212⸗215. 20) Von der christlichen Kirche, Nr. 216.-225. 21) Vom Tode, Nr. 226 ⸗253. 22) Von der Auferstehung der Todten, Nr. 254⸗260. 23) Vom jüngsten Gericht, Nr. 221-267. 24) Von der Ewigkeit, Nr. 268⸗275. Zweite Abtheilung. Lieder uͤber die christliche Sittenlehre. 1) Von der Buße und Bekehrung, Nr. 276⸗296. a. Ueberhaupt, Nr. 276⸗294. b. An öffentlichen Bußtagen, Nr. 295. c. Nach geschehener Bekehrung, Nr. 296. 2) Vom Glauben und seinen nächsten Folgen, Nr. 297-307. 3) Vom thätigen Christenthum überhaupt, Nr. 308-323. 4) Von der Erkenntniß Gottes, Nr. 324⸗327. 5) Von der Furcht Gottes, Nr. 328-330. 6) Von der Liebe und Treue gegen Gott, Nr. 331-333. 7) Von der Freude an Gott, Nr. 334⸗336. 8) Vom Gehorsam gegen Gott, Nr. 337-338. 6 Inhalt. 9) Vom Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen, Nr. 339⸗354. 10) Vom Gebete, Nr. 355⸗362. 11) Vom Lobe Gottes, Nr. 363⸗370. 12) Von der Dankbarkeit gegen Gott, Nr. 371381. 13) Von den Gesinnungen gegen den Erlöser, Nr. 382 bis 392. 14) Von der Selbsterkenntniß und Demuth, Nr. 393⸗398. 15) Von der Selbstliebe, Nr. 399, 400. 16) Von der Sorge für die Seele, Nr. 401.⸗404. 17) Von der Sorge für den Leib, Nr. 405⸗408. 18) Von der Arbeitsamkeit und Treue im Beruf, Nr. 409 bis 413. 19) Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter, Reichthum, Ehre und dergleichen, Nr. 414⸗417. 20) Vom rechten Gebrauch des Lebens, Nr. 418⸗421. 21) Von der Zufriedenheit, Nr. 422⸗426.. 22) Von der Geduld, Nr. 427.⸗439. 23) Von der Liebe des Nächsten, Nr. 440⸗445. 24) Von der Gerechtigkeit und Billigkeit, Nr. 446, 447. 25) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, Nr. 448-⸗454. 26) Von der Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Leutselig⸗ keit, Nr. 455 ⸗458. 8* 27) Von der Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit, Nr. 459, 460. 28) Von der Freundschaft, Nr. 461, 462. 29) Von der Glückseligkeit wahrer Christen, Nr. 463⸗472. A seinen Inhalt. 7 Dritte Abtheilung. Lieder fuͤr besondere Zeiten, Staͤnde und Vorfaͤlle. 1) Von dem öffentlichen Gottesdienste, Nr. 473-483. K. Beim Anfange desselben, Nr. 473-481. b. Beim Schlusse desselben, Nr. 482, 483. 2) Von der Feier des Sonntags, Nr. 484-487. 3) Bei der Katechismus-Lehre, Nr. 488, 489. 4) Bei der Confirmation junger Christen, Nr. 490-491. 5) Für die Obrigkeiten und Unterthanen, Nr. 492-494. ) Bei Einführung eines neuen Predigers, Nr. 495. ) Bei Einsegnung neuangehender Eheleute, Nr. 496, 497. 8) Für Eltern und Kinder, Nr. 498-501. )Für Herrschaften und Gesinde, Nr. 502, 503. 10) Für Alte, Jünglinge, Jungfrauen, Witwen und Waisen, Nr. 504 ⸗08. 11) Neujahrs-Lieder, Nr. 509-514. 12) Von den vier Jahreszeiten, Nr. 515.-518. Vom Frühling, Nr. 515. b. Vom Sommer, Nr. 516. Vom Herbst, Nr. 511. d. Vom Winter, Nr. 518. 13) Morgenlieder, Nr. 519-532. 14) Abendlieder, Nr. 533-542. a. Abendlieder überhaupt, Nr. 533⸗540. b. Abendlied am Sonntage, Nr. 541. c. Abendlied am Ende der Woche, Nr. 542. Inhalt. 15) Bei Reisen, Nr. 543, 544. x a. Vor der Reise, Nr. 543. b. Nach glücklich vollbrachter Reise, Nr. 544. 16) Vor und bei der Erndte, Nr. 545⸗551. Bei sparsamer Erndte, Nr. 551. ö V III 17) In allgemeiner Noth, Nr. 552 554. 18) Witterungs⸗Lieder, Nr. 555558. ö a. Um Regen, Nr. 555. ö Nach erhaltenem Regen, Nr. 556. Um Sonnenschein, Nr. 557. 4 d. Nach erlangtem Sonnenschein, Nr. 558. Whp 19) Bei Feuersnöthen, Nr. 559, 560. 14 un a. Für Abgebrannte, Nr. 559. ů 1 b. Nach der Feuersgefahr, Nr. 560. 40 20) Beim Gewitter, Nr. 561.563.. Nach dem Gewitter, Nr. 563. 0 21) In Wassersnoth, Nr. 564, 565.* Nach geendigter Wassersnoth, Nr. 565. ö ö II x 22) In Kriegszeiten, Nr. 566 ⸗569. t Nach erlangtem Frieden, Nr. 568, 569. 23) In Theurung, Nr. 570.* 24) Bei gefährlichen Seuchen, Nr. 571. XI 25) In Krankheiten, Nr. 572⸗581, Fat Nach der Genesung, Nr. 581. ö 26) In Todesnöthen, Nr. 582-587. Fürbitte für einen Sterbenden, Nr. 588. 175 27) Bei Begräbnissen, Nr. 589, 590. 0 Erste Abtheilung. Lieder über die christliche Glaubenslehre. 1) Von Gott. Mel. Nun danket alle gott ꝛc. 1. Anbetungswürd'ger gott, Mit ehr⸗ furcht stets zu nennen! Du bist unendlich mehr, Als wir begreifen können: O flöße meinem geist Die tiefste demuth ein, Und ien mich stets vor dir Voll ehrerbietung ein! 2. Du riefst dem, das nicht war, Um lust und seligkeiten Aufs mannigfaltigste Um dich her auszubreiten. Die liebe bist du selbst, Verstand und rath sind dein; Und du gebrauchst sie gern, Zu segnen, zu erfreun. 3. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: werde! Entstand dein großes werk, Der himmel und die erde. Mit deinem kräft'gen wort Trägst du die 10 Erste Abtheilung. ganze welt, Und deine macht vollführt, Was uns unmöglich fällt. 4. Du bist der herren herr; Der erde majestäten Sind, höchster, vor dir staub; Auch geister kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, Deß hoheit muß bestehn. ö 5. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im fleisch dich sehen? Kein sterblich auge reicht Bis zu den lichteshöhen, Von welchen du mit huld Auf deine schöpfung blickst, Und alles, was da lebt, Erfreuest und beglückst. 6. Ja, hier erkennen wir Dich nur sehr unvollkommen; Wird aber dermaleinst Der vorhang weggenommen, Der dich, unendlicher, Noch unserm blick verschließt: Dann sehn wir heller ein, Wie herrlich, du, gott, bist. 7. Indeß sei auch schon jetzt Dein ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein lob Von äußerst schwachen zungen! Dort soll, wenn wir dereinst In hellerm licht dich sehn, Auch stärker unser lied Dich, großer gott, erhöhn. ihrt, erde Haub; u du öhn? muß kann auge elchen lickst, und sehr aleinst dich, hließt: rlich, uh cht eil 1 liht Dich, Von Gott. 11 Mel. Sei lob und ehr' dem höchsten ꝛc. 2. Der herr ist gott und keiner mehr: Frohlockt ihm, alle frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, So herrlich, so vollkommen? Der herr ist groß! sein nam' ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos In seinem ganzen wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist! Wer strebet nicht vergebens, Ihn auszusprechen? wer ermißt Die dauer seines lebens? Wir menschen sind von gestern her; Eh noch die erde war, war er, Noch eher, als die himmel. ö 3. Des ew'gen thron umgiebt ein licht, Das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle himmel nicht, Die seine kraft erfüllet! Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen und auch offenbar In seiner werke wundern. 4. Wir sind allein durch seine kraft Das, was wir sind und werden! Er kennet alles, was er schafft, Im himmel und auf erden. Bei ihm ist weisheit und verstand, Und kraft und stärke; seine hand Umspannet erd und himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? Weiß er nicht aller wege? Wo ist die nacht, 12 Erste Abtheilung. da sich dem herrn Ein mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in finsterniß, Was ihr beginnt; er siehts gewiß, Er sieht es schon von ferne. 6. Wer schützt den weltbau ohne dich, O herr, vor seinem falle? Allgegenwärtig breitet sich Dein aufsehn über alle. Du bist voll freundlichkeit, voll huld, Barmherzig, gnädig, voll geduld, Ein vater, ein ver⸗ schoner! ö 7. Unsträflich bist du, heilig, gut, Und reiner als die sonne. Wohl dem, der deinen willen thut; denn du belohnst mit wonne; Du hast unsterblichkeit allein, Bist selig, full. es ewig sein; Hast freuden, gott, die ülle. 8. Dir nur gebühret lob und dank, An⸗ betung, preiß und ehre. Kommt, werdet gottes lobgesang, Ihr alle, seine heere! Der herr ist gott, und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, So herrlich, so vollkommen? Mel. Dreieinigkeit, der gottheit ꝛc. oder: Eigne Melodie Nr. 1 der hinten angedruckten. 3. Erhabner gott, was reicht an deine größe; Denk ich an dich, so find't sich meine *v.. —— = 2 ......—— ——— — ——.— ——— — ö — ⏑ —— —— — ——— ——— —. cgen rniß, sieht dich, ärtig u bist erzig, ver⸗ „Und einen onne; selig, t, die „An; verdet heere! Wer rrlich, kten. eine meine ö Von Gott. 13 blöße; Ich fühle, herr, daß du unendlich bist, Und daß umschränkt mein forschend denken ist. 2. Du wohnst im licht, dazu kein mensch kann kommen: Was ists, das wir von dei⸗ nem ruhm vernommen? Ach nur ein theil von deiner majestät, Die über alles dich, o gott, erhöht. 3. Dein ew'ges sein, dein ganz voll⸗ kommnes wesen; Das, was du wirkst, und was dein rath erlesen, Ist viel zu hoch für menschlichen verstand: Von engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. 4. Wie sollt ich denn, ich staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen: O mache mich von solchem dünkel frei, Daß mir dein wort des glau⸗ bens richtschnur sei. ö 5. Mein eigner geist kann sich leicht hin⸗ tergehen; Dein wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein gött⸗ lich wesen nicht: So gnüge mir davon dein unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle dinge: Gieb, daß ich dir mich selbst zum opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du 14 Erste Abtheilung. die welt regierst: So sei mir's g'nug, daß du mich selig führst. 7. Einst wirst du dich mir näher offen⸗ baren; Einst werd ich mehr von deinem rath erfahren: Wenn ich nur dem, was mich dein wort gelehrt, Geglaubt, gefolgt, und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit ehrfurcht vor dir wandle; In allem thun nach deinem willen handle; Zufrieden sei, wie du mich hier regierst, Bis du mich einst zu deinem himmel führst. 9. Dann werd ich dich im hellern lichte sehen, Und, froh in dir, dein ewig lob erhöhen: Herr! du bist groß und zeigst es mit der that, Unendlich groß an huld, an macht und rath. Mel. Christ, unser herr, zum ꝛc. 4. Gott, mache du mich selbst bereit, Vor deinen thron zu treten, Und deine große herrlichkeit Voll ehrfurcht anzubeten: Laß, herr, vor deinem angesicht Mein herz sich deiner freuen, Und einen strahl von dei⸗ nem licht Die finsterniß zerstreuen, Die mich hier noch umgiebet. nem was olgt, vor inem mich inem lichte lob st es „ an „Vor große Laß, 1j sich udeti⸗ „Die Von Gott. 15 2. Du bist der herr, und keiner mehr! Nichts sind der heiden götter. Nur dir gebühret preis und ehr; Kein helfer noch erretter Ist außer dir: laß mich allein Auf dich, o herr, vertrauen, Mein ganzes leben dir nur weihn, Mein glück bloß auf dich bauen, Und dich niemals verleugnen. 3. Du bist der höchstvollkommne geist, Der vater aller geister; Dich preiset, was vernünftig heißt, Als seinen herrn und meister: Laß meiner seele hohen werth Mich diese tugend lehren, Daß ich, wie es dein wort begehrt, Dich möge kindlich ehren, Im geist und in der wahrheit. 4. Du bist, o gott, von ewigkeit, Und wirst allzeit bestehen; Es bleibet deine herrlichkeit, Wenn himmel selbst vergehen. Laß von der erde eitlem tand Mein herz sich stets erheben Zu meinem wahren vater⸗ land, Und mich nach dem recht streben, Was ewig mich erfreuet. 5. O gott, was sein wird, ist und war, Und was wir thun und dichten, Das ist dir alles offenbar; Du wirst einst alles richten. Laß mich dein helles auge schenn, Aufrichtig vor dir wandeln, Und, deines 16 Erste Abtheilung. beifalls mich zu freun, Auch dann recht⸗ .. handeln, Wenn finsterniß mich ecket. 6. Unendlich ist, herr, deine macht, Zu retten, die dich lieben, Und wenn der frevler dich verlacht, Auch strafrecht aus⸗ zuüben: Gieb, daß mich deiner allmacht schutz Stets als ein schild bedecke; Mich auch nicht menschen⸗grimm und trutz, Nur dein gericht erschrecke: Du strafest leib und seele. 7. Voll höchster weisheit bist du, gott! Kein mensch kann sie ergründen. Umringt uns allenthalben noth, Du, herr, weißt rath zu finden; Bewahre mich, daß ich mich nicht Mit bangen sorgen quäle. Gieb, daß ich dir mit zuversicht Mein wohl und weh befehle, Und kindlich auf dich traue. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, Und kannst nichts böses leiden; Wer sagen will, er sei dein knecht, Muß jede sünde meiden. Gieb, daß ich mich der heiligkeit Mit rechtem ernst befleiße, Nachjage der rechtschaffen⸗ heit, Und deine wege preise, So wunder⸗ bar sie scheinen. 9. Du bist sehr gnädig, gott, und gut, Vergiebst die schuld dem sünder; Erbarmst W V Itwꝛ W Von Gott. 17 ul lecht dich, wie ein vater thut, Von herzen dei⸗ iß nich ner kinder: Laß reichen trost, von deiner Ald, In meine seele fließen: Und laß mich acht, Zu vach bereuter schuld Auch wieder ruh ge⸗ enn der nießen, Und dann vorsichtig handeln. cht aus. 10. Gott, dessen wahrheit stets besteht: allmacht Wohl denen, die dir gläuben! Wenn erd lich auch und himmel einst vergeht, Wird dein wort kur dein ewig bleiben: Gieb, daß ich fürchte dein nd seele. gericht, Und alles, was du dräuest; Auch I„ gott! hoffe, was dein wort verspricht, Daß du lmringt mirs gern verleihest: Wer hofft, wird nicht „weißt zu schanden. daß ich 11. Gott, wenn ich dich so kenn' und ehr', „Gieb, Dein wort zum grunde setze: Erfreu' ich ohl und mich darüber mehr, Als über alle schätze; traue. Bis ich dort dich, mein heil und licht! Voll⸗ ht, Und kommener erkenne, Von angesicht zu ange⸗ zen will sicht Dich schaue, dich erkenne, Und unauf— meiden hörlich lobe. rechtem Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛc. schaffen⸗—— oder: Eigene Melodie Nr. 2. wunder 5. Ist auch ein gott? wer darf noch also fragen? Hört man nicht laute stimmen, und gut die es sagen? Es zeigen schrift, vernunft rbarus und kreaturen, Der gottheit spuren! 18 Erste Abtheilung. 2. Sieh um dich her! sieh himmel, län⸗ der, meere; Sieh der geschöpfe unzählbare heere! Schließ von dem bau und vom ver⸗ I. stand der geister, Auf ihren meister. 3. O! sieh hinauf zu den gestirnten. höhen, Wo welten sich in ihren kreisen drehen,‚ Und von der bahn, ihr jahrsziel zu erreichen, Kein haarbreit weichen. 4. Sieh, wie die sonne jahr und tage 40 ö theilet, Wie auch der mond durch seine lauf⸗ bahn eilet, Und wie durch beide tag und in. nacht der erde Regieret werde. 5. Was machts, daß diese ordnung stets 1 vorhanden, Und unverrückt jahrtausende W bestanden? 5 Kannst du der gottheit dasein, u kraft und wesen Nicht darin lesen? 6. Sieh, mensch, du edler unter kreatu⸗ h. ren! Sieh an dir selbst der gottheit klare.. spuren! Kannst du mit wahrheit dich ver⸗ n ständig nennen, Und gott mißkennen? 1* +. sünder! frag das nagende gewis⸗ Iu sen: Ist denn ein gott? o fühl doch in den 2* bissen, Die du empfindest, fühl bei böser 44 sache Den herrn der rache. ö 8. Doch—½ genug: es ist ein gott, E zu sagen. Oft leugnets doch der mensch. l —— , * nel, län Hzählbar vom ver ster. estirnten kreisen jahrszie ichen. und tag eine lauf tag und ung stet⸗ ctausend eit dasein U? er kreath heit klar t dich bel ennen? ude gewh och ill bei bist ein gal per Maf Von Gott. 19 durch sein betragen, Wenn er, als wär kein gott, in sünden wandelt, Und gottlos handelt. ö 9. Du sagst: gott ist und kennt mein ganzes leben. Bist du ihm denn auch recht zum Dienst ergeben? Ist dank und gegen⸗ liebe im gemüthe Für seine güte? 10. Im wohlstand trotzig, zaghaft in beschwerden, Vergötterst du oft dinge die⸗ ser erden, Machst gold zum trost, hältst fleisch für deinen retter; Elende götter! II. O hilf uns, gott, doch deinen heil⸗ gen willen Mit redlichkeit und herzenslust erfüllen; Sonst werden wir, beim ruhm des glaubens lügen, Uns selbst betrügen. 12. Laß uns dein wort den weg der wahrheit lehren, Uns zeigen, wie wir dich stets recht verehren, Bis du uns einst zum himmel wirst erheben, Bei dir zu leben. Mel. Wach auf, mein herz, und ꝛc. 6. O gott, aus deinen werken Kann ich dein dasein merken; In allen kreaturen Find ich der gottheit spuren. 2. Das große weltgebäude, Dein ruhm und meine freude, Ruft in viel tausend chören: Gott ist, gott mußt du ehren! 20 Erste Abtheilung. 3. Wer sprach es, daß die erde, Und daß der himmel werde? Wer sprach es, daß im meere Des wassers sammlung wäre? 4. Wer ließ in jenen höhen Das ster⸗ nenheer entstehen? Wer hieß des donners brüllen Die welt mit furcht erfüllen? 5. Du bists, gott! deine werke Erzäh⸗ len deine stärke Und deine weise güte Dem achtsamen gemüthe. 6. Das würmchen in dem staube, Die bunte raup' am laube, Das gras, die schlan⸗ ken halmen, Sind deines ruhmes psalmen. 7. Herr, du bist hoch erhoben, Und ewig hoch zu loben, Wenn auch der sünder rotten Dich leugnen und verspotten. 8. Laß alle, die dich kennen Und dich mit ehrfurcht nennen, Und die dir fest ver⸗ trauen, Dein gnädig antlitz schauen. Mel. Aus meines herzens grunde. 7. Schwingt, heilige gedanken, Euch von der erde los! Gott, frei von allen schran⸗ ken, Ist unaussprechlich groß. Er ist ein geist! lobsingt Vor seinem angesichte! Gott wohnt in einem lichte, Zu dem kein auge dringt. —— ——— — . 2 —— — — 7+2 7 ·..—p ——— 2.— S ur. — —— ——.—— *——— — I—— * — de, Un es, daß 9 wäre? Das ster: donners en? Erzäh⸗ ite Dem be, Die ie schlan⸗ psalmen. Ind ewig sünder kten. Von Gott. 21 2. Kein mensch kann ihn erreichen, Kein endlicher verstand. Wer darf sich ihm ver⸗ gleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein bild! Wer kann den höchsten sehen, Ob er gleich alle höhen Und jede tief erfüllt? 3. Die sonn in hoher ferne Mag strah⸗ lenreicher glühn; Glänzt heller noch, ihr sterne! Was seid ihr gegen ihn? Ihr seid mit eurer pracht, In eurem schönsten lichte, Vor seinem angesichte, Noch dunk⸗ ler, als die nacht. 4. Wie sollen wir dich nennen, Dich, schöpfer der natur? Was wissen wir? wir kennen Nicht halb die kreatur, Die du her⸗ vorgebracht; Und du bist doch viel größer Und unaussprechlich besser, Als werke deiner macht. 5. Von dir strömt alles leben; Du bist der reinste geist: Hast alle kraft gegeben Dem engel, der dich preißt. Zu deines ak namens ehr' Ertönen lobgesänge In seiner brüder menge, Im ganzen himmelsheer. 6. Stimm in der engel chöre, O meine seele! auch; Sei voll von seiner ehre, Du, seines odems hauch! Dies, dies ist dein 22 Erste Abtheilung. beruf. Auf! widme deine kräfte Dem wür⸗ digsten geschäfte, Wozu dich gott erschuf. 7. Im geiste bet ihn, seele, Bet ihn in wahrheit an! Liebst du des herrn befehle, Wie selig bist du dann! Er hat unsterb⸗ lichkeit, Und seligkeit und leben: Das alles will er geben Dem, der sich ganz ihm weiht! Mel. Mein gott, das herz ich bringe ꝛc. oder: Nun danket all', und bringet ꝛc. 8. Singt unserm gott ein frohes lied! Er ists und keiner mehr. Groß, unaus⸗ Achie. groß ist er, Der weltkreis sein gebiet. 2. Groß ist sein nam'! er will und sprichts: Da steht voll herrlichkeit Der welten meng; und er gebeut: Sie fallen in ihr nichts. 3. Licht ist sein kleid; unendlich reich, Ein meer voll seligkeit; Von ewigkeit zu ewigkeit Ist er; wer ist ihm gleich? 4. Er überschaut, was ist und war Im himmel, erd und meer, Und seiner werke zahllos heer Bleibt vor ihm offenbar. 5. Deß freuet euch! die lieb ist gott, Das beste seine wahl; Groß seine thaten allzumal Und heilvoll sein gebot. —.=te⸗z q ==..= = — De=. eeeeeS ¶˖Dee S. M=. —— itl= ——— — —».. — —— D — —.— =v.;.=————.— ———— I— .c—— +.— — — 3—— —..—˖/me ů— SD= —S äi ˖ ˖.́.,.— —...— —— Von Gott. 23 6. Gerechtigkeit und wahrheit ist Die feste seines throns. Lobt ihn, der auch des erdensohns, Des menschen, nicht vergißt. 7. Er kennet uns; er ist mir nah, Im abgrund, in der höh, Wohin ich fliehe, oder geh, Ist er doch immer da. 8. Er ist um mich, vernimmt mein flehn, Schafft meiner seele ruh, Siehts, wenn ich fehl und gutes thu Und eilt mir beizustehn. 9. Er wog mir seine gaben dar, Schrieb auf sein buch auch mich Und meiner tage zahl, da ich Noch unbereitet war. 10. Ihm dank ich alles; nichts ist mein, Das gott nicht angehört. Herr, deine huld, die ewig währt, Soll stets mein loblied sein. 11. Wer fasset deiner wunder pracht, Die da sind, wenn du rufst? Ein jeder staub, den du erschufst, Verkündigt deine macht. 12. Hell strahlet aus dem kleinsten halm, Gott, deine weisheit her, Und au und hügel, luft und meer Sind deiner ehre psalm. 13. Frohlockend preiset dich das land, Das deine milde tränkt! Und korn und wein und freud' empfängt Der mensch aus deiner hand. 24 Erste Abtheilung. 14. Herr, ohne deinen willen fällt Kein sperling hin, und ich, Ich freute nicht des ½ trostes mich, Daß deine huld mich hält? 15. Ich fürchte, bleibest du mein schutzů, ö ů 60 Gefahr und schrecken nicht, Und biete vol⸗ ler zuversicht Der ganzen hölle trutz. 1418 —89 Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛc. II. oder: Ist auch ein gott? wer ꝛc. Nr. 2. 0 9. Wenn ich, gott, meinen geist zu dir erhebe, Dich suche, dich zu finden mich bestrebe: So mußt du selbst, recht groß von dir zu denken, Die kraft mir schenken. 2. Was ist im himmel, höchster, was auf erden, Das so, wie du, verdient, er⸗ kannt zu werden? Welch wissen ist wohl herrlicher zu nennen, Als dich erkennen? 3. Dich suchen, ist die herrlichste der n sorgen; Zwar bist du unerforschlich und u n verborgen: Doch willst du, wenn wir nur dein licht nicht hassen, Dich finden lassen. sn 4. Mit lauter stimme lehren deine werke Uns deine weisheit, deine güt und stärke; Auch hast du selbst, sei hoch dafür geprie⸗ sen! Uns unterwiesen. 5. Und immer mehr willst du dich offen⸗ n baren, Wenn, was du lehrst, wir nur Von Gott. 25 getreu bewahren; Wenn wir, was deine lehren wirken sollen, Uns bessern wollen. 6. Ach, möcht ich, gott, aus allen meinen kräften Dich suchen; auch bei sorgen und geschäften, Mein herz, zu dir mich leichter aufzuschwingen, Zur andacht bringen! 7. Drum führe durch dein wort doch meine seele, Daß sie den weg zum lichte nicht verfehle; Gieb mir, weil ihre kräfte leicht ermüden, Ernst, lust und frieden. 8. Dann werd ich immer besser dich er⸗ kennen, Und täglich mehr von deiner lieb entbrennen, Dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, Und, gott, dir leben. Mel. Herzlich lieb hab ich dich ꝛe. 10. Weh dem, der leugnet, daß gott ist! Sein armes menschenleben ist Ihm leer von edler freude. Sein wilder, lasterhafter blick Sehnt sich umsonst nach wahrem glück, Umsonst nach trost im leide. Die lust zu guten thaten flieht Vor ihm, der seinen gott nicht sieht. Nie fühlet sich sein herz erfreut Von wonne der unsterblichkeit. Gott, unser gott! wie jammervoll, wie fürchterlich Wird unser leben ohne dich! EE— 26 Erste Abtheilung. 2. Wenn du nicht bist, wer trägt und hält, Und wer regieret dann die welt? Wer sorgt auch für mein leben? Wem danke ich mein leben dann? Wer nimmt bis jetzt sich meiner an? Wem kann ich mich ergeben? Verhängniß oder ungefähr Wär dann mein gott; und arm ist der; Dann wär vernunft und freiheit spott, Und schrek⸗ kenvoll wär mir der tod! Gott, wahrer gott! Wie graunvoll wird mir deine welt, Wenn nicht dein arm sie führt und hält. 3. Kann ohne dich ein glück erfreun, Für mich ein gut auf erden sein, Und kann ichs froh genießen? Was hilft mir freiheit und verstand, Was jede wohlthat deiner hand, Was nützt ein gut gewissen? Bist du nicht, so erfreun sie nie; Ein traum ist ihre lust, wie sie. Die erd ist finsterniß; eun ein Strahlt her von deinem angesicht. schutz ist da! Auf tugend wartet dort kein Hohn: Und hier folgt ihr oft schmach und ohn! 4. Nein! eh ich zweifle, daß du seist, Unwandelbarer ewger geist, Mag mich die welt verspotten! Laut will ich zeugen, daß du bist, Daß es ein schnöder frevel ist, gt und welt? Wem nimmt ich mic r Wir Dann schret wahrer e welt, hält. n, Für un ichs eit und hand, u nicht, Hre lust in licht Von den Eigenschaften Gottes. 2⁷ Dich fühlen und dich spotten! Mein geist und leib freut sich in dir: Du ewiger, weich nicht von mir! Was sind die leiden dieser zeit Dem, der sich seines gottes freut? Dort im gericht, Wenn erd und himmel un⸗ tergehn, Wird dich der gottesleugner sehn. E) Von den Eigenschaften Gottes. a. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. Mel. Liebster jesu, wir sind hier. 11. Gott, du bist von ewigkeit! Deine majestät und größe Mehrt und mindert keine zeit: Gieb, daß ich das nie vergesse, Nie auf kreaturen baue, Sondern dir allein vertraue. 2. Ewig und unwandelbar Ist dein grenzenloses wissen. Was dir einmal wahrheit war, Wirds auch ewig bleiben müssen. Nie kanns deiner weisheit feh⸗ len, Nur das beste zu erwählen. 3. Du bist nicht, wie menschen sind, Daß dich etwas reuen sollte; Bleibest immer gleich gesinnt, Und was je dein rathschluß wollte, Weiß dein mächtiges sh' regieren Herrlich auch hinauszuführen. 28 Erste Abtheilung. 4. Sünden bist du ewig feind; Wehe denen, die sie lieben! Ewig bleibst du derer freund, Die, was recht und gut ist, üben. Lehre mich in allen dingen Deinen willen treu vollbringen. 5. Immer ist dirs eine lust, Menschen⸗ kinder zu beglücken. Wohl dem, der sich auch mit lust Lernt in deine ordnung schicken. Der, der geht auf sichern wegen Deinen segnungen entgegen. 6. Deine worte trügen nicht, Du, du bist der ewig treue, der das hält, was er verspricht: Gieb, daß ich mich dessen freue, Und mich, bis ich einst erkalte, Fest an deiner wahrheit halte. 7. Mag doch dann die welt vergehn, Mag mich alles doch verlassen: Du, du bleibst mir ewig stehn. mich umfassen. Wenn ich einst von hin⸗ nen scheide. Ewig bist du meine freude. Mel. Dreieinigkeit, der gottheit ꝛc. oder: Erhabner gott, was ꝛc Nr. 1. 12. Herr gott, du bist die zuflucht aller zeiten: Denn du bist gott in alle ewigkeiten; Du warst es schon, eh erd und himmel ward, Eh du dich noch uns hast geoffenbart. Deine huld wird Wehe U derer „üben. Willen uschen⸗ der sih rdnmng wegen Du, d was el freni Fest u ergehs, Du, A ld wid on hüi⸗ freude cht alla gkeitel, himm fenbat Von den Eigeunschaften Gottes. 29 2. Was bin ich, herr, was alle men⸗ schenkinder? Staub ist vor dir der heilige, der sünder. Wie schnell enteilt dies leben doch von mir! Du, höchster! du nur blei⸗ best für und für. 3. Du hast vorhin die erde zubereitet; Dein arm hat, gott, den himmel ausge⸗ breitet; Doch sie vergehn, veralten wie ein kleid; Du aber daurst in alle ewigkeit. 4. Das ist der trost, die hoffnung aller frommen: Du schützest sie und läßt sie nicht umkommen. Ihr redlich herz kann sich stets deiner freun. Du bleibst ihr gott, und sie sind ewig dein. 5. Das sei mein trost in allen trüben stunden: Vom tode selbst werd ich nicht überwunden. Nicht er, nur sünd trennt mich, o gott, von dir, Du bleibst mein trost, mein heil, auch ewig mir. Mel. Sei lob und ehr dem ꝛc. 13. Unendlicher, den keine zeit Umschließt mit ihren schranken! Beim anblick deiner ewigkeit Vergehn mir die gedanken. Ich sinne nach bewundrungsvoll, Und weiß nicht, wie ichs fassen soll: Du bist und bleibest ewig. f* 8—** 2— 30 Erste Abtheilung. 2. Noch ward von keiner sonne licht Durch eine welt verbreitet; Die himmel jauchzten dir noch nicht, Durch deine macht bereitet; Noch war kein land, noch strömt kein meer An hoher berge gründen her:· Du aber warst schon ewig! 433 3. Von ewigkeit her sahest du Die künftge welt entstehen, Und maßest ihre zeit ihr zu, und sahst sie untergehen. Vom engel bis. zum wurm herab Wogst jedem du sein n schicksal ab Und nanntest ihn mit namen. n 4. Längst steht nun deine schöpfung da, Von dir bisher erhalten. Einst kommt sie ihrem ende nah; Sie eilet, zu veralten. Denn ihrer jahre werden viel, Und du bestimmtest ihr ein ziel, Mit weisheit und mit güte. A Ph. 5. Kaum eine stund ist es vor dir Vom hhe anfang bis zum ende. Kaum augenblicke ln leben wir, Die werke deiner hände. Nie⸗ mals nimmt, gott, dein alter zu: In alle ewigkeit wirst du Derselbe sein und bleiben.. 6. Ja, du bist ewig, stirbest nie, Bleibst ewig meiner seele Der fels, den sterbend ... — DP‚D‚ I N ne lich himmeh ie mach ström hen her efünfiy it ihr z Ngel hi du sei naman fung d ommt si veralten Und Y weishei dir Voh genblil . Nit ö In bleibe „Vliih sterbal b wahl ist& Von den Eigenschaften Gottes. 31 ewig, als du selber bist: Heil mir, daß ich dir traue! 7. Mein leib ist sterblich, nicht mein geist, Den will ich dir vertrauen: Dein wort, das wahrheit ist, verheißt, Er soll dein antlitz schauen. Mein fleisch ruht auch nur kurze zeit: Am erntetag der ewigkeit Wirst du es auferwecken. 8. Wenn alles um mich her vergeht, Soll ich doch nicht vergehen; Vor deinem thron, der ewig steht, Soll ich auch ewig stehen. Du giebst an allem deinem heil, Gott, deinen wahren freunden theil: Auch mir gewiß mit ihnen! 9. Einst fallen erd und himmel hin An deinem weltgerichte: Dann dank ichs dir, daß ich noch bin, Und wohn in deinem lichte. Dann werd ich ewig, ewig sein, Mich ewig deiner gnade freun, Und meiner seligkeiten. 109. Der seligen unsterblichkeit, Die du mir dort willst schenken, Laß mich in dieser kurzen zeit, O gott, mit ernst bedenken! Sie sei mein trost, mein höchstes gut, Sie stärke mich mit kraft und muth; Gerecht vor dir zu leben! Erste Abtheilung. b. Allwissenheit Gottes. Mel. Christ, unser herr, zum jordan ꝛe. 14. Allwissender vollkommner geist! Deß auge alles siehet, Was nacht und abgrund in sich schleußt, Und dem sich nichts entzie⸗ het: Es kann vor deinem hellen licht Sich kein geschöpf verstecken. Was in der fin⸗ sterniß geschicht, Das weißt du aufzudecken, Und vor gericht zu bringen. 2. Selbst die gedanken kennest du, Eh sie in mir entstehen, Und was ich wünsche, rede, thu, Das kann dein auge sehen. Vor dir ist alles offenbar! Du prüfest herz und nieren, Und alle gründe siehst du klar, Die unser thun regieren; Nichts bleibt vor dir verborgen. 3. Was deiner freunde herz begehrt Das weißt du, eh sie beten, Ihr seufzen wird von dir erhört, Eh sie noch vor dich treten. Was deiner feinde rath beschließt, Das ist dir unverborgen; Dir, der du ihren anschlag siehst, Als wie den lichten mor⸗ gen, den keine schatten decken. 4. Was nach verfließung vieler zeit Noch künftig wird geschehen, Das sieht dein auge allbereit Als gegenwärtig stehen. * 11 WxX V. *0 Deß grund entzie t Sich er fin⸗ decken, u, Eh ünsche, sehen. est het i klal, iht bor It Daz u witd treten. Von den Eigenschaften Gottes. 33 Dir stellt sich alles deutlich dar, Das, was erst noch soll werden, Und was nun ist, und was einst war Im himmel und auf erden. Wer sollte dich nicht fürchten? 5. Bleibt gleich vor menschen manches noch In dieser welt verschwiegen: So wird dein auge künftig doch Die finsterniß besie⸗ gen. Dein unpartheiisches gericht Wird alles einst entdecken, Was im verborgnen jetzt geschicht, Und schande, furcht und schrecken Wird dann die heuchler treffen. 6. Laß mich, o höchste majestät! Dein helles auge scheuen, Das nie ein heuch⸗ ler hintergeht Mit falschen schmeicheleien. Durchdringe kräftig seel und geist Mit deinen heitern blicken. Laß, was geheime schande heißt, Sammt allen bösen tücken, Mich stets sorgfältig meiden. Mel. O. gott, du frommer gott. 15. Herr, du erforschest mich, Dir bin ich unverborgen; Du kennst mein ganzes thun Und alle meine sorgen; Was meine seele denkt, War dir bereits bekannt, Eh der gedanke noch In meiner seel entstand. 2. Nie spricht mein mund ein wort, Das du o herr, nicht wissest. Du schaffest, was 34 Erste Abtheilung. ich thu; Du ordnest, du beschließest, Was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf dich; Wie groß ist dein verstand! Wie 4 wunderbar für mich! II. 3. Wohin, wohin soll ich Vor deinem geiste fliehen? Wo könnt' ich jemals wohl 41 Mich deinem aug entziehen? Führ ich V en himmel auf; So bist du, höchster da; +1 ühr ich zur tief hinab, Auch hier bist du mir nah. II 4. Nähm' ich auch, schnell zu fliehn, Die fittige vom morgen; Selbst an dem Auch da dir zu entfliehen: Die dickste finsterniß Ist vor dir helles licht; Die nacht FWh I eh ich war, Schon väterlich gedacht. deinen I8 Woh ühr ih ster d biston fliehj, an den cht R ch Dah überal deinch umsost e dilhs Von den Eigenschaften Gottes. 35 7. Du kanntest mein gebein, Eh ich ans licht gekommen, Da ich im dunkeln erst Die bildung angenommen, Dein auge sah mich schon, Eh ich bereitet war, Und meiner tage lauf War dir schon offenbar. 8. Was für erkenntnisse, Für köstliche gedanken! Unzählbar sind sie mir; Denn sie sind ohne schranken, Mit ehrfurcht will ich stets Auf dich, mein schöpfer sehn, Dir folgen und dein lob, So gut ich kann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein gott, Und prüfe, wie ichs meine; Ob ich der wirklich bin, Der ich zu sein mir scheine, Sieh, ob mein fuß vielleicht Sich einem irrweg naht, Und halte mich zurück Auf ebnem sichern pfad. c. Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Eigene Melodie, Nr. 4. 16. Du weiser schöpfer aller dinge, Der alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, Das nicht nach deiner ordnung geht! Sie ists, die deine . welt In ihrer daur und pracht erhält. 36 Erste Abtheilung. 2. Die vielen wundervollen werke, Was unsern augen fern und nah, Steht alles, wie durch deine stärke, So auch durch deine weisheit da. Unendlich, herr, ist dein ver⸗ stand; Der ganze weltbau machts bekannt. 3. Mit eben diesen meisterhänden, Mit welchen du die welt gemacht, Regierst du auch an allen enden, Was du höchstfrei her⸗ vorgebracht; Du brauchst, o unerschaffnes licht! Der menschen rath und beistand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, Krönt auch, sobald du willst, die that; Wenn tausend hindernisse kommen, So triumphirt dein hoher rath. Den besten zweck wählt dein verstand: Die mittel stehn in deiner hand. 5. Die menge so verschiedner willen, Wo jeder seinen weg erwählt, Muß doch den deinen blos erfüllen, Der seines zieles nie verfehlt, Und aller feinde stolzen wahn Als unvernunft beschämen kann. 6. O weisheit! decke meiner seele Des eigendünkels thorheit auf, Damit sie dich zum führer wähle In dieses lebens ganzem lauf. Ich weiß den weg zur wohlfahrt nicht: Drum leite mich dein sichres licht! 2 — Wio alles, deihe in ver kannt. 1„ Mit erst du rei het⸗ Haffues d nicht. mmen, e that, U, E. besten mittl en, W och del les Ml wahh e Da sie dij Ranh hf Uh Von den Eigenschaften Gottes. 37 7. Du hast mich durch mein ganzes leben Bisher aufs weiseste geführt. Ja, dir muß ich die ehre geben, Daß du aufs beste mich regiert: O leite mich durch welt und zeit Hinüber in die ewigkeit. Mel. Gott des himmels und der ꝛe. 17. Unerforschlich sei mir immer Meines gottes weg und rath, Und die nacht sei ohne schimmer, Die mich hier umschattet hat; Doch ist alles, was er thut, Wie's auch scheine, weis' und gut. 2. Sollt ich das von gott nur loben, Wo ich rath und weisheit seh? Ists nicht ein geschenk von oben, Wenn ich seinen weg versteh? Frevelt der nicht, welcher klagt, Daß ihm gott mehr licht versagt? „Soll ein vater unterlassen, Was dem kinde thorheit ist? Kühner tadler! engel fassen Das, wo du im dunkeln bist: Hier sollst du dem herrn vertraun; Und nur glauben, noch nicht schaun. 4. Sollt er zu regiererinnen Seiner werke, seiner welt, Meine lüste setzen? sinnen, Ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, Was ein thöricht herz begehrt! ——..——————— PFPFF F PIII—* ‚* E SRRR *** —. x—.— 0 — —— ö 38 Erste Abtheilung. 5. Hier in meinem pilgerstande Sei mein theil zufriedenheit! Dort in meinem vaterlande Wohnt die wahre seligkeit. Führt mein gang zum himmel ein, Mag er immer dunkel sein. 6. Darum auch auf rauhen wegen, Chri⸗ stenseele, klage nicht: Was hier schmerzet, wird dort segen, Was hier nacht ist, wird dort licht; Und ich fass' erst gottes sinn, Wenn ich ganz vollendet bin. d. Allmacht Gottes. Mel. Machs mit mir, gott, nach ꝛc. 18. Herr! deine allmacht reicht so weit, Als selbst dein wesen reichet. Nichts ist, das deiner herrlichkeit, Und deinen thaten gleichet. Es ist kein ding so groß und schwer, Das dir zu thun unmöglich wär. 2. Du sprichst, und auf dein mächtigs wort Fällt alles dir zu füßen. Du führest deinen anschlag fort Bei allen hindernissen. Du winkst, so stehet plötzlich da, Was vorher noch kein auge sah. 3. Du hast dein großes schöpfungswerk Allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein augenmerk, Und wird durch dich re⸗ Weit, ts is, thaten 5 und wät. ichtigs ührest nissen. Was 9wetk et stetz dich Von den Eigenschaften Gottes. 39 gieret. Noch immerhin besteht die welt, Weil dein allmächtig wort sie hält. 4. Die menge vieler wunder zeigt, Daß, schöpfer! dein vermögen Weit über die gesetze steigt, Die die natur bewegen. Du bleibst ihr herr, und ihren lauf Hebst du nach weiser willkühr auf. 5. Was für ein wunder deiner macht Wird unser aug einst sehen, Wenn nach der langen grabesnacht Die todten aufer⸗ stehen! Wenn du von unserm staub den rest Zu neuen körpern werden läßt! 6. Ach, zünd in mir den glauben an, Der sich auf dich verlasse. Ist etwas, das ich fürchteu kann, Wenn ich dich, herr! umfasse? Gieb, daß ich traue deiner kraft, Die alles kann, und alles schafft. 6. Allgegenwart Gottes. In voriger Melodie. 19. Du bist, o unermeßlicher, Und wirkst an allen enden! Ich bin, wo ich auch bin, o herr, In deinen vaterhänden! Ich leb und athme nur durch dich; Du trägst, du unterstützest mich. 2. Was je mein herz empfunden hat, —————————— 2 —————*—777——————— I ů 22*—*** 40 Erste Abtheilung. Was ich verwerf und wähle, Der erste trieb zu jeder that, Der stille wunsch der seele, Der leiseste gedank in mir, Gott, alles liegt enthüllt vor dir! 3. Wohl mir, wenn ich durch deine kraft Mein herz zu dir erhebe, Und redlich und gewissenhaft Nach deinem willen lebe! Du siehst es, herr, und stehst mir bei, Damit ich immer treuer sei! . Du kennest sicher und gewiß, Was ich der welt verhehle; Siehst jedes werk der finsterniß, Siehst alle meine fehle; Du zeigst sie mir und züchtigst mich Zu mei⸗ ner beßrung väterlich. 5. Du hörst auch meinen seufzern zu, Schaffst, daß mir hülf erscheine; Voll mit⸗ leid, vater, zählest du Die thränen, die ich weine; Dein trost erquicket mein gemüth, Und jeder schmerz und kummer flieht. 6. Odrück, allgegenwärtiger, Dies tief in meine seele, Daß, wo ich bin, mein herz, o herr, Nur dich zur zuflucht wähle; Daß ich dein heilig auge schen Und dir zu dienen eifrig sei! 7. Laß ohne falsch und heuchelei Mich alle sünde meiden, Daß ich vor dir un⸗ emüth, ieht, ies tie „mein wähle; dir 3u6 Mich dir M. Von den Eigenschaften Gottes. 41 sträflich sei, Im glück und auch im leiden; Weil deine huld so mächtig ist, Weil du allgegenwärtig bist. k. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 20. Gerechter gott! vor dein gericht Muß alle welt sich stellen; Du wirst in ihrem angesicht Auch mir mein urtheil fällen. O laß mich jede sünde scheun, Und hier mit ernst beflissen sein, Vor dir einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem hohen thron Auf alle menschenkinder; Bestimmest jedem sei⸗ nen lohn, Dem frommen und dem sünder. Nie siehst du die personen an; Auf das allein, was wir gethan, Siehst du, gerech⸗ ter richter! 3. Viel gutes und barmherzigkeit Giebst du schon hier den frommen; Du schützest sie vor manchem leid, Darein die sünder kommen. So zeigest du vor aller welt, Daß dir der eifer wohlgefällt, Den man der tugend widmet. 4. Ja, herr, du liebst, was recht und gut; Du bist ein freund der frommen. Wer deinen willen gerne thut, Wird von dir * — ———77 —————————...— 899 ———— — IS —42 Erste Abtheilung. aufgenommen; Sein sinn und thun gefällt dir wohl, Ist er gleich nicht so, wie er soll, Ganz heilig, ganz vollkommen. 5. Doch dem, der dich, o gott, nicht schent, Dem frevelnden verbrecher, Der dein gesetz und recht entweiht, Bist du ein strengerrächer. Verachtung, elend, schmerz und hohn, Gewissenmarter sind sein lohn Oft schon in diesem leben. 6. Und bleibt auch hier viel ungestraft, Viel gutes unbelohnet, So kommt ein tag der rechenschaft, Der keines sünders scho⸗ net. Da stellest du ins hellste licht, Wie recht und billig dein gericht; Dann trium⸗ phirt der fromme. 7. Gerechter gott, laß mich, wie du, Das gute eifrig lieben; Gieb selber mir die kraft dazu, Es willig auszuüben. Regt sich die sünde noch in mir, So stärke mich die furcht vor dir, Daß ich sie überwinde. 8. Und weil vor dir, gerechter gott, Nur die allein bestehen, Die gläubig auf des mittlers tod Bei wahrer reue sehen: So laß mich die gerechtigkeit, Die mich von schuld und straf befreit Im glauben eifrig suchen. i ein ometz lohn strast, in tag schoͤ „Wie trinm: ie N, nir die Regt e mich binde. „Nur V des 1. 80 ch von Feiftih Von den Eigenschaften Gottes. 43 Mel. Jesu, deine tiefen wunden. 21. Gott! vor dessen angesichte Ehr—⸗ furcht billig uns erfüllt! Ewges licht, aus dessen lichte Stets die reinste klarheit quillt! Laß doch deine heiligkeit Unsern her— zen jederzeit Kräftige ermuntrung geben, Nach der heiligung zu streben. 2. Heilig ist dein ganzes wesen, Denn kein böses ist an dir. Ewig bist du so ge⸗ wesen, Und so bleibst du für und für. Was dein wille wählt und thut, Ist unsträflich, recht und gut, Und mit deines armes stärke Wirkst du stets volllommne werke. 3. Herr! du willst, daß deine kinder Dei— nem bilde ähnlich sein. Nie besteht vor dir der sünder; Denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der frommen freund; Uebel⸗ thätern bist du feind. Wer beharrt in seinen sünden, Kann vor dir nicht gnade finden. 4. O! so laß uns nicht verscherzen, Was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine herzen! Tödt in uns der sünden macht! Denn was sind wir, gott! vor dir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer gott, wie oft wir fehlen? 2.— — ö*8 8 PPTTTTTTCRC 6 44.* +æ — ö—*— — x— 4 44 Erste Abtheilung. 5. Uns von sünden zu erlösen, Gabst du deinen sohn dahin. O! so reinige vom bösen Durch ihn unsern ganz sinn. Gieb uns, wie du selbst verheißt, Gieb uns deinen guten geist, Daß er unsern geist regiere Und zu allem guten führe. 6. Keiner sündlichen begierde Bleibe un⸗ ser herz geweiht! Unsers wandels größte zierde Sei rechtschaffne heiligkeit! Mach uns deinem bilde gleich! Denn zu deinem himmelreich Wirst du, herr! nur die erhe⸗ ben, Die im glauben heilig leben. g. Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 22. Noch nie hast du dein wort gebrochen, Nie deinen bund, o gott, verletzt; Du hältst getreu, was du versprochen, Voll⸗ führst, was du dir vorgesetzt. Wenn erd und himmel auch vergehn, Bleibt ewig doch dein wort bestehn. 2. Du bist kein mensch, daß dich gereue, Was uns dein mund verheißen hat! Nach deiner macht, nach deiner treue Bringst du, was du versprichst, zur that. Scheint die erfüllung gleich noch weit, So kommt sie doch zur rechten zeit. ng 1 W UWMA ä‚ —.—= d,— —.— 2— Habst vom Gieb und geist be un⸗ rößte Mach heinen e erhe⸗ rochen, t; D Volb nn enz t ewig gereue Nah Brinf Scheil foml Von den Eigenschaften Gottes. 45⁵ 3. Und wie du das unfehlbar giebest, Was deine huld uns zugedacht: So wird, wenn du vergeltung übest, Dein drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, o gott, 5.—— haßt, Fühlt deiner strafe schwere ast. 4. O drücke dies tief in mein herze, Daß es vor jeder sünd sich scheut; Gieb, daß ich nie leichtsinnig scherze Mit deiner straf⸗ gerechtigkeit; Nie werde das von mir ge⸗ wagt, Was dein befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit festem glauben Dem worte deiner gnade traun. Wer kann den trost uns jemals rauben, Den wir auf dein versprechen baun? Du bist ein fels, dein bund steht fest; Wohl dem, der sich auf dich verläßt! 6. Wie stark sind unsers glaubens gründe: Hier ist dein wort, das niemals trügt; Und daß dies allen beifall finde, Hast du den eid hinzugefügt. Wahrhaft⸗ ger! was dein mund beschwört, Ist völlig unsers glaubens werth. 7. Erwäge dies, o meine seele! Und traue gott, der's treulich meint. Sei gern, nach seines worts befehle, Der wahrheit 46 Erste Abtheilung. freund, der lügen feind, Beweise dich als gottes kind, Dem treu und wahrheit heilig 10 ind. ö QXI h. Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. 4. 1 W 23. Dir, gott, dir will ich fröhlich singen, Dir, dessen freude wohlthun ist: Dir will I ich dank und ehre bringen, Dir, der du gut und freundlich bist. Ja, gott, du bist IA ganz gnad und treu, Gieb, daß mein herz h ganz freude sei. 2. Dich preisen alle engelheere, Dir sin⸗l gen die verklärten dank. Dir, herrscher, n brausen wind und meere! Ihr brausen ist t dein lobgesang. Die ganze schöpfung ruft mir zu: Es sei kein solcher gott, wie du. Is 3. Dir, höchster, ist nichts zu vergleichen, Denn deine güte reicht so weit, Als über uns die wolken reichen, Von ewigkeit zu ewigkeit. Kein wurm kriecht unbemerkt U dahin: Du siehst, erhältst und schützest ihn. 4. Auch, vater, hast du mein gemüthe i Durch manche gnadengab' erfreut: O gieb — — — 1 mir auch nach deiner güte Den trieb zur 0 Fals eilig igen, r Will der du du hist in herz dil sin⸗ cscher, Isen it ng rust vie N. eichen, übel leit. hement zest is emüth Osih ih il Von den Eigenschaften Gottes. 47 frohen dankbarkeit. Lehr alles das, was in mir ist, Froh rühmen, daß du gnädig bist. 5. Wer schuf die seel und ihre kräfte, Gedächtniß, willen und verstand? Wer segnet des berufs geschüfte? Wer stärkt die arbeitsame hand? Wer schützte mich vor der gefahr, Die unsichtbar mir nahe war? 6. Wer fristet meine lebenstage? Wer krönet sie mit lust und heil? Du, vater, thusts: drum seele, sage: Gott, du bleibst ewiglich mein theil. Von ganzem herzen liebst du mich, Von ganzem herzen preis⸗' ich dich. 7. Dir will ich fernerhin vertrauen, Denn du hast mir stets wohlgethan. Ich will mit glauben auf dich schauen, Schau mich mit vaterblicken an. So geh ich ruhig durch die zeit, Und fröhlich in die ewigkeit. Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛc. oder: Ist auch ein gott? wer ꝛc. Nr. 2. 24. Jauchzt unserm gott! er ist von gro— ßer güte, Barmherzig, und von duldendem gemüthe; Will denen heil und ewge lust bescheren, Die ihn verehren. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern sünden, Und läßt verschonend uns das nicht *———.** fpüpPp —— 5 —... — DI 44 7 48 Erste Abtheilung. empfinden, Was wir, weil wir ihm unser herz nicht gaben, Verschuldet haben. 3. Hoch ist der himmel über seiner erde, So groß ist auch, daß er geliebet werde, Die huld des herrn bei denen, die ihn lie⸗ ben, Und gutes üben. 4. So zärtlich sich ein vater seiner kinder Erbarmet, so erbarmt sich gott der sünder, Wenn sie von herzen sich zu ihm bekehren, Ihm treue schwören. 5. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen; Er weiß, der mensch ist ein zer⸗ brechlich wesen; Er denkt daran, daß das geschöpf aus erde Doch asche werde. 6. Von ewigkeit zu ewigkeiten währet Die güte gottes dem, der tugend ehret. Ach! leite denn auch mich auf deinem pfade, Du gott der gnade! 7. So werd ich ewig deiner huld genie⸗ ßen; So wird mein leben sanft vor dir ver⸗ fließen: So werd ich dort mit allen engel⸗ chören Dich fröhlich ehren. Mel. Es ist das heil uns kommen ꝛc. oder: Eigne Melodie Nr. 5. 25. Lobsinget gott und betet an! Es dank, es rühm, es singe, Es jauchze, wer ———— öꝑ..... Dy— R— .— 2— —.—.— —3 ———I — — — E S...... ei— ———— D:= 8222222— — 2 2 — ——— — 22 —— * — Von den Eigenschaften Gottes. 49 nur jauchzen kann, Dem schöpfer aller dinge! Wie groß, wie schön ist seine kraft! Wie herrlich, wie untadelhaft Sind alle seine werke! 2. Wie schön, wie würdig seiner macht Mit allen ihren heeren Die himmel! wie viel licht und pracht Bestrahlt sie, ihr zu ehren! Das auge sieht sich nimmer satt, Sieht, was es auch gesehen hat, Doch immer neue wunder! 3. Nicht wunder für das aug allein; Auch wunder für die seele: Damit es ihr, sich zu erfreun, An keiner schönheit fehle. Wie kunstvoll ändert gott sie ab! Dem mangelt, was er andern gab; Und jedes ist doch herrlich. 4. Wo ist ein gras, wo nur ein blatt, Ein stäublein auf der erde, Wodurch, o is mensch, nicht gottes rath Und kraft ver⸗ herrlicht werde; O, wie ist seine macht so k reich! Was aber deiner trägheit gleich, Daß du's nicht siehst, nicht fühlest? 5. Gab seine macht, die schöpferin, Zum führer deines lebens Dir deinen geist, so manchen sinn, So viel gefühl vergebens? Für wen, für wen, als dich, erschafft, 50 Erste Abtheilung. Erhält und schmücket seine kraft So viele große werke? 6. Dein gott bedarf nichts; seine hand, Die seine schöpfung schmückte, Gab dir empfindung und verstand, Damit er dich beglückte. Willst du, o mensch, nicht glückG⸗ II lich seyn? Will sich nicht deine seele freun, Nicht immer froher werden 2 * 7. Er selbst entflammt in deiner brust Die sehnsucht nach vergnügen. Er schu. auch quellen, die voll lust Stets rinnen, nie versiegen. Gieb nur auf seine güte acht; Denn seine segenvolle macht Schafft allen wahre frende. 1 8. Dir wohlzuthun, das ist ihr ziel; Laß dich zum dank erwecken! O hätt ich doch genug gefühl, Wie gut er ist, zu schmecken! Ist seiner wohnung vorhof schon So schön; wie wird mich einst sein thron, Wie wird er selbst entzücken! 1 9. Lobsinget gott und betet an! Es dank, es rühm, es singe, Es jauchze, wer nur jauchzen kann, Dem schöpfer aller 6 dinge! Wie groß ist unsers schöpfers* macht! Wie herrlich, wie untadelhaft Sind alleseine werke! schi ů innen, itt öf Weln Von den Eigenschaften Gottes. 51 Mel. Nun lob, mein seel, den ꝛc. 26. O gott, du bist die liebe; Uns wohl- zuthun, ist deine lust. Drum preist mit frohem triebe Dich unsre dankerfüllte brust. Wie so gar ohne grenzen Ist deine gütig⸗ keit! So weit die himmel glänzen, Uebst du barmherzigkeit. Du siehst mit wohl⸗ gefallen Auf das, was du gemacht; Und hast auch uns, uns allen, Viel gutes zu⸗ gedacht. 2. Uns ewig zu beglücken, Erschufst du uns und deine welt, Die hier schon zum entzücken So viele wunder in sich hält; Noch größrer güte proben Hat für uns deine hand Im himmel aufgehoben, Der wonne vaterland. Dahin uns zu erheben, Sandtst du den sohn herab, Der huldreich selbst sein leben Für uns verlorne gab. 3. Wie groß ist deine gnade! Wer ist so reich an huld, als du? Auch auf dem sünderpfade Siehst du uns voller langmuth zu. Du lockest uns zur buße, Und fallen wir gebeugt Voll reue dir zu fuße, Voll reu, die beßrung zeugt; So schenkest du uns armen Auch trost an deiner huld, Und til⸗ gest aus erbarmen Die ganze sündenschuld. ————xxxx— 8—————.— —— — * 2 2—. —— 2—— 52 Erste Abtheilung. 4. Mit jedem neuen morgen Ist immer deine güte neu! Selbst unserm wunsch und sorgen Kommst du zuvor mit vatertreu. Du, ursprung aller gaben, Du weißt, was uns gebricht; Und was wir nöthig haben, Versagst du keinem nicht. Wie sind doch unsre tage Von deinem wohlthun voll; Selbst ihre last und plage Lenkst du zu unserm wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, Und bist stets treu geblieben, Wie viel wir wider dich verübt. Mit gnaden uns zu segnen Ist ewig deine lust; Mit dank dir zu begegnen, Sei stets auch unsre lust! Zu ehren deinen willen, Uns selbst zum glück und heil, Ihn freudig zu erfüllen, Sei unser bestes theil! 6. Wer hier auf seinen wegen Dein wort vor augen hat und hält, Den setzest du zum segen Schon hier, noch mehr in jener welt. Du schaffst ihm s ö herrlichsten gewinn, Und führest ihn zu freuden, die ewig währen hin. Wie groß elbst aus leiden Den ist deine güte! Mich ihrer stets zu freun,. Laß, gott, auch mein gemüthe Voll liebe zu dir sein. immer sch und ertreu. t, Was haben, d doch voll; du zu Ou hast 18 tkeu verübt 9 deine Kistetz willen, frendi in wott est A in jenet en Del ihn rl ie gr ll e Von den Eigenschaften Gottes. 53 Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. 4. 27. So weit nur deine sonnen glänzen, Reicht deine huld, die uns erhält; Reicht über unsers himmels grenzen, O vater, bis zur fernsten welt; Gleich ewigen gebür⸗ gen währt Die güte, die dein volk verehrt. 2. Dir, gott, ist kein geschöpf verborgen: Nicht eins, vom menschen bis aufs thier; Du würdigst alle deiner sorgen; Sie dan⸗ ken lust und leben dir. Es mag auch klein und niedrig sein, Dir, gott, ist nichts zu groß, zu klein. 3. Mit frommem, freudigen gemüthe Erheb ich, gott voll gnade, dich! Wie herr⸗ lich ist nicht deine güte, Wie liebst du uns so väterlich! Uns, die wir ohne furcht und graun Stets deinem schutz und segen traun! 4. Mit welchem reichen überflusse Er⸗ füllst du diese welt, dein haus! Du theilst ihn allen zum genusse, So väterlich, so reichlich aus, Und jedes lebens quelle fließt Aus dir, der du das leben bist. 5. Wir sehn, o herr, in deiner sonne Den segen deiner huld, dein licht; Entzeuch uns deiner güte wonne, Dein gnadenvolles —————— PFPFF— 5⁴4 Erste Abtheilung. aufsehn nicht! Herr, deine huld erfreue die, Die dich verehren! segne sie! In eigner Melodie, Nr. 6. 28. Wie groß ist des allmächtgen güte! Ist der ein mensch, den sie nicht rührt? Der mit verhärtetem gemüthe Den dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine liebe zu ermessen, Sei ewig meine größte pflicht. Der herr hat mein noch nie vergessen; Ver⸗ giß, mein herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit langmuth mich geleitet? Er, dessen rath ich oft verwarf. Wer stärkt den frie⸗ den im gewissen? Wer giebt dem geiste neue kraft? Wer läßt mich so viel guts genießen? Ists nicht sein arm, der alles schafft? 3. Blick, o mein geist, in jenes leben, Für welches du erschaffen bist; Wo du, mit herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein recht zu die⸗ sen freuden; Durch gottes güte sind sie dein. Sieh, darum mußte christus leiden, Damit du könntest selig sein. 4. Und diesen gott sollt ich nicht ehren, Und seine güte nicht verstehn? Er sollte le die, güte! ührt? dank liebe flicht. Ver⸗ eitet? Wer dessen u frie te neue ießen? 7 leben, 3o du, g sehn zu dit⸗ ind sie leiden, chrel, soh Von den Eigenschaften Gottes. 55 rufen, ich nicht hören? Den weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein will' ist mir ins herz geschrieben: Sein wort bestärkt ihn ewiglich; Gott soll ich über alles lie⸗ ben, Und meinen nächsten so, wie mich. 5. Dies ist mein dank; dies ist sein wille: Ich soll ganz liebe sein, wie er. So lang ich dies gebot erfülle, Stell ich sein bildniß in mir her. Lebt seine lieb in meiner seele, So treibt sie mich zu jeder pflicht; Und ob ich schon aus schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die sünde nicht. 6. O gott, laß deine güt und liebe Mir immerdar vor augen sein. Sie stärk in mir die guten triebe, Mein ganzes leben dir zu weihn: Sie tröste mich in noth und schmerzen, Sie leite mich zur zeit des glücks; Und sie besieg in meinem herzen Die furcht des letzten augenblicks. ö Mel. Sei lob und ehr dem ꝛe. 29. Wie viele freuden dank ich dir, Die du mir, herr, verliehen! Und wie viel sün⸗ den hast du mir Aus gnaden nicht verzie⸗ hen! Gott, voll erbarmung und geduld, Auch bei der mir verborgnen schuld, Währt ewig deine liebe. 56 Erste Abtheilung. 2. Bedenk ich, schöpfer, deine macht, Blick ich in jene ferne, Und überseh des himmels pracht Und sonne, mond und sterne; So bet ich dich voll ehrfurcht an. Was ist der mensch, ruf ich alsdann, Daß du dich sein erbarmest? 3. Dein auge schaut auf ihn herab; So geht er nicht verloren. Nicht für die welt, nicht für das grab Ist er allein geboren. Die welt vergeht mit ihrer lust; Der du den willen gottes thust; Dein glück soll ewig dauren. 4. Wenn ich erwache, denk ich dein, Und wenn ich schlafen gehe; Denn du, mein vater, kannst verleihn, Was ich von dir erflehe. Drum seufz ich kindlich stets zu 2 dir: Herr, was mir nützet, schenke mir Um deiner güte willen. i. Geduld und Langmuth Gottes. Mel. Ein lämmlein geht und ꝛc. 30. Getreuer gott, wie viel geduld Be⸗ weisest du uns armen! Wir häufen leider unsre schuld; Du aber dein erbarmen. Was ist des menschen lebenslauf? Er ist verderbt von jugend auf, Und dem gesetz entgegen; Und gleichwohl, vater, suchst In ewelt, boren. der du ück sol N, Und „Mein hon D tets zu ke mi Id W. leidet barmel Er i m gesh „ such Von den Eigenschaften Gottes. 57 du ihn Langmüthig davon abzuziehn, Zur beßrung zu bewegen. 2. Der menschen elend jammert dich; Selbst wenn sie sich verstocken, So suchst du sie doch väterlich Durch huld zu dir zu locken. Wie lange sahst und riefest du Nicht ehmals deinem volke zu, Damit es sich bekehre! Wie trugst du nicht mit gütig⸗ keit Die erste welt so lange zeit, Eh sie die fluth verheerte. 3. Noch giebst du sündern zeit und raum, Der strafe zu entgehen; Du läßt den un⸗ fruchtbaren baum Nicht ohne pflege stehen; Du schonest sein von zeit zu zeit, Verziehest voll barmherzigkeit, Ihn gänzlich abzu⸗ hauen; Du wartest sein mit größter treu, Und hörst, damit er fruchtbar sei, Nicht uus, an ihm zu hauen. 4. Langmüthigster! so große huld Be⸗ zeigst du frechen sündern; Und o! nicht weniger geduld Hast du mit deinen kin⸗ dern; Sie werden ja, weil fleisch und welt Hier ihnen häufig netze stellt, Oft sicher, matt und träge; Sie straucheln, sie verge⸗ hen sich, Und fehlen oftmals wider dich, Auf blind gewähltem wege. 58 Erste Abtheilung. 5. Da warnst du sie vor der gefahr, So oft sie irre gehen; Reichst ihnen hand und stärke dar, Von sünden aufzustehen; Du trägest sie mit vaterhuld, Bist willig, ihre sündenschuld Durch christum zu vergeben: Giebst ihnen neue tugendkraft, Und nach vollbrachter pilgerschaft, Ein ewig freu⸗ denleben. 6. Laß diese langmuth und geduld, Gott, unsre herzen rühren; Nie müss' uns deine vaterhuld Zur sicherheit verführen! Trag uns erbarmend fernerhin; Doch gieb uns auch dabei den sinn, Daß wir die sünde hassen, Und uns noch in der gnadenzeit, Den reichthum deiner gütigkeit, Zur beß⸗ rung leiten lassen. 3) Von der heiligen Dreieinigkeit. Bekannte Melodie. 31. Allein gott in der höh sei ehr, Und dank sei seiner gnade. Er sorget, daß uns nimmermehr Gefahr und unfall schade. Uns wohlzuthun ist er bereit! Er will nur unsre seligkeit. Erhebet ihn mit freuden! 2. Ja, vater, wir erheben dich Mit freudigem gemüthe. Du herrschest unver⸗ r„ So d und 1„ Du 9„ ihre geben: d nach 9fken⸗ „Gott, 5 deile Tiig ieb mns e sünde denzeit, — zur beh Von der heiligen Dreieinigkeit. 59 änderlich Mit weisheit und mit güte. Unendlich groß ist deine macht, Und stets geschieht, was du bedacht. Wohl uns, daß du regierest! 3. O jesu christ, des höchsten sohn! Dich, seinen eingebornen, Dich sandte gott vom himmelsthron Zur rettung der verlornen. Du mittler zwischen uns und gott, Hilf uns im leben und im tod; Erbarm dich unser aller! 4. O heilger geist, du geist von gott, Erleuchte, beßre, tröste, Die jesus christ durch seinen tod Zum dienst des herrn erlößte. Auf deinen beistand hoffen wir; Ach, leit uns stets, so sind wir hier Und auch einst ewig selig. Mel. Ich glaub' an einen gott ꝛc. 32. Ich glaub' an gott, den einigen; Den ewigen; den herrlichen. Der himmel und die erde Ward, als er sprach: es werde; Er ist mein vater, dessen ruf Auch mich zu seinem dienst erschuf. Er hat auch mir zum leben Empfindung und vernunft gegeben. Er, groß durch weisheit, güt und macht, Hat vor der welt an mich gedacht, Bleibt stets mein vater und mein gott, Der 60 Erste Abtheilung. für mich sorgt, mir hilft in noth, Mich nähret, mich beschützet. 2. Ich glaub an jesum, gottes sohn. Er herrscht mit gott auf einem thron. wurde mensch, vom bösen Mich sünder zu erlösen. Er tilgte meiner sünden schuld, Erwarb durch blut mir gottes huld, Und ließ für mich sein leben, Den himmel mir zu geben. Vom tode stand er siegreich auf, Und fuhr verklärt zu gott Iman Kommt einst, wenn diese welt vergeht, Und richtet dann voll majestät Die lebenden und todten. 3. Ich glaub auch an den heilgen geist, Der mich der finsterniß entreißt, Den weg des glücks mich lehret, Und mich zu gott bekehret. Auch er ist ewger gott! Er tröstet mich in jeder noth, Läßt in der noth der sünden Mich gnad und rettung finden. Er macht mich fromm und tugend⸗ haft, Und giebt zum guten lust und kraft. Er führet mich zur seligkeit, Zu der, wenn gott die welt erneut, Mein leib auch auf⸗ erstehet. Mel. Wie schön leucht't uns der ꝛc. 33. Lobsinget gott! dank, preiß und ehr Er Sei unserm gott je mehr und mehr, Für „Und el wir ich auf Kommt richttt tbdtel, i geiß den Wg Von der heiligen Dreieinigkeit. 61 alle seine werke! Von ewigkeit zu ewigkeit Lebt er, und herrschet weit und breit, Mit weisheit, güt und stärke. Singet, Bringet Frohe lieder! Fallet nieder! Gott ist herr⸗ lich; Unaussprechlich groß und selig. 2. Lobsinget gott! dank, preiß und ruhm Sei von uns, deinem eigenthum, Herr jesu, dir gesungen. Du, mittler zwischen uns und gott, Hast, durch gehorsam bis zum tod, Das leben uns errungen. Hei⸗ lig, Selig, Ist die freundschaft Und ge⸗ meinschaft Aller frommen, Die durch dich zum vater kommen. 3. Lobsinget gott! du geist des herrn Sei nie von unserm geiste fern, Mit kraft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weis' und rein, Hilfst uns getrost und sieg⸗ reich sein Im streit mit unsern lüsten. Leit uns, Stärk uns In der freude, Wie im leide, Gott ergeben Und der tugend treu zu leben. In bekannter Melodie. 34. Wir glauben an den eingen gott, Schöpfers himmels und der erven. Er, aller vater, unser gott, Hieß uns seine kinder werden. Er will uns auch stets er⸗ 62 Erste Abtheilung. nähren, Jedes wahre gut gewähren. Er erwog schon, eh wir waren, Unsre rettung in gefahren. Er ists, der für uns sorgt n und wacht, Und alles stehti in seiner macht. 2. Wir glauben auch an jesum christ, Gottes sohn, den eingebornen, Den herrn, der mensch geworden ist, Den erretter der ‚ verlornen. Er, er achtete sein leben Nicht zu theur, für uns zu geben. Er erstand; herrscht, hoch erhöhet, In dem reich, das nie vergehet; Er läßt auch uns im grabe nicht, und kommt dereinst zum weltgericht. 3. Wir glauben an den heilgen geist, Unsern göttlichen regierer, Den jesus chri⸗. stus uns verheißt, Uns zum beistand und zum führer. Der in trübsal seine christen Eilt mit muth und kraft zu rüsten; Der uns lehrt vergebung finden, Und der tugend werth empfinden, Er flößet uns in todes⸗ schmerz Des ewgen lebens trost ins herz. MU 4) Von der Schoͤpfung. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 0 oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. 4. 4 35. Beherrscher himmels und der erden, n Der du allgegenwärtig bist, Von niemand — — u. Er rettung sorgt macht christ herrn tter der u Nicht ᷑stand, ch, das N grabe tgerich n geis us chik and md christh N7 D Ttugah in tödez ns heiz . er erdel niemalh Von der Schöpfung. 63 kannst begriffen werden, Vor dem kein ding verborgen ist; Ach ziehe mein gemüth zu dir, Und deine größe leb in mir. 2. Wohin ich herz und augen lenke, Da find ich deiner gottheit spur. Wenn ich voll andacht überdenke Dein werk, die herrliche natur, So ruft sie nah und fern mir zu: Wie groß ist gott, wie klein bist du! 3. Uns zeigen alle elemente, Wie weis' und gut der schöpfer sei; O wenn das stumme reden könnte, Es stimmte der er⸗ muntrung bei: Rühmt, menschen, gottes güt und macht, Die euch und uns hervor⸗ gebracht! 4. Herr, gott, wie groß ist deine liebe! Die erd ist deiner güte voll. Verleih mir deines geistes triebe, Dich zu erkennen, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab und bin, Zu deinem dienst auf ewig hin. 5. Hilf, daß die güter dieser erden Mich zu dir locken, höchstes gut. Daß sie mir nicht zum fallstrick werden, und ihr genuß mir schaden thut. Laß allen mißbrauch ferne sein; Mein letztes ziel sei du allein. 6. Hier ist mein leben eine reise, Hier geht mein weg zur andern welt; Drum Erste Abtheilung. mache du mich fromm und weise, Daß ich hier thu, was dir gefällt; Und end ich die⸗ sen kurzen lauf, So nimm zu deiner ruh mich auf. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 36. Gott, dessen starke hand die welt Erschaffen hat und noch erhält, Ich sehe deine güte; Ich sehe sie und werd entzückt, Wohin auch nur mein auge blickt, So bald ich mein gemüthe Auf dich, Schöpfer, Achtsam lenke Und dich denke, Find ich armer Dich als vater und erbarmer. 2. Seh ich, so weit mein auge reicht, Gen himmel, so entdeck ich leicht Die spuren deiner güte. Der himmelslichter lauf und pracht, Sein sternenheer, das du gemacht, Erwecket mein gemüthe, Großer Schöpfer, Dich zu singen, Dir zu bringen Ehr und stärke. Groß sind deiner allmacht werke. 3. In ungewittern, sturm und wind, Die deines thrones diener sind, Entdeck ich deine güte. Das feuer, wie der wasser grund, Macht deine große liebe kund. Mit fröhlichem gemüthe Will ich Täglich Dar⸗ auf achten, Und betrachten Deine werke, Rühmen deine huld und stärke. aß ich die⸗ ruh welt h sehe tzückt, 0 bald höpfe, ind ich lich Dul 1e Welt Von der Schöpfung. 6⁵ 4. Dein erdreich, gott, das jedermann Giebt brod und kleider, seh ich an Und schmecke deine güte; Ich rieche, fühl und höre sie Im feld und wald; ich sehe sie In aller fluren blüthe. Von dir Zeugen Alle dinge, So geringe Sie mir scheinen: Wie im großen, so im kleinen. 5. O zeuch mich über welt und zeit Zu dir, o herr der herrlichkeit, Durch deine große liebe. Auf dich laß mich in allem sehn, Für jedes gute dich erhöhn. Belebe meine triebe, O mein Vater, Dir in allen, Zu gefallen; Dir zu leben Sey mein ein⸗ ziges bestreben. Mel. Ein lämmlein geht und ꝛc. 4h 37. Lobsinget gott; er schuf die welt Zum schauplatz seiner güte: Lobsingt ihm, der sie noch erhält, Mit freudigem gemüthe. Gott ist die liebe! rühmt es laut, Geschö⸗ pfe, die ihr ihm vertraut, Die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine gütigkeit si Mit jedem morgen sich verneut, Und ewig, ewig währet! 2. Daß außer dir nicht alles leer Von freud und leben bliebe, Schufst du, o gott, der himmel heer Und unsre erd aus liebe. 66 Erste Abtheilung. Du selbst bedurftest ihrer nie; Unendlicher, du ließest sie Zu ihrem glücke werden. Du aber sättigest dich nun Mit wonne, allen wohlzuthun Im himmel und auf erden. 3. Kein mensch, kein engel selbst, ermißt Die größe deiner segen; Wie gütig deine weisheit ist In allen ihren wegen. Gott, deine güte reicht so weit, Als deines reichs unendlichkeit, So weit, herr, als dein leben. Ach, was sind wir? die deine macht Aus todtem staub hervorgebracht, Uns ewig heil zu geben. 4. O vater, welchem keiner gleicht An liebe, wie an stärke! Kein dank, kein lob⸗ gesang erreicht Die wunder deiner werke. Doch ist dirs angenehmer dank, Dir ist es mehr als lobgesang, Wenn ich dich thä⸗ tig liebe! Und gern in meiner lebenszeit Erbarmen und wohlthätigkeit An andern menschen übe. 5. Du bist die liebe; dank sei dir, Daß ich dich so erkenne, Und dir zum ruhm, zum troste mir, Dich meinen vater nenne. Auch ich will gerne liebreich sein, Will glücklich machen, will erfreun, Will helfen und dir gleichen. Von diesem heil und *IÄ— — ——„.‚—. — SEt.„ ———— ö „. i RiA n V I Von der Schöpfung. 67 dieser pflicht, O gott der liebe, laß mich nicht, So lang ich lebe, weichen. Mel. Warum sollt ich ꝛe. 38. Sei zufrieden mein gemüthe! Gott ist gut, Was er thut, Ist voll lieb und güte. Er nur weiß in allen sachen, Groß an rath, Wie von that, Alles wohl zu machen. 2. Beides, erd und himmel, preisen Seine macht, Tag und nacht Müssen sie beweisen. Sonn und mond, das heer der sterne, Was sich regt Und bewegt, Lobt ihn nah und ferne. 3. Schau die werke seiner hände! Mensch und thier Melden dir Seinen ruhm ohn ende. Was wir noch so kleines nennen, Gras und laub, Selbst der staub, Giebt ihn zu erkennen. 4. Was auf bergen und in gründen, In der höh, In der see, Oder sonst zu finden, Rühmt die weisheit seiner werke; Jeder wurm, Wind und sturm Preisen seine stärke. 5. Sollt ich denn ihn nicht erheben; Wie so gar Wunderbar Gab er mir mein leben! Was ich hab, ist sein geschenke, Auch der geist, Der ihn preist, Mit dem ich ihn denke. 6. Wie mich sein getreues sorgen Tag und nacht Nimmt in acht, Das zeigt jeder — —— * ———————— ———————.——*—* 3 2*—— VN 68 Erste Abtheilung. morgen. Ja, kein augenblick verschwindet, Der mich nicht, Gott, mein licht! Dir zum dank verbindet. V 7. Setzten mir des kreuzes plagen Heftig zu, So halfst du, O mein gott, sie tragen; War kaum noch geduld vorhanden: Deine kraft Hat geschafft, Daß ichs überstanden. 8. Nun, mein herz, das hat schon lange Gott gethan; Denke dran, Wird dir je- n mals bange, Als wollt er dich ganz ver⸗ sh lassen. Es geschicht Wahrlich nicht; Er kann dich nicht hassen. I 9. Drum ergieb dich seinem willen, Heiße gut, Was er thut, Er wirds auch erfüllen. a Denn er ist in allen sachen Groß von rath, Kn Wie von that; er, Er wirds wohl machen. 44—— Mel. Sei lob und ehr dem ꝛee. V 10 39. Wenn ich, o schöpfer, deine macht, un Die weisheit deiner wege, Die liebe, die für 1 alle wacht, Anbetend überlege: So weiß ich, von bewundrung voll, Nicht, wie ich i dich erheben soll, Mein gott, mein herr 1 r und vater! 4* 2. Mein auge sieht, wohin es blickt, Die wunder deiner werke. Der himmel, prächtig ausgeschmückt, Preist dich, du Von der Schöpfung. 69 gott der stärke! Wer hat die sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit majestät? Wer ruft dem heer der sterne? 3. Wer mißt dem winde seinen lauf? Wer heißt die himmel regnen? Wer schließt den schooß der erde auf, Mit vorrath uns zu segnen? O gott der macht und herrlich⸗ keit, Gott, deine güte reicht so weit, So weit die wolken reichen. 4. Dich predigt sonnenschein und sturm, Dich preist der sand am meere. Bringt, ruft auch der geringste wurm, Bringt mei⸗ nem schöpfer ehre! Mich, ruft der baum in seiner pracht, Mich, ruft die saat, hat gott gemacht; Bringt unserm schöpfer ehre! 5. Der mensch, ein leib, den deine hand So wunderbar bereitet; Der mensch, ein geist, den sein verstand Dich zu erkennen leitet; Der mensch, der schöpfung ruhm und preiß, Ist sich ein täglicher beweis Von deiner güt und größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein geist, Erhebe seinen namen! Gott, unser vater, sei gepreist, Und alle welt sag: amen! Und alle welt ehr gott den herrn, Und hoff auf ihn, gehorch ihm gern! Wer wollte gott nicht dienen? E— 04 ́—— *—* V J ——*— * ——3—38——— PF—— 70 Erste Abtheilung. 5) Von der Vorsehung Gottes. Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛc. oder: Ist auch ein gott? wer ꝛc. Nr. 2. 40. Dein reich, o gott, ist herrlich; ewig währen Dein reich und deine macht, die wir verehren, Und ewig wird von aller völker zungen Dein lob gesungen. 2. Der herr bewahret alle, welche fal⸗ len; Der höchste hilft den unterdrückten allen; Ist stets bereit, mit segen, die ihn bitten, Zu überschütten. 3. Nach dir, gott, schauen aller men⸗ schen blicke, Daß deine hand sie väterlich erquicke! Du giebst auch einem jeden seine 1 speise, Daß er dich preise. 4. Herr, du erhältst mit deinem wohl⸗ gefallen, Was lebt; thust deine hand auf und giebst allen, Was sie bedürfen: keiner sucht vergebens, Dich, quell des lebens. 5. In allen wegen gottes strahlet gnade, Untadelhaft sind alle seine pfade, Und was er thut, gereicht zu seinem preise, Ist gut und weise. 6. Der herr behütet alle, die ihn lieben, Und ernstlich sich im wahren guten üben; Hewig t, die aller he fal rückten die ihn r Meh⸗ äterlit en seint n wohe and a . keilt Klebent et guade Ind wi Iüht nibel en ibeh Von der Vorsehung Gottes. 71 Er thut, was diese, die ihn so verehren, Mit recht begehren. 7. Der herr beglücket alle, die ihn lie⸗ ben; Die aber, die betrug und frevel üben, Verstößt er, bis er alles das vollführet, Was sich gebühret. 8. Auf ewig will ich seinen namen loben. Von allen menschen werde gott erhoben! Was lebet, müsse, herr, zu allen zeiten Dein lob verbreiten! Mel. Sei lob und ehr dem ꝛc. 41. Dir, unserm gott, ist niemand gleich Im himmel und auf erden: Du bist der höchste; und dein reich Kann nie begriffen werden. Unendlich ist die majestät, Die über alle dich erhöht, Die kron und scep⸗ ter tragen. 2. Wie weit erstreckt sich dein gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein auge sieht, Da seh ich deine größe. Weit, über alle himmel weit, Geht deines reiches herrlichkeit. Du herrschest über alles. 3. Du herrschest weislich, recht und gut Nach heiligen gesetzen: Du willst auch dei⸗ ner treuen hut Das kleinste würdig schätzen. Auf alles geht dein augenmerk, Und immer .——— 7 Erste Abtheilung. ists dein liebstes werk, Zu segnen, zu be⸗ glücken. 4. Wohl uns, daß du das regiment, Gott, über alles führes Und wohl dem, der den 29. erkennt, Dazu du uns regie⸗ rest! Ich, dein f deere Saemn Ich bete dich in Bau an: O, sieh auf mich in gnaͤden. 5. Ich bin verderbt und fehlervoll; Bin auf dem tugendwege Nicht stets so eifrig, wie ich soll; Bin oft zum guten träge. Doch du bist gnädig; und voll n Ver⸗ giebst du reuenden die schuld; Drum hoff ich auch vergebung. 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, Den du für mich gegeben. Mein jesus, welcher für mich litt, Erwarb mir recht zum leben. Sein tod macht mich vom zweifel frei, Ob ich der gnade fähig sei: Auch mich hat er versöhnet. 7. Herr! ewig will ich deinen ruhm Mit lob und dank erheben. Dir will ich, als dein eigenthum, Mich ganz zum dienst er⸗ geben. Mit lust will ich, bis in den tod, Nach deinem heiligen gebot, Durch deinen beistand wandeln. zu sbe⸗ ment, dem, legie⸗ than, 9 auf Bin eifrig, träge. d Ve⸗ um hof tt, Dan Welcher leben Eei, A Von der Vorsehung Gottes. 73 Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 42. Fürwahr, du bist, o gott, verborgen! Dein rath bleibt für uns wunderbar. Um⸗ sonst sind alle unsre sorgen; Du sorgtest, eh die welt noch war, Für unser wohl schon väterlich: Dies sei genug zum trost für mich. 2. Dein weg ist zwar in finsternissen Vor unsern augen oft versteckt; Doch, wenn wir erst den ausgang wissen, Wird uns die ursach auch entdeckt, Warum dein rath, der niemals fehlt, Den uns so dun⸗ keln weg gewählt. 3. Nie sind die tiefen zu ergründen Von deiner weisheit, macht und güt: Du kannst viel tausend wege finden, Wo die vernunft nicht einen sieht. Aus finsterniß bringst du das licht; Du sprichst, o gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ängstliche gedanken; Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib, seele! in der demuth schranken; Die demuth wird von gott erhöht. Ja, herr, du liebst den, der dich liebt, Und deiner führung sich ergiebt. —5 1228 ——v—————————.—8— V 9** — 8——..———— 3— —— 1 4 ————7 0 74 Erste Abtheilung. 5. Drum will ich mich dir überlassen, Mit allem, was ich hab und bin. Ich werfe, was ich nicht kann fassen, Auf dich, den gott der liebe, hin; Der ausgang zeigt doch immerdar, Daß stets dein rath voll güte war. 6. Gieb, daß dies mein vertrauen mehre Im glück und unglück, freud und leid. Schick alles, herr, zu deiner ehre Und meiner seelen seligkeit. So preis' ich einst vollkommen dich; So freu ich dein auf ewig mich. Mel. Vater unser im himmelreich ꝛc. 43. Gott, deine weise macht erhält Die ganze lebenvolle welt, Und aller augen freuen sich, Und warten hoffnungsvoll auf dich. Auf dich, der du sie alle liebst, Und allen ihre speise giebst. 2. Du öffnest deine hand, so fließt Herab, was jedem nöthig ist; Mit wohl⸗ gefallen sättigt sie Dein aufsehn und ver⸗ säumt sie nie. Nie sind geschöpfe deiner hand Dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein gott und heil, Noch täglich mein bescheiden theil; Gabst mir's mit huld und freundlichkeit, assu, Ich dich, 9 zeigt th vol mehre d leid, e d ch eilt ein an Von der Vorsehung Gottes. 75 So lang ich bin, zu rechter zeit. Kein vater sorgt so väterlich Für seinen sohn, als du für mich. 4. Ich bins gewiß, du kannst mich nicht Verlassen, meine zuversicht! Ich bins ge⸗ wiß, du thust mir wohl, So lang ich hier noch leben soll. Nicht überfluß bitt ich von dir; Was ich bedarf, das giebst du mir. 5. Der vogel bauet nicht das land, Doch nährst du ihn mit milder hand. Du schmückst die blume königlich; Doch hat sie nicht verstand, wie ich. Vergiß es, meine seele, nie; Weit mehr bin ich vor gott, als sie. 6. Mich schufst du nicht für diese zeit; Mein ziel ist in der ewigkeit. Du gabst mir weisheit und verstand, Und machtest selbst dich mir bekannt; Nichts, was die erde zeugt und nährt, Gleicht mir an ho⸗ heit und an werth. ö 7. Von dir, der das an mir gethan, Werd ich auch speis' und trank empfahn. Selbst dem, der dich mit sünden schmäht, Giebst du sie ohne sein gebet; Wie solltest du bei fleiß und flehn Mich nicht genug damit versehn? Erste Abtheilung. 8. Laß du mich nur genügsam sein, Und deiner gaben mich erfreun, Doch mehr noch deiner, der du dich So freundlich zeigest gegen mich, Und selbst des segens quelle P. bist, Aus welcher alle wohlthat fließt! 9. Bei deiner gaben überfluß Erhalt mich mäßig im genuß; Bewahr mich in der dürftigkeit Vor schmach und unzufrieden⸗ heit. Du nährst mich immer; preiß und dank Bring ich dir, gott, mein lebenlang. Mo Nar 7 InIIE 18„ Mel. Von gott will ich nicht ꝛc. 44. Gott, der an allen enden Unzählig gutes thut, Du bist's, in dessen händen Mein ganzes schicksal ruht; Der für die übungszeit Mir jeden meiner tage, Mein 10910 und meine plage Bestimmt von ewig⸗ eit. 2. Da ich noch ganz verborgen Im mutterleibe lag, Da wachte schon dein sor⸗ gen; Ach! vater, wie vermag Mein dürf⸗ tiger verstand Das gute zu erheben, Das du in meinem leben Mir huldreich zu— gewandt! 3. Du bist schon treu im lieben, Noch eh wir sind, und hast Nie lust, uns zu be⸗ trüben; Und, drückt uns müh und last, in der ieden: 5 und lang. zähli händer für N „Mill newiß Von der Vorsehung Gottes. So bleibst du mitleidsvoll; Hilfst liebreich deinen kindern Sie tragen und vermin⸗ dern; Beförderst stets ihr wohl. 4. Stets hat in meinem leben Mir die⸗ ses trostes licht Von neuem kraft gegeben, Und frohe zuversicht. Wenn ich bekümmert war: So seufzt ich und war stille, Und dein stets guter wille Entriß mich der gefahr. 5. Dein name sei gepriesen, Der jeder⸗ zeit an mir So herrlich sich erwiesen. Mein herz und mund soll dir, Du retter aus gefahr! Ein schuldig opfer bringen. Von deiner güte singen Jetzund und immerdar. 6. Du hast mir wohlgerathen, Und lau⸗ ter guts gethan; Daß deiner liebe thaten Ich nicht gnug rühmen kann. Hilf, vater, daß ich dort Verklärt und ganz vollkom⸗ men, Mit allen deinen frommen, Dir danke immerfort. Mel. Befiehl du deine wege ꝛc. 45. Gott, meine ganze seele Macht deinen ruhm bekannt. Dir dank ich und erzähle Die wunder deiner hand. Mein herz ist 1, I kroh; ich singe: Herr, meine lust bist du! ů 13 Dir, dem ich lieder bringe, Dir jauchz ich, höchster, zu. 78 Erste Abtheilung. 2. Du bist auf deinem throne Der richter aller welt, Der jeglichem zum lohne Das rechte urtheil fällt. Wenn dich die sünder schmähen, Dann strafst du ihren spott; Du sprichst, und sie vergehen Vor deinem hauch, o Gott! 3. Du, herr, hast zum gerichte Dir dei⸗ nen thron erhöht. Vor deinem angesichte Bleibt nicht, wer widersteht. Ihr kühnen sünder zittert: Bereut noch euren spott!“ Sein thron wird nie erschüttert; Der herr bleibt ewig gott. 4. Du, herr, regierst und liebest, Was ungerecht ist, nicht. Du wägst die welt und übest Partheilos dein gericht. Die waage sinkt und steiget, Wie dein gesetz gebeut; Und jedes land bezeuget, Gott, deine heiligkeit. 5. Du bist ein fels der armen, Ein fels in jeder noth. Sie traun auf dein erbar⸗ men, Wenn ihnen unfall droht. Die thrä⸗ nen, die sie weinen, Sind dir bekannt und werth. Du, gott, versäumest keinen, Der deinen schutz begehrt. 6. Ihr kinder gottes, preiset, Verkündigt in der welt, Wie groß sich gott beweiset, = / .:˖˖D‚q== —— D— — — —— —— —=—— —— —.˙2eͤ 4.— ͤAK 2 — richter ne Das sünder spott. deinem Dir dei⸗ ngesichte ühnen en spott Der henn est, WI die W cht. X hein ges et, Gol „Eil! ein P‚—‚ Von der Vorsehung Gottes. 79 Der, was er zusagt, hält. Er denkt daran, und fraget Nach des gerechten blut, Er hört ihn, wenn er klaget, Und stillt der wetter wuth. 7. Herr, sei mir gnädig: schaue Voll huld auf meine noth! Du bists, dem ich vertraue; Du hilfst auch selbst vom tod. Nach überwundnen leiden Geh ich ins hei⸗ ligthum; Und über dich voll freuden, Er⸗ heb ich deinen ruhm. Mel. Mein gott ꝛe. 46. Ich singe meiner seelen lust, Vor dir, herr, hoch erfreut; Ich sing aus danker⸗ füllter brust Von deiner gütigkeit. 2. Was ist der mensch, der staub, vor dir, Daß seiner du gedenkst? Herr aller welt, was haben wir, Wenn du es uns nicht schenkstꝰ 3. Wer hat den himmel ausgespannt, Der unser aug entzückt? Wer hat mit göttlich milder hand Den erdkreis aus⸗ geschmücktꝰ 4. Wer kleidet hügel, thal und au, Und ziert mit pracht den hain; Tränkt sie mit inh regen und mit thau? Und giebt der saat gedeihn? 80 Erste Abtheilung. 5. Wer führt die sonn in ihrer pracht Mit jedem tag uns zu? Wer spricht zum mond in dunkler nacht: Den menschen leuchte du! 6. Wer krönt mit segen jedes jahr, Daß unser herz sich freut; Wer liebet uns unwan⸗ delbar, Auch wenn sein donner dräut? 7. Wer sichert uns vor der gefahr, Die uns von ferne droht? Wer rettet oft so wunderbar Aus gegenwärtger noth? 8. Herr, unser herrscher, nur von dir Fließt alles heil uns zu. Dein volk, dein eigenthum sind wir, Und unser gott bist du! 9. Wie groß ist deine huld und treu! Du zähltest unser haar, Stehst uns allge⸗ genwärtig bei In jeglicher gefahr. 10. Uns sünder trägst du mit geduld, Lehrst uns durch deinen geist, Und reut uns recht der sünden schuld, So siehst du's und verzeihst. II. Ja, deine güte reicht so weit, So weit die wolken ziehn; Der junge rab', erbarmer, schreit Zu dir: du nährest ihn. 12. Und rührte dich, o menschenfreund, Nicht eines christen schmerz? Die stille zähre, die er weint, Bemerkt dein vaterherz. ssl Pracht t zum elschen — D: ——— ——— —2—ñ8— — aterhet Von der Vorsehung Gottes. 81 13. Weh dem, der herr, an dir verzagt, Und seine zuversicht Auf menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unsrer nicht! 14. Er liebt dich mehr, als du verstehst; Ist, seele, dir nicht fern, Und eilt zu helfen, eh du flehst. Vertraue gern dem herrn! 15. Er schaut herab von seiner höh Auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, unsterb⸗ licher, Zu ihm, von dem du bist. 16. Lobsing ihm, bet ihn ewig an Mit frommer zuversicht. Wie viel hat er an dir gethan! Vergiß es, seele, nicht. Mel. In dich hab ich gehoffet ꝛc. 47. Ich weiß, mein gott, daß all' mein thun Auf deinem willen muß beruhn, Von dir kömmt glück und segen; Was du regierst und fördern willst, Geht seinem ziel entgegen. 2. Es steht in keines menschen macht, Daß das gescheh, was er bedacht, Und er sich dessen freue; Dein segen, höchster, machts allein, Daß menschenrath gedeihe. 3. Oft denken wir mit sicherm muth, Dies oder jenes sei uns gut, Und ist doch weit gefehlet; Oft sehn wir auch für schäd⸗ lich an, Was doch dein rath erwählet. 8² Erste Abtheilung. 4. Drum gieb mir weisheit aus der höh, Mein vater, daß ich nicht besteh Auf meinem eigenwillen; Sei du mein licht und lehre mich Nur deinen rath erfüllen. 5. Was dir gefällt, gefall auch mir, Zufrieden sei mein herz mit dir Bei allen deinen wegen; Und, was dir mißfällt, laß mich nie In meiner seele hegen. 6. Tritt du zu mir und mache leicht, Was mir sonst fast unmöglich däucht. Reichst du mir deine hände, So kömmt, was angefangen ist, Gewiß zum guten ende. 7. Ist gleich der anfang etwas schwer, Und muß ich gleich ins tiefe meer Der bittern leiden treten: So stärke mich der glaub an dich Und ein trostvolles beten. 8. Wer christlich betet, dir vertraut, Wird alles das, wovor ihn graut, Mit tapferm muth bezwingen. Du heißest seine sorgen fliehn, Hilfst ihm den sieg erringen. 9. Zwar rauh ist oft der tugend pfad, Den uns dein wort gewiesen hat; Doch, wer ihn muthig gehet, Wird endlich, herr, durch deinen geist Zu steter wonn' erhöhet. 10. Du bist mein vater, ich dein kind; Was ich bei mir nicht hab und find, Hast üllen. mir, allen fäll . leicht, häucht. ömmt, nende. schwe, — — — — .— it, R ——.— S. nrt n. 8W —.. DSe —=—.— — S= -———— ——— 2.—.———.— —— 2— 2 2 2 Von der Vorsehung Gottes. 83 du in voller gnüge. So hilf nun, daß ich meinen stand Wohl halt und herrlich siege. II. Dein sei, gott, aller ruhm und ehr: Ich will dein thun je mehr und mehr Aus hocherfreuter seelen Vor deinem volk und aller welt, So lang ich leb', erzählen. Mel. Nun ruhen alle wälder ꝛc. 48. In allen meinen thaten Laß ich dich, höchster, rathen, Der alles kann und hat. Du mußt in allen dingen, Soll etwas mir 90. Mein helfer sein mit rath und that. 2. Nichts hilft mein banges sorgen Vom abend bis am morgen; Nichts meine un⸗ geduld. Du magsts mit meinen sachen Nach deinem willen machen: Ich traue deiner vaterhuld. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was dein rath ersehen, Und für mich nütz⸗ lich hält. Ich nehm es, wie du's giebest; Was du von mir beliebest, Das hab ich völlig auch erwählt. 4. Ich traue deiner gnade, Die mich auf deinem pfade Vor allem übel schützt. Leb ich in il nach deinen sätzen, So wird mich nichts ver⸗ — — letzen, Nichts fehlen, was mir wirklichnützt. 84 Erste Abtheilung. 5. Laß mich nur meiner sünden Vor dir vergebung finden, Und tilge meine schuld! Zum heiligungsgeschäfte Verleih mir muth und kräfte, Und habe dann mit mir geduld. 6. Leg ich zum schlaf mich nieder, Weckt 3 mich der morgen wieder Zu meines lebens n I pflicht; Irr ich auf finstern wegen, Geh ich dem leid entgegen, So giebt dein wort mir trost und licht. 12 7. An das, was du beschlossen, Will ich ganz unverdrossen Mit froher hoffnung gehn. Kein unfall unter allen Wird je zu schwer mir fallen; Mit dir werd ich ihn überstehn. 8. Dir hab ich mich ergeben, Zu sterben und zu leben, Wie es dein wink gebeut; Es sei mein end verborgen, Es komm heut oder morgen, Du weißt dazu die N beste zeit.. 9. So sei nun, seele, seine, Und traue dem alleine, Der dich geschaffen hat; Es gehe, wie es gehe! Dein vater in der höhe 1 Weiß doch zu allen sachen rath.. n 12— —— Z.JZIZI‚JZJ‚—lW᷑na —— +—— —;ʒ— t —.— * .— ———— —— „— Mel. Vor deinen thron tret ꝛc. U 49. Mein auge sieht, o gott, nach dir; Von deinem throne hilf du mir! Mein heil 94 1 Or dir hüld! muth dduld. Weckt lebens „Geh wort „Wil fnung l ich i stethe gebelt. 5olhl azu M Von der Vorsehung Gottes. 85 kömmt nur von deiner macht, Die diese welt hervorgebracht. 2. Getrost, mein herz! mein treuer hirt Schafft, daß mein fuß nicht gleiten wird; Der mich behütet, schlummert nicht, In finsterniß ist er mein licht. 3. Kein übel sei mir fürchterlich, Denn gottes rechte schützet mich: Durch seine treue vaterhand Wird, was mir schadet, abgewandt. 4. Sein schutz gewährt mir sicherheit, Sein trost füllt mich mit freudigkeit. Er leitet mich auf ebner bahn, Und nimmt mich einst zu ehren an. 5. Herr! segne und behüte mich. Du bist mein heil, ich hoff' auf dich. Dein segen folg aus dieser zeit Mir bis in jene ewigkeit. Mel. Befiehl du deine wege ꝛe. 50. Nimmt gott, dem wir vertrauen, Nicht unsers werks sich an; Will er das haus nicht bauen, Vergebens baut man dann; Will er die stadt nicht schützen, Er, groß durch rath und macht, Was wird der wächter nützen? Umsonst ist's, daß er wacht. ——— —— 1 —. 0 190 ————* 86 Erste Abtheilung. 2. Was hilfts, daß spät und frühe Ihr eßt voll traurigkeit Das brod der sorg und mühe, Und häuft euch gram und leid; Was nützt der bange kummer, Da gott dem, der ihn liebt, Was er hat, wie im schlummer Und unerwartet giebt? 3. Weil denn an deinem segen, Wie niemand leugnen kann, O gott, so viel gelegen: So segne du uns dann. Laß deines sohnes segen Die seele recht erfreun, So wird auf unsern wegen Gewiß auch segen sein. Von den En geln. Mel. Nun ruhen alle wälder ꝛc. 51. Duherr der seraphinen! Dem tausend engel dienen, Und zu gebote stehn; Gott, aller geister könig! Ich bin zwar viel zu wenig, Um deinen ruhm recht zu erhöhn. 2. Doch preis' ich deine güte Mit dank⸗ barem gemüthe Für deiner engel schaar; Das menschliche geschlechte Beschützet deine rechte Durch ihren beistand in gefahr. 3. Doch sollen sie nicht weichen: So laß mich ihnen gleichen An wahrer heiligkeit. Wie sie nur tugend lieben, Und sie auch V. I ö An W I V W 1 47½ A erhrenn éwiß aut 1 zW ersh e Mit engel sthu schütze nn Reik, chen: 20l er Rll Und s Von den Engeln. 87 stets ausüben, So mach auch mich dazu bereit. 4. Sie thun nur deinen willen; Laß ihn auch mich erfüllen. Sie leben heilig, rein: O laß mich nichts beflecken; Nein, wenn mich schatten decken, Stets, so wie sie, die sünde scheunn. 5. Hilf aug und herz bezähmen, Kein ärgerniß zu nehmen, Lehr mich behutsam sein; Nie durch ein böses leben Dem näch⸗ sten anstoß geben: Denn dieses stürzt in ewge pein. 6. Wenn ich dann endlich scheide, So führe mich zur freude In ihren umgang ein: Da werd ich dich recht loben, Und in dem himmel droben Dir und den engeln ähnlich sein. 0 Mel. Jesus, meine zuversicht ꝛc. 52. Herr, du hast in deinem reich Millio⸗ nen heilger engel! Ihnen bin ich noch nicht gleich, Sondern vielmehr voller mängel. Ach, wann werd ich auch so rein, Als wie diese geister sein? 2. Mich verführt noch fleisch und blut; Stärke mich bei der beschwerde; Rüste mich mit kraft und muth, Daß ich hier schon RW‚W‚‚cTcRcTcTFTcTcTFcTCTCTFCTC ‚PP B — ů 1 * 7 7 4 1 41 * I 1 I ů 2* —— S. —— ——————— 88 Erste Abtheilung. auf der erde, Als dein erbe und dein kind, Immer himmlisch sei gesinnt. 3. Gieb mir weisheit, gieb mir fleiß, Dich, o gott, recht zu erkennen, Laß mich deines namens preiß Gern auch vor der welt bekennen, Daß ich darin auf der erd Deinen eugehn ähnlich werd'. 4. Herr! dein wille soll geschehn, Wie im himmel, so auf Ien⸗ Laß uns doch stets darauf sehn, Daß wir dir gehorsam werden; So in deinem willen ruhn, Wie die reinen geister thun. Mel. In allen meinen thaten ꝛe. 53. Wer zählt der engel Heers, Die du zu deiner ehre, O herr der welten, schufst? Sie freun si ich, demen willen G orsam zu erfüllen, Wie flammen schnell, wenn du sie rufst. 2. Sie eilen in gefahren Den frommen zu bewahren, In seiner pilgerzeit. Sie freun, an deinem throne, Sich einst auch seiner krone, Wie ihrer eignen seligkeit. 3. Bekehren gott, sich sünder Und werden deine kinder, Die dir dein sohn gewinnt; Dann jauchzen ihre lieder, Daß ihre neuen brüder Dem fluch entrissen worden sind. id Aeiß, 5 mich Hr det er erd u, Wie doch ehorsan m, Wi. nur; dir vertraue, Von den Engeln. 89 4. Sie jauchzen deinem sohne, Daß du sie ihm zum lohne Für seine leiden giebst; Daß du sie trägst und leitest, Zum himmel vorbergitest, Und zärtlich wie ein vater liebst. 5. In solchen geister⸗ chören Dich ewig zu verehren, Welch eine seligkeit! Wer Wird sie einst enhümden 7Der, der entwöhnt von sünden, Sich, ihrer gleich zu werden, freut. 6. Giebst 55 daß ich auf erden Kann ihnen ähnlich werden, Mir lust und stärke nur; S80 mag mich in gefahren Erhalten und bewahren Dein engel oder die natur. 7. Ich zittre nicht; ich schaue Auf dich Gott meines heils, ich mich; V Vergnügt, daß einst mit engeln Ich heilig, rein von mangeln Dein anklitz schaue, vater, dich! 8. Wenn Dn zu ihren liedern, Zu mei⸗ nen höhern brüdern, Vor deinen thron mich rufst: Empor will ich mich süwingen Und dank und preiß dir singen, Daß du für mich auch engel schufst. Sie, über mich erhoben, Sie lehren, dich zu loben, Mich ihren höhern dank. In deinem heiligthume Wird dann zu dei⸗ nem ruhme Der ganze himmel ein gesang. 90 Erste Abtheilung. 7) Von dem Menschen und seiner Bestimmung. Mel. O gott, du frommer gott ꝛe. 54. Allmächtig großer gott, Wer kann dich g'nug erheben; Du gabst der ganzen welt Bewegung, kraft und leben. Was geist und körper heißt, Was erd und him⸗ mel schmückt, Hat deine huld gebaut, Die alles noch beglückt. 2. Du schufst, ich dank es dir, Auch mich zu deiner ehre, Und wolltest, gnädig⸗ ster! Daß ich dein bildniß wäre. Darum hast du den geist, Der in mir lebt und denkt, Mir zur unsterblichkeit Aus freier huld geschenkt. 3. O welch ein großer zweck, Dazu du, gott, mich schufest! Wie herrlich ist das glück, Wozu du mich berufest! Dir, höch⸗ ster, ähnlich sein, Wohlthätig sein, wie du! O wohl mir, wenn ichs bin! Hilf du mir selbst dazu. 4. Laß mir dies große ziel Doch stets vor augen schweben; Mein allerstärkster wunsch, Mein eifrigstes bestreben In allem meinem thun Sei dies, o gott, allein, Daß ich auch, so wie du, Gesin⸗ net möge sein. ung. tann anzen Was him⸗ „Die „Auch mädig⸗ Darum ht M 5 fleil Dazu ist W ir, hit ein, M. Hiff Doch fth erstätfte reben „ 0 u, Get Von dem Menschen und seiner Bestimmung. 91 5. Du bist der wahrheit freund; Laß mich auch wahrheit lieben, Und mit stets munterm fleiß In allem dem mich üben, Was mich zur weisheit führt; Zur weis⸗ heit, die dich ehrt, Und allem beifall giebt, Was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine heiligkeit Mich stets zum muster nehmen. Hilf mir die sünde fliehn, Die sinnlichkeit bezähmen; Nur das, was recht ist, thun, Des guten mich erfreun, Und dem, der's üben will, Auch gern behülflich sein. 7. Gieb, daß ich, so wie du, Ein freund der menschen werde, Dem wohlthun freude macht, Der kummer und beschwerde Dem nächsten gern erspart, Sein leben ihm ver⸗ süßt, Und wo er helfen kann, Zum helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, O gott, von diesem ziele; Du weißt, was mir noch fehlt, Und ich, ich selber fühle, Wie wenig ich dir noch Im guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz Nach dir und deinem sinn. 9. Beglückt ist nur alsdann Mein lebens⸗ lauf auf erden, Wenn ich dir immer mehr Schon hier kann ähnlich werden. Dann EEE N04 ....‚‚‚.. PPPI* vS —5„— ö ——— 7 9 Erste Abtheilung. werd ich ewig auch Mit dir vereinigt sein, und mich ohn unterlaß, Gott, deiner güte freun. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 55. Dein bin ich, gott; dein ist mein leben. Wie tröstlich ist mein ursprung mir! Du hast den odem mir gegeben; Mein ganzes wesen kömmt von dir. Du, vater, riefst mich aus dem nichts Zum frohen an⸗ schaun deines lichts. 2. Du gabst mir die vernünftge seele, Die nur so lang im fleische lebt, Bis sie, daß ihr kein wohlsein fehle, Dein ruf zum bessern stand erhebt: Gedächtniß, willen und verstand Hab ich allein von deiner hand. 3. Wenn ich auf meinen körper sehe, Den du so kunstvoll ausgebildt, So wird, o vater in der höhe! Mein herz von ehr⸗ furcht ganz erfüllt: Ein jedes glied, ein jeder sinn Reißt mich zu deinem lobe hin. 4. Durch deiner vorsicht gnädigs wal⸗ ten, Die mich von kindheit an umfing, Bin ich bis hierher noch erhalten, So daß der tod vorüberging. Ich stehe noch 50 preise dich; Herr, deine rechte schützet mich! V sein güte mein Mir! Mein vater, en an⸗ seele, s sie, Uf zun llenun hand. er sehe, 50 Wihh von che Von dem Menschen und seiner Bestimmung. 93 5. Ich bin nicht werth der großen güte, Die du, mein gott, an mir gethan; Be⸗ schämt empfindet mein gemüthe Die schuld, die ich nicht läugnen kann. Ich habe, was mich sehr erschreckt, Vielfältig seel und leib befleckt. 6. Ja, herr, ich habe meine glieder Zu sündengliedern oft gemacht. Vor dir fall ich in demuth nieder: Vergieb, was ich nicht recht bedacht! Verwirf mich, vater, nicht von dir! Schaff selbst ein reines herz in mir. 7. Hilf, daß ich dir zur ehre lebe, Und redlich thu, was dich erfreut, Und geist und leib und glieder gebe Zum dienste der ge⸗ rechtigkeit! Daß ich bis in den tod dir treu, Und stets ein freund der tugend sei. 8. Fällt dieses leibes hütte nieder; Voll⸗ end ich dieses lebens lauf: O gott, so richte du mich wieder Verherrlicht aus dem staube auf. Dein ewges leben sei mein theil, So preiß ich ewig dich, mein heil! ö NMel. Es ist das heil uns kommen ꝛc. 56. Dir, gott, sei preiß und dank ge⸗ bracht! Dich soll mein lied erheben! Ich bin ein wunder deiner macht, Du schufst 9⁴ Erste Abtheilung. auch mich zum leben! Mein ganzer leib, erbaut von dir, Sammt einem jeden sinn an mir, Beweiset deine größe. 2. Haupt, aug und ohr, herz, mund und hand, Die ich zu dir erhebe; Die haut, so künstlich ausgespannt, Der nerven fein gewebe, Und alle glieder sagen mir: Ich sei, o gott, ein werk von dir, Ein werk von deiner weisheit. 3. Ach hättest du mein auge nicht So künstlich zubereitet: Was nützte mir der sonne licht, Der glanz, den sie verbreitet? Dann säh ich nicht, mit welcher pracht, Du, herr, durch deine weise macht, Was du erschaffen, schmückest. 4. Ich jauchze, daß ich sehen kann, Und hören und empfinden, Froh bet ich meinen schöpfer an; Ihn überall zu finden, In allen werken, die er schuf, Das ist mein seligster beruf, Mein lobgesang und opfer. 5. Wer leitet meines blutes lauf? Re⸗ giert des herzens schläge? Bewegt die lung und schwellt sie auf, Damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag, herz! entflamme mich, mein blut! Daß ich den schöpfer preise. ——. — — ———— ......— . SS.; — — S— —— —— Alib, sinn und haut, en fein L. Ich à Werk ücht mir N chreitet! 2 —— —. — — 2 lauf? — — = = . — Von dem Menschen und seiner Bestimmung. 95 6. O prieß ich, höchster, immer dich, Wenn ich die sinnen brauche, Geh, lieg und ausruh, oder mich Bewege, athme, hauche! Gieb, daß ich ewig dein mich freu! Und daß mein leib ein tempel sei, Worin dein geist stets wohne. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛe. 57. Gott werde stets von dir erhoben, Du, deines schöpfers bild, mein geist! Sollt ich nicht meinen vater loben, Den jedes seiner werke preist? Er schuf mich ja, sein bild zu sein, Ihn einst zu schaun, mich sein zu freun. 2. Anmuthig, prächtig zum entzücken, Ist gottes ganze körperwelt. Wer zählt die reize, die sie schmücken? Was ich i hier sehen kann, gefällt! Und dennoch kann sie nicht, wie schön, Wie wunder⸗ voll sie sei, verstehn. 3. Für geister nur, und nur für seelen, Die zu den geistern gott erhob, Sind sie so herrlich! sie erzählen Nur ihnen meines schöpfers lob. O seele! jauchze, daß der ruf Der allmacht dich zum geiste schuf. 4. Gott! ich kann denken; ich gewinne, Weil ich zu einem geiste ward, Durch die 96 Erste Abtheilung. empfindung meiner sinne, Gedanken tau⸗ sendfacher art; Groß, mannigfaltig ist ihr heer, Und doch wird ihrer täglich mehr. 5. Ich kann sie sammeln und verbinden, Und trennen, wie es mir gefällt; Die welt empfinden, mich empfinden, Weit unter⸗ schieden von der welt. Zu tausend thaten hab ich kraft! Wer giebt sie? gott, der alles schafft. 6. Wie feurig dürstet meine seele Nach glück und lust und seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, Was mich nach dem genusse reut. Doch das ist, vater! meine schuld; Vergieb sie mir nach deiner huld. 7. Begabt mit wundervollen sinnen, Mit freiheit, mit vernunft von dir, Sollt ich nur dich, gott! lieb gewinnen, Dich nur: und was gebräche mir? Ach, möchte sein! seele dein Mit allen ihren kräften ein! 8. Gott, meine lust sei, dich zu kennen, Dich, urquell der vollkommenheit! Von deiner liebe ganz zu brennen, Das sei mir ruhm und seligkeit. Bin ich durch chri⸗ stum nur mit dir Vereint, mein gott, was fehlet mir? Von dem Menschen und seiner Bestimmung. 97 Mel. Nun sich der Tag ꝛe 58. Ich bin, o gott, dein eigenthum: Auf ewig bin ich dein. Mein größtes glück, mein wahrer ruhm Ist, ewig dein zu sein. 2. Du gabst mir den vernünftgen geist, Bewundernd einzusehn, Wie dich, herr! deine schöpfung preist; Mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott! deine herrlichkeit. Zu ihrem preise reizt mich hier Selbst jede jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühllos sein, Und dich, herr rühmen nicht? Ein herold deines ruhms zu sein, Dazu bin ich verpflicht't. 5. O mache dieser pflicht mich treu, So treu, herr, als ich soll. Mein herz, mein ohl mein wandel sei Stets deiner ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hält dein gebot; Ihm ist's nicht last, nicht pein. Drum gieb auch mir die kraft, o gott! Gehor⸗ sam dir zu sein. 7J. Was du befiehlst, ist für uns gut, Du willst nur unser heil. Wohl dem, der deinen willen thut, Du bist sein trost und theil. ————, Eö N —.—.——.——— 98 Erste Abtheilung. 8. Er wandelt hier auf ebner bahn; Und selbst in traurigkeit Schmeckt er dir, höch⸗ ster! zugethan, Durch dich zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter prüfungszeit Nimmt ihn der himmel ein. Herr! laß nach dieser seligkeit Mein ganz bestreben sein. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. 4. 59. O gott! ich preise deine güte, Die mich so wunderbar erschuf, Und mit frohlockendem gemüthe Verehr' ich deinen schöpfersruf, Ein herold deines ruhms zu sein; Und deiner wunder mich zu freun. 2. Du gabst zum denken und empfinden, Allgütiger, mir diesen geist, Der zwar zu schwach ist, zu ergründen, Wie herrlich du, mein schöpfer! seist; Jedoch, was du an mir gethan, Erkennen und bewundern kann. 3. Und diesen geist, der in mir denket, Schufst du nicht blos für diese zeit. Du hast mir, vater, ihn geschenket Zum leben in der ewigkeit, Um da vollkommner zu verstehn, Was sterbliche nur dunkel sehn. I 4. Zu eng sind dieses lebens schranken Für seinen forschenden verstand. Der keim zu höheren gedanken, Als je ein sterblicher 8N ar nac en sein Von dem Menschen und seiner Bestimmung. 99 erfand, Entwickelt sich erst nach der zeit Im hellern licht der ewigkeit. 5. Ihn sättiget kein gut der erde; Kein zeitlich glück, so groß es sei, Daß er auf immer ruhig werde, Bedarf er mehr, als ihn erfreu. Er fühlt, daß diese ganze welt Sein wünschen nicht zufrieden stellt. 6. Zwar ist er tief herabgesunken Von seines ursprungs herrlichkeit, Sucht oft, von lust der erde trunken, Sein glück in dingen dieser zeit: Jedoch er sucht, und findet nicht, Was ihm der äußre schein verspricht. 7. Du prägtest ihm durch sein gewissen Gefühl von recht und unrecht ein, Daß böse böses leiden müssen Und tugendhafte glücklich sein, Erkennt er; doch sieht er noch nicht Den richter hier schon im gericht. 8. Dem tugendhaften ist hienieden Oft ein sehr widriges geschick Zum loos für diese Zeit beschieden; Dem lasterhaften oft viel glück. Gewiß! erst eine andre welt Ist zum vergeltungsort bestellt. 9. Gott, wenn mein geist dies überleget, So hofft er schon unsterblichkeit. Noch stär⸗ ker fühl ich mich beweget Beim licht, das 100⁰ Erste Abtheilung. mir dein wort verleiht; Da seh ich weit ge⸗ wisser ein, Daß ich auch einst soll selig sein. 10. Herr! laß zu jenem bessern leben Mich täglich hier die aussaat streun. Laß deinen geist das wollen geben Und das voll⸗ bringen auch verleihn. Owonne der unsterb⸗ lichkeit! Sei stets mein trost in allem leid. 0 Mel. Allein gott in der höh ꝛe. 60. Wie wichtig ist doch der beruf, Den uns der herr gegeben! Gott, als uns deine liebe schuf, Da schuf sie uns zum leben: Zum leben, welches ewig währt, Das weder leid noch angst beschwert, Willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser vaterland; Allein bei dir, gott, droben; Da ist der ort, wo deine hand Das glück uns aufgehoben, Das nie ein traurig ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, Uns dazu anzuschicken. ö 3. O laß mir doch dies große ziel Durch nichts verrücket werden! Was hilfts, wenn ich auch noch so viel Von gütern dieser erden, Von ehre, geld, und lust gewinn, Wenn ich dabei nicht tüchtig bin, Dein himmelreich zu erben? it ge⸗ sein. leben Laß voll⸗ sterb⸗ leid. Den eine leben: Von dem Menschen und seiner Bestimmung. 101 4. Dein pilgrim bin ich ja nur hier, Laß mich dies nie vergessen! Nur wenig tage hast du mir Zur wallfahrt zugemessen. Schnell, wie ein traum, sind sie vollbracht, Und dann wird dieser erde pracht Auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des himmels herrlichkeit Mich stets vor augen haben. Laß mich in meiner übungszeit Um jene beßre gaben, Die mir im tode nicht entfliehn, Am ersten und mit ernst bemühn, Damit ich nicht einst darbe. 6. Ein herz, das dich, o vater! liebt, Und deines sohns sich freuet; Das durch den glauben tugend übt, Und sich vor sün⸗ den scheuet: Ein solches herz das wird allein Sich ewig deiner güte freun, Und einst dein antlitz schauen. 7. Und solch ein herz das wollst du mir, Gott, aus erbarmen geben, Damit ich möge auch schon hier Nach den gesetzen leben, Die selbst im himmel gültig sind; Bis ich als dein bewährtes kind Zu dei⸗ ner freude gehe. IIIII.... R I — 1———————— ———————— 7 RE 102 Erste Abtheilung. 8) Von der Suͤnde und dem Verderben des Menschen. Mel. Wo soll ich fliehen hin ꝛc. 61. Du, der kein böses thut! Du schufst den menschen gut; Du, höchster, gabst ihm kräfte Zum seligen geschäfte, In hei⸗ ligkeit zu wandeln, Stets recht vor dir zu handeln... 2. Wo ist der unschuld ruhm? Ach, wir, dein eigenthum, Wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen Ein mensch ganz rein von sünden Vor dir, o gott, zu finden? 3. Hier ist kein unterschied. Dein helles auge sieht Auf alle menschenkinder, Und find't sie alle sünder; Da ist vor dir, herr, keiner Unschuldig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist unser sinn. Die weisheit ist dahin, Die uns regieren sollte, Nur, was dein wille wollte, Mit freudenvollen trieben Zu wählen und zu üben. 5. Der sinne lust und schmerz Rührt, leider! unser herz Mehr, als die höhern freuden, Mehr, als die größern leiden, Die wir auf ewigkeiten Selbst unserm geist bereiten. 6. Dir folgen, dünkt uns zwang. Des herzens böser hang Reißt uns mit starkem I 2 I1N Th, I fl VN. HLIA schen. hufft abst u hei⸗ ir zu „Wir, allen! n Men: —helles „Ud „hert, 940 heisheit „Nur, Hbollen Rühft, höheth leiden, unserm g. D it stke Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. 103 triebe Zu schnöder sündenliebe. Ach, kön⸗ nen wir wohl zählen, Wie oft wir vor dir fehlen? 7. O herr, gieb uns dein licht, Daß wir, was uns gebricht, Beschämt vor dir erkennen, Und von dem ernst entbrennen, Der sünde zu entsagen, Der beßrung nach⸗ zujagen. 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, So willst du uns doch hei⸗ len, Und kräfte uns ertheilen, Schon wieder⸗ um auf erden Dir gleichgesinnt zu werden. 9. Herr! diese deine huld Laß uns durch unsre schuld Nicht freventlich verscherzen. Erwecke unsre herzen, Dir nicht zu wider⸗ streben, Damit wir ewig leben. Mel. Nun freut euch, lieben ꝛc. 62. Gott, du bist heilig und gerecht In allen deinen wegen. Vor dir bleibt nicht ein böser knecht; Den frommen krönt dein segen. Auf ihm ruht deine vaterhuld; Der böse träget seine schuld; Ihn treffen deine strafen. ö 2. Du bist der richter aller welt. Nach heiligen gesetzen, Die deine weisheit fest⸗ gestellt, Mußt du die menschen schätzen; . 1 10⁴ Erste Abtheilung. Mußt übertretern strafe dräun, Und wenn sie 165 vor dir nicht scheun, Die strafe auch vo 5 3. O herr! dein heiliges gericht Entdeck ich schon auf erden. Du lässest, fürchten wir dich nicht, Uns hier schon innen werden, Daß du auf unsre 5 I Und ein ge⸗ rechter richter bist, Das böse heimzusuchen. 4. Es klagt uns das gewissen an, Wenn wir dir widerstreben, Und sagt, daß wir unrecht gethan Durch unser böses leben. Es raubet uns die innre ruh, und spricht uns die vergeltung zu, Die missethat ver⸗ dienet. 5. Oft stäupst du hier den sünder schon Für seine bösen th aten, Und lässest ihn in schmach und aohn Und andre noth gera⸗ then. Hat ihn der sündenlust Due So muß er auch das herzeleid, Das sie ge⸗ biert, empfinden. 6. Jedoch, o herr! zur besserung Strafst du noch hier die fünder, Und züchtigst auch zur heiligung Oft deine trägen ünder. Wohl dem, der deinen willen lernt, Und sich vom sündenpfad entfernt, Und deiner zucht gehorchet! 0 un afe h Endet Etennh oerd, Deilh Wusuche Von der Sünde und dem Verderben des Menscheu. 105 7. Den aber trifft dein zorngericht, Das ohn aufhören währet, Der in der zeit der gnade nicht Sich recht zu dir bekehret. Er hat veracht't sein ewig heil. Drum wird er dort, herr, keinen theil An deinem him⸗ mel haben. 8. Herr! dies bezeugt dein klares wort. Wahrhaftig ist dein dräuen. So hilf denn, daß wir immerfort Den weg der sünde scheuen. Erbarm dich unser allesamt, Daß niemand unter uns verdammt, Ein jeder selig werde. Mel. Alle menschen müssen sterben ꝛc. 63. Großer gott, erhabnes wesen, Das voll segnender begier, Menschen sich zum dienst erlesen! Ach! was ist der mensch vor dir? Wenn ich deine größ' erwäge; Und, was ich bin, überlege: O wie niedrig und wie klein Muß ich mir nicht selber sein? 2. Ach, es herrscht der trieb zur sünde Mächtig oft in dem gemüth, Und macht mich zu einem kinde, Das vor seinem vater flieht, Ach, ich seh mit reu und schrecken Tausend fehler, tausend flecken, Und in Mi verderbten brust Regt sich öfters böse ust. 5— NN — +*8 * +*— 2 — Ry 4 ——————————— — 106 Erste Abtheilung. 3. Was ich gutes an mir habe, Ist von deiner vaterhand. O wie manche gute gabe Hast du, herr, mir zugewandt; Selber auf dem sündenpfade Trägt mich schonend deine gnade. Nähmest du zurück, was dein, Ach! was wird mir übrig sein? 4. Doch die menge deiner gaben Klagt nur meinen undank an, Weil ich sie oft ganz vergraben, Oder damit groß gethan? Oft voll leichtsinn sie verschwendet, Und zu sünden angewendet. O wie häuft sich meine schuld Durch verachtung deiner huld! 5. Sieh, hier lieg ich in dem staube Tief vor dir, mein gott, gebückt; Doch mein demuthsvoller glaube, Der auf meinen heiland blickt, Hofft auf deine vatergüte, Und mein tief beschämt gemüthe, Das den muth fast ganz verlor, Hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die wunder deiner liebe Ziehen ganz mein herz zu dir. Ach! erhalte selbst die triebe Treuer dankbarkeit in mir. Va⸗ ter! laß das schwache lallen Meines lobes dir gefallen. Bilde mich, dein eigenthum, Ganz zu deines namens ruhm. 7. Meine kräfte, meine glieder Sind 0 Wube Och l mii Itergih DasN lbch! Er E Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. 107 zu deinem dienst bereit. Herr, ich falle bor dir nieder Voller ehrerbietigkeit. Dei⸗ nen willen thun und leiden, Sei die quelle meiner freuden, Gott und herr der ganzen welt, Thu mit mir, was dir gefällt. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ꝛc. 64. Herr, du kennest mein verderben, Ach! es regt in meiner brust, Wie bei allen adamserben, Sich noch immer böse lust, Die mein herz, herr, von dir neiget Und viel böse thaten zeuget. 2. Wie verderbt sind meine wege! Wie verkehrt mein eigner sinn! Ich empfind es, gott, wie träge Ich dir zu gehorchen bin. Ach! wer wird vom hang zum bösen Mich doch endlich ganz erlösen? 3. Hilf mir durch den geist der gnaden Von der angeerbten noth; Heile meiner seele schaden Durch des mittlers kreuzes⸗ tod; Tilge alle meine sünden; Laß mich vor dir gnade finden. 4. Deinen willen hier auf erden Zu vollbringen, wird mir schwer. Soll ich dazu tüchtig werden, Mußt du selbst von oben her Kraft und stärke mir verleihen, Und mein sündhaft herz erneuen. 108 Erste Abtheilung. 5. Schaffe dann ein reines herze,— 1* 0 durch deinen geist in 195 Daß ich nicht 10 l mein heil verscherze; Laß der sündlichen 1 n begier Mich mit nachdruck widerstehen Und 0 auf deine hülfe sehen. 4 6. Unter wachen, beten, ringen, Hilf mir selbst mein slisch und blut Unter dei⸗ nen willen zwingen; Denn dein wille, gott, ist 1 Was nicht kann dein reich 0 ererben, Laß schon hier an mir ersterben. 7. Reize mich durch jene krone, Die mir un eu droben beigelegt, Daß ich meiner niemals schone, Wenn die sünd' in mir sich regt, Hilf mir selber muthig kämpfen, Alle böse lüste dämpfen. 8. Sollt ich etwa unterliegen: O so hilf s mir wieder auf! Laß durch deine kraft mich n siegen, Daß ich meinen lebenslauf Unter u aden treuen händen Möge gut und selig 3 enden. Mel. Wo soll ich fliehen hin ꝛc. b 65. Mein gott, dir ist bewußt Die innre böse lust, Die quelle meiner sünden, Die u menschen nicht ergründen. O heile du aus gnaden Der seele tiefen schaden. Ru Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. 109 3eh. 2. Des bösen herzens grund Wird oft ich ih durch thaten kund, Die mich vor dir ver⸗ ündlih klagen Und mein gewissen nagen. Herr, ehenH willst du sie bestrafen, Wer wird mir ret⸗ tung schaffen? hen, Y. 3. Ich habe wider dich, Den nächsten Inter Und auch mich Vielfältig, herr, gehandelt; in uu Ich bin den weg gewandelt, Der menschen Neinin von dir wendet, Und sich mit schrecken endet. essct.&. Ein jegliches gebot Zeugt wider mich Dur und droht, Weil ich(dies schlägt mich nieder) „Hun Nur gar zu oft dawider Gedacht, gethan, Uln gesprochen, Und deinen bund gebrochen. n 5. Verwirf mich nicht von dir; Hilf, eherr, erbarmend mir! Erneure meine seele, Daß sie nur gutes wähle. Wer kann mich Osoth sonst vom bösen, Als du, o herr, erlösen? Ifraftu. 6. Drückt mich der sünden joch Gleich auf Un mächtig, so bleibt doch Weit mächt'ger und deine gnade; Wie groß auch nun mein schade, So kannst du ihn doch heilen, Und ö leben mir ertheilen. Die il. 7. Hat sonst des fleisches macht In mir den,ihr werk vollbracht: So gieb mir lust und leh stärke, Daß ich nur gute werke Beschließe unnd vollbringe, Und ewig dir lobsinge. 110 Erste Abtheilung. 9) Von der Erloͤsung des Menschen. 11 l Mel. Sei lob und ehr dem ꝛc. 0 66. Auf, christen, laßt uns unsern gott II Mit frohem dank erheben! Er hat nicht 1 lust an unserm tod, Will, daß wir ewig 3 leben. Was uns zum heile nöthig ist, 0 Das hat er uns durch jesum christ Erbar⸗ mungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen rath Kam er, sein sohn, auf erden. Von unsrer schuld und missethat Ein retter uns zu werden. Er ward's, und hat sein werk vollbracht, Und sich nach kurzer grabes⸗ nacht Gen himmel aufgeschwungen. 3. Wo ist des todes herrschaft nun? Hier ist sein überwinder. Die furcht davor hinweg zu thun, Starb er, das heil der sünder. Gebrochen ist uns nun die bahn,“ Die von der erd' uns himmelan Zur ew⸗ gen wonne leitet. 6 4. Wie hat uns doch der herr so lieb! unn Wie sucht er unser bestes! Er giebt für uns aus freiem trieb Sein liebstes und n sein größtes. Preiß ihm! der so viel an g uns thut. Preiß seinem sohn! der uns h N zu gut Sich bis zum tod erniedright. — 1 ̃— ——— —— 1*— 2— —* 222..——. 1 — I —.⸗ 22 —— IqI— —— U r ul sein Y er guah Von der Erlösung des Menschen. 111 5. Was er zu unserm glück verschafft, Das ist in seinen händen. Sein ist das reich, sein ist die kraft, Das heil uns zuzuwenden, Das er so liebreich uns er⸗ warb, Als er für uns am kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen. 6. O laßt uns ihm uns anvertraun Und seine stimme hören; Auf seine mittlers⸗ hülfe baun, Ihn mit gehorsam ehren. Das ist der weg zum ewgen wohl; Der weg, auf den man friedevoll Auch schon auf erden wandelt. 7. Herr, leite selbst uns diesen pfad! Zeuch uns zu deinem sohne! Daß glaub' an ihn auch mit der that In unserm herzen wohne. So haben wir an seinem heil, Zur freude für uns, ewig theil; So preisen wir dich ewig. Mel. Von gott will ich nicht lassen ꝛc. 67. Erhebt den herrn, ihr frommen! Er hält, was er verspricht. Der heiland ist gekommen, Der völker trost und licht. Gott, der uns nicht verstößt, Hat uns zum heil und leben Selbst seinen sohn ge⸗ geben; Durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! o welche liebe Hat uns der Erste Abtheilung. herr erzeigt! Mit welchem vatertriebe Sein herz zu uns geneigt! Von seiner himmel thron Kömmt, rettung vom ver⸗ derben Uns sündern zu erwerben, Sein eingeborner sohn. 3. Er kömmt zu uns auf erden In tiefer niedrigkeit, Nimmt auf sich die beschwer⸗ den Von unsrer pilgerzeit; Enthält sich seiner macht, Verleugnet himmelsfreuden, Bis er durch todesleiden Sein großes werk vollbracht. 4. Er hat's vollbracht! o bringet Gott euren lobgesang. Erlöste menschen, singet Dem mittler ewig dank. Wo niemand helfen kaun, Da hilft er gern aus gnaden, Heilt unsrer seelen schaden. O nehmt ihn gih gläubig an. 5. Du freund der menschenkinder! Ver⸗ wirf uns, jesu, nicht. Dein name, heil der sünder, Ist unsre zuversicht. Gieb unsern seelen ruh; Hilf jeden reiz zu sün⸗ den Uns glücklich überwinden! Gieb muth und kraft dazu. 6. Dich wollen wir erheben Hier und in ewigkeit, Wo uns ein beßres leben Vor deinem thron erfreut. Dann sind wir ewig E 6 1 W Hieh ul er MI eh A Wireh Von der Erlösung des Menschen. 113 dein, Und nichts wird uns mehr fehlen; Dann werden unsre seelen Vollkommen selig sein. Mel. Werde munter, mein gemüthe ꝛc. 68. Ewige liebe, mein gemüthe Wagt mit kindlichem vertraun, In den abgrund deiner güte Ehrfurchtsvoll hinab zu schaun, Allen kummer zu zerstreun; Ihrer größe mich zu freun; Durch ihr anschaun schon auf erden Herrlich und entzückt zu werden. 2. Ich verehre dich, o liebe! Daß du dich erbarmet hast, Und aus freiem, edlen triebe Den allweisen rath gefaßt, Der ver⸗ dammnißwerthen welt, Durch ein theures lösegeld, Durch des eignen sohnes sterben Gnad' und freiheit zu erwerben. 3. O ein rathschluß voll erbarmen, Voller huld und freundlichkeit! Welcher uns hülflosen armen Gnade, trost und hülfe beut. Liebe, die den sohn uns schenkt, Der mit dir die welten lenkt, Um die sünder zu erretten Aus den schweren sündenketten. 4. Doch, du hast, o weise liebe! Eine ordnung auch bestimmt, Daß darinnen jeder bliebe, Der am segen antheil nimmt: Wer nur an den mittler gläubt, Und ihm 114 Erste Abtheilung. treu ergeben bleibt, Der soll nicht verloren gehen, Sondern heil und leben sehen. 5. Da du keinen zum verderben Ohne grund bestimmet hast: Tragen sünder, wenn sie sterben, Ihrer eignen bosheit last. Wer nicht glaubt an deinen sohn, Der hat noth und tod zum lohn: Sein muthwillig widerstreben Schließt ihn aus vom heil und leben. 6. Ewig sei mit dank besungen, Was dein rath beschlossen hat; Mit uns preisen engelzungen Diesen weisen heilgen rath, Den der glaub in demuth ehrt, Die ver⸗ nunft erstaͤunend hört, Wo der engel tie⸗ fen findet, Die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, Mei⸗ nes heils gewiß zu sein. Richte selbst mein ganzes leben So nach deinem willen ein, Daß des glaubens frucht und kraft, Den dein geist selbst in mir schafft, Mir zum zeugniß dienen möge: Ich sei auf dem rechten wege. 8. Laß mich einst dich selbst anschauen Und vor deinem throne stehn: So nur werd' ich ohne grauen Meinem tod entge⸗ gen gehn: Keine kreatur wird mich, Den Mit x aufM anschch . S0⁰ 40d l N zich, Von der Erlösung des Menschen. 115 du liebest, ewiglich Deiner huld entreißen können, Noch von deiner liebe trennen. Mel. Ich dank' dir schon durch ꝛc. 69. Gedanke, der uns leben giebt, Wer kann dich ganz durchdenken? Also hat gott die welt geliebt, Uns seinen sohn zu schenken. 2. Hoch über die vernunft erhöht, Um⸗ ringt mit finsternissen, Erhebst du gottes majestät, Und stillest mein gewissen. 3. Ich kann der sonne wunder nicht, Noch ihren bau ergründen; Und doch kann ich der sonne licht Und ihre kraft empfinden. 4. So kann ich auch nicht gottes rath Von jesu tod ergründen; Allein, das gött⸗ liche der that, Das kann mein herz em⸗ pfinden. 5. Fehlt mir der trost, daß jesus christ Nicht meine schuld getragen; Nicht gott und mein erlöser ist: Wie angstvoll werd ich zagen! 6. Ist christi wort nicht gottes sinn: So werd ich irren müssen, Und wer gott ist, und was ich bin, Und werden soll, nicht wissen. 7. Mein, diesen trost der christenheit Soll mir kein spötter rauben; Ich fühle seine göttlichkeit Und halte fest am glauben. 116 Erste Abtheilung. 8. Ich bin nun ganz dein eigenthum, W. Und auch des himmels erbe: Dies, sohn n des höchsten! ist mein ruhm, Auf den ich n leb' und sterbe. N 9. Du giebst mir deines geistes kraft, Im 1 glauben mich zu stärken; Der wollen und vollbringen schafft Zu allen guten werken. sb 10. So lang ich gottes willen gern Mit reinem herzen thue; So fühl ich freude in dem herrn, Und im gewissen ruhe. 11. Und wenn mich meine sünde kränkt, Und ich zu dir, herr, trete, Weiß ich, N daß dein herz mein gedenkt, Und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß du, mein heiland. lebst, Und mich einst aus der erde Erweckst Ws dahin erhebst, Wo ich dich schauen werde. 13. Kann unsre lieb' im glaubeu hier Für dich jemals erkalten? Doch ist dies liebe nur zu dir, Dein wort von herzen halten. 14. Erfüll mein herz mit dankbarkeit, So oft ich dich nur nenne, Und hilf, daß ich dich allezeit Treu vor der welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch würdig sein, Deswegen schmach zu leiden, So laß mich Von der Erlösung des Menschen. 117 weder furcht noch pein Von deiner liebe scheiden. ö 16. Ja, sollt ich gleich nicht für und für Des glaubens freud empfinden, So lebe er doch so in mir, Daß er mich schütz' vor sünden. 17. Hat gott uns seinen sohn geschenkt (Laß mich noch sterbend denken): Wie sollt uns der, der ihn geschenkt, Mit ihm nicht alles schenken? Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛc. oder: Ist auch ein gott? wer ꝛc. Nr. 2. 70. Gott, der du für uns deinen sohn gegeben: Wer kann doch gnugsam deine huld erheben? Wie herrlich zeigst du im erlösungswerke Der gnade stärke! 2. Dein ewger sohn stirbt für die men⸗ schenkinder; Der heiligste tritt an die statt 9 der sünder; Der seligste begiebt sich seiner freuden, Für uns zu leiden. 3. Er wird das lamm, das aller sünden Il träget, Drauf du die strafe weislich selbst geleget: Daß du die schuld an den verlor⸗ % nen schaafen Nicht dürftest strafen. 4. Was ist der mensch, daß du sein so gedenkest, Und deinen sohn ihm zum ver⸗ 118 Erste Abtheilung. söhner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen Für wohlgefallen? 5. Verdient verachtung gütiger ge⸗ setze, Verdient verschwendung unschätzba⸗ rer schätze, Verdient gehäufte gröbliche verschuldung So viele duldung? 6. O welche tiefe deiner menschenliebe? Wer faßt, o gott, die größe ihrer triebe? Du thust weit mehr zu unserm wohlerge⸗ hen, Als wir verstehen. 7. Ach lehre mich recht deine huld erken⸗ nen, Voll zuversicht dich meinen vater nennen, Und zum gehorsam dir mein ganzes leben Willig ergeben. 8. Was mir dein sohn, da er für mich gestorben, Von deiner huld durch seinen tod erworben, Das werde mir zu meinem ewgen heile Nun auch zu theile. 9. Dein friede wohne stets in meinem herzen, Und tröste mich bei des gewissens schmerzen; Dein geist sei mit mir, deinen guten willen Treu zu erfüllen. Mel. Wenn mein stündlein ꝛc. 7 1. Gott, hätte dein geliebter sohn Sich mein nicht angenommen, Und wär' er nicht von seinem thron Zu uns herab gekommen, Von der Erlösung des Menschen. 119 So müßte mir vor ewger pein, Gerechter richter, bange sein, Um meiner sünden willen. 2. Doch er schafft dem gewissen rast, Nun darf ich nicht verzagen. Denn mei⸗ ner sünden schwere last Hat er für mich getragen. Am kreuz versöhnt er mich mit dir; Da floß sein blut, damit er mir Die seligkeit anwürde. 3. Wohl mir, mein herz schöpft neuen muth, Faßt kindliches vertrauen. Ich kann auf sein versöhnend blut Mein ewig heil nun bauen. Dies blut, das mich gerei⸗ nigt hat Von aller meiner missethat, Wird ewig, ewig gelten. 4. Hinweg mit banger kümmerniß, Sei, seele, voller freuden! Dein heil ist dir nun ganz gewiß: Von gott kann dich nichts scheiden. Was dir des höchsten sohn er⸗ warb, Da er in schmach und martern starb, Kann dir kein satan rauben. 5. Nichts nützet die gerechtigkeit, Die tolz auf werke bauet; Der ist von seinem heil noch weit, Der eignen kräften trauet. Er erndtet schaden statt des lohns: Nur die gerechtigkeit des sohns Macht uns ge⸗ recht und selig. 2—2— SSI ———7777 3 —— 88 — 1 +. 12⁰ Erste Abtheilung. 6. Auch mich macht sie gerecht, weil ich Sie fest im glauben fasse; Auch ewig selig macht sie mich, Weil ich nicht von ihr lasse. Gott, der erfüllt, was er verheißt, Erhält auch mich durch seinen geist In seines sohns gemeinschaft. 7. Du, vater, warfest unsre schuld Auf deinen sohn, als bürgen. Du, jesu, ließest in geduld Dich als ein lamm erwürgen. Du, geist, theilst dieses heil uns zu. In alle ewigkeit sei du, Dreieiniger, gepriesen. Mel. Es ist das heil uns kommen ꝛe. oder: Lobsinget gott, und ꝛc. Nr. 5. 72. Heil uns! aus unsrer sündennoth Ist rettung uns erworben. Der herr will nicht des sünders tod. Was adams fall verdorben, Hat er aus gnaden uns ersetzt. Wie werth sind wir von ihm geschätzt! Wie groß ist sein erbarmen. 2. Selbst seinen eingebornen sohn Sandt er zu uns auf erden, Von dem verdienten sündenlohn Ein retter uns zu werden. Er kam und mit ihm unser heil; Er kam, am ewgen leben theil Uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, o tod, dein stachel nun? Hier ist dein überwinder. Für unsre Idenh herrh Dn SM Idielt el. Jall, wete Zel M Sir u Von der Erlösung des Menschen. 121 schuld genug zu thun, Starb er, das heil der sünder. Wo ist nun, sünde, deine kraft? Hier ist er, der uns kräfte schafft, Dein joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sei gott! gelobt sein sohn, Der retter unsrer seelen! Nun kann uns auch auf erden schon Das wahre glück nicht fehlen; Getrost und froh in gott zu sein, Wenn wir uns nur dem heiland weihn, Den gott für uns verordnet. 5. Was er zu unserm glück erschafft, Das ist in seinen händen. Sein ist das reich, sein ist die kraft, Das heil uns zu⸗ zuwenden, Das er so liebreich uns erwarb, Als er für uns am kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen. 6. O laßt uns ihm uns anvertraun, Und niemals sein uns schämen; Auf seine mitt⸗ lershülfe baun, Und sein joch auf uns neh⸗ men. Das ist der weg zum ewgen wohl, Der weg, auf dem man friedevoll Auch schon auf erden wandelt. 7. Herr, laß uns diese seligkeit Doch über alles schätzen. Nie können güter dieser zeit Den mangel uns ersetzen, Wenn uns das größte gut gebricht, Ein reines 39— ** X 7 4 N 8.... S—————2————— 28*——— ö —————=—— 12² Erste Abtheilung. herz voll zuversicht Zu dir, gott, unserm vater! 8. O lenk auf dies erhabne glück Der seele stärkste triebe. Zeuch mächtig unser herz zurück Von schnöder sündenliebe. An dem uns theur erworbnen heil Laß uns im wahren glauben theil Stets suchen und behalten. 10) Von Christo, dem Erloͤser. Mel. Es ist das heil uns kommen ꝛe. 73. Du stelltest dich zum mittler ein, Herr jesu! für die sünder, Und wolltest haupt und bürge sein Gefallner adams⸗ kinder; Nahmst alle ihre schuld auf dich, Trugst ihre lasten williglich, Sie los und frei zu machen. 2. Du, deines vaters ewger sohn, Ge⸗ bor'n ein mensch auf erden, Ertrugst in früher kindheit schon Die größesten be— schwerden: Nahmst nach und nach an weis⸗ heit zu; Dürch frühe tugend wurdest du Ein vorbild frommer jugend. 3. An jahren reif, an weisheit groß, Verließest du die stille, Darin dein jugend⸗ lauf verfloß; So wars des vaters wille. V V I h II -u A Kler eh wosh adalt Auf M bS H Von Christo, dem Erlöser. 123 Am jordan weihetest du dich, Durch deine taufe, öffentlich Zum antritt deines amtes. 4. Dein vater goß vom himmelsthron Auf dich des geistes gabe, Und sprach: dies ist mein lieber sohn, Dran ich gefallen habe. So wurdest du, herr! vor der welt Vom himmel selber dargestellt Als aus⸗ erkorner mittler. 5. Zwar dem, der unser erstes haupt, Den adam, überwunden, Ward auch an dir viel macht erlaubt In langen prü⸗ fungsstunden: Doch hier ward er des siegs nicht froh. Du standst als held, und satan floh. Die engel sahns und jauchzten. 6. Bestimmt nach gottes weisem rath Zum lehrer und propheten, Sah man dich nun, durch wort und that, Voll kraft dies amt vertreten. Des lasters schande straf⸗ test du, Sprachst müden seelen freundlich zu, Und predigtest gewaltig. 7. So warest du das wahre licht Mit aufwand deiner kräfte. Jedoch, o herr! dies war noch nicht Dein wichtigstes ge⸗ schäfte. Zum hohen priesterthum bestellt, Gabst du zum opfer für die welt Dein eig⸗ nes theures leben. 1 SSPFIFI—— —2— 2————— 1* n* *— 6 7„ —— ——..————— s3- 3 —.— *———. * 12⁴ Erste Abtheilung. 8. Dem tode nahmst du seine macht, Fuhrst zu des himmels höhen, Wo dich in deiner siegespracht Die himmelsbürger sehen, Und wo du unsre sache führst, Als könig herrschest und regierst Zu unserm heil und segen. 9. Herr jesu, großer mittler! sei Von herzensgrund gepriesen Für deine gnade, huld und treu', Die du an uns erwiesen! Gieb, daß wir gänzlich dir vertraun, Ge⸗ horsam sein, und einst dich schaun Zu Unsrer ewgen freude. Mel. Ein lämmlein geht und ꝛc. 74. Lob, ehre, preiß und dank sei dir, O jesu, unser leben! Preißwürdig bist du für und für: Wer kann dich gnug erheben? Eh noch die welt ward, warst du schon Groß, herrlich und des höchsten sohn, Ein erbe seiner ehre. Dein ist das reich, die herrlichkeit, Und du beherrschest weit und breit Der kreaturen heere. 2. Dein sind sie; denn durch wessen kraft Ward himmel, meer und erde? Wer hat das leben uns verschafft? Wer sprach zum engel: werde! Du bist es, dessen allmachts⸗ ruf Die ganze welt aus nichts erschuf: Du —— — P— S — DII—— ‚D/‚ /D‚D. D ——— 22—— —— Von Christo, dem Erlöser. 12⁵ bists, der alles träget, Was sichtbar und unsichtbar ist, Was erd' und himmel in sich schließt, Und was im meer sich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut In diese welt gekommen; Hast willig unser fleisch und blut, O herr, an dich genom⸗ men; Aus der erschrecklichsten gefahr Zu retten, was verloren war, Wardst du ein knecht auf erden. O huld, die sonst nichts gleiches hat! Du starbst für unsre misse⸗ that, Ein heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns, und bist es noch Jetzt auf der himmel throne; Suchst lieb⸗ reich von der sünde joch Und ihrem schnö⸗ den lohne, Die ihr noch dienen, zu befrein; Beschwerter herzen trost zu sein, Ist dei⸗ nes herzens freude; Du giebst den müden seelen ruh, Und wer dich liebt, den stärkest du, Daß nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörst der deinigen gebet, Und endest ihre plage; Du bleibst, bis zeit und welt vergeht, Bei uns noch alle tage. Herr, dir sei ewig dank und ruhm Für deinen tod und marterthum, Für alle deine liebe; Dir geb' ich mich zu eigen hin: Gieb, daß ich mich, so lang ich bin, In deinem lobe übe. Erste Abtheilung. Mel. Nun lob', mein' seel' ꝛc. 75. Mein heiland! deine größe Geht über alle himmel weit; Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei gott von ewigkeit; Du bist der erstgeborne Vor aller kreatur; Kamst zwar für uns verlorne In mensch⸗ licher natur; Doch in der menschheit orden Tratst du erst in der zeit; Eh noch die welt geworden, Hattst du schon herrlichkeit. 2. Der himmel und die erde Sind durch dein kräftigs wort gemacht; Auf dein all⸗ mächtig: werde! Entstand die welt mit ihrer pracht. Du bist auch unser meister; Auch uns schuf deine hand So, wie das heer der geister, Das dich noch ehr erkannt. Ein erbe über alles! Das ist dein ewger ruhm; Drum jammert dich des falles Von deinem eigenthum. 3. Du trägest alle dinge Durch deiner allmacht starkes wort! Das große und ge⸗ ringe Geht blos durch deinen willen fort. Sohn gottes! du regierest Den ganzen kreis der welt! Weil du das ruder führest, Ge⸗ schieht, was dir gefällt. Bei dir steht tod und leben; Drum wird einst jede gruft Die tod⸗ ten wiedergeben, Wenn deine stimme ruft. undg Hen l. tenthah Kt, G. todu Wiettl ne It Von Christo, dem Erlöser. 127 4. Gott läßt dir ehr' erzeigen, Die kei⸗ nem andern widerfährt: Dir soll sich alles beugen; Denn göttlich groß ist, herr, dein werth. Du bist das heil der erden. Wer auf dein wort nicht hört, Der kann nicht selig werden; Wer aber dich verehrt, Dem hilfst du vom verderben, Schaffst ihm zu⸗ friedenheit, Und machst ihn einst zum erben Vollkommner seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein name Schon jetzt, o herr, in aller welt; Dich preist der frommen saame, Der gläubig dir zu fuße fällt. Dich preisen seraphinen, Erhabner menschensohn! Mit freuden dir zu dienen, Stehn sie vor deinem thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du preiß und ruhm Auch, herr, von uns zu neh⸗ men, Uns, deinem eigenthum. 6. Sohn gottes, ich verehre Und bete dich in demuth an. Beschäme und bekehre Die, die dir noch nicht zugethan, Die dei⸗ nem wort nicht glauben, Und dir, der für sie litt, Die schuld'ge ehre rauben: Theil ihnen gnade mit, Dich gläubig zu erkennen. Laß nichts, die dich erkannt, Von deiner liebe trennen. Dein ruhm füll' jedes land! 128 Erste Abtheilung. Mel. Herr christ, der einig' gottes ꝛc. 76. Sohn gottes, eingeborner, Von ewig⸗ keit gezeugt; Des vaters auserkorner, Zu dem sein herz sich neigt. Mit ihm von einem wesen, Ihm, wie du stets gewesen, Stets gleich an herrlichkeit. 2. Für uns ein mensch geboren, Der keuschen jungfrau sohn; Zu suchen, was verloren, Kamst du von deinem thron; Starbst, daß wir leben möchten, Erhobst uns zu gerechten Und erben deines reichs. 3. Gieb doch in reichem maaße Erkennt⸗ niß deines heils; Daß keiner je verlasse Die wahl des besten theils. Dich über alles schätzen, An dir sich gern ergötzen, Macht himmel aus der welt. 4. Du schöpfer aller dinge, Des vaters ewge kraft, Ohn' den ich nichts vollbringe, Der alles gute schafft: Gieb, daß mich nichts verblende, Mein herz nichts von dir wende; So bleib ich stets an dir. 5. Brich alle macht der sünden Durch deinen kreuzestod; Und hilf mir überwin⸗ den, Was mit verführung droht. Dein triumphirend leben Kann mir ein leben geben, Das neu und himmlisch ist. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 129 6. Dank, lob und preiß und ehre Sei gott in ewigkeit, Für diese gnad' und lehre, Womit er uns erfreut! Sie tröst uns, wenn wir leiden; Sie stärk uns, wenn wir scheiden; Sie schütz uns im gericht! 11) Von der Menschwerdung und Geburt Christi. a. Advents⸗Lieder. Mel. Lobt gott, ihr christen ꝛc oder: Nun danket all' ꝛc. Nr. 3. 77. Also hat gott die welt geliebt, Daß er aus freiem trieb Uns seinen sohn zum heiland giebt; Wie hat uns gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller rath Schon in der ewigkeit Zu unserm heil beschlossen hat, Vollführt er in der zeit. 3. Er, aller menschen höchstes gut, Der alle segnen kann, Nimmt, wie die kinder, fleisch und blut, Doch ohne sünde an. 4. Ich freue mich, mein heil, in dir; Du nimmst mein fleisch an dich: Was fehlt mir nun? ist gott mit mir, Wer ist dann wider mich? 5. Du, sohn des allerhöchsten, wirst Auch mir rath, kraft und held, Mein vater und mein friedefürst, So, wie das heil der welt. 130 Erste Abtheilung. 6. Was mir zum seligsein gebricht, Das, herr, erwarbst du mir: Versöhnung, leben, trost und licht, Das hab ich nun an dir. 7. Dein mangel wird mein reiches theil; Dein leiden stillt mein leid; Durch deine knechtsgestalt, mein heil, Gewinn ich herr⸗ lichkeit. 8. Gelobt sei gott! gelobt sein sohn, Durch den er gnad' erweist! Lobt, engel, ihn vor seinem thron! Erheb ihn auch, mein geist. Mel. Sollt' ich meinem gott ꝛe. 78. Der du uns das heil errungen, Mensch gewordner gottes⸗sohn! Ewig sei dir lob gesungen, Daß du von des him⸗ mels thron Uns zu gut, ins fleisch gekom⸗ men; Der du voller freundlichkeit, Läng⸗ stens schon vor meiner zeit, Dich auch meiner angenommen, Und mein bruder worden bist; Sei gelobt herr jesu christ! 2. Sei gelobt! denn dir gehöret Preiß und dank und ruhm mit recht. O wie hoch hast du geehret Unser sterbliches geschlecht! Herr, du hast es selbst vermählet Mit der göttlichen natur, Und vor aller kreatur Es zum wohlthun dir erwählet! Ja, in ein sh 1, ehn chn a Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 131 dir, du gottessohn, Herrscht die mensch⸗ heit auf dem thron. 3. Du, du bist der völker segen; Kamst, von noth uns zu befrein; Und wir können deinetwegen Jetzt schon kinder gottes sein. Hat die sünd' uns gleich verdorben: O so hast du neue kraft Uns zur heiligung ver⸗ schafft, Und die tüchtigkeit erworben, Einst von sünden völlig rein, Aehnlich dir, o herr, zu sein. 4. Du, du bist der mittler worden, Der die welt mit gott versöhnt; Hast der schwa⸗ chen menschheit orden Wieder mit dem recht belehnt, In den himmel einzugehen, Und da gottes herrlichkeit, Nach vollbrachter übungszeit, Ewig einst verklärt zu sehen. Fromme, fasset zuversicht, Glaubet fest, nur sündigt nicht. 5. Sollte mich wohl gott verlassen, Wenn ich krank und hülflos bin? Nein, sein heil wird mich umfassen, Trösten den betrübten sinn. Und dann kann mich nichts anfechten. Er, der meinen jammer kennt, Und mich gnädig bruder nennt, Sitzt als herr zu gottes rechten; Durch ihn bin ich gott vereint; Gott ist vater und mein freund. 13² Erste Abtheilung. 6. Herr, wie groß ist deine güte! Meine seele freut sich dein. Laß doch stets mein Neim gemüthe Voll von deinem ruhme sein. immer will ich dein vergessen; Dir will ich mich ganz vertraun, Freudig folgen, auf dich baun. Deine huld ist nicht zu messen; Gieb, daß ich für deine treu Dir auf ewig dankbar sei. Mel. Lobt gott, ihr christen ꝛc. oder: Nun danket all', und ꝛc. Nr. 3. 79. Lobsinge gott, o christenheit! Und danke deinem herrn! Ihm, welcher dich so oft erfreut, Dir hilft so herzlich gern. 2. Ein ganzes jahr hast du sein wort, Sein göttlich wort gehört. Und heute wirds an diesem ort Von neuem dich gelehrt. 3. Herr, dir und deiner vatertreu Bring ich mein opfer dar. Gieb, daß dein volk gesegnet sei Im neuen kirchenjahr. ½ 4. Hilf uns! und bis an unser end' Er⸗ halt uns dein wort rein. Laß deine heilge sacrament Mit trost das herz erfreun. 5. Erleuchte, was in irrthum steckt. Gieb, daß zu deiner ehr' Der sünder, durch dein wort erschreckt, Rechtschaffen sich bekehr'. 1½ cher K . Reih Ein uun ute i elehtt. Ue hel frenll. Im f „ tsht Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 133 6. Gieb allen lehrern freudigkeit Und weisheit, muth und kraft. Welch glück für uns, wenn jederzeit Ihr vortrag nutzen schafft!: 7. Regiere uns mit deinem geist Bei unserm kirchengehn, Und laß bei dem, was du uns heißt, Ohr und herz offen stehn. 8. Wie wir auf eine kurz zeit Allhier versammlet sein, So werden wir in ewig⸗ keit Uns miteinander freun.) Mel. Nun kommt der heiden heil ꝛc. 80. Sohn, der uns verheißen war, Den die jungfrau uns gebar, Friedefürst, rath, kraft und held, Herr und heiland aller welt. 2. Du entsprossest nicht wie wir; Gottes geist selbst richtet dir Deiner menschheit hütte zu; Wunderbar erscheinest du. 3. Gottmensch, du betrittst die welt, Eilest mächtig als ein held, Ruhst nicht, bis, was uns bekriegt, Ganz zu deinen füßen liegt. 4. Deinem vater gleich an kraft Hast du sieg und heil geschafft. Herr, von rath und hülf entblößt Waren wir; und sind erlöst! 5. Preiß sei dir in ewigkeit; Auf, die ihr erlöset seid! Rühmet den, der, groß von that, Euch vom tod erlöset hat. —— E— 2—— ——* 7 wRDSDDRTRTRTSS———— N *—„ + ——— 2——— 4 134 Erste Abtheilung. 6. Du, der solchen sieg vollbracht, Brich in uns des fleisches macht. Du vermagst es, herr der welt, Dessen machtwort sie erhält. 7. Von dem vater, der dich gab, Kamest du zu uns herab. Nach vollbrachtem edlen lauf Fuhrest du zu ihm hinauf. 8. Lob sei dir! du kamst herab; Lob dem vater! der dich gab; Lob dem geiste! dankt und singt, Daß er uns zu jesu bringt. Bekannte Melodie. 81. Wie soll ich dich empfangen, Heil aller sterblichen! Du freude, du verlangen Der trostbedürftigen! Gieb selbst mir zu erkennen, Wie, deiner güte voll, Dich uol. seele neunen, Dich würdig preisen oll. 2. Dein zion streut dir palmen, Und meine dankbegier Ergießt in freudenpsal⸗ men Sich, gütigster, vor dir. Dich, dich will ich erheben, So gut ich schwacher kann; Mein herz will ich dir geben. Ach, nimm es gnädig an. 3. Nur daß du mich befreitest, Gabst du dich selbst für mich. Mich zu erretten, freutest Du, seligmacher, dich. Du sahst, es wäre keiner Vermögend g'nug dazu. 1 4 1 Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 135 Da jammerte dich meiner, Da kamst und halfest du. 4. Du machst mich von den banden Des tod's auf ewig los. Entreissest mich den schanden Der sünde, machst mich groß, Und hebst mich hoch zu ehren, Und schen⸗ kest güter mir, Die unvergänglich währen, Dank, ewig dank sei dir. 5. O du, an den ich glaube, Was wars, das dich bewog? Was wars, das dich zum staube, Zu mir herniederzog? Dein gött⸗ liches erbarmen! Ja, du, o jesu, hast Mit mitleidsvollen armen Die ganze welt umfaßt. ö 6. Das schreibt in eure herzen, Betrübte, trau'rt nicht mehr. Zagt nicht in euren schmerzen, Als ob kein helfer wär. O sehet auf; ihr habet Den besten helfer nah. Der eure seele labet, Der treue freund ist da. 7. Die ihr mit ernster reue Still eure schuld beweint: Wißt, daß er euch verzeihe, Er selbst, der menschenfreund, Ruft heil⸗ begiergen sündern Der gnade trostwort zu, Macht sie zu gottes kindern, Schafft ihren seelen ruh. 8. Er übersiehet keinen Und weiß, was 136 Erste Abtheilung. jedem nützt. Hat er nicht stets die seinen Von anbeginn geschützt? Nicht sie in ihrem leide Zu trösten stets gewußt? Erfreun ist seine freude Und wohlthun seine lust. 9. Er kommt zum weltgerichte Und bringt, wenn er erscheint, Fluch jedem bösewichte Und heil dem tugendfreund. Wohl ewig allen denen, Die seine wege gehn, Und einst mit freudenthränen An seiner rechte stehn! b. Weihnachts-Lieder. Mel. Wir christenleut ꝛc. ö oder: Eigene Melodie Nr. 7. 82. Auf, schicke dich, Recht feierlich Des heilands fest mit danken zu begehen! Lieb' ist der dank, Der lobgesang, Durch den wir ihn, den gott der lieb', erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also Hat gott die welt in seinem sohn geliebet! O, wer bin ich, Herr, daß du mich So herrlich hoch in deinem sohn geliebets 3. Er, unser freund, Mit uns vereint, Zur zeit, da wir noch seine feinde waren? Er wird uns gleich, Um gottes reich Und seine lieb' an uns zu offenbaren. ö II 1. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 137 4. An ihm nimm theil! Er ist das heil: Thu täglich bus' und glaub an seinen na⸗ men! Der ehrt ihn nicht, Wer: herr, herr, spricht, Und doch nicht sucht sein bei⸗ spiel nachzuahmen. 5. Aus dank will ich In dürftgen dich, Dich, gottessohn, bekleiden, speisen trän⸗ ken; Der frommen herz In ihrem schmerz Mit trost erfrenn, und dein dabei gedenken. 6. Rath, kraft und held, Durch den die welt Und alles ist, im himmel und auf erden! Die christenheit Preist dich erfrent, Und aller knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den herrn! Er hilft uns gern, Und wer ihn ehrt, den wird sein name trö⸗ sten. Gelobt sei gott, Gelobt sei gott, Freut euch des herrn und jauchzt ihm, ihr erlösten. Mel. Vom himmel hoch, da ꝛce. 83. Dies ist der tag, den gott gemacht; Sein werd in aller welt gedacht! Ihn preise, was, durch jesum christ, Im him⸗ mel und auf erden ist. 2. Die väter haben dein geharrt. Doch, als die zeit erfüllet ward, Da sandte gott von seinem thron Dich, heil der welt! dich, seinen sohn! + —— 889 ——„** V* „„ IF—— — 2— .—— —— E 138 Erste Abtheilung. 3. Wenn ich dies wunder fassen will, H So steht mein geist vor ehrfurcht still! Er betet an und er ermißt, Daß gottes lieb unendlich ist. 4. Damit der sünder gnad erhält, Er⸗ I niedrigst du dich, herr der welt! Nimmst selbst an unsrer menschheit theil, Erscheinst im fleisch zu unserm heil. W 5. Und zu erfüllen gottes rath, Sprachst 0. du sowohl durch wort als that: Gott, dei⸗ nen willen thu ich gern. Lob sei dir, der da kam vom herrn! AI 6. Dich, der du mensch geboren bist, Mit uns vereint, dich jesum christ, Auf den die völker hoffend sahn, Dich bet auch ich, mein heiland, an. 4 7. Du unser trost und höchstes gut! Ver⸗ einigst dich mit fleisch und blut, Wirst ö d bli; unser freund und bruder hier, Und gottes kinder werden wir.—1 8. Gedanke voller majestät! Du bist es, der das herz erhöht. Gedanuke voller selig⸗ f keit! Du bist es, der das herz erfreut. 9. Durch eines sünde fiel die welt, Ein mittler ists, der sie erhält. Was zag ich sh Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 139 nun, wenn der mich schützt, Der in des vaters schooße sitzt? 10. Jauchzt himmel! die ihr ihn erfuhrt, Den tag der heiligsten geburt; Und erde! die ihn heute sieht, Sing' ihm, dem herrn, ein neues lied. 1I. Herr, der du uns den tag gemacht, Der uns solch großes heil gebracht, Dich preise, wer, durch jesum christ, Dein freund und dein verehrer ist. Bekannte Melodie. 84. Gelobet seist du, jesu christ, Der du uns geboren bist, Und uns zu gute wardst wie wir, Preiß sei, o welterlöser, dir, Auf ewig preiß! 2. Dich, unsern heiland, unsern herrn, Sahn die väter schon von fern; Du, aller völker trost und licht, Du warst auch ihre zuversicht. Gelobt sei gott! 3. Die nacht entflieht, der tag bricht an, Ueber die, so nie ihn sahn; Auf die, so finsterniß umgab, Glänzt gottes wahrheit nun herab. Gelobt sei gott! 4. Er, durch den uns geholfen ist, Der einst richtet, jesus christ, Der schöpfung 140 Erste Abtheilung. herr, kömmt in sein reich, Erniedrigt sich und wird uns gleich. Gelobt sei gott! 5. Jauchzt himmel! erde, freue dich! Gott versöhnt die welt mit sich; Uns, adams sündiges geschlecht, Entsündigt er, macht uns gerecht. Gelobt sei gott! 6. Gelobet seist du, jesu christ, Daß du mensch geworden bist. Desse freue sich die christenheit, Und dank es dir in ewigkeit. Gelobt sei gott! Mel. Ermuntre dich, mein schwacher ꝛc. 85. Gott, beine gnade sei gepreist! Sie schuf uns heil und leben. Ermuntre dich, mein träger geist, Ihr wohlthun zu erhe⸗ ben. Denk an die nacht, da auf der welt Des höchsten sohn sich dargestellt, Um sein so theures leben Für sünder hinzugeben. 2. O große that! erwünschte nachti Von engeln selbst besungen; Du hast den mitt⸗ ler uns gebracht, Der uns das heil errun⸗ gen. In dir erschien der starke held, Der alles schuf und alles hält, Der freund der menschenkinder, Des todes überwinder. 3. Der du zu uns, gesandt vom herrn, Aus deinem himmel kamest, Und unser fleisch und blut so gern In demuth an dich ————— —— — +* —— 2— 3—3———— 6.= — Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 141 sh nahmest! Sohn gottes! o wie hast du dich „So tief erniedrigt auch für mich! Wie arm bist du erschienen, Um mir zum heil zu dienen! 4. O lehre mich den großen werth Von deiner huld recht fassen! Was reizte dich, auf dieser erd' Dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts, als noth, Ver⸗ achtung, kummer, schmerz und tod; Und doch kamst du auf erden, Ein menschen⸗ sohn zu werden. 5. Viel stärker, herr, als schmerz und tod, War deine menschenliebe. Du sahest unsre sündennoth Mit mitleidsvollem triebe. Du stelltest, unser heil zu sein, Nach deines va⸗ ters rath dich ein, Wardst mensch und kamst mit freuden, Für uns den tod zu leiden. 6. Dein, sohn des höchsten, freu ich mich; Du bist auch mein erretter. Auch mir zum troste sandte dich Der herr, der gott der götter. Was mir ein wahres wohl verschafft, Erleuchtung, friede, beßrungs⸗ kraft, Und freuden, die stets währen, Willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter freund, Für deine treue geben? Du bists, der )·—* —. — — IEEE— ——— — * — *„ 14² Erste Abtheilung. mich mit gott vereint, Du bringst mir heil und leben. Herr, was ich hab und was ich bin, Das geb ich dir zum dienste hin; Ich U will dich ohn' aufhören Mit leib und geist verehren. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht; Doch wirst du wiederkommen, Und dann schaun dich von angesicht, Herr, alle deine frommen. Dann werd auch ich, herr jesu christ, Dich schaun, so herrlich, als du bist; Dann wirst du mich zum leben, Das bei dir ist, erheben. Mel. Jesu, meine freude, meines ꝛc. 86. Gottes sohn ist kommen! Dankt ihm, seine frommen, Dankt ihm, daß er kam! Daß er hier auf erden, Unser heil zu werden, Seine wohnung nahm. Mensch, wie wir, Erschien er hier, Um des vaters gnädgen willen An uns zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen, Danken, daß er allen Freund und bruder ist! Gott, auf seinem throne, Liebt uns in dem sohne, Hilft durch jesum christ. Welch ein heil! II 4 An christo theil, Theil an seiner sendung gaben, An gott selbst, zu haben. 3. Keine macht der leiden Kann von ihm llen. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 143 uns scheiden; Er bleibt ewig treu. Einst wird er vom bösen Gänzlich uns erlösen; Hier steht er uns bei. Unser freund, Mit gott vereint, Kann nicht seine brüder has⸗ sen, Noch sie hülflos lassen. 4. Wenn wir einst ermüden, Führt er uns in frieden In des grabes nacht. Unfre todten glieder Giebt die erde wieder Ihm, der sie bewacht. Jesus ruft Uns aus der gruft, Er, der selbst den tod einst schmeckte, Den das grab auch deckte. 5. Auf dem richterthrone Werden wir im sohne Unsern retter schaun. Heil und ewig leben Wird er allen geben, die ihm hier vertraun. Er ward hier Versucht, wie wir; Ueberschwenglich wird er lohnen, Und der schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt, ihr sünder! Werdet got⸗ tes kinder! Werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr frommen! Seid, wie er, voll⸗ kommen! Bleibet seiner werth! Preiset ihn, Daß er erschien, Und sich für euch hingegeben Durch ein göttlich leben. Mel. Allein gott in der höh ꝛe. 87. Laßt uns mit ehrfurchtsvollem dank Den gott der lieb' erhöhen, Mit feierlichem 7 144 Erste Abtheilung. lobgesang Des heilands fest begehen! Preiß sei dem vater, der ihn gab! Preiß sei dem sohn! er kam herab, Und ward das heil der menschen. 2. Ist der ein christ, der dieses heil Nicht schätzt und liebgewinnet? Nimm froh an seiner liebe theil, Und werd' ihm gleich gesinnet! Wer nicht, wie er, gesin⸗ net ist, Der ehrt ihn nicht, ist nicht ein christ, Der herr erkennt die seinen. 3. In dürftgen laß uns ihn erfreun, Bekleiden, speisen, tränken! Ja, laßt uns frohe geber sein, Und sein dabei ge⸗ denken. Was ihr den meinen habt gethan, Das, spricht er, habt ihr mir gethan. Und er, er wills vergelten. 4. Wer ihn mit treuem herzen ehrt, Den wird sein name trösten. Vertraut auf ihn, der flehn erhört, Lobsingt ihm, ihr erlösten! Es freut sich deine christenheit, Herr, deiner menschenfreundlichkeit. Dir, dir sei ewig ehre! Mel. Fröhlich soll mein herze ꝛc. 88. Laßt uns unserm gott lobsingen! Hoch erfreut, Laßt uns heut Ihm anbe⸗ tung bringen. In des himmels hohe — — Se= ——— —— — — D..—J4 —— —— S— E——— 2+.1 — — * — 2 N Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 145 chöre Stimmet ein: Gott allein, Unserm gott sei ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, Freue sich Inniglich; Christus ist geboren. Er, der könig aller wesen, Steigt herab Bis ins grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann gottes rathschluß fassen? Aber dies Ist gewiß: Gott kann uns nicht hassen. Kömmt der sohn aus freien trieben Zu uns her, Wie, sollt er Nicht die men⸗ schen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, Näh er dann Menschheit an, Daß er uns er⸗ rette? Dess' soll sich der erdkreis freuen! Zum gericht Kommt er nicht, Sondern zum verzeihen. 5. Eilt im geist nach bethlems hütten, Seht, was er, Euer herr, Schon für euch gelitten. Er wird niedrig eurentwegen. Welch ein freund! Er erscheint Feinden selbst zum segen. 6. Er, er will für eure schulden Armuth, noth, Schmach und tod Göttlich groß er⸗ dulden. Lernt den menschenfreund erken⸗ nen, Gnadenreich Will er euch Seine brüder nennen. 10 ——*=*—* R ——*——— 2— 4„ V ———— —4 ö ——— *— 146 Erste Abtheilung. 7. Dankt ihm, der das innre sehnen Sehen kann, Betet an, Opfert freuden⸗ thränen. Liebt ihn, der von liebe bren⸗ net, Traut dem herrn, Der euch gern Seine brüder nennet. 8. Wenn euch eure sünden kränken, Eilt herzu, Suchet ruh! Er will sie euch schen⸗ ken. Schaut auf ihn mit glaubensblicken! Zittert nicht! Denn er spricht: Ich will euch erquicken. 9. Drückt euch hier so manche plage; Euren schmerz Fühlt sein herz, Kein erlö⸗ ster zage. Bringet ihm an seinem feste Preiß und ehr! Wisset, er Wählt für euch das beste. 3——— 10. Er verläßt euch nicht, ihr schwachen; Mehr, als ihr, Litt er hier, Euch beglückt zu machen. Diese kurze zeit der leiden Und der müh, Was ist sie Gegen ewge freuden. 11. Jesu, du nahmst meine bürde Gern auf dich, Daß auch ich Frei und selig würde. Wer kann deine lieb ergründen? Ewig soll Freudenvoll Sie mein herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher befreier, Folg ich nach, Obwohl schwach, Doch um so viel ———— —— — treuer. Keine kreatur, kein leiden, Keine Ius Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 147 noth Und kein tod Soll von dir mich scheiden. 13. Du kömmst einst zum weltgerichte, Dann werd ich, Richter, dich Schaun von angesichte. Wenn da, gott, die sünder beben, So werd ich Deiner mich Freun und ewig leben. Bekannte Melodie. 89. Lob sei dem allerhöchsten gott! Er⸗ barmend sah er unsre noth, Und sandte jesum, seinen sohn, Zu uns von seiner himmel thron. 2. Ihn sandt er, unser trost zu sein, Vom sündendienst uns zu befrein, Mit licht und kraft uns beizustehn, Und uns zum himmel zu erhöhn. 3. O welch ein liebevoller rath! O un⸗ aussprechlich große that! Gott thu ein werk, dem keines gleicht, Das keines men⸗ schen lob erreicht. 4. Sein sohn, durch den er alles schuf, Nimmt willig auf sich den beruf, Uns vom verderben zu befrein, Und schämt sich nicht, uns gleich zu sein. 5. Er kommt zu uns in knechtsgestalt, Verleugnet hoheit und gewalt, And läßt, ——— RRIIIIee=— ————————. 2——n * 2, I 4..—1 ———— 2—————.— 4 .———.———.— ———— 2.— K. 148 Erste Abtheilung. selbst bis zum tod und grab, Zu unsrer rettung sich herab. 6. Was sind wir, daß uns gott so liebt, Und seinen sohn selbst für uns giebt? Was nützen wir dem höchsten guth, Daß es so großes an uns thut? 7. Nimm, seele, nun dein bestes wahr, Verschmähe den nicht undankbar, Den gott zum helfer dir bestimmt, Und der sich lieb⸗ reich dein annimmt. 8. Bet ihn als deinen retter an, Und sei ihm willig unterthan. Durch seine lehre zeigt er dir Den weg zum leben, folge ihr. 9. Bei dieser treue hast du theil An dem von ihm erworbnen heil. Wo nicht, ach! so verschließt du dir Muthwillig selbst des himmels thür. 10. Sein' erste zukunft in der zeit War voller huld und freundlichkeit; Die andre wird, zu großer pein Der sünder, maje⸗ stätisch sein. 11. Zu ehren aber nimmt er dann Mit freuden seine frommen an, Und wird sie in des vaters reich Verklärt erhöhen, engeln gleich. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 149 12. Gelobt sei gott, der ihn gesandt! Sein ruhm erfülle jedes land! Gelobt sei von uns jesus christ, Der uns zum heil erschienen ist! Mel. Lobt gott, ihr christen, allzugleich ꝛc. oder: Nun danket all', und ꝛc. Nr. 3. 90. Lobt gott, ihr christen, freuet euch! Von seiner himmel thron Beruft er uns zu seinem reich Und sendet seinen sohn. 2. Der sohn kommt, nach des vaters rath, Mit heil uns zu erfreun, Und auf des ew'gen lebens pfad Der welt ein licht zu sein. 3. Bei seinem eintritt in die welt Um⸗ giebt ihn keine pracht, Die glänzend in die augen fällt, Und groß vor menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten knechte gleich, Begehrt kein erdenglück, Verlaͤngt allhier kein königreich Von einem augenblick. 5. Er kömmt, durch seiner wahrheit macht Zu gott uns hinzuziehn; Vor seinem lichte muß die nacht Des aber⸗ glaubens fliehn. 6. Er lehret uns die sünde scheun, Er giebt auch kraft dazu, Und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und ruh. * — ——......——...... 150 Erste Abtheilung. 7. Er bringt den trost der bessern welt Vom himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre hütte fällt, Den frommen geist kein grab. 8. Er öffnet uns dereinst die thür Zu seinem himmelreich. Ihr christen, wie be⸗ glückt sind wir, Lobt gott und freuet euch. Mel. Cs ist das heil uns kommen ꝛe. 91. Mein jesu, du hast unsre schuld, Mit ihrer strafe plagen,(O unerhörte lieb und huld!) Freiwillig wollen tragen. Du, der gerechte, ließest dich Zum sünder machen, daß ich mich In dir gerecht kann nennen. 2. So heißest du nicht jesus nur; Du bist auch, was du heißest. Weil du die menschliche natur Aus allem jammer I reißest. Die that stimmt mit dem namen ein: Du wolltest, was du heißest, sein, II. Mein heil, mein seligmacher. 3. In keinem andern ist ja heil; Kein mittel ist gegeben, Wodurch wir können nehmen theil An seligkeit und leben: Du bist's allein, der jedermann Ein ew'ges leben schenken kann, Verehret werd' dein name! W. 9 Du x nache Hem Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 151 Mel. Wir christenleut', sind ꝛc. oder: Auf! schicke dich ꝛc. Nr. 7. 92. O christenheit! Sei hoch erfreut! Das heil der welt, der mittler, ist ge⸗ boren. Nimm freudig theil An seinem heil; Wer an ihn glaubt, geht nimmer⸗ mehr verloren. 2. Welch große that! Nach gottes rath Hat sich sein sohn für uns dahin gege⸗ ben. Ein menschenkind, Doch ohne sünd', Wird er, und bringt uns allen heil und leben. 3. Er, er befreit Uns von dem leid, Das durch der sünde macht auf uns gekommen. Mit uns ist gott Nun in der noth. Froh⸗ lockt dem herrn und hofft auf ihn, ihr frommen! 4. Auch mein gesang, Herr, bringt dir dank. Du wurdest mensch, damit wir selig würden; Du machst uns groß Und ewig los Vom fluch der sünd' und ihren schwe⸗ ren bürden. 5. Gelobt sei gott! Auf unsre noth Sah er mit hülfe mitleidsvoll hernieder. O christenheit! Preiß ihn erfreut! Des höch⸗ sten sohn bringt das verlorne wieder. 15² Erste Abtheilung. Mel. Vom himmel kam der eugel ꝛc. 93. Vom himmel ward der engel schaar Des nachts den hirten offenbar, Und—— freude that ihr mund Mit lautem jubel. ihnen kund. 1 2. Geht, eilet hin, geboren ist In da⸗ sh vids stadt der herr, der christ, Des vaters eingeborner sohn, Der sünder heil, der frommen lohn! 44 3. Seid fröhlich, daß er sich mit euch A Vereinigt, ohne sünd' uch gleich; Selbst gott, doch euch durch fleisch und blut Ver⸗ 949 und euer höchstes gut. 4. Ihr habt mit euch den wahren gott! Euch schrecke nie mehr sünd' und tod. Laßt teufel, welt und hölle drohn! Ein mensch, wie ihr, ist gottes sohn. 5. Auf ihn setzt eure zuversicht, Und s seid gewiß, er läßt euch nicht; Fiel auch ein ganzes heer euch an: Trutz, daß n euch einer schaden kann. Ihr seid nun göttlichen geschlechts, I Und mit uns gleichen bürgerrechts; Ihr uh siegt, nur stehet fest im streit; Euch bleibt zuletzt die seligkeit. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 153 cC. Von der Erscheinung Chrifti. Mel. Es ist das heil uns kommen ꝛc. 94. Dein heil hat heut, volk gottes, sich Zu nähern angefangen. Ein helles licht ist auch für dich Den völkern aufge⸗ gangen. Dies sei dir, welt, ein freuden⸗ tag. Die nacht, die auf den völkern lag, Durchbrach zuerst sein schimmer. 2. Kaum sandte gott mit seinem sohn Der erde große freuden; So sammelt er sich selber schon Die erstlinge der heiden. Zu ihrem neugebornen herrn Muß sie ein wunderbarer stern Aus fernen landen führen. 3. Der vorgen zeit, denkt, christen, doch. Heil euch! sie ist verschwunden. Was wart ihr, eh der herr euch noch, Eh ihr noch ihn gefunden? Fragt euch nur selbst, was waret ihr? O deutsches volk, erwecket dir Dein vorges bild nicht granen? 4. Ein volk, mit gott ganz unbekannt, Von seiner lehr entfernet, Das, von der tugend abgewandt, Nur böses thun geler⸗ net; Das todten stein, geschnitztes holz, Wohl gar auf seine blindheit stolz, Als seine götter ehrte. 154 Erste Abtheilung. 5. Du gingst in schand und laster hin, Wie jede lust dich führte. Wenn ja noch den verkehrten sinn Einst das gewissen rührte: So konnte da doch auch der noth, Die die natur schon sündern droht, Dir nicht den ausweg zeigen. 6. Beglückter tag, der jene macht Des götzendienst's entwendet! Daran uns gott nach langer nacht Sein licht und heil ge⸗ sendet! Da gott, in dir, immanuel, Mit deinem wahren israel Nun auch die heiden dankten. 7. Nun prüfe heut, volk gottes, dich Vor seinem angesichte. Beharrst du un⸗ veränderlich In seiner wahrheit lichte? Was helfen opfer des gebets Zum wahren gott, wenn du noch stets Der sünde scla⸗ visch fröhnest? 8. Was hilft es, daß du gott erkennst, Und seinen ganzen willen, Wenn du das thun und wissen trennst, Zu träg, ihn zu erfüllen? Wenn du oft treu gelobst und brichst; Zwar christlich glaubst, und christ⸗ lich sprichst, Und doch als heide wandelst? 9. Ach prüfe dich! gott nimmt sein licht, Wenn man's nicht schätzt, zurücke. Steh Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 155 auf vom schlaf, damit er nicht Sein wort auch dir entrücke. Gott, hör nicht uns zu tragen auf, Und fördre deiner lehre lauf Noch zu den fernsten heiden. Mel. Schmücke dich, o liebe seele ꝛce. 95. Gott! dein unsichtbares wesen Läßt sich in dem lichte lesen, Das du uns für dieses leben Hast mit der vernunft gegeben. Daß du gott bist, muß ich merken, Herr, aus deinen großen werken; Und die pflicht, dich zu verehren, Kann mich deine schö⸗ pfung lehren. 2. Die vernunft zeigt deine größe, Und entdeckt mir meine blöße: Ich soll mich mit gott verbinden; Doch dies hindern meine sünden: Und ich kann sie nicht versühnen; Meine kraft kann nichts verdienen. Ach, vernunft! dies ist der schade, Aber wie find ich nun gnade? 3. Hier erscheint in größter klarheit Uns ein licht, das wort der wahrheit; Dies verspricht den geistlich armen Reiches, göttliches erbarmen. Hier ist heil für men⸗ schenkinder; Hier ein bürge für die sünder; Hier steht allen, die sein hoffen, Nun der weg zum himmel offen. 1 * * 4 * I. —*———— 22 S———————— 8————— .— ** u 2 + —— 156 Erste Abtheilung — — 4. Lob und preiß, und dank und ehre Sei dir, herr, für diese lehre, Die ein licht uns aufgestecket, Uns den weg des heils entdecket. Da du deinen sohn zum leben Der verlornen welt gegeben, Sehn wir unsers gottes klarheit, Und empfan⸗ gen gnad und wahrheit. 5. Gott! wie groß in deinen wegen, Und für uns wie reich an segen Zeigt dich uns das wort vom glauben! Wer will uns den himmel rauben, Wenn wir auf dein zeug⸗ niß bauen, Deiner vaterhuld vertrauen, Jesum gläubig heiland nennen, Und das durch die that bekennen? ö 6. Ist dies nicht von uns geschehen; O vergieb uns das vergehen! Sieh hier un⸗ sers herzens reue, Und mach unsern glau⸗ ben neue. Ach, das wort des ewgen lebens Gabst du uns doch nicht vergebens. Laß es ihm bei uns gelingen; Laß es uns zum fl himmel bringen! d. Auf die Darstellung Christi im Tempel. Mel. Vom himmel hoch, da komm ꝛe. If 96. Dich bitt ich, heiland aller welt! An welchen sich mein glaube hält, Sei Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 157 meines herzens trost und theil, Erfreue mich mit deinem heil. 2. Weil du mein treuer heiland bist, Der mir von gott gegeben ist; So rei⸗ nige herz, sinn und muth, Und mache mich gerecht und gut. 3. Zeig mir die bahn, o helles licht! Daß ich des heils verfehle nicht. Du bist allein mein preiß und ruhm, Und ich dein ewges eigenthum. 4. Dein friede, herr, bewahre mich; Mein auge blicke stets auf dich: So will ich gern aus dieser welt Hinfahren, wenn es dir gefällt. Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛc. 97. Wohlauf, mein herz! verlaß die welt, Dem, der für dich sich dargestellt, Nun dich auch darzustellen! Er ist das licht; drum sei gewiß, Er werd auch deine finsterniß Durch seinen glanz erhellen. 2. Ach! du sollst ihm sein tempel sein! Er selbst macht dich von sünden rein, Und hat hier lust zu wohnen. Doch hoffe nicht, daß jesus christ In solchen herzen wohnhaft ist, Die noch den lüsten frohnen. 158 Erste Abtheilung. 3. Was nur dem fleische wohlgefällt, Das opfre die verkehrte welt Dem satan, ihrem gotte. Sie erndtet schaden blos für müh; Für ihren sündendienst wird sie Einst ewiglich zu spotte. 4. Doch, wer vom geist, wie simeon, Sich treiben läßt; nur gottes sohn Zum heil begehrt zu haben; Gott fürchtet, sich der welt entwöhnt, Aus ihr sich nach dem himmel sehnt: Der opfert rechte gaben. 5. Wer durch das wort, darauf er traut, Im glauben seinen heiland schaut, Der kann im frieden fahren. Der heiland hält, was er verspricht. Er wird sich ihm in seinem licht Dort herrlich offenbaren. 6. Herr, mache mich gerecht und rein! Herr, laß mich stets voll glaubens sein, Und stets im geiste leben! Bis du auch mich, wenn dirs gefällt, In frieden wirst aus dieser welt Hinauf zu dir erheben. e. Am TDage Mariä Verkündigung. Mel. Durch adams fall ist ganz ꝛc. oder: Das jesulein soll dich ꝛe. 98. Nun ist der tag der seligkeit Den hh 90. Ng h sündern angebrochen, Die langerwünschte Wiß If er tt Paut,“ Wlandt h ihni Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 159 gnadenzeit, Die gott der welt versprochen: Denn gottes sohn ist von dem thron Zu uns hernieder kommen; Das höchste gut Hat fleisch und blut Von menschen an⸗ genommen. 2. Nun ist des vaters wort erfüllt; Der gläubigen verlangen Ist nun nach herzens⸗ wunsch gestillt; Denn jesus ist empfangen. Der uns erhält, Hat sich gesellt Zu den verlornen sündern. War er schon reich, Wird er doch gleich Den armen menschen⸗ kindern. 3. O jesu! unser herr und gott! Der du ins fleisch gekommen, Und unsrer dich bis in den tod So hülfreich angenommen, Hast nach dem streit die herrlichkeit Des ewgen reichs empfangen. Drum werden wir Auch einst bei dir Ein ewges glück erlangen. t. Von dem Vorläufer-Amte Johannis. Mel. O gott, du frommer gott ꝛe. 99. Es lag die ganze welt Mit sünden⸗ noth beladen: Da öffnetest du, gott, Die schätze deiner gnaden. Dein sohn erscheint; du schickst Den, dessen dienst die bahn —— 22—— S — —— PPPIFPFFEFIE 05 160 Erste Abtheilung. Dem herrn bereiten soll, Als seinen knecht, voran. 2. Die juden sollte er Von deinem heil belehren. Gott, ihn auch ehrest du, Um deinen sohn zu ehren. Sein vater wird erst stumm: Der stumme schnell beredt, Und weissagt, da auf ihn Der geist des herrn geräth. 3. Allein zu jesu hin Verweist er seine jünger; Allein auf jesum zeigt Sein aus⸗ gestreckter finger. Seht! gottes opfer⸗ lamm, Das, mit der schuld belegt, Für uns geschlachtet wird, Und alle strafen trägt! 4. Wohl dem, der diesen tod, Auf den johannes weiset, Mit festem glauben faßt Und dankbar hei ligpreiset. Wer, seinem taufbund treu, Sich jesu ganz ergiebt, Der wird in ihm von gott Begnadigt und geliebt. 5. Das werd auch unser theil! Johannis amt und lehre Verherrliche noch stets, Gott, deines namens ehre. Wer buße thut und glaubt, Hat trost zu jeder zeit. Wer glaubt un heilig lebt, Der bleibt in ewigkeit. Ihulß I sh Der ö 161 12) Vom Wandel Christi auf Erden. Mel. Machs mit mir, gott, nach ꝛc. 100. Du wesentliches ebenbild Der aller⸗ höchsten liebe! Du warst, o jesu, ganz er⸗ füllt Mit gottgeweihtem triebe. Gott war dein zweck, dein höchstes guth, Ihm folg⸗ test du mit heldenmuth. 2. Du warst mit ihm ein sinn, ein herz; Sein wille war dein wille: Du ehrtest ihn, gedrückt von schmerz, Mit höchst zufried⸗ ner stille; Auch auf der allerrauhsten bahn Sahst du ihn doch als vater an. 3. Du suchtest nichts, als sein gebot % Vollkommen zu erfüllen, Und unterwarfst dich bis zum tod Ganz deines vaters willen. Dein hauptgeschäft war dies al⸗ lein, Vollführer seines plans zu sein. 4. Du gingst ganz still zum kreuze hin, Die marter auszustehen; Bereit, mit gött⸗ lich großem sinn, Für mörder selbst zu flehen. Wie trugst du nicht, in gott ge⸗ faßt, Der schande und der marter last! 5. Herr, lehre mich, dein eigenthum, Drle Nach deiner tugend streben. Dir gleich⸗ gesinnt sein, sei mein ruhm, Und wonne, 11 162 Erste Abtheilung. so zu leben. O hilf, daß ich, so gern wie du, Den willen deines vaters thu! Mel. Vater unser im himmelreich ꝛc. 10 1. Kein lehrer ist dir, jesu gleich. An weisheit und an liebe reich Warst du, so⸗ wohl durch wort als that, Der schwachen menschen sichrer rath. Es freut mein geist di sich, Herr jesu, dein und lobet ich. 2. Du kamst zu uns, von gott gesandt, Und machtest uns den weg bekannt, Auf dem wir frei von sündenschuld Theilhaftig werden seiner huld. Auf ewig sei dir dank und ruhm, Herr, für dein evangelium. 3. Im lichte der allwissenheit Sahst du mit aller deutlichkeit, Was nach des höchsten weisem rath Die welt noch zu erwarten hat; Und machtest dann durch Zie mund Das künftige dem menschen und. Sind uns ein göttlich sichres pfand, Daß das, was man von dir gehört, Die wahr⸗ heit sei, die gott uns lehrt. Nie schwäche mir der frevler spott Den glauben an dies wort von gott. 4. Dies und die wunder deiner hand Imt, meatt illn dand, Die shn Lel RIN Vom Wandel Christi auf Erden. 163 5. Du lehretest durch wort und that. Man trifft der reinsten tugend pfad In deinem heilgen wandel an. Gieb, herr, daß ich auf dieser bahn, Gestärkt von dir, mit steter treu Dir nachzufolgen eifrig sei. 6. Du bis es herr! von dem das amt, Das die versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer lehrer mund Noch jetzt dein heil den menschen kund. Begleite stets mit deiner kraft Ihr amt, damit es nutzen schafft. 7. Noch immer hilfst du deinem wort In seinen siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein mund verheißt, Noch immer dei⸗ nen guten geist, Der dem, der wahrheit sucht und liebt, Zum glauben licht und kräfte giebt. 8. Mein heiland, send ihn auch zu mir, Daß er mich zu der wahrheit führ, Von eigendünkel mich befrei, Damit ich dir gehorsam sei; Bis mich dereinst in ewig⸗ keit Ein hellres licht bei dir erfreut. 130 Mel. Schmücke dich, o liebe seele ꝛc. 102. Vorbild wahrer menschenliebe, Jesu, deines mitleids triebe Zogen dich herab auf erden, Der verlornen heil zu 164 Erste Abtheilung. werden, Und für sie sogar dein leben In den tod dahin zu geben. Wo ist jemand, der die größe Deiner lieb' und huld ermesse? 2. Ohne vortheil zu begehren, Sich in andrer dienst verzehren; Jedem gerne guts erzeigen, Zu beleidigungen schwei⸗ gen, Auch an feinden wohlthun üben: Das heißt, menschen göttlich lieben. Und wie voll von solcher güte, War, erlöser, dein gemüthe. 3. O du zuflucht der elenden! Wer hat nicht von deinen händen Segen, trost und heil genommen, Der gebeugt zu dir ge⸗ kommen? Wie ist dir dein herz gebrochen, Wenn dich kranke angesprochen: Und wie pflegtest du zu eilen, Das gebetne mit⸗ zutheilen! 4. Menschenseelen zu beglücken, Reuer⸗ füllte zu erquicken, Unverständge zu beleh⸗ ren, Abgewichne zu bekehren; Sünder, die sich selbst verstocken, Liebreich zu dir hinzulocken, War dein tägliches geschäfte, Selbst mit schwächung deiner kräfte. 5. Und wie hoch stieg dein erbarmen, Da du, mittler, von uns armen Gottes — — D — 2* 2 —.— ——— S S5N——— Er—* A.— Detne s Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 165 strafen abzuwenden, Unter frecher mör⸗ der händen Angst und unerhörte schmer⸗ zen Littest mit gelaßnem herzen; Als ein missethäter starbest Und uns ewges heil erwarbest. 6. Deine huld hat dich getrieben, Sanft⸗ muth und geduld zu üben; Haß mit haß nicht zu vergelten, Deine schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begeg⸗ nen, Für die lästerung zu segnen, Deine feinde zu vertreten Und für mörder selbst zu beten. 7. Demuth war bei spott und hohne Dei⸗ ner tugend schmuck und krone; Nie hast du nach ruhm getrachtet, Und auf menschen⸗ lob geachtet. Deines vaters heilgen willen Mit gehorsam zu erfüllen, Und uns heil und trost zu geben, War der zweck von deinem leben. 8. Laß mich, herr! zu reichem segen, Deinen wandel oft erwägen. Laß mich in der angst der sünden Trost und hülfe bei dir finden. Heilige auch meine triebe Zu rechtschaffner menschenliebe. Laß mich im⸗ werben auf erden Deinem bilde ähnlich werden. 166 Erste Abtheilung. 13) Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. a. Vorbereitung zur Betrachtung des Leidens Jesu. Mel. Christus, der uns selig ꝛc. 103. Deine leiden, gottes sohn, Herz⸗ lich zu bedenken, Wollst du mir von dei⸗— nem thron Geist und andacht schenken. Ach, erschein in diesem bild, Jesu, mei⸗ nem herzen, Wie du gottes zorn gestillt Durch die größten schmerzen. 2. Laß mich aber nicht allein Deine schmerzen sehen; Laß die ursach' deiner pein Mich zugleich verstehen. Ach! die ursach war auch ich, Ich und meine sünde; Diese schlug und quälte dich, Daß ich gnade finde. 3. Hilf, daß ich in bus' und reu' Dieses recht bedenke, Und dich künftig nicht aufs neu Durch die sünde kränke. Dämpf' in mir die sündenlust, Laß mich alles meiden, Was du, jesu, büßen mußt Mit so schwe⸗ rem leiden. 4. Drohet mir die höllenpein Um der sünde willen: Ach! so tritt ins mittel ein, Hilf die schrecken stillen. Laß mich dann mit heilbegier, Dich, mein jesu, fassen. 4 54 ö HöR I Rh Obhiß II Wens MI. sosch Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 167 Halt ich gläubig mich an dir, Kann mich gott nicht hassen. 5. Gieb auch, jesu, daß ich gern Dir das kreuz nachtrage, Wahre demuth von dir lern, Nicht in noth verzage; Daß ich in der prüfungszeit Nimmer von dir wanke, Und dann einst in ewigkeit Dir, herr! fröhlich danke. Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛc. 104. Herr, stärke mich, dein leiden zu bedenken, Mich in das meer der liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller schuld des bösen Uns zu erlösen. 2. Vereint mit gott, ein mensch gleich uns auf erden, Und bis zum tod am kreuz gehorsam werden; An unsrer statt gemar⸗ tert und zerschlagen, Die sünde tragen! 3. Welch wundervoll hochheiliges ge⸗ schäfte! Sinn ich ihm nach, so sinken meine kräfte, Mein herz erbebt; ich sehe und empfinde Den fluch der sünde. 4. Gott ist gerecht, ein rächer alles bösen. Gott ist die lieb' und läßt die welt erlösen. Dies kann mein geist mit schrek⸗ ken und entzücken Am kreuz erblicken. 168 Erste Abtheilung. 5. Es schlägt den stolz und mein ver⸗ dienst darnieder. Es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; Lehrt mich mein glück, macht mich aus gottes feinde Zu gottes freunde. 6. O herr, mein heil! an den ich herz— lich glaube, Ich liege hier gebückt vor dir im staube; Verliere mich mit dankendem gemüthe In deiner güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen gedan⸗ ken. Allein, soll ich darum im glauben wanken? Ich bin ein mensch: darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Des höchsten thun ist, gnad' und lieb erweisen; Uns kömmt es zu, sie de⸗ muthsvoll zu preisen, Zu sehn, wie hoch, wenn gott uns gnad' erzeiget, Die gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir ge⸗ priesen Für das erbarmen, das du mir erwiesen! Da du, mein heiland, auch für mich dein leben Dahin gegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wie⸗ der lieben, Und stets mit freuden deinen willen üben; O gieb zu diesem seligen ge⸗ schäfte Stets neue kräfte! Hin pn afu ich n inde d' , sn „Did e i gh mir, N auchf E Mich l I dal ligel Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 169 b. Dankbare Erwägung der Leiden Jesu. Mel. Jesu, meines lebens leben ꝛc. 105. Du, der menschen heil und leben, Dess' sich meine seele freut, Der für mich sich hingegeben, Stifter meiner seligkeit; Du, der lieber wollte sterben, Als mich lassen im verderben: Ach, wie dank, wie dank ich dir, Mein erlöser, g'nug dafür! 2. Menschenfreund, von gott gesendet, Zu erfüllen seinen rath, Längst hast du dein werk vollendet, Wegzuthun die misse⸗ that! Doch in den gedächtnißtagen Deiner leiden, jesu, sagen Deine theu'r erlösten dir Billig neuen dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, Willig deine leidensbahn; Stiegst, uns leben zu erwerben, Gern den todesberg hinan; Trugst, vergessend eigner schmer⸗ zen, Deine menschen nur im herzen. Diese liebe preisen wir, Unvergeßlich sei sie mir. 4. Meinetwegen trugst du bande, Littest du der lästrer spott, Achtetest du nicht der schande, Mein versöhner und mein gott. Mich hast du der schmach entrissen, Die mich hätte treffen müssen. Wie verpflichtet bin ich dir Nicht auf ewig, herr, dafür. 170 Erste Abtheilung. 5. Frevler krönten dich zum hohne. Deine stirn, die blutete Unter einer dor⸗ nenkrone, König aller könige. Mir zu gut hast du's erlitten; Mir die ehrenkron' er⸗ stritten. Preiß, anbetung, dank sei dir, Liebenswürdigster, dafür. 6. Du, der tausendfache schmerzen Mir zu liebe gern ertrug, Deinem großmuths— vollen herzen War mein heil belohnung g'nug. Trost in meinen letzten stunden Floß für mich aus deinen wunden. Herr, ich dank, ich danke dir Einst im tode noch dafür. 7. Ruh im leben, trost am grabe, Un⸗ aussprechlicher gewinn, Den ich dir zu danken habe! Dir, dess' ich nun ewig bin, Jesu, dir mein herz zu geben, Deiner tugend nachzustreben, Dir zu traun, zu sterben dir; Dies, dies sei mein dank dafür. Mel. Nun ruhen alle wälder ꝛc. 106. Frohlocke, mein gemüthe, Und bete gottes güte In deinem heiland an. Was selbst der engel schaaren Zu thun nicht fähig waren, Das hat des menschen sohn gethan. 2. Schau hin, wie der gerechte Für uns, der sünden knechte, Den bittern zornkelch trinkt; Wie er, ans kreuz erhöhet, Für en M Opmuth Rlohn Iden dů l, chdaft Hbe, I dib! Wewig l Ah Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 171 seine mörder flehet Und siegreich in den tod hinsinkt. 3. Wir sünder sollten sterben, Fluch lag auf adams erben; Fluch auf der argen welt; Doch er kam uns zu gute, Und gab mit seinem blute Für uns ein ewges lösegeld. 4. Kein freund meint es mit freunden So treu, als es mit feinden Er, unser mittler, meint. Preiß ihm, dem überwin⸗ der, Nun sind wir gottes kinder, Mit gott versöhnt durch unsern freund. Mel. Wenn mein stündlein vorhanden ꝛc. 107. Herr jesu, deine angst und pein Und dein versöhnend leiden, Laß allzeit mir vor augen sein, Die sünde zu vermei⸗ den. Laß mich an deine große noth Und deinen herben bittern tod, Dieweil ich lebe, denken. 2. Die angst, die deine seele litt, Da schrecken sie umfingen; Was du ertrugst, um uns damit Befreiung zu erringen: Das präge tief mir, jesu ein, Und laß mirs ernste warnung sein, Wenn mich die sünde reizet. 3. Die wunden alle, die du hast, Hab ich dir helfen schlagen. O du, der meine meiner freuden, Wie viel trost und zuver⸗ 172 Erste Abtheilung. sündenlast So willig hat getragen; Ach liebster heiland, schone mein, Laß diese schuld vergessen sein, Für recht laß gnad' ergehen. 4. Du hast verlassen deinen thron, Bist ins gericht gegangen; Vertrugest schläge, spott und hohn, Und wurd'st ans kreuz gehangen, Auf daß du für uns schafftest rath, Und unsre schwere missethat Bei gott versöhnen möchtest. 5. Drum soll mein herz voll dankbarkeit, Erbarmer, dir lobsingen. Und wenn du einst zur seligkeit Aus gnaden mich wirst bringen, Dann will ich, dein erlöseter, Dich ewig und viel würdiger Mit allen sel'gen loben. 6. Herr jesu! deine angst und pein, Und dein versöhnend leiden Laß meine letzte zuflucht sein, Wenn ich von hier soll schei⸗ den. Ach hilf, daß ich durch deinen tod Fein sanft beschließe meine noth, Und selig sterbe, amen. Mel. Christus, der uns selig ꝛc. 108. Jesu, meiner seelen licht, Ursprung Onkbach Iwem lich i Werlösch Nit al Dein, Hine sollst AUnd i. lasm 10 fll Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 173 sicht Fließt aus deinem leiden! Nimm den dank in gnaden an, Den ich dir jetzt singe; Dess', was du an mir gethan, Bin ich zu geringe. 2. Ich erwäg es hin und her, Was dich angetrieben, Eine sünderwelt so sehr, Wie du thatst, zu lieben; Uns verlorne zu befrein, Hast du angst und banden, Geißeln, schmach und todespein Willig ausgestanden. 3. War es unsre würdigkeit? Nein, des vaters güte, Deines herzens freundͤ⸗ lichkeit Und dein treu gemüthe; Dies hat dich ans kreuz gebracht, Daß kein mensch verzagte, Wenn der sünden meng' und macht Das gewissen nagte. 4. O du wunderbarer rath, Den man nie ergründet! O du wunderbare that,‚ Die man nirgend findet! Sünden, deren gott zum hohn, Menschen sich erfrechen, Die läßt gottes eigner sohn An sich strenge rächen. 5. Meine große sündenschuld Traf den theuren bürgen; Er ließ sich aus großer huld Mir zu gut erwürgen. So hat er uns heil gebracht; Sollt uns nicht gezie⸗ ö * 7 174 Erste Abtheilung. ö men, Seiner liebe starke macht Ewiglich I—0 zu rühmen? 40 6. Herr, dein friede sei mit mir, Und i auf mein gewissen, Wenn es zaget, laß M von dir Trost und freude fließen! Trost ergießt in jedes herz Sich aus deinem her⸗!“ zen, Auch den bängsten, herbsten schmerz N Heilen deine schmerzen.„ 7. Laß, sobald mein herz erschrickt Ueber uln seine sünde, Wenn auf dich mein glaube 4 blickt, Mich, herr, gnade finden! Sieh, zn, ich fall, zerknirscht von reu, Mit wahr⸗ il hafter buße Und dem vorsatz beßrer treu, u Jesu, dir zu fuße. 8. Nun ich weiß, worauf ich bau, Und an bei wem ich bleibe, Wessen fürsprach ich vertrau, Und an wen ich gläube. Jesu, du, du bists allein, Welcher mich beschir⸗ met, Wenn gleich des gewissens pein Auf l die seele stürmet. Wug 9. Hier bin ich dein eigenthum, Soll m dort mit dir erben. Drum will ich zu dei⸗ e nem ruhm Leben und auch sterben; Daß m, auch ich einst ühmen mag, Aus dem grab myn erstanden: Meines jesu großer tag, Heil He mir! ist vorhanden. ht. — V rer h Dau, V Aprad! P. Ih Hs Zein 101 Aen, dem f + Nah/ Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 175 Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛc. 109. Laß deinen geist mich stets, mein heiland, lehren, Das wort von deinem kreuze so zu ehren, Daß ich getreu in dem beruf der liebe Mich christlich übe. 2. Das gute thun, das böse fliehn und meiden, Herr, diese pflicht lehrt mich dein heilig leiden. Könnt ich zugleich das böse mir erlauben, Und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahin ge⸗ geben, Wie könnt ich noch nach meinem willen leben, Und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, Zu deiner ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn leiden dieser erden, Wenn kreuz mich trifft, gelaßnen herzens werden; Da du so viel für uns, die wirs verschuldet, Liebreich erduldet? 5. Für welche du dein leben selbst gelas⸗ sen, Wie könnt ich sie, sie, meine brüder, hassen? Und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, Für sie noch beten? 6. Ich will nicht haß mit gleichem haß vergelten, Wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten; Du heiliger! du herr und haupt der glieder, Schaltst auch nicht wieder. 176 Erste Abtheilung. 7. Ein reines herz, gleich deinem edlen herzen, Dies ist der dank für deine kreu— N zesschmerzen; Und gott giebt uns die kraft, in deinem namen Dich nachzuahmen. 8. Unendlich glück! du littest uns zu 1 gute; Ich bin versöhnt in deinem theuren blute. Du hast auch mir, da du für mich Hh gestorben, Dies glück erworben. 1l 9. Ich bin ja dein, schon selig hier im glauben! So wird mir nichts, nichts meine— krone rauben; So werd ich dort, von herr⸗ + lichkeit umgeben, Einst ewig leben. Raae 10. Ja, wenn ich stets der tugend pfad Wih betrete, Im glauben kämpf, im glauben at wach und bete: So ist mein heil schon so gewiß erstrebet, Als jesus lebet. N II. Lockt böse lust mein herz mit ihrem h reize, So schrecke mich dein wort, das wort h vom kreuze, Und werd ich matt in übung a guter werke, So sei mir's stärke. hn 12. Seh ich dein kreuz den klugen dieser erden Ein ärgerniß und eine thorheit wer⸗ den: So seis doch mir, trotz alles frechen s spottes, Die weisheit gottes. ah 13. Wenn endlich, herr, mich meine sün⸗ l den kränken, So laß dein kreuz mir wieder Wen II ihh 7 Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Wesu. 1½% ruhe schenken; Dein sterben sei, wenn ich den tod einst leide, Mir fried und freude. Mel. Christus, der uns selig ꝛc. 110. Mein erlöser, gottes sohn, Der du für mich littest, Und auch auf der himmel thron Jetzt noch für mich bittest; Welche wohlthat ist für mich Dein versöhnend lei⸗ den! O, wie preis ich würdig dich, Ur— sprung meiner freuden. 2. Unermeßne herrlichkeit War dir, herr, gegeben; Und du konntest jederzeit Voller freuden leben. Aber, o der großen huld! Daß ich selig würde, Uebernahmst du in geduld Schwerer leiden bürde. 3. Nun kann meine missethat Noch ver— gebung finden; Denn du starbst, nach gottes rath, Auch für meine sünden. Meine schulden trugest du, Ließst für mich dich strafen, Meiner seele trost und ruh Gnädig zu verschaffen. 4. Was mir lust zur beßrung schafft, Was zur tugend leitet, Dazu hast du neue su kraft Durch dein kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun Mich um kraft bewerben, Gottes willen treu zu thun, Sünden abzusterben. 12 178 Erste Abtheilung. 5. Nun kann ich dem todesthal Froh 19 entgegen sehen: Und zu jener welt einmal Ohne schrecken gehen. Du, herr, hast aus aller noth Rettung mir errungen, Und durch deinen kreuzestod Meinen tod be⸗ zwungen. 2 6. Herr! was bin ich, daß du mein So 8 dich angenommen; Daß die frucht von dei⸗ MW ner pein Auch auf mich soll kommen? Gieb mir weisheit, gieb mir kraft,(Du hast sie in händen), Was du mir zum heil ver⸗ 4 schafft, Treulich anzuwenden. I 7. Laß das wort von deinem kreuz Mich aß mit muth beleben, Ernstlich jedem sün⸗ i denreiz Hier zu widerstreben. Treib mich Y mächtig dadurch an, Gottes zorn zu mh scheuen; Was ich unrecht je gethan, asch Innig zu bereuen. dz 8. Drückt mich meine sündennoth, l Straft mich mein gewissen: O! dann laß a aus deinem tod Mich den trost genießen, mh Daß du auch für meine schuld Büßend bist zh 4 gestorben, Und mir alle gnad' und huld—9 Hast bei gott erworben. l 9. Stärke mich durch deinen tod Auf die ihn N letzten stunden. Wie du deine todesnoth hutehz Iin? It bonv Jen? Wuhh heily Edenl ball. Tent Sued, ud N DM dtil Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 179 Siegreich überwunden: O! so hilf dazu auch mir. Laß mich fröhlich scheiden; Herr! so dank ich ewig dir Für dein bittres leiden. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛc. oder: Ist auch ein gott, wer ꝛc. Nr. 2. 111. Sei hoch gepriesen, herr, für deine liebe! Sie drang dich zu dem mitleids-— vollen triebe, Für eine welt voll sünder selbst dein leben Dahin zu geben. 2. Fürwahr, du trugest unsrer sünden schmerzen. O welch ein herz gleicht deinem edlen herzen? Du ließest unsre schuld an dir bestrafen, Uns heil zu schaffen. 3. O laß dies heil doch auch mein erbe werden! Was hab ich sonst für sichern trost auf erden? Was giebt mir sonst wohl sichern grund zur freude, Wenn ich einst scheide? 4. Du bist, mein heiland, auch für mich gestorben. Was du der welt durch deinen tod erworben, Das hast du, von barmher⸗ zigkeit geleitet, Auch mir bereitet. 5. Erhalte selbst mein herz bei diesem glauben; Kein banger zweifel müsse mir ihn rauben; Er müsse mich zum fleiß in guten werken Beständig stürken. ö 18⁰ Erste Abtheilung. 6. Sollt ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, Der sünde, die dich tödtete, zu dienen: So könnt ich mich mit den von dir erlösten Nicht deiner trösten. 7. Nein, dir allein, der du durch deine wunden Auf ewig mich zu deinem dienst verbunden; Nur dir, mein heiland, sei mein ganzes leben Zum dienst ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, Wo deine liebe mit dankvollen zungen Stets wird besungen. Mel. Ein lämmlein geht und ꝛc. 112. Was ist der mensch, dess' du ge⸗ denkst? Was bin ich? gott! erbarmer! Du, der du tausend welten lenkst? Was bin ich, herr! ich armer? Ich lag im blut, und meine noth War fluch, und der gedrohte tod; Wo sollt ich rettung finden? Der herr erbarmte meiner sich, Jehova sprach ganz väterlich: Ich tilge deine sünden. 2. O göttliche barmherzigkeit! Der sohn soll für uns sterben; Der mittler, wohl⸗ zuthun bereit, Entzieht uns dem verder⸗ ben. Er kleidet sich in fleisch und blut, Und 2— — —34 — — —— —. =.. ˖.. cOcDD — 2 — Mer h D iebe x esuny N mer! 2 hilt lut, Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 181 was kein freund, kein bruder thut: Wer kann was größers denken? Er stellt sich aller marter blos; Er leidet, er stirbt gött⸗ lich groß, Und läßt ins grab sich senken. 3. Ganz faßt dich selbst ein engel nicht, Gedanke zum erschüttern; Zwar bist du meine zuversicht, Doch denk ich dich mit zittern. Wenn ich im geist gethsemane, Wenn golgatha im geist ich seh, Was ists, das ich empfinde? Ich weine, herr, doch nicht um dich, Ich wein und klage über mich Und über meine sünde. 4. Was du bezahlt, ist meine schuld; Der herr stirbt für die knechte. Es büßt mit göttlicher geduld Für sünder der ge⸗ rechte. Mein ist die last, die jesus trägt, Der zorn des höchsten, der ihn schlägt, Der sollte mich verderben. Es war nur meine missethat, Die, heiland, dich ge— martert hat; Des todes sollt ich sterben. 5. O sünde, sünde, gute nacht! Zu lang, ach viel zu lange Hast du das herz um trost gebracht; Nun will ich, falsche schlange! Dich hassen, deine lockung fliehn, Und mich der liebsten lust entziehn. Bei christi tod am kreuze, Entsag ich, was 182 Erste Abtheilung. dem fleisch gefällt, Der bösen lust der argen welt, Und ihrem falschen reize. 6. Herr! laß mich aus barmherzigkeit, Wie freundlich du bist, schmecken, Wenn sünden der vergangnen zeit Mit ew'gen strafen schrecken. Es stärke mich in seelen⸗ noth, Herr jesu, dein versöhnungstod, oDie kraft von deinen wunden. Es tröste mich dein banges flehn, Da du nach rettung ausgesehn In heißen prüfungsstunden. 7. Dank, mein erlöser! dank sei dir Für jede deiner plagen, Für alle leiden, die du hier An seel' und leib getragen; Für allen schmerz, für alle angst, Darin du für mich sünder rangst, Sei ehre deinem namen! Ge— denk, herr! meiner in der noth, Gedenk auch meiner einst im tod, Und im gerichte! amen. Cc. Kraft und Trost des Leidens Jesu. Mel. Jesu, deine tiefe wunden ꝛc. 113. Jesutchrist, durch deine wunden, Deinen martervollen tod, Hab' ich heil bei pytt gefunden, Kraft zur tugend, trost in noth. Fällt mir etwas arges ein, Denk ich, 10 herr, an deine pein; Die verbietet meinem herzen, Mit der Sünde je zu scherzen. ö Hiunh. 9,4 wür dl (fürit anen! enkab Selalle Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 183 2. Schmachtet nach verbotnen freuden Mein verderbtes fleisch und blut: O so blick ich auf dein leiden; Schnell verlöscht die wilde gluth. Streb' ich eitler ehre nach, Und ich denk an deine schmach; Schnell erniedrigt sie mich wieder, Und schlägt meinen stolz darnieder. 3. Reizen, herr, mich manche plagen Während meiner prüfungszeit Oft zu mürrisch bangen klagen, Und zur unzu— friedenheit: O so denk ich an die pein, Die du uns zu gut allein Unverschuldet hast er⸗ tragen, Und dann schäm ich mich, zu klagen. 4. Wenn mein schreckendes gewissen Mir mit fluch und strafe droht: O, in diesen kümmernissen Denk ich, herr, an deinen tod, Und wie du auch meine last An dem kreuz getragen hast; Dies kann mein gewis⸗ sen stillen, Und mein herz mit trost erfüllen. 5. Ja, für alles, was mich kränket, Schaffen deine wunden rath; Wenn mein geist an sie gedenket, Geh ich frisch den schmalen pfad. Mich erschrecket keine müh, Denn der trost erleichtert sie, Daß du, herr, als du gestorben, Mir ein ewig heil erworben. 184 Erste Abtheilung. 6. Auf dich setz ich mein vertrauen, Du bist meine zuversicht; Selbst der tod macht mir kein grauen: Du befreist mich vom ge⸗ richt. Durch dein mir erworbnes heil Hab ich an dem himmel theil. Wahrlich, herr, ein ewigs leben Wirst du nach dem tod mir geben. Mel. Wenn meine sünd' mich ꝛc. 114. Wenn mich die sünden kränken, Mein heiland, jesu christ, So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist; Wie du auch meine schuldenlast Am stamm des heilgen kreuzes Auf dich genommen hast. 2. O wunder ohne maßen! Für sündi⸗ ges geschlecht Hast du dich martern lassen; Du, herr, starbst für den knecht. Du wahrer mensch und wahrer gott, Gabst für mich armen menschen Dich selber in den tod. 3. Nun kann sie mir nicht schaden, Der schulden große last; Ich bin bei gott in gnaden, Weil du bezahlet hast. Auch meine schulden tilgt dein blut: Ich darf den zorn nicht fürchten Und nicht die höllengluth. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 185 4. Drum sag ich dir von herzen, Jetzt und mein leben lang, Für deine pein und schmerzen, O jesu, lob und dank, Für deine noth und angstgeschrei, Für dein un⸗ schuldig sterben, Für deine lieb und treu. 5. Stets reize mich dein leiden, Die sündliche begier Mit allem ernst zu meiden, Und fromm zu sein vor dir: Es komme nie mir aus dem sinn, Wie viel es dich geko⸗ stet, Daß ich erlöset bin. 6. Mein kreuz und meine plagen, Selbst bittern hohn und spott, Hilf mir geduldig tragen: Gieb, o mein herr und gott, Daß ich verläugne diese welt, Und folge dem exempel, Das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen nächsten lie⸗ ben, Ihm dienen, wo ich kann, Ohn' eigennutz und heuchlerschein, Und wie du mir erwiesen, Aus reiner lieb allein. 8. Laß endlich deine wunden, Auch in der letzten pein, In jenen finstern stunden, Mir trost und zuflucht sein. O herr, auf den allein ich trau, Erbarm dich mein im tode, Daß ich dich ewig schau! Erste Abtheilung. d[. Gebet zu dem Versöhner. 2 Bekannte Melodie. 115. Christe, du lamm gottes! Der du trägst die sünde der welt, Erbarm dich unser! 2. Christe, du lamm gottes! Der du trägst die sünde der welt, Erbarm dich unser! 3. Christe, du lamm gottes! Der du trägst die sünde der welt, Gieb uns dei⸗ nen frieden! amen. Mel. O lamm gottes! unschuldig ꝛc. 116. Erlöser, der im staube Einst lag mit angstschweiß bedecket, Dein tröste sich mein 1— Wenn tod und sünde mich schrecket; Dein tiefer schmerz, dein klagen, Dein todeskampf, dein zagen Sei meine ruhe, herr jesu! 2. Du littest ganz unschuldig Von frev⸗ lern schmähung und schmerzen, Und trugst sie doch geduldig Mit sanftem versöhnlichen herzen. Dein bild müss' uns beleben, Zu dulden, zu vergeben, Wie du zu lieben, herr jesu! 3. Am kreuze hingst du kläglich, Ent⸗ stellt, gemartert, Verlchachitt⸗ Dein tod belehr uns täglich, Wie hoch du seelen geachtet. Er schreck uns ab von sünden; m V. Tinst! Frröstei de sl An kla Li m Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 187 Er müss' uns dir verbinden Zu innigem danke, herr jesu! Mel. Herzlich lieb hab ich dich ꝛc. 117. Laßt uns doch christo dankbar sein, Daß er für uns in große pein Sich willig hingegeben; Auch laßt uns sein der sünde feind, Und, weil gott nunmehr unser freund, Nach seinem willen leben, Die lieb erzeigen jedermann, Wie christus selbst an uns gethan. O menschenkind! betracht es recht, Wie gottes zorn die sünde schlägt! Herr jesu christ! Mein herr und gott! Mein herr und gott! Von sün⸗ den schrecke mich dein tod. Bekannte Melodie. 118. O lamm gottes! unschuldig Am stamm des kreuzes geschlachtet! Allzeit erfunden geduldig, Wie sehr du wurdest verachtet, Die sünd' hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen; Erbarm dich unser, o jesu! 2. O lamm gottes! unschuldig ꝛc. Er⸗ barm dich unser, o jesu! ö 3. O lamm gottes! unschuldig ꝛc. Gieb uns deinen frieden, o jesu! Ihd 188 Erste Abtheilung. e. Die Liebe Jesu in dem Werke der Erlösung. 0 Mel. Dir, dir, jehovah ꝛc. Nr. 8. ö ö 119. Ach, sieh ihn dulden, bluten, ster⸗ u ben! O meine seele, sag' ihm frommen f dank! Sieh, gottes eingen sohn und erben!. Wie mächtig ihn die menschenliebe drang. 1¹—α Wo ist ein freund, der je, was er gethan? Der so, wie er, für sünder sterben kann? 2. Wie dunkel waren jene stunden, OI herr, und welche lasten drückten dich! Wie I quoll das blut aus deinen wunden! Und 4 ach, es floß zum heil und trost für mich; N Und ruft noch heute mir ermunternd zu, 1 Daß du mich liebst, du frommer dulder, du. I 3. So sollt es sein, du mußtest leiden, h Dein tod macht mir des vaters liebe kund. MA Er wird für mich ein quell der freuden. M Ein siegel auf den ew'gen friedensbund. So wahr dich gott für mich zum opfer giebt,‚ Wi So feste stehts, daß er mich herzlich liebt. 4. Dein bin ich nun und gottes erhe: 6 Ich sehe in sein vaterherz hinein. Wenn 0 ich nun leide, wenn ich sterbe, Kann ich MWu unmöglich je verloren sein. Wenn sonn hit und mond und erde untergehn, So bleibt Wa mir gottes gnade ewig stehn. A Eilösug V. lIuten ö 6 ftomm Ind elhl be ren, Des lebens unschuld sei mein ehren⸗ kleid. Ich will treu deine stimme hören, Und gerne thun, was mir dein wort ge⸗ Hel Afür il Tternd; Iulder Test li Hebe fll Jenahd Wfetg * Kahh Z0 U00 Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 189 5. Ja, mir zum trost und dir zur ehre Gereicht dein ganzer kampf, dein kreuzes⸗ tod; Bestätigt ist nun deine lehre; Ich baue fest darauf in jeder noth. Unschuldig littest du: doch preiß und ruhm Ist auch im kampf der unschuld eigenthum. 6. Herr, dies dein beispiel soll mich leh⸗ beut. Die dankbarkeit dringt innigst mich dazu; Wer hat es mehr um mich verdient, als duꝰ 7. Nie will ich mich am feinde rächen: Auch dies lern ich, mein heiland, hier von dir; Nie gottes schickung widersprechen, Wär gleich sein pfad jetzt noch so dunkel mir. Auf dornen giengst du selbst zum ziele hin; Ich folge dir, weil ich dein jünger bin. 8. Was fürcht' ich noch des todes schrecken? Du schliefst auch einst im grab, o seelenfreund. Mag sie doch meine asche decken, Die erde, wenn des todes nacht erscheint. Der gott, der dir das leben wiedergab, Wälzt einstens auch den stein von meinem grab. 190 Erste Abtheilung. i 9. Nimm hin den dank für deine plagen, M Mein retter, den die treuste liebe bringt. mx Dort will ich dir's noch besser sagen, Wenn dich mein geist im engelchor besingt. Ma Dann stimmen alle sel'gen fröhlich ein; N Der ganze Himmel soll dann zeuge sein. V. Mel. Ein lämmlein geht und ꝛe. Mitt 120. Ein lamm geht hin und trägt die. schuld Der abgefallnen kinder; Geht hin h. und büßet in geduld Die sünden aller sün⸗ 6 der. Es geht den rauhen todesgang, Folgt seinen würgern ohne zwang, Begiebt sich aller freuden, Und sieht die marter, die ihm droht, Und will die schmerzen und den Y tod Doch gern und willig leiden. I,L 2. Das lamm ist jesus, unser freund; Zum heiland unsrer seelen Wollt ihn der strenge sündenfeind, Der ew'ge vater, wäh⸗Aln len.„Sohn,“ sprach er,„nimm dich derer yy „an, Die außer dir nichts retten kann Vom hrz „schweren fluch der sünden. Groß ist die uu „schuld, die strafe gęroß; Doch übernimms, „so sind sie los, Und sollen gnade finden.“ aag 3. ⸗Ja, vater,“ sprach der große sohn, umih. „Kein sünder soll verzagen! Ich steig herab Mer „von deinem thron, Und will die sünden un Sallerß dug, Segiel Arter, SUnl . Ir flch It ihll Rer, Idich Haund Soß fl Termild e f Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu 191 „tragen.“ O liebe! liebe! deine macht Ist stärker, als ein mensch gedacht, Als je ein engel dachte! Du dringst den sohn dem vater ab, Und streckest den ins finstre grab, Der erd' und himmel machte. 4. Er büßt für uns am kreuzesstamm, Damit wir gnade finden. Er wird ge⸗ schlachtet, wie ein lamm, Zum opfer für die sünden. Für alle stirbt er, auch für mich Ergießt sein theures leben sich In milden strömen blutes. Lamm gottes, ewig dank ich dir! Doch nie genug, du tha⸗ test mir, Eh ich noch war, schon gutes. 5. So lang ich lebe, will ich dein, O jesu, stets gedenken; Mein herz soll dir geweihet sein, Ganz will ich dir es schen⸗ ken. Nur dir gefallen, sei mein ruhm; Ich will mich dir zum eigenthum Auf ewig übergeben. Nur du bist meine zuversicht, Und wenn mein aug' im tode bricht, Bist du auch dann mein leben. 6. Was ist das leiden dieser zeit, Und alles, was mich kränket, Wenn meine seel in traurigkeit, Herr, an dein leiden denket? Dies flößt in meine bange brust Zur zeit der trübsal sanfte lust, Läßt mich nicht 192 Erste Abtheilung. unterliegen, Und stärket mich mit kraft und muth, Auch über welt und fleisch und blut Im schwersten kampf zu siegen. 7. Ist endlich ganz vollbracht, was mir Gott auferlegt zu leiden, Und rufst du, jesu, mich zu dir Und deines himmels freu⸗ den: Dann reichest du von deinem thron Mir jenen großen gnadenlohn, Den mir dein tod erworben; Dann werde dir in ewigkeit Anbetung, preiß und dank ge⸗ weiht, Daß du für mich gestorben! Mel. O jesu christ, mein's lebens ꝛc. 121. O du mein mittler und mein gott! Ich danke dir für deinen tod, Der mir des himmels seligkeit, Und hier gewissensruh verleiht. 2. Ach, glaubt ich deine gottheit nicht: So schreckte mich doch das gericht: So würde deines todes pein Für mich kein geltend opfer sein. 3. Wärst du der menschen heiligster, Und nicht auch gott, gekreuzigter! So würd ich nicht von sünden rein, Nicht durch dein blut versöhnet sein. 4. Ich weiß es, jesu, du bist gott; Versöhnend ist dein kreuzestod: Und die⸗ dill Idalk; Aen! He. Till gt E mirh Eissen Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 193 ses trostes göttlichkeit Versichert mich der seligkeit. 5. Der feind nehm alles, alles hin! Das glück, daß ich versöhnet bin, Ist meiner seelen höchstes guth, Und macht mir auch ih im tode muth. 6. Wenn des gesetzes fluch mir droht; Dann tröstet mich dein mittlerstod: Ich weiß, daß du auch meine last Am kreuze, herr, getragen hast. 7. Und ist die letzte stunde da, Dann blick ich hin nach golgatha; Der trost, daß ich begnadigt bin, Macht mir das sterben zum gewinn. Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛc. 122. Wie grundlos sind die tiefen deiner liebe! Wie treu und zärtlich, jesu, deine triebe! Kein mutterherz gleicht deinem treuen herzen, Du mann der schmerzen! 2. Was zieht dich denn, o heiland, auf l die erde? Was schadet dir's, wenn ich ver⸗ dammet werde? Du bleibest doch, wenn ich gleich strafe leide, Des vaters freude! 3. Verehrt mit dank den weisen rath, ihr christen, Den einzusehn, die engel 13 194 Erste Abtheilung. selbst gelüsten. Bewundert hier in dem erlösungswerke Der liebe stärke. 4. Des höchsten sohn büßt für die men⸗ schenkinder: Der heiligste bezaͤhlet für die sünder; Des lebens fürst, und aller bos⸗ heit rächer Stirbt für verbrecher! 5. Herr! lehre selbst mich deine huld E. erkennen, In rechtem glauben meinen herrn dich nennen! Erbarme dich, und heile meinen schaden, Du brunn der gnaden! 6. Ich bin verderbt vom fuße bis zur scheitel, Mein herz ist trotzig, widerspen⸗ stig, eitel; Mein bestes thun ist mangel⸗ haft und sündlich: Ich fehle stündlich. — S:.——— ————* 2— 7. Ich flieh', o herr, zu deinen liebes⸗ zn armen; Ich such' und bitte nichts, als dein erbarmen; Verstoß den nicht, der seine sünden hasset, Und dich umfasset. 8. Was machst du, feind, mir christi huld verdächtig? Schweig! seine kraft ist in den schwachen mächtig. Er selbst macht den ge⸗ recht, der an ihn gläubet, Und in ihm bleibet. —32 DDt=‚I‚ —— .ꝛ— ——706———3— 9. Zeuch mich, o gotteslamm, zu dei⸗ nem kreuze, Damit dein blut die seele dring und reize, Dich, den erwerber aller guten gaben, Recht lieb zu haben. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 195 un 10. Was du auch mir, da du für mich * gestorben, Aus gnaden hast durch deinen e tod erworben; Das werde mir, zu mei⸗ ast nem ewgen heile, Nun auch zu theile. 1 11. Dir, jesu, leb' ich; dir will ich auch 10% sterben. Laß den nur nicht, den du ver⸗ al söhnt, verderben! O hilf mir jetzt, und in A den letzten stunden, Durch deine wunden. u, Dutr ado k. Das Leiden Jesu am Oelberge. + bit Mel. Christus, der uns selig ꝛc. dal 123. Herr des himmels, starker held! +n Was wird mit dir werden? Warum liegst du blaß, entstellt, Bebend auf der erden? zun Trost ist es, was du verlangst, Tröster s 6l unsrer seelen! Was kann mit so schwerer Idaangst Deine seele quälen? 4. 2. Vor dir liegt(denn dir kann ja, hufft' Herr, sich nichts verhehlen); Eine welt voll zitin sünden da, O, wer kann sie zählen; Nie⸗ ah mand, als nur gott und du, Können sie ergründen. Und für alle büßest du, Als „ zfür deine sünden. e'. 3. Liebe strahlte dir sonst stets Aus des lergt vaters blicken, Und in stunden des gebets Mußt' sie dich erquicken. Da nun gottes 196 Erste Abtheilung. straf' dich schreckt; Da er in gewittern Furchtbar sich vor dir versteckt, Solltest du nicht zittern? 4. Hier fühl ich der sünden gräul, Ganz von angst erschüttert. Auch für mich hast du, mein heil, Hier im staub gezittert. Held, da sünd' und strafgericht Dich fast niederstürzen: Soll der gräul der sünde nicht Meinen geist bestürzen? 5. Aber du versöhntest mich; Denn auch mir zum segen Ließest du allein auf dich, Gott, die strafe legen. Du ergabst dich demuthsvoll In des vaters willen, Um das, was uns retten soll, Sterbend zu erfüllen. 6. Nun, herr, meine zuversicht, Hilf du meiner seele, Daß im letzten kampfe nicht Sündenangst sie quäle. Ach, laß deinen blutgen schweiß, Wenn ich ganz beklom⸗ men, Alsdann keine hülfe weiß, Mir zu statten kommen. Mel. Ein lämmlein geht und ꝛc. 124. So gehst du, jesu, willig hin, Dein leiden anzutreten, Für mich, der ich ver⸗ loren bin, Zu kämpfen und zu beten. Du, der du nichts verbrochen hast, Gehst hin, Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 197 um aller sünder last Allein auf dich zu laden. Ich nur verdiente strafen, ich; Du aber nimmst sie all' auf dich, Damit sie mir nicht schaden. 2. Kann den, der allen stärke giebt, Kann den auch furcht erschüttern? Selbst christi seele wird betrübt, Und seine glie⸗ der zittern. Ach, hingesunken auf die knie, Arbeitet er in schwerer müh, Und betet, kämpft und zaget! Er wünscht den schwe⸗ ren kampf verkürzt; Wer siehts und höret nicht bestürzt, Wie leidenvoll er klaget. 3. Gott, du bist heilig; wunderbar In allen deinen werken. Ein knecht, ein engel muß sogar Den herrn vom himmel stärken. Er ringt, sein heilig angesicht Träuft blut⸗ schweiß, wer entsetzt sich nicht? Wer litt, wie er, auf erden? Der du in reiner un⸗ schuld prangst, Wie konntest du von solcher angst, O herr, bestürmet werden? 4. Du zagst, mein heiland; ach, nur ich, Ich hätte zagen sollen; Doch selbst durch leiden hast du mich Vom tode retten wollen. Ach, hättest du nicht sein gericht Auf dich genommen, wär ich nicht In jammer ganz versunken? Nun läßt der richter, auf dein 198 Erste Abtheilung. flehn, Vor mir den kelch vorüber gehn; Denn du hast ihn getrunken. 5. Heil mir, der sohn des höchsten hat Für mich sich richten lassen, Gott, wer kann deinen weisen rath, Wer dein er⸗ barmen fassen? Nun jauchze, wen die sünde reut, Wer jesu christi sich erfreut: Er wird vor gott bestehen; Du, der du glaubst, wer schadet dir? Wer will ver⸗ dammen? gott ist hier! Du wirst den tod nicht sehen. 6. Doch denk, um welchen theuren preis Dein heiland dich erkaufet. Er rang, be⸗ deckt mit todesschweiß, Mit blut für dich getaufet. Ach, wache, daß die sünde sich Nie dein bemächtige, noch dich In deiner treu erschüttre. Lockt ihre stimme, höre nicht; Schau hin zum ölberg ins gericht, Das jesum traf, und zittre! g. Die Gefangennehmung Jesu. Mel. Jesu, meines lebens leben ꝛc. 125. Jesu christe, dessen wunden Heil und leben uns gebracht. Ach, wie hart wirst du gebunden, Du verbrechern gleich gemacht. Deiner feinde ganze tücke Kennst Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 199 du, und weichst nicht zurücke; Giebst mit edlem heldensinn Dich in ihre bande hin. 2. Mehr als zwölf der legionen, Die um deines vaters thron, Seines winks zu warten, wohnen, Stehn bereit, o menschensohn. Nur ein wink, du bist be⸗ freiet Und der feinde heer zerstreuet. Doch wie viel ihr grimm verbricht, Du winkst deinen engeln nicht. 3. Du bist selber reich an stärke, Die auch hier sich nicht verlor. Aber, herr, in die⸗ sem werke Geht geduld der allmacht vor. Niemand nimmt von dir dein leben, Du willst selbst für uns es geben; Du nicht schmach noch marter scheun, Aus der höll' uns zu befrein. 4. Treuer bürg um unsertwillen, Streckst du deine hände dar; Gottes rathschluß zu erfüllen, Schonest du der frechen schaar; Wehrst dem schwerte deines freundes; Heilst die wunde deines feindes; Nimmst die bande willig an, Da dein arm sich wei⸗ gern kann. 5. Dank dir für so große güte; Zeige nun auch deine treu, Und befreie mein ge⸗ müthe Von der sünden sclaverei; Daß mein 200 Erste Abtheilung. fleisch mich nie verstricke, Weltverführung nie berücke; Des versuchers arglist nie In sein netz mich wieder zieh. 6. Und soll ich den ruhm erlangen, Daß ich, deines geistes voll, In bekennerfesseln prange, Deinetwegen leiden soll: Gieb dann mir in meinen banden Reichen trost aus deinen handen, Daß, gleich dir, ich sie nicht scheu, Ich, gleich dir, gelassen sei. h. Ueber die Verlassung Jesu von seinen Jüngern. Mel. Wo soll ich fliehen hin ꝛe. 126. Mein jesu, für dein herz Welch ein so herber schmerz, Den du weit mehr em— pfunden, Als striemen, schläg' und wun⸗ den! Die kleine zahl von freunden Kränkt dich, gleich deinen feinden. 2. Kaum naht sich die gefahr, So bebt der jünger schaar. Die erst sich hoch ver— messen, Eh sie der treu vergessen, Den tod auch vorzuziehen, Verlassen dich und fliehen. 3. Der kühn sein schwert gezückt, Dein petrus selbst, erschrickt; Er flieht, eh bande drohen; Schämt sich, daß er geflohen: E — l — — — St.. —.—.—3 — — q — — — * u Jühpn Welhe jmehte und w n RIll Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 201 Und eilt doch recht verwegen Dem tiefern fall entgegen. 4. Wie ist der mensch so schwach, So viel sein muth versprach! Dort liegt er da im staube. Erloschen ist sein glaube; Sein küh⸗ ner muth gedämpfet, Ach christen! wacht und kämpfet. 5. Wo ist nun petri treu? Der jesum vormals frei Für gottes sohn bekannte, Für ihn vor eifer brannte, Der hat vor jesu ohren Bald frech ihn abgeschworen. 6. Doch, herr, dein liebesblick Bringt ihn alsbald zurück. Er fühlte sein ver⸗ brechen, Kann nun vor schmerz nicht spre⸗ chen, Und weint nur bittre thränen, Die sich nach gnade sehnen. 7. Er sucht und findet sie. Verzagt drum, sünder, nie; Gott ist unendlich gütig! Seid glaubig, nicht kleinmüthig; So groß sind keine sünden, Sie können gnade finden. 8. Ach, trennt mich auch die welt, Die stets mir netze stellt, Einst, jesu, von den deinen: Laß mich mit petro weinen, Um gnad' in demuth beten, Nie judä weg betreten. 202 Erste Abtheilung. I. Das Leiden Jesu vor dem weltlichen Gerichte. Mel. O gott, du frommer gott ꝛc. 127. Seht, welch ein mensch! ach seht! Mit schand' ist er bedecket, Der glanz der herrlichkeit! Schaut, menschen, und er⸗ l schrecket! Des höchsten sohn habt ihr So tief herabgebracht! So viele noth hat ihm Nur eure schuld gemacht. 2. Seht, welch ein mensch! weh euch, Wenn hier noch vor den sünden Nicht euren herzen gräult! Sein zorn wird sich entzünden: Dann fordert er die schmach, Die er für euch empfand, So ihr euch nicht bekehrt, Mit recht von eurer hand. 3. Seht, welch ein mensch! die ihr In heiligkeit ihm dienet; Schaut, wie er sün⸗ den büßt Und wie er uns versühnet! Wohl euch, daß seine schmach Euch schmerzet und betrübt! Erfreuet euch des heils, Das diese schmach euch giebt! 4. Seht, welch ein mensch! hier steht, Verbrechern gleich gebunden, An dem sein richter selbst Ganz keine schuld gefunden! Dies zeugniß ist mir werth! Denn wär er nicht ganz rein, Wie könnt er da für uns Ein gültigs opfer sein? Twird schmt Tuch ut . e iht. Keers Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 203 5. Seht, welch ein mensch! ach seht! Wie ist sein leib zerrissen! Seht, was für ströme bluts Aus seinen wunden fließen. Heilsame theure fluth! Aus diesen wunden quillt, Was unsre schäden heilt, Und das gewissen stillt. 6. Seht, welch ein mensch! ach seht! Schmerzhafte dornen krönen Sein maje⸗ stätisch haupt! Doch mag die welt dich höhnen, Mein jesu, mir bleibst du Ein könig auch noch hier! Voll ehrerbietigkeit Beug ich die knie vor dir. 7. Seht, welch ein mensch, ach seht! Er muß, vom rohr zerschlagen, Noch in der eignen hand Des frevels werkzeug tra⸗ gen! Ach wißt, daß diese hand Ein eisern zepter trägt! Sorgt, frevler, daß sie euch Nicht einst gereizt zerschlägt! 8. Seht, welch ein mensch! schaut hin! Erblickt ihr nicht mit schrecken, Wie schmach und speichel ihm Sein antlitz überdecken! Gott, wie viel bittrer spott Trift deinen sohn um mich! Mein dank ergießt vor dir In heißen thränen sich. 9. Seht, welch ein mensch! mein herz Soll seiner stets gedenken. Ob diese leiden 204 Erste Abtheilung. mir Schon ewge freuden schenken; So laß, herr, ihrer nie Mich ohne beßrung freun, Und laß mich ja für dich Nie spott und schande scheun. Mel. Wenn mein stündlein ꝛc. 128. Seht, welch ein mensch! wie lag so schwer Auf ihm die last der fünder! Wie unaussprechlich duldet er Für euch, ihr menschenkinder! So leiden sah von anbe⸗ ginn Die erde keinen je, als ihn; So wird auch keiner leiden. 2. Der sohn des höchsten und selbst gott, Ein helfer, ein gerechter, Ward frecher! missethäter spott, Und seines volks gelächter. Wie ein verbrecher stand er da, Verklagt, verläumdet; wer ihn sah, Der sah ihn mit verachtung. 3. Ganz unbegränzt war ihre wuth, alich Den heiligsten zu plagen. Bedeckt mit striemen und mit blut, Zergeisselt und zer⸗ schlagen, Mit einem dornenkranz gekrönt, In königskleidern ausgehöhnt, Stand er vor seinen feinden. 4. Den heiden, der sein richter war, Ergriff ein menschlich schrecken: Er stellt ihn seinen brüdern dar, Ihr mitleid zu I Rihh — ——. — D —— ——2 —— ———— — — — — — 5 eih mgft hott. uder! euch, bon Soth Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 205 erwecken. Seht, welch ein mensch! ich kann ihn nicht Verdammen; denn die un⸗ schuld spricht Zu mächtig für sein leben. 5. Vergeblich, ach! vergeblich war Die menschlichkeit des heiden; Die aufgebrachte wilde schaar Sah jesu schmach mit freuden. Sein tod befriedigt sie allein; Sie stürm⸗ ten auf den richter ein Und schrien: er sterb' am kreuze! 6. Du denkest ohne schaudern nie An dieses wort der sünder; Du sprichst: die nache strafe sie, Und straft noch ihre kinder. Doch, seele, denkst du auch dabei An deine ih sünden? bist du frei Von schuld am tode jesu? 7. Sieh, welch ein mensch! er wird für dich Verschmähet und zerschlagen! Hör ihn, er spricht: ich selber, ich Muß deine sünden tragen. Die schuld ist dein! durch meinen tod Versöhn ich, sünder, dich mit gott, Und sterb' um deinetwillen. 8. O hochgelobter gottessohn, Du tilger meiner sünden, Erhöht auf deines vaters thron, Ach, laß mich gnade finden! Laß deines todes schmach und pein Gerechtigkeit und heil mir sein, Um deiner liebe willen. 206 Erste Abtheilung. Ich schwöre, welterlöser, dir, Und I10 9910 will ichs halten: So wahr du lebest, beh soll in mir Nie deine lieb erkalten. Dein— ³8 leiden und dein tod soll mich, So lang ich lebe, herr, an dich Und deine lieb erinnern. 10. Entzündet sich der lüste gluth, Lockt m mich die welt zur sünde: Dann rüste mich mit kraft und muth, Daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich zu: Denk, welch ein mensch ich war, und du, Du i wolltest mich nicht liebenꝰ* ö Bekannte Melodie. l 129. Unschuldger jesu, was hast du ver⸗ brochen, Daß man das todesurtheil dir gesprochen? Du, heiligster, bist ja in mis⸗ sethaten Niemals Kerathen. n 2. Und doch wirst du verworfen und ver⸗ höhnet, Mit einem dornenkranz zur schmach 0 gekrönet, Gegeisselt, und von schmerzen schon entkräftet, Ans kreuz geheftet.. t. —— * ———— ⏑———————— 2—pʃ·ͤKh —— ꝗ!—— 3. Was ist die ursach aller solcher pla⸗ gen? Ach, unsre sünden haben dich ge⸗ 0 schlagen. Zu ihrer tilgung hast du, herr, I erduldet, Was wir verschuldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Maag strafe! Du, guter hirte, leidest für die 0 0 Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu 207 schaafe, Die schuld bezahlst du, herr, für böse knechte, Du, der gerechte. 5. O große lieb! o liebe, kaum zu fassen; Auch mir zum heil hast du dich martern lassen. Damit ich lerne sünden ernstlich meiden, Willst du, herr, leiden. 6. Ach, großer mittler, groß zu allen zeiten, Wie kann ich gnugsam deine treu ausbreiten: Kann ich sie dir, beherrscher aller welten, Wohl je vergelten? 7. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe, Dir folge und des fleisches lüste dämpfe; So sei denn auch forthin mein ganzes leben Nur dir ergeben. 8. Gieb selbst zu diesem seligen geschäfte Mir schwachen deines guten geistes kräfte, Daß er mich zu dir ziehe und regiere, Zum guten führe. 9. Dann werd ich dankvoll deine huld betrachten, Die lust der welt, aus lieb zu dir, verachten; Mit allem eifer suchen deinen willen Treu zu erfüllen. 10. Zu deiner ehre will ich alles wagen, Kein drohen achten, keine schmach noch plagen; Mich sollen auch des bängsten todes leiden Nicht von dir scheiden. 208 Erste Abtheilung. 11. Dies alles, obs für schlecht gleich ist zu achten, Wirst du doch, mein erbarmer, nicht verachten; Du wirst dies opfer gnädig von mir nehmen, Dich mein nicht schämen. 12. Empfang ich dann dereinst vor dei⸗ nem throne, Aus deiner hand der über⸗ winder krone; So soll dich, höchster, unter engelchören Mein loblied ehren. k. Das Leiden Jesu am Krenz. Mel. Ein lämmlein geht und ꝛe. 130. Begleite mich nach golgatha, O christ, auf dessen höhen, Die welt die höchste liebe sah, Sah, was sie nie gese— hen! Komm, denke jenen worten nach, Die sterbend dein erlöser sprach. Sie kön⸗ nen dir im leben, Und, betest du gott glaubig an, Einst, wenn dich nichts mehr trösten kann, Noch trost im tode geben. 2. Hör' ihn, bei seinem größten schmerz Für seine feinde beten; Und sieh sein sanft⸗ muthvolles herz Noch sterbend sie vertre⸗ ten.„Vergieb, vergieb(ruft er gott an), „Sie wissen nicht, was sie gethan!“ Muß, mensch, dich dies nicht rühren? Auf, ahme seinem Beispiel nach: Laß nie beleidigung und schmach Zur rache dich verführen! I ch ij Thang 1 glth hmn fer schin iik! Tten Sil t du ichtol e gebl Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 209 3. Dein zärtlich herz, o herr, empfahl, Aus kindlich frommem triebe, Die mutter, unter schmerz und qual, Dem jünger dei⸗ ner liebe. Ach, wenn auch einst mein augeweint, Einst sterbend für die meinen weint, Dann soll dies wort mich trösten. Du wirst auch ihnen trost verleihn, Ihr beistand, helfer, pfleger sein, Auch sie sind dein' erlösten. 4. Wer sich bekehrt, fürcht kein gericht: O reuige verbrecher! Hört, was der mund der liebe spricht Zu dem gebeugten schächer: „Du wirst noch heut' mit mir dich freun, „Mit mir im paradiese sein!“ So ruft er ihm entgegen. O herr, dies gnadenreiche wort Schenk mir auch an des todes pfort' Erquickung, muth und segen. 5. Als jesus an dem kreuze rief: „Gott, hast du mich verlassen?“ Wie beugt ihn da sein schmerz so tief! Wer kann die leiden fassen, Die er für unsre sünden trug, Da er, unschuldig, als ein fluch, Verlassen da gehangen? Mein herr und gott, verlaß mich nicht: Du bist, auch mir zur zuversicht, In deinen tod gegangen. 14 210 Erste Abtheilung. 6. Von allem, was erquickt, entblößt, Wünscht er, der herr der erde, Daß ihm, der uns so theur erlöst, Sein durst gestil⸗ let werde. O mensch! noch jetzt ruft er zu dir Aus tausend armen neben dir, Die noth und mangel drücket. O selig, wer den ruf erfüllt! Denn wer den durst des armen stillt, Hat jesum selbst erquicket. 7. Der heiland spricht:„es ist voll⸗ bracht!“ Nun endet sich sein leiden. Es nimmt dem Tode seine macht, Dies wort des siegs und freuden. Heil uns! wer klagt uns nun noch an, Da er für uns genug gethan? Wer kann von gott uns scheiden? Gieb, daß an meinem sterbetag Auch ich mit freuden sagen mag: Voll⸗ bracht ist nun mein leiden! 8. Das letzte wort aus deinem mund Laß mir zum trost gedeihen; Mir noch in meiner todesstund, Herr, muth und kraft verleihen. Du rufest:„vater, ich befehl „In deine hände meine seel!“ Laß mich auch nicht verderben, Der du den men⸗ schen heil erwarbst: Du neigtest sanft dein haupt und starbst! Ach, laß mich auch so sterben! gott! stethe ag: lem u ir W Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 211 Mel. Werde munter, mein gemüthe ꝛc. 131. Der am kreuz ist meine liebe! Meine lieb ist jesu christ, Dem ich treu zu sein mich übe, Weil er mein erlöser ist. Jede sünde hasset gott, Ihre liebe bringt den tod: Jesum will ich nie betrüben, Meinen jesum will ich lieben. 2. Der am kreuz ist meine liebe! Sün⸗ der, was befremdets dich, Daß ich jesum christum liebe? Er, mein heiland, starb für mich; Er hat mich mit gott versöhnt, Hat mit gnade mich gekrönt. Jesum will ich nie betrüben, Meinen jesum will ich lieben. 3. Der am kreuz ist meine liebe! Aller sünd entsag ich gern, Daß ich ihn nur nicht betrübe, Meinen heiland, meinen herrn. Sünde tritt sein blut mit hohn, Kreuzigt wieder gottes sohn; Drum will ich ihn nie betrüben, Meinen jesum will ich lieben. 4. Der am kreuz ist meine liebe! Schweig, gewissen, gott vergiebt. Darum preist gott seine liebe, Weil sein sohn stirbt, der mich liebt. Wer verdammt nun? gott ist hier! Gott verzeiht durch christum mir. Jesum will ich nie betrüben, Meinen jesum will ich lieben. 14⁵ 212 Erste Abtheilung. 5. Der am kreuz ist mein vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, Keine noth, kein todesgrauen, Reißt von dir mich, jesu christ; Nicht gewalt, nicht gold, nicht ruhm, Engel nicht, kein fürstenthum. Dich, dich will ich ewig lieben, Nie mit sünden dich betrüben. 6. Der am kreuz ist meine liebe! Kommt der tod, er ist mein freund! Dies verwes⸗ liche zerstiebe; Dann werd ich mit gott ver⸗ eint. Auf des glaubens kurzen streit Seh ich seine herrlichkeit. Jesum will ich nie betrüben, Ewig meinen heiland lieben! In bekannter Melodie. 132. Du, der voll blut und wunden Für uns am kreuze starb, Und unsern lebens⸗ stunden Den größten trost erwarb: Du, der sein theures leben, Noch eh ich war, auch mir Zum heil hast hingegeben: Mein jesu, dank sei dir. 2. Entblößt von allem reize, Der men⸗ schen wohlgefällt, Hingst du an deinem kreuze, Ein fluch vor aller welt. Da folgte schmerz auf schmerzen, Da traf dich spott und schmach, Schwer lag auf deinem her⸗ zen Angst, die das herz dir brach. — —— — ——=— D==. .—.— Koqmy Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 213 3. Wer kann dir nachempfinden Den schmerz, die todesangst, Mit welcher du, von sünden Uns zu erretten, rangst. Die last gehäufter plagen Fiel da so schwer auf dich, Daß sie dich drang zu klagen: Gott, wie verläßt du mich! 4. Ach diese last und mühe Hab ich dir auch gemacht. O mein erlöser, siehe Vom throne deiner macht In gnaden auf mich armen, Der sich verschuldet hat, Und hilf mir aus erbarmen Von meiner missethat. 5. Ich will auf dich stets sehen Mit aller zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? Verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich ruhe finden, Wenn du mich, herr, nicht liebst? Wo reinigung von sünden, Wenn du sie mir nicht giebst? 6. Du hast mir durch dein leiden Verge⸗ bung, beßrungskraft, In trübsal trost und freuden, Die ewig sind, verschafft. O gieb an dieser gnade Auch meinem glau⸗ ben theil, Und auf des lebens pfade Mir muth, kraft, trosst und heil.. 7. Mit innig frohem triebe Bring ich dir meinen dank; Die größte deiner liebe Bleibt stets mein lobgesang, Gieb nur, daß 8 214 Erste Abtheilung. ich mich halte Zu dir mit gegentreu, Daß, wenn ich einst erkalte, Ich noch der deine sei. 8. Belebe dann mein hoffen, Zum him⸗ mel einzugehn. Laß mich im geist ihn offen, Und dich verherrlicht sehn. Da ruf ich dann mit freuden: Nimm meinen geist, herr, auf! Und du nimmst ihn im scheiden Zu deiner wonn' hinauf. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 133. Es ist vollbracht! ruft nach dem leiden Des sterbenden erlösers mund. O wort voll trosts und heilger freuden! Du machst mir die erlösung kund. Das große opfer ist geschehn, Das gott auch mir zum heil ersehn. 2. Mein jesus stirbt! die felsen beben; Der sonne schein verlieret sich; Im tode dringt ein neues leben; Der heilgen gräber öffnen sich; Der vorhang reißt, die erde kracht; Der welt versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein heil, hast du vollen⸗ det, Als dir das herz im tode brach! Du hast die straf hinweggewendet, Die auf der welt voll sünder lag, Und uns aus finstrer todesnacht Zur frohen ewigkeit gebracht. gl mit x Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 215 4. O hilf mir, herr, nun auch vollbrin⸗ gen, Was wahre dankbarkeit begehrt; Laß nach der heiligung mich ringen, Dazu dein tod mir kraft gewährt. O stärke mich dazu mit macht, Bis meine bess⸗ rung ist vollbracht. 5. Du litt'st so viel zu meinem leben. Wie, sollt ich nicht voll eifer sein, Mich deinem dienste zu ergeben? Sollt ich dabei vor schmach mich scheun? Dein dienst, mein heiland, sei mein ruhm; Denn ich bin ganz dein eigenthum. 6. Soll ich, bei dir ergebnem herzen, Auch hier durch manche trübsal gehn, Und hat mein gott gehäufte schmerzen Zu mei⸗ ner prüfung ausersehn; So laß die hoff⸗ nung mich erfreun: Auch das wird einst geendigt sein. 7. Fühl ich zuletzt des todes schmerzen, So stärke mich in solcher last, Und mach es lebhaft meinem herzen, Daß du den tod besieget hast. So geh ich froh zur grabes⸗ nacht Mit siegsgesang: es ist vollbracht! In eigner Melodie. 134. Jesu, meines lebens leben! Jesu, meines todes tod! Jesu, für mich hinge⸗ 216 Erste Abtheilung. 1 geben In die tiefste seelennoth! Ach, du un scheutest kein verderben, Nur, daß ich nicht durfte sterben: Tausend, tausendmal sei dir, Liebster jesu, dank dafür. l 3. Du, ach, du hast ausgestanden Läster⸗ nd reden, spott und hohn, Speichel, schläge, i strick und banden, Du gerechter gottessohn, WHH. Nur mich von den sündenketten Und vom hn tode zu erretten: Tausend, tausendmal sei„ dir, Liebster jesu, dank dafür. sh 3. Ach, zu heilen meine plagen, Und mie für meine seelenruh, Ließest du dir wunden schlagen: Wer war mehr geplagt, als du?) Ja, du ließest, mir zum segen, Dich mit Msu fluch und tod irn a Tausend, tausend: mal sei dir, Liebster jesu, dank dafür. ch 4. Ach wie hart warst du verhöhnet, Und uih 1 sogar zur bittern schmach Mit der dornen⸗ + kron gekrönet! Was littst du für unge Wc mach? Mir einst kronen aufzusetzen, Muß⸗ W ten dornen dich verletzen: Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, Liebster jesu, dank dafür. ö 5. Gern ließest du dich schlagen, Abzu⸗faunt wenden meine pein; Ließest fälf schlich dich ftiy verklagen, Daß ich könnte sicher sein; Daß ft ich mögte trostreich prangen, Hast du ohne dlig Hnet, dth Tür en, M End, V nM I, M hlih din, A I Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 217 trost Fahrten de Tausend, tausendmal sei dir, Liebster jesu, dank dafür. 6. Du warst ganz von fluch bedecket, Und littst alles mit geduld; Herben tod hast du geschmecket, Um zu büßen meine schuld. Daß ich würde losgezählet, Wardst du bis zum tod gequälet: Tausend, tau⸗ seudmal sei dir, Liebster jesu, dank dafür. 7. Deine tiefe demuth büßte Meines sinns vermessenheit, Und dein herber tod versüßte Mir des todes bitterkeit. Was dich quälte, wird mir armen Heil und trost, durch dein erbarmen: Tausend, tausend⸗ mal sei dir, Liebster jesu, dank dafür. 8. Nun, ich danke dir von herzeu, Jesu, für gesammte noth, Für die marter, für die schmerzen, Für den herben bittern tod; Für dein zittern, für dein zagen, Für die tausendfachen plagen, Ja für alle deine pein Will ich ewig dankbar sein. Mel. In allen meinen thaten ꝛc. 135. O welt, sieh hier dein leben Am stamm des kreuzes schweben; Dein heil sinkt in den tod. Der große herr der ehren Läßt willig sich beschweren Mit banden, schlägen, hohn und spott. 218 Erste Abtheilung. 2. Tritt her und schau mit fleiße, Sein leib ist ganz mit schweiße Des blutes über⸗ füllt. Aus seinem edlen herzen, Für un⸗ erhörte schmerzen, Ein seufzer nach dem WI ö andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, Mein In heil, und dich mit plagen So übel zuge⸗ richt't? Du bist ja nicht ein sünder, Wie andre menschenkinder; Von missethaten weißt du nicht. 4. Wir, wir und unsre sünden, Der sich so viele finden, Als sandes an dem meer; Die haben dich geschlagen, Die brachten diese plagen Und diese martern auf dich her. W. N 5. Auch ich, ich sollte büßen, Die strafe leiden müssen, Entbehren gottes huld; Die geisseln und die banden, Und was du aus⸗ gestanden, Verdient ich wegen meiner schuld. 6. Du nimmst auf deinen rücken Die hn lasten, die mich drücken, Bis zum ertöd⸗ hh, ten schwer. Du wirst ein fluch, dagegen Erwirbst du mir den segen; Wie herrlich und wie groß ist der! 7. Du setzest dich zum bürgen; Ja, lässest dich erwürgen Für mich und meine schuld; Du Für mich läßt du dich krönen Mit dornen, eiße, Li Ules utt „ Jin ch den, M Tübel Ider, lifsethe U, Dui em m e bla Idih! Dief Shu LIIL Mer st ücken! um el „ dagl ie hele J i ne fhl lit domd Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 219 die dich höhnen, Und leidest alles mit geduld. 8. Du gehst, auch meinetwegen, Der todes⸗ nacht entgegen Mit wahrem heldenmuth; Du stirbst, mir vom verderben Errettung zu erwerben, Und alles thust du mir zu gut. 9. Hoch bin ich dir verbunden, Mein heil, zu allen stunden Bin ich dein eigen⸗ thum. Es thätig zu beweisen, Soll seel' und leib dich preisen. Mein ganzer wan⸗ del sei dein ruhm. 10. Was könnt in diesem leben Ich dir sonst wiedergeben? Das, jesu, will ich thun: Es soll dein tod und leiden, Bis leib und seele scheiden, Mir stets in mei⸗ nem herzen ruhn. I1. Ich wills vor augen setzen, Mich stets daran ergötzen, Ich sei auch, wo ich sei; Es soll mir sein ein spiegel Der un⸗ schuld, und ein siegel Von deiner großen lieb und treu. 12. Wie strenge gott verbrechen An denen einst wird rächen, Die seine huld verschmähn; Wie viel die werden leiden, Die nicht die sünde meiden, Will ich aus deinen leiden sehn. 220 Erste Abtheilung. V * 40 höchsten rath zu ehren, Auch wenn er trüh. sal schickt. Ich will des lebens plagen Ge 1.1½f trost und willig tragen, Bis gottes hülfe 0 ö I 2—— den, Dem nächsten seine schulden, Wi mg 1 du, von herzensgrund verzeihn. will ich fliehn und lassen, Geftel es auch der ganzen welt. Id 16. Soll ich denn endlich sterben, So laß iM dein reich mich erben, Und so getrost, wie mE du, Den geist an meinem ende In deines uch vaters hände Befehlen zu der ew'gen ruh. I Mel. Jesus, meine zuversicht ꝛc. D oder: Meinen jesum laß ich nicht ꝛc. 136. Seele, komm zum golgatha, Hin zu deines jesu kreuze, Und bedenke, was sesh dich da Für ein tod zur buße reize. Hier 9. kannst du nicht fühllos sein; Hier muß dich die sünde reun. —— Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 221 2. Schaue jesum, dir zu gut, Hier am kreuze hülflos hangen. O wie strömet hier sein blut! Alle kraft ist ihm vergangen. Gott, was duldet er für noth! Jesus dul⸗ det meinen tod. helte 3. O lamm gottes, ohne schuld, Alle „ un strafen meiner schulden Willst du willig, hill üVblos aus huld, Um mich zu befrein, er⸗ Ulden h dulden: Selbst am kreuze willst du dich, u. Herr, jetzt opfern, herr, für mich. Agen.“ 4. Solche liebe kann ich dir Nimmer, as u½ mein heil, vergelten; Viel zu wenig ist Issen, dafür Aller reichthum aller welten. Was liel Vich habe, herr, ist dein! Ach, wie soll ich dankbar sein? Hen, 5. Nun ich weiß, was du begehrst: Dies Hetth mein herz soll ich dir geben. Dir gehört Iuh es, du gewährst Ihm auch unschuld, heil Twam und leben. Dein, o jesu, seis in noth, Dein im leben, dein im tod. * 6. Laß mich nur vor dir bestehn; Laß gath, mich in der trüsal stunden Deiner liebe Hent, größe sehn, Deine huld in deinen wunden; 13f. Und, wenn ich zu ihnen flieh, Ach, so Eruh tröste mich durch sie. ehren, emag Plagg Nuttes ———————— 222 Erste Abtheilung. 7. Was duͤ hassest, laß mich, herr, Stets verabscheun und verachten; Laß mich im⸗ mer eifriger Nur nach deinem reiche trach A. ten, Führe mich durch glück und leid, Wie du willst, zur seligkeit. 8. Laß mich auch die letzte noth Froh und standhaft überwinden! Nirgends müsse mich der tod Als im stand der gnade finden, Wer sich dich zur zuflucht macht, Spricht getrost: es ist vollbracht! ö 1———.15 O lamm gottes, unschuldig. 137. Sieh, gott und herr, wir fallen Anbetend vor dir nieder. Zu deinem him⸗ mel schallen Die jubel deiner brüder. Du hast den sieg errungen, Für uns den tod verschlungen. Preiß sei dir ewig, o jesu! 2. Du sahst von fern die bande, Die dir die bosheit drohte; Sahst vor dir qual und schande Und martern bis zum tode. Doch du, voll huld und gnade, Giengst gern die marterpfade. Preiß sei dir ewig, o jesu! 3. Vor deinem antlitz standen Der adams kinder schulden. Was diese nie empfanden Von qualen, willst du dulden: Durch mar⸗ ter, tod und thränen Willst du uns, hen, versöhnen. Preiß sei dir ewig, o jesu! 34 1—ν Mieh at t, Eeet Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 223 4. Von tiefer angst erschüttert, Lagst du vor gott im staube. Wie hattest du gezit⸗ tert! Doch überwand dein glaube. Dich faßte todesgrauen; Doch bliebst du voll vertrauen. Preiß sei dir ewig, o jesu! 5. Für uns untreue kinder Wardst du mit schmerz geschlagen; Für uns, die gro⸗ ßen sünder, Hast du den fluch getragen; Für uns den sieg errungen, Dir singen alle zungen Preiß, dank und ehre, herr jesu! Mel. Herzlich lieb hab' ich dich ꝛc. 138. Um gnade für die sünderwelt Fleht jesus, blutend und entstellt Vom grimm der bösen rotten. Er fühlet zwar der feinde wuth, Die, nicht gesättiget von blut, Am kreuz ihn auch verspotten. Doch sieht er mit erhabnem blick Von ihnen weg, auf den zurück, Den diese schaar in ihm entehrt; Ruft, daß es erd und himmel hört: Ver⸗ gieb, o gott! Und führe nicht Sie ins ge⸗ richt; Das, was sie thun, verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seh ich diese huld. Wie mitleidsvoll ist die geduld, Die mördern so begegnet! Ihr, die ihr euren heiland ehrt, Fühlt seiner großmuth hohen werth, Die selbst die feinde segnet. Er hat, durch 224 Erste Abtheilung. segnendes gebet, Auch uns ein ewig heil erfleht. Er sagt auch uns, zu unsrer ruh, Erbarmen und vergebung zu. Herr jesu christ! Gelobt seist du Für deinen tod! Gott ist durch dich noch unser gott. 3. Daß gott mit langmuth und geduld, Auch selbst bei sehr gehäufter schuld, Der sünder dennoch schonet; Daß er so liebreich ihrer denkt, Und ihnen frist zur buße schenkt, Eh nach verdienst er lohnet: Daß ich noch fröhlich sagen kann: Auch mich, mich sün⸗ der, nimmt gott an! Hast du durch deiner fürsprach kraft, Mein treuer heiland! mir verschafft. O jesu christ! Mein herr und gott! Mein herr und gott! Vertritt du mich bis an den tod. 4. Wird je mein herz vom troste leer, Weil meiner sünden furchtbar heer Aufs neue mich erschrecket; O dann versichre mich aufs neu, Du stehest mir als mittler H bei, Der meine schuld bedecket. Mein geist blickt glaubensvoll auf dich, Und freuet deiner hülfe sich. Beschließ ich meine pil⸗ gerschaft, So stärke mich mit neuer kraft. Herr jesu christ! Der letzte kampf wird mir versüßt, Wenn du mein trost im tode bist. 130. 4 H W fs ertlit Tostk. heet! dl E Meiht Mein jesus ruft: es ist vollbracht! Der 15 Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 225 5. Wohl mir, wenn ich dir ähnlich bin; Drum flöße deinen sanften sinn Doch auch in meine seele: Gieb, daß, bei unverdien⸗ tem schmerz, Ich dir des feindes heil und herz Und meine sach' empfehle. Besänftige mein reges blut; Und flammt des zornes wilde glut Mein herz zur rachbegierde an: O so erinnre mich daran, Herr jesu christ! Wie du am kreuz Durch dein gebet Selbst deinen mördern gnad' erfleht! 6. Mich tröste dein versöhnungstod, Es bilde mich dein geist, mein gott, Daß ich dir ähnlich werde. O zeuch mich, du erhöh⸗ ter held, Zu dir hinauf vom dienst der welt, Zum himmel von der erde! Du bist das haupt, wir folgen dir. Zeuch dir uns nach, so laufen wir; So wollen wir uns deiner pein, Und deiner fürsprach ewig freun. Herr jesu christ! Wie selig ist, Wie selig ist Der mensch, dem du ein heiland bist. I. Ueber die Wunder bei dem Tode Jesu. Mel. Ich hab' mein sach' gott ꝛc. 139. Nun ist es alles wohlgemacht, 226 Erste Abtheilung. neigt sein haupt, o mensch, und stirbt, Der dir erwirbt Das erbe, welches nie verdirbt. 2. Der, dem an hoheit keiner gleicht,‚ Der herr der herrlichkeit erbleicht. Was wunder, daß die erde kracht, Und dicke nacht Verhüllt der sonne glanz und pracht. 3. Das heiligthum steht aufgedeckt, Die felsen bersten, alles schreckt; Der todten gräber öffnen sich. Wie sichtbarlich Zeigt hier der gottheit finger sich. 4. Weil denn die kreatur sich regt, So werd' auch du, mein herz, bewegt. Em⸗ pfinde reuvoll deine schuld; Aus gottes Starb jesus auch für deine schuld. huld 5. Sein tod(o nimm es wohl in acht! Hat trost und heil auch dir gebracht. Ver⸗ ehre den, der bis zum grab Sich für dich gab, Und stirb dem sündenleben ab. 6. Ja, vater, unter pein und hohn Erbleicht am kreuz dein eigner sohn. Nun ist kein zweifel, deine huld Tilgt meine schuld, Und trägt forthin mit mir geduld. 7. Hin auf sein kreuz will ich stets sehn Und dankvoll seine treu erhöhn; Trost soll er mir im sterben sein, Mich dann erfreun. So schlaf ich sanft und ruhig ein. 2—...—II——————9——— —— —— —— — —— —— D———2 ——.——— ——.—————— Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 227 8. Und dient ich nun der sünde nochꝰ Fern sei von mir ihr schnödes joch! Auf, seele, daß du dich erhebst, Nur jesu lebst, Ihm zu gefallen dich bestrebst. 9. Ertödte selbst in meiner brust, Mein heiland, jede böse lust; Dein tod, der mir das leben schafft, Verleih mir kraft Im kampf mit meiner leidenschaft. 10. Gestärkt von dir, besieg ich sie, Und scheue dabei keine müh. Ich setze freudig auf dein wort Den kampf hier fort, Und volle ruh erwart ich dort. 11. Wie dank ich dir, herr jesu christ, Daß du für mich gestorben bist! Dich preis ich hier schon hocherfreut, Doch, nach der zeit Noch froher in der ewigkeit. m. Begräbniß Jesu. Mel. O traurigkeit, o herzeleid ꝛc. 140. Am kreuz erblaßt, Der marterlast, Der todesqualen müde, Findet mein erlö⸗ ser erst In dem grabe friede. ö 2. Ein heil'ger schmerz Durchdring n mein herz; Und herr, was kann ich sagen? Nur an meine brust kann ich, Tief gerüh⸗ ret, schlagen. 1.3 ö 228 Erste Abtheilung. 0 3. Du schützest mich, Und über dich 0 Gehn aller trübsal wetter. Sterben woll⸗ I „ test du für mich, Einziger erretter. uh 4. Du hasts gethan. Dich bet ich an, ns Du könig der erlösten; Dein will ich im tode mich Glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! Riefst du mit zhh macht. Du zeigst, daß du dein leben, Mein IN versöhner, göttlich frei Habest hingegeben. 6. Hochheilge that! Des höchsten rath g Will ich in demuth ehren. Der erwerber ¶ meines heils Wird mirs einst erklären. ö 7. Allmächtig rief Er, der entschlief, 144 Den todten; sie erstanden. Leicht ent⸗ hun Daulden der lebensfürst Sich des todes; ah. anden. I 8. Das finstre thal Will ich einmal sthß Diuᷣurchwandeln ohne grauen; Denn durch n dich, erlöser, ist's Mir der pfad zum sin P¶* schauen. 90 9. Ich preise dich, Erforsche mich, Und „ siehe, wie ichs meine; Ja, du siehst es, wenn ich still Meinen dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, So werde mein m In ewigkeit vergessen. Herr, ich will, I so lang' ich bin, Deine lieb' ermessen. Rig S ——— — 2— Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 229 In voriger Melodie. 141. Zur grabesruh Entschliefest du,‚ Der du für uns gestorben, Und am kreuz uns schmerzenvoll Ew'ges heil erworben. 2. Du bist erblaßt, O herr, und hast Doch in dir selbst das leben. Gleich den ehen hielt dich Einst das grab um⸗ geben. 3. Doch, heil sei mir, Du konntest hier Nicht die verwesung sehen. Bald hieß dich des höchsten kraft Aus dem grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, Mein lebens⸗ fürst, Wie dich, auch mich erwecken; Sollte denn mein glaubigs herz Vor der gruft erschrecken? 5. Hier werd ich einst, Bis du er⸗ scheinst, In sanftem frieden liegen. Denn durch deinen tod kann ich Tod und grab besiegen. 6. Ihr, die die welt Gefesselt hält, Zagt nur vor der verwesung. Ich, ich hoff' in christo einst Meines leibs erlösung. 7. Nein, nichts verdirbt, Selbst das, was stirbt, Der leib, wird auferstehen, Und zu himmelsglanz verklärt, Aus dem grabe gehen. 230 Erste Abtheilung. 8. So sink ins grab, Mein leib, hinab! Ich will mich drum nicht kränken; Son⸗ 11 dern, jesu, mir zum trost, An dein grab Im gedenken. Rald H 14) Von der Auferstehung Jesu. 1 Mel. Sei lob und ehr dem ꝛc. A oder: Lobsinget gott, und ꝛc. Nr. 5. e 142. Bringt preiß und ruhm dem hei⸗ ne land dar! Frohlockt ihm, alle frommen! Er, der für uns getödtet war, Ist aus 6 dem grab gekommen. Gelobet seist du, jesus christ, Daß du für uns gestorben W bist, Und siegreich auferstanden. W 2. Dein leben in der majestät Befestigt u unsern glauben. Wer kann, da dich dein e gott erhöht, Den großen trost uns rauben: Daß du uns von der sünde macht Be⸗ I freiung hast ans licht gebracht; Den him⸗ mel uns geöffnet. fhng 3. Gott selbst, der dich dem grab ent⸗ shh rückt, Hat dem, was du gelehret, Der Mn wahrheit siegel aufgedrückt, Und dich als d sohn geehret; Und deines opfers hohen Nu nes opser. Il werth Hat er aufs herrlichste bewährt, Da mm er dich auferwecket. ehhhlz fromp Iii sist gestch . t Wil dichb l lacht Denb Von der Auferstehung Jesu. 231 4. Erstandner! ich frohlocke dir, Daß du nun ewig lebest. Du lebst und siegst, daß du auch mir Das ewge leben gäbest; Daß du auch mein erretter seist, Und neue kräfte mir verleist, Mit freuden gott zu dienen. 5. Mein herr, mein gott, hilf mir dazu! Befreie mich von fünden. Laß mich für meine seele ruh Im frieden mit gott finden! Und pflanze deinen sinn in mir, Damit ich, gott ergeben, hier, Als dein erlöser, wandle. 6. Dein ist das reich, dein ist die macht, Berstorbne zu erwecken. Du russt einst, und der gräber nacht Wird uns nicht ewig decken. Wie du, herr, auferstanden bist, So werd' auch ich, o jesu christ, Durch dich einst auferstehen. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, Im glauben an dich wandeln, Und jeder⸗ zeit nach deinem sinn, Und stets rechtschaf⸗ fen handeln; Daß ich, wenn ich einst auf⸗ ersteh, Und dich, des todes sieger, seh, Vor dir dann nicht erschrecke. 8. Da, wo du bist, da soll auch einst Dein jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wenn du nun erscheinst, Zu deiner freud erheben. Laß dieses auch mein erbtheil 232 Erste Abtheilung. sein; So werd' ich ewig dess' mich freun, Daß du vom tod erstanden. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher ꝛc. 143. Das grab ist leer; des höchsten sohn Verließ des todes banden! Nun schal⸗ lete der jubelton: Der herr ist auferstan⸗ den. Herr, ven der engel so gepreist, Ent⸗ reiße du doch meinen geist Den lüsten die⸗ ser erde, Daß er dir heilig werde! 2. Ich sterblicher vermag noch nicht Mit dir empor zu steigen, Als bis einst diese hütte bricht. Wird dann mein haupt sich neigen; So nimm du nach vollbrachtem lauf Auch mich in deinen himmel auf; Nimm, herr, an meinem ende Den geist in deine hände. 3. Doch soll ich einst, o gottessohn, In deinem reich dich sehen, So muß ich auf der erde schon Vom sündentod aufstehen: Der lebt nicht, den die lust der welt Und ihre pracht gefesselt hält. Nach gott und tugend streben, Nur das heißt wirklich leben. 4. Du auferstandner menschenfreund, Erweck in mir die triebe, Durch die man sich mit dir vereint, Den glauben und die liebe! Ich will, o herr, dein eigen sein: — Isuh mele Denl sohh, ich h chen. I ndth lehth Feuftc diel n l igel 6 Von der Auferstehung Jesu. 233 Laß mich mit ernst die sünde scheun; Und gieb selbst muth und kräfte Zum heili⸗ gungsgeschäfte. 5. So kann ich als ein wahrer christ Jetzt leben und einst sterben: Und endlich da, wo du nun bist, Vollkommne freuden erben. Dahin, mein heiland, hilf du mir; So bring ich, ewig froh in dir, Mit dei⸗ ner frommen menge Dir lob- und dank⸗ gesänge. Mel. Erschienen ist der herrlich ꝛc. 144. Dein heiland lebt, o christenheit! Heil dir in zeit und ewigkeit! Das grab ist leer, der sieg ist sein; Und wir, o jesu! wir sind dein. Gelobt sei gott! 2. Wo ist dein stachel nun, o tod? Der heiland starb, und bleibt doch gott: Nun bleibt auf seines vaters thron, Zu unserm trost, des menschen sohn. Gelobt sei gott! 3. Gelobt, gelobt sei jesus christ, Daß er vom tod erstanden ist! Lob sei dem herrn der herrlichkeit Von ewigkeit zu ewigkeit. Gelobt sei gott! 4. Auf diesen felsen will ich baun: Er lebt! dies stärket mein vertraun. Er flehet 234 Erste Abtheilung. noch zu gott für mich, Fleht göttlich, und en ö fleht brüderlich. Gelobt sei gott! IuR —8 Bei aller leiden ungestüm Sei dies„% ein trost: ich leb mit ih. Das haupt vn läßt f seine glieder nicht: Dies bleibe meine“ 1 zuversicht. Gelobt sei gott! hn 6. Leb' ich, so sorget er für mich; Sterb Hün ich, 90 nimmt er mich zu sich: Denn wo er ist, da soll ich sein: Nun kann ich meines wüs 91100 freun. Gelobt sei gott! E 7. Er führt mir nach des todes ruh Auch 10 ö meine Beben wieder zu. Erwachen werden wir zugleich Und mit ihm eingehn in sein un reich. Gelobt sei gott! 1 ö 8. Durch seiner a n kraft Aur ö end ich meine pilgrimsck haft. Herr, hilf mir nur, daß ich dir treu, In guten tha ih ten fleißig sei. Gelobt sei gott. 4 9. Dann rufe mich, wenn dirs gefällt⸗ Aus dieser sündenvollen welt, Und führe H mich an deiner hand Hin in mein himm⸗ G lisch vaterland. Gelobt sei gott! ö ö In voriger Melodie. selle 145. Der herr hat alles wohl gemacht! 216 Nun ist das große werk vollbracht! Nun Hanhg Von der Anferstehung Jesu. 235 ist die welt mit gott versöhnt, Und jesus ist von gott gekrönt. Gelobt sei gott! 2. Aus liebe sandt gott seinen sohn, Der litt von menschen schmach und hohn, Und starb, stieg aus dem grab hervor, Und siegreich schwang er sich empor. Ge⸗ lobt sei gott! 3. Er hat auf erden gott geehrt, Gewan⸗ delt so, wie er gelehrt. Folgt, christen, christi lehr' und rath; Thut, was er euch zum fürbild that. Gelobt sei gott! . Er, der sein leben für uns gab, Für uns verläßt er auch sein grab. Zerstört ist nun des todes macht, Unsterblichkeit ans licht gebracht. Gelobt sei gott! 5. Er ist im himmel noch mein freund; Ich bin als glied mit ihm vereint: Er, der versöhnend für mich litt, Fühlt seiner freunde leiden mit. Gelobt sei gott! Mel. Vor deinen thron tret ꝛe. 146. Dich bet ich an, erstandner held, Erretter einer sünderwelt: Du, unsre zuflucht für und für, Froh huldigt meine seele dir. 2. Um deinen thron, der ewig steht, Glänzt wahrheit, heil und majestät: Ich 236 Erste Abtheilung. nahe mich voll zuversicht Zu dir; denn du 0 verwirfst mich nicht. n 3. Herr, meine seele preiset dich. Erlöst hast du auf ewig mich: So wahr du selbst vom himmel kamst, Dein leben gabst und wieder nahmst! 4. Wer ists, der mich verdammen kann? Ich glaub' an dich, und sage dann: Der gott, durch den die himmel sind, Der ist in n vater, ich sein kind. Nun ist dies erste leben mir Ein Regenreicher weg zu dir. So lang ich hier l bin, herr, mein heil, Hab ich an deinem n frieden theil. 6. Zwar trifft noch mancher schmerz uns. hier, Noch, o erbarmer, sterben wir! Doch du regierst und wir sind dein, Und ewig ml werden wir es sein! mhtz 7. Ich weiß, daß mein erlöser lebt: O trost, der meinen geist erhebt! Hierdurch“ gestärkt, seh ich aufs grab Mit unerschrock 1 nem aug' hinab. 10 8. Welch neue welt voll seligkeit Erwar⸗ ö tet mich nach dieser zeit! Da findet der g verklärte christ Das heil, das unaussprech⸗ aartdug lich ist. um ng Den ich. Ei d fl gabiy Ren fn mn.“ „ V mir Ing ih In dW mene Ibir“ Unde öser! Hilth nersch Von der Auferstehung Jesu. 237 9. Der du für unsre seele wachst, Sie zu dir ziehst und selig machst, Laß mich mit freudigem vertraun Im tod auf dich, vollender, schaun! Mel. Vom himmel hoch, da komm ꝛc. oder: Wo gott zum haus nicht ꝛc. 147. Erinnre dich, mein geist, erfreut Des hohen tags der herrlichkeit. Halt im gedächtniß jesum christ, Der von dem tod erstanden ist. 2. Fühl alle dankbarkeit für ihn, Als ob er heute dir erschien; Als spräch er: friede sei mit dir! So freue dich, mein geist, in mir. 3. Schau über dich und bet ihn an. Er mißt den sternen ihre bahn. Er lebt und herrscht mit gott vereint, Und ist dein könig und dein freund. 4. Kraft, ruhm und hoheit immerdar Dem, der da ist, und der da war! Sein name sei gebenedeit Von nun an bis in ewigkeit. 5. O glaube, der das herz erfreut, Was ist der erde herrlichkeit, Wenn sich mein geist das glück gedenkt, Das jesus hier und dort mir schenkt. 238 Erste Abtheilung. RRu 6. Vor seinem thron, in seinem reich, M. ö Unsterblich, heilig, engeln gleich, Und Isen ewig, ewig selig sein, Herr, welche herr⸗ 4 lichkeit ist mein! initin 7. Mein herz erfreut sich dess schon W hier; Lieb' und verwundrung kämpft in mir, Und voll von ehrfurcht, dank und pflicht, Fall ich, gott, auf mein angesicht. 8. Du, der du in den himmeln thronst, WI. Ich soll da wohnen, wo du wohnst; Und we du erfüllst einst mein vertraun, Verkläret dich dort anzuschaun. 9. Ich soll, wenn du, des lebens fürst, III Mit majestät einst kommen wirst, Erweckt aus meinem grabe gehn, Und froh zu dei⸗ ner rechten stehn. 10. Erhabner mittler, gottes sohn, Mit engeln dort vor deinem thron, Mit allen a frommen aller zeit Soll ich mich freun in ewigkeit. I II. Zu welchem glück, zu welchem ruhm sohng Erhebt uns nicht das christenthum! Mit m dir gekreuzigt, gottes sohn, Sind wir auch haln auferstanden schon. 12. Nie komm es mir aus meinem sinn, n Was ich, mein heil, dir schuldig bin Aangez 2 thh Ohst. Berll V Von der Auferstehung Jesu. 239 Damit ich mich, in liebe treu, Zu deinem bilde stets erneu. 13. Er ists, der alles in uns schafft; Sein ist das reich, sein ist die kraft; Halt im gedächtniß jesum christ, Der von dem tod erstanden ist. Mel. Erschienen ist der herrlich ꝛc. 148. Er ist erstanden, jesus christ, Der unser trost und heiland ist! Er ist nicht mehr des todes raub; Als sieger tritt er auf den staub. Gelobt sei gott! 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, Eh er für uns das leben ließ: Drei tage sollen nicht vergehn, So werdet ihr mich lebend sehn. Er hats erfüllt! 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr Sollt leben, gläubige, mit mir! Ich komme, meine Stimme ruft: Verlaßt, ihr todten, eure gruft, Und folgt mir nach! 4. Er wirds erfüllen, jesus christ, Der selbst vom tod erstanden ist: Durch ihn ist unvergänglich heil Und neues leben unser theil, In ewigkeit. Mel. Jesus, meine zuversicht ꝛc. 149. Freue dich! des herren tag Hat die nacht der furcht vertrieben. Christus, der 240 Erste Abtheilung. die welt erlöst. 2. Er ist gottes ew'ger sohn. er auch gepriesen! Seiner feinde schaar zum hohn Hat er sichtbar es bewiesen. Er et bn durch die that, Was er prophezei⸗ et hat. 3. Unsre schulden sind zwar groß; Doch wir dürfen nicht verzagen, Gott läßt un⸗ sern bürgen los, Der sie büßend hat getra⸗ gen. Jesus ist mit preiß gekrönt, Und wir sind mit gott versöhnt. 4. Sterben war der sünden sold; Nun ist christus unser leben, Der für unsre im grabe lag, Ist im tode nicht geblieben. O wie hoch sind wir getröst't! Jesus hat WW Ewig sei schuld nicht gold, Nein, sich selber hinge⸗ geben. Er hat aus des grabes nacht Neues leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine kraft? Grab, wo sind nun deine ketten? Hier ist gott, der hülfe schafft; Hier ist jesus, der kann retten, Wenn gleich unser fleisch und bein Wird in staub verwandelt sein. 6. Herr, dies glaub ich, dir zum ruhm, Und mein trost ist nicht vergebens, Denn ich bin dein eigenthum, Du der schöpfer Jold, dfür Iber h Icht N ft: 0 List! dell mv aum 116,1 shl Von der Auferstehung Jesu. 241 meines lebens. Hocherfreuet sing ich dir Jetzt und ewig dank dafür. Mel. Es ist das heil uns kommen ꝛe. 150. Freiwillig hast du dargebracht Für uns, o herr, dein leben. Du hattest, es zu lassen, macht; Macht, wieder dirs zu geben. Und darum liebte dich dein gott, Weil du, gehorsam bis zum tod, Dich hast für uns erniedrigt. 2. Du warst nur eine kleine zeit Von deinem gott verlassen: Er krönte dich mit herrlichkeit, Die sterbliche nicht fassen. Dein kreuz, daran man dich erhöht, Ver⸗ wandelt sich in majestät, Denn du gingst aus dem grabe. 3. Gehaßt in deiner niedrigkeit, Warst du ein ziel des spottes, Und zeigtest doch zu gleicher zeit An dir die hoheit gottes. Dein kreuz schien zwar der welt ein gräul; Doch sterben für der feinde heil, Dies ist die höchste tugend. 4. Dein reich war nicht von dieser welt, Dein ruhm nicht menschenehre. An de⸗ muth groß, an lieb' ein held, Und göttlich in der lehre; Geduldig und von sünden 242 Erste Abtheilung. rein, Gehorsam bis zum kreuze sein; Dies 6 war, herr, deine größe. Mih K 5. Nun irren mich nicht schmach und nh spott, Noch deines kreuzes schanden. Du bist mein herr, du bist mein gott; Denn ind du bist auferstanden. Du bist mein heil, suh mein fels, mein hort, Der herr, durch 1095 mächtig wort Auch ich einst ewig I Ebe. WEN 6. Wir sind nun göttlichen geschlechts,„ Durch dich des himmels erben. Dies ist a die hoffnung deines knechts; In dieser will ich sterben. Wie du vom tod erstanden bist, So werd auch ich, herr jesu christ, Durch sce dich einst auferstehen. Mel. Nun danket all', und ꝛc. Nr. 3. ö 0 151. Frohlockt, ihr christen, preist und 0 ehrt Gott, eures mittlers gott! Der vater.6 hat den sohn erhört, Erhört in seiner noth. shy 2. Die mörder triumphirten schon: Wo A ist des sohnes macht? Der herr errettet u seinen sohn, Sein rathschluß ist vollbracht. 3. Der sohn befahl in seine hand Dem z vater seinen geist; Er ward begraben, er erstand; Gott hält, was er verheißt. Mi bt, meih! err, Eilst Linll! Ichon. Irrch vochh Hald! Arabs Heis Von der Auferstehung Jesu. 243 4. Dies rühme, wer errettet ist, Und werd ihm unterthan; Welt, die du nun sein erbtheil bist, Lobsing und bet ihn an. 5. Preist jesu vater, denn er hat Nicht seines sohns gebet, Nicht, was er für die sünder that, Sein opfer nicht verschmäht. 6. Das ist des mittlers preiß und lohn: Der, welchem er verzeiht, Soll ewig leben, wie der sohn, In seiner herrlichkeit! 7. Sagts aller welten völkern an: Be⸗ kehret euch zum herrn! Ihm werde jeder unterthan, Und jeder dien ihm gern. 8. Des vaters reich ist auch das reich Des sohnes; er regiert, An ruhm und macht dem vater gleich, Dem aller ruhm gebührt. 9. Es fehl ihm an bekennern nie, So lange diese welt Noch menschen hat, so lange sie Der arm des herrn erhält. „Mel. Auf, christenmensch! auf! ꝛc 152. Herr, du bist meine zuversicht. Du lebst, auch ich werd leben. Mir wirst du, was dein wort verspricht, Unsterblich⸗ keit einst geben. Dein jünger kommt nicht ins gericht: Dies stärke meine zuversicht. 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, Den saamen auszustreuen. Dont wird der 244 Erste Abtheilung. herrlichste gewinn Der ernte mich erfreuen. Ich leide, doch verzag ich nicht, Denn du bist meine zuversicht. 3. Und sinkt dereinst mein leib in staub, Gott wird ihn neu beleben. Er werde der verwesung raub, Dort werd ich ewig leben. Wie stark ist dieser trostgrund nicht, Wie sicher meine zuversicht! 4. Herr, diesen segen dank ich dir. Mich aus der gruft zu heben, Gingst du aus deinem grab herfür: Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub es dir, und zweifle nicht: Dein wort ist meine zuversicht. 5. In diesem glauben stärke mich, Laß mich den trost empfinden, Den großen trost, daß ich durch dich Den tod soll über⸗ winden. Grab und verwesung schreckt mich nicht: Denn du bleibst meine zuversicht. Mel. Jesus, meine zuversicht ꝛc. 153. Jesus lebt, mit ihm auch ich. Tod, wo sind nun deine schrecken? Er, er lebt,‚ und wird auch mich Von den todten aufer⸗ wecken; Er verklärt mich in sein licht: Dies ist meine zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das reich Ueber alle welt gegeben, Und ich werd mit ihm ll IH .— — —— — — ⏑ V „al Men I ein K l Von der Auferstehung Jesu. 24⁵ zugleich Ewig dort in freuden leben. Gott erfüllt, was er verspricht: Dies ist meine zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, Lästert ihn und gottes ehre. Gnade hat er zuge⸗ sagt, Daß der sünder sich bekehre. Den, der folgt, verstößt er nicht: Dies ist meine zuversicht. 4. Jesus lebt, sein heil ist mein; Sein sei auch mein ganzes leben. Reines her⸗ zens will ich sein, Und den lüsten wider⸗ streben. Er verläßt den schwachen nicht: Dies ist meine zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß; Nichts soll mich von jesu scheiden, Keine macht der finsterniß, Keine herrlichkeit, kein leiden. Er giebt kraft zu dieser pflicht: Dies ist meine zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der tod Mir der eingang in das leben. Welchen trost in todesnoth Wird es meiner seele geben, Wenn sie glaubig zu ihm spricht: Herr, herr! meine zuversicht. Mel. Heut triumphiret gottes ꝛc. 154. Lebt christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt; Und 246 Erste Abtheilung. stürb auch alle welt mir ab, G'nug, daß ich ihn zum freunde hab! Lob sei dem herrn! 2. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; Sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, komm ich auch hin, Weil ich mit ihm vereinigt bin. Lob sei dem herrn! 3. Durch ihn bin ich mit gott versöhnt; Durch ihn mit gnad' und heil gekrönt. Mein banges herz ermuntre sich! Gott und die engel lieben mich. Lob sei dem herrn! 4. Durch seiner auferstehung kraft Voll⸗ end ich meine pilgerschaft; Freu seiner mich in seinem reich, Und bin dort seinen engeln gleich. Lob sei dem herrn! 5. Für solchen trost der seligkeit Dankt dir, herr, deine christenheit. Wenn wir dereinst dein antlitz sehn, Soll dich ein würd'ger lied erhöhn. Lob sei dem herrn! Mel. Wachet auf! ruft uns ꝛe. 155. Lobt den höchsten! jesus lebet! Er⸗ löste menschen, o erhebet Des welterlösers majestät! Hörts, betrübte sünder, gebet Der freude raum; denn jesus lebet; Gott hat ihn aus dem staub erhöht. O seele, dein gesang Erschalle ihm zum dank! Ihm DMDD.= —.— — —.. EE— aft Tuery n it u emt iche An han bet! Itelo , N 0 Eet, Il Von der Auferstehung Jesu. 247 zur ehre! Dich, großer held, Erhebt die welt, Weil deine hand den sieg behält. 2. Jesu jünger, wehrt dem leide, Lob— singet ihm, und nehmt voll freude Am siege theil, den er erstritt. Seid ihr gleich des grabes kinder: Er ist des todes überwin⸗ der. Er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig sein? Getrost könnt ihr euch freun! Jesus lebt In ewigkeit, Zu aller zeit Bleibt er zur hülfe uns bereit. 3. Nun verzagt auch nicht, verbrecher! Gott ist euch nun kein strenger rächer, Wenn ihr die schuld mit ernst bereut. Durch des todes überwinder Ist er dem reuerfüllten sünder Ein vater der barmherzigkeit. Er nimmt ihn liebreich auf, Mit kraft zum tugendlauf Ihn zu segnen. Preiß sei der huld, Die unsre schuld Vertilgt und trägt mit uns geduld! 4. Tod, wo sind nun deine schrecken? Nicht ewig wird das grab uns decken; Ver⸗ west der leib gleich in der gruft. Einst wird er zum bessern leben Sich aus des todes staub erheben, Wenn jesus den ent⸗ schlafnen ruft. Dann wird des todes feld 248 Erste Abtheilung. Zu einer regen welt. Alles lebet, So wie, verneut Zur frühlingszeit, Sich alles regt und alles freut. 5. O erstandner, welch ein segen Er⸗ wartet uns, wenn wir auf wegen Einher⸗ gehn, die dein fuß betrat! Unerforschte seligkeiten, Die ewig währen, sind die beuten, Die uns dein sieg erkämpfet hat. Einst sind sie unser theil; Einst krönet uns das heil Deines lebens. Gelobt sei gott! Auch noch im tod Ist er und bleibet unser gott. ö seine macht der tod verliert. Ich fürchte seinen fluch nicht mehr: Mein jesus lebt,‚ sein grab ist leer! 2. Mein jesus lebt; er hat bezwungen, Was mir das leben rauben kann; Er hat mir heil und sieg errungen, Und ihm ist alles unterthan. Der hölle tiefster abgrund bebt; Denn sie vernimmts, daß jesus lebt. 3. Mein jesus lebt, das grab ist offen: Mit freuden geh ich in die gruft. Auf seine 1 f%½nA Von der Himmelfahrt Jesu ꝛc. 249 E stimme will ich hoffen, Die mich vom tod hals ins leben ruft. Wie lieblich schallt sie nicht ö schon hier: Ich leb' und ihr lebt auch mit she mir! uε 4. Mein jesus bleibe denn mein leben, nenn. Der tod soll mir nicht schmerzlich sein. „½Ich will ihm dienen, ihm ergeben, Mich mpf, seiner auferstehung freun, Weil er auch klön mich zum himmel hebt, So wahr er jesus tseit ist, und lebt. ö 15) Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. dos Mel. Komm, gott, schöpfer ꝛc. M 157 H„ ö 17 ium 127. Anbetung, lob und preiß sei dir, sen. Sohn gottes, auch von uns geweiht! Du schit fährest auf, dess' jauchzen wir, Zu deines sesus vaters herrlichkeit. 2. Zu unserm vater fährst du auf Und Zun nimmst die wohnung gottes ein. Laß nach 16 vollbrachtem pilgerlauf Auch uns dort ewig dit bei dir sein. 3. O segne heut in uns das wort, Das uUns von deinem throne lehrt: Es sei zur zitt ewgen freude dort, Zum trost hier stets dem herzen werth. uei — E 250 Erste Abtheilung. Mel. Allein gott in der höh' ꝛc.. 158. Auf christi himmelfahrt allein Soll at sich mein glaube gründen: Und sorge, zwei. fel, furcht und pein Dadurch stets über⸗aill winden. Mein haupt,‚ das nun im himmel ss ist, Wird mich, sein glied, nach kurzer zaß u frist Zu sich gen himmel holen.. 2. Gen himmel fuhr mein heiland zu: halts“ Zu gott ist er gegangen. Nun kann mein hönh herz auch seine ruh Im himmel nur erlan⸗ beot 0 5 gen; Denn wo mein freund gekommen hin, Da ist auch stets mein herz und sinn: Nach sihs ihm geht mein verlangen. lbil 3. Ach herr, laß deine auffahrt mich, sin Dein kind, doch dahin bringen, Daß durch 6 de1kraft des glaubens ich Mag aufwärts miez zu dir dringen; Und dann einmal, wenn mo dirs gefällt, Mit freuden scheiden aus der ahh welt. Herr, höre doch mein flehen! Mel. Vom himmel hoch, da ꝛc. dite 159. Auf! jesu freunde, freuet euch! Der n herr fährt auf zu seinem reich, Er trium: W Pyhirt, lobsinget ihm; Lobsinget ihm mit 8d hoher stimm'! n Rih 2. Sein werk auf erden ist vollbracht; schef, * Zerstört hat er des todes macht; Er hat mos Alein e ge 15 10 hilh ch hhn lamd; W Mah Von der Himmelfahrt Jesu ꝛc. 251 die welt mit gott versöhnt, Und gott hat ihn mit preiß gekrönt. 3. Weit, über alle himmel weit, Geht seine macht und herrlichkeit; Ihm dienen selbst die seraphim. Lobsinget ihm mit ho⸗ her stimm'! 4. Sein sind die völker aller welt; Er herrscht als sieggewohnter held; Er herrscht, bis unter seinen fuß Der feinde heer sich beugen muß. 5. Er schützet seine christenheit, Er⸗ hält sie bis in ewigkeit; Er ist ihr haupt; lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit hoher stimm'! 6. Ja, heiland, wir erheben dich, Und unsre herzen freuen sich Der herrlichkeit Und majestät, Dazu dich gott, dein gott, erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn herr, bei dir Steht kraft und macht und dein sind wir. Nimmst du dich unsrer hülfreich an, Waas ist, das uns gebrechen kann? 8. In deiner hand ist unser heil. Wer an dich glaubt, dem giebst du theil Am segen, den du uns erwarbst, Als du für Uns am kreuze starbst. ——— + 309 252 Erste Abtheilung. ö 9. Du hast die stätte uns bereit't, Bei 11 — dir zu sein in ewigkeit. Nach treu voll⸗ brachtem glaubenslauf Nimmst du uns in den himmel auf. 9 10. O zeuch uns immer mehr zu dir; Un — — 3 — 1 —.— Hilf uns mit eifriger begier Nach dem nur l trachten, was da ist, Wo du, verklärter 14 heiland, bist. I 11. Dein eingang in die herrlichkeit 1003 Stärk' uns in unsrer prüfungszeit, Ni Aur dir zu leben, dir zu traun, Bis wir der⸗ 0 einst dein antlitz schann.. 12. Dann werden wir uns ewig dein, I1 Herr christ, du menschenfreund, erfremn. Dann singen wir von deinem ruhm Ein Wuh neues lied im heiligthum. 11 Mel. Alle menschen müssen sterben ꝛc..N 160. Großer mittler, der zur rechten innt Gottes, seines vaters, sitzt, Und die schaar ig von seinen knechten Ueberall beglückt und— — E· schützt; Dir frohlocken, dir zur ehre, Aller! deiner engel heere, Und in ihren Wöhgesaug i Jauchzet aller frommen dank. 16 2. Denn 0 kamst, uns zu erlösen; Und M das opfer ist vollbracht, Das von aller schuld des böj en Uns befreit und selig d Von der Himmelfahet Jesu ꝛc. nett macht. Allen giebst du heil und leben, ttel Die sich glaubig dir ergeben. Herr, du Tulh starbst und überwandst Tod und grab; denn du erstandst. Ehr zu3. Alles sollen wir empfangen, Was ichd Uns noth ist; denn du bist In den himmel beuih eingegangen, Der nun unsre heimath ist. Da regierst du, da vollendest Du dein thent großes werk und sendest Deinen geist auf t. die herab, Die zum erbe gott dir gab. is u 4. Herrlich wirket deine lehre, Denn du giebst ihr licht und kraft, Sünder macht ebih! sie, gott zur ehre, Glaubig und gewissen⸗ 9, eh haft. Alle lehret sie, den sünden Wider⸗ I stehn und überwinden. Straucheln sie in ihrem lauf: Hilfst du ihnen mächtig auf. 5. Du vertrittst bei gott die deinen; Du versäumst sie, heiland, nie. Alle thränen, die sie weinen, Zählst du und belohnest sie. Alle, welche standhaft gläuben Und mit dir vereinigt bleiben, Führst du aus der welt hinaus, Hin in deines vaters haus. 6. Du entzeuchst dich auch den armen, 3 Die noch nicht bekehrt sind, nicht, Weil dein herz dir aus erbarmen Ueber ihrem elend bricht; Bittest gott, sie zu verscho⸗ „ „* 254 Erste Abtheilung. nen, Nach verdienst noch nicht zu lohnen, n Zeit zur buße zu verleihn, Der sich selbst die engel freun. 7. So vertrittst du, so regierest Du dein* erbe, bis du einst Ganz dein großes wert vollführest, Wenn du zum gericht erscheinst. Dann ist ernte! heil den christen, Welche kämpfen mit den lüsten, Weil sie deinem thron sich nahn, Deine krone zu empfahn. 8. Großer mittler, sei erhoben! Weil wir leben, wollen wir Deiner herrschaft A würde loben, Opfern dank und ehre dit. Können wir einst nicht mehr beten: Wol⸗ lest du uns noch vertreten, Bis der ganz verklärte geist Dich mit allen himmeln preist. 1 Mel. Freu dich sehr, o meine seele ꝛc. A 161. Herr, du fährst mit glanz und Rits freuden Auf zu deiner herrlichkeit; Doch Wu mich drücken noch die leiden Dieser armen n lebenszeit. Jesu, gieb mir muth und kraft, Moh Daß ich meine pilgrimschaft So mit dir zu. di rücke lege, Daß ich stets dein bleiben möge. 2. Laß mir deinen geist zurücke, Aber A zeuch mein herz nach dir; Wenn ich nach elleg dem himmel blicke, O so öffne du ihn mir. teal. . ——— 2— .— — — — = —ꝓ....= S —— I—. —— = S. ——.— —— —— —— — —— Von der Himmelfahrt Jesu ꝛc. 255 Neig' zu meinem flehn dein ohr, Trag' es deinem vater vor, Daß er mir die schuld vergebe, Daß ich mich bekehr' und lebe. 3. Lehre mich die welt verachten, Und was in ihr eitles ist; Lehr mich nach dem himmel trachten, Wo du, mein erlöser, bist. Wollust, ehrgeiz und gewinn Soll mich nicht zur erde ziehn, Da ich jenseit überm grabe Eine größre hoffnung habe. 4. Laß nichts diese hoffnung rauben; Du erwarbst sie theuer mir. Jetzo seh ich sie im glauben, Dort find ich sie selbst bei dir; Dort belohnst du das vertraun Deiner gläubigen durch schaun; Und ver⸗ wandelst ihre leiden In unendlich große freuden. 5. Dort bereite mir die stätte In des vaters hause zu. Rufst du frühe oder späte Mich zu meines grabes ruh: Leucht auch mir in dieser nacht Durch die stärke deiner macht, Die des todes macht bezwungen, Und für uns den sieg errungen. 6. Kommst du endlich glorreich wieder An dem ende dieser zeit: O so sammle mieine glieder, Wenn verwesung sie zer⸗ U% streut. Heilge und verklär sie ganz, Daß 256 Erste Abtheilung. der leib im himmelsglanz, Frei von die⸗ I sem staub und erde, Aehnlich deinem leibe Whs werde. 45 Mel. Von gott will ich nicht ꝛc. Hi 05 162. Mein jesus triumphiret Und nimmt den himmel ein. Er hat sein werk vollfüh⸗ uhnt ret, Vom fluch uns zu befrein. Die hohen und feraphim Empfangen ihn mit freuden Nach Wld überstandnem leiden. Lobsingt, lobsinget 101 ihm! 5* 2. Wohl uns, die auf ihn hoffen! Nun* jesus triumphirt, Steht uns der weg auch 0 offen, Der zu dem himmel führt. Er selbst, sihe er macht uns bahn. Wer hier nur an ihn h gläubet, Ihm folgt, und treu ihm bleibet, Der wandelt himmel an. 1006 3. Nur dort, nicht hier auf erden, Ist Dueht unser bestes theil. Um selig einst Er wer⸗ den, Erwarb der 1259 uns 41 euer Rah. u 4. Herr, hilf uns eifrig ringen Nach jener herrlichkeit. Laß unsern fleiß gelin⸗hin gen, Und stärk uns in dem streit. Laß uns uulh in dieser welt Im glauben an dich wandeln, huach Del, t hu ECll Aeha Bahib! I liß W D Von der Himmelfahrt Jesu ꝛc. 257 So denken und so handeln, Wie dir es wohlgefällt. 5. Was sind der erde freuden? Wie bald sind sie dahin! O hilf uns alles mei⸗ den, Was hier noch unsern sinn Vereitelt und uns stört, Auf deinen ruf zu achten, Und nur nach dem zu trachten, Was ewig heil gewährt. 6. Sei du selbst unser leiter In unsrer prüfungszeit, Und bring uns immer weiter BZu deiner herrlichkeit; Bis diese zeit vor⸗ i1 bei, Bis wir dich, heiland, sehen, Und freudig vor dir stehen, Von allem kummer frei. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 163. Wie herrlich, jesu, starker held, Du retter einer sünderwelt, Hat sich dein kreuz geendet! Nach überstandnem leidens⸗ lauf Fährst du verklärt zum vater auf, Der dich zu uns gesendet. Ewig Trifft dich Nun kein leiden; Voller freuden Lebst du droben, Ueber alles hoch erhoben. 2. Dir dienen alle seraphim, Und wir vereinen herz und stimm' Mit ihnen, dich zu loben; Weil du dein großes werk voll⸗ bracht, Nach überstandner leidensnacht 17 I4j613 * 1 11 . . 17 II N 4 Re 4 RI 10 63 II 1 I 100 14 ‚ l Wl W ö + 1 1 V XXI s Wn Wi ö V + ‚ 5 1 MIA N.* W WM . V + NN Hn 18 I„ 1 N 14 4 XI 4 — 4 1. ‚ 4 1 * ————— 258 Erste Abtheilung. Gen himmel dich erhoben. Preiß dir! Daß wir Auf der erden Können werden Gottes kinder Und des todes überwinder. 3. Du, du bist unser haupt und wir Sind deine glieder, nur von dir Kommt uns heil und leben. Was unsern seelen nutzen schafft, Licht, friede, freude, tu⸗ gendkraft Wird uns von dir gegeben. Laß doch Dein joch Gern uns tragen, Und ent⸗ sagen Allen sünden, Daß wir hier schon ruhe finden. 4. Zeuch unsre herzen ganz zu dir; Hilf, daß vor allen dingen wir Nach deinem reiche trachten. Mach uns von allen sünden rein, Und flöß uns muth und eifer ein, Das eitle zu verachten. Jede Unart Hilf uns me den, Und mit freuden Unser leben Deinem dienste ganz ergeben. 5. Sei unser schutz und unser hort, Und tröst uns durch dein heilsam wort, Wenn hier uns trübsal dränget. Nur da ist wonne, wo du bist; Die freude, die man hier genießt, Ist noch mit leid vermenget. Von dir Kommt hier Trost im herzen; Laß in schmerzen Uns schon offen Deinen him⸗ mel sehn, und hoffen. — —— 2.— ——— — — — — 8 — –—— S— — D= ———3 E— — —— —4. +——— .. — — 3—— —. —&— dirl In Gah . Sude 1 KlM Tern elde, Eben.“ „ Ume hier f. Ri nemi denr T Dalt Auns In Dae Von der Himmelfahrt Jesu ꝛc. 259 6. Du bist, uns sterblichen zu gut, Nach theuer hier vergoßnem blut, Zur freude eingegangen. Zeuch, jesu, zeuch auch uns dir nach, Daß wir, nach kurzem unge⸗ mach, Zur freude auch gelangen. Dafür Soll dir Von uns allen Dank erschallen. Ohn aufhören Wollen wir dich, heiland, ehren. Mel. Erschienen ist der herrlich ꝛc. 164. Wir freuen uns, herr jesu christ, Daß du erhöht gen himmel bist. O du, den unser loblied preist, Stärk auch im glau⸗ ben unsern geist, Der auf dich hofft. 2. Du sitzest auf der himmel thron, Als unser freund, als menschensohn. Du schämst auch da dich unsrer nicht; Drum bist du unsre zuversicht In ewigkeit. 3. Dein ist die macht, dein ist das reich. Wer ist an majestät dir gleich? Mensch, engel, jede kreatur Ist dein, beherrscher der natur! Gelobt seist du! 4. Umsonst, umsonst empören sich, Herr, deine hasser wider dich; Dein thron steht fest, und wanket nicht, Wenn gleich der frevler widerspricht. Gelobt seist du! * 260 Erste Abtheilung. 5. Du, unser triumphirend haupt, Wie selig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein licht, sein trost, sein theil, Sein starker schutz, sein ewges heil. Gelobt seist du! 6. Herr, unsre herzen traun auf dich; Dein freuet unsre seele sich. Du, der du huldreich an uns denkst Und gern uns dei⸗ nen segen schenkst, Bist unser trost. 7. Was uns beglückt, ist dir bekannt, Und alles ist in deiner hand! Von keinem deiner freunde fern, Bemerkst du ihn und hilfst ihm gern, Erbarmender! 8. Blick auch uns an mit freundlichkeit Vom throne deiner herrlichkeit! Hilf un⸗ serm schwachen glauben auf, Und kröne unsern lebenslauf Mit deinem heil. 9. Gen himmel fuhrst du auf als held: Als herr und richter aller welt Wird dich dereinst der erdkreis sehn. Hilf, daß wir dann vor dir bestehn, Und dein uns freun. 10. Dann triumphirt der glaub an dich; Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, herr jesu christ! Dir, der du unser heiland bist, Sei ewig preiß! 261 16) Vom heiligen Geist. Mel. Werde munter, mein ꝛc. 165. Der du uns als vater liebest, Treuer gott, und deinen geist Denen, die dich bitten, giebest; Ja, uns um ihn bit⸗ ten heiß'st. Demuthsvoll fleh ich vor dir: Vater! send ihn auch zu mir, Daß er mei⸗ nen geist erneue, Und ihn dir zum tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem wissen Leben, kraft und fruchtbarkeit; Und mein herz bleibt dir entrissen, Und dem dienst der welt geweiht, Wenn er nicht durch seine kraft Die gesinnung in mir schafft, Daß ich dir mich ganz ergebe, Und zu deiner ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu! noch mit ächter treu Meinen gott und herrn dich nennen, Stehet mir dein geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftig⸗ lich In mir wirken, daß ich dich Glau⸗ bensvoll als mittler ehre, Und auf deine stimme höre. 4. Ew'ge quelle heil'ger güter, Hoch⸗ gelobter gottesgeist, Der du menschliche gemüther Besserst und mit trost erfreust; 262 Erste Abtheilung. Nach dir, herr, verlangt auch mich; Ich ergebe mich an dich, Mache mich, zu gottes preise, Heilig und zum himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen trieben, Daß ich gott, mein höchstes guth, Ueber alles möge lieben, Daß ich mit getrostem muth Seiner vaterhuld mich freu, Und mit wah⸗ rer kindestreu Stets vor seinen augen wandle, Und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des friedens und der liebe! Bilde mich nach deinem sinn, Daß ich lieb' und sanftmuth übe, Und mirs rechne zum gewinn, Wenn ich je ein friedensband Knüpfen kann, wenn meine hand, Zur erleicht'rung der beschwerden, Kann dem nächsten nützlich werden. 7. Lehre mich, mich selber kennen, Die verborgnen fehler sehn, Sie voll demuth gott bekennen, Und ihn um vergebung flehn. Mache täglich ernst und treu, Sie zu bessern, in mir neu; Zu dem heiligungs⸗ geschäfte Gieb mir immer neue kräfte. 8. Wenn der anblick meiner sünden Mein gewissen niederschlägt; Wenn sich in mir zweifel finden, Die mit angst mein herze —— A— — —— qq — — x ich, A gh ise. Iu, D Jer all Digul ftl, IuM il in V Vom heiligen Geist. 263 hegt; Wenn mein aug' in nöthen weint, Und gott nicht zu hören scheint: O dann laß es meiner seelen Nicht an trost und stärkung fehlen. 9. Was sich gutes in mir findet, Ist dein gnadenwerk in mir; Selbst den trieb hast du entzündet, Daß mich, herr, ver⸗ langt nach dir. O so setze durch dein wort Deine gnadenwirkung fort, Bis sie durch ein selig ende Herrlich sich an mir vollende. Mel. An wasserflüssen babylon ꝛc. 166. Dir, vater, der du deinen sohn Zum heil uns hast gegeben, Dir dank ich hier mit freuden schon, Noch mehr im hö⸗ hern leben. Ich danke dir, daß du den geist, Der uns der finsterniß entreißt, Zur erde hast gesendet. Er kam auf jesu wort herab, Der seinen boten stärke gab, Daß sie dein werk vollendet. 2. Erfüllt von seiner wunderkraft, Gehn sie, die welt zu lehren. Der geist, der neue herzen schafft, Hilft ihnen sie bekehren. Die völker hören, hocherfreut, Die bot⸗ schaft ihrer seligkeit, Vernunft und wahr⸗ heit siegen. Die blindheit und das laster 264 Erste Abtheilung. flieht; Wo man den finger gottes sieht, Muß beides unterliegen. 3. Umsonst, daß wilder eifer tobt, Ver⸗ folgung zu erregen. Dein name, jesu, wird gelobt; Dein wort ist kraft und segen. Die jünger schreckt nicht pein noch müh, Dein geist, o vater, stärkte sie In martern und im tode; Sie blieben ihrem herrn ge⸗ treu, Bekennen seinen namen frei, Und preisen ihn im tode. 4. Noch jetzt bist du der geist der kraft; 3 Noch jetzt der menschen lehrer. Du machst sie weis und tugendhaft, des sündenreichs zerstörer. In sündern wirkst du reu und leid, In frommen seelen trost und freud, Und muth im kampf der sünden; In ban⸗ gen stunden schenkest du, So wie im tode, seelenruh, Und lehrst ihn überwinden. 5. Des vaters und des sohnes geist, Du quell des lichts, der liebe, Den jesus bä⸗ tenden verheißt, Ach, heilge meine triebe; Gib über meine sünden schmerz, Und muth zum glauben in mein herz; Hilf mir mit andacht bäten; In bangen stunden tröste mich, Und deine hülfe zeige sich Mir einst in todesnöthen. eh ahist W Vom heiligen Geist. 265 Mel. Komm, gott, schöpfer ꝛc. 167. Du führer, der mit treuer hand Den weg uns zu dem himmel weist! Du unsers erbes unterpfand! Gepriesen seist du, heilger geist! 2. Auch dich preist deine christenheit, Du geist des vaters und des sohns! Du bist, wie sie, von ewigkeit; Mit ihnen herrscher eines throns. 3. Der gottheit willen thatst du kund. Durch dich weissagte der prophet. Du leg⸗ test ihm in seinen mund Das wort des heils, das nie vergeht. 4. Nichts schließt vor deinem blick sich zu. Den Abgrund der unendlichkeit, Der gottheit rath erkennest du Mit göttlicher allwissenheit. 5. Du hast dem erdkreis offenbart, Was keine weisheit je erkannt; Als dich, nach seiner himmelfahrt, Der herr den seinen zugesandt. 6. Welch eine pracht verklärte dich! Ein schnelles brausen füllt das haus. Da gie⸗ ßest du dich sichtbarlich Auf sie in feuer⸗ flammen aus. ö N8T 266 Erste Abtheilung. 7. Nun scheuten sie nicht schmach, nicht müh; Denn du hast alle furcht entfernt. Die thaten gottes priesen sie In sprachen, al die sie nie erlernt. 0 8. Wir haben, geist der gnad' und stärk, I An deinen gaben gleichfalls theil. Unsicht⸗ bar schaffest du dein werk In uns, zu unsrer seelen heil. Wadt 9. Setz uns auch in die reinste gluth! Mach uns der liebe gottes voll! Stärk, pill. herr, in drangsal unsern muth! Tröst uns A in angst, und leit uns wohl! d 10. Des vaters liebe, christi gnad', Und sieh die gemeinschaft deiner kraft, Verleih uns schst; tugend, trost und rath Auf unsrer ganzen euß pilgerschaft. Miegth Mel. Jesus! deine tiefe wunden ꝛc. a 168. Du, der frommen beste freude, Und dn ihr trost in traurigkeit, Der ihr herz in Blaht. allem leide, Und im tode selbst erfreut: i Geist des höchsten, komm zu mir, Und aale indem ich gläubig dir Lob und ruhm zum ualh opfer bringe, O so höre, was ich singe: sinh sig 2. Edelster von allen segen, Die uns( n gott in christo gab! Du träufst als ein mil⸗ Efen der regen Aus des himmels schoos herab. jr, Vom heiligen Geist. 267 00 Du machst harte herzen weich, Wüsten auch Eeltt an früchten reich; Und dein sanfter trost ö erquicket, Was der drangsal hitze 4. 1 3. Du kannst alle herzen prüfen, undß durchschaust sie ganz und gar; Selbst D „h gottheit innre tiefen Sind vor dir, herr, i mhenbar Nun so kennst du auch gewiß Meiner seele finsterniß. Drum gieb weis⸗ te fl 4 heit, und vor allen, Daß ich möge gott Mgefallen. Aif 4. Du bist selber rein, und siehest Auch an reinen deine lust. Böses hassest du und „/ fliehest Aller sünden gräul und wust. Hei⸗ ltl lige du selbst mich dir! Schaff ein reines ger g herz in mir, Daß ich, was du liebest, liebe, Nie mit vorsatz dich betrübe. 5. Du, herr, machst mein herz zufrie⸗ ende“ den, Wenn mir menschentrost gebricht. I Bleib ich von dir ungeschieden, O so fehlts t esh an trost mir nicht. Bleib ich nur dein nir, eigenthum, So werd ich zu deinem ruhm hnz Um die tugend mich bemühen, Und die su fünde standhaft fliehen. 6. Nur bitt ich, daß du mich stärkest, lr mir im fampfe bei. Hilf, mein hel⸗ 2 7— 268 Erste Abtheilung. nöthig sei. Den verkehrten eitlen sinn W Nimm aus meiner seele hin, Daß ich mich ehuhh nun ganz verneue, Und mein gott sich Al, V meiner freue. f e 7. Sei mein beistand, wenn ich sterben 44 Zeige dem gebrochnen blick, Mir zum trost, Puithth mein herrlich erbe, Ewig unverwelklich hilt glück! Stärke du das matte herz, Daß dhalt ich, unter allem schmerz, Noch im letzten todesschweiße, Gott in jesu vater heiße. hah Mel. Zion klagt mit angst und ꝛc. 1 169. Geist vom vater und vom sohnel Mun Der du unser tröster bist, Und von unsers v gottes throne Hülfreich auf uns schwache A siehst, Stehe du mir kräftig bei, Daß ich au gott ergeben sei: O so wird mein herz aufun erden Schon ein tempel gottes werden. M 2. Laß auf jedem meiner wege Deine 6 weisheit mit mir sein; Wenn ich bange inng zweifel hege, Deine wahrheit mich erfreun, Ait zg Lenke kräftig meinen sinn Auf mein wah⸗Githm res wohlsein hin. Lehrst du mich, was felbsuns recht ist, wählen: Werd' ich nie mein heil Winhn, verfehlen. 3. Heilige des herzens triebe, Daß ich, meinem gott getreu, Ihn stets über alles 3 — — — —— — — — — Vom heiligen Geist. 269 Ailh liebe; Daß mir nichts so wichtig sei, Als + in seiner huld zu stehn. Seinen namen zu golh erhöhn, Seinen willen zu vollbringen, Miüsse mir durch dich gelingen. lih. 4. Stärke mich, so oft zur sünde Mein nd gemüth versuchet wird, Daß sie mich nicht Ibergé überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, etz, O so rühre du mein herz, Daß ich unter inh reu und schmerz Mich vor gott darüber der hy beuge, Und mein herz zur beßrung neige. e. 5. Reize mich, mit flehn und beten, bom Wenn mir hülfe nöthig ist, Zu dem gna⸗ Pon denstuhl zu treten. Gieb, daß ich auf jesum 3 sch christ, Als auf meinen mittler schau, Und , A auf ihn die hoffnung bau, Gnad um gnad, iheauf mein verlangen, Von dem vater zu well empfangen. Re? 6. Stehe mir in allem leiden Stets mit ich deinem troste bei, Daß ich auch alsdann ichtk Mit freuden Gottes führung folgsam sei. Ime Gieb mir ein gelaßnes herz. Laß mich mit selbst im todesschmerz, Bis zum frohen über⸗ en Winden, Deines trostes kraft empfinden. Mel. Liebster jesu, wir sind ꝛe. „. 170. Gott! du hast in deinem sohn 0 Mich von ewigkeit erwählet; Sende nun — PI IFFIFIFFFTFITFIFIFIFIFIFIFIFIFITITITITITITITITITIII.....— SIS....... SSSII.I——.——...— SSISEEEIIIII BDDRDRDREExEEEFEFFEFIFIFIFIFIFI IFIFIFIFIFIFIE‚IIIIII‚I‚‚‚‚Itt‚tt.T........ ʃ—— ee-————— 270 Erste Abtheilung. von deinem thron, Was zu meinem heil hl noch fehlet; Und gieb mir des geistes ga, eld ben: Durch sie werd ich alles haben.* 2. Mich umfangen noth und tod Auf mik dem finstern sündenpfade; Heilger geis, NM mein herr und gott! Rette mich durch deine G gnade; Mach mich los von dem verderben Wil Laß mich nicht in sünden sterben!* 3. Treibe weg die finstre nacht Falscher 1f zweifelnder gedanken: Wenn die welt mich Gihl irre macht, Halte die vernunft in schrau g ken. Würd ich mich von dir entfernen, O, I wo will ich weisheit lernen! h 4. Schaffe mir ein reines herz, Daß ih I stets an gott gedenke, Und mich oft mit renn uh und schmerz Ueber meine sünden kränke, gll Laß mich, nach dem schmerz der sünden, Sil Trost bei meinem jesu finden. tis 5. O verbinde mich mit ihm, Als ein glied an seinem leibe; Und wenn ich sein it eigen bin, Hilf mir, daß ich es auch bleibe, Shch Mich ihm völlig übergebe, Und zu seiner ihn ehre lebe. Sung 6. Glaube, lieb' und hoffnung sei Stets ö die stärke meiner seele: In versuchung steh Shan mir bei, Daß ich nicht mein heil verfehle: Wulth.. icht j/ Hie w ö st in ofts Idel! der f m„ enn auc I. g ste suchh Reilo Vom heiligen Geist. 271 Gieb mir demuth in den freuden; Gieb geduld und muth im leiden. 7. Hilf mir reden recht und wohl; Hilf mir meine christenpflichten, Wie du for⸗ derst, wie ich soll, Ohne heuchelei verrich⸗ ten; Christlich leben, selig sterben, Und dein himmlisch reich einst erben. Mel. Fröhlich soll mein herze ꝛc. ö 171. Höchster tröster, komm hernieder. Geist des herrn, Sei nicht fern, Stärke jesu glieder. Der, der nie sein wort gebrochen, Jesus hat Deinen rath Seinem volk ver⸗ sprochen. 2. Geist der weisheit, gieb uns allen Durch dein licht Unterricht, Wie wir gott gefallen. Lehr uns freudig vor gott treten, Sei uns nah, Und sprich ja, Wenn wir glaubig beten. 3. Hilf den kampf des glaubens käm⸗ pfen, Gieb uns muth, Fleisch und blut, Sünd und welt zu dämpfen. Laß uns trübsal, kreuz und leiden, Angst und noth, Schmerz und tod, Nicht von jesu scheiden. 4. Hilf uns nach dem besten streben; Schenk uns kraft, Tugendhaft Und gerecht zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen, 272 Erste Abtheilung. Treib uns an, Froh die bahn Deines worts zu gehen. 5. Sei in schwachheit unsre stütze, Steh uns bei, Mach uns treu In der prüfungs⸗ hitze. Führ, wenn gott uns nach dem leide Sterben heißt, Unsern geist In des him⸗ mels freude. 6. Wecke aus dem sündenschlafe, Rette doch Heute noch, die verlornen schaafe! Reiß die welt aus dem verderben; Laß sie nicht Im gericht Der verstockung serben Mel. Komm, heil'ger geist ꝛc. Du hörst der menschen flehen gern. Wir wollen unser herz dir geben; O lehre heilig uns leben! Rüst' uns mit stärke, muth und kraft, Du, der das gute in uns schafft, Daß nicht die lockungen der sünden Uns, christi jünger, überwinde. auf dich! Wir trau'n auf dich! 2. Du heiliges licht, starker hort! Laß uns der wahrheit helles wort Auf dieses lebens pfaden leiten, Daß unsre füße nicht gleiten. Treib fern von uns des irrthums nacht, Laß siegen deiner wahrheit macht; Daß jesus christ der ganzen erde Bekannt Wir trau'n 1 172. Hör unser gebet, geist des herrn! —..— — SE—..——— 2 —— — yp . Vom heiligen Geist. 273 und angebetet werde. O hilf dazu! O hilf dazu! 3. Laß, freudiger geist, voll vertraun, In noth auf deine hülf uns schaun. Lehr uns, wenn wir zum vater treten, Mit D froher zuversicht beten! Mach uns durch deine kraft bereit Zum sterben und zur Y ewigkeit! Daß wir mit frohem muthe rin⸗ gen, Zu dir durch tod und leben dringen. „ n Erhöre uns! Erhöre uns! Mel. Liebster jesu, wir sind ꝛc. 173. Komm auf uns, o geist des herrn, Lehr uns zu dem vater beten, Und beleb uns, daß wir gern Und voll glaubens zu ihm treten. So wird er, um christi willen, Unser bitten gern erfüllen. 2. O du geist der herrlichkeit, Wohn und wirke in uns allen. Jedes herz sei dir ge⸗ weiht! Schmück es auch nach wohlgefallen. Reich sind wir versehn mit gaben, Wenn wir deine salbung haben. Mel. Gott des himmels und der erden ꝛc. 174. Komm, o komm, du geist des le⸗ bens! Hilf uns schwachen mächtig auf! Wir bemühn uns sonst vergebens Hier in 274 Erste Abtheilung. unserm pilgerlauf Um das heil, das got⸗ tes rath Für uns ausersehen hat. 2. Gieb in unser aller seelen Weis⸗ heit und entschlossenheit, Daß wir anders nichts erwählen, Als was uns dein wort gebeut. Steh mit deinem licht uns bei, Und mach uns von irrthum frei. 3. Zeig uns selbst die rechten stege Zu der wahren wohlfahrt an, Räume alles aus dem wege, Was daran uns hindern kann; Wirke reue nach der that, Wenn der fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein zeugniß haben, Daß wir gottes kinder sind; Stärke uns mit deinen gaben, Wenn sich trübsal für uns find't; Lehr uns, daß des vaters zucht Einzig unser bestes sucht. 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten, Kindlich und mit freudigkeit, Nur nach seinem willen beten, Und vertritt uns alle zeit! So wird unser flehn erhört, Und die zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch um hülfe bange, Seufzt das herz voll traurigkeit: Ach, mein gott, mein gott, wie lange? O so I Hlf hahnd 4, dahl In. en 9 Dir q ein In . sth Fume 118 b Wen Vom heiligen Geist. 275 wende unser leid! Sprich der seele tröstlich zu; Gieb ihr muth, geduld und ruh. 7. O du geist der kraft und stärke! Der in uns das gute schafft, Fördre in uns deine werke, Und im kampfe gieb uns kraft, Wenn versuchung auf uns dringt, Daß uns dann der sieg gelingt. 8. Ja, bewahr uns unsern glauben, Daß verfolgung, schmach und spott Nie⸗ mals ihn uns möge rauben. Du bist unser schutz, o gott. Sagt das herz gleich zwei⸗ felnd nein! Laß dein wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, O so steh mit trost uns bei; Gieb, daß uns als gottes erben, Jene herrlichkeit erfreu, Die uns unser gott bestimmt, Und die nie ein ende nimmt. Mel. Komm, gott, schöpfer ꝛc.“ 175. Komm, schöpfer, komm, o heibger geist, Schaff deiner menschen herzen neu! Du kennest dein geschöpf und weißt, Wie jeglichem zu helfen sei. 2. Du geist der weisheit, leite du Uns zu der wahl des besten theils. Dem him⸗ mel führ uns alle zu, Du führer auf der bahn des heils. 12— 276 Erste Abtheilung. 3. Des lebens wort, das gottes sohn Vom himmel uns herab gebracht, Er⸗ leuchte jede nation Durch deiner leitung sanfte macht. 4. Vereine deine christenheit Durch dei⸗ nes selgen friedens band. Erinnr uns pilger dieser zeit Stets an das bess're vaterland. ö 5. Gott, unsern gott, und jesum christ Recht kennen, dieses ist der quell, Aus welchem ewig wonne fließt. Mach diese kenntniß in uns hell. 6. Lob sei dem vater, lob dem sohn, Lob dir, o tröster, gottes geist! Einst singen wir vor deinem thron Ein lied, das würdiger dich preist. Mel. Allein gott in der höh sei ꝛc. 176. Laß, vater, deinen guten geist Mich allezeit regieren, Daß ich zu dem, was unrecht heißt, Mich lasse nichts verführen; Der sünde reizung widersteh, Und stets auf deinen willen seh, Darnach allein zu handeln. 2. Ob böse lust auch hier und dort Mich anficht, weil ich lebe: So hilf mir, daß ich ihr sofort Im anfang widerstrebe; Und .B ——— — —— sch shentz * M„ V Ifühh 1 H Zallei KottM Iunt, Vom heiligen Geist. 277 daß ich ja vergesse nicht, Die todesstunde, das gericht, Den himmel und die hölle. 3. Gieb, daß ich denke jederzeit An diese letzten dinge, Und dadurch alle sünden⸗ freud' Aus meinem herzen bringe; Damit ich dich mein lebelang Verehre ohne furcht und zwang Mit willigem gehorsam. 4. O stärke mich dazu mit kraft, So wird es mir gelingen; Hilf jede böse leidenschaft Des herzens mir bezwingen. Steh mir in diesem kampfe bei, Daß ich dazu stets wacker sei, Und immer überwinde. Mel. Mein gott, das herz ich ꝛc. oder: Nun danket all' und ꝛc. 177. Nicht um ein flüchtig guth der zeit; Ich fleh um deinen geist, Gott, den zu mei⸗ ner seligkeit Dein theures wort verheißt. 2. Die weisheit, die vom himmel stammt, O vater, lehr er mich; Die weisheit, die das herz entflammt Zur liebe gegen dich. 3. Dich lieben, gott, ist seligkeit; Gern thun, was dir gefällt, Wirkt edlere zufrie⸗ denheit, Als alles glück der welt. 4. Vertrauen hab ich dann zu dir, Dann schenket selbst dein geist Das freudige be⸗ wußtsein mir, Daß du mir gnädig seist. 278 Erste Abtheilung. 5. Er leite mich zur wahrheit hin, Zur tugend stärk er mich; Beweise, wenn ich traurig bin, Auch mir als tröster sich. 6. Er schaff in mir ein reines herz, Ver⸗ siegle deine huld, Und er bewaffne mich l im schmerz Mit muth und mit geduld. Bekannte Melodie. 178. Nun bitten wir den heilgen geist, Welchen jesus christus uns verheißt, Daß er uns behüte vor falscher lehre; Alle, die in irrthum sind, bekehre. Erbarme dich, herr! 2. Du geist der weisheit und der kraft! Mach uns durch dein wort auch tugen: haft; Hilf, daß wir ihm glauben, dem treuen heiland, Der uns bringen will zum rechten vaterland. Erbarme dich, herr! 3. Du geist der lieb und einigkeit Mach uns allesamt dazu bereit, Daß wir uns von herzen einander lieben; Gern verzei⸗ hen und nicht gern betrüben. Erbarme dich, herr! 4. Du höchster trost in aller noth! Hilf, daß wir nicht fürchten grab noch tod; Laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, Sondern mach uns frei von allen plagen. Erbarme dich, herr! od; berch h Vom heiligen Geist. 279 Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 179. O großer gott, du reines wesen, Du hast nur reine herzen dir Zu deiner wohnung auserlesen: Ach, schaff ein rei⸗ nes herz in mir, Ein herz, das unbefleckt und frei Von allen bösen lüsten sei. 2. Ich falle dir, mein gott, zu fuße, Mich mache christi blut auch rein; Laß red⸗ lich meines herzens buße, Und erustlich meinen glauben sein: So mache mich zur reinigkeit Des lebens fertig und bereit. 3. Dein guter geist, o gott, regiere Mein ganzes herz und stehe mir In meiner schwachheit bei und führe Mich von der eitelkeit zu dir; Gieb einen geist, der dir getreu, Und willig zu gehorchen sei. 4. Durch deine gnade stärk mich schwa⸗ chen; Mach mich vorsichtig in gefahr. Gieb, daß ich durch gebet und wachen Die seele unverletzt bewahr. Laß mich in dei⸗ ner gnade stehn, Stets in der beßrung weiter gehn. 5. Nimm deinen geist, den geist der liebe, Den geist des glaubens nie von mir, Und stärke mich durch seine triebe, Durch seinen —* 280 Erste Abtheilung. beistand für und für! So leite durch die pilgerzeit Mich aus der welt zur seligkeit. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 180. O heil ger geist, kehr bei uns ein, Und laß uns deine wohnung sein, Du unsfrer seelen sonne! Laß deiner wahrheit hellen schein In unsern herzen kräftig sein, Zu steter freud' und wonne; Daß wir Schon hier, Gott ergeben, Ruhig leben, Und im sterben Einst vollkommnes glück ererben. 2. Du quelle, d'raus die weisheit fließt, Die uns zum heil so nöthig ist, O schenk aus deiner fülle Uns so viel einsicht und verstand, Daß heilsam von uns werd' er⸗ kannt Des höchsten gnädger wille. Ja, gieb Den trieb Unsern seelen, Nur zu wäh⸗ len Und zu üben, Was er uns hat vorge⸗ schrieben. 3. Steh uns stets bei mit deinem rath, W Und führ uns auf den rechten pfad Des 6 heils, den wir nicht wissen, Verleih uns sht willigkeit, daß wir Dir treulich folgen, wenn wir hier Auch darum leiden müssen. Drückt last Uns fast Muthlos nieder, Laß uns wieder Trost empfinden, Und die trüb⸗ sal überwinden. 00 nh Hel,X Retl Vom heiligen Geist. 281 4. Stärk uns durch deines trostes kraft Zum kampf mit jeder leidenschaft, Darüber herr zu werden; Und sind wir wo dem falle nah, So sei mit deiner hülfe da, Erheb' uns von der erde. Reue, Treue, Gieb uns schwachen, Du kannst machen, Daß wir siegen, Und im kampf nicht unterliegen. 5. Erhalte bei uns immerfort Den glau⸗ ben an dein göttlich wort. Nichts muß uns von ihm trennen. Gieb, daß wir ihn von herzensgrund Mit thaten so, wie mit dem mund, Vor aller welt bekennen. Jesum Christum Ohn' aufhören Recht zu ehren, Mach uns tüchtig, Und sein heil uns werth und wichtig. 6. Nimm alle härte von uns hin; Er⸗ fülle uns nach deinem sinn Mit wahrer menschenliebe, Daß unser herz mit huld und treu Stets zugethan dem nächsten sei, Und sich darinnen übe. Kein neid, Kein streit Dich betrübe! Fried und liebe Wollst du geben, Das wir froh und ruhig leben. 7. Gieb, daß in wahrer heiligkeit Wir führen unsre lebenszeit; Sei unsers gei⸗ stes stärke! Laß uns stets bleiben unbe⸗ wußt Die eitelkeit, der sinnen lust, Und 282 Erste Abtheilung. ihre schnöden werke. Rühre, Führe Unsre In 10 sinnen Und beginnen Von der erden, Daß wir himmelserben werden. Mel. Komm, heiliger geist, herre ꝛc. 181. Sei, weltversöhner, sei gepreist! Du sandtest uns den theuren geist, Der l uns in alle wahrheit leite, Und uns zum shz himmel zubereite. Er lehret uns des glau⸗I bens kraft, Stärkt uns in dieser pilger⸗ schaft, Den lauf zum ziele zu vollbringen, ten Und einst die krone zu erringen. Gelobt 8 sei gott! Gelobt sei gott! Hillte 2. Durch deines geistes kraft erfreut, mühl Wagt deiner boten schaar den streit, Kämpft hi d gegen falscher götter heere, Und siegt durch inth deines kreuzes lehre. Begabt mit stärke, gieng ihr wort, Bis an der erde grenze fort, Erleuchtete die nationen, Und drang Sun von hütten zu den thronen. Gelobt sei“ gott! Gelobt sei gott! Hiekhh 3. O send ihn auch zu uns, den geist, Rbu Der uns den weg zur wahrheit weist. Ach, woßh dunkel sind des lebens pfade: Erleuchte sie durch seine gnade! Er lehr uns gottes heil verstehn, Er leit uns, wenn wir irre gehn; Und wenn wir straucheln und ermüden, bssig Vom heiligen Geist. 283 ihrelg Dann stärk er uns durch gottes frieden! dh elbh Gelobt sei gott! Gelobt sei gott! 4. Hier, in dem heiligthum des herrn, Hier warten deiner, geist des herrn, Wir christen, unsers hauptes glieder; Komm segensvoll auf uns hernieder! Hilf uns, gieb dem verstande licht, Dem herzen muth und zuversicht, Daß uns von ihm, den wir bekennen, Hier weder glück noch leiden Hanen Gelobt sei gott! Gelobt sei gott! 5. O leit uns, herr, an deiner hand Hinauf ins wahre vaterland. Entreiß uns sh mächtig dem verderben: Erhalt uns glau⸗ big, bis wir sterben. Dann stärk uns in des todes schmerz Das schwache, freu⸗ denleere herz, Daß wir mit muth zum himmel dringen Und dann den letzten sieg erringen. Gelobt sei gott! Gelobt sei gott! 6. Dort, wo der zeugen jesu schaar, Die hier durch dich erleuchtet war, Am thron des lammes jauchzend stehet, Und deiner werke preis erhöhet; Dort ist auch unsers erbes theil; Auch uns ist der erlösung heil Durch dich versiegelt: und wir kommen Durch dich zur seligkeit der frommen. Ge⸗ lobt sei gott! Gelobt sei gott! Erste Abtheilung. 17) Vom Worte Gottes. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 182. Dein wort, o höchster, ist vollkom“ men: Es lehrt uns unsre ganze pflicht; Es giebt dem sünder und dem frommen Zum leben sichern unterricht. O selig, wer es achtsam hört, Bewahrt, und mit gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern wegen, Zerstreut des irrthums finsterniß: Ver⸗ kündigt gnade, heil und segen, Und machet unser herz gewiß. Es lehrt uns, höchster, was du bist, Und was dir wohlgefällig ist. 2 dein gebot mit freuden üben, Und wie du väterlich uns liebst. Und was, o herr, 3. Dein wort ermuntert, dich zu lieben, Lehrt, wie viel gut's du denen giebst, Die dein mund verspricht, Bleibt ewig wahr, und trüget nicht. 4. Herr, deine tröstungen sind besser, Als alles silber, gold und geld; Ein schatz, weit köstlicher und größer, Als alle schätze dieser welt. Wer das thut, was dein wort gebeut, Dem ist dein segen stets bereit. ö schl h ö bekhgtzl ch, I. 40 5. Drum laß auch mich mit lust betrach⸗ Hrin ten, Was mich dein wort, o höchster, lehrt. mut N Vom Worte Gottes. 285 Laß mich darauf gehorsam achten, Was dein befehl von mir begehrt: So fließen trost und seelenruh Auch mir aus deinem worte zu. Mel. Christus, der uns selig ꝛc. 183. Der du selbst die wahrheit bist, „Gott, zu dem ich singe, Gott, den kein verstand ermißt, Ursprung aller dinge! Alle weisheit kommt von dir Zu den men⸗ schenkindern. Sie erleuchtet uns, wenn Hr: wir Selbst ihr licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und finsterniß Füllen n Unsre seelen; Unser blick ist ungewiß, Unsre schlüsse fehlen; Aber dein verstand weicht nicht Von der lautern wahrheit. Was du n n das ist licht, Richtigkeit und klar⸗ heit. 3. Wirf dich, sterbliches geschlecht, Dank— bar ihm zu füßen! Seine wahrheit und sein recht Lässet er dich wissen. Weit er⸗ schallt das wort des herrn, Das die welt bekehret; Glaubt es freudig, folgt ihm gern, Völker, die ihr's höret! 4. Gott, was uns dein wort verspricht, Wird und muß geschehen; Deine drohung un kann auch nicht Leer vorüber gehen. Haben ö 286 Erste Abtheilung. tausende nicht schon, Welche vor uns wa⸗ ren, Deine strafen, deinen lohn, Unfehlbar I erfahren?— V Mel. Erhalt' uns, herr, bei ꝛc. + 184. Der spötter strom reißt viele fort. N Erhalt' uns, herr, bei deinem wort! So n können, vater! wir uns dein Im leben 0 und im tode freun. e 2. Ein haufe lästrer wagts, o gorn Mit wildem, ausgelaßnem spott Den hei⸗ Mh land, deinen sohn, zu schmähn, Verach schl tend auf sein heil zu sehn.* 3. Ach! ihrer lehre pest, o herr! Schleicht MI jetzo nicht im finstern mehr: Sie bricht shl ü„ am mittag selbst hervor, Und hebt ihr töd⸗ g tend haupt empor. N 4. Sie herrscht durch große dieser welt. Am VN Herr, herr! wenn uns dein arm nicht hält; ohsen So reißt sie uns zum tod auch fort. Gieb di sieg und leben durch dein wort. FFF„** 5. Beschütze uns, herr jesu christ! Der l du zur rechten Hottes bist! Sei unser schild I und starke wehr! Nichts ist vor dir der 5.4 spötter heer. sidenz 6. Du hast von ewigkeit gesehn, Wie Minf lange noch ihr trotz bestehn Und wider dich f ö Vom Worte Gottes. 287 hier toben soll. Vielleicht ist nun ihr maaß bald voll. 7. Auch sie, o herr, hast du versöhnt, Sie, deren spott dich jetzt verhöhnt. Gieb, daß noch vor der todesnacht Zur ernsten ren ihr herz erwacht. 8 Mel. Ach gott und herr, wie ꝛc. 185. Gott ist mein herr! Auf seine lehr' Soll meine seele trauen; Ich wandle hier, Mein gott, vor dir Im glauben, nicht im schauen. 2. Dein wort ist wahr; Laß immerdar Mich seine kräfte schmecken. Laß keinen spott, O herr, mein gott, Mich von dem glauben schrecken. 3. Wo hätt ich licht, Wofern mich nicht Dein wort die wahrheit lehrte? Gott, ohne sie Verstünd ich nie Wie ich dich wür⸗ dig ehrte. 4. Dein wort erklärt Der seele werth, Unsterblichkeit und leben. Zur ewigkeit Ist diese zeit Von dir mir ja gegeben. 5. Dein ewger rath, Die missethat Der sünder zu versühnen, Den kennt ich nicht, Wär mir dies licht Nicht durch dein wort erschienen. W 288 Erste Abtheilung. 6. Nun darf mein herz In reu' und schmerz Der sünden nicht vergehen; Nein, mi du verzeihst, Lehrst meinen geist Recht N¶N—t5ↄz˙i zu dir flehen. li 7. Mich zu erneun, Mich dir zu weihn, Ist meines heils geschäfte. Durch meine müh Vermag ichs nie; Dein wort giebt ul, mir die kräfte. 0 8. Erhalt uns, herr, nur deine lehr! fil k — — ——.——— 8—25 27778 ⏑ I — Du hast sie uns gegeben. Sie sei mein theil, Sie sei mein heil, Und kraft zum l ewgen leben. Mel. Wir christenleut haben ꝛc. oder: Auf, schicke dich ꝛc. Nr. 7. Alhil 186. Herr, dir sei preiß! Ich glaub und ind „ weiß, Der grund des heils zsind deine le Mh. A bensworte. Bei diesem licht Verfehl ich min nicht Den schmalen weg, die enge him me p Ualo Wir menschen sind Verkehrt und mit himd, Und keiner weiß den weg ins ewge E Wpl leben. Den unterricht, Der uns gebricht, Kann uns allein das wort der wahrheit. ——— geben. 3. Daß jesus christ Mein heiland is, hl Daß er für mich und meine schuld gestor⸗ in süh albe Ldein Irfeh e! Ihlt! Dins gedd lh Vom Worte Gottes. 289 ben; Daß ich durch ihn Erlöset bin, Daß ³ mir sein blut die seligkeit erworben; 4. Daß sich mein geist Dem leib ent⸗ reißt, Daß er durch gott unsterblich ist und bleibet! Daß mich mein hirt Erwecken wird, Wenn gleich den leib des todes macht zerstäubet; 5. Daß einst die welt In trümmer fällt, Wenn gottes sohn wird majestätisch kommen; Daß er den lohn Von seinem thron Dann geben wird den bösen und den frommen; 6. Daß er, mein freund, Wenn er erscheint, Mich zu sich nimmt ins ewge freudenleben: Davon hat er, Mein gott und herr, Nur durch sein wort erkenntniß mir gegeben. 7. Dies wort erfreut In traurigkeit, Und lindert mir den kummer, der mich drücket; Die schwermuth weicht, Das herz wird leicht, Wenn mich in angst, o herr, dein wort erquicket. ö 8. O laß hinfort Dein gnadenwort Mein ganzes herz zu deinem ruhm beleben; Bis nach der zeit, In ewigkeit, Ich besser dich im himmel werd' erheben. 1 290 Erste Abtheilung. Mel. Liebster jesu, wir sind hier ꝛc. 187. Herr, mein licht, erleuchte mich, Daß ich mich und dich erkenne; Daß 0 voll vertrauen dich Meinen gott und vater n nenne; Daß ich dadurch auf der erde Für den himmel weiser werde. 2. Lauter wahrheit ist dein wort: Lehre mich es recht verstehen. Hilf selbst meinem forschen fort, Richtig daraus einzusehen, Was zu meinem heil mich führet, mir, deinem knecht, gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein Nichm seinen sinn verstehen; Laß mein herz auch folgsam sein, Den erkaluten weg zu gehen. Denn sonst würd ich, bei dem wissen, Dop⸗ pelt streiche leiden müssen. 4. Gieb, daß ich den unterricht Deines wortes treu bewahre; Daß ich, was er min ver spricht, Reichlich an mir selbst erfahre. Ja, es seii in meinem leiden Mir ein uel voll trost und freuden. 5. Hilf auch, daß von zeit zu zeit Meine kenntnisse sich mehren. Find ich dann noch dunkelheit Bei des glaubens hohen lehren. O so laß mich demuth lernen, Und von zweifelsucht entfernen. 0 lk 47 ER. .— V ö Sih Hiet, Vom Worte Gottes. 291 6. Lenke, höchster, meinen sinn Von den gütern dieser erde Durch dein wort zum himmel hin, Wo ich ewig selig werde. Laß mich diese welt verachten, Und nach ewgen freuden trachten. 7. O verleih mir stets die kraft, Deinem wort gemäß zu handeln, Und von dir ge⸗ wissenhaft Auf der tugend pfad zu wan⸗ deln; So wird einst in jenem leben Mich ein hellres licht umgeben. Mel. Aus tiefer noth schrei ich ꝛe. 188. Wir menschen sind zu dem, o gott, Was geistlich ist, untüchtig. Dein wesen, wille und gebot Ist viel zu hoch und wich⸗ tig; Wir wissen und verstehens nicht, Wo uns dein göttlich wort und licht Den weg zu dir nicht zeiget. 2. Von jeher hast du ausgesandt Pro⸗ pheten, deine knechte; Sie machten in der welt bekannt Dein heil und deine rechte. Zuletzt ist selbst dein eigner sohn, O vater, von des himmels thron Gekommen, uns zu lehren. 3. Für solches heil sei, herr, gepreist! Laß uns dabei verbleiben, Und gieb uns 10* 19 5 66 W 0 * WEAA —ůñ.t4 * 4 H 292 Erste Abtheilung. deinen guten geist, daß wir dem worte flt, gläuben, Daß wir's annehmen jederzeit l Mit ehrfurcht, treu und willigkeit, Als del gottes, nicht der menschen. 1 4. Hilf, daß der frevler frecher spott msank Uns nicht vom wort abwende: Denn du ge bist ein gerechter gott, Und strafst gewiß nh, am ende. Erweck uns durch der wahrheit sihi kraft, Und was sie gutes in uns schafft, Das laß uns treu bewahren. 5. Herr, öffne du verstand und herz, Daß ushs wir dein wort recht fassen; In lieb' und daht leid, in freud und schmerz Es aus der acht in un nicht lassen; Daß wir nicht hörer nur inuh allein, Nein, auch desselben thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Geist gottes! mache selbst uns gleich Dem fruchtbar'n guten lande, Daß wir, an I guten werken reich, In unserm amt und uchus stande Das thun, was uns dein wort ge⸗ dl beut, Und, frei vom dienst der eitelkeit, Wi Des glaubens kraft beweisen. fllt, 7. Laß uns, dieweil wir leben hier, Der dollh sünder weg vermeiden. Gieb, daß wir 26 halten fest an dir, Im wohlstand, wie DTah! im leiden. Rott aus, was dir, herr, nicht mtu u Il Vom Worte Gottes. 293 gefällt, Hilf uns die sorgen dieser welt Und böse lüste dämpfen. 8. Erhalt dein wort uns klar und rein, Und laß es unsern füßen Ein licht auf unsern wegen sein. Hilf, daß wir d'raus genießen Kraft, rath und trost in aller noth, Daß wir im leben und im tod Be⸗ ständig auf dich trauen. 9. Es müsse sich zu deiner ehr', Gott vater, weit ausbreiten! Hilf, jesu, daß uns deine lehr' Erleuchten mög und leiten! O heilger geist, dein göttlich wort Laß in uns wirken immerfort Lieb, hoffnung, trost und glauben. a. Von den zehn Geboten insbesondere. * Mel. Allein gott in der höh' ꝛc. 189. Herr, deine rechte und gebot, Dar⸗ nach wir sollen leben, Zu halten, wollest du, o gott! Mir kraft und gnade geben, Daß ich zum guten willig sei, Mit sorg⸗ falt, ohne heuchelei, Was du befiehlst, vollbringe. 2. Gieb, daß ich dir allein vertrau, Dich über alles liebe; Auf menschenhülf und trost nicht bau, Nicht muthlos mich ————————— 29⁴4 Erste Abtheilung. 4. Am tage deiner heilgen ruh Laß mich gern vor dich treten, Die zeit auch heilig bringen zu Mit danken und mit beten! Daß ich hab meine lust an dir, Dein wort so höre, daß ichs mir Auch recht zu nutze mache. 5. Die eltern, lehrer, obrigkeit, Die vorgesetzt mir werden, Laß mich verehren jederzeit, Daß mir's wohlgeh auf erden; Daß ich für ihre sorg' und treu Recht folg⸗ sam und recht dankbar sei, Und sie niemals betrübe. 6. Hilf, daß ich niemals eigne rach' An meinem feinde übe; Und die mir zugefügte schmach Verzeih, vielmehr ihn liebe: Sein glück gern gönne jedermann; Seh, ob ich jemand dienen kann, Und es dann thu mit freuden. ———— Wuthh Amach Pkeit, h lah uf l Kechtt Vom Worte Gottes. 295 7. Unreine werk der finsterniß Laß mich sorgfältig meiden, Du siehst und strafest sie gewiß Mit schwer gehäuftem leiden! Schaff in mir, gott, ein reines herz, Daß ich schandbare wort' und scherz Und alles schwelgen fliehe. 8. Verleih, daß ich mich redlich nähr, Mich böser ränke schäme, Mein herz nie⸗ mals zum geize kehr, Mit unrecht nichts hinnehme; Und von der arbeit meiner händ', Was recht ist, gern auf arme wend', Und nicht auf pracht und hoffahrt. 9. Hilf, daß ich meines nächsten glimpf Zu retten mich befleiße, Von ihm abwende schmach und schimpf; Doch böses nicht gut heiße. Gieb, daß ich lieb' aufrichtigkeit, Hab' einen abscheu jederzeit Am lästern und an lügen. 10. Laß mich des nächsten haus und guth Nicht ungerecht begehren; Was aber mir vonnöthen thut, Das wollst du mir gewähren; Doch, daß es niemand schädlich sey, Ich auch ein ruhig herz dabei, Und deine gnad' behalte. 11. Mein gott! dein mir gegeb nes recht Und deinen heil'gen willen, Wie mir 296 Erste Abtheilung. gebühret, deinem knecht, Auf immer zu er⸗ füllen, Vermag ich von mir selber nicht; Ich fühle, daß es mir gebricht Dazu an eignen kräften. 1³ 12. Drum gieb du mir von deinem thron, ö O vater, gnad' und stärke! Verleih, herr jesu, gottes sohn, Daß ich thu' rechte werke! O heil'ger geist, hilf, daß ich dich von gan⸗ Wil zem herzen, und, wie mich, Den nächsten M thätig liebe! In voriger Melodie. 190. Herr, dein gesetz, das du der welt 0 Zur richtschnur hast gegeben, Das du zur Wll regel vorgestellt, Wornach wir sollen leben, 0 Das deinen willen offenbart, Ist ganz von x ö einer andern art, Als menschliche gesetze. 2. Mit äußerlicher ehrbarkeit Läßt es sich nicht begnügen, Obgleich die hand nicht In schlägt, noch dräut, Die lippen nicht be⸗ HN trügen, Das auge nichts verbotnes sieht, Und unbefleckt sonst jedes glied In seiner DI ordnung bleibet. 3. Ob man nicht flucht, betrüget nicht,‚ Ihnn Ob man keins abbathsschänder, Kein frevler, der die ehe bricht, Kein mörder, kein ver⸗ ——— DDeeee — Kner; ober y Daz Wemth leih, OHte y EVon t det: DS U Vlen l gah 0⁰ 0 W Dald Dlih Acs Vn St IIn flch Ieil) ö ö Vom Worte Gottes. 297 schwender, Kein freund vom sündlichen ge⸗ schwätz: So ist dein heiliges gesetz Doch damit nicht zufrieden. 4. Es fordert, daß das herz dich, gott, Wie du's verdienest, liebe, Und sich, zu halten dein gebot, Aus allen kräften übe. Es will, daß, wie du heilig heißt, Auch unser herz und ganzer geist Sei heilig und Unsträflich. 5. Der geist, von sündenliebe rein, Soll sich zu gott erheben, Soll immerhin be⸗ flissen sein, Treu jeder pflicht zu leben. Begierig auf des nächsten wohl, Nach weisheit und der tugend, soll Der mensch voll eifer streben. 6. So hat uns gott geoffenbart Sein recht und seinen willen. Willst du, o mensch, auf solche art, Nun sein gesetz erfüllen? Wie oft der sünden sclaverei Der wille un⸗ terworfen sei, Das wirst du leicht erkennen. 7. Entschließ dich drum, zu deinem heil, Dem mittler zu ergeben; Komm, nimm an dessen gnade theil, Durch den die sünder leben; Nimm daukbar, froh und glaubig an, Was er zu deinem heil gethan, Und preise seine liebe. 298 Erste Abtheilung. 8. Laß aber auch in deinen geist Dir sein gesetze schreiben, Thu alles willig, was er heißt, Laß seinen geist dich treiben. Denn wer die sünd' nicht redlich flieht, Nicht ihm zu leben sich bemüht, Der bleibet im gerichte. b. Vom Evangelio. Mel. Ich ruf zu dir, herr jesu ꝛc. 19. Heil deinem volke, dem du dich, O höchster, offenbarest, Das du regierst, und väterlich Auf ebner bahn bewahrest! Heil uns, denn dies dein volk sind wir; Du lehrst uns deinen willen Recht erfüllen, und unsern durst nach dir Selbst aus der quelle stillen. 2. Weh denen, die sich finsterniß, Gott, für dein licht erwählen! Wie hoffnungslos, wie ungewiß Sind ihre stolzen seelen! Du selbst berufst sie immer noch, Dein himm⸗ lisch reich zu erben, Nicht zu sterben! Ihr leichtsinn stürzt sie doch In ewiges ver⸗ derben. 3. Der klügler sagt, du werdest nicht Uns etwas neues lehren; Denn die ver⸗ nunft sei schon das licht, Dich würdig zu M Vom Worte Gottes. 299 verehren. Doch wem nur dieser schimmer scheint, Der kann nicht völlg sehen, Sicher gehen; Nein, sinket, wenn er meint Auf festem grund zu stehen. 4. Zwar die vernunft erkennet dich In deinen großen werken, Weiß dein gebot; doch weiß sie sich Zum guten nicht zu stär⸗ ken. Wir sündigen, und sie kann nie Uns wieder dir versöhnen. Unsre thränen Siehst du; doch können sie Nicht gnug thun, nicht versöhnen. 5. Aus furcht des todes würden wir Zum traurigsten geschlechte, Wenn uns dein wort nicht, gott! von dir Des him⸗ mels hoffnung brächte. Der sünder kann durch jesum christ Für alle seine sünden Gnade finden; Der lüste macht und list Durch glauben überwinden. 6. Ach, theur und werth sei uns dies wort; Denn du hasts uns gegeben! Es leit uns hier, es bring uns dort, O gott, zum ewgen leben! Lehr auch die spötter, die es noch Mit stolzem muth verachten, Darnach schmachten, Und so bei jesu licht Nach seinem reiche trachten. 4 ö 300 Erste Abtheilung. Mel. Liebster jesu, wir sind ꝛc.. 12. Kostich, o mein heiland, ist Det rnes wortes gnadenlehre. Gieb, daß ich 1 miütfolgsamkeit Treulich ihre vorschrift ehre; Run eDem, was sie verheißet, traue, Fest mein 41 hoffen darauf baue.— 2. Deines wortes unterricht Lehret uns hott recht erkennen, Ihn mit herzens.- n 4 zuversicht Unsern gott und vater nennen, Und nach seinem heilgen willen Unsre i pflichten treu erfüllen. 3. Was die weisen dieser welt Uner⸗ * forscht gelassen haben, Das hast du ans licht gestellt, Und durch deines geistes ga⸗. ben Bringst du es in unsre seelen, Daß W wir heil und leben wählen.. 4. Du entdeckst uns unsre schuld, Und 00 der sünden großen schaden; Aber auch des sth höchsten huld, Und den reichthum seiner n gnaden; Lehrst uns aller unsrer sünden A Gnädige vergebung finden. 5. Du rufst uns voll liebe zu: Kommt zu mir, ihr müden seelen, Es soll euch eurer ruh Nicht am troste bei mir fehlen; l Werdet ihr von mir nur lernen, Wird der o kummer sich eutfernen. D Muld 14 Ium Ver s . ulle l W. Vom Worte Gottes. 301 6. Herr, dein evangelium Hat viel tausend, tausend zeugen, Die zu deines namens ruhm Dankbar ihre kniee beugen, Daß du noch dies wort erfüllest, Und der seele kummer stillest. 7. O nimm gnädig an den dank, Den ich dir voll ehrfurcht bringe; Höre meinen lobgesang, Den ich hocherfreut dir singe: Du heilst allen meinen schaden, Herr, und krönest mich mit gnaden. 8. Köstlicher, als gold, sei mir, Was dein göttlich wort mich lehret! Dank, ja ewig dank sei dir Für den trost, den es gewähret! Werd ich einst zu dir erhoben, Will ich würdiger dich loben. Mel. Jesu, meine freude ꝛc. 193. Wort, aus gottes munde! Wort, vom friedensbunde! Evangelium! Bald, da wir gefallen, Ließ dich gott erschallen! Du bist unser ruhm! Gottes kraft, die glauben schafft, Gute botschaft, uns zum leben Von gott selbst gegeben. 2. Was dein wohlgefallen Vor der zeit uns allen, Gott! bestimmet hat; Was sonst dunkle schatten Vorgebildet hatten, Das vollführt dein rath. Daß dein eid 302 Erste Abtheilung. Dich nicht gereut, Zeigst du nun; in jesu namen Wird er ja und amen. 3. Alles ist vollendet. Gott hat den ge⸗ sendet, Der verheißen war. Jesus, der sein leben Wollte für uns geben, Stellt sich wirklich dar; Ja er hat des höchsten rath Ganz vollbracht und lebt in ehre. Ach, erwünschte lehre! 4. Da uns strafen drohten, Thaten friedensboten Heil von gott uns kund. Was für holde lehren Lassen sie uns hö⸗ ren! Welch ein theurer bund! Gottes huld Tilgt unsre schuld, Und wer ihn mit glau⸗ ben ehret, Wird von ihm erhöret. 5. Auf, und wehrt den schmerzen; Kommt ihr, deren herzen Das gesetz zer⸗ schlug; Kommt zu dessen gnaden, Der, für euch beladen, Alle schmerzen trug. Jesu tod Versühnt euch gott, Gott, der euch als vater liebet, Und die schuld vergiebet. 6. Hierauf will ich bauen, Christo mich vertrauen, Und in ihm mich freun. Ihm nur will ich leben, Ihm mich ganz erge⸗ ben, Ewig treu ihm sein. So werd ich Auch einst durch dich, O mein heiland! selig sterben, Und den himmel erben. —— ⏑—— 233*3—.——72..‚ ꝗꝗ¾¾‚—— N. 1— 4.* —ͤj———— —— 2—— 2 P..—— — Men ttet mit 1Het. chlh gest E D 18 Von der Taufe. a. Vor und bei derselben. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 194. Herr, der du keinen je verstießest, Der sich im glauben dir genaht; Nie un⸗ erfreut den von dir ließest, Der dich um deine gnade bat; Gelobt sei deine freund⸗ lichkeit, Die gern erhöret und erfreut! 2. Du wiesest ehmals nicht die kleinen, Die dir die ältern brachten, ab; Erkann⸗ test, herr, sie für die deinen, Und ließest huldvoll dich herab. Laßt, sprachst du, lasset sie zu mir, Und wißt, das himmel⸗ reich ist ihr. 3. Du bist, erhabner freund der kinder, Die auch durch dich erlöset sind, Zur rech⸗ ten gottes jetzt nicht minder Holdselig ge⸗ gen sie gesinnt. Du bleibst der deinen zuversicht, Vergissest ihrer ewig nicht. 4. Dir sei auch dieses kind empfohlen, Dir, dessen treu unwandelbar! Wir brin⸗ gens, wie du selbst befohlen, Dir in der heilgen taufe dar. O segne es, herr jesu christ, Der du der taufe stifter bist! 304 Erste Abtheilung. 5. Laß durch dies siegel deiner gnade Sein christenrecht bestätigt sein, Und weih es nun in diesem bade Zu gottes kind und erben ein. Das glück, daß es dir ange⸗ hört, Herr, sei ihm ewig theur und werth. Mel. Liebster jesu, wir sind hier ꝛce. 195. Herr, hier siehst du uns vor dir, Siehst dies kind auf unsern armen. Dich, o vater, bitten wir, Dich auch seiner zu erbarmen, Daß es gottes kind auf erden Und einst selig möge werden. 2. Heiland, jesu! es ist dein: Laß es durch dich gnade finden. Heilger geist, kehr bei ihm ein, Laß es deine kraft em⸗ pfinden, Die in ihm den sünden steuert, Es zu gottes bild erneuert. 3. Mach uns alle in der welt Dir von herzensgrund ergeben, Daß wir, wie es dir gefällt, Eingedenk des taufbunds le⸗ ben; Und daß wir auch nach dem sterben Unsrer taufe segen erben. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 196. Ich bin getauft, nach jesu lehren Dich, vater, deinen sohn und geist, So zu bekennen und zu ehren, Daß herz und mund und that dich preist, Und dann des II. I-% 40 AUA Rarg Dt Wlidr SMI IZundy De. h En.“ si af . 9 * lget k Iyn fl Von der Taufe. 30⁵ glücks, ein christ zu sein, Mich hier und ewig zu erfreun. 2. Du hast mich für dein kind erkläret, O vater, in der taufe schon; Du hast auch mir das heil gewähret, Das du erworben, gottessohn; Du, geist des höchsten, stehst mir bei, Daß ich dir ganz geheiligt sei. 3. Die liebe ist nicht zu ermessen, Die du, mein gott, mir zugewandt. O laß mich nie die pflicht vergessen, Dazu ich selbst mich dir verband, Als du in deinen bund mich nahmst, Und mir mit heil entgegen kamst. 4. Du bist getreu, auf deiner seite Bleibt dieser bund stets feste stehn. Und falls ich ihn auch überschreite, Läßt du dein vater⸗ herz doch sehn; Du klopfst an mein gewis⸗ sen an, Und lockst mich auf die rechte bahn. 5. So geb ich denn, mein gott, aufs neue Mich ganz zu deinem opfer hin. Erwecke mich zu neuer treue, Und bilde mich nach deinem sinn. Weich, eigner sinn! o sünde, weich! Gott hört es; jetzt entsag ich euch. 6. Befestige dies mein versprechen, Mein vater! und bewahre mich, Daß ich es nie⸗ mals möge brechen. Mein ganzes leben 20 306 Erste Abtheilung. preise dich! Gott meines heils, sei ewig mein, Und laß mich dein auf ewig sein. Mel. Christ, unser herr, zum ꝛc. 197. O gott, bei dir ist heil und gnad In aller noth zu finden. Du schenkst uns durch dein wasserbad Vergebung unsrer sünden. Du lehrst, o vater, sohn und geist, Uns durch ein sichtbar zeichen, Wie sehr du unsers heils dich freust, Der du nicht deines gleichen An gnade hast, an liebe. 2. Du hast uns, herr, durch deinen bund Zu kindern angenommen; Machst jedem deine wege kund, Willst, daß sie alle kommen. Ach, strafe nur verdienten wir: Und du(wer kann es fassen?) Vereinigst uns, o gott, mit dir: Hast uns die straf erlassen, Und willst uns selig machen. 3. Dadurch bin ich nun, als dein kind, ersichert deiner gnaden: Was sich für schwachheit an mir find't, Das läßt du mir nicht schaden. Du giebst zur heiligung mir kraft, Erhörst mich, wenn ich bete. Und wenn ich fromm und tugendhaft Dein recht nicht übertrete, Soll mir kein gutes mangeln. ö Von der Taufe. 307 ig 4. Hochheilig sei denn mir die pflicht, ihs Der sünde macht entrissen, Zu dir zu ha.1 ben zuversicht Und auch ein gut gewissenr Ande Dich nicht, o vater, sohn und geist Blos meinen herrn zu nennen; Dich, wie dein Heuf wort mich unterweist, Mit thaten zu be⸗ . kennen, Dir nur, und gern zu dienen. 7. 5. Der sünd' hab ich entsagt, o gott, 2 Und allen ihren werken, Laß wider trug, gefahr und spott Mich deine gnade stärken! u Zu deinem tempel wählst du mich; Dir ich! bin ich neu geboren; Daß ich dich fürchte, 9J herr, nur dich, Dazu bin ich erkoren, Haßl! Erschaffen und erlöset. I 6. Dem alten sinne sterb ich ab, Damit Hich göttlich lebe, Und deinem muster bis 3ins grab Zu nähern mich bestrebe. Der na tugend hang ich eifrig an Und liebe deinen Loch willen; Mit fleiß und sorgfalt denk ich st. dran, Wie ich ihn mög erfüllen Durch dei⸗ ißtu. nes geistes stärke. Rih 7. Gott vater, sohn und geist verleih, . Daß ich an dich fest gläube; Mich deines gaft“ bundes tröst und freu, Und treu darin Fehn. auch bleibe; Daß ich das böse flieh und hhass', Auf deiner bahn nicht gleite, Im 308 Erste Abtheilung. ghuten nimmer werde laß, Hier bis ans eeende streite, Und dort dein reich ererbe. b. Nach der Taufe eines Kindes. Mel. Nun lob', mein seel' ꝛe. ö 198. Geweiht zum christenthume, Ist dieses kind nun gott geweiht! Erzieh es, dir zum ruhme, O vater der barmherzig⸗ keit! Verlängert deine liebe Sein leben, N so verleih Durch deines geistes triebe, Daß V W es dir immer treu, Den hohen werth der tugend Schon früh empfinden lern. Es N ziere seine jugend Die selge lust am herrn! 2. Auch wir sind gott geweihte, Durch u unsre taufe gott geweiht! Dies glück ent:( „ flamm uns heute Zu lob und preiß und dankbarkeit: Erweck uns zum vertrauen, Mit kindlich frohem sinn Gen himmel auf- zuschauen, Zu unserm vater hin; Erweck un uns, zu ermessen, Was uns sein wort verspricht, Und nimmer zu vergessen Der u W. ihm gelobten pflicht. ö MN 3. Du vater von uns allen, O lehre du * ö uns selber thun Nach deinem wohlgefallen: n N Laß deinen segen auf uns ruhn! Du wirst zu diesem leben, Wie du bisher gethan, — — —. —.— 1— ö Von der Taufe. 309 Was wir bedürfen geben. Verleih uns nur alsdann Die beste deiner gaben, Daß wir durch jesum christ Theil an dem erbe 19) Vom heiligen Abendmahl. a. Vor und bei demselben. Mel. Jesus, meine zuversicht ꝛc. 199. Die ihr christi jünger seid, Theure miterlöste brüder! Alle seinem dienst ge⸗ weiht, Alle seines leibes glieder: Kommt, versöhnte, kommt, erneut Euren bund der seligkeit! 2. Die, so jetzt mit zuversicht, Jesu! deines heils sich freuen, Die laß stets in diesem licht Wandeln und sich ganz dir weihen; Laß ihr herz vom stolze rein, Voll von deiner demuth sein. 3. Tröste, die in traurigkeit Ueber ihre seelen wachen; Stärke, herr der herrlich⸗ keit, Ihren glauben, hilf den schwachen, Die gebeugt von ferne stehn, Können uner⸗ hört nicht flehn. ů 4. Hoherpriester! ja du bist In den him⸗ mel eingegangen; Segne uns, herr jesu 310 Erste Abtheilung. christ! Da wir nun dein mahl empfangen. Hilf, o herr! daß wir es nicht Jemals nehmen zum gericht. Mel. An wasserflüssen babylon ꝛc. 200. Du, herr, hast aus barmherzigkeit, Zum denkmal deiner gnaden, Das ganze volk der christenheit Wohlthätig eingela⸗ den. Du rufst: mühselge, kommt zu mir! Ich komme, heiland! ja zu dir Erheb ich meine seele. Entzeuch mich deiner gnade nicht, Sei auch mein trost, mein heil, mein licht. Du siehst, wie oft ich fehle. 2. Ja, meiner schulden sind weit mehr, Als ich vermag zu zählen. Ich fühl es wohl, und leide sehr Vor unruh meiner seelen. Doch du bist meine zuversicht, Ver⸗ laß mit deinem trost mich nicht; Du siehest meine reue. Erbarmer, nimm sie gnädig an; Du bists, der helfen will und kann, Daß sich mein herz erfreue. 3. Nach deinem troste sehn ich mich, Gebückt vor dir im staube! Dein tröst ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn; Versprichst, den schwachen beizustehn, Die nach der bess'rung trachten. Dee— E =——.— .—.—— SDSIS—. — — —— — 2 RNX. ‚ Vom heiligen Abendmahl. 311 EAng Stets bleibst du deinen worten treu, Und IE wirst ein gläubig herz voll reu, Auch mei⸗ nes, nicht verachten. 4. Regiere nun auch künftig mich, Daß Terzt ich vorsichtig handle, Und heilig, voll ver⸗ s g traun auf dich, Nach deinem willen wandle. ei Gieb, daß aus dank für deine huld, In Tzux liebe, glauben und geduld Ich dir auf Llsch erden lebe! Bis ich dereinst in deinem reich Krergh Verklärt, unsterblich, engeln gleich, Dich ilYv. ewig froh erhebe. Eich. Mel. Herzlich lieb hab ich dich ee— Ritt. 20 1. Gelobt seist du, herr, unser gott; ½s Gelobt für unsers mittlers tod, Der uns ½n das heil erworben! Wie hoch hast du auch Ach mich geliebt! Er, der uns ewigs leben Rsh giebt, Ist auch für mich gestorben. Mein Reg ganzes herz frohlockt in mir. O vater, wirich lobsinge dir. Gieb, daß ich jeden tag aufs neu Mich deiner vaterhuld erfreu. gihn Gott meines heils! Sei ewig mein, Sei itht leul mein, Und laß mich dir recht dankbar Wor. sein. Iu 2. Voll froher ehrfurcht beug ich mich Uuun Vor dir, sohn gottes! der du dich Für mich Inn hast hingegeben. Es komme mir nie aus 312 Erste Abtheilung. dem sinn, Wie viel ich dir, herr, schuldig bin. Dein tod bringt mir das leben. N Durch deines opfers ewge kraft Hast du, N o herr! auch mir verschafft, Was mich vor dem verderben schützt, Was meinem geiste eewig nützt. Herr jesu christ! Wie liebst N du mich! Wie liebst du mich! Gieb, daß ich ewig liebe dich. 3. Mit inbrunst fleh ich, herr, zu dir: Befördre du doch selbst in mir Ein gläubi⸗ ges gemüthe! Mich dürstet, gleich dem „ dürren land, Bei deiner liebe unterpfand, Nach deiner großen güte. Ich fühle wohl, WWAA was mir gebricht, O stärke meine zuver⸗ sicht, Daß du auch mein versöhner seist, Und mich vom ewgen tod befreist. Herr, dieser trost Sei fest in mir. Sei fest in mir, So dien ich voller freuden dir. 4. Zur weisheit und gerechtigkeit, Zur NN heiligung und seligkeit Bist du mir auser⸗ RI sehen. Auf diesen herrlichsten gewinn Laß i mich treu richten meinen sinn, Mein stre⸗ ben und mein flehen: Mein heiland, zieh mich ganz zu dir; Ja, durch den glauben wohn in mir: So nimmt in mir die seelen⸗ ruh, und meines herzens bessrung zu. Iterh hleh Ine Iner! . stin TJeit, MI Vom heiligen Abendmahl. 313 Mein herr und gott! Verlaß mich nicht, Verlaß mich nicht! zuversicht. 5. Zu deinem himmel hilf du mir. Der freuden fülle ist bei dir; Laß mich sie einst genießen. Belebe mich mit muth und kraft, So meine ganze pilgrimschaft Zu führen und zu schließen, Daß mir dein wort stets heilig sei, Daß ich, bis in den tod dir treu, Mit freuden thu, was dir gefällt, Und dich auch ehre vor der welt. O herr, mein heil, Sei stets mit mir, Sei stets mit mir: So komm ich einst gewiß zu dir. Nur du bist meine — Mel. O jesu christ, mein's lebens ꝛe. 202. Herr, der du willig, als ein lamm, Am martervollen kreuzesstamm, Beschwert mit unsrer sündenlast, Dich selbst für uns geopfert hast. ö 2. Hier fei'r ich deinen mittlertod; Hier nährst du mich mit himmelsbrod; Hier ist das unschätzbare guth, Das du mir giebst, dein leib und blut. 3. O liebe, welcher keine gleicht! O wunder, das kein mensch erreicht! Mir unbegreiflich und doch wahr; Du sagst es, und dein wort ist klar. 314 Erste Abtheilung. 4. O gott⸗mensch, hilf mir, daß ich ja II Mit tiefster ehrfurcht dir mich nah! O herr, mein mund empfahe nicht Dein heilig mahl mir zum gericht! 5. Hier deinen liebevollen tod Verkün⸗ digen, ist dein gebot. So preise denn mein ganzes herz Dich jetzt für deinen todesschmerz! 6. O wie so großen segen giebt Dein leib und blut dem, der dich liebt! Ihm ists ein pfand der seligkeit, Ein siegel der gerechtigkeit. 7. Ach, wie so reich ergießet sich Hier meines gottes lieb in mich! Hier schmeck ich voll zufriedenheit Des besten vaters freundlichkeit. 8. Wie feurig du, mein jesu, liebst, Bezeugt dies pfand, das du mir giebst. Nichts scheidet ferner dich und mich. Mich liebest du; ich liebe dich. 9. Ja, herr, dich lieb' ich unverrückt, Wenn sünde lockt, wenn kummer drückt. Verschmachtet leib und seele mir: Doch lieb ich dich, und bleib in dir. 10. Herr, dieses heilgen mahles kraft Stärkt mich in meiner pilgerschaft, Den — — ———— —. —— — — D—— — —— S — —. — — — — 0 Vom heiligen Abendmahl. 315⁵ feinden treu zu widerstehn, Die mir nach meiner seele stehn. 11. Es steuert allen stolz und neid; Ver⸗ mehret lieb und einigkeit; Giebt trost, der nie das herz verläßt; Und macht den guten borsatz fest. 12. Nun, jesu, führ ihn selbst zur that, Und leite mich nach deinem rath; So bring ich in gelaßner ruh Die tage meiner wall⸗ fahrt zu. 13. Und wenn du mich, du lebens⸗ fürst, Zur seligkeit einst führen wirst; So nehm ich noch vollkommner theil An dei⸗ nem uns erworbnen heil. Mel. Wachet auf, ruft uns die ꝛc. 203. Herr, du wollst sie vorbereiten Zu deines mahles seligkeit; Sei mitten unter ihnen, gott! Heil und leben zu empfahen, Laß würdig sie zum heiland nahen, Und sprich sie los von sünd und tod! Sind sie schon nicht ganz rein, So sind sie, jesu, dein, Und unsterblich! Laß, laß sie sehn In deinen höh'n, Von fern der überwin⸗ der lohn! 2. Nehmt und eßt zum ewgen leben Das brod, das euch der herr will geben! 316 Erste Abtheilung. Sein trost und friede sei mit euch! Nehmt und trinkt zum ewgen leben Den kelch des heils, auch euch gegeben! Ererbt, ererbt des mittlers reich! Wacht! eure seele sei Bis in den tod getreu! Amen, amen! Der weg ist schmal, Seid in der zahl Der sieger, die der richter krönt. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 204. Hier bin ich, jesu, zu erfüllen, Was du in deiner leidensnacht, Nach dei⸗ nem gnadenvollen willen, Zur pflicht und wohlthat mir gemacht. Verleih, zur übung lant. pflicht, Mir deines geistes kraft und icht. 2. Es werde mir für mein gewissen Dein mahl ein tröstlich unterpfand, Daß ich, der sündenschuld entrissen, Durch dich bei gott vergebung fand: So freuet meine seele sich In deinem heil, und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die liebe, Womit du unser heil bedacht; Wie stark sind deines mitleids triebe, Die dich bis an das kreuz gebracht! Es mache, herr, dein todesschmerz Jetzt neuen eindruck auf mein herz! ri ÆE /DPD‚D.. DDDe — Wsseu! Ihith 2 A.sch Vom heiligen Abendmahl. 317 4. Laß mich mit ernst die sünde scheuen, Fyür welche du, erlöser, starbst; Durch schnöden mißbrauch nie entweihen, Was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur sicherheit Der trost, den mir dein tod verleiht. 5. Ich übergebe mich aufs neue, O du, mein herr und gott, an dich! Ich schwöre dir beständ'ge treue Bei deinem mahle feierlich. Dein eigen will ich ewig sein, Du starbst für mich, drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor jemand schämen Der ehre, die man dir erweist; Mich nie zu einem schritt bequemen, Den mein ge⸗ wissen sündlich heißt. O flöße mir den eifer ein, Wie du, o herr, gesinnt zu sein. 7. Laß mich mit ernst den nächsten lie⸗ ben; Und wenn er strauchelnd was ver⸗ sieht, Versöhnlichkeit und sanftmuth üben Aus wirklich christlichem gemüth; Stets eingedenk der schuldenlast, Die du mir, herr, erlassen hast. 8. Es stärke sich in mir der glaube, Daß meine seele ewig lebt, Und daß einst aus des grabes staube Mich dein allmächt⸗ ger ruf erhebt, Wenn du dich, großer 318 Erste Abtheilung. lebensfürst! Den völkern sichtbar zeigen alz wirst. un 9. Im geist lieg ich zu deinen füßen Mit l dank und lob, gebät und flehn. Laß neue N gnade auf mich fließen! Mein heiland, laß e es doch geschehn, Daß mir, zur stärkung U meiner treu, Dein abendmahl gesegnet sei.. Mel. An wasserflüssen babylon ꝛc. I ö 205. Ich komme, herr, und suche dich, A N Mühselig und beladen. O, mein erbarmer, würdge mich Des siegels deiner gnaden. u . Ich liege hier vor deinem thron, Sohn got⸗ tes und des menschen sohn, Mich deiner Mhh zu getrösten. Ich fühle meiner sünden M NN müh, Ich suche ruh und finde sie Im glau⸗ * ben der erlösten. ů 2. Dich bet ich zuversichtlich an, Du bist! N das heil der sünder; Hast ihre schulden ab⸗ gethan, Und wir sind gottes kinder. Ich denk an deines leidens macht, Und an dein N wort: es ist vollbracht! Du hast mir heil erworben. Für mich hast du dich darge⸗ stellt. Mit sich versöhnte gott die welt, x Da du für sie gestorben. 3. So freue dich, mein herz, in mir; Er a tilget meine sünden, Und läßt, bei seinem heu 1 Thar N Sfüßen Wh kilag r stth Heseqt V. sulh Rethe Fer g S Rich! Hler R Vom heiligen Abendmahl. 319 mahle hier, Mich gnad um gnade finden; Er hört der reuefsehnlich flehn, Will gern mich frei und glücklich sehn, Will mir die schuld vergeben. Nur soll ich dem, der für mich starb, Und mir so großes heil erwarb, Von ganzem herzen leben. 4. Ja, herr, mein glück ist dein gebot; Ich will es treu erfüllen. Verleihe mir durch deinen tod Die kraft zu diesem wil⸗ len; Laß mich von nun an eifrig sein, Mein ganzes leben dir zu weihn, Und deine huld zu preisen. Laß mich den ernst der heiligung Durch eine wahre besserung Mir und der welt beweisen. Mel. Es ist das heil uns kommen ꝛc. oder: Lobsinget gott und ꝛc. Nr. 5. 206. Ich preise dich, o herr, mein heil, Für deine todesleiden. Hab ich an ihren früchten theil, Was fehlt dann meinen freuden? Du wardst ein opfer auch für mich: O gieb, daß meine seele sich Dess ewig freuen möge. 2. Du lässest mich in deinem tod Das wahre leben finden, Erlösung aus der größten noth, Vergebung aller sünden, Gewissensruh, zur beßrung kraft, Das l 320 Erste Abtheilung. hast du, herr, auch mir verschafft, Da du am kreuze starbest. 3. Dein abendmahl ist mir ein pfand Von dieser großen güte. Wie viel hast du an mich gewandt! O stärke mein gemüthe Zum gläubigen vertraun auf dich, Daß ich, so lang ich lebe, mich An deiner gnade halte. 4. Ich fühle, herr, voll ren und schmerz Die last von meinen sünden. Laß mein vor dir gebeugtes herz Den großen trost em⸗ pfinden, Daß du, aus gottes vaterhuld, Auch mir vergebung meiner schuld Auf buße hast erworben. 5. Der trost, den mir dein tod ver⸗ schafft, Werd' ewig mir zum segen; Er stärke mich mit neuer kraft Auf allen mei⸗ nen wegen, Nur das zu thun, was dir gefällt, Und alle furcht und lust der welt Standhaft zu überwinden! 6. Wie soll ich die barmherzigkeit, Die du mir thust, ermessen! Gieb, daß ich sie zu keiner zeit Undankbar mag vergessen: Daß ich aus ächter gegentreu Ganz deinem dienst ergeben sei, Und dir zur ehre lebe. 7. Laß deines leidens großen zweck Mir stets vor augen stehen; Nimm alle hinder⸗ — — 2 e — 2 E — —— ꝗq— — D* — . —.— —— —3—— —3 — — — .. — ——— — —— — ——.— /Dq‚E‚‚ e—— — TDv᷑D&tt—elL 222.„•.————.. ⏑——.—.—4———————.— — ꝙ/ — —— In t Isega T alie Vom heiligen Abendmahl. 321 nisse weg, Die ebne bahn zu gehen, Die mir dein heilig vorbild weist, Und die einst den erlösten geist Zu deiner freude führet. 8. Zu meinem heile hast du dich Für mich dahin gegeben; Dein Abendmahl er⸗ wecke mich, Mit ernst darnach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, Und werd ich einst der welt entrückt, So sei dein tod mein leben. ö Mel. Schmücke dich, o liebe seele ꝛc. 207. Jesu, freund der menschenkinder, Der du dich zum heil der sünder Von des himmels hohen freuden Zu den bängsten todesleiden Willig hast herabgelassen, Wer kann dein erbarmen fassen? Tief gerührt von solcher güte, Preist dich dankvoll mein gemüthe. 2. Herr, du hast auch mir bereitet, Was zum wahren wohl mich leitet: Licht, den weg des heils zu finden; Trost, bei dem gefühl der sünden; Kraft, der beßrung nachzujagen; Muth, des lebens last zu tragen; Und die hoffnung beßrer zeiten In dem reich der ewigkeiten. 3. Ja, du willst mit deiner gnade Selbst mich auf des lebens pfade Zum genuß der 32²2 seligkeiten, Die du mir erworben, leiten. Du, du willst mich bessern, trösten, Und zum erbtheil der erlösten, Zu des him⸗ mels herrlichkeiten, Folg ich dir nur, vor⸗ bereiten. 4. Nun, o sei der bund ernenet: Ganz sei dir mein herz geweihet; Täglich will ich mich bestreben, Nur nach deinem wort zu leben; Was du liebst, will ich auch lieben, Ernstlich mich im guten üben; Was du hassest, will ich hassen, Stets von dir mich leen lassen 5. Doch, ich fühle meine schwäche. Jesu, was ich dir verspreche, Ach, wie leicht ist das ge brochen! Schneller oft, als ichs ver⸗ sprochen. Darum stärk in mir die triebe Dankbeflißner gegenliebe, Daß ich, bis ich einst erkalte, Treu dir sei und glau⸗ ben halte. 6. Hilf mir wider alles streiten, Was von 19 363 will verleiten. Auch den stärk⸗ Erste Abtheilung. sten reiz zu lünden Hilf mir glücklich über⸗ Winden. Daß ich hier stets im gewissen „Und der⸗ an deinem Deinen frieden mag W einst auch überm grabe Theil segen habe. Vom heiligen Abendmahl. 323 7. O, wie will ich dich erheben, Wenn du mich im höhern leben Zu den freuden deiner frommen(Herr, ich hoff' es) lässest kommen. Da, da wird mich nichts mehr stören, Dich aufs innigste zu ehren; Da, da werd ich, frei von sünden, Deinen frie⸗ den ganz empfinden. Mel. Sollt es gleich bisweilen ꝛe. 208. Jesus christus hat sein leben In den tod für uns gegeben, Uns vom tode zu befrein, Uns zum himmel einzuweihn. 2. Daß wir niemals dess' vergessen, Giebt er uns sein mahl zu essen. Brod soll deines leibs, und wein Deines bluts gemeinschaft sein. 3. Willst du diesem mahl dich nahen: Such es würdig zu empfahen! O, in was für elend sinkt, Wer unwürdig ißt und trinkt! 4. Gott den vater sollst du preisen, Daß, die gnade zu beweisen, Selbst sein einge⸗ borner starb, Und vergebung dir erwarb. 5. Glauben sollst du, und nicht wanken, Daß er ist das heil der kranken, Dich so hoch und treulich liebt, Seinen leib, sein blut dir giebt. 20 32⁴ Erste Abtheilung. 6. Auch der schwachen, auch der armen Will der heiland sich erbarmen. Sei buß⸗ fertig, fürchte nicht Dann sein heiliges gericht. 7. Er spricht selber: kommt ihr armen, Ich will eurer mich erbarmen. Starken ist der arzt nicht noth: Kranke nur rett' ich vom tod. 8. Könntest du dir was erwerben: Hätt' ich dürfen für dich sterben? Willst du selbst dir helfen; dann Geht dich auch mein mahl nicht an. 9. Doch, fühlst du, was du bekennest, Wenn du deinen herrn mich nennest; Dann bist du geschickt, und ich Stärke durch mein mahl auch dich. 10. Gläubig mußt du dann dich üben, Deinen nächsten auch zu lieben. Nimm dich seines elends an, Denn gott hats an dir gethan! NMel. Herr jesu christ, mein's ꝛc. 209. O jesu christe, gottes lamm, Der du aus lieb am kreuzesstamm, Zur til⸗ gung meiner sündenlast, den schwersten tod erduldet hast: — q D —=. ——— —— ——— —2 — — —.—1 's⸗ ——— —— ——— — —.— — — —.—— — Vom heiligen Abendmahl. 325 m 2. Ich komm' zu deinem abendmahl, Gebeugt durch manchen sündenfall; Doch a meines herzens zwersicht Steht, herr, zu dir, verwirf mich nicht! ürm 3. Du bist der arzt, der seelen heilt; zu. Der reuerfüllten trost ertheilt, Und zur 3 recht chaffnen heiligkeit Den schwachen muth und kraft verleiht. Au. 5 4. Darum, herr jesu! bitt ich dich: Von zu: meinen sünden heile mich; Mach in mir nun das gewissen rein, Und laß mich ganz dein eigen sein. 4%0 5. Erleuchte durch dein wort mein herz, — Unnd richt es zu dir himmelwärts, Daß 15 glaubensvoll und dankbarlich Ich deiner lieb erinnre mich. 4. 6. Gieb, daß ichs mir zum heile thu, Zur fördrung meiner seelenruh, Zur stär⸗ kung in der heiligung Und wahrer lebens⸗ besserung. 7. Tilg alle laster aus in mir; Mein herz mit glaub und liebe zier, Und was sonst ist von tugend mehr, Das pflanz in ma/.ͤr zu deiner ehr' — 8. Gieb mir, was meiner seele nützt Und mich vor dem verderben schützt. Du 326 Erste Abtheilung. bist mein heil; laß mich mit dir Vereinigt 72 72 ö bleiben für und für. V. 9. Du bists, der in uns gutes schafft. Acch, stärke mich dazu mit kraft, Damit ich 9 MMWMNNAN 90* x ‚ V. U NNRN glücklich welt und sünd Im glauben an h dich überwind. Wi N ö ine s ich! Mei W 10. Dein freue meine seele sich! Mein 2H ganzes leben preise dich! Den guten vor- siatz, den ich hier Erneure, mache fest in mir. AHI II. Gieb, daß ich treu sei meiner pflicht, und mich nach deinem willen richt; So ¶ bring ich christlich und in ruh Auf erden 0 meine tage zu. 12. Bis du mich, o du lebensfürst, In g deinen himmel nehmen wirst, Daß ich da u bei dir ewiglich In deiner güte freue mich. M . Mel. Schmücke dich, o liebe seele ꝛc. ih 210. Schicke dich, erlöste seele! Gläubig, i nach des herrn befehle, Seinen mittlers⸗ Aii tod zu feiern, Deinen dank ihm zu erneuern. I Auch für dich hat er sein leben In den si bängsten tod gegeben, Dir auf zeit und ewigkeiten Heil und wohlfahrt zu bereiten. 2. Zum genusse seiner gnaden Wirst du f von ihm eingeladen. Eil ihm demuthsvoll 6 entgegen, Und nimm theil an seinem segen. Ganh Tirst, I Muen X.. EBllh Initt rn III Heit en belh EWil l Vom heiligen Abendmahl. 327 Komm getrost, es ist sein wille; Komm und schöpf aus seiner fülle Neuen muth und neue triebe, Zur verehrung seiner liebe. 3. Herr, ich komme mit verlangen, Glau⸗ bensstärkung zu empfangen; Der du huld⸗ reich deinen frieden Sterbend auch mir hast beschieden. Hier fall ich zu deinen füßen; Laß mich würdig doch genießen Deines mahls, der seelen speise, Mir zum heil und dir zum preise. 4. O, wie sehnt sich mein gemüthe, Men⸗ schenfreund, nach deiner güte! Ewig wäh⸗ ret deine treue, Und du siehst mein herz voll reue. Ach, so wollst du meinen zäh⸗ ren Deine tröstung auch gewähren. Mei⸗ ner sünden nicht gedenken, Und mir deinen frieden schenken! 5. Ja, ich hoff auf deine guade, Daß sie mich der schuld entlade, Und mir neue kraft zum werke Meiner heiligung mich stärke. Was du, da du für uns starbest, Jedem, der gott sucht, erwarbest, See⸗ lenruh und ewges leben Wirst du mir ge⸗ wiß auch geben. 6. Deiner will ich stets mich freuen, Ganz mich deinem dienste weihen, Nur I — 328 Erste Abtheilung. nach deinem willen leben, Und dich dank⸗ bar froh erheben. Deine huld ist unermeß⸗ lich; Herr, sie sei mir unvergeßlich, Daß ich dich auf alle weise Herzlich lieb'ꝰ und thätig preise. 7. Du, dem die verklärten schaaren, Die, wie ich, auch schwache waren, Ewig dank und jubel singen, Daß sie hier dein heil empfingen: Laß auch mich einst dahin kommen, Daß ich mich mit allen frommen Ewig deiner huld erfreue, Und dir meinen jubel weihe. Mel. Jesu, deine tiefen wunden ꝛc. 211. Voller ehrfurcht, dank und freu— den, Komm ich, herr, auf dein gebot, Zu dem denkmal deiner leiden, Und gedenk an deinen tod. Mittler, der du für mich starbst, Mir ein ewig heil erwarbst, Dir zur ehre stets zu leben, Sei mein eifrigstes bestreben. 2. Ich empfind es jetzt aufs neue, Was ich dir, herr, schuldig bin. Du, du gabst mit großer treue Ganz dich mir zum dienste hin; Wiesest mir den weg zu gott, Und er⸗ trugst den schwersten tod, Mir im leben und im sterben Sich're tröstung zu erwerben. Vom heiligen Abendmahl. 329 3. Durch dich ist zu gottes gnade Freier zutritt, und die kraft, Auf der tugend sel⸗ gem pfade Fest einher zu gehn verschafft. Und du rufst aufs neue mir Durch dein nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem segen nehme Und mich deiner niemals schäme. 4. Sollt ich, jesu, denn vergebens Diese deine huld empfahn? Nicht zur beßrung meines lebens Mich zu deinem tische nahn? Ja, mit neuem ernst will ich Mich vor sün⸗ den scheun, und dich Durch ein dir gehei⸗ ligt leben Mit vermehrtem fleiß erheben. 5. Diesen vorsatz, den ich habe, Thätig dankbar dir zu sein, Präg ihn, jesu, bis zum grabe, Tief in meine seele ein. Gieb mir kraft, ihn zu vollziehn. Lehre mich mit vorsicht fliehn, Was ihn könnte bei mir schwächen, Was mich reizt, ihn gar zu brechen. 6. Laß mich über alles schätzen Dein mir theur erworbnes heil, Und nie aus den augen setzen, Wie nur der daran hat theil, Der auf deine stimme hört, Mit gehorsam dich verehrt, Und in deinem dienst auf erden Immer besser sucht zu werden. 330 Erste Abtheilung. 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, Immerfort mit hülfe nach, Daß ich als ein christ stets handle; Und wird ja mein glaube schwach, O so hilf mir liebreich auf Daß ich in dem tugendlauf Nimmer wanke nie ermüde. So erquicke mich dein friede. 8. Ewig will ich dir es danken, Daß du so barmherzig bist; Daß auch, wenn wir schwache wanken, Deine treu beständig ist. Herr, ich hoff es froh und fest, Daß sie l6 mich auch nicht verläßt. Zu des himmels seligkeiten Wird sie mich gewiß auch leiten. b. Nach dem heiligen Abendmahl. Mel. Gott sei gelobet und ꝛc. 212. Herr, sei gelobet, daß du hast dein leben Für uns sünder hingegeben! Stärk unsern glauben! deine himmelsspeise Hei⸗ lige uns, dir zum preise! Du versöhner gottes! Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 213. Nun habe dank für deine liebe, O. du mein mittler, jesu christ! Gieb, daß ich dich nicht mehr betrübe, Der du für mich gestorben bist. Laß das gedächtniß deiner pein Mir immerdar gesegnet sein. Vom heiligen Abendmahl. 331 D 2. Und euch, ihr seines leibes glieder, Wihl Die jesu heil, wie mich, erfreut, Euch suse lieb ich stets als seine brüder, Als erben huͤhn feiner herrlichkeit. Wir haben einen herrn MAlere und gott; Uns tränkt 115 speis't ein wein, lein ein brod. ,D% 3. Hinfort soll weder spott noch leiden, wam Noch ehre, frend und lust der welt, Mich, Gm herr! 1 deiner liebe scheiden, Die selbst im tode mich erhält. Du bist und bleibest h ewig mein! Und ewig will ich dein auch sein! Zuch! Mel. Allein gott in der höh sei ꝛe. oder: Lobsinget gott, und ꝛc. Nr. 3. (In. 21 4. O jesu! dir sei ewig dank Für deine treu und gaben. Ach! laß durch diese Waiht speis' und trank Auch mich das leben haben: Iu? Denn du giebst mir des lebens brod; Mein A wird dein leiden, blut und tod: Wie soll t ich dir dank sagenꝰ 2. O jesu christ! Du kannst allein Mein herz beständig laben. Nun bin ich dein, und du bist mein Mit allen deinen gaben. hith Hier hab ich, was ich haben soll; Dein Ser gnadenbrunnen ist stets voll: Hier jind ich I trost und leben. Sallt 3. Laß mich auch ewig sein in dir, Laß 332 Erste Abtheilung. dir allein mich leben, Und bleib du ewig auch in mir! Mein gott! du wollst mir geben, Daß ich, kraft dieser speis' und trank, Stark bleibe, wenn ich schwach und krank, Die letzte prüfung dulde. Mel. Meinen jesum laß ich nicht ꝛc. 215. Tag, den mir der herr gemacht; Sei gesegnet, tag der freude! Du erhellst 2. Widerspenstig seinem ruf, Hab ich meinen gott betrübet, Ihn, der mich zum glück erschuf, Und mich stets so treu gelie⸗ bet: Ich verdiente straf und tod, Den er frechen sündern droht. 3. Dennoch nimmt der güt'ge mich Wie der auf zu seinem kinde; Heut' vergißt er väterlich Seines zorns und meiner sünde; Giebt durch seiner boten hand Mir der gnade unterpfand. 4. Tag der wonne, heil'ges mahl, Ewig will ich dein gedenken! Meines jesu todes⸗ gual Soll mir trost im leiden schenken, Und mein leben soll allein Seinem dienst gewidmet sein. U . U0 fl WI 4 IIU 0 n Re W 20) Von der christlichen Kirche. woche Bekannte Melodie. 216. Ach gott, vom himmel sieh darein, Ichnn Und laß es dich erbarmen: Wie wenig e. herzen sind noch dein! Entzieh dich nicht uns armen. Dein theures wort hält man für spott: Empört sich wider dich, o gott! +Dul Will deinen sohn nicht kennen. Alaf 2. Die anstalt, so die gnade traf, Von ltst Maller macht des bösen, Und aller wohlver⸗ +1 dienten straf' Die menschen zu erlösen, f, Betrachtet man als ein gedicht, Und scheut Arnt und schämt sich endlich nicht, Es öffentlich tll zu sagen. ö. d,! 3. Man rühmt sich großer ehrlichkeit, Die edles denken übe, Ja glänzender recht⸗ unit schaffenheit In warmer menschenliebe, Und 2 m zählt auf gnad und huld bei gott, Auch Winert ohne seines sohnes tod Und seines geistes 4½ R gnade. 0* . Gott siehts, und spricht: bald kommt all die zeit, Daß ich dem frevel steure, Damit Dühlsich in der christenheit Kein heidenthum Ash erneure. Judessen greif den schnöden wahn Z Mein wort mit starken waffen an Und bleib unüberwindlich! 334 Erste Abtheilung. 5. O herr, beschütz uns, daß uns nie 304 Das frevelnde geschlechte In seine schlanen netze zieh, Nie unter uns sich flechte: Denn sh alle bosheit wächst geschwind, Wo frecher Eeie erst kraft gewinnt; Sein gift ertödtet 7 eelen. 6. Ja, dämpfe selbst, du starker gott. A Die dir die ehre rauben. O jesu christ, bei I ihrem spott Stärk kräftig unsern glauben. 4 O heilger geist, verleih uns gnad, Daß 2 wir stets auf dem schmalen pfad, Von dir U geleitet, wandeln. I. ö Mel. Sei lob und ehr dem ꝛc.* oder: Herr jesu ehrist, du höchstes ꝛc. Iuds 217. Die feinde deines kreuzes drohn, ih. Dein reich, herr, zu verwüsten; Du aber, fsle mittler, gottes sohn, Beschützest deine chri. N sten. Dein thron bestehet ewiglich: Ver⸗ geblich wird sich wider dich Die ganze hölle waffnen. hn 2. Dein reich ist nicht von dieser welt, A Kein werk von menschenkindern: Drum Gg konnte keine macht der welt, Herr, seinen W fortgang hindern. Dir können deine hasser MV nie Dein erbe rauben; selbst durch sie Wird es vergrößert werden. I 10 D Dch Hlich Bon der christlichen Kirche. 335 3. Weit wollst du deine herrschaft noch In dieser welt verbreiten, Und unter dein so sanftes joch Die völker alle leiten! Vom aufgang bis zum niedergang Bring alle welt dir preiß und dank, Und glaub an deinen namen. ö 4. Auch deine feinde, die dich schmähn, Die frevelnd sich empören, Laß deiner gnade wunder sehn, Daß sie sich noch be— kehren. Lehr sie mit uns gen himmel schaun, Und unerschüttert im vertraun Auf deine zukunft warten. 5. Uns, deine christen, wollest du Fest in der wahrheit gründen, Daß wir durch sie heil, trost und ruh Für unsre seelen finden! Mach unsers glaubens uns gewiß; Vor irrthum und vor finsterniß Bewahr uns, weil wir leben! 6. Ein reines herz schaff in uns, herr, Ein herz nach deinem willen, Und lehre täglich williger Uns dein gebot erfüllen! Gehorsam deiner vorschrift sein, Und dann uns deiner gnade freun, Sei unser heil auf erden! 7. So wird dein volk dir unterthan, Und lernt die sünde meiden, Und du führst 336 Erste Abtheilung. es auf ebner bahn Zu deines reiches freu⸗ den: Und herrlich wird in dieser zeit, Noch herrlicher in ewigkeit Dein großer name werden. Mel. Ein' feste burg ist unser gott ꝛc. 218..Ein starker schutz ist unser gott! Auf ihn steht unser hoffen. Er hilft uns treu aus aller noth, So uns hat je betroffen. Satan, unser feind, Der mit ernst es meint, Rüstet sich mit list, Trotzt, daß er mächtig if ist. Ihm gleicht kein feind auf erden. 2. Nicht unsre macht ists, die ihn fällt; Wir wären bald verloren: Es kämpft für uns der rechte held, Den uns gott selbst erkoren. Fragst du, wer er ist? Er heißt jesusschrist, Der herr zebaoth. Er, unser herr und gott, Er muß den sieg behalten. 3. Und wenn die welt voll feinde wär, Und wollten uns verschlingen: So fürch— ten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Wenn der fürst der welt Sich schon grimmig stellt, Uns doch schreckt er nicht, Er ist ja längst gericht't. Ein wort kann ihn schon fällen. 4. Das wort steht fest! die stolze welt Mag noch so heftig toben! Der herr mit 0. UU 067 D AIbette MHesn rm Irden ihnl Rälng Sgott Er h indi SCos Von der christlichen Kirche. 337 uns! der starke held! Der giebt uns sieg von oben. Tödten sie den leib, Nehmen kind und weib, Rauben gut und ehr; Sie nehmens! was ists mehr? Uns muß der himmel bleiben. Bekannte Melodie. 219. Erhalt uns, herr, bei deinem wort: Wehr aller feinde list und mord, Die je⸗ sum christum, deinen sohn, Vom throne frech zu stürzen drohn. 2. Zeig deine macht, herr jesu christ! Der du herr aller herren bist: Beschirme deine christenheit, Daß sie dich lob' in ewigkeit. 3. Gieb, heilger geist, uns einen sinn, Nimm alle zwietracht von uns hin. Vor deines wortes licht und macht Entflieh des wahns und irrthums nacht. 4. Herr! laß uns dir befohlen sein In aller noth: wir sind ja dein. Erhalt im glauben uns getreu; Mach uns nur von der sünde frei. 5. Laß alle welt erkennen doch, Du, unser herr gott, lebest noch, Und stehst bei deiner kirche fest, Die sich allein auf dich verläßt. 22 338 Erste Abtheilung. Mel. Es woll' uns gott gnädig ꝛc— 220. Es wolle gott uns gnädig sein, Und 1 0 seinen segen geben. Mit seines wortes hel⸗ lem schein Erleucht er uns zum leben. Laß 10 * I uns erkennen, unser gott, Dein großes 11— werk auf erden; Laß jesu christi heil und tod Erkannt von allen werden, Und alle sich bekehren. N 2. So danken dir und loben dich, O gott, die völker alle; Und alle welt erfreuet n sich, Und singt mit großem schalle, Daß 8 du auf erden richter bist, Die sünd' nicht lässest walten, Und daß dein wort das mit⸗ 6 tel ist, Uns alle zu erhalten, Und uns zu 0 dir zu führen. 3. So danke, gott, und lobe dich Dein volk durch gute thaten. Es bringe frucht und beßre sich: Dein wort laß wohl gera⸗ then. Der vater segn' uns und der sohn, 0 Und der, so herrscht mit beiden! Es i. uns gott von seinem thron, Tröst uns in n allen leiden, Und helf uns selig sterben. Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛc. n oder: Ist auch ein gatt? wer ꝛc. 221. Laß doch, o jesu, laß dein reich 0 9 erden Unter den sündern ausgebreitet wer⸗ Iu It d Idich. nge Hohl Ibeth 10 Dst U sh Von der christlichen Kirche. 539 den! Schenke noch ihnen, deiner leiden wegen, Leben und segen. 2. Gieb ihnen gnade, dich recht zu erken⸗ nen, Daß sie dich gläubig ihren heiland nennen; Gieb ihnen eifer, deinen guten willen Treu zu erfüllen. 3. Laß sie dein wort mit frommer ach⸗ tung ehren; Denn es verkündigt deines mundes lehren. Außer ihm suchen sterb— liche vergebens Worte des lebens. 4. Steure, erbarmer! deiner feinde grimme: Warne die deinen vor des irr⸗ thums stimme; Lehre sie prüfen, daß sie falsche freuden Klüglich vermeiden. 5. Sei du ihr licht in ihren finsternissen;— Heile selbst ihr verwundetes gewissen. Schlägt oft ein kummer ihre herzen nieder, Stärke sie wieder. 6. Schütze uns mächtig mitten unter bösen, Bis du von ihnen ganz wirst uns erlösen; Bis wir zum umgang der verklär⸗ ten frommen Frohlockend kommen. In voriger Melodie. 222. Schütze die deinen, die nach dir sich nennen, Und dich, o jesu, vor der welt 340⁰ Erste Abtheilung. bekennen. Laß deinen händen, wie du selbst verheißen, Nichts sie entreißen. 2. Laß deine wahrheit rein verkündigt werden; Mach ihre siege herrlicher auf erden. Gieb muth und weisheit denen, die sie lehren, Dein reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, herr, dein wort gebrochen; Führe die deinen, wie du selbst versprochen; Führe sie endlich aus dem kampf hienieden Zum ewgen frieden. 4. Ewig, o heiland, sei dein nam' er⸗ hoben; Ewig frohlockend müsse dich einst loben, O du beschirmer deiner schwachen heerde, Himmel und erde. Mel. Nun danket alle gott ꝛc. 223. Sehr groß, herr, ist die huld, Die du an uns erwiesen: Sei dafür inniglich Gelobet und gepriesen! Opflanz dein wort in uns, Daß es je mehr und mehr Recht reiche früchte bring Zu deines namens ehr! 2. Im glanze deines lichts Laß uns hienieden wallen, Zu unserm wahren heil Und dir zum wohlgefallen! Breit deine lehre aus; Schütz deine christenheit, Und 251 uns allesammt Zum licht der ewig⸗ keit! „ W Wreißg erkün Ziche. Tit h Iehhhg ert, LI Hlich: fli nan Odich; Ichw Auld, Iins deilh Ehr) end Las Ahrel Zeit! Heit, Mer! Von der christlichen Kirche. 341 In bekannter Melodie. 224. Verleih uns frieden gnädiglich, Herr gott, zu unsern zeiten! Du kannst alleine mächtiglich Für unsre wohlfahrt streiten; Nur du, herr! kannst es alleine. 2. Gieb unserm fürsten und aller obrig⸗ keit Fried' und gut regiment, Daß wir unter ihnen Ein geruhiges und stilles leben führen mögen In aller gottseligkeit und ehrbarkeit, Amen. Mel. Ein' feste burg ist unser gott ꝛc. 225. Wenn christus seine kirche schützt, So mag die hölle wüthen; Er, der zur rechten gottes sitzt, Hat macht, ihr zu ge⸗ bieten. Er ist mit hülfe nah; Wenn er gebeut, stehts da. Er schützt, zu seinem ruhm, Mit macht sein christenthum: Mag doch die hölle wüthen. 2. Gott sieht wohl fürsten auf dem thron Sich wider ihn empören, Die den gesalb⸗ ten, seinen sohn, Den herrn der welt, nicht ehren. Von ihrer macht bethört, Durch wollust ganz verkehrt, Ists chri⸗ stenthum ihr spott: Doch duldet sie noch gott, Ob sie sich gleich empören. 342 Erste Abtheilung. 3. Der frevler mag die wahrheit schmähn, Uns kann er sie nicht rauben. Der un⸗ christ mag ihr widerstehn, Wir halten fest am glauben. Gelobt sei jesus christ! Wer hier sein jünger ist, Sein wort von herzen hält, Dem kann die ganze welt Die selig⸗ keit nicht rauben. 4. Auf, christen, die ihr ihm vertraut, Laßt euch kein drohn erschrecken! Er, wel⸗ cher von dem himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der herr, der höchste gott, Hält über sein gebot, Giebt uns geduld in noth, Und kraft und muth im tod: Was will uns dann erschrecken? 2 Vom Do d e. Bekannte Melodie. 226. Alle menschen müssen sterben, Ihre herrlichkeit verblüht. Und wer kann den himmel erben, Der zuvor den tod nicht sieht? Staub wird dieser leib von erde; Doch damit er himmlisch werde, Wird er einst von gott erneut, Und zieht an un⸗ sterblichkeit. 2. Darum will ich dieses leben, Wenn es meinem gott beliebt, Willig ihm zurücke — —..— äWR 2=:= —— ——— — ᷓw‚. mi 2——52.. en; ILI l 0 343 geben, Ihm, der mir den himmel giebt. Hab ich doch in jesu wunden Gnade, heil und ruh gefunden, Und mein trost in to⸗ desnoth Ist des großen mittlers tod. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? Mein ist er, und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen; Sein soll ich mich ewig freun. Ja, mir solls durch ihn gelingen, Mich zu ihm empor zu schwingen; Freu⸗ denvoll vor ihm zu stehn, Seine herrlich⸗ keit zu sehn. 4. Da, da ist das freudenleben, Wo viel tausend seelen schon, Mit des himmels glanz umgeben, Gott vor seinen höchsten thron Dank und preiß und ehre bringen, Und mit allen engeln singen: Heilig, hei⸗ lig, heilig heißt Gott, der vater, sohn und geist! 5. Vaterland verklärter frommen, Heil, unsterblichkeit und ruh, Was kein sterb⸗ licher vernommen, Gottes heil gewährest du! Freudenernten schenkt gott denen, Die erst hier gesät mit thränen; Alle thränen trocknet er, Sünd und elend sind nicht mehr. 6. Ich entbrenne von verlangen, Was ich glaub, im licht zu sehn, Jene krone zu Vom Tode. 3⁴⁴4 Erste Abtheilung. empfangen; Bald erhöret gott mein flehn. Diese hütt' zerfall im staube! Ich, ich weiß, an wen ich glaube; Mir ist sterben ein ge⸗ winn, Denn zum vater geh ich hin. 7. Welche tröstung, das zu wissen! Die⸗ ser großen hoffnung voll, Zag ich nicht in kümmernissen, Die ich hier noch dulden soll, Leicht und kurz sind diese leiden, Sie verwandeln sich in freuden, Wenn ich christlich sie ertrug, Bis gott spricht: es ist genug! Mel. Ich hab' mein sach' gott ꝛc. 227. Dein sind wir, gott, in ewigkeit: In deiner hand steht unsre zeit. Eh zeiten waren, ward schon mir Mein leben hier, Und auch sein ziel bestimmt von dir. 2. Ist dies erreicht, so schaue dann Erbarmend unsre seelen an! Hilf uns in unsrer letzten noth, Herr, unser gott: Ein sanfter schlaf werd uns der tod! 3. Begleitet ihn der krankheit schmerz, So stärke das beklemmte herz. Selbst in der schmerzen größten wuth, Gieb uns den muth, Der freudig denkt: gott machts doch gut! WH7 HH Aa Ineinf 7 ö‚ i H Henteis O hih.“ A senlz h lh Tch R iden,; Nem Pricht — —— 1 emih hi Aeben! M. Daue Il Eobtt. 0 t schl Sah Ab 0 achth Vom Tode. 345 4. Verleih gelassenheit und ruh! In unsern herzen wohne du! Und laß mit freu⸗ digem vertraun, Und ohne graun, Auf unser nahes grab uns schaun. 5. Sei von uns schwachen dann nicht fern! Zeig uns den himmel, geist des herrn! Laß uns, wenn wir zum vater flehn, Getröstet sehn, Wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 6. Ach, gnad' ergehe dann für recht! Denn von dem menschlichen geschlecht Ist auch der heiligste nicht rein. Wer kann wohl dein, Gott, ohne deine gnade sein? 7. O sei uns dann nicht fürchterlich! Erbarme, vater, unsrer dich! Wenn unser auge sterbend bricht, Leit uns dein licht: So fehlt uns trost im tode nicht. Mel. Von Gott will ich nicht ꝛe. 228. Der letzte meiner tage Ist mir vielleicht nicht fern: O dann wird meine klage Ein lobgesang dem herrn! Voll⸗ bracht ist dann mein lauf: Ich trete zu dem throne, Und gott setzt mir die krone Der überwinder auf. 2. Für seines reiches erben Hat jesus mich erklärt; Was fürcht ich mich zu ster⸗ 346 Erste Abtheilung. ben, Wie er mich sterben lehrt? Mir ist der tod gewinn! Daß ich ganz glücklich werde, Entschwing ich mich der erde, Und geh zum himmel hin. 3. Nicht mich, nur meine bürde Ver⸗ schließt die finstre gruft. Mich hebt zu höhrer würde Mein vater, der mich ruft. Er ruft mich durch den tod: Der reißt die sündenglieder, Den trägen leib, darnie— der: Mich selbst führt er zu gott. 4. Ich, der gefahr entronnen, Geh aus dem kampf hervor. Hoch über alle sonnen Hebt mich mein glaub empor. Da tret ich in die reihn Der engel, meiner brüder: In ihre hohen lieder Stimm ich mit jauch⸗ zen ein. 5. Gott schaut von seinem throne Mit huld auf mich herab, Dem er in seinem sohne Das recht der kindschaft gab. In seiner ewigkeit Wird er zu größern freuden Mich einstens sicher leiten, Wenn ich mich ihm geweiht. 6. Die leiber seiner frommen Sind saat, von gott gesä't: Die freudenzeit wird kom⸗ men, Da reif die ernte steht. Dann wird der erntetag Ein neues ewges leben Auch Vom Tode. 347 Mmeinem staube geben, Der tief im tode — I lag. I,H. 7. Mit dir steh ich im bunde, Herr mei— Invt nes lebens fürst, Der du mir einst die de Y stunde Des todes senden wirst! Erhalt sch, mich stets bereit Im glauben deiner from— EII men: Laß dann die stunde kommen, Die lh mich und sie erfreut. 1* 8. Dann geh ich, frei von kummer, Des . todes dunkle bahn; Hrir bricht nach kur⸗ Gcbe zem schlummer Ein ewger morgen an. lesuh Heil mir, er ist nicht sern, Der letzte mei⸗ Alh ner tage! Er kommt, und meine klage hlh Wird lobgesang dem herrn. ö l Mel. Befiehl du deine wege ꝛc. oder: Valet will ich dir geben ꝛc. In 229. Die auf der erde wallen, Die sterb⸗ Iu lichen, sind staub; Sie blühen auf und fallen, Des todes sichrer raub. Verbor⸗ — gen ist die stunde, Da gottes stimme ruft; Aihl Doch jede, jede stunde Bringt näher uns zur gruft. Eil! 2. Getrost gehn gottes kinder Die schrek⸗ nö kenvolle bahn, Zu der verstockte sünder Dum Verzweiflungsvoll sich nahn: Wo selbst Jhel“ der freche spötter Nicht mehr zu spotten 34⁴8 Erste Abtheilung. wagt, Und vor dir, seinem retter, Erzit⸗ tert und verzagt. 3. Wenn, diese bahn zu gehen, Dein will einst mir gebeut; Wenn vor mir offen stehen Gericht und ewigkeit: Wenn meine kräfte beben Und wenn mein herz schon bricht: Herr über tod und leben! O dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, todes⸗überwinder! Hilf dem in solcher angst, Für den du, heil der sün⸗ der! Selbst mit dem tode rangst! Und wenn des kampfes ende Gewaltiger ihn faßt, Nimm ihn in deine hände, Den du erlöset hast. 5. Des himmels hohe freuden Ermißt kein sterblich herz; O trost für kurze leiden, Für kurzen todesschmerz! Dem sünden⸗ überwinder Sei ewig preiß und' dank! Preiß ihm, der für uns sünder Den kelch des todes trank. 6. Heil denen, die auf erden Sich schon dem himmel weihn; Die, aufgelös't zu werden, Mit heil'ger furcht sich freun! Bereit, es ihm zu geben, Wenn gott, ihr gott, gebeut, Fließt dies ihr sterblich leben Hin zur unsterblichkeit. ö Vom Tode. 349 ter, 0 Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 230. Du, herr und vater meiner tage! Ihel,“ Du weißt, daß ich, dein schwaches kind, 21 unt Des todes keim in gliedern trage, Die ir— Zems disch und zerbrechlich sind: Drum gieb, daß Esetht ich zu jeder zeit Zu meinem tode sei bereit. n 2. Daß du, o höchster, meinem leben Ein mir verborgnes ziel bestimmt: Und hilh daß die zeit, die mir gegeben, Vielleicht Iuhn gar bald ein ende nimmt: Das flöße mir gt) die weisheit ein, Recht für mein heil be⸗ ltih sorgt zu sein. „. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, Mein herz von sünden abzuziehn, Mich u n von der weltlust zu entfernen, Und um den Areh himmel zu bemühn: O mache mich dazu u sih geschickt, Eh mich der tod der welt entrückt. *. Nicht auf der erde, sondern droben D Bei dir, gott, meiner seele heil, Ist mir das beste aufgehoben; Dort ist für mich 3 vollkommnes heil; Da, wo dies heil ist, I. +* 2 * — —* 1.1J Egelt sei mein herz! Herr, lenke selbst es him— melwärts. ö ch„ 5. Hier allen sünden abzusterben, Zu Duhl leben der gerechtigkeit, Und einst dein him⸗ melreich zu erben, Dazu laß meine sterb⸗ 350 Erste Abtheilung. lichkeit Mir stets, mein gott, vor augen sein, Und deine hülfe mich erfreun. 6. Willst du mich länger leben lassen, So laß es mir zum heil geschehn; Doch, soll ich heute noch erblassen, So höre, N vater, auf mein flehn! Sei, wenn mein herz im tode bricht, Mein trost und meine zuversicht. 4 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, N Dir, dessen eigenthum ich bin; Bist du, 4 N mein heiland, nur mein leben, So bleibt. u selbst sterben mein gewinn. Ich lebe dir, h ich sterbe dir! Sei nur mein trost, so gnü⸗ 0 sih get mir. N Mel. Befiehl du deine wege ꝛc. * oder: Valet will ich dir geben ꝛce. ö 0 23 1. Gern will ich mich ergeben, Dich h i zu verlassen, welt. Ich geh zum besfem 10⁹ leben, Sobald es gott gefällt. Was wärs, I das mich betrübte? Dort schau ich ewig den, Den meine seele liebte, Noch eh ich 2% n ihn gesehn. V Er ruft, zur zeit der schmerzen, Uns ih voll erbarmen zu: Kommt her, beladne mush N herzen, Zu mir, und findet ruh. Dies wort aus deinem munde, Laß, herr, mich Au Vom Tode. 351 zu erfreun, In meiner letzten stunde Mir geist und leben sein. 3. Mit dir muß es mir glücken, Den kampf zu überstehn. Im gläubigen ent⸗ zücken Laß meine seele sehn, Wie im ge⸗ richt für sünder, Du mit dem tode rangst, Und wie du, überwinder, Allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe siegsgedanke: Wo ist dein stachel, tod? Stärk mich, daß ich nicht wanke In meiner todesnoth! So ist, ob⸗ gleich ich sterbe, Doch sterben mein gewinn. Ich bin des himmels erbe! Dein wort sagt, daß ichs bin. 5. Du bist der herr des lebens, Ich aber bin ja dein: Kann denn dein blut verge⸗ bens Für mich vergossen sein? Dir trauet meine seele, Dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner seele, Der du die liebe bist. Mel. Mit fried und freud ich fahr ꝛc. 232. Getrost und freudig geh ich hin! In gottes willen Ergeb ich mich; er, dess ich bin, Wird erfüllen, Was er gnädig mir verhieß, Der tod ist mir ein schlummer. 2. Erbarmend sprach der herr zu mir: Dir ist vergeben! Mein heil, mein friede 392 Erste Abtheilung. sei mit dir, Du sollst leben! Fürchte nichts; denn du bist mein, Ich habe dich erlöset. 3. Dies ist mein trost: ich bin erlöst Und gottes erbe! Ich weiß, daß er mich nicht verstößt, Wenn ich sterbe. Dich mit deinen schrecken, tod, Werd auch ich überwinden. 4. Er ist mein fels! auf ihn allein Will ich vertrauen. Ich sehne mich, bei ihm zu sein, Ihn zu schauen, Dürstet meine seele lang', Und dort ihn anzubeten. 5. Im letzten schlummer soll der tod Mich nur entkleiden. Dann komm, o tag, bestimmt von gott, Tag der freuden! Ganz unsterblich, wonnevoll, Fall ich vor dir dann nieder. RMel. Jesus, meine zuversicht ꝛc. 233. Herr, ich bitte, stärke mich, Denn des todes schrecken nahen, Und das grab eröffnet sich, Meine glieder zu empfahen. Stärke mich mit deiner macht, Denn um mich wird alles nacht! 2. Lindre, wenn es dir gefällt, Meine leiden, meine schmerzen! Laß die freuden dieser welt Sein verbannt aus meinem herzen! Steure jedem eitlen sinn, Daß der tod sei mein gewinn! ite Hich Ic ah 1 5 ichn Wutdä ö erwih Leing leiih . Jaeiiei I de m, II l 4— EI E el LXDDEE Vom Tode. 353 3. Tröste mich mit jesu tod, Tröste mich mit jesu wunden, Daß ich in der letzten noth, Daß ich in den letzten stunden, Wenn mein mattes herze bricht, Standhaft gehe zum gericht. In voriger Melodie. ö 234. Herr, ich hab' aus deiner treu, Mir zum heil, noch zeit in händen. Gieb, daß ich beflissen sei, Sie auch weislich an⸗ zuwenden; Denn, wer weiß, wie bald zur gruft Deiner vorsicht wink mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn Die mir zugezählten stunden! Wie ein traum sind sie dahin, Und auf ewig mir ver⸗ schwunden; Nur der augenblick ist mein, Dess' ich mich noch jetzt kann freun. 3. Laß bei ihrer flüchtigkeit Mich, mein gott, doch nie vergessen, Wie unschätzbar sei die zeit, Die du hier uns zugemessen: Wie, was hier von uns geschieht, Ewge folgen nach sich zieht. 4. Reize mich dadurch zum fleiß, Eh die i zeit des heils verlaufen, Mir zur wohl⸗ fahrt, dir zum preiß, Jede stunde auszu⸗ kaufen, Die zu meiner seligkeit Deine gnade mir verleiht. 23 — Erste Abtheilung. 5. Deine schonende geduld Trage mich hier nicht vergebens! Ach, vergieb mir meine schuld, Daß so manchen theil des lebens Ich zu meiner seele wohl Nicht gebraucht so, wie ich soll. 6. Laß mich meine besserung Für mein hauptgeschäfte achten, Und nach meiner heiligung Mit so treuem eifer trachten, Als erwartete noch heut Mich gericht und ewigkeit. 7. Deine gnade steh mir bei, Daß mein leben auf der erde Reich an tugendfrüchten sei, Und ich reif zum himmel werde. Na⸗ het dann mein ende sich, O so stärk' und tröste mich! Mel. Vater unser im himmelreich ꝛc. 235. Herr jesu christ, mein herr und gott, Der du erlittest angst und spott, Für mich den tod des kreuzes starbst, Und mir des vaters huld erwarbst; Ich bitt', kraft deiner todespein: Du wollst mir sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in sterbensnoth, Und ringen werde mit dem tod; Wenn mir vergehet mein gesicht, Und meine ohren hören nicht; Wenn meine zunge d 1 Vom Tode. 35⁵5 nicht mehr spricht, Und mir vor angst das herze bricht; 3. Wenn mein verstand im dunkeln irrt, Und menschenhülfe kraftlos wird: So steh im letzten angstgeschrei Mir, herr! mit deiner gnade bei; Verkürze mir des todes qual, Und führ mich aus dem jam⸗ merthal. 4. Laß deinen geist stets bei mir sein, Und seinen trost mein herz erfreun, Bis sich die seel' vom leibe trennt: Dann nimm sie, herr, in deine händ'; Der leib ruh' in der finstern gruft, Bis einst dein großer tag ihn ruft. ö 5. Dann laß ihn fröhlich auferstehn, Und mich dein gnädig antlitz sehn. Ge⸗ denke nicht mehr meiner schuld, Gedenk an deine lieb' und huld; Das leben(herr, ich traue dir), Verheißt dein eignes wort selbst mir. 6. Vergieb mir nur, herr, meine schuld: Schenk mir zum kampf muth und geduld, Mach meinen glauben stark und fest, Wenn mich die ganze welt verläßt! Und bricht alsdann der tod herein, So laß ihn sanft und selig sein. * + 356 Erste Abtheilung. Mel. O ewigkeit, du donnerwort ꝛc. 236. Ich bin ja, herr, in deiner macht: Du hast mich an das licht gebracht, Du sorgest für mein leben. Du kennest meiner tage zahl, Weißt, wann aus diesem thrä⸗ nenthal Mein geist sich soll erheben. Wo, wie und wann ich sterben soll, Das weißt du, herr des lebens, wohl. 2. Wer wird in meiner letzten pein Mich sünder trösten, mich erfreun, Mir muth und hoffnung geben? Wer nimmt sich meiner seele an, Wenn ich von dem, was ich gethan, Gott rechenschaft soll geben? Wer ist, der alsdann für mich spricht, Thust du es, o mein heiland nicht? 3. Mich dünkt, da lieg ich schon; ich seh, Daß ich am finstern grabe steh, Mit todesangst umgeben: Der augen licht ver⸗ dunkelt sich, Und finsterniß umhüllet mich; Ein traum ist dann mein leben. Dort schweigen meine sünden nicht; Sie fordern mich vor dein gericht. 4. Ich hör' bereits des richters ton, Ich sehe mich vor seinem thron, Das ur⸗ theil mir zu sprechen; Ich seh vor seinem angesicht, Ich sehe in dem hellsten licht 0 4 dil I ir Enmt Vom Tode. 357 Die reihe der verbrechen, Die ich in dieser welt gethan; Wer ists, der mich nun ret⸗ ten kann? 5. Kein geld an arme rettet mich; Und weint ich noch so bitterlich: Es kann mich nicht erlösen. Nein, jeder wird alsdann empfahn Nach dem, was er allhier gethan: Nichts schützt alsdann die bösen. Hier ist gott zum verzeihn bereit: Dann übet er gerechtigkeit. 6. Wie soll ich dann, o gott, bestehn, Wenn du in das gericht willst gehn, Und nach verdienst mir lohnest? Wie kann ich deiner straf' entfliehn, Mich dir in deiner welt entziehn, Wenn du nicht meiner scho⸗ nest? Ach, herr, ach geh nicht ins gericht! Verwirf mich armen sünder nicht! 7. Voll reu' und buße such ich dich. Errette, gott, bekehre mich, Und tilge meine sünden. Geheiligt sei dir meine zeit, Dein dienst sei meine seligkeit. Ach, laß mich gnade finden! Gieb, daß ich, meiner pflicht getreu! Zum tode stets bereitet sei. Mel. Vater unser im himmelreich ꝛc. 237. Ich fühle, daß ich sterblich bin; Mein leben welkt, wie gras, dahin. Wer 358 Erste Abtheilung. weiß, wie unerwartet bald Des höchsten ruf an mich erschallt: Mensch, kehre wie⸗ der in den staub! Wie leicht bin ich des todes raub! 2. Wenn man ins finstre grab mich senkt Und meiner bald nicht mehr gedenkt: So bleibt, was irdisch ist, zurück, Und hätte gleich der erde glück Mich hier bestän⸗ dig angelacht, Und glänzend vor der welt gemacht. 3. O thorheit! hätt ich mich verkannt, Und nach der erdengüter tand, Nach gro⸗ ßem überfluß gegeizt, Und von dem niedern stolz gereizt, Dem schnöden prunk der eitel⸗ keit Mein herz und mein bemühn geweiht! 4. Wie viele nimmt dies blendwerk ein! Herr, laß es ferne von mir sein. Ich über⸗ gebe ganz mich dir; Hier bin ich, es ge⸗ schehe mir Nach deiner weisheit besserm rath, Die nur mein heil zur absicht hat. 5. Der mensch, der oft ein stolzer thor, Schreibt kindisch dir oft weisheit vor. Du liebst ihn mehr, als er sich liebt; Doch wenn ihm deine hand nicht giebt, Was seinem wahne glücklich scheint, So denkt sein herz, du seist sein feind. Vom Tode. 359 6. Der dich gemacht hat, sorgt für dich! Nicht auf die erde schränket sich Des höch⸗ sten große absicht ein: Du sollst, o mensch, unsterblich sein. Dies leben ist ein augen⸗ blick; Ein frühlingstraum sein längstes glück. 7. Gedanke der unsterblichkeit! Du hebst uns über welt und zeit. Erfülle meine ganze brust, Wenn mich die lockung fal⸗ scher lust Vom guten abzuführen strebt. Wohl dem, der hier der tugend lebt! 8. Die rosen um der laster haupt Ver⸗ blühen, eh ihr sclav es glaubt. Ihr schänd⸗ licher genuß entweiht, Und dauert doch nur kurze zeit. Nur freuden, die der himmel nährt, Sind meiner ganzen sorge werth. Mel. Herr jesu ehrist, meins ꝛe. 238. Ich weiß, mein ende nahet sich: Mit jedem pulsschlag rückt die zeit, Die oft so ungenützt verstrich, Mich näher hin zur ewigkeit. 2. Herr, lehre mich der stunden werth, Die du mir zugezählt, verstehn; Laß keine, die mir noch gehört, Aus leichtsinn unge⸗ nützt vergehn. 360 Erste Abtheilung. 3. Und wenn von dir geordnet, dann Die richterliche stund' erscheint: So nimm dich meiner seelen an, Du, mein erlöser und mein freund. 4. Verleihe sterbensklugheit mir! Von eitelkeiten abgewandt, Sei meine seele ganz bei dir, Der für mich starb und auferstand 5. Mich stärk, ob auch mein herz erbebt, Das felsenfeste glaubenswort: Ich weiß, daß mein erlöser lebt; Sein bin ich ewig hier und dort. 6. Es sei mein herzlicher entschluß, Mein leben meiner pflicht zu weihn, Und bei zufriedenem genuß, Mich dankbar got⸗ tes zu erfreun. 7. Mein ende komm früh oder spät, Wie es mein weiser vater schickt, In dessen hand mein leben steht; Ich weiß, daß mirs — mit jesu glückt. Mel. Wenn mein stündlein ꝛc. 239. Ist nun auch meine stunde da, Von dieser welt zu scheiden: So sei mit deiner hülfe nah: Du treuster freund im leiden! Nimm du dich meiner seelen an, Dir über⸗ geb ich sie alsdann, O jesu, mein erlöser. 2. Sind meine sünden dann vor mir, A Eihl,“ Alba Ipit! IDaß LI it M. UH Dulh IM Vom Tode. 361 Drückt ihre last mich nieder: So ist mein seufzen auch vor dir, Und du erhebst mich wieder. Ich denk in meiner tiefen noth An deine liebe bis zum tod; Die, die wird mich erhalten. 3. Ich bin an deinem leib ein glied, Dess' tröst ich mich von herzen. Erbarmer, der mich leiden sieht, Du linderst meine schmerzen. Und sterb ich nun, so sterb ich dir, Ein ewges leben hast du mir Durch deinen tod erworben. 4. Du, herr, erstandst, so werd auch ich Nicht in dem grabe bleiben; Ja, deine auffahrt lehret mich Die todesfurcht ver⸗ treiben. Wo du bist, da komm ich auch hin, Daß ich bei dir stets leb' und bin. Ich gehe hin mit freuden. 5. Dein bin ich, dein in ewigkeit. Mich soll das grab nicht schrecken. Ich ruh: nach kurzer zwischenzeit Wirst du mich auf— erwecken. Dann will ich dir, o gottessohn, Du menschenfreund, vor deinem thron Mit freudenliedern danken. Mel. Jesus, meine zuversicht ꝛc. 240.Meine lebenszeitverstreicht, Stünd⸗ lich eil ich zu dem grabe; Und was ists, 362 Erste Abtheilung. das ich vielleicht Allhier noch zu leben habe? Denk, o mensch, an deinen tod, it Säume nicht, denn eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wün⸗ schen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir men⸗ schen gaben, Werden dich dann nicht er⸗ freun; Diese güter sind nicht dein. 3. Nur ein herz, das gutes liebt; Nur ein ruhiges gewissen, Das vor gott dir zeugniß giebt, Wird dir deinen tod ver⸗ süßen; Dieses herz, von gott erneut, Giebt im tode freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten noth Freunde hülflos um dich beben: Dann wird über welt und tod Dich dies reine herz erheben. Dann erschreckt dich kein gericht, Gott ist deine zuversicht. 5. Ueberlaß des todes zeit Gott allein, und bet und wache, Daß er dich zur ewig⸗ keit Fertiger im guten mache. Uebe dich, recht fromm zu sein; Lerne dich des todes freun. 6. Ueberwind' ihn durch vertraun: Sprich; ich weiß, an wen ich gläube; Und ich weiß, ich werd ihn schaun Einst in die⸗ Vom Tode. 363 hh sem meinem leibe. Er, der rief: es ist voll⸗ Eiheh! bracht, Nahm dem tode seine macht. Ith. 7. Tritt im geist zum grab oft ber Siehe Ahs, A dein gebein versenken; Sprich, herr, daß itn ich erde bin, Lehre du mich selbst bedenken, w. Daß ich täglich weiser sei, Bis zum tode ich dir getreu. Lin. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛe. Ziebt, 24 f. Mein gott! ich weiß wohl, daß ich Argch sterbe! Ich bin ein mensch, der bald ver⸗ u uh geht; Und finde hier kein solches erbe, elt Das ewig dauert und besteht. Drum zeige mir in gnaden an, Wie ich recht selig ster⸗ 00 fu ben kann. 10 2. Mein gott! ich weiß nicht, wann ich zuh sterbe, Kein augenblick geht sicher hin; Wie 1 0 bald zerbricht doch eine scherbe; Die blu⸗ men müssen bald verblühn. Drum mache udu mich stets bereit Hier in der zeit zur 1 wewigken Ih. 3. Mein gott! ich weiß nicht, wie ich eitsterbe, Dieweil der tod viel wege hält; Dem einen wird das scheiden herbe, Wenn bet jener sanft und ruhig fällt. Doch wie du Ziube willst; gieb nur dabei, Daß ich wohl zu⸗ Im bereitet sei. 364 Erste Abtheilung. 4. Mein gott! ich weiß nicht, wo ich sterbe, Und welcher sand mein grab bedeckt. Doch, wenn ich nur das heil ererbe, Daß 5. Nun, liebster vater! wenn ich sterbe. So nimm du meinen geist zu dir. Denn, bin ich nur dein kind und erbe, Und hab. ich jesum nur bei mir; So gilt mirs gleich und geht mir wohl, Wann, wie und wo ich sterben soll. WMel. Christus, der ist mein leben ꝛc. 242. Mein jesus ist mein leben, Reißt schon der tod mich hin; Was sollt ich ängstlich beben? Der tod ist mein gewinn. 2. Wer an ihn glaubt, wird selig; Dies wort steht ewig fest; Die freuden sind un⸗ zählig, Die es mich hoffen läßt. 3. Drum geh ich einst mit frieden Zu dir, o jesu christ, Von dir stets ungeschie⸗ den, Der du mein bruder bist. 4. Du kennest meinen glauben, Und keine furcht noch pein Soll mir dies kleinod rauben; Ich bin und bleibe dein. 5. Durch ihn bin ich gereinigt, Durch * — — ⏑ q=.. — — Vom Tode. 365 Icht, v ihn mit gott versöhnt, Durch ihn dir fest Ruct vereinigt Und bald mit preiß gekrönt. krbe 6. Wer kann dich gnug erheben? Du El 2 hast, sohn gottes, dich Für uns dahin ge⸗ dien geben, Und, wohl mir! auch für mich. 7. Geheilt ist nun mein schade. Im Wnihf himmel ist mein theil. O theure hohe Hil. gnade! O unaussprechlich heil! I.h. 8. Zu dir, herr, will ich flehen, So Ummt lang ich lallen kann; Du kannst mein inn⸗ ie res sehen, Und nimmst auch seufzer an. ö 9. Du selber hilfst mir ringen, Allmäch⸗ ar tig hilfst du mir, Ins leben durchzudrin⸗ Eben, gen; Und dann bleib ich bei dir. 33% 10. O wohl mir! ich vollende Vielleicht Leut bald meinen lauf, Und geb in deine hände Zsch Den geist; du nimmst ihn auf. Een Mel. Ich hab' mein sach' gott ꝛc. . 243. Mein leben steht in gottes hand; Ifrih Er thu, was er mir heilsam fand! Er uzählte mir, so wie mein haar, Schon eh 2 ich war, Auch meine lebensstunden dar. 2 n 2. Ich nütze mit zufriedenheit Die tage I meiner sterblichkeit. Wie väterlich versüßt hDusssie gott! Doch müh und noth Sind ihr „ gefolg', und dann der tod. ligt, 366 Erste Abtheilung. 3. Die blume pranget und fällt ab: So blüht der mensch und sinkt ins grab. Nicht jugend schützt, nicht stand noch geld; Nichts) in der welt Ist, was ihn davor sicher stellt. 5. Du bringst mich, steh ich nur bereit, Zum sichern glück der ewigkeit, Wo man des kurzen grams vergißt, Wo mancher christ Schon froh vorangegangen ist. 6. Froh werd auch ich, wenns dir ge⸗ fällt, Ein bürger der vollkommnen welt. Den meinen sag ich auf dein wort: Gott, unser hort, Vereint uns bald auf ewig dort. 7. Den trost, o jesu! dank ich dir; Du brachtest ihn vom himmel mir. Du hast 6 gesaget: ihr seid mein, Auch ihr sollt sein, Wo ich bin, und euch ewig freun. ö Mel. Herr jesu ehrist, meins ꝛc. 244. O der du einst gestorben bist, Nun ewig lebest, jesus christ! Mein herz erhebt Mun sich ganz zu dir, Und ruft und schreit: seis gnädig mir! Allltah b, Ir VXIN— 2 Vom Tode. 367 2. Des lebens letzte stunde naht, Mein leib und jedes glied ist matt; Doch dich, der neu beleben kann, Bet ich mit frohem glauben an. 3. Dein wahres wort, herr, sei mein licht! Mein glauben an dich wanke nicht; Mein herz verlange nur nach dir; Und deine huld sei alles mir. 4. Und wenn des grabes dunkle nacht Dem schwachen herzen bange macht: So rufe du dem herzen zu: Ich lebe, leben sollst auch du! 5. Mein trost sei, wenn der tod mir „dräut, Unsterblichkeit, unsterblichkeit Wer an dich glaubt, der stirbet nicht; Ihn schreckt kein grab und kein gericht. 6. Der erde schnell vergänglichs glück, Und allen schmerz laß ich zurück; Dring' ewig, frei von aller noth, Ins freuden⸗ leben durch den tod. 7. Der gott, der mich so zärtlich liebt, Der vater, der so gern vergiebt, Vergiebt nach seiner großen huld, Mir die mit ernst bereute schuld. 8. Herr! viel vergebung ist bei dir. Ja, du vergiebst, herr jesu, mir; Verzagen 368 Erste Abtheilung. müßt ich ohne dich, Du aber, jesus, trö⸗ stest mich. 9. Für mich vergossest du dein blut; Was ich verdorben, i en du gut; Von jeder sünde machst du rein: Bom tode kannst du mich befrein. 10. Ich werfe mich in deinen schooß, Herr! herr! denn deine huld ist groß: Du 13 nimmst gebeugte sünder an, Und hilfst, wo niemand helfen kann. 11. Mich leitet deine treue hand Sanft hin ins beßre vaterland. Ich sterb', um, heiland, dich zu sehn; Ich sterb, um herr⸗ lich aufzusteh n. 12. Zu frommen seelen eil ich hin, Wenn ich dir ganz ergeben bin. Und wen mir früh der tod geraubt, Den find ich, hat er dir geglaubt. 13. O, frohe aussicht, nahes ziel! Wie warten mein der freuden viel! Wie selig bin ich, wenn mein geist Sich dieser 20 bald entreißt! Mel. Jesus, meine zuversicht ꝛe. 245. Selig, gott! sind die, die nun Schon im friedenvollen grabe Von des le⸗ beus arbeit ruhn, Und sich deiner größten Vom Tode. 369 gabe, Eines ewgen lebens freun. Möch—⸗ ten wir es auch schon sein. Aglt“ 2. Doch du willsts; wir 22—— noch 0 Mühsam hier in pilgerhütten. Alle tru⸗ gen einst dies joch, Die des lebens kron' erstritten. Endlich aber führt der tod Uns Nauch hin zu dir, o gott! id 3. Jesus selber lebte hier Vormals auch in pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als de wir, Hat er auf der erd gelitten. Laß uns erkd⸗ gläubig auf ihn sehn, Und durch ihn im Eeim kampf bestehn. 4. Was ist diese lebenszeit? Ach! nur ih eine kurze stunde, Gegen jene ewigkeit. SGleichwohl kommt auf diese stunde, Die 6 gott noch verkürzen kann, Unser ew'ges schicksal an. giehl 5. Gieb uns weisheit, herr, und kraft, 1m Diese stunde wohl zu nützen; Und beim e schluß der pilgrimschaft Wollest du uns uunterstützen, Daß wir freudig auf dich sehn, Und getrost zum tode gehn. n 6. Daß wir dein sind, nicht der welt, Eun Daß du uns wirst auferwecken: Diese E sskraft der bessern welt Laß uns, wenn wir 370 Erste Abtheilung. sterben, schmecken„Flöß uns muth und. i ruhe ein, Selbst im tode froh zu sein. n 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, Wul N Zu den todten gottes gehen: Wollst du MNN mehr noch an uns thun, Als wir bitten NN und verstehen. Auch für unsre todesnacht uh N Riefst du einst: es ist vollbracht! W Rel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. WWd 246. Selig sind des himmels erben, a Die todten, die im herren sterben, Zur M auferstehung eingeweiht! Nach den letzten Nu augenblicken Des todesschlummers folgt mne entzücken, Folgt wonne der unsterblichkeit! nf . Im frieden ruhen sie, Los von der erde h müh! Gelobt sei gott! Vor seinem thron, n . Zu seinem sohn, Begleitet ihre tugend sie. ehnge Eigene Melodie. Nr. 9. 2 Mho ö NAAN 247. Was sorgst du ängstlich für dein chg leben? Es gott gelassen übergeben, Ist nihn wahre ruh und deine pflicht. Du sollst es uif Nüleben, weislich nützen, Es dankbar als ein glück besitzen, Berlieren, als verlörst ng 2. Der tod soll nicht dein herz erschrek. i ken; Doch, dich zur weisheit zu erwecken, h Soll er dir stets vor augen sein. Er soll Vom Tode. 371 den wunsch zu leben mindern; Doch dich in deiner pflicht nicht hindern, Vielmehr dir kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen pflichten: So laß den tod dich unterrichten, Wie wenig deiner tage sind. Sprich: sollt ich pflichten wohl verschieben? Nein, meine zeit, sie auszuüben, Ist kurz, und sie verfliegt geschwind. 4. Denk an den tod, wenn böse triebe, Wenn lust der welt und ihre liebe Dich reizen, und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch hente sterben? Und könnt ich auch die welt ererben, Beging ich doch solch übel nie. 5. Denk an den tod, wenn ruhm und ehren, Wenn deine schätze sich vermehren, Daß du sie nicht so heftig liebst. Denk an die eitelkeit der erden, Daß, wenn sie dir entrissen werden, Du dann dich nicht so sehr betrübst. 6. Denk an den tod bei frohen tagen. Kann deine lust sein bild vertragen: So ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein vergnügen zu versüßen: Welch glück werd' ich erst dort genießen, Wo ich unendlich leben soll! 24* 372 7. Denk an den tod, wenn deinem leben Das fehlt, wornach die reichen streben; Sprich: bin ich hier, um reich zu sein? Heil mir, wenn ich in christo sterbe, Dann ist ein unbeflecktes erbe, Dann ist des him⸗ mels reichthum mein. 8. Denk an den tod, wenn leiden kom⸗ men; Sprich: alle trübsal eines frommen Ist zeitlich und durch hoffnung leicht. Ich leide; doch von allem bösen Wird mich der tod bald, bald erlösen; Er ists, der mir die krone reicht. 9. Denk an den tod, wenn freche rotten Des glaubens und der tugend spotten, Und lasterstolz ihr haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: gott trägt die spötter; Doch endlich ist für sie kein retter, Wenn sie nicht hier noch in sich gehn. 10. So suche dir in allen fällen Den tod oft lebhaft vorzustellen; So wirst du ihn nicht zitternd scheun: Dann wird er dir ein trost im klagen, Ein weiser freund in gu⸗ Erste Abtheilung. ten tagen, Ein schild in der versuchung sein. 5—45 Wenn mein stündlein ꝛe. 248. Wenn einst mein sterbend auge bricht, Mein letzter hauch verschwindet, ident — roh end chud Vom Tode. Mein leib erstarrt, und selbst es nicht, Daß er entschläft, empfindet; Wenn um mich, den entschlummernden, Gott, alle meine lieben stehn, Und traurig zu dir weinen: 2. Dann, vater, nimm ihn auf, den geist, Der freudig zu dir fliehet, Der dank⸗ bar deine güte preist, Daß er den tod nicht siehet: Und tröste, die betrübt um mich Mit thränen klagen; laß sie sich Mehr meiner wonne freuen! 3. Mein hingefallner leib bleibt hier, Ihn wird das grab verschließen. Wohl mir! das grab wird dennoch dir Ihn wie⸗ der geben müssen. Du kommst, erwecker! deine macht, Die ihn aus nichts hervorge⸗ bracht, Kann auch aus staub ihn bauen. 4. Wie könnt ich trauern, daß im tod Mein leib zu staub vermodert? Wie könnt ich klagen, da ihn gott Vom tode wieder fodert? O hoffnung, daß nach kurzer ruh Mein leib erwacht, wie groß bist du, Und welch ein trost im tode! 5. Des todes schmerzen, gott, will ich, Wenn er nun kommt, nicht achten; Mit glaubensvollem blick auf dich Nach meinem ziele trachten, Und mich dem tode freudig 37⁴4 Erste Abtheilung. nahn, Mein himmlisch kleinod zu empfahn, Das jesus mir erworben. In eigner Melodie. oder: Wer nur den lieben gott ꝛc. 249. Wer weiß, wie nahe mir mein ende! Die zeit geht hin; es kommt der tod. Ach, wie geschwind, ach, wie behende Kann kommen meine todesnoth! Mein gott! ich bitt durch christi blut, Mach's nur mit meinem ende gut. 2. Es kann vor nacht leicht anders wer⸗ den, Als es am frühen morgen war; So lang ich lebe auf der erden, Leb ich in steter todsgefahr. Mein gott ꝛc. 3. Herr! lehr mich stets ans ende den⸗ ken, Und laß mich, eh ich sterben muß, Das heil der seele wohl bedenken, Ja nicht verschieben meine buß'. Mein gott ꝛc. 4. Laß mich doch bald mein haus bestel⸗ len, Daß ich bereit sei für und für, Und sagen könn' in allen fällen: Herr! wie du willst, so schicks mit mir. Mein gott ꝛc. 5. Gieb mir ein brünstiges verlangen Nach deinem himmel; laß, o gott, Mich fest an meinem heiland hangen: So über⸗ wind ich leicht den tod. Mein gott ꝛc. Idetsn wal. Veh ih . Jit, EDIDHDI x 1* —— — ,9 50 . L. 0 250. Wie sanft Nun bald der erd' entnommen, Sich sei⸗ nem ziele nahn! Wo sich des lebens freu⸗ Vom Tode. 375 6. Ach vater! deck all meine sünde Mit dem verdienste christi zu, Damit ich hier vergebung finde, Und dort bei dir voll⸗ kommne ruh. Mein gott ꝛc. 7. Nichts ists, das mich von jesu scheide, Nichts, es sei leben oder tod; Er bleibt im leiden meine freude, Mein schutz, mein alles in der noth. Mein gott ꝛc. 8. So komm mein end heut oder mor⸗ gen; Ich weiß, daß mir's mit jesu glückt. Er ists, der mich in allen sorgen, Er ists, der mich im tod erquickt. Drum glaub ich fest: durch christi blut Macht's gott mit meinem ende gut. In allen meinen thaten ꝛc. sehn wir den frommen Mel. den Vom frechen sünder scheiden, Da gehn 12 christen freuden an. 2. Er freut sich auf sein ende, Und hebt voll dank die hände Zu seinem vater auf. Gesihert vor verderben, Kann er nun fröh⸗ n f. Nach einem wohl vollbrachten au 376 Erste Abtheilung. 3. Sein ruhiges gewissen Bebt nicht vor finsternissen Der bahn, die er nicht kennt. Die schreckensvollen pfade Erleuchtet ihm die gnade Des gottes, den er vater nennt. 4. Kein angstgeschrei mit thränen, Kein unruhvolles stöhnen Quält sein gelaßnes herz. Es ist zu gott erhoben, Empfängt den trost von oben, Und fried' und freude in dem schmerz. 5. Er segnet froh die seinen, Die um sein lager weinen, Ermahnt und tröstet sie; Und seiner treue wegen, Erfüllt gott seinen segen, Und weichet auch von diesem nie. 6. Gott! laß mich ernstlich streben, So in der welt zu leben, Wie man dies glück erwirbt; Damit ich, als ein erbe Der selig⸗ keit, auch sterbe So freudig, wie ein from⸗ mer stirbt. Mel. Ermuntre dich, mein ꝛc. IX.—„ 251. Wie ungewiß ist, herr! das ziel Der wallfahrt auf der erde! Ob ich noch wenig oder viel An tagen zählen werde, Das weiß ich nicht; du weißt's allein. Ich kann vielleicht der nächste sein, Vom abgekürzten leben Ein beispiel abzugeben. — W 5 VNH H 13 0 mer n nn Chu Lld ij Wiem Trösch Votts⸗ am eheh, Di IDa — hihl ½6 413 von seinem tod abhängt, Und der dazu in zeiten Sein herz sucht zu bereiten. 3. Hilf, daß aufs vorgesteckte ziel Mein auge stets sich kehre, Daß nicht der welt⸗ lust eitles spiel Mein schwaches herz be⸗ thöre. Und sieht dein auge, daß mein schritt Noch nicht den rechten weg betritt: So wollst du, herr! in zeiten Auf solchen weg mich leiten. 4. Daß ich mich vor der kalten hand Des todes nicht entfärbe: So mache mich mit ihm bekannt Vorher, noch eh ich sterbe. Laß mir sein bild vor augen sein, Damit ich lerne sünden scheun, Die das gewissen schrecken, Und todesfurcht erwecken. 5. Gieb, daß ich dich mit frohem muth Als meinen gott betrachte; Hingegen freunde, glück und guth Nicht als mein eigen achte: So wird mein tod mir ange⸗ nehm, Ein schlaf mir sein, und nichts von dem, Was du mir hier verliehen, Mein herz zur erde ziehen. V I WII 378 Erste Abtheilung. 6. Laß des erlösers herrlichkeit Mit hoff— nung mich erquicken, Und mitten in der dunkelheit Mich diesen trost erblicken, Dann nimm, herr! nach vollbrachtem lauf, Den geist aus dieser hütte auf, Die einst im reich der deinen Wird neugebaut erscheinen. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 252. Wie wird mir dann, mein heiland, sein, Wenn ich, mich deiner ganz zu frenn, In dir entschlafen werde! Alsdann werd ich auch ganz befreit Von sünde und von sterblichkeit, Entfliehen dieser erde. Freu dich Innig, Meine seele, Und erwähle Schon hienieden, Was dir dient zum ew⸗ gen frieden. 2. Besiege denn des todes graun, Mein geist, er ist ein weg zum schaun In jenem bessern leben. Er sei dir nicht mehr fürch⸗ terlich! Zum allerheiligsten wird dich Der herr dadurch erheben. Hier wird Dein hirt Nach den thränen, Nach dem sehnen, Dich erlösten Völlig und auf immer trösten. 3. Herr, herr! ich weiß die stunde nicht, Die mich, wenn nun mein auge bricht, Zu deinen todten sammelt. Vielleicht um⸗ giebt mich ihre macht, Eh ich dies flehen *—— r.— ———— ** —. SSSSISitt.ee ... 2..— ==.. — Singä Dni Damn ITde. IED cch Vt zul Vom Tode. 379 noch vollbracht, Mein lob dir ausgestam⸗ melt. Mach mich Fertig! Ich befehle Meine seele Deinen händen; Laß mich meinen lauf gut enden. 4. Vielleicht sind meiner tage viel; Ich bin vielleicht noch fern vom ziel, An dem die krone schimmert. Bin ich von meinem ziel noch weit, So sei mein leben dir ge⸗ weiht, Bis einst mein leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir Ganz mein leben Zu ergeben, Daß ich droben Dich ohn ende könne loben. 5. Wie wird mir dann, mein heiland, sein, Wenn ich mich deiner ganz erfreun, Dich dort anbeten werde! Dann bin ich frei von sünd und leid. Ein mitgenoß der herrlichkeit, Nicht mehr ein mensch von erde. Preiß dir! Daß mir Durch dein leiden Jene freuden Offen stehen! Ewig swill ich dich erhöhen! Mel. Mitten wir im leben sind ꝛc. 25 3. Wir, der erde pilger, sind Mit dem tod umfangen. Ach! wer nimmt sich un⸗ ser an, Daß wir gnad erlangen? Das thust du, herr, alleine. Es reut uns unsre missethat, Die dich, herr, erzürnet hat. 380 Erste Abtheilung. Heiliger schöpfer, gott! Heiliger mittler, gott! Heiliger, barmherziger tröster! Du ewiger gott! Laß uns gnade finden, Mach uns recht zum tod bereit; Erbarm dich unser! 2. Bei dem sterben werden uns Unsre sünden schrecken; Ach! wer wird, wer wird h uns dann Vorm gerichte decken? Das thust du, herr, alleine. Denn wegen un⸗ sers heilands tod Finden wir nun gnad l bei gott. Heiliger schöpfer, gott! Heiliger mittler, gott! Heiliger, barmherziger trö⸗ ster! Du ewiger gott! Sei von uns nicht ferne In der allerletzten noth; Erbarm sit dich unser! 3. Ach! wenn uns in dieser angst Unsre hs sünden treiben: Wo, wo fliehen wir dann hin, Daß wir sicher bleiben? Zu dir allein, versöhner! Vergossen ist dein heiz u lig's blut, Das gnug für die sünde thut. N Heiliger schöpfer, gott! Heiliger mittler, gott! Heiliger, barmherziger tröster! Du ewiger gott! Hilf uns überwinden Durch unser! des rechten glaubens kraft; Erbarm dich O et 22) Von der Auferstehung der Todten. Dosteß Mel. Was gott thut, das ist ꝛc. Deu, 25 4. Ich freue mich der frohen zeit, Da Iam ich werd auferstehen. Dann werd ich in der herrlichkeit Dich, gott, mein heiland, Anns sehen. Dann werd auch ich, o herr! durch „uul dich, Vereint mit allen frommen, Zur en? ewgen ruhe kommen. ND 2. Ja, herr, du führst sie einst heran, n Die stunde der erlösung: Die stunde, da glich hoffen kann Trost, freiheit und gene⸗ Uarisung! Da, engeln gleich, Im himmel⸗ ureich Ich ewig werde leben, Mit herrlich⸗ keit umgeben. 3. Der du die auferstehung bist, Du duglbists, auf den ich traue! Ich weiß, daß erpnich durch dich, herr christ, Einst auferweckt, l dich schaue. Auch werd ich nicht Vor dein ücqgericht, Wie die, die dich verschmähten, Süm.Mit angst und schrecken treten. 4r 4. Ich hoffe dann mit freudigkeit Vor Fseldir, mein haupt, zu stehen, Und mit dir den iur die herrlichkeit Frohlockend einzugehen. 2 0„ ö Ium O hilf mir doch Aus gnaden noch, Zum ö glück der ewigkeiten, Mich würdig zu be⸗ reiten. 382 Erste Abtheilung. Mel. Christus, der ist mein leben ꝛc. 255. Ich geh einst ohne beben Zu mei⸗ nem tode hin; Denn christus ist mein leben Und sterben mein gewinn. 2. Ich scheue nicht die schrecken Der freudenleeren gruft; Der wird mich auf⸗ erwecken, Der mich zum grabe ruft. 3. Und rief mich, abzuscheiden, Auch heute schon mein gott: So geh ich hin mit freuden, Und sterb' auf sein gebot. 4. Ich hoff' ein beßres leben, Das nimmermehr verfließt. Ein leib wird mich umgeben, Der ewig herrlich ist. 5. Dann eil ich dir entgegen, Mein triumphirend haupt! Und seh entzückt den segen Des heils, das ich geglaubt. In bekannter Melodie. 256. Jesus, meine zuversicht, Lebt, und ich soll mit ihm leben! Dieses weiß ich; sollte nicht Sich mein herz zufrieden geben, Was die lange grabesnacht Mir auch für gedanken macht? 2. Jesus, mein erlöser, lebt, Und ich kann ihm sicher trauen, Daß er mich zu sich erhebt: Warum sollte mir denn grauen? Ohot. ö Loen, Ri wi 113 —F+— I II Von der Auferstehung der Todten. 383 Lässet auch dies haupt ein glied, Das es I½ einst nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch des glaubens band Zu genau mit ihm verbunden. Er, der auch den tod empfand, Hat für mich auch über⸗ wunden. Er erstand; und einst erwacht Auch mein leib durch seine macht. 4. Ich bin staub, und muß daher Wie⸗ derum zu staube werden. Dieses weiß ich; aber er Weckt mich wieder aus der erden, Daß ich in der herrlichkeit Bei ihm sei in ewigkeit. 5. Da wird mich, statt dieser haut, Ein verklärter leib umgeben, Für die neue welt gebaut, Und geschickt zum bessern leben; Und in diesem leib seh ich Meinen jesum ewiglich. 6. Dann werd ich in hellem licht, Seine große lieb erkennen; Und wie freudig werd ich nicht Ihn dann meinen retter nennen, Wenn er von der sterblichkeit Nun auf ewig mich befreit. 7. Was verweslich ist, vergeht; Fleisch und blut kann gott nicht sehen. Irdisch Erste Abtheilung. 2 3 auferstehen. Erst verweset mein gebein, Dann wirds unverweslich sein. 8. Seid getrost und hocherfreut! Jesus kennt uns, seine glieder. Christen, wehrt der traürigkeit! Sterbt ihr, jesus ruft euch wieder. Dann verlassen wir die gruft, Wenn uns gott aus solcher ruft. 9. Wo ist dein triumph, o tod? Nimm den staub hin; ohne grauen Folgen wir, wir werden gott Und auch unsern jesum schauen. Dann wird schwachheit und ver— druß Liegen unter unserm fuß. 10. Laßt uns nur den geist erheb'n Von den lüsten dieser erden, Und uns schon hier dem ergeb'n, Dem wir dorten ähnlich wer⸗ den! Denn wer seiner sich will freun, Muß hier rein und heilig sein. Mel. Wenn mein stündlein ꝛc. 257. Mein heiland lebt; er hat die macht Des todes ganz bezwungen, Und siegreich aus der grabesnacht Zu gott sich aufgeschwungen. sieg ist mein. Sein soll mein ganzes leben sein, Und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein wort hält, Den tod, o jesu! schauen. Das ists, was Er ist mein haupt; sein Von der Auferstehung der Todten. 385 1 uin mich zufrieden stellt, Selbst bei der gräber Ai grauen. Ich bin getrost und unverzagt, ½½ Weil du den deinen zugesagt: Ich leb und 2 ihr sollt leben. u. 3. Wird gleich mein leib des todes raub, heg Er wird doch wieder leben, Und einst aus Ei der verwesung staub Sich neugebild't erhe⸗ + ben, Wenn du, o großer lebensfürst, Einst Agell deinen todten rufen wirst, Zum leben auf⸗ Wzuwachen. In 4. Wie froh und herrlich werd ich dann E Vor dir, mein heiland, stehen! Dann sizeht nimmst du mich mit ehren an; Läßt in dein UIscch reich mich gehen. Forthin von keiner last hllich beschwert, Hingegen herrlich, ganz ver⸗ Im klärt, Leb' ich bei dir dann ewig. 5. O welch ein selges theil ist mir In jener welt bereitet! Der freuden fülle ist dei dir. Von dir, o herr, geleitet, Werd ich in deinem himmelreich Unsterblich, deinen icchengeln gleich, Vollkommne lust genießen. t 6. Denn wo du bist, da sollen die, Die zeldir hier folgen, leben, Und ewig frei von e schmerz und müh, Von seligen umgeben, nGenießen deiner herrlichkeit. O was sind I leiden dieser zeit, Herr, gegen len⸗ frenden! . 386 Erste Abtheilung. vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum fleiß, Der tugend nachzustreben, Und als ein christ, auch dir zum preiß, Nach deinem wort zu leben. Und fühl ich hier noch noth und schmerz, So tröste selbst damit mein herz: Es kommt ein beßres leben. Mel. Wachet auf! ruft uns ꝛc. 258. Wachet auf! ruft einst die stimme, Des sohnes gottes allmachtsstimme: Ver⸗ laßt, ihr todten! eure gruft! Wachet auf, erlöste sünder! Versammelt euch, ihr got⸗ teskinder! Der welten herr ists, der euch ruft. Des todes stille nacht Ist nun vorbei, erwacht, Und lobt den herrn! Macht euch ereit Zur ewigkeit! Sein tag, sein großer tag ist da! 2. Erd und meer und hölle beben, Die frommen stehen auf zum leben, Zum neuen leben stehn sie auf! Ihr versöhner kommt voll klarheit, Vor ihm ist gnade, tren und ů W HH6 M. ö Von der Auferstehung der Todten. 387 wahrheit, Des glaubens lohn krönt ihren lauf, Licht ist um deinen thron Und leben, gottes sohn! Preiß dir, heiland! Erlöfer! Dir, Dir folgen wir Zu deines vaters herr⸗ lichkeit. 3. Ewges lob sei dir gesungen! Wir sind zum leben durchgedrungen! Am ziel sind wir beim großen lohn. Christus strömt der freuden fülle Auf uns, wir schaun ihn ohne hülle, Ihn, unsern freund und got⸗ tessohn. Kein auge sahe sie, Dem ohr erscholl sie nie, Diese wonne. In ewigkeit Sei dir geweiht, Herr! unser dank und lob und preiß! Mel. Wer nur den lieben gott ꝛe. oder: Du weiser Schöpfer ꝛe. Nr. 4. 259. Warum erbebest du, meine seele, Bei dem gedanken an das grab? Nicht dich umschließt einst seine höhle; Nur deine hütte sinkt hinab. Sie schuf der allmacht wink aus staub; Drum wird sie der ver⸗ wesung raub. Du, zur unsterblichkeit erlesen, ö Schwingst dich empor zu gottes licht, Und schaust den ursprung aller wesen Von angesicht zu angesicht; Bewunderst 388 Erste Abtheilung. deines gottes macht In jener welten bau und pracht. 3. Dann, seele, wirst du das verstehen, Was hier kein weiser mund erklärt: Was hier vollkommen einzusehen, Des wissens trieb umsonst begehrt. Dann täuscht dich wahn und irrthum nicht, Und selbst die finsterniß wird licht. ö 4. Dann wirst du den, ach, den erblik⸗ ken, den hier allein der glaube sieht; Den, der dich ewig zu beglücken, Für deine sünd am kreuz verschied. Dann jauchze, daß kein wahn, kein spott Dich hier getrennt von deinem gott. 5. Wenn nun der tag des herrn erschei⸗ net, Verläßt dein leib der gräber ruh. Zum zweitenmal mit dir vereinet Wird er unsterblich, so wie du. O seele, zittre darum nicht, Daß deiner hütte bau zer⸗ bricht! Mel. Befiehl du deine wege ꝛc. oder: Valet will ich dir geben ꝛc. 260. Wenn einst in meinem grabe Des todes stille nacht Ich durchgeschlummert habe, So weckt mich jesu macht, Giebt diesem leib aus staube Des himmels herr⸗ veteh elsh lätt. I Läusch + 7 XI Von der Auferstehung der Todten. 389 lichkeit. O trost! den mir der glaube An gottes wort verleiht! 2. Es soll mir diesen glauben, Der fest, als felsen, ruht, Kein spötter jemals rau⸗ ben, Kein feind, kein zweifelmuth. Es mag der unchrist beben, Sinkt er in tod und gruft: Ich kenn ein neues leben, Wozu mich jesus ruft. 3. Den heiden hier auf erden War die⸗ ser trost verdeckt, Daß wir dereinstens wer⸗ den Aus tod und grab erweckt. Sie, die das licht nicht hatten, Das uns der tag gebracht, Umgaben todesschatten Und furcht der grabesnacht. 4. Des spötters kühnes lachen Beschimpft ihn selber nur. Es sind gar leichte sachen Dem schöpfer der natur, Den leib neu zu beleben, Den er aus staub erschuf, Ihm klarheit auch zu geben Durch seiner all⸗ macht ruf. 5. Aus saamen, den wir säen, Läßt gott ja alle jahr Die neue frucht entstehen, Die in dem keime war. Es wächset jede blume Aus ihrer saat hervor: Zu seiner allmacht ruhme Steht sie in neuem flor. N. 6½31 390 Erste Abtheilung. 6. Kann gott denn nicht auch machen, Daß einst aus tod und gruft Die glieder neu erwachen, Wenn seine stimme ruft? Es werden diese glieder Wie saamen aus⸗ gesä't. Gott will: sie leben wieder; Der neue leib entsteht. 7. Ich frag nicht nach dem spotte Ver⸗ wegner zweifeler, Und weiß von meinem gotte: Er ist des todes herr. Daß todte leben sollen, Ruht ganz in seiner macht; Und sollt er nicht auch wollen, Daß einst mein leib erwacht? 8. Die aus des grabes banden Gott ehmals schon erweckt, Und jesum, der er⸗ standen, Da er den tod geschmeckt, Be⸗ trachtet unser glaube, Und siegreich rühmet er: Auch uns weckt aus dem staube Zum leben einst der herr. 23) Vom jungsten Gericht. Mel. O ewigkeit, du donnerwort ꝛc. 26 1. Erhöhter jesu, gottes sohn! Der du schon längst der himmel thron Als herr⸗ scher eingenommen, Du wirst dereinst zu rechter zeit In großer kraft und herrlichkeit Vom himmel wieder kommen. Gieb, daß D e — — ———— —— .. — —— E 5.—.— — == —— —— E 4 — — —— Sm, meckt Nicht auhe Vom jüngsten Gericht. 391 dann froh und mit vertraun Dich, herr! auch meine augen schaun.. 2. Hier faßt kein sterblicher die pracht, Die deinen tag einst herrlich macht; Wie groß wirst du dich zeigen, Wenn du auf lichten wolken einst Mit deiner engel heer erscheinst, Die selbst sich vor dir beugen: Dann sieht die welt die majestät, Dazu dich gott, dein gott erhöht. 3. Dann tönt dein ruf in jedes grab Mit allmachtsvoller kraft hinab, Und schafft ein neues leben. Auf deinen wink muß erd' und meer Das große unzählbare heer Der todten wieder geben. Sie stehn durch dich, herr! neu beseelt Nun alle auf, und kei⸗ ner fehlt. 4. Du sammlest sie vor deinem thron, Um jedem den bestimmten lohn Nach sei⸗ ner that zu geben. Dann trifft den bö⸗ sen schmach und pein, Den frommen aber führst du ein In das verheißne leben. Dann zeigt die that, herr jesu christ, Daß du der erden richter bist. 5. O gieb, wenn dieser tag erscheint, Daß ich in dir dann meinen freund Und treuen heiland finde; Daß ich mit freuden 392 Erste Abtheilung. vor dir steh, Und mit dir in den himmel geh Ganz frei von aller sünde! Wie wird dein anblick mich erfreun! Wie werd ich dann so selig sein! 6. Dein name sei mir ewig werth, Und was dein wort von mir begehrt, Das laß mich treulich üben. Dich, den der ganze himmel preist, Dich müsse hier auch schon mein geist Aus allen kräften lieben: So schreckt mich deine zukunft nicht, So hab ich muth auch im gericht. Mel. Es ist gewißlich an der zeit ꝛc. 262. Er kommt, er kommt zum weltge⸗ richt, Der heiland, den wir ehren: O weigert euch, erlöste, nicht, Jetzt auf sein wort zu hören. Wer hier nicht seine stimme hört, Und sie nicht mit gehorsam ehrt, Wird nicht vor ihm bestehen. 2. Herr, laß mich deiner majestät Mit wahrer freude dienen! Wie herrlich dich dein gott erhöht, Ist zwar noch nicht er⸗ schienen; Doch was uns hier verborgen war, Macht jener tag uns offenbar, An welchem du erscheinest. 3. Da, wenn vor dir die erde bebt, Und unter deinen füßen Sich alles, was dir I Rü Vom jüngsten Gericht. widerstrebt, Wird völlig beugen müssen; Wenn alle engel vor dir stehn: Da wird auch jedes auge sehn, Wie hoch dich gott erhoben. 4. Da werden, herr, auf dein geheiß Die todten wieder leben; Dein feind mit furcht, dein freund mit preiß Sich aus dem grab erheben; Und wer wird da, herr jesu christ, Daß du der herr des lebens bist, Noch ferner leugnen können? 5. Wer spottet dann noch deiner kraft, Wenn du, die hier dich fliehen, Für ihre schuld zur rechenschaft Mit majestät wirst ziehen? Wie wird, wenn dich ihr aug' er⸗ blickt, Und sie dein strafgerichte drückt, Der spötter heer verstummen! 6. Und wenn du dann die deinen nun Mit preiß und ehre zierest, Sie, ewig ihnen wohlzuthun, Zu deinem himmel führest: Wie völlig wirds dann offenbar, Daß es in deinen händen war, Die deinen zu beglücken. 1 7. Gieb, daß ich dann, herr jesu christ, Mit freuden vor dir stehe, Und dir, der du so herrlich bist, Getrost entgegen sehe. Wenn deiner feinde rotte zagt, Von reu' Erste Abtheilung. und angst und furcht geplagt, Dann jauchze I meine seele! ö 8. Daß ich dies glück erlangen mag, y So laß in diesem leben, O heiland, deinen großen tag Mir stets vor augen schweben. Er reize mich, dir mich zu weihn, In dei⸗ nem dienste treu zu sein, Und so mein heil zu hoffen. l Mel. Straf mich nicht in deinem ꝛc. V 263. Herr, ich bin dein eigenthum; Dein ist auch mein leben! Mir zum heil und dir zum ruhm Hast du mir's gegeben. 6 Väterlich Führst du mich Auf des lebens wegen Meinem ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer kraft Zum gericht auf erden: Dann soll ich zur u 2— .. — 2 —. ———— == E* S‚D‚D‚DIZÜI —— i rechenschaft Dargestellet werden. Dein m t yericht Schonet nicht, Richter aller welten! n Denn du willst vergelten. e 43. Weh dann mir in ewigkeit, Wenn ich deine gabe, Meine kräfte, meine zeit h pt PHier gemißbraucht habe! Weh dann mir, WI Hab ich hier Dein geschenk verschwendet, Enn Und nicht angewendet!* 4. Möchte täglich dein gericht Mir vor As augen schweben; Möcht ich michstets, mei⸗ u e daulh dichhe Vom jüngsten Gericht. 995 ner pflicht Treu zu sein, bestreben! Daß ich nie Thöricht sie Außer augen setzte, Noch mit fleiß verletzte! 5. Lehre mich gewissenhaft Meine tage zählen, Eingedenk der rechenschaft, Nur was gut ist, wählen! Gieb, daß ich Ernst⸗ lich mich Täglich und auch heute Zum ge⸗ richt bereite. 6. Zeigt sich erst die ewigkeit Furchtbar in der nähe, O! dann ist es selten zeit, Daß ich in mich gehe: Wenn der tod Mir schon droht, O dann ist gewißlich Meine buße mißlich! 7. Mein gewissen strafe mich Gleich für jede sünde, Mittler, daß ich bald durch dich Gnade such und finde; Rufe du Dann mir zu: Alles ist vergeben! Sünder, du sollst leben! 8. Dann werd ich auch im gericht Vor dir, herr, bestehen, Und vor deinem ange⸗ sicht Freud' und wonne sehen. Ewig dein Werd ich sein, Und mich, dich zu lieben, Ewig, ewig üben. Mel. Ach herr! mich armen ꝛc. 264. Ich denk an dein gerichte, Du rich⸗ ter aller welt! Dem thor sei's ein gedichte, 396 Erste Abtheilung. Das schwachen nur gefällt: Mich soll sein wahn nicht stören, Weil mich dein göttlich licht, Und mein gewissen lehren: Du hal⸗ test einst gericht. 2. Umsonst flieht dann der sünder Vor 6 deines armes kraft. Herr, alle menschen⸗ kinder Ziehst du zur rechenschaft. Du rufst, und sie erscheinen Vor deinem richterthron. Den sündern und den deinen Giebst du ge⸗ rechten lohn. 3. Frohlockend sehn die frommen Dein göttlich angesicht; Schon hier dem fluch entnommen, Zagt ihre seele nicht; Nun triumphirt ihr hoffen; Erlöst von aller müh, Sehn sie den himmel offen, Und du, herr, segnest sie. 4. Wie angstvoll aber beben Die hier dein wort verhöhnt, Und durch ein sünd⸗ lich leben Das eitle herz verwöhnt. Du giebst den sündenknechten Ihr theil in jener pein, Und führest die gerechten Zu deinen freuden ein. 5. Drum laß, herr, dein gerichte Mir stets vor augen sein, Und drücke sein ge⸗ wichte Tief ins gewissen ein! Vor dir laß recht mich handeln, Und hier zu aller zeit —— — — Vom jüngsten Gericht. 997 1* So wie ein weiser wandeln, Der seinen I.) richter scheut. 6. Ist dann dein tag vorhanden, Wird diese welt vergehn: So hoff ich nicht mit schanden Vor deinem thron zu stehn. Du stellst mich dann zur rechten, Von aller schuld befreit, Führst mich mit deinen knech⸗ TP r. bn Rich ten In deine herrlichkeit. Tüm Aeh .—.— —— IXæX⁊˖ìłFö = üöö Mel. Es ist gewißlich au der zeit ꝛc. Im 265. Schon ist der tag von gott bestimmt, Fom Da, wer auf erden wandelt, Sein loos iht aus gottes händen nimmt, Nachdem er hier 3m gehandelt. Er kommt, er kommt, des z1, menschen sohn; Er kommt und wolken sind sein thron, Den erdenkreis zu richten. H2. Hier, an dem rand der ewigkeit, Hier Fyel stehn die millionen, Die seit dem ersten Ehlt tag der zeit Auf dieser erde wohnen, Nur eili dem allwissenden bekannt, Unzählbar, wie 33am meer der sand; Hier stehn sie vor dem richter. liht. 3. Hier muß der falsche wahn der welt Ac Der wahrheit unterliegen! Hier, wo das Mrecht die waage hält, Wird keine bosheit 1N r. ö uch siegen: Hier ist zur buße nicht mehr frist, 398 Erste Abtheilung. Hier gilt nicht mehr betrug und list; Hier 46 gilt kein falscher zeuge. ö 4. O herr, mit welcher majestät Wirst U du das urtheil fällen; Die sünder, die dich hier verschmäht, Gehn dann gewiß zur f höllen. Da trifft sie unerforschte pein; 4 Wer wird dann noch ihr retter seyn? Ihr warten ist verloren. 1 5. Wie herrlich aber wird alsdann Der frommen werth erscheinen! Du herr, nimmst 6 0 sie zu ehren an, Erklärst sie für die deinen; l Und sie sehn mit erstauntem blick; Daß u glaub' und lieb' das höchste glück Aus got⸗ les huld ererben. 10 6. Sie gehn nun in das selge reich, Das ö gott für sie bereitet, Und sehn auf ewig, Uhn 1 engeln gleich, Ihr wohlsein ausgebreitet. 6 0 Das stückwerk wird vollkommenheit, Kein kummer, keine traurigkeit Stört forthin ihre freude. 7. Mein heiland, laß mich dein gericht Oft und mit ernst bedenken! Es stärke meine zuversicht, Wenn hier mich leiden kränken; Es reize mich, gewissenhaft Und eingedenk der rechenschaft, Nach deinem wort zu wandeln. ö IDh r Iien Hlidt 0 . Reich f V Vhel, Ditt! Vom jüngsten Gericht. 399 Mel. Wachet auf! ruft uns die ꝛc. 266. Wachet auf vom schlaf, ihr sünder! Erwacht! denn euch, o menschenkinder, Erwarten tod und ewigkeit. Lohn und strafe, tod und leben Wird der gerechte richter geben. Erwacht! noch ist zur buße zeit. Gerecht, gerecht ist gott, Er hört der frevler spott. Frevler, zittert! Wißt, was er spricht Gereut ihn nicht, Er kommt ge⸗ wiß und hält gericht. 2. Plötzlich wird sein zorn entbrennen; Dann wird der spötter ihn erkennen; Des vaters eingebornen sohn. Jauchzet, jauchzt ihr seine frommen, Er wird zu eurem heile kommen. Bald kommt er und mit ihm sein lohn; Euch richtet christus nicht. Er selbst ging ins gericht Für die sünder, Wir sind versöhnt, Mit gott versöhnt. Wer über⸗ windet, wird gekrönt. 3. Seid bereit, ihn mit verlangen, Mit reinem herzen zu empfangen, Denn plötz⸗ lich bricht sein tag herein, Und der richter wird vom bösen Sein volk, die frommen, ganz erlösen, Von sünd' und tode sie be⸗ frein. Dann ist vollkommnes heil In ewigkeit ihr theil. Jauchzt, ihr frommen, 400 Seid stets bereit Auf diese zeit, Und singt gott dank in ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. 4. 267. Wenn ich auf gottes wegen wanke, Und straucheln will, so schrecke mich Der herzerschütternde gedanke: Gott richtet einst die welt und dich! Er hats verkün⸗ digt; sein gericht Ist unausbleiblich; strauchle nicht. 2. Der weg der tugend, den ich walle, Sei rauh und steil: wo führt er hin? Zum himmel, wenn ich gott gefalle, Weil ich getren und standhaft bin; Gestärkt, o gott, durch deine huld Zur selbstverleugnung, zur geduld. 3. Laß mich zu meiner seele sagen: Die welt vergeht mit ihrer lust! Wohl mir, wenn ich bei allen plagen, Mir keines fre⸗ vels bin bewußt! Es kommt, es kommt die ewigkeit, Die mich aus jeder noth befreit. Erste Abtheilung. 4. Denn jesus wird vom himmel kom⸗ men; Ich werd ihn, meinen heiland, sehn, Ihn, wie er ist; mit allen frommen Aus meinem grab auch auferstehn. Ihm werd ——— S —— —— — — 5 Agenh E nit Votte Itsh9 Döbll V ichh chils Artt, leug Sagel Voh keill es! iede Inm Aland I Ihl Vom jüngsten Gericht. 401 ich völlig ähnlich sein, Mich ewig meines glaubens freun! 5. Ich werde seine stimme hören: Der du zu meiner rechten bist. Du warst gehor⸗ sam meinen lehren; Nimm hin, was dir bereitet ist! Sei, treuer christ, den engeln gleich! Komm, erbe meines vaters reich! 6. Du hast in deinen armen brüdern Barmherzigkeit an mir gethan; Ich nahm in meines leibes gliedern Den segen deiner wohlthat an! Komm nun, gesegneter, zu mir! Den himmel geb ich dir dafür. 7. Solch eine wonne wartet meiner, Wenn ich mit brüderlichem sinn Den näch⸗ sten lieb' und gern mich seiner Erbarm, und jesu ähnlich bin. Gott, wer kann hart und lieblos sein? Betrübte sehn, und nicht erfreun? 8. Dort, dort trifft den, der ohn erbar⸗ men Nie menschenfreundlich sich beweist; Der, fühllos bei der noth der armen, Be⸗ drängte nie erquickt, noch speist; Den hungrigen sein brod nicht bricht: Ein un⸗ barmherziges gericht. 9. Fühllos(wird der richter sagen), Verschlossen habt ihr eure hand, Verachtet 26 40² Erste Abtheilung. eurer brüder klagen: Entweicht! ich hab' euch nie erkannt! Wer mich bekennt, und doch nie sucht, Was menschen froh macht, sei verflucht! 10. So wirst du jede sünde richten, Die nicht bereut ist; wenn du einst Den über⸗ tretern ihrer pflichten In deiner majestät erscheinst. Dann wird der fromme nur bestehn; Wer lasterhaft blieb, wird vergehn. 11. Gieb mir denn licht und muth und stärke, Damit mein glaube dir getreu, Geübt in jedem guten werke, Bewährt und unverwerflich sei! So werd ich ewig selig sein; Mich ewig deiner, gott, erfreun. 2 Bon der Ewigteit. Mel. Sei lob und ehr dem ꝛc. oder: Lobsinget gott, und ꝛc. Nr. 5. 268. Der freuden füll ist, gott, bei dir; Und in dem höhern leben Wird deine huld daraus auch mir Zu voller gnüge geben. Was mich mit reiner lust erfüllt, Was meiner seele sehnsucht stillt, Und sich ohn ende mehret. 2. Dich lern ich dann im hellern licht In deiner größe kennen, Und mit voll⸗ IIe ü it Wennt Iroht chtth Den II m I id EI ireg IN N 0 l t, I5 W Von der Ewigkeit. 403 kommner zuversicht Dich meinen vater nen⸗ nen. Mit hoher freude bet ich dann Auf ewig dein erbarmen an, Das mich zum himmel führte. 3. Wenn mein erhöhter geist da sieht, Was ich dir zugetrauet; Wenn er dein unumschränkt gebiet Noch heller über⸗ schauet: Gott, welche wonne ist dann mein! Wie werd ich deiner da mich freun! Wie selig da mich finden! 4. Noch größre werke seh ich dann Von deiner schöpfersgüte, Als ich auf erden sehen kann, Und mein entzückt gemüthe Verliert voll dank und freude sich In dei⸗ ner herrlichkeit, die ich In vollem glanz erblicke. 5. Da werd ich deinen gnädgen rath Noch mehr, als hier, verstehen; Dir dan⸗ ken, daß du mich den pfad Der tugend hießest gehen. Und selbst durch leiden 1h½0 dieser zeit Mich zu dem glück der ewigkeit So väterlich bereitet. ö 6. In unbefleckter heiligkeit Werd ich dann, gott, dich lieben, Und was dein wille mir gebeut, Mit frohem herzen üben. O welche quelle reiner lust, Sich keiner 404 Erste Abtheilung. sünde mehr bewußt, In allem richtig handeln! 7. Mein leib aufs herrlichste verklärt, Mit himmelsglanz umgeben, Von allem frei, was ihn beschwert, Geschickt zum höhern leben, Auch der nimmt dann an allem heil Und an der hohen wonne theil, Die meinen geist entzücket. 8. Den heiland, den ich hier geliebt, Seh ich dort, mir zur wonne. Die herr⸗ lichkeit, die ihn umgiebt, Ist mir auch licht und sonne. Auch da ist er mein herr, mein freund, Durch den ich, gott, mit dir vereint, Stets neue freuden schmecke. 9. Mit allen bürgern jener welt, Die deinen thron umgeben, Werd ich dort, 5—1 zugesellt, In reinster freundschaft eben. Mein ganzes herz voll lieb und lust, Die ich mit ihnen theile. 10. Ja, ewig ist, mein gott, bei dir Der freuden reichste quelle. draus, doch bleibt sie mir Stets voll auf alle fälle. Mein glück währt da in ewig⸗ keit, Nichts fehlt ihm an vollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen! Wie klopfet dann in meiner brust Ich schöpfe Von der Ewigkeit. 40⁵ Mel. Wenn mein stündlein ꝛc. 269. Ein fremdling bin ich in der welt, Und kurz sind meine tage: So manche noth, die mich befällt, Reizt mich hier noch zur klage. Doch, vater, jene seligkeit Ver⸗ süßt mir meine pilgrimzeit, Und stärkt mich selbst im leiden. 2. Jetzt, da die sünde mich noch drückt, Seufzt meine bange seele; Wie bald ist nicht mein herz berückt! Wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd ich vollkom⸗ men rein, Ganz heilig und ganz selig sein. Dies tröstet meine seele. 3. Wenn mich der zukunft schicksal schreckt, Die noth der fernen tage; Wenn sie in mir die sorg' erweckt, Ob ich sie auch ertrage: So mildert mir die ewigkeit Das kurze elend dieser zeit, Daß nicht mein herz verzage. 4. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, Der tod mir näher winket; Wenn nach der arbeit dieser zeit Mein haupt zum schlum⸗ mer sinket: So sterb ich froh; die ewigkeit Zeigt mir des himmels herrlichkeit, Die alles übersteiget. 5. Herr, diesen trost, der mich erfreut, Vermehr in meinem herzen. Es stärke 406 Erste Abtheilung. mich die seligkeit Bei meiner wallfahrt schmerzen. Sie sei in meinem tod mein heil, Und einst mein längst gewünschtes theil, Wenn ich vom tod erwache. „Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 270. Es ist noch eine ruh vorhanden Für jeden gott ergebnen geist, Wenn er sich dieses körpers banden Nach gottes willen einst entreißt, Und nun nicht mehr so eingeschränkt, Als hier auf erden, lebt und denkt. 2. Die, herr, zu dieser ruhe kommen, Wie selig sind doch alle die! In deinen himmel aufgenommen, Ruhn sie von die⸗ ses lebens müh. Nach aller last, die sie gedrückt, Wird ewig nun ihr herz erquickt. 3. Wie mütter ihre kinder trösten, So segnet mit zufriedenheit Auch deine gnade die erlösten Nach überstandner übungszeit. Dann wird es ihnen offenbar, Wie gut stets deine führung war. 4. Da schweigen alle ihre klagen: Da bringt mit frohem lobgesang, Selbst für die ausgestandnen plagen, Dir ihre seele frohen dank. Nun jauchzen sie: es ist voll⸗ bracht! Der herr hat alles wohl gemacht! Von der Ewigkeit. 407 5. Forthin bekümmert sie kein leiden, Kein schmerz, selbst keine furcht nicht mehr. Gott führt sie zu den höchsten freuden, Und krönet sie mit preiß und ehr. O unaus⸗ sprechlich süße ruh! Wie herrlich, herr, beglückest du! 6. Wer kann hier deine gnade fassen? Du willst den, der dich redlich liebt, Nicht ewig in der unruh lassen, Die dieses leben noch umgiebt. O, mach uns ja hier in der zeit Recht würdig für die ewigkeit! 7. Mein heiland, der du selbst auf erden Der leiden joch getragen hast; Will ich des lebens müde werden, Und fühl ich meiner bürde last: So stärke mächtig meinen geist, Daß er dem unmuth sich entreißt. 8. Gieb, daß in hoffnung jener ruhe, Die gottes volk verheißen ist, Ich gern des vaters willen thue, Wie du darin mein vorbild bist: So folget auf der leiden zeit Gewiß vollkommne seligkeit. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 27 1. Mein ganzer geist, gott, wird ent⸗ zückt, Wenn er nach jenem himmel blickt, Dahin dein wort uns leitet; Wo deine milde vaterhand Aus neuen wundern wird 408 Erste Abtheilung. erkannt, Die du da hast verbreitet. Mäch⸗ tig Fühl ich Mich getrieben, Dich zu lie⸗ ben, Der zum leben Jener welt mich will erheben. 2. Was sind die freuden dieser zeit, Herr! gegen jene herrlichkeit, Die dort bei dir zu finden! Du stellst uns hier auf erden zwar Viel wunder deiner güte dar, Daß wir sie froh empfinden; Doch hier Sind wir Bei den freuden Noch mit leiden Stets umge⸗ ben, Dort ist nur vollkommnes leben. 3. Kein tod ist da mehr und kein grab, Dort wischest du die thränen ab Von deiner kinder wangen. Da ist kein leid mehr, kein geschrei, Denn du, o herr, machst alles neu; Das alte ist vergangen. Hinfort Sind dort Für gerechte, Deine knechte, Keine plagen Mehr zur prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern heiligthum Er⸗ schallet deines namens ruhm Von lauter frohen zungen. Da strahlt die herrlichkeit des herrn, Hier schaut man sie nicht mehr von fern, Da wird sie neu besungen. Völ⸗ lig Giebt sich Den erlösten, Sie zu trösten, Der zu kennen, Den sie hier schon vater nennen. Von der Ewigkeit. 409 5. Vor seinem antlitz wandeln sie, Auf ewig frei von aller müh, Und schmecken seine güte. Hier stört den frieden ihrer brust Und ihre tausendfache lust Kein feind⸗ liches gemüthe. Kein neid, Kein streit Hemmt die triebe Reiner liebe Unter see⸗ len, Die hinfort nun nicht mehr fehlen. 6. Gott! welche schaar ist dort vereint! Die frommen, die ich hier beweint, Find ich dort alle wieder. Dort sammelt deine vaterhand, Die deine liebe hier verband, Herr, alle deine glieder. Ewig Werd ich Frei von mängeln, Selbst mit engeln Freundschaft pflegen. O, ein umgang voller segen! /. Da komm ich zu des menschen sohn, Der für mich starb, um dessen thron Viel tausend selge stehen. Der du der deinen wonne bist, Dich werd ich da, herr jesu christ, Auch mit entzücken sehen. Da wird, Mein hirt, Von den freuden Nichts mich scheiden, Die du droben Deinen freunden aufgehoben. §. Wie selig werd ich da erst sein! Wie sicher werd ich mich dann freun! Dir ewig⸗ lich lobsingen. O jesu! herr der herrlich⸗ 410 Erste Abtheilung. keit! Du hast dies glück auch mir bereit't; Hilf mir es auch erringen! Laß mich Eifrig Darnach streben Und so leben Auf der erde, Daß ich dort dein erbe werde! Mel. Wer nur deun lieben gott ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. 4. 272. Nach einer prüfung kurzer tage Führst du uns, gott, zur ewigkeit. Dort, dort verliert sich jede klage In himmlische zufriedenheit. Hier übst du unsern tugend⸗ fleiß; Dort aber reichst du uns den preis. 2. Du schenkst dem frommen schon auf erden So manchen selgen augenblick; Doch alle freuden, die ihm werden, Sind noch kein recht vollkommnes glück. Er bleibt ein mensch, und seine ruh Nimmt in der seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des körpers schmer⸗ zen, Bald das geräusche dieser welt; Bald kämpft in seinem eignen herzen Ein feind, der öftrer siegt als fällt; Bald sinkt er durch des nächsten schuld In kummer und in ungeduld. 4. Hier, wo die tugend öfters leidet, Das laster öfters glücklich ist: Wo man den glücklichen beneidet, Und des beküm⸗ Von der Ewigkeit. 411 merten vergißt; Hier können wir nie frei von pein, Nie frei von aller schwachheit sein. 5. Hier such ich's nur, dort werd ich's finden; Dort werd ich heilig und verklärt Der tugend ganzen werth empfinden, Den unaussprechlich großen werth; Dich, gott der liebe, werd ich sehn, Dich lieben, ewig dich erhöhn. 6. Da wird, o herr, dein heilger wille Mein will und meine wohlfahrt sein; Und lieblich wesen, heil die fülle, An deinem throne mich erfreun. Dann läßt mein dir geweihter sinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im licht erkennen, Was ich auf erden dunkel sah; Das wun⸗ derbar und heilig nennen, Was unerforsch⸗ lich hier geschah; Da denkt mein geist mit preiß und dank Die schickung im zusam⸗ menhang. 8. Da werd ich zu dem throne dringen, Wo gott, mein heil, sich offenbart; Ein heilig, heilig, heilig singen Dem, der für mich geopfert ward; Und aller himmel selges heer Jauchzt ihm einstimmig preiß und ehr. 412 Erste Abtheilung. 9. Da werd ich in der engel schaaren Mich ihnen gleich und heilig sehn; Das nie gestörte glück erfahren, Mit frommen stets fromm umzugehn; Da wird durch jeden augenblick Ihr heil mein heil, mein glück ihr glück. 10. Da werd ich dankvoll dem begegnen, Der gottes weg mich gehen hieß, Ihn mit entzückter rührung segnen, Daß er mir ihn so treulich wies; Da find ich in des höchsten hand Den freund, den ich auf erden fand. 11. Da ruft,(o möchte gott es geben! Vielleicht auch mir ein selger zu:„Heil sei „dir! denn du hast mein leben, Die seele -mir gerettet, du!“ O gott, wie muß dies glück erfreun, Der retter einer seele sein! 12. Was seid ihr, leiden dieser erden, Doch gegen jene herrlichkeit, Die an uns offenbart soll werden, Von ewigkeit zu ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie, Ist doch ein augenblick voll müh! Mel. O traurigkeit, o herzeleid ꝛc. 273. O schrecklichs leid Der ewigkeit, Das sünder dort erfahren, Die durch keine zucht von gott Hier zu bessern waren. 2. Durch ihre schuld, Von gottes huld 94 09 — — — — —+— E —.—— =—— — Jesh 3 Von der Ewigkeit. 413 th Und angesicht geschieden, Sehn sie nim⸗ mermehr das licht, Haben nimmer frieden. 3. In dieser welt, Zum ort bestellt, Wo wir geprüfet werden, Haben auch die bösen noch Theil am glück der erden. 4. Hier können sie In ihrer müh Sich noch des eitlen freuen, Und, wenn das gewissen plagt, Ihr gemüth zerstreuen. 5. In jener welt, Die nichts enthält Für sie an guten gaben, Auch ein tröpflein wassers nicht, Sie im durst zu laben. 6. Und wo forthin ihr böser sinn Um⸗ sonst zerstreuung suchet: Da, da fühlen ö sich nun Von dem herrn verfluchet. . Ihr wurm, der nagt Und sie zerplagt, Stirbt nimmer im gewissen; Nie verlischt des feuers brand, Den sie leiden müssen. 8. So dräut der herr; Gerecht ist er, Wahrhaftig ist sein drümen. Wehe denen, welche doch Sein gericht nicht scheuen. 9. O gott des heils! Wir unsers theils Verehren dich im glauben. Laß den trost der beßren welt Keinen feind uns rauben. 10. O rette doch Auch sünder noch, Die jetzt dir widerstreben! Laß sie recht zu dir bekehrt, Ewig mit uns leben! 414 Erste Abtheilung. Mel. Alle menschen müssen sterben ꝛc. 274. O wie unaussprechlich selig Wer⸗ den wir im himmel sein! Da, da ernten wir unzählig Unsers glaubens früchte ein. Da wird, ohne leid und zähren, Unser leben ewig währen. Gott! zu welcher selig⸗ keit Führst du uns durch diese zeit. 2. Hier ist zwar, was du den frommen Dort für glück bereitet hast, Noch in keines herz gekommen. Welcher mensch auf erden faßt Deines himmels große freuden? Doch nach dieses lebens leiden Werden alle, die dir traun, Mehr noch, als sie hoffen, schaun. 3. Neue wunder deiner güte Werden da ihr glück erhöhn. Mit erstaunendem gemüthe Wird dann unser auge sehn, Deine huld sei überschwenglich, Und das gute unvergänglich, Das dem, der dich redlich liebt, Deine vaterhand dort giebt. 4. Dann wirst du dich unsern seelen Offenbaren, wie du bist. wird uns fehlen, Da, wo alles wonne ist. Zu den reinsten seligkeiten Wird uns dort der mittler leiten, Der uns dieses glück erwarb, Als er an dem kreuze starb. Keine wonne I I Tam Ehh, IM Dich. Dt eth Ine! 0 IN iest I Von der Ewigkeit. 415 5. Da wird deiner kinder menge Ein herz, eine seele sein; Liebe, dank und lob⸗ gesänge Dir, erhabenster, zu weihn; Dir, und dem, der selbst sein leben Willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größ⸗ ten freund, Sind wir ewig dann vereint. 6. O wer sollte sich nicht sehnen, Auf⸗ gelöst und da zu sein, Wo, nach kummer, noth und thränen, Ewge güter uns er⸗ freun; Wo sich unser kampf in palmen, Unser klagelied in psalmen, Unsre angst in lust verkehrt, Die forthin kein kummer stört! 7. Was ist unser loos auf erden? Ob's auch noch so köstlich sei, Ists doch nie ganz von beschwerden, Sorgen, furcht und kum⸗ mer frei. Schnell folgt hier auf lust oft weinen: Dort nur wird die zeit erscheinen, Wo kein wechsel mehr uns beugt, Wo die wonne immer steigt. 8. Sei, o seele, hocherfreuet Ueber das erhabne glück, Das dir einst dein gott ver⸗ leihet! Richte deiner hoffnung blick Oft nach jener stadt der frommen, Mit dem ernst, dahin zu kommen. Trachte, weil du hier noch bist, Recht nach dem, was droben ist. 416 Erste Abtheilung. 9. Ohne heiligung wird keiner, Herr, in deinen himmel gehn. O, so mache im⸗ mer reiner Hier mein herz, dich einst zu sehn! Hilf du selber meiner seele, Daß sie nicht den weg verfehle, Der mich sicher da⸗ hin bringt, Wo man ewig dir lobsingt. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛe. 275. Wie wohl thust du, mein gott, den deinen! Du führst sie einst zum himmel ein. Da werden leid, geschrei und weinen Mir nur ein dunkles traumbild sein. Da wird, auf leicht verschmerzte pein, Voll⸗ kommne wonne mich erfreun. 2. Wie fröhlich wird mein ganzer wille Da, herr, in deinem willen ruhn: Da find ich aller wünsche fülle; Was ich ge— hofft, das schau ich nun; Ja, über alle hoffnung weit Empfind ich da glückseligkeit. 3. Wie überwiegend ist die wonne, Die den erlösten geist entzückt, Wenn er nun dich, der deinen sonne, In deiner herrlich⸗ keit erblickt. Und so, mein heiland, seh ich dich, Und freue dein auf ewig mich. 4. Da komm ich zu den edlen seelen, Die nun durch höhres licht verklärt, Sich Von der Ewigkeit. 417 gottes führungen erzählen; Der sie durch prüfungen bewährt, Und wundervoll nach seinem rath Zum ewgen glück erhoben hat. 5. Nie geht ein frevler, ein empörer Ins reich der selgen geister ein; Kein scha⸗ denfroher friedenstörer, Kein menschen⸗ feind wird da mehr sein, Wo der, der in dem himmel thront, Der frommen treu dereinst belohnt. 6. Wie wohl wird uns da sein, wo klar⸗ heit Durch alle wege gottes scheint Wo lauter liebe, lauter wahrheit Des him⸗ mels bürgerschaft vereint; Und wo du dich, herr jesu christ, Verklärst uns zei⸗ gest, wie du bist. 7. Zur hoffnung solcher seligkeiten, In der vereinigung mit dir, Wollst du, o herr, mich vollbereiten; Drum schaff ein reines herz in mir! Du, den ich schauen soll, bist rein; So laß auch meine seele sein. Zweite Ahtheilung. Lieder über die ehristliche Sittenlehre. 1) Von der Buße und Bekehrung. Mel. Jesus, meines lebens leben ꝛe. 27 6. Ach, wann werd ich von der fünde, Gott, mein vater, völlig frei, Daß ich ganz sie überwinde, Ganz dir wol Igefälli sei? Noch nicht, ich gestehs mit ihränen Kann ich—— von ihr entwöhnen; Ach, 6 zu oft noch regt sie sich, Und vers sucht zum bösen mich! 2. In der andacht selgen stunden, Wo mein geist die wahrheit hört, Hab ich oft das glück empfunden, Das die Alrenieden Rhr gewährt; Habe auch gar sehr hienieden, Mir gewünscht den innern hicden, Und ein herz, dir ganz geweiht, So wie meine seligkeit. 3. Voll von heiligen entschlüssen Schwur ich dann, dir treu zu sein, Und mit wach⸗ samem gewissen Meiner unschuld mich zu freun; Willig wollt ich da mein leben Dir, 2 ² Etenl Sunz, .. detl 92 Eoh I 0 Von der Buße und Bekehrung. 419 mein gott, zum dienst ergeben, Aller sünde widerstehn, Standhaft deine wege gehn. 4. Aber, ach! zu schnell empöret Sich der leidenschaften macht; Die verdunkelt, schwächt und störet, Was ich sonst so gut be⸗ dacht. Plötzliche versuchungszeiten, Bei⸗ spiel, reiz der eitelkeiten, Deren schwarm mich stets umringt; Das ists, was zum fall mich bringt. 5. O, ich armer, dem zur treue Feste seelenstärke fehlt, Den so oft schmerzvolle reue Und so oft doch fruchtlos quält! Ach! wer wird mich ganz vom bösen, Von der bösen lust erlösen? Ich elender! wer be⸗ freit Ganz mich von der sündlichkeit? 6. Du verzeihst, gott, die gebrechen Meiner sündigen natur. Nicht die schwach⸗ heit wirst du rächen; Bösen vorsatz strafst du nur. Hätt ich nicht den trost, ich würde Unter meiner fehler bürde Ganz erliegen, sren mich dein, Höchstes guth, nie können reun. 7. Stellet mir denn hier auf erden Lebenslang die sünde nach; Kann ich nicht vollkommen werden, Bin und bleib ich oft so schwach; O, so segne mein bestreben, 4²⁰ Zweite Abtheilung. So gerecht ich kann, zu leben, Daß ich doch von heuchelei Und von bosheit ferne sei. 8. Wenn ich wanke, laß michs merken; Laß mich streben fest zu stehn; Eile, mich, dein kind, zu stärken; Lehre selbst mich sichrer gehn; Warne mich; sei mein beglei⸗ ter; Täglich führe, gott, mich weiter, Bis ich in der ewigkeit Dringe zur vollkommen⸗ heit. Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛc. 277. Ach, wider dich, mein gott, hab ich gefündigt! O laß die gnade, die dein sohn verkündigt, Wenn sünden uns von ganzem herzen reuen, Auch mich erfreuen. 2. Er selbst hat ja sich auch für mich gegeben. Laß mich vor dir um seinetwillen leben. Tilg aus die sünden, welche mich entweihen, Weil sie mich reuen. 3. O schaff in mir, gott, eine reine seele, Ein neues herz, das deine wege wähle. Befördere und stärke mein bestre⸗ ben, Nur dir zu leben. 5 4. Verwirf mich nicht vor deinem ange⸗ sichte! Gieb deinen geist, daß er mich unterrichte; Gieb ihn, daß er auf deiner wahrheit wege Mich leiten möge. — — V *—.— 22. —.—— «„ktᷣe — +2* — —— S ——..——————.(—j—ßꝛ7.—.— — 2— ——— .*—— —s.————— Von der Buße und Bekehrung. 421 5. Erquicke mich in meiner seele leiden Mit deiner hülfe, gieb den geist der freu⸗ den, Damit er, weil ich keine kraft besitze, Mich unterstütze. 6. Mit neuer treue will ich dich vereh⸗ ren; Ich will die sünder deine wege lehren. Mein beispiel soll sie reizen, deinen willen Gern zu erfüllen. 7. O höre, gott, erbarmend auf mein flehen, Wie solltest du ein reuend herz verschmähen, Das deine huld im glauben ernstlich suchet, Der sünde fluchet? 8. Ein herz voll reu und glauben willst du haben, Das liebst du, dem schenkst du des geistes gaben. Du willst die, so nach deiner gnade schmachten, Gott, nie ver⸗ achten. Bekannte Melodie. 278. Allein zu dir, herr jesu christ, Steht mein vertraun auf erden. Ich weiß, daß du mein tröster bist; Kein trost kann mir sonst werden. Es ist kein retter außer dir, Kein mensch, kein engel, welcher mir Aus meinen nöthen helfen kann. Dich ruf ich an; Du bists, der helfen will und kann. 422 Zweite Abtheilung. 2. Zwar meine schuld ist übergroß: Doch reut sie mich von herzen. Erbarme dich, und sprich mich los Durch deines todes schmerzen. Ich nehm dich als den heiland an, Der auch genug für mich ge⸗ W than, Dann werd ich los der sündenlast. Mein glaube faßt, Herr, was du mir ver⸗ sprochen hast. I 3. Gieb mir auch aus barmherzigkeit, I Durch diesen glauben, stärke, Zu dem, was mir dein wort gebeut, Zu jedem guten werke: Vor allem laß mich lieben dich, Und meinen nächsten gleich als mich: W Und kommt die letzte stund heran, So stärk mich dann, Daß ich mich dein ges V trösten kann. 11 4. Lob sei gott auf dem höchsten thron, Dem vater aller güte; Und dir, o jesu, sei⸗ nem sohn, Der uns schafft heil und frieden: So wie auch deinem guten geist, Der uns den weg zum himmel weist. Laß uns dir z treu ergeben sein, Daß wir uns dein, nd deines heiles ewig freun.. Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛc. N 279. Aus einem tief vor dir gebeugten daß herzen Ruf ich zu dir in meinen sünden⸗ n Von der Buße und Bekehrung. 423 schmerzen: O mache mich, gott, meines kummers ledig, Und sei mir gnädig. 2. Beschämt erkenn und fühl ich meine sünden; Laß, vater, mich erbarmung vor dir finden. Willst du auf schuld und über⸗ tretung sehen, Wer wird bestehen? 3. Bei dir allein, herr, steht es, zu vergeben, Du schenkst uns gerne wahres glück und leben; Muß uns nicht diese große liebe lehren, Dich treu zu ehren? 4. Verzeihe mir, herr, alle meine fehle; Dein harret, vater, meine müde seele; Laß trost und ruh, um des versöhners willen, Mein herz erfüllen. 5. Von einem tag bis an den andern morgen Hoff ich auf dich; o stille meine sorgen! Du schenkest ja beladenen und müden Gern deinen frieden. 6. Ja, hoffe nur, mein herz, auf gottes gnade! Viel größer ist sie, als dein seelen⸗ schade; Und endlich wird sie dich von allem bösen Herrlich erlösen. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ꝛc. 280. Herr, an dir hab ich gesündigt; Dein gerechter urtheilsspruch, Allerheilig⸗ ster, verkündigt Jedem übelthäter fluch. 42⁴ Zweite Abtheilung. Und was kann vor deinen schrecken, Rich⸗ ter aller welt, mich decken. 2. Kann ich deinem arm entfliehen; Du bist allenthalben nah. Flöh ich, dir mich zu entziehen, Himmelan, so bist du da; Stürzt ich in die tiefe nieder, Deine rechte faßt mich wieder. 3. Herr, ich flieh in deine hände; Außer dir ist keine ruh. Dein erbarmen hat kein ende; Wer ist gnädiger als du? Du bist gott, und kannst vergeben; Ach, vergieb und laß mich leben! 4. Groß sind meine sündenschulden, Ihre last ist mir zu schwer. Ja, wenn länger mich zu dulden, Deine langmuth müde wär, Müßt ich, würdest du nur winken, In des todes nacht versinken. 5. Mich für straflos zu erklären, Reichet nicht bedaurung zu. Und zerflöß mein herz in zähren, Fänd ich darum doch nicht ruh. Können eines sünders thränen Dich, o heiliger, versöhnen? 6. Herr, mein heiland, dein erbarmen, Dein für mich vergoßnes blut, Und dein tod erlöst mich armen, Heilet mich und giebt mir muth; Dein verdienst ists, was ö Dah , D Dinh . N Iiai Eitt 0 Von der Buße und Bekehrung. 42⁵ mich decket, Wenn mich dein gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen sünden, Schaff ein reines herz in mir, Laß bei dir mich ruhe finden, Zieh mich immer mehr zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, Mein erlöser, dir zu leben. In eigner bekannter Melodie. 281. Herr jesu christ, du höchstes guth, Du zuflucht der erlösten! Ich komme mit gebeugtem muth Zu dir, mich dein zu trö⸗ sten; Durch dich zum vater mich zu nahn, Von ihm vergebung zu empfahn Und kraft zum neuen leben. 2. Wie drückt mich meiner sünden last! Nimm du sie mir vom herzen, Der du auch mich versöhnet hast Am kreuz mit todes⸗ schmerzen; Daß nicht mein herz vor angst und weh Bei der empfindung ganz vergeh, Wie sehr ich mich verschuldet. 3. Denn, denke ich mit ernst zurück An mein geführtes leben, An das durch sünd' verscherzte glück, Was kann mir da trost geben? Doch find ich ihn bei dir allein, Und brauche nicht trostlos zu sein, Weil ich dein wort nun habe. 426 4. Dies ewig theure wort verspricht Ja allen gnad und leben, Die sich von neuem ihrer pflicht Und ihrem gott ergeben, Und nun, vom sündenjoch befreit, Mit ganzer herzenswilligkeit Treu deine wege wandeln. 5. Du rufst ja sündern selbsten zu! Ihr reuerfüllten alle Kommt her zu mir! ich schaff euch ruh Und richt euch auf vom falle; Mein joch ist sanft, leicht meine last, Nehmt willig sie auf euch und faßt Die hoffnung, ruh zu finden. 6. Drum komm ich, herr, auf dein. ge⸗ bot, Erfüllt mit haß der sünden, Und hoff, in meiner seelennoth Bei dir auch trost zu finden: Erbarme dich doch über mich; Ver⸗ gieb mir, was ich wider dich Von jugend auf begangen. ö 7. Wie groß ist doch die seligkeit, Sein herz durch dich zu stillen, Und dann zu thun auch sein bereit, Herr, deines vaters willen! O leite mich auf dieser bahn, Daß Zweite Abtheilung. ich gehorche, und fortan Nur dir zu ehren lebe. 8. Stärk auch mit deinem freudengeist Mich in den letzten stunden, Wenn sich mein geist der erd entreißt, Von sünden tg Dw 5 W Ia Ieij Sst VlsN Alhl Arpt W n on Von der Buße und Bekehrung. 427⁷ ganz entbunden, Und nimm mich so, wenn dirs gefällt, In wahrem glauben aus der welt Zu deinen auserwählten. — Mel. Jesu, deine tiefe wunden ꝛc. 282. Höchster, denk ich an die güte, Die du mir bisher erzeigt: O so wird mein ganz gemüthe Zu der tiefsten schaam ge— beugt, Daß ich dich gering geschätzt, Häufig dein gebot verletzt, Und dich, der mich so geliebet, Doch mit sünden oft betrübet. 2. Alle meine seelenkräfte, Meine glie⸗ der sind ja dein, Und sie sollten zum ge⸗ schäfte Deines dienstes fertig sein: Doch hab ich der eitelkeit Unbedachtsam sie ge⸗ weiht: Ja zum schnöden dienst der sünden Ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine huld war jeden morgen Ueber mir, o vater, neu. Von wie manchen schweren sorgen Machtest du mein herze frei. Was mir nützte, gabst du mir; Aber ach! wie dankt ich dir? O wie hab ich so ver⸗ messen Deiner langmuth zweck vergessen! 4. Bei so hellem licht der gnaden Sollt ich ja die sünde fliehn, Und um rettung von dem schaden Meiner seele mich bemühn. Deine güte lockte mich Oft zur buße, aber 428 Zweite Abtheilung. ich Floh vor ihrem sanften locken, Suchte selbst mich zu verstocken. 5. Ich bereue meine fünden, Beuge mich, mein gott, vor dir. Laß mich bei dir gnade finden, Neige deine huld zu mir; Ach ver⸗ gieb, was ich gethan! Nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom sünden⸗ pfade Auf den selgen weg der gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue; Gieb, daß mein gebeugter geist Deiner vaterhuld sich freue, Die dein tröstend wort verheißt. Was mein heiland mir erwarb, Als er für die sünder starb, Fried und freude im ge⸗ wissen, Ach, das laß mich auch genießen. 7. Stärke selbst in meiner seele Den entschluß, mich dir zu weihn; Gieb, daß mirs an kraft nicht fehle, Folgsam deinem wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei, Mache du mich selbst recht treu. Dich zu lieben, dir zu leben, Sei mein herzliches bestreben. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 5 283. Ich armer mensch, o herr, ich sün⸗ der, Steh hier vor deinem angesicht. Erbarmer aller menschenkinder, Gott, geh mit mir nicht ins gericht! Bin ich es gleich ⁴i h Von der Buße und Bekehrung. 429 vor dir nicht werth, Daß mir noch gnade widerfährt. 2. Um trost ist meiner seele bange; Die last gehäufter missethat Liegt schwer auf mir, die mich so lange Von dir, mein gott, entfernet hat. Weß tröst ich mich, ich schul⸗ diger, Als deiner nur, barmherzigster? 3. Soll ich an deiner huld verzagen, Ich, dein geschöpf? das willst du nicht. Du, der du mich bis jetzt ertragen, Bleibst ewig meine zuversicht. Du, gott, durch den ich leb und bin, Giebst mich nicht dem verderben hin. 4. Du siehst die folgen meiner sünden; Und denk ich: wer vertilget die? So läs⸗ sest du mich ruhe finden, Und sprichst: ich, ich vertilge sie! Du schenkest mir an jesu heil, Zur stillung meiner unruh, theil. 5. Auch mir hat er dies glück erworben, Getrost zu dir empor zu sehn; Auch ich soll, da er ist gestorben, Durch ihn begnadigung erflehn, Bei dir, dem gott, der gern ver⸗ giebt, Und lieber segnet, als betrübt. 6. Sprich dann zu mir: dir ist verge⸗ ben! Und stille des gewissens schmerz; Und will mein zaghaft herz noch beben, So 430 Zweite Abtheilung. sprich du kräftger, als mein herz. Dein gnadenwort mach alles gut, Und schenke selbst zur beßrung muth. 7. Ich zweifle nicht: ich bin erhöret; Mein glaube sagt mir, daß ichs bin. Der trost, der sich im herzen mehret, Der neue dir geweihte sinn, Mein kindliches ver⸗ traun auf dich Bezeugens: du begnadigst mich. Mel. Jesu, meines lebens leben ꝛe. 284. Ich erhebe mein gemüthe Sehn⸗ suchtsvoll, mein gott, zu dir. Ich verehre deine güte; O wie theuer ist sie mir! Gott der liebe und des lebens, Keiner harrt auf dich vergebens! Nur verächter deiner huld Stürzet ihre eigne schuld. 2. Lehre mich, herr, deine wege; Zeige deinen willen mir! Leite mich die rechten stege, Führe du mich selbst zu dir. Gott! du siehest mein vertrauen: Sicher kann ich auf dich bauen; Deine vatertreue ist Ewig, wie du selber bist. ö 3. Ach, gedenke an die sünden Meiner jugendjahre nicht! Laß mich vor dir gnade finden, Geh nicht mit mir ins gericht. Sünden, die wir recht bereuen, Willst du, Von der Buße und Bekehrung. 431 vater, ja verzeihen: O so höre denn auch mich! Meine seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des sünders leben, Seine seele ist dir werth, Gnädig willst du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem sündenwege Machst du sein gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner pflicht Umkehrt! den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die elenden, Deren herz sich dir ergiebt, Die sich flehend zu dir wen⸗ den, Ueber ihre schuld betrübt. Freude schenket deine güte Dem geängsteten ge⸗ müthe, Welchem du die sündenlast Lieb⸗ reich abgenommen hast. ö 6. Herr, zu was für seligkeiten Du, in jener bessern welt, Jeden frommen noch willst leiten, Der dir treu und glauben hält, Offenbarst du allen seelen, Die zu ihrem theil dich wählen. Deinen theuren wir Machst du deinen kindern und. 7. Dir will ich mich denn ergeben. Gott, mein gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, Treu sein meiner ganzen pflicht: Keine schnöde lust der sün⸗ den Soll mich ferner überwinden; Denn 432 du nimmst dich meiner an, Daß ich stand⸗ haft bleiben kann. Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛc. 285. Ich flehe, gott, von ewig großer güte, Zu dir, mit heilsbegierigem gemü⸗ the. Wer hofft auf dich, der hoffet nicht vergebens, Du gott des lebens. 2. Du willst nicht opfer, richter aller welten! Was könnten doch geschenke vor dir gelten? Du kennst das herz, und willst, statt aller gaben, Nur beßrung haben. 3. Wenn sich der sünder wieder zu dir kehret, Und dich durch glaubige gesinnung ehret: So willst du seiner sünden nicht ge—⸗ denken, Ihm gnade schenken. 4. Statt aller opfer, richter aller welten, Soll christi tod für mich alsdann auch gel⸗ ten: Um seinetwillen soll ich meiner sünden Vergebung finden. 5. Allwissender, du siehest meine reue, Mit der ich beßrung dir gelob aufs neue; Sie wirst du, der du in das herz kannst sehen, Gott, nicht verschmähen. Zweite Abtheilung. 6. Stärk mich, des lasters falschen reiz zu fliehen, Ein gut gewissen allem vorzu⸗ Bon der Buße und Bekehrung. 433 gich ziehen; Mit heilgem ernst gelob ich dir aufs neue Beständig treue. 7 Mel. O gott, du frommer gott ꝛc. 286. Laß mich doch, o mein gott, Die Han huße nicht verschieben, Die mir dein wort huft gebeut: Wie könnt ich sonst mich lieben? 7½/ Ist wahre besserung Nicht meiner seele att glück? O warum säum ich dann Noch ETchu einen augenblick? zun) 2. Du, gott, gewinnest nichts, Wenn — hh ich mich dir ergebe, Und, deiner werth zu Adet fein, Im glauben mich bestrebe. Wenn Sges ich das gute tu, Das mir dein wort ge⸗ Aun beut: So dien ich stets mir selbst, Und meiner seligkeit. glet! 3. So süß ein laster ist, So giebts doch Aunah keinen frieden. Der tugend nur allein Imer Hast du dies glück beschieden, Wer dir, o gott! gehorcht, Erwählt das beste theil. neib Wer dich, o gott! verläßt, Verläßt sein Nauf eignes heil. he. 4. Was weigre ich mich denn, Das „. laster zu verlassen? Weil es mein unglück als ist, Befiehlst du, es zu hassen. Was säum „leich änger noch, Der tugend mich zu weihn? ͤ 8———— —— 7—— 5*——39—.—— —... ——— SHSZ.l.Se= — 434 Zweite Abtheilung. Weil sie mich glücklich macht, Befiehlst du V. . sie allein. lt i 5. Die buße führt mich nicht In eine 105 welt voll leiden: Sie führet mich vielmehr ün Zu dauerhaften freuden; Macht meine l seele rein, Füllt mich mit zuversicht, Giebt. weisheit, wahre ruh, Und muth zu mei⸗ ner pflicht. II 6. Wahr ist es, es ist schwer, Sein s eignes herz betimpfen, Begierden wider⸗ f l stehn, Und seine lüste dämpfen, Doch U 1 bleibts ja meine pflicht; Und diese schwie⸗ rigkeit, Die heute mich erschreckt, Wird schwerer durch die zeit. VI 7. Je öfter ich das thu, Was böse lust h befohlen, Je stärker wird der hang, Die ag that zu wiederholen. Scheu ich mich heute i. nicht, Dein feind, o herr, zu sein: Um 14 wie viel weniger Werd ich mich morgen scheun? 8. Du reichst ja kräfte dar, Uns selber ug zu besiegen. Der sieg, so schwer er ist, wz Bringt doch gar groß vergnügen. Geht soy er im anfang gleich Nur noch sehr langsam un fort: So bist du, gott, mir nah, Und, stärkst mich durch dein wort. 0 4 * Von der Buße und Bekehrung 43⁵ 9. Wie schnell kann nicht der tod Mich dieser welt entrücken! Und buße ist kein werk Von wenig augenblicken. Ein seufzer, gott! zu dir, Ein wunsch nach besserung, Und angst auf missethat Ist noch nicht hei⸗ ligung. 10. So gieb denn, weil ich noch, Herr! deine stimme höre, Daß ich mich unge⸗ säumt Von allem bösen kehre: So darf ich nicht dereinst Zu meiner größten pein Mein hier versäumtes glück, Wiewohl zu spät, bereun. Mel. Schwing dich auf zu deinem ꝛc. 287. Liebster vater, ich, dein kind, Falle vor dir nieder. Du weißt, was mein herz empfind't: O erbarm dich wieder! Groß ist meine sündenschuld, Die mich innigst reuet, Größer deine vaterhuld, Die mich noch erfreuet. 2. Zwar ich bins nicht werth, zu dir Kindlich aufzusehen; Doch du bleibst ein vater mir, Du vernimmst mein flehen; Kennst mein herz, ermunterst mich, Es vor dir zu stillen: Denn du hörst mich väterlich Noch um christi willen. ö 3. Du bist meine zuversicht,„Ohne dich 436 Zweite Abtheilung. nicht, Du erbarmst dich meiner; Der du deinen sohn für mich In den tod gegeben: Sein erlöster bin auch ich, Theur erkauft zum leben. 4. Dies, dies soll in jedem schmerz Mein vertraun erwecken. Vor der sünde soll mein herz, Nicht vor dir, erschrecken. Trauen will ich, vater, dir, Stets die sünde hassen, Nie vergessen, daß du mir So viel schuld erlassen. 5. Preiß sei dem allgütigen, Der mein seufzen kennet! Der dem gnadesuchenden Freien zutritt gönnet. Sing es, seele, vor dem herrn, Fleuß von freuden über! Gott! dein gott, verstößt nicht gern, Er begna⸗ digt lieber. 6. Ewig bist du so gesinnt, Schöpfer meiner seele! Auch wenn ich, dein strau⸗ chelnd kind, Noch aus schwachheit fehle: So gedenkst du, der du weißt, Daß mein herz dich ehret, Meiner schwachheit, und ö verzeihst Dem, der wiederkehret. Mel. Wenn wir in höchsten nöthen ꝛc. 288. Nach dir verlanget mich, nach dir; Gott, meine hülfe kommt von dir! Wer ů ists keiner; Mich, voll reu, verwirfst du F l RV E verliehen ist. Von der Buße und Bekehrung. 437 ist, wie du, so gnadenreich? Wer dir an macht und weis heit gleichꝰ? 2. Ach, mein erbarmer, rechne du Mir meine missethat nicht zu! Sie reuet, gott, Uch. mich, Und meine seele hofft auf ich. 3. Wie gut, wie leicht ist dein gebot! Du willst, ich soll dich lieben, gott; Willst, daß ich redlich handeln soll Zu meinem und des nächsten wohl. 4. Und doch verletzt ich diese pflicht, Und schätzte deine gnade nicht; Ein elend scheinguth zog ich thor Oft ihr und meinem heile vor. 5. Mein herz, das seine schuld erkennt, Das siehest du, und wie's entbrennt, Zu thun, was dein gesetz befiehlt, Das nur mein bestes mir empfiehlt. 6. Ich traue der barmherzigkeit, Die sich noch jeden tag erneut; Der vaterhuld, die immerdar Verirrter seelen zuflucht war. 7. Dein wort giebt mir versicherung Vollkommener begnadigung; Ich bin ge⸗ wiß durch jesum christ, Daß sie mir auch 438 Zweite Abtheilung. 8. Doch nie entfall es meinem sinn, Daß ich, als christ, berufen bin, Auch meines mittlers tugenden Hier thätig zu verkündigen. 9. Wie ich die gaben angewandt, Die ich empfing aus deiner hand: Dies wird die große frage sein, Bricht dein entschei⸗ dungstag herein. 10. Ein herz, das sich des guten freut, Voll menschenlieb und gott geweiht, Dies soll ich dort nicht erst empfahn; Mein richter forderts schon alsdann. 11. Schaff dieses herz in mir; denn, ach! Du weißt es, vater, ich bin schwach. Mein trost sei mein vertraun auf dich, Und ö ö 142 redlichkeit behüte mich. Mel. Wenn mein stündlein ꝛc. 289. O vater der barmherzigkeit, Ich falle dir zu fuße, Und thu noch in der gna⸗ denzeit Von ganzem herzen buße. Was ich nicht recht gethan vor dir, Erbarmer, das verzeihe mir Nach deiner großen güte. 2. Du geber wahrer seelenruh, Nimm von mir, was mich quälet; Durch deine gnade wirke du, Woran es mir noch fehlet. Gieb mir den geist der heiligung, Daß ich Von der Buße und Bekehrung. 439 in meiner besserung Es täglich weiter bringe. ö 3. Und du, o jesu, der du dich Für uns dahin gegeben, Du hast aus freier huld auch mich Erlöst zum ewgen leben. Mein seligmacher und mein gott, Erbarm dich meiner seelennoth, Und gieb mir deinen frieden. 4. Für sünder floß dein theures blut Zur rettung vom verderben: So komm es denn auch mir zu gut Im leben und im sterben. Es halte von verschuldungen, Der reichthum der erbarmungen Des höchsten mich zurücke. 5. Geist gottes, du, der seelen licht, Regierer der gedanken, Erinnre mich ans weltgericht, Wenn ja mein herz will wanken; Damit ich jedes laster flieh, Und ehrsucht, geiz und wollust nie Mein herz beflecken möge. 6. Und schlägt die letzte stunde mir, So hilf mir überwinden! Laß meine seele trost bei dir, Du gott des trostes, finden! Belehre mich, daß schmerz und noth, Der krankheit last und selbst der tod Mich doch zum leben führe. 44⁰ Zweite Abtheilung. Mel. Jesus, deine tiefe wunden ꝛc. 290. Schaffet, schaffet, menschenkinder, Schaffet eure seligkeit! Bauet nicht, wie sichre sünder, Auf die ungewisse zeit; Un⸗ verweilt bekehret euch, Ringet nach dem himmelreich, Und bemüht euch, hier auf erden Heilig, selig dort zu werden. 2. Doch, soll dieses recht geschehen, So müßt ihr mit festem muth Aller sünde widerstehen, Nur was gott, das höchste guth, Von euch fordert, muß allein Eures lebens richtschnur sein, Wenns gleich eu⸗ rem schwachen herzen Freude dünket oder schmerzen. 3. Selig, wer durch glauben kämpfet! Selig, wer im kampf besteht, Wer der sünde lüste dämpfet, Standhaft ihren reiz verschmäht! O so jagt dem guten nach, Seht dabei auf christi schmach: So könnt ihr den himmel erben, Fröhlich leben, ruhig sterben. 4. Werd't ihr aber nicht recht ringen, sondern träg und lässig sein, Eure neigung zu bezwingen; Wie kann euch der sieg erfreun? Denn es folget nie ein sieg Ohne solchen ernsten krieg; Nur die sieger Von der Buße und Bekehrung. 441 schmückt, zum lohne, Unverwelkt die him⸗ melskrone. 5. Fleißig beten, allzeit wachen; Die versuchung weislich fliehn: Sich die pflicht zur freude machen; Unablässig sich bemühn, Selbst beim spott und hohn der welt, Das zu thun, was gott gefällt: Dieses wollen und vollbringen Heißet, nach dem himmel ringen. 6. Drum entreißet euch den lüsten, Wenn ihr noch gefesselt seid, Und beweiset euch, als christen, Muthig, standhaft in dem streit. Schont der liebsten sünde nicht, Wär es auch die schwerste pflicht, Und denkt oft an christi worte: Dringet durch die enge pforte. 7. Zittern will ich vor der sünde, Und dabei auf jesum sehn, Daß ich seinen bei⸗ stand finde, In der tugend zu bestehn. Ja, mein heiland, ach! geh nicht Mit mir armen ins gericht. Gieb mir deines geistes waffen, Meine seligkeit zu schaffen. 8. Gieb zum wollen das vollbringen, Muth und kräfte zu dem streit; Lehre mich, mich selbst bezwingen, Und verleih bestän⸗ digkeit! Zeige mir von deinem thron Den 442 Zweite Abtheilung. verheißnen gnadenlohn, Daß ich wache, bete, ringe, Und also zum himmel dringe. Mel. Mache mich, mein geist ꝛc. 291. Sichrer mensch, noch ist es zeit, Aufzustehn vom schlafe! Nahe ist die ewig⸗ keit, Nahe lohn und strafe. Hör', gott spricht: Säume nicht, Seinen ruf zu hö⸗ ren, Und dich zu bekehren. 2. Noch weckt der posaunen schall Nicht die todten alle; Noch bebt nicht der erden⸗ ball, Nahe seinem falle; Aber bald, Bald erschallt Gottes ruf: zur erden Sollst du wieder werden. 3. Kommt nun, eh du's gedacht, Unter sündenfreuden Deines lebens letzte nacht, Was wirst du dann leiden, Wenn dein herz, Von dem schmerz Deiner schuld zer⸗ rissen, Wird verzagen müssen? 4. Wenn vor deinem antlitz sich Jede sünd enthüllet, Wenn dann eine jede dich Ganz mit graun erfüllet; Dich nichts dann Stärken kann, Keine deiner freuden: Was wirst du dann leiden? 5. Nach dem untergang wirst du An des grabes stufen, Bang um trost und see⸗ lenruh, Dann vergebens rufen: Rette, Von der Buse und Bekehrung. 443 gott, Mich vom tod! Rette noch im ster⸗ ben Mich von dem verderben! 6. Noch, noch wandelst du allhier Auf des lebens pfade; Noch ist zur errettung dir Nah des ewgen gnade. Eil ihr zu Daß du ruh Für dein herz empfindest, Und ver⸗ gebung findest. „Mel. Vater unser im himmelreich ꝛc. 292. So wahr ich lebe, spricht mein gott, Mir ist nicht lieb des sünders tod; Mein wunsch und wille ist vielmehr, Daß er rechtschaffen sich bekehr; Sich beßre in der gnaͤdenzeit, Und mit mir leb in ewigkeit. 2. O sünder, drum verzage nicht, Be⸗ denk es, was gott selbst verspricht, Der dir vergebung, trost und gnad' Auch hierdurch zugesaget hat. Und er besiegelts mit dem eid, Sei nur zur besserung bereit! 3. Hüt dich dabei vor sicherheit, Denk nicht: zur buß ists immer zeit, Ich will erst thun, was mir gefällt, Und werd ich müde dieser welt, Alsdann will ich bekehren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es: gott ist stets bereit Zum wohlthun, zur barmherzigkeit; Doch sündigst du auf gnade hin, Beharrst in 444 Zweite Abtheilung. deinem bösen sinn, Und willst nicht sorgen für dein heil, So nimmst du nie am him⸗ mel theil. 5. Um christi willen hat zwar gott Ver⸗ heißen leben für den tod; Allein entdeckt er dir auch wohl, Wer von uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir kund; Verborgen ist die todesstund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich; Noch heute kann es ändern sich. Wer heut ist stark, gesund und roth, Ist morgen krank, vielleicht auch todt. Stirbst du nun ohne beßrung hin, Wie willst du dann der höll' entfliehn? 7. Hilf, o herr jesu, hilf du mir, Daß ich jetzt komme gleich zu dir, Und mich bekehre unverweilt, Eh mich mein ende übereilt; Damit ich heut und jederzeit Zu meinem hingang sei bereit. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 293. Wie theuer, gott, ist deine güte, Die alle missethat vergiebt, Sobald ein reuendes gemüthe Die sünden, die es sonst geliebt, Erkennt, verdammt und ernstlich haßt, Und zuversicht zum mittler faßt. Von der Buße und Bekehrung. 44⁵ 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, Weil du so reich an gnade bist! Wie kurz ist meine zeit auf erden, Die mir zum heil gegeben ist! Gieb, daß sie mir recht wich—⸗ tig sei, Daß ich sie meiner beßrung weih. 3. Zwar deine gnade zu verdienen, Sind reu und beßrung viel zu klein. Doch darf sich auch kein mensch erkühnen, Zu glau⸗— ben, dir versöhnt zu sein, Wenn er noch liebt, was dir mißfällt, Und nicht dein wort von herzen hält. 4. Wie kannst du dem die schuld erlas⸗ sen, Der frevelnd schuld auf schulden häuft! Der kann kein herz zu jesu fassen, Der zwar auf sein verdienst sich steift, Doch in der sünde noch beharrt, Dafür er aufgeopfert ward. 5. Drum fall ich dir, mein gott, zu füßen, Vergieb mir gnädig meine schuld, Und heile mein verwund't gewissen Mit trost aus deiner vaterhuld. Ich will mit ernst die sünden scheun, Und willig dir gehorsam sein. ö 6. Daß mit gerechtigkeit auch stärke Durch christum mir geschenket sei, Will ich durch übung guter werke Beweisen; 446 Zweite Abtheilung. mache selbst mich treu, Herr, in der liebe 3 ö gegen dich! Sie dringe stets und leite mich. l 7. Laß mich zu deiner ehre leben, Der Mi du die missethat vergiebst! Das hassen, was du mir vergeben, Das lieben, was du selber liebst. Laß, vater, mein gewissen zl rein, Und heilig meinen wandel sein. Bekannte Melodie. 2094. Wo soll ich fliehen hin, Wenn ich beschweret bin Von dem gefühl der sünden? f Wo soll ich rettung finden? Wer wird sich zu mein erbarmen? Wer schaffet trost mir nd äarmen? 2. O, mein herr jesu, du Rufst auch Müh zmir gnädig zu. Mit hoffendem gemüthe ad N Flieh ich zu deiner güte; Du hilfst belad⸗ hh W nen seelen, Die dich zum helfer wählen. n 3. Ich traue froh auf dich, Dein blt floß auch für mich; Du rettest mich von fünden, Läßt mich den frieden finden Den der hat, der dich liebet, Und den die H welt nicht giebet. haj A. Wie groß die sünde sei, Du machst von gunh ihr mich frei, Wenn ich dein wort recht i 4 fasse, Mich fest darauf verlasse. Du sprichst: Ih. dir ist vergeben! So fühl ich neues leben. et. uitz Wa, 0 6 Del, I pa sch f EU W Iu Von der Buße und Bekehrung. 4⁴⁷ 5. Zwar viel noch mangelt mir; Doch, gütigster, von dir Kommt jede gute gabe, Die ich noch nöthig habe. Du wirst mich unterstützen, Und in versuchung schützen. 6. Wie unerschrocken ruht Das herz in deiner hut; Du hast ja selbst verheißen, Nichts solle mich entreißen Dir, dem ich angehöre, Folg ich nur deiner lehre. 7. Darum verlaß ich mich, O jesu, ganz auf dich; Jetzt kann ich nicht verderben, Dein reich muß ich ererben: Denn du hast mirs erworben, Da du für mich gestorben. 8. Herr, dess' ich ewig bin, Gieb mir den festen sinn, Das alles stets zu meiden, Was mich von dir kann scheiden: So leb' 1 a und erbe Den himmel, wenn ich terbe. b. An öffentlichen Bußtagen. Mel. Herzlich lieb hab ich dich ꝛc. 295. Du gott, der unsre zuflucht ist, Gott, unser mittler, jesu christ, Gott heil⸗ ger geist der gnaden! Unendlicher! verwirf uns nicht; Wir kommen vor dein angesicht Mit missethat beladen. Nimm von uns unsre sündenschuld, Du gott der langmuth 448 Zweite Abtheilung. und geduld! Und merk auf unser heißes flehn, Daß wir dein heil, erbarmer, sehn. Herr, unser gott! Verbirg uns nicht Dein angesicht, Und geh mit uns nicht ins gericht. 2. Wir haben unsern stand entweiht, Den stand der christen, unsern eid, Und deinen weg verlassen: Doch, sieh, wir keh⸗ ren voller reu Zurück zu dir; o laß aufs neu Uns deine rechte fassen! Laß sie uns leiten auf den pfad, Den dein befehl gehei⸗ ligt hat; Daß irrthum und versuchung nie Uns auf die bahn des lasters zieh. Herr, unser gott! Vor ungeduld, Vor aller schuld Behüt uns deine vaterhuld. 3. Dein antlitz leucht auf unser land; Ringsum bedeckt von deiner hand, Laß es der ruh genießen! Wend ab von uns mit deiner hut Der flammen grimm, den zorn der fluth, Des krieges blutvergießen. Sei rettend mit uns, wenn die noth Des man⸗ gels und der seuchen droht, Und schütz uns, nicht ihr raub zu sein; Laß sicherheit das land erfreun. Herr, unser gott! Das land ist dein, O laß gedeihn Und sicherheit das land erfreun. — — H II. I. AA Habl W * Zser. Von der Buße und Bekehrung. 449 4. Sohn gottes, der zur erde kam, Und unsre schwachheit auf sich nahm, Um gott uns zu versöhnen; Der durch den tod ins leben drang, Sich dann zur rechten gottes schwang, Wo ehr und preiß dich krönen: Vertritt, o mittler, uns bei gott! Durch deine leiden, deinen tod, Stärk uns in unsrer prüfung lauf, Und wenn wir strau⸗ cheln, hilf uns auf! Herr, unser gott! Dein trost, dein licht Verlaß uns nicht Im tod, im grab, im weltgericht. 5. Schütz uns vor irrthum und gefahr; Erhalte deiner frommen schaar Der ein⸗ tracht glück und segen! Uns leite, gott, dein guter geist, Und was dein wort ver⸗ spricht und heißt, Sei licht auf unsern wegen! Laß auch in lehr und wandel rein Die diener deines wortes sein, Und bringe zu der wahrheit glück, Zu dir, die irren⸗ den zurück. Herr, unser gott! Breit aus dein wort An jedem ort, Gieb geist und kraft zu deinem wort. 6. Auch die regenten lenke du, Daß sie durch weisheit und durch ruh Der länder wohlstand heben; Dem fürsten, der uns schützt und liebt, Gieb, der in ihm so viel 29 450 Zweite Abtheilung. uns giebt, Das beste spätste leben! Noch lange sei sein vaterblick Uns, seinen kindern, schutz und glück; O! schütt auf ihn und auf sein haus, Und seine räthe segnung aus Herr, unser gott! In deiner hand Ist un⸗ ser land; Beglück es, segne jeden stand. 7. Vernimm der leidenden gebet; Wer in gefahr und noth dir fleht, Dem hilf aus seinen nöthen! Gieb kranken linderung und ruh; Die sterbenden erlöse du, Erhör ihr christlich beten! Sei aller unterdrückten heil, Der witwen und der waisen theil; Vereitle der verfolger rath, Und lehre sie den rechten pfad. Herr, unser gott! Durch alles leid Der pilgerzeit Führ uns zu dei⸗ ner herrlichleit. 8. Du thust weit mehr, als wir verstehn, Kannst mehr gewähren, als wir flehn; Laß uns erhörung finden! O! neig auf unser flehn dein ohr, Heb unser herz zu dir em⸗ por, Und mach uns rein von sünden. Laß uns nun ganz dein eigen sein, Im leben und im tode dein; Wir sind durch christi blut erlöst, O du, der sünder nicht verstößt, Herr, unser gott! Erbarme dich, Erbarme dich! Vergieb uns, leit uns väterlich! Aben! Uen in I I E M bet WI i Du, eah Von der Buße und Bekehrung. 45¹ C. Nach geschehener Bekehrung. Mel. O gott, du frommer gott ꝛc. 296. Was kann ich doch für dank, O herr, dir dafür sagen, Daß du mich mit geduld So lange zeit getragen: Da ich in großer sünd Und übertretung lag, Und dich, o heilger gott, Erzürnte manchen tag. 2. Sehr große lieb und huld Erwiesest du mir armen; Ich fuhr in bosheit fort, Du aber in erbarmen: Ich schob die buße auf Und widerstrebte dir; Du schobst die strafe auf, Und trugst geduld mit mir. 3. Daß ich nun bin bekehrt, Verdank ich deiner gnade; Du, du riefst mich zurück Von des verderbens pfade. Durch deine güt und treu, Die an die wolken reicht, Hast du mein hartes herz Gerühret und erweicht. 4. Sonst konnte ich dich wohl Beleidi⸗ gen mit sünden; Da konnt ich ohne dich Den weg zum heil nicht finden. Selbst fallen konnte ich Und ins verderben gehn: Nur selbsten konnt ich nicht von meinem fall aufstehn. 5. Du hast mich aufgericht't, Und mir den weg gewiesen, Den ich nun wandeln 452 Zweite Abtheilung. soll; Dafür sei, herr, gepriesen! Sei hochgelobt, daß ich Die alten sünden hass'; Und das, was dir mißfällt, Nun willig unterlass'. 6. Damit ich aber nicht Aufs neue wie⸗ der falle: So gieb mir deinen geist, So lang ich hier noch walle, Der mich, den schwachen, stärk, Und in mir mächtig sei, Auch mein gemüthe stets Zu deinem dienst erneu. 7. Ach, leit und führe mich, So lang ich leb auf erden; Laß mich nicht, ohne dich Durch mich geführet werden. Führ ich mich ohne dich, So werd ich leicht ver⸗ führt; Wenn du mich leitest selbst, Thu ich, was mir gebührt. 8. O gott, du großer gott! O vater, hör mein flehen! Laß, jesu, gottes sohn, Mich deine wege gehen; Regier, o heilger geist, Durch dein wort mich allzeit, Daß ich dir diene hier, Und dort in ewigkeit. 2) Vom Glauben und seinen naͤchsten Folgen. — In voriger Melodie. 297. Herr, allerhöchster gott! Bei dem wir alle gaben, Und was uns nützlich ist, UAd. Eesen Aündej Nun ISl III Tuicht Kinen! Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 453 Getrost zu suchen haben: O sieh erbar⸗ mend mich In meiner schwachheit an, Weil 30 nicht, wie ich will, Dir recht vertrauen ann. 2. Ich glaube zwar an dich, Doch nur mit schwachem glauben; Oft will die zwei⸗ felsucht Mir alle hoffnung rauben. Wer macht das herz gewiß, Als du, o herr, allein? Laß deine hülfe doch Von mir nicht ferne sein. 3. O reiche du mir selbst Aus gnaden deine hände! Mach, daß dein guter geist Sein werk in mir vollende. Ist schon, dem senfkorn gleich, Mein glaube noch sehr klein, So laß ihn doch bei mir In stetem wachsthum sein. 4. Gieb, daß sich stets in mir Die zu⸗ versicht vermehre, Daß du mein vater seist, Und ich dir angehöre; Daß alle meine schuld Von dir vergeben sei: Damit mein herz sich dein Als seines gottes freu. 5. Mach diese zuversicht In mir, o gott, so kräftig, Daß ich mein lebenlang In dei⸗ nem dienst geschäftig, Und stets beflissen sei, Zu thun, was dir gefällt: So hab ich, schon in dir, Den himmel auf der welt. 4⁵⁴4 Zweite Abtheilung. 6. Mein heiland! der du einst Für deine jünger batest, Und, wenn sie wanketen, Beim vater sie vertratest: Ach, unterstütz auch jetzt Mein sehnliches gebet, Und schenke glaubenskraft Dem, der dich darum fleht. 7. In deiner mittlershand Ist heil und aller segen. Herr, unterstütze mich Auf allen meinen wegen! So geh ich freudig fort In dieser pilgerzeit Zu meines glau⸗ bens ziel, Der seelen seligkeit. In voriger Melodie. 298. Herr, ohne glauben kann Kein mensch vor dir bestehen; Drum wend ich mich zu dir Mit demuthsvollem flehen; O zünde selbst in mir Den wahren glauben an, In welchem ich allein Dir wohlge⸗ fallen kann. 2. Laß mich, gott, daß du seist, Mit überzeugung glauben. Nichts müsse mir das wort Aus meinem herzen rauben: Daß du dem, der dich sucht, Stets ein vergelter seist, Und hier und ewig ihn Mit deinem heil erfreust. 3. Wahrhaftig ist dein wort. Gieb, daß ich darauf traue, Und meine hoffnung fest Auf deine treue baue; Gieb, daß ich dir it W lte Ist 2 bi X jq Nun Ncha EI WI — Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 455 im glück Und uulde stets getreu, Und dem, was du gebeutst, Von herzen folgsam sei. 4. Auch hilf mir, daß ich den, Den du gesandt, erkenne. Ihn meinen herrn und gott In geist und wahrheit nenne: Und treu und redlich thu, Was mich sein wort gelehrt, Daß ihn herz, mund und that Als meinen heiland ehrt. 5. Sein göttliches verdienst Sey mir beständig theuer; Es fülle mich mit trost; Es mache mich stets freier Vom schnöden sündendienst; Es stärte mich mit kraft Zu deines namens ruhm In meiner pilgrim⸗ schaft. 6. Wie selig leb ich dann Im glauben schon auf een Noch herrlicher 0 einst Mein theil im himmel werden. Da werd ich, was ich hier Geglaubt, im lichte schahn Und du erfüllst dann ganz Mein sindliches vertraun. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2 299. Ich hoff, o gott, mit sesen muth Auf deine gnad und christi blut; Ich hoff ein ewig leben! Du bist ein vater, der verzeiht, Hast mir das recht zur se ligkeit Durch deinen sohn gegeben. ö wenrn ISFIPFSISIAIAIAISISITFI W —.—— z2.2........—— IFIIFIII——— ———— I II—— . 2 ö‚* 2 ——— ——.— — E* 456 Zweite Abtheilung. 2. Herr, welch ein unaussprechlich heil, An dir, an deiner gnade theil, Theil an dem himmel haben! Im herzen durch den glauben rein, Dich lieben und versichert sein Von deines geistes gaben! 3. Dein wort, das wort der seligkeit, Wirkt göttliche zufriedenheit, Wenn wir es treu bewahren; Es spricht uns trost im elend zu, Versüßet uns des lebens ruh, Und stärkt uns in gefahren. 4. Erhalte mir, o herr, mein hort, Den glauben an dein göttlich wort, Um deiner güte willen! Laß ihn mein licht auf erden sein, Ihn täglich mehr mein herz erneun, Und mich mit trost erfüllen. Mel. Herzlich lieb hab ich dich ꝛc. 300. Ich lomme, friedensfürst, zu dir! Erbarmend rufst du ja auch mir, Den frie⸗ den zu empfangen. Die sündenlast ist mir zu schwer: O laß mein herz von trost nicht leer, Laß es zur ruh gelangen! Die jedem tief gebeugten geist Dein theuer werthes wort verheißt. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein herz von sünden rein? Herr jesu christ! Mein trost, mein —— —— —— —.2 EES — D. —= — —— öDD —— — .— Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 457 licht! Mein trost, mein licht! Verwirf mein sehnlich flehen nicht. 2. Anbetend steh ich, herr, vor dir; Dein antlitz neige du zu mir, Und sei mir sünder gnädig! Wenn mein vergehn um rache schreit, So mache aus barmherzigkeit Mich aller strafe ledig. Der du am kreuz gelitten hast, Du trugst auch meiner sün⸗ den last, Als du zum heil der sünder starbst Und ihnen gottes huld erwarbst. Herr jesu christ, Mein gott und herr! Mein gott und herr! Gieb mir den rost begna⸗ digter. 3. Du, du bist meine zuversicht! Durch dich entflieh ich dem gericht, Dem schweren lohn der sünden; Durch dich kann ich der straf entgehn Und mich mit gott vereinigt sehn, Durch dich das leben finden. Dein tod ist der verlornen heil, Gieb mir an sei⸗ nem segen theil! Er schaff auch mir beru⸗ higung, Und wahre lebensbesserung. Herr jesuschrist! Ich hoff auf dich! Ich hoff auf ½ In dieser hoffnung stärke mich. 4. Mein ganzes leben preise dich! Er⸗ löst, mein mittler, hast du mich, Dein eigenthum zu werden. Bin ich nur dein, D 0 MI W W WMN MAi 1 W 470 1 RINAN W N W ö ö H II I N M W NN W ö WI W ö V 1774 WE . 4 ö 40 4 14 ö 70 10 5 * I 4⁵58 Zweite Abtheilung. so fehlt mir nichts; Nichts einst am tage des gerichts, Nichts hier auf dieser erden. Auf dieser bahn zum vaterland Entzeuch mir niemals deine hand; Zu allem guten stärke mich, Und laß mich siegen einst durch dich. Herr jesu christ! Mein herr und gott! Mein herr und gott! Hilf mir zum leben durch den tod. Mel. Sei lob und ehr dem ꝛc. oder: Lodsinget gott ꝛ7c. N. 301. Ich weiß, an wen mein glaub sic hält, Kein feind soll mir ihn rauben; Als bürger einer bessern welt, Leb ich hier nur im glauben; Dort schau ich, was ich hier geglaubt; Wer ist, der mir mein erbtheil raubt? Es ruht in jesu händen. 2. Mein leben ist ein kurzer streit, Und herrlich ist die krone. Das glück der gan⸗ zen ewigkeit Wird mir zum frohen lohne. Du hast für mich den tod geschmeckt; Mir, wenn nur deine huld mich deckt, Kann selbst der tod nicht schaden. 3. Du herr, du bist mein ganzer ruhm, Mein bester trost auf erden; In jener welt mein eigenthum; Was kann mir größers werden? Von fern glänzt mir mein kleinod Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 459 zu; Du schaffst mir nach dem streite ruh, Und reichst mir meine krone. 4. Herr, lenke meines geistes blick Von diesem weltgetümmel Auf dich, auf meiner seele glück, Auf ewigkeit und himmel. Die welt mit ihrer herrlichkeit Vergeht und währt nur kurze zeit, Im himmel sei mein wandel. 5. Jetzt, da mich dieser leib beschwert, Ist mir noch nicht erschienen, Was jene beßre welt gewährt, Wo wir gott ewig dienen. Dann, wenn mein auge nicht mehr weint, Und nun vollkommnes glück er⸗ scheint, Dann werd ichs froh empfinden. 6. Im dunkeln seh ich hier mein heil; Dort seh ichs klar und heiter. Hier ist die schwachheit noch mein theil; Dort hebt mein geist sich weiter. Hier ist mein werth mir noch verhüllt; Dort wird er sichtbar, wenn dein bild Mich einst vollkommen schmücket. 7. Zu diesem glück bin ich erkauft, O herr, durch deine leiden; Auf deinen tod bin ich getauft, Wer will mich von dir schei⸗ den? Du zeichnest mich in deine hand; Ich bin dir, herr, du mir bekannt, Mein sind des himmels freuden. 460 Zweite Abtheilung. 8. Wie groß ist meine herrlichkeit! Em⸗ pfinde sie, o seele! Von lust der erde unent⸗ weiht, Erhebe gott, o seele! Der erde glänzend glück vergeht, Nur des gerechten wohl besteht Durch alle ewigkeiten. Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛc. 302. Ich weiß und bins gewiß, daß ich Erlöst bin, gottes sohn, durch dich Vom schnöden dienst der sünde. Gelobt sei gott! ich bins gewiß, Hilf, mein erretter, daß ich dies Bis an mein end' empfinde. 2. In dieser so verderbten zeit Des leichtsinns und der sicherheit Wach über meinem glauben! Du freund der men⸗ schen, wache du, Daß keine zweifel meine ruh Und meinen trost mir rauben. 3. Den spott der frevler über dich Und deinen tod am kreuz laß mich, Wie er's verdient, verachten. Mit desto stärkerer begier Laß meine seele, herr, nach dir Und deinem reiche trachten. 4. Wenn mir die welt gelegenheit Zur sünde giebt, zur eitelkeit, Und zu verbot⸗ uer freude: So dämpfe du in meiner brust Die reizung aller bösen lust, Daß ich sie standhaft meide. chitl Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 461 5. Ich möchte sonst, durch sie verführt, Die sünde, die den tod gebiert, Mich über⸗ eilen lassen; Mich dann aus sünden⸗lust vergehn, Und deiner wahrheit widerstehn, Ihr helles licht gar hassen. 6. Wenn meine freudigkeit zu dir Mein glaub' und meine hoffnung mir, Hierdurch entrissen würde: So würde nichts mich recht erfreun, Die welt mir trüb und trau⸗ rig sein, Mein leben eine bürde. 7. Dann würd' ich nach dem himmel nicht Mit freud', o herr, im angesicht, Mit seelenruhe sehn: Dann hätt ich keinen hei⸗ tern sinn; Dann wär die frohe hoffnung hin, Zu ihm einst einzugehen. 8. Gewissensschrecken würden mich, Der ich vom pfad des guten wich, Schon hier zur qual ergreifen, Und peinigende furcht vor dir, Der welten richter, sich in mir Mit jedem tage häufen. 9. Der du für mich am kreuze starbst, Und hoffnung mir und trost erwarbst, Laß mich so tief nicht fallen! Erhalt mir meines glaubens ruh, Und meinen wan⸗ del lenke du Nach deinem wohlgefallen. 462 Zweite Abtheilung. Mel. Befiehl du deine wege ꝛc. 303. Ist gott für mich, so trete Gleich alles wider mich: Denn wenn ich gläubig bete, Zeigt er mit hülfe sich: Hab ich ihn nur zum freunde, Und liebet mich mein gott, Was schad't mir dann der feinde Verfolgung, schmach und spott? 2. Ich weiß und glaub es feste, Und rühm es ohne scheu, Daß gott, der höchst' und beste, Mein freund und vater sei. Er wird in allen fällen Zu meiner rechten stehn: Er dämpfet sturm und wellen, Läßt mich nicht untergehn. 3. Der grund, worauf ich baue, Ist christus und sein blut; In ihm, dem ich vertraue, Find ich das ewge guth. An meinem armen leben Ist nichts auf dieser erd; Was christus mir gegeben, Das ist der liebe werth. 4. Er ist mein ruhm und ehre, Er ist mein trost und licht. Wenn er nicht für mich wäre, So käm ich ins gericht. Wie würd ich da bestehen Vor seinem richtersitz? Ich müßte gleich vergehen, Wie wachs ins feuers hitz. 5. Doch jesus hat sein leben, Zur til⸗ *ülich zugerichtt; Wenn ich gleich fall und Bom Glauben und seinen nächsten Folgen. 463 gung meiner schuld, Am kreuz dahin gege⸗ ben; Wie groß ist diese huld! Ich darf mich seiner freuen, Hab einen heldenmuth; Darf kein gericht mehr scheuen, Wie sonst ein sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, Denn jesus starb für mich; Die höll und ihre flammen Sind mir nicht fürchterlich: Kein urtheil kann mich schrecken; Nichts, was uns sonst betrübt: Denn christus will mich decken, Mein heiland, der mich liebt. 7. Sein geist wohnt mir im herzen, Regiert mir meinen sinn, Stillt sorgen, furcht und schmerzen, Nimmt jeden kum⸗ mer hin: Giebt auch in trüben tagen Mir freudigkeit, und schafft, Daß ich kann vater sagen, Durch seines geistes kraft. 8. Der spricht auch meinem geiste Manch andres trostwort zu: Wie gott dem hülfe leiste, Der bei ihm suchet ruh, Und wie er hab erbauet Mir eine neue stadt, Wo aug 901 herz einst schauet, Was es geglaubet at. 9. Da ist mein theil und erbe Mir herr⸗ sterbe, Fällt doch mein himmel nicht. Mein 464 jesus hilft mir ringen, Und muß ich manche zeit Mit weinen auch hinbringen, Versüßt er mir mein leid. 10. Kein schmerz und keine freuden, Zweite Abtheilung. Nicht herrlichkeit, noch noth, Kein glück und keine leiden, Nicht angst, gefahr, noch tod, Nichts, was wir denken können, So groß es immer sei, Soll mich von jesu tren⸗ nen; Ich bleib ihm ewig treu. ö I1. Mein herz ist voller freuden, Wie sollt ich traurig sein? Ich achte nicht der leiden, Seh heitern sonnenschein; Der für mich lebt und wachet Ist mein herr jesus christ; Das, was mich jauchzend machet, Ist, was im himmel ist. Mel. O gott, du frommer gott ꝛc. 304. Mag doch der spötter heer Sich deines namens schämen; Ich freue mich, dein heil, Herr jesu, anzunehmen. Dein kreuz ist thorheit nur Dem, der es nicht versteht, Und keiner spottet sein, Der got⸗ tes wege geht. 2. Du kamst, des höchsten sohn, Im leben und im sterben Uns weisheit, kraft und trost Und gnade zu erwerben. Du warst der welt ein licht; Und folg ich sei⸗ iSchn N P, V % fln eil M WIne I I I ch H e IAA Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 465 nem schein, Wie weise bin ich dann! Wie selig werd ich sein! 3. Ich kann hier freilich nicht Das große wunder fassen: Gesandt vom ewi⸗ gen, Der himmel thron verlassen, Die thaten gottes thun, Als eingeborner sohn, Und dann am kreuz empfahn Der misse⸗ thäter lohn! 4. Doch kann mein herz gar wohl Der wahrheit kraft empfinden, Die meinen geist belebt, Mich reiniget von sünden; Auch hab ich, herr, durch dich Gerechtigkeit und heil, Und an der seligkeit Der gottversöhn⸗ ten theil. 5. Dies müsse meine lust An dir, o herr, erwecken. Zu schwach, den ganzen rath Der gottheit zu entdecken, Nehm ich dein großes heil Mit dank und freuden au, Und folge dir getreu Auf ebner tu⸗ gendbahn. 6. Herr, deine ewigkeit Wird mir mehr licht gewähren, Und deine große lieb Durch schauen mir erklären. Unendlich ist mein heil. O glaube, der erfreut! Gelobet sei der herr, Gelobt in ewigkeit! 466 Erste Abtheilung. Mel. Es ist gewißlich an der zeit ꝛe. 305. O gottes sohn, herr jesu christ! Dein ist es, mir zu geben, Was mir zum glauben nütze ist, Was ihm giebt kraft und leben; Drum hilf du mir von oben her, Daß ich, gestärkt je mehr und mehr, Recht und beharrlich glaube. 2. Durch dein wort unterweise mich, Den vater recht zu kennen, Mit freuden⸗ voller ehrfurcht dich Des höchsten sohn zu nennen! Daß ich auch deinem guten geist, Der uns den weg zum himmel weist, Von ganzem herzen folge. 3. Laß mich dein großes gnadenheil Im rechten licht erblicken, Und mich dazu an meinem theil Mit allem eifer schicken. Durch dich nur find ich trost und ruh, Und ewges heil; der weg bist du, Die wahrheit und das leben. 4. Gieb, daß ich traue deinem wort, Es tief zu herzen fasse; Daß sich mein glaube immerfort Auf dein verdienst ver⸗ lasse; Daß zur gerechtigkeit mir werd, Der ich mit sünden bin beschwert, Dein heil auch zugerechnet. 5. Doch soll auch stets mein glaube sich Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 467 1 Rxug Des bluts, das du vergossen, Nicht anders N Imn trösten, als daß ich, Zu deinem dienst ent⸗ W schlossen, Durch seine kraft die arge welt, R D Und was sie dir entgegenstellt, Besieg und 1 überwinde. , 6. Zwar ist mein glaube schwach und . klein; Oft kann ich ihn kaum merken: Doch ulgt willst du mir, herr, kraft verleihn, Und Aim kannst mich mächtig stärken. Das schwache hl Zuch rohr zerbrichst du nicht, Verlöschest kein slc Telt noch glimmend licht; Drum stärke mich, umn spit, den schwachen. 7. Hilf, daß ich recht sorgfältig sei, Muheh Den glauben zu bewahren, Ein gut ge⸗ Dal wissen auch dabei; Daß ich bei den gefah⸗ Atsch ren Der welt sei wachsam allezeit, Durch u, früchte der gerechtigkeit Des glaubens kraft 1, nt beweise. 8. O laß den glauben stets in mir So An wachsen und sich stärken, Daß er sei frucht⸗ D ich! bar für und für, Und reich an guten wer⸗ Aent ken, Daß er sei thätig durch die lieb', Mit ftegt! freuden und geduld sich üb' In dem, was I .— Kschet,!“ gott gefällig. A 9. Insonderheit gieb mir die kraft, Daß leis ah ich an meinem ende Den letzten schritt der 30* 468 Zweite Abtheilung. pilgrimschaft Durch glauben froh vollende. O, mache mich, herr, stets bereit, Daß ich der seelen seligkeit, Des glaubens end, erlange. Mel. Machs mit mir, gott ꝛc. 306. Wer gottes wort nicht hält, und spricht: Ich kenne gott, der heuchelt, In dem ist gottes liebe nicht, Wie sehr er sich auch schmeichelt. Wer aber sein wort glaubt und hält, Der liebt ihn so, wie's ihm gefällt. 2. Der glaube, den sein wort erzeugt, Muß auch die liebe zeugen; Je höher dein erkenntniß steigt, Je mehr wird diese stei⸗ gen. Der glaub' erleuchtet nicht allein; Stärkt auch das herz und macht es rein. 3. Durch jesum rein von missethat, Sind wir nun gottes kinder; Wer solche hoffnung zu ihm hat, Der flieht den pfad der sünder, Folgt christi beispiel als ein christ, Und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich gott angenehm, Wenn ich gehorsam übe. Wer seinen wil⸗ len thut, in dem Ist wahrlich gottes liebe: Ein immer thätigs christenthum, Das ist des glaubens frucht und ruhm. N½½ bol Rett, ben Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 469 5. Der bleibt in gott, und gott in ihm, Wer in der liebe bleibet. Die lieb' ists, die die seraphim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die lieb'! an seinem heil Hat ohne liebe niemand theil. Mel. Jesu, meine freude ꝛc. 307. Wie getrost und heiter, Herr, mein licht und leiter, Machst du meinen geist! Der du, die dich lieben, Selbsten im be⸗ trüben, Doch so gern erfreust. Niemals wird Bei dir mein hirt, Freund und trö⸗ ster meiner seelen, Mir erquickung fehlen. 2. Deinem rath ergeben, Freu ich mich, zu leben; Was du willst, ist gut. Nichts vermag ich schwacher; Du, mein selig⸗ macher, Schenkst mir kraft und muth. Wenn die welt Erbebt und fällt, Wenn mn. und hölle schrecken, Willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne grauen Tod und grab %h anschauen; Mein erlöser lebt! Ich weiß, zuh wem ich glaube, Weiß, daß aus dem staube Mich sein Arm erhebt. Todestag, Dein schrecken mag Eines frevlers her erschüttern: Was brauch ich zu zittern? 470 Zweite Abtheilung. 4. In mir ist noch sünde: Doch, ich überwinde Sie, gestärkt durch dich. Sink ich schwacher nieder; Du erhebst mich wie⸗ der, Du begnadigst mich. Deine huld Tilgt meine schuld, Nie läßt du reuvollen seelen Dein erbarmen fehlen. 5. Daß ich gott erkenne, Froh ihn vater nenne, Und mich ewig sein; Daß ich hier am grabe Trost und hoffnung habe, Dank ich dir allein. Daß dein geist Mich unter⸗ weist, Und mich führt auf deinem pfade, Dank ich deiner gnade. 6. Du hast blut und leben Für mich hin⸗ gegeben, Daß in meiner noth Ich nicht hülflos bliebe: Groß ist deine liebe, Stär⸗ ker als der tod. Herr, und ich, Ich sollte mich Deiner huld nicht dankbar freuen? Dir mein herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, Dies sei mein bestreben, Meine lust und pflicht! Was die welt vergnüget, O mein gott, das gnüget Meiner seele nicht. Hab ich dich, Wie gern will ich Das, wornach die sün⸗ der trachten, Reich in dir, verachten. 8. Macht ein gut der erde, Daß ich glücklich werde In der ewigkeit? Sind U I Vom thätigen Christeuthum überhaupt. 471 nicht auch die ehren, Die den sinn bethö⸗ ren, Wahre eitelkeit? Du erfreust, Herr, meinen geist: Und du willst, die dich ver⸗ ehren, Ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen frieden Schmeck ich schon hienieden: Und was hoff ich dort? Unbegrenzte zeiten Voller seligkeiten Hoff ich auf dein wort. Sie sind mein Durch dich allein; Bleib ich dir getreu im glau⸗ ben, Wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner güte Frohlockt mein gemüthe, Gott, mein heiland, dir; Die⸗ ser geist der freuden Stärke mich im leiden, Weiche nicht von mir! Laß mich so Beherzt und froh Einst durchs thal des todes drin⸗ gen, Dort dein lob zu singen. 3) Vom thäͤtigen Christenthum uͤberhaupt. Mel. Christus, unser herr, zum ꝛc. 308. Bewahre mich, herr, daß der wahn Nie mein gemüth bethöre, Als wär es schon genug gethan, Wenn dir nur äußre ehre Der mensch, dein unterthan, erweist. Erinnre mein gewissen, Daß alle christen dir im geist Und wahrheit dienen müssen, Die dir gefallen wollen. 472 Zweite Abtheilung. 2. Die kommen nicht ins himmelreich, Die herr! zu jesu sagen, Und nicht mit rechtem ernst zugleich Der heiligung nach⸗ jagen. Nur die, die deinen willen thun, Läßt du als deine kinder, O gott, in ew' gem frieden ruhn, Wenn heuchlerische sün⸗ der Von dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich doch vom glauben nie Ein heilig leben trennen; Mich nicht für einen christen hie Blos äußerlich bekennen. Gieb, daß mein glaube thätig sei, Und tugendfrüchte bringe, Daß ich, vom sün⸗ dendienste frei, Mit eifer darnach ringe, Im guten zuzunehmen. 4. Du kennst, o gott, der menschen herz, Und liebst, die redlich handeln; O laß in freude, wie im schmerz, Mich christlich vor dir wandeln. Dein wille sei mein au⸗ genmerk; Hilf mir ihn treu vollbringen, Durch dich muß jedes gute werk, Sollt es auch nicht gelingen, Zum segen mir gereichen. 5. Doch, wenn ich aus unwissenheit Und übereilung fehle; So thu an mir barmher⸗ zigkeit, Und richte meine seele Durch gnade auf von diesem fall. Erhalt mich bei dem —— ——— —2—3——3*3—— — 2„* S=————=.... :.= . ——— ́ꝗ— —— —.— — V..2.— ——— 4SSSI—— — SZSm'*jk —— SSe. Ecc —— — —— —— —— .— ——— —.—.—9——.—.i——.i——— — — —— 2.. MEh i1¹ l A 1 M, I l eHAh III Vom thätigen Christenthum überhaupt. 473 einen, Daß ich dich fürchte überall, Bis ich einst mit den deinen Dir ohne fehltritt diene. — Alle menschen müssen sterben ꝛc. 309. Oer du uns mit deinem blute Dir zum eigenthum erwarbst, Und uns sün⸗ dern, uns zu gute, Schmachvoll an dem kreuze starbst; Ach, wie dienen deine chri⸗ sten Immer noch der sünde lüsten; Leben ohne besserung, Fern von wahrer heiligung. 2. Herr, du littst, uns vom verderben, Von der sünd' uns zu befrein: Und wir wollen lieber sterben, Lieber ihre knechte sein? Glauben, immer noch in sünden Un⸗ sers lebens glück zu finden, Und vergessen dein gebot, Deine schmach und deinen tod. 3. Ach, wann werden wirs erkennen, Warum du gestorben bist? Wann uns nicht blos christen nennen, Sondern thun, was christlich ist? Wann, um deines to⸗ des willen, Jesu, dein gesetz erfüllen, Und den sünden widerstehn, Weil sie deine lei⸗ den schmähn? 4. Wer dich sieht von gott verlassen In der tiefsten traurigkeit; Dich, erlöser, sieht erblassen Nach vollbrachtem schweren streit; ö 4 4 47 IIX 47⁴4 Zweite Abtheilung. Und läßt doch zum dienst der sünden Seine lüste sich entzünden: Der hat nicht an dei⸗ nem heil, Nicht an gottes gnade theil. 5. Meiden könnt er sein verderben, Hülfe giebt ihm gott genug; Aber ach! er selbst will sterben: Denn sein glaub ist wahn und trug. Er bekennet deinen na⸗ men, Ohne doch dir nachzuahmen; Rüh⸗ met seines glaubens sich, Und verleugnet, herr, doch dich. 6. Ach, wenn uns der trieb zur sünde Reizet wider unsre pflicht! Heiligster, so überwinde Uns der trieb zur sünde nicht! Lehr uns muthig ihn bekämpfen, Und die macht der lüste dämpfen! Steh uns in ver⸗ suchung bei, Und erhalt uns dir getreu! 7. Jesu, lehr auf dich uns schauen, Uns besieg die sünde nie. Laß dein beispiel uns erbauen! Stärke selbst uns wider sie! Ach, die absicht deiner schmerzen Präge tief in unsre herzen, Daß wir von der sünde rein, Heiligster, dir ähnlich sein! Mel. Ein lämmlein geht und trägt ꝛc. 310. Erbarm dich, herr! mein schwaches herz, Geneigt zu eitelkeiten, Läßt bald durch freude, bald durch schmerz Sich auf den2 MIsta We th . eddah LI i H Deine Mgfen, I El Vom thätigen Christenthum überhaupt. 475 den irrweg leiten. Gleich einem rohr, vom wind bewegt, Wankt auch, von leiden⸗ schaft erregt, Oft meine schwache seele. Wann komm ich zu der wahren ruh, Daß ich recht feste tritte thu Und nur das gute wähle? 2. Laß doch mein herz nicht fernerhin In seiner neigung wanken. Stärk meinen ungewissen sinn Zu festeren gedanken. Wenn von der lust zur eitelkeit Mich dei⸗ nes geistes kraft befreit, Wie will ich dir lobsingen! Mich ganz zu deinem dienst zu weihn, Soll stets mein ernster wille sein, Gieb dazu das vollbringen. 3. Auch wenn ich auf der tugend pfad, Bisweilen gleitend, walle, So unterstütze deine gnad Mich vor dem nahen falle. Wenn in mir böse lust aufsteigt, Und ich zum weichen bin geneigt, So lenke meinen willen; Erhebe meinen schwachen muth, Daß ich der leidenschaften wuth Durch dich, herr, möge stillen. 4. Mein gott, mein gott, gedenke nicht Der sünden meiner jugend. Wie hart schien mir oft meine pflicht: Wie rauh die bahn der tugend! Und doch trugst du mich 476 Zweite Abtheilung. mit geduld; Laß, vater, laß mich diese huld Nicht undankbar verachten. Dir fol⸗ gen, ist mein wahres heil: O laß michs, als mein bestes theil, Auch immerfort betrachten. 5. Ich bin ein mensch; du kennest mich. Wie schwach sind meine kräfte! Doch meine seele hofft auf dich; Du wirst zu dem ge⸗ schäfte Der heiligung mir kraft verleihn, Mein herz je mehr und mehr erneun, Vor dir gerecht zu leben. Ich aber will hier in der zeit Und einst in der vollkommenheit, Herr, deine kraft erheben. Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛe. 311. Ermuntre, seele, dich und sei Dem gott, der dich erschuf, getreu, Und folge dem gewissen; Nie wird es jemals dich gereun, Wenn du, unsträflich fromm zu sein, Dich redlich hast beflissen. 2. Gehorch nicht deinem fleisch und blut! Gehorche gott! gott meint es gut; Was er gebeut, ist segen. Er liebt uns men⸗ schen väterlich, Führt auf der bahn der tugend dich Dem höchsten heil entgegen. 3. Gott theilt dir seine stärke mit; Drum gehe stets mit festem schritt Fort auf 14 14˙4 I˙2 I 12 Ai üch ER In I MEest I Tchr HI de I0 Dehh HHm, heh l H OEEneh Vom thätigen Christenthum überhaupt. 477 der tugend pfade. Die lust verführt, die tugend nie; Und gott, dein gott, belohnet sie Mit segensreicher gnade. 4. Laß dir die schreckevolle pein Der sünde hell vor augen sein, Wenn sie dich lockt mit freuden. Gott kennt den quälen⸗ den verdruß, Der auf die sünde folgen muß, Und will sie dir verleiden. 5. Gott siehet jene ewge nacht, Wo sün⸗ der, die ihn hier verlacht, In tiefem jam⸗ mer schmachten. Gott kennt der tugend hohen werth, Und den hat jesus dich ge⸗ lehrt; Und den willst du verachten? 6. Nein, übe sie mit allem fleiß Zu deinem glück und gottes preiß: Er siehet dein bestreben, Und wird dir einst gewiß dafür, Nach treuem tugendlaufe hier, Der freuden fülle geben. ö Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 312. Gott! dir gefällt kein gottlos we⸗ sen; Wer bös ist, bleibet nicht vor dir, Drum laß von sünden mich genesen, Und schaff ein reines herz in mir; Ein herz, das sich vom sinn der welt Entfernt, und unbefleckt erhält. 478 Zweite Abtheilung. 2. Laß mich auf die begangnen sünden Mit inniger beschämung sehn; Durch chri⸗ stum vor dir gnade finden, Und auf dem weg der tugend gehn. Ich will forthin das unrecht scheun, Und deinem dienst mein leben weihn. 3. O stärke mich in dem gedanken! Gieb meinem vorsatz festigkeit; Und will mein schwaches herz je wanken, So hilf der unentschlossenheit! Wie viel vermag ich, gott, mit dir! Nimm deinen geist nur nicht von mir. 4. Gieb, daß er mir stets hülfe leiste, Und muth und kräfte mir verleih, Daß ich mit kindlich treuem geiste Dir bis zum tod ergeben sei: So sieg ich über sünd und welt, Und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus schwachheit fehle, Mein vater! so verwirf mich nicht. Ver⸗ birg nicht der betrübten seele, Wenn sie dich sucht, dein angesicht; Und mache in bekümmerniß Mein herz von deiner huld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen freuden, Schaff ein getreues herz in mir; Und stärke mich in freud und leiden, So halt N Wul RIII Vom thätigen Christenthum überhaupt. 479 ich mich, mein gott, zu dir, Bis nach vollbrachter übungszeit Der deinen erb— theil mich erfreut. Mel. O gott, du frommer gott ꝛc. 313. Herr, höre mein gebet, Und laß es dir gefallen! Es ist mein ganzer ernst, Auf deiner bahn zu wallen. Ergreife, leite, stärk Den schwachen, der dir fleht; Verwirf die bitte nicht, Die mir von her⸗ zen geht. 2. Du willst, daß ich mich treu In jeder tugend übe. Der glaube, den du wirkst, Soll fruchtbar durch die liebe, In wahrer heiligkeit, In guten werken sein; Drum will ich dir, mein gott, Mein ganzes leben weihn. 3. Dies will ich; und doch macht Die schwäche meiner seele, Und der versuchung reiz, Daß ich so oft noch fehle. Ich seh der tugend glück; Ich wünsche gut zu sein; Und doch giebts immer noch So vieles zu bereun. 4. Das siehst du, herr, mein gott, O sieh es mit erbarmen, Und reiche väterlich ö ö 25 Doch deine hand mir armen! Gieb meinem 3 geiste licht, Gieb meinem vorsatz kraft; 48⁰ Zweite Abtheilung. So kämpf ich glücklicher Mit welt und leidenschaft. 5. Eröffne den verstand, Stets heller einzusehen, Daß sünd uns elend macht, Daß wahres wohlergehen Und innrer friede nur Aus reinem herzen fließt; Daß du mit deiner huld Der freuden quelle bist. 6. Laß in versuchung mich Nicht zaghaft unterliegen; Ermuntre mich zum muth, Und hilf dem schwachen siegen! Mein auge laß allein Auf deine weisheit schaun, Mein herz dir folgsam sein, Und dann dir froh vertraun. 7. Ich bin ein pilger hier, Umringt von vielen sündern; Ihr beispiel könnte leicht Der tugend eifer hindern. Wenn der ver⸗ führung gift, Des leichtsinns frecher spott, Dem geist gefährlich wird, Dann steh mir bei, mein gott! 8. Bewahre mein gemüth, Daß mich, bis an mein ende, Die falsche fröhlichkeit Der sünder nie verblende. Ihr thöricht lachen wird Bald lange reu und pein; Laß diesen wechsel mir Doch ja vor augen sein. 9. So werd ich, herr, mein gott, Dir nicht umsonst vertrauen; Einst, wenn ich C I Het 4 W Hu HllE laube, Sei selig hier und dort. Vom thätigen Christenthum überhaupt. 481 treu dir bin, Der freuden fülle schauen. Und, wenn du ewig lohnst Für jede gute that, Frohlocken, daß mein herz Sich dir geheiligt hat. Mel. Herr Christ, der einge ꝛc. 314. Herr jesu, gnadensonne! Des wah⸗ ren lebens licht! Laß leben, licht und wonne, Die allen kummer bricht, Mein ganzes herz erfreuen, Und meinen geist erneuen. Dies glück versag mir nicht. 2. Vergieb mir meine sünden, Und laß mich, herr, durch dich Der gnade trost empfinden. Verleihe gnädiglich, Daß an ö 100 friedens gabe Mein herz stets antheil abe. O herr, erhöre mich. 3. Tilg ganz aus meiner seele Des alten menschen sinn, Daß ich, was du willst, wähle, Voll eifer mich forthin Treu deinem dienst ergebe, Und dir zu ehren lebe, Weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein erkenntniß In mir, meinseelenhort, Und öffne mein verständ⸗ niß Durch dein heilsames wort, Damit ich an dich glaube, Nichts böses mir er⸗ 31 Zweite Abtheilung. 5. Ach, zünde deine liebe In meiner seele an, Daß ich aus innerm triebe Dich ewig lieben kann, Und, dir zum wohlge⸗ fallen, Beständig möge wallen Auf rechter tugendbahn. 6. Du giebst den schwachen stärke. Ver⸗ leih auch mir die kraft Zu jedem guten werke, Die dein geist in uns schafft. Mein eigenes bestreben In diesem armen leben Ist viel zu mangelhaft. ö 7. Ich hoff auf deine gnade; Mich trö⸗ stet deine treu, Auf deinem guten pfade Mach immer mehr mich neu! Und daß ich deinen willen Aufrichtig mög erfüllen, So steh mir kräftig bei. Mel. Was mein gott will, das ꝛc. H — — — — D‚——— öR‚.lèꝗ᷑B S 2———3 ——— ꝙ2.....2.. 8——.—— 90 0 Vom thätigen Christenthum überhaupt. 483 ich, So stärke mich Bald wieder, fest zu stehen, Und stets dabei Mit wahrer treu Der tugend pfad zu gehen. ö 3. Laß glauben, lieb und hoffnung sich In meinem herzen mehren, So ist mir wohl und so kann ich Als wahrer christ dich ehren. Nimm dich auch dann Des leibes an, So lang ich hier noch walle: Damit dabei, Von kummer frei, Ich dir stets wohlgefalle. 4. Gieb, daß ich treu und fleißig sei In dem, was mir gebühret, Daß ich auch nicht durch heuchelei Und ehrgeiz werd ver⸗ führet; Ja, daß ich nicht Je meine pflicht Durch eigennutz entehre, Und nie durch neid, Haß, falschheit, streit, Des näch⸗ sten ruhe störe. 5. Steh du mir bei, daß mein gemüth Kein wilder grimm regiere, Daß ich viel⸗ mehr durch sanfte güt Auch selbst den hasser rühre. Vergeß ich mich, Daß hoffarth sich Will in der seele regen, So hilf du mir, Gebeugt vor dir, Der demuth schmuck anlegen. 6. Lehr mich auch, herr, enthaltsam⸗ keit, Und gieb ein rein gemüthe, Daß ich in dieser übungszeit Vor böser lust mich 48⁴ Zweite Abtheilung. hüte: Der lügen feind, Der wahrheit freund, Laß mich aufrichtig wandeln, Und jederzeit Nach billigkeit Mit meinem näch⸗ sten handeln. ö 7. Gieb, daß ich stets den müßiggang Mit wahrem abscheu fliehe; Daß ich dem nächsten lebenslang Zu dienen mich be⸗ mühe; Laß meinen fleiß Zu deinem preiß O gott, mir wohl gelingen, Und segne du Das, was ich thu, So wirds auch nutzen bringen. 8. Hilf, daß ich folge treuem rath, Von falscher meinung trete; Den armen helfe mit der that, Für freund und feind stets bete; Dien' jedermann, So viel ich kann, Und alles unrecht meide An allem ort, Nach deinem wort, Bis ich von hinnen scheide. Mel. Wenn mein stündlein ꝛc. 316. Ich bin ein christ; gott ist mein freund! In dieser hohen würde Steh ich, und fürchte keinen feind, Trag muthig meine bürde. Dies glück erfüll mit muth und kraft Mein herz in dieser pilgerschaft, Darin ich hier noch wandle. 2. Mein glaube steht und wanket nicht; Stark, fest ist er gegründet. Er stützet sich Aah Wehs, enn Wißi 190 AHAmt Midem 1 Mipch Mth, el nen m ind II IlIt I ö x isl D IfH Anit e Vom thätigen Christenthum überhaupt. 485 voll zuversicht Auf jesum christ, und findet Bei ihm kraft, rath, trost, ruh und heil, Und nimmt an allem segen theil, Den christus hat erworben. 3. Mich soll hinfort nicht eitelkeit, Nicht bitterkeit der leiden, Auch nicht ein schlaf der sicherheit Von gottes liebe scheiden. Was gott an meiner seele thut, Macht mir zum kampfe starken muth, Darinnen nicht zu weichen. 4. Was sind die leiden dieser zeit Doch gegen jene kronen, Womit gott in der herr⸗ lichkeit Die frommen will belohnen? Was ist die eitle lust der welt, Wenn man das glück dagegen hält, Das gott uns dort will schenken? 5. Mich soll auch nicht des todes macht Von gottes liebe scheiden. Er führt mich durch des grabes nacht Zu jenem licht der freuden, Darinnen ich, nach allem leid, Ihn seh in seiner herrlichkeit Und ewig mit ihm lebe. Mel. Ich hab in gottes herz ꝛc. oder: Das jesulein soll doch ꝛc. 317. Klag nicht, mein herz, wie schwer es sei, Hier als ein christ zu wandeln, Und Zweite Abtheilung. 486 täglich gottes willen treu, Zu denken und zu handeln. Wahr ists, die tugend kostet müh, Und sie besiegt die lüste, Doch, richte selbst, was wäre sie, Wenn sie nicht käm⸗ pfen müßte? 2. Die, die sich ihrer laster freun, Trifft die kein schmerz hienieden? Sie sind die sclaven eigner pein, Und haben keinen frie⸗ den. Der fromme, der die lüste dämpft, Hat oft auch seine leiden; Allein der schmerz, womit er kämpft, Verwandelt sich in freuden. 3. Des lasters bahn ist anfangs zwar Ein breiter weg durch auen: Allein sein fortgang wird gefahr, Sein ende nacht und grauen. Der tugend pfad ist anfangs steil, Läßt nichts als mühe blicken: Doch weiter fort führt er zum heil, Und endlich zum entzücken. 4. Was wär es, hätt uns gott vergönnt, Nach unsers fleisches willen, Wenn wol⸗ lust, neid und zorn entbrennt, Die lüste frei zu stillen; Ließ er den raub, den un⸗ dank zu, Den frevel, dich zu kränken, Den menschenhaß: was würdest du Von diesem gotte denkenꝰ 1I I N. H%-ἀ Rulg. ie NErt I A. e LI Vom thätigen Christenthum überhaupt. 487 5. Gott will, wir sollen glücklich sein! Drum gab er uns gesetze. Sie sind es, die das herz erfreun, Sie sind des lebens schätze. Er spricht zu uns durch den ver⸗ stand, Er spricht durch das gewissen, Was wir, geschöpfe seiner hand, Fliehn oder wählen müssen. 6. Ihm folgen, das ist weisheit nur, Und freiheit ists, dies wählen: Ein thier folgt trieben der natur, Ein mensch dem licht der seelen. Was ist des geistes eigen⸗ thum? Was sein beruf auf erden? Die tugend; was ihr lohn, ihr ruhm? Gott ewig ähnlich werden. 7. Lern nur geschmack am wort des herrn Und seiner gnade finden; Und übe dich, getreu und gern, Dein herz zu über⸗ winden. Wer kräfte hat, wird durch ge⸗ brauch Von gott noch mehr bekommen; Wer sie nicht brauchet, dem wird auch Das, was er hat, genommen. 8. Du streitest nicht durch eigne kraft; Drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, Das wollen und vollbringen. Wann gab ein vater einen stein Dem sohn, der brod begehrte? Bet 488 Zweite Abtheilung. oft! gott müßte gott nicht sein, Wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärket auf der tugend pfad Das beispiel selger geister; Ihn zeigte dir und ihn betrat Ja selbst dein herr und meister. Laß dich nur nie des frechen spott Auf die⸗ sem pfade hindern; Der wahre ruhm ist ruhm bei gott, Und nicht bei menschen⸗ kindern. 10. Sei stark, o seele, allezeit, Denk oft an deine bahre; Vergleiche mit der ewigkeit Den kampf so kurzer jahre. Das kleinod, das dein glaube hält, Wird neuen muth dir geben; Und kräfte der zukünft⸗ gen welt, Die werden ihn beleben. 11. Denk endlich zur beruhigung, Daß gott den schwachen duldet, Der bei dem ernst der heiligung Doch manches noch ver⸗ schuldet. Gott liebet herzens redlichkeit, Und sieht auf dein bestreben; Er ist ein 2550 der verzeiht, Und er hat lust zum eben. Mel. Jesu, deine tiefe wunden ꝛc. 318. Kommt und laßt euch jesum lehren! Kommt und lernet allzumal, Welche die sind, die gehören Zu der rechten christen⸗ II Hiit, ie R. —*.— —— 26.— —22 ́%— —— * — 4 2+ . D==... — Vom thätigen Christenthum überhaupt. 489 zahl! Die im glauben fest bestehn, Freu⸗ dig gottes wege gehn, Und den heiland frei bekennen, Dürfen sich die seinen nennen. 2. Selig, wer in demuth lebet, Seine schwachheit nie vergißt, Nie sich selbst mit stolz erhebet, Wenn er groß und glücklich ist. Gottes huld wird ihn erfreun, Und das himmelreich ist sein; Gott wird dort zu ehren setzen, Die sich hier geringe schätzen. 3. Selig ist, wer seine sünde Wehmuths⸗ voll vor gott bereut, Und, damit er ruhe finde, Sich vor neuen sünden scheut. Gott will ihm die schuld verzeihn, Kraft zum guten ihm verleihn, Und er soll schon hier auf erden, Und auch dort getröstet werden. 4. Selig ist, wer sanftmuth übet, Sei⸗ nem feinde niemals flucht, Seine fehler ihm vergiebet, Nie sich selbst zu rächen sucht, Ruhig seine pflicht vollbringt, Und sein eigen herz bezwingt. Gott wird selbst sich sein annehmen, Daß sich seine feinde schämen. 5. Selig, die mit ernst verlangen, Recht gesinnt und fromm zu sein: Die fest an dem guten hangen, Und sich ganz der tugend weihn; Deren herz nichts mehr begehrt, Als was gottes ruhm vermehrt. Gott 490 wird ihr verlangen stillen, Und den from⸗ men wunsch erfüllen. 6. Selig, wer der noth des armen Nie⸗ mals fühllos sich entzieht, Ihm aus zärt⸗ lichem erbarmen Wohlzuthun sich froh bemüht, Und wenn er um hülfe weint, Ihm mit hülf und trost erscheint. Dies er wird auch hülf empfangen, Und hüärmhr zigkeit erlangen. Zweite Abtheilung. 7. Selig sind, die sich bemühen, Züch⸗ tig, keusch und rein zu sein; Die der wol⸗ lust netze fliehen, Und der heiligkeit sich weihn. dem, was dem fleisch gefällt, standhaft widerstehen, Werden gottes ant⸗ litz sehen. 8. Selig, wer im frieden lebet; Wer die ruh und einigkeit Zu erhalten sich be⸗ strebet, Und wenn feindschaft, haß und streit Seiner brüder glück zerstört, Sie die pflicht der eintracht lehrt. Die des frie⸗ dens sich befleißen, Werden gottes kinder heißen. 9. Selig, die ums guten willen Leiden und sich dessen freun; Standhaft ihre pflicht erfüllen! Und der tugend müh nicht scheun. Die der lockung dieser un Und Treu und l II il ch Vom thätigen Christenthum überhaupt. 491 Gott steht ihnen mächtig bei, Und will sie für ihre treu Einst mit wonn' und sieges⸗ kronen Auf das herrlichste belohnen. 10. Herr, du wollest selbst mich leiten Auf der wahren tugendbahn, Daß ich die⸗ ser seligkeiten Hier und dort mich freuen kann. Gieb, daß ich demüthig sei, Meine schuld vor dir beren, Die gerechtigkeit stets liebe! Auch an feinden sanftmuth übe. II. Daß ich hülfreich mich gewöhne, Immer hab ein reines herz, Die in feind⸗ schaft stehn, versöhne, Dir anhang in freud und schmerz. Vater, hilf von deinem thron, Daß ich glaub an deinen sohn, Und, durch deines geistes stärke, Mich befleiße guter werke. Mel. Dir, dir, jehovah ꝛc. Rr. 8. 319. Laß mich, o herr, in allen dingen Auf deinen willen sehn, und dir mich weihn; Gieb selbst das wollen und voll⸗ bringen, Und laß mein herz dir ganz ge⸗ heiligt sein. Nimm meinen leib und geist zum opfer hin; Dein, herr, ist alles, was ich hab und bin. 2. Gieb meinem glauben muth und stärke, Laß ihn durch menschenliebe thätig 492 Zweite Abtheilung. sein, Daß man an seinen früchten merke, Er stärke mich in meiner wanderschaft, Und Er sei kein eitler traum und falscher schein. gebe mir zum kampf und siege kraft. 3. Laß mich, so lang ich hier soll leben, Auch an dem bösen tage sein vergnügt, Und deinem willen mich ergeben, Der mir zum besten alles weislich fügt. Gieb furcht und demuth, wenn du mich beglückst. Ge⸗ duld und trost, wenn du mir trübsal schickst. 4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen, So will ich einst, wenn ich den lauf voll⸗ bracht, Dir ewig dank und ehre bringen, Dir, der du alles hast so wohl gemacht. Dann werd ich heilig, rein, ganz dir ge⸗ weiht, Dein lob verkündigen in ewigkeit. Mel. O gott, du frommer gott ꝛc. 320. Mein vater und mein gott, Der du in diesem leben Die reine christuslehr Zum führer mir gegeben, Regiere doch mein herz Durch deinen guten geist, Daß ich stets folgsam sei Dem, was dein wort mich heißt. 2. Verleih, daß ich zuerst Nach deinem beifall trachte, Und kein vergänglich guth Mehr, als es werth ist, achte. Wer nach 2—— —— —— ———. 2——272.—.2— 2R67 t NHel — — — 1 Vom thätigen Christenthum überhaupt. 493 — Ahinn dem ewigen Mit rechtem eifer ringt, Em⸗ Vschai pfängt schon hier zum lohn, Was wahre i gzruhe bringt. . 3. Gieb, daß ich von der sünd Mich unbefleckt erhalte; Und daß in mir der trieb itn Zum guten nie erkalte. Hilf, daß ich .) immer wach, Im kampf des glaubens treu, Und in der hoffnung stark Und un⸗ beweglich sei. Ih„4. Gieb, daß ich als ein christ Mich . christo ähnlich zeige, Und folgsam mein gemüth Zu seiner lehre neige. Sein geist deth regiere mich, Und nicht der geist der welt; Il efallt. ich auf dem weg, Der dir, o herr, gefällt. 10 5. Hilf, daß ich dich, mein gott, Von 30 6. Nie müsse sich mein herz Des flei⸗ sches lust ergeben, Und nie dem schnöden uugeiz! Mein dir geweihtes leben Sei von betrug und neid, Von unbarmherzigkeit, u Von ungerechtem guth Und stolzem sinn 2 befreit. + N * 7 494 Zweite Abtheilung. 7. Will deine hand mich hier Auf rauhe 5 wege leiten: So unterstütze mich, Wenn n meine tritte gleiten. Laß mich in aller noch Auf deine hülfe baun, Und auch, wenn sie verzeucht, Dir doch getrost vertraun. 8. Erlöse endlich mich Von allen meinen nh leiden; Und ist die stunde da, Aus dieser sh +. welt zu scheiden: O vater, so verlaß, Wenn hi meine hütte bricht, Mich sterbenden mit trost Und froher hoffnung nicht. 112 In bekannter Melodie. ö 321. O gott, du frommer gott, Du ih quelle aller gaben, Ohn den nichts ist, was h ist, Von dem wir alles haben; Gesunden sih leib gieb mir, Und daß in solchem leib Ein i unverletzte seel Und rein gewissen bleib. s 2. Gieb, daß ich thu mit fleiß, Was I mir zu thun gebühret; Wozu mich dein uh befehl In meinem stande führet; Gieb, za daß ichs jedesmal Thu, wann und wie ich n soll, Und so gerathe mirs Durch deinen! segen wohl.. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich um käann bestehen. Laß kein unnützes wort sufs⸗ Aus meinem munde gehen; Und wenn jy nach meiner pflicht Ich reden soll und muß, iss — 2*22—**———— 2 Vom thätigen Christenthum überhaupt. 495 So gieb den worten kraft Und nachdruck ohn verdruß. 4. Find sich gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen; Gieb einen frohen muth Und trost in leidenstagen. Gieb, daß ich meine feind' Durch sanftmuth überwind; Und sende hülf und rath, Wenn sie mir nöthig sind. 5. Laß mich mit jedermann In fried und eintracht leben, So weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben An reich⸗ thum, ehr und glück: So gieb auch dies dabei, Daß ich nicht ungerecht, Nicht stolz, nicht sicher sei. 6. Soll ich in dieser welt Mein leben höher bringen, Und unter mancher last Hindurch ins alter dringen: So gieb, daß ich auch stets Ein frommes herz bewahr, banz ich tragen mag Mit ehren graues aar. 7. Laß mich auf christi tod Einst froh von hinnen scheiden, Die seele nimm zu dir Hinauf zu deinen freuden! Es ruhe sauft der leib In seiner stillen gruft, Bis 1 dein allmachtswort Ins neue leben ruft. ** Æ. 2————— ———.—. 496 Zweite Abtheilung. 8. Wenn alle todten dann Auf dein ge⸗ bot erwachen, So wird auch meinen staub Dein ruf lebendig machen: Dann führe mich verklärt In deinen himmel ein, Und laß mich selig dort Mit allen frommen sein. Mel. Ein lämmlein geht und ꝛc. 322. Was hilft es mir, ein christ zu sein, Wenn ich nicht christlich lebe, Und heilig, fromm, gerecht und rein Zu wan⸗ deln mich bestrebe? Wenn ich dem seligen beruf, Zu welchem mich mein gott erschuf, Nicht würdig mich beweise, Und den, der Il mich erlöset hat, In worten blos, nicht durch die that Und gute werke preise? .——— —— 2. Was hilft der glaub an jesum christ, a Den ich im munde führe, Wenn nicht mein herz rechtschaffen ist, Und ich die frucht verliere; Wenn mich die eitelkeit der welt Mit ihrer lust gefangen hält, Ich ihre fesseln liebe, Und, fühlbar für der sünde reiz, Zorn, hoffarth, fleischeslüste, geiz, In werk und thaten übe? 3. Weit strafenswürdger bin ich dann, Ich, der ich christum kenne, Weiß, was er einst für mich gethan, Ihn herrn und heiland nenne, Als der, der in der finster⸗ — — .. — — 2—. *4 —— Vom thätigen Christenthum überhaupt. 497 niß Des irrthums tappt, noch ungewiß, Ob er auch richtig wandle. Was nützt mir seines wortes licht, Was hilft mir aller unterricht, Wenn ich nicht darnach handle? 4. Und woher nehm ich trost und ruh, Wenn leiden mich umgeben, Und meine % Hia sünden noch dazu Mir dann vor augen schweben? Was hilft mir in der letzten Thnoth, Wenn sich der schauervolle tod Mir Hn zeigt mit seinen schrecken, Und mein gewis⸗ gte sen wachet auf, Von meinem ganzen lebens⸗ lauf Die schuld mir aufzudecken? 5. Weh mir, was hilft es mir einst dort, h Erweckt aus meinem grabe, Daß ich an christum und sein wort Zum schein geglau⸗ ih bet habe, Wenn keine fromme gute that Mein leben hier bezeichnet hat, Den glau⸗ ben zu bestärken? Denn meine ganze selig⸗ keit Wirkt glaube und rechtschaffenheit,‚ %% Der glaub' in guten werken. 6. Gott, dieser hoffnung werth zu sein, Hilf, daß ich christlich lebe, Und vor dir hheilig, fromm und rein Zu wandeln mich bestrebe, Gieb mir erkenntniß, kraft und muth, Damit ich welt und fleisch und blut Im glauben überwinde, Und dann, nach 498 Zweite Abtheilung. wohldurchlebter zeit, Den lohn in jener ewigkeit Um christi willen finde. Mel. O gott, du frommer gott ꝛe. 323. Wer kann doch, großer gott, Dich n würdig gnug erheben? Du gabst der gan⸗ heh zen welt Bewegung, kraft und leben. Der geister zahllos heer, Die ganze körperwelt n Hat deine hand gemacht, Die jetzt noch 4 2. Du schufst(ich dank es dir!) Auch I mich zu deiner ehre, Und wolltest, gütig⸗ ster, Daß ich dein bildniß wäre. Darum shr. hast du den geist, Der in mir lebt und s denkt, Mir zur unsterblichkeit Aus deiner huld geschenkt. W 3. O welch ein großes ziel, Dazu du, untz gott, mich schufest! Wie herrlich ist das nspn theil, Dazu du mich berufest! Dir, höch⸗Tß ster, ähnlich sein, Vollkommen sein, wie hiinz du. O wohl mir, wenn ichs bin! Hilf du mir selbst dazu. ⁰ 4. Laß dieses große ziel Mir stets vor Augen schweben: Des herzens größter su wunsch, Mein eifrigstes bestreben In[U allem meinem thun Sei dies, o gott, gütt ty ᷑lcher ** Ii Vom thätigen Christenthum überhaupt. 499 allein, Mit ernst je mehr und mehr, Wie du, gesinnt zu sein. 5. Du bist der wahrheit freund, Laß mich auch wahrheit lieben; Mit unverdroß⸗ nem fleiß In allem dem mich üben, Was mich zur weisheit führt, Zur weisheit, die dich ehrt, Und allem beifall giebt, Was uns dein wille lehrt. 6. Laß deine heiligkeit Mich stets zum muster nehmen. Hilf mir die sünde fliehn, Des fleisches lüste zähmen, Nur das, was recht ist, thun, Des guten mich erfreun, Und dem, ders üben will, Auch gern be⸗ AI hülflich sein. 7. Gieb, daß ich so, wie du, Ein freund der menschen werde, Dem wohlthun freude macht, Der kummer und beschwerde Dem h nächsten gern erspart, Sein leben ihm versüßt, Und, wo er helfen kann, Zum helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, O gott, von diesem ziele. Du weißt, was mir u noch fehlt; Und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch Im guten ähnlich bin. Au O bilde du mich ganz Nach dir und dei⸗ nem sinn. 32 500 Zweite Abtheilung. 9. Beglückt ist nur alsdann Mein lebens⸗ lauf auf erden, Wenn ich dir immer mehr Schon hier kann ähnlich werden. Dann werd ich ewig auch Mit dir vereinigt sein, Und mich ohn unterlaß, Gott, deiner güte freun. ltk 4) Von der Erkenntniß Gottes. Mel. Vom himmel hoch, da ꝛc. oder: Wo gott zum haus nicht ꝛc. I 324. Gott, heilig sei dein nam' und recht M Dem ganzen menschlichen geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, Im geist und Y, in der wahrheit an! 2. Verbreite deines wortes schall, Wie deine werke, überall, Daß alle lernen, in wer du seist, Der allerhöchst und beste geist. 3. Durch jesum christ, den du gesandt, Werd immer mehr der welt bekannt, Daß du stets unser vater bist, Und er der völker heiland ist. 4. Lehr uns doch deinen rath verstehn, Gehorsam deine wege gehn. Durch deines wortes licht und kraft Mach gläubig uns und tugendhaft. 5. Durch wahrheit dämpfe jeden wahn; Erleucht uns allen unsre bahn. Das laster —— DE —— —— — —— MD‚I— hh NDDon Eih Glh Von der Erkenntniß Gottes. 501 tilg aus unsrer brust, Und tödt in uns die böse lust. 6. So preiset deine christenheit, Herr, deinen namen in der zeit; Sie ist und bleibt dein eigenthum Und ihre thaten sind dein ruhm. 7. Du sättigst sie mit seligkeit, Von nun an bis in ewigkeit, Und ewig ist ihr from⸗ mer dank, Herr, deiner gnade lobgesang. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛe. 325. Mein gott, du wohnest zwar im lichte, Dahin kein sterblich auge dringt, Doch giebst du uns zum unterrichte Dein wort, das uns erkenntniß bringt, Was du, o allerhöchster bist; Was mit uns deine absicht ist. 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, Als auf ein licht im dunkeln ort; Und wenn ich ernstlich es betrachte, So hilf selbst mei⸗ nem forschen fort. Für deiner wahrheit Lin. schein Laß aug und herz stets offen ein. 3. Hilf, daß ich deinem worte glaube, an Das mich macht klug und tugendhaft, ε Damit kein falscher wahn mir raube, Was 502 Zweite Abtheilung. mir ein ewges heil verschafft. Kein spöt⸗ tergeist verführe mich; Kein zweifel sei mir hinderlich. 4. Das ist der weg zum ewgen leben, Daß wir, o vater, dich und den, Den du zum heil uns hast gegeben, Erkennen, lieben und erhöhn. O führe du auf dieser bahn Mich auch zu diesem glücke an. 5. Vor allem gieb, daß stets lebendig Bei mir, gott, dein erkenntniß sei, Und daß ich dir darnach beständig Lieb, ehr⸗ furcht und gehorsam weih. Gieb, daß ich thu mit allem fleiß, Was ich von deinem willen weiß. 6. Was hilft das richtigste erkenntniß,‚ Wenns nicht zu deiner liebe treibt? Was nützt ein aufgeklärt verständniß, Wenn doch das herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der wahrheit treu, Und daß mein glaube thätig sei. 7. Laß dein erkenntniß mir im leiden Die quelle wahren trostes sein; Um mich, wenn leib und seele scheiden, Des beßren lebens zu erfreun. Da irr und wank ich weiter nicht, Und sehe dich im hellern licht. ö ö W E. ild hh 0 Von der Erkenntniß Gottes. 503 Mel. Lobt gott, ihr christen ꝛc. oder: Run danket all und ꝛc. Nr. 3. 326. Wie selig bin ich, wenn mein geist Hinauf zu gott sich schwingt, Und wenn er seinen schöpfer preist, Der engel werk voll⸗ bringt. ½ 2. Wer gleicht ihm, wer ist so ge⸗ schmückt Mit herrlichkeit und licht? Wie I herrlich ist er; wen entzückt Sein werk, die schöpfung, nicht?, 3. Ein voller strom von freude quillt Aus seiner güt und kraft; Denn er ist 0 selig, und erfüllt Mit freuden, was er schafft. 7 4. Er schuf die welt, das werk der zeit, % Um nicht für sich allein In grenzenloser Hewigkeit Der selige zu sein.:, 5. Er spricht ein wort, und schnell um⸗ ringt Den seligen ein heer, Das selig ist 418 ihm lobsingt, Das niemand zählt, als er. 1½• „6. So will es der, der mich erschuf; Auch ich soll selig sein. Heil, seele dir! denn dein beruf Ist, gottes dich zu freun. 7. Noch siehst du, als im widerschein Den unaussprechlichen; Einst wirst du 50⁴4 Zweite Abtheilung. größern lichts dich freun, Und ihn viel hel⸗ ler sehn. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 327. Wo find ich gott, den meine seele Weit über alles schätzt und liebt? Gott, den ich mir zum freunde wähle, Und der allein mir freude giebt? Wann kommt die zeit, da gott, mein freund, Sich völliger mit mir vereint? 2. Wie wollt ich meinen gott nicht preisen, Wenn ich ihn sähe, wie er ist! Zwar deine werke, herr, beweisen, Wie unaussprechlich groß du bist. Wie glän⸗ zen sie! doch zeigt ihr glanz Mir deine herrlichkeit nicht ganz. 3. Ich sehe dich hier nur im spiegel, Und bete dich in schwachheit an; Ach, hätte meine seele flügel, Sich dir, mein schöpfer, mehr zu nahn! Wie würde sie sich deiner freun! Wie selig, wie verherrlicht sein! 4. Dürft ich am fuße deines thrones Mit deinen engeln dich erhöhn; Könnt ich im antlitz deines sohnes, Wie deine seli⸗ gen dich sehn: Ich, der ich jetzt schwach 100 6 kann, Welch hohes loblied stimmt ich an! —.——— —].—— ——κἀ— ͤ.»gm ⁊—— — —— — — — — Von der Erkenntniß Gottes. 50⁵5 5. Mir macht zwar jedes deiner werke Mehr, als ich rühmen kann, bekannt; Es zeigt mir deiner allmacht stärke, Und dei⸗ nen weisesten verstand, Und gnade, die das größte lob, Zu schwach, nie würdig gnug erhob. 6. Noch heller scheint von allen seiten In deinem worte, gott, dein licht; Doch blendwerk schnöder eitelkeiten Verdunkelt da oft mein gesicht. Drum gieb mir dei⸗ nen guten geist, Der mich dadurch recht unterweist. 7. Zwar, wenn in meinen finsternissen Er auch mein blödes aug' erhellt; Was lern ich, gott, von dir? mein wissen Bleibt immer stückwerk in der welt. Ich suche dich und forsche nach, Und bleibe, dich zu sehn, zu schwach. 8. Doch hört ich nur auf deine stimme In deinem worte, hört ich nur, Wie du verdienest, auf die stimme Der dir lobsin⸗ genden natur: So lernt ich hier schon, gott, allein Mich deiner herrlichkeit erfreun. 9. Wie feurig würd ich dann dich lieben! Mit welchem eifer würd ich mich Dir, vater, zu gefallen üben! Wie selig würd 506 Zweite Abtheilung. ich blos durch dich! Nun aber täuscht oft meinen geist, Gleich kindern, tand, wenn er nur gleißt. 10. Welch elend! vater, ich empfinde Mein elend; zeuch mich mehr zu dir! Ent⸗ kräfte ganz die macht der sünde; Dein geist der weisheit wohn in mir, Damit ich vor der täuscherei Der sünde stets gesichert sei. II. Gieb, daß dein geist durch deine wahrheit Mein leben leite, bis ich dort Dich näher seh, und mit mehr klarheit, Als hier an diesem prüfungsort. Ich, der ich hier nur stammeln kann, Erhebe wür⸗ diger dich dann. 5) Von der Furcht Gottes. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. 4. 328. Dich, höchster, ehrerbietig scheuen, Ist unser glück und unsre pflicht. Kein mensch kann deiner huld sich freuen, Scheut er dein heilig auge nicht. Drum flöße, um mich dein zu freun, Mir wahre kindesehr⸗ furcht ein. 2. Sie leite mich auf meinen wegen; Sie sei mir weisheit und verstand, Und treibe Von der Furcht Gottes. 507 mich, das abzulegen, Was ich als unrecht hab erkannt. Denn wer noch lust zur sünde hat, Ehrt wahrlich dich nicht in der that. 3. Gieb, daß ich stets zu herzen nehme, Daß du allgegenwärtig bist, Und das vor dir zu thun mich schäme, Was dir, mein gott, zuwider ist. Der beifall einer gan⸗ fall welt Hilft dem ja nichts, der dir miß⸗ ällt. 4. Nie laß mich dein gericht vergessen, Mich nie mit sündern sündlich freun; Nie muthlos, doch auch nie vermessen Und stolz in deinem dienste sein: Nie führe mich zur sicherheit Der reichthum deiner gütigkeit. 5. Laß mich mit weiser vorsicht fliehen, Was mich zu sünden reizen kann, Mich um ein reines herz bemühen, Und nimm dich meiner hülfreich an: So komm ich in der gnadenzeit Durch dich zur wahren seligkeit. 6. Erhalt in mir ein gut gewissen, Das weder spott noch trübsal scheu, Und mache von den hindernissen Der wahren tugend selbst mich frei. Nie störe furcht und lust der welt Mich, das zu thun, was dir gefällt. 508 Zweite Abtheilung. 7. Mit ehrfurcht laß mich vor dir wan⸗ deln, Und stets, ich sei auch, wo ich sei, Nach deiner vorschrift redlich handeln, Ent— fernt von aller heuchelei. Wer dich von herzen liebt und ehrt, Nur der ist dir, o vater, werth. 8. In deiner gnade laß mich sterben, So schreckt mich weder tod noch grab; So werd ich jenes leben erben, Dazu dein sohn sich für mich gab. Da werd ich dein mich ewig freun, Und völlig durch dich selig sein. Mel. Es ist gewißlich an der zeit ꝛc. 329. Laß doch in meines herzens grund Gott! deine furcht stets wohnen! So werd ich auch mit meinem mund, Herr! deine ehre schonen, Und nicht durch fluchen sie entehr'n, Nicht aus gewohntem leichtsinn schwör'n, Nie deinen namen lästern. Groß, majestätisch bist du, herr, Im himmel und auf erden Soll deines großen namens ehr Tief angebetet werden. Wer deines namens heiligkeit Durch lästrung, fluch und schwur entweiht, Den treffen deine strafen. 3. O wehe dem verwegnen mund, Der gerne flucht und schwöret! Der macht den Von der Furcht Gottes. größten leichtsinn kund, Der so dich, herr, entehret. Wer oft so schwöret, sündigt oft, Und wird von dir wohl unverhofft Zur strafe hingeraffet. 4. Herr, laß voll ehrerbietigkeit Uns deiner stets gedenken. Wer dich, den höch⸗ sten, kindlich scheut, Wird seine zunge lenken, Daß sie sich nicht zum fluch und schwur, Zu deiner ehr, zum guten nur, Nach deinem willen rege. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 330. Willst du der weisheit quelle ken⸗ nen? Es ist die furcht vor gott, dem herrn. Nur der ist weis' und klug zu nen⸗ nen, Der alle seine pflichten gern, Weil gott sie ihm gebeut, vollbringt, Wenn gleich dazu kein mensch ihn zwingt. 2. Lern gottes größe recht empfinden, Und fühle deine nichtigkeit, So wirst du nie dich unterwinden, Mit thörichter ver⸗ wegenheit Zu tadeln, was sein rath be⸗ schließt, Der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den höchsten kindlich scheuen; So wird dir keine pflicht zur last: Nur das wirst du vor ihm bereuen, Daß du sie oft 509 510 Zweite Abtheilung. versäumet hast. Wer gott als zeugen vor sich hat, Der freut sich jeder guten that. 4. Wenn nacht und dunkelheit dich decken, Die dem verbrecher muth verleihn, Wird dich die furcht des herrn erwecken, Auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Denk nur: vor seinem angesicht Ist finster⸗ niß wie mittagslicht. 5. Den höchsten öffentlich verehren, So⸗ wohl als in der einsamkeit; Auf des ge⸗ wissens stimme hören, Und willig thun, was sie gebeut: Auch das lehrt dich die furcht des herrn; Auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läßt dich der thor verachtung merken, Wenn du dich fromm von ihm entfernst: Die furcht des höchsten wird dich stärken, Daß du dich selbst recht schätzen lernst. Wer gott, dem höchsten, wohlgefällt, Ist glücklich, selbst beim spott der welt. 7. Sich stets vor dem allmächt'gen scheuen, Giebt heldenmuth und tapferkeit, Wenn uns der menschen stolzes dräuen, Was gott mißfällt, zu thun gebeut. Ist gott mein schutz, mein heil und licht So beb ich vor den menschen nicht. Von der Liebe und Treue gegen Gott. 511 8. Laß deine furcht, gott, mich regieren, Auf dich, den höchsten, stets zu sehn; Laß sie mich zu der weisheit führen; So werd ich niemals irre gehn. Wohl dem, der dich stets kindlich scheut; Dich fürchten, gott, ist seligkeit. 6) Von der Liebe und Treue gegen Gott. Mel. Aus meines herzens grunde ꝛe. 331. An dich, mein gott, zu denken, Ist pflicht und trost für mich. Wenn sorg und gram mich kränken, So sieht mein aug auf dich. Dann mindert sich mein schmerz, Dann fliehn die bangen sorgen, Wie nebel vor dem morgen, Und ruh erfüllt mein herz. 2. Denk ich an deine liebe, Wie werd ich dann erfreut! Dann fühl ich neue triebe Zur dankbeflissenheit, Mein herz dir ganz zu weihn, Dich freudig zu erheben, Zur ehre dir zu leben, Vor sünden mich zu scheun. 3. Du gabst mir aus erbarmen Den sohn, Der für mich starb, Und großmuths⸗ voll mir armen Die seligkeit erwarb. O welch ein glück ist mein! Gott, wenn ich dies erwäge, Wie wird mein herz so rege, Dir ewig treu zu sein! 512 Zweite Abtheilung. 4. Mit hoffendem gemüthe Denk ich an deine treu, Und harre deiner güte; Sie ist mir täglich neu. Du unterstützest mich; Auch wenn ich schweiß vergieße, Wird mir die arbeit süße, Seh ich dabei auf dich. 5. Wie gut ists, dein zu denken! Die welt mag immerhin Ihr herz aufs böse lenken, Wie schlecht ist ihr gewinn! Ich halte mich zu gott; Dies bringt mir wahre freude, Dies stärkt mich, wenn ich leide, Und ist mein trost im tod. ö 6. Drum will ich an gott denken, So lang ich denken kann. Wird man ins grab mich senken, So geh ich zwar die bahn: Da mich die welt vergißt; Doch du, herr, denkst noch meiner, Wenn auch auf erden keiner Mein eingedenk mehr ist. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 332. Du, vater deiner menschenkinder, Der du die liebe selber bist, Und dessen herz auch gegen sünder Noch gütig und voll mit⸗ leid ist: Laß mich von ganzem herzen dein, Laß michs mit allen kräften sein! 2. Gieb, daß ich als dein kind dich liebe, Da du mich als ein vater liebst, Und so gesinnt zu sein mich übe, Wie du mir dazu ID. ö I Wh WHH n EUt Von der Liebe und Treue gegen Gott. 513 vorschrist giebst; Was dir gefällt, gefall auch mir, Nichts scheide mich, mein gott, von dir. 3. Bewahre mich durch deine liebe, Wenn böses beispiel mich verführt, Und gieb, daß ich verläugnung übe, Wenn sinnenlust zu sehr mich rührt, Wie? sollt ich je die krea⸗ tur Dir vorziehn, schöpfer der natur? 4. Laß mich um deiner liebe willen Gern thun, was mir dein wort gebeut. Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, So sieh ½%%½/ auf meine willigkeit; Und rechne mir, nach 4h deiner huld, Die schwachheit, vater, nicht 1½% zur schuld. N5. Der liebt dich nicht, der noch mit freu⸗ „* I ft den Das thut, was dir, o gott, mißfällt; Drum laß es mich mit ernst vermeiden, Gefiel es auch der ganzen welt. Die t kleinste sünde selbst zu scheun, Laß, vater, .. Müse mich behutsam sein. 1H 6. Aus lieb zu dir will ich auch leiden, EA Was mir dein weiser rath bestimmt. Du führst durch trübsal auch zu freuden, Und wer sie willig übernimmt, Geduldig trägt ö* und weislich nützt, Wird mächtig von dir .. I. nterstützt. — 514 Zweite Abtheilung. 7. In deiner liebe laß mich sterben, So ist selbst sterben mein gewinn; So werd ich deinen himmel erben, Wo ich ganz frei vom übel bin. Da werd ich einmal völlig rein, Dich lieben und ganz selig sein. Mel. Alle menschen müssen sterben ꝛc. 333. Quelle der vollkommenheiten, Gott, mein gott, wie lieb ich dich, Und mit wel⸗ chen seligkeiten Sättigt deine liebe mich! Seel und leib mag mir verschmachten: Hab ich dich, will ichs nicht achten, Mir soll deine lieb allein Mehr als erd und himmel sein. 2. Denk ich recht an deine güte, Wie frohlockt mein herz in mir! Mit dem fro⸗ hesten gemüthe Seh ich sie, und danke dir. Jeder blick auf deine werke, Deine güte, deine stärke, Wie entledigt er mein herz Von bekümmerniß und schmerz. 3. Floß aus deiner segensfülle Mir nicht so viel gutes zu? Daß ich ward, das war dein wille; Daß ich noch bin, das machst du. Daß ich denke, daß ich wähle, Dafür dankt dir meine seele; Dankt dir, daß sie dich erkennt, Und dich ihren vater nennt. —— —— ..——7 ——— —=—=—:— W I.I — .—.—.. —— IIH. —— — — 2 —. — &X& Von der Liebe und Treue gegen Gott. 515 4. Du erlösest vom verderben Mich durch deinen sohn, o gott; Ließest den ge⸗ rechten sterben, Mir zum leben ward sein tod: Dadurch hast du mir gegeben, Ewig dort mit ihm zu leben, Ewig deiner mich zu freun, Und von dir geliebt zu sein. 5. Sollt ich den nicht wieder lieben, Der mir so viel gutes giebt? Und mit mehr als vatertrieben So unendlich mich geliebt? Könnt ich ruhig hier auf erden, Ohne dich zu lieben, werden; Ohne dies nach dieser zeit Würdig sein der seligkeit? 6. Heil mir, daß ich es empfinde, Wie so liebenswerth du bist! Daß mein herz in vom haß der sünde Inniglich durchdrungen ist; Daß auf dein gebot ich achte, Und es zu erfüllen trachte. Heil mir! du verbir⸗ gest nicht Einst vor mir dein angesicht. 7. Noch lieb ich dich unvollkommen; Meine seel erkennt es wohl. Dort, im vaterland der frommen, Lieb ich dich, herr, wie ich soll. Ganz werd ich dort deinen willen Kennen, ehren, und erfüllen, Und empfahn an deinem thron Der vollkomm⸗ nen liebe lohn. 516 Zweite Abtheilung. 7) Von der Freude an Gott. Mel. Christus, der uns selig ꝛc. 334. Deines gottes freue dich, Dank ihm, meine seele! Sorget er nicht väter⸗ lich, Daß dir glück nicht fehle? Schützt dich seine vorsicht nicht, Wenn gefahren dräuen? Ists nicht seligkeit und pflicht, Seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein gott, ich hab an dir, Was mein herz begehret; Einen vater, welcher mir, Was mir nützt, gewähret: Der mich durch sein göttlich wort Hier zum guten lenket, Und mit himmelswonne dort Meine seele tränket. 3. Wenn ich dich, mein herr und gott, Kindlich ehr und liebe, Wenn ich redlich dein gebot Und mit freuden übe: O wie ist mir dann so wohl! Wie ist mein gemü⸗ the Seliger empfindung voll, Voll von deiner güte! 4. Dann darf ich mit zuversicht Nach dem himmel blicken; Meine leiden acht ich nicht, Wie sie mich auch drücken. Hoff⸗ nung und zufriedenheit Wohnen mir im herzen, Trösten und erhöhn mich weit Ueber alle schmerzen. Hlhh Von der Freude an Gott. 517 5. Du bist mein: so jauchz ich dann: Wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann: Mein ist deine gnade; Dir ist meine wohlfahrt werth! Der du mir das leben Schenktest, wirst auch, was mich nährt Und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem rath In die welt gekommen. Alle meine missethat Hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, Glaub an seine leiden; Folg ihm treu⸗ lich und so kann Nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du trost der sterblichkeit, Heil des bessern lebens, Himmlische vollkom⸗ menheit, Such ich nicht vergebens! Wenn mein lauf vollendet ist, Und vollbracht mein leiden, Ruft mein mittler, jesus christ, Mich zu seinen freuden. 8. Meine lust an dir, mein gott, Wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der tod, Er wird sie nicht stören; Willig werd ich mein gebein Der verwesung geben, Denn sie macht mich frei von pein, Führt zum neuen leben. 9. Gieb mir nur, so lang ich hier In der fremde walle, Das bewußtsein, daß ich dir, Herr, mein gott, gefalle! Diese sanfte 518 Zweite Abtheilung. freudigkeit, Die ich zu dir habe, Sei mein heil in dieser zeit, Und mein trost am grabe. 10. Laß die lust zur sünde nie Dieses heil mir rauben! Rüste selbst mich wider sie, Stärke meinen glauben: Gieb mir deinen geist, der mich Und mein thun re⸗ giere, Daß ich mein vertraun auf dich Ewig nicht verliere. Mel. Was mein gott will, das ꝛc. oder: Das jesulein soll doch ꝛe. 335. Hier ist mein herz, herr, nimm es hin, Dir sei es ganz ergeben. Was hat die seele für gewinn Vom schnöden sünden⸗ leben? Der sünden tand Hat nicht bestand, Und statt den geist zu nähren, Füllt er das herz Mit reu und schmerz: Wie sollt ichs so beschweren? 2. Nur du, gott, bist das höchste gut; Nach dir steht mein verlangen. Erfülle mich mit kraft und muth, Allein dir anzu⸗ hangen. O, hätt ich doch Dein sanftes joch Allzeit auf mich genommen! So wär auch ich Schon längst durch dich Zur wah⸗ ren ruh gekommen. 3. Kann auch das größte glück der welt Das herz vor kummer schützen? Kann es, Von der Freude an Gott. 519 wenn trübsal uns befällt, Mit trost uns unterstützen? Sein glanz verschwind't Wie rauch vom wind, Und schnell fliehn seine freuden; Nur deine treu Wird täglich neu, Und giebt auch ruh im leiden. 4. Wer dich zu seinem trost erwählt, Sein herz zum guten neiget, Das arge haßt, und wenn er fehlt, Sich gläubig vor dir beuget: Der schmeckt schon hier, Erfreut in dir, Der seele wahren frieden; Und volles heil Ist einst das theil, Das du ihm hast beschieden. 5. Wie thöricht irrt ich doch umher! Fern von dem sinn des christen, Sucht ich, an wahrer freude leer, Ruh in der erde lüsten. Welch ein betrug! Es sei genug, Mich so getäuscht zu haben. Richt meinen sinn, O gott, forthin Nach wünschens⸗ würdgern gaben! ů 6. Hilf, daß ich mein gemüth zu dir In andacht oft erhebe, Und mit der eif⸗ rigsten begier Nach deiner gnade strebe; Dir folgsam sei, Und dein mich freu, Du meiner seele leben! Denn, gott, nur du —— wahre ruh Und trost dem herzen geben. 520 Zweite Abtheilung. 7. Bei dir ist bis in ewigkeit Der reinsten freuden fülle, Des wohlseins größte sicher⸗ heit, Vollkommne ruh und stille. Nie reize mehr Lust, geld und ehr, Zur sünde mein verlangen! Bis in den tod Soll dir, mein M gott, Getrost mein herz anhangen. Mel. In dich hab ich gehoffet ꝛc. 336. Ich freue mich, mein gott, in dir, Du bist mein trost, und was kann mir In deiner liebe fehlen? Du, herr, bist mein, Und ich bin dein; Was mangelt meiner seelen? 2. Du hast mich von der welt erwählt, Und deinen kindern zugezählt; Nie wirst du mein vergessen! Du liebst mein wohl, Hast gnadenvoll Mein glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit geduld, Vergiebst durch christum mir die schuld, Wenn ich aus schwachheit fehle. An sei⸗ nem heil Hab ich auch theil: Dies tröstet meine seele. 4. An dir hab ich den treuen freund, Der es aufs beste mit mir meint; Wo find in deines gleichen? Du stehst mir bei, Und bleibst mir treu, Wenn berg und hügel weichen. I 0%D i1H Z A EI W Rhesset Han T MI I I h ihltl LII 1 Hlich HII h eil Von der Freude an Gott. 521 5. In finsterniß bist du mein licht, Er⸗ freust mein herz; drum acht ich nicht Zu sehr das gut der erde. Denn ohne dich Ist nichts für mich, Das einst zum trost mir werde. 6. Du bist mein allerhöchstes gut; Du stärkst im leiden meinen muth; Durch dich muß mirs gelingen; Selbst was mich kränkt, Das muß, gelenkt Von dir, mir segen bringen. 7. Und schließ ich dann einst meinen lauf, So nimmst du mich zu dir hinauf, Zu deines himmels freuden! Und da vergißt Der selge christ, Des lebens längste leiden. 8. Zwar hats kein menschlich ohr ge— hört, Was uns dein himmel einst gewährt, Doch seh ich's schon im glauben! Voll⸗ kommnes heil Ist da mein theil; Und nie⸗ mand wird mir's rauben. 8) Vom Gehorsam gegen Gott. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. 4. 337. Gehorsam ist die beste gabe, Die man, o gott, dir bringen kann; Wenn ich sie dir geopfert habe, Welch ruh und freud 52² Zweite Abtheilung. empfind ich dann! Nur muß ich, dir zum preiß und dank, Aus liebe folgen, nicht aus zwang. 2 88 2. Mein heiland ist mir vorgegangen, Er thate deinen willen gern; Will ich des christen ruhm erlangen, Und ihm gefal⸗ len, meinem herrn: So muß auch ich von lastern rein, Gleich ihm, zum guten willig sein. 3. Laß deine heiligen gesetze Mir immer vor den augen sein, Und gieb, daß ich sie nie verletze; Stets fürchte, was sie sündern dräun. Wie schwer's auch meinen lüsten däucht, So ist dein joch doch sanft und leicht. 4. So oft ich deine stimme höre, So mache leib und geist bereit, Daß ich mit folgsamkeit sie ehre, Und thue, was sie mir gebeut: Ich soll nicht hörer nur allein, Ich soll und will auch thäter sein. 5. Beut mir die welt gleich tausend freu⸗ den, Damit ich ungehorsam sei, Und droht sie mir auch tausend leiden, So bleib ich dennoch dir getreu: Dir will ich folgen, o rin Dir, mehr als menschen, bis in tod. B• — 2— —————. — ——— 2— . —— ; Vom Gehorsam gegen Gott. 320 6. Wenn ich mich im gehorsam übe, So bin ich sicher, daß ich dich vVon ganzem herzen redlich liebe, Und wie so sehr liebst du dann mich! Auch den gehorsam in der zeit Belohnst du in der ewigkeit. 7. Drum laß mich, herr, mit treuem herzen Dir folgen, dir gehorsam sein; O laß im glücke, wie in schmerzen, Stets treu mich deinem dienste weihn: So bin ich glücklich in der zeit, Und selig in der ewigkeit. Mel. Sollt ich meinen gott ꝛc 338. Gut und heilig ist dein wille, Wie du selbst es bist, o gott, Du gebeutst! in tiefster stille Hört die schöpfung dein gebot. Die im himmel dir lobsingen, Stehn um deinen thron bereit, Freuen sich der selig⸗ keit, Deinen willen zu vollbringen: Nur der mensch erkennts oft nicht Für sein glück AUnd seine pflicht. 2. Dir gehorcht mit sanfter wonne Sel⸗ ger geister zahllos heer. Deine feste, deine sonne, Sturm und donner, erd und meer, Alles dienet deinem willen; Alles, höch⸗ ster, was du schufst, Eilt und drängt sich, wenn du rufst, Dein gebot stets zu erfül⸗ 524 Zweite Abtheilung. len: Nur der mensch erkennts oft nicht Für sein glück und seine pflicht. 3. Oft empört sich seine seele, Herr und schöpfer, wider dich. Deine herrlichen befehle Wirft er thöricht hinter sich, Läßt sich nicht von dir regieren; Klüger oft, nach seinem wahn, Wählt er eine andre bahn, Die ihn soll zum heile führen: Aber seine bahn, sein sinn, Führt ihn ins ver⸗ derben hin. 4. Gott, laß es uns doch empfinden, Daß du unser herz verführt, Daß die eitle lust der sünden Uns zuletzt den tod gebiert. Mach uns deinen willen wichtig, Führ auf deine bahn uns hin, Lehr uns jeden irrweg fliehn; Denn dein weg allein ist richtig. Mach uns unsern pflichten treu, Daß der wandel heilig sei. 5. So wird auch bei uns auf erden, Wie im himmel, dein gebot Willig aus⸗ gerichtet werden, Heiliger und großer gott! Alle werke deiner hände Werden unter⸗ than dir sein, Alle deiner huld sich freun, Bis an deiner schöpfung ende. Denn, der deinen willen thut, Hat allein es ewig gut. —2. — —.— —*3— ———— — — ——. —— —— — F— = — = 3 — X.. n , — N* 2.7 2 ———.j7ß«7—9—.———— . 32.—„-⸗ k⸗ SStStSÜC:T AÆ —. — —.—— ———— — ———— —— .— — D— XXI ....·—.—— 52⁵5 aVag: 9) Vom Vertrauen auf Gott und Ergebung in M seinen Willen. . Mel. Alles ist an gottes 7c. Nr. 10. im 339. Alles ist an deinem segen, Großer ½/ gott, allein gelegen; Du bist unser höchstes ¹ gut. Ueber alles hoch dich schätzen Und auf Idich die hoffnung setzen, Giebt allein ge⸗ 4 trosten muth. 2. Der du mich et, Bi ernähret, Manche 3. Sollt ich ängstlich mich um sachen, Die mir sorg und unruh machen Und ver⸗ gänglich sind, bemühn? Ich will mehr Au nach gütern streben, Die mir wahre ruhe geben, Und im tode nicht entfliehn. Iz 4. Auch die hoffnung kann erquicken. Was mir gut ist, wirst du schicken: Du I herr der ganzen welt. Dir will ich mich froh ergeben, Glück und trübsal, tod und leben, Alles sei dir heimgestellt. 5. Ist mein wunsch nach deinem willen, O so wirst du ihn erfüllen, Und gewiß zu XI. rechter zeit. Dir hab ich nichts vorzuschrei⸗ ö 9awdes leben sein. ö 52²6 Zweite Abtheilung. ben; Wie du willst, so soll es bleiben, Was du willst, ist seligkeit. 6. Soll ich hier noch länger leben, O so wollst du kraft mir geben, Mich um das recht zu bemühn, Was in ewigkeit beste⸗ het; Alles irdische vergehet Und fährt wie ein strom dahin. Mel. Was gott thut, das ist ꝛc. 340. Auf gott, und nicht auf meinen rath Will ich mein glück stets bauen, Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer seele trauen. Er, der die welt Allmächtig hält, Wird mich in meinen tagen, Als gott und vater, tragen. 2. Er sah von aller ewigkeit, Wie viel mir nützen würde, Bestimmte meine lebens⸗ zeit, Mein glück und meine bürde. Was zagt mein herz? Ist auch ein schmerz, Der zu des glaubens ehre Nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, Wenns meine wohl⸗ fahrt litte. Er sorgt für mich Recht väter⸗ lich! Nicht, was ich mir ersehe, Sein wille nur geschehe. '—— —;.— ——— — —pn —— — == —.— — —ec — —— —— — — ———— ꝗ——— —.— —— Vom Vertrauen auf Gott ꝛc. 527 H4. Ist nicht ein ungestörtes glück Weit . schwerer oft zu tragen, Als selbst das wid⸗ lrige geschick, Bei dessen last wir klagen? Die „NA ½ größte noth Hebt einst der tod! Und ehre, glück und habe Verläßt uns doch im grabe. 4„ 5. An dem, was seelen glücklich macht, Läßt gott es keinem fehlen; Gesundheit, weltlust, ehr und pracht Sind nicht das glückder seelen. Wer gottes rath vor augen sthhehat, Dem wird ein gut gewissen Die trüb⸗ sal auch versüßen. ö 6. Was ist der erden herrlichkeit? Wie Im 1 bald ist sie verschwunden! Was ist das lei⸗ den dieser zeit? Wie bald ists überwun⸗ Iffit'e den! Horfft auf den herrn! Er hilft uns Hem gern; Seid fröhlich, ihr gerechten!: Der 43 herr hilft seinen knechten. 1 Mel. In allen meinen thaten ꝛc. al 341. Auf deine weisheit schauen, Gott, ut/ deiner güte trauen, Das schafft zufrieden⸗ % heit. Wer kann mein wohl entscheiden? l Wer schenkt mir beßre freuden, Als du, W el herr aller seligkeit? 16 7 2. Vor dir ist nichts verborgen; Wie, nch sollt ich ängstlich sorgen, Da du mein dater asl bist? Du, herr, gabst mir mein leben, 1— 528 Zweite Abtheilung. Und wirst mir alles geben, Was mir zur wohlfahrt nöthig ist. 3. Wir streben oft nach dingen, Die, wenn sie uns gelingen, Des unglücks quel⸗ len sind. Ein schein, der uns bethöret, Und unsern stolz vermehret, Macht uns für wahre güter blind. 4. Der hang zu eitelkeiten Stört doch zu allen zeiten Die wahre seelenruh. Wenn wir dir unser leben, O vater, übergeben, Dann fließt dem herzen friede zu. 5. Dein rathschluß sei mein wille, Ich will in heilger stille Mich deiner vorsicht freun. Dein ewiges erbarmen, Dein bei— stand soll mir armen Zufriedenheit und muth verleihn. 6. Laß mich nicht zweifelnd wanken, Wenn traurige gedanken Mir deinen trost entziehn. Ich werde nie vergebens Zu dir, herr meines lebens, Mit kindlichem ver⸗ trauen flehn. 7. Erleichtre meine leiden Durch deines geistes freuden, Durch muth und hoffnung mir. Drückt mich die last der schmerzen, Dann spricht zu meinem herzen: Ich, dein erretter, helfe dir. N. Wulohh i Ghg — Ü — PD= 31— —— — — ————.. —— 2 —.— . .— —— — S;.ñü— —.. —— ——— ——— — —— Vom Vertrauen auf Gott ꝛc. 529 8. Was sollt ich mich betrüben? Den E menschen, die dich lieben, Muß alles segen IlE sein. Ich bin ja dein erlöster; Sonst weiß eich keinen tröster, Sonst keinen schutz, als EI dich allein. la, Mel. Wo soll ich fliehen hin ꝛc. 342. Auf meinen lieben gott Trau ich in h1/ aller noth. Die ihn um rettung flehten, llhnt H Verließ er nie in nöthen. Er wird mein % unglück wenden, Es steht in seinen händen. 0 2. Auch beim gewissensschmerz Verzaget l%α nicht mein herz. Auf christum will ich bauen, Und fest auf ihn vertrauen; Ihm Iule bleib ich stets ergeben Im tode wie im ufnch leben. 3. Und nimmt der tod mich hin, Ists Reifll dennoch mein gewinn. Ich weiß, an wen Mich glaube, Er läßt mich nicht im staube. h Es mag der leib erkalten; Den geist wird ind M gott erhalten. ö 4. Mein heiland, jesu christ, Der du aus liebe bist Für mich am kreuz gestorben, Du hast mir heil erworben: Du schenkst I nach allem leiden Den deinen ewge freuden. 760• 5. Ich harr und traue dir, Einst schenkst du sie auch mir. Ich habe dein versprechen, VEI —. 530 Zweite Abtheilung. Das kannst du nimmer brechen. Auch ich bin, wenn ich sterbe, Des ewgen lebens erbe. Bekannte Melodie. 343. Befiehl du deine wege, Und was dein herze kränkt Der treuen vaterpflege Dess', der den weltkreis lenkt: Der wol⸗ ken, fluth und winden Giebt ordnung, ziel und bahn, Der wird auch wege finden, Die W. fuß gehen kann. 2. Dem herrn mußt zu vertrauen, Wenn dirs 8 soll wohle rgehn, Auf ihn mußt du stets schauen, Wenn dein werk soll be⸗ stehn: Mit sorgen und mit grämen, Und mit selbst eigner pein Läßt gott sich gar 5 nichts nehmen; Es muß erbeten sein. 3. Dein w 0 gott der gnade! Sieht nim Aun zwächt, Was gut sei Wer II schade Dem rbäcen geschlecht. Und was dudem erlesen, Dein rath fürs beste hal Bringst du zum stand und wesen, Wie es dir e 4. An mitteln und an wegen Fehlt dirs, all lweiser, nicht: Dein thun ist gnad und an segen, Dein gang ist recht und licht Dein werk kann niemand hindern, Du kannst Vom Vertrauen auf Gott ꝛc. 531 nicht träge ruhn, Wenn du, was deinen kindern Ersprießlich ist, willst thun. 5. Und wollten welt und teufel Hier boshaft widerstehn; So wird doch ohne zweifel Gott nicht zurücke gehn: Was er sich vorgenommen, Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen Zu seinem zweck und ziel. 6. Hoff, o bedrängte seele! Hoff, und sei unverzagt! Gott weiß es, was dich quäle, Den kummer, der dich nagt, Er wird dich ihm entrücken, Erwarte nur die zeit! Bis dich mit holden blicken Sein angesicht erfreut. 7. Auf! wehre deinem schmerze, Der sorgen bange nacht. Laß fahren, was das herze Betrübt und traurig macht: Bist du doch nicht regente, Der alles führen soll; Hn sitzt im regimente, Und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten, Er ist ein weiser fürst; Und wird sich so ver⸗ 9halten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wies ihm gebühret, Mit wunderbarem rath Das werk hinaus geführet, Das dich bekümmert hat. 34 - ee— 32 Zweite Abtheilung. 9. Er wird zwar eine weile Mit seinem trost verziehn, Und thun an seinem theile, Als hätt in seinem sinn Er deiner sich be⸗ geben, Und solltst du für und für In angst und nöthen schweben; Als fragt er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst; So wird dein leid ver⸗ schwinden, Da du's am mindsten gläubst: Er wird dein herz erlösen Von der so schwe⸗ ren last, Die du zu keinem bösen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir! denn deine treue Trägt da den sieg davon; Sieh muthig auf, und freue Dich über ihren lohn: Gott schmückt mit siegespalmen Gewiß einst deine hand, Und du singst freudenpsalmen Dem, der dein leid gewandt. 12. Herr! mach ein fröhlich ende Mit aller unsrer noth, Und reich uns deine hände Im leben und im tod. Stets laß uns dei⸗ ner pflege Und treu empfohlen sein; So gehen unsre wege Gewiß zum himmel ein. 10 In voriger Melodie. 344. Christ, alles, was dich kränket, Befiehl getrost dem herrn! Er, der die Vom Vertrauen auf Gott ꝛe. 533 himmel lenket, Ist auch von dir nicht fern. Erwach aus deinem schlummer, Zu gott erhebe dich! Er siehet deinen kummer, Und liebt dich väterlich. 2. Sinds sünden, die dich schmerzen, So fühle deine schuld, Doch trau mit gan⸗ zem herzen Auf deines mittlers huld. Zu wahrer ruhe führet Die reu, die gott ge⸗ fällt; Allein den tod gebieret Die traurig⸗ 0% keit der welt. 3. Trau gott, nicht deinen schlüssen, Die wahl des besten zu. Sprich, wer wirds Iiht 11! besser wissen, Dein schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet In jedem augen⸗ blick; Was er, dein vater, wählet, Das dient zu deinem glück. ů 4. Der gott, auf dessen segen Dein gan⸗ zes wohl beruht, Ist stets in seinen wegen Gerecht und weis' und gut: Und was er seinen kindern Zu ihrem heil ersah, Kann 0 1 kein erschaffner hindern; Wenn er gebeut, lel stehts da. k.. 5. Vergebeich toben feinde Auch noch so us M fürchterlich; Hast du nur ihn zum freunde, 46 Ist er, dein gott, für dich. Wer gleicht 10 f. ihi? seinen winken Gehorchen erd und 534 Zweite Abtheilung. meer; Laß deinen muth nicht sinken, Dein schirm und schild ist er. 6. Gott zählet deine zähren, Und wird, was gut ist, gern Auch deinen wunsch ge⸗ währen; Harr in geduld des herrn, Ders niemals böse meinet, Hoff unverzagt auf ihn; Wenn seine zeit erscheinet, Wird deine wohlfahrt blühn. 7. Ergieb dich ihm mit freuden, Sei stark durch seine kraft! Sei auch zur zeit der leiden Ein christ und tugendhaft! Und dann ergreif im glauben Den trost der ewigkeit. Wer kann dir diesen rauben, Der allen gram zerstreut? 8. Sei froh! dein gott regieret, Sein rath ist wunderbar: Einst wirst du über⸗ führet, Daß er der beste war. Will auch dein herz oft wanken, Als dächt er deiner nicht, Wirst du ihm doch einst danken. Er hält, was er verspricht. 9. Wie, sollt er dein nicht denken, Er, der dich kennt und liebt? Nicht trost und glück dir schenken; Er, der so gerne giebt? So gern mit seinem segen Der menschen herz erfreut? Auch auf den rauhsten wegen Führt er zur seligkeit. S—— — *2 — e —2—— S.⸗:. — ewig nicht verläßt. lich bitten. ö Was mich bekümmert, lenke du Zu mei⸗ Vom Vertrauen auf Gott ꝛc. 535 10. Mit ruhigem gemüthe Verlaß auf ihn dich fest, Und wiss', daß seine güte Dich Er will nach einer weile Dich desto mehr erfreun; Zu deinem größten heile Verzeucht er; harre sein! I1. Wohl dir alsdann, du treuer, Wie groß ist einst dein lohn! Dein richter, dein befreier Reicht dir die siegeskron. Auf kurze prüfungstage Folgt ewger preiß und dank; Dann schweiget jede klage Und wird ein lobgesang. Mel. Aus tiefer noth schrei ich ꝛc. 345. Du hast, mein vater und mein gott; Mich durch dein wort belehret, Daß deine hand der frommen noth Dereinst in freude kehret; Und daß er alles, was mich kränkt, Auf dich, der unser schicksal lenkt, Mit zuversicht soll werfen. 2. So will denn, auf dein wort, auch ich Der sorgen mich entschütten. Erhöre, gott! mein vater! mich, Erhör mein kind⸗ Gieb meiner seele wahre ruh. nem ewgen besten. ö ö 3. Der sorgen macht hat freilich oft Mich übermeistern wollen. Stets hab ich nicht Zweite Abtheilung. auf dich gehofft, Wie ich wohl hoffen sollen. Mein gott, wie groß ist meine schuld! An dir hab ich durch ungeduld Vielfältig mich versündigt. 4. Erbarmender! vergieb es mir Nach deiner großen güte; Erfülle mit vertraun zu dir Mein schüchternes gemüthe. Gieb, daß ich freudig hoff auf dich, Du werdest nie, als vater, mich Verlassen noch ver— säumen. 5. Seh ich schon keine wege noch Zur rettung vor mir offen; Auch da laß mich, mein retter! doch Auf deine hülfe hoffen. HE 8 HitH 97 368 Me Faf Nunh Wh Du bleibst doch immer groß an rath, Und immer mächtig auch an that, Mein bestes zu besorgen. 6. Dies sei mein trost, dies sei mein licht, Wenn mich die sorgen kränken. Er⸗ füllst du meine wünsche nicht, So laß mich gläubig denken, Daß mirs nicht gut gewe⸗ sen ist. Weil du die höchste weisheit bist, So schickst du stets das beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir Aufs reichlichste ersetzen, Wenn ewge freuden mich bei dir In deinem reich er⸗ götzen. Da ist mein erb und höchstes guth, bei n Hel. K laß h Hit K. Vom Vertrauen auf Gott ꝛe. 537 O, stärke mir dadurch den muth Bis an mein selig ende. Mel. Was gott thut, das ist ꝛc. 346. Du, herr, bist meine zuversicht, Mein einzger trost im leben. Mir fehlt es nie an trost und licht, Weil ich mich dir ergeben; Du bist mein gott, Auf dein gebot Wird meine seele stille; Denn gut ist stets dein wille. 2. Wer wollte dir, herr, nicht vertraun? Du bist des schwachen stärke. Die augen, welche auf dich schaun, Sehn deiner weis⸗ heit werke. Herr, groß von rath Und stark von that! Mit gnadenvollen händen Wirst du mein glück vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, Verlassen sehen müssen: Du läßt ihn, wenn ihn noth umgiebt, Doch deinen trost genießen. Des frommen herz Wird frei von schmerz. Der sünder böses dichten Pflegst du oft zu zernichten. 4. Hoff, seele, hoffe nur auf gott; Des sünders trost verschwindet, Wenn der ge⸗ rechte in der noth Die gunst des schöpfers findet. Wenn jener fällt, Ist er ein held, 538 Er steht, wenn jene zittern, Als fels in ungewittern. 5. Drum werf ich nicht die hoffnung hin, Die mir mein glaube reichet. Wie elend, die zu menschen fliehn! Wohl, wer von gott nie weichet! Mein heiland starb; Er, er erwarb, Durch seine todesleiden Mir ewge himmelsfreuden. 6. Getrost bin ich, wenn um mich her Sich ungewitter sammeln! Du hilfst, gott, wenn wir freudenleer Zu dir um gnade stammeln. Die zeit der qual, Der thränen zahl, Zählst du, du wiegst die schmerzen, Und wälzt sie von dem herzen. 7. Herr, du bist meine zuversicht; Auf dich hofft meine seele. Du giebst, was meinem glück gebricht, Giebst, daß ich mich nie quäle. Wer wollte sich Nicht ganz auf dich, Allmächtiger! verlassen, Und muth und hoffnung fassen? ö 8. In deine hand befehle ich Mein wohl⸗ sein und mein leben. Mein hoffend auge blickt auf dich; Dir will ich mich ergeben. Sei du mein gott; Und einst im tod Mein chn auf den ich traue, Bis ich dein antlitz aue. Zweite Abtheilung. Vom Vertrauen auf Gott ꝛe. 539 Mel. Alle menschen müssen sterben ꝛc. 347. Gott der wahrheit, dessen treue Unsre hoffnung stützt und hält! Ich erkenn es voller reue, Daß mich kleinmuth oft befällt. Ach, mein herz hängt noch an dingen, Die nie wahre ruhe bringen; Und wie oft vergeh ich mich, Aengstlich zwei⸗ felnd, wider dich! 2. Gott, vergieb mir diese sünde! Nimm den kleinmuth von mir hin, Schenke, vater, deinem kinde Einen dir ergebnen sinn, Der von dir nur hülfe heischet, Den nicht falsche hoffnung täuschet, Die das herz aufs eitle zieht, Und so schnell wie nauch entflieht. 3. Laß mich gram und sorgen meiden, Weil dein auge für mich wacht, Und du schon in manchen leiden Mit mir alles wohl gemacht! Laß mich auf dein wort stets hoffen, Das doch immer eingetroffen. Gott, wer deinem wort nicht traut, Hat auf leichten sand gebaut. 4. Laß mich fest im glauben werden, Daß dein wort wahrhaftig sei: O, so werd ich hier auf erden Von so mancher unruh frei. Dann werd ich, gott, mit vertrauen 540 Zweite Abtheilung. Stets auf deine hülfe schauen; Dann wächst meine zuversicht, und die hoffnung trügt mich nicht. 5. Auch erhebt sie meine seele Selbst noch über tod und grab, Wenn ich den zum führer wähle, Der sich einst auch für mich gab. Er, der siegreich auferstanden, Macht mich los von todesbanden, Führt mich zu dem leben ein, Wo kein leid wird weiter sein. 6. Muß ich gleich noch hier auf erden, Gott, vor dir ein pilgrim sein, Wirst du doch von den beschwerden Dieser zeit mich einst befrein. O erwünschte selge stunden! Ewig aller noth entbunden, Werd ich dich, mein heiland, sehn, Und, wie du, zur freud' eingehn. 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, herr, meine zuversicht! Bis das alles ein⸗ getroffen, Was auch mir dein wort ver⸗ spricht. Auf dich, quelle alles lebens, Harrt der glaube nie vergebens! Was wir glau⸗ ben, schauen wir Einst gewiß, o herr, bei dir. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 348. Herr, mache meine seele stille! Was mich hienieden kränkt und drückt, Vom Vertrauen auf Gott ꝛc. 541 Das ist dein weiser rath und wille, Der nichts zu meinem schaden schickt. Du bists, der alles ändern kann, Und was du thust, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrauhsten wegen Führst du mich zur glückseligkeit; Von jeder trübsal ernt ich segen, Ist dir nur, gott, mein herz geweiht. Ihr ausgang wird erfreulich sein, Siehts gleich mein blöder geist nicht ein. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, Wenn du mir prüfung hast bestimmt. Dein vaterherz steht dem doch offen, Der zu dir seine zuflucht nimmt. Wer hier treu deinen willen thut, Mit dem machst du's auch immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nützt, ver⸗ borgen. Wer hat es je genau erkannt? Wie oft sind unsre wünsch und sorgen Voll thorheit und voll unverstand! Wer kann, Ihn was seinem wohlergehn Zum schaden dient, ganz übersehn? 5. Nur du, gott, kennst und wählst das beste. O vater, mache selbst mein herz In dieser überzeugung feste; So ehr ich auch im größten schmerz Dich stets mit der ent⸗ 925 Zweite Abtheilung. schlossenheit: Was gott will, das gescheh allzeit. 6. Die stunde wird gewiß doch kommen, Da mich vollkommnes glück erfreut. Denn einmal führst du deine frommen Zur völ⸗ ligen zufriedenheit, Und dann wird ihnen offenbar, Daß nur dein rath der beste war. 7. Da ernt auch ich von meinen plagen Die selgen früchte ewig ein! Da wird mein herz, statt aller klagen, Nur voll des frohen lobes sein: Der herr, der für mein heil gewacht, Hat alles mit mir wohlgemacht. Mel. Was mein gott will, das ꝛc— 349. Ich hab in gottes herz und sinn Mein herz und sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir gewinn, Der tod selbst ist mein leben; Denn gott ist mein, Und ich bin sein, Was ist wohl, das mir schade? Ob er gleich schlägt Und kreuz auflegt, Ist doch sein thun voll gnade. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, Mein vater muß mich lieben; Läßt er auch oft mich freudenleer, So will er mich nur üben Und mein gemüth In seiner güt Ge⸗ wöhnen, sich zu fassen; Ueb' ich geduld, Vom Vertrauen auf Gott ꝛc. 543 en seiner huld, Wird er mich nicht ver⸗ assen. 3. Ich bin ja nicht von ungefähr Ent⸗ sprungen aus der erden; Gott ists, der mich zu seiner ehr Das, was ich bin, ließ werden. Gab er das sein Dem leib allein, Der kurze zeit nur währet? Nein, auch dem geist, Der jetzt ihn preist, Und der ihn ewig ehret. 4. Und wer erhält mit allgewalt Mir jede kraft zum leben? Wär ich nicht läng⸗ stens todt und kalt, Wenn mich nicht gott umgeben Mit seinem arm, Der alles warm, Gesund und fröhlich machet? Was er nicht hält, Das bricht und fällt; Was er erfreut, das lachet. 5. Bei ihm ist weisheit und verstand Mehr, als wir menschen fassen; Er hat von ewigkeit erkannt, Was er will kommen lassen. Er weiß, wann freud, Er weiß, wann leid Uns, seinen kindern, diene, Und was er thut Ist alles gut, Obs noch so traurig schiene. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, Was sinnenlust begehret, Als sei mit einer großen last Dein lebensgang beschweret; 5⁴4 Zweite Abtheilung. Hast spät und früh Viel sorg und müh Auf selbst erwählten wegen, Und denkest nicht, Daß, was geschicht, Geschehe dir zum segen. 7. Es kann bei lauter sonnenlicht Das feld nicht früchte tragen; So reift auch menschenwohlfahrt nicht Bei lauter guten tagen. Wie bitter sei Die arzenei, Schafft sie doch neues leben; So muß das leid Zu neuer freud Und wahrem glück erheben. 8. Ei nun, mein gott, so fall ich dir Getrost in deine hände. Nimm mich, und mach es so mit mir Bis an des lebens ende, Wie dirs gefällt, Der du die welt Nach weisem rath regierest, Und so auch mich Stets väterlich Auf richtgem pfade führest. 9. Willst du mir geben sonnenschein, So nehm ichs an mit freuden; Solls aber schmerz und trübsal sein, Will ichs gedul⸗ dig leiden. Willst du allhier Noch länger mir Des lebens kraft erhalten: Wie du mich führst Und führen wirst, So laß ich gern dich walten. 10. Auch noch im tode bin ich dein, Vor ihm soll mir nicht grauen; Er führt zum bessern leben ein, Er ist der weg zum schauen, III Wsß Ra Au l mn, 0 h — —*— Vom Vertrauen auf Gott ꝛe. 5⁴4⁵ Du bist mein hirt, Der alles wird Zu sol⸗ chem ende kehren, Daß ich mit dank Und lobgesang Dich ewig werde ehren. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛe. 350. Mein gott, du weißt am allerbesten Das, was mir gut und nützlich ist; Du bleibst, ist auch die noth am größten, Mein helfer, wie du's ewig bist. Gieb, daß ich einzig dir vertrau, Und nie auf menschen⸗ hülfe bau. 2. Räum alles weg aus meiner seelen, Was deinem willen widerspricht, Und wollte mirs sich auch verhehlen, So stelle du mir selbst ins licht, Was mir noch fehl an kindessinn, Und neige dann mein herz dahin. 3. Hilf mir in geist und wahrheit spre⸗ chen: Du bist mein vater, licht und heil, BVerzeihst mir gnädig meine schwächen, AUnd schenkst auch mir an christo theil, Du bist mein allerbester freund, Ders treu und Lredlich mit mir meint. 4. Denn darf ich mich dein kind nur nen⸗ nen, Bist du mein vater und mein freund; So muß mir alles nützen können, Was mir auch noch so böse scheint. Das bitterste 546 Zweite Abtheilung. wird mir versüßt, Wenn du nur, gott, mir gnäbig bist. 5. Drum gieb, daß ich dir kindlich traue, Und demuthsvoll, doch unverzagt, Mein hoffen sicher darauf baue, Was dein so theures wort mir sagt. Dein geist erkläre meinem geist, Was deine vatertreue heißt. 6. Ich bin ja auf so viele weise, Mein herr und gott, dein eigenthum; Drum gieb, daß ich, zu deinem preise Und dei⸗ nes großen namens ruhm, Dir diene in gerechtigkeit Mit williger ergebenheit. 7. Du schaffst das wollen und vollbrin⸗ gen, Von dir kommt weisheit und ver⸗ stand; Drum reiche mir in allen dingen Aus gnaden deine vaterhand. Erbarme meiner schwachheit dich, Und stärk zu allem guten mich. 8. Legst du was auf, so hilfs auch tra⸗ gen. Gieb mir geduld in leidenszeit, Und sei in gut und bösen tagen Mein trost und meines herzens freud'. Gieb demuth, ein⸗ falt, lieb und zucht; Was unrecht ist, das sei verflucht. 9. Nun, herr, du siehest mein bestre⸗ ben; Verleih mir deines geistes kraft! Du Vom Vertrauen auf Gott ꝛc. 547 willst sie ja dem gerne geben, Der treulich gutes durch sie schafft. Dann zeigt mein redlich frommer sinn, Daß ich dein ewig bleib und bin. In voriger Melodie. 35 1. Mein schutz ist gott! ihn laß ich walten; Ich hoff auf ihn, er kennet mich. Ihm fehlts, die seinen zu erhalten, An mitteln nie, und sein bin ich; Ich gründe Uchh zuversicht Auf diesen fels und wanke nicht. 2. Was quäl ich mich? bin ich ein heide, Der ohne gott und hoffnung ist? Nein, das ist meines herzens freude, Daß du, o gott, mein helfer bist. Hilf, mein erbarmer, stärke mich; Denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der herr erzieht hier seine kinder Zur ewigkeit mit weiser huld; Er schont, er züchtigt viel gelinder, Als wir verdient, und hat geduld; Er hat nicht lust an un⸗ serm schmerz; Ganz anders denkt sein vaterherz. . Die lieb ist gott! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht jesum christ? Was könnte mir ein gott versagen, Der so un⸗ 5⁴8⁸ Zweite Abtheilung. endlich gütig ist? Erhabner trost, der nim⸗ mer trügt, Und jeden zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner, und bin stille. Wie bald verstreicht die prüfungszeit! Dann schöpf ich dort aus seiner fülle Unendliche zufriedenheit. Er leite mich nach seinem rath, Wie er mir zugesaget hat. In bekannter Melodie. 352. Von gott will ich nicht lassen: Denn er verläßt mich nicht; Im kummer mich zu fassen, Giebt er mir kraft und licht. Er steht mir hülfreich bei; Mit jedem naeuen morgen Weiß er mich zu versorgen, Ich sei auch, wo ich sei. 2. Wenn menschengunst und liebe In kaltsinn sich verkehrt, Bleibt er voll mit⸗ leidstriebe, Er, der mein flehen hört. Er hilft in jeder noth, Hilft von der sünde banden, Befreit von ihren schanden Und rettet selbst vom tod. 3. Ihm, ihm will ich vertrauen, Auch in der schwersten zeit. Auf seine hülfe bauen; Er wendet alles leid. Ihm sei es heimgestellt; Leib, seele, guth und leben Will ich ihm übergeben; Er machts, wies ihm gefällt. ö fih H Vom Vertrauen auf Gott ꝛc. 549 4. Es kann ihm nichts gefallen, Als was uns nützlich ist; Gut meint ers mit uns allen: Er gab uns jesum christ. Hat er so viel gethan, So wird er auch gewäh⸗ ren, Was unsern leib ernähren, Den geist erfreuen kann. 5. Lobt ihn mit herz und munde, Ihn, der uns beides schenkt. Gesegnet ist die stunde, Darin man sein gedenkt; So braucht man recht der zeit. Wir sollen ja auf erden Durch ihn schon selig werden, Noch mehr in ewigkeit. 6. Mag doch die welt vergehen Mit aller ihrer pracht! Das glück bleibt ewig stehen, Das gott mir zugedacht. Zwar schließ ich hier den lauf; Doch, wenn ich nun im grabe Genug geruhet habe, Weckt er mich wieder auf. ö 7. Die seel ist unverloren In gottes vaterhand; Der leib wird neu geboren Zum bessern vaterland, Wie selig werd ich sein! Mit gott und seinen frommen Soll ich mich da vollkommen, Soll ich mich ewig freun.*— ö 8. Ob ich gleich nun auch dulde Viel leiden dieser zeit, Wie ichs auch oft ver⸗ 550 Zweite Abtheilung. schulde, Kommt doch die ewigkeit. So großer freuden voll, Die, da ich christum kenne, Und mich von ihm nicht trenne, Mein erbtheil werden soll. 9. Das ist des vaters wille, Der uns erschaffen hat; Aus seines sohnes fülle Empfahn wir gnad um gnad; Er giebt uns seinen geist, Damit er uns regiere, Die bahn zum himmel führe. Hoch sei der herr gepreist! Mel. In allen meinen thaten ꝛc. 353. Was soll ich ängstlich klagen, Und in der noth verzagen? Der höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner seele Kein wahres wohlsein fehle. Genug zum trost, mein herz, für dich! 2. Was nützt es, ängstlich sorgen, Und jeden neuen morgen Mit neuem kummer sehn? Du, vater meiner tage, Weißt, eh ich dirs noch sage, Mein leid und auch mein wohlergehn. 3. Auf deine hand zu schauen, Dir kind⸗ lich zu vertrauen, Das, herr, ist meine pflicht. Ich will sie treulich üben, Und dich, mein vater, lieben; Denn du ver⸗ säumst die deinen nicht. Vom Vertrauen auf Gott ꝛc. 551 4. Der du die blumen kleidest Und alle thiere weidest, Du schöpfer der natur! Weißt alles, was mir fehlet. Drum seele, was dich quälet Befiehl dem herrn, und glaube nur. 5. Herr, alle meine sorgen, Die noth, die oft verborgen An meinem herzen nagt, Werf ich auf dich, den treuen; Du weißt den zu erfreuen, Der fromm nach deiner hülfe fragt. 6. Wenn meine augen thränen, Und sich nach hülfe sehnen, So klag ich dirs, dem herrn. Dir, vater, dir befehle Ich jeden wunsch der seele. Du hörst, du hilfst, du segnest gern. 7. Der du mir hier im leben Schon größres heil gegeben, Und deinen sohn geschenkt: Du wirst mir alles schenken, Und mir zum besten lenken, Was mich bekümmert, quält und kränkt. 8. Du führest, herr, die deinen Nie so, wie sie es meinen: Nein, nur nach deinem rath. Ob ich mich auch betrübe, Bleibt doch dein rath voll liebe: Das zeigt der ausgang mit der that. 55²2 Zweite Abtheilung. 9. Wenn ich hier tiefen sehe, Und es nicht ganz verstehe, Was du mit mir ge⸗ than, Kann ich doch dess' mich trösten: Du nimmst mich, mich erlösten, Gewiß der⸗ einst zu ehren an. 10. Dort bei den frommen schaaren, Dort werd ich es erfahren, Wie gut du mich geführt. Da sing ich dir mit freuden, Nach überstandnem leiden, Den dank, der deiner huld gebührt. In bekannter Melodie. 354. Wer nur den lieben gott läßt wal⸗ ten, Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar erhalten In aller noth und traurigkeit. Wer gott, dem allerhöchsten, traut, Der hat auf keinen sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren sorgen? Was hilft uns unser weh und ach? Was hilft es, daß wir alle morgen Beseufzen unser ungemach? Wir machen unser kreuz und leid Nur größer durch die traurigkeit. 3. O halte doch dem höchsten stille, Und sei mit seinem rath vergnügt; Erwarte, wie sein guter wille, Wie sein' allwissen⸗ heit es fügt. Gott, der uns ihm hat läßt w. Hen l th u höchh gehatt 5.V Vom Vertrauen auf Gott ꝛc. 553 auserwählt, Der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten freudenstunden, Weiß, wann uns hülfe nützlich sei! Wenn er uns nur hat treu erfunden, Geduldig, ohne heuchelei, So kommt er, eh wir's uns versehn, Und lässet uns viel gut's geschehn. ö 5. Denk nicht in deiner drangsalshitze, Daß du von gott verlassen seist, Daß ihm nur der im schooße sitze, Den alle welt für glücklich preist; Die zukunft ändert oft sehr viel Und setzet jeglichem sein ziel. 6. Es sind ja gott sehr leichte sachen, Und seiner allmacht gilt es gleich, Den reichen klein und arm zu machen, Den armen aber groß und reich. Er ist der herr, der jedermann Gar bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf gottes wegen, Verrichte deine pflicht getreu! Trau ihm und seinem reichen segen, So wird er bei dir werden neu. Denn wer nur seine Wcht. Auf gott setzt, den verläßt er nicht. Zweite Abtheilung. V o m Ge bat e. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. 4. 355. Dein heil, o christ, nicht zu ver⸗ 10) scherzen, Sei wach und nüchtern zum ge⸗ bät! Ein kindlich flehn aus gutem herzen Hat gott, dein vater, nie verschmäht. Er ist die liebe selbst, und hört, Was seiner kinder herz begehrt. 2. Erhebe dich zu seinen höhen Mit dank und flehen oft und gern. Er lässet, was dir nützt, geschehen. Ist dir zu helfen niemals fern; Und thut, so du nur zu ihm flehst, Mehr, als du bittest und ver⸗ stehst. 3. Welch glück, so hoch geehrt zu werden, Und im gebät vor gott zu stehn! Der herr des himmels und der erden Bedarf der eines menschen flehn? Er will blos deine seligkeit, Wenn er zu beten dir gebeut. 4. Sagt gott nicht: bittet, daß ihr neh⸗ met? Ist des gebätes frucht nicht dein? Wer sich der pflicht zu beten schämet, Der schämt sich, gottes freund zu sein, Und stößt das angebotne glück Muthwillig selbst von sich zurück. ——— — DMDe— ꝗ.——. ———— —— 2—2 2— ———— —..————.— Vom Gebäte. 55⁵5⁵ 5. Sein glück von seinem gott begehren, Ist wahrlich keine schwere pflicht! Und seine wünsche gott erklären, Gereuet sicher niemals nicht. Es giebt uns muth und stärkt die kraft Zur dämpfung jeder lei⸗ denschaft. 6. Sich in den leidensstunden stärken, In dem vertraun, daß gott uns liebt, Im fleiß zu allen guten werken: Ist diese pflicht für dich betrübt? So triffst du nichts auf erden an, Das dauerhaft er⸗ freuen kann. 7. Gott, laß mich nicht mein heil ver⸗ scherzen, Gieb lust und kraft mir zum gebät, Und wenn mein mund aus gutem herzen Zu dir um hülf und gnade fleht: So höre mich von deinem thron Durch jesum christum, deinen sohn. Mel. Sei lob und ehr dem ꝛc. 356. Gott, deine güte reicht so weit, So weit die wolken gehen; Du krönst uns mit barmherzigkeit, Und eilst, uns beizu⸗ stehen, Bist mächtig, väterlich gesinnt; Vernimm mein flehn, hör mich, dein kind! Denn ich will vor dir beten. 556 Zweite Abtheilung. 2. Ich bitte nicht um überfluß Und schätze dieser erden! Laß mir, so viel ich haben muß, Durch fleiß und arbeit werden. 0 Gieb mir nur weisheit und verstand, Dich, n gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst, zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um ehr und ruhm, So sehr sie menschen rühren. Des guten 1 namens eigenthum Laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer ruhm sei meine. pflicht, Der ruhm vor deinem angesicht, Und frommer freunde liebe. 4. So bitt ich dich, mein herr und gott, Auch nicht um langes leben; Im glücke demuth, trost in noth, Das wollest du mir. geben. Miß mir zu, wie du willst, die zeit, Nur führe mich zur seligkeit Der glauben⸗ den gerechten. Mel. Was mein gott will ꝛc.. 357. Gott! dessen nam: ist, wie dein ruhm, Ich wags, zu dir zu treten, Und will, als für mein eigenthum, Für andrer wohlfahrt beten. Für sich allein beglückt zu sein, Bringt christen nicht gnug freu⸗ den. Drückt mich kein joch; So kränkt mich doch Des nebenchristen leiden. Vom Gebäte. ö 557 2. Du schufst ja, was von adam stammt, Zum wahren glück und leben; Willst allen ö auch, von lieb entflammt, Die seligkeit nd gern geben. Erleuchte doch Die jetzo noch n Bei dicken finsternissen Sich selbst allhier Den weg zu dir Durch sünd' und wahn ndih verschließen. Dah 3. Erweiche der verstockten herz, Bekehre me die verführten. Ach! daß sie doch der sün⸗ den schmerz, Und deine gnade spürten, Daß keiner nicht In dein gericht Und strenges urtheil fiele! Ach, leite sie Doch EW spät und früh Zum vorgesteckten ziele. 4. O stärke, die im glauben stehn, Und Lah kindlich dich verehren, Daß deinen weg sie st, W. freudig gehn, Und deinen ruhm vermehren. l Hilf ihnen auf In ihrem lauf, Wenn ihre Ahn füße gleiten, Und lehre sie Des lebens müh Durch deine kraft bestreiten. i 5. Hilf, daß die ganze christenheit Dich, Hi als den höchsten, ehre, Daß weder hoch⸗ irh muth, haß, noch neid Dein heilig wort verkehre. Laß seine macht Des irrthums mut nacht, Der sünde reich hestreiten, Und 0 0 seinen schall Sich überall Zu unserm glück 0 verbreiten. LVL:VIVN — BI¾U — 5⁵58 Zweite Abtheilung. 6. Gieb, daß sich ehre, recht und treu Im ganzen lande küsse; Das jeder fromm und heilig sei, Und richte jedes füße Vom sündensteg Zum himmelsweg; Das deines namens ehre, Herr! durch dein wort Sich fort und fort Bei allen menschen mehre. 7. Die armen laß durch deine huld Sich ihrer arbeit nähren; Den kranken wollest du geduld, Betrübten trost gewähren. Wer dich verehrt, Sich redlich nährt, Dem wol⸗ lest du, herr, geben Zu aller zeit Zufrie⸗ denheit, Glück, hülfe, trost und leben. 8. Wir alle, vater, wir sind ja Ein werk von deinen händen; Laß nie, ist angst und trübsal da, Dein schutz sich von uns wen⸗ den. Du bist ja der, Dem nichts zu schwer; Drum sprich durch jesu namen Zu deren flehn, Die vor dir stehn, Dein ja und mächtig amen. Mel. Vater unser im himmelreich ꝛc. 358. Gott vater, an erbarmen reich, Der du in eintracht uns zugleich Als brü⸗ der heißest zu dir nahn, Wir rufen auf dein wort dich an. Doch laß, herr! un⸗ sers mundes flehn Aus unsers herzens fülle gehn. —= — —— 2.— 21— *838388.83mee——33———— Vom Gebät. 559 2. Dein name müss' uns heilig sein; I Dein wort erhalte bei uns rein! Damit, shei Wie du selbst heilig bist, Auch heilig sei ein jeder christ. Behüt uns, herr, vor falscher lehr, Und die im irrthum sind, bekehr. 3. Dein gnadenreich komm in der zeit, Und einst das reich der herrlichkeit. Steh uns mit deinem geiste bei: Mach uns von sündenknechtschaft frei. Dämpf aller feinde macht und wuth; Nimm deine kirch' in 1939. deine huth. 4. Dein will gescheh auf erden schon, Wie er geschieht vor deinem thron. Mach uns, o gott! in freud und leid Zu dem, was dir gefällt, bereit; Und wehr des flei⸗ 5 übermuth, Das wider deinen willen thut. 5. Gieb uns heut unser täglich brod! Du kennst am besten unsre noth. Hilf uns, entferne krieg und streit, Pest, seuchen, mißwachs, theure zeit. Laß bei uns heil und friede blühn, Und laß uns geiz und 0 sorgen fliehn. 6. Vergieb uns alle unsre schuld, Und trage doch mit uns geduld. Begnadiget von dir, dem herrn, Verzeihn wir unsern 560 Zweite Abtheilung. schuldigern, Und du thust auch barmher⸗ zigkeit An dem, der gern, wie du, verzeiht. 7. Herr! in versuchung führ uns nicht, Und wenns im kampf an kraft gebricht; So hilf mit deiner starken hand, Und gieb uns kraft zum widerstand, Daß wir zuletzt hu stehn, Und deiner gnade ruhm erhöhn. ö 8. Mach uns von allem übel frei, Daß unser heil vollkommen sei; Bewahr uns vor dem ewgen tod; Hilf uns in unsrer sterbensnoth: Vollende selig unsern lauf, Und nimm uns in den himmel auf. 9. Das reich, die kraft, die herrlichkeit Ist dein, o herr, in ewigkeit. Wir alle) sind dein eigenthum, Gebät erhören ist dein ruhm. Unendlich mehr, als wir verstehn, Kann stets durch deine hand geschehn. 10. Herr, amen! ja, es werde wahr! Stärk unsern glauben immerdar, Daß wir nicht zweifeln, unser flehn Durch deine gnad erfüllt zu sehn. Ein freudig amen sprechen wir, O vater! auf das wort von dir. Mel. Vor deinen thron tret ich ꝛc. 359. Ich komme vor dein angesicht, Ver⸗ wirf, o gott, mein flehen nicht; Vergieb Vom Gebäte. 561 mir alle meine schuld, Du gott der gnade und geduld. 2. Schaff du ein reines herz in mir; Ein herz voll lieb und furcht zu dir; Ein herz voll demuth, preiß und dank; Ein ruhig herz mein lebenlang. 3. Sei mein beschützer in gefahr, Ich harre deiner immerdar; Wo ist ein übel, das mich schreckt, Wenn deine vaterhand mich decktꝰ 4. Ich bin ja, herr, in deiner hand, Von dir empfing ich den verstand; Erhalt ihn mir, und durch dein wort Erleucht und leit ihn immerfort. 5. Laß deiner güte mich zu freun, Sie i stets vor meinen augen sein; Laß, meines sh glaubens mich zu freun, Ihn stets durch liebe thätig sein. 6. Das ist mein glück, was du mich lehrst; Das sei mein glück, daß ich zuerst Nach deinem reiche tracht, und treu In ch allen meinen pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner kraft, Zur dämpfung meiner leidenschaft. Du aber ziehst mit kraft mich an, Daß ich den Iuhh sieg erlangen kann. 26 562 Zweite Abtheilung. 8. Gieb von den gütern dieser welt, So viel mir nützt und dir gefällt, Bei weni⸗ gem zufriedenheit, Zu meinem fleiße hei⸗ terkeit. ö 9. Schenkst du mir aber überfluß; So laß mich mäßig im genuß, Und, dürftge brüder zu erfreun, Mich einen frohen ge⸗ ber sein. 10. Gieb mir gesundheit, und verleih, Daß ich sie nütz und dankbar sei, Und nie aus liebe gegen sie Mich zaghaft meiner pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen freund, Ders treu mit meiner wohlfahrt meint, Mit mir in deiner furcht sich übt, Mir rath und trost und beispiel giebt. 22. Bestimmst du mir ein längres ziel, Und werden meiner tage viel: So sei, herr, meine zuversicht; Verlaß mich auch im alter nicht. 13. Und wenn sich wird mein ende nahn, So nimm dich meiner herzlich an, Und sei durch christum, deinen sohn, Ioh. schirm und schild, mein großer ohn. ½ Hh At ma Vom Gebäte. 563 Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 360. Komm betend oft und mit vergnü⸗ gen, O christ, vor gottes angesicht. Laß keine trägheit dich besiegen In der erfül⸗ lung dieser pflicht. O übe sie zu gottes preiß Und deinem heil, mit treuem fleiß. 2. Bet oft in einfalt deiner seelen; Gott sieht aufs herz, gott ist ein geist. Wie können dir die worte fehlen, Wenn nur dein herz dich beten heißt; Der glaub an gott und seinen sohn Rührt ihn, nicht lee⸗ rer worte ton. 3. Bet oft zu gott, und schmeck in freu⸗ den, Wie freundlich er, dein vater, ist; Bet oft zu gott, und fühl im leiden, Wie treulich er das leid versüßt. Gott hörts, gott ists, der hülfe schafft; Er giebt den müden trost und kraft. . Bet oft und heiter im gemüthe, Schau dich an seinen wundern satt; Schau auf den ernst, schau auf die güte, Womit er dich geleitet hat. Oft irrtest du, er trug geduld; Erkenn und preise seine huld. 5. Bet oft, durchschau mit frohem muthe Die herzliche barmherzigkeit Dess, der mit seinem theuren blute Uns vom perderben 564 Zweite Abtheilung. hat befreit: Und eigne dir, zu deiner ruh Und heiligung, sein opfer zu. 6. Bet oft, gott wohnt an jeder stätte; In keiner minder oder mehr. Denk nicht, wenn ich mit vielen bete, So find ich ehr bei gott gehör. Ist nur dein wunsch ge⸗ recht und gut, So sei gewiß, daß gott ihn thut. 7. Doch säume nicht, in den gemeinen Auch öffentlich gott anzuflehn, Und seinen namen mit den seinen, Mit deinen brü⸗ dern, zu erhöhn. Fühl der vereinten an⸗ dacht werth, Die deine eigne stärkt und nährt. 8. Bet oft zu gott für deine brüder, Für alle menschen, als ihr freund; Denn wir sind eines leibes glieder, Kein glied soll sein des andern feind; Solch bitten, das aus liebe fließt, Gefällt dem, der die liebe ist. 9. Bet oft, so wirst du glauben halten, Dich prüfen und das böse scheun, An lieb und eifer nicht erkalten, Und reich an guten werken sein; Denn muth und kraft und seelenruh Sagst du, gott, dem, der bittet, zu. III2 Malh eh Den hlh Witen I Laß meine liebe thätig sein. Will etwas Vom Gebäte. 565 10. Dies reize mich, vor dich zu treten Mit lob und dank, mit wunsch und flehn; Doch meine fehler bei dem beten Wollst du, mein vater, übersehn, Weil der, der dir zur rechten sitzt, Mich, als mein mittler, unterstützt. In voriger Melodie. 361. Wer kann, gott, je was gutes haben, Das nicht von dir den ursprung hat? Du bist der geber aller gaben, Und immer groß an rath und that. Du willst, daß mit gebät und flehn Wir stets auf deine hülfe sehn. 2. Drum komm ich auch mit meinem beten, O gott, vor deinen heilgen thron. Wie freudig kann ich vor dich treten, Denn mich vertritt bei dir dein sohn; Durch ihn bin ich voll zuversicht, Mein schwaches flehn verwirfst du nicht. 3. So gieb mir denn nach deinem willen, Was deinem kinde heilsam ist; Nur du kannst mein verlangen stillen, Weil du des segens quelle bist. Vor allen dingen sorge du Für meines geistes wahre ruh. 4. Gieb mir beständigkeit im glauben, 566 Zweite Abtheilung. mir dies kleinod rauben, So schränke die versuchung ein, Und stärke mich mit kraft Hint muth, So sieg ich über fleisch und ut. 5. Bewahr in mir ein gut gewissen, Ein herz zu dir voll freudigkeit; Ein herz, aufs gute stets beflissen, Das sich vor deinem auge scheut; Und fehl ich, gott, so zücht' ge mich Zu meiner bess'rung väterlich. 6. Ein herz, das in beglückten tagen, O vater, deiner nie vergißt; Ein herz, das unter noth und plagen Mit deinem rath zufrieden ist; Ein herz voll zuversicht zu dir, Und voll geduld, verleihe mir. 7. Du wirst es alles weislich fügen; Du weißt am besten, was mir nützt. An deiner huld laß ich mir gnügen, die schwache mächtig unterstützt; Zufrieden, vater, folg ich dir; Befest'ge diesen sinn in mir. 8. Soll ich auf erden länger leben, So gieb, daß ich dir leben mag. Laß mir den tod vor augen schweben; Und kommt dereinst mein sterbetag: So sei mein aus⸗ gang aus der zeit Ein eingang in die herrlichkeit. Hl, I Osel Is 1 eh e I D Ilh IN Vom Gebäte. 567 Mel. In dich hab ich gehoffet ꝛc. 362. Zu dir, mein gott, der du mich liebst, Mir leben, heil und segen giebst, Erheb ich herz und hände, Was deine weisheit will und thut, Nimmt stets ein gutes ende. 2. Ich weiß nicht, was mir nützlich ist, Du weißt's, der du mein vater bist, Und willst mein wohlergehen. Drum laß mich set mit eigensinn Auf meinen wunsch be⸗ ehen. 3. Wenn unser blödes auge wählt, Dann wird sehr leicht das ziel verfehlt, Nach dem wir ringen wollten. Wir suchen oft nach unserm wahn Das, was wir flie⸗ hen sollten. 4. Du willst, wir sollen voll vertraun Auf deiner vorsicht wege schaun Und dir uns übergeben; Denn du, du sorgst mit vaterhuld Für unser ganzes leben. 5. Wo ist auch wohl ein beßrer freund? Wer kann den, der verlassen scheint, Mit segen überschütten? Du, gott, thust über⸗ schwenglich mehr, Als wir verstehn und bitten. 568 Zweite Abtheilung. 6. Du hast die welt in deiner hand; Dein unermeßlicher verstand Weiß alles wohl zu machen. Wie, sollte deine vorsicht nicht Für meine wohlfahrt wachen? 7. Wenn deine macht für mich gebeut, Wie könnte meine sterblichkeit Und ohn⸗ macht mich erschrecken? Du wirst mich in gefahr und noth Mit deinem schutze decken. 8. Ach leite mich durch deine kraft Auf meiner kurzeu pilgrimschaft, Daß ich von dir nicht weiche, Den weg der tugend freu⸗ dig geh, Und einst das ziel erreiche. 9. Ich will auf deine gnade schaun, Und nicht auf menschenhülfe baun, Die uns so leicht betrüget. Gieb mir, daß sich mein schwaches herz Mit deiner huld begnüget. 10. Gabst du mir deinen sohn zum heil, So wirst du mir gewiß auch theil An dei⸗ nem himmel schenken, Ich kann nun an die ewigkeit Im glauben freudig denken. i,; Bom Lobe Gotrtes. Mel. Nun danket all und ꝛc. Nr. 3. 363. Auf, christen, bringet preiß und ehr Dem herrscher aller welt; Dem mächtigen, der erd und meer, Und alle himmel hält. 0 Unt 9. H˙ u I ler. Riß Tunh Tschn Ioahth Vun IR Eaue Ee d. 5. h lchl S Vom Lobe Gottes. 569 2. Lobt gott mit frohem jubelschall, Ihn, unser höchstes gut, Der große wun⸗ der überall Auch an uns menschen thut. 3. Von unsrer zarten kindheit an Hat er uns unterstützt; Er, der allein uns helfen kann, Und gern uns hilft und schützt. 4. Aus seiner fülle nehmen wir Noch immer, was uns nährt, Und unsern seelen auch schon hier Zufriedenheit gewährt. 5. Er breitet stets auf unserm pfad Viel freuden um uns her. Die noth, womit sein weiser rath Uns prüft, erleichtert er. 6. Er trägt, nach gütger vaterart, Uns schwache mit geduld; Er züchtigt wohl, doch nie zu hart, Und schenkt uns gern die schuld. 7. Er weckt uns das gewissen auf, Ruft uns zur besserung, Und stärkt uns, achten wir darauf, Mit kraft zur heiligung. 8. Er bleibt uns treu; sein wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hält, Kommt, wenn er diese welt verläßt, Zum glück der bessern welt. ö 9. Drum, christen, singt ihm preiß und dank Für seine freundlichkeit. Dort preist sie unser lobgesang Noch mehr in ewigkeit. 57⁰ Zweite Abtheilung. Mel. Vom himmel hoch da komm ꝛe. oder: Wo gott zum haus nicht ꝛc. 364. Auf, christen! preist mit mir den herrn! Wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Er, den der ganze himmel ehrt, Ist unsers höchsten lobes werth. 2. Lobt ihn! sein ganzer nam ist ruhm; Unendlichkeit sein eigenthum. Dies gren⸗ zenlose meer von licht Durchschaut der höchste engel nicht. 3. Ja, freuet euch, ihn zu erhöhn; Solch lob ist heilsam, herrlich, schön, Es zeigt verstand, erfreut das herz, Und stillt im leiden unsern schmerz. 4. Wie wird der geist dadurch entzückt; Hinauf zum himmel hingerückt; Mit sei⸗ nem hocherhabnen freund, Mit gott, stets inniger vereint. 5. Welch ein so herrlicher beruf, Zu dem gott selbst die engel schuf! Welch eine theure, süße pflicht, Die uns so reichen lohn verspricht! 6. Ja, pflicht ists, daß ihr sein gedenkt, Ihr, denen er verstand geschenkt! Die ehre des verstandes ist, Daß ihr den ew⸗ gen kennt und wißt. Vom Lobe Gottes. 571 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, Die ihr von ihm ein herz empfingt, Das sich zu gott mit inbrunst nahn, Und seine größe fühlen kann. 8. Auch euer mund, so oft er spricht, Erinnert euch an diese pflicht. Die sprache dankt ihr ihm allein, Und wolltet nicht voll rühmens sein? 9. Wer ist gutthätiger, als er? Denn welche gabe sollt uns der Nicht schenken, der so sehr uns liebt, Daß er auch seinen sohn uns giebt? 10. Was gebet ihr nun ihm dafür? Gebt ihm ein herz voll dankbegier, Das ganz in seiner lieb entbrennt; Das ist es, was ihr geben könnt. ö 11. Auf, christen! preist mit mir den herrn. Wer preist nicht milde geber gern? Gedenkt, was er an uns gethan; Wer ist, der ihn gnug loben kann? ö In bekannter Melodie. 365. Herr gott, dich loben wir! Herr gott, wir danken dir! Dein, vater, ist in Newigkeit Das reich, die kraft, die herrlich⸗ keit. Die welt, dein werk und eigenthum, Verkündigt deines namens ruhm. Der 57² Zweite Abtheilung. engel heer, die seraphim, Lobsingen dir mit hoher stimm; Heilig ist unser gott! Heilig ist unser gott! Heilig ist unser gott, Der herr herr zebaoth! ö 2. Weit über alle himmel weit Geht deine macht und herrlichkeit: Sie, die den erdkreis wunderbar Bekehrten, deiner bo⸗ ten schaar; Sie, deiner lehre märtyrer, Erheben ewig dich, o herr! Auch deine ganze christenheit, Preist dich auf erden weit und breit, Dich, vater, auf der him⸗ mel thron, Und jesum, deinen eingen sohn, Samt deinem geiste, dessen kraft Ein neues leben in uns schafft. 3. Du herr der ehren, jesu christ, Der du der sünder heiland bist, Du wardst, um unser trost zu sein, Ein mensch, wie wir, doch sündenrein. Du hast den weg zu gott gelehrt, Des todes macht hast du zerstört. Nun herrschest du ins vaters reich An majestät und gnad ihm gleich, Im grabe lässest du uns nicht: Du kommst dereinst und hältst gericht. 4. So hilf uns denn dir dankbar sein, Dir folgen und uns deiner freun. Einst sei im himmel ewges heil, Mit allen from⸗ Vom Lobe Gottes. 573 men, unser theil. Hilf deinem volk, herr jesu christ, Und segne, was dein erbtheil ist, Leit uns durch unsre prüfungszeit Bis zu der frohen ewigkeit. Oföüt D. Eyinhl, hl 9. 00 E Ilash 5. Täglich, herr gott, wir loben dich, Dir heiligt unsre seele sich. Vor aller un⸗ gerechtigkeit Behüt uns heut und allezeit. Sei gnädig uns, o treuer gott! Sei gnä⸗ dig uns in aller noth! Wenn wir zu dir, erbarmer, flehn, So laß uns deine hülfe sehn. Auf dich steht unsre zuversicht; Ver⸗ laß uns auch im tode nicht! Amen. Mel. Nun danket all ꝛc. Nr. 3. 366. Ich singe dir mit herz und mund, Herr, meines herzens lust! Ich sing und mach auch andern kund, Was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du von ewigkeit Die reiche quelle bist, Woraus uns allen jeder⸗ zeit Viel heil und gutes fließt. 3. Was sind wir doch? was haben wir Von gütern aller art, Das uns, o vater, nicht von dir Allein gegeben ward? 4. Du hast des himmels schönen bau So prächtig ausgeschmückt. Du bists, der unser feld mit thau Und regen stets erquickt. 574 Zweite Abtheilung. 5. Du sorgst für uns beim größten frost, Bei allem sturem und wind. Du machst, daß jährlich korn und most Für uns vor⸗ handen sind. 6. Du giebst uns leben und gedeihn. Du schenkst mit treuer hand Den frieden, Dess' wir uns erfreun In unserm vaterland. 7. Allgütiger, allein von dir Fließt alles heil uns zu. Geschöpfe deiner hand sind wir, Und unser schutz bist du. 8. Du nährest uns von jahr zu jahr, Bleibst immer gut und treu, Und stehest uns auch in gefahr Und nöthen gnädig bei. 9. Du trägst uns sünder mit geduld, Und strafst nie allzusehr; Ja endlich nimmst du unsre schuld, Und wirfst sie in das meer. 10. Das unglück, das von ferne droht, Kehrst du so oft zurück, Und die schon ge⸗ genwärtge noth Verwandelst du in glück. 11. Du kennest unsrer arbeit müh, Und Wihl bist mit kraft nicht fern! Du förderst und vergiltst uns sie, Erfreust und segnest gern. 12. Du füllst des lebens mangel aus Mit güthern, die bestehn, Wenn dieses leibes irdisch haus Einst wird zu trüm⸗ mern gehn. I Madt Ducl Wiun Das noth. Nur du bist herr auf erden, Der Vom Lobe Gottes. 575 13. O seele, die du zaghaft bist, Sei froh und fasse muth, Gott, alles guten ursprung, ist Und bleibt auch stets dein guth. 14. Er ist dein schutz, dein ewig theil, In finsterniß dein licht, In aller noth dein trost und heil; Schafft rath, und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du dich in deinem sinn, Und grämst dich tag und nacht? Nimm deine sorg und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von jugend auf Versorget und ernährt, Und wunderbar der dinge lauf Zu deinem glück gekehrt? 17. Er hat noch niemals was versehn In seinem regiment; Nein, was er thut 96 läßt geschehn, Das nimmt ein gutes end. ö 18. Ei nun! so laß ihn ferner thun, Und red' ihm nicht darein, So wirst du hier in frieden ruhn, Und ewig fröhlich sein. Mel. Nun lob, mein seel', den ꝛc. 367. Man lobt dich in der stille; Denn du erhörst gebät, o gott. Aus deiner se⸗ gensfülle Fließt alle freud und hülf in 576 Zweite Abtheilung. frommen zuversicht; In trübsal und be⸗ schwerden Läßt du die deinen nicht. Drum soll dich freudig ehren Mein mund vor jedermann, Und deinen ruhm vermehren, So lang er reden kann. 2. Es müsse dein sich freuen, Wer dei⸗ ner güte größe kennt; Und deinem dienst sich weihen, Wer jesu christi namen nennt. Hoch seist du stets gepriesen, Du bists, der wunderbar thut, Und hast auch mir erwie⸗ sen Das, was mir nütz und gut. Drum geb ich mich mit freuden Dir zum gehorsam hin. Nichts soll mich von dir scheiden, S lang ich hier noch bin. 3. Herr, du hast deinen namen Sehr herrlich in der welt gemacht. Wenn schwache zu dir kamen, Hast du mit hülf an sie ge⸗ dacht. Auch mir half deine gnade. Herr, wie vergelt ichs dir? Bleib auf des lebens pfade Noch fernerhin mit mir; So will ich dich erheben, Dich, der so gern erfreut, R Und dir zur ehre leben Hier und in ewig⸗ klit. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 368. O könnt ich dich, mein gott, recht preisen, Wie du des preises würdig bist! Vom Lobe Gottes. 577 Könnt ich dir gnug den dank beweisen, Den dies mein herz dir schuldig ist! Dies herz, das deiner gütigkeit Sich täglich mit ent⸗ zücken freut. 2. Wer überströmet mich mit segen? Wer theilt mir mit, was mir gebricht? Wer schützet mich auf meinen wegen? Wer schenkt dem geiste trost und licht? Wer giebt zu meinem thun gedeihn? Allgüti⸗ ger, du bists allein. 3. Zu zählen sind sie nicht, mein vater, Die werke deiner segenshand. Du warst schon lange mein berather, Eh mein bedürf⸗ nit ich empfand; Selbst eh ich war, da maßest du Mir schon mein schicksal liebreich zu. 4. Du stärkst mir das geschenkte leben, Und läßt es nie ganz freudenleer; Zum höhern glück mich zu erheben; Schickst du zwar manche trübsal her; Doch stehst du auch mit kraft mir bei, Daß ich nicht trost⸗ und muthlos sei. 5. So oft hab ich in meinen tagen Mit freud und dank es schon verspürt, Wie du mich unter allen plagen Zwar wunderbar, doch gut geführt: Ich werd in drohender gefahr Stets deines trostes licht gewahr. 578 Zweite Abtheilung. 6. Wie, sollt ich denn nicht voller freu⸗ den Beständig deinen ruhm erhöhn? Wie, sollt ich, auch im tiefsten leiden, Nicht freudig trauernd auf dich sehn? Und fiele selbst der himmel ein, So wirst du mein beschirmer sein. 7. Drum reiß ich aus des kummers höhle Mein sorgendes gemüthe los, Und rufe mit erfreuter seele: Wie gut bist du, mein gott, wie groß! Du leitest mich nach deinem rath, Der nur mein heil beschlossen hat. 8. Von deiner güte will ich singen, So lange sich die zunge regt; Dir will ich dank und ehre bringen, So lange sich mein herz bewegt; Und wird mein mund auch kraftlos sein; So stimm ich noch mit seufzen ein. 9. Dies schwache lob kann ich nur geben. Nimm es, mein gott, in gnaden an, Bis ich in einem bessern leben Dich würdiger erheben kann. Da steiget mit der engel chor Mein lobgesang zu dir empor. Mel. Es ist das heil uns ꝛc. 369. Sei lob und ehr dem höchsten guth, 0 Dem vater aller güte; Dem gott, der alle 90— — —— 2.. E— — ——— .— hersth Iduh Imen i W Voset Hch h Elaug Reil ssug 0 t. W Vom Lobe Gottes. 579 wunder thut; Dem gott, der mein gemüthe Mit seinem reichen trost erfüllt; Dem gott, der allen jammer stillt. Gebt unserm gott die ehre! 2. Es danken dir des himmels heer, Beherrscher aller thronen! Und die auf erden, luft und meer In deinem schatten wohnen, Die preisen deine schöpfersmacht, Die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm gott die ehre! 3. Was unser gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten; Darüber will er früh und spat Mit seiner gnade walten. In seinem ganzen königreich Ist alles recht — alles gleich. Gebt unserm gott die cChre. 4. Ich rief zum herrn in meiner noth! Ach gott, vernimm mein weinen; Da half mein helfer mir vom tod Und ließ mir trost erscheinen. Drum dank, o gott, drum dank ich dir! Ach danket, danket gott mit mir! Gebt unserm gott die ehre! 5. Gott ist uns nah, und niemals nicht Von seinem volk geschieden; Er ist der frommen zuversicht, Ihr segen, heil und frieden. Mit vaterhänden leiter er Die 580 Zweite Abtheilung. seinen glücklich hin und her. Gebt unserm gott die ehre! 6. Ruft man die welt um hülfe an, Die sie doch nicht erzeiget, Dann hilft, der ewig helfen kann, Der schöpfer selbst, und neiget Die vateraugen denen zu, Die son⸗ sten nirgends finden ruh. Gebt unserm gott die ehre! 7. Ich will mein ganzes leben lang, O gott, dich freudig ehren, Einst sollen meinen lobgesang Auch deine himmel hören. Mein geist und leib erhebet dich: Mein ganzes herz erfreuet sich! Gebt unserm gott die ehre! 8. Ihr, die ihr christi namen nennt, Gebt unserm gott die ehre! Ihr, die ihr gottes macht erkennt, Gebt unserm gott die ehre! Die falschen götzen macht zu spott; Der herr ist gott! der herr ist gott! Gebt unserm gott die ehre! 9. Kommt, laßt uns vor sein angesicht Mit froher ehrfurcht dringen! Bezahlet die gelobte pflicht, Und laßt uns fröhlich singen: Der herr hat alles wohlbedacht, Und alles recht und gut gemacht. Gebt unserm gott die ehre! V 2.— .— Von der Dankbarkeit gegen Gott. 581 Mel. Nun danket alle gott ꝛc. 370. So lang ich athme, gott, Will ich dein lob verbreiten. Das leben giebst du mir, Und glück von allen seiten. Du schenktest mir verstand, Der dich erkennen kann, Und botest ewges heil Durch deinen sohn mir an. 2. Was bin ich, gott der huld, Daß du so viel mir schenkest? Was ist der mensch, der staub, Herr, daß du sein gedenkest? Ja, du gedachtest, herr, Schon vor der welt an mich, Und denkst noch meiner stets, Regierst mich väterlich. 3. Ich freue mich in dir, Und trau auf deinen segen. Mein ganz bestreben sei, Zu gehn auf deinen wegen. Bis auf den letz⸗ ten hauch Sei dir mein dank geweiht, Und einst vor deinem thron, Gott der barm⸗ herzigkeit. 12) Von der Dankbarkeit gegen Gott. Mel. Vom himmel hoch da ꝛc. oder: Wo gott zum Haus nicht giebt ꝛc. 371. Dich, herr und vater aller welt! Preist mein gesang, und dir mißfällt Der frommen stammelnd danklied nicht, Dies, gott, ist meine zuversicht! 582 Zweite Abtheilung. 2. Schon früh warst du ein vater mir; Froh dank es meine seele dir, Daß du auch jetzt mein vater bist, Der seines kin⸗ des nicht vergißt! ö 3. Früh ward ich in der taufe schon Geweihet dir und deinem sohn. Und dei⸗ nes wortes unterricht, Was gab mir der für kraft und licht! 4. Mich führte deine gütigkeit Langmü⸗ thig stets in dieser zeit, Und stürmte trüb⸗ sal auf mich zu, Wer half mir überwin⸗ den? du. 5. Du sahst mich stets voll güte an, Und ließst auf meiner pilgrimsbahn Für mich so viele freuden blühn; Durch wohlthun mich zu dir zu ziehn. 6. Du bist und warest immerdar Mein schutz, mein retter in gefahr, Der stifter meines wohlergehns, Und der erhörer meines flehns. 7. Wie oft entfernt ich mich von dir! Doch du bliebst stets ein vater mir, Der, wenn ich reuvoll wieder kam, Voll huld mich, als sein kind, aufnahm. 8. Unzählbar sind und täglich neu Die proben deiner vatertreu. Dir fließt, o gott! Von der Dankbarkeit gegen Gott. 583 der gern erfreut, Die zähre meiner dank⸗ barkeit. 9. Gott, weil ich nichts vergelten kann, So nimm dies schwache opfer an. Aus pflicht und dank bin ich ganz dein; Mein leben müsse zeuge sein. Mel. In allen meinen thaten ꝛe. 372. Dir dank ich für mein leben, Gott, der du mirs gegeben; Ich danke dir dafür. Du hast, von huld bewogen, Mich aus dem nichts gezogen; Durch deine güte bin ich hier. 2. Du, herr, hast mich bereitet, Mich väterlich geleitet Bis diesen augenblick. Du gabst mir frohe tage, Und selbst der leiden tage Verwandeltest du in mein glück. 3. Ich bin, herr aller dinge, Der treu viel zu geringe, Mit der du mich bewacht. Damit ich, staub und erde, Auf ewig glücklich werde, Hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein sehnen, Und Zähltest meine thränen, Eh ich bereitet war; Eh ich zu sein begonnte, Und zu dir rufen konnte, Da wogst du schon mein theil mir dar. 584 Zweite Abtheilung. 5. Du ließst mich gnade finden, Und sahst 155 meine sünden Vorher von ewig⸗ keit. O höchster, welch erbarmen! Du sorgest für mich armen! Und bist ein vater, der verzeiht. 6. Für alle deine treue, Für das, dess ich mich freue, Lobsinget' dir mein geist. Dein größestes geschenke Ist er, durch den ich denke; Dein ists, daß er dich fröhlich preist. 7. Daß du mit kraft mich stärkest, Auf meine Dan merkest, Dies, vater, dank ich dir; Daß du mich liebreich führest, Mit deinem geist regierest, Dies alles, vater, dank ich dir. 8. Was mir in diesem leben Noch nützt, wirst du mir geben. Du giebsts; ich hoff auf dich. Dir, vater, dir befehle Ich mei⸗ nen leib und seele. Herr, segne und behüte mich. Mel. Nun danket all' ꝛc. Nr. 5. 373. Du bists, dem ehr und ruhm ge⸗ bührt; Und das, herr, bring ich dir. Mein' schicksal hast du stets regiert, Und stets warst du mit mir. Von der Dankbarkeit gegen Gott. 585 2. Wenn angst und noth sich mir genaht: So hörtest du mein flehn, Und ließest mich nach deinem rath Hülf und errettung sehn. 3. Wenn ich in schmerz und krankheit sank, Und rief: herr, rette mich! So halfst du mir, mit welchem dank, Mein gott, erheb ich dich! 4. Betrübte mich des feindes haß, So klagt ich dir den schmerz! Du halfst mir, 10 ich ihn vergaß, Und gabst geduld ins erz. 5. Wenn ich den rechten pfad verlor, Und mich verschuldet sah; Rief ich zu dir, mein gott, empor, Und gnade war mir nah. 6. Herr, für die leiden dank ich dir, Dadurch du mich geübt; Und für die freu⸗ den, welche mir Dein milder segen giebt. 7. Dir dank' ich es, daß die natur Mich nährt und mich erfreut, Ich schmeck in jeder kreatur, Gott, deine freundlichkeit. 8. Ich danke dir für deinen sohn, Der für mich sünder starb, Und der zu deinem gnadenthron Den zutritt mir erwarb. 9. Wie sehr liebt gott der menschen wohl! Erheb ihn, volk des herrn! Die erd ist sei⸗ ner güte voll; Er hilft und rettet gern. 586 Zweite Abtheilung. 10. Er hilft und läßt die traurigkeit Bald vor uns übergehn; Will uns nach kurzer prüfungszeit Zu ewgem glück erhöhn. 11. Vergiß nicht, seele, deinen gott; Nicht, was er dir gethan. Verehr und halte sein gebot, Und bet ihn ewig an. Mel. Nun danket alle gott ꝛc. 374. Durch dich, o großer gott, Durch dich bin ich vorhanden; Die himmel und ihr heer Sind durch dein wort entstanden. Denn, wenn du sprichst, geschiehts; Wenn du gebeutst, stehts da. Mit allmacht bist du mir, Und auch mit güte nah. 2. Du bist der gott der kraft, Dich prei⸗ sen erd und meere, Und himmel predigen Die wunder deiner ehre. Dich bet ich dan⸗ kend an; Mein heil kommt von dem herrn. Du hörst der menschen flehn, Und du erret⸗ test gern. 3. Und wenn ich deiner huld, O gott, gewürdigt werde, Was frag ich außer dir Nach allem glück der erde! Im himmel donnerst du Und schrecken füllt das land; Doch fürcht ich nichts, denn du Deckst mich mit deiner hand. Von der Daukbarkeit gegen Gott. 587 4. Wenn ich die himmel seh, Die du, iu herr, ausgebreitet, Der sonne majestät, Den mond, den du bereitet; So sprech ich: was ist doch Der mensch, daß du sein denkst, Und daß du täglich uns Unzählig ii gutes schenkst! 5. Voll güte läßt du uns Auf grünen auen weiden, Nährst uns mit speis' und trank, Und füllst das herz mit freuden. Du dachtest mein, eh mich Die mutter sub noch gebar; Ja, sahst mich, eh der grund Der welt geleget war. 6. Du wogst mein glück mir ab, Und leiden, die mich üben; Und meiner tage iht zahl War in dein buch geschrieben. Du ch bist der frommen schutz, Du bist der müden ihl ruh; Ein gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, gott, bist du! 7. Wem sollt ich sonst vertraun, Als dir, du gott der götter? Wen ehren, so wie dich, Mein schutz und mein erretter? % Wie sanft ist dein befehl; Gieb mir dein i herz, mein sohn, Und wandle meinen ö wed: Ich bin dein schild und lohn. 8. Herr, dein gebot ist heil, Dein weg ist fried und leben. Wie, könnt ich einem 588 Zweite Abtheilung. gott Der liebe widerstreben? Der laster⸗ hafte mag In stolzem glücke blühn; Mich soll er dennoch nicht In seine netze ziehn. 9. Auch, wenn kein mensch mich sieht, Will ich die sünde fliehen; Denn du wirst aller werk Vor dein gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem fleisch Was böses noch gelüst't, Bedenken, daß mein leib O gott, dein tempel ist. 10. Sollt ich nach ehr und ruhm Mit sünd und unrecht trachten? Nein, herr, 7 wenn du mich ehrst, Mag mich die welt verachten. Du bist es, dem zum dienst Ich leib und seele weih; Gieb, daß mein wandel stets Dir wohlgefällig sei. Mel. Freu dich sehr, o meine ꝛc. 375. Gott, mein vater, deine liebe Reicht, so weit der himmel ist. Deines wohlthuns starke triebe Sind so ewig, als du bist. Deiner huld unendlichkeit, Gott, erschöpfet keine zeit; Und wer kann die vielen proben Deiner güte würdig loben? 2. Als ich noch mir selbst verborgen Auf dem schooß der mutter lag, Wachtest du, für mich zu sorgen, Ueber mich schon jeden tag. Durch den beistand deiner macht Von der Dankbarkeit gegen Gott. 589 Al Bin ich nun so weit gebracht, Und was hat In, F mein ganzes leben Gutes, das du nicht ih gegeben? st. 3. Nie gedenket mein gemüthe, Ohne Auh warme dankbegier, Jener unverdienten ih güte, Da du durch die taufe mir Das Wh erhabne recht gewährt, Daß, zu deinem Iinh kind erklärt, Ich des segens der erlösten Mich voll zuversicht darf trösten. ahn 4. In den zarten jugendjahren Warst Cil, H du meines lebens stab; Mein beschirmer im in gefahren: An dir hab ich bis ins grab u Einen vater, der mich liebt, Einen vater, aahn der mir giebt, Was zum wahren wohl mir . nützet; Einen vater, der mich schützet. ö 5. Gott, du machsts mit uns stets besser, il!“ Als wir wünschen und verstehn. Deine 1 güte ist viel größer, Als die kraft, dich zu I erhöhn. Schallte gleich so hoch mein dank, Hat Wie der seraphim gesang: Dennoch würde durch mein loben Deine huld nicht gnug Ziolt erhoben. ö yug 6. O, so neig durch deine liebe, Herr, un mein ganzes herz zu dir; Stärk und mehre selbst die triebe Wahrer dankbarkeit in mir. Laß mich ganz dein eigen sein; So mich 0 1 4 4 H P. ——— 590 Zweite Abtheilung. deines wohlthuns freun, Daß auch mir auf dieser erde Wohlthun wahre freude werde. 7. Ja, laß jede deiner gaben Recht zu brauchen mich bemühn; Stets den zweck vor augen haben, Dazu du sie mir verliehn. Deine güte reize mich, Daß ich immer treuer dich Lieb und deinen heilgen willen Freudig suche zu erfüllen. Mel. Von gott will ich nicht lassen ꝛc. l 376. Groß ist des höchsten güte! Wer sie nicht achtete, Welch fühllos herz ver⸗ riethe Der unerkenntliche! Sie rettet uns aus noth, Erquicket uns im leide, Verwan⸗ delt es in freude, Versüßet selbst den tod. 2. Wenn meine lippen schwiegen, O so versagt ich mir Das himmlische vergnügen, Gott, lobzusingen dir! Nein, herr, von meinem dank Sei jeder morgen zeuge, Und jeden abend steige Zu dir mein lobgesang. 3. Du wirst mich ferner leiten, So un⸗ werth ichs auch bin; Treu bleibt zu allen zeiten Deinmilder vatersinn. Ich hoffe stets auf dich. Du wirst in kümmernissen Mir wohl zu helfen wissen; Dir überlaß ich mich. 4. Ja, deine huld ist größer, Als es der mensch versteht; Dein rath unendlich Von der Dankbarkeit gegen Gott. 591 ih besser, Als was sein wunsch erfleht. Herr, .— 45⁷ meine zuversicht! Dir froh mich zu erge⸗ ben, Dich dankbar zu erheben, Sei meine 9 liebste pflicht. Mel. Wach auf, mein herz, und ꝛc. w 377. Laßt unserm gott uns singen, Ihm dank und ehre bringen, Daß wir so viele gaben Von ihm empfangen haben. 2. Nur er hat uns das leben, Und seel und leib gegeben. Er ist es, der sie sg schützet, Und giebt, was beiden nützet. 3. Dem leibe giebt er speise, Die seele a macht er weise, Damit sie, frei von sün⸗ — — T 2— *— — —. —— — — — — I — den, Mög wahres glück empfinden. 4. Für uns dahingegeben Ward chri⸗ stus, unser leben; Er, der für uns gestor⸗ ben, Hat uns das heil erworben. 5. Sein wort wird, uns zum segen, Ein licht auf unsern wegen; Zu allen guten werken Soll selbst sein geist uns stärken. 6. Er läßt uns gnade finden, Vergiebt % Uns unsre sünden, Wenn sie uns herzlich r reuen, Und wir forthin sie scheuen. — — “. Da wir denn schon auf erden So hoch begnadigt werden: Gott! was wird nicht für gaben Für uns dein himmel haben! 59⁴ Zweite Abtheilung. 8. Wir bitten deine güte, Daß sie uns stets behüte; Laß, dir zum wohlgefallen, Uns gute wege wallen. 9. Leit uns durch deine wahrheit, Bis wir in voller klarheit Dich sehn, und dei⸗ nen namen Dort ewig preisen; amen! Mel. Lobt gott, ihr ehristen ꝛc. oder: Nun danket all und ꝛ,c. Nr. 3. 378. Mein geist erstaunt, allmächtiger! Wenn er das gute denkt, Das du auch mir, mein gott und herr, So unverdient geschenkt. 2. Dann ist mein herz so hoch erfreut, Ganz deiner güte voll, Und weiß von hei⸗ ßer dankbarkeit Nicht, wie es danken soll. 3. Da ich noch in der mutter schooß, Mir selbst verborgen, schlief, Bestimmtest du für mich das loos, Das mich zum leben rief. 4. Du willst des menschen wahres glück, Eh er geboren ist; Und so ward ich(o welch ein glück!) Schon als ein kind, ein christ. 5. Noch schwach und klein, ward ich durch dich Geschützet unsichtbar; Am geist zunr⸗ stärkte mich Dein arm von jahr zu jahr. Von der Dankbarkeit gegen Gott. 593 6. Wenn in der jugend ich vom pfad Der tugend mich verirrt: So hat mich, hr dein treuer rath Darauf zurück ge⸗ ührt. 7. Du warst mein schutz und meine wehr Vor unglück und gefahr; Und vor dem laster, das noch mehr Wie sie zu fürchten war. 8. In krankheit hast du väterlich Mir neue frist geschenkt: Und deine huld er⸗ quickte mich, Wenn sünden mich gekränkt. 9. Wie froh und heiter ist mein blick, Da du so hoch mich liebst; Auch kommt von dir der freundschaft glück, Wodurch du trost mir giebst. 10. Und welche wohlthat, herr, ist nicht Dies herz, das fühlen kann: Dies herz, ganz dein, das dankbar spricht, Was du an mir gethan! 11. Froh soll mir jeder tag vergehn Bei deinem ruhm und preiß; Ich will dich lie⸗ ben und erhöhn, So gut ich kann und weiß. 12. In schrecken, angst, gefahr und noth Trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der tod Mir nicht mehr fürchterlich. 594 Zweite Abtheilung. 13. Und wenn einst erd und himmel bebt Durch dich, den herrn der welt, Will ich den preisen, der stets lebt, Und mich als⸗ dann erhält. I4. Denn, herr, auch bei der welten sturz Bleib ich dein eigenthum. Die ewigkeit selbst ist zu kurz Zu deinem lob und ruhm. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 379. Mein herz, ermuntre dich zum preise Des gottes, der dein vater ist! Be⸗ denke, auf wie viele weise Du ihm zum dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein helfer war, Mit freuden ruhm und ehre dar. 2. Herr! deine hand ist immer offen, Zu geben, was mir nützlich ist. Und den⸗ noch wanket oft mein hoffen Auf dich, der du die liebe bist. Mein gott! wie wenig bin ichs werth, Daß mir noch gnade wie⸗ derfährt! 3. Unendlich groß ist dein erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt; Drum wird auch mir, mein gott, mir armen, Von dir nicht nach verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine treu Mit segen, trost und hülfe bei. + H Von der Dankbarkeit gegen Gott. 59⁵ WVl. 4. Du bist es, der in meinen sorgen h Mit rettung mir entgegen eilt; Und wenn sie, noch vor mir verborgen, Nach mei⸗ kehüß Uem wahn zu lang verweilt: So kommst du, eh ich michs versehn, Und hilfst mir, Idn und erhörst mein flehn. 5. Du wählst und wirkest stets das beste. dih Und wenn auch meine noth sich häuft, So 1 0 steht durch dich mein wohl doch feste; Und Zi: wenn mich elend ganz ergreift, So willst Am du mein erbarmer sein, Mich vom verder⸗ ö h ben zu Heseli 6. Du bist mein heil! mein ganz gemü⸗ Aetz the Ist deines ruhms, mein retter, voll. Ier O könnt ich deine große güte Doch so erhe⸗ unl ben, wie ich soll! Doch meine kraft reicht Anlh, nicht dahin, Du weißt es, gott, wie schwach Ren ich bin. nu 7. Und hätt ich auch viel tausend zun⸗ gen, So würde deines wohlthuns preiß uhm Mie würdig gung von mir besungen, Auch bei dem größten ernst und fleiß. Denn mehr 41 guts, als ich zählen kann, Hat deine huld ) an mir gethan. iüt 8. Jedoch, du siehst mit wohlgefallen Auch auf des herzens redlichkeit, und hörest 596 Zweite Abtheilung. selbst das schwache lallen Der deinen mit zufriedenheit; Du hörst es, wie ein vater pflegt, Der seiner kinder schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine huld und güte Beständig, gott, vor augen sein. Ich will mit redlichem gemüthe Mein leben deinem lobe weihn, Bis ich vollkommner deinen ruhm Erheb im höhern heiligthum. Bekannte Melodie. 380. Nun danket alle gott Mit herzen, mund und händen, Der große dinge thut An uns und allen enden; Der uns von mutterleib Und kindesbeinen an Bis die⸗ sen angenblick Unzählig guts gethan. 2. Der ewig reiche gott Woll uns, so lang wir leben, Ein immer fröhlich herz Und edlen frieden geben; Und uns in sei⸗ ner gnad Erhalten immerfort, Und uns aus aller noth Erlösen hier und dort. 3. Lob, ehr und preiß sei gott, Dem vater und dem sohne, Und seinem heilgen geist. Er, der vom himmelsthrone Er⸗ barmend auf uns sieht, Bleibt, wie er ewig war, Unendlich groß und gut. Lob sei ihm immerdar! Von der Dankbarkeit gegen Gott.—597 Mel. Warum betrübst du dich ꝛc. 381. Voll freud und frommer dankbe⸗ gier Erheb ich meinen geist zu dir, Mein vater und mein gott. Wie froh und heiter machet mich Der himmlische gedank an dich! 2. Mein aug erblickt die stolze pracht Der werke deiner weisen macht. Du riefst, da wurden sie. Und erd und himmel sind noch heut Ein spiegel deiner herrlichkeit. 3. Da freuet sich, allgütiger, Ein zahl⸗ los heer lebendiger Der milden vaterhuld, Die neu an jedem morgen ist, Und auch des wurmes nicht vergißt. 4. Du, herr, durch den ich leb und bin, Giebst mir so vieles gute hin Zum fröh⸗ lichen genuß. Was ist der mensch hier, dess' du dich So gnädig annimmst? was bin ichꝰ 5. Den menschen krönte deine hand, Dich zu erkennen, mit verstand; Sie bil⸗ dete dies herz, Das dankbar froh empfin⸗ den kann, Wie viel sein gott an ihm gethan. 6. Und welche selge hoffnungen Schenkst du nicht den erlöseten; Du stifter unsers heils! Versüßt wird jedes leid durch sie, Und leicht der tugend edle müh. 598 Zweite Abtheilung. 7. Ihr will ich, deiner werth zu sein, Die theuren lebensstunden weihn, Die mir noch übrig sind. Viel höhern frieden hab ich dann, Als diese welt mir geben kann. 13) Von den Gesinnungen gegen den Erloͤser. Mel. Meinen jesum laß ich nicht. 382. Du, o herrscher, stiegst vom thron, Und kamst als ein knecht auf erden; Du bist würdig, gottes sohn, Ewig hochgelobt zu werden. Freund, der froh sein blut ver⸗ goß, Werd und bleib mir ewig groß! 2. Du, erlöser, bist mein theil; Denn du bist für mich gestorben, Du hast gnade, trost und heil Und den himmel mir erwor⸗ ben. Alles, alles ist nun mein, Wie kann ich gnug dankbar sein? 3. Für die leiden ohne zahl, Für die leibs⸗ und seelenschmerzen, Und für deine todesqual Dank ich dir mit treuem herzen. Treu dank ich, doch mangelhaft; Gieb zu besserm dank mir kraft. 4. Welche liebe! daß für mich Du dich ganz dahin gegeben; Feurig, ewig lieb ich dich, Und will dir zu ehren leben, Will dir stets gehorsam sein; Denn ich bin ja ewig dein. 2——* —— Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. 599 5. Nichts soll mich so sehr erfreun, Als, daß ich dir angehöre, Jesum lieben, jesu sein, Ist des christen trost und ehre. Wenn ich dein, o heiland! bin, Wird mir alles zum gewinn. 6. An dir, jesu, halt ich fest, Weil ich werd auf erden wallen. Wehe dem, der dich verläßt! Er muß ins verderben fallen; Meine ganze seele spricht: Meinen jesum laß ich nicht. 7. Durch dich bin ich reich und hoch, Ich bin gottes kind und erbe; Gott liebt mich: was fehlt mir noch? Eins noch— daß ich selig sterbe. Auch so sterben hilfst du mir, Und dann nimmst du mich zu dir. 8. Drum, erlösete des herrn, Preiset ihn, lobsingt ihm fröhlich. Alle sünden trug er gern, Nichts war für ihn zu be⸗ schwerlich; Für die welt, die strafbar war, Gab der heiligste sich dar. 9. Preis und dank, und herrlichkeit Müsse dir der weltkreis bringen. Und wenn aufhört erd und zeit Müss sie dir der himmel singen: Menschen, engel, sera— phim, Groß ist jesus, jauchzet ihm! 600 Zweite Abtheilung. Mel. Alle menschen müssen sterben ꝛc. 383. Eins ist noth! o herr, dies eine Lehre meine seele doch! Alles andre, wies auch scheine, Ist nur ein beschwerlich joch, Unter dem das herz sich quälet, Und der ruhe doch verfehlet. Nur dies einzige giebt mir Wahren frieden dort und hier. 2. Seele, willst du dieses finden, Suchs bei keiner kreatur. Laß nicht irdisches dich binden; Erdengüther täuschen nur. Nur hei dem auf gottes throne Hocherhöhten menschensohne Findest du dein wahres heil Und das allerbeste theil. 3. Dir ist auch das glück beschieden, Was maria sich erlas, Als sie, ohne zu ermüden, Fromm zu jesu füßen saß. O wie brannt ihr herz, die lehren Aus der weisheit mund zu hören! Da vergaß sie welt und sich, Als sie hörte, jesu, dich. 4. Also richt auch mein verlangen, Mein erlöser, stets nach dir; Deiner wahrheit anzuhangen, Schenke trieb und kräfte mir! Wenn auch andre sie nicht achten, Will ich sie mit lust betrachten, Und, mich dei⸗ sei heils zu freun, Ihren lehren folgsam ein. 5 4 — 9 5 —3 t.— —— 0 96—— Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. 601 5. In dir liegt der weisheit fülle. Was die seel allein beglückt Zeigst du mir; und wenn mein wille Sich in deine ordnung schickt, Dann werd ich wahrhaftig weise, Mir zum heil und dir zum preise, Lerne gottes rath verstehn, Und den weg des lebens gehn. 6. Mit vergebung aller sünden, Herr, begnadigst du mich dann! Läßt mich wahre ruhe finden, Daß ich fröhlich rühmen kann: Ich bin auch bei gott in gnaden; Und was kann mir denn nun schaden? Meines mitt⸗ lers gütigkeit Dank ich diese sicherheit. 7. Aber du bist meiner seele Auch zur zeiligung gemacht, Daß sie nicht mit vor⸗ satz fehle, Fliehe vor der sünden macht. Muth und kraft zum heilgen leben Kannst und willst du allen geben, Die mit ernst sich nur bemühn, Schnöde sündenlust zu fliehn. 8. Darum sollst du mir das eine, Jesu, und mein alles sein. Prüf und forsche, wie ichs meine, Tilge allen heuchelschein; Daß ich hier schon auf der erde Durch dich gut und selig werde, Und dir treu sei bis zum tod: Nur dies eine ist mir noth. 602 Zweite Abtheilung. Mel. Seelenbräutigam, jesus ꝛe. 384. Held aus davids stamm, Jesu, gottes lamm! Selbst von gott zum heil erkohren Allen denen, die verloren: Wie erheb ich dich, Heiland! würdiglich? 2. Uns von aller noth, Ja selbst von dem tod, Vom gericht und allem bösen Uns auf ewig zu erlösen, Kamst du in der zeit, Herr der ewigkeit! 3. Jesu, höchstes gut! Unser fleisch und blut Nahmst du an, für uns zu sterben; Sündern leben zu erwerben, Schmecktest du den tod, Wahrer mensch und gott! 4. Für die ganze welt War das lösegeld Deines theuren bluts hinlänglich, Und die gnad ist überschwenglich, Welche gottes rath Uns verschaffet hat. 5. Auf der gottheit thron, Gott⸗ und menschensohn! Sitzest du nun hoch erha⸗ ben, Und theilst deine gnadengaben, Als der herr vom haus, Deinen kindern aus. 6. Heiland voller huld! Unsrer sünden schuld Wollest du nicht mehr gedenken, Vielmehr uns vergebung schenken. Durch dich laß uns rein Von den sünden sein. 22 , —.— — 5 .X 1. W Oh. I —— El el Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. 603 7. Was durch deine kraft Neue herzen schafft, Was der sünden herrschaft wehret, Und die lust zur tugend mehret, Das erbitten wir, Heiligster! von dir. 8. Weck uns nur recht auf, Daß wir unsern lauf Unverrückt zu dir vollenden; Föühr uns fort mit treuen händen Auf der tugend bahn; Führ uns himmelan. 9. Deines geistes trieb In die seele gieb, Daß mit wachen und mit beten Wir als kinder vor dich treten; So verlischt das licht Unsers glaubens nicht. 10. Ohne prüfung ist Nie ein wahrer christ; Willst du uns in leiden führen, Laß uns dich nur nicht verlieren! In der trübsalsnacht Nimmst du uns in acht. 11. Deine freundlichkeit, Wenn sie uns erfreut, Treibe herz und mund zum dan⸗ ken, Und bewahr uns in den schranken Einer heilgen freud, Ohne sicherheit. 12. Einen heldenmuth, Der auch gut und blut Gern um deinetwillen lasse, Und des fleisches lüste hasse, Gieb zu deiner ehr Uns je mehr und mehr. ö 13. Jesu, hilf, daß wir Ritterlich all⸗ hier Alles durch dich überwinden, Und 7 60⁴4 Zweite Abtheilung. W. durch deine kraft empfinden, Daß ein wah⸗ af M. rer christ Treu und standhaft ist. 0 f 14. Wirds zum sterben gehn, Wollst N du bei uns stehn, Uns zur seligkeit berei⸗ Nn ten, Und durchs todesthal begleiten; Daß sun, wir einst uns sehn Dir zur rechten stehn. hnd S In bekannter Melodie. 1 1 385. Herzlich lieb hab ich dich, o herr! Aniit Und meine seele schätzt nichts mehr, Als Miun, deiner gnade gaben. Die ganze welt er⸗I3 reut mich nicht, Nach ihren schätzen frag nhm ich nicht, Wenn ich dich nicht sollt haben. Hn Wenn auch mein herz im tode Bist l 6 du doch meine zuversicht, Mein heiland, der, weil 0 erlöst, Mich auch m tode E nicht verstößt. Herr jesu christ, Mein herr isee und tt! Mein herr und gott! Hilf mir fhuvs im Fran—22— im 109 t. 0 nem ganzen leben. Daß ich es Wüuen Iut lobe weih, Den—. damit— R6 0 sei, n wandel sein; In aler rübsal särie mih, Daß ich sie dulde williglich. Herr ien nern blitzen! Jesus will mich schützen. Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. 605 christ, Mein herr und gott! Mein herr und gbtt! Hilf mir auch in der letzten noth. 3. Verleih, wenn du mich sterben heißt, Daß dann dein engel meinen geist Ins reich der wonne trage. Dann wird mein leib und mein gebein Zwar erde, doch nicht länger sein, Als bis zum letzten tage. Du lässest mich im tode nicht; Du kommst, du kommst und hältst gericht. Ach! laß mich dann dich ohne graun, Getrost als meinen richter schaun. Herr jesu christ, Erhöre mich! Erhöre mich! So preis' ich hier und ewig dich. Bekannte Melodie. 386. Jesu meine freude! Bester trost im leide! Meines herzens theil! Deine mittlertreue Macht, daß ich mich freue Deiner, herr, mein heil. Hab ich dich, Wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf erden Nie recht glücklich werden. 2. Unter deinem schirme Können keine stürme Mir erschrecklich sein. Laß die felsen splittern, Laß den erdkreis zittern, Und den einsturz dräun! Was ists mehr? Rings um mich her Mag es stürmen, don⸗ 606 Zweite Abtheilung. 3. Wenn der sünde schrecken Angst in mir erwecken, Jesus stillet sie. Mag der tod sich nahen, Mich das grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht Das weltgericht: Freudig, daß ich jesum sehe, Blick ich auf zur höhe. 4. Wer ist, der den glauben Meinem herzen rauben, Ihn erschüttern kann? Bei der feinde toben Stimm ich, gott zu loben, I Mich bewacht Des Freudenlieder an. mittlers macht, Die kann selbst der feinde wüthen Auch in eil gebieten. 5. Lockt nur, gold und schätze! Ehre sei der götze Der so stolzen welt! Mich sollt ihr nicht blenden, Nicht von dem mich wenden, Der mich treu erhält. Elend, noth, Kreuz, schmach und tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von jesu scheiden. 6. Weich, verbotne liebe, Weicht, der 3 wollust triebe! Gift ist eure lust: Sünden, eure freuden Will ich ewig meiden, Flieht aus meiner brust. Ueppigkeit, Geiz, hoch⸗ muth, neid, Ihr beschweret das gewissen, Euch will ich nicht wissen. 7. Weg mit sorg und zagen! Schwei⸗ get, bange klagen! Jesus ist ja mein. hätten. an meines lebens ende; Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. 607 Jeden, der ihn liebet, Muß, was erst betrübet, Noch zuletzt erfreun. Hab ich hie Viel angst und müh: Jesu, auch im bängsten leide Bleibst du meine freude. In eigener bekannter Melodie. 387. Meinen jesum laß ich nicht: Weil er sich für mich gegeben, So erfordern dank und pflicht, Ihn zu lieben, ihm zu leben. Er ist meines lebens licht: Mei⸗ 2. Er, der welt und mir gesandt, Uns zu lehren, uns zu retten, Gab sein leben uns zum pfand, Daß wir gottes gnade O wie bin ich ihm verpflicht't! Meinen jesum laß ich nicht. 3. Durch ein herz voll dankbarkeit, Durch gehorsam, den ich übe, Das zu thun, was er gebeut, Halt ich fest an seiner liebe; Traue dem, was er verspricht, Und so laß ich jesum nicht. 4. So ist er mein theil und ruhm Bis Ihm geb ich zum eigenthum Ganz mich hin in seine hände. Er ist meine zuversicht; Meinen jesum laß ich nicht. nen jesum laß ich nicht. 608 Zweite Abtheilung. 5. Wenn mein auge schon verlischt, Wang und lippen sich entfärben, Mich kein labsal mehr erfrischt, Alle sinnen mir ersterben, Und das matte herz nun bricht, Laß ich meinen jesum nicht. 6. Auch im himmel ist er mir Seligkeit, und trost, und freude; Da belohnt er, was ich hier Ihm zu ehren willig leide; Da 2* schan ich sein angesicht; Meinen jesum laß ich nicht. ö 7. Nichts auf dieser erden ists, Was des herzens wünsche stillet; Du, o jesu, du uu nur bists, der sie einst noch ganz erfüllet. Dich, mein reichthum, ruhm und licht, Dich, mein jesu, laß ich nicht. 8. Dich, mein jesu, halt ich fest, Lasse nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergeßt! Ihr beraubt euch ewger freuden. Selig, wer in wahrheit spricht: Meinen jesum laß ich nicht! Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 388. O jesu, jesu, gottes sohn, Der du, noch eh ich war, mich schon Geliebt aus reinem triebe. Vor dir ist alles sonnenklar; Mein herz ist dir auch offenbar, Du weißt, —— daß ich dich liebe. Herzlich Such ich Dir ming ö ö Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. 609 vor allen Zu gefallen, Nichts auf erden Kann und soll mir theurer werden. 2. Dies eine nur bekümmert mich, Daß ich mit solcher treue dich Nicht liebe, wie ich wollte. Ich selbst empfind es nur zu sehr, Daß ich durch thaten dich noch mehr, Mein heiland, lieben sollte. Laß mich Glaubig Deine güte Ins ge⸗ müthe Stärker fassen, Dir mich ganz zu überlassen. 3. Du stehst mit deiner kraft mir bei; Drum will ich auch mit größter treu, Und ewig dir anhangen. Nichts, was sonst menschen wohlgefällt, Nicht lust der sinne, ehr und geld Befriedigt mein verlangen. Ohn dich Kann mich Nichts von schätzen Recht ergötzen Und beglücken; Du nur kannst mein herz erquicken. 4. Den, der dich liebt, den liebst auch t du, Dem schaffst du für die seele ruh Und troͤst für sein gewissen. Ob mich auch manche noth hier drückt, So werd ich doch durch dich erquickt In meinen kümmer⸗ nissen. Endlich Wird sich Nach dem leide Volle freude Für mich finden; Da wird Hall mein trauern schwinden. 39 610 Zweite Wn Huns auch hier kein wens Perhuhn und würdig gnug beschreiben, Was denen dort für herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit, Die dir ergeben bleiben. Was hier Von dir Ist gegeben, Unser leben Zu ergötzen, Ist dagegen nichts zu schätzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, O jesu, meine freude sein, Daß ich dich 7 lich liebe, Und mich in dem, was dir ge⸗ fällt, Je mehr und mehr in dieser welt Nach deinem worte übe, Bis sich Für mich Jenes leben Wird anheben, Wo die from⸗ men Aller trübsal sind entnommen. 7. Da werd ich deine gütigkeit, Die mich schon hier so sehr er freut, In vollem um⸗ fang ühwenlen Da seh ich in dem hellsten licht Dein gnaden vollos angesicht, Auf immer frei von schrecken. Wohl mir! Preis dir! Der mir droben A Aufgehoben Ewge freuden; Nichts, herr, soll mich von dir scheiden. Mel. Machs mit mir, gott ꝛc. 389. O jesu, wahrer frömmigkeit Bol⸗ kommenstes emel!—9—7 herz, dem vater ganz geweiht, War jeder tugend Rded = 7 Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. 611. tempel; Dein wandel, rein von aller schuld, Gott werth und würdig seiner huld. 2. Wer war wohl eifriger, als du, Zu thun des vaters willen? Dir war es ruhm und seelenruh, Ihn treulich zu erfüllen; Dir keines eigenruhms bewußt, War, ihn zu preisen, deine lust. 3. Wenn wo dein auge frevler sah, Warst du voll edler schmerzen: Doch wenn des vaters wort geschah, Quoll freud aus deinem herzen. An ihm nur hing dein b sinn; Auf ihn sah stets dein auge in. 4. Ihn ehrtest du mit wort und that Vor aller welt mit frenden. Du warst bereit, nach seinem rath Zum heil für uns zu leiden. Wie er die liebe selber ist, So warst du's auch, herr jesu christ. 5. Du zeigtest, daß die größte noth Dich nicht zum murren reize; Warst gott gehor⸗ sam bis zum tod, Ja bis zum tod am kreuze; Auch da war deine zuversicht Auf ihn allein und fest gerichtt. i 6. Bon ihm verlassen, blieb dein herz An ihm, trotz alles spottes. Dein hoffen war im größten schmerz Die sichre hülfe 61² Zweite Abtheilung. gottes. Und was du hofftest, ist geschehn; Gott hörte deiner stimme flehn. 7. Mit ehr und preiß von ihm gekrönt, Lebst du zu seiner rechten Voll majestät, und dir ertönt Von allen gottesknechten Das lob, dess' du so würdig bist. O selig, wer dir ähnlich ist! 8. Hilf, daß ich dein exempel mir Auch nun zum muster setze, Und gott den herrn, gesinnt gleich dir, Weit über alles schätze, Mit freuden seinen willen thu, Und ganz in seiner fügung ruh. Mel. Schwing dich auf zu ꝛc. 390. Sollt ich jetzt noch, da mir schon Deine güt erschienen, Dich verlassen, got⸗ tes sohn, Und der sünde dienen? Mit den lüsten dieser zeit Wieder mich beflecken, Und nicht mehr die freudigkeit Meines glaubens schmecken? 2. Hab ich doch allein bei dir Meine ruh gefunden; Mittler, heiltest du doch mir Liebreich meine wunden; Und ich sollte dein gebot, Wie die sünder, hassen, Und mein recht an deinem tod Wieder fahren lassen? Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. 613 Ai 3. Nein, ich bin und bleib ein christ, Fiolge deinen lehren, Lasse weder macht ul noch list Meinen glauben stören. Fielen uh tausend ab, nicht ich; Mags die welt ver⸗ lu drießen! Sie wird mein vertraun auf dich Mir doch lassen müssen. 4. Zeigt sie mir ein heil, wie du? hnBringt sie kraft den müden, Den bedräng⸗ Hhuh ten trost und ruh, Sündern gottes frie⸗ h den? Gieb sie mir, die zuversicht, Daß ich, IW. Dh trotz dem grabe, Jener ewigkeiten licht Zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wenn vor gott Einst die völker stehen, Und das leben und den td Ihm zur seiten sehen? Wenn der sichre „nun zu spät Aus dem schlaf erwachet, Und A der spötter, der hier schmäht, Bebt und (5 nicht mehr lachet? . 6. O wie thörigt, wenn ich mich Noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes huld genieße; Da ich weiß, U auf wessen wort Ich die hoffnung gründe, i9 Daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und hleben finde! . Nicht das leben, nicht der tod, Trüb⸗ sal nicht, noch freuden, Sollen mich, mein 2 — 27 U01 — — — 2* 8 — II 6¹⁴ Zweite Abtheilung. herr und gott, Jemals von dir scheiden. Sünden, welt und eitelkeit Und die bösen triebe, Alles überwind ich weit, Herr,‚ durch deine liebe. Mel. Seelenbräutigam, Jesu ꝛc. 391. Wer ist wohl wie du, Stifter wah⸗ rer ruh? Jesu, freund der menschenkin⸗ der, Retter der verlornen fünder! Licht und seelenruh Fließt von dir uns zu. 2. Herr der herrlichkeit! Zur bestimm⸗ ten zeit Kamst du uns zum heil auf erden, Warst zur duldung und beschwerden Unsrer niedrigkeit Großmuthsvoll bereit. 3. Tiefe schmach und noth, Selbst den kreuzestod Hast, zur tilgung unsrer schul⸗ den, Du, als mittler, wollen dulden, Hast durch deinen tod Uns versöhnt mit gott. 4. Keine furcht der welt Schreckte dich, o held! Sünd und tod hast du bezwungen Und ein ewges heil errungen Für die l ganze welt, Durch dein lösegeld. 5. Deine majestät, König und prophet! Will ich demuthsvoll verehren Und auf deine stimme hören; Denn dein reich be⸗ steht, Wenn die welt vergeht. Sstll Isch her!“ 1⁹ II Iuuf enh I. Iil Eheh, ityl Delll Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. 615 6. Laß mich dir zum ruhm, Als dein eigenthum, Recht und nach gewissen han⸗ deln, Und mit freuden dir nachwandeln. n. christenthum Sei mein größter ruhm. 7. Zeuch zu dir mein herz, Laß in freud und schmerz Mich an deine treue denken, Und, wenn noth und furcht mich kränken: O, gieb in schmerz Muth und trost ins herz! 8. Bilde mich nach dir, Daß ich eifrig hier Mich in wahrer sanftmuth übe, Und, wie du, die demuth liebe; Stolz und rach⸗ begier Herrsche nie in mir. 9. Neiget sich mein sinn Zu dem eitlen hin; O, dann warne meine seele, Daß sie nicht ihr ziel verfehle! Lenke meinen sinn Auf das ewge hin. 10. Wecke mich stets auf, Daß in mei⸗ nem lauf Nichts von dir zurück mich halte, Und mein eifer nicht erkalte; In dem tu⸗ gendlauf Hilf mir schwachen auf! 11. In versuchungszeit Stärke mich zum streit; Laß mich wachen und mit beten Voll vertrauen vor dich treten, Bis nach kampf und streit Mich der sieg erfreut. 616 Sdweite Abtheilung. 12. Will der trübsal nacht Und der men⸗ schen macht Meine bange seele schrecken, Müsse mich dein schild bedecken. Hab in solcher nacht Huldreich auf mich acht! 13. Einen edlen muth, Daß ich irdisch gut Willig, ja mein eigen leben Mag für ewges glück hingeben: Solchen weisen muth Gieb mir, höchstes gut! 14. Solls zum sterben gehn, Laß mich auf dich sehn! Bleib mir hülfreich' dann 07 zur seiten, Mich durch schmerz und tod zu leiten, Bis ich einst dich seh; Dir zur rechten steh. Mel. Wie schön leucht't uns ꝛe. 392..Wie groß, wie angebetet ist Dein name, o herr jesu christ! Wie theuer dei⸗ nem volke! Welch licht ging in der finster⸗ niß Mit dir der welt auf, wie zerriß, Wie floh des irrthums wolke! Als du Kamest, Hörten taube, Und der glaube Half den kranken, Stumme sangen, dir zu danken. 2. Nur schwache warens, die dein licht Verbreiteten, die weisen nicht. Wo sind sie? wo die hohen? Und wo die reichen? wo die macht, Vor der des götzendienstes nacht Und seine schrecken flohen? Macht Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. 617 nicht, List nicht, Deine gaben, Mittler, haben Dich verkläret, Uns den weg zu gott gelehret. 3. Wir werden deinen ruhm erhöhn, Wir werden deine himmel sehn, Den preis von deinen leiden; Genießen, was du uns erwarbst, Als du für uns am kreuze starbst, Der engel hohe freuden. Welche Gnade, Daß wir sünder Gottes kinder Werden sollen, Wenn wir an dich glau⸗ ben wollen. 4. Du hast dich deiner herrlichkeit Ent⸗ äusert eine kurze zeit, Und deinen thron verlassen; Doch nun, mit ehr und ruhm gekrönt, Nun machst du selig, die versöhnt Der sünden gräuel hassen. Ihnen Willst du Heil und leben Gerne geben, Und uns allen Helfen, daß wir gott gefallen. 5. Vom aufgang bis zum untergang Erschallet dir der lobgesang Erretteter gerechten. Unzählbar sind die schaaren schon, Die gerne dir vor deinem thron Ein würdig loblied brächten, Ihrer Mehr noch, Jesu, werden Schon auf erden Dir lobsingen, Preiß und dank und ruhm dir bringen. 618 Zweite Abtheilung. 6. Wie groß, wie angebetet ist Dein name, heiland, jesu christ, Wie herrlich bei den deinen! Führst du uns einst zu deiner ruh: O wie weit herrlicher wirst du Den frommen dann erscheinen; Ewig Müsse, Dir zur ehre, Ihrer chöre Lob erschallen, Durch die himmel widerhallen. 14) Von der Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. In allen meinen thaten ꝛc. 393. Gieb, gott, wenn ich dir diene, Daß ich mich nicht erkühne, Auf mich selbst stolz zu sein. Wer kann bei seinen werken, Wie oft er fehlet, merken? Wer ist von mängeln völlig rein? 2. Such ich stets deinen willen So eifrig zu erfüllen, Als es dein wort gebeut? Trag ich der tugend bürde, Aus kenntniß ihrer würde, Auch immer mit zufriedenheit. 3. Entzieh ich mich den fünden Auch stets aus rechten gründen? Aus wahrer frömmigkeit? Oft sind die guten triebe Nicht früchte deiner liebe, Nur früchte der natur und zeit. 4. Der sünden meiner jugend, Der mängel meiner tugend, O herr, gedenke Muhae J, Oo stuch, E Ruit, D Iuh E. Wat He: aly Hrg Wacht? 19095 . he W Sein A bih U, ärhl mh 50⁰ a Seh 0 II II (n! Von der Selbsterkenntuiß und Demnuth. 619 nicht! Willst du mit deinen knechten, Wie sie's verdienen, rechten: So trifft sie alle dein gericht. 5. Doch, wenn auch dir zur ehre, Rein meine tugend wäre, Weß ist dies eigen⸗ thum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen pflichten Mein glück mich sehn und meinen ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben, Und dein gebot zu üben, Die lüst und freudig⸗ keit? Wer stärkte meine kräfte Im heili⸗ gungsgeschäfte? Wer gab mir muth und sieg im streit? 7. Du schaffst, daß ich dich wähle; Du rufst mich, wenn ich fehle, Auf rechten weg zurück; Du ziehst mich ab von sünden Und läßt mich gnade finden, Und giebst zu meiner beßrung glück. 8. Sollt ich mich dess' erheben, Was du mir, herr, gegeben? Hab ich zum lohn ein rechtꝰ Könnt ich auch alles üben, Was du mir vorgeschrieben: Wer bin ich? ein geringer knecht. Mel. O gott, du frommer goett: 394. Herr, der du alles giebst, Von dem ich alles habe: Was ist mein stand, 6²⁰ Zweite Abtheilung. mein glück Und jede gute gabe? Es ist nicht mein, es ist Ein unverdientes gut; Darum bewahre mich Vor stolz und übermuth. 2. Wenn ich vielleicht der welt Mehr, als mein nächster, nütze; Und wenn ich mehr verstand, Als er besitzt, besitze: Bin ich drum mehr, als er? O, beides kommt von dir, Verstand und tüchtigkeit, Und du erhältst es mir. 3. Wenn mir ein größer glück Nach dei⸗ nem rath begegnet, Und deine gütigkeit Mich mehr als andre, segnet: Giebt diese deine huld Mir wohl zum stolz ein recht? Bin ich darum nicht auch, Was andre sind, dein knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß In höhern würden stehe, Und andre unter mir Im kleinern glücke sehe: Wer machte sie gering, Und wer erhöhte mich? Ist nicht mein nächster oft Viel würdiger, als ich? 5. Wie könnt ich mich, o gott, Des guten überheben; Was ich besitz, ist dein! Von dir hab ich mein leben, Und was ich gutes thu, Dazu giebst du gedeihn; Drum ken mich ewig fern Von stolz und hochmuth ein. H Ea Igiit HWich Kint 8 LEU I Von der Selbsterkenntniß und Demuth. 621 Mel. Es ist gewißlich an der zeit ꝛc. 395. Laß mich des menschen wahren werth, Mein gott, zu herzen nehmen, Und dessen, was mich selbst entehrt, Mich allzeit innigst schämen. Nie komm es mir aus meinem sinn, Was alles ich vermag und bin Durch deine weise güte. 2. Du schufst mich nicht bloß fleisch und bein: Du hauchtest mit dem leben Mir auch zugleich die seele ein, Und hast es ihr gegeben, Noch mehr, als was die sinne rührt, Und durch sie schmerz und lust ge⸗ biert, Zu fassen, zu erwägen. 3. Gott, diesen vorzug gabst du mir Vor so viel millionen, Die, auch beseelt, genährt von dir, Auf deiner erde wohnen. Was jenen fehlt, verliehst du mir, Ver⸗ nunft und freiheit, und mit ihr Gefühl von recht und unrecht. 4. Du a mich zur geselligkeit Und i für der freundschaft freuden; Gabst mir ein herz voll sühlbarkei Für andrer glück und leiden; Noch mehr, ein herz, das fähig ist, Sich dein, der du mein vater bist, Zu freun und dich zu lieben. 62² Zweite Abtheilung. 5. In stiller andacht kann mein geist Sich bis zu dir erheben, Und dir, den9 jeder himmel preist, Auch preiß und ehre Reben Auch ich kann deinen willen thun, In deiner vorsicht rath beruhn, Und fröh⸗ 115 auf dich hoffen. 6. Nicht blos für. kurze zeit Riefst du mi ich in dies leben; Zu freuden einer ewigkeit Soll sich mein geist erheben. Und wird auch gleich der leib zu staub, So bleibt er nicht des grabes raub; Du wirst ihn auferwecken. 7. Vom himmel kam, gesandt von dir, Dein sohn zu uns auf erden; Er kam und ward ein Weusth wie wir, Der menschen heil zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt; Wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, Der menschheit werth zu schätzen! 8. Und ich, ich sollte ihn entweihn, Und gleich den thieren handein Der fleisches lust ergeben sein, Und nicht vor dir, gott, wandeln? Fern sei ein solcher sinn von mir! Bewahre mich, mein gott, dafür, Daß ich mich so nicht schände. 9. Gieb mir vielmehr, daß ich allzeit Auf mein gewissen achte, Nach weisheit *. — —— —— I .— D ISt I H. Von der Selbsterkenntniß und Demuth. 623 und gerechtigkeit Mit allem eifer trachte; Dich liebe, und mich deiner freu, Und so des vorzugs würdig sei, Den du mir hast verliehen. Mel. In allen meinen thaten ꝛc. 396. Was ich nur gutes habe, Ist deine milde gabe, Du vater alles lichts! Mein dasein und mein leben Ward mir von dir gegeben, Und ohne dich vermag ich nichts. 2. Sowohl verstand als kräfte Zum nützlichen geschäfte, Hab ich aus deiner huld. Dein ists, wenn gute thaten Dem vorsatz wohl gerathen; Die fehler sind unr ieine schuld. 3. Das glück, dess ich mich freue, Schaffst du nach deiner treue, Du herr der ganzen welt! Du ordnest unsre tage, Ihr glück und ihre plage, Nur so, wie dir es wohl⸗ gefällt. 4. Sollt ich mich denn erheben, Wenn mir in diesem leben Biel gutes wiederfährt? Was hat dich, herr, bewogen, Daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe Der huld, herr aller dinge, Die du mir hast erzeigt. 62⁴ Zweite Abtheilung. O laß mich nie vergessen, Wenn sich mein herz vermessen Zum stolz und eigendünkel neigt. 6. Das nützlich anzuwenden, Was du mit vaterhänden Mir gütig zugewandt: Dies sei in meinem leben Mein eifrigstes bestreben; Dazu gieb demuth und verstand. Mel. Ein lämmlein geht und ꝛc. 397. Wenn ich, o gott, von dir geführt, Auf deinen wegen wandle; Wenn ich durch deinen geist regiert, Nach deiner vor hn handle: Wenn mir mein herz das Aengni giebt, Daß meine seele mehr dich liebt, Als alles gut auf erden: So laß durch stolz und sicherheit Mich deiner huld und gütig⸗ keit Doch nicht verlustig werden. 2. Wie leicht erliegt ein sichrer sinn, Bekämpft durch seine lüste! Sieht ruhig auf gefahren hin, Wovor er zittern müßte. Volltommen aubt er schon zu sein; Deukt, diese sünde sei nur klein Und jene pfl icht nicht wichtih. Nun ist er seinem falle 42 Fällt unvermerkt und glaubt noch da, Er wandle fest und richtig. 3. So schwach ist, herr, der mensch, so bald Zur ünde fortgeriffen! Sein eifer 9 V 12 I.0 sasst 91 ihn Wu 0 1 I 1 I mes Im ube V seh 20 4½ Von der Selbsterkenntniß und Demuth. 625 Ihhn wird gar leichtlich kalt, Nachgebend sein an gewissen. Weh ihm, wenn er vermessen ist, Wenn seiner schwachheit er vergißt, In sich nur stärke siehet! Der irrthum und die sinnlichkeit Besiegen ihn in jedem streit, Wenn er nicht klüglich fliehet. 4. Wer selbst sich, gott, vor dir erhöht, Kann nicht vor dir bestehen; Wer seine in niedrigkeit gesteht, Nur den wirst du erhö⸗ hnnhen. Veracht ich andre neben mir, So LülWa mißfällt meine tugend dir, Wie groß ich HH sie auch finde. Mein glaube hat da keinen htie werth. Dem, der auch demuthsvoll dich 0t ehrt, Vergiebst du seine sünde. I H2. Drum lehre mit behutsamkeit Auf meine bahn mich schauen, Und niemals iaus vermessenheit Auf meine kräfte bauen. Wenn wo versuchungen mir drohn, So zeige sie von fern mir schon, Daß ich mich zeitig rüste. Aufmerksam mache meinen blick Auf diese welt, auf zeit und glück, Und auf die macht der lüste. 6. Du weißts, zum guten, herr, bin ich Nur öfters kalt und träge. Mein täglich straucheln mache mich Vorsichtig EV allewege. Find ich mich auf der rechten . 2 40 8——— —.— — * —2——— 2—— —— *+ 17„—— —— ꝗDqñ‚ — — ——.— 62 bahn: So gieb, daß ich, so gut ich kann, Bei jedem schritte wache. Bewahre meinen fuß, daß nicht Stolz und vermeßne zuver⸗ sicht Zu mir mich fallen mache. 7. Mein glaube, meine frömmigkeit, Und was ich an mir habe Von tugend und rechtschaffenheit, Ist alles deine gabe. Ich bin nur staub, den du erschufst, Denn du begnaͤdigst und berufst, In deinem reich zu leben. Laß mich, entfernt von stolz und wahn, Mit demuth deine gab empfahn, Und dir die ehre geben. 8. So werd ich, gott, von dir geführt, Auf deinen wegen wandeln, Durch deinen guten geist regiert, Nach deiner vorschrift handeln. Ich werde nicht durch sicherheit, Durch stolz und durch vermessenheit Von deinem worte weichen. So bleibt auch deine gnade mir, Und ich werd, unterstützt von dir, Des glaubens ziel erreichen. ů Mel. Wer nur den lieben gott ꝛe. der: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. 4. 398. Wer bin ich? wichtig ist die frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn! Gieb, daß ich mir die wahrheit sage, Um mich, so wie ich bin, zu sehn. Wer sich nicht Zweite Abtheilung. IE Vo Iht E= al ihhe Mhätes! ien I RII. Von der Selbsterkenntniß und Demuth. 627 selbst recht kennen lernt, Bleibt von der weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein werk von deinen händen, Du schufst mich, gott, zu deinem preiß; Dazu mein leben anzuwenden, Das ist dein väterlich geheiß. Doch, leb ich, als dein eigenthum, Auch, wie ich soll, zu deinem ruhm? 3. Ich bin ein christ nach dem bekennt⸗ niß; Doch bin ich das auch in der that? Herr, öffne selbst mir das verständniß, Recht einzusehn, ob ich den pfad, Den jesus mir gewiesen, geh, Und ob ich auch im glauben steh? 4. Du kennest unsers herzens tiefen, Die uns selbst unergründlich sind; Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, Ob ich sei christo gleichgesinnt. Befreie mich vom falschen wahn, Der auch den klügsten täu⸗ schen kann. 114 5. Wie kann der, der bei allem wissen Des herzens zustand sich verhehlt, Auf V% wahre beßrung sein beflissen, Er, der nicht I%eweiß, wie viel ihm fehlt? Sich selbst recht %% kennen, ist verstand, Drum mache mich ii mit mir bekannt. 4 0 62⁸ Zweite Abtheilung. 6. Was mir zu meinem heil noch fehlet, Mein vater, das entdecke mir! Hab ich der wahrheit weg erwählet, So gieb, daß ich ihn nicht verlier. Erleuchte mich mit —. licht, So täuschen mich verführer nicht. 7. Bin ich jetzt von dem sichern pfade, Der mich zum leben führt, noch fern: So wecke mich durch deine gnade, Daß ich ihn ernstlich suchen lern. Gieb mir zur beß⸗ rung lust und kraft; Du bists, der beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, Was ich hier war und hier gethan. O laß michs nicht bis dahin sparen, Wo reue nichts mehr helfen kann. Hier mache mich zum himmel klug, Und frei vom schnöden selbstbetrug. 45) Vion der Selbsliede. Mel. Jesu, deine tiefe wunden ꝛe. 399. Daß ich mich, mein gott, selbst liebe, Kann dir nicht mißfällig sein, Du, du pflanzest ja die triebe Tief hiezu den menschen ein. Lenke du nur meinen siun Auf die wahre weisheit hin, Daß ich nicht Von der Selbstliebe. 629 mein glück verfehle Und selbst das verder⸗ ben wähle. 2. Hilf mir, alle meine pflichten Recht verstehn, und mit bedacht Auf das mein bestreben richten, Was wahrhaftig glück⸗ lich macht. Wer dir, o du höchster, lebt, Und dir zu gefallen strebt, Der nur kennt der seele adel, Der nur liebt sich ohne tadel. 3. Doch, wie oft und leicht verführet Eigenliebe unser herz! Durch den äußern schein gerühret, Wünscht es freud und wählt den schmerz, Sucht und findet nie⸗ mals ruh, Hofft sie, und kommt nie dazu, Weil es sich verliert in dingen, Die kein wahres glück uns bringen. 4. Wir versäumen unsre pflichten, Von bequemlichkeit regiert; Werden, wenn wir guts verrichten, Oft von eigennutz verführt. Nur gar selten trachten wir Nach dem wahren ruhm bei dir; Und, wie oft fehlts uns am wollen, Wenn wir andern dienen sollen?— 5. Mache, o mein gott, in gnaden Mich von solcher unart frei, Daß ich nicht zu meinem schaden Gegen mich verblendet sei. Pflanze selbst den trieb mir ein, Mich vor SIII M l. L... eie, 630⁰ Zweite Abtheilung. allem dein zu freun, Auch nach andrer wohl zu trachten, Und sie, wie du willst, zu achten. 6. Gieb mir dann auch das vollbringen, Mich zu lieben, wie ich soll; Laß mich eifrig darnach ringen, Was mir dient zum wah⸗ ren wohl. Auch dem nächsten beizustehn, Liebreich stets auf ihn zu sehn; Ueber alles dich zu lieben: Das, das hilf mir treulich üben. Mel. Nun danket alle gott ꝛc. 400. Du willst es, herr, mein gott, Daß ich mich selber liebe. Gieb, daß ich diese pflicht Nach deiner vorschrift übe; Und laß den selgen trieb, Mich meines glücks zu freun, Den du mir eingepflanzt, Nie mein verderben sein. 2. Gieb, daß mein ganzes herz Sich deiner liebe weihe, Und daß ich überall Dich kindlich ehr und scheue. Wer als ein christ sich liebt, Der flieht auch, als ein christ, Was deinem heilgen rath, O gott, entgegen ist. 3. Kein schnöder eigennutz Beherrsche meine seele, Und wenn zu meinem glück Ich weg und mittel wähle; So laß mich stets •— —+. 5 2— ů —— Von der Selbstliebe. 631 dabei Auf recht und wahrheit schaun, Und nie mein wohlergehn Aufandrer elend baun. 4. Dein fluch trifft jedes glück, Dabei die tugend leidet, Dabei der, der es sucht, Gott, deine wege meidet. Wer unrecht liebt und thut, Erbt deinen himmel nicht, Nie treffe mich, o gott, Dies schreckliche gericht! 5. Nie blende mein gemüth Der eitel⸗ keiten schimmer: Die welt mit ihrer lust Vergeht doch einst auf immer. Was hilst uns kurze lust, was hilft uns eitle pracht? Nicht ein vergänglich gut Ists, was uns glücklich macht. Af. 6. Ein gottergebnes herz, Ein unver⸗ in letzt gewissen, Nur das kann uns allein iHg Des lebens last versüßen; Das bleibt uns auch im tod, Und folgt uns aus der zeit 3% teh! Zum großen segen nach Bis in die ewigkeit. I 7. O selig, wer darnach Mit heilgem Zul eifer trachtet, Und für sein größtes glück, 3½% Gott, deine gnade achtet! Der liebt allein ,9 sich recht, Der findt schon in der zeit Die wahre ruh, und einst Vollkommne seligkeit. 8. Das sei mein zweck, mein fleiß; O sh segne mein bemühen! So wird das wahre nu wohl Nicht meinem wunsch entfliehen. So 4 4 109 4 * :.n ..‚‚. 632 Zweite Abtheilung. liebe ich mich so, Wie dir er wohlgefällt, Und über alles dich, Mein gott, und nicht die welt. 16) Von der Sorge fuͤr die Seele. Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛe. 401. Herr, meiner seele großen werth, Den mir dein theures wort erklärt, Laß mich mit ernst bedenken, Und auf die sorge für ihr wohl So unermüdet, als ich soll, Den größten eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir geachtt, Welch glück hast du ihr zugedacht! Wie viel an sie gewendet. Du schufst sie, gott, dein bild zu sein, Und hast, es in ihr zu erneun, Selbst deinen sohn gesendet. 3. Zu groß für diese kurze zeit, Bestimmt zum glück der ewigkeit, Lebt sie im fleisch auf erden, Durch glauben und gottselig⸗ keit Zu größerer vollkommenheit Im him⸗ mel reif zu werden. 4. Mit großer treue willst du sie, Selbst durch des lebens kurze müh, Zu jenem leben führen. O, laß mich nicht durch eigne schuld Das heil, das deine vaterhuld Ihr ausersehn, verlieren! — —.—. —— 1 1 0 U — — 2—— V* — — —— . — —— ErN —* — Von der Sorge für die Seele. 6³3 5. Wie du, o gott, gesinnt zu sein, Mich ewig deiner huld zu freun, Und dich zum trost zu wählen: Das sei mein fleiß und höchster zweck; Laß mich dazu den rechten weg Aus leichtsinn nie verfehlen. 6. Wer sünde liebt, bleibt nicht vor dir: Drum schaffe selbst, o gott, in mir Ein herz, das sünden hasset, Das seine schuld vor dir bereut, Und das zu deiner gütig⸗ keit Durch christum hoffnung fasset. 7. Gieb, daß ich dir mich ganz ergeb; Und was ich noch auf erden leb, Laß mich im glauben leben An jesum christum, der auch mich So hoch geliebet, daß er sich Für mich dahingegeben. 8. In meiner ganzen pilgrimschaft Laß mich, gestärkt durch deine kraft, Nach je⸗ nem kleinod trachten, Das nur dein ruf vor augen stellt, Und alle güter dieser welt Wie nichts dagegen achten. 9. Wie selig werd ich dann nicht sein! Schon hier werd ich mich deiner freun, Durch dich, gott! ruhig leben; Und du wirst nach vollbrachter zeit Auch mich gewiß zur herrlichkeit In deinem reich erheben. 6³⁴ Zweite Abtheilung. Mel. Straf mich nicht in deinem ꝛc. u — —— —— — 3——..— ————82 —— 7.——.— —— — . D= ——. —.—. * 3.— S— SSIE —— —— D— ——... —.— Von der Sorge für die Seele. 63⁵5 6. Aber bet auch stets dabei, Bete bei dem wachen; Das wird dich von trägheit frei Und behutsam machen. Gott verleiht Munterkeit Auf dem rechten pfade Durch erbetne gnade. 7. Nahe dich denn mit gebät Oft zu sei⸗ nem throne; Wenn dein herz nur glaubig fleht, Hört er in dem sohne. Er verheißt Seinen geist, Mit ihm kraft und leben Auf dein flehn zu geben. 8. Nun, so will ich immerdar Wachen, kämpfen, beten, Und vermehrt sich die gefahr, Nie von gott abtreten. Kurze zeit Währt der streit, Und welch eine krone Wird mir dann zum lohne! Mel. Was mein gett will, das ꝛe. oder: Das jesulein soll doch ꝛc. 403. Mein gott, erschaffen hast du mich, Einst ewig froh zu leben. O möchte doch mit inbrunst sich Mein herz dahin erhe⸗ ben, Wo volles heil Dem wird zu theil, Der hier dich treu verehret; Wo alles keh Der prüfungszeit In wonne sich ver⸗ ehret! 2. Wenn dieses lebens last mich drückt, Weß soll ich dann mich trösten? Die hoff⸗ 636 Zweite Abtheilung. nung ists, die mich erquickt, Auch einst mit 0. W den erlösten Bei dir zu sein, Und, frei von. 5 pein, In ewigkeit zu leben. Sollt ich denn nigh hier Nicht mit begier Nach solcher hoff h nung streben? Wihn 3. Was stärkt mein herz mit muth und un kraft, Nach deinem wort zu wandeln, Und W. auch alsdann gewissenhaft, Wenn sünde U lockt, zu handeln? Ein öftrer blick Auf I jenes glück Des wonnevollen lebens; Richt MW ich dahin Nur meinen sinn, So kämpf ich mlhe nicht vergebens. 1, S0 4. So gieb denn, daß ich allezeit Vor⸗ l züglich darauf achte, Und nach dem glück aut' der ewigkeit Vor allen dingen trachte; l Damit ich tren Im glauben sei, Der mebist tugendfrüchte bringet. Denn ewges heil M 5 Wird nur zu theil Dem, der darnach i recht ringet. Mal 5. O wäre dieses heil schon mein! O(n schmeckt ich schon die freuden, Die dort sich Ainn finden, frei von pein, Und frei von allen pffl leiden! Sieh dieser zeit Mit ruh und frend Doch stets, mein geist, entgegen! Herr, mässi steh mir bei, Im guten treu, Den lauf 5. A zurück zu legen. x — KXRA. .—.— — Von der Sorge für die Seele. 637 Mel. Es ist gewißlich an der zeit ꝛc. 404. Nach meiner seelen seligkeit Laß, herr, mich eifrig ringen! Sollt ich die kurze gnadenzeit In sicherheit hinbringen: Wie würd ich einst vor dir bestehn? Wer in dein reich wünscht einzugehn, Muß reines herzens werden. 2. Erst an dem schluß der lebensbahn Auf seine sünden sehen, Und wenn man u nicht mehr sündgen kann, Gott um erbar⸗ lh mung flehen, Das ist der weg zum leben nicht, Den uns, o gott, dein unterricht H ½t In deinem wort bezeichnet. 3. Du rufst uns hier zur heiligung; t Drum laß auch hier auf erden Des geistes wahre besserung Mein hauptgeschäfte wer⸗ den. Herr, stärk in mir dazu den trieb; Nichts sei mir je so groß, so lieb, Mich davon abzuwenden. 4. Gewönn ich auch die ganze welt Mit allen ihren freuden, Und sollte das, was dir gefällt, O gott, darüber meiden; Was hülfe mirs? nie kann die welt Meit allem, was sie in sich hält, Mir deine gnad ersetzen. 5. Was führt mich zur zufriedenheit Schon hier in diesem leben? Was kann 638 Zweite Abtheilung. mir trost und freudigkeit In noth und tode geben? Nicht menschengunst, nicht irdisch glück, Nur gottes gnade und ein blick Auf jenes lebens frenden. 6. Nach diesem kleinod, herr, laß mich Vor allen dingen trachten, Und, was mir daran hinderlich, Mit edlem muth ver⸗ achten. Daß ich auf deinen wegen geh, Und im gericht dereinst besteh, Sei meine größte sorge. 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht Vor trägheit mich beschützest, Und mich zur treu in dieser pflicht Mit kräften unter⸗ stützest? O stärke mich, mein gott, dazu! So find ich hier schon wahre ruh Und dort das ewge leben. 117) Von der Sorge fuͤr den Leib. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛe. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. 4. 405. Der wollust reiz zu widerstreben, O christ, laß deine weisheit sein! Bewahre, liebst du glück und leben, Dein herz vor ihrem gräuel rein. Vor ihrer schnöden lockung fliehn, Heißt dem verderben sich entziehn. Von der Sorge für den Leib. 639 Ahm 2. Die wollust kürzet unsre tage, Sie licht raubt dem körper seine kraft, Und armuth, Aibth seuchen, schmerz und plage Sind früchte dieser leidenschaft. Der haßt sich selber, , der sie liebt, Und sich in ihre fesseln giebt. 1,. 3. Sie raubt dem geiste muth und stärke, Um Schwächt den verstand, der seele licht; Sie pega raubt den eifer edler werke, Und ernst und 433 lust zu jeder pflicht. Sie führt reu und gewissensschmerz In das ihr hingegebne nn herz. U 4. Der mensch sinkt unter ihrer bürde isth Zur niedrigkeit des thiers herab; Er schän⸗ tt, det und entehrt die würde, Die ihm sein ihhh weiser schöpfer gab; Vergißt den zweck, breb er lebt, Weil er nach niedern lüsten trebt. 5. So schimpflich sind der wollust bande! Schon vor der welt sind sie ein spott; Sie sind vor dem gewissen schande, Und noch weit mehr vor dir, o gott! Der laster sclav entflieht dir nicht; Du forderst ihn vor dein gericht. 6. Du übergiebst den dem verderben I Schon hier, der seinen leib entweiht; Und nie wird der den himmel erben, Der sich 6⁴⁰ Zweite Abtheilung. unreiner lüste freut. Drum fleh ich de⸗ muthsvoll zu dir: O schaff ein reines herz in mir! 7. Gieb, daß ich allen bösen lüsten Mit muth und nachdruck widersteh: Und stets, dawider mich zu rüsten, Auf dich, allge⸗ genwärtger, seh. Denn wer dich, gott, vor augen hat, Flieht auch verborgne missethat. In voriger Melodie. 406. Des leibes warten und ihn nähren, Das ist, o schöpfer, meine pfliht: Durch eignef chuld ihn zu zerstören, Verbietet mir dein unterricht. O stehe mir mit weisheit bei, Daß diese pflicht mir heilig sei! 2. Sollt ich, o herr, geringe schätzen, Was deine hand mir andertraut? Den wunderpollen bau verletzen, Den du, als schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein leib? e ist; ja dein: Sollt! ich denn sein zerstörer 3— Ihn zu erhalten, zu beschützen, Giebst du hnit müder vaterhand Die mittel, Die dazu uns nützen, Und zum gebrauch Hichs du verstand. Dir ist die sorge nicht z klein: Wie sollte sie es mir denn sein? 1I 0 M zum himmel weise werde Noch in der vor⸗ Von der Sorge für den Leib. 64¹1 4. Gesunde glieder, muntre kräfte, O gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des berufs geschäfte, Wenn krank⸗ heit seinen leib beschwert? Ist nicht der erde größtes guth Gesundheit und ein heit⸗ rer muth? 5. Drum gieb, daß ich mit sorgfalt meide, Was meines körpers wohlsein stört; Daß nicht, wenn ich je krankheit leide, Mein geist den innern vorwurf hört: Du selbst bist störer deiner ruh, Du zogst dir selbst dein übel zu! ö 6. Laß jeden sinn und alle glieder Mich zu bewahren achtsam sein; Und drückt mich eine krankheit nieder, So flöße selbst geduld mir ein. Gieb frohen muth, und dann verleih, Daß auch des arztes rath gedeih. 7. Doch gieb, daß ich nicht übertreibe, Was auf des körpers pflege zielt; Und stets in jenen schranken bleibe, Die dein gebot mir anbefiehlt. Des leibes wohl laß nie allein Das ziel von meinen sor⸗ gen sein. ö ö 8. Mein größter fleiß auf dieser erde Sei meinem geiste, gott, geweiht, Daß er 6⁴² Zweite Abtheilung. bereitungszeit: So wird sich leib und seele ieut dein In alle ewigkeit erfreun. Ith fih Mel. In allen meinen thaten ꝛc. 407. Was ist mein zeitlich leben, Das du mir, gott, gegeben? Ein unschätzbares l gut. Du gabst mirs; hier auf erden Zum himmel reif zu werden, Worauf mein wah⸗ 8 res glück beruht. hhht 2. Hier wird die saat gestreuet. Dort s erndtet man, erfreuet, Der tugend früchte ein; Je länger ich hier lebe, Und gut zu ne wandeln strebe, Je größer wird mein glück dort sein. W. 3. Sollt ich dies glück mir rauben? O herr, laß mir, im glauben Der künftgen erndtezeit, Mein leben auf der erden So mpge werth und wichtig werden, Als es mir n selbst dein wort gebeut. 6 4. Mir selbst es zu verkürzen, Mich in den tod zu stürzen, Ist wider meine pflicht. Ein redliches gemüthe Lohnt nie miil, de mit undank güte; Entweicht auch dem punms berufe nicht. Rh O3 5. Was leicht in krankheit stürzet, Das 1 leben leicht verkürzet, Laß mich mit sorg⸗ mashäz falt fliehn; Doch auch nicht ängstlich zagen, htlich Von der Sorge für den Leib. 643 Für meine pflicht zu wagen, Was du mir, gott, für sie verliehn. 6. In deine vaterhände Befehl ich, herr, mein ende, Und meiner tage lauf. Es sei mein ganzes leben Dir hier zum diensterge⸗ ben; Hilf du nur selbst der schwachheit auf. 7. Wie heilsam ist das leben Dem, der dir ganz ergeben, Nach wahrer tugend strebt! Drum will ich dich treu lieben, Mich stets im guten üben: So hab ich lang und wohl gelebt. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 408. Wie mannigfaltig sind die gaben, Wodurch, herr, deine huld uns nährt, Die alles gute, was wir haben, beständig und so gern gewährt! Auch das, was unser mund genießt, Zeigt uns, wie gut und mild du bist. 2. Du giebst uns brod für unser leben; Und lässest auch, uns zu erfreun, Die mittel, die uns nahrung geben, So viel, so mannigfaltig sein. Wie angenehm ist der genuß Von dem, was uns ernähren muß! 3. Du segnest auen und gefilde Mit unerschöpfter fruchtbarkeit, Die, vater, jährlich deine milde, Daß keinen hungern iiii 6⁴⁴ Zweite Abtheilung. mög, erneut; Daß jedermann, von sor⸗ gen frei, Gesättigt werd und dankbar sei. 4. Du giebst, daß ich nicht mangel leide, Was nüöthig ist; auch mehr als brod: Giebst zum bedürfniß auch noch freude Für einen jeden sinn, o gott! Wie ist, zum wechsel im genuß, So groß, so reich dein überfluß! 5. So will ich denn mit freuden essen, Was deine vaterhand mir schenkt; Nie aber auch, o herr, vergessen, Daß sie mich speist, daß sie mich tränkt; Nie, daß sie keine lust mir wehrt, Als die, die schadet und zerstört. 6. Drum laß die kraft, uns zu vergnü⸗ gen, Die du in speis' und trank gelegt, Mich nie, o höchster, so besiegen, Daß sie zum schwelgen mich bewegt; Laß, deiner gaben mich zu freun, Mich mäßig im ge⸗ nusse sein. 7. Mit speis' und trank sich so beschwe— ren, Daß man derselben übervoll, Dadurch wird das, was uns ernähren Und unser herz erquicken soll, Ein gift, das in die adern schleicht, Und krankheit, schmerz und tod erzeugt. Von der Arbeitsamkeit und Treue im Beruf. 645 8. Unmäßigkeit raubt uns die kräfte Zu dem, was uns die pflicht gebeut; Macht träge zum berufsgeschäfte, Untüchtig zur gottseligkeit; Erweckt unordnung, streit und zank, Erstickt den dir, gott, schuld'gen dank. 9. Wer sich den bauch zum gott erkoh⸗ ren, Unmäßig deine gaben braucht: Der ist fürs himmelreich verloren, Zu dem kein knecht der lüste taugt. Gott, laß mich ja dies laster scheun, Enthaltsam, mäßig, nüchtern sein! 10. So oft ich speis' und trank genieße, So laß es mit vernunft geschehn; Und, daß ich beides mir versüße, Mit dank auf WN dich, den geber, sehn; Auf dich, der du ihe mich zärtlich liebst, Mir nahrung und er⸗ 1%%½quickung giebst. 18) Von der Arbeitsamkeit und Treue im Beruf. ö Mel. Allein gott in der höh sei ꝛc. E 409. Aus deiner milden segenshand, 1Du geber aller gaben, Muß jedes volk und fledes land Des guten zufluß haben. Mit großer weisheit hältst du haus, Und brei⸗ ½test deine güte aus, Der völker wohl zu gründen. 6⁴ Zweite Abtheilung. 2. Von dir kommt kunst und wissenschaft, Wodurch die länder blühen. Du schenkest jeglichem die kraft, Sich nützlich zu bemü⸗ hen In seinem amt, beruf und stand, Darzu dein rath ihn tüchtig fand, Zum besten mit⸗ zuwirken. 3. Als milder geber zeigst du dich Den völkern aller lande; Und du verknüpfst sie unter sich Durch deines segens bande. Zum fernen ost, zum fernen nord Strömt dei⸗ süd segens quelle fort Von westen und von üden. 4. Du giebst den schiffen ihren lauf Auf strömen und auf meeren, Und hilfst dem flor der handlung auf, Viel tausende zu nähren. Zur nothdurft, zur bequemlich⸗ keit Vertheilst du deine gaben weit Von einem land zum andern. 5. Du segnest jedes menschen fleiß Zum nutzen seiner brüder. Was er nur gutes kann und weiß, Das kommt von dir her⸗ nieder. Was deine hand uns zugewandt, Das fließet stets aus hand in hand Durch nützliche gewerbe. 6. Herr, unser gott, wir preisen dich Mit dankbarem gemüthe. Du herrschest wandel. Von der Arbeitsamkeit und Trene im Beruf. 647 unveränderlich Mit weisheit und mit güte. Geuß deinen segen ferner aus Auf unser 9918. auf jedes haus, Zu deines namens ehre. 7. Hilf, daß ein jeder redlich sei In seinem thun und handel; Rechtschaffen, brüderlich und tren In seinem ganzen Mit lust, o vater, wendest du Dem lande deinen segen zu, Das solch ein volk bewohnet. . Mel. Herr jesu christ, dich ꝛe. 410. Gott, dessen hand die welt ernährt, Und jedermann sein theil gewährt, Laß deinen segen auf mir ruhn, Und mich mein werk mit freuden thun. 2. Du sorgst für mich, doch so, daß ich Auch sorgen soll, zu thun, was mich Dein offenbarer wille heißt: Dazu verleih mir deinen geist. 3. Hilf, daß ich stets in dieser welt So lebe, wie es dir gefällt; Mich von der sünde zu befrein, Laß meine erste sorge sein. 4. Stehts erst mit meiner seele wohl, Dann lehre mich auch, wie ich soll, Auf meines leibes wohlergehn Mit wahrer christenweisheit sehn. 648 Zweite Abtheilung. 5. Dich ruf ich an, verlaß mich nicht! Du weißt ja wohl, was mir gebricht. Was du willst geben, gieb du mir, Und dann zufriedenheit mit dir. 6. Mit beten geh ich an mein werk, Gieb du dem leibe kraft und stärk; Mit dir fang ich die arbeit an, Durch den ich sie vollen⸗ den kann. 7. Erleichtre mir der arbeit last, Laß mich, wie du befohlen hast, Das thun, was meines standes ist; Erfreut, daß du mein helfer bist. 8. Zu dir hoff ich voll zuversicht, Du werdest meinem fleiße nicht Dein segnendes gedeihn entziehn; Vergebens ist sonst mein bemühn. 9. Du machst die dürren berge naß, Du kleidest blumen, laub und gras; Für deine sorg ist nichts zu klein: Du wirst auch mein versorger sein. 10. Verstünd ich nur nach deinem sinn, So lang ich noch auf erden bin, Mit dei⸗ nen gaben umzugehn: Wie wohl würd es dann um mich stehn! II. O mache mich dazu recht treu, Daß ich dir thätig dankbar sei! Hilf, daß ich Aehe, 2 Von der Arbeitsamkeit und Trene im Beruf. 649 %½s sorge, wie ich soll; Ja, sorge du, so geht hn mirs wohl. ö Mel. Nun freut euch, lieben ꝛc. ä oder: Lobsinget gott ꝛe. Nr. 5. lac et 4 1 1. Gott ists, der das vermögen schafft, Aii Das gute zu vollbringen. Er giebt zur Wih arbeit muth und kraft, Und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unter⸗ hbel Het nimmt, Wird, wenns mit seinem willen , 10 stimmt, Nicht ohne fortgang bleiben. . 2. Wer das zu seinem hauptzweck macht, Gefällig ihm zu werden, Zuerst nach sei⸗ Ttnem beifall tracht't, Dem giebt er auch auf ierden Vom zeitlichen mit milder hand So iHNAh viel beim fleiß in seinem stand, Als ihm wahrhaftig nützet. heh ei3. Gott ist der frommen schild und lohn; UEr krönet sie mit gnaden; Was sollte ihrer Zu feinde hohn Und misgunst ihnen schaden? Mit seinem schutz bedeckt er sie, Und seg⸗ III net, bei des lebens müh, Ihr herz mit itrost und hoffnung. 13 2 95 4. Drum gieb, o gott, daß ich auf dich I Bei meiner arbeit sehe. Mit licht und weisheit segne mich, Daß ich nie wege gehe, Die mir, herr, dein gesetz verbeut. 6⁵⁰ Zweite Abtheilung. Nach christlicher rechtschaffenheit Laß mich vor allem trachten. 5. Laß müßiggang und trägheit mich, Als dir mißfällig, meiden, Und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, Voll muth, mit lust und freuden, In meinem stand ge⸗ schäftig sei; Dein segen kröne meine treu, Daß sie auch andern nütze. 6. Sei überall, mein gott, mit mir! Die werke meiner hände Befehl ich, aller⸗ höchster, dir; Hilf, daß ich sie vollende Zu deines großen namens preiß, Daß mir die frucht von meinem fleiß In jenes leben folge. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 412. Mit dir geh ich an mein geschäfte, O gott! du giebst durch deinen geist Mir auch gewiß zur arbeit kräfte, So lange du mich leben heißt. Laß, dieser hoffnung mich zu freun, Auch deinen rath mir heilig sein. 2. Der ehrt dich nicht, der seine tage In trägem müßiggang verlebt, Und, sich und andern gleich zur plage, Das ihm ge⸗ liehne pfund vergräbt. Du bists, der uns den fleiß gebot, Und wer ihn übt, ehrt dich, mein gott! „Ei R I N Von der Arbeitsamkeit und Treue im Beruf. 651 3. Du gabst mit so viel andern trieben Uns auch den trieb zur thätigkeit, Und, ihn aufs nützlichste zu üben, Giebst du uns auch gelegenheit. Du kennest unsrer arbeit müh, Und deine kraft erleichtert sie. 4. Laß mich auf diese ordnung sehen, Ihr folgen und mich ihrer freun. Wie, sollt ich dabei irre gehen, Und nicht viel⸗ mehr gesegnet sein Von dir, der du der ar⸗ beit last Auch reichen lohn beschieden hast? 5. So wart ich, gott, auf deinen segen, Und sorge nicht, wies werden soll; Ich geh ihm doch gewiß entgegen Und bin der frohen hoffnung voll: Mein fleiß ist wohlge⸗ fällig dir; Du siehst und du vergiltst ihn mir. 6. Ich tröste mich dess' nicht vergebens, Bleibt er gleich unvergolten hier; Du reichst am abend meines lebens Auch mir der treue lohn dafür. Dann freu ich mich in ewigkeit Des nützlichen gebrauchs der zeit. Mel. Aus tiefer noth schrei ich ꝛe. 413. Nach deinem rath, o gott, sind wir Zum fleiß bestimmt auf erden; Du willst es, daß mir alle hier Einander nützlich werden. Gieb mir verstand und lust und 6⁵² Zweite Abtheilung. kraft, Geschickt, treu und gewissenhaft Zu thun, was mir gebühret. 2. Hilf, daß vor träger weichlichkeit Ich standhaft mich bewahre; Und wo die pflicht mir müh gebeut, Nie meine kräfte spare. Erholen darf ich mich nur dann, Wenn ich, von kraft erschöpft, mich kann Zu neuer arbeit stärken. 3. Gieb treuen fleiß, und laß mich nicht Die zeit mit nebendingen, Und mit versäu⸗ mung meiner pflicht, Verschwenderisch ver— bringen. Das müsse mein vergnügen sein, Mich den geschäften ganz zu weihn, Die du mir auferleget. 4. Ein heilger trieb belebe mich, O höch⸗ ster, meine pflichten In deiner furcht, ge⸗ stärkt durch dich, Mit freuden zu verrichten. Ein herz, das sich des guten freut, Giebt zu der arbeit munterkeit, Macht leichter unsre lasten. 5. Laß mich vor dir, herr, unverrückt Mit einem herzen wandeln, Das geiz und ehrsucht nicht bestrickt, Gewissenlos zu han⸗ deln. Mein leben deinem dienst zu weihn, So nützlich, als ich kann, zu sein: Das sei mir ehr und reichthum. . W. 1. H . ssr hith N ben M inet It, IIIH fl 0 M H EI ssen iens l 31. 6⁵³3 6. Dir zu gefallen, sei mein ziel Bei Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter ꝛc. allem, was ich thue: So hat, es gehe, wie es will, Doch mein gewissen ruhe; Denn wer dir, heiligster, mißfällt, Was nützet dem die ganze welt Mit allen ihren schätzen? 7. Gieb, daß mein fleiß in dem beruf, Dazu mich auf der erde Dein weiser rath, mein gott, erschuf, Mir eine stufe werde, Worauf ich nach vollbrachter zeit Zur höhe— ren geschäftigkeit Des bessern lebens steige. 19) Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Guͤter, Reichthum, Ehre und dergleichen. Mel. Es ist gewißlich an der ꝛe. 414. Herr! laß mich doch gewissenhaft Mein zeitlich guth verwalten. Gieb selbst mir weisheit, gieb mir kraft, Damit wohl hauszuhalten; Auf daß ich, im geringern treu, Durch deine gnade fähig sei Zu grö— ßern gnadengüthern. 2. Mein hab und guth kommt ja von dir Und deinem milden segen. Nicht zum ver⸗ derben gabst du mir Mein zeitliches ver⸗ mögen. Du gabst es mir zum wahren wohl; Drum gieb, herr, daß ichs, wie ich soll, Nach deiner vorschrift brauche. 6⁵5⁴ Zweite Abtheilung. 4. Was hülfe mir die ganze welt Mit allen ihren schätzen, Verblendete mich guth und geld, Mich dir zu widersetzen? Ver⸗ schmäht ich, was dein wort begehrt, Was mir ein ewig heil gewährt: Wie elend würd ich werden! 5. Mein stärkstes trachten sei allhier Nach deines geistes gaben. Wie reich bin ich, o gott, in dir, Kann ich nur diese haben! Besitz ich, höchster, deine huld, Bin ich voll glauben und geduld: Was fehlt dann meinem glücke? 6. Den geiz laß ferne von mir sein, Die wurzel alles bösen. Von sünden und gewis⸗ senspein Kann reichthum nicht erlösen. Er hilft in todesstunden nichts, Und nichts am tage des gerichts: Gold schützt da kei⸗ nen sünder. 7. Lehr mich die weise sparsamkeit, Um das nicht zu verschwenden, Was du mir 2——— ————— ——— 8——8—3 2:.:.— —59—— VN —— — — *.— DMD — 8 —— 6.———— —— DD —.—— •I — DqD‚ oure — —— — ——— S——— — S 2—..2 ————— Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter ꝛc. 655 gabst, in dieser zeit Es nützlich anzuwen⸗ den. Gieb mir die klugheit, daß ich hier Dadurch dem nächsten, so wie mir, Des lebens müh erleichtre. 8. Es kommt ein tag der rechenschaft: Das laß mich stets bedenken, Und mein gemüth gewissenhaft Zur heilgen sorgfalt lenken, Also die güter dieser zeit Zu nutzen, daß ich dort, erfreut, Noch segen davon erndte. Mel. Wenn meine sünd mich ꝛc. 415. Herr, laß nach eitler ehre Mich niemals geizig sein. Gieb, daß dein geist mich lehre, Der ehre mich zu freun, Die ewiglich vor dir besteht, Und mit mir von der erde Zum himmel übergeht. 2. Nie müsse rang mich blenden, Noch ansehn vor der welt, Das oft aus ihren händen Der böse auch erhält: Wer weis' und fromm ist in der that, Ist edler, als der größte, Der aber dies nicht hat. 3. Nicht im besitz von schätzen, Und gütern dieser zeit, Laß meinen ruhm mich setzen; Sie sind doch eitelkeit, Sind oftmal auch des thoren glück, Verlassen uns im sterben, Und bleiben hier zurück. 656 Zweite Abtheilung. 4. Laß mich in demuth leben, Wenn mich die welt verehrt; Durch stolz mich nie erheben, Wenn sich mein ansehn mehrt; Und schenkst du mir der erde gut, O vater, so bewahre Mich auch vor übermuth. 5. Dich kennen, meine pflichten Mit treu und redlichkeit Gewissenhaft verrich—⸗ ten, Wie mir dein wort gebeut, Und überall mein christenthum Nach jesu vor⸗ bild üben: Das sei mein wahrer ruhm. 6. Dein beifall ist das beste, Was ich mir wünschen kann: Wenn ich mich dess getröste, So hab ich gnug daran, Wenn mir es auch an ruhm der welt, Bei allen guten thaten, Die ich verrichte, fehlt. 7. Nie laß mich ruhm erschmeicheln, Der mir doch nicht gehört; Nie als ein gleis⸗ ner heucheln, Den menschengunst bethört. Der tugend meinen fleiß zu weihn, Und andrer glück zu fördern, Laß mein bestre⸗ ben sein. 8. Auf dieser bahn der ehre Erhalte meinen gang, Durch deines sohnes lehre, Mein ganzes leben lang; So werd ich bei verständigen Das glück des guten namens Mir gnug gesichert sehn. n. 66 Wiö H Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter ꝛc. 657 9. Gieb mir, o herr, die gnade, Mich dieses glücks zu freun. Leit mich auf rech⸗ tem pfade, Ein solcher mensch zu sein, Den einst die ehrenkrone schmückt, Die ewig deine frommen In jener welt beglückt. Mel. O gott, du frommer gott ꝛc. ö 416. Laß mich doch nicht, o gott! Den schätzen dieser erden So sehr ergeben sein, Daß sie mein abgott werden! Oft sehlt sm beim überfluß doch die zufriedenheit, Und was ist ohne sie Des lebens herrlichkeit? 2. Kann ein vergänglich guth Auch unsre wünsche stillen? Es steht ja sein besitz Nie sst blos in unserm willen. Rihl i. hhE. 1M7 6 tig soll beglücken, Muß nicht vergänglich sein, Und für den geist sich schicken. Der ö Nicht stets wirds dem zu theil, Der ängstlich darnach ringt; Und schnell verlierts oft der, Dem sein bemühn gelingt. 3. Ein guth, das unsern geist Wahrhaf⸗ sünder hat oft geld, Und wünscht sich dessen mehr; Doch dabei bleibt sein herz Von wahrer ruhe leer. 4. O gott, so wehre doch Den ungerech⸗ ten trieben, Und heilige mein herz, Nie sclavisch das zu lieben, Was man mit müh 6⁵8 Zweite Abtheilung. gewinnt, Bald schwelgerisch verzehrt, Bald unruhvoll bewacht, Und bald mit fluch ver⸗ mehrt. 5. Ein weises frommes herz, Das sei mein schatz auf erden. Sonst alles, nur nicht dies, Kann mir entrissen werden, Dies bleibt im tod auch mein, Dies folgt mir aus der zeit, Zum seligsten gewinn, Bis in die ewigkeit. 6. Wenn dieses fehlt, dann ist Das herrlichste vergnügen Nur süßen träumen gleich, Die unsern geist betrügen. Drum lenke, gott, den wunsch Vom irdischen gewinn Durch deines geistes kraft Zu ewgen gütern hin. Mel. Machs mit mir, gott ꝛc. 417. Wohl dem, der beßre schätze liebt, Als schätze dieser erden! Wohl dem, der sich mit eifer übt, An tugend reich zu wer⸗ den; Und in dem glauben, dess' er lebt, Sich über diese welt erhebt. 2. Zwar ächte tugend wehrt uns nicht, Hier güter zu besitzen. Gott gab sie uns, und auch die pflicht, Mit weisheit sie zu nützen. Sie dürfen unser herz erfreun, Und unsers fleißes antrieb sein. n rat X uuht Rulr V. Mel Mhothi 1. D0 it Re M Humer Wnad gol 3 Deg Aft uih Ru bs Wchinr Wcehi Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter ꝛe. 659 3. Doch nach den gütern dieser zeit Mit ganzer seele schmachten, Nicht mehr nach wahrer frömmigkeit, Und gottes beifall trachten: Ist dieses eines menschen ruf, Den gott zur ewigkeit erschuf? 4. Der geiz erniedrigt unser herz, Er⸗ stickt die edlern triebe. Die liebe für ein schimmernd erz Verdrängt der tugend liebe, Und machet, der vernunft zum spott, Der erden gold zu deinem gott. 5. Der geiz, so viel er an sich reißt, Läßt nichts recht froh genießen; Er quält durch habsucht deinen geist, Und tödtet dein gewissen; Und reißt durch schmeicheln⸗ hin gewinn Dich blind zu manchem frevel in. 6. Um vortheil wird er gar wohl schon Aus dir mit meineid sprechen; Dich zwin⸗ gen, der arbeiter lohn Unmenschlich abzu⸗ brechen; Er wird in dir der witwen flehn, Der waisen thränen widerstehn. 7. Wie könnt ein herz, vom geize hart, Des wohlthuns freuden schmecken, Und in des unglücks gegenwart Den ruf zur hülf entdecken? Und wo ist eines standes pflicht, Die nicht der geiz entehrt und bricht? 660 Zweite Abtheilung. 8. Du bist ein vater; und aus geiz Ent⸗ ziehst du dich den kindern, Und lässest dich des goldes reiz, Ihr herz zu bilden, hin⸗ dern; Und glaubst, du hast sie wohl be—⸗ dacht, Wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterliches amt; Und du wirst dich erfrechen, Die sache, die das recht verdammt, Aus habsucht recht zu sprechen: Und selbst der tugend größter feind Erkauft an dir sich einen freund. 10. Gewinnsucht raubt dir muth und geist, Die wahrheit frei zu lehren; Du schweigst, wenn sie dich reden heißt; Ehrst, wo du nicht sollst ehren, Und wirst um ein verächtlich geld Ein schmeichler und die pest der welt. I1. Erhalte mich, o gott, dabei, Daß ich mir gnügen lasse; Geiz ewig, als ab⸗ götterei, Von mir entfern und hasse. Dich lieben, herr, mit frohem muth, Sei mei⸗ nes lebens größtes guth. 20) Vom rechten Gebrauch des Lebens. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛe. 418. Du gabst mir, ewger, dieses leben Nicht für den augenblick der zeit; Du hast Vom rechten Gebrauch des Lebens. 661 es mir, o gott, gegeben Zur saatzeit für die ewigkeit: Hier ist der vorbereitungsort, Belohnung und bestrafung dort. 2. Du schenktest mir verstand und willen, Die wahrheit zu erkennen, licht; Kraft, deinen willen zu erfüllen, Und lehrtest selbst mich meine pflicht; Zur tugend gabst du n. gefühl Und freiheit, wie ich wählen will. 3. Der leib ist oft der seelen bürde; Doch schmücktest du, herr, dies ihr haus, Daß sie durch ihn auch fröhlich würde, Mit vielen fähigkeiten aus: Und wie viel lust giebst du nicht hier Durch jeden meiner sinne mir! 1. 3 4. Du hast mich aber lassen wissen, „llDaß dies mein irdisch haus zerbricht; Ich 7. soll zwar diese welt genießen, Doch als genöß ich ihrer nicht; Ich soll der sinnen Rh fliehn, Wenn sie mich zu dem bösen ziehn. 0½%½ 5. Dein unterricht sei nicht vergebens: Gieb, vater, daß ich ihm getreu Und beim genusse dieses lebens, Zu dir zu kommen, würdig sei. Vollkommne freude wohnt 662 Zweite Abtheilung. nicht hier, Wohnt nur im himmel, gott, bei dir. 6. Wohl mir, wenn ich es redlich wage, Der großen freude werth zu sein, Und diese kurzen übungstage Nur dir und meiner pflicht zu weihn; Wenn nie mein fuß den pfad verliert, Der mich zu deinem him⸗ mel führt. 7. Wohl mir, wenn ich den hang zur sünde, All böse lust in dieser welt, Und jede lockung überwinde, Die macht, daß sünde mir gefällt: Dann bin ich schon ein Diger hier, Werd dort gewiß gekrönt von 25 8. Gieb du mir deines geistes stärke, Der du in schwachen mächtig bist, Mir, der zu diesem großen werke Gar oft zu schwach und sinnlich ist; Laß mich, das böse zu verschmähn, Stets auf mein ewig kleinod sehn. 9. Laß, gott, schon in gesunden tagen Im geist mich oft zum grabe gehn, Und stets bei freuden und bei plagen Auf dich und jene zukunft sehn, Daß ich, stets meinen pflichten treu, Des höhern lebens fähig sei. Vom rechten Gebrauch des Lebens. 663 Mel. Wer weiß, wie nahe mir ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. 4. 419. Es eilt der letzte von den tagen, Die du hier lebst, o mensch, herbei. Er⸗ kauf die zeit! und statt zu klagen, Sie sei zu kurz, gebrauch sie treu; Nimm mit erkenntlichem gemüth Der nahen stunde wahr; sie flieht. 2. Getäuscht von eiteln kleinigkeiten Ver⸗ lierst du deines lebens zweck, Verschiebst dein heil auf ferne zeiten, Und wirfst leicht⸗ sinnig jahre weg. Bist du, verwegner sterb— licher! Des nächsten augenblickes herr? 3. Ein ewig glück einst zu besitzen, Sollst du des kurzen lebens zeit Als deine saat⸗ zeit weislich nützen, Und thun, was dir der herr gebeut. Er ruft dir menschen⸗ freundlich zu: Sieh, eins ist noth! was säumest du? 4. Drum eil, errette deine seele, Und denke nicht: ein andermal. Sei wacker, bät und überzähle Der menschen tage kleine zahl. Gesetzt, dein ende wär auch fern: So wandle du doch vor dem herrn. 5. Ja, gott, mit jedem neuen morgen Erwecke mich zu dieser pflicht. Denn dir, 664 WSdweite Abtheilung. o herr! ist nichts verborgen, Ich bin vor deinem angesicht, Und will, mich deiner weiß zu freun, Mein leben gern der tugend weihn. 6. Erleucht und stärke meine seele, Weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein heil erwähle, Aus gnaden mir noch diesen tag. Was ist nicht eine stunde werth, Die deine langmuth mir gewährt?ꝰ 7. Wohl mir! wenn ich aus allen kräf—⸗ ten Nach gottes beifall hier gestrebt; In gottgefälligen geschäften Die pilgertage durchgelebt, Und einst im glauben sagen kann: Du nimmst mich, herr! zu ehren an. 8. Mein sprachlos flehn bei meinem ende Vernimmst du herzenskündiger! In deine treuen vaterhände Befehl ich meinen geist, o herr! Er schwingt sich über grab und welt Zu dir, wenn seine hütte fällt. 0 Mel. Jesus, meine zuversicht ꝛc. 420. Herr der zeit und ewigkeit, Gieb doch, daß ich bis ans ende, So wie mir dein wort gebeut, Klüglich meine zeit ver⸗ wende: Die mir noch dein weiser rath Auf der welt beschieden hat. Mnl h 0 Hf Vom rechten Gebrauch des Lebens. 66⁵ 2. Wie ein traum, so schnell entfliehn Jahre, zeiten, tag und stunden, Das, womit wir uns bemühn, Ist mit ihnen nicht verschwunden. Der vergeltung ewig⸗ keit Folgt auf diese arbeitszeit. 3. Gott, wie thöricht hab ich schon Hier so manche meiner zeiten, Die bereits mir sind entflohn, Unter schnöden eitelkeiten, Und auf solche art verbracht, Die mich jetzt bekümmert macht! ö 4. Doch, erbarmend schenkst du mir Jetzt noch zeit und raum zur buße; Herr, ich komm und falle dir Bittend und be⸗ schämt zu fuße; Sei mir gnädig, sieh, mich reut Meine hier verlorne zeit. 5. Wiederbringen kann ich nicht, Was mir einmal ist verschwunden; Doch bin ich der zuversicht, Nütz ich nur getreu die stun⸗ den, Die du mir noch ferner schenkst, Daß du gnädig mein gedenkst. 6. Lehre mich, die kurze frist, Die du mir hast zugemessen, So, wie es dein wille ist, Brauchen, und es nie vergessen: Hier nur sei die übungszeit Zu dem glück der ewigkeit. 666 Zweite Abtheilung. 7. Säen muß ich hier mit fleiß Zu der erndte jenes lebens. O wie glücklich! daß ich weiß, Dies geschehe nicht vergebens. Ewig freut sich seiner saat, Wer hier treu⸗ lich gutes that. 8. Gott, laß deinen guten geist Mich zu dieser weisheit führen, Und, wie es dein wort verheißt, Meinen wandel so regieren, Daß ich gutes hier ausstreu Und mich dessen ewig freu. Mel. Ich hab mein sach gott ꝛc. 421. Wie flieht dahin der menschen zeit! Wie eilen wir zur ewigkeit! Wie mancher sinkt, eh ers gedacht, Ins todes nacht; O seele, nimm dies wohl in acht! 2. Dies leben ist gleich einem traum, Gleich einem leichten wasserschaum Ist alle seine herrlichkeit. Der strom der zeit Reißt schnell uns fort zur ewigkeit. 3. Nur du, mein gott, du bleibest mir Das, was du bist; ich traue dir. Es falle berg und hügel hin! Mir bleibts gewinn, Wenn ich dein todt und lebend bin. 4. So lang ich noch auf erden wohn, Erwecke mich, o gottessohn! Verborgen Hl 0 vel M ö MIU II M A eith NI HH0˙ IOH l EI RII 01 Von der Zufriedenheit. 667 ist mein todestag; Gieb, daß ich wach, Und wenn er kommt, bereit sein mag. 5. Was hilft die welt in todesnoth? Was ehr und reichthum nach dem tod? Bedenks, o mensch, was eilest du Dem Iud. zu? Kein irdisch glück giebt wahre ruh. 6. Das eitle schafft nur kurze lust; Mir ist ein beßres gut bewußt; Dahin geht stets mein hauptbegier, Das bleibet mir. Herr jesu, mich verlangt nach dir. 7. Wie wird mir sein, wenn ich dich seh, Und froh zu deiner rechten steh! O mein erlöser! stärke mich, Daß eifrig ich Bis an mein ende liebe dich. 21) Von der Zufriedenheit. Mel. In allen meinen thaten ꝛc. 422. Dir hab ich mich ergeben, Mein gott, im ganzen leben, Im unglück wie im glück: Dir dank ich meine freuden; Dich preis' ich auch im leiden, Bis an den letzten augenblick. 2. Du bists, der für mich wachte, Noch eh ich war und dachte, Du hast mit treuer hand Mich huldvoll stets geleitet, Auch da 668 Zweite Abtheilung. mir glück bereitet, Wo ich nur schmerz und leiden fand. ruhig leben, Bis einst der tod mein auge Mzun schließt. ⁰ N U TIun Idrr E 1 II I Vasch I Ir Von der Zufriedenheit. 669 Mel. Ermuntre dich, mein ꝛce. 423. Du bist ein christ, was quälst du dich, Und sorgst schon heut für morgen? Nur blinde heiden quälen sich Mit tausend bangen sorgen. Dein vater lebt, dein gott regiert; Drum sei vergnügt, wie er dich führt. Willst du durch gram und plagen Dir selbst dein glück versagen? 2. Wer hat gesorgt? wer hat gewacht Im anfang deiner tage, Da noch dein leib in finstrer nacht Dir selbst verborgen lage? Wer hat da schon dein heil bedacht? Was thät da aller menschen macht, Da geist und sinn und leben Dir ward von gott gegeben? 3. Den leib schuf gottes weise hand, Ein wunder seiner werke; Gab jedem glied den rechten stand Und angemeßne stärke. Er fügte bei dem wunderbau Ein glied ans andre ganz genau; Gab jedem seine kräfte, Und jedem sein geschäfte. 4. Ist dir dein vorzug nicht bekannt, Die hoheit deiner seele? Der schöpfer gab dir den verstand, Und willen, daß sie wähle. Sie schauet ja mit ihrem blick Auf heut, die zukunft, und zurück, Geschehenes zu wissen Auf das, was kommt, zu schließen. 670 Zweite Abtheilung. 5. Hat gott dich nicht von jugend auf Mit seiner macht getragen? Durchdenke deinen lebenslauf, Kannst du es anders sagen? Du athmest seine luft in dich; Sein boden trägt und nähret dich, Und seine gnad und treue Wird alle morgen neue. 6. Kannst du, was gott an dir gethan, Die wohlthat alle zählen? Fang bei der frühsten kindheit an, Und wenn dir zahlen fehlen, So zähle erst der sterne heer, Und dazu auch den sand am meer, Und nimm dann diese zahlen Zu millionen malen. 7. Gott, ich kann überdenken nicht Die größe deiner güte; Drum setz ich meine zuversicht Mit ruhigem gemüthe Zu aller zeit auf dich, den herrn; Du sorgest und du hilfst uns gern. Ich will stets mit ver⸗ trauen Auf deine hülfe bauen. Mel. Wie groß ist des. Nr. 6. 424. Du klagst, und fühlest die beschwer⸗ den Des stands, in dem du mühsam lebst; Du strebest glücklicher zu werden Und siehst, daß du vergebens strebst. Ja, klage! gott erlaubt die zähren; Doch denk im klagen auch zurück. Ist denn das glück, das wir begeh⸗ ren, Für uns auch stets ein wahres glück? N ——.— InI— ———— — hz DSS‚ — DMi.e= —— —.— — 4. SISISIIIIEII—— — — — h Von der Zufriedeuheit. 671 2. Nie schenkt der stand, nie schenken MNäeh güter Dem menschen die zufriedenheit. HH Die wahre ruhe der gemüther Ist tugend al und genügsamkeit. Geniese, was dir gott DH˙ebeschieden, Entbehre gern, was du nicht stt. hast. Ein jeder stand hat seinen frieden, UihEin jeder stand auch seine last. NVM 3. Gott ist der herr, und seinen segen d½ Vertheilt er stets mit weiser hand; Nicht I5et. so, wie wirs zu wünschen pflegen, Doch E,% Ui so, wie ers uns heilsam fand. Willst du I zu denken dich erkühnen, Daß seine liebe uleth dich vergißt? Er giebt uns mehr, als wir ie verdienen, Und niemals, was uns schäd⸗ nl 91. lich ist. Di. Verzehre nicht des lebens kräfte In (I träger unzufriedenheit; Besorge deines II stands geschäfte, Und nütze deine lebens⸗ zeit. Bei pflicht und fleiß sich gott erge⸗ I1 86 ben, Ein ewig glück in hoffnung sehn; HDies ist der weg zu ruh und leben. Herr, W U lehre diesen weg mich gehn! I n E n was 10 ꝛe. 30 3 oder: Ist auch ein gott? ꝛc. Nr. 2. l 40 425. Gott kann allein das beste für uns 4 ö wählen. Wie thöricht handeln unzufriedne 672 Zweite Abtheilung. seelen! Sie quälen sich und machen ihrem herzen Vergeblich schmerzen. 2. Was helfen uns die ängstlich bangen sorgen Für den noch ungewissen andern morgen? Der uns doch, daß wir uns umsonst gegrämet, Schon oft beschämet. 3. Es ist umsonst: wir werdens nicht erzwingen, Wenn wir auch nächte durch mit kummer ringen, Und tag vor tag mit ängstlichen geschäften Den leib entkräften. 4. Mein glück beruht, o gott! auf deinem segen. Vertrau ich dir und geh auf deinen wegen, So wirst du mir, auch ohne sorg und kränken, Was gut ist, schenken. 5. Bin ich getren mit dem verliehnen pfunde, Und harr ich nur der rechten se⸗ gensstunde: So kommt sie, und dann werden meine thaten Zum glück gerathen. 6. Drum fördre selbst die werke meiner hände. Gesegnet sei der anfang und das ende! Gieb guten rath, damit, was ich vollbringe, Mir wohl gelinge. 7. Hilf mir mit treue meine pflicht erfül⸗ len; Und dann mein herz mit froher hoff⸗ nung stillen. Sollt ich mit dem, was du, herr, mir beschieden, Nicht sein zufrieden? 1⁴ν —34 wW = —— 5—. Æ sse E. Richr 6 1 winheh M — x 3 Von der Zufriedenheit. 673 8. Kann ich den leib nicht so, wie andre laben: So gieb mir nur zufriedenheit und gaben, Die mehr, als alles irdische er⸗ quicken, Uns stets beglücken. 9. Dann werd ich auch„o gott, mit allen frommen Zu dem genuß der himmels⸗ güter kommen; Dann wird mein wunsch, den irdisch gut nie stillet, Völlig erfüllet. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 426. Ich bin mit deiner huld zufrieden, O herr, und dem, was du zum theil An glück und leiden mir beschieden: Dein weiser rath sucht stets mein heil; Ob er gleich wunderbar oft scheint, Doch weiß ich, daß ers treulich meint. 2. Du weißt allein, wodurch auf erden Mein glück und wohlfahrt für und für Muß fester und vollkommner werden: Dies zeiget deine weisheit mir; Drum bin ich ruhig und vergnügt Mit allem, was dein rath, herr, fügt. 3. Wird mir die freudensonne scheinen, So dank ichs fröhlich deiner huld; Muß aber ich in trübsal weinen, So nehm ichs auch an mit geduld. Denn das, was deine weisheit thut, Ist alles ewig, rech und gut. Zweite AÄbtheilung. 22 on der Ge d u l d. 9. U Mel. Was gott thut, das ist ꝛc. Rlilet: 427. Die bahn ist rauh, auf der ich hier Nach meiner heimath eile. Wie viel gefahr fipden seh ich vor mir! Wie droht sie meinem m heile! Gott, wärst du nicht Mein trost und licht, Mein heil in finstern tagen, So müßt ich längst verzagen. Hiht! 2. Vor dir darf ich mein traurig herz, dsts Erbarmer, nicht verhehlen; Darf meinen kummer, meinen schmerz Vertraulich dir erzählen; Dann schaffest du Mir trost und ruh Aus deiner segensfülle; Und meine seel ist stille. Io b. 3. Du lehrest mich den hohen werth Der Isschm trübsal, die ich leide; Daß sie mich dir ver⸗ Hah trauen lehrt, Mich führt zu wahrer freude. Ich würde dein Mich minder freun, Nur dieser welt begehren, Wenn keine leiden wären. 8. 4. Dein wort giebt mir die zuversicht, Mum Du sorgst für meine tage, Dein auge K schläft und schlummert nicht, Du hörest meine klage; Du krönst mich einst, Wenn an un du erscheinst, In deinem heiligthume Mit wonne, preiß und ruhme. Von der Geduld. 67⁵5 5. O, dann wird alle traurigkeit Aus meiner brust verschwinden; Vergessen werd ich ganz mein leid, Und nur dein heil em⸗ pfinden. Mein lobgesang Voll preiß und dank Wird dir zum wohlgefallen Durch deinen himmel schallen. 6. Mich, den vollendeten, darf dann Nicht mehr die sünd entweihen; Mit un⸗ schuld steh ich angethan In der verklärten reihen. Und ewiglich Erfreust du mich, Daß ich, der mensch von erde, Gleich dei⸗ nen engeln werde! 7. Drum will ich dieses lebens schmerz, Mein gott, geduldig tragen: Beruhigen soll sich mein herz, Nicht mehr voll unmuth klagen. Du bist bereit Zur rechten zeit, O gott, von allem bösen Mich herrlich zu erlösen! — Mel. In allen meinen thaten ꝛc. 428. Du fühlst, o christ! das leiden, Daß nun der geist der freuden Von dir ge⸗ wichen ist. Du rufst: herr, wie so lange; Gott schweigt; und dir wird bange, Daß du von gott verlassen bist. 2. Ist meine sünd vergeben,(Klagst du) und heil und leben Durch christu. mir ver⸗ 676 Zweite Abtheilung. schafft; Warum fühl ich die liebe, Und seines geistes triebe, Und hoffnung nicht in voller kraft? 3. Mühselig und beladen Hör ich das wort der gnaden, Und ich empfind es nicht; Bin träg, vor gott zu treten, Und kann nicht freudig beten, Und fühle keine zu— versicht. 4. Mir, der ich seinen willen Treu suchte zu erfüllen, War sonst sein wort gewiß. Jetzt kann ichs nicht recht fassen; Sein licht will mich verlassen. Mich decket gleichsam finsterniß. 5. Sonst konnte ich die sünden Weit besser überwinden, Und ich bestritt sie gern. Jetzt ist die sünd geschäftig, Und ihre rei⸗ zung heftig. Ich fühle keine kraft vom herrn. 6. Christ, fasse muth! die schmerzen Sind zeugen beßrer herzen, Als dir das deine scheint. Wünschst du recht, gott zu lieben, Wie kannst du dich betrüben? Du bist gewiß mit ihm vereint. 7. Vermagst du gott zu kennen, Und jesum herrn zu nennen, Als nur durch gottes geist? Den hast du ja empfangen; Hlinen d 0• 0 Auais Runochl M hocht t —— ——“ — — — —— — Von der Geduld. 677 2/) Er ists, der gott verlangen Und seine gnad 491 dich suchen heißt. I. 8. Trau gott! er wohnt bei denen, Die 0 sich nach hülfe sehnen; Er kennt und will ö 90 dein glück. Er höret deine stimme Und schweigt, doch nie im grimme, Nur einen kleinen augenblick. 9. Gott ließ schon manchen frommen In dies gedränge kommen, Und stand ihm dennoch bei. Du sollst dich kennen lernen, . ͤ Von hochmuth dich entfernen, Und sehn, was gottes gnade sei. 1% 10. Die sicherheit zu hindern, Schickt 13 gott oft seinen kindern, Auch dir jetzt diese 5 last. Er reinigt dich im feuer, Macht dir 20 dein heil jetzt theuer, Damit du haltest, ö was du hast. . II. Es jammert gott der sünder, Wie väter ihrer kinder, Wenn sie ihn kindlich scheun. Er läßt sich gnädig finden, Und schuld und straf der sünden Von ihnen weit entfernet sein. 12. Zwar ist dir jetzo bange, Denn züch⸗ tigung, so lange Sie da ist, scheint uns hart; Doch nachmals wird sie geben Fried—⸗ 678 Zweite Abtheilung. same frucht und leben Dem, der durch sie geübet ward. 13. Fahr betend fort zu wachen. Stark ist gott in den schwachen, Und gütig für und für. Sein ausspruch kann nicht trü⸗ gen! Er heißt: laß dir genügen An meiner gnad; ich helfe dir. 14. Du willst in diesen nöthen Mich, herr, also nicht tödten; Drum harr ich ferner dein. Du wirst mich, den erlösten, Einst schon noch völlig trösten, Da werd ich dein mich ewig freun. Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛc. oder: Ist auch ein gott? Nr. 2. 429. Ein herz, o gott, in leid und kreuz geduldig, Das bin ich dir, gott, meinem heile, schuldig. Laß mich die pflicht, die wir so oft vergessen, Doch recht ermessen. 2. Bin ich nicht staub, wie alle meine väter? Bin ich vor dir, herr, nicht ein übertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren tage Standhaft ertrages 3. Wie oft, o gott, wenn wir das böse dulden, Erdulden wir nur unsrer thorheit schulden, Und nennen lohn, den wir ver⸗ dient bekommen, Trübsal der frommen! E Iuen fllt MI 80 ek I — —2 — —— — ————— — —— 2 —— — — — — . — — —3 —2 S .—.. ñ—— Von der Geduld. 679 4. Doch selbst, o gott, in strafen unsrer sünden Läßt du den weg zu unserm heil A euns finden, Wenn wir sie uns, die misse⸗ Agth that zu hassen, Erwecken lassen. AI 5. Streb ich nur nach dem frieden im AIm gewissen, Wird alles mir zum besten die⸗ nen müssen. Du, herr, regierst, und stets 2HNH gewährt dein wille Gutes die fülle. n 6. Ich bin ein gast und pilger auf der „Rhlh erden, Nicht hier, erst dort soll ich ganz 2glücklich werden; Und was sind gegen euch, ihr ewgen freuden, Dieser zeit leiden? 7. Wenn ich nur nicht mein elend selbst verschulde, Wenn ich als mensch, als christ, Utet hier leid und dulde; So kann ich mich der i hülfe der erlösten Sicher getrösten. i u. 8. Ich bin ein mensch, und leiden müssen RA kränken; Doch in der noth an seinen schö— L. pfer denken Und ihm vertraun, dies stärket Unsre herzen Mitten in schmerzen. ö t 9. Schau über dich: wer trägt der him⸗ mel heere? Merk auf! wer spricht: bis hie⸗ her! zu dem meere? Ist er nicht auch dein helfer und berather, Ewig dein vater? 4 1 10. Willst du so viel, als der allweise, „Nn wissen? Jetzt weißt du nicht, warum du 68⁰ Zweite Abtheilung. leiden müssen; Allein du wirst, was seine wege waren, Nachmals erfahren. II. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, Die heiligung des geistes zu em⸗ pfahen, Und mit dem trost der hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 12. Das kreuz, o gott! wirkt weisheit und erfahrung, Und diese giebt dem glau⸗ ben muth und nahrung. Drum stehe ich in meinem glauben feste; Gott thut das beste! el. In allen meinen thaten ꝛc. 430. Ich hab' in guten stunden Des lebens glück empfun den, Und freuden ohne zahl! So will ich denn gelassen Mich auch im leiden fassen, Versüßen durch geduld die qual. 2. Ja, herr, ich bin ein sünder, Und stets strasst du elinder, Als es der mensch ver⸗ dient. Sollt ich/ beschwert mit schulden, Kein zeitlich weh erdulden, Das doch zu meinem besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, Und weder ruh noch leben Mehr lieben als den herrn. Dir, gott, will ich vertrauen, Und nicht auf menschen bauen; Du hilfst und du errettest gern. Von der Geduld. 681 4. Laß mich nur gnade finden, Mich alle meine sünden Erkennen und bereun. Jetzt hat mein geist noch kräfte; Mein heil laß sein geschäfte, Dein wort mein trost und führer sein. 5. Wenn ich in christo sterbe Bin ich des himmels erbe; Was schreckt mich grab und tod? Auch auf des todes pfade Ver⸗ tran ich deiner gnade; Du, herr, bist bei mir in der noth. 6. Ich will dem kummer wehren, Dich durch geduld verehren, Im glauben zu dir flehn; Ich will den tod bedenken, Du, herr, wirst alles lenken, Und was mir gut ist, wird geschehn. Rell. In dich hab ich gehoffet ꝛc. 431. Sei, seele! stark und unverzagt, Wenn irgend dich ein kummer plagt. Be⸗ fiehl gott deine sachen. In aller pein Vertrau allein Auf ihn; er wirds wohl machen. ö 2. Kein leiden kommt von ohngefähr; Die hand des höchsten schickt es her; Sein rath hats so ersehen. Drum sei nur still! Was dein gott will, Laß immer gern ge⸗ schehen. 68² Zweite Abtheilung. 3. Erweckt dir gleich das leiden pein, So solls dir doch nicht schädlich sein; Gott kann sein kind nicht hassen. Wer ihn recht liebt, Sich ihm ergiebt, Den wird er nicht verlassen. 4. Wie lange währt der frommen leid? Nicht ewig, herr! nur kurze zeit. Nach überstandnem leide Erquickest du Ihr herz mit ruh, Und einst mit ewger frende. 5. Drum hab, o seele! guten muth! Vertraue gott! es wird noch gut Nach aller trübsal werden. Er ziehet dich Durch kreuz zu sich Zum himmel von der erden. 6. Gott ist dein gott! er ist getreu, Und stehet dir als vater bei In aller noth auf erden. Der leiden heer Wird nie zu schwer Durch ihn dem christen werden. 7. Es haben ja zu aller zeit Die hei⸗ ligen in traurigkeit Hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du Hier nur von ruh, Und nichts von trübsal wissen? 8. O bet und sieh auf deinen gott In aller deiner angst und noth! Laß, wie er will, es gehen. Sein will ist gut; Behalte muth! Gott wird dich einst erhöhen. 7 6050 sffeht, I Hs ——. Von der Geduld. 683 9. Der du ein gott des trostes bist, Laß jeden, der hier traurig ist, Doch deinen trost empfinden. Hilf, den du liebst, Durch trübsal übst, Den unmuth überwinden. Mel. Was gott thut, das ist ꝛe. 432. Fest glaub ich, daß, was mir ge⸗ schieht, Zu meinem heil mir diene. Gut ist, was mir mein gott beschied, Wenns noch so traurig schiene. Höchst heilsam ist, Was gott beschließt. Allweisheit, so wie gnade, Sind alle seine pfade. 2. Schon hat, seit erd und himmel stehn, Sein herrlich reich gewähret, Und niemals hat noch ein versehn Dasselbe je entehret. Nein! was er thut Ist alles gut, Ist seines namens ehre, Wenns noch so dunkel wäre. 3. Sehr herbe zwar, doch reich an frucht, Sind gottes züchtigungen. Was güte selbst umsonst versucht, Ist wohl durch sie gelun⸗ gen; Oft wird das herz Durch ihren schmerz Recht frei von den gebrechen, Die leicht den glauben schwächen. 4. Ich weiß, was auch für trübsal dräut, Daß er doch meiner schone, Der mich zu seiner herrlichkeit Berief in seinem sohne. Wie könnte der, Der mich so sehr Hienie⸗ 684 Zweite Abtheilung. den wollen lieben, Zum schaden mich be— trüben? 5. Gott, führe denn mich, wie du willst, Dir bleib ich stets ergeben. Wenn du dich schon in dunkel hüllst, Will ich doch nie⸗ mals beben. So wunderbar Der weg auch war, So hat mich doch geführet Dein rath, und wohl regieret. 6. Zwar schien der weg, den ich erlas, Mir besser; doch ich fehlte. Bald pries ich selbst dich über das, Was erst mein herz nicht wählte; Drum faß ich muth. Ja, er ist gut, Der kreuzpfad, den ich gehe, Wenn ichs schon nicht verstehe. Mel. Wenn mir in höchsten nöthen ꝛc. 133. Von dir, o vater, nimmt mein herz Glück, unfall, freuden oder schmerz, Von dir, der mich nicht hassen kann, Voll dank und voll vertrauen an. 2. Du, der du selbst die weisheit bist, Du kennest, was mir heilsam ist: Nur du siehst, was mir jedes leid Für heil bringt in der ewigkeit. 3. Ist alles dunkel um mich her, Die seele müd und freudenleer, Bist du doch meine zu⸗ versicht; Bist in der nacht, o gott, mein licht. Von der Geduld. 685 4. Verzage, herz, verzage nie! Gott legt die last auf, gott kennt sie. Er weiß den kummer, der dich quält, Und geben kann er, was dir fehlt. 5. Wie oft, herr, weint ich, und wie oft Half deine hand mir unverhofft! Oft jammert ich untröstbar heut, Und morgen ward ich schon erfreut. n 6. Oft sah ich keinen ausgang mehr; IDann weint ich laut und klagte sehr; Wo IHHH½⁵ bist du, gott? wie, schauest du Dann mei⸗ hl nem elend ruhig zu? IhN7. Dann hörtest du, o herr, mein flehn, Und eiltest bald mir beizustehn, Du öffne⸗ Aun. test mein auge mir; Ich sah mein glück immte und dankte dir. ö ö schs E 8. Sagts alle, die gott je geprüft! Die amn,/ ihr zu ihm um hülfe rieft; Sagts, fromme! bb er das gebät Gedulbig leidender ver⸗ ht schmäht? 99 340 mif 9. Die stunde kommt früh oder spät, 1% Wo dank und freud aus leid entsteht; Wo pein, die stunden nur gewährt, In freu⸗ denjahre sich verkehrt.— 10. Du erndtest deiner leiden lohn Viel⸗ leicht in diesem leben schon; Vielleicht daß, 686 Zweite Abtheilung. eh du ausgeweint, Dir gott mit seiner hülf erscheint. II. Schau deinen heiland glaubig an; Wenn niemand dich erquicken kann, So schütte du in seinen schooß Dein herz aus; seine huld ist groß. 12. Einst hat er auch, der menschen⸗ freund, Im thränenthale hier geweint. Auf deine thränen giebt er acht, Und dir zu helfen hat er macht. 13. Ja, gott, du hilfst, ich zweifle nicht, Denn jesus, mein erbarmer, spricht: Folg treulich mir, ich rette dich, Sei frohen muthes, glaub an mich. Bekannte Melodie. 434. Warum betrübst du dich, mein herz, Und quälest dich mit bangem schmerz, Blos um ein zeitlich gut? Vertraue dem nur, der die welt Erschaffen hat und noch erhält. 2. Dich lassen will und kann er nicht; Auch weiß er wohl, was dir gebricht, Die ganze welt ist sein. Er ist dein vater und dein gott, Und hilft dir gern in aller noth. 3. Weil du nun, gott, mein vater bist, So weiß ich, daß mich nie vergißt Dein RI Hel m Mgel Von der Geduld. 687 väterliches herz: Ich, staub und asche, NMbabe hier Ja keinen trost, als nur bei dir. . Ach gott, so reich bist du noch heut, Als du es warst von ewigkeit; Zu dir steht A mein vertraun. Mach mich an meiner seele reich, So gilt mir alles andre gleich. N⁰ 5. Mir mangelt reichthum, ruhm und E pracht; Wenn jesus mich nur selig macht, ꝗSo bin ich reich genug. Der erde glück währt kurze zeit, Und schenkt mir nicht die 0½%%%½ seligkeit. XII 6. Dir, jesu, gottes sohn, sei preiß, Daß ich aus deinem worte weiß, Was ewig selig macht; Gieb, daß ich nun auch fest und treu Im glauben und im guten sei. I 7. Lob, ehr und preiß sei dir gebracht, oudt Daß du es immer wohl gemacht! Du bist . höchst weis' und gut; Das zeigst du uns Iu in dieser zeit, Und noch mehr in der ewigkeit. . Mel. Fröhlich soll 6—5 her ꝛc. A 435. Warum sollt ich mich denn grä⸗ men? Hab ich doch Jesum noch, Wer will in mir den nehmen? Wer will mir den him⸗ 10 0 mel rauben, Den mir schon Gottes sohn Beigelegt im glauben. 688 Zweite Abtheilung. 2. Arm und bloß kam ich ins leben, Da es mir Ward von dir, Herr, zuerst gege⸗ ben; Nichts nehm ich auch von der erde, Wann ich sie Nach viel müh Einst ver⸗ lassen werde. 3. Was ich hab, leib, seel und leben, Ist nicht mein; Gott allein Hat es mir gegeben. Soll ich es ihm wieder geben, Nehm ers hin: Mein gewinn Bleibt ein ewigs leben. 4. Schickt er mir ein kreuz zu tragen, Dringt herein Angst und pein, Sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wirds auch wenden; Er weiß wohl, Wie er soll All mein unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten tagen Oft ergötzt, Sollt ich jetzt Nicht auch etwas tragen? Liebt er mich doch drum nicht minder. Nie zu schwer Züchtigt er Seine treuen kinder. 6. Stolz, haß, neid und ihre rotten Können mir Nichts mehr hier Thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein heil, Wird in eil Sie zu schanden machen. Von der Geduld. 689 7. Unverzagt und ohne grauen Soll ein christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen. Was sollt er zu schrecklich finden? Auch den tod Hilft ihm gott Freudig überwinden. 8. Denn er kann den leib nur tödten: Und dann reißt Er den geist Aus viel tausend nöthen; Endigt dieses lebens leiden, Und gieht mir Einst dafür Dauerhafte freuden. Iin 9. Dann wird sich an bessern schätzen Geist und herz Auf den schmerz Ewiglich Egötzen. Hier ist kein recht gut zu finden; Was die welt In sich hält Muß wie rauch %%e, verschwinden. 1I0. Was sind dieser erden güter? Unbe⸗ stand, Eitler tand, Lasten der gemüther. Dort, dort sind die edlern gaben, Da mein ll hirt, Christus, wird Mich ohn ende laben. II. Herr, mein heil, quell aller freu⸗ den! Du bist mein, Ich bin dein; Niemand iht Ee kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein leben Und dein blut, Mir zu gut, In u den tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, Und % dich nicht, O mein licht, Aus dem herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Wo du mich, Und ich dich Ewig werd umfangen. 44 690 Zweite Abtheilung. Bekannte Melodie. 436. Was gott thut, das ist wohlgethan, Gut ist und bleibt sein wille. Er nimmt sich stets der seinen an; Drum halt ich ihm auch stille. Er ist mein gott, Der in der noth Mich wohl weiß zu erhalten; Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was gott thut, das ist wohlgethan, Sein wort kann ja nicht trügen; Er führet mich auf rechter bahn, Drum laß ich mir genügen An seiner huld, Und hab geduld: Er wird mein unglück wenden, Es steht in seinen händen. 3. Was gott thut, das ist wohlgethan, Er wird mich wohl bedenken, Zu dem, was ich von selbst nicht kann, Mir licht und kräfte schenken; Denn seine treu Ist täglich neu; Drum will ich auf ihn bauen Und seiner güte trauen. 4. Was gott thut, das ist wohlgethan, Er ist mein licht und leben, Der mir nichts böses gönnen kann; Ihm will ich mich ergeben In freud und leid; Es kommt die zeit, Da es gewiß erscheinet, Wie gut ers mit uns meinet. 5. Was gott thut, das ist wohlgethan; Mxpih Dch flekel Mi fiß shn 0. W Muff lll, de Im do Ihe Mlll, —4.— — ——— ————..— —.— 4———34————— — —— — 25— S istu Mh 1„3 M.Ttl 9 Von der Geduld. 691 Muß ich gleich bittres schmecken, So nehm ichs doch geduldig an, Und lasse mich nicht schrecken; Weil er zuletzt Mich doch ergötzt Mit süßem trost im herzen; Da weichen alle schmerzen. 6. Was gott thut, das ist wohlgethan, Darauf will ich stets bauen; Auch, wenn er will, die todesbahn Betreten ohne grauen; Denn da wird mich Gott väterlich In sei⸗ nen armen halten! Drum laß ich ihn nur walten. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. 4. 437. Was ist mein leben auf der erde? Ein wechsel ists von lust und leid. Hier stört oft unruh und beschwerde Die saufteste zufriedenheit. Hier wohn ich noch in einer welt, Die kein vollkommnes glück enthält. 2. Weß soll ich mich, o herr, denn trö⸗ sten? Nur deiner huld, du bist mein heil, Und bleibst, wenn auch die noth am größ⸗ ten, Doch meines herzens trost und theil, Und stehst, nach deiner vatertreu, Mir stets mit rath und hülfe bei. 3. Du stärkst mir unter aller plage, O gott, auf mein gebät, den muth⸗ Daß ich 692 Zweite Abtheilung. gelassen sie ertrage, Und machst zuletzt doch alles gut. Auf kummer folgt zufriedner dank, Auf klagen froher lobgesang. 4. Was bist du denn, o meine seele! In deiner noth so kummervoll? Du weißt ja wohl, daß gott nur wähle: Was dir zum besten dienen soll. Einst dankst du ihm nach der gefahr, Daß er dein gott und retter war. 5. Er wird es sein; ruf in gefahren Ihn, als den besten helfer, an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, Und da, wo niemand helfen kann, Fehlt ihm die kraft u helfen nicht. Dies stärke deine zuver⸗ sicht. 6. Empfehl dich seiner vaterpflege; Hoff und vertrau ihm allezeit. Auch auf dem allerrauhsten wege Sieh fröhlich hin zur ewigkeit, Da wirst du, frei von aller pein, Ganz selig, ganz zufrieden sein. 7. Sb laß mich, gott, stets dahin schauen, Und dann mit starkem muth auf dich Auch in der größten noth vertrauen. Du bist bei mir; das stärke mich. Wer dessen stets ver⸗ hrnt ist, Der lebt und stirbt getrost als christ. 138. Halt g bekzů Gott M Ian W. l. lle pel I bf Von der Geduld. Mel. In allen meinen thaten ꝛc. 438. Was ists, daß ich mich quäle? Harr gottes, meine seele, Harr, und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nützet! Gott weiß es und gott schützet; Er schützet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine tage, Mein glück und meine plage, Eh ich die welt noch sah. Eh ich mich selbst noch kannte, Eh ich ihn 109. nannte, War er mir schon mit hülfe nah. 3. Die kleinste meiner sorgen Ist dem gott nicht verborgen, Der alles sieht und hält; Und was er mir beschieden, Das dient zu meinem frieden, Wärs auch die größte last der welt. 4. Ich lebe nicht auf erden, Ganz glück⸗ lich hier zu werden; Die lust der welt ver⸗ geht. Ich soll mein glück hier gründen, Um dort ein heil zu finden, Das ewig, wie mein geist, besteht. ö 5. Was dieses glück vermehret, Sei mir von dir gewähret, Gott! du gewährst es gern. Was dieses glück verletzet, Wenns alle welt auch schätzet, Sei von mir jetzt und ewig fern. 694 Zweite Abtheilung. 6. Sind auch der krankheit plagen, Der mangel schwer zu tragen, Noch schwerer haß und spott: So harr ich doch in stille; Denn nicht mein eigner wille, Dein wille nur gescheh, o gott! 7. Du bist der müden stärke, Und aller deiner werke Erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, Wenn du mich willst bewahren? Und du, mein gott, be⸗ wahrest mich. 0 In voriger Melodie. 439. Will mich, o gott, hienieden Des lebens last ermüden, So stärke meinen geist. Wenn mich die leiden kränken, So laß mich wohl bedenken: Auch das sei gut, was trübsal heißt. 2. Nicht ewig soll sie währen; Oft wer⸗ den unsre zähren Auch hier schon abge— wischt; Und seufzen wir: wie lange Ist unsrer seelen bange? So wird das herz mit trost erfrischt. 3. Du wendest solche bürden, Die uns erdrücken würden, Gott! gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern plagen Auch auf die kraft zu tragen, Die deine hand uns selber gab. Hich nle Hicle „ 2 mit Wlh. Vid do slcgkete Von der Geduld. 695 4. Dein väterlich bemühen Will uns, als kinder, ziehen, Zu thun, was dir gefällt; Will eignen willen brechen, Die macht der sünde schwächen, Und uns ent⸗ von der welt. Es sind nur liebesschläge, Wenn ich es Wchn erwäge, Voll gnad und voller huld. Du willst den eifer mehren, Gehor⸗ sn dich zu ehren Mit glauben, hoffnung und geduld. 6. Was will uns, herr, auch scheiden Von dir und jenen freuden, Die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, So wird uns, deinen erben, Doch einst der himmel offen stehn. 7. Zu jenem bessern leben Willst du auch mich erheben; Der tod ist mein ge⸗ winn. Muß gleich mein leib verwesen Wird doch mein geist genesen; Er eilt zu seligkeiten hin. 8. O drücke meinem herzen Bei allen seinen schmerzen Dies doch aufs tiefste ein: Es kann der, der dich liebet, Auch wenn er wird betrübet, Doch niemals unglückselig sein. 696 Zweite Abtheilung. 23) Von der Liebe des Naͤchsten. Mel. Jesus, meine zuversicht ꝛc. 440. Allen menschen und auch mir Hat der herr dies vorgeschrieben: Euren näch⸗ sten sollet ihe, Als euch selbst, von herzen lieben! Christen, was gott hier gebent, Sei uns heilig allezeit. 2. Wir sind bürger einer welt, Kinder eines vaters, brüder, Die er huldreich all erhält; Alle eines leibes glieder, Die sein weiser allmachtsruf All zum ewgen glück erschuf. 3. Eine sterbliche natur Hat er jeder⸗ mann gegeben, Und auch eine hoffnung nur, Hoffnung auf ein beßres leben; Wenn wir hier in dieser welt Redlich thun, was ihm gefällt. 4. Und wir sollten uns entzwein? Lieb⸗ los uns einander hassen? Und, zu unsrer eignen pein, Stolz und neid beherrschen lassen? Wer kein freund des nächsten ist, Ist fürwahr kein mensch, kein christ. 5. Was wir auch aus gottes hand Zum voraus vor andern haben: Ansehn, reich⸗ thum, hoher stand, Leibeskräfte, geistes⸗ Von der Liebe des Nächsten. 697 gaben, Alles dies befreit uns nicht Von der menschenliebe pflicht. 6. Selbst der gaben unterschied Dient zum allgemeinen besten, Wenn nur jeder sich bemüht, Von dem kleinsten bis zum größten, Andern und nicht sich allein, Nütz glich, wie er kann, zu sein. 7. Darum gieb uns, bat ein herz Voll von wahrer menschen liebe, Das an andrer freud und schmerz Antheil nehm, und gern das übe, Was der liebe pflicht begehrt, Wie sie uns dein sohn erklärt. 8. Laß uns, großer menschenfreund! Alle dir recht ähnlich wirden⸗ Daß wir, hier mit dir vereint, Nach vollbrach tem lauf auf erden, Einst auch ewig bei dir sein, Dee lieb uns ganz zu freun. del. Ein lämmlein geht, und ꝛc. 441. Der dn die liebe selber bist, Und gern die menschen segnest, Ja selbs dem, der dein feind noch ist, Mit freundlichkeit begegnest: O bilde meinen sinn nach dir, Und laß mich doch, mein heiland, hier, Wie du gewandelt, wandeln! Die können keine christen sein, Die sich nicht andrer wohl⸗ fahrt freun, Und menschenfeindlich handeln. 698 Zweite Abtheilung. 2. Dein leben in der sterblichkeit War für die menschen segen; Dir folgen lieb und freundlichkeit Auf allen deinen wegen. Wohin du gingst, ging wohlthun mit; Dein wort, dein werk, und jeden schritt Begleitete erbarmen; Du übernahmst die schwerste pein, Uns vom verderben zu be⸗ frein, Und starbst zum heil uns armen. 3. Auch jetzt noch, auf der himmel thron, Bist du das heil der sünder; Auch da bleibst du, o gottes sohn, Ein freund der menschenkinder. Du schaffst den deinen wahre ruh, Und die verirrten suchest du Auf rechten weg zu leiten; Du hörst der seufzenden gebät, Und brauchest deine ma⸗ jestät, Nur segen auszubreiten. 4. O laß in meiner pilgerschaft Mich auf dein vorbild sehen! Erfülle mich mit lust und kraft, dem nächsten beizustehen; Betrübter herzen trost zu sein, Mich mit den fröhlichen zu freun, Mit weinenden zu klagen, Und dem, der mir sein herz ver⸗ traut, Die redlichkeit, auf die er baut, Nicht treulos zu versagen. 5. Laß mich mit brüderlicher huld Des nächsten fehler decken; Durch sanftmuth, x U 1 * 11 10 I II IU Von der Liebe des Nächsten. 699 mitleid und geduld Zur beßrung ihn erwek⸗ ken; Und sündiget er gegen mich, So freue meine seele sich, Ihm willig zu vergeben; So werd ich dich, herr jesu christ, Der du die liebe selber bist, Aufs würdigste erheben. Mel. O gett, du frommer gott ꝛc. 442. Gieb mir, o gott! ein herz, Das jeden menschen liebet; Bei seinem wohl sich freut, Bei seiner noth betrübet; Ein herz, das eigennutz Und neid und härte flieht, Und sich um andrer glück, Wie um sein glück bemüht. 2. Seh ich den dürftigen, So laß mich liebreich eilen, Von dem, was du mir giebst, Ihm willig mitzutheilen! Nicht aus dem eitlen trieb, Groß vor der welt zu sein, Und mich verehrt zu sehn; Nein, menschen zu erfreun. 3. Dies sei mir gottesdienst: Auch, un⸗ bemerkt von ihnen, Den nebenmenschen gern Mit rath und that zu dienen. Mich treibe nicht erst dank Zu milder wohlthat an; Nein, was ich andern thu, Das sei dir, gott, gethan. 4. Ein trunk, mit dem mein dienst Dem durstigen begegnet; Ein blick voll trost, mit 700 Zweite Abtheilung. dem Mein herz bedrängte segnet; Ein rath, mit dem mein mund Im kummer andre stärkt; Nichts bleibt, so klein es ist, Von dir, herr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft herz, Unfrieden anzurichten; So laß mich sorgsam sein, Der brüder zwist zu schlichten. Aus schmäh⸗ sucht störe nie Mein mund des nächsten ruh; Er rühme sein verdienst, Deck seine fehler zu. 6. Die rach ist dein, o gott! Du sprichst: ich will vergelten. Drum laß mich stille sein, Wenn menschen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem verzeih, Der mir zu schaden sucht; Den liebe, der mich haßt: Den segne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein Auf zeitlich wohlergehen, Mit eingeschränktem blick, Bei meinem nächsten sehen. Noch stärker müsse mich Sein ewig glück erfrenn; Noch mehr sein seelenheil Mir angelegen sein. 8. Den, der im glauben wankt, Zu leiten und zu stärken; Den, der noch sicher ist Bei seinen bösen werken, Von der verkehr⸗ ten bahn Des lasters abzuziehn: Dazu ver⸗ leih mir kraft, Und segne mein bemühn. — 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Len H IAII I. N· Feff Ruge Hankt 0 Von der Liebe des Nächsten. 701 seelen triebe Durch deine lieb und furcht Zu wahrer menschenliebe. Wer nicht den nächsten liebt, Geht nicht zum himmel ein. Laß diese wahrheit, gott, Mir stets vor augen sein. Mel. Nun ruhen alle wälder ꝛc. 443. Herr! neige mein gemüthe Durch deine große güte, Mich fremden glücks zu freun; Und fern von meinem herzen Laß bei des nächsten schmerzen Doch alle scha⸗ denfreude sein. 2. Wer sich des guten freuet, Was deine huld verleihet, Er find' es, wo ers find': Der ist nach deinem bilde Barmher⸗ zig, gütig, milde Und menscheufreund⸗ schaftlich gesinnt. 3. Zwar wird mit hindernissen Mein geist oft kämpfen müssen Bei übung dieser pflicht; Denn scheints, daß fremde gaben Für mich viel nachtheil haben, Alsdann gefallen sie mir nicht. 4. Dann schöpft, versucht vom neide, Mein herz nicht lust und freude Aus andrer wohlergehn; Dann regen sich die triebe Der stolzen eigenliebe, Des nächsten glück nicht gern zu sehn. 702 Zweite Abtheilung. 5. Doch, da hilfst du mir kämpfen, Die böse neigung dämpfen, Die mich zum neid reißt hin; Wenn ich nur deinem triebe Zur wahren nächstenliebe, In meinem leben folgsam bin. 6. Gott, dein sind ja die gaben, Die ich und andre haben; Mit weisheit hältst zu haus, Und theilest unter allen, Nach weisem wohlgefallen, Die güter deines hauses aus. 7. Dich selbst, den allerhöchsten, Wenn ich beneid den nächsten, Greift ja mein tadel an. O, welche schwere sünde! Wenn ich mich unterwinde, Zu tadeln, was dein rath gethan. 8. Ich spür an meiner seele, Daß ich mich selbst nur quäle, Herrscht neid in meiner brust. Drum mach, o herr! dies laster Mir immer mehr verhaßter: Des nächsten glück sei meine lust! Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛe. oder: Ist auch ein gott? ꝛc. Nr. 2. 444. Hilf, jesu, daß ich meinen nächsten liebe; Durch lieblos richten ihn ja nicht betrübe, Ihn nicht verläumde, nicht durch falsche ränke Sein wohlsein kränke. ———— — d Hllles: twii h Dei 1 Von der Liebe des Nächsten. 703* 2. Gieb, daß ich nachsichtsvoll des näch⸗ sten fehle, Wenns meine pflicht erlaubt, der welt verhehle, Und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, Mit vorsicht sehe. 3. Hilf, daß ich klüglich ihn zu bessern trachte, Und seiner seele wohlfahrt theuer achte. Wie viel hast du für sie in todes⸗ banden Selbst ausgestanden! 4. Laß mich aufrichtig schätzen andrer gaben, Die sie doch auch von deiner güte haben; Es müsse nie mein herz des näch⸗ sten freuden Und glück beneiden. 5. Gieb, daß ich nie zum zorne leicht entbrenne, Nie auch dem feinde etwas übles gönne; Und allen zu beweisen güt und treue, Mich herzlich freue. 6. Laß mich, mein heiland, immer mehr auf erden An lieb und gütigkeit dir ähnlich werden. Gieb kraft dazu, so schmeck ich schon hienieden, Herr, deinen frieden. bR Mel. Machs mit mir, gott ꝛc. 445. So jemand spricht: ich liebe gott, Und haßt doch seine brüder, Der treibt mit gottes wahrheit spott, Und handelt ganz darwider. Gott ist die lieb und will, daß ich Den nächsten liebe, gleich als mich. 704 Zweite Abtheilung. 2. Wer dieser erden güter hat Und sieht den nächsten leiden, Und macht den hung⸗ rigen nicht satt, Läßt nackende nicht klei⸗ den: Der übertritt die erste pflicht, Und liebt den gott der liebe nicht. 3. Wer seines nächsten ehre schnäht, d Und gern sie schänden höret; Frohlockt, wenn sich sein feind vergeht, Und nichts zum besten kehret, Verläumdern niemals 0 Der liebet seinen nächsten nicht. 4. Wer, wenn er auch mit rath und schutz Den nächsten unterstützet, Doch nur aus stolz und eigennutz, Aus weichlichkeit ihm nützet; Nicht aus gehorsam, nicht aus pflicht: Auch der liebt seinen nächsten nicht. 5. Wer nur dem hilft, der sehr gebückt Vor seinem stolz erscheinet; Wer nicht den dürftigen erquickt, Der heimlich vor ihm weinet, Wer kärglich giebt dem, dems ge⸗ bricht: Auch der liebt seinen nächsten nicht. 6. Wer andre, wenn er sie beschirmt, Mit härt und vorwurf quälet, Und ohne nachsicht straft und stürmt, Sobald sein nächster fehlet: Wie bleibt bei solchem un⸗ gestüm Des nächsten liebe wohl in ihm? d ih Ihn Doß g HEIi V + 0 INWitt EEHI ich I lltht Aust HHan 1 n HälN der f H. M Linli HRMI I sih Al. Hlct/ El 1, 4½ I EII Von der Liebe des Nächsten. 70⁵ 7. Wer für der armen heil und zucht Mit rath und that nicht wachet; Dem übel nicht zu wehren sucht, Das oft sie dürftig machet; Nur sorglos ihnen gaben giebt: Der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, Stets durch die that zu lieben, Doch bist du nur geneigt, die pflicht Getreulich aus⸗ zuüben, Und wünschest dir die kraft dazu, Und sorgst dafür: so liebest du. 9. Ermattet dieser trieb in dir, So such ihn zu beleben; Denk oft: gott ist die lieb, und mir Hat er sein bild gegeben. Das, was ich habe, ist nicht mein: Sollt ich, wie er, nicht gütig sein? 10. Wir haben einen gott und herrn, Sind eines leibes glieder. Drum diene deinem nächsten gern; Denn wir sind alle brüder. Gott schuf die welt nicht blos für mich; Mein nächster ist sein kind, Wie ich. 11. Sein heil ist unser aller gut. Ich sollte brüder hässen, Die gott durch seines sohnes blut So theur erkaufen lassen? Daß gott mich schuf, und mich versühnt, Hab ich dies mehr, als sie, verdient? 706 Zweite Abtheilung. 12. Du schenkst mir täglich 0 viel schuld, Du, herr von meinen tagen! Ich aber sollte nicht geduld Mit meinen brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du ver⸗ giebst, Und den nicht lieben, den du liebst? 13. Was ich den menschen hier gethan, Dem kleinsten auch von Lianmt Das siehst du, mein erlöser, an, Als hätt ich dirs erwiesen. Und ich, ich sollt 22 mensch noch sein, Und dich in brüdern nicht erfreun? 14. Ein streng und höchst gerecht gericht Wird über den ergehen, Der liebreich ser nem nächsten nicht In noth eilt beizuste⸗ hen; Drum gieb mir, gott, durch deinen geist, Ein herz, das dich durch liebe preist. 24) Von der Gerechtigkeit und Biblligkeit. Mel. Kommt her zu mir ꝛe. 446. Du liebst, o gott! gerechtigkeit, Und hassest den, der sie entweiht, Am näch⸗ sten unrecht übet. Du bists, der jedem seinen lohn, Ohn alles anfehn der person, Nach seinen werken giebet. 2. Gerechter gott, laß deinen geist Zu dem, was recht und billig heißt, Stets 14⁷ meine seele lenken! Nie komm es mir doch A Von der Gerechtigkeit und Billigkeit. 707 in den Sinn, Aus schnöder habsucht, um gewinn, Des nächsten recht zu kränken. 3. Pflanz redlichkeit in meine brust Und laß mich stets mit wahrer lust Der liebe pflichten üben. Ein herz, das gern auf unrecht denkt, Gern schaden sucht, und andre kränkt: Wie kann das brüder lieben? 4. Nie seufze jemand wider mich. Mein ganzes herz bestrebe sich, Dem nächsten gern zu geben, Was er mit recht verlangen kann; Und immerfort mit jedermann In einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dahin sehn, Mit jeglichem so umzugehn, Wie ichs von ihm begehre; Damit ich keines menschen herz Durch meine härte je mit schmerz Und kümmerniß beschwere. 6. Herr, mit dem maaß, damit ich hier Dem nächsten messe, wirst du mir Dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur billigkeit; So werd ich auch zu keiner zeit Der liebe pflicht vergessen. Mel. Erhalt uns, herr, bei ꝛc. oder: Wenn wir in höchsten ꝛc. 447. Fern sei mein leben jederzeit Von aller ungerechtigkeit; Wie könnt. ich gottes 708 Zweite Abtheilung. freund sonst sein, Und seiner gnade mich erfreun. 2. Wer seines nächsten rechte kränkt, Auf seinen schaden boshaft denkt, Verletzet des gewissens pflicht, Und ehrt den gott der liebe nicht. 3. Du schriebst in jedes herz, o gott, Tief ein das heilige gebot: Was dir miß⸗ fällt, wenn dirs geschicht, Das thue du auch andern nicht. 4. Wenn ich dies billige gesetz Durch ungerechtigkeit verletz Verurtheil ich ja sel⸗ ber mich Als übertreter wider dich. 5. Dein wort, das sündern strafe droht, Schärft mir dies heilige gebot, Frei von unrechtem gut zu sein, Mit noch viel grö⸗ ßerm ernste ein. 6. Es drohet jedem deinen fluch, Der seinem nächsten durch betrug, Durch die— berei an seinem gut Und seiner haabe scha⸗ den thut. 7. Das haus des diebes ist verflucht, Wird hier auch schon oft heimgesucht, Und dort trifft vollends dein gericht Den unge⸗ rechten bösewicht. 8. Darum, mein gott, bewahre mich sch glt 0• n M. ier* amg A Hhh El ILA Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 709 Vor allem unrecht väterlich: Beging ichs je, so sei mirs leid Und zum ersatz mein herz bereit. 9. Wer andern schaden einst gethan, Und irgend ihn erstatten kann, Doch deß sich weigert, findet nicht Vor dir erbarmen im gericht. 10. Er kann nicht wahre buße thun, Dein segen kann nicht auf ihm ruhn, Eh er das böse, das er that, Nach möglichkeit ersetzet hat. I1. Gieb, herr! daß ich dies wohl be⸗ denk, Und nie durch unrecht andre kränk. Die habsucht, auch die armuth nicht, Ver⸗ leite mich von meiner pflicht. 25) Von der Sanftmuth und Versoͤhnlichkeit. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ꝛc. 448. Allen, welche nicht vergeben, Wirst du, richter, nicht verzeihn, Trostlos wer⸗ den sie im leben, Trostlos einst im tode sein, Unentladen ihrer sünden, Nimmer vor dir gnade finden. 2. Wie dein herz mit jedem sünder Vä⸗ terliches mitleid hat; Wie der freund der menschenkinder Selbst für seine mörder bat: 710 Zweite Abtheilung. So soll auch der christ verzeihen, Und sich nicht der rache freuen. 3. Wir geloben dir mit freuden: Willig wollen wir verzeihn; Nie uns rächen, wenn wir leiden, Nie zu dir um rache schrein: Vielmehr vor dein antlitz treten, Und für unsre feinde beten. 4. Vater, stärk uns, deine frommen, Treu zu bleiben dieser pflicht! Wenn wir in versuchung kommen, So besiege sie uns nicht; Laß uns sanftmuth dann empfinden, Um sie schnell zu überwinden. 5. Laß in unserm ganzen leben Uns dir gleichgesinnet sein, Willig feinden zu ver⸗ geben; Denn, wenn ihnen wir verzeihn, Lässest du uns gnade finden Auch für unsre eigne sünden. 6. Wohl uns! gott verzeiht uns sün⸗ dern, Geht nicht mit uns ins gericht, Nimmt uns auf zu seinen kindern, Strafet uns dann ewig nicht. Laßt uns beten, laßt uns kämpfen, Rachsucht in uns stets zu dämpfen. Mel. Sollt ich meinen gott ꝛc. 449. Gott, der du die menschen liebest, Der du nicht ein strenges recht, Sondern ——— ———— .—. S=—. —— —.—. 3 — — — ——— /. D.....—— 22 23— — —2 ——3— — — 2—7 Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 711 lauter gnade übest An dem sündlichen ge⸗ schlecht, Laß mich deinen geist beleben, Daß ich, vater, als dein kind, Liebreich sei, wie ih du, gesinnt. Herr, du wollst den sinn mir geben, Der bei fehlern nachsicht zeigt, Und i mit sanftmuth spricht und schweigt. 2. Laß mich meines nächsten schonen, Willig tragen seine last; Und, so lang ich hier soll wohnen, Bleibe zanksucht mir ver⸗ haßt! Auch das ist, o gott, dein wille, Und die eintracht liebest du; O, so hilf mir auch dazu. Gieb ein herz mir, das die stille Und den frieden sucht und liebt, Vind Das statt rache, sanftmuth übt. 3. O, wie wird das herz beschweret Durch 2 des zornes leidenschaft! Zanksucht, rach⸗ gier, haß verzehret Nach und nach des lebens kraft; Kürzt das ziel von unsern jahren, Macht zum himmel ungeschickt. Herr, der auf mich schwachen blickt, Ach, du wollest mich bewahren, Daß des jäh⸗ zorns raserei Nie des herzens meister sei. 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, So wie mein erlöser that, Und dem nach⸗ sichtsvoll begegnen, Der zum zanken nei⸗ gung hat; Für die feinde will ich beten, 742 Zweite Abtheilung. Und vor dich, du friedensfürst, Wenn du menschen richten wirst, Mit dem schmuck der liebe treten. Gott des friedens, stärke du Mich mit deiner kraft dazu! 5. Ewig heil ist dem beschieden, Der nach frommer eintracht strebt. Höchster, gieb mir deinen frieden, Der zur sanft⸗ uth uns erhebt. Er regiere herz und sinn; Denn, wenn er das herz regiert, Wird, was zu der zwietracht führt, Niemals übermacht gewinnen, Bis einst in der herr⸗ lichkeit Ewger friede uns erfreut. Mel. Herzliebster jesu, was ꝛe. oder: Ist auch ein gott? ꝛc. Nr. 2. 450. Herr, deine sanftmuth ist nicht zu ermessen; Wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach führe mir doch deine große güte Recht zu gemüthe. 2. Du segnetest mitleidig, die dir fluch⸗ ten; Du heiltest selbst, die dich zu fangen suchten; Du zeigtest stets bei deiner feinde toben Der sanftmuth proben. 3. Ach, gleich ich dir, o heiland! ich bekenne, Daß ich noch oft vom schnellen zorn entbrenne, Und mich vor dir manch⸗ mal, durch eigne rache, Verwerflich mache. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 713 4. Dir, herzenskündiger, dir muß ichs klagen, Wie wenig kann mein stolzes herz vertragen; Wie schwer weiß ich, wenn andere mich hassen, Mich recht zu fassen! 5. Vergieb mir, herr, und wende mein verderben! Bei wildem zorn läßt sich dein reich nicht erben; Und jener tag vergilt nach strengem rechte Dem harten knechte. 6. So hilf mir denn die rachbegier er⸗ sticken! Laß sich dein bild in meine seele drücken! So werd ich mich versöhnlich fin⸗ den lassen, Nicht wieder hassen. 7. Flucht mir mein feind, so gieb, daß ich ihn segne, Und seinem grimm mit freund⸗ lichkeit begegne; Daß mich das böse, das ich dann empfinde, Nicht überwinde. 8. Verleih mir das, um deiner sanft⸗ muth willen: So erb ich auch im lande 11 deiner stillen, Die seligkeit, wozu sie jenes Jleben Einst wird erheben. In voriger Melodie. 451. Herr, mein erlöser, der du für mich littest, Und noch zur rechten gottes im für mich bittest: Erweck in mir, du muster wahrer liebe, Der sanftmuth triebe. 714 Zweite Abtheilung. 2. Wann hast du jemals haß mit haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, da man dich gescholten, Du segnetest mit wohl⸗ thun nicht blos freunde, Auch deine feinde. 3. Und ich, herr, sollte mich den deinen nennen, Und doch von rachgier gegen andre brennen? Ich sollte jemals haß mit haß vergelten, Und wieder schelten? 4. Wie kann ich vater zu dem höchsten sagen, Und groll im herzen gegen brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, Und rache schreien? 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine h sünden Auch nicht bei dir, o herr, verge⸗ bung finden. Dein jünger ist nur, der, wie du, vergiebet, Und feinde liebet. 6. So heilige denn meiner seelen triebe, Mein heiland, durch den geist der wahren liebe; Daß nie die unglückselge lust der rache Mich strafbar mache. 7. Wenn meine brüder sich an mir ver⸗ gehen, So lehre mich ihr unrecht übersehen, Und, sollten sie mich auch empfindlich krän⸗ ken, An dich gedenken. 8. Erwecke dann, o herr, in meinem herzen Aufs neue das gedächtniß jener 432. mit nei uchn, ihnt su Doh Mo i . die sht Eie ich den Von der a und e 71⁵ n densstunden Für mich empfunden. Iity 9. Laß mich mit sanftmuth meinem feind n Afi begegnen, Und, so wie du, den, der mir RMdi fluchet, segnen. Herr, mache gegen alle, Am die mich hassen, Mein herz gelassen. Ei 10. Will zu der rachsucht mich die furcht verführen, Als würd ich sonst mein ganzes hmit glück verlieren: So zeig mir herr, dies sei mein glück auf erden, Dir ähnlich werden. 10 M, II. Denn du beglückest den, der christ⸗ Acne3lich handelt, Und überall nach deinem vor⸗ 80 ö bild wandelt; Drum laß in allem mich schon Itze hier auf erden Dir ähnlich werden. 1. I 452. Mie will ich wieder fluchen, Wenn mir mein hasser flucht; Nie dem zu schaden suchen, Der mir zu schaden sucht. Ich will ihm sanft begegnen, Nicht drohen, wenn h er droht, Schilt er, so will ich segnen. %Dies ist des herrn gebot. i 0.. 2. Mein jesus, der gerechte, Vergalt die schmach mit huld; Die wuth ergrimm⸗ ter knechte Ertrug er mit geduld. Sollt ich denn wieder schelten, Da er nicht wie⸗ —— We —— ——— —. —— — 2— ——— — Mel. Herzlich thut mich verlangen ꝛc. 716 Zweite Abtheilung. der schalt, Mit liebe nicht vergelten, Wie l er dem feind vergalt? 0 0 3. Verläumdung dulden müssen, Ist i schwer; doch diese pflicht Wird leicht, wenn Hisse das gewissen Für meine unschuld spricht. Dies will ich treu bewahren: So bessert 1,N mich mein feind, Und lehrt mich klug ver⸗ 30 fahren, Indem ers böse meint.. 4. Ich will die fehler scheuen, Die er Al von mir ersann; Auch die will ich bereuen, 60 Die er nicht wissen kann. Durch huld will hal ich mich rächen, An ihm das gute sehn, I Und gutes von ihm sprechen: Wie, könnt Ruh er länger schmähn? h 5. Ich will niemals ermüden, Ihm thä⸗„ tig zu verzeihn, Und, als ein christ, zum 0 frieden, Zu diensten willig sein. Wenn mich zu untertreten, Ihn gute mehr erhitzt, M. So will. ich für ihn beten Und gott ver⸗ Nuid traun, gott schützt! 9. H „Mel. Ach, was soll ich sünder ꝛe. del 453. Sollten menschen, meine brüder, zuun Mir, mein gott, nicht theuer sein? Sollt lcth ich sie nicht gern erfreun? Sind nicht alle faan. christen glieder Dessen, der für alle starb, Allen gottes huld erwarb? Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 717 Dein erbarmen achten nicht? 4. Herr, der du für übelthäter Um ver⸗ ugebung batst, die last, Welche du getra⸗ scte Tuils + * vergabest gern. 5. Wenn mein herz, vom hang zur sünde Hingerissen, dich verkennt, Und zu haß und rach entbrennt: Hilf dann, daß ich über⸗ winde Meinen haß, und laß mich sehn In den tod für uns dich gehn. 6. Wie dir deine thränen flossen, Als dein aug' um mich geweint; Wie du, gro⸗ ßer menschenfreund, Auch für mich dein 1•1) blut vergossen, Wie du littst, mich zu er⸗ Hech 30 freun; Das laß mir vor augen sein. 4%7. Gieb es mir so zu erkennen, Daß ich afl thu, wie du gethan. Wer nicht liebt, geht 8 E lg —. 718 Zweite Abtheilung. dich nicht an; Ist kein glied von dir zu mitd nennen; Ist dem gott der lieb ein gräul hi Und verscherzt sein eignes heil. 3so 8. O so hilf mir, daß ich übe, Was 4 dein wille mir gebeut, Nachsicht, sanft. M muth, gütigkeit; Daß ich, wie du liebest, h, liebe, Innig liebe, milde, treu, Sanft, Melh und leicht versöhnlich sei. mlhe Ja, ihr meines hauptes glieder, 0 brüder! Für euch beten, euch erfrenun, Nhde Wohlthun, dulden und verzeihn. Gl Mel. Machs mit mir, gott ꝛc. 454. Verbittre dir dein leben nicht, d M christ, durch eigne rache; Verzeihen ist des dcht christen pflicht, Vergelten gottes sache. Die l. sanftmuth, die sein wort gebeut, Liebt mt, feinde, segnet und verzeiht. D 2. Wahr ists, empfindlich ist der schmerz, glubn Von menschen unrecht leiden; Und dennoch mith soll des christen herz Am zorne sich nicht shz weiden, Soll nicht ein eigner richter sein, num Soll alles unrecht gern verzeihn. haun. 3. So widrig diese pflicht dir scheint, 5.7 So mußt du sie doch üben; Sonst bist du Pls Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 719 uuß nicht des heilands freund, Der sie dir vor⸗ a geschrieben. Empört dein herz darwider So sieh auf ihn; besiege dich. 4. Wer hat wohl größern widerspruch Ilt, Von sündern hier erduldet, Als er, der Huh herr, der schmach und fluch Von andern V..5„ nie verschuldet; Und dennoch will er lang⸗ muthsvoll, Daß keiner ewig sterben soll. R½% 5. Ihm folgen, ist dein wahrer ruhm. „IAn Beleidigern verzeihen, Ist ehre für dein mHWit christenthum; Sich ihres falls nicht freuen. /J Nicht den, der dich schmäht, wieder schmähn, NII Gereicht dir selbst zum wohlergehn. J. 6. Im zorn denkt niemand ernstlich nach, Was gott gefallen sollte. Die rache selbst vermehrt die schmach, Die man bestrafen Iuh wollte. Kein schimpf wird ungeschehn ge⸗ h macht, Wenn deine rachgier wild erwacht. 7. Die rachgier reißt gerechtigkeit, Reißt Agat glauben aus dem herzen, Stört des ge⸗ ie müths zufriedenheit Und straft mit bittern es schmerzen. Sie hindert dank, gebät, ver⸗ i Daunt Und raubt den muth, auf gott zu aun. 8. Durch sanftmuth(übe nur die pflicht! Wirst du den feind besiegen. O raube deiner 1„ N 720 Zweite Abtheilung. seele nicht Dies göttliche vergnügen. Dann mlih wird der herr auch dir verzeihn, Dein vater an u und vergelter sein. 4. 9. Laß mich aus liebe, gott, zu dir Das uussi unrecht nicht selbst rächen. Du wirst, ver lnd zeih ich gern, auch mir Ein gnädig urtheil il sprechen. Von dir kommt auch der sanft; hlfe! muth sinn; Nach deiner gnade gieb mir ihn. 0 Wen R. 26) Von der Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und shh Leutseligkeit. Mel. In allen meinen thaten ꝛc. dis Hsf 455. Du, aller menschen vater, Du zunht gütigster berather In allem, was uns ymnu drückt! Die freuden, die wir haben, Sind glt einzig deine gaben; Du bists, der unser d herz erquickt. —ñ— — undank nicht verhindern, Uns täglich zu hu erfreun; Zu ewgen seligkeiten Uns sterb⸗ liche zu leiten, Wird immer dein vergnü⸗ 556. gen sein. NI, v 3. Wie groß ist deine milde! Barmherz ohlef ger vater, bilde Mein herz nach deinem und f sinn. Daß ich der noth der armen Mich nurz Ws M ADI Her W Aich! I Von der Dienstfertigkeit ꝛc. 721 willig mög erbarmen; Nimm alle härte von mir hin. 4. Gieb, daß ich willig gebe, Mich wohlzuthun bestrebe, So, wie mein hei⸗ land that, Der zärtliche erbarmer, Den kein bedrängter armer Vergebens je um hülfe bat. 5. Erhalt in mir die triebe Der mitleids⸗ vollen liebe; Wie du mir guts gethan, So laß, um deinetwillen, Mich andrer seufzer stillen, So oft ich sie nur stillen kann. 6. Zum fleiß in guten werken Laß mich die hoffnung stärken: Vor dir, dem herrn der welt, Der frohe geber liebet, Sei, was man willig giebet, Ein opfer, das dir wohl⸗ gefällt. 7. O wohl mir! ich gewinne Schon hier, bei diesem sinne, Trost und zufriedenheit, Und einst vor gottes throne Zum unschätz⸗ baren lohne, Die freuden einer ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛe. 456. Nicht mürrisch, finster, ungesellig Ist, wer ein christ zu sein sich freut; Ist hne schmeichelei gefällig; Vereinigt ernst und freundlichkeit; Ist traurig mit den traurigen, Und fröhlich mit den fröhlichen. 46 Zweite Abtheilung. 2. Es liegt in keinem seiner blicke, Als wie in einem hinterhalt, Auflauernd scha⸗ denfrohe tücke, Und haß in lächelnder ge⸗ stalt. Sein blick, kein blick der heuchelei, Ist liebreich, offen, gut und frei. 3. Sein antlitz, heiter wie der morgen, Wird trüb und seine frend entflieht, Wenn es bekümmerniß und sorgen In seines bruders auge sieht, Und strahlt in neuer heiterkeit, Wenn ein getrösteter sich freut. 4. Bescheiden, sittsam, ehrerbietig Ist, wer ein jünger jesu ist; Nie sclavisch; auch nicht übermüthig, Wenn er vor an⸗ dern glücklich ist. Er ist, weil er wie jesus liebt, In allem, was erfreut, geübt. 5. Er schleicht, für fromm erklärt zu werden, Nicht traurig, heuchlern gleich, einher; Doch sündereizende geberden Haßt, wie sein gott sie haßt; auch er; In seinem blick auch keusch und rein, Stets fröhlich ohne frech zu sein. 6. Durch liebliches gespräch erheitert Er n auch des blöden angesicht; Und jedes herz fühlt sich erweitert Und freudenvoller, wenn er spricht: Denn, was er sagt und was er thut, Ist wohlgemeint, ist wahr und gut. Von der Dienstfertigkeit ꝛc. 723 4½ Er muß gefallen, er gebiete, Er UAv. warn, er straf auch; er gebeut, Er warnt, 10 0 er straft aus lieb und güte, Mit ernst, und doch mit freundlichkeit; Und tröstet er: wie leicht vergißt Sein nächster, was sein kummer ist. ae. Nicht rauh, noch hart, noch men⸗ l schenfeindlich, Nein, eifrig, jeden zu er⸗ Ia frenn, Und sanft, und anmuthsvoll, und freundlich, Soll jeder jünger jesu sein. Ach, wären wirs! Ach, glichen wir, O ovorbild aller liebe, dir! 9. In allen worten und geberden, In allen thaten laß, o herr! Uns aller men⸗ schen freude werden, Dir, heiland, im⸗ mer ähnlicher; So werden wir uns ewig freun, Und gottes wahre kinder sein. —— .— Vch Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ꝛc. 00 7% 457. Seid barmherzig! menschen, hö⸗ „2%½ ret, Hört das heilige gebot, Das uns jesus christus lehret: Seid barmherzig, seids, wie gott! Gebt, so wird euch auch gege⸗ ben, Was euch noth ist, heil und leben! 2. So viel menschen, so viel brüder; Denn ein gott ists, der uns schuf. Wir sind alle christi glieder; Allgemein ist got⸗ 72⁴ Zweite Abtheilung. tes ruf. Seine sonne läßt er scheinen Auch den bösen, wie den seinen. 3. Gleicht dem vater im erbarmen! Seid barmherzig! seid's, wie er! Gebt den dürf⸗ tigen und armen; Was ihr gebt, empfängt der herr! Helft und eilt, auch ungesehen, Euren brüdern beizustehen! 4. Hülfreich zu bedrängten eilen, Sie beschützen und erfreun, Kummer lindern, I wunden heilen, Wohlthun, trösten und verzeihn, Und dies ohne stolz verrichten: Das sind jedes christen pflichten. 5. Herr, wir geben von dem deinen, Was wir geben; laß uns nie Fühllos sein, wo brüder weinen! Unser mitleid tröste sie; Daß, wenn wir zu dir uns nahen, Wir auch trost und hülf empfahen. „Mel. O gott, du frommer gott ꝛc. 458. Wie selig lebt ein mensch, Der dienstbegierde kennet, Und andern wohl⸗ zuthun Aus menschenliebe brennet! Der, wenn ihn auch kein eid Zum dienst der welt verbind't, Beruf und eid und amt Schon in sich selber find't. 2. Dir, höchster, ahmt' er nach, Im wohlthun dir zu gleichen, Durch dienstbe⸗ Von der Dienstfertigkeit ꝛc. 72⁵ flissenheit Sucht er dies zu erreichen: Er hält für eignes wohl Sich nicht allein ge⸗ macht; Er hält sich für die welt Von dir hervorgebracht. 3. Er denkt, die welt hat recht Auf meinen dienst und kräfte, Ihr nützen ist für mich Ein seliges geschäfte. Als glieder schuf uns gott, Als bürger einer welt, In 940 des einen hand Die hand des andern zält. 4. So denkt der menschenfreund; Und das ist sein bestreben, So treu, als er sich lebt, Zum wohl der welt zu leben. Ihm wird des nächsten heil Sein eignes himmel⸗ reich; Er fühlet fremde noth, Als träf ihn selbst der streich. 5. Er eilt, dem, ders bedarf, Mit hülfe beizustehen; Sein ansehn und sein freund, Sein stand, sein wohlergehen Sind mittel, die er braucht, Behülflich gern zu sein, n einen leidenden Mit troste zu er⸗ reun. 6. Was andrer nothdurft heischt, Das reizet seine triebe, Auch ohne ruhm und lohn, Zur wahren menschenliebe. Kein stolz, noch eigennutz Wirkt seine gütigkeit. 726 Zweite Abtheilung. Er sieht auf seinen gott, Der liebe ihm gebeut. ö 7. So laß mich auch gesinnt, Mein gott, durch christum werden! Voll regen eifers sei Mein leben hier auf erden, So nützlich, als ich kann, Dem nächsten stets zu sein! Dann geh ich einst zu dir Ins reich der liebe ein. 27) Von der Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. Mel. Alle menschen müssen sterben ꝛc. 459. Laß mich, höchster, darnach stre— ben, Stets der wahrheit freund zu sein. Zu des himmels frohem leben Geht kein frecher lügner ein, Und vor deinem ange⸗ sichte Werden sie beschämt zu nichte; Denn vor dir sind immerdar Aller herzen offenbar. 2. Andern zu gefallen lügen, Leeren schwätzern gleich zu sein, Heuchelnd brüder zu betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit an allen orten Mich in wer⸗ ken und in worten; Redlich sei des herzens grund, Redlich sprech auch stets der mund. 3. Die der falschheit sich ergeben, Sind vor dir, o gott, ein gräul; Und ein un⸗ glückselig leben Ist gewiß ihr künftges theil. 9.8 Miles miier Dies l siklig betsfte 10— Dalals — * — — — —— — ́— 442 V . ——.. —== N ii*. Von der Aufrichtigkeit ꝛe. 727 Hier schon trifft verdiente schande Sie bei redlichen im lande! Denn ein jeder men⸗ schenfreund Ist der falschheit ränken feind. 4. Schmäht mich, ohne mein verschul⸗ den, Der verläumder lästermund, O so laß michs still erdulden! Einst wird doch die wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, Meine unschuld zu bezeugen; So verleihe, daß dabei Herz und mund voll sanftmuth sei. 5. Daß du, herr, an jedem orte Zeuge meines wandels bist, Daß kein einzges meiner worte Deinem ohr verborgen ist: Dies erwecke mein gemüthe, Daß ich mich für lügen hüte; Denn du liebst den wahr⸗ heitsfreund, Und bist allen falschen feind. „Mel. Befiehl du deine wege. 460. Wohl dem, der richtig wandelt, Der als ein wahrheitsfreund In wort und werken handelt, Und das ist, was er scheint; Der recht und treue liebet, Und von dem sinn der welt, Die trug und falschheit übet, Sich unbefleckt erhält. 2. Wohl dem, der lügen hasset, Und der, so oft er spricht, so seine rede fasset, Daß er die wahrheit nicht Mit vorbedacht 728 Zweite Abtheilung. verletzet, Und der an jedem ort Sich dies vor augen setzet: Gott merkt auf jedes wort. 3. Wohl ihm, wenn sein gemüthe, Gott, so die wahrheit übt; Ihn leitet deine güte, Er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, Wenn in der wahrheit licht Be⸗ schämt die falschen stehen, Geschreckt durch dein gericht. 4. Herr, drücke diese sache Mir tief ins herze ein, Daß ichs zur pflicht mir mache, Der lügen feind zu sein; Erinnre mein gewissen, Du hassest heuchelei, Damit ich stets beflissen Der treu und wahrheit sei. 5. Laß niemals mich versprechen, Was ich nicht halten kann, Auch nie zusagen brechen, Die ich einmal gethan; Mich nie den stolz verleiten Und nie des beispiels macht, Als wahrheit auszubreiten, Was ich doch selbst erdacht. 6. Doch laß zu allen zeiten Auch deiner wahrheit licht, Herr, meine seele leiten, Damit ich meine pflicht Mit klugheit üb und wisse, Wann ich für andrer wohl Und für mich reden müsse, Und wann ich schwei⸗ gen soll. Ht, d Myndt Hitt Mi,L AR 401. shllt, acht Iit min .N Wirer Luschtt ahris. 39 Hsthe u lile Mt. A andis ö Von der Freundschaft. 7. Wenn jemals, mich zu drücken, Des feindes rath gelingt, Wenn er mit bösen tücken In kümmerniß mich bringt: So stärke meine seele, Daß sie nicht unterlieg, Und alles dir befehle; Du giebst der un⸗ schuld sieg. 8. Ein herz voll treu und glauben, Das, gott, dein auge scheut, Das soll mir nie⸗ mand rauben; So kann mit freudigkeit Ich hier zu dir aufsehen Und dort vergiltst du mir, Wenn falsche nicht bestehen, Mit wonn und preiß dafür. 28) Von der Freundschaft. Mel. Nun danket all ꝛc. Nr. 3. 461. Das glück ist groß, das gott mir schenkt In einem wahren freund! Der als ein christ rechtschaffen denkt, Und treu es mit mir meint. 2. Man schätzt den freund in jedermann, Wär er auch nicht ein christ. Doch ganz chrmm ist er dann, Ist er auch wahrer christ. 3. Als wahrheits⸗ und als tugendfreund Besitzet er mein herz. Ich theil mit ihm, 729— 730 Zweite Abtheilung. ders redlich meint, Mein glück und mei⸗ nen schmerz. 4. Ich schmeck des lebens süßigkeit In doppelt starker kraft, Wenn mich das edle glück erfreut, Das so ein freund verschafft. 5. Manch leid umwölket mein gemüth; Ich klag es meinem freund, Fühl, daß schon halb der kummer flieht, Wenn er nur mit mir weint. 6. Oft lindert mir sein guter rath Des leidens herben schmerz. Oft hilft er mir auch mit der that, Und froh dankt ihm mein herz. 7. Freimüthig ohne bitterkeit Straft er mich, wenn ich fehl, Und eigne unvollkom⸗ menheit Hält er vor mir nicht hehl. 8. Mauch wort zu unsers gottes ruhm Theil ich mit ihm vertraut; Und werd in meinem christenthum Oft sehr durch ihn erbaut. 9. Ich freue mich mit ihm der zeit, Da uns, in jener welt, Verklärt zum glück der ewigkeit, Nichts mehr an wohlsein fehlt. 10. Da wir, vor gottes thron vereint, Von allen mängeln rein, Ihn sehn, den aller⸗ höchsten freund, Mit ihm uns ewig freun. X NIr du im Heif kehe lud hir ua ng 4. H salster hitterket Der mi test; So göttlich liebreich für Von der Freundschaft. 731 II. O gott, mein gott, wie dank ich dir, Wenn so ein freund mich schätzt! Ich bitte dich, erhalte mir Dies glückstets Unverletzt. Mel. Allein gott in der höh ꝛe. 462. Welch glück, o gott, ist freundschaft hier In diesem pilgerleben! Sie kann im unglück und im glück Uns trost und freuden geben. Sie ist der tugend starkes band; Es führet ihre fromme hand Uns ab vom sündenwege. 2. O jesu, bester menschenfreund, Der du uns sünder liebtest, Nur das, was groß und edel heißt, Uns hier zum beispiel üb⸗ uns starbst, Selbst gottes freundschaft uns erwarbst, Uns ewig zu beglücken. 3. Schenk mir auch einen frommen freund (Rur du kannst ihn mir geben), Der edel und rechtschaffen denkt, Der mir in mei⸗ nem leben Ein reizend tugendmuster sei, Und bei mir standhaft und getren Im glück und unglück stehe. ö Der meine unvollkommenheit Mit . sanfter schonung trage, Mir fehler ohne bitterkeit, Nur mich zu bessern, sage; Der mich vor sünden immerdar, Vor 4⁴ 2* 732 Zweite Abtheilung. irrthum, schaden und gefahr An leib und seele warne. ö 5. Doch laß mein herz vorsichtig sein, Mit wem es freundschaft machet. Kein spötter der religion, Der über tugend la⸗ chet; Kein wollüstling, kein stolzes herz; Wer fühllos ist bei andrer schmerz, Sei niemals mein vertrauter. 6. Ein mensch, vom laster angesteckt, Wird mich auch leicht anstecken; Laß mich ihn fliehn als eine pest, Mich nicht durch ihn beflecken. Und wie kann der, der ohne scheu Stets gott verleugnet, menschen treu Und redlich sein und bleiben. 7. Doch hab ich einen waͤhren freund Von dir, o gott, erhalten, So laß denn auch mein warmes herz Nie gegen ihn erkalten. Laß mich verschwiegen, redlich sein, Neid, falschheit, argwohn, schmei⸗ chelein Und eigennutz stets fliehen. 8. Gott, präge du der liebe sinn So freunden ein als feinden. Auch die, die meine feinde sind, Die mache mir zu freunden. Bild unser herz zur einigkeit; Lehr uns, daß jene seligkeit Sei wahre lieb und freundschaft! ——— 29 163. ihsts Zfl chzage 2. W 1.— — — — ——* 5 —— ———8 —— — 733 29) Von der Gluͤckseligkeit wahrer Christen. Mel. In allen meinen thaten ꝛc. 463. Ein ruhiges gewissen Laß, herr, mich stets genießen. Denn hab ich dieses nur, So ist für mich in tagen, Wo andre ängst⸗ lich zagen, Nichts schreckliches in der natur. 2. Wenn meine schuld mich beuget, Und dann dein geist bezeuget, Daß ich begna⸗ digt bin; Wenn mich dein trost erquicket, So oft mich trübsal drücket: Wie unschätz⸗ bar ist mein gewinn! 3. Sollt ich solch ruhig leben Für lust der sünde geben, Und dann die innre pein, Mich selber zu verklagen, In meinem busen tragen? Gott, laß dies ferne von mir sein! 4. Sein eignes herz bekämpfen, Und seine neigung dämpfen, Ist freilich schwere ypflicht: Doch, wenn wir uns besiegen, Welch himmlisches vergnügen Gewährt die überwindung nicht! 5. Nichts kann im wohlergehen So unser glück erhöhen, Als ein geruhig herz. Das schafft uns innre frenden, Und mildert auch im leiden Durch seinen trost den größten schmerz. 734 Zweite Abtheilung. 6. Die freuden zu verachten, Wornach die sünder schmachten: Was giebt uns dazu muth? Was tröstet gottes kinder Beim spotte frecher sünder? Ein ruhig herz, das beste gut. 7. Zu dir gen himmel schauen, O gott, und mit vertrauen Sich rühmen: ich bin dein; Im glauben der erlösten Sich deiner huld getrösten; Welch glück, mein gott, kann größer sein? 8. Läßt du mich im gewissen Einst diesen trost genießen, Wenn alles von mir weicht; Kann ich dann, voll vertrauen, Auf dich noch, vater, schauen, So wird mir selbst das sterben leicht. 9. O laß zu allen zeiten Mich deine weisheit leiten, Und mache selbst mich treu! Zum fleiß in guten werken Laß mich die hoffnung stärken, Daß groß der lohn im himmel sei. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 464. Gott, deine gnad ist unser leben, Sie schafft uns heil und seelenruh. Dein ists, die sünden zu vergeben, Und willig ist dein herz dazu. Du nimmst die sünder gnädig an, Die sich voll reue zu dir nahn. — —— — —2— — 3 * — —..— — —— IE —— —— — —— Von der Glückseligkeit wahrer Christen. 735 In 2. Uns, uns verlorne zu erretten, Gabst indu für uns selbst deinen sohn. Er litt, damit wir friede hätten, Für uns den tod, n der sünde lohn. O gott! wie hast du uns geliebt! Welch ein erbarmen ausgeübt! shul 3. Dank, ewig dank sei deiner treue, Ahnt': Die niemand gnug erheben kann! Nun nimmst du jede wahre reue Um christi wil⸗ len gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt, Und glaubig seinen mittler ehrt. 4„. Den, herr, befreist du von den pla⸗ uij welcher für mich 30 + 1 währt. Hε 6. Dein friede stärkt mit frohem muthe sh Das herz auch in der größten noth, Giebt hoffnung zu dem ewgen gute, Und macht 1 getrost selbst in dem tod. Wer diefen frie⸗ Helse 736 Zweite Abtheilung. den hat, genießt Lust, die des himmels anfang ist. 7. Laß, vater, denn in diesem frieden Auch meine seele freudig ruhn, Auch mir hast du dies glück beschieden; Denn auch für mich genug zu thun, Ward sterbend der am kreuz ein fluch, Der aller men⸗ schen sünden trug. 8. O laß mich dies im glauben fassen, a Und mich mit starker zuversicht Auf deine vatertreu verlassen; Wenn alles wankt, wankt sie doch nicht. Wohl dem, der sich sish — auf dich verläßt! Sein heil steht unbeweg⸗ uf lich fest. 9. Lobsingend will ich dich erheben, Mich —— 4 p;* —.2 ewig deiner gnade freun, Und deinem dienst in mein ganzes leben In kindlichem gehorsam — + 1.5— ——4—4 weihn! Denn du vergabst mir meine schuld; Nie, nie vergeß ich diese huld. Mel. Sollt ich meinem gott ꝛc. ö 465. Gott, durch welchen alle dinge Sind und wirken und vergehn, Stärk mich, daß ich dir lobsinge; Lehre mich dein lob erhöhn! Laß mich dich im stillen loben, lich, den du voll lieb und huld Aus den ⁵⁷ ᷣᷓCCIIICCCc———.——ß7——.——————— tiefen seiner schuld Zu des christen glück 00 im α nd! 15 des! I gnade zählt ihr nicht. Von der Glückseligkeit wahrer Christen. 737 erhoben! Dich erheb ich immerdar, Der mich schuf und neu gebar. 2. Könnt ihr die gestirne zählen: Gottes Er errettet unsre seelen, Ist ihr freude, trost und licht. Wenn wir mit den eitelkeiten, Mit ver⸗ suchungen der lust, Mit dem feind in unsrer brust, Wenn mir mit dem tode streiten: Dann hilft er der schwachheit auf, Und erleichtert kampf und lauf. 3. Wenn uns stolze sünder meiden, Weil wir ihre freuden fliehn, Dann giebt er uns seine freuden; Unser herz empfindet ihn. Kann ich größers glück begehren? Ewiger, hat dich mein herz: O so wird es ohne schmerz Den besitz der welt entbehren. Alles andre wird mir klein Gegen deine gnade sein. 4. Wenn mich leiden niederdrücken, Nehm ich sie als wohlthat an Von der hand, die nur beglücken, Aber niemals schaden kann. Du belohnst mir meine schmerzen Mit der seele heiterkeit, Und versihes alles leid Durch die sanfte ruh im herzen, Die mich stets mit nld Weleßt⸗ Ueberalles leid erhebt. 47 738 Zweite Abtheilung. 5. Von gefahr und noth umgeben, Ueber un diesen rauhen pfad Geh ich, vater, in dein l leben, Das nicht leid, nur wonne hat.) Sollten mich der erden freuden, Sollte mich der sünder spott Und das elend und der tod, Herr, von deiner liebe scheiden? Raubt ich meine krone mir! Nein, ich leb, hsn ich sterbe dir. Mel. O ewigkeit, du doͤnnerwort ꝛc. 466. Mein glaub ist meines lebens ruh, Und führt mich deinem himmel zu, O du, an den ich glaube! Ach, gieb mir, herr, beständigkeit, Daß diesen trost der sterb— lichkeit Nichts meiner seele raube. Tief präg es meinem herzen ein: Welch glück es sei, ein christ zu sein! 2. Du hast dem sterblichen geschlecht Zur selgen ewigkeit ein recht Durch deinen tod erworben. Nun wird mein leib zwar asch und staub, Doch nicht des todes ewger duhs raub; Du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein erlöster bin, Ist, daß ich sterbe, nun gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein christ; Mein herz ist ruhig und vergißt Die schmer⸗ Von der Glückseligleit wahrer Christen. 739 zen dieses lebens. Ich dulde, was ich dul⸗ den soll, Und bin des hohen trostes voll: Ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein theil mir zu, Hier kurzen schmerz, dort ewge ruh. 4. Was seid ihr leiden dieser zeit Mir, der ich jener herrlichkeit Mit ruh entgegen schaue? Bald ruft mich gott, und ewiglich Belohnet und erquickt er mich, Weil ich ihm hier vertraue; Bald, bald verschwindet aller schmerz, Und himmelsfreuden schmeckt mein herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch Nicht mehr der sünde schändlich joch In meinem lauf auf erden. Die tugend ist mir süße pflicht! Und wenn ich gleich hie⸗ nieden nicht Ganz frei von fehlern werde, So ist mein trost: gott hat geduld, Und straft nicht meiner schwachheit schuld. 6. Der du den tod für mich bezwangst, Du hast mich, mittler, aus der angst, Die ich verdient, gerissen. Dir, dir verdank ich meine ruh; Du heilest meine wunden zu, Du stillest mein gewissen; Und fall ich noch in meinem lauf, So richtest du mich wieder auf. 46 740 Zweite Abtheilung. 7. Gelobt sei gott! ich bin ein christ, Und seine gnad und wahrheit ist An mir auch nicht vergebens. Ich wachs' in meiner heiligung, Ich spüre täglich besserung Des herzens und des lebens. Ich fühle durch des geistes kraft Mich, herr, getrost und tugendhaft. 8. Dank sei dir, vater, dank und ruhm! Du lehrtest mich das christenthum Fest glauben, redlich üben; Es macht mich ruhig und erfreut, Führt mich zur wahren seligkeit: Wie, sollt ich es nicht lieben? Erhalte stets mein herz dabei, So preis⸗' ich ewig deine treu. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛe. 467. Mit dir, o höchster, friede haben, Und deiner huld versichert sein, Das ist die größte aller gaben, Die jedes menschen herz erfreun, Das bleibt auch in der ewig—⸗ keit Die quelle der zufriedenheit. 2. Wovor darf meiner seele grauen, Wenn du mir, gott, nicht schrecklich bist? Kann ich getrost auf dich nur schauen, Dem alles unterworfen ist; So seh ich auch mit heiterm sinn Auf alles andre ruhig hin. —— *3.* — ⁊ 4..ü-;( Von der Glückseligkeit wahrer Christen. 741 3. Beschämt mich meiner fehler menge: Du, vater, du verzeihst sie mir. Bringt f eine noth mich ins gedränge, So hab ich i doch den trost an dir, Daß du auch leiden Masil dieser zeit Stets lenkst zu meiner seligkeit. . Froh seh ich deinen höhern segen, Den deine hand in jener Welt Den deinen Ah aufbewahrt, entgegen; Und wenn mein E leib in staub zerfällt, So zagt mein herz doch darum nicht: Denn du bist meine nich un zuversicht. e 5. Mein heil steht blos in deinen hän⸗ dab) den, Und dein ist, vater, alle macht, Mir jedes gute zuzuwenden, Das deine huld bti mir zugedacht. Nur du vollführst stets kel,f. deinen rath. Wohl dem, der dich zum in Ii freunde hat. iü%G6. Dies ist das glück der reinen seelen, auchler Die sich mit ernst vor sünden scheun, Nur dhl 3 dich zu ihrem trost erwählen, Und vor dir, r I recht zu thun, sich freun. Wer dich mit hu. solchem sinn verehrt, Der ist dein freund, cn 3 der ist dir werth. ö 7. Der hat dich auch in allen fällen Rt X Gewiß zum trost, und kann sein herz M Durch dich, o gott, zufrieden stellen Bei 742 Zweite Abtheilung. jedem gram, in jedem schmerz; Den wird zum ewgen wohlergehn Unfehlbar deine huld erhöhn. 8. So hilf denn, daß ich, weil ich lebe, Um deiner gnade mich zu freun, Nach einem reinen herzen strebe, Und präg es mir aufs tiefste ein: Kein größres glück sei auf der welt, Als wenn man dir, gott, wohlgefällt. Mel. Allein gott in der höh ꝛc. 468. O welch ein unschätzbares gut Ist doch ein gut gewissen! Hab ich nur das, so hab ich muth, Wenn andre zagen müssen. Dann zittert meine seele nicht; Mich schreckt kein tod und kein gericht: Denn ich hab gott zum freunde. 2. Bin ich mir dessen, gott, bewußt, Und steh bei dir in gnaden, So wohnet ruh in meiner brust Und wer will dann mir schaden? Ich seh auf dich in aller noth, Womit die zukunft mich bedroht; Mich tröstet deine liebe. 3. Trifft mich auch hier zuweilen noch Das gift der lästerungen; Wird meines herzens ruhe doch Dadurch nicht ganz WUO Wühs der hh Häthl HabHt m 4˙0 Hleing Id K 1 fllll „ 90 V den,““ Von der Glückseligkeit wahrer Christen. 743 bezwungen. Weiß ich nur mein gewissen rein, Und flieh ich auch den bösen schein, Wirst du mich schon beschützen. 4. Ich sehe mit zufriedenheit Der künft⸗ gen welt entgegen: Sie giebt mir muth und freudigkeit Auf allen meinen wegen. Denn dort macht selbst, o herr, dein mund Den hohen werth des christen kund, Da wird der fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich, mir zum heil, Ein unverletzt gewissen, Des lebens aller⸗ bestes theil, Zu haben sei beflissen. Mit dir, gott, ausgesöhnt zu sein; Dein hei⸗ lig recht nicht zu entweihn: Das sei mein größter eifer. 6. Des richtigen gewissens spruch Laß mich stets folgsam ehren, Und immer auf⸗ merksam genug Auf seine warnung hören. Erinnerts mich an meine schuld, So laß mich, vater, deine huld, Voll reu und glau⸗ ben, suchen. 7. Mit deiner gnade tröste mich Und stärke meine seele, Daß sie vor sünden hüte sich, Und nie aus vorsatz fehle; Denn wer nur reines herzens ist, Hat immer dich, durch jesum christ, Allgütiger, zum troste. 744 Zweite Abtheilung. Mel. Alles ist an deinem ꝛc. Nr. 10. 469. Vater, den mein herz verehret, Dem mein leben angehöret, Heilig sei mir dein gebot: Ueber alles dich zu lieben, Deinen willen gern zu üben, Und dir treu zu sein, o gott! 2. Ohne dich ist doch kein friede; Und die seele quält sich müde Um das blendwerk dieser zeit. Ihren durst kannst du nur stillen, Und du willst ihn gern erfüllen Hier und auch in ewigkeit. 3. Gieb, herr, daß das glück der erde Nie für mich verführung werde; Deine huld sei mehr mir werth. Sie nur ist das glück der seelen, Und das werd ich nicht verfehlen, Wenn mein herz dich kindlich ehrt. 4. Friede werd ich im gewissen, Und den himmel hier genießen, Lieb ich gutes nur allein; Such ich, vater, mehr als allen, Such ich stets dir zu gefallen, So sind ewge freuden mein. 5. Kann ich, wenn mich menschen hassen, Mich auf dich nur, gott, verlassen, Und verdammt mein herz mich nicht: O, so bin ich voller freude, Und verlier, auch wenn ich leide, Nicht den muth zu meiner pflicht. — — 7* *5.•„ — —— — —— — ——— — Von der Glückseligkeit wahrer Christen. 745 6. Laß den reiz der eitelkeiten Nie von dir mein herz ableiten, Bleib du mir mein höchstes gut! Hilf mir den betrug der sün⸗ den Sehn und standhaft überwinden; Gieb mir dazu kraft und muth. 7. Lenke, vater, mein bestreben Hin zu einem bessern leben; Lehre mich schon in der zeit An dem ewigen ergötzen, Hier den werth der dinge schätzen, Wie einst in der ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 470. Wer durch dein wort ist neu gebo⸗ ren, O vater! und von dir empfängt Ein herz, das dich zum heil erkoren, Der sünd entsagt, und göttlich denkt, Und heilig lebt; wie selig ist Ein solcher mensch, ein wahrer christ! 2. Befreit von seinen finsternissen Und von der sünde sclaverei, Begnadigt, ruhig im gewissen, Von strafen des gesetzes frei: Sieht er in dir, mit dir vereint, Den vater und den besten freund. 3. Er darf, o gott, von dir verlangen, Was ihm dein eigner sohn erwarb; Er wird es auch von dir empfangen, Weil er auch ihm zum heile starb: Verständniß, 746 Zweite Abtheilung. so wie muth und kraft, Zum kampf in sei⸗ ner pilgrimschaft. 4. Zum sichern siege deine stärke, Und deinen geist der heiligung Zu einem jeden guten werke; Im leiden trost und linde⸗ rung; Und selbst in dieser übungszeit Den vorschmack jener herrlichkeit. 5. In seinem kindlichen gebäte Ist er der frohen zuversicht, Daß ihn dein sohn vor dir vertrete, Und du beschämst dein kind auch nicht: Ja, deine vaterhuld ge⸗ währt Ihm immer mehr, als er begehrt. 6. Bereit, zu helfen und zu trösten, Lenkst du mit väterlicher huld Zum besten alles dem erlösten, Und hast, wenn er auch fehlt, geduld; Hilfst ihm in seiner schwach⸗ heit auf, Und förderst seinen tugendlauf. 7. Er wandelt gern auf deinen wegen, Liebt alle menschen brüderlich, Sein thun, o herr, wird endlich segen, Auch freut er deines beifalls sich; Wenn alle spötter ihn verschmähn, Bleibt doch sein trost und glück bestehn. 8. Er, sicher, daß er selig werde, Zu⸗ frieden stets mit seinem loos, Ist für die schnöde lust der erde Zu glücklich schon, zu —— — ————.— — — Bon der Glückseligkeit wahrer Christen. 747 reich, zu groß. Ein zeitlich glück ist ihm — klein; Denn er wird ewig glücklich ein. ö 9. Er sieht den tod von ferne kommen, Und zittert nicht, er ist sein freund; Von dir zum erben angenommen, Frohlockt er, wenn der tod erscheint; Er endet fröh⸗ lich seinen lauf, Und schwinget sich zu dir hinauf. 10. Wie selig, wer so neu geboren, Ein frommes herz von dir empfängt, Und dich zum eigenthum erkoren, Der sünd entsagt, und göttlich denkt, Und heilig lebt: wie selig ist Dein kind, dein eigenthum, der christ! Mel. O gott, du frommer gott ꝛe. 47 1. Wer gottes wege geht, Nur der hat wahren frieden. Wie herrlich ist sein glück Ihm selbst von gott beschieden: Voll glaubens widersteht Er jeder bösen lust, Ist seiner tugend sich Froh vor dem herrn bewußt. 2. Er merkt auf seinen gang, Geht ihn mit festem muthe; Wird in der schwachheit stark, Liebt immer mehr das gute. Ihn machet gottes geist Durch sein wort tugend—⸗ 748 Zweite Abtheilung. haft, Und er nimmt immer zu An kennt⸗ niß und an kraft. 3. Gott hat er allezeit Vor augen und im herzen; Wacht über sich und scheut Sich vor der sünde schmerzen; Er eilet, wenn er fällt, Den fall gleich zu bereun; Sucht gnad und strebt noch mehr, Der tugend treu zu sein. 4. Getreu in seinem stand, Genießt er gottes gaben Vergnügt, wenn andre gleich Mehr glück und ansehn haben. Mit dem, was gott ihm giebt, Zufrieden, frei von neid, Von habsucht und von geiz, Von stolz und eitelkeit. 5. Schenkt gottes hand ihm viel, So wird er vielen nützen; Des freundes glück erhöhn, Verlaßne tugend schützen; Auch selbst beleidiger Wird er in noth erfreun; Gut, wie sein gott, gesinnt, Und milde wird er sein. 6. Er kränkt den nächsten nie, Schützt seinen ruhm, sein leben; Er trägt ihn mit geduld, Ist willig, zu vergeben; Und übereilt ihn auch Der zorn, so faßt er sich, und denket bald: wie oft Verschonet gott auch mich. U M IWun Hachut Von der Glückseligkeit wahrer Christen. 749 7. Er sucht jedes herz Im guten zu be⸗ stärken; Und jeden reizet er Zu allen guten werken: Mit allen suchet er Ein herz und sinn zu sein, Mit ihnen eines herrn Und heils sich einst zu freun. 8. Das heil der ewigkeit, Das hier der fromme schmecket, Erhält ihn so getrost, Daß ihn kein unfall schrecket; Es schafft ihm frohen muth, Und stillet seinen schmerz: Im tode selbst frohlockt Sein gottergebnes herz. Mel. Wie groß ist des ꝛc. Nr. 6. 472. Wie mächtig spricht in meiner seele, Herr, deine stimme voller huld! Du scho⸗ nest meiner, wenn ich fehle; Zürnst nicht; hast väterlich geduld; Schickst deinen geist, mich zu regieren; Sprichst meinem herzen freundlich zu; Wirst niemals müde, mich zu führen, Und sorgst für meine wahre ruh. 2. Erbarmer deiner kreaturen! Lieb— freicher herr der ganzen welt! Die deiner güte reiche spuren In jedem sonnenstanb enthält: Zu groß sind sie, daß ich ermessen Die wunder deiner liebe kann. Nie will ich undankbar vergessen, Was du zu mei⸗ nem heil gethan. Zweite Abtheilung. 3. Sollt ich nun noch den gott mit willen Beleidigen, der mir vergiebt? Der mir, gebote zu erfüllen, Gegeben hat, weil er mich liebt; Der die erfüllung meiner pflich⸗ ten Aus lauter güte mir vergilt? Und der, anstatt mich streng zu richten, Mein herz mit trost und freud erfüllt? 4. Sein dienst ist glück für meine seele; Gehorsam, meine seligkeit! Wie kindlich wein ich, wenn ich fehle, Vor ihm, dem vater, der verzeiht! Ich fühl die schwere meiner sünden, Die weder mensch noch engel büßt; Wie freudig kann ichs dann empfinden, Daß christus mein erlöser ist! 5. Den großen tröstenden gedanken Geb ich für alle welten nicht. Wahr bleibt er, wenn auch thronen wanken, Fest steht er, wenn die welt auch bricht. Es mögen sündigen und zittern, Die kinder des ver⸗ derbens sind! Gott wird der erde grund Aa Ich bebe nicht: ich bin sein ind. VEter 0j WM II RE M Snne Nul L. Walftox 4. He Dir zr one s chöhn. Dritte Abtheilung. Lieder für besondere Zeiten, Stände und Vorfälle. 10 x 1) Bei dem oͤffentlichen Gottesdienste. I a. Beim Anfange desselben. 0 Mel. Vom himmel hoch da komm ꝛe. ö oder: Wenn wir in höchsten ꝛc. 473. Erhör uns, gott, wir flehn um ih slicht, Versage deinen geist uns nicht, Laß uns dein heilig wort verstehn, Und freudig s deine wege gehn. 8 2. Erleuchte unsre seelen nun, Stärk ut Aih uns, und lehr uns redlich thun, Nach dei⸗ nem wohlgefallen, gott; Denn wir sind dein jetzt und im tod. iht! 3. Mach uns im glauben stark, und ffrei Von trägheit und von heuchelei; Zu 50 9½/%% dienen dir die lebenszeit In christlicher ihtt Mul rechtschaffenheit. 4. O höchster! unser lobgesang Gefalle dir und unser dank, Bis wir vor deinem throne stehn, Und dann vollkommner dich erhöhn. 752 Dritte Abtheilung. Mel. Liebster jesu, wir sind hier ꝛc. 474. Gieb, herr, daß dein theures wort Unsern geist heut so durchdringe, Daß es dann auch immerfort Frucht in unserm leben bringe, Und daß es uns mächtig stärke Zur vollbringung guter werke. 2. Laß es uns sein trost und licht, Herr, auf allen unsern wegen; Unsre starke zu— versicht, Wenn sich noth und trübsal regen; Es vermehre unsre freuden, Bis wir von der welt einst scheiden. In voriger Melodie. 475. Herr, vor deinem angesichte Sind wir hier, dich anzubeten; Laß uns ohne andacht nicht, Nicht ohn ernst dein haus betreten; Gieb uns herzen, die dich ehren, Christlich flehn, aufmerksam hören. 2. Laß dein seligmachend wort Viele gute früchte bringen, Und durch seine kraft sofort Tief in unsre seelen dringen; Laß es unsern sinn erneuen, Und des irrthums nacht zerstreuen. 3. Daß, mit deinem wort bekannt, Wir, was du befohlen, üben; Dich und den, den du gesandt, Jesum christum, herzlich Ifer RHheRt lx Huut O. 0 EII „NAe Im udb Bei dem öffentlichen Gottesdienste. 753 lieben! Daß kein leid und keine freude Uns von dieser liebe scheide. In bekannter Melodie. 476. Jesu christe, wir sind hier, Um dein göttlich wort zu hören: Gieb uns an⸗ dacht und begier Nach der wahrheit theuern lehren, Daß die herzen von der erden Ganz zu dir erhoben werden. 2. Ohne dich ist der verstand Sehr mit finsterniß umgeben, Drum so mach uns recht bekannt, Was uns dient zum from⸗ men leben. Gutes denken, gutes üben, Kommt von deines geistes trieben. 3. Deines wortes göttlich licht Leuchte jetzt so unsern seelen, Daß wir seinem unterricht Folgen und das gute wählen. Lenke du gebät und lehre Uns zum heil und dir zur ehre. In bekannter Melodie. 477. Komm, heiliger geist! Erfüll die herzen deiner gläubigen, Und entzünd in ihnen Das feuer deiner göttlichen liebe; Der du durch mannigfaltigkeit Der zun⸗ gen Die völker der ganzen welt versammelt hast In einigkeit Des glaubens, Halleluja, Halleluja. 48 Dritte Abtheilung. Mel. Ach, bleib bei uns, herr ꝛc. 478. Oheilger geist! laß uns dein wort So hören heut und ferner fort, Daß sich auch stets durch deine lehr Glaub, lieb und hoffnung in uns mehr. 2. Erleucht uns huldvoll durch dein licht, Versag uns deinen beistand nicht; Tröst uns in aller unsrer noth, Gieb kraft zum guten bis in tod. Mel. Allein gott in der höh ꝛc. 479. O herr, wenn deine lehren mir Den weg zum himmel zeigen: So laß die seel empor zu dir In stiller andacht steigen; Erleuchte mich und gieb verstand, Daß mir dein wille recht bekannt, Und ich stets weiser werde. 2. Gieb, daß des wortes geist und kraft Mein ganzes herz durchdringe, Daß ich mit fleiß gewissenhaft Und treu dein wort vollbringe! Auch mache mir bis auf den grund Mein herz mein ganzes leben kund, Daß ich nie heucheln möge! 3. Gieb alles, was dein sohn verheißt, Und send uns kraft von oben, Damit wir dich mit einem geist Aus einem munde loben! Laß unser lob und unser flehn, ͤ9ertf‚962h..—....— tH M mix iW W Von dem öffentlichen Gottesdienste. 75⁵ Auch unsern dank von herzen gehn, Und dir, o herr, gefallen! 4. Dann sehen und empfinden wir Schon deine huld auf erden; Dann wird auch un⸗ sre andacht hier Recht heilsam durch dich werden; Dann werden wir, nach dieser zeit, Zur ruh in jener ewigkeit Dereinst unfehlbar kommen. Mel. Herr jesu christ, dich ꝛc. 480. O vater, send uns deinen geist, Den uns dein göttlich wort verheißt, Daß er uns stärke, tröst, regier, Und uns den weg zur wahrheit führ. 2. Stärk unsern glauben und verstand; Mach deine lehr uns recht bekannt; Treib auch zur heiligkeit uns an, Und führ uns auf der tugend bahn. 3. Mach uns geschickt, den engeln gleich, Zu preisen dich in deinem reich, Und dich zu sehn von angesicht In ewger freud und selgem licht. 4. Dir, gott, den erd und himmel preist, Dir, vater, deinem sohn und geist, Dir, der mit hülf uns gern erfreut, Sei lob und preiß in ewigkeit. 48• 756 Dritte Abtheilung. Mel. Liebster jesu, wir sind ꝛc. 481. Wir erscheinen heut vor dir, Dich, o vater, zu verehren, Und in deinem hause hier Dein hochheilig wort zu hören; Vom geräusch uns zu entfernen, Und was uns beglückt, zu lernen. 2. Gieb uns deinen geist, o gott! Und durch ihn fruchtbaren glauben; Nicht der welt list, macht und spott Laß uns diesen jemals rauben; Gieb vielmehr muth, licht und stärke Uns zu jedem guten werke. 3. Hilf, daß alle sünder sich Durch dein wort zu dir bekehren, Und wir alle, gott, durch dich Treu vollbringen, was wir hören; Daß wir alle fromm auf erden, Und dereinst auch selig werden. b. Beim Schlusse desselben. Mel. Jesu, deine tiefe wunden ꝛc. 482. Gott, durch den wir sind und leben! Höre, wie der christ dich preist, Daß du uns dein wort gegeben, Das uns heilsam unterweist, Das uns unsre pflichten lehrt, Warnt, ermahnet, straft, bekehrt, Und, wenn uns ein leiden drücket, Uns mit reichem trost erquicket. t* W I. A Idoox 1 H1 III Von dem öffentlichen Gottesdienste. 2. Gieb, daß wir dein wort recht lieben, Ernstlich, ohne heuchelschein, Daß wir uns im guten üben, Und nicht bloße hörer sein; Denn wer deinen willen weiß, Und ihn doch nicht thut mit fleiß, Der ist ärger, 1 die heiden, Und wird doppelt streiche eiden. 3. Darum drück, was wir vernommen, Tief in unsre seelen ein; Laß uns zur Er⸗ kenntniß kommen, Und des wortes thäter sein; Dein geist treibe stets uns an, Daß dich von uns jedermann Recht erkenne, ehr und liebe, Und mit sünden nicht betrübe. 4. Um dies alles recht zu wissen, Sei dein wort uns rath und licht. Laß uns trost daraus genießen, Wenn es uns an trost gebricht. Es versüß uns jede noth; Es erquick uns auch im tod Durch die hoff⸗ nung, nach dem leiden Dort zu schmecken himmelsfreuden. ů Mel. Liebster jesu, wir sind ꝛc. 483. Treuer gott, wir danken dir, Daß du uns dein wort gegeben; Hilf uns fer⸗ ner, daß auch wir Nach demselben heilig leben: Gieb dem glauben solche stärke, Daß er thätig sei durch werke. 758 Dritte Abtheilung. 2. Uns, o vater, lehrest du, Was wir thun und glauben sollen; Schenk uns deine kraft dazu; Gieb zum wissen auch das wollen, Und zum wollen das vollbringen, So wird alles wohl gelingen. 2) Von der Feier des Sonntags. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 484. Den höchsten öffentlich verehren, Und in sein haus mit freuden gehn, Um andachtsvoll sein wort zu hören, Und ihn lobpreisend zu erhöhn: Ist eine pflicht, wozu der christ, So lang er kann, ver⸗ bunden ist. 2. Denn billig ists, das höchste wesen, Durch das der mensch ist, lebt und denkt, Den herrn und richter aller wesen, Den, der uns jede wohlthat schenkt, Mit lob und preise zu erhöhn, Um neue huld ihn anzuflehn. 3. Wenn du nur in der still ihn ehrest, Und jesum deinen heiland nennst; Doch ihn nicht öffentlich verehrest, Ihn nicht auch vor der welt bekennst: Bist du dann sein? bist du ein christ, Der seinem hei⸗ land dankbar ist? Von der Feier des Sonntags. 759 4. Wer sich dem dienst des herrn ent⸗ ziehet An dem dazu bestimmten tag, Aus leichtsinn die versammlung fliehet, Und nicht mit andern beten mag: Der, der verletzet seine pflicht, Verachtet gott, ehrt jesum nicht. 5. Auch deinen nächsten zu erbauen, Mußt du zum hause gottes gehn; Wie viele sind, die auf dich schauen, Die sehr auf andrer beispiel sehn; Wenn einer durch dich träge wird, Bist du es nicht, der ihn verführt? 6. Und selbsten uns in unsern pflichten, Und von der bahn zur seligkeit Noch im⸗ mer mehr zu unterrichten In dieser vorbe⸗ reitungszeit: Wie nöthig ist dies nicht, o christ, Der du geneigt zu fehlern bist! 7. Der gottesdienst ist ein geschäfte, Dazu aus lieb uns gott verband; Er stär⸗ ket unsers geistes kräfte, Giebt mehr er⸗ kenntniß und verstand; Er ist ein mittel, das uns kraft Zum glauben und zur tugend schafft. 8. Hast du nicht auch oft trost empfun⸗ den, Wenn du das wort des herrn gehört? Sind dir nicht lieb die frohen stunden, 760 Dritte Abtheilung. Da man gott öffentlich verehrt, Und, um das ewige bemüht, Sich dem geräusch der welt entziehtꝰ 9. Was gleicht dem himmlischen ent⸗ zücken, Das hier ein frommes herz belebt? Wenn es in stillen augenblicken Mit andern sich zu gott erhebt, Und voll des glücks, das es genießt, Von dank und frenden überfließt. 10. Kommt denn, o christen, theure brüder! Vereint im geist vor gott zu stehn; Kommt, wir sind eines leibes glieder; Kommt, unsern vater zu erhöhn! Froh⸗ lockend preiset jesum christ, Der unser herr und heiland ist. Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛe. oder: Ist auch ein gott? ꝛc. Nr. 2. 485. Dies ist der tag, an welchem deine frommen, Herr, in dein haus, dich anzubeten, kommen; Mit lob, gebät und dank dich zu verehren, Dein wort zu hören. 2. Er sei nun auch, o heiland, dir geweihet, Ihn feiert gern, wer deines heils sich freuet. O, laß auch mich mit. freuden vor dich treten, Dich anzubeten! — 2 n ISI —— — 1 — 8 — 3—— .‚— 1 1 1 — Von der Feier des Sonntags. 761 3. Dich preist der lobgesang der him⸗ melsheere, Auch unser tempel schall von deiner ehre! Auch unser dank und unsrer ehrfurcht flehen Soll dich erhöhen. 4. Wie freu ich mich, die stätte zu be⸗ grüßen, Wo durstigen des lebens bäche fließen, Und wo dein heil von der erlösten zungen Froh wird besungen. 5. Mich lockt die welt umsonst zu ihren freuden, Mein geist soll sich an deiner lehre weiden: Dein himmlisch wort, das deine boten lehren, Das will ich hören. 6. Mit andacht will ich heute vor dich treten: Ich weiß, du hörst, die kindlich zu dir beten. Der menschen glück, die sich der sünde freuen, Kann nicht gedeihen. 7. O, laß auch heute deinen geist mich lehren, Vom weg, der dir mißfällt, mich abzukehren: Er leite mich, daß meine ganze seele Zum trost dich wähle. 8. Dein tag sei mir ein denkmal deiner güte! Er bring mir heil, und lenke mein gemüthe Auf jenes glück, das du der welt erworben, Da du gestorben. 9. Dich bet ich an, du todesüberwin⸗ der! An diesem tag hast du zum heil der 762 Dritte Abtheilung. sünder, Die fern von gott in todesschatten saßen, Dein grab verlassen. 10. Es feire dankbar diesen tag die erde, Daß jedes land voll deines ruhmes werde! Lob sei, erlöser, deinem großen namen Auf ewig; amen! Mel. O jesu christ, meins ꝛc. 486. O gott! du bist mein preis und ruhm, Mein herz sei ganz dein eigenthum; Laß mir den sonntag heilig sein, Und gern ihn meinem glücke weihn. 2. Gieb, daß ich mein gemüth bewahr, Wenn ich mit deiner christenschaar Zu dei⸗ nes hauses stätte geh; Und so mit andacht vor dir steh. 3. Erinnre selber meinen geist, Daß du mir gegenwärtig seist, Damit ich deines geistes lehr Begierig und mit nutzen hör. 4. Drück alles tief ins herz hinein, Und mit deiner gnade bei, Daß ich der lehre thäter sei. 5. Hilf, daß ich deinen ruhetag Zu meinem segen feiern mag; Bewahr mich vor dem geist der welt, der diesen tag ver⸗ ächtlich hält. InI 2 lnn, Von der Feier des Sonntags.—8—703 un N 6. Was dein wort heute in uns schafft, Behalt die ganze woche kraft; Daß jeder Au tag und allezeit Sei deinem lob und dienst üm geweiht. W IU Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 487. Wie heilsam ist doch, herr, die stätte, Wo dänez namens ehre wohnt; nih H O gieb, daß ich sie Rn betrete, Weil da Duth dein segen die belohnt, Die deiner lehre sich sh Ih erfreun, Sich feierlich dir ofte weihn. 2. Wohl dem, der dich in deidem tem⸗ U pel, Gott, zu verehren, erust beweist! 10 Du hörst sein lob: und sein exempel Stärkt ih auch des nebenmenschen geist, Daß er auf Ddeeiner wahrheit bahn R echtschaffen vor dir I wandeln kann. Ull 3. Dein wort bleibt niemals ohne segen, it Wenn mans nur recht zu herzen nimmt; ehj Es giebt uns trost auf trübsalswegen, Die 4 du zu unserm heil bestimmt; Es giebt im %%½ kampf uns muth und kraft, So wie es sieg 296 freude schafft. 4. O laß auch mir dein licht heut schei⸗ 0 111 nen! Dein tag, herr, bring auch mir Wm gewinn, Wenn andachtsvoll ich mit den is“ deinen Vor dir an heilger stätte bin. Laß — — —— ..— 76⁴4 Dritte Abtheilung. ö dir das lob, das wir dir weihn, Ein ange⸗ nehmes opfer sein. Be n ö 5. Du bist der vater aller frommen, O 10 segne heute deine lehr! Erhör, wenn wir. ö zusammen kommen, Der frommen wunsch. zu deiner ehr; Wir suchen nur, herr, deine Wat gnad, Ach, leit uns auf der tugend pfad! 17 3) Bei der Catechismus-Lehre. Indts Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 0 N 488. Du lässest, herr, uns unterweisen iöa Durch deiner lehre helles licht. O gieb, Ahlt daß wir dich dafür preisen! Und segne jetzt Yn den unterricht An uns, aus unsers leh⸗ ilh rers mund! Mach dich recht unsern seelen. kund! Ahn 2. Hier wird dein saame ausgestreuet, s Der künftig früchte tragen soll. Wer sich dir Mlt Rite in der jugend weihet, Legt grund zu seinem 0 W1 wahren wohl. Aus jugendlicher frömmig⸗ K. keit Quillt 100 unsrer künftgen zeit. ühn ö 3. So gieb denn jetzt zu deinen lehren Ahe Auch bei uns allen das gedeihn: Laß uns n Mts mit lehrbegierde hören, Und auch der lehre ih u thäter sein. O pflanz dadurch zu deinem 100 demn g ruhm In uns das wahre christenthum! W g H i Bei der Catechismus-Lehre. 76⁵ Mel. Nun ruhen alle wälder ꝛc. 489. Kommt, kinder, anzubeten! Laßt %% O herr, doch fromm und weise, Durch Wtindeines theuern wortes licht. ů 0. 3.P Lehr uns den heiland kennen, Gieb, 1 udaß, wenn wir ihn nennen, Sich unser nherz erfreu! Hilf, daß wir an ihn gläuben, In Nnd ihm gehorsam bleiben; Mach unser herz ihm recht getreu. 4. Präg deine heilgen lehren, Die wir anheute hören, Tief in die herzen ein; Gieb, daß wir sie, zum segen, Behalten und Alerwägen; Laß uns des wortes thäter sein. ol 5. Hilf unsern guten trieben, Die eltern I hrecht zu lieben; Gieb fleiß und folgsam⸗ %keit; Mach leichtsinn und das laster Uns AUitäglich mehr verhaßter; Laß uns thun, loHAnwas dein wort gebent. u 0 6. Wir sind schon jetzt als kinder, O III — — WEX. 766 Dritte Abtheilung. vater, vor dir sünder, Ach! geh nicht ins 100 gericht; Gott! sei uns gnädig, schenke Wilt Uns unsre schuld; gedenke Doch unsrer jugend sehler nicht! l 7. Wir sind noch unerfahren, Uns reißt A, in jungen jahren Der leichtsinn oft dahin. N Laß uns die lust der sünde, Daß sie uns nicht entzünde, Als tödtend gift der schlan⸗ uUns in früher jugend Durch gottesfurcht Ast und tugend Zum glück des ewgen lebens an. ah 4 4) Bei der Confirmation junger Christen. biktg Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. Dal st eh 7— tn deinem ewgen eigenthum; Von deinem gu⸗Auhrne — D — — — — — — — S — RXI — — — RRR +1— II — — —— Eꝰ * — 2 8 4* s — — — — —— —— — Lii — E 9—6 —2 HW — — — — — ͤ Sr!bö;q X — — — — =. 9.* 5 V Bei der Confirmation junger Christen. 767 c 3. Oft hab ich schon das wort gebrochen, 40, Das ich dir in der taufe gab; Oft hab ich zihr besserung versprochen, Und ließ doch nicht von fehlern ab; Nun, heute kehr ich ganz A zu dir, Ich will mich bessern, hilf du mir. ich Rü 4. Nie will ich hierin treulos werden, De Ai Nie deine guten wege fliehn. Kein scheingut, 0 shal keine lust der erden, Kein unglück soll mich dir entziehn; Weich, sünde, o, unglaube, E weich! Gott hört es, jetzt entsag ich euch. u EN, 5. Ja, ja, gott höret mein versprechen; ulul Tief sieht er in mein herz hinein; Sollt ichs 3aDch in zukunft treulos brechen, So wird er einst maeinrichter sein; Gewissensangst und ewge i Pi pein Wird meiner falschheit strafe sein. „% 6. Darum regiere du mein leben, Und 1%½% mache selbst mein herz dir treu, Daß ich, In Ein o höchster, dir ergeben, Stets heilig, fromm HHh½⁷ Und weise sei! Denn ohne dich ist immerdar 1 41 Mich — l 5 2 Mein herz verkehrt und wandelbar. 0 7. So werd ich, herr! vor deinem throne dieses heilgen tages freun; Ge⸗ h schmückt mit jener siegeskrone Werd ich t dann ewig selig sein. O, welch ein heil! a wie freu ich mich! Herr, nimm mich hin; dein, dein bin ich! 768 Dritte Abtheilung. Mel. Allein gott in der höh ꝛc. 491. Herr, unser gott! erbarme dich In christo aller sünder, Und sieh auch jetzo gnädiglich Auf diese unsre kinder; Du nahmst sie schon bei ihrer tauf Durch dei⸗ nen sohn zu kindern auf Und erben deines himmels. 2. Zu ihres glaubens rechenschaft, Zu ihrem angeloben Gieb, vater, deines geistes kraft, Daß sie des glaubens proben Voll eifer für das christenthum Zu ihrem heil und deinem ruhm Im ganzen leben zeigen. 3. Zwar wird wohl einst in ihrer brust Auch sünde sich empören: Sie werden oft) zur bösen lust Gefährlich locken hören; An sie wird der versuchung macht, Die nur zu ihrem schaden wacht, Sich unver⸗ merkt einst wagen: 4. Allein es kann doch deine gnad In größesten gefahren, Auf ächter tugend ebnem pfad, Sie unverrückt bewahren. Erbarme dich, steh ihnen bei, Daß ihre lebenszierde sei Beständigkeit im guten. 5. Sie nahen sich zu dir, o gott! Dir heilig zu versprechen, In freud und leid bis in den tod Den taufbund nie zu brechen;) Für die Obrigkeiten und Unterthanen. 769 Gieb ihnen doch durch deine kraft, Die ö. alles gute in uns schafft, Das wollen und ihh vollbringen. 6. Uns selbsten, herr, verlasse nie, Die wir es freudig wagen, Für uns zu bitten, uund für sie: Du wollst uns liebreich tra⸗ gen; Ja, nimm dich aller gnädig an, Und leit uns auf die tugendbahn, Die zu dem himmel führet. DPX,Xt —1 5) Fuͤr die Obrigkeiten und Unterthanen. Hel 0 Mel. Aus tiefer noth schrei ich ꝛc. isth i1t 492. Erhalt uns, herr, die obrigkeit, n Die du uns gabst auf erden, Mit wohl⸗ süstand und mit sicherheit Durch sie beglückt V zu werden; Verleih ihr weisheit, trieb eund kraft, Was wahres wohl dem lande schafft, Mit sorgfalt wahrzunehmen. 4½%½%0 2. Gieb, daß sie, deinem vorbild gleich, Uns väterlich regiere, Und stets, an huld und weisheit reich, Die herrschaft glücklich 11 U führe, Daß sie ein schutz der unschuld sei, Heit Al Den redlichen im land erfreu, Dem unrecht D kräftig steure. nl. 3. Laß uns, durch ihren schutz bewacht, u I Des friedens glück genießen, Und ruhig 770 Dritte Abtheilung. unter ihrer macht Das leben uns verfließen. Hilf, daß sie in gottseligkeit Dir diene, und in unfrer zeit Wir frucht davon empfinden. 4. Beschirme sie durch deinen schutz, Daß, die ihr übles gönnen, Mit ihrer list und ihrem trutz Ihr niemals schaden können. Nie fehle jeder guten that, Die unser glück zur absicht hat, Dein segnendes gedeihen! 5. Gieb denen eifer, fleiß und treu, Die ihr sind untergeben, Daß jedermann beflissen sei, Nach seiner pflicht zu leben. Erleichtre ihr des lebens müh, Mit deinem segen kröne sie, Und sei ihr lohn auf ewig. 0 6. Laß sie mit uns beflissen sein, In ö deiner furcht zu leben; Uns deiner ober⸗ herrschaft freun, Mit ihr dein lob erheben; Daß so vor deiner majestät, Die über alle hoheit geht, Regent und volk sich beuge. Mel. Nun daulet all ze. Rr. 3. 493. Es freu der fürst des landes sich, Gott, deiner allezeit! Sein auge sehe stets auf dich; Sein herz sei dir geweiht. 2. Begnadiget mit deiner kraft, Und deines geistes voll, Gedenk er stets der rechenschaft, Die er dir geben soll. 3. E. fen. 9. E Für die Obrigkeiten und Unterthanen. 771 3. Sehr groß und schwer ist seine pflicht, Und er ein mensch, wie wir; Wie sehr braucht er vor andern licht Und rath und kraft von dir. 4. Verleih ihm das, wenn er begehrt, Dir ähnlich, gott, zu sein; Und laß ihn, in dein bild verklärt, Sein volk, wie du, erfreun. 5. Er zeig in seinen thaten sich Als deinen treusten sohn; Den lastern sei er fürchterlich, Der tugend schutz und lohn. 6. Beglückter völker liebe sei Sein edel⸗ ster gewinn; Und kein gerechter seufzer schrei Um rache wider ihn. 7. Um seinen stuhl sei immerdar Recht und gerechtigkeit; Und dann beschütz ihn in gefahr, Wenn ihm und uns sie dräut. 8. Er wünsche nie der helden ruhm; Doch zeucht er in den krieg, Zu schützen recht und eigenthum, So folg ihm muth und sieg. 9. Auch ihm hast du bestimmt das ziel, Das er erreichen soll; Laß werden seiner tage viel, Und jeden segensvoll. 10. Sein werd in jedem flehn zu dir Mit lieb und dank gedacht. Erhör uns, gott! so jauchzen wir Und preisen deane macht. V V V. . 4 772 Dritte Abtheilung. Mel. Nun kommt der heiden ꝛe. 494. Wer gehorcht, der thuts mit lust; Jeder, der sich wohl bewußt, Daß er nicht regieren kann, Sei ein guter unterthan. 2. Bist du niedrig, bist du groß, Sei vergnügt mit deinem loos, Schäm dich plicht standes nicht; Nützlich ist doch jedes pflicht. 3. Zur gemeinen wohlfahrt sei Dem gesetze stets getreu; Gott will das von jedermann, Der es dir vergelten kann. 4. Schaue jesum christum an; Er war auch ein unterthan. zwang und noth, Deiner obrigkeit gebot. 5. Gieb dem ruhm, dem ruhm gebührt; Schoß und zoll dem, der regiert. Gieb, als gäbst dus gott dem herrn, Was du schuldig bist, stets gern. 6. Ordnung und gerechtigkeit, Schutz und fried und sicherheit Ist ein glück, das at nur hat Durch der obern rath und hat. 7. Leben wir gewissenhaft, Eingedenk der rechenschaft; So wird gott, der höchste herr, Uns dies geben mehr und mehr. Thu, wie er, ohn 8“ 9• W.. Ahh uiht E. 00 Bos 05.00 RMaund Iien E. Bei der Einführung eines neuen Predigers. 773 8. Obrigkeit und unterthan, Betet drum den höchsten an; Fürchtet ihn: denn sein gericht Wird gerecht sein; sündigt nicht. 6) Bei der Einfuͤhrung eines neuen Predigers. Mel. Liebster jesu, wir sind ꝛc. 495. Herr! hier stehet unser hirt, Der sein amt nun angetreten, Der uns künftig weiden wird: Höre sein und unser beten; Sein gebät, uns recht zu lehren, Unser flehn, ihn recht zu hören. 2. Gieb ihm kraft, nach seinem flehn, Das verwundete zu heilen, Den verirrten nachzugehn, Den bestürzten zuzueilen, Frevler heilsam zu erschrecken, Und die trägen zu erwecken. 3. Ruf ihm zu: so hab nun acht Auf dich selbst und auf die heerde; Daß, wenn er für andre wacht, Er nicht selbst ver⸗ werflich werde; Daß er nicht die frucht der lehre Durch den wandel selbst zerstöre. 4. Legt er endlich in das grab Lebens⸗ satt die matten glieder, Und auch seinen hirtenstab Nach der sauren arbeit nieder: Herr! so gieb ihm dort zum lohne Die verheißne gnadenkrone. 774 Dritte Abtheilung. 7) Bei Einsegnung neuangehender Eheleute. Mel. Erhalt uns, herr, bei ꝛc. 496. Du hast gestiftet, herr, die eh),, Schau auf dies paar aus deiner höh, Das vor dir steht, den festen bund Hier vor dir schließt mit herz und mund. 2. Mit gnade schau auf sie herab, Daß sie zusammen bis ins grab Verträglich, freundlich, gleichgesinnt, Vor allem got— tesfürchtig sind. 3. Laß sie einander inniglich Stets lieben, doch nicht mehr, als dich; Von untreu fern, im herzen rein, Keusch auch in wort und thaten sein. 4. Mach sie in heilger einigkeit Zu dei⸗ nem lob und dienst bereit; Zum beten und zur freud an dir Geschickt und eifrig für und für. 5. Was ihnen ihr beruf gebeut, Das laß sie thun— munterkeit; Und so geling Hrerh. fleiß Zu ihrem wohl und deinem preiß. 6. Und wenn des lebens 23— und müh Auch sie beschwert, so lenke sie, Daß jedes an dem sauren tag Des andern bürde hülf⸗ reich trag. 9- 7N 0 lt hchid sche; 11 Bei Einsegnung neuangehender Eheleute. 775 7. Willst du durch kinder sie erfreun, So gieb zu deren zucht gedeihn; Laß sie sich christlich treu bemühn, Dem himmel solche zu erziehn. 8. Wenn kreuz, nach deinem rath, sie drückt, Laß sie darin nicht unerquickt; Gieb heitre tage nach dem leid, Und leite sie zur seligkeit. 9. Und treunet dann auch sie der tod; So wissen wir, daß unser gott, die tugend⸗ haft sich hier geliebt, Einander ewig wie⸗ dergiebt. Mel. Vom himmel hoch, da 20 oder: Wo gott zum haus ꝛc. aln E 49 7. O gott! dess' gnadenvoller rath En Den ehstand eingesetzet hat, Der du ihn Msi segnest, schützest, liebst, Und ihm glück, heil und gnade giebst: ½h) 2. Gieb diesem neuen paare heut In Ich deinem dienst einmüthigkeit; Und laß, so ah oft sie zu dir flehn, Ihr thun beglückt von statten gehn. UE3. Auch, wenn sie kreuz und kummer 2 drückt, So zeige, daß du es geschickt; Hilf 00 bald, und gieb, daß sie zuletzt Dein gna⸗ ——32 — denreicher trost ergötzt. 776 Dritte Abtheilung. 4. Laß böses beispiel stets sie fliehn, Wenn sie einst kinder auferziehn, Daß durch sie gottesfurcht und treu Mit jedem tage werde neu. 5. Gieb treuen fleiß in ihrem stand, Auch segen, herr, durch deine hand; Laß sie stets deinen willen thun, Und unter deinem schutze ruhn. ö 6. Und so sei ihre lebenszeit Durch dich stets voll glückseligkeit, Bis dich, gott vater, sohn und geist, Ihr froher dank dort ewig preist. S) Fuͤr Eltern und Kinder. Mel. Aus meines herzens ꝛe. 498. Aus freudigem gemüthe Sing ich zu gott hinauf, Es zeugt von seiner güte Mein ganzer lebenslauf. Von dir, mein gott! von dir Kommt jede gute gabe, Kommt alles, was ich habe, Auch kinder gabst du mir. 2. Laß mich stets überlegen, Daß du ihr vater bist, Und daß auch ihretwegen Dein sohn gestorben ist. Verhüte, daß ich die Nicht ärgre, nicht verachte, Die chri— stus selig machte, Ach, dies gescheh ja nie! Für Eltern und Kinder. 777 3. Dir, vater! dir zum preise Wollt „ ich sie gern erziehn, O! mache du mich weise, Und segne mein bemühn. Dies sei mein augenmerk, Dir, gott, sie zuzu⸗ führen, Und keines zu verlieren: Welch großes, wichtges werk! 4. Zu schwach sind meine kräfte, Zu schwach ist mein verstand; Der kinderzucht geschäfte Steht unter deiner hand: Gott! darum bitt ich dich, Um jesu christi willen, (Du wollst die bitt erfüllen!) Regiere sie und mich. Mel. Herr jesu christ, mein ꝛc. 499. Die kinder, deren wir uns freun, Sind alle, gott und vater, dein: Sind deine beste gab, o herr! Bewahre sie, barm⸗ herziger! 2. Wenn treuer eltern liebe sucht Sie aufzuziehn in deiner zucht: So steh, da⸗ mit sie glücklich sei, Mit deiner weisheit ihnen bei. 3. Gieb allen kindern lehrbegier, Zum guten lust und lieb zu dir, Und laß sie meiden ohne zwang Trotz, eigensinn und müßiggang. 778 Dritte Abtheilung. 4. Gesegnet sei ihr unterricht: Laß sie durch deines wortes licht, Dich recht erken⸗ nen; laß sie nie Gefährlich irren; leite sie. 5. Im glauben mache sie gewiß; Be⸗ wahre sie vor ärgerniß Und wider der ver⸗ führung list, Weil jesus ihr erlöser ist. 6. Hilf, daß sie dich an jedem ort Vor augen haben, und dein wort, Und sich befleißen jederzeit Der tugend, zucht und frömmigkeit. 7. Daß wir in ihnen christen sehn, Die freudig deine wege gehn, Und menschen einst, voll lust und muth, Zu thun, was edel ist und gut. 8. O hilf uns, vater, sohn und geist, Bis man dich dort im himmel preist! Dann danken noch vollkommner wir Mit allen unsern kindern dir! Mel. Jesus, meine zuversicht ꝛc. 500. Gott, dir sei mein dank geweiht, Heilig dir mein ganzes leben. Denn aus freier mildigkeit Hast du selbst es mir gege⸗ ben; Es durch eltern mir verliehn, Die zur tugend mich erziehn. 2. Hilf, daß gegen sie mein herz Kind⸗ lich sei und nicht blos scheine; Und daß ich, I Iffe 1ar Did: — X 2 ——— .. ———— DSD Die. D= *—— 7.—. I2 „ — — il A1 779 trifft sie ein schmerz, Zu dir fromme thrä⸗ nen weine, Für ihr glück dir dankbar sei, Für Eltern und Kinder. Und mich ihrer wohlfahrt freu. 3. Laß auf ihre winke mich Kindlich und mit sorgfalt achten; Ja, selbst ihren wün⸗ schen mich Noch zuvor zu kommen trachten: Gern, was sie vergnügt, vollziehn; Stets, was ihnen mißfällt, fliehn. 4. Jesus stelle mir sich dar, Er, das beispiel frommer kinder; Der der herr vom himmel war, Gottes sohn, das heil der sünder: Er war doch von kindheit an Sei⸗ nen eltern unterthan. 5. Freude sei es dann auch mir, Folg⸗ sam sein, denn das ist billig, Und gefällig, gott! vor dir. ö willig. Wohl mir dann! es wird auch Mach du selbst dazu mich mein Dein verheißner segen sein. Mel. Aus tiefer noth schrei ꝛc. 501. O herr, mein gott! ich bitte dich Um weisheit und um tugend. Regiere du mich väterlich In meiner frühen jugend. Laß deinen segen auf mir ruhn, Nur das i%h zu lieben und zu thun, Was dir, mein gott! gefällig. 780 Dritte Abtheilung. 2. Gieb, daß sich meine eltern freun, Mich tugendhaft zu sehen. Laß ihre zucht l an mir gedeihn Zu meinem wohlergehen. Whl Das gute, was sie mir gethan Von meiner n ersten kindheit an, O das vergilt du ihnen. Mͤits 9) Fuͤr Herrschaften und Gesinde. Mel. Machs mit mir, gott ꝛe. l 502. Durch dich, gott, bin ich, was ich bin, Und es ist deine gabe, Daß ich, Ig. Ge als herr, so viel gewinn Von meinen Mbil r brüdern habe: Sie leihen ihre kräfte mir; n Rs Dies, höchster herr! verdank ich dir. Ahclens 2. Mich zu beglücken, dienen sie, Vere Wihs zehren ihre kräfte, Und dulden gern des il lebens müh In meinem hausgeschäfte. Lui Laß dieses vorrechts fromm mich freun, Nurn Nie hart, nie stolz, nie lieblos sein. cund 3. Auch der geringste diener ist Bestimmt m, e zum ewgen leben. Für ihn und mich hat tu jesus christ Sich in den tod gegeben. Vor ulh, deinem richtstuhl hat mein knecht Mit mir J. dut dereinst ein gleiches recht. t hz 4. Gott! präg dies meinem herzen ein. s an Als bruder ihn zu lieben, Laß immer mich Areh Für Herrschaften und Gesinde. 78¹ — IE beflissen sein. Wie sollt ich den betrüben, N Der über meine grausamkeit Um rache still Aag gen himmel schreit? n 5.Laß mich ihm seine saure pflicht Durch uh lindigkeit versüßen. Er soll, wenn hülfe ihm gebricht, Sie stets von mir genießen. 9%½). Ihn tragen will ich, ihm verzeihn, Und wird er krank, sein pfleger sein. bel 0„ 503. Gott! dessen weisheitsvollen wil⸗ ulen Ein jeder mensch hier soll erfüllen, Laß meine pflicht mir heilig sein; Laß treu Mel. Was sorgst du ꝛc. Nr. 9. x — 14 19 Hcht dul g mich alle meine kräfte Sich gern und willig Dil U, dem geschäfte, Zu dem du mich beriefest, M zn weihn. 2. Du heißest mich den menschen dienen; Imn Und dir nur folg ich, dien ich ihnen Mit sehl Eil fleiß und treue, herr, mein gott! Drum am 5 hilf mir, meiner herrschaft willen Gewis⸗ senhaft und froh erfüllen, Als deinen 0t. Willen, dein gebot. 0 46„3. Bewahre mich vor bittern klagen, Lehr mich mein joch gelassen tragen, Und stets auf deinen willen sehn. Herr! lehr mich reden, lehr mich schweigen, Mich un⸗ ö n Ax NI Dritte Abtheilung. beweglich treu erzeigen, Und nur gerade wege gehn. 4. Der herrschaft glück soll mich erfreuen, Laß jeden fehler mich bereuen, Und fröm⸗ mer werde stets mein herz. Bewahre mich vor stolz und neide, Vor ungeduld, herr, V wenn ich leide; Sei du mein trost in jedem schmerz. 5. O! gieb mir weisheit, mich zu schmie⸗ gen, Gehorsam, herr, sei mein vergnügen, Und freude sei mir jede pflicht. Ich bin ja, wo ich geh und wandle, Bei allem, was ich thu und handle, O herr, vor deinem angesicht. 6. Du bist der treue, der gerechte, Der herr der herren und der knechte, Der ar⸗ men, wie der reichen heil. Der allernied⸗ rigste auf erden Kann groß in deinem reiche werden, Hat dort an ewgen ehren theil. 7. Ja, du wirst ewig mich belohnen, In deinem himmel werd ich wohnen, Und mich mit deinen engeln freun. Ach, herr! laß mich dies recht ermessen, Nie dein und deines reichs vergessen; So werd ich ewig glücklich sein. Ma hatz Ist f 4Wet Hla, H schwntte H mis . Gi 783 10) Für Alte, Juͤnglinge, Jungfrauen, Witwen und Waisen. os Mel. In allen nieinen thaten ꝛc. M 5304. Gott hat in meinen tagen Mich s väterlich getragen Von meiner jugend auf; , Hat mich auf meinen wegen Geleitet, und uu zum segen Gelenket meinen lebeuslauf. 2. Ich hatt' oft große sorgen; Doch wie ein heitrer morgen Durch dunkle nächte bricht, So hab ich stets erfahren: Der herr weiß zu bewahren, Und führt durch finster⸗ l niß zum licht. 3Z. War menschenrath vergebens, So kam der herr des lebens Und half und Rrg machte bahn. Ich ließ ihn thun und ra⸗ nl then: Denn er thut große thaten, Und I h nimmt sich aller mächtig an. hinν4. Bis zu des alters tagen Will ich dich heben, tragen, Und dein erretter sein! Dies hat mir gott versprochen; Hat nie iH Ml, sein wort gebrochen; Deß will ich auch als greis mich freun. 5. Er wird in meinem alter Mich tra⸗ ehh gen; mein erhalter Ist gütig und getreu. Bin ich gleich schwach und müde: Bei ihm Dritte Abtheilung. ist trost und friede; Er steht auch meiner schwachheit bei. 6. Nach wenig bangen stunden Hab ich ganz überwunden; Ich bin dem ziele nah, Dem ziele meiner leiden! O welche hohe freuden Erwarten meiner seele da! 7. Ich harre froh und stille, Bis meines gottes wille Mich nach dem kampfe krönt. An meiner laufbahn ende Sink ich in jesu hände; Denn er hat mich mit gott versöhnt. Mel. Ermuntre dich, mein ꝛe. 505. Ich komme vor dein angesicht, Du schöpfer meiner jugend! Verwirf mein kindlich flehen nicht Um weisheit und um tugend. Mein ganzes leben dank ich dir; Erbarmer, weiche nicht vor mir, Damit ich deine wege Unsträflich wandeln möge.; 2. Du pflanztest, herr, in meine brust Verlangen nach vergnügen; Laß mich den hang zu jeder lust, Die du verbeutst, besie⸗ gen! Dein unausbleibliches gericht Ver⸗ gesse meine seele nicht; Und weder glück noch leiden Laß, herr, von dir mich scheiden. 3. Wenn, vater, sich auf meiner bahn, un Mich in ihr netz zu ziehen, Verführer mei⸗ ner seele nahn, So laß mich klüglich fliehen. ö He Iirt Wlach 4A Mih ss Wethgz Hän Itiin x Ishufese — ö Für Alte, Jünglinge, Jungfrauen ꝛe. 785 1 I Ihr beispiel, herr, entferne nicht Mein herz N von dir und meiner pflicht; Ihr spotten und ihr lachen Laß nie mich wankend machen. H 4. Der tugend heilige mich ganz, Mein schöpfer und erhalter! Sie werde meiner jugend glanz, Und einst mein trost im alter. Erhalte mein gewissen rein; Laß keinen meiner tage sein, Der nicht zu dei⸗ ner ehre Von mir geheiligt wäre. ½ 5. Ach lehre mich den werth der zeit, n]Daß ich sie nie verschwende; Daß ich mit balnl Ii, weiser thätigkeit Zum guten sie verwende. Laß meiner jugend fleiß und müh Umsonst nicht sein, und segne sie; Laß auch durch 1 mich auf erden Dein werk gefördert werden. , I U MXI In voriger Melodie. In N.506. Ich will in stiller einsamkeit Mein „IIYherz zu dir erheben; Nur deinem dienste I Aseis geweiht, Dir ewig, gott, ergeben. ad Vernimm, o vater, mein gebät, Das stets !um licht und stärke fleht, Ganz deinen 0 D . Preiß dir und dank, mein schöpfer, tgott! Du gabst mir meine seele. Preiß Men und dank, mein mittler, gott! Du 1 Istarbst für meine seele. Preiß sei dem 786 Dritte Abtheilung. geiste, dank und lob, Der mich zu seinem licht erhob, Der mich zur wahrheit führet, Erleuchtet und regieret. 3. Ich bin, o herr, mein gott, dein kind; Mein heil ists, dich zu lieben. O mache mich dir gleichgesinnt In allen meinen trieben! Laß meine seele keusch und rein, Stets deiner liebe wohnung sein, Und suchen, dir vor allen, O vater, zu gefallen. 4. Vor eitler selbstgefälligkeit Bewahre meine jugend; Stets sei ihr schmuck be⸗ scheidenheit, Und ihre schönheit tugend. Kein schmuck gefalle mir, wie sie, Den gieb mir, gieb, daß ich mich nie Für unbe⸗ scheidne blicke, Um sie zu reizen, schmücke! 5. Die lust zur eitelkeit laß nicht Mein junges herz entzünden; Sie streitet wider meine pflicht, Und locket mich zu sünden. Was hilft das prangen vor der welt, Wenn, gott, mein herz nicht dir gefällt? n Drum will ich mich bescheiden In zucht und demuth kleiden. ö 6. Auch sei mein auge wie mein herz Unsträflich, nie entzünde Ein freier unsitt 507. samer scherz Geheime lust zur sünde. Dil vanma unschuld sei mein liebster ruhm; Ein 60 fl 6 Fr A ff sin l — — I —— 8—. E 35 72 ——. Hun Für Alte, Jünglinge, Jungfrauen ꝛc. 787 ruf mein eigenthum, Den jeder gern mir gönne, Und niemand lästern könne. 7. Gieb, daß in stiller häuslichkeit Ich eitle zeitvertreibe Stets gern entbehr, und allezeit Im guten thätig bleibe! Der um⸗ gang, der verführung droht, Sei mir mehr schrecklich, als der tod; Laß seine wilden freuden, Wie eine pest, mich meiden. 8. Mit wahren frommen müss' ich mich Durch frömmigkeit verbinden; Und, ihrer liebe werth, durch dich Der freundschaft glück empfinden. Laß diesen umgang sanft und rein, Mir lehrreich durch ihr beispiel sein, Daß mich, wenn ich mich freue, in Nie mein vergnügen reue. 11 9. Ach, sende deine hülfe mir, Dies V%½%½˙gern zu thun! erhöre Mein brünstiges igebät zu dir, Daß ich dich ewig ehre. *Dir weih ich, gott, mein lebenlang Der unschuld und der tugend dank; Und will, . dir erhoben, Dich einst vollkommner oben. 10 Mel. Wenn wir in höchsten nöthen ꝛc. 507. O H M 788 Dritte Abtheilung. 2. Sei selbst ihr vater, trost und rath. wx Die witwe, welche kinder hat, Soll dir ufd sie zu erziehn sich freun; Keusch, sittsam, e still, untadlich sein. N 3. Fromm, lehrreich, nur geschwätzig 1 nicht Sei jede; sei ein scheinend licht Für ihr geschlecht, sanft, voll geduld, Und 1 ö hoffnung, herr, auf deine huld. 1 4. Es nehme, wer ihr dienen kann, in Sich ihrer mild und liebreich an. Wohl aie ö dem, der sie beglückt und ehrt! Denn er 6 ist dir und menschen werth. Rüun Ee 5. Hilf ihnen! sei der waisen gott; mde Früh lehre diese dein gebot Fleiß, demuth, s dienstbeflissenheit, Zur tugend lust und willigkeit. 6. Bewahre sie vor ärgerniß, Und mach auch ihren gang gewiß Auf deinen wegen, leite sie; Verlaß sie in versuchung nie; 7. Daß, wer sie sieht, sich ihrer freu, Und gern ihr rath und beistand sei: Daß sie, hier glücklich, sich auch dein, O gott, M in deinem himmel freun! Dilgch Mel. Herr jesu christ, meins ꝛe. 4. ů 508. So früh bringt, gott, mich deine bins hand In einen kummervollen stand! Und ufenk⸗ 17 hab ich mich Neujahrs-Lieder. 789 ach! auf einer dunkeln bahn Tret ich den lauf des lebens an. 2. Ich fasse deinen rathschluß nicht: Doch sei es, vater, meine pflicht, Im dunkeln auch auf dich zu sehn, Und willig deinen pfad zu gehn. 3. Wie treulich du mit mir es meinst, Dies, o mein gott, erfahr ich einst; Biel⸗ leicht noch in der prüfungszeit, Gewiß in deiner ewigkeit. 4. Gieb stärke, daß ich dir meinen frühen leiden sei! tugend weg mich gehn, Und hülfe sehn. ir getreu In Laß nur der stets auf deine 14) Neujahrs⸗Lieder. Mel. Es ist das heil uns ꝛc. 509. Du, gott, du bist der herr der zeit, Und auch der ewigkeiten! Laß mich auch ii jetzt mit freudigkeit Dein hohes lob ver⸗ breiten. Ein jahr ist dank ichs, gott, daß ich noch bin? Nur abermal dahin, Wem deiner gnad und güte. 2. Dich, ewiger, dich bet ich an, Dir ergeben! Dir, den kein wechsel treffen kann, Vertrau ich froh mein leben. Dritte Abtheilung. 790 Wir blühen und vergehn durch dich; Nur du bist unveränderlich; Du bleibst den frommen gnädig. 3. Herr, ewig währet deine treu, Mit huld uns zu begegnen; Und jeden morgen wird sie neu, Mit wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen augenblick, Da nicht von ihr stets neues glück Uns zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verfloßnen jahr Uns väterlich geleitet; Und wenn das herz voll sorgen war, Uns hülf und trost bereitet. Von ganzer seele preis' ich dich. Aufs neue, gott, ergeb ich mich Ganz deiner weisen führung. 5. Vergieb mir die bereute schuld Von den verfloßnen tagen; Und laß doch deine vaterhuld Mich liebreich ferner tragen. Laß mich in deiner gnade ruhn, Und lehre lebenslang mich thun Nach deinem wohl⸗ gefallen. 6. Gieb neue lust und neue kraft, Vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, herr, stets gewissenhaft Mit mir und andern handeln. Dein geist belebe herz und muth, Dich, o du allerhöchstes gut, Und sünde nicht, zu lieben. ö Mbehsrt 15 0 +. l Imi . Darh hde , H D²h lich. Wbigse IHH f Weeshes 6 Die böse lust zu fliehen. Neujahrs-Lieder. 7. Die welt vergeht; dies 791¹ reize mich, Um beßre freu⸗ den müsse sich Mein geist schon jetzt bemü⸗ hen. Denn hier ist nur mein pilgrimstand; Im himmel ist mein vaterland, Dahin, herr, laß mich trachten. 8. O mache mich geschickt, die zeit Recht weislich anzuwenden. Laß mich den lauf der ewigkeit Mit vorsicht treu vollenden. Der tage last erleichtre mir, Bis meine ruhe einst bei dir Kein wechsel weiter störet. Eigene Melodie. Nr. 11. 510. Herr, den die sonnen und die erden Dürch ihren bau voll pracht erhöhn! Durch dessen machtwort welten werden, Und welten wieder untergehn! Herr, den durch frohe lobgesänge Der kreaturen ganze menge Und aller zeiten lauf erhob; Der engel chöre nachzuahmen, Dankt unser herz stets deinem namen, Und unsern m underfüllt dein lob. 2. Wie deine kraft die welt bewahre, BVerkündiget der tag der nacht. Ein jahr erzählt dem nächsten jahre Die großen wunder deiner macht. 792 Dritte Abtheilung. selbe; wir vergehen. Wie schnell verströ— met unsre zeit! Schon wieder ist ein jahr vom leben, Das deine huld uns hat gege⸗ ben, Im abgrund der vergänglichkeit. 3. Kommt! dies sei uns ein tag des bun⸗ des! Bleibt gott, dem höchsten, ewig treu; Und den gelübden unsers mundes Stimm unverstellt das herz auch bei; O land! ge⸗ lobe, gott zu dienen, Und du wirst wie ein garten grünen, Den er sich selbst gepflanzet hat. Nur wandelt tren auf seinen wegen, ud aus der fülle seiner segen Macht uns dann seine gnade satt. 4. Gott, schau herab von deinen höhen! Du, der du deine menschen liebst! Erhöre unser kindlich flehen, Weil du uns gerne gutes giebst; Gieb unserm fürsten langes leben, Laß huld und weisheit ihn umge⸗ ben Allzeit auf seinem fürstenthron; Laß ihn auf recht und tugend schauen, Stets seines landes wohlfahrt bauen, Und dann sei du sein schutz und lohn. 5. Tritt den gewaltigen zur seite, Die um den stuhl des fürsten stehn, Daß ihren anschlag glück begleite, Und sie des volkes wohl erhöhn. Auf alles, was das land Hai hellh I NILDu füi E Kiheitt W Neujahrs⸗Lieder. kann bauen, Laß sie mit wahrer sorgfalt schauen, Sie, die des fürsten hülfe sind. Der unschuld flehn, des land's begehren Laß sie mit wahrer sorgfalt hören, Sie, die das ohr des fürsten sind. 6. Schenk weisen eifer unsern lehrern Für deiner lehre lauterkeit; Mach sie zu redlichen verehrern Der sanftmuth, lieb' und frömmigkeit. Hilf ihnen, herr, daß ihre lehren Nie ohne früchte wiederkehren, Wir ganz der gottesfurcht uns weihn. Laß deinen segen auf uns fließen, Denn, herr, sie pflanzen und begießen, Von dir kommt aber das gedeihn. 7. Die obrigkeiten dieses landes Mach doch, herr, ihren pflichten treu, Daß uns die wohlfahrt jedes standes Und unsers fleißes frucht erfreu. Bild auch das herz der zarten jugend; Und hilf, daß weisheit, fleiß und tugend In allen unsern schulen blüh. Des landes hoffnung laß gerathen, Daß man da bürger für die staaten, Und für den himmel selbst erzieh. 8. Ach, keinen laß sein heil verscherzen, Mach für ihr heil die sünder klug! Gieb trost und kraft bedrängten herzen, Und 79⁴ Dritte Abtheilung. unsern armen brod genug. Dies unser Ke flehn sei ja und amen Durch jesum; denn en in jesu namen Giebst du, was unser herz hen begehrt. Auch dies jahr segne, dir zum di preise! O vater, auch an uns beweise, wich l Du seist es, der gebät erhört. i Mel. Werde munter, mein ꝛe. 9. 511. Hilf, herr, laß es wohlgelingen, Anhe Hilf, das neue jahr geht an; Laß es neue i ,„ kräfte bringen, Neuen segen jedermann. 3 Unsern leib, seel, hab und gut Nimm in ht it deine vaterhut; Neues glück und neues im I leben Wollst du uns aus gnaden geben. 2. Laß dies sein ein jahr der gnaden, u At Habe ferner noch geduld, Denn wir sind it ih zz mit schuld beladen, Ach, erlaß sie uns aus UMen huld! Wirke wahre reu und leid, Dann IW d laß uns barmherzigkeit Und vergebung Izud I. aller sünden In dem blute jesu finden. zme 3. Du hast uns dies jahr gegeben: Y II Gieb, daß dirs geheiligt sei! Laß uns mte fromm und christlich leben, Redlich, ohne — — heuchelei, Und voll nächstenliebe sein, Auch 42 den feinden gern verzeihn, Daß wir glück mt W M lich den auf erden, Und dort ewig selig werden. Neujahrs-Lieder. 79⁵ 4. Im vertraun auf deine liebe Gehn wir dann getrost dahin; Was ist, das uns noch betrübe Bei dem dir ergebnen sinn? Lebend, sterbend sind wir dein, Du wirst uns stets gnädig sein, Und uns, wenn wir zu dir treten, Schützen, segnen und erretten. 5. O, so laß uns fröhlich enden Dieses angefangne jahr! Leit uns, herr, mit vaterhänden, Schütze uns doch in gefahr. Steh uns bei in aller noth, Auch verlaß uns nicht im tod. Dann so können wir mit freuden Auch dereinst von hinnen scheiden. Mel. Nun laß nus gehn und ꝛe 512. Mit freuden laßt uns treten Vor 1 gott, ihn anzubeten! Denn er hat unserm t leben Bisher noch kraft gegeben. 2. Wir erdenpilger wandern Von einem jahr zum andern; Die schnelle flucht der istunden Wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese wandertage Sind nie ganz frei von plage; Wir gehn auf rauhen we⸗ gen Der ewigkeit entgegen. 4. Doch du bist voll erbarmen Und wirst mit vaterarmen In nöthen und gefahren Uns schützen und bewahren. 5. Erhalter unsers lebens, Wir sorgen 796 Dritte Abtheilung. ja vergebens, Wenn du uns nicht beschüz- zest, Mit kraft nicht unterstützest. Hlt 6. Lob dir, o gott, dem treuen, Durch Wen den wir uns erfreuen; Lob deinen vater.„ händen, Die so viel noth abwenden. 0.A 7. Hör ferner unser flehen, Und eil uns U1 beizustehen; Gieb mäßigung in freuden, ii u Geduld und trost im leiden. 05 Wleut. 8. Gieb uns und allen denen, Die sich g3 von herzen sehnen, Zu thun, herr, deinen MilRE willen, Auch kraft, ihn zu erfüllen. Rchgkeis; 9. O, wehre du den kriegen, Laß men⸗(Ent schenliebe siegen, Und wo nur thränen unit fließen, Sich deinen trost ergießen. M, N 10. Gieb deinen reichen segen Zu allen aus; guten wegen. Laß großen, herr, und klei⸗(lt nen Die gnadensonne scheinen. fig A. II. Sei der verlaßnen vater, Der irren⸗ hen den berather, Der unversorgten gabe, Der MI armen hülf' und haabe. 3. Hez 12. Hilf gnädig allen kranken; Gieb nnz fröhliche gedanken Den kummerpollen see⸗ Man len, Die sich mit sorgen quälen.. 0. N 13. Vor allem, herr, verleihe Uns dei⸗ Dnsur nen geist aufs neue, Der uns mit tugend( Nen ö ziere, Und so zum himmel führe. Iddend ů ö Neujahrs-Lieder.—— 1. 1 14. Das wollest du uns geben, Du herr IuI„ Wolt unserm leben; So gehen wir im segen E,) Der ewigkeit entgegen. ih Mel. Vom himmel hoch da ꝛc. Dn 513. Verflossen ist das alte jahr, Das Ihih uns ein jahr der gnade war; Herr jesu, g E freudig bringen wir Dir unsern frohen ldank dafür. Iu A.2. O gottes eingeborner sohn, Wir nahen ,f%9.Y uns zu deinem thron, Und bitten um barm⸗ Au herzigkeit Für deine ganze christenheit! Heg. 3. Erhalte doch an jedem ort Zum 0%%Al unterricht und trost dein wort; Erhalt e.½ Uns, deinem dienste treu, Von sünd und IsH Aut aberglauben frei. I„, H M4. Laß uns dem bösen widerstehn, Und , freudig deine wege gehn; Bestrafe dann ih durch dein gericht Des alten jahres sün⸗ Itl den nicht. 5. Beweis in diesem jahre dich An uns ieRaufs neue väterlich; Wach über unser gan⸗ mm ge zes land, Und segne huldreich jeden stand. 1 6. Dem leib gieb sein bescheiden theil, l Den seelen stets mehr licht und heil, Und mU laß dies jahr, das wir dir weihn, Ein 7 Hen gnadenreiches jahr uns sein! 7 798 Dritte Abtheilung. 7. Laß fromm uns leben, uns zum 4ʃ glück; Dann schreckt uns nicht der augen— chat. blick, Der einst, o herr, aus dieser zeit WII d Uns führt zu deiner herrlichkeit.. 8. Dann danken und frohlocken wir Mit 15 allen engeln ewig dir. O treuer heiland, WIH laß uns dein Im leben und im tode sein! Ye Mel. Allein gott in der höh ꝛc. l l 514. Wer schuf die sonne und den mond, ik kf⸗ Uns licht und freud zu geben? Gott ist es, ught der uns noch verschont, Und noch erhält im ln iit leben: Er sorget für uns tag und nacht; 6. Auf, laßt uns seine güt und macht Voll hung) frohen danks erheben! M 2. Herr, der da ist und der da warl ft Von dankerfüllten zungen Sei dir für das sun verfloßne jahr Ein heilig lied gesungen; Für leben, wohlfahrt, trost und rath, Für fried' und ruh', für jede that, Die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies jahr gesegnet sein, Das du uns neu gegeben. Verleih uns kraft, 513.ʃ denn sie ist dein, In deiner furcht zu leben. un Du schützest uns und du vermehrst Der len 4 menschen glück, wenn sie zuerst Nach dei⸗ ugest nem beifall streben. Isedergi Von den vier Jahrszeiten. 799 4. Gieb uns, wofern es dir gefällt, Des lebens ruh und freuden; Doch schadet uns das glück der welt, So gieb uns kreuz und leiden. Nur gieb zugleich ein freudig herz, Und laß uns nicht in noth und schmerz Die glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem volke väterlich In diesem jahre wieder. Erbarme der verlaßnen dich, Nähr unsre armen brüder. Gieb glück zu jeder guten that, Und laß dich, gott, mit heil und rath Auf unsern fürsten nieder. 6. Daß weisheit und gerechtigkeit Auf seinem stuhle throne; Daß tugend und zufriedenheit In unserm lande wohne; Daß treu und liebe bei uns sei; Dies, herr und vater, dies verleih In christo, deinem sohne! 12) Von den vier Jahrszeiten. a. Vom Frühling. — Mel. Sollt ich meinem gott ꝛc. 515. Hoch am himmel steht die sonne, Länger straͤhlt uns nun ihr licht. Alles leben athmet wonne, Wonn' ist jedes angesicht. Pracht des frühlings senkt sich nieder In die wälder, auf die flur. Die 800 Dritte Abtheilung. erstorbene natur Lebet auf und wirket wie⸗ der. Opfre meinem schöpfer dank! Preis' ihn fröhlich, mein gesang! 2. Schreckenvolle stürme heulen Nun nicht durch die luft daher, Und die vollen segel eilen Ruhig wieder hin aufs meer. Nicht mehr strömen regengüsse, Deren fluth das thal erfüllt, Und kein dicker nebel hüllt Stadt und land in finsternisse. Opfre meinem schöpfer dank! Preis' ihn fröhlich, mein gesang! 3. Munter zu der arbeit wallet Nun der landmann hin ins feld, Und sein fröh⸗ lich lied erschallet Hoffnungsvoll dem herrn der welt. Er vertraut die saat der erde, Ehrt durch fromme zuversicht Seinen gott und zweifelt nicht, Daß sie gut gerathen werde. Opfre meinem schöpfer dank! Preis ihn fröhlich, mein gesang! „Seht, wie in die weiten felder Freudenvoll die heerden ziehn; Fröhlich wandern durch die wälder Satter thiere schaaren hin. Hört der vögel sanfte chöre; Hier der lauten nachtigall, Dort Minen) der lerche frohen schall! Alles bringt dem schöpfer ehre! Bring auch du ihm — 8— ——— „—— * ——*— — I 2.8 — EIEE ö in Von den vier Jahrszeiten. 801 n lob und dank! Preis' ihn fröhlich, mein 19 gesang! 5. Duftend und im feierkleide Prangt Y die blüthenreiche flur; Jede blume lächelt ah freude Vor dem schöpfer der natur, Der Im mit thau die erde tränket Und sie wärmt, l Ian bis ihre saat, Wenn sie sich entwickelt Ah hat, Sich von früchten schwer nun senket. bis zu Bringe meinem schöpfer dank! Preisꝰ ihn Rl Fi fröhlich, mein gesang! 6. Dieser frühling, wie geschwinde, O ½ mein gott, wird er verblühn! Wie ein „Ahat schiff, vom stoß der winde Fortgeführt, ö D——. ehg Ai wird er entfliehn! Aber dort vor deinem stHun throne Wird ein ewger frühling sein; Ewig sei zu nem sohne. Opfre meinem schöpfer dank! fersu Preis' ihn fröhlich, mein gesang! ö 7. Diese herrlichkeit der erde Ist ein IWbe ö 0 u schauen werde Dort vor gottes angesicht; 1 Auch das freudenvollste leben Hier auf in erden ist nur todt Gegen jenes, das mir Alg“ gott Dort verheißen hat, zu geben. Opfre * aut mein gesang! 10 31 Dritte Abtheilung. b. Vom Sommer. Mel. Allein gott in der höh ꝛc. 516. O gott! sobald der tag erwacht, Erfreust du, was da webet; Und abends danket deiner macht, Was auf der erde lebet. Voll segens machst du unser land, Und schenkest uns mit milder hand Die frucht, die uns ernähret. 2. Du giebst uns regen früh und spät, Und jeder grashalm zeuget Von dir, vor dessen majestät Die volle ähr' sich neiget. Daß flur und auen sich erneun, Dazu giebt deine huld gedeihn Durch sonnen⸗ schein und regen. 3. Du krönst mit unerschöpfter hand Das jahr in sommerzeiten, Und schüttest auf das ganze land Des segens lieblich⸗ keiten. Es trieft von ihrem milden guß Nun über berg und thal dein fuß. Wir freun uns seiner spuren. der, In jedem thier, das du ernährst, Und dem du überfluß gewährst, Mit freu⸗ den satt zu werden. lochseiß A wicc 80⁴4 Dritte Abtheilung. 5. Inmittelst segne uns, o gott! Er⸗ leichtre allen ihre noth, Die in der rauhen jahreszeit Kein obdach so, wie uns, erfreut. 6. Der armen hütten decke du Mit dei⸗ nem segen, vater, zu. Wenn frost, wenn hungersnoth sie drückt, Schaff hülfe, welche sie erquickt. d. Vom Winter. Mel. Auf, christenmensch, auf ꝛc. 518. Des jahres schönheit ist nun fort! Wie traurig stehn die triften! Es stürmt ein ungestümer nord Aus schwer beladnen lüften. Die erde starrt vom froste nun, Und ihre nahrungskräfte ruhn. 2. Wohl mir bei dieser rauhen zeit! Ich Mich schützt mein dach, mich wärmt mein kleid, Und Auf meinen bet⸗) darf vor frost nicht beben. brod erhält mein leben. ten schlaf ich ein, Und kann mich sanfter ruhe freun. 3. So hats der arme bruder nicht, Dem brod und kleidung fehlet, Den, wenn es sehr daran gebricht, Frost oder hunger quälet. Und dreifach fühlt er seine pein, 1— Wisgh Ro Re Hgefe Wenn krankheit plagt und kinder schrein. ehenz 1 MorgenLieder. 80⁵ 4. O zaudre, zaudre nicht, mein herz, Ihm liebreich zuzueilen! Fühl seinen jam⸗ mer, seinen schmerz, Dein brod mit ihm zu theilen; Wer seiner brüder noth ver⸗ gißt, Verdient nicht, daß er glücklich ist. 5. Vor tausenden bist du beglückt, Die in der stille klagen; Da wärm und nah⸗ rung dich erquickt In diesen rauhen tagen. Lobsinge, frohes herz, in mir, Und bringe gott den dank dafür! 6. Sieh nicht auf das, was dir noch fehlt, Und mancher mehr besitzet: Nein! auf die noth, die andre quält, Auf gott, 1der dich beschützet. Ach, vater! lindre jeden schmerz, Und gieb mir ein zufriednes herz. 13) Morgen⸗Lieder. Mel. Aus meines herzens ꝛc. 10 519. Allmächtiger, ich hebe Mein aug empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, Und neuer dank dafür! Herr, deine t“ huld ist groß, Und niemals hat das lallen Des dankes dir misfallen, Das aus dem herzen floß. 2. Daß nicht in tiefem schlummer Des lebens licht verlischt, Und daß mich, frei 806 Dritte Abtheilung. von kummer, Ein sanfter schlaf erfrischt: Dies dank ich deiner macht Und deiner vatertreue. Durch sie bin ich aufs neue Mit heiterm muth erwacht. 3. Beschützer unsrer seelen, Ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wäh—⸗ len? O wähle du für mich! Gieb, was mir nützlich ist. Gott, dem ich alles danke, Mich stärke der gedanke: Daß du stets um mich bist. 4. Er stärke mich, mit freuden Zu thun, was dir gefällt; Er tröste mich im leiden; Und will die lust der welt Mich jemals nach sich ziehn, Helf er mein herz bewah⸗ ren, Helf er mir die gefahren Der sünde I sehn 1und fliehn. 5. Beglücke du die meinen Nach deiner 2 gütigkeit. Verlaß der armen keinen, Wend h alles herzeleid. Du wirst zwar gern er⸗ en freun, Eilst, allen beizustehen; Doch soll Muns der liebe flehen Dir auch gefällig sein. 6. Gott, dem ich angehöre, Dein segen 0 ruh auf mir. Mein seufzen, meine zähre, Erbarmer, ist vor dir Dess' soll mein herh sich freun: Wer dir nicht traut, der bebe! Ich sterbe oder lebe, So bin ich ewig dein. 4 MR It, A 0 15 0 1 V l l. II Ih Rih e l 0. r E E + Morgen⸗Lieder. 80⁷ Mel. Gott des himmels und ꝛc. 520. Der du alle deine werke Liebtest, gott, von ewigkeit, Du bist auch mit huld und stärke Ihnen nahe in der zeit. Deine m güt und deine treu Ist mit jedem morgen If Zihn neu. HNOsj2. Unter vielen millionen Siehst du len liebreich auch auf mich; Sicher lässest du IHnf mich wohnen, Und beschirmst mich väter⸗ lich. Dafür preist mit neuem dank Dich mein froher lobgesang. 3. Darf ich, erd und staub, es wagen, Win mer dir zu klagen? Kindlich frei dich anzu⸗ IH flehn? Ja, durch christum habe ich Die⸗ ses zutraun gegen dich. Ehn. 4. Du läßt meine kümmernisse, Bin R14•8 ich redlich fromm, entfliehn, So wie alle 4 finsternisse, Da die morgensonn' erschien. Keine sorge raubt dann mir Meine freu⸗ n digkeit zu dir! A. 5. Du gewährst mir neue stunden Zur „ vollbringung meiner pflicht. Werd ich da IA un nur treu befunden, So bin ich voll zuver⸗ sicht, Wenn mein richter nun erscheint, 00 Der erhabne menschenfreund. ů 808 Dritte Abtheilung. 6. Stärke du mich schwachen; leite Mich mit deinen segnungen. Ich ergebe mich auch heute Deinen weisen fügungen. Herr, mich sieht dein vaterblick: O, wie groß ist dies mein glück! Mel. Aus meines herzens ꝛc. 521. Des morgens erste stunde Will ich, mein gott, dir weihn. Mein herz stimmt mit dem munde Zu deinem lobe ein. Ja, laß den ganzen tag Mich so vor dir, herr, wandeln, Daß ich nicht blos fromm han⸗ deln, Nein, auch fromm denken mag. 2. Fromm laß mich, doch gesellig; Klug, doch von falschheit rein; Freimüthig, doch gefällig; Und stark zur tugend sein; Auch standhaft in der noth; Kein zorn schwäch meine liebe, Kein ernst der sanftmuth triebe, Kein scherz die furcht vor gott. 3. Was dein gebot verletzet, Laß nie mit lust mich schaun; Wenn es die welt ergötzet, Erweckes mir doch graun. Schnell wirkt des lasters gift. Nichts, nichts sei mir verhaßter; Doch daß mein haß das laster, Nicht meinen nächsten trifft. 4. Des nächsten ehre schmälern, Entehrtf mein christenthum. Ein ruhm aus frem⸗ I fe M l 95.56½ U◻ I h fhe ahhede hn gHE Rh uE Whitth, Ht Ti bng ö Num, 1* — 7 =D — — —.—.——— ———.* D=—— — — — —... —— ——— — 809 den fehlern Ist schande und kein ruhm. Laß mich das richten fliehn; Nie schlimm, Morgen-Lieder. was gut ist, deuten, Und seh ich andre gleiten, Es jedem aug entziehn. 5. Bei fleiß und arbeit schleiche Kein geiz sich in mein herz, Und fremde noth erweiche Mich leicht zu edlerm schmerz. Kein glück, das andern blüht, Empöre mich zum neide; Und kein genuß der freude Verzärtle mein gemüth. 6. Bewahr an diesem tage Mich vor gefahr und leid, Und trifft mich eine plage, So gieb gelassenheit; Nur hilf, o vater, mir, Daß ich sie nicht verschulde, Nicht murre, christlich dulde, Voll zuversicht zu dir. 7. Wie bald ist überwunden Das leiden dieser zeit; Auf wenig bange stunden Folgt glück in ewigkeit: Dies stärket mich in noth, s Daß ich nicht ängstlich zage; Am letzten meiner tage Giebt dies mir muth im tod. 8. Der tod komm, willst du, heute; Denn da ich dein, herr, bin; So gibst du, daß er leite Gewiß zu dir mich hin: Und wenn er kommen soll, Soll er mich ih frei von sünden, Dir wohlgefällig finden: Dann, vater, sterb ich wohl. 810 Dritte Abtheilung. Mel. Wie schön leucht't uns der ꝛe. 522. Dich seh ich wieder, morgenlicht, Und freue mich der edlen pflicht, Dem höch⸗ sten lobzusingen. Ich will voll frommer dankbegier, O mildester erbarmer, dir Preis und anbetung bringen. Schöpfer, Vater! Deine treue Rührt aufs neue Mein gemüthe. Froh empfind ich deine güte! 2. Du warst auch diese nacht um mich. Was wär ich, hättest du nicht dich So hülfreich mir bewiesen? Zu meinem leben setzest du Jetzt einen neuen tag hinzu; Sein hoch dafür gepriesen! Durch dich Bin ich, Und ich merke Neue stärke; Dich erhebe Herz und mund, so lang ich lebe! 3. Verleih, o gott der lieb und macht, Daß sünd und gram, wie diese nacht, Auf ewig von mir fliehe! Daß ich die kurze lebenszeit In christlicher zufriedenheit Zu nützen mich bemühe. Prüfe, Siehe, Wie ichs meine, Dir ist keine Meiner sorgen, Auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein christ; o herr, verleih, Daß ich des namens würdig sei! Mein ruhm sei deine gnade. uhr Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein irrend schaf; erhalte I5em! 105 W IE HNH De! EEDU et ult, die! 1inhel „She, Morgen⸗Lieder. 811 mich, Mein hirt, auf deinem pfade. Stärk mich, Daß ich Stets mich übe, Deine liebe Zu betrachten, Ueber alles dich zu achten. 5. Auch im geräusch der welt soll mich Der heilige gedank an dich Oft still zu dir erheben. Im dunkeln thale wall ich hier; Einst nimmst du mich hinauf zu dir Zum licht und höhern leben. Auf dich Hoff ich. Herr, ich werde Mich der erde Gern ent⸗ schwingen, Dir dort ewig lobzusingen. Mel. Vor deinen thron tret ꝛc. 523. Du schufst, von vaterhuld erfüllt, Mich, gott, nach deinem ebenbild; Ich bin und leb allein durch dich, Du nährst, erhältst und schützest mich. 2. Wie oft warst du mit hülfe nah, Wenn ich den tod fast vor mir sah! Wie oft sank ich in meinem lauf, Und du halfst väterlich mir auf. 3. Gesundheit, leben und verstand Em⸗ pfing ich, herr, aus deiner hand, Ein christlich herz, das gern vergiebt, Und alles gute redlich liebt. 4. Vergossen hast du, mir zu gut, Sohn gottes, dein so theures blut! Du bists, 812 Dritte Abtheilung. der liebreich für mich starb, und mir des l* vaters huld erwarb. M 5. Du starbst ja auch zu meinem heil, i Durch dich hab ich am himmel theil; Ich kann durch dein verdienst allein Hier ruhig. und dort selig sein. IR 6. Gott, heilger geist, du, dessen kraft yE In uns ein neues leben schafft: Das gute, un E was ich hab an mir, Kommt durch dein 0 wort, kommt ganz von dir. 40 7. Durch dich erkenn ich, als ein christ, t Daß gott mein treuer vater ist; Und daß + I mein herz ihn kindlich ehrt, Hat mich dein W schae theures wort gelehrt. Wi, E. 8. Dies wort ist meiner seelen licht‚ 4 Dies giebt mir kraft und zuversicht In umd ö aller trübsal, aller noth, Und endlich auch üuchf gewiß im tod. htAI 9. Drum preif' ich dich zur morgen⸗ III (mittags⸗(abends⸗) zeit, Dreieiniger, voll) II dankbarkeit, Für deine langmuth und ge⸗ s duld, Für alle proben deiner huld. e 10. Sei auch nun ferner, herr, mein hu, schutz, So biet ich jedem unfall trutz: Leib, Kenn seel und leben, hab und gut Befehl ich 4 1½ deiner vaterhut. Adetze — MorgenLieder. 813 11. Verleih, o herr, zu deinem ruhm, Daß immerfort mein christenthum Aufrich⸗ h tig und rechtschaffen sei, Nicht augenschein, noch heuchelei. 12. Dann wird mein ende selig sein; Und bricht dein großer tag herein, So wecke und verkläre mich! Dann preis' ich ewig, ewig dich. In bekannter Melodie. 524. Gott des himmels und der erden, Vater, sohn und heilger geist! Der es tag und nacht läßt werden, Sonn und mond uns scheinen heißt; Dessen starke hand die welt, Und was drinnen ist, erhält. 2. Gott, ich danke dir von herzen, Daß du mich in dieser nacht Vor gefahr, angst, noth und schmerzen Hast so gnädiglich be⸗ wacht, Und bei aller meiner schuld, Mich rind noch trägst mit vaterhuld. Whn 3. Ich gedenk an meine sünden, An die strafen, die mir drohn; Laß mich trost und Wih. gnade finden; Denn ich glaub an deinen 1 sohn, Der für meine missethat Sich am ) kreuz geopfert hat. esh 4. Dir will ich an diesem morgen Ganz zu deinem dienst mich weihn; Will für 8¹14 Dritte Abtheilung. meine seele sorgen, Will dir treu, gehor⸗ Wb sam sein: Dann werd ich erschrecken nicht, A ö Wenn erscheinet dein gericht. 7* 5. Auf der bahn der tugend leite Du M mich selbst, verlaß mich nicht; Und verleihe s mir auch heute Muth und kraft zu jeder pflicht. Dein geschenk, die gnadenzeit, Werde nie von mir entweiht. 6. Deinem schutze sei ergeben Alles, ue⸗ was ich hab und bin. Dir vertrau ich seel hit, und leben, Werf auf dich die sorgen hin. Segne mich zu deinem ruhm, denn ich bin dein eigenthum. lix 7. Hülfe wollest du mir senden, Wenn gefahr und noth mir droht; Alles mir zum besten wenden, Es sei leben oder tod. Sterb ich, herr, so bringe du Mich zu jener himmelsruh. WMil 8. Höre, gott! was ich begehre; Gieb Ei mir, was dein wort verheißt; Dir sei preiß Ilkin. und dank und ehre, Dir, o vater, sohn mnn und geist; Du erhörst gebät und flehn; imt E Ewig will ich dich erhöhn. V.. Mel. Warum betrübst du dich ꝛc. M 525. Ihm, der das licht entstehen hieß, n Und mich gesund erwachen ließ, Sei preiß 4 diche 1 Trausit Dootgh enni Morgen Lieder. 8¹⁵ und froher dank! Ihm bring ich dieses opfer heut; Ihm sei mein ganzes herz geweiht. 2. Sieh, herr, ich unterwinde mich Mit dir zu reden, obgleich ich Zum theil nur asche bin. Gleich einem todten lag ich hier, Daß ich noch lebe, dank ich dir. 3. Ein jedes gut, deß ich mich freu, Em⸗ pfang ich jetzo wieder neu Aus deiner mil⸗ den hand; Mein auge wird, wohin es blickt, Von wundern deiner huld entzückt. 4. Dich, dem ich nichts vergelten kann, Dich, vater, bet ich kindlich an: Ich opfre dir mein herz. Ein herz voll lieb und zu⸗ versicht, Ein dankbar herz verwirfst du nicht. 5. O du, den meine seele preist! Erwecke mich durch deinen geist Zur übung meiner pflicht; Er helfe meiner schwachheit auf, Bis ich vollende meinen lauf. 6. Ein gut gewissen sei mein theil, Dies wirk in mir, o herr, mein heil, Und segne meinen fleiß. Dir ist, was ich bedarf, be⸗ kannt, Und alles steht in deiner hand. 7. Die blume kleidest du mit pracht, Nährst jeden vogel, gott der macht! Bin ich nicht mehr denn sie? Ich werfe meine sorg auf dich, Du, mein erbarmer, sorgstfür mich. 816 Dritte Abtheilung. Mel. Befiehl du deine wege ꝛc. IMstilh 526. Lobt gott am frohen morgen, Lobt ihn, der in der nacht, Da wir ganz ohne l, sorgen Sanft schliefen, für uns wacht. Der uns im schlaf erquicket, Und unsre h. D kraft erneut; Für uns die erde schmücket, Und jeden tag erfreut. r N 2. Ihn preißt der engel heere Mit hohem Mnsts lobgesang; Auf, singt in ihre chöre Auch Pehtl euren frohen dank. Wer sollte gott nicht zlshn d loben, Und ihm nicht dankbar sein, Da seiner güte proben Sich jeden tag erneun? N. 3. Dir will ich mich ergeben, Durch den WErd ich leb und bin; Denn dies mein irdisch un ld leben Eilt schnell zum tode hin; Bald ist es ganz verschwunden: Doch hängt an dieser Mi zeit, An ihren schnellen stunden Das glück Aihm der ewigkeit. Wstherh 3 4. Dies reize meine seele Zum fleiß im mn? guten an, Daß ich nichts denk und wähle, Wa Was dir mißfallen kann; Dann kann ich Ish, R nicht verderben; Ich fürchte nicht den tod, iiltmi Ich werde selig sterben, Denn ich bin dein, nic n o gott! 4 Hr 5. Dann tröstet mich der glaube; Ich sher werd nicht ganz vergehn! Ich werd, erweckt iiem — 14 Irgen, Ngasht s 6 Und: Asch Mith Shöl! gotht 1%5 sein, Hz er H IDt * ein i I MU Das M–-= N .— —— Tue S.—— 155500 Morgen-Lieder. 81⁷ vom staube, Zum himmel auferstehn. Dies will ich nicht vergessen, Und dieser hoffnung voll, Will täglich ich ermessen, Was ich dann werden soll. 6. Durch dich gestärkt, ermüde Ich in der tugend nicht. Mich stärket gottes friede Mit kraft und zuversicht. Ich siege in dem streite, Des sieges lohn ist nah. Getrost! vielleicht ist heute Des kampfes ziel schon da. Mel. Ich dank dir schon ꝛc. 527. Mein erst geschäft sei preiß und dank! Erhebe gott, o seele! Der herr hört fele! lobgesang, Lobsing ihm, meine eele! 2. Mich selbst zu schützen ohne macht, Lag ich und schlief in frieden, Wer schafft die sicherheit der nacht, Und ruhe für die müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein leben zu bewahren? Wer stärkt mein blut in seinem fleiß, Und schützt mich vor gefahren? 4. Wer lehrt das auge seine pflicht, Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem tag und seinem licht, Uns wieder aufzuwecken? 818 Dritte Abtheilung. 5. Du bist es, gott und herr der welt, Und dein ist unser leben. Du bist es, der W. es uns erhält, Und mirs jetzt neu gegeben. IIVerlt 6. Gelobet seist du, gott der macht! nuhem Gelobt sei deine treue, Daß ich nach einer m sanften nacht Mich dieses tags erfreue. sufn 7. Laß deinen segen auf mir ruhn, Mich) J02 deine wege wallen, Und lehre du nüch sel Wlesv ber thun Nach deinem wohlgefallen. Ihen r 8. Nimm meines lebens gnädig wahr; soch Auf dich hofft meine seele. Sei mir ein aht,— retter in gefahr, Ein vater, wenn ich fehle. Lßs 9. Gieb mir ein herz voll zuversicht, zugerz Erfüllt mit lieb und ruhe; Ein weises herz, gunkz das seine pflicht Erkenn und willig thue. ilrs 10. Daß ich, als dein gehorsam kind, sin Dir zu gefallen strebe: Dir treu ergeben, Iun gut gesinnt In deinem reiche lebe. sih, vnsp 11. Daß ich, dem nächsten beizustehn, de Nie fleiß und arbeit Wnd der gern mlain freue. hhg 12. Daß; ich das glück der lebenszeit un In deiner urcht genieße, Und meinen r lauf mit freudigkeit, Wenn du gebeutst, nd t beschließe. Morgen-Lieder. 819 er 6 Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 1h 528. Mein gott, auch dieser neue mor⸗ n gen Verkündigt deine gnade mir. Mit mir un erwachen meine sorgen, Jedoch auch mein vertraun zu dir. Ich werfe meinen kummer an hin Auf dich, durch den ich leb und bin. Ih 2. Ich bin noch immer auf der erde, Wo alles wohl sich mischt mit weh, Und ich, zu größerer beschwerde, So manchen fehl⸗ tritt noch begeh. Gott, der mich schützet und ernährt, Wär ich doch deiner liebe werth! 3. Laß den entschluß mein herz erfüllen, ö Iuha Stets gern zu thun, was dir gefällt. Es O Ateh gehe mir nach deinem willen, O weiser herr⸗ msRN lh scher aller welt! Schließ mich in deine vor⸗ Nau sicht ein, Dein will ich todt und lebend sein. H% 4. Vergieb mir, vater, alle sünde, Ver⸗ . gieb, was ich nicht recht gethan. Nimm tH% n mich zu deinem gnadenkinde Um meines li mittlers willen an. In seinem namen bitt Nrth ich dich; Er litt und starb ja auch für mich. 5. Hilf du in allen sachen rathen; Ich Tihacßz bin mir selbsten nicht genug. Behüte mich h vor missethaten, Vor böser menschen list 64 an und trug; Erhalt mich auf der tugend ů bahn; Was ich dann thu, sei wohlgethan. 9³ ——2* „ —— —= I I 1 WIIN 82⁰ Dritte Abtheilung. 6. Bewahre mir leib, seel und leben, gah i. Verwandte, freunde, ehr und gut. Willst gb du mir kreuz zu tragen geben, So stärke 3 A mich mit trost und muth; Und willst du d d mich mit glück erfreun, So laß mich dir ast u auch dankbar sein.„. NW Mel. Christus, der ist mein leben ꝛe. fflice 529. Noch läßt der herr mich leben! Mit fröhlichem gemüth Eil ich, ihn zu L erheben, Er hört mein frohes lied. WW MR 2. Zu ihm ruft mich jetzt wieder Der aum, morgensonne pracht, Ich falle vor ihm. nieder, Der sie und mich gemacht. 3. Du herrscher aller welten, Nimmst 12 dich auch meiner an; Wie soll ich dir ver⸗ d gelten, Was du an mir gethan? in — Wirst du nach opfern schauen? Sie ft gelten nichts vor dir. Du forderst nur ver⸗ trauen Und liebe, gott, von mir. E 5. Drum will ich dir lobsingen, man Dins deines namens freun, Nach deiner gnade ringen, Mein ganzes herz dir weihn. 6. O tilger meiner fünden, Mein hei Wih land, jesuͤchrist! Laß mich den trost em⸗ auln pfinden, Daß du mir gnädig bist.* 7. Dir hab ich mich ergeben, Ich u kann das licht noch sehen. Du machst, daß MorgenLieder. 82¹ mich in dir. Viel köstlicher als leben, Ist deine güte mir. 8. O führe mich auch heute Auf wahrer tugend pfad. Du, ewig weiser! leite Mich selbst nach deinem rath. 9. Noch eins laß mich erflehen, Das christlich weise herz, Auf dich stets aufzu⸗ sehen, In freuden, wie im schmerz. 10. Laß mich am ersten trachten Nach dem, was dir gefällt: Mehr deinen beifall achten, Als allen ruhm der welt. 11. Laß mich dir kindlich trauen, Das gute redlich thun, Getrost gen himmel schauen, In deinem willen ruhn, 12. Daß frei vom dienst der sünde, Ge⸗ trost und glaubensvoll, Der tod alsdann mich finde, Wenn ich einst sterben soll. In bekannter Melodie. 530. Wach auf, mein herz, und singe Dem schöpfer aller dinge, Dem geber aller güter, Des menschen treuem hüter. 2. Mit göttlichem erbarmen Bedecktest du mich armen, Und stärktest mein ver⸗ trauen, Der sonne licht zu schauen. 3. Und dies, herr, ist geschehen: Ich 82² Dritte Abtheilung. ich aufs neue Mich meines lebens freue. 4. Du mußt ein opfer haben; Hier bring ich meine gaben: Mein leib, mein' seel' und leben Sei dir, herr, ganz ergeben. 5. Hör meinen dank, mein flehen: Du kannst ins herze sehen, Und weißt, daß ich zur gabe Für dich nichts bessers habe. 6. Du wollst in meinen tagen Mich fer⸗ ner huldreich tragen: Mir deinen segen senden; Dein werk an mir vollenden. 7. In allen meinen thaten Wollst du mir selber rathen; Mich stets zum besten leiten; Zum himmel auch bereiten. 8. Auf allen meinen wegen Begleite mich dein segen: Dein wort sei meine speise Auf meiner pilgerreise. Mel. Werde munter, mein ꝛe. 531. Wenn ich einst von jenem schlum⸗ mer, Welcher tod heißt, aufersteh; Und erlöst von allem kummer, Jenen schönen morgen seh: O dann wach ich anders auf. Schon am ziel ist dann mein lauf. Sor⸗ gen, die mich ängstlich machten, Werd ich dann für träume achten. 2. Hilf, daß keiner meiner tage, Geber der unsterblichkeit, Im gericht mich einst Alg). Rch. L. Ml HH I ihn l h dez N . Dum hxt Ite, derg Welgunegn 4. O 0 Rtgen u It, Ande . N W m0 bhusher 4. Mo Wuinmeg Altt der g Aih Aü . morgen neu. D ½% zeit; Und groß ist deine treu'. ö Von neuem einen tag. von jedes theil Mit weisheit nützen mag. 823 verklage, Er sei ganz von mir entweiht. Auch noch jetzt bin ich erwacht, Dank sei Morgen⸗Lieder. deiner güt und macht; Laß mich heilig und im segen Jeden tag zurücke legen. 3. Daß ich froh gen himmel sehe, Wenn mein letzter tag erscheint, Wenn zum dun⸗ keln thal ich gehe, Und mein freund nun um mich weint. Lindre dann des todes pein; Laß mich da am stärksten sein, Daß ich ihn zum himmel weise, Und dich, herr des todes, preise. Mel. Nun danket all' ꝛc. Nr. 4. 532. Zu deiner ehr bin ich erwacht, Drum bring ich ruhm und preiß Dir, gott, der durch die ruh der nacht Uns zu erquicken weiß. 2. O vater, deine gütigkeit Ist alle Du thust uns wohl zu aller 3. Jetzt schenkst du mir zu meinem heil Gieb, daß ich da⸗ 4. Die zeit, in deinem dienst vollbracht, Bringt ewigen gewinn, So fließe vor dir, gott der macht, Auch dieser tag mir hin! 8²⁴ Dritte Abtheilung. 5. Gieb, daß ich fern vom müßiggang, In meinem stande treu, Und, wem ich kann, mein lebenlang Bereit zu dienen sei. 6. In allem, was ich denk und thu, Sei dein gebot vor mir; Und wenn ich von geschäften ruh, So sei mein herz bei dir. 7. Was du mir zum vergnügen giebst, Vermehr in mir die lust, Ganz dein zu sein, der du mich liebst Und so viel guts mir thust. 8. Wenn sorg und kummer mich befällt, So laß mich auf dich schaun, Und deiner vorsicht, herr der welt, Mit frohem muthe traun. 9. An deiner gnade gnüge mir! Sie ist mein bestes theil; Mein trost und meine zuflucht hier, Und dort mein volles heil. 14) Aben d⸗Lie der. a. Abendlieder überhaupt. Mel. Werde munter, mein ꝛc. 533. Auf, o seele! werde munter! Lob ist immer deine pflicht: Denn die sonne geht zwar unter, Aber gottes güte nicht. Heut auch hat sie mich genährt; Heut auch freud und trost gewährt, Vor gefahren mich beschützet, Meine schwachheit unterstützet.) —22.—.. —— .— —ge ʒ?: G —— —— — = *— ———— ————I—— ———— 22 V — —— —— * — —— S= — —— —— 4 l U E A Abend-Lieder. 8²⁵ 2. Stets verehret, hochgepriesen Sey, mein treuer gott, von mir; Was du gutes mir erwiesen, Dankt mein ganzes leben dir. Du hast, war ichs schon nicht werth, Dennoch mein gebät erhört, Daß ich heut, als ich erwachte, Dir durch jesum glaubig brachte. 3. Gott, da ich voll danks erzähle, Wie so groß dein wohlthun war; Stellen sich auch meiner seele Die begangnen sünden dar. Ihre zahl ist gar nicht klein. Denn nicht wort und werk allein: Nein, gedanken und geberden Können mir zur sünde werden. 4. Doch von ernster reu durchdrungen Wag ichs, gott, mich dir zu nahn. Sieh nicht die beleidigungen, Sieh den tod des mittlers an. Sprich mich frei von straf und schuld; Schenk mir ferner deine huld; Laß vergebung aller sünden Mich durch meinen mittler finden. 5. Gieb nun bis zum frohen morgen Meinem leibe sanfte ruh, Durch dich schlaf ich ohne sorgen; Wenn ich schlafe, wachest du. Seel und leib befehl ich dir; Walt allmächtig über mir. Sei auch du der gott der meinen; Laß sie ruhen als die deinen. 826 Dritte Abtheilung. 6. Ach, laß uns kein banges schrecken, Weder raub noch feuersgluth, Plötzlich aus dem schlafe wecken; in deiner huth. Hilf, wenn krankheit oder tod Uns im sichern schlafe droht, Schickst du aber schnelles sterben, So geschehs nicht zum verderben. 7. Höre, vater! ach erhöre, Was dein kind von dir begehrt. O sohn gottes! dir zur ehre Werd es mir durch dich gewährt. Heilger geist, verlaß mich nicht, Gieb mir kraft und zuversicht. Hör, dreieiniger! mein flehen. Amen! ja! es wird geschehen. Mel. Nun ruhen alle wälder ꝛe. 534. Befreit von allem kummer, Ruht nun in süßem schlummer Ein theil der müden welt. Auf, sammelt euch, ihr kräfte! Zum seligsten geschäfte, Zu einem dank, der gott gefällt. 2. Lobsinge, seel! und sage, Wie auch an diesem tage Mein gott mir wohlgethan. Durch jesu blut versöhnet, Mit gnad und Halt uns, herr, heil gekrönet, Bet ich dich, vater, kindlich an. 3. Dein ists, daß ich noch lebe, Jetzt deine treu erhebe, Mich deiner liebe freu. nen 1 aa. 2— = Iurr — Abend⸗Lieder. 827⁷ Zu jeglichem geschäfte Verleihst du mir B. kräfte, Und standest mir auch segnend ei. 4. Zwar wank ich oft und gleite. Ich weiß, mein gott, auch heute Sind meiner fehler viel; Doch du hast mich geleitet, Und, wenn mein fuß gegleitet, Es nicht gestattet, daß ich fiel. 5. Umsonst sinnt mein gemüthe, Wie es, herr! deine güte Nach würden preisen soll. Doch hab ich sie empfunden, Denn jede meiner stunden Ist, vater, deines wohlthuns voll. 6. Stets bist du hoch zu loben, Von deiner liebe proben Zeugt nicht der tag allein; Gott, deine liebe wollte, Daß selbst die nacht auch sollte Für uns reich an erquickung sein. 7. Wenn wir die augen schließen, Im schlaf nichts von uns wissen, Bewahret uns dein schutz. Willst du mich nun be⸗ schirmen, So biet ich allen stürmen, Und aller list der bosheit trutz. 8. Ich darf nicht ängstlich beben, Denn der bewahrt mein leben, Der selbst, der mir es gab. Bis ich die wallfahrt schließe, 828 Dritte Abtheilung. Und ewig sein genieße, Zieht er von mir die hand nicht ab. 9. Nun, vater, ich befehle Dir alles, leib und seele, Und schlaf in sichrer ruh. Ich trau auf deine gnade. Was ist wohl, das mir schade? Allmächtiger, mein schutz bist du. Mel. Nun dauket alle gott ꝛc. 535. Der tag(das jahr) ist wieder hin; Und diesen theil des lebens, Wie hab ich ihn vollbracht? Verstrich er mir verge⸗ bens? Hab ich mit allem ernst Dem guten nachgestrebt? Hab ich vielleicht nur mir, Nicht meiner pflicht gelebt? 2. Hab in der furcht des herrn Ich ihn auch angefangen? Mit dank und mit gebät, Mit eifrigem verlangen, Als ein geschöpf von gott, Der tugend mich zu weihn, Und Rin? und gerecht; Und gottes freund zu ein? 3. Hab ich in dem beruf, Den gott mir angewiesen, Durch eifer und durch fleiß Ihn, meinen gott, gepriesen? Mir und der welt genützt, Und jeden dienst gethan, Weil ihn der herr gebot, Nicht, weil mich menschen sahn? s 1 hattgltet Iu? A Muschs' ts geã Han Abend⸗Lieder. 829 4. Wie hab ich diesen tag(dieses jahr) Mein eigen herz regieret? Hat mich im stillen oft Ein blick auf gott gerühret? Er⸗ freut ich mich des herrn, Der unser flehn bemerkt? Und hab ich im vertraun Auf ihn mein herz gestärkt? 5. Dacht ich bei dem genuß Der güter dieser erden An den allmächtigen, Durch den sie sind und werden? Verehrte ich ihn recht? Empfand ich seine huld? Trug ich das glück mit dank, Den unfall mit geduld? 6. Und wie genoß mein herz Des um⸗ gangs süße stunden? Fühlt ich der freund⸗ schaft glück? Hab ichs mit dank empfun⸗ den? War stets mein ernst auch sanft, Mein scherzen unschuldsvoll? Und hab ich nichts geredt, Das ich bereuen soll? 7. Hab ich die meinigen Durch sorgfalt mir verpflichtet? Sie durch mein beispiel still Zum guten unterrichtet? War zu des mitleids pflicht Mein herz nicht zu bequem? Ein glück, das andre traf, War das mir angenehmꝰ 8. War mir mein fehltritt leid, Sobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir Ein unerlaubt verlangen? Und wenn in 830 Dritte Abtheilung. dieser nacht(diesem jahr) Gott über mich gebeut, Bin ich vor ihm zu stehn Auch willig und bereit? 9. Gott! der du alles weißt, Was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch Die schwachheit meiner seelen. Vergieb durch christi blut Mir die verletzte pflicht; Vergieb und gehe du Nicht mit mir ins gericht! 10. Ja, du verzeihest dem, Den seine sünden kränken; Du liebst barmherzigkeit, Und wirst auch mir sie schenken. Auch diese nacht(dieses jahr) bist du Der wächter über mir. Leb ich, so leb ich dir! Sterb ich, so sterb ich dir. Mel. In dich hab ich gehoffet ꝛc. 536. Für alle güte sei gepreist, Gott vater, sohn und heilger geist! Ihr bin ich zu geringe. lobgesang, Den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, Hast großes heut an mir gethan, Mir mein gebät gewähret; Hast väterlich Mein haus und mich Beschützet und ernähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein geschenk; Der geist, mit dem ich dein gedenk, Ein Vernimm den dank, Den Abend⸗Lieder. 831 ruhiges gemüthe. Was ich vermag bis diesen tag Ist alles deine güte. 4. Sei auch, nach deiner lieb und macht, Mein schutz und schirm in dieser nacht; Vergieb mir meine sünden. Und kommt mein tod, Mein herr und gott, So laß mich gnade finden. Mel. In allen meinen thaten ꝛc. 537. Herr, der du mir das leben Bis diesen täg gegeben, Dich bet ich kindlich an! Ich bin viel zu geringe Der treu, die ich besinge, Die du bisher an mir gethan. 2. Mit dankendem gemüthe Freu ich mich deiner güte; Ich freue mich in dir. Du giebst mir kraft und stärke, Gedeihn zu meinem werke, Und schaffst ein reines herz in mir. 3. Gott! welche ruh der seelen, Nach deines worts befehlen Einher im leben gehn; Auf deine güte hoffen, Im geist den himmel offen, Und dort den preis des glau⸗ bens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im staube Zu dir, o gott, mein heil! Ich bin der schuld entladen, Ich bin 832 Dritte Abtheilung. bei dir in gnaden; Und in dem himmel ist mein theil. 5. O leite mich im segen Dem großen ziel entgegen, Dahin dein wort mich weist. Mein leben und mein ende Ist dein, in deine hände Befehl ich, vater, meinen geist. Mel. Nur ruhen alle wälder ꝛc. 538. Jetzt sinkt die sonne nieder, Die stille nacht kommt wieder, Und schlaf und ruh mit ihr. Sie schenkt uns neue kräfte Für jedes tags geschäfte; Das danken wir, o vater! dir. 2. Noch wach ich und erzähle Mit tief⸗ gerührter seele, Was du an mir gethan. Sei dankbar, mein gemüthe! Besing des lid an. güte! Stimm ihm ein frohes lob⸗ ied an. 3. Von dir kommt jede gabe; Das leben, das ich habe, Die sicherheit der nacht, Auch alle andre güter Verdank ich, treuer hüter, Blos deiner vaterhuld und macht. 4. Du läßt es finster werden Und hüllst den kreis der erden In schwarze dunkelheit. Doch auch in dunkler stille Wohnst du mit ih deiner fülle, Und zeigst uns deine herr⸗ lichkeit. Guß zel „. Ooh Mh eiix uN. L. Dysltt u mit dunera Abend⸗Lieder. 833 5. Du führst aus dunkler ferne Den mond und tausend sterne Mit majestät her⸗ auf: Sie leuchten, dir zur ehre, Hoch über H0 meere, Und deine hand lenkt ihren auf. 6. Groß, wenn der morgen grauet, Groß, wenn der abend thauet, Groß in der stillen nacht, Im sonnenschein und sturme, Am menschen und am wurme; Groß zeigst du, vater! deine macht. 7. Voll ordnung, pracht und stärke Stehn deiner hände werke In deiner schö⸗ pfung da. Wie kann ich dirs vergelten? I Du gott und herr der welten Warst auch em mit deiner huld mir nah. A8 8. Wem kaonn ich ohne grauen Mich froher anvertrauen, Allmächtiger, als dir? Ja, vater! dir befehle Ich darum leib und seele, Verherrliche dich auch an mir. 9. Dir dafür ruhm zu singen, Und fer⸗ ner dank zu bringen, Sei meine liebste uth pflicht. Ich leg nun meine glieder Getrost Und freudig nieder: Du wachst für mich, ich sorge nicht. 10. Soll mir der schlaf zum leben Noch neue kräfte geben, So schlaf ich fröhlich ein: — X=eEdnrd=i ie— Dritte Abtheilung. Soll er mein leben enden, So wirst du mich vollenden, Und auch mein gott im toͤde Ein N. shl Mel. Werde munter, mein ꝛc. 0 V ů 539. Sink ich einst in jenen schlummer, ih In des todes finstre nacht, Wo kein from⸗ 0 mer mehr zum kummer Dieser zeitlichkeit ß N erwacht: O dann schlaf ich anders ein; Weg Rafd aus dieses lebens pein Eil ich hin zu deren 4 hütten, Die vordem auch standhaft litten. 2. Jetzt hoff ich noch aufzuwachen Aus dem schlaf für diese zeit. Laß mich doch stets fertig machen, Vater! zu der ewig⸗ keit, Daß ich als ein wandrer, sei Wacker, in i tugendhaft und frei Von den lüsten dieser e erde, Wenn ich abgerufen werde. 3. Laß mich meine tage zählen, Wie uf u ein strom verlaufen sie; Laß das bes ste theil misch, wählen, Daß ich, nach des kben. F müh Ruhe, freude, sicherheit, Wonne, A, ewge seligleit, Dort vor deinem thron ge⸗ Uhes nieße, So wird mir mein sterben süße. Ni Mel. Nun sich der lag geendet hat ꝛc. Wüler hi — Nun danket all' ꝛc. Nr. 3. Deile un 540. So flieh en unsre tage hin! Auch 9 3 dieser ist nicht mehr. Die nacht, der müden sh h ‚ trösterin, Eilt Wader zu uns her. —— — D, — S= :.——— — 2— L.————2 SWS..Ic e‚neete‚ XI Abend-Lieder. 835 2. Nur du, herr! bleibest wie du bist, Du schläfst und schlummerst nicht; Die finsterniß, die uns umschließt, Ist deinem auge licht. 3. Voll zuversicht befehl ich mich Dir auch in dieser nacht; Ich bin getrost, ich trau auf dich; Mich schützet deine macht. 4. Hab ich an deiner gnade nur Noch theil, o herr, mein gott! So fürcht ich keine kreatur, Und scheue nicht den tod. 5. Zwar ich erkenne meine schuld, Mit reue fühl ich sie; Doch, mein versöhner, deine huld, Wie trostvoll ist mir die! 6. Ich eil im glauben zu dir hin, Und weiß, wie sicher ich Im schatten deiner flügel bin; Du wachest über mich. 7. Flieht, bange sorgen, weit von mir, Du, jesu! wohn allein In meinem herzen, weih es dir Zu deinem tempel ein! 8. Ist dies vielleicht die letzte nacht In meiner pilgrimszeit: So führe mich durch deine macht Zum licht der ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, Dein bin auch im tod! Du, mein erretter, bist mir, Und hilfst aus aller noth. 2⁵ 0 ich bei Dritte Abtheilung. b. Abendlied am Sonntage. In voriger Melodie. 541. Nun bricht die finstre nacht herein: Die ruhe wünschen wir; Doch ehe wir noch schlafen ein, Spricht unser herz mit dir. 2.— vater, gott und herr der welt! Den niemand fehen kann, Du siehst, wer dir zu fuße fällt, Sieh uns auch gnädig an. 3. Der tag, den wir nunmehr vollbracht, Der war, ohöchster! dein: Dir sollt er auch bis in die nacht Von uns geheiligt sein. 4. Doch ach! wir müssens nur gestehn, O herr! daß fleisch und blut Auch heute manches hat versehn, War gleich der wille hn, gut. 5. Drum schenk uns gnad von deinem thron; Sieh unsre schuld nicht an, Und denke, daß dein theurer sohn Für uns genug gethan. 6. Schreib das, was du uns heut ge⸗ lehrt, In unsre herzen ein, Und lasse uns, die wirs gehört, Dir auch gehorsam sein. 7. Gieb, daß stets fruchtbar sei dein wort, Und thu. uns ferner wohl; Damit wir dir auch immerfort Treu dienen, wie 4 man soll. — N Iuen 9.2 A. n heid M u I, l Abend⸗Lieder. 837 8. Nun suchen wir, gott! unsre ruh; Steh deinen kindern bei, Und lasse keinem übel zu, Daß es uns schädlich sei. 9. So stehen wir, wenn dirs gefällt, Froh morgen wieder auf; Und wir vollbrin⸗ gen in der welt Dann glücklich unsern lauf. 10. Und dann führst du uns, wenn es zeit, Auch in den himmel ein. Da wird in deiner herrlichkeit Für uns stets freude sein. c. Am Ende der Woche. Wel. Wenn wir in höchsten nöthen ꝛe. 542. Unwiederbringlich schnell entfliehn Die tage, die uns gott verliehn, Die woche kommt(Das jahr tritt ein) und eilt davon; Vergangen ist auch diese(dieses) schon. 2. Dank dir, du ewig treuer gott! Für deinen beistand in der noth, Für tausend proben deiner treu: Denn deine huld war täglich neu. 3. Wenn unser herz, von schuld befreit, Sich mancher guten that erfreut: Weß qwar die kraft? wer gab gedeihn? Dir, herr! gebührt der ruhm allein. ö 4. Oft fehlten wir und merktens nicht, Verzeih uns die verletzte pflicht. Du siehst, 838 Dritte Abtheilung. erbarmer! unsre reu: Um christi willen sprich uns frei. 5. Wir eilen mit dem strom der zeit Stets näher bis zur ewigkeit. Du hast die stunden zugezählt, die letzte weislich uns verhehlt. 6. Herr unsers lebens! mache du Uns selber recht geschickt dazu, Daß nicht, in⸗ dem wir sicher sind, Der tod uns unbe⸗ reitet find't. 7. Ist einst die zahl der stunden voll, Die jeder hier durchleben soll: So führ uns aus der übungszeit Zu jener frohen ewigkeit. 8. Da sind wir unsers heils gewiß; Da wechseln licht und finsterniß, Wie hier auf erden, ferner nicht; Herr, unser W verlaß uns nicht. 15) Bei Reisen. a. Vor der Reise. Mel. Herzlich thut mich verlangen ꝛe 543. Dich bitt ich, gott, beweise, Wie gut du's meinst mit mir; Beglücke meine reise; Denn ich vertraue dir. Auf allen mei⸗ nen wegen Begleite väterlich Mit deinem schutz und segen, Mit deiner hülfe mich. X Iun he ttung W u ich l It, Man l . 5⁰⁰ Holöhke 10 Nu Hfft, Rctes 1N n Aufge l, Rl 0 0 h ud Ml f I II Bei Reisen. 839 2. Ich bin in deinen händen, Des soll mein herz sich freun: Denn du kannst rettung senden, Wo mir gefahren dräun. Bin ich bei dir in gnaden: So fürcht ich nichts, o gott! Du wehrest allem schaden, Mein retter in der noth. 3. So will ich denn mein leben Getrost und wohlgemuth, Dir, vater! übergeben, Und deiner treuen hut: Erhalte meine kräfte; Beglücke meinen fleiß Und meiner pflicht geschäfte, Zu deinem ruhm undpreiß. 4. Laß dir auch meine lieben Zum schutz empfohlen sein; Nichts müsse uns betrü⸗ ben, Dein trost uns stets erfreun. Und sehen wir uns wieder In ruh und wohler⸗ — 0 gehn, Wie sollen unsre lieder Daunn deine Huld erhöhn! b. Nach glücklich vollbrachter Reise. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛe. 544. Dank sei dir, vater meines lebens! Du hast mich froh zurückgebracht; Ich flehte nicht zu dir vergebens, Du hast mich väterlich bewacht: Durch deine gnade bin ich hier, Dein schutz und schirm war über mir. E NWeen ö un IEII V M H Vor und bei der Erndte. 841 zu jahr. Ein jeder tag belehret mich: Du seist mein gott; drum preis' ich dich. 3. Du sorgst nach treuer väter w eise Für allg 0 erke deiner hand; Und allem fleische giebst du speise, Beschirmst und seguest ö Du liebest unveränderlich; 4 elh t erbar: mst du dich. 4. Der erdkreis ist von deiner güte, Von deiner aetenn ist er voll. Herr, unter⸗ Hbens nei 140100. da Wie ich 242 würn — 4—5 Gieb, daß mein herz d h freu⸗ Di ich, der m r so viel gu tes giebt. 5.„Das saamkorn 1 d in deinem na⸗ men a hoffnung in das feld gestreut; Allgütiger„du gabst dem sa aamen, Da du ihn ichuft, die fruchtbarkeit. Zur aussaat giebst du auch allein Dem landman u kraft, zeit und gebeihn 6. Was dürr ist, feuchtest du mit regen; Was kalt ist, wärt nt de n sonnenschein; Du theilst die zeiten, wie den segen, Zu Bei wärme, t die; besten weislich ein. ält os wächst und und frost Grünt, set 257— kost. 7 Kommt, preist des schöpfers huld und stärke, Brin gt seinem namen ehre dar! 842 Dritte Abtheilung. Groß ist der herr, und seine werke Sind herrlich, groß und wunderbar! Kommt, laßt uns seine macht erhöhn! Der herr ist gut! sein lob ist schön! Eigene Melodie. Nr. 12. 546. Gott im himmel und auf erden, Herrscher in der ganzen welt! Laß das herz voll preises werden, Da man dir zu fuße fällt, Für den nahen erndtesegen Dank und opfer darzulegen. 2. Herr! dir jauchzen feld und auen, Wald und hügel zeugt von dir; Ueberall läßt du dich schauen: Und undankbar schwie⸗ gen wir, Gleich als ob zu deiner ehre Feld und au so schön nicht wäre! 3. Vater, du hast aus erbarmen Uns unwürdige ernährt. Du hast reichen, du hast armen Milder gaben viel gewährt. Gott, der uns viel guts erwiesen, Sei gelobt und hochgepriesen. 4. Du hast sonnenschein und regen Uns zur rechten zeit geschickt, Daß man deinen vatersegen Allenthalben hat erblickt. Berg und thäler, tiefen, höhen Lassen deine huld uns sehen. . A3 Iung Ul ucs gls Ih. lll Hucht f 6. HuU de Ml c dalt such dah Neu, Rdt 7 2 (. VNN Ctoh 1 Wankh Le Heith Aaben V 800 luch wich üchte g Ich. be Duhen ihe Vor und bei der Erndte. 843 5. Ach! wer ist, der deine güte Dir genug verdanken kann? Nimm ein dank⸗ bares gemüthe Für die große wohlthat an; Unser mund soll stets erschallen: Gott macht satt mit wohlgefallen. 6. Hilf uns, herr, daß trank und speise, Die uns deine huld gewährt, Ja nicht, nach der sünder weise, Werd zu unserm fluch verzehrt: Bleiben wir in alten sün⸗ den, Kann das gute leicht verschwinden. 7. Schenk uns auch vergnügte herzen: „Stolz und geiz laß ferne sein: Laß den undank nichts verscherzen; Gieb uns ser⸗ ner dein gedeihn. Willig laß mit deinen gaben Uns die dürftigen auch laben. 8. Laß es deinem wort gelingen, Daß auch wir zu deiner ehr Hier schon reichlich früchte bringen: Stärke du uns immer mehr. Schenk uns auch, nach allem leide, Droben mehr als erndtefreude. Mel. 547. Gott sorgt für uns! o singt ihm dank, Ihr christen, singt ihm gern! Vom aufgang bis zum niedergang Trägt uns die huld des herrn. Nun danket all' ꝛc. Nr. 3 844 Dritte Abtheilung. 2. Vom menschen bis zum 2—— wurm Reicht seine gnad und macht; sonnenschein, so wie im sturm, Ist er f heil bedacht. 3. Mit froh gerühnter ele bringt Ein herz voll dan ihm dar! Die ähre, die vom segen sinkt, Ist sein gott rönt das jahr. 4. Ja, höchst er! wir verehren dich Mit kindlich frohe m dank; Du l uns und giebst mildiglich Auch mehr als speis' und trank. 5. Fri 60 d und ges Zu unfrer! händ f und 94— aA darne Gebü 6. 5 deines auch 1—0. 1 beim genuß! Ins ——0 — * —— 4 . — 28 4** —— 5— —— —7 iß 10„Anc 30 8890 st 09 7. Oe ermehr in uns die zuver sicht, Dir ewig zu vertraun, Bis w rd e. in dei⸗ nem licht Des glaubens erndte schaun. Mel. In dich hab ich ꝛe 548. Liebreicher gott! dein segenswort Erzeiget sich noch immerfort In seiner kraft auf erden, Daß unser feld Mit nutz bestellt Und angebaut fann werden. lch, I Iun Habenth 2. J0 00 9„ Ni Ruc tu uonun Iach ih H 0 un in dyr 1 tuf uuth V „ Lu Hltz u uber fsz Heu nt). Ap 845 2. In hoffnung streun wir saamen aus; Doch segnest du nicht feld und haus, So ist die müh vergebens. Nur deine kraft Und güte schafft Uns unterhalt des lebens. 3. Laß unsre saat gesegnet sein; Gieb regen, wind und sonnenschein, Daß wachs⸗ thum und gedeihen Uns spät und früh, Nach sorg und müh, Einst wiederum erfreuen. . Bewahre sie das ganze jahr Vor so vielfältiger gefahr, Die sie leicht kann ver⸗ letzen, Und den, den heut Sein feld erfreut, In kummer bald versetzen. 5. Bei solcher saat seh ich allhier Zugleich manch tröstlich bild von mir. Denn unter sturm und winden Erhebt sie sich; So muß auch ich Beim kreuz den himmel finden. 6. Und wie das körnlein erst verdirbt, Und in der erde gleichsam stirbt, Um neue frucht zu bringen: So werd, o gott! Ich durch den tod Ins beßre leben dringen. 7. Auf diesen seligen gewinn Freut sich bereits mein herz und sinn; Muß ich bei trüben fällen Die thränensaat, Nach dei⸗ nem rath, Gleich öfters hier bestellen. 8. Nur mache mich, o gott! bereit Im glauben und gottseligkeit Viel gute frucht Vor und bei der Erndte. 8•⁴6 Dritte Abtheilung. zu bringen: So will ich dir Dereinst dafür In ewigkeit lobsingen. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛe. 549. O, daß doch bei der reichen erndte, Womit du, höchster, uns erfreust, Ein jeder froh empfinden lernte, Wie reich du, uns zu segnen, seist; Wie gern du unsern mangel stillst, Und uns mit speis' und freud' erfüllst. 2. Du siehst es gern, wenn deiner güte, O vater! unser herz sich freut; Und ein erkenntliches gemüthe Auch das, was du für diese zeit Uns zur erquickung hast bestimmt, Mit dank aus deinen händen nimmt. 3. So kommt denn, gottes huld zu feiern, Kommt, christen, laßt uns seiner freun! Und bei den angefüllten scheuern Dem herrn der erndte dankbar sein. Ihm, der uns stets versorger war, Bringt neuen dank zum opfer dar. 4. Nimm gnädig an das lob der liebe, Das unser herz dir, vater, weiht. Dein segen mehr in uns die triebe Zum thätgen dank, zur folgsamkeit; Daß preiß für deine vatertreu Auch unser ganzes leben sei. 350, V. Muobh tun Vor und bei der Erndte. 847 5. Du nährest uns blos aus erbarmen, Dies treib auch uns zum wohlthun an. Nun sei auch gern ein trost der armen, Wer ihren mangel stillen kann. Herr! der du aller vater bist, Gieb jedem, was ihm nützlich ist. 6. Thu deine milden segenshände, Uns zu erquicken, ferner auf. Versorg uns bis an unser ende, Und mach in unserm lebenslauf Uns dir im kleinsten auch getren; Daß einst uns größres glück erfreu. 7. Bewahr uns den geschenkten segen; Gieb, daß uns sein genuß gedeih, Und unser herz auch seinetwegen Dir dankbar und ergeben sei. Du, der uns täglich nährt und speist, Erquick auch ewig unsern geist. In voriger Melodie. 550. Wir singen, herr, von deinen segen, Wiewohl sie nicht zu zählen sind. Du giebst uns sonnenschein und regen, Frost, hitze, donner, thau und wind; So blüht und reifet unsre saat, Nach deinem wun⸗ dervollen rath. 2. Der himmel träufelt lauter güte, Die erd ist deiner schätze voll: Damit ein achtsames gemüthe Dich finden und bewun⸗ Dritte Abtheilung. dern soll, Dich, der durch seine weise macht Das alles hat hervorgebracht. 3. So sei die liebe denn gepriesen, Ge⸗ priesen sei die wunderkraft, Die auf den feldern, auf den wiesen Den erdbewohnern nahrung schafft. Du nährest uns, wir werden satt; Du giebsts, daß man noch übrig hat. 4. Du schüttest deines segens fülle Herab, die wir noch nicht verdient. Es ist allein dein guter wille, Daß feld und au und garten grünt, Und uns, sind wir es gleich nicht werth, Die frucht der erde reichlich nährt. 5. Bewahre ferner unsre saaten, Und unsre häuser, hab und gut. Bewahre uns vor missethaten; Vor wollust, geiz und übermuth; Weil sonst im reichsten über⸗ fluß Die seele doch verderben muß. 6. Ja, wenn wir, vater, dein vergessen, Der du so liebreich an uns denkst; So muß der fluch den segen fressen, Mit dem du feld und haus beschenkst. Wird auch der vor⸗ rath nicht zerstreut, So mangelt doch zu⸗ friedenheit. 551. estho, Hiht aan ⸗ Kafgt. a üte Mögche. 2. f1 = —— S= , — — * — — — —.— ./ MHIn IA e Caitch I 409 e Vor und bei der Erndte. 8 7. So wollen wir denn hier auf erden, Des guten saamens auszustreun, Nie müde, nie verdrossen werden, Und uns vielmehr der erndte freun, Die einst nach dieser zeit der saat, Dein rath für uns ersehen hat. Bei sparsamer Erndte. Mel. Was gott thut, das ist ꝛc. 55. Preist, christen, mit zufriedenheit, Preist gott, den herrn der erndte, Daß sich nicht ganz die fruchtbarkeit Von au und feld entfernte. Noch stets erhält Er seine welt, Was nöthig ist zum leben, Will er uns alles geben. 2. Er ist der herr; in seiner hand Ist, was die erde bringet. So sehr auch men⸗ schenfleiß das land Baut, pfleget und bedün⸗ get: Kommt doch allein Von ihm gedeihn. Nur er, er läßt die saaten Blühn, reifen und gerathen. ö 3. Oft sehn wir froh in hoffnung schon Der reichsten erndt entgegen, Und plötzlich ist er uns entflohn, Der uns gezeigte segen. Gott nimmt und giebt, Was ihm beliebt, Daß er als herr der erde Von uns verehret werde. 94 8⁵⁰ Dritte Abtheilung. 4. Zeigt auch gleich nicht so sichtbar sich Der reichthum seiner gaben; So giebet er doch sicherlich So viel wir nöthig haben: Ist stets bedacht, Voll gnad und macht, Die seinen zu erhalten, Die ihn nur lass sen .5 Und o, was ists für ein gewinn, An dem sich gnügen lassen, Was da ist, und mit heiterm sinn Das feste zutraun fassen, ö Daß, der die welt Regiert und hält, ch ui ins, n lang wir leben, Was nöthig ist, wird C NARTAA C. Ja, höc ster wir v erehren dich In VHor 877* 76 + auen deinen wegen, Und tr——— N unverän⸗ 2 N—*7 5 A derlich Auf deinen milden segen. Auch 4 445 4 4.— 2. unser brod Wirst du uns gott Von zeit 5* 209— 4 ö 7 1* ö Ias — dung Daun 0 Hestrafty sir sith *——— 2*2 + —— 0— 5.— EEE — 7„————— * e Wune 8—.—* —— 2* D—— ————— 2 ——— ———————— 8. 2—— 2——— 2— j——— 2 B —3————— 2 S— 2.. 2— 44 2= 22. 205—222. 2 2 2*—5=———————656 na e V. ——.— 232———„2—* 2———* 2— 2—— — 65*.— 2—* .— 2 E G 23— 22—————*—— E—* S=—— 2 80 8 2 8—8 3 5— 5—— 0———*2 E— 8———e— 2— 0 — ee*————Z*— —— d——— m 0—— S S— n——— = —— 2 E—9———— —— E.— 4—————32 —.*——————— ——— 2———— e 2— 2—2—— 5 2 R“ — ö 4*— m.e ———. hh 9——0 2—* ůĩ—*8———————. 4 25— — 2— vtt,———* XNI ————— S————— —— 9— 8* EW————2 22——————13 0) 9—— ————0—— 3 / 2——=— 2*—— I 2—— — 8„*—272———4 ͤ́ 2 1** 2— D* 77 7.—— 2—— — X 2——————8— 8—————————* —.* π ‚———..—— 2—— 7—S——..—2.2—— 2—— —— n 5*—*—— —— N.)ne D———— e* 9——— 3 2—2—2* 2. 5 Nii—————— 88.9.... I 35 5— 9 n. 2————2—2— ———**——3———— +.8* 8**— 2——— in—.——..—————„*ʃ= —— 2——. 2 2———* 4 57. +— 2 Eer X. 2 5 2— 2——*— 5 Ler——————2 —*— S————:.— 2 & 2— 4————— vii 4— 3—— ¹ 2——.„& 246590— 4————— 2 22— 2 3—*— — n)—* 2 *„„.—— 7— 2 aü———— D 5*5 50* 89—— —* 2—* 2———— ö 8————* 78— — 5———— 1—⁵⁵0 ——— 2—————— 23— ————— 2—————————— —— 3,sv̈• t—=— A—————— .— 7* 5 52— W.——— — E———* 1+ 7⁵— *&ÆE r* 2———&N—I ————————7ìu————2—— D——8—.——....et:e — D————— — 2.— 2—2.— 852 Dritte Abtheilung. So stärk uns, daß wir lernen, Mit ehr⸗ furchtsvollem schweigen Vor dir uns kind⸗ lich beugen. 7. Ja, deine züchtigung Leit uns zur besserung; Laß sie die sichern schrecken, Die schläfrigen erwecken, Auf dein gebot zu merken, Und redlich fromme stärken. 8. Wenn unser herz dich liebt, So wird, was uns betrübt, Uns doch zum heil ge⸗ deihen, Und uns zuletzt erfreuen; So wird piad deine gnade Zum licht auf dunklem pfade. 9. So stärke denn das herz, Daß auch im größten schmerz Es nie an muth uns fehle; O sprich zu unsrer seele: Getrost! dich soll kein leiden Von meiner liebe scheiden. 10. Am schluß von unserm lauf, Dann klärt sich alles auf; Dann wird die aussicht heiter; Dann thränt kein auge weiter; Und dieses lebens leiden Verwandeln sich in freuden. 2 Mel. Aus tiefer noth schrei ꝛe. 553. Herr, deine langmuth ist sehr groß; Wer kann sie gnug ermessen? Lebt gleich so mancher zügellos, Und seiner pflicht ver⸗ gessen; Doch schonst du seiner lange zeit, IAA 1 I XII In allgemeiner Noth. 8⁵53 Und trägst ihn mit barmherzigkeit, Und willst nicht sein verderben. 2. Der leichtsinn herrschet immerfort In der verkehrten herzen, Die, heiligster, mit deinem wort, Wie mit der sünde, scherzen; Und wilde sittenlosigkeit, Ge⸗ stärkt durch falsche sicherheit, Kennt oft⸗ mals keine grenzen. 3. Wir flehn, allmächtiger, zu dir, Du wollst dem übel wehren; Noch mancher kann, das hoffen wir, Zu dir sein herz bekehren. Nur beispiel, schein und lust der welt Ist, was ihn in verblendung hält, Daß er dem bösen folget. 4. Erbarme dich, getreuer gott, Der tiefgefallnen seelen, Die jetzt verführt, in sündentod Ihr wahres wohl verfehlen. Der wahrheit licht erleuchte sie, Und furcht der strafe schrecke die, Die nicht die liebe bessert. 5. Die aber thun, was dir gefällt, Er⸗ halt in deinem segen; Gieb ihnen kraft, trotz aller welt, Zu gehn auf rechten wegen. Laß deine treue vaterhand Sein deinen kindern wohl bekannt, Daß sie dir treu verbleiben. 85⁴4 Dritte Abtheilung. 6. Ein vater und ein hirte meint Es treulich mit den seinen; Mehr bist du, größter menschenfreund, Du kannsts nicht böse meinen, Drum traun wir dir, und bitten dich: Erhalt uns ferner väterlich In deiner furcht und liebe. 7. Dir treu zu sein, ist freilich schon Gewinn für dieses leben: Doch wirst du einstens größern lohn Den treugebliebnen geben. Dann wandeln wir in deinem licht; Dann wird uns selge ferner nicht Des lasters anblick kränken. Mel. Wenn wir in höchsten ꝛe. 554. Sehn wir nur trübsal um uns her, Und wissen keinen ausgang mehr, Und finden weder schutz noch rath, Ob wir auch sorgen früh und spat: 2. Dann ist es unser trost allein, Daß wir uns deiner noch erfreun, Und fliehn zu dir, du treuer gott, Du bester helfer in der noth. 3. Wir heben unser aug und herz Hin⸗ auf zu dir in unserm schmerz, Und flehn dich um begnadigung Und aller strafen lin⸗ derung. hufendch 0. Dift 22— —— — —— = V 2. — — — — — 2* —— —— —— 7+ 5 — V 2 2.— — —.— 23—. 2— — — — 2— * 4+— —— — *2 — —3— +2 —— — — — *— * * — ——— 4 — * — 2 — — — 2—— Er⸗ u, Durch den, urch unsern h 3 6 17 + ist,‚ inser mittler 5 der 8 5 ser gott, — D* herr un hrist. * —2.—— * 23 .—V—t—— 2* ——— ———— — +* — Sr 4— , +.—— —— 2*—— 2 23—— 2———— —.*—— . 5— *— * — 90 — 23———— ——3————2— 2 2 5550—c—.—.6 9 — — — bn land, ieh, es ver 8 S 7 annt 1 d ein dürre d² in geb an. 9 — 40 itze aus Ig 6 0 a Die felder s er 2 *— 16 lal 856 Dritte Abtheilung. dorret immer mehr, Send einen milden regen her. 3. Betäubt und mit gebeugtem haupt, Der hoffnung und des trosts benhiht Schaun wir das feld und sind betrübt, Weil es uns sein nicht giebt. 4. Entkräftet steht fast alles da, Dem gät nzlichen verderben 995 EDie e hoffnung, die das feld uns gab, Nimmt jeden tag zus ehends ab. 5. Wir alle schrein aus tiefer noth, Nimm uns nicht unser täglich brod; Hilf uns im elend! du allein Kan ist helfer und erretter sein. 6. Ach gieb uns noch zu rechter zeit Den regen, der das land erfreut, Der die zer⸗ Runt erde tränkt, Und sich in ihre tiefen enkt 7. Straf unsre sünden nicht, o gott, + Mit theurung und mit hungersnoth; Ver⸗ gieb uns gnädig unsref h chuld, Du gott voll liebe, voll von huld. Sei gnädig uns durch deinen sohn, Der mit dir herrscht auf deinem thron; Er ists, der liebreich für uns spricht, Drum wende, herr, doch dies gericht. Witterungs⸗Lieder. 857 9. Wir wollen dir gehorsam sein, Und dir nur unser leben weihn. Tröst uns, o herr, verlaß uns nicht, Und stärk uns selbst in jeder pflicht. b. Nach erhaltenem Regen. Mel. Ach bleib mit deiner ꝛc. 556. Ein milder regen sinket Erquickend aufd die flur, Wie labt sie sich, wie trinket Ihn freudig die natur! 2. Die sauften ströme kühlen Der lüfte weites meer, Und die geschöpfe fühlen Riaht mehr sich träg und schwer. Gott pric ht, das seufzei en schweiget, min hitz und dürre fliehn; Der fromm en danklied steiget Hinauf, und preiset ihn. 4. Mit freud im angesichte Sieht man jetzt flur Aund seld, Erquickt hat gott die früchte Der vater dieser welt 32 Nun wird die saat, die ähren Von gottes segen voll, Der seine 2299 en näh⸗ ren Und sie erfreuen soll. 6. Auf, preiset gottes milde! Er ists, der regen schickt, Und lechzendes gefilde Voll vaterhuld erquickt. 858 Dritte Abtheilung. 7. Du sendest, vater, regen, 14090 milden sonnenschein; Du eilst, mit dei⸗ nem segen Uns alle zu erfreun. 8. Ach, laß nus nicht vergebens Duch diese huld empfahn, Erhalter unsers le bens, Zu dem wir dankbar nahn. 9. La aß keine huld vergebens Uns von dir empfahn, Und nimm, herr uns lebens, Dich unser ferner an. — D 5 C. Um Mel. Aus tiefer noth schrei ꝛe. 557 Ogott, du kannst den himmel ganz Mit wolken iberz iehen; D müssen vor der sonnen glanz Sie, venn du willst, ent⸗ fliehn; Halt doch den regen. 1651 13 aun Und laß der sonne frohen blick, Uns w 14.— erft nen. 35 999 Die selder trauern weit und breit, ie fruchte leiden schaden; Sie sind von vieler feuchtigkeit Ertränkt und überladen. Dein segen, den du uns gezeigt, Der sich betrübt zur erde neigt, Scheint nahe dem verderhen. 3. Herr! unsre sünd und missethat Hat dieses wohl verdienet; Jedoch erzeig uns 9. Gil etern sih mo nach z Hahle. Heu, Dah Hütmele 4. H R Rl W al INR 1 07 N Ie ‚ 80N8 * 1400/ I I àè 27 V. 4 1 00 n Miin II A 7 l h N Iel I4 89 ö— 3 7 * 0 0 Iahe fel unß auf erne himmel And aus erden u schuld, Nicht mehr an uns Witterungs„Lieder. 859 deine gnad, Weil uns dein sohn versühnet. Wir nahen dir voll reu uns nun, Wir wollen ernstlich buße thun, Und unser leben bessern S 8N9 ——— 227— * V*—— ——* * I 2 ⁰ 8—— — 6 8 nicht bei dieser trauer eit, Du bi ist ja Unser E * 0—*—* 6 „ 2 heitern schein der sor erschütt uns nach der noth Mit freude, lust und wonne; Und zeig uns jetzt nach deiner treu, Daß außer dir kein segen sei Im 28 efäüt, 2 Daß leiden uns gleich, als dächtest du, San — — — —— —. — — e 2— — * — V Mit vatertreu und huld. 5—.]——. SSI....—.——35— E. *Nĩ I 860 Dritte Abtheilung. 2. Wir. freilich dich Gar oft mit unsern sünden, Und gleichwohl lässest du Uns huld und gnade finden: Wenn du den arm auch schon Zu strafen ausgestreckt, Und der 45100tef schlag Die menschen heil sam 3. Herr, dein erbarmen kann Wd men⸗ schensinn erreichen: Wer ist dir, höchster, gleich? Wenn berg und hügel Wuichen Wenn erde, sonn und mond Aus ihrem laufe gehn: Bleibt deine gnaͤde doch Stets unbeweglich stehn. 4. Durch wolken ließest du Das sonnen⸗ licht bedecken: Wind,; Thenriter, sturm Erfüllten uns mit sch recken, Weil man den himmel nicht, Nur stetes regnen, sah, Und unsers 1 landes frucht War dem ver⸗ derben nah. 5. Doch,! die sonne Rider⸗ Wir singen frendenlieder, Und preisen deine huld, Daß du auf unser flehn, Bei hn kümmerniß, Erbarmungsvoll ge⸗ ehn 6. Ja, herr, wir preisen dich Mit freu⸗ digem gemüthe. O sorg auch fernerhin herr, auf deinen wink Erschien Das trauren ist vorbei; 559. K „ihude Eilgroßeh algen set hst. .— hichter, shlld, sicht hein s H 110. Lieder bei Feuersnöthen. 861 Wauty Für uns mit vatergüte; Gieb uns zu rech⸗ ter zeit Thau, regen, sonnenschein: Wir u wollen dir dafür Von nnren dankbar sein. 0⁰0 19) Lieder bei Feuersnoͤthen. a. Für Abgebrannte. E Mel. Nun ruhen alle wälder ꝛc. 559. O jammervolle tage, Da so viel angst und plage Uns hart betroffen hat; Rs% Ein großes maaß voll thränen Ist bei dem Soh Wot. sehnen Jetzt unsre speise früh und pat 2. Drum fallen wir in buße, Dir, , höchster gott, zu fuße, Erkennen unsre schuld. Erbarme dich der sünder, Verstoß nicht deine kinder, Erzeig uns wieder gnad und huld. „3. Gedenk an deine treue, Wir flehen uf 146 voller reue, Ach, merk auf unfer flehn! au utl Du bist ja unser vater, Erhalter und ,I.Nberather, Laß uns nicht gänzlich unter⸗ Inf dal gehn. H 4. So groß der sünden schade: So ist doch deine gnade Noch größer, als die usPin schuld. Du kannst uns nicht verderben: SS—..———ęt —́—— —— 26 deine gnad 5. Wir 105 wir stets h trost und deil Doch unser elend stillen, deiner 6. Es soll dir leib und Und au geist, herr, soll uns f 1* 7* 01 As di 7 9⁴ N Abtuh 718 8 Dritte Abtheilung. Denn christi blut und sterben Erwarb uns 4. gefunden: und huld. i durch seine 1 R Ach! gieb uns Wo Laß sich um deren willen gnade theil. ergeben regieren; Dein wor erfreun. 7. Indessen gönn uns arm dein erbarn Daß künftig 1 wegen — 2„•2 E 595880— — Fund 2 7— *— — * 8 ——2—— äi La —— V 17877 Ren 5 Und neuer xs 4 Ner * segen ren steh uns Gieb ꝛen, — uns an d leben Zu W fgeopfe 0 5 Eber ühren 7 b. 5 10 Dein vater! S mächtig bei; Auf allen unsem durch chl 91819 einge Du wirst rer wohl⸗ Nach de rh d. f* 0 +.70 94 „Nach deiner huld, stets bei uns sei % b5%h ng 54716u 4 Wir Ersetze, was zusammen W 6* flamm G6H En Uh der flammen So se Grrüllo Nies hogchreun Ersule dies begehr en; vn 2 vON 2— MN 44 gott, gelwahren, Was uns NMenß V HVre Auit) 144. ( àAURnnn 8 „Erb aue, was Zerstör„Und 1— HMAI 267 +. + 1 7 Steul 7 —— —— ———.— — —— — — — 2— ———— — — — —— =2˖)ʃꝛ — 2—— — —— ——— — — =.. ——.— —= — 2 2=—— —— 5hen. Nötl teder bei Feuer 4 X 7 b. Nach der Feuersgefahr. Tbach 7 en macht des feuers N. hsten nöthen ꝛe. 7 60. Gott, des Zum segen und verderben welcher schreckl Mel. Wenn wir in höt 5 —— S— E —— 2.— 8— ** 2 chafft walt Veri chen ge cht, wie bald i uden, Len 0 W se 0 und wie le **—— — 2 —8 e E +— —— 2 ————— 2 2—— — 2—. — 22 —3—2— —& 4— 2—3— 2 — 4 ——— — —— 0 —3———*———. ———— 2. ——— —— 8 5 S2.— 2 S 2— 8 —— *—— 37 & — 864 Dritte Abtheilung. 7. Gieb unterwerfung und geduld, Daß wir nie deiner vaterhuld Verlustig werden; voll vertraun, Dich, wo kein leid ist, einst zu schaun. 8. Schütz unser ganzes vaterland Vor mangel, seuchen, krieg und brand! Gieb, weil du unser vater bist, Uns allen, was uns selig ist! 10) Bei m ewiltrer. Mel. Herzliebster jesu, was ꝛc. oder: Ist auch ein gott ꝛc. Nr. 2. 561. Kommt, laßt uns gott und seine größ erheben; Und nicht vor seinem donner heidnisch beben, Und nicht(denn er kann segnen und uns schützen) Vor seinen blitzen. 2. Sie können tödten uns und unsre heerden; Zerstörer sein, und auch wohl⸗ thäter werden; Soll aber dann, wenn sie die welt erschüttern, Der fromme zittern? 3. Ist gottes absicht, daß sie beben sollen, Wo donner unter seinem throne rollen; Und daß, wo blitze flammen, dann zur rache Sein zorn erwache? 4. Sie zeugen ja, wie alle deine werke, O gott! von deiner weisheit, huld und sütke. iu der f. 9. W uhoru schitteth Id bell, 6. Frh Rhle floß instrübsch Rehuld 33 sttken. 0. Di sadten, thaten. Habährehl . Soh schüttei, 4 H m Uiun n IEE II Maller tage Für fromme nicht mehr sein wird 55 Beim Gewitter. 865 stärke. Gleich herrlich ist im sturm und in der stille Dein rath und wille. 5. Von tiefer ehrfurcht, herr, vor dir durchdrungen, Sehn wir in der natur erschütterungen Auch güte, die sie schmücket und belebet, Selbst wenn sie bebet. 6. Fruchtbarer wird sie dann, wie deine frommen, Geprüft zu werden, oft in trübsal kommen. Wir leiden, durch geduld zu edlen werken Uns mehr zu stärken. 7. Dann reifen fröhlicher der tugend saaten, Zu mannichfaltigern und schönern thaten. Sie werden, wenn die trübsal sie bewähret, Nur mehr verkläret. 8. So strahlt, wenn donner die natur erschüttern, In größrer schönheit sie nach ungewittern, Als schmückte sie nun eine neue sonne Mit neuer wonne. 9. Verderbenschwangre dünst' entfliehn, und seuchen, Die uns und unsern heerden drohn, entweichen; Auch athmen wir, von leichtrer luft umgeben, Mehr kraft, mehr leben.. 10. So steigt, wenn einst am größten 866 Dritte Abtheilung. leid und klage, Empor nach jenes welt⸗ sst in gerichts getümmel Ein neuer himmel. fehl. 11. Wir werden dann zu einem neuen 4.A leben Hervorgehn, werden dir entgegen ad undl schweben, In diesem neuen himmel auf, sonmeh genommen Mit allen frommen. H1. H 12. Weil wir noch hier sind, sei von uns Z deik erhoben! Dann werden wir mit neuer kraft gm d dich loben; Dir bringen, herr, für alle. Du deine werke, Preis, dank und stärke. RmnEi Mel. Nun danket alle gott ꝛc. schag NI 562. O höchster! dessen kraft Luft, meer danenth und erde träget; Der erde, luft und meer al, Dan Durch einen wink beweget: Ich traue dei⸗ heshitzef ner güt, Und ehre deine macht, Obschon 6. Es bei deinem blitz Der donner schreckend kracht. Mes gug 2. Du führest väterlich Der saat zum Afomg reichen segen, In wolken über uns Den msergoth oft gewünschten regen Durch wind und oh zites wetter her, Machst durch der blitze brand Indn Die luft von dünsten rein, Und tränkst das t hng dürre land. mmah zu 3. O allmacht unsers herrn; O güte, gesthht, der nichts gleichet! O weisheit, die kein Nzisale witz Der sterblichen erreichet! Laß deine 3. dn größe uns In deinen werken sehn, Und lachtnich Beim Gewitter. 867 selbst im wetter auch Uns deine huld ver⸗ i. stehn. I 4. Denn, wenn darüber gleich Luft, ug erd und meer erschüttern. So darf ein ft 5. Du ehrst, o christ! ihn nicht, Wenn Fintt du nur knechtisch bebest, Bei jedem donner⸗ schlag In ängsten trostlos schwebest: Sieh deinen starken gott Doch nicht so machtlos man, Daß er im wetter dich Nicht auch 6. Es wirket seine macht Ein ehrfurchts⸗ iith volles grauen; Doch diese macht wirkt auch Aant Bei frommen das vertrauen. An uns liebt 9. 7. Und sollte dieser sturm Dir etwa scha⸗ Paß'. S8. Doch, weil so fester muth In unsrer 0 u macht nicht stehet, Und man sich nur durch II 353 868 Dritte Abtheilung. dich Zu dir, o herr! erhöhet: So flehe ich zu dir, Der alles gute schafft, Gieb mir, dir zu vertraun, Muth, willigkeit und kraft. 9. So oft wir blitzen sehn, So oft wir donnern hören, Laß uns durch hoffnung dich Und auch durch ehrfurcht ehren. Hat deine güte schon Den blitz hervorgebracht, So ist sein strahl doch auch Ein werkzeug deiner macht. 10. Was ists, das dir dein nichts Mehr fühlbar machen könnte, O mensch, als dieser sturm Empörter elemente? Er pre⸗ digt, sterblicher, Der oft so trotzig ist, Mit lauter stimme dir, Wie klein, wie schwach du bist! 1I. Gott, der die wolken lenkt, Erbarme dich aus gnaden, Laß dies gewitter doch, O vater! uns nichts schaden! Gieb, daß der feuerstrahl, Wind und der schloßen heer Uns nicht an leib und gut, Allmächtiger, versehr. ö . Ach, laß in der gefahr, Bei donner, blitz und stürmen, Uns deine lieb und macht Bedecken und beschirmen! Vor allem aber gieb, Wenn die gefahr vorbei, Daß dir für schutz und huld Auch jeder dankbar sei⸗ 363 Dies Ee r at ht le Reilents 2.9 Hohe I De sesß ssts au 3.9 Go„ d Odem I fhch, 4 i0 die* I ———.— —— —— —.....—— HSea.. ö — 22 ————— —— — 8 —— 12— — —— Nach dem Gewitter. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛe. 563. So ist, nach gottes rath und wille, Dies wetter glücklich nun vorbei, Und bei der angenehmsten stille Lebt alles auf und lebt aufs neu. Herz! fordert dies nicht deinen dank, Und deinen frohen lobgesang? 2. O seele! preise den erretter, Der seine große kraft bewies; Den starken gott, der sich im wetter So majestätisch hören ließ; Der selbst des blitzes strahlen lenkt, Und stets an uns in gnaden denkt. 3. Wenn die erhitzten dünste glühen, So, daß die menschen und das vieh Den odem matt und schmachtend ziehen, Wie froh, wie munter werden sie, Sobald nur 1 schwüle luft Der donner kühle winde ruft. 4. Wie lieblich hebt sich das getreide, Getränket durch den regenguß! Und wie vergnügt betritt die weide Der neu beleb⸗ ten thiere fuß! Der muntern vögel frohes heer Singt froher des erhalters ehr. 5. O gott! es bringt uns manchen segen Der blitz und donner deiner hand. Er bahnt den weg wohlthätgem regen, Und 869 870 Dritte Abtheilung. fruchtbarkeit strömt auf das land. Drum wird dir, wenn der frevler zagt, Vom christen freudig dank gesagt. 6. Jetzt sprichst du zwar nicht mehr aus wettern, Doch heilig Aene du für und für; Dein blitz droht nicht mehr zu zer⸗ schmetter u, Doch bleibt es chrf Urchtsvoll vor dir; Du bleibst stets meine zuversicht, Ich liebe dich und zage nicht. 21) In Wassersnoth. 15 Mel. Was mein gott will ꝛc. 564. Wir sind in noth: Laß uns, o gott, Die fluth nicht überschwemmen! Nimm uns in acht; Wehr ihrer macht; Du kannst die wogen hemmen. Verbirg jetzt nicht Dein angesicht: Gedenk an uns in gnaden. Gott, wenn uns jetzt Dein arm beschützt: Was kann die fluth uns schaden? 2. Ach hilf uns, herr, Allmächtiger! Um jesu christi willen! Ach du allein Kannst uns befrein, Kannst sturm und wellen stillen. Erbarme dich; Hilf väter⸗ lich; Beschütz uns gut und leben! Dann wollen wir Dir, gott! dafür, Dank, preis und ehre geben. RII 0 N 0 ibl midd. Dl Wctng 2. Dal 4 hatk EI 10 0 Rud is hettü J. N ohtt autz Nuht V. Hasser l 10 oh, Du When Oh 4. 80 llt güt, Nus dang ln u arih W gehutdy lus mi Nach geendigter Wassersnoth. 871 3 Mel. Nun danket alle gott ꝛc. 565. Lob, ehr und dank sei dir, O großer gott! gesungen, Daß du durch deine macht Die wilde fluth bezwungen. Es tobete der wind, Das wasser schreckte sehr, Die wellen rauschten schon Fast über uns daher. 2. Doch mitten in der fluth Bewiesest du erbarmen, Und halfst uns väterlich. Du zeigtest an uns armen, Daß du von herzen doch Die menschen nie betrübst, Und im betrübten auch Sie als ein vater liebst. 3. Nun ist der sturm vorbei, Die fluth hört auf zu toben. Gott! du hast sie be⸗ un droht Mit starker hand von oben. Die wasser laufen ab, Der mensch wird wieder froh, Der voll von furcht und angst Nach hohen orten floh. 4. So sei denn nun gepreist, O vater 9 aller güte! Nimm an, was wir dir jetzt Aus dankbarem gemüthe Für deine große Iuei treu Zum opfer bringen dar: Selbst unser herz soll sein Der lob⸗ und dankaltar. 5. Wir rühmen deine macht; Denn die gebot den wellen, Daß sie sich legeten Und uns nicht konnten fällen; Du sprachest nur 872 Dritte Abtheilung. ein wort: Bis hierher sollt ihr gehn! Da Uhn wir uns gleich Frei und errettet ehn. 6. Wir wollen dir hinfort Allein zur ehre leben, Und nicht mehr, wie bisher, Mit sünden widerstreben: So halt denn ferner noch Mit deinen strafen ein, Und laß in deiner hand Uns eingezeichnet sein. 7. Erfreue nun das land, Das du bisher betrübet! Erquicke, herr! dein volk, Das sich dir, herr, ergiebet Zu ewig treuem 8) In Kriegszeiten. Mel. Ach gott, vom himmel ꝛc. 566. Ach gott! wir treten hier vor dich Mit traurigem gemüthe; Wir bitten dich demüthiglich: Rett uns durch deine güte. Schau, wie die große kriegsgefahr Sich zu uns naht und auch sogar Uns zu ver⸗ derben drohet. 2. Gedenke, vater! doch nicht mehr, Daß wirs verschuldet haben. Gedenke nicht, daß wir so sehr Die uns verliehnen gaben Oft schändeten, und lange zeit Zur wollust clistwi Hannst de u mie Migeleh 5. 0 Mste fl Uh, MW W Ilidiglick 0. 0f Waasch Wudilleih Fioen h . O1 hitten I RH0 Hitch %⁰ I 90 Ee HHEN E ll 873 pracht und sicherheit Undankbarlich mis⸗ brauchten. 3. Oft ward, der unser nächster ist, Gedrücket und betrogen; Durch schein des rechts, gewalt und list Das seine ihm ent⸗ zogen. Drum drückt uns seine schwere hand. Die sünde, die wir nicht erkannt, Wird öffentlich vergolten. ö 4. Verzeih uns alle missethat Um jesu christi willen. Da er für uns gelitten hat, Kannst du dies unglück stillen. Dein sohn, der unsre sünden trägt, Die du ihm selber aufgelegt, Ist ja auch unser mittler. 5. Um seinetwillen schone du Und stille unsre klagen, Verleih uns wieder fried und ruh, Und wehre allen plagen. Erbarm, o herr! erbarme dich, Und rette uns doch gnädiglich Von krieg und kriegsbeschwerden. 6. O gott! du kannst der fürsten herz Wie wasserbäche lenken. Ach! laß sie doch der völker schmerz Recht väterlich bedenken. Präg ihnen und den räthen ein, Was heißt, der länder väter sein; Damit sie frieden lieben. 7. O herr! wir fallen dir zu fuß Und bitten um erhörung. Gieb wahren ernst In Kriegszeiten. Dritte Abtheilung. 87⁴4 zur wahren buß Und eifer zur bekehrung; Damit wir nicht an unserm theil Durch neue sünden unser heil, Den frieden selbst verhindern. 8. Breit wieder über unser land Die flügel deiner gnaden. Beschütz und segne jeden stand. Laß nichts uns weiter schaden. Wir wollen solche gütigkeit Und vatertren zu jeder zeit Mit dankbarkeit erheben. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 567. Es zieht, o gott! ein kriegeswetter Jetzt über unser haupt einher. Doch, bist du unser schutz und retter, So fürchten wir uns nicht so sehr, Wie heftig auch gefahr und noth Den völkern und den ländern droht. 2. Gieb, vater, in so trüben tagen Uns nur den sinn, auf dich zu sehn, Und da, wo andre trostlos zagen, Mit zuversicht zu dir zu flehn; Weil nie doch menschenhülfe nützt, Wenn deine rechte uns nicht schützt. 3. Kein blinder zufall herrscht auf erden; Du bist es, der die welt regiert. Ein jeder wird schon inne werden, Daß deine hand die welt regiert. Drum wollen wir, herr, voll vertraun, Auf deinen schutz und hülfe baun. 4. M aer N Huthse Neserzels Zysliboh III i H 87⁵5 4. Wir fallen gern in deine arme, O vater der barmherzigkeit! Und flehen de⸗ muthsboll: erbarme Dich über uns zu dieser zeit! Laß gnade nur für recht ergehn, So bleiben wir noch aufrecht stehn. 5. Und findet, herr, dein weiser wille Noch ferner züchtigungen gut; So fassen wir in frommer stille Dennoch zu dir den frohen muth: Daß du gewiß zur rechten zeit Uns zu erretten seist bereit. 6. Du züchtigest, doch stets mit maßen, Und meinst es immer väterlich; Auch uns wirst du nicht ganz verlassen; Und unsrer noth erbarmst du dich. Wir sollen nur durch angst und pein Geläutert und gereinigt sein. 7. Froh werden auch wir rühmen müssen, In Kriegszeiten. Wenn du uns wieder wohlgethan: Gott brach, nach uns verborguen schlüssen, Zum heil uns auch durch noth die bahn. Du bleibest unsre zuversicht, Barmherziger, verlaß uns nicht! Nach erlangtem Frieden. In voriger Melodie. 568. Gelobt, gelobt seist du mit freuden, Gott, der du liebreich an uns denkst, Und 876 Dritte Abtheilung. nun uns nach des krieges leiden Des frie⸗ dens wonne wieder schenkst! Du heißest die verwüstung fliehn, Und sicherheit und segen blühn. 2. Herr, das thust du; was du behütest, Dem darf sich kein zerstörer nahn. Wenn du, allmächtiger, gebietest, Ist alle zwie⸗ tracht abgethan. Auch über uns hast du gewacht; Auch uns die ruh zurückgebracht. 3. O christen! fühlt das ganz und preiset Frohlockend ihn, der uns erfreut, Der sei⸗ nes armes macht beweiset, Und bei der macht barmherzigkeit; Der uns auf gna⸗ denflügeln trägt, Und wunden heilet, die er schlägt. 4. Preist ihn durch freudiges vertrauen; Ihr seht, was seine hülfe kann. Er läßt sie uns auch ferner schauen Und nimmt sich unsrer mächtig an. Wo wir nichts können, nichts verstehn, Wird, was uns nützt, durch ihn geschehn. 5. Preist ihn durch wohlthun und erbar⸗ men, Wo ihr der brüder noth erblickt, Daß ihr die leidenden und armen Speist, tränket, kleidet und erquickt; Damit sich alles, alles freu, Und durch den frieden glücklich sei. shallet) fir Hetze Ihs witz Whieteadg Hurmet. . Wi Aun kies shat eehn Hentl. 0 877 6. Preist, preist ihn durch ein frommes Nach erlangtem Frieden. leben: Dies ist der beste lobgesang. So viel ist uns von ihm gegeben! So sehr ver⸗ dient er diesen dank! O lasset herz und wandel rein Und ihm ein würdig opfer sein. 7. Nimm, vater, unsers dankes lieder Auch jetzt mit wohlgefallen an! Froh schallen unsre tempel wieder Von dir, der uns so wohlgethan. Herr, unser gott, dich loben wir! Herr gott, wir danken, danken dir! Mel. Sei lob und ehr dem ꝛc. 569. Gott, unser froher lobgesang Er⸗ schallet dir zum preise! Vernimm gerühr⸗ ter herzen dank, Daß du nach vatersweise Uns wieder hast so wohlgethan, Und alle zwietracht abgethan, Der völker dich er⸗ barmet. 2. Wie sehr ward nicht so manches land Von kriegeslast beschweret; Von der zum streit erhobnen hand Geängstigt und ver⸗ heeret! Nur du hast größerm leid gewehrt, Du hast gebät und flehn erhört; Auch diese noth geendet. 3. Wo furcht und angst die herzen brach, Wo mordgewehre schreckten, Wo zucht und 878 ordnung niederlag, Das feld erschlagne deckten: Da kehrt zurück die goldne zeit, Erholung, ruhe, sicherheit, Und deines segens fülle. 4. Der landmann sammelt ungestört In ausgeleerte scheuern, Was, gott, ihm deine hand beschert, Froh deine huld zu feiern. Gerechtigkeit und güt und treu Begegnen wieder sich aufs neu, Der län⸗ der glück zu bauen. 5. Gott, unser vater, sei gepreist, Daß du die herzen lenkest, Und in der herrscher sinn und geist Die friedensliebe senkest! Herr, dir gebühret unser dank, Und dich preist unser lobgesang; Der du so gern erfreuest. 6. Wehr ferner nun, nach deiner treu, Wehr mächtig allen kriegen, Daß uns der friede lang erfreu; Laß menschenliebe sie⸗ gen; Beschütze du mit starker hand Des fürsten stuhl, das ganze land, Und jedes standes wohlfahrt. 7. Wir traun auf dich, nur wollst du auch Uns wahre weisheit lehren, Daß wir des friedens rechten brauch In mißbrauch nicht verkehren, Und nicht durch stolz, durch Dritte Abtheilung. scher Ag Hen, D Abersich dau wir⸗ Ul nich 2. Erh shwberen lls zuvj 10 0 Nil IN WI Ruf D h hat, Nährst du mit wohlgefallen. In Theurung. 879 üppigkeit, Durch leichtsinn, ungerechtig⸗ keit Uns eigne noth bereiten. 8. Erhebt, erhebt gott immerdar, Den geber aller güter! Er ist und bleibet, wie er war. Der menschen freund und hüter. Gleich herrlich, so von rath als that, Hilft er, wie er geholfen hat. Ihm sei allein die ehre! 3) In Theurung. Mel. Von gott will ich ꝛc. 570. Du bester trost der armen, Beherr⸗ scher aller welt! Du, vater, voll erbar⸗ men, Der ewig glauben hält! Du unsre zuversicht, Zu dem wir alle flehen, Auf den wir kindlich sehen, Verlaß, verlaß uns nicht! 2. Erbarmender, ach, wende Der zeiten schweren lauf; Thu deine milden hände, Uns zu versorgen, auf! Was irgend leben Nähr uns auch! schaff uns allen Bei unserm mangel rath. 3. Herr, der du auch uns schufest, Steh uns mit hülfe bei. Allmächtiger! du rufest Dem nichts, damit es sei; Zu helfen ist 880 Dritte Abtheilung. dir leicht, Du kannst dem mangel wehren, In überfluß ihn kehren, Wenns uns un⸗ möglich däucht. 4. Die früchte laß gerathen Und deine hülf uns sehn; Erquicke du die saaten, So oft sie traurig stehn. Herr, baue selbst das land, Tränk es mit thau und regen, Und füll es an mit segen Aus deiner mil⸗ den hand. 5. Erhör uns, vater, kröne Das jahr mit deinem gut, Daß sich das herz ge⸗ wöhne Zu wohlgefaßtem muth. Lehr es sich deiner freun, Stets zutraun zu dir haben, Und deine segensgaben Durch mis⸗ brauch nie entweihn. 6. Allgütiger! wir hoffen Auf dich und deine treu. Oft hat uns noth betroffen, Und da standst du uns bei. Sprich nur dein mächtig wort, Das wird den mangel heben; Wir werden froher leben, Dich preisen hier und dort. 24) Bei gefaͤhrlichen Seuchen. Mel. In dich hab ich gehoffet ꝛe. 57 1. Du, gott, bist unsre hülf und macht. Wenn uns dein auge nicht bewacht: Wer Hählt 1 Wlsd 1 O mss Ränem 1l Mrilg m. +. Kel. leln ort, Ud W M deuh den sünl. 0. Dal Mweine, lͤllet nn. M, umn lhen. 0. Nach willeg n schn Kßl 0 . Saish ilithsey antlitz schaun, und alle die Noch leben, die Bei gefährlichen Seuchen. 881 wacht, wer hilft uns armen? Erretter, dir, Dir flehen wir; Du wollest dich erbarmen. 2. Der seuchen gift verbreitet sich Weit um uns her; erbarme dich; Laß uns nicht plötzlich sterben! Entzeuch dem tod Uns, der uns droht; Entreiß uns dem verderben. 3. Du bist ein gott, der gern verzeiht; Laß uns denn noch barmherzigkeit Vor deinem throne finden! Und dein gericht Vertilg uns nicht In unbeweinten sünden. 4. Kein reichthum schützt, kein stand, kein ort; Hier weinen witwen, eltern dort, Und da verwaiste kinder. Die seuch erreicht Auch den, der fleucht, Den frommen, wie den sünder. 5. Deß alles sind wir werth! doch wir ö Beweinens, gott, und flehn zu dir, Du wollest uns vergeben! Wir wollen gern rin unserm herrn, Gehorchen, dir nur eben. 6. Auch glauben wir an deinen sohn. Um jesu willen duld' und schon', Und laß uns trost erscheinen! Streck aus die hand, Und laß das land Nicht länger hülflos weinen. 7. Sei mit den sterbenden, daß sie Dein 882 Dritte Abtheilung. bewahre; Tröst in dem schmerz, Daß bald ihr herz Wie gern du hilfst, erfahre. 8. Das ganze volk frohlockt dir dann, Und betet dich, erretter an, Und preiset deine gnade. Dann wandeln wir, O gott, vor dir Mit freuden deine pfade. 25, In Krankheiten. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 572. Ach! könnt ich doch mit deinen glie⸗ dern Im tempel, jesu, dich erhöhn, Und freudenvoll mit deinen brüdern Das denk⸗ mal deines tods begehn! Doch weil mich noth und krankheit plagt, Ist diese freude mir versagt. 2. Sieh, hier auf meinem krankenbette Feir ich dein abendmal allein. Doch, herr, ich weiß, an jeder stätte Hast du verheißen, nah zu sein. Wo je ein frommer seufzt und weint, Da bist du, großer menschenfreund. 3. Um trost ist meinem herzen bange; Ich suche, herr, dein angesicht. Um deine hülfe, gott, wie lange Ruf ich, und du erhörst noch nicht! Ach, stärke bei des lei⸗ er schmerz Mein banges und beklemmtes herz! Rsib da ö I. V Im l Wggll ih 5„. M hhache Reclel Hushli Iunosto 6. V shist wi M, seel Hein gott Hadem Heht. In Krankheiten. 883 4. Vielleicht, o herr! empfang ich heute Zum letzten mal dein leib und blut; Drum gieb dadurch dem herzen freude Und der verzagten seele muth. Noch einmal, jesu, flehe ich: Ach, tröste und erfreue mich! 5. Laß das gedächtniß deiner leiden Mir schwachen trost und kraft verleihn. Laß es die guelle sanfter freuden Und jenes lebens vorschmack sein. Dein leiden, dein versöh⸗ nungstod Erquicke mich in meiner noth. 6. Ich sehe schon den himmel offen: Ich tröst mich meiner seligkeit. Was kannst du, seele, größres hoffen, Als was dir da dein gott verleiht? Nun komm ein neues leiden her, Mein herz erbebt dafür nicht mehr. 7. Und naht der tod mit seinen schrecken, Ich bin getrost und zage nicht. Vom tode wirst du mich erwecken, Ich fürchte, herr, nicht dein gericht. Ich bin getrost, dein leib und blut Giebt mir im tode trost und muth. Mel. Aus tiefer noth schrei ich ꝛc. 57 3. Ach, lieber gott! ich bitte dich, Hilf mir und andern kranken, Und segne jeden doch, wie mich, Mit heiligen gedanken, 0— 6 884 Dritte Abtheilung. Gieb uns gelassenheit und ruh; Und unser bester arzt sei du, In schmerzen unser tröster. 2. Belohne, treuer vater, die, Die lieb⸗ reich meiner pflegen: Für ihre treue segne sie Mit deinem reichen segen. Gieb gegen sie mir freundlichkeit, Laß mich aus unzu⸗ friedenheit Sie nie durch murren kränken. 3. Soll diese krankheit tödtlich sein, Soll ich die welt verlassen, So laß von sünden⸗ lieb mich rein, Im glauben dich umfassen. Gieb lust und kraft zu jeder pflicht, Lehr mich, im glauben ans gericht, Die liebste sünde hassen. 4. Doch willst du, bester vater, mir Gesundheit wieder schenken, So fleh mein herz dankbar zu dir, Es allzeit so zu len⸗ ken, Daß ich in meiner pilgrimszeit Mit neuer treu und redlichkeit Auf deinen we⸗ gen wandle. 5. Du weißt, wie wenig ich vermag, Du wollest selbst mich leiten, Und recht auf meinen sterbetag Durch frömmigkeit berei⸗ ten: Daß über alles, alles ich Dich lieb, und dankvoll gegen dich, Dir lebe, gott, dir sterbe. 1 1 57⁴. Miral Lh 2. A Main! Hiler! Heil 3. 4 ic in Rung d 4. 2 Rerz. A Vort H Hilbert! 0 ull, Hilem AUin he: 0. Un In Krankheiten. 885 Mel. Nun sich der tag geendet hat ꝛc. oder: Nun danket all' ꝛc. Nr. 3. 574. Auch diesen tag hab ich vollbracht Mit aller seiner noth. Nur deiner vater⸗ lieb und macht Verdank ich es, o gott. 2. Wärst du nicht meines lebens kraft, Mein retter und mein heil: So würd in dhenl. pilgrimschaft Kein trost mir je zu theil. 3. Ach, ohne dich, allgütiger, Verging ich in der noth; Von freudigkeit und hoff⸗ nung leer Wär ohne dich mein tod. 4. Doch welchen trost fühlt nun mein herz: Du bist und bleibst mein gott! Dein wort versüßt mir meinen schmerz, Und lindert meine noth. 5. Froh kann ich mich dem schlaf ver⸗ traun, Auch schlafend bin ich dein. Vor keinem unfall soll mir graun, Du wirst mein helfer sein. 6. Und sollt, o vater, diese nacht Auch kommen selbst der tod: Wohl mir! dann ist mein lauf vollbracht, Geendigt alle noth. Mel. Wenn mein stündlein ꝛc. 575. Dein wille, herr und vater, ist,‚ Daß ich jetzt schmerzen leide: Doch weiß 886 Dritte Abtheilung. ich, daß du vater bist, Und dies ist meine freude. Dir ist die krankheit wohl bekannt; Mein leben steht in deiner hand, Du zäh⸗ lest meine tage. 2. Wenn in mir manchen augenblick Ge⸗ sundes blut geflossen, So schenktest du mir, gott, dies glück, Das ich so oft genossen. Oft war ich frei von jedem schmerz, War gutes muths; drum, o mein herz, Leid jetzt auch unverdrossen. 3. Nein, bester vater, gieb nicht zu, Daß ungeduld mich kränke; Gieb deinen geist mir, der mir ruh Für meine seele schenke! Den geist, der stark in schwachen ist, Damit ich als ein wahrer christ Dies leiden willig trage. 4. Vergessen laß michs, vater, nie, Du seist und bleibst die liebe. Gieb nicht zu, daß mein herz doch je Unglaubig sich betrübe. Trug jesus nicht auch meine schuld? Ist grenzenlos nicht deine huld, Nicht ewig deine liebe? 5. Das eilen meiner lebenszeit Laß mich, mein gott, erwägen: Der todes⸗ nacht, der ewigkeit Flieg ich stets mehr ent⸗ gegen. Erst dann, wenn dies mein geist enkt Hlt, A 6. M W W h Nlcen Wt, Meh Min l . Acl Rch, mef eche michg lluen, Nel gett, Eli Meiß XI Haltterken Hastentf Lale. A Huach. Dih dein Ht u AH WM iitt HII Fur I 0.1. 16 00 V uE, l 0 In Krankheiten. 887 bedenkt, Sich recht zu dir, zum himmel lenkt, Wird mir mein schmerz zum segen. 6. Voll hoffnung wend ich mich zu dir, Dir will ich mich ergeben; Schenk wahren ernst und weisheit mir, Wie du befiehlst, zu leben. Bewahre nur für heuchelei, O. gott, mein herz, zum himmel sei Gerichtet mein bestreben. 7. Ach, jeden, jeden augenblick Laß mich, mein gott, dir weihen! Zieh von der erde mich zurück; Laß nichts den geist zer⸗ streuen; Kein glück der welt, kein traum der zeit, Gott, und das glück der ewigkeit Sei meine höchste freude. 8. Ach, zum gebäte schenke mir Noch munterkeit und stärke; Mein herz wird sonst entfernt von dir, Und träg zum guten werke. Will gleich mein geist, der leib ist schwach: Hilf deinem kinde, vater, mach, Daß deine kraft ich spüre. 9. Laß nicht zu, daß der krankheit pein Zu groß mir schwachen werde; Laß deine guade mich erfreun Und mildre die be⸗ schwerde. Du, vater, weißt, was jeden tag Dein schwaches kind ertragen mag. Hilf mir, erbarm dich meiner! 888 Dritte Abtheilung. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 576. Der morgen kommt, und meine klage Wird auch mit diesem morgen neu. Wie traurig eilen mir die tage Der bangen pilgrimschaft vorbei! Der sonne neuge⸗ schenktes licht Erheitert meine seele nicht. 2. Noch immer bin ich auf der erde, Wo mich gefahr und noth umringt, Wo täglich härtere beschwerde Zu klagen und zu thrä⸗ nen zwingt: Noch immer fleh ich unerhört Um rettung, die mein herz begehrt. 3. Herr, eile doch, mir beizustehen, Verlaß den schwachen pilger nicht! O neige, vater, auf mein flehen Zu mir dein gnädig angesicht! Gieb mir geduld, und bei dem schmerz Ein hoffend und zufriednes herz. 4. Mir ist mein schicksal noch verborgen, Das diesen tag mich treffen soll. Auf dich. f gott, werf ich meine sorgen: Du kennst und suchst mein wahres wohl; Und was dein rath beschließt und thut, Ist immer höchst gerecht und gut. 5. Soll ich die last noch länger tragen. Ich halte deiner fügung still. Mit dir zu⸗ frieden, will ich sagen: Herr, wie du willst, nicht wie ich will; So laß mich ohne fal⸗ Heun sig Aicheitt M aherbm hinden In Krankheiten. 889 schen schein, Geduldig, wie mein heiland, sein. N 6. Nach allen leidensvollen stunden Rückt 2neinst mein ende doch herbei: Dann hab ich n ewig überwunden, Und bin von aller trüb⸗ HeYeensal frei; Und ich empfang vor deinem thron I5e De Den mir verheißnen gnadenlohn. Il 7. Gestärkt durch diesen frohen glauben, al Zut Vollend ich meinen leidenspfad. Herr, IhH Ah stärke, stärke meinen glauben, Auch dann, He. wenn sich der tod mir naht. Vielleicht I HNizsh erscheint er heut; wohl mir! Dir leb ich; Iit u und dann sterb ich dir. N I 4 Mel. Aus tiefer noth schrei ich ꝛc. „½%½ 577. Die krankheit, du gerechter gott, fu1400 die ich jetzt an mir spüre, Bezeugt mir, lod e daß ich meinen tod Stets in und bei mir führe; Ja, jede stunde, jede zeit Erinnert mich der sterblichkeit, Und spricht: denk an dein ende. 2. Du hast die schmerzen auferlegt, Die meine glieder tragen; Doch da mich deine I liebe schlägt Willst du mir damit sagen u Des todes ursach ist in dir, Dein leben „ Dl aber kommt von mir, Und steht in meinen i händen. 890 Dritte Abtheilung. 3. Ja wahrlich, deine vaterhand Will mich durch leiden rühren, Und mich von allem eitlen tand Zu edlern sorgen führen. Wenn ich gleich sehr entkräftet bin, Wird doch dein treuer vatersinn Mir, wo es dienlich, helfen. 4. Beschlössest du in deinem rath, Ich solle länger leben: So kannst du leicht auch in der that Den mitteln kräfte geben. Ist aber dies dein weiser schluß, Daß ich nunmehro sterben muß, So bin ich auch zufrieden. 5. Dies eine bitt ich: heile nur Die wun⸗ den meiner seelen, Wenn gleich im leib⸗ lichen die kur Und alle mittel fehlen. Denn leb ich fromm vor dir, o gott! So werd ich auch bis in den tod Stets deine wege preisen. Mel. Nun ruhen alle wälder ꝛc. 578. Mein jesu, der voll schmerzen Und matt am leib und herzen Am ölberg nieder⸗ sank; Mein bester freund und tröster, Ach siehe! dein erlöster Liegt jetzt nach deinem willen krank. 2. Wie viel gesunde stunden Sind wie ein strom verschwunden! Wie schnell ver⸗ floß ein jahr! Du, herr, hast mich gestär⸗ In Krankheiten. 891 ket; Ich hab es kaum gemerket, Daß ich gest nd und glücklich war. 3. Jetzt, da ich schmerz empfinde, Denk ich an meine sünde Mit wahrer reu und leid. Du hast mich stets geliebet Und treu an mir geübet; Doch liebte ich dich nicht allzeit. 4. Ich warf mich nicht in demuth Und nicht in wahrer wehmuth Vor dir, erhab⸗ ner, hin. Jetzt wirfst du meine glieder Aufs krankenbette nieder, Und lehrst mich, daß ich erde bin. lul Sen: 5. Ich wandte meine kräfte Richt stets A n zum hauptgeschäfte, Nicht stets zur tugend A an. Das fühl ich jetzt mit reue, Gelob dir qwahre treue, Dieweil ich gutes denken kann. 6. Wie oft bin ich beim beten Ohn ernst vor dich getreten, wie laulicht sucht ich dich! 2l Jetzt lernt mein herz nun ringen, Und WüA ernstlich zu dir dringen, Jetzt ruf ich zu EA dir flehentlich.. 0.. So hilfst du, herr, in guaden Und 101 heilst den seelenschaden, Wenn du den kör⸗ per stäupst. Mein leiden wird mir segen; 0 ö Auch auf den rauhen wegen Seh ich, daß Las du die liebe bleibst. 892 Dritte Abtheilung. 8. Vernimm mein glaubig flehen, Laß mich doch hülfe sehen, Verbirg dich nicht vor mir. Mein bester helfer, eile, Erquicke, Oir heile, Denn meine hoffnung steht zu dir. 9. Vermindre meine plage, Verlängre meine tage, wenn es mir nützlich ist. Im neugeschenkten leben Will ich mich dir b. Und rühmen, daß du hülfreich ist. 10. Doch soll ich bald erblassen, Und diese welt verlassen, So waffne mich mit muth. Laß mich mein haus bestellen, Und machs in allen fällen Mit mir und mit den meinen gut. Mel. Wer weiß, wie 579. Sie kommt, sie kommt die letzte stunde! Schon ist der richter vor der thür! Was für ein wort aus seinem munde Be⸗ stimmt mein ewig schicksal mir?„Komm, du gesegneter, herein!“ Ach! oder?„geh zur höllenpein.“ 2. Herr, zeige mir noch vor dem grabe, Lehr mich recht, wie mein herz es meint, Und was ich zu erwarten habe, Wenn jesus zum gericht erscheint. Bin ich noch nahe mir mein ꝛc. Icht al Hatel, I. 3. MN um a. f inE E il cn +. Hali Hl dil,x Humte sidlich E il vatem Hter scg 5. Dil Iich g chdeneng schen ih sulschen s shleit? 6. Enh 7 Hai ufihtef iht als i: lder zu Hanen nt * In Krankheiten. 893 Wsc, nicht auf rechter bahn, So nimm dich, Hlih vater, meiner an. I D 3. Allwiss ender, ist mein vertrauen Auf NA i jesum auch von rechter art? Nicht, wie aauuf ihn die heuchler bauen, Bei denen al er zum spotte ward? Die niemals auf lühl: Ki h ipiel sehn, Nie folgsam seine wege t gehn: WI I 4. Hat auch mein glaube dank und liebe Por dir, mein gott, in mir erzeugt? Ent⸗ ah H, flammte er der demuth triebe, Damit ich luff at kindlich mich gebeugt, Wenn du mich als ) ein vater trugst, Wenn du mich als ein Hem vater schlugst? 5. Du willst, ich soll die sünd verlassen: Thu ich es treu und mit geduld? Vergab ich denen, die mich hassen, Mit hand und herzen ihre schuld? That ich auch einem hun— 53 leid, Der über mich noch rache 1 rei 0 6. Empfahl ich dir auch recht die mei⸗ /1 nen? Hab ich auch treu für sie gewacht? Darf ihrer keiner darum weinen, Daß ich u%i nicht als ihr freund gedacht? Und sterb ich in der zuversicht: Der herr verläßt die hur meinen nicht? 00 Mir 2 89⁴4 Dritte Abtheilung. 7. Such ich in deinem wort erquickung, H1. x Wenn mir um trost jetzt bange wirde—5 Sehnt sich mein herz nach der entzückung, MI Die mir der herr, mein guter hirt, Er⸗ l worben, und in jener welt, Am quell des lebens, vorbehält? H 8. Mir sagt dein wort und mein gewi⸗ I sen, Daß ich ein übertreter bin. Laß ich in auch fromme thränen fließen Und fliehe* betend zu dir hin? Bleib ich getrost durch 104 christi tod, Auch wenn des grabes schrecken droht? f. 9 1 9. Gott! richter! vater! schone, schonel Arssug Weil er den kelch des leidens trank. Gieb e kraft mir zu der siegeskrone, Die er dem ms frommen christ errang; Dann sag ich durch Mhel des glaubens macht, Getrost und froh: es an hül ist vollbracht! 5. Dend 0 Dl Mel. Befiehl zu deine wege ꝛc. l zun l 580. Zeit, die ich seufzend zähle, Voll siuhza schmerz und ungemach! Betrübt ist meine d seele, Und kraft und odem schwach; Fast eamge jeder morgen mehrt Besorgniß mir und ilt ust schmerz, Doch gott will sein geehrt; Ehr Duß n ihn auch nun, mein herz. Aupst o A H llHAit E I vege ö IHl. h Im Slt sell Syn. In Krankheiten. 895 2. Was zieht dich noth und plage Von freud und danken ab? Gedenk der ersten tage, Die dir dein vater gab. O tage, reich an freuden, An tausend segen reich! Was sind nun diese leiden, Vergleich ich sie mit euch? 3. Daß ihr mich einst beglücket, Wem dank ichs? gottes huld. Daß krankheit jetzt mich drücket, Wem dank ichs? meiner schuld! Nun muß mir schmerz beweisen, Was leichtsinn oft vergißt, Daß unser leib nicht eisen, Sein bau nicht ewig ist! 4. Mein gott! in tiefer reue, Mir mei⸗ ner schuld bewußt, Komm ich, der unge⸗ treue, Und schlag an meine brust: Laß mich nur gnade finden, So duld ich de⸗ muthsvoll, Was mich von meinen sünden Zum guten leiten soll. 5. Denn du lenkst unsern herzen Selbst plagen zum gewinn; Zeigst mir in großen schmerzen, Wie schwach, wie nichts ich bin; Und läß'st mich innen werden, Daß diese ganze welt, Und alles gut der erden Nicht trost für mich enthält. 6. Du machst mich los von sünden, Dämpfst meinen übermuth, Und lässest 896 Dritte Abtheilung. mich empfinden, Das leiden sei mir gut. Du zeigst mir in der nähe Tod, ewigkeit, gericht. Wenn ich nun in mich gehe, Ver⸗ stößest du mich nicht. 7. O gott! dein weg ist güte, Und ewig wird ers sein. Drück tief in mein gemüthe Mir diese wahrheit ein, Daß in den tief⸗ sten nöthen Ich doch von dir nicht laß, Und scheints, du wolltst mich tödten, Ich dich im glauben fass. 8. O, schenk mir licht und gnade! Leben⸗ dig einzusehn, Es sei für mich kein schade, Den trübsalsweg zu gehn; Damit die last ich trage In siegender geduld, Und nim⸗ mermehr verzage An dir und deiner huld. 9. Nun, so gescheh dein wille; Getreuer gott! zu dir Ist meine seele stille: Denn täglich hilfst du mir. Wovor sollt ich erbe⸗ ben? Du bist, o gott, mein theil; Im tode, wie im leben Bist du mein licht und heil. Nach der Genesung. Mel. Aus meines herzens grunde ꝛc. 581. Als in der krankheit schmerzen Die seele fast versank, Und nun aus vollem her⸗ zen Mein flehn zum himmel drang: Da V In Todesnöthen. 897 hörte gott mein flehn; Der treue, der erhal⸗ ter! Nun soll auch den erhalter Mein dank und lob erhöhn. 2. Herr über tod und leben, Du meiner väter gott! Wie soll ich dich erheben, Mein heil, mein herr, mein gott? Zu wenig ist mein dank; Wer hat dich gnug erhoben? Zu schwach ist, dich zu loben, Der engel lobgesang. 3. Und doch, von dir zu schweigen, Wär eine frevelthat, Ich wills, ich wills bezeu⸗ gen, Wie gott errettet hat. Hörts, men⸗ schen, gott nur kann Vergeben und erretten. Ach, wenn wir gott nicht hätten, Wer hülf uns armen dann? 4. Dir will ich nun ganz leben, Und sein dein eigenthum, Mein künftiges bestre⸗ ben Sei deiner gnade ruhm; Dir weih ich meine zeit, Vor dir will ich stets wallen, Dir dienen und gefallen In alle ewigkeit. 26) In To des noͤt hen. Mel. Nun laßt uns den leib ꝛe. 582. Des todes graun, des grabes nacht Flieht, herr, vor deiner wahrheit macht; 94 898 Dritte Abtheilung. Mein geist, erhellt von deinem licht, Bebt vor des leibs zerstörung nicht. 2. Es falle nur die hülle hin, Mit der ich hier umgeben bin; Ich selber, lebend, wie zuvor, Schwing aus den trümmern mich empor. 3. Ein innres, mächtiges gefühl Ver⸗ kündigt mir mein höhres ziel; Dies stre⸗ ben nach der ewigkeit Erhebt mich über erd und zeit. 4. Dich, höchster, hab ich hier erkannt, Voll liebe vater dich genannt; In dieser seelenwürde liegt Ein hoffnungsgrund, der nimmer trügt. 5. Dein sohn zeigt mir die beßre welt; Nun ist mein glaube festgestellt. Wie herr⸗ lich wird der menschheit werth Durch jesu zusag aufgeklärt. ö 6. Glückselge aussicht auch für mich! Entzückt hebt meine seele sich; Ich seh im geist des christen lohn, Ich sehe meinen himmel schon. 7. Da find ich, was dein guter rath Zu meinem wohl geordnet hat; Genieße dei⸗ nes gnadenblicks Und der vollendung mei⸗ nes glücks. I, MM Hlh U. A Kell Ei Dunch V Huthette HHHSe PWihe I Imtt n Iung. diesem ziele zu, 583. Herr jesu, meines lebens In Todesnöthen. 899 8. Viel freude gabst du mir schon hier, O gütiger, wie dank ichs dir? Stets folgte klei⸗ nerm ungemach Die größere versüßung nach. 9. So hat schon dieser kindheitsstand Der höhern hoffnung unterpfand; Die liebe, die mich hier beglückt, Die bleibt und seg⸗ net unverrückt. 10. Des freudigsten vertrauens voll, Erwart ich, was mir werden soll, Wenn ich, von sünd und noth befreit, Nun reife zur vollkommenheit. 11. Der tod darf mir nicht schreckend sein; Er führt zum wahren leben ein. Durch gottes kraft besiegt mein herz Der krankheit last, der trennung schmerz. 12. Wenn hier von uns, die gott ver⸗ eint, Der letzte auch hat ausgeweint, Dann wird ein frohes wiedersehn Auf ewig unser glück erhöhn. 13. Herr unsrer tage, führe du Uns alle Daß uns, bei standhaft frommer treu, Des lebens end erfreulich sei. Mel. O jesu christ, meins ꝛc. licht, Mein trost und meine zuversicht! Tief beugt 900 Dritte Abtheilung. mich meiner leiden last; Ach! unter ihr erlieg ich fast. 2. Mein gott, wo nehm ich kräfte her? Der gang zur ewigkeit ist schwer. Nimm deinen pilgrim an der hand Und führ ihn in das vaterland. 3. In mir tobt jetzt des todes schmerz, Voll ist davon mein armes herz; Es schreiet ö sehnsuchtsvoll in mir: Nimm mich, o herr, nimm mich zu dir! 4. Ich seh zu deinem kreuz empor, Und halte mir dein sterben vor Denn nichts kann, selbst in todespein, Mir tröstender, als dieses, sein. 5. Wenn dann mein sterbend haupt sich neigt, Und sich mein grab mir traurig zeigt; So sei dein wort: es ist vollbracht! Mein licht in meiner todesnacht. 6. Mit sieg gekrönt gingst du ins grab, Ich folge dir getrost hinab. Ich geh zu gott mit freuden hin, Und jauchze, daß ich selig bin. 7. Ich traue, herr, auf deinen tod In meiner letzten todesnoth; So schließ ich meinen lebenslauf, Und du nimmst mich im himmel auf. hchterg M, In Todesnöthen. 901 8. Am jüngsten tag erweckst du mich, Da sieht mein auge froh auf dich: In jenes schreckliche gericht Führst du mich, deinen freund, ja nicht. 9. Unsterblich werd ich auferstehn, Ver⸗ klärt werd ich den vater sehn, Und du machst mich in deinem reich Auf ewig dei⸗ nen engeln gleich. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein ꝛc. 584. Ich fasse, vater, deine hände Und halte sie im glauben fest; Verlaß den nicht an seinem ende, Der ewig sich auf dich ver⸗ läßt; Du bist mein gott von jugend auf, Hilf glücklich enden meinen lauf. 2. Du hast nach deiner vatergüte Be⸗ ständig wohl an mir gethan; Erhör auch meine letzte bitte: Nimm, gott, mich dort zu ehren an! Ach, vater, ach! noch eins ist noth, Ein gutes end, ein selger tod. 3. Du hast mich je und je geliebet, Ver⸗ sorgt, gestärkt, geschützt, regiert, Mich oft erquickt, durch leid geübet, Oft wun⸗ derbar, stets wohl geführt. Wohin ich ging, wohin ich sah, War mir stets deine güte nah. 90² Dritte Abtheilung. 4. Auch jetzt auf meinem sterbebette Sieh meine noth mit mitleid an; Erquicke, lindere, errette! Denn du bists, der mir helfen kann. Stärk mich im guten bis ans end', Damit ich treu den lauf vollend'. 5. Mein heiland, treib die furcht zu⸗ rücke, Besiege meinen letzten feind; Lenk auch im sterben meine blicke Auf deinen tod, o seelenfreund! Sprich mir trost, muth und freude zu, Mach ende, bringe mich zur ruh! 6. Ihr, meine güter dieser erden, Ihr machet mir den tod nicht schwer; Denn jetzund werd ich selig werden, Drum brauch ich eurer nun nicht mehr. Du, gott, bists, wenn das eitle weicht, Der mir des lebens krone reicht. 7. Ich übergebe dir die meinen, Du vater der barmherzigkeit; Laß ihnen stets dein trostlicht scheinen, Und bleib ihr gott zu aller zeit. Behüte sie für ungemach, Und bringe sie mir selig nach. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 585. Ich will dich, gott, im tod erheben, Selbst nah am grabe dank ich dir. Zum segen gabst du mir mein leben, Und auch fir Wel ad m euE zum segen nimmst du's mir. sucht ich dir zu weihn; Drum bleib ich In Todesnöthen. 903 Mein leben auch im tode dein. 2. Gott, welche feierliche stunden, Wenn du mich nun der erd entziehst, Auf mich, den du getreu befunden, Voll schonender erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein gericht Gehst du mit mir, erlösten, nicht. 3. Der leib wird schwach, die morsche hütte, In der mein geist hier wohnt, zer⸗ fällt; Schon gehen meine müden schritte Den weg zu gott aus dieser welt. Ich bin getrost und zage nicht; Denn gott ist selbst mein heil und licht. 4. Wie, sollt ich vor dem tode beben, Da du, erlöser, für mich starbst? Er ist durch dich der weg zum leben, Das du am kreuze mir erwarbst. Wie du ihn gingst, will ich ihn gehn, Wie du, werd ich auch auferstehn. 5. Laß auch das grab in seiner nähe Mir noch die letzten schrecken dräun, Du, herr, auf den ich hoffend sehe, Wirst auch noch dann mein beistand sein. So nah dem lohn, den gott verspricht, So nah am ziele zag ich nicht. 90⁴ Dritte Abtheilung. 6. Du wachest über meine seele, Wenn sie ihr haus, den leib, verliert, Giebst deinem boten dann befehle, Der sie zu deinen freuden führt, Zu denen der recht⸗ schaffne christ Durch jesu tod berechtigt ist. 7. Ich will dich noch im tod erheben. Selbst nah am grabe preis' ich dich; Denn ewig werd ich bei dir leben, Und da erfreu ich ewig mich; Für mich st selbst der tod gewinn. Wohl mir, daß ich erlöset bin! Mel. Komm her zu mir ꝛc. 586. Noch walle ich im thränenthal, Gedrückt von kummer, müh und qual, Doch nur noch wenig tage; Dann eile ich aus dieser zeit Hinüber in die ewigkeit, Weit weg von jeder plage. 2. Dann sinkt der leib ins kühle grab, Der staub zu allem staub herab. Nicht sterblich mehr zu leben: Mit freiem flug und frohem blick Kehrt der entbundne geist zurück Zu dem, der ihn gegeben. 3. Wohl meinem geist, wenn er dann ruht, Wenn er rechtschaffen, fromm und gut, Wenn thaten ihn begleiten! Wenn er vereint mit jesu christ, Unsträflich, rein, und fähig ist Zum glüc der ewigkeiten. IIII 22 ——— ———— 11 20 * — 3— V— —— D— , — — —.*————— —— S —. —————— *:— —.— —— In Todesnöthen. 90⁵ 4. O hohes glück, vor gott zu stehn! O freude, jesus, dich zu sehn, Und mit dir deine glieder! Zu sehen dich in deinem licht Von angesicht zu angesicht, Dich, größter aller brüder! 5. Doch erst am tag des auferstehns, Am tag des frohen wiedersehns! Wenn neu wird diese erde; Am tag, wo gottes wunderkraft Mich ganz verklärt und neu erschafft! Was ich erst dann sein werde! 6. Wie wird mir dann zu muthe sein, Wenn alle todten, groß und klein, O jesu! vor dir stehen! Wenn du mich dann beim namen nennst, Vor gott und engeln mich bekennst; Ich ewig dich soll sehen! 7. Wenn ich in jener großen stadt, Die gottes hand gegründet hat, Im anschaun mich verliere! Wenn ich in deinem him⸗ melreich, Den engeln und dir selber gleich, Ein neues leben führe. 8. Ich, ich, der jetzt noch thränen weint, Ich werde, wenn der herr erscheint, Dann leuchten, wie die sonne! Ich sünder werd von sünden rein, Ich sterblicher, unsterb— lich sein, Ich, gottes bild und wonne! 906 Dritte Abtheilung. 9. Befreit und ewig fern von qual; Erquickt mit freuden ohne zahl, Gott im⸗ mer, immer näher: Dann steigt mit jedem augenblick Der seele unaussprechlich glück Noch unaussprechlich höher. 10. Und aller seraphinen schaar, Und wer auf erden heilig war, Sind alle meine brüder; Sind alle nur ein leib mit mir, Und singen ewig, jesu, dir Aus frohem munde lieder. 11. Wie sind der freuden, herr, so viel! O freuden ohne maaß und ziel, Hoch über alles sehnen! O ewigkeit, o ewigkeit! Was ist das leiden dieser zeit? Wie nichts sind alle thränen! 12. Sei stark! sei freudenvoll, mein geist! Gott lebt! gott hält, was er ver⸗ heißt! Gott ist der gott der frommen! Glaubs nur, nichts ist für dich zu groß, Für dich, zu dem aus gottes schooß Der eigne sohn gekommen. Mel. O ewigkeit, du donnerwort ꝛe. 587. Wenn, heiland, meine pilgerzeit Nun ganz durchlebt ist, und der streit Des glaubens ausgestritten! Wenn kaum mein sterbend herz mehr spricht: Dann, jesu, Aberfu 0. VoR geweiß W ö 2 V, 6 In Todesnöthen. 907 komm und schweige nicht Zu seinen letzten bitten; Erhöre mich, wenn mein gebät Um trost zu dir, um gnade fleht. 2. Wenn mich kein freund mehr trösten kann, Und doch mein herz bebt, sage dann: Die sünd ist dir vergeben! Ach, wenn des todes schrecken mich Ergreifen, dann, mein heiland, sprich: Ich leb und du sollst leben! Dies wort von dir nur, und mir gnügt; Des todes schrecken sind besiegt! 3. Dann droh mir nicht dein angesicht, Gleich missethätern, das gericht, Und laß mich nicht verderben. Nicht sterben laß mich, herr, wie die, Die dich verwarfen, die sich nie Bereiteten zu sterben! Was ist so furchtbar, als der tod, Der ewige ver⸗ werfung droht? 4. Ach, sterben, sterben wird den tod, Der ewige verwerfung droht, Wer, herr, dein heil verachtet! Wer nicht in deinem blute rein Sich boshaft weigert, fromm zu sein, Mit vorsatz dich nicht achtet: Ach, den ergreift der tod, der tod, Der ewige verwerfung droht. 5. Von angst des todes ist der frei, Der dir geweiht ist, dir getreu; Ihm ist er keine 908 Dritte Abtheilung. strafe. Gelobet sei der herr, mein licht; Des todes nacht schreckt mich ja nicht: Mir wird er nur zum schlafe. Es ist ein finstrer weg; doch mir Ein weg zum leben und zu dir. 6. Gelobet sei der herr, mein schild, Der mich mit ruh und trost erfüllt, Mit willigkeit zu sterben! Ich glaub an ihn, und bin gewiß, Er führt mich aus der finsterniß Zu seiner freuden erben. O welchen jubel stimm ich dann Dem todes⸗ überwinder an! 7. Gieb deinen frommen, jesu, kraft, Den schwersten schritt der pilgerschaft Ge⸗ trost, wie du, zu enden. Sprich zu den schwachen seelen: ich Bin euer heiland; freut euch! sprich: Ich will euch nun voll⸗ enden! Erquicke sie und nach dem streit Erhöhe sie zur seligkeit. Fürbitte für einen Sterbenden. Mel. Ich bab mein sach ꝛc. 588. Du wollst erhören, gott, sei flehn! Nicht ins gerichte mit ihm gehn, Der jetzo deiner ewigkeit Sich naht, be⸗ freit, Nun bald von dieser eitelkeit. ihh denth 2* 5 AI HF l Rr Iht, HEdI Eld u dit Ir bdE Rercd 0. MA slles he in ve. Wathel „Mii V 909 2. Des lebens und des todes herr! Nun ist für ihn die zeit nicht mehr! Du hast gezählt des hauptes haar, Sein todes⸗ jahr Bestimmt, als keine zeit noch war. 3. Erfüllt ist seiner leiden zahl; Er leidet jetzt das letztemal; Ach! sei in seines todes noth Sein freund und gott! Ein schlummer sei für ihn der tod. 4. Vollende, vater, seinen lauf, Nimm ihn zu deinem frieden auf! Verlaß ihn, wenn sein herz nun bricht, Verlaß ihn nicht, Herr! herr! mit deinem gnadenlicht. 5. Erleichtre ihm den letzten schmerz! Von dir erquicket, ruh sein herz! Durch jesus todesschweiß und blut, So ihm zu gut Vergossen, stärke seinen muth. 6. In ihm vermehre deine ruh! Sein armes herz erquicke du, Geist gottes, laß ihn im vertraun Auf jesum schaun, Und so entgehn des todes graun. 7. Mach ihn getrost, o geist des herrn! Zeig ihm den gnadenlohn von fern; Laß ihn den himmel offen sehn, Und jesum stehn, Bereit, ihn gnädig zu erhöhn. 8. Ach gnade, gnad ergeh für recht! Denn von dem menschlichen geschlecht Ist In Todesnöthen. 910 Dritte Abtheilung. selbst der heiligste nicht rein! Wer kann wohl dein, Gott! ohne deine huld sich freun? 9. Sei, richter! ihm nicht fürchterlich; Erbarme seiner seele dich! Auch aus der tiefe rufet sie; Erhöre sie! Erlöse, gott!, erlöse sie! 10. Behüte ihn in seinem tod; Ihn segne, segne, segne gott! Wenn nun sein auge sterbend bricht, Leit ihn dein licht; Tröst ihn vor deinem angesicht! 27) Bei Begraͤbnissen. Mel. Nun laßt uns den leib ꝛce. 589. Begrabt den leib in seine gruft, Bis ihn des richters stimme ruft. Wir säen ihn; einst blüht er auf, Und steigt verklärt zu gott hinauf. 2. Aus staube schuf ihn einst der herr. Er war schon staub; und wirds nur mehr. Er liegt, er schläft, verwest, erwacht Der⸗ 9 einst aus dieser todesnacht. 3. Des frommen seele lebt bei gott, i Der sie aus aller ihrer noth, Aus aller Hin missethat Durch seinen sohn erlöset at. 3ꝗF?—ẽ — — — — — —— —.— LDLDEEEEA —— L Oof Ie mtl. ( ö II D . Kähta NI HA Ha 1. dr. Mm RiHKind fch bnibs. . X. . M6i Iuth l Hen Bei Begräbnissen. 941 4. Hier hat ihn trübsal oft gedrückt; Nun wird er, gott, von dir erquickt. Hier trug er jesu sanftes joch; Entschlief im tod, und lebt doch noch. 5. Gott blieb er treu bis an sein grab, Nun wischt gott seine thränen ab. Was sind die leiden dieser zeit, Gott, gegen deine herrlichkeit? 6. Nun, du erlöster! schlaf in ruh. Wir gehn nach unsern hütten zu, Und machen zu der ewigkeit Durch glaub und tugend uns bereit! 7. Ach, jesu christ! dein bittrer tod Stärk uns in unsrer letzten noth! Laß unsre ganze seele dein, Und selig unser ende sein. In voriger Melodie. 590. Grabt mein verwesliches gebein, O ihr noch sterblichen, nur ein; Es bleibt, es bleibt im grabe nicht: Denn jesus kommt und hält gericht. ö 2. Du wirst mein aufgelöst gebein, O du verwesung, weit verstreun; Allein ge⸗ zählt ist, wie mein haar, Mein staub, gott weckt mich wunderbar. 3. Gott ist barmherzig und verstößt Im tode nicht, die er erlöst, Die nicht, für 912 Dritte Abtheilung. — missethat Der mittler sich geheiligt at. ö 4. Bei euch hat trübsal mich gedrückt, Nun hat mich gottes ruh erquickt; Ich trug des heilands sanftes joch, Entschlief im tod, und leb doch noch. 5. Ihm blieb ich treu bis an mein grab; Nun wischt er meine thränen ab, Was sind die leiden jener zeit, Gott, gegen deine herrlichkeit? 6. Nun lasset mich in meiner ruh, Und geht nach euren hütten zu; Schafft, daß ihr selig werdet; ringt, Bis ihr euch auch der erd entschwingt. Ihhobt W. Mhhtt, domne Ih, gutl u Hamticht E Ih Eehr gto Ihsschihndun I, vnm w. I/ wde dichr Ulen gott in. Ulinwot, hez Menaschn f Ilamenschen S I, welche u He st an deite Uhichige, Lhigtg⸗gus Ihhisender vod Uhndrkran Uhetgott dye Iskrazerblaß, hang, lolm. lhugewüg lih, meing 4 ch dissen tf chrsten w II M IHWen! 913 Register der Gesänge, nach dem Alphabet und auf die Nummer der Lieder eingerichtet. —————— Nummer Ach gott, vom himmel sieh 216 Ach, gott! wir treten 566 Ach! koͤnnt ich doch mit dein.572 Ach, lieber gott! ich bitte d. 573 Ach, sieh ihn dulden, bluten 119 Ach, wann werd' ich von 276 Ach, wider dich, mein gott 277 Allein gott in der hoͤh' sei 31 Allein zu dir, herr jesu christ 278 Alle menschen muͤssen sterb. 226 Allen menschen und auch mir 440 Allen, welche nicht vergeben 48 Alles ist an deinem segen 339 Allmaͤchtiger, ich hebe 519 Allmaͤchtig-großer gott 54 Allwissender vollkommner g. 14 Als in der krankheit schmerz. 581 Also hat gott die welt geliebt 77 Am kreuz erblaßt, d. marter 140 Anbetung, lob und preis 157 Anbetungswuͤrd'ger gott 1 An dich, mein gott, zu denk. 331 Auch diesen tag hab ich 574 Auf, christen, bringet preis 363 Auf, christen, laßt uns uns. 66 Auf, christen, preist mit mir 364 Nummer Auf christi himmelfahrt 158 Auf deine weisheit schauen 341 Auf gott und nicht auf mein. 340 Auf, jesu freunde! freuet 159 Auf meinen lieben gott 342 Auf, o seele! werde munter 533 Auf, schicke dich, recht feierl. 82 Aus dein. milden segenshand 409 Aus einem tief vor dir 279 Aus freudigem gemuͤthe 498 Befiehl du deine wege 343 Befreit von allem kummer 534 Begleite mich nach golgatha! 30 Begrabt den leib in seine 589 Beherrscher himmels und der 35 Bewahre mich, herr, daß der 308 Bringt preis und ruhm dem 142 Christ, alles, was dich 344 Christe, du lamm gottes 115 Dank sei dir, vater meines 544 Das gluͤck ist groß, das 461 Das grab ist leer; des 143 Daß ich mich, mein gott 399 Dein bin ich, gott; dein ist 55 Deine leiden, gottes sohn 103 58 914 Register. Deines gottes freue dich 334 Dein heiland lebt 144 Dein heil hat heut, volk 94 Dein heil, o christ, nicht zu 355 Dein reich, o gott, ist herrl. 40 Dein sind wir, gott, in 227 Dein wille, herr und vater 575 Dein wort, o hoͤchster, ist 182 Den hoͤchsten oͤffentlich ver. 484 Der am kreuz ist meine liebe 131 Der du alle deine werke 520 Der du die liebe selber bist 441 Der du selbst die wahrh. bist 183 Der du uns als vater liebest 165 Der du uns das heil errungen 78 Der du uns mit dein. blute 309 Der freuden fuͤll' ist, gott 268 Der herr hat alles wohl 145 Der herr ist gott u. keiner 2 Der letzte meiner tage 228 Der morgen kommt: und 576 Der spoͤtter strom reißt viele 184 Der tag(d. jahr) ist wieder 535 Der wollust reiz z. widerstr. 405 Des jahres schoͤnheit ist nun 516 Des leibes warten, und ihn 408 Des morgens erste stunde 521 Des todes graun, d. grabes 582 Dich bet' ich an, erstandener 146 Dich bitt' ich, gott beweise 543 Dich bitt' ich, heiland' aller 96 Dich, herr und vater 371 Dich, hoͤchster, ehrerbietig 328 Dich seh' ich wieder 522 Die auf der erde wallen 229 — Die bahn ist rauh, auf der 427 Die feinde deines kreuzes 217 Die ihr christi juͤnger seid 199 Die kinder, deren wir uns 499 Die krankh., du gerecht. gott57⁷ Dir dank' ich fuͤr mein Leben 372 Dir, gott, dir will ich froͤhlich 23 Dir, gott, sei preis und dank 56 Dir hab' ich mich ergeben 422 Dir, milder geber aller gab. 545 Dir, unserm gott, ist niemand 41 Dir, vater, der du deinen 166 Dies ist d. tag, an welchem 485 Dies ist der tag, den gott 83 Du, aller menschen vater 455 Du bester trost der armen 570 Du bist ein christ, was 423 Du bist, o unermeßlicher 19 Du bist's, dem ehr u. ruhm 373 Du, der frommen beste freud. 168 Du, der kein boͤses thut 61 Du, d. menschen heil u. leben 105 Du, der voll blut u. wunden 132 Dufuͤhlst, o christ! d. Leiden 42 Du fuͤhrer, der mit treuer 167 Du gabst mir, ew'ger dieses 418 Du, gott, bist unsre huͤlf' 571 Du, gott, der unsre zuflucht 295 Du, gott, du bist der herr 509 Du gott und vater aller Weltõl⸗ Du hast gestiftet, herr 496 Duhast, mein vat. u. m. gott345 Du, herr, bist meine zuvers. 346 Du, herr der seraphinen 51 Du hast, herr, aus barmh. 200 du herr iu Ou lagsts 0u losssth Huhebst,os⸗ du, o het Dum dich Hurch dichg Huschuft,& Hustlst ð O a Huwassschs Ou Wesentts Ou wilst e0 Au wolst 3 Ein fondli En henz, H En anm ge O mibre Esttuliges Ehz st roth En arker sce Etam odicht Eshihire g. Eihak undz Ehalk uns! Ehiht, her Eihöhtrjest Eslin Einmn dich icst asta Esfuumt, Eisse, der Esunbre, Eijalt der MIA aush Vtie V II * ih, Ohht. nd did Wfth tt,sih end WihH Aichch ih9 Ig asang ri Wu, Ns dän sont ete NRHAA Ala n vul Kste 1 Iuh hst i N ur hst, WHrit i,NA Nuftomt t 98 e enh E l d soch A ihter, h Amin 6 btt, 3 ITi Veth 06 2 8 U 00 * Register. Du herr und vater meiner 230 Du klagst, und fuͤhlest die 424 Du laͤssest, herr, uns 488 Du liebst, ogott gerechtigkeit 446 Du, o herrscher, stiegst 382 Durch dich, gott, bin ich 502 Durch dich, o großer gott 374 Du schufst, von vaterhuld 523 Du stellest dich zum mittler 73 Du, vater deiner menschenk. 332 Du weis. schoͤpfer aller dinge 16 Du wesentliches ebenbild 100 Du willst es, herr, mein 400 Du wollst erhoͤren, gott 588 269 429 120 556 463 Ein fremdling bin ich in Ein herz, o gott, in Ein lamm geht hin und Ein milder regen sinket Ein ruhiges gewissen Eins ist noth! o herr dies 383 Ein starker schutz ist unser 218 Erbarm' dich, herr! mein 310 Erhab'ner gott, was reicht 3 Erhalt' und, herr, bei 219 Erhalt' uns, herr, die 492 Erhebt d. herrn, ihr fromm. 67 Erhoͤhter jesu, gottes sohn 261 Erhoͤr' uns, gott, wir flehn 473 Erinnre dich, mein geist 147 Er ist erstanden, jesus 148 Er kommt, er kommt zum 262 Erloͤser, der im staube 116 Ermunt're, seele, dich und 311 Es eilt der letzte von den 419 91⁵ Es freu der fuͤrst des landes 493 Es ist noch eine ruh' vorhand.270 Es ist vollbracht! ruft nach 133 Es lag die ganze welt 99 Es wolle gott uns gnaͤdig 220 Es zieht, ogottlein kriegeso. 567 Es zuͤchtigt deine hand 552 Ew'ge liebe mein gemuͤthe 68 Fern sei mein leben 447 Fest glaube ich, daß, was 432 Freue dich! des herren 149 Freiw. hast du dargebracht 150 Frohlocke, mein gemuͤthe 106 Frohlockt, ihr christen 151 Fuͤr alle guͤte sei gepreist 536 Fuͤrwahr, du bist, o gott 42 Gedanke, der uns leben giebt 69 Gehorsam ist die beste gabe 337 Geist vom vater u. vom sohne 169 Gelobet seyst du, jesu 84 Gelobt, gelobt seyst du 568 Gelobt seyst du, herr 201 Gerechter gott! vor d. Gericht 20 Gern will ich mich ergeben 231 Getreuer gott, wie viel 30 Getrost und freudig geh' ich 232 Geweiht zum christenthume 198 Gieb, gott, wenn ich dir 393 Gieb, herr, daß dein theures 474 Gieb mir, o gott, ein herz 442 Gott, deine gnade sey ge preist 85 Gott, deine gnad' ist unser 464 Gott, deine guͤte reicht 356 deine weise macht 43 58* 916 Gott, Gott, dein unsichtb. wesen 95 der an allen enden 44 Gott, der du die menschen 449 Gott, der du fuͤr uns deinen 70 Gott der wahrh., dessen treue347 Gott des Himm. u. d. erden 524 Gott, dessen Hand die Welt 410 Gott, dessen macht d. feuers 560 Gott, dessen nam' ist wie 357 Gott, dessen starke hand 36 Gott, dessen weisheits v. w. 503 Gott, dir gefaͤllt kein gottl. 312 Gott, dir sey mein dank 500 Gott, du bist heilig und 62 Gott, du bist von ewigkeit 11 Gott, du hast in deinem sohn 170 Gott, durch den wir sind 482 Gott, durch welchen alle 465 Gott, haͤtte dein geliebter 71 Gott hat in meinen tagen 504 Gott, heilig sey dein nam' u. 324 Gott im himmel u. auf erden 546 Gott ist mein herr! auf 185 Gott ist's, der das vermoͤgen 411 Gott kann allein das beste 425 Gott, mache du mich selbst 4 Gott, meine ganze seele 45 Gott, mein vater, deine 375 Gott sorgt fuͤr uns 547 Gott, unser froher lobges. 569 Gott vater, an erbarmen 358 Gott, vor dessen angesichte 21 Gott werde stets von dir 57 Gottes sohn ist kommen 86 Grabt mein verwesl. gebein 590 Register. Großer gott, erhabnes wesen 63 Großer mittler, der zur 160 Groß ist des hoͤchsten guͤte 376 Gut und heilig ist dein wille 338 Heil dein. volke, dem du dich 191 Heil uns! aus unsrer 72 Held aus davids stamm 384 Herr, allerhoͤchster gott 297 Herr, an dir hab' ich gesuͤnd. 280 Herr, deine allmacht reicht 18 Herr, deine langm. ist sehr 553 Herr, deine rechte und 189 Herr, deine sanftmuth ist 450 Herr, dein gesetz, das du 190 Herr, den die sonnen und 510 Herr, der du alles giebst 394 Herr, der du keinen je 194 Herr, der du mir das leben 537 Herr, der du willig, als 202 Herr der zeit und ewigkeit 420 Herr des himmels! starker 123 Herr, dir gelobt mein herz 490 Herr! dir sei preis! ich gl. 186 Herr, du bist meine zuvers. 152 Herr, du erforschest mich 15 Herr, du faͤhrst mit glanz u. 161 Herr, du hast in deinem 52 Herr, du kennest mein 64 Herr, du wollst sie vorber. 203 Herr gott, dich loben wir 365 Herr gott, du bist die zuflucht 12 Herr, hier siehst du uns 195⁵ Herr, hier stehet unser hirt 495 Herr, hoͤre mein gebet 313 uih Aum, ich ih n huffuch Iaf chl has, dah I fss, n jss, u, aß , daß n , machent r man Har, mein d Iar mein U H, nige K H, hne G H, sch gies Hup sike E Hach serg do dein x hlit lib Le ssa din ichs Ht st meins Oss Har, lafs Hffe, duf Opfnir weiß Hochm him Hgsir den d H tist. x HWruser ge Naf unsenn Harmer m Mln ein e Mun geta⸗ bneöy 0 der. V Wisten K Deinn H.Nm % insen stam. er gl iht H n. is s NMXI.NI Runt AEAnuthi dan N da ben ne N g „ i DNAxas l N RII I deb! V 24 sul Ii di Wlich Nubf eesun öu ö Foest. 0 f fi Igach A du L min 0 Wut oth. . ů 2 un 6 N uftf Höll“ I 4 Hier bin ich, jesu, zu Register. Herr, ich bin dein eigenthum 263 Herr, ich bitte, staͤrke 233 Herr, ich hab' aus deiner 234 Herr jesu christ, du hoͤchstes 28! Herr jesuschrist, mein herr 235 Herr jesu, deine angst u. pein 107 Herr jesu, gnadensonne 314 Herr jesu, meines lebens 583 Herr, laß mich doch 414 Herr, laß nach eitler ehre 411 Herr, mache meine seele stille 341 Herr, meiner seele großen 401 Herr, mein erloͤser, der 451 Herr, mein licht, erleuchte 187 Herr, neige mein gemuͤthe 443 Herr, ohne glaͤuben kann 298 Herr, sey gelobet, daß 212 Herr, staͤrke mich, dein 104 Herr, unser gott erbarme 491 Herr, vor deinem angesicht 475 Herzlich lieb hab' ich dich 385 204 Hier ist mein herz, herr 335 Hilf, herr, laß es wohlgel. 511 Hilf jesu, daß ich meinen 444 Hilf mir, mein gott, hilf 315 Hoch am himmel steht die 515 Hoͤchster, denk' ich an die 282 Hoͤchster troͤst,, komm hern. 171 Hoͤr' unser gebet, geist des 17 Jauchzt unserm gott! er ist 24 Ich armer mensch, o herr 283 Ich bin ein christ, gott ist 316 Ich bin getaͤuft, nach jesu 196 917 Ich bin ja, herr, in deiner 236 Ich bin mit deiner huld 426 Ich bin, o gott, dein eigenth. 58 Ich denk' an dein gerichte 264 Ich erhebe mein gemuͤthe 284 Ich fasse, vater, deine haͤnde 584 Ich flehe, gott, von ewig 285 Ich freue mich der frohen zeit 254 Ich freue mich, mein 336 Ich fuͤhle, daß ich sterblich 237 Ich geh' einst ohne beben 255 Ich glaub' an gott, den 32 Ich hab' in gottes herz und 349 Ich hab' in guten stunden 430 Ich hoff', o gott, mit festem 299 Ich komme, friedensfuͤrst, zu 300 Ich komme herru. suche dich 205 Ich komme vor dein anges. 359 Ich komme vor dein anges. 505 Ich preise dich, o herr 206 Ich singe dir mit herz und 366 Ich singe meiner seelen 46 Ich weiß, an wen mein gl. 301 Ich weiß, mein ende nahet 238 Ich weiß, mein gott, daß 47 Ich weiß und bin's gewiß 302 Ich will dich, gott im 585 Ich will in stiller einsamkeit 506 Jesusuchrist, durch deine 113 Jesutchriste, dessen wunden 125 Jesu christe, wir sind 476 Jesu, freund der menschenk. 207 Jesu, meine freude 386 Jesu, meiner seelen licht 108 Jesu, meines lebens leben 134 918 Jesus christus hat sein leben 208 Jesus lebt, mit ihm auch 153 Jesus meine zuversicht 256 Jetzt sinkt die sonne nieder 538 Ihm, der das licht entstehen 525 In allen meinen thaten 48 In unserm kumm. kommen 555 Ist auch ein gott? wer 5 Ist gott fuͤr mich, so trete 303 Ist nun auch meine stunde 239 Kein lehrer ist dir, jesu 101 Klag' nicht, mein herz 317 Koͤstlich, o mein heiland 192 Komm auf uns, o geist 173 Komm bet. oft u. m. vergn. 360 Komm, heil'ger geist, erfuͤllo 477 Komm, o komm, du geist 174 Komm, schoͤpfer, komm 175 Kommt, kinder, anzubeten 489 Kommt, laßt uns gott und 561 Kommt und laßt euch jesum 318 Laß deinen geist mich stets 109 Laß doch in mein. herz. gr. 329 Laß doch, o jesu, laß dein 221 Laß mich des mensch. waͤhren 395 Laß mich doch nicht, o gott 416 Laß mich doch, o mein gott 286 Laß mich, hoͤchster, darnach 459 Laß mich, o herr, in allen 319 Laß, vater, deinen guten 176 Laßt uns doch christo dankb. 117 Laßt unserm gott uns singen 377 Laßt uns mit ehrfurchtsvoll. 87 Laßt uns unserm gott lobsing. 88 Register. Lebt christ., was bin ich betr. 154 Liebreich. gott, dein segens 548 Liebster vater, ich dein 287 Lob, ehre, preis und dank 74 Lob, ehr' und dank sei 565 Lob sey dem allerhoͤchsten 89 Lobsinge gott, o christenh. 79 Lobsinge gott! dank, preis 33 Lobsinge gott, er schu- 37 Lobsinget gott und betet an 25 Lobt den hoͤchsten! jesus 155 Lobt gott am froh. morg. 526 Lobt gott, ihr christen 90 Wache dich, mein geist 402 Mag doch der spoͤtter 304 Man lobt dich in der stille 367 Mein auge sieht, o gott 49 Meine lebenszeit verstreicht 240 Meinen jesum laß ich nicht 387 Mein erloͤser, gottes sohn 110 Mein erst geschaͤft sey preis 527 Mein ganzer geist, gott 271 Mein geist erstaunt, allm. 378 Mein glaub' ist meines 466 Mein gott, auch dieser neue 528 Mein gott, dir ist bewußt 65 Mein gott, du bist gerecht 558 Mein gott, du weißt am 350 Mein gott, du wohnest zwar 325 Mein gott, erschaffen hast 403 Mein gott, ich weiß wohl 241 Mein heiland, deine groͤße 75 Mein heiland lebt, er hat 257 Mein herz, ermuntre dich 379 Mü uer IM sss E ch len fun I shuth ish' N MN göit MrN, ohd Müftrudmß Nit denem t s ah dr verlaps h ant niülg u wine seeh“ Wihtnnch, Muht um afle Mlwil ich wie Wpn gott, d Lch laßt der e Jah mm hast 10 Rchwilliching, huf hitenwir A stigt de sur u dunket a Iu habe durlh sist dert taggs Mistes alle 00 Vrstaheit he 2 doch du dih Madan LIII II I ci N s N IU N drish hA H9H h NWaß NI XI H s IsI A HH A R m„ N. sH t u E „ n 4 Register. Mein jesu, der voll schmerzen 578 Mein jesu, du hast unsre 91 Mein jesu, fuͤr dein herz 126 Mein jesus ist mein leben 242 Mein jesus lebt, mag ich doch 156 Mein jesus triumphiret 162 Mein leben steht in gottes 243 Mein schutz ist gott, ihn 351 Mein vater u. mein gott 320 Mit dir geh' ich an mein 412 Mit dir, o hoͤchster, friede 467 Mit freuden laßt uns treten 512 Nach deinem rath, o gott 413 Nach dir verlanget mich 288 Nach einer pruͤfung kurzer 272 Nach meiner seelen seligkeit 404 Nicht muͤrrisch, finster, ung. 456 Nicht um ein fluͤchtig gut 177 Nie will ich wieder fluchen 452 Nimm gott, den wir 50 Noch laͤßt der herr mich 529 Noch nie hast du dein wort 22 Noch walle ich im thraͤnenth. 586 Nun bitten wir den heil'gen 178 Nun bricht die finstre nacht 541 Nun danket alle gott 380 Nun habe dank fuͤr deine 213 Nun ist der tag der seligkeit 98 Nun ist es alles wohlgem. 139 Ochristenheit, sey hocherfr. 92 O, daß doch bei der 549 O, der du einst gestorben 244 O du, mein mittler u. mein 121! 919 O gott, aus deinen werken 6 O gott, bei dir ist heil und 197 O gott, des gnadenv. rath 497 O gott, du bist die liebe 26 O gott, du bist mein preis 486 O gott, du fromm. gott 321 O gott, du kannst den himm. 557 O gott, erbarme vaͤterlich 507 O gottes sohn, herr jesu 305 O gott, ich preise deine 59 O gott, so bald der tag erw. 516 O großer gott, du reines 179 O heil. geist, kehr' bei uns 180 O heil'ger geist, laß uns 478 O herr, mein gott! ich 501 O herr, wenn deine lehren 479 O hoͤchster! dessen kraft 562 O jammervolle tage, da 559 O jesutchriste, gottes lamm 209 O jesu, dir sey ewig dank 214 O jesu, jesu, gottes sohn 388 Ojesu, wahrer froͤmmigkeit 389 O koͤnnt' ich dich, mein gott 368 O lamm gottes unschuldig 118 O schrecklichs leid der ewigk. 273 O vater der barmherzigkeit 289 O vater, send' uns deinen g. 480 O welch ein unschaͤtzb. gut 468 O welt, sieh hier dein leben 135 O wie unaussprechlich selig 274 Preist, christen, mit zufr. 551 Quelle der vollkommenheit 333 Schaffet, schaff., menschen. 290 Schicke dich, erloͤste 210 92⁰ Schon ist der tag von gott 265 Schuͤtze die deinen, die nach 222 Schwingt, heilige gedanken 7 Seele, komm zum golgatha 136 Sehn wir nur truͤbsal 554 Sehr groß, herr, ist die 223 Seht, welch ein mensch! ach 127 Seht, welch ein mensch, wie 128 Selig, gott! sind die, die 245 Selig sind des himm. erben 246 Seyd barmherzig, menschen 457 Sey hochgepriesen, herr 111 Sey lob u. ehr dem hoͤchsten 369 Sey, seele, stark udd 431 Sey, weltversoͤhner, sey 181 Sey zufrieden, mein gemuͤthe 38 Sich'rer mensch, noch ist es 291 Sieh, gott und herr, wie 137 Sie kommt, sie kommt die 579 Sing' unserm gott ein frohes 8 Sink ich einst in jenen schl. 539 So fliehen unsre tage hin 540 So fruͤh bringt, gott, mich 508 So gehst du, jesus, willig 124 Sohn, der uns verheißen war 80 Sohn gottes, eingeborner 76 So jemand spricht: ich liebe 445 So ist nach gottes rath und 563 So lang' ich athme, gott 370 Sollten mensch., meine br. 453 Sollt' ich jetzt noch, da mir 390 So wahr ich lebe, spricht 292 So weit nur deine sonne 27 Tag, den mir der herr gem. 215 Treuer gott, wir danken 483 Register. Um gnade, fuͤr die suͤnderw. 138 Unendlicher, den keine zeit 13 Unerforschlich sei mir immer 17 Unschuld'ger jesu, w. hast du 129 Unwiederbr. schnell entfl. 542 Vater, den mein herz ver. 469 Verbittre dir dein leben nicht 454 Verflossen ist das alte jahr 513 Verleih uns frieden gnaͤd. 224 Voller ehrfurcht, dank und 211 Voll freud' u. frommer 381 Vom himmel ward der engel 93 Von dir, o vater, nimmt 433 Von gott will ich nicht lassen 352 Vorbild wahrer menschenl. 102 Wach' auf mein herz, u. s. 530 Wachet auf! ruft einst 258 Wachet auf vom schlaf, ihr 266 Wann einst mein sterbend 248 Wann, heil., meine pilgerz. 587 Wann ich einst von jenem 531 Wann ich, gott, meinen geist 9 Warum betruͤbst du dich 434 Warum erbebst du, meine 259 Warum sollt ich mich denn 435 Was gott thut, das ist 436 Was hilft es mir, ein 322 Was ich nur gutes habe 396 Was ist der mensch, deß 112 Was ist mein leben auf der 437 Was ist mein zeitlich 407 Was ist's, daß ich mich quaͤle 438 Was kann ich doch fuͤr dank 296 Was soll ich aͤngstlich klagen 353 sogsth Hahdem, 3 Hach güch Aun chist Iumͤnst i Iunih aulh Im ich o 1 Ium ich, Oih Iun mich Jubni? Arducch deing Mugchorcht s. M gottes d Argottes wi Mrist vohl!“ Vn kann doc ig Aur kun, 9 M vur das Mescuf desor A wiß, un Ar zihlt den⸗ Uysichtdahss W tost Wegußistdel Vegro, wie Wagundl. si Ve helsam iie Whalch, Vnich. spr: W nannichej „h e rdn l„II ie Hicht 1. irim Hijs hesh t. é Nuft dur am zu ded 0 I i Sest EII chtfud AII I U f u me R, Iä Rottwil Wi Vaufr AufN is fII einst1 WIte , Hel,N. rihe 190 m banl N mekbe 33 ih 14 gtt hilft x ich I ist NH 7, 0 st min 0 st uN 5 8 —0 ⁰ Lihj W Register. Was sorgst du aͤngstlich fuͤr 247 Weh dem, der leug., d. gott ist 10 Welch gluͤck, o gott ist 462 Wenn christus seine kirche 225 Wenn einst in meinem grabe 260 Wenn ich auf gottes wegen 267 Wenn ich, o gott, von dir 397 Wenn ich, o schoͤpfer, deine 39 Wenn mich die suͤnden 114 Wer bin ich? wichtig ist die 398 Wer durch dein wort ist neu 470 Wer gehorcht, der thut's mit 494 Wer gottes wege geht 471 Wer gottes wort nicht haͤlt 306 Wer ist wohl wie du, stifter 391 Wer kann doch, großer gott 323 Wer kann, gott, je was 361 Wer nur den lieben gott 354 Wer schuf die sonne und den 514 Wer weiß, wie nahe mir 249 Wer zaͤhlt der engel heere 53 Wie flieht dahin der mensch. 421 Wie getrost und heiter 307 Wie groß ist des allmaͤcht'gen 28 Wie groß, wie angebetet ist 392 Wie grundl. sind die tiefen 122 Wie heilsam ist doch, herr 487 Wie herrlich, jesu, starker 163 Wie maͤcht. spricht in meiner 472 Wie mannichfaltig sind 408 92¹ Wie sanft sehn wir den 250 Wie selig bin ich, wenn 326 Wie selig lebt ein mensch 458 Wie soll ich dich empfangen 81 Wie theuer, gott ist deine 293 Wie ungewiß ist, herr 251 Wie viele freuden dank' ich 29 Wie wichtig ist doch der 60 Wie wird mir dann, mein 252 Wie wohl thust du, mein 275 Will mich, o gott, hienieden 439 Willst du der weisheit quelle 330 Wir, der erde pilger, sind 253 Wir erscheinen heut' vor dir 481 Wir freuen uns, herr jesu 164 Wir glauben an den ein'gen 34 Wir menschen sind zu dem 188 Wir sind in noth; laß uns 564 Wir singen, herr, von deinen 550 Wo find' ich, gott, den meine 327 Wohlauf, mein herz, verlaß 97 Wohl dem, der bessre schaͤtze 417 Wohl dem, der richt. wand. 460 Wort, aus gottes munde 193 Wo soll ich fliehen hin 294 Zeit, die ich seufzend zaͤhle 580 Zu deiner ehr'bin ich erwacht 532 Zu dir, mein gott, der du 362 Zur grabesruh, entschliefest 141 Ile, flühe sh m. 4 Oit itig lade han st knkbr 0 Rul ich hath en 9 1% un la Rh IP aftut fihe Is th dan sdimer 3 lhen undy +* Almi ls, da 0 ——53260——9—— Einige Gebete. 1) Morgengebete. a. Laͤngere Morgenandacht. Ys. 3, 2. Herr, fruͤhe wollest du meine Stimme hoͤren; fruͤhe will ich mich zu dir schicken und darauf merken. Gutiger Gott und Vater! durch deine Gnade habe ich wieder diesen Tag erlebt, und mit dankbarem Herzen erkenne ich auch darin, wie viel ich dir schuldig bin. Daß ich mich durch den Schlaf erquickt, an meinen Kraͤften jetzo von neuem gestaͤrkt, und durch den An⸗ blick des Tageslichts und der sichtbaren Natur erfreuet finde: das ist dein Werk. O gieb, daß ich das mit Aufmerksamkeit bedenke, und ja deiner nie vergesse, dem allein ich mein Leben und dessen Erhaͤltung zu danken habe. Dein allmaͤchtiger vaͤterlicher Schutz war uͤber mir, da ich meiner selbst nicht bewußt, in 9²⁴ unbesorgter Ruhe lag; und nun stellest du mich in deine Welt hin, daß ich dich in deinen Werken sehen und bewundern und mit wieder⸗ hergestellter Munterkeit meiner Ges chaͤfte wahr⸗ nehmen kann. So laͤssest du mich auch an mir selbst erfahren, daß deine Guͤte alle Morgen neu, und deine Treue groß ist. Nimm dafuͤr, o mein Gott, das demuͤthige, freudige Lob meiner Seele an. Erhalte mich auch heute bei dem einigen, daß ich dich stets auf die rechte Art vor Augen habe, daß ich der christlichen Froͤmmigkeit und Tugend unverruͤckt treu bleibe, da ich doch auf keinem andern Wege ein wirklich zufriednes Herz und wahres dauerhaftes Gluͤck finden kann. Hilf mir immer mehr zu einer rich— tigen, lebendigen Erkenntniß dessen, was zu meinem Besten dienet. Befestige in mir den Morgengebete. Glaͤuben an Jesum, meinen Heiland, seine Erloͤsung und Lehre, die so zuverlaͤssig meine Seele, wenn sie daraͤuf achtet, weise und gut macht. Staͤrke meinen Vorsatz, auch diese mir aufs neue geschenkte Zeit meines Lebend mit aufmerksamem und treuen Ernst dir zu heiligen, und die Bewahrung eines unverletzten Gewissens hoͤher zu achten, als alles Irdische, was ich mir durch die Suͤnde verschaffen koͤnnte. Untfe. Sng h mnnn ilt man Gelis EVen Usche E Rche da athe, Ei Mgung tE. Wfulls bes Hih dist Rligen e chwerta Wraht 8. Wderun susheit, 5 Imen vh Iun Visn F uns siiizen G shut Wer. sh, hez hsien deeh I stg yinh Iit h (eaft O V. RN Enm! GFi m ch Rvot! . V igt i i Will Put Rl U X V½½ fes n N (l Cad issht Eist 925 Entferne von mir alle gefaͤhrliche Ver⸗ suchungen, zu welchen mein Beruf, mein Um⸗ gang, meine Verbindung mit Andern, auch selbst meine eigene natuͤrliche Gemuͤthsart mir Gelegenheit geben koͤnntenz und wenn solche Versuchungen mir nahe kommen sollten, so stehe mir bei, o Gott! und unterstuͤtze meine dann vielleicht wankende Seele durch den großen Gedanken deiner Gegenwart, deiner Wohlthaten und deiner Vergeltung; damit ich nicht von dir abweiche, nicht in Suͤnden gerathe, und mich nicht der troͤstlichen Be— ruhigung eines guten Gewissens und deines Beifalls beraube. Gieb dein Gedeihen zu einem jeden dir wohl⸗ gefaͤlligen Vorhaben, womit ich heute zu thun haben werde, und verleihe mir Muthund Kraͤfte, das recht auszurichten, was in meinem Stande und Berufe mir obliegt. Bewahre meine Ge⸗ sundheit, mein Vermoͤgen und meinen guten Namen vor Schaden. Walte mit deiner gnaͤ⸗ digen Beschirmung uͤber meine Angehoͤrigen, Morgengebete. daß uns der freudige Genuß deiner wohl⸗ thaͤtigen Guͤte durch keinen Unglucksfall ge⸗ stoͤret werde. Soll ich aber auch, nach deinem Rath, heute meinen Antheil an den Bitter⸗ ö keiten des Lebens empfinden, und von Wider⸗ 926 waͤrtigkeiten und Bekuͤmmerniß befallen werden: so waffne mein Gemuͤth mit der christlichen Standhaftigkeit und Ergebung in deinen Willen, mit dem kindlichen Vertrauen auf dich, und mit der getrosten Hoffnung einer bessern Zu⸗ kunft, durch welche das Gefuͤhl der Leiden so sehr gemildert, und ihre Last um so vieles ertraͤglicher gemacht wird. Fuͤhre du mich, Herr, wie es dir wohlgefaͤllt; denn du weißt besser, was mir gut ist, als ich selbst. Zu dir, liebreicher Vater aller Menschen, der du allen guͤtig bist, und dich aller deiner Werke erbarmest, zu dir bete ich auch fuͤr alle diejenigen, die neben mir von deiner Guͤte leben. Erfuͤlle die Welt mit deinem Segen, der alles erfreuet. Segne unsern Landesherrn, sein Haus und seine Regierung, zur Sicherheit und zum Wohlergehen so vieler Tausenden. Breite uͤber alle Staͤnde und alle Ordnungen meiner Nebenmenschen deine Wohlthaͤtigkeit aus, und wirke dabei die Ge⸗ sinnung in ihnen, daß sie darin deine Vater⸗ hand erkennen und desto dankbarer gegen dich werden moͤgen. Und so gehe ich, mein Gott und Vater, an die heutigen Pflichten meines Lebens mit einem dir geweihten Herzen. Sey du mit Morgengebete. mit, so jrcht dunnh dl 1. / I Ball Ind d v mein L8 I hH/ W. Han 1 ser meßzs sit efreu nih auchz sich de Ichaf ein 1 tetke. MWolbig rn. c di dich V schulg ö‚ lenn S chis VEu W3 dih dE boss H4r U st t VI u III bst M Odih di-V te i RWüboh Vi it! . Ene! IH 1 sl ll 29 1 Hen wusche A i inel 0 Ilret 0 Id! D i Se + ů Morgengebete. 9²⁷ mir, so werde ich sicher bleiben und kein Uebel fuͤrchten. Dies hoffe ich von dir nach deiner Barmherzigkeit und nach der Verheißung, die du mir durch Jesum Christum gegeben hast Amen! Klagl. Jerem. 3, 23. 24. Die Barmherzigkeit des Herrn ist alle Morgen neu, und deine Treue, o Gott, ist groß. Der Herr ist mein Theil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. b. Kuͤrzeres Morgengebet. Ps. 63, 7. Wenn ich erwache, so rede ich von dir. Herr, mein Gott, du Erhalter und Wohl⸗ thaͤter meines Lebens, dir danke ich jetzo wieder mit erfreutem Herzen fuͤr die Gnade, daß du mich auch diesen Tag erleben lassen. Du hast mich die Nacht uͤber beschuͤtzt, und durch den Schlaf erquickt; und von dir habe ich die Munterkeit, mit welcher ich nun abermals die Vollbringung der mir obliegenden Pflichten uͤbernehmen kann. Gieb mir dies so zu er⸗ kennen, daß es mir nie aus dem Sinne komme, wie ich dir ganz angehoͤre, und wie viel ich dir schuldig bin. 928 Morgengebete. Leite mich nun auch an diesem heutigen Tage mit deiner Gnade auf lauter guten Wegen. Bewahre mich vor aller Ungerech⸗ tigkeit und Suͤnde, die doch am Ende nichts anderes, als das aͤußerste Elend nach sich ziehet. Mache mich wachsam und stark gegen die Versuchungen, die mir heute vorkommen koͤnnten, damit ich nicht am Abend Ver⸗ gehungen gegen dich, und Untreue gegen mein Gewissen, mit bitterm Schmerze zu bereuen habe. Gieb meinen rechtmaͤßigen Geschaͤften und Unternehmungen einen guten Fortgang, da ohne dein Gedeihen doch alle unsere Arbeit vergebens ist. Wende Gefahr und Ungluͤck ab von mir und von denen, die mir ange— hoͤren. Erbarme dich auch nach deiner vaͤter⸗ lichen Guͤte aller Menschen, die mit mir deine Kinder sind, und laß die Welt deines Segens voll werden. Dir, mein Gott, uͤbergebe ich also auch fuͤr heute mein Herz, mein Leben und meine Schicksale. Erhalte mich in deinem Wohl⸗ gefallen und in deiner Liebe, und laß dann alles, was mir begegnen soll, zu meinem Besten dienen. Du wirst mich gnaͤdig er⸗ hoͤren, wie du durch Jesum Christum mir verheißen hast. Amen! Vules Gnal 1 dein Hten re st meins besti m 4 dich Nahl stär Il. Mah Riinem( Hnich vyt 6 onst 6 Hene Gen umlez n Latte miz de gesz Wenchrn Een he Iiter üinder II Itatt Dotkh bend gegn . keuen aftu NI 000 Haee! ht E b , Vmt Halt inel dil EI m 5009 ö D/ U h 110 Morgengebete. Ps. 73, 23. 24. Ich bleibe stets an dir; denn du haͤltst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rath, und nimmst mich endlich mit Ehren an. 929 Mehrere gute Gebete am Morgen sind in den Morgen⸗ liedern dieses Gesangbuchs von Nummer 519 bis 532 enthalten. c. An Sonn⸗ und Festtagen, bei dem Morgen⸗ gebete hinzuzufuͤgen. Verleihe mir auch insonderheit, o Gott, die Gnade, daß ich mir den heutigen Tag nach dein 3 Absicht und zu meinem eigenen Besten recht zu Nutzen mache. Es ist Wohlthat fůr meine 40 daß eigene Zeiten verordnet und bestimmt sind, an welchen das Andenken an dich und die Sorge fuͤr mein geistliches Wohl staͤrker und feierlicher erweckt werden soll. Mache also den Eindruck davon in meinem Gemüuthe auch heute so lebendig, daß ich mich von allen irdischen Zerstreuungen mehr, als sonst losreiße; mit ernsthafter Ueberlegung meine Gedanken zu diesem wichtigen Geschaͤfte sammle; den oͤffentlichen Unterricht aus deinem Worte mit Aufmerksamkeit hoͤre und annehme; bei der gemeins schaftlichen Anbetung mit meinen Nebenchristen mein Herz, so viel Kechäfter 930 geruͤhrt, zu dir erhebe; und in meinen eigenen Andachtsuͤbungen und Betrachtungen ein ernst⸗ liches Nachdenken auf mich selbst und auf meine weitere Besserung richte. Laß mich auf solche Weise von diesem Tage wahren Segen erfahren, dessen ich mich in dem Wachsthum meiner Erkenntniß, in der Ermunterung meiner Gottseligkeit und in der Staͤrkung meines Vertrauens und meiner Hoffnung noch auf meine folgende Lebenszeit erfreuen koͤnne. Heilige mich ganz dir und deiner Verehrung, so werde ich gluͤcklich seyn, und dir dafuͤr danken in Ewigkeit. Amen! Morgengebete. d. Nothige Entschließungen am Morgen. Yi. 25, 4. 3. Herr, zeige mir deine Wege, und lehre mich deine Steige. Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich; denn du bist der Gott, der mir hilft. Ich habe alles, und also auch diesen neuen Tag meines Lebens, von Gott; darum ist es fuͤr mich hoͤchst nothwendig, denselben nach seinem Willen und zu den Absichten zu ge⸗ brauchen, zu welchen er ihn mir gegeben hat. 1) Vor allen Dingen will ich mir deswegen jetzo wieder den Gedanken tief und lebendig 1 Gill hatgehj weil iie ftelhy Henen V X Uist ich hlit, th E wt Iun dl shen, de Iume koh Ich ie li bederst sdigune Isgen, P Amhuben ih wll a sht zu 0 Besig ug meihz biß, 0 am U 5 Jc Hlschag sungen ů Wen II UWe . iden dül ch ateng MI I5 u0 n dün eth V 09 W ha D 4 U ID I a Gol al 0/A l) 931 ins Gemuͤth praͤgen, daß Rechtthun und Gottgefallen der Hauptzweck meines Lebens ist, weil ich dabei allein ein ruhiges Herz und eine freudige Hoffnung durch Jesum Christum, meinen Heiland, haben kann. 2) Ich will mich hieran diesen Tag uͤber, so oft ich kann, auch waͤhrend meiner Ge⸗ schafte, und unter den Umstaͤnden, worin ich mich etwa befinden mag, wenigstens mit einem kurzen ernstlichen Gedanken, zu erinnern suchen, damit es mir ja nie ganz aus dem Sinne komme, wozu ich in der Welt lebe. 3) Ich will zum voraus mit Aufmerksam⸗ keit bedenken, was fuͤr Gelegenheiten zu Ver⸗ suͤndigungen in meinem Berufe und in dem⸗ jenigen, was ich mit anderen Menschen zu thun habe, mir heute aufstoßen moͤchten; und ich will auf meiner Hut seyn, daß ich mich nicht zu etwas Boͤsem hinreißen lasse. 4) Besonders aber will ich über die Nei⸗ gung meines Gemuͤths wachen, von welcher ich weiß, daß sie am meisten in mir herrschet und am leichtesten mich uͤbereilet. 5) Ich will, so viel sich thun laͤsset, solche Gesellschaften, Verbindungen und Unterneh⸗ mungen vermeiden, wo entweder ein aͤußer⸗— liches Vergnügen zu leicht mein Gewissen 595 Morgengebete. 93² Morgengebete. betaͤuben, oder eine Absicht auf zeitlichen Ge⸗ winn zu leicht mein Herz verblenden, und mich verleiten koͤnnte, etwas zu reden oder zu thun, was mich hernach bittere Reue kosten wuͤrde. 6) In den Verrichtungen meines Berufeb will ich mit Treue und Fleiß arbeiten; nicht allein um meines eigenen Vortheils willen, sondern auch vornehmlich aus der Betrach⸗ tung, daß es Gottes Ordnung und Wille ist, der mich zu dem Ende in diesen meinen Stand gesetzet hat, daß ich darin thaͤtig und nuͤtzlich seyn soll. 7) Jeder Betrug in meinen Geschaͤften, jede Beruͤckung meines Raͤchsten, jedes un⸗ rechtmaͤßige Mittel des zeitlichen Erwerbes, oder irgend einer andern zeitlichen Absicht, soll mir eine Abscheu seyn, so sehr auch etwa das Urtheil und die Gewohnheit meines Gleichen solches, als etwas Erlaubtes, zu rechtfertigen scheinen mag. Denn Gott siehet mich, und ihm muß ich Rechenschaft davon geben. S Bei allem meinen Verfahren gegen meine Nebenmenschen soll mir die große heilige Regel H W annt/ lill Rien Ries H. eio lt dinke Moh W 0½ Hinend oder Hl e, Arl gebe E Ahottu Cund u. Vinmn Aupn lits guter N uRed Hanihstengo issenhegt slet Ben sshrderli ö 11 Vich Wth und vor Augen schweben: ihnen das zu thun, was min Geni. ich mit Billigkeit will, das sie mir thun moͤchten isen, m. ssen, M6 H Wiche N2 w. Rie H X XI.XI I 00 WI IaR Hitt 3 Run N. ch itch 1460 4 Morgengebete. 933 9) Wenn mir heute ein Huͤlfsbeduͤrftiger bekannt, oder in Erinnerung gebracht wird: so will ich mit herzlicher Willigkeit, nach meinen Umstaͤnden und nach dem Maaße meines Vermoͤgens, und durch eigene Mild⸗ thaͤtigkeit, oder durch Fuͤrsprache, Rath und Trost die Liebe an ihm beweisen, die ich, als Mensch und als Christ, ihm schuldig bin. 10) Ich will mich sorgfaͤltig huͤten, daß ich meinen Angehoͤrigen, Hausgenossen, Freun⸗ den oder Anderen, mit welchen ich sonst um⸗ gehe, durch Worte oder Thaten keinen An⸗ stoß gebe, damit ich nicht die schwere Ver⸗ antwortung auf mich lade, ihnen eine Ursache zur Suͤnde und zum Verderben geworden zu seyn. Vielmehr soll es mir mit Ernst am Herzen liegen, wo ich kann, und wo irgend ein guter Erfolg davon zu hoffen ist, durch meine Reden, Ermahnungen und Vorstellungen, wenigstens durch mein eigenes, gleichfoͤrmiges, gewissenhaftes Verhalten meinem Naͤchsten zu seiner Besserung oder Befestigung im Guten befoͤrderlich zu seyn. 110 Vielleicht soll mich heute auch noch eine Noth und Plage befallen; und dann will ich mein Gemuͤth in Geduld und Gottergebenheit fassen, mit der festen Ueberzeugung, daß mein 93⁴ Morgengebete. Vater im Himmel das, woran ich nicht durch eigene Thorheit und Suͤnde schuld bin, gewiß auch fuͤr mich zu etwas Gutem lenken werde. 12) Bei allem aber, was mir Erfreuliches und Gluͤckliches widerfaͤhret, auch bei den ge⸗ woͤhnlichsten taͤglichen Wohlthaten der Ge⸗ sundheit, der Ernaͤhrung, des Genusses von Speise und Trank, der Gemaͤchlichkeiten des Lebens, die ich etwa genieße: bei dem allen will ich es mir immer mehr zur Gewohnheit machen, mit dankbarem Herzen an Gott, den guͤtigen Geber desselben, zu denken, weil das an sich selbst so billig ist, und weil zugleich dadurch meine Freude an solchen Gaben so viel reiner und ruͤhrender wird. 13) Ueberhaupt will ich den seligen Gedanken von der bestaͤndigen Gegenwart meines Gottes so feste zu halten, und in meinem Gemuͤthe immer so nahe zu haben suchen, daß er bei jeder Gelegen⸗ heit bald in mir merklich und rege werde, daß er mich in Gefahren der Versuchung warne und staͤrke, daß er mein Vergnuͤgen reinige und erhoͤhe, daß er die Last der Leiden mir erleichtere, und daß ich also, gleichsam in seiner steten Begleitung, den ganzen Tag uͤber so viel sicherer und froher wandele. XXI h M Mubdertil u die. IIn To n dn Iem CM Mnit W. etlorz Hdutfon nich n Id dld Sst3uge 5 h mein sh thunns Nhst me ssch auf er O uß i hilte N ih chh Eem N fral ai Ci de Kh del se M atg N. Pem bch Ren ASdot; NT. I Ind UH S Ind Rsch ut 0 Athmn 200 9•00 W A ersE Morgengebete. 93⁵ 14) Auch dies Heute wird bald nicht mehr seyn, und ist dann, was seine Dauer betrifft, unwiderruflich und auf ewig verschwunden. Nur die Folgen und Fruͤchte davon, wie ich diesen Tag angewendet habe, die bleiben; es sey nun zum Guten, oder zum Boͤsen; zu meinem Gluͤck, oder zu meinem Elende. Ich will mit Gottes Huͤlfe dafuͤr sorgen, daß es kein verlorener Tag, kein Tag des kuͤnftigen Vorwurfs und eines schreckenden Andenkens fuͤr mich seyn moͤge. Und du, allwissender und heiliger Gott, bist Zeuge dieser meiner Vorsaͤtzez sey du aber auch mein Beistand, sie zu erfuͤllen. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist fuͤhre mich auf ebner Bahn. Amen! Ps. 119, 5. O, daß mein Leben deine Rechte mit ganzem Ernst hielte. 1 V 2 . 4 ö * Abendgebete. 2) Abendgebete. a. Laͤngere Abendandacht. 1. Sam. 7, 12. Bis hierher hat uns der Herr geholfen. Barmherziger Gott, ich komme jetzt am Ende dieses Tages wieder mit Dank und mit Gebet vor dich, der du mir bis hieher geholfen, und auch heute deine wohlthaͤtige Guͤte so maͤnnichfaltig bewiesen hast. Dein Auge hat uͤber mich gewacht und deine Hand hat mich geleitet, daß ich vor Ungluͤck be⸗ wahret geblieben. Von dir ist mir Gedeihen und Fortgang in meinen Verrichtungen ge⸗ kommen, indem du meine Gesundheit und meine Kraͤfte erhalten, mir Muth und Freudig⸗ keit zu meinen Berufspflichten gegeben, und auch die aͤußerlichen Umstaͤnde zu meinem Nutzen gelenket hast. Dir allein habe ich auch jede angenehme Stunde und Empfindung zu danken, deren ich heute in dem Genusse der Gaben der Natur und in der Verbindung mit der menschlichen Gesellschaft froh geworden bin. Selbst die erquickende Ruhe des Schlafes, der ich mich jetzo uͤberlassen will, ist deine Wohlthat, um mich durch erneuerte Kraͤfte Tdamsh biel N N midd Wnken e l Il sih dess? Mein Imnen le Vare N Züken Wihalb K un Ho⸗ Hak, E Huhasts ithe,& sulhen,s gechent oderke hasten E Fchler ols Haht, 1 Hringer y Uhens sr siht zuß nwissen Rhe. h. flar vonn W I Hieis s. ö NH C 0 ff 0 10 0 Mut 4 fen Aen fnd W Hlel 0 •h den I 5 haft a A 2 en 1 + 1 ell 1 Abendgebete. 937 zu demjenigen, was ich morgen zu thun habe, so viel geschickter zu machen. So sichtbar wird mir in dem allen, wenn ich es nur recht bedenken will, deine liebreiche Fuͤrsorge; und so viel Ursache habe ich, mit dankbarer Seele mich dessen zu freuen, was du an mir thust. Ja, mein Gott, dir will ich danken und deinem Namen lobsingen, der du so gnaͤdig bist. Waͤre doch nur auch dieser Tag in allen Stücken so von mir angewendet, daß ich mich deshalb mit einem ganz reinen und zuversicht⸗ lichen Herzen vor dir darstellen duͤrfte! Du, o Herr, kennest mich und alle meine Wege. Du hast heute jeder Regung in meinem Ge⸗ muͤthe, jeder Absicht bei meinen Unterneh⸗ mungen, jedem Schritte in meinem Verhalten zugesehen, und untruͤglich erkannt, was darin gut oder boͤse ist: und also sind dir in dem hellsten Lichte auch alle die Vergehungen und Fehler offenbar, deren ich mich schuldig ge⸗ macht, und wodurch ich, in groͤßerem oder geringerem Maaße, das wahre Gluͤck meines Lebens zerstoͤret oder vermindert habe. Gieb nicht zu, guter und heiliger Gott, daß ich unwissend und gleichguͤltig daruͤber hinweg gehe. Stelle mir vielmehr mein Unrecht so klar vor Augen, daß es einen tiefen, dauernden 938 Abendgebete. Eindruck in meine Seele mache, und daß ich mit Reue und Schaam das betrachte, wodurch ich dir mißfaͤllig und meiner eigenen Wohl⸗ fahrt schaͤdlich geworden bin. Vergieb mit dann, nach deiner vaͤterlichen Erbarmung, die von mir begangenen Fehltritte, und laß den seligen Trost des Glaubens an Jesum Christum, meinen Heiland, und an die Ver⸗ heißungen seiner heiligen Lehre in mir leben⸗ dig werden, daß redliche Bereuung und thaͤ⸗ tige Umkehrung zu dir, fuͤr Niemand ver⸗ geblich seyn soll. Aber laß dann auch diese ernstliche Empfindung meiner Schuld und deiner Gnade bei mir zu einem kraͤftigen Antriebe werden, immer treuen Eifer in meiner Besserung und Gottseligkeit zu beweisen; da⸗ mit ich mich ja nicht zu meinem eigenen Schaden in unfruchtbaren Abbitten beruhige, sondern vielmehr in den folgenden Tagen meines Lebens wirklich Fruͤchte meiner Reue und meines besten Vorsatzes zeige. Mache mich aufmerksam auch auf die Maͤngel, die mir geringer scheinen moͤchten; und lehre mich so uͤber mich selbst wachen, daß ich aus eigener glückseliger Erfahrung inne werde, wie sehr jeder Wachsthum in der Lauterkeit und Unschuld des Herzens auch meine Zufrieden⸗ Iit uns Foert. Ver Vochöt l Nril das In Ti h Mit 6 Wichen Hartige U Hergelter; lihe mibe Iso aushe sehn/ Iage M. hesselbaß haran, lhte setz hor denh für meite dirser mo In diz Huf deint libliche iu ich zu mag. H uine vih W i NII Dich y Ninn trl d ben I und Flit l Lauu, und t t MI dam ag cK Rr 0 ang MEi II Unh Rige in I. lint Ei 939 heit und Freude durch Jesum Christum ver⸗ groͤßert. Wer weiß, wie viel Zeit mir noch zu diesem Wachsthum im Guten uͤbrig seyn mag! Ein Theil derselben ist auch schon mit dem heu⸗ tigen Tage wieder vorbei; und so komme ich mit jedem zuruͤckgelegten Schritte meiner irdischen Wanderschaft naͤher, wo die gegen⸗ waͤrtige Vorbereitungszeit aufhoͤret, und die vergeltende Ewigkeit anfaͤngt. O Gott, ver⸗ leihe mir die Weisheit, das zu bedenken, und also auf die wir verborgene Stunde bereit zu seyn, da ich dir von dem Gebrauche meiner Tage Rechenschaft geben, und die Folgen desselben erfahren soll. Erinnere selbst mich daran, wie leicht ein jeder Tag fuͤr mich der letzte seyn kann; und bewahre mich dadurch vor dem gefaͤhrlichen Aufschub der Sorge fuͤr meine Seele und vor aller Verwahrlosung dieser meiner wichtigsten Angelegenheit. In dieser Gesinnung und in dem Vertrauen auf deine Barmherzigkeit suche ich nun die leibliche Ruhe. Du, Allmaͤchtiger und All⸗ guͤtiger, waͤchest uͤber mich waͤhrend der Zeit, da ich zu meiner Beschuͤtzung selbst nichts ver⸗ mag. Nimm mich auch diese Nacht uͤber in deine vaͤterliche Aufsicht und Beschirmung. Abendgebete. 9⁴40 Abendgebete. Wende Gefahr, Schrecken und Unglüͤcksfaͤlle ab von mir und von den Meinigen, von diesem Orte und von allen Menschen. Laß einen sanften, gesunden Schlaf mir zu meiner Erholung und Erquickung gereichen; und laß mich morgen mit neuem Danke gegen dich, mit neuen Vorsaͤtzen zur christlichen Recht⸗ schaffenheit und mit neuer Thaͤtigkeit zu mei⸗ nen Geschaͤften fröͤhlich wieder erwachen. Deine Gnade sey mit mir jetzt und immerdar. Amen! Ps. 4, N. Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn du, Herr, hilfest mir, daß ich sicher wohne. 5. Kuͤrzeres Abendgebet. Ys. 63,. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich. Gnädiger Gott, unter deiner Beschuͤtzung und Leitung ist nun auch dieser Tag wieder von mir zuruͤckgelegt; und ich beschließe ihn mit dem innigsten Danke gegen dich, fuͤr alles das Gute, welches du mir an demselben hast widerfahren lassen; fuͤr die mir erhaltene Ge⸗ sundheit, fuͤr die Abwendung so manches sonst moͤglichen Unglüͤcks, fuͤr den gesegneten Fort⸗ gang meiner Geschaͤfte, und auch fuͤr die Wohli W. Juhe 10 gliht Hlte Sichh Feht Nhe IU Halt his Igen I. Oapinu Vissenhat suich da Y u Vers. Gnade, Ohristul luch ses Hieb n sierdurchz 0h dersh hilffy Iunuweng shiner V huthet n. u Rub d alle Ichen& — EH n H 1ihS 0. R Abendgebete. 9⁴¹ Wohlthat, daß ich mich nun einer erquickenden Ruhe uͤberlassen kann. Das erkenne ich mit geruͤhrtem Herzen, und freue mich deiner Guͤte. Siehe du aber auch mit Laͤngmuth auf die Fehler, mit welchen ich an dem heutigen Tage mein Herz und mein Leben etwa be⸗ fleckt habe; und mache sie in meinen eigenen Augen so offenbar, daß ich sie mit ernstlicher Empfindung bereue, und mit treuer Ge⸗ wissenhaftigkeit fuͤrs kuͤnftige vermeide. Laß mich dann mit Freudigkeit Antheil haben an der Vergebung der Suͤnden, und an deiner Gnade, welche auch mir dein Sohn, Jesus Christus, durch seinen Tod verschafft, und durch seine heilige Lehre versichert hat. Gieb mir, da wieder ein Tag dahin ist, hierdurch einen neuen lebendigen Eindruck von der schnellen Flucht meiner Lebenszeit, und hilf mir, einen jeden Theil derselben so anzuwenden, daß ich auch vor dem letzten meiner Tage, der vielleicht bald und unver⸗ muthet kommen mag, nicht erschrecken darf. Darauf lege ich mich nun auch jetzt getrost zur Ruhe; und uͤbergebe mich, die Meinigen und alle Menschen deinem allmaͤchtigen vaͤter⸗ lichen Schutze. Wache du uͤber mir mit 942 Tägliche Erweckung zum frommen Sinn deiner Liebe, so wird kein Verderben mich treffen; und wenn ich morgen erwache, soll mein Herz wieder mit Freuden deines Preises voll seyn. Segne mich, mein Gott und Vater, nach deiner ewigen Güte, um Jesu Christi, meines Erloͤsers, willen. Amen! Ps. 40, 12. Laß deine Guͤte und Treue mich alle Wege behuͤten. Zur Pruͤfung am Abend lese man das Lied in diesem Gesangbuche Nr. 535: Der Tag ist wieder hin ꝛe. Auch mehrere gute Abendgebete sind enthaͤlten in den Abendliedern dieses Gesangbuchs von Nr. 533 bis 542. ——— 3) Taͤgliche Erweckung zum frommen Sinn und Wandel vor Gott. a. Vertrauen auf Gott und rechtmaͤßige Gesinnung gegen ihn. Barmherziger Vater und Schoͤpfer der Menschen, von dir allein muß ich alles, was zur Nahrung, Bekleidung und Erhaltung meines Leibes und Lebens, und uͤberhaupt zu meinem ganzen Glucke in Zeit und Ewig⸗ keit nothwendig und ersprießlich ist, erwarten; und ich kann dies auch, nach deiner gnaͤdigen 0 ht 10 lntt uf Vuberbez Klltele z Rlll, zist Maldspak mir y he Sug Idachti lde: sop mir n Wecen Vach. o h ö D 770 0 j; ö bihth Dn Nn II . Si ö . III und Wandel vor Gott. 943 Zusage, bei einem redlichen Gehorsam gegen deine Gesetze erwarten. In deine allmaͤchtige treue Vaterhaͤnde lege ich daher alles, was du mir von irdischen Guͤtern an Bequem⸗ lichkeit, Vergnuͤgen und Ehre verliehen hast, in Demuth nieder. fuͤr den froͤhlichen Genuß, den du mir davon bisher, wider alles mein Verdienst, geschenket hast. Durch deine Gnade will ich mich bereit halten, dies alles, wann du es befiehlst, freu⸗ dig wieder hinzugeben. Ja, ich bitte dich herzlich, laß mir alle meine irdischen Vortheile nicht einen Augenblick laͤnger, als es mit Bewahrung und Staͤrkung meines Glaubens Uund guten Gewissens bestehen kann. Laß keinen meiner Wuͤnsche, wovon du, nie irrende Weisheit! einsiehest, daß er thoͤricht ist, und meiner unsterblichen Seele zum Fallstrick und Verderben gereichet, erfuͤllet werden; sondern vereitele sie alle. Ehe du, o Vater meiner Seele, zulaͤssest, daß ich nach so unermeßlichen, unaussprechlichen, unzaͤhligen Wohlthaten, die du mir erwiesen hast, in irgend eine vorsaͤtz⸗ liche Suͤnde gegen dich falle; oder daß meine Andacht und Christen⸗Tugend einige Abnahme leide: so nimm mir lieber, so bitter und peinlich es mir auch immer sein mag, meine Gesund⸗ Dank sey dir, Vater! 9⁴⁴ Tägliche Erweckung zum frommen Sinn heit, meine Bequemlichkeit, mein irdisches Vermoͤgen(meine Ehrenstellen in der Welt); und belege mich dagegen mit schmerzhafter, langwieriger Krankheit, bitterer Armuth, un⸗ schuldiger Verachtung, und anderen Leiden dieses bald, bald voruͤber eilenden Lebens. Nur bitte ich dich inbruͤnstig, laß mich nicht meine Leiden etwa durch Unmaͤßigkeit, durch Lieblosigkeit, oder sonst eine Berletzung meiner P‚ flichten selbst verursachen. Und wenn dann ein Leiden aus deiner Hand uͤber mich kommt, oder auch etwa durch meine Schwachheit ver⸗ Ursachet wuͤrde: so laß es mich, nach deiner vaͤterlichen Absicht, in der Beherrschung aller unordentlichen Begierden, in dem himmlischen Sinn, in der allerseligsten Kunst, deinen Willen schlechterdings zu dem meinigen zu machen, befestigen und staͤrken, und meiner Seele die himmlischen Fruͤchte einer festge⸗ gruͤndeten und geuͤbten Tugend geben. Laß mich auch aͤuf den Fall vorbereitet seyn, wenn du von mir, fuͤr den Dienst der Wahrheit und der Tugend meine irdischen Vortheile (meine Guͤter, mein Amt, meine Ehrenstellen, und selbst mein Leben) zum Opfer fordern, und mich in die Umstaͤnde fuͤhren solltest, wo ich, um ein unverletztes Gewissen zu bewahren, ae W. nd 1 nute. 10 0 Im KIl shtz Mih I Muh H lich As Leht Habes ‚ 10 Aubaaleh Hit dantl sudern d Gebete, 1& Runkbten me Hserungg hlllß sihe Wsn ins shm inte Rne göch ud meinz M viel Wunkens Ilgen Vy ch nichz slangen kait, Iungy L ich in Wach ch E I Ist, enh hd e cbh Wsh H und Wandel vor Gott. meine Vorzuͤge und Bequemlichkeiten aufgeben, und mich drückenden Umstaͤnden blos stellen muͤßte.— So laß denn von nun an alles, was irgend einer Verdrießlichkeit oder muͤrri⸗ schen Klage uͤber deine Regierung aͤhnlich sieht, mir abscheulich und aus meinem Herzen und Munde verbannet seyn. Dagegen will ich mich treulich bestreben, alle Muͤhseligkeiten dieses Lebens, die Beschwerden eines siechen Leibes, und was du mir sonst an anderen Trübsalen hinzufuͤgen moͤchtest, nicht allein mit demuͤthiger Ergebung in deinen Willen, sondern auch als Erhoͤrung meiner frommen Gebete, und als wahre Wohlthaͤten mit einem dankbaren und heitern Herzen zu tragen, und zu meiner immer groͤßern Reinigung und Besserung anzuwenden. Auch will ich mich befleißigen, ein aufgeraͤumtes, freundliches Wesen im Umgange mit meinen Nebenmen⸗ schen immer mehr anzunehmen; um dadurch deiner goͤttlichen Regierung in der Welt Ehre, und meinen Nebenmenschen Freude zu machen. Wie viel tausendmal habe ich dir, mein Gott! zu danken Ursache gehabt, daß du ehedem die⸗ jenigen Wunsche vereitelt, diejenigen Absichten mich nicht hast erreichen lassen, die mir damals so angenehm waren, und mir zu meinem Wohl 60 945 946 Tägliche Erweckung zum frommen Sinn unentbehrlich schienen! Haͤttest du mich das vermeinte Gluͤck erlangen lassen, das ich so aͤngstlich und rastlos suchte; haͤttest du mir die Vortheile gewaͤhret, die ich als mein Gluͤck so sehnlich wuͤnschte: so waͤre mein ganzes irdi⸗ sches und ewiges Wohl zernichtet. Dies sehe ich jetzo ein, da der Ausgang deiner weisen und guͤtigen Fuͤhrungen vor mir liegt. Ol das staͤrke mich, daß ich schlechterdings keinen andern Willen habe, als den deinigen; daß ich bei allen meinen Wunschen und Hoffnungen, bei allem Kofer 9—— und Vor nehmen mit meinem Erloͤser f 2— nicht mein, son⸗ dern dein Wille 16 scheher daß ich allzeit und unter allen Umstaͤnden dich kindlich furchte, liebe und dir vertraue, und mit deiner vaͤter⸗ lichen Regierung immer zufrieden, ruhig und dankbar bin. Amen! b. Demuthsuͤbung. Durch deine Gnade, du heiligstes und voll⸗ kommenstes Wesen, will ich stets zu meinem Hauptgeschaͤfte machen, meine Seele von allem Unflat des fuͤr mich so thoͤrichten, und dir so abscheulichen Stolzes zu reinigen. Ach! noch immer ist in meinem Herzen ein so trauriger bereftl Imnüthent Ichnhaithz der Al 9 nichl: Iste tüt Hch sfmir xI Hchtung ·⸗ Hallemeid Mangan hest scbo. um die ihtt in do⸗ Mschen ahe HndlicheK UWde, weßn u nißbij Roth he Ubeli ig! Fuwäge Hughng itauch 1 19 Ir ten sntnis⸗ is Rem 9 und Wandel vor Gott. 9⁴7 1 n Ueberrest dieser schaͤndlichen und schaͤdlichen * Gemuthsart, und der ehemaligen boͤsen Ge⸗ wohnheit und Fertigkeit, vorhanden, der mich * an der Ausuͤbung der Tugend so sehr hindert, Run und mich in so manche, und selbst grobe Fehl⸗ N tritte stuͤrzt. So will ich denn(du Gott, ein⸗ Iun ziger Geber aller meiner Kraft zum Guten, lh wirst mir helfen!) so will ich denn mir die Be⸗ Dinht trachtung und Empfindung immer gewohnter, hani gelaͤufiger und kraͤftiger zu machen suchen, daß Voffn ich alle meine Kraͤfte und Gaben nur von dir em⸗ Oichhe pfangen habe: daß ich sie nur dazu empfangen Em habe: um dadurch Vergnuͤgen, Ruhe und Wohl⸗ Walih fahrt in deiner Familie, unter meinen Neben⸗ Hic menschen auszubreiten: und daß ich folglich ein nt) schaͤndlicher Rebell in deinem liebevollen Reiche Fuhh werde, wenn ich eine deiner Kraͤfte und Gaben dazu mißbrauche, irgend einen deiner Menschen ohne Noth und Recht zu kraͤnken, zu betruͤben, beleidigen und zu beschaͤdigen. Ich will es oft erwaͤgen, daß ich nur eine gar sehr geringe h Brauchbarkeit in deinem Dienste habe, viel⸗ 16 leicht auch durch Nachlaͤssigkeit und Traͤgheit huh schuld daran bin; und daß hingegen so viele u hundert meiner Nebenmenschen viel groͤßere IM Kenntnisse und Geschicklichkeiten besitzen, und u deinem Reiche weit mehrere und wichtigere 60* 948 Tägliche Erweckung zum frommen Sinn Dienste leisten. Ich will es nie vergessen, daß der Tadel und die Widerspruͤche, die ich von Andern erfahre, in deiner Hand Segnungen werden, und Mittel sind, meine Einsichten zu berichtigen, meine Handlungen zu bessern, und so manche Tugenden zu uͤben. Oft will ich es meinem Gemuͤthe vorhalten, daß die wahre Ehre nicht in den meist leichtsinnigen, veraͤn⸗ derlichen und nichts bedeutenden Urtheilen der Welt, sondern nur in dem Ruhme vor dit; und in deinem Beifall bestehet: und insbeson dere soll es mir nie aus dem Sinne kommen, daß ich durch mein ehemaliges suͤndliches Leben, und durch meine noch immer fortdauernde große und vielfältige Maͤngel, Schwachheiten und Fehltritte, von dir nicht allein gar nichts Gutes, sondern vielmehr Strafe verdiene. Ach, wie wuͤrde es mit mir stehen, wenn du mit mit nach Gerechtigkeit, ohne Erbarmung verfahren wolltest! Herr, mein Gott! thue du durs deine allwaltende Vorsehung, sollte es mih auch die kraͤnkendsten Urtheile und Verachtun un Be , daß slͤdenhe ale Reg oh Mein lr einer Mubenmner dis mit u Arbeiten, lichkeit de Aͤderer, miiner J sich mit! behberben Hch Rul ich alle R sahlenden Esrenge⸗ Fene uneif Wkfung! von mir s⸗ und aufti meiner Nebenmenschen kosten, thue alles, so maschn bitter und peinlich mir es immer sein mag, un diesen Stolz, den ich hasse, aber doch noh immer so sehr in mir fuͤhle, zu schwaͤchen un allmaͤhlich mit der Wurzel auszurotten. Gih Sl chris kechten un Uderer; iche Geb in I Die 0 Meg Aschd NWIrthl e E din R und Wandel vor Gott. 949 jenen Betrachtungen die Kraft in meinem Her⸗ zen, daß ich dadurch alle Regungen der Unzu⸗ friedenheit bei den Truͤbsalen meines Lebens; alle Regungen einer aufblaͤhenden Meinung von meinen Einsichten, Gaben und Vorzuͤgenz; oder einer veraͤchtlichen Meinung von meinen Nebenmenschen, und insbesondere von denen, die mit mir in einerlei Geschaͤften(oder Amte) arbeiten, mit Ernst unterdrucke! die Unleid⸗ lichkeit bei den Widersprüchen und dem Tadel Anderer, und alle veraͤchtliche Beurtheilung meiner Nebenmenschen, besonders derer, die Auet sich mit mir um einerlei Sache und Vortheile bewerben, fliehe; so wie die uͤbergroße Begierde nach Ruhm und Beifall vor der Welt; damit ich alle Regungen eines gebieterischen und auf⸗ in sahrenden Wesens sogleich mit unerbittlicher Strenge aus meiner Seele verbanne. O Vater! un jene uneingeschraͤnkte, unverbruͤchliche Unter⸗ werfung unter dich, jene bescheidene Meinung von mir selbst, und jene liebevolle Beurtheilung und aufrichtige Werthschaͤtzung meiner Neben⸗ menschen erhalte und vermehre taͤglich in mir; jene christliche Gelassenheit bei den auch unge⸗ rechten und bittern Widerspruͤchen und Tadel 240 Anderer; jener sanfte, nuͤtzliche, menschenfreund⸗ ö‚ liche Gebrauch aller meiner Kraͤfte und Gaben: 9⁵50 Tägliche Erweckung zum frommen Sinn diese aͤchte Demuth deines Sohnes und meines Herrn, ach, diese Zierde meiner Seele, und diese Grundlage aller meiner Tugenden, laß immer mehr mein Eigenthum werden. Darum bitte ich dich um Jesu Christi willen. Amen! c. Um Keuschheit und Mäßigkeit. Unter der Aufsicht deiner schuͤtzenden Vor⸗ sehung, mein Gott und Vater, und unter dem Einfluß deiner herzlenkenden, bessernden Kraft, will ich zu allen Zeiten meine christliche Maͤßig⸗ keit und Keuschheit zu bewahren und zu staͤrken trachten. Alle Gelegenheiten zu jenen unwuͤr⸗ digen, schimpflichen, viehischen Luͤsten; alle neugierigen Anblicke, und allen unvorsichtigen Genuß der Nahrung will ich mit aller Sorgfalt, aber auch mit aller christlichen Klugheit, zu vermeiden suchen. Da, wo ich diesen Gelegen⸗ beiten und Gefahren nicht ausweichen kann, ohne mich in Aengstlichkeit, Muthlosigkeit, Besthezung und öftere Versuchung zu setzen, oder irgend eine meiner Pflichten zu vernach⸗ laͤssigen oder zu uͤbertreten: da will ich ihnen getrost und muthig entgegen gehen, und suchen, mich daran zu gewoͤhnen, und die gefaͤhrlichen Eindruͤcke davon auf meine Seele zu verringern. R„ Al Hanich thuch uen I. 0 Ull tiokrlx Ade zi Wlthig mcer Oih. Hangelieg Imgen di Acdankergi. npfe, Hhristi ryn chen tres Hrade desl Herdurchh WM Aenghj i iberse Rsne Gnon mhsten ldern sin Machdenkeh Isame R. hthrer g Halen,e a herbrüg In Ih ů I N 1 H. NIden 1 Amm E I 1 V II RISust X. I HACah sch 1 Rh I 27 1103 2 WAl 1 9 I 4 0 . 1 und Wandel vor Gott. 951 Du, allwissender Vater! der du weißt, daß ich es nicht aus Selbstvermessenheit oder Kuͤhn⸗ heit thue, sondern in der frommen Absicht, deinen Willen desto besser, leichter und freudi⸗ ger zu uͤben: du wirst mich gewiß mit deiner Gotteskraft da nicht verlassen, und mich der Suͤnde zur Beute nicht hingeben. Mit einem demuͤthigen, herzlichen Danke nehme ich zu meiner Staͤrkung die trostvolle Zusage deines Evangelii an, daß du die unwillkuͤhrlichen Re⸗ gungen dieser und anderer mir abscheulichen Gedanken und Begierden, die ich hasse, be⸗ kaͤmpfe, und zu verhindern suche, mir um Jesu Christi willen gar nicht zurechnest; hingegen jeden treuen Kampf dawider mit einem hoͤhern Grade deines Beifalls und Baterliebe belohnest. Hierdurch gestaͤrket, will ich alle muthlose Furcht und Aengstlichkeit ihrentwegen verbannen, und sie uͤbersehen und verachten; aber auch durch deine Gnade, mein Gott, ihnen nicht den ge⸗ ringsten Aufenthalt in meiner Seele gestatten, sondern sie augenblicklich durch Gebet, durch Nachdenken und Betrachtung, oder auch durch heilsame Beschaͤftigung, mit Haß und Abscheu in ihrer ersten Geburt ersticken; und diesen treuen, edlen, christlichen Glaubenskampf mit unverbruͤchlicher Treue fortsetzen, erquickt und 952 Tägliche Erweckung zum frommen Sinn gestarkt durch das froͤhliche Bewußtsein: daß du der liebevolle Zeuge und Richter desselben bist. Und so will ich mich von ganzem Herzen bestreben, daß ich dir heute und jederzeit mit einer ganz unbefleckten Reinigkeit der Seele, der Rede und des Wandels diene, und dir durch Jesum Christum wohlgefalle. Auch bitte ich dich um die Gnade, mich so zu regieren, daß ich die Speisen, den Trank und die Nahrungs⸗ mittel, die deine Vaterliebe mir schenken wird, jederzeit mit aller Vorsicht,‚ Selbstbeherrschung und Enthaltsamkeit zu mir nehme, damit ich ja nicht deine Geschenke schaͤndlicherweise miß⸗ brauche, noch meine christliche Arbeitsamkeit, Andacht, Keuschheit, und andere Tugenden deines Gesetzes, hindere und mir selbst erschwere. Mit solcher christlichen Maͤßigkeit will ich denn trachten, dein kostbares Geschenk, meine Ge⸗ sundheit und Leben, zu erhalten und zu benutzen. Ich will dir meine herzliche Dankbarkeit fuͤr deine vaͤterliche Fuͤrsorge zu beweisen, und meine Andacht und christliche Tugenden auf eine edle Art zu bewahren und zu uͤben suchen. Lehre mich, Vater, eben solche Maͤßigkeit auch in dem Gebrauche aller deiner andern irdischen Guͤter, aller auch unschuldigen Ver⸗ gnuͤgungen des Lebens, die du mir goͤnnest. it, si 0 Vathl besit Iundlicht e Eil Wu um J. Im H6 Lahnt Reiner M. Hatiger Rßige in Gesch Ned, M Rich folg Hollen RI shaften Higsten Hlllschen dlerunse Gottedl Intheil. E Fein: er 3 00 20 ah, N 0 hl, Sdah WNI ER WI Th UH e Eli II 0 Aud Ah ts UE. 0 1 vor Gott. 9⁵53 Ich will sie besitzen und genießen mit dem leb⸗ haften Gefuͤhl der Geringfügigkeit und Ver⸗ gaͤnglichkeit aller, auch der besten irdischen Guͤter, und mit der standhaften Entschlossen⸗ heit, sie auf deinen Befehl in deine wohlthaͤ⸗ tige Vaterhand gern zuruͤck zu geben. Ich will sie besitzen und genießen als ein Christ, der unendlich bessere Guͤter kennt, und für eine selige Ewigkeit arbeitet. Stehe du mir dazu bei, um Jesu, meines Erloͤsers, willen. Amen! und Wandel d. Um bruͤderliche Liebe, Mitfreude und Mitleid. Liebreicher und gnaͤdiger Gott und Schoͤpfer deiner Menschen, unendlich guͤtiger und wohl⸗ thaͤtiger Regent der ganzen Welt! jedes recht⸗ maͤßige Vergnuͤgen meiner Nebenmenschen ist ein Geschenk deiner allgemeinen Vaterliebez Neid, Mißgunst, schadenfrohes Wesen machen mich folglich zu einem Rebellen in deinem liebe⸗ vollen Reiche. Durch diese feindseligen Leiden⸗ schaften werde ich den niedrigsten und unwuͤr⸗ digsten Geschoͤpfen, ja dem Teufel und seiner hoͤllischen Gesellschaft aͤhnlich, und in den allerunseligsten Zustand gestuͤrzt, wo ich, ohne Gotteslaͤsterung, von dir keine Gnade und Antheil an dem Verdienste deines Sohnes 9⁵⁴ Tägliche Erweckung zum frommen Sinn erwarten kann. Weit, weit groͤßere Ehre und Freude schaffet es mir, wenn ich mit Selbst⸗ uͤberwindung das Vergnuͤgen meiner Reben⸗ menschen empfinde, als wenn ich den glaͤnzen⸗ den Ruhm und den lautesten Beifall der ganzen Welt erhielte. Und je mehr Selbstuͤberwin⸗ dung mir diese Tugend kostet, desto edler und wichtiger ist sie, nach deiner liebreichen Schaͤz⸗ zung, und allen den Verlust, den ich je an eigenem irdischen Ruhme, Bequemlichkeit und andern Guͤtern der Erde leiden kann, ersetzet sie mir durch den hoͤhern Grad deines Beifalls und Vaterliebe unendlich. Durch diese Be⸗ traͤchtung gestaͤrkt, will ich mir denn jene hoͤl⸗ lischen Leidenschaften, Neid, Mißgunst und Schadenfreude, immer verhaßter und abscheu⸗ licher machen, und sie, wenn sie sich in meiner Seele regen, mit aller Macht daraus verban⸗ nen. Hingegen will ich mich immer mehr an eine zartliche, christlich bruͤderliche Theilneh⸗ mung bei der Noth meiner Nebenmenschen zu gewoͤhnen suchen; sie als die meinige ansehen und fühlen, sie auf alle mir moͤgliche Art, mit Gelde, durch thaͤtigen Beistaͤnd, und vor⸗ nehmlich mit meinen Kraͤften und Gaben, zu erleichtern oder zu endigen suchen; und mich in die Bereitschaft versetzen, sie ihnen, wenn 0 hint n ihtes il ich l Im, dah ne ihh Heh nl siht M Ist mih M ih Iom Ver Rehr alg Kcgen de (bet wild Wird, inn sige Vet Herõ der⸗ Ind Votz ugen! (bet da, Ind Ehr; thellh ven stteben, Wsuches uhnlich IIR Verg Nrch W Emnpfeh Er und Wandel vor Gott. 9⁵⁵ hnn es deiner Weisheit so gefiele, abzunehmen, und elNan ihrer Stelle zu tragen. Zu diesem Ende Nwill ich, so viel immer moͤglich ist, keinen Ar⸗ gih. men, der sich an mich wendet, gehen lassen, +* ohne ihn selbst zu sprechen. Kann ich ihm Iche gleich nicht helfen, so kann ich ihm doch viel⸗ 0% Hun leicht Muth und Trost einsprechen; oder er %hilft mir durch diesen Anblick seiner Noth, Ihi daß ich dankbar gegen dich, meinen wohlthä⸗ IAAElü, tigen Vater, der du mich, ohne mein Verdienst, Tbuch mehr als ihn begluͤcket hast, und mitleidiger S0% gegen deine Menschen werde. Insbesondere eaber will ich mich, weil mir dies aͤm schwersten Nin wird, immer mehr befleißigen, jedes rechtmaͤ⸗ Nihis! ßige Vergnuͤgen meiner Nebenmenschen, beson⸗ t ders derer, die mit mir einerlei Stand, Amt H Im und Vortheile haben, als mein eigenes Ver⸗ l u gnügen mit Freude zu empfinden: vornemlich zuh aber da, wo es meinen eigenen irdischen Ruhm In und Ehre verdunkelt und meine irdischen Vor⸗ 6 0%% theile verringert. Auch da will ich mich be⸗ i n streben, ihr Bestes auf alle mir moͤgliche Art zu suchen, zu befoͤrdern, durch gelegentliche, 77 ruͤhmliche Urtheile, Warnung vor Schaden, 0 Zi Und Bereitlung boͤser Anschlaͤge gegen sie, oder m H durch nuͤtzliche Rathschlaͤge, Nachrichten und I Empfehlungen, oder auf andere mir moͤgliche NXI 9⁵56 Tägliche Erweckung zum frommen Sinn Art und Weise; auch wenn das Gespraͤch hier⸗ auf in Gesellschaft faͤllt, so will ich durch ge⸗ flissentliche Fortsetzung desselben meinen Reid zu kraͤnken, und meine bruͤderliche Gemuͤthsart zu staͤrken suchen. Herr, mein Gott! hilf mir auch hierin die traurigen Ueberreste meines ehemaligen boͤsen unchristlichen Lebens immer mehr vernichten. Gieb mir Gegenwart des Gemuͤths und Weisheit, daß ich diese Christen⸗ Tugend nicht blos zur Haͤlfte ausuͤbe; nicht blos mein Herz vom Neide reinige, sondern auch die, noch so sehr schwache, zaͤrtliche Mit⸗ freude staͤrke, und die Mittel dazu immer besser erkenne, und treuer anwende. Um Sesu Christi, deines Sohnes, des groͤßten Menschenfreundes willen, bitte ich dich hierum. Amen. e. Um Rachsicht, Sanftmuth, Leutseligkeit und Langmuth. Wo ist ein solcher Gott, wie du bist, der mit den Suͤndern nicht nach Verdienst ver⸗ faͤhrt, und die so oft wiederholten Fehltritte und Schwachheiten der Menschen mit unbe⸗ greiflicher Geduld und Schonung traͤgt! O laß mich doch, mein Gott! durch die dankbare Erinnerung des unermeßlichen Reichthums diner V Hrrabll elche l hyt schh nich veb um l Han ung schn Eh uthig st. L Werden samkeitt schließeh alsdanz bid ich! und m rend vi Unter H Crist gen un en sing meinen! dricßlich sicht zu die nöt! strafun tinem Aa in E N EEA am e XEV witsth RI II. IN E al b Af„ Waist! EE X IIV I Dh und Wandel vor Gott. 9⁵7 deiner Langmuth, Vatertreue, Nachsicht, Herablassung, Leutseligkeit und Freundlichkeit, welche du mir um Jesu Christi willen immer⸗ fort schenktest, erweckt und gestaͤrkt werden, mich von aller auffahrenden Heftigkeit, Unge⸗ stuͤm und Hitze zu reinigen, die einem Unter⸗ than und Kinde des so herablassenden, freund⸗ lichen Gottes, und einem Erloͤseten des so sanft⸗ muͤthigen Heilands aͤußerst, aͤußerst schimpflich ist. Laß mich taͤglich erweckt und gestaͤrkt werden, diesen boͤsen Regungen mit aller Wach⸗ samkeit den Eingang in meine Seele zu ver⸗ schließen, und wenn sie sich da einfinden, mir alsdann keine Rede und That eher zu erlauben, bis ich die Sache dir im Gebet vorgetragen, und mir da eine dir gefaͤllige Art des Verfah⸗ rens vorgeschrieben habe. Ja, mein Gott! unter deinem Beistande will ich mich als ein Christ befleißigen, sowohl bei den Unordnun⸗ gen und Vergehungen derer, die mir unterge⸗ ben sind, als auch bei allem dem, was mir an meinen Nebenmenschen unangenehm und ver⸗ drießlich ist, mich an eine immer groͤßere Nach⸗ sicht zu gewoͤhnen. Ich will mich bemuͤhen, die noͤthigen Erinnerungen, Verweise oder Be⸗ strafungen, die ich Andern zu geben habe, mit einem sanften und leutseligen Wesen zu geben; 958 Tägliche Erweckung zum frommen Sinn und in der Belehrung und Besserung der Irren⸗ den und Fehlenden nie zu ermuͤden; aber ich will auch, so viel immer moͤglich, die sanften Mittel den strengen vorziehen, und uͤberhaupt so sanft gegen andere sein, als strenge gegen mich selbst. Dazu hilf mir durch dein Beispiel und dein Wort um deiner unendlichen Guͤte willen. Amen! k. Um christliche Gefaͤlligkeit und Freundschaft. Alles das, mein Gott, was irgend einem meiner Nebenmenschen, ohne Noth und Recht, nur einen mißvergnügten Augenblick verur⸗ sacht, will ich mir immer verhaßter und ab⸗ scheulicher zu machen, und alles muͤrrische, verdruͤßliche und unfreundliche Wesen immer mehr und mehr abzulegen suchen. Dagegen will ich mich(hilf du mir selbst dazu!) immer mehr gewoͤhnen, alles, was irgend einem mei⸗ ner Nebenmenschen ein rechtmaͤßiges Vergnuͤ⸗ gen und unschuldige Freude macht, auch in Kleinigkeiten zu bemerken, und mit aller Treue und Lust ins Werk zu richten, und dies will ich thun, nicht etwa aus Schmeichelei und Menschengefaͤlligkeit, sondern nur durch die edle Begierde, dir, meinem Gott, aͤhnlich zu werden; und deine Menschen aufs moͤglichste 1 velsl ahocken nihtijl hiten gx Indern sv Dich sh NWenml hhnnde Hche sh Verlh⸗ Rerursach ügen Iugen Ind Glz fin ist, Fegen u Yott! Hrgessent Mllen. E. Oal lwissend diger, ar gegnen: für deine hen aͤrgt AII XI Z NLL EXI H V di I M In Rin und Wandel vor Gott. 959 zu vergnuͤgen, will ich mich antreiben und erwecken lassen, nicht allein in großen und wichtigern Dingen, sondern auch in Kleinig⸗ keiten guͤtig, sanft und freundlich zu sein; und Andern wohlzuthun auf die gefaͤlligste Weise. Dies soll mich antreiben, die Ehre meiner Nebenmenschen mit der groͤßten Zaͤrtlichkeit zu behandeln, und allzeit wohl eingedenk zu sein, welche schmerzende Kraͤnkungen Andern durch die Verletzung ihrer Ehre und guten Namens verursacht werden; den großen Zweck, zu ver⸗ gnuͤgen und wohlzuthun, will ich stets vor Augen haben. Das, das ist Ehre, Ruhm Und Gluͤck für mich, einen Christen, der beru⸗ fen ist, Segen von dir zu empfangen und Segen unter deine Menschen zu verbreiten. O Gott! laß mich dies bei keiner Gelegenheit vergessen, und erhoͤre mich um Jesu Christi willen. Amen! g. Um christliche Liebe gegen Feinde. — Sollten mir auch, o Gott, unter deiner allwissenden und vaͤterlichen Vorsehung Belei⸗ diger, auch grobe Beleidiger und Feinde be⸗ gegnen: o so will ich aus herzlicher Dankbarkeit fuͤr deine ganz unermeßliche Gnade, auch mei⸗ nen aͤrgsten Feinden sogleich und von ganzem 960 Tägliche Erweckung zum frommen Sinn Herzen vergeben, da du mir solche Beleidi⸗ gungen um Jesu Christi willen vergeben hast, gegen welche auch die groͤbsten Feindseligkeiten der aͤrgsten Boͤsewichter gegen mich wie nichts zu rechnen sind. Ich will auch meinen aͤrgsten Feinden aus eben dieser Ursache alles Gute aufrichtig goͤnnen und anwunschen; jeden mir moͤglichen Dienst ihnen gern leisten; und nach dem Muster meines Herrn Jesu Christi, durch Daele Wes und Liebe sie zu besiegen trachten. Diese Gesinnungen, barmherziger und verzei⸗ Väder Gott! verleihe, erhalte und befestige in mir, zur Ehre deines Namens und deiner heiligsten Religion, und zu meiner eigenen Ruhe und Seligkeit. Amen! h. Um Heiligkeit der Reden und des ganzen Betragens. Laß mich, o Gott, stets bedenken, daß auf mein Verhalten im Umgange mit andern Menschen so viel ankommt, und daß uͤbele Reden, nicht selten, eben so viel Unheil stif⸗ ten, als uͤble Thaten. Gieb, daß ich mich daher bei meinen Reden und in meinem ganzen Betragen sowohl bei den Geschaͤften meines Standes(und Amtes), als im Umgange mit Indern, uchr befl duner A unt ssht da! aß micht Inichtt Iut ensch 9„ oder! uter deil Cntschlie lich lieber Mbenma Wahrhei Machthe! Al, Feh npige d dabon ni⸗ mmer gut nien Wii Ddis Gege Agemein sane Pfl. Astteiben she Eige bnerke, Uterred IH AG F MAMeh W WeI ö hn std, uHt 5„ Röu g Hi2 mant 14 II W. I und Wandel vor Gott. 961 Andern, einer sorgfaͤltigen Ueberlegung immer mehr befleißige. Laß mich da, nach dem Muster deiner Treue und Wahrhaftigkeit, die aller⸗ strengste christliche Aufrichtigkeit üben, und mir nicht das geringste unwahre Wort gestatten. Laß mich auch uͤber mein Herz fleißig wachen, daß nicht etwa der Anfang der Heuchelei sich bei mir einschleiche, das zu scheinen, was ich nicht bin, oder es mehr zu scheinen, als ich's bin. Ja, unter deinem Beistande fasse ich hiermit die feste Entschließung: allenthalben soll mich der christ⸗ lich liebevolle Geist in der Beurtheilung meiner Nebenmenschen so regieren, daß ich nie eine Un⸗ wahrheit, nie etwas erdichtetes Boͤses oder Nachtheiliges von ihnen sagez daß ich ihre Maͤn⸗ gel, Fehler und Vergehungen auf jede recht⸗ maͤßige Art unterdruͤcke und verberge; daß ich davon nie ohne Noth, nie anders, als zu irgend einer guten Absicht, und immer mit einem in⸗ nern Widerwillen, immer mit dem Wunsche, das Gegentheil sagen zu koͤnnen, spreche. Die allgemeine Menschenliebe, diese große und heil⸗ same Pflicht des Christen, soll mich vielmehr antreiben, daß ich aller anderer Menschen ruͤhm⸗ liche Eigenschaften und Handlungen sorgfaͤltig bemerke, und diese zum liebsten Inhalte meiner Unterredungen und Gespraͤche mache, luch will 962 Tägliche Erweckung zum frommen Sinn ich wachsam auf den Beruf und die Gelegen⸗ heiten seyn, die du mir giebst, vor der Welt ein dankvolles Bekenntniß meiner unendlichen Ver⸗ pflichtung gegen deine Religion, und das goͤtt⸗ liche, ewig theure Verdienst meines gekreuzigten Heilandes abzulegen. Bei allen schicklichen An⸗ laͤssen will ich es meinen Nebenmenschen sagen, daß ich alle meine Gewissensruhe, alle meine Kraft, Licht und Staͤrke zum Anfange in der Tugend, alle Freuden dieses Lebens, allen Trost im Tode, alle frohe Aussichten, jenseits des Grabes, nur dem Verdienste Jesu zu danken habez und hierdurch will ich suchen, mich und meine Nebenmenschen immer mehr zur ehr⸗ furchtsvollen, tiefen Werthschaͤtzung und treuen Ausuͤbung dieser ewig, ewig ersprießlichen Rell⸗ gion zu erwecken. Verleihe mir dazu Kraft und Gnade, Gott der Wahrheit und meines Heils! um Jesu Christi willen. Amen! i. Um christlichen Gebrauch der Vergehungen, Thor⸗ heiten und Laster meiner Nebenmenschen. Wenn ich Thorheiten, Vergehungen und Laster von meinen Nebenmenschen sehe oder hoͤre: so laß, o mitleidsvoller und barmherziger Gott! diese traurigen Erfahrungen meine Men⸗ schenliebe gegen sie nicht schwaͤchen; und ver⸗ Indre uner l Raß all Lugent set ist, 1 niget uh onme.V. IuN Hele luwisse nnen/ Iandes N Heil ich K ung ho fraurigh Bergehn Neines Y Lich sies waken u an mein; Mm die ni Jlacken! wende Hhecken u Het uner Agrun ghissen dim bew I I A W HYXhen ö IVoh . Veuh ush Echu mnf ruht A le WUmgei b Ten IR, ASeih E sucl At XXI h ut it HAL L H IV I MD XXV und Wandel vor Gott. 963 hindre dies in mir durch die erweckenden Lehren deiner Religion. Denn diese uͤberzeugt mich, daß auch dem aͤrgsten Boͤsewicht, in jedem Augenblicke, der Zutritt zu deiner Gnade eroͤff⸗ net ist, um durch sie gebessert, geheiliget, begna⸗ diget und zu deiner Freundschaft wieder aufge⸗ nommen zu werden: und daß boͤse Reigungen und Handlungen bei meinen Nebenmenschen Unwissenheits⸗ und Schwachheits⸗Suͤnden seyn koͤnnen, welche bei mir den Verlust des Gnaden⸗ standes unausbleiblich verursachen würden, weil ich mehr Erkenntniß und Mittel zur Besse⸗ rung habe. Dann aber laß mich auch eben diese traurigen Erfahrungen von den Thorheiten, Ver gehungen und Lastern, nach der Belehrung deines Wortes, als ein Christ gebrauchen. Laß mich sie anwenden, mich zur Demuth zu er⸗ wecken und zu staͤrkenz indem ich mich dadurch an mein eigenes ehemaliges Suͤndenleben, und an die noch fortwaͤhrenden großen Maͤngel und Flecken meiner Tugend erinnere. Laß mich sie anwenden, meine Dankbarkeit gegen dich zu er⸗ wecken und zu staͤrken durch die Erinnerung dei⸗ ner unermeßlichen Gnade, die mich aus dem Abgrunde des Lasters und des Ungluͤcks heraus⸗ gerissen, und mich vor so manchen großen Suͤn⸗ den bewahret hat. Laß mich sie Iun eweckuled —.—.........:“: ISPIPIPIITIIIIITTITTITTITTTTTT 964 Tägliche Erweckung zum frommen Sinn und Staͤrkung meiner eigenen Vorsicht und Wachsamkeit gebrauchen, durch die Betrach— tung, daß ich selbst den Saamen zu allen solchen und andern Lastern in mir trage, und meine Tugend ohne Vorsicht und Wachsamkeit jeden Augenblick gleichen toͤdtlichen Gefahren ausge⸗ setzt seyn kann. Laß mich endlich dadurch zum christlichen Mitleiden und zur Wohlthaͤtigkeit erweckt und gestaͤrkt werden, daß ich dies aller⸗ groͤßte Elend meiner Nebenmenschen mit herz⸗ licher Theilnehmung empfinde, und, anstatt sie durch Verachtung, Haß und harte Begegnung zu erbittern und in das Elend noch tiefer hinein zu stuͤrzen, vielmehr alle Gelegenheiten sorg⸗ faͤltig bemerke und treulich gebrauche, um durch ihre Besserung ein Wohlthaͤter sowohl an ihnen, als an deinem ganzen Reiche auf der Erde zu werden. Laß mich auch hierin das Beispiel mei⸗ nes menschenfreundlichen Erloͤsers stets zum Muster und zur Nachfolge vor Augen haben, und erhoͤre mich um dessentwillen. Amen! k. Um christlichen Gebrauch der Zeit, Kraͤfte und Gaben Gottes. Mit herzlichem, ehrfurchtsvollen Danke erkenne und ruͤhme ich deine Gnade, mein Gott, daß du mich hier auf der Erde in ein arbeitsames Heben/ hseht! Hschäfl ung m lichtere sch für hlise di Hrdies hes Leil raͤuch! Lernun Haben ihrende Reiche mein N Neal, so Gesche Durch Stand hen du sie ene in diese etst a gunge überw der mi sse ste Wlt und Wandel vor Gott. 965 Leben, in einen solchen Stand und Verbindung gesetzt hast, wo mich eine Arbeit nach der andern beschaͤftigen muß, und eben hierdurch die Erhal⸗ tung meiner Christen-Tugend mir so sehr er⸗ leichtert und mir mein Leben heilsam, und nuͤtz⸗ lich fuͤr mich und andere gemacht wird. Ich preise dich, gnadenvoller Gott, daß du mir bis⸗ her dies Leben, diese Kraͤfte und Munterkeit mei⸗ nes Leibes und Gemuͤths, den froͤhlichen Ge⸗ brauch meiner Augen und andern Sinne, meine Vernunft und Sprache, und andere irdische Gaben anvertrauet hast, und mir dadurch das ehrenvolle Zeugniß giebst, daß du mich in deinem Reiche noch nuͤtzlich findest. Aber nicht blos mein Mund,‚ sondern auch mein Herz und Wan⸗ del, soll dir dafuͤr danken, indem ich diese deine Geschenke als ein treuer Haushalter gebraͤuche. Durch deine Gnade will ich die Geschaͤfte in dem Stande und Berufe(in dem Amte und Posten), den du mir in deiner Welt angewiesen hast, weil sie einen Haupttheil meines Christenberufs hier in dieser Vorbereitungszeit ausmachen, zuvoͤr⸗ derst ausrichten mit aller Treue, mit Anstren⸗ gung aller meiner Kraͤfte, und noͤthiger Selbst⸗ uͤberwindung in gewissenhafter Hintansetzung der mir angenehmern Beschaͤftigungen. Ich will sie stets mit freudiger Unverdrossenheit, als 966 Tägliche Erweckung zum frommen Sinn einen christlichen Gottesdienst verrichten: ich will dabei mit einem kindlichen Vertrauen dich ehren, und deswegen die Beschwerden, als deine Anordnung geduldig tragen, die mir etwa meine eigene Schwachheit des Leibes oder andere Zufalle dabei verursachen, und ich will zufrieden seyn, wenn ohne meine Schuld der gute Erfolg meiner Geschaͤfte mißlingen sollte. Ich will viel⸗ mehr ohne alle aͤngstliche Ueberlegungen und unruhige Bestrebungen, den Fortgang und Ausgang davon lediglich deiner weisen und vaͤterlichen Vorsehung uͤberlassen. Insbeson⸗ dere schenke mir, Vater meiner Seele, deine Gnade, daß ich die Geschaͤfte meines Berufs immer mehr mit einer recht christlichen Lauter⸗ keit ausrichte. Reinige mich von der großen An⸗ haͤnglichkeit an dem irdischen Lobe und Beifalle, und von aller uͤbertriebenen Begierde, dadurch mir zeitliche Vortheile zu erwerben. Setze doch deswegen mein Herz, durch die Liebe zu dir und durch die christliche Hoffnung jenes ewigen Lebens, immer mehr in die allerseligste Ver⸗ fassung, daß ich alle meine Geschaͤfte, wo moͤg⸗ lich, o mein Gott! nur ganz allein in der edlen Absicht thue, dadurch dir zu gefallen, deinen Befehl auszurichten, deinem Reiche nuͤtzlich zu werden, und fuͤr die selige Ewigkeit heilsam zu Theitel am ist hetzen Ib wik! slliche shenben Ibet au Tuundlie Hauft ei inde, u. Vo ich: schrung! Hebreich pflegen. Erfreut twas d Herschaf In ihrer les Rei chaten, Kigen u unschul Will dar finden Freude sam ger die mir R EIAI Nhten daue X nr H er an 9 Wcufti Dte %„will u igh Nemg I0 isen! E Roöbl HE Se, 5 N d I oHH /d0 H 22t H V 0 5 0 0 ½ I U IH un ih ö und Wandel vor Gott. 967 arbeiten. Wie vernuͤnftig, wie edel, wie heil⸗ sam ist es doch fur mich, wenn ich, bei solchem Herzen und Leben, es dir lediglich uͤberlasse, ob und wie viel irdische Ehre, Beifall und andere zeitliche Guͤter du mir durch meine Geschaͤfte schenken willst. Durch deine Gnade will ich mich aber auch bereit halten, die andern menschen⸗ freundlichen Handlungen, wozu ich in dem Laufe eines jeden Tages Gelegenheit und Kraͤfte finde, mit aller Treue und Lust auszurichten. Wo ich meinen lieben Nebenmenschen mit Be⸗ lehrung und gutem Rathe zu statten kommen, liebreichen, freundlichen Umgang mit ihnen pflegen, thaͤtige Unterstuͤtzung, Erquickung, Erfreuung, Aufmunterung zum Guten, oder etwas dergleichen ihnen geben oder durch Andere verschaffen kann; dann will ich nie vergessen, an ihrer Wohlfahrt und an der Wohlfahrt dei⸗ nes Reichs, o Gott, zu arbeiten. Die Wohl⸗ thaten, die du mir selbst an Leib und Seele er⸗ zeigen wirst, will ich mit frohem, dankbaren, unschuldigen, zufriednen Herzen genießen. Ich will darin deine Vaterliebe schmecken und em⸗ pfinden, uͤber dich mich freuen, und durch solche Freude meine Dankbarkeit und willigen Gehor⸗ sam gegen dich zu staͤrken suchen. Jede Freude, die mir auf dem Wege durch dieses Leben begeg⸗ 968 Tägliche Erweckung zum frommen Sinn net, laß mich mit einem solchen Herzen voll von Zaͤrtlichkeit gegen dich und voll Liebe zu deinen Menschen, so ganz und inniglich genießen. Denn du, Vater der Freude! giebst sie uns nur dazu, daß wir uns so freuen sollen; und sie so freudig genießen, ist Gehorsam gegen dich. Ich will endlich die allerseligste Erlaubniß, die du mir durch Jesum geschenket hast, in jedem Augenblicke mit kindlicher Freimuͤthigkeit mich dir zu nahen, sorgfaͤltig benutzen; ich will das bestaͤndige Andenken an dich in mir erhalten; meine Seele mit oͤftern gottseligen Empfindun⸗ gen, Betrachtungen oder auch Seufzern und Gebeten fuͤr mich und meine lieben Nebenmen⸗ schen, zu dir empor schwingen; und mich also in die christlichen Gesinnungen des bestaͤndigen Gebets immer mehr zu versetzen suchen. Freund und Vater meiner Seele! hilf du mir zu der Ge⸗ genwart des Gemuͤths, daß meine Pflichten, nebst den großen Bewegungsgruͤnden und den schicklichen Mitteln, sie zu erfuͤllen, mir zu jeder schicklichen und bequemen Zeit einfallen, und mich zu allen jenen guten, edlen, seligen Thaten staͤrken. Schaffe du selbst in mir, was dir wohl—⸗ gefaͤllt. Ewig sey dir Ehre und Anbetung ge⸗ bracht. Amen! . Aust ⁰ dit Uheten Unich dankba mermeß mich dut hat, V 1² N bhzeichn mir schr Augen. nunft i yohlge shäfte; müͤths⸗ Nß, zu Reine auf mei demn Uf dir So sind, si hh erw Ebigk schand u II 1 iin Aodich. a 6,„ in Tket I II EI il ihH Hin RN n Rs N. I l di 06 flt X R 1 le . n ir ‚ E 0. etllh und Wandel vor Gott. 969 l. Aufmunterung zu solchem Wandel vor Gott. So vor dir, mein Gott, zu wandeln; so vor dir als ein Christ zu wachen, zu kaͤmpfen, zu beten, zu denken, zu wollen, und zu handeln, soll mich ermuntern: 1) Die kindliche Liebe und Dankbarkeit gegen dich. Ganz unzaͤhlig und unermeßlich sind deine Wohlthaten, womit du mich durch das Verdienst Jesu Christi erfreuet hast, und noch immerfort erfreuest. Jeder Tag, jede Nacht sind mit neuen Gunstbezeugungen bezeichnet. Der sanfterquickende Schlaf, den du mir schenktest! dieser froͤhliche Gebrauch meiner Augen, Ohren und anderer Sinne, meiner Ver⸗ nunft und Sprache; die Verrichtung meiner dir wohlgefaͤlligen, und der Welt heilsamen Ge⸗ schaͤfte; mein zeitlicher Wohlstand; meine Ge⸗ muͤths⸗ und Leibeskraͤfte; die gnaͤdige Erlaub⸗ niß, zu dir zu beten: diese neue Nahrung fuͤr meine Seele.— Doch, Herr! mehr als Haare auf meinem Haupte, mehr als Sandkoͤrner an dem Ufer des Meers, mehr als Strahlen aus der Sonne seit dem Anfange der Welt gefahren sind, sind die Gunstbezeugungen, die du mir bis⸗ her erwiesen hast, und noch immerfort durch alle Ewigkeiten erzeigen willst. Gott! wie aͤußerst schaͤndlich und strafbar wird fuͤr mich jede Suͤnde! 970 Tägliche Erweckung zum frommen Sinn wie stark und viel sind die Bande der Liebe und Treue, womit ich dir zum kindlichen Gehorsam verbunden bin! O, ich muͤßte der allernieder⸗ traͤchtigste, schaͤndlichste Mensch, ein rechtes Scheusal und Schandfleck in deiner Schoͤpfung seyn, wenn ich mich nur noch von irgend einer Suͤnde wollte scelavisch beherrschen, und durch irgend etwas in deinem Dienste muthlos und verdrossen machen lassen. Gott, mein Vater! gieb mir Weisheit und Kraft, daß ich in dem Laufe eines jeden Tages deine vorzuͤglichen Liebesproben sorgfaͤltig bemerkez mein Herz zu dir, dem so liebreichen, so großmuͤthigen und freundlichen Wohlthaͤter, durch innige Empfin⸗ dungen oder auch Seufzer und Gebete des Ruhms und Dankes empor hebe, und dadurch dieser meiner noch so sehr schwachen Liebe und Dankbarkeit gegen dich neue Nahrung und Staͤrke verschaffe. So laß denn auch heute meine Seele immer mehr mit der allertiefsten Ehrfurcht und Anbetung deiner unermeßlichen Majestaͤt, und mit einer recht zaͤrtlichen Liebe gegen dich, mein Vater, angefullet werdenz und hierdurch neue Gotteskraft zum Hasse und ewi⸗ gen Kampfe wider alle Suͤnde, und zu einem ungetheilten, recht willigen, freudigen Gehor⸗ sam gegen alle deine, auch noch so bittern, küchn re IH suie WRf. Mach l slkett) s bes x anet al y Frer Gel unddl Herauße Ien mij Rialben fl Anttieb l strebe, di werde bnen WI und zu hů Ich ern liche erleu Varmher kehlicher großen N Hötliche! so manch berbreite sige Feir 1 *— U Dan 0H E von . ste UI t, I I„MA H N it I hin II hebe/ AEidch Wach“Pl N0 c e 1 11 tH Illch Wh und Wandel vor Gott. 971 Schickungen, und gegen alle deine, auch noch so schweren Befehle empfangen. Ich ermuntere mich zu diesem frommen Wan⸗ del 2) durch die christliche Ehrbegierde, durch die Betrachtung der Groͤße, der Vorzuͤge und Gluͤck⸗ seligkeit, die ich als ein Christ besitze und dereinst noch besitzen werde. Diese edle Empfindung meiner allererhabensten Wuͤrde, um Jesu willen dein Freund und Kind zu seyn, soll mich mit Ekel und Abscheu gegen alle Suͤnde, als die alleräußerste Schande anfuͤllen; mir Ehrfurcht gegen mich selbst, und ein demuͤthiges Selbst⸗ gefallen einfloͤßen, und dadurch ein kraͤftiger Antrieb werden, daß ich aus aller Macht dahin strebe, dir, meinem Freunde und Vater, aͤhnlich zu werden, und in allen Stuͤcken meiner erha⸗ benen Wuͤrde gemaͤß zu denken, zu begehren und zu handeln. Ich ermuntere mich dazu 3) durch die christ⸗ liche erleuchtete Selbstliebe. Zum Ruhme deiner Barmherzigkeit muß ich es bekennen, daß dein redlicher Dienst bisher, aller seiner vielen und großen Maͤngel und Flecken ungeachtet, eine so goͤttliche Ruhe, Zufriedenheit, Heiter keit, und so manche himmlische Freuden in meiner Seele verbreitet hat. Nur die Suͤnde allein ist der ein⸗ zige Feind und Stoͤrer meines Gluͤcks. Diese IIII 4* IR * III 8 V * V ˙ 0 7 1⁰⁵ ö * A ö 1 1 W I NA N 1* 4 87 ö ö 1+ 4 8. 3 IX NW 4 3 I 972 Tägliche Erweckung zum frommen Sinn will ich daher von ganzem Herzen hassen und fliehen; und alle meine Kraͤfte darauf richten, daß ich die Zahl meiner christlichen, gottseligen Gesinnungen und Thaͤten immer vermehre, und dadurch neue goͤttliche Ruhe und Freude in meine Seele leite. Ich ermuntere mich 4 dazu durch das leb⸗ hafte Andenken an deine Allgegenwart. In alle Ewigkeit kann ich dir die allerseligste Beleh rung, die mir deine Religion giebt, nicht genug verdanken, daß du, mein allmaͤchtiger, all— wissender, unendlich liebreicher Gott und Vater, mir allenthalben und zu allen Zeiten, im Hause und außer dem Hause, bei meinen Arbeiten und Ergoͤtzungen, in meiner Einsamkeit und in mei⸗ nen Gesellschaften, bei meinen Leiden und Freu⸗ den, unmittelbar zugegen, und der allwissende, liebevolle Zeuge meiner Handlungen, Reden, Begierden, und der geheimsten Gedanken mei⸗ ner Seele bist. So weiß ich denn, daß mich keine zu schwere Versuchung befallen, und es mir nie an Kraft zum Guten fehlen kann; denn deine Macht ist mir stets zur Seite. So weiß ich auch, daß nicht das geringste von allem dem, was ich in deinem redlichen Dienste unternehme, verlo⸗ ren ist. Jede gottselige Ergebung in deinen Willen, womit ich die Muͤhseligkeiten bei mei⸗ mich gel d anderl hlos innez Hfallen del; 1N, Ceufzer/ gnUnver aubigen V Oouvollt sst, wird! micktʒ bl Rst gahenhit mit deine mit ein X mich noc mekergo einflößer aas Ndfrl 0 V un Jumn hesHazn AA I u 10. gich aehth 13N4 int dinen AMin amt Di ed ih m i luH HN n W am,/ ui und Wandel vor Gott. 973 nen Arbeiten, die Truͤbsaͤle dieses Lebens, die Krankheiten oder Beschwerden eines siechen Lei— bes, die du mir etwa auflegen moͤgtest, ertrage, kennest du; jede Selbstuͤberwindung, die ich mir bei dem Genusse der Nahrung und erlaubter Vergnuͤgen, oder bei den Beleidigungen anderer, bei den Regungen des Stolzes, oder bei andern Gelegenheiten, aus Gehorsam gegen dich an⸗ thue, ist dir nicht verborgenz jeder treue Kampf, den ich gegen die Unmaͤßigkeit, Heftigkeit, Zorn und andere Reizungen fuͤhre; jede fromme, auch blos innere Bestrebung, womit ich dir wohlzu⸗ gefallen trachten werde, siehest du, Allwissen⸗ der; ja, jeder Kummer, jede Sehnsucht, jeder Seufzer, den mir die Empfindung meines geisti⸗ gen Unvermoͤgens, und das Andenken der bessern ewigen Welt auspresset: dies alles, so schuldig, so unvollkommen und wenig bedeutend es auch ist, wird von dir, meinem Gott, mit Gnade be⸗ merkt; bleibt, wenn ich es selbst schon lange ver⸗ gessen habe, deinem allwissenden Verstande ewig gegenwaͤrtig; wird mir von dir um Jesu willen mit deinem Beifalle und groͤßerer Liebe belohnt; mir ein Denkmal vor dir im Himmel, und wird mich noch nach Jahrhunderten in deinem Him⸗ mel ergöͤtzen. Dies soll mir neue Lust und Staͤrke einfloͤßen, allenthalben nur nach glaubigen, 974 Tägliche Erweckung zum frommen Sinn ꝛc. edlen Werken, und hierdurch nach dem ewigen Leben mit Geduld zu trachten. Endlich 5) laß mir das große Ziel aller christ⸗ lichen Wuͤnsche, Hoffnungen und Bestrebungen, die selige Ewigkeit, nie aus dem Gesichte kom⸗ men. Wenn die Beschwerden und Muͤhselig⸗ keiten dieses Leibes und Lebens mich niederschla⸗ gen; wenn die Peinlichkeit bei den Kaͤmpfen wider die Suͤnde mich muthlos und verdrossen machen wollen; oder wenn die Muͤhe, die mein verdorbenes Herz mir bei der Ausuͤbung und Befolgung deiner Gebote verursachet, mir eine Last werden will: alsdann laß die froͤhliche Er⸗ wartung des kuͤnftigen bessern, durch die voll⸗ kommenste Tugend und feurigste Andacht ewig begluͤckten Lebens, und die Erinnerung, daß mich jeder Augenblick dahin einfuͤhren kann, mein Anker, meine Stuͤtze, mein Labsal werden. Da will ich dann meine Glaubensblicke in jene ewige Welt richten, sie an mein Vaterland hef⸗ ten, und mich dadurch goͤttlich staͤrken. Du bist meine Huͤlfe. So will und so werde ich heute, mein Gott, und in der folgenden Zeit meiner Tage leben, daß ich in jedem Augenblicke mit Zustimmung meines Gewissens und mit Ueber⸗ einstimmung meines ganzen Lebens, sagen kann: „ich habe den edlen Glaubenskampf gekaͤmpfet, — — 4. Mahh Doh Christo nuß miisy Rlgiorp Handlunt ain Anoh Mterlassz Melmeht. liche Bel ich es für Auschn, Cott und ich von di nitht mu dienen, MN 0 Kih IMN u du X Hö M XI ursA Fm DNe „ NIN Iae Wi Crin E n An nd Aim Abm W in N 0 1 20 97⁵ „ich habe den Lauf vollendet, ich habe Treue „gegen dich bewaͤhret. Darum liegt nun auch „die Krone der Tugend fuͤr mich bereitet da, „welche du, Herr, mein guͤtiger Richter, mir „und allen den vielen Tausenden geben wirst, „die dich von Herzen lieb haben.“ Amen! Amen! 4) Gebete fuͤr die, welche zum heiligen Abendmahl gehen wollen. a. Nachdenken üͤber den Zweck und Nutzen des heiligen Abendmahls. Das heilige Abendmahl, das von Jesu Christo gestiftet und eingesetzet, und dessen Ge⸗ nuß mir und allen Bekennern seiner heiligsten Religion anbefohlen ist, ist eine gottesdienstliche Handlung, die ich eben so wenig, als die uͤbri⸗ gen Anordnungen seiner Religion vorsaͤtzlich unterlassen darf, wenn ich ein Christ seyn will. Vielmehr lege ich durch diesen Genuß ein feier⸗ liches Bekenntniß ab, daß ich ein Christ bin, daß ich es fuͤr eine Ehre und Gluͤck halte, ein Christ zu seyn, und daß ich mich meines Erloͤsers vor Gott und aller Welt ruͤhme und freue. Und will ich von diesem Genusse Nutzen haben, so bin ich nicht nur verbunden, mich desselben oft zu be⸗ dienen, und den Genuß fleißig zu wiederholen, — II 17 14 + . N 7 0 1 9 EP —1 N ö— * 0 ⁴ II ö ö x 4 MV I E II 1 I U 4 W I V * 144 I * 90 1 ö * V9 976 Gebete für die, welche zum heiligen sondern mir auch richtige Begriffe davon zu machen, und mit dem Gebrauche desselben die rechten Absichten und eine schickliche christliche Gemuͤthsverfassung zu verbinden. Dieser Genuß des heiligen Abendmahls aber soll mir 1) ein demuͤthiges und herzliches Lob⸗ opfer fuͤr die unermeßliche Gnaͤde meines Gottes seyn, daß er mir durch Jesum Christum die Mittel zu meiner Besserung, Begnadigung und Seligkeit geschenkt, und mir so unzaͤhliche schaͤndliche und strafbare Suͤnden vergeben hat. Welch eine unaussprechliche Wohlthat ist es, daß Gott der Welt und mir einen Erloͤser ge⸗ schenkt, der mir durch seine heiligste Lehre den deutlichsten und zuverlaͤßigsten Unterricht von dem Willen meines Schoͤpfers, von meiner Be⸗ stimmung, von meinen Pflichten, von dem Wege zu meiner Gluͤckseligkeit, und dabei die trostreiche Versicherung gegeben hat, daß er fuͤr meine Suͤnden gestorben sey, damit ich durch ihn Gnade, Vergebung, Unsterblichkeit und ewiges Leben erlangen sollte! Ach, was wuͤrde aus mir geworden seyn; wo wollte ich Ruhe des Gewis⸗ sens, Muth und Kraft zum Anfange und Fort⸗ gange in der Tugend hernehmen, wenn ich nicht die Wahrheiten der Religion und das Verdienst meines Heilandes haͤtte! Welch eine unaus⸗ prochli than/ N. nicht ne Nser G Helnet Dur Erlt Hir tägl zur crt Stufe d süchung deknisse histl L Eungen d B Bermt lihkeit ich in Mehr An dies nchErl alle die deffaht 10 zur Vrechr sten W Det 2) ein ö RRR dan Hx H Wcht I H h Nidch 1 MEVistu 0 Aumn A W Au AU WND II „Nh I t, I 1. ihtl nade II u ffh nd 1 1 M O H4H%e Abendmahle gehen wollen. 977 sprechliche Liebe Gottes, die so viel fuͤr mich ge⸗ than, mir so viel vergeben hat! Was thut Gott nicht noch an mir, indem er mir den Genuß dieser Gnade noch immer fortsetzet, mich in der Theilnehmung an der christlichen Religion und der Erloͤsung Jesu noch immer bleiben laͤsstz mir taͤglich Erweckungen, taͤglich Huͤlfsmittel zur ehristlichen Froͤmmigkeit schenkt; mir jede Stufe der Heiligung erleichtert; mir die Ver⸗ suchungen zur Suͤnde uͤberwinden, und die Hin⸗ dernisse auf dem Wege der Tugend besiegen hilft! Welche unermeßliche Reichthuͤmer von Laͤngmuth, zaͤrtlicher Vatertreue, Sorgfalt und Bemuͤhung fuͤr meine Besserung, welche Barmherzigkeit, Wohlthaͤtigkeit und Freund⸗ lichkeit Gottes erblicke und empfinde ich, wenn ich in mein voriges Suͤndenleben zuruͤck sehe! Mehr als Sand am Meer sind seine Gnaden! An dies alles erinnert mich das Gedaͤchtniß mei⸗ nes Erloͤsers, in welchem und durch welchen mir alle diese Gnaden widerfahren sind und noch wi⸗ derfahren! und dies soll, dies muß mich nothwen⸗ ig zur aufrichtigsten, innigsten. Dankbarkeit, Verehrung und Liebe gegen Gott, meinen hoͤch⸗ sten Wohlthaͤter und treuesten Freund, erwecken. Der Genuß des heiligen Abendmahls soll mir 2) eine dankbare Erinnerung und Verherr⸗ 6² 978 Gebete für die, welche zum heiligen lichung des am Kreuze gestorbenen Erloͤsers seyn. Jesus, der Sohn Gottes, der allererha⸗ benste, der Gegenstand des allerhoͤchsten Wohl⸗ gefallens Gottes, stirbt am Kreuze aus Gehor⸗ sam gegen seinen himmlischen Vater! Was fuͤr Begriffe gibt mir diese Unterwerfung von seiner erhabnen Seele! mit welcher Ehrfurcht muß ich ihn nicht preisen und verehren! Wie muß mir nicht dieser Anblick die Wahrheit tief einpraͤgen, daß nichts als liebevoller Gehorsam gegen Gott uns vor ihm theuer und werth mache! Dies soll meinen himmlischen Sinn mit neuer Staͤrke beleben. Nicht in den Guͤtern dieser Welt, nicht in dem Beifalle und Ruhme, dem Ansehen, dem Gelde, und der Macht der Erde; sondern in dem Besitze der durch Jesum, den Gekreuzigten, und erworbenen goͤttlichen Gnade und Seligkeit im Himmel, soll ich von nun an mit verstaͤrktem Eifer mein Ein und Alles suchen. Ich soll mich dabei 3) des Heilandes dankbar erinnern, der fuͤr unsre Suͤnde gestorben ist. Welch ein einleuchtender, schrecklicher Beweis des heiligsten Hasses Gottes gegen alle Suͤnde, und seiner allervollkommensten Strafgerechtig⸗ keit! Dieß soll denn auch meinen Haß und Ab⸗ scheu gegen alle und jede Suͤnde verstaͤrken. Keine einzige Suͤnde darf ich hegen. Jede soll hvech Nuch l Umih m erki Hlaub Isum sinen Iu; al lundt mein E beten, Bistarl Tod ebh in Tu⸗ ausseh harste, löser, Wunde starken Endl Erinne sehn, theuer, Mesc meines chren, liehen. I 400 Ilg WI A 0 A Hfl Pf Hrf Hurm H M sNe II it ö*3 Rish Iit, end N dest ni Gakr Sth Sg . Ihen VIHSC b² Vota lall 4* l 9 390 Heh! 1 V im t IH Abendmahle gehen wollen. 979 ich verabscheuen, ewig hassen und verbannen. Auch alles Gluͤck der Welt soll mir nichts werth, soll mir schrecklich seyn, wenn ich es durch Suͤn— den erkaufen muß. Dies aber soll auch meinen Glauben, mein Vertrauen auf Gott durch Jesum Christum staͤrken und neu beleben. Durch seinen Tod sind nun alle meine Suͤnden versoͤh⸗ net; auch alle meine noch fortdauernden Maͤn— gel und Schwachheiten gut gemacht. Nun kann mein Glaͤube in Gott einen gnaͤdigen Gott an⸗ beten, zuversichtlich seinen ununterbrochenen Beistand zu allem Guten bis an meinen seligen Tod erwarten, und freudig nach dem bessern, in Tugend und Andacht vollkommnen Leben aussehen. Dies soll endlich meine treueste, dank⸗ barste, zaͤrtlichste Gegenliebe gegen meinen Er— loͤser, an welchen und durch welchen Gott solche Wunder einer unermeßlichen Liebe bewiesen hat, staͤrken und mit neuer Kraft beleben. Endlich 4) soll mir dieser Genuß eine dankbare Erinnerung und Lobpreisung des Heilandes seyn, der fuͤr alle Menschen gestorben ist. Wie theuer, wie unermeßlich theuer ist also ein Mensch in den Augen meines Heilandes und meines Gottes! und ich, ich sollte den nicht ehren, dem nicht wohlwollen, den nicht herzlich lieben, fr den Jesus sein Leben gelassen, fuͤr See, S ee RSee 98⁰ Gebete für die, welche zum heiligen den Gott seinen Sohn dahin gegeben hat? Ja, hier im Abendmahle uͤberzeuge ich mich aufs neue von meiner Pflicht einer allgemeinen Men⸗ schenliebe, und wiederhole dazu meine heiligsten Geluͤbde. Bei dem Brode, von dem ich in Ge⸗ sellschaft mit meinen vornehmen und niedrigen, mit meinen reichen und armen Nebenmenschen essez bei dem Freundschaftsbecher, aus welchem ich mit ihnen allen trinke; bei diesem Ehren⸗ und Freudenmahle des Menschengeschlechts, zu dem ich geladen werde, bei dem Leibe und Blute meines Bruders und Herrn, gelobe und schwoͤre ich:„Neid, und Groll, und Haß, und Lieb⸗ „losigkeit sollen meine aͤrgsten Feinde; jeder „Mensch, auch der niedrigste Knecht, auch mein „aͤrgster Feind, soll ein Gegenstand meines „Wohlwollens; Andern Vergnuͤgen machen „und Wohlthun soll meine Freude seyn!“ b. Selbstpruͤfung vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. Dies soll die Absicht, dies soll der Nutzen, dies sollen die Gesinnungen und die Gemuͤths⸗ verfassung seyn, womit und weswegen ich mich bei dem Tische des Herrn fuͤr seinen Juͤnger und Nachfolger erklaͤre, und durch diese heilige Handlung es Jedermann sage, daß ich mich II haben msertl; Rirklichs uuhre A Nuum 6 s Veih n Goth Weiß i than un Verth opfernd eine l hintan vom K Boten Verhal Halte i Cehe id cch alle nich ar Hottes Ohre ie um fe fihrun ehen, herfehl * I Iing W 1 9⁰ Nust , REIC I hth HLIX Lobes eisch Hi a muich Wicht WE EII 1101 ochih s . 00 c EI 6 % tih! Abendmahle gehen wollen. 981 gluͤcklich schaͤtzee, Gemeinschaft mit ihm zu haben, und sein Verehrer, sein Erloͤster, sein Unterthan zu seyn. Aber habe ich diese Absicht wirklich? Habe ich die Eigenschaften an mir, die wahre Christen haben muͤssen?— Halte ich Jesum Christum fuͤr denjenigen, der er wirklich ist? Verehre ich ihn als den Sohn und Gesand⸗ ten Gottes, als den Herrn und Koͤnig der Welt? Weiß ich, was er zum Besten der Menschen ge⸗ than und gelitten hat, und empfinde ich den Werth seiner großmuͤthigen, alles fuͤr uns auf⸗ opfernden Liebe? Habe ich eine hinlaͤngliche, eine zu meiner Besserung und Beruhigung hinlaͤngliche Erkenntniß von der Lehre, die er vom Himmel gebracht und uns durch seine Boten kund gemacht, und von den Regeln des Verhaͤltens, die er mir vorgeschrieben hat? Halte ich diese Lehre fuͤr wahr und goͤttlich? Sehe ich diese Vorschriften als Gesetze an, denen ich allen Gehorsam schuldig bin? Verlasse ich mich auf seine Verheißungen als auf Zusagen Epr die mich unmoͤglich taͤuschen koͤnnen? Ehre ich ihn also mit wahrem Glauben, mit dem festen Zutrauen, daß ich unter seiner An⸗ führung und in seiner Nachfolge nicht irre gehen, und des Ziels der Vollkommenheit nicht verfehlen kann? 982 Gebete für die, welche zum heiligen Bin ich durch Jesum wirklich selig geworden? Genieße ich wirklich, wenigstens dem Anfaͤnge nach, die Freiheit, die er den Menschen zu ver⸗ schaffen in die Welt gekommen ist? Bin ich frei von dem heidnischen Aberglauben und der juͤdi⸗ schen Aengstlichkeit, in Absicht auf Religions— sachen und gottesdienstliche Gebraͤuche? frei von allen knechtischen Gesinnungen gegen Gott, und von allen feindseligen Gesinnungen gegen die Menschen? frei von der Herrschaft der Sünde und des Lasters? von der Tyrannei unordent⸗ licher Begierden und Leidenschaͤften; von der skavischen Furcht vor dem Tode und der Hoͤlle? Bemuͤhes ich mich insbesondere, um immer mehr ein Christ, und dadurch immer seliger zu werden? Bemuͤhe ich mich ernstlich, meinen Sinn und mein Verhalten ganz nach dem Sinne und dem Verhalten Jesu Christi einzu⸗ richten? Dies, dies ist ja das wesentlichste Kenn⸗ zeichen des wahren Christen. Mein Heiland selbst sagt mir: Wer mein Juͤnger seyn will, der verlaͤugne sich selbst, und nehme sein Kreuz auf sich, und folge mir nach. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thun sollt, wie ich euch gethan habe. Das ist mein Gebot, daß ihr euch untereinander liebet, gleichwie ich euch geliebt habe. Und seine Boten rufen mir allenthalben I. Ei ban I hseW b in il Ihnen I Awah Hsiinnu WMaalteh Renes H ur die E erkter Handlur! echen, A ir geleset sich eine! mir zeig Bin i Gristus simmt wa dungen! samd, de Vetrau leht, wi. Unstand glich b allen Gi falle de NeHN Ngen IA chaf anne afln 1 I WI Inma Rsti l Abendmahle gehen wollen. 983 zu: Ein jeglicher sey gesinnet, wie Jesus Christus gesinnt war! sehet auf Jesum, das hoͤchste Muster der Treue und Standhaftigkeit; wer in ihm bleibt, wer seiner Gemeinschaft sich ruͤhmen will, der soll auch wandeln, gleichwie er gewandelt hat. Kommt denn wohl meine Gesinnung und Denkungsart, kommt mein Verhalten mit dem Sinne und dem Verhalten meines Herrn uͤberein? Koͤnnte wohl derjenige, der die Geschichte Jesu laͤse, und dann ein unbe⸗ merkter Zeuge meiner Gesinnungen und meiner Handlungen waͤre, den richtigen Schluß daraus ziehen, daß ich mir die Person, deren Geschichte er gelesen, zum Muster vorgesetzt haͤtte, und daß sich eine merkliche Aehnlichkeit zwischen ihr und mir zeigte? Bin ich so gegen Gott gesinnt, wie Jesus Christus gegen seinen himmlischen Vater ge— sinnt war? Wird mein Herz von den Empfin⸗ dungen der Ehrfurcht, der Liebe, des Gehor⸗ sams, der Unterwerfung, der Dankbarkeit, des Vertrauens gegen dieses erhabenste Wesen be— lebt, wie Jesus zu allen Zeiten und unter allen Umstaͤnden seinen Vater verehrte? Ziehe ich, gleich ihm, seine Gunst und sein Wohlgefallen allen Guͤtern und Freuden dieser Erde, dem Bei⸗ falle der ganzen Welt vor? Ist es mir, gleich DSDSISISISIeeeeeeeeeeeeeeessff... ···-··T·T·.·¶T¶T¶TCTC„** SSII... ***—*— 98⁴ Gebete für die, welche zum heiligen ihm, vornehmlich darum zu thun, seinen Willen zu erfuͤllen, die Absichten, weswegen er mich auf den Erdboden und in den Stand, worin ich mich befinde, gesetzt hat, zu erreichen; die Gaben und Kraͤfte, die er mir verliehen, auf die nuͤtz⸗ lichste Art anzuwenden; und seine Ehre durch ein heiliges Leben zu befoͤrdern? Richte ich, wie mein Heiland that, meine Gedanken und mein Herz auf Gott, um ihm alles Gute, als unver⸗ diente Wohlthaten, zu verdanken, und alles Boͤse, als weise, guͤtige Schickungen seiner Vor⸗ sehung, von seiner vaͤterlichen Hand anzuneh⸗ men? Finde ich, gleich meinem Heilande, ein inniges Vergnuͤgen daran, mich mit meinem Geiste zu ihm zu erheben; mich mit seiner An⸗ betung und Lobpreisung zu beschaͤftigen; ihn oͤffentlich und gemeinschaftlich mit meinen Bruͤ⸗ dern zu verehren, und durch dies alles Gemein⸗ schaft mit ihm zu haben, und mich seiner naͤhe⸗ ren Gemeinschaft immer faͤhiger zu machen? Bin ich ferner so gegen meine Rebenmenschen gesinnt, wie Jesus gegen die Menschen gesinnt war? Verhalte ich mich so gegen sie, wie er sich gegen sie verhielt? Er liebte sie alle als seine Bruͤder, als Kinder seines Vaters, und schloß selbst seine Feinde und Verfolger nicht von sei⸗ ner Liebe aus. Er suchte ihnen allen nuͤtzlich zu herden uuc il!l s. 1„ b0 in + ouldigh Lanzügch angstd Iu, odi Nie vere! Hortemoe & H Ind daeh Seite s Selbstv den, Th. Nr, dent died auch shen anf umgehez shigkeit! eln, der fslge, i0 mhmen, Ain oder Freunde und arh In XII III we UGtadieh i i di sSihte eeih d und Halsr Wn Fund fan Weinel anh um Iland min it m Hich L seint 1½Ctigeh h inen s G SuTeindt! RE Smac ine en Me en g wie! eseh 3ut und ger cht u n I nuh Abendmahle gehen wollen. 985 werden, that gerne allen Gutes, und ließ sich auch ihren groͤßten Undank nicht abhalten, solches zu thun. Er war gegen jedermann ge⸗ recht, billig, freundlich, guͤtig, herablassendz bewies sich gegen alle demuͤthig, sanftmuͤthig, geduldig, versoͤhnlich; ob er gleich die groͤßten Vorzuͤge vor allen besaß, und niemanden die geringste Ursache gegeben hatte, ihn zu beleidi⸗ gen, oder ihm mit Verachtung zu begegnen. Nie vergalt er Boͤses mit Boͤsem, oder Schelt⸗ worte mit Scheltworten; nie raͤchte er sich selbst, ob er gleich die Macht dazu in Haͤnden hatte, und das Unrecht allemal ganz allein auf der Seite seiner Beleidiger war. Enthaltsamkeit, Selbstverlaͤugnung, Aufopferung, Leiden, Re⸗ den, Thun, alles war dem Besten seiner Bruͤ⸗ der, dem Heile der Menschen, gewidmet. Ist dies auch die Art, wie ich alle meine Nebenmen⸗ schen ansehe; wie ich sie liebez wie ich mit ihnen umgehez wie ich ihre zeitliche und geistliche Gluͤck⸗ seligkeit suche und befoͤrdere? Sind dies die Re⸗ geln, denen ich in meinem Verhaͤlten gegen sie folge, ich mag es mit Niedrigen oder mit Vor⸗ nehmen, mit Armen oder mit Reichen, mit Klu⸗ gen oder Einfaͤltigen, mit Feinden oder mit Freunden zu thun haben? Denke und empfinde, und arbeite, und lebe ich eben sowohl und noch eee er e e— ö IIIIIIITITITTITTTTT 986 Gebete für die, welche zum heiligen mehr fuͤr Andere, als fuͤr mich selbst? Welche Vortheile, welche Vergnuͤgungen, welche Be⸗ quemlichkeiten opfre ich ihnen wohl auf?— Strebe ich wenigstens ernstlich und unablaͤssig darnach, mir diesen demuͤthigen, versoͤhnlichen, gemeinnuͤtzigen, großmuͤthigen Sinn Jesu recht zu eigen zu machen, und darin meine Ehre und Gluͤckseligkeit zu suchen, wenn ihn auch alle Welt fuͤr Schwachheit, fuͤr Niedertraͤchtigkeit, fuͤr Mangel des Muths und der Empfindlich⸗ keit halten sollte? Bin ich endlich so gegen die gegenwaͤrtigen und zukuͤnftigen Dinge gesinnet, wie Jesus Christus gesinnet war? Beurtheile ich die Guͤter, die Vorzuͤge, die Vergnuͤgungen der Erde so, wie er sie beurtheilte? Halte ich sie, gleich ihm, fuͤr Dinge, die keinen großen Werth haben, deren Besitz wir nie zum letzten Ziele unseres Bestrebens allein machen, die wir nicht als End— zwecke, sondern als Mittel, unsre Kraͤfte und unsre Tugend zu uͤben und andern wohlzuthun, schaͤtzen und lieben durfen? Suche ich in dem Besitze und in dem Genusse dieser Dinge eben so wenig meine ganze, hoͤchste Gluͤckseligkeit, als er sie darin suchte? Bin ich, gleich ihm, bereit, alle diese Dinge, ja mein Leben selbst, fahren zu lassen, und sie meinem Gewissen und meiner Helthbe 0 Bösch Hutketeh Itniß! Mupnd, ummützt! id mein s Walt unie Ihnt bleij lber wicht bektichtet! christliche 1h Vergn hek irdisch glich me Fremdlin, stinmung seied Vo votnehm wo er ew licht und der zukin Gestte o daran, A Abendmahle gehen wollen. 98⁷7 3⁴ Pflicht aufzuopfern, wenn ich sie nicht behalten HVech kann, ohne diese zu verletzen? Wollte ich lieber i u noch so arm, noch so verachtet, in den Augen Inl der Welt noch so elend seyn, als daß ich vorsaͤtz⸗ IOl lich Böses thun, und die Gesetze meines Gottes I Fu übertreten sollte? Suche ich hingegen in der Er— mih kenntniß der Wahrheit, in der Ausuͤbung der nHMash Tugend, in einem frommen, wohlthaͤtigen, ge⸗ Rün H•tl meinnuͤtzigen Leben meinen groͤßten Gewinn uchteih und meine ganze Ehre, wenn ich gleich vor der Wielt unbekannt und wenig geachtet und beun⸗ ghgin lohnt bleibe? Gewaͤhret mir jeder Sieg, den ich umt, ruͤber mich selbst erhalte; jede gute That, die ich Helkil verrichte; jeder Schritt, wodurch ich mich der men V Ernchristlichen Vollkommenheit naͤhere, mehr wah— shst, Lach res Vergnuͤgen, als der gluͤckliche Fortgang mei— nVhner irdischen Geschaͤfte?— Betrachte ich mich, n A gleich meinem Erloͤser, als einen Gast und tnl Al Fremdling hier auf Erden, der seine hoͤhere Be⸗ mitr Lit stimmung stets vor Augen hat, nach dem Hause Rumt Aut seines Vaters eilet, und schon jetzt mit seinen Iin vornehmsten Gedanken und Begierden da ist, Rrdach wo er ewig zu seyn gedenket? Sind Tod, Ge⸗ 5 Zit; Ticht und Ewigkeit, sind die Schicksale, die in ul Ein der zukunftigen Welt auf mich warten, meinem n. Geiste oft gegenwaͤrtig, und gewoͤhne ich mich KHHH ihre ö 0 Iu daran, stets so zu denken, zu urtheilen, zu haͤn⸗ Hisseh 988 deln, wie ich dereinst wuͤnschen werde, gedacht, geurtheilt und gehandelt zu haben? Ach, welche wichtige, viel in sich fassende Fra⸗ gen! wie kann ich mit Ueberzeugung und Beru⸗ higung darauf Ja antworten! vielleicht ist mir manche darunter noch ganz fremd; vielleicht habe ich uͤber manche davon noch nie ernstlich nachgedacht! und doch ist keine einzige darunter unnoͤthig. So soll, so muß ich seyn, wenn ich ein Christ seyn, wenn ich mich bei dei Genusse des heiligen Abendmahls meines Gottes und meines Erloͤsers dankbar freuen will. Denn wer Christi Sinn nicht hat, der ist nicht sein. Wer sich nicht aufrichtig und unnachlaͤssig bemuͤhet, in allen Stuͤcken so, wie er, gesinnet zu seyn, und sich so, wie er, zu verhalten: dem wird der Name, den er traͤgt; die Lehre, die er bekennt; das Abendmahl, das er haͤlt: dem werden alle aͤußeren Merkmale, Vorzuͤge und Uebungen eines Christen nichts helfen. Ich kann es nicht leugnen, ich bin noch weit, noch immer weit von der Vollkommenheit dieser Christengesinnung und dieses Christenwandels entfernt. Was will ich also thun? Um mich bei dem heiligen Abend⸗ mahle nicht mit Heuchelei fuͤr einen Christen auszugeben; um mich da mit gegruͤndeter Zu⸗ versicht der Seligkeiten zu getroͤsten, die mit Gebete für die, welche zum heiligen main ⁰ hat ö wil schäftigll mäneme nd bei d sihe und und befef Aukübur Hen, vopgroße und vergi hele ich a als den E in in ih Gatt alle Herihtten die du un lichn vieb für und il Haiben, Lebin hab gebin, un allez schen Galchsetig Gott, au ö 34 7 . g W si X sbel Cu od A i Ee if ihhA 1 0 Hannd Diu InbH sst nii In Racht F I IIm: e, N N N V I X i C rs Abendmahle gehen wollen. 989 mein Gott durch Jesum verheißen und bereitet hat, will ich von nun an meine taͤgliche Be⸗ schaͤftigung daraus machen, meinem Gott, meinem Erloͤser immer ähnlicher zu werdenz und bei dem heiligen Abendmahle meine Vor⸗ saͤtze und Entschließungen zum Guten staͤrken und befestigen, und mir Gottes Kraft zu ihrer Ausuͤbung erbitten. c. Um Vergebung der Suͤnden. Herr„Herr Gott, barmherzig, gnaͤdig, geduldig, von großer Guͤte und Treue! der du Gnade beweisest, und vergiebst Missethat, Uebertretung und Suͤnde: dich bete ich als den einigen wahren und lebendigen Gott, als den Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes demuͤthigst an. Dir danke ich mit geruͤhrtem Herzen fuͤr die außerordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als vaͤter⸗ lichen Liebe gegeben hast. Du hast ihn, deinen Sohn, fuͤr uns in die Welt gesandt, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Du hast ihn fuͤr uns in den Tod hinge⸗ geben, und willst uns mit ihm und um seinetwillen alles schenken, was wir zu unsrer wahren und ewigen Gluͤckseligkeit noͤthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich Unwuͤrdigen hast du zur Erkenntniß . P..ee..t......=. ——* ———— SISISISISSSIIe. 990 Gebete für die, welche zum heiligen dieses großen Heils gebracht. Auch mir bietest du, auf die billigsten Bedingungen, Vergebung der Suͤnden, Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von diesem allen die feierlichsten Pfaͤnder und Ver⸗ sicherungen mittheilen, wenn ich mit wahrer Buß⸗ fertigkeit, mit lebendigem Glauben, und mit dem auf⸗ richtigen Vorsatze, ein heiliges Leben zu fuͤhren, zu dir nahe. O Gott! wie wollte ich dem Verderben entrin⸗ nen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, wenn ich mich durch diese Beweise deiner Guͤte nicht zur Buße und zur Dankbarkeit leiten ließe! Nein, ferne sey es von mir, mich eines solchen Verbrechens schuldig zu machen! Ich empfinde den Werth deiner Gnade. Ich bewundere die Groͤße deiner Barmherzigkeit und Men⸗ schenliebe. Ich wuͤnsche sehnlich an den Fruͤchten der Erloͤsung, die durch Christum geschehen ist, Theil zu haben, und durch ihn gerecht und selig zu werden. Ich bin willig und bereit, alle Bedingungen, unter welchen du mir alle diese unschaͤtbaren Vortheile anbietest, zu erfuͤllen. O Gott! verzeihe mir, daß ich bisher meinen Verpflichtungen so oft zuwider gehandelt; daß ich mich nicht dankbarer und gehorsamer gegen dich, meinen unendlichen Wohlthaͤter, bewiesen habe. Meine Suͤn⸗ den haben mich von dir entfernt; aber siehe, ich komme wieder zu dir, Herr, mein Gott. Mein Herz sagt mir von deinetwegen: Ihr sollt mein Antlitz suchen. Ich suche es, o Herr! verbirg dein Angesicht nicht vor mit. Doem H Hbbte s Mntsah hellich ur mels Aust undi Hauachtut u Pfandt Hun emph then Hern Endrücke! zm Bösen Mines hiu und dit d dl. Vor Gottl. Gdaͤchtnij wnige S. helize LAbe Sfärkung koch jtt. chhflich! Hclichhi Wolkonmn ich deine Hertn um 1 Aru X , 1 bN vy 0 1 t A h Niigitzy elN i h h deil Iu HanI Kit hihch 9 11600 Vl EII abeh i0 Me lie ½ M 3 Abendmahle gehen wollen. 991 Deinem Dienste, o Gott, und dem Gehorsame deiner Gebote soll mein ganzes uͤbriges Leben gewidmet seyn. Ich entsage in deiner Gegenwart allen Suͤnden, und dein heiliger Wille soll von nun an die einzige Richt— schnur meines Verhaltens seyn. Auch schenke mir selber Kraft und Staͤrke, meine Geluͤbde zu erfuͤllen! Laß die Betrachtung deiner unendlichen Liebe; laß den Genuß der Pfaͤnder derselben, die ich an dem Tische meines Herrn empfangen werde; laß die Hoffnung der zukuͤnf⸗ tigen Herrlichkeit, die du mir vorhaͤltst, so gesegnete Eindruͤcke auf mich machen, daß ich alle Versuchungen zum Böoͤsen mit neuem Muthe bestreite, alle Pflichten meines himmlischen Berufs mit neuer Sorgfalt erfuͤlle, und dir bis in den Tod getreu bleibe. Amen! d. Vor dem Gebrauche des heiligen Abendmahls. Goͤttlicher Erloͤser, Herr Jesu Christ! du hast ein Gedaͤchtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden setztest du das heilige Abendmahl zum Troste deiner Verehrer, und zur Staͤrkung ihres Glaubens ein; und du laͤssest mich auch noch jetzt einladen, diese feierliche Handlung gemein— schaftlich mit meinen Nebenchristen zu begehen. Wie gluͤcklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommnen Mittler zwischen Gott und Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne; daß ich dich meinen Herrn und Erloͤser nennen, mich deiner seligen Gemein⸗ 5.—————— SITITSISISI—. 992 Gebete für die, welche zum heiligen schaft ruͤhmen, und zu deinen Erloͤsten und Freunden zaͤhlen darf! O, wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie trostlos, wie elend wuͤrde ich ohne dich und deine Gnade seyn! Wie unertraͤglich wuͤrde mir die Last meiner Suͤnden, wie fuͤrchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie schrecklich der Anblick des Todes und des Grabes seyn, wenn du uns nicht selbst den gnaͤdigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer fuͤr unsere Suͤnden dahingegeben; und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erwor⸗ ben haͤttest! Ja, alles Licht, das mich erleuchtet; aller Trost, der mich erquicket; alle Hoffnung, die mich be⸗ lebet, sind Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir denn nicht dein Gedaͤchtniß seyn! Wuͤrde ich nicht der Undankbarste, der Niedertraͤchtigste unter allen Sterblichen seyn, wenn ich dein vergaͤße, wenn ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichguͤltigkeit an dich ge⸗ daͤchte; wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebuͤhren? Nein, goͤttlicher Erloͤser! ich folge deiner liebreichen Einladung mit Be⸗ gierde und mit Freude. Ich komme, mich oͤffentlich füͤr deinen Juͤnger und Verehrer zu bekennen, und es Jeder⸗ mann zu sagen, daß ich es fuͤr mein groͤßtes Gluck und meinen hoͤchsten Ruhm halte, dein zu seyn. Ich komme, als ein muͤhseliger und beladener Suͤnder, Ruhe fuͤr meine Seele zu suchen, und ergreife mit bußfertige ⸗ Halbenl! uße Hl vn Rid In Eigel ellel; beh, denng I komm Hunterh Ihen und il Wpfli hnt Erlos nahe/ aben mür dein I daß du& Vrstellur Vunderd Ybe und mur auf pfehunge Haue zu Sot memnes g So hab 1 4 uhy IXI dad t NN N. AIE XI K560 6 10 bund 0 NII. Wihe Ait mic Mfrul Wen Dichtn Fe nl Nat 190f I 50 Rütil Aihh N ne N i Mi Abendmahle gehen wollen. 993 Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, daß du gestiftet hast. Ich komme, dir fuͤr dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum aufzuopfern, und den heiligen Vorsatz zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du fuͤr mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit allen Glaͤubigen zu unterhalten, und mich aufs neue zu einer aufrich— tigen und bruͤderlichen Liebe gegen sie und alle Menschen zu verpflichten. O Herr, laß mein Vorhaben gesegnet seyn! Erlaube nicht, daß ich blos mit den Lippen zu dir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sey. Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren pruͤfest, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. Laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestaͤrkt, und ich nur auf das kraͤftigste bewogen werde, die Ver⸗ sprechungen, die ich dir thue, mit unverbruͤchlicher Treue zu halten. Amen! e. Nach dem heiligen Abendmahle. So habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes, meines gnaͤdigen Vaters und Wohlthaͤters, gewidmet. So habe ich mich verpflichtet, als ein 3.— und 6 +* —— —.—.— SIꝗISIISSS 99⁴4 Gebete für die, welche zum heiligen Nachfolger meines hochgelobten Erloͤsers zu leben, und ihn mit meinem Geiste und meinem Leibe, die beide sein Eigenthum sind, zu preisen. Wie heilig sind diese Ver⸗ pflichtungen! Wie undankbar, wie ungluͤcklich wuͤrde ich nicht seyn, wenn ich diese Zusagen vergaͤße, wenn ich diese Versprechungen nicht hielte! Welch eine Ver— antwortung, welch ein Gericht wuͤrde ich zu erwarten haben, wenn ich nun noch der Suͤnde diente; wenn ich nicht alle Fehler, alle boͤse Gewohnheiten, die ich an mir habe, ernstlich bestritte: wenn ich eben so traͤge und nachlaͤssig im Guten waͤre, als ich es ehemals ge⸗ wesen bin! So wuͤrde ich mich ja aller Vorrechte und Seligkeiten, die ich als ein Christ besitze, verlustig, und meine Verdammniß um so viel schwerer machen. Ach Gott! laß es nicht zu, daß ich so undankbar gegen dich, und so feindselig gegen mich selbst handle. Sey du in meiner Schwachheit maͤchtig. Befestige meine guten Entschließungen; und verleihe mir Gnade, an der Aus— fuͤhrung derselben unverzuͤglich und unermuͤdet zu arbeiten. Schenke mir neue Kraft deines Geistes, und leite mich durch ihn zu allen Tugenden, damit ich meine Heiligung treu und redlich vollende. Bewahre mich vor allzugefaͤhrlichen Versuchungen; staͤrke mich, allen Reizungen zum Boͤsen zeitig zu widerstehen; und laß mich die ewige Seligkeit, zu welcher du mich durch Christum berufen und erloͤset hast, nie aus den Augen verlieren. So werde ich den guten Kampf kaͤmpfen, . Och Na 1 Mhd der Mel: Oundhet M ih wei! schhjen zudf Alnehet gl Waddst auch Hafen. Vas ichsogen? zuschn, den iqhen kann Rihso man hürgethan. nit abe d Schmnrz r Icbi den Glauben behalten und meinen Lauf gluͤcklich die behh vollenden. So werde ich dereinst die Krone der Iddish Gerechtigkeit aus deiner Hand empfangen, und dir üklich“ Lob und Ehre bringen in Ewigkeit. Amen! Haͤße, Ich eind Du ei Wutez. 5) Gebete fuͤr Kranke und bei Ki Sterbenden. en sg ahem rrech a. Demuͤthigung vor Gott in Krankheit. lustij Nun erfahre auch ich es in der That, mein Gott! aichenwas der Mensch ist, wie hinfaͤllig und wie leicht seine gehul Gesundheit und Kraft dahin ist! aber Dank sey dir, —Sah daß ich weiß: du koͤnnest nie deinen schwachen Ge— eine schoͤpfen zuviel auflegen, du habest auch jede Last der an dall Krankheit gemaͤßiget, daß sie ertraͤglich sey, und du Wrmin] werdest auch diese Veraͤnderung mir zum Besten dienen iiteh lassen. Was sollt' ich also unruhig klagen oder aͤngst— tihn lich sorgen? Was kann ich besseres thun, als zu dir auf⸗ bahnei zusehen, dem Gott, der da hilft, und der es nie boͤse hich, meinen kann. Du hast mich bisher so vaͤterlich geleitet, un mir so manche Freude geschenket, und mehr Gutes an Zuich Vl mir gethan, als ich bitten und verstehen konnte. Auch en IJ mit alle dem, was mir jemals Leid, Unruhe oder + kimsi Schmerz verursacht hat, hast du es immer weislich 0 x H1 VV.* 1 0 V 6 7 Len Abendmahle gehen wollen. 995 996 Gebete für Kranke und bei Sterbenden. gewendet. Gott, das alles erkennet meine Seele wohl! Ich bin zu geringe aller deiner Barmherzigkeit, und meine Seele ist stille zu dir, ohne dessen Willen und Leitung mir nichts begegnen kann! Auch das wirst du wohl machen. Staͤrke mich in diesem dankbaren, dir ergebenen und vertrauenden Sinn. Fuͤge sonst es mit der Dauer und mit dem Ausgang meiner Krankheit, wie es dein vaͤterlicher Wille ist. Ich weiß nicht, welches besser fuͤr mich und meine Verbindung in der Welt seyn moͤchte, ein langes oder kurzes Kranken— lager, das Leben oder der Tod. Waͤhle du fuͤr mich! Auf dich traue ich! Nur lehre mich in meiner vielleicht nur noch ganz kurzen Lebenszeit meine Seligkeit mit ganzem Ernst schaffen. Wie ich diese Zeit bisher ange⸗ wendet habe; wie ich mit den mir verliehenen Kraͤften und Gelegenheiten zum Guten umgegangen bin; wie ich gegen alle meine Nebenmenschen gesinnt gewesen bin; wie ich mein Herz und mein Leben rein von lasterhaften Neigungen und Gewohnheiten zu bewahren gesucht habe; wie werth mir die Religion gewesen, und wie treu ich in ihrer Erkenntniß und Uebung gewesen bin; das ist die ernstliche Ueberlegung, die ich bis jetzt anzu⸗ stellen habe. Gieb, daß ich sie weder scheuen noch leicht⸗ sinnig damit zu Ende eilen, und mir die Troͤstungen des Evangelii Jesu Christi faͤlschlich zueignen moͤge. Auch fuͤr mich ist freilich bei dir viel Vergebung; auch mir willst du Barmherzigkeit wiederfahren lassen. Es ö st doch a sithungen auzlinf I1 0 EV mit asod dit kemns muͤthgen, zusschu, düstl lozzuteße so vi het urh duch fil weden. sej mir laß nichi Her, ich Ssehe in auch uo his Nr. den. Seeley zigkeiz Willa Das u inkbarn sonst: ar Kun weiß Idung! Les Ku Idu fiht Ciner Y DDeligt biöhn enen 4 binzu gewist VI lastt Ehren Fen, Iewest Vio 0 En noch! Gebete für Kranke und bei Sterbenden. 997 ist doch aber auch gar zu gewiß, daß ich mit den Ge⸗ sinnungen, die ich mit mir aus dieser Welt nehme, in der zukuͤnftigen fortleben werde, und wie meine Aussaat ist, so auch die Erndte fuͤr mich seyn wird. Stets sey mir also der Zuruf Jesu Christi erinnerlich: Selig sind, die reines Herzens sind, die Friedfertigen, die Sanft⸗ muͤthigen, die ein aufrichtiges Verlangen haben, gut zu seyn, und so nach der Gerechtigkeit hungern und duͤrsten! Das erwecke mich, mein Herz von allem dem loszureißen, was es noch an das Irdische fesselt, noch so viel Gutes zu thun, als ich kann, und allen um mich her durch Geduld, durch Ergebung in deinen Willen, durch frohe Erwartung des Zukuͤnftigen erbaulich zu werden. Dann troͤste mich, o Gott, deine Liebe; dann sey mir die Nacht des Grabes nicht fuͤrchterlich; dann laß mich in der ruhigen, freudigen Gesinnung beharren, Herr, ich warte auf dein Heil. Amen! bh. Gebet bei Sterbenden. Siehe in diesem Gesangbuche das Lied Nr. 588, wo auch noch mehr gute Gebete fuͤr Kranke von Nr. 572 bis Nr. 587 anzutreffen sind. —..— A. d. A. Verzeichniß der Gebete. 1) Morgengebete. Morgenandacht Kuͤrzeres Morgengebet ö An Sonn- und Festtagen, bei dem Morgen⸗ 3— hinzuzufuͤgen Noͤthige Entschließungen am Morgen 2) Abendgebete. Laͤngere Abendandacht b. Kuͤrzeres Abendgebet. d. 3) Taͤgliche Erweckung zum frommen Sinn und Wandel vor Gott. Vertrauen auf Gott, und rechtmaͤßige Ge— sinnung gegen ihn Demuthsouͤbung Um Keuschheit und Maͤßigkeit Um bruͤderliche Liebe, Mitfreude und Mitleid Um Nachsicht, Sanftmuth, Leutseligkeit und Langmut Um christliche Gefaͤlligkeit und Freundschaft Um christliche Liebe gegen Feinde Um Heiligkeit der Reden und des Betragens Um christlichen Gebrauch der Vergehungen, Thorheiten und Laster unserer Nebenmenschen Seite 923 927 929 930 936 9⁴⁰ 942 946 950 9⁵3 956 958 9⁵9 960 962 e. Orgek⸗ D itleid * und chaft Sigens Jigen, Aschen — Verzeichniß der Gebete. k. Um christlichen Gebrauch der Zeit, Kraͤfte und Gaben Gottes l. Aufmunterung zu solchem Wandel vor Gott 4) Gebete fuͤr die, welche zum heiligen Abend⸗ mahle gehen wollen. a. Nachdenken uͤber den Zweck und den Nutzen des heiligen Abendmahls b. Selbstpruͤfung vor dem des Danae Abendmahls c. Um Vergebung der Suͤnden d. Vor dem Gebrauche des Abend⸗ Hch Nach dem heiligen Abendmahle 5) Gebete fuͤr Kranke und bei Sterbenden. a. Demuͤthigung vor Gott in Krankheit. b. Gebet bei Sterbenden Seite 964 969 97⁵ 98⁰ 989 991 993 99⁵5 997 U Haf nub ben Oef u u il It, Ind. . u u mit. Hleht: De! sstn dal Wgfagt! Lohter sfthig Mlen der Id haten, sulnu D schte ö 0 RNr auf Mumen un Wa 2 dcß die e Usser Hel Ev, Luth Evangelien und Episteln auf alle Sonn⸗ und Festtaͤge. Am 1. Sonntage des Advents. Evangelium, Matth. 21, 1⸗9. Da sie nun nahe bei Jerusalem Rn gen Bethphage an 90 Oelberg, sandte Jesus seiner Jünger zwei, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden, angebun— den, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch Jemand etwas wird sagen; so sprecht: Der Herr bedarf ihrer; so bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zions: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin, und thaten, was ihnen Jesus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Aber vieles Volk breitete die Kleider auf den Weg; die andern hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte. schrie und sprach: Hosianna, dem Sohne Davids: gelobt sey, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Epistel, Rom. 13, 11⸗ 14. Lieben Brüder: weil wir—5 ches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzuf stehen vom Schlafe(sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wir es 22—— die Ev. Auth. 1 2 Am 2. Sonntage des Advents. Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei gekommen sol laͤßt uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anlegen die Waffen des Lichts. Laßt uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet an den Herrn Jesum Christum, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Am 2. Sonntage des Advents. Evangelium, Luc. 21, 25⸗36. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Es werden Zeichen gesche— hen an der Sonne, und Mond, und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange seyn, und werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wann aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihr es an ihnen, und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Rahrung und komme dieser Tag schnell über euch: Denn wie ein Fallstrick wird er kommen über Alle, die auf Erden wohnen. So seyd nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem Allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn Vn Bus Rahte gh Shrift dtostes ander nah inem M IM öhlis, cwie el s abs Bachneh Ratger dät Hden abeih gshreh WMheden,“ drruet! Ahhl den H, WVabermg Ie, und Heden, au; Nu Hoffnun I Oauber sunt des! 0 I aber sicdte eres „I,Fder da Mis ant sct Ioh Munden Verden re und den“ eerf Mlommg eh Woandch! Lin Run Oun sich Labeh .. Heichng Del, Kerdeg btuh Iht Cthwh Tlnd d den d Siksthh „älhtts sahtt alle di ihleh 0 lb NN Gal e. Hi tte Il t bshe Idu 0 enn den Wh + iht IN s g * ————— Am 3. Sonntage des Advents. Epistel, Röm. 15, 4⸗13. Lieben Brüder: Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seyd unter einander nach Jesu Christo. Auf daß ihr einmüthiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sey ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung den Vätern geschehen. Daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinen Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk. Und abermal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker Und abermal spricht Esaias: Es wird seyn die Wurzel Jesses, und der auferstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des heiligen Geistes. Am 3. Sonntage des Advents. Evangelium, Matth. 11, 2⸗10. Da aber Johannes im Gefängniß die Werke Christi hörte, sandte er seiner Jünger zwei, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin, und saget Johannes wieder, was ihr sehet und höret; die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, und die Tauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Cvangelium gepredigt. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing 1* Am 4. Sonntage des Advents. Jesus an zu reden zu dem Volk von Johannes: Was seyd ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seyd ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Men— schen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seyd ihr hin— ausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ist es, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende mei— nen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Epistel, 1. Cor. 4, 1⸗5. Dafür halte uns Jedermann, nämlich für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ist es ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; der Herr ist es aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem Jeglichen von Gott Lob widerfahren. Am 4. Sonntage des Advents. Evangelium, Joh. 1, 19⸗28. Und dies ist das Zeugniß Johannis, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte, und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: ich bin es nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? Daß wir Ant— wort geben denen, die uns gesandt haben: Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines sts bich AWortete Iun aufle Voans, W Wn u Aama Iu len M sdem in Nahn mit Riiche Gott Wohre turh ö Euphst Mauso aus WstSchatz MWhrenius alg, daß e I nacte Oat Mzo da hejß D Geshle nt Muria Ul als ss sollte. Un in Windeh Imn Rhen: N. duche I Weichehh schd 0 ö Uhetnss Iphet g — ich sehz beriihgl Ahrit x in schr F. trel al Vich hrt —— — — . Tehiihh 0. den ss ihn fh 1 lich Am heiligen Christtage. 5 Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Esaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ist es, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuh— riemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara, jenseits des Jordans, da Johannes taufte. Epistel, Phil. 4, 4⸗7 Lieben Brüder: Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch! Eure Lindigkeit lasset kund seyn allen Menschen. Der Herr ist nahe! Sorget nichts; sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Am heiligen Christtage. Evangelium, Luc. 2, 1⸗14. Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschätzet würde. Und diese Schatzung war die allererste, und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und Jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein Jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt Davids, die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war; auf daß er sich schätzen ließe, mit Maria seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebähren sollte. Und sie gebahr ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten 6 Am 2. Christtage, oder am Tage St. Stephani. 8 9 sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerden. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen, ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobten Gott und sprachen: Ehre sey Gott in der Höhe und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Epistel, Tit. 2, 11⸗14. Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen, und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes, und unsers Heilandes Jesu Christi. Der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. Am 2. Christtage, oder am Tage St. Stephani. Evangelium, Matth. 23, 34⸗39. Der Herr sprach zu den Pharisäern und Schriftgelehrten und Obersten der Juden: Siehe, ich sende zu euch Propheten, und Weise, und Schriftgelehrte, und derselben werdet ihr etliche tödten und kreuzigen, und etliche werdet ihr geiseln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern; auf daß über euch komme alle das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abels, bis auf das Blut des Zacharias, Bacharias Eh, wel bkm Al. vib W Idiber WIl üödteh t sid Alm, W 4 Nlägel W sll A I Werdet Hlchet seh Lectiol ü Hihnns l m poße a von det l Ohet, un Woaffen we, emochteh Oasf, aus K Mau, dig Ien wider Mll. und dih IHl, und e W steltten f hht nicht; Aitte und Mo von N N Sitten, ih Alle, d ö. iled( Id er a Ohnmel, u in Rehten fen, und Ae schrie stürmten ei Stephan, Waren Hüng. be ß Herm ih Kerkindh, Im Histus u ö Hach md i Vem Ghl ten Oh d du . Sallen M as u fRheln auf R. de VI. u ellöst ein Vl Iken. V SStephu P„ Hrsth Walh t iht Rl Feilee dat güh Blut 0 „ Bahl Am 2. Christtage, oder am Tage St. Stephani. 4 Sohn, welchen ihr getödtet habt zwischen dem Tempel und dem Altar. Wahrlich ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du tödtest die Propheten, und steinigest, die zu dir gesandt sind! wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt. Siehe, euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen bis ihr sprecht: Gelobet sey, der da kommt im Namen des Herrn. Lection, Apost.⸗Gesch. 6, 8-15 und 7, 55⸗59. tephanus aber, voll Glauben und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da standen etliche auf von der Schule, die da heißt der Libertiner und der Cyrener, und der Alexanderer und derer, die aus Cicilien und Asien waren, und befragten sich mit Stephano. Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geist, aus welchem er redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehört Lästerworte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk, und die Aeltesten und die Schriftgelehrten; und traten herzu, und rissen ihn hin, und führten ihn vor den Rath; und stellten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Gesetz. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören, und ändern die Sitten, die uns Mose gegeben hat. Und sie sahen auf ihn Alle, die im Rath saßen, uns sahen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Als er aber voll heiliges Geistes war, sah er auf gen Himmel, und sahe die Herrlichkeit Gottes, und Jesum stehen zur Rechten Gottes, und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen, und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrien aber laut, und hielten ihre Ohren zu, und stürmten einmüthiglich zu ihm, und stießen ihn zur Stadt —— 8 Am Tage St. Johannis des Evangelisten. hinaus, und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus. Und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er knieete aber nieder, und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er. Am Tage St. Johannis des Apostels und Evangelisten. Evangelium, Joh. 21, 15⸗24. Da sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andermal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Hert, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schafe. Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum drittenmal zu ihm sagte: Hast du mich liebs Und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Da du jünger wares, gürtetest du dich selbst, und wandeltest, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein Anderer wird dich gürten, und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Und da er das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte sich um, und sahe den Jünger folgen, welchen Jesus lieb hatte. der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen, und gesagt hatte, Herr, wer ist es, der dich verräth? Da Petrus diesen sahe, spricht er zu Jesu: Herr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ö ‚ ö 0 yomme Da ing l 1 nich siht, und ah gaht Nsch Din rissu, do Shcches und wer sie Mild amhfange mit Brod der Wriah stehen kan Iu Sca Mohsten, Ganeind. und mit sie nicht Dam si⸗ wissen n U sei Isi ger Mar dͤen 50 185 durch dei offerbar dochter bekagt, Nen. a ge N mds Waher 0 unde Usts 4 licht Imich H„ A. e hn. N I E N er Dalg Anding. niß H. H: M ger il add aanes e sch —— leb HH ind gus Oa IMl Ober Mh Aleibe, 6 Am Sonntag nach dem Christtag. 9 ich komme, was gehet es dich an? Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbet nicht. Und Jesus sprach nicht zu ihm: Er stirbet nicht, sondern, so ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Dies ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und hat dies geschrieben, und wir wissen, daß sein Zeugniß wahrhaftig ist. Lection, Sirach 15, 1⸗8. Solches thut Niemand, denn der den Herrn fürchtet, und wer sich an Gottes Wort hält, der findet sie. Und sie wird ihm begegnen, wie eine Mutter, und wird ihn empfangen, wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Verstandes, und wird ihn tränken mit Wasser der Weisheit. Dadurch wird er stark werden, daß er fest stehen kann, und wird sich an sie halten, daß er nicht zu Schanden wird. Sie wird ihn erhöhen über seinen Nächsten, und wird ihm seinen Mund aufthun in der Gemeinde. Sie wird ihn krönen mit Freude und Wonne, und mit ewigem Namen begaben. Aber die Narren finden sie nicht, und die Gottlosen können sie nicht ersehen. Denn sie ist ferne von den Hoffärtigen, und die Heuchler wissen nichts von ihr. Am Sonntag nach dem Christtage. Evangelium, Luc. 2, 33⸗40. Und sein Vater und Mutter wunderten sich deß, das von Jesu geredet ward, und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlechte Asser, die war wohl betagt, und hatte gelebt sieben Jahre mit ihrem Manne, D—— — 2 — 10 Am Neujahrstage. nach ihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Witwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbe trat auch hinzu zu derselben Stunde, und pries den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten, nach dem Gesetz des Herrn, kehrten sie wieder nach Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Ep istel, Galater 4, 1=7. Ich sage aber: So lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe, und unter das Gesetz gethan; auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seyd, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sind es aber Kinder, so sind es auch Erben Gottes durch Christum. Am Neujahrstage. Evangelium, Luc. 2, 21. Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Epistel, Gal. 3, 23⸗29. Ehe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahrt, und verschlossen auf den Glauben, der sfum ah n Knch m iht s hi u det Wl Ans Din We sthe, ders. Wiprach: Muttet zu Ada, bis 4 M Rindleß Wf, und i du Mad Aon bis n Nie det Her Mo Ghht Dr aber! UsersHel Dwir ge nachet er Ehrruerur h ubet A daß u chigen L — —— 0 981 V ch Gi 10, Myh ö Gpade N 1d iss hl ob Vormhh bata. anun Hrfllths bba, A Nondent W Hauc öhh bsshütz rgum ö abfß AUntet U Auben, M. ——— Am Sonntage nach dem Neuenjahr. 11 da sollte offenbaret werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seyd alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie Viele eurer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib; denn ihr seyd allzumal einer in Christo Jesu. Seyd ihr aber Christi, so seyd ihr ja Abrahams Saamen, und. nach der Verheißung Erben. Am Sonntage nach dem Neuenjahr. Evangelium, Matth. 2, 13⸗-15. Dadie Weisen aus Morgenland aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fliehe nach Egyptenland, und bleib allda, bis ich dir sage, denn ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich nach Egyptenland. Und blieb allda bis nach dem Tode Herodes. Auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. — Epistel, Tit. 3, 4⸗7. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes unsers Heilandes, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit, machet er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und. Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben seyn des ewigen Lebens nach der Hoffnung, das ist je gewißlich wahr. — 2 4 ᷣ—— 5 — IDEDEEE 12 Am Feste Epiphaniä, oder der Erschein. Christi. Am Feste Epiphaniaͤ, oder der Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 2, 1⸗12. Da Jesus geboren war zu Bethlehem, im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem, und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschrack er, und mit ihm das ganze Jerusalem. Und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschte von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog; der über mein Volk Israel ein Herr sey. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und wies sie gen Bethlehem, und sprach: Ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihr es findet, so sagt mir es wieder, daß ich auch komme, und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam, und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet; und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an. Und thaten ihre Schätze auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Lection, Jes. 60, 1⸗6. Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, D. Muuscbem, K Iblladet W. d iüs Gn wentein he Aazte Hün I Nalsal Mhen, far Mhtun, d ihn ghött Miott. 0 V Ahau“ 6 hsiht gucht ho mines L u miit il gH N Ahrist Inn oy schn 0 die V 4 Heinen 0 h Ter, My Hammch Dren poh Hihen dh Jeten.: On dü Inir hm sh Wit hi Iuitt sy ißin Ar W eIl, M ö butc th Am 1. Sonntage nach der Erscheinung Christi. 13 Finsterniß bedecket das Erdreich, und Dunkel die Völker. Aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe umher, diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seite erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wann sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Am 1. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Luc. 2, 42⸗52. Da Jesus zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußten es nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gefreundeten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach drei Tagen, fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragte, und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist's, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich seyn muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter 14 Am 2. Sonntage nach der Erscheinung Christi. zu an Weisheit, Alter und Gnade, bei Gott und den Menschen. Epistel, Röm. 12, 1⸗6. Ich ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sey, welches sey euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich; sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sey der gute, der wohlgefällige, und der vollkommene Gottes Wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, Jedermann unter euch, daß Niemand weiter von sich halte, denn sichs gebührt zu halten; sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein Jeglicher, nachdem Gott ausgetheilt hat das Maaß des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also sind wir viele ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied, und haben mancherlei Gaben, nach der Gnade, die uns gegeben ist. Am 2. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Joh. 2, 1⸗11. Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana, in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahn u 1 Als abel ewsen Dienet: uf der Jderme geworde Wein b that, g Hertlich Libe Gnade, sey sie wasfete Ernaht Jemand sorgfilt ö Lust. Gulen Eins nicht t n in Mil Nothdi segnit, und w einahd euch h Mn Tristi, olt mp seh Wh Wille 0 Nn e, deh f Wgict SMph In H Cl h I. XI. ihh + v 2160 Fang E Rn d 4. 00. I Slah W 0 f W 2 Am 3. Sounntage nach der Erscheinung Christi. 15 nun und bringet es dem Speisemeister. Und sie brachten es. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam(die Diener aber wußten es, die das Wasser geschöpft hatten) da rufet der Speisemeister den Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken geworden sind, en d den geringeren; du hast den Lasts Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarete seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Epistel, Röm. 12, 6⸗ 16. Lieben Brüder: Wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat Jemand Weissagung, so sey sie dem Glauben ähnlich. Hat Jemand ein Amt, so wartet er des Amts. Lehret Jemand, so wartet er der Lehre. Ermahnet Jemand, so warte er des s Ermahnens. Giebt Jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret Jemund, so sey er sorgfältig. Uebet Jemand Barmherzigkeit, so thue ers mit Lust. Die Liebe sey nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sey herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seyd nicht träge, was ihr thun sollt. Seyd brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seyd fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an dem Gebet. Nehmet euch der heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter⸗ einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Am 3. Sonntage nach der Suheurns Christi. Evangelium, Matth. 8, 1⸗13 Da Jesus aber vom Berge herab Aug⸗ folgte ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aussätziger kam und betete ihn an, und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl Tcs·ꝰcd. 16 Am 3. Sonntage nach der Erscheinung Christi. reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an, und sprach: Ich will es thun, sey gereinigt. Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es Niemand; sondern gehe hin, und zeige di dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Caper⸗ naum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn, und sprach: ö Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter meinem Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte, und wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so gehet er, und zum andern: Komme her, so kommt er. Und zu meinem Knechte: Thue das, so thut er's. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachsolgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham, Isaac und Jakob im Himmelreich sitzen; aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finster⸗ niß hinaus, da wird seyn Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht ward gesund zu der⸗ selben Stunde. Epistel, Rom. 12, 17⸗41. Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet Niemand Boses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen Jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habet mit allen Menschen Frieden. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn: denn es steht geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn, dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt ehef 4 galneln. Idwinde Im 4 Uld Vun Und siche Ruh auch! shliei Ul Ind sprach ihntn: J Und sand ward es 9 ind sprad Ind: Mer CTiod eingnder Gesttz er 105 sollf nit und so ei Christ. rühthe prat Ij bi inghh M, m trüch ö Iomn Wete undz II Deh Rueaht Interthr Vage zu mme v „ soih Vach zu cheng euch, nd, Ile en, serst ö Iappah. dit gh esund nn. Zimuh I chnl lenN Sin 0 I. Deh 50 ll i0j. N Hausvat⸗, Am 4. Sonntage nach der Erscheinung Christi. 10 sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Am 4. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 8, 23⸗27. Und: Jesus trat in das Schiff und seine Jünger E ihm. Und siehe, da erhob sich ein großes Ungestüm im Meer, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedecket ward, und er sorit. Ind die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf und sprachen: Herr hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seyd ihr so furchtsam? Und stand auf und bedrohete den Wind und das Meer; da ward es ganz stille Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Epistel, Röm. — Seyd Niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter⸗ einander liebet; denn wer den andern liebet, 4 hat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht tödten; du sollst nicht si hlen; du sollst nicht falsch Zeugniß geben; dich soll nichts gelüsten; und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Am 5. Sonntage nach der Erscheinung Christi Evangelium, Matth. 13, 24⸗30. Jesus legte ihnen ein ander Gleichniß vor, Das Hünmelic ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliesen kam sein— und säete Unkraut zwischen den Weizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da trate in die 3— zu dem und sprachen: Herr, hast du nicht itguten Samen 0— 13,8310. 50. sprach: . *.— —. DSDSDSDSDSDSDSISSSIiIeSeIIIIIIIIIIeet.t..t.......... —— —* 18 Am 5. Sonntage nach der Erscheinung Christi. auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Unkraut' Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Will du denn, daß wir hingehen, und es aus— jäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausjätet. Lasset beides mit einander wachsen, bis zu der Erndte, und um dis Erndte-Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammell zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne, aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuem. Epi stel, Coloss. 3, 12⸗17. So ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld; und vertrage einer den andern, und vergebet euch untereinander, so Jemand Klage hat wider den andern, gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Ueber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seyd in einem Leibe, und seyd dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in euren Herzen. Und alles, was ihr thut, mit Worten, oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Am 6. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 17, 1⸗9. Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum und Jakobum, und Johannem, seinen Bruder, und führete sie beiseits auf einen hohen Berg. Und ward verkläret vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwor⸗ tete, und sprach zu Jesu: Herr, hier ist gut seyn, willst du, ö H 7 V — V* ‚ 2 o hollen! Ind Clias ietzsie ei Whlken sh Woblgeft hhtten, fi aber trat In fütch saben sie Bahe her sollt des vol den Wi hab und geh Christ; da er ein ein! Stin dermaßen gefollen Histmel; Besge. thut woh schenet i Nargens das erste aus eiger aue men Mesche Gesst Isus einem 5 Hine E. ites, Haeit,. anden ihat sh Iuso ad 0 H jere i n Leh Wacn abercu . h. Am 6. Sonntage nach der Erscheinung Christi. 19 so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Mosi eine, und Elias eine? Da er noch also redete, siehe, da überschat⸗ tete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme aus den Wolken sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschracken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an, und sprach: Stehet auf, und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufhuben, sahen sie Niemand, denn Jesum alleine. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus, und sprach: Ihr sollt dies Gesicht Niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. Epistel, 2. Petr. 1, 16⸗21. Wir haben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch kund gethan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesu Christi; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen, da er empfing von Gott dem Vater Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohl— gefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkelen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht, sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. Am Sonntage Septuagesima. Evangelium, Matth 20, 1⸗16. Jesus sprach zu seinen Jüngern: das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen zu ꝓ. * W N. 20 Am Sonntage Septuagesimä. * miethen in seinen Weinberg. Und da er mit seinen Arbeitem sche Krone V eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in; lult aber seinen Weinberg. Und ging aus, um die dritte Stunde, und altz ht AN sahe andere an dem Markte müssig stehen, und sprach zu ihnen mähen Lib Gehet ihr auch hin in den Weinberg, ich will euch geben, was und sllbst! ö recht ist. Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die hubder, ni sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilst der Wolkn Stunde aber ging er aus, und fand andere müssig stehen, udssud al * und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag Merre; u I. müssig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns Niemand gedinget. und habene Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg. abei von d und was recht seyn wird soll euch werden. Da es nun Abend Chistus ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner; gefslen, Rufe die Arbeiter, und gieb ihnen den Lohn und hebe an, an den Letzten bis zu den Ersten. Da kamen, die um die eilste ö Stunde gedinget waren, und empfing ein Jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden Dauuns mehr empfangen, und sie empfingen auch ein Jeglicher seinen I NI . Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Senamm Hausvater, und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde felgtiche RE gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Inttr den I Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber, Fel un und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir Sas hat VI nicht unrecht; bist du nicht mit mir eins worden um einen de Dome Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber felgaf diesen letzten geben, gleich wie dir; oder habe ich nicht Macht filhge zu thun, was ich will, mit dem Meinen; siehest du darum Alören scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Letzten die Ersten, Huhn +* und die Ersten die Letzten seyn. Denn viele sind berufen, aber i 0 wenig sind auserwählet. dmhnde . ö Epistel, 1. Cor. 9, 24. 27, und 10, 1⸗5. 5 chon Wiset ihr nicht, daß die, so in den Schranken lausen, die Dabiste laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun Diesober 0) also, daß ihr es ergreifet. Ein Jeglicher aber, der da kämpfet, kommt d enthält sich alles Dinges: Jene also, daß sie eine vergäng⸗ auf daß — — Dinength sanden Sͤn achg Wich gth, er gußh I ung müssz galth Diundgh en Wh Ees mng Vn Sf ohchn um dis Zaglicet Sie, sie eglichet sie uu Ireited N wortth! ic t den ul ah nictks Retun Sen ditdz benlsh 1⸗0. Hl N „ a rdn lh Am Sonntage Sexagesimä. 21 liche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als auf das Ungewisse: Ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet. Sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolken gewesen, und sind alle durch das Meer gegangen, und sind alle unter Mosen getauft, mit der Wolke und dem neere; und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken; sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgte, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gokt keinen Wohl⸗ gefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Am Sonntage Serxagesimaͤ. Evangelium, Luc. 8, 4⸗15. Da nun vieles Volk bei einander war, und aus den Städten zu Jesu eilten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus zu säen seinen Samen, und indem er säete, fiel etliches an den Weg, und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrte es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf, und erstickten es. Und etliches fiel auf ein gutes Land, und es ging auf, und trug hundert⸗ fältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat, zu hören, der höre. Es fragten ihn aber seine Jünger, und sprachen: Was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist es gegeben zu wissen das Geheimniß des Reichs Gottes, den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber dies Gleichniß: Der Samen ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem 22 Am Sonntage Sexagesimä. Fels, sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und die haben nicht Wurzel, eine zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin, unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und ersticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Epistel, 2. Cor. 11, 19⸗33, und 12, 1⸗9. Lieben Brüder: ihr vertraget gern die Narren, dieweil ihr klug seyd. Ihr vertraget, so euch Jemand zu Knechten machet so euch Jemand schindet, so euch Jemand nimmt, so euch Jemand trotzet, so euch Jemand in das Angesicht streichet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach gewor⸗ den. Worauf nun Jemand kühn ist(ich rede in Thorheit), darauf bin ich auch kühn. Sie sind Ebräer; ich auch. Sie sind Israeliten; ich auch. Sie sind Abrahams Samen; ich auch. Sie sind Diener Christi(ich rede thöricht), ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnöthen gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche, weniger eins. Ich bin dreimal gestäupet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe(des Meers). Ich habe oft gereiset, ich bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den Städten, in Fährlichkeit in der Wüste, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Brüdern, in Müh und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße. Ohne was sich sonst zuträgt, nämlich daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinden. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott 1n M in Chigk⸗ Landpfle madher, Korbh v antranne sützez d harupger vot Rer 4a nicht, auchnid dritten! dem Nii Gott v mase von wil nichhe v rühmen die Pa Iemant hönrft. übetheb Sakan⸗ mich n Jh wit ge ö 2 18 Wun le ih Walla, diebth hinn lit, P I sth ichn 1 20 IN ig Slt Eig Hilacht Vyst huß Aihtich M n Sih en H Müh iiel N +I, Hind e fit W shun c nih Hiun. 0 Am Fastnacht⸗Sonntage. 23 und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, welcher sey gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damascus, der Landpfleger des Königs Areta verwahrte die Stadt der Da⸗ masker, und wollte mich greifen; und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nütze; doch will ich kommen auf die Gesichte und Offen— barungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren(ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich es nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht. Gott weiß es). Derselbe ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselben Menschen(ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es). Er ward entzückt in das Paradies, und hörte unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Da⸗ von will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheiten. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich, denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht Jemand mich höher achte, denn er an mir siehet oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe, dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Am Fastnacht⸗Sonntage, Esto mihi oder Guinquagesimaͤ genannt. Evangelium, Luc. 18, 31⸗43. Jesus nahm zu sich die Zwölfe, und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet 24 Am Fastnacht-Sonntage. werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet, und geschmähet und verspeiet werden. Und sie werden ihn geisseln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der Keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber hörte das Volk, das durchhin ging, forschte er, was — das wäre? Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazaret — 0 inge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn 9 Davids, erbarme dich meiner! Die aber vorne an gingen, bedroheten ihn, er solle schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Jesus aber stand stille und ließ ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, das ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sey sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend, und folgte ihm nach, und pries Gott, und alles Volk, das solches sahe, lobte Gott. Epistel, 1. Cor 13, 113. Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntniß, und hätte allen Glau— ben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir es nichts nütze. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, sie blähet sich nicht. Sie stellet sich nicht un— geberdig, sie suchet nicht das ihre, sie lässet sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht der Un⸗ gerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit; sie verträgt alls, sie; Dit Kbe sogn werd Grbumtmiß mduner! ne Volll ein Rind Ii Kild, Mahm wo gt Huc von Ang dammi abe Rußtaber die Liebe Diwo er hom ietig sucher t sprih, und syr vom 5 ttelte M n A H NIIMI N HI Aie NII HRWhe d XII e en Sitbest Samn nn Aibckt! e — I h 2 anh — Am 1. Sonntage in der Fasten. 25⁵ alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe hört nimmer auf, so doch die Weissagungen auf— hören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwverk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich es stückweise, dann aber werde ich es erkennen, gleichwie ich erkennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Am k. Sonntage in der Fasten, Invocavit genannt. Evangelium, Matth. 4, 1⸗11. Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er vom Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Ver— sucher trat zu ihm, und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete, und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brod allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du den Fuß nicht an einen Stein stößest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt, und ihre Herrlichkeit; und sprach 26 Am 1. Sonntage in der Fasten. zu ihm: dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm, und dienten ihm. Epistel, 2. Cor. 6, 1⸗10. Lieben Brüder, wir ermahnen euch, als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfanget, denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dit am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber Niemand irgend ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht ver⸗ lästert werde. Sondern in allen Dingen lasset uns beweisen, als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöthen, in Aengsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geiste, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtig— leit, zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte, als die Verführer und doch wahrhaftig, als die Unbekannten, und doch bekannt, als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtig⸗ ten, und doch nicht ertödtet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen, als die Nichts inne haben, und doch Alles haben Am L. Sonntage in der Fasten, Reminiscere genannt. Evangelium, Matth. 15, 21⸗28. Und Jesus ging aus von dannen, und entwich in die Gegend Tyrus und Sydon. Und siehe, ein Cananäisches Weib ging aus derselben Grenze, und schrie ihm nach, und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner; meine Tochter Rhild vom Vort D Hen: ß uthhttete iM v Ium abet, hif sit. daß sun die Hund Hünhhein falleh. 2 dein Glal Tochter! Winn. in dau K wie ht vͤllizer: gegehen! Villi und ii on die vyn! hoch vet it Rich bezeugt Unreinis Jau 6 gesch⸗ und dos prachn ish Ks X. Guth LDIEI ö—. 1 600 LIII Am 2. Sonntage in der Fasten. 27 wird vom Teufel übel geplagt. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und spra— chen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schaafen von dem Hause Israel. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein von den Brodsamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß, dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselben 55 Epistel, 1. Thess. 4, 1⸗ Weiter, lieben Brüder, bitten wir h⸗ und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein Jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen; und daß Niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeugt haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Am 3. Sonntage in der Fasten, Oculi geuannt. Evangelium, Luc. 11, 14⸗28. Jesus trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Aber Etliche unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den 28 Am 3. Sonntage in der Faulen. obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er vernahm aber ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich triebe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beel lzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter seyn. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Ge— wappneter seinen Pallast bewahret, so bleibt das Seine mit Frieden; wenn aber ein stärkerer über ihn kommt, und über⸗ windet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, suchet Ruhe und findet sie nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin; und wann er kommt, so findet er es mit Besemen gekehret und geschmückt. Dann gehet er hin und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst; und wenn sie hineinkom⸗ men, wohnen sie da, und wird hernach mit demselben Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der⸗Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Epistel, Epheser 5, 1⸗9. So seyd nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleich wie Christus uns hat geliebt, und sich selbst dargegeben für uns, zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Hure werhen, I Nur anku, 1 siset oethe Chrsst u vergpblid Zon O sehdluit Finten Vasdelt Geiftes Dine Tybhria darin, that. sich V Oi undssie Ii (Daß wasel hunder daß ei u ihn monss 110 Nsct Es v. bei s Ihhten ih Et un Diglch Spüste v SSatanh Aehns Vxebub.? c wen Richth austpl i starh as Seh nt, m darns it miti der ausfih und fih Huhren i n er le gssh Distet l e hit it W * sth,x istinnel eg er beib Hen Hh us W Oabe i abt Am 4. Sonntage in der Fasten. 29 alle Unreinigkeit, oder Geiz, lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet; auch schandbare Worte und Narrentheidungen, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer noch Unreiner, oder Geiziger (welcher ist ein Götzendiener), Erbe hat an dem Reiche Christi und Gottes. Laßt euch Niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser Willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seyd nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seyd ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Am 4. Sonntage in der Fasten, Laͤtare genannt. Evangelium, Joh. 6, 1⸗15. Danach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tyberias in Galiläa. Und es zog ihm vieles Volk nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf, und sieht, daß vieles Volk zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese essen? (Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte.) Philippus antwortete ihm: Zwei hundert Pfennige werth Brodes ist nicht genug unter sie, daß ein Jeglicher unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Si⸗ monis Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gersten⸗ Brode und zwei Fische, aber was ist das unter so Viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Orte. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, ———— e— 30 Am 4. Sonntage in der Fasten. dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; desselben gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie, und füllten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gersten-Broden, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen. sie: das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kom— men soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. Epistel, Galater 4, 21⸗31. Saget mir, die ihr unter dem Gesetz seyn wollt, habt ihr das Gesetz nicht gehöret? Denn es stehet geschrieben, daß Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freyen. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der Freyen, ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Arabien der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freye, die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: Sey fröhlich du Unfruchtbare, die du nicht gebierest; und brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind Isaaks, nach der Ver⸗ heißung Kinder. Aber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Schne; Schle nicht det Isis mich ril heit sag ist, det ihn sehd und syr ein San ich habe Ind ihr ist abet lich, ih den wir Ivden hast.9 uhse nicht s Abrahat E Ar ahuhz Tuch wn scth y igen und i üiseen hh at, sin e M ime 0chten, an 1⁰ wollt,! X. der I Her MW di Y meht LN i e F n, W dbekh. WM Dry Dl , d Na h N ., du la 3We 0 U nit 0 ö * 2 Am 5. Sonntage in der Fasten. 31 Sohne; denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohne der Freyen. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freyen. Am 5. Sonntage in der Fasten, Judica genannt. Evangelium, Joh. 8, 46⸗59. „Jesus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahr— heit sage, warum glaͤubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort? darum höret ihr nicht, denn ihr seyd nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und hast den Teufel? Jesus antwortete, ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahr— lich, ich sage euch, so Jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben, und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben? Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sey euer Gott, und kennet ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen, ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seyd. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sahe ihn, und freute sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht funfzig Jahre alt, und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich 32 Am sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus. Epistel, 1115. Christus aber ist gekommen, daß er sey ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, durch eine größere und vollkom— menere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Boöͤcke Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wan⸗ del, durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, Gewissen reinigen von den todten Werken, lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das ver⸗ heißene ewige Erbe empfangen. 6. Sonntage in der Fasten. Aber Jesus Hebr. 3, Am 6. Sonntage in der Fasten, Palmaͤrum genannt. van gelium, siehe am ersten Sonntage des Advents. Epistel, Philipp. 2, 5⸗II. Ein Jeglicher sey gesinnet, wie Jesus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich seyn; sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der Böcke Da hoben unser zu dienen dem Heugen 0 Erde, hekeanen Ohe Got Id u Wodale uf daß WA aufzing unb den dafin u WSb. d das Gt sthen, ensetzte nicht; er sis Stitte 8sin wind ir gespgt voh de angeks tetchef . Da Wil. P. Hoheh Wund 9 Oact sl 30 doul Siguh eing 0 dal get, i& Mu alen! F hat, Diehg Miti 5 0 An, W 35 ad , f * Ri In un H — 70 en gih Idbem H. Am heiligen Ostertage. 33 der über alle Namen ist: Daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel und auf der Erde, und unter der Erde sind; und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sey, zur Ehre Gottes, des Vaters. Am heiligen Ostertage. Evangelium, Marc. 16, 1⸗8 Und da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalens, und Maria Jacobi, und Salome, Speeerei, auf daß sie kämen und Jesum salbten. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbath sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Kleid an; und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht; ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, und sagt es seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe, denn es war sie Zittern und Entsetzen angekommen, und sagten Niemand nichts, denn sie fürch— teten sich. Epistel, 1. Cor. 5, 6⸗8. Euer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seyd, gleichwie ihr ungesäuert seyd. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns 3 34 Am zweiten Ostertage. geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und Wahrheit. Am zweiten Ostertage. Evangelium, Luc. 24, 13⸗35. Und siehe, zwei aus den Jüngern des Herrn gingen an demselben Tage in einen Flecken, der war von Je— rusalem sechszig Feld-Weges weit, deß Name heisset Emmahus. Und sie redeten mit einander von allen die⸗ sen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten, und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und seyd traurig? Da antwortete einer mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk. Wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten über⸗ antwortet haben zur Verdammniß des Todes und ge— kreuziget. Wir aber hoffeten, er solle Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, da solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, ha— ben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O, ihr Tho— ren und träges Herzens, zu glauben allem dem, das die Hrobhe iden, n M Shrifte Iumehen sch. dl IId sur dn, V eh, b ihnen e, M und er , her Vg r Lut 4½ u H eihh II Ziht! A45-E ILN NM UW Wrsrl Am zweiten Ostertage. 35 Propheten geredet haben; mußte nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellte sich, als wollte er weiter gehen. Und sie nöthigten ihn, und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend wer— den, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hin— ein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankte, brach es, und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen untereinander: Braͤnnte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselben Stunde, kehrten wieder gen Jerusalem, und fanden die Eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche spra— chen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simon erschienen. Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre, an dem, da er das Brod brach. Lection, Ap.⸗Gesch. 10, 34⸗41. Petrus aber that seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Joraels gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum, welcher ist ein Herr über Alles, die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte; wie Gott denselben Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umhergezogen ist, und hat wohl gethan, und gesund gemacht Alle, V. — —— 36 Am 1. Sonntage nach Ostern. die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen Alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet, und an ein Holz gehänget. Denselben hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn lassen offen⸗ bar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vor⸗ erwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. Am 1. Sonntage nach Ostern, Muasimodogeniti genannt. Evangelium, Joh. 20, 19⸗ 23. Am Abend aber desselben Sabbaths, da die Jünger versammelt, und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sey mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sey mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist. Welchen ihr die Sünde erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Epistel, 1. Joh. 5, 4⸗ 10. Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, oder der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist es, der da zeuget, daß Geist Wahr⸗ heit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist; und diese ri si du: N. dre anchn J Ver di Hugi I Keben Hitte Polf R d Meth schtet Ekem mich ih la ander dissel Dit t War er gi Den h. 1— Swehn so idie I Karen, mitth 6 70 Vseile erm m! he ih! 5 sm hen ih 1 1t dir A ibetooh I, dish. I Ct d Heist Hh i N Am 2. Sonntage nach Ostern. 37 drei sind Eins. Und drei sind, die da zeugen auf Er⸗ den: Der Geist, und das Wasser, und das Blut; und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer; denn Gottes Zeugniß ist das, daß er gezeuget hat von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Am 2. Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini genannt. Evangelium, Joh 10, 12⸗16. Ich bin ein guter Hirte: Ein guter Hirte lässet sein Leben für die Schaafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schaafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verlässet die Schaafe und fliehet; und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schaafe. Der Miethling aber liehet, denn er ist ein Miethling, und achtet der Schaafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, ich lasse mein Leben für die Schaafe. Und ich habe noch andere Schaafe, die sind nicht aus diesem Stalle. Und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Heerde und Ein Hirte werden. Epistel, 1. Petr. 2, 21⸗25. Denn dazu seyd ihr berufen, sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde er⸗ sunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seyd heil geworden. Denn ihr waret wie die und ich kenne den Vater und 38 Am 3. Sonntage nach Ostern. irrenden Schaafe; aber ihr seyd nun bekehret zu dem Hirten und Bischoff eurer Seelen. Am 3. Sonntage nach Ostern, Jubilate genannt. Evangelium, Joh. 16, 16⸗23. Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er saget zu uns: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er saget, über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen woll— ten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig seyFn, doch eure Traurig⸗ keit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebähret, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist gekommen, wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen; und an demselben Tage werdet ihr mich nichts fragen. Epistel, 1. Petr. 2, 11⸗20. Lieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrimme: Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten; und führet einen guten Wundel afthrrede und Ge wid. deg Her oder de Rache! Denn! veistopf diel Fre Dakel Thut 6 Ghtt. aller 0 Gllnde ist Gus das V ist das leidet? erdulde It sehen, ischen, Aunter er sah nicht nich Weie. W swissen Iiragen; Iuereintt Wetdh , so euch. At wid e dn e hre E ehah Am 4. Sonntage nach Ostern. 39 Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Uebelthätern, eure guten Werke sehen, und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seyd unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sey dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter, und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte seyd unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den Gütigen und Gelinden, sondern auch den Wunderlichen. Denn das ist Gnade, so Jemand um des Gewissens willen zu Gott das Uebel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthun willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Am 4. Sonntage nach Ostern, Cantate genannt. Evangelium, Joh. 16, 5-15. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und Niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Traurens geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbe kommt, der wird die Welt strafen, um die Sünde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr 40 Am 5. Sonntage nach Ostern. mich hinfort nicht sehet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnet es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbe wird mich verklären, denn von dem Meinen wird er es nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinen nehmen, und euch ver— kündigen. Epistel, Jac., I 21. Alle gute Gabe, und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und Fin— sterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sey schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab, alle Un— sauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Am 3. Sonntage nach Ostern, Rogate genannt. Evangelium, Joh. 16, 22⸗30. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sey. Solches habe ich zu euch durch Sprich⸗ *. Wolt gee durch Sp Heigus v dahe ver auch nicht flbs, lelet und Ic bin Můt; wi Sprechen hergus, du olle: wafd fr ausgegan Sida datpit ih ein Höte einom Y beschauet von Stu Wek abe heit, un Höer, seinhr T er diene sondern Rinkreu ist r: lu u, ‚ Zuktt Herh, Tpaß da, Mviel; En aber; wil scht dr! das uh verküh 4dem Allee, 780 ich nd euß ein II ab, 2e N,/ in M eure Tuh N Wabe bei h s uuh 13 Willig! een 6i 43 Iwelchl Am Fest der Himmelfahrt Christi. 41 wort geredet; es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An Len aas Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will. Dam er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen, und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt, und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagest kein Sprichwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich Je⸗ mand frage, darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Epistel, Jae. 1, 22⸗21. Seyd aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch nicht selbst betrüget. Denn so Jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist glei einem Manne, der sein leibliches Angesi icht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stund an davon, und vergißt, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gesetz der Frei— heit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig seyn in seiner That. So aber sich Jemand unter euch läßt dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführt sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der: Die Waisen und Witwen in bn Trübsal be⸗ suchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Am Fest der Himmelfahrt Christi. Evangelium,‚, Marc. 16, 14⸗20 Zuletzt, da die Eilfe zu Tische saßen, offenbarte sich der Herr, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens —————————————— ... ———————— 42 Am Fest der Himmelfahrt Christi. Härtigkeit, daß sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird ver⸗ dammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sitzet zur rechten Hand Gottes, Sie aber gingen aus, und predigten an allen Orten. Und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Lection, Ap.⸗Gesch. 1, 1⸗11. Die erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von allem dem, das Jesus anfing, beides, zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln(welche er hatte erwählt) durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte, welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte, durch man— cherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret(sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden, nicht lang nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gekommen waren, fragten ihn, und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Jorael! Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht orbehalten Geistes ny peldet mein Iidia und ud da er! Ind eine Be als sie ihn Fnden beii auch sagten: hier, undsch ist qufgeno ihn gesehen Cvar Wan ab sendes werd vom Bater werdc auc geween. 8 nicht ärger kommt aber er thle Ge sie euch da mich ekenn daß, 90 daß ich es vom un S˙ V Dinged ab denn die! Rastfrei un y Der h n M Ae er en AE W„ M W I EE . L int th uf e attt Seh , V Il de ie mYe hl A K Den Keil mitt IAUN H III 0 a Hel! ut., N Am 6. Sonntage nach Ostern. 43 vorbehalten hat; sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen seyn zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr hier, und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Am 6. Sonntage nach Ostern, Exaudi genannt. Evangelium, Joh. 15, 26⸗27 und 16, 1⸗4. Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seyd von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch vom Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Epistel, 1. Petr. 4, 8⸗11. So seyd nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seyd gastfrei untereinander, ohne Murmeln. Und dienet ein— ed.!·⸗ssssdütis⸗i c 4⁴ Am heiligen Pfingsttage. ander, ein Jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnades Gottes. So Jemand redet, daß er es rede, als Gottel Wort. So Jemand ein Amt hat, daß er es thue als aut dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde, durch Jesum Christum, welchem sey Ehre und Gewalt, von Ewigkeit zu Ewih⸗ keit. Amen. Am heiligen Pfingsttage. Evangelium, Joh. 14, 23⸗31. Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Wer mich liebetz der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihl lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, is nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt haf, Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch ge wesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbe wind es euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meines Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Wil giebt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lich so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehi zum Vater; denn der Vater ist größer, denn ich. Ud nun habe ich es euch gesagt, ehe denn es geschieht, af daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. I werde hinfort mehr nicht viel mit euch reden, denn e kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mil Aber, auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater lieht und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat. Stehl⸗ auf, und lasset uns von hinnen gehen. Wer aber mich nicht liebet, der hall h als de alle immüth Brausen vos Ind erfüllet⸗ he dan ihne nd er setzt wutden All zu ptedigen gab guszus wohisend, d Volk das geschahe, ka denn Les höt ledeth. Si und prache die da rede Iglither se und Reder, potamien, Asien, Phr Enden det! Juden und! sie mit un Sie isehte chen siner anders abe sud soll f 3 et enn Iherlhi g e, alt! thut aß EI um G 1 keit zu * ö t u d Y bet,, Aihr 4½ h bes 8Gest dh EPI a NIXI I5 chtt i er J ihr e: 1 cn ID eeden, K Vrüchth d En N V On hat.“ Aer lus Am zweiten Pfingsttage. 4⁵ Leetion, Apost.⸗Gesch. 2, 1⸗ 13. Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das nde Haus, da saßen. Und man sahe an ihnen die Zungen zertheilt, als wären sie feurig; und er setzte sich auf einen Jeglichen unter ihnen. Und wurden Alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu predigen mit andern Zungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden, zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschahe, kam die Menge zusammen, und wurden bestürzt, denn es hörte ein Jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber Alle, verwunderten sich und sprachen untereinander: Siehe, sind nicht diese Alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir dann ein Jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder, und Clamiter, und die wir wohnen in Meso⸗ potamien, und in Judäa und Cappadocien, Ponto und Asien, Phrygien und Pamphilien, Egypten und an den Enden der Lybien, bei Cyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Creter und Araber! wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber Alle, und wurden irre, und spra⸗ chen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Am zweiten wane 0 Evangelium, Joh. 3, 16⸗21. Jesus sprach zu Nicodemo: Alo hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen Wuet dert Sohn gab, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn 22222 —— S...... 46 nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, son⸗ dern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Ra— men des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist; und die Menschen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestrafet werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Lection, Apost.⸗Gesch. 10, 42⸗48. Der Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott, ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen Alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf Alle, die dem Worte zuhörten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro gekommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen werde. Denn sie hörten, daß sie mit Zungen redeten, und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser weh⸗ ren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn. Am Sonntage Trinitatis, oder, am Feste der heiligen Dreifaltigkeit. Evangelium, Joh. 3, 1⸗-15. Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mi Am Sonntage Trinitatis. wit vissen denn Niem sey denn 6 zu ihm:& daß Iemar Reich Got Wie kann Kand er a geboßen we ich age di aus dem B Gottes kon sst Aleisch, Geist. Laf haber Ihr bläseh, wo aber du we er fihtt. boren ist. Wie mag zu ihm:“ nichte Wal wir wissen, nehnett unse ich euch von ben, wenn i Und Mieman hernieder ge im Himmel! kehöͤhet hat den, auf de werden, son ö Velch e Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden. Da kam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meisten und Erkenn Am Sonntage Trinitatis. 47 wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen; denn Niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sey denn Gott mit ihm. Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß Jemand von Neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fährt. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist ge— boren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehn? Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glau⸗ ben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet wer— den, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Epistel, Röm. 11, 33⸗36. O welch eine Tiefe des Reichthums, beide der Weisheit und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine * Am 1. Sonntage nach Trinitatis. Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder, wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder, wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sey Ehre in Ewigkeit, Amen. Am 1. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 16, 19⸗31. Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brodsamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde, und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den En⸗ geln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in „ der Qual war, hob er seine Augen auf, und sahe Abra⸗ — ham von ferne, und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner, und sende Lazarum, daß er das Aeußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das Alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham piach zu M. l fe dun Mraham E8 gihge, H Hhren sien guch nicht Gett ists leibt in E vöͤllig beiz Tage des wir in di ö dein die W. Fuccht Hal völig in! md erst de und hasset! seißen Bur Gatt liebe wit von il nen Brude 4 Ef pm und lud L Stunde de denn es i einpndet ff habe ihn besehe H Urnn IHe Süh a samn 4die st t I hH E siun ölle HH sh inc ei H di XE. Uh: 6 I il V angd Wigafß inch E Dich, ö 195 Iu. e, 0 ·W 14. Am 2. Sonntage nach Trinitatis. 49 sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten; laß sie dieselben hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er aber sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auferstünde. Epi stel, 1. Joh. 4, 16⸗ 21. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, son⸗ dern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebt. So Jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch sei— nen Bruder liebe. Am 2. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 14, 16⸗24. Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lud Viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist Alles bereitet. Und sie fingen an Alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinausgehen, und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Dritte sprach: Ich habe ein Weib genom— men, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam, II 50 Am 3. Sonntage nach Trinitatis. und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Haus⸗ herr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe auz bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und fühn die Armen, und Krüppel, und Lahmen und Blinden herein, Und der Knecht sprach: Herr es ist geschehen, was du befohlen hast, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen, und an die Zäune, und nöthige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abend⸗ mahl schmecken wird. Ep istel, 1. Joh. 3, 13⸗18. 1 Verwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Well hasset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebt, der bleibt im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todtschläger; und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber Jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm! Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Am 3. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 15, 1⸗10. Es naheten aber zu Jesu allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichniß, und sprach: welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schaafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht + lasse die u nuß dem u. 90 gefundel Fruden. H den und Ma nit nir, di Loren wat. Hünmet ich neun und u Oder, Wel⸗ derreinen v daß Haus, Und wenn dinsen und mil, denn verpoten he vot den Er So deni dafer eut aufihn, wahet, d wie ein bti Den wide dieshlben! Dei Gott ewigen H die shr e tigel, gr Gosßket D qrum ist. Rich V Seuch in do 1 x hn .....Hee. ** . A „Eseinenl sset, Eer seh d d ih , Ul D s Woth und Am 4. Sonntage nach Trinitatis. 51 lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem verlornen, bis daß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so legt er es auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seinen Freun⸗ den und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaaf gefunden, das ver— loren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel seyn über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihren Freun⸗ dinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude seyn vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. Epistel, 1. Petr. 5, 6⸗11. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöre zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er sorget für euch. Seyd nüchtern und wachet, denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit, in Christo Jesu, derselbe wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräf⸗ tigen, gründen. Demselben sey Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Am 4. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 6, 36⸗42. Darum seyd barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Ver⸗ 2 Am 4. Sonntage nach Trinitatis. dammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Ver— An gebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch ge— geben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überflüßz siges Maas wird man in euren Schoos geben; denn Es bagab! eben mit dem Maas, da ihr mit messet, wird man euch zu hsren da wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag Wareth und auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden dbet waten sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht tat et in über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, bat hn, d so ist er volllommen. Was siehest du aber einen Splitter er sehte sic in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem als er hatt Auge wirst du nicht gewahr? Oder, wie kannst du sagenFahre auf zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter ihr einen 3 aus deinem Auge ziehen, und du siehest selbst nicht den ihm: Meist Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den nichte gefar Balken aus deinem Auge, und besiehe dann, daß du den ausosrfen. Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. große Men Epistel, Röm. 8, 1823.—91 Denn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlich⸗ beide 505 keit nicht werth sey, die an uns soll offenbaret werden. Denn Petrug sh das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offen⸗ Hem, geh barung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unter⸗ Denned worfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um die mt i deßwillen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn einandir g auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des und vergänglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder und Ni Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich num an wi mit uns, und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein zu Lande aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kind— schaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. Edihr derlich Bösem gen segne ihr der. *. dammi ird a K Und 0 ee oud iy eichniß; ö isen inge. sein! en derz berde Wauf diel ireatut. solh Ifaunz n D0 * it duf Iur sche 19 10 i des auch M Eong. Am 5. Sonntage nach Trinitatis. 53 Am 5. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 5, 1⸗11. Es begab sich aber, da sich das Volk zu Jesu drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am See Ge— nezareth und sahe zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Netze. Da trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führete. Und er setzte sich und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehört zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Netze aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schiffe waren, daß sie kämen, und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und fülleten beide Schiffe voll, also daß sie sunken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu zu den Knieen, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken angekommen, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit— einander gethan hatten, desselbigen gleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Zebedäi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgten ihm nach. Epistel, 1. Petr. 3, 8⸗15. Exdlich aber seyd allesammt gleich gesinnet, mitleidig, brü⸗ derlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern dage— gen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seyd, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will, und gute 5⁴4 Am 6. Sonntage nach Trinitatis. Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen, und thue Gutes: er suche Friede und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, die da Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seyd ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht, und er— schrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in eurem Herzen. Am 6. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 5, 20⸗26. Es sey denn eure 9 fewend besser, denn der Schrift⸗ gelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmel— reich kommen. Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Ge— richts schuldig seyn. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig. Wer aber zu seinem Bruder saget: Racha! der ist des Raths schuldig. Wer aber saget: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe: So laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sey willfährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir wahrlich: Du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Epistel, Röm. 6, 3⸗11. Wiset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christum getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? so sind wir gab un niit ihm gleichwie n schkeit Lben wand zu gle lachen syn. Dien ihm gekreuz wit hinfott der ist gete Christo ge eben werde erwekket, h ihn sicht h. det Sunde! lebetkt Got Sünde gest serm/ Herrt 4 3 der 36 essen, rief Mich jamm mir perhar ungegessen Wege vert nen. Sei Brop hier! sie, wie vi er gibot d r ahn sie sei sie Agten und er dan abersund u Weete ih i un Iti. 9— ö der Eh s Hin lten g sollw Wr nit W dl N he sthh icchen e dehR de RII ill Wihhm al 1˙7 dernch utvah 0 en ug kommh i h 1 Am 7. Sonntage nach Trinitatis. 55⁵ nun mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferweckt von den Todten, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzt werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich seyn. Dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm gekreuzizet ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Todten erwecket, hinfort nicht stirbet, der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn, daß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, zu einem mal, daß er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seyd, und lebet Gott in Christo Jesu, un— serm Herrn. Am 7. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Marc. 8, 1⸗9. Zu der Zeit, da vieles Volk da war, und hatte nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharrt und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn Etliche waren von ferne gekom⸗ men. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie, wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode, und dankte, und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselben vorlegten; und sie legten dem Volke vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankte und hieß dieselben auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt, und hoben die übrigen Brocken auf, 56 Am 8. Sonntage nach Trinitatis. sieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten, und er ließ sie von sich. Epistel, Röm. 6, 19⸗23. Ich muß menschlich davon reden, um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern: also begebet auch nun eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselben ist der Tod. Nun ihr aber seyd von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu unserm Herrn. Am 8§. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 7, 15⸗23. Sehet euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also, ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und in das Feuer geworfen. Darum, an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht Alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, in das Himmelreich kom— men; sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden Viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissaget; Heben wir Haben wil Dann wert erkint, W S0 sind u Flisch, da nach dem wosshr abe so werdet bet, die f kneßtischen ten müßt emhfangen. Desselbe 6 Gostes K wir auch Chlisti; mit. zur Ei var der ward Güfer un ihm. Wi deinem H Halshal Waß soll nin gun Ich weiß dem Amt nehmen. und spras schulbig? Deiden. t iht fi N der A M dͤl Eon der Ir eu ewige RNer diel Husemm dr Atis. 5. heten,! öabet f6 sie als , ohuf Baum alh 10 bringeh, unnga hingth, Etum,. sen niths me W Fen! e geheh Am 9. Sonntage nach Trinitatis. 57⁷ Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viel Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt, weichet alle von mir, ihr Uebelthäter. Epi stel, Röm. 8, 12⸗17. So sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes trei— bet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürch— ten müßtet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbe Geist giebt Zeugniß unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben, und Miterben Christi; so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Am 9. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 16, 1⸗9. Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter seyn. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir, graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich Eem will, wenn ich nun von dem Amte gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Oels. Und er sprach 58 Am 10. Sonntage nach Trinitatis. zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich, und schreibe flugs funfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreibe achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er klüglich gethan hätte. Denn die Kinder dieser Welt sind klüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlecht. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Epistel, 1. Cor. 10, 6⸗13. Das ist aber uns zum Vorbild geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht dd gleichwie jener Etliche worden, als geschrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch laßt uns nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie Etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener Etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Ver— derber. Solches alles widerfuhr ihnen zuun Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt kommen ist. Darum, wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten. Aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermoͤgen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Am 10. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 19, 41⸗48. Und al als er, der Herr Jesus, nahe hinzu kam, sahe er die Stadt an, und weinete über sie, und sprach: Wenn du es wüftest, o waß zu del Auhen! bete daß deie d eine Wagen ängsten, 10 andern laf darimnen d und fing a ten) und f ist Ein Bel Und er leh Schtistgele ihmnach, d thuf sollter Voan den nicht berhe und hinge wurdet. verfuͤchet, kann Jesu Geif. Es s sind ma manherle in hn Geistes zu den 1 gebe zu: einem An ir 6 Wdehn X W Eiss. schrehn Du ahz Maltet f I au Kinder ichts in t euch f Twenn i 18 Hütten 4 4— daß u 10 jene Te ener Vzte sich pielen. Ie unter 2i und zu icht h ITden wu Hleichmi Zurch da Hbilde,! iche dui! t dinth hl . Ve 2r VNen Nde ge atis. —. sahe 1 Wem Am 10. Sonntage nach Trinitatis. 59 wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ängsten, und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkennet hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauf— ten, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Vornehmsten im Volk, trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten, und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an, und hörete ihn. Epistel, 1. Cor. 12, 1⸗11. Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seyd gewesen, und hingegangen zu den stummen Götzen, wie ihr geführt wurdet. Darum thue ich euch kund, daß Niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und Niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket Alles in Allen. Ja einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Andern wird ge— geben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem Andern der Glaube, in demselbigen Geist; einem An⸗ dern die Gabe gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem Andern Wunder zu thun; einem Andern Weissagung; einem Andern Geister zu unterscheiden; einem Andern mancherlei Sprachen; einem Andern die Sprachen auszulegen. Dies 60 Am 11. Sonntage nach Trinitatis. aber Alles wirkt derselbige einige Geist, und theilt einem Jeglichen seines zu, nachdem er will. Am 11. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 18, 9⸗14. Der Herr sagte zu Etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die Andern, ein solches Gleich— niß: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu be— ten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Phari⸗ säer stand, und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Che— brecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel; sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sey mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Epistel, 1. Cor. 15, 1⸗10. Ich erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündigt habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet; durch welches ihr auch selig wer— det, welcher Gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sey für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sey, und daß er auferstanden sey am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, derer noch viele leben, Etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach Allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen + worden. E aledrichtk uß ich d Gottes G. niht v aibeitt, K Cnade, dit W Und da! Tyr und! Inter die d ihm Taul dih Hand a sofders, un ind rͤhrie und sprach alsbald th Zunge war solten es sieles ausb Und sprache er Hinend E solch Gatt. Mi derken, al ist von G nin derf des maßt lbe stahen tidt alqq dn gesiht M + Haßen, 1570 lchesg TLenpelj II. Dal te dit,! guchhtz! it zweih das ich deeine! seine c sagt ꝰ vor 5 Irget u het wih Tpangeli omm ucsch be, si onst 9 Ha, 11 sch fild ibeh sch der Ei nach. leht dalh Zeben, K — uz Den nah! Durt, N Am 12. Sonntage nach Trinitatis. 61 worden. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr ge— arbeitet, denn sie Alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Am 12. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium,‚, Marc. 7, 31⸗37. Und da der Herr Jesus wieder ausging von den Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehen Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk be— sonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und spützte, und rührte seine Zunge, und sahe auf gen Himmel, seufzete, und sprach zu ihm: Hephata! das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es Niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maaße, und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Epistel, 2. Cor. 3, 4⸗9. Ein solches Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selbst, etwas zu denken, als von uns selbst, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott; welcher uns aneh tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, son⸗ dern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buch— staben tödtet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also, daß die Kinder Israels nicht konnten ansehen das An— gesicht Mosis, um der Klarheit willen seines Angesichts, 6² Am 13. Sonntage nach Trinitatis. die doch aufhörte. Wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß predigt, Klarheit hat, vielmehr hat des Amt, das die Gerechtigkeit predigt, überschwengliche Klarheit. Am 13. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 10, 23⸗37. Jesus wandte sich zu seinen Jüngern, und sprach insonder— heit: Selig sind die die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht gesehen; und hören, was ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn, und 10. Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe! Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liesest du? Er antwortete, und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Gemüthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus, und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus, und schlugen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog, und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselben gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte, und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete, und kam dahin, und da er ihn sahe, jammerte ihn seiner, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß darein Oel und Wein, und hob ihn auf sein Thier, und führete ihn in die Herberge, und pflegte seiner. Des andern Tages reisete er, und zog heraus zwei Groschen, und gab sie dem Wirthe, und sprach zu ihm: Pflege seiner, und so du was mehr wirst dulhun, Becher T. ö wesen Du die Im: So EebeEi innn ö siätigt is, hehug hicht, du inen, du ber dave stauf Ch Hollte dlune Rerhunder Nurch dad Verheißun eßung f Ruu komt hun die n Hgch, sicht eine denn dos Penn 00 Rachen, Pr de Nuß die sism 255 Un 8 mitten d Mukt k „ Waanzet I IIU AV.. 6 H½%su sut H undst 3 todthA er M EN diee! aball, WE ihl. ö gl süh 5 Taglll den W 3s mehlh 3— — — —.——.—— 2— GR ——L————⏑ü—— Am 14. Sonntage nach Trinitatis. 63 darthun, will ich dir es bezahlen, wenn ich wiederkomme. „Welcher dünkt dich, der unter diesen dreien der Nächste sey gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. Epistel, Gal. 3, 1522. Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: Ver⸗ achtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es be— stätigt ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Ver⸗ heißung Abraham und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Samen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: das Testament, das von Gott zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durch das Gesetz aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahre nachher. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott aber hat es Abraham durch Ver⸗ heißung frei geschenket. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellt von den Engeln, durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißung? Das sey ferne. Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetz. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Am 14. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 17, 11⸗19. Und es begab sich, da Jesus reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samaria und Galiläa. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die —— 22———— ͥIIR ⁰έ— „Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, ö 6⁴ Am 15. Sonntage nach Trinitatis. standen von ferne und erhoben ihre Stimme, und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er si sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er gesunge worden war, kehrete er um, und pries Gott mit lauter Stimme, und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankte ihm, und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden! Wer sind aber die neune? Hat sich sonst keiner gefunden, der wioder umkehrete, und gäbe Gott die Ehre, denn diesers dein Glaube hat dir geholfen. Epistel, Gal. 5, 16⸗24.* ** Lieben Brüder, wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüstes des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstets wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet.“ Regieret euch aber der Geist, so seyd ihr nicht unter dem Gesetze. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwie⸗ tracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und der⸗ gleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sages noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanft⸗ muth, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christum angehören, die kreuzigen ihr Fleisch, sammt den Lüsten und Begierden. Am 15. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 6, 24⸗34. ä Niemand kann zweien Herren dienen, entweder er wird einen hassen, und den andern lieben, oder wird einem anhangen, Ind den Ind dem luer Lebe zuten Le meht, d Rleidung sien nicht Jen, un hr denn einet Lä Orget? ie Lilie licht, a Salomo ist, alo vun Fedd ben uch thu tzen u II trint am all hater w. sten na cht füt ird für Ichlicher — V Oo wir andeln. eihander d, so e sofhelft ihr geit N 2 sugel N ast 5 AR I wunn. AA miaf AI Run I 94 220 ö 0 AIIII 3uss Il ‚ 7 *+ funda V de H8e„ Osr die ich ge didsselg iht w it Untet! ITes all 181 119 Jank, 36 21 Ild de l, 1 0 ö Bibe, S t. W i sal Am 15. Sonntage nach Trinitatis. 65⁵ und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen, und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an; sie säen nicht, sie erndten nicht, sie sammeln nicht in die Scheu— nen, und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seyd ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben Eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird; sollte er das nicht vielmehr euch thun? O ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach sol— chem allen trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes, und nach seiner Gerech— tigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Epistel, Gal. 5, 25 u. 6, 1⸗ 10. So wir im Geiste leben, so laßt uns auch im Geiste wandeln. Laßt uns nicht eitler Ehre geizig seyn unter einander(uns) zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brü— der, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftm Ibi de Geist, die ihr geistlich seyd. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht 0 66 Am 16. Sonntage nach Trinitatis. auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich Jemand läßt dünken, er sey etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein Jeglicher aber prüfe sein selbst Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein Jeglicher wird seine eigene Last tra— gen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er erndten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben erndten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben erndten. Laßt uns aber Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch erndten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an den Glaubensgenossen. Am 16. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 7, 11⸗77. Und es begab sich darnach, daß Jesus in eine Stadt mit Namen Nain ging, und seiner Jünger gingen viel mit ihm, und vieles Volk. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe, und vieles Volk aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselben, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührte den Sarg an, und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf. Und der Todte richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an, und priesen Gott, und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land, und in alle umliegende Länder. — — XIXII Leben? un meine bie Chte Hater un Alles, v I euch K fark zu r shen, u eurem He det zu we Ren, wel ud die§ lser is, dlertei E Tann übe Fraft, d die in 6 Guigkeit Un 8 sten der und sie h ihn, de sigte zu Ned au an till. Hehen.] Untet eu und er ni siekonnt Aberk e Lus deh7 Sahrd 4% sich N3d voh a 3 Gaf m W. „ pov V˙ Pdettl E „ Ein An ben Wsich Am 17. Sonntage nach Trinitatis. 67 Epi stel, Ephes. 3, 13⸗21. Lieben Brüder, darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsal willen, die ich für euch leide, welche euch eine Chre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über Alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Men— schen, und Christum, zu wohnen durch den Glaͤuben in eurem Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegrün⸗ det zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heili— gen, welches da sey die Breite, und die Länge, und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben, viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllt werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwänglich thun kann über Alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sey Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Am 17. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luec. 14, 1⸗11. Und es begab sich, daß Jesus kam in ein Haus eines Ober⸗ sten der Pharisäer, auf einen Sabbath, das Brod zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern, und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwie— gen stille. Und er griff ihn an, und heilte ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete, und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn heraus zieht am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte 5* 68 Am 18. Sonntage nach Trinitatis. aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sey; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müssest dann mit Schaam unten an sitzen. Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin, und setze dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf; dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Epistel, Ephes. 4, 1⸗6. So ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie es sich gebühret eurem Beruf, darin ihr berufen seyd, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget Einer den Andern in der Liebe, und seyd fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Frie— dens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seyd auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater(unser) Aller, der da ist über euch Alle, und durch euch Alle, und in euch Allen. Am 18. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 22, 34⸗46. Da aber die Pharisäer hörten, daß Jesus den Sadducäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und Einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüthe. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben lls dich Hesez u baren, Ihristo rach z Hem? Sehe di um Sch Remet, ain Bor Jage ar ⁰ u Hottes ucch ihr i aller aach kräf o irgen Isets H in bid a Hem J Herufen Isers kta herüber: Wihme Run Jas Rn. S Rben. Hish —4 VIte, WI . Wan 4 dich Ju, vop hn g6 istdmn aden 7 — * —. = = enh Vii enn 13 hetl ‚ ermh, 4 di Hit Gl. 4½ sepoft D fül Ssen schlz t ihnn IEI is. — ö dl nd Iind s Oeh“Y n n gul bbot. ö ö Isn M., Am 19. Sonntage nach Trinitatis. 69 als dich selbst. In diesen zwei Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus, und sprach: Wie dünkt euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn? da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße! So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epistel, 1. Cor. 1, 4⸗9. Ich danke meinem Gott allezeit eurenthalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seyd durch ihn in allen Stücken reich gemacht an aller Lehre, und in aller Erkenntniß, wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig geworden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt, an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi. Welcher auch euch wird fest behal— ten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seyd auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seyd zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Am 19. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 9, 1⸗8. Da trat er, der Herr Jesus, in das Schiff, und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sahe, sprach er zu dem Gichtbrüchi— gen: Sey getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir ver— geben. Und siehe, Etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Ge— — 7 70 Am 20. Sonntage nach Trinitatis. danken sahe, sprach er: Warum denket ihr so arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sün⸗ den vergeben, oder zu sagen: Stehe auf, und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gicht- brüchigen: Stehe auf, hebe dein Bette auf, und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sahe, ver⸗ wunderte es sich, und preisete Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Epistel, Ephes. 4, 22⸗28. So leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaf— fener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir untereinander Glieder sind. Zürnet und sündiget nicht, lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Am 20. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 22, 2⸗14. Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte. Und sandte seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit rufeten, und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen, siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit, kommt zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Handthierung. Etliche aber griffen seinejKnechte, höhneten und tödteten sie. 2. das ere al Stadt i wat Rhet hi fudet. Hachten Ache v Vhsch hochet u heni er aber Hindet Finsten Denn nl — Cossch Iuweise ziit, de hudetn Ich nid ondern Walmer nd spi ellazeit Herm! der Fu Ud naum. 10 gin ö ö Din U ö e NAI OEihtih. Se W II aath dch In %Vgichth üh + lih im A silh 30f½ E bil . eng ketkast. Am 21. Sonntage nach Trinitatis. 71 Da das der Köͤnig hörete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste warens nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zusammen, wen sie fanden, böse und gute, und die Tissche wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sahe allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du hereingekommen und hast doch kein hochzeitlich Kleid an: Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird seyn Heulen und Zähnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Epistel, Ephes. 5, 15=21. — So sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sey des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes. Und redet untereinander von Pfalmen und Lobgesängen, und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen. Und saget Dank allezeit für alles, Gott und dem Vater in dem Namen unseres Herrn Jesu Christi. Und seyd unter einander unterthan in der Furcht Gottes. Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Joh. 4, 47⸗54. Und es war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu Caper⸗ naum. Dieser hörte, daß Jesus kam aus Judäg in Galiläa, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab käme, und 72 Am 21. Sonntage nach Trinitatis. hülfe seinem Sohne; denn er war todtkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläa kam. Epistel, Ephes. 6, 10⸗17. Zuletzt, meine Brüder, seyd stark in dem Herrn, und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, son— dern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deßwillen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tag Wider⸗ stand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit; und an Beinen gestiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seyd. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr aus— löschen könnet alle feurige Pfeile des Bösewichts und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. * Da o snechten ihm einer et es ll ihn, sein Whgahler. shrach: ahlen. ihn los, sllhige K War ihm hürgete hit. Da Habe G cber nich 118 daße Hlechte so btachten ordertt lacht, Htest, f. Mltkueh Hem we daß! such mei hon eure Iũ da lllezit as Ge gelio U Pubers Whinabh. I sprlh Stunh pnch VIda in Wil Haie ichen,) n. 3e ud otteh l Wes Lal ipfer, F. I e, Mih L ld behh Mahchl 2 licd inge In iht Ws nd uche 45, W Am 22. Sonntage nach Trinitatis. Am 22. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 18, 23⸗35. Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen, ihn, sein Weib und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles be— zahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging der— selbige Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an, und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin, und warf ihn in das Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mit— knechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schalks-— knecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezaͤhlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren Herzen, ein Jeglicher seinem Bruder seine Fehler. Epistel, Phil. 1, 311. Ich danke meinem Gott, so oft ich eurer gedenke(welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch Alle, und thue das Gebet mit Freuden), über eurer Gemeinschaft am Evan— gelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselben in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen das gute Werk, der 74 Am 24. Sonntage nach Trinitatis. wird es auch vollführen, bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch Allen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr Alle mit mir der Gnade theilhaftig seyd. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch Allen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung; daß ihr prüfen möget, was das Beste sey, auf daß ihr seyd lauter und unanstößig, bis auf den Tag Christi, erfüllet mit 1 der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum ges 425973 in euch), zur Ehre und Lobe Gottes. Am 23. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 22, 15⸗22. Da gingen die Pharisäer hin, und hielten einen Rath, wie sie Jesum fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, sammt Herodes Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach Niemand, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünkt dich: Ist es recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn und gingen davon. Epistel, Phil. 3, 17⸗21. Folget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wan⸗ deln, wie ihr uns habet zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ichs auch nit Mei N Verd Ihre zu. Pandel Heiland ib ver Heihe,ue Rterthä Da I duer, m sschtg ssidd se! nd sein hin Alides r sein Wu u Rrin Gl Nerselhe sshe die ihnen: shlät hen war ständ da Ohe ga Dahn haben, ihr 10 lich den 47 Arif. M.. Illerhh Isem muhz altbolteg lz euch I nd d einah It, wud. biu iit,de. Ee und . 6. ath, heh LI LUHU II L 90 E nun e ahn d lse! — IWuldd Am 24. Sonntage nach Trinitatis. 75 mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Am 24. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth 9, 18⸗26. Da Jesus solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben, aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahr den Blutgang gehabt, trat'von hinten zu ihm, und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um, und sahe sie, und sprach: Sey getrost meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselben Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sahe die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrie— ben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dassel⸗ bige ganze Land. Epistel, Coloss. 1, 9⸗14. Derhalben auch wir, von dem Tage an, da wir es gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seines Willens, in aller⸗ lei geistlicher Weisheit und Verstand; daß ihr wandelt würdig⸗ lich dem Herrn zu allem gefallen, und fruchtbar seyd in allen 76 Am 25. Sonntage nach Trinitatis. guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Und dank— saget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheile der Heiligen im Licht. Welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes. An welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Am 25. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 24, 15⸗28. Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehet an der heiligen Stätte(wer das lieset, der merke darauf!). Alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf.dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine große Trübsal seyn, als nicht gewesen ist, von Anfang der Welt bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann Jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, so sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werde in den Irrthum(wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste; so gehet nicht hinaus. Siehe, er ist in der Kammer; so glaubet es nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Nieder— gang, also wird auch seyn die Zukunft des Menschen Sohns. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Por Nnen, Andern Rsus g Ments n wir nd übe Lorkom anen d Pofaun Zodten Ne wir Ingerü st, un dach uu Wan lichkit! Rem St Rersamn sleich dl pird di Rnken. Ind ihr! ich bes Rkonm . 15 Gottthn erliche den. Umdz dem bch Rt hat 0 hbt in daz an die rl 1 Sündg.“ Jitatis. 4 . Ter Verbish! l, daß ef. Oherke dam Wande ist“ rr, etwaz Oeist, Nl I Schun re Flucht 8 wirdalchs onufn Und pos Lisch slig,d. erkürgt.! Eer isthit berdenfsh goße 30 Inthugt She. ich hol shar 46. SiH u glahn 25 Jun M ichen El * ller V Am 26. Sonntage nach Trinitatis. 77 Epistel, 1. Thess. 4, 13⸗18. Wir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seyd, wie die Andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sa⸗ gen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Himmel; und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerücket werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn seyn allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Am 26. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 25, 31⸗46. Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herr— lichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit; und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seyd zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten, und 78 Am 26. Sonntage nach Trinitatis. fragen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? Oder durstig, und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen, und beherberget? Oder naͤckt, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten, und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Ver⸗ fluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten, und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackt, oder krank, oder gefangen, und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten, und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. Epistel, 2. Thess. 1, 3⸗10. Wir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist, denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch Allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns euer rühmen unter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen und Trübsalen, die ihr duldet; welches anzeigt, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes, über welchem ihr auch leidet; nachdem es recht ist bei Gott, zu ver⸗ gelten Trübsal denen, die euch Trübsal anlegen. Euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wann nun der Herr Jesus ird of Ktast, v nicht er gelio u das eibt pon sein hertlich llen E Siehe Libe Lommen deln, u Denn, 8 von ollenf dazu di Gottes selbige setzund! 30 Fe dammn Perhalt hausend vetzieh dun, Nenan lehre. det N Krache die hrd ö eshg, N ahh Pehakagh unh Nemen Dahtühh. Mren m In ih Tir, il Taflo. ( habtux. NWrhis r Rültul r hati Wen, Ius Nanth E E RI Dich ge erme riden H e, 0 E Runun 13 Got tes 7 Am 27. Sonntage nach Trinitatis. 79 wird offenbaret werden vom Himmel, sammt den Engeln seiner Krast, und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evan⸗ gelio unsers Herrn Jesu Christi; welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Angesicht des Herrn, und von seiner herrlichen Macht: wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen und wunderbar mit allen Gläubigen. Am 27. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 17, 1⸗9. Siehe oben am 6. Sonntage nach der Erscheinung Christi Epistel, 2. Petr. 3, 3⸗13. Lieben Brüder: wisset das aufs Erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wan⸗ deln, und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn, nachdem die Väter entschlafen sind, bleibet Alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber Muthwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war; dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gottes Wort; dennoch ward zu der Zeit die Welt durch die— selbigen mit der Sündfluth verderbet. Also auch der Himmel jetzund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und Ver⸗ dammniß der gottlosen Menschen. Eins aber sey euch un⸗ verhalten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor dem Herrn ist, wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie Ein Tag. Der Herr verziehet nicht die Verheißung, wie es Etliche für einen Verzug achten; sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß Jemand verloren werde, sondern daß sich Jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hitze zerschmelzen, und die Erde, und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. 2————————— 9 SISISIISIIIt.....tst=........ SSSSIII — 80 Am Tage Mariä Reinigung. So nun das Alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt seyn mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in wel— chem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden? Wir warten aber eines neuen Himmels, und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Am Tage Mariaͤ Reinigung. Evangelium, Luc. 2, 22⸗32. Und da die Tage ihrer Reinigung, nach dem Gesetz Mosis kamen, brachten sie das Kind Jesu gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstellten dem Herrn.(Wie denn geschrieben steht in dem Gesetz des Herrn: Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiligt heißen;) Und daß sie gäben das Opfer, nach dem gesagt ist in dem Gesetz des Herrn: Ein Paar Turteltauben, oder zwei junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon, und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geiste, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. Und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten, wie man pfleget nach dem Gesetz; da nahm er ihn auf seine Arme, und lobte Gott, und sprach: Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Israel. Lection, Meleach. 3, 1⸗4. Siehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel dek Hers, behehrt.e wird aber wird bie Feuer eine Ef wird f wird die K Silber; d in Gerech Speisopfe laßgen J. Uod im s von Gott einet Jung Isseph, v Und der E du Holdsel Wiibern. und gedah zu ihr. F. gefunden. einen Soh wifd groß, Gatt der: geben, unt ewiglic, he M ich von kri dem g WWesen,. Herrn, Clong er eingz erhaüßw 21 Gash m, aush 1 stcht Sum ahh in,) em f unge uen S ffütcht Ae Galt ndeng + Wenn zut Een ded i pfleg bhhl er in haben! llen M X Ois — 4 mit 6 —— +. Jisud inem. Am Tage der Verkündigung Mariä. 81 der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, deß ihr begehrt. Siehe, er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wann er wird erscheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmiedes, und wie die Seife der Wäscher. Er wird sitzen und schmelzen, und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levi's reinigen und läutern, wie Gold und Silber; dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit. Und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Juda's und Jerusalems, wie vorhin und vor langen Jahren. Am Tage der Verkuͤndigung Maria. Evangelium, Luc. 1, 26⸗38. Und im sechsten Monden war der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause Davids, und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein, und sprach: Gegrüßet seyst du Holdselige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeyte unter den Weibern. Da sie ihn aber sahe, erschrack sie über seine Rede, und gedachte, welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe, und einen Sohn gebären, deß Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß, und ein Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Stuhl seines Vaters Davids geben; und er wird ein König seyn über das Haus Jacobs ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende seyn. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehn? Sintemal ich von keinem Manne weiß. Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt 6 *.———— 82 Am Tage der Verkündigung Mariä. werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundete, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und gehet jetzt im sechsten Monden, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sey. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr. Leetion, Jes. 7, 10⸗ 16. Und der Herr redete abermal zu Ahas, und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott; es sey unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Aber Ahas sprach: Ich will es nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause Davids, ist es euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum, so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse Böses zu verwerfen, und Gutes zu erwählen. Denn ehe der Knabe lernet Böses verwerfen und Gutes erwählen, wird das Land, davor dir grauet, verlassen seyn von seinen zween Königen. —p— ist aud gebei jest Infruchtbor laria aber 13ten in der : Schm id er 10 geſchebe, ibr. Da sprad es euch felbft und w öfe verwerfen, nd net Bol 31 davor h H IT J 2 150 Lud 28 I foun 1.900 Vaters Gelunging nu. halt anne den gröger sig nach der Wandſtäder Ingebrit 15 Oktober lisbeth ist ungel& von Sugden hinghenzellen wieder fand 1905 hund Mähl von Märche H find 219 tms Obtolar Jun mit Merichen fart gegarn 1906 2 Tejangbuch. den 0 cm 1 Blue White 6 2 3 Cyan Grey 1 4 8 5 6 L Yellow Grey 3 7 8 Colour& Grey Control Chart Green Grey 2 9 Red Grey 4 9 10 Magenta Black 11 S 12 Danes Picta 1 hamed