——— ν /)—9—9——9— 1** **+ 14***** SS— 2 aaaaaaald 14 082 077 bendmaͤhl. V — Das h eilige uuναu H VVVVVI V V. Lassel, 1889. — — — — * — 2 4 * — — — 233 8 2 2— — —3 V — 0 — — — 2 — — Evangelisches KUirchengesangbuch für den Konsistorialbezirk Cassel. Herausgegeben vom Königlichen Konsistorium zu Cassel unter Mitwirkung des Gesamt⸗Synodal-Ausschusses. Cassel, 1889. Hof⸗ und Waisenhaus-Buchdruckerei. som Hemeit Pfarte — ö ö — Il entt 29 Hana Formular der sonntäglichen Altarliturgie. Gemeinde: Komm, heiliger Geist ꝛc. Pfarrer: Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Geistes! Amen. Oder: Unnsere Hilfe steht im Mamen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht n Amen.“ Geliebte im Herrn! Demittigt euch vor Gott, bekennt euere Sünde und 23 um V dle bte im Namen des Herrn Jesu Christi. Laßt uns also beten: O himmlischer Vater, ewiger und bamuhnzier Gott, wir arme Sünder erscheinen vor deiner gött— lichen Majestät und bekennen, wie die Wahrheit ist, daß wir nicht allein empfangen und geboren sind in aller Bosheit und Verderbnis und daher geneigt zu allem Bösen, aber unütz zu einigem Guten, auch, daß wir mit unserem sündlichen Leben noch ohne Unterlaß deine heiligen Gebote übertreten, dadurch wir deinen Zorn wider uns reizen und nach denen gerechten Urteil auf uns laden zeitliche und id Strafen. Aber, o Herr, wir tragen Reu' und Leid, daß wir dich erzürnt haben, wir verklagen selbst uns und unsere Laster und bitten von Grund unserer Herzen, daß deine Gnade zu Hilfe komme unserem Elend und Jammer. Du wollest dich deshalb, o allergütigster Gott und Vater, über uns erbarmen und uns verzeihen alle unsere Sünden um des teuren und Sterbens willen Jesu Christi, deines Sohnes! Amen. *An Festtagen oder in festlichen Zeiten ist dem Introitus noch ein Ae Bibelspruch hinzuzufügen. In den unierten Gemeinden des ehemaligen Konsistorialbezirks H auan werden die e Stücke aus den Gebeten pag. 3 u. 4, bezw. pag. 71 u. 72 sowie 74 der Agende verlesen. Gemeinde: .—— 4*—.—.— .—————3663 Herr, er-barm' dich un- ser! Christe, er⸗barm' dich ————.———— *5—— ET——— 6— IUIUIFIFIIII..———.—. ——....——— —*—— 5—— un ⸗ ser! Herr, er ⸗ boarm dich un ⸗ ser! Pfarrer: Hört hierauf den Trost des Evangeliums von der Vergebung der Sünden. So spricht der Herr zu jeder bußfertigen und gläubigen Seele: Sei getrost, deine Sünden sind dir vergeben! Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen. O du treuer, gnadenreicher Gott, wir sagen dir Dank für das Werk deiner Erlösung und lob— singen dir mit den himmlischen Heerscharen: Ehre sei Gott in der Höhe! Gemeinde(oder Chor allein): 2——.——— —.—— ————— „ 8*—— Eh-re sei Gott in der Hö-he und Frie-de auf 72—————— 4. — +————.—— E — 2. ů——— 22.—1— Er ⸗den und den Menschen ein Wohl-ge- fal-len! 1 I A⸗men, A⸗men, A⸗ men. Pfarrer: Laßt uns beten! O himmlischer Vater, da wir in deinem Namen jetzt versammelt sind, dein Wort zu lernen und unsere Not dir vorzutragen, so wollest du uns beiwohnen mit der Gnade deines heiligen Geistes, daß wir dein Wort andächtig und heilsam hören, in einem feinen guten Herzen bewahren, vielfältige und dir wohl⸗ gefällige Früchte bringen und unser Gebet auch also zu Ma Mi ad Ic Hemein 6.— Pfarre he Gemein + — — 5von err zu hetrost, wohl Gnade meines sagen d lob⸗ Chre Namen unsere vohnen ir dein feinen wohl⸗ also zu m dir verrichten, daß wir von dir erhört, mit deiner mächtigen Hilfe erfreut und verursacht werden, dir mit fröhlichem Herzen zu danken. Ach Herr, höre! ach Herr, sei gnädig! ach Herr, merke auf und thue es um dein selbst und um deines allerliebsten Sohnes Jesu Christi willen! Amen. Gemeinde: . +— I———— i———2 ——— ́ᷓ A⸗men, A⸗men, A⸗ men. Pfarrer: Hört nun mit Andacht Gottes Wort in unserem heutigen Evangelium(in unserer heutigen Epistel) Der Geistliche verliest diesen Schriftabschnitt und spricht: Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren! Gemeinde: Hal-le ——— ——— ———— lu Pfarrer: Laßt uns unseren christlichen Glauben bekennen: Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Und an Jesum Christum, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten hat unter Pontio Pilato, gekreuzigt ist, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzet zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige, allgemeine, christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Gemeinde(oder Chor allein) entweder: 4 —=——— +—— 9——————*———— Eh⸗re sei dem Va⸗-ter und dem Soh⸗ͤne SS und dem hei li- gen Gei-ste, wie es war im 2——1— ,— 3—— — S———— An-⸗fang, jetzt und im⸗mer-dar und von E-wig⸗ e,.————————— i—.S..... keit zu E-wig⸗keit. A men. oder Gemeinde: Dir, Gott den Erd' und Himmel preif st, dir, Va⸗ter, keit, 32— Lob und Preis in C⸗ wig⸗ keit Drack und Verlag des resormierten Waisenhauses zu Cassel. —.— — Ne — JIuhalt. A. Lieder zum Anfang und Schluß des Gottesdienstes Nr. 114 B. Lieder für die Festzeiten des Kirchenjahres 15—139 L Advert m 2 II. Weihnachten S Wemahr 44— 52 Cpiphanias e 53— 56 Passionszeiitt 7.— 81 82—104 imefahrt ũ 105—117 VII Psingt,e 118—130 1 Drinitatt' ene us 135—139 C. Lieder von der ehristlichen Kirche.. ⸗140—169 . Bitte und Srost der Kirceeee 140—156 H Au⸗breitung der Kirche 157—165 III. Kirchweihe und Einführung von Pfarreerrn⸗ 166—169 D. Lieder von den Gnadenmitteln.170—201 Dort Söttes 170—175 H. Taufe und Konfirmationn r5 176—185 20 Ii. Abendmahl 186—201 Lieder von den Gaben und Wirkungen des heiligen Geistes Buße und Bekehrung „Glaube und Rechtfertigung „Heiligung 1. Wandel im Licht 2. Liebe zu Jesu 3. Vertrauen auf Gott A. Gebetslieder a. Bitte b. Lob und Dank c. Lieder für besondere Zeiten und Stande Morgenlieder 2. Tischlieder 3. Abendlieder 4 Ehe und Hausstand 5. Obrigleit* 6. Landesnot, Krieg und Friede Wetter und Ernte B. Kreuz- und Trostlieder. — —1 Lieder von den letzten Dingen J. Sterben und Begräbnis II. Zukunft Christi, Wi. oar und ewiges Leben Anhang geistlicher Lieder. Gebete Verzeichnis der Cwangelien und Cpisteln Verzeichnis der Liederdichter Verzeichnis der Lieder Nr. 202—418 202—225 226—243 244—418 244—266 267—287 288—418 8—372 288295 299— 318 2 319—372 :319-333 6⁴ 334—337 38—352 353.—361 362—365 :366-369 2 370—372 :2373—418 — 419—464 w„419—451 w»à52—464 w»265—507 eite. 33ʃ 365 367 275 2 3⁰ 1 K. deiner G zünd in ih göttlichen Mannigfa die Völke vetsammel des Gla Halleluja! Mal.: 2. und in treten. Alles 0 innigst vo ihn kennt hlagt di 5 2 2. Got die Chern göückt 0 Heligf al ler En 9 wum uch wir burgen ö M 202—418 22—2²⁵ 226—24ʃ3 241—418 2⁴⁴—266 201—7 288—418 —. Ve 288—37² 98—35² 953—301 362—36⁵ 366—369 370-3⁷² 373—418 419—44 4¹9—4⁵¹ 4⁵² 464 465—⁵⁰⁷ 331 365 36⁷ 37⁵ Eigene Melodie. 1* Gomm, heiliger Geist, 1. K erfüll die Herzen deiner Gläubigen und ent⸗ zünd in ihnen das Feur deiner M Liebe, der du durch Nannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast in Einigkeit des Glaubens. Halleluja! Halleluja!(Halleluja!) Alte Kirche. Mel.: Wunderbarer König. * ott ist gegenwärtig! 2. G lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nieder, gebt ö das Herz ihm wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen. Heilig! heilig! heilig! singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer bringen. A. Lieder zum Anfang und Schluß des Gottesdienstes. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, aller Erdenlust und Freuden; da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegen⸗ wärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu ge⸗ fallen, liebster Gott, in allem. 5. Du durchdringest alles; laß dein schönes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. 6. Mache mich voll Einfalt, innig abgeschieden, sanfte und in stillem Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag im Geist und Wahrheit, laß mein Herz überwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben! Anmerkung. Die mit» bezeichneten Lieder finden sich in dem neuen Militär⸗Gesangbuch. Vergleiche Verzeichnis der Lieder. 4 2 Anfang und Schluß des Gottesdienstes. 7. Herr, komm in mir wohnen, Mel.: Gott des Himmels und der . + Frde laß mein Geist auf Erden SLen oil orden 10 en. Wrer d 4 roßer Gott von alten komm, du nahes Wesen, dich„ Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt, heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. in mir verkläre, daß ich stets dich lieb und ehre; wo ich geh, sitz und steh, laß mich dich erblicken und vor dir mich bücken. Gerhard Tersteegen, 1697—1769. 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag, oder: Vont Himmel hoch. 3 Gottlob! der Sonn⸗ tag kommt herbei, die Woche wird nun wieder neu. Heut hat mein Gott das Licht gemacht, mein Heil hat mir das Leben bracht. (Halleluja.) 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt; das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen bet und singt, daß es durch die Wolken dringt. 2. Das ist der Tag, da Jesus Christ vom Tod für mich erstanden ist und schenkt mir die Gerechtigkeit, Trost, Leben, Heil und Seligkeit. (Halleluja.) 4. Was ist schöner als Gott dienen, was ist süßer als sein Wort, da wir sam⸗ meln wie die Bienen und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 3. Das ist der rechte Son⸗ nentag, da man sich nicht gnug freuen mag, da wir mit Gott versöhnet sind, daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. Hanhuh 5. O mein Gott, sprich 4. Mein Gott, laß mir selber Amen; denn wir sind dein Lebenswort, führ mich dein Eigentum. Alles preise zur Himmels⸗Ehrenpfort; laß deinen Namen, alles mehre mich hier leben heiliglich deinen Ruhm, bis es künftig und dir lobsingen ewiglich. wird geschehn, daß wir dich (Halleluja.) im Himmel sehn. 5— 2 Joh. Olearius, 1611—1684. Kaspar Neumann, 1648—-1715. als man fühl ich das ist durch se das Inn 0 boller S mir alles 3. A Gottes( Norgent aus me Vaters wohl die Schabe 4. Rl Heschüfte zu thun; Kräfte, zu ruhr Mbeit. Werk für b. W schmücke nren mtr schie Ehren. Herechti Sonnta —. Mille he denn do von N e, We von alten ssen Hand ssen Treu mich von rt, heute Jauf mich uf. Rich diese sind des nit so vicl da mein läßt und Geist mir V Weist. für diesen Zeit zum sind unsre der Mensch und von sut daß en dringt. chöner als it süßer wir sam⸗ en und den 7 Se lig ist, ta also nach . ott, suic n wir siud llles preise les mehre 3 es künf iftig F wib U Anfang und Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 5.* Hm schöner Morgen, schöner als man denken an fühl ich keine Sorgen, denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag der dunll en Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt, Stunde Heute voller Seligkeit, du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck ich Gottes Güte recht als einen Morgentau, die mich führt aus meiner Hütte au des Vaters grüner Au. wohl die Morgenstund edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Welt⸗ geschäfte, heute hab ich sonst zu thun; denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich als nur Gottes⸗ werk für mich. 5. Wie soll ich mich n schmücken, d daß ich Gott gefallen mag? Jesus wird das Kleid mir schicken, das ich ihm zu Ehren trag, sein Blut und Zae ist das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zions⸗ stille heute voller Arbeit sein, denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schätzen Da hat Schluß des Gottesdienstes 3 Geist mit dem Wort des Lebens speist. 7. Herr, ermuntre meine Sinnen und bereite selbst die Brust, laß mich Lehr und Trost gewinnen, 9193 zu deinem Manna Lust, daß mir deines Wortes Hall ͤrecht tief in mein Herze fall. 8. Segne deiner Knechte Lehren, öffne selber ihren Mund, mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gnaden⸗ bund, daß, wenn man hier bet und singt, solches in dein Herze dringt. 9. Gib, daß ich den Tag beschließe, wie er angefangen ist; segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbats bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbat halten mag. Jon. Kra use, 1701—1762. Eigene Melodie. 6* err Jesu Christ, dich zu uns wend, dein heilgen Geist du zu uns send, mit Hilf und Gnad er uns regier und uns den Weg zur 17 führ. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andachtfe denndauogemrhe stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt. 3. Bis- wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger ein, wenn mein Jesus meinen Freud und selgem Licht. 14* Anfang und Schluß des Gottesdienstes. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Unbekannt, 1662. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 7 Hew öffne mir die Herzensthür, zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir, laß mich dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind und Erbe sein. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund, dein Wort ist, das mein Herz erfreut, dein Wort gibt Trost und Seligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Joh. Olearius, 1611—1684. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 8 Höchster Gott dir danken — wir, daß du uns dein Wort gegeben, innig bitten wir von dir: hilf uns heilig danach leben, gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei im Werke. 2. Uns, o Vater, lehrest du, was wir thun und glauben sollen; schenk uns deine Kraft dazu, gib zum Wissen uns das Wollen und zum Wollen das Vollbringen, so wird alles wohl gelingen. 3. Gib uns, eh wir gehn nach Haus, deinen väterlichen Segen, breite deine Hände aus, leite uns auf deinen Wegen, laß uns hier im Segen gehen, dort gesegnet auferstehen. J. Ad. Haßlocher, 1726. Mel.: Herzlich thut mich verlangen, oder in zwei Versen nach der Mel: Christus, der ist mein Leben. 9 Laß mich dein sein 1 und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken, gib mir Beständigkeit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nik. Selnecker, 1532—1592. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 10 Licht vom Licht, er⸗ leuchte mich bei dem neuen Tageslichte; Gnaden— sonne, zeige dich meinem muntern Angesichte, wohne mir mit Glanze bei, daß mein Sabbat fröhlich sei. 2. Brunnguell aller Selig— keit, laß mir deine Ströme fließen, mache Mund und Herz bereit, deiner Gnade zu ge— nießen. Streu das Wort mit Segen ein, laß es hundert— früchtig sein. 3. Zünde selbst das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget, sei mir Weisheit, Licht und Bah nich betrü Feuer br Mlar nid 4. Loß allezeit h. singen, u keit mit schwingen Vorschma im Himm 5. Ru dir, bau Herze. nir und lerze im zu, o du 6. Di weiht, w keiten J lichkitein nichts se onst thi Lehe rul 7. Du lomon; heit hör Aadenth Kuiten et Sonne la Eunntag Ben . so wird n. 9 wir gehn väterlichen Hände aus, nen Wegen, egen gehen, stehen. cher, 1726. lich verlangen, nach der Mel: lein Leben. )dein sein leiben, du Herr, von hts treiben, einer Lehr. nur nicht ständigkeit; danken in ** 1502² 1532—1592. Zuverstht. Licht, er⸗ lich bei dem Gnaden⸗ 9 meinem te, wohne „daß mein ller Selig⸗ e Strömée d und Herz de zu ge⸗ Vort mit hundett⸗ das Opfer en Lippen heit, Licht Anfang und Schluß des Gottesdienstes. 5 und Bahn, daß kein Irrtum mich betrüget, und kein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit heilig, heilig, heilig! singen, und mich in die Ewig⸗ keit mit des Geistes Flügeln schwingen. Gib mir einen Vorschmack ein, wie es wird im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies ins Herze. Offenbare dich doch mir und gieß meiner Andachts⸗ kerze immer neue Nahrung zu, o du Liebesflamme du. 6. Dieser Tag sei dir ge⸗ weiht, weg mit allen Eitel⸗ keiten! Ich will deiner Herr— lichkeit einen Tempel zubereiten, nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. 7. Du bist mehr als Sa⸗ lomon; laß mich deine Weis⸗ heit hören; ich will deinen Gnadenthron mit gebeugten Knieen ehren, bis mir deine Sonne lacht und den schönsten Sonntag macht. Benj. Schmolck, 1672—1737. Eigene Melodie. 11.* Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Ver⸗ stand ist mit Finsternis um⸗ hüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herr⸗ lichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, mach uns alle— samt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren; unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohlgelingen. Tobias Clausnitzer, 1618—1684. Mel.: Erschienen ist, oder: Erhalt uns Herr. 12. O beilger Geist laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, Lieb und Hoffnung reichlich mehr.(Halleluja.) 2. Erleuchte uns, du wahres Licht, entzeuch uns deine Gnade nicht, all unser Thun also regier, daß wir Gott preisen für und für.(Halleluja.) Unbekannt 1646. Mel.: Gott des Himmels ꝛc. * hut mir auf die 13. To schöne Pforte, führet mich in Zion ein, ach, wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir; wo du Woh⸗ 6 Advent. nung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zieh doch in mein Herz hinein, laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zieh das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt, gib mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben, halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt, nichts laß meine An⸗ dacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt, speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Not. 7. Offne mir die grünen Auen, daß dein Lamm sich weiden kann, lasse mir dein Manna tauen, zeige mir die rechte Bahn hier in diesem Jammerthal, Herr, zu deinem Ehrensaal. Benj. Schmolck, 1672—1787. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 14* Ursern Ausgangsegne 2 Gott, unsern Ein⸗ gang gleichermaßen, segne unser täglich Brot, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben. Hartm. Schenck, 1634-1681. B. Lieder für die Festzeiten des Kirchenjahres. IJ. Advent. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 15* Auf, auf, ihr Reichs⸗ genossen! der Kö⸗ nig kommt heran; empfanget unverdrossen den großen Wundermann. Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen! der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da; seht, wie so mancher Ort hoch tröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können in Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Au hlagten! sern; se agten, d Hur⸗ Not mit speijen, weisen,j Macht! liebten, gedacht; noch Pe Uns scha als Gne sein. niten st schön. den Hei alles Hr erlösen o will ich Zille werd neine An⸗ der Brunn speise mich röste mich ie grünen Jamm sich mir dein ge mir die in diesem zu deinem 1672—1757. r sind hier. Sgangsegne unsern Ein⸗ segne unser unser Thun e uns mit d mach uns 1634—1681. des hetrübten ig ist gar nast und feeristschon nancher zu nennen, den können Tauf u Advent. 7 3. Auf, auf, ihr Vielge⸗ fen; e der König ist nicht ern; seid fröhlich, ihr Ver⸗ agten, dort kommt der Morgen⸗ stern; der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hülf er⸗ weisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Frisch auf, ihr Hochbe⸗ trübten! der König kommt mit Macht! an uns, sein Herzge⸗ liebten, hat er schon längst gedacht; nun wird kein Angst noch Pein noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 5. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu be⸗ sehn, dieweil er kommt ge— ritten stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 6. Der König will bedenken die, so er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns gibt durch seine Gnad und Wort. O König, och erhoben, wir alle wollen ben dich freudig hier und dort. 7. Nun, Herr, du gibst uns reichlich, wirst selbst doch arm und Rar⸗ du liebest unvergleichlich, du gehst den Sündern nach; drum wolln wir all in ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hosianna ingen und ewig dankbar sein. Joh. Rist, 1607—1667. Mel.: Ach Jesu, meiner Seele Freude, oder: Eigene Melodie. 16. Dein König kommt in niedern Hüllen, ihn trägt der lastbarn Es'lin Füllen, empfang ihn froh, Jerusalem! 4—. ihm ent⸗ gegen Friedenspalmen, bestreu den Pfad mit grünen Halmen! So ists dem Herren angenehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren, doch du gewinnst ihn ohne „ „Dein Reich ist nicht von dieser Erden, doch alle Erden⸗ reiche werden dem, das du gründest, unterthan. Be⸗ waffnet mit des Glaubens Worten, zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest Masdes da ebnen sich des eeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fesseln Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört. Not ist es, daß du selbst hienieden kommst zu erneuen deinen Frieden, dagegen sich die Welt empört. 8 Advent. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finsternis erliegen und lösch der Zwietracht Glimmen aus, daß wir, die Völker und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus. Fr. Rückert, 1788-1866. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. 17 Gottlob! ein neues Kirchenjahr macht uns die große Treue des ewgen Gottes offenbar; und nun will er aufs neue den alten hoch⸗ beschwornen Bund, den einzig festen Glaubensgrund, durch seinen Geist uns lehren. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr und Ruhm dem höchsten Herrn zu singen! Dein könig⸗ liches Priestertum muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort die Christenheit und diesen Ort zu seinem Tempel weihet! 3. Wir sind nicht wert der neuen Huld des Gottes aller Gnaden; des alten Menschen alte Schuld, die wir auf uns geladen, nimmt unsern eignen Ruhm dahin, denn sie bewies den alten Sinn noch stets mit neuen Sünden. 4. Ach Herr, gib uns den neuen Geist und mach uns durch die Güte, die sich an uns aufs neu erweist, er⸗ neuert im Gemüte. Den neuen Menschen zieh uns an, der dir allein gefallen kann in seinem ganzen Leben. 5. Hierzu erhalt uns, Herr, dein Wort samt Tauf und Abendmahle, so wandern wir mit Freuden fort in diesem finstern Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, laß Kirche, Schul, Tauf und Altar uns deine Wege zeigen. 6. Gib deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr und Leben, dein Wort, das Gottes Weide heißt, der Herde rein zu geben. Laß alle Hörer Thäter sein, damit kein heuch⸗ lerischer Schein des Glaubens Kraft verleugne. 7. So halten und vollen⸗ den wir das Kirchenjahr auf Erden; dabei befehlen wir es dir, wie wir es enden werden. Hier bleibt die f— noch im Streit; kommt aber einst die Ewigkeit, dann wird sie triumphieren. H. Cornelius Hecker, 1699—1743. Eigene Melodie. * ott sei Dank dur 18. G alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie eprophezeit, ist erfüllt in Deult keit. 3. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jung⸗ frau Sohn, der wohl zwei⸗ gestammt lch eing 4. G in meine 5. 36 ein, es mach es nein vos 6. U kunft u ohn Ge jederzeit bereit. — Sinn, bloͤde b schlaue mir ver 8. T entzwei frei, dir an selig —9— firt, wirst, gehn un stehn. Ml.: M gion ei ihm d tausend kann in . uns, Herr, Tauf und ndern wir in diesem err, segne laß Kirche, Altar uns irten Kraft Lehr und Nas Gottes Herde rein alle Hörer lein heuch⸗ Glaubens ind vollen⸗ enjahr auf len wir es hen Werden. — noch aber einst u wird sie 1699—1743. die. Dank durch Velt, der hält und ö und Rat hat. sten Väter unsch und dwas sie erfüllt m nd Abamm det Jung⸗ wohl hwe⸗ Advent. 9 gestammte Held hat sich treu⸗ lich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Teil! richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von allem Sündenwust. 6. Und gleichwie dein Zu⸗ kunft war voller Sanfmut, ohn Gefahr, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin und des Satans schlaue List sich zu hoch vor mir vermißt. 8. Tritt der Schlange Kopf entzwei, daß ich, aller Angste frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan; 9. Daß, wenn du, o Lebens⸗ fürst, prächtig wiederkommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht be— stehn. Heinr. Held, um 1650. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 19 WE Davids 5 Sohn kommt in Zion eingezogen. Auf, bereitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen, streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. 2. 595—1 sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen; unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen, zeuch zu unsern Thoren ein; du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianna! Friedefürst, Ehrenkönig, Held im Streite, alles, was du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Gast, wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hast; ach, so laß uns unverdrossen deinem Scepter dienstbar sein; herrsche du in uns allein. 5. Hosianna! komme bald, die Verheißung zu erfüllen; wollte Maic die Knechtsgestalt deine Majestät verhüllen, ei, so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna! steh uns bei; 0 5 0 hilf, laß wohlgelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 7. Hosianna! laß uns hier an den Olberg dich begleiten, bis wir einstens für und für dir ein Psalmenlied bereiten; dort ist unser Bethphage: Hosianna in der Höh! 8. Hosianna! nah und fern! eile, bei uns einzugehen, du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Hosianna, bist du da? Ja, du kommst! Halleluja! Benj. Schmolck, 1672—-1737. —.‚ 10 Advent. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 20 omm, du wertes Lösegeld, dessen alle Heiden hoffen: komm, o Hei⸗ land aller Welt, Thor und Thüren stehen offen; komm in göttlich hoher Zier, komm, wir warten mit Begier! 2. Zeuch auch in mein Herz hinein, o du großer Ehren⸗ könig; laß mich deine Woh⸗ nung sein! Bin ich armer Mensch zu wenig, ei, so soll mein Reichtum sein, wenn du bei mir ziehest ein. 3. Nimm mein Hosianna an mit den Sieges-Palmen⸗ zweigen; so viel ich nur immer kann, will ich Ehre dir er⸗ zeigen und im Glauben dein Verdienst mir zueignen zum Gewinst. 4. Hosianna, Davids Sohn! ach Herr, hilf, laß wohlgelingen, laß dein Scepter, Reich und Kron uns viel Heil und Segen bringen, daß in Ewigkeit besteh: Hosianna in der Höh! Joh. Gottfr. Olearius, 1635—1711. Eigene Melodie. * acht hoch die Thür, 2l. M die Thor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; der⸗ halben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat. 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Scepter ist Barmherzigkeit; all unser Not zu End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von That. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat; wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein. Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat. 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, eur Herz zum Tempel zubereit: die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll That, voll Gnad. 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Thür dir offen ist; ach zeuch mit deiner Gnaden ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr. Georg Weißel, 1590—1635. Ml.: Von 22. * Herz in wird da der wur Gott d Welt z versproc allen ke 2. V den We macht laßt alle alle Ba laßt sei drig, n krumm 3. E liebet, steht; e übet, geht; e und fol lann st dem 10 4. Armen 4s bero in mein und n Werden eig d 9 Ma. odet; 9 23. u d unser ein Helfer at ist sein iskron ist cepter ist unser Not derhalben den singt: zott, mein That. Land, o so diesen wohl allen da dieser Er ist die bringt mit ind Wonn. Bott, mein pat. die Thür, weit, eur Rzubereit; ottseligkeit dacht, Lust fommt der euch, I it zugleich. ein Gott, That, voll ein Heiland Heen ach zeuch ein, dein mns erschein. uns füht zur ewgen Lamen dein, Preis und 1590-8b. Advent. 11 Mel.: Von Gott will ich nicht lassen. it Ernst, o Men⸗ 22. M schenkinder, das Herz in euch bestellt; bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Thal laßt sein erhöhet, macht nie⸗ drig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen in dieser Gnadenzeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. B. 1—8 Valentin Thilo, 1607—1662. Mel.: Von Gott will ich nicht lassen, oder: Aus meines Herzens Grunde. 23* Nun jauchzet, all — ihr Frommen, zu dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit, zwar ohne stolze Pracht, doch mäch— tig zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Scepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt; er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat voll⸗ bracht. 3. Ihr Mächtigen der Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Herren Zorn euch rührt. 4. Ihr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut, laßt eure Lieder klingen, dem Könige zu singen, der ist eur höchstes Gut. 5. Er wird nun bald er⸗ scheinen in seiner Herrlichkeit und alles Leid und Weinen verwandeln ganz in Freud. Er ist, der helfen kann; halt eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. Michael Schirmer, 1606—- 1678. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 2 4 Nun kommt das neue Kirchenjahr, des freut sich alle Christenschar; 12 Advent. dein König kommt! drum freue dich, du wertes Zion, ewiglich. Halleluja. 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang im-— mer wieder fort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreist. Halleluja. 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja. Joh. Olearius, 1611—1684. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 25 O Friedensfürst aus Davids Stamm! O meiner Seelen Bräutigam! Mein Trost, mein Heil, mein Leben! Dank sei dir, o Im⸗ manuel! Du kommst zu uns. Nach Leib und Seel will ich mich dir ergeben. Heil dir! Heil mir! Weicht ihr Leiden! Singt mit Freuden: Hosianna! Seht, er kommt jetzt, Hosianna! 2. Ich selbst bin nun von Freuden voll und weiß nicht, was ich schenken soll dem aus⸗ erwählten König. O teurer Jesu, nimm doch hin mich selbst und was ich hab und bin; ach, freilich ist es wenig. Schließ mich in dich. Nichts auf Erden, nicht Beschwerden, keine Leiden sollen mich je von dir scheiden. 3. Bleib, höchstes Gut, du Himmelszier, mein Leitstern stets, o bleib bei mir, du Hoffnung der Verzagten! Du Lebensquell, erquicke mich, du süßes Manna, schenke dich zum Troste den Geplagten! Laß nicht dein Licht hier auf Erden dunkel werden, laß den Deinen hier dein Wort noch ferner scheinen. Ph. von Zesen, 4 1689. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 26 Sieh, dein König 7 kommt zu dir! Seele, das sind frohe Worte; sprich: Mein König komm zu mir, sieh ich öffne dir die Pforte, zeuch mit deiner Sanftmut ein, was du findest, das ist dein! 2. Komm, ich bin dein Eigentum schon seit deinem Wasserbade; komm, dein Evan⸗ gelium werde mir ein Wort der Gnade; du schickst ja dein Wort voran, daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, was du hassest, was mich reuet; komm und reinige dein Haus, das die Sünde hat entweihet. Mache selbst mit deinem Blut alles wieder rein und gut. 4. Komm in deinem Abend⸗ mahl, das du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Erdenthal mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, und mein Leben sei in dir. 5. Ko NBöster dich verk Gebet ve Willen! auf jenen Iiul r 9 du Ges Laß dir, wohl gef Du mein Helfer hilf o H von den schmerze 2. Y Iummer Vg un starker H Schrecke Dunnen Donner Zorn 1 ins Her mein B 3. D Agen, Ilsag, ligen' hlagt. utger i fert wͤsenn Pein tes Gut, du u KLeitstern ei mir, du zagten! Du cke mich, du lle dich zum igten! Laß hier auf en, laß den Wort noch esen, 1689. laß ich nicht hein König at zu dir! ohe Worte; lig lomm zu ir die Pforte, anftmut ein, ist dein! bin dein seit deinem „dein Cvan⸗ ein 4* schicht „daß 55 m riume alles asset, was und reinige die Acbü Nache selbs 1 1 nem Abend⸗ 5 zum Heil schon im it als in omm, Hert Bund mein Advent. 13 5. Komm und bring den Tröster mit, deinen Geist, der dich verkläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret, daß ich bis auf jenen Tag: Komm, Herr Jesu! rufen mag. Ph. Fr. Hiller, 1699—- 1769. Mel.: Werde munter, mein Gemüte, oder: Freu dich sehr, o meine Seele. 27. Warum willst du draußen stehen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohl gefallen, du mein Stern! Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, hilf, o Heiland, meinem Herzen von den W Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes starker Hammer mir mit seinem Schrecken macht. O der schweren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget! 3. Dazu kommt des Teufels Lügen, der mir alle Gnad absagt, als müßt ich nun ewig liegen in der Hölle, die ihn plagt. Ja auch, was noch ärger ist, so zermartert und zerfrißt mich mein eigenes Ge— wissen mit vergiften Schlangen— bissen. 4. Will ich denn mein Elend lindern und erleichtern meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends tief hinein: da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Un⸗ glück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 5. In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär; hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reich⸗ tum, was ists mehr als ein Stücklein armer Erd? hab ich Lust, was ist sie wert? was ist, das mich heut erfreuet, das mich morgen nicht t gereuet? 6. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man sich recht fröhlich ißt. Leuchte mir, o Freuden— licht, ehe mir mein Herze bricht, laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jetzo zeucht er bei dir ein; sein Gang ist zu dir Douen heiß ihn nur will⸗ ommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüt und Seele, klag iom was dich drück und quäle. 8. Was du Böses hast be⸗ gangen, das ist alles abge— schafft. Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünden Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen wird zu lauter Glück und Segen. 14 Advent. 9. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nur wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: Eigene Melodie, oder: Valet will ich dir geben. * ie soll ich dich 28. Wé empfangen und wie begegn' ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergetze, mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich wil dir in Psal⸗ men ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unter⸗ lassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Ban⸗ den, du kommst und machst mich los; ich stund in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichtum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmels⸗ zelt als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammers Last, die kein Mund kann aussagen, so fest um⸗ fangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du herzbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt! ihr habet die Hilfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht be⸗ mühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch be⸗ wußt. 8. Auch dürft ihr nicht er⸗ schrecken vor eurer Sünden⸗ schuld; nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augen⸗ llik. Et ein König Feind auf zum Wid 10. E gerichte, ihm fluc Mel.:4 29.9 er aus f gebornen wie hat 2. W voller R keit, di HVat vo 3. Ei höchstes Hnnn, n Neisch Sünde Hedland * gagdricht mir Bost nur in . 2 Aa men shaff sten 9 rund schenkst as sich nicht Wwie irdscher ts hat dich im Himmels⸗ ebte Lieben, It in ihten und großen kein Mund so fest um⸗ dir in dein rübtes Heer, nd Schmerze und mehr; r habet die ir; der eure tröstet, steht uch nicht be⸗ en Tag und ihn wollet umes Macht. kommt mit Lieb und ind Not zu an euch be⸗ iht nicht er⸗ er Sünden⸗ 18 will sie Lieb und er kommt Trost und ft, daß ba erbleib ihr Weihnachten. 15 blick. Er kommt, er kommt ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind. 10. Er kommt zum Welt⸗ gerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne! und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal. Paul Gerhardt, 1607 1676. II. Weih Mel.: Lobt Gott ihr Christen. 29 Also hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb den ein⸗ gebornen Sohn uns gibt; wie hat er uns so lieb! 2. Was sein erbarmungs⸗ voller Rat beschloß von Ewig⸗ keit, die große wundervolle That vollfuhrt er in der Zeit. 3. Er, unser Heil und höchstes Gut, der alle segnen kann, nimmt wie die Kinder Fleisch und Blut, doch ohne ünde an. 4. Du, Sohn des Aller⸗ höchsten, wirst mir Rat und Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürst, der Heiland aller Welt. 5. Was mir zum Seligsein gebricht, das, Hert, erwirbst. du mir: Versöhnung, Leben, Trost und Licht, das hab ich nur in dir. 6. Dein Mangel wird mein Überfluß, dein Leiden stillt mein Leid, dein Niedrigsein schafft mir Genuß der höch⸗ sten Herrlichkeit. nachten. 7. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn in dieser Freuden⸗ eit! Lobt, Engel, ihn vor einem Thron, erheb ihn, Christenheit! H. C. Hecker, 4 1748. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 30 Der heilge Christ ist kommen, der teure Gottessohn; des freun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron, auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufge⸗ gangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde ist gefangen, erlöset ist der Sinn, die Sünden⸗ angst ist weg, der Glaube eht 295 Himmel nun aus dem eltgetümmel auf einem sichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos! Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß. Er will, daß alle rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 16 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da! Er ruft euch insgemein mit süßen Liebesworten:„Ge— öffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein!“ E. M. Arndt, 1769—1860. Mel.: Vom Himmel hoch da. 31 Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit er⸗ füllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still, er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir:„Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern“. Gelobt sei, der da kommt im Herrn. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott Messias, bet ich an. Weihnachten. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Maje⸗ stät, du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Selig⸗ keit, du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde ber die Welt; ein Mittler ists, er sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoße sitzt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: Nach einer Prüfung kurzer, oder: O daß ich. 32.* Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlich⸗ keit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit; und dieses Welt— und Himmelslicht weicht hun— derttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein; der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet Dig der Suͤnden un schon in g dieses Lich dein Himm 4. Laß scheinen d dein Liebes du es treul dir diese S genießen di du nicht u 5. Drun nachtssonr deiner Gi meine Wi lehre mich wieichimd seides We Raspar dr. .6 Hagegroß 05 Ewi Muden z st die N. und nenst lahm, ddl Heil und eest dich hut, wirst ruder hier, verden wir. ler Maje⸗ das Herz ler Selg⸗ das Herz Sünde littler ists, 8 zagt der ihn schützt, hoße sitztt? mmel, die u Tag der und Erde, sing ihm, eules Lied. Tag, den werd in ihn preise, Christ im Tden ist. II5⁷²9. ung kurzer, ich. die Nacht, Ferschienen Freundlich⸗ alle Engel in meine ses Welt⸗ eicht hun⸗ nicht. ten, memte nicht den Glanz in streckt sich er Heibet Weihnachten. 17 weg der Höllen Macht, der Sünden und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit; wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, vielleicht schon in gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und deinAlles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens⸗ und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weih— nachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichtewandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. Kaspar Fr. Nachtenhöfer, 1624- 1685. Eigene Melodie. 33 Ermuntre dich, mein schwacher Geist, und trage groß Verlangen, ein Kind, das Ewigvater heißt, mit Freuden zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam und menschlich Wesen an sich nahm, dadurch die Welt mit Treuen als seine Braut zu freien. 2. Willkommen, Held aus Davids Stamm, du König aller Ehren, willkommen, Jesu, Gottes Lamm, ich will dein Lob vermehren; ich will dir all mein Leben lang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 3. O großer Gott, wie konnt es sein, dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Welt hinein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Freudenpracht, ja dein er⸗ wünschtes Leben für solche Feind hingeben? 4. O großes Werk, o Wun⸗ dernacht, Iihalt⸗ den nie ge⸗ funden! du hast den Heiland hergebracht, der alles über— wunden; du hast gebracht den starken Mann, der Feur und Wolken zwingen kann, vor dem die Himmel zittern und alle Berg erschüttern. 5. O liebes Kind, o süßer Knab, holdselig von Gebärden, mein Bruder, den ich lieber hab als alle Schätz auf Erden, komm, Heiland, in mein Herz hinein, komm eilend, laß die Krippe sein, komm, komm, ich will bei Zeiten die Stätte dir bereiten. 6. Sag an, mein Herzens⸗ bräutigam, mein Hoffnung, sreud und Leben, mein edler Zweig aus Jakobs Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach, nimm von mir Leib, Seel und Geist, ja alles, was Mensch ist und heißt; ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. 7. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist und hast 2 2 18 Weihnachten. die Welt bezwungen; hilf, daß ich deine Gütigkeit stets preis' in dieser Gnadenzeit und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben. Joh. Rist, 1607—1667. Mel.: Warum sollt ich mich denn grämen, oder: Sei zufrieden, mein Gemüte. 34. Frägii soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist ge⸗ boren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch dir, Mensch, zu gute; Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns gibt, was er liebt über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein ge⸗ kehret, der sein Reich und zu⸗ gleich sich uns selbst verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kömmt, von uns nimmt, was uns will betrüben? 5. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, gibt sich an, unser Lamm zu werden, unser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod Heil und Fried erwirbet. 6. Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt, ich bring alles wieder. 7. Ei, so kommt und laßt uns laufen; stellt euch ein, groß und klein, kommt mit großen Haufen; liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 8. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 9. Wer sich findt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost, hier wird gefunden, der in Eil machet heil auch die tiefsten Wunden. 10. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände! Hier sind alle guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 11. Süßes Heil, laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben! Nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 12. Meine Schuld kann mich nicht drücken, denn du hast meine Last all auf deinem Rücken: kein Fleck ist an mir zu finden Und klar willen; d ind Schr zuhüllen. Herhe schl Ile Bum nießen! 14. J bewahren hier, dil Mit dir w voller Fr im ander Pa daß du M einer In des freuet Halleluja 2. De⸗ Und Blu auig Gu 3. De behaß, Choß, worden erhilt al herein, Heuen S mutten i Li Wlchdj 0. D Gott ¶1 egt in seiner u sich mich t mit süßen ahren, lieben quält, was bring alles imt und laßt llt euch ein, „kommt mit liebt den, der t, schaut den gern Licht iet. ebt in großen r ist die Thür reuden. Faßt deuch führen hinfort euch rühren. indt beschwert ampfindt seine sensschmerzen, vird gefunden, het hel auc den. am sed und herbei, fülle lbens Hände! Weihnachten. zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden. 13. Ich bin rein um deinet⸗ willen; du gibst gnug Ehr und Schmuck, mich drin ein⸗ zuhüllen. Ich will dich ins Herze schließen; o mein Ruhm, edle Blum, laß dich recht ge— nießen! 14. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier, dir will ich abfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud, ohne Zeit, dort im andern Leben. Paul Gerhardt, 1607—- 1676. Eigene Melodie. R elobet seist du, 35. G Jesus Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, des freuet sich der Engel Schar. Halleluja! keit. 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippe findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewig Gut. Halleluja! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß, er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Halleluja! 4. Das ewge Licht geht da herein, gibt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Halleluja! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in 19 der Welt hier ward und führt uns aus dem Jammerthal, macht Erben uns in seinem Saal. Halleluja! 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Halleluja! 7. Das hat er alles uns gethan, sein groß Lieb zu zeigen an, des freu sich alle Christen⸗ heit und dank ihm des in Ewig⸗ Halleluja! Dr. M. Lukher, 1483- 1546. Mel.: Lobet den Herren, den mächtigen König der Ehren. 36 Iguchder, ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel in Chören, singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren; sehet doch da, Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Er— den, Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden. 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget; sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget. Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! wer kann dies Geheimnis ver⸗ stehen? hier ist die Pforte des 20 Weihnachten. Lebens nun offen zu sehen; gehet hinein, macht euch dem Kinde gemein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen ge⸗ denken? du willst dich selber, dein Herze der Liebe mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren; komm doch, mein Heiland, denn ohne dich bin ich ver— loren; wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir, der du mich liebend erkoren. 8. Menschenfreund Jesu, dich lieb ich, dich will ich er⸗ heben; laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur streben; gib mir doch bald völlige Kindesgestalt, um dir allein nur zu leben! Gerhard Tersteegen, 1697—- 1769. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 37 J steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben, ich stehe, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn; Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und laß dirs wohlgefallen. 2. Da ich noch nicht ge⸗ boren war, da bist du mir geboren, und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt', erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hat dein Herze schon bedacht, wie du mein wolltest werden. 3. Ich lag in tiefer Todes⸗ nacht, du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen, und weil ich nun nicht weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 5. Du fragest nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden, suchst meiner Seelen Trost und Freud durch dein selbsteignes Herzeleid; das will ich dir nicht wehren. 6. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen, daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein, komm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden. 7. Zwar sollt ich denken, wie gering ich dich bewirten werde; du bist der Schöpfer aller Ding und Erde liber Ga verschmäh gerne sieh Pau 38. L 7* höchsten schleußt! schenkt m 2. Er Vaters e Kindlein elend, nas Krippeleit 3. Er Gwalt,! ring, und Knechts( aller Dir 4. Er Brust, u Speis, a ihrLusttd 5. Do Prießen Het, dur lihten u chlistenh 6. E wunderlh unnmt e 0 10 bist du 11 mich dir zu dih kannt', durch deine da hat dein icht, wie du den. tiefer Todes⸗ meine Sonne, sir zugebracht dund Wonne. 3 werte Licht mir zugericht, ne Strahlen! mit Freuden ich nicht satt ich nun uiht Dich an anbetend zein Sinn ein d meine Seel daß ich dich t nicht nach * WuW des ast dich 00 urer suchst tmeiner 55 durch Herzeleid; das wehren. hoff ich ich, wirst Wnd,—— di mo 10 amn laß nich Weihnachten. aller Ding, ich bin nur Staub und Erde; doch bist du so ein lieber Gast, daß du noch nie verschmähet hast den, der dich gerne siehet. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Eigene Melodie. 38 Lobt Gott, ihr Christen, — alle gleich in seinem Peleuent Thron, der heut auf⸗ schleußt sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Er äußert sich all seiner G'walt, wird niedrig und ge— ring, und nimmt an sich ein's Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, nimmt von ihr seine Speis, an dem die Engel sehn ihr Lust, denn er ist Davids Reis, 5. Das seinem Stamm ent⸗ sprießen sollt in dieser letzten Zeit, durch welchen Gott auf⸗ richten wollt sein Reich, die Chrstenheit 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an und gibt uns in des Vaters Reich die klare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wiechsel sein! Wie könnte wohl noch freundlicher der Jesus sein! treue ö 21 8. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür, Gott sei Lob, Ehr und Preis! Nik. Herman, 1 1561. Eigene Melodie. 39 Nun singet und seid froh, jauchzt alle und sagt so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippe bloß und leucht doch als die Sonne in seiner Mutter Schoß. Du bist A und O, du bist A und O. 2. Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh, tröst mir mein Gemüte, o Kind⸗ lein zart und rein, und durch deine Güte, o liebster Jesu mein, zeuch mich hin nach dir, zeuch mich hin nach dir. 3. Groß ist des Vaters Huld, der Sohn tilgt unsre Schuld. Da wir ganz ver⸗ dorben durch Sünd und Eitel⸗ keit, hat er uns erworben die ewge Himmelsfreud; eia, wärn wir da, eia, wärn wir da! 4. Wo ist der Freudenort? Ach, nirgend mehr denn dort, da die Engel singen dem lieben Jesu mein und die Psalmen klingen im Himmel hell und rein. Eia, wärn wir da, eia, wärn wir da! Nach dem Lateinischen In dulel jubllo. Eigene Melodie. * om Himmel hoch 40. V da komm ich her; ich bring euch gute neue 22 Weihnachten. Mär; der guten Mär bring ich so viel, davon ich singn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jung⸗ frau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ unser Gott, der will euch führn aus aller Not, er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippe, Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröh⸗ lich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Merk auf, mein Herz, und sieh dort hin: was liegt doch in der Krippe drin? Wer mag das schöne Kindlein sein? Es ist der liebe Heiland mein. 8. Sei uns willkommen, edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast und kommst ins Elend her zu mir; wie soll ich immer danken dir? 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so gering; auf dürrem Gras liegt Jesus Christ, er, der der Herr vom Himmel ist. 10. Und wär die Welt viel⸗ mal so weit von Edelstein und Gold bereit, so wär sie doch dir viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seide dein das ist grob Heu und Windelein, darauf du König groß und reich her prangst, als wärs dein Himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 13. Ach du herzlieber Jesu mein, mach dir ein Bette sanft und rein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß nimmer ich vergesse dein. 14. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn! Des freuen sich der Engel Schar und singen uns solch neues Jahr. Dr. M. Luther, ein Kinderlied auf die Weihnacht Christi, 1585. Mel.: Vom Himmel hoch. 41 Vom Himmel kam der 5 Engel Schar, er⸗ schien den Hirten offenbar; sie sagten 150 n: Ein Kindlein zart das liegt dort in der Krippen hart, 2. Zu Bethlehem in Davids Stadt, wie Micha das verkündet at; es ist der Herre Jesus hrist, der euer aller Heiland ist. 3. Des lich sein, it worder aur Flei Vruder ii 4. Vo Zuünd un mit euch laß zürr Höll, Ge eur Gese 5. Er lassen ni eur Zuve Liel fecht ders nick 6. H haben re den Go danket duldig, V 42.2 mszu 2 geboren sic des sollBnick wahrer geboren en M „ er, der der el ist. die Welt viel⸗ Edelstein und wär sie doch zu sein ein met und die ist grob Heu rauf du König her prangst, immelreich. also gefallen it anzuzeigen Velt Macht, or dir nichts noch thut. erzlieber Nsu in Bette sanft hn in meines daß nimmer sei Gott im jer uns schenkt ml Des freuen Schar und neues Jaht. ein Kinderlied 1 Gristi, 15. immel hoch amel kam der lSchar, er⸗ Weihnachten. 23 3. Des sollt ihr billig fröh⸗ lich sein, daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist geborn eur Fleisch und Blut; eur Bruder ist das ewig Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott; laß zürnen Teufel und die Höll, Gotts Sohn ist worden eur Gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, setzt ihr auf ihn eur Zuversicht; es mögen euch viel fechten an, dem sei Trotz, ders nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben recht, ihr seid nun wor⸗ den Gotts Geschlecht. Des danket Gott in Ewigkeit, ge⸗ duldig, fröhlich allezeit. Dr. M. Luther, 1483- 1546. Eigene Melodie. 42 Wir Christenleut habn jetzund Freud, weil uns zu Trostist Christus Mensch geboren, hat uns erlöst; wer sich des tröst und glaubet fest, soll nicht werden verloren. 2. Ein Wunder⸗Freud! Gott selbst wird heut ein wahrer Mensch von Maria geboren. Ein Jungfrau zart sein Mutter ward, von Gott dem Herren selbst dazu erkoren. 3. Die Sünd macht Leid; Christus bringt Freud, weil er zu uns in diese Welt ist kommen. Mit uns ist Gott nun in der Not! Wer ist, der jetzt uns Christen kann verdammen? 4. Drum sag ich Dank mit dem Gesang Christo dem Herrn, der uns zu gut Mensch worden, daß wir durch ihn nun all los sein der Sündenlast und unträglichen Bürden. 5. Halleluja! Gelobt sei Gott! singen wir all aus un⸗ sers Herzens Grunde; denn Gott hat heut gemacht solch Freud, der wir vergessen solln zu keiner Stunde. Kaspar Füger, 1 1592. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag, oder: Vom Himmel hoch. 43* ir singen dir, * Immanuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, du Himmelsblum und Morgen⸗ stern, du Jungfraun Sohn, Herr aller Herrn.(Halleluja) 2. Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o längst ge⸗ wünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast.(Halleluja.) 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar.(Halleluja.) 4. Vor andern hat dein hoch begehrt der Hirt und König deiner Herd, der Mann, der dir so wohl gefiel, wenn er dir sang auf Saitenspiel.(Halleluja.) 5. Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm; ach, daß die Hilfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein.(Halleluja.) 24 Neujahr. 6. Nun du bist hier, da liegest du, hältst in dem Kripp⸗ lein deine Ruh, bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. (Halleluja.) 7. Du kehrst in fremder Hausung ein, und sind doch alle Himmel dein; du liegst an deiner Mutter Brust und bist doch aller Engel Lust. (Halleluja.) 8. Du bist der süße Men⸗ schenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind; Herodis Heer hält dich für Greul und bist doch nichts als lauter Heil. (Halleluja.) 9. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will.(Halleluja.) 10. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst III. Ne Mel.: Wenn ich, o Schöpfer, oder: Es ist das Heil uns kommen. 44 Bis hieher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte; bis hieher hat er Tag und Nacht be⸗ wahrt Herz und Gemüte; bis hieher hat er mich geleit; bis hieher hat er mich erfreut, bis hieher mir geholfen. du in Gnaden nehmen an. Halleluja.) 11. Bin ich gleich Sünd und Schulden voll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll, ei ommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr.(Halleluja.) 12. So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei, du trägst den Zorn, du würgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Not.(Halleluja.) 13. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigentum und will, so viel dein Geist mir gibt, stets dienen dir, wie dirs be⸗ liebt.(Halleluja.) 14. Ich will dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl.(Halleluja.) Paul Gerhardt, 1607—1676. ujahr. 2. Hab Lob, hab Ehr, hab Preis und Dank für die bis⸗ herge Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen täg⸗ lich neue; in mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat Groß's an mir gethan, bis hieher mir geholfen. 3. Hilf fernerweit, mein treuster Hort, hilf mir zu allen danken daß du fahr b und Ir 2.— Sohn höchste arme ferner nehmen an. gleich Sünd oll, hab ich ich soll, ei eswegen her, nder zu dir ich dich nun machst mich 'ei, du trägst rgst den Tod, 1d all Angst eluja. mein Haupt, ich dein Glied und will, so mir gibt, wie dirs be⸗ ) ein Halleluja u singen für rt in 1 schallen ohne oalean t, 1601—1676, jab Eht, hab für die bis⸗ ö du, 0 Gott, heviesen täg⸗ n Gedächtnis W Herr hat gechmn, bi fen. ö it, meil Lel llen mir zu a Neujahr. 25 Stunden, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden, damit ich sag bis in den Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott, er hilft, wie er geholfen. Amilie Jul. Gräfin v. Schwarzburg⸗ Rudolstadt, 1637—1706. Mel.: Vom Himmel hoch. 45* Das alte Jahr ver⸗ 4* gangen ist. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns in so groß'r Ge⸗ fahr behütet hast lang Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich ewigen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, das ist der Seelen höchster Hort; vor falscher Lehr, Abgötterei, behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünde Bahn und fromm zu werden fangen an, kein'r Sünd im alten Jahr gedenk, ein gnadenreich Neujahruns schenk: 5. Christlich zu leben, selig⸗ lich zu sterben und hernach fröhlich am jüngsten Tage aufzustehn, mit dir in Himmel eng 981 Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. O Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr! V. 1—2 Joh. Steuerlein, 1546—- 1613. B. 4—6 Jak. Tapp, um 1620. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 46 Das Jahr geht still 3 zu Ende, nun sei auch still, mein Herz. In Gottes treue Hände leg ich nun Freud und Schmerz, und was dies Jahr umschlossen, was Gott der Herr nur weiß, die Thränen, die geflossen, die Wunden brennend heiß. 2. Warum es so viel Leiden, so kurzes Glück nur gibt? Warum denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen —, du armes Herz, warum? 3. Daß nicht vergessen werde, was man so gern ver⸗ gißt: daß diese arme Erde nicht unsre Heimat ist! Es hat der Herr uns allen, die wir auf ihn getauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimat⸗ recht erkauft. 4. Hier gehen wir und streuen die Thränensaat ins Feld, dort werden wir uns freuen im selgen Himmelszelt; wir sehnen uns hienieden dorthin ins Vaterhaus und wissens, die geschieden, die ruhen dort schon aus. 5. O das ist sichres Gehen durch diese Erdenzeit: nur immer vorwärts sehen mit selger Freudigkeit; wird uns durch Grabeshügel der klare Blick verbaut: Her gib der Seele Flügel, daß sie hin⸗ überschaut. 26 6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz, geh selber uns zur Seiten und führ uns heimat⸗ wärts. Und ist es uns hie⸗ nieden so öde, so allein, o laß in deinem Frieden uns hier schon selig sein. Eleonore Fürstin Reuß 1835. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. 47 Das liebe neue Jahr geht an, das alte hat ein Ende; drum jauchzt und freut sich jedermann, er⸗ hebt sein Herz und Hände zu unserm Gott im Himmelsthron, dankt ihm und seinem lieben Sohn, auch Gott dem heilgen Geiste. 2. Gott Vater hat den Sohn gesandt, Gott Sohn ist Mensch geboren, Gott heilger Geist macht das bekannt uns, die wir warn verloren. Im selgen, lieben Gotteswort ge— schrieben ists an manchem Ort und wird uns klar verkündet. 3. Die reine Lehr und Sa⸗ krament wir hab'n in unserm Lande, fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, Heil in allem Stande. Gott krönt das Jahr mit seinem Gut, hält Kirch und Schul in guter Hut, auch aller Christen Häuser. 4. Das danken wir dem lieben Herrn und freun uns solcher Güte. Er woll den Feinden steurn und wehrn und uns hinfort behüten. Er geb ein selig neues Jahr und helf Neujahr. uns zu der Engel Schar, da wolln wir ihn schön preisen! Cyriakus Schneegaß, 1546— 1597. Mel: Herzlich thut mich verlangen. 48 Durch Trauern und 5 durch Plagen, durch Not, durch Angst und Pein, durch Duliung und durch Klagen, durch Sorgen roß und klein bin ich, Gott⸗ ob, gedrungen; dies Jahr ist hingelegt; dir, Gott, sei Lob ge⸗ sungen, mein Herze wird erregt. 2. Der du mich hast er⸗ bauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Glück ver⸗ trauet, du bist und bleibst mein Teil. Du hast mich wohl erhalten, du bist mein fester Trost; dich laß ich ferner walten, wenn mich die Not anstoßt. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich, gib, daß ich nichts ver⸗ übe, was irgend wider dich. Dir ist mein Will ergeben, ja, er ist nicht mehr mein, ieweil mein ganzes Leben dein* wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armut drücken, ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen, ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich Verachtung tragen, ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben. 2t Gott, dein Wille gilt. oll ich in Angsten schweben, mein Hei Coll ich ich will ich von dein Wi 6. S dringen, mein Lid verschlin du nicht dienet d du aber deines schlossen sei heut mein§ Laß ich werd it neuen Vort! Gottfr Mal.: 49. Lebens mit se und w unsrer urüch Schutz die nie müdet noch unsers von u an un . neu i m de Schar, da zön preisen! 1546—1597. ich verlangen. rauern und Plagen, Angst und nung und ich Sorgen r ich Gott⸗ ies Jahr ist sei Lob ge⸗ wird erregt. ch hast er⸗ steht mein Glück ver⸗ und bleibst hast mich bist mein aß ich ferner ch die Not o meine i will auch nichts ver⸗ wider dich. il ergeben, mehr mein, izes Leben zu sein. oll ich nich ich wills mich die will dabei Verfolgung ing tragen, Neujahr. 27 mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden, ich will gehorsam sein. Soll ich von hinnen scheiden, Herr, dein Will ist auch mein. 6. Soll ich zum Himmel dringen, gar gern, o Gott, mein Licht. Soll mich die Höll verschlingen? ach, dieses willst du nicht. Ich habe zwar ver⸗ dienet der tiefen Hölle Glut; du aber bist versühnet durch deines Sohnes Blut. 7. Heut ist das Jahr be⸗ schlossen; Herr, deine Gnade sei heut auf mich neu ergossen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden; dein Wort verspricht es mir. Gottfr. Wilh. Sacer, 1635—-1699. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 49 Ein Jahr der Sterb⸗ 5 lichkeit, der kurzen Lebenstage ist abermal dahin mit seiner Lust und Plage und wiederum ein Teil von unsrer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schutz und Kraft. 2. Herr, deine Güte machts, die niemals uns zu lieben er⸗ müdet noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank in Gnaden von uns an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. 3. Wir schließen uns aufs neu in dein so treues Sorgen, in dein Erbarmen ein; da sind wir wohl geborgen, da ist das feste Schloß vor aller Feinde Trutz, da findet allezeit dein Volk in Nöten Schutz. 4. Gib mit dem neuen Jahr uns neue Stärk im Glauben, laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben. Erneure Herz und Sinn, und das geschenkte Licht des ewig wahren Worts er⸗ lösche bei uns nicht. 5. Entzünde neue Lieb und Sanftmut in uns allen, und soll uns dieses Jahr auch neue Not befallen, 10 stärke die Geduld und mache deine Treu, o Vater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gib, das wir mehr und mehr den alten Menschen töten; verleih an Seel und Leib, was jedem ist von nöten, und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden sein; du machst doch alles gut. 7. Wem du das Ziel be⸗ stimmt, in diesem Jahr zu scheiden, den wollst du, treuer Gott, in Gnaden vollbereiten! Laß ihn im Glauben hier be⸗ schließen seinen Lauf und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf! Henr. Kath. v. Gersdorf, 1648— 1726. Mel.: Zeuch mich, zeuch mich, oder: Unfer Herrscher, unser König. 50* Hiff Herr Jesu, laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an; laß es 28 neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, gib mir Buße für die Sünd; hilf, daß sie mir nimmer schade, sondern bald Verzeihung find, Herr, in dir; nur du, mein Leben, kannst die Sünd allein vergeben. 3. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, 910 Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe, ja voll Angst und Zagen bin; stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 4. Herr, du wollest Gnade eben, daß dies Jahr mir heilig sei und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 5. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr, trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr; freudig will ich dich um sassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Joh. Rist, 1607—1667. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 51. I sus soll die Losung sein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem acehn. stehn und 25. seinem Zein 2 2. Jesu Name, Jesu. Wurt soll in seinem Zion schallen; und so oft wir nach dem Ort, Neujahr. da sein Name thronet, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligtum. 3. Sein Versühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu teil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; eht uns dieser Leitstern für, 10 wird alles wohl bestehen und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen; so wird alle Bitterkeit uns zum Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. Benj. Schmolck, 1672- 1737. Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren. un laßt uns gehn 52. N und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; wir leben und gedeihen vom alten 9 dem neuen; 3. Durch so viel Angst und daen durch Zittern und durch durch Krieg und große die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Unge⸗ wittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden, 5. Al minder Kinder, u blttzen, it 6. Ac fürwahr unserm wo nich 7. G die alle sei den alles H 8. L 0 Vater unserm Brunne 9. die sich nach d ein Her 10. pforten Orten a die Fti net, wallen, nens Ruhm heiligtum. nen und sein im Glauben es uns zu lich bei uns neue Jahr ne Seligket wollen wir men gehen; eitstern für, hl bestehen nadenschein sein. „ alles Leid 6 versüßen; tterkeit uns en müssen. und Schild, mer stillt. 1672—1757. ott dem Herren. t uns gehn treten mit Beten zum n Leben bis en. dahin und nJaht zum nnd gedeihen neuen; Angst und munddurch und große Heltbedecken. von treuen eren Unge⸗ n hier auf Hurhet Epiphanias. 29 5. Also auch und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Not und Trübsal blitzen, in seinem Schoße sitzen. 6. Ach Hüter unsres Lebens, fürwahr es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden! 8. Laß ferner dich eybitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gib mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß zu die Jammer⸗ pforten und laß an allen Orten auf so viel Blutvergießen die Friedensströme fließen. IV. E y i p Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 53 Gott der Juden, Gott der Heiden, aller Völker Heil und Licht! Saba sieht den Stern mit Freuden, der von dir am Himmel spricht. Sem und Japhet kommt von fern, dich zu sehn, o Jakobsstern! 2. Wir gesellen uns zu denen, die vom Morgenlande sind. Unser Fragen, unser Sehnen ist nach dir, du großes Kind! 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen; laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnädig allen Kran⸗ ken, gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christen Schare zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhardt, 1607—1676. hanias. Unsre Kniee beugen sich, unser Arm umfasse dich. 3. Nimm die aufgethanen Schätze, Schatz, der unser Herz erfreut! Deine Mildigkeit er⸗ setze unsrer Hände Dürftigkeit. Reichtum suchen wir bei dir, lauter Armut bringen wir. 4. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb und Hoff⸗ nung an; laß dich einen Weih⸗ rauch laben, den die Andacht geben kann. Und als Myrrhen 30 Epiphanias. bringen wir die Geduld und fromm und treu, daß ich Buße dir. 5. Diese Opfer nimm in Gnaden von ergebnen Herzen an, und laß keinen Feind uns schaden, der dich nicht vertragen kann; wenn Herodis Schwert gewetzt, so behalt uns unverletzt! 6. Nun, wir gehn von deiner Krippen: Laß mit Segen uns von dir. Zeig uns Bahn durch Dorn und Klippen, still der Feinde Mordbegier; mach uns selbst den Weg bekannt, der uns führt ins Vaterland. Benj. Schmolck, 1672—1787. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 54* N großer Wun⸗ — derstern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe; laß es auch bewährt und rein in dem Trübsalsofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir ge⸗ nügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern, vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bitt⸗ rer Reu; ach, mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an! Erdm. Neumeister, 1671—-1756. Mel.: Valet will ich dir geben. 55 O König aller Ehren, . Herr Jesu, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron; hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mag werden zur ewgen Seligkeit. 2. Von deinem Reiche zeu⸗ gen die Leut aus Morgen⸗ land, die Knie sie vor dir beugen, dieweil sie dich erkannt. Der Stern auf dich hinweiset, dazu das göttlich Wort; drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer Kö⸗ nig, wie uns die Schrift ver⸗ meldt, doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld, prangst nicht auf hohem Rosse, trägst keine güldne Kron, sitz st nicht in festem Schlosse; hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön ge⸗ zieret, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Ge⸗ walt, daß sie im Frieden sitzen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein er⸗ barmen, in dein Reich nimm mich auf, dein Güte schenk mir Rumen u Den Fein dem Teu daß sie! Relt mich 6. Di zünden d Stern, Sünden fern.§ und mit meinen: in Ewig odet: 56.5 du Sale welch e über de Gott h. die im 2—— Weichen in die it zu Dng l Hanze Fuster 9. 9 blndet an I shier v unsre hoftete 4. detbor uns n reu, daß ich de finde und prechen kann: zein Opfer an! ter, 1671—1756. Uich dir geben. ig aller Ehren, Isu, Davids ieich soll ewig immel ist dein aß allhier auf schen weit und bekannt mag Hgen Seligket. m Reiche zeu⸗ aus Morgen⸗ e sie vor dir sie dich erkannt. dich hinweiset, 9 Wort; drum preiset, daß du in großer Kö⸗ ie Schrift ver⸗ st du gar wenig ut und Geld, f hohem Rosse mne Kron, sitzst Schlosse; hier und Hohn. Epiphanias. 31 Armen und segne meinen Lauf. Den Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Not. 6. Du wollst in mir ent⸗ zünden dein Wort, den schönen Stern, halt falsche Lehr und Sünden von meinem Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Behm, 1557—1622. Eigene Melodie, oder: Zeuch mich, zeuch mich. 56 Werde Licht, du Stadt der Heiden, und du Salem, werde Licht; schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen. 2. Dunkelheit die mußte weichen, als dies Licht kam in die Welt, dem kein andres ist zu gleichen, welches alle Ding erhält. Die nach diesem Glanze 18 dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waren wir ver⸗ blendet, 190 noch dies Licht brach an! Ja, da hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann; unsre Augen und Gebärden hafteten nur an der Erden. 4. Gottes Rat war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht, Klein und Große mußten Lht jedem fehlt' es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 5. Aber wie hervorge⸗ gangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches soviel Angst und Weh aus der Welt hin⸗ weggetrieben, daß nichts Dunk⸗ les übrig blieben. 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn. Ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl gethan und uns diesen Schatz geschenket, der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gib, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch des Glaubens Liebeswerke folgen in Gerech⸗ tigkeit und hernach im Freuden⸗ leben heller als die Sterne schweben. 8. Dein Erscheinung müss' erfüllen mein Gemüt in aller Not; dein Erscheinung müsse stillen meine Seel auch gar im Tod. Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 9. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen elt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klar⸗ heit wohnen. Joh. Rist, 1607—1667. Passionszeit. V. Passionszeit. Eigene Melodie. 57* Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gib uns deinen Frieden! Amen. Alte Kirche. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 58 Der am Kreuz ist 2 meine Liebe und sonst nichts in dieser Welt. O daß ers doch ewig bliebe, der mir jetzt so wohl gefällt! Nun mein Herz soll immer⸗ fort fest bestehn auf diesem Wort, sei es heiter oder trübe: Der am Kreuz ist meine Liebe. 2. Zwar es ist mir unver⸗ borgen, was die Lieb oft nach sich zieht: Schmach, Ver⸗ solgung, Not und Sorgen, Kreuz und Armut bringt sie mit. Ja, wenn er, mein Hei⸗ land, will, ist kein bittrer Tod zu viel. Doch es komme no so trübe, der am Kreuz ist meine Liebe. 3. Lieber wähl ich solche Plage und der Liebe schweren Stand, als ohn ihn die besten Tage und der Ehren eitlen Tand. Heißt mich immer wunderlich, spotte man auch über mich, daß ich, was er haßt, nicht übe, der am Kreuz ist meine Liebe. 4. Aber wißt ihr meine Stärke und was mich so mutig macht, daß mein Herz des Fleisches Werke und des Sa⸗ tans Grimm verlacht? Jesu Lieb ist mir gewiß, seine Lieb ist stark und süß! Was ist, das mich noch betrübe? Der am Kreuz ist meine Liebe. 5. Diese Liebe lohnet endlich, führt zu ihm ins Vaterhaus, ist zur letzten Zeit erkenntlich und teilt Kränz und Kronen aus. Ach, ach wollte Gott, daß doch alle Welt dereinst sich noch dieses in das Herz einschriebe: Der am Kreuz ist meine Liebe! Joh. Ernst Greding, 1676— 1748. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 59 Ein Lämmlein geht — und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und träget in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und krank, ergibt sich auf die Wür⸗ gebank, verzeiht sich aller Freuden; es nimmet an chmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Saeleß und Heiland meiner Seelen; den, den hat Gott zum Sühner we hin, mein dich an d ausgethan Zornesrut⸗ schwer, der lannst un Ios durch Uhuten.“ 9 3.Oa Herkzensgr will dirs t hängt an! Wirken is Vunderlie fannst, w acht, E wingen. bist stark, Orab und Fehen spr 4. Me dich aus lassen, di wie du m sassen. 3 Hetzens L Mz in ich, was er der am Kreuz t ihr meine nich so mutig in Herz des und des Sa⸗ rlacht? Jehu viß, seine Lieb iß! Was is, hetrübe? Der eine Liebe. lohnet endlich, 5 Vaterhaus, zeit erkenntlich und Kronen wollte Gott, Welt dereinst in das Herz am Kreuz ist Rg, 1976—178. flüssen Babylon ämmlein geht rägtdieSchul rer Kinder; es et in Gedul er Sünder; es ird matt un auf die Wür⸗ ht sich alle Passionszeit. 33 Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen.„Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgethan zu Straf und Zornesruten; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten.“ 3.„Ja, Vater, ja, von Herzensgrund, leg auf, ich will dirs tragen; mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen.“ O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn ab— zwingen. O Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets gleich wie du mich mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigen— tum beständi⸗ lich verschreiben. 5. Ich wil von deiner Lieb— lichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen; mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Ge⸗ dächtnis schließen. 6. Erweitre dich, mein Herzensschrein, du sollst ein Schatzhaus werden der Schätze, die viel größer sein als Himmel, Meer und Erden. Weg mit den Schätzen dieser Welt und allem, was der Welt gefällt, ich hab ein Bessres funden; mein großer Schatz, Herr Jesu Christ, ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. 7. Das soll und will ich mir zu nutz zu allen Zeiten machen; im Streite soll es sein mein Schutz, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wenn mir nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen; im Durst solls sein mein Wasser⸗ quell, in Einsamkeit mein Sprachgesell, zu Haus und auch auf Reisen. 8. Was schadet mir des Todes Gift? dein Blut das ist mein Leben. Wenn mich der Sonne Hitze trifft, so kann mirs Schatten geben; setzt mir der Wehmut Schmerzen zu, so find ich bei dir meine Ruh, als auf dem Bett ein Kranker. Und wenn des Kreuzes Un— gestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anker. 9. Wann endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dies Blut mein Purpur sein, ich will mich darin kleiden. Es soll 3 34 sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte Braut an deiner Seite stehen. Paul Gerhardt, 1607—-1676. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 60 Es ist vollbracht! Er 7 ist verschieden, mein Jesus schließt die Augen zu; der Friedefürst entschläft im Frieden, die Lebenssonne geht zur Ruh und sinkt in stille Todesnacht; o großes Wort: Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen; das ewge Wort muß sprachlos sein, das Herz der Treue wird gebrochen, den Fels des Heils umfaßt ein Stein; die höchste Kraft ist nun verschmacht, o wahres Wort: Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Ihr, meine Sünden, verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich verkünden: Des Sohnes Blut erlangt Ge⸗ hör; am Kreuz hats Frieden uns gemacht. O süßes Wort: Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen zieht mich zu deinem Grabe hin, dich wünschen Engel zu umfangen, ruh auch in meinem Herzen drin, wo dir die Liebe Mel.: Passionszeit. aum —7 o tröstlich Wort: 8 ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die Engel sind allhier zugegen, ich schlummre sanft mit Jakob ein, die Himmelspfort ist aufge⸗ macht, o Lebenswort: Es ist vollbracht! Salom. Franck, 1659—- 1725. Mel.: Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht, oder: Begrabt den Leib. 61 H* Jesu Christ, dein 2 teures Blut ist meiner Seele höchstes Gut, das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein teures Blut, dein Lebenssaft gibt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius, 1611—-1684. Mel.: Herr, wie du willst, so schicks, oder: Es ist gewißlich an der Zeit. 62 H Jesu, deine Angst 3 und Pein und dein betrübtes Leiden laß mir vor Augen allzeit sein, die Sünde zu vermeiden. Laß mich an dine groß hethen, bit ich lebe, d 2. Die du hast, shlagen, Zündenlast nagen; ac schone mei Hergessen Reht erge 3. Dul Mon, b gangen, Spbtt un am Rreuze u für uns Unsre schr Oott verst Dru Danlbarke lobsingen, ber Selig tünftig m daselbst ne um ganze euig daft 5. Her Ind Pein Rdden laß an wen cheden. durch dei bchüche telbe. 9 M: He 03. nich in ollbrachtl Ich zur Rub auf stein, die Engel zugegen, ich mit Jakob ein, ort ist aufge⸗ newort: Es ist ranck, 1659—1725. Hrist, meins Lebens cgrabt den Leb. jesu Christ, dein ures Blut ist höchstes Gut, das labt, das mein Herz von rein. ut mein Schmuck d, dein Unschuld feit macht, daß hott bestehn und Lefreud eingehn. Christe, Gottes Trost, mein Heil hron, dein teures Lebenssaft gibt eLebenskraft. su, in der lehten ch shrect Teufel „ so laß Ja dies Fein: dein Blut Passionszeit. 35 deine große Not und deinen herben, bittern Tod, dieweil ich lebe, denken. 2. Die Wunden alle, die du hast, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen; ach liebster Heiland, schone mein, laß diese Schuld vergessen sein, laß Gnad für Recht ergehen. 3. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gangen, ertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Rat und unsre schwere Missethat bei Gott versöhnen möchtest. 4. Drum will ich jetzt aus Dankbarkeit von Herzen dir lobsingen, und wenn du zu der Seligkeit mich wirst hin⸗ künftig bringen, so will ich daselbst noch viel mehr zusamt dem ganzen Himmelsheer dich ewig dafür loben. 5. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß meine letzte Zuflucht sein, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod fein sanft erhe meine Not und selig sterbe. Amen. Unbekannt, 1674. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 63. Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zer⸗ schlagen die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hoch⸗ heiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt, ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüte in deine Güte. 7. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahingegeben. 8. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen 3* 36 üben. O gib zu diesem seligen Geschäfte stets neue Kräfte. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. Eigene Melodie. 64* ee. n Jesu, was hast du ver⸗ brochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld, in was für Missethaten bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins An⸗ gesicht geschlagen und ver⸗ höhnet; du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen. Ich, ach Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Subch der Gerechte, für seine Knechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 6. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Treu aus⸗ breiten? Kein menschlich Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 7. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit Passionszeit. doch dein Erbarmen zu ver⸗ gleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 8. Doch ist noch etwas, was dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neu mein Herze nicht entzünden mit alten Sünden. 9. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 10. Dann werd ich dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach noch Plagen, nichts von Ver⸗ folgung, nichts von Todes⸗ schmerzen nehmen zu Herzen. 11. Dies alles, obs für schlecht zwar ist zu schätzen, wirst du es doch nicht gar bei seite setzen; in Gnaden wirst du dies von mir an⸗ nehmen, mich nicht beschämen. 12. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehren⸗ krone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. Joh. Heermann, 1585—-1647. Mel.: Herr Jesu Christ, du ꝛc. 65 N danke dir für deinen Tod, Herr Jesu, und die Schmerzen, die du in deiner letzten Not empfandst in deinem Herzen. Laß die Vei ein Labsal wenn mir 2. Ich! Huld, die d da du mi Schuld de geneiget. zu mir, n getat in Gnade spi 3. Laß Hunst aus auf daß a sonst dein nimm sie Frst, wo bst, und! M: Chr 66.3 denlen, w mlathron chenlen. armen zu ver⸗ hann ich dir ebesthaten im t noch etwas, ehme: wenn ich üste dämpf und aufs neu mein entzünden mit ber dies nicht u Kräften, fest an das Kreuz gib mir deinen h regiere, zum werd ich dir zu agen, kin Kteuz feine Schmach nichts von Ver⸗ 15 von Todes⸗ men zu Herzen. alles, obs für ist zu schätze, doch nicht gar n; in Gnaden 3 von mir an⸗ nicht beschämen. dott, Herr Nu, nem Throne auf testehndie Ehren⸗ Uich dir, wemn ohl klingen Lob igen. 15951⁰1⁷• rmann, 1685 Passionszeit. Laß die Verdienste solcher Pein ein Labsal meiner Seele sein, wenn mir die Augen brechen. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du mir hast erzeiget, da du mit Zahlung meiner Schuld dein Haupt zu mir geneiget. Ach, neig dich 2—. zu mir, mein Gott, wenn ich gerat in Todesnot, damit ich Gnade spüre. 3. Laß meine Seel in deiner Gunst aus ihrem Leibe scheiden, auf daß an mir nicht sei um⸗ sonst dein teuer wertes Leiden; nimm sie hinauf zur selben Frist, wo du ihr liebster Jesus bist, und laß mich ewig leben. Joh. Scheffler, 1624- 1677. Mel.: Christus, der uns selig macht. Jesu, deine Passion 66. Irwil ich jetzt be⸗ denken, wollest mir vom Him⸗ melsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen. 2. Gib, daß ich recht sehen mag deine Angst und Bande, dein Verspeien, Schläg und Schmach, deine Kreuzesschande, deine Geißel, Dornenkron, Speer⸗ und Nägelwunden, deinen Tod, o Gottessohn, in den Marterstunden. 3. Doch laß 230. ja nicht allein deine Marter sehen; laß mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen. Ach, die Ur⸗ 37 Sünde; diese hat gemartert dich, daß ich Gnade finde! 4. Jesu, lehr bedenken mich dies mit Buß und Reue; hilf, daß ich mit Sünden dich martre nicht aufs neue. Sollt ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, was mein Heiland büßen mußt mit so großen Leiden? 5. Wenn mir meine Sünde will machen heiß die Hölle, Jesu, mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle. Dich und deine Passion laß mich gläubig fassen; liebet mich sein lieber Sohn, wie kann Gott mich hassen? 6. Gib auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nach⸗ trage, daß ich Demut von dir lern und Geduld in Plage, daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indes laß dies Lallen— bessern Dank ich dorten geb— Jesu, dir gefallen. Siegm. v. Birken, 1626—-1681. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 67* I deine tiefen Wunden, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs⸗ und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein; die verleidet meinem Herzen, mit der Sünde je zu scherzen. 2. Will sich denn in Lüsten weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an sach war auch ich, ich und meine dein Leiden, bald wird alles 38 wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Sünden⸗ bahn, da nichts ist als Jubi⸗ lieren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Centnerlast, die du ausgestanden hast; so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja, für alles, das mich kränket, geben deine Wunden Kraft; wenn mein Herz hinein sich senket, schöpf ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich setz ich mein Vertrauen, du bist meine Zu⸗ versicht; dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe teil, bringet mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auf⸗ erstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütig⸗ keit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich ver⸗ berge mich in dich; kein Feind kann verletzen mich! Wer sich legt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann, 1585—- 1647. Passionszeit. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben, oder: Alle Menschen müssen sterben. 68. JIesu, der du wollen büßen für die Sünden aller Welt durch dein teures Blutvergießen, der du dich hast dargestellt als ein Opfer für die Sünder, die verlornen Adamskinder: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 2. Rette mich durch deine Eunde wenn mich meine ünde plagt; laß, ach, laß mich nicht verzagen, weil du selbst für mich gezagt. Hilf, daß mich dein Angstschweiß kühle, wenn ich Drangsalshitze fühle: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein. 3. Mache mich durch deine Bande von des Satans Banden frei; hilf, daß dein erlittne Schande meine Kron und Ehre sei. Trost der Seelen, Heil der Erden, laß mich nicht 10 Schanden werden: ach, aß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 4. Rede durch dein Stille⸗ schweigen, liebster Jesu, mir das Wort, wenn mich Sünden überzeugen und verklagen fort und fort, wenn mein bös Ge⸗ wissen schreiet und mir mit Verdammnis dräuet: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 5. Laß mich Freudenrosen brechen, liebster Jesu, meine Zier, von den Dornen, die dich stechen; Jesu, nahe dich U mit; kr. und Gnade, dom mir denne Tode velloren sei 6. Ach, Wunden fr sein, wenn schwunden in Seelenp daner Gn die mich Ddune Tod Watloren se dder Sünd Zete find despein loten sein 8. Hilf Dürsten r dih gepl unn ich mane Si damen 2 Mur Oehen Aß deine nir verlo in! nes Lehens deben en müssen strben. „der du wollen üßen für die Belt durch dein rgießen, der du gestellt als ein e Sünder, die amskinder: ach, despein nicht an sein! nich durch deine m mich meine laß, ach, laß zagen, weil du h gezagt. Hilf in Angstschweiß h Drangsalshitze deine Todespein verloren sein. mich durch deine Satans Banden aß dein erlittne ine Kron und rost der Sellen , laß mich nicht werden: ach dezpein nicht an sein ö 1 dein Stille⸗ bster Jesu, wur m nich Sinden 1d verllagen for Passionszeit. zu mir; kröne mich mit Huld und Gnade, daß kein Sünden⸗ dorn mir schade: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 6. Ach, laß deine tiefen Wunden frische Lebensbrunnen sein, wenn mir alle Kraft ver⸗ schwunden, wenn ich schmacht in Seelenpein; senk in Abgrund deiner Gnaden alle Schuld, die mich beladen: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein. 7. Ach, zerbrich des Eifers Rute, ach, erzeige Gnad und Huld! Tilge doch mit deinem Blute meine schwere Sünden⸗— schuld; laß mich in der Angst der Sünden Ruh in deiner Seite finden: ach, laß deine Todespein nicht an mir ver⸗ loren sein! 8. Hilf, daß mir dein Dürsten nütze, das am Kreuze dich geplagt; wenn ich lechze, wenn ich schwitze, wenn mich meine Sünde jagt, laß mich deinen Durst genießen, laß mir Lebensströme fließen: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 9. Jesu, komm mich zu be⸗ freien durch dein lautes Angst⸗ geschrei; wenn viel tausend Sünden schreien, stehe doch mir Armen bei; wenn mir Wort und Sprach entfallen, laß mich sanft von hinnen wallen: laß mir deine Todes⸗ pein Leben, Heil und Himmel ein! Unbekannt, 1697. — 39 Eigene Melodie, oder: Alle Menschen müssen sterben. 69.* JIssu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben! Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach, du hast aus⸗ gestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strickund Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausend,‚ tau⸗ sendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 3. Wunden ließest du dir schlagen, ohnemaßen littest du, um zu rhen meine Plagen, um zu setzen mich in Ruh. Ach, du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt, gar mit Dornen dich gekrönet; was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergetzen, mir die Ehren⸗ kron aufsetzen. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 5. Du hast wollen sein geschlagen, mich zu lösen von der Pein, fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausend, tausend⸗ mal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 6. Du hast dich in Not mit gestecket, hast gelitten Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld; daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 7. Deine Demut hat, ge⸗ büßet meinen Stolz und Uber⸗ mut, dein Tod meinen Tod versüßet; es kommt alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte Not, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod; für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tausendfaches Plagen, für dein Angst und tiese Pein will ich ewig dankbar sein. E. Ch. Homburg, 1605- 1681. Mel.: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 70 Laßt uns doch Christo dankbar sein, daß er für uns in große Pein sich willig hingegeben. Auch laßt uns sein der Sünde feind und, weil Gott nunmehr unser Freund, nach seinem Willen leben, die Lieb erzeigen jeder⸗ Passionszeit. mann, wie Christus selbst an uns gethan. O Menschenkind, betracht es recht, wie Gottes Zorn die Sünde schlägt! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Von Sünden schrecke mich dein Tod. Eigene Melodie, oder: O Durchbrecher aller Bande. 7¹* du Liebe meiner 2 Liebe, du er⸗ wünschte Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Lei⸗ dens mir zu gute als ein Opfer eingestellt und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt. 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Olberg sich betrübt, Liebe, die mit heißem Sehnen unaufhörlich fest geliebt. Liebe, die den eignen Willen in des Vaters Willen legt, und um Gottes Zorn zu suilen, treu die Last des Kreuzes trägt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehört, Liebe, die mit Angst und Schmerzen nicht der strengste Tod versehrt, Liebe, die sich liebend zeiget, als sich Kraft und Atem endt, Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt. 4. Liebe, die mit ihren Armen mich zuletzt umfangen wollt, Liebe, die aus Liebs⸗ erbarmen mich zuletzt in höch⸗ ů ser Huld lassen, di nich bat, Zorn sos ihr Veid 5. Lie storben u Gut an worben, dein Bli deinen V Liebe di lchten E nem Her 6. Li känket Herz in senket, nem S daß du leben ke Ril er euig lie Clisa Nel. 2 * Schmer Haupt, niteine sost se Cht un agöh ristus selbst an Menschenkind ht, wie Gottes e schlägt! Herr Herr und err und Gott! schrecke mich Molodi Melodie, recher aller Bande. Liebe meiner Liebe, du er⸗ keit, die du dich Triebe in das eid deines Lei⸗ ite als ein Opfer bezahlt mit alle Missethat die mit Schweiß an dem Olberg Liebe, die mit en mnaufhörlich Liebe, die den in des Vaterz und um Gottes n, treu die Last Passionszeit. ster Huld ihrem Vater über— lassen, die selbst starb und für mich bat, daß mich nicht der Zorn sollt fassen, weil mich ihr Verdienst vertrat. 5. Liebe, die für mich ge— storben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz er— worben, ach, wie denk ich an dein Blut! Ach,‚ wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft an dei— nem Herzen ruh! 6. Liebe, die sich tot ge— kränket und für mein erkaltet Herz in ein kaltes Grab ge— senket, ach, wie dank ich dei— nem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erworben, nimm mich ewig liebend an. Elisabeth v. Senitz, 1629—- 1679. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 72* Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron! o Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst verhöhnet: gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit, wie bist du so erbleichet, wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schändlich zugericht? 41 3. Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen; des blassen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hin⸗ gerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, er⸗ duldet, ist alles meine Last; ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat: gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad. 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan; dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht. Wenn dein Haupt wird er⸗ blassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herz⸗ lich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach, möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von 9. für o Jesu, liebster Freund, für 42 Passionszeit. deines Todes Schmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am ahr senn, wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Angsten kraft deiner Angst und Pein. 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt, 1607- 1676. Mel.: Christus, der uns selig macht. 73. D hilf, Christe, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir dir stets unterthan, all Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. M. Weiße, 1 1640. Eigene Melodie. 7⁴4* O Lamm Gottes, — unschuldig, am Stamm des Kreuzes ge⸗ schlachtet, allzeit erfunden g'duldig, wiewohl du wurdst verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, Sesu, 9 Jesu! 2. O Lamm Gottes, un⸗ schuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden g'duldig, wiewohl du wurdst verachtet; all Sünd hast du Lotagen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu, o Jesu! 3. O Lamm Gottes, un⸗ schuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden g'duldig, wiewohl du wurdst verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gib uns dein Frieden, o Jesu, o Jesu! N. Decius, 1 1541. Eigene Melodie. 73. 0 Traurigkeit, o Herzeleid! ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einig Kind wird ins Grab getragen. 2. O große Not! der Herr ist tot, am Kreuz ist er ge⸗ storben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind, nur deine Sünd hat dieses ange⸗ richtet, 0 du durch die Misse⸗ that warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hier mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund, o Glau⸗ bensgrund, wie bist du doch Ferhlag Erden lel Stamm dein 9 t müßten wir an dich unser n Gottes, un⸗ mm des Kreuzes llzeit erfunden du wurdst Sünd hast du st müßten wir arm dich unser, Gottes, un⸗ mmdes Kreuzes llzeit erfunden ohl du wurdst Sünd hast du st müßten wir h uns dein u, o Jesu! . Decius, f 1541. Melodie. Traurigkeit, o geleid!wist das gen? Gott des Kind wird ins Notl der Herr reuz ist er ge dadurch das 2 Li ins auls L schenkind, nur at dieses ange⸗ hurch die Misse⸗ nz vemichtet Passionszeit. 43 zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. O selig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab versenket. 7. O Jesu, du mein Hilf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen. Joh. Rist, 1607—1667. Mel.: O Welt ich muß dich lassen. an SWelt, sieh hier 76.— dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes über⸗ füllt; aus seinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so ge⸗ schlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder, von Übelthaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sün⸗ den, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen ge⸗ bunden in der Höll; die Gei⸗ ßeln und die Banden und was du ausgestanden, das hat ver⸗ dienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein; du wirst ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja lässest dich gar würgen für mich und meine Schuld; mir lässest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Ich bin, mein Heil, ver⸗ bunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel ver⸗ mögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 9. Nun ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 10. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran er— getzen, ich sei auch, wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. 11. Ans Kreuz will ich mich schlagen mit dir und dem absagen, was dir, Herr, nicht 4⁴ Passionszeit. gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 12. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Eeiile die dir geflossen zu, e sollen mich am Ende in 5e en Schoß und Hände be⸗ gleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 1607-1676. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 7. Seele, geh auf Gol⸗ gatha, setz dich unter Jesu Kreuze und bedenke, was dich da für ein Trieb zur Buße reize; willst du unempfindlich sein,‚ so bist du mehr als Stein. 2. Ses doch das Jam⸗ merbild zwischen Erd und Himmel hangen, wie das Blut mit Strömen quillt, daß ihm alle Kraft vergangen. Ach, der übergroßen Not, es ist ja mein Jesus tot! 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hab ich verschuldet, und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, gibst du dich ans Kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe. Schaue 05 des Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe. Dein im Blute wallend Herz setzet mich in tausend Schmerz. 5. Ich kann nimmer, nimmer⸗ mehr diese Plagen dir ver⸗ gelten, du verbindest mich zu sehr; alle Güter, Welten, alles wäre noch kein Dank nur für deinen Gallen⸗ trank. 6. Nun, ich weiß noch was für dich: ich will dir mein Herze geben; dieses soll beständiglich unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 7. Laß dein Herz mir offen stehn, öffne deiner Wunden Thüre; da hinein will ich stets gehn, wenn ich Kreuz und Not verspüre, wie ein Hirsch nach Wasser dürst, bis du mich erquicken wirst. 8. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt versch mähen; laß mich dich, du höchstes Gut, immer vor den Augen sehen. Führ in allem Kreuze mich wunderlich und seliglich. 9. Endlich laß mich meine Not auch geduldig überwinden. Nirgend sonst wird mich der Tod als in deinen Wunden Werten Wer sich hier sein ette macht, spricht zuletzt: Es ist vollbracht! Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 78. ei mir tausendmal dltcbt der mich je und je geliebt, Jesu, der 9 selbst gebüßet das, 1101 ich dich betrübt. Ach, wie ist mir doch so wohl, wann ich knien und liegen soll an dem tausend ö Rreuze, meine S 2. He Selen, bin, nim nich qui 01 0 Fall ge mir gen 11 Bl siz al E Wudu Herz hi alle St essen f choͤnstes Herze r dei mün Gunst 4. halten lann. — lich an Mum, Rumm, Mauer lg all Ml.:“ * 70, Glabe deinen 1 Waler Laen! n üter, tausend wäre noch kein deinen Gallen⸗ h weiß noch ich will dir en; dieses soll unter deinem Wie du mein, lebend, leidend, Herz mir offen einer Wunden mein will ich enn ich Kreuz püre, wie ein asser dürst, bis sen wirst. mein Fleisch mich die Welt j nich dich, du immer vor den Füht in allem underlich und aß mich meine dig überwinden. wud mich der einen Wunden sich hier sein pricht zuleht: 1672-1757.• — rüßet, der nich eht, Passionszeit. 4⁵ Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest! 2. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin, nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht; wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, wird sich all mein Jammer setzen. 3. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unver— gessen sein. Du bist doch mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht; laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 4. Diese Füße will ich halten auf das best ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten und mich selber freund— lich an von des hohen Kreuzes Baum, und gib meiner Bitte Raum, sprich: Laß all dein Trauern schwinden, ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt, 1607- 1676. Mel.: O Traurigkeit, o Herzeleid. 79 So ruhest du, o meine 7 Ruh, in deiner Grabeshöhle, und erweckst durch deinen Tod meine tote Seele. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsen⸗ grab, Fels des Heils, umgeben. 3. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auf⸗ erwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschreckenꝰ 4. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 5. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und in ganz ver⸗ klärter Zier aus dem Grabe gehen. 6. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis ins Grab gedenken. Salom. Franck, 1659—-1725. Eigene Melodie. enn meine Sünd 80. Wẽé mich kränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohnemaßen, wer es betrachtet recht! Es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; die Schuld ist all⸗ zumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 46 Ostern. 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein Leben lang für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Not und Angst⸗ geschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß 190 erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen! Gib, o mein Herr und Gott, daß ich ver⸗ leugne diese Welt und folge dem Exempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Ancene ohn Eigennutz und Heuchelschein und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meinen VI. O Eigene Melodie. 82. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschicht! Wie kömmt nach großem Leiden letzten Stunden und des ver⸗ sichern mich, weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, 1601- 1673. Mel.: Begrabt den Leib. 81.* ir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein teures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut, 2. Und bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch deine heilgen Wunden rot, erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand, reich uns dein allmächtige Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein, 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns wirst verlassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Fischer, 1 1600. st e rn. nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist. 2. Er senket, d Heschrei. und denke frei und ri ftöhlich vor aller nehmen dem edle Njum worben 4. Dis die krün der Sür bleib al Tod mi nichts b ein tote noch so 5. D LNachen! sie zür nachen, 8. U mein H. 6. 8 hangen Glied; und des ver⸗ il ich auf dein au, du werdest „daß ich dich ins, 1601—1673. bt den Leib. danken dit, err Jesu Christ gestorben bist uch dein teures or Gott gerecht en dich, wahr Ott, durch deine rot, erlös uns Tod und tröst ten Not. ms auch vor Uand, reich uns e Hand, daß gduldig sein, jeiner schweren pjen draus die du uns Wirst sondern 11 1s stehn, daß reuz ins Leben fisher, f 160b. Ostern. 2. Er war ins Grab ge⸗ senket, der Feind trieb groß Geschrei. Eh ers vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft Victoria! schwingt fröhlich hier und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält. 3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will ent⸗ nehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesum Christ aus Lieb er⸗ worben ist. 4. Die Höll und ihre Rotten, die krümmen mir kein Haar, der Sünden kann ich spotten, bleib allzeit ohn Gefahr; der Tod mit seiner Macht wird nichts bei mir geacht, er bleibt ein totes Bild, und wär er noch so wild. 5. Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn; sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn. Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht; das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick. 6. Ich hang und bleib auch hangen an Chrisio als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reiset durch den Tod, durch Welt, durch Sünd und Not, er reiset durch die Höll; ich bin stets sein Gesell. 7. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer 47 nach und darf mich gar nicht kehren an einig Ungemach; es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an, mein 165 0 ist mein Schild, der alles Toben stillt. 8. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Wor⸗ ten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt, 1607—-1676. Mel.: Dennoch bleib ich stets an dir, oder: Meinen Jesum laß ich nicht. 83 Auf mein Herz! Ein froher Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben. Christus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. O, wie hoch sind wir getröst! Jesus hat die Welt erlöst. 2. Er ist Gottes ewger Sohn. Ewig sei er auch ge⸗ priesen! Seiner Feinde Schar 920 Hohn hat er sichtbar es ewiesen. Er erfüllet durch die That, was sein Mund geredet hat. 3. Unsre Schulden sind zwar groß, doch wir dürfen nicht verzagen; Gott läßt unsern Bürgen los, der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit Preis gekrönt, und wir sind mit Gott versöhnt. 4. Sterben war der Sünden Sold; nun ist Christus unser Leben, der für unsre Schuld 48 nicht Gold, nein, sich selber hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo sind nun deine Ketten? Hier ist Gott, der Hilfe schafft, hier ist Jesus, der kann retten, wenn⸗ gleich unser Fleisch und Bein wird in Staub verwandelt sein. 6. Herr, dies glaub ich dir zum Ruhm, und mein Trost ist nicht vergebens; denn ich bin dein Eigentum, du die Quelle meines Lebens. Hoch erfreuet sing ich dir jetzt und ewig Dank dafür. Kaspar Neumann, 1 1715. Eigene Melodie. 84 Christ ist erstanden 2 von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! 2. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit daß er erstanden ist, lobn wir den Vater Jesu Christ. Halleluja! 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh sein. Christ will unser Trost sein. Halleluja! Alte Kirche. Eigene Melodie. 85. Christ lag in Todes Banden für unsre Sünd gegeben; der ist wieder Ostern. das Leben; des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein und singen: Halleluja, Halleluja! 2. Den Tod niemand zwingen konnt bei allen Menschenkindern; das macht alles unsre Sünd, kein Un⸗ schuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald und nahm über uns Gewalt, hielt uns in seim Reich gefangen. Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unser Statt ist kommen und hat die Sünde abgethan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt, da bleibt nichts denn Tods Gestalt, den Stachel hat er verloren. Halleluja! 4. Es war ein wunderlicher Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben das behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, wie ein Tod den andern fraß, ein Spott aus dem Tod ist worden. Halleluja! 5. Hier ist das rechte Oster⸗ lamm, das hat uns Heil er— worben; das ist an des Kreuzes Stamm in heißer Lieb ge⸗ storben; des Blut zeichnet unsre Thür; das hält der Glaub dem Tod für; der Würger kann uns nicht rühren. Halleluja! 6. So feiern wir das hohe Fest mit Herzens Freud und erstanden und hat uns bracht Wonne, das uns der Herr scheinen l die Sonn Gnaden E Herzen g Nacht istv 7. Wi wohl, zun der alt sein bei de Christus sein und s Zod ist! Satans heert: gelungen I abget st die wieder a 2. V V Dovids Wtets nit sein Grab he Hͤroche Hels⸗) Haproch wuhlgef Mieder Malle es wir sollen hott loben und und singen: leluja! Tod niemand t bei allen u; das macht ünd, kein Un⸗ inden. Davon so bald und 5 Gewalt, hielt Neich gefangen. hristus, Gottes aser Statt ist hat die Sünde mit dem Tod sein Recht und da bleibt nichts alt,den Stachel 4. Haͤlleluja! ö ein wunderlicher od und Leben eben das behielt hat den Tod Die Schrift hat wie ein Tod daß, ein Spott d ist worden. Ostern. Er ist selber scheinen läßt. die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz erleuchtet unsre Herzen ganz. Der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja! 7. Wir essen und eben wohl, zum süßen Brot geladen der alt Sauerteig nicht soll sein bei dem Wort der Gnaden. Christus selbst die Kost will sein und speisen die Seel allein; der Glaub will keins andern leben. Halleluja! Dr. M. Luther, 1483-1546. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her. 86 Der Hölle Pforten sind zerstört, der Tod ist nun verschlungen, des Satans Reich ist ganz ver— heert: Lob sei dir, Gott, gesungen! Der Sünden Macht ist abgethan; durch Christum ist die Himmelsbahn uns wieder aufgeschlossen. 2. Was uns des ersten Adams Schuld im Paradies verloren, das und noch mehr hat Christi Huld uns wiederum erkoren. Der starke Held aus Davids Stamm hat seines Vaters Zornesflamm gelöscht mit seinem Blute. 3. Heut ist er aus dem Grab herfür mit großer Macht gebrochen und stecket auf das Heils⸗Panier, gleichwie er hat gesprochen. Er bringt nach wohlgeführtem Streit uns wieder Fried und Freudigkeit, 8 nun all seine Macht, Christ ja alle Himmelsschätze. 49 4. Drum lasset uns in Fröhlichkeit Herz und Gemüt erheben, weil uns ist diese Gnadenzeit vom Himmel wieder geben. Wir haben Christi Reich und Macht; er ist hin⸗ weg, der Tag und Nacht vor Gott uns hat verklaget. 5. Der alle Welt verführt in Not, liegt in dem Staub der Erden; der vormals starke Seelentod hat müssen kraftlos werden. Des Lammes Blut hat ihn bekriegt, sein wahres Zeugnis obgesiegt und uns zum Heil erhalten. 6. Wir werden auch nach dieser Zeit wie Christus auf— erstehen und mit ihm in die Herrlichkeit und Himmelsfreud eingehen; denn wo das Haupt geblieben ist, da müssen auch, wie Paulus schließt, die andern Glieder wohnen. Mich. Schirmer, 1606—16783. Eigene Melodie. 87 Erschienen ist der herrlich Tag, dran sich niemand gnug freuen mag; Christ, unser Herr, heut trium⸗ phiert, all seine Feind gefangen führt. Halleluja! 2. Die alte Schlange, Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Not hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja! 3. Sein Raub der Tod mußt geben her, weil ihn besiegt des Lebens Herr; zerstört ist 1 50 Ostern. hat das Leben wiederbracht. Halleluja! 4. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, all's, was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darniederlag. Halleluja! 5. Drum wir auch billig fröhlich sein, singen das Halle⸗ luja fein und loben dich, Herr Jesu Christ; zu Trost du uns erstanden bist. Halleluja! Nik. Herman, 1 1561. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 88 rühmorgens, da die . Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht; vertrieben istder Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wieder⸗ bracht. Halleluja! 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not verschlossen, gleich als wär ich tot, läßt du mir früh die Gnadensonn auf⸗ gehn, nach Trauern Freud und Wonn. Halleluja! 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt in Todes Zwang; am dritten Tag durchs Grab er dringt, als Sieger seine Fahne schwingt. Halleluja! 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält, drauf folgt der Sabbat in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja! 5. In kurzem wach ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf, ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja! 6. O Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja! 7. Wie tief Kreuz, Trübsal oder Pein, mein Heiland greift allmächtig drein, führt mich heraus mit seiner Hand, wer mich will halten, wird zu schand. Halleluja! 8. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja! 9. Er nährt, er schützt, er tröstet mich, sterb ich, so nimmt er mich zu sich, wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Halleluja! 10. Mein Herz darf nicht entsetzen sich, Gott und die Engel lieben mich; die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halle⸗ luja! 11. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt; dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Joh. Heermann, 1585—1647. Nu Chri mwie groß, Mel.: W 9. Agl E die Bande auferstand im Grabe walt und er hats v Er hats die Mack des Grab 2. Gle Herungen, Riich bez etten un Kinder ur keit. Ba wir, ent mhn im —— Staub bö herklich ded Ste M wirs Ind Kra gehen, tauer is dein, Lauf, ich wach Herren Stimm, Lod mit seinem auja! der groß, o starler ein Feind, den Kein Angststein er auf mir, er n des Herzens uja! fKreuz, Trübsal in Heiland greift ein, führt mich iner Hand, wer Aten, wird zu uja! hristus, was bin Ich weiß, daß ich liebt; wenn e Melt stürb ab, ch Christum bei lleluja! rt, er schüßt, er sterb ich, zu sich Wo er nuß ich hin, u Gleed seins Halleuja! 1 Herz darf nicht Gott und die nich: die Frende W „. Fleiß erhebet rm 600 Preis m mann/ 1655—n Ostern. 51 Mel.: Wachet auf, ruft uns. 89.* Aürr Ehn jauchzt ihr Chöre, singt Jesu Christo Preis und Ehre, wie groß, wie heilig ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Ge⸗ walt und Macht! Preis ihm, er hats vollbracht! Halleluja! Er hats vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todes⸗ ketten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder und Erben seiner Selig⸗ keit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christe, dir, ruhn im Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht das Licht des ewgen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein. Halleluja! Tod und Gericht erschreckt uns nicht, denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsres Grabes Dunkel bricht! O, was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwinden und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns die Deinen. Die Todesbahn gingst du voran, wir folgen dir in deine Ruh. G. B. Funk, 1734—1814. Mel.: Wachet auf, ruft uns. 90 H eri Jesus lebet! Erlöste Menschen, kommt, erhebet des Welterlösers Majestät! Hörts, betrübte Sünder, gebet der Freude Raum; denn Jesus lebet, Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. O Seele, dein Gesang erschalle ihm zum Dank, ihm zur Ehre! Dich, großer Held, erhebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide, lobsinget ihm und nehmt voll Freude am Siege teil, den er eimütz Seid ihr gleich des Grabes, Kinder, er ist des Todes Überwinder, er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig sein? Getrost könnt ihr euch freun. Jesus lebet in Evigtei; 0 aller Zeit ist er zur Hilfe uns bereit. 3. Nun verzagt auch nicht, Verbrecher! Gott ist euch nun kein strenger Rächer, wenn ihr die Schuld mit Ernst bereut. Durch des Todes Überwinder ist er dem reuerfüllten Sünder 4* 52 Ostern. ein Vater der Barmherzigkeit. Er nimmt ihn liebreich auf, mit Kraft zum Glaubenslauf ihn zu segnen. Preis sei der Huld, die unsre Schuld vertilgt und trägt uns mit Geduld. 4. Tod‚ wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Staub erheben, wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, sowie verneut zur Frühlingszeit sich alles regt und alles freut. 5. O Erstandner, welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat! Un⸗ erforschte Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Einst sind sie unser Teil, einst krönet uns das Heil deines Lebens. Gelobt sei Gott! Auch noch im Tod ist er und bleibet unser Gott. Christoph Christian Sturm, 1 1786. Mel.: Jesus meine Zuversicht. 91 HTaaiu Jesus lebt! Tod und Hölle sind bezwungen; Gruft und Kluft und Erde bebt, da der Held hindurchgedrungen. Geht nicht mehr nach Golgatha: Jesus lebt, Halleluja! 2. Halleluja! seht das Grab, die ihr seinen Tod beweinet; wischet eure Thränen ab, weil die helle Sonne scheinet. Euer Heiland ist nicht da; Jesus lebt, Halleluja! 3. Halleluja! suchet nicht den Lebendgen bei den Toten, glaubet aber dem Bericht der verklärten Osterboten; diese wissen, was geschah: Jesus lebt, Halleluja! 4. Halleluja! dieses Wort soll mich wiederum beleben, kann ich gleich nicht an den Ort seines Grabes mich begeben; gnug, daß es mein Glaube sah: Jesus lebt, Halleluja! 5. Halleluja! er wird mir Leben in dem Tode geben. Also sterb ich freudig hier, Christi Tod ist nun mein Leben. Nur getrost, ich glaube ja: Jesus lebt, Halleluja! Benj. Schmolck, 1672—- 1737. Mel: Erschienen ist der herrlich Tag. 92— triumphieret 5 Gottes Sohn, der vom Tod ist erstanden schon mit großer Pracht und Herrlichkeit, des dank'n wir ihm in Ewigkeit. Halleluja! 2. Dem Teufel hat er seine Macht zerstört, verheert mit großer Kraft, wie pflegt zu thun ein starker Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja! 3. O lieber Herre Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, führ uns durch dein Barmherzigkeit mit Freuden in dein Herrlichkeit! Halleluia! 4 Hier Angst und und hält Vet ist Spott, schnöden 5. Nut ms schad wütet no mi Stau und wir fennd.§ 6. Da Ingleich Hinmelre Gott hel wir mi— Halleluje 7. G. höchsten eingebor Gest in Cwigleit Halleluj⸗ Ml.: We 5. 9 erlöf Herr ist uns get durch x6 lungs er auf i das 2. —ð Mur scha üne. nich be Unsti er erf hränen ab, weil iescheinet. Euer licht da; Iius al ija! suchet nicht bei den Toten, dem Bericht der sterboten; diese geschah: Jeus al ja! dieses Wort ederum beleben nicht an den Ort mich begeben; 3 mein Glaube bt, Halleluja! jal er wird mit m Tode geben. ich freudig hier, ist nun mein getrost ich glaube t, Hallelujal chmold, 1672—1787. ist der hertlich Tag ut triumphieret Gottes Sohn, Ostern. 53 4. Hier ist doch nichts denn Angst und Not; wer glaubet und hält dein Gebot, der Welt ist er ein Hohn und Spott, muß leiden oft ein schnöden Tod. Halleluja! 5. Nun kann kein Feind uns schaden mehr, ob er gleich wütet noch so sehr; er liegt im Staub, der arge Feind, und wir nun Gottes Kinder seind. Halleluja! 6. Dafür wir danken all⸗ zugleich und sehnen uns ins Gott heli u Es ist am End; ott helf uns all, so singen wir mit großem Schall: Halleluja! 7. Gott Vater in dem höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis. Halleluja! Bas. Förtsch, 4 1619. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 93 Jauchzet Gott in allen Landen! Jauchze, du erlöste Schar! Denn der Herr ist auferstanden, der für uns getötet war. Jesus hat durch seine Macht das Er⸗ lösungswerk vollbracht, welches er auf sich genommen, da er in das Fleisch gekommen. 2. Sünde, was kannst du mir schaden? Nun erweckst du keine Not; alle Schuld, die mich beladen, ist bezahlt durch Christi Tod; das Gesetz hat er erfüllt, also Fluch und Zorn gestillt und mir durch sein Wiederleben die Gerechtig⸗ keit gegeben. 3. Hölle, wo sind deine Banden? Strick und Ketten sind entzwei; da mein Jesus auferstanden, bin ich vom Ge⸗ fängnis frei, und wie seine Höllenfahrt im Triumph voll⸗ zogen ward, so ist seinen Reichsgenossen nun der Himmel aufgeschlossen. 4. Tod, du kannst an mir nichts haben, muß ich gleich zu Grabe gehn; die mit Jesu sind begraben, werden mit ihm auferstehn. Sterben ist nun mein Gewinn, also fahr ich freudig hin, da der Trost vor Augen schwebet: Jesus, mein Erlöser, lebet. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet, welches ich gewißlich weiß; gebet, ihr Erlösten, gebet seinem Namen Dankund Preis! Singet, singt Halleluja! Rufet, ruft: Der Sieg ist da! Singt und ruft in allen Landen: Heut ist Christus auferstanden. Erdm. Neumeister, 1671- 1756. Mel.: Valet will ich dir geben. 94.* Ich geh zu deinem 65 Grabe, du großer Osterfürst, weil ich die Hoff⸗ nung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht, wenn 54 ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du drückst die Augen zu; so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, doch brichst du es entzwei; wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tod erweckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Ich will 43 ergeben in meiner letzten Not. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon er⸗ wachen, wenn deine Stimme ruft.— 7. Du wirst den Olberg zeigen, wo man gen Himmel fährt, da will ich fröhlich Ostern. steigen, bis daß ich eingekehrt in Salems Friedenshäufer, da heißts: Victoria! Da trägt man Siegesreiser; ach wär ich nur schon da! Benj. Schmolck, 1672-1737. Eigene Melodie. 95 Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd führt er gefangen. Erbarm dich unser! 2. Der ohne Sünde war geborn, trug für uns Gottes Zorn, hat uns versöhnet, daß uns Gott seine Huld gönnet. Erbarm dich unser! 3. Tod, Sünd, Teufel, Leben und Gnad, alles in Händen er hat. Er kann erretten alle, die zu ihm treten. Erbarm dich unser! Dr. M. Luther, 1483- 1546. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 96* Cesus lebt, mit ihm Wauch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten aufer⸗ wecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Chre. Gi daß der Gott verst dies ist n 4. Jes mein; sein Leben. ich sein widerstrel Schwache meine g 5. Jes. nichts st sheiden, sternis, Leden. dieser P Zuversic 6. Je Tod min Leben. not wir geben, ihm spri Zuversi Uht. Zürk 97. Hiland weßß itt nich zu lange sür Ge 28 löt, ich schauen chveht RMlauen en G nach si if ich eingelcht iedenshäufer, da ria! Da trägt ser; ach wär ich molk, 1672—1737. Melodie. Christus, unser iland, der den „ist auferstanden, rt er gefangen. unser! ne Sünde war für uns Gottes versöhnet, daß ne Huld gönnet. unser! nd, Teufel,Leben illes in Händen mn ertetten alle sreten. Erbarm duther, 1483—1546. meine Zuverscht jus lebt, mit ihm auch ich; Tod deine Schrecken? und wird au n Toten auser⸗ Ostern. Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt! ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Fin⸗ sternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todes⸗ not wird es meiner Seele eben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Eigene Melodie. 97 I meine Zu⸗ 5 versicht und mein Heiland, ist im Leben; dieses weiß ich, sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt, ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt, warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich ziehtꝰ 5⁵5 3. Ich bin durch der Hoff⸗ nung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glau⸗ benshand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden; das Huond ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlich⸗ keit um ihn sein mög allezeit. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen; ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen, nur die Schwach— heit um und an wird von mir sein abgethan. 6. Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen; hier geh ich natürlich ein, dort, da werd ich geistlich sein. 7. Seid getrost und hoch erfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder, gebt nicht statt der Traurigkeit, sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wann die letzt Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finstern Erden⸗ kluft, lacht des Todes und der Höllen, denn ihr sollt euch durch die Luft eurem eiland zugesellen. Dann wird chwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 9. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. L. Henriette v. Brandenburg(2) 1627-1667. Mel.: Was Gott thut, das ist. 98 OauferstandnerSieges⸗ 5 fürst, du Leben aller Leben, heut bringst du Friede, da du wirst zur Freude uns gegeben; bracht unsre Not dich in den Tod, jetzt bist du auferstanden und frei von Todesbanden. 2. Die Last und unsrer Sünden Schuld ließ dich in Fesseln fallen, du gabest dich aus großer Huld ans Kreuz zum Heil uns allen. Nun sind wir frei von Sklaverei, darinnen wir gefangen, weil du hervorgegangen. 3. Nun geht uns fröhlich wieder auf die rechte Gnaden⸗ sonne; die erst erstarb in ihrem Lauf, gibt Strahlen neuer Wonne; jetzt ist die Seel mit Freudenöl von dir gesalbet worden und steht im neuen Orden. 4. Die Kraft von deiner Majestät bricht selbst durch Grab und Steine, dein Sieg ists, der uns mit erhöht zum vollen Gnadenscheine. Des Todes Wut, der Hölle Glut hat alle Macht verloren, und wir sind neu geboren. Ostern. 5. O, daß wir diesen teuren Sieg lebendig möchten kennen und unser Herz bei diesem Krieg im Glauben möchte brennen! Denn anders nicht kann dieses Licht uns in das Leben führen, wo wir nicht Glauben spüren. 6. So brich denn selbst durch unser Herz, o Jesu, Fürst der Ehren, und laß vorher die Glaubenskerz sich in uns Schwachen mehren, daß wir in dir die offne Thür zur ewgen Ruhe finden und auf⸗ erstehn von Sünden. 7. Erscheine uns mit deiner Güt, wenn wir in Buße weinen, und laß uns deinen teuren Fried zum ersten Anblick scheinen, so können wir, o Held, mit dir die rechten Ostern feiern und uns in dir erneuern. 8. Laß uns das wahre Auf⸗ erstehn von Herzensgrund er⸗ fahren und aus des Todes Grabe gehn, daß wir den Schatz bewahren, das teure Pfand, das deine Hand zum Siegen uns gegeben, so gehn wir ein zum Leben. J. H. Böhmer, 1674-1749. Mel.: Allein Gott in der Höh, oder: Es ist das Heil uns kommen. 99.* O Tod, wo ist dein Stachel nun, wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach disem K Christ ges 2. Wie llte Schla ihr kimpf Macht f jedennoch sie ihn in sieget sie der Kopf 3. Leb herfür, d gefangen, Schloß u den Raub sst, das den statk duf; er D behält d höhet, müchtig Hegen st Hölle, V Christi ihr Zon 5. E Chuist u Vel nu It, steh Glcder. Vorten Gube lbt, ob 6. V nahre9 sehet, Ade Angehet 0 Wüen. vagin ir diesen teuren möchten kennen rz bei diesem lauben möchte m anders nicht cht uns in das wo wir nicht n. ich denn selbst O Jiuu, Fürst nd laß vorher erz sich in uns hren, daß wir ffne Thür zur inden und auf⸗ zünden. e uns mit deiner in Buße weinen, nen teuren Fried blick scheinen, so Held, mit dir tern feiern und neuern. das Wahte Auf⸗ erzensgrund er⸗ us des Todes daß wir den ren, das teute heine Hand zum egeben, 0 9e Leben. hmer, 15—49• Ostern. 57 diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang, jedennoch er sie dämpfte; ob sie ihn in die Fersen sticht, so sieget sie doch darum nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt herfür, den Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Höllen Schloß und Thür, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held, kann halten auf; er ist der ÜUberwinder. 4. Des Herren Rechte die behält den Sieg und ist er⸗ höhet, des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr ent⸗ gegen stehet. Tod, Teufel, Hölle, Welt und Sünd durch Christi Sieg gedämpfet sind, ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt, er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo aufer⸗ stehet, ist dort vom andern Tode frei, derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und un⸗ vergänglich Wesen. 7. Das ist die reiche Oster⸗ beut, der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtig⸗ keit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 8. O Tod, wo ist dein Stachel nun, wo ist dein Sieg, o Hölle? was kann uns jetzt der Teufel thun, wie 1—— er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben. Just. Gesenius, 1601-1678. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. 100 Sei fröhlich alles 1 weit und breit, was vormals war verloren, weil heut der Herr der Herr⸗ lichkeit, den Gott selbst aus⸗ erkoren zum Sündenbüßer, der sein Blut am Kreuz vergossen uns zu gut, vom Tod ist auferstanden. 2. Wie schön hast du durch deine Macht, du wilder Feind des Lebens, den Lebensfürsten umgebracht! Dein Stachel ist vergebens durch ihn geschossen, schnöder Feind, du hättest wahrlich wohl gemeint, er würd im Staube bleiben. 3. Nein, nein, er trägt sein Haupt empor, ist mächtig Tande wmm durch deine Bande, durch dein Thor, ja hat im Sieg verschlungen dich selbst, daß, wer an ihn nur 58 Ostern. gläubt, von dir jetzt ein Gespötte treibt und spricht: Wo ist dein Stachel? 4. Denn deine Macht, die ist dahin und keinen Schaden bringet dem, der sich stets mit erz und Sinn zu diesem ürsten schwinget, der r wul spricht:„Ich leb, und ihr sollt mit mir leben für und für, weil ich es euch erworben. 5. Der Tod hat keine Kraft nicht mehr, ihr dürfet ihn nicht scheuen. Ich bin sein Siegs⸗ fürst und sein Herr, des sollt ihr euch erfreuen; dazu so bin ich euer Haupt, drum werdet ihr, wenn ihr mir glaubt, als Glieder mit mir leben. 6. Der Höllen Sieg, der ist auch mein, ich habe sie zerstöret; es darf nicht fürchten ihre Pein, wer mich und mein Wort höret. Und weil des Teufels Macht und List ge⸗ dämpftsein Kopf zertreten ist, mag er ihm auch nicht schaden.“ 7. Nun Gott sei Dank, der uns den Sieg durch Jesum hat gegeben und uns den Frieden für den Krieg und für den Tod das Leben erworben, der die Sünd und Tod,‚ Welt, Teufel, Höll und was in Not uns stürzet, überwunden! Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel.: Allein Gott in der Höh sei, oder: Es ist das Heil uns kommen. * ach auf, mein 10¹. Woderz dieNa t ist hin, die Sonn ist auf⸗ gegangen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland 0 empfangen, der heute durch es Todes Thür gebrochen aus dem Grab herfür, der ganzen Welt zur Wonne⸗ 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben; vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein An⸗ liegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Geh mit Maria Magdalen und Salome zum Grabe, die früh dahin aus Liebe gehn mit ihrer Salbungsgabe, so wirst du sehn, daß Jesus Christ vom Tod heut auferstanden ist und nicht im Grab zu finden. 6. Es hat der Löw aus Judas Stamm heut siegreich überwunden, und das erwürgte Gotteslamm 5. uns zum 65 Eatelnren as Leben und erechtigkeit, weil er nach über⸗ wundnem schaugetra J. Drũ fang an Nuus üb auch übe weil er e Macht, d in ein ne Gott im 8. S Velt noe Höͤlle R lebt, es noch bei den Ger dls ein e drum wi 9. Ab u bist vi Lett uns ind List Banden, insgemei gehen ei erworber 10. Zet vot und ew Don all überwun Herr Je H Ml. C 102 denes hunpt re muntre deinen m, den Heiland der heute durch Thür gebrochen ab herfür, der zur Wonne. 5 dem Grab der und such ein vollführe deinen und laß dein en gen Himmel, s ist, und such, als ein Christ, uferstanden. un, was dahinten nach dem, was t dein Herz zu Fesu sei erhoben. ch die böse Welt ch des Hinmels 18 ist zu finden. dich ein schwerer dein Iesus wilt fann ein Christ in in Freud un Wirf dein An⸗ errn un Ostern. 59 wundnem Streit die Feinde schaugetragen. 7. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 8. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod noch gar der Hölle Rachen; denn Jesus lebt, es hat kein Not, er ist noch bei den Schwachen und den Geringen in der Welt als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du überwinden. 9. Ach mein Herr Jesu, der du bist von Toten auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern und ewig in der Herrlichkeit von allen Überwindern, die überwunden durch dein Blut. Herr Jesu, gib uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden. Laur. Laurenti, 1660- 1722. Mel.: Christus der ist mein Leben. * illkommen Held 102². Wé im Streite, aus deines Grabes Kluft, wir triumphieren heute um deine leere Gruft. 2. Hier ist der alten Schlange der harte Kopf zerknirscht, und uns ist nicht mehr bange bei dir, o Siegesfürst. 3. Der Feind wird schau⸗ getragen und heißt nunmehr ein Spott; wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott! 4. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied. Du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 5. Ach, teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus. Wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 6. Schwing deine Sieges-— fahnen auch über unser Herz und zeig uns einst die Bahnen vom Grabe himmelwärts. 7. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret sein, uns einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun. 8. Wir sind mit dir ge⸗ storben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 9. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir nur dorten selig mit dir auch auferstehn. 10. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeil ist nunmehr stumpf; wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon Triumph. Benj. Schmolck, 1672—1787. 60 Himmelfahrt. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag, oder: Vom Himmel hoch. 103 Wir danken dir Herr 5 Jesu Christ, daß du vom Tod erstanden bist und hast dem Tod zerstört sein Macht und uns das Leben wiederbracht.(Halleluja!) 2. Wir bitten dich durch deine Gnad: Nimm von uns unsre Missethat und hilf uns durch die Güte dein, daß wir dein treue Diener sein.(Hallelujal) 3. Gott Bater in den höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weis in n sei Lob und Preis. (Halleluja!) Thomas Hartmann, um 1604. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 104 Wo willst du hin, weils Abend ist, o liebster Pilgrim, Jesu Christꝰ VII. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. H* ch wundergroßer 105. A Siegesheld, du Sündenträger aller Welt, heut hast du dich gesetzet zur Rechten deines Vaters Kraft, der Feinde Schar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verletzet; mäch⸗ tig, prächtig, triumphierest, jubilierest, Tod und Leben ist, Herr Christ, dir untergeben. Komm, laß mich so glückselig sein und kehr in meinem Herzen ein. 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil es ist so gut gemeint; du weißt, daß du zu aller Frist ein herzenslieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, die Nacht sich schon von ferne zeigt; drum wollest du, o wahres Licht, mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn zum Himmel sicher finden kann, damit die dunkle Sündennacht mich nicht ver— führt noch irre macht. 5. Besonders aus der letzten Not hilf mir durch einen sanften Tod. Herr Jesu, bleib, ich halt dich fest; ich weiß, daß du mich nicht verläßt. Unbekannt. Himmelfahrt. 2. Dir dienen alle Cheru⸗ bim, viel tausend hohe Sera⸗ phim dich Siegesfürsten loben, weil du den Segen wieder⸗ bracht, mit Majestät und großer Macht zur Glorie bist erhoben; singet, klinget, rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. 3. Du bist das Haupt, hin⸗ gegen wir sind Glieder, ja, es lommt vor Aost und ind Fteud ind was schafft,! Regeben. Hemüte, preise, Eht erwe 4. Zei ms nach hin für v Reichetra und Wa und Den Uppigkeit Hoffart! lich leide vo die 0 5, Se und Sch ind fest ims verle was dre Wohnet“ auf all Rügen, N. dal! tündlich 5. 5 Maden: Hadd, D in Ve alen u LHurch Mligty chier, Hllen, ohn Er de Häl . so glückeli Im meinem rbitten, liebstet es ist so gut ißt, daß du zu herzenslieber r Nag sich seht acht sich b drum wollest Licht, mich ssen nicht. mich, daß ich Himmel sicher mit die dunkle nich nicht ver⸗ macht. aus der letzten durch einen err Jesu, bleib, fest; ich weiß, icht verläßt. Unbelannt. . en alle Cheru⸗ nd hohe Seld⸗ cefürten lober Majetht un ur Glotie bis llinget, rühmt —4 fähret aulf 0ů e . 27 o05 Haupt de Glider j.8 Himmelfahrt. kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Fried und Freude, Stärk und Kraft und was dem Herzen Labsal schafft, wird uns von dir gegeben. Bringe, zwinge mein Gemüte, mein Geblüte, daß es preise, dir als Siegsherrn Ehr erweise. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir, hilf, daß wir fort⸗ hin für und für nach deinem Reiche trachten; laß unser Thun und Wandel sein, wo Zucht und Demut tritt herein, all Üppigkeit verachten. Unart, Hoffart laß uns meiden, christ⸗ lich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Schatz, sei unser Ruhm und fester Platz, darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, du Siegesfürst, Held, Davidssohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen. Komm schier, hilf mir; dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen in die Hände. E. Ch. Homburg, 1605-1681. 61 Mel.: Allein Gott in der Höh, oder: Es ist gewißlich an der Zeit. 106* Auf Christi Him⸗ melfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde; denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmel⸗— an und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends, Ruh er⸗ langen; denn wo mein Schatz ekommen hin, da ist auch siets mein Herz und Sinn, nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auf—⸗ fahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenn dirs gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre doch mein Flehen. Nach Josua Wegelin, 1 1640. Eigene Melodie, oder ohne Halleluja: Nun freut euch lieben Christen gmein. 107. Auf diesen Tag be⸗ denken wir, daß Christ gen Himm'l gefahren, und danken Gott aus höchster B'gier mit Bitt, er woll bewahren uns arme Sünder hier auf Erd, die wir von wegen mancher G'fährd ohn ihn kein Hoffnung haben. (Halleluja, Halleluja!) 62 Himmelfahrt. 2. Drum sei Gott Lob, der Weg ist g'macht, uns steht der Himmel offen, Christus schließt auf mit großer Pracht, vorhin war all's ver⸗ schlossen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll, dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen.(Halle⸗ luja, Hallelujal) 3. Wer nicht folgt und sein Willen thut, dem ists nicht ernst zum Herren; denn der wird auch vor Fleisch und Blut sein Himmelreich ver⸗ sperren. Am Glauben liegt's, wird der sein recht, wird auch gewiß das Leben recht zu Gott im Himmel g'richtet.(Halleluja, Hallelujal) 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Vater finden und fliehen stets die weltlich Bahn, thun uns zu Gottes Kindern; die sehn hinauf, der Vater h'rab, an Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, bis sie zu⸗ sammen kommen.(Halleluja, Halleluja!) 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn Gott uns zu ihm nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, als wir denn jetzt bekennen. Da wird sich finden Freud und Mut zu ewger Zeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben.(Halleluja, Halleluja!) Joh. Zwick, 1496— 1542. Eigene Melodie, oder: Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens. 108 iner ist König, 2 Immanuel sieget, bebet, ihr Feinde, und gebet die Flucht. Zion hingegen, sei innig vergnüget, labe dein Herze mit himmlischer Frucht; ewiges Leben, unendlichen Frieden, Freude die Fülle hat er uns beschieden. 2. Stärket die Hände, er⸗ muntert die Herzen, trauet mit Freuden dem ewigen Gott; Jesus, die Liebe, versüßet die Schmerzen, reißet aus Angsten, aus Jammer und Not; ewig muß unsere Seele genesen in dem holdseligsten, lieblichen Wesen. 3. Halte, o Seele, im Leiden fein stille, schlage die Rute des Vaters nicht aus; bitte und schöpfe aus göttlicher Fülle Kräfte, zu siegen im Kampfe und Strauß. Fluten der Trübsal verrauschen, vergehen; Jesus, der Treue, bleibt ewig dir stehen. 4. HZon, wie lange hast du nun geweinet? Auf, und erhebe dein sinkendes Haupt! Siehe, die Sonne der Freuden erscheinet tausendmal heller als du es geglaubt. Jesus, der lebet, die Liebe regieret, die zu den Quellen des Lebens dich führet. 5. Laufet nicht hin und her, eilet zur Quelle; Jesus, der bittet: Kommt alle zu mir! Sehet, wie lieblich, wie lauter und helle des Leber ihr Liebe Huicket, h lles, wa 6. Stl scht auf der König selbst er, gern zur dies Kleit Stleit; f scht auf Nahovah Lohne. 7. Dr da Wird waltige, mrendlich alles, w Er ists nen und höret, wi eshallen 8. Re heit, Pre Gott I dem heil da stün wärel& fs die Lieb häten, lobe den Leb, zu! Ml: Au 109. hemd Iul Oelümr oder: Tsu, hih ste des Lebens. X ist König mmanuel sieget, ude, und gebet Zion hingegen, üget, labe dein nlischer Frucht; l„F unendlichen de die Fülle hat den. die Hände, er⸗ rzen, trauet mit ewigen Gott; be, versüßet die et aus Angsten, und Not; evig deele genesen in sten, lieblichen Seele im Leiden hlage die Rute licht aus; bitte 3gböttlicher Fülle ogen im Kampfe Fhuten der sschen, vergehen dele, bleibt evig Himmelfahrt. 63 und helle fließen die Ströme des Lebens allhier. Trinket, ihr Lieben, und werdet er⸗ quicket, hier ist Erlösung für alles, was drücket. 6. Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, die euch der König des Himmels anbeut; selbst er, Jehovah, wird Sie⸗ gern zum Lohne; wahrlich, dies Kleinod verlohnt sich den Streit; streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, selber Jehovah wird Siegern zum Lohne. 7. Droben in Salem, da, da wird man sehen eine ge⸗ waltige, siegende Schar deine unendliche Hoheit erhöhen, alles, was Odem hat, ruft: Er ists gar! Sehet, wie Kro⸗ nen und Throne hinfallen; höret, wie donnernde Stimmen erschallen: 8. Reichtum, Kraft, Weis⸗ heit, Preis, Stärke, Lob, Ehre Gott und dem Lamm und dem heiligen Geist! Wenn ich da stünde, o wenn ich da wäre! Springet, ihr Bande, ihr Fesseln, zerreißt. Amen, die Liebe wird wahrlich er⸗ lobe alles, was in mir ist, obe den Herren! J. L. K. Allendorf, geb. zu Josbach in Oberhessen 1698, gest. zu Halle 1773. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 109 Gott fähret auf gen Himmel mit fro⸗ hem Jubelschall, mit prächtigem Getümmel und mit Posaunen⸗ hall. Lobsingt, lobsinget Gott! Lobsingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth! 2. Der Herr wird aufge⸗ nommen; der ganze Himmel lacht; um ihn gehn alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein die lautern Cherubinen; den hellen Seraphinen muß er willkommen sein. 3. Wir wissen nun die Stiege, die unser Haupt erhöht; wir wissen zur Genüge, wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, will uns zurück nicht lassen; er zeiget uns die Straßen, er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden, der Herr macht selbst uns Platz; wir gehen von der Erden dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hinge⸗ angen, dahin sei das Ver⸗ angen, dahin sei euer Lauf! 5. Laßt uns gen Himmel dringen mit herzlicher Begier; laßt uns zugleich auch singen: Dich, Jesu, suchen wir, dich, o du Gottes Sohn, dich, Weg, dich, Wahrheit, Leben, dem alle Macht gegeben, dich, unsers Hauptes Kron. 6. Ade mit deinen Schätzen, du trugesvolle Welt! Dein Tand kann nicht ergetzen. Weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis, der Herr ist unsre Freude und 6⁴ köstliches Geschmeide; zu ihm geht unsre Reis'. 7. Wann soll es doch ge⸗ schehen, wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst du sein, daß wir zu seinen Füßen anbetend ihn bearüben“ Komm, stelle dich doch ein! Gottfr. Wilh. Sacer, 1635—-1699. Mel.: Wachet auf, ruft uns auf! die Stimme. 110 ott fährt Was soll ich klagen? Mein König fährt im Siegeswagen hoch über alle Himmel hin! Cherubinen fallen nieder, und Seraphinen bringen Lieder, und alle Himmel preisen ihn. Lobsingt, lob⸗ singet Gott Jehovah Zebaoth! Halleluja! Er ists, der itzt den Thron besitzt, des Scepter durch den Himmel blitzt. 2. Gott fährt auf! Des Olbergs Höhen, die zitternd seinen Kampf gesehen, sind zum Triumphplatz eingeweiht. Hier stand er vor dem Ge⸗ richte, hier bebt' er unter dem Gewichte der Schrecknisse der Ewigkeit. Heil ihm, er hat gesiegt! Sünd, Tod und Hölle liegt ihm zu Füßen. scheidet er so hoch und hehr! Nun rühret ihn kein Feind nicht mehr. 3. Gott fährt auf! O Tag der Freuden! Wie herrlich enden sich die Leiden, die er Wie 11¹ Großer Mittler, der Himmelfahrt. als Mittler für uns trug! Golgatha, du sahst ihn bluten; wie rauschten da des Zornes Fluten, und niemand rief: Es ist genug! Nun ist der Zorn gestillt und das Gesetz erfüllt. Halleluja! Er hats vollbracht; durch seine Macht ist uns der Himmel zugedacht. 4. Die Erlösung ist ver⸗ siegelt, der Höllen Thore sind verriegelt, des Himmels Pforten aufgethan. Dorther läßt er Segen strömen, daß alle Gnad um Gnade nehmeu und seines Geistes Trost empfahn. Nun dringt des Glaubens Lauf zum Himmel froh hinauf; Halleluja! Sein Licht und Wort wirkt immerfort, und er empfängt die Sieger dort. 5. Schau herab, Gott, und erscheine, befestge, gründe die Gemeine, die hier noch um ihr Kleinod ringt. Rufe, sammle und bekehre die Völker bis zum fernsten Meere, daß alle Welt dich preist und singt: eilig ist unser Gott Jehovah Zebaoth! Preis und Ehre und Herrlichkeit sei ihm geweiht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Chr. Gottl. Göz, 1 1808. Mel.: Alle Menschen müssen sterben, oder: Jesu, meines Lebens Leben. zur Rechten seines großen Vaters sitzt und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schützt. den auf dem erhabnen Throne in der kön Heer der hilltem A 2. Dei— Erden un vollbracht werden, d genacht; gestorben, Heilerwor Aufersteh Treiheit e 3. Nu Gechäfte tum, die kräfte du allen dene Thron de wird un⸗ Heil und Brust m Sumen Lust; du gläuben, blibben, Haus ihr 5. D der Arme dienen, Vat dit lagen, Hetellt, jür uns trug sahst ihn bluten, des Zornet iemard rieft E un ist der Zonn 16 Giseh erfüll hats vollbracht, acht ist uns der acht. klösung ist ver⸗ öllen Thore sind Himmels Pforten dorther läßt er en, daß all⸗ ade nehmeu und Tost empfahn. Glaubens Lauf ftoh hinauf; zein Licht und immerfort, und die Sieger dott. herab, Gott, und tge, gründe die hier noch um ihr Rufe, sammle die Völker bis Meere, daß alle reist und singt: er Gott Jehovah eis und Ehre und ei ihm, ur zu Ewig eitl Gottl. Göd, f 1508. scen müsen sirber s Lebens Leben. her Mitler, det ur Rechten seines 18 siht und d Himmelfahrt. m der königlichen Krone alles Heer der Ewigkeit mit ver⸗ hülltem Antlitz scheut: 2. Dein Geschäft auf dieser Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet sollte werden, das ist gänzlich aus⸗ gemacht; da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte in dem obern Heilig⸗ tum, die erworbnen Segens⸗ kräfte durch dein Evangelium allen denen mitzuteilen, die zum Thron der Gnade eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werte Namen trägest du auf deiner Brust und an den gerechten Samen denkest du mit vieler Lust; du vertrittst, die an dich gläuben, daß sie dir vereinigt bleiben, bittest in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht; daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, ach, da zielt dein Bitten hin. 6. Zwar in deines Fleisches Tagen, da die Sünden aller Welt dir auf deinen Schultern lagen, hast du dich vor Gott gestellt, bald mit Seufzen, bald 65⁵5 mit Weinen für die Sünder 90 erscheinen; o, mit welcher Niedrigkeit batest du zur selben Zeit! 7. Aber nun wird deine Bitte von der Allmacht unterstützt, da in der vollkommnen Hütte die verklärte Menschheit sitzt; nun kannst du des Satans Klagen majestätisch nieder⸗ schlagen, und nun macht dein redend Blut unsre böse Sache gut. 8. Die Verdienste deiner Leiden stellst du deinem Vater dar und vertrittst nunmehr mit Freuden deine teur erlöste Schar, daß er möge Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 9. Großer Mittler, sei ge⸗ priesen, daß du in dem Heilig⸗ tum so viel Treu an uns bewiesen; dir sei Ehre, Dank und Ruhm. Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letzter Not, wenn den Mund verschließt der Tod. J. J. Rambach, 1693—1735. Mel.: Aus tiefer Not, oder: Wenn ich, o Schöpfer ꝛc. 11²2 err Jesu, deiner Glieder Ruhm, du starkes Haupt der Schwachen! Du hast ein ewig Priestertum, kannst allzeit seligmachen; du bist, der das Gebet erhört und der des Glaubens Wunsch ge⸗ 5 66 Himmelfahrt. währt, sobald wir zu dir 7. Wann fahr ich auf aus kommen. dieser Not? Wann komm ich, 2. Uns muß durch deine Heilserstatter, zu deinem und Himmelfahrt der Himmel offen zu meinem Gott, zu dein⸗ und stehen. Du hast den Weg ge⸗ meinem Vater? Wann komm offenbart, wie wir zum Vater ich zu dir, höchstes Licht, gehen. Der Glaube weiß und wann seh ich einst dein An⸗ ist gewiß, du habest uns im gesicht? Komm bald, o Jesu! Paradies die Stätte zubereitet. Amen. 91—70 3. Geht unser Haupt zum Himmel ein, so werden auch IIe die Glieder gewiß nicht aus⸗ 4 1el itvs hersch geschlossen sein, du bringst sie 113. 3 er ch als König; alles alle wieder; sie werden da ud 1 0 sein, wo du bist, und dich led zähm ut en Hu Ale verklärt, Herr Jesu Christ, dir egt ihm Gott zu Fuß. Alle AEnli Zunge soll bekennen, Jesus sei ähnlich, ewig schauen. der Her 5 5 dir nach, so er Herr zu nennen, dem man 4. Zeuch uns di 9,%o Ehre geben muß. laufen wir; laß uns ein 2. Nur in ihm— o Wunder⸗ Waurhineh 4 5. Aend gaben!— können wir Er⸗ an Euleser. Heuch lther Serz Dunth 4 t 9 ürte d 2 77— urch sein Blut. Hörts, das 2090 t.. 31 2•0 in Leben ist erschienen, und ein b Rdir dort 5 uh nur ewiges Versühnen kommt in 5. Was„la 3. Gebt, ihr Sünder, ihm on L was t, das l ihm die merzen, sagt, ihr uns fliehn, was sündlich ist, Armen, ihm die Not! Er kann Lun⸗ uud Frandenschen welt en anssteil Rchen Lust⸗ eiß er auszuteilen. Leben viel zu elend, viel zu klein shentt er nach dem Tod. für himmlische Gemüter. 4. Jauchzt ihm, Menge 6. O Kleinod, das im heilger Knechte, rühmt, vol⸗ Himmel strahlt, ich will nach lendete Hten t und du Schar, dir nur laufen! O Perle, die die Palmen trägt, und ihr die Welt nicht zahlt, dich will Märtrer mit der Krone und ich an mich kaufen! O Erbteil du Chor vor seinem Throne, voll Zufriedenheit, o Himmel der die Gottesharfen schlägt! voller Seligkeit, sei mein aus 5. Ich auch auf den tiefsten Jesu Gnaden! Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich bn: Feus als König, thänig, ehre 9 Ml.: Schmü 0 114.* dessen Rul Richet, d Mich gebül dus Scept Moht gehö de Vater den so vie lönen, zi 2. Him Mere ne Rere der Fadern, i Wildern und Leben HRegeben. Gaster sch den mäch 3. In Mrenzen shoͤnsten Huusend t ihen He Durchs Se lach dem huldes lsen m lschen Maed r ich auf aus ann komm ich, zu deinem und d zu dein⸗ und Wann komm höchstes Licht, einst dein An⸗ bald, o Jesu! iller, 1699—1769. in Gottes Segen. Hristus herrscht König; alles erthänig, alles zu Fuß. Alle unen, Jesus sei unen, dem man ß. m—0 Wunder⸗ nnen wit Er⸗ die Erlösung t. Hötts, das ienen, und ein nen kommt in ut Sünder, ihm gt, ihr Kranken, erzen, sagt, iht Not! Er kann Reilen, Reichtum uteilen, Le en Himmelfahrt. tufen, ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm unter⸗ thänig, ehret, liebet, lobet ihn! Ph. Fr. Hiller, 1699—1769. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. * önig, dem kein 114. K König gleichet, dessen Ruhm kein Mund er⸗ reichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Scepter führet, dem das Recht gehört zum Throne als des Vaters eingem Sohne, den so viel Vollkommenheiten krönen, zieren und begleiten: 2. Himmel, Erde, Luft und Meere nebst dem ungezählten Heere der Geschöpfe in den Feldern, in den Seen, in den Wäldern sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigentum gegeben. Tiere. Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes nach dem Recht des Gnaden⸗ bundes sich von dir regieren lassen und wie du das Un⸗ recht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himm⸗ lischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herr in allen diesen Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Überfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an Vortrefflichkeit der Gaben, welche deine Bürger haben. Du beschützest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; laß mich deinen Schutz genießen, laß mich dich im Glauben küssen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich im Gehorsam üben, hier mit ringen, dulden, streiten, dort mit herrschen dir zur Seiten! J. J. Rambach. 1693—1735. Mel.: Alle Menschen müssen sterben, oder: Jesu, meines Lebens Leben. 11⁵* Siegesfürste Ehren⸗ könig, höchstver⸗ klärte Majestät, alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht! Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug be— tracht deine Herrlichkeit und Macht? 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel Scharen alle rufen Gloria, 5* 68 Himmelfahrt. sollt Her zu Fuße fallen und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubiliert, weil mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klarheit sich ergeußt und mit neuem Glanz und Wonne alle Him⸗ melsgeister speist; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen; schau, ich armes Kindlein hier ruf auch Hosianna dir. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klar⸗ heit seh? Sollt mein Mut noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in mir kräftiglich, bis zum Schemel deiner Füße alle Feinde legen sich. Aus Zion das Scepter sende weit und breit bis zur Welt Ende. Mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 6. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stell ich offen: Komm herein! Komm, du König aller Ehren! du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmels⸗ thron. G. Tersteegen, 1697— 1769. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 116 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du gen Himmel fahren bist; o starker Gott, Immanuel, stärk uns an Leib, stärk uns an Seel. Halleluja! 2. Nun freut sich alle Christenheit und jubiliert ohn alles Leid. Gott Lob und Dank im höchsten Thron, unser Bruder ist Gottes Sohn. Halleluja! 3. Gen Himmel aufgefahren hoch, ist er doch allzeit bei uns noch; sein Macht und Reich unendlich ist, wahr Gott und Mensch zu aller Frist. Hallelujal 4. Wohl dem, der ihm ver⸗ trauen thut und hat in ihm nur frischen Mut. Welt, wie du willst, wer fragt nach dir? Nach Christo steht unser Be⸗ gier. Halleluja! 5. Er ist der Herr und unser Trost, der uns durch sein Blut hat erlöst; das G'fängnis er gefangen hat, daß uns der bittre Tod nicht schad. Halleluja! 6. Wir freuen uns aus Herzensgrund und singen fröh⸗ lich mit dem Mund: Der unser Bruder, Fleisch und Blut, ist unser allerhöchstes Gut. Halleluja! 7. Durch ihn der Himmel unser ist. Hilf uns, o Bruder Jesu Christ, daß wir nur fest trauen auf dich und durch dich leben ewiglich. Halleluja! 8. Ame Chrst, de jahten bist hei Einer Aug und lajal 9. Kom 8 ist Ze in Herrlich disem Ja aogen Hin 10. Ar einmal, v Himmels alen Eng vollen sin Mel.: . 3 herlichen st der herlich Tag danken dit, Herr Jesu Christ imel fahren bist tt, Inmanuel, Leib, stärk uns Leluja! reut sich alle d jubiliert ohn Gott Lob und en Thron, unser Gottes Sohn. mel aufgefahren lallzeit bei uns icht und Reich vahr Gott und Frist.Hallelujal m, der ihm ver⸗ nd hat in ihn ut. Welt, wie fragt nach dir? steht unser Be⸗ a! der Herr und der uns durch t erlöst; das gefangen hat, ittre Tod nicht ja! euen uns au? singen fröh⸗ nud Der leisch nd Mlub, erhöchstes Er u de Himmel 7170 0 Ruder Pfingsten. 69 8. Amen, Amen, Herr Jesu Christ, der du gen Himmel fahren bist, behalt uns, Herr, bei reiner Lehr, des Teufels Trug und Listen wehr. Halle⸗ luja! 9. Komm, lieber Herr, komm, es ist Zeit zum Weltgericht in Herrlichkeit; führ uns aus diesem Jammerthal in deinen ewgen Himmelssaal. Halleluja! 10. Amen singen wir noch einmal, wir sehnen uns ins Himmels Saal, da wir mit allen Engeln dein das Amen wollen singen fein. Halleluja! Unbekannt, 1611. Mel.: Ach Gott und Herr! 117 Zeuch uns nach dir, so laufen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, o Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir in Liebsbegier, ach reiß uns doch von hinnen, so dürfen wir nicht länger hier den Kummer⸗ faden spinnen. 3. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, ach führ uns deine Himmelsstege; wir irrn sonst leicht, sind abgeneigt vom rechten Lebenswege. 4. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Weltgetümmel. 5. Zeuch uns nach dir nur für und für und gib, daß wir nachfahren dir in dein Reich und mach uns gleich den aus⸗ erwählten Scharen. Fr. Fabricius, 1642— 1703. VIIIè. Mel.: Werde munter mein Gemũte. 118 Der du uns als Vater liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, gibest,. um ihn uns bitten heißt, demutsvoll fleh ich vor dir: Vater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz bleibt dir entrissen und Dem Dienst der Welt geweiht, wenn Pfingsten. er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit echter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilger Güter, hochgelobter Gottes⸗ 70 Pfingsten. Geist, der du menschliche Gemüter besserst und mit Trost erfreust, nach dir, Herr, verlangt 1— mich! Ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Mut seiner Vaterhuld mich freu und mit wahrer Kindes⸗ treu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmut übe und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nützlich werden. 7. Gib mir wahre Selbst⸗ erkenntnis, daß ich meine Fehler seh und durch demuts⸗ voll Bekenntnis Gott um die Vergebung fleh. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu. Zu dem Heiligungs⸗ Runrte gib mir immer neue räfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen nieder⸗ schlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöten weint, und Gott nicht zu hören scheint, o, dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen! 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. durch dein Wort deine Gnaden⸗ wirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 119 Geist vom Vater und vom Sohne! der du unser Tröster bist und von unsers Gottes Throne hilfreich auf uns Schwache siehst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei, o, so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein, wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich er⸗ freun. Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohl⸗ sein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. O, so setze 4. Et. ut Sin uchet wi überwinde mich veri mein Her und Sch darnieder Herz zut 5. Re und Bet nötig ist zu treter Isum Mittler die Hof Gnad von den 6. Leiden! ei, daß Reuder folgsam lasen meiner Seclen t und Stäriung h Gutes in mir Gnadenwerk in den Trieb haft daß mich, Her, dir. O, so sete t deine Gnaden⸗ bis sie durch ein ertlich sich an Gesangbuch v. 1770. sehr, o meine Selle. st vom Vater und vom Sohne! Tröster bist und Gottes Throne uns Schwache du mir mächtih Gott ergeben sei mein Herz ah in Tempel Gottes uf jedem meinel Weisheit mit min bange Zweift Bahrheit mich er kräftig menel in vahres Wohl hrst du mich,wus Pfingsten. 71 4. Stärke mich, wenn wo ur Sünde mein Gemüt ver— sachet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, o, so strafe selbst mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott darnieder beuge und mein Herz zur Bessrung neige. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hilfe nötig ist, zu dem Gnadenstuhl utreten. Gib, daß ich auf Jesum Christ als auf meinen Mittler schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gib mir ein ge— lassen Herz. Laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Überwinden deines Trostes Kraft empfinden! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 120 ott, gib einen milden Regen, denn mein Herz ist dürr wie Sand; Vater, gib vom Himmel Segen, tränke du dein durstig Land; laß des heilgen Geistes Gab über mich von oben ab wie die starken Ströme fließen und mein ganzes Herz durch⸗ gießen. 2. Kann ein Vater hier im Leben, der doch bös ist von Natur, seinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben nur: solltest du denn, der du heißt guter Vater, deinen Geist mir nicht geben und mich laben mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich bei mir sein und lehren mich, in der Wahrheit fest zu stehen und auf dich im Glauben sehen. 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und sei tausendmal willkommen; laß mich deinen Tempel sein. Säubre du nur selbst das Haus meines Her⸗ zens; wirf hinaus alles, was mich hier kann scheiden von den süßen Himmelsfreuden. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache mich neu, rein und schön; laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn. Gib mir einen vor Gott hintreten starken Mut, heilige mein Fleisch und Blut; lehre mich, und im Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir er⸗ geben; dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde kommen hin, da mit Vater und dem Sohn dich im höchsten Himmelsthron ich erheben kann und preisen mit den süßen Engelweisen. Moritz Kramer, 1646—1702. 72 Pfingsten. Mel.: Warum sollt ich mich denn grämen. 121. Hochs)ster Tröster, komm hernieder, Geist des Herrn sei nicht fern, salbe Jesu Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Rat seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unsres neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich Ach, das Seelenwerk ist wichtig; wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Weck uns auf vom Sündenschlafe; rette doch heute noch die verlornen Schafe Reiß die Welt aus dem Ver⸗ derben, laß sie nicht im Ge⸗ richt der Verstockung sterben. 4. Geist der Weisheit, gib uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott ge— fallen. Lehr uns freudig vor Gott treten; sei uns nah und sprich: Ja, wenn wir gläubig beten. 5. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gib uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 6. Hilf uns nach dem Besten streben! Schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben. Gib, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 7. Sei in Schwach heit unsre Stütze, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungs hitze. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist freudig in die Freude. Ehrenfried Liebich, 1713—1780. : Wie groß ist des Allmächtgen Güte. 122. IB. Christen, rühmt, Werh ebt und preiset, erhebet froh müt Herz und Mund die Gnade, die uns Gott erweiset; mit uns macht er den neuen Bund. Er segnet reichlich, und wir nehmen den Geist der Kraft und Kindschaft hin. Sein Segen fließt in vollen Strömen; er schreibt sein Wort in unsern Sinn. 2. Gesalbet mit dem Ol der Lan. vollendet Jesus seinen auf. Nun herrschet er nach seinem Leiden und thut uns seine Schätze auf. Sein Geist, in den Aposteln kräftig, schmückt ihm ein Volk zu seinem Ruhm, das nun, in seinem Dienst geschäftig, ihm danket als sein Eigentum. 3. Auf, auf, ihr Rundiaf auf, ihr Ounaent Verkündigt Gottes hohen Ruhm. Sein Name werde stets besungen von seinem heilgen Eigentum. O, daß ein Geist des Lebens wehe und, was nur Odem hat, erfüll, daß alle Welt die Wunder sehe, die Gott in Christo schaffen will. ——— 4. So Ifmnsen! licht im hleben wi 0 it di Gavinn. boren Wer Gest auck unser Gei Eiden mi Himmel so 5. Ach ammen Sü Geist Gen Ius zu Ge kilhaftig ach zünd in unser e shaffe, da uns lebt, Caf Ml. Her 3. Prich de I, erfüll di chaffen 2. Der Aanannt, Gott 13 6 anu Leben slbun 34 7 hwachheit unste uns bei, mach Prüfungshitze Fott uns nach en heißt, unsern n die Freude. bich, 1713—1iso, . des Allmächtgen Christen, rühmt, hebt und preiset mit Herz und nade, die uns mit uns macht zund. Er segnet vir nehmen den und Kindschaft egen fließt in n; er schreibt unsern Sinn. nit dem Ol der det Ieus seinen errschet er nach und thut uns f. Sein Giist kiäftig schmüct 2* 6 seinem 42 m, seinem Dienst R danket als f, iht Em Verkündigt m. Sein Pfingsten. 73 4. So laßt uns denn die Pfingsten halten im Geist und nicht im Fleischessinn. Ver⸗ bleiben wir allzeit im Alten, so ist dies Fest uns kein Gewinn. Wir müssen neu ge⸗ boren werden, so daß sein Geist auch in uns lebt und unser Geist schon hier auf Erden mit ihm vereint im Himmel schwebt. 5. Ach Jesu, schenk uns armen Sündern durch deinen Geist Genad und Kraft, mach uns zu Gottes echten Kindern, teilhaftig deiner Eigenschaft; ach zünde deine reine Liebe in unser aller Seelen an und schaffe, daß mit heilgem Triebe, was lebt, dich ewig loben kann. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 123. Komm, heilger Geist, o Schöpfer du, sprich deinen armen Seelen zu, erfüll mit Gnaden, süßer Gast, die Brust, die du ge⸗ schaffen hast. 2. Der du der Tröster bist genannt, des allerhöchsten Gottes Pfand, du Liebesquell, du Lebensbronn, du Herzens⸗ salbung, Gnadensonn! 3. Du siebenfaches Gnaden⸗ gut, du Finger Gotts, der Wunder thut, du lösest aller Zungen Band, gibst frei das Wort in alle Land. 4. Zünd uns ein Licht an im Verstand, entflamm das Herz in Liebesbrand, stärk unser schwaches Fleisch und Blut durch deiner Gottheit starken Mut. 5. Den Feind treib uns von fern hinweg und bring uns auf des Friedens Steg, daß wir durch deine Huld geführt, vom Argen bleiben unberührt. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl und, wie den Sohn man ehren soll; im Glauben mache uns bekannt, wie du von beiden wirst gesandt. Altkirchlich, nach Karls des Großen „Veni, creator Spiritus“, gegen 800 n. Chr. Eigene Melodie. 12⁴4* Komm, heiliger Geist, Herre Gott! erfüll mit deiner Gnaden Gut deiner Gläubgen Herz, Mut und Sinn, dein brünstig Lieb ent⸗ zünd in ihn'n. O Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen, das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr denn Jesum mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja. Halleluja! 74 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in deim Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. O Herr, durch dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödig⸗ keit, daß wir hie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zur dir dringen. Halleluja, Halleluja! Dr. M. Luther, 1483- 1546. Eigene Melodie, oder: Gott der Himmels. 125.* omm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit, deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jeder⸗ zeit; so wird Geist und Licht und Schein in den dunkeln Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Ver⸗ stand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, als nur was dein Wille sucht; dein Erkenntnis werde groß und mach uns vom Irrtum los. 3. Zeig uns selbst die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann; wirke Reu an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets Zeugnis haben, daß wir Gottes Kinder sind, stärt uns dann mit deinen Gaben, wenn sich Not und Drangsal findt; Pfingsten. denn des Vaters liebe Rut ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit; so wird dein unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange? o, so mach uns den Beschluß: sprich der Seele tröstlich zu und gib Mut, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn des Satans Macht sich weist: schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod und Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott; sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr als des Himmelreiches Erben jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott erkiest und nicht auszusprechen ist. Heinr. Held, um 1650. Eigene Melodie. 126. Num bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er u Ende, u auls diese barm dick 2. Du uns dein Nuum( daß wir meuen He hat zum Herr, ert 3. Di uns deil empfinde daß wir ander li⸗ auf einer erharm 4. Di aller Ne frchten daß in vetzagen wind d Herr, er U Nal: W. 127. allesche ns in du hält Aufhör höre, 2 Ucbe. Henhen osdüng lles ters liebe Rut ge gut. 15, daß wir zu frei mit aller seufz auch in wir beten, und allezeit, so wid erhört und die mmehrt. uns auch nach „daß das Helz uuß: Ach mein rott, wie lange! ns den Beschluß: le ttöstlich zu und eduld und Ruh Geist der Kraf du gewisser, neue e in uns deine m des Satan weist: schenk une dem Krieg und 3 den Sieg. epahr auch unsen kein Taufel Don ns denselben ni. bist unser Schi sagt dae Flas nein, laß den er sein.. 25 endlich sol die. ne Nlde. un bitten 1—— il eist m heiligen Gbe allermeil Pfingsten. 75 daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Herr, er⸗ barm dich unser! 2. Du wertes Licht, gib uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland Herr, erbarm dich unser! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen ein⸗ ander lieben und im Frieden auf einem Sinn bleiben. Herr, erbarm dich unser! 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nimmer verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Herr, erbarm dich unser! Dr. M. Luther, 1483—- 1546. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. * du allersüßte 127. O Freude, o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbe⸗ suchet lässest nicht: Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich singe. 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann; wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach ergib dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst aus des Himmels Throne wie ein Regen ausgeschütt, bringst vom Vater und vom Sohne nichts als lauter Segen mit. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast und ver⸗ waltst nach deinem Willen, mich an Leib und Seele füllen. 4. Du bist weis' und voll Verstandes, was geheim ist, ist dir kund, zählst den Staub des kleinen Sandes, gründst des tiefen Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei; drum gib Weisheit und vor allen, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und lauter ist; fliehst hingegen Schand und Sünden, weil du lauter Klarheit bist. Mache mich, o Gnadenquell, durch dein Waschen rein und hell, laß mich fliehen, was du fliehest, gib mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein Hirte pfleget, frommes Herzens, sanftes Muts, bleibst im Lieben unbeweget, thust uns Bösen alles Guts. Ach, verleih und gib mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur ————— 76 Pfingsten. nicht verstößt; bleib ich von dir ungeschieden, ei, so bin ich gnug getröst; laß mich sein dein Eigentum; ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Nur allein, daß du mich stärkest und mir treulich stehest bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hilfe nötig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin, mach ihn allerdinge neue, daß mein Gott sich meiner freue. 9. Sei mein Retter, halt mich eben, wenn ich sinke, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab. Wenn ich wieder aufersteh, ei, so hilf mir, daß ich geh hin, da du in ewgen Freuden wirst dein Auserwählten weiden. Paul Gerhardt, 1607- 1676. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 128 O heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, o komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne. Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fleußt, die sich in fromme Seelen geußt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können alle Christenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben! 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen; gib uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir nun leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und beflissen dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balsamkraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch ge— stärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Trutz mit freudigen Gebärden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß uns dein himmelsüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitreichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich und schenk uns deine Lebe, daf bunden sei mit Liebes Unnnen übe Streit dich Nube müss und Freud 7. Gib, keit wir fü Zeit sei m daß uns f die Eitelkei Und seine führe unse ammnen vo wir Himm Mich. Mel⸗e Mel.: 129. laset Bln Vpfer an: Ohnaden nachet ihr ihn ein, duch mit L und den . Toö Sagcl de voll Rat Hottesfin hiinger, gih uns! ins hören, daß nseinigkeit aug hristenheit dein is lehren. Höre ir können Herz dit ergeben, di uns zum Leben! 18 stets bei mit und führ uns hten Hsd, die ; nicht wissen, tündigkei, daß bleiben für und bir nun leiden siser 6 0 ins dein ele empfinden u 8 aft dadurch ge „ auf daß 0 Schutz begegnen rutz mitsterdhen 6 dich reichiic daß wir wieder en, alles dn Unglüc kker. Fels und laß uns dein in unsern u, daß wir uns meht von deiner Lehr und reinen Fließe, giee W te, nn hrt tum unsern en. er Himmalstan Herzen . Pfingsten. 77 Liebe, daß unser Sinn ver⸗ bunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich da⸗ rinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe! Fried und Liebe müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Gib, daß in reiner Heilig⸗ keit wir führen unsre Lebens⸗ zeit; sei unsres Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Be⸗ ginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Mich. Schirmer, 1606—-1678. Mel.: Jesu, meine Freude. * chmückt das Fest 129. S„ Maien, lasset Blumen streuen, zündet Opfer an; denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen, machet ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und That, starker Rtifahe Friedensüber⸗ bringer, Licht auf unserm Pfad, gib uns Kraft und Lebenssaft, laß uns deine teuren Gaben zur Genüge haben. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen, führ den Geist empor; gib uns Rraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor; gib uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld; lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt; und verleih, daß es gedeih, hundert⸗ fältig Früchte bringe und ihm stets gelinge. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Liebesglut; laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen, dämpfe Fleisch und Blut; laß uns doch am Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen und das Böse fliehen. 6. Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und uuse wohn in unsrer Seele, uns er Herz er⸗ wähle dir zum eignen Haus; wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße, und durch Finsternisse sei du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubens- flügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt; dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, 78 Pfingsten. bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benj. Schmolck, 1672—1787. Eigene Melodie, oder: Aus meines Herzens Grunde. * Deu ein zu 130. 3 denlen Thoren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleiches Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut ge⸗ macht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn um⸗ gebracht und in der Tauf erstickt als wie in einer Flute mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist das heilge Ole, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigen⸗ tum, zum Priester und Pro⸗ pheten, zum König, den in Nöten Gott schützt im Heiligtum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen nin wohl; es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der geholfen habe, der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, vom Trauern hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freudensaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freund⸗ lichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feind⸗ schaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder thun zusammen, die voller Zwietracht seind. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Erhebe dich und steure dem Herzleid auf der Erd, bring wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Herd! Laß blühen wie zuvor die Länder, so verheeret, die Kirchen, so zerstöret durch Krieg und Feuerszorn. 10. Beschirm die Obrig⸗ keiten, bau unsres Fürsten Thron, steh ihm und uns zur Seiten; schmück, als mit einer Kron, die Alten mit Verstand, nit Frömm nit Gottes d Volk i 1. Erfi mit reiner Hauser un Zegen für u Hösen Geist chetund, w alts unsern 2. Gil Stürke zu Im Satar E 131.“ Dank für daß nun u ühten kan Wohlgefa hat, nun luterlaß, em Ende 2.8 eten dich danten,! ebiglich Vanken. st den uns dei Vohl u 3 ngebor unsers Hellger! vohl, es steigt es steigt und is der geholfen helfen kann. ein Geist der Trauern hältst chtest uns im eines Trostes „wie manches tsüßen Vorten die Pforten freudensaal. ein Geist der nd der Freund⸗ nicht, daß uns Zank, Haß, it. Der Feind⸗ ind, willst, daß mmen sich wieder n, die voller d. . hast selbst in nze Weite Welt, nherzen wenden, Igefällt; 0 nib mad zu Fried nden, verknüpf den, Was sich dich und steure auf der Erd, und erneure die ner Herd! Laß Trinitatis. mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 11. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich wider— setzet und, was dein Herzergetzet, aus unserm Herzen reißt. 12. Gib Freudigkeit und Stärke zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke IX. Trin Eigene Melodie. 131.* Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade; ein Wohlgefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, an⸗ beten dich für deine Ehr; wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz unermessen ist dein Macht, fort g'schieht, was dein Will hat bedacht. Wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingeborn deines himmlischen Vaters, Versöhner der, die warn verlorn, du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm 79 uns täglich anerbeut; hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden und ja zum Dienst der Sünden kein Christ er⸗ gebe sich. 13. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben ins Todes Hände hin, wenns mit uns hier wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. Paul Gerhardt, 1607-1578. itatis. an die Bitt von unsrer Not: Erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, du all'rheil⸗ samster Tröster, vors Teufels G'walt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch Marter groß und bittern Tod, ab⸗ wend all unsern Jamm'r und Not; darauf wir uns verlassen. Nik. Decius, 1 1541. Mel.: Nun danket alle Gott. 132 Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der alle Augen⸗ blick viel Guts an mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster 80 Sohn, der sich für mich ge⸗ geben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blat, der mir im Glauben s schenkt das allerhöchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet. Gelobet sei 4 Herr, des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der So n und Gott derwerte Geist, 5. Dem wir das Heilig jetzt mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschar das Heilig, Heilig! singen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit: gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit. Joh. Olearius, 1611—1684. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 133.* Hmn, Lob Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke; von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke. Klinget, singet: Heilig, heilig, goch und herrlich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! Trinitatis. 2. Halleluja, Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gottes⸗ lamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und getauft und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja, Gott heilger Geist, sei ewiglich von uns ge— preist, durch den wir neu ge— boren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeit— tag erkoren. Heil uns! Heil uns! da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Huleunn 4. Halleluja, Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen. Stimmt an mit aller Himmel Schar und singet nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen! Klin⸗ get, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaothi Barth. Crasselius(2), 1677— 1724. Eigene Melodie. * ir glauben all 134. Wẽ an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er Wil uns all⸗ zeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren; allem Unfall will er wehren, kein 105. Lad soll sorget füt wacht; es Nuhe 2. Wir Num H Ind unser hei dem Hott von von Mar st ein wa hurch der Hlauben; Warn verl Mal.: V HRommen lonmen; deines H deinen T Vggier n⸗ dahin du dein V Hönnst 1 nan d Glauber hier der 4 Vonn re Sch Rre in gt 3, Preis, Ehr uch dem Hotte in dem rstd mit seinem sh unh sch mit uns 19 elig ist t die E Omershiß und darinnen „ Gott heilger von uns ge⸗ en wir neu 10 mit Glauben m Bräutigam den Hochz eit⸗ eil uns! Heil Freude, da ist Rama und ein „ Lob, Preis mserm Gott je r und seinem 4 an Schar und kin ne mit „ Amen! Klin⸗ 10 heiliz hoch eilig ist 00 Her Hehnoch ů 0, 1677¹⁷²ʃ. n ir glauben ol ien Gott ; 1 der Kleine Feste Leid soll uns widerfahren; er sorget für uns, hüt und wacht; es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren, von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben; für uns, die wir warn verloren, am Kreuz ge⸗ 81 storben und vom Tod wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne, die ganze Christenheit auf Erden hält in einem Sinn gar eben; hie all Sünd vergeben werden, das Fleisch soll auch wieder leben; nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Dr. M. Luther, 1468- 1546. X. Kleine Fe st e. a. Darstellung Jesu im Tempel. Mel.: Valet will ich dir geben. 135. err Jesu, Licht der Heiden, der Frommen Schatz und Lieb, wir kommen jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier nach Simeons Exempel dich großen Gott allhier. 2. Du wirst von uns ge⸗ funden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort, ver— gönnst noch heutzutage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Zagheit Glut und Feuer, in Not ein Freudenstrahl, in Krankheit ein Befreier, ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns ge⸗ lingen, daß einst wie Simeon ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden mein Augen zugedrückt, nach⸗ dem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 35. Ja, ja, Dich hab im Glauben, mein Jesu, dich ge⸗ schaut; kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar die Deinen oft fremd und strafend an, so daß vor Angst und 6 82 Weinen ich dich nicht kann; dort aber wirds ge⸗ schehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer klares Licht. Joh. Franck, 1618-1677, Eigene Melodie. 136 Mit Fried und Freud ich fahr dahin in Gottes Wille; getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille; wie Gott mir ver⸗ heißen hat, der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, der treue Kleine Feste. sehen Heiland, den du mich, Hern hast sehen lan und g'macht bekannt, daß er sei das Leben und Heil in Not und Sterben. 3. Den hast du allen vor⸗ estellt mit großen Gnaden zu Haneh Reich die ganze Welt heißen laden durch dein teuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht für die Heiden, zu'rleuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volks Israel Preis, Ehre, Freud und Wonne. Dr. M. Luther, 1483-1546. b. Johannistag. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 137 Fröstet, tröstet meine Lieben, trostet mein Volk! spricht mein Gott. Tröstet, die sich jetzt betrüben über Feindes Hohn und Spott! Weil Jerusalem wohl dran, redet sie gar freundlich an, denn ihr Leiden hat ein Ende, ihre Ritterschaft ich wende. 2. Ich vergeb all ihre Sünden, ich tilg ihre Misse⸗ that, ich will nicht mehr sehn noch finden, was die Straf erwecket hat; sie hat ja zwie⸗ fältig Leid schon empfangen, ihre Freud soll sich tägle neu vermehren und ihr Leid in Freud Verkehren. 3. Eine Stimme läßt sich hören in der Wüste weit und breit, alle Menschen zu bekehren: Macht dem Herrn den Weg bereit! machet Gott ein ebne Bahn! alle Welt soll heben an alle Thale zu erhöhen, daß die Berge niedrig stehen. 4. Ungleich soll nun eben werden, und, was höckricht, gleich und schlecht, alle Menschen hier auf Erden sollen leben schlecht und recht; denn der Herr der Herrlichkeit, der erscheint zur rechten Zeit, macht, daß alles Fleisch kann sehen, wie, was Gott spricht, muß geschehen. Joh. Olearius, 1611-1684. Ml. O We 108. end Enge Häbte st großer M Hmmelsge Oll deinen 2. Die Uich in a⸗ 3. Ich! albarem Wundersc Hlechte fü die nich be 4. Laß vor aller dize Hin auf mein mit unte stei von 5. D Wetchen, Heichen Wie sie uahte T illen; eisillen. un; o fchn, Schatte lelnen du mich, Hen m und gimach er sei das Lebel lot und Sterber st du allen vor oßen Gnaden. zu die ganze Weh durch dein teue t, an allem On das Heil und für die Heiden „die dich kennen weiden. Er is Jerael Preiz und Wonne. Luther, 1483—1545. Ztimme läßt sich Wüste weit und uschen zubekehren Hermn den Wi et Gott ein chit Welt soll heben hale zu erhöhel, ge nichrig stehen soll nun ebel d, was höckich cht ale Merhe sollen lchl echt; denn 10 Kleine Feste. 83 c. Michaelistag. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 138 Du Herr der Sera— phinen, dem tau⸗ send Engel dienen und zu Gebote stehn; du wunder— großer Meister der reinen Himmelsgeister, mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Die Fürsten und die Thronen, die in dem Himmel wohnen, gibst du zu meiner Wacht. Sie sehn dein Ange⸗ sichte im höchst vollkommnen Lichte, doch nehmen sie auch mich in acht. 3. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüte für diese Wunderschar. Ich rühme deine Rechte für diese deine Knechte, die mich beschirmen vor Gefahr. 4. Laß ferner mich behüten vor aller Feinde Wüten durch diese Himmelswach; laß sie auf meinen Wegen die Hand mir unterlegen, so bleib ich frei von Ungemach. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen in wahrer Heiligkeit. Wie sie die Kinder lieben und wahre Demut üben, so mach auch mich dazu bereit. 6. Sie thun ja deinen Willen; den laß auch mich erfüllen. Sie leben keusch und rein; o laß mich nichts be⸗ flecken, auch wenn mich Schatten decken, stets diese reinen Geister scheun. . Und endlich, wenn ich scheide, so führe mich zur Troe ihre Nry oin Freude auf ihren Armen ein. Da werd ich dich erst loben und in dem Himmel droben dir und den Engeln ähnlich sein. Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 139 err, du hast in 2 deinem Reich große Scharen vieler Engel. Diesen bin ich noch nicht gleich; denn mein Herz ist voller Mängel. Ach, wann werd ich auch so rein als die guten Engel sein? 2. Mich beschweret Fleisch und Blut; hilf du, daß ich geistlich werde; gib mir einen Engelmut, der sich trenne von der Erde, daß ich als dein liebes Kind allzeit himmlisch sei gesinnt. 3. Mache mir dein Wort bekannt durch des heilgen Geistes Gabe, daß ich Weis⸗ heit und Verstand wie ein Engel Gottes habe, bis wir einst in jenem Licht völlig sehn dein Angesicht. 4. Auch dein Wille soll ge⸗ schehn in dem Himmel und auf Erden; darum laß uns dahin sehn, daß wir dir ge⸗ horsam werden, und verleih, daß ich dabei aller Engel Mitknecht sei. 6* 8⁴4 Bitte und Trost der Kirche. 5. Unsre Welt ist voll 6. Mach es wie mit Lazaro, Gefahr, voll Gefahr ist unser Leben. Sende deiner Engel Schar, daß sie schützend uns umgeben, und da, wo wir schlafen ein, laß sie unsre Wächter sein. wenn ich künftig werde sterben, und damit ich ebenso möge Trost und Segen erben, heiß die Engel mich zur Ruh tragen nach dem Himmel zu. Kaspar Neumann, 1 1715. C. Lieder von der christlichen Kirche. IJ. Bitte und Trost der Kirche. Eigene Melodie, oder: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 140.* Ach, bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser letzt betrübten Zeit verleih uns, Herr, Be— ständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament rein b'halten bis an unser End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind gar sicher, träg und kalt; gib Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall an jedem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. 5. Ach Gott, es geht gar übel zu, auf dieser Erd ist keine Ruh, viel Sekten und groß Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit G'walt erheben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern 90 ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsres Herzens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei 3—— uns, lieber Herr, daß wir nichts anders suchen mehr. 9. Gib, daß wir lebn in deinem Wort und darauf ferner fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelssaal. Nik. Selnecker, 1532- 1592. Ml.: Chri U Herr Iet Hifort ni Mandes 2. Ach Vorte bei 0 D6 Venmöge berhh lehr. 5. Ack Schutze Had, das llutze, no 6. Ac Neue be Hott, Hih uns Vsu ein und Wie UU aah, ver Den X haben 0 be Mosh wie mit Lazaro tig werde sterben, ch ebenso möge egen erben, heiß zur Ruh tragan mel zu. Neumann, 1715. u Kirche. tirche. tt, es geht gar dieser Erd ist viel Sekten und merei auf einen t herbei. stolzen Geistern ie sich mit wall und bringen stets her, zu fälschen lehr. ach und Ehl, rist, nicht unser ja ist; darum so hei, die sich auf Re. Vort ist unsres th und deinel 1 Schuh; dabn leber Herr duß ders suchen nehr aß wir Bitte und Trost der Kirche. Mel.: Christus der ist mein Leben. 14¹* Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht, dein Wahrheit uns um⸗ schanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not. Josua Stegmann, 1588—- 1632. Ps. 12. Eigene Melodie, oder: Aus tiefer Not. 142 Ach Gott, vom Himmel sieh dar— ein und laß dich des erbarmen! Wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen! Dein Wort man läßt nicht haben wahr; der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschenkindern. 85 — 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Witz erfindet; ihr Herz nicht eines Sinnes ist in Gottes Wort gegründet; der wählet dies, der andre das, sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten alle gar, die falschen Schein uns lehren, dazu ihr Zung stolz offenbar spricht:„Trotz! wer wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, was wir setzen, das gilt gemein; wer ist, der uns soll meistern?“ 4. Darum spricht Gott:„Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie Len an und sein die Kraft der Armen.“ 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein, da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem argen G'schlechte, und laß uns dir befohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte! Der gottlos Hauf sich umher findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Dr. M. Luther, 1483-1545 —2 86 Bitte und Trost der Kirche. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du. 143 Chrif te, du Beistand deiner Krenz zge⸗ meine, eile, mit Hilf und Rettung uns erscheine! r den Feinden; ihre Blutgerichte mache zu nichte. 2. Streite doch selber für uns arme Kinder, wehre dem Teufel, seine Macht verhinder; alles, was kämpfet wider deine Glieder, stürze darnieder. 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere, Friede zugleich der Obrigkeit gewähre. Friede dem Herzen, Friede dem Gewissen gib zu genießen. 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Wächter deiner armen Herde, Himmel und Erde. Matth. Apell. v. Löwenstern, 1594- 1648. Mel.: Christus, der ist mein Leben. 14⁴4 Die Gnade sei mit allen, die Gnade unsers Herrn, des Herrn, dem wir hier wallen und sehn sein Kommen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns gar kein Tritt, es gehe seine Gnade denn bis zum Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, man traut ihr ohne Reu, und wenn uns je will grauen, so bleibt der Herr doch treu. 4. Wird stets der Jammer größer, so glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöser, du Hunrs so komme doch! 5. Damit wir nicht erliegen, muß Gnade mit uns sein; denn sie flößt zu den Siegen Geduld und Glauben ein. 6. So scheint uns nichts ein Schade, was man um Jesum mißt, der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. 7. Bald ist es überwunden nun durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Thaten thut. 8. Herr, laß es dir r. Noch immer rufen wir: Die Gnade sei mit allen, die Gnade sei mit mir! Fr. Ph. Hiller, 1699—1769. Eigene Melodie. * in fef ste Burg ist 145. Ei unser Gott,.„ gute Wehr und alier 3 er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seinsgleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat se lost erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns Iglt versch wit uns n ius doch g Nser Vel stellt, thut as macht Wortlein 4. Daẽ Hassen sta u hab vohl auf! Heist und Im Leib Ind Weil sie haben Reich mu Dr. Reich, Christenk Gauben stern str Vorten Nmmer 2. E Wahre de etleucht allwisse dich bis decke d t W dir 391 1 umt mu ö liit u ichtiger Erlöser komme dochl ir nicht erliegen, mit uns sein; zu den Siegen Rauben ein. int uns nichts was man um der Herr hat ie über alles ist es überwunden Lammes Blut, versten Stunden haten thut. es dir gefallen! ufen wir: Die allen, die Gnade Biller, 1699-1759. Melodie. in feste Burg ist Iunser Gott, ein ind Waffen; er aus aller Not, hat betroffen. Feind mit Ernst it: groß Maght t sein grausam zuf Erd ist nicht nsrer Macht ist wir sind gal Bitte und Trost der Kirche. gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht; ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben. D r. M. Luther, 1483- 1546. Mel.: Valet will ich dir geben. 146 Erhalt uns Lehre, Herr, zu der letzten Zeit, erhalt dein Reich, vermehre dein edle Christenheit, erhalt standhaften Glauben, der Hoffnung Leit— stern strahl! Laß uns dein Wort nicht rauben in diesem Jammerthal. 2. Erhalt dein Ehr und wehre dem, der dir widerspricht; erleucht, Herr, und bekehre, allwissend ewig Licht, was dich bisher nicht kennet; ent⸗ decke doch der Welt, der du dich Licht genennet, was ewig dir gefällt. 3. Erhalt, Herr, deine Schafe, der grimme Wolf kommt an; erweck aus ihrem Schlafe, die niemand retten kann als du, o großer Hirte; leit uns auf gute Weid, treib deine 87 nähr, erfreu, bewirte uns in der wüsten Heid. 4. Erhalt uns, Herr, dein Erbe, dein wertes Heiligtum, zerreiß, zernicht, verderbe, was wider deinen Ruhm; laß dein Gesetz uns führen, gönn uns dein Himmelbrot, laß deinen Schmuck uns zieren, heil uns durch deinen Tod. 5. Erhalt und laß uns hören dein Wort, das selig macht, den Spiegel deiner Ehren, das Licht in dieser Nacht, daß dieser Brunn uns tränke, dein Himmelstau uns netz, uns deine Richtschnur lenke, dein Honigseim ergetz. 6. Erhalt in Sturm und Wellen dein Häuflein, laß doch nicht uns Wind und Wetter fällen, steur selbst dein Schiff und richt den Lauf, daß wir nicht weichen vom Ziel der Seligkeit, des Hafens Ruh erreichen in selger Ewigkeit. Adam Gretgen, 1660. Eigene Melodie. 147* Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, gib deim 88 Bitte und Trost der Kirche. Volk einen Sinn auf Erd; Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du steh bei uns in der letzten Not, g'leit uns ins Leben aus dem Tod. Dr. M. Luther, 1483-1546. Ps. 67. Eigene Melodie. 148 Es wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben; sein Antlitz uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten; das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohlgerathen. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! Dr. M. Luther, 1483- 1546. daß ihre Seel auch selig werd. verbrochen. err, unser Gott, 149. laß nicht zu schanden werden die, so in ihren Nöten und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen und zu dir rufen! 2. Mache zu schanden alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach, kehre dich mit Gnaden zu uns Armen, laß dichs er⸗ barmen; ö 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde; wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde, sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen, ver— gebens ists, auf Menschenhilfe bauen; mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das bedrängtekleine Häuflein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. Joh. Heermann, 1585—1647. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, oder: Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 150 O Jesu Christe, wahres Licht, er⸗ leuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Herd, 2. Erfi Hnodensche elführet Heinlich hrem Sim 3. Und aufen hat Ian mit G. wundt Ge am Himm 4. Den Hchör, di en lehr Vollen frei Haube se 5. Erle berblendt, von uns Ree zerstrer d im 3j 6. So ühlech a Hunmelrei datt evigl Iydeisen di Ioh Ml: Her löl. lennen der alt Händen, sichts st VPhu, was hast du rochen. „ unser Gott, laß nicht zu hen die, so in nd Beschwerden Nacht auf deine id zu dir rufen! u schanden alle „ die sich allein verlassen. Ach, it Gnaden zu laß dichs er⸗ ff uns Beistand einde; wenn du chst, werden sie sie müssen Wehr niederlegen, kein gen. äben niemand, vertrauen, ver⸗ Menshenhilfe dir wir wollen und kämpfen, npfen. der Held, der treten und das Häuflein retten. dich, wir schrein . Hilf, Helfer! iann, 1585—167. ist, di Whrist, dich zu un 35 Christ, meins 3 Licht. Jesu Christ, ahres Licht, l h kennen nich; deiner Herd, auch selig werd. Bitte und Trost der Kirche. 89 2. Erfüll mit deinem Gnadenschein, die in Irrtum verführet sein, auch die, so heimlich noch ficht an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst ver⸗ laufen hat von dir, das suche du mit Gnad, und sein ver⸗ wundt Gewissen heil, laß sie am Himmel haben teil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt, bring her, die sich von uns getrennt, versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann, 1585—1647. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 151. Schütze die Deinen, die nach dir sich nennen und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, nichts sie entreißen. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden. Mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Mut und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ewgen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, set dein Nam erhoben. Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beherrscher deiner schwachen Herde, Himmel und Erde! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 152* Verzage nicht, du 7 Häuflein klein, obschon die Feinde willens sein dich gänzlich zu verstören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird recht angst und bang: es wird nicht lange währen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten. Er wird durch seinen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllenpfort und was dem thut anhangen, endlich werden zu Schand und Spott; Gott ist mit uns und wir mit Gott, den Sieg wolln wir erlangen. Michael Altenburg, Bustav Adolfs Feldlied vor der Schlacht det Lützen 1632. 90 Bitte und Trost der Kirche. Pf. 124. Mel.: Aus tiefer Not, oder: Wo Gott der Herr nicht bei uns hält. 7 Wär Gott nicht mit 153. Wẽé uns diese Zeit, so soll Israel sagen, wär Gott nicht mit uns diese Zeit, wir müßten gar verzagen, die so ein armes Häuflein sind, veracht von so viel Menschenkind,‚ die an uns setzen alle. 2. Auf uns so zornig ist ihr Sinn; wo Gott hätt das zugeben, verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben; wir wärn, als die ein Flut ersäuft und über die groß Wasser läuft, und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen. Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unsre Seel entgangen. Strick ist entzwei, und wir sind frei; des Herren Name steht uns bei, des Gotts Himmels und Erden. Dr. M. Luther, 1483- 1546. Eigene Melodie, oder: Aus tiefer Not. o Gott der Herr 154. nicht bei uns hält, wenn unsre Feinde toben, und er nicht unsrer Sach zufällt im Himmel hoch dort oben, wo er Israels Schutz nicht ist und selber bricht der Feinde List, so ists mit uns verloren. 2. Was Menschenkraft und Witz anfäht, soll uns billig nicht schrecken, er sitzet an der höchsten Stätt, der wird ihr'n Rat aufdecken. Wenn sies aufs klügste greifen an, so geht doch Gott ein andre Bahn; es steht in seinen Händen. 3. Sie wüten fast und fahren her und thun gar hoch vermessen, zu würgen steht all ihr Begehr, Gotts ist bei ihn'n vergessen. Wie Meereswellen einhergehn, nach Leib und Leben sie uns stehn; des wird sich Gott erbarmen. 4. Sie stellen uns wie Ketzern nach, nach unserm Blut sie trachten, noch rühmen sie sich Christen auch, die Gott allein groß achten. Ach Gott, der teure Name dein muß ihrer Schalkheit Deckel sein; du wirst einmal aufwachen. 5. Aufsperren sie den Rachen weit und wollen uns ver— schlingen; Lob und Dank sei Gott allezeit, es wird ihn'n nicht gelingen. Er wird ihr'n Strick zerreißen sehr und stürzen ihre falsche Lehr; sie werdens Gott nicht wehren. 6. Ach Herr Gott, wie reich tröstest du, die gänzlich sind verlassen. Die Gnadenthür steht nimmer zu, Vernunft kann das nicht fassen, sie spricht: Es ist nun alls verlorn, da doch das Kreuz hat neugeborn, die deiner Hilfe warten. 7. Die Feind sind all in deiner Hand, dazu all ihr Gedanken, ihr Anschlag ist dir wohlbekanr Nr nicht wider den ünftge w 90 du wit 8. Der Eiden dein hründet Uchtes S Weld entzi des Glau ans End Wat laß Ju Ml.: Werd dder: Frer 195. st roch! licht vor hat einer er straft dies ist f Zion, U warum lränken? 2. TI Wellen i See, wo schilen, und weh sill daz er in nicht be bald sic bichen sehn; Hleichen hn; ot in er sitzet an de „ der wird ihrn 1. Wenn sies eifen an, so ght n andre Bahn; inen Händen. üten fast und dthun gar hoch würgen secht al otts ist bei ihn n ie Meereswellen nach Leib und stehn; ded witd umen. ellen uns wie nch unserm Blut noch rühmen sie auch, die Gott ten. Ach Gott ame dein muß eit Deckel sein zal aufwachen. sen sie den Rachen ollen uns ver h und Dank sei es wird ihn u Et wird ihrn N schrund lützen chr sie werdens ehren. ö rott mie uig die gänzlic sind die Gnadenthüt zu, Vemunst 1. Bitte und Trost der Kirche. 9¹ wohlbekannt, hilf nur, daß wir nicht wanken; Vernunft wider den Glauben ficht, aufs Künftge will sie trauen nicht, da du wirst selber trösten. 8. Den Himmel und die Erden dein, hast du, Herr Gott, gegründet! Laß leuchten deines Lichtes Schein, das Herz uns werd entzündet in rechter Lieb des Glaubens dein, hilf bis ans End beständig sein. Die Welt laß immer murren. Justus Jonas, 1493- 1555. Mel.: Werde munter, mein Gemüte, oder: Freu dich sehr, o meine Seele. AR ion, gib dich nur 155. zustzeden, Gott ist noch bei dir darin, du bist nicht von ihm geschieden; er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch; dies ist sein beliebter Brauch; Zion, lerne dies bedenken; warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meeres⸗ wellen in der wilden, tiefen See, wollen sie dich gar zer— schellen, mußt du rufen ach und weh, schweigt dein Heiland still dazu, gleich als schliefe er in Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, diese Flut wird bald sich legen. 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja die ganze Welt des⸗ gleichen möchte gar auch unter⸗ Ror dennoch hat es keine tot in dem Leben und im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanken aus des ewgen Bundes Schranken. 4. Müssen schon allhier die Thränen deine schönsten Perlen sein, dringt dein Seufzen und dein Stöhnen auch in deine Lieder ein, muß dein Purpur sein das Blut und der Mangel Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen, du kannst deinem Gott ver⸗ trauen. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit dem Tod und Herzeleid; ei, du wirst doch nicht zu Schanden, denk nur an die Ewigkeit. Sei nur fröhlich, wohlgemut; denn der Herr ists, der es thut; Zion, Gott wird dich schon stärken; dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, nun kommt das Ende und der Abend schon herbei; gib dich nur in Gottes Hände, der dich nun will machen frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn gibt er dir die Freudenkron. Zion, du wirst wieder lachen; drum so laß die Welt nur machen. 7. O ihr Engel, Himmels⸗ erben, freuet euch mit Zion hier; denn die jetzt hat wollen sterben, soll nun leben für und für und sch freuen ohne Zahl in dem schönen Himmelssaal. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? Joachim Pault, 4 nach 1674. 92 Ausbreitung der Kirche. Eigene Melodie, oder: Werde munter, mein Gemüte. 1 56 Zion klagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er sich erwählet hat: Ach, spricht sie, wie hat mein Gott mich verlassen in der Not und läßt mich so harte pressen, meiner hat er ganz vergessen! 2. Der Gott, der mir hat versprochen seinen Beistand jederzeit, der läßt sich ver⸗ gebens suchen 105 in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für so gar grausam zürnen mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht wie vorhin erbarmen? 3. Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; doch stell alles Trauern ein, wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind kann hassen und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn du gleich möchtest finden einen solchen Muttersinn, da die Liebe kann verschwinden, so bleib ich doch, wer ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier; du hast mir mein Herz besessen, deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken kann. Siehe, hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; deine Mauern muß ich bauen und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist mir stets vor den Augen, du liegst mir auf meinem Schoß wie die Kind— lein, die noch saugen; meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, keine Not, Gefahr und Streit, ja der Satan selbst nicht scheiden. Bleib getreu in allem Leiden! Joh. Heermann, 1585-1647. II. Ausbreitung der Kirche. Mel.: Valet will ich dir geben. 157 er du in Todes⸗ nächten erkämpft das Heil der Welt und dich als den Gerechten zum Bürgen dargestellt, der du den Feind bezwungen, den Himmel auf⸗ gethan, dir stimmen unsre Zungen ein Halleluja an. 2. Im Himmel und auf Erden ist alle Macht nun dein, bis alle Völker werden zu deinen Füßen sein, bis die von Süd und Norden, bis die von Ost und West sind deine Gäste worden bei deinem Hochzeitsfest. 3. Noch werden sie geladen. noch gehn die Boten aus, um nit dem 9 fillen dir en Preis in Weg zustteun d Lnd und 4. So dir aus d diele selig un Abene die hohen dein Vol sicht Tag dein Feue Ch Ml.: Herz 158. 48 imnsten Chetubine Ighellt, d Ctolze ve als du a söhntest! 2. Da Inngst d nahmst Und bau bon Wes von Mo Haste mu Ibendme 3. 8 lede v shrst d Wlles uichts Latheiße Wum ent Chre 00 enn du gleih n einen solchen a die Liebe kann so bleib ich doch Meine Treue ion, o du meine mir mein Herz 1 kann ich nicht Bnicht den Satan sonst nichts als Siehe, hier in en hab ich dich . Wie mag es sein? Ich muß n; deine Mauem n und dich fott hauen. t mir stets vor liegst mir auf wie die Kind⸗ saugen; memte it groß. Dich keine Zeit, keine und Streit, j0 st nicht scheiden in allem Liden! mann, 1555—1647⁷• 2 „Boten aus Ausbreitung der Kirche. mit dem Ruf der Gnaden zu füllen dir dein Haus. Es ist tein Preis zu teuer, es ist kein Weg zu schwer, hinaus— zustreun dein Feuer weit über Land und Meer. 4. So sammle deine Herden dir aus der Völker Zahl, daß viele selig werden und ziehn zum Abendmahl. Schleuß auf die hohen Pforten, es strömt dein Volk heran; wo noch nicht Tag geworden, da zünd dein Feuer an! Ch. G. Barth, 1799—1862. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 158 Der du zum Heil er⸗ schienen der aller— ärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am dürren Holze ver— söhntest ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus; von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeits— kleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 93 4. Drum kann nicht Friede werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgesöhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 5. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Angesicht; auch sie hast du gegraben in deinen Priester⸗ schild, am Borne sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 6. So sprich dein göttlich Werde, laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn, daß, wo man Teufeln fröhnet und vor den Götzen kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht! 7. Wir rufen, du wirst hören; wir fassen, was du sprichst; dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zer⸗ brochen! Wie viele sinds noch nicht! O du, ders uns ver⸗ sprochen, werd aller Heiden Licht! Albert Knapp, 1796—1864. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 159 Eine Herde und ein Hirt! wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde, mach dich auf und werde licht! Jesus hält, was er verspricht. 9⁴ Ausbreitung der Kirche. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlich— keit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden, blinde Pilger flehn um Licht; Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht; Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgen— rotes Helle und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle, ihn um⸗ leuchtet Morgenlicht; Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren auf⸗— gethan; rauscht, verdorrete Gebeine, macht dem Bundes-— engel Bahn; großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herr⸗ lichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf, es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Fr. Ad. Krummacher, 1767—1845. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 160 Einer ists an dem wir hangen, der für uns in den Tod gegangen der Gerechtigkeit, und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen, in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, bereite dir zum Ruhm deine Kinder; verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich erwählet, du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn; dein Armut ist Gewinn für den Himmel. Wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. 5. O Herr Jesu, Ehren⸗ könig, die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus! Send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Milli⸗ onen, die noch im Todes— schatten wohnen, von deinem Himmelreiche fern! Seit Jahr⸗ tausenden ist ihnen kein Evan⸗ gelium erschienen, kein gnaden⸗ reicher Morgenstern. Glanz geh auf, denn es Hert Iesu Ind mach dune Thü 5. Dein den, die! (funden, da für u d Seele den Kreu Iis es dur Denn krä nichtet Ind Seele Dein Geist steht dein 6. Hei Dnge be Rerngel Herr, vor sr uns daͤnen Ai Kraft ve Seflorn eldlich o Mume, ein Hüt Gott ve Ml. st mit seinem Blut unsre Herze Mann der in deiner Lich üt. Nimm unz bereite dir zun Kinder; verbir Gnadenlicht von u Angesicht. wir haben digh selbst hast unste t nach deinem srat. UnssreKraft nd nichtig, und Werke tüchtig dir die Stürke brich den eignen lrmut ist Gewinn zel. Ver in sich „ Herr, dir nach it Ehren deine 4 Tesu, Chren⸗ ant ist groß, er nig, drum sende aus! Send auch in Gnaden, vil einzuladen zun les Vaters Haus den deine Wahl Abendmahl mn Da ruht der vährt die Frend und in Euigkeit auf deine Mill⸗ Todes⸗ noch m Ausbreitung der Kirche. denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu, zeuch uns voran und mach uns Bahn; deine Thüren aufgethan! 5. Deine Liebe, deine Wun— den, die uns ein ewges Heil erfunden, dein treues Herz, das für uns fleht, wollen wir den Seelen preisen und auf dein Kreuz so lange weisen, bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig ist dein Wort, es richtet und durchbohrt Geist und Seele; dein Joch ist süß, dein Geist gewiß, und offen steht dein Paradies. 6. Heiland, deine größten Dinge beginnest du still und geringe! Was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten, auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, wächst endlich ohne Schein doch zum Baume, weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem es von Gott vertrauet ist. Albert Knapp, 1798— 1864. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. ö 161. Kone Jesu, streite, ů iege, daß alles bald dir unterliege, was lebt und webt in dieser Welt. Blick auf deine Friedensboten, laß wehen deinen Lebensodem durchs ganze weite Totenfeld. Erhöre unser Flehn und laß es bald geschehn! Amen, Amen! So rühmen wir und gib 9⁵ jauchzen dir ein Halleluja für und für. Albert Knapp, 1798— 1854. Mel.: Gott des Himmels, oder: Komm, o komm, du Geist des Lebens. 162 Licht„ das in die Welt gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern, aus Gott entglommen, treib hinweg die alte Nacht. Zeuch in deinen Wunderschein bald die ganze Welt hinein. 2. Gib dem Wort, das von dir zeuget, einen recht gepriefnen Lauf, daß noch manches Knie sich beuget, sich noch manches Herz thut auf, eh die Zeit erfüllet ist, wo du richtest, Jesu Christ. 3. Geh, du Bräutgam, aus der Kammer, laufe deinen Heldenpfad; strahle Tröstung in den Jammer, der die Welt umdunkelt hat; o erleuchte, ewges Wort, Ost und West und Süd und Nord, 4. Und erquick auch unsre Seelen, mach die Augen hell und klar, daß wir dich zum Lohn erwählen. Vor den Stolzen uns bewahr; ja, laß deinen Himmelsschein unsers Fußes Leuchte sein. Rud. Stier, 1800—- 1862. Mel.: Errett mich, o mein lieber Herre. 163 O daß doch bald dein Feuer brennte, du unaussprechlich Liebender, und — 96 Ausbreitung der Kirche. bald die ganze Welt erkennte, daß du bist König, Gott und Herr! 2. Zwar brennt es schon in heller Flamme jetzt hier, jetzt dort in Ost und West, dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme, ein herrlich Pfingst⸗ und Freudenfest. 3. Und noch entzünden Himmelsfunken so manches kalte, tote Herz und machen Durstge freudetrunken und heilen Sünd und Höllenschmerz, 4. Verzehren Stolz und Eigenliebe und sondern ab, was unrein ist, und mehren jener Flamme Triebe, die nur auf dich gerichtet ist. 5. Erwecke, läutre und ver⸗ eine des ganzen Christenvolkes Schar und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil noch jedem offenbar. 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, allmächtig starker Gotteshauch, dein Feuermeer ström nicht vergebens; ach, zünd in unsern Herzen auch! 7. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen und baue deinen Tempel aus; laß leuchten deine heilgen Flammen durch deines Vaters ganzes Haus. 8. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme doch bald die ganze, weite Welt und zeig dich jedem Völkerstamme als Heiland, Friedefürst und Held. 9. Dann tönen dir von Millionen der Liebe Jubel⸗ harmonien, und alle, die auf Erden wohnen, knien vor den Thron des Lammes hin. J. L. Fricker, 1766 Mel.: Dir, dir, Jehovah, will ich singen. * ach auf, du Geist 164. W' der ersten Zeu⸗ gen, die auf der Maur als treue Wächter stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegengehn, ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß dein Feur doch bald entbrennte, o möcht es doch in alle Lande gehn! ach Herr, gib doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein! die Ernt ist groß, da wenig Knechte sein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitt in unsern Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig hierum an⸗ zuflehn! Drum hör= o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. So gib dein Wort mit großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein, laß eilend Hilf uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 5, Ach, gion käme! 0 Wie dei Nun Volk! ähmel O hd vor 2 ah, 0 U8 hald entzw. 3l Hilf U 0. Ach shhelle lar chn dessen ch führe Haufen de lle Dore such Iorae clle deine * , Stege, u i Haufe käum, ach Vage; ve fabshen E nach uns Mekling Schul ein . Laß Schule d Iulken Ge hu nur g IIl Mle n El Wie 106. 0 deint nd alle, die au , knien vor des ammes hin. L. Fricker, 1766 hovah, willich sngn ach auf, du Geis der ersten Zeu⸗ der Maur ale stehn, die Tag mmer schweigen ost dem Feind ja deren Schall Helt durchdringt ller Scharen zu dein Feur doch ite, o möcht es Lande gehn! ach in deine Ernte die in treuer O Herr der doch darein! die oß, da wenig zohn hat ja mit uns diese Bitt in dlegt. O siche Orten sich deiner nd Sinn bewegt, ustig hierum an⸗ st f Hen 5 soll geschehn. dein Wort mit Kirchweih und 5. Ach, daß die Hilf aus Zion käme! O, daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängnis nähme! O, würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hilf und mach uns frei. 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen; es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll in alle Thore ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 7. O, bessre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räum, ach räum aus jedem Wege; vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn, und mach uns bald von jedem Mietling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 8. Laß jede hoh und niedre Schule die Werlstatt deines guten Geistes sein, ja, sitze du nur auf dem Stuhle und III. Einführung ꝛc. 97 präge dich der Jugend selber ein, daß treuer Lehrer viel und Beter sein, die für die ganze Kirche flehn und schrein. 9. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du, als der Brunnquell aller Güte, gibst selber mir etwas von deinem Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern kann; drum bitt ich, Herr, o nimm mein Bitten an! K. H. v. Bogatzky, 1690—1774. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 165 Zieht in Frieden eure Pfade! Mit euch des großen Gottes Gnade und seiner heilgen Engel Wacht! Wenn euch Jesu Hände schirmen, gehts unter Sonnenschein und Stürmen getrost und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im Herrn! Er sei euch nimmer fern spät und frühe! Vergeßt uns nicht in seinem Licht und wenn ihr sucht sein Angesicht. G. F. L. Knal, 1806—-1878. Kirchweih und Einführung von Pfarrern. Nel.: Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern. 166. Gott Vater, aller ö Dinge Grund, gib deinen Vaternamen kund an diesem heilgen Orte! Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte! Wohne, throne hier 1 98 Kirchweih und Einführung ꝛe. bei Sündern als bei Kindern blick auf der Deinen Flehn voller Klarheit; heilge uns in deiner Wahrheit! 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dies Gotteshaus it dir geweiht, o laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte sort und fort in diesen Friedenshallen! Einheit, Rein⸗ heit gib den Herzen; Angst und Schmerzen tilg in Gnaden und nimm von uns allen Schaden. 3. Gott heilger Geist, du wertes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden! Gieß über uns und dieses Haus dich mit allmächtgen Flammen aus; mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer, Kinder, Väter, früher, später gehts zum Sterben; hilf uns Jesu Reich ererben! 4. Dreieinger Gott! Lob, Dank und Preis sei dir vom Kinde bis zum Greis für dies dein Haus gesungen! Du hasts geschenkt und auferbaut, dir ists geheiligt und vertraut mit Herzen, Händen, Zungen. Ach, hier sind wir noch in Hütten, Herr, wir bitten: Stell uns droben in den Tempel, dich zu loben! Albert Knapp, 1798- 1864. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du. 167 O Herr, vor dem sich Erd und Himmel beuget, du Gottes⸗ sohn, von Ewigkeit gezeuget, und Dankeslieder huldreich hernieder! 2. Dies Haus, o Herr, ist deinem Dienst geweihet; hier schmecken deine Gläubgen hoch⸗ erfreuet das Blut, den Leib, den du zu unserm Leben da⸗ hingegeben. 3. Hier wird in deinem heilgen Wasserbade die Schuld getilgt, geheilt der Seelenschade; hier weihen wir, o Todesüber⸗ winder, dir unsre Kinder. 4. Hier finden Kranke Hei⸗ lung, Kraft die Müden, die Blinden Licht, die Sünder Seelenfrieden; hier atmen freier bei des Lebens Schmerzen die wunden Herzen. 5. Des Ewgen Vorhof ist an diesem Orte, das Heilig⸗ tum des Herrn, des umels Pforte, stets offen allen, die dem ewgen Leben entgegen⸗ streben. 6. Mag bei der Stürme Wüten alles zittern, die Kirche steht ein Fels in Ungewittern und bleibet bei der Hölle wildstem Trutze in Christi Schutze. 7. Drum freun wir uns der heilgen Tempelweihe und bitten: Herr, Allgütiger, ver⸗ leihe, daß uns geleite dein mildreicher Ségen auf allen Wegen! 8. Nichts raube uns des Herzens fromme Freude, oft kehre dieser Tag zurück, oft Heide dein m den jer uns! 9. Lob dib, o Vat dir Tröste Ins, deir Cuigkeiter Ml.: Werd 955 68. it unse wohlanfat i uns! Stärkl L Hunst ist dust; hil Dugen Rlingen. 2. Hil Orten, w sen; blit und Pfor Huufelei ulhhett, Enigkeit allen Di wohlgeli 9. Hi I5 Wöten,e schr, l toten, wahr, d Lerdruß Wus. 8 Qugen Heungen Lede in laß ns — Deinen Flehn lieder huldreic aus, o Herr, is t geweihet; hier Cläubgen hoch⸗ Blut, den Leih userm Leben da⸗ wird in deinem rbade die Schuld der Seelenschade; ir, o Todezüber⸗ usre Kinder. nden Kranke Hei⸗ die Müden, die t, die Sünder hier atmen jebens Schmerzen Herzen. Wgen Vorhof ist Ite, das Heiiih⸗ rn, des Himmels offen allen, die Leben entgegen⸗ hei der Stürme stem die girc in Ungewitec, hei der Höll uhe in Chtist ir uns reun wil Tempolweihe und Algütiger, ven mns gelite Rn Kirchweih und weide dein Volk, o Herr, sich an den Himmelsgaben, die hier uns laben. 9. Lob und Anbetung töne dir, o Vater, dir Gottes Sohn, dir Tröster und Berater! Lehr uns, dein Volk, durch alle Ewigkeiten dein Lob ausbreiten. Alte Kirche. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 168 Hil uns, Herr, in allen Dingen, daß wir unser Amt und Werk wohl anfangen und vollbringen, gib uns Weisheit, Kraft und Stärk! Ohne deine Hilf und Gunst ist all unser Werk um⸗ sonst; hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl⸗ gelingen. 2. Hilf uns, Herr, an allen Orten, wo wir dein bedürftig sein; brich der Hölle Macht und Pforten und gib deinem Häufelein, deiner armen Chri⸗ stenheit, Liebe, Fried und Einigkeit. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohlgelingen. 3. Hilf uns, Herr, in allen Nöten, aller Trübsal und Ge⸗ fahr; laß uns keine Drangsal töten, nimm doch unser also wahr, daß Kreuz, Elend und Verdruß uns zum besten dienen muß. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl⸗ gelingen. 4. Hilf uns, Herr, aus allem Leide in der letzten Todesnot, laß uns fahren hin mit Freude 99 und durch deinen bittern Tod kommen in das Paradeis, uns zur Freude, dir zum Preis. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohlgelingen. 5. Hilf uns, Herr, in letzten Zügen, hilf nach unsrer Zuver⸗ sicht, laß uns ritterlich obsiegen und zu schanden werden nicht. O Herr Jesu, deine Hand leist uns Hilfe und Beistand, daß wir nach vollbrachtem Ringen Lob und Dank dir ewig singen. Martin Rinckart, 1586— 1649. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 169 O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Herde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werde! Von dir sind wir auch erwählet, zuge⸗ zählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Herden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt. Herr, segne seine Werke! Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr 7* Einführung ꝛe. 100 Wort Gottes. und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Stärke. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn, laß ihn sein Amt mit Freuden thun, nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund uns dir entgegen führen. Du hast die Seelen all gezählt, du willst es nicht, daß eine fehlt, laß keine ihn verlieren. Jesu, hilf du, reich die Hände, daß am Ende Hirt und Herde treu 290 dir erfunden werde. „Sei uns gesegnet, Knecht des rn du kommst im Namen unsers Herrn, in Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland. Gott mit dir, Amen, Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. J. D. C. Bickel, 1737—1809. D. Lieder von den Gnadenmitteln. IJI. Wort Gottes. Mel.: Was Gott thut, das ist wohlgethan. +7 ein Wort, o Herr, 170. D ist milder Tau für trostbedürftge Seelen; laß keiner Pflanze deiner Au den Himmelsbalsam fehlen; erquickt durch ihn laß jede k blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Keil, der Felsen spaltet, ein Feuer, das im Werd en zehrt und Mark und Bein durchschaltet. O, laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilger— reise; es führt auch Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmels⸗ licht verlösch uns⸗ uicht und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Ichritten Hütten. 5. Nun Fstem Sim Hokte; Wl uders hii — Swor N.„0 W rief r IM Wort 6. Au Zegensbu Nund A r aus je bon u merfort allen nisten u ů . 8 Ort d N, d Ihm Mhenswo 0 1ñ schimme cchnecer Den, 937 G 9. V in mii ühren. Du has all gezählt, du t, daß eine fehl, verlieren. Ich, die Hände, daß t und Herde tren den werde. gesegnet, Knecht lommst im Namen in Jesu Christi irte, nimm uns bei uns zum ewgen ott mitdir, Amen, ir gehn wir durch ser Zeiten zu den à unser Gott will mitteln. . Vacht zerscheitern zen läutern! Vort ist uns der für unsre Pilger⸗ Irt auch Thoren in und macht die Dein Himmels⸗ uns nicht Wort Gottes. Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte; wo wendet' ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein:„Komm, du bist mein!“ das rief mir nicht vergebens, ein Wort des ewgen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segensbund, dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es mir aus Geist und Mund und nie von unserm Samen. Laß immerfort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten. 7. O sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren, den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören; und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. C. B. Garve, 1763—-1841. Mel.: Ach Gott und Herr. 171 Gott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken: laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wo⸗ fern mich nicht dein Wort die 101¹ Wahrheit lehrte? Gott, ohne 4. verstünd ich nie, wie ich ich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben; zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ewger Rat, die Missethat der Sünder zu ver⸗ sühnen, den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du ver⸗ zeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort; denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Teil, es sei mir Heil und Kraft zum ewgen Leben. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: O du Liebe meiner. 172 err, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir. Denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu thun. 2. Halleluja! Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich *— ———————— 10² sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn. Laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat, und zugleich' zu deinen Füßen sitzen, wie Maria that. N. L. v. Zinzendorf 1700— 1760. Mel.: Gott des Himmels, oder: Komm, o komm, du Geist des Lebens. 173 Teures Wort aus Gottes Munde, das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt, in dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben, welcher nach dem Himmel schmeckt, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch gedeckt, der mir lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser tränkt. 3. Du, mein Paradies auf Erden, schließ mich stets im Glauben ein; laß mich täglich klüger werden, daß dein heller Gnadenschein mir bis in die Seele dringt und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnade, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schätze Gottes Hand durch sein Wort ihm zugesandt. 5. Lasse mich in diesen Schranken sonder eitle Sorgen Wort Gottes. sein. Schließe mich mit den Gedanken in ein stilles Wesen ein, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. 6. Gib dem Samkorn einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt; mache mir die Augen wacker, und was hier dein Finger schreibt, präge meinem Herzen ein, laß den Zweifel ferne sein. 7. Was ich lese, laß mich merken, was du sagest, mich thun. Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern gib, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich sei. 8. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richt⸗ schnur gehn. Was ich hier zu Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rat und That in den größten Nöten hat. 9. Laß dein Wort mir einen Spiegel in der Folge Jesu sein. Drücke drauf ein Gnadensiegel, schließ den Schatz im Herzen ein, das ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benj. Schmolck, 1672—-1787. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 17⁴ Wir Menschen sind 7 zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissens und verstehens laß icht, wo Vort und ir nicht x Anechte, de wohlbekann und Recht dein lieber von des H Iommen ul 3. Für Hert, gepr erbleiben helggen G Vorte gl. nehmen j⸗ nut, Ehr als Gotte 4. Hil Spötter Vort abn Pött san Schreten Gib du 6 Kraft, dal haft, au wohne, 5. Of Ind dasd Vort re ind Leid, oausde wrr nich Vortes, Frucht 6. A Wird so Aenomm. Steinen Dunt Oame, ße nich nit den ein stilles Wesen aunen nich UU wenn mein Hen ört. m Samkorn eine die Frucht nicht t; mache mir die , und was hiet schreibt, prägr zen ein, laß den e sein. ch lese, laß mich du sagest laß Wird dein Wort stärken, laß ei beruhn, sondem dabei ihm das sei. daß alle meine nach dieser Richt Was ich hiet lege, müsse wie stehn, daß mein Rat und That ten Nöten hat. dein Wort mu jel in der Folge Drücke drauf ein (schlicß den Schah daß ich fest u , bis ich dort ngeh. hmolc, 16. . 2—17⁰⁷. ewiß Wort Gottes. nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, daß durch sie würde wohlbekannt dein heilger Will und Rechte. Zum letzten ist dein lieber Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist, laß uns dabei verbleiben und gib uns deinen heilgen Geist, daß wir dem Worte gläuben, dasselb an⸗ nehmen jederzeit mit Sanft⸗ mut, Ehre, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Ge— spött samt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gib du selbst deinem Donner Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne., 5. Offn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Weg der Same wird sofort vom Teufel hin⸗ genommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen; der Same, so in Dornen fällt, 103 von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich dem guten, fruchtbarn Lande und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande; viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld in feinem, gutem Herzen. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, den Weg der Sünder meiden; gib, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden; rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Welt⸗ sorg überall und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein die Leuchte unsern Füßen; erhalt es bei uns klar und rein; hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit ausbreiten. Hilf, Jesu daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten. O heilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. David Denicke, 1603— 1680. Mel.: Jesu meine Freude. ort des höchsten 17⁵. W Mundes, Engel meines Bundes, Jesu, unser Ruhm! Bald, da wir gefallen, 104 ließest duerschallen Evangelium: eine Kraft, die Glauben schafft, eine Botschaft, die zum Leben uns von dir gegeben. 2. Was dein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen fest bestimmet hat, was der Opfer Schatten vorgebildet hatten, das vollführt dein Rat; was die Schrift verspricht, das trifft alles ein in deinem Namen und ist Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet, Jesu Gnade wendet allen Zorn und Schuld. Jesus ist gestorben, Jesus hat erworben alle Gnad und Huld. Auch ist dies für⸗ wahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre; o erwünschte Lehre! 4. Uns in Sünden Toten machen Jesu Boten dieses Leben kund, lieblich sind die Füße und die Lehren süße, teuer ist der Bund. Aller Welt wird nun vermeldt durch der guten Taufe. Botschaft Lehre, daß man sich bekehre. 5. Kommt, zerknirschte Herzen, die in bittern Schmerzen das Gesetz zerschlug, kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Jesu Blut stärkt euren Mut. Gott ist hier, der euch geliebet und die Schuld vergibet. 6. Dieser Grund bestehet; wenn die Welt vergehet, fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen, so soll mein Ver⸗ trauen evangelisch sein; auch will ich nun würdiglich dieser Kraft, die mir gegeben, evan— gelisch leben. 7. Jesu, deine Stärke schaffet diese Werke; stehe du mir bei! Nichts kann uns nun saen hilf, daß auch mein Leiden, evangelisch sei. Auch laß mich einstmals auf dich, als ein Kind mit dir zu erben, evangelisch sterben. H. C. Hecker, 1699—1743. II. Taufe(und Confirmation). Eigene Melodie. 176 Christ unser Herr zum Jordan kam nach seines Vaters Willen, von Sankt Johann die Taufe nahm, sein Amt nun zu er⸗ füllen; da wollt er stiften uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, ersäufen auch den bittern Tod durch sein selbst Blut und Wunden; es galt ein neues Leben. 2. So hört und merket alle wohl, was Gott heißt selbst die Taufe und was ein Christe glauben soll, zu meiden Ketzer⸗ haufen. Gott spricht und will, daß Wasser sei, doch nicht allein schlecht Wasser, sein heilig Wort ist auch dabei mit reichem Geist ohnmaßen, der ist allhier der Täufer. 3. Solchs hat er uns be⸗ weiset klar mit Bildern und Iit Worten, mun offent Jordan hö ds ist m dher ste Maschheit Herliederfäl Helleidet,d heifeln dr. hufet werd Reaufet har Eiden zu u 5. Sen get Herre oll Welt Walorn in al zur L Hllbet ur hll dadure ulgeborne der nicht oos Himm 6. Wer Moßen G esten Sü Dommt zu der Höl hlht sen l Byu Alsind lelt, dari nag sich 7. Do Mutes e re, daß man sith erknirschteherzen Schmerzen das lug, kommt zu u, der für eut Schmerzen trug, ärkt euren Mut der euch geliebet uld vergibet. Grund bestehet; At bergehet, fällt in. Darauf will 9 soll mein Ver⸗ elisch sein; auch würdiglich dieser ir gegeben, evan⸗ ine Stärkeschaffet stehe du mir bei! uns nun scheiden, ich mein Leiden, 1. Auch laß mich dich, als ein Kind —ben, evangelish Heler, 1000-1I on). und merket alle hott heißt selht was ein Christ zu meiden Keter⸗ t spricht und—— sei, doch nicht 2 n sein Taufe. mit Worten, des Vaters Stimm man offenbar daselbst am Jordan hörte. Er sprach: Das ist mein lieber Sohn, an dem ich hab Gefallen, den will ich euch befohlen han, daß ihr ihn höret alle und folget seiner Lehre. 4. Auch Gottes Sohn hier selber steht in seiner zarten Menschheit, der heilge Geist herniederfährt, in Taubenbild verkleidet, daß wir nicht sollen zweifeln dran, wenn wir ge⸗ taufet werden, all drei Person getaufet han, damit bei uns auf Erden zu wohnen sich ergeben. 5. Sein Jüngern heißt der Herre Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, daß sie verlorn in Sünden ist, sich soll zur Buße kehren. Wer gläubet und sich taufen läßt, soll dadurch selig werden, ein neugeborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben, das Himmelreich soll erben. 6. Wer nicht gläubt dieser großen Gnad, der bleibt in seinen Sünden und ist ver⸗ dammt zum ewgen Tod tief in der Höllen Grunde. Nichts hilft sein eigne Heiligkeit, all sein Thun ist verloren, die Erbsünd machts zur Nichtig⸗ keit, darin er ist geboren, er mag sich selbst nicht helfen. 7. Das Aug allein das Wasser sieht, wie Menschen Wasser gießen, der Glaub im Geist die Kraft versteht des Blutes Jesu Christi, und ist 10⁵5 vor ihm ein rote Flut, von Christi Blut gefärbet, die allen Schaden heilen thut, von Adam her geerbet, auch von uns selbst begangen. Dr. M. Luther, 1483- 1548. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 177 Herr, wir stehen hier . vor dir: laß dies Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Nind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 2. Wasch es, o Herr Jesu, rein durch dein Blut von seinen Sünden, laß es deinen Geist erneun und mit dir genau verbinden! Da wir ihm den Namen geben, schreib es in dein Buch zum Leben! 3. Hirte, nimm dies Schäflein an! Haupt, mach es zu deinem Gliede! Lehrer, zeig ihm deine Bahn! Friedefürst, sei du sein Friede! König, laß es deinen Willen künftig immer treu erfüllen! ö 4. Laß uns alle in der Welt als rechtschaffne Christen leben, endlich auch, wenn dirs gefällt, ehristlich unsern Geist aufgeben, und im Himmel zu den Frommen, zu den wahren Christen kommen. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. * Itch bin getauft auf 178. deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger ͥI 106 Geist, ich bin gezählt zu deinem Sen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt; ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt. Du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigentum zu sein gewagt; hin⸗ gegen 85 ich bis ins Grab des Satans schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreit, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 10 Ich 400 dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen th ut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternisse, ich bleibe mit dir unvermengt; hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Jesu Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich: Gott hört es, ich entsage euch. 7. Laß dies sen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und Taufe. heilger Geist; halt mich in deines Bundes Schrartten, bis mich dein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. J. J. Rambach, 1698—1735. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 179. Lasset die Kindlein kommen zu mir, spricht Gottes Sohn, sie sind mein Freud und Tonhe ich bin ihr Schild und Kron; auch für die Kindelein, daß sie nicht wärn verloren, bin ich ein Kind geboren; drum sie mein eigen sein. 2. Der Herr gar freundlich küsset und herzt die Kindelein, bezeugt mit Worten süße, der Himmel ihr soll sein, dieweil sein teures Blut, das aus sein heilgen Wunden am Kreuzes⸗ stamm geronnen, auch ihnen kommt zu gut. 3. Drum nach Christi Ver⸗ langen bringet die Kindlein her, damit sie Gnad erlangen, niemand es ihnen wehr. Führet sie Christo zu; er will sich ihr erbarmen, legt sie in seine Arme, darin sie finden Ruh. 4. Ob sie gleich zeitlich sterben, ihr Seele Gott ge— fällt; denn sie sind Gottes Erben, lassen die schnöde Welt, sind frei aller Gefahr und dürfen hier nicht leiden. Sie loben Gott mit Freuden dort bei der Engel Schar. Corn. Becker, 1561—-1604. Il: Ale M „Jesu. Ider: Jeu, 60. hin ein di mensck democh ein Hus sind Mich einen mr alles nich ewig 2. Keine hange: Ic Christl der lange Runrd; sst, st der D2 f B. Ut tute Waf heprenget 3. Sat iun Ii Chrjtl in n schl ag ausam Ruufe 10 Nact 0 uinerL M dund mie 4 f Hel nbe. J christl d Jum Erh noben i f Idss sta r Glau Schen Lbens ö haltmichindeint hranken, bis mit terben heißt. Et so sterb ich dir, dort für und fi Rambach, 1593—1735, ines Hetzens Grunde sset die Kindlei kommen zu mit es Sohn, sie sin und Wonne, it child und Kron ie Kindelein, daf ärn verloren, bun geboren; drum fi sein. herr gor freundlit herzt die Kindelen Worten süße, da soll sein, diewe Blut, das aus sei nden am Kreuze nmnen, auch ihng ut. 1 nach Christ V. aget die Kindlein sie Gnad erlangen hnen weht. Führ zu; er will si u, legt sie m seh u sie finden Rui sie hleich zeitlih Taufe. Mel.: Alle Menschen müssen sterben, oder: Jesu, meines Lebens Leben. 180. raen: J en sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen dennoch ein Kind Gottes ist! Was sind alle Schätze nütze, da ich einen Schatz besitze, der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht? 2. Keine Sünde macht mir bange: Ich bin ein getaufter Christ! denn ich weiß gewiß, so lange dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das teure Wasserbad mich damit besprenget hat. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ! und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet Gottes Bund mich frei. 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ! denn das bringet mich zum Erbe, das im Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, so versichert mir der Glaube, daß mir auch der Taufe Kraft Leib und Leben wiederschafft. 5. Nun so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens sein. Muß ich mich 107 zu Grabe legen, schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist. Erdm. Neumeister, 1671—1756. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 181 iebster Jesu, hier 5 sind wir, deinem Worte nachzuleben: dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Christo führe, denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet allermeist dieses Wort in unsern Ohren: „Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu ge— boren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen.“ 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unsern Armen; tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Er— armen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken, und zugd mit dieser Flut laß es dein Verdienst bedecken; schenk ihm deiner Unschuld Seide, daß es ganz in dich sich kleide. 5. Hirte, nimm dein Schäf⸗ lein an! Haupt, mach es zu deinem Gliede! Himmelsweg, sche ihm die Bahn! wel Wen⸗ chenk ihm den Friede! Wein⸗ 108 stock, Hut daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe! 6. Nun, wir legen an dein Herz, was von Herzen ist ge⸗ gangen; führ die Seufzer Confirmation. himmelwärts und erfülle das Verlangen; ja, den Namen den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benj. Schmolck, 1672—-1737. Confirmation. Mel.: O du Liebe meiner Liebe. 182 ei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn; nichts soll mich von dir vertreiben, will aon deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt ichs irgend besser haben als bei dir der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Er⸗ den alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab? Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Tueue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich so in Freude wie in Leid; bei dir bleib ich, dir ver⸗ schreib ich wich in Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; Bauh der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Zag bleib auch, wenn mein 9 sich neigt, wenn es nun wil Abend werden und die Nacht hernieder steigt! Lege segnend dann die Hände mir aufs müde, schwache Haupt, sprich dann: Kind, hier gehts zu Ende, aber dort lebt, wer hier glaubt! 6. Bleib mir dann zur Seite stehen, wann mir Grauen macht der Tod als das kühle, scharfe Wehen vor des Him⸗ mels Morgenrot. Wird mein ule dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhl hlich) zieh hinüber, wie man nach der Heimat reist. K. J. Ph. Spitta, 1801—-1859. Mel.: Alle Menschen müssen sterben, oder: Jesu, meines Lebens Leben. 183. Jesu; meiner Seele Leben, meines Herzens 355 ste Freud, dir will ich mich ganz ergeben jetzo und in Ewigkeit. Meinen Gott will ich dich nennen und or aller X h dein bin Ull keines 2. Deine ffangen, 900 anpf shon ange Duterbn st Schoß hate a ith erst ar 1110 dein, ih Will keir 3. Irr ic Abe; fall Huf; ist 0 Mir 01 12 st mein H ind du d Ianes ande 4 N, Lben hat! führt; di geben, di mniert; de Wal HLet, k l uhrtt ost mein andern sei 9. Deir Ius Erbe dehle Helte st t Erl Zel hint u die J und erfülle de ja, den Namen ben, schreib in um Leben. hmolc, 1672—1737, auch des Rufz zelt; denn der ist fertig, der sich hält. nir nah auf dieser auch, wenn mein gt, wenn es nun werden und die der steigt! Lege die Hände mir schwache Haupt. Kind, hier gehts er dort lebt, wer mir dann zur wann mit Grauen od als das kihle n vot des Him⸗ nrot. Wird mein , trüber, dann nen Geist, daß nüber, wie man aschen müssn sterben, Eines Lebens en. su, meiner Seele Leben, meine! hste Freud, du 9 ganz ergeber wigfeit. Meine 2⁴⁰9— dich nennen ud Confirmation. vor aller Welt bekennen, daß ich dein bin und du mein, ich will keines andern sein. 2. Deine Güt hat mich umfangen, als mich erst die Welt empfing; dir bin ich schon angehangen, als an Mutterbrust ich hing; dein Schoß hat mich aufgenommen, da ich erst ans Licht gekommen; ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 3. Irr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf; ist es, daß ich mich be⸗ trübe, tröst sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, sie gibt mir Güter; schlaf ich ein, sie ist mein Hüter: ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 4. Ja, in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, du hast meinen Lauf regiert; deine Güt, die täglich währet, hat mich immerdar ernähret: ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 5. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das im Himmel beigelegt; ich weiß, wenn ich heute wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude. Trotz dem, der mich von dir scheide! Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 6. Drum, ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigen⸗ 109 tum; dir ich völlig mich er⸗ gebe, du bist meiner Seele Ruhm, meine Zuversicht und Freude, meine Süßigkeit im Leide: ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. Chr. Scriver, 1629-1698. Mel.: Was mein Gott will, das Sei getreu, g'scheh allzeit. 184 Gott halt seinen Bund, o Mensch, in deinem Leben! Leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm allein er— geben! Denk an den Kauf in deiner Tauf, da er sich dir verschrieben bei seinem Eid, in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. 2. Sei Gott getreu, laß keine Not des Kreuzes dich abkehren; ist er dein Vater und dein Gott, was willst du mehr begehren? Dies höchste Gut macht rechten Mut; kann seine Huld dir werden, nichts besser ist, mein lieber Christ, im Himmel und auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf, laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem 25 Lebenslauf von seiner Liebe scheiden. Sein alte Treu wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrauben; was er verspricht, das bricht er nicht, das sollst du kühnlich glauben. 4. Sei Gott getreu in deinem Stand, darin er dich gesetzet; wenn er dich hält mit 110 seiner Hand, wer ist, der dich verletzet? Wer seine Gnad zur Brustwehr hat, kein Teufel kann ihm schaden; wen dies Panier beschützet hier, dem bleibet wohl geraten. 5. Sei Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen, steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Armen hält, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort bleibt ewig fort ohn alles Wanken stehen. 6. Sei Gott getreu, als welcher sich läßt treu und gnädig finden; streit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel—6 1 ja der Fall eschehen, so sei bereit, durch Buß n nur wieder auf⸗ zustehen. 7. Sei Gott getreu bis in den Tod, und laß dich nichts abwenden! Er wird und kann in aller Not dir treuen Bei⸗ stand senden, und käm auch gleich das Höllenreich mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 8. Wirst du Gott also bleiben treu, wird er sich de erweisen, daß er dein Leder Vater sei, wie er dir hat ver⸗ und eine Kron zum heißen, 185. Bor Confirmation. Gnadenlohn im Himmel dir aufsetzen; da wirst! du dich dann ewiglich in seiner Treu ergetzen. Mich. Franck, 1609—-1667. Mel: Seelenbräutigam. des Himmels Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke! Gib uns Kraft zum heilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit, gib uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen teures Blut floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, wenn wir unsern Bund erneuern und gerührt vor dir beteuern, deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu. 5. Gib auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt. unauflöslich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn und dein Lob erhöhn. Samuel Marot, 1770—1865. Eger 66. 9 Hath! Alle chre voll. höhel Geb. Ommt im Hosianna in Eig 7. S ind giben Mpissen G. licht, vern dunem An Ungesicht, heligen Ge Mu: It 58. nnst Se⸗ Du bist u Allein kan Du, mein Mleines H. 2. Nun 0 mich fuchen R och, wo Achen ö Feine e Hul alle Sch 3. Kch em Gut! humi Resch un im Himmel di wirst du dich damn ner Treu ergezen Fanck, 1609—1651. Aenbräutigam. ndes Himmelz 2 Thron sende n, deinen Geist er Stärke! Gib im heilgen Werke zu weihn, ewig uns selbst bereit eudigkeit, unsern bekennen und dich zu nennen, dessen floß auch uns Herz und Sim iel hin, wenn wir d erneuern und ir beteuern, deie hn, Weltlust zu wir betend nahn, wahn, wollet d Bitten uns mit hütten; Licht und suh ströme dann uuch, daß den n Bort verheißt uns vereine mi n Gemeine, di schn und den Nunt, ine- Abendmahl. III. Eigene Melodie. 186 Heig. heilig, heilig ist der Herre Ze⸗ baoth! Alle Land sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe! Gebenedeit sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Eigene Melodie. 187 Schaffe in mir, Gott 7 ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist! Verwirf mich nicht, verwirf mich nicht von deinem Angesicht, von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! Mel: Jesum lieb ich ewiglich. 188 Disn mein Jesu, 2 aß ich nicht, du kannst Seelen recht erquicken! Du bist meine Zuversicht, du allein kannst mich beglücken! Du, mein Jesus, sollst allein meines Herzens Freude sein. 2. Nun mag das Gesetze noch mich verklagen und ver⸗ fluchen! Weiß es mein Gewissen doch, wo ich soll den Segen suchen! Jesus macht durch seine Huld mich gerecht von aller Schuld. 3. Ach, was hab ich für ein Gut! Was für Schätze kann ich zeigen! Meines Jesu Fleisch und Blut ist und bleibet 111 Abendmahl. nun mein eigen; Heil und Leben und was sein, ist mit ihm auch alles mein. 4. Kann die Liebe höher gehn? Läßt sie sich wohl tiefer finden? Mag die Treue fester stehn oder näher sich verbinden, als da dieser, der uns liebt, uns sich selbst zum Pfande gibt? 5. Brenne, Seel und Geist, in mir! Lodre, Herz, in vollen Flammen! Halt mit feuriger Begier mich und Jesum stets zusammen, daß ich ewig gegen ihn mög in heißer Liebe glühn. 6. Erd und Himmel fahre hin; Leib und Seele mag verschmachten; kein Verlust und kein Gewinn ist doch gegen das zu achten, daß mein Jesus in mir bleibt und mich seine Liebe treibt. 7. Jesus ist des Herzens Teil; Jesus ist mir Trost und Leben; Jesus ist der Seele Heil; Jesus kann mir alles geben. Drum, was in mir lebt, das spricht: Dich, mein Jesu, laß ich nicht! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 189 Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, mag dich ein Sünder haben, der nach dem Himmel hungrig ist und sich mit dir will laben, so bitt ich dich demütiglich, du wollest so bereiten mich, daß ich recht würdig werde. 112 Abendmahl. 2. Auf grüner Aue wollest du, Herr, diesen Tag mich leiten, den frischen Wassern führen zu, den Tisch für mich bereiten. Ich bin zwar sündlich, matt und krank; doch laß mich einen Gnadentrank aus deinem Becher schmecken. 3. Du gnadenreiches Him⸗ melsbrot, du wollest mir ver⸗ leihen, daß ich in meiner Seelen⸗ not zu dir mag kindlich schreien; des Glaubens Kleid bedecke mich, auf daß ich möge würdig⸗ lich an deiner afel sitzen. 4. Tilg allen Haß und Bitterkeit, o Herr, aus meinem Herzen, laß mich die Sünd — dieser Zeit bereuen ja mit Schmerzen; du hingeopfert Hsierlamm, du meiner Seele Bräutigam, laß mich dich recht genießen. 5. Zwar bin ich deiner Gunst nicht wert, als der ich jetzt erscheine mit Sünden all⸗ zuviel beschwert, die schmerzlich ich beweine; in solcher R daß tröstet mich, Herr Jesu, daß du gnädiglich der Sünder dich erbarmest. 6. Ich bin ein Mensch ganz voller Sünd, laß deine Hand mich heilen; Ind./Iu mich, denn ich bin blind, du kannst mir Gnad erteilen; ich bn verdammt, erbarme dich; ich bin verloren, suche mich und hilf aus lauter Gnaden! 7. Mein Bräutigam, komm her zu mir und wohn in meiner Seele, daß sie dich liebe für und für und sich mit dir vermähle. Ach, laß doch deine Süßigkeit für meine Seele sein bereit und stille ihren Jammer. 8. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, komm selbst, dich mir zu schenken; o Blut, das du vergossen bist, komm eilig, mich zu tränken. Ich bleib in dir, du bleibst in mir, drum wirst du, goldne Himmelsthür, mich dort auch auferwecken. Joh. Rist, 1607- 1667. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 190* Galt im Gedächt- nis Jesum Christ, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut; dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hatege— litten, ja gar am Kreuz ge⸗ storben ist und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teusel, Höll und Tod und dich er⸗ löst aus aller Not; dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod er⸗ standen ist, befreit von Not und Plage; bedenke, daß er Schen gemacht, sein Unschuld deben wiederbracht; dank ihm für diese Liebe! 4 Haltin Hlist der! aten gen 9 st,—2—1— Std Nu du sollf und sehen ank ihm fü 5. Haltin Hlist, der ummen un nd lebend gehommen. iu bestehst il Reich e sch zu dan ain⸗ Icch ko 20 an sssen— Mu getha U Lzen lass. al No U lrch ius Leben Iyrialus Mal: Schm 1. 8 u in den: dh Denen dan Na Wungt auc — 2 —r r d sich mit di ch laß doch deit ir meine Seele und stille ihren ebensbrot, Hert komm selbst, dich ken; o Blut, das bist, komm eilig en. Ich bleib in st in mir, drum ne Himmelsthüt, ch auferwecken. „. Rist, 1607—1667. wißlich an der Zeit. alt im Gedücht⸗ nis Jesum Christ er auf die Erden des Himmels dein Bruder da LDergiß nicht, daß hat angenommen Mut; dank ihm el ö Hedächtnis Jesum für dich hat · ge⸗ u am Kreuz ge' ind dadurch hat lt, Sünde, Teufel 0d und dich er⸗ Not; dank ihm jel Hedächtnis Jeuum Abendmahl. 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidens⸗— zeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit; dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der einst wird wieder— kommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vor— genommen. O sorge, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewig— lich zu danken. 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen; daß dessen ich in aller Not mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriakus Günther, 1650—1704. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 191 Her, dein herzliches Verlangen, da du in den Tod gegangen, mit den Deinen dich zu letzen und dein Nachtmahl einzusetzen, dringt auch mich zum Tisch der Gnaden; du hast mich auch eingeladen; denn auch ich bin unter allen dir nicht aus dem Sinn entfallen. 2. Mich verlangt nach dieser Speise, eh ich noch von hinnen reise; mich verlangt nach diesem Tränken, eh man mich ins Grab wird senken; denn, ist Jesu Leib und Leben, ist sein 113 Blut mir eingegeben, wird mein Leib im Auferstehen seinem Leibe ähnlich sehen. 3. Ich hab— du stillst mein Verlangen— Jesu Leib und Blut empfangen; nun hat mich sein Tod durchdrungen und selbst meinen Tod ver⸗ schlungen, nun hat er sein ewges Leben mir in seinem Blut gegeben, nun entschlaf ich voll Vertrauen, Jesum bald verklärt zu schauen. Chr. Karl Ludwig v. Pfeil, 1712—17864. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 192 err, du hast für alle Sünder einen reichen Tisch gedeckt, wo das Brot der armen Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein Gast, wie du mir befohlen hast; aber hilf auch, daß mein Herze nicht mit deiner Wohlthat scherze. 2. Räume, bitt ich, mein Gemüte rein von allem Argen aus, daß auch meines Herzens Hütte werde dein geweihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich, liebster Jesu, segne mich, und laß deinen Tisch auf Erden mir des Himmels Vorschmack werden. 3. Kann der Herr dem Knechte schenken auch sein eigen Fleisch und Blut, ach, so hilf mir recht bedenken, was hier deine Liebe thut, und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du, Jesu, 8 114 für mein Leben zur Erlösung hast gegeben. 4. Nimm jetzt die Vernunft gefangen, daß ich glaube schlecht und recht, und erwecke mein Verlangen, wenn das Fleisch den Eifer schwächt, bis ich fühle meine Not und mich sehne nach dem Brot, welches allen Hunger stillet und mein Herz mit Gott erfüllet. 5. Denke doch, du Fürst des Lebens, denke, daß du Jesus heißt; denke, daß du nicht vergebens für die Welt gestorben seist. Drum erhöre, was ich bitt, teile mir dich selber mit und laß heut in mein Gewissen Blut aus deinen Wunden fließen. 6. Sind wir doch aus dir geboren, nähr uns auch durch deine Kraft; und weil alles da verloren, wo nicht Jesus Hilfe schafft, ach, so laß dein Brot und Wein meines Herzens Manna sein, daß die Wirkung dieser Speise künftig in der That sich weise. 7. Laß mich deine Liebe Walt: und die Güter jener elt; oder wenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen rechten Freuden⸗ mut, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch niemand lasse rauben. 8. Hilf mir recht ins Herze fassen deinen herben, bittern Tod; laß mich auch niemanden hassen, der mit mir genießt Abendmahl. dein Brot. Nimm mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir sein und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles haben. Kaspar Neumann, 1648— 1715. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 193. Herr, du wollst uns vollbereiten zu deines Mahles Seligkeiten, sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubensvollem Herzen nahen, und sprich uns los von Sünd und Tod. Wir sind, o Jesu, dein, dein laß uns ewig sein! Amen, Amen! An⸗ betung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir. Fr. Gottl. Klopstock, 1724-1808. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 194 Hen Jesu Christ, du 1 höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns hast geladen, zu deiner Liebe Herrlichkeit und unsrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke; schenk uns dein schönes Ehren⸗ kleid durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste sein und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende hleiben; lo ius für ul on dit tre deines Na deines Hil durt ewig Hartholomäus Mel.: V 105. H für diese S damit du Hrot und Hut kom wohl zu g labet, da nach allem lchen; sol geben. 2. Du 3 selber dir Wohn drüm un belleih, d ldig sei Lachen; Annen ur tracht Rrachten. 9. A Hehmen Machtnal scher ret nit die Hauben Ninn nich gun ein, bis ich werd und die Füll n, meinen Gott aben. eumann, 1648—1715, 1 auf, ruft uns die umme. err, du wollst uns vollbereiten zu hles Seligkeiten nter uns, o Gott cben zu empfahen nsvollem Herzen sprich uns los von Tod. Wir sind u, dein laß ung men, Amen! An⸗ Einst feiern wit bendmahl bei dir klopstock, 1724—160. gewißlich an der Zel. err Jesu Christ, d höchstes Gut, du aller Gnaden, wi ien Leib und Blut ast geladen, zu Herrlichkeit und len Seligkeit zu Abendmahl. bleiben; laß Sünd und Not uns für und für nicht wieder von dir treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. Bartholomäus Ringwald, 1530—1598. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 195 99⁵— Jesu, dir sei Preis und Dank für diese Seelenspeis und Trank, damit du uns begabet; im Brot und Wein dein Leib und Blut kommt uns wahrhaftig wohl zu gut und unsre Herzen labet, daß wir in dir und nach allem Wohlgefallen heilig leben; solches wollest du uns geben. 2. Du kehrest, o Immanuel, ja selber ein in unsre Seel, dir Wohnung da zu machen; drum uns ein solches Her, verleih, das von der Weltlieb ledig sei und allen eitlen Sachen; bleibe, treibe unser Sinnen und Beginnen, daß wir trachten alles Irdsche zu verachten. 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht dein wertes Nachtmahl zum Gericht; ein jeder recht bedenke, daß wir mit diesem Lebensbrot im Glauben stillen unsre Not, der Fels des Heils uns tränke, züchtig, tüchtig dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kommen von der Erden. 115 4. O, daß wir solche Selig⸗ keit erwarten möchten allezeit in Hoffnung und Vertrauen, und folgends aus dem Jammer⸗ thal eingehen in des Himmels Saal, da wir Gott werden schauen, tröstlich, köstlich uns als Gäste auf das beste bei ihm laben und ganz voll Genüge haben. 5. Das gib du uns von deinem Thron, o Jesu Christe, Gottes Sohn, gibs durch dein bitter Leiden. Dasselbe, weil wir leben hier, laß uns be⸗ trachten für und für und alles Böse meiden. Amen! Amen! Hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden, hilf uns fröhlich überwinden. Str. 1. 3. 4. von Bernhard v. Derschow, 1591—1639. Str. 2 u. 5. Zusätze des hannoverschen Gesangb. von 1657. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. Ich komme, Herr, 196. V und suche dich mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder; du hast die Hand⸗ 8* 116 Abendmahl. schrift abgethan, und wir sind Gottes Kmder Ich denk an deines Leidens Macht, und an dein Wort:„Es ist vollbracht!“ Du hast mein Heil verdienet; du hast für mich dich darge⸗ stellt, Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir, er tilget deine Sünden und läßt an seinem Tische hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir ver⸗ geben, du bist in meinen Tod getauft und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit, bewahr es hier im Glauben, und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja Herr, mein Heil ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Ch. F. Gellert, 1715—1769. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, oder: Erhalt uns, Herr. 197. O Jesu, du mein Bräutigam, der du aus Lieb am Kreuzesstamm für mich den Tod gelitten hast, genommen weg der Sünden Last: 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Sündenfall, ich bin krank, unrein, arm und bloß: ach Herr, mein Gott, mich mcht verstoß! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht, du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitkleid. 4. Drum, d Herr Jesli, bitt ich dich, in meiner Schwach— heit heile mich; was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gnadenschein. 5. Erleuchtemein verfinstert Herz, zünd an die schöne Glaubenskerz; mein Armut in Reichtum verkehr und meinem Fleische steur und wehr, 6. Daß ich das wahre Himmelsbrot, dich, Jesu, wahrer Mensch und Gott, mit solcher Ehrerbietune nehm, wie mir es heilsam, dr genehm. 7. Lösch alle Laster aus in mir, mein Herz mit Lieb ind Glaub sunst ist von ylanz in u 8. Gib, Sel und itt, fern vi in mein H hirbereinig 9. Hilf, Mahles K5 mir werd ale Sün d6es Vater 10. Ve Rind, di. sbar se sch den ii Heist mad II. Mi Eun und helgen W nich mein Frieden b I. LHbendfür Hehmen u dott evig weue mic doh Ml. Nun 198. Sunne, LEiden, eren. 2. W. shihen Rehen un die und durch eine wahn ur und der Well Gellert, 1715—1759. Nüu Christ, dich zu r: Erhalt uns, Hert Iqu, du mein Bräutigam, der am Kreuzesstamm en Tod gelitten nmen weg der mm zu deinen verderbt durch ndenfall, ich bin „ arm und bloß: nein Gott, mich — st der Arzt, du cht, du bist der ichts gebricht, du un der Heiliglei, achte Hochzeitlled, o Herr Jsu, meiner Schwach⸗ ich; was unreim erein durch deinen enschin. htemeinverfnste an die schöne mein Armut erkehrund meinen und weht, das wahte ich. Jesu, wahrer 30h wü solcher U Gott, wie mi Abendmahl. und Glauben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mich zu deiner Ehr. 8. Gib, was nütz ist für Seel und Leib; was schädlich ist, fern von mir treib, komm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch deines Mahles Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlassen alle Sündenschuld, erlangt des Vaters Lieb und Huld. 10. Vertreibe alle meine Feind, die sichtbar und un⸗ sichtbar seind, den guten Vor⸗ satz, den ich führ, durch deinen Geist mach fest in mir. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heilgen Willen richt; ach, laß mich meine Tag in Ruh und Frieden bringen christlich zu, 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, zu dir in Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewiglich an deiner Tafel freue mich. Joh. Heermann, 1585—1647. Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren. 198 O Jesu, meine Wonne, — du meiner Seelen Sonne, du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden. 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dies himmlische Er— getzen und diese teuren Gaben, die uns gestärket haben? 117 3. Wie soll ichs dir ver⸗ danken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und ge⸗ tränket, ja selbst dich mir ge⸗ schenket? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, die du für mich empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden, dir dank ich für dein Sehnen und heißvergossne Thränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist ge⸗ blieben, dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüte dein übergroße Güte; dies teure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß mich nicht vergessen, daß du mir zu⸗ gemessen die kräftge Himmels⸗ speise, wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich noch in mir finde, aus meinem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezählet von Sünden und vermählet mit dir, mein liebstes Leben; was kannst du Wertres geben? 11. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt abtreten. 118 Abendmahl. 12. Nun kann ich nicht ich früh vermerke, Herr, die verderben; drauf will ich selig Größe deiner Werke. Ist auch sterben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Joh. Rist, 1607—1667. Eigene Melodie, chmücke dich, o 199. S1 liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle; komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen; denn der Herr Ran 124 und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Dinmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der mit süßen Gnaden⸗ worten klopft an deines Herzens Pforten; eile, sie ihm aufzu⸗ schließen, wirf dich hin zu seinen Füßen, sprich: Mein Heil, laß dich umfassen, von dir will ich nicht mehr lassen. 3. Ach, wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebens⸗ fürsten; wünsche stets, daß mein Gebeine sich durch Gott mit Gott vereine. 4. Beides, Freude und auch Bangen, nimmt mein Herze bie G Spess Das Geheimnis ieser Speise und die un⸗ erforschte Weise machet, daß wohl ein Mensch zu finden, der dein Allmacht kann ergründen? 5. Nein, Vernunft die muß hier weichen, kann dies Wunder nicht erreichen, daß dies Brot nie wird verzehret, ob es gleich viel Tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben. O der großen Heimlichkeiten, die nur Gottes Geist kann deuten! 6. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen; laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmels⸗ speise mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel her⸗ getrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 8. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch Ht Laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. Joh. Franck, 1618—1677. G 2. ö un Le Leben Ingegeben Glauben. esse heili Vreise, du L. Lie 202. Wen x Sünden! 0 zu fin inder nih nic erdienet Ieh nich 0 50 lgen sort und nich hi⸗ Verke. It auc sch zu finden, der Aamn ergründen? Vernunft die nuß ann dies Wunder „ daß dies Brot hret, ob es gleich nähtet, und daß t der Reben uns Blut gegeben. n Heimlichkeiten, ttes Geist kann seine Lebenssonne, reud und Wonne, u. ganz Beginnen, und Licht der fall ich zu deinen mich würdiglich deiner Himmels⸗ um Heil und dir hat dein treues om Himmel her⸗ du willig hast in den Tod fit und dazu gantz Herr, dein Blut gossen, das uns 1ig tränken,deine enken. vahres Brot des daß ich doch nicht her mir vielliht n sei zu deinem Laß nich duuch 1 ine Liebe esen deine Buße und Bekehrung. Eigene Melodie. err, sei gelobet, 2⁰⁰. daß du hast ein Leben für uns Sünder Gacden. Stärk unsern Glauben. Deine Himmels⸗ speise heilige uns dir zum Preise, du Versöhner Gottes! 119 Mel.: O, daß ich tausend Zungen hätte. 201 1 liege ich zu 2 deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß neue Gnade auf mich fließen, mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet sei! Bruhn, 1 1762. E. Lieder von den Gaben und Wirkungen des heiligen Geistes. I. Busße und Bekehrung. Eigene Melodie. 202 Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangne Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Welt ihr Ende und wollt los sein des Kreuzes mein, würd ich es doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet; ach Gott, zürn nicht, S nicht ins G'richt; dein ohn hat mich versühnet! 4. Solls ja so sein, daß Straf und Pein auf Sünde folgen scone so fahr hier fort und schone dort und laß mich hier wohl büßen. 5. Gib, Herr, Geduld, vergib die Schuld, schenk ein gehorsam Herze, daß ich nur nicht, wies oft geschicht, mein Heil murrend verscherze. 6. Handle mit mir, wies dünket dir, auf dein Gnad will ichs leiden; wollst mich nur nicht dort ewiglich von deiner Liebe scheiden. M. Rutilius, 1550—1618. Eigene Melodie. 203* Allein zu dir, Herr 2 Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden! Ich weiß, daß du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden war kein Mensch geborn, der mir aus Nöten helfen kann; ich 120 ruf dich an, zu dem ich mein Vertrauen han. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen; und zeig mich deinem Vater an, daß du hast gnug für mich gethan, so werd ich los der Sünden Last. Herr, halt mir fest, wes du dich mir ver⸗ sprochen hast. 3. Gib mir nach dein'r Barmherzigkeit den wahren Christenglauben, auf daß ich deine Süßigkeit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hilf mir send, da⸗ mit behend des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christ, seim lieben Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott, dem werten heilgen Geist, der uns sein Hilfe allzeit leist, damit wir ihm gefällig sein hier in der Zeit und folgends in der Ewigkeit. Joh. Schneesing, 1 1567. Psalm 130. Eigene Melodie, oder: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. 204* Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen, dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner Bitt sie öffne; Buße und Bekehrung. denn so du willst das ehen an, was Sünd und Uneht ist gethan, wer kann, Her, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben. Vor dir nie⸗ mand sich rühmen kann, des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. So thu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Jsrael erlösen wird aus seinen Sünden allen. Dr. M. Luther, 1483—1546. Eigene Melodie. 205 Durch Adams Fall ist ganz verderbt menschlich Natur und Wesen; 0 ft ist a/ Wir kor 0 Gottes Iost hat! Shaden, se On bezwar sch zu lade Weil On hat b gefallen dad sle bera ud allen b 0 war es Hott sollt Zohn, den Iam wir m 3. Wie ftende Sd ethöhnet, ftende Hu Vashnet; Hucch Adar Ad gesto durch Chj W war! 4. S0 Rshenkt, noch ware us Rreuz usgefahre bon Tod uir vertra Vater borm Ste 5. Er Ucht, die Iud das Nat und hat Shuh d 0 Ind hal willst das fn ind und Ung wer kann, He. ben?* r gilt nichts dam Gunst, die Sünde es ist doch unser nst auch in den n. Vor dir nie⸗ ühmen kann, dez ürchten jedermann Gnade leben. u auf Gott wil uf mein Verdienst auf ihn mein sen sich und seiner , die mir zusagt Vort; das ist mein treuer Hort, des eit harren. b es währt bis il nd wieder an den ch soll mein Hetz Macht verzweifen sorgen. So thu er Art, der aus Zuget ward 1 erharre. hei in. ist der bei Gott ist vi : sein Hand zu in Ziel, wie groß Schade. Er I gute Hirt, de N wird aus seinen ö ö guther, 1433—154»5. 4 2 Melodie 460 h Mancheh ist ganz veiden. atur und Wae Buße und das»ift ist auch auf uns ge⸗ erh wir konnten nicht genesen ot Gottes Trost, der uns clöst hat von dem großen Schaden, seitdem die Schlang Eva bezwang, den Zorn auf sich zu laden. 2 Weil denn die Schlang Eva hat bracht, daß sie ist abgefallen von Gottes Wort, das sie veracht, dadurch sie in uns allen bracht hat den Tod, so war es not, daß uns auch Gott sollt geben sein lieben Sohn, den Gnadenthron, in dem wir möchten leben. 3. Wie uns nun hat fremde Schuld in Adam verhöhnet, also hat uns fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adams Fall sind ewgen Tods gestorben, also hat Gott durch Christi Tod erneut, was war verdorben. 4. So er uns seinen Sohn geschenkt, da wir ihm feind noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenkt, gestorben, aufgefahren, dadurch wir sein von Tod und Pein erlöst, so wir vertrauen auf diesen Hort, des Vaters Wort, wem wollt vorm Sterben grauen? 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rat und ewges Wort, den er uns hat gegeben zu einem In l daß wir mit Trutz an ihn fest sollen glauben; darum uns bald kein Macht noch ein all ein Sünd und 121 G'walt aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, sein Heil ist auch noch ferne, der Trost bei einem Menschen sucht und nicht bei Gott dem Herren. Denn wer sich will ein ander Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Teufels G'walt mit seiner List er⸗ schrecken. 7. Wer hofft auf Gott und ihm vertraut, wird nimmermehr zu Schanden; denn wer auf diesen Felsen baut, hat Hilfe stets zu Handen; hab ich doch nie im Unglück hie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf Gottes Trost; er hilft sein Gläubgen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus Herzensgrund, du wollst nicht von mir nehmen dein heilig Wort aus meinem Mund, so wird mich nicht beschämen mein Schuld, denn in dein Huld setz ich all mein Vertrauen; wer sich nur fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein Füßen ist dein heilges Wort ein Licht, das leuchtet ferne, die Leuchte, die den Weg weist fort; so dieser Morgensterne in uns aufgeht, sobald versteht der Mensch die hohen Gaben, die Gottes Geist denen verheißt, die Hoffnung darein haben. Lazarus Spengler, 1479—1534. Bekehrung. 122 Buße und Mel.: Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 206 u weinest vor Jerusalem, Herr Jesu, heiße Zähren, bezeugst, es sei dir angenehm, wenn Sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit Buß erschein und über meine Sünden wein, so wäschst du ab aus lauter Gnad die Missethat, so mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt von wegen meiner Sünde, zu deinen Thränen ich mich wend, da ich Erquickung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt; wer damit seine Sünde netzt, den blickt Gott an mit Gütigkeit zu jeder Zeit und sein betrübtes Herz erfreut. 3. Hier muß ich auch im Thränenhaus vor großer Angst oft weinen, der Welt aushalten manchen Strauß, sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie kann, fängt sie mit mir zu hadern an; dies tröstet mich zu aller Frist: Herr Jesu Christ, in Not du auch gewesen bist. 4. Du zählest alle Thränen mein, ich weiß, sie sind gezählet, und ob sie nicht zu zählen sein, dennoch dir keine fehlet. So oft sie vor dir regen sich, so oft sie auch bewegen dich, daß du dich mein erbarmen mußt. Dir ist bewußt mein Kreuz, drum hilfst du mir mit Lust. Bekehrung. 5. Wer jetzund säet Thinen aus, hält in Geduld Git stille, wird fröhlich sein deinem Haus, da Freude ist die Fülle, ja, solche Freude, die kein Mann mit seiner Zung aussprechen kann, und die da bleibt in Ebigkeit. Mein Kreuz und Leid wird werden dort zu lauter Freud. 6. Für diese Thränen dank ich dir, daß du die Freuden⸗ krone, Herr Christ, dadurch erworben mir bei dir im Himmelsthrone. Wenn du mich holen wirst hinauf zu deiner Auserwählten Hauf, dann will ich recht lobsingen dir, o höchste Zier, für deine Thränen für und für. Joh. Heermann, 1585—1647. Mel.: Zeuch mich, zeuch mich. 207 Herr. ich habe miß⸗ 7 gehandelt, ja mich drückt der Sünden Last, ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast, und jetzt wollt ich gern aus Schrecken mich vor deinem Zorn verstecken. 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? Du wirst allent⸗ halben sein; wollt ich über See gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den Winden, gleichwohl würdest du mich finden. 3. Drum, ich muß es nur bekennen: Herr, ich habe miß⸗ Find zn darf mich nicht dein ind mehr nennen, ach nimm ach zu Gn Renge melh Iunm nicht 4. Könnt Zund gleic oßen weit Hührd es ihn neiner E Ee alle mei Wssen ausz 9. Aber Gunden un Hut mache Inden, löse Rut; dru Rugst zu st Hunden hi 6. Dir Vallbinden, 280, Wasch Zunden, lls Schne Sesst mich en, Heimem 9 Iim helad HDel Pfeil Wussen oh Sinder! . Er sacher L Wet gund säet Thinen in Geduld 6i fröhlich sen „ da Freude ijt a, solche Freude, ann mit seiner hen kann, und bt in Ewigkei. und Leid wird zu lauter Freud. ese Thränen dant du die Freuden⸗ Christ, dadurch ir bei dir im ne. Wenn du wirst hinauf zu erwählten Hauf, h recht lobsingen e Zier, für deine und für. rmann, 1585—1647. mich, zuuch mich err, ich habe niß⸗ handelt, ja mich zünden Last, ich Weg gewandel, gezeiget hast ind ich gern als ich vor denen Buße und ich zu Gnaden an; laß die Nenge meiner Sünden deinen zorn nicht gar entzünden. 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen an dem großen weiten Meer, dennoch würd es ihm wohl fehlen, daß er meiner Sünden Heer, daß er alle mein Gebrechen sollte wissen auszusprechen. 5. Aber, Christe, deine Wunden und dein teuerwertes Blut machen meine Seel ge— sunden, löschen meiner Sünden Glut; drum will ich, mein Bekehrung. Angst zu stillen, mich in deine Wunden hüllen. 6. Dir will ich die Last gufbinden, wirf sie in die tiefe See, wasche mich von meinen Sünden, mache mich so weiß als Schnee; laß dein guten Geist mich treiben, einzig stets bei dir zu bleiben. Joh. Franck, 1618—-1677. Mel.: Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 2* Herr Jesu Christ, 208. 8 du höchstes du Gut, Brunnquell aller 123 meinen Sünden untergeh noch ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja, ich weiß weder aus noch ein und müßte stracks verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Aber dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht, als wenns beginnt zu springen, dieweil es alle Gnad verheißt denen, die mit zerknirschtem Geist zu dir, o Jesu, kommen. 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor geklaget, auch ein betrübter Sünder bin, den sein Gewissen naget, und gerne möcht im Blute dein von Sünden ab— Gnaden, sieh doch, wie ich in H itter ö ö doch gnädiglich, was ich mein meinem Mut mit Schmerzen bin beladen und in mir hab der Pfeile viel, die im Ge⸗ wissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet hast am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht vor großem Weh in gewaschen sein, wie David und Manasse, 6. So komm ich auch zu dir allhie in meiner Angst geschritten, und thu dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Verzeihe mir Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. 7. O Herr, vergib, vergib mirs doch um deines Namens willen und thu in mir das schwere Joch der Übertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb und dir hinfort zu Ehren leb mit kindlichem Gehorsam. 124 8. Stärk mich mit deinem Freudengeist, heil mich mit deinen Wunden, tröst mich mit deinem Todesschweiß in meiner letzten Stunden und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, im rechten Glauben von der Welt zu deinen Aus⸗ erwählten. B. Ringwald, 1530—1598. Mel.: Freu dich sehr, o meine. 209 Höchster, denk ich 7 an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüte zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, dein Gebot hintangesetzt und dich, der du mich geliebet, mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein. O, wie hab ich sie entweiht! Ach, zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du mein Herze frei! Was mir nützte, gabst du mir. Aber ach, wie dankt ich dir? O, wie 250 ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn und um Rettung von Buße und Bekehrung. dem Schaden meiner Sele mich bemühn. Deine Güꝛ lockte mich oft zur Buße, abe ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ach, an dir hab ich gesündigt, Gott, mein Vater, zürne nicht! Dir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge Kindespflicht. Ach, vergib, was ich gethan! Nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue. Gib, daß mein beschwerter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünde starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gib, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei! Mache du mich selbst recht treu, dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben. Casseler Gesangbuch v. 1779. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 210. J armer Mensch, ich armer Sünder steh hier vor Gottes Angesicht: ach Gott, ach Gott, verfaͤhr gelinder und geh nicht mit mit us& dch eebarm. Etbarmer, ü 2. Wie serzlih ba Heiner gro ß ich Wie ich rmes ur Abarme di Hott.mein E 3. Hör, selzend S lehstes Vat Zünden mir eln meines Aharme di Hott, meir mich! 4. Richt chuldet, l ncht nach Heet Vat eekenn mich Andl Erb hih, Gott iber michl 5. Spr 0 werd id Der arme h, die S. ruxsindig Elbarne Oott mein 5. Ih bin erhör Ruefeleft in Herzer ich enden bume dir nein Eth Ur en meiner Ser n. Deine Güz st zur Buße abe r ihrem sansten te mich selbst zu an dir hab ic hott, mein Vater Du hab icha meine schuldge . Ac, vergih han! Nimm mich iend anl Fühn indenpfade schnel deine Gnade! geb ich mich aufs Vmein beschwerter Vaterhuld sich in tröstend Wort Was dein Sohn warb, da er für starb, Fried und Hewissen, ach, das ch genien. selbst in meiner nlschluß, mich di Gib, daß keine le,folgfam deinen in. Stehe mi bei! Mache du echt treu, dich zu zu leben. Ewig erheben. Gesangbuch um den licben Gott t walten. mer Mensch ch armer Sündet Gottes Augesch. Gott, verfahr ö iht mu geh I v. 1779. Buße und Bekehrung. mir ins Gericht! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange von wegen meiner großen Sünd; hilf, daß ich wieder Gnad erlange, ich armes und verlornes Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Hör, ach, erhör mein seufzend Schreien, du aller⸗ liebstes Vaterherz; wollst alle Sünden mir verzeihen und lin⸗ dern meines Herzens Schmerz; erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Nicht, wie ich hab ver⸗ schuldet, lohne und handle nicht nach meiner Sünd; o treuer Vater, schone, schone, erkenn mich wieder für dein Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben, sprich, daß der arme Sünder hör:„Geh hin, die Sünd ist dir vergeben, nur sündige hinfort nicht mehr.“ Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer über mich! 6. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich zweifelsfrei, weil sich der Trost im Herzen mehret; drum will ich enden mein Geschrei: Er⸗ barme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Christoph Tietze, 1641- 1708. 125 Mel.: Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 2¹¹** Ich will von meiner Misse⸗ that zum Herren mich bekehren: du wollest selbst mir Hilf und Rat hiezu, o Gott, bescheren und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir gewähren. 2. Ein Mensch kann von Natur doch nicht sein Elend selbst empfinden; er ist ohn deines Wortes Licht blind, taub und tot in Sünden, verkehrt ist Will, Verstand und Thun; des großen Jammers wollst du nun, o Vater, mich entbinden. 3. Klopf durch Erkenntnis bei mir an, und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir gethan; du kannst mein Herz gewinnen, daß ich aus Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt den Reichtum deiner Gnaden! Mein Leben dank ich deiner Hand, die hat mich überladen mit Ruh, Gesundheit, Ehr und Brot, du machst, daß mir noch keine Not bis hieher konnte schaden. 5. Du hast in Christo mich erwählt tief aus der Hölle Fluten, so daß es niemals mir gefehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch aus bloßer Treu gestäupt mit Vaterruten. 126 Buße und 6. Bisher hab ich in Sicherheit gar unbesorgt ge⸗ schlafen, gesagt:„Es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen; er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Hirt mit seinen Schafen.“ 7. Dies alles jetzt zugleich erwacht, mein Herz will mir zerspringen; ich sehe deines Donners Macht, dein Feuer auf mich dringen; du regest wider mich zugleich des Todes und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. 8. Wo bleib ich denn in solcher Not? Nichts helfen Thor und Riegel. Wo flieh ich hin? Du Morgenrot, erteil mir deine Flügel; verbirg mich wo, du fernes Meer, stürzt hoch herab, fallt auf mich her, ihr Klippen, Türm und Hügel. 9. Ach, nur umsonst! und könnt ich gleich bis in den Himmel steigen, könnt ich mich auch hinab ins Reich der tiefsten Hölle beugen, so würde mich doch deine Hand da finden und von meiner Schand und großen Sünde zeugen. 10. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein, ich flieh zu deinen Wunden! Laß mich da ein⸗ geschlossen sein und bleiben alle Stunden! Dir ist ja, o du Gotteslamm, all meine Schuld am Kreuzesstamm zu tragen aufgebunden. 11. Dies stell du deinem Vater für, daß er sein Herze Bekehrung. lenke, daß er sich gnädig kehr zu mir, nicht meiner Sünden denke und wegen dieser Straf und Last, die du auf dich genommen hast, ins Meer sie alle senke. L. Henriette v. Brandenburg(2) 1627-1667. Mel.: Alle Menschen müssen sterben, oder: Jesu, meines Lebens Leben. 212 Jese⸗ der du meine Seele hast durch deinen bittern Tod aus des Teufels finstrer Höhle und der schweren Sündennot kräftiglich herausgerissen und mich solches lassen wissen durch dein angenehmes Wort, sei doch jetzt, o Gott, mein Hort. 2. Treulich hast du ja gesuchet die verlornen Schäfe— lein, die sonst würden ganz verfluchet laufen in die Höll hinein; ja, du Satansüber⸗ winder hast die hochbetrübten Sünder so gerufen zu der Buß, daß ich billig kommen muß. 3. Ach, ich bin ein Kind der Sünden! Ach, ich irre weit und breit! Es ist nichts an mir zu finden als nur Un⸗ gerechtigkeit; all mein Dichten, all mein Trachten heißet unsern Gott verachten; böslich leb ich ganz und gar und sehr gottlos immerdar. 4. Herr, ich muß es ja bekennen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, was wir Wollen nennen, halt ich meiner Seele für; aber Fleisch und Blut zu zwingen und das Gute folget gar! was ich nick 5. Aber, nicht wissen Fchler sein Hanz zerriss. Schmerz u Herz ist n nahh, vergib rehne nich dih, Herr, 6, Isu genommen durch dein Erlöser, kor kit zu gu o zelschla am Kreuze nich endli denn eigen 7. Wai slll tteten, fliehen ka du nich ve nehmen ar Unnst es den Fluck zu meine von mir! . Du Schmetze Pan; es Herzen 0 alleen. 3 Led bedr. Wulbe hergossen Iauu Chr 9. M Mir stil das nich ich gnädig kehr meiner Sünden en dieser Strof Ddu auf dich „ins Meer sie nburg(0 1527.155r. hen müssen sterben, nes Lebens Leben. der du meine eele hast durch Tod aus des er Höhle und Sündennot 1gerissen und en wissen durch Ies Vort, sei ott, mein Hort hast du jn lornen Schäfe⸗ würden ganz en in die Höll Satansüber⸗ hochbettübten rufen zu der ig kommen muß bin ein Kind Ach, ich ine Cs ist nichts n als nur Un⸗ mein Dichten N heißet unsen böblih la gar und seht aun 35 nichts Gutes das 0 men, 4 ir: aber Wud zwingen Buße und Bekehrung. das Gute zu vollbringen, folget gar nicht, wie es soll; was 0 nicht will, thu ich wohl. 5. Aber, Herr, ich kann nicht wissen, wie viel meiner ganz zerrissen durch der Sünden Schmerz und Pein, und mein verzagen nicht! Du, du kannst Herz ist matt von Sorgen; ach, vergib mir, was verborgen, rechne nicht die Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. é ö 6. Jesu, du hast weg⸗ genommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kommen meiner Selig⸗ keit zu gut; und dieweil du so zerschlagen, hast die Sünd am Kreuz getragen, ei, so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sei. 7. Wann ich vor Gericht soll treten, da man nicht ent⸗ fliehen kann, ach, so wollest du mich retten und dich meiner nehmen an. Du allein, Herr, kannst es wehren, daß ich nicht den Fluch darf hören:„Ihr zu meiner linken Hand seid von mir noch nie erkannt!“ 8. Du ergründest meine Schmerzen, du erkennest meine Pein; es ist nichts in meinem Herzen als dein herber Tod allein. Dies mein Herz, von Leid bedränget und mit deinem Blut besprenget, das am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. 9. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt; es wird deine 127 Treu erfüllen, was du selber hast gesagt, daß auf dieser weiten Erden keiner je ver⸗ loren werden, sondern ewig sse ö neiner leben soll, wenn er nur ist Fehler sein; mein Gemüt ist glaubensvoll. 10. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod anficht. Deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Ewigkeit. Joh. Rist, 16071667. Mel.: Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 213. Ihr armen Sünder. kommt zuhauf. kommt eilig, kommt und macht euch auf mühselig und beladen: hier öffnet sich das Jesus⸗ herz für alle, die in Reu und Schmerz erkennen ihren Schaden. 2. Es heißt:„Er nimmt die Sünder an!“ Drum komm, dein Jesus will und kann dich retten und umarmen! Komm weinend, komm in wahrer Buß und fall im Glauben ihm zu Fuß: er wird sich dein erbarmen. 3. Ein Hirt verläßt sein Schäflein nicht, dems in der Irr an Hilf gebricht, er sucht es mit Verlangen; er lässet neun und 5 und sie gar in der Wüste gehn, das eine zu umfangen. 128 Buße und Bekehrung. 4. Es sucht der liebste Jesus Christ das Schäflein, das verloren ist, bis daß ers hat gefunden. So laß dich finden, liebe Seel, und flieh in Jesu Wundenhöhl; noch sind die Gnadenstunden. 5. O Jesu, deine Lieb ist groß! Ich komm mühselig, nackt und bloß: ach laß mich Gnade finden! Ich bin ein Schaf, das sich verirrt; ach, nimm mich auf, weil ich ver⸗ wirrt im Strick und Netz der Sünden. 6. Ach, wehe mir, daß ich von dir gewichen bin zum Abgrund schier! ach, laß mich wiederkehren zu deiner Herde, nimm mich an und mach mich frei von Fluch und Bann; dies ist mein Herzbegehren! 7. Laß mich dein Schäflein ewig sein, sei du mein treuer Hirt allein im Leben und im Sterben; laß mich vom eitlen Weltgesind ausgehn und mich als Gottes Kind um dich, mein Heil, bewerben. 8. Ich will von nun an sagen ab der Sündenlust bis in mein Grab und in dem neuen Leben in Heiligleit, Gerechtigkeit dir dienen noch die kurze Zeit, die mir zum Heil gegeben. Laurentius Laurenti, 1660—1722. Mel.: Begrabt den Leib. 214 O frommer und ge— treuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich, das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott, nicht hast Gefalln an meinem Tod und ist dein herzliches Begehrn, daß ich mich soll zu dir bekehrn: 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm und bitte dich durch Christi Tod und seine heilgen Wunden rot; 4. Ich bitte dich durch Jesum Christ, der mir zu gut Mensch worden ist: Laß deine Gnad und Gütigkeit mehr gelten denn Gerechtigkeit. 5. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld; so werd ich arm, verloren Kind ledig und los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit ge— langen zu der Seligkeit. B. Ringwald, 1530—1598. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 21¹⁵ O König, dessen 5 Majestät weit über alles steiget, dem Erd und Meer zu Diensten steht, vor dem die Welt sich neiget, der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig; ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig. 2. Hie Zoͤllner von ferne ind Gnad ganzen S Unthätig, mein Ges Himmels Sünder 3. Di mir bewu Gewissen muig an von Her 0 Vater. ih noch doch we ich mit bangem dich noe sei mir 4. 2 Nsum 6 der Sün genug Gottes rider dich das d reuet mich du, o gnädger ist Gefalln an und ist dein hen, daß ich bekehrn: Vort, liebe „ich armer ir komm und 9 Christi Tod Wunden rot; dich durch er mir zu gut ist: Laß deine ütigkeit mehr lechtigkeit. 0 Herr, laß cken alle meine jerd ich arm, ledig und los d. Hert, nach mich bessem, infort, damit ieser Zeit ge⸗ Seligkeit. ld, 1530—1598. flisen Vabhlon. dönig, dessen lajestit wet dem Erd Larmerhensch neht, als daß Buße und 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne, ich suche deine Hilf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne. Doch weil ich voller Fehler bin und Sünde meinen ganzen Sinn zum Guten macht unthätig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht! Gott, sei mir Sünder gnädig. 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängsten mein Gewissen; drum schlag ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf der Erd; doch weil du winkst, so bet ich mit ganz zerknirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig. 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Vertrauen sind, der ists, bei dem ich Ruhe find, sein Herz ist ja gutthätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott, sei mir Sünder gnädig. 5. Regiere du mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar sein durch die Liebe thätig; und will es Bekehrung. 129 nicht fort, wie es soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig. 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade; mir geh es gleich bös oder gut, gib nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, so sei mir auf der Todesbahn, mein Jesu, selbst beirätig; und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig. Val. Ernst Löscher, 1673—-1749. Mel.: Aus tiefer Not, oder: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. 216 O Vater der Barm⸗ herzigkeit, ich falle dir zu Fuße; verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch endlich Buße. Was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rat, worinnen mirs sonst fehlet; gib Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Last, wollst meiner dich er⸗ barmen! O wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein und mein verschon; sieh an mein kläglich Rufen! 9 130 4. Laß deiner Wunden teures Blut, dein Todespein und Sterben mir kommen kräftiglich zu gut, daß ich nicht müß verderben. Bitt du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust anficht, laß mich von dir nicht wanken. Verleih, daß nun und nimmermehr Begierd nach Wollust, Geld und Ehr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stünd⸗ lein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trutz und List durch Christi Sieg mög dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die hür zum Leben. D. Denicke, 1603- 1680. Mel.: Christus, der uns selig macht. 217 Schlage, Jesu, an 2 mein Herz, rühre mein Gewissen, damit aus der Sünden Schmerz heiße Thränen fließen. Blicke mich wie Petrum an, daß ich in mich schlage, daß ich stets gedenke dran und doch nicht verzage. 2. Weck mich durch den Glockenschall aus dem Schlaf der Sünden, laß für meiner Buße und Bekehrung. Gnaden auf, meinen Glauben stärke, daß mein ganzer Lebens⸗ lauf sei voll Tugendwerke. 3. Dein Blut sei mein Lebenssaft und mein Trost im Leiden, meiner Seele Stärk und Kraft, so sterb ich mit Freuden; in der Stunde letzter Not wollst du mein gedenken und ein selig End im Tod mir, o Jesu, schenken. Veit Ludwig Megander, 4 17 09. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 218 So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit kehre sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd. Hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat und zwar mit einem teuern Eid. O selig, dem sein Sünd ist leid. 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, denk nicht: Es ist noch lange Zeit, ich will erst fröhlich sein auf Erd, und wenn ich lebensmüde werd, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein er⸗ barmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist zwar stets bereit dem Sünder mit Schulden Fall mich Erbarmung Barmherzigkeit; doch wer auf finden und nimm mich zu Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem Seelen se Wird mit 5. Gn Gott vor und Tod nicht gew lehen soll sst dir ku Todes 6. He lehre die fanns ät sst frisch morgen tot. Ot Buß, de hrennen 0.˙9 du mir, lomm z den Au, shnelle ich heut Heimfal 8 20. großer laß mi nach 5 Hat d läsch a Grünn 2. hud, Rrank mir 60 wanke einen Glauben ganzer Lebens⸗ ugendwerke. lut sei mein mein Trost er Seele Stärl sterb ich mit Stunde letzter mein gedenken End im Tod henken. ehander, +00. im Himmelreich. vahr ich lebe, richt dein Gott, des Sünders ist dies mein ill, daß er von till, von seiner sich und lebe l bedenk, o Krzweifle nicht Heer findes lund Gnad, zugeaget hal einem teuern em sein Sünd üte dich vor nicht: Es i Hich will ert uf Erd, und Emüde wer belchren nich ohl memn el⸗ Gott ist zwar „Sinder mi doch Wwer auf hn, fühtt fun Buße und in seinem bösen Sinn und seiner Seelen selbst nicht schont, dem wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott von wegen Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt; daß du mußt sterben, ist dir kund, verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut be⸗ kehre dich, eh morgen kommt, kanns ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und rot, ist morgen krank, ja wohl gar tot. So du nun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel dort brennen muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Joh. Heermann, 1585-1647. Pf. 6. Eigene Melodie. 219 Straf mich nicht in deinem Zorn, roßer Gott, verschone! Ach, aß mich nicht sein verlorn, nach Verdienst nicht lohne. Hat die Sünd dich entzündt, lösch ab in dem Lamme deines Grimmes Flamme. 2. Zeig mir deine Vater⸗ huld, stärk mit Trost mich Kranken; ach Herr, hab mit mir Geduld, mein Gebeine wanken; heil die Seel mit 131 dem Ol deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden. 3. Herr, wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Höllen? Rette mich aus jener Pein der verdammten Seelen, daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, lobsage. 4. Ach, sieh mein Gebeine an, wie sie all erstarren; meine Seele gar nicht kann deiner Hilfe harren. Ich verschmacht; Tag und Nacht muß mein Lager fließen von den Thränengüssen. 5. Ach, ich bin so müd und matt von den schweren Plagen; mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hilfe fragen. Wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwermutshöhle! 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir, Gott 25 mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlitz treten. Teufel weich, Hölle fleuch! was mich vor gekränket, hat mir Gott geschenket. 7. Vater, dir sei ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicherweis der allzeit zu loben; heilger Geist, sei gepreist, hoch gerühmt, geehret, daß du mich erhöret. Joh. Georg Albinus, 1624—1679. Bekehrung. Mel.: Meine Seele, willst du ruhn. 220 Sünder, willst du sicher sein und befreit von Furcht und Pein, schaffe, daß du dich bekehrest, 9³ 132 da du Gottes Stimme hörest. Auf! Gott rufet dich zu sich; eile und errette dich. 2. Eile! Sodom lehret dich, wie der Herr so fürchterlich auf verstockte Sünder blitzet; such ein Zoar, das dich schützet! Auf! Gott rufet dich zu sich; eile und errette dich! 3. Denke, daß es Schaden bringt, wenn dein schnödes Fleisch dich zwingt, nur nach seiner Lust zu leben, weil ihm stets wird Fris t gegeben. Auf! Gott rufet dich zu sich; eile und errette dich. 4. Die Verstörer deiner Ruh. deine Sünden nehmen zu. Dein Gewissen wird be— schweret und der Strafe Maß vermehret. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; eile und errette dich! 5. Deines Herzens Härtig⸗ keit wächst und steiget mit der Zeit. Sünden, die dich jetzt noch schrecken, wirst 1 bald mit Lust vollstrecken. Auf! Gott rufet dich zu sich; eile und errette dich. 6. Was du Böses an dir hast, wird sonst wie ein alter Ast; dessen Krümmen gleich zu ziehen, wird man sich umsonst bemühen. Auf! Gott und errette dich. 7. Eile, denn es kommt der Tod, und wie groß wird dann die Not, wenn man aus der Welt soll gehen und vor Gott nicht kann bestehen! nicht verzagen. 4—47* ö t Christ, dein Blut all cht rlst dich nch zu sh, eile Christ, dein Blut allein mach Buße und Bekehrung. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; eile und errette dich! 8. Brauch, ach, brauch die Gnadenzeit! Denn es kommt die Ewigkeit wie ein starker Strom geflossen, der durch Damm und Deich geschossen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; eile und errette dich! 9. Suche, wo du weise bist, was von dir versäumet ist, schleunig wieder einzubringen und mit Eifer durchzudringen. Auf! Gott ruft dich zu sich; eile und errette dich! 10. Vater der Barmherzig⸗ keit! Gib doch, daß die Gnaden⸗ zeit nicht von mir versäumet werde; führ mich selbst zu deiner Herde! Vater, ach ich bitte dich, eile und errette mich! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. or G'richt, Herr 221. V Jesu, steh ich hie, ich beug in Demut meine Knie und seufze mit Weh⸗ klagen: Mein große Sünd und Missethat mich verklagt und verdammet hat; doch will ich Herr Jesu mich von allen Sünden rein, weil ich fest glaube und dabei im Herzen habe wahre Reu. Herr Jesu Christ, des ich dir, dank des dank ich dir, ich will mich bessern, hilf du mir! Unbekannt, 1629. Mel.: Ze 222. gehst du der sich eend, k sein Ver Hand de Stimme Ach, spr „Weicht weicht, ich will wer wo! Ver bi 3. uns kor nicht d vernom uns au brennt, ur Her davon 90 ö dich noch zu rrette dich! ich brauch di enn es kommt ie ein starker n, der durch ich geschossen. dich noch zu rrette dich du weise bist, versäumet ist, einzubringen urchzudringen. dich noch zu rette dich! r Barmherzig⸗ aß die Gnaden⸗ mir versäumet lich selbst zu Vater, ach ich id errette mich! angbuch v. 1770. b hab ich dich, — Griht, Hen Feu, steh ich Demut meine ze nit Weh⸗ oße Sünd und verklagt ind doch will ich Herr Nhu t allein mach Buße und Mel.: Zeuch ein zu deinen Thoren. 9 ie treu, mein 222. Wé guter Hirte,‚ gehst du dem Sünder nach, der sich von dir verirrte, der, elend, krank und schwach, in sein Verderben läuft, wo deine Hand den Armen nicht selber aus Erbarmen, eh er versinkt, ergreift! 2. Wie tröstlich ist die Stimme, die alle Sünder lockt! Ach, sprächest du im Grimme: „Weicht, die ihr euch verstockt, weicht, Sünder, weicht von mir, ich will euch nicht erkennen!!“ wer wollt es Unrecht nennen? Wer bist du? Wer sind wir? 3. Doch heißt dein Ruf uns kommen, und merken wir nicht drauf, ob wir ihn schon uns auf. Dein Herz, o Heiland, brennt, daß doch das Schaf zur Herde zurückgeführet werde, davon es sich getrennt. 4. Nimmt nun der freche Sünder den Gnadenruf nicht an, so bist du viel gelinder, als man es denken kann. Sein Ziel verlängerst du, er kann Bekehrung. vernommen, so suchst du selbst noch Gnade hoffen, der Zugang steht ihm offen, er eile nur herzu. 5. Liebhaber unsrer Seelen, mein Hirt, mein treuster Freund! was sollt ich es ver⸗ hehlen, wie wohl du es gemeint? Ich war auf meiner Flucht ein Raub der schnödsten Lüste; 133 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, das mich zur Buße rief, als ich zu deinen Schmerzen den Weg zur Hölle lief. Du aber brachtest mich von diesem breiten Wege durch Kreuz zum wahren Stege. Mein Hirt, ich preise dich! 7. Ach, daß ich deiner Liebe nur immer folgsam wär, nicht oft zurücke bliebe, an Lieb und Eifer leer, nicht wie viel du gethan, mir oft entfallen ließe, da ich ja mehr genieße, als ich verdanken kann! 8. Nun, Jesu, ich beklage den blöden Unverstand, und daß ich meine Tage so übel angewandt. Verstoß den Süͤnder nicht! Mich reut und schmerzt mein Schade, ver⸗ wandle deine Gnade nicht in ein Zorngericht! 9. Für uns gemacht zum Fluche, gabst du dein Leben dar, daß so dein Eifer suche, was ganz verloren war. Ja, Nam und That erweist, daß du, Herr, nicht vergebens das rechte Brot des Lebens, der Sünder Heiland seist. 10. Das laß mich herzlich gläuben, doch gib mir selber Kraft, dem Heile treu zu bleiben, das mir dein Tod geschafft, und wie ich glaubensvoll aus deinem Überflusse zum wirk⸗ lichen Genusse stets Gnade schöpfen soll. ö 11. Doch sollt ich mich doch du hast in der Wüste aufs neue, ich schwach Geschöpf, mich huldreich aufgesucht. vergehn, so laß mir deine 134 Treue, mein Hirte, nie entstehn; erweck und führe mich, daß nichts von dir mich wende; so preis ich sonder Ende als meinen Hirten dich. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. * Moir liegen hier 223. W'é zu deinen Füßen, ach Herr von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Gewissen, wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt; ach, weh uns, wenn du strafen willt. 2. Doch, Vater, denk an deinen Namen, gedenk an deinen lieben Sohn. Dein Wort heißt immer Ja und Amen, dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht; ach, geh nicht mit uns ins Gericht. 3. Wir liegen vor dir in dem Staube und unser Herz ist ganz zerknirscht, nur tröstet uns allein der Glaube, daß du dich noch erbarmen wirst. Ja, du hast noch ein Vater— herz, drum sieh doch jetzt auf unsern Schmerz. 4. Das teure Blut von deinem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthroͤne und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zuge⸗ neigt. Buße und Bekehrung. 5. Ach, laß die wohlver⸗ diente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Hut verlassen stehn. Ach, sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los. 6. Gib Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit, laß Lieb und Treu sich stetig küssen, und fördre die Gerechtigkeit. Krön unser Feld mit deinem Gut, nimm Kirch und Haus in deine Hut. 7. So wollen wir dir Opfer bringen und deine sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein erlöstes Israel stimm in die Lieder Zions ein; der Herr soll mein Gott ewig sein. Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel.: Auf meinen lieben Gott. Mao soll ich fliehen 224. Wẽ hin, weil ich be— schweret bin mit vielen, großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt her— käme, mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte zu deiner großen Güte: laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Ich, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr in mir stecken und mich so heftig schrecken, in deine tlefen Vi Heil gefin 4. Di But, ve wasch ab mit Trost der Schu ins Meer 5. Du tröst, we löst; wa hast du da hast! wirds ar 6. Is werd ich ich dein mich dar zu dir! ihm bal 7. M iel, dos sst alles mit deil überwin ein R denn u du die wohlver⸗ ht über unste aß wir nicht fe von deiner stehn. Ach, einen Schoß Plagen los. im Land sen, gesunde heit, laß Lieb stetig küssen, Gerechtigkeit. mit deinem h und Haus wir dir Opfer ne sein mit Es soll dein dringen, und Vergel stimm 5 ein; der ott ewig sein. 4. 1672-1757. lieben Gott. Aich flichen u, weil ich be⸗ Hielen, großen mich Rettung le Belt her— st sie nicht Holler Gnad, und Rat rübt Gemüte Güte: laß Hewissen ein fließen. möte Kind ünd, so vie n und nich n, in deine Buße und tiefen Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut, vergossen mir zu gut, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde, der Schuld nicht mehr gedenke, ins Meer sie tief versenke. 5. Du bist der, der mich tröst, weil du mich selbst er⸗ löst; was ich gesündigt habe, hast du versenkt im Grabe: da hast du es verschlossen, da wirds auch bleiben müssen. 6. Ist meine Sünde groß, so werd ich ihr doch los, wenn ich dein Blut auffasse und mich darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel, doch was ich haben will, ist alles mir zu gute erlangt mit deinem Blute, damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen, mit dir kann ich sie schlagen; dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Trutz bald schweigen. 9. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich, setzt kann ich nicht verderben, ein Reich muß ich ererben; denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 10. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög alles Bekehrung. 135 meiden, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. Joh. Heermann, 1585-1647. Mel.: Aus tiefer Not. 225 Wo soll ich hin, wer hilfet mir, wer führet mich zum Leben? Zu niemand, Herr, als nur zu dir will ich mich frei be⸗ geben. Du bist, der das Ver⸗ lorne sucht; du segnest das, so war verflucht. Hilf, Jesu, dem Elenden! 2. Herr, meine Sünden ängsten mich, der Todesleib mich plaget. O Lebens-Gott, erbarme dich, vergib mir, was mich naget! Du weißt es wohl, was mir gebricht; ich weiß es auch und sag es nicht. Hilf, Jesu, dem Betrübten! 3. Du sprichst zu mir: Ver⸗ zage nicht! Du rufst: Ich bin das Leben. Drum ist mein 1* auf dich gericht. Du kannst mir alles geben. Im Tode kannst du bei mir stehn, in Not als Herzog vor mir ehn. Hilf, Jesu, dem Zer⸗ mirschten! 4. Bist du der Arzt, der Kranke trägt,— auf dich will ich mich legen. Bist du der Hirt, der Schwache pflegt.— erquicke mich mit Segen! Ich bin gefährlich krankunds chwach; heil und verbind, hör an die Klag! Hilf, Jesu, dem Zer⸗ schlagnen! 136 5. Ich thue nicht, Herr, was ich soll; wie kann ich doch bestehen? Dies ängstigt mich, das weißt du wohl; wie wird es endlich gehen? Glaube und Rechtfertigung. Elender ich, wer wird mich doch erlösen von des Todes Joch? Ich danke Gott durch Christum. Joachim Neander, 1650—1680. II. Glaube und Rechtfertigung. Mel.: O, daß ich tausend Zungen. 226 Aus Gnaden soll ich selig werden! Herz, glaubst dus, oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd gebärden? Ists Wahr⸗ heit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: Aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, hat diese Ehre zum Gewinn, daß uns sein Tod das Heil ge⸗ bracht und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort:„Aus Gnaden,“ so oft dich deine Sünde plagt, so schwer du immer bist beladen, so oft dich dein Gewissen nagt; was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und über⸗ nahm die Sündenlast. Was nötigt ihn dein Freund zu werden? Sags, wenn du was zu rühmen hast. Wars nicht, daß er dein Bestes wollt und dir aus Gnaden helfen sollt? 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Wort anpreist, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Lammes Blut. 6. Aus Gnaden! Doch, du sichrer Sünder, denk nicht: Wohlan, ich greif auch zu! Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur ver⸗ heißnen Ruh; doch nimmt er nicht zu Gnaden an, wer noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei. Denn wenn der Sünder sich bekehret, so lernt er erst, was Gnade sei; beim Sündgen scheint die Gnad gering; dem Glauben ists ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns unter Angst und heißen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich . Amals Stä Indde nicht 9. Aus( Illichsterbe uuh mir i Rein sünd oh auch de Hul: mein Hetze lacht Hnnd schon 10. Aus sot Sünd schbinge m ind geheg Ieifel, d nach Kanac Nuu Wort oder fü Ihr. Ludt Hottes Gi hoße Bei 4 muß Rurchaus sin und Hein oh Dweifel Ind steif auen u raht erg enst zu Gauben ‚ at seige ahne Gr Mesche hnnt bitt, do r wird mich des Todes e Gott durch T, 10850—1880. ung. es wollt und helfen sollt? den! Dieser ben, so lange heißt. Was su schreiben, seinem Wort f all unser Gnade durch It. nl Doch, du denk nicht: if auch zu! rufet Adams den zur ver⸗ ch nimmt er an, wer noch jen kann. nl Ber dies tret ab von Denn wenn bekehret, 0 Gnade sei: scheint die em Glauben ing. n Hlebt dem 335 Hetz des wenns unter Schmerzen nichts neht 0 nähm Glaube und Rechtfertigung. oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben! ich fühlenichts, doch mir ist wohl; ich kenn mein sündliches Verderben, doch auch den, der mich heilen soll; mein Geist ist froh, mein Herze lacht, weil mich die Gnad schon selig macht. 10. Aus Gnaden! Dies hör Sünd und Teufel; ich schwinge meine Glaubensfahn und geh getrost, trotz allem Zweifel, durchs rote Meer nach Kanaan; ich glaub, was Jesu Wort verspricht, ich fühl es oder fühl es nicht. Chr. Ludw. Scheidt, 1709—1761. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 2²2 Der Glaub ist eine Zuversicht zu Gottes Gnad und Güte; der bloße Beifall thut es nicht; es muß Herz und Gemüte durchaus zu Gott gerichtet sein und gründen sich auf ihn allein ohn Wanken und ohn Zweifel. 2. Wer sein Herz also stärkt und steift in völligem Ver⸗ trauen und Jesum Christum recht ergreift, auf sein Ver⸗ dienst zu bauen, der hat des Glaubens rechte Art und kann zur seligen Hinfahrt sich schicken ohne Grauen. 3. Dies aber ist Menschenwerk, der kommt von dem Herren; drum bitt, daß er in dir ihn stärk kein 137 und täglich woll vermehren. Laß aber auch des Glaubens Schein, die guten Werke, an dir sein; sonst ist dein Glaube eitel. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, des Glaubens sich zu rühmen und böse Werk doch nehmen an, die Christen nicht geziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, sein Glaube sei nur Heuchelei und werd zur Höll ihn bringen. 5. Drum lasse sich ein frommer Christ mit Ernst sein angelegen, daß er aufrichtig jeder Frist sich halt in Gottes Wegen, daß sein Glaub ohne Heuchelei vor Gott dem Herrn rechtschaffen sei und vor dem Nächsten leuchte. Unbekannt, 1714. Eigene Melodie. 228* Eins ist not! Ach Herr, dies eine lehre mich erkennen doch; alles andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, dar— unter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein Glaub wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies eine, das alles ersetzt, so werd ich mit einem in allem ergetzt. 2. Seele, willst du dieses finden, suchs bei keiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur; wo Gott und die Menschheit in einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste notwendigste * 138 Teil, mein ein und mein alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beflissen auf des einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ; ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Hei⸗ land, sie wollte belehren; ihr alles war gänzlich in Jesum versenkt und wurde ihr alles in einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Ver⸗ langen, liebster Jesu, nur nach dir; laß wich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehren zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nach— laufen; denn dein Wort, o Jesu, ist—.—.— und Geist; was ist wohl, das man nicht in 2 geneuß ßtꝰ Aller Weisheit höchste Fülie in dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit voll⸗ kommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilges, teures Vlut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir er⸗ worben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben, die Glaube und Rechtfertigung. Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Lust, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich umströmt die Gnadenflut. Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut. Da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jetzo meine Seel ergetzt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßers kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig 1. als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein ein und 1— sein; prüf, erfahre, wie 8 meine, tilge allen Heuchel⸗ ein. Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite l Höch Ager dib, malkest fün inne, die Cige W. E Nad und Heck die l semögen! saub sieh Mu, der hat han, er ist! 2. Vas h ch gebot, 11 halte 4u mi 9. Es Wahn dal Oscz dru chten se Hilen e Hur ein S an 4 5 4. Nic 1e Ht las assen auhn . Sün leßn lebe Uurdamm Sünt ugebore 5. D trillet ls ich da habe en mein Glaube angt. gib, daß meine 9 deinem Bid ist ja, den ich r Heiligung dienet zum del und Leber, 1 Heiland, mir entreiße mich hen Lust, dein , mir einzig soll ich mehr h umströmt die bist einmal 1 das Heilge t. Da hast du ung erfunden, der höllischen hunden; dein öllige Freihet indlichen Geiste llingt.. Hnügen, Frieh 30 meine Secl uf eine frisch irt Jesus mich Süßers kann Glaube und Rechtfertigung. mich, Höchster, auf ewigem Wege; gib, daß ich hier alles nur achte für Spott und Jesum gewinne, dies eine ist not! J. J. H. Schröder, 1666—1699. Eigene Melodie. 229 Es ist das Heil uns kommen her von Gnad und lauter Güte, die Werk, die helfen nimmermehr, sie mögen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an, der hat genug für uns ge⸗ than, er ist der Mittler worden. 2. Was Gott uns im Ge— setz gebot, da man es nicht konnt halten, erhob sich Zorn und große Not vor Gott so mannigfalten. Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom G'setz erfordert allermeist, es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt sein G'setz drum geben, als ob wir möchten selber frei nach seinem Willen leben; und ist doch nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sündge Art, in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, die⸗ selbe Art aus eigner Kraft zu lassen, wiewohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Sünd ohnmaßen. Denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt, und jedem Fleisch der Sünde Schand allzeit war angeboren. 5. Doch mußt das G''setz erfüllet sein, sonst wärn wir 139 all verloren; drum schickt Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch geboren; der hat es ganz für uns erfüllt, damit seins Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und weil es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalten. Nicht mehr denn: Lieber Herre mein, dein Tod wird mir das Leben sein, du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nicht be⸗ trügen; nun sagst du, daß kein Mensch verzag, das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, dem ist die Seligkeit erkauft, daß er nicht werd verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset, der Glaub gibt aus von ihm den Schein, so er die Werk nicht lasset. Mit Gott der Glaub ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Guts thun, bist du aus Gott geboren. 9. Die Sünde, durchs Gesetz erkannt, schlägt das Gewissen nieder; das Evangelium kommt zur Hand und stärkt den Sünder wieder und spricht: Komm nur zum Kreuz herzu, im G'setz ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken. 10. Die Werk gewißlich kommen her aus einem rechten 140 Glaube und Glauben, denn das nicht rechter Glaube wär, dem man die Werk wollt rauben; doch macht allein der Glaub gerecht, die Werke sind des Nächsten Knecht, dran wir den Glauben merken. 11. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; wann das ge— schehen soll zur Freud, setzt Gott feste Tage. Er weiß wohl, wenns am besten ist, und 080t an uns kein arge List, das solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschrecken, denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken; sein Wort laß dir gewisser sein, und ob dein Herz spräch lauter„Nein“, so laß dir doch nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem 1en um dieser Gut⸗ that willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist. Der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns begonnen hat zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name; 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd g'scheh wie im Himmelsthrone, das täglich Brot noch heut uns werd, wollst unsrer schonen, als wir auch unsern Schuldgern thun, laß uns nicht in Versuchung stehn, lös uns vom Übel. Amen. Paul Speratus, 1484—-1554. Rechtfertigung. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 230 Ewge Liebe, mein Gemüte waget einen kühnen Blick in den Ab⸗ grund deiner Güte; send ihm einen Blick zurück, einen Blick Schuld ver⸗ Last. deinen Sohn, der hat Fluch voll Heiterkeit, der die Finsternis zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. . Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich erbarmet hast und aus freiem edlen Triebe den allweisen Rat gefaßt, der verdammniswerten Welt durch ein teures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freiheit zu erwerben. 3. O, ein Ratschluß voll Erbarmen, voller Huld und Frurndlen welcher uns hilflosen Armen Gnade, Trost und Hilfe beut. Liebe, die des Sohns nicht schont, der in ihrem Schoße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Abait e 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Srnung auch be⸗ stimmt, daß sich jeder darin übe, der am Senen Anteil nimmt; wer nur an den Mittler gläubt und ihm treu ergeben leibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Da du keinen zum Ver⸗ derben ohne Grund verdammet hast, tragen Sünder, wenn sie sterben,— eignen Bosheit Wer nicht glaubt an und Tod nutvilligL ihn aus v 6. Ewig inn losen ha Eugelzung hellgen N in Demut istaun Iend Nefen fin aanz ergr 7 Licb seben me sein. Rich Lben so ein, daß! uund Kraf mi gescha dienen m. udhten V 8.0 Vetraue Hegen seh Iuhne Gr anigegen mird mi dhiglich nnen, Uennen. ehr, o meine Setl⸗ ge Liebe, men Gemüte waget lick in den M⸗ üte; send ihm ück, einen Blit er die Finsterniz ein blödes Auge es nach den re dich o Liehe erbarmet hast u edlen Triebe Rat gefaßt, d ten Welt durch geld, durch des Sterben Gnad u erwerben. Ratschluß vol ller Huld und welcher unsz Gnade, Trost It. Liebe, die cht schont, der ze wohnt, um 1 erretten aus Zündenketten. 1 hast, o wehe mnung auch be⸗ ich jeder darm Segen utel an den Mitlle⸗ metreu ergeben nicht verlorel Heil und Leben Glaube und Rechtfertigung. und Tod zum Lohn, mutwillig Widerstreben schließt ihn aus vom Heil und Leben. 6. Ewig sei mit Dank be⸗ sungen, was dein Rat be⸗ schlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen heilgen Rat, den der Glaub in Demut ehrt, die Vernunft erstaunend hört; wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben meiner Wahl gewiß zu sein. Richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugnis dienen möge, ich sei auf dem rechten Wege. 8. Laß mich hier schon mit Vertrauen meinem Heil ent⸗ gegen sehn; alsdann werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn; keine Kreatur mird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand entreißen können, noch von deiner Liebe trennen. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: In dich hab ich gehoffet, oder: Ich weiß, mein Gott. 231 J freue mich, mein 5 Gott, in dir und bin getrost, wenn ich dich hier zu meinem Teil erwähle. Du, Herr, bist mein, und ich bin dein; was mangelt meiner Seele? sein 141 2. Du hast mich von der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt; mag mich die Welt doch hassen. Du liebst mein Wohl, wirst gnaden⸗ voll mich nimmermehr verlassen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Teil an seinem Heil; dies tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs beste mit mir meint, wo find ich deines⸗ gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht; in dir leb ich zufrieden. So dort als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht, und. wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich singen. 8. Du läßt mirs ewig wohl ergehn. Einst werd ich dich noch näher sehn, du Ur⸗ sprung wahrer Freuden. An dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herze weiden. 142 9. Noch hats kein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Teil, das wird mir niemand rauben. Salomon Liscow, 1640—1689. Mel.: O, daß ich tausend Zungen hätte, oder: Führwahr, du bist. 232* J habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält; wo anders, als in Jesu Wunden? Da laͤg er vor der Zeit der Welt; der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Er⸗ barmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt; dem alle⸗ mal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein; deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein, deswegen klopft er für und für so stark an unsres Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden, da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut be— ständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! Glaube und Rechtfertigung. 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun, und wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes Herze schaun; da snde sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre weg⸗ gerissen, was Seel und Leib erquicken kann; darf ich von keinem Troste wissen und scheine völlig ausgethan; ist die Errettung noch so weit: 97 bleibet die Barmherzigkeit. Muß ich an meinen besen Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvoll⸗ kommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Er— barmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt; so ain es in Lieb und Leid in, urch und auf Barmherzigkeit. 9. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt. Das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens höchst erfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! Joh. Andr. 4 1688—1758. Mel.: Valet will ich dir geben. 233* Orch weiß, an wen ich glaube; ich weiß, was fest besteht, wenn alles hie Staub u ich Weiß, wo alles Vahn di Aug die 2. Id dauert, vekläßt; mauert, fest: Es Worte, klar; an halt ich 3. A Meister, baut: Geister, schaut, v anbetend die Hei und len 4. D Höhe, Christ, stehe, mmmer Heiland Kuchte euchtet 5„ 6 am Al der v aus d meine seinen mich wig 0. Rauh hesteh Haube will ich nit dem will ich mith in, und wemn zünden kränken Gottes Hurg det sich zu alle Barmherzigkeit les andre weg⸗ Seel und Leb darf ich von wissen und ausgethan; is noch so weit: Barmherzigkeit h an meinen „darinnen ich „viel Unvoll⸗ merken, so fällt hmen hin; doch Tost bereit: Barmherzigkeit mir nach dessen em so viel E⸗ r wolle selbt llen, damit es t vergißt, o ch und Leid in, Barnherzigkeit m Grunde wil lange nich die Das will i⸗ ind treiben, o Glied bewegt einstens höchs Abgrund der ohhe, ibes—Me Glaube und Rechtfertigung. alles hier im Staube wie Staub und Rauch verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nie verläßt; auf ewgen Grund ge⸗ mauert, steht diese Schutzwehr fest: Es sind des Heilands Worte, die Worte fest und klar; an diesem Felsenhorte halt ich unwandelbar. 3. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut: es ist der Herr der Geister, auf den der Himmel schaut, vor dem die Seraphinen anbetend niederknien, um den die Heilgen dienen— ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Licht der Höhe, das ist mein Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist, der nimmermehr kann wanken, mein Heiland und mein Hort, die Leuchte der Gedanken, die leuchtet hier und dort. 5. Er, den man blutbedecket am Abend einst begrub; er, der von Gott erwecket, sich aus dem Grab erhub; meine Schuld versöhnet, der seinen Geist mir schenkt, der mich mit Gnade krönet und ewig mein gedenkt. 6. Drum weiß ich, was ich laube, ich weiß, was fest esteht und in dem Erden⸗ staube nicht mit als Staub sei mein der 143 verweht. Es bleibet mir im Grauen des Todes ungeraubt; es schmückt auf Himmelsauen mit Kronen einst mein Haupt. E. M. Arndt, 1769—1860. Mel.: Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht. 234 J weiß, an wen mein Glaub sich hält; kein Feind soll mir ihn rauben! Als Bürger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbteil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit; lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit,— erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? 3. O Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigentum; du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu, drum eile ich ihm freudig zu; du reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit. Im Himmel Wandel! 144 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene bessre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint und mein Erlösungstag er⸗ scheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh ich hier mein Heil; dort ist mein Antlitz heiter. Hier ist die Sünde noch mein Teil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Wert mir noch ver⸗ hüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden. Auf deinen Tod bin ich getauft; wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Hirt. 0 Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht, nur des Ge⸗ rechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. Christoph Christian Sturm, 1740—1786. Mel.: Alle 2.0 müssen sterben. 235. esu, sneß mich an in Gna en! Sieh mein Elend, meine Not! Laß dichs jammern, hilf dem Schaden! Ach, er bringt mir Glaube und Rechtfertigung. sonst den Tod. Solltest du Erlöser heißen und mich nicht dem Tod entreißen? Wie dein Nam ist auch dein Ruhm, das erfährt dein Eigentum. 2. Gottes ewiges Erbarmen, das in dir sich zu uns lenkt, hat dich eingen Sohn den Armen und auch mir zum Trost geschenkt. Ach, wie hoch bedarf ich deiner! Jesu, so gedenk auch meiner; mich, sprich nur ein Wort, o, denk an so weicht mein Jammer fort. 3. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten deiner Hand, ja dein Leben von der Krippen, bis man dich am Olberg band, dein für uns geschmecktes Leiden, dein am Kreuz so schmerzlich Scheiden ist, so hat es Gott versehn, zu der Sünder Heil geschehn. 4. Wenn die Hände sich nur regten, war die Hilfe schon bereit; wenn die Lippen sich bewegten, schallte lauter Seligkeit; ach, sie hießen zu dir kommen nicht die Heilgen, Starken, Frommen; nur den Sündern riefen sie, die voll Arbeit, Angst und Müh. 5. Jesu, sollt ichs denn nicht wagen? Sollt ich denn zu dir nicht fliehn? Sollt ich darum ganz verzagen, weik ich so verdorben bin? Nie verstießest du den Armen: meiner wirst du dich erbarmen, weil doch deine Gnad und Huld größer ist als meine Schuld. 6. W. schverden ist, dal Werden, bist! R Satans Hölle Nimmen Sinn, alles hir 7. M tigen, f beliebt! leiden, dein Ra still me daß ich dich hie und dor Nel.: 236. uhe wͤche! duf ver Hier ist Wus i d. Solltest du und mich nich ißen? Wie dein ch dein Ruhm ein Eigentum. wiges Erbarmen, h zu uns lent, gen Sohn den auch mir zun t. Ach, wie hoch iner! Jesu, so zeiner; denk an ur ein Wort, o, n Jammer fort. te deiner Lippen einer Hand, jn on der Krippen, am Olberg bard, ns geschmeckter am Kreuz 5 scheiden ist, so persehn, zu der geshehn. die Hände sich war die Hilfe venn die Lippet schallte lautet sie hießen 3I dil t die Heilgel, mmen; nur dan en sie, die vol und Müh. j verzagen, un wben bin? di Glaube und Rechtfertigung. 6. Wo die Sünde mit Be⸗ schwerden also mächtig worden ist, da laß mir auch kundbar werden, wozu du geschenket bist! Reiß mich los aus Satans Stricken, brich der Hölle Band in Stücken! Nimm mein ganzes Herz und Sinn, Leib m Seel und alles hin. 7. Mach mich dir auf ewig eigen, führ mich, wie es dir beliebt! Lehr mich meiden, leiden, schweigen, folgen, wie dein Rat mich übt! Ach, so still mein ängstlich Quälen, daß ich mit erfreuter Seelen dich hier preise in der Zeit und dort in der Ewigkeit! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 236* J8 nimmt die 8 Sünder an, saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert; doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf ver⸗ loren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht ver⸗ derben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 14⁵ 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubets doch, und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden zlaß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Muts; ob die Sünden blutrot wären, müssen sie kraft deines Bluts dennoch sich in schnee⸗ weiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen zaget nicht, wer will mich vor Gott verklagen? Der mich frei und ledig spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann; Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an, mich hat er auch ange⸗ nommen und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdm. Neumeister, 1671—-1758. Mel.: Valet will ich dir geben. 237* I5 Gott für mich, so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin 10 146 geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen, und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut, das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem strengen Sitz; ich müßte stracks vergehen wie Wachs in Feuerhitz. 5. Mein Jesus hat ge⸗ löschet, was mit sich führt den Tod, der ists, der rein mich wäschet, macht schneeweiß, was ist rot. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmet mir mein Herz; die Höll und ihre Flammen, die sind mir nur ein Scherz. Kein Urteil mich erschrecket, kein Unheil mich Glaube und Rechtfertigung. betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kum⸗ mer hin, gibt Segen und Ge— deihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwachheit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde er⸗ siehet seime Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle, neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durch⸗ süßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem ver⸗ bindet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und findet ein harte, schwere Last u leiden und zu tragen, gerät in Hohn und Spott; das Kreuz und alle Plagen, die sind sein täglich Brot. 12. Das Wrgen, doch uch will ich Hmich zu Heb und Le H hab, ar Ichen und 13. Die lechen, du in Brenne al trenne in Hunger an Armut örn des mur ein Hi 14. Kein N, bein T lit,kein Lie in Angst Iu man WW. Runter in Men Aun, di 90 etung N Weite sch und nit Flügeln nd, der mich t wohnt mir ieret meinen nir Sorg und nt allen Kum⸗ egen und Ge⸗ er in mir ir das Abba meiner Kraft. nmeinem Orte Schwachheit und spricht er sprechlich sind enem Munde, bewußt, der Grunde er⸗ spricht meinem es Trostwort m Hilfe leiste het Ruh, und auet ein edle, lug und Hetze geglaubet hat. nein Till und tig zugericht; fall und stetbe, Himmel nicht ch hierfeuchten ine Zeit, euchten durch⸗ mem Glaube und Rechtfertigung. 12. Das ist mir nicht ver⸗ borgen, doch ich bin unverzagt, dich will ich lassen sorgen, dem ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben und alles, was ich hab, an dir will ich fest kleben und nimmer lassen ab. 13. Die Welt, die mag zer⸗ brechen, du stehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; tein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn des großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 14. Kein Engel, keine Freu⸗ den, kein Thron, kein Herrlich— keit, kein Lieben und kein Leiden, tein Angst und Fährlichkeit, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, 1607- 1676. Eigene Melodie. 238 Mein iKeiland nimmt die Sünder an, die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgend Ruh und Rettung finden; den'n selbst die weite Welt zu klein, die sich und Gott ein Greuel sein; 147 den'n Moses schon den Stab gebrochen und sie der Hölle zu⸗ gesprochen, wird diese Freistatt aufgethan: Mein Heilandnimmt die Sünder an! 2. Sein mehr als mütter⸗ liches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden; ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Not und schmeckte den ver⸗ dienten Tod; nun, da er denn sein eigen Leben zur teuren Zahlung hingegeben und seinem Vater gnug gethan, so heißts: Er nimmt die Sünder an! 3. Nun ist sein aufgethaner Schoß ein sichres Schloß ge— jagter Seelen; er spricht sie von dem Urteil los und tilget bald ihr ängstlich Quälen. Es wird ihr ganzes Sündenheer ins unergründlich tiefe Meer von seinem reinen Blut ver⸗ senket; der Geist, der ihnen wird geschenket, schwingt über sie die Gnadenfahn: Mein Hei— land nimmt die Sünder an! 4. So bringt er sie dem Vater hin in seinen blutbeflossnen Armen; das neiget dann den Vatersinn zu lauter ewigem Erbarmen. Er nimmt sie an an Kindes Statt, ja alles, was er ist und hat, wird ihnen eigen übergeben, und selbst die Thür zum ewgen Leben wird ihnen fröhlich aufgethan: Mein Hei⸗ land nimmt die Sünder an! 5. O, solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen 10³ 148 Sündern sehnet, sowohl wenn ie noch irre gehn als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, wie eilt er in Zachäus Haus! Wie sanft stillt er der Magdalenen den milden Fluß erpreßter Thränen und denkt nicht, was sie sonst gethan! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen! Nun, dies hat er nicht nur gethan, da er auf Erden mußte wallen, nein, er ist immer einerlei, gerecht und fromm und ewig treu; und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern lieb⸗ reich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an! 7. So komme denn, wer Sünder heißt und wen sein Sündengreul betrübet, zu dem, der keinen von sich weist, der sich gebeugt zu ihm begibet! Wie? willst du dir im Lichte stehn und ohne Not verloren karan Willst du der Sünde änger dienen, da dich zu retten er erschienen? O nein, verlaß die Sündenbahn! Mein Hei⸗ land nimmt die Sünder an! 8. Komm nur mühselig und gebückt; komm nur, so gut du weißt zu kommen! Wenn gleich die Last dich nieder⸗ drückt, du wirst auch seufzend angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, und wie Glaube und Rechtfertigung. Wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umge— sehen! So komm denn, armes er dir entgegen geht! Herz, heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 9. Sprich nicht:„Ich habs zu grob gemacht, ich hab die Güter seiner Gnaden so lang und schändlich umgebracht, er hat mich oft umsonst geladen.“ Wenn du es jetzt nur redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts die Hände binden, und du sollst jetzt noch Gnade finden; er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an! 10. Doch sprich auch nicht: „Es ist noch Zeit, ich muß erst diese Lust genießen, Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gnadenpforte schließen.“ Nein, weil er ruft, so höre du und greif mit beiden Händen zu. Wer seiner Seele Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet; ihm wird hernach nicht aufgethan, heut komm, heut nimmt dich Jesus an! 11. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, holdselig süßer Freund der Sünder! Erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Adamskinder! Zeig uns bei unserm Seelenschmerz dein aufgeschloßnes Liebesherz; und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein jeder Mel.: O, do hätte, oder 239.“ sahren, Er nicht Wert, dem Wunde Herz hats Weiß ich d und rühme 2. Ich Zorn verd Gott in hat mich sihnet und dss Sohn am dies chichts? weiter nick 3. Das Hott, beke Henn ein ih kann Hemnen, de e Ind hin die Barm 4. Die a raub eig Rü geht! Vie lem Flehen dir umge⸗ enn, armes ein Heiland an! „Ich habs ich hab die den so lang gebracht, er st geladen.“ nur redlich Fall nit o soll ihm binden, und zoch Gnade wenn sonst nn. Mein Sünder an! auch nicht: it, ich muß sießen, Gott nicht geiich nadenpforte weil er ruft if mit beden seiner Seele der hat die umet; ihm t aufgethan, nimmt dich ů uns selber ldselig süßer 91 Erfü eelenschmerz Liebesherz. Glaube und Rechtfertigung. sagen kann: Gottlob, auch mich nimmt Jesus an! L. Frz. Fr. Lehr, 1709—1744. Mel.: O, daß ich tausend Zungen hätte, oder: Fürwahr, du bist. * ir ist Erbarm⸗ 239. M ung wider⸗ fahren, Erbarmung, deren ich nicht wert, das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit sich selbst ver— sühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? Warum ge⸗ schichts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein einzig Rühmen sein; auf dies Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir, und 149 führe einst im Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu dir. Da bin ich ewig recht erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Ph. Fr. Hiller, 1699-1769. Eigene Melodie, oder: Es ist gewißlich an der Zeit. 240. Nun freut euch, lieben Christen gmein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wunderthat; gar teur hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren, mein Sünd mich qnälte Nacht und Tag, darin ich war geboren. Ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hat mich besessen. 3. Mein gute Werk die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben; der frei Will haßte Gotts Gericht, zum Guten gar erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend über⸗ maßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, er ließ sein Bestes kosten. 5. Er lieben Sohn:„Es ist Zeit zu sprach zu seinem erbarmen, fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben.“ 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward; er kam zu mir auf Erden von einer Jungfrau Bruder werden. Gar heimlich führt' er sein Gewalt, er ging in meiner armen G'stalt, den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll 9 iher gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben, das leid ich alles dir zu gut, 605 halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein, da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollst du Glaube und Rechtfertigung. 241. O rein und zart; er sollt mein thun und lehren, daß Gottes Reich hier werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren; hüt dich vor der Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz; das laß ich dir zur Letze. Dr. M. Luther, 1483- 1546. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, daß man recht könne gläuben, nicht dernantes Ding es ist, noch standhaft zu verbleiben; drum hilf du mir von oben her, den wahren Glauben mir gewähr, und daß ich drin beharre. 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Christe Jesu, dich den Sohn des Höchsten nenne, daß ich auch 10 den heilgen Geist, zugleich gelobet und ge⸗ preist in dem dreieingen Wesen. 3. Laß mich vom großen Gnadenheil die wahr Erkennt⸗ nis finden, wie der nur an dir habe teil, dem du vergibst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mir gebührt; du bist der Weg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gib, daß ich traue deinem Wort, es wohl zu Herzen fasse; daß sich mein Glaube 2—— auf dein Verdienst verlasse; daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünden bin beschwert, dein Kreuztod zugerechnet. und 5. D trösten vemgoss Wunder 9ec hlosf Glauber was d die allzeit f 6. L wie Se man ih du dock daß de die das bricht, auch vi in dem mög w jederze Gerech Frücht 8.6 wohn mit sti für un Verke durch und Röchs 9. Rrast Ende chaft, m me Not, deine erlan „daß Gotte gemehrt zu Ehten; und er Menschen irbt der edle Rich dir zur b„ 1483—1546. lich an der Zett. ottes Sohn, 2 Jesu Christ inne gläuben, Ding es ist verbleiben; sir von oben Glauben mir aß ich drin nd unterweise Veer kenne, te Jesu, dich jchsten nenne, den heilgen lobet und ge⸗ eingen Wesen. vom großen ahr Erkennt⸗ er nur an dir vergibst de daß ichs suc, du bist der I tfihm de 3 Leben. Glaube und 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich des Bluts, so du vergossen, auf daß in deinen Wunden ich bleib allzeit ein⸗ geschlossen und durch den Glauben auch die Welt und Rechtfertigung. was dieselb am höchsten hält, allzeit für Schaden achte. 6. Wär auch mein Glaub wie Senfkorn klein und daß man ihn kaum merke, wollst du doch in mir mächtig sein, daß deine Gnad mich stärke, die das zerknickte Rohr nicht bricht, das glimmend Docht auch vollends nicht auslöschet in dem Schwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorg⸗ fältig sei, den Glauben zu behalten, ein gut Gewissen auch dabei, und daß ich so mög walten, daß ich sei lauter jederzeit, ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit erfüllt und ihren Früchten. 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn sich in mir stärken, daß er sei fruchtbar für und für und reich in guten Werken, daß er sei thätig durch die Lieb, mit Freuden und Geduld sich üb, dem Nächsten treu zu dienen. 9. Insonderheit gib mir die Kraft, daß vollends bei dem Ende ich üb die gute Ritter⸗ schaft, zu dir allein mich wende in meiner letzten Stund und Not, des Glaubens End durch deinen Tod, die Seligkeit, erlange. 151 10. Herr Jesu, der du an⸗ gezündt das Fünklein in mir Schwachen, was sich vom Glauben in mir findt, du wollst es stärker machen; was du ge⸗ fangen an, vollführ bis an das End, daß dort bei dir auf Glauben folgt das Schauen. David Denicke, 1603- 1680. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit, oder: Nun freut euch, lieben Christen gmein. 242(Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen: sein Wort ist wahr, sein Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu teil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ift gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr un keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herz⸗ lich ehret. 152 4. Meins Herzens Kron und Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen. eich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dort ewig dir lobsagen. Georg Weißel, 1590—1635. Mel.: Gott des Himmiels und der Erden. * eicht, ihr Berge, 2 43. Wfalt ür Hügel brechet, alle Felsen, ein! Gottes Gnade hat das Siegel: sie will unverändert sein. Laßt die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht, was er saget, das geschicht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck erreichen, bis sie mich Glaube und Rechtfertigung. zufrieden stellt. Gott ist fromm und gut und treu, ob die Welt voll Heuchelei. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen; so fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen, ist sein Herz doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein ge⸗ liebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir alten, wenn die Welt gleich Lärmen macht; ihre Liebe mag erkalten, ich bin bei ihm wert eacht, und wenn Höll und bgrund brüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genennt; das ist Trost, so werd ich Armer nimmermehr von ihm getrennt. Sein Er⸗ barmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu. 8. Nun, es bleibt mein ganz Vertrauen auf ihn anker⸗ fest gericht, auf ihn will ich Felsen bauen, denn ich weiß, daß es geschicht. Erd und Himmel kann vergehn, sein Bund bleibet feste stehn. Benj. Schmolck, 1672—-1737. * Me.; Begto Isu Chris 244. mir, schle Thor und und laß n meinem H 2. Dir meine Th wohne du Unreinigke Empele1 3. Laf Ucht um Rgesicht und Gem aishöpfte +. Un Hetz zug ind Seg het, Stä deiner m 5. Se Namens den Ei achten fi nur dir Heinr. Mll. Her wend, 205. 0 von Gnd u fa Gott sst dtkeu, ob helei. hen Frieden uter Krieg ält immer fällt aller ir er nicht rist und ntlitz sich Herz doch bezeugt in ch sein ge⸗ er beide uch Grund de mit mir Gelt gleich Liebe mag ihm wert Höll und eibt er mir cild. „ ist mein sich selbst Trost, so immermehr Sein Er⸗ zu, daß er U. ö leibt— ihn anker⸗ will ic nah weß Erd und gehn, sein stehn. 151H1. Wandel im Licht. 153 II. Heiligung. 1. Wandel im Cicht. Mel.: Begrabt den Leib, oder: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 2 44 in reines Herz, Herr, schaff in mir, schleuß zu der Sünde Thor und Thür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu,. meine Thür, ach komm und wohne du bei mir, treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel und Wohnhaus. 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnen un⸗ erschöpfter Güt! 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich; gib Weis⸗ heit, Stärke, Rat, Verstand aus deiner milden Gnadenhand. 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinr. Georg Neuß, 1654—1716. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, oder: Erhalt uns, Herr. 245 rneure mich, o * ewges Licht, und laß von deinem Angesicht mein und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und er⸗ füllet sein. 2. Ertöt in mir die schnöde Lust, feg aus den alten Sünden⸗ wust; ach rüst mich aus mit Kraft und Mut, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust gehorsam leist und nichts sonst, als was du willst, will, ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll. 4. Auf dich laß meine Sinne Deohe laß sie nach dem, was roben, stehn, bis ich dich NG o ewges Licht, von ngesicht zu Angesicht. 2 F. Ruopp, 1 1708. Eigene Melodie. 246* ahre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Licht, mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle; Zion, dringe durch die enge Pfort, fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trüb⸗ sal, Angst mit Spott und Hohne; sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebens⸗ Wone; Zion, fühlest du der Schlangen Stich, leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen, achte nicht ihr Gut und Geld; nimm 154 Wandel nicht an das Bild des Drachen; Zion, wenn sie dir viel Lust ver⸗ spricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten; Zion, beides, das was krumm und schlecht prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott; stärke dich mit Geist und Leben; sei nicht wie die andern tot, sei du gleich den grünen Reben; chei in die Kraft für Heuchel⸗ schein dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet, eige, was der in dir schafft, er als seine Braut dich kennet; Zion, durch die dir gegebne Thür brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laulich finden. Auf, das Kleinod rückt herbei; auf, ver⸗ lasse was dahinten; Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! J. E. Schmidt, 1669— 1745. Mel.: Herr Christ, der einig Gottssohn. 247.* Hionnem Gnaden⸗ sonne,wahrhaftes Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad erfreuen und meinen Geist erneuen; mein Gott, versag mirs nicht. im Licht. 2. Vergib mir meine Sünden und wirf sie hinter dich; laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich, laß deine Friedensgaben mein armes Herze laben; ach Herr, er⸗ höre 18 3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adamssinn, und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntnis in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständnis durch dein heiliges Wort, damit ich 90 dich gläube und in der Wahrheit bleibe zu Trutz der Höllenpfort. 5. Mit deiner Kraft mich rüste, zu kreuzgen mein Begier und alle bösen Lüste, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach, zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohl⸗ gefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Nun Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut; denn das sind Gnaden⸗ werke, die dein Geist schafft und thut; hingegen all mein Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu, wend alle nach nid ich deine zu erfül 148 stig Mel.: M oder: 2⁴48⁰⁵ sind Gäf wir dor die Wü hier ist droben 2.„ mein G himmlis⸗ das, wa deinem von E lehrt ir zu, we höre; der Ru gehöre bevahr fahrt. Iumm 00 0 ö erne, au Vond eine Sünden r dich; laß winden und 9„laß deine lein armes Herr, er⸗ uus meiner Adamssinn, h erwählen, forthin zu he und dir zu h ellöset bin. Erkenntnis enhort, und ndnis durch t, damit ich ind in der u Trutz der Kraft mich mein Begier e auf daß ich Sündenwelt dem Fleisch leb in dit. deine Liebe m, daß ich e dich eibig möge wallen bahn. verleih mir Kuaft und nd Gnaden⸗ Heist schafft en all Mein Hassen und ud nicht gut Gott der aller Tre Wandel im Licht. 15⁵ wend allen Seelenschaden und Licht ist viel zu klein gegen mach mich täglich neu; gib, daß jenen Glanz und Schein. ich deinen Willen stets suche 6. Himmelan wird mich der zu erfüllen, und steh mir Tod in die rechte Heimat kräftig bei. führen, da ich über alle Not L. A. Gotter, 1661—1785. ewig werde triumphieren; Jesus 49 4 3 geht mir selbst voran, daß ich Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. freudig folgen kann. oder: Jesus, meine Zuversicht. 7 Himmelan, ach himmel⸗ 248* immelan geht an! das soll meine Losung unsre Bahn, wir bleiben. Ich will allen eitlen sind Gäste nur auf Erden, bis Wahn durch die Himmelslust wir dort in Kanaan durch vertreiben. Himmelan steht die Wüste kommen werden; nur mein Sinn, bis ich in hier ist unser Pilgrimstand,. dem Himmel bin. droben unser Vaterland. Benj. Schmolck, 1672—1787. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein Eigene Melodie. himmlisch Wesen und kannst ch ruf zu dir, Herr das, was irdisch heißt, nicht zu 249. V Jesu Christ, ich deinem Zweck erlesen. Ein bitt, erhör mein Klagen; ver⸗ von Gott erleuchter Sinn leih mir Gnad zu dieser Frist, kehrt in seinen Ursprung hin. laß mich doch nicht verzagen; 3. Himmelan! ruft er mir den rechten Glauben, Herr, zu, wenn ich ihn im Worte ich mein, den wollest du mir höre; das weist mir den Ort geben, dir zu leben, dem der Ruh, wo ich einmal hin⸗ Nächsten nütz zu sein, dein gehöre; wenn mich dieses Wort Wort zu halten eben. bewahrt, halt ich eine Himmel—⸗ 2. Ich bitt noch mehr, o fahrt. Herre Gott, du kannst es mir 4. Himmelan! denk ich all⸗ wohl geben, daß ich nicht zeit, wenn er mir die Tafel wieder werd zu Spott; die decket, und mein Geist hier Hoffnung gib daneben, voraus allbereit eine Kraft des Himmels wenn ich muß hie davon, daß schmecket. Nach der Kost im ich dir mög vertrauen und Jammerthal folgt des Lammes nicht bauen auf all mein eigen Hochzeitmahl. Thun, sonst wirds mich ewig 5. Himmelan! mein Glaube reuen. eigt mir das schöne Los von 3. Verleih, daß ich aus jane, daß mein Herz schon Herzensgrund den Feinden aufwärts steigt über Sonne, mög vergeben; verzeih mir Mond und Sterne; denn ihr auch zu dieser Stund, schaff 156 Wandel mir ein neues Leben; dein Wort mein Speis laß allweg sein, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich bald möcht abkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden; getreu sein bis ans End gib mir, du hasts allein in Händen; und wem dus gibst, der hats umsonst, es mag niemand erwerben noch ererben durch Werke deine Gunst, die uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb; hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad allein ich kleb, du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung her, so wehr, daß sie mich nicht umstoße; du kannst machen, daß mirs nicht bringt Gefahr. Ich weiß, du wirsts nicht lassen. Johann Agricola, 1492 1566. Eigene Melodie, oder: Einer ist König, Immanuel sieget. 250 Jesu, hilf siegen, du Fürste desLebens, sieh, wie die Finsternis dringet herein, wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens mächtig aufführet, mir schädlich zu sein; Satan, der sinnet auf aller⸗ hand Ränke, wie er mich sichte, verstöre und kränke. 2. Jesu, hilf siegen, der du mich erkaufet, rette, wenn Fleisch und Blut, Satan und im Licht. Welt mich u berücken ganz grimmig anlaufet oder auch schmeichelnd sich listig verstellt. Wüten die Feinde von außen und innen, laß mir, Herr, niemals die Hilfe zerrinnen. 3. Jesu, hilf siegen! Ach, wer muß nicht klagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für. Ach laß mich schmecken dein kräftig Versühnen und dies zu meiner Demütigung dienen. 4. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt. Wenn ich die Last der Begierden empfinde und sich mein tiefes Verderben darlegt, so hilf, daß ich vor mir selbst mag erröten und durch dein Leiden mein sündlich Fleisch töten. 5. Jesu, hilf siegen und lege gefangen in mir die Lüste des Fleisches und gib, daß bei mir lebe des Geistes Verlangen, aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb; laß mich eindringen ins gött⸗ liche Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 6. Jesu, hilf stegent Wer mag sonst bestehen wider den listigen, tückischen Feind? Wer mag doch dessen Versuchung entgehen, der wie ein Engel des Lichtes erscheint? Ach Herr, wo du weichst, so muß ich ja irren, we Lst fucht 6. Hei laß mich sich die k blähn m der Wal laß doch Kraft se Rechten, lehre mie die Geis 8. Je Wachen du schla nicht ein unendlie versproc sein; we Ermüdo du mich, Wecken. 9 alles ve Nichts schl V beten nuß se Rah, e m Gr mit D0 vermäh ken ganz der auch verstellt. on außen r, Hert, rrinnen. nl Ach, n: Herr, nmer vor Sünden Rgen, die täglich schmecken nen und mütigung en, wenn Eigenlieb, unst sich Last der und sich darlegt, mir selbst urch dein 9 Fleish egen und die Lüste gih, daß Geistes tts sich gen Trieb; ins gött⸗ nein Geist esen. 0 Ber wider den nd? Wer jersuchung n Eage AchHer⸗ uuß ich j Wandel irren, wenn mich der Schlange List sucht zu verwirren. 7. Jesu, hils siegen und laß mich nicht sinken; wenn sich die Kräfte der Lügen auf⸗ blähn und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, laß doch viel heller dann deine Kraft sehn! Steh mir zur Rechten, o König und Meister, lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 8. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten! Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein; laß dein Gebet mich unendlich vertreten, der du versprochen, mein Fürsprech zu sein; wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 9. Jesu, hilf siegen, wenn alles verschwindet und ich mein Nichts und Verderben nur sehl Wenn kein Vermögen zu beten sich findet, wenn ich muß sein ein verschüchtertes Reh, ach Herr, so wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 10. Jesu, hilf siegen und laß mirs gelingen, daß ich das Zeichen des Sieges erlang; so will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen. im Licht. 15⁷ 11. Jesu, hils siegen! Wenns nun kommt zum Sterben, mach du mich würdig und stetig bereit, daß ich könn nennen mich recht deinen Erben dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, mein Jesu, dir dleib ich ergeben, hilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben. V H. Schröder, 1666-1699. Mel.: Von Gott will ich nicht lassen. 251* Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei; es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Mut, zur Ewigkeit zu wandern von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; ein jeder sein Gesichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem. 3. Gehts der Natur ent⸗ gegen, so gehts gerade doch. Die Fleisch und Sinne pflegen, sind schlechte Pilger noch. Verlaßt die Kreatur, und was euch sonst will binden; laßt gar euch selbst dahinten, es geht durchs Sterben nur! 4. Man muß wie 1 wandeln, frei, bloß und wahrlich leer; viel sammeln, halten, handeln macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der 158 Wandel trag sich tot, wir reisen abge⸗ schieden, mit wenigem zufrieden; wir brauchens nur zur Not. 5. Schmückt euer Herz aufs beste, sonst weder Leib noch Haus, wir sind hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach; ein Pilger muß sich schicken, sich dulden und sich bücken den kurzen Pilgertag. 6. Ist gleich der Weg sehr enge, so einsam, krumm und schlecht, der Dornen in der Menge und manches Kreuze trägt; es ist doch nur ein Weg; laß sein, wir gehen weiter, wir folgen unserm Leiter und brechen durchs Geheg. 7. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Vater gehet mit; er selbst will bei uns stehen bei jedem sauren Tritt. Er will uns machen Mut, mit süßen Sonnenblicken uns locken und erquicken, ach ja, wir habens gut. 8. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu; man trag, man helfe allen, man pflanze Lieb und Ruh. Kommt, schließt euch fester an; ein jeder sei der Kleinste, doch wohl auch gern der Reinste auf unsrer Liebesbahn. 9. Kommt, laßt uns munter wandern, der Weg kürzt immer ab; ein Tag, der folgt dem andern, bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Mut, nur noch ein im Licht. wenig treuer, von allen Dingen freier gewandt zum ewgen Gut. 10. Es wird nicht lang mehr währen, halt noch ein wenig aus; es wird nicht lang mehr währen, dann kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen, wie wohl, wie wohl wirds thun! 11. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl wagenswert, und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein, wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewig⸗ keiten, es soll nur Jesus sein. G. Tersteegen, 1697- 1769. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 252 Kommt, laßt euch den Herren lehren, kommt und lernet allzumal, welche die sind, die gehören in der rechten Christen Zahl: die bekennen mit dem Mund,‚ glauben auch von Herzensgrund und bemühen sich daneben Guts zuthun, so lang sie leben. 2. Selig sind, die Demut haben und sind allzeit arm im Geist, rühmen sich gar keiner Gaben, daß Gott werd allein gepreist, danken dem auch für und für; denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird dort zu Ehren setzen, die sich selbst gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Leide tragen, da sich göttlich Trauern findt, die lagen ihr Zünd; die chn otvo stehn: dies Erden und werden. 4. Selig Hetzen, d shüren kann Totz vers gerne jede juchen eign. Gott die E Herr so sck das Land 5. Seli streben na Neu, daf und Leben Unrecht sei Ind recht stomm un g und Wird Gott 6. Sel Harmen si Mit, sin Umen, b Hott; die! auch won werden 5 Fit, die Ocärder Heligkei sfällt N Dingen gen Gut. cht lang noch ein icht lang kommen Da wird benn wir daheim wie wohl, nl sen wits ist wohl gründlich aufhält t, du bist chn durch die Evig⸗ esus sein. 597—1769. meine Seele laßt euch pen lehren, allzumal, e gehören ten Zahl: m Mund, zensgrund daneben sie leben ie Demut Heit arm sch gu Hott werd nlen dem denn das Gott witd U, die si ützen. De Leide h aem Wandel im Licht. findt, die beseufzen und be⸗ klagen ihr und andrer Leute Süund; die deshalben traurig gehn, oft vor Gott mit Thränen stehn: diese sollen noch auf Erden und dann dort getröstet werden. ö 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanftmut spüren kann, welche Hohn und Trotz verschmerzen, weichen gerne jedermann; die nicht suchen eigne Rach und befehlen Gott die Sach; diese will der doch Herr so schützen, daß sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu, daß an ihrem Thun und Leben kein Gewalt noch Unrecht sei; die da lieben gleich und recht, sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, Be⸗ trug und Unrecht hassen, die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Er⸗ barmen sich annehmen fremder Not, sind mitleidig mit den Armen, bitten für sie Gott; die behilflich sind mit Rat, auch womöglich mit der That, werden wieder Hilf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden reines Herzens jeder⸗ zeit, die in Werk, Wort und Gebärden lieben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht Fällt die unreine Lust der Welt, sondern sie mit Ernst vermeiden, werden schauen Gott mit Freuden. 159 8. Selig sind, die Frieden machen und drauf sehn ohn Unterlaß, daß man mög in allen Sachen fliehen Hader, Streit und Haß; die da stiften Fried und Ruh, raten aller⸗ seits dazu, sich auch Friedens selbst befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, da sie es nicht verschulden und gerecht befunden sein; ob des Kreuzes gleich ist viel, setzet Gott doch Maß und Ziel, und hernach wird ers belohnen ewig mit der Ehrenkronen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher Seligkeiten doch aus Gnaden fähig werd. Gib, daß ich mich acht gering, meine Klag oft vor dich bring, Sanftmut auch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets liebe, 11. Daß ich Armen helf und diene, immer hab ein reines Herz, die in Unfried stehn, versühne, dir anhang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rechter Werke. Unbekannt, 1680. Mel.: Sollt ich meinem Gott nicht singen. 253* Lasset uns mit Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der 160 Welt der Welt entfliehen, auf der Bahn, die er uns brach, immer fort zum Himmel reisen, irdisch noch, schon himmlisch sein, glauben recht und leben rein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir; geh voran, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden leich. Nach dem Leide folgen Fudeh, Armut hier macht dorten reich, Thränensaat die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld; es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, dort teil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben! Sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, von der ewig— lichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wieder⸗ geben; Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir; ach, erkenn uns für und für, trauter Freund, für deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. Sigism. v. Birken, 1626—-1681. Wandel im Licht. Mel.: Straf mich nicht in deinem Zorn. ache dich, mein 254. M Geist, bereit, wache, 100 und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe, denn es folget sonst darauf eine lange Strafe; und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten; wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnaden⸗ gaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf mag finden, weils ihm sonst ein leichtes ist, dich zu überwinden; und Gott gibt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt be⸗ zwinge, oder wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe. Wach und sieh, es fehlt nie hier an falschen Brüdern unter Christi Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Atsied und Herze, damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete nitten in d der Herre dm allen rückt und schlafrig b Wek nicht 8. Ja, wenn er u vellanget u wit wollen ihn unsern Hleisch un überwinden 9. Doch Ins schon wenn wir Sohn im denn er siner Gur Wir glaub 10. Dr immerdarr well die Gfahr in denn die u uns Ind die L WMh. Lurth E 35). ih uise n Agründet Uenen Man sand Vterlan nicht in N. dich, mein eist, bereit, te, daß dich unverhofft ist Satans ommen zur n. xcst recht auf chlafe, denn uf eine lange ot samt dem in Sünden sonst kann rerleuchten dein Lichtdit denn Gott ner Gnaden⸗ haben. dich Satans chlaf, mag sonst ein Überwinden; die er liebt, afen, wen dich nicht Gewalt be⸗ un sie si sich bringe. s schlt ni rüdern unter Wandel im Licht. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen, denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er verlanget unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir glaubend bitten. 10. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burkh. Freystein, 1671-1720. Eigene Melodie. 255 Mein Leben ist ein Pilgrimstand; ich reise nach dem Vaterland,⸗ nach dem Jerusalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt auf Bundesblut gegründet hat; da werd ich meinen Gott stets loben. Mein Leben ist ein Pilgrim⸗ stand, ich reise nach dem Vaterland. 161 2. So schnell ich Land und Sand verlaß, läuft meines Lebens Stunden-Glas, und was vorbei ist, kommt nicht wieder; ich eile zu der Ewigkeit. Herr Jesu, mach mich nur bereit, eröffne meine Augenlider, daß ich, was zeitlich ist, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Kein Reisen ist ohn Ungemach; der Lebensweg hat auch sein Ach! Man wandelt nicht auf weichen Rosen; der Steg ist eag der Feinde viel, die mich abreißen von dem Ziel; ich muß mich oft in Dornen foßen ich muß durch dürre Wüsten gehn und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, der Sonne, die ihr Gnadenlicht in unverfälschte Herzen strahlet; Wind, Regen stürmen auf mich zu, mein matter Geist findt nirgends Ruh; doch alle Müh ist I e bezahlet, wenn ich das güldne Himmelsthor mir stell in Glaub und Hoffnung vor. 5. Israels Hüter, Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch hast angenommen, zeig mir im Worte deine Tritt, laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleucht; ach, eile du und fleug mit Gnad und Hilf herzu. 6. Durch deinen Geist mich heilig leit, gib in Geduld 11 162 Wandel Beständigkeit, vor Straucheln meinen Fuß beschütze. Ich falle stündlich, hilf mir auf, zeuch mich, damit ich dir nachlauf, sei mir ein Schirm in Trübsalshitze. Laß deinen süßen Gnadenschein in Finster⸗ nis nie ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, vor Durst nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal finden; und wenn ich schließ die Augen zu, so bring mich zu der stolzen Ruh, da Streit und alle Müh verschwinden; laß mich da sein in Abrams Schoß dein Liebling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem Pilger⸗ land der blinden Welt gleich unbekannt, dort sind die Freunde, die mich kennen, dort werd ich mit der Himmels⸗ schar dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, o bleib nicht lang, hier in der Wüste wird mir bang. Friedr. Ad. Lampe, 1683—1729. deiner Güt. c0, sprich * ir nach, spricht 256. M Christus unser Held, mir nach, ihr Christen alle, verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach. 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem im Licht. Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütigkeit, voll Liebe mein Gemüte; mein Mund der fleußt zu jeder Zeit von Sanftmut und von Güte; mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden und euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich brech die Vahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich ver⸗ lieren; wer sie hier zu ver⸗ lieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit unserm Kreuz nachgehen und wohlgemut, ge⸗ trost und gern in allen Leiden stehen; wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler(Angel.), 1624—-1677. Ei D oder: 257. der du in hei dem S Schande lo mel ist. ü lichte widei bis uns d führet aus 2. Its Wille, da Verk, hie Hille aller Stärk, daf alierest,! hat, unde sihrest zu 0. Ad olenden, anders u deinen st auf u wohl vor Hangen! Rreuzes R. acht und 4 Sch setten, da kulzen, Im Erlös Nem Dien U roch Racht de auf etwae zu mir mir, darf schweben; ich weise wahrhaftiz ist voll Liebe mein dderfleußt Sanftmut nein Geist Sinn ist ut auf ihn. das, was liehen und Herz von zen und zu der Seelen d führ euch rt. zu schwer steh euch an mpfe selbst, „ bin alles Ein böser stehn, wenn icht angehn. el zu finden n mich ver jer zu vel⸗ sie in Gott t sein Kreuz nir, ist men ener Zier 5 denn dem mserm Kreuß hlgenutt,B allen Ledden t gelimpf, n des ewgen N. 941⁵7⁷j „1624 Wandel im Licht. Eigne Melodie, oder: O du Liebe meiner Liebe. 257.* O Durchbrecher aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Lust und Him⸗ W ist: übe ferner dein Ge⸗ richte wider unsern Adamssinn, bis uns dein so treu Gesichte führet aus dem Kerker hin. 2. Ists doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es von dem Treiben führest zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht, ob wir wohl vor allen Leuten als Wendes sind geacht, weil des Kreuzes Niedrigkeiten uns ver⸗ acht und schnöd gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, ringen, schreien, beten um Erlösung von Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so harte drückt, un⸗ geacht der Geist in Zeiten sich auf etwas Bessres schickt. 5. Ach, erheb die matten Kräfte, sich einmal zu reißen los und durch alle Weltgeschäfte durchgebrochen stehen bloß. Weg mit Menschenfurcht und Zagen, weich, Vernunftbedenk⸗ 163 lichkeit, fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, weg des Fleisches Zärtlichkeit. 6. Herr, zermalme, brich, zerstöre diese Macht der Finster⸗ nis, denn der preist nicht deine Ehre, den sie fort zum Tode riß. Heb uns aus dem Staub der Sünden, wirf die Schlangen⸗ brut hinaus, laß uns wahre Freiheit finden in des ewgen Vaters Haus. 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit, wie dus nötig findst, so thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 8.Herrscher, herrsche, Sieger, siege, König, brauch dein Re⸗ giment; führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End; laß doch aus der Grub die Seelen durch des neuen Bundes Blut; laß uns länger nicht so quälen, denn du meinsts mit uns ja gut. 9. Haben wir uns selbst efangen in Lust und Gefällig⸗ eit, ach, so laß uns nicht stets hangen in dem Tod der Eitel⸗ keit; denn die Last treibt uns zu rufen, alle schreien wir dich an; zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Frei⸗ heitsbahn. ö 10. Ach, wie teur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein. Drum, so wahr⸗ du bist gestorben, mußt du 11⁷ 164 Wandel im Licht. uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen nach dem besten Bild gebildt; der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll sich füllt. 11. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben, führ ins Paradies uns ein. Doch wohlan, du wirst nicht säumen, wo wir nur nicht lässig sein; werden wir doch als wie träumen, wann die Freiheit bricht herein. Gottfr. Arnold, 1666—1714. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 258. O großer Gott, du reines Wesen, der du die reinen Herzen dir zur steten Wohnung auser⸗ lesen, ach schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das von der argen Welt sich rein und unbefleckt erhält. 2. Vor allem mache mein Gemüte durch ungefärbte Buße rein, und laß es, Herr, durch deine Güte in Christi Blut gewaschen sein; dann mache mich zur Reinigkeit des Lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich nach deinem Geiste, der mein getreuer Bei⸗ stand sei und mir erwünschte Hilfe leiste. Gott, stehe mir aus Gnaden bei und gib mir einen solchen Geist, der neu, gewiß und willig heißt. 4. Doch weil ich meine Schwachheit merke, mein Vater, so verwirf mich nicht und stoß mich wegen meiner Werke ja nicht von deinem Angesicht. Laß mich hier in der Gnade stehn und dort in deinen Himmel gehn. 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, ja nun und nimmermehr von mir, und leite mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für. Auch führe du mich durch die Zeit hin zu der reinen Ewigkeit. Joh. Olearius, 1611-1684. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet, oder: Wie groß ist des Allmächtgen Güte. 259. O seig Stand, o elig Leben, das aus der wahren Einfalt quillt, wenn sich ein Herz Gott so ergeben, daß Christi Sinn es ganz erfüllt, wenn sich der Geist nach Christi Bilde in Licht und Recht hat aufgericht und unter solchem klaren Schilde durch alle falsche Höhen bricht! 2. Was andern schön und lieblich scheinet, ist solchem Herzen Kinderspiel; was mancher für unschuldig meinet, ist solchem Herzen schon zu viel. Warum? es gilt der Welt absagen, hier heißts: Rührt kein Unreines an! das Kleinod läßt sich nicht erjagen, es sei denn alles abgethan. 3. Die Einfalt weiß von keiner Zierde, als die im Blute Christi liegt; die reine himm⸗ lsche Begi heit schon künen Oottes N. Me könnt Vinde de genommen 4. Vor allen Pla sih selbst damit sich Heget, be Mo; ist Dahu träg uter He O 5. O Hetz zu Christi Ei hin, ihr th harrt nur herücktl Lumpen Schein t ucht doe die Seele das Ihre 6. Ac Herzen U0. linfalt e nit taus Vet 0 Echeinl Hi und uht me— ar der Schmuck Hle Kre Id Ioh. J V t und stoß Verke ja Angesicht. der Gnade in deinen Geist, den nun und , und leite iehe, durch und füt. durch die uEwigkett 1611—1684. ird durchs Bie groß ist Güte. Stand, o Leben, das alt quillt, 3 Gott so 1 Sinn es n sich der Bilde in t aufgericht em llaren lle fabsch Wandel im Licht. lische Begierde hat solche Thor⸗ heit schon besiegt; an einem reinen Gotteskinde glänzt Gottes Name schön und rein; wie könnt es denn vom eitlen Winde der Welt noch ein⸗ genommen sein? 4. Von Sorgen, Not und allen Plagen, damit die Welt sich selbst anficht, vom Neid, damit sich andre tragen, weiß Christi Sinn und Einfalt nicht; den Schatz, den sie im Herzen heget, behält sie wider allen Neid; ist jemand, der Lust dazu träget, das macht ihr lauter Herzensfreud. 5. O schönes Bild, ein Herz zu schauen, das sich mit Christi Einfalt schmückt! Geht hin, ihr thörichten Jungfrauen, harrt nur, bis euch die Nacht berückt! Ihr laßt das Ol den Lampen fehlen, ein falscher Schein trügt euren Sinn; sucht doch was Bessres für die Seelen, und gebt der Welt das Ihre hin! 6. Ach Jesu, drücke meinem Herzen den Sinn der lautern Einfalt ein; reiß aus, obschon mit tausend Schmerzen, der Welt ihr Wesen, Tand und Schein! Der alten Schlange Bild und Zeichen trag ich nicht mehr, drum laß mich nur der Einfalt Zier und Schmuck erreichen: das ist die neue Kreatur. Joh. Jos. Winckler, 1670—1722. 16⁵5 Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. 260. O Vaterherz, o Licht, o Leben, o treuer Hirt, Immanuel, dir bin ich einmal übergeben, dir, dir gehöret Leib und Seel. Ich will mich nicht mehr selber führen, der Vater soll das Kind regieren, so geh nun mit mir aus und ein, und leite mich auf allen Tritten; ich geh(ach hör, o Herr, mein Bitten) für mich nicht einer Schritt allein. 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? Ich weiß mir gar in keinem Rat; drum sei in groß und kleinen Dingen mir immer selber Rat und That. Du willst dich meiner gar nicht schämen, ich mag dich ja zu allem nehmen, du willst mir selber alles sein; so sollst du denn in allen Sachen den Anfang und das Ende machen, dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du leitest nich ich kann nicht gleiten. Dein Wort muß ewig feste stehn; du sprichst, dein Auge soll mich leiten, dein Angesicht soll vor mir gehn, ja deine Güt und dein Erbarmen soll mich umfangen und umarmen. O, daß ich nur recht kindlich sei, bei allem gläubig zu dir flehe und stets auf deinen Wink nur sehe, so spür ich täglich neue Treu. 4. O, daß ich auch im Kleinsten merke auf deine Weisheit, Güt 166 und Treu, damit ich mich im Glauben stärke, dich lieb und lob und ruhig sei und deine Weisheit lasse walten, stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten; denn lauf ich vor, so lauf ich an. Drum mach im Besten mich gelassen, nichts ohne dich mir anzumaßen; was du mir thust, ist wohl⸗ gethan. 5. Ach, mach einmal mich treu und stille, daß ich dir immer folgen kann. Nur dein, nur dein vollkommner Wille sei für mich Schranke, Lauf und Bahn. Laß mich nichts mehr für mich verlangen, ja, laß mir nichts am Herzen als deines großen Namens Ruhm; der sei allein mein Ziel auf Erden; ach laß mirs nie verrücket werden, denn ich bin ja dein Eigentum. 6. Ich sehne mich, nur dir zu leben, der du mein Herr und Bräutgam bist. Was dir sich nicht will ganz ergeben und was nicht deines Willens ist, das strafe bald in dem Gewissen; laß Blut und Wasser auf mich fließen und tilge, was icht lauter heißt. Laß nur dein Lob zur Lust mir werden und dann das Heil der armen Herden nach einer reinen Lieb im Geist. 7. So lob und lieb ich in der Stille und ruh als Kind in deinem Schoß. Das Schäf⸗ lein trinkt aus deiner Fülle, die Braut ist aller Sorgen Wandel im Licht. bloß; sie sorget nur allein, in allem dir, ihrem Bräutgam, zu gefallen, sie schmückt und hält sich dir bereit. Ach, zeuch mich, zeuch mich weit von . was du nicht bist, aß ganz zerrinnen, o reiner Glanz der Ewigkeit. Karl Heinrich v. Bogatzky, 1690—-1774. Eigene Melodie. 261* Ringe recht, wenn Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist 2 recht ent⸗ lade von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an, laß dich keine Zeit gereuen, wärs auch Tag und Nacht gethan. 6. Hast du dann die Perl errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse hast be⸗ zwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. 7. Nimt hener Seel Ittern wa Lebeshöhl in Gefahr. . Halt scte, halte hast. Reck hste, Rück 9. Laß gaffen nad eit; bleib in Waffen Sicherheit. 10. La den Wille Zigel ni Begierden das Gnad II. W der Sünd stindig Ri leinem W. Kampf de 12. V Wegestel weiß von hilt sich 13. V den Ge memals; voh in Wandel im Licht. 167 allein, in 7. Nimm mit Furcht ja 16. Liegt nicht alle Welt Bräutgam, deiner Seele, deines Heils mit im Bösen? steht nicht Sodom mückt und Ach, zeuch weit von nicht bist „ o reiner 1690—1774. die. recht, wenn ttes Gnade nd bekehrt, echt ent⸗ st, die ihn die Pfort Lebensweg Keibt alles nicht zielt aufs Blut inein in der Satan wedet matt amit feurig eit gereuen, Zittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du hast. Recht beharren ist das beste, Rückfall ist ein böser Gast. 9. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnöden Eitel⸗ keit; bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe Träg⸗ und Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, gib der Lust den Zügel nicht; willst du die Begierden stillen, so verlischt das Gnadenlicht. 11. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab be— ständig Krieg, richtet sich nach teinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 12. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherztaufihrerHut, weiß von keiner Wollustpflege, hält sich selber nichts zu gut. 13. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schatz doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 14. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, streitet recht und fürchtet euch; geht 12 alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. 15. Denkt bei jedem Augen⸗ blicke, obs vielleicht der letzte sei; bringt die Lampen ins Ge⸗ schicke, holt stets neues Ol herbei. in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? eilen, eilen ist hier gut. 17. Eile, wo du dich erretten und nicht mitverderben willt: mach dich los von allen Ketten, flieh als ein gejagtes Wild. 18. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring ins stille Zoar ein; eile, daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein. 19. Laß dir nichts am Herzen kleben, fleuch vor dem verborgnen Bann, such in Gott geheim zu leben, daß dich nichts beflecken kann. 20. Eile, zähle Tag und Stunden, bis dein Bräutgam kommt und winkt, und wenn du nun überwunden, dich zum Schauen Gottes bringt. 21. Eile, lauf ihm doch entgegen, sprich:„Mein Licht, ich bin bereit, nun mein Hüttlein aHhuleen mich dürst nach der Ewigkeit.“ J. J. Winckler, 1670—1799½ Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. * üstet euch, ihr 262. R Christenleute, die Feinde suchen euch zur Beute, ja Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell? 168 Hier ist Immanuel! Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten; besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigen⸗ schaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel; da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit; so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wenig Jahre, eh ihr kommt auf die Totenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken und Christus wird die Welt er— schrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gottlob, wir sind versöhnt. Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mache die zu UÜber⸗ windern, die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut. Geuß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen; so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. W. E. Arends, 1 1721. Wandel im Licht. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 263* Schaffet, schaffet, 2 Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit; bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich, und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög geschehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und des⸗ selben Neigung gehen, sondern was Gott will und thut, das muß einzig und allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag Fleisch und Blut in allem übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ja, daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet; selig, wer im Kampf besteht und die Sünden in sich dämpfet; selig, wer die Welt verschmäht; unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treu⸗ lich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit mals 1 Siegen un be 6. listig u ine thun u Geist Uc, b geht er daß m Herzen Gott hannen zur Hö det de dem e und 0 laß ihn un in euc darnie Hleg. Füße senkt o meine Seele. jet, schaffet, euschenkinder, gleit; bauet Zünder, nur eit, sondern ringet nach und bemühet ie ihr möget dieses mög r nicht nach t und des⸗ hen, sondern id thut, das allein eures ur sein, es d lut in vohl gefallen. Ursach zu euch noch ihr Flish nennen, daß deckt, und denkraft nur ö schafft,. Gnade Seelenschade im Glauben er im Kampf Sünden m wer die Unter Christ et man Iage den Wandel im Licht. Streit und Krieg folget nie⸗ mals rechter Sieg; wahren Siegern wird die Krone nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen hat bei Christen keine statt; fleischlich reden, thun und lachen schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach, bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle thun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, denn er kann mit Leib und Seel uns zur Hölle niederschlagen; er ist, der des Geistes Ol und, nach dem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen gibt. O, so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt die Sündenglieder, welche Adam in euch regt, in den Kreuzestod darnieder, bis ihm seine Macht elegt. Hauet Händ und Füße ab, was euch ärgert, senkt ins Grab und denkt immer an die Worte:„Dringet durch die enge Pforte!“ 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland,‚ geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht! Gib mir deines Geistes Waffen, meine Selig— keit zu schaffen. 169 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen so den Glaubenskampf ausführ. Er, er gebe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. C. Andr. Gotter, 1661- 1785. Mel.: Jesus meine Zuversicht. * eele, was er⸗ 264. S müdst du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen; richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum ꝛe. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil zum Lebensquell hinzu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum ꝛc. 4. Fliehe die unselge Pein,, so das finstre Reich gebieret, laß nur den dein Labsal sein, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum ꝛc. 5. Geheinfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel ver⸗ rücken, Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum ꝛc 170 6. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen heget, als dem Höchsten wohlgefällt und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum ꝛc. 7. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren, bist erlöst durch Christi Tod und zu seinem Reich erkoren. Suche Jesum ꝛc. 8. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmels⸗ Erderr laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir ent⸗ fernet stehen. Suche Jesum ꝛc. 9. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum ꝛc. 10. Laß dir seine Maje⸗ stät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum ꝛc. 11. Sei im übrigen ganz still, du wirst 0 um Vicl elangen; glaube, daß sein Reebeswill stillen werde dein Verlangen; drum such Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jak. Gabr. Wolf, 1684- 1754. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 265 Sei getreu bis an — das Ende, daure 96 l aus den Streit, leidest du gleich harte Stände, end⸗ lich ist der Sieg bereit. Agt das Leiden dieser Zeit ist Wandel im Licht. nicht wert der Herrlichkeit. die dein Jesus dir will geben dort in jenem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Glauben! Lasse dir den festen Grund niemals aus dem Herzen rauben, halte den Gewissensbund, der geschlossen in der Tauf, sag ihn Gott nicht wieder auf. Der ist gott⸗ los und verloren, wer ihm treulos hat geschworen. 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt! An dem Nächsten Gutes übe, ob er dich gleich hat betrübt. Denke, wie dein Heiland that, als er sür die Feinde bat; so mußt du ver⸗ 50 b. eben, soll Gott anders ir vergeben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Un⸗ gemach von der Liebe Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach. Hilft denn was die Ungeduld? Ach, sie häufet nur die Schuld! Der trägt leichter, der das träget mit Geduld, was Gott aufleget. 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Hu Gott gleich nicht, wie du willt: er hat bald ein Mittel troffen, daß dein Wünschen wird erfüllt. Denke, wie er manche Zeit dir zu helfen war bereit, ob⸗ schon du dein Ohr verstopfet, wenn er bei dir angeklopfet. 6. Drum getreu, getreu aushalten mußt du deinem lieben Gott, ihn mußt du sut lasse nicht Wi Rufe nur Sein Her; dit; Tfe Handen, K u schand Benj. Ml.: Me bö. Ind haß der treib lit Spo Darnieder Ind will, lebe gle 2. WG ind Her Hlider, Mahsten Herklichkeit, will geben Udenleben. in deinem dir den mals aus halte den geschlossen ihn Gott et ist gott⸗ wer ihm oren. in deiner t, der dich Nöchsten dich gleich se, wie dein er für die Ißt du ver⸗ hott anders in deinem h ken Un⸗ Liebe Jesu t in Veh nn was die sie häufet Der trägt träget mit hereit, ob⸗ verstopfe ngellopfet „Hm du deinem mußt du Liebe zu Jesu. nur lassen walten, wenn du nicht willst haben Spott. Rufe nur, er ist schon hier, sein Herz bricht ihm gegen dir; rufe nur, Gott ist vor⸗ handen, Hoffnung machet nicht zu schanden. Benj. Prätorius, nach 1668. Mel.: Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 266. So jemand spricht: Ich liebe Gott! und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahr— heit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder, drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Velt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind wie ich. 3. Ein Heil ist unser aller Gut; ich sollte Brüder hassen, 171 die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen, dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und Gott in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Ge⸗ richt wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Chr. Fürchtg. Gellert, 1715—1769. 2. Tiebe zu Zesu. Mel.: Nun bitten wir den heiligen Geist. 267 Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein, und dein Gnaden⸗ anblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröh⸗ lich und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freund⸗ liches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht, aber unsre Seele kanns schon ge⸗ wahren, du kannst dich fühlbar gnug offenbaren auch ungesehn. 3. O, wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu ge⸗ nießen recht wär bedacht, der 172 hätt ohn Ende von Glück zu sagen, und Leib und Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, ge⸗ duldig sein, uns täglich reich⸗ lich die Schuld verzeihn, heilen, stilln und trösten, erfreun und segnen und unsrer Seele als Freund begegnen ist deine Lust. 5. Ach, gib an deinem kost⸗ baren Heil uns alle Tage vollkommnern Teil, und laß unsre Seele sich immer schicken, aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner blutigen Todsgestalt; ja, die laß uns immer vor Augen schweben und dein wahrhaftiges Inunsleben zu sehen sein. 7. Ein herzlich Wesen und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Blut⸗ besprengung aus deinen Wun⸗ den erhalt uns solche zu allen Stunden bei Freud und Leid. 8. So werden wir bis in Himmel hinein mit dir ver⸗ gnügt wie die Kindlein sein; muß man gleich die Wangen noch manchmal netzen, wenn sich das Herz nur an dir stets letzen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenken beschämt dastehen, und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor, 1728— 1801. Liebe zu Jesu. Mel.: O, daß ich tausend Zungen hätte. 268 Ach, sagt mir nicht 7 von Gold und Schätzen, von Pracht und Schönheit dieser Welt; es kann mich ja kein Ding er⸗ getzen, was mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine reude, mein Gold, mein chatz, mein schönstes Bild, an dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe ꝛe. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, des Fleisches Schönheit dauert nicht; die Zeit kann alles das verwüsten, was Menschenhände zugericht. Ein jeder liebe ꝛc. 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, sein Reich vergeht nicht mit der Zeit; sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe ꝛc. 5. Sein Reichtum ist nicht 50 ergründen, sein allerschönstes Angesicht und was von Schmuck um ihn zu finden, verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe ꝛc. 6. Er kann mich über alls erheben und seiner Klarheit machen gleich; er kann mir so viel Schätze geben, daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe ꝛc. 7. Und nuß entb Walldre m Mirs d im Reiche Dum thu Will, und iin Ziel Ph. Scheffl Ml Mach 269. Vort, seh HNs ist d Ml die Y stein teu Mhs ist 2. Mei Muanken Shaden; Ichermann lden. D 9. Mei Mlt er s holt zu uns Das ist e Lob Sohn, Aeragen, Mhadenth Henn WI u teuer 5. Ach e Gra haknne,d. uh und Mbe wert Wüer S Hent. Isend Zungen t mir nicht Gold und racht und Welt; es u Ding er⸗ ie Welt vor jeder liebe, liebe Jesum, seine meine Bold, mein jnstes Bild, Augen weide mein Herze liebe:.. vergeht mit s Fleisches nicht; die 3 verwüsten, de zugericht kann keine sein Reich t der Zeit; t stets in on nun an Cin jeder um ist nihh Hlerschönstes von Schmuc „ vetbleiche . En jeder ich übet alls ner Kaarheit „ kann mir ben, daß ic riich. En Liebe zu Jesu. 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, so lang ich wandre in der Zeit, so wird er mirs doch wohl gewähren im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum thu ich billig, was ich will, und liebe Jesum, der mein Ziel. Joh. Scheffler(Angel.), 1624—-1677. Mel.: Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 269 Das ist ein teuer 5 wertes Wort, ein Wort, sehr lieb zu hören, daß Jesus ist der Sünder Hort und will die Armen lehren. Das ist ein teuer wertes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 2. Mein Jesus nimmt die Kranken an, er heilet allen Schaden; er ist ein Gast bei jedermann, der ihn zu sich ge— laden. Das ist ein teuer ꝛc. 3. Mein Jesus ist ein treuer Hirt, er suchet, was verloren, er holt zurücke, was verführt, ist uns zum Heil geboren. Das ist ein teuer ꝛe. 4. Lob sei dir, Jesu, Gottes Sohn, du hast die Schuld getragen, du Osterlamm, du Gnadenthron, du Freistatt, wenn wir zagen! Das ist ein teuer ꝛc. 5. Ach, gib mir, daß ich diese Gnad und meine Schuld erkenne, daß ich, dein Schäflein, früh und spat nach dir vor Liebe brenne, erfüll an mir das ét, daß J en Tess nur wünschen kann. ist der Sünder Hort. Heinr. Georg Neuß, 1654—1716. 173 Mel: Dennoch bleib ich stets an dir. 270 Hebe deine Lust am Herrn, bei dem Herrn ist Freud und Leben, und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich ver⸗ kehret! Glaube, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man Gott im Worte kennet; Lust an Gott stärkt uns zur Pflicht, wenn man in der Liebe brennet. Solche Lust beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdrossen zu erfüllen, und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last, trag geduldig die Beschwerden; wenn du wohl gelitten hast, wird dir ewge Trende werden, und du triffst im Himmel an, was dein Herz Casseler Gesangbuch v. 1770. 174 Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 271 eiland, deine 2 Menschenliebe war die Quelle aller Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwachheit überdecket, dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. O, der ungemeinen Triebe deiner, treuen Menschenliebe! 2. Über seine Feinde weinen, jedermann mit Hilf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich er— barmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, sterben für die ärgsten Sünder, das ist Lieb, o Menschenkinder! 3. O, du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf und Heil genommen, der ge— beugt zu dir gekommen? O, wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! O, wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu er⸗ quicken, zu den Kleinen sich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu be— kehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich liebreich zu sich locken, war mit Schwächung deiner Kräfte dein gewöhnliches Geschäfte. 5. O, wie hoch stieg dein Erbarmen, da du für die ärmsten Armen dein unschätzbar teures Leben in den ärgsten Tod gegeben, da du in der Liebe zu Jesu. Sünder Orden aller Schmerzen Ziel geworden und, den Segen zu erwerben, als ein Fluch hast wollen sterben! 6. Deine Lieb hat dich ge⸗ trieben, Sanftmut und Geduld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Schlagen andrer Schmach und Last zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schar zu beten und die Mörder zu vertreten. 7. Demut war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und Krone; diese machte dich zum Knechte einem sündlichen Geschlechte, diese war, gleich wie die Tauben, ohne Falsch, voll Treu und Glauben, mit Gerechtigkeit gepaaret, durch Vorsichtigkeit bewahret. 8. Komm, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken, du hast das Ge⸗ setz erfüllet und desselben Fluch gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen. Heilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe. J. J. Rambach, 1693—-1785. Mel.: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 272 err Jesu Christ, 2 mein höchstes Gut, mein Seelenschatz, mein Herzensmut und aller Sinnen Freude! Ich bleibe dennoch stets an dir, so ist auch nichts, das dich von mir und unsre HAbe sche een We Hheimeiner und führst Hilest mei denem R Jschlosse Segen b Heiter ch denne du Aust Mah har Nahn ni it Ehre denem T der Gere Christ, a voll Beg heute no 3. M Rͤicht; sug ich und nac der Himr kine Iu dinmehd niht ech Rocht ic e; de m wie Iu Ch du das mi— +u 0 Seem Schmerzen den Segen n Fluch at dich ge⸗ und Geduld en, Drohen, chmach und freundlich e Lästerung der Feinde die Mörder i Spott und be Schmuc machte dich — sündlichen war, gleich hne Falsch lauben, mit aret, durch ahret. deine Liebe nden Meng ast das Ge⸗ selben Fluch wider dessen iebe Schild lge meines ulbe sie mit 1593—1185. Liebe zu Jesu. Liebe scheide; du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierst und führst den Lebenslauf und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, du bist mein Licht, du bist mein Licht, ich folge dir, so irr ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem Rat, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet; gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Christ, ach voll Begier, ach voll Begier wünscht ich mich heute noch bei dir. 3. Mein alles ist auf dich gericht; hab ich nur dich, so Rng ich nicht nach Himmel und nach Erden; denn wär der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht ich auch nicht auf Erden sein; denn auch die ganze weite Welt hat nichts, das mir wie du gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, was mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Not, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib verschmachten: 17⁵5 dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar als wie die Hölle wär, mein Glaube doch nichts achten. Du bist und bleibest doch mein Heil und meines Herzens Trost und Teil, so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu Christ, ich hoffe fest, ich hoffe fest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht und auf der Welt dir nicht beständig Glauben hält, muß freilich wohl verderben und kann, weil er die Lust und Pracht des Fleisches hier zum Himmel macht, den Himmel dort nicht erben. Wer dir nicht folgt und ärgerlich in Sünden lebet wider dich und denket auch der Buße nicht, den bringst du um durch dein Gericht; Herr Jesu Christ, du bist dabei, du bist dabei dem, der dir treu ist, ewig treu. 6. Drum halt ich mich getrost zu dir, du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, in Freud und auch im Leide: dein Thun soll alles und allein im Herzen mir und Munde sein, bis ich dich kann mit Augen sehn; ach, möchte solches bald geschehn. Herr Jesu Christ, ich warte drauf, ich warte drauf, komm, komm, mein Heiland, nimm mich auf! Erdm. Neumeister, 1671—1756. 176 Eigene Melodie. 273* Herdich lieb hab * ich dich, o Herr; ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Güt und Gnaden: die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Himm'l und Erde frag ich nicht, wenn ich dich nur kann haben; und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist du doch mein Zuversicht, mein Teil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmer⸗ mehr! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nutz und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr; in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot. 3. Ach Herr, laß dein lieb Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in seim Schlafkämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Pein alet bis am jüngsten Tage: alsdann vom Tod er⸗ Liebe zu Jesu. wecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, er⸗ höre mich, ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling, 1532-1608. Eigene Melodie. * Icch will dich 274. V lieben, meine Stärke, ich will dich lieben, meine Zier, ich will dich lieben mit dem Werke und immer⸗ währender Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen aller⸗ besten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint. Ich will dich lieben, Gottes Lamm, als meinen Bräutigam. 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh; es ist mir leid und bin betrübt, daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich ge⸗ schehn, daß ich dich hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke Rr, du! uu nichf ich dahb Mund. gaund. 6. Er Stegen nehr irr Juß in stlauchelr Aleucht Hanz, du 7„ . 80 Reine K lichen, n ich lieb in der willdich bis mir Vh. Sche Ml.: All Dder. J& 275. guter ur mich a Eerden, Otimme us Lie Shhfe Rabt es nich wi 2. He I ein lch une in Challe l dir vemn 0 rust me ne Augen Freud, o n Heiland on! Herr mich, er⸗ ich preisen 1532—1608. ie. will dich en, meine iich lieben, dich lieben nd immer⸗ ich will stes Licht, bricht. Rlieben, o inen aller⸗ x will dich „ so lange bescheint. en, Gottes Bräutigam. h dich so Hochglobte Ddich nicht du höchstes uh; es ist etrübt, daß Liebe zu Jesu. 177 dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleucht mir Leib und Seele ganz, du starker Himmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott, ich will dich lieben ohne Logn auch in der allergrößten Not, ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht Joh. Scheffler(Angel.), 1624-1677. Mel.: Alle Menschen müssen sterben, oder: Jesu, meines Lebens Leben. 275. J*n frommer guter und getreuer Hirt, laß mich auch dein Schäflein werden, das dein Stab und Stimme führt. Ach, du hast aus Lieb dein Leben für die Schafe hingegeben, und du gabst es auch für mich, laß mich wieder lieben dich. 2. Herden ihre Hirten lieben, und ein Hirt liebt seine Herd; laß uns auch so Liebe üben, du im Himmel, ich auf Erd. Schallet deine Lieb hernieder, soll dir meine schallen wieder, wenn du rufst: Ich liebe dich! ruft mein Herz: Dich liebe ich! Menschenherden- 3. Schafe ihren Hirten kennen, dem sie auch sind wohlbekannt; laß mich auch für dich entbrennen, wie du bist für mich entbrannt. Als des Höllenwolfes Rachen eine Beut aus mir wollt machen, riefest du: Ich kenne dich! ich auch rief: Dich kenne ich! 4. Herden ihre Hirten hören, folgen ihrer Stimm allein; Hirten auch zur Herd sich kehren, wenn sie rufen groß und klein; wenn du rufest, laß mich eilen, wenn du dräuest, nicht verweilen, laß michhorchen stets auf dich, Jesu, höre du auch mich. 5. Höre, Jesu, und erhöre meine, deines Schäfleins, Stimm; mich auch zu dir schreien lehre, wenn sich naht des Wolfes Grimm; laß mein Schreien dir gefallen, deinen Trost hernieder schallen, wenn ich bete, höre mich, Jesu, sprich: Ich höre dich! 6. Höre, Jesu, und erhöre wenn ich ruf, anklopf und schrei, Jesu, dich von mir nicht kehre, steh mir bald in Gnaden bei. Ja, du hörst; in deinem Namen ist ja alles Ja und Amen. Nun, ich glaub und fühle schon deinen Trost, o Gottessohn! Unbekannt, 1678. Eigene Melodie. 276 Inmme meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier; ach, 12 178 wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst liebers werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß den Satan wittern, laß die Welt erschüttern, mir steht Jesus bei. Ob es itzt gleich kracht und blitzt, ob geich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Trotz dem alten Drachen, trotz dem Todesrachen, trotz der Furcht dazu; tobe, Welt, und springe, ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in acht, Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4. Wegemit allen Schätzen, du bist mein Ergetzen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit da⸗ hinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht; dir sei ganz, du Lasterleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister Jesus tritt herein. Denen, Liebe zu Jesu. die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Joh. Franck, 1618—-1677. Mel.: Gott des Himmels, oder: Komm, o komm du Geist. esus, Jesus, nichts 277.J als Jesus soll mein Wunsch sein und mein Ziel; jetzund mach ich ein Verbündnis, daß ich will, was Jesus will; denn mein Herz, mit ihm erfüllt, rufet nur: Herr, wie du willt! 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat! Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt, führe mich, Herr, wie du willt. 3. Scheinet was, es sei mein Glücke und ist doch zu⸗ wider dir: ach, so nimm es bald zurücke, Jesu, gib, was nützet mir. Gib dich mir, Herr Jesu, mild; nimm mich dir, Herr, wie du willt; 4. Und vollbringe deinen Willen in, durch und an mir, mein Gott. Deinen Willen laß erfüllen mich im Leben, Freud und Not, sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wo und wie du willt. 5. Sei auch, Jesu, stets gepriesen, daß du dich und viel dazu hast geschenkt und mir erwiesen, daß ich fröhlich singe nu: Es geschehe mir, mein Schild, Wie du n Cudäm, Elisa burg⸗M. Ma.: Got 278. Hottheit Hie du mi Jall hast dit ergeb hleben e 2. Lel chals ich die du mut glei gar, Lie 3. Nel nd ges Ae, d ge Luf RNR A. 4. Li Lben, Hest un ugegeb Halenh 5. N bunden und S. überpur hut dah j auch ih hrende sn hier Spott 9 bleibst du Ksu, meine 1618—1677. Hunmels, um du Geist. Fesus, ni ichts sus soll mein mein Ziel, Verbündnis, Iqus will, t ihm erf füllt hie du willt! dem ich 2 s, früh A dem ich gagherh hat t verhüll ů20 will 15 125 istd oh 1 ninm u, gib, was b dich mir, nimm mich uilt i deinen und an mir Liebe zu Jesu. Schild, wie du willt, wie du willt! Budäm. Elisabeth, Gräfin von Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt, 1640—-1672. Herr, Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 278.* Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht, Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, eh als ich geschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar, Liebe, dir ꝛc. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten ewge Lust und Seligkeit, Liebe, dir ꝛc. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich hingegeben mir zum Heil und Seelenhort, Liebe, dir ꝛe. 5. Liebe, die mich hat ge⸗ bunden an ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden und mein Herze hat dahin, Liebe, dir ꝛc. 6. Liebe, die Serte ewig liebet, die für meine Seele bitt, Liebe, die das Lösgeld gibet und mich kräftiglich vertritt, Liebe, dir ꝛc. 7. Liebe, die mich einst wird führen aus dem Grab der Sterblichkeit, Liebe, die 179 mich dort wird zieren mit dem Kranz der Herrlichkeit, Liebe, dir ꝛc. Joh. Scheffler(Angel.), 1624—-1677. Eigene Melodie. * einen Jesum 279. M laß ich nicht; weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, klettenweis an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zu⸗ versicht, was ich bin und hab, er⸗ geben; alles ist auf ihn gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Ge⸗ sicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen; laß das letzte Tages⸗ licht mich auf dieser Welt er⸗ reichen, wenn der Lebensfaden bricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht meiner Väter Glaube pranget, mich erfreut sein Angesicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele wünscht und sehnet, Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott ver⸗ söhnet, der mich freiet vom Gericht: Meinen Jesum laß ich ni icht 12* 180 Liebe zu Jesu. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu dem Lebens⸗ bächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Christ. Keymann, 1607—- 1662. Mel.: Ach Gott und Herr! 280 Mein Freund ist 2 mein, und ich bin sein, ihm hab ich mich ergeben: in Freud und Leid bin ich bereit dir, Jesu, stets zu leben. 2. Ich glaub an dich, an dir bleib ich und will dich auch nicht hine bis du mich wirst, du Lebensfürst, mit deiner Gnad umfassen. 3. Dein ganz Verdienst ist mein Gewinst, dein Höllen— angst und Sterben hat mich versöhnt, ja gar gekrönt zu einem Himmelserben. 4. Die Kreuzeslast, die du hier hast für mich auf dich genommen, macht mich befreit von allem Leid, das sonst auf mich gekommen. 5. Für mich hast du dich aus der Ruh in diese Welt gegeben, ja gar in Tod und Höllennot, amit ich möchte leben. 6. Nun werd ich gleich in deinem Reich den frohen Engeln werden und sicher sein von aller Pein, von allen Lastbeschwerden. 7. Trotz sei dem Tod und aller Not! Von dir kann mich nichts wenden, weil ich forthin verwahret bin in deiner Seit und Händen. 8. Trotz sei nunmehr des Teufels Heer! denn du, du hast gebunden die alte Schlang, die auf mich drang, mich töd— lich zu verwunden. 9. Trotz sei der Höll! weil mein Gesell sie gänzlich hat zerstöret. Der Höllen Macht und dunkle Nacht ist nun ganz umgekehret. 10. Trotz aller Welt! hier ist der Held, der für mich ist gestorben, dadurch er hat die güldne Stadt des Himmels mir erworben. 11. Herr Jesu Christ, allein du bist mein höchster Schatz auf Erden; ach laß mich nicht, mein Lebenslicht, von dir ge— schieden werden. 12. Denn du bist mein, und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben in Glück und Freud, in Kreuz und Leid, im Sterben und im Leben. Anna Sophie v. Hessen, 1638- 1688. Mel.: Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ. 8 281. O Jesu Christ, mein schönstes Licht, der du in deiner Seelen so hoch mich liebst, daß ich es nicht aussprechen kann noch zählen, gib, daß mein Herz dich wiederum mit Lieben und Verlangen mög umfangen und als dein Eigentum nur einzig an dir hangen. 2. G meiner wohne; ewähl! Krone. alles hi— Will trer daß all in deine 3. V uInd sch Lebel lichts Geist lichts nichts liben, Ind di. vetmehr 4. ut me möt ir oh hilf mir und di vor de uns m Miche 5. 9 nir zu Rgang Wie eir Hehan und ye deine! im tie Gegen 0. M, weil ich t bin in händen. unmehr des un du, du lte Schlang 9. mich töd⸗ Höll! weil gänzlich hat öllen Macht ist nun ganz Welt! hier für mich ist h er hat di Himmels Christ, allein chster Schah 5 mich nicht von dir ge⸗ zist mein und hab ich mich und Freud, „im Sterben u, 1638—16b5. ir, Hen Ju Chris, mein stes Liht de Liebe zu Jesu. 181 2. Gib, daß sonst nichts in meiner Seel als deine Liebe wohne; gib, daß ich deine Lieb erwähl als meinen Schatz und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, was mich und dich will trennen und nicht gönnen, daß all mein Mut und Sinn in deiner Liebe brennen. 3. Wie freundlich, selig, süß und schön ist, Jesu, deine Liebe! Wo diese wohnt, kann nichts entstehn, was meinen Geist betrübe. Drum laß nichts anders denken mich, nichts sehen, fühlen, hören, lieben, ehren als deine Lieb und dich, der du sie kannst vermehren. 4. O, daß ich dieses hohe Gut mein ewig möchte nennen! O, möchte diese edle Glut in mir ohn Ende brennen! Ach hilf mir wachen Tag und Nacht und diesen Schatz bewahren vor den Scharen, die wider uns mit Macht aus Satans Reiche fahren. 5. Mein Heiland, du bist mir zu Lieb in Not und Tod gegangen und hast am Kreuze wie ein Dieb und Mörder da⸗ gehangen, verhöhnt, verspottet und verwundt. Ach laß mich deine Wunden alle Stunden im tiefsten Herzensgrund zur Gegenlieb verwunden. 6. Was ists, ach Schönster, das ich nicht an deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, mein Quell, da ich mich labe, mein süßer Wein, mein Himmelsbrot, mein Kleid vor Gottes Throne, meine Krone, mein Schutz in aller Not, mein Haus, darin ich wohne. 7. Ach liebste Lieb, wenn du entweichst, was hilft mir sein geboren? Wenn du mir deine Lieb entzeuchst, ist all mein Gut verloren. So gib, daß ich dich, meinen Gast, wohl such und bestermaßen möge fassen, und wenn ich dich gefaßt, in Ewigkeit nicht lassen. 8. Du hast mich je und je geliebt und auch nach dir ge⸗ zogen; eh ich noch etwas Guts geübt, warst du mir schon gewogen. Ach, laß doch ferner, edler Hort, mich deine Liebe leiten und begleiten, daß sie mir immerfort beisteh auf allen Seiten. 9. Laß meinen Stand, darin ich steh, Herr, deine Liebe zieren, und wo ich etwa irre geh, alsbald zurechte führen. Laß sie mich allzeit guten Rat und weise Werke lehren, steuern, wehren der Sünd und nach der That bald wieder mich betchren. 10. Laß sie sein meine Freud in Leid, in Schwach⸗ heit mein Vermögen, und wenn ich nach vollbrachter Zeit mich soll zur Ruhe legen, alsdann laß deine Liebestreu, Herr Jesu, bei mir stehen, Luft zuwehen, daß ich getrost und frei mög in dein Reich eingehen! Paul Gerhardt. 1607—-1676. 0110 dem Leide große Freude wird er finden, alles Trauern muß verschwinden. 182 Liebe zu Jesu. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 282* D Jesu, Jesu, Gottes Sohn, mein Bru⸗ der und mein Gnadenthron, mein Schatz, mein Freud und Wonne! Du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar und klarer als die Sonne. Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen; nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, daß ich nicht gnug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte; ich werd von Tag zu Tag entzündt, je mehr ich lieb, je mehr ich find, daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich allzeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld, wenn ich es recht be— sinne, kann 2—0 ohn dich gnugsam laben; ich muß haben reine Liebe, die tröst, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, er⸗ freuest sein Gewissen; es geh ihm, wie es woll, auf Erd, wenn ihn gleich 125 das Kreuz verzehrt, soll er doch dein genießen. Im Glück ewig 5. Kein Ohr hat dies jemals gehört, kein Mensch gesehen noch gelehrt, es kanns niemand beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht erreichen noch ver⸗ gleichen den Weltschätzen dies, was uns dort wird ergetzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Freude sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt und mir dein klares Wort vermeldt, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werd ab— scheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Süßigkeit, die jetzt berühmt ist weit und breit, in reiner Liebe schmecken, und sehn dein liebreich Angesicht mit unver⸗ wandtem Augenlicht ohn alle Furcht und Schrecken. Reich⸗ lich werd ich sein erquicket und geschmücket vor deim Throne mit der schönen Himmelskrone. Joh. Heermann, 1585—1647. Eigene Melodie. 283 Seclenbräutigam, Jesu, Gottes Lamm! Habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünden Schlamm, Jesu, Gottes Lamm! 2. De Nutund sch nich Brust mi wohlgem 3. Mo Rost in hist dar wersetze dein Blu Ind Go 4. M lah verle nit Fr in mein licht m 5. S sle und ich ehre vermehr für ble 6.H6 Deine nähre! Valt sie mir Daoide 7.6 hast Mes dich in Rutie oße Fred es Trauern dies jemals sch geschen ns niemand denen dort ei dir und die in der indlich läßt noch ver⸗ hätzen dies d ergeten billig dies eine Freude erzlich liebe dir gefäll ares Wort e nich stets ch werd ab⸗ Freuden zu er Trübsal ich deine heühm „in reiner ud sehn dein mit unver⸗ t ohn all den. Reich⸗ rquicket und eim Throne mmelskrone. „I1585—164. odie. nbräutigamn irsirben aus reinen „Sünden ottes dunm Liebe zu Jesu. 183 2. Deine Liebesglut stärket daß niemand verdirbt, der der Mut undBlut. Wenn du freund⸗ lich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemut deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod! Du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, durch Hdein Blut so rot, wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht; salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm! Deine Liebesflamm mich er⸗ nähre und verwehre, daß die Velt mich nicht versehre, ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm. 7. Großer Friedefürst! Wie ast du gedürst nach der Menschen Heil und Leben und dich in den Tod gegeben, da du riefst:„Mich dürst!“ großer Friedefürst! 8. Deinen Frieden gib aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gib. 9. Wer der Welt abstirbt, emsig sich bewirbt nur um den lebendgen Glauben, der wird bald empfindlich schauen, Welt abstirbt. 10. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich! Ich will nimmermehr dich lassen sondern gläubig dich umfassen weil im Glauben ich nun ergreife dich. 11. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn 12. Jesu, hilf, daß ich Echer⸗ ritterlich alles durch dich über⸗ winde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 13. Du mein Preis und Ruhm, werte Saronsblum! In mir soll nun nichts er⸗ schallen, als was dir nur kann gefallen, werte Saronsblum, du mein Preis und Ruhm! Adam Drese, 1620—1701. Eigene Melodie. 284.* Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig, lege mich vor deinen Thron; schwache Thränen, kindlich ehnen bring ich dir, du Menschensohn! Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon! 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn, dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, gib dich mir und nimm mich hin. 184 3. Ich begehre nichts, o Guad⸗ als nur deine freie nad, die du gibest, den du liebest, und der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden, der hat alles, wer dich hat! 4. Himmelssonne, Seelen⸗ wonne, unbeflecktes Gottes-⸗ lamm! In der Höhle meine Seele suchet dich, o Bräutigam. Laß dich finden, laß dich finden, starker Held aus Davids Stamm! 5. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt; wie demütig und weh— mütig deines Kindes Stimme klingt: Laß dich finden, laß dich finden, denn mein Herze zu dir dringt! 6. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit! Joachim Neander, 1650—1680. Mel.: Seelenbräutigam. 285.* er ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh! Unter vielen aus⸗ erkoren, Leben derer, die ver⸗ loren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden ugedecket und mich aus der Not hat geführt zu Gott. Liebe zu Jesu. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt, alle Kraft des großen Drachen hast du wolln zu schanden machen durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet, deinen Scepter will ich küssen, ich will sitzen dir zu Füßen, wie Maria thät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigentum, allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir an⸗ lege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sei du mein Ge⸗ winn, gib mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unver⸗ rückt zu dir fortsetze, und mich nicht in seinem Netze Satan 0 te auf; fördre meinen auf! 10. De in die Seel mög und den Antli Lb in di 1. 2 Maht in wull des daken, w. Hubstrecker hiter, in 12. Ei h Gut! Dahetwille Hlesches höchstes E Hat! 13. S chn, wol nichdurc und zur dmiche ur Rech V. A. dr Kern vol Heit von Aunl Muids Mleim Kö Ram, 0 sesen; shön Un chllih, und scht 4. E 8 Sohn, ů Hn Herrlichten Zeit zum jenket und ersenket in“ Glanz der aheld, Tod Velt, alle 1 DrGachen schanden Lösegeld jeld! stät,König en Scepter will sitzen Naria thät, nen Ruhm durch des men, stets ennen als lerschönstet nut Schild, d mir an⸗ , daß kein ich vege; gilt als sem Sinn, hin, daß hir Wanlen, in den mein Ge⸗ inen Sinn. recht auf uf unver⸗ und nich e meinen Liebe zu Jesu. 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gib, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlitz treten: ungefärbte Lieb in die Seele gib. 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich acht, Hüter, in der Nacht! 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gib mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut! 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn! J. A. Freylinghausen, 1670— 1739. Eigene Melodie. 286** ie schön leuchtet der Morgen⸗ stern voll Gnad und Wahr⸗ heit von dem Herrn, die süße Wurzel Jesse! Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräuti⸗ gam, hast mir mein Herz be⸗ sessen; lieblich, freundlich, schön und, den und ehrlich, reich an Gaben, hoch und sehr mamne erhaben. 2. Ei meine Perl, du werte Kron, wahr Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Mein Herz heißt dich ein 185 Himmelsblum; dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Jesu, Jesu, Hosianna, himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, o du mein Herr und Gott allein, die Flamme deiner Liebe. Ach, möcht es sein, daß ich durch dich an deinem Leibe ewinlich ein lebend Gliedmaß bliebe! Nach dir wallt mir mein Gemüte, ewge Güte, bis es findet dich, des Liebe mich entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Daanen Aln wenn du mit deinem Angesicht mich Herr Jen thust anblicken. O Herr Jesu, mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Tröst mich freund⸗ lich, hilf mir Armen mit Er⸗ barmen, hilf in Gnaden! Auf dein Wort komm ich geladen. 5. Herr Gott Vater, mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, er ist mein Freund, ich seine Braut, kein Unglück mich be⸗ trübet. Heil mir, Heil mir, himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Zwingt die Saiten zu süßem Klang und laßt den hohen Lobgesang ganz freuden⸗ reich erschallen dem liebsten 186 Jesu nur allein, dem wunder⸗ schönen Bräutgam mein, zu Ehren und Gefallen. Singet, springet, jubilieret, trium⸗ phieret, dankt dem Herren, groß ist der König der Ehren. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schatz ist das A und O, der Anfang und das Ende! Er wird mich doch zu seinem Preis auf⸗ nehmen in das Paradeis, des klopf ich in die Hände. Amen, Amen, komm du schöne Freuden⸗ krone, bleib nicht lange; deiner wart ich mit Verlangen. Ph. Nicolai, 1556—1608. Eigene Melodie. * ie wohl ist mir, 287. Wé o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich steige aus der Schwermut Höhlen und eile deinen Armen zu; da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so ange⸗ nehmen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen: es sei also; ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bit mein Freund, Liebe zu Jesu. den ich erwähle; du bleibst mein Freund, wenn Freund⸗ schaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Un⸗ glückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich des Moses Eifer drücken, blitzt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf und Hölle meinem Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieh in deiner Seite Wunden, da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zu⸗ sammen, du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du durch Wüsten meine Reise, ich folg und lehne mich auf dich, du nährest mich mit Himmelsspeise und labest aus den Felsen mich. Ich traue deinen Wunder⸗ wegen, sie enden sich in Lieb und Segen. Genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 6. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, 9255 und Mut in dir, der du verlässest keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End erschrecken, wenn er aus mördervollen Hecken Heunget in die Sicher⸗ heit? Mein Licht, so will ich auch mit finstem“ demner Rl 6. Wi⸗ Freund d wenn ich Mich kar Iad nich mein Go Mel.: O I 255. Gib mi ach, fül daß ih meiner mein Le mein He Hott, v 2. A nichtl R ach, laß Sund alb nit Glaube Stärk Leklaß 3. nichtl hrunde: mich il Wenn und M iiche Cott, enn Freund⸗ Belt Haß nicht fällen g ärkten Un⸗ deine Tren. des Moses itzt auf mich droht Sttaf n Rücken, so in die Höh einer Seite b ich schon n, wo mich treffen kann er mich zu⸗ mein Heil mmen? Die meiner an. urch Wüsten folg und , du nähtest Lespeise und Felsen mich. en Vunder⸗ sich in Lieb zenug, wenn hab. villst herlich Sonn und en fühtest d mag andenn ir nicht, weil Mut in 10 keinen, uh Wa Bitte. auch mit Freuden aus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh, der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. 187 Laß solche Ruh in dem Ge⸗ müte nach deiner unum⸗ schränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien, nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost, mein Freund ist mein! W. Chr. Deßler„1660— 1722. 3. Vertrauen auf Gott. A. Gebetslieder. a. Bifte. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 29* ch Gott, verlaß 288. A ch nicht! Gib mir die Gnadenhände, ach, führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit! Sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz; ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht! Regiere du mein Wallen; ach, laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen; gib mir den guten Geist, gib Glaubenszuversicht, sei meine Stärk und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ich ruf aus Herzens⸗ grunde: Ach Höchster, färte mich in jeder bösen Stunde; wenn mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ach, laß dich doch be⸗ wegen, ach Vater, kröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach Gott, verlaß mich nicht! . Ah Gott, verlaß mich nicht! ich bleibe dir ergeben; hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht; hilf mir in Not und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht! Salom. Franck, 1659— 1725. Eigene Melodie. * ir, dir Jehovah, 289. D will ich singen, denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; ach gib mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen 188 Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan; so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich in Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, gibt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, daher ich: Abba, lieber Vater! schrei. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vater⸗ herz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht ver⸗ sagen kann, die ich nach deinem Willen hab gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht und wird gewiß von dir er⸗ Bitte. höret, weil es im Namen deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Guad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe, drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange jeder— zeit, die gibst du und thust überschwänglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt, in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit. Barth. Crasselius, 1677— 1724. Mel.: Nun freut euch lieben, oder: Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 290 ott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen. Du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Uber⸗ fluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich und Ruhm ühten. Eigentum Hetlieren. ei meine hor dein stommer 4. So IWaoth, Lbben. Mut in! nir geber seht me nich nur air im T Gr. Jurch Ml. Os 201. Mmens lus beh dener A Ruche, 2. M us alle hallenz bevahr! demer llen N Helbt Aanem im Nanen shicht, durh Kind und me von dit hin. daß ich dies rum bin ich Freudigket e gute Gabe, rlange jeder⸗ u und thust jehr, als ih d begeht. ich bitt in er mich zu lbst vertritt a und Amen, m Geist und ohl mir, Loh wigkeit, daß che Seligkei. „1677—1724. euch lieben, chrei ich zu die deine Güe ht so weit,so gehen. Du armherzigket beizustehen. mein Febs nimm mem mein Wort, dir beten. ht um Uber⸗ dieser Erden. Eich haben nadewerdei. Zeisheit M ott, d den d mich selbst Bitte. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm so sehr sie Menschen rühren. Des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 291 Hern, höre, Herr, er⸗ höre, breit deines Namens Ehre an allen Orten aus; behüte alle Stände durch deiner Allmacht Hände, schütz Kirche, Obrigkeit und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen zu unsrer Seelen Nutz; bewahr vor allen Rotten, die deiner Wahrheit spotten, beut allen Widersachern Trutz. 3. Gib du getreue Lehrer und unverdroßne Hörer, die beide Thäter sein; auf Pflanzen und Begießen laß dein Ge— deihen fließen und ernte reiche Früchte ein. 4. Gib unserm König Glücke, laß deine Gnadenblicke auf den Gesalbten gehn, schütz ihn auf seinem Thrane und lasse seine 189 Krone in segensvollem Glanze stehn. 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, schaff jedermann sein Recht, daß Fried und Treu sich müssen in unserm Lande küssen, und segne beide, Herrn und Knecht. 6. Wend ab in allen Gnaden Krieg, Feuer, d Haae ab⸗ treib Sturm und Hagel ab; bewahr des Landes Früchte und mache nicht zu nichte, was deine milde Hand uns gab. 7. Gib Ruhe uns und Friede, mach alle Feinde müde, verleih gesunde Luft; laß Not und teure Zeiten nicht übers Land sich breiten, da man umsonst nach Brote ruft. 8. Die Hungrigen erquicke und bringe die zurücke, die sonst verirret gehn. Die Witwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hilfe flehn. 9. Sei allen Kindern Vater, den Müttern sei Berater, den Kleinen gib Gedeihn. Zieh unsre zarte Jugend zur Fröm⸗ migkeit und Tugend, daß sich die Eltern ihrer freun. 10. Komm als ein Arzt der Kranken, und die im Glauben wanken, laß nicht zu Grunde gehn. Die Alten heb und trage, auf daß sie ihre Plage 9011. Mleid d überstehn. 11. Bleib der Verfolgten Stütze, die Reisenden beschütze, die Sterbenden begleit mit 100 Bitte. deinen Dan fuhren daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud und Herrlichkeit. 12. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was wir nach deinem Willen in Demut jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen in unsres Jesus Namen, so ist gewiß der Wunsch gewährt. Benj. Schmolck, 1672—- 1737. Eigene Melodie, oder: Aus tiefer Not. 292* 4— wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben; allein zu dir steht mein Be⸗ gier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst; gib mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte; behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es ge⸗ scheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gib mir durch Jesum Christum Amen. Kaspar Bienemann(Melissander), 1540—1591. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 293 Mein Gott, ich klopf an deine Pforte mit Seufzen, Flehn und Bitten an, ich halte mich an deine Worte:„Klopft an, so wird euch aufgethan!“ Ach, öffne mir die Gnadenthür, in Jesu Namen steh ich hier. 2. Wer kann was von sich selber haben, das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, bei dir ist immer Rat und That, du bist der Brunn, der immer quillt, du bist das Gut, das immer gilt. 3. Drum komm ich auch mit meinem Beten, das voller Herz und Glauben ist; der mich heißt freudig vor dich treten, ist mein Erlöser Jesus Christ, und der in mir das Abba schreit, ist, Herr, dein Geist der Freudigkeit. 4. Gib, Vater, gib nach deinem Willen, was deinem Kinde nötig ist; nur du kannst mein Verlangen stillen, weil du die Segensquelle bist; doch gib, o Geber, allermeist, was mich dem Sündendienst ent⸗— reißt. 5. Verleih Beständigkeit im Glauben, laß meine Liebe brünstig sein; will Satan mir das Kleinod rauben, so halt mit der Versuchung ein, damit mein schwaches Fleisch und Blut dem Feinde nichts zu willen thut. 6. Erwe Hepissen, Foch Lufe Strafen chick sie Muchstreie Ju Blu Mse wicdt 7. Von licht bitte lischonen Nus selb Hld ich bil Haduld m Wollest du 9. Ich Aben, ny lchen mas vorkugen chten St Lusgang Engang 9 O•˙ Hehr be chon, w hu Wivst Muähren süße il seinem Wurd Ml. A 204. bsten j dußer d d6er nüt ecfreut! vol Zv du bero n lieben Got ten. Bott, ich klop deine Pforte n und Bitten ich an deine m, so wird Ac, öffne jür, in Jesn ier. was von sich nicht von hat? Du ller Gaben, r Rat und Brunn, der ist das Gut, m ich auch das voller en ist; der ig vor dich rlöser Jesus in mir das Herr, dein ket. „ gib nach was deinem ur dul kannst stllen, wel le bist; doch ümeist, was ndienst ent⸗ zändigkeit in neine. Liebe Satan mul en, so halt ein, damit Hleisch Ind nichts zu Bitte. 6. Erweck in mir ein gut Gewissen, das weder Welt noch Teufel scheut; und wenn ja Strafen folgen müssen, so schick sie in der Gnadenzeit. Durchstreich die Schuld mit Jesu Blut, und mach das Böse wieder gut. 7. Vom Kreuze darf ich wohl nicht bitten, daß es mich gar verschonen soll, hat doch mein Jesus selbst gelitten, und also leid ich billig wohl; doch wird Geduld mir nötig sein, die wollest du mir, Herr, verleihn. 8. Ich bitte nicht um langes Leben, nur, daß ich christlich leben mag; laß mir den Tod vorAugen schweben und meinen letzten Sterbetag, damit mein Ausgang aus der Welt den Eingang in den Himmel hält. 9. O Gott, was will ich mehr begehren? Du weißt schon, was ich haben muß, du wirst auch alles mir gewähren, denn Jesus macht den süßen Schluß: ich soll in seinem Namen schrein, so wird es Ja und Amen sein. Benj. Schmolck, 1672—-1737. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 294 Mein lieber Gott, ge⸗ denke meiner im besten jetzt und allezeit; denn außer dir ist nirgends einer, der mich mit Rat und Trost erfreut! Dein Wort macht mich 191 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein süßes Evangelium, und mache mir die Himmels⸗ lehre zu Saft und Kraft im Christentum, daß deine Aus⸗ saat wohl gelingt und tausend⸗ fache Früchte bringt. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und merke du mit Gnaden drauf; weil ich in Christo vor dich trete, so schleuß dein Vaterherze auf. voll Zuversicht und sagt mir,‚ du vergißt mein nicht. Doch gib mir nichts als das allein, was mir kann gut und selig sein. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, und wirf mich nicht im Zorne hin; weil ich wie andre Menschen alle im Fleische schwach und blöde bin, so fördre meinen Gang und Stand durch Kraft und Stärke deiner Hand. 5. Gedenke meiner, wenn ich leide; wen hab ich sonst als dich allein, der bei der Menschen Haß und Neide mein Freund und Tröster könnte sein? Und hab ich dich, so lacht mein Mut, wenn Welt und Teufel böse thut. 6. Gedenke meiner auch m allem, woran ich nicht gedenken kann, und blicke mich mit Wohlgefallen in meinem ganzen Leben an! Denn gibst du mir, was dir gefällt, so ists um mich recht gut bestellt. 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe; und wenn mich alle Welt vergißt, versetze 192 mich in jenes Erbe, wo du mein Teil und Leben bist; denn bleibst du nicht im Himmel mein, so wollt ich nie geboren sein. 8. Ich will mich über nichts betrüben; in deine Hände hast du mich zum Heil und Segen angeschrieben; drum sieht die irim G bloß auf dich und denkt im Glauben ungekränkt, daß Gott im besten meiner denkt. Erdm. Neumeister, 1671-1756. Eigene Melodie. 295* O Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun ge⸗ bühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gib, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, daß es ge⸗ rate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützlich Wort aus meinem Munde gehen, und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. Bitte. 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, ib einen Heldenmut, das euz hilf selber tragen. Gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmut überwind, und wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gib auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gib Geduld; vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod ab⸗ scheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, so thu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf, und führ ihn schön verklärt zum auser⸗ wählten Hauf. Job. Heermann, 1585—1647 Mal: L 200.U LNugen, d Tden tau lken, Parmend hlich freu den Dein sheinen. 2. Waf u dein g Scauplat Daner L hulch ne herklicher Wait, o IndHügel 3. Wa vns wir ein Schat Dahu oh Das Hass U fasse 4. Du sirstder! Wein Ane 3 Abarmt Rell 0 Shnerz Henn d u nußt 5 H u Mode A dein Mräner Fejährlichtet ht verzagen enmut, das ragen. Gib Feind mit nd, und wenn auch guten it jedermann Freundschaf christlich is. etwas geben it und Geld dabei, daß Gut nichts f dieser Welt her bringen, auren Tritt ter dringen, vor Sünd nich bewaht, en mag mit ar. an meinem i Tod ab⸗ ele nimm zu ien Freuden Imlein göm risten Grab. uh an ihrer Bitte. Mel.: Wunderbarer König. 296 Unumschränkte Liebe, gönne blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmut blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken und zu⸗ gleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel. 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen; Tag für Tag zu schonen, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen: Herr, wer kann das fassenꝰ 4. Du vergibest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder. Tiefen Schmerz fühlt dein Herz, wenn durch ernste Strafen du mußt Bessrung schaffen. 5. Herr, es hat noch keiner, 193 Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm das Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. J. J. Rambach, 1693— 1735. Eigene Melodie. 297 Vater unser im 8 Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an und willst das Beten von uns han: gib, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß auch wir leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm verführte Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Der heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei. Des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch der zu dir gegangen, statt der erhalt. Gnade Recht empfangen. Wer 4. Dein Will gescheh, zu deinen Füßen sich mit Herr Gott, zugleich auf Erden Thränen senket, dem wird wie im Himmelreich. Gib 13 194 Bitte. uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid; wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gib uns heut unser bedar Brot, was man bedarf zur Leibesnot; behüt uns vor Unfried und Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Frieden uihth der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unsre Schuld ver⸗ gib uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht. Wenn uns der böse Feind anficht, zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohlgerüst und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Ubel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös; erlöse uns vom ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not; bescher uns auch ein selig End, nimm unsre Seel in deine Händ. 9. Amen, das ist: Es werde wahr! Stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiermit gebeten han auf dein Wort in dem Namen dein; so sprechen wir das Amen fein. Dr. M. Luther, 1483-1546. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 298 Wohl auf, mein Herz, zu Gott dein Andacht fröhlich bringe, daß dein Wunsch und Gebet durch alle Wolken dringe, weil dich Gott beten heißt, weil dich sein lieber Sohn so freudig treten heißt vor seinen Gnadenthron. 2. Dein Vater ists, der dir befohlen hat zu beten. Dein Bruder ists, der dich vor ihn getrost heißt treten. Der werte Tröster ists, der dir die Wort gibt ein, drum muß auch dein Gebet gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz, das dir nichts kann versagen. Sein Mund, sein teures Wort vertreibt ja alles Zagen. Was dir unmöglich deucht, kann seine Vaterhand noch geben, die von dir soviel Not abgewandt. 4. Komm nur, komm freudig her in Jesu Christi Namen, sprich: Lieber Vater, hilf, ich bin dein Kind, sprich: Amen! Ich weiß, es wird geschehn, du wirst mich lassen nicht, du wirst, du willst, du kannst thun, was dein Wort verspricht. Joh. Oleartus, 1611—1684 Ma.: Ve 0 M.. nnd singe lle Din Wllen st Herren dr Erd; ud Heil. eltrauet, Nil das den schör sin Herz hlebt ew 3. Hie un, all Ne in dei hilt sen ad was nd wer schü . E Vese, Ad. WMeisen not, Ma bei dein Won so sprecher in. „1483—1548. frommer Gott. auf, mein Iz, zu Gott hlich bringe und Gehet Hen dringe beten heißt, her Sohn so zt vor seinen r ists, der t zu beten. 3, der dich heißt treten. ter ists, der t ein, drum Gebet gewiß du Gottes nichts kann Mund, sein riibt in alle u mnmöglih e Viterhand on dir sovie ommfreudig Lob und Dank. 195 b. Lob und Dank. Pf. 146. Mel.: Valet will ich dir geben. 299 Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd; ich will ihn herzlich loben, so lang ich leben werd. 2. Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil. Wer dem sich an⸗ vertrauet, der hat das beste Teil, das höchste Gut erlesen, den schönsten Schatz geliebt; sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetrübt. 3. Hier sind die starken Kräfte, die unerschöpfte Macht; das weisen die Geschäfte, die seine Hand gemacht: der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer und die unzählge Herde im großen, wilden Meer. 4. Hier sind die treuen Sinnen, die niemand unrecht thun, all denen Gutes gönnen, die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden, und was er spricht, geschicht, und wer Gewalt muß leiden, den schützt er im Gericht. 5. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod. Er nährt und gibet Speisen zur Zeit der Hungers⸗ not, macht schöne rote Wangen oft bei geringem Mahl, und die da sind gefangen, die reißt er aus der Qual. 6. Er ist das Licht der Blinden, erleuchtet ihr Gesicht, und die sich schwach befinden, die stellt er aufgericht. Er liebet alle Frommen, und die ihm günstig seind, die finden, wenn sie kommen, an ihm den besten Freund. 7. Ach, ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm. Der Herr ist ewger König, ich eine welke Blum; jedoch weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, ists billig, daß ich ehre sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt, 1607—- 1676. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 300 roßer Gott, wir loben dich; Herr, wir preisen deine Stärke! Vor dir beugt die Erde sich und bewundert deine Werke! Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Sera⸗ phinen, stimmen dir ein Loblied an; alle Engel, die dir dienen, rufen dir in selger Ruh: Heilig, Heilig, Heilig! zu. 3. Heiig, Herr Gott Ze⸗ baoth! Heilig, Herr der Krieges⸗ eere! Starker Helfer in der Notl Himmel, Erde, Luft und Meere sind erfüllt von deinem Ruhm, alles ist dein Eigentum! 1³² — 196 4. Der Apostel heilger Chor, der Propheten große Menge schickt zu deinem Thron empor neue Lob⸗ und Dankgesänge; der Blutzeugen große Schar lobt und preist dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erden⸗ kreis loben Große und auch Kleine dich, Gott Vater; dir zum Preis singt die heilige Gemeine. Sie verehrt auf seinem Thron deinen einge⸗ bornen Sohn. 30¹.5* I. Chor: 5*⁰— Gott, dich loben wir, dich, Vater in Ewigkeit, all ase und Himmelsheer auch Cherubim und Seraphim Heilig ist unser Gott! Lob und Dank. 6. Sie verehrt den heilgen Geist, welcher uns mit seinen Lehren und mit Troste kräftig speist, der, o König aller Ehren, der mit dir, Herr Jesu Christ, und dem Vater ewig ist. 7. Herr, erbarm, erbarme dich! Auf uns komme, Herr, dein Segen! Deine Güte zeige sich alen der Verheißung wegen! Auf dich hoffen wir allein; laß uns nicht verloren sein. Unbekannt. Eigene Melodie. II. Chor: Herr Gott, wir danken dir; ehrt die Welt weit und breit; und was dienet deiner Ehr, singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! I. und II. Chor: Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth. I. Chor: 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit der heiligen zwölf Boten Hhl die teuren Märtrer allzuma Die ganze werte Christenheit dich, Gott Vater im höchsten Thron, den heiligen Geist und Tröster wert 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht du hast dem Tod zerstört sein Macht II. Chor: geht über Oimhrb und Erden weit; und die lieben Propheten all, loben dich, Herr, mit großem chall. rühmt dich auf Erden allezeit; deinen rechten und eingen Sohn, mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Gott Vaters ewger Sohn du bist; zu'rlösen das Rorte Ge⸗ schlecht; und all Christen zum Himmel bracht: u sihst; ein Richt 4. Nu 0 uns i Hif deine Wart und 5. Täl Hhüt un seund g ag uns uf dich Ma.: Hur, u th sing fund, wa 2. S E 2 ——— Hettꝰ luser Nen den heilgen mit seinen Roste kräftig König aller , Herr Jesu ater evig it. om, erbarme omme, Herr, te Gite zeige Verheißung hoffen wir icht verloren Unbelannt or: danlen dir; it und breit; deiner Ehr, oher Stimm: Hott! xre Zebaoth. or: und Erden weit; ropheten all, mit großem Schall. den allezei; und eingen Sohn, nst 5 und ehrt. auger Sohn du bist; uhin Ge⸗ schlecht; 10 Himmel hracht: Lob und I. Chor: du sitzst zur Rechten Gottes gleich ein Richter du zukünftig bist 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, laß uns im Himmel haben teil Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, wart und pfleg ihr zu aller Zeit 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich Behüt uns heut, o treuer Gott, sei uns gnädig, o Herre Gott, zeig uns deine Barmherzigkeit, auf dich hoffen wir, lieber Herr, Dank. 197 II. Chor: mit aller Ehr ins Vaters Reich, alles, das tot und lebend ist. die mit deim teurn Blut erlöset sein; mit den Heiligen in ewgem Heil. und segne, das dein Erbteil ist, und heb sie hoch in Ewigkeit. und ehrn dein Namen stetiglich. vor aller Sünd und Missethat; sei uns gnädig in aller Not; wie unsre Hoffnung zu dir steht; in Schanden laß uns nimmer⸗ mehr. I. und II. Chor: Amen. Der ambrosianische Lobgesang, verdeutscht durch Dr. M. Luther. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen. * IIch singe dir mit 302. H und Mund, Herr, meines Herzens Lust; ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle bist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Segen fließt. 3. Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Ol und Most zu seinen Zeiten findt? 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, edlen, werten Fried in unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du mußt alles thun; du hältst die Wach an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, treu⸗ lich bei. 198 Lob und Dank. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr, ja endlich nimmst du unsre Sn und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und gibst uns, was uns hoch erfreut und dir zur Ehr gereicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kummer sei; kein Zähr⸗ und Thränlein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut, dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, dein Glanz und Sannd dan dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schißt Rat und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Num deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und er⸗ nährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurück⸗ gekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regi⸗ ment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. ö 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nicht darein! so wirst du hier im Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt, 1607-1676. Ps. 33. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 303 Jauchze, auserwählt VGeschlechte! Freut euch des Herrn Herrn, ihr Gerechte! Ihr Frommen, preist den Höchsten hoch! Lasset eure Harfen klingen, ihr müßt ein neues Lied ihm singen; so kommt und rühmt und danket doch! Macht es mit frohem Mut auf Saitenspielen gut. Halleluja! Sein Wort ist süß; was er verhieß, ist Wahrheit, und er hälts gewiß. 2. Er wohnt in dem reinsten Lichte, Gerechtigkeit ist sein Gerichte, die Welt ist seiner Güte voll. Droben schuf er ihm zur Ehre der lichterfüllten Sterne Heere, die Sonne, die uns leuchten soll. Es fürchte alle Welt den Herrn, der sie erhält! Halleluja! Er will, er sprichts, sogleich geschichts; gebeut er, wird etwas aus nichts. 3. Unser Gott herrscht ohne Schranken, er wendet Völkern die Gedanken, er macht zu nicht der Heiden Rat. Ewig kann sein Rat nicht wanken, Aidh ist gle Hott heiß Hallelujo Gott er Erbteil e 4. O Hleichet Wohrhei aler W mie der die Ger⸗ dein Ree Nert. sen, bis ultlu Rund, d durch d Und 5. 8 Marhei Ind dei nich le nich br zu dein zu hin.( er thut und nimmt ein laß ihn femet nicht darein im Frieden fröhlich sen, „ 1607—1676. . ruft uns die e. e,Ausertwählt hlechtel Freut Herrn, ihr ommen, preist och! Lasset en, ihr müßt ihm singen; rühmt und acht es mit Saitenspielen Sein Wort verhieß, it hälts geroiß. 1 dem reinste sein M Rat. Enig iicht wanken, Lob und Dank. er ändert sich nicht in Gedanken, er ist gleich 985 an Rat und That. Wohl dem Volk, dessen Gott Rutat Herr, Herr Zebaoth! Halleluja! Ja, selig ist, wen Gott erkiest und sich zum Erbteil auserliest. 4. O Herr, deine Güte gleichet dem Himmel, deine Wahrheit reichet so weit, als aller Wolken Heer; ja, als wie der Berge Höhen bleibt die Gerechtigkeit stets stehen, dein Recht wie Tiefen in dem Meer. Eh Meer und Berge sein, bist du, o Gott, allein. Hallelusa! Des Himmels Rund, der Erden Grund ward durch den Geist aus deinem Mund. 5. Sende zu mir voller Klarheit, mein Gott, dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten, wo ich bin, und mich bringen zu den Hügeln, zu deiner Cherubinen Flügeln und zu dem Stuhl der Gnaden hin. So geh ich da hinein, um Gottes mich zu freun, Halleluja!— da, wo Gott wohnt, da, wo er thront, der unser wie der Kinder schont. 6. Ach, da will ich dann mit Beten vor den Altar des Höchsten treten, zu dem Gott, der die Schuld vergißt, zu dem Gott, der Schild und Sonne, der meine Freud und meine Wonne durch Christi großes Opfer ist. Ich spiel ein Danklied dir da auf der 195 Harfe für, Halleluja!— dir Gott, mein Gott, Herr Zebaoth, du bist mein Helfer in der Not! Casseler Gesangbuch v. 1770. Eigene Melodie. 304 Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine ge⸗ liebete Seele, das ist mein Begehren; kommet zuhauf, Psalter und Harfe wacht auf, lasset den Lobgesang hören. 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der All⸗ mächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren; was in mir ist, lobe den Namen, alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen. Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht, lob ihn in Ewigkeit. Amen. Joachim Neander, 1650—- 1680. 200 Ps. 146. Eigene Melodie. * Qobe den Herren, 305. o meine Seele! Ich will ihn loben bis in Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lob⸗ singen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat! Halleluja, Halleluja. 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hilfe an. Halleluja, Halleluja. 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Jakobs ist; welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und That. Halle⸗ luja, Halleluja. 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden und was dar⸗ innen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja. 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hung⸗ rigen wil er zur Speis be⸗ scheiden, was ihnen dient zur Lob und Dank. Lebenskraft; die hart Ge— bundnen macht er frei, und seine Gnad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja. 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn, wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist des Fremden Trutz, Witwen und Waisen hält er Schutz. Halleluja, Halleluja. 7. Aber der Gottvergessenen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott sorgt stets für dich! Halleluja, Halleluja. 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist. Halleluja, Halleluja. Joh. Dan. Herrnschmidt, 1675—1728. Ps. 117. Eigene Melodie. 306. Lobet den Herren, alle Heiden, preiset ihn, alle Völker; denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Halle⸗ luja! Halleluja! 2. Ehr sei dem Vater und dem Sohne und auch dem Helgen E Mfang u his in E Hocherhab Rühmens Rr, o Du bist! Der Fror Mübsal! au die 2 sall dich Nund Reinen 9 lung er! 2. Es reuen v nuchzen lch schr Hott V schriesen hut, m Wiesen d gut. A deube ucß nich 0 lang 9. 6 Mamen' Udt 0 Scwac Rur bal hust mi e hart Ge⸗ er frei, und t mancherlel luja. lugen gibt er hebt, die tiz wo er kann nden, die läßt schn. Sen remden Trutz aisen hält er ja, Halleluja ottvergessenen t starker Hand nur machen e und fallen Strick. Der biglich; Zion, tels für dich! Hja. hr Menschen, des, der so hut. Alles rufe Amen mit frohen der Gottes, Vater und lgen Geist d. t, 1675-N25, . lodie. den Herten eiden, preset denn seine rheit walle leit. Hall⸗ Vater und auch dem Lob und Dank. heilgen Geiste, als es im Anfang war und nun bleibet bis in Ewigkeit, Amen. Halle⸗ luja! Halleluja! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Nun lob mein Seel, den Herren. 307 Man lobt dich in 5 der Stille, du hocherhabner Zionsgott; des Rühmens ist die Fülle vor dir, o Herr Gott Zebaoth. Du bist doch Herr auf Erden, der Frommen Zuversicht, in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jedermann und deinen Ruhm vermehren, so lang er lallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich sreuen von ganzer Seel und jauchzen schnell, die unaufhör⸗ lich schreien: Gelobt sei der Gott Israel! Sein Name sei gepriesen, der große Wunder thut, und der auch mir er⸗ wiesen das, was mir nütz und gut. Nun, dies ist meine daß nichts mich von dir so lang ich lebe hier. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget, nun, wie vergelt ichs dir? Ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Freude, zu hangen fest an dir,‚ scheide, 201 Heils erheben und preisen weit und breit dich hier, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Joh. Rist, 1607—- 1667. Eigene Melodie. 308.* Nun danket alle Gottmit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutter⸗ leib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jetzund gethan. 2. Der ewigreiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich im höchsten Himmels— throne, dem dreieinigen Gott, als der im Anfang war und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. Martin Rinckart, 1586— 1549. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 309 Nun danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott unserm 202 höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut; 3. Der uns von Mutter⸗ leibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch nicht aner kann, sich K zum HeIf er stellt; 4. Der, ob wir ihn gleich Wats, po doch bleibet gutes uts, die Straf erläßt, die Schuld vergibt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Wdd erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Merrde Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe 18 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf seines Volkes Land; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns Heput was aber ängstet und emüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil und bleib auch, wann wir von der Erd abscheiden, unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen 50 und zeig uns drauf sein — dort in der ewgen Paul Gerhardt, 1607— 1676. Pf. 103. Eigene Melodie. 310. Nun lob, mein Seel, den Herren, was in mir ist, den Namen sein. Sein Wohlthat thut er mehren, Lob und Dank. al 5 es nicht, o Herze mein hat dir dein Sünd vergeben und heilt dein Schwachheit groß, errett dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit rechtem Trost beschüttet, verjüngt dem Adler gleich; der Herr schafft Recht, behütet, die leiden in seim Reich. 2. Er hat uns wissen. sein heilig Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn⸗ maßen, es mangelt an Er⸗ 5 poit nicht; den Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld, die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch erhaben ob dem, der fürchtet ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen ob ihren jungen Kindelein, so thut der 96r uns Armen, so wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt uns arme Knechte und weiß, wir sind nur Staub, ein bald verwelkt Geschlechte, ein Blum und fallend Laub; 2 Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da; also der Mensch vergehet, sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewig⸗ keit bei seiner lieben G'meine, die steht in seiner Fur t bereit, die seinen Bund behalten. Er errscht im Himmelreich. Ihr tarken Engel, waltet seins Vobs un roßen 8 reht sein Zell soll Lob ante Jol III. „ Hezigkeit hettestel dch fren freue di Gnaden. 2. De die ganz asset R grimen o Herze men zind vergeh Schwachhe armes Leboy seinen Scho ost beschütte ler gleich; de echt, behütt im Reich, 6 wissen lasse ht und sen ein Güt ohn ngelt an Er den Zorn laßt „straft nicht uUld, die Gnad sparen, dar old; sein Git ob dem, der fern der Ot umnsre Sünd sich erbarmen Kindelein, ns Armen, st fürchten vein arme Knochte 1d nur Staub, t Geshleche allend Laub, drüber wehet da; also der „ sein End gnad allen eibt in Euih ben Gmemhe urcht berei, Lob und Dank. Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heilges Wort. Mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Joh. Gramann, 1487—1541. Eigene Melodie. 31¹ Nun preiset alle 7 Gottes Barm⸗ herzigkeit! Lob ihn mit Schalle, werteste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden, freue dich, Israel, seiner Gnaden. 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt; viel tausend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfe ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zur grünen Weiden stellet euch willig ein, da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden. 4. Er gibet Speise reichlich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet früh und späten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen. 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden, freue dich, Israel, seiner Gnaden. Matth. Apell. v. Lowenstern, 1594—1648. 203 Eigene Melodie. 312* O daß ich tausend Zungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit um die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht; o daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach, wäre jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß, und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis; mein Leib und Seele, schicke dich, und lobe Gott herz⸗ inniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir; ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Ge⸗ hilfen geben; denn mein Ver— mögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allent⸗ halben um mich stehn. 6. Dir sei, o allerliebster Vater, unendlich Lob für Seel und Leib; Lob sei dir 20⁴ mildester Berater, für allen edlen Zeitvertreib, den du mir in der ganzen Welt zu meinem Nutzen hast bestellt. 7. Mein treuster Jesu, sei ge⸗ priesen, daß dein erbarmungs⸗ bolles Herz sich mir so hilf— reich hat erwiesen und mich durch Blut und Todesschmerz von Satans List und Grau⸗ samkeit zu deinem Eigentum befreit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, o heilger, werter Gottesgeist, für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach, wo was Guts von mir geschicht, das wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth. Du trägst mit meiner Sünden⸗ schuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage recht wunderbarlich hast geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 11. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe sasten Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphierend Eeli Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. Lob und Dank. 12. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bavtat; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 13. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden; wenn ich bei deinen Engeln bin, da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Joh. Mentzer, 1658- 1734. Ps. 34. Mel.: Allein Gott in der Höh sei Ehr. 313* Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Him⸗ melsheer, o Herrscher aller Thronen; und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist llles rech Heht unse 4. Ich miiner No nein Wei Hhfer mi— mir Trof nk, ack ich dir, ac mit mir. die Ehre! 5. De ummerer ehieden ebsicht, Frieden. laitet er und her. de Ehre 6. W mnangel (elget, lberfluß und nei Renen zi inden 14. Lben le Mehren Lobgesa hören. — ange sich die ch will di 5 so lange ewegt; jn, wird Kaftlos ich doch nit m das arme mein Gott, nK hin! In esser werden inen Engeln hir im höhern nd Hallelumn k, 1658—1784. . der Höh sei Eh. Lob und Ehr em höchsten aller Güte alle Vunder t, der mein inem reichen m Gott, der stllt. Göht Ehte! dir die Him⸗ Rrrher alle ie auf Erden, 1 in deer u, die preisen , die alles Gebtunsem ttgeshaffen acuhuln Lob und Dank. alles recht und alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief dem Herrn in meiner Not: Ach Gott, vernimm mein Weinen! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost erscheinen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir, ach danket, danket Gott mit mir. Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zu— versicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilf ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Überfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die nirgends sonsten finden Ruh. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren, man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre. Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre; die jalschen Götzen macht zu Spott, der Herr ist Gott, der 205 Herr ist Gott. Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht mit jauchzenvollem Springen; bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohlbedacht und alles, alles recht gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! J. J. Schütz, 1640- 1690. Eigene Melodie. 314 Sollt ich meinem Gott nicht singen? sollt ich ihm nicht dankbar sein? denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm bedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding ꝛc. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein, er gibt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein teures Blut gewinn. O du unergründter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, 206 deine Tief ergründen können? Alles Ding ꝛc. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, gibt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding ꝛc. 5. Meiner Seele Wohler⸗ Biir hat er ja recht wohl edacht; will dem Leibe Not zustehen, nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Vermögen beizu⸗ legen. Alles Ding ꝛc. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zu Dienst gestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält. Tier und Kräuter und Getreide in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding ꝛc. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein An— gesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding ꝛc. 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan her⸗ geführt, die mich doch mein Lob und Dank. Lebetage niemals hat bisher gerührt. Gottes Engel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzurichten ist ge⸗ meint, in die Ferne wegge⸗ wendet. Alles Ding ꝛc. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bis— weilen Sünde thut und aus dem Wege weicht; also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Rut und Ale mit dem Schwerte rächen. Alles Ding ꝛc. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ob sie mir gleich bitter seind, dennoch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding ꝛe. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß Ki stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein, also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding ꝛc. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende 1. in Gottes Liebe find, ei, so heb ich meine Hände u dir, Vater, als dein Kind; itte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht Hier in m zzz ich d Ib und! Par Agene M Hel 91 15.L Hasheit Uebe, die hetend ü Ion Ben lie ich d Hott, m 2. M 6 blikt, Verte: Msgesch Hott de die Sor Ver klei Herruft 9. L sinen L Himmel du Sch Vorat Hott de lit, G. o weit, luchen. 4 7 chein u her Sm st au büngt 10 Iucht ht 6 unsern als hat bisher es Engel, den das Böse, was nichten ist ge⸗ Ferne wegge⸗ Ding ꝛe. Vater seinem niemals gan; es gleich bis⸗ thut und aus icht; also hält rechen mir mein zu gut, will it der Rut und ichberte rächen. Strafen, seine sie mir gleich noch wenn ichs ind es Zeichen, ind, der mich enle und mich en Belt, die hen hält, durch u ihm lenke. iß ich fürwahr 1 40 dem Hristentreugz hat Nnuß endlich un der Winter ritt der schöne Hso witd auch wers erwarten Alles——5 weder Z1 nGottss We meine Hunde als dein Kindi Gnade 90 0 Nocht meiner ag und) Lob und Dank. hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, 1607- 1676. Eigene Melodie, oder: Es ist das Heil uns kommen her. 315 enn ich, o Schöpfer, 315. W Deins Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, an⸗ betend überlege, so weiß ich von Bewundrung voll nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke: der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlich⸗ keit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnen⸗ schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere: Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 207 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu er⸗ kennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen; Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1759. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. * ie groß ist des 316. Wẽ Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht! Der Herr hat mein noch nie ver⸗ essen, vergiß, mein Herz, auch semer nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Ge⸗ wissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 208 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du mit Herrlichkeit umgeben Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz ge⸗ schrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich; Gott soll ich über alles Uchen und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll voll⸗ kommen sein wie er. So lang ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder flicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn; sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Chr. Flirchtegott Gellert, 1715-1769. Lob und Dank. Mel.: Alle Menschen müssen sterben, oder: Jesu, meines Lebens Leben. 317. Womit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott. Denn ich kann mit nichts er⸗ reichen deine Gnad und Liebes— eichen. Tausend-⸗, tausendmal feidir,großer König, Dantdafür. 2. Herr, entzünde mein Ge⸗ müte, daß ich deine Wunder⸗ macht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gna⸗ dengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend-⸗, tausendmal ꝛc. 3. Denk ich, wie ich dich verlassen und gehäufet Schuld auf Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen vor der Lang⸗ mut und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen hast ge— tragen mit Erbarmen. Tau⸗ send⸗, tausendmal ꝛc. 4. Ach ja, wenn ich über— lege, mit was Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, noch den Grund hier zu ergründen. Tausend-⸗, tausendmal ꝛc. ö 5. O, wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Sünden⸗ höhle möchte zu den Wunden fliehn, die mich ausgesöhnet lahen. und mit Kraft zum Leben aben. Tausend-⸗, kmendmal c. 6. Ba nit Leid nein Go Hetze zu Iu ergel gänzliche an dein Vusend 7. V Ind gibe nltzlich auch geli jeder ingenom höchste y end⸗, tl 8. M flügen in den T Wunderb auch all doch de Muusend 144. mal mel legleiter farkes genich hin en msendr 10 iiziiget Hütigke Mr 06 Iuund Gest n müssen sterben, 5 Kbens Wön it soll ich dich wohl loben, ebaothꝰ Sende oben deines mein Gott. mit nichts er⸗ ad und Liebes⸗ d⸗tausendmal lig, Dankdafür. ünde mein Ge⸗ eine Wunder⸗ sade, Treu und ebe Tag und n deinen Gna⸗ und Seele Tausend⸗, wie ich dich häufet Schuld möcht ich vor vor der Lang⸗ d, womit du, rmen hast ge⸗ armen. Tau⸗ .„ venn ich über— 3 Lieb un durch so vill ch geführt di weiß ich kein och den Gund 0 Dausend⸗ gast du meine icht zu dir z der Sünden⸗ 380 Wunden Lob und Dank. 6. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausend⸗, tausendmal ꝛce. 7. Wie ein Vater nimmt und gibet, nach dem's Kindern nützlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr mein Gott, zu jeder Frist und dich meiner angenommen, wenns aufs höchste war gekommen. Tau⸗ send⸗, tausendmal ꝛc. 8. Mich hast du auf Adlers— flügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich. Schien auch alles zu zerrinnen, ward 590 deiner Hilf ich innen. Tausend⸗, tausendmal ꝛc. 9. Fielen tausend mir zur Seiten und zur Rechten zehn— mal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer, daß den Nöten, die mich drangen, ich jedennoch bin entgangen. Tausend⸗ tausendmal ꝛc. 10. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit, und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit, und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tau⸗ send⸗, tausendmal ꝛc. 11. Tausendmal sei dir gesungen, Herr mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß 209 es mir bisher gelungen! Ach, laß meines Lebens Gang ferner noch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten; da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. L. A. Gotter, 1661- 1788. Eigene Melodie. 318* Wunderbarer Kö⸗ nig, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen. Deine Vatergüte hast du lassen triefen, ob wir schon von dir wegliefen. Hilf uns noch, stärk uns doch; laß die Zunge singen, laß die Stimm erklingen. 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Thaten, mehr als aller Menschen Staaten! Großes Licht der Sonnen, sende deine Strahlen, die das große Rund bemalen! Lobet gern, Mond und Stern, seid bereit, zu ehren einen solchen Herren! 3. O du meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine Glaubenslieder; was den Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub dar⸗ nieder. Er ist Gott Zebaoth, er ist nur zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den erren Jesum liebet; Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergibet. O wohl dir, glaube mir; ewig wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Joachim Neander, 1650—1680. 14 Morgenlieder. c. Lieder für besondere Zeiten und Stände. 1. Morgenlieder. Eigene Melodie. 319 us meines Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein Leben lang, o Gott, in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren durch Christum unsern Herren, dein eingebornen Sohn: 2. Daß du mich hast aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Not und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vors Teufels List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur und Wassersnot vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem, schnellem Tod. 4. Mein Seel, mein Leib, mein Leben, mein Ehr und Gut bewahr; dir will ich übergeben jetzund und immer⸗ dar als dein Geschenk und Gab mein Eltern und Ver⸗ wandte, Gefreundte und Be⸗ kannte und alles, was ich hab. 5. Dein Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der Feind allhier in diesem Jammerthal sein Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe und bring mich nicht zu Fall. 6. Gott will ich lassen raten, der alle Ding vermag; er segne meine Thaten, mein Vornehmen und Sach. Ihm hab ichs heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben, er machs, wies ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott wird es allzusammen in Gnaden sehen an; und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott beschieden in meim Beruf und Stand. Johann Mathesius(2) 1504—- 1565. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 320. Das walte Gott, Mit Gott fang ich mein Arbeit an, mit Gott nur geht es fiü glücklich fort, drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes An⸗ gesicht, drum auch mein Mund mit Freuden spricht: Das walte Gott! 3. S⁵ 30 kann i. nicht gibet Ibt und! drum spr gutes Mut 4. Wi Hhen hier Tun dafü werf ich ig inen Ans walt lt nützl der helfen kann! 5. Anf dem End Odttes H ih auch; Malte Go 6. Le⸗ Gagen be Git und u jeder Y auch Mü wal 7. To Aberzag mit Got Stände. ethal sein Tüt übe, Leib und rübe und brinz Fall. ill ich lassen Ding vermag Thaten, mein d Sach. Ihn ugestellt; mei el, mein Leben Herrn ergeber, ihm gefällt so sprech ich ifle nicht daran, allzusammen in an; und stret nHand, gres mit Freuden, tt beschieden i nd Stand. 15 0 L50.-155 it der herlich Tag 3 walte Goth der helfen kann. ich mein Arbel nur drum ist auc es Wort: Das in Beginnen Werk eiforden Morgenlieder. 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts, wo Gott nicht gibet, da gebrichts; Gott gibt und thut mir alles Guts, drum sprech ich nun auch gutes Muts: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: Das walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nützlich ist, drum sprech ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnüget mir zu jeder Stund, drum sprech ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück, unverzagt! ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei, drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat, er gibt und nimmt, machts, wie er will, drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Not und gibt mir auch mein täglich Brot, nach seinem alten Vaterbrauch thut er mir Guts, drum sprech ich auch: Das walte Gott! 211 10. Ohn Gott nichts glückt und seine Gunst, nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst; mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: Das walte Gott! 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid, laß hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freude an: Das walte Gott! 12. Thu ich denn was mit Gottes Rat, der mir bei⸗ stehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß; drum sprech ich nochmals zum Be— schluß: as walte Gott! Joh. Betichius, 1650— I722. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 321. Das walt Gott Vater und Gott Sohn, Gott heilger Geist im Himmelsthron. Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht, wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh in rechter An— dacht meine Knie und ruf zu dir mit heller Stimm: Dein Ohren neig, mein Red ver⸗ nimm. 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig hast behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Frieden zugebracht. —0 212 Morgenlieder. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut, laß deine lieben Engelein mein Wächter und Gefährten sein. 5. Dein Geist mir Leib und Seel regier und mich mit schönen Gaben zier, er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gib Gnad, daß ich mein Werk und Pflicht mit Freuden diesen Tag verricht zu deinem Lob uud meinem Nutz und meinem Nächsten thue Guts. 7. Hilf, daß ich zu regieren wiss' mein Augen, Ohren, Händ und Füß, mein Lippen, Mund und ganzen Leib, all bös Begierden von mir treib. 8. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich, vom Übel abgewandt, mein Seel mit Sünden nicht be⸗ schwer und mein Gewissen nicht versehr. 9. Behüt mich heut und allezeit vor Schaden, Schand und Herzeleid, tritt zwischen mich und meine Feind, die sichtbar und unsichtbar seind. 10. Mein Aus⸗ und Ein⸗ ang heut bewahr, daß mir Len Übel widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod und hilf mir, wo mir Hilf ist not. Martin Behm, 1557— 1622. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 322 Des Morgens, wenn ich früh aufsteh, und abends, wenn ich schlafen geh, sehn meine Augen, Herr, auf dich, Herr Jesu, dir be⸗ fehl ich mich. 2. In den heilgen fünf Wunden dein da kann ich ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab und Gut; mein Schutz ist dein heiliges Blut. 3. Denn, o Herr Christ, am Kreuzesstamm dein heilges Blut die Sünd hinnahm, drum ich wach oder schlafe ein, wollst du, Herr, allzeit bei mir sein. 4. Dein Engel mir stets halten Wacht, drum weder Feind noch Tod ich acht; denn wo ich bin, bist du bei mir; mein Glück und Kreuz kommt all von dir. 5. Ich leb, ich sterb, so bin dein; darum ich dir die eele mein befehle jetzt und auch im Tod: nimm sie zu dir, o treuer Gott. Unbekannt, 1593. Eigene Melodie. 323.* Die güldne Sonne voll Freud und Wonne bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herz⸗ ö erquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder die lagen darnieder, aber nun hn ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Gott erbau and uns 3 Vermögen groß, und dann soller sie mit F geshieden Hegänglich 9. Lass. Schöpfer Haben; w olles sei E scht. Die UsreGemi sind Beil a Welcher ehgeht. 4. Abe sene So — — = Scgen, menes A Ml Wchrstl Morgenlieder. 2. Mein Auge schauet, was Bott erbauet zu seinen Ehren ind uns zu lehren, wie sein Bermögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen zann sollen hinkommen, wann se mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erde bergänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und 213 Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald die Lüfte des Todes drein wehn; alles in allen muß brechen und fallen, Himmel und Erden die müssen das werden, was sie gewesen vor nit Leib und ind Gut; mein heiliges Blut o Herr Chrisz Gaben; was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer ge⸗ setzt. Die besten Güter sind den hal unsre Gemüter, dankbare Lieder 243591 0 9ee sind Weihrauch und Widder, Gareh, wul un welchen er sich am meisten Heen Iergetzt. it bei mit sel 4 Abend und Morgen sind ugel mit st seine Sorgen; segnen und „drum wos mehren, Unglück verwehren dich acht: den sind seine Werke und Thaten ist du bei mi, allein. Wenn wir uns legen, d Kreuz komul so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, 10 läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit ihrem Bestehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken, seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, ver⸗ gib und schone! Laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein ab⸗ gewandt. Sonsten regiere ich strb, so hif um ich dir di Schein. mich, lenke und führe, wie efehle jeht in: 5. 100 hab erhoben zu dir dirs gefället, Hanh gestellet nimm sie zu hoch droben all meine Sinnen, alles in deine Beliebung und laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Hand. 10. Willst du mir geben, tt. Unbelannt, 1598. 555 Laster und Schande, des womit mein Leben ich kann Melodie. Satanas Bande, Fallen und ernähren, so laß mich hören iegüldneSonm Tücke treib ferne zurücke; laß allzeit im Herzen dies heilige vpollzrendund mich auf deinen Geboten be⸗ Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste, Gott ist das Süßte und Allerge⸗ wißte, aus allen Schätzen der edelste Hort. illst du mich kränken, unsern Grenzen stehn. ö inzen ein ha 6. Laß mich mit Freuden lilichs Licht ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nähesten 11. lich Haus. Geiziges Brennen, mit Galle tränken, und soll iuitmenon. unchristliches Rennen nach von Plagen ich auch was , 214 Morgenlieder. tragen, wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, der du nie teinen zu sehr hast betrübt. 12. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes Sausen leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille hab ich zu'rwarten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt, 1607-1676. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, oder: Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 324 ie helle Sonn 5 leucht jetzt her⸗ für, fröhlich vom Schlaf auf⸗ stehen wir; Gottlob, der uns heut diese Nacht behütet vor des Feindes Macht. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt; laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter sein. 3. Daß unser Herz gehorsam leb, deim Wort und Will nicht widerstreb, daß wir stets wandeln deine Bahn in allem, was wir fangen an. 4. Laß unser Werk geraten wohl, das ein jeder ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. Nik. Herman, 1 1561. Mel.: O, daß ich tausend Zungen hätte. 325 Ein neuer Tag, ein neues Leben geht mit der neuen Woche an, Gott will mir heut aufs neue geben, was mir sonst niemand geben kann; denn hätt ich seine Gnade nicht, wer gäbe mir sonst Trost und Licht? 2. Ich grüße diesen lieben Morgen und küsse Gottes Vaterhand, die diese Nacht so manche Sorgen in Gnaden von mir abgewandt. Ach Herr, wer bin ich Armer doch! Du sorgst für mich, ich lebe noch. 3. Nun, das erkennet meine Seele und gibt sich selbst zum Opfer hin; doch weil ich noch in dieser Höhle mit Not und Tod umgeben bin, so weich auch heute nicht von mir, denn meine Hilfe steht bei dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in deinem Namen blühn. Ach, laß mich nicht am Sündenjoche mit meinem Fleisch und Blute ziehn; gib deinen Geist, der mich regier und nur nach deinem Willen führ. 5. Soll ich mein Brot mit Kummer essen, so laß es doch gesegnet sein, und was du sonsten zugemessen, das richte mir zum besten ein. Ich bitt um keinen Überfluß, nur was ich nötig haben muß. 6. So thue nun, mein Gott, das Deine und laß mich auch das Meine thun; behüte beides, groß und kleine, daß sie auf dener Huld en jedes di vapnügt b. Benj. 05 Wter, Soh der es Ta werden, S. scheinen h Hand die Rrinnen ist 2. Gott Herzen, de Nacht vor Ind Schn und bewa Heindes L worden is 3. Laß Zünden 4. Hil Norgen nagundf ö wenn ins erse nicht, ich ö 5. Fü lelte mei Vort; heute nein H. ir allei ahret 6. N ö Setle f. Morgenlieder. 215 end zungenhün. deiner Huld beruhn, und daß Verstand, großer Gott, ich dir euer Tag en ein jedes diesen Tag mit dir befehle unter deine starke Hand. ies Leben gh vergnügt beschließen mag— Herr, mein Schild, mein Ehr Woche an Venj. Schmolg, 1672—11er. und Ruhm, nimm mich auf, eut aufs nou dein Eigentum. sonst niemand Eigene Melodie. 7. Deinen Engel zu mir enn hätt it 326* Gott des Himmels sende, der des bösen Feindes ht, wer gähe und der Erden, Macht, List und Anschläg von und Liht? Vater, Sohn und heilger Geist, mir wende und mich halt in diesen lieb. der es Tag und Nacht läßt guter Acht, der auch endlich lisse Gots. werden, Sonn und Mond uns mich zur Ruh trage nach dem diese Nacht v. scheinen heißt, dessen starke Himmel zu. n Gnaden von Hand die Welt und was Heinrich Albert, 16041668. Ach Hen, drinnen ist, erhält: zer doch! Du 2. Gott, ich danke dir von ich lebe noch Herzen, daß du mich in dieser erlemet ment. Nacht vor Gefahr, Angst, Not Eigene Melodie. 327 Kon wird die Nacht der Sünden nicht und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hilf und Rat ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Ge⸗ verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen bald zerrinnen, darin ich verwickelt bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden lichte werden, Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe, Jesu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten führ. ö mein Brot mit la0 es doc richt, ich davor erschrecke nicht. so ermatten, weil du mir so 0 33 d0 5. Führe mich, o Herr, und ferne bist. Ind„ uhe. leite meinen Gang nach deinem 4. Wir sind ja der Nacht sen,. hit. Wort; sei und bleibe du auch entnommen, da du kommen; 4720 0 heute mein Beschützer und aber ich bin lauter Nacht. luß, nur mein Hort; nirgends als bei Darum wollst du mir, dem muß dir allein kann ich recht be⸗ Deinen, auch erscheinen, der mich auch wahret sein. nach Licht und Rechte tracht. 5mih„ 6. Meinen Leib und meine 5. Laß doch nicht den Geist Seele samt den Sinnen und der Seelen sich so quälen, 216 Morgenlieder. zünd dein Feuer in mir an; laß mich finstres Kind der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 6. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein! 7. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein klares Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 8. Jesu, gib gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an; denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christ. Friedr. Richter, 1676—1711. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. 328 In Gottes Namen 8 fang ich an, was mir zu thun gebühret; mit Gott wird alles wohlgethan und glücklich ausgeführet; was man in Gottes Namen thut, ist allenthalben recht und gut und kann uns auch gedeihen. 2. Gott ists, der das Ver⸗ mögen schafft, was Gutes zu volhrhngen Er gibt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk gelingen, daß uns ein reicher Zug entsteht und dergestalt zur Nahrung geht, daß wir Genüge haben. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht und bleibt auf seinen Wegen, der wird ja leichtlich reich gemacht durch Gottes milden Segen; da wird der Fromme froh und satt, daß er von seiner Arbeit hat auch Armen Brot zu geben. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; der bösen Welt ihr Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihre Stadt, ihr Land und füllet sie mit Freuden. 5. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, 5 mir in meinen Werken; laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken. Gib dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich thu, ererbe deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freuden, auf daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei und meinen Nächsten liebe. 7. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir; die Werke meiner Hände befehl ich, liebster Heiland, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gib, daß ich ur Abendzeit erwünschten ohn empfange. Sal. Liscow, 1640- 1689. Ml.: I 20.N hebe Ge Herr hört schsing ih 2. Mie ohle Mac u Friede Acerheit sür die Y 3, We⸗ han mir Lben zul Rlin Bl udshütz 4. Ve este Pfl Ualn Iu sein wec . Du Hem der Muadi seie Retter Wenn 6 nach Gottes nd bleibt auf der wird in gemacht durch Segen; da me froh und seiner Arbeit Brot zu geben der Frommen hn, er krönet n; der bösen ind Hohn kann shaden Gott iner Hand, er adt, ihr Land nit Freuden. um, Herr Ies mir in meinen hu mit deiner meiner Atbei dein Gedeihen ich in allen, ererbe deinen ich durch deinen üßiggang Was du mi schehnit lub a5 ich dir mit f dein Gebot und meinen Morgenlieder. Mel.: Ich dank dir schon durch deinen Sohn. 329. Meg erst Gefühl sei reis und Dank, erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing ihm, meine Seele. 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht lag ich und schlief in Frieden; wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß i sanften Nacht Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. mich dieses ch nach einer 217 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue. 10. Daß ich als ein getreuer Knecht Wir deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe. 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit schend, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Dehni keit, wenn du gebeutst, eihtieße Chr. Fürchtegott Gellert, 1715 1769. Eigene Melodie. 330 Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen, laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar. 3. Gib, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei entstandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 218 4. Laß uns ja das Sünden⸗ kleid durch des Bundes Blut vermeiden, daß uns die Ge⸗ rechtigkeit mög als wie ein Rock bekleiden, und wir so vor aller Pein sicher sein. 5. Ach, du Aufgang aus der Höh, gib, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh und entfernt von aller Plage sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 6. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnaden⸗ sonne, führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Ch. Knorr v. Rosenroth, 1636-1689. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, oder: Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 331 O heilige Dreifaltig⸗ keit, o hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn, und heilger Geist, heut diesen Tag mir Beistand leist. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr und mich der Satan nicht verletz noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, des Sohnes Weis⸗ heit mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein. 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei! O mein Erlöser, hilf mir frei! O Tröster wert, Morgenlieder. weich nicht von mir, mein Herz mit werten Gaben zier! 5. Herr, segne und behüte mich; erleuchte mich, Herr, gnädiglich; Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt. Martin Behm, 1557—1622. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 332 O Jesu, süßes Licht, — nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen, nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufge⸗ weckt und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad ein— senken, mit Leib, mit Seel, mit Geist heut diesen ganzen wail das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele, sie sei dein Eigentum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebeskraft; da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus, ach allerliebstes Leben! Ach, wohn, ach, leb in mir, beweg und rege mich; so hat Geist, Seel und Leib mit dir ver⸗ einigt sich. 5. D die Hle meiner nis ein Glauber Lahtigle dad rech 6. M nit We nit Ke dulch d luch mi alleme ohlgef angetha — in n mir, mein n Gaben zier! ne und behüte mich, Herr, . heb auf mich und deinen ch richt. ym, 1557—1622. u frommer Gott. su, süßes Licht, in ist die Nacht m hat dein ufs neue mich ist, was an Schlafe aufge⸗ mn in Begier gestrectt ich dir denn tt, für Opfer vill mich ganz ne Gnad ein⸗ b, mit Seel, diesen ganzen ein Opfet sein, ichts vermag he da, mein meine Seele, ntum, mit ihr le in deiner ast du meinen vollst du dich eis Morgenlieder. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget. Laß meiner Seele sein dein Bild— nis eingepräget in güldnem Glaubensschmuck, in der Ge— rechtigkeit, die allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld durch deines Geistes Triebe; auch mit der Demut mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 7. Bleib du mir diesen Tag stets vor den Augen schweben, laß dein Allgegen⸗ wart mich wie die Luft um— geben, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach, segne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch eines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigentum. Joachim Lange, 1670—1744. Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren. * ach auf, mein 333. Wonz undsinge dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter. 2. Heint,“) als die dunkeln Schatten mich ganz umgeben Anmerkung.*) Heute Nacht. 219 hatten, hast du, o Gott, ge⸗ wehret, daß mich kein Leid versehret. 3. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, Trotz dem, der dich betrüge! schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort, Herr, ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen; von Not bin ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben, hier bring ich meine Gaben; mein Weihrauch und mein Widder sind mein Gebet und Lieder. 6. Die wirst du nicht ver⸗ schmähen, du kannst ins Herze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Bessres habe. 7. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten; hilf selbst das Beste raten; den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum besten wende. 9. Mit Segen mich be⸗ schütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt, 1607—1676. Tischlieder. 2. Tischlieder. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 334 Bescher uns, Herr, das täglich Brot; vor Teurung und vor Hungers⸗ not behüt uns durch dein lieben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron. 2. O Herr, thu auf dein milde Hand, mach uns dein Gnad und Güt bekannt; er⸗ nähre uns, die Kinder dein, der du speis'st alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, drum unsre Bitt, fler auch vernimm. Denn aller Ding du Schöpfer bist und allem Vieh sein Futter gibst. 4. Gedenk nicht unsrer Missethat und Sünd, die dich erzürnet hat; laß scheinen dein Barmherzigkeit, daß wir dich lobn in Ewigkeit. 5. O Herr, gib uns ein fruchtbar Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr; vor Teurung, Hunger, Seuch und Streit behüt uns, Herr, zu dieser Zeit. 6. Du unser lieber Vater bist, weil Christus unser Bruder 1 drum trauen wir allein auf dich und wolln dich preisen ewiglich. Nik. Herman, 1 1561. Eigene Melodie. 335 Nun laßt uns Gott dem Herren Dank sagen und ihn ehren von wegen seiner Gaben, die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein uns geben, dieselben zu bewahren thut er nie etwas sparen. 3. Nahrung gibt er dem Leibe, die Seele muß auch bleiben, wiewohl tödliche Wunden sind kommen von der Sünden. 4. Ein Arztist uns ge⸗ eben, der selber ist das Leben: hristus, für uns gestorben, der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unfall, der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Dur——0 ist uns ver⸗ eben die Sünd, geschenkt das zeben; im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, daß sie hinfort behüte die Großen mit den Kleinen, du kannsts nicht böse meinen. 8, Erhalt uns in der Wahrheit, gib ewigliche Frei⸗ heit, zu preisen deinen Namen durch Jesum Christum! Amen. Ludwig Helmbold, 1532—1596. Ml. S 336. öste d huch Haben, Haben, d Leben Nahrun ulich die Him Nel. cet: Her 0⁷. lodie. aßt uns Gott Herren Dank ehren von ben, die wir „die Seel, r allein uns zu bewahren sparen. gibt er dem e muß auch hl tödliche ommen von ist uns ge⸗ st das Leben: 18 gestorben, erworben. „sein Tauf dient wider heilge Geist uns darauf ist uns ver⸗ ehenkt das el solln wir roße Gaben! deine 25 hehüte die 211 du meinen. 5 in dar gliche Fre E tum! Amen. 16392—1096, Abendlieder. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 336 Speis uns, Vater, 5 deine Kinder, tröste die betrübten Sünder, sprich den Segen zu den Gaben, die wir jetzo vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Joh. Heermann, 1585— 1647. Mel.: Vom Himmel hoch, oder: Herr Gott, dich loben alle wir. 337 ir danken Gott für seine Gab'n, 221 die wir von ihm empfangen hab'n, und bitten unsern lieben Herrn, er woll hinfort uns mehr beschern. 2. Er woll uns speisen mit seim Wort, daß wir satt werden hier und dort; ach, lieber Gott, du wollst uns geb'n nach dieser Zeit das ewge Leb'n. 3. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns'r Gast gewesen bist; bleib du bei uns, so hats nicht not, du bist das rechte Lebensbrot. Unbekannt, 1589. 3. Abendlieder. Mel.: Unerschaffne Lebenssonne. 338 Ach mein Jesu, sieh, ich trete, da der Tag nunmehr sich neigt und die Finsternis sich zeigt, hin zu deinem Thron und bete. Neige du zu deinem Sinn auch mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn ge⸗ schwinde wie ein Ffeil zur Ewigkeit, und die allerlängste Zeit saust vorbei als wie die Winde, fließt vorbei als wie ein Fluß mit dem schnellsten Wasserguß. 3. Und, mein Jesu, sieh, ich Armer nehme mich doch nicht in acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich suchte; mein Erbarmer, mancher Tag geht so dahin, da ich nicht recht wacker bin. 4. Ach, ich muß mich herz⸗ lich schämen, du erhältst, du schützest mich Tag und Nacht so gnädiglich, und ich will mich nicht bequemen, daß ich ohne Heuchelei dir dafür recht dankbar sei. 5. Nun ich komme mit Ver⸗ langen, o mein Herzensfreund: zu dir: neige du dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr vergangen; sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. 6. Laß mich meine Tage zählen, die du mir noch gönnen 222 willt; mein Herz sei mit dir erfüllt, so wird mich nichts können quälen; denn wo du bist Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. 7. Nun, mein teurer Heiland, wache, wache du in dieser Nacht; schütze mich mit deiner Macht; deine Liebe mich anlache. Laß mich selbst auch wachsam sein, ob ich gleich jetzt schlafe ein. Levin Joh. Schlicht, 1681—1728. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 339. Christ, der du bist der helle Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag; du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. 2. Ach lieber Herr, behüt uns heint in dieser Nacht vorm bösen Feind und laß uns in dir ruhen fein und vor dem Satan sicher sein. 3. hun dns Ser onmaer ein, so laß das Herz doch wacker sein; halt über uns dein rechte Sünd daß wir nicht falln in ünd und Schand. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des Teufels List, der stets nach unsrer Seele tracht, daß er an uns hab keine Macht. 5. Sind wir doch dein er⸗ erbtes Gut, erworben durch dein teures Blut, das war des ewgen Vaters Rat, als er uns dir geschenket hat. Abendlieder. 6. Befiehl deim Engel, daß er komm und uns bewach, dein Eigentum, gib uns die lieben Wächter zu, daß wir vorm Satan haben Ruh. 7. So schlafen wir im Namen dein, dieweil die Engel bei uns sein. Du heilige Dreieinigkeit, wir loben dich in Ewigkeit. Erasmus Alberus, c. 1500—-1558. Eigene Melodie. 340 Der lieben Sonne Licht und Pracht hat nun den Tag vollführet, die Welt hat sich zur Ruh gemacht, thu, Seel, was dir gebühret, tritt an die Himmels—⸗ thür und bring ein Lied herfür; laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein gerichtet hin. 2. Ihr hellen Sterne leuchtet wohl und gebet eure Strahlen, ihr macht die Nacht des Lichtes voll, doch noch zu tausend Malen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schatz, mein Schutz, mein Eigentum. 3. Der Schlaf zwar herrschet in der Nacht bei Menschen und bei Tieren, doch einer ist, der oben wacht, bei dem kein Schlaf zu spüren. Es schlum⸗ mert, Jesu, nicht dein Aug, auf mich gericht, drum soll mein Herz auch wachend sein, daß Jesus wache nicht allein. 4. Bar shlechte I sing st kein I blnng ihUhann, ml Es Hemeint, Iueund. 5. M Hette gel hefehlen, Schuhe Hstten! slcchte k licht den Whu schl uieder a 6. S Wer sck Hest mn sch mei es sein ich mit Ulfen 1 Ru, d Luch bir I. 9 dih zu Ind stil shließt Hotte des mi lin deir uht Ny, M., 34l habe eim Engel daß uns bewach gib uns die zu, daß wir ben Ruh. sen wir im weil die Engel Du heilige ir loben dich „C. 1500—1558. Relodie. lieben Sonne cht und Pracht ag vollführet, ich zur Ruh Zeel, was dit die Himmels⸗ n Lied herfür; u, Herz und sein gerichtet terne leuchtet ure Strahlen. ht des Lihte zu tausend eller in mein Himmelbkemz heiner Secle Schatz, mein gentun. hwarherrcht 6i Menschen doch einer ist bei dem kein Cs schlun⸗ den Aug wun— nachend sein, Abendlieder. 4. Verschmähe nicht dies schlechte Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach nimm es gnädig an! Es ist doch herzlich gut gemeint, o Jesu, meiner Seele Freund. 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen, du wirst, mein Schutzherr, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Not, auch selber nicht den Tod; denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freude wieder aufersteht. 6. So oft die Nacht mein Ader schlägt, soll dich mein Geist umfangen; so vielmal sich mein Herz bewegt, soll dies sein mein Verlangen, daß ich mit lautem Schall möcht rufen überall:„Ach Jesu, Jesu, du bist mein, und ich auch bin und bleibe dein.“ 7. Nun matter Leib, gib dich zur Ruh und schlafe sanft und stille; ihr müden Augen, schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille. Schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So wird der Schluß recht wohl gemacht. Nun Jesu, Jesu, gute Nacht! Chr. Seriver, 1629—1698. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. er Sabbat ist 341. D vergangen, 0 habe mein Verlangen na 223 Herzenswunsch erfüllt; Gott hat mich unterweiset, mit Lebensbrot gespeiset und meiner Seele Durst gestillt. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen; drum leg ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruh; denn allen Sünden⸗ schaden deckt Jesus nun in Gnaden mit seinem Purpur⸗ mantel zu. 3. O du dreieinigs Wesen, mein Geist ist schon genesen, weil ich dein Tempel bin; ich habe Licht vom Lichte, dein leuchtend Angesichte treibt alle Finsternisse hin. 4. Du wirst schon bei mir wachen und eine Sonne machen auch mitten in der Nacht, bis bei den Cherubinen ein Sonn⸗ tag ist erschienen, der alle Nacht zu schanden macht. 5. Ich schlafe ganz ver⸗ gnüget; denn wo mein Herze lieget, da ist der Engel Heer. Mich stört kein Weltgetümmel; es trãumt mir nur vom Himmel: ach, wer doch nur bald droben wär! Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel.: Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet. 342 Der Tag ist hin, * mein Jesu, bei mir bleibe, o Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe, geh auf in mir, Glanz der Gerechtig⸗ keit, erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 224 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen! Dir sei die Ehr, daß alles wohlgelungen nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht ver⸗ steh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, was mich empfindlich quälet: Beständig⸗ keit im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, o Herzens⸗ kündiger, ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergib es, Herr, was mir sagt mein Gewissen; Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen; es ist mir leid, ich stell mich wieder ein, da ist die Hand: du mein und ich bin dein. 5. Israels Schutz, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte; bewahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen. O Lebens⸗ sonn, erquicke meinen Sinn. Dich laß ich nicht, mein Fels. Der Tag ist hin. Joach. Neander, 1650—- 1680. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 343 err, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich Abendlieder. singe, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüte freu ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil ich der Ruh entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein, in deine Hände befehl ich Vater, meinen Geist. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: Werde munter mein Gemüte. 344 H err, es ist von meinem Leben wiederum ein Tag dahin. Lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mirs auch helber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in allen Cachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen sat, denn Zunden in Iud That, jetzun Hnd und Id oft z slber nicht 9. Aber Aulden, Hauld. J Iagden; d Shuld. 3 Hal Werde Will ich sstig mel 4 Heili u der 8 * decke Rte, aut Re bei. Uchter au 5 Haus llc den Rlück d 9. Ste Kͤten, di ruhn, iat und u Rnd a ahhretken aun erwe . Her cht unt hend Wi ag mun sler Hii sistemn Nude Wa — du heut an dem Gemüte ner Güte, ich r. Du gibst äre, Gedeihn ind j cchafft in mit. he Ruh der eines Wun n Leben gehn, 140 im el offen und Glaubens an wen ich ihe mich im 9. Gott, mein der Schuld bei dir in dem Himmel einem Segen, ang Preist! Mein nde ist dein, befehl ich eis. , 171— 59. mein Gemi lüte. 165 ist von inem Leben Dog dahin. chtung geben, aun bin: 99 0 0 than, —85 31 4 machen. du manhes licht ge fallen Abendlieder. hat, denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, und vom Morgen bis jetzund pfleget Herze, Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ich selber nicht kann zühlen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld. Ich bin freilich schwer beladen; doch vergib mir alle Schuld. Deine große Vater— treu werde diesen Abend neu; so will ich noch deinen Willen tünftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte, auch d Dan Engel steh mir bei. Lösche Feur und Lich ter aus und bewal gre selbst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun; sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und verhindere die That; wend auch alles andre Schrecken, das der Satan kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird, denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der sinstern Nacht über seine Herde wacht; darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 346. S 225 7. Laß mich denn gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann, 1648—1715. Mel.: Herr Jesu Christ, uns wend. 345 m ist der 7 Sonne Schein, die finstre Nacht bricht stark herein; louch. uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern. wandeln nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Schad, Gefahr und mancher Plag durch deine Engel hast behüt aus Gnad und väterlich er Güt. 3. Womit wir hab' n er⸗ zürnet dich, dasselb verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu; laß uns schl 2—— in Fried und Ruh. 4. Durch dein Engel die Wacht bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst 12 Feuersnot behüt uns heint, o lieber Gott. Nik. Herman, 1 1561. dich zu Mel.:—5 meine Freude. Hitte deiner Schafe, 2 der von keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Hüte den ver⸗ Sei die Nacht 15 Schild und gangnen Tag. 226 auch auf der Wacht, und laß mich von deinen Scharen um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Ge⸗ wissen sei mein Ruhelissen; drum vergib die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben; sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vater⸗ armen ohne Sorgen ein. Du bei mir und ich bei dir, also sind wir ungeschieden, und ich schlaf im Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein. Decke zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Graun erwecken, noch der Satan schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnot, so will ich nicht wider dich; lieg ich nur in Jesu Wunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich thue in vergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, o du Hüter du! Gute Nacht! Abendlieder. Nimm mich in acht; und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benj. Schmolck, 1672—-1737. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 347 un ruhen alle 7 Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Somne fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun ver⸗ gangen, die Auleven Sternlein prangen am blauen Himmels⸗ saal: also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammer⸗ thal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterb— lichkeit; die zieh ich aus: da— egen wird Christus mir an⸗ egen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sündenarbeit frei. 6. Nun 6 Hlider, gel ah nieder, (gehrt: es ud Zeiten Ind bereite Hatlein in! . Mein Wussen, im Hossen, wo Nd Seel?! Iden, se Shaden, du Kinael. . Breit lde, o Je nd nimm Aul Satan laß die l Kind f. 9. Auch Aben, sol Tiben kein! Hott laß euch d Uums Bett Shar. Paul Ei der: Lob — — . —. und erleb „wirst du 1672-3r. dich lassen. ühen alle der, Vieh, nd Felder, Velt ihr „ auf, auf, was eurem t. „ Sonne, t hat dich acht, des hin, ein in Igsus, r hell in int. nun ver⸗ Sternlein Himmels⸗ auch stehen, ißen gehen m Jammer⸗ t nun zur Kleid und der Sterb⸗ aus: da⸗ 3 mir an⸗ Chr und Abendlieder. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt: es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn ver— drossen, im Nu sind sie ge⸗ schlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Jsrael. 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein; will Satan mich verschlingen, so laß die Englein singen: dies Kind soll unverletzet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heinte nicht be— trüben kein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Helden Schar. Paul Gerhardt, 1607—1676. Eigene Melodie, oder: Lobt Gott, ihr Christen. 348.* Nun sich der Tag 9 eendet hat und 227 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser schwarzen Nacht, und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an, doch aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 5. Den setz ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vors Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euren Lauf; ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur auserwählten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, du Herr Gott Zebaoth, im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. Joh. Fr. Herzog, 1647—1699. keine Sonn mehr scheint, schläft. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. alles, was sich abgematt, und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfst noch schlummerst nicht; die Finster⸗ nis ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 349 Treuer Jesu, wache * du, weil ich jetzund will einschlafen. Gib mir und den Meinen Ruh, bleib, o Hirte, bei den Schafen, schließ die Thüre selber zu, treuer Jesu, wache du. * 15 228 2. Treuer Jesu, weiche nicht, sonst wird Grauen, Furcht und Schrecken, das oft mit der Nacht einbricht, uns viel Ach und Weh erwecken. Bleib bei uns mit deinem Licht, treuer Jesu, weiche nicht. 3. Treuer Jesu, steh uns bei, daß in uns der Geist und Glaube, wenn wir schlafen, wacker sei, und kein Feind uns solchen raube. Deine Hilfe mach uns frei; treuer Jesu, W. uns bei. Treuer Jesu, wenn es 1— einmal mit mir kommt zum Sterben, so bring mich zu deiner Ruh, mache mich zum Himmelserben, schließ mir selbst die Augen zu; treuster Jesu, hilf mir du! 5. Treuer Jesu, nimm zu dir endlich mich und all die Meinen. Wenn der Tag nun bricht herfür, da du selber wirst erscheinen, führ uns durch die Himmelsthür, liebster Jesu, ein zu dir. Unbekannt, 1697. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. H nsre müden Augen-— 350. Uinder schließen sich jetzt schläfrig zu, und des schon die Abendruh; denn die trüb und finstre Nacht hat die Sterne aufgestecket. 2. Ach bedenk, eh schlafen, du o meines Leibes Netz umdecke, Leibes matte Glieder grüßen Traum mich schrecke. wachen für und für, Abendlieder. Gast, ob du den, der dich er⸗ schaffen, heute nicht erzürnet hast Thu, ach thu beizeiten Buß, geh und falle ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen, daß ich diesen T Tag Wedenen anders, als du mir befohlen; ja, ich habe nicht betracht meines Lebens Ziel und Zweck, habe gleichfalls deinen Weg schändlich, o mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Sünde Straßen. 4. Ach Herr, laß mich Gnad erlangen, gib mir nicht ver— dienten Lohn; laß mich deine Huld umfangen, sieh an deinen lieben Sohn, der für mich genug gethan; Vater, nimm den Bürgen an; dieser hat für mich erduldet, was mein Unart hat verschuldet. 5. Sende deiner Engel Scharen als zur Wache mir herab, meine Seele zu be— wahren, daß des Todes finstres Grab, daß das Ubel, so bei Nacht unsern Leib zu fällen tracht, mich nicht mit dem noch ein böser 6. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, in dir schlaf des hellen Tages Pracht in ich sanft und wohl; der tiefen See verdecket und gib mir an Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir bis die Morgenrö von dem! 7. Val höhe, de Ind wert, Den Will herd uns uns unsre dene Gn IIs nicht iffuns, K 8 351. Ind ihr daß ihr die er h da er m vor so m durchsein hat besch 2. Lo uun herigt eit Verk 9e hor allen nancher Du weggetti 4400 K ahuhnd Vunder Unn v Hand e Vchlth weder mi Uufall der dich er⸗ icht erzürnet thu beizeiten falle ihm zu „daß er aus Strafe woll herr, dir ist ch diesen Tag „als du mir Rhabe nicht Lebens Ziel e gleichfalls dlich, o mein in gefolgt det iß mich Gnad ir nicht ver⸗ ß mich deine ich an deinen er für mich Zater, nimm dieser hat „ was mein uldet. einer Engl Wache mir Lele zu be⸗ odes finsttes lbel, o be Herr, ven in dir schla Abendlieder. Dnr dem 2 aufgehet und man x von dem Bett aufstehet. 7. Vater droben in der Höhe, dessen Nam uns teur und wert, dein Reich komm, dein Will geschehe, unser Brot werd uns beschert, und vergib uns unsre Schuld, schenk uns deine Gnad und Huld, laß uns nicht Versuchung töten, hilf uns, Herr, aus allen Nöten. Joh. Franck, 1618—-1677. Eigene Melodie. 351„erde munter, mein Gemüte, und ihr Sinne, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, die er hat gethan an mir; da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag durch sein gnadenreiches Walten hat beschützet und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barm⸗ herzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich hast bewahrt, auch die Feind hin⸗ weggetrieben, daß ich unbe⸗ schädigt blieben. 3. Keine Klugheit kann ergründen deine Güt und Wunderthat, ja kein Redner kann verkünden, was dein Hand erwiesen hat. Deiner Wohlthat ist zu viel, sie hat weder Maß noch Ziel; ja, du hast mich so geführet, daß kein Unfall mich berühret. 229 4. Dieser Tag ist nun vergangen, die betrübte Nacht bricht an, es ist hin der Sonne Prangen, so uns all erfreuen kann; stehe mir, o Vater, bei, daß dein Glanz stets vor mir sei und mein laltes Herz erhitze, ob ich gleich im Finstern sitze. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Misse⸗ that, die mein armes Herz beladen und so gar vergiftet hat, daß auch Satan durch sein Spiel mich zur Hölle stürzen will; da kannst du allein erretten, strafe nicht mein UÜbertreten. 6. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein, hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets in mir befinde. 7. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel schier; da ich mich so sehr betrübe, tröste mich mit deiner Liebe. 8. Schütz mich vor des Teufels Netzen, vor der Macht der Finsternis, die mir oft des Nachts zusetzen und erzeigen Kümmernis. Laß mich dich, o wahres Licht, immerdar verlieren nicht; wenn ich dich nur hab im Herzen, fürcht ich nicht der Seele Schmerzen. 9. Wenn mein Augen schon sich schliezen und ermüdet schlafen ein, soll mein Herz dennoch geflissen nur auf dich gerichtet sein; meine Seele mit Begier träume stets, o Gott, von dir, daß ich fest mit Seel und Leibe auch im Schlafe dein verbleibe. 10. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Ruh; alles Übel laß' ver⸗ schwinden, decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feind und Hausgenossen sein in deinen Schutz geschlossen. 11. Ach bewahre mich vor Schrecken, schütze mich vor Uberfall; laß mich Krankheit nicht aufwecken, treibe weg des Abendlieder. Krieges Schall; wend ab Feur und Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. 12. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat; Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schutz und Rat; und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja, es soll geschehen! Joh. Rist. 1607—1667. Mel.: O, daß ich tausend Zungen hätte. 352 So ist die Woche nun geschlossen, doch, treuer Gott, dein Herze nicht! Wie sich dein Segens⸗ quell ergossen, so bin ich noch der Zuversicht, daß er sich weiterhin ergießt und unauf⸗ hörlich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde; ich lobe dich, so hoch ich kann; ich rühme dich von Herzensgrunde für alles, was du mir gethan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weih— rauch ist. 3. Hat mich bei meinen Wochentagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so gabst du auch die Kraft zu tragen; zudem ist es voll Heil und Frucht durch deine Lieb, o Herr, zu mir, und darum dank ich auch dafür. 4. Nur eines bitt ich über alles, ach, du versagst mir solches nicht, gedenke keines Sündenfalles, weil mich mein Jesus aufgericht, mein Jesus, der die Missethat auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen, du brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder hast versprochen, daß er, wenn ihm die Sünd ist leid, nicht sterben, sondern nadenvoll als ein Gerechter eben soll. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen und will also j;;; den Wod und froh der Trost daß ich dein und sclig sein. 7. Doo zugenomm der Ewigk näher kom der lettei Stunde! mich zu d 8. Und früh aufs Mel.: Chri 353. Nsus hal ruf zum wirds w. JNesu mo Nsu schl deinen schaffen. 2. Mi sein, Jes woll dei allen No und bei Zur Seit List und bestreite 3. W i is, er wird end Zungen hith st die Woch m geschlosse t, dein Hen dein Segen⸗ o bin ich not daß er sit t und unauf fließt. dich mit Hand lobe dich, se ch rühme dich ide für allesz an, und weiß, Jesum Chril süßer Weih⸗ bei meinen liebe Kreuz so gabst du zu tragen oll Heil und eine Lieb, o d darum dank bitt ich über versagst mir edenke keines eil mich men mein Jesus at auf ewig it janoch du brichst ihn „da du den Prochen duß ie Sünd i en, sondem an Gerechte be hält an — will alo Ehe und Hausstand. den Wochenschluß vergnügt und froh zurücke legen, da der Trost mich ergetzen muß, daß ich ja soll in Christo dein und schon in Hoffnung selig sein. 7. Doch da mein Leben zugenommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen und warte nun der letzten Zeit, da du die Stunde hast bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs neue den Sonntag 4. Ehe und Mel.: Christus, der uns selig macht. 353. Fang dein Werk mit Jesu an: Jesus hats in Händen; Jesum ruf zum Beistand an: Jesus wirds wohl enden. Steh mit Jesu morgens auf, geh mit Jesu schlafen, führ mit Jesu deinen Lauf, lasse Jesum schaffen. 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, daß er woll dein Helfer sein stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und Macht dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüten; er wird dich vor ihrer List 231 wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an. Ach ja, da teilt dein Wort und Haus den allerbesten Segen aus. 9. So will ich das im voraus preisen, was du mir künftge Woche gibst; du wirst es in der That erweisen, daß du mich je und immer liebst und leitest mich nach deinem Rat, bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdm. Neumeister, 1671—1756. Hausstand. schützen und behüten. Setz nur das Vertrauen dein in sein Allmachtshände und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, ei, so hat es keine Not, wirst den Zweck erlangen; es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben, endlich wird dir Gott dein Teil auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach sei dir übergeben, es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in deinem Namen; laß es doch sein wohlgethan! Ich sprech darauf: Amen. Unbekannt, um 1700. . —...— .— 232 Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 5 Ich und mein Haus, 354. Iwir sind bereit dir, Cerl die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, gib deinen Segen nur darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus allen; dir nur soll sie wohl⸗ gefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; es leucht uns wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge schlen. Reiche gleiche Seelen⸗ speise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf dies Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde; laß uns in Liebe alle⸗ zeit zum Dulden, Tragen sein bereit voll Demut, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hilfe schaun mit kindlichem Gemüte; selig, fröhlich, selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Ge⸗ duld uns fassen. Ehe und Hausstand. 5. Gibst du uns irdisch Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnaden⸗ fülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist als nur dein Geist regieret. Der ists, der alles wohlbestellt, der gute Zucht und Ordnung hält, der alles lieblich zieret. Sende, spende ihn uns allen, bis wir wallen heim und oben dich in deinem Hause loben. K. J. Ph. Spitta, 1801—1859. Mel: Seelenbräutigam. * Jesu, geh voran 355. Wauf der Lebens⸗ bahn; und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nach⸗ zueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen nie⸗ mals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o, so gib Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Otdn Mͤbster, le hu uns di gi uns au⸗ uhu uns n Würe auf. Nil. Lud Mel.: Vo 356. Ehstand e du ihn seg und ihm Gnade gib 2. Gib! nit Flehn nacht zu ihr Herz gib, daß i Hdeiht. 3. Aud und Kumt daß du bald und dein gnade C E — 2 — leit, Zuch u aller 3 O. Laß sichn, sic Rsegnet uns irdisch so schlicß den ist gus, des Gäste; denn Denut lerr ler Weltlust 5 das Beste: lille Gnaden⸗ hätzen einer ehen. h flehn wir 1 dem Haus als nur dein er ists, der „der gute ng hält, der et. Sende, len, bis wir oben dich in en. 1601-1859. utigam. geh voran der Lebens⸗ vollen nicht eulich nach⸗ —5 an der terland. hurt ergehn, und auch Tagen nie⸗ lagen; denn L geht der er Schmeij ö fümmert zu beiden n auf dos 4. Ordne Liebster, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nötge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Nik. Ludw. Graf v. Zinzendorf, 1700—1760. Mel.: Vom Himmel hoch da. 356 O Gott, des gnaden— „ voller Rat den Ehstand eingesetzet hat, der du ihn segnest, schützest, liebst und ihm Glück, Heil und Gnade gibst: 2. Gib diesen, daß sie stets mit Flehn in Lieb und Ein— tracht zu dir gehn, und wenn ihr* voll Andacht schreit, gib, daß ihr Werk auch wohl gedeiht. 3. Auch wenn sie Kreuz und Kummer drückt, so zeige, daß du es geschickt. Hilf bald und gib, daß sie zuletzt dein gnadenreicher Trost ergetzt. 4. Laß Eltern Schand und Sünde fliehn und fromme Kinder auferziehn, daß Einig⸗ keit, Zucht, Scham und Treu zu aller Zeit im Wachstum sei. 5. Laß, die im Ehestande stehn, sich, Herr, durch dich gesegnet sehn. Gib, daß sie deinen Willen thun und unter deinem Schutze ruhn. 6. O treuer Gott, wir bitten dich, regiere sie stets Anädiglich, erhalte sie die Lebenszeit in deiner Furcht und Heiligkeit. Ehe und Hausstand. unsern Fhri 233 7. So bringen sie dir lebenslang für solche Gnade herzlich Dank, bis dich, Gott, Vater, Sohn und Geist, ihr froher Mund dort ewig preist. Casseler Gesangbuch v. 1770. Eigene Melodie. 357 O selig Haus, wo man dich auf⸗ genommen, du wahrer Seelen⸗ freund, Herr Jesus Christ, wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebste bist; wo aller Herzen dir entgegenschlagen und aller Augen freudig auf dich sehn; wo aller Lippen dein Gebot erfragen und alle deines Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten wie am bösen Tag! 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit 234 Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland, du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen, und wissend, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Haus⸗ genossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und unverdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große 8.% schöne Baterhaus. J. Ph. Spitta, 1801—1859. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 358. Sorge dochf ür meine Kinder, Gott, der du ihr Vater bist. Sie sind freilich vor dir Sünder, doch versöhnt durch Jesum Christ, und in ihrer Kindheit schon dir und Jesu, deinem Sohn, bei der Taufe übergeben, dein zu sein und dir zu leben. 2. Du hast sie bisher ge⸗ nähret, du hast manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret, da dein Engel über⸗ Ehe und Hausstand. all, ob er gleich dein Antlitz sieht, sich doch für sie froh bemüht; o so muß mich ihr Gedeihen, Herr, mit jedem Tag erfreuen. 3. Sollt ich denn für solche Güte dir nicht herzlich dankbar sein und mit dankendem Ge— müte mich bei solchem Glücke freun? Zeigt ich nicht voll Rühmens an, was du, Herr, an mir gethan, ach, so würde dies mein Schweigen von dem schnödsten Kaltsinn zeugen. 4. Herr, du bists, was mich ergetzet, meiner Seele Trost und En das mein Herz am höchsten schätzet; Herr, du bist mein Gut und Teil; bleib auch meiner Kinder Gott; laß sie doch in keiner Not, auch im Glücke nicht verderben, chrit lich leben, selig sterben. 5. Laß sie nicht ihr Herz verstocken, heb es stets zu dir empor. Wenn sie böse Buben locken, o, dann höre nicht ihr Ohr. Laß der Thoren Wahn und Scherz nicht ihr jugend⸗ liches Herz, das nur dir ge⸗ hört, Lpenen⸗ deiner müß es sich erfreuen. 6. Laß du sie schon hier auf Erden dir zum Ruhm ge⸗ schäftig sein und den Menschen Erlur werden. Deine Furcht pflanz ihnen ein, daß in einer argen Welt sie stets thun, was dir ällt, und nach deinem helgen Willen treulich ihre Pflicht erfüllen. —— 7. Gib, mit Ehren zum bitter Wreund Segne di daß sie ni der zu h aast ihnen stets dienen. 8. St fließen. zeit tuge genießen. Ewigkeit gehen, so stehen. uhig ster Himmel« 9. Gi Freude, d 00 nac Leide ein 0 Li hiet neb 1 mir gegeben; erheben. Mal.: O 359. soll der drum 0l ttes Der Ur ins Bus slbst, Schihd )Kdein Antl. für nuß nich h sie fro t jeder enn für solch dzlich dankban mkendem Ge olchem Glüth ch nicht vol Nus du, Hen ach, so würde igen von den un zeugen. ists, was nith Seel e Tost nein Herz an Herr, du bis eil; bleib auc ott; laß si Cot, 0 in derben, christ sterben. icht ihr Hen stets zu dt ie böse Bubel höre nicht il choren Wahr t iht nur jugerd⸗ dir ge ö deiner moh ie schon hit m Ruhm gl. den Maschn L Denne Funtt 7. Gib, Herr, daß sie stets mit Ehren, nicht dem Feind zum bittern Spott, nicht dem Freund zur Last, sich nähren. Segne du ihr täglich Brot, daß sie nie ein Unfall schreckt, der zu herbes Leid erweckt. Schlägst du sie, so laß es ihnen stets zum wahren Besten dienen. 8. Still laß ihre Tage fließen. Laß sie ihre Prüfungs⸗ zeit tugendsam und fromm genießen. Wenn sie dann zur Ewigkeit endlich einmal über⸗ gehen, so laß sie vor dir be⸗ stehen. Laß sie sanft und ruhig sterben und dort deinen Himmel erben. 9. Gönne mir die große Freude, daß ich an dem jüngsten Tag nach hier überstandnem Leide einst mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier nebst den Kindern, die du mir einst in deiner Gunst gegeben; ewig will ich dich erheben. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 5 Mas Gott zu— 359. Wammenfügt,das soll der Mensch nicht scheiden, drum gehen wir dahin in Gottes Fried und Freuden. Der unsre Namen schreibt ins Buch des Lebens ein, er selbst, Herr Zebaoth, wird Schild und Lohn uns sein. Unbekannt. Ehe und Hausstand. 235 Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 360 Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl begehn und unver⸗ rückt beisammen stehn im Bande reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Der Mann wird einem Baume gleich, an Asten schön, an Zweigen reich; das Weib gleich einer Reben, die feine Träublein trägt und nährt und sich je mehr und mehr vermehrt mit Früchten, die da leben. Wohl dir, o Zier, Mannes Sonne, Hauses Wonne, Ehrenkrone! Gott denkt dein bei seinem Throne. 4. Sei gutes Muts; wir sind es nicht, die diesen Orden aufgericht, es ist ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rater; Anfang, Nusgang aller Sachen, die zu .— ———————— —‚— ————— 236 machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 5. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stünd— lein, da man Leides voll die Thränen lässet schießen; je⸗ dennoch, wer sich in Geduld ergibt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Sitze, schwitze nur ein wenig, unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 6. Wohl her, mein König, nah herzu! Gib Rat im Kreuz, in Nöten Ruh, in Angsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis, wir wollen singen bester Weis und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: Wo Gott zum Haus nicht gibt sein Gunst, oder: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 361 ohl einem Haus, da Jesus Christ allein das All in allem ist. Ja, wenn er nicht darinnen wär, wie finster wärs, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn der Mann, das Weib, das Kind im rechten Ehe und Hausstand. Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot! 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt! 4. Wohl, wenn das Rauch⸗ werk im Gebet beständig in die Höhe geht und man nichts treibet fort und fort als Gottes Werk und Gottes Wort! 5. Wohl, wenn im äußer⸗ lichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart! 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind und wenn sie Kind und Kindeskind ver— säumen nicht am ewgen Glück! Dann bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht! Die Eltern werden hoch erfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meinem Hause diesen Bund:„Wich alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Haus stehn bei dem Herrn!“ Ch. K. L. v. Pfeil, 1712—1784. Mal.: Aus me 302.J und Herrn unmterthänig und fern. zürst von Ziten, du die du erhe 2. Es f daß keine durch dein Hebot gebe geschät, w delselbe wid was Gott 3. Ach nich selbst daß ich ert deine Ord tagen ja ich Demu Chrfurcht haben wil 4. Ver sende Ree hunen ins 00 zum Regiment hütet, die „zu dienen Gott nach Gebot! ein solches ein Vorbild , daß ohne Geist das t und heißt! das Rauch⸗ eständig in man nichts als Gottes Wort! im äußer⸗ t fleißiget, n jegliches n Geist der tl die Eltern wenn sie Slind her⸗ vgen Glück! leins zurück en Haus Die Eltern und ihren 15 an, wie gnen fann. h denn zu Et meinem nd:„Bich I. ihm ser, 3 stchn bi 1784. 111²2—⁷8»5 Obrigkeit. 237 5. Obrigkeit. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. Jehovah, Herr und 362. V König der Könige und Herrn! Dir ist man unterthänig, du herrschest nah und fern. Du hocherhabner Fürst von Himmel, Erd und Zeiten, du setzest Obrigkeiten, die du erhalten wirst. 2. Es sagen deine Knechte, daß keine Obrigkeit als nur durch deine Rechte und dein Gebot gebeut; du hast sie hoch geschätzt, wer ihr zuwider lebet, derselbe widerstrebet dem selbst, was Gott gesetzt. 3. Ach lieber Vater, lehre mich selbst durch deinen Geist, daß ich erkenn und ehre, was deine Ordnung heißt. Sie tragen ja dein Bild; gib, daß ich Demut übe und sie in Ehrfurcht liebe, wie du es haben willt. 4. Verleihe deine Güte und sende Recht und Licht. Gib ihnen ins Gemüte viel Weis⸗ heit zum Gericht, damit ihr Regiment den Unterthanen nützet, die Unterthanen schützet, den Guten Sieg vergönnt, 5. Damit durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ehr⸗ bar Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Du herrschest selbst im Land; das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten, es steht in deiner Hand. 6. Die uns allhie regieren, Herr, die regiere du durch deines Geistes Rühren und Weisheit immerzu. Laß sie die Pfleger sein der gläubigen Gemeinde und als getreue Freunde ihr heilge Sorgfalt weihn. 7. Verschone ihre Mängel, laß's ihnen wohl ergehn, laß deine guten Engel als Wächter um sie stehn. Herr Gott, du segnest gern; wir bitten ohn Ermüden, schaff unsern Grenzen Frieden durch Jesum, unsern Herrn! Ph. Fr. Hiller, 1699—1769. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei ꝛc. 363 O heilige Drei— — einigkeit, erhalt uns unsre Obrigkeit, die deine treue Vaterhand gesetzet selbst in diesen Stand. 2. Dein guter Geist sie leit und führ und segne ihr Thun für und für, daß sie voll Weisheit und Verstand christlich regiere Leut und Land, 3. Damit wir führen unter ihr ein still, geruhig Leben hier und dermaleinst mit ihr, mein Hort, bestehen wohl im Himmel dort. Nmilie Jul. Gräfin v. Schwarzburg⸗ Rudolstadt, 1637—1706. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 364* ater, kröne du mit Segen unsern König und sein Haus, führ durch ihn auf deinen 238 Wegen herrlich deinen Rat⸗ schluß aus. Deiner Kirche sei er Schutz, deinen Feinden biet er Trutz; sei du dem Gesalbten gnädig, segne, segne unsern König! 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde, reich ihm deines Geistes Schwert, daß Gerechtigkeit und Milde ihm des Friedens Heil gewährt. Mach ihm leicht die schwere Last, die du auferlegt ihm hast; sei in Jesu du ihm gnädig, schütze, segne unsern König! 3. Sammle um den Thron die Treuen, die mit Rat und frommem Flehn fest in deiner Streiter Reihen für des Landes Wohlfahrt stehn. Baue um den Königsthron eine Burg, o Gottes Sohn; sei du ihm auf ewig gnädig, leite, segne unsern König! 4. Nähre du die heilge Flamme, die das Herz des Volks erneut, daß es unserm Königsstamme Liebe bis zum Tode weiht. In der Zeiten langer Nacht hast du über ihm gewacht; du erhieltest ihn uns gnädig, segne, segne unsern König! 5. Fürchtet Gott, den König ehret! das, o Herr, ist dein Gebot, und du hast es selbst bewähret, warst gehorsam bis zum Tod. Wer dich liebt, Obrigkeit der folget dir; drum so beten alle wir: Vor dem Bösen schütz uns gnädig, Gott, er⸗ halte unsern König! 6. Gib uns Mut in den Gefahren, wenn der Feind uns ernst bedroht, daß wir Treue dann bewahren, gehen freudig in den Tod. Du bist unser Siegspanier; Gott mit uns! so siegen wir. Deine Treuen krönst du gnädig, segne, segne unsern König! 7. Breite, Herr, dein Reich auf Erden auch in unserm Lande aus, daß wir deine Bürger werden, ziehen in dein Vaterhaus. Frieden und Ge— rechtigkeit gib uns, Gott, zu aller Zeit; sei du deinem Volke gnädig, segne, segne unsern König! Wilh. Hülsemann, 1781—1865. Eigene Melodie. 365.* Verleih uns Frie⸗ — den gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten! Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. 2. Gib Gnade unsrer Obrig⸗ keit, Licht, Heil und vielen Segen, daß wir gottselig alle⸗ zeit, gerecht und züchtig mögen ein ruhigs Leben sührn Amen. Dr. M. Luther, 1483—-1546. 6. Me.: Wenn w sein, oder: 366. A * dies schwere Clend, dam geben gar ur in Gefahr. 2. Behüt dein, um Ch Pein vor schnellem T nicht in die 3. In di uns nicht! Herr, dein dir lobsinge deinen Sch grund. v. K Mel.: Aus wie du will 367. hat, hast 2. Her so beten m Bösen Gott, er⸗ it in den er Feind daß wit en, gehen Du bist Gott mit I. Deine gnädig, König! dein Reich n unserm wir deine en in dein und Ge⸗ Gott, zu u deinem ne, segne 781—1665. . uns Frie⸗ gnädihlih, m Zeiten! in andrer 6 könnte ser Gott rer Obrig⸗ nd vielen selig alle stig mögen mn. Amen. 163—1516. Landesnot, Krieg und Friede. 239 6. Landesnot, Krieg und Friede. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten deiner Gnaden! Erfreu und sein, oder: Begrabt den Leib. 2 ch Gott, in Gnaden 366. A von uns wend dies schwere Kreuz und groß Elend, damit wir sind um⸗ geben gar und stehn beständig in Gefahr. 2. Behüte uns, die Kinder dein, um Christi unsers Herren Pein vor Pestilenz und schnellem Tod und laß uns nicht in dieser Not. 3. In dieser Not, ach, laß uns nicht! Wend von uns, Herr, dein Zorngericht, daß dir lobsinge unser Mund für deinen Schutz aus Herzens— grund. B. Ringwaldt, 1530—-1598. Psalm 85. Mel.: Aus tiefer Not, oder: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. 367 Hew. der du vor⸗ mals hast dein Land mit Gnaden angeblicket und des gefangnen Volkes Band gelöst und es erquicket; der du die Sünd und Missethat, die dein Volk vor begangen hat, hast väterlich verziehen; 2. Herr, der du deines Eifers Glut hast vorher ab⸗ gewendet und nach dem Zorn das süße Gut der Lieb und Huld gesendet: ach frommes Herz, ach unser Heil, nimm weg und heb auf in der Eil, was uns anjetzo kränket. 3. Lösch aus, Herr, deinen großen Grimm im Brunnen tröst uns wiederum nach aus⸗ gestandnem Schaden! Willst du denn zürnen ewiglich, und sollen deine Fluten sich ohn alles End ergießen? 4. Willst du, o Vater, uns denn nicht nun einmal wieder laben, und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Freude haben? Ach gieß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus auf uns und unsre Häuser. 5. Ach daß ich hören sollt das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede sollt an allem Ort, wo Christen wohnen, werden! Ach daß uns doch Gott sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Ruh und alles Unglücks Ende! 6. Ach daß doch diese böse Zeit sich stillt in guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht möchten ganz ver⸗ zagen! Doch ist ja Gottes Hilfe nah, und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fürchten. 7. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott schon wieder zu uns wenden, den Krieg und alle andre Not nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr in unserm Land und überall werd recht erkannt, ja stetig bei uns wohne. 2..———— ——————5 ——.— 240 werden schön einander grüßen inber Gerechtigkeit wird einher gehn und Friede wird sie küssen. Die Treue wird mit Lust und Freud auf Erden blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 9. Der Herr wird uns viel Gutes thun: das Land wird Früchte geben, und die in seinem choße ruhn, die werden davon leben. Gerech— tigkeit wird dennoch stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: Nun lob, mein Seel, den Herren. 368* Gottlob, nun ist erschollen das edle Fried⸗- und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wieder dein Saitenspiel hervor, o Deutschland, und sing Lieder im hohen, vollen Chor. Erhebe dein Gemüte zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich! 2. Wir haben nichts ver⸗ dienet als schwere Straf und großen Zorn, weil stets noch bei uns grünet der freche, schnöde Sündendorn. Wir sind fürwahr geschlagen mit harter, scharfer Rut und den⸗ noch muß man fragen: Wer ist, der Buße thut? Wir sind Landesnot, Krieg und Friede. 8. Die Güt und Treue und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 3. Das drückt uns niemand besser in unsre Seel und Herz hinein als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein, ihr vor— mals schönen Felder, mit frischer Saat bestreut, jetzt aber lauter Wälder und dürre, wüste Heid, ihr Gräber voller Leichen und blutgem Heldenschweiß der Helden, deren gleichen auf Erden man nicht weiß. 4. Sei tausendmal will⸗ kommen, du teure werte Frie— densgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein Beiuns-— wohnen in sich hab. In dir hat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich be— trübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herz— leids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 5. Ach laß dich doch er— wecken, wach auf, wach auf, du harte Welt, eh als das letzte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sei un— erschrocknen Muts; der Friede, den er gibet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben im ewgen Fried und Ruh. Paul Gerhardt, 1607—1676. RMl: Nun 69. He Iusre Stimmn Hestes Glut Anmen. Ko Ilamm, ach! siet, so sing Hert Gott,! 2. Herr Mir; wir pr Uir rühmen freldigem Ge unser Lied bie thür und t Schall: He lben wir!“ 9. Herr lir für dein duß du da Hriegeslast ums blicken Friedens Zi les Volk: loben wir! . Herr Uir, die wir r Vaffer Ind frechen Fcht rühmet Halicher. uud in Ru anken dit! „Gott is hilft, do der Krieh ms niemand el und Herz zerstörten tädte voller „ ihr vor⸗ mit frischer aber lauter rre, wüste ller Leichen nschweiß der leichen auf weiß. dmal will⸗ werte Frie⸗ u wir, was in Miulns⸗ b. In dir all unser er dich be— der drückt ldes Herz⸗ und löscht die güldne iner eignen doch ek⸗ wach aul h als das ich schuel allt. Per et, sei m⸗ der Fricde atzt alle dis Lehte naht herz, Fott leben 0 Ruh. 16011516. Mel.: Nun danket alle Gott. 369 99— Gott, dich loben 2 wir, regier, Herr, unsre Stimmen, laß deines Geistes Glut in unsern Herzen glimmen. Komm, komm, o edle Flamm, ach komm zu uns all⸗ hier, so singen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir! 2. Herr Gott, dich loben wir; wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit freudigem Gemüte. Es steiget unser Lied bis an die Himmels⸗— thür und tönt mit lautem Schall: Herr Gott, dich loben wir! 3. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir! 4. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren. Jetzt rühmet unser Mund mit herzlicher Begier: Gottlob, wir sind in Ruh, Herr Gott, wir danken dir! 7. Wetter Mel.: Aus meines Herzens Grunde. ie Ernt ist nun 370. D zu Ende, der Segen eingebracht, woraus Gott alle Stände satt, reich Wetter und Ernte. 241 5. Herr Gott, dich loben wir, daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert zerbrochen und zerschlagen. Der Strick ist nun entzwei; darum so singen wir mit Herz und Zung und Mund: Herr Gott, wir danken dir! 6. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar ge⸗ strafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar hast weggeraffet; es hat die Vaterhand uns deine Gnadenthür jetzt wieder auf⸗ gethan: Herr Gott, wir danken dir. 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Land, Kirch und Häuser, den frommen Fürsten⸗ stamm und dessen grüne Reiser bisher erhalten hast; gib ferner Gnad allhier, daß auch die Nachwelt sing: Herr Gott, wir danken dir! 8. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfülle nach Begier, o Vater, unsern Wunsch. Herr Gott, wir danken dir! Joh. Franck, 1618- 1677. und Ernte. und fröhlich macht; der alte Gott lebt noch, man kaun es deutlich merken an so viel Liebeswerken, drum preisen wir ihn hoch. 16 242 2. Wir rühmen seine Güte, die uns das Feld bestellt und oft ohn unsre Bitte gethan, was uns gefällt, die immer noch geschont, obgleich wir gott⸗ los leben, die Fried und Ruh gegeben, daß jeder sicher wohnt. 3. Zwar manchen schönen Segen hat böses Thun verderbt, den wir auf guten Wegen sonst hätten noch ererbt; doch hat Gott mehr gethan aus un⸗ verdienter Güte, als Mund, Herz und Gemüte nach Würden rühmen kann. 4. Er hat sein Herz geneiget, uns Sünder zu erfreun, und nugsam sich bezeiget durch eg'n und Sonnenschein; wards aber nicht geacht, so hat er sich verborgen und durch verborgnes Sorgen zum Beten uns gebracht. 5. O allerliebster Vater, du hast viel Dank verdient; du mildester Berater machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir für abgewandten Schaden, für viel und große Gnaden, Herr Gott, wir danken dir. 6. Zum Danke kommt das Bitten: du wollest, frommer Gott, vor Feuer uns behüten und aller andern Not! Gib friedevolle Zeit, erhalte deine Gaben, daß wir uns damit laben, regier die Obrigkeit. 7. Besonders laß gedeihen dein reines, wahres Wort, daß wir uns dessen freuen und auch an unserm Ort dies Wetter und Ernte. gute Samkörnlein verlangte Früchte bringe und wir in allem Dinge recht fromme Leute sein. 8. Gib, daß zu dir uns lenket, was du zum Unterhalt des Lebens hast geschenket; daß wir dich mannigfalt in deinen Gaben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben, o laß es doch geschehn! 9. Kommt unser Lebensende, so nimm du unsern Geist in deine Vaterhände, da er der Ruh geneußt, da ihm kein Leid bewußt; so ernten wir mit Freuden nach ausgestandnen zeiden die Garben voller Lust. Gottfried Tollmann, um 1723. Mel.: Nun lob, mein Seel, den Herren. 371 Nun lasset uns Gott preisen für seine Güt und Wunderthat; laßt uns ihm Dank erweisen, da er uns so gesegnet hat; die Frucht hat er gegeben gar reichlich auf dem Land, hat unser armes Leben versorgt mit milder Hand, daß alles wohlgeraten, was man gesäet aus, und durch seine Gut⸗ thaten ist wohl gebracht nach Haus. 2. Wer sollt das nicht er⸗ kennen für Gottes Macht und weisen Rat! Wer sollt das nicht bekennen für unsres Gottes Wunderthat! Nichts ist der, welcher säet, nichts, der da shneidet ein, umgehet, nic ein; Gott Seggen uns stehn; an de er klönt mit 3. Und da dis Jaht gedacht, da Schaden die Scheuern b. ihn ja pre die Wohlthe Lob erweiser Onad, von danken und Mund, in wankenvoni 4. Da sol o leite mic und laß vo egnet sein laß mich chrislich in milde Gabe auch heraus hier zeitl reich sonder ererb das; Vüua Ml:O,daßi . die Welt haus, du Haben ret Drinnen ott, wer verlangt nd wir 6 ht fromm. zu dir um m Unterhab geschenket nnigfalt i mit Herzen 1 dir Dan 0 laß 6 Lebensende in Geist in da er del m kein Led N wir mil Sgestandnen voller Lust m, um 1725, in Seel, den set uns Got en für seie rthat; laßt! et hat; die egeben gal Land, hat en versorgt daß alts man gesiet seine Gul bracht nach schneidet ein, nichts, der damit umgehet, nichts, der es führet ein; Gott muß mit seinem Segen uns selbst zur Seite stehn; an dem ist es gelegen, er krönt mit Wohlergehn. 3. Und da er nun in Gnaden dies Jahr an unser Feld gedacht, daß wir ohn allen Schaden die Frucht in unsre Scheuern bracht, so soll man ihn ja preisen und rühmen die Wohlthat, ihm Ehr und Lob erweisen für solche große Gnad, von Herzensgrund ihm danken und loben mit dem Mund, in Werken auch nicht Wetter und Ernte. wanken von ihm zu keiner Stund. 4. Da solches nun geschehen, so leite mich, du treuer Gott, und laß von deiner Höhe ge⸗ segnet sein mein täglich Brot; laß mich es auch genießen christlich in meinem Haus, daß milde Gaben fließen zu Armen auch heraus, und ich nicht nur hier zeitlich an Früchten werde reich, sondern dereinst auch selig ererb das Himmelreich. Josua Wegelin, 1604- 1640. Mel.: O, daß ich tausend Zungen hätte. 372 O Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus, du aber teilest deine 243 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch muß die otdurft keinem fehlen, denn du weißt allen vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt; der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, die das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonnenstrahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zum Brot; es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien, als wär es Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. macht uns alle reich; ach lieber Gott, wer ist dir gleich? Dein Segen ö tot, bis in der Ernte jung und alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll man erst bedenken? Der Wunder hier ist gar zu viel. So viel als du kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollens auch kein⸗ mal vergessen, was uns dein Segen träget ein. Ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann, 1648—-1715. —— n———— II— ————;3——————‚7—..— SSSieee——————— ——.—. .ü— 244 Kreuz⸗ und Trostlieder. B. Kreuz⸗ und Trostlieder. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 373. Ach Gott, wie manches Herze⸗ leid 8970 5 mir zu dieter Zeit; der schmale Weg ist Trübsal voll, den ich zum Himmel wandern soll; wie schwerlich läßt doch Fleisch und Blut sich zwingen zu dem ewgen Gut! 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. Bei dir mein Herz Trost, Hilf und Rat allzeit gewiß gefunden hat; niemand jemals verlassen ist, der fest getraut auf Jesum Christ. 3. Jesu, mein Herr und Gott allein, wie süß ist mir der Name dein. Es kann kein Trauern sein so schwer, dein süßer Nam erfreut viel⸗ mehr; kein Elend mag so bitter sein, dein süßer Nam der linderts fein. 4. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, Herr, daß ichs 1—1 acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? 5. Kein bessre Treu auf Erden ist denn nur bei dir, Herr Jesu. ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahrheit bleibt mir ewig sest; du bist mein rechter treuer Hirt, behüten wird. 6. Jesu, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, meins Herzens Schatz und mein Reichtum, ich kanns doch ja nicht zeigen an, wie hoch dein Nam er⸗ freuen kann; wer Glaub und Lieb im Herzen hat, der wirds erfahren mit der That. 7. Drum hab ichs oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht Freude hätt, so wollt ich den Tod wünschen her, ja, daß ich nie geboren wär; denn wer dich nicht im Herzen hat, der ist fürwahr lebendig tot. 8. Jesu, du edler Bräutgam wert, mein höchste Zier auf dieser Erd, an dir allein ich mich erget weit über alle güldnen Schätz; so oft ich nur gedenk an dich, all mein Gemüt erfreuet sich. 9. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir, wenn ich in Nöten bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geist bezeugt, daß solches frei des ewgen Lebens Vorschmack sei. 10. Drum will ich all mein Lebetag das Kreuz dir fröhlich tragen nach; mein Gott, mach ich dazu bereit, es dient zum besten allezeit, hilf mir mein Sach recht greifen an, daß ich mein Lauf vollenden kann. der mich ewig 3˙. U1. Hilf! Hlisch Ind und Schand ethalt mein ren, so lcb allein. Jesu mein Begier wär ich bei Martin Eige seiner Gnad Geld und Hott sein 8 behält ganz freien Held 2. Der! sähret und besheret, i mein; der Heihre I egieret, QOnslfer sein. 3. Viel üN 0 Unruh n mal Hetändigf f dem IIl ame mich erig reud, mein n Herzens nm ucht zeigen Nam 25 Raub und der wirds hat. 96 oft und ich an dit so wollt schen her, oren wär; im Herzen ebendig tot. Bräutgam Zier auf allein ich über alle 0 oft ich ö all mein . Hoffnung ö 0 wenn ih sing, 0 echt guter Zeugt, duß gen Lebens all memn 0 fröhlich Hott, nach dient zum nit nen an, daß ih n lann. Kreuz⸗ und Trostlieder. 245 11. Hilf mir auch zwingen Zeit. Ich hab ihm nichts Fleisch und Blut, vor Sünd Drrhuschreden wie Wott wil, und Schanden mich behüt, so muß es bleiben, wenn Gott erhalt mein Herz im Glauben will, bin ich bereit. rein, so leb und sterb ich dir 6. Soll ich länger allhier allein. Jesu, mein Trost, hör leben, will ich ihm nicht wider⸗ mein Begier: o mein Heiland, streben, ich verlasse mich auf wär ich bei dir! ihn; ist doch nichts, das lang Martin Moller, 1547-1606. bestehet, alles Ir ische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. Eigene Melodie. Unbekannt, 1676. 374 Alles ist an Gottes Segen und an Mel.: Was Gott thut, das ist seiner Gnad gelegen 2 alles uf Gett Geld und Gut. er auf uf Gott und nicht Gott sein Hoffnung setzet, der 37⁵5. A auf meinen Rot behält ganz unverletzet einen will ich mein Glücke bauen freien Heldenmut. und dem, der mich erschaffen 2. Der mich hat bisher er⸗ hat, von ganzer Seele trauen. nähret und so manches Glück Er, der die Welt allmächtig bescheret, ist und bleibet ewig hält, wird mich in meinen Tagen mein; der mich wunderlich als Gott und Vater tragen. geführet und noch leitet und 2. Er sah von aller Ewig⸗ regieret, wird forthin mein keit, wie viel mir nützen würde, Helfer sein. bestimmte meine Lebenszeit, 3. Viel bemühen sich um mein Glück und meine Bürde. Sachen, die nur Sorg und Was zagt mein Herz? Ist Unruh machen und ganz un⸗ auch ein Schmerz, der zu des beständig sind; ich begehr nach Glaubens Ehre nicht zu be⸗ dem zu ringen, was Ver⸗ siegen wäre? gnügung pflegt zu bringen und 3. Gott kennet, was mein man jetzt gar selten 5435 Herz begehrt, und hätte, was 4. Hoffnung kann das Herz ich bitte, mir gnädig, eh ichs erquicken, was ich wünscht bat, gewährt, wenns seine wird sich schicken, so es anders Weisheit litte. Er sorgt für Gott gefällt. Meine Seele, mich stets väterlich. Nicht was Leib und Leben hab ich seiner ich mir ersehe, sein Wille der Gnad ergeben und ihm alles geschehe. heimgestellt. 4. Ist nicht ein ungestörtes 5. Er weiß schon nach seinem Glück weit schwerer oft zu Willen mein Verlangen zu tragen, als selbst das widrige erfüllen, es hat alles seine Geschick, bei dessen Last wir 246 klagen? Die größte Not hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft lücklich macht, läßt du es einem sehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer deinen Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. Ch. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Eigene Melodie. 376 Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not; der kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöten, mein Unglück kann er wenden, steht alls in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd anficht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm thu ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Sterben ist mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem thu ich mich ergeben; ich Kreuz⸗ und Trostlieder. 4. O mein 1ů01 Jesu Christ, der du so g'duldig bist für mich am Kreuz gestorben, hast mir das Heil erworben, auch uns allen zugleiche das ewge Himmelreiche: 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich; hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß selig ich abscheide zur ewgen Him⸗ melsfreude. 6. Amen zu jeder Stund sprech ich aus Herzensgrund; du wollest selös uns leiten, Herr Christ, zu allen Nanen auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen. Sigismund Weingärtner, um 1600. Ps. 37, 5. Mel.: Herzlich thut mich verlangen, oder: Eigene Melodie. 377. Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt, der aller⸗ treusten Pflege des, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl⸗ ergehn, auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbst⸗ eigner Pein läßt Gott ihm sterb heut oder morgen, mein gar nichts nehmen, es muß Seel wird er versorgen. erbeten sein. 3. Dein e N Gnade, o V sieht, was gu dem sterblich. was du dat meibst du, st hingst zum e was deinem 4. Weg he m Mitteln dein Thun i din Gang den Werk ka dern, dein 2 uhn, wenn hindern ersp hun. 5. Und ol hier wollter mid doch o licht zurück sch vorgeno r haben wi adlich kom Iweck und, esu Chrit 0 bist füß orben, ha krben, auch das ebge mich mein dich; hij de, nimm daß selig vgen Him⸗ her Stund jensgrund; ins leiten, len Zeiten, en Namen smen. r, um 1600. Hverlangen, lodie. du deine e und was der allet⸗ „ der den 4 Wollen, gibt Wege, wird auch dein Fuß H nußt Du soll wohl Verk mußt dein Wl orgen Und nü selhi⸗ Gott ihn „ es nuß Kreuz⸗ und Trostlieder. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hin⸗ dern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er sich vorgenommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; er⸗ warte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll, Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 247 8. Ihn, ihn laß thun und walten, er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und solltst du für und für in Angst und Nöten schweben, als fragt er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich be⸗ finden, daß du ihm treu ver⸗ bleibst, so wird er dich ent⸗ binden, da dus am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dank— geschreie den Sieg und Ehren⸗ kron. Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Not; stärk unsre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, 1607- 1676. 248 Kreuz⸗ und Trostlieder. Ps. 73, 23. U. 24. Eigene Melodie, oder: Jesus, meine Zuversicht. 378 Dennoch bleib ich 5 stets an dir, wenn mir alles gleich zuwider; — 99 drückt in er ie gefaßte Hoffnung nieder, daß, wenn alles bricht und fällt, dennoch deine Hand mich hält. 2. Leite mich nach deinem Rat, der wohl wunderlich ge⸗ schiehet, aber endlich in der That nur auf meine Wohl⸗ fahrt siehet; denn du führst es wohl hinaus, sieht es gleich verkehret aus. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, wenn ich ausge⸗ kämpfet habe; führe mich die Lebensbahn zu dem Himmel aus dem Grabe; endlich zeige mir das Los in der Aus⸗ erwählten Schoß. 4. Mag es doch indessen hier wunderlich mit mir er⸗ gehen; dennoch bleib ich stets an dir, dennoch bleib ich feste stehen; ich muß, Trotz sei aller Pein, dennoch, dennoch selig sein. Benj. Schmolck, 1672—1737. Ps. 23. Mel: Nun laßt uns Gott dem Herren. 379. Der Herr, der aller⸗ enden regiert mit seinen Händen, der Brunn der ewgen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. 2. So lang ich diesen habe, 3n mirs an keiner Gabe, er Reichtum seiner Fülle gibt mir die Füll und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freu⸗ den auf grüner Aue weiden, führt mich zu frischen Quellen, schafft Rat in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Not zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor andern im finstern Thal muß wandern, fürcht ich doch keine Tücke, bin frei vor dem Unglücke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schützt mich vor bösen Leuten; dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Ole und füllest meine Seele, die leer und durstig saße, mit vollgeschenktem Maße. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Mutes, voll Lust, voll Freud und Lachen, so lang ich lebe, machen. 11. Ich w Hleiben und d leiben im ohhest und; Hlohnest. 12. Ich w Erden und de Weden selbstf Roͤben, hoch Ind loben. Paul Ge Mel.: Was woh 30. D huzger Trost shlt es nie Uht, der si geben. Got auf sein E Sale stille Muters Will 2. Wer uht vertro Schbachen e whe auf dene Wun Loß von 9 Mht mit 0n näst du de 3. Noch Rtt gelich missen; du ih Not m Aost genie Hag wird de Sünd Mehst du, à Diu hf auf diesen hab iner Gab' Fiͤlle giz Hülle. mit Fren ue weiden en Quellen ren Füllen Seele zage gen plaget licken, au⸗ n. 9 thun und auf rechter urcht und um seines gleich vor Thal muß doch keile m Unglück. hst mir zut vor bösen „Herr, und mt mir all V ch erfrisch, Feind vil in meinen sein Haupt lest mane Arstig sabe Maße. leit Ind Herz gutes 00l Hreud 0 ich lebe Kreuz⸗ und 11. Ich will dein Diener hleiben und dein Lob herrlich des Schöpfers findet. treiben im Hause, da du wohnest und Frommsein wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, da wir dich werden selbst schaun im Himmel droben, hoch rühmen, singn und loben. Paul Gerhardt, 1607—-1676. Mel.: Was Gott thut, das ist wohl gethan. . er Herr ist meine 380. Zuversicht, mein einzger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn er⸗ geben. Gott ist sein Gott; auf sein Gebot wird seine Seele stille; ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun! du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rat und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer Gott geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Not umgibt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten pflegst du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! der Thoren 249 Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Not das Herz Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Verflucht sind, die zu Menschen fliehn; ver⸗ flucht, wer von Gott weichet. Dein Heiland starb; er, er erwarb auf seinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen und wälzt sie von dem Herzen. Trostlieder. 7. Herr, du bist meine Zuversicht, auf dich hofft meine Seele! Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, und sich im Kummer fassen! 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Casseler Gesangbuch v. 1770. 250 Mel.: Was Gott thut, das ist wohl gethan. 381 Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; drum laß dichs nicht betrüben, wenn Gott versucht mit Kreuz und Pein die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, je ernster sind des frommen Schau, das Vaters Schläge. sind Gottes Wege! 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Gott wills nicht anders haben. Auch dieses Lebens Not und Pein sind deines Vaters Gaben. Solls denn so sein, so geh es ein: es kommt von Kebes⸗ WBs Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; das Kreuz lehrt fleißig beten, zieht ab vom eitlen Trug und Schein und lehrt zu Jesu treten. Drum wirfs nicht hin mit schnödem Sinn, wenns nun zu dir gekommen; es soll der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht fein; das muß uns immer wecken, wir schliefen sonst in Sünden ein. Wie müßten wir erschrecken, wenn unbereit die Ewigkeit und der Posaunen Schallen uns würde überfallen! 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; es lehrt die Sünde hassen und unsern lieben Gott allein mit rechter Die Welt Lieb umfassen. Kreuz⸗ und Trostlieder. vergeht, und Gott besteht. Bedenks und laß dich üben, das ewge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein; was Gott schickt,‚ will ich tragen. Schickts doch der liebste Vater mein, sinds doch nur kurze Plagen und wohlgemeint! Wer gläubig weint, lebt dort in steten Freuden: ich will mit Christo leiden! Dav. Nerreter, 1649—- 1726. Mel.: Von Gott will ich nicht lassen. 382 Geduld ist euch von nöten, wenn Sorge, Gram und Leid und was euch mehr will töten, euch in das Herze schneidt. O aus⸗ erwählte Zahl, soll euch kein Tod nicht töten, ist euch Ge⸗ duld von nöten, das sag ich noch einmal. 2. Geduld ist Gottes Gabe und seines Geistes Gut, der schenket sie zur Habe, sobald er in uns ruht; der edle, werte Gast erlöst uns von dem Zagen und hilft uns treulich tragen die große Bürd und Last. 3. Geduld kommt aus dem Glauben und hängt an Gottes Wort, das läßt sie sich nicht rauben, das ist ihr Heil und Hort; das ist ihr hoher Wall, da hält sie sich verborgen, läßt Gott den Vater sorgen und fürchtet keinen Fall. 4. Geduld ist wohl zufrieden mit Gottes weisem Rat, läßt sich nicht leicht ermüden durch ö ö Nufscub sein ich und frö sih genost! hult, wer wi ier doch He 5. Gebuld Chren und lä mehr von sein und schlüg er 0 ist sie do Helge Hand z Hott, der ho alles wohl ge 6. Geduld vennehrt der hetreibt und munch Angst! Ist wie ein dabon, wer nit Gottes fröhlich Angs 7. Gedult lungen und Lust, nach der das ist dir Mar voller ach gib mi men Bitten, andres als 8. Geduld . ich sehr Neser Leibes chiken will late 3 ott besteh dich übe lieben. ohne Kren Gott schich chickts dot mein, sind Plagen um er gläubi in stetn mit Chrish 1649—17²6. ch nicht lasse ist euch von ten, Wenn d Leid und Itöten, euch dt. O aus⸗ l euch kein st euch Ge das sag ich hottes Gabe Gut, der e, sobald et edle, wekte von den ms treulich d und Last at aus den t an Gottes i sich nicht r Heil und aher Eil Horgen, las sorgen und —— 9— Hlzuftihe PRat, lißt den durc ——..... 9S Kreuz⸗ und Jufschub seiner Gnad, hält fisch und h aus, läßt sch. getrost beschweren und denkt, wer wills ihm wehren, t er doch Herr im Haus. 5. Geduld dient Gott zu Ehren und läßt sich nimmer⸗ nehr von seiner Liebe kehren; und schlüg er noch so sehr, o ist sie doch bedacht, sein heilge Hand zu loben, spricht: Gott, der hoch erhoben, hat elles wohl gemacht. 6. Geduld erhält das Leben, dermehrt der Jahre Zahl, vertreibt und dämpft daneben nanch Angst und Herzensqual, st wie ein schönes Licht, davon, wer an ihr hanget, nit Gottes Hilf erlanget ein röhlich Angesicht. 7. Geduld ist mein Ver⸗ langen und meines Herzens Lust, nach der ich oft gegangen; das ist dir wohl bewußt, Herr voller Gnad und Huld, uch gib mir und gewähre mein Bitten, ich begehre nichts andres als Geduld. 8. Geduld ist meine Bitte, die ich sehr oft und viel aus dieser Leibeshütte zu dir, Herr, schicken will. Kommt dann der letzte Zug, so gib durch deine Hände auch ein geduldig stilles Klagen, und was du. teinem darfst erzählen, magst Ende, so hab ich alles gnug. Paul Gerhardt, 1607—-1676. Eigene Melodie. 383 Gib dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens; in Trostlieder. 251 ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn ihn mühst du dich ver⸗ gebens; er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gio dich zufrieden. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, ungefärbten, treuen Herzens; wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmer⸗ zens. Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, ja, auch den Tod hat er in Händen. Gib dich zufrieden. 3. Wie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der be⸗ trübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Thränen und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gib dich zufrieden. 4. Wenn gar kein einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heim— lich Grämen, auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen. Gib dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern Gib dich der Armen Bitten. zufrieden. 252 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten einhergingen, dennoch mußt du oben liegen. Denn wenn du wirst zu hoch be⸗ dih sch. hat Goth dein Fürst, dich schon erhöret. Gib dich zuuinden 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat Decheren, 42— auch Unterhalt bescheren. hat ein Hand voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gib dich zufrieden. 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körnlein weiset, der Schaf und Rinder in den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird* auch dich eingen füllen und deinen Leib zur Notdurft stillen. Gib dich zufrieden. 9. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel, wo ich such, ist nichts zum besten. Denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, da schickt er zu, uns wohl zu führen. Gib dich zufrieden. Kreuz⸗ und Trostlieder. und was verzeucht, ist desto süßer. Gib dich zufrieden. 11. Nimm nicht zu Herzen, von dir dichten; laß sie nur immer weidlich spotten. Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gib dich zufrieden. 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen könnt und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: Ich weiß durchaus von keinen Plagen? Gib dich zufrieden. anders werden, alle Menschen müssen leiden; was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, da wird sichs enden. Gib dich zufrieden. 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird 10. Bleibt gleich die Hilf in etwas lange, dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bauge, glaube mir, es ist dein und Getreuen, langsam Frieden abgefahren, sich auch schleicht, faßt man gewisser, nun im Frieden freuen, da sie Was Frommen. einmal der Tod herdringen und aus der Qual uns sämt⸗ wird sie lich bringen. Gib dich zufrieden. 15. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten die hier mit was die Rotten deiner Feinde 13. Es kann und mag nicht den Grund, lechen, den habst hören sp uftieden! Paul Oe M: Jau 1 6 ih alle Sack Istelt. Er hich noch gel Helt; hat mi Hrauch was heben hier 2. Gott nachen, de Hahen, Fre shenkt; der: er mit Klei ich nich bed die Kr Zeinen zien 3*0 erqr 3. Gott nachen, laß 0 die S 4 zufrieden. ht zu Herzen einer Fent laß sie mu otten. Goh recht richten Freund un as kann den ensch, groß ch zufrieden h selbst aut „wenn els wollte. Mo und reinn jehlen sollte⸗ das könnte 5 durchaut 12 Gib dih ud mag nich le Menschen webt und m, kann das neiden. Des hlägt unste 5 Grab, d Gib dich uRuhetag unser Golt d uns reißel dieses Leibs Es Wird herdringen I uns süm ich zufticdel uns bringen Erwähltel „ hier mit IE hier , sich u Kreuz⸗ und Trostlieder. den Grund, der nicht kann zrechen, den ewgen Mund elbst hören sprechen: Gib dich ufrieden! Paul Gerhardt, 1607- 1676. Mel.: Jesu, meine Freude. 384 Gott der wirds wohl machen, dem ich alle Sachen allzeit heim— gestellt. Er hat mich erkoren, th ich noch geboren bin auf diese Welt; hat mir auch nach seinem Brauch, was von nöten, stets gegeben hier in diesem Leben. 2. Gott der wirds wohl machen, der mir manches Lachen, Freud und Lust ge— schenkt; der mich nie vergessen, der mit Kleid und Essen täg⸗— lich mich bedenkt; auch wenn fast die Kreuzeslast oft die Seinen ziemlich drücket, hat er mich erquicket. 3. Gott der wirds wohl machen, laß die Wetter krachen und die Stürme gehn; wenn mit großem Grausen alle Wellen brausen, will er bei dir stehn. Nur Geduld, trau seiner Huld! Schlägt dich Un⸗ glück auch darnieder, Gott erhebt dich wieder. 4. Gott der wirds wohl machen, er wird selber wachen über deiner Not. Wenn du willst verzagen unter deinen Plagen, ist der fromme Gott auf dem Plan und nimmt dich an; dann verstäubt die der Angst geschwinde wie Rauch im Winde. 253 5. Gott der wirds wohl machen, mächtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hats je gefehlet, der sich Gott erwählet in dem Herze— leid? Drum, mein Herz, ver⸗ giß den Schmerz! alles steht in seinen Händen, Gott kann alles wenden. 6. Gott der wirds wohl machen, wenn des Todes Rachen gleich ist aufgethan; wenn die Lebensjahre liegen auf der Bahre, führt er himmel⸗ an. Dieser Bund hat seinen Grund: die gelebt und leben werden, kommen in die Erden. 7. Gott der wirds wohl machen, der den alten Drachen dämpfet ritterlich; führt er gleich die Seinen über Stock und Steinen vielmals wunder⸗ lich, sei bereit zu Freud und Leid; Gott befiehl nur deine Sachen; Gott der wirds wohl machen. Ernst Stockmann, 1634—-1712. Mel!: O Gott, du frommer Gott. 385. Gott ist und bleibt getreu, sein Herz bricht ihm vom Lieben, pflegt er gleich öftermal die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie standhaft die Geduld; Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt ge⸗ treu; er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Last der schweren Plagen; er braucht die Ruten oft und 254 bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt ge⸗ treu; er weiß, was wir ver⸗ mögen, er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen. Er macht die Seinen gern von Last und Banden frei, wenn. Not entsteht; Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt ge⸗ treu, er tröstet nach dem Weinen; er läßt nach trüber Nacht die Freudensonne scheinen. Der Sturm, der Kreuzessturm, geht augenblicks vorbei; sei, Seele, nur getrost! Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu, er stillet dein Begehren, er will dein Glaubensgold in Trübsalsglut bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu; der Lebensbecher folgt: Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt getreu. Laß alle Wetter krachen, Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Leid dir ewig nützlich sei; so liebt der Höchste dich: Gott ist und bleibt getreu. Unbekannt, 1695. Eigene Melodie. ott 386. G Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle * Kreuz⸗ und Trostlieder. Hilf auf Erden thut, der wit Macht und starken Armen machet alles wohl und gut. Gott kann besser, als wir denken, alle Not zum besten lenken. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! 2. Gott lebet noch! Seele was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, der das Aug hat zugericht? Der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, wo den Frommen Weh ge⸗ schiehet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hilf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf; Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft dem Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer. Seele, lebet noch! so bedenke doch: lebt doch unser Gott reh noch! 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dch deine dein Verbr shr: komm hersenken d das Meer. hgst der Isch zufriede 0 bedenke user Herrg 5. Gott was verzag did alle We du Weder al uwitd denne ind im Le Hott ists, menet, wo! shhinet. 6 doch: lebt gdjtt noch! —— 7. Gott vas verzae den Himme immerhin lah die Hö lah den laß den 3 lißen; we will er c bedenke do Hergott r Ut, der nit en Armen und gu „als wu zum bestz edenke doch Igott noch! och! Seele och? Soll er schlafen zugericht! erschaffen icht? Gott Und siehet Weh ge⸗ so bedenke er Herrgott ch! Seel, doch? Da rhüllet mit Und breit t erfüllet fern und liebt, dem Ind Trost Seele, so doch unser —10— ochl Sele doch? Bit beloden F ur deinen. roß und hilft den uf. Gottes mer, seilt er. Seele, lebt doch ö Seele, 95 Vemn Kreuz⸗ und Trostlieder. dich deine Sünden kränken, dein Verbrechen quält dich sehr: komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden das Meer. Mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, in so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt dein Wächter, schläfet ja noch du weder aus noch ein, Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir sein. Gott ists, der es herzlich meinet, wo die Not am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr⸗ gott noch! 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Laß den Himmel samt der Erden immerhin in Trümmer gehn, laß die Höll entzündet werden, laß den Feind erbittert stehn, laß den Tod, den Abgrund blitzen; wer Gott traut, den will er schützen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! 8. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der harten Dornenbahn: es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan; Gott wird nach dem Jammerleben Eigene Melodie. 387*(Fott wills machen, daß die Sachen gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen sich verstellen, wenn du nur bei Jesu bist! 2. Wer sich kränket, weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, da der Unglaub leidet Straf. 3. Du Verächter, Gott, schlummert nicht; zu den Höhen aufzusehen wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz. Laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei; wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Nimmer klage, niemals zage, wenn der Herr dir Leiden gibt; der sie sendet, auch sie wendet, der hat nie ohn Frucht betrübt. 7. Willst du wanken in Gedanken, faß dich in Ge⸗ lassenheit. Laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Freud und Leid. 8. Gottes Hände sind ohn Ende, sein Vermögen hat kein Ziel. Ists beschwerlich, scheints Friede, Freud und Wonne gefährlich, deinem Gott ist 1eht d. Seele, so bedenke doch: ebt doch unser Herrgott noch! J. Fr. Zihn, 1650—1719. nichts zu viel. 9. Seine Wunder sind der Zunder, da der Glaube Funken 256 fängt. Alle Thaten sind ge⸗ raten jedesmal, wie ers ver⸗ hängt. 10 Wenn die Stunden sich efunden, bricht die Hilf mit Macht herein, und dein Grämen u beschämen, wird es unver⸗ sehens sein. 11. Eignen Willen zu er⸗ füllen, leidet sichs noch ziemlich wohl; da ist Plage, Not und Klage, wo man leiden muß und soll. 12. Drum wohl denen, die sich sehnen nach der stillen Willensruh! Auf das Wollen fällt dem Sollen die Voll— bringungskraft bald zu. 13. Mehr zu preisen sind die Weisen, die schon in der Übung stehn, die das Leiden und die Freuden nur mit Hiobs Aug ansehn. 14. Nun, so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld! Wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sün⸗ denschuld. 15. Die da weichen und das Zeichen ihres Bräutigams verschmähn, müssen laufen zu den Haufen, die zur linken Seite stehn. 16. Aber denen, die mit Thränen küssen ihres Jesu Joch, wird die Krone auf dem Throne ihres Heilands werden noch. 17 Amen, Amen! In dem Namen meines Jesu halt ich still; es geschehe und ergehe, was und wie und wann er will. Joh. Dantel Herrnschmidt, 1675—1723. 8 thun, du treuer Gott; denn Kreuz⸗ und Trostlieder. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, oder: Wenn wir in höchsten Nöten sein. 388. Hith Helfer, hilf in Angst und Not, erbarm dich mein, du treuer Gott, ich bin j0 doch dein liebes Kind trotz Teufel, Welt und aller Sünd. 2. Ich 27 auf dich, o Gott, mein Herr. Wenn 5 S0 ha was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ, du mein Gott und Erlöser bist. 3. Des freu ich mich von Herzen fein, bin berla Muts und harre dein, verlaß mich gänzlich 5 dein Nam' n; hilf, Helfer, hilf! Drauf sprech ich Am'n. Martin Moller, 1596, nach Nik. Selnecker, 1565. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, oder: Wenn wir in höchsten Nöten sein. 389. Hitß Helfer, hilf in Angst und Not! du kannst es thun, du starker Gott; denn du bist groß von Rat und That, wies mancher Christ erfahren hat. 2. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not! du willst es thun, du lieber Gott; denn du sprichst: Ich will reißen dich aus aller Not, glaubs sidne Hilf, Notf hilf in ngs und Not! du mußt r dein Vate zu mich kann 4. Hilf, lgst und N hhun, wahrho bs gleich Nacht, so hil deine Macht 5. So hi der Welt, w 6 dir gefä mir zur recht Seelen Seli 6. Du ka du mußt es dein Wort vill ich d dir; Hilf, Jesu, allein! Ioh. Iul Nel.: Was gsc 0 00.3 nein Herzel Vas bösef vinn, der 1 Lcben. Ih der den D auff Waogen; und Kreuz 6 aunemech nich licben luch gleich ull er min Gemi hnn ‚ denn Nund mich 1„ bei deinnn in höchsten fer, hilf in und Not, du treuer doch dein aufel, Wett dich, o Wenn ith ich mehrꝰ Herr Jesu Gott und mich von tes Muts klaß mich inn; hij, prech ich er, 1b9b, der, Iööd. bel deinem in höchsten er, hilf in und Not! du starker roß von munhet hif n V Wills jott; demn nll rißen Kreuz⸗ und dir dein Vaterherze bricht, daß du mich kannst verlassen nicht. 4. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not! du wirst es thun, wahrhaftger Gott; denn obs gleich währt bis in die Nacht, so hilfst du doch durch deine Macht. 5. So hilf nun allen in der Welt, wie, wo und wann es dir gefällt; so hilf auch mir zur rechten Zeit zu meiner Seelen Seligkeit. 6. Du kannst, du willst, du mußt es thun, du wirst dein Wort erfüllen nun; so will ich dir stets dankbar sein. Hilf, Jesu, hilf, du kannsts allein! Joh. Jak. Lang, 1646—1690. Mel.: Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. 390 Ich. hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Ge— winn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn des, der den Thron des Himmels aufgezogen; ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in seiner Güt gewöhnen fest zu stehen; halt ich denn stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. Trostlieder. 257 3. Ich bin ja von mir selber nicht ans Licht der Welt geführet; mein Gott ist, der mich zugericht, an Leib und Seel gezieret; es ist sein Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet; was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. 4. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene, und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret; hast spat und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. 6. Fürwahr, der dich ge— schaffen hat und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rat ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sei dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. 7. Wenns Gott gefällt, so kanns nicht sein, es wird dich letzt erfreuen; was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird 17 258 dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden; all Angst und Qual wird auf einmal gleich wie ein Dampf verschwinden. 8. Das Feld kann ohne Ungestüm gar keine Früchte tragen; so fällt auch Menschen⸗ wohlfahrt hin bei Wabe guten Tagen. Wie bitter sei die Arzenei, sie macht doch rote Wangen; so— ein Herz durch Angst und Schmerz zu seinem Heil gelangen. 9. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände; nimm mich und mach es du mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist da⸗ durch sein Nutz entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe. 10. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück sein, will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 11. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straße reisen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt, 1607- 1676. Kreuz⸗ und Trostlieder. Mel.: Nun ruhen alle Wälder. Ich⸗ hab in guten 391. J Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl; so will ich denn gelassen mich auch im Leiden fassen: welch Leben hat nicht seine Qual! 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst, und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade. Du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod be⸗ denken. Du, Herr, wirst alles lenken; und was mir gut ist, wird geschehn. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mal.: Wenn Nöt 902.J sch die Bell Wann mir! Himmelsthror u statten ko 2. Mein! lon dem Hei 11Dvon Herz Iud Erd hat silt über un . Er füht Hahn, so da leiten kann Htt dein 3 lhütet, schl 4. Der t hlwahret di el; er so Ig noch 9 sht müde! 5, Vore6 Ihlich der hitet dich; u aer Gnad lle Wilder. in guten imden dih funden und hl; so wi mich aut welch Leba Hall ich bin eh 3 strafst du der Mensch 9, beschwes hein zeitlih as doch zu ent? nich ergeben mein Lebel den Hermm ch vertrauet schen bauen, rrettest gein nich Gnade eine Sünden reun. Ihhl! roch Kläft in Gehäft Trost und in Chitt es Himmel kt 0 Ga uf des Tode einer Gudde ir in der M em Kumnel urch Ga wben zu in d.em Tod je „ wirst alls mir gut„ I115-Mil. Kreuz⸗ und Trostlieder. Ps. 121. Mel.: Wenn 1 in höchsten Nöten sein. ch heb mein Augen 392. J sehnlich auf und seh die Berge hoch hinauf, wann mir mein Gott vom Himmelsthron mit seiner Hilf zu statten komm. 2. Mein Hilfe kommt mir von dem Herrn, er hilft uns ja von Herzen gern; Himmel und Erd hat er gemacht, er hält über uns Hut und Wacht. 3. Er führet dich auf rechter Bahn, so daß dein Fuß nicht gleiten kann; setz nur auf Gott dein Zuversicht, der uns behütet, schläfet nicht. 4. Der treue Hüter Jsrael bewahret dir dein Leib und Seel; er schläft nicht weder Tag noch Nacht, wird auch nicht müde von der Wacht. 5. Vor allem Unfall gnä⸗ diglich der fromme Gott be— hütet dich; unter dem Schatten seiner Gnad bist du gesichert früh und spat. 6. Der Sonne Hitz, des Mondes Schein sollen dir nicht beschwerlich sein. Gott wendet alle Trübsal schwer zu deinem Nutz und seiner Ehr. 7. Kein Übel muß begegnen dir, des Herren Schutz ist gut dafür. In Gnad bewahret deine Seel der treue Hüter Jsrael. 8. Der Herr dein Aus⸗ gang stets bewahr, zu Weg und Steg gesund dich spar, 259 bring dich zu Haus in seim Geleit von nun an bis in Ewigkeit. Corn. Becker, 1561—1604. Eigene Melodie 393 J laß dich nicht, du mußt niein Jesus bleiben. Will rauhe Not, Welt, Höll und Tod mich aus der festen Burg der Treue treiben: nur her, ich halte mich, mein starker Held, an dich. Hör, was mein Herze spricht: du mußt mein Jesus bleiben! Ich laß dich nicht! 2. Ich laß dich nicht, du allerhöchste Liebe, wenn Zweifel sich setzt wider mich; ich weiß, wie dich der Liebe Flammetriebe. Du trugest Schuld und Pein: sollt ich verurteilt sein an jenem Weltgericht? Du allerhöchste Liebe, ich laß dich nicht! 3. Ich laß dich nicht, du süße Seelenstärke, die mich erlabt, mit Kraft begabt, wenn ich in mir des Glaubens Schwach— heit merke. Hält mich der Krankheit Ach in Schmerzens⸗ nächten wach, so spricht die Seele doch: Du süße Seelen⸗ stärke, ich laß dich nicht! 4. Ich laß dich nicht, du Hilf in allen Nöten, leg Joch auf Joch, ich hoffe doch, auch wenn es scheint, als wolltest du mich töten. Machs, wie du willst mit mir, ich weiche nicht von dir. Verbirg auch dein Gesicht, du Hilf in allen Nöten: ich laß dich nicht! 1²⁰ 260 Kreuz⸗ und 5. Ich laß dich nicht, sollt ich den Segen lassen? Nein, Jesu, nein! du bleibest mein, ich halt dich noch, wenn ich nichts mehr kann fassen. Nach kurzer Nächte Lauf geht mir der Segen auf von dir, dem Segenslicht; sollt ich den Segen lassen? Ich laß dich nicht! 6. Ich laß dich nicht, mein Gott, mein Herr, mein Leben, mich reißt das Grab von dir nicht ab, der in den Tod du dich für mich gegeben. Du starbst aus Liebe mir; ich sags in Liebe dir, auch wenn mein Herze bricht: mein Gott, mein Herr, mein Leben, ich laß dich nicht! Wolfg. Christ. Deßler, 1660—- 1722. Ps. 30. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 394 Ic preise dich und singe, Herr, deine Wundergnad, die mir so große Dinge bisher erwiesen hat; denn das ist meine Pflicht, in meinem ganzen Leben dir Lob und Dank zu geben; mehr hab und kann ich nicht. 2. Herr, mein Gott, da ich Kranker vom Bette zu dir schrei, da wird dein Heil mein Anker, da stehst du treulich bei. Da andre fahren hin zur finstren Todeshöhle, da hältst du meine Seele und mich noch, wo ich bin. 3. Ihr Leidensbrüder, singet und danket unserm Herrn, der, wenn die Not eindringet, bald Trostlieder. hört und herzlich gern uns Gnad und Hilfe gibt; rühmt ihn, des Hand uns träget und, wenn er uns ja schläget, nicht allzusehr betrübt. 4. Gott hat ja Vaterhände und strafet mit Geduld, sein Zorn nimmt bald ein Ende, sein Herz ist voller Huld und gönnt uns lauter Guts. Den Abend währt das Weinen, des Morgens macht das Scheinen der Sonn uns gutes Muts. 5. Ich sprach zur guten Stunde, da mirs noch wohl erging: Ich steh auf festem Grunde, acht alles Kreuz ge— ring; ich werde nimmermehr, das weiß ich, niederliegen; denn Gott, der kann nicht trügen, der liebt mich gar zu sehr. 6. Als aber dein Gesichte, mein Gott, sich von mir wandt, da war mein Trost zu nichte, da lag mein Heldenstand; es war mir angst und bang, ich führte schwere Klagen mit Zittern und mit Zagen: Herr, mein Gott, wie so lang! 7. Nun wohl, ich bin er— höret, mein Seufzen ist erfüllt; mein Kreuz ist umgekehret, mein Herzleid ist gestillt; mein Grämen hat ein End, es sind von meinem Herzen der bittern Sorgen Schmerzen durch dich, Herr, abgewendt. 8. Ach daß zu deiner Ehre mein Ehre sich erhüb und nimmer stille wäre, bis daß ich deine Lieb und ungezählte Zahl der großen Wunderdinge sit eugen Fr hünen Himn Paul Ger Ml.: Wer nu läßt 905. J Hale wer ohne Ntt, bei e Walgetümme V Hhulle Fluch u der Mense Hatt in Krei l 2. Ngröße Huste; Got m Probeste Nuten wird se ein Thr W Gold wir sud, ein C. Lt bewährt 4 F gr Htker Gla chet bei de t flicßt g Hahn du siey . Kreuze lut wie P Jut. 4Ngröß Aebe: der K Nanmen 0 hlich der ahet doch 30e Krenz Hat, Hleich Müdr thut. 9. Ne art 6b; 30 dhen woh j Hern mse gibt; rühn träget uut hläget, nit Vaterhitd eduld, se d ein Ende er Huld und Guts. Den Weinen, de as Scheine utes Mutz zur gutt noch woh Hauf feste Kreuz ge nimmermehj, niederliegen kann nich chgar zuscht ein Gesichtt n mir wandz st zu nicht, N enstand; E nd bang, A0 Klagen mi agen: Hen lang! ich bin m ist ufill ungelchrer jesillt; mei End, es sit orbtn 1 durch dich deiner Ehte erhüb uud ze, bis daß v ungehle Bunderdinge Kreuz⸗ und Trostlieder. nit ewgen Frenden singe im züldnen Himmelssaal! Paul Gerhardt, 1607—1676. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel.: .* Je größer Kreuz, 395. N je näher Him⸗ nel: wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; bei Sündenlust und Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O, selig st der Mensch geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt! 2. Je größer Kreuz, je bessrer Christe; Gott prüft uns an dem Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüste, fällt nie ein Thränentau hinein! Das Gold wird auf dem Feuer— herd, ein Christ in mancher Not bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube: die Palme wächset bei der Last, die Süßig⸗— keit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gekeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Mut wie Perlen in gesalzner Flut. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe: der Wind bläst nur die Flammen auf; und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleich wie das Ol im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz,* mehr Gebete; geriebne Kräuter riechen wohl; wenn um das 261 Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen: im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüste oft gegangen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täub⸗ lein, findt es hier nicht Ruh, so fleugt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe trium— phiert. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Schatz uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Über⸗ winder Scheitel trägt. Ach, dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein; daß mich die Un⸗ geduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benj. Schmolck, 1672—-1737. Mel.: O Gott, du frommer Gott. Ihr Waisen, weinet 396. V nicht! Wie, könnt ihr euch nicht fassen? Verlasset euch auf Gott, der wird euch 262 Kreuz⸗ und nicht verlassen. Sind gleich die Eltern tot, so lebet dennoch Gott; weil aber Gott noch lebt, so habt ihr keine Not. 2. Gott ist und bleibet stets ein Vater aller Waisen, der will sie insgesamt ernähren, kleiden, spesen. Demselben trauet nur, der nimmt sich ener an, seht, er ist enuer Schutz und euer Helfers⸗ mann. 3. Gott ist ein reicher Gott, er wird euch wohl versorgen; er weiß ja eure Not, sie ist ihm nicht verborgen; ob ihr schon wenig habt, ist auch der Vorrat klein, so will fürs künf⸗ tige Gott der Versorger sein. 4. Habt einen guten Mut! Gott hat es ja verheißen, er woll Verlassene aus jeder Trübsal reißen; dies Wort geht euch auch an. Ihr werdet es schon sehn, wie es auch noch an euch wird in Erfüllung gehn. 5. Ja, glaubet, bleibet fromm und geht auf Gottes Wegen, erwartet mit Geduld den euch verheißnen Segen, und weichet nicht von Gott, vertraut ihm allezeit; so werdt ihr glücklich sein in Zeit und Ewigkeit. Joh. Friedrich Starck, 1680—1756. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 397* In allen meinen Thaten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu Trostlieder. allen Dingen, solls anders wohl gelingen/ uns selber geben Rat und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist ümsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts ge⸗ schehen, als was er hat ver—⸗ sehen und was mir selig ist; ich nehm es, wie ers gibet, was ihm von mir beliebet, dasselbe hab ich auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Übel schützt; leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwach— heit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich allzeit sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird mir u harte fallen, mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich er⸗ eben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder mi th ihn sorge de rechte 3 9. So set und traue de gehaffen ha gehe, dein L her Weiß zu B. Ege 398. Hil, daß ich werd noch e Das bitt ich in deiner 2 2. Dein zu mir, er dich herfür ekretten; i ic Llieg un meinen Ni 3. Meir steh mir be darin ich mög streit scht der! auf beiden 5 mein Fels Scild, n dein Wor Heil, Meir Hott, in mir wide 5. M Reicht u sasch G. hänlich Mein We bchüt v. Kreuz⸗ und Ls anden heut oder morgen, dafür laß selber gebe pät un ine Müh imsonst; e Sachen nat en, ich stel nichts ge er hat ver ir selig i ers gibet ir beliehet uch erliet. er Gnaden m Schades, üht; leb it u, so wid gen, nihts wig nüßt. ner Sünden entbinden eSchuldz Hrechen nich il prechen In och Gedul, späte nicder bieder, lich ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat; es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe der weiß zu allen Sachen Rat. P. Fleming, 1609—1640. Eigene Melodie. 398 II dich hab ich 5 gehoffet, Herr; hilf, daß ich nicht zu Schanden werd noch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich: Erhalte mich in deiner Treu, Herr Gotte! 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, thu dich herfür, eil bald, mich zu erretten; in Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir in meinen Nöten! 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sei mir ein Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten, ob mich gar sehr der Feinde Heer anficht auf beiden Seiten! 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hilf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott, in aller Not: wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüglich ericht mit Lügen und dun falsch Gedicht viel Netz und heimlich Stricke; Herr, nimm mein wahr in der Gefahr, behüt vor falscher Tücke! Trostlieder. 263 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir; mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende! 7. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen. Die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum. Amen. Ad. Reusner, 1496 bis um 1575. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 399 Meine Seele senket sich hin in Gottes Herz und Hände und erwartet williglich seiner Wege Ziel und Ende, liegt fein ruhig, still und bloß in des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zu⸗ frieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden; was die Ungeduld er⸗ regt, ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts ge⸗ denken, was gleich spitzen Dornen sticht und den Frieden nur kann kränken; Sorgen kommt dem Schöpfer zu, meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. N. 44 264 5. Meine Seele klaget nicht; denn sie weiß von keinen Nöten, hängt an Gottes Angesicht auch alsdann, wenn er will töten; wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird das Freuden⸗ licht verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden; also hab ich allen Spott, alle Marter über⸗ wunden, bin gleich wie ein stilles Meer voll von Gottes Preis und Ehr. Joh. Jos. Winckler, 1670— 1722. Mel.: Jesu, meine Freude. 400 eine Seel ist stille zu Gott, dessen Wille mir zu helfen steht; mein Herz ist vergnüget mit dem, wies Gott füget, nimmt an, wie es geht. Geht es nur dem Himmel zu, und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein aller Ort und Zeiten und mag keinen leiden, der ihr redet ein; von der Welt, Ehr, Lust und Geld, wonach sind so viel beflissen, mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt; Jesus, der Getreue, in dem ich mich freue, 110 mir ganz ergibt. Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe. Kreuz⸗ und Trostlieder. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege sanft in seinen Schoß; lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. 5. Meine Seele senket alles, was sie kränket, tief in Jesu Brust; sie wird stark durch Hoffen; was sie je betroffen, träget sie mit Lust, fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste; am End kommt das Beste. 6. Amen, es geschiehet; wer zu Jesu fliehet, wird es recht erfahrn, wie Gott seinen Kindern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück zu sparn bis zu End; alsdann sich wendt das zuerst gekost'te Leiden, und gehn an die Freuden. Joh. Kasp. Schade, 1666—169s. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 401 Meine Sorgen, 5 Angst und Plagen laufen mit der Zeit zu End; alles Seufzen, alles Klagen, das der Herr alleine kennt, wird, Gottlob, nicht ewig sein. Nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken meinen matten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich gesäet, wird zur Freude wachsen aus; wenn die Dornen ab⸗ gemähet, so trägt man die ů Ruuht nuch d Hetter ist vo Hinmal wieder sanpfen, nad ommen die Er 9. Bennen brechen, mi der Still, Dornen st lles, wie Got 16 ein Zie um nur im Wiuil nan hi⸗ isden, so helbinden. 4 Unser m Sternen, isesett; hie scht entferne mit Blut be Schlaß der Ein Mensch! Rein Salems Ragen ihre 2 „. Es sir Rommen, d hacheit sehn, Hagskommen hun sie stehn Suhl und m der Ehr Uahnen aus Mdlich trin . Gotte sste und h ult; sine: Euast Sdeit beglü den 80 Anpf un uid nicht: licht hat ü Kreuz⸗ und Trostlieder. ewäge I. Frucht nach Haus; wenn ein ift in seing vertrauen hauen, w. ie da fleußh Ver sit chicken, de senlet alle⸗ ief in Iuu stark durch e betroffen Ffasset sich rch Gedulh am End geschiehet t, Wird es ott seinen Kreuz zu Glück zu alsdann st gekostte u an die 1666—1690. meine Seel Sorgen, st Ind der Zeit jzen, alles err alleine lob, nicht em Regel von vil en meinen Getter ist vorbei, wird der Himmel wieder frei; nach dem Rämpfen, nach dem Streiten ommen die Erquickungszeiten. 3. Wenn man Rosen will übbrechen, muß man leiden u der Still, daß uns auch die Dornen stechen; es geht alles, wie Gott will. Er hat ins ein Ziel gezeigt, das man nur im Kampf erreicht; will man hier das Kleinod finden, so muß man erst überwinden. 4. Unser Weg geht nach den Sternen, der mit Kreuzen ist besetzt; hier muß man sich nicht entfernen, ob er gleic mit Blut benetzt. Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin ohne Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, die des Himmels Klarheit sehn, aus viel Trübsal hergekommen; darum siehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron und mit Palmen ausgezieret, weil sie glücklich triumphieret. 6. Gottes Ordnung stehet jeste und bleibt ewig unver⸗ rückt; seine Freund und Hoch⸗ zeitsgäste werden nach dem Streit beglückt; Israel erhält den Sieg nach geführtem Kampf und Krieg; Kanaan wird nicht gefunden, wo man nicht hat überwunden. Zu dem 265 7. Darum trage deine Ketten, Seele, und gedulde dich, Gott wird dich gewiß erretten; das Gewitter leget sich, nach dem Blitz und Donnerschlag folgt ein an⸗ genehmer Tag; auf den Abend folgt der Morgen, und die Freude nach den Sorgen. Unbekannt, 1704. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 402 ein Herz, gib dich zufrieden und bleibe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram; die Not, die dich jetzt drücket, hat Gott dir zugeschicket; sei still und halt dich wie ein Lamm! 2. Mit Sorgen und mit Zagen, mit unmutsvollen Klagen häufst du nur deine Pein; durch Stillesein und Hoffen wird, was dich jetzt betroffen, erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kanns doch nicht ewig währen, oft hat Gott unsre Zähren, eh mans meint, ab⸗ gewischt; wenns bei uns heißt: Wie lange wird mir so angst und bange! so hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen, nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Sonnen⸗ schein, nach rauhen Winter⸗ tagen muß uns der Lenz behagen; er führt in Höll und Himmel ein. 266 5. Indes ist abgemessen die Last, die uns soll pressen, auf daß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, darf sich nicht an uns wagen, und solls auch nur ein Quentlein sein. 6. Denn es sind Liebes-— schläge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns belegt; nicht Schwerter, sondern Ruten 550 damit Gott zum guten ie Seinigen hienieden sahuit 7. Er will uns dadurch iehen zu Kindern, die da fliehen as, was ihm miß⸗ behagt, den alten Menschen schwächen, den Eigenwillen brechen, die Lust ertöten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Ge⸗ duld und, sollt er uns in Nöten auch lassen, ja gar töten, uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheiden von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehn? Man lebe oder sterbe, so bleibet uns das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. 10. Ist Christus unser Le⸗ ben, so muß uns, seinen Reben, der Tod sein ein Gewinn; er mag die Leibeshöhle zerbrechen, doch die Seele sügt auf zum Bau des Himmels D10 11. Drum gib dich ganz Dletd aal mein Herz, und leib geschieden von Sorge, Kreuz⸗ und Trostlieder. Furcht und Gram; vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Händen hin— tragen zu dem Bräutigam. A. Freylinghausen, 1670—1739. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 403 Nimm von uns, Herr, du treuer Gott, die schwere Straf und große Not, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal; behüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid. 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wolltst nach unserm Thun, so müßt die ganze Welt vergehn, und könnt kein —8152 vor dir bestehn. 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Rettung uns erschein! Beweis an uns dein große Gnad und straf uns nicht auf frischer That. Wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sei. 4. Die Sünd hat uns ver⸗ derbet sehr, der Teufel plagt uns noch viel mehr, die Welt, auch unser Fleisch und Blut uns allezeit verführen thut; solch Elend kennst du, Herr, allein, ach laß es dir befohlen sein! 5. Gedenk an deines Sohnes Tod, sieh an sein heilgen Wunden rot, die sind ja für die ganze und das Li mi uns Iulf Barm 6, Leit! Hand und und Lan en heilg Vufels leih ein x daß wir oder: Chri 0 404 du betr liegst du der Schn du nict Er will denen 7 dir erwo S und spr Sclang deinen S und han Kopf ze 5— wuhss dit entr Freuden Kreuz⸗ und m villach N pie ganze Welt die Zahlung senden, di Händen hin Hräutigam. u, 1670—1789. m Himmelleih. 1 von un rr, du treun re Straf und I T mit Sünden dienet haben t vor Krieh vor Seuchen n Leid. h deiner bößen n Gnad und denn so du, n Lohn uns nach unserm t die ganze nd könnt kein bestehn. Gott, durch nit Trost und hein! Beweis e Gnad und auf frischet 16 mit deiner Zorn und uns sel. hat uns vel Teufel plagt hr, die Veh und Blut ühren thut; 1— Hen, dir bfohle ahnes enes Sohne. sein Halt e sind jn si und das Lösegeld. Des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. 6. Leit uns mit deiner rechten Hand und segne gnädig Stadt und Land; gib uns allzeit dein heilges Wort, behüt vors Teufels List und Mord; ver⸗ leih ein selig Stündelein, auf daß wir ewig bei dir sein! M. Moller, 1547—1606. Eigene Melodie, oder: Christus, der uns selig macht. 404. Schwing dich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele, warum liegst du Gott zum Spott in der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: Fleuch, du alte Schlange! Was erneust du deinen Stich, machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Freuden. 3. Wirfst du mir mein Sündgen für? Wo hat Gott befohlen, daß mein Urteil ich bei dir über mich soll holen? Wer hat dir die Macht ge— schenkt, andre zu verdammen, der du selbst doch liegst ver⸗ senkt in der Hölle Flammen? Trostlieder. 267 4. Hab ich was nicht recht gethan, ist mirs leid von Herzen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmer⸗ zen; denn das ist das Löse⸗ geld meiner Missethaten; da⸗ durch ist der ganzen Welt und auch mir geraten. 5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigentum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich davor Geschoß und Ge— walt der Höllen. 6. Stürme, Teufel und du Tod, was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden, der Gott, der mir seinen Sohn selbst verehrt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein: wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen; schnell zerbricht des Kreuzes Joch, wenn es Gott will wenden. 8. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten; bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd auf was Guts will ziehen? 268 9. Es ist herzlich gut ge⸗ meint mit der Christen Plagen: wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen. Wem hier Christus recht bewußt, hat in Gottes Garten droben die vollkommne Lust endlich zu gewarten. 10. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen; aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 11. Ei, so faß, o Christen⸗ herz, alle deine Schmerzen; wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr; gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr. Er wird helfsen. Amen. Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel.: Jesu, meine Freude. 405 Seele, sei zufrieden! Was dir Gott beschieden, das ist alles gut; treib aus deinem Herzen Un⸗ geduld und Schmerzen, fasse frischen Mut! Ist die Not dein täglich Brot, mußt du weinen mehr als lachen, Gott wirds doch wohl machen. 2. Bringt der Feinde Menge alles ins Gedränge, was die Wahrheit liebt, will man deinen Glauben von dem Herzen rauben, sei drum unbetrübt! Kreuz⸗ und Trostlieder. Stellt man dir viel Elend für, drohen der Verfolger Rachen, Gott wirds doch wohl machen. 3. Scheint der Himmel trübe, fällt der Menschen Liebe immer mehr dahin, droht ein hart Geschicke alle Augen— blicke dem erschrocknen Sinn, nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen: Gott wirds doch wohl machen. 4. Ungeduld und Grämen kann von uns nichts nehmen, macht nur größern Schmerz; wer sich widersetzet, wird nur mehr verletzet; drum Geduld, mein Herz! Aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Last dich Schwachen, Gott wirds doch wohl machen. 5. Wer ein Christ will heißen, muß sich auch befleißen, alles auszustehn: mag bei Ungewittern Erd und Himmel zittern, ja zu Grunde gehn, der steht fest, den Gott nicht läßt; drum laß alle Wetter krachen: Gott wirds doch wohl machen. 6. Kronen soll der tragen, der des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt; fröhlich aus— gehalten, und Gott lassen walten, das macht recht ver⸗ gnügt. Drum nimm dir, o Seele, für, alles Unglück zu verlachen: Gott wirds doch wohl machen. Casseler Gesangbuch v. 1770. Eig 106.5 * Len, als de Seinen Weiß ich adlich doc 2. Hilfe schoben, Ilfhehoben sder Frif Penns nöt 3. Glei hlld geben, teben, s. NMaß und und wann J. Seir stösten, we Rößten; e Rund,mehr 5. Laß inmer ne nicht läng ih nichts Richter m 6. Wil sch treibe Hunmel llr den ih alles 7. Ach hur habe andver G lich in Hur, wer Chr Ml. Ml.: Sin 107. Reuet bl Clab r Verfolger s doch wohl her Himmel enschen Liehe ahin, droht alle Augen⸗ ocknen Sinn, es Himmels alle deine ds doch wohl und Grämen chts nehmen, un Schmerz: et, wird nur rum Geduld, em Sinn mit ket gleich die schen, Gott machen. Christ will uch befleißen mag bei und Himmel runde gehn, Gott nicht alle Wetter wirds doch der tragen, Plagen töhlich aus— Hott lassen t racht ver imm dix, o Unglück zu wirds do gbuch v. Ii. Kreuz⸗ und Eigene Melodie. 406* Sollt es gleich bisweilen schei⸗ nen, als wenn Gott verließ die Seinen, o, so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hilfe, die er auf⸗ geschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nötig ist. 3. Gleich wie Bäter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel: er gibt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich ge— trösten, wenn die Not am aller⸗ größten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Laß die Welt nur immer neiden, will sie mich nicht länger leiden, ei, so frag ich nichts darnach; Gott ist Richter meiner Sach. 6. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; wenn ich nur den Himmel krieg, hab ich alles zur Genüg. 7. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, frag ich nicht nach andrer Gabe; legt man mich gleich in das Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab! Christoph Tietze, 1641—1703. Mel.: Singen wir aus Herzensgrund. 407 Treuer Wächter JIsrael, des sich freuet meine Seel, der du Trostlieder. 269 weißt um alles Leid deiner armen Christenheit, o du Wächter, der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns richt dein hilfreiches Angesicht. 2. Schau, wie große Not und Qual trifft dein Volk jetzt überall; täglich wird der Trübsal mehr; hilf, ach hilf, schütz deine Lehr. Wir ver⸗ derben, wir vergehn; nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester Jesu Christ, der du eingegangen bist in den heilgen Ort zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, uns versöhnt mit deinem Blut, ausgelöscht der Hölle Glut, wiederbracht das höchste Gut, 4. Sitzest in des Vaters Reich, ihm an Macht und Ehre gleich, unser einger Gnadenthron, seine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt: 5. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnaden⸗ thür, wir, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigen⸗ tum: dein Erbarmen hat kein End; deines Vaters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt! 6. Zeig ihm deine Wunden rot, deine Marter, deinen Tod, und was du mehr hast gethan, zeig ihm unsertwegen an; sage, daß du unsre Schuld 270 hast bezahlet in Geduld, uns erlanget Gnad und Huld! 7. Jesu, der du Jesus Heßtr' als ein Jesus Hilfe eist! Hilf durch deine starke Hand, Menschenhilf hat sich gewandt; eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau und mit Zittern sie anschau. 8. Liebster Herr, Immanuel, du Beschützer meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, neben uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit: Trotz dem, der uns thut ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. 9. Deines Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm, jetzt laß sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht; aller Feinde Macht zertrenn, auf daß dich die Welt erkenn, aller Herren Herren nenn. 10. Andre traun auf ihre Kraft, auf ihr Glück und Ritterschaft, deine Christen sehn auf dich, trauen dir sich festiglich. Laß sie werden nicht zu Schand, bleib ihr Helfer und Beistand, sind sie dir doch ganz bekannt! 11. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht Draunt: der die Wagen gar verbrennt und der Men 1 Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. Kreuz⸗ und Trostlieder. 12. Jesu, wahrer Friedens⸗ om Leib m fürst, der der Schlange hat zerknirscht ihren Kopf durch seinen Tod, Frieden wieder— bracht bei Gott, gib uns Frieden gnädiglich, so wird dein Volk freuen sich, dafür ewig preisen dich. J. Heermann, 1585—1647. Eigene Melodie. 408* Von Gott will ich nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand; den Abend wie den Morgen thut er mich wohl versorgen, sei, wo ich woll, im Land. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohlthat all ver⸗ kehrt, so findt sich Gott gar balde, sein Macht und Gnad bewährt; er hilft aus aller Not, errett von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich ver⸗ trauen in meiner schweren Zeit; es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben; er schaffs, wies ihm gefällt. 4. Es thut ihm nichts ge⸗ fallen, denn was mir nützlich ist; er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, sein allerliebsten Sohn. Durch ihn er uns bescheret, Ih ihn ins 5. Lobt Ide, ihr helkt! D Zunde, do hult. So t, die! Ocm; Wir bleib'n 6. Auch! shet mit Hacht, ni hstehet, d sucht; ja Id, tiefi Hann Wir mul uns e 7. Die hren, ge Shoß; d Aboten, 105,ganz! al Ind aaran mu 6 Nufe 5. Da hde hier ihauch w luch die Reuden v Rer Friedens Schlange he n Kopf durt rieden wieder tt, gib unz ich, so win sich, daft . in, 1585—1647. elodie. Gott will it nicht lassen icht von mir chter Straßen, rte sehr. Er Hand; den Morgen thut jersorgen, sei Land. der Menschen lthat all ver⸗ sich Gott got ht und Gnad aus aller Not ind Schanden, von Banden, wär der Tod will ich ver⸗ chweren Zeit; icht gerellen Leid. Ihn t; mein Leh in Leben sai fetgeben;& Kreuz⸗ und Trostlieder. was Leib und Seel ernähret; lobt ihn ins Himmels Thron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, ihn, der uns beides schenkt! Das ist ein selge Stunde, darin man sein ge⸗ denkt. Sonst verdirbt alle Zeit, die wir zubring'n auf Erden; wir sollen selig werden und bleib'n in Ewigkeit. 6. Auch wenn die Welt ver⸗ gehet mit ihrem Stolz und Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, das vor war groß geacht; ja auch nach diesem Tod, tief in die Erd begraben, wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott. 7. Die Seel bleibt unver⸗ loren, geführt in Abrams Schoß; der Leib wird neu⸗ 19 gan von allen Sünden os, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren; daran muß uns nicht irren des Teufels listig Art. 8. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freuden voll; dieselb ohn einigs Ende, dieweil ich Christum kenne, mir widerfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle er⸗ worben uns und Gnad; auch Gott der heilge Geist im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! L. Helmbold, 1532—1598. 271 Eigene Melodie. 409. Warum betrübst du dich, mein Herz, bekümmerst dich und trägest Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, der alle Ding erschaffen hat! 2. Er kann und will dich lassen nicht, er weiß gar wohl, was dir gebricht, Himmel und Erd ist sein, mein Vater und mein Herre Gott, der mir bei⸗ steht in aller Not. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, dein Kind wirst du verlassen nicht, du väterliches Herz! Ich Staub und Asche habe hier sonst keinen Trost als nur in dir. 4. Der Reich verläßt sich auf sein Gut, ich aber will dir traun, mein Gott; ob ich gleich werd veracht, so weiß ich und glaub festiglich: Wer dir vertraut, dem mangelts nicht. 5. Ach Gott, du bist noch heut so reich als du gewesen ewiglich! Mein Trauen steht zu dir; mach mich an meiner Seele reich, so hab genug ich ewiglich. 6. Der zeitlich Ehr will ich entbehrn, willst du das Ewge mir gewährn, das du erworben hast durch deinen herben, bittern Tod, das bitt ich dich, mein Herr und Gott! 7. Alles was ist auf dieser Welt, es sei Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine 272 Zeit und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Ich dank dir, Christ, o Gottes Sohn, daß du mir solches kund gethan durch dein göttliches Wort; verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit! 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gesagt für all dein erzeigte Wohlthat; ich bitt demütiglich: laß mich nicht von deim Angesicht verstoßen werden ewiglich. Unbekannt, 1545. Eigene Melodie. 410* arum sollt ich 2 mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem. Nackend werd ich auch hin— ziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein: Gott allein ist es, ders ge— geben; will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum ver⸗ zagen? Der es schickt, der Kreuz⸗ und Trostlieder. wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergetzt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar ver— lassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod auf⸗ reiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten, schleußt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmels— freuden. 9. Allda will in süßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergetzen; hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn Ende laben. U. Hetr, llle Freud ih bin dei iud scheide Ral du dei Haut mir z 2 sch fasse 1 Ran Licht, sse. Laß ulgelangen idich ewpi Paul 6 han, es Ale, wi⸗ Zachen an, ille: er i der Not HWerhalten ht walten 2. Was ichlgethan lelügen; ahtet Bal igen ar Gddul Ihlück w er weiß woh mein Unglt nich bei guth cht; sollt it etwas tragen“ t und schärt Gericht, kam und gar ver HLelt und ihn mir nichts als meiner e spotten, laß t, mein Heil zu schanden t und ohne Christ, vo assen sc schauen, der Tod auf⸗ Mut dennoch le bleiben. doch kein Zod n reißt unsemn msend Nöten, 1 der bittern t Bahn, D0 3ll Himmebs⸗ Iin sißa in Herz auf lich 610 cht Gut 6 Wet in sich weschwndae dieses Le ebens Hand volla der Gemi üter. die edlen Hirt Christus Ende laben. Kreuz⸗ und 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich ewig werd umfangen. Paul Gerhardt, 1607-1676. Eigene Melodie. * as Gott thut, 411. W' das ist wohl⸗ gethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten tille: er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn aur walten! 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird 22 nicht betrügen; er 160 mich auf rechter Bahn, so laß ich mir genügen an seiner Ould und hab Geduld; er wird mein Inglück wenden, es steht in einen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich wohl bedenken; er als mein Arzt und Wundermann wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu, drum Will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. Trostlieder. 273 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergetzt mit süßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich ver⸗ bleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast, 1649—1708. Eigene Melodie. * as mein Gott 412. W' will, gescheh allzeit, sein Will der ist der beste; zu helfen den er ist bereit, die an ihn glauben feste. Er hilft aus Not, der fromme Gott, und züchtiget mit Maßen; wer Gott ver— traut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoff⸗ nung und mein Leben; was mein Gott will, daß mir ge⸗ schicht, will ich nicht wider⸗ 18 27⁴4 Kreuz⸗ und streben; sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezählet; er hüt und wacht, stets für uns tracht, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Drum will ich gern von dieser Welt hinfahrn nach Gottes Wille zu meinem Gott; wenns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden; du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse Feind anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen; hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wirds gewährt; drauf sprech ich fröhlich Amen. Unbekannt, 1557. Eigene Melodie, oder: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 413.* enn wir in höchsten Nöten sein und wissen nicht, wo aus noch ein und finden weder Hilf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen ins⸗ gemein dich anrufen, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not, 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Trostlieder. Reu und Schmerz und flehen um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädig⸗ lich allen, die darum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, of Herre Gott, und klagen dir all unsre Not, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß, sprich uns da⸗ von aus Gnaden los; steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei, 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber, 1511—1569. Mel.: Was mein Gott will, gescheh allzeit. 41⁴4 Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden; wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich will fest und sicher setzen, Herr Jesu Christ, ih dich u dänem G aunn fürn ur nicht shhaden. 3. Dei sicherlich; ohl geb. du treuer enes Leb mein Her Ind Seel dies mei mein Bit Vers 415.X5 laßt walt llezeit, lich erhal Taurigt Alerhöc Luf keine 2. W shweren uns un mein Trost du bist in Todes⸗ not und Schmerzen. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all schlägt darnieder. Und wenn Vas hi Vorgen ganach? Rreuz U durch di 3. M Winig st lch 0 Hottes Auwisse er uns r wei uns feh erz und flehn AN ng und alle ing, heißest gnädi darum bitteh deins Sohnt er unser Hůl it. mmen wir, nd klagen di weil wir jeh gar in große efahr. cht an unse sprich uns do den los; steh Flend bei, mac Plagen fre von Herzen nachmalss mi dit, gehorsan m Wort, dih hier und dolt ber, 1511—1659. ein Gott will, allzeit. Gott vertraut n. wohl Rebal auf Erdel. it auf N 15 der Himmu m auf dich l il fet 1h Kreuz⸗ und ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich; denn du kannst mirs wohl geben, was mir ist not, du treuer Gott, für dies und jenes Leben. Gib wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele. Ach höre, Herr, dies mein Begehr, und laß mein Bitt nicht fehlen. Vers 1 von Joach. Magdeburg, 1525—1588. Eigene Melodie. * er nur den 415. W lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunder— lich erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Un⸗ gemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsres Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt; Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. Trostlieder. 275 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei: wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze, daß du von Gott verlassen seist, und daß der Gott im Schoße sitze, der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald er⸗ höhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark, 1621—1681. Mel.: Aus tiefer Not, oder: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. 416 ie Gott mich führt, so will ich gehn ohn alles Eigen⸗ wählen; geschieht, was er mir ausersehn, wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit und folge willig Schritt vor Schritt in kind⸗ lichem Vertrauen. 18* 276 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit in Zeit und auch in Ewigkeit stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, u ich Hünden; ich ruh in seinen Händen; wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will kehrn und wenden, sei ihm hiermit ganz heim⸗ gestellt; er mach es, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei; was will müh von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken. Von vornen läßt sich Gott nicht sehn, zu— letzt wird ers außdeten wie er nach seinem Vaterrat mich treu und wohl geführet hat; dies sei mein Glaubensanker. Lamp. Gedicke, 1688— 1735. Kreuz⸗ und Trostlieder. Mel.: Alles ist an Gottes Segen. 417 underanfang, herr⸗ lich Ende, wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus! Wunder⸗ weislich ist sein Raten, wunder— herrlich seine Thaten, und du sprichst: Wo wills hinaus? 2. Denke doch, es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen ihm und dir ur Herrlichkeit; ob der Anfang feltsam scheinet, ist das End doch gut gemeinet, Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist in den Flüssen und in großen Wasser— güssen, und du spürst nicht seinen Fuß; so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen kann er⸗ sinnen, wo man könne Hilf gewinnen, die Vernunft ist hier zu blind, ihre halbge— brochnen Augen nicht in das Derbergat taugen, dem sie allzu blöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er ange— fangen, lassen so ein End er— langen, daßeswunderherrlichsei. 6. Drum so laß dir nimmer grauen, lerne deinem Gott vertrauen, sei getrost und gutes Muts. Er, fürwahr, er wird es führen, daß dus wirst am Ende spüren, wie er dir thut lauter Guts. 7. Du sihlen und Hebhehlen, nicht kennt slteuz ver Ickennen mfang, h 0. A. Ml.: Vatt I18. Nuu, bli Du bist de mann, d Ann; dry Hilfe blo in deinen 2. Di assten hei Helzens F. 49. Mesche Rabel b Mieder Gottes Sehen. eranfang hen Ende, wo de zände Gottt usl Wunder laten, wunder haten, und di ilss hinaus? h, es muß o hott weislich ihm und di ob der Anfang ist das End einet, Friede Streit. eg ist in dun roßen Wasser spürst nicht auch in denn n hält Got xborgen, doh uchen muß. nnen kann el m könne Hih Vernunft it ihre halbge nicht in do⸗ jen, dem sle man in allen Les wohlkam „Anfang gebes was er ange ein End eu⸗ nderherlichse 7 aß dir ninmm. püren, wie d Guts. Sterben und Begräbnis. 7. Du wirst an den Fingern zählen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, daß du wirst bekennen müssen: Wunder⸗ anfang, herrlich End! A. Stockfleth, 1643—1708. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 418 Zu deinen Füßen 5 liege ich, mein Jesu, blicke doch auf mich! Du bist der Arzt und Wunder⸗ mann, der allezeit erretten kann; drum, bin ich gleich von Hilfe bloß, leg ich mich doch in deinen Schoß. 2. Die Seele mach am ersten heil, mein Jesu, meines Herzens Teil; besprenge mich 277 mit deinem Blut und mach all meine Sünden gut und gib mir nach vergebner Schuld bei meiner Schwachheit auch Geduld. 3. Berühre mich mit deiner Hand, die so viel Böses ab⸗ gewandt. Dein Leib mich peise, da ich krank, dein Blut ei meiner Seele Trank. Ich will wie Lazarus allein in Krankheit auch der deine sein. 4. Wenns meiner Seele selig ist, so heile mich, Herr Jesu Christ! Soll sterben aber besser sein, wohl mir, auf Jesum schlaf ich ein! Machs, Jesu, Jesu, durch dein Blut mit mir an Leib und Seele gut! Christoph Heinrich Zeibich, 1677—1748. —— F. Lieder von den letzten Dingen. I. Sterben und Begräbnis. Eigene Melodie. 419 Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben, sehet! 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Tage! Wie ein Strom be⸗ ginnt zu rinnen und mit Laufen nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Freude! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröhlichkeiten. 4. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftlein wehet, so ist unsre Schöne, sehet! 278 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Schätze! Es kann Glut und Flut entstehen, dadurch, eh wirs uns versehen, alles muß zu Trümmern gehen. 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Prangen! Der in Purpur hoch vermessen ist als wie ein Gott gesessen, dessen wird im Tod vergessen. 7. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen. Wer Gott fürcht, wird ewig stehen. Mich. Franck, 1609—1667. Eigene Melodie, oder: Jesu, meines Lebens Leben. 420. Awus sen str chen müssen bdeh alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu; dieser Leib der muß verwesen, wenn er anders soll genesen der 0 großen Herrlich keit, die den Frommen ist bevei. 2. Drum so will ich dieses Leben, wenn es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab ich nun Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich ge⸗ storben, und sein Tod ist mein Sterben und Begräbnis. Gewinn. Er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freuden hin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreifaltigkeit. 4. Da wird sein das Freuden⸗ leben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron; da die Sera⸗ phinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist! 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzu⸗ mal, wo auf ihren. thronen sitzet der zwölf Boten Dabre wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hinge— sihren, da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 6. O Jerusalem, du schöne, ach wie helle glänzest du! ach wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! O, der großen Freud und Wonne! Jetzund gehet auf die Sonne, jetzund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon er⸗ blicket alle diese Herrlichkeit; jetzo werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid; mit der goldnen Ehrenkrone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Joh. Georg Albinus, 1624—-1679. Ma Herdl 22.L enen Tor st behend Ind rot, Heschwinde eill; drum en täglich 2 Bede Ende, bedt missen al Rgesicht: Henommer an und Lommen, u 3. Bed Ende, de Led, da blende 1 Hier ist dort aber Rch di von jen vor Got Wrd 0 Lbens V bihe dleg 0. 9 del g Hei nach di Hei ber⸗ bekach suhl, achten hat mir dus! drum fahr ii , hin aue immel in den immel, Od ich schauen de ndas Freuden ausend Seelen Himmelsglanz en Gott voh da die Sera und das hohe Heilig, heiliz tt der Vatet, l Patriarchen opheten allgu⸗ ihren Ehren⸗ zwölf Voten viel tausend ymmen hinge⸗ unserm Gott alleluja hönn. em, du schöne anzest dul ach bgetöne hölt ter Ruh! O, und Vonne! uf die Sonne, der Tag, der en mag. hcb shen u e Herrlichtet. In gechmüct ů Himmelslled: n Ehrenkrolt hottes Throne rende an, de zen kann. 2 1624—1019. Sterben und Begräbnis. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 421 Bedenke Mensch, da * Ende, bedenke deinen Tod; der Tod kommt oft behende: wer heute frisch und rot, kann morgen und geschwinder hinweg gestorben sein; drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht; es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht; kein Mensch ist aus⸗ genommen, hier muß ein jeder dran und wird den Lohn be⸗ kommen, nachdem er hat gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglich Schmerzensschreien; ach Sün⸗ der, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, damit vor Gottes Throne die Seele wird gepflegt; dort ist die Lebenskrone den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten letzte Zeit, daß sich nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit; laß mich den Tod betrachten und deinen Richter⸗ stuhl, laß mich auch nicht ver⸗ achten der Hölle Feuerpfuhl. 6. Hilf, Gatt, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag bereiten und mit Buße mich täglich sterben mag. und vor Gerichte steh mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmels⸗ lichte zu wohnen würdig sei. 279 Im Tod Sal. Liscow, 1640—1689. Eigene Melodie. 422 Begrabt den Leib in seine Gruft, bis ihm des Richters Stimme ruft! Wir säen ihn, einst blüht er auf und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub und wirds nun mehr; er liegt, er schläft, verwest, erwacht dereinst aus dieses Todes Nacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Not, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Er wandelt' hier im finstern Thal, er duldete viel Schmerz und Qual. Du trugest Jesu Christi Joch, ent— schlummertest und lebest noch. 5. Er litt viel mehr, der uns versöhnt und himmlisch seine Sieger krönt; d Lohn, o Lohn für wenig Pein! Dann wirds wie Träumenden uns sein. 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh! Wir gehn nach unsern Hütten zu und machen zu der Ewigkeit mit Freud und Zittern uns bereit. 7. Ach Jesu Christ, dein bittrer Tod stärk uns in unsrer ....——.—.. — —.— 280 letzten Not! and unsre ganze Seele dein und selig unser Ende sein! Nach M. Weiße, 1 1542. Eigene Melodie. * ristus der ist 423. Co mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; dem thu ich mich ergeben, mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich bon dannen zu Christ, dem Bruder mein, auf daß ich zu ihm komme und ewig bei ihm sei. 3. Ich hab nun überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not; durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen: Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn mein Herz und Gedanken zergehn als wie ein Licht, das hin und her thut wanken, wenn ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein nach deinem Rat und Willen, wann kommt mein Stündelein, 7. Und laß mich an dir kleben wie eine Klett am Kleid und ewig bei dir leben in Himmels⸗ wonn und Freud. 8. Wohl in des Himmels Throne sing ich Lob, Ehr und Sterben und Begräbnis. %1 Gott Vater und dem ohne und auch dem heilgen Geist. Unbekannt, 1609. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 42⁴4 Die Herrlichkeit der Erden muß Rauch und Asche werden, kein 2925 kein Erz kann stehn. as uns hier kann ergötzen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir un⸗ sterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist Eeere und dieser Mund er⸗ lichen, fragt keiner, was man hier gethan. 3. Es hilft nicht Kunst noch Wissen, wir werden hin⸗ gerissen ohn einen Unterscheid. Was nützt der Schlösser Menge? Dem hie die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dies alles wird zer— rinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besitzen, kann für den Tod nicht nützen; dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 5. Isteine Lust, ein Scherzen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 6. Was Mrone, de Frone ka sen? Es Ahen kein lelen, kein aller Stei J. Wie Uynn sie hdhrüßen der Tag et Abend Mersehne 8. So Erden un Wlden, Sotgen Agenomm Mute kon Iudes S 9. Wi Vi Whre; in uns vor Wauf m ud, eh de Erde 10. A henke, chenke de Was du ater und de ch dem heigg Unbekannt, 1609 muh dih ln Herlichkeit da den muß Raut den, kein Fel⸗ stehn. u ergötzen, waß itzen, wird al⸗ um vergehn. m, nach den den wir un⸗ ist nur ein obald der Geit eser Mund er⸗ nner, was man nicht Kunt werden hin⸗ n Untersched: er Schlösser hie die Walt itd ein enges es Wird zel⸗ ih und Fleß urer Schweiß Nenschen hier ür den Tod alles stibt stirbt. ein n lich Schmerz Wir prangen hr erlangen, und Schnach —— Sterben und Begräbnis. 6. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch Krone kann Wwvergängl sein? Es mag vom Toten⸗ reihen kein Scepter dich be⸗ freien, kein Purpur, Gold noch edler Stein. 7. Wie eine Rose blühet, wenn sie die Sonne siehet begrüßen diese Welt, die, eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehns abfällt: 8. So wachsen wir auf Erden und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch eh wir zugenommen und recht zur Blüte kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre; indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 10. Auf, Herz, wach und bedenke, daß dieser Zeit Ge⸗ schenke den Augenblick nur dein. Was du zuvor genossen, ist als ein Strom verflossen; was künftig,— wessen wird es sein? 11. Verlache Welt und Ehre samt 1 Kunst und Lehre und geh den Herren an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der einzig ewig machen kann. 12. Wohl dem, der auf ihn trauet, er hat recht fest ebauet, und ob er hier gleich ällt, wird er doch dort be⸗ 281 stehen und nimmermehr ver⸗ gehen, weil ihn die Stärke selbst erhält. Andr. Gryphius, 1616—1664. Mel.: Christus, der uns selig macht. H inen guten Kampf 42⁵. E hab ich auf der Welt gekämpfet; denn Gott hat so gnädiglich meine Not edämpfet, daß ich meines debens Lauf seliglich vollendet und die Seele himmelauf Christo zugesendet. 2. Forthin ist mir beigelegt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud erregt in des Himmels Throne; forthin meines Lebens Licht, dem ich hier vertrauet, nämlich Gottes Angesicht meine Seele schauet. 3. Dieser schnöden, bösen Welt jämmerliches Leben mir nun länger nicht gefällt; drum ich mich ergeben meinem Jesu, da ich bin jetzt in lauter Freuden, denn sein Tod ist mein Gewinn und mein Trost sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, ihr, o meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben diesen Hingang, den ich thu in die Erde nieder; schaut, die Sonne geht zur Ruh, kommt doch endlich wieder. Heinrich Albert, 1604—1668. Eigene Melodie. 426 Es ist genug! Mein matter Sinn Väter sich dahin, wo meine Väter 282 schlafen. Ich habe endlich guten Fug; es ist genug, ich muß mir Ruh verschaffen. 2. Ich bin ermüdt, ich hab geführt des Tages Bürd, es muß einst Abend werden. Er⸗ lös mich, Herr, spann aus den Pflug, es ist genug! Nimm von mir die Beschwerden. 3. Die große Last hat mich gedrückt, ja fast erstickt so manche lange Jahre. Ach laß mich finden, was ich such! Es ist genug, ist Zeit, daß ich heimfahre. 4. Nun gute Nacht, ihr meine Freund, ihr meine Feind, ihr Guten und ihr Bösen, euch folgt die Treue für Betrug. Es ist genug, mein Gott will mich auflösen. 5. So nimm nun hin, Herr, meine Seel, die ich befehl in deine Händ und Lchensbi schreib sie ein in das ebensbuch! Es ist genug, ich will mich schlafen legen. 6. Nicht besser soll es mir ergehn, als wie geschehn den Vätern, die erworben durch ihren Tod des Lebens G' ruch. Es ist genug, es sei also gestorben. Unbekannt. Eigene Melodie. Es ist genug! So 427⁷. nimm, Herr, meinen Geist zu Zions Geistern hin, lös auf das Band, das allgemächlich reißt, befreie diesen Sinn, der sich nach Sterben und Begräbnis. seinem Gotte sehnet, der täglich klagt und nächtlich thränet: Es ist genug. 2. Es ist genug des Jam⸗ mers, der mich drückt; die sündliche Begier mit ihrem Gift hat mich fast gar erstickt, nichts Gutes wohnt in mir. Was kläglich mich von Gotte trennet, was täglich im Ge— wissen brennet, des ist genug. 3. Es ist enn des Kreuzes, das mir fast den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Last! Ich netze manche Nacht die harte Lagerstatt mit Thränen; wie lang, wie lang muß ich mich sehnen? Es ist genug. 4. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will, er kennet ja mein Herz; ich harre sein und halt indessen still, bis er mir allen Schmerz, der meine sieche Brust abnaget, zurücke legt und zu mir saget: Es ist genug. 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus! Mein Jesus kommt; nun gute Nacht, o Welt, ich fahr ins Himmels Haus; ich fahre sicher hin im Frieden, mein großer Jammer bleibt darnieden. Es ist genug. Franz Joach. Burmeister, 1662. 2—. Melodie. 428.* Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, wel dich u Herle, I nd große sahren in! Ohr semal ö Huigket 0 2. Dur ö Ralfen zu Hott, we sieuz betr ö Immertha Hlf aus schlt ein dem Ende b ich ge sch enden 3. De Nosen ste Rizen ge Chri sten 19 Angst un Merreswe Ingestüme Lf Erde Hachwert 4. W Ind Höll ind Vlu unsre S unem M. Hast un suden Unst wir gebo Nmm ler 5. V helluch von un Hunmner sudt lusre2 0 pir wenn tlich thränt nug des Jan h drückt; R r mit ihtin ast gar erstich vohnt in mi ich von Gott äglich im Ge des ist genu ig des Kreuzez den Rücken Wie schwes hart ist dies manche Nacht Rgerstatt mit ang, wie lang sehnen? Es mng, wenn nut ll, er kennet ich harre sen n still, bis a erz. der meile naget, zurück ur saget: Es genugl Hen illt, so spante Mein Dess uUte Nacht, in Hinntl sicher hin in roßer Jammet Cs ist genuhh zurmeister, 1662, Helbdie. dich sehs, meine 15 Iot und Oual, Sterben und Begräbnis. weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Aus Trübsal und großem Leid sollst du sahren in die Freud, die kein Ohr jemals gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann nach dem Ende seiner Bahn, so hab ich gewünschet eben, daß sich enden mög mein Leben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter Dornen⸗ spitzen gar, also auch die Christen gehen durch viel Not, Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voller Beschwerden. 4. Welt und Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag, lauter Kreuz sind unsre Tag; gleich wenn wir geboren werden, findt sich Jammer gnug auf Erden. 5. Wenn die Morgenröt herleuchtet und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher schleichet, Müh findt sch an allem End. Unsre Thränen sind das Brot, so wir essen früh und spät; wenn die Sonn nicht mehr 283 thut scheinen, ist nur lauter Klag und Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei von mir jetzund nicht ferne, weil mich dein Blut hat erlöst; hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren heut; ach, sei du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse. 7. In dein Seite will ich fliehen auf dem bittern Todes⸗ gang; durch dein Wunden will ich ziehen ins himmlische Vaterland. In das schöne Paradies, das dein Wort dem Schächer wies, wirst du mich, Herr Christ, einführen und mit ewger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Augen brechen, das Gehör auch gar verschwindt, meine Zung nicht mehr kann sprechen, mein Ver⸗ stand sich nicht besinnt, bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort; du wirst mich in Gnad re⸗ gieren, auf der rechten Bahn heimführen. 9. Laß dein Engel mit mir fahren auf Elias Wagen rot, meine Seele wohl be⸗ wahren wie einst Lazarum im Tod. Laß sie ruhn in deinem Schoß und erfülle sie mit Trost, bis der Leib kommt aus der Erden, und sie beid vereinigt werden. 10. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich nun 284 Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubilieren, in Ewigkeit triumphieren. Unbekannt, um 1615. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 429 Geht nun hin und * grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde; von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir winkt die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab, meinen Lauf hab ich vollendet; lege nun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet, lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunkeln Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 4. Dorum, Erde, fahre wohl, Auz mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden selber Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht! denn ich reis in Sterben und Begräbnis. weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr ver⸗ schwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauern geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eiteln Schein: Droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrtum will, aus dem Schatten, aus dem Schemen, aus dem Eiteln, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Teil in den warmen Herzens⸗ wunden, woraus einst sein heilig Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht! mein Er⸗ löser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! E. M. Arndt, 1769-1860. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 430 err Jesu Christ, wahr Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mi am Kreuz auch endlich starbst und mir des Vaters Huld erwarbst: ich bitt durchs bittre Laden deir Einder gn 2. Wer Stelber Wade mit In vergeht Ind meine Aenn mein hricht un mein Herz 9. Wen sch nicht Heeshenh Hetr Ch Hif an n ud führm hal, ver Ades Ol 4. Die unir töeb, sits bei u Seel nimm Hind; d id sein er jüngs 5. Eir Hollih, d Nhaprech ctmeh mit das Hast 3ug Vott, d 30 8 Age ich, nd gla ucht kon ö din du und oh siibt, gar ver reise hin worin ihr v un in Trauer ohl, ihr liehs as von oba tet ja de Hem nt nicht ob de Droben nu icht, daß nu der Welt dar u, daß ich aul vill, aus den dem Schemen ln, aus den 18 Land de chtl mein süßes deiland hab ith habe auch men rmen Herzens⸗ ius einst sen 5 der ganzen chtl mein Ci⸗ vom finstem I empor die ebt, und der 1 Glaube, ud spricht: Kud tre nicht! adt, ö9-1665. in Himmcheid ö Jahu Chrst Sterben und Begräbnis. deiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm •nSterbensnot und ringen perde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht und meine Ohren hören nicht, wenn meine Zunge nicht mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zerbricht, 3. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt, mir alle Menschenhilf zerrinnt: so komm, o Herr Christ, mir behend zu Hilf an meinem letzten End und führ mich aus dem Jammer⸗ thal; verkürz mir auch des Todes Qual. 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leib abwendt, so nimm sie, Herr, in deine Händ; der Leib hab in der Erd sein Ruh, bis kommt der jüngste Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, dann im Gericht mein ei und meiner Sünd Fürsprechs nicht mehr gedenk, aus Gnaden mir das Leben schenk, wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6.„Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und den Tod, ewig schmecken nicht; und ob er gleich hier zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt; 285 7. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mir nehmen in mein Reich; da soll er dann mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich.“ Dazu hilf uns ja gnädiglich. 8. Ach Herr, vergib all unsre Schuld, hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei, auch unser Glaub stets wacker sei, dem Wort zu trauen festiglich, bis wir entschlafen seliglich! Paul Eber, 1511—1569. Eigene Melodie. 431 Herzlich thut mich verlangen nach einem selgen End, weil ich hier bin umfangen mit Trübsal und Elend; ich hab Lust abzu— scheiden von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; o Jesu, komm nur bald. 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teufel, Höll; es hat dein Blut gekostet, drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vorm Tod, dem Fluch der Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, bin ich ein selig Kind. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin; des freu ich mich gar eben: Sterben ist mein Gewinn. 286 4. Der Leib zwar in der Erden zu Staub und Aschekehrt, doch auferweckt soll werden, durch Christum schön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in Himmels Freud und Wonne; was schadt mir denn der Tod? 5. Ob mich die Welt auch wide länger zu bleiben hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, doch ich das ar nicht achte; es währt ein kleine Zeit; das Himmlisch ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Ob ich auch hinterlasse betrübte Waiselein, der'n Not mich über Maße jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; er wird sie wohl versorgen, retten aus aller Not. 7. Gesegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzu sehre über den Abschied mein! Beständig bleibt im Glauben! Wir werd'n in kurzer Zeit einander wieder— schauen dort in der Ewigkeit. 8. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein; gib mir ein selig Ende, send mir dein Engelein, führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast durch dein Leiden und Sterben und blutiges Verdienst. 9. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jehu Christ, den schwachen Glauben stärke Sterben und Begräbnis. in mir zu aller Frist. Hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mög fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht! Christoph Knoll, 1563—1621. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 432.* I bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand, der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland; hier reis ich bis zum Grabe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an als Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; Blitz, Donner, Wind und Regen hat mir manch Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuldt, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Rat; wie mußten sie sich plggen, in was für Weh und Schmerz, in was für Furcht und Zagen sank oft ihr armes Herz! 5. Ich)! in gliches IUs will lche groß durchge gltten se ohlgerun udude ein 6. So sleiben m Uůlt; dot Haben in Ih wan die zu de uich ohn 7. Me ben, da hen grof der alles schlen Hi Ind für heht un Inn wol 8. 3 lngen, mm, die hangen, lin. I veng Mleinem neit i 5 der Tr omm, Mein will. Ende Und wende Wast er Frit. 9 ringen, d. lt mit Mn fröhlich singe vollbracht! noll, 1563—162, ut mich verlangn bin ein Or auf Erden un u Stand, da ur werden, d land; hier viß rabe, dort i uh ist Gotte ie schließt al mein ganze iner Jugend an Not geweser; nͤen kann, hib Morgen, it ht mit Kumme u des Herzenz t auf meinen harter Sturn Donner, Wind t mir manth Verfolgung den, ob ichs rschuldt, h n leiden und Sterben und 5. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben als solche große Leut? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohlgerungen, geht nicht zur Freude ein. 6. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt; doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird. 7. Mein Heimat ist dort oben, da aller Engel Schar den großen Herscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nach dems ihm wohlgefällt. 8. Zu dem steht mein Ver⸗ langen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durch⸗ gangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist gefalle; das meist ist Eitelkeit. 9. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und lose mein Herz, wenn dein Herz will. Komm, mach ein selges Ende gn meiner Wanderschaft, und was mich tränkt, md/ wende durch deinen Arm und Kraft. Begräbnis. 287 10. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so legt man mich ins Grab. 11. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll gleich als die helle Sonne nebst andern leuchten soll. 12. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt, 1607—1676. Eigene Melodie. 433 Isch bin ja, Herr, Win deiner Macht, du hast mich an das Licht gebracht, du unterhältst mir auch das Leben; du kennest meiner Monden Zahl, weißt, wann ich diesem Jammerthal auch wieder gute Nacht muß geben; wo, wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun als dich allein, der mir in meiner letzten Pein mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Wer 288 nimmt sich meiner Seele an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann, und ich muß mit dem Tode ringen, wenn aller Sinne Kraft gebricht: thust du es, Gott mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, da lieg ich schon vor mir in großer Hitz, ohn Kraft und Zier, mit höchster Herzensangst befallen; Gehor und Rede nehmen ab, die Augen werden wie ein Grab; doch kränkt die Sünde mich vor allen; des Satans Anklag hat nicht Ruh, setzt mir auch mit Versuchung zu. 4. Ich höre der Posaunen Ton, ich sehe den Gerichtstag schon, der mir auch wird ein Urteil fällen. Hier weiset mein Gewissensbuch, da aber des Gesetzes Fluch mich Sünden— kind hinab zur Höllen, da, wo man ewig, ewig: Leid! Qual! Jammer! Angst und Wehe! schreit. 5. Kein Geld und Gut errettet mich, umsonst erbeut ein Bruder sich, den andern hier erst los zu machen; er muß es ewig lassen stehn; wir werden ewig nicht entgehn, 920 einmal uns der 3— achen. Wer hilft mir sonst in dieser Not, wo du nicht, Gott, du Todes Tod? 6. Der Teufel hat nicht Macht an mir, ich habe bloß Muastertgt dir, dir, der du Missethat vergibest. Was maßt sich Satan dessen an, Sterben und Begräbnis. der kein Gesetz mir geben kann, nichts hat an dem, was du, Herr, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin; ich weiß, daß ich des Herren bin. 7. Herr Jesu, ich dein teures Gut, bezeug es selbst mit deinem Blut, daß ich der Sünde nicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht und schreckt mich durch das Zorngericht? Komm, rette deines Leidens Ehre! Was gibest du mich fremder Hand und hast so viel an mich gewandt? 8. Nein, nein, ich weiß ge⸗ wiß, mein Heil, du lässest mich, dein wahres Teil, zu tief in deinen Wunden sitzen. Hier lach ich aller Macht und Not, es mag Gesetz, Höll oder Tod auf mich her donnern oder blitzen. Dieweil ich lebte, war ich dein, jetzt kann ich keines Fremden sein. Simon Dach, 1605—-1659. Mel.: Valet will ich dir geben. * ch habe Lust zu 434. J scheiden, 1— Sinn geht aus der Welt; ich sehne mich mit Freuden nach Zions Friedenszelt. Doch weil die Abschiedsstunde hie— nieden keiner kennt, so hört aus meinem Munde mein letztes Testament. 2. Gott Vater, meine Seele bescheid ich deiner Hand; führ sie aus dieser Höhle ins rechte Vaterland. Du hast sie mir Rcben, il,daß il le dein e 3. Ba 0. slden, da Ich, nimm ein Ve s6 in dein Mer hin efunden 4. Di Onade, Rick; zi Umnde, so ach seufz Wan ick ühr, m Scmerze Num fi 0. I Minen Mz ichy sonst U Venn L Hagt mi 0 hin i Dum; e Wire wir aun uider 9—0 nen damitt du m ihn zu Gotte nir geben hn dem, was 9 r nehme de hin; ich Wel rren bin. su, ich d zeug es seh t, daß ich d gehöre. M Satan meih lt mich dun ht? Konmn eidens Ehne mich frende t so viel an ich weiß ge du lässest nich il, zu tief i sitzen. Hier acht und Nol Höll oder Tod donnern oder ich lebte, wr mn ich kins ch, 1605—1859. ich dir geben habe Lust scheiden, men der Velt; i Freuden luh lt Doch Sterben und Begräbnis. 289 gegeben, so nimm sie wieder hin, daß ich in Tod und Leben nur dein alleine bin. 3. Was werd ich, Jesu, finden, das dir gefallen kann? Ach, nimm du meine Sünden als ein Vermächtnis an; wirf sie in deine Wunden, ins rote Meer hinein, so hab ich Heil gefunden und schlafe selig ein. 4. Dir, o du Geist der Gnade, laß ich den letzten Blick; zieh ich des Todes Pfade, so sieh auf mich zurück; ach seufz in meinem Herzen, wenn ich kein Glied mehr rühr, und stell in meinen Schmerzen mir nichts Jesum für. 5. Ihr Engel, nehmt die Thränen von meinen Wangen ————— als und an; ich weiß, daß euer Sehnen sonst nichts erfreuen Wenn Leib und Seele scheiden, tragt mich in Abrams Schoß, so bin ich voller Freuden und aller Thränen los. 6. Euch aber, meine Lieben, die ihr mich dann beweint, kann. euch hab ich was verschrieben: Gott, euren besten Freund. Drum nehmt den letzten Segen, es wird gewiß geschehn, daß wir auf Zions Wegen einander wiedersehn. 7. Zuletzt sei dir, o Erde, mein blasser Leib vermacht, damit dir wieder werde, was du mir zugebracht. Mach ihn zu Asch und Staube, bis Gottes Stimme ruft; denn mein Glaube: er bleibt nicht in der Gruft. 8. Dies ist mein letzter Wille; Gott drückt das Siegel drauf. Nun wart ich in der Stille, bis daß ich meinen Lauf durch Christi Tod vollende; so geh ich freudig hin und weiß, daß ich ohn Ende des Himmels Erbe bin. Benj. Schmolck, 1672—1737. dieses sagt Mel.: Herzlich thut mich verlangen. Ich hab mich Gott 435. N ergeben, dem liebsten Vater mein; hier ist kein Immerleben, es muß ge⸗ schieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in Gottes Fried Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da muß ich trachten ein, mich nicht zu sehr be⸗ laden, weil ich wegfertig bin; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach, selge Freud und Wonne hat mir der Herr bereit, da Christus ist die S Leben und Seligkeit. Sonne, ö Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzu⸗ mal! Um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner 19 290 Qual. Den rechten Port noch heute nehmt ja fleißig in acht! In Gottes Fried und Freude fahrt mir bald alle nach! Joh. Siegfried, 1564— 1637. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten, oder: Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. 436.* Ich sterbe täglich, und mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her, ach, wer nur immer fertig wär! 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zu Sarg und Grab. Der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Ich weiß, es ist der alte Schluß, daß ich zu Erde werden muß. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Land der Toten; wohl dem, der Haus und Herz be— stellt! Denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an einem Augenblick. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand; wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag. 5. Es kann vor Abend anders werden als es am Sterben und Begräbnis. Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Toten-⸗ bahr. Ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 6. Ein einzger Schlag kann alles enden, wenn Fall und Tod beisammen sein; doch schlage nur mit Vaterhänden und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, so schreie Jesu Blut für mich. 8. Kann ich die Meinen nicht gesegnen, so segne du sie mehr als ich; wenn lauter Thränen um mich regnen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlassnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf; so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 437 In Christi Wunden schlaf ich ein, die machen mich von Sünden rein, 2. Mi ih fahr de ih alzeit Hlin Tod I ewge mit Chri R. 9e auhen nir war; du ich auf Erde f der Totnn ner Schritt K ch der Würne er Schlag kun enn Fall un u sein; doc Vaterhände Christi Iu wenn der Lal die Seel ah hält. kann ich ken u, wenn Auge sich schleußt, bei gesunder ich befehl di Verschliehen ich, so schrai ich. die Meinll so segne du : wenn laute üuch regnen, nedichundlast Schrein durh hörlich sein. nir der lehl en, so schlie auf; verkütz chmerzen und ir hinauf; ied Kine Pei ioch selig sen I, 1512-al. im Hinmcheih hest Wult, gih Sünden leil, Sterben und Begräbnis. Christi Blut und Gerechtigkeit das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Mit Fried und Freud ich fahr dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab, mein Tod, du führest mich, ins ewge Leben wandre ich, mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein! Paul Eber, 1511—1569. Eigene Melodie. 438 Machs mit mir, * Gott, nach deiner Güt, hilf mir in meinem Leiden; was ich dich bitt, versag mir nicht: Wenn sich mein Seel soll scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ! ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, liebster Herr, du wirst mich nicht verderben; denn du bist ja von mir nicht fern, ob ich gleich hier muß sterben, ver⸗ lassen meine lieben Freund, dies mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel zu dir sich schwinget, in deiner Hand sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Not und Trübsal überall. 291 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd mir können nichts mehr schaden; bei dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Warum sollt ich denn traurig sein, weil ich so wohl bestehe, bekleidt mit Christi Unschuld rein wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! bei Gott zu leben mir gefällt. J. H. Schein, 1586—1680. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 439 ein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe, ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das ewig in der Welt besteht; drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann! 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe, die Blume kann ja leicht verblühn; drum mache mich nur stets bereit, hier in der Zeit zur Ewigkeit! 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält; dem einen wird das Scheiden herbe, wenn sonst ein andrer sanfte fällt; doch wie du willst, gib. 19* daß dabei mein End in dir nur selig sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mein Grab bedeckt; doch, wenn ich dieses nur ererbe, daß deine Hand mich auferweckt, so nehm ich jede Stelle ein, die Erd ist allent⸗ halben dein. 5. Nun, liebster Gott, wann ich ja sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir, auf daß ich dort mit Christo erbe; und hab ich den am Grabe hier, so gilt mirs gleich und geht mirs wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. Benj. Schmolck, 1672—1737. Eigene Melodie. 440 M itten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. Wen suchn wir, der Hilfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine! Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Not! Erbarm dich unser! 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine! Es jammert dein Barmherzig— keit unser Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, Sterben und Begräbnis. heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut! Erbarm dich unser! 3. Mitten in der Höllen Angst unser Sünd uns treiben; wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine! Ver⸗ gossen ist dein teures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barm— herziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost! Erbarm dich unser! Dr. M. Luther, 1483-1546. Eigene Melodie. O Welt, ich muß 441. O dich lassen, ich fahr dahin mein Straßen ins ewge Vaterland. Mein Geist will ich aufgeben, dazu mein Leib und Leben setzen in Gottes gnädge Hand. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Ge— winn; kein Bleiben ist auf Erden, das Ewge muß mir werden, mit Fried und Freud ich fahr dahin. 3. Ob mich gleich hat be— trogen die Welt, von Gott gezogen durch Schand und Büberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. lls Christi 4. Au Hetbauber schau Num Cl Istorben worben auh wor 5.. O. Vl siht sch. n Hande und auft d muit Sal gche Gott, huln Heiland, ldaß uns ni tiefen Höͤl dich unser! n der Höll duns treiben n fliehen hi bleiben? alleine! V teures Blut ie Sünde thut Gott, heilig jeiliger barn d, du epige nicht entfalla en Glauben dich unser! her, 1453—1545 lelodie. zelt, ich nuf ch lassen, ic Straßen ins Mein Geis n, dazu mein en setzen in Hand. eit ist muh od das Lehel ist mein Ge⸗ eiben ist alh oge muß mi dd und Freld leich hat be t, von Gott Schand nd h doch nicht mit Glauben mein Sind Sterben und Begräbnis. 4. Auf Gott steht mein 10. Das schenk ich dir am Vertrauen, sein Antlitz will Ende: Ade, zu Gott dich ich schaunen, wahrlich durch wende! zu ihm steht mein Jesum Christ, der für mich ist Begehr. Hüt dich vor Pein gestorben, des Vaters Huld und Schmerzen, nimm mein erworben, mein Mittler er Abschied zu Herzen. Meins auch worden ist. Bleibens ist jetzt hier nicht 5. Die Sünd mag mir mehr. nicht schaden, erlöst bin ich aus Gnaden umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu frommen, so will ich zu ihm kommen allein durch wahren Glauben gut. 6. Wir sind unnütze Knechte, mein Thun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl damit das ewge Leben; umsonst will er mirs geben und nicht nach allhie meim Verdienst und Wahl. 2. Rat mur nach deinent t 0 Anda⸗ Hr 10 ah r Herden, o Jesu, Gottes Sohn! erben, das Himmelreich er⸗Soll ich; 4en wie er mirs hat Lereit⸗ 177½ 11 2. 303. u davon hier mag ich nicht mehr 4 e— 0 ö hr.Verkürz mir alles Leiden, stärk bleiben, der Tod thut mich meinen hlöden Mut. Laß mich vertreiben, mein Seel sich von selig abscheiden, setz mich in Joh. Hesse, 1490—1547. Eigene Melodie. 442. Valet will ich dir geben, du arge, falsche Welt, dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier; da wird Gott ewig lohnen dem, der ihm dient dem Leibe scheidt. dein Erbgut. 8. Damit fahr ich von 3. In meines Herzens hinnen. O Welt, thu dich Grunde dein Nam und Kreuz besinnen, denn du mußt auch allein funkelt all Zeit und hernach; thu dich zu Gott Stunde, drauf kann ich fröh⸗ bekehren und von ihm Gnad lich sein. Erschein mir in dem begehren; im Glauben sei du Bilde zu Trost in meiner Not, auch nicht schwach. wie du, Herr Christ, so milde 9. Die Zeit ist schon vor⸗ dich hast geblut zu Lod. handen, höͤr auf von Sünd 4. Verbirg mein Seel aus und Schanden und richt dich Gnaden in deiner offnen Seit; auf die Bahn mit Beten und rück sie aus allem Schaden zu mit Wachen; sonst all irdische deiner Herrlichkeit. Der ist Sachen sollst du gutwillig wohl hier gewesen, wer kommt geben dran. ins Himmels Schloß, der ist 294 ewig genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen Nam aufs beste ins Buch des Lebens ein und bind mein Seel fein feste ins schöne Bündelein der, die im Hen de rünen und vor dir leben frei, 0 will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue sei. Valerius Herberger, 1562— 1627. Eigene Melodie. 4 43 Wenn mein Stünd⸗ lein vorhanden ist und soll hinfahrn mein Straße, so g'leit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hilf mich nicht verlasse. Mein Seel an meinem letzten End befehl ich dir in deine Händ, du wollst sie mir bewahren! 2. Mein Sünd mich werden kränken sehr, mein G'wissen wird mich nagen; denn ihr sind viel wie Sand am Meer, doch will ich nicht verzagen; will denken, Herr, an deinen Tod und deine heilgen Wunden rot; die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen; von dir ich un⸗ geschieden bleib in Todesnot und Schmerzen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir, ein ewges Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod er⸗ standen bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Tods⸗ Sterben und Begräbnis. furcht kann sie vertreiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden! 5. So fahr ich hin zu Jesu Christ, mein Arm thu ich aus⸗ strecken; so schlaf ich ein und ruhe fein, kein Mensch kann mich aufwecken, denn Jesus Christus, Gottes Sohn, der wird die Himmelsthür aufthun, mich führn zum ewgen Leben. Nik. Herman, 1 1561. Eigene Melodie, oder: Wer nur den lieben Gott. 444.* Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt ꝛc. 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt ꝛc. 4. Laß mich beizeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie u Wilst Ren G 5. M enen H nline e Rste uch fes Hibt mir Man 06 0 1.H— Ind V leht un ih A Iud ab Min 8.5 Nuu Lcben Hond Min Min 9.6 gen 295 Sorgen, mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt ꝛc. 12. Ich leb indes in dir vergnüget und sterb ohn alle Kümmernis. Mir gnüget, wie Sterben und Begräbnis. ie vertreiben; st, da komm ich ets bei dir lo fahr ich hn du willst, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt ꝛc. 5. Mach mir stets süße deinen Himmel und bitter diese eitle Welt; gib, daß mir in ich hin zu Jiu dem Weltgetümmel die Ewig⸗ m thu ich aus⸗ keit sei vorgestellt. Mein mein Gott es füget; ich glaub af ich ein und Gott, ich bitt ꝛc. und bin es ganz gewiß: Durch Mensch kann 6. Ach Vater, deck all deine Gnad und Christi Blut machstdus mit meinemEnde gut. Am. Jul. v. Schwarzburg⸗Rudolstadt, 1637—1706. meine Sünde mit dem Ver⸗ dienste Jesu zu, darein ich mich fest gläubig winde; das epgen Leben gibt mir recht erwünschte Ruh. erman, f vöol. Mein Gott, ich bitt ꝛc. * 7. Ich weiß, in Jesu Blut „denn Jesus es Sohn, der Sthür aufthun, Mel.: Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. 445. Wie fleucht dahin lelodie, und Wunden hab ich mich der Menschen n lieben Gott. recht und wohl gebett; da find Zeit, wie eilet man zur Ewig⸗ er weiß, wit ich Trost in Todesstunden leit? Wie wenig denken an mahe mi und alles was ich gerne hätt. die Stund von Herzensgrund, geht die Zei, Mein Gott, ich bitt ꝛc. wie schweigt hiervon der träge 8. Nichts ist, das mich von Mund! Lod. Ach wie behende kann odesnot!l Mein durch Chrisi ur mit meinem Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod. Ich leg die Hand in seine Seite und sage: Mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt ꝛe. 2. Das Leben ist Oleich wie ein Traum, ein nichtger, leerer d werge im Augenblick es bald vergeht und nicht be⸗ steht, gleichwie ihr dieses täg⸗ 9. Ich habe Jesum ange⸗ lich seht. 9 Jesu 19 9 ser ů Ere zogen schon längst in meiner 3. Nur du, Jehovah, blei⸗ wur; denn heilgen Tauf, du bist mir auch best mir das, was du bist; ich daher gewogen, hast mich zum traue dir. Laß Berg und dieser Erden, Todegefthr. bitt A. mich stets hen und, wenn hen muß, die Zunden senken Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt ꝛc. 10. Ich habe Jesu Fleisch gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier, nun kannst du meiner nicht vergessen, ich Hügel fallen hin, mir ist Ge⸗ winn, wenn ich allein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Hütte wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn, gib, daß ich zähle eine bleib in ihm und er in mir. meine Tag und munter wach, saih sit Mein Gott, ich bitt ꝛc. daß, eh ich sterb, ich sterben mag! lt ich bin 11. So komm mein End 5. Was hilft die Welt in beizeit daß ich bereit und sage 1 Hen, mein fisch wle heut oder morgen, ich weiß, letzter Not, Lust, Ehr und daß mirs mit Jesu glückt, ich Reichtum in dem Tod? O bin und bleib in deinen Mensch, du läufst dem Schatten 296 zu, bedenk es nu, du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust, mir ist das höchste Gut bewußt, das such ich nur, das bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zieh mein Herz nach dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh! Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich! Joach. Neander, 1650-1680. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 446 Wie wird mir dann, mein Heiland, sein, wenn ich, mich deiner ganz zu freun, in dir ent⸗— schlafen werde! Dann, Seele, wirst du, ganz befreit von Sünde und von Sterblichkeit, entfliehen dieser Erde. Freu dich innig, stärle, tröste dich, Erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde nieder. Doch du, o Herr, erleichterst mir dies Joch; mein Herz stärkt sich in dir, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben und dein Himmelreich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Sterben und Begräbnis. Weg zum Schaun in jenem bessern Leben. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; zum Allerheiligsten wird dich der Herr dadurch erheben. Hier wird dein Hirt nach den Thränen, nach dem Sehnen dich Erlösten völlig und auf immer trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun meine Auge bricht, zu deinen Toten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach mich fertig! Ich befehle meine Seele deinen Händen. Laß mich meinen Lauf gut enden! 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, so sei mein Leben dir geweiht, bis einst mein Leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir ganz mein Leben zu ergeben, daß ich droben dich unendlich könne loben. 6. Wie wird mir dann, mein Heiland, sein, wenn ich mich deiner ganz erfreun, dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von Sünd und Leid, ein Mitgenoß der Herrlichkeit, nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir, daß mir durch dein Leiden jene Freuden offen stehen! Ewig will ich dich erhöhen. Casseler Gesangbuch v. 1770. echebt vi Zohn, u Iud Bu 2. A Wͤllt is Meinere ut wil Iud er Agen. an me R Wil in mein 9„* 5. Meintee noch be IU mei se not Wier sst der Sterben und Begräbnis. 297 haun in en Beim Tode von Kindern. Er sei di ichtelih; zun Mel.: Gumuaitre Lic; mein 5. O süßer Rat, o schönes wird dich der schwacher Geist. Wort und heilger als wir erheben. Hin 447 Du bist zwar mein denken! Bei Gott ist ja kein irt nach der und bleibest mein böser Ort, kein Unglück und dem Sehnn(wer will mir anders sagen?), kein Kränken, kein Angst, kein öllig und af. doch bist du nicht nur mein Mangel, kein Versehn, bei allein, der Herr von ewgen Gott kann keinem Leid geschehn; err, ich weiß Tagen, der hat das meiste wen Gott versorgt und liebet, icht, die mich Recht an dir, der fordert und wird nimmermehr betrübet. ze Auge bricht erhebt von mir dich, o mein 6. Wir Menschen sind ja oten sammelt. Sohn, mein Wille, mein Herz auch bedacht, die Unsrigen zu ibt mich ihre und Wunsches Fülle. zieren; wir gehn und sorgen dies Flehen 2. Ach, gält es wünschen, Tag und Nacht, wie wir sie t, mein Lob wollt ich dich, du Sternlein wollen führen in ener semien melt. Mach meiner Seelen, vor allem Welt— selgen Stand, und ist doch h befehle meine gut williglich mir wünschen selten so bewandt mit dem, Händen. Laß und erwählen. Ich wollte wohin sie kommen, als wirs uf gut enden! sagen: Bleib bei mir! du sollst uns Wne. sind meiner sein meines Hauses Zier, an + 571.— manches junge, lin viellicht dir will ich mein Lieben bis fromme Blut wird jämmerlich Ziel, an den in mein Sterben üben. verführet durch bös Cxempel, e 25 daß es thut, was Christen mert. Bin ich 3. So sagt mein Herz und nich D de „ ht gebühret. Da hats denn iel roch wa meint es gut, Gott aber Gottes Zorn zum Lohn, auf dir Gwehe noch bester., Groß ist die Lieb Erden nichts als Spott und Ozertrimment in meinem Mut, in Gott ist Hohn; der Vater muß mit di gund dan rn Ich bin ein Grämen sich seines Kindes daß ich droben Vater und nichts mehr, Gott schämen nne loben. ist der Mätar Haubt und Ehr, 8. Ein solches darf ich ja mir dann. Wein Quell, da Alt und Jungen nun nicht an meinem Sohn sen, vun in aller Welt entsprungen. erwarten; der steht vor Gottes ganz erflg 4. Ich sehne mich nach Angesicht und geht in Christi eten werde: meinem Sohn, und der mir Garten, hat Freude, die ihn rei von Sünd ihn gegeben, will, daß er nah recht erfreut, und ruht von Mitgenoß der an seinem Thron im Himmel allem Herzeleid; er sieht und ht mehr en solle leben. Ich sprech: Ach hört die Scharen, die uns . Preis dir weh, mein Licht verschwindt! allhier bewah ren. dein Lehi. Gott spricht: Willkomm, du 9. Er sieht und hört der offen sichen: liebes Kind, dich will ich bei mir Engel Mund, sein Mündlein ich echöhen haben und ewig reichlich laben. hilft selbst singen; weiß alle nabuch v. 1770, 298 Weisheit aus dem Grund und redt von solchen Dingen, die unser keiner noch nicht weiß, die auch durch unsern Fleiß und Schweiß wir, weil wir sind auf Erden, nicht aus⸗ studieren werden. 10. Ach, sollt ich doch von ferne stehn und nur ein 4 hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den auch du ge⸗ heiligt bist, ich weiß, ich würde müssen vor Freude Thränen gießen. 11. Ich würde sprechen: Bleib allhier! Nun will ich nicht mehr klagen: Ach mein Sohn, wärst du noch bei mir! nein, sondern: Komm, du Wagen Eliä, hole mich ge⸗ schwind und bring mich dahin, da mein Kind und so viel liebe Seelen so schöne Ding erzählen. 12. Nun sei es ja und bleib also, ich will dich nicht beweinen; du lebst und bist von Herzen froh, siehst lauter Sonnen scheinen, die Sonnen ewger Freud und Ruh; hie leb und bleib nun immerzu, ich will, wills Gott, mit andern auch bald hinüber wandern. Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 448 Gottlob, die Stund ist kommen, da ich werd aufgenommen ins schöne Paradeis. Ihr Eltern Sterben und Begräbnis. dürft nicht klagen, mit Freude sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis. 2. Kurz ist mein irdisch Leben, ein bessres wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Not verderben, mein Leben wird sein lauter Freud. 3. Gott eilet mit den Seinen, läßt sie nicht lange weinen in diesem Thränenthal. Ein schnell und selig Sterben ist schnell und glücklich erben des schönen Himmels Chrensaal. Wie öfters wird ver⸗ führet manch Kind, an dem man spüret rechtschaffne Lite md Die Welt voll ist und Tücke legt heimlich ihre Stricke bei Tag und Nacht, zu jeder Zeit. 5. Ihr Netze mag sie stellen, mich wird sie nun nicht fällen, sie wird mir thun kein Leid; denn wer kann den verletzen, den Christus jetzt wird setzen ins Schloß vollkommner Sicherheit? 6. Zuvor bracht ich euch Freude, jetzt, nun ich von euch scheide, betrübt sich euer Herz; doch wenn ihrs recht betrachtet und was Gott thut, hoch⸗ achtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. 7. Gott zählet alle Stunden: er schlägt und heilet Wunden er kennet jedermann; nichts ist jemals geschehen, das er nicht vorgesehen, und was er thut, ist wohlgethan. 8. Ve nden bo Zunden i Iud trage Handen u Heren L 9. Da stelen, e Hllen, da Lohl de Ichenket Ich in E 10. A Ws en st ander IV narons . Massens ane Jeu stelden. Euige wählet igen, mit Fretd : Dem Hoͤchi und Preis. st mein irdis essres wird mit u der Ewigkeit icht mehr sterben verderhen, men in lauter Freid, mit den Seingh, lange weingn ränenthal. Ein lig Sterben it icklich erben des els Ehrensaal. ters wird ver⸗ Kind, an demt rechtschaffne Die Welt voll e legt heimͤic Tag und Nacht mag sie stelles zun nicht fälle, hun kin Leid; den verletzen, eht wird seten vollkommner racht ich euch um ich von euch sich euer Herz; recht betrachtet t thut, hoch⸗ hald lindem alle Stunden. heilet Bunden mumie hehen, a8 und was er ethan. Sterben und 8. Wenn ihr mich werdet finden vor Gott, frei aller Sünden in weißer Seide stehn und tragen Siegespalmen in Händen und mit Psalmen des Herren Lob und Ruhm erhöhn, 9. Da werdet ihr euch sreuen, es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen gedenket zu erfüllen und ihm sich in Geduld ergibt. 10. Ade, nun seid gesegnet! Was euch jetzund begegnet, ist andern auch geschehn; viel müssens noch erfahren. Nun, Gott woll euch bewahren! Dort wollen wir uns wiedersehn. Joh. Heermann, 1585.— 1647.½ Mel.: O Gott, du frommer Gott. 449 IY Eltern, gute Nacht! Nun geht es an ein Scheiden; ich fahr zu Jesu hin in seine Himmels— freuden, zu Jesu, welcher mich in Ewigkeit anlacht. Ach, weinet, weinet nicht! Ihr Eltern, gute Nacht! 2. Ihr Eltern, gute Nacht! Hört auf, um mich zu klagen, da jetzt mein zarter Leib wird in das Grab getragen. Wißt, daß die Seele ist zur Himmels⸗ ruh gebracht. Ach, weinet ꝛc. 3. Ihr Eltern, gute Nacht! Sehr herrlich ist zu wohnen im schönen Himmelsschloß, da man erblicket Kronen, die Gott den Frommen hat aus Gnaden zugedacht. Ach, weinet ꝛc. Begräbnis. 299 4. Ihr Eltern, gute Nacht! Muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit Herzenslust umfassen, wenn Gott mit euch und mit der Welt ein Ende macht. Ach, weinet ꝛc. 5. Ihr Eltern, gute Nacht! Die Angst- und Marterstunden, die sind in dieser Welt nun völlig überwunden; mein Leib schläftsanft, bis daß erwiederum erwacht. Ach, weinet ꝛc. Gotthard Schuster, 4 1761. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 450. Wenn kleine Him⸗ melserben in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Jesum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden; was sollt es ihnen schaden, daß Jesus sie zu sich entbeut? 3. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu ge— schwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. Joh. Andr. Rothe, 1666—1788. Mel.: Es ist genug, so nimm, Herr, meinen Geist. 451 Zieh hin, mein Kind! * denn Gott selbst fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zieh hin, mein Kind! 2. Zieh hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist weg, darum befiehlt er dir, jetzt wieder fortzuziehn. Zieh hin, Gott hat es so ver— sehen; was dieser will, das muß geschehen. Zieh hin, mein Kind! 3. Zieh hin, mein Kind! Im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, da wird kein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Zukunft Christi, Auferstehung, Angsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben. Zieh hin, mein Kind! 4. Zieh hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, so bald es Gott gefällt. Du eilest fort, eh denn das Ungemach mit Haufen sich einstellt. Wer lange lebt, steckt lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zieh hin, mein Kind! 5. Zieh hin, mein Kind! die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl, die Seele ist entbunden, du hast im Herren überwunden. Zieh hin, mein Kind! Gottfr. Hoffmann, 1658— 1712. II. Zukunft Christi, Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Mel.: O Ewigkeit, du Donnerwort. 452 Erböhter Jesu, * Gottes Sohn, der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher einge— nommen, du wirst dereinst zu rechter Zeit in großer Kraft und Herrlichkeit vom Himmel wiederkommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun. 2. Wer faßt, o Heiland, jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die jetzt schon dir sich beugen! Dann sieht die Welt die Majestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmacht⸗ voller Kraft hinab und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd und Meer das unzählbare, große Heer der Toten wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neu⸗ gebelt nu siller fehlt 4. Du Nunem T ͤͤdienten Uht zll Nen Bösen Iem From in in do Her leug Ohlist, ichter b 5. O M ersch Mlt, un Rar beg ulich Hier mei Icht der ller K ich in! in dein Uhr Ml.: 453 luber Wand aht lufhen Hacht Lachet „ ben, dort kanns lich leben. gich ndl in, mein Kind! lle nach, so bab ällt. Du eilch das Ungemah ch einstellt. Vn steckt lang in ühe stirbt, kommt eude. Zieh hin in, mein Kind! arten schon auf den Geist. Du vie Gottes lieber hon die Krone wohl, die Sell „ du hast in wunden. Zieh 1d! mann, 1658—1712. , Gericht du dich Leigen lichten Wolken ser Engel Hert jeht shon d. Donn sieht d Gericht und ewiges Leben. beseelt nun alle auf, und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den verdienten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein, den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Wer leugnet dann noch, Jesu Christ, daß du der Erden Richter bist? 5. O gib, wenn nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde, daß ich mit Freuden vor dir steh und mit dir in den Himmel geh, ganz frei von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wacker sein und auch die x Sünde scheun. kleinste 6. Dein Name sei mir ewig wert, und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preist, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch teil an deiner Seligkeit. Chr. Sam. Ulber, 1714—1776. Mel.: Valet will ich dir geben. 453 Ermuntert euch, ihr * Ly Frommen, zeigt eurer Lampen Schein! Der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit wird überwunden, die Krone nun wachet, bald ist es Mitternacht! Pracht; auf, betet, kämpft und 301¹ 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Ol und seid des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel; die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah, begegnet ihm in Reihen und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engel⸗ chor. Die Thür ist aufge⸗ schlossen, die Hochzeit ist be— reit; auf, auf, ihr Reichs⸗ genossen, der Bräutgam ist nicht weit! 4. Er wird nicht lang ver⸗ ziehen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Bäume blühen, der schönste Frühlings— schein verheißt Erquickungs⸗ zeiten; die Abendröte zeigt den schönen Tag von weiten, davor das Dunkel weicht. 5. Wer wollte denn nun schlafen? Wer klug ist, der ist wach; Gott kommt, die Welt zu strafen, zu üben Grimm und Rach an allen, die nicht wachen und die des Tieres Bild anbeten samt dem Drachen; drum auf, der Löwe brüllt! 6. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Gebärden und seid nicht mehr betrübt; es sind die Freudenstunden gekommen, und' der Braut wird, weil sie vertraut. 302 7. Die ihr Geduld getragen und mitgestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mit⸗ leben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphieren in eurer Siegeskron. 8. Hier sind die Sieges-— palmen, hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Weizen⸗ halmen' in Frieden nach dem Streit und nach den Winter⸗ tagen; hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen; hier schenkt man Freuden⸗ wein. 9. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden, hier ist der sichre Port, hier sind die güldnen Gassen, hier ist das Hochzeitsmahl, hier soll sich niederlassen die Braut im Freudensaal. 10. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf; geh auf, verlangte Sonne, und fördre deinen Lauf. O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit, wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit! Laur. Laurenti, 1660—1722. Eigene Melodie. 454 Es ist gewißlich an der Zeit, daß Gottes Sohn wird kommen in seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös und Frommen. Da wird das Lachen werden Zukunft Christi, Auferstehung, teur, wenn alles wird vergehn im Feur, wie Petrus davon schreibet. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welten Ende, darauf bald werden auferstehn die Toten gar behende. Da wird der Tod erschrecken sehr, wenn er wird hören neue Mär, daß alles Fleisch soll leben. 3. Ein Buch wird da ge⸗ lesen bald, darinnen steht ge⸗ schrieben, wie Gott will richten jung und alt, nichts soll verborgen bleiben. Da wird ein jeder seinen Lohn em— pfahen, wie er hat gethan in seinem ganzen Leben. 4. Hilf, heilige Dreifaltig⸗ keit, daß mein Nam werd gefunden im Buch des Lebens allezeit! An meiner letzten Stunde weich nicht von mir, Herr Jesu Christ, der du all⸗ zeit mein Helfer bist, du wollst von mir nicht scheiden! 5. Was werd ich armer Sünder dann vor Richtstuhl sagen? Was werd ich für ein Fürsprech han, der mein Sach wird austragen? Das wirst du thun, Herr Jesu Christ, dieweil daß du gekommen bist, all Sünder zu erlösen. 6. Wenn ich, Herr, meine Sünd bedenk, mein Augen die thun weinen; wenn ich die ewge Freud bedenk, mein Herz das thut sich freuen. Herr, hilf, daß ich dein Angesicht deinem nig sehn LJcht dor Hchen! 7. Her Hochst es hosen Ta und auf! Rach nid ihnen de der sie l Mf, miz schtl D. Ucht!& Rumpf hte L ein E lles wird vergeh ie Petrus dabon nen wird man an aller Dehn uf bald werden die Toten gu à wird der To ht, wenn er wit Mär, daß alle eben. uch wird da g⸗ arinnen steht ge Gott will richte alt, nichts sol eiben. Da wid inen Löhn en⸗ er hat gethan in n Leben. filige Dreifalti sein Nam weid Buch des Lebens n meiner lezten nicht von miß hrist, der du all⸗ Helfer bist, du ir nicht scheden! werd ich armer n vor deinen en? Was werd irpreh han de hird austragen; du thun, Her dieweil daß du t, all Sünder ih, Hem, meine edenb mein H fruen Hisl den Mugesiht Gericht und ewiges Leben. mög sehn mit meiner Augen Licht dort in dem ewgen Leben! 7. Herr Jesu Christ, du machst es lang mit diesen bösen Tagen. Den Leuten wird auf Erden bang, laß sie doch nicht verzagen, send ihnen deinen heilgen Geist, der sie leit in das Himmel⸗ reich durch Jesum Christum! Amen. Nach dem lateinischen Dies irae. Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. 455. ER noch eine uh vorhanden; auf, müdes Herz, und werde licht! Du seufzest hier in dei— nen Banden, und deine Sonne scheinet nicht; sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden; wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der heiße Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf vollendet, so gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott aus⸗ erkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt. Es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Das Gotteslamm wollt darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr frommen, ver⸗ säumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 303 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt; eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, geht nicht mehr traurig und Last ael Ihr habt des Tages ast getragen, dafür läßt euch der Heland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein. Ihr seid sein Voll, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Teufel toben, seid nur getrost und gehet ein! 4. Was mag wohl einen Kranken laben und einen müden Wandersmann? Wo jener nur ein Bettlein haben und sanfte darauf ruhen kann, wenn dieser sich darf niedersetzen, an einem frischen Trunk ergetzen, wie sind sie beide so vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhe⸗ stunden; es ist noch eine Ruh erfunden, da man auf ewig stille liegt. 5. Da wird man Freuden⸗ garben bringen, denn unsre Thränensaat ist aus. O, welch ein Jubel wird erklingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz. Seufzen, Leid, Tod und dergleichen wird müssen fliehn und von uns weichen. Wir werden auch das Lamm dort sehn; es wird beim Brünn⸗ lein uns erfrischen, die Thränen von den Augen wischen; wer weiß, was sonst noch soll ge⸗ schehn? 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen, denn die Erquickungszeit ist da; die 304 Sonne wird uns nicht mehr stechen, das Lamm ist seinem Volke nah, es will selbst über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis; es werden die Gebeine grünen; der große Sabbat ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben ewig sorgenlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden, legt euch dem Lamm in seinen Schoß! Ach, Flügel her, wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen, dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubilieren, begürtedich zum Triumphieren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr. Joh. Sig. Kunth, 1700—-1779. Mel.: Ach Herr, mich armen Sünder. 456. Ith denk an dein Gerichte, du Richter 22 Welt; der Thor nennts ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! Mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht und mein Gewissen lehren, du haltest ein Gericht. 2. Ich höre die ühon⸗ ih o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heilge Menge erhabner Engel steht. Welch herrliches Ge⸗ pränge, welch hohe Majestät! Zukunft Christi, Auferstehung, H 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschen— kinder wirst du Rechnung ziehn. Du rufst, und sie erscheinen vor deinem Richter⸗ thron, den Sündern und den Deinen gibst du gerechten Lohn. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich An-— gesicht; schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphiert ihr Hoffen; erlöst von aller Müh, sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segnest sie. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du gibst der Sünde Knechten ihr Teil in ewger Pein und führest die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu, dein Gerichte mir stets vor Augen sein, und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! Laß fromm vor dir mich wandeln, und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut! 7. Ist dann dein Tag vor⸗ handen, wird diese Welt ver⸗ gehn, so werd ich nicht mit Schanden vor deinem Thron bestehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mal.: Wa 400. ich werd wed ich dich, Gott Dum wer durh dich Rommen, lommen. 2. Oa, einst hero Etlösung, hoffen ind Gen leich im sahe, Ewigkeit 3. Der bit, du gläube. dit Tod nich werd i ht wie chnähter hn 4+ Nraudigk u u steher Rerl lichk Rehen. n laden Erigkeit Wätel 460. Etdt, cht nun du er Macht zu le Menschen ur Rechnun st, und sie nem Richter hern und dun u gerechten d sehn die göttlich Au— er dem Fluch t ihre Sell imphiert ihr n aller Müh immel offen gnest sie Uaber beben, ort verhöhit ischlich Lebol wwöhnt. Du de Knechteh Pein und ten zu deinn dein Gerichte gen sein, und hte in mein ij fromm vor , und hiet ie ein Weisel men Rihte ein Tag vol⸗ se Welt vel— nicht mit inem Throl sst mich dann aller Sh V mit deilen Hertlichei ahnch v. NO. Gericht und Mel.: Was Gott thut, das ist wohlgethan. 457 IJ freue mich der frohen Zeit, da ich werd auferstehen. Dann werd ich in der Herrlichkeit dich, Gott mein Heiland, sehen. Dann werd auch ich, o Herr, durch dich, vereint mit allen Frommen, zur ewgen Ruhe kommen. 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran die Stunde der Erlösung, die Stunde, da ich hoffen kann Trost, Freiheit und Genesung, da Engeln gleich im Himmelreich mich Ruhe, Lust und Leben in Ewigkeit umgeben. 3. Der du die Auferstehung bist, du bists, an den ich gläube. Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tod nicht ewig bleibe. Auch werd ich nicht vor dein Ge⸗ richt wie die, die dich ver⸗ schmähten, mit Angst und Schrecken treten. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend einzu⸗ gehen. O hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigkeiten mich würdig zu bereiten! Peter Busch, 1 1744. Eigene Melodie. 458* I du hochgebaute Stadt, wollt Gott, ich wär 30⁵5 in dir! Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir; weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel Tormt Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit Lust und freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil an⸗ lände in jenem Vaterland! 3. Im Augenblick wird sie erheben sich bis an das Fir⸗ mament, wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich die Stätt der Element, fährt auf Eliä Wagen mit heilger Engel⸗ schar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. 4. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, thu auf die Gnadenpfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und Gott mir hat gegeben das Erb der Ewigkeit. 5. Was für ein Volk, was für ein edle Schar kommt dort gezogen schon? Was in der Welt' von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich ewiges Leben. noch war so ferne in meinem Thränenland. 20 306 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. 7. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis. Das Halleluja reine singt man in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit, 8. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön, auf Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem süßen Ton sich regt der Freuden— saal, mit hunderttausend Zungen, mit Stimmen noch vielmehr, wie von Anfang ge⸗ sungen das große Himmelsheer. Joh. Matth. Meyfart, 1590— 1642. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 459 Mein ganzer Geist, Gott, wird ent⸗ zückt, wenn er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet, wo deine milde Vater— hand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich r dich zu loben, der zum Leben, das dort ist mich will erheben. Zukunft Christi, Auferstehung, 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden! Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar zum Rierrand Empfinden; doch hier 11. wir bei den Freuden 100 mit Leiden stets umgeben; dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei; denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen. Hin— fort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüsung zu ertragen. 4. In unsers Gottes äir.. schallt seines Na— mens hoher Rul hm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn, hier schaut man sie nicht mehr von fern, hier wird sie neu besungen. Völlig gibt sich den Erlösten, sie zu trösten, der zu Lum den sie hier schon Vater nennen. 5. Vor seinem Antlitz wandeln sie auf ewig frei von aller Müh und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust und ihre tausendfache Lust kein feind— liches Gemüte. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinfüro nicht mehr fehlen. 6. Gott hort berein die ich hier ich abig wi⸗ dine Vat — hier —2 60 0 0 bl mit Ene pflegen; o Segen! 7. Wo de Höchst Hliebt? Mon? söhen; d Herr Jesu sheundlich nit Ent, lnd, me Freuden die du dro aufgehobe 8. Wie Vat, die örbehält sie erwerl der Herr Stitt au mir nich efri 0 leben ih m I. Huach A die Freuden , gegen jen dort bei di Rstellst um u zwar vil Hüte dar zum finden; doch den Frendef tets umgeben vollkommnos ist da mehr dort wisches ab von deiner Da ist kein heschrei; demn hst alles nes, angen. Hil⸗ hon gerechteh keine Plagel zu ertragen sers Gottes seines M⸗ m von lauter F 5 Herrn, hiet nicht meht wird sie nal ig gibt sich e zu trösteh, den sie hicl Hier straht Gericht und ewiges Leben. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find ich ewig wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln Freundschaft pflegen; o, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? Wo glänzt sein Thron? In jenen Himmels⸗ höhen; da werd ich dich, Herr Jesu Christ, so menschen— freundlich als du bist, auch mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du hast die Stätt auch mir bereit, hilf sie mir auch ererben. Laß mich eifrig darnach streben und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. J. S. Diterich, 4 1797. (nach Ahasverus Fritsch, 1701.) Eigene Melodie. 460 O Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne 307 Zeit, ich weiß vor. Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz er— schrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gaumen klebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird aufgehoben; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben, ja, wie mein Heiland selber spricht, aus ihr ist kein Erlösung nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang, o ewig, ewig ist zu lang; hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht zusamt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen! nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du die bösen Knecht im heißen Pfuhl der Schmerzen; auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt! Ach, nimm dies wohl zu Herzen und merk auf dies, o Menschen⸗ kind: Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf; ermuntre dich, verlornes Schaf, und bessre bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit. es kommt heran die Ewigkeit dir deinen Lohn zu geben! Vielleicht ist heut der letzte 20* 308 Tag; wer weiß noch, wie man sterben mag? 6. O Ewigkeit, du Donner⸗ wort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt! Johann Rist, 1607—- 1667. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 461 Selig sind des Himmels Erben, die Toten, die im Herren sterben, zur Auferstehung ein⸗ geweiht. Nach den letzten Augenblicken des Todesschlum⸗ mers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. In Frieden ruhen sie, los von der Erde Müh. Hosianna! Vor Gottes Thron zu seinem Sohn begleiten ihre Werke sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sei dir, Ver⸗ söhner Jesu Christ! Ihr, der Überwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sank wie wir ins Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thränen. Er hats vollbracht; nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, Zukunft Christi, Auferstehung, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern. Nun weinen wir nicht mehr, das Alt ist nun nicht mehr. Halleluja! Er sank hinab wie wir ins Grab; er ging zu Gott, wir folgen ihm. Fr. Gottl. Klopstock, 17241803. Eigene Melodie. 462 nter Lilien jener Freuden sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleug behende, Jesu Hände öffnen schon das Perlenthor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Sera— phinen schon bedienen mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiff⸗ leins, laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht ent⸗ rücket sein! 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, süßes Leben, was die Erde in sich hält. Sollt ich noch in diesen Wüsten länger fristen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzensheiland, laß den Glauben mir nicht rauben, Glauben, der durch alles dringt! Nach dir sehnt sich meine Seele in sch von h 6. O w nachen, de Mund erft durch des mend führ auf einma 7. Dul getragen; muß nun M., deit nieder, m stöͤhlich a 8. Got loben hier helzlichste dich zum Regeben,! zu dir! Iah. Ludw Vobach i 463. der Wäll Zinne, Nusaler dise St lt helle ihrkluge duf, de seht auf Hallelujt zu der ihm ent 55 2 Rugen, RMeuden seht eil bmmit + Herrlichtel „ nach den jen, nun bist aufgeganger, unkeln, nicht weinen wir Alt ist nun lelujal Er ir ins Grab; ir folgen ihm. „ 1724—1603. lodie. Lilien jener uden sollst du chwinge dich Adler fleug zände öffnen thor. gehen, laßt dem Haufen mmes Thron der Sera⸗ enen mit dem orner Bruder, eines Schiff— ein in den afen zu den Furcht ent⸗ Gericht und ewiges Leben. Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. 6. O wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei! Du kannst durch des Todes Thüren träu⸗ mend führen und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf getragen; Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt dar— nieder, meine Glieder werden fröhlich auferstehn. 8. Gotteslamm, dich will ich loben hier und droben mit der herzlichsten Begier. Du hast dich zum ewgen Leben mir gegeben, hole mich, mein Gott, zu dir! Joh. Ludwig Konrad Allendorf, geb. zu Josbach in Oberhessen 1693, gest. zu Halle 1773. Eigene Melodie. * achet auf, ruft 463. din der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde, sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohl⸗ auf, der Bräutgam kömmt, steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegengehn. 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz thut ihr vor Freuden springen, siewachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, 309 von Gnaden stark, von Wahr⸗ heit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen⸗ und mit Engel⸗ zungen, mit Harfen und mit Zimbeln schön! Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je ge— spürt, kein Ohr hat je gehört solche Freude. Drum jauchzen wir und singen dir das Halle⸗ luja für und für! Ph. Nicolai, 1556-1608. Mel.: Gott des Himmels, oder: Komm, o komm, du Geist des Lebens. 464 Wer sind die vor 0 Gottes Throne? Was ist das für eine Schar? Träget jeder eine Krone, glänzet gleich den Sternen klar; Halle⸗ luja singen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen wie ein Sieger in der Hand, welcher seinen Feind geschlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat gezeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide, welche ist Gerechtigkeit, angethan mit weißem Kleide, das zerreibet keine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, die wohl ge— kämpfet für des großen Gottes Ehr, haben Fleisch und Blut gedämpfet, nicht gefolgt des Satans Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel ge⸗ litten Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, im Gebet auch oft gestritten mit dem hoch— gelobten Gott; nun hat dieser sün e ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stammes, der uns Huld und Heil gebracht; haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht, sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets er⸗ schienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht 951 zu dienen, Leib und Seel n gern; nun stehn alle sie herum vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Wie ein Hirsch am Mittag lechzet nach dem Strom, der frisch und hell, so hat ihre Seel geächzet nach dem rechten Lebensquell; nun ihr Durst Dun Chen ist, da sie sind bei esu 0 rist 0 Auf dem Zionsberg sie weidet Gottes Lamm, die Lebenssonn, mitten in den Zukunft Christi, Auferstehung ꝛc. Stuhl sie leitet zu dem rechten Lebensbronn; Hirt und Laum, das ewge Gut, lieblich sie er⸗ quicken thut. 10. Ach Herr Jesu, meine Hände ich zu dir nun strecke aus, im Gebet mich zu dir wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: treibe, Herr, die Feinde Kalt Hilf mir Fleisch und Blut besiegen, Teufel, Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt, führe mich aus aller Not, Herr mein Fels, mein treuer Gott! 12. Gib, daß ich sei neu geboren, an dir als ein grünes Reis wachse und sei' aus⸗ erkoren, durch dein Blut ge— waschen weiß, meine Kleider halte rein, meide allen falschen Schein; 13. Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind und aus großer Trübsal kommen. Hilf, daß ich auch überwind alle Trübsal, Not und Tod, bis ich komm zu meinem Gott. 14. O wie groß wird sein die Wonne, wenn wir werden allermeist schauen auf dem hohen Throne Vater, Sohn und heilgen Geist! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinr. Theob. Schenk, 1727. (Hessischer Dichter.) Ei 465. sller Krea Zohn von N M tur I it tallser Wnin Wundergle vom Humm gchoxen. 2 Ein lch ist ur üner Jur Aost uns us das 6 Wärn as Heil u sißer Meanch uns bor dem rechten t und Lamm eblich sie e Nfu, meine nun strack mich zu di ch in deinen rden steh in r, die Feinde Fleisch und Ufel, Sünde, laß mich zen, wenn ein rfällt, führe Not, Herr treuer Gott! ich sei neu b ein grünes d sei alls⸗ in Blut ge⸗ eine Kleider allen falchen WTeil sei bi pelche, Herr, ) und aus mmen. Hilf Herwind alle d Zod, 5 ren Gett oß wird semn Wir werden u auf den eistl Amen, G. Anhang geistlicher Lieder. Eigene Melodie. er Tag, der ist 465. D so freudenreich aller Kreature; denn Gottes Sohn vom Himmelreich über die Nature von einer Jung— frau ist geborn. Maria, du bist auserkorn, daß du Mut⸗ ter wärest. Was geschah so wundergleich? Gottes Sohn vom Himmelreich, der ist Mensch geboren. 2. Ein Kindelein, so löbe— lich, ist uns geboren heute von einer Jungfrau säuberlich zu Trost uns armen Leuten. Wär uns das Kindlein nicht geborn, so wärn wir allzumal verlorn, das Heil ist unser aller. Ei, du süßer Jesu Christ, der du Mensch geboren bist, behüt uns vor der Hölle! 15. Jahrh. Eigene Melodie. 466 Es ist ein Ros * 2 ů entsprungen aus einer Wurzel zart, wie uns die Alten sungen; von Jesse kam die Art und hat ein Blümlein bracht mitten im kalten Winter, wohl zu der halben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine, davon Jesaja sagt, hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd; aus Gottes ewgem Rat hat sie ein Kind geboren wohl zu der halben Nacht. 3. Das Blümelein so kleine, das duftet uns so süß, mit seinem hellen Scheine ver⸗ treibts die Finsternis. Wahr Mensch und wahrer Gott hilft uns aus allen Leiden, rettet von Sünd und Tod. 4. O. Jesu, bis zum Scheiden aus diesem Jammer⸗ thal laß dein Hilf uns geleiten hin in den Freudensaal, in deines Vaters Reich, da wir dich ewig loben: o Gott, uns das verleih! 15. Jahrhundert. Eigene Melodie. 467 Zu Bethlehem ge⸗ . boren ist uns ein Kindelein, das hab ich auserkoren, sein eigen will ich sein. Ei ja, ei ja, sein eigen will ich sein. 2. In seine Lieb versenken will ich mich ganz hinab; mein Herz will ich ihm schenken und alles was ich hab. Ei ja ꝛc. 3. Aus ganzem, reinem Herzen möcht ich dich lieben, Herr, in Freuden und in Schmerzen je länger und je mehr. Ei ja ꝛc. Die Gnade mir doch gebe, bitt ich aus Herzens⸗ grund, daß ich allein dir lebe, jetzt und zu aller Stund. Ei ja ꝛc. Unbekannt. Eigene Melodie. Weihnachten. 468. O du fröhliche, o du selige, gna⸗ denbringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche ꝛc., Christ ist erschienen uns zu versühnen. Freue ꝛc. 3. DO du fröhliche ꝛc., immlische Heere jauchzen dir hre. Freue ꝛc. Ostern. 1. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Oster⸗ zeit! Welt lag in Banden, Christ ist erstanden: Freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche ꝛc., Tod ist bezwungen, Leben errunaen: Freue ꝛc. Anhang. 3. O du fröhliche ꝛc., Kraft ist gegeben, laßt uns ihm leben! Freue ꝛc. Pfingsten. 1. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfing⸗ stenzeit! Christ, unser Meister, heiligt die Geister: Freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche ꝛc., Führ, Geist der Gnade, uns deine Pfade! Freue ꝛc. 3. O du fröhliche ꝛc., Uns, die Erlösten, willst du Geist trösten! Freue, freue dich, o Christenheit! Joh. Dan. Falk, 1768—1826. Mel.: Herr und Altster deiner Kreuzgemeinde. *(Fines wünschei 469. E mir vor alen andern, eine Speise früh und spät, selig läßts im Thränen⸗ thal sich wandern, wenn dies eine mit uns geht: unverrückt auf einen Mann zu schauen, der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlitz niedersank und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu sehen, han— gend an des Kreuzes Stamm, wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht! 3. Nmeil Wetgessn m amte Huld! Fustrmis ge uut mir Gedt nuch deinem eaufdess Ind mit teu Alhuft von 4. Ich bin Ranauf dein Iu, du b dünen süs hlenmnend in M dir all lossr, in d Hablassen: de Zund uns⸗ Vundl Dutre Mit 0 Warm lüne Som 2. Dich Muen du Hu zeis enl Herrn „. An n du und unge ist den 4. Und Gott hattet 6 he zr, Kraf t uns ihm ten. liche, o du zende Pfing⸗ nser Meister ter: Freue istenheit! he ꝛ, Führ, uns deine che, Uns st du Geist reue dich, o „1168—1835. lUlster deiner nde. wünshh ich vor allem se früh und m Thränen⸗ wenn dies unverrückt zu schauen chveiß und sein Antliß u Kelch des Anhang. 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsternis gesessen, trugest du mit mir Geduld, hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh es auf des Hirten Ruf geachtet und mit teurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein!— sprich du darauf dein Amen! Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen: das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund! Albert Knapp, 1798—1864. Karfreitag. Eigene Melodie. 470 O Tag, so schwarz und trübe wie düstre Mitternacht! O Tag, so warm von Liebe, wies keine Sonne macht! 2. Dich schwärzen finstre Thaten, du brütestschweres Leid, — du zeigst den Herrn verraten, den Herrn der Herrlichkeit. 3. An grauenhafte Gründe führst du den scheuen Fuß, und ungeheure Sünde, das ist dein Morgengruß. 4. Und Liebe ohne Ende aus Gottes Vaterhaus, sie breitet hier die Hände am Kreuze segnend aus. 313 5. Verfolgt von blutgem Hassen, vergießt sie für die Welt— sie kanns, sie kanns nicht lassen— ihr Blut als Lösegeld.- 6. O Tag, so schwarz und trübe, du zeugst von meiner Nacht; o Tag, so warm von Liebe, ich seh der Gnade Macht! H. Möwes, 1793—1834. Eigene Melodie. 471 Ostern, Ostern, ů Frühlingswehen! Ostern, Ostern, Auferstehen aus der tiefen Grabesnacht! Blumen sollen fröhlich blühen, Herzen sollen heimlich glühen, denn der Heiland ist erwacht. 2. Trotz euch, höllische Gewalten! Hättet ihn wohl gern behalten, der euch in den Abgrund zwang. Mochtet ihr das Leben binden? Aus des Todes düstern Gründen dringt hinan sein ewger Gang. 3. Der im Grabe lag ge⸗ bunden, hat den Satan über⸗ wunden, und der lange Kerker bricht. Frühling spielet auf der Erden, Frühling solls im Herzen werden, herrschen soll das ewge Licht. 4. Alle Schranken sind ent⸗ riegelt, alle Hoffnung ist ver⸗ siegelt und beflügelt jedes Herz; und es klagt bei keiner Leiche nimmermehr der kalte, bleiche. gottvergeßne Heidenschmerz 314 5. Alle Gräber sind nun heilig, Grabesträume schwinden eilig, Jeit im Gabe Jesus lag. Jahre, Monden, Tage, Stunden, Zeit und Raum, wie schnell verschwunden! Und es scheint ein ewger Tag. Max von Schenkendorf, 1783—1817. Eigene Melodie. 472 Auferstehn, ja auf⸗ erstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh. Unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halle⸗ 25.(Hallelujal) Wieder aufzublühn, werd ch⸗ gef sät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, die in ihm starben. Halle— luja!(Hallelujal) 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du mei— nes Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich.(er— weckst du mich.) 4. Wie den Träumenden wird dann uns sein, mit Jesu gehn wir ein zu seinen der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. (sind dann nicht mehr.) 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt ich im Heiligtume zu seines Namens Ruhme! Halleluja! (Hallelujal) Ir. G. Klopstock. 1724— 1803. Anhang. Eigene Melodie. 473. as Leben welkt wie Gras, wie Blumen auf der Flur. So⸗ bald der Wind darüber geht, verschwindet ihre Spur. 2. Doch Gottes Gnade bleibt dem Frommen ewig stehn. Wer seinen Bund von Herzen hält, wird nimmer⸗ mehr vergehn. Schottisches Kirchenlted.) Eigene Melodie. 474. Der beste Freund ist in dem Him⸗ mel, auf Erden sind die Freunde rar; denn bei dem falschen Weltgetümmel ist Redlichkeit oft in Gefahr. Drum hab ichs immer so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 2. Die Welt ist gleich dem Rohr im Winde; mein Jesus stehet felsenfest. Wenn ich mich ganz verlassen finde, mich seine Freundschaft doch nicht läßt. In Freud und Schmerz ers redlich meint: mein Jesus ist der beste Freund. 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe dem, der am meisten nützen kann, und scheinet dann das Glücke trübe, so steht die Freundschaft hinten an, doch hier ist es nicht so gemeint: mein Jesus ist 25 beste Freund. 4. Er läßt sich selber für mich töten, vergießt für mich sein eigen Blut; er steht mir bei in allen Nöten; er sagt für meine Schulden gut. Er⸗ ———————— ht nir nie Ruin Jesus 5. Mei— sin Hetze der m. ein Nund, lchet, meit Oudb hine Ium nicht r Nalts ist 6. Beh Nruunde! Wondel Hunderttar Run sie Hier imm Rer Fein der beste Ben Ml.: O ——— 175. odnen e 10 10 htescht 0 aus du weiß 2. W sille un Hilef so lls eine des chlafen 5½ um sie u sche und se 0 ande Kachn nich Melodie. 5 Leben well wie Gras, wi⸗ er Flur. So⸗ darüber geh, re Spur. Hottes Gnade Frommen ewii inen Bund von wird nimmer⸗ liches Kirchenlled.) Melodie. beste Freund st in dem Hin⸗ ind die Freunde i dem faͤschen ist Redlichket Drum hab ichs it: Mein Iesus reund. t ist gleich den de: mein Jess Wenn ich nich inde, mich seine och nicht läßt. Schmerz els mein Jesus it Anhang. hat mir niemals was verneint: mein Jesus ist der beste Freund. 5. Mein Freund, der mir sein Herze gibet, mein Freund, der mein ist und ich sein, mein Freund, der mich beständig liebet, mein Freund bis in das Grab hinein. Ach, hab ichs nun nicht recht gemeint? Mein Jesus ist der beste Freund. 6. Behalte, Welt, dir deine Freunde! Sie sind doch gar zu wandelbar. Und hätt ich hunderttausend Feinde, 10 krüm⸗ men sie mir nicht ein Haar. Hier immer Freund und nim⸗ mer Feind: mein Jesus ist der beste Freund. Benj. Schmolck, 1672—-1787. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen Der Mond ist auf⸗ 475. D gegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar, der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer ver⸗ schlafen und vergessen sollt! 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. 31⁵ 4. Wir stolze Menschen⸗ kinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß uns dein Heil schauen, auf nichts Vergäng⸗ lichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun. Laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein! 6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbar auch! Matth. Claudius, 1740—1815. Eigene Melodie. 476 er Pilger aus der Ferne zieht seiner Heimat zu; dort leuchten seine Sterne, dort sucht er seine Ruh. 2. Sein Sehnen geht hin⸗— über, der Leib fällt in das Grab; die Blumen wachsen drüber, die Blumen fallen ab. 3. In Königsstädten schim⸗ mert des Goldes reiche Pracht, und morgen sind zertrümmert die Städte und die Macht. 316 4. Die Ströme ziehn hin⸗ unter ins wogenreiche Meer; die Wellen gehn drin unter, man sieht sie nimmermehr. 5. Der Harfenton verklinget im stillen Windeswehn; der Tag, den er besinget, muß heute noch vergehn. 6. Der von dem Haacht seime der Ewigkeit geschmeckt, der Pilger ist daheime nur, wenn das Grab ihn deckt. 7. Drum weckt ihn auch hienieden das Heimweh früh und spät; er sucht dort oben Frieden, wohin sein Sehnen geht. Ch. G. Barth, 1799—-1862. Eigene Melodie. 477 Die Nacht ist vor der Thür und liegt schon auf der Erden. Mein Jesu, tritt herfür und laß es lichte werden! Bei dir, o Jesu mein, ist lauter Sonnen⸗ schein. 2. Gib deinen Gnadenschein in mein verfinstert Herze. Laß in mir brennend sein die helle Glaubenskerze. Vertreib die Sündennacht, die mir viel Jammer macht. 3. Ich habe diesen Tag viel Eitelkeit getrieben, du hast den Überschlag gemacht und angeschrieben. Ich selber stelle mir die schwere Rechnung für. 4. Soll maine Sünde mir nun angeschn ben bleiben, so bitt ich, wollst du sie mit Anhang. deinem Blute schreiben; denn diese Schrift allein schreibt keine Schulden ein. 5. Soll etwa meine Schuld wo angeschrieben stehen, da steht jetzt Gottes Huld, die kann mir nicht entgehen; dein heilig, teures Blut macht alle Rechnung gut. 6. Wohlan, so leg ich mich in deinem Namen nieder, und Arbeit wieder. Tag und Nacht auf meinen Nutz bedacht. 7. Ich schlafe, wache du, schlaf in Jesu Namen. Sprich du zu meiner Ruh ein kräftig Ja und Amen! Und also setz ich dich zum Wächter über mich. 8. Ich schließ die Augen zu, weil Jesus mich bewachet. Ich schlaf in guter Ruh, bis mich das Licht anlachet. Mein Jesu, halte Wacht! Mein Jesu, gute Nacht! Unbekannt. Eigene Melodie. 478 ie Sach ist dein, Herr Jesu Christ, die Sach, an der wir stehn, und weil es deine Sache ist, kann sie nicht untergehn. Allein das Weizenkorn, bevor es fruchtbar sproßt zum Licht empor, muß sterben in der Erde Schoß, zuvor vom eignen Wesen los, durch Sterben los, vom eignen Wesen los. 2. Du Hduupt, du ud führest ut dir Vohlan, slich zun ud am Re nes Tod Zuc zum LUcht empe Uaht enp morgen ruf ich dich zu meiner Denn du bist 479. jrden, f ein, uns An verbir tieu zu se Nuß dies Herzen a age„Ar AItiede, Ur. Rer schreiben; den allein schreth m ein. a meine Schub ben stehen, d ttes Huld, de entgehen; dein Blut macht ale so leg ich mith nen nieder, und 9 dich zu meing Denn du bist cht auf meinen afe, wache du Jesu Namen. meiner Ruh ein d Amen! Und h zum Wöchta eß die Augen zu bewachet. Ih Ruh, bis mich het. Mein Jasu Mein Jesu, gute Unbekannt. — Melddie. ö ö S it dein Herr Jesu Chrit wit stehn Anhang. 2. Du gingst. o Jesu, unser Haupt, durch Leiden himmelan und üprnd der da glaubt, mit dir die gleiche Bahn. Wohlan, so nimm uns allzu⸗ gleich zum Teil am Leiden und am Reich; führ uns durch deines Todes Thor samt deiner Sach zum Licht empor, zum Licht empor, durch Nacht zum Licht empor! S. Preiswerk, 1799—1871. Mel.: Herr und Altster deiner Kreuzgemeinde. 479 Die wir uns all⸗ hier beisammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf deine Marter zu verbinden, dir auf ewig treu zu sein; und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne deinem Herzen angenehm und schöne, sage„Amen“ und zugleich: „Friede, Friede sei mit euch!“ Chr. Renatus Graf von Zinzendorf, 1727—1752. Eigene Melodie. 480 Geh aus, mein Herz,/ und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben! Schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben! 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide. Narzissen und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide. 317 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleugt aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein ätzt die Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein aen sch in dem Sand und malen sich und ihren Rand mit schatten— reichen Myrten; die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz vom Lustgeschrei der Schaf und ihrer Hirten. 6. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Thun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen. 7. Ach, denk ich, bist du hier so schön und läßt dus uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden,— was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmels⸗ zelt und güldnen Schlosse werden! 8. Welch hohe Lust, welch heller Schein ird wohl in Christi Garten sein! Wie muß es da wohl klingen, da 318 so viel tausend Seraphim mit eingestimmtem Mut und Stimm ihr Halleluja singen! 9. O, wär ich da, o, stünd ich schon, ach süßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen, so wollt ich nach der Engel Weis erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen! 10. Doch will ich gleich— wohl, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 11. Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühe; gib, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrucht erziehe! 12. Erwähle mich zum Paradeis und laß mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen; so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Eigene Melodie. 481 Harre, meine Seele, harre des Herrn! Alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Sei unverzagt, bald der Morgen tagt, und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach! In allen Stür—⸗ Anhang. men, in aller Not wird er dich beschirmen, der treue Gott! 2. Harre, meine harre des Herrn! befehle, hilft er doch so gern! Wenn alles bricht, Gott ver— läßt uns nicht; größer als der Helfer ist die Not ja nicht! Ewige Treue, Retter in Not, rett auch unsre Seele, du treuer Gott! J. Fr. Räder. Mel.: O du Liebe meiner. 482.* HRind Herz ver⸗ 5 eint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruh. Lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glie— der; er das Licht und wir der Schein; er der Meister, wir die Brüder; er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und erneuert euren Bund! Schwöret unserm UÜberwinder Lieb und Treu aus Herzensgrund, und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o, so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt! 3. Halleluja! welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat, daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist! Seele, —0 Vies dein! Alles ihm +.Achdi Ie deine uß sie e helbinde i selbstei Was von Der That 5. Lieb höten, da ll o so: Hägen zunde an aß ein j 5 die v. stehen au 0. Lal helden, u list, bis Erden K nehr ist Mennen IM Sch Wat el dunger Mk. L Ml. Se 483. von me Vo die 1o die fr uͤhte m meine& Migel Stern; a Zigel Herrn Not wird er dit treue Gott! meine In! Alles ihn 1 doch so gem richt, Gott ver⸗ ty größer ale ie Not ja nicht! Retter in Not ssre Seele, du J. dr. Räder. Libe meiner. erz und Herz ver eint zusammen Herzen Ruh Liebeẽ Sflamm nen 1 Heiland zul wir seine Glie 0 und wir der L Meister, wit ist unser wn ach kommt, ihr und erneuert Ichwöret unserm ieh und Treu und, und wemn te Festgket und o, so flehet un sie Iqus wiede welche Höheh Onad, ns Herze 60. ich hau, er Geister,— 2 it de 1 Mester in bist! Seelz Anhang. 4. Ach du holder Freund, ver— eine deine dir geweihte Schar, daß sie es so herzlich meine, wies dein letzter Wille war; ja, verbinde in der Wahrheit, die du selbst im Wesen bist, alles, was von deiner Klarheit in der That erleuchtet ist! 5. Liebe, boten, daß man Liebe üben soll, o so mache doch die toten, trägen Geister lebensvoll; zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann, wir, als die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann. 6. Laß uns so vereinigt 1 wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser den Schein. Also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nik. Ludw. Graf von Z3 1700—1760. inzendorf, Mel.: So viel Stern am Himmel. 483 H nach oben möcht * ich ziehen weit von meines Vaters Haus. Wo die Bergesspitzen glühen, wo die fremden Blumen blühen, ruhte meine Seele aus(ruhte meine Seele aus). 2. Hätt ich Flügel, hätt ich hast du es ge⸗ men in Licht Flügel, flög ich auf zu meinem Stern; über Meere, Thäler, Hügel, sonder Sch ranke, sonder Zügel folgt ich immer meinem Herrn. 319 3. Still und selig mit Marien ihm zu Füßen süß ich da, immer möcht ich vor ihm knieen, in mich seine Worte ziehen, hätt — immer hold und nah. 4. Ach, das war ein schöner Segen, wenn er mit den Jün gern ging, auf den Feldern, auf den Wegen jedes Herz wie Maienregen seinen Trost, sein Wort empfing. 5. Ander Los ward uns bereitet; wie auch blühet rings das Land, wie sich rings die Ferne breitet— der uns rufet, der uns leitet, unser holder Freund verschwand. 6. Aufgehoben, aufgenom⸗ den Himmel ist er nur; herrlich will er wieder— kommen, seine Treuen, Stillen, Frommen folgen immer seiner Spur. 7. Will mich denn zufrieden geben, fassen mich im stillen Sinn; all mein Denken, Sehnen, Streben, meine Lieb und auch mein Leben geb ich meinem Freunde hin. 8. Seinen Schwestern, seinen Brüdern will ich mich in Treue nahn; an den Armen, Blöden, Niedern will ich dankend ihm erwidern, was er liebend mir gethan. 9. Einst erklingen andre Stunden, und das Herz nimmt andern Lauf; Erd und Him⸗ mel ist verschwunden, in den selgen Liebeswunden löset aller Schmerz sich auf. 10. Meine Seele, gleich der Taube, die sich birgt im Felsen⸗ stein, wird der Erde nicht zum Raube; in den Himmel dringt mein Glaube, meine Lieb und Sehnsucht ein. 11. Dort ist Gnade, dort Erbarmen, ewge Füll und reiche Lust. All ihr Kranken, all ihr Armen, zum Genesen, zum Erwarmen kommt an eures Heilands Brust! Max von Schenkendorf, 1783—-1817. Eigene Melodie. 484 Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesu offenbart; ich geb mich hin dem freien Triebe, mit dem ich Wurm geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken. 2. Wie bist du mir so sehr ewogen, und wie verlangt ein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und stark gezogen, neigt sich mein Alles auch zu dir. Du traute Liebe, gutes Wesen, du hast mich, ich hab dich erlesen. 3. Ich fühls, du bists; dich muß ich haben. Ich fühls, ich muß für dich nur sein; nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Leben ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen; drum folg ich deinen selgen Zügen. 4. O Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket Anhang. ein! Möcht deine süße Jesus⸗ liebe in Herz und Sinn ge⸗ präget sein! In Wort und Werk, in allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen. 5. Lob sei dem hohen Jesus⸗ namen, in dem der Liebe Quell entspringt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem die selge Schar dort trinkt. Wie beugen sie sich ohne Ende! Wie falten sie die frohen Hände! Gerhard Tersteegen, 1697— 1769. Eigene Melodie. Ich hab von ferne, 485. V Huer, deinen Thron erblickt und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hin⸗ gegeben. 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn, du bist allmächtig, drum ist dein Licht so schön. Könnt 5 an diesen hellen Thronen doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur bin ich sündig, der Erde noch geneigt, das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch ich bin fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5 V h% Stad müden uihre schensla lasen. Vh. 60. uo ih aumgen e ihs gen lauf 0 ruft ungen, Aum Kl- . 4 STuufen Mran, Verveil e süße Isus nd Sinn ge n Wort und zesen sei Feus zu lesen. hohen Jesus⸗ r Liebe Quell dem hier ale aus dem die trinkt. Wie ohne Endel rohen Hände! n, 1697 6g, lodie. zab von ferne err, deinen dhät lehn gesch ickt und müdes Leben ster dir hi rächtig ih 10 du bit st dein ich i an diesen och sch schon von ohnen! indig der 9 Wö b mir zu, Anhang. 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn Er⸗ müden will ich ihr näher gehn und ihre hellen, goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen. Joh. Tim. Hermes, 1738—-1821. Ĩ will 486. will streben dem Leben, wo ich selig bin; ich will ringen einzudringen, bis daß ichs gewinn. Hält man mich, so lauf ich fork; bin ich matt, so ruft das Wort: Fortge⸗ rungen, durch ur en bis zum Kleinod hin! 2. Als Plenen u den Stufen vor des Lammes Thron, will ich eilen, das Verweilen bringt oft bösen Lohn. Wer auch läuft und läuft zu schlecht, der versäumt sein Montecht. Was da⸗ hinten, das mag schwinden; ich will nichts davon. 3. Jesu, richte mein Ge⸗ sichte nur auf jenes Ziel; lenk die Schritte, stärk die Tritte, wenn ich Schwachheit fühl! Lockt die Welt, so sprich schmäht sie mich, so tröste du. Deine Gnade führ gerade mich aus ihrem Spiel. 4. Du mußt ziehen, mein Bemühen ist zu mangelhaft. Wo ihrs jchte fühlt die Seele, aber du hast Kraft, weil dein Wort ein Leben bringt und dein Geist das Herz durch⸗ 321 wirds tönen Gott ists, dringt. Dort bei dem Krönen: der es schafft! Ph. F. Hiller, 1699—-1769. Eigene Melodie. esu, komm doch 487. selbst zu mir und verbleibe für und für; komm doch, werter Seelenfreund, Liebster, den mein Herze meint! 2. Tausendmal begehr ich dich, weil sonst nichts ver⸗ gnüget mich; tausendmal schrei ich zu dir: Jesu, Jesu, komm zu mir! 3. Keine Lust ist in der Welt, die mein Herz zufrieden stellt. Jesu, nur dein Bei⸗ mirsein nenn ich meine Lust allein. 4. Keinem andern sag ich zu, daß ich ihm mein Herz aufthu; dich alleine laß ich ein, dich alleine nenn ich 5. Dich alleine, Gottes Sohn, heiß ich meine Kron und Lohn; du für mich ver⸗ mein. wundtes Lamm bist allein mein Bräutigam. 6. O, so komm denn, süßes Herz, Aund vermindre meinen Schmerz; denn ich schrei d Doch für und für: Jesu, Jesu, komm zu mir! 7. Nun, ich warte mit Ge⸗ duld, bitte nur um diese Huld, daß du mir in Todespein wollst ein treuer Jesus sein. Joh. Scheffler, 1624—1677. 21 322 Eigene Melodie. 488. Laßt mich gehn, laßt mich gehn, daß 5 Jesum möge sehn; meine eel ist voll Verlangen, ihn auf ewig zu umfangen und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die durch Wolken bricht! O, wann werd ich da— hin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau dein holdes Angesicht? 3. Ach wie schön, ach wie schön ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich über Thal und Hügel heute noch nach Zions Höhn! 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, wenn ich zieh in Salem ein, in die Stadt der goldnen Gassen! Herr mein Gott, ich kanns nicht fassen, was das wird für Wonne sein! 5. Paradies, Paradies, wie ist deine D so süß! Unter deinen Lebens Pünmen wird uns sein, als ob wir träumen. Bring uns, Herr, ins Paradies! Gust. Knak, 1806—-1878. Eigene Melodie. 489. Meinen Heiland im Herzen, da schlaf ich so süß, da träum ich so h vom Paradies, da träum ich so selig vom Paradies. 2. Meinen Heiland im Auge, da schreckt mich kein Anhang. Feind, er bleibet dem betenden Kinde vereint, er bleibet ꝛc. 3. Meinen Heiland im Sinne, bleibt Böses mir fern; die Sünde entweichet vor Gott, meinem Herrn, die Sünde ꝛce. 4. Drum will ich ihn halten fest, fest und getreu; mein Vater im Himmel, o stehe mir bei, mein Vater ꝛc. Agnes Franz, 1794—1843. Nach dem Anfangs⸗ und Schlußsatz der Mel.: O Ewigkeit, du Donner⸗ wort, oder: Eigene Melodie. 490. Mein schönste Zier und Kleinod bist auf Erden du, Herr Jesu Christ, dich will ich lassen walten und allezeit, in Lieb und Leid in meinem Herz be— halten. 2. Dein Lieb und Treu für alles geht, kein Ding guf Erd so fest besteht, solchs muͤß man frei bekennen; drum soll nicht Tod, nicht Angst und Not von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im Tod und auch im Leben; du bist nun mein, und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab, schönste Zier, Herr Jesu christ bleib du bei mir, es will nun Abend werden. Laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhir auf Erden. Unbekannt, 1597. 1* Ma Nun Her: Lol . Uamn I om er d n If 2. W ice dich rh; 1⁰ lt, so H, schl 3. We Haheit b allärt, Uunher Rafthr 5. 0 Imzes r u hei& 1ud bel ihgthan W. dem betenden bleibet ar. Heiland in ses mir fern. het vor Gott ie Sünde n. ich ihn halten jetreu; melh o stehe mil e. 3„. 1794—1843 und Schlußsah it, du Donnet⸗ me Melodie. schoͤnste Zie d Kleinod bist Herr Jehu Hich lassen zeit, in Leeb nem Herz be⸗ Treu für und Trell Ding Erd chs muß man um soll nicht II st und Not mich trennen. ist wahr und alt geiuiß im Tod und Anhang. Mel.: Nun sich der Tag geendet, oder: Lobt Gott, ihr Christen. 491 erk, Seele, dir das große Wort: Wenn Jesus winkt, so geh; wenn er dich zieht, so eile fort; wenn Jesus hält, so steh. 2. Wenn er dich lobet, bücke dich; wenn er dich liebt, so ruh; wenn er dich aber schilt, so sprich: Ich brauchs, Herr, schlage zu! 3. Wenn Jesus seine Gna⸗ denzeit bald da, bald dort verklärt, so freu dich der Barmherzigkeit, die andern widerfährt. 4. Wenn er dich aber brauchen will, so steig in Kraft empor; wird Jesus in der Seele still, so nimm auch du nichts vor. 5. Kurz, liebe Seel, dein ganzes Herz sei von dem Tage an bei Schmach, bei Mangel und bei Schmerz dem Lamme zugethan. Nik. Ludw. Graf v. Zinzendorf, 1700—1760. Wiegengesang. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen. 492 Nun schlaf, mein 2 liebes Kindelein, und thu dein Auglein zu, der lieb Gott will dein Vater sein, drum schlaf in guter Ruh! 2. Dein Vater ist der liebe Gott und wills auch ewig sein, der Leib und Seel dir geben hat wohl durch die Eltern dein. 323 3. Und da du warst in Sünd geborn wie Menschen⸗ kinder all und lagst dazu in Gottes Zorn um Adams Sünd und Fall, 4. Da schenkt er dir sein lieben Sohn, den gibt er in den Tod, der kam auf Erd vons Himmels Thron, half dir aus aller Not. 5. Ein Kindlein klein ward er geborn, am Kreuz sein Blut vergoß; damit stillt er seins Vaters Zorn, macht dich von Sünden los. 6. Hör, was dir Christ er⸗ worben hat mit seiner Marter groß: dein heilig Tauf, das selig Bad, aus seiner Seiten floß. 7. Darum bist du nun neu⸗ geborn durch Christi Wunden rot, verschlungen ist Gotts Hrirwuf Zorn, dein'r Schuld ist quitt und los. 8. Mit seinem Geist er dich regiert aus lauter Lieb und Treu, der auch dein zartes Herzlein rührt und macht dich völlig neu. 9. Er send dir auch sein Engelein zu hüten Tag und Nacht, daß sie bei deiner Wiege sein und halten gute Wacht, 10. Damit der böse Geist kein Teil an deiner Seele find. Das bringt dir alles Christi Heil, drum bist ein selges Kind. 21* segne dich, bewahr dich alle⸗ —5 5 heilger Nam behüte dich, schütz dich vor allem Leid! Johann Mathesius, 1504—- 1565. Eigene Melodie, oder: Jesu, komm 1 selbst zu mir. 493. un, so bleibt es fest dabei, daß ich Jesu eigen sei. Welt und Sünde, fahret hin! Nur nach Jesu steht mein Sinn. 2. Jesus ist mein höchstes Gut; denn er gab sein teures Blut auch für mich verlornes Kind, daß mein Glaube Gnade find. 3. Herr, ich hang allein an dir! Nimm nur alles selbst von mir, was dir nicht ge⸗ fällig ist, weil du doch mein Alles bist. 4. Amen, ja du hörest mich, und ich Armer lobe dich; ja, um voraus werd ich schrein: Jesus wird mein Helfer sein. Unbetannt. Eigene Melodie. 494. Schönster Herr Jesu, Herrscher aller Enden, Gottes und Marien Sohn! Dich will ich lieben, dich will ich ehren, Kron. 2. Schön sind die Felder, schöner sind die Wälder in der Anhang. 11. Der heilig Geist, der schönen Frühlingszeit. Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht die Sonne, schöner leucht der Monden Mel. du meiner Seele Freud und und die Sternlein allzumal. Jesus leucht schöner, Jesus leucht reiner, als all die Eng'l im Himmelssaal. Altes geistl. Volkslied. Mel.: Wie könnt ich. 495. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich! Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt; wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit! 2. In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz, und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz; laß ruhn zu deinen Füßen dein armes Kind, es will die Augen schließen und glauben blind. 3. Wenn ich auch gar nichts fühle von deiner Macht, du fihrst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich! Julie v. Hausmann. : Ach Herr, mich armen Sünder. 496 Was du vor tausend Jahren, mein Heiland, hast gethan, läßt du noch jetzt erfahren die, so dir hläubig Inen Worts Mlade HNreld 1 S doch W Walmer Vulmen Helle, u liebst bon mi end, Vort: alsten sort. ninder, Hetot Htrost zeit. Jeu us ist reinen Herz erfrent ht die Sonne der Monden ein allzuma höner, Jesus als all die elssaal. Heistl. Vollelid. önnt ich. nimm denn neine Hände bis an mein eviglich I Ht gehen, mas wo du Wils u, da mm tbarmen hill erz, und mach le in Freud laß whn dein armes die Augel uben lind. bis an mei 7%4 oviglith: 9. Haumant — Anhang. gläubig nahn. So wie den armen Blinden, nach deines Worts Bericht, ließt du mich Gnade finden und gabst mir Freud und Licht. 2. Betrübt saß ich am Wege, tiefllind in meinem Geist, Sehnsucht im Herzen rege, doch Wehmut allermeist; die Psalmen hört ich singen, die Palmen fühlt ich wehn, die dir die Gläubgen bringen, und konnte dich nicht sehn. 3. Zu groß wards mit dem Schmerze, zu drückend ward die Pein, da faßt ich mir ein Herze, hub an nach dir zu schrein: Sohn Davids, rette, heile, wie dus verheißen hast; o liebster Jesu, von mir Nacht und Last! 4. Und immer heißer wei⸗ nend, mit immer Wort stets mehr mein Herz entsteinend, fuhr ich zu rufen fort. Da ward mein Angsten minder, da sagte was zu mir: Getrost, du armer Blinder, getrost, er rufet dir! 5. Du standst, ich fühlt es, stille, ich wankte zu dir hin; ab fiel mein eigner Wille, verändert ward mein Sinn. Du sprachst: Was willst du haben? O Herr, ich möchte sehn, an deinem Blick mich laben! Du sprachst: Es soll geschehn. 6. Und was du hast ge⸗ sprochen, das fehlt ja nimmer nicht; mein Zagen ward ge⸗ eile, nimm lauterm brochen; du meiner Seele Licht, du gibst mir deinen Segen; frei von der alten Schmach, folg ich auf deinen Wegen dir, Herr, in Freuden nach. de la Motte Fouqus, 1777—1848. Eigene Melodie, oder: Valet will ich dir geben. 497 as macht ihr, daß ihr weinet und brechet mir das Herz! Im Herrn sind wir vereinet und bleibens allerwärts. Das Band, das uns verbindet, löst weder Zeit noch Ort; was in dem Herrn sich findet, das währt in ihm auch fort(das währt in ihm auch fort). 2. Man reicht sich wohl die Hände, als sollts geschieden sein, und bleibt doch ohne Ende im innigsten Verein; man sieht sich an, als sähe man sich zum letzten Mal, und bleibt in gleicher Nähe dem Herrn doch überall. 3. Man spricht: Ich hier, du dorten, du ziehest, und ich bleib, und ist doch allerorten ein Glied an einem Leib; man spricht vom Scheidewege und grüßt sich einmal noch und geht auf einem Wege in gleicher Richtung doch. 4. Was sollen wir nun weinen und so gar traurig sehn, wir kennen ja den Einen, mit dem wir alle gehn in einer Hut und Pflege, geführt von einer Hand, auf einem sichern Wege ins eine Vater⸗ land. 5. So sei denn diese Stunde nicht schwerem Trauerleid, nein, einem neuen Bunde mit unserm Herrn geweiht; wenn wir uns ihn erkoren zu unserm höchsten Gut, sind wir uns nicht verloren, wie weh auch Scheiden thut. Spitta, 1801-1859. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet, oder: Wie groß ist des Allmächtgen Güte. 498 Was wär ich ohne dich gewesen, was würd ich ohne dich nicht sein? Zu Furcht und Angsten auserlesen, stünd ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte, die Zu⸗ kunft wär ein dunkler Schlund, und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem thät ich meine Sorge kund? 2. Einsam, verzehrt von Lieb und Sehnen, erschien mir nächtlich jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach. Ich fände Unruh im Getümmel und hoffnungslosen Gram zu Haus. Wer hielte dalte da aud im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir kund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsternis! Für alle seine tausend Gaben bleib ich sein demutvolles Kind, gewiß, ihn Anhang. unter uns zu haben, wenn zwei auch nur versammelt sind. 4. O geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein, streckt jedem eure Hand entgegen und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, im Glauben schauen wir ihn an; die eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 5. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein böses Wesen wohnte drin; und wards in unserm Geiste helle, so war nur Unruh der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde die bebenden Gefangnen fest; Furcht vor des Todes Richter— schwerte verschlang der Hoff— nung Überrest. 6. Da kam ein Heiland, ein Befreier, ein Menschensohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Himmel offen als unser altes Vaterland, wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 7. Seitdem verschwand bei uns die Sünde, und fröhlich wurde jeder Schritt, man 900 zum schönsten Angebinde den Kindern diesen Glauben mit; durch ihn geheiligt, zog das Leben vorüber wie ein selger Traum, und ewger Lieb und Lust ergeben, bemerkte man den Abschied kaum. 8. 9 harem libte h Dorner Weinen st uns Hand in sein eift. J. v. Ha 499 mich n guten weiß lichet meiner hen, wenn zw melt sind. aaus auf all die Irrendass jem eure Han het froh sie u himmel ist d im Glaube! an; die eine uns werden 1 aufgethan. „des Leben böses Woee nd wards helle, so wn Hewinn. Eul an der Erde Rangnen fes: Lodes Richtel ug der Hof 1 Heiland, eil schensohn vol und hat en er in unsein Nun sahn mel offen dl erland, 3 8. Noch steht in wunder⸗ barem Glanze der heilige Ge— liebte hier; gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Treue, weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mitaufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. F. v. Hardenberg(Novalis), 1772—1801. Eigene Melodie. 499 Weil ich Jesu Schäf⸗ lein bin, freu ich mich nur immerhin über meinen guten Hirten, der mich wohl weiß zu bewirten, der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt. 2. Unter seinem sanften Stab geh ich aus und ein und hab unaussprechlich süße Weide, daß ich keinen Mangel leide, und so oft ich durstig bin, führt er mich zum Brunnquell hin. 3. Sollt ich denn nicht fröh— lich sein, ich beglücktes Schäfe— — ng. 327 gestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz; drum geb ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist und mancher von den Deinen dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen, hast du so viel gethan, und doch bist du verklungen, und keiner denkt daran. 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer jedem bei, und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sieget, am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget sich kindlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden, o lasse nicht von mir; laß innig mich verbunden auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder auch wieder himmelwärts und sinken liebend lein? Denn nach diesen schönen Tagen werd ich endlich heim⸗ getragen in des Hirten Arm und Schoß. Amen, ja, mein Glück ist groß. Luise v. Hayn, 1724—- 1782. Mel.: Valet will ich dir geben, oder: Befiehl du deine Wege. 500 enn alle untreu werden, so bleib ich dir doch treu, daß Dank⸗ barkeit auf Erden nicht aus⸗ nieder und fallen dir ans Herz. F. v. Hardenberg(Novalis), 1772—-1801. Eigene Melodie. enn ich ihn nur 501. Wé habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt, weiß ich nichts von Leide, fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treuge⸗ sinnt nur meinem Herrn, lasse still die andern breite, lichte, volle Straße wandern. 2 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein, ewig wird zu süßer Labe seines Herzens Flut mir sein, die mit sanftem Zwingen alles wird erreichen und durch— dringen. 4. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand; längst vermißte Brüder find ich nun in seinen Jüngern wieder. F. v. Hardenberg(Novalis), 1772—-1801. Eigene Melodie. 502 Wie bist du mir so innig gut, mein Hoherpriester du! Wie teur und kräftig ist dein Blut! Es bringt mich stets zur Ruh. 2. Wenn mein Gewissen zagen will vor meiner Sünden Schuld, so macht dein Blut es wieder still, setzt mich bei Gott in Huld. 3. Hab ich gestrauchelt hier und da und will verzagen fast, so spür ich dein Versöhnblut nah, das nimmt mir meine Last. 4. Es stillet meinen tiefen Schmerz durch seine Gottes— kraft; es stärket mein gestörtes Herz zu neuer Ritterschaft. 5. So senkt sich denn mein blöder Sinn in dein Erbarmen ein und kann auf solche Gnade hin gar froh und kindlich sein. Anhang. 6. Ich hab vergessen meine Sünd, als wär sie nie ge⸗— schehn; du sprichst: Sei still in mir, mein Kind, du mußt auf mich nur sehn. 7. So will ich denn nur sehn auf dich, mein Gott, mein Trost, mein Teil! Ich will nicht denken mehr an mich, in dir ist all mein Heil. Gerh. Tersteegen, 1697 1769. Eigene Melodie. 503 Wie könnt ich ruhig schlafen in dunkler Nacht, wenn ich, o Gott und Vater, nicht dein gedacht? Es hat des Tages Treiben mein Herz zerstreut; bei dir, bei dir ist Friede und Seligkeit. 2. O decke meine Mängel mit deiner Huld; du bist ja, Gott, die Liebe und die Ge— duld. Gib mir, um was ich flehe, ein reines Herz, das dir voll Freuden diene in Glück und Schmerz. 3. Auch hilf, daß ich ver⸗ gebe, wie du vergibst, und meinen Bruder liebe, wie du mich liebst; so scef ich ohne Bangen im Frieden ein und träume süß und stille und denke dein! Agnes Franz, 1794—1848. Eigene Melodie. 50 4 Wie lieblich ists 2 hienieden, wenn Brüder treu gesinnt in Ein⸗ tracht und in Frieden vertraut beisammen sind. 2. V lieder a aho al Schen 3. Ui huch s las Kn d rei rhessen meiu sie nie ge st: Sei siil nd, du muß . ch denn nun N Gott, mein Ich wil hréan mich in Heil. , 16971169. lodie. unt ich ruhsh fen ind dunkle 0 Gott und in gedacht! 9es Treibel eut; bei dib, und S Sa eine Mänge Hetz, da ent in daß i ich n gibst, u jebe wie d. Anhang. 2. Wie Tau vom Himmel nieder 5 f Gottes Berge fließt, also auf treue Brüder der 43 sich ergießt. Und einstens wird erneuet durch sie die heilge Stadt; was Knecht ist, wird befreiet und rein, was Flecken hat. 4. und alles Volk der Erde geht nun zum Lichte ein; dann wird nur eine Herde und nur ein Hirte sein. Unbekannt. Eigene Melodie. 505 Wo findet die Seele die Heimat, die Ruh? Wer deckt sie mit bitet die Walt ten zu? Ach, bietet die Welt keine Freistatt mir an, wo Sünde nicht herrschen, nicht anfechten kann? Nein, nein, nein, nein, hier ist sie micht die Heimat der Seele ist droben im Licht. 2. Verlasse die Erde, die Heimat zu sehn, die Heimat der Seele, so herrlich, so schön! Jerusalem droben, von Golde erbaut, ist dieses die Heimat der Seele, der Braut? Ja, ja, ja, ja, dieses allein kann ——— und Heimat der Seele nur sein. 3. Wie selig die Ruhe bei Ind im Licht! Tod, Sünde und Schmer 8 die kennt man dort nicht; das Rauschen der Harfen, der kicbliche Klang, bewillkommt die Seele mit süßem Gesang. Ruh, Ruh, 329 Ruh, Ruh, himmlische Ruh im Schoße des Mittlers, ich eile dir zu. Eigene Melodie. 506. Wo ist Jesus, mein Verlangen, mein Geliebter und mein Freund? Ach, wo ist er hingegangen? Wo mag er zu finden sein? Meine Seel ist sehr betrübet mit viel Sünd und Ungemach; wo ist Jesus, den sie liebet, den sie iuchet Nacht und Tag? 2. Ach, ich ruf vor Pein und Schmerzen: Wo ist denn mein Jesus hin? Keine Ruh hab ich im Herzen, bis ich endlich bei ihm bin. Ach, wer gibt mir Taubenflügel, daß ich kann zu jeder Frist pichen über Berg und Hügel, suchen, wo mein Jesus ist? 3. Er vertreibt mir Angst und Schmerzen, er vertreibt mir Sünd und Tod. Quält mich was in meinem Herzen, er hilft wiederum aus Not. Darum will ich nicht ablassen, will ihn suchen hin und her, in den Wäldern, auf den Straßen, will ihn suchen mehr und mehr. 4. Liebster Jesu, laß dich 000 Meine Seele ruft nach ir. Ach vergib mir meine Sünden! H 1. ieh mich ganz nach Stille, Jesu, mein Verlangen sei und bleibe du doch mein; laß mich einzig dir anhangen und auf ewig bei dir sein! Unbekannt. Eigene Melodie. ollt ihr wissen, 507. was mein Preis⸗ Wollt ihr lernen, was ich weiß? Wollt ihr sehn mein Eigentum? Wollt ihr hören, was mein Ruhm? Jesus der Gekreuzigte! 2. Wer ist meines Glaubens Grund? Wer stärkt und erweckt den Mund? Wer trägt meine Straf und Schuld? Wer schafft mir des Vaters Huld? Jesus der Gekreuzigte! Gebete. 3. Wer ist meines Leidens Trost? Wer schützt, wenn der Feind erbost? Wer erquickt mein mattes Herz? Wer ver⸗ bindet meinen Schmerz? Jesus der Gekreuzigte! 4. Wer ist meines Todes Tod? Wer hilft in der letzten Not? Wer versetzt mich in sein Reich? Wer macht mich den Engeln gleich? Jesus der Gekreuzigte! Joh. Chr. Schwedler, 1672—1730. —2————————— 8030 Gebets⸗Anhang. I. Morgen⸗ und Abendgebete. 1. Luthers Morgensegen. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Darauf sollst du knieend oder stehend den Glauben und das Gebet des Herrn beten und alsdann noch dies Gebet sprechen: Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich,‚ du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Thun und Leben gefalle; denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine ände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 326. 2. Morgengebet für jeden Tag der Woche. Barmherziger, gnädiger Gott, du Vater des ewigen Lichtes und Trostes, des Güte und Treue alle Morgen neu ist, dir sei Lob, Ehre und Dank gesagt für das liebliche Tageslicht, und daß du mich in dieser finstern Nacht gnädiglich bewahret und mir einen sanften Schlaf und Ruhe vellich Lbe, und d allen welche möͤge in me dassel die Hi ich W. und l meiner und 2 allezei Läster vor H über! und 9 und L und 5 und thun auf e ines L eident zt, wenn d Wer erquich z? We metz? Jaut Tbek⸗ eines Todes in der cht mi macht letzte ch il mich 2 Jesus der „ 167²— 1750. — Gebete. 331 verliehen hast. Laß mich nun auch in deiner Gnade und Liebe, in deinem Schutz und Schirm wieder fröhlich aufstehen und das liebe Tageslicht nützlich und froh gebrauchen. Vor allen Dingen aber erleuchte mich mit dem ewigen Lichte, welches ist mein Herr Jesus Christus, daß er in mir leuchten möge mit seiner Gnade und mit seiner Erkenntnis. Bewahre in meinem Herzen das Lichtlein meines Glaubens; mehre dasselbe und stärke es. Erwecke deine Liebe in mir; befestige die Hoffnung. Gib mir wahre Demut und Sanftmut, daß ich wandle in den Fußstapfen meines Herrn Jesu Christi, und laß deine göttliche Furcht in allem meinem Thun vor meinen Augen sein. Treib von mir aus alle geistliche Finsternis und Blindheit meines Herzens. Behüte mich diesen Tag und allezeit vor Aberglauben und Abgötterei, vor Hoffart, vor Lästerung deines Namens, vor Verachtung deines Wortes, vor Haß und Zorn, daß die Sonne diesen Tag nicht möge über meinem Zorn untergehen. Behüte mich vor Feindschaft und Neid, vor Unzucht, vor Ungerechtigkeit, vor Falschheit und Lügen, vor dem schädlichen Geiz, vor aller bösen Lust und Vollbringung derselben. Erwecke in mir einen Hunger und Durst nach dir und deiner Gerechtigkeit. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Laß, Herr, mir heute begegnen das Heer deiner heiligen Engel wie dem Jakob, thue denselben Befehl, daß sie mich auf allen meinen Wegen behüten, mich auf den Händen tragen, daß ich meinen Fuß nicht an einen Stein stoße. Ich befehle dir heute meine Gedanken, mein Herz, Sinne und alle meine Anschläge. Ich befehle dir meinen Mund und alle meine Worte. Ich befehle dir alle meine Werke, daß sie zu deines Namens Ehre gereichen und zu Nutz meines Nächsten. Mache mich zum Gefäß deiner Barmherzigkeit, zum Werkzeug deiner Gnade. Segne all mein Thun. Laß meinen Beruf glücklich fortgehen und wehre allen denen, die ihn hindern. Ich befehle dir meinen Leib und meine Seele, meine Ehre und Gut. Laß mich deine Gnade und Güte allezeit begleiten. Halte deine Hand über mich, ich gehe oder stehe, sitze oder wandle, wache oder schlafe. Behüte mich vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, vor der Pestilenz, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die im Mittag verderbet. Segne meine Nahrung, gib mir, was dein Wille ist, zu meiner Not⸗ durft; laß mich jedoch deine Gaben nicht mißbrauchen. Gebete. Behüte uns alle vor Krieg, Hunger und Seuchen und vor einem bösen, schnellen Tod. Behüte meine Seele und meinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Beschere mir ein seliges Ende und laß mich des lieben jüngsten Tages und der Erscheinung der Herrlichkeit meines Herrn Jesu Christi mit Verlangen und Freuden warten. Gott der Vater segne mich und behüte mich, Gott der Sohn erleuchte sein Antlitz über mir und sei mir gnädig; Gott der heilige Geist erhebe sein Antlitz über mich und gebe mir seinen Frieden. Amen. Joh. Arnd. Lied Nr. 332. 3. Morgengebet am Sonntag. Ewgen allmächtiger Gott, ich danke dir von ganzem Herzen, daß du mich bewahret und beim Leben erhalten hast, bis dieser Tag herbeigekommen. Meine Augen sehnen sich, Herr, nach deinem Heil und nach dem Wort deiner Gerechtigkeit. Ich freue mich, daß mir geredet ist, daß wir heute werden in das Haus des Herrn gehen, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn und anzubeten den Herrn im heiligen Schmuck. Ach Herr, hilf und laß alles wohl gelingen. Laß mich mit Frohlocken wallen zu deinem Hause unter dem Haufen derer, die da feiern. Laß mich voll Geistes werden und reden von Psalmen und Lobgesängen und geist— lichen Liedern, auch dir, dem Herrn, singen und spielen in meinem Herzen, und dir, o Gott und Vater, im Namen Jesu danksagen. Laß dir heute gefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir. Herr, der du wohnest im Heiligtum, wende von mir ab alle sündlichen Gedanken und erneuere in mir den innerlichen Menschen, daß ich voll Geistes und mit allem Willen Gottes erfüllt werde. Laß mich lieb haben den Ort, da deine Ehre wohnet, und meine Seele verlangen nach deinen Vorhöfen. Hilf mir, daß ich selbst dein heiliger Tempel sei, darin dein heiliger Geist wohne. Mache mich fertig in allen guten Werken, zu thun deinen Willen, und schaffe in mir, was vor dir gefällig ist, durch Jesum Christum. Dies ist der Ort, da deine Ehre wohnet, da man höret die Stimme des Dankes und da man prediget alle deine Wunder. Hier bete ich zu dir zur ange⸗ nehmen Zeit. So geuß auch über mich aus den Geist der Gnaden und des Gebets, daß ich mit Freudigkeit zu deinem Gnadenstuhle trete, Barmherzigkeit empfahe und Gnade finde. Oa uf daß I Va erählet Sllgkeit miets K Aht. L Sahhtnis Hete sei um Vg u Lob Vortes deilkem Uundmad eudige! Helz au AGKkedet ebstehe 0 Viter luchte unseres Herrliche Vortes höre un heinge i wote, Rhue. 6 Ne Wo Mhen& heligen Ind De des lieben hkeit meines arten. Goth t der Sohn zädig; Goh nd gebe mu Ioh. Aund. von ganzen beim Leben Neine Augen dem Vont redet ist, daß nom n den Herl alles wohl seinem Haux voll Geistes n und gelst d spielen Namen Velt 13 Mundes Gebete. 333 Laß uns alle einerlei gesinnet sein nach Jesu Christo, auf daß wir einmütig mit einem Munde loben dich, Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, in welchem du uns erwählet hast, ehe der Welt Grund geleget worden, zur Seligkeit. Mache uns ferner tüchtig zum herrlichen Eigentum unsers Herrn Jesu Christi und zum Erbteil der Heiligen im Licht. Laß uns mehr und mehr reich werden in aller Er⸗ kenntnis und Erfahrung, daß wir prüfen mögen, was das Beste sei, auf daß wir lauter und unanstößig bleiben bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, dir zu Lob und Ehr. Und weil du durch die Predigt deines Wortes selig machen willst alle, die daran glauben, so gib deinem Diener, daß er mit freudigem Aufthun seines Mundes kundmache das Geheimnis des Evangeliums, daß er darin freudig handle und rede, wie sichs gebührt. Thu auch mein Herz auf, wenn ich zuhöre, daß ich darauf acht habe, was geredet wird; öffne mir das Verständnis, daß ich die Schrift verstehe und die Wunder an deinem Gesetze sehe. Gib mir, o Vater, den Geist der Weisheit zu deiner Erkenntnis und erleuchtete Augen, daß ich erkenne, was da sei die Hoffnung unseres Berufes, und welches da sei der Reichtum deines herrlichen Erbes an deinen Heiligen. Laß den Samen deines Wortes bei mir ein gutes Land antreffen, daß ich das Wort höre und behalte in einem feinen, guten Herzen und Frucht bringe in Geduld, daß ich es aufnehme nicht als Menschen— wort, sondern als dein Wort; daß ich es höre und darnach thue. Heilige mich in deiner Wahrheit; denn dein Wort ist die Wahrheit, und laß alle endlich mit Freuden kommen, einen Sabbat nach dem andern vor dir anzubeten in der heiligen Stadt, in dem neuen Jerusalem. Dir sei Preis, Ehre und Dank, der du lebest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 13. Joh. Lassenius. 4. Morgengebet am Montag. O du liebreicher und barmherziger Gott, ich fange unter deinem Beistand eine neue Woche an. Ich weiß aber nicht, was mir darin widerfahren wird. Wie viel Übel und Unglück kann uns in einem Tage begegnen, wie viel mehr in einer ganzen Woche! Darum komme ich gleich im Anfang derselben zu dir und empfehle mich dir ganz und gar. Ach mein Gott, gib mir deinen heiligen Geist, der mich heilige, leite und regiere und meinem Geist das Zeugnis gebe, Gebete. daß ich ein Kind Gottes sei. Segne mich diese Woche, segne meinen Ausgang und Eingang, segne meine Berufsarbeit und Geschäfte, segne meine Schritte und Tritte. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Segen und Hilfe kommt. Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Wenn du mich leitest, so irre ich nicht; wenn du mich hältst, so falle ich nicht. Darum laß deine Treue und Güte mich überall behüten. Segne auch alles, was mein ist, und laß es in deinem Segen blühen. Ach mein Gott und treuer Vater, schütze und bewahre mich vor Schaden und Gefahr, Verlust und Unglück. Laß mich bei Tag und Nacht in deiner Hut und Gnade stehen. Bewahre mein Haus und laß um mich und das Meinige deine Engel eine Wagenburg schlagen, so wird mich kein Unfall stürzen, wie groß er auch ist. Erhöre mein Gebet, wenn ich zu dir schreie, und laß mich nicht unerhört von dem Throne deiner Gnade gehen. Bewahre mich, Herr, vor Sünden, weise mir deine Wege, leite mich in deiner Wahrheit. Erhalte mein Herz bei dem einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Schreib deine heilige Furcht in mein Herz, daß ich nicht aus deiner Gnade falle, sondern darin beständig bleibe bis in den Tod. Gib, daß ich diese Woche möge frömmer und gottseliger werden, in deiner Erkenntnis und Liebe zunehmen und in meinem Glauben darreichen Tugend und in der Tugend Bescheidenheit und in der Bescheidenheit Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Gottseligkeit, damit, wenn einst die letzte Lebenswoche einbricht, ich deiner Gnade möge versichert sein. Sollte diese Woche mir eine Kreuzeswoche werden, so stärke mich durch deinen heiligen Geist, daß ich alles unter deinem mächtigen Beistand ausstehen und überwinden könne. Sei du selbst mein Helfer und Erretter aus aller Not. Nun, ich befehle mich dir mit Leib und Seele und allem, was ich habe, in deinen gnädigen Vaterschutz, wie auch alle frommen Christen. Sei du uns allen gnädig und beweise dich auch in dieser Woche als den Heiland aller Menschen, be— sonders deiner Gläubigen. Amen. Joh. Friedr. Startk. Lied Nr. 319 oder 353. 5. Morgengebet am Freitag. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünden der Welt, erbarme dich unser und gib uns deinen Frieden. Amen. Heut Vorden. Iqenstu ih noch le Hͤtllche Olungstod Waushmad Ichtelers Hir mich Hspeiet, Augebun He lann Oaland, um, st, iheigne u ih von Begie ich dir te Sel aun und Rlih und M Hende Ir Nad un doch au solg Sulden Kilige Wus i 86 Wihm Voche, segne Zarbeit und hebe meine N und Hilfe himmel und e ich nicht n laß deine auch alles . md bewahte iglück. Laß nade stehen. heinige deine Lein Unfal t, wenn ich dem Thron mir deine Herz bei den deine heilige Gnade fall Hib, daß ii u, in deinet m Glauban t und in det Geduld und t die lehie alles unter Gebete. 335 Heute, an einem Freitage, bist du, mein Heiland, gekreuzigt worden. Das laß mich recht zu Herzen fassen in dieser Morgenstunde. Dir, o Herr Jesu, habe ichs zu danken, daß ich noch lebe, daß ich gesund erwacht bin, daß ich so viele göttliche Wohlthaten genieße. Ohne dich und deinen Er⸗ lösungstod wäre schon diese Welt ein Ort der Qual, ein Vorschmack der Hölle gewesen, die mich dann sicher erwartete. Ach teuerster Heiland, laß mich doch deine Liebe recht erkennen. Für mich bist du verraten und verkauft, für mich verspottet, verspeiet, gegeißelt und getötet worden. Für mich und zur Vergebung meiner Sünden hast du dein Blut vergossen. Wie kann ich dir doch deine Liebe vergelten! O gekreuzigter Heiland, der schwache Dank, den ich dir allein darbringen kann, ist, daß ich mir die Früchte deines heiligen Leidens aneigne und sie zu meiner Heiligung benütze. Darum will ich von jetzt an mein Fleisch kreuzigen samt den bösen Lüsten und Begierden; fleißig will ich mich vor Sünden hüten, wodurch ich dir so viele Mühe gemacht. Auf dich will ich meine ganze Seligkeit gründen, deinen Befehlen lebenslang gehorsam sein und deinem Vorbild nachfolgen. Deine Demut, dein Fleiß und Arbeit, deine Andacht im Gebet, deine Liebe gegen die Feinde, dein menschenfreundliches Herz, das alles soll mich zur Nacheiferung anreizen. Besonders sollst du mir heute an dem Tage deines Todes, o Jesu, vor Augen und im Herzen schweben. Dein Andenken soll mich bewegen, den ganzen Tag heilig zuzubringen. Die Erinnerung an dein Leiden und Sterben soll mich nie verlassen und mir insonderheit Mut geben in allen Anliegen, die ich vor Gott bringe. Ach mein Gott, in dem Namen Jesu Christi danke ich dir für alle die Gnade, die du mir vergangene Nacht erzeiget. Um dieses meines Erlösers willen empfehle ich mich und alle die Meinigen und alle Menschen an diesem neuerlebten Tage in deinen göttlichen Schutz und Fürsorge. Um Jesu willen bitte ich dich um Vergebung aller meiner Sünden. Gib, daß ich an deiner Vaterliebe nicht verzage noch verzweifle. Wie könntest du doch meine Verdammnis wollen, da du selbst deinen eingeborenen Sohn für mich in den Tod gegeben? Laß mich nur solche deine Gnade nicht auf Mutwillen ziehen und in Sünden beharren, sondern laß sie vielmehr in mir eine so feurige Liebe entzünden, daß ich dadurch alle Sünde in deiner Kraft überwinden könne. Segne heute meine Berufsarbeit und gib mir dazu die nötigen Kräfte. Laß mich alles mit dir anfangen und mit ——— DE E— Gebete. Lust verrichten. Schenke mir so viel von äußeren Gütern, daß ich mich und die Meinigen versorgen könne. Gibst du mir etwas mehr als ich bedarf, so gib Gnade, daß ich es recht brauche und es nicht zum Schaden meiner Seele diene. Gib mir, Herr, ein keusches Herz. Ach Herr Gott, Vater im Himmel und Herr meines Lebens, behüte mich vor unzüchtigen Gedanken, Blicken, Worten und Werken und wende von mir alle bösen Lüste. Von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes will ich mich reinigen und fortfahren in der Heiligung und in der Eudin Gottes, wozu mich Christus, mein Heiland, berufen. Endlich gib auch, daß ich im Unglück nicht verzagt sei. Dieser Zeit Leiden sind nicht wert der Herrlichkeit, die an uns soll offenbaret werden. Dulden wir hier mit Jesu, so werden wir auch mit ihm herrschen. Diese Zuversicht soll mich auch heute trösten, wenn mir Unglück begegnen sollte: Jesus am Kreuz, aber Jesus auch im Himmel, sitzend zur Rechten Gottes. Mag es gehen, wie Gott will! Er weiß die Seinen zu erretten aus aller Not. Es ist noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes, des bin ich fröhlich. Amen. Lied Nr. 80. J. G. Heym. 6. Luthers Abendsegen. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Darauf sollst du knieend oder stehend den Glauben und das Gebet des Herrn beten und alsdann noch dies Gebet sprechen: Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag so gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir ver— geben alle meine Sünde, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten; denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 346 oder 347. 7. Abendgebet für jeden Tag der Woche. Barmherziger. gnädiger Gott und Vater, ich sage dir Lob und Dank, daß du Tag und Nacht geschaffen, Licht und Finsternis unterschieden hast, den Tag zur Arbeit, die Nacht zuͤr Ruhe, auf daß sich deine Kreatur darin erquicken möchte. Ich lobe und preise dich in allen deinen Wohlthaten und Werken, daß du mich durch deine göttliche Gnade und Schuh de nd Plag g, lie sbe. Du lis wir er alle Y Hetzen fü ad elh Heer Bar I auch Hitte bege 6 Höchf Mlück u scle dich ich die Hl HE Ahlen. Aersäumt. A heute ümmer neder auf ih heilig Gütern, de zibst du M ich es Lechl e diene. Herr Gott — 47— üte mich vo en und wende des Fleischs ahren in da nich Christuz 9 im Unglit cht Wert ‚ Dulden wi schen. Diis mir Unglit im Hinunch je Gott wil! Es ist noch ich fröhlic F. G. Hehm. Geist. Ama d das Gebl Gebete.— Schutz den vergangenen Tag hast vollenden und seine Last und Plage überwinden und zurücklegen lassen. Es ist ja genug, lieber Vater, daß ein jeder Tag seine eigene Plage habe. Du hilfst ja immer eine Last nach der andern ablegen, bis wir endlich zur Ruhe und zu dem ewigen Tage kommen, da alle Plage und Not aufhören wird. Ich danke dir von Herzen für alles das Gute, das ich diesen Tag von deiner Hand empfangen habe. Ach Herr, ich bin zu geringe aller deiner Barmherzigkeit, die du täglich an mir thust. Ich danke dir auch für die Abwendung des Bösen, so mir diesen Tag hätte begegnen können, und dafür, daß ich unter dem Schatten des Höchsten und dem Schirme des Allmächtigen vor allem Unglück und vor schweren Sünden behütet geblieben bin, und hitte dich herzlich und kindlich, vergib mir alle meine Sünden, die ich diesen Tag begangen habe mit Gedanken, Worten und Werken. Viel Böses habe ich gethan, viel Gutes habe ich versäumt. Ach sei mir gnädig, mein Gott, sei mir gnädig. Laß heute alle meine Sünden mit mir absterben und gib, daß ich immer gottesfürchtiger, heiliger, frömmer und gerechter wieder aufstehe; daß mein Schlaf kein Sündenschlaf sei, sondern ein heiliger Schlaf; daß meine Seele und mein Geist immer zu dir wache, mit dir rede und handle. Segne meinen Schlaf, wie den des Erzvaters Jakob, da er im Traume die Himmels⸗ leiter sah und die heiligen Engel und den Segen empfing; daß ich von dir rede, wenn ich mich zu Bette lege, an dich gedenke, wenn ich erwache; daß dein Name und Gedächtnis in meinem Herzen bleibe, ich wache oder schlafe. Gib mir, daß ich nicht erschrecke vor dem Grauen des Nachts, daß ich nich nicht fürchte vor dem plötzlichen Schrecken, sondern recht schlafe. Behüte mich vor schrecklichen Träumen, vor Einbruch der Feinde, vor Feuers⸗ und Wassersgefahr. Siehe, der uns hehütet, schläfet nicht; siehe, der Hüter Israels schläfet noch schlummert nicht. Sei du, o Gott, mein Schatten über meiner nechten Hand. Laß deine heiligen Wächter mich behüten und deine Engel sich um mich lagern und mir aushelfen. Wecke nich morgen zur rechten Zeit wieder auf zu deinem Lobe und Preise, daß ich mit neuen Kräften dir dienen möge. Wenn ober diese Nacht nach deinem unerforschlichen Ratschluß die letzte sein soll und mein Stündlein vorhanden ist, so verleihe nir einen seligen Schlaf und eine selige Ruhe in Jesu Christo, neinem Herrn. Amen. Joh. Arnd. Lied Nr. 345 oder 349. 29 Gebete. 8. Abendgebet am Sonntag. err, bleibe bei mir, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. O du lebendiger, allmächtiger Gott, wie unbegreiflich sind deine Werke, wie unaussprechlich deine Güte, welche du den Menschenkindern erzeigest! Ich kann von Gnade und Wahrheit, von Liebe und Barmherzigkeit sagen, indem du den vergangenen Tag mir viel Gutes an Leib und Seele erwiesen hast. Du hast meine Seele gespeiset mit dem Brot des Lebens und mir aus der lebendigen Quelle zu trinken gegeben; dein Wort ist meinem Munde süßer gewesen denn Honig und Honigseim. Ach laß dein Wort mein ganzes Leben hindurch ein Licht auf meinen Wegen bleiben, daß ich darnach meinen Gang richte, so werde ich nicht straucheln oder aus deiner Gnade fallen. Du bist auch mein Erretter, mein Beistand im Leiblichen gewesen, daß ich gesund diesen Abend erreicht habe. Ich bin nicht wert aller Barmherzigkeit, die du an mir gethan hast. Wenn sich nun meine Glieder zur Ruhr legen, so tritt du, o mein Hüter, mir zur Seite; habe acht auf mich und schließe mich in deinen Schutz ein. Laß mich beständig ein Licht in dem Herrn sein und keine Gemeinschaft haben mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis. Laß dein Wort, das ich gehört, in mir als einen heiligen Samen aufgehen, dessen Früchte man an meinem Leben, in der Frömmigkeit, ö habe Hil Zele hab hekümmert stt um; ich ruhen um evige deinem säirken, k Gr Uas erkent Im. 2 Vter, dis Lur aller für das e Und wie mein Va große der Gottesfurcht, dem Absterben der Welt und einer heiligen da S Hingebung an dich wahrnehmen möge. Sei mein Schirm und Schatten wider die Hitze und Anfechtung und wider die feurigen Pfeile des Satans. Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? Wende Feuers⸗ und Wassersnot und alles Unglück von mir und den Meinigen ab und laß alle Betrübten, Kranken und Sterbenden deine reiche Gnade genießen; so soll morgen früh unser aller Mund deines Ruhmes voll sein, und wir wollen erzählen, was du Gutes uns an Leib und Seele gethan hast. Verzeihe mir, wenn ich nicht mit solchem Eifer dir heute gedienet, wie ich billig gesollt, und nimm deswegen deine Gnade nicht von mir. Laß in der neuen Woche alles neu an mir sein, schenke mir eine neue Liebe und Verlangen nach dir, einen neuen Trieb, dir zu dienen und zu gehorchen; laß mich die in der vorigen Woche begangenen Sünden meiden und fliehen, damit jedermann erkenne, daß ich den Sonntag nicht vergebens hingebracht 110 aus Wwand dron Meeeinig rden, und d „ allmächtiz prechlich den Ich kann mikeit san an Leib uu heiset mit du n Quelle süßer gewehe t mein ganz iben, daß! raucheln od rretter, mo diesen Abod zigkeit, di der zur Ru habe acht d „. Laß M „Gemeinschat 1. Laß da men aufgehel „Frömmigfel einer heilid 1 Schirm M. er die feurt nd melin 90. meines Lebu Feuere= den Meiligd 110 Gebete. 339 habe. Hilf, daß ich fleißig erwäge, daß ich eine unsterbliche Seele habe, damit ich mehr um die Seele als um den Leib bekümmert sei. Ich sehe mich, mein Gott, nach meiner Ruhe— statt um; ich erinnere mich dabei an meine Grabstätte, darin ich ruhen werde, bis du mich an dem frohen jüngsten Tag zum ewigen Leben erwecken wirst. Dahin, zu dieser Ruhe, die du deinem Volke bereitet hast, wollest du mich vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen um deiner Gnade willen. Amen. Lied Nr. 341 oder 351. Joh. Friedr. Starct. 9. Abendgebet am Sonnabend. nädiger Gott, lieber himmlischer Vater, deine Barm⸗ herzigkeit und Gnade ist so groß, als du selber bist, das erkennet meine Seele in dieser Abendstunde mit herzlichem Dank. Durch deine Hand und Obhut bin ich, liebreichster Vater, diesen Tag und diese ganze Woche über so gnädiglich vor aller Not bewahret worden. Aber ach, wie habe ich dir sür das alles gedanket! Wie hat meine Seele dich betrübet, und wie zeugen alle meine Sünden wider mich! Ich bekenne, mein Vater, daß ich ein verlorener Sohn bin, der alle deine so große Güte und Gaben übel angewendet. Doch ich weiß, Herr, daß du gnädig und barmherzig bist und für das Heil der Sünder selbst deinen eingebornen Sohn ins Fleisch gesandt hast, auf daß er deine verlorenen Kinder wieder zurückbrächte. So bitte ich dich denn nun im Hinblick auf ihn mit zerschlagenem und zerknirschtem Herzen, sei gnädig mir armen Sünder, mein Vater, sei gnädig meiner Missethat, die da groß ist! Erbarme dich meiner nach deiner unendlichen Güte, tilge alle meine Sünden und gib mir hinfort ein neues, gehorsames Herz. Bereite mich selbst, mein Gott, hier in der Zeit so zu, wie du mich dort in der Ewigkeit haben willst. Entziehe mir nicht deine Gnade und deinen Beistand in der Not; verlasse nicht dein Kind, für welches dein Sohn sein heiliges Blut vergossen hat. O mein Heiland, vertritt mich mit deiner kräftigen Fürbitte und laß mein geängstetes Gewissen deinen Zuruf hören:„Friede sei mit dir!“ Herr Gott heiliger Geist, sei du mein Lehrer und hilf meiner Schwachheit auf. Nimm weg aus meinem Herzen das böse Gewissen und gib mir, daß ich wandle wie am Tage in deinem Lichte. Ja, du großer dreieiniger Gott, laß mich ferner unter den Flügeln deiner 2²² 340 Gebete. Gnade als dein Kind wohl behütet bleiben, und Lbe⸗ mich auch in dieser finstern Nacht vor aller Gefahr des der Seele. Ich befehle mich ganz deiner göttlichen Liebe. Wache über mir, daß mich kein Unglück betrübe, und laß auch meine Seele zu dir wachen und an dir ihre Lust haben. Dämpfe den Satan, steure der bösen Welt und hintertreibe alles, was mir schädlich sein könnte. Und weil du meinem Leben ein Ziel gesetzt hast, das ich nicht überschreiten kann, ich aber nicht weiß, wann es herbeikommen dürfte, so laß ja meinen Schlaf diese Nacht keinen Sündenschlaf sein. Bewahre mich vor einem bösen schnellen Tode; gib mir aber deine Gnade, daß ich mich stets zu sterben bereit halte und am Ende meines Lebens meine Seele mit guter Zuversicht in deine Hände befehlen kann. So schlafe ich denn ruhig ein; denn du, mein Gott, bist bei mir. Du, mein Heiland, zeichnest mich mit deinem Blute, daß mir kein Unfall nahe, und du, heiliger Geist, wachest in meinem Herzen, daß ich auch im Schlafe meines Gottes nicht vergesse oder wider ihn sündige. Bleibe so immerdar bei mir, Herr, mein Licht, und laß mich nach der Finsternis wiederum das Tageslicht gesund und Röhlic erblicken zu deines Namens Preis und Ehre. Amen. Joh. Lassenius. Lied Nr. 352. 10. Selbstprüfung am Wochenschluß. Auch am Vorabend vor der Beichte und dem hl. Abendmahl zu brauchen.) Lieber himmlischer Vater, ich erscheine in dieser Abend— stunde vor deinem Angesicht und bekenne vor dir, daß ich nicht so gelebt habe, wie ich sollte. Das sagt mir mein eigen Herz; das sagt es mir besonders am Schluß dieser Woche. Aber doch hast du, Herr, deine Gnade nicht von mir gewendet. Wie viele bekannte und unbekannte Ubel und Gefahren hast du durch deine gnädige Vorsehung von mir abgewandt. Vor wie viel Sünden hast du mich Schwachen bewahrt. Wie viele geistliche und leibliche Wohlthaten habe ich und die Meinigen aus deiner freigebigen Hand empfangen! Kann ich dir wohl genug dafür danken? Und gibt nicht jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens mir neue Beweise von deiner väterlichen Huld und neue Verpflichtung zur Dankbarkeit und zum Gehorsam gegen dich? Aber, o mein Gott, wie vieler Nachlässigkeit und Trägheit zum Guten. eibes und mMie vieler deinem M mich vor! Ind mich Ih, so fr Hdanken au unterh HMunn une Ind durch D8 demül Isch gesr Felbst zu Huffen, al ölH Woll udder mi Veken z mein Amt Ithun soll mänen 9 Efer erft von mir iber mii Woche in dder Sel ich nieme Mh ich und mich fallen Ad ih denke wer kam mi I es Leibes u tlichen H und laß alt Lust habe d hinterttel Ldu meine chreiten kun te, so lah ein. Bewaht T aber deil alte und a guversicht 0 1 ruhig il land, zeichtel ahe, und d ich auch i ihn sündih und laß nit gesund u Chre. Andt Ih. Lassenius. 9 eupflihtal Iedel ö Hlle ö Gebete. 341 wie vieler Vergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte beschuldigen! Hilf mir, o Herr, daß ich nich vor deinem Angesicht prüfe und Rechnung mit mir halte und mich selber richte, auf daß ich nicht gerichtet werde. Habe ich, so in ich mich, in deiner Furcht gewandelt und den Gedanken von deiner Allgegenwart beständig in meiner Seele zu unterhalten gesucht? Habe ich mir das Beispiel meines Herrn und Heilandes zum Muster der Nachahmung vorgesetzt und durch mein Verhalten bewiesen, daß ich ein Nachfolger des demütigen, des sanftmütigen, des e und himm⸗ lisch gesinnten Jesus sei? Habe ich jede Ge egenheit, mich elbst zu bessern und andern nützlich zu werden, begierig er⸗ griffen, allen Reizungen zum Stolz, zur Eitelkeit, zum Zorn, zur Wollust widerstanden und mich recht sorgfältig gehütet, weder mit Gedanken und Begierden, noch mit Worten und Werken zu sündigen? Habe ich meine Zet, meine Kräfte, mein Amt und meine Güter so wohl angewandt, als ich hätte ihun sollen? Habe ich meine Pflichten gegen dich, gegen meinen Nächsten und mich selbst mit der Willigkeit und dem Eifer erfüllet, als es deine Wohlthat und meine Schuldigkeit von mir fordern? Habe ich niemanden Gelegenheit gegeben, über mich zu seufzen? Hat Liebe und Verträglichkeit die Woche in dem Umgange mit meinen Freunden und Gefährten, 6 Alel, oder Selbstsucht und Uneinigkeit unter uns geherrscht? Habe ich niemandem unrecht gethan, niemanden listig hintergangen? Bin ich in einer solchen Verfassung, daß ich freudig sterben und mich einer seligen Ewigkeit getrösten könnte, wenn es dir gefallen sollte, mich diese Nacht oder bald sterben zu lassen? Ach Gott, jetzt ist es Zeit, an die Ruhe zu denken; aber ich denke mit Scham und Betrübnis an meine Sünden. Herr, wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler. Gehe nicht ins Gericht mit mir, deinem sündigen Geschöpfe; denn vor dir ist, kein Lebendiger gerecht. Ich bekenne dir meine Sünden und Übertretungen, ich bereue sie von ganzem Herzen und bitte um Jesu willen um Ver⸗ gebung. Ich entschließe mich vor deinem Angesichte, immer mehr und mehr von allen Befleckungen des Geistes mich zu reinigen, der Sünde abzusterben und dem Guten nachzujagen. Stärke mich selbst, o Gott, zu diesem Vorsatz. Gib, daß ich die folgenden Tage heiliger als die vergangenen zubringen möge. Muß ich mit Menschen umgehen, so laß mich dabei des Umgangs mit dir, meinem Gott, nicht vergessen und 342 Gebete. meinen himmlischen Wandel nie aus den Augen setzen. Hege ich Neid und Haß gegen irgend einen Menschen in meinem Herzen, so laß den Schlaf ferne von mir sein, bis ich ihm ver⸗ zeihe, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit Gutes wünsche und ihm solches wirklich zu erzeigen geneigt bin. Ja, Herr, laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben und dereinst vor deinem Richterstuhl zu erscheinen wünsche. Ach du ewiger und unveränderlicher Gott, wir sterbliche Menschen legen immer einen Tag nach dem anderen zurück und kommen unvermerkt von einer Woche zur andern näher zur Ewigkͤeit. Zeuch unsere Sinne von der Eitelkeit ab und laß uns ernstlicher für die Ewigkeit sorgen. Mache uns stark im Glauben, laß uns ritterlich wider alles, was Sünde heißt, kämpfen, damit wir die Krone des Lebens empfangen. Welch ein Glück wird das nicht für uns sein! Denn thust du uns schon so viel Gutes in dieser Welt, wo wir noch sündigen, o, was wird erst droben im Himmel geschehen, wo wir dich nicht mehr beleidigen! Jedoch, o Herr, so lange ich noch nach deinem Willen in dieser Sterblichkeit wallen muß, befehle ich mich dir und alle die Meinigen. Beschütze uns auch in dieser Nacht und laß keine Plage sich zu unsern Hütten nahen. Schenke uns einen erquickenden Schlaf und heilige unsere Herzen zur morgenden Sonntagsfeier. Tröste, barmherziger Gott, alle meine elenden Mitmenschen, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit oder durch andere Arten des Elendes der Ruhe beraubt sind und mit Verlangen auf das Tageslicht warten. Stärke die Sterbenden und laß sie Gnade vor dir finden. Steure allen nächtlichen boshaften Unternehmungen und bekehre die Gottlosen, die im Finstern Böses thun. Erbarme dich über die Sünder! Erhöre dies mein Gebet um Jesu, deines Sohnes, willen! Amen. J. G. Heym. Lied Nr. 203 oder 221 oder 224. II. Fest⸗ und Bußtagsgebete. 1. Advent. Psalm 24, 7—10. Dank und Anbetung bringen wir dir, Herr Jesu, unser Erlöser, daß du in die Welt gekommen bist, ein Retter der Gefallenen und ein Seligmacher der Verlorenen. Gute Botse Loben geht ¹ Hdeihei Hagzen Hei Das angene u Gerech st erfüllt; und sind? S0 HRerheißen! Hir versam Hen heilig nache dein n heiliger ind dir, d Hat, bis d Hir dein“ setzen. Huy n in meinen ich ihm va⸗ sche und ihn u sterben und wünsche. Ah iche Menschn und kommu zur Cwigket uns ernstliche Glauben, impfen, damt in Glück witd so viel Gutts derst drobel eleidigen! einem Willel mich dir m Nacht ud Schenke uns Herzen z er Gott, ale Schmerzel Clendes 50 06 Tagesligt znade vor m ternehmungei Böses thult mein Gebe J. G. Hahm. Gebete. 343 Gute Botschaft ist das Wort deines Mundes. Gnade und Leben geht von deinem Angesicht. Den Gefangenen bringst du Freiheit, den Gebundenen Erledigung, den zerstoßenen Herzen Heilung, und allen wird gepredigt in deinem Namen das angenehme Jahr des Herrn. Durch dich ist das Warten der Gerechten Freude geworden, und die Oohurg der Väter ist erfüllt; denn alle Verheißungen Gottes sind Ja in dir und sind Amen in dir, zum Lobe seiner herrlichen Gnade. So komme denn, treuer Heiland und Erlöser, wie du verheißen hast, und sei mitten unter uns, heute und so oft wir versammelt sind in deinem Namen. Der Geist der Gnaden, dein heiliger Geist, bereite dir jetzt und allezeit den Weg und mache deine Steige richtig, auf daß dein Volk dich empfange im heiligen Schmuck, dich aufnehme in einem gläubigen Herzen und dir, dem ewigen Könige, diene in Unschuld und Gerechtig⸗ keit, bis du einst wiederkommen wirst am Ende der Tage, und wir dein Antlitz schauen dürfen in Herrlichkeit. Amen. Lied Nr. 21 und 28. 2. Weihnachten. Jesaja 9, 6—7. Allmächtiger Gott, Vater der Barmherzigkeit, wir danken dir mit Mund und Herzen für die fröhliche Botschaft von der heilbringenden Geburt deines lieben Sohnes, die du auch heute wieder uns verkünden lahdrtn Wie gnädig bist du durch ihn unserm Elend zu Hilfe gekommen, wie reich hast du uns gemacht durch dieses kostbare Pfand deiner unergründ— lichen Liebe! Leben und Seligkeit, ja dich selbst hast du in deinem Sohne uns geschenket. O, hilf uns dieses Wunder deiner Liebe mit demütigem Glauben fassen, und entzünde uns zu brünstiger und treuer Gegenliebe, du Gott unseres Heils! Herr Jesu, Heiland der Welt, wer kann deine Huld verstehen und deinen Namen würdiglich preisen, daß du unseres Fleisches und Blutes teilhaftig geworden bist, in Knechts⸗ gestalt unter uns gewohnet und dich selbst in deinem Leben und in deinem Tode für uns geheiliget hast? O, nimm uns hin für deine Treue zu deinem ewigen Eigentume; wohne durch den Glauben in unsern Seelen und stelle uns dem Vater dar im Schmucke deiner Unschuld und Gerechtigkeit, darin wir ihm wohlgefällig sind. 4 1 344 Gebete. Und du, Geist der Gnade und der Reinigkeit, der du die Jungfrau Maria zur Mutter unseres Herrn geweihet hast, reinige unsere Herzen von aller Sünde, ziere uns mit einem frommen Sinn, und hilf uns unsere Seelen bewahren vor aller Befleckung der Welt, damit wir unsere Heiligung vollenden in der Furcht Gottes. Dreieiniger Gott, laß uns den Segen der Mensch— werdung Chrit reichlich erfahren, damit auch wir sprechen können: Unsere Seele erhebet den Herrn, und unser Geist freuet sich Gottes, unseres Heilandes. Amen. Lied Nr. 35 und 40. 3. Neujahr. Psalm 90 und Psalm 121. Allmächtiger Gott, heiliger Vater, wir danken dir, daß du uns dieses Jahr vor allem Übel gnädiglich be— hütet und bewahret hast, und bitten dich, du wollest uns ein friedlich, fröhlich und gnadenreiches neues Jahr bescheren, an Leib und Seele uns väterlich segnen und behüten, mionderhen aber deine Gnade verleihen, daß wir mit dem alten Jahre den alten Menschen ausziehen, hingegen den neuen anlegen, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit, bis wir aus dieser alten Welt in das neue Jerusalem versetzt werden, allda mit neuen Zungen dich ehren, loben und preisen durch Christum Jesum, deinen Sohn, unseren Herrn, der mit dir in Einigkeit des heiligen Geistes lebet und regieret, wahrer Gott, immer und ewiglich. Amen. Lied Nr. 51 und 52. 4. Epiphanias. Evangelium Johannis 1, 14. Allmächtiger Herr und Gott, der du deinen einge⸗ borenen Sohn den Heiden geoffenbaret hast, wir bitten dich, du wollest das selige Licht des Evangeliums uns und unseren Nachkommen erhalten, auch Gnade geben, daß es immer weiter dringe zu den Völkern, und also denen, die mit Finsternis und Dunkel bedeckt sind, deine Herrlichkeit je mehr und mehr erscheine, der du mit dem Sohn und dem heiligen Geist lebest und regierest immer und ewiglich. Amen. Lied Nr. 54. Wir Ither Lieb Labes un Ebgut d u genieß nache uns uß wiri Ind mit tures B hiser Tr Erhalte 1 Im heili in Himm shen und bon Ewii gleit, der du geweihet has, ns mit einen hewahren vor re Heiligung der Mensch wir spreche Runser Gess nken dir, duß nädihlich be ollest uns en bescheren, injonderhel Palten Iahte euen anlegen Gerechtigtel in das nelt en dich ehre ohn, unsere les lebet u en. Gebete. 345 5. Gründonnerstag. Psalm 111, 3—. Wir danken dir, Herr Jesu Christe, daß du aus herz⸗ licher Liebe das heilige hochwürdige Sakrament deines wahren Leibes und Blutes unter Brot und Wein als ein richtiges Erbgut den Menschenkindern in deinem letzten Testament zu genießen verordnet hast. Wir bitten dich auch ferner, mache uns zu würdigen Gästen dieser himmlischen Mahlzeit, daß wir in herzlicher Reue, wahrem Glauben, rechter Andacht und mit gutem Vorsatz deinen allerheiligsten Leib und dein teures Blut empfangen, auf daß uns diese Speise und dieser Trank zum Leben gereiche und nicht zum Gericht. Erhalte uns auch immerdar bei solchem Troste, den wir aus dem heiligen Abendmahl empfangen, bis wir endlich das Brot im Himmel essen, mit Abraham, Isaak und Jakob zu Tische sitzen und dich samt allen Auserwählten loben und preisen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 194 und 199. 6. Karfreitag. Jesaja 53 und Psalm 22. err Gott, heiliger, barmherziger Vater, der du kein Gefallen hast an unserm Tod, sondern willst, daß wir uns bekehren und leben, in tiefer Demut preisen wir deine Gnade, daß du deines eingeborenen Sohnes nicht ver⸗ schonet hast, sondern hast ihn für uns alle dahingegeben zum Opfer und zum Lösegeld für unsere Sünden. Herr Jesu Christe, du Mittler des neuen Bundes, demütige uns heute durch den Anblick deines heiligen Leidens und Sterbens. Wir, wir haben dir Mühe und Arbeit gemacht mit unseren Sünden, und um unserer Missethat willen bist du verwundet. O, laß es uns nie vergessen, wie schwer die Strafe auf dir lag, damit wir Friede hätten für unsere Seelen. Treuer Heiland und Versöhner, du hast das große Werk unserer Erlösung vollbracht; o, laß dein Sterben unser Leben, deine Gerechtigkeit unser Heil, deinen Todeskampf unsern Sieg und ewigen Frieden werden. Ergreife uns mit der Hand deines heiligen Geistes, und versetze uns in die Gemein⸗ schaft deines Lebens, daß von heute an unser alter Mensch 346 Gebete. samt dir gekreuzigt und begraben werde in den Tod, und wir zu einem neuen Laben mit dir auferstehen. Entzünde unsere Herzen durch die Liebe, womit du uns geliebet hast bis in den Tod, daß wir dich wiederum lieben mit rechter Inbrunst des Geistes und dir dein Kreuz nachtragen in Glauben und in Geduld. Herr Jesu, wie du selbst deinen Geist befohlen hast in die Hände deines himmlischen Vaters, so befehlen auch wir im festen Vertrauen auf die Kraft deiner Erlösung unsern Geist ganz samt Seele und Leib in deine allmächtige Hand. Laß⸗ o Herr, das Wort vom Kreuze eine Gotteskraft und Friedensbotschaft werden bei allen Menschen und unter allen Völkern, damit auch die, so noch ferne stehen, erlöst werden von ihren Sünden und samt uns deine Gnade und Herrlichkeit rühmen. Denn du, Herr, hast uns erkauft mit deinem Blut, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 75 und 81. 7. Ostern. Psalm 118, 14—23 und Psalm 16, 6—11. Halleluja, der Herr ist auferstanden! Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja! Allmächtiger Gott und Vater, wir bringen dir in heiliger Freude Anbetung, Preis und Dank, daß du unsern Herrn Jesum, den großen Hirten und Bischof unserer Seelen, von den Toten ausgeführt und als Herrn und Über⸗ winder des Todes vor aller Welt beglaubigt hast. Herr Jesu, du starker Held, du üfft des Lebens, wir sagen dir von ganzem Herzen Dank für deine siegreiche, fröhliche Auferstehung, dadurch du dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hast. Geist der Gnade, du heiliger Geist, wir bitten dich, du wollest heute in uns allen die rechte Osterfreude erwecken, daß wir von ganzem Herzen glauben und in solchem Glauben fröhlich leben, bis wir dereinst zum neuen Leben auferstehen und mit den Auserwählten dich samt dem Vater und dem Sohne ewig loben und preisen werden. Amen. Lied Nr. 91, 93 und 94. 0 himmlische Miemals o hliligen E unser Hei ins auf uuß wir nd Eish ur mit d Euigkeit. ung unige Tod, und wi stzünde unser t hast bis il hter Inbruns Glauben und Heist befohle befehlen auc lösung unsenn lichtge Hand e Gotteskraf en und untet stehen, erlöt e Gnade und erkauft mit 12 und Chle it. Amen. —Il. . Hill M onnu Re Gebete. 347 8. Christi Himmelfahrt. Psalm 47 und Psalm 110. Herr unser Gott, du König der Ehren, der du deinen eingeborenen Sohn mit großer Herrlichkeit in dein himmlisches Reich erhöhet hast, wir bitten dich, laß uns niemals ohne Trost sein, sondern sende zu uns herab deinen heiligen Geist, um uns zu trösten; nimm uns auf dahin, wo unser Heiland, Jesus Christus, hingegangen ist und lehre uns auf Erden so unsern Wandel für den Himmel führen, daß wir mit Freuden mögen erwarten die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres Heilandes Jesu Christi, der mit dir und dem heiligen Geist hochgelobet sei in aller Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 106 und 108. 9. Pfingsten. Psalm 118, 24—29. Joel 3, 1—5. Allmächtiger Gott, wir loben und preisen dich an diesem festlichen Tage, daß du aus Gnaden dein Volk heimgesucht und durch die Ausgießung deines heiligen Geistes eine Gemeinde dir zum Eigentum gesammelt und deine Kirche auf Erden fest gegründet hast. Auch zu uns hast du von deiner heiligen Höhe deine teuren Gnadengaben gespendet und den hellen Schein deines Evangeliums in unsere Herzen gegeben, damit wir an dich glauben und im rechten Glauben geheiligt und erhalten werden. Wir bitten dich demütig, laß durch das Wort der Wahrheit und durch deine gnadenreichen Sakramente uns und die ganze Kirche erneuert, erleuchtet und zum ewigen Leben bewahret werden. Gieße deinen Geist auch jetzt kräftig und reichlich über uns aus und versichere uns dadurch der Ver⸗ gebung unserer Sünden und der Versöhnung mit dir. O Gott, reinige uns von aller Untugend; erwecke unsere Herzen zum Glauben, zur Liebe, zur Andacht, zum Gebet. Laß uns schmecken die Kräfte der zukünftigen Welt und den Reichtum der himmlischen Gaben, auf daß wir das Volk deines Eigen— tums, das auserwählte Geschlecht und königliche Priestertum sein und bleiben mögen in alle Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 123, 129 und 130. Gebete. 10. Trinitatisfest. Jesaja 6, 1—3. 1. Joh. 5, 7 und Röm. 11, 36. Heum heilig, heilig bist du, Herr Zebaoth; alle Lande sind deiner Ehre voll! Wir danken dir, daß du uns das hohe Geheimnis deines göttlichen Wesens schon in diesem Erdenleben durch einen Spiegel in einem dunkeln Worte sehen lässest, bis wir dereinst von Angesicht zu Ange— sicht schauen und deine ewige Kraft und Gottheit vollkommen und in der Wahrheit anbeten dürfen. Gott Vater, allmächtiger Schöpfer des Himmels und der Erde, der du auch uns Leben und Odem gegeben und erhalten hast, wir danken dir für alle deine Gnaden und bitten dich, du wollest dich auch ferner erbarmen, wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, und unsere feste Burg und Zu⸗ flucht sein in aller Not. Wir rühmen deine Gnade, daß du für uns deinen eingeborenen Sohn dahingegeben und in ihm uns erwählet hast zu deinen Kindern. Herr Jesu, du eingeborener Sohn Gottes, wir bringen dir von Herzen Preis und Ehre für deine große Liebe, daß du uns zu gute die Menschheit angenommen, und danken dir für dein heiliges Wort, für dein bitteres Leiden, für deinen martervollen Tod und für deine herrliche Auferstehung, durch welche du das Werk der Erlösung vollendet und uns die sichere Bürgschaft des ewigen Lebens gegeben hast. Herr Gott, heiliger Geist, du Tröster und Beistand aller Kinder Gottes, der du in alle Wahrheit leitest und uns Segen und alles Gute mitteilest, der du uns berufest, erleuchtest, heiligest und im rechten Glauben erhältst: habe allezeit dein Werk an unseren Seelen und verlaß uns nimmermehr. Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, erhebe dein An— esicht auf uns und sei uns gnädig! Segne uns aus deiner Hohe mit allerlei leiblichen und geistlichen Gütern nach deinem Wohlgefallen! Laß aufgehen dein Heil in allen Landen! Barmherziger, gnädiger Gott, tröste alle Betrübten, stärke die Schwachen, sei ein Helfer und Tröster allen Müh⸗ seligen und Beladenen. Richte die Verzagten auf und trockne die Thränen der Armen und Verlassenen. Schöpfer der Welt, Erlöser aller Menschen, Tröster aller Christen, ewiger dreieiniger Gott, führe uns einst zum Anschauen deiner Herr⸗ lichkeit. Läaß uns eingehen zu den Thoren deines Hauses, auf daß wir mit reinen Lippen dort dich rühmen und samt dem Engel Helig, he sind seiner N Al ins aus der Velt ug Mar Renes Ge he seligm N heilige gebettet u Heneinde Hawissen V gnädig den Hertl Roßen II, 35. h alle Lande dir, daß du ens schon in nem dunkeln icht zu Ange it vollkommen Himmels und gegeben und en und bitten sch ein Vater ing und Nl⸗ ude, daß du und in ihn „wit bringel nd danken du u, für deinen tehung durch und uns die is. ö Beitundaalle uns Segel erleuchtest Gebete. 349 den Engeln und allen Auserwählten dich anbeten und sprechen: Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll. Amen. Lied Nr. 131 und 134. 11. Reformationsfest. Ps. 46. Ps. 87, 1—3. Luk. 12, 32. Offenb. Joh. 14, 6—7. Allmächtiger und grundgütiger Gott, wir danken dir von Herzen, daß du unsere lieben Vorfahren samt uns aus der päpstlichen Finsternis geführt und am Abend der Welt unserm werten Vaterlande durch dein teures Rüst⸗— zeug Martin Luther ein großes Licht angezündet hast. In deines Geistes Kraft hat er den Brunnen Israels gereinigt, die seligmachende Wahrheit von aller Verführung abgesondert, die heilige Schrift übersetzt, den Stand der lieben Obrigkeit gerettet und viel Gutes mehr zu deiner Ehr und deiner lieben Gemeinde Erbauung und zur Beruhigung der geängsteten Gewissen ausgerichtet. Danket dem Herrn Zebaoth, daß er so gnädig ist und thut immerdar Gutes. Preise, Jerusalem, den Herrn. Lobe, Zion, deinen Gott, der sein Wort gibt mit großen Scharen Evangelisten, und alle, die den Herrn fürchten, sollen sagen: Seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Nun, du treuer Gott, du hast uns bisher wider so manche Gefahr, Verfolgung und Verwirrung in diesem Licht gnädig erhalten, so bewahre es ferner, und erhalte den⸗ Heilbrunnen der allein seligmachenden Lehre in Fried und Ruhe bei uns und unseren Kindern, daß die Stadt Gottes fein lustig bleibe mit ihren Brünnlein. Gib auch deinen werten heiligen Geist dem Kaiser und König, unserm Landes⸗ herrn, und allen Fürsten und Obrigkeiten, daß sie treue Schirmherren deiner lieben Kirche sein und den Frieden deines Wortes treulich wahren mögen. Segne du, o Gott, ihr Regiment, und laß es dienen zur Förderung deines Reiches, zur Ausbreitung deines Namens und zur Erfüllung deines guten und gnädigen Willens. Erwecke bei uns allen wahre Gottseligkeit, daß wir behalten, was wir haben, und unsern Schatz nicht, wie viele andere, durch Undank verscherzen, sondern recht evangelisch desselben würdig leben und wandeln und für alle deine Wohlthaten hier und dort dich, ewigen Gott, Vater, Sohn und heiligen Geist, loben und preisen mögen in alle Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 145, 146, 147, 152, 229 und 240. Gebete. 12. Bußtag. Joel 2, 12—13. err Gott, schenke uns Buße zum Leben! Du bist nicht ein Gott, dem gottlos Wesen gefällt, wer böse ist, bleibt nicht vor dir, und du kannst Leib und Seele verderben in die Hölle. Wir bekennen, daß in uns nichts Gutes wohnet und wir wegen unserer Untreue, Trägheit, Sicherheit, Unglaubens, Feindschaft, verkehrten Welt- und Eigenliebe und wegen unzähliger Übertretungen deinen ge— rechten Zorn auf uns gezogen haben. Aber wir bitten, du wollest uns alle Sünden in Gnaden vergeben und unsere Herzen und ganzes Leben heilsamlich ändern und bessern, damit wir nicht als unfruchtbare Bäume abgehauen und ins höllische Feuer geworfen werden, sondern in deiner Gemein— schaft Ruhe, Schutz und Leben finden mögen um Jesu Christi willen. Amen. Lied Nr. 202, 203 und 207. 13. Litanei. (Ebenfalls am Bußtag, wie zu anderer Zeit in jeglicher Not, besonders auch bei schwerem Gewitter zu beten.) Hn erbarme dich! Christe, erbarme dich! Herr, erbarme dich! Christe, erhöre uns! Herr Gott Vater im Himmel, erbarm dich über uns! Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, erbarm dich über uns! Herr Gott heiliger Geist, erbarm dich über uns! Sei uns gnädig, verschon uns, lieber Herre Gott! Sei uns gnädig, hilf uns, lieber Herre Gott! Vor allen Sünden, vor allem Irrsal, vor allem Übel, vor des Teufels Trug und List, vor bösem, schnellem Tod, vor Pestilenz und teurer Zeit, vor Krieg und Blutvergießen, vor Aufruhr und Zwietracht, vor Hagel und Ungewitter, vor Feuer⸗ und Wassersnot, vor dem ewigen Tod behüt uns, lieber Herre Gott! ö Durch dein' heilige Geburt, durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, durch dein Kreuz und Tod, durch dein' heilige Auferstehung und Himmelfahrt, in unsrer letzten Not, am jüngsten Gericht hilf uns, lieber Herre Gott! Wir armen Sünder bitten, du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, alle wahren Bihöse Pfarrherrn und Hirchendie allen Rott Miederbrin Ubleiter i Vorte ge übsten, e Alle Aeben, ur Rande gör Ind schütz Ind behüt Alle Illen Schr ben, al ö iushuldig QUahisen ve erhör ur Un Ind sie h. Hwahren gerre 6 0 herre 0 nägt er er Welt Hctteslar teten 5 bicht Gl Paalr en! Du bis gefällt, wa eib und Seele in uns nichtz due, Trägheiz en Welt— und 1 deinen ge⸗ wir bitten, du n und unsere und besser, auen und in seiner Gemell⸗ m Jesu Christ in jegliche Noh er uns! 4 ott! Sei uné Gebete. 351 Kirchendiener im heilsamen Wort und heiligen Leben erhalten, allen Rotten und Argernissen wehren, alle Irrige und Verführte wiederbringen, den Satan unter unsere Füße treten, treue Arbeiter in deine Ernte senden, deinen Geist und Kraft zum Worte geben, allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, erhör uns, lieber Herre Gott! Allen Königen und Fürsten in dir Fried und Eintracht geben, unserm Kaiser und Könige steten Sieg wider seine Feinde gönnen, ihn mit allen seinen Gewaltigen leiten, segnen und schützen, unsere Kirche, Schule, Rat und Gemeine segnen und behüten, erhör uns, lieber Herre Gott! Allen, so in Not und Gefahr sind, mit Hilf erscheinen, allen Schwangern und Säugern fröhliche Frucht und Gedeihen geben, aller Kinder und Kranken pflegen und warten, alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, alle Witwen und Waisen verteidigen und versorgen, aller Menschen dich erbarmen, erhör uns, lieber Herre Gott! Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, die Früchte auf dem Lande geben und sie bewahren und uns gnädiglich erhören. Erhör uns, lieber Herre Gott! O Jesu Christe, Gottes Sohn, erhör uns, lieber Herre Gott! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarm dich über uns! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarm dich über uns! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, verleih uns steten Frieden! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme dich! Christe, erbarme dich! Herr, erbarme dich! Amen. Dr. Martin Luther, 1483- 1546. Psalm 32 und Psalm 130. Lied Nr. 204 und 218. III. Gebete in besonderer Not. 1. Bei großem Ungewitter. Psalm 29. O du großer und schrecklicher Gott, dem Sturmwinde — Feuerflammen dienen müssen, der du auf den Wolken fährst, wie auf einem Wagen und deinen Donner mit Hagel und Blitzen auslässest, wir armen Menschen müßten 352 Gebete. ja in einem Augenblick verderben, wenn du deine vernichtenden Strahlen auf uns gehen heißest. Denn die Erde bebt und wird bewegt, die Grundfesten der Berge regen sich und er⸗ zittern, wenn du zornig bist. Herr, wir sehen und hören deine große Macht und entsetzen uns vor dem erschrecklichen Rollen deines Donners. Ach, gedenke nicht unserer Sünden und Missethaten, sondern sei uns gnädig um deines Sohnes Jesu Christi willen. Verfolge uns doch nicht mit deinem Wetter, und zerschmettere uns nicht mit deinen Schlägen; bewahre uns Leib und Seele, Haus und Hof und die lieben Früchte des Feldes. Behüte uns vor grausamem Schrecken und einem bösen, schnellen Tode. Nimm von uns alle Klein⸗ mütigkeit und ängstliche Furcht. Erhalte und stärke in uns den wahren Glaͤuben, herzliche Bußfertigkeit, fröhliche Hoff— nung und Geduld, damit wir bereit seien, wenn es dein Wille ist, aus diesem Leben selig abzuscheiden. Nimm uns, o Herr, unter den Schatten deiner Flügel, bis das Unwetter vorüber gehe, und behüte uns, daß wir die Donnerstimme deines rimmigen Zornes, womit du die Gottlosen einst in das ewige Laner weisen wirst, in Ewigkeit nimmermehr hören müssen, sondern nimm uns auf in dein Reich, daß wir dich, Vater, Sohn und heiligen Geist, einigen wahren Gott, in Ewigkeit preisen mögen! Amen. Hiernach bete die Litanei, auch Psalm 51 oder 130, dazu das Gebet des Herrn. 2. Nach dem Unwetter. Allmächtiger Gott, der du gesagt hast:„Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen“, wir sagen dir von Grund unsers Herzens Lob und Dank, daß du unser Gebet gnädiglich erhöret und dies böse Wetter also hast vergehen lassen, daß uns dadurch an Leib und Gut kein Schade geschehen ist. Damit hast du abermals dein getreues Vaterherz zu erkennen gegeben, daß du nicht mit uns nach unsern Sünden handeln und uns nicht nach unserer Missethat vergelten willst. Verleihe uns, barmherziger Vater, daß wir uns bei solchen deinen ernstlichen und väterlichen Warnungen beständig bessern, in deiner Furcht hinfort leben und auf die Zukunft deines lieben Sohnes, da die Elemente vor Hitze schmelzen Ind die Er Hetden, un Nluden en Hehhtigkei Ahmen un lstzen mös Hrstum, u N. Ge lahten E Oder: vernichtenden rde bebt und sich und et⸗ n und hören erschreckliche serer Sünden eines Sohnes mit deinem en Schlägen; und die lieben nem Schrecen ns alle Rlein⸗ stärke in un röhliche Hoff s dein Wille mns, 0 Herh etter vorüber simme denne in das emige öten müssen ch, Vote „in Cuigke u das 130, daßu Gebete. 353 und die Erde und die Werke, die darinnen sind, verbrennen werden, uns gefaßt und bereit machen, damit wir ihm mit Freuden entgegengehen und den neuen Himmel, in welchem Gerechtigkeit wohnen wird, mit Jauchzen und Frohlocken ein— nehmen und mit dir in deinem seligen Anschauen ewiglich besitzen mögen, durch denselbigen deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. IV. Gebete für Kirchgang und Gottesdienst. Pred. Sal. 4, 17.„Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause Gottes gehest, und komm, daß du hörest!“ Psalm 84, 2— 5 und V. 11. 1. Gebet beim Eintritt in den Kirchenstand. Lieber Herr Gott, himmlischer Vater, verleihe mir Gnade, daß ich diesen Gottesdienst zu deiner Ehre, zu meines Nächsten Erbauung und zu meiner eigenen Seligkeit andächtig und dir wohlgefällig verrichten möge durch Jesum Christum. Amen. Oder: Lied des Gesangbuches Nr. 13, V. 1 und 2. 2. Fürbitte für den Prediger. 99— Jesu Christe, du bist selbst der Herr des Predigt— amtes, der es eingesetzt und gestiftet hat, uns arme Sünder selig zu machen durch die lautere Verkündigung deines heiligen Wortes. Siehe, nun sind wir alle hier gegenwärtig vor deinem Angesicht, zu hören alles, was du deinem Diener befohlen hast. So stärke denselben mit deines Geistes Kraft, verleihe ihm, das Wort zu reden mit freudigem Aufthun seines Mundes, und regiere ihm Herz, Sinn und Gedanken nach der Wahrheit deines Wortes und nach der Notdurft derer, die hier versammelt sind, damit er nichts anderes rede, als was vor dir wohlgefällig ist und dienen möge zur Stärkung unseres Glaubens, zur Heiligung unseres Lebens und zu unserer Seelen Seligkeit. Amen. Gebete. 3. Gebet vor dem Ausgang aus der Kirche. O Herr Jesu Christ, mein Herr und mein Hirte, in deine Hände befehle ich mich auf Zeit und Ewig⸗ keit. Erhalte mich bei dem einen, daß ich deinen Namen fürchte, und stelle mich einst mit allen Gläubigen vor das Angesicht deiner Herrlichkeit unsträflich und mit Freuden. Amen, Herr Jesu, Amen! Oder: Lied Nr. 9. V. Beicht- und Abendmahlsgebete. Gebete vor der Beichte. Herr Gott, heiliger Geist, stehe mir mit deiner Gnade bei. Du hast es mir in das Herz gegeben, daß ich meine Sünden bereuen, beichten und mich bessern will. So erinnere mich denn an alles, was ich gesündigt habe; gieße mir einen großen Abscheu vor meinen Sünden in das ann schenke mir den ernstlichen Vorsatz, mich vollkommen zu bessern, und gib, daß ich meine Schuld so aufrichtig und reuevoll! bekenne, daß ich aus dem Munde deines Dieners in der heiligen Absolution wahrhaft deine Verzeihung erlange und deiner himmlischen Gnade aufs neue mich getrösten kann. Hierzu Psalm 51 oder 130, sowie folgendes Bußgebet: Allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Ich armer, elender Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missethat, damit ich dich jemals erzürnet und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich um deiner grund⸗ losen Barmherzigkeit und um des unschuldigen bitteren Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, du wollest mir armen, sündhaften Menschen gnädig und barm⸗ herzig sein. Amen. Ich armer, betrübter Mensch bekenne vor Gott, meinem himmlischen Vater, daß ich leider schwer und mannigfaltig gesündigt habe, nicht allein mit äußerlichen, groben Sünden, sondern vielmehr mit innerlicher, angeborener Blindheit, Unglauben, Zweifel, Kleinmut, Ungeduld, Ungehorsam, wdlihes Hlt und Hoffart, b Ind andere mir erkennt Wer es r Hetgen Gu Chrstum. WGlünftige Issen. O Nii Bei 8 Hetzen emn sbet euch Leldammn 1 ind glaub küren Ve luch alle Run Gehra lt dem. A Chris nd erhalt . unh die Hould m Ge Al e Ve scher S 0 soung de Kirche. mein Hirte, eit und Ewi deinen Nama bigen vor du mit Freudet gebete. t deiner Gndl egeben, daß u sern will.& habe; gieße Ml in das Helj men zu bessen und rellan dieners in 3 elange m östen Ides Ich in da hn Bußgebel armel Gebete. 355 Hoffart, böser Lust, Geiz, heimlichem Neid, Haß, Mißgunst und anderen bösen Tücken, wie das mein Herr und Gott an mir erkennt und ich leider nicht so vollkommen erkennen kann. Aber es reuet mich und ist mir leid, und ich begehre von Herzen Gnade von Gott durch seinen lieben Sohn Jesum Christum. Ich will auch unter Gottes gnädigem Beistand inskünftige von Sünden abstehen und mein Leben täglich bessern. O Gott, sei mir armen Sünder gnädig. Amen. Lied Nr. 351, V. 6. Drei Beichtfragen zur Selbstprüfung vor dem heiligen Abendmahl. 1. Erkennet und bekennet ihr mit reuigem, bußfertigem Herzen eure Sünden? Mißfallt ihr euch deswegen selbst und gebet euch schuldig Gottes Zornes und ewigen Todes und Verdammnis?— Antwort: Ja! 2. Begehrt ihr denn von Grund eures Herzens Gnade und glaubet, daß Gott nicht nur aus lauter Gnade um des teuren Verdienstes und einigen Opfers Jesu Christi willen euch alle eure Sünden vergeben, sondern auch dessen durch den Gebrauch des heiligen Abendmahles versichern und darin mit dem gekreuzigten Leib und vergossenen Blut des Herrn Jesu Christi speisen und tränken und zum ewigen Leben stärken und erhalten wolle?— Antwort: Ja! 3. Habt ihr auch den gewissen und festen Vorsatz, euer sündliches Leben hinfüro zu bessern, wider den Teufel, die Welt und euer eigen Fleisch zu streiten und euern Glauben durch die Liebe gegen Gott und den Nächsten in kindlicher Geduld und Gehorsam beharrlich zu beweisen?— Antwort: Ja! Gebet nach Empfang der heiligen Absolution. Allmächti er, ewiger Gott, wir haben mannigfaltig gegen dich gesündigt und wegen unserer Sünden die ewige Verdammnis verdient; aber weil wir glauben, dein lieber Sohn, unser Herr Jesus Christus, habe uns die Ver⸗ gebung der Sünden und die ewige Seligkeit bei dir erworben, und wir dessen jetzt durch das heilige Evangelium und die heilige Absolution in unserm Herzen versichert sind, so bitten vir ganz gehorsamlich, du wollest uns mit der Kraft des 23*⁷ 356 Gebete. heiligen Geistes begaben, daß wir uns forthin vor Sünden hüten und einen rechten, göttlichen Wandel in deinem Berufe führen mögen durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Gebete vor dem heiligen Abendmahl. O Gott, sei mir armen Sünder gnädig! Gib mir deinen heiligen Geist in mein Herz, daß ich das heilige Sakrament würdiglich empfahen, meinen schwachen Glauͤben stärken, mein blödes Gewissen trösten, mein Leben bessern und ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jesu Christi willen. Amen. Herr Jesu Christe, ich bin nicht würdig, daß du eingehest in mein sündiges Herz; du weißt aber und erkennest meine große Armut und Notdurft, darum ich von Herzen begehre deiner Gegenwart, zu speisen, zu trösten und zu stärken meine arme Seele. Sprich sie an mit einem Wort, so wird sie gesund. Amen. Im Hingehen zum Altare. O Jesu voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte zu deiner großen Güte: laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. Lied Nr. 286, V. 4, oder Nr. 199, V. 6. Beim Empfang des Leibes Christi. err Jesu Christe, dein heiliger Leib stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. Beim Empfang des Blutes Christi. err Jesu Christe, dein heiliges Blut stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. Im Weggehen vom Altar. Her Jesu bleib in mir, damit ich ewig in dir bleibe. Amen. Lied Nr. 224, V. 10 und Lied Nr. 443, V. 3. O 0 väterlick und Blute Hazen, I Habens, Idas ew. . (Auch so uner Hil ild selig Hn auf labst und Anden h ud trink f deine hran zwe shehe n ur, auf vor Sünden deinem Berust Herrn. Amet l. igl Gib mi daß ich das len schwacheh „ mein Lebeh verleihe mi Idig, daß du ² Weißt abet t, darum ih en, u Hein an mit einen nd Rat komm jen Güte: lß en. V. 6. ist bepahne un Ameh LJeben. risti tt stirke 25 zum euig shleibe. in dir bleil V. 5 5 Gebete. 357 Gebet nach dem heiligen Abendmahl. O du mein lieber Herr Jesu Christe! Ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mich jetzo abermal so väterlich an deinem Tische mit deinem selbsteignen Leibe und Blute gespeiset und getränket hast, und bitte dich von Herzen, laß mir solches gedeihen zur Stärkung meines Glaubens, zu sicherer Begleitung aus diesem Jammerthal in das ewige Leben. Amen. Lied Nr. 59, V. 4, oder Nr. 194, V. 3. VI. Gebete für Kranke und Sterbende. Vor einer Kranken-Kommunion. (Auch sonst vor dem Empfange des heiligen Abendmahles zu beten.) O Herr, ob ich zwar nicht würdig bin, daß du in mein Herz eingehest, so bin ich doch notdürftig deiner Hilfe und begierig deiner Gnade, daß ich möge fromm und selig werden. Nun komme ich in keiner anderen Zuversicht, denn auf dein Wort, da du selbst mich zu diesem Tische lädst und mir Unwürdigem zusagst, ich solle Vergebung der Sünden haben durch deinen Leib und dein Blut, so ich esse und trinke in diesem Sakramente. O lieber Herr, ich weiß, daß deine göttliche Zusage und Worte wahrhaftig sind; daran zweifle ich nicht, und darauf esse und trinke ich; mir geschehe nach deinem Wort. O Herr Jesu, vereinige dich mit mir, auf daß ich bleibe in dir und du in mir und ich von dir ungeschieden sei hier zeitlich und dort ewiglich. Dein heiliger Leib, Herr Jesu Christe, speise mich; dein teures Blut tränke mich; dein bittres Leiden und Sterben stärke mich. Herr Jesu Christe, erhöre mich; in deine heiligen Wunden verberge ich mich; laß mich von dir nimmermehr abgeschieden werden. Vom bösen Feind errette mich; im wahren Glauben erhalte mich, auf daß ich dich samt allen Auserwählten lobe und preise hier zeitlich und dort ewiglich. Amen. Sprüche aus Gottes Wort für Kranke. Kurze Seufzer: Deine große herzliche Barmherzigkeit hält sich hart gegen mich.(Jes. 63, 15.) Ach du Herr, wie so lange!(Psalm 6, 4.) Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?(Römer 7, 24.) ö —.— ISISD — ι ³2* 9—* 358 Gebete. Demütigung vor Gott: Ach Herr, unsre Missethaten habens ja verdient.(Jerm. 14, 7.) So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen?(Psalm 130, 3.) Wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.(Dan. 9, 18.) Trost des Glaubens: Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von allen Sünden.(1. Joh. I, 7.) Alle Züchtigung, wenn sie da ist, dünket sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein, aber danach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet sind.(Heb. 12, 11.) Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.(Jacobi 1, 12.) Die väterliche Stimme Gottes: Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselben vergäße, so will ich doch dein nicht vergessen; siehe, in meine Hände habe ich dich gezeichnet.(Jes. 49, 15—6.) Ich will dich nicht verlassen noch versäumen.(Heb. 13, 5.) Ich habe dich je und je geliebet, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.(Jer. 31, 3.) Die Gnadenstimme Jesu Christi: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke.— Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.(Joh. 7, 37.— 6, 37.) Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.(2. Kor. 12, 9.) Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.(Offb. 2, 10.) Auch können folgende Abschnitte der heiligen Schrift von dem Kranken gelesen oder demselben vorgelesen werden: 1. Pet. 5. 65—11. Psalm 130. 25. 42. 63, 2—9. 91. Klagel. 3, 22— 42. Röm. 8, 18— 27, 28— 39. 1. Pet. 1, 3—9. Psalm 126. Offb. 7, 9— 17. Auf dem Krankenbette. O Herr, himmlischer Vater, du bist ja ein getreuer Gott und lässest niemand versucht werden über sein Vermögen, sondern schaffest, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß wir es können ertragen: ich bitte dich in meinen roßen Nöten und Schmerzen, laß mir das Kreuz nicht zu chwer werden. Stärke miih daß ich es mit Geduld ertragen nůge und O Christe, Lein fürer Istorben b Albarme d sline Uber abe. Erh OGott halte mi sllige mid n meiner Al ht, so! euegen Wun Chr nich arme Nise mein H genese Nacht m nit aber llenden Billel ö Allen,d st ime men En anden. Nsum C re Missethate „Herr, Sündt 130, 3.) W e Gerechtiglez 9, 18.) Christi, d 1.(I. Joh. I7½ nicht Frelde sie geben e durch geihe die Anfechtung die Krone de denen, die ihn ann auch en nicht erbarmt selben vergift meine Händd Ich will dit Ich habe dich r gezogen 0s r lommt, Ae Gebete. 359 ——.H— und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzagen. O Christe, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Pein für mich gelitten hast und endlich für meine Sünden gestorben bist, zu dir rufe ich aus meines Herzens Grunde: Erbarme dich über mich sündigen Menschen, vergib mir alle meine Übertretungen, die ich in meinem ganzen Leben begangen habe. Erhalte mich im wahren Glauben bis an mein Ende. O Gott heiliger Geist, du wahrer Tröster in aller Not, erhalte mich in der Geduld und herzlichen Anrufung Gottes, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner letzten Not. Amen. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, weil du uns geboten hast und gesprochen:„Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen,“ deswegen schreie ich zu dir in dieser meiner großen Not durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, und bitte dich, du wollest mich armen, sündhaften Menschen nicht verlassen. So nun diese meine Krankheit nicht zum Tode ist, so hilf mir auf, daß ich genese, um deiner Barmherzigkeit willen, auf daß ich deine Macht und Kraft an mir erfahre und verkündige. Wo es mir aber nützlicher ist, zeitig zu sterben, denn allhier in diesem elenden Leben zu bleiben, 2 geschehe, Herr, dein göttlicher Wille! Verleihe mir nur Gnade, daß ich mich in deinen Willen, der allzeit der beste ist, gänzlich ergebe. Erhalte mich fest im christlichen Glauben und wahrer Erkenntnis bis an mein Ende. Laß mich von dir nimmermehr abgeschieden werden, sondern nimm meine Seele zu dir in dein Reich, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. Für ein krankes Kind. err Jesu, du treuer und barmherziger Heiland, er⸗ barme dich unser und dieses kranken Kindleins! Du hast einst das Kind des Königischen gesund gemacht, da sein Vater dich bat, du hast des Jairus Töchterlein vom Tode aufgeweckt; so wissen wir, daß du auch hier gnädiglich helfen kannst. Und wir wenden uns flehend an dein Erbarmen, daß du uns deine Herrlichkeit offenbaren wollest 77 deine allmächtige Hilfe! O lieber guter Hirte, nimm dich in Gnaden an dieses deines elenden Schäfleins! Du Freund der Kindlein. 360 Gebete. der du die Kleinen liebst und ihnen das selige Erbe deines Himmelreiches verheißen hast, erbarme dich dieses Kindleins, es ist ja dein Eigentum. Du hast es in der heiligen Taufe ange— nommen und zu den Deinen hinzugethan. So ziehe doch die Hand nicht ab von dem, was dein ist! Herr, unser Heiland, wir möchten wohl dies Kindlein noch behalten. Ist es ihm und uns gut, daß es länger lebe, so schenke es uns noch einmal und verleihe ihm wieder Kraft und Gesundheit, so wollen wir dich loben für deine Treue und Gnade. Hast du aber beschlossen, dies Kindlein aus dieser argen und sündhaften Welt abzurufen und zu deinem ewigen Frieden und zur Schar deiner Auserwählten heimzuführen, so geschehe dein Wille. Wir weigern uns des Kreuzes nicht, das du uns auflegen willst. Hilf nur, daß wir ohne Murren die Last tragen. Stärke unsern Glauben und gib uns den Geist der heiligen Stille, daß wir aus deinen treuen Händen alles dahinnehmen, es gefalle uns oder gefalle uns nicht. Herr, erbarme dich unser! 4 dein Herz und in deine Hände legen wir dies Kindlein, so ists wohlgeborgen und selig in Zeit und Ewig⸗ keit. Amen. Kurze Seufzer und Gebete, dem Sterbenden vorzusprechen. Ach barmherziger, gütiger Gott, hilf mir in meinem Leiden und in meiner Todesstunde; o mein Gott, du bist ja allezeit mein gnädiger Gott und mein Beistand gewesen, ach, bleibe es auch jetzt. O Jesu, bleibe bei mir, es will Abend werden, und der Tag meines Lebens hat sich geneiget. O werter heiliger Geist, stärke mich, erhalte mich im festen Glauben bis an mein Ende, erleuchte mich zum ewigen Leben. Ich will auf Jesu Blut und Wunden sterben: dem lebe ich, dem sterbe ich, auf sein Verdienst verlasse ich mich. Amen. Wief der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu dir; meine Secle dürstet nach Gott, du5 dem lebendigen Gott; wann werde 96 dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue? Jesu, du Licht meiner Seelen, wenn meine Augen wollen dunkel werden, so laß in meiner Seele aufgehen die himmlische Klarheit; weich nicht von mir, wenn meine Augen brechen; zeige mir alsdann deine Gestalt, und laß mich sehen dein Hld, wie chon and lein Jesus nich im 6 illch und De und Dur llt, lieber i mir. hilf mi Hllgens jn de ldu uuch z sult mir, 0 zur F. n i uiner Ol hener F Tu Rnnd Vater y e mi i nden! Alufen: sear— 6 herr,! Hieh hle 6 nene ar ge Erbe deins Kindleins,& jen Taufe anhe ziehe doch unser Heiland. n. Ist es ih es uns noh Gesundheit, nade. Hast du und sündhaftel und zur Schn he dein Wil uns auflege e Last tragel st der heilihel 3 dahinnehmich erbarme legen wir dis eit und Ersh; vorzuprehen ir in mendl mein Gott, „ RMosstand nen Bst Zunden sterb. aist velase ö Gebete. 361 Bild, wie du dich am Kreuz zu Tode geblutet hast. Ob ich schon wandre im finstern Thal, fürchte ich kein Unglück, denn mein Jesus ist bei mir. Ja, mein Jesu, bleibe bei mir, stärke mich im Glauben, und laß mich dein Eigentum sein hier zeitlich und dort ewig. Amen. Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an. Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß hilf mir, lieber Herr, ich weiche nicht von dir, ach, bleibe du auch bei mir. Jesu, wenn mein Kampf angeht, so hilf mir ringen, so hilf mir siegen und überwinden; wenn die Angst meines Herzens groß wird, so führe mich aus meinen Nöten. Ich bin ja dein Eigentum, darum führe mich durch alle Angst hindurch zur Freude, zur Wonne, zur Herrlichkeit. Bist du mit mir, so fürchte ich mich nicht, so bin ich selig, so werde ich zur Freude eingehen. Amen. O Herr Jesu Christe, alle, die in dich getauft sind,‚ die sind in deinen Tod getauft; ich bin in dich getauft, darum bin ich auch in deinen Tod getauft. Ich will mit deiner Hilfe fröhlich und gern sterben, der Hoffnung, wie ich deiner Trübsal teilhaftig sei, auch deiner Herrlichkeit teilhaftig zu werden. O Herr Jesu Christe, du hast am Kreuze gebetet: „Vater verzeihe ihnen!“ Also, Herr, verzeihe ich allen, die wider mich gehandelt haben, auf daß du mir alle meine Sünden verzeihest. O Herr Jesu Christe, du hast am Kreuz gerufen:„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich ver⸗ lassen?“ Herr, verlaß mich nicht in meinen Todesnöten. O Herr, du hast am Kreuz gesprochen:„Vater in deine Hände befehle ich meinen Geist!“ Also, Herr, befehle ich jetzund meine arme Seele in deine Hände. Amen. O Herr Jesu Christe, ich bitte dich durch deine Güte und Barmherzigkeit, du wollest meine Seele stärken auf den fernen Weg, der mir vorstehet in das himmlische Vaterland! Ich glaube, daß du um meinetwillen gestorben, mir meine Sünde aus deiner Gnade verziehen, und daß mir das ewige Leben 362 Gebete. zugesagt ist; dieses meines Glaubens, o Herr, sollst du ein Zeuge sein und alle deine Auserwählten; dies soll auch mein letzter Wille sein, in solchem Glauben, o Herr, auf deine lautere Barmherzigkeit zu sterben, und ob ich durch Schmerzen, Unvernunft oder andere Anfechtung würde oder wollte abfallen, o Herr, so laß mich im Unglauben und Gotteslästerung nicht stecken, sondern stärke und mehre meinen Glauben, daß mir Sünde, Teufel und Hölle nicht schaden! Du bist stärker und gewaltiger denn die alle, darauf verlaß ich mich; Herr, laß mich nicht zu schanden werden! Amen. O mein Gott, mein Herr und mein Vater, jetzt beweise meiner armen Seele, daß sie inne werde, daß du seiest mein Fels, Burg, Schild, Turm, Hort, Schutz, Zuversicht, Hilfe, Zuflucht, Schirm und Güte, daß ich in diesen großen Nöten vor meinen Feinden durch deine göttliche Gnade, Hilfe und Beistand behalten werde! Herr, auf dich traue ich, laß mich nimmer zu schanden werden! In deine Hände befehle ich meinen Geist, Herr, du treuer Gott, erlöse mich! Amen. O Vater aller Gnaden, erbarme dich über meine arme Seele; vergib mir alle meine Sünde, die ich wider dich leider gethan habe! Verachte nicht dein armes Geschöpf, verschmähe mich nicht, der ich deiner Hände Werk bin; laß den nicht umkommen, welchen du gemacht und erschaffen hast! Denn auf dich hoffe ich, du bist meine Hilfe und mein Gott. O Christe, wahrer Heiland, der du bist das Lamm Gottes, welches da träget die Sünde der Welt, und mich mit deinem Blute gewaschen und gereiniget hast: ich bitte dich durch dein bitter Leiden, sonderlich und allermeist, das du gefühlet hast, da deine alleredelste Seele ausging von deinem allerheiligsten Leibe, erbarme dich über meine arme Seele in ihrem Ausgang und führe sie zum ewigen Leben!— O Gott heiliger Geist, du süßer Trost, erhalte mein Herz wider alle Anfechtung des bösen Werachm stärke mein Vertrauen, daß ich festiglich Flache eine Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben! So befehle ich nun, o heilige Dreieinigkeit, meinen Geist in deine Hände; du treuer Gott, du hast mich erlöset, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Reiem Le il ich tot Ein O é wllct di unken M lle Sünd inshuldig Bgzahl er get kallgt. Hallrze il 16 Gewif 1 daß e sche ihm ne hei Alsamml Rurn! ollst due soll auch man err, auf dein iuch Schmerze vollte abfalls lästerung nich uben, daß ni hist stärler u ich; Hert, I er, jeht bewest werde, daß du huh, Zuversah 1 diesen große e Gnade Hil traue ich, U. nde befehle U chl Amen. her meine anne die i widtt Gebete. 363 Ein Gebet zum Herrn Christo. O allmächtiger Gott, du Sohn des ewigen Vaters, sei eingedenk deines großen Leidens, das du hast gehabt am Stamm des Kreuzes, da deine Seele von deinem Leibe schied! Sei auch mein eingedenk, wenn meine arme Seele von meinem Leibe scheidet! Jesu, dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin ich tot und lebendig. Amen. Ein Gebet der Umstehenden für einen Kranken, der in den letzten Zügen liegt. O allmächtiger, gütiger Gott, der du unser Leben er— hältst im Tod und Sterben, wir bitten dich, du wollest die Augen deiner Barmherzigkeit wenden zu diesem tranken Menschen, ihn erquicken an Leib und Seele und ihm alle Sünden aus Gnaden vergeben; nimm das Opfer des unschuldigen Todes Jesu Christi, deines lieben Sohnes, für die Bezahlung seiner Missethat; denn auf desselbigen Namen ist er getauft und mit desselbigen Blut gewaschen und ge⸗ reinigt. So errette ihn nun von des Leibes Qual und Pein, verkürze ihm seine Schmerzen, erhalte ihn wider die Anklage des Gewissens und wider alle Anfechtung des bösen Feindes, auf daß er im Glauben ritterlich kämpfe und überwinde; ver⸗ leihe ihm eine selige Heimfahrt zum ewigen Leben; schicke deine heiligen Engel her, daß sie ihn begleiten zu der Versammlung aller Auserwählten in Christo Jesu, unserm Herrn! Amen. Sprüche, den Sterbenden vorzusprechen. Ob ich schon wanderte im finstern Thal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Psalm 23, 4. Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Phil. 1, 21. Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jes. 43, 1. Der Herr wird dich erlösen von allem Übel und dir aushelfen zu seinem himmlischen Reiche; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 2. Tim. 4, 18. Herr, ich warte auf dein Heil. 1. Mose 49, 18. In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Joh. 16, 33. 364 Gebete. Verlaß mich nicht, Herr mein Gott, sei nicht ferne von mir! Eile, mir beizustehen, Herr meine Hilfe! Ps. 38, 22, 23. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Ps. 68, 21. Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. Ps. 31, 6. Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Apost.-Gesch. 7, 28. Kranken⸗ und Sterbetrost aus Bibel und Gesangbuch. 1. Vom Segen des Leidens. Röm. 5, 1—5. 2. Kor. 4, 7. 18. JIac. 1, 212. Heb. 12, 5—I1. Lieder: Nr. 381. 395. 2. Vom Vertrauen auf Gott und des Gebetes Kraft. Psalm 6. 23. 25. 39. 71. 77. 90. 91. 116. Jes. 38. 2. Kön. 20, 1—11. Hiskias Krankheit und Gebet. Luk. 11, 1—13. Anhalten am Gebet. Luk. 18, 1—8. Desgl. Lieder: 376. 377. 386. 398. 408. 414. 415. 3. Vom Trost und der Hilfe des Herrn. Matth. 8, 1—13. Der Hauptmann. Matth. 9, 27—33. Der Blinde. Luk. 10, 23—37. Der barmherzige Samariter. Joh. 5, 1—16. Der 38 jährige Kranke. Lieder: 69. 373. 410. 4. Christus der Sünderfreund. Matth. 9, 1—8. Der Gichtbrüchige. Luk. 7, 36—50. Die Sünderin. Luk. 15. Das verlorene Schaf. Luk. 23, 39—43. Der Schächer. Jes. 53. Das Lamm Gottes. Lieder: 80. 203. 226. 232. 236. 287. 5. Von der Geduld und Ergebung im Leiden. Matth. 11, 28—30. Klagel. 3, 17—33. Matth. 26. 27. Mark. 14. 15. Lul. 22. 23. Joh. 17. 18. 19. Lieder: 58. 72. 78. 383. 408. 411. 416. Pha Veder Hio Ma Lul Jol 1 Jol ———5 icht fene vn P. 38 2 ud den Hen Geist, du has t⸗Goch. I Hesangbuch. I. 2—. . Gebetes 6. Ne. 38 d Gebet. 5. Herrn. 0 riter. Verzeichnis der Evangelien und Epistel. 36⁵5 6. Sehnsucht nach oben. 2. Kor. 5, 1—10. Phil. 3, 12—21. Lieder: 136. 423. 427. 428. 431. 432. 442. 7. In tiefer Angst und Not. Psalm 6. 22. 42. 88. 130. Lieder: 72, V. 9 und 10. 288, V. 1. 388. 393. 413. 8. Trost der Auferstehung. Hiob 19, 1—29. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt. Matth. 9, 18—26. Jairi Töchterlein. Luk. 7, 11—16. Jüngling zu Nain. Soh. 1d. Lazarus. 1. Kor. 15. Joh. 5, 24—29. 1. Thess. 4, 13—18. Lieder: 97. 455. 9. Bereitung aufs Sterben. Joh. 14. 15. 16. 17. Psalm 39. Psalm 90. Lieder: 419. 420. 441. 442. 443. 444. 10. Vom ewigen Leben. Jes. 35. Offb. 7, 9—17; 21. 22. Lieder: 458. 464. Verzeichnis der Evangelien und Episteln an Sonn⸗ und Festtagen. Am 2. heiligen Christtage. Evang. Luk. 2 v. 15 bis 20. Epist. Tit. 3 v. 3 bis 8. Am Sonntage nach dem Christtage— Evang. Luk. 2 v. 33 bis 40. Epist. Gal. 4 v. 1 bis 7. Am Neujahrstage. Evang. Luk. 2 v. 21. Epist. Gal. 3 v. 23 bis 29. Am Sonntage nach dem neuen Jahr—. Evang. Matth. 2 v. 13 bis 23. Epist. 1. Petr. 4 v. 12 bis 19. Am Tage der Erscheinung Christi oder Epiphanias. Evang. Matth. 2 v. bis 12. Epist. Jes. 60 v. 1 bis 6. Am 1. Sonntage des Advents. Evang. Matth. 21 v. 1 bis 9. Epist. Röm. 13 v. 11 bis 14. Am 2. Sonntage des Advents. Evang. Luk. 21 v. 25 bis 33. Epist. Röm. 15 v. 4 bis 13. Am 3. Sonntage des Advents. Evang. Matth. 11 v. 2 bis 10. Cpist. 1. Cor. 4 v. 1 bis 5. Am 4. Sonntage des Advents. Evang. Joh. 1 v. 19 bis 28. Epist. Philipp. 4 v. 4 bis 7. Am heiligen Christtage. Evang. Luk. 2 v. 1 bis 14. Epist. Tit. 2 v. 11 bis 14. 366 Verzeichnis der Evangelien und Epistel. Am 1. Sonntage nach Epiphanias. Evang. Luk. 2 v. 41 bis 52. Epist. Röm. 12 v. 1 bis 6. Am 2. Sonntage nach Epiphanias. Evang. Joh. 2 v. 1 bis 11. Epist. Röm. 12 v. 7 bis 16. Am 3. Sonntage nach Epiphanias. Evang. Matth. 8 v. 1 bis 13. Epist. Röm. 12 v. 17 bis 21. Am 4. Sonntage nach Epiphanias. Evang. Matth. 8 v. 23 bis 27. Epist. Röm. 13 v. 8 bis 10. Am 5. Sonntage nach Epiphanias. Evang. Matth. 13 v. 24 bis 30. Epist. Col. 3 v. 12 bis 17. Am 6. Sonntage nach Epiphanias. Evang. Matth. 17 v. 1 bis 9. Epist. 2. Petr. 1 v. 16 bis 21. Am Sonntage Septuagesimä. Evang. Matth. 20 v. 1 bis 16. Epist. 1. Cor. 9 v. 24 bis Kap. 10 v. 5. Am Sonntage Sexagesimä. Evang. Luk. 8 v. 4 bis 15. Epist. 2. Kor. 11 v. 19 bis Kap. 12 v. 10. Am Sonntage vor der Fasten, Quinquagesimä oder Estomihi. Evang. Luk. 18 v. 31 bis 43. Epist. 1. Cor. 13 ganz Am 1. Sonntage in der Fasten, Invocavit. Evang. Matth. 4 v. 1 bis 11. Epist. 2. Cor. 6 v. 1 bis 10. Am 2. Sonntage in der Fasten, Reminiscere. Evang. Matth. 15 v. 21 bis 28. Epist. 1. Theff. 4 v. 1 bis 8. Am 3. Sonntage in der Fasten, Oculi. Evang. Luk. 11 v. 14 bis 28. Epist. Eph. 5 v. 1 bis 9. Am 4. Sonntage in der Fasten, Lätare. Evang. Joh. 6 v. 1 bis 15. Epist. Gal. 4 v. 21 bis 31. Am 5. Sonntage in der Fasten, Judica. Evang. Joh. 8 v. 46 bis 59. Epist. Edr. 9 v. 11 bis 15. Am 6. Sonntage in der Fasten, Palmarum. Evang. Matth. 21 v. 1 bis 9. Epist. Phil. 2 v. 5 bis 11. Am grünen Donnerstage. Evang. Joh. 13 v. 1 bis 17. Epist. 1. Cor. 11 v. 23 bis 32. Am Karfreitage. Jes. 53 ganz, oder Ps. 22. Die Leidensgeschichte. Am heiligen Ostertage. Evang. Marc. 16 v. 1 bis 8. Epist. 1. Cor. 5 v. 6 bis 8. Am Ostermontage. Evang. Luk. 24 v. 13 bis 35. Epist. Apost. 10 v. 34 bis 41. Am 1. Sonntage nach Quasimodogeniti. Evang. Joh. 20 v. 19 bis 23. Epist. 1. Joh. 5 v. 4 bis 12. Am 2. Sonntage nach Misericordias Domini. Evang. Joh. 10 v. 12 bis 16. Epist. 1. Petr. 2 v. 21 bis 25. Am 3. Sonntage nach Ostern, Jubilate. Evang. Joh. 16 v. 16 bis 23. Epist. 1. Petr. 2 v. 11 bis 17. Am 4. Sonntage nach Ostern, Cantate. Evang. Joh. 16 v. 5 bis 15. Epist. Jac. 1 v. 17 bis 21. Am 5. Sonntage nach Ostern, Rogate oder Vocem Jucunditatis. Evang. Joh. 16 v. 23 bis 30. Epist. Jac. 1 v. 22 bis 27. Am Tage der Himmelfahrt Christi. Evang. Marc. 16 v. 14 bis 20. Epist. Apost. 1 v. 1 bis 11. Am Sonntage nach der Himmelfahrt Christi, Exaudi. Evang. Joh. 15 v. 26 bis Kap. 16 v. 4. Epist. 1. Petr. 4 v. 8 bis 11. Am heiligen Pfingsttage. Evang. Joh. 14 v. 23 bis 31. Epist. Apost. 2 v. 1 bis 13. Am Pfingstmontage. Evang. Joh. 3 v. 16 bis 21. Epist. Apost. 10 v. 42 bis 48. Am Sonntage Trinitatis. Evang. Joh. 3 v. 1 bis 15. Epist. Röm. 11 v. 33 bis 36. Am 1. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Luk. 16 v. 19 bis 31. Epist. 1. Joh. 4 v. 16 bis 21. Am 2. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Luk. 14 v. 16 bis 24. Epist. 1. Joh. 3 v. 13 bis 18. Am 3. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Luk. 15 v. 1 bis 10. Epist. 1. Petr. 5 v. 6 bis 11. Am 4. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Luk. 6 v. 36 bis 42. Epist. Röm. 8 v. 18 bis 23. Am 5. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Luk. 5 v. 1 bis 11. Epist. 1. Petr. 3 v. 8 bis 15. Ostern, Ostern, Wang. Lu 1. 6 * E — 2 E „Hist. l — Tuang. Lu Cpist. Gal Im 15. S cang. Ghist. Gal in 16. S Wang. A Gist. Chh tel. 9. „1 bis 8. bis 8. 13 bis 35. 34 bis 41. nach Osen, 5 bis 15. bis 21. ch Ostern, Rogut cunditatis. 3 30. bi mmelfahrt Christ. 1½ bis 20. 155• der Himmalahn 25 bis Kap. 10 U. K bis II. ttage. 23 bis 1. bis 18. Verzeichnis der Liederdichter. 367 Am 6. Sonntage nach Trinitatis. Am 17. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Matth. 5 v. 20 bis 26. Evang. Luk. 14 v. 1 bis 11. Epist. Röm. 6 v. 3 bis 11. Epist. Eph. 4 v. 1 bis 6. Am 7. Sonntage nach Trinitatis. Am 18. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Marc. 8 v. 1 bis 9. Evang. Matth. 22 v. 34 bis 46. Epist. Röm. 6 v. 19 bis 23. Epist. 1. Cor. 1 v. 4 bis 9. Am 8. Sonntage nach Trinitatis. Am 19. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Matth. 7 v. 15 bis 28. Evang. Matth. 9 v. 1 bis 8. Epist. Röm. 8 v. 12 bis 17. Epist. Eph. 4 v. 22 bis 30. Am 9. Sonntage nach Trinitatis. Am 20. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Luk. 16 v. 1 bis 9. Evang. Matth. 22 v. 1 bis 14. Epist. 1. Cor. 10 v. 6 bis 13. Epist. Eph. 5 v. 15 bis 21.X Am 10. Sonntage nach Trinitatis. Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Luk. 19 v. 41 bis 48. Evang. Joh. 4 v. 47 bis 54. Epist. 1. Cor. 12 v. 1 bis 11. Epist. Eph. 6 v. 10 bis 17. Am 11. Sonntage nach Trinitatis. Am 22. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Luk. 18 v. 9 bis 14. Evang. Matth. 18 v. 21 bis 35. Epist. 1. Cor. 15 v. 1 bis 10. Epist. Phil. 1 v. 3 bis 11. Am 12. Sonntage nach Trinitatis. Am 23. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Marc. 7 v. 31 bis 37. Evang. Matth. 22 v. 15 bis 22. Epist. 2. Cor. 3 v. 4 bis 9. Epist. Phil. 3 v. 17 bis 21. Am 13. Sonntage nach Trinitatis. Am 24. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Luk. 10 v. 23 bis 37. Evang. Matth. 9 v. 18 bis 26. Epist. Gal. 3 v. 15 bis 22. Epist. Col. 1 v. 9 bis 14. Am 14. Sonntage nach Trinitatis. Am 25. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Luk. 17 v. 11 bis 19. Evang. Matth. 24 v. 15 bis 28. Epist. Gal. 5 v. 16 bis 24. Epist. 1. Thess. 4 v. 13 bis 18. Am 15. Sonntage nach Trinitatis. Am 26. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Matth. 6 v. 24 bis 34. Evang. Matth. 25 v. 31 bis 46. Epist. Gal. 5 v. 25 bis Kap. 6 v. 10. Epist. 2. Thess. 1 v. 3 bis 10. Am 16. Sonntage nach Trinitatis. Am 27. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Luk. 7 v. 11 bis 17. Evang. Matth. 25 v. 1 bis 13. Epist. Eph. 3 v. 13 bis 21. Epist. 1. Thess. 5 v. 1 bis 11. Amilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt; geb. Gräfin v. Barbg, eb. 1637, 4 1706. Nr. 44. 363. 444. Agricola, Johann; geb. 1492 zu Eisleben, 4 1566 als Hofprediger in Berlin. Nr. 249. Albert, Heinrich; geb. 1604 zu Lobenstein im Vogtlande, 1 1651 als Organist zu Königsberg in Preußen. Nr. 326. 425. Alberus, Erasmus; geb. um 1500 zu Sprendlingen in der Wetterau, Freund Luthers, 1553 als Generalsuperintendent in Neubrandenburg (Mecklenburg). Nr. 339. Albinns, Johann Georg; geb. 1624 zu Unternessa bei Weißenfels, 41679 als Pfarrer in Naumburg. Nr. 219. 420. Albrecht, Markgraf von Brandenburg⸗Kulmbach; geb. 1522 zu Ansbach, 1 1557 zu Pforzheim. Nr. 412(2). Allendorf, Johann Ludwig Konrad; geb. 1693 zu Josbach in Oberhessen, 1 1773 als Pastor und Scholarch zu Halle. Nr. 108. 462. Altenburg, Michael; geb. 1584 zu Alach bei Erfurt, 1640 als Pastor zu Erfurt. Nr. 152. 368 Verzeichnis der Liederdichter. Anna Sophie, Landgräfin von Hessen⸗Darmstadt; geb. 1638, 4 1683 als Abtissin des Stifts Quedlinburg. Nr. 280. Arends, Wilhelm Erasmus; 4 1721 als Pastor in Halberstadt. Nr. 262. Arndt, Ernst Moritz; geb. 1769 zu Schoritz auf Rügen, T 1860 als Professor der Geschichte zu Bonn. Nr. 30. 233. 429. Arnold, Gottfried; geb. 1666 zu Annaberg im Königreich Sachsen, 1714 als Pastor und Inspektor zu Perleberg. Nr. 257. Barth, Christian Gottlob; geb. 1799 in Stuttgart, Pfarrer in Möttlingen 95 Calw, unermüdlicher Förderer der Heidenmission, 1862 zu Calw. Nr. 157. 476. Becker, Cornelius; geb. 1561 zu Leipzig, 4 1604 als Professor der Theologie und Pastor zu St. Nicolai in seiner Vaterstadt. Nr. 179. 392. Behm, Martin; geb. 1557 zu Lauban, 7 daselbst als Pastor prim. 1622. Nr. 35. 321. 831. Betichius, Johann; geb. 1650 zu Stöckby(Anhalt), 4 1722 als Diakonus in Zerbst. Nr. 320. Bickel, Johann Daniel Karl; geb. 1737 zu Altweilnau(Nassau), 4 1809 als Konsistorialrat in Usingen. Nr. 169. Bienemann, Kaspar(Melissander); geb. 1540 in Nürnberg, T 1591 als Generalsuperintendent in Altenburg. Nr. 292. Birken, Sigismund von(Betulius); geb. 1626 zu Wildenstein bei Eger, + 1681 als Privatgelehrter zu Nürnberg. Nr. 66. 253. Böhmer, Justus Henning; geb. 1674 in Hannover, 4 1749 in Halle als Professor der Rechte und Kanzler des Herzogtums Magdeburg. Nr. 98. Bogatzky, Karl Heinrich, von; geb. 1690 zu Jankowe in Niederschlesien, + 1774 als Privatmann im Waisenhause zu Halle. Nr. 164. 260. 53 David; geb. 1727 zu Memel, 4 1782 als Prediger zu Berlin. Nr. 201. Burmeister, Franz Joachim; um 1670 Pfarrer in seiner Vaterstadt Lüneburg. Nr. 427. Busch, Peter; geb. 1682 zu Lübeck, 4 1744 als Pastor der Kreuzkirche zu Hannover. Nr. 457. Claudius, Matthias; geb. 1740 zu Reinfeld bei Lübeck, 1815 zu Hamburg als Revisor der schleswig-holsteinschen Bank zu Altona. Nr. 475. Clausnitzer, Tobias; geb. 1618 zu Thum bei Annaberg, 1 1684 als Kirchenrat zu Weiden in der Oberpfalz. Nr. 11. Crasselius, Bartholomäus; geb. 1677 zu Wernsdorf im Königreich Sachsen, + 1724 als Pfarrer zu Düsseldorf. Nr. 133(7). 289. Dach, Simon; geb. 1605 zu Memel, 4 1659 als Professor der Dichtkunst zu Königsberg in Preußen. Nr. 433; Decius, Nikolaus(Howesch); 4 1541 als Pfarrer in Stettin. Nr. 74. 131. Denicke, David; geb. 1603 zu Zittau, 4 1680 als Konsistorialrat in Hannover. Nr. 174. 216. 241. Derschow, Bernhard, von: geb. 1591 zu Königsberg, s daselbst 1639 als Konsistorialrat und Professor der Theologie. Nr. 195. Deszler, Wolfgang Christoph; geb. 1660 in Nürnberg, 17 daselbst 1722 als Konrektor. Nr. 287. 393. Diterich, Johann Samuel; geb. 1721 in Berlin, daselbst 1797 als Oberkonsistorialrat. Nr. 459. Drese, Adam; geb. 1620 in Thüringen, 1 1701 als Kapellmeister zu Arnstadt. Nr. 283. Cher, Paul als Ger Gleonore, Gedern Habritius N.. 117 Halk, Joha zu Wei Ascher( als Ger Henung, lischer? Mörisch, in Gun Manck, I N.. 13 Hranck, M Nr. 18 NMranck, „ ssiorial Manz, A. — 338, f 1683 dl kstadt. Nr. Ad n, 1 1860 dl . Sachsen, f er in Möttlingn 1862 zu Calt 16 Professot d . Nr. I70. J0 stor prim. 105⸗ 22 als Diakonts Ras) f 100 erg, 1 1591 dls instein bei Eh 253. 740 in Halle g deburg. Ar in Niederschlehel Nr. 164. 200 ö atd seiner Votersas I der Kreuftic 0 6 achsch, in. Nu. 7. Hanssriobat 0 daselbst 1530 0 . 12 + daselbst—3 1 ajelbst M gaptlmrfe Verzeichnis der Liederdichter. 369 Eber, Paul; geb. 1511 zu Kitzingen in Franken, Freund Luthers, 4 1569 als Generalsuperintendent in Wittenberg. Nr. 413. 430. 437. Eleonore, Fürstin Reuß, geb. Gräfin Stolberg⸗Wernigerode, geb. 1835 zu Gedern am Vogelsberg, lebt zu Jänkendorf in Schlesien. Nr. 46. 6 Friedrich; geb. 1642 zu Stettin, daselbst 1703 als Pfarrer. Rr. 0 Falk, Johannes Daniel; geb. 1768 zu Danzig, 1826 als Legationsrat zu Weimar. Nr. 468. Fischer(Vischer), Christoph; geb. zu Joachimsthal in Böhmen, 1600 als Generalsuperintendent und Hofprediger in Celle. Nr. 81. Fleming, Paul; geb. 1609 zu Hartenstein in Sachsen, 1640 als prak⸗ tischer Arzt in Hamburg. Nr. 397. Förtsch, Basilius; geb. zu Roßla(Grafsch. Stolberg), 4 1619 als Pfarrer in Gumberta bei Orlamünde. Nr. 92. Franck, Johann; geb. 1618 zu Guben, daselbst 1677 als Bürgermeister. Nr. 135. 199. 207. 276. 350. 369. ragr⸗ 184 14 geb. 1609 in Schleusingen, 4 1667 als Lehrer zu Koburg. Nr. 184. 419. Franck, Salomo; geb. 1659 zu Weimar, daselbst 1725 als Oberkon⸗ sistorialsekretär. Nr. 60. 79. 288. Franz, Agnes; geb. 1794 zu Militsch in Schlesien, 4 1843 in Breslau. Nr. 489. 503. Freylinghausen, Johann Anastasius; geb. 1670 zu Gandersheim in Braunschweig, Schwiegersohn Franckes, 4 1739 als Pastor und Direktor der Francke'schen Anstalten zu Halle. Nr. 285. 402. Freystein, Johann Burkhard; 1720 als Hof⸗ und Justizrat zu Dresden. Nr. 254. Fricker, Johann Ludwig; 4 1766 als Pfarrer zu Dettingen(Württemberg). Nr. 163. Füger, Kaspar; 1 1592 als Diakonus an der Kreuzkirche zu Dresden. Nr. 42. Funk, Gottfried Benedikt; geb. 1734 zu Hartenstein in Sachsen, 4 1814 als Konsistorialrat und Direktor des Domgymnasiums zu Magdeburg. Nr. 89. Garve, Karl Bernhard; geb. 1763 zu Jeinsen bei Hannover, 1841 zu Herrnhut als Prediger der Brüdergemeinde. Nr. 170. Gedicke, Lampertus; geb. 1683 zu Gardelegen, 4 1735 als Feldprobst zu Berlin. Nr. 416. Gellert, Christian Fürchtegott; geb. 1715 zu Hainichen in Sachsen, 1769 zu Leipzig als Professor der Moral. Nr. 31. 63. 96. 171. 196. 266. 290. 315. 316. 329. 343. 375. 391. Gerhardt, Paul; geb. 1607 zu Gräfenhainichen bei Wittenberg, 1676 als Archidiakonus in Lübben. Nr. 27. 28. 34. 37. 43. 52. 59. 72. 26. 78. 82. 100. 127. 130. 237. 281. 299. 302. 309. 314. 323. 333. 347. 360. 367. 368. 377. 379. 382. 383. 390. 394. 404. 410. 432. 447. 480. Gersdorf, Henriette Katharine, von; geb. 1648 zu Sulzbach in Baiern, Großmutter des Grafen von Zinzendorf, 1726 zu Großhennersdorf in Sachsen. Nr. 49. Gesenius, Justus; geb. 1601 zu Esbeck in Hannover, 4 1673 als Ober⸗ hofprediger und Generalsuperintendent in Hannover. Nr. 80. 99. Göz, Christian Gottlieb; geb. 1746 zu Hengen in Württemberg, 1 1803 als Pfarrer zu Hohenheim bei Stuttgart. Nr. 110. 24 370 Verzeichnis der Liederdichter. Gotter, Ludwig Andreas; geb. 1661 zu Gotha, daselbst 1735 als Hofrat. Nr. 247. 263. 317. Gramann(Poliander), Johann; geb. 1487 zu Neustadt in der Oberpfalz, + 1541 als Pfarrer zu Königsberg i. Pr. Nr. 310. Greding, Johann Ernst; geb. 1676 zu Weimar, 4 1748 als Pfarrer bei Hanau. Nr. 58. Gregor, Christian; geb. 1723 zu Dirsdorf in Schlesien, T 1801 als Bischof der Brüdergemeinde zu Berthelsdorf. Nr. 267. Gretgen, Adam; Advokat zu Sorau, 1660. Nr. 146. Gryphius, Andreas; geb. 1616 zu Glogau, 4 1664 daselbst als Land⸗ schaftssyndikus. Nr. 424. Günther, Cyriakus; geb. 1650 zu Goldbach bei Gotha, 4 1704 als Gymnasiallehrer zu Gotha. Nr. 190. Hardenberg, Friedrich, Freiherr von(Novalis); geb. 1772 zu Wiederstedt in der Grafschaft Mansfeld, 4 1801 als Bergamtsassessor zu Weißen⸗ fels. Nr. 498. 500. 501. artmann, Thomas; um 1604 Diakonus zu Eisleben. Nr. 103. aßzlocher, Joh. Adam; geb. 1645 zu Speier, 1726 als Konsistorialrat und Hofprediger zu Weilburg a. L. Nr. 8. Hausmann, Julie; geb. 1825 zu Mitau, jetzt in St. Petersburg. Nr. 495. Hayn, Henriette Luise, von; geb. 1724 zu Idstein(Nassau), 1782 zu Herrnhut. Nr. 499. Hecker, Heinrich Cornelius; geb. 1699 zu Hamburg, 4 1743 als Pfarrer zu Meuselwitz bei Altenburg. Nr. 17. 29. 175. Heermann, Johann; geb. 1585 zu Raudten in Schlesien, Pastor zu Köben, 4 1647 zu Lissa in Posen. Nr. 64. 67. 88. 149. 150. 150. 197. 206. 215. 224. 282. 295. 386. 407.448. Held, Heinrich; um 1650 Rechtsanwalt zu Guhrau in Schlesien. Nr. 18. 125. Helmbold, Ludwig; geb. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, daselbst 1598 als Superintendent. Nr. 335. 408. Herberger, Valerius; geb. 1562 zu Fraustadt in Posen, 4 1627 als Pfarrer daselbst. Nr. 442. Herman, Nikolaus; 1561 in hohem Alter als Kantor zu Joachimsthal in Böhmen. Nr. 38. 87. 324. 334. 345. 443. Hermes, Johann Timotheus; geb. 1738 zu Petznick bei Stargard in Pommern, 4 1821 als Oberkonsistorialrat zu Breslau. Nr. 485. Herrnschmidt, Johann Daniel; geb. 1675 zu Bopfingen in Württemberg, 1 1723 als Professor der Theologie und Mitdirektor der Francke'schen Stiftungen zu Halle. Nr. 305. 387. Herzog, Johann Friedrich; geb. 1647 zu Dresden, 7 daselbst 1699 als Rechtsanwalt. Nr. 348. Hesse, Johann; geb. 1490 zu Nürnberg, 1547 als Pfarrer zu Breslau. Nr. 441. Hiller, Philipp Friedrich; geb. 1699 zu Mühlhausen in Württemberg, 3 1769 als Pfarrer zu Steinheim bei Nördlingen. Nr. 26. 112. 113. 144. 239. 362. 486. Hoffmann, Gottfried; geb. 1658 zu Löwenberg in Schlesien, 1712 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau. Nr. 451. Homburg, Ernst Christoph; geb. 1605 zu Mühla bei Eisenach, 1681 als Rechtsanwalt in Naumburg. Nr. 69. 105. Hülsemann, Wilhelm; geb. 1781 zu Soest in Westphalen, 1865 als Superintendent zu Elsey bei Iserlohn. Nr. 364. Jongs, 3 Projeff gobutg sehmann ö Reltor Alopstock, Lgatio Anak, Gu 1878 6 kuapp, A W. 14 anoll, C Sprott Knorr vo 68 Kramer, Pfarke Mause, Super ummac 4 154 Lunth, 3 intend. 110 Ax. 2. ö Lung, Stutt Lamse, 8 r Lunrenti. als Y Lahr, 0 ů2— „Pfarre Vibich. 1 Pastor Vscow als D uiher Vůw aste Verzeichnis der Liederdichter. 371 173⁵ IEb Jonas, Justus; geb. 1493 zu Nordhausen, Freund und Gehilfe Luthers, ö Professor in Wittenberg, T 1555 als Superintendent zu Eisfeld bei in der Oberpal Koburg. Nr. 154. 8als Pfmner A Keymann, Christian; geb. 1607 zu Pankraz in Böhmen, 1662 als ö Rektor des Gymnasiums zu Zittau. Nr. 279. 1801 ale Bi Rlopftock, Friedrich Gottlieb, geb. 1724 zu Quedlinburg, 1803 als Legationsrat in Hamburg. Nr. 193. 461. 472. Knak, Gustav Friedrich Ludwig; geb. 1806 in Berlin, Pastor daselbst, 1878 auf einer Reise zu Dünow bei Stolpmünde. Nr. 165. 488. Knapp, Albert; geb. 1798 zu Tübingen, 1864 als Pfarrer zu Stuttgart. Nr. 158. 160. 161. 166. 469. Knoll, Christoph; geb. 1563 zu Bunzlau, 1621 als Diakonus zu Sprottau. Nr. 431. 72 zu Wiederseh Knorr von Rosenroth, Christian; geb. 1636 zu Altrauden in Schlesien, . daselbst als Land ha, 1 L04 U ssesor zu Meghen⸗ + 1689 als Geheimer Rat zu Sulzbach. Nr. 330. Kramer, Moritz; geb. 1646 zu Ammerswort in Holstein, 1702 als Nr. 103. Pfarrer zu Marne in Süderdithmarschen. Nr. 120. als Konsisorulen Krause, Jonathan; geb. 1701 zu Hirschberg in Schlesien, 4 1762 als Superintendent in Liegnitz. Nr. 5. bmg. M. W Krummacher, Friedrich Adolf; geb. 1767 zu Tecklenburg in Westfalen, sau), f 1782 +. 1845 als Pfarrer in Bremen. Nr. 159. ssüt Kunth, Johann Sigismund; geb. 1700 zu Liegnitz, 4 1779 als Super⸗ 1743Wdls Pfann intendent zu Baruth in der Oberlausitz. Nr. 455. „ Lampe, Friedrich Adolf; geb. 1683 zu Bremen, 4 daselbst 1729 als Pfarrer. lsien, Poso Nr. 255. 88. 149. 10 Lang, Johann Jakob; geb. 1646 zu Nürtingen, 1690 als Pfarrer in 407.„448, Stuttgart. Nr. 389. sien. Nr. 8 Lange, Joachim; geb. 1670 zu Gardelegen in der Altmark, 4 1744 als ringen, F Professor der Theologie zu Halle. Nr. 332. „„ 9 Laurenti, Laurentius(Lorenz Lorenzen); geb. 1660 zu Husum, 4 1722 Ren, f 1677 W als Musikdirektor und Kantor in Bremen. Nr. 101. 213. 458. %% Lehr, Leopold Franz Friedrich; geb. 1709 zu Kronberg bei Frankfurt a. M., Iu Wachimen Pfarrer in Köthen, 4 1744 in Magdeburg. Nr. 238. 0 Liebich, Ehrenfried; geb. 1713 zu Probsthagen bei Liegnitz, 4 1780 als hei Starund n Pastor zu Lomnitz in Schlesien. Nr. 121. ö Nr. 485. Liscow, Salomo; geb. 1640 zu Niemitzsch in der Niederlausitz, 4 1689 ru Württembel als Diakonus zu Wurzen. Nr. 231. 328. 421. der Funce Löscher, Valentin Ernst; geb. 1673 zu Sondershausen, 1 1749 als Ober⸗ ——4 konsistorialrat zu Dresden. Nr. 215. Kelbst 1699 Löwenstern, Matthäus Apelles, von; geb. 1594 zu Neustadt bei Oppeln, 115 + 1648 als Staatsrat zu Breslau. Nr. 143. 311. nr zu Busl. Ludämilie Elisabeth, Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt; geb. 1640, 1 1672. Nr. 277. ttembech,“ Luise Heuriette, Kurfürstin zu Brandenburg; geb. 1627 im Haag, Ge⸗ 90 112. 1½ mahlin des großen Kurfürsten von Brandenburg; 1667 zu Berlin. 1239 Nr. 97(. 211.(7) 1 Luther, Martin; geb. 1483 zu Eisleben, 4 daselbst 1546. Nr. 35. 40. ssien, 41. 85. 95. 124. 126. 134. 136. 142. 145. 147. 148. unh 153. 176. 204. 240. 297. 301. 365. 440. 4 65 Magdeburg, Joachim; geb. 1525 zu Gardelegen in der Altmark, 4 1583 Ien, 4—9 als Pfarrer im Osterreichischen. Nr. 414.(1. Str.) 24* 372 Verzeichnis der Liederdichter. Marot, Samuel; geb. 1770 zu Magdeburg, 4 1865 als Konsistorialrat zu Berlin. Nr. 185. Mathesius, Johann; geb. 1504 zu Rochlitz in Sachsen, als Student Luthers Haus⸗ und Dishgeresse, + 1565 als Pastor in Joachimsthal. Nr. 319(2). 492. Megander, Veit Ludwig; aus Schweinitz in Sachsen, 1 daselbst 1709 als Amtsinspektor. Nr. 217. Mentzer, Johann; geb. 1658 zu Jahma in der Oberlausitz, 4 1734 als Pfarrer zu Kemnitz bei Bernstadt in der Lausitz. Nr. 312. Meyfart, Johann Matthäus; geb. 1590 zu Walwinkel oder Waltershausen bei Gotha, 4 1642 als Pfarrer in Erfurt. Nr. 458. Möwes, Heinrich; geb. 1793 zu Magdeburg, 4 1834 als Pfarrer in Altenhausen bei Magdeburg. Nr. 470. Moller, Martin; geb. 1547 zu Kropstädt bei Wittenberg, 4 1606 als Pfarrer in Görlitz. Nr. 373. 388. 403. de la Motte⸗Fouqué, Friedrich; geb. 1777 zu Brandenburg, 1848. Nr. 496. Nachtenhöfer, Kaspar Friedrich; geb. 1624 zu Halle, 4 1685 als Pfarrer in Koburg. Nr. 32. Neander, Joachim; geb. 1650 zu Bremen, f daselbst 1680 als Pfarrer. Nr. 225. 284. 304. 318. 342. 445. Nerreter, David; geb. 1649 zu Nürnberg, 1726 zu Stargard als Generalsuperintendent von Hinterpommern. Nr. 381. Neumann, Kaspar; geb. 1648 zu Breslau, daselbst 1715 als Pastor. Nr. 4. 83. 139. 192. 3414. 872. Neumark, Georg; geb. 1621 zu Mühlhausen in Thüringen, 4 1681 als Bibliothekar in Weimar. Nr. 415. Neumeister, Erdmann; geb. 1671 zu Üchteritz bei Weißenfels, 4 1756 als Hauptpastor in Hamburg. Nr. 54. 93. 180. 236. 272. 294. 352. Neuß, Heinrich Georg; geb. 1654 zu Elbingerode im Harz, 4 1716 als Konsistorialrat zu Wernigerode. Nr. 244. 269. Nicolai, Philipp; geb. 1556 zu Mengeringhausen in Waldeck, 4 1608 als Hauptpastor in Hamburg. Nr. 286. 463. Olearius, Johann; geb. 1611 zu Halle, 4 1684 als Hofprediger zu Weißenfels. Nr. 3. 7. 24. 61. 132. 137. 258. 298. Olearius, Johann Gottfried; geb. 1635 zu Halle, 4 1711 als Kon⸗ sistorialrat in Arnstadt. Nr. 20. Pauli, Joachim; geb. um 1636 zu Wilsnack in der Mittelmark, 1674 Hauslehrer zu Berlin. Nr. 155. Pfeil, Christoph Karl Ludwig, von; geb. 1712 zu Grünstadt in Bayern, + 1784 auf seinem Gute Deufstetten. Nr. 191. 361. Prätorius, Benjamin; geb. 1571 zu Weißenfels, 4 nach 1668 als Pastor zu Lissa bei Delitzsch. Nr. 265. Preiswerk, Samuel; geb. 1799 zu Römlingen, Kant. Basel, 4 1871 als Prediger und Professor zu Basel. Nr. 478. Räder, J. Fr., geb. 1815 zu Elberfeld, ebenda 1872 als Handlungs⸗ gehilfe. Nr. 481. Rambach, Johann Jakob; geb. 1693 zu Halle, 1735 als Professor der Theologie und Superintendten zu Gießen. Nr. 111. 114. 178. 271. 296. Rensuer, Adam; geb. 1496 zu Mündelheim bei Düsseldorf, um 1575 in seiner Vaterstadt. Nr. 398. Richter, Waisen Rinckart, diakom Mingwald Rodigast, am UWU Rothe, Patror dorf be Riickert, Sprack Nr. 1 ö Muopp, Inspe Mutilius, Diakor Sacer, „advoke s Konsistoriahe en, als Stͤdt in Pachimsthu T daselbst I usth, T 1734 312. der Waltershauln 4 als Pfrt ug, 1 1606 6 denburg, I. 1685 als Pann 1680 als Pfana zu Stargatd dl + 1681 6 igen, 168 6 1606 5 lek, 5 Hofpreihe 298.f 0 Mittenott, W istadt in Bohal 5s db Pol Basch, mn als Hudlu 4 15, vorf, um Verzeichnis der Liederdichter. 373 Richter, Christian Friedrich; geb. 1676 zu Sorau, 4 1711 als Arzt am Waisenhaus zu Halle. Nr. 327. Rinckart, Martin; geb. 1586 zu Eilenburg in Sachsen, 1649 als Archi⸗ diakonus daselbst. Nr. 168. 308. Ringwaldt, Bartholomäus; geb. 1530 zu Frankfurt a. O., 4 1598 als Pfarrer zu Langfeld in der Neumark. Nr. 194. 208. 214. 366. Rist, Johann; geb. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, 4 1667 zu Wedel bei Altona. Nr. 15. 33. 50. 56. 15.0 185. 198.212. 307. 351. 460. Rodigaft, Samuel; geb. 1649 zu Gröben bei Jena, 4 1708 als Rektor am grauen Kloster zu Berlin. Nr. 411. Rothe, Johann Andreas; geb. 1688 zu Lissa bei Görlitz, Zinsendorfs Patronatspfarrer zu Berthelsdorf, 1758 als Pfarrer zu Thommen⸗ dorf bei Bunzlau. Nr. 232. 450. Rückert, Friedrich; geb. 1788 zu Schweinfurt, Professor der orientalischen Sprachen zu Berlin, 4 1866 auf seinem Landgute Neuseß bei Koburg. Nr. 16. Ruopp, Johann Friedrich; geb. in Straßburg, 4 1708 als Waisenhaus⸗ Inspektor zu Halle. Nr. 245. Rutilius, Martin; geb. 1550 zu Düben bei Bitterfeld, 4 1618 als Diakonus zu Weimar. Nr. 202. Sacer, Gottfried Wilhelm; geb. 1635 zu Naumburg, 4 1699 als Kammer⸗ advokat zu Wolfenbüttel. Nr. 48. 109. Schade, Johann Kaspar; geb. 1666 zu Kühndorf bei Meiningen, 1698 als Diakonus zu Berlin. Nr. 400. Schalling, Martin; geb. 1532 zu Straßburg, 4 1608 als Pfarrer zu Nürnberg. Nr. 273. Scheffler, Johann(Angelus Silesius); geb. 1624 zu Breslau, 1 1677 als geistlicher Rat des Fürstbischofs zu Breslau. Nr. 65. 256. 268. 274. 275. 187. Scheidt, Christian Ludwig; geb. 1709 zu Waldenburg in Württemberg, + 1761 als Hofrat und Bibliothekar zu Hannover. Nr. 226. Schein, Johann Hermann; geb. 1586 zu Grünhain in Sachsen, 4 1630 als Musikdirektor zu Leipzig. Nr. 438. Schenck, Heinrich Theobald; geb. in Hessen, 4 1727 als Pfarrer in Gießen. Nr. 464. Schenk, Hartmann; geb. 1634 zu Ruhla bei Eisenach, 1681 als Pfarrer zu Ostheim vor der Rhön. Nr. 14. Schenkendorf, Max, von; geb. 1783 zu Tilsit, 1 1817 als Regierungsrat zu Coblenz. Nr. 471. 483. Schirmer, Michael; geb. 1606 zu Leipzig, 1673 als Konrektor in Berlin. Nr. 23. 86. 128. Schlicht, Levin Johann; geb. 1681 zu Kalbe in der Altmark, 4 1723 als Pfarrer in Berlin. Nr. 338. Schmidt, Johann Cusebius; geb. 1669 zu Hohenfeld bei Erfurt, 1 1745 als Pfarrer zu Siebleben bei Gotha. Nr. 246. Schmolck, Benjamin; geb. 1672 zu Brauchitschdorf in Schlesien, 4 1737 als Pfarrer zu Schweidnitz. Nr. 10. 13. 19. 51. 53. 71. 1. 94. 102. 129. 138. 173. 181. 223. 243. 248. 293. 325. 341. 346. 359(2). 378. 395. 434. 436. 439. 474. Schueegaßt, Cyriakus; geb. 1546 zu Bufleben bei Gotha, 1597 als Pastor zu Friedrichsroda in Thüringen. Nr. 47. 90 37⁴ Verzeichnis der Liederdichter. Schneesing, Johann; geb. zu Frankfurt a. M., 1567 als Pfarrer zu Hessel, Friemar bei Gotha. Nr. 203. Indige Schröder, Johann Heinrich; geb. 1666 zu Hallerspringe in N Wlhelm! + 1699 als Pfarrer zu Meseberg bei Magdeburg. Nr. 228. 250. burg, Schütz, Johann Jakob; geb. 1640 zu Frankfurt a. M., 7 daselbst 1690 Uindler, als Rechtsanwalt. Nr. 313. 172² Schuster, Gotthard; geb. 1673 zu 449½ bei Zwickau, 4 1761 als Volf, In Archidiakonus zu Zwickau. Nr. 449 der Rer Schwedler, Johann Christoph; geb. 1672 zu Krebsdorf in Schlesien, Jebich,e 1730 als Pfarrer zu Niederwiesa in der Oberlausitz. Nr. 507. Scriver, Christian; geb. 1629 zu Rendsburg, 4 1693 als Hofprediger zu Quedlinburg. Nr. 183. 340. Profess. Zesen, Pl Selnecker, Nikolaus; geb. 1532 zu Hersbruck bei Nürnberg, 4 1592 als.. Professor der Theologie in Leipzig. Nr. 9. 140. Dat 0 Senitz, Elsabeth, von; geb. 1629 zu Rankau b. Brieg, 4 1679 zu Oels. Nr. 71. In— Siegfried, Johann; geb. 1564, + 1637 als Superintendent zu Schleiz. Nr. 435. len—5 Spengler, Lazarus; geb. 1⁴⁷9 zu Nürnberg, 4 1534 als Rechtsgelehrter Ruen 3 und Ratsschreiber daselbst. Nr. 205. adot Speratus, Paul(von Spretten); geb. 1484 zu Rottweil in Württemberg, 0 3 + 1554 zu Marienwerder als Bischof von Pomesanien. Nr. 229. ic Jo Spitta, Karl Johann Philipp; geb. 1801 zu Hannover, 4 1859 als mn der Superintendent zu Burgdorf. Nr. 182. 354. 357. 497. e re Starck, Johann Friedrich; geb. 1680 303 3 + 1756 als Kon⸗ sistorialrat zu Frankfurt a. M. Nr. 396.— Stegmann, Josua; geb. 1588 zu Suhsed bei Meiningen, 1632 als Superintendent und Professor der Theologie zu Rinteln. Nr. 141. Steuerlein, Johann; geb. 1546 zu Schmalkalden, 4 1613 als Stadt⸗ schultheiß zu Meiningen. Nr. 45, V. 1—2. Stier, Rudolf Ewald; geb. 1800 zu Fraustadt in Posen, + 1862 als Superintendent und Oberpfarrer zu Eisleben. Nr. 162. Stockfleth, Heinrich Arnold; geb. 1643 zu Alfeld in Hannover, 4 1708 bl als Generalsuperintendent zu Mönchberg in Dahern Nr. 417. ih, bllib! Stockmann, Ernst; 2994 1634 in Lützen, 4 1712 als Sberkonsistorialrat Wlleib u zu Eisenach. Nr. 384. 0 Gott, Sturm, Christoph Christian; geb. 1740 zn Augsburg, 1786 als Haupt⸗ Gott pastor in Hamburg. Nr. 90. 234 Gct Tersteegen, Gerhard; geb. 1697 zu Mörs, 1 1769 als Bandwirker zu 0 Gw Mülheim an der Ru 71. Nr. 2. 36. 115. 251. 484. 502. 0 mein Thilo, Valentin, der jüngere; geb. 1607 zu Königsberg, daselbst 1662 Unend als Professor der Beredsamkeit. Nr. 22. 16 h 10 Tietze, Christoph; geb. 1641 zu Wilkau bei Breslau, 1703 als Pfarrer 6. zu Hersbruck bei Nürnberg. Nr. 210. ½9 Tollmann, Gottfried: geb. 1680 zu Lauban in Schlesien, um 1723 Pfarrer Ilin gt zu Leube in der Oberlausitz. Nr. 370. Uuh— Ulber, Christian Samuel; geb. 1714 zu Landshut in Schlesien, 4 1776 Wede als Hauptpastor zu St. Jacobi in Hamburg. Nr. 452. Wegelin, Josua; geb. 1604 zu 27. + 1640 als Pfarrer zu Preß⸗ burg in Ungarn. Nr. 106 M Weingärtner, Sigismund; an Hebl Im 1600 Pdigerf in Heilbronn. Nr. 376. D Weiste, Michael; geb. zu Neiße in Schlesien, T 1542 zu Neutomischl als Vorsteher der Böhmischen Brüder. Nr. 7³.(42²½.) Rce 7 als Pfarer zu ge in Hannob. . 228. 90. 1. daselbst 10 fau, f 1761N a in Schlesien, f Nr. 507. 6 Hosprediget R rg, 1 1502 db zu Ocls. Nu l Schleiz. Nr. A, Rechtsgelchuin in Württembaz 62. annover/ 1 17⁰08 Iu. AIl a Pberlonsstotin 0 1756 als Haupt 5 Bonduittr 2 aselbst 11⁰3 als Pfana um 17² Pana 11⁷ Verzeichnis der Lieder. 375 Weissel, Georg; geb. 1590 zu Domnau in Ost-Preußen, 4 1635 als Prediger zu Königsberg in Preußen. Nr. 21. 242. Wilhelm II., Herzog von Sachsen-Weimar; geb. 1598 auf Schloß Alten⸗ burg, 1 1662 zu Weimar. Nr. 6(7). Winckler, Johann Joseph; geb. 1670 zu Luckau in Sachsen-Altenburg, + 1722 als Konsistorialrat zu Magdeburg. Nr. 259. 261. 399. Wolf, Jakob Gabriel; geb. 1684 zu Greifswald, 4 1754 als Professor der Rechte zu Halle. Nr. 264. Zeibich, Christoph Heinrich; geb. 1677 zu Mölbis bei Leipzig, 4 1748 als Professor der Theologie und Probst zu Wittenberg. Nr. 418. Zesen, Philipp, von; geb. 1619 zu Priorsau an der Mulde, 4 1689 als Privatgelehrter zu Hamburg. Nr. 25. Zihn, Johann Friedrich; geb. 1650 zu Suhl, daselbst 1719 als Archi⸗ diakonus. Nr. 386. Zinzendorf, Nikolaus Ludwig Graf von; geb. 1700 zu Dresden, Stifter der Brüdergemeinde, 4 1760 zu Herrnhut. Nr. 172. 355. 482. 491. Zinzendorf, Christian Renatus, von; geb. 1727 zu Herrnhut, 4 1752 in London. Nr. 479. Zwick, Johann; geb. 1496 zu Constanz, 4 1542 als Pfarrer zu Constanz an der Pest zu Bischoffszell(Verfasser des ersten Kirchengesangbuchs in der reformierten Schweiz, Zürich 1536). Nr. 107. —3..8—‚m— Nr. M.= Nr. M.“ Ach, bleib bei uns, Herr J. 140 69 Auf Christi Himmelfahrt 106 59 Ach, bleib mit deiner Gnade 141 70Auf diesen Tag bedenken wir 107 Ach Gott, in Gnaden von 366 Auferstehn, ja auferstehn. 472 Ach Gott und Herr, wie 202 81 Auf Gott und nicht auf. 375 116 Ach Gott, verlaß mich nicht! 288 115 Auf meinen lieben Gott. 376 Ach Gott, vom Himmel sieh 142 Auf, mein Herz, ein froher T. 83 Ach Gott, wie manches H. 373 Aus Gnaden soll ich selig 226 Ach mein Herr Jesu, dein 267 Aus meines Herzens Gr.. 319 Ach mein Jesu, sieh, ich trete 338 Aus tiefer Not schrei ich zu 204 82 Ach, sagt mir nicht von G. 268 Ach, wie flüchtig, ach wie 419 Bedenke, Mensch, das Ende 421 Ach wundergroßer Siegesh. 105 58 Befiehl du deine Wege 377 117 Allein Gott in der Höh sei 1311 Begrabt den Leib in seine G. 422 Allein zu dir, Herr Jesu 203 89Bei dir, Jesu, will ich 18² Alle Menschen müssen sterb. 420 129Bescher uns, Herr, das„334 Alles ist an Gottes Segen 374 Bis hieher hat mich Gott 44 Also hat Gott die Welt gel. 29 Auf, auf, ihr Reichsgenossen 15 22 ö Christ, der du bist der helle T. 339 Auf, auf, mein Herz mit F. 82 Christe, du Beistand dein. Kr. 143 *) In der mit M. bezeichneten Rubrik sind die Nummern angegeben, welche die betreffenden Lieder im Militärgesangbuch baben. ———— 1——— S...—ssss... ————— ——.—— 2—— — ee..————.— ———————— ——.— —.——— —— —— 376 Christe, du Lamm Gottes Christ ist erstanden von der Christ lag in Todes Banden Christ unser Herr zum Jord. Christus, der ist mein Leben Das alte Jahr vergangen Das Jahr geht still zu Ende Das ist ein teuer wertes W. Das Leben welkt wie Gras Das liebe neue Jahr geht Das walte Gott, der helfen Das walt Gott Vater und G. Dein König kommt in nied. Dein Wort o Herr, ist milder Dennoch bleib ich stets an Der am Kreuz ist meine L. Der beste Freund ist in dem Der du in Todesnächten. Der du uns als Vater Der du zum Heil erschienen Der Glaub ist eine Zuversicht Der heilge Christ ist kommen Der Herr, der allerenden Der Herr ist meineZuversicht Der Hölle Pforten sind zerst. Der lieben Sonne Licht und Der Mond ist aufgegangen Der Pilger aus der Ferne Der Sabbat ist vergangen Der Tag, der ist so freudenr. Der Tag ist hin, mein Jesu, Des Morgens wenn ich Dich, mein Jesu, laß ich. Die Ernt ist nun zu Ende Die Gnade sei mit allen Die güldne Sonne voll F. Die helle Sonn leucht jetzt Die Herrlichkeit der Erden Die Nacht ist vor der Thür Die Sach ist dein Herr J. Dies ist der Tag, den Gott Dies ist die Nacht, da mir Die wir uns allhier beis. Dir, dir Jehovah will ich Du bist zwar mein und Du Herr der Seraphinen Du Lebensbrot, Herr Jesu Du meine Seele, singe Durch Adams Fall ist ganz Durch Trauern und durch P. Du weinest vor Jerusalem Nr. 57 8⁴ 85 176 423 45⁵ 46 269 473 47⁷ 32⁰ 321 16 17⁰ 378 58 47⁴4 157 11 15⁸ 227 30 379 38⁰ 86 340 47⁵ 476 341 465 342 322 188 370 144 323 32⁴4 4²⁴ 477 478 31 32 479 289 447 138 189 299 205 48 206 Verzeichnis M. ⁷0 130 3⁴4 142 der Lieder. Ein Christ kann ohne Kreuz Eine Herde und ein 10 Einen guten Kampf hab ich Einer ist König, Immanuel Einer ists, an dem wir.. Eines wünsch ich mir vor Ein feste Burg ist unser Gott Ein Jahr der Sterblichkeit Ein Lämmlein geht und. Ein neuer Tag, ein neues L. Ein reines Herz, Herr, schaff Eins ist not! Ach Herr Erhalt uns deine Lehre.. Erhalt uns, Herr, bei dein. Erhöhter Jesu, Gottes S. Ermuntert euch, ihr From. Ermuntre dich, mein... Erneure mich, o ewges Licht Erschienen ist der herrlich T. Es ist das Heil uns kommen Es ist ein Ros entsprungen Es ist genug, mein matter S. Es ist genug! So nimm H. Es ist gewißlich an der Zeit Es ist noch eine Ruh vorh. Es ist vollbracht! Er ist. Es wolle Gott uns gnädig Ewge Liebe, mein Gemüte Fahre fort, fahre fort, Zion Fang dein Werk mit Jesu Freu dich sehr, o meine S. Fröhlich soll mein Herze Frühmorgens, da die Sonn Geduld ist euch von nöten Geh aus, mein Herz und Geht nun hin und grabt Geist vom Vater und vom Gelobet sei der Herr, mein G. Gelobet seist du, Jesus Ch. Gib dich zufrieden und sei Gott, deine Güte reicht so Gott der Juden, Gott der Gott der wirds wohl m.. Gott des Himmels und der Gott fähret auf gen Himmel Gott fährt auf, was soll ich Gott, gib einen milden Reg. Gott ist gegenwärtig Gott ist mein Hort, und Nr. 381 159 42⁵ 10 160 469 14⁵ 49 59 32⁵ 244 228 146 147⁷ 45² 4⁵³ 33 245 87 229 466 426 42⁷ 4⁵⁴4 45⁵ 60 148 230 246 353 42 34 88 M. 73 13¹ 30 382 48⁰ 429 119 132 35 383 290 53 384 326 109 110 12⁰ 2 17¹ 31 Hott is u Hott lebet Hottlob, d Hottlob, Hottlob, e Holtlob, Holtsei d Gott Vat Oott will⸗ Großer G Großer G Hroßer M Hobe deit Halleluja, Halleluja Hallcluja, Halleluja, Halleluja Halt im( Hare me Heland, Helig, he Hen, dei darr, dei Hekt, der Hert, der Hetr, di Her, du Her, du Hetr, e8 Hem Got Verzeichnis der Lieder. 377 Nr. N. Kreuz 3814 Nr. M= Nr. M. Hirt. 159 Gott ist und bleibt getreu 385 Herzlich lieb hab ich dich 273 92 zab ich 425 Gott lebet noch, Seele was 386 Herzlich thut mich verlang. 431 nanuel 108 Gottlob, der Sonntag. 3 Herd wndt Jesu, was hast 64 44 wir. 160 Gottlob, die Stund ist.. 448 Herz und Herz vereint zus. 482 74 ür vor 469 3 Gottlob, ein neues Kirchenj. 17 Heut triumphieret Gottes 92 Gott 145 Tl Gottlob, nun ist erscholl. 368 149 Hier liege ich zu deinen F. 201 lichkit 49 Gott sei Dank durch alle B. 18 23 Hilf, Helfer, hilf du kannst 389 und„ 59 Gott Vater, aller Dinge G. 166 Silf, Helfer, hilf erbarm„ 388 eues L. 325 Gott wills machen, daß die 387 118 Hilf, Herr Jesu, laß geling. 50 35 „chaff 244 Großer Gott von alten Z. 4 Hilf uns, Herr, in allen D. 168 Hem. 228 K Großer Gott wir loben dich 300 Himmelnn geht unsre Bahn 248 93 hre.. 146 Großer Mittler, der zur R. 111 Hin nach oben möcht ich 483 Sinunter ist der Sonne Sch. 345 145 den. 1½ Habe deine L derrn 27 irte dei Habe deine Lust am Herrn 270 irte deiner Schafe.. 346 tes S. 452 Halleluja, jauchzt ihr Chöre 89 52 + ů From. 400 Halleluja, Jesus lebet, erlöste 90 x Huchner 658 Ehür daneen 28 H.. 58 Halleluja, Jesus lebt, Tod 91 öch öster Acht 245 IinnLo Nrefe. Höchster Tröster, komm hern. 121 Licht 245 Halleluja, Lob, Preis und E. 133 67 Hosianna, Davids Sohn 19 klih T. 87 Halleluja, schöner Morgen 5 15 Hüter wild die Nacht der S. 327 ommen 229 Halt im Gedächtnis Jesum 190 78 rungen 466 Harre meine Seele... 481 Jauchze, auserwählt Geschl. 303 itter S. 425 Heiland, deine Menschenl. 271 Jauchzet Gott in allen L. 93 mm H. 427 Heilig, heilig, heilig ist der H. 186 Jauchzet, ihr Himmel, frohl. 36 der Zeit 404 Herr, dein herzliches Verl. 191 Ich armer Mensch, ich 210 vorh. 455 Herr, dein Wort 172 Ich bete an die Macht der L. 484 Er ist 66 Herr, der du mir das Leben 343 Ich bin ein Gast auf Erd. 432 132 uddig 148 Herr, der du vormals hast 367 Ich bin getauft auf deinen 178 76 Herr, du hast für alle S. 192 Herr, du hast in deinem R. 139 6 Herr, du wollst uns vollber. 193 4 Herr, es ist von meinem L. 344 Herr Gott, dich loben wir, 5 301 4 eine O. 31 90 Herr Gott, dich lob. wir! reg. 369 Ich bin ja, Herr, in dein. 433 Ich danke dir für deinen Tod 65 Ich denk an dein Gerichte 456 Ich freue mich der frohen Z. 457 Ich freue mich, mein Gott, 231 Ich geh zu deinem Grabe 94 53 Hemüte 230 Herze gg Herr, höre, Herr, erhöre 291 Ich habe Lust zu scheiden 434 133 Sonn Herr, ich habe mißgehandelt 207 Ich habe nun den Grund 232 Herr Jesu Christ, dein teur. 61 Ich hab in Gottes Herz 390 nbten 382 err Jesu Christ, dich zu 6 Ich hab in guten Stunden 391 1z und 40 err Jesu Christ, du. sieh 208 Ich hab mich Gott ergeben 435 o Rrabt 420 Herr Jesu Christ, du„ wir 194 Ich hab von ferne, Herr, 485 vom 110 Herr Jesu Christ, mein h. 272 Ich heb mein Augen sehnl. 392 nein G. 102 err Jesu Christ, wahr M. 430 Ich komme, Herr, u. suche 196 sus Ch.. Herr Jesu, deine Angst und 62 J6 laß dich nicht, du mußt 393 910 4i 6 Herr Jesu, deiner Glieder R. 112 Ich preise dich und singe 394 zicht so 250 Herr Jesu, dir sei Preis.195 Ich ruf zu dir, Herr Jesu 249 ott der 0 Herr Jesu, Gnadensonne.247 Ich singe dir mit Herz u M. 302 M.. 304 6 Herr Jesu, Licht der Heiden 135 ch steh an deiner Krippe 37 d der 9261 err, offne mir d. Herzensth. 7 ch sterbe täglich und mein 436 I 100 err, sei gelobet, daß du 200 ch und mein Haus. 354 901 0 10 err, stärie mich, dem L. 63 ch weih, an wen ich gl. 238 IReg. 150 Herr, unser Gott, laß nicht 149 ch weiß, an wen mein Gl. 234 142. Herr, wie du willst, so. 292 will dichlieben meine St. 274 I Herr, wir stehen hier vor dir 177 Ich will streben nach dem 486 378 Nr. 211 39⁵5 362 4⁵⁸ 66 67 212 68 27⁵5 Ich will von meiner M. Je größer Kreuz, je näher Jehovah, Herr und König Jerusalem, du hochgebaute Jesu, deine Passion... Jesu, deine tiefen Wunden Jesu, der du meine Seele Jesu, der du wollen büßen Jesu, frommer Menschenh. Jesu, geh voran 35⁵ Jesu, großer Wunderstern 54 Jesu, hilf siegen, du Fürste 250 Jesu, komm doch selbst zu 487 Jesu, meine Freude.... 276 Jesu, meiner Seele Leben. 183 Jesu, meines Lebens Leben 69 Jesus Christus herrscht als 113 Jesus Christus unser Heil. 95 Jesu, sieh mich an in Gn. 235 Jesus, Jesus, nichts als J. 277 Jesus lebt, mit ihm auch 96 Jesus, meine Zuversicht„ 97 Jesus nimmt die Sünder 236 Jesus soll die Losung sein 51 Ihr armen Sünder, kommt 213 Ihr Christen rühmt, erhebt 122 Ihr Eltern gute Nacht.. 449 Ihr Waisen, weinet nicht 396 In allen meinen Thaten. 397 In Christi Wunden schlaf 437 In dich hab ich gehoffet„398 In Gottes Namen fang ich 328 Ist Gott für mich, so trete 237 Komm, du wertes Lösegeld 20 Komm, heilger Geist, o Sch. 123 Komm, heiliger Geist, erfüll 1 Komm, heiliger Geist, Herre 124 Komm, o komm, du Geist 125 Kommt, Kinder, laßt uns 251 Kommt, laßt euch den H. 252 König, dem kein König„114 König Jesu, streite, siege„161 Lasset die Kindlein komm. 179 Lasset mich voll Freuden„ 180 Laß n uns mit Jesu ziehen 253 Laß mich dein sein und bl. 9 Laßt mich gehn, laßt mich 488 Laßt uns doch Christo.. 70 Licht, das in Welt gekomm. 162 Licht vom Licht, erleuchte 10 Verzeichnis M. 84 12⁰ 135 4⁵ 12¹ 122 38 17 der Lieder. Liebe, die du mich zum B. Liebster Jesu, hier sind wir Liebster Jesu, wir sind hier Lobe den Herren, den mächt. Lobe den Herren, o meine Lobet den Herren, alle H. Lobt Gott, ihr Christen. Mache dich, mein Geist, Machs mit mir, Gott, nach Macht hoch die Thür, die Man lobt dich in der St. Meinen Heiland im Herzen Meinen Jesum laß ich nicht Mein erst Gefühl sei Preis Meine Seele senket sich.. Meine Seel ist stille Meine Sorgen, Angst u. Pl. Mein Freund ist mein u. ich Mein ganzer Geist, Gott Mein Gott, ich weiß wohl Mein Herz, gib dich q... Mein Leben ist ein Pilgrimst. Mein lieber Gott, gedenke Mein schönste Zier und Kl. Merk, Seele, dir das große Mir ist Erbarmung widerf. Mir nach, spricht Christus Mit Ernst, o Menschenkind. Mit Fried und Freud ich Mitten wir im Leben sind Morgenglanz der Ewigleit Nimm von uns, Herr. Nun bitten wir den hl. G. Nun danket alle Gott... Nun danket all u. bringet Nun freut euch, lieben Chr. Nun jauchzet all ihr From. Nun kommt das neue K. Nun lasset uns Gott preis. Nun laßt uns gehn u. tr. Nun laßt uns Gott d. H. Nun lob, mein Seel, den Nun preiset alle Gottes Nun ruhen alle Wälder Nun schlaf, mein liebes K. Nun sich der Tag geendet Nun singet und seid froh Nun so bleibt es fest dabei Mein Gott, ich klopf an 2 Mein Heiland nimmt die S.? Nr. 278 181 11 304 30⁵ 306 38 2⁵⁴4 307 489 279 329 399 400 401 28⁰ 294 490 491 239 256 22 136 4⁴40 330 M. 10² 18 —18— 403 126 308 309 240 23 2⁴ 371 52 335 310 311 347 492 34³⁸ 39 493 26 ö O auferst „daßed „daß i Odü all Odu frö Odu Lie ODurchb OEwigkei Ogrieden Oftomm Gott, Gott, OGottes O Got, Dgroßer DSaupt O hellger O hälge O helige — heilig hochgel OHert, i 2½ — 2 M. zum B. 28 1 sind wir 181 ind hier 11 mächt. 304 o meine 305 1 alle H. 306 risten. 38 Gest, 254 l tt, nach 438 ür, de 2 2 der St. 307 h... 402 Arimst. 255 ilgrims 30 widerf. 230 10 Chrismus 4. 3 henlnd. 4 eud ich 136 5 hen sind 4⁴⁰ 1 wigleit 330 Verzeichnis O auferstand'ner Siegesf. O, daß doch bald dein F. O, daß ich tausend Zung. O du allersüßte Freude.. O du fröhliche, o du selige O du Liebe meiner Liebe. O Durchbrecher aller Bande O Ewigkeit, du Donnerwort O Friedensfürst aus Davids O frommer und getreuer G. O Gott, des gnadenvoller O Gott, du frommer Gott O Gottes Sohn, Herr Jesu O Gott, von dem wir alles O großer Gott, du reines O Haupt voll Blut. O heilger Geist, kehr bei. O heilger Geist, laß uns. O heilige Dreieinigkeit, erh. O heilige Dreifaltigkeit, o hochgelobte Einigkeit O Herr, vor dem sich Erd O hilf, Christe, Gottes S. O Jesu Christe, wahres L. O Jesu Christ, mein Jesu, du mein Bräut. Jesu, Herr der Herrlichk. Jesu, Jesu, Gottes S. Jesu, meine Wonne Jesu, süßes Licht König aller Ehren... König dessen Majestät O Lamm Gottes unschuldig O selig Haus, wo man dich Ostern, Ostern Frühlingsw. O süßer Stand, o selig L. O Tag so schwarz und.. O Tod, wo ist dein Stachel O Traurigkeit, o Herzeleid O Vater der Barmherzigk. O Vaterherz, o Licht O Welt, ich muß dich lassen O Welt, sieh hier dein. 5 Ringe recht, wenn Gottes Rüstet euch, ihr Christenl. Schaffe in mir, Gott, ein Schaffet, schaffet, Menschenk. Schlage, Jesu, an mein 2 Schmücke dich, o liebe S. Nr. 9 163 312 12² 468 54 257⁷ 460 25 214 356 295 241 372 258 72 128⁸ 12 363 331 167 73 150⁰ 281 197 169 282 198 332 5⁵ 21⁵ 74 357 471 259 47⁰ 99 75 216 260 441 76 261 26² 18⁷ 263 217 199 M. 10 48 6⁴ 10⁷ 49 5⁵ 5⁰ 10⁸ 109 11⁰ 8⁰ der Lieder. 379 Nr. M. Schmückt das Fest mit M. 129 85 Schönster Herr Jesu.. Schütze die Deinen Schwing dich auf zu deinem Seelenbräutigam, Jesu G.? Seele, geh auf Golgatha. Seele, sei zufrieden... Seele, was ermüdst du dich 2 Sei fröhlich alles weit.. Sei getreu bis an das E.2 Sei Gott getreu, halt.. Sei Lob und Ehr dem.. Sei mir tausendmal Selig sind des Himmels Siegesfürste, Ehrenkönig Sieh, dein König kommt Sieh, hier bin ich, Ehrenk. 2 So jemand spricht, ich liebe? 494 151 So ist die Woche nun.. 352 Sollt es gleich bisweilen. Sollt ich meinem Gott.. So nimm denn meine H. Sorge doch für meine So ruhest du, o meine Ruh So wahr ich lebe, spricht. 2 Speis uns, Vater, deine 3 Straf mich nicht in deinem 2 Such wer da will ein ander 242 Sünder, willst du sicher.. Teures Wort aus Gottes Thut mir auf die schöne. Treuer Jesu, wache du. Treuer Wächter Israel.. Tröstet, tröstet meine Lieben Unsern Ausgang segne.. Unsre müden Augenlider. Unter Lilien jener Freuden Unumschränkte Liebe, gönne? Valet will ich dir geben. Vater, kröne du mit Segen Vater unser im Himmelreich 2 Verleih uns Frieden gnäd. Verzage nicht, du Häuflein Vom Himmel hoch da. Vom Himmel kam der E. Von des Himmels Thron Von Gott will ich nicht Vor G'richt, Herr Jesu 2¹ 380 Wach auf, du Geist.. Wach auf, mein Herz, die N. Wach auf, mein Herz und Wachet auf, ruft uns die Wär Gott nicht mit uns Warum betrübst du dich Warum sollt ich mich denn Warum willst du draußen Was du vor tausend Jahren Was Gott thut, das ist. Was Gott zusammenfügt. Was macht ihr, daß ihr. Was mein Gott will... Was wär ich ohne dich.. Weicht, ihr Berge, fallt Weil ich Jesu Schäflein bin Wenn alle untreu werden Wenn ich ihn nur habe.. Wenn ich, o Schöpfer.. Wenn kleine Himmelserben Wenn meine Sünd mich. Wenn mein Stündlein. Wenn wir in höchsten N. Werde Licht, du Stadt.. Werde munter, mein Gem. Wer Gott vertraut, hat Wer ist wohl wie du, Jesu Wer nur den lieben Gott Wer sind die vor Gottes. Wer weiß, wie nahe mir Wie bist du mir so innig Wie fleucht dahin der M. Wie Gott mich führt, so. Wie groß ist des Allmächt. Wie könnt' ich ruhig schl. Wie lieblich ist's hienieden Wie schön ists doch, Herr Wie schön leuchtet der M. Wie soll ich dich empfangen Verzeichnis Nr. M. 164 75 101 56 333 144 463 140 153 409 410 125 27 496 411 126 359 497 41² 127⁷ 498 243 113 499 500 50¹ 31⁵ 4⁵⁰0 80 85 44⁴³ 413 86 56 35¹ 4¹4 285 40 415 128 464 4⁴4 141 402 4⁴⁵ 416 316 13 503 50⁴ 36⁰ 286 41 28 27 der Lieder. Wie treu, mein guter Hirte! Wie wird mir dann, mein Wie wohl ist mir Willkommen, Held im Str. Wir Christenleut hab'n.. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du gen H. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod Wir danken Gott für seine? Wir glauben all an einen Wir liegen hier zu deinen? Wir Menschen sind zu dem Wir singen dir, Immanuel Wo findet die Seele Wo Gott der Herr nicht Wohl auf mein Herz, zu 2 Wohl einem Haus, da J.? Wo ist Jesus mein Verl. 5 Wollt ihr wissen, was.. 5 Womit soll ich dich wohl? Wort des höchsten Mundes Wo soll ich fliehen hin..ͤ Wo soll ich hin, wer hilfet Wo willst du hin, weils. Wunderanfang, herrlich E. Wunderbarer König.... Zeuch ein zu deinen Th. Zeuch uns nach dir, so.. Zieh hin, mein Kind, denn Zieht in Frieden eure Pfade Zion, gib dich nur zufrieden Zion klagt mit Angst... Zu deinen Füßen liege ich Zu Bethlehem geboren. 14 66 Che Gangel N Da sie ame Ubetg, x zoeen un hin in der and bald Augebund Ict sie lud so Osprecht: N 28 ld wit scag a Murde, do Nr. I er Hirte 222 n, mein 446 im Str. 102 N 12 ür sein n einen 13 deinen 220 zu dem 17. manuel 43 2 — 1 Vell. 50⁰ was. 507 ch wohl 41 Mundes 175 1 2 0 Evangelien und Episteln. Evangelium am 1. Sonntage des Advents, Matth. 21, V. 1—9. Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Olberg, sandte Jesus seiner Jünger zween und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden, angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer; so⸗ bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllt würde, das gesagt ist durch den Pro— pheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, deinjKönig kommt zu dir sanftmütig, und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und tha⸗ ten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Fül⸗ len, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die anderen hieben Zweige von den Bäu⸗ men und streuten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohne Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Epistel, Röm. 13, V. 11—14. LNrt Brüder, weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlafe, sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wir es glaubten; die Nacht ist ver⸗ gangen, der Tag aber herbei ge⸗ kommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbar⸗ lich wandeln als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet an den Herrn Jesum Christum, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium am 2. Sonntage des Advents, Luc. 21, V. 25—33. 1 nd es werden Zeichen geschehen an der Sonne und dem Mond und den Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange sein und werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und als⸗ dann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn sie jetzt ausschlagen, so seht ihr es an ihnen und merkt, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles seht an⸗ gehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. 2 Am 3. Epistel, Röm. 15, V. 4—13. Wes aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnt seid unter einander nach Jesu Christo, auf daß ihr einmütiglich miteinem Munde lobet Gott und den Vater unseres Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Ver⸗ heißung, den Vätern geschehen, daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben steht: Darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk! Und abermal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker! Und abermal spricht Jesaias: Es wird sein die Wurzel Jesse, und der auf⸗ erstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung ha⸗ bet durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangelium am 3. Sonntage des Advents, Matth. 11, V. 2—10. Da aber Johannes im Gefängnis die Werke Christi hörte, sandte er seiner Jünger zween und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret: die Blinden sehen, und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, und die Tauben hören, die Toten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt, und selig ist, der sich nicht und 4. Sonntage des Advents. an mir ärgert. Da die hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johanne: Was seid ihr hinaus⸗ gegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinaus⸗ gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ist's, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Epistel, 1. Kor. 4, B. 1.—5. Dir halte uns jedermann, näm⸗ lich für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu er⸗ funden werden. Mir aber ist es ein geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Tage, auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertigt; der Herr ist es aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Art kommt, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rat der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeg⸗ lichen von Gott Lob widerfahren. Evangelium am 4. Sonntage des Advents, Joh. 1, V. 19—28. U dies ist das Zeugnis Johannis, da die Juden sandten von Jeru⸗ salem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bin es nicht. Bist du ein Prophet? Und er ant⸗ luortete: ihn: W Autwortg hoben? X Er sprach alles Prer ain Weg d Msiias ge lonren, die 0 ftagte Aurum t0 Christus! Vaphetꝰ Id sprac ber er ist aen ihr n such mir Rur gewe Hh, daß i. I Ns gest Ies Jorde Vurgetnit sct eure Il Dantf lod der ö 4 denn ö Herzen U Hangel 4— Ees a die hingingeh, oden zu dem Voll seid ihr hinaus⸗ Hüste zu sehen hr sehen, das der yehet? Oder was zungen zu sehen; enschen in weichen iche, die da weiche id in der Köͤnige s seid ihr hinau⸗ Bolltet ihr i- I., ich sage euc, —— ein Prophet n demgeschrieben nde meinen Engil inen Deg vor di 1. 4, V. 1—5. itdermann, nin risti Diener uut ottes Gehemni icht mehr au. daß sie 90 a ch gerichtt Am heil. Christtage. wortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn, daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben? Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste; richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ist's, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, des ich nicht wert bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara jenseit des Jordans, da Johannes taufte. Epistel, Phil. 4, V. 4—7. reuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch! Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Evangelium am heil. Christtage, Luc. 2, V. 1—14. Eꝰ begab sich aber der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschätzet würde. Und diese Schatzung war die allererste, und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schätzen ließe, mit Maria, seinem Am 2. heil. Christtage. 3 vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte, und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich ver⸗ kündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heer⸗ scharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen! Epistel, Tit. 2, V. 11—14. .W5 es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen, und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige offnung und Erscheinung der Herr⸗ ichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigen⸗ tum, das fleißig wäre zu guten Werken. Evangel. am 2. heil. Christtage, Luc. 2, V. 15— 20. 75. da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander: Lasset uns nun gehen gen Bethlehem, und die Ge⸗ schichte sehen, die da geschehen ist, die 1* 4 Am Sonntage nach Christtag. uns der Herr kund gethan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegend. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte, und be⸗ wegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Epistel, Tit. 3, V. 3—8. .4K.— wir waren auch weiland unweise, ungehorsame, irrige, dienende den Lüsten und mancherlei Wollüsten, und wandelten in Bosheit und Neid, und hasseten uns unter einander. Da aber erschien die Freund⸗ lichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes; nicht unt der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausge— gossen hat über uns reichlich durch Je⸗ sum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade Labens und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung; das ist je gewißlich wahr. Evang. am Sonnt. n. Christtag, Luc. 2, V. 33—40. nd sein Vater und Mutter wunder⸗ ten sich des, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wirdgesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar wer⸗ den. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phannels, vom Geschlechte Aser, die war wohl betagt, und hatte gelebt sieben Jahre mit Am Neuen Jahrestage. ihrem Manne nach ihrer Jungfrau⸗ schaft, und war nun eine Witwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu dersel— bigen Stunde, und pries den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten nach dem Gesetze des Herrn, kehrten sie wieder in Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Epistel, Gal. 4, V. 1—7. Onch sage aber: So lange der Erbe NV ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; son⸗ dern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefan⸗ gen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllt ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, daß wir die Kind⸗ schaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sind es aber Kinder, so sind es auch Erben Gottes durch Christum. Evang. am Neuen Jahrestage, Luc. 2, V. 21. nd da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, wel⸗ cher genannt war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen war. Euypistel, Gal. 3, V. 23—29. é Fhe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz; verwahrt und verschlossen auf den daß wir Wurden. Ummen dem Zud Oottes n Chris duer auf Haben Cl in& Ind Anecht,n Loch We Emer in Christi z ud nack Cange D Da sie siel Herrn d huch, Kindlein Ihnd flieh loa, b borhand n ihr Weijäh Er 3 Iahrestage. ihrer Jungfrau⸗ eine Witwe be ahren, die kam pel, diente Gohl nTag und Nach. hinzu zu dersek pries den Hermn, zu allen, die au usalem warteten. vollendet hatten Herrn, kchtten m, zu ihrer Stad Kind wuchs, und voller Beishei, war bei ihm. 4, B. 1—. o lange der Erbe ist unter ihm und Unterschied, ober aller Güter; sol⸗ den Vormündenn auf die besimmte Also auch wir d waren wir gesan⸗ blichen Satungen füllt ward, ndi geboren von n as Geseh gethan unter dem Osseß en Iuhretah, Am Sonntage nach Glauben, der da sollte offenbaret werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube ge⸗ kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie viele euer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist kein Jude, noch Grieche; hier ist kein Knecht, noch Freier; hier istkein Mann,. noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seidihr ja Abrahams Samen und nach der Verheißung Erben. Evangelium am Sonntage nach dem Neuen Jahre, Matth. 2, V. 13—23. Da sie aber hinweg gezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fliehe in Agyptenland, und bleibe allda, bis ich dir sage; denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht und entwich in Agyptenland; und blieb allda bis nach dem Tode Herodis, auf daß erfüllt würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Agypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sah, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und schickte aus und ließ alle Kinder zu Bethlehem töten und an ihren ganzen Grenzen, die da zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernt hatte. Da ist er⸗ füllt, das gesagt ist von dem Pro⸗ pheten Jeremia, der da spricht: Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei ehört, viel Klagens, Weinens und Oeulens; Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, dem Neuen Jahre. 5 denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum in Agyptenland und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und ziehe hin in das Land Israel; sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörte, daß Arche⸗ laus im jüdischen Lande König war anstatt seines Vaters Herodes, fürch⸗ tete er sich, dahin zu kbommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott, und zog in die Orter des galiläischen Landes, und kam und wohnte in der Stadt, die da heißt Nazareth, auf daß erfüllt würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. Epistel, 1. Petri 4, V. 12—19. Ohr Lieben, lasset euch die Hitze, so euch begegnet, nicht befremden (die euch widerfährt, daß ihr versucht werdet), als widerführe euch etwas Seltsames; sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet über den Namen Christi; denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruht auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, aber bei euch ist ergepriesen. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder, oder Dieb, oder Übelthäter, oder der in ein fremdes Amt greift. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht, er ehre aber Gott in solchem Fall. Denn es ist Zeit, daß anfange das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns, was will es für ein Ende nehmen mit denen, die dem Evangelio Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seele befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. 6 Am Sonnt. der Erschein. Christi. Evangel. am Sonnt. der Erschei⸗ nung Christi(Epiphaniä), Matth. 2, V. 1—12. Da Jesus geboren war zu Beth⸗ lehem im jüdischen Lande zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschrak er, und mit ihm das ganze Jerusalem, und ließ versammeln alle Hohenpriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschte von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also steht geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei. Da berief Herodes die Weisen heim⸗ lich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre; und wies sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihr es findet, so sagt mir es wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgen⸗ lande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut, und gingen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mut⸗ ter, und fielen nieder, und beteten es an, und thaten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Epistel, Jes. 60, V. 1—6. Mache dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt, und die Herr⸗ lichkeit des Herrn geht auf über dir. Am 1. Sonnt. n. Epiph. Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich, und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgeht. Hebe deine Augen auf und siehe umher, diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seite erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehrt, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Evangel. am 1. Sonntage nach Epiphaniä, Luc. 2, V. 41—52. Urd seine Eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Osterfest. Und da er zwölf Jahre alt war, gin⸗ en sie hinauf gen Jerusalem, nach ewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem; und seine Eltern wußten es nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gefreundten und Be⸗ kannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wieder gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tem⸗ pel sitzen, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörte und sie fragte. Und alle, die ihm zuhörten, verwunder⸗ ten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, ent⸗ setzten sie sich; und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Bater und ich haben dich mit Schmerzen ge⸗ sucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist 15 daß ihn ihr nicht, as meines sunden da ihlen rede Irab und t ihnet Nutter b hum Her n Laeh Hath und Epist per, de Hott woht Rrnünftie uch nicht Hündert. Sunes, Hacches d sslige Ur Wllle. De e mir g uh diß Renn sich uun daß eglic Hilt hat Ren le aibe v lle Glie uben, g Christ mher des Tuuncherl Uns nt.n. Erih ernis bedeckt das Idie Völker; aber der Herr, und rscheint über di en in deinem Lich rönige im Glatz ht. Hebe deine umher, diese ale zu dir. Deile n ferne kommen, zur Seite erzogen kst du deine Lus en, und dein Het und ausbreiten nge am Meer zu Macht der Heiden enn die Menge der decken, die Laufer pha. Sie werden men, Gold und und des Herrn Sonntuge nut aniä, 1—5². ingen alle Ihle u dasOfeft Am 2. Sonntage es, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie ver⸗ standen das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Epistel, Röm. 12, V. 1—6. Occh ermahne euch, lieben Brüder, N durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern veränderteuch durch Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlge⸗ fällige und der vollkommene Gottes⸗ wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von sich halte, denn sich's gebühret zu halten; son⸗ dern daß er von sich mäßiglich halte, ein jeglicher, nach dem Gott ausge⸗ teilt hat das Maß des Glaubens. Denn gleicherweise, als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also sind wir viele ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied, und haben mancherlei Gaben, nach der Gnade, die uns gegeben ist. Evangel. am 2. Sonntage nach Epiphaniä, Joh. 2, V. 1—11. U am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da; Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe nach Epiphaniä. ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nichtgekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reini-— gung, und gingen je in einen zwei oder drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie füllten sie bis oben an. Und er spricht zuihnen: Schöpfet nun und bringet es dem Speise⸗ meister. Und sie brachten es. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam (die Diener aber wußten es, die das Wasser geschöpft hatten), ruft der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringeren; du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herr⸗ lichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Epistel, Röm. 12, V. 7—16. at jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt je⸗ mand so gebe er einfältiglich. Regiexet jemand, so sei er sorgfältig. Übt jemand Barmherzigkeit, so thue er es mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer kom⸗ me dem andern mit Ehrerbietung zu⸗ vor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Notdurftan. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet Freuet euch mit den Fröh⸗ nicht. .— 8 Am 3. und 4. Sonntage nach Epiphaniä. lichen, und weinet mit den Weinen⸗ den. Habt einerlei Sinn unter⸗ einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch her⸗ unter zu den Niedrigen. Evangel. am 3. Sonntage nach Epiphaniä, Matth. 8, V. 1—13. D Jesus aber vom Berge herab— ging, folgte ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aussätziger kam und betete ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will es thun; sei gereinigt! Und alsobald war er von demen Aussatze rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es niemand, sondern gehe hin und zeige dich dem Priester, undopfere die Gabe, die Moses befohlen hat, zu einem Zeugnis über sie. Da aber Jesus einging zu Kapernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach gehest, son— dern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund; denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte, und wenn ich sage zu einem: Gehe hin! so geht er, und zum andern: Komm her! so kommt er, und zu meinem Knechte: Thue das! so thut er's. Da das Jesus hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nach— folgten: Wahrlich, ich sage euch, sol⸗ chen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich sitzen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die Finsternis hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du ge⸗ glaubt hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistel, Röm. 12, V. 17—21. H. euch nicht selbst für klug. .Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Befleißigt euch der Ehrbar— keit gegen jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habet mit allen Menschen Frieden. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn, denn es steht ge⸗ schrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn, dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangel. am 4. Sonntage nach Epiphaniä, Matth. 8, V. 23—27. 1 nd Jesus trat in das Schiff, und seine Jünger folgten ihm. Und siehe, da erhob sich ein großes Un⸗ gestüm im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward; und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm und weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf uns, wir ver⸗ derben! Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und be⸗ dräuete den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Epistel, Röm. 13, V. 8—-10. Deid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch untereinander liebet; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis um 5. gchen; dic 0 ein an Uird in die solht deine sebst. D Hichts Bö 06 Gesetz Hunngel. Ma 6 legte nis v Mllteich i hur guten site. D. um sein hischen d Nu nun d haache, do M aaten Rler und licht gute Asügtd muule Ef Feind shechte: shn un Ae, au hehe, wie du ge⸗ sein Knecht wud zen Stunde. 12. V. 1.2 t selbst für klag mand Böses mit euch der Ehrbot⸗ n. Ist es moͤglih, so habet mit alle Rächet euch selber en, sondern gebet denn es steht ache ist min, cht der Herr. E hungert, so pese tränke ihn. Waun wirst du feurte uptsammeln. 5 öse überwinden das Böse mi Sonntage uah Am 5. Sonnt. nach Epiphaniä. Am Sonnt. Septuagesimä. 9 geben; dich soll nichts gelüsten, und welchem ihr auch berufen seid in einem so ein ander Gebot mehr ist, das Leibe; und seid dankbar. Lasset das wird in diesen Worten verfasset: Du Wort Christi unter euch reichlich sollst deinen Nächsten lieben als dich wohnen in aller Weisheit, lehret und selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangel. am 5. Sonntage nach Epiphaniä, Matth. 13, V. 24—30. Er legte ihnen ein anderes Gleich⸗ nis vor und sprach: Das Him⸗ melreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säete Unkraut zwischen den Weizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Haus— vater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Un— kraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hin⸗ ehen und es ausjäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Un⸗ kraut ausjätet. Lasset beides mit ein⸗ ander wachsen bis zu der Ernte, und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne, aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuern. Epistel, Kol. 3, V. 12—17. So ziehet nun an als die Auser⸗ wählten Gottes, Heilige und Ge⸗ Iiebte, Hergluhes Erbarmen, Freund⸗ lichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld, und vertraget einer den andern, und vergebet euch untereinander, so je⸗ mand Klage hat wider den andern, gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band vermahneteuch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eu⸗ rem Herzen. Und alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium am Sonntage Septuagesimä, Matth. 20, V. 1—16. Dos Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu mieten in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde und sah andere an dem Markte müßig stehen und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist; und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere müßig stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedingt. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe den Ar⸗ beitern, und gib ihnen den Lohn, und hebe an, an den letzten bis zu den ersten. Da kamen die um die elfte Stunde gedingt waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen, und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murrten sie wider den Hausvater und der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast 10 Am Sonntage Sexagesimä. sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht mit mir eins geworden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesem letzten geben, gleich wie dir; oder habe ich nicht Macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Letzten die Ersten, und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind beru⸗ fen, aber wenige sind auserwählt. Epistel, 1. Kor. 9, V. 24 bis Kap. 10, V. 5. Wisse ihr nicht, daß die, so in Vden Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlangt das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpft, enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse; ich fechte also, nicht als der in die Luft streicht, sondern ich betäube meinen Leib und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Mose getauft mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlei geist⸗ liche Speisen gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken. Sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgte, welcher Fels war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Evangelium am Sonntage Sexagesimä, Luc. 8, V. 4—15. a nun viel Volks bei einander war und aus den Städten zu ihm eilten, sprach er durch ein Gleichnis: Es ging ein Säemann aus, zu säen seinen Samen, und indem er säete, fiel etliches an den Weg und ward ver⸗ treten, und die Vögel unter dem Him⸗ mel fraßen es auf. Undetliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrte es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dor⸗ nen, und die Dornen gingen mit auf, und erstickten es. Und etliches fiel auf ein gutes Land, und es ging auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dieses Gleichnis wäre? Eraber sprach: Euch ist es gegeben, zu wissen das Ge⸗ heimnis des Reiches Gottes, den an⸗ dern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels, sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und die haben nicht Wurzel; eine Zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reich⸗ tum und Wollust dieses Lebens, und ersticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Epistel, 2. Kor. 11, V. 19 bis Kap. 12, V. 9. D. ihr vertragt gerne die Nar⸗ ren, dieweil ihr klug seid. Ihr vertragt, so euch jemand zu Knechten macht, so euch jemand schindet, so euch jemand nimmt, so euch jemand trotzt, so euch jemand in das Angesicht streicht. Das sage ich nach der Hhehre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun je⸗ uund kähn Rurnuf bin Chter, ic llen, ich a Eamen, id Hfiti gich nehr. I she mehr slis gefa Hniger ei slpet, e Ube ich Ind Racht Mie(des Halliset, i⸗ uysen zu L i Mörd in Juden Hiiden, in 1 Fährl Rhtlichke schlät u iMühe Heh, in g arlen, is I8s f uj 66 trage Nerist chuach? Renne nit so w l rühm Meres galobt Ach lüge seger de ch ein Gleichnis iann aus, zu süen indem er süete,fil g und ward ver⸗ el unter dem Him⸗ Undetliches fielauf aufging, verdorrte nicht Saft hatk. tten unter die Dor⸗ en gingen mit auf Und etliches fil und es ging all, lige Frucht. D Wer Ohren hat Es fragten ihn und sprachen, was 2p Erabersprac: zuwissen das Oe⸗ 3 Gottes, den an hnissen, daß sie ez Sschon schen uud sie es schon höten, ichnis: Der Same e. Die aber an Am Sonntage Quinquagesimä. 11 mand kühn ist(ich rede in Thorheit), darauf bin ich auch kühn. Sie sind Ebräer, ich auch. Sie sind Israe⸗ liten, ich auch. Sie sind Abrahams Samen, ich auch. Sie sind Diener Christi(ich rede thörlich), ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin östers gefangen, oft in Todesnöten gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche weniger eins. Ich bin dreimal ge— stäupet, einmal gesteinigt, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe(des Meeres). Ich habe oft gereiset, ich bin in Fährlichkeit ge— wesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den Städten, in Fährlichkeit in der Wüste, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fähr⸗ lichkeit unter den falschen Brüdern, in Mühe und Arbeit, in viel Wa— chen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße; Ohne was sich sonst zuträgt, nämlich, daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, so will ich mich meiner Schwach⸗ heit rühmen. Gott und der Vater unseres Herrn Jesu Christi, welcher sei gelobt in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damaskus der Land⸗ pfleger des Königs Areta verwahrte die Stadt der Damasker und wollte mich greifen; und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nütze, doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vier⸗ zehn Jahren 40 er in dem Leibe ge⸗ wesen, so wei 5 es nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht, Gott weiß es), dersel⸗ bige ward entzückt bis in den dritten. Himmel. Uund ich kenne denselbigen Menschen(ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es). Er ward ent⸗ zückt in das Paradies und hörte un⸗ aussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheiten. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich, denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber des, auf daß nicht jemand mich höherachte, denn er an mir sieht, oder von mir hört. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, näm⸗ lich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe; dafür ich dreimal dem Herrn gefleht habe, daß er von mir wiche; und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Evangelium am Sonntage Quinquagesimä. Luc. 18, V. 31—43. Qesus nahm zu sich die Zwölfe und V sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrie⸗ ben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn; denn er wird über⸗ antwortet werden den Heiden, und er wird gespottet und geschmähet und verspeiet werden. Und sie wer⸗ den ihn geißeln und töten, und am dritten Tage wird er wieder aufer⸗ stehen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen und wußten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Je⸗ richo kam, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Da er aber hörte das Volk, das durchhin ging, forschte er, was das wäre. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und Hun 12 Am 1. Sonntage in der Fasten. Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich in einem dunkeln Wort, dann aber mein! Die aber vorne an gingen, be⸗ von Angesicht zu Angesicht. Jetzt er⸗ dräueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn Da⸗ vids, erbarme dich mein! Jesus aber stand stille und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsobald ward er sehend, folgte ihm nach und pries Gott, und alles Volk, das solches sah, lobte Gott. Epistel, 1. Kor. 13, V. 1—13. enn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wär' ich ein tönend Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse und alle Er⸗ kenntnis, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre es mir nichts nütze. Die Liebe ist langmütig und freund— lich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähet sich nicht, sie stellt sich nicht unge⸗ berdig, sie sucht nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit. Sie verträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört nimmer auf, so doch die Weissagungen auf⸗ hören werden, und die Sprachen auf⸗ hören werden, und das Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kin⸗ dische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel kenne ich es stückweise, dannaber werde ich es erkennen, gleich wie ich erkannt bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoff⸗ nung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größte unter ihnen. Evangel. am 1. Sonntage in der Fasten(Invocavit), Matth. 4, B. 1—11. a ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. Und er antwortete und sprach: Es steht ge⸗ schrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeg⸗ lichen Wort, das durch den Mund Gottes geht. Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es steht geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herr⸗ lichkeit, und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es steht geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm und dienten ihm. Epistel, 2. Kor. 6, V. 1—10. Wi ermahnen aber euch, als Mit⸗ helfer, daß ihr nicht vergeblich Lehmen 3e Nge des bovei gloßer Ge seh, in N. singnissen Wacher MErkenn licheit, ir Mgefürbt. Wahrheit, Naffen de und zur Shande, lle Geri hoch wahr ind doch: ind siehe, icten, u Ne Traur 0I die 1 nichmach Ind doch Erunge der M nJ entu dhon Mebb giy hie 10 —.— E Vort, dann abe Ungesicht. Jetten eise dannaber werd leich wie ich erkanm leibt Glaube, Hof se drei. Aber d zte unter ihnen. 1. Sonntage in (Invocarih, „B. 111. 3 pom Geist in d Hrt, auf daß er dof ucht würde. Uuh e und vierzig Nöcht erte ihn. Und di ihm und sprach ohn, so sprich, N t werden. Und er Es steht gẽ lensch lebt nicht hon ern von einen seh⸗ durch den Mund 34 führte ihn 0 3 die heilige Sod auf die Zinne 0 ihm: Vh jeben: 0 z Befehl thn ich auf den Händel Uß nih Da spng ienen. ind siehe, ihn 23 dDenteni Am 2. und 3. Sonntage in der Fasten. die Gnade Gottes empfanget, denn er spricht: Ich habe dich in der ange⸗ nehmen Zeit erhört, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Seht, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Laßt uns aber nie⸗ mand irgend ein Argernis geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allen Dingen laßt uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsalen, in Nö⸗ ten, in Angsten, in Schlägen, in Ge⸗ sängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freund⸗ lichkeit, in dem heiligen Geiste, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüch⸗ tigten, und doch nicht ertötet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. Evangel. am 2. Sonntage in der Fasten(Reminiscere), Matth. 15, V. 21—28. U Jesus ging aus von dannen und entwich in die Gegend Tyrus und Sidon. Und siehe, ein kananäisches Weib ging aus derselbigen Grenze und schrie ihm nach und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den ver⸗ lorenen Schafen von dem Hause Is⸗ rael. Sie kam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brot 13 nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß; dir geschehe, wie du willst. Und ihre Toch⸗ ter ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistel, 1. Thess. 4, V. 1—7. Weiter, lieben Brüder, bitten wir euch und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wißt, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß niemand zu weit greife, noch vervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeugt haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Evangel. am 3. Sonntage in der Fasten(Oculi), Luc. 11, V. 14—28. U.. er trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufelausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn und begehrten ein Zei⸗ chen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jegliches Reich, so es mit sich selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Satanas auch mit sich selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr sagt, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, 14 durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast verwahrt, so bleibt das Seine mit Frieden; wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und teilt den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zer⸗ streut. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfährt, so durch— wandert er dürre Stätte, sucht Ruhe und findet sie nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er es mit Besemen gekehrt und geschmückt. Dann geht er hin und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst; und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da, und wird hernach mit dem⸗ selbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volke die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast! Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren! Epistel, Ephes. 5, V. 1—9. So seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns geliebt hat, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz laßt nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zusteht; auch schandbare Worte und Narrenteidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer, noch Un reiner, oder Geiziger(welcher ist ein Götzendiener) Erbe hat an dem Reiche Christi und Gottes. Laßt euch niemand verführen mit vergeblichen Worten, denn um Am 4. Sonntage in der Fasten. dieser willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Un⸗ glaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret wei⸗ land Finsternis, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht aber des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Evangel. am 4. Sonntage in der Fasten(Lätare), Joh. 6, V. 1—15. Dmen fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa, und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf und sieht, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brot, daß diese essen?ꝰ (Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte.) Philippus antwortete ihm: Zweihundert Pfennige wert Brots ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gersten⸗ brote und zween Fische, aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brote, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten. Desselbigengleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die überblieben denen, die gespeist wurden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Ius tha lh der Ummen duß sie haschen, nachten, Yeg, er Cpist Denn e han von der Hreien. stuachd bon derd Aboren. denn da ans von Rnechtsc Har.“ der Ber Remsale dienst dns Jer die Fr Zunes u Unfr und bri nicht sch jame ha an Me Hrüder Heißun Zei, der Herfolgt. ommt der Zom Kinder des Un⸗ m seid nicht ihn un ihr waret we⸗ nun aber seid ihn Herrn. Wandel Lichts. Die Frucht st allerlei Gütigkei und Wahrheit, . Sonntage in (iätare), V. 1—15. esus weg über daß Stadt Tiberias in 0g ihm viel Volt e die Zeichen sahen, en that. Nsusaber zen Berg und seßt nen Jüngern. Es Ostern, der Juden zesus seine Augen aß viel Volks zu pricht zu Philippo, ot, daß dieose essen! 25 hersuchen „ihn zu versue Am 5. Sonntage in der Fasten. 1⁵ Jesus that, sprachen sie: Das ist wahr⸗ lich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst alleine. Epistel, Gal. 4, V. 22—31. Dila es steht geschrieben, daß Abra⸗ ham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleische geboren, der aber von der Freien ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas, denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebiert, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Arabien der Berg Sinai, und langt bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es steht geschrieben: Seifröhlich du Unfruchtbare, die du nicht gebierst, und brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist. Denn die Ein⸗ same hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind Isaaks nach der Ver⸗ heißung Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit der nach dem Fleisch geboren war, verfolgte den, der nach dem Geist ge⸗ boren war, also geht es jetzt auch. Aber was sagt die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Evangel. am 5. Sonntage in der Fasten(Judica), Joh. 8, V. 46—59. Qesus sprach zu den Juden: Welcher V unter euch kann mich einer Sünde eihen? So ich euch aber die Wahr⸗ 0 sage, warum glaubt ihr mir nicht? er von Gott ist, der hört Gottes Wort; darum hört ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da ant⸗ worteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie sucht und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich! Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewig⸗ lich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben? Was machst du aus dir selbst? Jesus ant⸗ wortete: So ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sei euer Gott, und kennt ihn nicht; ich aber kenne ihn, und so ich würde sagen, ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seid. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt, und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus. Epistel, Hebr. 9, V. 11—15. Cbꝛisto aber ist gekommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünf⸗ tigen Güter, durch eine größere und vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebaut ist, auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut; sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so 16 Am Palmsonntage. der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche, von der Kuh gesprengt, heiligt die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wieviel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist ur Erlösung von den Übertretungen, ie unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Evangelium am Palmsonntage, Matth. 21, V. 1—9. Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Olberg, sandte Jesus seiner Jünger zween und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden, angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer; so⸗ bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllt würde, das gesagt ist durch den Pro⸗ pheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig, und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und tha⸗ ten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Fül⸗ len, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breiteten die Kleider auf den Weg; die anderen hieben Zweige von den Bäu⸗ men und streuten sie auf den Weg. Das Volkt aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohne Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Epistel, Phil. 2, V. 5—11. Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war, welcher, ob Am grünen Donnerstage. er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Ge⸗ berden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst und ward gehor⸗ sam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle Kniee derer, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. Evang. am grünen Donnerstage, Joh. 13, V. 1—15. or dem Fest aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater; wie er hatte geliebt die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischariot in das Herz gegeben, daß er ihn verriete, wußte Iius, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott ge⸗ kommen war und zu Gott ging, stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, nahm einen Schurz. und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hob an den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und dersel⸗ bige sprachzu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwor⸗ tete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Pe⸗ trus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwor⸗ tete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Am! Hrr gewase N Hüße w uin; und ii Dun er wi munspra Rer nun uhm er se Ulder nied aim es auck u Meist ll, 0 so uder die d habe; Ahe ich er nstich eu bpistel, Ich habe V gen,! Nun der mer verr ssches thu Hiinem U on diesem R l. 300 trink r inndige her nun erstage. Gestalt war, hielt Raub, Gott gleic te sich selbst und lt an, ward gleich ensch und an Ge⸗ usch erfunden. Er st und ward gehor⸗ ja zum Tode am hat ihn auch Got Im einen Namen ille Namen ist, doß Isich beugen solle ie im Himmel und ster der Erde sind Kennen sollen, daß Hert sei zurEht . en Donnerstage, 6. 15. her der Ostern, 0 fe, dah seine ui aß er aus dieser zater; wie er kt „die in der Bel sie bis ans Ende endessen, da schan end 0 Sim Am heiligen Ostertage und am heiligen Oster⸗-Montage. 17 Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein; und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräter wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wißt ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißt mich Meister und Herr, und sagt recht daran; denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unterein⸗ ander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Ep istel, 1. Kor. 11, V. 23—32. Occh habe es von dem Herrn empfan⸗ gen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach es und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen⸗ gleichen auch denjKelch, nach demAbend— mahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blute; solches thut, so oft ihr es trinket, zu meinem Gedächtnis. Denn so oft ihr von diesem Brot esset, und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Wel⸗ cher nun unwürdig von diesem Brot ißt, oder von dem Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brot, und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig ißt und trinkt, der ißt und trinkt sich selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch so viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Teil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtigt, auf daß wir nicht samt der Welt verdammt werden. Evangel. am heiligen Ostertage, Marc. 16, V. 1—8. Da der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria Jakobi und Salome Spezerei, auf daß sie kämen und salbten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbater sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unterein⸗ ander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein ab⸗ gewälzt war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Kleid an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht. Ihr sucht Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt es seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Ga⸗ liläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus und flohen von dem Grabe, denn es war sie Zittern und Entsetzen angekommen, und sagten nie⸗ mand nichts, denn sie fürchteten sich. Epistel, 1. Kor. 5, V. 7—8. Zeget den alten Sauerteig aus, auf F daß ihr ein neuer Teig seid, gleich⸗ wie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum laßt uns Ostern halten nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauer⸗ teige der Bosheit und Schalkheit, son⸗ dern in dem Süßteige der Lauterkeit und der Wahrheit. Evangel.am heil. Oster⸗Montage, Luc. 24, V. 13—35. U siehe, zween aus ihnen gingen an demselben Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feld⸗ weges weit, des Name heißt Emmaus, und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und— geschah, da sie so redeten und befragten sich mit einander, nahte Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und seid so traurig? Da antwortete einer, mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremd⸗ lingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesenTagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten vor Gott und allem Volk. Wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Ver⸗ dammnis des Todes und gekreuzigt. Wir aber hofften, er sollte Israel er⸗ lösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn——6 sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben! Mußte nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose undallen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellte sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, dankte, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete Am 1. Sonntage nach Ostern. auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu der⸗ selbigen Stunde, kehrten wieder gen Jerusalem und fanden die Elfe ver⸗ sammelt und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahr⸗ haftig auferstanden, und Simoni er⸗ schienen! Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brot brach. Epistel, Apost. Gesch. 10, V.34—41. JTetrus aber that seinen Mund auf P und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansieht; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wißt wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum, welcher ist ein Herr über alles; die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte. Wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gesalbt hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umher gezogen ist und hat wohlgethan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältigt waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles des, das er gethan hat im jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie getötet und an ein Holz gehängt. Denselbigen hat Gott auferweckt am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Toten. Evangel. am 1. Sonntage nach Ostern(Quasimodogeniti), Joh. 20, V. 19—23. s Abendaber desselbigen Sabbats, da die Jünger versammelt und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede Amit eu e er se N wurde Herrn mal zu sschwie! Hsnde ich er sie ichmet hi die Sü Ichsen, v han sind Aulbt, da ser ist: OWlut, Aser all Ihc. Un . daß ll sind, Wlter, Ass, und aul sind, Geist Aal, unt c% wir d Ichnen, s. An Gott Felgt v subt an saches 3 r uns die Schrift nden auf zu der⸗ rten wieder gen hen die Elfe der⸗ ei ihnen waren, Herr ist wahr⸗ und Simoni er⸗ ihltenihnen, was hehen war, und erkannt wäre an ot brach. h. 10,V.34. einen Mund auf merqahre ich nit Gott die Person ern in allerlei et und recht thu, hm. Ihr wißt t, die Gott zu sandt hat und en Frieden durch lcher ist ein Hert das ganzejidihe dangegangen in Ife, dieJohanmnes enselbigen Fesum hat mit dem sei mit euch! Und als er das sagte, zeigte er seine Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei miteuch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünde erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Epistel, 1. Joh. 5, V. 10. Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubt, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist es, der da zeugt, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist, und diese drei sind eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugnis an⸗ nehmen, so ist Gottes Zeugnis größer; denn Gottes Zeugnis ist das, daß er gezeugt von seinem Sohne. Wer da glaubt an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugnis bei ihm. Evang. am 2. Sonnt. nach Ostern (Misericordias Domini), Joh. 10, V. 12—16. Odcch bin ein guter Hirte. Ein guter N Hirte läßt sein Leben fürdie Schafe. Ein Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, sieht den Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht, und der Wolf er⸗ hascht und zerstreut die Schafe. Der Mietling aber flieht, denn er ist ein Mietling und achtet der Schafe nicht. Am 2. und 3. Sonntage nach Ostern. 19 Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennt, und ich kenne den Vater, und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Epistel, 1. Petri 2, V. 21—25. D.a dazu seid ihr berufen, sintemal auch Christus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden. Welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohte, da er litt; er stellte es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünde selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtig⸗ keit leben; durch welches Wunden ihr seid heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen. Evangelium am 3. Sonntage nach Ostern(Jubilate), Joh. 16, V. 16—23. 77 1 ber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehezum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern untereinander: Was ist das, daß er sagt zu uns: Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er sagt: UÜber ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fragt ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und Ich bin ein auter Hirte, und erkenne die aber über ein kleines, so werdet ihr⸗ 20 Am 4. Sonntage nach Ostern. mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude ver⸗ kehrt werden. Ein Weib, wenn sie gebiert, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist gekommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen; und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Epistel, 1. Petri 2, V. 11—17. . Brüder, ich ermahne euch als die Fremdlinge und Pilgrime: Ent⸗ haltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, und führt einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden als von Übelthätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller mensch⸗ lichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Ge⸗ sandten von ihm, zur Rache über die Übelthäter und zu Lobe den From⸗ men. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopft die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bos⸗ heit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann! Habt die Brüder lieb! Fürchtet Gott! Ehrt den König! Evangelium am 4. Sonntage nach Ostern(Cantate), Joh. 16, V. 5—15. Non aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fragt mich: Wo gehst du hin? Sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Traurens worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hin⸗ gehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wann der⸗ selbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich; um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht seht; um das Ge⸗ richt, daß der Fürst dieser Welt ge⸗ richtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten; denn er wird nicht von ihm selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Der⸗ selbige wird mich verklären, denn von dem Meinen wird er es nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinen nehmen und euch ver⸗ kündigen. Epistel, Jak. 1, V. 17—21. Al gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und Finsternis. Er hat uns gezeugt nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so legt ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmt das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzt ist, welches kann eure Seelen selig machen. geredet, ich nicht euch red herausv Andems in meine nicht, bitten w hat euch liebt un ausgegg ausgegg Watz und geh ihm sein du frei —— Nnge! dich jen wir, daf Epi Se sebst 6 ich solches zu uer Herz voll ich sage euch uch gut, daß ich nicht hin⸗ öster nicht zu gehe, will ich id wann der⸗ rd die Welt und um die das Gericht. nicht glauben hiigkeit aber, he, und ihr um das Ge⸗ ser Welt ge⸗ uch noch viel tes jeht nicht er, der Giist ird, der wird leiten; denn selbst reden, wird, das ⁵ zukinfig digen. Der⸗ en, denn von nehmen un 5, was der lein; darum vird es von nd euch ver⸗ 17½1¹• Am 5. Sonntage nach Ostern u. am Himmelfahrtstage. 21 Evangelium am 5. Sonntage nach Ostern(Rogate), Joh. 16, V. 23—30. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprichwort geredet, es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen; und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebt und glaubt, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und sagst kein Sprich⸗ wort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage, darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Epistel, Jak. 1, V. 22—27. Seid aber Thäter des Worts und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrügt. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschaut. Denn nachdem er sich be⸗ fleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der, die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangelium am Tage der Himmelfahrt Christi, Marc. 16, V. 14—20. 3 Wen da die Elfe zu Tische saßen, offenbarte er sich und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtig⸗ keit, daß sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt, und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubt, der wird ver⸗ dammt werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: in meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zun⸗ gen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sitzt zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Epistel, Apost. Gesch. 1, V. 1—11. Die erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von alle dem, das Jesus anfing, beides zu thun und zu schaut hat, geht er davon und ver⸗lehren, bis an den Tag, da er aufge⸗ gißt von Stund an, wie er gestaltet( nommen ward, nachdem er den Aposteln war. Wer aber durchschaut in das welche er hatte erwählt, durch den vollkommene Gesetz der Freiheit und heiligen Geist Befehl gethan hatte. darinnen beharrt, und ist nicht ein Welchen er sich auch nach seinen Leiden vergeßlicher Hörer, sondern ein Thä⸗ ter, derselbige wird selig sein in sei⸗ ner That. So aber sich jemand unter euch läßt dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, son⸗ dern verführt ein Herz, des Gottes⸗ dienst ist eitel. Ein reiner und unbe⸗ lebendig erzeigt hatte durch mancherlei Erweisung, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Ver⸗ 22 Am 6. Sonntage nach Ostern und am heil. Pfingsttage. heißung des Vaters, welche ihr habt ehört(sprach er) von mir. Denn Johunnes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist ge⸗ tauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen ge⸗ kommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebührt euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erden. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nach⸗ sahen gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr und seht gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufge⸗ nommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangel. am 6. Sonntage nach Ostern(Exaudi), Joh. 15, V. 26 bis Kap. 16, V. 4. Wern aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahr⸗ heit, der vom Vater ausgeht, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von An⸗ fang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß wer euch tötet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich er⸗ kennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenkt, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Epistel, 1. Petri 4, V. 8—11. Se seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt untereinander eine brünstige Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter⸗ einander ohne Murmeln, und dient einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gaben Gottes. So jemand redet, daß er es rede als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß er es thue als aus dem Vermögen, das Gott dar⸗ reicht, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesum Christum, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangel. am heil. Pfingsttage, Joh. 14, V. 23—31. Wer mich liebt, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebt, der hält mein Wort nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbe wird es euch alles lehren und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Ihr habt ge⸗ hört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun habe ich es euch gesagt, ehe deun es geschieht, auf daß,! ihr glaul viel mel es komm hat nichts Welt erke und ich e geboten von hinn Epistel nd al fül mütig b. schnell ei eines ger das gan man sah als wäre auf eine wurden und fing Ingen auszuspi zu Jeru Hottesfin Volk, Da nun die Me derstürz aß sie Sie wundert ngsttage. habe. Solchs on Anfang nich bei euch. 4, B. 8—1u. g und nüchtem r allen Dingen er eine brünstige e deckt auch der d gastfrei unter⸗ neln, und diert L mit der Gabe t, als die guten ncherlei Gaben redet, daß et ort. So jemand er es thue als das Gott dar⸗ en Dingen Gat Jesum Christun, ud Gewalt bon Amen. Pfingsttage, 23—31. der wird men und mein Valt ir Werden zu bei ihm auf daß, wenn es nun geschehen wird, ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht viel mehr mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat: steht auf, und laßt uns von hinnen gehen. Epistel, Apost. Gesch. 2, V. 1—13. 17 als der Tag der Pfingsten er— füllt war, waren sie alle ein⸗ mütig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel als eines gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und man sah an ihnen die Zungen zerteilt, als wären sie feurig; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen und wurden verstürzt; denn es hörte ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber alle, ver— wunderten sich und sprachen unterein⸗ ander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopo⸗ tamien und in Judäa und Kappa⸗ docien, Pontus und Asien, Phrygien und Pamphylien, Agypten und an den Enden der Libyen bei Kyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber; wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetzten sich alle und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Am Pfingst⸗Montage. 23 Evangel. am Pfingst-Montage, Joh. 3, V. 16—21. A. hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn wer Arges thut, der haßt das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Epistel, Apost. Gesch. 10, V. 42—48. Uid der Herr hat uns geboten, zu predigen dem Volk und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Toten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Worte zu⸗ hörten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro gekom⸗ men waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward, denn sie hörten, daß sie mit Zungen redeten und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Mag auch je⸗ mand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn. 24 Evangelium am Sonnt. und 1. Sonnt. n. Trinitatis. Evangel. am Sonnt. Trinitatis, Joh. 3, V. 1—15. 3war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nikode⸗ mus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott ge⸗ kommen, denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus ant⸗ wortete und sprach zu ihm: Wahr⸗ lich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem ge⸗ boren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden. Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fährt. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Niko⸗ demus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus ant⸗ wortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel und weißt das nicht? Wahrlich, Wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmt unser Zeugnis nicht an. Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr lauben, wenn ich euch von himm⸗ ischen Dingen sagen würde? Und niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöht hat, also muß des Menschen Sohn erhöht werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Epistel, Röm. 11, V. 33—36. O welch eine Tiefe des Reichtums, beides der Weisheit und Erkennt⸗ nis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewig⸗ keit! Amen. Evang. am 1. Sonnt. n. Trinit., Luc. 16, V. 19—31. Eĩ war ein reicher Mann, der klei⸗ dete sich mit Purpur und köst⸗ licher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es be⸗ gab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf und sah Abraham von ferne und Lazarum in seinem Schoß, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner, und sende Lazarum, daß er das Außerste seines Fingers ins Wasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus da⸗ gegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeinigt. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, daß die da wollten von hinne können n dannen zu sprach er: daß du ihr Haus; d Brüder, daß sie n Ort der! ihm: Si Propheter Er aber ham; son Toten zu Buße thu Hören sie nicht so w ob jemand Epistel Gu is Lieb. und Gott Kebe vͤl eine Freu Herhtz; sind auch ist nicht villige L denn die rinitatis. n Sohn erhöht e, die an ihn werden,sondem en. V. 33—36. des Reichtums, itund Erkennt⸗ r unbegreifich umerforschlic hat des Hermn wer ist sein Oder wer hat eben, das ihm en? Denn von ud in ihm sind Chre in Ewig⸗ nt. u. Trinit, 9—31. Nann, der lle⸗ rpur und löst⸗ lebte alle Tage n. Es war abet Warus, der ller Schwären itigen von da Reichen Tif Hunde un Am 2. und 3. Sonntage nach Trinitatis. 25 von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten; laß sie dieselben hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abra⸗ ham; sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er aber sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Toten auferstände. Epistel, 1. Joh. 4, V. 16—21. ott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein; wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Laßt uns ihn lieben, denn gehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nötige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Epistel, 1. Joh. 3, V. 13—18. Nerwundert euch nicht, meine Brü⸗ DO der, ob euch die Welt haßt. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder ö nicht liebt, der bleibt im Tode. Wer er hat uns zuerst geliebt. So je⸗ seinen Bruder haßt, der ist ein Tot⸗ mand spricht: Ich liebe Gott, und schläger, und ihr wißt, daß ein Tot⸗ haßt seinen Bruder, der ist ein Lügner; IMld ems Uiebt. bei ihm bleibend. Daran haben wir denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe. Evang. am 2. Sonnt. n. Trinit., Luc. 14, V. 16— 24. Eꝰ war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl, und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinaus⸗ schläger nicht hat das ewige Leben erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und sieht seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, laßt uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Evang. am 3. Sonnt. n. Trinit. Luc. 15, B. 1—10. Eꝰ nahten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn hörten. Und die Pharisäer und 26 Am 4. Sonntage nach Trinitatis. Schriftgelehrten murrten undsprachen: Dieser nimmt die Sünder an und ißt mit ihnen. Er aber sagte zu ihnen dies Gleichnis und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eins verliert, der nicht lasse die neunundneunzig in der Wüste und hingehe nach dem verlorenen, bis daß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so legt er es auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut, vor neun⸗ undneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verliert, die nicht ein Licht an⸗ zünde, und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. Epistel, 1. Petri 5, V. 6—11. Se demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch. Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe, und sucht, welchen er verschlinge; dem widersteht fest im Glauben, und wißt, daß eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns be⸗ rufen hat zu seiner ewigen Herrlich⸗ keit, in Christo Jesu, derselbe wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, grün⸗ den. Demselben sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evang. am 4. Sonnt. n. Trinit., Luc. 6, V. 36—42. D seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihrauch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichnis. Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehst du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge, und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Epistel, Röm. 8, V. 18—23. enn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht wert sei, die an uns soll geoffenbart werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offen⸗ barung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitel⸗ keit, ohne ihren Willen, sondern um des willen, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des ver⸗ gänglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnt sich mit uns, und ängstet sich noch immer⸗ dar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unseres Leibes Erlösung. Evang.“ 5 beg zu ih Gottes, zareth i stehen, d getreten v in der S war, un wenig v seßte sich dem Sch Rehört z Fahre ar Meze 8 thut. U sprach zu die ganz gefangen ich das! haten, b. Fische, y winkten! Schiffe; hälfen il und füll aß sie Petrus x und spra aus, ich enn e8 mt. n. Trinit, 36—42. erzig, wie aul Jerzig ist. Richdt ch nicht gerichte, werdet ihr auc 0— so wid t, so wird euc drüch, gerüttel wird man in denn eben mit nit messet, wird mn. Und er sagte Mag auch ein nden den Bey nicht alle beide Der Jünger is eister wenn der Meister, so ist e. sih du abet eines Bruders lens in deinen ewahrꝰ Oder deinem Brudet: will den Hunu iehen, und d wulke in Hn ziehe zuvor da e und besich ö 18—½3. Ir, daß diest 10 0 keit ni 0 offenban ngsllche 11 Evang. am 5. Sonnt. n. Trinit., Luc. 5, V. 1—11. S5 begab sich aber, da sich das Volk zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am See Gene⸗ zareth und sahe zwei Schiffe am See stehen, die Fischer aber waren aus⸗ getreten und wuschen ihre Netze, trat er in der Schiffe eins, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führte. Und er setzte sich und lehrte das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte auf⸗ gehört zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werft eure Netze aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie thaten, beschlossen sie einegroße Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schiffe waren, daß sie kämen und hälfen ihnen ziehen. Und sie kamen, und füllten beide Schiffe voll, also, daß sie sanken. Da das Simon Petrus sah, fiel er Jesu zu den Knieen und sprach: Herr, gehe von mir hin⸗ aus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken ange⸗ kommen, und alle die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mitein⸗ andergethanhatten, desselbigengleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Zäbedäi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgten ihm nach. Epistel, 1. Petri 3, V. 8—15. Endlih aber seid allesamt gleich gesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergelter nicht Böses mit Bösem, oder Scheliwort mit Scheltwort; sondern dagegen segnet und wißt, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, Am 5. und 6. Sonntage nach Trinitatis. 27 der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und thue Gutes; er suche Frieden, und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn sieht auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommt? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht, und erschreckt nicht. Heiligt aber Gott den Herrn in eurem Herzen. Evang. am 6. Sonnt. n. Trinit., Matth. 5, V. 20—26. Eꝰ sei denn eure Gerechtigkeit besser, — denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt ge⸗ hört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha! der ist des Rats schuldig. Wer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und ver⸗ söhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei willfährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst über⸗ antworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlst. Epistel, Röm. 6, V. 3—11. Wit ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christum getauft sind, 28 die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleich⸗ wie Christus ist auferweckt von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber samt ihm gepflanzt werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auf⸗ erstehung gleich sein; dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gekreuzigt ist, auf daß der sünd⸗ liche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer ge⸗ storben ist, der ist gerechtfertigt von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Toten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort über ihn nicht herr schen. Denn das er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu einem Mal; das er aber lebt, das lebt er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde ge⸗ storben seid, und lebt Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. Evang. am 7. Sonnt. n. Trinit., Mare. 8, V. 1—9. u der Zeit, da viel Volks da war und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharrt und haben nichts zu essen; und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten. Denn etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Wo⸗ her nehmen wir Brot hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr Brote? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brote und dankte und brach sie und gab sie seinen Jüngern, daß sie die⸗ selbigen vorlegten; und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankte und hieß Am 7. und 8. Sonntage nach Trinitatis. dieselben auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt, und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. Epistel, Röm. 6, V. 19—23. Onch muß menschlich davon reden, N um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienst der Un⸗ reinigkeit, und von einer Ungerechtig⸗ keit zu der andern, also begebt nun auch eure Glieder zum Dienst der Ge⸗ rechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämt; denn das Ende derselben ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herrn. Evang. am 8. Sonnt. n. Trinit., Matth. 7, V. 15—23. Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher 9er Baum bringt gute Früchte, aber ein fauler Baum bringt arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmel⸗ reich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Auge: Herr, Hinem Nam liht in deir getieben?- Imen viele erde ich ihr uch noch n hon mir, ih Epistel, ⁰ sind u Schuldr uir nach den A nach den hysterben u un Geist der werdet ihr Hit Late Ander. De hachtichen( uchabermal habt eine durch n leber Vater Ragnisuns⸗ inder sind. 3 sind wirar Ch Swarei . sen. Sie aßen und hoben die sieben Körbe. iertausend, de nd er ließ sie 19—23. davon reden, it willen eures r eure Glieder ienst der Un⸗ er Ungerechtig⸗ lso begebt nun Dienst der Ge⸗ zwerden. Denn echte waret, du Gerechtigkeit u der Zeit für uch jeht schänt, jen ist der Zod. der Suͤnde frei, worden, habt heilig werdet, eLeben. Denn V. en So 15 ewige Leben um Herrn. Kinder sind. Sind wir denn Kinder, dr aber Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel aus⸗ getrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weicht alle von mir, ihr Übelthäter. Epistel, Röm. 8, V. 12—17. So sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleische lebt, so werdet ihr sterben müssen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euchabermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen kindlichen Geistempfan⸗ gen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist gibt Zeugnis unserm Geiste, daß wir Gottes so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evang. am 9. Sonnt. n. Trinit., Luc. 16, V. 1—9. Erlorachaberauchzuseinen Jüngern. Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm be⸗ rüchtigt, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie höre ich das von ö dir? Thue Rechnung von deinem Haus⸗ halten, denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir; graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn und sprach Am 9. und 10. Sonntage nach Trinitatis. 29 Tonnen Ols. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich und schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wieviel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinenBrief undschreibeachtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er klüglich gethan hatte; denn die Kinder dieser Welt sind klü⸗ ger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbt, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Epistel, 1. Kor. 10, V. 6—13. Dis ist aber uns zum Vorbilde ge⸗ schehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener etliche wurden, als ge⸗ schrieben steht: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch laßt uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag dreiundzwanzigtausend. Laßtuns auch Christumnichtversuhen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen um⸗ gebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener etliche murrten, undwurden um⸗ gebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur War⸗ nung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung be⸗ treten; aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Ver⸗ mögen, sondern macht, daß die Ver⸗ suchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnt ertragen. Evang. am 10. Sonnt. n. Trinit., Luc. 19, V. 41—48. zu dem ersten: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert U als er nahe hinzu kam, sah er die Stadt an und weinte über 30 Am 11. Sonntage nach Trinitatis. sie und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dient. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten ängsten, und werden dich schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten; und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an und hörte ihn. Epistel, 1. Kor. 12, V. 1—11. Ven den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht ver⸗ halten. Ihr wißt, daß ihr Heiden seid gewesen, und hingegangen zu den stum⸗ men Götzen, wie ihr geführt wurdet. Dann thue ich euch kund, daß niemand Jesum verflucht, der durch den Geist Gottes redet; und niemandkann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Ga⸗ ben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Amter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in Allen. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntnis, nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube, in dem⸗ selbigen Geist; einem andern die Gabe, gesundzu machen, in demselbigen Geist; einem andern Wunder zu thun; einem andern Weissagung; einem andern Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern, die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirkt derselbe einige Geist und teilt einem jeglichen seines zu, nach dem er will. Evang. am 11. Sonnt. n. Trinit., Luc. 18, V. 9—14. Er sagte aber zuetlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die andern, ein solches Gleichnis: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zöll⸗ ner stand von ferne, wollte auch seine Augen nichtaufheben gen Himmel, son⸗ dern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerecht⸗ fertigt in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöht, der wird er⸗ niedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden. Epistel, 1. Kor. 15, V. 1—-10. Onch erinnere euch aber, lieben Brü⸗ N der, des Evangelii, das ich euch verkündigt habe, welches ihr auch an⸗ genommen habt, in welchem ihr auch steht, durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch ver⸗ kündigt habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestor⸗ ben sei für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auserstanden sei am dritten Tage, nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, derer noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Dunach ist Mlobus, dat An letzten n mir, als eine schen worder ungste unte ich nicht wer heiße, darur Hottes ver Holtes Gna Ind seine ergeblich g vil mehr g nicht aber ic die mit mir Euang am Mar U¹ da er Grenzen an das unter die 0 Und sie brac er stumm ah er die K inem andern, n. Dies aber ige Geist und nes zu, nach 1.u. Trinit, 14. „diesichselbs romm wären, n, ein solches wei Menschen U beten, einer ein Zöͤllner. betet bei sich ir, Gott, daß eute, Räuber, oder auch wie e zweimal in gehnten von ind der Zöͤll⸗ llte auch seine Himmel,son⸗ stund prach nädig! I sinab gerecht jenem. 505 der wird er⸗ ver sich selbs höht werden. V. 110. 5 ih euc Darnach ist er gesehen worden von Jakobus, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, ge⸗ sehen worden. Denn ich bin der Ge⸗ ringste unter den Aposteln, als der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evang. am 12. Sonnt. n. Trinit., Mare. 7, V. 31—37. 1— da er wieder ausging von den Grenzen Tyrus und Sidon, kam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volke beson— ders, und legte ihm die Finger in die Ohren und spützte und rührte seine Zunge, und sah auf gen Himmel, seufzte und sprach zu ihm: Hephatha! das ist: thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es aus⸗ breiteten, und verwunderten sich über die Maßen und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Epistel, 2. Kor. 3, V. 4—9. Ein solches Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher uns auch tüchtig ge⸗ macht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buch⸗ stabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist Am 12. und 13. Sonntage nach Trinitatis. 31 macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tötet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mosis um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhört; wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist gibt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammnis predigt, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit pre⸗ digt, überschwengliche Klarheit. Evang. am 13. Sonnt. n. Trinit., Luc. 10, V. 23—37. U. er wandte sich zu seinen Jün⸗ gern und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr seht. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr seht, und haben es nicht gesehen, und hören, das ihr hört, und haben es nicht gehört. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, ver⸗ suchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie steht im Gesetz geschrieben? Wie liesest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott deinen Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Ge⸗ müte, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da ant⸗ wortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus, und schlu⸗ gen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb tot liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog, und da er ihn sah, ging er vorüber. Desselbigengleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte und sah ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reiste und kam dahin, und da er ihn sah, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wun⸗ 32 Am 14. Sonntage nach Trinitatis. den und goß darein Ol und Wein, und hob ihn auf sein Tier, und führte ihn in die Herberge und pflegte sein. Des anderen Tages reiste er und zog heraus zwei Groschen und gab sie dem Wirte und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du was mehr wirst dar⸗ thun, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher dünkt dich, der unter diesen Dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin, und thue desgleichen. Epistel, Gal. 3, V. 15—22. Brüder, ich will nach mensch⸗ licher Weise reden; verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätigt ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Ver⸗ heißung Abraham und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Samen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor bestätigt ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durch das Gesetz aufhören, welches gegeben ist über vierhundert⸗ unddreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Ver⸗ heißung gegeben; Gott hat es aber Abraham durch Verheißung frei ge⸗ schenkt. Was soll denn das Gesetzꝰ Es ist dazu gekommen um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist ge⸗ stellt von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler; Gott aber ist einig. Wie? ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißung? Das sei ferne! Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetze. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Evang. am 14. Sonnt. n. Trinit., Luc. 17, V. 11—19. Usd es begab sich, da er reiste gen Jerusalem, zog er mitten durch Samaria und Galiläa. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die stan⸗ den von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und zeigt euch den Priestern. Und es ge⸗ schah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sah, daß er gesund geworden war, kehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme. Und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankte ihm; und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner gefun⸗ den, der wieder umkehrte und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdlingꝰ? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Epistel, Gal. 5, V. 16—24. Onch sage aber: Wandelt im Geiste, so Wwerdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselben sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollt. Regiert euch aber der Geist, so seidihr nichtunter dem Gesetze. Offenbar sind aber die Werke des Flei⸗ sches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zau⸗ berei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keusch⸗ heit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch, samt den Lüsten und Begierden. Cvang . und der einem a achten. Und der euch: Was il auch n onziehe mehr,! mehr, Wgel: cht, nichtin lscher ihr de Ver i eine E durum für die auf de arbeite Ich se aler nt. n. Trinit, 1—19. a er reiste gen mitten durch aa. Und als m, begegneten inner, die stan⸗ en ihte Stimme lieber Meister, d da er sie sah, hehet hin, und n. Und es ge⸗ n, wurden sie er ihnen, da er rden war, lehrte ott mit lauter fsein Angesiht unkteihm; und er. Jesus aber Eud ihrer 17 Gosindaber st kiner gefun⸗ Hrte und gäbe serrendling? Stehe auf gehe dir geholfen. 3. Evang. am 15. Sonnt. n. Trinit., Matth. 6, V. 24—34. 5%— kann zween Herrn dienen; (entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern ver⸗ achten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorgt nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Himmel an; sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himm⸗ lischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorgt ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch thun? O ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürft. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorgt nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Epistel, Gal. 5, V. 25 bis Am 15. und 16. Sonntage nach Trinitatis. 33 nicht eitler Ehre geizig sein, unter⸗ einander uns zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilt würde, so helft ihm wieder zurecht mit sanft⸗ mütigem Geist, die ihr geistlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrügt sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe sein selbst Werk, und alsdann wird er an sich selber Ruhm haben und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine eigene Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der teile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Ver⸗ derben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Laßt uns aber Gutes thun und nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so laßt uns Gutes thun an jedermann, aller⸗ meist aber an des Glaubens Genossen. Evang. am 16. Sonnt. n. Trinit., Luc. 7, V. 11—17. U. es begab sich danach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging, und seiner Jünger gingen viele mit ihm, und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe, und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sah, jammerte ihn derselbigen und sprach zu ihr. Weine nicht! Und trat hinzu, und rührte den Sarg an, und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, Kap. 6, V. 10. So wir im Geiste leben, so laßt uns auch im Geiste wandeln. Laßt uns stehe auf! Und der Tote richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle 34 Am 17. und 18. Sonntage nach Trinitatis. eine Furcht an, und priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegende Länder. Epistel, Ephes. 3, V. 13—21. Dun bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, starkzuwerdendurch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glaͤuben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge, und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen; auf daß ihr erfüllt werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun kann über alles, was wir bitten oder ver— stehen nach der Kraft, die da in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evang. am 17. Sonnt. n. Trinit., Ouc: 14, B. 1811 Ua es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbat, das Brot zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilte ihn und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszieht am Sabbattage? Und sie konnten ihm dar⸗ auf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichnis zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten, oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müssest dann mit Scham unten an sitzen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin, und setze dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöht, der soll er⸗ niedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöht werden. Epistel, Ephes. 4, V. 1—6. Se ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt wie sich's gebührt eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld, und ver⸗ tragt einer den andern in der Liebe, und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerleiHoffnungeures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater(unser) aller, der da ist über euch alle, und durch euch alle, und in euch allen. Evang. am 18. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, V. 34—46. Da aber die Pharisäer hörten, daß er den Sadduzäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schrift⸗ gelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du solsst d selbst. Ds ge Da m waren Wie! Sohn Er spf denn da er meine Recht zum Dovi sst er onnt von9 aho, Ugen auf Fsu sest! unstr Herr reu, zur! Chr Coo tis, onnten ihm dar⸗ Hort geben. Er zu den Gästen, erwählten, oben prach zu ihnen: d geladen wirst dich nicht oben ein Ehrlicherer, eladen sei; und dich und ihn zu dir: Weiche isest dann mit hen. Sondern st, so gehe hin, an, auf daß, ich geladen hat, d, rücke hinaufl aben vor denen, e sitzen. Denn , der soll er⸗ Vher sich selbst chöht werden. 4, V. 16. hich Gefangener ihr wandelttwie Beruf, darinnen it aller Demut seduld, und ver⸗ uin der Libe, ten die Einitei d des Friedene st, wie ihr auch Hoffnungeures in Glaube, eine Vater lunsed euch alle, und in euch allen. n. Trinit/ int. 315 „ hörten, daß g Maul *2 Am 19. und 20. Sonntage nach Trinitatis. sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Indiesenzweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus und sprach: Wie dünkt euch um Christo? Wes Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennt ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennt, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epistel, 1. Kor. 1, V. 4—9. Och danke meinem Gott allezeit N eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn in allen Stücken reich gemacht an aller Lehre und in aller Erkenntnis, wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig geworden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi; welcher auch euch wird fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Evang. am 19. Sonnt. n. Trinit., Matth. 9, V. 1—8. a trat er in das Schiff und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gicht⸗ brüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und Ochf 35 Arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf, und wandle? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bett auf, und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sah, verwunderte es sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. 22— 28. Epistel, Ephes. 4, B. Do legt nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrtum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüts, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Ge⸗ rechtigkeit und Heiligkeit. Darum legt die Luͤgen ab, und redet die Wahrheit ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir untereinander Glieder sind. Zürnt und sündigt nicht, laßt die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebt auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evang. am 20. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, V. 1—14. U Jesus antwortete und redete abermal durch Gleichnisse zu ihnen und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hoch⸗ zeit machte; und sandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit riefen, und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus und sprach: Sagt den Gästen, siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine sen und mein Mastvieh ist ge— siehe, etliche unter den Schriftgelehrten schlachtet, und alles bereit; kommt zur sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Hochzeit. Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken gingen hin, 2 sah, sprach er: Warum denkt ihr so der andere zu seiner Aber sie verachteten das und einer auf seinen Acker, Hantierung. 36 Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Etliche aber griffen seine Knechte, höhnten und töteten sie. Da das der König hörte, ward er zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu sei⸗ nen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht wert. Darum geht hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gin— gen aus auf die Straßen und brach⸗ ten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sah allda einen Menschen, der hatte kein hoch⸗ zeitliches Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen und hast doch kein hochzeit⸗ liches Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn in die äußerste Finsternis hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Denn viele sind be⸗ rufen, aber wenige sind auserwählt. Epistel, Ephes. 5, V. 15—21. o seht nun zu, wie ihr vorsich⸗ tiglich wandelt, nicht als die Un⸗ weisen, sondern als die Weisen. Und schickt euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht un⸗ verständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und sauft euch nicht voll Weins, daraus ein unordent⸗ liches Wesen folgt, sondern werdet voll Geistes. Und redet untereinander von Psalmen und Lobgesängen und geist⸗ lichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen. Und sagt Dank allezeit für alles, Gott und dem Vater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi. Und seid untereinander unterthan in der Furcht Gottes. Evang. am 21. Sonnt. n. Trinit., Johannes 4, V. 47—54. 4. war ein Königischer, des Sohn lag krank zu Kapernaum. Dieser hörte, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläa, und ging hin zu ihm und bat ihn, daß er hinab käme und hülfe seinem Sohne: denn er war totkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebt. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, undging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm undsprachen: Dein Kind lebt. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie spra⸗ chen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Under glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläa kam. Epistel, Ephes. 6, V. 10—17. uletzt, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht an den Harnisch Got⸗ tes, daß ihr bestehen könnt gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen so ergreift den Harnisch Gottes, auf daß ihr, wann das böse Stündlein kommt, Widerstand thun und alles wohl ausrichten und das Feld be⸗ halten möget. So steht nun, um⸗ gürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerech⸗ tigkeit, und an Beinen gestiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnt alle feurige Pfeile des Bösewichts, und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Gei⸗ stes, welches ist das Wort Gottes. Chang. MN Dan ene Knechten anfing zu der wari dh. D beghlen, ud sein alles, w Dfiel! ihn an duld mi ahlen. slbigen und die Au ging and ein ihm hu rgrjff Prach: shuldig mder u Oduld bgahle zu ihm und ime und hülfe war totkrank. m: Wenn ihr nder seht, so nigischesprach nab, ehe denn us spricht zu hn lebt. Der rt, das Jesus 1. Und indem ten ihm seine iundsprachen: rschte er von scher es besser Und sie spra⸗ m die siebente Fieber. Da im die Stunde zu ihm gesagt Underglaubte Dasistnun Jesus that, haliläa kam. B. 10—17. seid stark in Macht seiner Harnisch Gol⸗ ie int gegen 0 Denn Fürsten und it den Herben sternis dieser Am 22. und 23. Sonntage nach Trinitatis. 37 Evang. am 22. Sonnt. n. Trinit., Matth. 18, V. 23—35. Dare ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehntausend Pfund schul⸗ dig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Ge⸗ duld mit mir, ich will dir alles be⸗ zahlen. Da jammerte den Herrn des⸗ selbigen Knechts und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an und würgte ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir er⸗ lassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmt habe? Und sein Herr ward zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er be⸗ Alio alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht ver⸗ ebt von euren Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehler. Epistel, Phil. 1, V. 3—11. Och danke meinem Gott, so oft ich V euer gedenke(welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden), über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselben in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich der⸗ maßen von euch allen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe in diesem meinem Gefängnis, da⸗ rinnen ich das Evangelium verant⸗— worte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade teilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlangt von Herzens⸗ grund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntnis und Erfahrung; daß ihr prüfen möget, was das beste sei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig bis auf den Tag Christi, erfüllt mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen(in euch) zur Ehre und Lobe Gottes. Evang. am 23. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, V. 15—22. Da gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rat, wie sie ihn fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger samt Herodis Dienern und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrst den Weg Gottes recht, und dir fragst nach niemand, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünkt dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Weist mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die Überschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das hörten, verwunderten sie sich und ließen ihn und gingen davon. 38 Am 24. und 25. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Phil. 3, V. 17—21. olgt mir, lieben Brüder, und seht auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Wei⸗ nen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammnis, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu schanden wird, derer, die irdisch gesinntsind. Unser Wandelaber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wir⸗ kung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evang. am 24. Sonnt. n. Trinit., Matth. 9, V. 18—26. a er solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben, aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus standauf und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihmund rührte seines Kleides Saum an. Dennsiesprach beisich selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um und sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir ge⸗ holfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Undals er in des Obersten Haus kam und sah die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weicht, denn das Mägd⸗ lein ist nicht tot, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. Epistel, Kol. 1, V. 9—14. Deunmeen auch wir, von dem Tage an, da wir es gehört haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllt werdet mit Er⸗ kenntnisseines Willens in allerlei geist⸗ licher Weisheit und Verstand. Daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Er⸗ kenntnis Gottes, und gestärkt werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht in aller Geduld und Langmütig⸗ keit mit Freuden. Und danksagt dem Vater, der uns. gemacht Vich, dem Erbteil der Heiligen im Li welcher uns errettet hat von der Obrig⸗ keit der Finsternis und hat uns ver⸗ setzt in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Evang. am 25. Sonnt. n. Trinit., Matth. 24, V. 15—28. WeLnn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehe an der heiligen Stätte (wer das liest, der merke daraufh), alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit! Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbat. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nie ge⸗ wesen ist von Anfang der Welt bis⸗ her, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden ver⸗ kürzt, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwähltenr willen wer⸗ den die Tage verkürzt. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, so sollt ihr es nicht glauben. Denneswerden falsche Christi undfalsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder thun, daß verführt werden in den Irrtum (wo es möglich wäre) auch die Auser⸗ wählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum„wennssezueuchsagen werden: Siehe, er ist in der Wüsten, 0 geht der Ram gleichwie gang unt also wir Mensche it, de Cpistel iz seid, mung ho ü Jesu 1„ so 0 asen fihren. als ein de wir: Oakunft niht ve Denn inem Oob ktes l mel, unt ersth ir leb aͤgleich werden ehthegen alo bei! köstet nterein i8. verdet mit Er⸗ nallerleigeis⸗ stand. Daßiihr Herrnzuallen seid in allen het in der. hestürkt werdet iner herrlichen dLangr nütig⸗ dankfagt dem genuct hat zu gen im Licht, von der Obri 0 hat uns ver⸗ 1— Soh die Erlösung Di Deehn „ ut. n. Trinit, 15—2. en werdet den hüstung, davon eten Dani ich Reiligen Suihe nerke dmwuf Berge, wer in d Wer auf ich hernieder, Am 26. Sonntage nach Trinitatis. 39 so geht nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubt es nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgeht vom Auf— gang und scheint bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschen Sohnes. Wo aberein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Epistel, 1. Thess. 4, V. 13— 18. ir wollen euch aber, lieben Brü⸗ der, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht trau⸗ rig seid, wie die andern, die keine Hoff⸗ nung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, so ent— schlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Him⸗ mel, und die Toten in Christo werden auserstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten untereinander. Evang. am 26. Sonnt. n. Trinit., Matth. 25, V. 31— 46. enn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herr⸗ lichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Undwerden vor ihm alle Völker versammelt wer⸗ den. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet; und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Ge⸗ segneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von An⸗ beginn der Welt. Dennich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränkt. Ich bin ein Gast ge⸗ wesen, und ihr habt mich beherbergt. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt wuich besucht. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig ge— sehen und haben dich gespeist? Oder durstig und haben dich getränkt? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherbergt? Oder nackt und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeist. Ich bin durstig ge⸗ wesen, und ihr habt mich nicht ge— tränkt. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherbergt. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besucht. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackt, oder krank, oder gefangen, und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. n 2. Thess. 1, B. 3.10. Tir sollen Gott Lauben allezeit um W euch, lieben Brüder, wie es billig ist; denn euer Glaube wächst sehr, und die Liebe eines jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns euer rühmen unter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld und Glauben in allen euren Verfolgungen und Trüb— salen, die ihr duldet; welches anzeigt, daß Gott recht richten wird und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes, über welchem ihr auch leidet. Nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trüb⸗ sal denen, die euch Trübsal anlegen, euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der Herr Jesus wird offenbart werden vom Himmel, samt den Engeln seiner Kraft, mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Christi. Welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Ange⸗ sicht des Herrn und von seiner herrlichen Macht; wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeug⸗ nis an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubt. Evang. am 27. Sonnt. n. Trinit., Matth. 25, V. 1—13. D wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren klug, und fünf waren thöricht. Die thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nah— men nicht Ol mit sich; die klugen aber nahmen Ol in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig undentschliefen. Zur Mitter⸗ nacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt! Geht aus, ihmentgegen! Da standen diese Jung⸗ frauen alle auf und schmückten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Ol, denn unsere Lampen verlöschen. Am 27. Sonntage nach Trinitatis. Da antworteten die klugen und spra⸗ chen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; geht aber hin zu den Krämern und kauft für euch selbst. Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam, und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Thür ward ver⸗ schlossen. Zuletzt kamen auch die an⸗ deren Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht. Darum wachet, denn ihr wißt weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Epistel, 1. Thess. 5, V. 1—11. Non den Zeiten aber und Stunden, V lieben Brüder, ist nicht not euch zu schreiben; denn ihr selbst wißt ge⸗ wiß, daß der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Denn wenn sie werden sagen: Es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleich wie der Schmerz ein schwanger Weib, und werden nicht entfliehen. Ihr aber, lieben Brüder, seid nicht in der Finsternis, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Ihr seid all⸗ zumal Kinder des Lichtes und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsternis. So laßt uns nun nicht schlafen, wie die andern, sondern laßt uns wachen und nüichtern sein. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trun⸗ ken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern sein, angethan mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoff⸗ nung zur Seligkeit. Denn Gott hat. uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern die Seligkeit zu besitzen, durch unsern Herrn Jesum Christum, der für uns gestorben ist, auf daß, wir wachen. oder schlafen, zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnt euch unter⸗ einander, und bauet einer den andern, wie ihr denn thut. igen und syra⸗ daß nicht uns ht.aber hin z für euch solb. zu aufen, km welche beret hm hinein zur zür ward ver⸗ mauch die an⸗ prachen: Herr, Er antwortete hrlich, ich sage nicht. Darum ßt weder No des Menschen 5„ V. 1—11. und Stunden, nicht not eich K ott wißt ge 5 Herru wid in der Noch en sagen: j hefahr, so wird nell uberfallen ein schunnget icht entslehen der, seid nigt 30 der seid all⸗ les DK Kinder nicht von el insternis. b10 sen, wie A 06 und —...—.—. 2 2* — 4 νν ——— F⁵⁷ CoOlour& Grey COrtroscChart Blue Cyan Green VOIIOW Grsy 2