Geſangbuch für die evangeliſche Landeskirche in Deſeen Sa o ee e h, A AR X 2 5 S 3 JOB derhem 5 7 3 N meine Geele und was X☛ 3 5 5 — ꝛ —=, 55 ₰ N8 S 5 7— NSn 3 8 5 = ☛s 9. .α ◻ 3 — 8* ₰ 88 F ⁴ 8 K — 5. 5 = alled 7 G„ 88 S eine Gebrechen der dein Leben* — vom berderben erlöſet derdich krönet) 0 erderben erlöſet der dich krönet 9 8 7 4 f A & mit Gnade und Barmherzigkeit- ,, — 8₰ 4 6 5 G xR S K 658 8 8 S5 . 4 8 5 ‿△ũ S P S5, S NS X xrAʒʒA DʒADwARA ʒSm K 9 KS W A Mel. Mein Jeſu, dem die Seraphinen. J. A. Freylinghauſen, Zalle 1704. 3 8 4 8— 5 3 3 he⸗ſchwer⸗tes Herz, leg Es kommt der an⸗ge⸗ —— ſ 8— 1 2 ——— 8 ab die Sor ⸗gen;! er⸗ neh⸗me Mor⸗gen,/ da .——. l« e- 2e«. e A Are 2 2 2 1 he⸗be dich, ge⸗beug⸗tes Haupt!“ da Gott zu Gott zu ru⸗hen hat er⸗laubt, ————— ru⸗ hen hat be⸗foh⸗len/ und ſelbſt die Ru⸗ he 1 1 Der Tag des Herrn — ein⸗ ge⸗ weiht./ Auf, auf! die ihm ge⸗raub⸗ te 8*— —— +———— Zeit/ in ſei⸗ nem Dien⸗ ſte ein⸗ zu⸗ ho⸗ len. 2. Auf, laß die Welt aus deinem Sinne,/ dein irdiſch Werk mußz ſtille ſtehn;/ du ſollſt zu hͤherem Gewinne/ in deines Gottes Tempel gehn,/ ihm zu bezahlen deine Pflich⸗ ten/ und zur Vermehrung ſeines Ruhms/ die Werke deines Prieſtertums/ in tiefſter Andacht zu verrichten. 3. Mein Gott! ich bin vor dir erſchienen/ und gebe auf dein Winken acht;/ wie kann ich dir gefällig dienen,/ wenn mich dein Geiſt nicht tüchtig macht?/ Wie werde ich in dir er⸗ freuet,/ wenn er nicht ſtillt der Sünde Schmerz?/ Wie bet ich, wenn er nicht das Herz/ durch ſeine Gnade mir erneuet? 4. Kann meine Harfe lieblich klingen,/ wenn ſie dein Finger nicht berührt?/ Kann ich die finſtre Macht durch⸗ dringen,/ wenn mich dein Licht nicht aufwärts führt?/ Kann ich ein reines Opfer werden,/ wenn deine Flamm nicht in mich fährt?/ und mich in deiner Lieb verzehrt/ und hebet von dem Staub der Erden? s. Mein Jeſus hat mein Herz ſo teuer/ zu ſeinem Tempel eingeweiht:/ hier iſt dein Herd, hier iſt dein Feuer,/ die Fülle deiner Herrlichkeit,/ dein Heiligtum, dein Stuhl der Gnade;/ dein Licht und Recht, das Himmelsbrot,/ des Geiſtes Frucht und dein Gebot/ erfüllen dieſe Bundeslade. 6. In deinem Haus will ich mir bauen/ die Zütte, bis ich ſcheid einmal./ Indeſſen gib mir, dich zu ſchauen,/ 0 Lebenslicht, den Gnadenſtrahl!/ So feir ich recht den Tag der Sonnen,/ ſo hab ich meine Ruh in dir;/ ach, habe du dein Werk in mir!/ Vollführe, was du haſt begonnen! 7. Wenn ſich des LebensWerktag' enden,/ ſo ruh, von allem Frondienſt los,/ mein Geiſt in Gottes Vaterhänden,/ mein Leib in ſeiner Mutter Schoß,/ bis beides feiern wird dort oben,/ wo man in ſicherm Frieden ruht,/ nichts denket, redet oder tut,/ als dich zu lieben, dich zu loben. Chriſtoph Wegleiter, † I706. 2 Der Tag des Herrn 2.3 Mel. Unſer Zerrſcher, un ſer König. 2 Bremen 1680. 9 — (Gro⸗ßer Gott von al⸗ten Zei⸗ten,/ deſ⸗ 4 deſ⸗ſen Treu auf al⸗ len Sei⸗ten/ mich von ——½ 8 3 1 . t 2 7 Hand die Welt re iert.) heu ⸗ te weckt des Ju⸗gend auf Eerſhe ———— Tr. ges Lauf mich zu lau⸗ter An⸗ dacht auf. 2. Ach, wie lieb ich dieſe Stunden,/ denn ſie ſind des Herren Feſt,/ das mit ſo viel Troſt verbunden,/ da mein Gott mich ruhen läßt/ und durch ſeinen guten Geiſt/ mir den Weg zum Leben weiſt. 3. Habe Dank für dieſen Morgen,/ der mir Zeit zum Guten ſchenkt;/ das ſind unſre beſten Sorgen,/ wenn der Menſch an Gott gedenkt/ und von Herzen betet, ſingt,/ daß es durch die Wolken dringt. 4. Was iſt ſchöner, als Gott loben?/ Was iſt ſüßer als ſein Wort?/ Da das Herz, zu Gott erhoben,/ offen ſieht des Himmels Pfort!/ Selig iſt, wer Tag und Nacht/ alſo nach dem Himmel tracht't. 5. G mein Gott, ſprich ſelber Amen,/ denn wir ſind dein Eigentum;/ alles preiſe deinen Namen,] alles mehre deinen Ruhm,/ bis es künftig wird geſchehn,/ daß wir dich im Himmel ſehn. Kaſpar Neumann, † I1715. Mel. Meinen Jeſum laß ich nicht. 3 Johann Uhlich, I1674. 4—†———r 1 1— ¹ ————— A[ Licht vom Licht, er⸗ leuch⸗ te mich/ bei dem 1 Gna⸗ den⸗ ſon⸗ne, zei ⸗ ge dich/ mei⸗nem 3 Der Tag des Herrn neu⸗ en Ta⸗ges ⸗lich⸗ te; mun⸗tern An⸗ge⸗ ſich ⸗ te;] ————————— — 1 f— Glan⸗ ze bei,/ daß mein Sab⸗ bat froͤh⸗lich ſei. 2. Brunnquell aller Seligkeit,/ laß mir deine Ströͤme fließen;/ mache Mund und Herz bereit,/ deiner Gnade zu I genießen;/ ſtreu das Wort mit Segen ein,/ laß es hundert⸗ früchtig ſein! 3. Zünde ſelbſt das Opfer an,/ das auf meinen Lippen lieget;/ ſei mir Weisheit, Licht und Bahn,/ daß kein Irr⸗ tum mich betrüget/ und kein fremdes Feuer brennt,/ welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit/ heilig, heilig, heilig ſingen/ und mich in die Ewigkeit/ mit des Geiſtes Flügeln ſchwingen;/ gib mir einen Vorſchmack ein,/ wie es mag im Zimmel ſein. 5. Ruh in mir und ich in dir,/ bau ein Paradies im Herzen,/ offenbare dich doch mir,/ ſende meiner Andacht Kerzen/ immer neues Feuer zu, /o du Liebesflamme dul! 6. Dieſer Tag ſei dir geweiht;/ weg mit allen Kitelkeiten!/ Ich will deiner Herrlichkeit/ einen Tempel zubereiten,/ nichts ſonſt wollen, nichts ſonſt tun,/ als in deiner Liebe ruhn. Benjamin Schmolck, † 1737. woh⸗ne mir mit Zum Anfang des Gottesdienſtes 4 II. Jahrhundert. ——— Komm, hei⸗li⸗ger Geiſt, er⸗füll die Zer⸗zen Der Tag des Herrn 5 4. 4. 4. 3. — 1— 8 —— ͦ†ß4Y—— dei⸗ner gött⸗li⸗chen Lie⸗ be, der du durch Mannig⸗ fal⸗tig⸗keit der Zun⸗gen die Völ⸗ker der gan⸗zen Welt 4— 1 —— ————e Hal⸗le⸗ lu ⸗ jal! Hal⸗le⸗ lu⸗ ja! (Veni sancte spiritus) Alte Kirche.-I522. 5 Görlitz 1648. —+—2——— ——— 2— 52— I. Herr Je⸗ſu Chriſt, dich zu uns wend,/ den ee heilgen Geiſt du zu uns ſend;/ mit Hilf und Gnad er — ——— ¹ 1 —— uns regier/ und uns den Weg zur Wahr⸗heit führ. 2. Tu auf den Mund zum Lobe dein,/ bereit das Herz zur Andacht fein;/ den Glauben mehr, ſtärk den Verſtand,/ daß uns dein Nam werd wohlbekannt; 3. Bis wir ſingen mit Gottes HZeer:/ Heilig, heilig iſt Gott der Herr!/ und ſchauen dich von Angeſicht/ in ewger Freud und ſelgem Licht. 4. Ehr ſei dem Vater und dem Sohn,/ dem heilgen Geiſt in Einem Thron;/ der heiligen Dreieinigkeit/ ſei Cob und Preis in Ewigkeit! Altenburg I648. 5 L — 6·7 Der Tag des Herrn 6 Joh. RKudolf Ahle, I664. A ¹. 4 ————— J Lieb⸗ſter Je⸗ſu, wirr ſind hier,/ dich 11d Unlen⸗ ke Sin⸗nen und Be⸗gier/ auf die — —— ◻ 21— ———— dein Wort an⸗ zu⸗ ho⸗ ren;. ſü⸗ ßen Him⸗mels⸗leh⸗ren,] daß die Ber⸗ zen E——— · von der Er⸗den/ ganz zu dir ge⸗ zo⸗gen werden. 2. Unſer Wiſſen und Verſtand/ iſt mit Finſternis ver⸗ hüllet,/ wo nicht deines Geiſtes Hand/ uns mit hellem Licht erfüllet;/ Gutes denken, tun und dichten/ mußt du ſelbſt in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit,/ Licht vom Licht, aus Gott geboren,/ mach uns alleſamt bereit,/ öͤffne Herzen, Mund und Ohren;/ unſer Bitten, Flehn und Singen! laß, Herr Jeſu, wohlgelingen. Tobias Clausnitzer, † 1684. 7 Ach, was ſoll ich Sünder machen. Altdorf 1653. JI. Herr, es iſt ein Tag er⸗ſchie⸗nen,/ der mich —„— ————— —— — in den Him⸗mel weiſt/ und an Gott ge⸗den⸗ken heißt;/ —— FEÜB da⸗ rum komm ich, dir zu die⸗nen;/ rich⸗te Der Tag des Herrn 8 — du mich ſel⸗ber zu,/ daß ich dei⸗nen Wil⸗len tu. 2. Stille ſelbſt an dieſem Morgen/ den verwirrten Lauf der Welt,/ der uns hier gefangen hält;/ brich die Macht der eitlen Sorgen,/ daß ich heut von allem frei,/ dir allein er⸗ geben ſei. 3. Kröne mich mit deinen Gaben, zieh mich an mit deiner Kraft,/ die den neuen Menſchen ſchafft./ Ach, was Freude werd ich haben,/ wenn das Herz in meiner Bruſt/ ſucht am Herren ſeine Luſt. 4. Laß die Predigt wohlgelingen,/ ſteh auch deinem Worte bei,/ daß es in mir kräftig ſei./ Unſer Beten, unſer Singen,/ und was ſonſt noch wird getan,/ ſiehe du mit Gnaden an! Kaſpar Meumann, † 1715. Mel. Gott des Zimmels und der Erden. Jeinrich Albert, 1642. 1₰ — 6 ᷑ ‿— Tut mir auf die ſchö⸗ne Pfor⸗te,/ führt in Uach, wie wird an die⸗ſem Or⸗te/ mei⸗ne J. — Got ⸗ tes Haus mich ein;] See ⸗ le frôhlich ſein! 4 1— 4 1— 1 —————— — ſ— An ⸗ ge ſicht;/ hier iſt lau⸗ ter Troſt und KLicht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen,/ komme du nun auch zu mir;/ wo du Wohnung haſt genommen,/ da iſt lauter Himmel hier./ Zeuch in meinem Herzen ein,/ laß es deinen Tempel ſein! Hier iſt Got⸗tes 9. 10 Der Tag des Herrn 3. Laß in Furcht mich vor dich treten,/ heilge du Leib, Seel und Geiſt,/ daß mein Singen und mein Beten/ dir ein lieblich GCpfer heißt./ Heilge du, Herr, Mund und Ohr,/ zeuch das Herz du dir empor! 4. Mache mich zum guten Lande,/ wenn dein Saatkorn auf mich fällt;/ gib mir Licht in dem Verſtande,/ und was mir wird vorgeſtellt,/ präge meinem Herzen ein,/ laß es mir zur Frucht gedeihn! s. Stärk in mir den ſchwachen Glauben,/ laß dein teures Kleinod mir/ nimmer aus dem Herzen rauben;/ halte ſtets dein Wort mir für,/ daß es mir zum Leitſtern dient/ und zum Troſt im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, ſo will ich höͤren,/ und dein Wille werd er⸗ füllt!/ Michts laß meine Andacht ſtören,/ wenn der Brunn des Lebens quillt;/ ſpeiſe mich mit Himmelsbrot,/ tröſte mich in aller Not! Benjamin Schmolck, † 1737. 9 Mel. Liebſter Jeſu, wir ſind hier(Wr. 6). I. Herr, vor deinem Angeſicht/ hat die Andacht uns ver⸗ ſammelt;/ ach, verwirf die Bitten nicht,/ die dein Volk dir, Höchſter, ſtammelt!/ Zör auf unſre ſchwachen Lieder/ und ſieh gnädig auf uns nieder! 2. Laß dein Wort, das hier erſchallt,/ viele gute Früchte bringen/ und mit göttlicher Gewalt/ tief in unſre Herzen dringen./ Laß es unſern Sinn erneuen/ und das Herz mit Troſt erfreuen! 3. Dein Gebot mach uns bekannt/ und hilf ſelbſt es treu⸗ lich üben,/ dich und den, den du geſandt,/ Jeſum Chriſtum, herzlich lieben,/ daß kein Schmerz und keine Freude/ uns von deiner Ciebe ſcheide! Daniel Schiebeler, † 1771. Mel. O Durchbrecher aller Bande. J 0 SZerrnhaag 1740. 7 ———— ———,——— — [ wie freun wir uns der Stun⸗de,/ da wir Uum aus dei⸗nem heil⸗ gen Mun⸗ de/ Lebens⸗ I. Der Tag des Herrn II.I2 ö 5 ö 2——.——5 S— dir, Serr Je⸗su, nahn, wor⸗te zu empfahn! ——— IDeeeeeee.e— H5õo⸗rer dei⸗- nes Wor-tes sein;/ schrei⸗be selbst das CLaß uns heu⸗te nicht ver⸗ge⸗bens/ — H — 2— 1—.— Wort des LCe⸗bens/ tief in uns⸗re Ber⸗ zen ein. 2. Sieh, wir sitzen dir zu Füßen;/ großer Meister, rede du;/ sieh, wir hören deiner süßen/ Rede heilsbegierig zu./ Lehr uns, wie wir selig werden;/ lehr uns, wie wir unsre Jeit,‚/ diese kurze Jeit auf Erden,/ nützen für die Ewigkeit. 3. Nun, so lege Cicht und Liebe,/ Kraft und Feuer auf dein Wort;/ laß es mit lebendgem Triebe/ in uns wirken fort und fort;/ hilf uns, daß wir treu bewaͤhren,/ was wir in das Herz gefaßt,/ und laß andre auch erfaͤhren,/ daß du Cebensworte hast. Philipp Spitta, I859. Zum Schlusse des Gottesdienstes Mel. Liebster Jesu, wir sind hier(Nr. G). Unsern Ausgang segne Gott,/ unsern Eingang gleicher⸗ maßen;/ segne unser täglich Brot,/ segne unser Tun und Cassen,/ segne uns mit selgem Sterben/ und mach uns zu Bimmelserben. HZartmann Schenk, + J68J. 2 Mel. Unser Serrscher, unser Rönig 2 2). J. Vater, dir sei Preis gesungen,/ daß du uns so 19051 ge⸗ lehrt,/ daß dein Werk an uns gelungen,/ daß wir jetzt dein Wort gehört;/ laß die Cehr den Glauben stärken,/ mach uns reich an guten Werken! ——————— I13.I4 Der Tag des Herrn 2. Jesu, dein Wort ist sehr süße,/ habe Dank efür diese Cehr! /Lenke nur auch unsre Füße,/ daß wir wandeln dir zur Ehr;/ laß uns deinen Trost erquicken,/ bis wir deinen Thron erblicken. 3. Heilger Geist, schreib alle Worte/ nun in unsre Herzen ein,/ daß man stets an allem Orte/ deren eingedenk mag sein,/ daß wir täglich Früchte bringen/ und im Himmel Amen singen! Michael Wiedemann, + 17I9. 3 Mel. Liebster Jesu, wir sind hier ů O. J. Höchster Gott, wir danken dir,/ daß du uns dein Wort gegeben;/ hilf uns ferner, daß auch wir/ nach demselben heilig leben;/ gib dem Glauben solche Stärke,/ daß er tätig sei im Werkel 2. Uns, o Vater, lehrest du,/ was wir tun und glauben sollen;/ schenk uns deine Kraft daͤzu,/ gib zum Wissen auch das Wollen/ und zum Wollen das Vollbringen,/ so wird alles wohlgelingen. 3. Gib uns, eh wir gehn nach Haus,/ deinen väterlichen Segen,/ breite deine Hände aus,/ leite uns auf deinen Wegen;/ laß uns hier im Segen gehen,/ dort gesegnet auf⸗— erstehen! Joh. Adam Saßlocher, 1 1726. Mel. Christus, der ist mein Leben. 14 Melchior Vulpius, 1609. 0 SEEEEEE J. Ach sei mit dei⸗ner Gnaͤde/ bei uns, Herr Jesu Christ,/ N N daß uns fortan nicht scha⸗de/ des bö⸗sen Feindes List. 2. Ach sei mit deiner Liebe,/ Gott Vater, um uns her;/ denn wenn uns die nicht bliebe,/ fiel uns die Welt zu schwer. 3. Ach heilger Geist, behalte/ Gemeinschaft allezeit/ mit unserm Geist und waͤlte/ nun und in Ewigkeit! Bernhard Garve, 1841. 10 ᷓ W/ W ĩN Mlcd ö Wò/ MMMNN 5 J. A. Freylinghausen, Salle 1704. 2. SSS acht hoch die Tür, die 1 ö 1 ..... Tor macht weit!/ Es kommt der ö 5— 5 ö—— Berr der Herr-lich-keit,/ ein Ro⸗-nig al⸗ler Dur.———— — D‚E EEEEEEEEEEEE Rö- nig-reich,/ ein Sei⸗land al ⸗ler Welt zu⸗ —.̃——.— x . e gleich,/ der Heil und Ce⸗ben mit sich bringt;/ der⸗ 5——..——.——.—— e. halben jauchzt, mit Freu⸗-den singt:/ Ge⸗lo⸗bet sei mein II Advent EESSSS 16 Gort/ mein Schöpfer, reich von Ratl 2. Er ist gerecht, ein Selfer wert,/ Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,/ sein Rönigskron ist Seiligkeit,/ sein Jepter ist Barmherzigkeit;/ all unsre Wot zu End er bringt;/ der⸗ halben jaͤuchzt, mit Freuden singt:/ Gelobet sei mein Gott,/ mein Seiland, groß von Tat! 3. O wohl dem Land, o wohl der Staͤdt,/ so diesen Rönig bei sich hat;/ wohl allen Serzen insgemein,/ da dieser Bönig ziehet ein! /Er ist die rechte Freudensonn,/ bringt mit sich lauter Freud und Wonn./ Gelobet sei mein Gott,/ mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Tür, die Tore weit,/ das Herz zum Tempel macht bereit;/ die Palmen der Gottseligkeit/ streut hin mit Andacht, Cust und Freud;/ so kommt der Rönig auch zu euch,/ ja Seil und Ceben mit zugleich./ Gelobet sei mein Gott,/ voll Rat, voll Tat, voll Gnad! S. Romm, o mein Seiland Jesu Christ,/ des Serzens Tuͤr dir offen ist;/ ach zeuch mit deiner Gnaͤde ein,/ dein Freund⸗ lichkeit auch uns erschein./ Dein heilger Geist uns führ und leit/ den Weg zur ewgen Seligkeit!/ Dem Namen dein, o Herr,/ sei ewig Preis und Ehr! Georg Weißel, 4 1635. Mel. Nun komm, der Seiden Seiland.(15. Bahrhundert.) Erfurt 1524. E —.— ‚.—— ö I.—.— sei Dank— le Welt,/ der sein ——— Wort be· stän dig hält 6 und der Süun⸗ der —— ö I.————— Trost und Rat/ zu uns her⸗ ge sen ⸗det hat. 12 Advent 17 2. Was der alten Väter Schar/ höchster Wunsch und Sehnen war,/ und was sie einst prophezeit,/ ist erfüllt in Berrlichkeit. 3. Zions Silf und Abrams Cohn,/ Jakobs Seil und Davids Sohn,/ Wunderbar, Rat, Kraft und Held/ hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Beil,/ dir Sosianna, o mein Teill/ Richte du auch eine Bahn/ dir in meinem Serzen an! S. Jeuch, du Ehrenkönig, ein,/ es gehöret dir allein;/ mach es, wie du gerne tust,/ rein von aller Sündenlust! 6. Und wie du voll Sanftmut kamst,/ jedes Armen dich an⸗ nahmst,/ also sei auch jederzeit/ deine Sanftmut mir bereit! 7. Tröste, tröste meinen Sinn,/ weil ich schwach und bloͤde bin,/ daß im Glauben ich fortan/ treu dir bleibe zugetan; 8. Daß, wenn du, o CLebensfürst,/ prächtig wiederkommen wirst,/ ich dir mög entgegengehn/ und vor dir gerecht be⸗ stehn! Seinrich Seld, 1659. Mel. Von Sott will ich nicht lassen. I 7 Erfurt 1572. 2 .—..—— ——————— —. μ———4 I. Mit Ernst, o Men⸗schen ⸗ kin⸗der,/ das Herz in Bald wird das Beil der Sün⸗der,/ der wun⸗der⸗ .DR— ö ů ö n—— — 5½3e d—— euch be⸗stelltl& star„»ke Seld, r.—.—.—, Welt zum Licht und Le⸗ben/ ver⸗ sprochen hat zu den Gott aus Gnad al⸗ lein/ der E— ö ö— H ———————— ge⸗ben,/ bei al len keh⸗ ren ein. I3 I18 Advent 2. Bereitet doch fein tüchtig/ den Weg dem großen Gast,/ macht seine Steige richtig,/ laßt alles, was er haßt;/ macht eben jeden Pfad,/ die Tale rings erhöhet,/ macht niedrig, was hoch stehet,/ was krumm ist, macht gerad! 3. Ein Herz, das Demut liebet,/ bei Gott am höchsten steht;/ ein Herz, das Sochmut üͤbet,/ mit Angst zugrunde geht;/ ein Herz, das richtig ist/ und folget Gottes Leiten,/ das kann sich recht bereiten,/ zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen/ in dieser Gnaͤdenzeit/ aus Güte und Erbarmen,/ Serr Jesu, selbst bereit!/ Jeuch in mein Herz hinein,/ mach es zu deiner Rrippen;/ so werden Herz und LCippen/ dir ewig dankbar sein. Valentin Thilo, 4 1662. Mel. Aus meines Zerzens Grunde. 1 8 Samburg 1598. —.— ᷓ ö——— iEEEEE Auf, auf, ihr Reichs- ge⸗ nossen,/ der Ro⸗nig Uemp⸗fa⸗ het un ver⸗ dros⸗ sen/ den groeßen ——.———1— I IRF— 2..—— 1 EEEEEEE kommt heran; Wun⸗der⸗ mann. 1——4——4— üü 1— II uns vor al⸗len Din ⸗gen/ ihm o⸗ si ⸗an- na hrChristen, geht her⸗für,/ laßt 4 1 E——4 1 Ii — 1— S S....... sin gen/ mit hei li⸗ger Be»gier! 2. Auf, ihr betrübten Serzen,/ der König ist nicht fern./ Binweg all Angst und Schmerzen,/ dort kommt der Mor⸗ genstern./ Der Herr will in der Not/ mit reichem Trost euch speisen,/ er will euch dilf erweisen,/ ja dämpfen gar den Tod. 14 *„ʃ³64 e Advent 19 3. Frisch auf in Gott, ihr Armen,/ der König sorgt für euch./ Er will durch sein Erbarmen/ euch machen groß und reich./ Der alles hat bedacht,/ der wird auch euch ernährenz/ was Menschen nur begehren,/ das steht in seiner Macht. 4. Frisch auf, ihr Sochbetrübten,/ der Rönig kommt mit Macht./ An uns, die Herzgeliebten,/ hat er schon längst ge⸗ dacht./ Nun wird kein Angst, noch Pein,/ noch orn hinfür uns schaͤden,/ dieweil uns Gott aus Gnaden/ läßt seine Rinder sein. 5. Auf, auf, mit schnellen Schritten,/ den Röͤnig eilt zu sehn!/ Er kommt in unsre Mitten/ stark, herrlich, sanft und schon./ Nun tretet all heran,/ den Heiland zu begrüßen,/ der alles Kreuz versüßen/ und uns erlösen kann. 6. Der Rönig will bedenken/ die, so er herzlich liebt,/ mit köstlichen Geschenken,/ als der sich selbst uns gibt/ durch seine Gnad und Wort./ Ja, Rönig, hocherhoben,/ wir alle wollen loben/ dich freudig hier und dort. 7. Nun, Serr, du gibst uns reichlich,/ wirst selbst doch arm und schwaͤch;/ du liebest unvergleichlich,/ du eilst den Sün⸗ dern nach;/ drum wolln wir insgemein/ die Stimmen hoch erschwingen,/ dir Hosianna singen/ und ewig dankbar sein. Johann Rist, 1667. I9 Mel. Aus meines Serzens Srunde(Nr. I8). J. Nun jauchzet all, ihr Frommen,/ in dieser Gnaͤdenzeit,/ weil unser Seil ist kommen,/ der Herr der. HBerrlichkeit;/ zwar ohne stolze Pracht, /doch mächtig, zu verheeren/ und gänzlich zu zerstören/ des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Zepter, keine Krone/ sucht er auf dieser Welt;/ im hohen Zimmelsthrone/ ist ihm sein Reich bestellt./ Er will hier seine Macht/ und Majestät verhüllen,/ bis er des Vaters Willen/ im Leiden hat vollbracht. 3. Ihr Machtigen auf Erden,/ nehmt diesen König an,/ wollt ihr beraten werden/ und gehn die rechte Bahn,/ die zu dem Zimmel fuͤhrt;/ sonst, wo ihr ihn verachtet/ und nur nach Hoheit trachtet,/ des Höchsten Zorn euch rührt. 15 2⁰ Advent 4. Ihr Armen und Elenden/ in dieser bösen Zeit,/ die ihr an allen Enden/ müßt haben Angst und Leid,/ seid den— noch wohlgemut,/ laßt eure Lieder klingen,/ dem Rönig Cob zu singen,/ der euer höchstes Gut. 5. Er wird nun bald erscheinen/ in seiner Serrlichkeit/ und euer Leid und Weinen/ verwaͤndeln ganz in Freud;/ er ists, der helfen kann. Macht eure Campen fertig/ und seid stets sein gewärtigl/ Er ist schon auf der Bahn. Michael Schirmer, 4 1673. Mel. Valet will ich dir geben. 20 Melchior Teschner, I61I3. 9 1— ö— ö ESEEEEEE EE Wie soll ich dich emp⸗fangen,/ und wie be⸗gegn ich oal⸗ler Welt Ver⸗langen,/ o mei⸗ ner See⸗le — 2.—— —————.— SSESESNNNEEEEEET ö ——— 2 6 EI Jer⸗ O Jesu, Jesu, set⸗ze/ mir selbst die Fackel bei,/ da⸗ —.— x ö—.— H —.—— 1 1 III ..——.—. 4 mit, was dich er⸗ göt⸗ze,/ be⸗ wußt und kund mir sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen/ und grüne Zweige hin,/ und ich will dir in Psalmen/ ermuntern meinen Sinn./ Mein Herze soll dir grůnen/ in stetem Lob und Preis/ und deinem Namen dienen,/ so gut es kann und weiß. 3. Was haͤst du unterlassen/ zu meinem Trost und Freud,/ als Ceib und Seele saßen/ in ihrem größten Leidꝰ/ Als mir das Reich genommen,/ da Fried und Freude lacht,/ bist du, mein Seil, gekommen/ und hast mich froh gemacht. 7. Ich lag in schweren Banden,/ du kommst und machst mich los;/ ich stand in Spott und Schanden,/ du kommst und machst mich groß/ und hebst mich hoch zu Ehren/ und schenkst mir großes Gut,/ das sich nicht laͤßt verzehren,/ wie irdscher Reichtum tut. 16 Advent 21 5. Vichts, nichts hat dich getrieben/ zu mir vom Bim⸗ melszelt/ als dein getreues Cieben,/ damit du alle Welt/ in ihren tausend Plagen/ und großer Jammerslast,/ die kein Mund aus kann sagen,/ so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Berze,/ du hochbetrübtes Heer,/ bei welchem Gram und Schmerze/ sich häuft je mehr und mehr;/ seid unverzagt, ihr habet/ die Bilfe vor der Tür;/ der eure Herzen labet/ und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen,/ noch sorgen Tag und Nacht,/ wie ihr ihn wollet ziehen/ mit eures Armes Machtz/ er kommt, er kommt mit Willen,/ ist voller Cieb und Lust,/ all Angst und Not zu stillen,/ die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken/ vor eurer Sünden⸗ schuld;/ nein, Jesus will sie decken/ mit seiner Lieb und Zuld./ Er kommt, er kommt den Suͤndern/ zum Trost und wahren Seil,/ schafft, daß bei Gottes Kindern/ verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien/ der Feind und ihrer Tück?/ Der Herr wird sie zerstreuen/ in einem Augenblick./ Er kommt, er kommt, ein Bönig,/ dem alle Macht und CList/ der Feinde viel zu wenig/ zum Widerstande ist. 10. Er kommt zum Weltgerichte,/ zum Fluch dem, der ihm flucht,/ mit Gnad und suͤßem Lichte/ dem, der ihn liebt und sucht./ Ach komm, ach komm, o Sonne,/ und hol uns allzu⸗ mal/ zum Licht, zur ewgen Wonne/ in deinen Freudensaall Paul Gerhardt, 1676. Mel. wie nach einer Wasserquelle(oder wie Nr. 388). Sranz sischer P salter 155J. 1 ö ————— Warum willst du draußen ste⸗hen,/ du Ge ⸗seg⸗ne⸗ aß dir, bei mir ein ⸗ zu · ge ⸗hen,/ wohlgefal ⸗Ien, ö 1 ö——— SSSSSSI ter des Zerrn?!* dnt mein Stern, du, mein Je⸗ su, mei ⸗ne Freud,/ 2 * 17 Advent ————— 2.en n n .S.SS.I IIII— Hel⸗-fer in der rechten Zeitl Hilf, o Hei⸗land, mei⸗nem — ö—— + ů—————.——— Ber⸗zen/ von den Wun⸗den, die mich schmer⸗zen. 2. In der Welt ist alles nichtig;/ nichts ist, was nicht kraftlos wär./ Hab ich Hoheit, die ist flüchtig;/ hab ich Reichtum, was ists mehr/ als ein Stäublein armer Erdꝰ/ ö Bab ich Cust, was ist sie wert?/ Was ists, das mich heut er⸗ freue,/ das mich morgen nicht gereue? 3. Aller Trost und alle Freude/ ruht in dir, Herr Jesu Christ;/ dein Erfreuen ist die Weide,/ da man erst recht fröhlich ist./ Leuchte mir, o Freudenlicht,/ ehe mir mein Herze bricht;/ laß mich, Herr, an dir erquicken,/ Jesu, komm, laß dich erblicken! 7. Freu dich, Serz, du bist erhöret,/ jetzo kommt und zeucht er ein;/ sein Gang ist zu dir gekehret,/ heiß ihn nur will—⸗ kommen sein/ und bereite dich ihm zu,/ gib dich ganz zu seiner Ruh,/ oöͤffne dein Gemut und Seele,/ klag ihm, was dich drück und quäle! S. Alles dient zu deinem Frommen,/ auch was boͤs und schädlich scheint,/ weil dich Christus angenommen/ und es treulich mit dir meint./ Bleibest du dem wieder treu,/ ists gewiß und bleibt dabei, Pdaß du mit den Engeln droben/ ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt, + 1676. 2² mel. Ach, was soll ich Sünder machen Nr. Y. J. Rommst du, kommst du, Licht der Heiden?/ Ja, du kommst und säumest nicht,/ weil du weißt, was uns ge⸗ bricht./ O du starker Trost im Leiden,/ Jesu, meines ö Herzens Tur/ steht dir offen, komm zu mir! ö 2. Ja, du bist bereits zugegen,/ du Weltheiland, Gottes Sohn!/ Meine Sinnen spüren schon/ deinen gnadenvollen ö Segen/ und die Wunder deiner Rraft,/ welche Frucht und Leben schafft. * 2 ffT Advent 2324 3. Adle mich durch deine Liebe,/ Jesu, nimm mein Flehen hin!/ Schaffe, daß mein Geist und Sinn/ sich in deinem Lieben uͤbe;/ denn zu lieben dich, mein Licht,/ steht in meiner Kraft sonst nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüte,/ Jesu, offne mir den Mund,/ daß dich meines Herzens Grund/ innig preise für die Gute,/ die du mir, o Seelengast,/ lebenslang erwiesen hast. 5. Caß durch deines Geistes Gaben,/ Ciebe, Glauben und Geduld,/ durch Bereuung meiner Schuld/ mich zu dir sein hoch erhaben!/ Dann so will ich fuůͤr und für/ Hosianna singen dir. Ernst Christoph Somburg, I68I. mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Nikolaus Serman, Wittenberg 1566. SIII J. Nun kommt das neu⸗e KRir⸗chenjahr,/ des freut sich al⸗le Chri⸗sten⸗schar./ Dein König kommt, drum freu 2——— 2—— Ern H F TUTT . ö l dich/ du wer⸗tes Zi⸗ on, e⸗wig⸗lich./ Hal⸗-le⸗ lu⸗ jal 2. Wir hören noch das Gnadenwort,/ das Wort vom Beiland, immerfort,/ das uns den Weg zum Ceben weist;/ Gott, sei für solche Gnad gepreist. BHalleluja! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt,/ die unsern Glauben stärkt und mehrt,/ das bringe Frucht, auf daß wir dir/ Iobsingen dankbar für und fuͤr./ Halleluja! Johann Olearius, 4 J684. Mel. Meinen Zesum laß ich nicht. 24 Johann Uhlich, 1674. 5 inr, nie.—— x — S.. si⸗ an⸗nal Da⸗ vids Sohn/ kommt in ach be⸗rei⸗ tet ihm den Thron,/ setzt ihm 19 25 Advent Iꝗ 3i⸗ on ein ⸗ ge ⸗ zo gen; tau⸗send Eh⸗-ren⸗bo⸗ gen; streu·et Pal men, — 4 ma⸗ chet Bahn,/ daß er Ein⸗ zug hal⸗ten kann! 2. Bosianna, sei gegrüßt!/ Romm, wir gehen dir ent— gegen;/ unser Serz ist schon gerüst,/ will sich dir zu Füßen legen./ Jeuch zu unsern Toren ein,/ du sollst uns will⸗ kommen sein! 3. Bosianna, Friedefürst,/ Ehrenkönig, Seld im Streitel/ Alles, was du schaffen wirst,/ das ist unsre Siegesbeute./ Deine Rechte bleibt erhöht,/ und dein Reich aͤllein besteht. 4. Hosianna, lieber Gaͤst,/ wir sind deine Reichsgenossen,/ die du dir erwählet hast;/ ach, so laß uns unverdrossen/ deinem Zepter dienstbaͤr sein;/ herrsche du in uns allein! S. Bosianna, komme bald,/ die Verheißung zu erfüllen!/ Sollte gleich die Rnechtsgestalt/ deine Majestät verhüllen,/ o, so kennet Jion schon/ Gottes und auch Davids Sohn. 6. Bosianna, steh uns beil/ O Serr, hilf, laß wohlge⸗ lingen,/ daß wir ohne Seuchelei/ dir das Serz zum Gpfer bringen./ Du nimmst keinen Jünger an,/ der dir nicht ge⸗ horchen kann. 7. Bosianna nah und fern! /Eile, bei uns einzugehen!/ Du Gesegneter des Zerrn,/ warum willst du draußen stehen?/ Hosianna, bist du da?/ Ja, du kommst, Salleluja! Benjamin Schmolck, 4 1737 Mel. Meinen ZJesum laß ich nicht(Nr. 20. J. Sieh, dein Rönig kommt zu dir!/ Seele, das sind frohe Worte. /Sprich: Mein Bönig, komm zu mir,/ sieh, ich öffne dir die Pforte,/ zeuch mit deiner Sanftmut ein!/ Was du findest, das ist dein. 2. Romm, ich bin dein Eigentum/ schon seit deinem Wasserbade;/ komm, dein Evaͤngelium/ werde mir ein 2⁰ 8— — Advent 26 Wort der Gnade! /Du schickst ja dein Wort voran,/ daß mein Rönig kommen kann. 3. Romm und räume alles aus,/ was du hassest, was mich reuet;/ komm und reinige dein Saus,/ das die Sunde hat entweihet./ Mache selbst mit deinem Blut/ alles wieder rein und gut! 4. Romm in deinem Abendmahl,/ das du uns zum Heil gegeben,/ daß wir schon im Erdental/ mit dir als im Him⸗ mel leben./ RKomm, Serr Jesu, leb in mir,/ und mein Leben sei in dir! 5. Romm und bring den Geist auch mit,/ deinen Geist, der dich verkläret,/ der mich im Gebet vertritt/ und des Voͤnigs Willen lehret,/ daß ich bis auf jenen Tag:/ RKomm, Herr Jesu, rufen mag. Philipp Friedrich Siller, 1769. Mel. Aus meines Serzens Grunde. 26 Hamburg 1598. S——— + E SRSESEEEEEEEEEEEEEEE 1 Er ⸗hebt den Herrn, ihr From⸗ menl/ Er hält, was UDer Sei⸗land ist ge⸗ kom⸗men,/ der Völ⸗ker —— P——ð——— ISEEEE er ver⸗spricht. Trost und Licht. EEEEEE EE—— . dn v. — 1.. 1 2 uns zum Seil und CLe⸗ben/ selbst sei⸗ nen Sohn ge⸗ +A A —...—.— . — ge⸗ben;/ durch ihn sind wir er löst. 2. Erlöst! O welche Liebe/ hat uns der Herr erzeigt,/ mit welchem Vatertriebe/ sein hderz zu uns geneigt!/ Von seiner Zimmel Thron/ kommt, Rettung vom Verderben/ uns Suͤndern zu erwerben,/ sein eingeborner Sohn. Gott, der uns nicht ver⸗ stößt,/ hat 21 27 Advent 3. Er kommt zu uns auf Erden/ in tiefer Niedrigkeit,/ nimmt auf sich die Beschwerden/ von unsrer Pilgerzeit,/ enthält sich seiner Macht,/ verleugnet Bimmelsfreuden,/ bis er durch Todesleiden/ sein großes Werk vollbraͤcht. 7. Er hats vollbracht; o bringet/ Gott euren Cob— gesang!/ Erlöste Menschen, singet/ dem Mittler ewig Dank!/ Wo niemaͤnd helfen kann,/ da hilft er aus Er⸗ barmen,/ wird Cicht und Trost uns Armen: /o nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Menschenkinder,/ verwirf uns, Jesu, nicht!/ Dein Name, Heil der Suͤnder,/ ist unsre Juversicht./ Gib unsren Seelen Ruh;/ hilf jeden Reiz zu Sünden/ uns glücklich überwinden;/ gib Mut und Kraft dazul E. Dich wollen wir erheben/ hier und in Ewigkeit,/ wo uns ein bessres Ceben/ vor deinem Thron erfreut./ Dann sind wir ewig dein,/ und nichts wird uns mehr fehlen,/ dann werden unsre Seelen/ vollkommen selig sein. Samuel Diterich, 1 1797. 27 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Frankfurt a. M. I599. . +. J.... HEE 2.———— ö— — +—— 3— Der Sei--land kommt, lob⸗ sin- get ihm,/ Er kommt, der ein ge⸗ bor ⸗ne Sohn,/ SSPIPSPIPIPIPIPIPIPITITITIIIII — 4 dem Herrn, dem al⸗le Se⸗ra⸗ phim/ und steigt von sei⸗ nes Bim⸗mels Thron,/ 12—— ö— I— IIII.IIII I——TT ꝛ—— 3ll— das Sei ⸗lig, Sei⸗ lig, sin⸗gen!l à der Welt das Seil zu brin⸗gen. Preis dir⸗ 1——. ö D. 1 —3—..——— ĩDISIIIIEI—— daß wir/ von den Sünden./ Ret⸗tung fin⸗ den;/ 9 —'- FES) 7Y„ II IAe RX 83—„„„„ Advent 28 + 2Z dnrer, DD— hoͤch⸗stes Wesen,/ durch dich wer⸗den wir ge⸗ ne⸗sen. 2. Willkommen, Friedefürst und Seld,/ Rat, Vater, Kraft und Seil der Welt,/ willkommen hier auf Erden!/ Du kleidest dich in Fleisch und Blut,/ wirst Mensch und willst der Welt zu gut/ selbst unser Bruder werden./ Ja du,/ Jesu,/ kommst uns Armen/ voll Erbarmen/ nun ent⸗ gegen,/ wandelst unsern Fluch in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit,/ Heil, Ceben, ewge Seligkeit;/ sei hoch dafür gepriesen!/ O Herr, wie viel zu schwach sind wir,/ die Treue zu vergelten dir,/ die du an uns bewiesen!/ Von dir,/ da wir/ im Verderben/ müßten sterben,/ kommt das Ceben./ O was kannst du Größres geben! 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz,/ gebeugt durch Buße, Reu und Schmerz,/ bereit, vor dir zu wandeln/ und dir und unsrem Nächsten treu,/ aufrichtig, ohne Beuchelei,/ zu denken und zu handeln. /Zu dir/ flehn wir:/ Silf uns Schwaͤchen,/ daß wir wachen,/ beten, ringen/ und des Fleisches Cust bezwingen. 5. Caß uns zu unserm ewgen Seil/ an dir im wahren Glauben Teil/ durch deinen Geist erlangen;/ auch wenn wir leiden, auf dich sehn,/ im Guten immer weiter gehn,/ nicht an der Erde hangen,/ bis wir/ zu dir/ mit den From⸗ men/ ewig kommen,/ dich erheben/ und in deinem Reiche leben. Samuel Diterich, 1 797. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. J. A. Freylinghausen, SalleI704. 2 F.—.—. SSISISII Was wär ich oh ne dich ge⸗ we⸗senꝰ/ Zau furcht und Ang⸗-sten aus⸗ er ⸗le=sen,/ 23 28 Advent ESEEE Was würd ich oh ne dich nicht sein? ꝑi ständ ich in wei⸗ ter Welt al⸗lein. ichts „ ö——. wüßt ich si⸗cher, das ich lieb⸗te;/ die Zu⸗kunft — .— wär ein dunk⸗ler Schlund,/ und wenn mein Serz sich —.— ö—. x—.— IH SSSSII tief be⸗trüͤb⸗te,/ wem tät ich mei⸗ ne Sorge kund? 2. Einsam, verzehrt von Lieb und Sehnen,/ erschien' mir nächtlich jeder Tag;/ ich folgte nur mit heißen Tränen/ dem wilden Lauf des Cebens nach;/ ich fände Unruh im Getümmel/ und hoffnungslosen Gram zu Baus;/ wer hielte ohne Freund im Simmel,/ wer hielte da auf Erden ausꝰ 3. Hat Christus sich mir kundgegeben,/ und bin ich seiner erst gewiß,/ wie schnell verzehrt ein lichtes Leben/ die bodenlose Finsternis!/ Durch ihn erhaͤlt ich tausend Gaben,/ durch ihn bin ich ja Gottes Kind,/ gewiß, ihn unter uns zu haben,/ wo zwei auch nur versaͤmmelt sind. 4. O geht hinaus auf allen Wegen/ und holt die Irrenden herein;/ streckt jedem eure Sand entgegen/ und ladet froh sie zu uns ein!/ Der Himmel ist bei uns auf Erden,/ im Glauben schauen wir ihn an./ Die eines Glaubens mit uns werden,/ auch denen ist er aufgetan. 5. Das Herz, des Cebens reichste Quelle,/ ein böses Wesen wohnte drin;/ und wards in unserm Geiste helle,/ so war nur Unruh der Gewinn./ Ein eisern Band hielt an der Erde/ die bebenden Gefangnen fest; /Furcht vor des Todes Richterschwerte/ verschlang der Boffnung Überrest. 2⁴ 464141 üüt! A Advent 29 6. Da kam ein Heiland, ein Befreier,/ ein Menschensohn voll Cieb und Macht/ und hat ein allbelebend Feuer/ in unserm Innern angefacht./ Wun sahn wir erst den Simmel offen/ als unser wahres Vaterland;/ wir konnten glauben nun und hoffen/ und fühlten uns mit Gott verwandt. 7. Voch steht in wundersamem Glanze/ der heilige Ge⸗ liebte hier;/ gerührt von seinem Dornenkranze/ und seiner Treue, weinen wir./ Ein jeder Mensch ist uns willkommen,/ der seine Sand mit uns ergreift/ und, in sein Zerz mit auf⸗ genommen,/ zur Frucht des Paradieses reift. Friedrich v. Sardenberg(Movalis), + I80I. 29 Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Frankfurt a. M. I599. —— ö ö ö ö—....— ö—* 5* in iir. Mmn Haier. 2— — 2 XXI — Herr, wir sin⸗gen dei⸗ ner Eh⸗re,/ erbarm dich Herr, wir dan-ken voll Ent⸗ zük⸗ken;/ wo ist ein —— —.—— Z.—5— 0 05 ö— ö——————— 20— 0 un⸗ser und er⸗ hö⸗re,/ nimm gnä⸗-dig un-ser Cob— Gott, der so be⸗-glük⸗ken,/ so lie⸗-ben und so seg⸗ lied anl nen an. Der Gott, den wir er⸗höhn,/ er, des⸗ ö 2— — — 2— ö—5** sen Seil wir sehn,/ ist die Lie⸗be;/ schon vor der Zeit,/ 1 V we iii. — in E⸗wig⸗keit/ war Gott die Cie⸗be, wird sie sein. 25 —p 30 ö Advent 2. Um zu dir uns zu erheben,/ hauchst du in unsre Brust das Leben/ und schenkest uns der Erde Glück;/ um zu dir uns zu erheben,/ entziehst du unsrer Brust das CLeben/ und schenkest uns des Himmels Glück./ Du gibst das Leben, Gott!/ Du sendest uns den Tod/ nur zum Segen,/ bist liebevoll;/ nur unser Wohl,/ nicht unser Elend schaffest du. 3. Als wir, von der Sünde Plagen/ gequält, in unserm Elend laͤgen/ und Naͤcht des Todes uns umfing,/ fern von deiner Wahrheit Pfaͤde,/ da waͤr es, Gott, als deine Gnade/ erbarmend vor uns überging. /Da rief der Ciebe Blick/ ins Ceben uns zurück;/ von der Sünde,/ von ihrer Nacht/ sind wir erwacht,/ erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder!/ Zur Erde stieg sein Sohn hernieder,/ waͤrd Mensch und starb der Sünder Tod./ Christus hat den Tod bezwungen;/ ein neues Lied werd ihm gesungen!/ Uns segnet und begnaͤdigt Gott./ Wir sind mit ihm versöhnt;/ ihr Lobgesänge, tont,/ tönt zum Sim— mel!/ Erschallt schon hier!/ Einst knieen wir/ an seinem Thron und beten an. Joh. Zoachim Eschenburg, 1820. 30 Arnold Mendelssohn, Darmstadt 1887. — s.—— V I.—2—— SD————— J. Dein Rö⸗nig kommt in nie ⸗dern Hül⸗len /sanft⸗ S SIS S.I............ .— mü ⸗ tig auf der Es lin Fül ⸗len;/ emp⸗ PDPDDPRI‚I‚‚.— fang ihn froh, Je⸗ru⸗ sa⸗lem! ¶ Trag ihm ent⸗ge⸗gen d/I— ö. EIDE i EEEEEEE — 1 Frie ⸗ dens · pal⸗ men,/ be⸗streu den Pfad mit gru nen 26—— 403 Advent 30 2 H—— E III di Be, Z Balmen;/ so ists dem Her ⸗ ren an ge⸗nehm. 2. O mächtger Serrscher ohne Heere,/ gewaltger Rämpfer ohne Speere, /o Friedensfürst von großer Macht!/ Es wollen dir der Erde Herren/ den Weg zu deinem Throne sperren;/ doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden;/ doch aller Erden Reiche werden /dem, das du gründest, untertan./ Bewaffnet mit des Glaͤubens Worten,/ zieht deine Schar nach den vier Orten/ der Welt hinaus und maͤcht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen,/ da ebnen sich des Meeres Wogen,/ es schweigt der Sturm, von dir bedroht./ Du kommst, auf den empörten Triften/ des Lebens neuen Bund zu stiften,/ und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue,/ o komme du auch jetzt aufs neue/ zu uns, die wir sind schwer verstört!/ Wot ist es, daß du selbst hienieden/ kommst zu erneuern deinen Frieden,/ daͤgegen sich die Welt empört. G. O laß dein Licht auf Erden siegen,/ die Macht der Finsternis erliegen/ und lösch der Iwietracht Glimmen aus,/ daß wir, die Völrer und die Thronen,/ vereint als Brüder wieder wohnen/ in deines großen Vaters Haus. Friedrich Rückert, 4 1866. 27 + 2 =E W V I — Z4 N IN * NN 1. 70 NNN WN ö 7 46⁵9⁷½3 2 2 22223 2.. E D U 10 S 7 V 2 — 77% WN NN + UN FW — DI NᷓW * * Weihnachten 3J· 32 3 I(Vorreformatorisch.) Röln I599. ——.— ů Es ist ein Ros ent ⸗- sprun⸗gen/ aus ei⸗ ner Wur⸗ Vals uns die Al ten sun⸗gen,/ von Jes⸗se kam IESSN . 3 2151 und hat ein Blümlein bracht/ mit⸗ten im 7 kal⸗ ten Win⸗ter/ wohl zu der hal ⸗ben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine,/ davon Jesaias sagt,/ hat uns gebracht alleine/ Marie, die reine Nagd./ Aus Gottes ewgem Rat/ hat sie ein RKind geboren/ wohl zu der halben Nacht.(Vorreformatorisch.) IS. 32 Ein Rinderlied auf die Weihnachten 0 vom KRindlein Jesu Leipsis 1539. 4 ö H. — J.„Vom HSim⸗-mel hoch, da komm ich her,/ ich 1I— 5% Eun ö é —.— IX .r, bring euch gu⸗ te neu⸗e MNär;/ der gu⸗ten Mär bring DDDDEEIEEEEIIEE— — ti: ich so viel,/ da⸗-von ich sinnn und sa-gen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn/ von einer Jung— frau auserkorn,/ ein Kindelein so zart und fein,/ das soll eur Freud und Wonne sein. 2 29 32 Weihnachten 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott,/ der will euch führn aus aller Not;/ er will eur Heiland selber sein/ von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit,/ die Gott, der Vater, hat bereit,/ daß ihr in seinem Zimmelreich/ mit uns sollt leben allzugleich. 5. So merket nun das Zeichen recht:/ die Rrippen, Winde⸗ lein so schlecht,/ da findet ihr das Kind gelegt,/ das alle Welt erhält und trägt.“ 6. Des laßt uns alle fröhlich sein/ und mit den Birten gehn hinein,/ zu sehn, was Gott uns hat beschert,/ mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Sei uns willkommen, edler Gast,/ den Sünder nicht verschmähet hast/ und kommst ins Elend her zu mir:/ wie soll ich immer danken dirꝰ? 8. Ach Serr, du Schöpfer aller Ding,/ wie bist du worden so gering,/ daß du daliegst auf dürrem Gras,/ der in dem Schoß des Vaters saß! 9. Und wär die Welt vielmaͤl so weit,/ mit Edelstein und Gold bereit't,/ so wäre sie doch viel zu klein,/ um eine Wiege dir zu sein. 10. Der Sammet und die Seiden dein,/ das muͤssen Heu und Windeln sein,/ worin du, Rönig, groß und reich,/ her⸗ prangst, als wärs dein Simmelreich. II. Das hat also gefallen dir,/ die Wahrheit anzuzeigen mir,/ wie aller Welt Macht, Ehr und Gut/ vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut. 12. Ach du herzlieber Jesu mein,/ mach dir ein Bette sanft und rein,/ zu ruhn in meines Herzens Schrein,/ daß ich nimmer vergesse dein. 13. Davon ich allzeit fröͤhlich sei,/ zu springen, singen immer frei/ zu Ehren dir, o Gottessohn,/ mit Herzenslust den süßen Ton. 14. Cob, Ehr sei Gott im höchsten Thron,/ der uns schenkt seinen eingen Sohnz/ des freuet sich der Engel Schar/ und singet uns solch neues Jahr. Martin Luther, T 1546. 3⁰ 2* chten führn allen er, hat t leben Dinde⸗ as alle ngehn seinem r nicht % wie worden in dem ein und m eine en Beu 5„/her⸗ uzeigen nichts Bette „/ daß singen zenslust Hder uns Schar/ r,T I546. Weihnachten 3334 33 N Vorreformatorisch.) Wittenberg 1524. 5 SEEE 8 J. Ge⸗lo⸗bet seist du, Jefu Christ /daß du Mensch ge⸗ ö ö* ů EEIEEE bo⸗ren bist/ von ei⸗ ner Jungfrau, das ist wahr;/ des ——————8 D.. ñ—.—— freu⸗et sich der En⸗gel Schar./ Hal⸗ le⸗lu⸗ ja! 2. Des ewgen Vaters einig Kind/ jetzt man in der Krip⸗ pen findt;/ in unser armes Fleisch und Blut/ verkleidet sich das ewge Gut./ Hallelujal 3. Den aller Weltkreis nie beschloß,/ der liegt in Maͤrien Schoß;/ er ist ein Kindlein worden klein,/ der alle Ding er⸗— hält allein./ Halleluja! J. Das ewge Licht geht da herein,/ gibt der Welt ein'n neuen Schein;/ es leucht't wohl mitten in der Nacht/ und uns des Cichtes Kinder macht./ Halleluja! S. Der Sohn des Vaters, Gott von Art,/ ein Gast in der Welt hie ward/ und führt uns aus dem Jammertal,/ macht Erben uns in seinem Saal./ Salleluja!l G. Er ist auf Erden kommen arm,/ daß er unser sich er⸗ barm/ und uns im Zimmel mache reich/ und seinen lieben Engeln gleich./ Halleluja! 7. Das hat er alles uns getan,/ sein groß Lieb zu zeigen an;/ des freu sich alle Christenheit/ und dank ihm des in Ewigkeit./ Ballelujal Martin Luther, 1546.(Vers J vorreformatorisch.) 34 Nikolaus Serman, 1554. ———.——— J. Cobt Gott ihr Christen all⸗ zu⸗ gleich,/ in sei⸗ nem 2 31 35 Weihnachten . hoͤchsten Thron,/ der heut schleußt auf sein Sim melreich/ und schenkt uns sei⸗ nen Sohn/ und schenkt uns sei⸗nen Sohn. . CII II ꝗ E 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß/ und wird ein Kindlein klein;/ er liegt dort elend, nackt und bloß ,: in einem Krippelein.:,: 3. Der Herr begibt sich der Gewalt,/ wird niedrig und ge⸗ ring,/ nimmt an sich eines Rnechts Gestalt, ,: der Schöpfer aller Ding. ,: 4. Er wechselt mit uns wunderbar,/ nimmt Fleisch an, wird uns gleich/ und beut uns Gottes Klaͤrheit dar 2,: in seines Vaters Reich.:,: 5. Er wird ein Knecht und ich ein Herr,/ das maͤg ein Wechsel sein!/ Wie könnte doch sein freundlicher, das liebe Christkindlein!:,: 6. Zeut schleußt er wieder auf die Tür/ zum schönen Paradeis,/ der Cherub steht nicht mehr dafür, ,: Gott sei Cob, Ehr und Preis!:,: Mikolaus Serman, I56J. 3 5 Johann Crüger, Berlin 1656. EEE * — 2— —— 2....— 135 Freh lich soll mein Her⸗ ze sprin⸗gen/ vnen,, e=wn, nininniermn. .— die⸗ser Zeit,/ da vor Freud/ al le En⸗gel sin⸗gen./ ö ö ö DSSSDSS ,,d. Zört, hört, wie mit vol-len Chö-ren /al⸗-le Luft/ 32 — Weihnachten 35 —. ö— ö ö N ..................—— I— 1— 22 jauchzt und ruft:/ Chri-stus ist ge⸗ bo- ren! 2. Heute geht aus seiner Kammer/ Gottes Beld,/ der die Welt/ reißt aus allem Jammer./ Gott wird Mensch, dir, mensch, zu gute;/ Gottes Rind,/ das verbindt/ sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen,/ der uns gibt,/ was er liebt/ über alle Naßen?/ Gott gibt, unserm Leid zu wehren,/ seinen Sohn/ aus dem Thron/ seiner Macht und Ehren. 4. Nun er liegt in seiner Krippen,/ ruft zu sich/ mich und dich,/ spricht mit süßen Cippen:/ Casset fahren, liebe Brüder,/ was euch quaͤlt,/ was euch fehlt;/ ich bring alles wieder. 5. Ei, so kommet ohn Verweilen,/ stellt euch ein,/ groß und klein,/ laßt uns zu ihm eilen!/ Liebt den, der vor Ciebe brennet,/ schaut den Stern,/ der uns gern/ Licht und Cab⸗ sal gönnet. 6. Die ihr schwebt in großen Leiden,/ sehet, hier ist die Tuͤr/ zu den wahren Freuden./ Faßt ihn wohl, er wird euch fuͤhren/ an den Ort,/ da hinfort/ euch kein Rreuz wird rühren. 7. Wer sich fuhlt beschwert im Serzen,/ wer empfindt/ seine Sünd/ und Gewissensschmerzen,/ sei getrost: hier wird ge⸗ funden,/ der in Eil/ machet heil/ auch die tiefsten Wunden. 8. Die ihr arm seid und elende,/ kommt herbei,/ füllet frei/ eures Glaubens Hände!/ Sier sind alle guten Gaben/ und das Gold,/ dran ihr sollt/ eure Serzen laben. 9. Süßes Heill laß dich umfangen,/ laß mich dir,/ meine Zier,/ unverruͤckt anhangen!/ Du bist meines Lebens Ceben,/ nun kann ich/ mich durch dich/ wohl zufrieden geben. 10. Ich will dich mit Fleiß bewahren,/ ich will dir /leben hier/ und mit dir heimfahren;/ mit dir will ich endlich schweben/ voller Freud/ ohne Zeit/ dort im andern Leben. Paul Gerhardt, 4 1676. 33 Weihnachten 36 Mel. Vom Simmel hoch(mit Weglassung des Salleluja)(Nr. 32 od. wie Nr. 23). J. Wir singen dir, Immanuel,/ du Lebensfürst und Gnaͤdenquell,/ daß du, o langgewünschter Gast,/ dich nun— mehr eingestellet hast.(Halleluja.) 2. Von Anfang, da die Welt gemacht,/ hat so manch Berz nach dir gewacht;/ dich hat gehofft so lange Jahr/ der Väter und Propheten Schar:(Halleluja.) 3.„Ach, daß der Herr aus Jion käm/ und unsre Bande von uns nähm!/ Ach, daß die Hilfe bräch herein,/ so würde dein Volk fröhlich sein.“(Halleluja.) 4. Nun, du bist hier, da liegest du,/ hältst in dem Kripp⸗ lein deine Ruh,/ bist klein und machst doch alles groß,/ be⸗ kleidst die Welt und kommst doch bloß.(Halleluja.) 5. Du kehrst in fremde Sausung ein,/ und sind doch alle Himmel dein; /du liegst an einer Menschenbrust/ und bist doch aller Engel CLust.(Balleluja.) §. Du bist der Ursprung aller Freud/ und duldest so viel Herzeleid; /du bist der größte Menschenfreund,/ doch sind dir so viel Menschen feind.(Halleluja.) 7. Ich aber, dein geringster Knecht,/ ich sag es frei und mein es recht:/ Ich liebe dich, doch nicht so viel,/ als ich dich gerne lieben will.(Halleluja.) 8. Der Will ist da, die Kraft ist klein;/ doch wird dir nicht zuwider sein/ mein armes Serz, und was es kann,/ wirst du in Gnaden nehmen an.(Halleluja.) 9. Darum hab ich so guten Mut,/ du wirst auch halten mich für gut; /o Jesu Christ, dein frommer Sinn/ macht, daß ich so voll Trostes bin.(Halleluja.) 10. Und bin ich gleich der Sünde voll,/ hab ich gelebt nicht, wie ich soll,/ so kommst du doch deswegen her,/ daß sich der Sünder zu dir kehr.(Halleluja.) II. So faß ich dich nun ohne Scheu:/ du machst mich alles Jammers frei;/ du trägst die Schuld, erwuͤrgst den Tod,/ verkehrst in Freud all Angst und Wot.(Salleluja.) 3³ Weihnaͤchten 37 I2. Du bist mein Saupt, hinwiederum/ bin ich dein Glied und Eigentum/ und will, soviel dein Geist mir gibt,/ stets dienen dir, wie dirs beliebt.(Balleluja.) I3. Ich will dein Haͤlleluja hier/ mit Freuden singen für und für,‚/ und dort in deinem Ehrensaal/ solls schallen ohne Jeit und Jahl.(Balleluja.) Paul Gerhardt, 1 J676. 97 Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein(oder wie Nr. 270). Wittenberg 1524. DSS 1³6 steh an dei⸗ ner Krip⸗pe hier,/ o Ich ste⸗ 56 bring ke—— was .— deei nen Kunt, Htnennrn Je⸗ su, du mein Le Dinmt du mir hast ge ⸗ ge⸗ ben Nimm hin, es P— ist mein Geist und Sinn, Er Seel und Mut, nimm EE al ⸗les hin/ und laß bies wohl⸗ge fal⸗len! 2. Da ich noch nicht geboren war,/ da bist du mir ge⸗ boren,/ und hast mich dir zu eigen gar,/ eh ich dich kannt, erkoren; /eh ich noch war ans Licht gebracht,/ da hat dein Berze schon bedacht,/ wie du mein wolltest werden. 3. Ich lag in tiefer Todesnacht,/ du wurdest meine Sonne,/ die Sonne, die mir zugebracht/ Licht, Leben, Freud und Wonne. /O Sonne, die das werte Licht/ des Glaͤubens in mir zugericht,/ wie schön sind deine Strahlen! J. Ich sehe dich mit Freuden an/ und kann nicht satt mich sehen,/ und weil ich nun nichts weiter kann,/ so preis ich, was geschehen./ O, daß mein Sinn ein Abgrund wär/ und meine Seel ein weites Meer,/ daß ich dich möchte fassen! 35 38 Weihnachten S. Wenn oft mein Herz vor Ceide weint/ und keinen Trost kann finden,/ da ruft mirs zu:„Ich bin dein Freund,/ ein Tilger deiner Sunden;/ was traͤuerst du, o Bruder mein?/ Du sollst ja guter Dinge sein,/ ich zaͤhle deine Schulden.“ 6. Du fraͤgest nicht naͤch Cust der Welt,/ noch nach des Leibes Freuden;/ du hast dich bei uns eingestellt,/ an unsrer Statt zu leiden;/ suchst meiner Seele Trost und Freud/ durch dein selbsteignes Herzeleid;/ das will ich dir nicht wehren. 7. Eins aber, hoff ich, wirst du mir,/ mein Heiland, nicht versagen: /daͤß ich dich möge für und fuͤr/ in meinem Herzen traͤgen./ So laß mich deine Wohnung sein,/ komm, komm und kehre bei mir ein/ mit allen deinen Freuden! 8. Zwar sollt ich denken, wie gering /ich dich bewirten werde;/ du bist ein Schöpfer aller Ding,/ ich bin nur Staub und Erde;/ doch bist du ein so lieber Gast,/ daß du noch nie Derschmahet haͤst/ den, der dich gerne siehet. Paul Gerhardt, J676. —* O daß ich tau send Zungen hätte. Frankfurt a. M. I738. EE SSSS — I. Dies ist die Nacht, da mir er⸗ schie⸗nen/ des Das Rind, dem al le En⸗gel die⸗nen, /bringt —.„rim um iur Hm ö ö IE —————————— S..S.... gro⸗ßen Got⸗tes Freundlichkeit. ö Licht in mei⸗ ne Dun⸗kel.heit, I und die⸗ ses welt. und 85— 1—.——.— + ..‚..... drr en., Zimmels⸗licht/ weicht hunderttaͤu⸗send Sonnen nicht. 2. Caß dich erleuchten, meine Seele,/ versäume nicht den Gnaͤdenschein!/ Der Glaͤnz in dieser kleinen Söhle/ streckt sich in alle Welt hinein;/ er treibet weg der Hollen Macht,/ der Sünden und des Todes Nacht. 36 in õeS an dir Weihnachten 39 3. In diesem Lichte kannst du sehen/ das Licht der klaren Seligkeit./ Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen/ der⸗ einst am Ende dieser Zeit,/ wird dieses Cicht mit seinem Schein/ dein Himmel und dein Alles sein. 4. Caß nur indessen helle scheinen/ dein Glaubens⸗ und dein Ciebeslicht;/ mit Gott mußt du es treulich meinen,/ sonst hilft dir diese Sonne nicht;/ willst du genießen ien Schein,/ so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnaͤchtssonne,/ bestrahle mich mit deiner Gunst,/ dein Cicht sei meine Weihnachtswonne/ und lehre mich die Weihnachtskunst,/ wie ich im Lichte wandeln soll/ und sei des Weihnaͤchtsglanzes voll. R. Friedrich Nachtenhöfer, 4 1685. 39 Mel. Lobe den Serren, den mächtigen Rönig. Stralsund 1665. 1H— 1 —————— 14. 1 1 0 33,, e d— ö— Zauch-zet, ihr Zim-mel, froh⸗locket, ihr Sin ⸗get dem Her⸗-ren, dem Sei-land der ö Le, Bum E—.——— d,. En⸗gel, in Chö⸗ren! menschen, zu Eh⸗-ren! , nrr nri. n** E freundlich und nah/ zu den Ver⸗lor⸗nen sich keh⸗ ren. 2. Jauchzet, ihr Simmel, frohlocket ihr Enden der Erden!/ Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden./ Friede und Freud/ wird uns verkündiget heut:/ Freuet euch, Sirten und Serden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste geneiget!/ Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget!/ Sie wird ein Kind,/ träget und tilget die Sünd;/ alles anbetet und schweiget. Se⸗het doch da,/ Gott will so 37 40 Weihnachten 4. Gott ist im Fleische! wer kann dies Geheimnis ver— stehen?/ Hier ist die Pforte des Cebens nun offen zu sehen./ Gehet hinein,/ eins mit dem Rinde zu sein,/ die ihr zum Vater wollt gehen. S. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen ge— denken? /Du willst dich selber, dein Zerze voll Ciebe, mir schenken;/ sollt nicht mein Sinn/ innigst sich freuen darin/ und sich in Demut versenken? G. Rönig der Ehren, aus Ciebe geworden zum Kinde,/ dem ich auch wieder mein Herze in Ciebe verbinde,/ du sollst es sein,/ den ich erwähle allein;/ ewig entsaͤg ich der Sünde. 7. Treuer Immaͤnuel, werd auch in mir nun geboren;/ komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger ver— loren!/ Wohne in mir,/ mache ganz eins mich mit dir,/ in dir zum Ceben erkoren! 8. Menschenfreund Jesu, dich lieb ich, dich will ich er— heben,/ laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nun leben!/ Gib mir aͤuch baͤld,/ Jesu, die Bindesgestaͤlt,/ völlig mich dir zu ergeben. Gerhard Tersteegen, 1769. 40 Mel. Vom Simmel hoch, da komm ich her(Nr. 39. JI. Dies ist der Tag, den Gott gemacht,/ sein werd in aller Welt gedacht;/ ihn preise, was durch Jesum Christ/ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein gehaͤrrt,/ bis daß die Jeit er— füllet ward,/ da sandte Gott von seinem Thron/ das Seil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder faͤssen will,/ so steht mein Geist vor Ehrfurcht still;/ er betet an, und er ermißt,/ daß Gottes Cieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält,/ erniedrigst du dich, Berr der Welt,/ nimmst selbst an unsrer Menschheit teil,/ erscheinst im Fleisch zu unserm Seil. 5. Dein Rönig, Zion, kommt zu dir./„Ich komm, im Buche steht von mir; /Gott, deinen Willen tu ich gern.“/ Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 38 Weihnachten 41 G. Berr, der du Mensch geboren wirst,/ Immanuel und Friedensfürst,/ auf den die Väter hoffend sahn,/ dich, Gott, mein Beiland, bet ich an! 7. Du unser Seil und höchstes Gut,/ vereinest dich mit Fleisch und Blut,/ wirst unser Freund und Bruder hier,/ und Gottes Rinder werden wir. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt,/ Ein Mittler ists, der sie erhält./ Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt,/ der in des Vaters Schoße sitzt! 9. Jauchzt, Simmel, die ihr ihn erfuhrt,/ den Tag der heiligsten Geburt;/ und Erde, die ihn heute sieht,/ sing ihm, dem Berrn, ein neues Lied. 10. Dies ist der Tag, den Gott gemaͤcht,/ sein werd in aller Welt gedacht;/ ihn preise, was durch Jesum Christ/ im Bimmel und auf Erden ist. Christian Fürchtegott Gellert, 1 769. Mel. Rommt her zu mir, spricht Gottes Sohn(Nr. I53). J. Brich an, du schönes Morgenlicht!/ Das ist der alte Morgen nicht,/ der täglich wiederkehret; /es ist ein Ceuch⸗— ten aus der Fern,/ es ist ein Schimmer, ist ein Stern,/ von dem ich längst gehöret. 2. Wun wird ein önig aͤller Welt,/ von Ewigkeit zum Heil bestellt,/ ein zartes Rind geboren;/ der Teufel hat sein altes Recht/ am ganzen menschlichen Geschlecht/ verspielt und schon verloren. 3. Der Himmel ist jetzt nimmer weit,/ es naht die selge Gotteszeit/ der Freiheit und der Liebe;/ wohlauf, du frohe Christenheit,/ daß jeder sich nach langem Streit/ in Frie⸗ denswerken übe. 4. Ein ewig festes CLiebesband/ hält jedes Saus und jedes Cand/ und alle Welt umfangen;/ wir alle sind ein heilger Stamm,/ der LCöwe spielet mit dem Lamm,/ das Rind am Nest der Schlaͤngen. S. Wer ist noch, welcher sorgt und sinnt?/ Hier in der Krippe liegt ein Kind/ mit lächelnder Gebärde./ Wir preisen dich, du Sternenheld!/ Willkommen, Heiland aller Welt! /Willkommen auf der Erde! mar v. Schenkendorf, 1 1817. 39 42· 43 Weihnachten 42 Mel. Lobe den Serren, den mächtigen König der Ehren(Mr. 30). J. Ehre sei Gott in der Höhel Der Serr ist geboren!/ Caßt uns ihm singen, o Christen; auch wir sind erkoren,/ sein uns zu freun/ und durch ihn selig zu sein:/ Christen, wir sind nicht verloren! 2. Schaͤtten und Dunkel bedeckten den Erdkreis; es irrten/ Völker umher wie die Serden, verlassen vom Sirten./ Jesus erschien,/ Wächte verschwanden durch ihn,/ die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren,/ folgten der Zwietracht und haßten sich vor den Altären./ Jesus erschien,/ und es ward Friede durch ihn;/ singet es laut ihm zu Ehren! 4. Ehre sei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben/ hat er durch ihn, den Geliebten, uns allen gegeben./ Bis in das Grab/ stieg er vom dimmel herab,/ einst uns zum Himmel zu heben. 5. Selige Aussicht! Wie werd ich im Lichte der Höhe,/ Retter, dich preisen, wenn dort ich verherrlicht dich sehel/ Danket schon hier,/ CThristen, o dankt ihm mit mir:/ Ehre sei Gott in der Höhe! August Sermann Miemeyer, 1828. 43 —4 9— Gott, dich loben alle wir(oder wie Nr.32). Französis.— 1551. + ——— I. Em⸗ por zu Gott, mein Lob⸗-ge⸗ sangl Er, ö—...——5—.— ö ö— .—...: dem das Cied der En⸗gel klang, 05 ho⸗— Freu⸗den⸗ ——.———.—— Fn, ma een nn n— tag ist da;/ lob⸗-sin⸗get ihm: Hal⸗le⸗-lujal 2. Vom Simmel kam in dunkler Naͤcht,/ der uns das Cebenslicht gebracht;/ nun leuchtet uns ein milder Strahl/ wie Morgenrot im dunklen Tal. 2 * I en Weihnachten 44 3. Er kam, des Vaters Ebenbild,/ von schlichtem Pilger⸗ kleid umhüllt/ und führet uns mit sanfter Hand,/ ein treuer Birt, ins Vaterland. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront,/ hat unter uns, ein Mensch, gewohnt,/ damit auch wir ihm werden gleich/ auf Erden und im Himmelreich. S. Einst führet er zur Himmelsbahn/ uns, seine Brüder, auch hinan/ und wandelt unser Pilgerkleid/ in Sternen⸗ glanz und Serrlichkeit. 6. Empor zu Gott, mein Cobgesang!/ Er, dem der Engel Lied erklaͤng,/ der hohe Freudentaͤg ist da;/ ihr Christen, singt Hallelujal Friedrich Adolph Krummacher, + 1845. N Mel. Valet will ich dir geben. 44 Melchior Teschner, 1613. e.—.— 5 K. I ee E —— Er-⸗füllt sind Stund und Zeiten,/ der neue Tag bricht das Licht der E⸗ wig ⸗kei⸗ten/ tritt auf die Sie⸗ges⸗ RBR 1 ö 2 + .r,. DEE bahn, Jur Mit⸗ternacht, verschwiegen/ hat es sich ein⸗ge⸗ I EEEEEEEE stellt;/ die En⸗gel Gottes fliegen/ und rufens in die Welt. 2. Hier liegts im Mutterschoße/ und ist noch schwach und klein;/ nur zu geringem Lose/ scheint es bestimmt zu sein,/ als sollt es sich verlieren/ in tiefer Dunkelheit,/ und doch soll es regieren/ die Welt in Herrlichkeit. 3. Es muß vor diesem Lichte/ der Erde Glanz vergehn,/ vor diesem Angesichte/ die Sonne finster stehn./ Sein still verborgnes Wesen/ hat eine solche Macht,/ daß Kraͤnke drin genesen/ und Totes neu erwaͤcht. 4. Es freuen sich die Armen,/ die Muůͤden in dem Schein;/ es ladet voll Erbarmen/ die Schwaͤchen zu sich ein./ Die 41 45 Weihnachten Stolzen nur erquicken/ sich nicht an seinem Strahl;/ nur den verkehrten Blicken/ ist dieses Licht zur Qual. 5. O Licht, laß uns hinieden/ als deine Kinder stehn,/ bis wir dereinst in Frieden/ den höhern Aufgang sehn!/ O Jesu, Stern der Gnade,/ des Vaters Glanz und Zier,/ o leucht auf unsre Pfade,/ damit sie gehn zu dir. Seinrich Puchta, 1858. Mel. Aus meines Serzens Grunde. 45 Zamburg 1598. 7 ö— IIIET 355—— I. Der eil⸗ ge Christ ist kom ⸗-men,/ der UEdes freun sich al le——.— men/ am 995— 2.—. teu ⸗re Got⸗ 185 Wsehnm⸗ höch⸗sten Sim⸗mels⸗thron. 1 12.—— I———4—4—— n San I— 2.2.————— EEE ist,/ soll prei⸗ sen hoch und lo⸗ben/ mit al⸗len ————— 1— II äI En⸗geln dro ⸗ben/ den lie⸗ben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen,/ die lange Nacht ist hin;/ die Sünde liegt gefangen,/ erlöst ist derz und Sinn./ Die Sündenangst ist weg,/ der Glaͤube geht zum Himmel/ nun aus dem Weltgetümmel/ auf einem sichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder/ verwaͤist und vater— los;/ Gott rufet selbst die Sůnder/ in seinen Gnadenschoßz/ er will, daß alle, rein/ von ihren alten Schulden,/ ver— trauend seinen Zulden,/ gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset,/ ihr Seelen fern und nah!/ Der euch den Vater weiset, der heilge Christ, ist da;/ er ruft so freundlich drein/ mit süßen LCiebesworten:/ Ge⸗ offnet sind die Pforten,/ ihr Rinder, kommt herein! Ernst Moritz Arndt, 1860. Auch was auf Er⸗den 27³² Jah Mel. Jahreswechsel 4647 Jahreswechsel (Auch Lied Nr. 402.) 46 mel. Zerr Jesu Christ, dich zu uns wend(oder wie Nr. 32). Görlitz J648. 2— ö rr der, e Hurrnrer. IJ. Das al⸗ te Jahr ver⸗gan⸗gen ist;/ wir dan⸗ken + —— 2. ᷣSSIII‚IIEEIEEI——3— dir, Zerr Je⸗-su Christ,/ daß du in Vot uns ö.— H 1 — ö—.——H ——.—.PP....— und Ge⸗fahr/ be hü⸗ tet hast lang Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich, den ewgen Sohn/ des Vaters in dem höchsten Thron: /du wollst dein arme Christenheit/ be⸗ wahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort,/ der Seelen hoͤchsten Trost und Hort;/ vor Irrlehr und Abgötterei/ be⸗ huͤt uns, Herr, und steh uns beil 4. Zilf, daß wir fliehn die Sündenbahn/ und fromm zu werden fangen an;/ der Sünd im alten nicht gedenk,/ ein gnaͤdenreich neu Jahr uns schenk! 5. Hilf christlich leben stetiglich,/ in dir einst sterben selig⸗ lich/ und danach froͤhlich auferstehn/ und mit dir in den Bimmel gehn, 6. Zu loben und zu preisen dich/ mit allen Engeln ewig⸗ lich./ O Jesu, unsern Glauben mehr/ zu deines Namens Lob und Ehr. 1568 und 1588. 47 Mel. Unser Serrscher, unser König(Nr. 53 oder wie Nr. 287). J. Hilf, Serr Jesu, laß gelingen,/ hilf, das neue Jahr geht an;/ laß es neue Kräfte bringen,/ daß aufs neu ich wandeln kann./ Neues Glück und neues Leben/ wollest du aus Gnaden geben. 73 48 Jahreswechsel 2. Meiner Hände Werk und Taten,/ meiner Zunge Red und Wort/ müssen nur durch dich geraten/ und ganz glück⸗ lich gehen fort./ Weue Kraft laß mich erfüllen,/ zu ver⸗ richten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache,/ das gescheh in dir allein;/ wenn ich schlaͤfe, wenn ich wache,/ wollest du, Serr, bei mir sein;/ geh ich aus, wollst du mich leiten,/ kehr ich heim, steh mir zur Seiten. 4. Laß mich beugen meine Kniee/ nur zu deines Namens Ehr;/ hilf, daß ich mich stets bemühe,/ dich zu preisen mehr und mehr./ Caß mein Bitten, Flehn und Singen/ zu dir in den Himmel dringen. 5. Caß dies sein ein Jahr der Gnade,/ laß bereun mich meine Sünd;/ hilf, daß sie mir nimmer schade/ und ich bald Verzeihung find,/ Herr, in dir; denn du, mein CLeben,/ kannst die Sünd allein vergeben. 6. Tröste mich mit deiner Liebe,/ nimm, o Gott, mein Flehen hin,/ sieh, wie sehr ich mich betrübe,/ ja voll Angst und Zagen bin./ Stärke mich in meinen Nöten,/ daß mich Suünd und Tod nicht töten. 7. Berr, du wollest Gnaͤde geben,/ daß dies Jahr mir heilig sei/ und ich christlich könne leben/ sonder Trug und HBeuchelei,/ daß ich noch allhier auf Erden/ fromm und selig möge werden. 8. Jesu, richte mein Beginnen,/ Jesu, bleibe stets bei mir;/ Jesu, zähme mir die Sinnen,/ Jesu, sei nur mein Begier;/ Jesu, sei mir in Gedanken,/ Jesu, lasse nie mich wanken. 9. Jesu, laß mich fröhlich enden/ dieses angefangne Jahr;/ traͤge stets mich auf den Händen,/ halte bei mir in Gefahr./ Freudig will ich dich umfassen,/ wenn ich soll die Welt verlassen. Johann Rist, F 1667 NT Mel. Nun laßt uns Gott, dem Serren. Zeipzig 1587. FHIR— ů , v. — J. Nun laßt uns gehn und tre⸗ ten/ mit 24 5 7 Jahreswechsel 48 r, — + 2 + 1— 1 ö —— —— * IIXIL 2 —— Sin⸗gen und mit Be⸗ ten/ zum Herrn, der un⸗serm —.— x— 1—— 1— I.— 1 Le⸗ ben/ bis hier⸗ her KRraft ge ⸗ ge⸗ ben. 2. Wir gehn dahin und wandern/ von einem Jahr zum andern,/ wir leben und gedeihen/ vom alten bis zum neuen. 3. Denn wie von treuen Müuttern/ in schweren Unge⸗ wittern/ die Kindlein hier auf Erden/ mit Fleiß bewahret werden: 4. Also auch und nicht minder/ läßt Gott ihm seine Kinder,/ wenn NVot und Trübsal blitzen,/ in seinem Schoße sitzen. 5. Ach, Züter unsres Cebens,/ fürwahr, es ist ver⸗ gebens/ mit unserm Tun und Machen,/ wo nicht dein' Augen wachen. G. Gelobt sei deine Treue,/ die alle NMorgen neue;/ Lob sei den starken Zänden,/ die alles Serzleid wenden! 7. Caß ferner dich erbitten,/ o Vater, und bleib mitten/ in unserm Kreuz und LCeiden/ ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gib uns und allen denen,/ die sich von Herzen sehnen/ nach dir und deiner Hulde,/ ein Herz, das sich gedulde. 9. Sprich deinen milden Segen/ zu allen unsern Wegen,/ laß Großen und auch Kleinen/ die Gnadensonne scheinen. J0. Sei der Verlaßnen Vater,/ der Irrenden Berater,/ der Unversorgten Gabe,/ der Armen Gut und Sabe. II. Silf gnädig allen Rranken,/ gib fröhliche Gedanken/ den hochbetrübten Seelen,/ die sich mit Schwermut quälen. I2. Und endlich, was das meiste,/ füll uns mit deinem Geiste,/ der uns hier herrlich ziere/ und dort zum Simmel führe. I3. Das alles wollst du geben,/ o unsres Lebens Leben,/ uns und der Christenschare/ zum selgen neuen Jahrel Paul Gerhardt, 1676. 7⁵ 49 Jahreswechsel Französischer Psalter 1551. — .S.S.S.............. +—— I. A ⸗ber⸗-mals ein Jahr ver⸗flos⸗sen/ nä⸗ her wie ein Pfeil wird ab ge-schossen,/ so ver— ö—.— ö— 2. zu der E-wig⸗keitl ge⸗het mei⸗ne Jeit, .)ͤäͤ„„ 0 Je ho⸗va Ze⸗ ba? othl/ ———.—.—.— nnnnnnn un⸗ver⸗ än⸗der⸗ ää Gottt Ach, was soll, was ö ö H ö— ö H —— 2— mr—j— soll ich bringen,/ dei⸗ner LCangmut Dank zu sin ⸗ gen? 2. Ich erschrecke, mächtig Wesen! /Ich versink in Angst und Not;/ denn mein Beten, Singen, Lesen,/ ach, das ist so träg und tot./ Heilig! Seilig! Seiliger!/ Großer Sera— phinen⸗Herr!/ Wehe mir! ich muß vergehen;/ denn wer kann vor dir bestehen? 3. Aber du bist auch sanftmütig,/ o getreues Vaterherzl/ In dem Bůrgen bist du gůtig,/ der gefühlt des Todes Schmerz./ Steh ich nicht in deiner Sand/ eingezeichnet als ein Pfand,/ das du ewig willst bewahren/ vor des bösen Feindes Scharen? 4. Auf, mein Herz, gib dich nun wieder/ ganz dem Friedensfürsten dar!/ Opfre dem des Dankes Lieder,/ welcher krönet Tag und Jahr./ Fang ein neues Leben an,/ das zum Ziel dich führen kann,/ wo du durch ein selig Sterben/ wirst die HSimmelskron ererben. 5. Soll ich denn in dieser Zütten/ mich ein Jeitlang plaͤgen noch,/ so wirst du mich überschütten/ mit Geduld, das weiß ich doch./ Trag auf deinem Serzen mich,/ Jesu Christe, dir will ich/ heut von neuem mich verschreiben,/ dir auf ewig treu zu bleiben. — 36 Jahreswechsel 30 6. An dem Abend und dem Morgen,/ Gott, mein Rat, be⸗ suche mich!/ Caß der Seiden Nahrungssorgen/ nimmer scheiden mich und dich!/ Prüf mich jeden Augenblick,/ gib, daß ich mein Haus beschick,/ daß ich wache, bet und flehe,/ ehe denn ich schnell vergehe. Joachim Neander, 1680. Mel. Serzlich tut mich verlaͤngen. 50 Bans Leo Saßler, 160J. ö —.— ö. e———— ö— en,— ö 3—— 1 3— Durch Trau⸗ern und durch Pla⸗ gen,/ durch durch Soff⸗nung und durch Rla⸗ gen,/ durch 1 12 —.— I Not, durch Angst und Pein,—— Sor⸗gen groß und klein bin ich, gott⸗ — ö— — 5.———. lob, ge⸗ drun⸗gen. Dies Jahr ist nun da- hin:/ dir, I aR —— EE — Gott, sei Lob ge⸗ sun⸗gen!/ Be⸗wegt ist Serz und Sinn. 2. Der du mich haͤst erbauet,/ in dir besteht mein Heil;/ dir ist mein Glück vertrauet,/ du bist und bleibst mein Teil./ Du hast mich wohl erhalten,/ du bist mein Trost und Hort;/ dich laß ich ferner walten;/ Berr, führ mich fort und fort. 3. Mein Gott, o meine Liebe,/ was du willst, will auch ich;/ gib, daß ich nichts verübe,/ was irgend wider dich;/ dir ist mein Will ergeben,/ ja, er ist nicht mehr mein,/ die⸗ weil mein ganzes Ceben/ dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken,/ und, Herr, ich wills auch tun./ Soll mich die Armut drücken? /Ich will daͤbei 47 51 Jahreswechsel beruhn./ Soll mich Verfolgung plagen?/ Ja, Herr, befiehl du mir!/ Soll ich Verachtung traͤgen? /Ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben?/ Serr Gott, dein Wille gilt./ Soll ich in Ängsten schweben?/ Mein Seiland, wie du willt./ Soll ich denn Krankheit leiden?/ Ich will gehorsam sein./ Soll ich von hinnen scheiden?/ Berr, dein Will ist auch mein. G. Beut ist das Jahr beschlossen;/ Herr, deine Gnade sei/ heut auf mich neu ergossen,/ mein Serze werd auch neu./ Laß ich die alten Sünden,/ so werd ich, Gott, bei dir/ auch neuen Segen finden,/ dein Wort verspricht es mir. G. Wilhelm Sacer, 1699. 7 Meinen Zesum laß ich nicht. I. I.......I.... I. Je⸗-sus soll die 0 sung sein,/ da ein (Je⸗su Na⸗-me soll al⸗-lein/ de⸗nen D...EEE... neu ⸗-es Jahr er⸗ schie nen; zum Pa⸗ nie re die⸗nen, — 1—.— d ͤ,. Bun⸗de stehn/ und auf sei⸗ nen we⸗gen gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort/ soll in der Gemeinde schallen,/ und so oft wir an den Ort,/ der nach ihm genannt ist, waͤllen,/ maͤche seines Namens Ruhm/ unser Serz zum Seiligtum. 3. Sein Versühnen und sein Heil/ wollen wir im Glauben ehren;/ also wird es uns zuteil,/ wird sich täglich bei uns meh⸗ ren;/ auch fürs neue Jahr uns beut/ Jesu Wame Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir/ nun in Jesu Namen gehen;/ geht uns dieser Leitstern für,/ so wird alles wohl bestehen/ und durch seinen Gnaͤdenschein/ alles voller Segen sein. die in sei⸗ nem 48 Johaͤnn Uhlich, 1674. Jaht . süßen müsse Rum 39 zeiche vergl Losu Mel. E Jahreswechsel 32 5. Alle Sorgen, alles Ceid/ soll sein Wame uns ver⸗ süßen,/ so wird alle Bitterkeit/ uns ein Segen werden müssen./ Jesu Waͤm sei Sonn und Schild,/ welcher allen Rummer stillt. E. Jesus, aller Bürger Seil/ unserm Ort ein Gnaͤden— zeichen,/ unsres Candes bestes Teil,/ dem kein Kleinod zu vergleichen,/ Jesus, unser Schutz und Hort,/ bleib uns Losung fort und fort. Benjamin Schmolck, + 1737. 92 2—45 ist das Seil uns kommen her. Vorreformatorisch. Wittenberg 1523. re,a⸗nl 27 Gott ruft der Sonn und schafft den Mond,/ das 3 schafft es, daß man si⸗ cher wohnt,/ und .. ZJahr da nach zu tei lenz/ er heißt die Jei⸗ ten ei len;/ er +. 4 TLie HJ. 1 —— 65. Jah re, Tag und Nacht./ Auf, laßt uns—— dem ord⸗net I —j— 1 EN——.— Gott der Macht,/ Ruhm, Preis und Dank er⸗ tei-len! 2. Herr, der da ist und der da war!/ Von dankerfüllten Jungen/ sei dir für das verfloßne Jahr/ ein heilig Cied ge⸗ sungen,/ für Ceben, Wohlfahrt, Trost und Rat,/ fur Fried und Ruh, für jede Tat,/ die uns durch dich gelungen. 3. Caß auch dies Jahr gesegnet sein,/ das du uns neu gegeben,/ verleih uns Rraft— die Kraft ist dein—,/ in deiner Furcht zu leben!/ Du schutzest uns, und du vermehrst/ der Menschen Glück, wenn sie zuerst/ nach deinem Reiche streben. 2 *9 53 Darstellung und Erscheinung Jesu Christi 4. Hilf deinem Volke väterlich/ in diesem Jahre wieder,/ erbarme der Verlaßnen dich/ und der bedrängten Glieder;/ gib Glück zu jeder guten Tat/ und laß dich, Gott, mit Seil und Raͤt/ auf unserm Volke nieder: 5. Daß Weisheit und Gerechtigkeit/ in unsrem Cande throne,/ daß Tugend und Zufriedenheit/ in allen Ständen wohne, /daß Treu und Liebe bei uns sei,/ dies, lieber Vaͤter, dies verleih/ in Christo, deinem Sohne! Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Darstellung und Erscheinung Jesu Christi (Auch Lied Nr. 269.) Mel. Un ser Serr scher, unser König. 53 Bremen J680. —‚— + ——.—————4 ——— E Wer⸗de licht, du Staͤdt der Bei-den,/ und du, schau-e, welch ein Glanz mit Freu⸗den/ uͤ⸗-ber PPPPPFPFPFPTFTFTFT!T—T— 32 II.— —— Sa ⸗lem, wer⸗de licht; dei- nem Baupt an⸗——— nrrn. ri ir nicht ver⸗ges⸗ sen,/ 2— im Fin⸗stern sind ge⸗-ses⸗sen. 2. Dunkelheit, die mußte weichen,/ als dies Licht kam in die Welt,/ dem kein andres zu vergleichen,/ welches alle Ding erhält./ Die nach diesem Glanze sehen,/ durfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waͤren wir verblendet, /ehe noch dies Licht brach an!/ Ja, da hatte sich gewendet/ schier vom Simmel jedermann;/ unsre Augen und Gebärden/ hingen einzig an der Erden. Gott hat de⸗ 8⁰ risti der,/ der;/ t Heil ande ünden lieber 1769. risti n 1680. . ĩdu, ber Darstellung und Erscheinung Jesu Christi 54 4. Gottes Rat war uns verborgen,/ seine Gnaͤde schien uns nicht,/ Klein und Große mußten sorgen,/ jedem fehlt' es an dem Licht,/ das zum rechten Himmelsleben/ seinen Glanz uns sollte geben. 5. Aber wie hervorgegangen /ist der Aufgang aus der Höh,/ haͤben wir das Licht empfaͤngen,/ welches so viel Angst und Weh/ aus der Welt hinweggetrieben,/ daß nichts Dunkles ist geblieben. G. Dieses Licht läßt uns nicht wanken/ in der rechten Glaubensbahn./ Ewig, Herr, will ich dir danken,/ daß du hast so wohlgetan/ und uns diesen Schaͤtz geschenket,/ der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gib, Herr Jesu, Kraft und Stärke,/ daß wir dir zu jeder Zeit/ durch der Liebe Glaubenswerke/ folgen in Ge— rechtigkeit/ und hernach im Freudenleben/ heller als die Sterne schweben. 8. Dein Erscheinen muß erfüllen/ mein Gemüt in aller Not;/ dein Erscheinen müsse stillen/ meine Seel auch gaͤr im Tod;/ Herr, in Freuden und im Weinen/ müsse mir dein Cicht erscheinen! 9. Jesu, laß mich endlich gehen/ freudig aus der bösen Welt,/ dein so helles Cicht zu sehen,/ das mir dort schon ist bestellt,/ wo wir sollen unter Rronen/ in der schönsten Rlarheit wohnen. Johann Rist, 1667. 54 Mel. Valet will ich dir geben(Nr. 442). J. Berr Jesu, Cicht der Seiden,/ der Frommen Schatz und CLieb!/ Wir kommen jetzt mit Freuden/ durch deines Geistes Trieb/ in diesen deinen Tempel/ und suchen mit Begier/ nach Simeons Exempel/ dich, Gottes Sohn, allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, /o Herr, an jedem Ort,/ dahin du dich verbunden/ durch dein Verheißungswort;/ vergönnst noch heutzutage,/ daß man dich gleicherweis/ auf Glaubensarmen traͤge,/ wie hier der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne,/ ein helles Cicht in Pein,/ in Schrecken unsre Sonne,/ im Rreuz ein Gnadenschein,/ 5 55 Darstellung und Erscheinung Jesu Christi in Zagheit Glut und Feuer,/ in Wot ein Freudenstrahl,/ in Banden ein Befreier,/ ein Stern in Todesquall 4. Herr, laß auch uns gelingen,/ daß einst wie Simeon/ ein jeder Christ kann singen/ den schönen Schwaͤnenton:/ Mir werden nun mit Frieden/ die Augen zugedrückt,/ nach⸗ dem ich schon hienieden/ den Heiland hab erblickt. S. Ja, ja, ich hab im Glauben,/ mein Jesu, dich geschaut;/ kein Feind kaͤnn dich mir rauben,/ dräut er auch noch so laut./ Ich wohn in deinem Herzen,/ und in dem meinen duz/ uns scheiden keine Schmerzen,/ kein Angst, kein Tod dazu. Johann Franck, 1677. 55 Mel. Lobt Gott, ihr Christen allzugleich(Nr. 3½). J. Auf, Seele, auf und säume nicht!/ Es bricht das Cicht herfür;/ der Wunderstern gibt dir Bericht,/ der Held sei vor der Tür. 2. Geh aus von deinem Vaterlaͤnd,/ zu suchen solchen Berrn,/ laß deine Augen sein gewandt/ aͤuf diesen Morgen⸗ stern! 3. Gib acht auf diesen hellen Schein,/ der aufgegangen ist;/ er führet dich zum Kind hinein,/ das heißet Jesus Christ. 7. Er ist der Held aus Davids Stamm,/ der alle Feinde schlägt;/ er ist das teure Gotteslamm,/ das unsre Sünden trägt. S. Drum mache dich behende auf,/ befreit von aller Cast,/ und laß nicht ab von deinem Cauf,/ bis du dies Rindlein hast. G. Halt dich im Glaͤuben an das Wort,/ das fest ist und gewiß;/ das führet dich zum Lichte fort /aus aller Finsternis. 7. Drum sinke nur vor seinem Glanz/ in tiefste Demut ein/ und laß dein Serz erleuchten ganz/ von solchem Freudenschein! 8. Gib dich ihm selbst zum Opfer dar/ mit Geist und Leib und Seel/ und singe mit der Engel Schar: /Sier ist Im— manuell 52 Pein; wiedet II. kannt Vater Mel. M hristi hl,/ in eon/ ton:/ nach⸗ hautz/ och so nduz/ dazu. + J67⁷. ht das er Held olchen orgen⸗ angen Christ. Feinde ünden CLast,/ indlein ist und aller Demut olchem d Leib st Im⸗ Darstellung und Erscheinung Jesu Christi 56 9. Bier ist das Ziel, hier ist der Ort,/ wo man zum Leben geht;/ hier ist des Paradieses Pfort,/ die wieder offensteht. J0. Sier faͤllen alle Sorgen hin,/ zur Lust wird alle Pein; /es wird erfreuet Serz und Sinn,/ denn Gott ist wieder dein. II. Der zeigt dir einen andern Weg,/ als du vorher ge— kannt:/ den stillen Ruh- und Friedenssteg/ zum ewgen Vaterland. Michael Müller, + 1704. ** Meinen Jesum laß ich nicht. 56 Johann Uhlich, 1674. E x 1 Je- su, gro⸗-ßer Wun⸗derstern,/ der aus Umei⸗ne See⸗le will so gern/ dir an Ja⸗kob ist er⸗ schie nen, dei-nem Fe⸗ ste die⸗ nen; —— 666—.— 5.— x 4 ..— ö— gnä⸗ dig an,/ was ich Ar ⸗mer schen⸗ken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin,/ wie ichs von dir selber habe/ und damit beschenket bin,/ so ist dirs die liebste Gabe;/ laß es auch bewährt und rein/ in dem Trübsals— feuer sein! 3. Nimm den Weihraͤuch des Gebets,/ laß denselben zu dir dringen;/ Serz und Lippen sollen stets/ ihn als Opfer vor dich bringen;/ wenn ich bete, nimm es auf/ und sprich Ja und Amen draͤuf! 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu;/ ach mich schmerzet meine Sünde! JAber du bist fromm und treu,/ daß ich Trost und Gnaͤde finde/ und nun fröhlich sprechen kann:/ Jesus nimmt mein Gpfer an. Erdmann Neumeister, 4 1756. 33 nimm doch, nimm doch ————— 97 Darstellung und Erscheinung Jesu Christi 57 Mel. Rommt her zu mir, spricht Gottes Sohn(Nr. I53). J. Wohlauf, mein Serz, verlaß die Welt,/ dem, der für dich sich dargestellt,/ nun dich auch darzustellen!/ Er ist das Licht, drum sei gewiß, /er wird auch deine Finsternis/ durch seinen Glanz erhellen. 2. Ach, du sollst ihm ein Tempel sein! /Er selbst macht dich von Sünden rein/ und hat Lust, hier zu wohnen./ Doch, finstres Serz, auf, werde licht!/ Denn Jesus wohnt in Herzen nicht,/ die noch der Cüste schonen. 3. Wer dich begehret, Gottes Sohn,/ vom Geist erweckt wie Simeon,/ zu seinem Heil zu haben,/ Gott fürchtet, sich der Welt entwöhnt,/ aus ihr sich nach dem Simmel sehnt,/ der opfert rechte Gaben. 4. Wer aͤuf die Treue Gottes baut,/ im Glauben seinen Heiland schaͤut,/ der kann in Frieden fahren./ Der Heiland hält, was er verspricht,/ er wird sich ihm in seinem Licht/ dort herrlich offenbaͤren. 5. Berr, mache mich gerecht und rein,/ Serr, laß mich stets voll Glaubens sein,/ mich stets im Geiste leben,/ bis du auch mich, wenn dirs gefällt,/ im Frieden wirst aus dieser Welt/ zu deiner Wonn erheben. Nach Laurenti(+ 1722) von Joh. Adolf Schlegel, 4 1793. 54 hristi er fůr ist das nis/ macht en./ hnt in rweckt et, sich ehnt,/ seinen eiland icht/ CLamm Got ⸗tes, un⸗ mich bis du e—— dieser E +1703. schul⸗ dig/ am 6 n ——— ge⸗schlaͤch⸗tet,/ all⸗- zeit er⸗fun⸗den ge⸗ dul⸗ dig,/ — U I 1— — ————F.. wie⸗wohl du wa⸗rest ver⸗-ach⸗tet;/ all Sünd ...—— — —. ————— hast du ge⸗ tra ⸗-gen,/ sonst müß⸗ ten wir b x 1— x é ö ,, n. ver⸗ za ⸗ gen;/ er⸗ barm dich un⸗ ser, o Je-sul 35 59 Passion 2. O Camm Gottes, unschuldig/ am Stamm des RKreuzes geschlaͤchtet,/ allzeit erfunden geduldig,/ wiewohl du warest verachtet;/ all Sünd hast du getraͤgen,/ sonst müßten wir verzagen;/ erbarm dich unser, Jesu! 3. O Camm Gottes, unschuldig/ am Stamm des Rreuzes geschlachtet,/ allzeit erfunden geduldig,/ wiewohl du warest verachtet;/ all Sünd hast du getragen/ sonst müßten wir verzagen;/ gib deinen Frieden, o Jesul (Nach dem Agnus dei) Mikolaus Decius, 154J. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 59 Franzö sischer Psalter, 155J. 3 ö ö ö ö dxnrrrnen II———8 Je-su, dei- ne tie⸗fen Wun⸗den,/ dei ne Uge⸗ben mir zu al-len Stun-den/ Trost in ö ö——. e, Qual und bitt⸗rer Tod Leibs⸗ und See⸗len⸗not; +. —.— ———— fällt mir et⸗was Ar⸗ges ein,/ ————— ö r d. denk ich bald an dei⸗ ne Pein;/ die ver⸗-lei⸗- det ů ö—.——— ——2 1— ů ———————————————.—— mei⸗nem Ser⸗zen,/ mit der Sünde je zu scher ⸗zen. 2. Will sich dann in Cüsten weiden/ mein verderbtes Fleisch und Blut,/ so gedenk ich an dein Ceiden,/ bald wird alles wieder gut./ Setzet der Versucher mir/ heftig zu, halt ich ihm fuͤr/ deine Gnad und Gnaͤdenzeichen:/ bald muß er von dannen weichen. öů 3. Will die Welt mein Herz verführen/ auf die breite Sün⸗— denbahn,/ wo so viele sich verlieren,/ alsdann schau ich emsig 36 ssion euzes varest n wir peuzes warest n wir + I54I. Passion 60 an/ deiner Marter Zentnerlaͤst,/ die du ausgestanden hast;/ so kann ich in Andacht bleiben,/ alle böse Cust vertreiben. 7. Ja, für alles, das mich kränket,/ mir dein Ceiden Silfe schafft;/ wenn mein Herz hinein sich senket,/ schoͤpf ich neue Lebenskraft./ Deines Trostes Süßigkeit/ wendet mir das bittre Ceid,/ der du mir das Heil erworben,/ da du bist für mich gestorben. S. Auf dich setz ich all mein Zoffen,/ du bist meine Zu— versicht;/ dein Tod hat den Tod getroffen,/ daß er mich kann töten nicht./ Daß ich an dir habe teil,/ bringet Trost mir, Schutz und Heil;/ deine Gnade wird mir geben/ Auf⸗ erstehung, Cicht und Ceben. 6. Bab ich dich in meinem Serzen,/ du Brunn aller Gütigkeit,/ so empfind ich keine Schmerzen/ auch im letzten RKampf und Streit./ Ich verberge mich in dich,/ kein Feind kann verletzen mich;/ wer vertraͤut auf deine Wun⸗ den,/ der hat selig überwunden. Johann Seermann, 1 1647. 6⁰ Zohann Crüger, 905 1 —.—. I. Herz⸗lieb⸗ster Je⸗ su, was haͤst du ver⸗brochen,/ e dennrn mien n, ,. —. 1 en da, — 1 daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen?/ Was ist die 1 1.2——..— S Schuldꝰ In was für Mis⸗se⸗ ta⸗ ten/ bist du ge⸗ ra⸗ ten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet,/ ins An⸗ gesicht geschlagen und verhöhnet,/ du wirst mit Essig und mit Gall getränket,/ ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? /Ach, meine Sünden haben dich geschlaͤgen;/ ich, o Herr Jesu, habe dies verschuldet,/ was du erduldet. 5⁷ 61 Passion 4. Wie wunderbaͤrlich ist doch diese Strafe!/ Der gute Hirte leidet für die Schafe,/ die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte,/ für seine Knechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße,/ die dich ge— bracht auf diese Maͤrterstraͤße;/ ich lebte mit der Welt in Cust und Freuden,/ und du mußt leiden. G. Ach großer Rönig, groß zu allen Zeiten,/ wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten?/ Kein Menschenherz ver— mag es auszudenken,/ was dir zu schenken. 7. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen,/ womit doch dein Erbarmen zu vergleichen;/ wie kann ich dir denn deine Ciebestaten/ im Werk erstatten? 8. Doch ist noch etwas, was dir angenehme:/ wenn ich des Fleisches Cüste dämpf und zähme,/ daß sie aufs neue nicht mein Serz entzünden/ mit alten Sünden. 9. Weil aber es nicht steht in eignen Kräften,/ fest die Begierden an das Rreuz zu heften,/ so gib mir deinen Geist, der mich regiere,/ zum Guten fuhre. JI0. Dann werd ich dir zu Ehren alles wagen,/ kein Rreuz mehr achten, keine Schmach und Plaͤgen,/ nichts von Ver⸗ folgung, nichts von Todesschmerzen/ nehmen zu Herzen. II. Dies alles, obs für schlecht zwaͤr ist zu schätzen,/ wirst du es doch nicht gar beiseite setzen,/ in Gnaden wirst du dies von mir annehmen,/ mich nicht beschämen. I2. Wenn dort, Serr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem BSaupte stehn die Ehrenkrone,/ da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen,/ Cob und Dank singen. Zohann Seermann, 1647. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 61 Französischer Psalter, 155J. ö ů . — ö ö——7 ö—— ö—0 E—— Der am Rreuz ist mei ne Lie⸗be,/ mei⸗ ne 58 weg, ihr ar⸗gen Sün⸗-den⸗ ⸗trie⸗-be,/ Welt und Passion 62 —.— ö I.——.—— IIIIIIIII.I.I TTTTT Lieb ist Je-sus Christ!! Hleisch mit enr ver List! Eu-⸗re Lieb ist nicht von Gott,/ ö 1——— Hinn— SS...— eu⸗-re Lieb ist gar der Tod./ Der am Rreuz ist ——— 2— x ů ö ö mei⸗ ne Lie⸗be,/ weil ich mich im Glaͤu-ben ü- be. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe!/ Frevler, was be⸗ fremdets dich,/ daß ich mich im Glauben übe?/ Jesus gab sich selbst für mich./ So waͤrd er mein Friedeschild,/ aber auch mein Lebensbild./ Der am Kreuz ist meine Liebe,/ weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe!/ Sünde, du besiegst mich nicht./ Weh mir, wenn ich den betruͤbe,/ der fur mich ging ins Gericht!/ Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn?/ Spräch ich seinem Blut nicht Sohn? /Der am Kreuz ist meine Liebe,/ weil ich mich im Glauben übe. 7. Der am Kreuz ist meine Liebe!/ Keine Not, wie hart und groß,/ Hunger, Blöße, Geißelhiebe,/ nichts macht mich von Jesus los;/ nicht Gewaͤlt, nicht Gold, nicht Ruhm,/ Engel nicht, kein Fürstentum./ Der am Kreuz ist meine Liebe,/ weil ich mich im Glauben übe. S. Der am Kreuz ist meine CLiebe!/ Komm, Tod, komm, mein bester Freund!/ Wenn ich wie ein Staub zerstiebe,/ wird mein Jesus mir vereint./ Da, da schaͤu ich Gottes Camm,/ meiner Seele Bräutigam./ Der am Rreuz ist meine Liebe,/ weil ich mich im Glauben übe. Ende des 17. Jahrhunderts. (5. Jahrhundert.) Erfurt 1524. x 1—.— x— E 2 Wenn mich mein Sünden krän-ken, /o mein Serr so laß mich wohl be⸗den⸗ken,/ wie du ge⸗ 3 62 Passion E Wrebib und al⸗le mei⸗ne Sündenlaͤst/ amStamm —————— 2* 3. , E des heil⸗gen Kreu⸗zes/ auf dich ge⸗nommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen,/ wenn mans betrachtet recht!/ Es hat sich martern lassen/ der Serr für seinen Rnecht;/ selbst seinen eingen Sohn hat Gott/ für mich ver⸗ lornen Menschen/ gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden/ der Sünden große Jahl? /Ich bin bei Gott in Gnaden;/ die Schuld ist allzu⸗— mal/ bezahlt durch Christi teures Blut,/ daß ich nicht mehr darf fürchten/ der Hölle Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Serzen/ jetzt und mein CLeben lang/ für deine Pein und Schmerzen,/ o Jesu, Lob und Dank,/ für deine Wot und Angstgeschrei,/ für dein un⸗ schuldig Sterben,/ für deine CLieb und Treu. 5. Berr, laß dein bittres Leiden/ mich reizen für und für,/ mit allem Ernst zu meiden/ die sündliche Begier,/ daß mir nie komme aus dem Sinn,/ wieviel es dich gekostet,/ daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen,/ sollts auch sein Schmach und Spott,/ hilf mir geduldig tragen;/ gib, o mein Serr und Gott,/ daß ich verleugne diese Welt/ und treu dem Beispiel folge,/ das du mir vorgestellt. 7. Caß mich an andern üben,/ was du an mir getan,/ und meinen Nächsten lieben,/ gern dienen jedermann/ ohn Eigennutz und HSeuchelschein/ und, wie du mir erwiesen,/ aus reiner Cieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden/ mich trösten kräftiglich/ in meinen letzten Stunden/ und des versichern mich:/ weil ich auf dein Verdienst nur trau,/ du werdest mich annehmen,/ daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, 1673. 6⁰ Mel Passion 63 Mel. Serzlich tut mich verlaͤngen. 63 gans Leo Saͤßler, 160J. 2 ö— 4 I ID 1 2.. 1 S‚It...‚...I.I‚....ĩͤũ⸗ —— E 2 — x Haupt voll Blut und Wun⸗den,/ voll o Haupt, zum Spott ge⸗ bun-⸗-den/ mit +. +. 1 2 +. I H— V 5.n, n e Schmerz und vol ⸗-ͤler Bohn; ei ⸗ ner Dor⸗ nen kron; Lun Haupt, sonst ö——.— ö . i, E 2——— schön ge ⸗ krö⸗net/ mit höchster Ehr und Zier,/ jetzt 1.—— Aan ien H E...——— 2 12 BII — ö— ů——— II a⸗ber höchst ver-höh⸗net,/ ge⸗-grü-⸗ßet seist du mirl 2. Du edles Angesichte,/ davor das Reich der Welt/ er⸗ schrickt und wird zunichte,/ wie bist du so entstellt,/ wie bist du so erbleichet!/ Wer hat dein Augenlicht,/ dem sonst kein Cicht mehr gleichet,/ so schändlich zugericht't? 3. Nun, was du, Herr, erduldet,/ ist alles meine Last,/ ich hab es selbst verschuldet,/ was du getraͤgen hast./ Schau her, hier steh ich Armer,/ der Jorn verdienet hat;/ gib mir, o mein Erbarmer,/ den Anblick deiner Gnaͤd! 7J. Erkenne mich, mein Hüter,/ mein Zirte, nimm mich an!/ Von dir, Quell aller Guter,/ ist mir viel Guts getan;/ dein Wort hat mich gelabet/ mit süßer Gnaͤdenkost,/ dein Geist hat mich begabet/ mit reichem Himmelstrost. S. Ich will hier bei dir stehen,/ verachte mich doch nicht;/ von dir will ich nicht gehen,/ wenn dir dein Herze bricht;/ wenn dein Haupt wird erblassen/ im letzten Todesstoß,/ als⸗ dann will ich dich fassen/ in meinen Arm und Schoß. G. Es dient zu meinen Freuden/ und kommt mir herzlich wohl,/ wenn ich in deinem Leiden,/ mein Seil, mich finden 3 61 64 Passion soll./ Ach, möcht ich, o mein Ceben,/ an deinem Kreuze hier/ mein Ceben von mir geben,/ wie wohl geschähe mir! 7. Ich danke dir von Serzen, /o Jesu, liebster Freund,/ für deines Todes Schmerzen,/ da dus so gut gemeint./ Ach, gib, daß ich mich haͤlte/ zu dir und deiner Treu,/ und wenn ich nun erkaͤlte,/ in dir mein Ende sei. 8. Wenn ich einmal soll scheiden,/ so scheide nicht von mir,/ wenn ich den Tod soll leiden,/ so tritt du dann her⸗ für;/ wenn mir am allerbängsten ôwird um das Herze sein,/ so 9. mich aus den Angsten/ kraft deiner Angst und Pein. 9. Erscheine mir zum Schilde,/ zum Trost in meinem Cod, und laß mich sehn dein Bilde/ in deiner Rreuzesnot;/ da will ich nach dir blicken,/ da will ich glaͤubensvoll/ dich fest an mein Serz drücken./ Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt, 1 1676. Nach einem lateinischen Lied des dreizehnten Jahrhunderts. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 64(Seinrich Ssaakf 1517.) 1536. BöKorErrer. . O Welt, sieh hier dein LCe⸗ben/ am Stamm des —— ö n Fen. . 0 Rreuzes schwe· ben,/ dein Beil sinkt in den Tod!/ Der gro · ße Fürst der Eh⸗ren/ läßt wil⸗lig sich be⸗ schwe⸗ ren/ mit Schlä⸗gen, Hohn und gro⸗ßem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße,/ wie er mit Todes⸗ schweiße/ und Blut ist überfüllt;/ aus seinem edlen Serzen/ vor unerschöpften Schmerzen/ ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlaͤgen,/ mein Seil, und dich mit Plagen/ so übel zugericht't?/ Du bist ja nicht ein Sünder,/ wie wir und unsre Kinder,/ von Übeltaten weißt du nicht. 6² Passion 65 4. Ich, ich und meine Sünden,/ die sich wie Rörnlein finden/ des Sandes an dem Meer,/ die haben dir erreget/ das Elend, das dich schläget,/ und deiner Martern ganzes Beer. 5. Du setzest dich zum Bürgen,/ ja lässest dich erwürgen/ für mich und meine Schuld;/ mir lässest du dich kronen/ mit Dornen, die dich höhnen,/ und leidest alles mit Geduld. 6. Ich bin, mein Seil, verbunden/ all Augenblick und Stunden/ dir überhoch und sehr;/ was Ceib und Seel ver⸗ mögen,/ das soll ich billig legen/ allzeit an deinen Dienst und Ehr. 7. Wun, ich kann nicht viel geben/ in diesem armen Ceben,/ eins aber will ich tun: /es soll dein Tod und Ceiden,/ bis Ceib und Seele scheiden,/ mir stets in meinem Berzen ruhn. 8. Ich wills vor Augen setzen,/ mich stets daran ergöͤtzen,/ ich sei auch, wo ich sei;/ es soll mir sein ein Spiegel/ der Un⸗ schuld und ein Siegel/ der Cieb und unverfälschten Treu. 9. Ich will darin erblicken,/ wie ich mein Serz soll schmücken/ mit stillem, sanftem Mut,/ und wie ich die soll lieben,/ die mich doch sehr betrüben/ mit Werken, so die Bosheit tut. J0. Ich will mich mit dir schlagen/ ans Rreuz und dem absagen,/ was meinem Fleisch gefällt;/ was deine Augen hassen,/ das will ich fliehn und lassen,/ gefiel es auch der ganzen Welt. II. Dein Seufzen und dein Stöhnen/ und die viel tausend Tränen,/ die für mich weintest du,/ die sollen mich am Ende/ in deinen Schoß und Hände/ begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, + 1676. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 65 Straßburg 1525. 5. V . 1365. Cämmlein geht und trägt die Schuld/ der es geht und trä⸗ get in Ge⸗ duld/ die ** 63 .— Welt und ih⸗ rer Xin⸗der; Sün ⸗-den al⸗ler Sün⸗-der;/'s geht da· hin, wird F, Ka. ö 2—— matt und krank,/ er⸗gibt sich auf die Wuür⸗ge⸗bank,/ ver⸗ ————*. H 6 zicht't auf al⸗le Freu⸗den;/ es nimmt auf sich Schmach, ö x ————— ö— ——.——— + +. — n —— Tod/ und spricht:„Ich wills gern lei den.“ 2. Das Cämmlein ist der große Freund/ und Seiland unsrer Seelen;/ den, den hat Gott zum Sündenfeind/ und Sühner wollen wählen:/„Geh hin, mein Kind, und nimm dich an/ der Kinder, die von Anfang an/ verdienet Straf und Ruten;/ die Straf ist schwer, der Jorn ist groß,/ du kannst und sollst sie maͤchen los/ durch Sterben und durch Bluten.“ 3.„Ja, Vater, ja, von Herzensgrund,/ leg auf, ich wills gern traͤgen!/ Mein Wollen hängt an deinem Mund,/ mein Wirken ist dein Sagen.“ /O Wunderlieb, o Liebesmacht,/ du kannst, was nie ein Mensch gedacht,/ Gott seinen Sohn abdringen;/ o Liebe, Ciebe, du bist staͤrk,/ du streckest den in Grab und Sarg,/ vor dem die Felsen springen! 4. Mein Lebetage will ich dich/ aus meinem Sinn nicht lassen;/ dich will ich stets, gleich wie du mich,/ mit Liebes⸗ armen faͤssen,/ du sollst sein meines Herzens Licht,/ und 6⁴ Passion 66 wenn mir aͤuch mein Serz zerbricht,/ sollst du mein Serze bleiben;/ ich will mich dir, mein höchster Ruhm,/ hiermit zu deinem Eigentum/ beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieblichkeit/ bei Nacht und Tage singen,/ mich selbst auch dir zu aller Zeit/ zum Freudenopfer bringen./ Mein Bach des Lebens soll sich dir/ und deinem Namen fůüͤr und für/ in Dankbaͤrkeit ergießen,/ und was du mir zu gut getan,/ das will ich stets, so tief ich kann,/ in mein Gedächtnis schließen. Paul Gerhardt, 1 1676. — Christoph Anton, I65J. 1 1 22 A E— + 1510 su, mei⸗ nes Le⸗bens Ce⸗ben, Je⸗ su, der du dich für mich ge ge⸗ ben/ in die 36 EerrereH mei⸗ nes To· des— tief ⸗ste an in das äu⸗ßer⸗ste Ver⸗der⸗ben,/ ...iBü‚‚ 45 2.,,ri Bur.——— nicht möͤchte ster⸗ben;/ tau⸗ send⸗, tausend⸗ ——————— mal sei dir,/ lieb⸗ ster Je ⸗ su, Dank da⸗ für. 2. Du, ach du hast ausgestaͤnden/ Cästerreden, Spott und BZohn,/ haͤst getragen Strick und Banden,/ du gerechter Gottessohn,/ nur mich Armen zu erretten/ von den schweren Sündenketten;/ tausend⸗, tausendmal sei dir,/ liebster Jesu, Dank dafür. 3. Willig ließest du dich schlaͤgen,/ mich zu lösen von der Pein,/ ließest fälschlich dich anklagen,/ daß ich könnte sicher sein;/ daß ich möchte trostreich prangen,/ hast du sonder Trost gehangen;/ taͤusend⸗, taͤusendmal sei dir,/ liebster Jesu, Dank dafür. II 6⁵ 67 Passion 4. Du hast dich in Not versenket,/ wurdest, ach, fuͤr meine Schuld/ mit dem Todeskelch getränket,/ littest alles mit Geduld;/ daß ich wurde freigegeben,/ gabst du hin dein teures „ni tausend⸗, tausendmal sei dir,/ liebster Jesu, Dank dafür. 5. Deine Demut hat gebüßet/ meinen Stolz und über⸗ mut,/ dein Tod meinen Tod versuͤßet;/ es kommt alles mir zu gut;/ dein Verlassensein, dein Schreien/ muß zu Ehren mir gedeihen;/ taͤusend⸗, tausendmal sei dir,/ liebster Jesu, Dank dafüͤr. 6. Nun, ich danke dir von Herzen,/ Jesu, für gesamte Not,/ für die Wunden, für die Schmerzen,/ für den herben, bittern Tod;/ für dein Zittern, für dein Jagen,/ deine tausendfachen Plagen,/ für dein Ach und tiefe Pein/ will ich ewig dankbaͤr sein. Ernst Christoph Somburg, 168J. (Oder wie Nr. 248.) 67 Mürnberg 1684. e, 1.—.———— ner, wartt ern. äSII 32 O du Lie⸗be mei⸗ ner Lie-be,/ du er⸗ I. die du dich aus hoch-stem Trie⸗be/ in das S wünsch⸗te Se⸗lig⸗keit, ö jam⸗ mer vol le CLeid dei⸗nes Lei⸗dens mir zu IIIIIIIIT gu⸗te/ als ein Op⸗fer ein⸗ge⸗stellt/ und be⸗ zahlt mit dei⸗nem Blu⸗te /al⸗-le Mis⸗se ⸗ tat der Welt. 2. Ciebe, die mit heißen Tränen/ an dem Elberg sich be⸗ trübt;/ Ciebe, die mit heißem Sehnen/ unaufhörlich fest geliebt;/ Liebe, die den eignen Willen/ in des Vaters passion 68 Willen legt/ und, den Fluch der Welt zu stillen,/ treu die Cast des Rreuzes trägt. 3. Ciebe, die mit starkem Zerzen/ Schmach und Cästerung gehört; /Ciebe, die in Angst und Schmerzen/ bis zum Tod blieb unversehrt; JLiebe, die sich liebend zeiget,/ da der Atem geht zu End; /Liebe, die sich liebend neiget,/ da sich Ceib und Seele trennt. 4. Ciebe, die für mich gestorben/ und ein immerwährend Gut/ an dem Kreuzesholz erworben,/ ach, wie denk ich an dein Blut! /Ach, wie dank ich deinen Wunden,/ du ver⸗ wundte Ciebe du,/ wenn ich in den letzten Stunden/ sanft an deinem Serzen ruh. 5. Ciebe, die sich totgekränket/ und für mein erkaͤltet Herz/ in ein kaltes Grab gesenket,/ ach, wie dank ich deinem Schmerzl/ Sabe Dank, daß du gestorben,/ daß ich ewig leben kann,/ und der Seelen Heil erworben;/ nimm mich ewig liebend an! Elisabeth von Senitz, 1679. 68 Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. 1738. 2.— ö ö —.I— 1+—— 300 Es ist vollbracht! Er ist ver⸗schie⸗den,/ mein der Frie-de-⸗fürst entschläft im Frieden,/ die 2.—. i dr en S.S. Je-sus schließt die Au⸗gen zu; Ce⸗bens⸗ son⸗ ne geht zur Ruh ——. re.— ö— . To⸗des⸗-nacht./ O gro-ßes Wort: Es ist voll⸗bracht! 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen,/ das ewge Wort muß sprachlos sein;/ das Herz der Treue wird gebrochen,/ den Fels des Zeils umschließt ein Stein;/ die höchste KRraft ist nun verschmacht't./ O wahres Wort: Es ist vollbracht! 67 und sinkt in stil⸗le PDPDPDPRPSPRPRPRPIRPIPIPIPIITFTTTITTFTFTFTFTIFIFFITIIF— ..— 2 W N ———. 69 Passion 3. Es ist vollbracht! Ihr, meine Sünden,/ verdammet nun mein Serz nicht mehr./ Vom Simmel her hör ich ver— künden:/ des Sohnes Blut erlangt Gehör;/ am Kreuz hats Frieden uns gemacht./ O süßes Wort: Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen/ zieht mich zu deinem Grabe hin;/ dich wünschen Engel zu umfangen:/ ruh auch in meinem Serzen drin,/ wo dir die Ciebe Raum gemacht. /O tröstlich Wort: Es ist vollbracht! S. Es ist vollbracht! Ich will mich legen/ zur Ruh auf Christi Grabesstein;/ die Engel sind allhier zugegen,/ ich schlummre sanft wie Jakob ein;/ die Zimmelspfort ist auf— gemacht./ O Lebenswort: Es ist vollbracht! 60 Salomo Franck, 1 1725 Mel. Mach einer Prüfung kurzer Tage(oder wie Nr. 3309). Schicht 1819. ů..—— II....... 6 IIIIIII...— 110 ge⸗hest in den Gar⸗ten be⸗ ten,/ mein I. laß mich an dei- ne Sei-te tre ten,/ ich — 1—1 ——. En Dunr:e. —.— I treu⸗er Je⸗su, nimm mich mit; wei⸗che von dir kei⸗nenSchritt; ich will an dir, mein — . Ceh⸗rer, sehn,/ wie mein Ge-bet soll recht geschehn 2. Du gehst mit Jittern und mit Zagen/ und bist bis in den Tod betrübt;/ ach, dies soll mir ans Herze schlagen,/ daß ich die Sünde so geliebt;/ drum willst du, daß mein Serz voll Reu/ mein Anfang zum Gebete sei. 3. Du reißt dich von der Jünger Seiten,/ du suchst die stille Einsamkeit;/ so muß auch ich mich wohl bereiten/ und fliehen, was mein Serz zerstreut./ Zieh mich von aller Welt allein,/ daß nur wir zwei beisaͤmmen sein. 68 Passion 70 4. ZJur Erde beugst du deine Glieder,/ fällst nieder auf dein Angesicht;/ so sinkt die stille Demut nieder;/ drum ruͤhm ich Asch und Staub mich nicht;/ ich bieg und beuge mich mit dir/ vor meinem Gott in Demut hier. 5. Du betest zu dem lieben Vater/ und rufest:„Abba!“ wie ein Rind;/ dein Vater ist auch mein Berater,/ sein Vaterherz ist treu gesinnt./ Ich haͤlte mich getrost an dich/ und rufe:„Abba, höre mich!“ 6. Du greifst voll Zuversicht und Ciebe/ dem Vater tief ins treue Herz/ und rufst aus stärkstem Herzenstriebe:„O Vater, Vater!“ himmelwarts./ Ach, Glaub und CLiebe sind mir not,/ sonst ist doch all mein Beten tot. 7. Geduldig Camm, wie hältst du stille/ und im Gebete dreimal an!/ Dabei ist auch für mich dein Wille,/ daß ich soll tun, wie du getan./ Gott hilft nicht stets aufs erstemal;/ drum fleh und ruf ich ohne Zahl. 8. Dein Wille senkt sich in den Willen/ des allerbesten Vaters ein;/ in ihm muß auch mein Herz sich stillen,/ wo— fern ich will erhoͤret sein;/ drum bet ich in Gelaͤssenheit:/ „Was mein Gott will, gescheh allzeit.“ 9. Du, Serr, erlangest auf dein Flehen)Trost, KRraft, Sieg, Ceben, Serrlichkeit;/ und so wirds auch mit mir ge⸗ schehen,/ daß ich zur angenehmen zeit/ auf ernstlich Beten freudevoll/ den gleichen Segen ernten soll. 10. Drum, Jesu, hilf mir stets so beten,/ wie mich dein heilig Vorbild lehrt;/ so kann ich frei zum Vater treten/ und werde stets von ihm erhört;/ so bet ich mich zum Him⸗ mel ein/ und will dir ewig dankbaͤr sein. Zohann Mentzer, 1 1734. — Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. Darmstadt 1698. SEN x—— 17.— 5 S.——— I. Ru⸗he hier, mein Geist, ein we⸗nig/ und schau 60 Passion 1 ——. — — 2—— +...— —— an dies Wun⸗; der groß,/ wie dein Serr und Eh⸗ren⸗ko⸗nig/ 1———.— 2—— 22..——— ....* hängt am Rreu⸗ze bleich und bloß,/ den sein Lie⸗ben/ —.—.——.— ö—.— ö EEEEEEEEEEEEEEE hat ge⸗trie⸗ben/ zu dir aus des Va⸗ters Schoß. 2. Wie dich Jesus liebt von Serzen,/ kannst du hier am Kreuze sehn;/ schau, wie bittre Todesschmerzen/ ihm durch Ceib und Seele gehn,/ Fluch und Schrecken/ ihn bedecken;/ höre doch sein Klaͤggetön! 3. Dies sind meiner Sünden Früchte,/ die, mein Heiland, ängstgen dich;/ dieser Ceiden schwer Gewichte/ zöge sonst zum Abgrund mich;/ diese Nöten,/ die dich toͤten,/ sollt ich fühlen ewiglich. 7. Doch du hast für mich besieget/ Sünde, Tod und Söl— lenmacht,/ Gottes ewgem Recht genüget,/ seinen Willen ganz vollbracht,/ durch dein Sterben/ mich zum Erben/ deines Cebens dort gemaͤcht. 5. Ach, ich Sündenkind auf Erden!/ Jesu, stirbst du mir zu gut?/ Soll dein Feind erlöset werden/ durch dein eigen Herzensblut?/ Ich muß schweigen/ und mich beugen/ für dies unverdiente Gut. 6. Seel und Leben, Ceib und Glieder/ alles gibst du fur mich hin;/ sollt ich dir nicht schenken wieder/ alles, was ich hab und bin?/ Ich bin deine/ ganz alleine,/ dir verschreib ich Herz und Sinn. 7. Zeuch durch deines Todes Kräfte/ mich in deinen Tod hinein;/ laß mein Fleisch und sein Geschaäfte,/ Serr, mit dir gekreuzigt sein,/ daß mein Wille/ sanft und stille/ und die Liebe werde rein. 8. Caß in allen Leidenswegen/ deine Leiden stärken mich,/ daß mein Ceiden mir zum Segen/ maͤg gedeihen 7⁰ Passion 71 stetiglich, daß mein Serze/ auch im Schmerze/ ohne Waͤnken liebe dich. 9. Wenn mich schrecken meine Sünden,/ wenn mich böse Cust anficht,/ ich nicht Kraft noch Gnad kann finden,/ wollst du mich verlaͤssen nicht!/ Caß dein Sterben/ mir er⸗ werben /Trost im Tod und im Gericht! 10. Jesu, nun will ich ergeben/ meinen Geist in deine Hand;/ laß mich dir alleine leben,/ bis ich nach dem Ceidens⸗ stand/ bei dir wohne,/ in der Krone /dich beschaͤu im Vaterland. Gerhard Tersteegen, I769. Mel. Serzliebster Jesu, was hast du verbrochen. Johann Crüger 1640. 3 re.—. ñ—...—.— ů SSSSEE J. Herr, stär⸗e mich, dein Lei⸗den zu be⸗den⸗; ken,/ — mich in das Meer der Cie⸗be zu ver⸗sen⸗ken,/ die dich be⸗ ö ö—.——— 2..— wog, von al⸗-ler Schuld des Bö⸗sen/ uns zu er⸗lö⸗sen! 2. Du wolltest, Serr, ein Nensch gleich uns auf Erden/ und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden,/ an unsrer Statt gemartert und zerschlaͤgen/ die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hochheiliges Vollbringen!/ Mein Geist kann nicht in seine Tiefe dringen./ Mein Serz erbebt; ich seh und ich empfinde/ den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen;/ Gott ist die Cieb und läßt die Welt erlösen: /dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken/ am Rreuz erblicken. S. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst danieder;/ es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder,/ lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde/ zu Gottes Freunde. 71 SDiiieeeeeee..EEEe...—.———. 72 6. O Berr, mein Beil, an dessen Blut ich glaube,/ ich liege hier vor dir gebückt im Staube,/ verliere mich mit dankendem Gemüte/ in deine Güte. 7. Das Größt in Gott ist: Gnad und Lieb erweisen./ Uns kommt es zu, sie demutsvoll zu preisen,/ zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget,/ die Gnaͤde steiget. 8. So sei denn ewig auch von mir gepriesen/ für das Er⸗ barmen, das du mir bewiesen./ Du hast, mein Heiland, auch für mich dein Leben/ dahingegeben. 9. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben/ und stets mit Freuden deinen Willen üben./ O gib du, Herr, zu diesem heilgen Werke/ mir Kraft und Stärke. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. 72 Mel. O Traurigkeit, o Serzeleid(Nr. 7%. J. Am Kreuz erblaßt,/ der Maͤrter Last,/ der Todes⸗ qualen müde,/ findet mein Erlöser erst/ in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz/ durchdringt mein Herz,/ und, Berr, was kann ich sagen?/ Nur an meine Brust kann ich/ tiefgebeuget schlaͤgen. 3. Du schützest mich,/ und über dich/ gehn aller Trübsal Wetter;/ sterben wolltest du für mich,/ einziger Erretter! 4. Du hasts getan,/ dich bet ich an,/ du König der Er⸗ lösten!/ Dein will ich im Tode mich/ glaubensvoll getrösten. S. Es ist vollbracht!/ riefst du mit Nacht;/ du zeigst, daß du dein Ceben,/ mein Versöhner, göttlich frei/ habest hin— gegeben. 6. Bochheilge Tat!/ Des Höchsten Rat ꝓ/ will ich in Demut preisen;/ mein Erlöser wird mir einst/ seine Tiefen weisen. 7. Allmächtig rief/ er, der entschlief,/ den Toten; sie er⸗ Passion standen. JLeicht entschwingt der Cebensfürst/ sich des Todes Banden. 8. Das finstre Tal/ will ich einmal/ durchwaͤndeln ohne Grauen;/ denn durch dich, Erlöser, ists/ mir der Weg zum Schauen. 7² + ion ich mit n./ wie iget. Er⸗ auch stets sem 1769. des⸗ jede. und, ich/ bsal tter! Er⸗ ten. daß hin⸗ ãin efen er⸗ des hne zum Passion 73 74 9. Ich preise dich,/ erforsche mich/ und siehe, wie ichs mei⸗ ne;/ ja, du siehst es, wenn ich still/ meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein,/ so werde mein/ in Ewigkeit ver⸗ gessen./ Serr, ich will, so lang ich bin,/ deine Lieb ermessen. Christoph Friedrich Neander, 1 1802. Begräbnis Jesu 73 mel. Nun laßt uns den Leib begraben. Wittenberg 1544. +—.—— I e S..........—— J. Der du, ZHerr Je⸗ su, Ruh und Rast/ in ö + ö* dei⸗ nem Grab ge⸗ hal⸗ ten hast,/ gib, daß wir .—. III..= in dir ru⸗ hen all/ und un⸗ser Ce⸗ben dir ge⸗fall. 2. Verleih, o Serr, uns Stärk und Mut,/ die du erkauft mit deinem Blut,/ und fuͤhr uns in des Bimmels Licht/ zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gottes Lamm,/ getötet an des Rreuzes Stamm;/ laß ja uns Sündern deine Pein/ den V. Eingang in das Leben sein. Georg Werner, 1 1643. H 74 Mainz 1628. EEE EE 2 3 SSSESESESEEEEEEEEE I. O Trau⸗rig⸗keit,/ o Her⸗-ze⸗ eid!/ Ist 1——.——.— FEe—. ö frm 22—— ö 1———— das nicht zu be⸗ kla ⸗gen?/ Gott des Va ters ..ee.— en.—1 ein ⸗-ger Sohn /wird ins Grab ge⸗ tra⸗ gen. 7⁵ Passion 2. O große Not,/ der Herr liegt tot!/ Am Kreuz ist er ge · storben,/ hat dadurch das Simmelreich/ uns aus Lieb er⸗ worben. 3. O Menschenkind,/ nur deine Sünd/ hat dieses an⸗ gerichtet,/ da du durch die Missetat/ warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam,/ das Gotteslamm,/ liegt hie mit Blut beflossen,/ welches er ganz mildiglich/ hat für dich vergossen. 5. O selig ist/ zu aller Frist,/ der dieses recht bedenket,/ wie der Herr der Serrlichkeit/ wird ins Grab versenket. 6. O Jesu, du/ mein Silf und Ruh,/ ich bitte dich mit Tränen:/ hilf, daß ich mich bis ins Grab/ nach dir moͤge sehnen! Johann Rist, T 1667. 7⁵⁷ Mel. O Traurigkeit, o Serzeleid(Nr. 7%). J. So ruhest du,/ o meine Ruh,/ in deiner Grabeshöhle/ und erweckst durch deinen Tod/ meine tote Seele. 2. Man senkt dich ein/ nach vieler Pein,/ du meines Lebens Ceben!/ Dich hat jetzt ein Felsengrab,/ Fels des Beils, umgeben. 3. Ach du bist kalt, mein Hort und Salt!/ Das macht dein heißes Lieben,/ das dich in das kalte Grab/ mir zu gut ge⸗ trieben. 4. Doch Preis sei dir!/ Du konntest hier/ nicht die Ver⸗ wesung sehen;/ bald ließ dich des Vaters Macht/ aus dem Grab erstehen. 5. O Lebensfürst,/ ich weiß, du wirst/ mich wieder auf⸗ erwecken;/ sollte denn mein gläubig Serz/ vor der Gruft erschrecken? G. Sie wird mir sein/ ein Rämmerlein,/ da ich im Frieden liege,/ weil ich nun durch deinen Tod/ Tod und Grab besiege. 7. Nein, nichts verdirbt,/ der Ceib nur stirbt; doch wird er auferstehen/ und in ganz verklärter Zier/ aus dem Grabe gehen. 8. Indes will ich,/ mein Jesu, dich/ in meine Seele senken/ und an deinen bittern Tod/ bis zum Tod gedenken. Salomo Franck, 1725 74 nit nit 85 N V—„„„ I— N V ‚ 7 Z— 2 X ö NRNE 2. 2=.—— . 7 V. 2 2„ — 0 4 4 7 V. V — V 7½ 7 8— W +— w*.. 6— 2— 1 W W W 20 76 Ostern — I3. Jahrhundert. f. Christ ist er⸗stan⸗den/ von der Mar⸗ter al le./ —— SD Des solln wir al le froh sein,/ Christ will un⸗ ser——— sein./ . Hal⸗le-Iu⸗ jal 2. Wär er nicht er ⸗stan⸗ den,/ die Welt, +. 1 + +. +. — n ee S— — die wär ver⸗gan ⸗gen;/ seit daß er er⸗stan⸗den ist,/ 1 ——— —.— 2— ö — so lobn wir den Zerrn Je⸗sum Christ./ Sal⸗le⸗lu-⸗ jal 1— I. TI+ ———...—.——* Hal⸗le⸗ lu-jal/ Des solln wir al⸗le froh sein,/ — 8 ö ö ö ö ö Christ will un ⸗ser Trost sein./ Hal⸗le-lu- jal I3. Jahrhundert. 76 ... Ostern 7⁰⁷ V. Wittenberg JI524. E I. Christ lag in To- des⸗ ban ⸗ den,/ für der ist wie der er ⸗stan⸗ den/ und uns re Sünd ge⸗ge⸗ ben; hat uns bracht das Le⸗ben; SSSSSSS froͤh⸗lich sein,/ Gott lo⸗ ben und ihm dankbar sein/ und .——.———— 2—......... sin⸗gen: Hal ⸗le⸗ lu· ja, /al⸗ le lu⸗ jal 2. Den Tod niemand bezwingen konnt/ bei allen Men⸗ schenkindern;/ das machte alles unsre Sünd,/ kein Un⸗ schuld war zu finden./ Davon kam der Tod sobald/ und nahm auch uͤber uns Gewalt;/ sein Reich hielt uns ge⸗ faͤngen./ Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, /an unsrer Statt ist kommen/ und hat die Suͤnde abgetan,/ damit dem Tod ge⸗ nommen/ all sein Recht und sein Gewalt;/ da bleibet nichts denn Todsgestalt,/ den Stachl hat er verloren./ Halle⸗ lujal 4. Es war ein wunderlicher Krieg,/ da Tod und Leben rungen;/ das CLeben, das behielt den Sieg,/ es hat den Tod verschlungen. Die Schrift uns die Runde bringt,/ wie da ein Tod den Tod bezwingt;/ ein Spott der Tod ist worden./ Hallelujal 5. Hier ist das rechte Osterlamm,/ davon wir sollen leben;/ das ist uns an des Rreuzes Stamm/ aus heißer Lieb gegeben./ Des' Blut zeichnet unsre Tür,/ das hält der Glaub dem Tode für;/ nicht rührn kann uns der Wuͤrger./ Hallelujal des wir sol ⸗-len 7⁷ 78 Ostern 6. So feiern wir das hohe Fest/ mit Herzensfreud und Wonne,/ das uns der Berr erscheinen läßt;/ er selber ist die Sonne,/ der durch seiner Gnade Glanz/ erleuchtet unsre Serzen ganz;/ der Suünd Nacht ist vergaͤngen./ Ballelujal 78 Mel. Seut triumphieret Gottes Sohn.(Oder mit Weglassung des Eingeklam⸗ merten wie Nr. 95 oder Nr. 707.) Srankfurt a. d. O. I60I. I. Früh⸗mor⸗gens, da die Sonn auf⸗geht,/ mein REEE Hei⸗land Chri ⸗stus auf ⸗er⸗-steht.(Zal⸗le⸗lu⸗ —ñ— ja, Hal⸗le⸗lu⸗ ja.) Ver⸗ trie ben ist der Sün ⸗den Nacht, Licht, Seil und Le⸗ ben *— Ehäit—. iiiE wie⸗der⸗bracht./ Hal⸗le⸗lu⸗ ja,(Hal ⸗-le⸗lu⸗ja.) 2. Nicht mehr als nur drei Tage lang/ hält meinen Hei⸗ land Todeszwaͤng.(Balleluja, Balleluja.) Am dritten Tag durchs Grab er dringt,/ mit Ehren seine Siegsfahn schwingt./ Halleluja, Galleluja.) 3. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt/ mit Schmach am Kreuz gefangen hält.(Salleluja, Salleluja.) Drauf folgt der Sabbat in dem Grab,/ allda ich Ruh und Frieden hab./ Halleluja,(Halleluja.) 4. In kurzem wach ich fröhlich auf,/ mein Ostertag ist schon im Cauf.(Salleluja, Halleluja.) Ich wach auf durch des Herren Stimm,/ veracht den Tod mit seinem Grimm./ Halleluja,(Balleluja.) 78 Martin Luther, 1546. Ostern 79 5. O Wunder groß, o starker Held,/ wo ist ein Feind, den er nicht fällt?(Salleluja, Halleluja.) Kein Angststein liegt so schwer auf mir,/ er wälzt ihn von des Herzens Tur./ Halle⸗ luja,(Salleluja.) 6. Cebt Christus, was bin ich betrübt?/ Ich weiß, daß er mich herzlich liebt.(Halleluja, Halleluja.) Wenn mir gleich alle Welt stuͤrb ab,/ gnug, daß ich Christum bei mir hab./ Salleluja,(Galleluja.) 7. Er nährt, er schützt, er tröstet mich;/ sterb ich, so nimmt er mich zu sich.(Balleluja, Balleluja.) Wo er jetzt lebt, da muß ich hin,/ weil seines Ceibes Glied ich bin./ Halleluja,(Galleluja.) 8. Durch seiner Auferstehung KRraft/ komm ich zur Engel Bruͤderschaft.(Zalleluja, Salleluja.) Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt,/ mit Gnad und ewogem HZeil gekrönt./ galleluja,(Halleluja.) 9. Mein Serz darf nicht entsetzen sich:/ Gott und die Engel lieben mich.(Halleluja, Balleluja.) Die Freude, die mir ist bereit,/ vertreibet Furcht und Traurigkeit./ Halle⸗ luja,(Halleluja.) 10. Für diesen Trost, o großer Seld,/ Herr Jesu, dankt dir alle Welt.(Zalleluja, Salleluja.) Dort wollen wir mit größerm Fleiß/ erheben deinen Ruhm und Preis./ Halle⸗ luja,(Salleluja.) Zohann Seermann, 1 1647. 79 Johann Schop, I64J. l IIV* E 1 560 EE ö— 2——— ö EII ö CLas⸗set uns den Her ren prei⸗sen,/ Rommet, laßt uns Dank er⸗wei⸗sen/ E o ihr Chri⸗ꝛ sten ü ⸗ ber all! un⸗serm Gott mit fro⸗ hem Schall! Jauch⸗zet: 70 —— + 2.— 1— EEEIZTI——4—— 1———.— EDEIDIDDDDEEEE E— —*— frei von To⸗des⸗-ban⸗den/ ist der Beld aus +. +. 1. e ,end. Ju⸗das Stamm./ Der zu uns vom Bim⸗ mel kam,/ —. 1— 1 UE 1 1 1 1————— S. S.I Je-sus Chri⸗stus ist er- stan⸗den!/ Nun ist aus der 1—.—— ü— EEEEEEEEE E lan ge Streit;/ freu e dich, o Chri⸗sten heit! 2. Christus hat nun überwunden/ des ergrimmten Todes Macht;/ der im Tode lag gebunden,/ hat das CLeben neu ge⸗ bracht/ und die Finsternis bezwungen./ Die Verwesung schaͤute nicht,/ der des Todes Retten bricht;/ nun zum Himmelsthron gedrungen,/ gibt er uns ein frei Geleit;/ freue dich, o Christenheit! 3. War er gleich am Kreuz gestorben,/ war er gleich ins Grab gelegt:/ dennoch blieb er unverdorben. /Als die Erde ward erregt,/ hat der Cebensfürst erhoben/ sein verklartes Angesicht,/ stirbet nun und nimmer nicht./ Ewig werden wir ihn loben;/ Harf und Psalter, seid bereit!/ Freue dich, o Christenheit! 4. Grab, wo sind nun deine Schrecken?/ Hölle, wo ist dein Triumph?/ Tod, du kannst kein Graun erwecken,/ deine Pfeile sind jetzt stumpf./ Christus ist dein Gift ge— wesen;/ er, der starke Gottesheld,/ hat dir deinen Trotz gefällt,/ und wir Menschen sind genesen./ Nun, vom schweren Joch befreit,/ freue dich, o Christenheit! 5. Sehnsuchtsvoll laßt uns verlangen/ nach dem Herrn und seinem Heil;/ auch wir werden dann empfangen/ unser teur erworbnes Teil./ Er geht auf in unsern Berzen;/ laßt uns mit ihm auferstehn,/ mit ihm ein zum Himmel gehn, . ö 2—4— ö 80 Ostern 80 wo er stillet alle Schmerzen./ Wonne wird dann alles Leid;/ freue dich, o Christenheit! 6. Meinen Ceib wird man begraben,/ doch er s chläft auf ewig nicht;/ neues LCeben wird er haben,/ schoͤn verklärt im Glanz und Licht./ Das Verwesliche muß sterben, irdisch wird es ausgesät,/ bis es himmlisch einst ersteht,/ um das Reich des Herrn zu erben,/ ihn zu schauen allezeit./ Freue dich, o Christenheit! Nach Johann Rist, 1667. 8⁰ Mel. Nun freut euch, lieben Christen(ode .SS.S Wach auf, mein Serz, die Nacht ist hin, die Uer- munt-re dei⸗nen Geist und Sinn,/ den r wie Nr. J37). Wittenberg 1524. Sonn ist auf-ge ⸗gan- gen! Zei⸗land zu emp⸗ fan ⸗gen, der her: te dlurh dad — To des Tor/ ge⸗bro chen aus dem Graͤb her⸗ vor,/ der gan- zen welt zur Won= ne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf/ und such ein neues Leben,/ vollführe deinen Glaubenslauf/ und laß dein Zerz sich heben/ gen Zimmel, da dein Jesus ist,/ und such, was droben, als ein Christ,/ der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nur, was dahinten ist,/ und trachtꝰ nach dem, was droben,/ damit dein Herz zu jeder Frist/ zu Jesu sei er⸗ hoben. Tritt unter dich die boͤse Welt/ und strebe nach des Zimmels Zelt,/ wo Jesus ist zu finden. 81 81 Ostern 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenste in,/ dein Jesus wird ihn heben;/ es kann ein Christ bei Rreuz und Pein/ in Freud und Wonne leben./ Wirf dein Anliegen auf den Berrn/ und sorge nicht, er ist nicht fern,/ weil er ist auf⸗ erstanden. S. Drum auf, mein Serz/ fang an den Streit,/ weil Jesus uͤberwunden;/ er wird auch überwinden weit/ in dir, weil er gebunden/ der Feinde Macht, daß du aufstehst/ und in ein neues Leben gehst/ und Gott im Glauben dienest. 6. Ach mein Herr Jesu, der du bist/ vom Tode auf⸗— erstanden,/ bewahr uns vor des Feindes List,/ rett uns aus Todesbanden,/ damit wir alle insgemein/ zum neuen Ceben gehen ein,/ das du uns hast erworben. 7. Sei, Serr, gelobt in dieser Jeit/ von allen Gottes⸗ kindern/ und ewig in der Berrlichkeit/ von allen Über— windern,/ die überwunden durch dein Blut!/ Herr Jesu, gib uns Kraft und Mut,/ daß wir auch überwinden. Zaurentius Laurenti, 4 1722. Mel. Valet will ich dir geben. 81 Melchior Teschner, 161J3. S 1* seh Iu dei nem Gra⸗ be,/ du Aweil ich die Boffnung ha⸗be,/ daß ů—. EEE———— 13. gro ßer O ⸗ster⸗ fürst,— du mir zei ⸗gen wirst, man kann froͤh⸗lich SS............ ster⸗ ben/ und fröh-lich auf ⸗er⸗stehn,/ auch l mit des Him⸗mels Er⸗ben/ ins Cand des Ce⸗bens gehn. 82 Ostern 82 2. Du liegest in der Erde/ und hast sie eingeweiht,/ wenn ich begraben werde,/ daß sich mein Serz nicht scheut,/ auch in den Staub zu legen,/ was Asch und Staub vermehrt,/ weil dir doch allerwegen/ die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe,/ daß ich auch meine Ruh/ an diesem Orte habe;/ du schließt die Augen zu,/ so soll mir gar nicht grauen,/ wenn mein Gesicht vergeht:/ ich werde den wohl schauen,/ der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab schließt Stein und Siegel,/ und du wirst dennoch frei;/ auch meines Grabes Riegel/ bricht deine Band entzwei./ Du wirst den Stein schon ruͤcken,/ der auch mein Grab bedeckt;/ da werd ich den erblicken,/ der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die dohe/ und zeigest mir die Bahn,/ wo⸗ hin ich endlich gehe,/ da ich dich finden kann./ Dort ist es sicher wohnen,/ wo laͤuter Glanz um dich;/ da warten lauter Rronen/ in deiner Hand auf mich. 6. O meines Cebens Leben, /o meines Todes Tod,/ ich will mich dir ergeben/ in meiner letzten Not;/ ich will mein Cager machen/ in deine liebe Gruft,/ da werd ich schon er⸗ waͤchen,/ wenn deine Stimme ruft. Benjamin Schmolck, 1737. Mel. Christus, der ist mein Leben. 82 Melchior Vulpius, I609. dei ⸗ nes Gra⸗ bes Rluft!/ Wir tri⸗ um- phie⸗- ren heu ⸗te/ um dei ne lee ⸗re Gruft. 2. Der Feind wird schaͤugetragen/ und heißt nunmehr ein Spott;/ wir aber koönnen sagen:/ mit uns ist unser Gott. 83 83 Ostern 3. In der Gerechten Hütten/ schallt schon das Siegeslied,/ du trittst selbst in die Nitten/ und bringst den Osterfried. 4. Ach, teile doch die Beute /bei deinen Gliedern aus!/ Wir alle kommen heute/ deswegen in dein Saus. 5. Schwing deine Siegesfahne/ auch uͤber unser Berz/ und unsern Weg uns bahne/ vom Graͤbe himmelwärts! . Caß unser aller Sünden/ ins Grab verscharret sein,/ uns einen Schatz hier finden,/ der ewig kann erfreun! 7. Wir sind mit dir gestorben,/ so leben wir mit dir./ Was uns dein Tod erworben,/ das stell uns täglich fürl 8. Wir wollen hier ganz fröhlich/ mit dir zu Grabe gehn,/ wenn wir dereinst nur selig/ mit dir auch auferstehn! 9. Der Tod kann uns nicht schaͤden,/ sein Staͤchel ist nun stumpf;/ wir stehn bei Gott in Gnaden/ und rufen schon Triumph! Benjamin Schmolck, + 1737. 83 mel u, meines Lebens Leben(oder wie Nr. JIoo). Christoph Anton, J651J. Ze 4 ————.——5525.— ..... T— 1 IZwei der Jün⸗ger gehn mit Seh⸗nen/ ü⸗ber ih⸗re Au⸗gen sind voll Trä⸗nen,/ ih re T—— Feld nach Em ma⸗us;.—— dn See⸗len voll Verdruß;/ hört ih ⸗re Rlarge 1—— ö ———— 4*——. 9 E wor⸗te;/ doch es ist von ih rem Or⸗te/ un⸗ ser Je⸗sus l J. ... gar nicht weit/ und ver⸗treibt die Trau-rig⸗keit. 2. Ach, es gehn noch manche Serzen/ ihrem stillen Rum— mer nach,/ sie bejammern voller Schmerzen/ ihre Not und Ungemach./ Manches wandert ganz alleine,/ daß es nur Ostern 84 zur Gnuͤge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei. 3. Oft schon hab ichs auch empfunden,/ Jesus läßt mich nie allein;/ Jesus stellt zur rechten Stunden/ sich mit seinem Bei⸗ stand ein./ Wenn ich mich bei ihm beschwere,/ gleich als ob er ferne wäre, /o so ist er mehr als nah/ und mit seiner Silfe da. 4. Treuster Freund von allen Freunden,/ bleibe ferner noch bei mir;/ kommt die Welt, mich anzufeinden,/ ach, so sei du auch allhier!/ Wenn mich Trübsalswetter schrecken,/ wollst du kräftig mich bedecken;/ komm, in meinem Geist zu ruhn;/ was du willst, das will ich tun. 5. Bin ich traurig und betrübet,/ Zerr, so ruf mir in den Sinn,/ daß mich deine Seele liebet,/ und daß ich der Deine bin. /Caß dein Wort mich fester gruůnden,/ laß es auch mein Zerz entzünden,/ daß es voller CLiebe brennt/ und dich immer besser kennt! 6. Tröst auch andre, die voll Jammer/ einsam durch die Fluren gehn/ oder in der stillen Rammer/ tiefbekümmert zu dir flehn./ Wenn sie von der Welt sich trennen,/ daß sie satt sich weinen können,/ so sprich ihrer Seele zu:/ Ciebes Rind, was trauerst duꝰ 7. Hilf, wenn es will Abend werden/ und der Cebenstag sich neigt,/ wenn dem dunklen Aug auf Erden/ nirgends sich ein Zelfer zeigt;/ bleib alsdann in unsrer Mitten,/ wie dich deine Juůnger bitten,/ bis du sie getrostet hast;/ bleibe, bleibe, teurer Gast! Joh. Meunherz, I737. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 84 Berlin 1653. ö ö .— 2—ᷓ—— Je-sus lebt, mit ihm auch ich;/ Tod, wo Er, er lebt und wird auch mich ͥ/ von den —.— S sind nun dei ⸗ne Schrek⸗ fen?. TLo ten auf⸗ er⸗wek ken. Er ver⸗klärt mich 85 Ostern 1 in sein Licht;/ dies ist mei⸗ ne Ju-ver⸗ sicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich/ uͤber alle Welt gegeben;/ mit ihm werd auch ich zugleich/ ewig herrschen, ewig leben./ Gott erfüllt, was er verspricht;/ dies ist meine Juversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzaͤgt,/ laͤstert ihn und Gottes Ehre;/ Gnaͤde hat er zugesaͤgt,/ daß der Sünder sich be— kehre./ Gott verstoͤßt in Christo nicht;/ dies ist meine Ju⸗ versicht. 4. Jesus lebt, sein Seil ist mein;/ sein sei auch mein ganzes Ceben;/ reines Serzens will ich sein/ und den Lüsten widerstreben./ Er verläßt den Schwachen nicht;/ dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß,/ nichts soll mich von Jesu scheiden,/ keine Macht der Finsternis,/ keine Serrlichkeit, kein Ceiden./ Er gibt selbst mir Kraft und Cicht;/ dies ist meine Zuversicht. G. Jesus lebt, nun ist der Tod/ mir der Eingang in das Leben./ Welchen Trost in Todesnot/ wird er meiner Seele geben,/ wenn sie gläubig zu ihm spricht:/ Serr, Serr, meine Zuversicht. Christian Fürchtegott Gellert, 41769. 85 Mel. O Zesu Christ, meins Lebens Licht. Leipzig 1625 I. Er⸗inn re dich, mein Geist, er- freut/ ö ö— ö 4I.— 23— ů— 9—907.— x——— des ho⸗ hen Taͤgs der Berr'tlich⸗keit;/ halt im Ge⸗— ———— 2————— EiiEEEEEEEEEE dächtnis Jesum Christ,/ der von dem Tod er⸗stan ⸗ den ist! 86 Ostern 86 2. Entbrenn in Lieb und Dank für ihn,/ als ob er heute dir erschien/ und spräche: Friede sei mit dir!/ So freue dich, mein Geist, in mir! 3. Schau über dich und bet ihn an;/ er mißt den Sternen ihre Bahn;/ er lebt und herrscht mit Gott vereint/ und ist dein König und dein Freund. 4. Mein Seiland ist für mich erhöht;/ was ist der Erde Majestäͤt,/ wenn sie mein Geist mit der vergleicht,/ die ich durch Gottes Sohn erreicht? 5. Vor seinem Thron, in seinem Reich,/ unsterblich, heilig, Engeln gleich/ und ewig, ewig selig sein:/ ach, welche Serrlichkeit ist mein! G. Berr, der du in dem Simmel thronst,/ ich soll da wohnen, wo du wohnst,/ und du erfüllest mein Vertraun,/ dich in der Serrlichkeit zu schaun. 7. Ich soll, wenn du, o Cebensfürst,/ in Wolken wieder⸗ kommen wirst,/ verklärt aus meinem Grabe gehn/ und froh zu deiner Rechten stehn. 8. Mit deiner heilgen Engel Schar/ soll ich dich loben im merdar!/ Mit allen Frommen aller Zeit/ soll ich mich freun in Ewigkeit. 9. Wie komm es mir aus meinem Sinn,/ was ich, mein Beil, dir schuldig bin!/ Gib Kraft, daß ich in Lieb und Treu/ mich stets zu deinem Bild erneu! J0. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar/ dem, der da ist und der da war!/ Sein Maͤme sei gebenedeit/ von nun an bis in Ewigkeit! II. Sein ist das Reich, sein ist die Rraft;/ er ists, der alles in uns schafft./ Zalt im Gedächtnis Jesum Christ,/ der von dem Tod erstanden ist! Christian Fürchtegott Gellert, 1769. 86 Mel. Lasset uns den Serren preisen(Nr. 70). J. überwinder, nimm die Palmen,/ die dein Volk dir heute bringt,/ das mit frohen Osterpsalmen/ den er⸗ kämpften Sieg besingt./ Wo ist nun der Feinde Pochen/ und der Würger Mordgeschrei,/ da des Todes Nacht vorbei/ 87 86 Ostern und sein Stachel ist zerbrochen?/ Tod und Soͤlle liegen da:/ Gott sei Dank, Sallelujal 2. Stecke nun dein Siegeszeichen/ aus der dunklen Gruft empor!/ Was kann deinem Ruhme gleichen?/ Held und Bönig, tritt hervor!/ Caß dir tausend Engel dienen;/ denn nach harter Leidenszeit/ ist dein Tag der Serrlichkeit,/ höchste Majestät, erschienen;/ Erd und Himmel jauchzen da:/ Gott sei Dank, Saͤllelujal 3. Teile, großer Fuͤrst, die Beute/ deiner armen Serde mit,/ die in froher Sehnsucht heute/ vor den Thron der Gnade trittl/ Deinen Frieden gib uns allen!/ O so jauchzet Ferz und Mut,/ weil das CLos uns wundergut/ und aufs lieblichste gefallen;/ denn der Glzweig grunet da:/ Gott sei Dank, Hallelujal 4. Laß, o Sonne der Gerechten,/ deinen Strahl ins Berze gehn;/ gib Erleuchtung deinen Xnechten,/ daß sie geistlich auferstehn./ Hält der Schlaf uns noch gefangen,/ o so fördre du den Cauf,/ rufe mächtig: Wachet aufl/ Denn die Schatten sind vergangen,‚/ und der helle Tag ist da:/ Gott sei Dank, Hallelujal 5. Tilg in uns des Todes Grauen,/ wenn die letzte Stunde schlägt,/ weil du denen, die dir trauen,/ schon die Rrone beigelegt./ Gib uns in den höchsten Nöten,/ gib uns mitten in der Pein/ deinen Trost und Glauben ein; /o so kann der Tod nicht töten,/ denn die Soffnung blühet daꝛ/ Gott sei Dank, Hallelujal G. Jeige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint,/ wie die Schwaͤchheit nach dem Schlummer/ dort in voller Kraft erscheint./ Sind wir sterblich hier ge— boren, /o so streift das kühle Grab/ nur, was sterblich heißt, uns ab,/ und der Staub ist unverloren;/ unser Sirte hütet da:/ Gott sei Dank, Sallelujal 7. Rufe die zerfallnen Glieder/ endlich aus der dunklen Nacht;/ wenn der Deinen Asche wieder/ in verklärtem Glanz erwaͤcht,/ dann wirst du die Krone geben,/ dann wird unsre volle Brust,/ Serr, mit engelgleicher Cust/ ewig deinen Sieg erheben,/ und wir sprechen auch allda:/ Gott sei Dank, Sallelujal Christian Ludwig Taddel, 4 1775. Ostern 87· 88 87 mel. Lasset uns den Serren preisen(Nr. 7. J. Groͤßter Morgen, der die Erde/ nach der tiefsten Macht belebt,/ der sie nach dem Wort: Es werdel/ nochmals aus dem Nichts erhebt!/ Nach der Nacht voll duͤstrer Sorgen,/ da man angst⸗ und rummervoll/ ohne Jesum leben soll,/ bringt der allerschoͤnste Morgen ¶öͤJesum aus des Todes Tor, Jesum, unser Cicht, hervor. 2. Cebt nun auf, ihr stillen Seelen,/ die in Tränen ihr zerfloßt,/ die ihr euch in Rummerhoͤhlen/ ohne Licht und Rraft verschloßt!/ LCebt nun auf: er ist erstanden!/ Er, an den ihr doch geglaubt,/ ist vom Tode nicht geraubt,/ nein, er lebt, ist frei von Banden/ und mit Rlarheit angetan;/ betet euren König an! 3. Jauchz, o Erde, Zimmel, tönet,/ rühme, neu geschaffne welti'/ Gott und Menschheit sind versoͤhnet!/ Seht, wie glänzt der große Held,/ der des Abgrunds und der Höllen/ und der Zimmel Schlüssel führt/ und, mit Ehr und Schmuck geziert,/ seine KRirche sicher stelleń/ und nach tiefem Gottesplan/ ewig selig machen kann! 4. Großer Sirte deiner Schafe,/ von den Toten aus— geführt,/ dem, nach ganz erlittner Strafe/ unsrer Schuld, der Preis gebuͤhrt!/ Mimm ihn von den Millionen derer, die das Grab noch deckt,/ derer, die dein Ruf schon weckt,/ derer, die im Simmel wohnen,/ auch von uns hier unten an,/ wie dich jeder preisen kann. 5. Hilf uns aus den Fesseln gehen,/ womit uns die Welt bestrickt;/ laß uns geistlich auferstehen,/ allem Sünden⸗ dienst entruͤckt!/ Schenk uns Rraft zum neuen Wesen,/ daß es täglich Ostern sei,/ dann kommt einst der Tag herbei,/ da du voͤllig uns erloͤsen/ und zu dir erheben wirst,/ aufer⸗ standner Friedensfürst. Zoh. Ad. Lehmus, f I788. 88 mel. Lasset uns den Serren preisen(Nr. 70). I. Auferstanden, auferstanden/ ist der Herr, der uns ver⸗ soͤhnt;/ seht, wie hat nach Schmach und Banden/ Gott mit Ehren ihn gekrönt!/ Dort auf seines Vaters Throne,/ 89 SS.·.·.=.•.. 4.— über Schmerz und Tod erhöht,/ herrscht er nun in Mañe · stät./ Fallet nieder vor dem Sohne,/ der uns einst zu sich erhebt!/ Halleluja, Jesus lebt! 2. Singt dem Serrn! Er ist erstaͤnden,/ da er starb auf Golgatha;/ rühmt es laut in allen Canden:/ was sein Mund verhieß, geschah./ Wer kann ihm noch widerstreben ꝛ/ Mächtig steigt der Seld empor,/ im Triumph bricht er her⸗ vor./ Seht des Abgrunds Pforten beben,/ da ihr Sieger sich erhebt!/ Salleluja, Jesus lebt! 3. Uns vom Tode zu befreien,/ sank er in des Grabes Nacht;/ uns zum Leben zu erneuen,/ steht er auf durch Gottes Macht./ Tod, du bist in Sieg vers chlungen;/ deine Schrecken sind gedämpft,/ deine Serrschaft ist bekämpft,/ und das Leben ist errungen;/ ob man unsern Leib be— gräbt,/ Halleluja, Jesus lebt! 4. Aus dem Grab uns zu erheben,/ ging er zu dem Vater hin./ Laßt uns ihm zur Ehre leben,/ dann ist Sterben uns Gewinn./ Haltet unter Cust und Ceiden/ im Gedächtnis Jesum Christ,/ der vom Tod erstanden ist;/ unvergänglich sind die Freuden/ des, der nach dem Simmel strebt./ Balle⸗ luja, Jesus lebt! 5. Freut euch seiner, Gottes Kinderl/ Er sei euer Cob⸗ gesang!/ Bringt dem Todesüberwinder/ ewig Ehre, Preis und Dank./ Rühmt es in Versuchungsstunden,/ wenn euch Sünd und Elend droht,/ rühmt es in der Todesnot:/ unser Herr hat überwunden!/ Der uns einst zu sich erhebt,/ Salle⸗ luja, Jesus lebt! Nach Z.§. Danneil(& 1772 von Chr. Sturm, f 1786, und RKaspar Lavater, I80l. Mel. Mun danket all und bringet Ehr. Johann Crüger, 1 1647. — 1—— 1—..——4 T—— ½½5 DDDDDDDDD——— +—— J. Ich sag es je⸗ dem, daß er lebt/ und SE 7 1 auf ⸗ er ⸗stan ⸗den ist,/ daß er in uns⸗rer 80 Ostern ö ö DDDeeeeee ———— E Ostern 9⁰ Mit ⸗ te schwebt/ und wig bei uns ist. 2. Ich sag es jedem, jeder sagt/ es seinen Freunden gleich,/ daß bald an allen Orten tagt/ das neue Himmelreich. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn /erst wie ein Vaterland;/ ein neues Leben nimmt man hin/ entzuückt aus seiner Sand. 4. Hinunter in das tiefe Meer/ versank des Todes Graun,/ und jeder kann nun leicht und hehr/ in seine ZJukunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat,/ geht in den Simmel aus;/ und wer nur hört auf seinen Rat,/ kommt auch ins Vaterhaus. 6. Wun weint auch keiner mehr allhie,/ wenn eins die Augen schließt;/ vom Wiedersehn, spät oder früh,/ wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten Tat/ ein jeder frischer glůhn;/ denn herrlich wird ihm diese Saat/ in schoͤnern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein,/ wenn alles uns verläßt,/ und so soll dieser Tag uns sein /ein Weltver⸗ jüngungsfest. Movalis(Friedrich von Sardenberg), 180I. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Frankfurt a. M. 1599. — in Er ⸗hoͤh ⸗ter Sie⸗ges fuͤrst und Held!/ Dir jauchzet Vdu gehst aus dei⸗ nes Gra⸗bes Tor/ als wie ein E — 4.—*— 2 die er⸗lö⸗ste Welt/ am Fe⸗ste dei⸗-ner Wonne;l Bräu⸗ti⸗gam her· vor,/ schoͤn wie die Morgen · son ⸗ne. 91 11 Ostern 91 4.——.—— ö—. ö —.— 151 E—HUIIiiee Mächtig,/ prächtig /kommst du heu⸗ te/ aus dem Strei⸗te,/ n ven n en nin irrrenn. en.r,¶ Hunnn nnitn, d, ——.— ö——— kommst mit Se⸗gen/ uns aus dei⸗ner Gruft ent-ge⸗gen. 2. Wie maͤjestätisch bauest du/ am dritten Taͤge deiner Ruh/ den Leibestempel wieder! /Trotz aller Feinde List und Macht/ haͤst du dein großes Wort vollbracht: /Ich sterb und lebe wieder./ Gehet,/ sehet:/ alle Riegel,/ Band und Siegel/ sind zerstöret,/ Jesus lebt und ist verkläret! 3. Erlöste, kommt zu diesem Grab/ und blicket glaͤubens— voll hinaͤb;/ ist dies die Gruft der Schrecken?/ Seit Jesus hier geschlummert hat,/ sind Gräber eine Ruhestatt,/ die Fried und Hoffnung decken./ Zaͤgt nicht!/ Rlaͤgt nicht!/ Diese Glieder/ werden wieder/ sich erheben/ und das Leben Christi leben. 4. Dann werd ich ihn im Lichte sehn,/ gekrönt vor seinem Throne stehn /mit himmlischem Entzücken./ Dann ist mein Aug von Tränen leer,/ dann schreckt mich Sünd und Tod nicht mehr,/ nichts kann mich ihm entrücken./ Ewig,/ selig,/ ohne Mängel,/ wie die Engel/ werd ich leben/ und ihm Preis und Ehre geben. S. Indes zerstöre, starker Seld,/ was mich hier noch zu— rücke hält,/ daß ich zu dir mich schwinge./ O gib mir deinen Geist, dein Licht,/ daß ich, wenn Herz und Auge bricht,/ vom Tod ins Leben dringe!/ Maͤch mich/ mutig/ in dem Streite/ und bereite/ mich bei Jeiten/ zum Triumph der Ewigkeiten! Christ. Gottlieb Göz, FISoz. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Frankfurt a. M. I599. — ö ö v u x F, v art ◻—— . Hal⸗-le⸗-lu⸗ jal jauchzt, ihr Chö⸗ re,/ singt Je ⸗-su Er, der Held, ist von den Ban-den/ des To-des 9² —eennn 1 Ostern + ̃.. 993765. Christo Preis und Eh⸗-rel/ Wie groß und herr⸗lich sieg⸗reich auf⸗ er⸗stan⸗ den,/ er, der füͤr uns im 2 I I I.+. — ist sein Tagl ö ö Gra⸗ be lag. Sein ist Ge⸗walt und Maͤcht. /Preis ů I 1 1 1—— ——*—*—— — 2 ihm, er hats vollbracht,/ Sal⸗le ⸗lu· jal/ Er hats vollbracht,/ en wienen. indr vr nrnin IIIEKEKIĩIKKKE er, der die Macht/ des To⸗ des und des Gra⸗bes hat. 2. Glorreich hat der Seld gerungen,/ hat mächtig Grab und Tod bezwungen,/ von ihren Schrecken uns befreit./ Wir von Gott gewichne Sünder/ sind nun mit ihm ver⸗ söhnte Kinder/ und Erben seiner Seligkeit./ Bald, bald entschlafen wir,/ entschlafen, Christo, dir,/ ruhn in Frieden/ die kurze Macht,/ bis deine Macht/ das Licht des ewgen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken,/ du wirst ihn herrlich auferwecken,/ der du des Staubes Schöpfer bist./ Du wirst unvergänglich Leben/ und Kraft und Serrlichkeit ihm geben,/ dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein,/ gerecht und selig sein./ Sallelujal/ Tod und Gericht/ erschreckt uns nicht;/ denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Ja, er lebt, uns zu erfreuen/ und alles, alles zu zer⸗ streuen,/ was uns den Lebensfrieden raubt./ Groß ist seines Namens Ehre,/ und ewig gültig seine Cehre,/ und ewig selig, wer ihm glaubt./ Wir gehn an seiner Sand/ durch dieses Tränenland/ hin zum Simmel,/ und dort er⸗ hebt/ er, der da lebt,/ uns hoch zu Ehren ewiglich. 1 9³ . 92 · 93 Bimmelfahrt 5. Tag des CLebens, Tag der Wonne,/ wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne/ durch unsres Graͤbes Dunkel brichtl/ O, was werden wir empfinden,/ wenn Naͤcht und Finster— nis verschwinden/ und uns umstrahlt des Himmels Licht!/ Vollender, führe du/ uns diesem Tage zu, /uns, die Deinen./ Die Todesbahn/ gingst du voran;/ wir folgen dir in deine Ruh. Gottlieb Benedikt Funk, 1814. 92 Mel. Lasset uns den Serren preisen(Nr. 70). J. Amen! Deines Grabes Friede/ wird auch unser Grab durchwehn,/ wann wir, von der Waͤllfahrt müde,/ ruhn, um froher aufzustehn./ Amen! Fürst der Auferstehung,/ der des Todes Siegel brach,/ zeuch durch Tod und Grab uns nach/ zu der seligen Erhöhung,/ wo dem Lamm, das uns versöhnt,/ aller Simmel LCoblied tönt. 2. Preis dem Serrn, wir werden leben;/ weil du auf⸗ erstanden bist,/ muß das Grab uns wiedergeben; /Preis und Dank dir, Jesu Christ!/ Du das Saupt und wir die Glieder;/ weil du lebst, so leben wir./ Alle ziehst du nach zu dir,/ großer Erstling deiner Brüder./ Preis und Dank, wir leben hier,/ leben ewig dort mit dir. Bernhard Garve, f I841. Himmelfahrt 93 15. Jahrhundert. ö ö———— ——.. . hrist fuhr gen Bim mel;/ —— ö ö .— x——— 8———. da sandt er uns her⸗ nie⸗der/ 7 den Trö⸗ster, den hei⸗ li⸗ gen Geist,/ zu Trost 9³ Himmelfahrt 94 , n r.—1 ————————— der ar⸗ men Chri⸗ sten⸗heit./ Hal ⸗le⸗ lu⸗jal SSS Hal le lu ja! al le lu 3.— —— 2Z——. 2...— Hal⸗ le⸗ lu⸗ 9„Des solln wir al-le froh sein,/ DDRDRDDD—— K— ö é SISIꝗISISPS‚PIPISSIIe Christ will un-ser Trost sein./ Hal⸗-le⸗lu⸗jal 15. Jahrhundert. .5 mit Weglassung des Salleluja wie Nr. 123.) Straßburg I537. rb— 2——— Auf die⸗sen Tag Henden wir, 00 Gortsde Vund flehn mit herz⸗li⸗ cher Be⸗gier,/ Gott wol⸗le I. n, anen,. dn: di. an Er. inrninen auf⸗ ge⸗ fah⸗ ren, nun be⸗ wah ⸗»ren 1 uns ar-me Sün-der hier auf Erd,/ die wir, von Not und Tod beschwert,/ ohn ihn kein SPFIPIPIFIPIIPIPIII........ ᷣiii/ Boffnung ha⸗ ben.(Bal⸗le ⸗ lu ⸗ ja. Sal⸗-le⸗lu-⸗ja.) 2* 9⁵ ö —— — 9³ Bimmelfahrt 2. Gottlob, nun ist der Weg gemacht,/ uns steht der dim⸗ mel offen!/ Christus schleußt auf mit großer Pracht,/ vor⸗ hin konnts niemand hoffen./ Wers glaubt, des Serz ist freudenvoll,/ dabei er sich doch rüsten soll,/ dem Herren nachzufolgen. Galleluja. Salleluja.) 3. Wer nun nicht seinen Willen tut,/ dem ists nicht Ernst zum Herren;/ der aber wird vor Fleisch und Blut/ sein Bimmelreich versperren./ Am Glauben liegts; so der ist echt,/ wird auch gewiß das Ceben recht/ zum Zimmel sein gerichtet.(Halleluja. Salleluja.) 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an,/ wenn wir den Vater finden/ und fliehen stets die breite Bahn,/ tun uns zu Gottes Kindern;/ wir sehn hinauf, Gott sieht herab,/ an Treu und Cieb geht uns nichts ab,/ bis wir zusammen⸗ kommen.(Halleluja. Salleluja.) S. Dann wird der Taͤg erst freudenreich,/ wenn Gott uns zu sich nehmen/ und seinem Sohn wird machen gleich,/ den wir hier treu bekennen./ Da wird sich finden Freud und Mut/ in Ewigkeit beim höchsten Gut./ Gott woll, daß wirs erleben!(Halleluja. Salleluja). Zohannes Zwick, 1542. 9⁵ Mel. Erschienen ist der herrlich Tag(oder wie Nr. 407). Nikolaus 4.1561. 0⁴ —.—— J. Auf, Je⸗su Jun- ger 3— et euch!/ Der —————— EE‚ee Berr fährt auf zu sei-nem Reich./ Er tri⸗ um⸗ —— 1 e 2 — —— ů. 2. ö phiert; lob sin: ge ö ihm! /Lob ⸗ sin-get 1 4— I —— . ihm mit lau ⸗ter Stimm!/ Sal ⸗ le⸗ lu ⸗ al 96 EX Bimmelfahrt 96 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht;/ zerstört hat er des Todes Macht./ Er hat die Welt mit Gott versöhnt,/ und Gott hat ihn mit Preis gekrönt./ Hallelujal 3. Weit, über alle Simmel weit,/ geht seine Macht und Herrlichkeit;/ ihm dienen selbst die Seraphim; /lobsinget ihm mit lauter Stimm!/ Halleluja!l 4. Sein sind die Völker aller Welt; er herrscht als sieg⸗ gewohnter Seld; /er herrscht, bis unter seinen Fuß/ der Feinde Seer sich beugen muß./ Salleluja! 5. Er schützet seine Christenheit,/ erhält sie bis in Ewig⸗ keit;/ er ist ihr Saupt; lobsinget ihm!/ Cobsinget ihm mit lauter Stimm!/ Hallelujal 6. Ja, Seiland, wir erheben dich,/ und unsre Serzen freuen sich/ der Serrlichkeit und Majestät,/ dazu dich Gott, dein Gott, erhoht./ Halleluja! 7. Bereitet hast du schon den Ort,/ wo wir dich schauen fort und fort./ Nach treu vollbrachtem Glaͤubenslaͤuf/ nimmst du uns in den Simmel auf./ Halleluja! 8. Dein Eingang in die Serrlichkeit/ stärk uns in unsrer Prüfungszeit,/ nur dir zu leben, dir zu traun,/ bis wir der⸗ einst dein Antlitz schaͤun./ Hallelujal 9. Dann werden wir uns ewig dein,/ erhöheter Erlöser, freun./ Dann singen wir von deinem Ruhm/ ein neues Cied im Seiligtum. /Hallelujal Mach Erasmus UAlberus(+ 1553) von Samuel Diterich. f 1791. 9 Mel. Mun freut euch, lieben Christen gmein. Wittenberg 1524. 2—— ö é Ee — E ant Chri sti Him mel⸗-fahrt al⸗lein/ ich und al le Zwei⸗ fel, Angst und Pein/ hier⸗ x——— x rieri., e v mei ne Vaͤchfahrt grün de mit stets ü⸗ ber win»de. Denn weil das 9⁷7 9⁷ Himmelfahrt ne, r., — ⁊——— im Him⸗ 0 ist,/ wird sei⸗ ne Glie⸗ der . Je-sus Christ/ zur rech-⸗ 10 Jeit nach-ho-len. 2. Weil er gezogen himmelan/ und große Gab emp⸗ fangen,/ mein Herz auch nur im Simmel kann,/ sonst nirgends Ruh erlaͤngen./ Denn wo mein Schatz gekommen hin,/ dahin steht auch mein Serz und Sinn;/ nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach, Herr, laß diese Gnade mich/ von deiner Auffahrt spüren,/ daß mit dem wahren Glauben ich/ mög meine Nachfaͤhrt zieren/ und dann einmal, wenn dirs gefällt,/ mit Freuden scheiden aus der Welt;/ Herr, höre dies mein Flehen! Nach ZJosua Wegelin, 4 1640. —— Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Frankfurt a. M. 1599. EUE— ö——— e n würrL wininn E V—— 1. Ach, wun⸗der⸗gro⸗ßer Sie⸗ges⸗held,/ du Sünden⸗ zur Rech-ten Got-tes in der Kraft,/ hast herr⸗lich —— 1 ö é— d,... til⸗ger al⸗ ler Welt,/ heut bist du auf- ge⸗ fah-ren dir den Sieg verschafft/ trotz al⸗-ler Fein⸗de Scha⸗ren; 4 + 1I— nn Hinninn demn In—...— — ww vrn,— mäch⸗tig,/ präch⸗tig/ tri⸗ umphierst du/ und re⸗gierst du;/ 2 x—. ö =——.—2— 4 g.———.—3 — 21 ö—2 — Tod und Le⸗ben/ ist, Herr Christ, dir un-ter⸗ge⸗ ben. 98 yrt Himmelfahrt 98 2. Dir dienen alle Cherubim, /viel taͤusend hohe Sera— phim /dich Siegesfürsten loben;/ du haͤst den Segen wiederbracht/ und dich mit Majestät und Macht/ zur Herr⸗ lichkeit erhoben./ Singet,/ bringet J/Jubellieder,/ faͤllet nieder,/ rühmt und ehret/ den, der auf zum Himmel fähret. 3. Du, Serr, bist unser Saupt, und wir/ sind deine Glieder; nur von dir/ kommt auf uns Seil und Leben;/ Trost, Friede, Freude, Licht und Kraft,/ und was dem Herzen Cabsal schafft,/ wird uns durch dich gegeben./ Dringe,/ zwinge,/ ewge Güte,/ mein Gemüte,/ daß es preise,/ dir Lob, Ehr und Dank eerweise. 4. Jeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir;/ hilf, daß wir forthin für und für/ nach deinem Reiche trachten;/ laß unsern Wandel himmlisch sein,/ daß wir der Erde eiteln Schein/ und Uppigkeit verachten;/ Unart,/ Zoffaͤrt/ laß uns meiden, /christlich leiden,/ wohl ergründen,/ wo die Gnaͤde sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schirm und Hort/ und gründ uns auf dein göttlich Wort,/ darauf wir uns verlassen. Caß suchen uns, was droben ist;/ auf Erden wohnet Trug und List/ und Feinde, die dich hassen. Cügen, /Trügen,/ Angst und Jagen, /ach, sie plagen, /ach, sie quälen/ stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron,/ du Siegesfürst, Beld, Davids Sohn,/ komm, stille das Verlaͤngen!/ Du, du bist allen uns zu gut, /o Jesu, durch dein teures Blut/ ins Beiligtum gegangen./ Dafür/ soll dir/ von uns allen/ Preis erschallen;/ Herr, am Ende/ nimm uns auf in deine Hände! Ernst Christoph Somburg, 4 I68J. Mel. Aus meines Serzens Srunde. 9 Hamburg 1598. ....I.... ——5—— E— Der Serr fährt aͤuf gen Bim⸗ mel/ mit Vaus die sem Welt ⸗ ge⸗ tüm ⸗- mel/ em⸗ 99 SDSSDDDDDTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTPTPTPTPTRTRTRTRTRTRCRCRCRC —; RIFIFTFTCTCTCECEDEDDDDEEtE Himmelfahrt EE fro⸗hem Zu⸗bel ton por zu sei⸗nem Thron. Lobsingt, lob⸗sin E Gott!/ Cob-singt, lob- singt mit Freu⸗den/ dem Röni— —— 23. 2. 5 ge der Bei ⸗den,/ dem Her⸗ren Ze⸗ba⸗ oth! 2. Der Serr wird aufgenommen/ in seines Simmels Pracht;/ um ihn stehn alle Frommen,/ die er hat frei— gemaͤcht./ Es holen Jesum ein/ die heilgen Cherubinen,/ den lichten Seraphinen/ muß er willkommen sein. 3. Wir wissen nun vom Siege,/ der unser Haͤupt er— höht,/ wir wissen zur Genüge,/ wie man zum Simmel geht;/ der Seiland geht voran,/ will uns zurück nicht lassen;/ er zeiget uns die Straßen;/ er bringt uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden,/ der Serr maͤcht selbst uns Plaͤtz; /wir gehen von der Erden/ dorthin, wo unser Schatz. Ihr Serzen, macht euch auf! ̃/ Wo Jesu hin— gegaͤngen,/ dahin sei das Verlangen,/ dahin sei euer Cauf. 5. Caßt uns gen Simmel dringen/ mit herzlicher Be— gier;/ laßt uns einmutig singen:/ Dich, Jesus, suchen wirl/ Dich, o du Gottes Sohn,/ dich Weg, dich wahres Leben,/ dem alle Maͤcht gegeben,/ dich, unsres Sauptes Kron! 6. Fahr hin mit deinen Schätzen,/ du trugesvolle Welt;/ dein Tand kann nicht ergötzen!/ Weißt du, was uns ge⸗ fällt?/ Der Herr ist unser Preis,/ der Zerr ist unsre Freude/ und köstliches Geschmeide;/ zu ihm gilt unsre Reis'. 7. Wann soll es doch geschehen?/ Wann kommt die liebe Jeit,/ daß wir ihn werden sehen/ in seiner Serrlichkeit?/ Du Tag, wann wirst du sein,/ daß wir den Heiland grüßen/ und fallen ihm zu Fußen?/ Romm, stelle dich doch ein! G. Wilhelm Sacer, 1699. get Ioo .— Bimmelfahrt 99 · Ioo 99 Mel. Wie nach einer Wasserquelle(Mr. 60J). J. Herr, auf Erden muß ich leiden/ und bin voller Angst und Weh,/ warum willst du von mir scheiden,/ warum fährst du in die Böh?/ Nimm mich Armen auch mit dir,/ oder bleibe doch in mir,‚/ daß ich dich und deine Gaben/ täg⸗ lich möge bei mir haben. 2. Caß dein Serze mir zurücke/ und nimm meines mit hinauf;/ wenn ich Seufzer zu dir schicke,/ tue mir den Bimmel auf/ und, so ich nicht beten kann,/ rede du den Vater an;/ denn du sitzt zu seiner Rechten;/ darum hilf uns, deinen Knechten. 3. Zeuch die Sinne von der Erde/ über alles Eitle hin,/ daß ich mit dir himmlisch werde,/ ob ich gleich noch sterblich bin,/ und im Glauben meine Zeit/ richte nach der Ewigkeit,/ bis wir auch zu dir gelangen,/ wie du bist vorangegangen. 4. MNeine Wohnung maͤche fertig/ droben in des Vaters Haus,/ da ich werde gegenwärtig/ bei dir gehen ein und aus./ Dahin bringe mich zur Ruh,/ denn der Weg dahin bist du,/ und nimm an dem letzten Ende/ meinen Geist in deine HZände. 5. Romme, wenn es Zeit ist, wieder,/ wie dein Wort uns hoffen lehrt,/ und erlöse meine Glieder,/ die das dunkle Grab beschwert;/ richtest du dann diese Welt,/ die dein Wort für Lügen hält,/ dann nach überstandnem Leide/ führ uns ein zu deiner Freude. Raspar Neumann, I715. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 1 ⁰ Jakob Sintze, 1678. ———————— ...... 22 .*. Gro⸗-ßer Mitt⸗ler, der zur Rech⸗ten/ und die Schar von sei⸗ nen Knech ⸗ten/ —— 2 ö R. sei nes gro ßen Va ters sitzt in dem Reich der Gna'den schützt, den auf dem er⸗ Iol 10⁰ Himmelfahrt ö ö—— ö E—— SDSDiDD D.. hab⸗ nen Thro⸗ne/ in der kö⸗ nig⸗ lichen RBrone/ S... alles Seer der E⸗-wig-keit/ mit verhüll⸗tem Antlitz scheut: 2. Dein Erlösungswerk auf Erden/ und dein Opfer ist vollbracht;/ was vollendet sollte werden,/ ist geschehn durch deine Macht./ Da du bist für uns gestorben,/ ist uns Gnaͤd und Seil erworben,/ und dein siegreich Auferstehn/ läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun bist du ja Hort und Hüter/ in des Vaters Seilig⸗ tum, /die erworbnen Segensgüter/ durch dein Evan— gelium/ allen denen mitzuteilen,/ die zum Thron der Gnade eilen;/ nun wird uns durch deine Sand/ Seil und Segen zugewaͤndt. 4. Deines Volkes teure Namen/ trägst du stets auf deiner Brust,/ und die gläubig zu dir kamen,/ sind und bleiben deine Cust./ Du vertrittst, die an dich glauben,/ daß sie nichts dir möge rauben,/ bittest in des Vaters Saus/ ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen,/ die der Welt noch dienen, nicht,/ weil das Serz dir voll Erbarmen /über ihrem Elend bricht;/ daß dein Vater ihrer schone,/ daß er nicht nach Werken lohne,/ daß er ändre ihren Sinn,/ dar⸗ auf zielt dein Bitten hin. 6. Die Verdienste deiner Ceiden/ stellest du dem Vater dar/ und vertrittst vor ihm mit Freuden/ deine teur erlöste Schaͤr,/ daß er wolle Rraft und Ceben/ deinem Volk auf Erden geben/ und die Seelen zu dir ziehn,/ die noch deine Freundschaͤft fliehn. 7. Großer Mittler, sei gepriesen,/ daß du in dem Seilig⸗ tum/ so viel Treu an uns bewiesen;/ dir sei Ehre, Dank und Ruhm!/ Laß uns dein Verdienst vertreten,/ wenn wir zu dem Vaͤter beten;/ sprich für uns in letzter Not,/ wenn den Mund verschließt der Todl Joh. Jakob Rambach, 1735. 102 EEA Bimmelfahrt Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. I0I 101 Zohann Crüger, 1649. Rö-nig, dem kein König glei⸗chet,/ dessen Ruhm kein dem als Gott das Reich ge⸗ 296 ret,/ der als Mensch das — ———— nen. Mund er=rei⸗chet, 1 ZJep⸗ter füh⸗ ret, dem das Recht ge⸗hort zum Throne/ ———..—— 2 —.—.—..— als des Va⸗ ters ein⸗gem Soh-ne,/ den so viel Voll⸗ —— 15¹m3 +. + l ——. 5 kom⸗men⸗ hei⸗ ten 2. Bimmel, Erde, kro⸗nen, zie⸗ren und be⸗glei⸗ten! Cuft und Meere/ Lü dem unge⸗ zählten Heere/ der Geschöpfe in den Feldern,/ in den Seen, in den Wäldern/ sind, Berr über Tod und Ceben,/ dir zum Eigentum gegeben. /Tiere, Menschen, Geister scheuen,/ Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnaͤdenreiches Grenzen/ sieht man dich am schönsten glänzen,/ wo viel tausend treue Seelen/ dich zu ihrem Saupt erwähle n,/ die durchs Zepter deines Nundes/ nach dem Recht des Gnaͤdenbundes/ sich von dir regieren lassen/ und wie du das Unrecht hassen. 7. In dem Reiche loben hören/ von de deiner Ehren/ kann man stets dich m himmlischen Geschlechte,/ von der Menge deiner Knechte,/ die dort ohne Furcht und Grauen/ dein verklärtes Antlitz schauen,/ die dich unermüdet preisen/ und dir Ehr und Dienst erweisen. S. Berr in allen die sen Reichen!/ Dir ist niemand zu ver⸗ gleichen/ an dem Überfluß der Schätze,/ an der Ordnung der Gesetze,/ an Vollkommenheit der Gaben,/ welche deine 103 Bimmelfahrt Bürger haben; /du beschützest deine Freunde,/ du be— zwingest deine Feinde. 6. Berrsche auch in meinem Herzen/ über Jorn, Lust, Furcht und Schmerzen;/ laß mich deinen Schutz genießen,/ gläubig dich ins Berze schließen, /ehren, fürchten, loben, lieben/ und mich im Gehorsam üben;/ hier mitringen, dulden, streiten,/ dort mitherrschen dir zur Seiten. Joh. Jakob Rambach, 7 1735. 102 Mel. Alle Menschen müssen sterben(Nr. Ioo). J. Siegesfürst und Ehrenkönig,/ höchstverklärte Maje— stät!/ Alle Zimmel sind zu wenig,/ du bist drüber hoch er⸗ höht./ Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen/ und mein Herz vor Freude wallen,/ wenn mein Glaͤubensaͤug entzückt/ deine Berrlichkeit erblickt. 2. Weit und breit, du Simmelssonne,/ deine Rlaͤrheit sich ergießt,/ daß ein Strom von Glanz und Wonne/ durch die Himmelsgeister fließt;/ prächtig wirst du aufgenommen,/ freudig heißt man dich willkommen:/ schau, dein armes KRind auch hier/ rufet Hosianna dir. 3. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken,/ da ich deine Klar⸗— heit seh?/ Sollt mein Mut noch wollen sinken,/ da ich deine Macht versteh?/ Meinem Bönig will ich trauen,/ nicht vor Welt noch Teufel grauen,/ nur in Jesu Namen mich/ beugen hier und ewiglich! 4. Geist und Kraͤft nun überfließen;/ drum wirk in uns kräftiglich,/ bis zum Schemel deiner Füͤße/ alle Feinde legen sich./ Herr, zu deinem Jepter wende/ alles bis zum Welten— ende;/ mache dir auf Erden Bahn,/ alle Herzen untertan. 5. Du kannst alles aller Orten/ nun erfülln und nahe sein;/ meines armen Serzens Pforten/ stehen offen, komm herein!/ RKomm, du Bönig aller Ehren,/ du mußt auch bei mir einkehren;/ ewig in mir leb und wohn/ als in deinem Bimmelsthron! 6. Dein zum Zimmel Sicherheben/ bringt mir Gott und Bimmel naͤh;/ lehr mich nur im Geiste leben/ als vor deinen 10⁴ Bimmelfahrt 103 Augen da;/ fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen,/ bei dir abgeschieden drinnen,/ in das Himmelreich versetzt,/ da mich Jesus nur ergötzt. Gerhard Tersteegen, 1769. Mel. Alles ist an Gottes Segen. I03 Frankfurt a. M. I738. ꝗSHSI——....—— — 2——————9——— — 1—.—.—— J. Je⸗sus Chri-stus herrscht als Rö⸗nig, /al-les ö é ö ö—. ——, r wird ihm un ⸗ter⸗ta⸗nig,/ al⸗les lengt ihm Gott zu Fuß./ ö—)1 ö ö 1 Je⸗de ZJun ge soll be⸗ken⸗nen,/ Je⸗sus sei der III —. II — e— ö, Berr zu nen⸗ nen,/ dem man Ehrre ge⸗ben muß. 2. Fuͤrstentümer und Gewaͤlten,/ Mächte, die die Thron— wacht halten,/ geben ihm die Serrlichkeit./ Alle Serrschaft dort im Zimmel,/ hier im irdischen Getümmel/ ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gott ist Serr, der Herr ist Einer,/ und demselben gleichet keiner,/ nur der Sohn, der ist ihm gleich;/ dessen Stuhl ist unumstoͤßlich,/ dessen Ceben unauflöͤslich/ dessen Reich ein ewig Reich. 4. Nur in ihm, o Wundergaben!/ können wir Erlösung haben,/ die Erlösung durch sein Blut./ dörts! das Leben ist erschienen,/ und ein ewiges Versühnen/ kommt in Jesus uns zugut. S. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen,/ klagt, ihr Rranken, ihm die Schmerzen,/ sagt, ihr Armen, ihm die Pot./ Er kann alle Wunden heilen,/ Reichtum weiß er auszuteilen,/ Leben schenkt er nach dem Tod. 105 N 104 Himmelfahrt 6. Eil, es ist nicht Zeit zum Schämen!/ Willst du Gnade? du sollst nehmen! /Willst du leben? es soll sein!/ Willst du erben? du wirsts sehen!/ Soll der Wunsch aͤufs höchste gehen,/ willst du Jesum? er ist dein! 7. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder/ hier auf kurze Zeit danieder,/ und das Ceiden geht zuvor./ Nur Geduld, es folgen Freuden,/ nichts kann sie von Jesu scheiden,/ und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Ihnen steht ein Zimmel offen,/ welcher über alles Boffen, /über alles Wünschen ist. Die gereinigte Ge— meine/ weiß, daß eine Zeit erscheine,/ wo sie ihren Rönig grüßt. 9. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte,/ rühmt, voll— endete Gerechte,/ und du Schar, die Palmen trägt,/ und ihr Martrer mit der Krone,/ und du Chor vor seinem Throne,/ der die Gotteshaͤrfen schlägt! 10. Ich auch auf der tiefsten Stufen,/ ich will glaͤuben, reden, rufen,/ ob ich schon noch Pilgrim bin:/ Jesus Christus herrscht als König, /alles sei ihm untertänig,/ ehret, liebet, lobet ihn! Phil. Friedrich Siller, T I769. 104 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern(Nr. 97). J. Halleluja! Wie lieblich stehn/ hoch über uns die Him⸗ melshoͤhn,/ seit du im Himmel sitzest,/ seit du vom ewgen Zion dort/ aussendest dein lebendig Wort/ und deine Herde schuͤtzestl/ Fröhlich,/ selig/ schaͤut der Glaube/ von dem Staube/ auf zum Sohne:/ meine Heimat ist am Throne. 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl;/ was ist ihr tausend— facher Straͤhl?/ Was ist der Glanz der Sonne?/ Ein Schaͤtten nur von jenem Licht,/ das dir vom holden An— gesicht/ ausgeht mit ewger Wonne!/ Spende,/ sende-/ deine hellen/ CLebensquellen /reichlich nieder,/ großes Haupt, auf deine Glieder! 3. Verhüͤllt den Erdkreis düstre Wacht,/ ich weiß, daß dort ein Auge waͤcht,/ das einst um uns geweinet,/ das einst für uns im Tode brach;/ es ist dein Aug, es bleibet 106 Himmelfahrt 105 wach,/ bis neu die Sonne scheinet./ O wer/ nunmehr/ nimmer klagte,/ nimmer zagte,/ seit du wachest/ und aus Nächten Tage maͤchest! 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer,/ ein Himmel neigt sich drüber her,/ dein ZSimmel voller Gnaden./ Da steigt erhörlich das Gebet,/ da waͤllt man sicher fruh und spät/ vor Feindeslist und Schaden./ Keiner/ deiner/ Aus⸗ erwählten,/ Geistbeseelten/ bleibt verlassen;/ treu will ihn dein Arm umfassen. S. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz,/ zu dir, wenn sich das arme Serz/ abhärmt in bittrer Reue./ Du brichst nicht das zerstoßne Rohr,/ und wenn der Docht sein Gl verlor,/ so tränkst du ihn aufs neue./ Im Licht/ soll nicht/ eine fehlen/ von den Seelen,/ die zum Ceben/ dir dein Vater übergeben. G. O selger Rönig Jesu Christ!/ Wie wundervoll und heilig ist,/ was uns in dir geschenket!/ In dir, der Gottes Kinder schirmt,/ bleibt unser Anker, wenn es stürmt,/ auf ewig eingesenket./ Sier, hier/ sind wir/ festgebunden;/ unsre Stunden/ fliehn in Eile;/ dann hinaͤuf zum ewgen HBeilel Alberr Knapp, I864. 105 Mel. Lobe den Serren, den mächtigen Rönig. Stralsund 1665. 5—— 325 S 2—.———— — Lamm, das ge⸗lit⸗-ten, und Lö⸗-we, der blu⸗ten ⸗des Op⸗fer und Seld, der die 5 sieg⸗reich ge⸗ run⸗ gen; 0 Hl be zwenigen ö brechen⸗des Herz,/ das sich aus e—.— — H——— SI. ir⸗ dischem Schmerz/ ü⸗ber die Him-mel geschwungen! 1o7 Bimmelfahrt 2. Du hast in schaͤuriger Tiefe das Höchste vollendet,/ Gott in die Menschheit gehüllt, daß sein Cicht uns nicht blendet./ Würdig bist du,/ jauchzt dir die Ewigkeit zu,/ Preises und Ruhms, der nicht endet. 3. Himmlische Ciebe, die Namen der Erde nicht nennen!/ Fürst deiner Welten, die einst alle Jungen bekennen!/ Gingest du nicht/ selbst in der Sünder Gericht,/ Sünder entlaͤssen zu können? 4. Über des Todes umnachteten, graunvollen Klüften/ schwaͤngst du die Paͤlme des Sieges in himmlischen CLüften./ Wer an dich glaubt,/ trägt nun, von Hoffnung umlaubt,/ ewiges CLeben aus Grüften. 5. Menschensohn, Heiland, in dem sich das ewge Er⸗ barmen/ milde zu eigen gegeben den schuldigen Armen!/ Dir an der Brust/ darf nun in Leben und Lust/ jeder Er— starrte erwarmen. 6. Wahl voller Wunder! Der einzige Reine von allen/ eint sich mit Seelen, die sündig im Staube hier wallen,/ trägt ihre Schuld,/ hebt in unendlicher Suld/ das, was am tiefsten gefallen. 7. Mir auch ist süß überwindend dein Rufen ertönet;/ Berr, auch mein feindliches Serz hat dein Cieben versöhnet;/ ja deine Sand,/ zu dem Verirrten gewandt,/ haͤt mich mit Gnaͤde gekrönet. 8. Cobe den Herrn, meine Seele! Er hat dir vergeben,/ heilt dein Gebrechen, legt in dich ein ewiges CLeben;/ Frieden im Streit,/ Wonnen im irdischen CLeid/ weiß dir dein Heiland zu geben. 9. Boffnung und Glaͤube und Liebe, sie tragen auf Flügeln /dich in das Cand der Verheißung zu ewigen Hügeln,/ wo deine Wahl/ dort in der Herrlichkeit Strahl/ Lieb und Erbarmen besiegeln. 10. Jaͤuchze, Watur, in des Frühlings beginnendem Wehen;/ singe, du Welt, die das Werk der Erlösung ge⸗ sehen!/ Jauchze, du Seer,/ dort am kristallenen Meer:/ Ehre sei Gott in den Höhen! Meta Seußer⸗Schweizer, 41876. 108 0 DSNNREREEE EE 6 ö ö ö 27 V I 957 5 E Pfingsten 106 Mel. Serr Gott, dich loben alle wir(Nr. 43, oder wie Nr. 5). J. Romm, heilger Geist, o Schöpfer du,‚/ sprich deinen armen Seelen zu; /erfüll mit Gnaden, süßer Gast,/ die Brust, die du geschaffen hast. 2. Der du ein Tröster bist genannt,/ des allerhochsten Gottes Pfand,/ du Liebesquell, du Cebensbronn,/ du Berzenssalbung, Gnadensonn! 3. Du siebenfaches Gnadengut,/ du Hand des Berrn, die Wunder tut,/ du lösest aller Zungen Band,/ gibst frei das Wort in alle Cand. 4. Zünd uns ein Licht an im Verstand,/ entflamm das Zerz in CLiebesbrand,/ stärk unser schwaͤches Fleisch und Blut/ durch deiner Gottheit starken Mut. 5. Den Feind treib von uns fern hinweg/ und bring uns auf des Friedens Steg,/ daß wir, durch deine Hand ge⸗ fuhrt,/ vom Argen bleiben unberührt. 6. Cehr uns den Vater kennen wohl,/ und wie den Sohn man ehren soll;/ im Glauben mache uns bekannt,/ wie du von beiden wirst gesandt. 7. Ehr sei dem Vater, unserm Herrn,/ und seinem Sohn, dem CLebensstern;/ dem heilgen Geiste gleicherweis/ sei jetzt und ewig LCob und Preis!(Veni creator spiritus) Alte Kirche. Io9 Pfingsten 1 O/7(J5. Jahrhundert.) Erfurt 1524. I. Romm, hei ⸗-li⸗ger Geist, Her⸗re Gott,/ er⸗ S Mut und Sinn,/ dein brün⸗stig Lieb ent-⸗züͤnd in —— ihn'n!/ O Berr, durch dei⸗nes Lich⸗ tes Glast/ zum PP P I TTIIII Glauben du ver⸗-sam-melt hast/ das Volk aus al⸗ler — din. 45 229 1 Welt Zun⸗ gen./ Da sei dir, Herr, zu Lob ge⸗ sun ⸗ögen!/ Hal⸗le⸗lu⸗ ja! Zal⸗le⸗Iu jal 2. Du heiliges Licht, edler Hort,/ laß uns leuchten des Lebens Wort/ und lehr Gott uns recht erkennen,/ von Berzen Vater ihn nennen./ O Berr, behüt vor fremder Cehr,/ daß wir nicht Meister suchen mehr,/ denn Jesum mit rechtem Glauben,/ und ihm aus ganzer Macht ver⸗ trauen./ Halleluja! Saͤlleluja! 3. Du heilige Glut, süßer Trost,/ nun hilf uns froͤhlich und getrost/ in deinem Dienst bestaͤndig bleibn,/ die Trübsal 110 —— —SIVXEI Pfingsten Ios uns von dir nicht treibn./ Durch deine Kraͤft uns, Herr, be⸗ reit'/ und stärk des Fleisches Blödigkeit,/ daß wir hier ritterlich ringen,/ durch Tod und Ceben zu dir dringen./ Hall elujal Halleluja! V. IVeni sancte spiritus) vorreformatorisch; v. 2 und 3 von Martin Luther, 1546. 108 (Vorreformatorisch.) Wittenberg 1523. 5——————I SSP‚PI‚I.........—— J. Nun bit ten wir den hei li⸗gen Geist/ ö— —2 2—— 2—.—.— Z...—————— 2 ö ——— um den rech⸗ten Glau⸗ben al ⸗ler-meist,/ daß er — uns be⸗hü⸗te an un⸗serm En:de,/ wenn wir heim⸗ —— , in 2,, —— .. fahrn aus die⸗ sem E⸗len⸗de./ Er⸗barm dich, Serr! 2. Du wertes Licht, gib uns deinen Schein,/ lehr uns Jesum Christ kennen allein,/ daß wir an ihm bleiben, dem treuen Zeiland,/ der uns bracht hat zum rechten Vater⸗ land./ Erbarm dich, Herr! 3. Du suße Lieb, schenk uns deine Gunst,/ laß uns emp⸗ finden der Liebe Brunst,/ daß wir uns von Berzen ein⸗ ander lieben/ und im Frieden auf einem Sinn bleiben./ Erbarm dich, Herr! 4. Du höchster Tröster in aller Mot,/ hilf, daß wir nicht fuͤrchten Schand noch Tod;/ daß in uns die Sinne nimmer verzagen,/ wenn der Feind wird das Leben verklagen./ Erbarm dich, Serr! V. Jaus dem J3. Zahrhundert. Martin Luther, 1 1546. III SS Pfingsten Meiningen J693. Romm, o komm, du Geist des Ce⸗bens,/ Dei⸗ ne Kraft sei nicht ver⸗ge- bens,/ ——.. ñ—.. ISIEEEIEEIE wahrer Gott von E-wig⸗keit. sie er⸗füll uns je⸗der-zeit, ———— IIFIFIIFIꝗI.I.... CLicht und Schein/ in dem dunk⸗len Ber⸗zen sein. 2. Gib in unser Zerz und Sinnen/ Weisheit, Rat, Ver⸗ stand und Zucht,/ daß wir anders nichts beginnen,/ als nur, was dein Wille sucht./ Dein Erkenntnis werde groß/ und mach uns von Irrtum los. 3. Jeig uns, Herr, die rechten Stege/ zu der wahren Wohlfahrt an,/ räume alles aus dem Wege,/ was im Lauf uns hindern kann;/ wirke Reu durch deine Gnad,/ wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Caß dein ZJeugnis uns empfinden,/ daß wir Gottes Rinder sind,/ die auf ihn allein sich gründen,/ wenn sich Not und Drangsal findt;/ denn was Vaterliebe tut,/ ist uns allewege gut. S. Reiz uns, daß wir zu ihm treten/ frei mit aller Freudig⸗ keit;/ seufz auch in uns, wenn wir beten,/ und vertritt uns alle Jeit;/ so wird unsre Bitt erhoͤrt/ und die Juversicht vermehrt. §. Wird uns auch nach Troste bange,/ daß das Herz oft rufen muß:/ Ach, mein Gott, mein Gott, wie lange?/ Ei, so mach du den Beschluß;/ sprich der Seele tröstlich zu/ und gib Mut, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Rraft und Staͤrke,/ du gewisser, neuer Geist,/ fördre in uns deine Werke,/ wenn die Welt uns an sich reißt./ Schenk uns Waffen in dem Krieg/ und erhaͤlt in uns den Sieg. so wird Geist und — 112 ö ö „ Pfingsten 1Io0 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben,/ daß kein Feind, kein Tod, noch Spott/ uns denselben möge rauben;/ du bist unser Schutz und Gott./ Sagt das Fleisch gleich immer nein,/ laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben,/ so versichr uns mehr und mehr/ als des Simmelreiches Erben/ jener Herrlichkeit und Ehr,/ die Gott gibt durch Jesum Christ,/ und die un⸗ aussprechlich ist. Zeinrich Seld, J659. IIO Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Frankfurt a. M. 1599. 1 + 4 +. + ,.,.——.—— D EEEE. — 2————— DDDDDD—————— O heil⸗ger Geist, kehr bei uns ein;/ und laß uns Du Sim⸗melslicht, laß dei⸗nen Schein/ bei uns und dei⸗ ne Wohnung sein;/ o komm, du Zer⸗ zens⸗son⸗nel in uns kraͤf⸗tig sein/ zu ste ⸗ter Freud und Won⸗ nel e, rrie Sn. r, Sonne,/ Wonne,/ himmlisch Le⸗ ben/ willst du ge⸗ben,/ I.——— — 2—— daee, mrir, wenn wir be⸗ ten;/ zu dir kom⸗men wir ge⸗ tre⸗ten. 2. Du Guell, draus alle Wahrheit fließt,/ die sich in fromme Seelen gießt,/ laß deinen Trost uns höͤren,/ daß wir in Glaͤubenseinigkeit/ auch andre in der Christenheit/ dein wahres Jeugnis lehren./ Söre,/ lehre,/ daß wir können/ Zerz und Sinnen/ dir ergeben,/ dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat/ und fuͤhr uns selbst den rechten Pfad,/ die wir den Weg nicht wissen./ Gib uns Beständigkeit, daß wir/ getreu dir bleiben für und für,/ 113 ⁰⁰⁰⁰na]r—.. III Pfingsten auch wenn wir leiden müssen./ Schaue,/ baue,/ was zer⸗ rissen/ und beflissen,/ dich zu schauen/ und auf deinen Trost zu bauen. 4. O laß uns deine Gotteskraft/ empfinden und zur Rit⸗; terschaͤft/ dadurch gestärket werden; /auf daß wir unter deinem Schutz/ begegnen aͤller Feinde Trutz/ mit freudigen Gebärden. /Laß dich/ reichlich/ auf uns nieder,/ daß wir wieder/ Trost empfinden,/ alles Unglück üͤberwinden. 5. O starker Fels und Cebenshort,/ laß doch dein mildes Himmelswort/ in unsern Berzen brennen,/ daß wir uns mögen nimmermehr/ von deiner weisheitsreichen Lehr/ und reinen Liebe trennen./ Fließe,/ gieße/ deine Güte/ ins Gemüte,/ daß wir koͤnnen/ Christum unsern Seiland nennen. 6. Du milder Himmelstau, senk dich/ in unsre Seelen kräftiglich/ und schenk uns deine Ciebe,/ daß unser Sinn verbunden sei/ dem Nächsten stets mit Ciebestreu/ und sich darinnen übe./ Kein Neid,/ kein Streit/ dich betrübe,/ Fried und Ciebe/ müß umschweben/ und durchdringen unser Ceben. 7. Gib, daß in reiner Seiligkeit/ wir führen unsre Cebenszeit,/ sei unsres Geistes Stärke,/ daß uns forthin sei unbewußt/ die Eitelkeit, des Fleisches Cust/ und seine toten Werke./ Ruͤhre,/ führe/ unser Sinnen/ und Be— ginnen/ von der Erden,/ daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer, 1 1673. 1 1 Johann Crüger, 1653. ..———.— ———.—m——.—..—— ———............ 5 Zeuch ein zu deinen Toren,/ sei meines Berzens Gast, der du, da ich ge ⸗bo· ren,/ mich neu gebo⸗ren hast, EEEEEEEEEEEEE o hochgeliebter Geist/ des Vaters und des Sohnes,/ mit II4 Pfingsten III bei⸗den gleichen Thrones,/ mit beiden gleich gepreist. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden/ und schmecken deine ö KRraft,/ die Rraft, die uns von Sünden /Hilf und Errettung ö schafft;/ entündge meinen Sinn, /daß ich mit reinem Geiste/ dir Ehr und Dienste leiste,/ die ich dir schuldig bin. ö 3. Du bist ein Geist, der lehret,/ wie man recht beten sollj/ dein Beten wird erhöret,/ dein Singen klinget wohl,/ es steiget himmelan,/ es steiget sonder Ende,/ bis der sich zu uns wende,/ der allen helfen kann. 4. Du bist ein Geist der Freuden,/ mit Trauern hältst dus nicht,/ erleuchtest uns im Ceiden/ mit deines Trostes Licht./ Ach ja, wie maͤnchesmal/ hast du mit süßen Worten/ mir aufgetan die Pforten/ zum güldnen Freudensaall S. Du bist ein Geist der Liebe,/ ein Freund der Freund⸗ lichkeit,/ willst nicht, daß uns betrübe/ Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit./ Der Feindschaft Feind du bist,/ willst, daß in Liebesflammen/ sich wieder tu zusammen,/ was voller Zwietracht ist. 6. Du, Herr, hast selbst in dänden/ die ganze weite Welt,/ kaͤnnst Menschenherzen wenden,/ wie dir es wohlgefällt./ So gib doch deine Gnad/ zu Fried und Ciebesbanden,/ ver⸗ knüpf in allen Canden,/ was sich getrennet hat. 7. Beschirm die Obrigkeiten/ mit Gnad von deinem Chron,/ gib Glück zu diesen Zeiten, /schmuůck, als mit einer Rron,/ die Alten mit Verstand,/ mit Froͤmmigkeit die Jugend,/ mit Gottesfurcht und Tugend/ das Volk im ganzen Cand. 8. Erfülle die Gemüter/ mit reiner Glaubenszier,/ die Zäuser und die Güter/ mit Segen fuͤr und für;/ vertreib den boͤsen Geist,/ der dir sich widersetzet/ und, was dein Herz ergoͤtzet,/ aus unsern Herzen reißt. 9. Richt unser ganzes Leben/ allzeit nach deinem Sinn,/ und wenn wirs sollen geben/ ins Todes Bände hin,/ wenns mit uns hie wird aus,/ so hilf uns fröhlich sterben/ und nach dem Tod ererben/ des ewgen Cebens Haus. Paul Gerhardt, I676. II5 112 Pfingsten II2 Mel. Werde munter, mein Gemüte(oder wie Nr. 440). Johann Schop, 1622. Lt R —— b. x—.——— 5.5.——e O edu aller⸗-süß ⸗te Freu⸗de,/ o du der du uns in Lieb und Lei oe/ un be⸗ .——. +— x— E E al-ler⸗ schön-stes Licht,! ů 05 9 su⸗chet lässest nicht, Geist des Höch⸗ sten, hoͤchster SS.—— 1— —.— Fürst,/ der du hältst und hal⸗ ten wirst/ ohn Auf⸗hö⸗ren — ——— I SSSIIIIII al le Din ⸗ge,/ hö⸗re, hoͤ⸗re, was ich singel 2. Du bist ja die beste Gabe,/ die ein Mensch nur nennen kann;/ wenn ich dich erwünsch und habe,/ geb ich alles Wünschen dran. /Ach, ergib dich, komm zu mir/ in mein HBerze, das du dir,/ da ich in die Welt geboren,/ selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst als ein milder Regen/ ausgegossen von dem Thron,/ bringst uns nichts als lauter Segen/ von dem Vater und dem Sohn./ Caß doch, o du werter Gast,/ Gottes Segen, den du hast/ und verwaͤͤltst nach deinem Willen,/ mich an Ceib und Seel erfüllen. 4. Du bist weise, voll Verstandes,/ was geheim ist, ist dir kund,/ zählst den Staub des kleinsten Sandes,/ gründst des tiefsten Neeres Grund;/ nun, du weißt auch zweifelsfrei,/ wie verderbt und blind ich sei,/ drum gib Weisheit und vor allen,/ wie ich moge Gott gefallen. S. Du bist heilig, laͤßt dich finden,/ wo man rein und red⸗ lich ist,/ fleuchst hingegen Schand und Sünden,/ hassest Schlangentrug und List./ Mache du, o Gnadenquell,/ I16 tinnn Pfingsten II3 meine Seele rein und hell;/ laß mich fliehen, was du fliehest,/ gib mir, was du gerne siehest. 6. Deine Zuld hat keine Schranken,/ du bist romm und sanften Muts,/ bleibst im Ceben ohne Wanken,/ tust uns Bösen alles Guts. /Ach verleihe mir doch auch/ deinen edlen Sinn und Brauch,/ daß ich Freund und Feinde liebe,/ keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden,/ wenn du mich nur nicht verstoͤßt;/ bleib ich von dir ungeschieden,/ so bin ich genug getröst't. Caß mich sein dein Eigentum;/ ich ver⸗ sprech hinwiederum,/ hier und dort all mein Vermoͤgen/ dir zu Ehren anzulegen. 8. Nur allein, daß du mich stäͤrkest/ und mir treulich stehest bei;/ hilf, mein Helfer, wo du merkest,/ daß mir Hilfe noͤtig sei. Brich des böͤsen Fleisches Sinn,/ nimm den alten Willen hin,/ daß er sich in dir erneue/ und mein Gott sich meiner freue. 9. Sei mein Retter, führ mich eben;/ wenn ich sinke, sei mein Stab;/ wenn ich sterbe, sei mein Leben;/ wenn ich liege, sei mein Grab;/ wenn ich wieder aufersteh,/ o so hilf mir, daß ich geh/ hin, wo du in ewgen Freuden/ wirst die Auserwählten weiden. Paul Gerhardt, 1676. II3 mel. Werde munter, mein Gemüte(Nr. II. I. Gott, gib einen milden Regen,/ denn mein Herz ist dürr wie Sand; /Vater, gib vom Himmel Segen,/ tränke du dein duͤrstend Candl/ Caß des heilgen Geistes Gab/ auf mich Armen doch herab/ wie in starken Stromen fließen/ und sich in mein Herz ergießen. 2. Jesu, der du hingegangen/ zu dem Vater, sende mir/ deinen Geist, den mit Verlangen/ ich erwarte, Herr, von dir./ Caß den Tröster ewiglich/ bei mir sein und lehren mich, in der Weisheit festzustehen/ und auf dich im Glauben sehen. 3. Heilger Geist, du Kraft der Frommen,/ kehre bei mir Armen ein/ und sei taͤusendmal willkommen,/ laß mich deinen Tempel sein. Reinige du selbst das Haus/ meines Herzens, wirf hinaus/ alles, was mich hier kann scheiden/ von den süßen Zimmelsfreuden. II7 II4 Pfingsten 4. Schmücke mich mit deinen Gaben,/ maͤche neu mich, rein und schön;/ laß mich wahre Liebe haben/ und in deiner Gnaͤde stehn./ Gib mir einen starken Mut,/ heilige mein Fleisch und Blut,/ lehre mich vor Gott hintreten/ und im Geist und Wahrheit beten. S. So will ich mich dir ergeben;/ dir zu Ehren soll mein Sinn/ dem, was himmlisch ist, nachstreben,/ bis ich werde kommen hin,/ da mit Vaͤter und dem Sohn/ dich im höchsten Himmelsthron/ ich erheben kann und preisen/ mit den süßen Engelsweisen. Moritz Rramer, I702. I14 Mel. Werde munter, mein Gemüte(Nr. IIQ. J. Geist vom Vater und vom Sohne,/ der du unser Tröster bist/ und von unsres Gottes Throne/ hilfreich auf uns Schwache siehst:/ stehe du mir mächtig bei,/ daß ich Gott ergeben sei;/ o so wird mein Berz auf Erden/ schon ein Tempel Gottes werden. 2. Caß auf jedem meiner Wege/ deine Weisheit mit mir sein,/ wenn ich bange Zweifel hege,/ deine Wahrheit mich erfreun. /Cenke kräftig meinen Sinn/ auf mein wahres Wohlsein hin;/ lehrst du mich, was recht ist, wählen,/ werd ich nie mein Seil verfehlen. 3. Heilige des Serzens Triebe,/ daß ich uͤber alles treu/ meinen Gott und Vater liebe,/ daß mir nichts so wichtig sei,/ als in seiner Suld zu stehn;/ seinen Namen zu erhöhn,/ seinen Willen zu vollbringen,/ müsse mir durch dich gelingen. 7. Stärke mich, so oft zur Sünde/ mein Gemüt versuchet wird,/ daß sie mich nicht uͤberwinde;/ hab ich irgend mich verirrt,/ o so strafe selbst mein Serz,/ daß ich unter Reu und Schmerz/ mich vor Gott darüber beuge/ und mein Berz zur Bessrung neige. 5. Reize mich, mit Flehn und Beten,/ wenn mir Bilfe nötig ist,/ zu dem Gnadenstuhl zu treten./ Gib, daß ich auf Jesum Christ/ als auf meinen Mittler schau/ und auf ihn die Soffnung bau,/ Gnad um Gnaͤd auf mein Verlaͤngen/ von dem Vater zu empfangen. IIS Pfingsten 115 6. Stehe mir in allen Ceiden/ stets mit deinem Troste bei,/ daß ich auch alsdann mit Freuden/ Gottes Fuͤhrung folgsam sei./ Gib mir ein gelassen Zerz;/ laß mich selbst im Todesschmerz/ bis zum frohen Überwinden/ dieses Trostes Kraft empfinden. Nach Gottfried Soffmann, + I712. (Oder wie Nr. 307. Arnold Mendelssohn, Darmstadt 1905. ESEE— 1——.— 4—— ——..——. 2 ar ᷑ d 1. Schmückt das Fest mit Mai⸗en,/ las⸗set Blu⸗men denn der Geist der Gnaden/ hat sich ein ge— E EH—*.... streu⸗en,/ zün ⸗det Op⸗fer an; la⸗ den,/ ma ⸗ chet ihm die Bahn. Nehmt ihn vitt.. ein,/ so wird sein Schein/ euch mit Licht und .E d, ä Zeil er⸗fül⸗len/ und den Rum-mer stil; ⸗len. 2. Tröͤster der Betruͤbten,/ Siegel der Geliebten,/ Geist voll Rat und Tat,/ starker Gottesfinger,/ Friedensuͤberbringer,/ Licht auf unsrem Pfad,/ gib uns Kraft/ zur Pilgrimschaft,/ laß uns deine teuren Gaben/ Serz und Seele laben. 3. Caß die Jungen brennen,/ wenn wir Jesum nennen,/ fuhr den Geist empor;/ gib uns Kraft zu beten/ und vor Gott zu treten,/ sprich du selbst uns vor./ Gib uns Mut,/ du höchstes Gut,/ troͤst uns kräftiglich von oben/ bei der Feinde Toben. 4. Goldner Zimmelsregen,/ schütte deinen Segen/ auf das Rirchenfeld;/ lasse Stroͤme fließen,/ die das Cand be⸗ gießen,/ wo dein Wort hinfaͤllt,/ und verleih,/ daß es gedeih;/ hundertfältig Frucht zu bringen,/ Iaß ihm stets gelingen. 1I9 ——cccscsccmmmmmCm': — 116 Pfingsten 5. Schlage deine Flammen/ üͤber uns zusammen,/ heilge Ciebesglut;/ laß dein sanftes Wehen/ über uns ergehen,/ dämpfe Fleisch und Blut;/ laß uns doch/ am Sündenjoch/ mit der Welt nicht ferner ziehen/ und das Böse fliehen. 6. Gib zu allen Dingen/ Wollen und Vollbringen,/ führ uns ein und aus;/ wohn in unsrer Seele,/ unser Serz er⸗ wähle/ dir zum eignen Saus./ Wertes Pfand,/ mach uns bekannt,/ wie wir Jesum recht erkennen/ und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße,/ und durch Finsternisse/ sei du unser Licht;/ trag nach Jions Zügeln/ uns mit Glau⸗ bensflügeln/ und verlaß uns nicht,/ wenn der Tod,/ die letzte Not,/ mit uns will zu Felde liegen,/ daß wir froͤhlich siegen. 8. Caß uns hier indessen/ nimmermehr vergessen,/ daß wir Gott verwandt./ Dem laß uns stets dienen/ und im Guten grünen/ als ein fruchtbar Land,/ bis wir dort,/ du werter Sort,/ bei den grünen Simmelsmaien/ ewig uns er⸗ freuen. Benjamin Schmolck. 1737. Mel. Erquicke mich, du Seil der 0 A. Freylinghausen, Salle 1714. ST 2 dnn dn nin, m n, ,.,, an wa. I. VO Gott, o Geist, o Licht des CLe⸗bens,/ das du scheinst und lockst so lang ver⸗ge⸗bens,/ weil —.— 5 e,, + DEEEEEE 3.9. uns im To⸗des⸗ schat⸗ten scheint, ů Fin⸗ster⸗ nis dem Lich ⸗te feind! O Geist, dem kei ner *——— 1— ö—— E kann ent · ge ⸗ hen,/ dich laß ich gern mein ser⸗ze se⸗hen 2. Entdecke alles und verzehre,/ was nicht in deinem Lichte rein;/ wenn mirs gleich noch so schmerzlich wäre,/ 12⁰ 143 Ppfingsten 1I7 die Wonne folget nach der Pein;/ du wirst mich aus dem finstern Alten/ in Jesu Klaͤrheit umgestaͤlten. 3. Ich kann nicht selbst der Sunde steuern,/ das ist dein Werk, duQuell des Lichts!/ Du mußt von Grund aus mich er⸗ neuern,/ sonst hilft mein eignes Trachten nichts. /O Geist, sei meines Geistes Leben;/ ich kann mir selbst nichts Gutes geben. 4. Du Odem aus der ewgen Stille,/ durchwehe sanft der Seele Grund;/ füll mich mit aller Gottesfülle/ und da, wo Sünd und Greuel stund,/ laß Glauben, Cieb und Ehr— furcht grünen,/ in Geist und Wahrheit Gott zu dienen. 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen/ sei kindlich folgsam deinem Trieb;/ bewahr mein Serz mit allen Sinnen/ untaͤdelig in Gottes Cieb./ Dein in mir Beten, Lehren, Rämpfen/ laß mich auf keine Weise dampfen. 6. O Geist, o Strom, der uns vom Sohne/ eröffnet und kristallenrein/ aus Gottes und des Lammes Throne/ nun quillt in stille Serzen ein,/ ich öffne meinen Mund und sinke/ hin zu der Quelle, daß ich trinke. 7. Ich laß mich dir und bleib indessen,/ von allem ab⸗— gewandt, dir nah;/ ich will die Welt und mich vergessen/ und innigst glauben: Gott ist dal/ O Gott, o Geist, o Licht des Cebens,/ man harret deiner nie vergebens. Gerhard Tersteegen, 1 1769. mel. Rommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. Nr. 153(oder wie Nr. 362). J. Es saß ein frommes Häuflein dort/ und wollte nach des Zerren Wort/ einmütig Pfingsten halten./ Ach laß auch jetzt im Christenstand,/ Herr Jesu, deiner Liebe Band/ bei frommen Gliedern walten. 2. Schnell fiel hernieder auf das Saus/ ein starker Wind, der mit Gebraus/ sich wundersam erhoben./ O Gottes⸗ hauch, ach lasse dich/ bei uns auch spuͤren kraͤftiglich/ und weh uns an von oben! 3. Er füllete die Wohnung ganz,/ zerteilter Jungen Feuerglanz/ ließ sich aͤuf jedem spüren./ Ach nimm auch unsre Rirchen ein,/ laß feurig unsre Cehrer sein/ und deine Sprach uns rühren! 121 II8 Pfingsten 4. Sie wurden all des Geistes voll/ und fingen an zu reden wohl,/ wie er gab auszusprechen./ Erfüll auch uns mit heilger Glut,/ daß wir des HZerzens blöden Mut/ mit freier Rede brechen! 5. Das Volk von allen Jungen kann,/ was Gott zum Beil der Welt getan,/ in seiner Sprache hoͤren./ Ach heb der Zungen Irrsal auf;/ Iaß, Jesu, deinem Wort den Cauf,/ daß dich die Völker ehren! 6. Die Welt zwaͤr treibt nur ihren Spott,/ und wer nicht merkt die Kraft von Gott,/ spricht leider:„Sie sind trunken!“/ Den rechten Freudenwein uns gib,/ erquick, o Berr, in deiner Cieb,/ was noch in Angst versunken! 7. Dein Licht treib in des Zerzens Saus/ mit hellen Strahlen gänzlich aus/ die alten Finsternisse,/ daß Blind— heit, Irrtum, falscher Wahn,/ und was uns sonst ver⸗ leiten kann,/ auf ewig weichen müsse. 8. Dein Feuer töt in unsrer Brust,/ was sich noch regt von Sündenlust;/ erwecke reine Triebe,/ auf daß wir schmecken wahre Freud/ anstaͤtt der schnöden Eitelkeit/ in Jesu süßer Liebe. Sieronymus Annoni, + 1770. II8 Mel. Warum sollt ich mich denn grämen?(Nr. 332). J. Söchster Tröster, komm hernieder;/ Geist des Serrn,/ sei nicht fern,/ staͤrke Christi Glieder./ Er hat nie sein Wort gebrochen,/ Jesus hat/ deinen Rat/ seinem Volk ver— sprochen. 2. Schöpfer unsres neuen CLebens,/ jeder Schritt,/ jeder Tritt/ ist ohn dich vergebens./ Mache unser Seil uns wich⸗ tig;/ wer ist wohl,/ wie er soll,/ treu zu handeln tuͤchtig? 3. Berr, wir fallen dir zu Fuße;/ eins ist not/ für den Tod:/ Buße, wahre Buße. /Jeig uns selbst den Greul der Sünde,/ daß das Herz/ Angst und Schmerz,/ Reu und Scham empfinde. 4. Zeig uns des Erlösers Wunden,/ ruf uns zu:/ Ihr habt Ruh,/ ihr habt Seil gefunden!/ Er hat Gnade euch erworben,/ Jesu Blut/ machet gut,/ was die Welt ver⸗— dorben. 122 nit eb f// Pfingsten II9 5. Weck uns auf vom Sündenschlafe,/ rette doch/ heute noch/ die verlornen Schafe./ Reiß die Welt aus dem Ver— derben,/ laß sie nicht/ im Gericht/ der Verstockung sterben. 6. Geist der Weisheit, gib uns allen/ durch dein Licht/ Unterricht,/ wie wir Gott gefallen./ Cehr uns freudig vor Gott treten,/ sei uns nah/ und sprich: Ja!/ wenn wir gläubig beten. 7. Silf den Raͤmpf des Glaͤubens kämpfen,/ gib uns mut,/ Fleisch und Blut,/ Sünd und Welt zu dämpfen./ Laß uns Trübsal, Kreuz und CLeiden,/ Angst und Not,/ Schmerz und Tod/ nicht von Jesu scheiden. 8. Hilf uns nach dem Besten streben,/ schenk uns Kraft,/ tugendhaft/ und gerecht zu leben;/ gib, daß wir nie stille stehen,/ treib uns an,/ froh die Bahn/ deines Worts zu gehen. 9. Sei in Schwachheit unsre Stütze,/ steh uns bei,/ mach uns treu/ in der Prüfungshitze./ Führ, wenn Gott uns nach dem Leide/ sterben heißt,/ unsern Geist/ in des Bimmels Freude. Ehrenfried Liebich, T 1780. 119 Mel. Werde munter, mein Gemüte(Nr. II. J. Der du uns als Vater liebest,/ treuer Gott, und deinen Geist/ denen, die dich bitten, gibest,/ ja, uns um ihn bitten heißt,/ demutsvoll fleh ich zu Dir:/ Vater,‚ send ihn auch zu mir,/ daß er meinen Geist erneue/ und mich dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen/ Ceben, Kraft und Fruchtbarkeit,/ und mein Herz bleibt dir entrissen/ und dem Dienst der Welt geweiht,/ wenn er nicht durch seine Kraft/ die Gesinnung in mir schafft,/ daß ich dir mich ganz ergebe/ und zu deiner Ehre lebe. 3. Ewge Guelle wahrer Güter,/ hochgelobter Gottes⸗— geist,/ der du menschliche Gemuͤter/ heiligst und mit Trost erfreustl/ Nach dir, Serr, verlaͤngt auch mich,/ ich ergebe mich an dich;/ mache mich zu Gottes Preise/ heilig und zum Simmel weise. 12³ I20 Pfingsten Pi V 4. Fülle mich mit heilgen Trieben,/ daß ich Gott, mein höchstes Gut,/ über alles möge lieben,/ daß ich mit ges un trostem Mut/ seiner Vaterhuld mich freu/ und mit wahrer Fr Rindestreu/ stets vor seinen Augen waͤndle/ und recht⸗ ö schaffen denk und handle. Fe 141. 5. Geist des Friedens und der Liebe,/ bilde mich nach erl deinem Sinn,/ daß ich Lieb und Sanftmut uͤbe/ und mirs * rechne zum Gewinn,/ wenn ich je ein Friedensband/ un knüpfen kann, wenn meine Band/ zur Erleichtrung der rin Beschwerden/ kann dem Vächsten nützlich werden. 6. Wenn der Anblick meiner Sünden/ mein Gewissen me niederschlägt,/ wenn sich in mir Iweifel finden,/ die mein mi Berz mit Zittern hegt,/ wenn mein Aug in Nöten weint/ und Gott nicht zu hören scheint: /o dann laß es meiner zu Seelen/ nicht an Trost und Stärkung fehlen. sei 7. Was sich Gutes in mir findet,/ ist dein Gnadenwerk in mir;/ selbst den Trieb hast du entzündet,/ daß mich, Serr, verlangt nach dir./ O so setze durch dein Wort/ deine Gnaͤdenwirkung fort,/ bis sie durch ein selig Ende/ herrlich sich an mir vollende. David Bruhn, 1 1782. 120 Mel. Nun komm, der Seiden Zeiland(oder wie Nr. 36½.(I5. eut 182. sssiü eHRNN Ersurt 1527. * D..————— 35 J. Geist vom Va⸗ter und vom Sohn,/ wei⸗he 5—.— d ——ff.&—— —+ 1*.— dir mein Herz zum Thron!/ Schen ⸗ke dich mir sti V. ů——— ES—— ——— 33 55.— I ö im ⸗mer⸗dar,/ so wie einst der Jün ⸗ger Schar. de 2. Geist der Wahrheit, leite mich!/ Eigne Leitung täuschet sich,/ da sie leicht des Wegs verfehlt/ und den S Schein für Wahrheit wählt. u 12⁴ Pfingsten 121 3. Geist des Lichtes, mehr in mir/ meinen Glauben fůr und für,/ der mich Christo einverleibt/ und durch Ciebe Früchte treibt. 4. Geist der Andacht, schenke mir/ Salbung, Inbrunst, Feur von dir;/ laß mein Bitten innig rein/ und vor Gott erhörlich sein. 5. Geist der Liebe, Rraft und ZJucht!/ Wenn mich Welt und Fleisch versucht,/ o dann unterstuͤtze mich,/ daß ich ringe; rette mich! 6. Geist der Zeiligung, verklär/ Jesum in mir mehr und mehr/ und erquicke innerlich/ durch den Frieden Gottes mich. 7. Geist der Hoffnung, fuͤhre du/ mich dem Bimmelserbe zu;/ laß mein Serz sich deiner freun/ und in BZoffnung selig sein. Zulius Tode, 1797. mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht. Zeipzig 1625. 2— ö ö——.1 IDD J. O Got⸗tes Geist und Chri⸗sti Geist,/ ............ ...—— EEE der uns den Weg zum Sim⸗-mel weist,/ der uns die ——.— ri. Eam. n l. , n.,. dunk⸗le Er⸗den⸗ nacht/ durch seine Lich⸗ter hel⸗ le macht; 2. Du Sauch, der durch das Weltall weht/ als Gottes stille Majestät,/ du aller Lichter reinstes Licht,/ erleucht uns Serz und Angesicht. 3. Romm, leuchte mit dem Gnadenschein/ hell in die weite Welt hinein;/ komm, maͤch uns in der Finsternis/ des lichten ZSimmelswegs gewiß. 4. Ach, hier ist alles Staub und Nacht,/ die Wahn und Suünde trübe macht;/ ach, hier ist alles Not und Tod,/ geht uns nicht auf dein Morgenrot; 3 125 X —p— Schlußlied der Festzeiten 5. Das Morgenrot der bessern Welt,/ das wie ein Strahl vom Simmel faͤllt,/ als Gottes Macht und Gottes Lust/ durchblitzt die kranke Menschenbrust. 6. O Gottes Geist und Christi Geist,/ der uns wie Rinder beten heißt,/ der uns wie Kinder glauben heißt,/ o komm, o komm, du heilger Geist! 7. Romm, Gottes Frieden, Gottes Mut!/ Romm, stille Kraft, die nimmer ruht,/ komm, gieße deinen Gnaͤden— schein/ in Seele, Sinn und Herz mir ein. 8. Dann wandl ich, wie ein Kind des Lichts,/ im Glanze deines Angesichts/ schon meinen kurzen Erdenlauf/ stets himmelein und himmelaͤuf. Ernst Moritz Arndt, 1860. Schlußlied der Weihnachts⸗ Oster⸗ und Pfingstzeit 122 J. Sizilianische Volksweise, vor 1788. IJ. O du fröoh li che, du se ⸗li⸗ —— x ö*— 1——2 su. 2.—— 2 1 ————— 22—..——— 1 —— 1 1— 1— ge,/ gna⸗ den ⸗brin⸗gen ⸗ de Weih?˖⸗nachtszeitl/ EDIieDeeDeEE.De. ä Welt ging ver⸗lo ⸗ren,/ Christ ist ge⸗ bo⸗renz/ 123— ... — freu e, freu⸗ e dich, o Chri⸗sten⸗heit! 2. O du fröhliche,/ o du selige,/ gnadenbringende Weih⸗ nachtszeit!/ Christ ist erschienen,/ uns zu versühnen;/ freue, freue dich, o Christenheit! 126 N *+. Trinitatisfest I23 3. O du frohliche,/ o du selige,/ gnadenbringende Weih⸗ nachtszeit!/ König der Ehren,/ dich wolln wir hören;/ freue, freue dich, o Christenheit! II. 4. O du froͤhliche,/ o du selige,/ gnadenbringende Oster⸗ zeitl/ Welt lag in Banden,/ Christ ist erstanden;/ freue, freue dich, o Christenheit! 5. O du froͤhliche,/ o du selige,/ gnadenbringende Oster⸗; zeitl/ Tod ist bezwungen,/ Leben errungen;/ freue, freue dich, o Christenheit! 6. O du fröhliche,/ o du selige,/ gnadenbringende Oster⸗ zeitl/ Rraft ist gegeben,/ laßt uns ihm leben;/ freue, freue dich, o Christenheit! III. 7. O du frohliche,/ o du selige,/ gnaͤdenbringende Pfingstenzeitl/ Christ, unser Meister,/ heiligt die Geister;/ freue, freue dich, o Christenheit! 8. O du fröhliche,/ o du selige,/ gnadenbringende Pfingstenzeit!/ Führ, Geist der Gnade,/ uns deine Pfade;/ freue, freue dich, o Christenheit! 9. O du fröhliche, /o du selige,/ gnadenbringende Pfingstenzeit!/ Uns, die Erlösten,/ Geist, willst du troͤsten;/ freue, freue dich, o Christenheit! Zohannes Daniel Salk, F 1826. Trinitatisfest 23 Vorreformatorisch) Leipzig 1539. VE— 2—.—————— x —.—— DIIII—— 25 eatum, Gott in der Höh sei Ehr/ und Udar⸗um, daß nun und nim mermehr/ uns I27 5² Trinitatisfeset 1—47 + 1 1 I. — n Knn— ᷣᷓSDSPSSDSPSPIEEEEE Danr für sei ne Gna de, rüh⸗ren kann ein Scha⸗- de.) 14410 Ein Wohl⸗ge⸗ 2=2———— d falln Gott an uns hat,/ nun ist groß Fried ohn n wn——EERN , Un ⸗ter⸗laß,/ all Fehd hat nun ein En ⸗de. 2. Wir beten an und loben dich,/ wir bringen Ehr und danken,/ daß du, Gott Vater, ewiglich/ regierst ohn alles Wanken;/ ganz ohne Maß ist deine Macht,/ allzeit geschieht, was du bedacht:/ wohl uns des starken Serren. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn,/ für uns ein Mensch ge⸗ boren,/ der uns vertritt vor Gottes Thron/ und rettet, ö was verloren;/ Lamm Gottes, heilger Serr und Gott,/ nimm an die Bitt von unsrer Not,/ erbarm dich unser aller! 4J. O heilger Geist, du höchstes Gut,/ mit deinem Seil uns tröste!/ Vor Satans Macht nimm uns in Zut,/ die Jesus Christ erlöste/ durch Marter groß und bittern Tod;/ wend unsern Jammer ab und Not,/ daraͤuf wir uns ver— lassen.(Nach dem Gloria in excelsis) Nikolaus Decius, I54J. I Mel. Nun danket alle Gott. 1 24 Johann Crüger, 1647. E.— I. 4 lo⸗ bet sei der Berr,/ mein mein Schöp⸗-fer, der mir Leib h und —5 H SSSIi‚‚‚ee‚Ee— Gott, mein Cicht, mein Le-ben, See le hat ge ⸗„ge⸗ben,) mein Va ter, I28 Trinitatisfest 125 der mich schützt/ von Mut⸗ter⸗-lei⸗ be an,/ der ö—.——.4— aui Bnume 2 2. Gelobet sei der Serr,/ mein Gott, mein Heil, mein Leben,/ des Vaters liebster Sohn,/ der sich für mich ge⸗ geben,/ der mich erlöset hat/ mit seinem teuren Blut,/ der mir im Glauben schenkt/ sich selbst, das hoͤchste Gut. 3. Gelobet sei der Serr,/ mein Gott, mein Trost, mein Ceben,/ des Vaters werter Geist,/ den mir der Sohn ge⸗ geben,/ der mir mein Herz erquickt,/ der mir gibt neue Rraft,/ der mir in aller Not/ Rat, Trost und Silfe schafft. 4. Gelobet sei der Serr,/ mein Gott, der ewig lebet,/ den alles ruͤhmt und lobt,/ was durch ihn lebt und webet;/ ge⸗ lobet sei der Berr,/ des Name heilig heißt,/ Gott Vater, Gott der Sohn/ und Gott der werte Geist. 5. Dem wir Halleluja/ mit Freuden lassen klingen/ und mit der Engel Schar/ das Seilig! Beiligl singen,/ den herzlich lobt und preist/ die ganze Christenheit,/ gelobet sei mein Gott/ in alle Ewigkeit! Johann Olearius, 1684. 7½7 wie schön leuchtet der Morgenstern. Frankfurt a. M. I599. 4.—— IIII...— ———.2 12— ö Hal⸗le⸗lu⸗jal CLob, Preis und Ehr/ sei un⸗serm Von E-wig⸗keit zu E= wig⸗keit/ sei in uns ———— i Gott je mehr und mehr/ für al⸗le sei⸗ ne Wer⸗kel A al⸗len ihm berreit/ Dank, Weisheit, Rraft und Stär⸗kel 12⁹ Trinitatisfest ——.— — 25 30—— In—— Preis und Eh⸗re/ sei dem Serrn der Bimmelshee⸗re. 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht/ sei auch dem Gotteslamm gebracht,/ in dem wir sind erwaͤhlet,/ das uns mit seinem Blut erkauft,/ damit besprenget und getauft/ und sich mit uns vermählet./ Seilig,/ selig/ ist die Freund⸗ schaft/ und Gemeinschaft,/ die wir haben/ und darinnen uns erlaben. 3. Hallelujal Gott heilger Geist/ sei ewiglich von uns ge⸗ preist,/ durch den wir neu geboren,/ der uns mit Glauben ausgeziert,/ dem Bräutigam uns zugeführt,/ den Boch⸗ zeitstag erkoren./ Heil uns,/ Seil uns!/ Da ist Freude,/ da ist Weide,/ da ist NManng/ und ein ewig Sosianna. 4. Halleluja! Cob, Preis und Ehr/ sei unserm Gott je mehr und mehr/ und seinem großen Namen!/ Stimmt an mit aller dimmelsschar/ und singet nun und immerdaͤr/ mit Freuden: Amen, Amen! /Blinget,/ singet:/ Gott ist heilig,/ heilig, heilig!l/ Preis und Ehre/ sei dem Zerrn der Bimmelsheere. Darmstadt 1698. 12 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern(Nr. I25). I. Was freut mich noch, wenn dus nicht bist,/ Serr Gott, der doch mein Alles ist,/ mein Trost und meine Wonne?/ Bist du nicht Schild, wer decket mich?/ Bist du nicht Licht, wo finde ich/ im Finstern eine Sonne?/ Keine/ reine,/ wahre Freude,/ auch im Leide,/ auch für Sünden,/ ist, Berr, außer dir zu finden. 2. Was freut mich noch, wenn dus nicht bist,/ mein gerr Erlöser, Jesus Christ,/ mein Friede und mein CLeben?/ Beilst du mich nicht, wo find ich Zeil?/ Bist du nicht mein, 130 „ Trinitatisfest 127 wo ist mein Teil?/ Gibst du nicht, wer wird geben?/ Meine/ eine/ wahre Freude,/ wahre Weide,/ wahre Gabe,/ hab ich, wenn ich Jesum habe. 3. Was freut mich noch, wenn dus nicht bist,/ o Geist, der uns gegeben ist/ zum Führer der Erlösten?/ Bist du nicht mein, was sucht mein Sinn?/ Führst du mich nicht, wo komm ich hin?/ Hilfst du nicht, wer will trösten?/ Meine/ eine/ wahre Freude,/ Trost im Leide,/ Heil fůr Schaden/ ist in dir, o Geist der Gnaden. Phil. Hriedrich Siller, I769, v. 3 von Albert Knapp, 1863. 127 mel. Erschienen ist der herrlich Tag(od. wie Nr. 407). Nikolaus SermanH I56I. GEE I. Dank und An⸗be⸗tung brin ⸗gen wir, ¶Herr un⸗- ser EE Gott und Va⸗ ter, dir./ Du bist es, der die gan ⸗ ze EEAAUEH—43 — EE REEE— Welt/ er⸗schaffen hat und noch er⸗hält./ Bal⸗-le⸗ lu· jal 2. Dank und Anbetung bringen wir,/ Herr unser Gott und Heiland, dir./ Du littst fuͤr uns des Todes Pein,/ uns vom Verderben zu befrein./ Sallelujal 3. Gelobet seist du, Geist des derrn!/ Wir waren einst von Christo fern;/ du hast durch deines Wortes Macht/ auch uns zum Licht und Seil gebracht./ Hallelujal J. Chr. Stockhausen, 1 1784. 131 I S —— — N 2 128 Wittenberg(I529) I535. Erster Chor: Iweiter Chor oder Gemeinde: SSS SSSS. I. Herr Gott, dich lo⸗ben wir, Herr Sott, wir dan⸗ken dir! ————.— 2. EEEEEEIE. Dich, VDa⸗ter in E⸗wig-keit, ehrt die Welt weit und breit, SSSSSEEE all En gel und Simmels-heer, und was die⸗ net dei⸗ ner Ehr, n dn In v. d H D en——. ——.— d n ne deeP,rrE.aut auch Che⸗ru⸗bim und Se⸗ ra⸗phim sin⸗gen im⸗mer mit ho⸗her Stimm: ů ů ö— ———, Se. rense i. Hei ⸗ lig ist un⸗jer Gott! Zei ⸗lig ist un⸗ser Sottl 132 —„* 77 YJob⸗ und Danklieder 128 Jusammen: Bei ⸗lig ist un ⸗ ser Gott! der Her⸗ re Je⸗ba⸗ oth. Erster Chor: Iweiter Chor oder Gemeinde: * E. e B.. H, 41 2. Dein göttlichMNacht und Serrlichkeit der hei⸗ li⸗gen zwölf Bo⸗ ten Zahl die teu⸗ren Märt⸗rer all⸗zu⸗mal die gan⸗ze wer⸗te Christenheit dich, Gott Va⸗ter, im höchstenThron, den heil⸗gen Geist und Tröster wert geht ü⸗ber Zimmel und Erden weit; und die lie ben Prophe⸗ten all, lo⸗ben dich, Serr, mit großemSchall; rühmt dich auf Er⸗den al ⸗le⸗zeit; dei⸗nen rech⸗ten und ein⸗gen Sohn, mit rech⸗tem Dienst sie lobt und ehrt. ————— n.———— 3. Du Ró⸗nig der Ehren, Ze⸗su Christ, Gott Va⸗ters ew⸗ger Sohn du bist; , ........ EEE du nah⸗mest an, der Welt zu gut, du hast dem Tod zer⸗stört sein Macht du sitzst zur Rech⸗ten Got⸗tes gleich ein Rich⸗ter du zu⸗künf⸗ tig bist gleich Menschenkindern Sleisch u. Blut; und all' Christen zum Zimmel bracht; mit al⸗ler Ehr ins Vaters Reich; al älem, das tot und le⸗bend ist. =. 1PI..— T E E 4. Nun hilf uns, Serr, den Dienern dein, laß uns im Sim⸗mel ha ⸗ben teil 1 die durch dein teur Blut er⸗lö⸗ set sein; 5 — + S Hilf dei⸗nem Volk, Zerr Je⸗ su Christ, und segne, was dein Erbeteil ist; 133 V gob ˖ und Danklieder Erster Chor: Zweiter Chor oder Gemeinde: wart und pfleg sein zu al⸗ler Zeit und heb es hoch in E⸗wig⸗keit. EEE— ——.— —— ö——.—..— ,., 5. Täglich, Zerr Gott, wir lo⸗ben dich und dei⸗nen Na⸗men ste⸗tig ⸗lich. Be⸗hüt uns heut, o treu⸗er Gott, vor al⸗ ler Sůnd und Mis⸗ se⸗tat; sei uns gnä⸗dig, o Ser⸗re Gott, sei uns gnä⸗dig in al⸗ler Not; zeig uns dei ⸗ne Barmher⸗zig⸗keit, wie uns⸗re Zoff⸗nung zu dir steht; + +. +. ELI —— S IIIIIIIII auf dich hof⸗fen wir, lie⸗ber Serr, in Schanden laß uns nimmermehrl Jusammen: —.— 5 2 ö— —— DIDIP— — Az?: men. Nach dem Te deum laudamus(Alte Kirche) Martin Quther, 1546. 1 29 Augsburg 1540. , n,xe, ni.:in:ͤᷣ. SDD q 2— 1. Waien lob, mein Seel, den Ser⸗ ren,/ was in mir sein Wohl⸗ tat tut er meh ⸗ren,/ ver⸗giß es + SS TT ist, den Namen sein; i ů t di n Sůnd ver⸗ ge⸗ vicht, Berrze mein ndir dei Sünd ge 134 M 0. ir —— Lob⸗ und Danklieder 129 15 959 55. DIE ben,/ heilt dei ne Schwachheit groß, er⸗löst dein ar⸗mes 1———*— e dn s en dn. . PPP Ce⸗ben,/ nimmt dich in sei⸗nen Schoß,/ mit Trost dich II ü⸗ber⸗schüͤt⸗tet,/ ver⸗jüngt dem Ad⸗ler gleich;/ der 12.— E 1.— U+ 1— Are L ...... Berr schafft Recht, be⸗hů⸗tet,/ die lei⸗den für sein Reich. 2. Er hat uns wissen lassen/ sein heilig Recht und sein Gericht,/ dazu sein Güt ohn Maßen;/ es mangelt an Er⸗ barmung nicht,/ den Zorn läßt er wohl fahren,/ straft nicht nach unsrer Schuld;/ die Gnaͤd tut er nicht sparen,/ den Bloͤden ist er hold;/ sein Gůt ist hoch erhaben/ ob dem, der fürchtet ihn./ So fern der Ost vom Abend,/ ist unsre Suͤnd dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen/ ob ihrer jungen Rindelein,/ so tut der Serr uns Armen,/ wenn wir ihn kindlich fürchten rein;/ er kennt uns arme Knechte/ und weiß, wir sind nur Staub,/ ein bald verwelkt Geschlechte,/ wie Gras und fallend Caub;/ der Wind nur drüber wehet,/ so ist es nimmer da;/ also der Mensch vergehet,/ sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine/ steht fest und bleibt in Ewig⸗ keit;/ sie bleibt bei der Gemeine,/ die, stets in seiner Furcht bereit,/ will seinen Bund bewahren./ Er herrscht im Bimmelreich./ Ihr starken Engelscharen,/ lobt ihn mit uns zugleich/ und dient dem Serrn der Ehren/ und breitet aus sein Wort!/ Mein Seel soll auch vermehren/ sein Lob an allem Ort! Zohann Gramann, I54I. 135 ———FIIIICICIʃά—ẽᷣ—— —— I130.I31 ob⸗ und Danklieder 130 Matth. Apelles v. Löwenstern, 1644. H 5555565 P, e e, J. Nun prei⸗set al⸗le/ Got⸗ ee her⸗zig⸗keit;/ —.— lob ihn mit Schaͤlle,/ dank ihm, o Christenheit!/ Er Laht dich SSSSSSSSISSESESEEEEEEEE— freund⸗-lich zu sich la⸗den, freu⸗ e—. ra ⸗ el, ö—— SII— 2 — 2—7 sei⸗ ner Gnaden!/ Freue dich, Is⸗ra⸗- el, seiner Gna⸗denl 2. Der Herr regieret/ uͤber die ganze Welt;/ was sich nur rühret,/ alles zu Fuß ihm fällt;/ viel taͤusend Engel um ihn schweben,:,: Psalter und Harfe ihm Ehre geben. ,: 3. Wohlaͤuf, ihr Seiden,/ lasset das Trauern sein,/ zur grünen Weiden/ stellet euch willig ein;/ da läßt er uns sein Wort verkünden, ,: machet uns ledig von allen Sünden. ,: J. Er gibet Speise/ reichlich und üͤberall,/ nach Vaters Weise/ sättigt er allzumal;/ er schaffet früh⸗ und späten Regen, ,: füllet uns alle mit seinem Segen. ,: S. Drum preis und ehre/ seine Barmherzigkeit,/ sein Lob vermehre,/ dank ihm, o Christenheit;/ uns soll hinfort kein Unfaͤll schaden; 2,: freue dich, Israel, seiner Gnaden! ,: Matth. Apelles v. Löwenstern, + 1648. 1 3 1 Johann Crüger, 1647. E 7. Nun dan⸗ket al⸗le Gott/ mit Ser⸗ zen, Nund und der gro⸗ße Din⸗ge tut/ an uns und al⸗len I36 7 sss sss ssüü NSOINE se .. d 1 Lob⸗ und Danklieder 132 24—. ö u———— ö Han· den, der uns von Mutter⸗leib/ und Rindes⸗bei⸗ nen En⸗den, ———.5——— a—+ .... an/ un⸗ zäh⸗lig viel zu gut/ und noch jetz⸗ und ge⸗tan. 2. Der ewig reiche Gott/ woll uns bei unserm Leben/ ein immer froͤhlich Serz/ und edlen Frieden geben/ und uns in seiner Gnad/ erhalten fort und fort/ und uns aus aller Not/ erlösen hier und dort. 3. Cob, Ehr und Preis sei Gott,/ dem Vater und dem Sohne/ und dem, der beiden gleich/ im hoöͤchsten Zimmels⸗ throne,/ dem ewig höchsten Gott;/ als es anfaͤnglich war/ und ist und bleiben wird/ jetzund und immerdaͤr. Martin Rinckart, 1 1649. un lob, mein Seel, den Serren. Augsburg 1540. Mel. N 4 F — SSSSSDSDSS Man lobt dich in er Stil ⸗ le,/ du hoch-er⸗ Des Rühmens ist die Fül ⸗B le/ vor dir, du SDDe..i.——.— e, Ed ni, ri, da., b, hab⸗ ner Zi⸗ons⸗Gottl ů ä star⸗ker 565 ba⸗ 3— bist doch, Serr, auf Er⸗ D bn. EEEEE den/ der Frommen Zu-ver-sicht,/ in Trüb⸗sal und Be⸗ ö— 1— I— ö SI........ I 2—.———.— 1— schwer⸗den/ läßt du die Dei⸗ nen nicht./ Drum soll dich 137 —ẽ—ẽẽ ᷑ ᷑—!——ͤ—————— Lob⸗ und Danklieder stünd⸗lich eh⸗ ren/ mein Nund vor je⸗ der⸗ mann/ und —.— +——.—Rn — PSEIEEEET + 1—...93—.9—.——— 7—— 2* .—..—. ö E—. dei⸗nen Ruhm vermehren,/ so lang er lal ⸗ len kann. 2. Es müsse dein sich freuen,/ wer deine Macht und Gnade kennt,/ und deinem Dienst sich weihen,/ wer dich in Christo Vater nennt./ Hoch seist du stets gepriesen;/ du bists, der Wunder tut,/ und hast auch mir erwiesen/ das, was mir nütz und gut./ Nun, das ist meine Freude,/ zu halten fest an dir,/ daß nichts von dir mich scheide,/ so lang ich waͤlle hier. 3. Berr, du hast deinen Namen/ sehr herrlich in der Welt gemacht;/ wenn Schwaͤche zu dir kamen,/ hast du gar bald an sie gedacht./ Du hast mir Gnaͤd erzeiget;/ nun, wie ver⸗ gelt ichs dir?/ Ach bleibe mir geneiget,/ so will ich für und für/ den Kelch des Heils erheben/ und preisen allezeit/ dich, Berr Gott, hier im Leben/ und dort in Ewigkeit. Johann Rist, 1667. I33 Mel. Nun danket all und bringet Ehr(Nr. I30%. J. Ich singe dir mit Herz und MNund,/ Serr, meines Berzens Cust!/ Ich sing und mach auf Erden kund,/ was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad/ und ewge Quelle seist,/ daraus uns allen früh und spat/ viel Seil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir/ auf dieser ganzen Erd,/ das uns, o Vater, nicht von dir/ allein gegeben werdꝰ 4. Wer hat das schöne Himmelszelt/ hoch über uns ge⸗ setzt?/ Wer ist es, der uns unser Feld/ mit Tau und Regen netztꝰ 158 der 10 Lob⸗ und Danklieder 133 S. Wer wärmet uns in Kält und Frost?/ Wer schützt uns vor dem Wind?/ Wer macht es, daß man Ol und Most/ zu seinen ZJeiten findt? 6. Wer gibt uns Leben und Geblůt?/ Wer hält mit seiner Hand/ den guldnen, edlen, werten Fried/ in unserm Vaterlandꝰ 7. Ach, Serr, mein Gott, das kommt von dir,/ und du läßt uns sicher ruhn. 2 mußt alles tun!/ Du hältst die Wacht an unsrer Tür/ und 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr,/ bleibst immer fromm und treu/ und stehst uns, wenn wir in Gefahr/ ge⸗ raten, herzlich bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld/ und schlägst nicht allzusehr,/ ja endlich nimmst du unsre Schuld/ und wirfst sie in das Meer. I0. Wenn unser Serze seufzt und schreit,/ wirst du gar leicht erweicht/ und gibst uns, was uns hoch erfreut/ und dir zur Ehr gereicht. II. Du zählst, wie oft ein Christe wein',/ und was sein Kummer sei;/ kein Jähr⸗ und Tränlein ist so klein,/ du hebst und legst es bei. I2. Du fuͤllst des Cebens Mangel aus/ mit dem, was ewig steht,/ und führst uns in des Simmels Saus,/ wenn uns die Erd entgeht. I3. Wohlaͤuf, mein Serze, sing und spring/ und habe guten Mut!/ Dein Gott, der Ursprung aller Ding,/ ist selbst und bleibt dein Gut. I4. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil,/ dein Glanz und Freudenlicht,/ dein Schirm und Schild, dein Silf und Beil,/ schafft Rat und läßt dich nicht. I5. Was kränkst du dich in deinem Sinn/ und grämst dich Tag und Nacht?/ Nimm deine Sorg und wirf sie hin/ auf den, der dich gemacht! I6. Sat er dich nicht von Jugend auf/ versorget und ernährt/ und manchen schweren Unglückslauf/ zum Segen dir gekehrt? I7. Er hat noch niemals was versehn/ in seinem Regi⸗ ment;/ nein, was er tut und läßt geschehn,/ das nimmt ein gutes End. 139 —ẽ————, 134%ob⸗ und Danklieder J8. Ei nun, so laß ihn ferner tun/ und red ihm nichts darein,/ so wirst du hier in Frieden ruhn/ und ewig fröh⸗ lich sein. Paul Gerhardt, 4 1676. 34 Johann Crüger, J647. IDDDDD—... + J. Wun dan⸗ket all und brin⸗get Ehr,/ ihr , nn —— W schen in der Welt,/ dem, des⸗sen Lob der ö * en eievr. En⸗gel Beer/ im Sim-mel stets ver⸗meldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schaͤll/ Gott, unserm — höchsten Gut,/ der seine Wunder überall s/ und große Dinge tut. 3. Der uns von Mutterleibe an/ frisch und gesund erhält/ und, wo kein Mensch mehr helfen kann,/ sich selbst zum HBelfer stellt. 7J. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt,/ doch bleibet gutes Muts,/ die Straf erläßt, die Schuld vergibt/ und tut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz,/ erfrische Geist und Sinn/ und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz/ ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn/ auf unserm Vaterland;/ er gebe Glück zu unserm Tun/ und Seil in allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt/ um, bei und mit uns gehn,/ was aber ängstet und bemüht,/ gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt,/ sei er stets unser Beil/ und bleib auch, wenn wir von der Erd/ abscheiden, unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Berze bricht,/ uns unsre Augen zu/ und zeig uns draͤuf sein Angesicht/ dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 4 1676. 14⁰ Lob⸗ und Danklieder 135 1 3 5 Stralsund J665. o⸗be den Ber⸗ren, den stim⸗me, du See⸗le, mit ein zu den himm-li-schen ö 22 1...2 E ren 955 0 en. Rom⸗-met zu⸗ hauf,/ Psal⸗ ter und E n— 1 E— II E—4———4——— — 43.——.— ů 2— 0 Zar⸗fe, wacht auf,/ las⸗set den Lob⸗ge⸗sang hö⸗ren! 2. Cobe den Herren, der alles so herrlich regieret,/ der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet,/ der dich er⸗ haͤlt,/ wie es dir selber gefäͤllt;/ hast du nicht dieses ver⸗ spüretꝰ 3. Cobe den Serren, der künstlich und fein dich bereitet,/ der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet;/ in wieviel Not/ hat nicht der gnädige Gott/ uͤber dir Flügel gebreitet? 4. Cobe den Serren, der deinen Stand sichtbar gesegnet,/ der aus dem Zimmel mit Strömen der Liebe geregnet;/ denke daran,/ was der Allmächtige kann,/ der dir mit Liebe begegnet. 5. Cobe den Zerren; was in mir ist, lobe den Namen;/ alles, was Odem hat, lobe des Heiligen Namen!/ Er ist dein Licht;/ Seele, vergiß es ja nicht:/ lob ihn in Ewig⸗ keit! Amen. Joachim Meander, 1 1680. 141 ö ö ö ö 136137 Lob⸗ und Danklieder I 36 Bremen 1680. — ——— I — J. 2.—2*— —.———— +. +. —— +I—— 1—— ———— IP..—..228 ö— ——. FE —üD— 1—Il .*——. laß dir un⸗· ser Lob ge⸗ 11. en ob wir schon dich oft ver · lie·ßen;/ hilf uns noch// staͤrk uns ..— E EE 1—.—— 2—— ö— doch!/ Caß die Junge sin⸗gen,/ laß die Stimm er⸗klin⸗gen! 2. Himmel, lobe prächtig/ deines Schöpfers Werke,/ mehr als aller Nenschen Werke./ Großes Licht der Sonne,/ lob ihn mit den Strahlen,/ die das große Rund bemalen./ Lobet gern,/ Mond und Stern,/ seid bereit, zu ehren/ einen solchen Serren! 3. O du meine Seele,/ singe fröhlich, singe,/ singe deine Glaubenslieder!l/ Was da Gdem holet,/ jauchze, preise, klinge;/ wirf dich in den Staub danieder. Er ist Gott/ Zebaoth;/ er nur ist zu loben/ hier und ewig droben. 7. Balleluja bringe,/ wer den Berren kennet,/ wer den Herren Jesum liebet;/ Salleluja singe,/ welcher Christum nennet,/ sich von Serzen ihm ergibet./ O wohl dir!/ Glaube mir, /endlich wirst du droben/ ohne Sünd ihn loben. Joachim Neander, 4 1680. 137 Mel. Es ist das Zeil uns kommen her. Vorreformatorisch) Wittenberg 1523. + N I I— ESEEE — 1 Sei Lob und Ehr dem hoͤch ⸗sten Gut,/ dem Gott, der al le Wun ⸗der tut,/ dem 142 —— t—— Oob⸗ und Danklieder 137 — 4 E—— 2* EE — 35 2 1 Va⸗ ter al ⸗ ler Gu? te, auuit Gott, der mein Ge⸗ mü te/ mit rei chen Trost er⸗ fullt,/ dem Gott, der al⸗len ——— II 1.——— ö ů 1l ... Jam ⸗mer stillt./ Gebt un⸗ serm Gott die Eh⸗ rel 2. Es danken dir die Zimmelsheer, /o Berrscher aller Thronen,/ und die in Cüften, Land und Meer/ in deinem Schatten wohnen,/ die preisen deine Schöpfermacht,/ die alles hat so wohl bedacht./ Gebt unserm Gott die Ehrel 3. Was unser Gott geschaffen hat,/ das will er auch er⸗ halten,/ darüber will er fruͤh und spat/ mit seiner Gnade walten./ In seinem ganzen Bönigreich/ ist alles recht, ist alles gleich./ Gebt unserm Gott die Ehrel 4. Ich rief dem Serrn in meiner Wot:/ Ach Gott, ver— nimm mein Schreien!/ Da half mein Selfer mir vom Tod/ und ließ mir Trost gedeihen./ Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir,/ ach danket, danket Gott mit mir./ Gebt unserm Gott die Ehrel! 5. Der Serr ist noch und nimmer nicht/ von seinem Volk geschieden; /er bleibet ihre Juversicht,/ ihr Segen, Beil und Frieden./ Mit Mutterhänden leitet er/ die Seinen stetig hin und her./ Gebt unserm Gott die Ehrel 6. Wenn Trost und Silfe mangeln muß,/ wie sie die welt erzeiget,/ so kommt und hilft der Überfluß,/ der Schoͤpfer selbst, und neiget/ die Vateraugen denen zu,/ die sonsten nirgends finden Ruh./ Gebt unserm Gott die Ehrel 7. Ich will dich all mein Leben lang,/ o Gott, von nun an ehren;/ man soll, Gott, deinen Lobgesang/ an allen Orten hören./ Mein ganzes Serz ermuntre sich,/ mein Geist und Ceib erfreue dich./ Gebt unserm Gott die Ehrel 143 sei⸗ nem 138 ob⸗ und Danklieder 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt,/ gebt unserm Gott die Ehre!l/ Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt,/ gebt unserm Gott die Ehre!/ Die falschen Goͤtzen macht zum Spott;/ der Herr ist Gott! Der Serr ist Gott!/ Gebt unserm Gott die Ehrel! 9. So kommet vor sein Angesicht,/ mit Jauchzen Dank zu bringen;/ bezaͤhlet die gelobte Pflicht,/ und laßt uns fröhlich singen:/ Gott hat es alles wohl bedaͤcht/ und alles, alles recht gemacht./ Gebt unserm Gott die Ehrel Joh. Jakob Schütz, + 1690. 138 Mel. Allein Gott in der Zöh sei Ehr. Vorreformatorisch) Leipzig 1539. 4 .—..— ö—.—— —8—.———.——— xW.— F— 4— V 0 her dem Her⸗ren Lob und Ehr/ aus Ein je ⸗der Got ⸗tes Ruhm ver⸗ mehr/ und —..———.— + —.——.———.— ————— TEE freu⸗di ⸗gem Se; mun? trei breizse sei ne CEu tel) Ath(ies bet, lo⸗bet al ⸗le Gott,/ der uns be⸗frei et aus der —. 12.—4 2 1— 1 1 2 7⁷ I 75 2—.——IIJ..J—3 Not,/ und dan⸗ ket sei nem Na. menl 2. Cobt Gott und rühmet allezeit/ die großen Wunder⸗ werke,/ die Majestaͤt und Berrlichkeit,/ die Weisheit, Kraft und Stärke,/ die er beweist in aller Welt/ und dadurch alle Ding erhaͤlt;/ drum danket seinem Namen! 3. Cobt Gott, der uns erschaffen hat,/ Ceib, Seele, Geist und Leben/ aus lauter väterlicher Gnad/ uns allen hat ge⸗ geben,/ der uns durch seine Engel schützt/ und täglich gibet, was uns nuͤtzt;/ drum danket seinem Naͤmen! 14⁴ )%. Job⸗ und Danklieder 139 4. Cobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn,/ der fuͤr uns ist gestorben/ und uns des ewgen Cebens Rron/ durch seinen Tod erworben,/ der Tod und Hoͤlle macht zu Spott/ und uns versoͤhnt mit unserm Gott;/ drum danket seinem Namen! 5. Cobt Gott, der in uns durch den Geist/ den Glauben angezundet/ und alles Gute noch verheißt, /uns stärket, kräftigt, gründet;/ der uns erleuchtet durch sein Wort,/ regiert und heiligt fort und fort;/ drum danket seinem Naͤmen! 6. Cobt Gott, der auch das gute Werk,/ so in uns an⸗ gefangen,/ vollfuͤhren wird und geben Stärk,/ das Rleinod zu erlangen,/ das er hat allen dargestellt/ und seinen Gläubgen vorbehält;/ drum danket seinem Namen! 7. Cobt Gott, ihr starken Seraphim,/ ihr Fuͤrsten und ihr Thronen!/ Es loben Gott mit heller Stimm,/ die hier auf Erden wohnen!/ Lobt Gott und preist ihn früh und spatl/ Ja alles, was nur Odem hat,/ das danke seinem Naͤmen! Cyriakus Günther, 1 1704. 1 39 Ansbach 1665. — S..I........... . re. A. Le m 1.— LCo⸗be den Ber ren, d mei ne See⸗lel/ weil ich noch Stunden auf Er den zäh ⸗le,/ 1=2— ö—..J——— .........———— Ich will ihn lo ben bis zum Tod; will ich lob⸗sin-gen mei⸗ nem Gott. Der Ceib und I— 1— EIISISIEEEEEEE.— S........ Seel ge⸗ ge⸗ ben hat,/ wer⸗de ge⸗ prie⸗ sen 8—— Kne. 4.— +—H ——2———— + DE — fruͤh und spat./ Bal⸗le lu⸗ja, Bal ⸗le⸗-lu⸗ jal 14⁵ 139 Lob⸗ und Danklieder 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren,/ und sinken nieder in den Staub;/ ihre Anschläge sind auch ver⸗ loren,/ wenn nun das Grab nimmt seinen Raub./ weil dann kein Mensch uns helfen kann,/ rufe man Gott um Bilfe an./ Salleluja, Ballelujal 3. Selig, ja selig ist der zu nennen,/ des Silfe der Gott Jakobs ist,/ der sich vom Glauben durch nichts läßt trennen/ und hofft getrost auf Jesum Christ./ Wer diesen Herrn zum Beistand hat, /findet am besten Rat und Tat./ Halleluja, Sallelujal 4. Dieser hat Zimmel und Meer und Erden,/ und was darinnen ist, gemacht;/ alles muß treulich erfüllet wer— den,/ was er uns einmal zugedacht./ Er ists, der Zerrscher aller Welt,/ welcher uns ewig Glauben hält./ Salleluja, Ballelujal S. Jeigen sich solche, die Unrecht leiden,/ er ists, der ihnen Recht verschafft;„Hungrigen will er zur Speis bescheiden,/ was ihnen dient zur Lebenskraft./ Die hart Gebundnen macht er frei,/ und seiner Gnad ist mancherlei./ Halleluja, Ballelujal §. Sehende Augen gibt er den Blinden,/ erhebt, die tief⸗ gebeuget gehn;/ wo er kann einige Fromme finden,/ die läßt er seine CLiebe sehn./ Sein Aufsehn ist des Fremden Trutz,/ Witwen und Waisen nimmt er in Schutz./ Salle⸗ luja, Sallelujal 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte/ kehrt er mit starker Band zurück,/ daß sie nur machen verkehrte Schritte/ und fallen selbst in ihren Strick./ Der Berr ist Rönig ewig⸗ lich;/ Jion, dein Gott sorgt stets für dich./ Salleluja, Ballelujal 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen/ des, der so große Wunder tut!/ Alles, was Odem hat, rufe Amen/ und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr KRinder Gottes, lobt und preist/ Vater und Sohn und heilgen Geist./ Halleluja, erl Valleluja! Zoh. Daniel Serrnschmidt, 1723. 146 sN er a/ Lob · und Danklieder 14⁰ N 14⁰0 Frankfurt a. M. I738. . .—.— ,ee, O daß ich tausend Jun⸗gen hät⸗te/ und Uso stimmt ich da⸗mit um die Wet ⸗te/ vom EEEEEEEEEE ei · nen tau · send · fa chen arnd ö. al ⸗ler⸗tief · sten Ser · zens grund ein Lob⸗lied —— ö—— I SSISSSSSSISSSSSSI nach dem an⸗dern an/ von dem, was Gott an mir ge⸗tan. 2. O daß doch meine Stimme schallte/ bis dahin, wo die Sonne stehtl/ O daß mein Blut mit Jauchzen wallte,/ so lang es noch im Caufe geht!/ Ach, wär ein jeder Puls ein Dank/ und jeder Odem ein Gesangl 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte?/ Auf, auf, braucht allen euren Fleiß/ und stehet munter im Ges chäfte/ zu Gottes, meines Zerren, Preis!/ Mein LCeib und Seele, schicke dich/ und lobe Gott herzinniglich. 4. Ihr grunen Blätter in den Wäldern,/ bewegt und regt euch doch mit mir!/ Ihr schwanken Gräslein in den Fel⸗ dern,/ ihr Blumen, laßt doch eure Zier/ zu Gottes Ruhm belebet sein/ und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach, alles, alles, was ein Leben/ und einen Odem in sich hat,/ soll sich mir zum Gehilfen geben;/ denn mein Vermoͤgen ist zu matt,/ die großen Wunder zu erhoͤhn,/ die allenthaͤlben um mich stehn. 6. Wer überstroömet mich mit Segen?/ Bist du es nicht, o reicher Gott?/ Wer schützet mich auf meinen Wegenꝰ/ Du, du, o Herr Gott Zebaoth!/ Du trägst mit meiner Süͤn⸗ denschuld/ unsäglich gnädige Geduld! 7. Auch hab ich es mein Lebetage/ schon so manch liebes Mal gespürt,/ daß du mich unter vieler Plage/ zwar 14⁷ 141 gob⸗ und Danklieder wunderbaͤr, doch wohl gefuhrt;/ denn in der größesten Ge⸗ fahr/ ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden/ in deinem steten Lobe stehn?/ Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden/ nicht triumphierend einhergehn?/ Und fiele auch der Bimmel ein,/ so will ich doch nicht traurig sein. 9. Ich will von deiner Guͤte singen,/ solange sich die Zunge regt;/ ich will dir Freudenopfer bringen,/ solange sich mein Serz bewegt;/ ja, wenn der Mund wird kraftlos sein,/ so stimm ich doch mit Seufzen ein. I0. Ach nimm das arme Cob auf Erden,/ mein Gott, in allen Gnaden hin;/ im Himmel soll es besser werden,/ wenn ich verklärt und selig bin;/ da sing ich dir im höhern Chor/ viel tausend Salleluja vorl Johann MRentzer, 1734. Mel. Zesu, meines Lebens Leben. 1 41 Christoph Anton, 165J. 1 SSSSSSSS * 1 1 soll ich dich wohl lo⸗ben,/ mäch⸗ti⸗ger herr Sen⸗de mir da⸗zu von o⸗ben/ dei⸗nes Gei⸗stes — 9—657—.. x — 1 4*— Je⸗ ba⸗ othꝰ Kraft, mein 5tth denn ich kann mit nichts er⸗ S.. rei ⸗chen/ dei ⸗ ne Gnad und CLie⸗bes⸗zeichen. Tausend⸗, +.. — 17. 1—— III ——— tau⸗send⸗mal sei dir,/ gro⸗ßer Ro⸗ nig, Dank da⸗fuͤrl 2. Berr, entzünde mein Gemüte,/ daß ich deine Wunder⸗ macht,/ deine Gnaͤde, Treu und Guͤte/ stets erhebe Tag und Nacht;/ denn von deinen Gnaͤdenguͤssen/ CLeib und 14⁸ (D N Lob⸗ und Danklieder I41 Seele zeugen müssen./ Tausend⸗, tausendmal sei dir,/ großer König, Dank dafür! 3. Denk ich, wie ich dich verlassen/ und gehäufet Schuld auf Schuld,/ so mocht ich vor Scham erblassen/ vor der Langmut und Geduld,/ womit du, o Gott, mich Armen/ hast getragen voll Erbarmen./ Tausend⸗, tausendmal sei dir,/ großer König, Dank dafür! 4. Bald mit Cieben, bald mit CLeiden/ kamst du, Herr, mein Gott, zu mir,/ nur mein Herze zu bereiten,/ ganz sich zu ergeben dir,/ daß mein gänzliches Verlangen/ moͤcht an deinem Willen hangen./ Tausend⸗, tausendmal sei dir,/ großer Rönig, Dank dafür! 5. Wie ein Vater nimmt und gibet,/ wie's den Kindern nützlich ist,/ so hast du mich auch geliebet,/ err, mein Gott, zu jeder Frist/ und dich meiner angenommen,/ wenns auch gleich aufs höchste kommen./ Tausend⸗, tausendmal sei dir,/ großer König, Dank dafür. 6. Mich hast du auf Adlersflügeln /oft getragen väter⸗ lich,/ in den Tälern, auf den Zügeln/ wunderbar errettet mich;/ wenn schien alles zu zerrinnen,/ ward doch deiner Zilf ich innen./ Tausend⸗, tausendmal sei dir,/ großer Bönig, Dank dafür! 7. Fielen Tausend mir zur Seiten/ und zur Rechten zehn— maͤl mehr,/ ließest du mich doch begleiten/ durch der Engel starkes Seer,/ daß den Nöten, die mich drangen,/ ich bin dennoch stets entgangen./ Tausend⸗, tausendmal sei dir,/ großer König, Dank dafür! 8. Vater, du hast mir erzeiget/ lauter Gnad und Gütig⸗ keit;/ und du hast zu mir geneiget,/ Jesu, deine Freundlich⸗ keit;/ und durch dich, o Geist der Gnaden,/ werd ich stets noch eingeladen./ Tausend⸗, tausendmal sei dir,/ großer Vönig, Dank dafür! 9. Tausendmal sei dir gesungen,/ err, mein Gott, Preis, Lob und Dank,/ daß es mir bisher gelungen;/ ach, laß meinen Cebensgang/ ferner doch durch Jesu Leiten/ nur gehn in die Ewigkeiten;/ da will ich, derr, für und fuͤr/ ewig, ewig danken dir. Ludwig Andreas Gotter, I735. 1⁴⁰ I42. I43 Lob⸗ und Danklieder I42 Mel. Wunderbarer Rönig(Nr. I36). J. Unumschränkte Ciebe,/ gönne blöden Augen,/ die sonst kaum auf Erden taͤugen,/ daß sie in die Strahlen/ deiner Cangmut blicken,/ die den Erdkreis wärmend schmücken,/ und zugleich/ freudenreich/ Bösen und den Deinen/ mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Cuft und Erde,/ ja dein ganz Gebiete/ ist ein Schauplatz deiner Güte;/ deiner Cangmut Ehre/ wird durch neue Proben/ immer herrlicher erhoben./ O wie weit,/ o wie breit/ über Berg und Hüͤgel/ streckt sie ihre Flügell 3. Was wir davon denken,/ was wir sagen können,/ ist ein Schatten nur zu nennen./ Tag und Nacht zu schonen,/ Tag fuͤr Tag zu dulden/ so viel Millionen Schulden/ und dazu/ ohne Ruh/ lieben für das Zassen:/ Herr, wer kann das fassen? 7. Du vergibest Sünde,/ hörst der Sunder Flehen,/ wenn sie weinend vor dir stehen;/ deine Rechte dräuet/ und erbarmt sich wieder,/ legt die Pfeile gerne nieder,/ da man doch,/ wenn du noch/ sie kaum weggeleget,/ dich zum Jorn erreget. S. Herr, es hat noch keiner,/ der zu dir gegangen,/ statt der Gnade Recht empfangen./ Wer zu deinen Füßen/ sich mit Tränen senket,/ dem wird Straf und Schuld ge— schenket./ Unser Schmerz/ rührt dein Herz,/ und du willst der Armen/ gnädig dich erbarmen. G. Bönig, sei gepriesen,/ daß du so verschonest/ und uns nicht nach Werken lohnest;/ deiner Hand sei Ehre,/ die so wohl regieret/ und mit Ruhm das Szepter führet./ Fahre fort,/ Jions Hort,/ Langmut auszuüben/ und die Welt zu lieben. Zoh. Zakob Rambach, 1735. 143 Mel. Es ist das Seil uns kommen her(Nr. 137). J. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht,/ die Weisheit deiner Wege,/ die Ciebe, die für alle wacht,/ anbetend uber⸗ lege,/ so weiß ich, von Bewundrung voll,/ nicht, wie ich dich erheben soll,/ mein Gott, mein Serr und Vater. 15⁰ Lob⸗ und Danklieder 144 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt,/ die Wunder deiner Werke;/ der Simmel, prächtig ausgeschmückt,/ preist dich, du Gott der Stärke./ Wer hat die Sonn an ihm erhöht?/ Wer kleidet sie mit Majestät?/ Wer ruft das Heer der Sterneꝰ 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf?/ Wer heißt die Himmel regnen?/ Wer schließt den Schoß der Erde auf,/ mit Vorraͤt uns zu segnen?/ O Gott der Macht und Serr⸗ lichkeit!/ Gott, deine Güte reicht so weit,/ so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm,/ dich preist der Sand am Meere. /Bringt, ruft auch der geringste Wurm,/ bringt meinem Sthöpfer Ehre!/ Mich, ruft der Baum in seiner Pracht,/ mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht./ Bringt unserm Schöpfer Ehrel! S. Der Mensch, ein Ceib, den deine Sand/ so wunderbar bereitet,/ der Mensch, ein Geist, den sein Verstand,/ dich zu erkennen, leitet,/ der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis,/ ist sich ein täglicher Beweis/ von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist,/ erhebe seinen Namenl/ Gott, unser Vater, sei gepreist,/ und alle Welt sag' Amenl/ Und alle Welt fürcht' ihren Serrn/ und hoff' auf ihn und dien' ihm gern!/ Wer wollte Gott nicht dienen? Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. 14⁴ 1 Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. J. A. Sreylinghausen, Salle 1704. L 1 1 1 —— 1 IiI— &——— We groß ist des All⸗-mächt⸗gen Gü⸗ tel/ Uder mit ver⸗ här⸗ te tem Ge⸗ mü⸗ te/ D——— I..‚.‚— Ist der ein Mensch, den sie nicht eubre 2) den Dank er⸗ stickt, der ihm ge⸗bührt? Nein, I51 144 ob⸗ und Danklieder ..I.I........ sei⸗ ne Lie⸗ be zu er⸗mes⸗sen,/ sei e⸗ wig mei⸗ne , ri. größ⸗te Pflicht. Der Serr haͤt mein noch nie ver⸗ x ö— SꝑI.II.I.I.III ITTT* ges⸗sen,/ ver⸗giß, mein Herz, auch sei⸗ ner nicht. 2. Wer hat mich wunderbaͤr bereitet?/ Der Gott, der meiner nicht bedarf./ Wer hat mit Langmut mich geleitetꝰ/ Er, dessen Raͤt ich oft verwarf./ Wer stärkt den Frieden im Gewissen?/ Wer gibt dem Geiste neue Kraft?/ Wer laßt mich soviel Glück genießen?/ Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Ceben,/ zu welchem du erschaffen bist,/ wo du, mit Serrlichkeit umgeben,/ Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden,/ durch Gottes Güte sind sie dein./ Sieh, darum mußte Christus leiden,/ damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren/ und seine Guͤte nicht verstehn? /Er sollte rufen, ich nicht hoͤren?/ den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn?/ Sein Will ist mir ins Herz geschrieben;/ sein Wort bestärkt ihn ewiglich./ Gott soll ich über alles lieben/ und meinen Mächsten gleich als mich. S. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille:/ ich soll voll⸗ kommen sein wie er./ Solang ich dies Gebot erfulle,/ stell ich sein Bildnis in mir her./ Cebt seine Lieb in meiner Seele,/ so treibt sie mich zu jeder Pflicht,/ und ob ich schon aus Schwachheit fehle,/ herrscht doch in mir die Sunde nicht. G. O Gott, laß deine Güt und Liebe/ mir immerdar vor Augen sein!/ Sie stärk' in mir die guten Triebe,/ mein ganzes Ceben dir zu weihn./ Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen,/ sie leite mich zur Jeit des Glücks,/ und sie be⸗ sieg' in meinem Herzen/ die Furcht des letzten Augenblicks. Christian Fürchtegott Gellert, T I769. 15²2 N — Lob⸗ und Danklieder 145 145 Phil. Emanuel Bach, 1787. 4 DPPPIFIIFII I II.. J. Gott ist mein Lied!/ Er ist der Gott der — E Stär⸗ ke; groß ist sein Nam,/ und zün sind änü EI E e —— .— Wer⸗ke,/ und al⸗le Him⸗mel sein Ge⸗biet. 2. Er will und sprichts,/ so sind und leben Welten,/ und er gebeut,/ so fallen durch sein Schelten/ die Simmel wieder in ihr Nichts. 3. LCicht ist sein Kleid/ und seine Wahl das Beste;/ er herrscht als Gott,/ und seines Thrones Feste/ ist Wahrheit und Gerechtigkeit. J. Unendlich reich,/ ein Neer von Seligkeiten,/ ohn An⸗ fang Gott/ und Gott in ewgen Zeiten,/ Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war/ im Himmel, Erd und Meere,/ das kennet Gott,/ und seiner Werke Seere/ sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich,/ schafft, daß ich sicher ruhe;/ er schafft, was ich/ vor oder nach mals tue,/ und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah,/ du sitzest oder gehest;/ ob du ans Meer,/ ob du gen Zimmel flöhest,/ so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn/ und allen Rat der Seele./ Er weiß, wie oft/ ich Gutes tu und fehle,/ und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar,/ was er mir geben wollte,/ schrieb auf sein Buch,/ wie lang ich leben sollte,/ da ich noch un⸗— bereitet war. 153 146 ZCob · und Danklieder J0. Vichts, nichts ist mein,/ das Gott nicht angehöre;/ Berr, immerdaͤr/ soll deines Namens Ehre,/ dein Lob in meinem Munde sein. II. Wer kann die Pracht/ von deinen Wundern fassen?/ Ein jeder Staͤub,/ den du hast werden lassen,/ verkündigt seines Schöpfers Macht. I2. Der kleinste Salm/ ist deiner Weisheit Spiegel./ Du, Cuft und Meer,/ ihr Auen, Tal und Hügel,/ ihr seid sein LCoblied und sein Psalm. I3. Du tränkst das Cand,/ führst uns auf grüne Weiden,/ und Nacht und Tag/ und Rorn und Wein und Freuden/ empfangen wir aus deiner Band. I4. Kein Sperling fällt,/ Herr, ohne deinen Willen;/ sollt ich mein Serz/ nicht mit dem Troste stillen,/ daß deine Band mein Leben hält? Iõ. Ist Gott mein Schutz,/ will Gott mein Retter werden,/ so fraͤg ich nichts/ nach Zimmel und nach Erden/ und biete selbst der dölle Trutz. Christian Fürchtegott Gellert, T 1769. 146 Joh. Joachim Guanz, 1760. 1. I ————— ö—.— 4 J. Die Him⸗- mel rüh-men des E⸗ wi⸗ gen ..... — 1 I———3—— —j—— 79535. 5—7— 2 E 4—g E.I 1 7 ——33—. 2————— 2. 1 Eh⸗re;/ ihr Schall pflanzt sei nen NWa ⸗ men —.————.— 1 1 72 x, x,ee n fort;/ ihn rühmt der Erd⸗kreis, ihn prei⸗ sen die —.—— ö—*—*————— errne L erenn.— Mee⸗ re,/ ver⸗nimm, o Mensch, ihr gött⸗lich Wort. 2. Wer trägt der Simmel unzählbare Sterne?/ Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt?/ Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne/ und läuft den Weg gleichwie ein Seld. 15⁴ ——2 — 1. d 2 Cob⸗ und Danklieder 147 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke,/ so die Natur dir aufgestellt./ Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke/ dir nicht den Zerrn, den Herrn der Welt? 4. Rannst du der Wesen unzählbaͤre Heere,/ den kleinsten Staub fühllos beschaͤun? /Durch wen ist alles? O gib ihm die Ehre!/„Mir,“ ruft der Serr,„sollst du vertraun!“ S.„Mein ist die Kraft, mein ist Zimmel und Erde,/ an meinen Werken kennst du mich./ Ich bins, der ich war und der ich sein werde,/ dein Gott und Vater ewiglich.“ G.„Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte,/ ein Gott der Ordnung und dein Heil./ Ich bins, mich liebe von ganzem Gemuͤte/ und nimm an meiner Gnade teil!“ Christian Fürchtegott Gellert, 1 I769. 14⁷7 Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Srankfurt a. M. 1738. SPIIIPIITITIII V. 23— hin, ihr gläu⸗bi⸗gen Ge⸗ dan⸗ken,/ ins er⸗ hebt euch ü⸗ber al ⸗le Schranken/ der n——.— ö— . x wei⸗te Feld der E⸗wig⸗ K al⸗ten und der neu⸗ en Zeit; Gott die Lie⸗be sei,/ die e⸗wig alt und e⸗wig neu. 2. Der Grund der Welt war nicht geleget,/ der Simmel waͤr noch nicht gemacht,/ so hat Gott schon den Trieb ge⸗ heget,/ der mir das Beste zugedacht;/ da ich noch nicht ge⸗ schaffen war,/ da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben/ durch seinen eingebornen Sohn;/ den wollt er mir zum Mittler geben,/ den macht er mir zum Gnadenthron;/ in dessen Blute sollt ich rein,/ geheiliget und selig sein. er⸗ waägt, daß 155 CLCob⸗ und Danklieder 4. O Wunderliebe, die mich wählte/ vor allem An⸗ beginn der Welt/ und mich zu ihren Rindern zählte,/ fuůͤr welche sie das Reich bestellt!/ O Vaterland, o Gnaͤden— trieb,/ der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte/ hinauf zu dieser Quelle steigt,/ von welcher sich ein Strom der Güte/ zu mir durch alle Zeiten neigt,/ daß jeder Tag ein Zeugnis gibt:/ Gott hat mich je und je geliebt! G. Wer bin ich unter Millionen/ der RKreaturen seiner Macht,/ die in der 5oͤh und Tiefe wohnen,/ daß er mich bis hierher gebracht? /Ich bin ja nur ein dürres Blatt,/ ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu geringe/ der herzlichen Barm⸗ herzigkeit,/ womit, o Schöpfer aller Dinge,/ mich deine Ciebe stets erfreut;/ ich bin, o Vater, selbst nicht mein,/ dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schaͤtten deiner Flügel/ find ich die un⸗ gestörte Ruh./ Der feste Grund hat dieses Siegel:/ wer dein ist, Serr, den kennest du./ Laß Erd und Simmel untergehn,/ dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Vaͤmpfe schwerer Ceiden/ der Seele Mut und Kraft gebricht,/ so salbest du mein Saupt mit Freuden,/ so tröstet mich dein Angesicht;/ da spür ich deines Geistes Kraft,/ die in der Schwaͤchheit alles schafft. 10. Die Zoffnung schauet in die Ferne/ durch alle Schatten dieser Jeit;/ der Glaͤube schwingt sich durch die Sterne/ und sieht ins Reich der Ewigkeit;/ da zeigt mir deine milde Hand/ mein Erbteil und gelobtes CLand. II. Ach könnt ich dich nur besser ehren,/ welch edles Lob⸗ lied stimmt' ich an!/ Es sollten Erd und Himmel hören,/ waͤs du, mein Gott, an mir getan;/ nichts ist so köstlich, nichts so schön,/ als, höchster Vater, dich erhöhn. I2. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde,/ da mein durch dich erlöster Geist/ im höhern Chor mit frohem Munde/ dich, schönste Liebe, schöner preist,/ drum eilt mein Berz aus dieser Jeit/ und sehnt sich nach der Ewigkeit. Joh. Gottfried Serrmann, 1 I79J. 156 148 IEEEEE 15²0 0 —— 60 N Wittenberg G 2 2. ö 6 in fe ste 0— hilft uns H— E 2 SqD..— Burg ist un ⸗ ser frei aus al⸗ler E 2 Gott,/ ein gu⸗ te Wehr und Waf⸗ sen; NVot,/ die uns—28 hat be⸗———— 3—— Der alt bõ ⸗se Feind,/ mit Ernst ers jetzt meint;/——5 groß—— fhüi viel List/ sein grausam* 149 Rirche 2. Mit unsrer Macht ist nichts getan,/ wir sind gar bald verloren;/ es streit't für uns der rechte Mann,/ den Gott hat selbst erkoren./ Fraͤgst du, wer der ist:/ er heißt Jesus Christ,/ der Serr Jebaoth,/ und ist kein andrer Gott;/ das Feld muß er behaͤlten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär/ und wollt uns gar verschlingen,/ so fürchten wir uns nicht so sehr,/ es soll uns doch gelingen./ Der Fürst dieser Welt,/ wie saur er sich stellt,/ tut er uns doch nicht;/ das maͤcht, er ist gericht't,/ ein Wörtlein kann ihn fällen. 7J. Das Wort sie sollen lassen stan/ und kein Dank dazu haben; /er ist bei uns wohl auf dem Plan/ mit seinem Geist und Gaben./ Vehmen sie den Leib,/ Gut, Ehr, Kind und Weib:/ laß fahren dahin,/ sie habens kein Gewinn;/ das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther, 1546. 1 49 Wittenberg 1543. 7 ö——— x IEE ö 0—.—— 2— J. Er⸗halt uns,—— dei⸗ nem äü steur' der Fein⸗de Trug und Mord, die nni ö S....... ä dei⸗nen Sohn,/ wol⸗len stür ⸗zen von dei— uen Pron. 2. Beweis dein Macht, Serr Jesu Christ,/ der du Serr aller Serren bist;/ beschirm dein arme Christenheit,/ daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert,/ gib dei'm Volk ein'rlei Sinn auf Erd;/ steh bei uns in der letzten Not, leit uns ins Leben aus dem Tod. Martin Luther, + 1546. 15⁸ 4* Rirche 15⁰ 15⁰0 Erfurt 1524. 4——— e. 1. Ach Gott, vom Zim-mel sieh dar⸗ ein/ und wie we⸗ nig sind der Heil⸗ gen dein,/ ver⸗ 1 laß dich des er⸗ bar en— las⸗sen sind wir Ar men!l R E.—————— D..D‚D‚.DT* + i;i;t;tHHHhghéhM läßt nicht ha⸗ ben wahr,/ der Glaͤub ist auch ver⸗ — 1—. EE— lo⸗schen gar/ bei al⸗len Menschen⸗kin ⸗ dern. 2. Sie lehren eitel falsche Cist,/ was eigner Witz er⸗ findet;/ ihr Zerz nicht eines Sinnes ist/ in Gottes Wort gegründet;/ der wählet dies, der andre das,/ sie trennen uns ohn alles Maß/ und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten aller Lehr,/ die falschen Schein uns lehren/ und sich vermessen hoch und sehr:/ Trotz dem, ders uns will wehren!/ Wir haben Recht und Macht allein,/ was wir setzen, gilt allgemein;/ wer ist, der uns sollt meistern?“ 4. Darum spricht Gott:„Ich muß auf sein,/ die Armen sind verstöͤret;/ ihr Seufzen dringt zu mir herein,/ ich hab ihr Klag erhoͤret;/ mein heilsaͤm Wort soll auf den Plan,/ getrost und frisch sie greifen an/ und sein die Kraft der Armen.“ 5. Das Silber, durchs Feu'r siebenmal/ bewährt, wird lauter funden;/ an Gottes Wort man warten soll/ des⸗ gleichen alle Stunden./ Es will durchs Kreuz bewähret sein;/ da wird sein Rraft erkannt und Schein/ und leucht't stark in die Lande. ö 159 157.152 Rirche 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein/ vor diesem arg'n Geschlechte,/ und laß uns dir befohlen sein,/ daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher findt,/ wo diese losen Leute sind/ in deinem Volk erhaben. Martin Luther, 1546. 151 Mel. Erhalt uns, Zerr, bei deinem Wort(Nr. 140). J. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ,/ weil es nun Abend worden ist;/ dein göttlich Wort, das helle Licht,/ laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser schwerbetrübten Jeit/ verleih uns, Serr, Beständigkeit,/ daß wir dein Wort und Sakrament/ be⸗ halten rein bis an das End. 3. Gib Glück und Heil zu deinem Wort,/ damit es schall an allem Ort;/ gib deiner Kirche Gnad und Buld,/ Fried, Einigkeit, Nut und Geduld. J. Den stolzen Geistern wehre doch,/ die mit Gewalt sich heben hoch/ und bringen stets was Neues her,/ zu fälschen deine rechte Cehr. 5. Die Sach und Ehr, Serr Jesu Christ,/ nicht unser, sondern dein ja ist;/ darum, so steh du denen bei,/ die sich auf dich verlaͤssen frei. G. Dein Wort ist unsers Zerzens Trutz/ und deiner Kirche wahrer Schutz; /dabei erhaͤlt uns, lieber Serr,/ daß wir nichts andres suchen mehr. 7. Silf leben uns in deinem Wort/ und darauf mutig fahren fort/ von hinnen aus dem Jaͤmmertal/ zu dir in deinen Himmelssaal. 61I.V. 3 bis 7 von Nikolaus Selnecker, 1592. Mel. Christus, der ist mein Leben. 1 92 Melchior Vulpius, 1609. . ö——.———— 2—. J. Ach bleib mit dei⸗ ner Gna⸗de/ bei uns, Zerr Je⸗ su 16⁰ rr, be⸗ all õen Rirche 153 E S.— ur——— EEEE Christ,/ daß uns hinfort nicht schade/ des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte/ bei uns, Erlöser wert,/ auf daß uns hier und dorte/ sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze/ bei uns, du wertes Licht;/ dein Wahrheit uns umschanze,/ damit wir irren nicht. J. Ach bleib mit deinem Segen/ bei uns, du reicher Herr;/ dein Gnad und all Vermögen/ in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schutze /bei uns, du starker Held,/ daß uns der Feind nicht trutze,/ noch fäll die boͤse Welt. G. Ach bleib mit deiner Treue/ bei uns, mein Herr und Gott,/ Beständigkeit verleihe,/ hilf uns aus aller Wot! Zosua Stegmann, 1 J632. I53 Mel. Rommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. I530. —— 4*.— x— 2*. —.—.—ß.——.——2582— 2...— —.———.. J. Ver⸗za⸗ ge nicht, du Zäuf⸗lein klein,/ ob⸗schon die — ö——— ———.I PpP— Fein⸗-de wil⸗lens sein,/ dich gänzlich zu zer⸗stö⸗ren,/ — 2—..— 1. V +.— SSSII.IIIIIIIIII... und su⸗chen dei⸗ nen Un⸗ter⸗gang,/ da⸗ von dir wird ganz V * 5 — 1—— II 2——4*——— —..........33 angst und bang;/ es wird nicht lang mehr währen. 2. Des troͤst' dich nur, daß deine Sach/ ist Gottes, dem be⸗ fiehl die Rach,/ und laß es ihn nur walten;/ er wird durch einen Gideon,/ den er wohl weiß, dir helfen schon,/ dich und sein Wort erhaͤlten. 161 15⁴ Birche 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort,/ muß Teufel, Welt und Söllenpfort,/ und was dem tut anhangen,/ end⸗ lich werden zu Hohn und Spott./ Gott ist mit uns und wir mit Gott;/ den Sieg woll'n wir erlangen. Michael Altenburg, 4 1640. 154 Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen(oder wie Nr. J77). J. Zion, gib dich nur zufrieden,/ Gott ist noch bei dir darin;/ du bist nicht von ihm geschieden,/ er hat einen Vatersinn./ Wenn er straft, so liebt er auch,/ dies ist sein geliebter Brauch./ Zion, lerne dies bedenken;/ warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meereswellen/ in der wilden, tiefen See;/ wollen sie dich gar zerschellen,/ mußt du rufen Ach und Weh;/ schweigt dein Seiland still dazu,/ gleich als schlafend in der Ruh:/ Zion, laß dich nicht bewegen;/ diese Flut wird bald sich legen. 3. Berg und Felsen mögen weichen,/ ob sie noch so feste stehn;/ ja die ganze Welt desgleichen/ möchte gar auch untergehn;/ dennoch hat es keine Not/ in dem CLeben und im Tod!/ Zion, du kannst doch nicht wanken/ aus des ewgen Bundes Schraͤnken. 4. Müssen schon allhier die Tränen/ deine schönsten Perlen sein;/ stellt sich Seufzen nur und Stöhnen/ dir statt schöner Cieder ein;/ ist der Spott dein täglich Brot/ und dein Trank die bittre Wot:/ Zion, laß dir doch nicht grauen;/ du kannst deinem Gott vertrauen. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden,/ mit viel Qual und Berzeleid,/ dennoch wirst du nicht zuschanden,/ denk nur an die Ewigkeit;/ sei getrost und wohlgemut,/ denn der Serr ists, der es tut;/ Jion, Gott wird dich schon stärken,/ dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, es kommt das Ende/ und der Abend schon herbei;/ gib dich nur in Gottes Hände,/ der macht dich von allem frei./ Für die Trübsal, Spott und HBohn/ gibt er dir die Freudenkron;/ Jion, Gott, dein Schutz, wird wachen/ und die Welt zuschaänden maͤchen. 16²2 Rirche 155 7. Hallelujal Deine Wonne/ bricht anjetzt mit Macht her⸗ fuͤr;/ denn die schöne Gnadensonne,/ Jesus Christus, naht zu dir,/ gibt dir einen Freudengruß/ und den rechten Friedenskuß;/ Zion, wo ist nun dein Klagen?/ Jetzt kannst du von Freuden saͤgen. 8. Freuet euch, ihr Simmelserben,/ freuet euch mit Zion hier!/ Die vor Jammer wollten sterben,/ sollen leben für und für. Dort ist nicht mehr Angst und Mual/ in dem schönen Himmelssaal./ Zion, wer will dich nun scheiden/ von dem Camm und ewgen Freuden? Zoachim Pauli, + 1708. Melchior Teschner, 1613. ů 8 ö—. 2. —— UerHalt uns dei ne Leh ⸗re,/ Herr, in der er⸗ halt dein Reich und meh⸗ re/ dein ed⸗le Mel. Valet will ich dir geben. 1 5 5 — T X D + — T 77 letz⸗ ten Zert; er⸗ halt stand⸗ haf⸗ ten Chri⸗ sten⸗heit; ö ö 5 n Glauben,/ der Hoff-nung hel ⸗-len Strahl;/ laß uns dein ——.— 5 é EI Wort nicht rau⸗-ben/ in die⸗ sem Jam⸗- mer⸗tal. 2. Erhalt dein Ehr und wehre/ dem, was dir wider⸗ spricht; /erleuchte und bekehre,/ allwissend ewges Licht,/ was dich noch nicht erkennet./ Entdecke doch der Welt,/ der du dein Licht gegönnet,/ was einzig dir gefällt. 3. Erhalt, was du gebauet 7/ und durch dein Blut er⸗ kauft,/ was du dir hast vertrauet/ und mit dem Geist 163 156 getauft./ Ob grimme Feinde stürmen/ zu deiner Kirche Fall,/ so wollest du sie schirmen/ als Hort und Felsenwall. 4. Erhalt uns, Herr, dein Erbe,/ dein wertes Heiligtum,/ zerbrich, zernicht, verderbe,/ was wider deinen Ruhm;/ laß dein Gesetz uns führen,/ gönn uns dein Himmelsbrot;/ laß deinen Schmuck uns zieren,/ heil uns durch deinen Tod. 5. Erhalt und laß uns hören /dein Wort, das selig macht,/ den Spiegel deiner Ehren,/ das Licht in finstrer Nacht;/ laß diesen Born uns tränken/ im dürren Tal der Welt;/ laß diese Stimm uns lenken/ hinauf zum ewgen Zelt. 6. Erhalt in Sturm und Wellen /der Firche heilig Schiff/ und laß es nicht zerschellen/ an Sand und Felsen⸗ riff; /gib, Herr, daß wir entrinnen/ der wilden Flut der Jeit,/ laß uns den Port gewinnen/ der selgen Ewigkeit. Nach Zo sug Stegmann, J1632, v. Andreas Gryphius, I664. Rirche 1 56 Bernhard Klein, 1I823. J. Lõo-wen, laßt euch wie⸗ der⸗ fin⸗ den/ wie im L ... 5 2—— er⸗sten Chri⸗sten tum,/ die nichts konnte ü⸗ber⸗ — win⸗ den; 6 nur an ihr Mar⸗ tyr⸗ tum:/ wie in ——— EE Cieb sie glüh⸗ten,/ wie sie Feu⸗er sprüh⸗ten,/ daß sich vor der Ster-bens⸗lust/ selbst die söl-le fürchten mußt'. 164 UII nrn Rirche 156 2. In Gefahren unerschrocken/ und von schnoͤden Lusten rein,/ die zum Eitlen konnten locken,/ war damals des Zerrn Gemein./ Ihr Sinn drang zum Him mel;/ fern aus dem Getummel/ war erhoben Serz und Geist,/ suchte nicht, was zeitlich heißt. 3. Ganz großmüͤtig sie verlachten,/ was die Welt für Vor⸗ teil haͤlt;/ nach dem Reiche Gottes trachten,/ darauf war ihr Sinn gestellt./ Im Ungluück glückselig/ waren sie und fröh⸗ lich,/ fern von Menschensklaͤverei/ und von ihren Banden frei. 4. O daß ich, wie diese waren,/ mich befänd' auch in dem Stand!/ Caß mich doch im Grund erfahren/ deine starke Helfershand,/ mein Gott, recht lebendig!/ Gib, daß ich be⸗ staͤndig/ bis zum Tod durch deine Kraft/ übe gute Ritterschaft. 5. Gib, daß ich mit Geisteswaffen/ kämpf in meines Jesu Stärk/ und ja niemals mög erschlaffen;/ daß mir dieses große Werk/ durch dich mög gelingen/ und ich tapfer ringen;/ daß ich in die Luft nicht streich,/ sondern bald das Jiel erreich. 6. Es dürft' wieder dazu kommen,/ daß der Feinde tolle wut/ zu der Schlachtbank deine Frommen/ führte und ver⸗ goͤß ihr Blut./ Nach gemeiner Sage/ große Truͤbsalstage/ werden kommen uns zu Zaus/ und noch ein sehr harter Strauß. 7. Ei wohlan, nur fein standhaftig!/ O ihr Brüder, tapfer draufl/ Casset uns doch recht herzhaftig/ folgen jener Zeugen Cauf./ Steht als Jesu Glieder,/ wenn der Feind sich wider/ euren Christenglaͤuben setzt/ und das Schlachtschwert auf uns wetzt. 8. Gebt euch in das CLeiden wacker!/ Mit dem Blut der maͤrtyrer/ wird getrankt der Rirchenacker,/ und so treibt er um so mehr;/ alle Pflanzen sprossen,/ so damit begossen;/ o wie traͤgt er reichlich Frucht,/ von der Trübsal heimgesucht! 9. Romm, befrucht, o goldner Regen,/ uns, dein Erb, die dürre Erd,/ daß wir dir getreu sein mögen/ und nicht achten Feur und Schwert,/ als in Ciebe trunken/ und in dir versunken./ Mach die Rirch an Glauben reich,/ daß das End dem Anfang gleich. I712. 16⁵ 15⁷ Rirche I 57 S. A. Freylinghausen, Salle 1704. + 1———— 1rI J. Fah⸗re fort, fah⸗ re fort,/ zi⸗ on, fah⸗ re fort im Lichtl/ ö—.—— Mache dei⸗nen Ceuch⸗ter hel⸗le,/ laß die er ⸗ste 1— ö—1.— ö— ö ———4 ä TTTTTTT— 2 Cie⸗be nicht,/ su⸗che stets die Le⸗bensquel⸗le./ Zi⸗ on, er, 2.—.— drin⸗ge durch die en⸗ge Pfort!/ Fah⸗re fort, fah⸗re fort! 2. Leide dich, leide dich,/ Zion, leide ohne Scheu /Truͤb— sal, Angst mit Spott und Hohnel/ Sei bis in den Tod getreu,/ siehe auf die CLebenskrone./ Zion, fuͤhlest du der Schlange Stich? /Leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht,/ Jion, folge nicht der Welt,/ wenn sie dich sucht groß zu machen!/ Achte nichts ihr Gut und Geld,/ nichts ihr Dräuen, nichts ihr Cachen./ Zion, wenn sie dir viel Cust verspricht,/ folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht,/ Zion, prüfe recht den Geist,/ der dir ruft zu beiden Seiten;/ tue nicht, was er dich heißt,/ laß nur deinen Stern dich leiten!/ Zion, beides, was da gut und schlecht,/ prüfe recht, prüfe recht! S. Dringe ein, dringe ein,/ Jion, dringe ein in Gott!/ Stärke dich mit Geist und Ceben,/ sei nicht wie die andern tot,/ sei du gleich den grünen Reben./ Zion, in die Kraft, staͤtt in den Schein,/ dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür,/ Zion, brich herfür in Kraft!/ Weil die Bruderliebe brennet,/ zeige, was der in dir schafft,/ der als seine Braut dich kennet./ Zion, durch die dir gegebne Tür/ brich herfür, brich herfür! mi AXR 4* x 166 Rirche 158 7. Halte aus, halte aus,/ Jion haͤlte deine Treu,/ laß nicht lau und träg dich finden./ Auf, das Kleinod rückt herbeil /Auf, verlasse, was dahinten!/ Zion, in dem letzten Rampf und Straͤuß/ haͤlte aus, halte aus! Joh. Eusebius Schmidt, 1 1745. 158 Mel. O Durchbrecher aller Bande. Zerrnhaag 1740. 4* undherz vereint zu⸗saͤmmen,/ sucht in Got⸗tes U las⸗set eu⸗re Lie⸗-bes⸗flammen/ lo⸗dern auf den r n nir., ö—— 2— Eeen.—— Heiland zuit Er das Haupt, wir sei ne Glie⸗der,/ er das Licht und wir der Schein,/ er der Mei⸗ster, E ů—.— ů— — 1..— 1 .—.— wir die Brü⸗der,/ er ist un-ser, wir sind sein. 2. Rommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder,/ und erneuert euern Bund! /Schwöret unserm Überwinder/ Lieb und Treu von Serzensgrund!/ Und wenn eurer Liebeskette/ Festigkeit und Stärke fehlt,/ o so flehet um die Wette,/ bis sie Jesus wieder stählt! 3. Cegt es unter euch, ihr Glieder,/ auf so treues Lieben an,/ daß ein jeder für die Brüder/ auch das Leben lassen kann./ So hat uns der Herr geliebet,/ so vergoß er dort sein Blut;/ denkt doch, wie es ihn betrübet,/ wenn ihr euch selbst Eintrag tut. 4. Hallelujal Welche Zöhen,/ welche Tiefen reicher Gnad,‚,/ daß wir dem ins Auge sehen,/ der uns so geliebet 16⁷ 159 hat;/ daß der Vater aͤller Geister,/ der der Wunder Ab— grund ist,/ daß du, unsichtbarer Meister,/ uns so fühlbar + Rirch 2 nahe bist.. S. O du treuster Freund, vereine/ deine dir geweihte u +* Schar,/ daß sie es so herzlich meine,/ wie's dein letzter 10 Wille war,/ und daß, wie du eins mit ihnen,/ also sie auch. eines sei'n,/ sich in waͤhrer Ciebe dienen/ und einander si ö gern erfreun. h * 6. CLiebe, haͤst du es geboten, daß man Liebe üben soll,/ h + o so mache doch die toten,/ trägen Geister lebensvoll!/ ö Jünde an die Liebesflamme,/ daß ein jeder sehen kann:/ wir, als die von einem Stamme,/ stehen auch für einen 7. CLaß uns so vereinigt werden,/ wie du mit dem Vater ö bist,/ bis schon hier auf dieser Erden/ kein getrenntes Glied 1 mehr ist,/ und allein von deinem Brennen/ nehme unser Licht den Schein./ Also wird die Welt erkennen,/ daß wir deine Jünger sei'n. Mikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, 4 1760. D Mann. u V 1 59 Friedr. August Ihme, 1866. 2—— P v I. 1. Christus sei ne Kirche schutzt,/ so mag die ö er, der zur Rechten Got⸗tes sitzt,/ hat Macht, ihr —— I— — Böl⸗le beren ö I1 HiL.. zu 3 bieten Er ist mit Hil⸗fe nah;/ wenn er ge —— i , w beut, 1⸗ da./ Er schüt⸗zet sei nen Ruhm/ und v; erin hält sein Sei · lig⸗tum;/ mag doch die Hoͤl ⸗le wu ten. ¶ 166 —— Rirche 160 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron/ sich wider ihn empoͤren,/ denn den Gesalbten, seinen Sohn,/ den wollen sie nicht ehren./ Sie schaͤmen sich des Worts/ des Heilands, unsers Horts;/ sein Kreuz ist selbst ihr Spott;/ doch ihrer lachet Gott,/ sie mögen sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn,/ uns kann er sie nicht rauben./ Der Unchrist mag ihr widerstehn,/ wir halten fest am Glauben./ Gelobt sei Jesus Christ!/ Wer hier sein Jünger ist,/ sein Wort von Serzen hält,/ dem kann die ganze Welt/ die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut,/ laßt euch kein Drohn erschrecken!/ Der Gott, der von dem Him mel schaut,/ wird uns gewiß bedecken./ Der Serr Herr ZJebaoth/ hält uͤber sein Gebot,/ gibt uns Geduld in Wot/ und Kraft und mut im Tod;/ was will uns denn erschrecken? Christian Fürchtegott Gellert, T 1769. 160 Mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen(Mr. I). J. Dein Wort, o Herr, bringt uns zusammen,/ daß wir in der Gemeinschaft stehn; /es läßt an uns die heilgen Flammen/ des Glaͤubens und der Liebe sehn./ wir werden durch das Wort der Gnaden /auch zur Gemein⸗ schaft jener Schar,/ die bei dem Herrn ist immerdar,/ ge⸗ lockt und kräftig eingeladen. 2. Wur Menschen, die von Gott geboren,/ die unter einem Baupte stehn,/ die hat der Herr sich auserkoren,/ die läßt er Wunderliebe sehn;/ Gemeinschaft mit dem Vater haben/ und mit dem Sohn im heilgen Geist,/ das ist, was ihre Seelen speist:/ nur das kann sie vollkommen laben. 3. Der Glaͤubensgrund, auf dem wir stehen,/ ist Christus und sein teures Blut;/ das einge Ziel, darauf wir sehen,/ ist Christus, unser höchstes Gut;/ sein Wort die Regel, die wir kennen,/ sein Geist das Band, das uns verbindt;/ die Seelen all, die er gewinnt,/ sind, was wir heilge Kirche nennen. 169 161 Rirche 4. Was ist das für ein himmlisch CLeben,/ mit Vater, Sohn und heilgem Geist/ in seliger Gemeinschaft schweben,/ genießen das, was Gott verheißt! s/ Wie flaͤmmen da die selgen Triebe!/ Gott schüttet in sein geistlich Saus/ die ganze Gnadenfülle aus:/ hier wohnet Gott, die ewge Liebe. 5. Der Vater liebt und trägt die Rinder/ und schenkt den Geist, der Abba schreit;/ des Sohnes Treue schmückt die Sünder/ mit ewiger Gerechtigkeit;/ der heilge Geist tritt mit dem Gle/ des Friedens und der Freude zu;/ die Herzen schmecken Gottes Ruh,/ die Rraft durchdringet Leib und Seele. G. Die Kinder, so ein Brot gegessen,/ die stehen auch für einen Mann;/ maͤcht sich der Feind an eins vermessen,/ sobald greift er sie alle an. Sie fallen betend Gott zu Füßen/ und siegen in des Herren Rraft;/ sie wollen von der Brüderschaft/ auch das geringste Glied nicht missen. 7. Sie wallen mit verbundnen Berzen/ durchs Tränental ins Vaterland,/ versüßen sich die bittern Schmerzen;/ eins reicht dem andern seine Sand;/ sie wollen sich mit Freuden dienen,/ mit Serz und Auge, Sand und Fuß/ bis zu dem völligen Genuß/ des großen Guts:„Ich, ich in ihnen.“ Joh. Ronrad Ludwig Allendorf, 1773. Mel. Mr. 148. 61 J. Berr, deine Kirche danket dir;/ noch wohnt dein Wort im Cande;/ von deiner Gnaͤde haben wir/ noch deinen Geist zum Pfande./ Kommt sie in Gefahr/ durch der Feinde Schaͤr,‚,/ dann, o Jesu Christ,/ besiege Macht und Cist/ und herrsch in jedem Cande. 2. Sei, Herr, mit uns! Verlaß uns nie,/ uns, deines Ceibes Glieder;/ hilf deiner Kirch und schütze sie,/ denn wir sind deine Brüder./ Sie, die dir vertraut,/ hast du selbst erbaut;/ ach, erhalt sie rein,/ und die den Bund entweihn,/ die heilige dir wieder. 3. Eins, Herr, ists, was den Frommen kränkt,/ daß unter deinen Christen/ noch maͤncher deiner nicht gedenkt,/ beherrscht von seinen Lüsten./ Vieler Glaub ist schwach,/ 17⁰ 141114 Rirche 162 kalt die Cieb und ach,/ sie bedenken nicht,/ es wartet ein Gericht/ auf träge, sichre Christen. 4. Und du, o Jesu, bist so treul/ Ach, daß wir frommer wären!/ Mach alle Serzen rein und neu,‚/ laß alle sich be⸗ kehren./ Gib uns Wissenschaft,/ Glaube, Cieb und Kraft,/ gib Entschluß und Mut,/ zu waͤgen Ehr und Blut/ zum Preise deiner Cehren. S. Entferne Zwietracht, Krieg und Mord,/ erhalt uns Ruh und Frieden./ Caß uns, gestärket durch dein Wort,/ im Guten nie ermüden./ Mache leicht, was drückt,/ gib uns, was beglückt./ Wach der Prüfungszeit/ ruf uns zur Seligkeit,/ zu deines dimmels Freuden. 6. Herr, deine Kirche streitet noch:/ hilf deiner Kirche siegenl/ wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch/ kein Kämpfer unter⸗ liegen./ Soͤr ihr kindlich Flehn,/ eil, ihr beizustehn,/ daß sie standhaft sei,/ stets deiner Wahrheit treu,/ hilf deiner Kirche siegen! Nach Borchward, + 1776, und Joh. Andreas Cramer, 1788. 162 Mel. Es ist das Zeil uns kommen her. Vorreformatorisch) Wittenberg 1523. E . — Die Fein⸗ de dei⸗ nes Kreu⸗zes drohn,/ 315. a⸗ber, Mitt⸗ler, Got⸗tes Sohn,/ ——— 5. + 4—.— dein Reich, Zerr, zu zer⸗ stö ⸗ ren;/ du kannst ih rem Trot⸗- ze weh⸗ ren./ Dein 4 W.— ö— . L Thron be⸗ ste⸗ het e⸗wig ⸗lich;/ ver⸗ geb⸗lich wird sich —————— — wi⸗ der dich/ die Maͤcht der Höl⸗le rü⸗ sten. 163 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt,/ kein Werk von Menschenkindern;/ drum konnt auch keine Macht der Welt,/ Herr, deinen Fortgang hindern./ Dein Erbe bleibt dir immerdar/ und wird selbst durch der Feinde Schar/ zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Serrschaft noch/ auf Erden weit ver⸗ breiten/ und unter deinem sanften Joch/ zum Seil die Völker leiten./ Vom Aufgaͤng bis zum NViedergang/ bring' alle Welt dir Preis und Dank/ und glaub' an deinen Namen!l 7J. Auch deine Feinde, die dich schmähn,/ die frevelnd sich empören,/ laß deiner Gnade Wunder sehn,/ daß sie sich noch bekehren. Cehr sie mit uns gen Zimmel schaun/ und unerschüttert im Vertraun/ auf deine Jukunft warten. S. Uns, deine Gläubgen, wollest du/ fest in der Wahrheit gründen,/ daß wir für unsre Seelen Ruh/ in deiner Gnade finden./ Mach unsers Glaͤubens uns gewiß;/ vor Irrtum und vor Finsternis/ bewahr uns bis ans Ende. 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn /und heilge unsern Willen,/ so wird dein Volk dir untertan,/ gern dein Gesetz erfüllen,/ bis du erscheinest zum Gericht/ und dann vor deinem Angesicht/ die Menschenkinder saͤmmelst. 7. Voll Zuversicht erwarten dich,/ Serr, alle deine Frommen/ und freun des großen Tages sich,/ da du wirst wiederkommen./ Dann werden wir, o Menschensohn,/ den uns verheißnen Gnaͤdenlohn,/ dein Simmelreich, ererben. Balthasar Münter, 4 1793 Mel. Valet will ich dir geben(Nr. 155). J. Bis hierher und nicht weiter!/ Moch lebt der starke HBeld,/ der sich, ein rechter Streiter,/ für seine KRirche stellt./ Ihr Feinde möget wüten, /euch schon des Sieges freun;/ uns wird der Herr behüten,/ euch auseinanderstreun. 2. Wir stehn auf festem Grunde,/ wir haben Jesum Christ,/ der unserm Glaubensbunde/ ein Fels und Eckstein ist./ Wir wandeln in dem Glaͤnze,/ der von dem Berrn aus⸗ geht,/ und er ist unsre Schanze,/ wenn unser Feind aufsteht. Rirche 172 Rirche 164 3. Wer will von ihm uns scheiden,/ der blutend uns erwarb,/ als er nach schwerem Ceiden/ den Tod am Kreuze starb?/ Wir bleiben an ihm hangen/ in Not und Traurigkeit,/ gebunden und gefangen,/ mit Christen⸗ freudigkeit. 4. Ungläubge, ihr mögt spotten,/ erfinden bösen Rat/ und euch zusammenrotten/ zu jeder Freveltat:/ er, Christus, ganz alleine/ beschützt, die ihm vertraut,/ die heilige Ge⸗ meine,/ auf ihn, den Fels, gebaut. 5. Und wenn auch Berge weichen/ und Hůg el sinken ein,/ die Kirche ohnegleichen/ wird wohl bewahret sein./ Er wohnet bei ihr drinnen/ und hütet früh und spät;/ hell glänzen ihre Zinnen,/ darauf sein Zeichen steht. Christ. August Bähr, 1 1846. 16⁴ Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Frankfurt a. M. I599. . 2— ö ö ö ö ö—..—— I ö.——— 2.. W Got ⸗tes Stadt steht fest ge⸗grün⸗det /auf heil⸗ Den⸗noch steht sie und wird ste⸗hen,/ man wird ——— DDqD‚D‚E..— 17. gen Ber⸗gen; es ver⸗bün⸗det/ sich wi⸗der sie die an ihr mit Stau⸗nen se⸗ hen,/ wer hier die But und —— I EE 2+. II L*.— I— +——— EEE— 2 5 II ů. 1— W3 n— gan⸗· ze Welt. S IE 3 8 Wache häͤlt. Der Zü⸗ter Is⸗-ra⸗ els/ ist ih ⸗ res 1 ——— Sei⸗les Fels./ Hal⸗-le⸗lu⸗ jal/ Lob'singt und sprecht:/ 173 ; ....— 64 Rirche 2... ,, v. Wohl dem Geschlecht,/ das in ihr hat das Bür⸗ger⸗recht. 2. Zions Tore liebt vor allen/ der Serr mit gnadgem Wohlgefallen,/ macht ihre Riegel stark und fest,/ s egnet, die darinnen wohnen,/ weiß uͤberschwenglich dem zu lohnen,/ der ihn nur tun und waͤlten läßt./ Wie groß ist seine Buld,/ wie trägt er mit Geduld/ all die Seinen!/ G Gottes Stadt,/ du reiche Stadt,/ die solchen Serrn und Rönig haͤt. 3. Große, heilge Dinge werden/ in dir gepredigt, wie auf Erden/ sonst unter keinem Volk man hört./ Gottes Wort ist deine Wahrheit,/ du hast den Geist und hast die Klar⸗ heit,/ die alle Finsternis zerstort./ Da hoͤrt man fort und fort/ das teuerwerte Wort/ ewger Gnade./ Wie lieblich tönt,/ was hier versoͤhnt/ und dort mit ewgem Leben kränt. 4. Auch die nichts davon vernommen,/ die fernsten Völker werden kommen/ und in die Tore Zions gehn./ Denen, die im Finstern saßen,/ wird auch der Herr noch predgen lassen,/ was einst für alle Welt geschehn./„Wo ist der Gottessohn?/ Wo ist sein Gnadenthron?“/ wird man fragen./ Dann kommt die Zeit,/ wo weit und breit/ er⸗ scheint der Serr der Serrlichkeit. S. Darum stellet ein die Rlagen!/ Nan wird noch einst zu Zion sagen:/ Wie mehrt sich deiner Buͤrger Zahll/ Voll Erstaunens wird maͤn schauen,/ wie Gott sein Zion mächtig bauen/ und herrlich weitern wird einmal./ Erhebet Serz und Sinn!/ Es ist die Nacht schier hin/ fuͤr die Beiden;/ es kommt ihr Tag,/ sie werden wach,/ und Israel folgt ihnen nach. G. Gottes Stadt, du wirst auf Erden/ die Mutter aller völker werden,/ die ewges Ceben fanden hier./ Welch ein Jubel, wie im Reigen,/ wird einst von dir zum Bimmel steigen!/ Die Cebensbrunnen sind in dir./ In dir das Wasser quillt,/ das alles Dürsten stillt./ Sallelujal/ Von Sünd und Tod,/ von aller Not/ erloͤst nur Einer, Zions Gott. Philipp Spitta, 1859. 17⁴ Rirchweihe 165JI66 Rirchweihe 165 Mel. Meinen Jesum laß ich nicht(Nr. 17½½. J. Ach wie heilig ist der Ort! /Ach wie selig ist die Stätte!/ Sier, hier ist des dSimmels Pfort;/ hier erhöret Gott Gebete;/ hier erschallt sein teures Wort;/ o wie heilig ist der Ort! 2. Heil war in des Zoͤllners Haus,/ weil er Christum auf⸗ genommen,/ und hier rufet Jesus aus:/„Selig sind, die zu mir kommen!“/ Deren Serzen nimmt er ein,/ daß sie seine Tempel sein. 3. O welch Seil ist bis hierher/ diesem Bause wider⸗ fahren!/ Wenn der Serr nicht bei uns wär,/ der sich uns will offenbaren,/ woher hätten wir den Geist,/ der den Weg zum Simmel weist? 4. O wie lieblich, o wie schön/ sind des Serren Gottes⸗ dienstel/ Laß uns froh zu ihnen gehn;/ hier erlangt man zum Gewinste/ einen Schatz, der ewig währt,/ den kein Rost noch Raub verzehrt. 5. Bleibe bei uns, liebster Gast;/ speis uns gnädig mit dem Worte,/ das du uns gegeben hast,/ Jesu, stets an diesem Ortel /Laß die Birche feste stehn,/ bis die Welt wird untergehn! Benjamin Schmolck, 4 737. 166 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern(Nr. 269). J. Gott Vater, aller Dinge Grund,/ gib deinen Vaͤter— namen kund/ an diesem heilgen Orte./ Wie lieblich ist die Stätte hierl/ Die Serzen wallen auf zu dir;/ hier ist des Zimmels Pforte./ Wohne,/ throne/ hier bei Sündern,/ als bei Kindern,/ voller Rlarheit,/ heilge uns in deiner Wahrheit! 2. Sohn Gottes, Serr der Serrlichkeit,/ dies Gotteshaus ist dir geweiht,/ o laß dirs wohlgefallen!/ Sier schalle dein lebendig Wort,/ dein Segen walte fort und fort/ in diesen 175⁵ 16⁷ Rirche Mission Friedenshallen./ Einheit,/ Reinheit/ gib den Zerzen;/ Angst und Schmerzen/ tilg in Gnaden,/ heil uns ganz vom Sündenschaͤden. 3. Gott, heilger Geist, du wertes Licht,/ wend her dein göttlich Angesicht,/ daß wir erleuchtet werden./ Geuß uͤber uns und dieses Saus/ dich mit allmaͤchtgen Flammen aus;/ mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer,/ Hörer,/ Rinder, Däͤter!/ Früher, später/ gehts zum Sterben/ hilf uns, Jesu Reich ererben. 4. Dreieinger Gott, Lob, Dank und Preis/ sei dir von allen gleicherweis/ fuͤr dies dein Saus gesungen!/ Du hasts geschenkt und auferbaut,/ dir ists geheiligt und vertraͤut/ mit Herzen, Händen, Zungen. /Ach, hier,/ sind wir/ noch in Hütten;/ Serr, wir bitten:/ stell uns droben/ in den Tempel, dich zu loben. Albert Knapp, 1864. Ausbreitung der Rirche(Mist sionslieder) (Auch Lied Nr. I30) 1 67 Straßburg 1525. Ge Es wol ⸗le Gott uns gnä⸗ dig sein/ und Usein Antlitz uns mit hel⸗lem Schein/ er⸗ ö—.— ö SISISSS... sei⸗ nen Se⸗gen ge⸗ 115 7 ö leucht zum ew⸗ gen Le ⸗ben, daß wir er — — L 2.——.— — EEE————— LII — ken⸗nen sei ne Werk,/ und was ihm b'liebt auf Er⸗den,/ —— L 1 EEI 4.——..— ö 2 und Je⸗sus Chri⸗stus Seil und Stärk/ be⸗ kannt den I76 O. R NESE 3 GG re— ——.— Ein Mission 168 * — 1J.———— I EEE— 20 12 1 12.—— Zei · den wer ⸗den/ und sie zu Gott be⸗ keh · ren! 2. So danken dir und loben dich,/ o Gott, die Völker alle,/ und alle Welt, die freue sich/ und sing mit großem Schalle,/ daß du auf Erden Richter bist/ und läßt die Sund nicht walten;/ dein Wort die Sut und Weide ist,/ die alles Volk erhalten,/ in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich/ das Volk in guten Taten./ Das Land bringt Frucht und bessert sich,/ dein Wort ist wohl geraten./ Uns segne Vater und der Sohn,/ uns segne Gott der heilge Geist,/ dem alle Welt die Ehre tu,/ vor ihm sich fuͤrchte allermeist. Wun sprecht von Herzen: Amenl Martin Luther, 1546. ·Die kleinen Noten gelten für die 3. Strophe. 168 Mel. will ich singen. J. A. Freylinghausen, Salle 1704. 2—.— ö E— m in.—— ach auf, du Geist der die Tag und Naͤch⸗te er sten Jeu ⸗ gen,/ der nim⸗mer schwei ⸗ gen,/ und 1——— 1— 1 +— . wäch⸗ter, die auf Ji⸗ ons Mau⸗ ern dehn) 2 die ge⸗ trost dem Feind ent⸗ge⸗ gen ⸗gehn, a/ — SSSS. ——.—4—— 1— 1 1 1I.— 2. I— de ren Schall die gan⸗ ze Welt durch⸗dringt/ 17⁷ 168 Rirche SE ESSSS EE.......‚I und al⸗-ler Völ⸗ker Scha⸗ ren zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brenntel/ O möcht es doch in alle Cande gehn!/ Gib zu der Ernte doch die Zändel/ Gib Knechte, die in treuer Arbeit stehn!/ O Herr der Ernte, siehe doch darein:/ die Ernt ist groß, die zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten/ uns diese Bitte in den Mund gelegt./ O siehe, wie an allen Orten/ sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt,/ dich herzinbrünstig darum anzuflehn;/ drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. So gib dein Wort doch großen Scharen,/ die in der Kraft Evaͤngelisten sein;/ laß eilend Silf uns widerfahren/ und brich in Satans Reich und Macht hinein./ O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis/ dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! S. Ach, daß die Silf aus ZJion kamel/ O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht,/ dein Volk aus dem Gefängnis nähme!/ O würd es doch nur bald vor Abend licht!/ Ach reiß, o Herr, den Simmel bald entzwei/ und komm herab zur Hilf und mach uns freil 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen!/ Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein./ Ach fuͤhre bald dadurch mit Haufen/ der Heiden Full zu allen Toren ein! ¶ Ja wecke doch auch Israel bald auf,/ und also segne deines Wortes LCauf! 7. O bessre Jions wüste Stege,/ und was dein Wort im Caufe hindern kann,/ das räume bald aus jedem Wege;/ vertilg, o Serr, den falschen Glaubenswahn,/ und mach uns bald von jedem Mietling frei,/ daß Rirch und Schul ein Garten Gottes sei. 8. Caß jede hoh' und niedre Schule/ die Werkstatt deines guten Geistes sein,/ ja sitze du nur auf dem Stuhle/ und präge dich der Jugend selber ein,/ daß treue CLehrer wir und Beter sehn,/ die kräftig vor dem Riß der Rirche stehn. Rarl Seinrich v. Bogatzky, 1 1774. 17⁸ 4441 144 Mission 169 I70 Mel. O Durchbrecher aller Bande. Serrnhaag 1740. LV— 1 2—— dm Hrdeen,n.v- Va⸗ ter, dei⸗ nes Gei⸗stes We⸗hen/ durch die Vläßt uns schon von fer⸗ ne se⸗ hen/ dei ⸗-nes — H —— 1 —— 11—.— gan⸗ze Chri⸗sten⸗heit a 0. Reiches Serr⸗lich⸗keit; denn dein Wort wird aus⸗-ge SEEEEEEEEE. spen⸗det/ durch die gan⸗ze wei⸗ te Welt,/ mil⸗li⸗ o⸗nen⸗ 1 ꝛ— N —————— EII weis ver ⸗-sen⸗-det/ auf das gro ße Ak⸗ker⸗feld. 2. Dieser Samen wird bald blühen /allenthalben hoch und hehr;/ denn Evaͤngelisten ziehen/ über Inseln, LCand und Meer,/ um die Saaten zu begießen;/ Geist der Pfing⸗ sten, komm herab;/ laß uns CLebensströme fließen/ bis zum Grabe tief hinab. 3. Sei gegrüßt, du ewger Morgen!/ Steige, Sonne, bald empor!l/ Weicht nun, all ihr bangen Sorgen,/ Taͤgverkünder, tritt hervorl/ Seht, der Berge Spitzen glühen/ schon im ewgen Morgenlicht,/ und die Frühlingsblumen blühen:/ Brüder alle, sorget nicht! Zoh. Seinrich Jung⸗Stilling, T I8J7. 17⁰ mel. Nun komm, der Seiden Seiland(oder wie Nr. 364).(I5. Jahrhundert) Erfurt 1524. ———.— ö ....I...— I. Wal⸗ te, wal⸗ te nah und fern,/ all⸗ge⸗ 17⁹ Rirche — ————— 2... wal⸗tig Wort des Herrn,/ wo nur sei⸗ ner I.SI All⸗macht Ruf/ Men⸗schen für den Zim-mel schuf. 2. Wort vom Vater, der die Welt/ schuf und in den Armen hält/ und aus seinem Schoß herab/ seinen Sohn zum Heil uns gab! 3. Wort von des Erlösers Suld,/ der der Erde schwere Schuld/ durch des heilgen Todes Tat/ ewig weggenommen hat! 4. Kräftig Wort von Gottes Geist,/ der den Weg zum Bimmel weist/ und durch seine heilge Kraft/ Wollen und Vollbringen schafft! S. Wort des CLebens, stark und rein,/ alle Volker haͤrren dein./ Walte fort, bis aus der Nacht/ alle Welt zum Tag erwacht. 6. Auf, zur Ernt in alle Welt!/ Weithin wogt das weiße Feld;/ klein ist noch der Schnitter Zahl,/ viel der Garben überall. 7. Berr der Ernte, groß und gut,/ weck zum Werke Cust und Mut;/ laß die Voͤlker allzumal/ schauen deines Lichtes Strahll Jonath.§riedrich Bahnmaier, I841. 171 Mel. Lasset uns den Serren preisen(Nr. 70). I. Romm, o Herr, komm bald, du Treuer!/ Gib, ach gib dich allen kund/ und entzund dein heilges Feuer/ auf dem ganzen Erdenrund./ Großes haͤst du schon begonnen,/ Großes willst du ferner tun;/ deine Liebe kann nicht ruhn,/ bis die ganze Welt gewonnen,/ bis ein jedes Herz besiegt,/ Berr, zu deinen Füßen liegt. Rarl August Döring, 1 1844. 18⁰0 7IE Mission 172 — Meinen Jesum laß ich nicht. 172 Johann Uhlich, I674. E7 ö———. ——..— + Unt ne zer⸗-de und ein Birt!l/ Wie wird wenn sein Tag er⸗schei⸗ nen wird!/ Freu e SS SSSISISISIPISIITITIIIIII dann dir sein, o Er⸗ 996; dich, du klei⸗ ne Her⸗del mach dich auf und E—.——.— H wer⸗de Licht!/ Je⸗sus hält, was er ver⸗spricht. 2. Züter, ist der Tag noch fern?/ Schon ergrünt es auf den Weiden,/ und die Serrlichkeit des herrn/ nahet däm⸗ mernd sich den Seiden;/ blinde Pilger flehn um Licht:/ Jesus hält, was er verspricht. 3. Romm, o komm, du treuer Sirt,/ daß die Nacht zum Tage werde!/ Ach, wie manches Schäflein irrt/ fern von dir und deiner Zerdel/ Kleine Herde, zage nicht! æ/ Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht/ vor des Norgenrotes HZelle,/ und der Sohn der Wüste kniet/ dürstend an der Lebensquelle;/ ihn umleuchtet Morgenlicht;/ Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgetan;/ rauscht, verdorrete Ge⸗ beine!/ Macht dem Bundesengel Bahn!/ Großer Tag des Zerrn, erscheinel/ Jesus ruft: Es werde Licht!/ Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Serrlichkeit!/ Jesus Christus, du die Sonne,/ und auf Erden weit und breit/ Cicht und Wahr⸗ heit, Fried und Wonnel/ Mach dich auf; es werde Licht!/ Jesus hält, was er verspricht. Friedr. Adolf Rrummacher, 1845. 181 173. I74 Rirche 173 Mel. Valet will ich dir geben(Nr. I55). J. Der du in Todesnächten/ erkämpft das Heil der Welt/ und dich als den Gerechten/ zum Buͤrgen dargestellt,/ der du den Feind bezwungen,/ den Himmel aufgetan,/ dir stimmen unsre Zungen/ ein Haͤlleluja an! 2. Im Himmel und auf Erden/ ist alle Macht nun dein,/ bis alle Voͤlker werden/ zu deinen Füßen sein,/ bis die von Süd und Vorden,/ bis die von Ost und West/ sind deine Gãäste worden/ bei deinem Sochzeitsfest. 3. Noch werden sie geladen,/ noch gehn die Boten aus,/ um mit dem Ruf der Gnaͤden/ zu fullen dir dein Saus./ Es ist kein Preis zu teuer,/ es ist kein Weg zu schwer,/ zu streun dein Cebensfeuer/ ins weite Völkermeer. 4. So ziehen deine Flammen/ wie Sonnen um die Welt;/ Getrenntes fließt zusammen,/ das Dunkle wird erhellt,/ und wo dein Wame schallet,/ du Rönig Jesu Christ,/ ein selig Saͤuflein waͤllet/ dahin, wo Frieden ist. 5S. O sammle deine Serden/ dir aus der Völker Zahl,/ daß viele selig werden/ und ziehn zum Abendmahll/ Schleuß auf die hohen Pforten!/ Es stroͤmt dein Volk heran./ Wo's noch nicht Tag geworden,/ da zünd ein Feuer an! Christian Gottlob Barth, 1862. 17⁴ Mel. Gott des Simmels und der Erden. Seinrich Albert, 1642. SZ.E—— 1—*— Iir Er— 3—.——. 1 Uster das in die Welt ge⸗kom⸗ men,/ Son⸗ ne [Nor⸗gen⸗stern, aus Gott ent⸗ glom⸗men,/ treib hin⸗ ee de dr d e, e, dx vol ler Glanz und Pracht, ö* weg die al ⸗te Nacht./ Jeuch in dei⸗nen 182 IIIi — IIIE 3 wun⸗derschein/ bald die gan ⸗ ze Welt 2. Gib dem Wort, das von dir zeuget,/ einen recht ge⸗ priesnen Cauf,/ daß noch manches Rnie sich beuget,/ sich noch manches Herz tut auf,/ eh die Zeit erfüllet ist,/ wo du richtest, Jesu Christ. 3. Heile die zerbrochnen Herzen,/ baue dir Jerusalem/ und verbinde unsre Schmerzen,/ denn so ist dirs angenehm./ Herr, tu auf des Wortes Tür, /rufe allen:„Kommt zu mir!“ 4. Es sei keine Sprach noch Rede,/ da man nicht die Stimme hoͤrt,/ und kein Cand so fern und oͤde,/ wo nicht dein Gesetz sie lehrt./ Caß den hellen Freudenschall/ sieg⸗ reich ausgehn überall! 5. Geh, du Bräutgam, aus der Rammer,/ laufe deinen Zeldenpfad;/ strahle Tröstung in den Jammer,/ der die Welt umdunkelt hat./ O erleuchte, ewges Wort,/ Ost und west und Süd und Nord. 6. Romm, erquick auch unsre Seelen;/ mach die Augen hell und klar,/ daß wir dich zum LCohn erwählen;/ vor den Stolzen uns bewahr;/ ja, laß deinen Zimmelsschein-/ unsres Fußes Leuchte sein! Ewald Rudolf Stier, I862. 17⁵ Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 4— —3..— hin⸗ein. Frankfurt a. M. I599. — —5 E.KEE3 Eiener ists, an dem wir han⸗ gen,/ der für uns in den Vuns⸗re Lei⸗ber, uns⸗re Her⸗zen/ ge⸗ hö⸗ren dir, o 24.. ——A. Tod ge⸗gan⸗-gen&d und uns er⸗kauft mit sei⸗nem mann der Schmerzen;/ in dei⸗ ner Lie- be ruht sichs 183 Rirche — —* Wimm uns zum Ei⸗gen⸗tum,/ be⸗ rei⸗ te 1287 7287 UIX! x * 4 + 2—— +. nnn..— SEE.— —„—— 2—— ———— das Gna⸗ den⸗licht/ von dei⸗ nem heil⸗gen An-Bge⸗sicht! 2. Wicht wir haben dich erwählet,/ du selbst hast unsre Jahl gezählet/ nach deinem ewgen Gnadenrat./ Unsre Kraft ist schwach und nichtig,/ und keiner ist zum Werke tüchtig,/ der nicht von dir die Staͤrke hat./ Drum brich den eignen Sinn,/ denn Demut ist Gewinn/ für den Zimmel./ Wer in sich schwach,/ folgt, Herr, dir nach/ und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig!/ Die Ernt ist groß, der Schnitter wenig,/ drum sende treue Zeugen aus;/ send auch uns hinaus in Gnaͤden,/ viel frohe Gaste einzuladen/ zum Mahl in deines Vaters Haus./ Wohl dem, den deine Wahl /beruft zum Abendmahl/ im Reich Gottes./ Da ruht der Streit,/ da währt die Freud/ heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Millionen,/ die noch im Todes— schatten wohnen,/ von deinem Simmelreiche fern!/ Seit Jahrtausenden ist ihnen/ kein Evangelium erschienen,/ kein gnadenreicher Morgenstern./ Glanz der Gerechtigkeit,/ geh auf, denn es ist Zeit!/ RKomm, Serr Jesu,/ zeuch uns voran/ und mach uns Bahn;/ gib deine Türen aufgetan! 5. Deine CLiebe, deine Wunden,/ die uns ein ewges Seil erfunden,/ dein treues Serz, das für uns fleht,/ wollen wir den Seelen preisen/ und auf dein Kreuz solange weisen,/ 184 dir zum Ruhm/ dei⸗ ne Kin⸗derl!/ Ver⸗birg uns nicht/ Mission 176 bis es durch ihre Serzen geht./ Denn kräftig ist dein Wort;/ es richtet und durchbohrt/ Geist und Seele;/ dein Joch ist suůͤß,/ dein Geist gewiß,/ und offen steht dein Paradies. 6. Beiland, deine großten Dinge/ beginnest du still und geringe;/ was sind wir Armen, Herr, vor dir?/ Aber du wirst für uns streiten/ und uns mit deinen Augen leiten;/ auf deine Kraft vertrauen wir./ Dein Senfkorn, arm und klein,/ wächst endlich ohne Schein/ doch zum Baume,/ weil du, Herr Christ,/ sein Züter bist,/ dem es von Gott ver— trauet ist. Albert Rnapp, 1864. I76 Mel. Valet will ich dir geben(Nr. I55). J. Der du zum Seil erschienen/ der allerärmsten Welt/ und von den Cherubinen/ zu Sündern dich gesellt,/ den sie mit frechem Stolze/ verhöhnt fuͤr seine Zuld,/ als du am Marterholze/ versöhntest ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder würden,/ gingst du vom Vater aus,/ nahmst auf dich unsre Bürden/ und bautest uns ein Zaus./ Von westen und von Süden,/ von Morgen ohne Jahl/ sind Gäste nun beschieden/ zu deinem Abendmahl. 3. Im schöͤnen Sochzeitskleide,/ von allen Flecken rein,/ führst du zu deiner Freude/ die Völkerscharen ein,/ und welchen nichts verkündigt,/ kein Seil verheißen war,/ die bringen nun entsündigt/ dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Ruhe werden,/ bis deine Liebe siegt,/ bis dieser Kreis der Erden/ zu deinen Füßen liegt,/ bis du im neuen Ceben/ die ausgesöhnte Welt/ dem, der sie dir ge— geben,/ vors Angesicht gestellt. 5. Und siehe, tausend Fürsten/ mit Völkern ohne Licht/ stehn in der Macht und dürsten/ nach deinem Angesicht./ Auch sie hast du gegraben/ in deinen Priesterschild,/ am Brunnquell sie zu laben,/ der dir vom Serzen quillt. C. So sprich dein göttlich„Werde!“/ Caß deinen Odem wehn,/ daß auf der finstern Erde/ die Toten auferstehn,/ daß, wo man Greueln frönet/ und vor den Götzen kniet,/ ein willig Volk versöhnet/ zu deinem Tempel zieht. 185 17⁷ Gnadenmittel 7. Wir rufen, du willst hören;/ wir fassen, was du sprichst./ Dein Wort muß sich bewaͤhren,/ womit du Fesseln brichst./ Wie viele sind zerbrochen!/ Wie viele sinds noch nicht!/ O du, ders uns versprochen,/ werd' aller Beiden Licht! Albert Rnapp, 1864. Gnadenmittel Wort Gottes 177 Mel. Wie nach einer Wasserquelle. Franzö sischer Psalter, 1551. ö +. ö ö H— 20 .., . 12 Re⸗de, lieb⸗ ster Je⸗ su, re⸗de;/ denn dein * tär⸗ke mich, denn ich bin blö⸗de,/ daß ich ö +. + — Kind gibt acht dar⸗ auf. menre KesKerbens Cauf dir zu Eh⸗ren set⸗ ze fort./ x——, vn,.— Ach, laß stets dein hei⸗lig Wort/ in mein Ser- ze —————————+ sein verschlossen,/ dir zu fol⸗gen un⸗ver⸗dros ⸗ sen. 2. Ach, wer wollte dich nicht hören,/ dich, du liebster Menschenfreund!/ Sind doch deine Wort und Lehren/ alle herzlich wohlgemeint. Sie vertreiben alles Ceid;/ aller Freuden Süßigkeit/ muß vor deinen Worten weichen,/ nichts ist ihnen zu vergleichen. 3. Deine Worte sind mein Stecken,/ dessen ich mich trösten kann,/ will der Feind zuruͤck mich schrecken/ von der schmalen LCebensbahn;/ ja, sie führen ohne Qual/ mich 186 ö..—— 14 2— 2..5 E——. 2 ·TO+ ittel s du it du sinds aller 1864. Gnadenmittel 178 selbst durch des Todes Tal,/ schirmen mich auf allen Wegen,/ machen auch das Kreuz zum Segen. 4. Jesu, dein Wort soll mich laben,/ deine trosterfüllte Cehr/ will ich in mein Herze graben; /ach, nimm sie doch nimmermehr/ von mir weg in dieser Jeit,/ bis ich in der Ewigkeit/ werde kommen zu den Ehren,/ dich, o Jesu, selbst zu hören. 5. Unterdes vernimm mein Flehen,/ liebster Jesu, höre mich!/ Caß bei dir mich feste stehen,/ so will ich dich ewig— lich preisen mit Serz, Sinn und Mund;/ ich will dir zu jeder Stund/ Ehr und Dank in Demut bringen/ und dein hohes Cob besingen. Anna Sophie, Landgräfin von Sessen⸗Darmstadt, 1683. 178 7⁵ Unser Serrscher, unser König. Bremen J680. E—— rerernrn nu un,, Hum., Martur, 3. W *. Teu⸗res Wort aus Got⸗tes Nun⸗de,/ das mir Udich al-lein hab ich zum Grun⸗de/ mei⸗ ner 1 lau⸗ter Se⸗gen trägt, ů— ů ö Se lig ⸗keit ge ⸗legt. In dir treff ich 1— PE. e nentti,.. al ⸗les an,/ was zu SGott mich füh⸗ren kann. 2. Will ich einen Vorschmack haͤben/ von des Himmels Seligkeit,/ so kannst du mich herrlich laben,/ weil bei dir ein Tisch bereit,/ der mir lauter Manna schenkt/ und mit Lebenswasser tränkt. 3. Geist der Gnaden, der im Worte/ mich an Gottes Herze legt,/ öffne mir des Simmels Pforte,/ daß mein Geist hier recht erwägt,/ was für Schätze Gottes Hand/ durch sein Wort ihm zugesaͤndt. 187 I79 I80 Gnadenmittel 4. Gib dem Samen einen Acker,/ der die Frucht nicht schuldig bleibt;/ mache mir die Augen wacker/ und, was hier dein Finger schreibt,/ präge meinem Serzen ein,/ laß den Zweifel ferne sein. 5. Was ich lese, laß mich merken;/ was du saͤgest, laß mich tun;/ wird dein Wort den Glauben stärken,/ laß es nicht dabei beruhn,/ sondern gib, daß auch dabei/ ihm das Leben ähnlich sei. 6. Hilf, daß alle meine Wege/ nur nach dieser Richt— schnur gehn;/ was ich hier zum Grunde lege,/ müsse wie ein Felsen stehn,/ daß mein Geist auch Rat und Tat/ in den größten Nöten hat. 7. Caß dein Wort mir einen Spiegel,/ Jesu, deines Vor⸗ bilds sein;/ drück darauf dein Gnaͤdensiegel,/ schließ den Schatz im Herzen ein,/ daß ich fest im Glauben steh,/ bis ich dort zum Schauen geh. Benjamin Schmolck, + 1737. 179 Mel. O Durchbrecher aller Bande(Nr. I60). J. Herr, dein Wort, die edle Gabe,/ diesen Schaͤtz erhalte mir;/ denn ich zieh es aller Sabe/ und dem größten Reich— tum für./ Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten,/ worauf soll der Glaube ruhn?/ Mir ists nicht um taͤusend Welten,/ aber um dein Wort zu tun. 2. Balleluja, Ja und Amen!/ Berr, du wollest auf mich sehn,/ daß ich mög in deinem Namen/ fest bei deinem Worte stehn!/ Caß mich eifrig sein beflissen,/ dir zu dienen früh und spat,/ und zugleich zu deinen Füßen/ sitzen, wie Maria tat. Mikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf, + 1760. 180 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele(Nr. I96). J. Prediger der süßen Cehre, /die ich mit Erstaunen höre;/ großer Arzt der Menschenkinder,/ du Evaͤngelist der Sünder/ und Prophet des neuen Bundes,/ laß die Worte deines Mundes,/ deine Stimme an die Herden/ mir zu Geist und Ceben werden! 188 Wort Gottes I181 2. Herr, dein Wort ist wie ein Sammer,/ schlägt und zeigt den Seelenjammer;/ es erquickt mich wie der Regen,/ leuchtet mir auf allen Wegen,/ stärket meines Geistes Kräfte,/ gibt mir neue CLebenssäfte,/ ist ein Stab für matte Glieder/ und ein Schwert dem Feind zuwider. 3. Diesem Worte will ich trauen/ und daraͤuf beständig schauen;/ sonst ist doch kein Licht vorhanden,/ fremde Lehre macht zuschanden;/ aber dein Gesetz und Gnade/ leiten mich auf rechtem Pfade./ Serr, mein Glaͤuben und mein LCieben/ hat den Grund: Es steht geschrieben. 4. Cehre mich dein Wort betrachten,/ mit Begierde darauf achten;/ lehre michs im Geist verstehen,/ laß es mir zu Zerzen gehen;/ mache, daß ichs froͤhlich glaube/ und kein Zweifel mir es raube,/ daß ichs mit Gehorsam ehre/ und sonst keine Stimme höre. 5. Was die Welt bekennt und lehret,/ was mein Herz er⸗ denkt und ehret,/ was der böse Geist erdichtet,/ wird von Gottes Wort gerichtet./ Weg mit euch, ihr falschen Geisterl/ Mir ist gnug an Einem Meister./ Wißt, daß euch der Fluch verzehret,/ wenn ihr selbst auch Engel wäret. 6. Selig, selig sind die Seelen,/ die sich sonst kein Licht er⸗ waͤhlen,/ als allein das Wort des Cebens! /Diese glauben nicht vergebens,/ weil sie Gottes Rat ergründen/ und sein Zerz im Worte finden./ O ein unschätzbares Wissen!/ Andre Weisheit kann ich missen. 7. Cicht und Kraft und Mut und Freude,/ wahrer Trost im tiefsten Ceide,/ Schutz vor allerlei Gefahren/ und ein ewiges Bewahren:/ das sind dieses Wortes Früchte./ Alles andre wird zunichte;/ alles andre muß vergehen;/ Gottes wort bleibt ewig stehen. Ernst Gottlieb Woltersdorf, I76J. Mel. Ach Gott und Herr(Nr. 215). I 81 J. Gott ist mein Hort,/ und auf sein Wort/ soll meine Seele trauen;/ ich wandle hier,/ mein Gott, vor dir/ im Glauben, nicht im Schauen. 2 189 182 Wort Gottes 2. Dein Wort ist wahr;/ laß immerdar/ mich seine Kräfte schmecken./ Laß keinen Spott,/ o Herr, mein Gott,/ mich von dem Glauben schrecken. ö 3. Wo hätt ich Licht,/ wofern mich nicht/ dein Wort die Wahrheit lehrte?/ Gott, ohne sie/ verständ ich nie,/ wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt/ der Seele Wert,/ Unsterblichkeit und Leben;/ zur Ewigkeit/ ist diese Zeit/ von dir mir übergeben. S. Den ewgen Rat,/ die Missetat/ der Sünder zu ver⸗ sühnen,/ den kennt ich nicht,/ wär dies mein Licht/ nicht ö durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Serz/ in Reu und Schmerz/ der Sün— den nicht verzagen;/ nein, du verzeihst,/ lehrst meinen Geist/ ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun,/ mich dir zu weihn,/ ist meines Seils Geschäfte./ Durch meine Müh/ vermaͤg ichs nie;/ dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort,/ laß uns dies Wort;/ denn du haͤst es gegeben./ Es sei mein Teil,/ es sei mein Seil/ und Kraft zum ewgen LCeben! Christian Fürchtegott Gellert, 1 1769. 182 Mel. Was Sott tut, das ist wohlgetan. Severus Gastorius, I68J. d, 2 Dein Wort, o Serr, ist mil⸗der Tau/ für trost⸗be⸗ laß kei⸗nem Pflänzchen dei⸗ner Au/ den Zimmels⸗ IIEE dürftge See⸗len; are 9— 5— ———.— in der ZJu⸗ kunft Ta⸗ ben /dir Frucht und Samen tra⸗gen. 5 Er⸗quickt durch ihn/ laß je⸗des blůhn/ und 19⁰ Wort Gottes 183 2. Dein Wort ist, Serr, ein Flammenschwert,/ ein Blitz, der Felsen splittert,/ ein Feuer, das im Serzen zehrt/ und Mmark und Bein durchschüttert./ O laß dein Wort/ noch fort und fort/ der Sünde Macht zerscheitern/ und alle Serzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern/ für unsre Pilger⸗ reise;/ er führt die Toren hin zum Herrn/ und macht die Einfalt weise./ Dein Himmelslicht/ verlösch uns nicht/ und leucht in jede Seele,/ daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht;/ da ward das Wort der Gnade i/ mein LCabsal, meine Juversicht,/ die Fackel meiner Pfade./ Sie zeigte mir/ den Weg zu dir/ und leuchtet meinen Schritten/ bis zu den ewogen Hütten. 5. Auf immer gilt dein Segensbund;/ dein Wort ist Ja und Amen; /nie weich es uns aus Herz und Mund,/ zu preisen deinen Namen./ Laß immerfort/ dein helles Wort/ in allen Cebenszeiten/ uns trösten, warnen, leiten. 6. O sende bald von Ort zu Ort/ den Durst nach deinen Cehren,/ den Sunger aus, dein Lebenswort/ und deinen Geist zu hoͤren,/ und send ein Heer/ von Meer zu Meer,/ der Zerzen Durst zu stillen/ und dir dein Reich zu füllen. Bernhard Garve, + 184I. 183 Mel. Serr Zesu Christ, dich zu uns wend. Görlitz 1648. H CE 1 1.— 1.— E—.. AE— V.. Nun geh uns auf, du Mor⸗genstern,/ du selig⸗ —.—— ö SSSE— ma· chend Wort des Herrn,/ du Pfand des Heils, das ——.— ö I ——— III ͤäSIIIIITITITIIII uns im Sohn/ der Vater gab von sei⸗ nem Thron. 28 I9 184 Die heilige Taufe 2. Bereitet ist für dich die Bahn,/ die Zerzen sind dir auf⸗ getan;/ wir sehnen uns nach deinem Licht/ und seufzen auf: Versäum uns nicht! 3. Du Wort der Wahrheit, lautrer Quell,/ mach unsre dunklen Augen hell,/ daß wir die Wege Gottes sehn,/ nicht in der Wahrheit irre gehn. 4. Du Wort der Buße, füll das Serz/ uns an mit tiefem Reueschmerz,/ daß unser Flehn und Seufzen sei:/ Gott steh uns armen Sündern beil 5. Du Wort der Gnade, tröstend Wort,/ o bring uns Botschaft fort und fort/ von ihm, der für uns litt und starb/ und uns Gerechtigkeit erwarb. 6. Du Wort des Glaubens, gib uns RKraft,/ daß wir, der Eitelkeit entrafft,/ im gnädig dargebotnen Seil/ ergreifen unser ewges Teil. 7. So geh uns auf, du Gottesglanz,/ durchdring uns und verklär uns ganz,/ du Wort, das noch in Kraft besteht,/ wenn Erd und Himmel untergeht. Julius Sturm, 4 1896. Die Sakramente Die heilige Taufe 184 Mel. Liebster Jesu, wir sind hier(Nr. G. J. Ciebster Jesu, wir sind hier,/ deinem Worte naͤch— zuleben;/ dieses Kindlein kommt zu dir,/ weil du den Be⸗— fehl gegeben,/ daß man sie zu dir hinführe;/ denn das Bimmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet allermeist/ dieses Wort zu unsern Ohren:/ Wer durch Wasser und durch Geist/ nicht zuvor ist neugeboren,/ wird von dir nicht aufgenommen/ und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir,/ nimm das Pfand von unsern Armen,/ tritt mit deinem Glanz herfür/ und erzeige dein Erbarmen,/ daß dein KXind es hier auf Erden/ und im Himmel möge werden. 192 I& —— ufe auf⸗ auf: nsre icht fem zott uns und der ifen und t,/ 896. Die heilige Taufe 185.I86 4. Zirte, nimm dein Schäflein an,/ Saupt, mach es zu deinem Gliede,/ Simmelsweg, zeig ihm die Bahn,/ Friede⸗ fürst, sei du sein Friede,/ Weinstock, hilf, daß diese Rebe/ auch im Glauben dich umgebe! 5. Nun, wir legen an dein Herz,/ was von Herzen ist ge⸗ gangen;/ führ die Seufzer himmelwärts/ und erfülle das Verlangen;/ ja, den Namen, den wir geben,/ schreib ins LCebensbuch zum Leben! Benjamin Schmolck, 4 I737. 185 Mel. Liebster Zesu, wir sind hier(Nr. G). J. Nun gottlob! es ist vollbracht,/ und der Bund mit Gott geschlossen;/ was uns rein und selig macht,/ ist auf dieses Rind geflossen;/ Jesus hat es eingesegnet/ und mit Himmelstau beregnet. 2. O du dreimal selig KRind,/ vom Dreieinigen geliebet,/ dem der Vater sich verbindt,/ dem der Sohn das Leben gibet,/ dem der Geist ist eingeflossen/ und der Himmel auf⸗ geschlossen! 3. Wun so denk an diesen Bund,/ weil du einen Odem hegest,/ daß auf einen festen Grund/ du stets deinen Glauben legest./ Wer sich läßt auf Jesum taufen,/ muß in Jesu Wegen laͤufen. 4. Werde fromm und waͤchse groß,/ werde deiner Eltern Freude,/ und dein jetzt erlangtes Los/ tröste dich in allem Leide;/ deine Taufe sei die Türe,/ welche dich zum Himmel führe! Benjamin Schmolck, T 1737. 186 Mel. O daß ich tausend Zungen hätte(Nr. I40). J. Barmherziger, laß deiner Gnade/ jetzt dieses Rind empfohlen sein,/ das wir im heilgen Wasserbaͤde ͥ/ nach deines Sohns Befehl dir weihn; /erfüͤlle, was dein Wort verheißt,/ an ihm, Gott Vater, Sohn und Geist. 2. Regiere nun das ganze Ceben/ auch dieses Kindes, treuer Gott!/ Dir sei und bleib es stets ergeben;/ sei du mit ihm in Glück und Not; /hach, führ es selbst auf rechter Bahn,/ nimm es zuletzt in Ehren an! 193 187.I88 Ronfirmation 3. Caß uns. die Wohltat recht ermessen,/ die uns die Taufe zugewandt,/ und nie, o Herr, den Bund vergessen,/ der uns so fest mit dir verband;/ uns alle stärk zu neuer Treu,/ daß uͤber uns dein Friede seil 187 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele(Nr. 196). J. O du reicher Herr der Armen,/ mit welch herzlichem Erbarmen/ bist du uns zuvorgekommen,/ hast dich unser angenommen! /Wie kaͤmst du mit allem Segen/ uns er⸗ barmungsvoll entgegen/ schon an deines Reiches Pforte/ durch das Wasserbad im Worte. 2. Sind wir selbst doch unaussprechlich/ kraftlos, hilflos und gebrechlich,/ ja, als Fleisch vom Fleisch geboren,/ sünd⸗ lich, sterblich und verloren; /aber reinigend und heilend,/ Geist und Ceben uns erteilend,/ schenkest du uns reiche Gnade/ in der Taͤufe heilgem Baͤde. 3. Und wir glaͤuben deinem Worte./ Darum bringen wir zur Pforte/ deines teuren Gnaͤdenreiches/ dieses Kind; tu an ihm Gleiches!/ Die Verheißung, die zum Leben/ deinem Volke du gegeben,/ geht naͤch deiner Suld nicht minder/ über deines Volkes Kinder. 4. Sei auch diesem Kinde gnädig,/ mach es aller Sünde ledig;/ schenke ihm die reine Seide/ der Gerechtigkeit zum KXleide;/ salbe es mit deinem Geiste/ und ihm alle Silfe leiste,/ daß der Segen deiner Zände/ auf ihm bleibe bis ans Ende. Philipp Spitta, 1859. RKonfirmation 188 Mel. O daß ich tausend Zungen hätte(Nr. I40). J. Ich bin getaäuft auf deinen Namen,/ Gott Vater, Sohn und heilger Geist!/ Und so ist alles Ja und Amen,/ was mir dein teures Wort verheißt;/ ich bin in Christum eingesenkt,/ ich bin mit seinem Geist beschenkt. 19⁴ 2(U K S KC SPSil er, 7 I m 189 2. Du hast zu deinem Kind und Erben,/ mein lieber Vater, mich erklärt;/ du haͤst die Frucht von deinem Sterben,/ mein treuer Seiland, mir gewährt;/ du willst in aller Not und Pein, /o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und CLiebe,/ Treu und Gehorsam zugesagt;/ ich hab, o Serr, aus reinem Triebe/ dein Eigentum zu sein gewaͤgt;/ hingegen sagt ich bis ins Grab/ der Sünden schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite/ bleibt dieser Bund wohl feste stehn;/ wenn aber ich ihn überschreite,/ so laß mich nicht verloren gehn;/ nimm mich, dein RKind, in Gnaden an,/ wenn ich haͤb einen Faͤll getan. S. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue/ Ceib, Seel und Berz zum Gpfer hin,/ erwecke mich zu neuer Treue/ und nimm Besitz von meinem Sinn. /Es sei in mir kein Tropfen Blut,/ der nicht, Herr, deinen Willen tut. 6. Caß diesen Vorsatz nimmer wanken,/ Gott Vater, Sohn und heilger Geist!s/ Haͤlt mich in deines Bundes Schranken,/ bis mich dein Wille sterben heißt;/ so leb ich dir, so sterb ich dir,/ so lob ich dich dort fuͤr und für. Joh. Jakob Rambach, 1 1735. Ronfirmation (Gesang der Gemeinde vor der Ronfirmation) 189 Mel. Den die Sirten lobten sehre.(Vorreformatorisch.) 0 iiiEEEEEEEEEE J. Volk des Herrn, bring dein 5658855„5 dem I— — al ⸗ ten Licht und Rech⸗ 55 /her zum Rö⸗nig al⸗ler ee ir, eriie. Rnech ⸗te,/ sprich: Zerr, hie ist dein Ge⸗schöpf! 195 Ronfirmation 2. Dämpfe Fleisch und Blut in ihnen,/ laß sie nicht der Sünde dienen! /Ziehe sie durch dein Versühnen, /eh sie sterben, an dein Serzl 3. Rommt, ihr Kinder, die wir haben/ als viel teure Gottesgaben,/ nehmt vom Schaͤtz, dran wir uns laben,/ den euch zugedachten Teil; 4. Einen Teil am Liebesbande/ mit dem ewgen Vater⸗ lande,/ aber auch am Kreuzesstande/ und am Weltver⸗ leugnungssinn. 5. Wollet ihr euch binden lassen?/ Jesu Kreuz mit Freuden fassen/ und die falsche Ruhe hassen? /Willst du, liebes Kindervolk? E. Ach, die ewig treue Liebe/ schenk euch ihre selgen Triebe,/ daß ein jedes Glauben übe,/ bis ihr seht, was ihr geglaubt! Nikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf, + I760. 190 Mel. Es ist das Seil uns kommen her.(Vorreformatorisch) Wittenberg 1523. ä nrn 3, dn, nin=— —..... 1. Die hier vor dei- nem Ant'litz stehn,/ sind wenn ver⸗eint wir für sie flehn,/ er⸗ J. N ö ansn m.———— Je⸗su Chri sti Glie ⸗ der./ Blick, r bar⸗mend auf sie nie ⸗ der!/ Gib ih⸗nen, 1= ö ö—— Va⸗ ter, Sohn und Geist,/ das Gu· te, das dein 1 + .— I—.— Wort ver⸗heißt,/ im Le⸗ben und im Ster-ben. 19⁶ + II nl. — 7777— Ronfirmation 191 2. Sie kennen, Vater, deinen Sohn/ und dessen heilge Cehren. /Ist Freude, Gott, vor deinem Thron,/ wenn Sünder sich bekehren,/ wie groß ist unsre Freude nun,/ da diese das Gelübde tun,/ dir treulich anzuhangen. 3. O laß sie nimmer zum Gericht/ sich dem Altare nahen!/ Caß sie in Glaubenszuversicht/ das Bundesmahl empfahen!/ Dies stärke sie in aller Not;/ dies reize sie, des Zeilands Tod/ zu preisen durch ihr Ceben. 4. Lacht ihnen bei dem Christenlauf/ der Reiz der Welt entgegen,/ hilf ihrem schwachen Glauben auf,/ wenn dann sich Cüste regen!/ Caß sie hinauf auf Jesum sehn,/ die Welt mit ihrer Cust verschmähn,/ beharren bis ans Ende. 5. Den wichtgen Cohn der Ewigkeit,/ die Berrlichkeit dort oben,/ zeig ihnen, die auf alle Zeit/ jetzt Treue dir ge⸗ loben!/ Der Blick muß ihnen Rraft verleihn!/ Herr, segne sie, denn sie sind dein:/ erhalt sie in der Wahrheit! Theod. Gottlieb v. Sippel, 4 I796. (Gesang der Ronfirmanden vor der Einsegnung) Mel. Seelenbräutigam. 191 Adam Drese, 1690. J———‚— ——————— — J. Von des Sim-mels Thron& ꝓ/ sen⸗de, — — = Got⸗tes Sohn,/ dei⸗ nen Geist, den Geist der 1 7 .— 2—— ů & * 1— 1 1— ——+—4 E 1 L dir uns ganz zu weihn, Fe⸗ wig dein zu sein. 192 2. Mach uns selbst bereit,/ gib uns Freudigkeit,/ unsern Glauben zu bekennen/ und dich unsern Serrn zu nennen,/ dessen teures Blut/ floß auch uns zugut. 3. Richte Herz und Sinn/ nach dem HBimmel hin,/ wenn wir unsern Bund erneuern/ und gerührt vor dir beteuern,/ deine Bahn zu gehn, /Weltlust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn,/ Segen zu empfahn,/ wollest du auf unsre Bitten/ uns mit Gnaͤde überschütten! /Licht und RKraft und Ruh/ ströme dann uns zu. S. Gib auch, daß dein Geist,/ wie dein Wort verheißt,/ unauflöslich uns vereine/ mit der gläubigen Gemeine,/ bis wir dort dich sehn/ und dein Cob erhöhn. Samuel Marot, 1865. Bonfirmation (Gesang der Ronfirmaͤnden nach der Einsegnung) 192 5.—0 O Durchbrecher aller Bande(oder wie Nr. 67.) Zerrnhaag 1740. Erarvar Bei dir, su, will ich blei⸗ben,/ stets in Unichts soll 905 von dir ver⸗trei⸗ben,/ dei⸗ ne — An ö ö—— dei⸗nem Dien ste stehn; We⸗ge will ich Raar Du bist mei⸗nes CLe⸗bens Le⸗ Hen⸗ WMei⸗ ner Seele Trieb und Kraft,/ wie der Weinstock TH0pWLéhNᷓ.—..————.—..— sei⸗nen Re⸗ben/ zuströmt Rraft und Ce-bens-saft. 2. Rönnt ichs irgend besser haben,/ als bei dir, der alle⸗ zeit/ so viel tausend Gnadengaben/ für mich Armen hat 198 Ronfirmation 1I93 bereit?/ Rönnt ich je getroster werden,/ als bei dir, Serr Jesu Christ,/ dem im Zimmel und auf Erden/ alle Macht gegeben istꝰ 3. Wo ist solch ein Herr zu finden,/ der, was Jesus tat, mir tut,/ mich erkaͤuft von Tod und Sünden/ mit dem eignen teuren Blut?/ Sollt ich dem nicht angehören,/ der sein Leben für mich gab?/ Sollt ich ihm nicht Treue schwören,/ Treue bis in Tod und Grabꝰ 4. Ja, Serr Jesu, bei dir bleib ich,/ so in Freude, wie in Ceid;/ bei dir bleib ich, dir verschreib ich/ mich fuͤr Zeit und Ewigkeit./ Deines Winks bin ich gewärtig,/ auch des Rufs aus dieser Welt,/ denn der ist zum Sterben fertig,/ der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nur auf dieser Erden/ nahe, bis mein Tag sich neigt!/ Wenn es einst will Abend werden/ und die Nacht herniedersteigt,/ wenn mein Aug wird dunkler, truͤber,/ dann erleuchte meinen Geist,/ daß ich froͤhlich zieh hinüber,/ wie man nach der Seimat reist. Philipp Spitta, I859. 193 Mel. Mein Glaub ist meines Lebens Ruh(Nr. 3J0. J. Ich bin in dir und du in mir!/ Nichts soll mich, ewge Ciebe, dir/ in dieser Welt entreißen!/ Auf Erden, wo nur Sünder sind,/ nennst du mich freundlich schon dein Kind,/ o laß michs ewig heißen/ und treu mit Wandel, Serz und mund/ bewahren deinen Friedensbund! 2. Ich bin in dir und du in mir;/ dreieinger Gott, du hast zu dir/ mich frühe schon berufen./ Was mir, dem Rindlein, war bereit,/ ergreif ich heut voll Innigkeit/ an des Altares Stufen/ und sag: O Liebe, du bist mein,/ ich will dein Kind auf ewig sein! 3. Ich bin in dir und du in mir;/ noch wohn ich voͤllig nicht bei dir,/ weil ich auf Erden waͤlle;/ drum führ mich, Jesu, treuer Sirt,/ daß mich, was locket, schreckt und irrt,/ nicht bringe je zu Falle!/ O daß, was ich dir heut ver⸗ sprach,/ mir gehe tief und ewig nach! 19 194 Ronfirmation 4. Ich bin in dir und du in mir;/ komm, Serr, mir deine Tugendzier/ fruͤhzeitig aͤnzulegen,/ daß mir des Cebens Glück und Not,/ jaͤ selbst der letzte Feind, der Tod,/ nur kommen mög mit Segen! /Mit dir will ich durchs Leben gehn,/ dir leiden, sterben, auferstehn! Albert Knapp, f 1864. (Gesang der Gemeinde nach der Ronfirmation) 194 Mel. Wie nach einer Wasserquelle(Nr. 198). J. Großer Rönig unsrer Erden, /Jesu, dem die ganze Welt/ ewiglich muß dienstbar werden,/ dessen Sand das Zepter hält,/ wir, dein Volk und Eigentum,/ wollen deines Namens Ruhm/ mit verdientem Cob erheben/ und dir Preis und Ehre geben. 2. Herr, wir danken dir einmütig,/ daß du dir ein Volk erwählt/ und auch uns Verlorne gütig/ deiner Rirche zu— gezählt;/ wir sind Christen, wir sind dein,/ laß uns, was wir heißen, sein/ und aufrichtig danach streben,/ wie wir dir zu Dienste leben. 3. Dir sei Dank für deine Gaben,/ so du in die Rinder legst,/ die den Bund bestätigt haben,/ die du in den Armen trägst./ Herr, laß ihnen ewig nicht,/ was ihr Mund allhier verspricht,/ was sie heut sich vorgenommen, /aus dem Sinn und Serzen kommen. 4. Gib, daß sie durch deinen Segen/ dir, o Heiland, treu gesinnt,/ bessre Christen werden mögen, /als wir leider alle sind./ Durch sie sei dein Reich vermehrt,/ durch sie werdest du geehrt,/ bis wir all in Jions Höhen/ einst dein Jubelfest begehen. 2⁰⁰ N N ne ns Ur en 64. — Das heilige Abendmahl 195.I96 Das heilige Abendmahl 195 Braunschweig 1528. hri⸗ste, du Camm Got⸗tes,/ 2. Chri⸗ste, du Camm Got⸗ tes,/ 1— der du trägst die Sund der Welt,/ der du trägst die Sünd der Welt,/ SS I....I..... er⸗barm dich un⸗serl er⸗barm dich un ser!) 3. Chri⸗ste, du Camm Got⸗tes,/ —.— ů ö— ö—.— ö 1— 1 der du trägst die Sünd der Welt,/ gib uns dei⸗ nen Oder: Frie⸗ den./ A, men. men (Agnus dei) Wittenberg 1533. 196 Johann Crüger, J649. 24 *— ö ö—.——— 32.2———.. 1 ö ö—— E.. Schmuͤk⸗ke dich, s lie⸗be See⸗le,/ laß die dunk⸗le komm ans hel⸗le Licht ge⸗gan⸗gen,/ fan⸗ge herr⸗ lich —— ö x é , Sun⸗den⸗hoh⸗He, an zu pran⸗gen; — denn der Serr voll Seil und Gnaden/ 2⁰0 —— S— ii — Das heilige Abendmahl II will dich jetzt zu Ga⸗ste la⸗ den;/ der den Zim⸗mel — — kann ver⸗wal ⸗ ten,/ will jetzt Zer⸗berg in dir hal⸗ten. 2. Dürstend nach dem Simmelssegen/ eile deinem Serrn entgegen,/ der mit süßen Gnaͤdenworten/ klopft an deines Berzens Pforten,/ eile, sie ihm aufzuschließen,/ wirf dich hin zu seinen Füßen;/ sprich: o Serr, laß dich umfassen,/ von dir will ich nimmer lassen! 3. Ach, wie hungert mein Gemüte,/ Menschenfreund, nach deiner Güte; /ach, wie pfleg ich oft mit Tränen/ mich nach deinem Mahl zu sehnen; /wach, wie pfleget mich zu dürsten/ nach dem Traͤnk des Lebensfürsten,/ daß mit diesem Brot und Weine/ sich mein Seiland mir vereine. 7. Jesu, meine Lebenssonne,/ Jesu, meine Freud und Wonne,/ Jesu, du mein ganz Beginnen,/ Cebensquell und Licht der Sinnen,/ hier faͤll ich zu deinen Füßen!/ Laͤß mich würdiglich genießen/ diese deine Simmelsspeise,/ mir zum Seil und dir zum Preise. S. Berr, es hat dein treues CLieben/ dich vom Zimmel her⸗ getrieben,/ daß du willig hast dein Leben/ in den Tod für uns gegeben/ und daͤzu ganz unverdrossen,/ Serr, dein Blut für uns vergossen,/ das uns jetzt kann kräftig tränken,/ deiner Ciebe zu gedenken. 6. Jesu, wahres Brot des Lebens,/ hilf, daß ich doch nicht vergebens/ oder mir wohl gar zum Schaden/ sei zu deinem Tisch geladen; /laß mich durch dies Seelenessen/ deine CLiebe recht ermessen,/ daß ich auch, wie jetzt auf Erden,/ mög dein Gast im Himmel werden! Johann Franck, 1677. — — — — UIEL Das heilige Abendmahl 197. 198 Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 197 Wittenberg 1535. +—— 11 ö.—5 ö= ö II Serr Je-su Christ, du höch-stes Gut,/ du wir kom⸗-men, dei⸗ nen Leib und Blut,/ wie ——— döeen inIᷣuneen, Seri Brunnquell al⸗ler B Pier du uns hast ge ⸗ la den, zum reit⸗ se I. II L 1 ÿEIEIEIEIEEIEIEEE dei ⸗ner Serr⸗lich⸗ keit/ und uns⸗rer See⸗len Se⸗lig⸗ keit/ zu es⸗ sen und zu trin ken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit/ zu diesem hohen Werke!/ Schenk uns dein schönes Ehrenkleid/ durch deines Geistes Stärke;/ hilf, daß wir würdge Gäste sein/ und werden dir gepflaͤnzet ein/ zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir/ auch bis ans Ende bleiben;/ laß Sünd und Wot uns für und für/ von dir nicht wieder treiben,/ bis wir durch deines Wachtmahls Kraft/ in deines Zimmels Bürgerschaͤft/ dort ewig selig werden. Chemnitz 171I3. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 198 Französischer Psalter, 155J. 174 +. + +. E— —— V 33——— HBerr, du hast für al le Sün⸗der/ ei⸗ nen Ewo das Brot der ar⸗ men Kin'der/ nach des 2⁰03 Das heilige Abendmahl —— Balerrren nrrrnr . w IDIDIDDEDA“‚ rei⸗chen Tisch ge⸗deckt, Va⸗ters CLie⸗be schmeckt. beu⸗ te nun bin ich dein Gast,/ — ITITTTTTTTTFT wie du mir be⸗fohlen haͤst;/ a⸗ber hilf auch, daß mein . 2—— 2 ů H Ber⸗ze/ dei⸗- ne Wohltat nicht ver-scher-ze. 2. Räume mir aus dem Gemüte/ alles Arge völlig aus,/ daß auch meines Herzens Hütte/ werde dein geweihtes Baus. /Denn ich hoffe nur auf dich,/ liebster Jesu, liebe mich/ und laß deinen Tisch auf Erden/ mir des Simmels Vorschmaͤck werden. 3. Rann der Herr dem Knechte schenken/ auch sein eigen Fleisch und Blut:/ ach so hilf mir recht bedenken,/ was hier deine Ciebe tut,/ und verleihe, daß ich nicht/ eß und trinke zum Gericht,/ was du, Jesu, für mein Leben/ zur Er⸗ lösung haͤst gegeben. 7. Wirke heilige Gedanken/ in der Seel, die dir gehoͤrt;/ halte meinen Sinn in Schranken,/ wenn mich Furcht und Iweifel stört./ Fühl ich meiner Sünden Vot,/ so erfüulle mich dies Brot,/ dieser RKelch mit neuem Mute;/ dein Blut floß auch mir zugute. 5. Sind wir doch aus dir geboren,/ nähr uns auch durch deine Kraft,/ und weil alles da verloren,/ wo nicht Jesus Bilfe schafft: ach so laß dein Brot und Wein/ meines Herzens Labsal sein,/ daß die Wirkung dieser Speise/ künftig in der Tat sich weise. 6. Caͤß mich deine Ciebe schmecken/ und die Guͤter jener Welt;/ oder wenn auch Furcht und Schrecken/ mich zu⸗ weilen überfällt,/ so verschaffe mir dein Blut einen rechten Freudenmut,/ daß ich meinen Trost im Glauben/ mir durch niemand lasse rauben. 2⁰⁴ Das heilige Abendmahl 199 7. Hilf mir recht ins Zerze fassen/ deinen herben, bittern Tod;/ lasse mich auch niemand hassen,/ der mit mir ge— nießt dein Brot;/ nimm mich ganz vollkommen ein,/ bis ich werde bei dir sein/ und die Fuͤlle deiner Gaben,/ meinen Gott und alles haben. Raspar Neumann, 1 17I5. Mel. Erquicke mich, du Seil der Sünder(Nr. IIH. J. Mein Jesu, der du vor dem Scheiden/ in deiner letzten Trauernaͤcht/ uns hast die Fruchte deiner Leiden/ in einem Testament vermacht:/ es preisen gläubige Gemüter/ dich, Stifter dieser hohen Güter! 2. So oft wir dieses Mahl genießen,/ wird dein Ge⸗ dächtnis bei uns neu;/ man kann aus frischen Proben schließen,/ wie brunstig deine Liebe sei./ Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen/ erneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zitternden Gewissen/ ein neues Siegel aufgedrückt,/ daß unser Schuldbrief sei zerrissen,/ daß unsre Sandschrift sei zerstückt,/ daß wir Vergebung unsrer Sunden/ in deinen blutgen Wunden finden. 4. Und fester, als es je gewesen,/ wird nun das Band, das uns vereint;/ von allem Seelenschmerz genesen,/ schaun wir in dir den liebsten Freund!/ Wir fuͤhlen uns in solchen Stunden/ mit dir zu einem Geist verbunden. 5. Dies Brot kann wahre Wahrung geben,/ und dieser Kelch erquickt den Geist;/ es mehrt sich unser innres Leben,/ wenn unser Glaͤube dich geneußt; /wir fühlen neue Kraft und Stärke/ in unserm Rampf und Glaubens⸗ werke. 6. Wir treten in genaure Bande/ mit deines Leibes Gliedern ein;/ wir müssen all in solchem Stande/ Ein Herz und Eine Seele sein;/ der Geist muß mehr zusammen⸗ fließen,/ da wir Ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Leib muß uns zum Pfande dienen,/ daß unser Fleisch, jetzt schwachheitsvoll,/ einst herrlich aus dem Staube grunen/ und unverweslich werden soll;/ ja, daß du uns ein ewig Leben/ nach diesem kurzen werdest geben. 2⁰⁵ rzäuesuckeerxnSESSESSSAEEEeMEEEEEä⸗erdere— b.. ve rIe ahiarrzchriuss.. Airs rat SSSIIe 2⁰⁰ Das heilige Abendmahl 8. O teures Lamm, so edle Gaben/ hast du in dieses Mahl gelegt!/ Da wir dich selbst zur Speise haben,/ wie wohl ist unser Geist gepflegt!/ Dies Mahl ist unter allen Leiden/ ein wahrer Vorschmaͤck jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen!/ Ein solcher hoher Liebesschein/ verdient, daß aller Engel Zungen/ zu dessen Ruhm geschäftig sein./ Wird unser Geist zu dir er⸗ hoben,/ so wird er dich vollkommen loben. Joh. Jakob Rambach, 1735. 20⁰ Mel. Serr, wie du willst, so schicks mit mir. Straßburg 1525. 66575n —P—IPFFIDIIDIIIPIII‚Iee——— ů 41.8. hei⸗ lig ist die Stät⸗te hier,/ wo Sie ist des Zim⸗mels Pfor⸗-te mir,/ die ————— urm,. Len eenn, dne ui. ich voll An⸗dacht ste⸗ hel ö ö ich nun of fen se ⸗he. Lebens⸗ 2 — — — ——., tor, o Tisch des Herrn!/ Vom Sim-mel bin ich J e. ——, nicht mehr fern/ und füh⸗le Got⸗tes Nä⸗he. 2. Wie heilig ist dies CLebensbrot,/ dies teure Gnaden— zeichen,/ vor dem des Herzens Angst und Not/ und alle Qualen weichen./ O Brot, das meine Seele naͤhrt,/ o Manna, das mir Gott beschert,/ dich will ich jetzt genießen. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank,/ der mein Verlangen stillet,/ der mein Gemüt mit CLob und Dank/ und heilger Freud erfüllet!/ O Lebenstrank, o heilges Blut,/ das einst geflossen mir zugut,/ dich will ich jetzt empfangen! 20 Das heilige Abendmahl 201 4. Welch unaussprechlich Gluͤck ist mein,/ welch Seil hab ich gefunden!/ Mein Jesus kehret bei mir ein;/ mit ihm werd ich verbunden./ Wie ist mein Serz so freudenvoll,/ daß ich in Jesu leben soll,/ und er in mir will leben! 5. O wär doch auch mein Herz geweiht/ zu einer heilgen Stätte,/ damit der Herr der Serrlichkeit/ an mir Gefallen haͤttel/ O wäre doch mein oerz der Ort,/ an welchem Jesus fort und fort/ aus Gnaden Wohnung machte! 6. Mein Jesu, komm und heile mich,/ was sündlich ist, vertreibe,/ damit ich nun und ewiglich/ dein Tempel sei und bleibe./ Von dir sei ganz mein Herz erfullt;/ Serr, laß dein heilig Ebenbild/ bestaͤndig in mir leuchten! 7. Nun, du haͤst himmlisch mich erquickt,/ du hast dich mir gegeben;/ in dir, der mich so hoch beglückt,/ will ich nun stuͤndlich leben./ Laß mich, mein Heiland, allezeit/ von nun an bis in Ewigkeit/ mit dir vereinigt bleiben! Valentin Ernst Löscher, 4 J1749. 201 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele(Nr. 196. J. Romm, mein Serz, aus Jesu Ceiden/ strömt auch dir ein Muell der Freuden. Stille hier dein sehnlich Dürsten/ aus dem Relch des Cebensfürsten. Daß ich einen Beiland habe/ und in seinem Heil mich labe/ und in sein Verdienst mich kleide,/ das ist meines Herzens Freude. 2. Darum will ich mit Verlangen/ nun sein Abendmahl empfangen;/ hier darf ich mich ihm verbinden,/ und so werd ichs tief empfinden,/ daß ich einen Heiland habe,/ der am Rreuz und in dem Grabe,/ wie sein Wort mir sagt und schreibet,/ mein Erlöser war und bleibet. 3. Ach, wie werd ich oft so müde!/ Wie entweicht der süße Friede!/ Sůnd und Welt kann mich verwunden,/ wenn mir dieses Cicht entschwunden:/ daß ich einen Heiland habe,/ der mit seinem Sirtenstabe/ sanft und mild und voll Ver⸗ geben/ mir nichts ist als eil und Ceben. 4. Sei gesegnet, ewge Ciebe,/ daß du mir aus treuem Criebe,/ da das Mißtraun mich vergiftet,/ solch ein Denkmal 207 ᷓD PSS 202 Das heilige Abendmahl selbst gestiftet:/ daß ich einen Seiland habe,/ der den Gang zum RKreuz und Graͤbe/ gern getan, mich zu erretten/ von des ewgen Todes Ketten. 5. Heilges Brot, sei mir gesegnet,/ weil mir der mit dir begegnet,/ der mit seinen Todeswunden/ die Erlösung mir erfunden!/ Daß ich einen Zeiland habe,/ der erblaßt und tot im Grabe/ auch für meine Schuld gelegen,/ will ich schmecken und erwägen. 6. Beilger Kelch, sei mir gesegnet,/ weil mir der mit dir begegnet,/ dessen Blut mich lässet finden/ die Vergebung aller Sünden!/ Daß ich einen Seiland habe,/ der die dürre Seele labe,/ muß nicht dies mein Dursten stillen/ und mein Berz mit Wonne füllen? 7. Er gebietet mir zu essen,/ meines Jam mers zu vergessenz/ er gebietet mir zu trinken/ und in Freude zu versinken,/ daß ich einen Heiland habe,/ der sich selbst als Opfergabe/ hat für mich dahingegeben,/ mir zu Speis und Trank und Ceben. 8. Will hinfort mich etwas quälen,/ oder wird mir etwas fehlen,/ oder wird die Kraft zerrinnen,/ so will ich mich nur besinnen,/ daß ich einen Seiland habe,/ der vom KRripplein bis zum Grabe,/ bis zum Thron, wo man ihn ehret,/ mir, dem Sünder, zugehöret! Ernst Gottlieb Woltersdorf, 1761. Mel. An wasserflüssen Babylon. 202 Straßburg 1525. é— x x—.— ö————. Vä Ich kom-me, Serr, und su⸗ che dich,/ müh⸗ Gott, mein Er⸗bar⸗ mer, würd⸗ge mich/ des é— x x ö IꝗꝗꝗFFꝗF se 6 lig und be aden— Wunders dei ⸗ner Gnaͤden! Ich lie ge hier vor IIERN. w n ünnn nri. DDT— dei⸗ nem Thron,/ Sohn Got⸗-tes und des men schen 208 4 Das heilige Abendmahl 202 ..... Sohn,/ mich dei⸗ ner zu ge⸗ tro⸗sten;/ ich fůh ⸗le mei⸗ ner ———.— *..— en — HII —— ö ö—— Sün ⸗den muͤh;/ ich su⸗che Ruh und fin de — 4— 13.——— — 0 L sie/ im Glau⸗ben der Er ⸗Iosten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an,/ du bist das Heil der Suͤnder,/ du haͤst die Handschrift abgetan,/ und wir sind Gottes RKinder. /Ich denk an deines Leidens Maͤcht/ und an dein Wort: Es ist vollbraͤcht!/ Du haͤst mein Seil ver— dienet:/ du hast für mich dich dargestellt;/ Gott war in dir und hat die Welt/ in dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir!/ Er tilget deine Sünden/ und läßt in seinem Maͤhle hier/ dich Gnad um Gnade finden./ Du rufst, und er erhoͤrt dich schon,/ spricht liebreich:„Sei getrost, mein Sohn,/ die Schuld ist dir ver⸗ geben;/ du bist in meinen Tod getauft,/ und du wirst dem, der dich erkauft,/ von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit;/ bewahr es hier im Glauben,/ und laß durch keine Sicherheit/ dir deine Rrone rauben./ Sieh, ich vereine mich mit dir,/ ich bin der Wein⸗— stock, bleib an mir,/ so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich staͤrke dich,/ und durch die Liebe gegen mich/ wird dir der Sieg gelingen.“ 5. Ja, Serr, mein Glück ist dein Gebot,/ ich will es treu erfullen/ und bitte dich durch deinen Tod/ um KRraft zu meinem Willen./ Caß mich von nun an würdig sein,/ mein ganzes Serz dir, Serr, zu weihn/ und deinen Tod zu preisen;/ laß mich den Ernst der Seiligung/ durch eine wahre Besserung/ mir und der Welt beweisen! Christian Fürchtegott Gellert, F J769. 2⁰9 203201 Das heilige Abendmahl 203 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele(Nr. 196). J. Jesu, Freund der Menschenkinder,/ Zeiland der ver⸗ lornen Sünder,/ der zur Sühnung unsrer Schulden/ Kreuzesschmach hat wollen dulden,/ wer kann fassen das Erbarmen,/ das du trägest mit uns Armen!/ In der Schaͤr erlöster Brüder/ fall ich dankend vor dir nieder. 2. Ja, auch mir stromt Heil und Segen,/ Zerr, aus deiner Füll entgegen;/ in dem Elend meiner Suͤnden/ soll bei dir ich Silfe finden;/ meine Schuld willst du bedecken,/ mich be⸗ frein von Furcht und Schrecken,/ willst ein ewig selig Ceben/ als des Glaubens Frucht mir geben. 3. Berr, du kommst, dich mit den Deinen/ in dem Nacht⸗ mahl zu vereinen;/ du, der Weinstock, gibst den Reben/ neue Rraft zum neuen Ceben./ Nun, so steh bei mir und stärke/ mich zu jedem guten Werke;/ hilf, daß ich die Cust der Sünde/ durch dich kräftig überwinde. 4. Nun, so sei der Bund erneuet,/ unser Herz dir ganz geweihet!/ Auf dein Vorbild wolln wir sehen/ und dir nach, mein Heiland, gehen./ Schaff ein neues Serz uns Sündern,/ mache uns zu Gotteskindern,/ die dir leben, leiden, sterben,/ deine Serrlichkeit zu erben. 5. Großes Abendmahl der Frommen,/ Tag des Seils, wann wirst du kommen,/ daß wir mit der Engel Choͤren,/ Berr, dich schaun und ewig ehren?/ Balleluja, welche Freuden/ sind die Früchte deiner Ceiden!/ Danket, danket, fromme Serzen,/ ewig ihm für seine Schmerzen. RKaspar Lavater, IS0I. 204 Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme(Nr. 175). IJ. Herr, du wollst uns vollbereiten/ zu deines Mahles Seligkeiten,/ sei mitten unter uns, o Gottl/ Laß uns, Ceben zu empfahen,/ mit glaͤubensvollem Serzen nahen,/ und sprich uns los von Sünd und Tod./ Wir sind, o Jesu, dein;/ dein laß uns ewig sein!/ Amen, Amen!/ Anbetung dir!/ Einst feiern wir/ das große Abendmahl bei dir. 2¹⁰ Das heilige Abendmahl 205 2. Wehmt und eßt zum ewgen Leben/ das Brot, das euch der Serr gegeben;/ die Gnade Jesu sei mit euch!/ Nehmt und trinkt zum ewgen Leben/ den Relch des HBeils, auch euch gegeben,/ ererbt, ererbt des Mittlers Reich!/ wacht, eure Seele sei/ bis in den Tod getreul/ Amen! Amen!/ Der weg ist schmaͤl;/ klein ist die Zahl,/ die dort eingeht zum Abendmahl. Sriedr. Gottlieb Klopstock, 4180z. Mel. Serzlich tut mich verlangen. 205 Zans Leo Saßler, J60J. H ö —.— ö SS.. E.....——2 —— DEEEE ö Wie könnt ich sein ver⸗ges⸗sen,/ der mein noch Rann ich die Lieb er⸗mes⸗sen,/ da ⸗durch mein . ... TI — nie ver⸗ gaß? 3. 53 Berz ge nas ꝰ Ich lag in bit tern TD 56%3•.—— ö + L— —. L 1— Schmerzen,/ er schafft mein Le⸗ben neu,/ und —.—.— V—.— ö — 2— 2—— 2 1— ——...— 443 . iin ber——8 stets quillt aus dem Her ⸗ zen/ ihm neu⸗e LCieb und Treui 2. Wwie sollt ich ihn nicht lieben,/ der mir so hold sich zeigt?/ Wie jemals ihn betrüben,/ der so zu mir sich neigtꝰ/ Er, der ans Freuz erhoben,/ getragen meine Schmach,/ ruft er mir nicht von oben:/ Romm, folge du mir nach! 3. Ich will ihn ewig lieben,/ der mir aus Todesnacht,/ von meinem Schmerz getrieben, /Unsterblichkeit gebracht;/ der noch zur letzten Stunde/ mir reicht die treue hand,/ daß mich kein Feind verwunde/ im Cauf zum Heimatland. 211 206 Das heilige Abendmahl 4. Er gibt zum heilgen Pfaͤnde/ mir seinen Ceib, sein Blut,/ hebt mich aus Nacht und Schande,/ fuͤllt mich mit Zimmels⸗ mut,/ will selber in mir thronen/ mit heilgem Gnadenschein./ Sollt ich bei ihm nicht wohnen?/ in ihm nicht selig sein? S. Bei Freuden und bei Schmerzen/ durchleuchte mich dein Bild,/ wie du, o Herz der Herzen,/ geblutet hast so mild!/ Mein Cieben und mein Zoffen,/ mein Dulden weih ich dir./ Laß mir die Heimat offen/ und dein Zerz fůr und für! Christian Rern, 1835. 20 Mel. Zeuch ein zu deinen Toren(oder wie Nr. 365). Johann Crüger, 1653. +. FE— 2.. 757 33. 228. ö +—9 e=.n IIEEDE——— E her, ihr seid ge⸗la⸗ den;/ der der treu e Berr der Gna den,/ an .—— E— Bei⸗-land ru⸗fet euch, X— Buld und Lie be reich; der Erd und Him⸗ mel =de. 4——— lenkt,/ will Gast⸗mahl mit eu hal⸗ ten/ und — Len Lunn nin dun pin ure..—— E dn t. n ane— Dnt Eül— I.———— 2—— —————— wunder⸗bar ge⸗stal⸗ten,/ was er in Lie ⸗be schenkt. 2. Rommt her, verzaͤgte Sünder,/ und werft die Ungste weg;/ kommt her, versöhnte Kinder,/ hier ist der Lebens— steg!/ Empfangt die Simmelslust,/ die heilge Geistesspeise,/ die auf verborgne Weise/ erquicket jede Brust. 3. Rommt her, betrübte Seelen,/ die Not und Jammer drückt,/ mit Gott euch zu vermählen,/ der wunderbaͤr be— glückt./ Rommt, legt auf ewig ab/ der Sünde bange Säumnis;/ empfaͤnget das Geheimnis,/ das Gott vom Bimmel gab. 212 Das heilige Abendmahl 207 4. O Wonne kraͤnker Serzen,/ die mir von oben kam!/ Verschwunden sind die Schmerzen,/ getröstet ist der Gramz;/ was von dem Simmel fleußt,/ hat lieblich sich ergossen;/ mein Herz ist gar durchflossen/ vom süßen Liebesgeist. 5. Drum jauchze, meine Seele,/ hell aus der Sünden⸗ nacht;/ verkünde und erzähle/ die tiefe Wundermacht,/ die unermeßlich süß,/ ein Born der Liebe, quillet/ und jeden Jammer stillet,/ der fast verzweifeln ließ. 6. Drum jauchze, meine Seele,/ drum jauchze deinem gerrn;/ verkünde und erzähle/ die Gnade nah und fern,/ den Wunderborn im Blut,/ die selge Simmelsspeise,/ die auf verborgne Weise/ dir gibt das höchste Gut. Ernst Moritz Arndt, 1 J860. (Nach der Feier des heiligen Abendmahls) 207 mel. Nun laßt uns Gott, dem Serren(Nr. 3609). I. O Jesu, meine Wonne,/ du meiner Seelen Sonne,/ du Freundlichster auf Erden,/ laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich gnugsam schätzen/ dies himmlische Er⸗ goͤtzen/ und diese teuren Gaben,/ die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dirs verdanken, /o Serr, daß du mich RKranken/ gespeiset und getränket,/ ja selbst dich mir ge⸗ schenket? 4. Ich lobe dich von Herzen/ für alle deine Schmerzen;/ dir dank ich für dein Ceiden,/ den Ursprung meiner Freuden. 5. Dir dank ich für dein Cieben,/ das standhaft ist ge⸗ blieben; /dir dank ich für dein Sterben,/ das mich dein Reich läßt erben. 6. Du wollest ja die Sünde,/ die ich noch in mir finde,/ aus meinem Serzen treiben/ und kräftig in mir bleiben! 7. Caß mich sie ernstlich meiden,/ laß mich geduldig leiden;/ laß mich mit Andacht beten,/ von deinem Weg nie treten! 8. So kann ich nicht verderben,/ draͤuf will ich selig sterben/ und freudig auferstehen, /o Jesu, dich zu sehen. Johann Rist, 1 1667. 213 208. 209 Das heilige Abendmahl Mel. Zesu, meines Lebens Leben. 208 Christoph Anton, I65J. + 22 j4— ——— 2—— 8 V—— 32„——.—— Dan⸗ket, dan⸗ket Gott mit Freu⸗— den,/ dan⸗ ket Macht die großen Se⸗lig⸗ kei⸗ten/ die ses 12. +. 8 +. DII——— EEEEE ihm mit Zerz und Laus, was der Berr für Gnaden heil⸗-gen Mah-les kund, — — —.—— .—. schen⸗ket,/ da er selbst uns speist und trän⸗ket;/ dan⸗ket ——.—— ö—.—— ihm vor dem Al ⸗tar,/ daß er uns so freund⸗lich waͤr. 2. Ja wir preisen Gottes Güte,/ denn sie währet ewiglich./ O wie freut sich das Gemüͤte,/ daß der Zerr so gnädig sich/ gegen uns auch jetzt erwiesen!/ Immerdar sei er gepriesen;/ groß ist seine duld und Treu;/ sie war diesesmal auch neu. 3. Beilig, heilig, heilig werde,/ Gott, dein RNRam uns mehr und mehr;/ alle Simmel samt der Erde/ zeugen laut von deiner Ehr./ Dir, Herr, singen Seraphinen/ dreimal heilig, die dir die⸗ nen;/ droben in dem Heiligtum/ schallet deines NamensRuhm. 7. Gott, der Herr und Vater, segne/ uns in seinem lieben Sohn;/ und des Vaters Sohn begegne/ uns von seinem Gnaͤdenthron;/ und der Herr, der Geist, bereite/ uns zur HBerrlichkeit und leite/ uns zu seinem Frieden! Ja!/ Amen! sprecht Halleluja! Mikolaus Kayser, + I80o. 209 Mel. O daß ich tausend Zungen hätte(Nr. I40). J. Wimm hin den Dank für deine Liebe,/ erhöhter Mittler, Jesu Christ!/ Gib, daß ich dich nicht mehr be⸗ truͤbe,/ der du für mich gestorben bist;/ laß deines Leidens Angst und Pein/ mir immerdar vor Augen sein. 21⁴ III * üII 651J. II 8 ———.——.—— Das heilige Abendmahl 21⁰ 2. Im Streite hilf mir uͤberwinden/ und stärke mich zu jeder Pflicht;/ bewahre mich vor neuen Sünden,/ verlaß mich in Versuchung nicht,/ und dein für mich vergoßnes Blut/ schenk mir im Todeskaͤmpfe Mut. 3. Zilf, daß ich deines Leibes Glieder,/ die heut dein Beil, wie mich, erfreut,/ von Serzen lieb als meine Brüder,/ als Erben einer Serrlichkeit. Wir haben Einen Herrn und Gott,/ uns speist und tränkt Ein Relch, Ein Brot. 4. Wie jetzt, o Serr, in deinem Namen/ dein Volk vor dir versaͤmmelt war,/ so bring einst wieder uns zusammen,/ daß wir mit deiner Engelschar,/ anbetend als dein Eigen— tum,/ stets preisen deines Namens Ruhm. Georg Joachim Zollikofer, 1788, und Kaspar Lavater, I80I. 210 277 Die Tugend wird durchs Rreuz geübet. J. A.§reylinghausen, Salle 1704. 7 S... dn ist nun die heil⸗ ge Fei⸗ er;/ O dein Ge⸗dächt- nis sei uns teu ⸗ er/ SS ver kun det ward von uns dein Tod. Laß und un ⸗-ver⸗geß⸗lich dein Ge⸗bot! 0 4 1 V 1—— E.. nie des Zim⸗mels Vor ge⸗ füh⸗le s/ in uns er⸗ 2 3.—.— 22575 Rro⸗nen⸗zie-le,/ Herr, dei⸗ ne Herr⸗lich⸗Eeit uns sehn! J. Christian Wagner, 1825. 215⁵ X 44 ..—— ◻ ssTH 4UHNH . Buße 21II.212 Wiedergeburt und Heiligung 21 1 Georg Winer, J648. 9 II. +. + +. n n re irdn Len mulern ———.— J. Schaf⸗fe in mir, Gott, ein rei⸗ nes Her⸗ze und ———— 1DI———— —————— 2—27— 1 gib mir einen neusen, ge⸗wis⸗sen Geist. Verwirf mich nicht, in i ů D—————..— ö —..„ II 222...— verwirf mich nicht von deinem An-ge-sicht, von dei⸗nem 1 n[—.— ——————4 — Ange⸗sicht und nimm dei⸗nen hei⸗li⸗ gen Geist nicht von mir. Psalm 5J, V. I2, I3. —— 21 2 Wittenberg J524. é é. Lan vürrin u . Aus tiefer Not schrei ich zu dir,/ Serr Gott, er⸗hör mein Dein gnädigOhr neig her zu mir/ und meiner Bitt es IIIII IIIIITTE 2— Ru⸗fenl ö ffene; denn so du willst das se hen an,/ was Sund und Unrecht ist getan;/ wer kann, Herr, vor dir blei ⸗ben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst,/ die Sünde zu vergeben;/ es ist doch unser Tun umsonst/ auch in dem besten Leben;/ vor dir niemand sich rühmen kann;/ des muß dich fürchten jedermann/ und deiner Gnade leben. 21⁷7 2I3 3. Darum auf Gott will hoffen ich,/ auf mein Verdienst nicht bauen;/ auf ihn allein verlassen mich/ und seiner Güte trauen,/ die mir zusagt sein wertes Wort;/ das ist mein Trost und treuer Hort;/ des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht/ und wieder an den Morgen,/ doch soll mein HZerz an Gottes Macht/ ver— zweifeln nicht noch sorgen./ So tu das Volk von rechter Art,/ das aus dem Geist erzeuget ward,/ und seines Gottes harre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel,/ bei Gott ist viel mehr Gnaden;/ sein sand zu helfen hat kein Ziel,/ wie groß auch sei der Schaden. /Er ist allein der gute Sirt,/ der Israel er⸗ lösen wird/ aus seinen Sünden allen. Martin Luther,f 1546. Buße Wittenberg 154J. Al⸗lein zu dir, Herr Je su Christ,/ mein Vich weiß, daß du mein Trö ster bist,/ kein nin. n.,nn ann... ‚.——— 1 D— Boff⸗nung steht auf Er den; Trost mag mir sonst wer den Von An· be = —IIIiiisisIisIiIIIIIi‚ee‚e Er⸗den ward kein 29. 14—4 +. ö . — ginn ist nichts er⸗-korn,/ auf —. 1——— n, uruini mur de. n Han, dich ruf ich an,/ du bist der rech ⸗te 218 + —55 Bel⸗ fers⸗mann. I ba Buße 214 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß/ und reuet mich von Berzen;/ derselben mach mich frei und los/ durch deinen Tod und Schmerzen/ und nimm dich mein beim Vater an,/ der du für mich genug getan,/ so werd ich los der Sünden Cast;/ mein Glaub erfaßt,/ was du mir, Herr, versprochen haͤst. 3. Ach stärk durch dein Barmherzigkeit/ in mir ein recht Vertraͤuen,/ aͤuf daß ich deine Freundlichkeit/ mög inniglich anschauen; /vor aͤllen Dingen lieben dich/ und meinen Nächsten gleich als mich./ Send mir dein Silf am letzten End,/ damit behend/ des Todes Graun sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron,/ dem Vater aller Güte,/ und Jesu Christo, seinem Sohn,/ der uns allzeit behüte,/ und seinem werten heilgen Geist,/ der uns sein' Bilfe allzeit leist,/ daß wir ihm wohlgefällig sein/ hier in der Zeit/ und dort hernach in Ewigkeit. V. I=3 von Ronrad Subert, 1577. 214 Mel. Erhalt uns, Serr, bei deinem Wort. Wittenberg 1543. 4. 1 1 PB ven———— 2—‚.‚.‚..————— J. O from-mer und ge⸗ treu ⸗- er Gott,/ ich 5,.——...... hab ge⸗bro⸗chen dein Ge⸗ bot/ und sehr ge ⸗ sun· digt enrnen ,„n, n ———. wi⸗der dich!/ Das ist mir leid und reu et mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott,/ nicht Cust hast an des Sünders Tod,/ so ist dein herzliches Begehr,/ daß ich mich wieder zu dir kehr. 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm,/ ich armer Sün— der zu dir komm/ und bitt durch deines Sohnes Tod:/ Er⸗ barm dich mein in meiner Not! 219 215 7J. Verschon, o Herr, laß deine Zuld/ zudecken alle meine Schuld,/ so werd ich arm verlornes Rind/ ledig und los all meiner Sünd. S. Ich will, o Herr, nach deinem Wort/ mich bessern, leben fromm hinfort,/ damit ich mög nach dieser Zeit/ ge⸗ langen zu der Seligkeit. 1643. Buße Leipzig 1625. J. Ach Gott und Herr,/ wie groß und schwer/ sind ů ö —— ö— ö E II 2—.— O 2——— mein' be⸗ gang⸗ ne Sün⸗den!/ Da ist nie⸗ — x— 2 ö 2.— S — 1——.— mand,/ der hel⸗fen kann,/ in die⸗ser Welt zu fin⸗den. 2. Lief ich gleich weit/ zu dieser Zeit/ bis an der Erden Enden/ und wollt los sein/ des Elends mein,/ würd ich es doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich,/ verstoß mich nicht,/ wie ichs wohl hab verdienet./ Ach geh doch nicht,/ Gott, ins Gericht;/ dein Sohn haͤt mich versühnet. 4. Solls ja so sein,/ daß Straf und Pein/ auf Sünde folgen muͤssen,/ so faͤhr hie fort/ und schone dort/ und laß mich hier wohl büßen. S. Gib, Herr, Geduld,/ vergiß die Schuld,/ schaff ein ge⸗ horsam Herze,/ daß ich mein Seil,/ mein bestes Teil,/ durch Murren nicht verscherze. G. Handle mit mir,/ wies dünket dir,/ ich will es gerne leiden;/ nur wollst du mich/ nicht ewiglich/ von deiner Gnade scheiden. Jena 1613. 2²⁰ Buße 21⁶.2¹⁷ 216 Mel. Aus tiefer Mot schrei ich zu dir(Nr. 212). J. O Vater der Barmherzigkeit,/ ich falle dir zu Fuße;/ verstoß den nicht, der zu dir schreit/ und tut noch endlich Buße!/ Was ich begangen wider dich,/ verzeih mir alles gnädiglich/ durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wundertat/ nimm von mir, was mich quälet;/ durch deine Weisheit schaͤffe Rat/ in allem, wo mirs fehlet;/ gib Willen, Mittel, Rraft und Stärk,/ daß ich mit dir all meine Werk/ anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast/ am Kreuze für mich Armen/ getragen aller Sünden Last,/ wollst meiner dich erbarmen!/ O Gottes und des Menschen Sohn,/ erbarm dich mein und mein verschon,/ höͤr auf mein kläglich Rufen! 4. O heilger Geist, du wahres Licht,/ Regierer der Ge— danken,/ wenn mich die Sündenlust anficht,/ laß mich von dir nicht wanken:/ verleih, daß nun und nimmermehr/ Be⸗ gierd nach Reichtum, Cust und Ehr/ in meinem Serzen herrsche. 5. Und wenn mein Stündlein kommen ist,/ so hilf mir treulich kämpfen,/ daß ich des Satans Trutz und List/ durch Christi Sieg mag dämpfen,/ auf daß mir Krankheit, Angst und Not/ und dann der letzte Feind, der Tod,/ nur sei die Tür zum Ceben. David Denicke, J680. 217 Mel. Süter, wird die Nacht der Sünden(Nr. 373). J. Ach was bin ich, mein Erretter/ und Vertreter/ bei dem unsichtbaren Cicht?/ Ich verzag in meinem Mute;/ denn das Gute,/ das ich will, das tu ich nicht. 2. Ach was bin ich, mein Erbarmer?/ Sieh, ich Armer/ bin ein schwankes Rohr im Wind;/ wie ein Weberschifflein schießet,/ so verfließet/ meines Lebens Lauf geschwind. 3. Ach was bin ich, mein Erlöser?/ immer böser/ find ich meiner Seele Stand;/ drum, mein Selfer, nicht ver⸗ weile,/ Jesu, eile,/ reiche mir die Gnadenhandl 8 221 218 Buße 4. Ach wann wirst du mich erheben/ zu dem Ceben?/ Romm, ach komm und hilf mir doch!/ Demut kann dich bald bewegen,/ lauter Segen/ wirst du lassen fließen noch. S. Trotzig ist, o Gott, mein Serze,/ mir zum Sch merze,/ ja, es ist mir leid dazul/ Höre mich, hoͤr an das Quãàlen;/ Arzt der Seelen,/ schaffe meinem Serzen Ruhl G. Gib, daß mir der Tod nicht schade; /Herr, gib Gnade,/ laß mich sein dein liebes Rindlo/ Ein Demůtiger und Kleiner,/ aber Reiner/ endlich Ruh und Gnade findt. Joachim Meander, 1680. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 2 I 8 Dresden 1667. +. +. 1 1———— J. Nein Gott, das Serz ich brin- ge — — 4 ö I dir/ als Ga⸗be und Ge·schenk;/ du for⸗derst — ö ö—7—— ö é ——— REEEE— die⸗ ses ja von mir,/ des bin ich ein⸗ge⸗denk. 2.„Gib mir, mein Sohn, dein Serz“, sprichst du,/„das ist mir lieb und wert;/ du findest anders auch nicht Ruh/ im Bimmel und auf Erd.“ 3. Nun, du, mein Vater, nimm es an,/ mein Herz, ver⸗ acht es nicht./ Ich gebs, so gut ichs geben kann;/ kehr zu mir dein Gesichtl 4. Iwar ist es voller Sündenlust/ und voller Eitelkeit,/ des Guten aber unbewußt/ und wahrer Frömmigkeit. 5. Doch aber steht es nun in Reu,/ fühlt seinen Übel⸗ stand/ und träget jetzt vor allem Scheu,/ daran es Lust erst fand. C. Schenk mir, Serr Christ, nach deiner Zuld/ Gerechtig⸗ keit und Seil;/ nimm von mir meine Sündenschuld/ und meiner Strafe Teil. 222 SsNN Buße 219 7. O heilger Geist, nimm du auch mich/ in die Gemein⸗ schaft ein;/ ergieß um Jesu willen dich/ tief in mein Serz hinein. 8. Dein göttlich Cicht ström in mich aus/ und Glut der reinen CLieb;/ tilg Finsternis, Saß, Falschheit aus,/ schenk mir stets deinen Trieb. 9. Silf, daß ich sei von Zerzen treu/ im Glauben dir, mein Gott,/ daß mich im Guten nicht mach scheu/ der Welt Cist, Nacht und Spott. 10. Hilf, daß ich sei von Zerzen fest/ in doffen und Ge⸗ duld,/ daß, wenn auch alles mich verläßt,/ mich tröste deine Buld. II. Silf, daß ich sei von Herzen rein/ im Cieben und er⸗ weis,/ daß mein Tun nicht sei Zeuchelschein,/ durch Werke dir zum Preis. I2. Wimm ganz, o Gott, zum Tempel ein/ mein Serz hier in der Zeit;/ ja, laß es deine Wohnung sein/ auch in der Ewigkeit. Raspar Schade, + 1698. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. 1738. ,, d, e,.— 1————— — Ich ar⸗mer Mensch, ich ar⸗mer Sün⸗der/ steh Ach Gott, ach Gott, ver⸗fahr ge⸗ lin ⸗der/ und x 2— é 1——4 ——.—— hier vor Got⸗ tes An⸗ 96 sichtl r geh nicht mit mir ins Ge⸗richt! Er 25 9—1 8— bar⸗ me dich,/ Gott, mein Er⸗bar⸗ mer, ü⸗ber mich! 2. Wie ist mir doch so angst und bange,/ wie kränkt mich meine große Sünd!/ Hilf, daß ich wieder Gnad erlange,/ ich armes und verlornes Kind!/ Erbarme dich, erbarme dich,/ Gott, mein Erbarmer, über mich! 8* 223 22⁰ Buße 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien/ und neig zu mir dein Vaterherz;/ wollst alle Suünden mir verzeihen/ und lindern meines Serzens Schmerzl/ Erbarme dich, er⸗ barme dich,/ Gott, mein Erbarmer, uͤber mich! 4. Nicht wie ich hab verschuldet, lohne/ und handle nicht nach meiner Sünd;/ o treuer Vater, schone, schone,/ er⸗ kenn mich wieder als dein Kind!/ Erbarme dich, erbarme dich,/ Gott, mein Erbarmer, uͤber mich! 5. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben;/ sprich, daß ich armer Sünder hör:/„Geh hin, die Sünd ist dir ver— geben;/ nur sündige hinfort nicht mehr!“/ Erbarme dich, erbarme dich,/ Gott, mein Erbarmer, uͤber mich! 6. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret,/ erhöret bin ich zweifelsfrei;/ weil sich der Trost im Serzen mehret,/ drum will ich enden mein Geschrei./ Ich weiß ja, du erbarmest dich,/ Gott, mein Erbarmer, über mich! Christoph Titius, 1703. 22⁰ Mel. Zeuch meinen SGeist, triff meine Sinnen. Mürnberg 1684. ESSE —2— — I. Hier legt mein Sinn sich vor dir nie⸗der,/ mein ö.——.— n . Geist sucht sei-nen Ursprung wieder;/ Zerr, dein er⸗freu⸗end S — An ⸗ge⸗sicht/ auf mei⸗ ne Ar⸗mut gna⸗dig richt. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben;/ laß mich in Christi Tode sterben; /o moͤchte doch in seiner Pein/ die Eigenheit ertötet sein. 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe/ und mich in deinen Wegen übe;/ jedoch ist von Unlauterkeit/ die Liebe noch nicht ganz befreit. 22⁴ Buße 22 4. Ich muß noch mehr auf dieser Erden/ durch deinen Geist geheiligt werden;/ der Sinn muß tiefer in dich gehn,/ der Fuß muß unbeweglich stehn. 5. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten,/ hier gelten nichts der Nenschen Taten;/ wer macht sein Serz wohl selber rein?/ Es muß durch dich gewirket sein. 6. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben:/ du bist noch immer treu geblieben./ Ich weiß gewiß, du stehst mir bei/ und maͤchst mich von mir selber frei. 7. Indessen will ich treulich kämpfen/ und stets die faͤlsche Regung dämpfen,/ bis du dir deine Zeit ersiehst/ und aus der Sünde Netz mich ziehst. 8. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen:/ Gott hat der Hölle Macht geschlagen,/ Gott führt mich aus dem Kampf und Streit/ in seine Ruh und Sicherheit. 9. Drum will die Sorge meiner Seelen/ ich dir, mein Vater, ganz befehlen. Ach drücke tief in meinen Sinn,/ daß ich in dir schon selig bin! Christian Sriedrich Richter, T I7II. 221 Mel. An wasserflüssen Babylon. Straßburg 1525. ö— .iIi.iII.III.III.II.... IIS Kö nig, des⸗ sen Na⸗ je⸗ staͤt/ weit Idem Erd und Meer zu Dien-ste steht,/ vor ö—..— 1—— ö— —— 72—.. W—— .. vasna— ü⸗-ber al⸗les stei⸗get, A dem die Welt sich nei⸗get,/ der Bim- mel ist dein — äIIITTIITIIITII.......... 1 IXX Uur IIX I ss QVo 221 Buße — ö ö——5..——— ich ver⸗ mag 665 mehr, Lald Saß 08 ruf zu i —— —— 10——8 —— 2— ů———————.. dei ner Ehr:„Gott, sei mir Sün⸗ der aun digl 2. Hier steh ich, wie der Zöllner tat,/ beschämet und von ferne,/ ich suche deine Hilf und Gnad,/ o Herr, von Serzen gerne. /Doch weil ich voller Fehler bin/ und, wo ich mich nur wende hin,/ des Ruhmes vor dir ledig,/ so schlag ich nieder mein Gesicht/ vor dir, du reines Simmelslicht:/ Gott, sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt,/ durchängsten mein Gewissen;/ drum schlaͤg ich reuig an die Brust/ und will von Herzen büßen./ Ich bin, o Vater, ja nicht wert,/ daß ich noch wandle auf der Erd;/ doch weil du winkst, so bet ich/ mit ganz zerknirschtem, bangem Geist,/ der gleichwohl dich noch Vater heißt:/ Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an,/ den Zeiland aller Sünder,/ der für die Welt genug getan,/ durch den wir Gottes Rinder/ im gläubigen Vertraͤuen sind:/ der ists, bei dem ich Ruhe find,/ sein Herz ist ja guttätig./ Ich fasse ihn und laß ihn nicht,/ bis dir das Herz mitleidig bricht:/ Gott, sei mir Sünder gnädig! S. Regiere doch mein Herz und Sinn/ in diesem ganzen Ceben;/ du bist mein Gott, und was ich bin,/ bleibt ewig dir ergeben./ Ach, heilige mich gaͤnz und gar,/ laß meinen Glauben immerdar/ sein durch die Ciebe tätig./ Und geht es nicht so, wie ich soll,/ so ruf ich, wie mein Herz ist voll:/ Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Ceben und mein Sterben ruht/ allein auf deiner Gnaͤde;/ mir geh es böse oder gut,/ gib nur, daß es nicht schade./ RKommt dann das letzte Stundlein an,/ so sei mir auf der Todesbahn,/ mein Jesu, selbst noch gnädig./ Und wenn ich nicht mehr sprechen kann,/ so nimm den letzten Seufzer anꝛ/ Gott, sei mir Sünder gnädig! Valentin Ernst Löscher, 1 1749. 2²6 — R Buße 222.225 J. An dir allein, an dir hab ich gesündigt/ und uͤbel oft an dir getan./ Du siehst die Schuld, die mir den Fluch ver— kuͤndigt,/ sieh, Gott, auch meinen Jammer an! 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen,/ und meine Traäͤnen sind vor dir./ Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen?/ Wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, haͤndle nicht mit mir nach meinen Sünden,/ ver⸗ gilt mir nicht nach meiner Schuld!/ Ich suche dich: laß mich dein Antlitz finden,/ du Gott der Cangmut und Geduld! 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen,/ Gott, Vater der Barmherzigkeit!/ Erfreue mich um deines Sohnes willen;/ du bist ein Gott, der gern erfreut! 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen/ und lehre du dein heilig Recht/ mich täglich tun nach deinem wohlgefallen;/ du bist mein Gott, ich bin dein Knecht! 6. Herr, eile, du mein Schutz, mir beizustehen,/ und leite mich auf ebner Bahn!/ Er hört mein Schrein, der Herr er⸗ hört mein Flehen/ und nimmt sich meiner Seele an. Christian Fürchtegott Gellert, 4 I769. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 223 Französischer Psalter, 155J. + ö x— ö.— * II— ö ö— 4— 7*— Gott, vor des⸗ sen An ge-⸗sich⸗ te/ nur ein ew ⸗ges Licht, aus des⸗sen Lich⸗te/ nichts als —.. ö 2— E.— 4 rei⸗ner Wan⸗del gilt, rein⸗ste Rlar⸗heit quillt, laß uns doch zu je⸗der zeit/ 1.—5..——.— dei⸗ nen Strahl der Sei⸗lig⸗keit/ so durch Serz und 227 224 Buße dn,ͤ — 3———33. See ⸗le drin⸗gen,/ daß auch wir nach Zeilgung rin ⸗gen. 2. Du bist rein im Werk und Wesen,/ und dein unbe— flecktes Kleid,/ das von Ewigkeit gewesen,/ ist die reinste Beiligkeit./ Du bist heilig, aber wir,/ großer Schöpfer, stehn vor dir,/ wie in einem Kleid voll Flecken,/ die wir dir umsonst verstecken. 3. Was dein Geist und Herze sinnet,/ was dein weiser Wille tut,/ was dein starker Arm beginnet,/ ist stets heilig, rein und gut./ Und so bleibst du ewiglich,/ während wir auf Erden dich/ durch das Böse, das wir üben,/ stets von Jugend auf betrüben. 7. Herr, du willst, daß deine Kinder/ deinem Bilde ähnlich sein./ Es besteht vor dir kein Sünder,/ denn du bist voll⸗ kommen rein;/ du bist nur der Frommen Freund,/ Übel⸗ tätern bist du veind; /wer behaͤrrt in seinen Sünden,/ kann vor dir nicht Gnaͤde finden. S. Uns von Sünden zu erlösen,/ gibst du deinen Sohn dahin;/ o so reinige vom Bösen/ durch ihn unsern ganzen Sinn./ Gib uns, wie dein Wort verheißt,/ gib uns deinen guten Geist,/ daß er unsern Geist regiere/ und zu allem Guten führe. 6. Bilf, o Vater, unsern Seelen,/ glaͤubensvoll auf dich zu sehn,/ deinen ewgen Weg zu wählen/ und ihn ohne Falsch zu gehn,/ bis wir mit der selgen Schar/ der Erlösten immerdar/ Heilig!l Seilig! Seiligl singen/ und die reinsten Opfer bringen! Joh. Christian Zimmermann, 1 1783. Mel. Sieh, hier bin ich, 6666i 4 I690. IIR EIESSESE + J. Mei⸗ ne See⸗le,/ vol⸗ler Feh ⸗le,/ su⸗chet in dem 228 Dun ⸗keln Cicht;/ Je⸗su, nei⸗ge/ dich und zei⸗ ge/ — EEEEEEEEEE mir dein tröst⸗lich An ge· sicht;/ auf mein Fle⸗hen/ E= Lau.. n d Hiri.— x————H e e. IIE laß dich se hen/ und ver-öbirg dich län⸗ger nicht! 2. Ich empfinde,/ meine Sünde/ sei an allem Rummer schuld;/ ich gestehe/ dirs und flehe/ um Vergebung und Geduld./ Du, mein Ceben,/ kannst mir geben/ neue Silfe, neue Buld. 3. Ach, von Serzen/ und mit Schmerzen/ such ich dich, mein Trost und Seil./ Wie so lange/ ist es bange/ meiner Seele! Romm in Eil,/ laß dich nieder,/ komme wieder,/ meines Serzens bestes Teil! 4. Richtig wandeln,/ weise handeln,/ wollst du künftig mir verleihn;/ gib die Triebe/ reiner Ciebe/ voller in mein Herz hinein./ Welch ein Segen/ ist zugegen,/ wenn es heißt: du mein, ich dein! 5. Cehre, leite,/ vollbereite/ mich, wie du mich haben willst;/ gib mir Klarheit,/ Geist und Wahrheit,/ daß ich gleich sei deinem Bild;/ daß man merke,/ meine Stärke/ sei in dir und du mein Schild; G. Bis im Lichte/ dein Gesichte/ mir sich droben voͤllig zeigt,/ wenn die Deinen/ nicht mehr weinen/ und die Rlagestimme schweigt./ Drum so zeige/ mir die Steige,/ da man auf zum Simmel steigt! Magdalene Sibylle Rieger, 1786. ——0 Mel. Wie nach einer Wasserquelle(Nr. 223). I. Hoͤchster, denk ich an die Guͤte,/ die du mir bisher erzeigt/ o so wird mein ganz Gemůte/ zu der tiefsten Scham gebeugt,/ daß ich dich gering geschätzt,/ häufig dein Gebot verletzt/ und dich, der mich so geliebet,/ mit Vergehungen betrübet. 2²⁹ 226 Buße 2. Alle meine Seelenkräfte,/ meine Glieder sind ja dein,/ und sie sollten zum Geschäfte/ deines Dienstes fertig sein;/ doch ich hab der Eitelkeit/ unbedachtsam sie geweiht;/ ja, zum schnöden Dienst der Sünden/ ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen/ über mir, o Vater, neu./ Von wie manchen schweren Sorgen/ machtest du das HBerz mir freil/ Was mir nützte, gabst du mir;/ aber ach, wie dankt' ich dir?/ O wie hab ich so vermessen/ deines Wohl— tuns Zweck vergessen! 4. Bei so hellem Licht der Gnaden/ sollt ich ja die Sunde fliehn/ und um Rettung von dem Schaͤden/ meiner Seele mich bemuͤhn./ Deine Gůte lockte mich/ oft zur Buße, aber ich/ floh vor ihrem sanften Locken,/ suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Sünden,/ beuge mich, mein Gott, vor dir;/ laß mich bei dir Gnade finden,/ neige, Herr, dein Ohr zu mir!/ Ach, vergib, was ich getan!/ Nimm mich doch erbarmend an!/ Führe mich vom Sündenpfaͤde/ schnell zurück durch deine Gnaͤde! §. Dir ergeb ich mich aufs neue;/ gib, daß mein ge— beugter Geist/ deiner Vaterhuld sich freue,/ die dein tröstend Wort verheißt./ Was dein Sohn auch mir erwarb,/ als er fr die Sünder starb,/ Fried und Freude im Gewissen,/ ach, das laß auch mich genießen! 7. Stärke selbst in meiner Seele/ den Entschluß, mich dir zu weihn;/ gib, daß mirs an Kraft nicht fehle,/ folgsam deinem Wort zu sein./ Stehe mir stets maͤchtig bei,/ mache du mich selbst getreul/ Dich zu lieben, dir zu leben,/ sei mein ernstlichstes Bestreben! Mach Fabricius, 1703, von Samuel Diterich, 1797. 226 Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Christoph Anton, J65J. L. ö —.— ö—9.—.—— é Ee 35 2—. 1 1 1 Ich er⸗ he⸗be mein Ge- mü⸗te/ sehnsuchts⸗ Vich er⸗ken ne dei ⸗ne Gü⸗te,/ o wie 23⁰ Buße 22 ö ö x vr Lun in. —0—— C———— —...——— voll, mein Gott, dir; Gott der CLie⸗be und des LCebens,/ teu⸗er ist sie mir! E— kei⸗ner harrt auf dich ver⸗ge⸗bens;/ nur Ver äch ⸗ter n,— 14— om muir öe᷑n n Een., Lnr ann ninn, 2 dei⸗ ner Suld/ stür⸗-zet ih ⸗ re eig-ne Schuld. 2. Cehre mich, Herr, deine Wege,/ zeige deinen Willen mir;/ daß ich richtig waͤndeln möge,/ führe du mich selbst zu dir./ Gott, du siehest mein Vertrauen;/ sicher kann ich auf dich bauen,/ deine Vatertreue ist/ ewig, wie du selber bist. 3. Ach gedenke, Serr, der Sünden/ meiner Jugendjahre nicht;/ laß mich Gnaͤde vor dir finden,/ geh nicht mit mir ins Gericht./ Alle Suͤnden, die uns reuen,/ willst du, Vater, ja verzeihen./ O so höre denn auch mich!/ Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders CLeben;/ dir ist seine Seele wert./ Gnädig willst du ihm vergeben,/ wenn er sich zu dir bekehrt./ Mitten auf dem Sündenwege/ maͤchst du sein Ge⸗ wissen rege./ Wohl dem, der zu seiner Pflicht/ umkehrt, du verwirfst ihn nicht. ö 5. Allen, die zu dir sich wenden,/ über ihre Schuld be— trübt,/ willst du Trost und Rettung senden,/ wenn ihr Berz sich dir ergibt./ Freude schenket deine Güte/ dem ge— angsteten Gemüte,/ welchem du die Sündenlast/ liebreich abgenommen hast. 6. Dir will ich mich denn ergeben;/ Gott, mein Gott, ver⸗ laß mich nicht!/ Caß mich immer heilig leben,/ Herr, vor deinem Angesicht!/ Keine schnöde Cust der Sünden/ soll mich ferner überwinden./ Ach bewahr, ich bitte dich,/ meinen Geist und stärke mich! Raspar Lavater, ISoI. 231 227 Buße 22 Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Wittenberg J535. 4 . + IAII..... 2 n kommt der Serr der Berr⸗lich⸗ wann kommt der Rich ⸗ter, Freud und —.———.—— IDRRE keit/ mit sei⸗ nes Rei ⸗ ches Freu⸗den? 4 Ceid/ und Bös und Gut zu schei⸗ den? E ——U— 2— S3 wrrr. Hunre.— fern, er ist uns nah;/ in un⸗ serm BSer⸗ zen +. +. 24 1—— 1 , snn dnrymrn.in ist er daͤ;/ du kaͤnnst ihn nim- mer mei⸗ den. 2. In unserm Serzen spricht sein Spruch;/ wer mag vor ihm bestehen? /Frei aufgeschlaͤgen ist sein Buch/ mit jeg— lichem Vergehen./ Sein Blick wie Feuerflamme fährt/ und teilt wie ein zweischneidig Schwert,/ was keine Augen sehen. 3. Was keines Feindes Mund erzählt,/ erzählt uns das Gewissen;/ was sich der Heuchler lang verhehlt,/ wird er sich sagen müssen,/ wenn Gottes Jeit kommt und ihn schilt,/ wenn Gottes Zeit kommt und vergilt/ und läßt den Frevler büßen. 4. Wem kam nicht diese Gotteszeit/ so oft und oft im Leben?/ Wer muß nicht die Gerechtigkeit/ anflehn, ihm zu vergeben?/ und fühlt in seinem Innern noch/ viel stumme Schuld, ob deren doch/ er einst wird müssen beben! 5. Du Serzensrichter, auf, erfahr/ und prüfe, wie wirs meinen!/ Mach uns die Fehler offenbar;/ was nützt es, gut zu scheinen?/ Dem Ausspruch des Gewissens treu/ und feind sein jeder Zeuchelei,/ dies stellt uns zu den Deinen. 232 Buße 228 6. Denn wen sein eignes Herz beschämt/ mit innerstem Beschämen,/ die Schuld, die uns im Innern grämt,/ wer könnt uns die entnehmen?/ Herr, gib, daß wir der Sünde Schritt/ und deiner Strafe leisen Tritt,/ eh sie uns naht, vernehmen! 7. Und wenn die letzte Stunde schlägt,/ der niemand kann entgehen,/ so gib, Serr, daß wir unbewegt/ auf unser Innres sehen,/ daß unser Leben uns dann klar/ und rein erschein und offenbar/ auch das geringst Vergehen. 8. Dann sprich in uns, o Richter:„Komm!/ Dein Lohn ist dir beschieden. Was du getan hast, gut und fromm,/ dem Dürftigsten hienieden,/ das hast du deinem Herrn ge— tan,/ dem Menschensohne. Romm hinan!/ Genieße Bimmelsfrieden!“ Johann Sottfried von Serder, 4 1803. 228 Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig(Nr. 22%). J. Gott der Gnaͤden!/ Schwer beladen/ neigt sich unser Baupt vor dir;/ unsre Serzen/ sind voll Schmerzen,/ Staub und Asch ist unsre Zier./ Sab Erbarmen/ mit uns Armen!/ Aus der Tiefe rufen wir. 2. Wir verzagen,/ denn wir tragen/ auf uns aller Sün⸗ den Last,/ aller Qualen/ volle Schalen,/ die du aus— gegossen hast./ Hab Erbarmen/ mit uns Armen! /Angst und Not hat uns erfaßt. 3. Wir bekennen,/ Herr, wir nennen/ laut vor dir die Missetaͤt;/ es ist keiner/ hier ein Reiner,/ jeder erntet böse Saat./ Sab Erbarmen/ mit uns Armen! /Sieh auf ihn, der für uns bat. 4. Herr, verzeihe;/ Jesu, leihe/ uns dein priesterlich Ge⸗ bet!/ Gott, verschone,/ wenn vom Sohne/ das Erbarmen zu dir fleht!/ Hab Erbarmen/ mit uns Armen,/ wenn der Mittler vor dir steht. S. Jesu, rette! /Brich die Rette/ unsrer Finsternis ent⸗— zwei,/ daß der Glaͤube/ tief im Staube/ unser Trost und Juflucht sei./ Hab Erbarmen/ mit uns Armen;/ Jesu, mach uns wieder freil 233 229 Buße 6. Sei uns gnädig,/ mach uns ledig,/ führ uns aus dem finstern Tall/ Du kannst lindern/ und vermindern/ alle Not und Serzensqual./ Hab Erbarmen/ mit uns Armen;/ Jesu, hilf noch dieses Mall 7. Du mußt siegen,/ wir erliegen;/ du bist frei, wir sind in Haft,/ du alleine/ bist der Reine,/ wir sind schwach, dein ist die Kraft./ Hab Erbarmen/ mit uns Armen;/ denk an deine Pilgrimschaft! 8. Wenn du Frieden/ uns beschieden,/ fürchten wir die Strafe nicht;/ dein Versoͤhnen wird uns krönen/ mit Gerechtigkeit und Licht;/ dein Erbarmen/ hilft uns Armenz;/ du bist unsre Zuversicht! Seinrich Puchta, T 1858. E 22 Joh. Georg Frech, 1843. der, ixw nv n ni, nt. wie⸗der, keh⸗ re wie⸗der,/ der du Sin⸗ke reu⸗ ig 35—5 nie⸗-der/ vor dem dich ver ⸗ lo⸗-ren hast! Berrn mit dei⸗ ner Lastl/ wie du bif, so darfst du V SSSI..— kom⸗men/ und wirst gnä⸗dig auf⸗ge⸗ nom⸗men./ 1 Sieh, der Serr kommt dir ent ⸗ge⸗ gen,/ und sein — ö. 4555 6255 5 hei⸗-lig Wort verspricht/ dir Ver⸗ge⸗buͤng, Seil und — ————————————UE— Se⸗gen;/ keh⸗ re wie ⸗ der, zaud-re nicht! 234 Buße 230 2. Kehre aus der Welt Zerstreuung/ in die Einsamkeit zurück,/ wo in geistiger Erneuung/ deiner harrt ein neues Glück;/ wo sich bald die Stürme legen,/ die das Berz so wild bewegen;/ wo des heilgen Geistes Nahnen/ du mit stillem Beben hörst/ und von neuem zu den Fahnen/ Jesu Christi heilig schwörst. 3. Kehre wieder, irre Seele!/ Deines Gottes treues Herz/ beut Vergebung deinem Fehle,/ Balsam für den Sünden— schmerz./ Sieh auf den, der voll Erbarmen/ dir mit aus⸗ gestreckten Armen/ winket von des Kreuzes Stamme;/ kehre wieder, fürchte nicht,/ daß der Gnädge dich ver⸗ damme,/ dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Rehre wieder, neues Leben/ trink in seiner Liebeshuld;/ bei dem Herrn ist viel vergeben,/ große Langmut und Geduld./ Faß ein Herz zu seinem Herzen;/ er hat Trost für alle Schmer⸗ zen;/ er kann alle Wunden heilen,/ macht von allen Flecken rein;/ darum kehre ohne Weilen/ zu ihm um und bei ihm ein. S. Rehre wieder, endlich kehre/ in der Ciebe Seimat ein,/ in die Fülle aus der Ceere,/ in das Wesen aus dem Schein;/ aus der Lüge in die Wahrheit,/ aus dem Dunkel in die Klaͤrheit,/ aus dem Tode in das Ceben,/ aus der Welt ins Himmelreich!/ Doch was Gott dir heut will geben,/ nimm auch heute; kehre gleich. Philipp Spitta, + I850. Am Bußtage 230 Mel. Serzlich lieb hab ich dich, o Serr(Nr. 268). J. Gott, der du unsre Zuflucht bist,/ err unser Mittler, Jesu Christ,/ Geist Gottes, Geist der Gnaden!/ Unendlicher, verwirf uns nicht!/ Wir kommen vor dein Angesicht,/ mit Missetat beladen./ Nimm von uns unsre Sündenschuld,/ du Gott der LCangmut und Geduld!/ Erhöre gnädig unser Flehn,/ daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn./ Serr, unser Gott,/ verbirg uns nicht/ dein Angesicht/ und geh mit uns nicht ins Gericht! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht,/ ge⸗ brochen unsres Bundes Eid,/ dein Weg von uns verlaͤssenꝛ/ 235 230 Buße o sieh, wir kehren voller Reu/ zurück zu dir; laß, Serr, aufs neu/ uns deine Gnaͤde fassen!/ Sie leit uns auf den ebnen Pfad,/ den uns dein Wort bezeichnet hat,/ daß Irrtum und Versuchung nie/ uns auf die Bahn des Laͤsters zieh./ Serr, unser Gott,/ groß von Geduld,/ vor neuer Schuld/ behüt uns deine Vaterhuld! 3. Dein Segen komm auf unser Cand;/ laß es, be⸗ schirmt von deiner Hand,/ des Friedens Ruh genießen!/ Wend ab von uns der Flammen Wut/ und die Verwüstung wilder Flut,/ des Krieges Blutvergießen;/ sei unser Retter, wenn uns Not/ des Mangels und der Seuchen droht./ Du, Vater, wollest mit uns sein,/ daß wir uns deines Schutzes freun./ Serr, unser Gott,/ verleih uns Mut!/ In deiner But/ sind wir, und was du tust, ist gut. 7. Gib Frieden, wo sonst Zwietracht war;/ vereine, was getrennet war;/ schenk uns der Eintracht Segen!/ Uns leite, Gott, dein guter Geist,/ und was dein teures Wort verheißt,/ sei Cicht auf unsern Wegen!/ Caß, Serr, in Lehr und Wandel rein/ die Diener deines Wortes sein/ und bringe zu der Wahrheit Glück/ zu dir die Irrenden zurückl/ Berr, unser Gott,/ breit aus dein Wort/ an jedem Ort,/ gib Geist und Kraft zu deinem Wort! S. Vernimm der Leidenden Gebet! /Wer in der Not um Rettung fleht,/ dem hilf aus seinen Nöten;/ gib Rranken Linderung und Ruh;/ die Sterbenden erlöse du,/ erhoͤr ihr letztes Beten!/ Sei aller Unterdrückten Seil,/ der Witwen und der Waisen Teil,/ vereitle der Verfolger Rat./ und lehre sie den rechten Pfad./ Herr, unser Gott,/ durch alles Leid/ der Pilgerzeit/ führ uns zu deiner Serrlichkeit! 6. Du tust weit mehr, als wir verstehn,/ kannst mehr ge— währen, als wir flehn;/ laß uns Erhörung finden!/ O neig auf unser Flehn dein Ohr, /heb unser Serz zu dir empor/ und mach uns rein von Sünden!/ Laß uns dir nun geheiligt sein,/ im Ceben und im Tode dein!/ Wir sind durch Christi Blut erlöst;/ o du, der Sünder nicht verstoͤßt,/ Berr, unser Gott,/ erbarme dich,/ erbarme dich,/ vergib uns, leit uns väterlich! Zoh. Joachim Eschenburg, F1820. 236 Glaube und Rechtfertigung 231 Glaube und Rechtfertigung 23 1 Wittenberg 1524. — — *9 Nun freut euch, lie ben daß wir ge⸗ trost und *— 0/ Chri⸗sten gmein,/ und laßt uns SISRSSSS all in einiͥ/ mit Lust und — ESE —— 7 Webe 8 Pen, was Gott an uns ge⸗ wen⸗ det haͤt/ und I .N EEEEE 4437—— sei⸗ ne sü⸗ße Wundertat;/ gar teur hat ers er⸗ wor⸗ben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag,/ im Tod war ich ver⸗ loren;/ mein Sünd mich quälte Nacht und Tag,/ darin ich war geboren;/ ich fiel auch immer tiefer drein,/ es war kein Guts am Leben mein,/ die Sund hat mich besessen. 3. Mein gute Werk, die galten nicht,/ es war mit ihn' verdorben;/ der frei Will haßte Gotts Gericht,/ zum Guten gar erstorben;/ die Angst mich zu verzweifeln trieb,/ daß nichts denn Sterben bei mir blieb,/ zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit/ mein Elend über— maßen;/ er dacht an sein Barmherzigkeit,/ er wollt mir helfen lassen;/ er wandt zu mir das Vaterherz,/ es war bei ihm fuͤrwahr kein Scherz,/ ließ es sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn:/ Es ist Jeit, zu er⸗ barmen;/ fahr hin, meins Herzens werte Rron,/ und sei 237 232 Glaube und Rechtfertigung das Heil dem Armen/ und hilf ihm aus der Sünden Not,/ erwürg für ihn den bittern Tod/ und laß ihn mit dir leben.“ 6. Der Sohn Gott gern gehorsam ward,/ er kam zu mir auf Erden,/ von einer Jungfraͤu rein und zart;/ er sollt mein Bruder werden./ In meiner armen Rnechtsgestalt/ ging er einher, um die Gewalt/ des Teufels zu zerstören. 7. Er sprach zu mir:„Halt dich an mich,/ es soll dir jetzt gelingen;/ ich geb mich selber ganz für dich,/ da will ich fuůͤr dich ringen;/ denn ich bin dein, und du bist mein,/ und wo ich bleib, da sollst du sein;/ uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut,/ dazu mein Ceben rauben;/ das leid ich alles dir zu gut,/ das halt mit festem Glauben./ Den Tod verschlingt das Ceben mein,/ mein Unschuld trägt die Sünde dein,/ da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein/ fahr ich von diesem Ceben;/ da will ich sein der Meister dein,/ den Geist will ich dir geben,/ der dich in Trübnis trösten soll/ und lehren mich erkennen wohl/ und in der Wahrheit leiten. Io. Was ich getan hab und gelehrt,/ das sollst du tun und lehren,/ daß Gottes Reich hier werd gemehrt/ zu seinem Lob und Ehren;/ und huͤt dich vor der Menschen Satz,/ davon verdirbt der edle Schatz;/ das laß ich dir zur Cetze.“ Martin Luther, + 1546. 232 Mel. Vater unser im Simmelreich. Leipzig 1539. —.— é ö ö SSSS.. + 727 2 EI J. So wahr ich le⸗be, spricht dein Gott,/ mir ist nicht ö — ö ö x — ———————.—.— lieb des Sünders Tod,/ vielmehr ist dies mein Wunsch und —— ö— ö SSISIPIIII ö—.— — Will,/ daß er von Sün⸗den haͤl⸗te still,/ 238 von sei ner Glaube und Rechtfertigung 233 EIIEE Bos⸗heit keh⸗re sich/ und le⸗ be mit mir e⸗ wig⸗lich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind,/ verzweifle nicht in deiner Sundl/ Sier findest du Trost, Seil und Gnad,/ die Gott dir zugesaget hat,/ und zwar durch einen teuren Eid./ O selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit;/ denk nicht:„Es ist noch gute Zeit,/ ich will erst fröhlich sein auf Erd,/ und wenn ich lebensmüde werd,/ alsdann will ich bekehren mich,/ Gott wird wohl noch erbarmen sich.“ 4. Wahr ist es, Gott ist stets bereit/ dem Sünder mit Barmherzigkeit;/ doch wer auf Gnade sündigt hin,/ fährt fort in seinem bösen Sinn/ und seiner Seele selbst nicht schont,/ dem wird mit Ungnad einst gelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott/ durch Jesu Christi Blut und Tod;/ doch sagen hat er nicht gewollt,/ ob du bis morgen leben sollt./ Daß du mußt sterben, ist dir kundꝛ/ verborgen ist des Todes Stund. ö 6. Zeut lebst du, heut bekehre dich!/ Eh morgen kommt, ranns ändern sich./ Wer heut ist frisch, gesund und rot,/ ist morgen krank, ja gar wohl tot./ So du nun stirbest ohne Buß,/ dein Leib und Seel verderben muß. 7. Hilf, o Serr Jesu, hilf du mir,/ daß ich noch heut mich wend zu dir/ und Buße tu den Augenblick,/ eh mich der schnelle Tod entrück,/ auf daß ich heut und jeder ZJeit/ zu meiner Zeimfahrt sei bereit. ZJohann Seermann, 1 1647. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 233 Französischer Psalter, 155J. 1.— 5 ö ö ö—. arran. HVin, Aiit Wm ö 22.—— 60 ö ö 2 + W Ew⸗ge Lie⸗be, mein Ge⸗ mü⸗ te/ wa get ei nen in den Abgrund dei⸗ner Gü⸗te!/ Send ihm ei⸗ nen 230 é x r 2531—— 233 Glaube und Rechtfertigung —— ů..— kühnen Blick ö 1 17 Blick zu ruͤck, ei⸗nen Blick voll Sei⸗ter keit,/ der die SDSSSSiiii— Fin ⸗-ster⸗ nis zer⸗streut,/ die mein blö⸗des Au⸗ ge ——— 2 drük⸗ket,/ wenn es nach dem LCich te blik ⸗ket. 2. Ich verehre dich, o Ciebe,/ daß du dich erbarmet hast/ und aus einem freien Triebe/ den erwünschten Schluß ge⸗— faßt,/ der im Fluch versenkten Welt durch ein teures Cöse⸗ geld,/ durch des eignen Sohnes Sterben,‚,/ Gnad und Frei⸗ heit zu erwerben. 3. O, ein Ratschluß voll Erbarmen,/ voller Suld und Freundlichkeit,/ der so einer Welt voll Armen/ Gnade, Trost und Silfe beutl/ Ciebe, die den Sohn nicht schont,/ der in ihrem Schoße wohnt,/ um die Sunder zu erretten/ aus den schweren Sündenketten. 4. Doch du hast, o weise Ciebe,/ eine Ordnung auch be⸗ stimmt,/ daß sich der darinnen übe,/ der am Segen Anteil nimmt;/ wer nur an den Mittler gläubt/ und ihm treu er⸗ geben bleibt,/ der soll nicht verloren gehen,/ sondern Seil und Ceben sehen. S. Liebe, dir sei Lob gesungen/ für den gnadenvollen Schluß,/ den die Schaͤr verklaͤrter Jungen/ rühmen und bewundern muß,/ den der Glaub in Demut ehrt,/ die Ver⸗ nunft erstaͤunet hoͤrt/ und umsonst sich unterwindet,/ wie sie dessen Tief' ergründet. 6. Liebe, laß mich dahin streben,/ meines Heils gewiß zu sein,/ richte selbst mein ganzes Ceben/ so nach deinem Willen ein,/ daß des Glaubens Frucht und Braft,/ den dein Geist in mir geschafft,/ mir zum Zeugnis dienen möge,/ ich sei auf dem Bimmelswege. 2⁴⁰ Glaube und Rechtfertigung 234 7. Laß mich meinen Namen schauen/ in dem Buch des Cebens stehn;/ dann so werd ich ohne Grauen/ selbst dem Tod entgegengehn./ Keine Kreatur wird mich,/ deinen Ciebling, ewiglich/ deiner dand entreißen können,/ noch von deiner Ciebe trennen. Zoh. Jakob Rambach, f 1735. 234 J. Mein Seiland nimmt die Sünder an,/ die unter ihrer Cast der Sünden/ kein Mensch, kein Engel trösten kann,/ die nirgend Ruh und Rettung finden,/ für deren Angst und Seelenpein/ die weite Welt ist selbst zu klein,/ weil über sie der Stab gebrochen,/ der Simmel ihnen abgesprochen,/ die sehn die Freistatt aufgetan:/ mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als muͤtterliches Zerz/ trieb ihn von seinem Chron auf Erden;/ ihn drang der Sünder Not und Schmerz,// an ihrer Statt ein Fluch zu werden; er senkte sich in ihre Not/ und litt fuͤr sie den bittern Tod;/ nun, da er denn sein eigen Leben/ fur sie als Cösegeld gegeben/ und seinem Vater gnug getan,/ so heißts: er nimmt die Suͤnder an. 3. O solltest du sein Serze sehn,/ wie sichs nach armen Sundern sehnet,/ sowohl wenn sie noch irre gehn,/ als wenn ihr Auge vor ihm tränet!/ Wie streckt es sich nach Jöllnern aus,/ wie eilt er in dachzi aus,/ wie sanft stillt er dort Magda⸗ lenen/ den Strom der heißen Reuetränen/ und denkt nicht, was sie sonst getan./ Mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. Wie freundlich blickt er Petrus an,/ so tief der Juͤnger auch gefallen./ Nun, dies hat er nicht nur getan,/ da er auf Erden mußte wallen;/ nein, er ist immerdar sich gleich,/ an Ciebe, Treu und Gnaden reich;/ und wie er unter Schmach und Leiden,/ so ist er auf demThron der Freuden/ den Sündern liebreich zugetan./ Mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. So komme denn, wer Sünder heißt,/ wen seine Suͤndenschuld betruͤbet,/ zu dem, der keinen von sich weist/ und der zerschlagne Serzen liebet./ Wie, willst du dir im Cichte stehn/ und ohne Not verloren gehn?/ Willst du der Sünde langer dienen,/ da, dich zu retten, er erschienen?/ O nein! ver⸗ laß die Suͤndenbahn!/ Mein Seiland nimmt die Sünder an. 2⁴¹ 235 Glaube und Rechtfertigung 6. Romm nur mühselig und gebückt,/ komm nur, so gut du weißt zu kommen;/ wenngleich die Last dich nieder— drückt,/ du wirst auch so noch angenommen./ Sieh, wie sein Herz dir offen steht,/ und wie er dir entgegengeht!/ Wie lang hat er mit vielem Flehen/ sich brünstig nach dir umgesehen!/ So komm denn, armer Mensch, heran!/ Mein Heilaͤnd nimmt die Sünder an. 7. Sprich nicht:„Ich sündigte zu schwer,/ ich bin zu sehr mit Schuld beladen,/ fuͤr mich ist keine Rettung mehr,/ mich nimmt der Serr nicht an zu Gnaden.“/ Wofern dus jetzt nur redlich meinst/ und deinen Fall mit Ernst beweinst,/ so soll ihm nichts die Zände binden,/ und du sollst seine Gnade finden. /Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann./ Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Doch sprich auch nicht:„Es ist noch Zeit,/ ich muß erst noch der Welt genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut /die offne Gnaͤdenpforte schließen.“/ Nein, weil er ruft, so höͤre du/ und tritt zum Gnaͤdenstuhl hinzu;/ wer seiner Seele Seil verträumet,/ der hat die Gnaͤdenzeit ver— säumet,/ ihm wird hernaͤch nicht aufgetan;/ heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 9. Ja, zeuch uns selber recht zu dir,/ holdselger Seiland aller Sünder,/ erfüll mit sehnender Begier/ auch uns und alle Adamskinder./ Zeig uns bei unserm Seelenschmerz/ dein aufgeschloßnes Ciebesherz;/ und wenn wir unser Elend sehen,/ so laß uns jaͤ nicht stille stehen,/ bis daß ein jeder sagen kann:/ Gottlob, auch mich nimmt Jesus an! Leop. Frz. Friedrich Lehr, 1 1744. 235 Mel. Jesus meine Zuversicht(oder wie Nr. 27J). Berlin 1653. SSE.. 155 sus nimmt die Sün-der an!/ Sa get welche von der rech-ten Bahn/ auf ver— 24² — W Glaube und Rechtfertigung 236 — doch dies Trost-wort al- 1770 Hicr kehr ten Weg ver⸗ fal ⸗len. ——— Se ret ten kann:/ Je sus nimmt die Sün-der an. 2. Keiner Gnaͤde sind wir wert,/ doch hat er in seinem worte/ eidlich sich dazu erklärt;/ sehet nur, die Gnaͤden— pforte/ ist hier voͤllig aufgetan:/ Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist,/ suchet es ein treuer Zirte;/ Jesus, der uns nie vergißt,/ suchet treulich das Verirr— te,/ daß es nicht verderben kann:/ Jesus nimmt die Sünder an. 4. Rommet alle, kommet her,/ kommet, ihr betrübten Sünder; JJesus rufet euch, und er/ macht aus Sündern Gottes Kinder;/ glaubt es doch und denkt daran:/ Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier/ und bekenne meine Sün— den; /laß, mein Seiland, mich bei dir/ Gnaͤde und Ver⸗ gebung finden,/ daß dies Wort mich trösten kann:/ Jesus nimmt die Sünder an. 6. Nun so faß ich frohen Mut,/ auf dich werf ich meine Sünden; dein am Rreuz vergoßnes Blut/ lässet mich Vergebung finden,/ daß ich gläubig sprechen kann:/ Jesus nimmt die Sünder an. 7. Jesus nimmt die Sünder an!/ Er hat mich auch an⸗ genommen/ und den Himmel aufgetan,/ daß ich selig zu ihm kommen/ und auf den Trost sterben kann:/ Jesus nimmt die Sünder an. Erdmann Meumeister, 4 1756. 236 Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Frankfurt a. M. I738. ..... B — Ich ha be nun den Grund ge⸗ fun⸗ den,/ der Uwo an⸗ders als in Je⸗ su Wun⸗den?/ da 2²³ 236 Glaube und Rechtfertigung — ö mei⸗nen An⸗ker e⸗ wig hält: lag er vor der Jeit der Welt, H— 1 1—.—. II ä.IIII...... weg-lich steht,/ wenn Erd und Sim⸗mel un ter⸗geht. 2. Es ist das ewige Erbarmen,/ das alles Denken uͤber⸗ steigt,/ des, der mit offnen Ciebesarmen/ sich zu uns armen Sündern neigt,/ dem allemal das Serze bricht,/ wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden,/ Gott will, uns soll geholfen sein;/ deswegen kam sein Sohn auf Erden/ und nahm hernach den Himmel ein;/ deswegen klopft er fur und fuͤr/ so stark an unsres Serzens Tür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden/ durch Christi Tod verschlungen hat!/ Das heißt, die Wunde recht verbinden;/ hier findet kein Verdammen statt,/ weil Christi Blut be— ständig schreit:/ Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! S. Darein will ich mich gläubig senken,/ dem will ich mich getrost vertraun,/ und wenn mich meine Sünden kränken,/ nur bald nach Gottes Herzen schaun;/ da findet sich zu aller Jeit/ unendliche Barmherzigkeit. G. Wird aͤlles andre mir entrissen,/ was Seel und Ceib erquicken kann;/ darf ich von keinem Troste wissen/ und scheine voͤllig ausgetan;/ ist die Errettung noch so weit:ꝛ/ mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Muß ich an meinen besten Werken,/ darinnen ich ge⸗ wandelt bin,/ viel Unvollkommenheit bemerken,/ so fällt wohl alles Ruͤhmen hin;/ doch ist auch hier der Trost be— reit:/ ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe mir naͤch dessen Willen,/ bei dem so viel Er— barmen ist;/ er wolle selbst mein Serze stillen,/ damit es dies nur nicht vergißt;/ so stehet es in Cieb und Leid/ in, durch und auf Barmherzigkeit. 2⁴⁴ der Grund, der un⸗be⸗ Glaube und Rechtfertigung 237 9. Bei diesem Grunde will ich bleiben,/ solaͤnge mich die Erde trägt;/ das will ich denken, tun und treiben,/ solange noch mein Serze schlägt;/ so sing ich einst in Ewigkeit:/ o Abgrund der Barmherzigkeit! Zoh. Andreas Rothe, 1758. 237 Mel. O daß ich tausend Zungen hätte(Nr. 236). J. Aus Gnaden soll ich selig werden!/ Herz, glaubst dus oder glaͤubst dus nicht?/ Was willst du dich so blöd ge— bärden? /Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht,/ so muß auch dieses Wahrheit sein:/ aus Gnaͤden ist der Himmel dein! 2. Aus Gnaden! Sier gilt kein Verdienen,/ die eignen werke fallen hin./ Der Mittler, der im Fleisch erschienen,/ hat diese Ehre zum Gewinn,/ daß uns sein Tod das Heil gebracht/ und uns aus Gnaͤden selig macht. 3. Aus Gnaͤden! Merk dies Wort„aus Gnaden“,/ so oft dich deine Sünde plagt;/ so schwer du immer bist beladen,/ so oft dich dein Gewissen nagt;/ was die Vernunft nicht fassen kann,/ das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaͤden kam sein Sohn aͤuf Erden/ und über⸗ nahm die Sündenlast;/ was nötigt ihn, dein Freund zu werden?/ Sprich, wo du was zu ruůͤhmen haͤst!/ Wars nicht, daß er dein Bestes wollt/ und dir aus Gnaden helfen sollt? 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben,/ solange Gott wahrhaftig heißt;/ was alle Rnechte Jesu schreiben,/ was Gott in seinem Worte preist,/ worauf all unser Glaube ruht,/ ist Gnade durch des Sohnes Blut. 6. Aus Gnaͤden! Doch du, sichrer Sünder,/ denk nicht: „Wohlaͤn, ich greif auch zu.“/ Wahr ists, Gott rufet Adams KRinder/ aus Gnaͤden zur verheißnen Ruh;/ doch nimmt er nicht zu Gnaden an,/ der noch auf Gnaͤde sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret,/ tret ab von aller Seuchelei;/ nur wenn der Sünder sich bekehret,/ dann lernt er erst, was Gnaͤde sei;/ beim Sündgen scheint die Gnaͤd gering,/ dem Glauben ists ein Wunderding! 2³⁵ 238 Glaube und Rechtfertigung 8. Aus Gnaͤden bleibt dem blöden Serzen/ das Berz des Vaters aufgetan,/ wenns unter Angst und heißen Schmerzen/ nichts sieht und nichts mehr hoffen kann./ Wo nähm ich oftmals Stärkung her,/ wenn Gnade nicht mein Anker wärꝰ? 9. Aus Gnaden! Sierauf will ich sterben;/ ich glaube, darum ist mir wohl;/ ich kenn mein sündliches Verderben,/ doch den auch, der mich heilen soll./ Mein Geist ist froh, die Seele lacht,/ weil mich die Gnade selig macht. Christian CLudwig Scheidt, 1 176J. —5 wie Nr. 236.) 23 8 Bei J. G. Schicht, 1819. Lane, ninin, min I.=——— 1185 ist Er⸗bar⸗mung wi ⸗ der⸗ fah⸗ ren,/ das zähl ich zu dem wun„der ⸗baren,/ E 2— 3..— E—— Erbarmung, de⸗ren ich nicht 20* mein stol⸗zes Serz hats nie begehrt. 2%½ Wun weiß ich — em v, wsr Inr. E E. 12242—79.—— 8——— das und bin er⸗freut,/ und rühme die Baͤrm⸗ 5— 12—— ——— x züin EED her ⸗zig⸗keit,/ und rüh-me die Barmher- zig⸗keit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet/ und soll bei Gott in Gnaden sein;/ er hat mich mit sich selbst versühnet,/ macht durch das Blut des Sohns mich rein./, Warumꝰ ich war ja Gottes Feindl ,/2,: Erbarmung hats so treu gemeint!l 7 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen,/ das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt;/ ich kann es nur Erbarmung nennen,/ so ist mein ganzes Serz gesagt./ ,: Ich beuge mich und bin erfreut ,/1,: und rühme die Barmherzigkeit. ,: 2⁴⁶ Glaube und Rechtfertigung 239 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben,/ dies soll mein einzig Růhmen sein;/ auf dies Erbarmen will ich glauben,/ auf dieses bet ich auch allein,/ ,: auf dieses duld ich in der Not, ,1 /2,: auf dieses hoff ich noch im Tod. ,: S. Gott, der du reich bist an Erbarmen,/ nimm dein Er⸗ barmen nicht von mir/ und führe durch den Tod mich Armen,/ durch meines Heilands Tod zu dir;/ ,: da bin ich ewig hocherfreut„/12,: und rühme die Barmherzigkeit. ,: Phil. Friedrich Siller, T1769. 239 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Georg Neumark, 1657. —3—.—— ö 2—— 2— zö, ee das— —0—3 Ich weiß von kei⸗ nem an⸗dern Grun-de,/ ich weiß von kei⸗ nem an⸗dern Bun⸗ de,/ I. — 1 ö ö———— e———— als den der Glaub in Chri⸗-sto hat; von kei'nem an-dern Weg und Rat, als daß man —.— D——. EEEEEEEEE e⸗lend, arm und bloß/ sich legt in sei⸗nes Va⸗ters Schoß. 2. Ich bin zu meinem Seiland kommen/ und eil ihm immer besser zu;/ ich bin auch von ihm aufgenommen/ und finde bei ihm wahre Ruh;/ er ist mein Kleinod und mein Teil,/ und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Ich bleib in Christo nun erfunden/ und bin in ihm ge⸗ recht und rein;/ bleib ich mit ihm nur stets verbunden,/ so kann ich immer sicher sein;/ Gott sieht auch mich in Christo an,/ wer ist, der mich verdammen kannꝰ? 4. Ich fühle noch in mir die Sunde;/ doch schaden kann sie mir nicht mehr,/ weil ich in Christo mich befinde;/ wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein,/ sonst dringt ein sichres Wesen ein. 2⁴⁷⁷ 24⁰ Glaube und Rechtfertigung 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben/ im Glauben und in Christi Kraft;/ der alte Mensch muß taͤglich sterben,/ der noch nicht tot am Kreuze haft't;/ dies aber macht mich rein und klein/ und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. 6. Und da ich so in Christo bleibe,/ stets vor ihm wan⸗ delnd auf ihn seh,/ das Wort des Friedens fröhlich treibe/ und unablässig zu ihm fleh,/ so bleib ich stets im Grunde stehn,/ da kann mein Wachstum vor sich gehn. 7. Ich bleib im tiefsten Demutsgrunde/ und will von Christo nimmer gehn;/ ich bleib im allgemeinen Bunde,/ in allgemeiner Liebe stehn/ und hang an Christo ganz allein;/ dies soll mein Grund auf ewig sein! 8. O Jesu, laß mich in dir bleiben,/ o Jesu, bleibe du in mirz/ laß deinen guten Geist mich treiben,/ daß ich im Glauben folge dir;/ laß stets mich fromm und wachsam sein,/ so reißet nichts den Grund mir ein. Rarl Seinrich v. Bogatzky, 4 1774. 24⁰ Mel. Serzlich lieb hab ich dich, o Zerr. Straßburg 1577. 29— TT F 1 — 2——2 XI 5——— Ich kom-me, Frie-dens- fürst, zu dir;/ er⸗ Der Süun⸗den Last ist mir zu schwer:/ o I ID— ö—1m ö— ö— S SIIII bar⸗mend ru⸗fest du auch mir,/ den Frie⸗ den zu emp⸗ laß mich nicht vom Tro'ste leer,/ laß mich zur Ruh ge— ö—.— ö—1.— x—..— ö .. 155 Sieh an mein tief⸗ge⸗beug⸗tes Berzl/ Sieh — 1— ITT:..... mei ⸗ner See⸗le Angst und Schmerzl/ Wer trö⸗stet 2⁴ Glaube und Rechtfertigung 241 ö x ö ö—— ů — SDSDSDSDI EIEIEIEIEII... H0 mich, als du al⸗lein?/ Wer machet mich von Suͤn⸗ den ö———— ö ö ö . rein 2/ Herr Je⸗su Christ,/ mein Trost, mein Licht,/ mein — , aen n r. Crost, mein Licht,/ ver⸗wirf mein sehn⸗lich Fle⸗hen nicht! 2. Du, du bist meine Zuversicht!/ Durch dich entflieh ich dem Gericht,/ dem schweren Lohn der Suůnden./ Durch dich kann ich dem Fluch entgehn/ und mich mit Gott vereinigt sehn,/ durch dich das Ceben finden./ Dein Tod ist der Verlornen Seil;/ sein Segen werd auch mir zuteil;/ er sei auch mir Beruhigung/ und meines Cebens Seiligung./ Serr Jesu Christ,/ ich hoff auf dich,/ ich hoff auf dich;/ in dieser Soffnung stärke mich! 3. Mein ganzes CLeben preise dich!/ Erlöst, mein Mittler, hast du mich,/ dein Eigentum zu werden./ Bin ich nur dein, so fehlt mir nichts,/ nichts einst am Tage des Gerichts,/ nichts hier auf dieser Erden./ Auf dieser Bahn zum Vaterland/ ent⸗ zeuch mir niemals deine dand;/ zu deinem Dienste staͤrke mich/ und laß mich siegen einst durch dich./ Herr Jesu Christ,/ er⸗ hoͤre mich;/ einst preis ich dich/ für deine Gnade ewiglich! Christ. Sturm, 4 1786. 27%½ Je su, meines Lebens Leben. 241 Christoph Anton, I65J. + ö ö ö ö x*2 GA————.— „ Du sollst glau⸗ben, o du Ar⸗mer;/ und du I. Du sollst be⸗ ten zum Er⸗bar⸗mer;/ und du —I—. 1. itr Lp den Zan. 11561 Du sollst un⸗be⸗dingt ver⸗ 2⁴⁷ 242 Glaube und Rechtfertigung I.—— ——— 2— trau⸗en,/ dort wirst du den Aus⸗gang schau⸗ en./ Je⸗su , d. E Aus⸗gang ward erst klaͤr,/ als er auf⸗ er⸗ stan⸗den war. 2. Glaube gibt der Andacht Flügel,/ Glaube hebt zu Gott empor,/ Glaube bricht des Grabes Siegel,/ selbst der Ewigkeiten Tor;/ Glaube geht durch Flamm und Fluten,/ ließ die Jeugen Jesu bluten/ und sie überwinden weit,/ sicher ihrer Seligkeit. 3. Glaube hilft in allem siegen,/ macht die schwerste Tugend leicht;/ alles muß zu Füßen liegen,/ selbst ge⸗ wohnte Sünde weicht./ Ob du auch im Kampf erlaͤgest,/ schon an Glaubenskraft verzaͤgest,/ kämpfe stärker, kämpfe mehr,/ deine Silfe ist der Serr. J. Hast du nicht des Wunderbaren/ Wunderausgang oft gesehn?) Siehst du nicht den Unsichtbaren/ groß durch Taten bei dir stehn?/ Mußt du denn ihn immer sehen?/ bald des Ewgen Rat verstehen?/ bald dich seiner Silfe freun?/ würde dies dein Bestes sein? 5. Glaube dann noch, wenn zu glaͤuben/ fast kein Zoff⸗ nungsstrahl mehr bleibt;/ laß dir nichts sein Machtwort rauben:/ Selig, selig ist, wer glaͤubt!/ Ach, die ersten dort am Throne/ glaubten ohne Schaͤun die Rrone,/ rangen, starben, wankten nie/ und empfingen!— Sei wie siel Gottlob Reiber, I80. Mel. Valet will ich dir geben. 242 Melchior Teschner, 1613. .... 2— Ich weiß, an wen ich glau⸗be,/ ich wenn al⸗les hier im Stau⸗-be l/ wie 21 2⁵⁰ Glaube und Rechtfertigung ——— +.— weiß, was fest be⸗steht, Staub und Rauch ver⸗ weht; 0— den IEh 13 ich weiß, was e⸗wig + — ö————— —* ö blei⸗ bet,/ wo al⸗les wankt und fällt,/ wo Wahn die 1 1 I . Wei⸗ sen trei⸗bet/ und Trug die RKlu⸗gen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert,/ ich weiß, was nie ver⸗ läßt;/ auf ewgen Grund gemauert/ steht diese Schutzwehr fest./ Es sind des Seilaͤnds Worte,/ die Worte fest und klar;/ an diesem Felsenhorte/ haͤlt ich unwaͤndelbar. 3. Auch kenn ich wohl den Meister,/ der mir die Feste baut:/ es ist der Herr der Geister,/ auf den der Simmel schaut,/ vor dem die Seraphinen/ anbetend niederknien,/ um den die Heilgen dienen!/ Ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Licht der Höhe,/ das ist mein Jesus Christ,/ der Fels, auf dem ich stehe,/ der diamanten ist,/ der nimmermehr kann wanken,/ mein Heiland und mein Bort,/ die Leuchte der Gedanken,/ die leuchtet hier und dort. S. Er, den man blutbedecket/ am Abend einst begrub;/ er, der von Gott erwecket,/ sich aus dem Grab erhub;/ der meine Schuld versöhnet,/ der seinen Geist mir schenkt,/ der mich mit Gnade krönet/ und ewig mein gedenkt. 6. Drum weiß ich, was ich glaube,/ ich weiß, was fest be⸗ steht/ und in dem Erdenstaͤube/ nicht mit als Staub ver⸗ weht./ Es bleibet mir im Grauen/ des Todes ungeraubt;/ es schmückt auf Zimmelsauen/ mit Rronen einst mein Baupt. Ernst Moritz Arndt, 1860. V. 5 von A. Knapp, f 1864. Nachfolge Christi 243 55 Na Heiligung Nachfolge Christi.(Auch Lied Nr. 41U Wor 243 nich Mel. Wie nach einer Wasserquelle. Sranzö sischer Psalter, 155J. 8 ene——.—. SS...———.— Sei ge⸗ treu bis an das En⸗de,/ daß nicht 256 + ö 2 2— liebt dich von dei⸗ nem Je⸗ su wen⸗de;/ sei ihm Haͤn .—.——. é x.——— RRRIIIITcI......... Mar⸗ter, Angst und Not. 1 treu bis in den Nos! Ach, das Lei⸗den die⸗ser Zeit/ Mel. Di ist nicht wert der Herr-lich⸗keit,/ die dein Je⸗sus ö— ů 2—— ö—— ö ——— dir will ge⸗ben/ dort in je nem Freu⸗den⸗le ⸗ ben. 2. Sei getreu in deinem Glauben! /Laß dir dessen festen Grund/ ja nicht aus dem Serzen rauben,/ haͤlte treulich— deinen Bund,/ den dein Gott durchs Waͤsserbaͤd/ fest mit dir geschlossen hat./ Ach, du gingest ja verloren,/ wenn du— treulos ihm geschworen.—.— 3. Sei getreu in deiner Liebe/ gegen Gott, der dich ge⸗ 655 liebt;/ auch die Lieb am Mächsten übe,/ wenn er dich auch c oft betrübt./ Denke, was dein Seiland tat,/ als er fur die 2 zeihn und liebreich leben. Feinde bat!/ Du mußt, soll dir Gott vergeben,/ auch ver⸗ — 7J. Sei getreu in deinem Ceiden! /Lasse dich kein Un⸗ gemach,/ laß dich nichts von Jesu scheiden,/ murre nicht in 2 Weh und Ach!/ Denn du machest deine Schuld/ größer nur 2 durch Ungeduld;/ leichter trägt, wer willig traͤget,/ was Tu sein Gott ihm auferleget. nic wo 25² 243 festen eulich rit dir in du ch ge⸗ auch ur die ĩver⸗ Un⸗ cht in rnur was Nachfolge Christi 241 5. Sei getreu in deinem Zoffen!/ Traue fest auf Gottes wort;/ hat dich Kreuz und Not betroffen/ und Gott hilft nicht alsofort:/ hoff auf ihn doch festiglich,/ sein Serz bricht ihm gegen dich,/ seine Silf ist schon vorhanden,/ goffnung maͤchet nie zuschaͤnden. 6. Nun wohlan, so bleib im Ceiden/ Glaube, Liebe, Zoffnung festl/ Ich will treu sein bis zum Scheiden,/ weil mein Gott mich nicht verläßt./ Serr, den meine Seele liebt,‚/ dem sie sich im Kreuz ergibt,/ sieh, ich fasse deine Zände: /Hilf mir treu sein bis zum Endel Nach Benj. Prätorius, um 1674. 2⁴⁴4 Mel. Machs mit mir, Sott, nach deiner Güt. Voh. Sermann Schein, I628. WSSss—* — NI 41. DDE....— 4 nach“, spricht Christus, ver⸗leug- net euch, ver⸗ laßt die Welt,/ folgt mei nem E. at e: —— Chri⸗sten Ruf und Schaͤl⸗le; nehmt eu ⸗er Rreuz und +. SII... IXI = x,,— 64———————U———..22—— ——— 2—3——3— — 1 2 Un⸗ge⸗mach/ auf euch, folgt mei- nem Wan⸗ del nach!“ 2.„Ich bin das Licht, ich leucht euch für/ mit heilgem Tugendleben;/ wer zu mir kommt und folget mir,/ darf nicht im Finstern schweben;/ ich bin der Weg, ich weise wohl,/ wie man wahrhaftig wandeln soll.“ 9 253 24⁵ Nachfolge Christi 3.„Mein Serz ist voll Demütigkeit,/ voll Ciebe mein Ge⸗ müte,/ mein Mund voll Suld und Freundlichkeit,/ voll Sanftmut und voll Güte;/ mein Geist und Wille, Kraft und Sinn/ ist Gott ergeben, schaut auf ihn.“ 4.„Ich zeig euch das, was schädlich ist,/ zu fliehen und zu meiden,/ und euer Serz von arger List/ zu reingen und zu scheiden;/ ich bin der Seelen Fels und Hort/ und führ euch zu der Zimmelspfort!“ S.„Fällts euch zu schwer, ich geh voran,/ ich steh euch an der Seite,/ ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn,/ bin alles in dem Streite./ Ein böser Knecht, der still mag stehn,/ sieht er voran den Feldherrn gehn!“ 6.„Wer seine Seel zu finden meint,/ wird sie ohn mich verlieren;/ wer sie hier zu verlieren scheint,/ wird sie in Gott einführen./ Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir,/ ist mein nicht wert und meiner Zier.“ 7. So laßt uns denn dem lieben Zerrn/ mit Leib und Seel nachgehen/ und wohlgemut, getrost und gern/ in allen Ceiden stehen;/ denn wer nicht kämpft, trägt auch die Rron/ des ewgen Cebens nicht davon. Joh. Scheffler, 4 1677. V. 4 bei§reylinghausen,‚ 1704. 2⁴4⁵ Mel. Lasset uns den Zerren preisen. Johann Schop, I64ʃ. .IIII ——— III uns mit Je⸗ su zie⸗hen,/ sei⸗nem Uin der Welt der Welt ent⸗flie⸗hen,/ auf der — x SSI II —— II—... Vorbild fol⸗gen naͤch, Bahn, die er uns brach, I. I 1—. 1 ö Deee.— rei⸗ sen,/ ir⸗disch noch, schon himm-lisch sein,/ 25⁴ hristi Nachfolge Christi 246 in Ge⸗ ů I— e. Nvoll ES 2————.— Rraft ů.00 glau⸗ben recht und le⸗ ben rein,/ in der Won!—— ö——————— ind zu, En en,e DD— reuch Lieb den Glau⸗-ben wei⸗ sen!/ Treu er Je⸗-su, uch an E,... 2—— An— 9—— rrn. ehn,/ bleib bei mir;/ geh vor⸗an, ich fol⸗ ge dir. mich 2. Casset uns mit Jesu leiden,/ seinem Vorbild werden sie in gleich!/ Nach dem Ceiden folgen Freuden, Armut hier „felgt macht droben reich;/ Tränensaat, die erntet Wonne,/ Hoff⸗ nung tröstet mit Geduld;/ denn es scheint durch Gottes b und Huld nach dem Regen bald die Sonne. /Iesu, hier leid ich Jin mit dir;/ dort teil deine Freud mit mir! uch die 3. Casset uns mit Jesu sterben!/ Sein Tod rettet uns vom Tod,/ rettet von der Seel Verderben,/ von der ewig⸗ „ I2oj lichen Not./ Laßt uns töten, weil wir leben,/ unser Fleisch, 2 090 ihm sterben ab,/ so wird er uns aus dem Grab/ in das Himmelsleben heben./ Jesu, sterb ich, sterb ich dir,/ daß ich lebe fuüͤr und für! v, I6J. 4. Casset uns mit Jesu leben!/ Weil er auferstanden ist,/ muß das Grab uns wiedergeben./ Jesu, unser Baupt du —. bist,/ wir sind deines Ceibes Glieder;/ wo du lebst, da leben wir;/ ach, erkenn uns fur und für,/ treuer Freund, inem als deine Brüderl/ Jesu, dir ich lebe hier,/ dorten ewig uf der auch bei dir! Sigismund v. Birken, 1681. — — 246 Darmstadt 1698. — IES — 0 2.———— 25 * sie gen, du Für⸗ ste des 1.J Je 5 su, hilf Uwie sie ihr dro- hen⸗ des Seer nicht ver— 9² 25⁵ 24 VNachfolge Christi .. ö CLe⸗bens!/ Sieh, wie die Fin⸗ster⸗nis drin⸗get her⸗ ge⸗bens/ mächtig auf⸗-füh- ret, mir schäd⸗lich zu . ein, 1—— Schau, wie sie sin net auf al-ler-lei 1—— ö———— —— en I ee.———3—— a L, n, v. Rän⸗ ke,/ daß sie mich sich⸗te, zer⸗stö re und krän-ke. 2. Jesu, hilf siegen! Ach, wer muß nicht klagenl/ HBerr, mein Gebrechen ist immer vor mir;/ hilf, wenn die Sünden der Jugend mich naͤgen,/ die mein Gewissen mir täglich hält für!/ Ach laß mich schmecken dein kräftig Versuhnen/ und dies zu meiner Demütigung dienen. 3. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Suͤnde,/ Eigenlieb, Boffart und Mißgunst sich regt,/ wenn ich die Cast der Be⸗ gierden empfinde,/ und sich mein tiefes Verderben dar— legt./ Silf dann, daß ich vor mir selber erroͤte/ und durch dein Ceiden die Sündenlust töte. 7. Jesu, hilf siegen und lege gefangen/ in mir die Cüste des Fleisches und gib,/ daß in mir lebe des Geistes Ver— langen,/ aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb./ Laß mich eindringen ins göttliche Wesen,/ so wird der Ceib und die Seele genesen. 5. Jesu, hilf siegen, damit auch mein Wille/ dir, Serr, sei gänzlich zu eigen geschenkt,/ und ich mich so in dein Wollen verhülle,/ daß sich die Seele zur Ruhe hinlenkt./ Caß mich mir sterben und alle dem Meinen,/ daß ich mich zählen darf unter die Deinen. 6. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken!/ Wenn sich die Kräfte der Cügen aufblähn/ und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken,/ laß doch viel heller dann deine Vachfolge Christi 2177 Kraft sehn./ Steh mir zur Rechten, o Rönig und Meister,/ lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 7. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten;/ Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein./ Laß dein Gebet mich unendlich vertreten,/ der du versprochen, Fürsprecher zu sein./ Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken,/ wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 8. Jesu, hilf siegen, wenn alles verschwindet,/ und ich mein Nichts und Verderben nur seh;/ wenn kein Ver⸗ mögen zu beten sich findet,/ wenn ich muß sein ein ver⸗ schuͤchtertes Reh,/ ach Herr, so wollst du im Grunde der Seelen/ dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 9. Jesu, hilf siegen, wenns nun kommt zum Sterben;/ mach du uns würdig und stetig bereit,/ daß ich mich nenne des Himmelreichs Erben/ dort in der Ewigkeit, hier in der Jeit./ Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben,/ hilf du mir siegen, mein Seil, Trost und Leben! Zoh. Seinrich Schroͤder, TI6Y9. 24⁷7 Mel.—— 1 ist not, ach Serr, dies Eine. Adam RKrieger, 1J657. II— ——.———..— I. 1 Her⸗ 309 uns⸗rer 5 Hokerten, Jren uns in hn da du uns die Stätt be⸗rei⸗ten/ und zu dei⸗nes E + — x— tn..... Hei lig⸗ tum, Na⸗mens Ruhm/ als dei ⸗ne Er=lö⸗sten sieg⸗ H—— ö ö ———— é 4...——— 592 tig—— füh⸗ren;—— un ⸗se⸗re Bit⸗te dein ——.*-. es, m, . Ber· ze jetzt ruͤhren;/ wir wollen dem Va⸗ter zum Op · fer da⸗ 257 248 Nachfolge Christi E.—:..—.. stehn/ und mit dir durch Lei⸗den zur Serr-lich⸗keit gehn. 2. Er hat uns zu dir gezogen,/ und du wieder zu ihm hin;/ Ciebe hat uns überwogen,/ daß an dir hangt Ferz und Sinn./ Nun wollen wir gerne mit dir auch absterben/ dem ganzen natürlichen Seelenverderben;/ in deinen Tod, Serr, laß ver⸗ pflanzet uns sein,/ sonst dringen wir nimmer ins Leben hinein. 3. Fürst des Cebens, komm und eile,/ fuͤhr das Todesurteil aus;/ brich entzwei des Mörders Pfeile,/ wirf die Sunde ganz hinaus!/ Ach laß sich dein neues, erstandenes Ceben/ in un⸗ sern erstorbenen Serzen erheben;/ erzeig dich verkläret und herrlich noch hier/ und bringe ein neues Geschoͤpfe herfüͤr. 4. Kehre die zerstreuten Sinnen/ aus der Vielheit in das Ein,/ daß sie wieder Raum gewinnen,/ nur von dir erfüllt zu sein!/ Ach wirf du die Mächte der Finsternis nieder,/ erneure die Kräfte des Geistes uns wieder,/ daß er aus der Fülle der Gnade sich nähr'/ und gegen der Gottheit Veraͤchter sich wehr'. S. Cebe denn und lieb und labe/ in der neuen Rreatur,/ Cebensfürst, durch deine Gabe/ die genesene Maturl/ Er⸗ wecke dein Paradies wieder im Grunde/ der Seelen und bringe noch näher die Stunde,/ da du dich in allen den Deinen verklärst/ und ihnen das ewige Ceben gewährst. 6. Gönne uns noch Frist auf Erden,/ Zeugen deiner Rraft zu sein,/ deinem Bilde gleich zu werden,/ in dem Tod zu nehmen ein/ des Lebens vollkommene Freiheit und Rechte /als eines vollendeten Seilands Geschlechte!/ Der Unglaub mag denken: wir bitten zuviel;/ du hörst unsre Bitten, tust über ihr Ziel! Gottfried Arnold, 1714. 248 Serrnhaag 1740. — ö 2—— ö 1— H———— 5, re.,. e, 1 O Durch ⸗brecher al⸗ler Ban ⸗de,/ der du Ibei dem Scha⸗den, Spott und Schan'de/ lau⸗ ter 2⁵⁸ 9——— II risti n. in;/ inn./ nzen ver⸗ nein. irteil ganz un⸗ und 2 das It zu eure eder ehr'. Vachfolge Christi 278 e n. im-mer bei uns bist, 255 ö Cust und Sim-mel ist, uü⸗ be fer⸗ner ee daun nenen nnr ner, ene, EEE— 6, v dein Ge⸗rich⸗ te/ wi⸗der un⸗sern A⸗damssinn,/ bis uns E. ö 1 r, dein so treu Ge⸗sich⸗te/ füh⸗ret aus dem Ker⸗ker hin. 2. Ists doch deines Vaters Wille,/ daß du endest dieses werk;/ hierzu wohnt in dir die Fülle/ aller Weisheit, Lieb und Stärk,/ daß du nichts von dem verlierest,/ was er dir geschenket hat,/ und es aus der Unruh führest/ zu der selgen Ruhestatt. ö 3. Ach so mußt du uns vollenden,/ willst und kannst ja anders nicht;/ denn wir sind in deinen Zänden,/ dein Berz ist auf uns gericht't;/ ob wir wohl von allen Leuten/ als gefangen sind geacht't,/ weil des Kreuzes Miedrigkeiten/ uns der Welt zum Spott gemacht. 4. Schau doch aber unsre Retten,/ da wir mit der Krea⸗— tur/ seufzen, ringen, schreien, beten/ um Erlösung der Natur/ von dem Dienst der Eitelkeiten,/ der uns noch so hart bedruckt,/ ob auch schon der Geist in Zeiten/ sich auf etwas Bessres schickt. 5. Ach erheb die matten Rräfte,/ reiße du das Band ent⸗ zwei,/ daß wir, durch die Weltgeschäfte/ durchgebrochen, stehen freil/ Weg mit Menschenfurcht und Zagen,/ weich, Vernunftbedenklichkeit;/ fort mit Scheu vor Schmach und Plagen;/ weg des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Herr, zermalme, Serr, zerstöre/ diese Macht der Finsternis;/ denn der preist nicht deine Ehre,/ den sie fort zum Tode riß. /Seb uns aus dem Staub der Sünden,/ wirf die Cust der Welt hinaus;/ laß uns wahre Freiheit finden,/ Freiheit in des Vaters Saus! 2⁵ 249 Nachfolge Christi 7. Wir verlangen keine Ruhe/ für das Fleisch in dieser Jeit;/ wie dus nötig findest, tue/ noch vor unsrer Ab— schiedszeit;/ aber unser Geist, der bindet/ dich im Glauben, läßt dich nicht,/ bis er die Erlösung findet,/ die dein treuer Mund verspricht. 8. Serrscher, herrsche, Sieger, siege;/ König, braͤuch dein Regiment,/ führe deines Reiches Kriege,/ mach der Sklaverei ein End!/ Ach, die Cast treibt uns zu rufen,/ alle flehen wir dich an:/ Jeig doch nur die ersten Stufen/ der gebrochnen Freiheitsbahn! 9. Ach wie teu'r sind wir erworben,/ nicht der Menschen Rnecht zu sein!/ Drum, so wahr du bist gestorben,/ mußt du uns auch maͤchen rein, /Urein und frei und ganz voll— kommen,/ in dein heilig Bild verklärt;/ der hat Gnad um Gnaͤd genommen,/ wer aus deiner Füll sich nährt. J0. Ciebe, zeuch uns in dein Sterben,/ laß mit dir ge— kreuzigt sein,/ was dein Reich nicht kann ererben;/ fuͤhr ins Paraͤdies uns ein!/ Doch wohlaͤn, du wirst nicht säumen,/ laß nur uns nicht lässig sein;/ werden wir doch als wie träumen,/ wenn die Freiheit bricht herein! Sottfried Arnold, + 1714. 249 Mel. O Zesu Christ, meins Lebens Licht(oder wie Nr. 149). Leipzig 1625. + +4 — ö —— 2 n inen. 5 3. 11 J. Ein rei⸗ nes Berz, en schaff i mir,/ — ö ů —1 I..— EEEEEEEEEE schleuß zu der Suͤn⸗ de Tor und Tür,—ᷣ é— trei⸗be sie und EEEEEEEEE laß nicht zu,/ daß sie in mei⸗nem Her⸗zen ruhl! 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Tür;/ ach, komm und wohne du bei mir;/ was unrein ist, das treib hinaus saus deinem Tempel, deinem Baus. 260 risti dieser Ab⸗ ÜUben, reuer ĩdein der alle der schen nußt voll⸗ d um rge⸗ führ nicht doch 114. 625. — ir,/ Vachfolge Christi 25⁰ 3. Caß deines guten Geistes Cicht/ und dein hell— glänzend Angesicht/ erleuchten mein Herz und Gemüt,/ o Brunnen unerschöpfter Güt! 4. Und mache denn mein Herz zugleich/ an Himmelsgut und Segen reich;/ gib Weisheit, Stärke, Rat, Verstand/ aus deiner milden Gnadenhand: 5. So will ich deines Namens Ruhm/ ausbreiten als dein Eigentum/ und dieses achten fuͤr Gewinn,/ wenn ich nur dir ergeben bin. Seinrich Georg Neuß, + I7I6. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. Um J680. ———— 12— + +.——.———E— II— autnnn,,——— 1. 4 che dich, mein Geist, be⸗reit,/ warche, daß dich nicht die bö⸗se Zeit/ un-ver⸗ —— 23 22 3 ——— 4—..——— Hestt be 199 1 denn es ist/ Sa⸗tans CList/ u⸗ber 2 n —.—— ꝙ—— 4——.— 2. PP Hirn, vie le From⸗men/ zur Ver⸗-su-chung kommen. 2. Aber waͤche erst recht auf/ von dem Sündenschlaͤfe;/ denn es folget sonst darauf/ eine lange Strafe,/ und die Not/ samt dem Tod/ moͤchte dich in Sünden/ unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kannst du nicht/ Christi Klarheit sehen;/ wache, sonst wird dir sein Licht/ ewig ferne stehen;/ denn Gott will/ fuͤr die Fuͤll/ seiner Gnadengaben/ offne Augen haben. 4. Wache, daß dich nicht die Welt/ durch Gewalt be⸗ zwinge,/ oder, wenn sie sich verstellt,/ wieder an sich 261 25¹1 Nachfolge Christi bringe;/ wach und sieh,/ daß dich nie/ falsche Brüder fällen,/ die dir Metze stellen. 5. Wach und hab auf dich wohl acht,/ trau nicht deinem Berzen;/ leicht kann, wer es nicht bewacht,/ Gottes Gnad verscherzen;/ denn es ist/ voller CList,/ kann sich selber heucheln/ und in Hoffart schmeicheln. G. Bete aber auch dabei/ mitten in dem Wachen;/ denn der Herr nur kann dich frei/ von dem allen machen,/ was dich drückt/ und bestrickt,/ daß du schläfrig bleibest/ und sein Werk nicht treibest. 7. Doch getrost, es muß uns schon/ alles glücklich gehen,/ wenn wir ihn durch seinen Sohn/ im Gebet anflehen;/ denn er will/ alle Füll/ seiner Gunst ausschütten,/ wenn wir gläubig bitten. 8. Drum so laßt uns immerdaͤr/ wachen, flehen, beten,/ weil die Angst, Not und Gefahr/ immer näher treten;/ denn die Zeit/ ist nicht weit,/ da uns Gott wird richten/ und die Welt vernichten. Joh. Burchard Freystein, T 1718. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Frankfurt a. M. I599. Paae 150 77½1½3 EEEDEEEEE Rü⸗ stet euch, ihr Chri⸗sten⸗leu ⸗te!/ Die Feinde wappnet euch mit Got⸗tes Wor⸗te/ und kämpfet —..— 2 12...————— — +— su-chen euch zur Beute,/ ja Saͤ⸗tan selbst hat eu'r be⸗ frisch an je⸗dem Or⸗te,/ da⸗mit ihr blei⸗bet un⸗ver⸗ 23. 1 V — E. + B 1 2— HIAA — E X. gehrt. ihrt Ist euch der Feind zu schnell,/ hier ist 2⁰² „„ hristi růüder einem Gnad selber denn was und hen,/ en;/ wenn ten,/ en;/ ten/ I7Iĩ. Nachfolge Christi 25²2 1ñ—.—v—,. Im⸗ ma⸗ nu⸗ d. Ho⸗ si⸗ an⸗ nal/ Der Star⸗xke fällt/ e ,rinn durch die⸗sen geld,/ und wir be⸗ hal⸗ten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten,/ besieget sie, die ihr seid Christen,/ und stehet in des erren Kraft./ Stärket euch in Jesu Naͤmen,/ daß ihr nicht straͤuchelt wie die Lahmen./ Wo ist des Glaubens Ritterschaft?/ Wer hier ermüden will,/ der schaͤue auf das Ziel:/ da ist Freude!/ Wohlan, so seid/ zum RKampf bereit,/ so kroͤnet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wen' gen Jahre,/ eh ihr kommt auf die Totenbahre;/ kurz, kurz ist unser Cebenslauf./ Wenn Gott wird die Toten wecken,/ und das Gericht die Welt wird schrecken,/ so stehen wir mit Freuden auf./ Gottlob! wir sind versoͤhnt!/ Daß uns die Welt noch höhnt,/ währt nicht lange,/ und Gottes Sohn/ hat längstens schon/ uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Rinder/ und mach aus ihnen über⸗ winder,/ die du erkauft mit deinem Blut;/ schaff in uns ein neues Ceben,/ daß wir uns stets zu dir erbeben, wenn uns entfallen will der Nut!/ Gieß aus auf uns den Geist,/ da⸗ durch die Liebe fleußt/ in die Herzen;/ so halten wir/ ge⸗ treu an dir/ im Tod und Ceben fuͤr und für. Wilh. Erasmus Arends, 1 172J. 252 Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme(Nr. 25J). J. Heilger Jesu, Seilgungsquelle,/ mehr als KRristall rein, klar und helle,/ du laͤutrer Strom der Seiligkeit!/ Aller Glanz der Cherubinen,/ die Heiligkeit der Seraphinen/ ist gegen dich nur Dunkelheit./ Ein Vorbild bist du mir;/ ach, bilde mich nach dir,/ du mein Alles!/ Hilf, Jesu, du/ auch mir dazu,/ daß ich mag heilig sein wie du. 23 232 Vachfolge Christi 2. Stiller Jesu, wie dein Wille/ dem Willen deines Vaters stille/ und bis zum Tod gehorsam war,/ also mach auch gleichermaßen/ mein Herz und Willen dir gelassen;/ ach, stille meinen Willen gar!/ Mach mich dir gleichgesinnt,/ wie ein gehorsam Kind/ stille, stille;/ hilf, Jesu, du/ auch mir dazu,/ daß ich fein stille sei wie du. 3. Wacher Jesu, ohne Schlummer,/ in großer Arbeit, Müh und Kummer/ bist du gewesen Tag und Nacht;/ mußtest täglich viel ausstehen,/ des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen/ und hast gebetet und gewacht./ Gib mir auch Wachsamkeit,/ daß ich wie du allzeit/ wach und bete!/ Hilf, Jesu, du/ auch mir daͤzu,/ daß ich stets wachsam sei wie du. 4. Gütger Jesu, ach, wie gnädig,/ wie liebreich bist du und guttätig/ doch gegen Freund und Feind gesinnt!/ Deine Sonne scheinet allen,/ dein Regen muß auf alle fallen,/ ob sie dir gleich undankbar sind./ Mein Serr, ach lehre mich,/ damit auch hierin ich/ dir nacharte!/ Hilf, Jesu, du/ auch mir dazu,/ daß ich so guͤtig sei wie du. 5. Sanfter Jesu, ganz unschuldig/ ertrugst du alle Schmach geduldig/ und übtest niemals Rache aus./ Wer kann deine Sanftmut messen,/ bei der du dennoch nie ver— gessen/ den Eifer um des Vaters Saus!/ Mein Heilaͤnd, ach verleih/ mir Sanftmut und dabei/ guten Eifer!/ Hilf, Jesu, du/ auch mir daͤzu,/ daß ich sanftmuͤtig sei wie du. 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig,/ du suchtest deine Ehre wenig/ und wurdest niedrig und gering;/ wandeltest einher auf Erden/ in Demut und in KRnechtsgebärden,/ erhobst dich selbst in keinem Ding./ Herr, solche Demut lehr/ mich auch je mehr und mehr/ stetig üben!/ Hilf, Jesu, du/ auch mir dazu,/ daß ich demütig sei wie du. 7. Ciebster Jesu, liebstes Leben,/ mach mich in allem dir ergeben/ und deinem heilgen Vorbild gleich;/ gib, daß mich dein Geist durchdringe,/ daß ich viel Glaubensfrüchte bringe/ und tüchtig werd zu deinem Reich. /Ach zeuch mich ganz zu dir,/ behalt mich für und für,/ treuer Seiland!/ Bilf mir dazu,/ daß ich wie du,/ und wo du bist, einst finde Ruh. Nach dem Solländischen des Zodokus v. Lodenstein.) Bartholomäus Crasselius, 4 1724. 26⁴ Wô Mel. risti eines mach en;/ int,/ auch beit, ht;/ Gott auch Hilf, e du. st du deine ob ich,/ auch alle Wer ver⸗ and, Bilf, du. Ehre nher vobst mich auch n dir daß uchte mich 101/ finde stein. 172½. Vachfolge Christi 253 253 Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 5ranzö sischer Psalter, 155J. .....— Ensne fet, schaf⸗fet, Men⸗schen⸗kin⸗ der, schef⸗ fet J. Bau et nicht, wie fre ⸗che Sünder,/ nur auf ——= EAE eu⸗ re Se⸗lig⸗-keit! ge⸗gen⸗ wärt⸗ge Zeit, son⸗dern schau⸗et ü-⸗ber euch,/ .... — rin get nach dem Him-mel'reich,/ und be⸗ můü-het euch auf Er⸗den,/ wie ihr mö⸗get se⸗lig wer ⸗ den. 2. Daß nun dieses mög geschehen,/ müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut/ und nach dessen Weigung gehen,/ son⸗ dern was Gott will und tut,/ das muß ewig und allein/ eures Cebens Richtschnur sein,/ mag es eure schwachen 23 /nun erfreuen oder schmerzen. 3. Ihr habt Ursach zu bekennen,/ daß in euch noch Sünde ist,/ daß ihr Fleisch von Fleisch zu nennen,/ daß ihr fehlt zu jeder Frist,/ und daß Gottes Gnadenkraft/ nur allein das Gute schafft,/ daß nichts außer seiner Gnade/ in euch ist als Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet!/ Selig, wer im Kampf besteht/ und die Sünden in sich dämpfet!/ Selig, wer die Welt verschmäht!/ Unter Christi Rreuzesschmach/ jaget man dem Frieden nach;/ wer den Himmel will er— erben,/ muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen/ sondern träg und lässig sein,/ eure Weigung zu bezwingen,/ so bricht eure 265 25⁴4 Nachfolge Christi Boffnung ein./ Ohne tapfern Streit und Rrieg/ folget nie ein rechter Sieg./ Mur den Siegern wird die Rrone/ bei— gelegt zum Gnadenlohne. E. Mit der Welt nach CLust zu jagen,/ findet nicht bei Christen statt;/ an dem Fleisch Gefallen tragen,/ macht des Geistes Kräfte matt;/ unter Christi Rreuzesfahn/ geht es wahrlich gar nicht an,/ daß man noch mit frechem Herzen/ wolle sicher tun und scherzen. 7. Furcht muß herrschen vor dem Richter,/ dessen Sand das Jepter trägt,/ der die sichern Bösewichter/ zur Ver— dammnis niederschlägt./ Er ist's, der, wies ihm beliebt,/ Wollen und Vollbringen gibt; /o so laßt uns zu ihm gehen,/ ihn um Gnaͤde anzuflehen! 8. Und zu werden Christi Glieder,/ die sein reiner Geist bewegt,/ kämpft den alten Menschen nieder,/ bis ihm seine Macht gelegt./ Was euch hindert, werfet ab;/ was euch ärgert, senkt ins Grab,/ und denkt stets an Christi Worte:/ „Dringet durch die enge Pforte!“ 9. Jittern will ich vor der Sünde/ und dabei auf Jesum sehn,/ bis ich seinen Beistand finde,/ in der Gnade zu be⸗ stehn./ Ach, mein Seiland, geh doch nicht/ mit mir Armen ins Gericht!/ Gib mir deines Geistes Waͤffen,/ meine Seligkeit zu schaffen. J0. Amen, es geschehe Amen!/ Gott versiegle dies in mir,/ auf daß ich in Jesu Namen/ meinen Kampf zu Ende führ./ Er verleihe Rraft und Stärk/ und regiere selbst das Werk,/ daß ich wache, bete, ringe/ und also zum Zimmel dringe. Ludwig Andreas Gotter, 1 1735. 4 Jesus, meine Zuversicht. 254 Berlin 1653. E S.SSII....I. TT 5 Bim⸗-mel⸗ an geht uns⸗re Bahn;/ wir sind bis wir dort nach Ra⸗ na⸗ an/ durch die 266 = SIIN S I 2 keh cU E Nachfolge Christi 255 —— 1 1 1 1 2— —P—P— — 1 +7 ++ Zier ist un⸗ ser Gä⸗ste nur auf Er⸗ den, wü⸗ste kom⸗men wer⸗den. .— FIFIFIFIFIFIFIPIPIPITIPIPIIIIIIIIIII H.....— 1..— Z4 1 ö— 1—I pil⸗grims · stand,/ dro ben un · ser Va ter⸗land. 2. Zimmelan schwing dich, mein Geist;/ denn du bist ein himmlisch Wesen/ und kannst das, was irdisch heißt,/ nicht zu deinem Ziel erlesen;/ ein von Gott erleucht' ter Sinn/ kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Zimmelan! ruft Gott mir zu,/ wenn ich ihn im Worte hoͤre./ Das weist mir den Ort der Ruh,/ wo ich einmal hin⸗ gehoͤre./ Wenn mich dieses Wort bewahrt,/ haͤlt ich eine Zimmelfahrt. 4. Himmelan! Mein Glaͤube zeigt/ mir das schöne Cos von ferne,/ daß mein Serz schon aufwärts steigt/ uͤber Sonne, Mond und Sterne,/ denn ihr Licht ist viel zu klein/ gegen jenen Glanz und Schein. 5. Zimmelan wird mich der Tod/ in die rechte Beimat fuͤhren,/ da ich über alle Not/ ewig werde triumphieren./ Jesus geht mir selbst voran,/ daß ich freudig folgen kann. 6. Zimmelan! Ach himmelan!/ Das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn/ durch die Zimmels⸗ lust vertreiben./ Simmelan steht nur mein Sinn,/ bis ich in dem Bimmel bin. Benjamin Schmolck, 1737. 255 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten(Nr. 3309. J. was hinket ihr betrognen Seelen/ noch immerhin auf jeder Seit?/ Fällts euch zu schwer, das zu erwählen,/ was euch des Zimmels Ruf anbeut?/ O sehts mit offnen Augen an/ und brecht hindurch auf schmaler Bahn. 2. Bedenkt, es sind nicht Raiserkronen,/ nicht Reichtum, Ehr und Lust der Welt,/ womit euch Sott will ewig 26⁷7 256 Nachfolge Christi lohnen,/ wenn euer Kampf den Sieg erhält:/ Gott selbst ists und die Ewigkeit,/ voll Cust und Ruh, voll Seligkeit. 3. Es gilt hier nur ein ganzes CLeben,/ Gott kroͤnet kein geteiltes Herz;/ wer Zesus sich nicht recht ergeben,/ der macht sich selber Müh und Schmerz/ und träget zum ver— dienten Lohn/ hier Unruh, dort die Qual davon. 4. Wer aber mit Gebet und Ringen/ auf ewig allem Ab— schied gibt/ und Gott, den Zerrn von allen Dingen,/ von Herzen und allein nur liebt,/ der wird der Krone wert ge⸗ schätzt/ und auf des Rönigs Stuhl gesetzt. 5. Jerreißt doch die gelegten Schlingen,/ die euch in diesem schönen Cauf /verhindern und zum Säumen bringen,/ und rafft euch heut von neuem aufl/ Auf, auf, verlaßt die falsche Ruhl/ Auf, auf, es geht dem Zimmel zul G. Die Allmaͤcht stehet euch zur Seiten;/ die Weisheit hält bei euch die Wach;/ die Gottheit selber will euch leiten,/ folgt nur mit treuen Schritten nach./ Wie maͤnchen hat nicht diese Sand/ schon durchgeführt ins Vaterland! 7. Wur spart es nicht auf andre Zeiten,/ ihr habt schon jetzo viel versäumt;/ ihr mehrt euch selbst die Schwierig— keiten,/ wenn ihr das süße Seut verträumt./ Eilt, eilet, denn die Gnaͤdenzeit/ fliegt pfeilgeschwind zur Ewigkeit. 8. Eilt, faßt einander bei den daͤnden!/ Seht, wie ist unser Ziel so nah!/ Wie bald wird unser Rampf sich enden;/ da steht dann unser Rönig da:/ der führt uns ein zur stillen Ruh/ und urteilt uns das Kleinod zu. Leop. Frz. Friedrich Lehr, 4 1744. 256 Mel. Ach, was soll ich Sünder machen(Nr. 7). I. Auf, ihr Streiter, durchgedrungen,/ auf und folgt dem Beiland nach,/ der durch Maͤrter, Tod und Schmach/ sich zum Himmel aufgeschwungen!/ Ringt ihm nach in seiner Kraͤft;/ er ists, der den Sieg verschafft. 2. Kein Erlöster müsse sagen,/ ihm gebreche Kraft und Mut/ zu dem Kampf mit Fleisch und Blut./ Alles soll der Jünger waͤgen,/ weil der Serr die Wunden heilt/ und den Schwachen KRraft erteilt. 268 hristi t selbst ligkeit. et kein der mver⸗ m Ab⸗ von ert ge⸗ Ach in tumen f, auf, iel zul isheit eiten,/ n hat schon zierig⸗ eilet, eit. unser steht /sund + 1744. t dem sich seiner t und Ider d den Nachfolge Christi 25⁷ 3. Sind wir schwach: bei ihm ist Stärke;/ sind wir arm: der Herr ist reich;/ wer ist unserm Führer gleich?/ Unser Gott tut Wunderwerke./ Sagt, ob der nicht helfen kann,/ dem die Simmel untertan? 4. Ja, Gott kann und will uns schirmen./ Drum, so dringet mutig ein;/ schämt euch, träg und feig zu sein!/ mag es drohen, mag es stürmen:/ nur durch Můh, Geduld und Streit/ führt der Weg zur Seligkeit. 5. Nun, so wachet, kämpft und ringet,/ bleibet wacker im Gebet,/ bis ihr auf der hoͤhe steht,/ wo der Sieg die Fahne schwinget!/ Ist der Erde Werk getan,/ hebt des Himmels Sabbat an. Nach Joh. Simon Buchka, 1752. 257 mel. Zesus, meine Zuversicht(Nr. 254, oder wie Nr. 27J). J. Seele, was ermůdst du dich/ in den Dingen dieser Erden,/ die doch bald verzehren sich/ und zu Staub und Asche werden?ꝛ/ Suche Jesum und sein Licht;/ alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn,/ laß ihn sich zu Gott aufschwingen,/ richt ihn stets zum Bimmel hin,/ laß ihn in die Gnad eindringen./ Suche Jesum und sein Licht;/ alles andre hilft dir nicht. 3. Oft verlangst du Trost und Ruh,/ dein betrübtes Serz zu laben;/ eil der Cebensquelle zu,/ da kannst du sie reichlich ha⸗ ben./ Suche Jesum und sein Licht;/ alles andre hilft dir nicht. 4. Geh in Einfaͤlt stets einher;/ laß dir nichts das Ziel verrücken;/ Gott wird aus dem Liebesmeer/ dich, den Rranken, wohl erquicken./ Suche Jesum und sein Licht;/ alles andre hilft dir nicht. 5. Du bist ja ein Hauch aus Gott/ und aus seinem Geist geboren;/ bist erlöst durch Christi Tod /und zu seinem Reich erkoren./ Suche Jesum und sein Licht; /alles andre hilft dir nicht. 6. Schwinge dich fein oft im Geist/ über alle Bimmels-— höhen;/ laß, was dich zur Erde reißt,/ weit von dir ent⸗ fernet stehen./ Suche Jesum und sein Cicht;/ alles andre hilft dir nicht. 26 258 Nachfolge Christi 7. Nahe dich dem lautern Strom,/ der vom Thron des Lammes fließet/ und auf die, so keusch und fromm,/ sich in reichem Maß ergießet./ Suche Jesum und sein Licht;/ alles andre hilft dir nicht. 8. Caß dir seine Majestät/ immerdar vor Augen schweben;/ laß mit brünstigem Gebet/ sich dein Serz zu ihm erheben./ Suche Jesum und sein CLicht;/ alles andre hilft dir nicht. 9. Sei im übrigen ganz still,/ du wirst schon zum Ziel ge⸗ langen;/ glaube daß sein LCiebeswill/ stillen werde dein Verlangen./ Drum such Jesum und sein Licht;/ alles andre hilft dir nicht. Jak. Gabriel Wolf, 1754. Mel. Valet will ich dir geben. 2 5 8 Melchior Teschner, 16J3. 70 ö SSS.. △+—— In un⸗sers Kö⸗nigs Na⸗ men/ be⸗ so vie le von ihm stam⸗men,/ o ö ö H—.— 1— 2 tre ten wir die Bahn;—.—— schließt euch freu ⸗dig an! Wir zie hn zum Friedens —— ⁊— E S.S.SIIS.S..I...— lan⸗de,/ Ein Serz, Ein Ceib, Ein Geist./ Wohl dem, der S 1 — al le Ban⸗de/ voll Hel⸗ den⸗ mut zer ⸗reißt! 2. Der Weg ist schmal, doch eben/ und führt zur Selig; keit;/ die Straße dort daneben/ ist zwar bequem und breit,/ doch wer sie geht, muß sterben,/ an ihrem Ende droht/ ein ewiges Verderben,/ Fluch, Zorn und Qual und Tod. 27⁰ ——F„ ——— — 1 — 1 V, —*— IIII —— VNachfolge Christi 259 3. Wir folgen deinem Locken,/ du ewig treuer Freund!/ wer könnte sich verstocken?/ Du hasts so gut gemeint!/ wir wandern aͤbgeschieden,/ und eh es geht zur Rast,/ träͤgt jeder still zufrieden/ sein Rreuz und seine Cast. 4. Der große Sirt der Herde/ geht seinem Volk voran;/ sein Allmachtswort:„Es werde!“/ bereitet selbst die Bahnz/ es lahmt erzürnten Feinden/ Serz, Zunge, Fuß und Hand,/ knuͤpft zwischen frommen Freunden/ der Liebe Bruderband. 5. So wandeln wir entschlossen/ dem Simmelsführer nach/ und dulden unverdrossen/ und tragen seine Schmach/ und flehn im finstern Tale:/ O Jesu, steh uns bei/ und mach im Sochzeitssaale/ bald alles, alles neul 6. Seht, wie die Krone schimmert,/ die unser Haupt einst schmuckt!/ Und wird der Leib zertruͤmmert,/ der Weltenbau zerstückt,/ erloͤschen Sonn und Sterne:/ kein Pilger werde mattl/ Dort glänzt uns schon von ferne/ des großen Rönigs Stadt. 7. Hinan, hinan, ihr Frommen,/ es koste Schweiß und Blut!l/ Sinan, hinan geklommen/ mit wahrem Belden⸗ mut!/ Bald hebt uns unser Sehnen/ hoch über Tod und Grab;/ bald trocknet unsre Tränen/ die Sand der Ciebe ab. Joh. Ludwig Srickert, 4 1766. 259 Mel. Zeuch ein zu deinen Toren(oder wie Nr. 365). Johann Crüger, I653. 70 ů dide..— e laßt uns ge⸗hen,/ der A⸗ bend es ist ge⸗fähr-lich ste⸗hen/ in die⸗ser =II—— ö........ .— D‚.‚‚‚‚ü———— rommt her ⸗bei; ket t,/ zur Wüste nei. Rommt, stär⸗ket eu⸗ ern Mut,/ 3 ö ö ö D.——— é ————— 5, Le inmenn,.— E⸗wig⸗keit zu wan ⸗ dern/ von ei⸗ ner Rraft zur 271 259 Nachfolge Christi — ö—.— ö ö——8— SS SS... an⸗ dern,/ es ist das En⸗de gut. 2. Es soll uns nicht gereuen/ der schmale Pilgerpfad;/ wir kennen ja den Treuen,/ der uns gerufen hat./ Rommt, folgt und trauet dem;/ ein jeder sein Gesichte/ mit ganzer Wendung richte/ fest nach Jerusalem. 3. Schmückt euer Herz aufs beste/ und mehr als Ceib und Baus;/ wir sind hier fremde Gãͤste/ und ziehen bald hinaus./ Wir gehn ins Ewge ein;/ mit Gott muß unser Handel,/ im Bimmel unser Wandel/ und Berz und alles sein. 4. Rommt, Brüder, laßt uns gehen;/ der Vater gehet mit!/ Er selbst will bei uns stehen/ in jedem sauern Tritt./ Das Aug dahin gekehrt,/ wo seine Liebe winket und dem, der folgt und sinket,/ den wahren Ausgang lehrt. S. Rommt, Brüder, laßt uns wandern,/ wir gehen Sand in Hand;/ eins freuet sich am andern/ in diesem fremden Cand./ Rommt, laßt uns kindlich sein,/ uns auf dem Weg nicht streiten;/ die Engel selbst begleiten/ als Brüder unsre Reihn. 8. Und sollt' ein Schwacher fallen,/ so greif der Stärkre zu;/ man trag', maͤn helfe allen,/ man pflanze Fried und Ruh. Rommt:, schließt euch fester an!/ Ein jeder sei der Rleinste,/ doch wohl auch gern der Reinste/ auf unsrer Pilgerbahn. 7. Rommt, laßt uns munter wandern;/ der Weg nimmt immer ab;/ ein Tag, der folgt dem andern;/ bald fällt das Fleisch ins Grab./ Nur noch ein wenig Mut,/ nur noch ein wenig treuer,/ von allen Dingen freier,/ gewandt zum ewgen Gut! 8. Es wird nicht lang mehr währen;/ harrt noch ein wenig aus!/ Es wird nicht lang mehr währen,/ so kommen wir nach Haus;/ da wird man ewig ruhn,/ wenn wir mit allen Frommen/ heim zu dem Vater kommen;/ wie wohl, wie wohl wirds tun! 27²½ risti Vachfolge Christi 26⁰ 9. Drauf wollen wirs denn wagen,/ es ist wohl wagens⸗ wert,/ und gründlich dem absagen,/ was aufhäͤlt und be⸗ schwert./ Welt, du bist uns zu klein!/ Wir gehn durch Jesu Leiten/ hin in die Ewigkeiten:/ es soll nur Jesus sein. 03/ Gerhard Tersteegen, I769. imt nzer Mel. Serzlich tut mich verlangen. 260 gZans Leo Saßler, I6oJ. — ö é— E und SS—— —*. ri Pen soll zum LCe-ben drin-gen,/ für wel⸗ches 11»foll nach dem Bim-mel rin ⸗gen,/ das, das ist 1 w ehet——— 1+— ö ö— tt./—— 2 2, 1 III— 1—— 7910 SGott mich schuf,—— mein Be a In ei⸗ ner Welt von n n—.———— veg—————3—..— isre Sün'den/ soll ich nur ihm mich weihn,/ sie fliehn, sie —..— ö— kre—.————— 72Z— ö ö é——4 ö.——...—— S— 840 ber⸗ win⸗ den/ und dann erst se-lig sein. Ler 2. Und wenn der Pilger Gottes/ der Sunder Cust ver⸗ schmäht,/ wenn er, trotz ihres Spottes,/ auf seinem Pfade geht:/ was wird ihm nicht zum LCohne,/ wenn er die kurze mt Zeit/ getreu warl Welche Krone!/ Welch eine Seligkeit! das 3. O Serr, auch mich verlanget,/ dein treues Rind zu ran sein,/ und meine Seele hanget/ doch nicht an dir allein;/ um ich weiß, ich werde sterben,/ und liebe doch die Welt;/ o ů Zerr, welch ein Verderben,/ das mich gefangen hält! ein 4. Entsagt hab ich dem Böͤsen,/ und doch wird es voll⸗ en bracht;/ ach wer wird mich erlöͤsen/ aus dieses Todes nit NMacht!l/ Ich lasse nach zu ringen,/ und doch ists mein Be⸗ hl, ruf:/ ich soll zum Ceben dringen,/ zu welchem Gott mich schuf. 273 261 Nachfolge Christi S. Dir seufz' ich anzuhangen,/ Erbarmer, dir allein!/ Du hast es angefaͤngen,/ das gute Werk ist dein!/ Vollende, Gott, vollende,/ was mir dein Wort verheißt;/ in deine Vaterhände/ befehl ich meinen Geist. Joh. Andreas Cramer, 1 1788. 261 Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Christoph Anton, I65J. + 1 8 ———— (une wan del ist im Sim- mell/ Röstllich Amir, um⸗ringt vom Welt ge⸗ tüm- mel,/ MNut und II—.— 2 II 27 * ——..—— . de———— 226. Je⸗der Fußtritt, den ich 1— +—.— +——.— PPI.....— tu⸗ e,/ brin- get mich dem Cand der Ru— he/ nä⸗her, + +. + — 1— 1— 2—. —eeeee immer nä⸗her zu;/ Wort, wie hoch er⸗freu⸗ est dul 2. Haltets fest, ihr teuren Brüder,/ haltets fest, dies werte Wort! /Vichts schlag eure Zoffnung nieder,/ wallet immer mutig fort!/ Mutig blicket hin zum Ziele;/ viele schon er⸗ griffens, vielel/ Wir, so wahr es Gott verhieß,/ wir er⸗ greifens auch gewiß. 3. Wur, wie fromme Pilger müssen,/ bleibet wacker, seid nie laß!/ Stets des hohen Zwecks beflissen,/ wacht und kämpft ohn Unterlaß!/ Feinde stehn an euren Wegen,/ Stürme toben euch entgegen,/ Nebel, Rlüfte, Felsen drohn;/ faßt nur Mut, groß ist der Cohn. 4. Was kein Auge je gesehen,/ was kein Ohr gehoͤret hat,/ was kein Herz hier zu erflehen/ je sich unterwunden hat:/ 27⁴ VNachfolge Christi 262 das, das hat Gott dem bereitet,/ der hier tapfer kämpft und streitet;/ drum verlaßt nicht eure Bahn,/ Jesus selbst ging euch voran. 5. Unser Wandel ist im Simmel! /Röstlich Wort, wie stroͤmest du/ mir, umringt vom Weltgetümmel,/ Mut und suͤße Zoffnung zul/ Auf, mein Geist, ermüde nimmer;/ schon seh ich des zieles Schimmer./ Wenig, wenig Schritte noch,/ und getraͤgen ist mein Joch. Joh. Christoph§röbing, 4 I808. mel. O Ewigkeit, du Donnerwort(Nr. 484½). J. Gott, der du Herzenskenner bist,/ Serr, dem die Falsch⸗ heit Greuel ist/ und jede Lüg Verbrechen;/ kein Wort spricht je ein falscher Mund,/ das dir, Allwissender, nicht kund;/ du, Seiliger, wirsts rächen!/ Caß jederzeit mein Ja und Nein,/ wie's Christen ziemt, aufrichtig sein! 2. Und wenn ich schwörend vor dir steh,/ dir in dein heilig Antlitz seh,/ die Sand zum Simmel hebe,/ wenn ich zum Zeugen feierlich/ anrufe, Socherhabner, dich,/ durch den ich bin und lebe:/ dann sei von Trug und Heu⸗ chelei/ mein Serz und meine Zunge frei. 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmähn/ und frech mit Cugen vor dir stehn,/ dann laß mein Herz erschrecken!/ weh dem, der Gott und Gottes Macht/ zum Siegel seiner Bosheit macht,/ sie vor der Welt zu decken!/ Herz, schau den Gott mit Zittern an,/ der Seel und CLeib verderben kann. 4. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist,/ dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist,/ dein dimmel nicht mein Erbez/ wenn mich beim Leiden dieser Zeit/ kein Trost vom Simmel mehr erfreut,/ kein Trost mehr, wenn ich sterbe;/ wenn Gott und Jesus nicht mehr mein:/ dann besser, nie geboren sein! 5. Mein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld,/ kein Fürsten⸗ tum und keine Welt/ soll mich so weit verführen;/ um alle LCeiden dieser ZJeit/ will ich doch Gott und Seligkeit/ mut⸗ willig nicht verlieren!/ Wie klein mein Glück auch immer sei:/ nur Gott und reines Serz dabeil 275⁵ 263 Nachfolge Christi C. Gott, lehre mich bei jedem Eid/ aus Furcht vor deiner Beiligkeit/ die Wahrheit treulich sprechen./ Beschwör ich aber Amt und Pflicht,/ so laß mich auch im kleinsten nicht/ die teure dusag brechen!/ Auch dir, Gott, schwur ich treu zu sein,/ erhalt mich ewig, ewig dein. Daniel Rarl Bickel, ISoH 263 Mel. Gott des Simmels und der Erden. Heinrich Albert, 1642. 3 ö—..——.— SPS PIPIPICPIPIPIPIPIPI E IIEE 4..——.—— BERENNN Hört das Wort voll Ernst und Lie⸗be,‚/ das zu euch der Hei⸗-land spricht, 1 wor„ tes hel⸗lem Licht! Was der Mund des öSPSISSISSSIIII....I. III.I...I..II. . 5errn ge⸗beut,/ das ist eu re Se⸗ lig⸗keit. 2. Picht aus Sinais Gewittern/ donnert hier des Herrn Gebot,/ daß die Herzen bang erzittern,/ weil es Jorn und Strafe droht;/ selig preisend tut sein Mund/ euch den Sinn des Vaters kund: 3.„Selig sind die geistlich Armen,/ denn das Bimmelreich ist ihr!/ Ihnen öffnet voll Erbarmen/ Gott der ewgen Gnade Tür;/ da wird ohne Maß gewährt,/ was ihr sehnend Serz begehrt.“ 4.„Selig sind, die Leid empfinden/ auf des Lebens schmaler Bahn!/ Ihre Traͤurigkeit wird schwinden,/ reicher Trost wird sie umfahn;/ denn sie wirkt zur Seligkeit/ Reue, welche nie gereut.“ 5.„Selig sind, die sanften Mutes/ und in Demut milde sind!/ Sie erfreuen sich des Gutes,/ das kein Trotz und Streit gewinnt./ Durch der Sanftmut stille Macht/ wird das Schwerste leicht vollbracht.“ 27⁶ ——..— hristi deiner ör ich richt/ eu zu +IS0ν „I642. Nachfolge Christi 264 6.„Selig sind, die hier mit Schmachten/ dürsten nach Gerechtigkeit,/ die nach Gottes Reiche trachten,/ nicht nach Guͤtern dieser Jeit!/ Wo der Born des Lebens aquillt,/ wird ihr Seelendurst gestillt.“ 7.„Selig sind, die voll Erbarmen/ auf der Brüder Ceiden sehn/ und den Schwachen, Kraͤnken, Armen/ freudig eilen beizustehn!/ Noch vor Gottes Thron erfreut/ einst auch sie Barmherzigkeit.“ 8.„Selig sind die reinen Serzen,/ die nicht Sünd und Wwelt umstrickt,/ die mit schnöder Cust nicht scherzen,/ weil nur Seilges sie entzuͤckt!/ Einst im reinen Himmelslicht/ schaun sie Gottes Angesicht.“ 9.„Selig sind, die Frieden bringen,/ Schuld und Kränkung übersehn,/ Feindeshaß mit Huld bezwingen,/ fuͤr Verfolger segnend flehn!/ Trifft sie auch der Menschen Spott,/ seine Kinder nennt sie Gott.“ 10.„Selig sind, die als Gerechte/ dulden Kreuz, Ver⸗ folgung, Schmach,/ als des Herrn getreue Rnechte/ bis zum Tod ihm folgen nach!/ Groß ist dort vor Gottes Thron/ seiner überwinder Lohn.“ II.„Seid ein Salz, ein Licht der Erde,/ laßt der Wahr— heit Früchte sehn,/ daß durch euch verherrlicht werde/ euer Vater in den Höhn./ Ob der Erdbaͤll untergeht,/ sein Ge⸗ bot, sein Wort besteht.“ Bernhard Garve, I841J. Mel. Valet will ich dir geben. 264 Melchior Teschner, J6JI3. V7 I I F. ö.... 0 dee nn, n.— Aus ir di⸗ schem Ge⸗ tüm ⸗mel,/ wo J. wer zeigt den Weg zum Him⸗-mel,/ da⸗ E— E IIEE—— nichts das Herz er⸗quickt, 20 ö hin die Hest⸗hung iicrt n 265 Nachfolge Christi +. j— J. III— LI —W—— Stre⸗ben,/ wenn es das Ziel ver⸗gißtꝰ/ Wer führt durch — 1 SPSISS.SISISI... IIII.II..III.. .5......— Tod zum CLCe⸗ben?ꝰ/ der Weg heißt Je⸗-sus Christ. 2. Hier irren wir und fehlen,/ gehüllt in tiefe Nacht;/ durch wen wird unsern Seelen/ ein wahres Licht gebrachtꝰ/ Von oben kommt die KXlaͤrheit,/ die alles uns erhellt,/ denn Christus ist die Wahrheit,/ er ist das Cicht der Welt. 3. Wer gibt uns hier schon Freuden,/ die niemand rauben kann?/ Wer zeiget uns im Leiden/ den Zimmel aufgetanꝰ/ Wenn vor dem Tod wir beben,/ wer gibt dem Berzen Ruh?/ Heil! Christus ist das Leben,/ fuͤhrt uns dem Vater zu. Karl Julius Aschenfeld, 1856. 265 Mel. Valet will ich dir geben(Nr. 26%). J. Es kennt der Herr die Seinen/ und hat sie stets ge⸗ kannt,/ die Großen und die Rleinen/ in jedem Volk und Cand;/ er läßt sie nicht verderben,/ er führt sie aus und ein;/ im CLeben und im Sterben/ sind sie und bleiben sein. 2. Er kennet seine Scharen/ am Glauben, der nicht schaut/ und doch dem Unsichtbaren,/ als sah er ihn, ver⸗ traut;/ der aus dem Wort gezeuget/ und durch das Wort sich nährt/ und vor dem Wort sich beuget/ und mit dem Wort sich wehrt. 3. Er kennt sie als die Seinen/ an ihrer SHoffnung Mut,/ die fröhlich auf dem Einen,/ daß er der Herr ist, ruht; /in seiner Wahrheit Glanze/ sich sonnet frei und kühn/ die wunderbare Pflanze,/ die immerdar ist grün. 4. Er kennt sie an der Ciebe,/ die seiner CLiebe Frucht,/ und die mit lauterm Triebe/ ihm zu gefaͤllen sucht;/ die andern so begegnet,/ wie er das Zerz bewegt;/ die segnet, wie er segnet,/ und trägt, wie er sie trägt. 27⁸ erzen dem F1856. s ge⸗; und und sein. nicht ver⸗ Wort dem ung r ist, und rün. cht,/ Pdie gnet, Nachfolge Christi 266 5. So kennt der Herr die Seinen,/ wie er sie stets gekannt,/ die Großen und die Kleinen/ in jedem Volk und Land:/ am Werk der Gnaͤdentriebe/ durch seines Geistes Stärk,/ an Glauben, Soffnung, Liebe/ als seiner Gnaͤde Werk. 6. So hilf uns, Serr, zum Glauben,/ und haͤlt uns fest dabei;/ laß nichts die Hoffnung rauben,/ die Ciebe herzlich seil/ Und wird der Tag erscheinen,/ da dich die Welt wird sehn,/ so laß uns als die Deinen/ zu deiner Rechten stehn! Philipp Spitta, 1 1859. Mel. O Durchbrecher aller Bande. 266 Zerrnhaag 1740. 0 L 1 ö 1 +.— SꝗSPSPSPISISIIIIIIIIIIII—————————— — Bleibt bei dem, der 2 der, um eu⸗ren Schmerz zu stil-len,/ 1— +. + 1 1— n n—.— ö— 6————...——— eu ⸗ret⸗ wil ⸗len/ auf die Er⸗de nie ⸗-der⸗kam, tau⸗send—.— auf sich nahm! 62555 beistem Her ini dnr n, ein· zig blei Ralohel swenn auch al⸗les un⸗tergeht,/ der, wenn —.—— ö.. x—— 4 al⸗les auch zer⸗stäu⸗bet,/ siegend ü⸗berm Staube steht. 2. Alles schwindet, Serzen brechen,/ denen ihr euch hier ergabt,/ und der Nund hoͤrt auf zu sprechen,/ der euch oft mit Trost gelabt,/ und der Arm, der euch zum Stabe/ und zum Schilde ward, erstarrt,/ und das Auge schläft im Grabe,/ das euch sorgsam einst bewahrt. 3. Alles stirbt, das Irdsche findet/ in dem Irdischen sein Grab;/ alle Cust der Welt verschwindet,/ und das Berz stirbt selber ab. Irdsches Wesen muß verwesen,/ irdsche Flamme muß verglühn,/ irdsche Fessel muß sich lösen, irdsche Blüte muß verblühn. 27⁰ 267 268 Liebe 4. Doch der Herr steht überm Staube/ alles Irdischen und spricht:/ Stütze dich auf mich und glaube,/ hoffe, lieb und fürchte nicht!/ Darum bleibt bei dem, der bleibet,/ und der geben kann, was bleibt,/ der, wenn ihr euch ihm ver⸗ schreibet,/ euch ins Buch des Lebens schreibt. Philipp Spitta, 4 1859. 267 Mel. O Durchbrecher aller Bande(Nr. 266). J. Volk des Serrn! Du hast hienieden/ einen langen, schweren Streit;/ Kämpfe sind dir hier beschieden,/ Friede in der Ewigkeit./ Cege an die rechte Wehre,/ stehe auf dem ewgen Fels,/ daß dir Sieg und Seil beschere /er, der Sei⸗ land Israels! 2. Träumest du von guten Tagen,/ oder wachst du auf zum Streit?/ Wiegst du dich in alten Sagen,/ oder kennst du deine Zeit?/ Hörest du den Ruf der Wachter:/„Glaubet ihr, so bleibt ihr stehn!/ Aber wehe dem Verächter,/ denn sein Trost wird untergehn!“ 3. Volk des Serrn! Du haͤst hienieden/ einen langen, schweren Streit;/ nun so suche keinen Frieden/ in der bösen Zeitlichkeit./ Führe deines Gottes KRriege;/ Jesu Kreuz ist das Panier,/ unter diesem Zeichen siege!/ Seine Schmach sei deine Zier! Samuel Preiswerk, 4 1871. Liebe 268 Straßburg 1577. N ⁵⁵=.*T 7 erz⸗lich lieb hab ich Die gan⸗ ze Welt er⸗ T D2— ——— dich, o Herr,/ ich bitt, wollst freut mich nicht,/ nach Erd und N i TTIN EEI — ⁊..1.)].—11.6—F6 Liebe 268 sein von mir nicht fern/ mit dei ⸗-ner Silf und Him⸗mel frag ich nicht,/ wenn ich nur dich kann 3 ö———— ..I....... Ga⸗benl ha⸗ben; und wenn mir gleich mein Herz zerbricht,/ bist +. D + —— Haun ö n ů.——— ..I..... du doch mei- ne Zu-ver-sicht,/ mein Trost und mei⸗nes ..— 4 Ber⸗ zens Teil,/ durch des⸗sen Wun-den ich werd 2——— 8—..— x . heil./ Herr Je-su Christ,/ mein Gott und Herr,/ mein 3.— I— ö 5 + Gott und Serr,/ in Schan⸗den laß mich nim⸗mer⸗mehr! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab/ mein Ceib und Seel und was ich hab/ in diesem armen Ceben;/ damit ichs braͤuch zum Cobe dein,/ zu Wutz und Dienst des Mächsten mein,/ wollst deine Gnad mir geben!/ Behüt mich, Herr, vor falscher CLehr,/ des Satans Mord und CLügen wehr;/ in allem Kreuz erhalte mich,/ auf daß ichs trag geduldig⸗ lich!/ Zerr Jesu Christ,/ mein Serr und Gott,/ mein Herr und Gott,/ troͤst mir mein' Seel in Todesnot! 3. Ach Serr, laß dein lieb Engelein/ am letzten End die Seele mein/ in Abrahams Schoß traͤgen,/ den Leib in sein'm Schlaͤfkämmerlein/ gar sanft ohn einge Qual und 281 269 Ciebe Pein/ ruhn bis zum jüngsten Tage;/ alsdann vom Tod er⸗ wecke mich,/ daß meine Augen sehen dich/ in aller Freud, o Gottessohn,/ mein Seiland und mein Gnaͤdenthron!/ Berr Jesu Christ,/ erhöre mich,/ erhoͤre mich!/ Ich will dich preisen ewiglich! I57I. 269 Frankfurt a. M. I599. I E — E 5 Wie schön leuch⸗tet der Morgenstern,/ voll Gnad und (Du Da⸗ vids Sohn aus Jakobs Stamm,/ du Got⸗tes⸗ I Wahr⸗ oet von Seren, Easaan⸗ da auf⸗ge⸗gan⸗genl Sohn und 65.95 tes⸗Camm,/ er⸗fuͤllst mich mit Ver⸗lan⸗gen,/ IDI..—.— 3E— Q— ö 0 0—5 AII —„..—.. 2— 140, e reich an Ga⸗ ben,/ ü⸗ber al⸗les hoch er⸗ ha⸗ ben. 2. O meine Perl, du werte Kron,/ Sohn Gottes und Maͤrien Sohn,/ ein hochgeborner Rönig!/ Du, meines Berzens schönste Blum,/ dein süßes Evangelium/ ist lauter Milch und Honig./ Jesu,/ Jesu,/ Sosiannal/ Simmlisch Manna,/ das wir essen,/ deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Serz hinein,/ du helles Licht und Himmelsschein,/ die Flamme deiner Liebe;/ und stärk mich, daß ich ewig bleib/ an deinem auserwählten Leib/ ein Glied voll Cebenstriebe./ In dir/ laß mir/ ohn Auf⸗ hören/ sich vermehren/ Cieb und Freude,/ daß uns selbst der Tod nicht scheide. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenschein,/ wenn mich die heilgen Augen dein/ so mildiglich anblicken./ O Jesu, 28² Liebe 27⁰ du mein trautes Gut,/ dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut/ mich innerlich erquicken!/ Tröst mich/ freundlich,/ hilf mir Armen/ aus Erbarmen,/ hilf in Gnaͤden!/ Auf dein Wort komm ich gelaͤden. 5. Gott Vater, o mein starker Seld,/ du hast mich ewig vor der Welt/ in deinem Sohn geliebet;/ dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut,/ auf ihn mein Serz mit Freuden schaut,/ drum mich auch nichts betrübet./ Heil mir,/ Heil mirl/ Zimmlisch Leben/ wird er geben/ mir dort oben;/ ewig soll mein Serz ihn loben. 6. Spielt unserm Gott mit Saitenklang/ und laßt den süßesten Gesang/ ganz freudenreich erschallen;/ ich will mit meinem Jesus Christ,/ der mir mein Ein und Alles ist,/ in steter CLiebe waͤllen./ Singet,/ klinget,,/ jubilieret,/ triumphieret,/ dankt dem Herren,/ groß ist der Rönig der Ehren. 7. Wie freu ich mich, Serr Jesu Christ,/ daß du der Erst und Cetzte bist,/ der Anfang und das Ende!/ Du wirst mich einst zu deinem Preis/ aufnehmen in dein Paradeis,/ drauf faß ich deine Zände./ Amen,/ Amen./ Romm, du schoͤne/ Freudenkrone,/ bleib nicht lange;/ deiner wart ich mit Verlangen. Philipp Micolai, + I608. 6˙ Es ist gewißlich an der Zeit. 27⁰ Wittenberg 1535. I + F+ 1 Such, wer da will,/ ein an⸗ der Jiel,/ die mein Serz al⸗lein/ be⸗dacht soll sein,/ auf E 11— E ö— DDD Se⸗lig⸗ keit zu fin⸗den; Chri⸗stum sich zu grün'den. Sem Wort im 7387 1 — 2 * 1 ——* 8 ö 4—— wahr,/ sein Werk ist klar;/ sein heil ⸗ ger Mund/ hat 2⁰3 271 Ciebe 2— IIRIPIE Kraͤft und Grund,/ all Feind zu uü⸗ber⸗ win⸗den. 2. Such, wer da will,/ Nothelfer viel,/ die uns doch nichts erworben;/ hier ist der MNann,/ der helfen kann,/ bei dem nie was verdorben./ Uns wird das Heil/ durch ihn zuteil,/ uns macht gerecht/ der treue Knecht,/ der für uns ist gestorben. 3. Ach sucht doch den,/ laßt alles stehn,/ die ihr das Zeil begehret!/ Er ist der Herr/ und keiner mehr,/ der euch das Beil gewähret./ Sucht ihn all Stund/ von Berzensgrund,/ sucht ihn allein;/ denn wohl wird sein/ dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein Serzenskron,/ mein Freudensonn/ sollst du, Herr Jesu, bleiben;/ laß mich doch nicht/ von deinem CLicht/ durch Eitelkeit vertreiben;/ bleib du mein Preis,/ dein Wort mich speis;/ bleib du mein Ehr,/ dein Wort mich lehr,/ an dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht/ dein Angesicht,/ laß mich in Kreuz nicht zagen;/ weich nicht von mir,/ mein höchste Zier,/ hilf mir mein Ceiden tragen;/ hilf mir zur Freud/ nach diesem Leid,/ hilf, daß ich mag/ nach dieser Rlag/ dir ewig dort Cob sagen. Georg Weißel, 11635. 271 Johann Uhlich, 1674. ——, IF V Meinen Je⸗sum laß ich nicht;/ weil er so er⸗for⸗dert mei ne Pflicht,/ un⸗ver⸗ ... 1— rückt nur ihm zu le⸗ ben; er ist mei nes —— I—...—— . e. Ce⸗bens Licht,/ mei⸗nen Je⸗ sum laß ich nicht. 284 E Liebe 272 2. Jesum laͤß ich ewig nicht,/ weil ich soll auf Erden leben;/ ihm hab ich voll Zuversicht,/ was ich bin und hab, ergeben;/ alles ist auf ihn gericht't,/ meinen Jesum laß ich nicht. 3. Caß vergehen das Gesicht,/ alle Sinne mir ent— weichen;/ laß das letzte Tageslicht/ mich auf dieser Welt erreichen;/ wenn der Cebensfaͤden bricht:/ meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht,/ wenn ich nun dahin gelanget,/ wo vor seinem Angesicht/ meiner Väter Glaͤube pranget;/ mich erfreut sein Angesicht,/ meinen Jesum laß ich nicht. 5. Wicht nach Welt, nach Zimmel nicht/ meine Seel in mir sich sehnet;/ Jesum wünscht sie und sein Licht,/ der mich hat mit Gott versöhnet/ und befreiet vom Gericht;/ meinen Jesum laß ich nicht. G. Jesum laß ich nicht von mir,/ geh ihm ewig an der Seiten; J/Christus läßt mich für und für/ zu den Cebens⸗— bächen leiten./ Selig, wer mit mir so spricht: VNeinen Jesum laͤß ich nicht! Christian Keimann, 1662. Mel. Romm, o komm, du Seist des Lebens. Meiningen J693. 4 , n,, ————i————.—.— —— 1 Je⸗sus, Je⸗sus, nichts als Ze⸗sus/ Zetz⸗ und mach ich ein Ver⸗bünd⸗nis,/ ———— x 2—.2 SSS soll mein Wunsch sein und mein Ziell Y daß ich will, was Je⸗sus will; ee,e n en, ———23—— 4* denn mein Berz, mit ihm er⸗fullt,/ ru⸗fet nur: Serr, wie du willt. 10 285 273 Ciebe 2. Einer ist es, dem ich lebe,/ den ich liebe früh und spatꝛ/ Jesus ist es, dem ich gebe,/ was er mir gegeben hat;/ ich bin in dein Blut verhüllt,/ führe mich, HZerr, wie du willt. 3. Scheinet was, es sei mein Glücke,/ und ist doch zu⸗ wider dir,/ ach so nimm es bald zurücke,/ Jesu, gib, was nuͤtzet mir;/ gib dich mir, mein Jesu, mild;/ nimm mich dir, Herr, wie du willt. 4. Und vollbringe deinen Willen/ in und an mir, o mein Gott;/ deinen Willen laß erfüllen/ mich im Leben, Freud und Not,/ sterben als dein Ebenbild,/ Serr, wann, wie und wo du willt. S. Sei auch, Jesu, stets gepriesen,/ der du dich und viel dazu/ hast geschenkt und mir erwiesen,/ daß ich fröhlich singe nun: /Mir geschehe, Gott, mein Schild,/ wie du willt, Serr, wie du willt! Ludämilia Elisabeth, Sräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt, 4 J672. 273 Frankfurt a. M. I738. i + IZch will dich lie⸗ben, mei⸗ne Stär⸗ke,/ Uich will dich lie⸗ben mit dem Wer⸗ke/ . ich will dich lie⸗-ben, mei⸗ ne Jier; ill di und im⸗mer⸗ wäh⸗ren⸗der Be⸗gier; 1Wulldic .—.—.—.—. x + DPDPD.iDIII——— lie-ben, schönstes Licht,/ bis mir das Ser-ze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Ceben,/ als meinen aller⸗ besten Freund;/ ich will dich lieben und erheben,/ so lange mir dein Glanz erscheint;/ ich will mit reiner Liebesflamm/ dich lieben, Gotteslamm. 286 Liebe 274 3. Ach daß ich dich so spät erkannte,/ du hochgelobte Liebe du;/ daß ich nicht eher mein dich naͤnnte,/ du höchstes Gut und wahre Ruh!/ Es ist mir leid, ich bin betruͤbt,/ daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht;/ ich hatte mich von dir gewendet/ und liebte das geschaͤffne Licht;/ nun aber ists durch dich ge— schehn,/ daß ich dich hab gesehn. S. Ich danke dir, du wahre Sonne,/ daß mir dein Glanz hat Licht gebracht;/ ich danke dir, du Simmelswonne,/ daß du mich froh und frei gemacht;/ ich danke dir, du güldner MNund,/ daß du mich maͤchst gesund. 6. Erhaͤlte mich auf deinen Stegen/ und laß mich nicht mehr irre gehn;/ laß meinen Fuß in deinen Wegen/ nicht straͤucheln oder stille stehn;/ erleucht mir CLeib und Seele ganz,/ du starker Simmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone,/ ich will dich lieben, meinen Gott,/ dich lieben auch bei Schmach und Hohne,/ auch in der allergrößten Not;/ ich will dich lieben, schönstes Licht,/ bis mir das Serze bricht. Zohann Scheffler, 4 1677. 274 Mel. Romm, o komm, du Geist des Lebens(Mr. 27½. J. Ciebe, die du mich zum Bilde/ deiner Gottheit haͤst ge— maͤcht; /Ciebe, die du mich so milde/ nach dem Fall zurück⸗ gebracht;/ Ciebe, dir ergeb ich mich,/ dein zu bleiben ewiglich. 2. Ciebe, die du mich erkoren,/ eh denn ich geschaffen war;/ Liebe, die du Mensch geboren/ und mir gleich wardst ganz und gar;/ Ciebe, dir ergeb ich mich,/ dein zu bleiben ewiglich. 3. Ciebe, die für mich gelitten/ und gestorben in der Zeit;/ Ciebe, die mir hat erstritten/ ewge Cust und Seligkeit;/ Liebe, dir ergeb ich mich,/ dein zu bleiben ewiglich. 4. Ciebe, die du Kraft und Ceben,/ Cicht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich ganz ergeben/ mir zum Heil und Seelenhort; /Liebe, dir ergeb ich mich,/ dein zu bleiben ewiglich. loẽ 287 27⁵ Liebe 5. Ciebe, die mich hat gebunden/ an ihr Joch mit Leib und Sinn; /Ciebe, die mich überwunden/ und mein Serz hat ganz dahin; /LCiebe, dir ergeb ich mich,/ dein zu bleiben ewiglich. 6. Ciebe, die mich ewig liebet,/ die fuͤr meine Seele litt; ᷓ/ Liebe, die das CDösgeld gibet i 7 und mich kräftiglich ver⸗ tritt;/ Ciebe, dir ergeb ich mich,/ dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird entrücken/ aus dem Grab der Sterblichkeit;/ Ciebe, die mich einst wird schmücken/ mit der RKron der Serrlichkeit;/ Ciebe, dir ergeb ich mich,/ dein zu bleiben ewiglich. (D. 4 Darmstädter Gesangbuch 1698.) Johann Scheffler, 1677. 27⁵ Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Christoph Anton, 165ʃ. . n—..—.—.— EFA I—Ie— 2—.——— .—.—..—D—— Je⸗sus schwebt mir in Ge⸗ dan⸗ken,/ Je⸗ sus Uvon ihm will ich nim⸗ mer wan⸗ken,/ weil ich I 1 ———...— ͤ vrn w. enn. nn liegt mir stets im Sinn, hier im 4. 596 bin. Er ist mei ⸗ner Au⸗gen ——— —.— Wei⸗ de, /mei ⸗nes Ser ⸗ zens höch⸗ste Freu⸗de,/ mei⸗ner —.— U ½⁴⁰f +2.—..2..—.—— See⸗le schön⸗ste Zier;/ Je⸗sum lieb ich für und für. 2. Jesus funkelt mir im Serzen,/ wie ein Stern mit goldnem Schein;/ er vertreibt mir Angst und Schmerzen,/ er ist mein, und ich bin sein./ Drum ergreif ich ihn mit Freuden,/ wenn ich soll von hinnen scheiden;/ er ist meines Cebens Licht;/ Jesum laͤß ich von mir nicht. 288 Liebe 276 3. Jesum will ich bei mir haben,/ wenn ich gehe aus und ein;/ seines Geistes Trost und Gaben/ ruhn in meines Zerzens Schrein./ Wenn ich mich zur Ruh begebe,/ oder mich vom Schlaf erhebe,‚/ bleibt doch Jesus früh und spat/ meiner Seelen Schutz und Rat. 4. Jesum will ich lassen raten,/ der am besten raten kann;/ er gesegne meine Taten,/ die ich froͤhlich fange an,/ daß in seinem teuren Namen/ alles glucklich sei und Amenʒ/ so wird alles werden gut,/ wenn nur Jesus HBilfe tut. 5. Jesus, meiner Jugend Leiter/ von des LCebens An⸗ beginn,/ wird auch sein mein Trostbereiter,/ wenn ich alt und kraftlos bin;/ wenn sich krümmen meine Glieder/ und die Lebenssonn geht nieder,/ wenn verdunkelt mein Ge— sicht:/ meinen Jesum laß ich nicht. 6. Zesus soll in allen Leiden/ mein getreuer Beistand sein;/ nichts, nichts soll mich von ihm scheiden;/ keine Angst und Serzenspein,/ keine Trübsal, keine Schmerzen/ reißen ihn aus meinem Herzen;/ ob mir gleich das Berze bricht,/ laß ich dennoch Jesum nicht. 7. Jesu leben, Jesu sterben,/ Jesu einzig eigen sein/ und mit Jesu dorten erben:/ dies ist mein Gewinn allein. /Jesu will ich sein und bleiben,/ nichts, nichts soll mich von ihm treiben;/ laß ich gleich Gut, Blut und Ehr:/ Jesum laß ich nimmermehr. Ende des 17. Jahrhunderts. 27 Mel. Jesu, meines Lebens Leben(Nr. 275). J. Zesu, meiner Seele Ceben,/ meines Serzens höchste Freud,/ dir will ich mich ganz ergeben/ jetzo und in Ewig keit;/ meinen Serrn will ich dich nennen/ und vor aller welt berennen,/ daß ich dein bin und du mein;/ ich will keines andern sein. 2. Deine Güt hat mich umfangen, /eh mich noch die welt empfing;/ du bist mir schon nachgegangen,/ als ich noch nach dir nicht ging,/ und du hast mich aufgenommen,/ da ich an das Licht gekommen;/ ich bin dein, und du bist mein;/ ich will keines andern sein. 289 27 Liebe 3. Auf der Kindheit wilden Wegen/ folgte mir stets deine Gůt;/ deines Geistes Trieb und Segen regte mir oft mein Gemüt,/ wenn ich etwa übertreten,/ daß ich wiederkäm mit Beten;/ ich bin dein, und du bist mein;/ ich will keines andern sein. 4. Ach wie oft hat meine Jugend/ deine Gnadenhaͤͤnd ge⸗ faßt,/ wenn die Froͤmmigkeit und Tugend/ waͤr in meinem Sinn verhaßt./ Ach ich wäre längst gestorben/ ohne dich und längst verdorben!/ Ich bin dein, und du bist mein;/ ich will keines andern sein. 5. Ja, in meinem ganzen Leben/ hat mich stets dein Licht geführt;/ du hast, was ich hab, gegeben,/ du hast meinen Lauf regiert;/ deine Guͤt, die taͤglich währet,/ hat mich immerdar ernaähret;/ ich bin dein, und du bist mein;/ ich will keines andern sein. §. Irr' ich, sucht mich deine Liebe,/ fall ich, hilfet sie mir auf;/ ist es, daß ich mich betruͤbe,/ staͤrkt sie mich in meinem Cauf;/ bin ich arm, sie gibt mir Guͤter; /schlaf ich ein, sie ist mein Hüter;/ ich bin dein, und du bist mein;/ ich will keines andern sein. 7. Dein Geist zeiget mir das Erbe,/ das mir droben bei— gelegt;/ ich weiß, wenn ich heute sterbe,/ wo man meine Seel hinträgt;/ zu dir, Jesu, in die Freude,/ daß mich nichts mehr von dir scheidel/ Ich bin dein, und du bist mein;/ ich will keines andern sein. 8. Drum, ich sterbe oder lebe,/ bleib ich doch dein Eigen— tum;/ dir allein ich mich ergebe,/ du bist meiner Seelen Ruhm,/ meine Zuversicht und Freude,/ meines Serzens Trost im Leide;/ ich bin dein, und du bist mein;/ ich will keines andern sein. Christian Scriver, 4 1693. 277J Adam Krieger, 1657. — ö.———— —.——— 1. ¶Eins ist not, ach Herr, dies Ei⸗ne/ leh=re mich er⸗ lUAl⸗les and⸗re, wies auch scheine,/ ist ja nur ein + 29⁰ — R 527 —— S 2 ken⸗nen doch! schweres Joch,/ dar⸗J —Z4 DDDDD‚t'‚I‚I'‚I‚IPI‚ItItItIt..I... un⸗ ter das BHer⸗ ze sich na⸗get und pla⸗ get/ und den⸗ noch kein wah⸗res Ver⸗ .... — gnü⸗gen er ⸗ ja⸗get./ Er⸗ 28 ich dies 1— —— ö—.——.——— 21 Al⸗les er⸗setzt,/ so werd ich mit Einem in Al⸗lem er⸗götzt. 2. Seele, willst du dieses finden,/ suchs bei keiner Krea⸗ tur;/ laß, was irdisch ist, dahinten,/ schwing dich über die Natur./ Wo Gott und die Menschheit in einem vereinet,/ wo alle vollkommene Fülle erscheinet,/ da, da ist das beste, notwendigste Teil,/ mein Ein und mein Alles, mein seligstes Seil. 3. Darum ist auch mein Verlangen,/ liebster Jesu, nur nach dir;/ laß mich treulich an dir hangen,/ schenke dich zu eigen mir./ Wie viele dich auch mit der Menge verlassen,/ so will ich in Liebe dich dennoch umfassen;/ denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist,/ das einzig den Weg uns zur Seligkeit weist. 4. Aller Weisheit höchste Fulle/ in dir ja verborgen liegt;/ gib nur, daß sich auch mein Wille/ fein in solche Schranken fügt,/ worinnen die Demut und Einfaͤlt regieret/ und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, fuͤhret./ Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß,/ so haͤb ich der Weisheit vollkommenen Preis. 5. Wichts kann ich vor Gott ja bringen,/ als nur dich, mein höchstes Gut;/ Jesu, es muß mir gelingen/ durch dein heilig teures Blut./ Die höchste Gerechtigkeit ist mir 291 Liebe 278 erworben,/ da du bist am Stamme des Rreuzes gestorben;/ da hab ich die Kleider des Heiles erlangt,/ worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 6. Nun so gib, daß meine Seele/ auch nach deinem Bild erwacht;/ du bist ja, den ich erwähle,/ mir zur Heiligung gemacht./ Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben,/ ist in dir, mein Zeiland, mir alles gegeben;/ entreiße mich aller vergänglichen Cust;/ dein Ceben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 7. Ja, was soll ich mehr verlangen?/ Auf mich strömt die Gnaͤdenflut;/ du bist einmal eingegangen/ in das Beilge durch dein Blut;/ du hast mir die ewge Erlösung erfunden,/ daß ich nun von Tod und Verdammnis ent⸗ bunden;/ dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt;/ im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 8. Volles Gnügen, Fried und Freude/ jetzo meine Seel ergötzt,/ weil auf eine frische Weide/ mein Sirt Jesu mich gesetzt./ Wichts Süßres kann also mein Herze erlaben,/ als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben;/ nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt,/ als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 9. Drum auch, Jesu, du alleine/ sollst mein Ein und Alles sein;/ prͤf, erfahre, wie ichs meine,/ tilge allen Beuchelschein;/ sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege,/ und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege;/ laß Schmach mich nicht achten, nicht Leiden noch Tod/ und Jesum ge— winnen; dies Eine ist not. Joh. Seinrich Schröder, 4 1699. 278 Adam Drese, 1690. + 2— 3.— ZEI S.‚.DI ⁴ee——— rer N. E 2⁷ +1.— I. See⸗len⸗bräu⸗ti⸗gam,/ Je ⸗ su, Got⸗tes CLamml/ ö 22 2 I..—.————7 2 1 0 Ba⸗ be Dank für dei ne Lie ⸗be,/ die fur mich aus reinem 2⁰²½ Liebe 278 S 1— 1.—-— x 1 PIPI E— 172..— ö— V Trie⸗be/ starb am Kreuzesstamm,/ Je⸗su, Gottes Camm! 2. Deine Ciebesglut/ stärket Nut und Blut;/ wenn du freundlich mich anblickest/ und mit deinem Geist erquickest,/ macht mich wohlgemut/ deiner Liebe Glut. 3. Wahrer Mensch und Gott,/ Trost in Not und Tod!/ Du bist darum Mensch geboren,/ zu ersetzen, was verloren,/ durch den Kreuzestod,/ wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht/ laß erlöschen nicht!/ Salbe mich mit Freudenöle,/ daß hinfort in meiner Seele/ ja ver⸗ lösche nicht/ meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir/ bleiben für und für;/ deine Liebe will ich ehren/ und in mir dein Lob vermehren,/ weil ich fuͤr und fur/ bleiben werd in dir. 6. Zeld aus Davids Stamm,/ deine Liebesflamm/ mich ernähre und verwehre,/ daß die Welt mich nicht versehre,/ ob sie mir auch gram,/ Seld aus Davids Stamm. 7. Deinen Frieden gib/ aus so großer Lieb/ uns, den Deinen, die dich kennen/ und nach dir sich Christen nennen;/ denen du bist lieb,/ deinen Frieden gib! 8. Wer der Welt abstirbt,/ sich mit Ernst bewirbt,/ dir zu leben und zu trauen,/ der wird bald mit Freude schauen,/ daß niemand verdirbt,/ der der Welt abstirbt. 9. Nun ergreif ich dich,/ du mein ganzes Ich;/ ich will nimmermehr dich lassen,/ sondern gläubig dich umfassen,/ weil im Glauben ich/ nun ergreife dich. 10. Hier durch Spott und Zohn,/ dort die Ehrenkron;/ hier im Zoffen und Vertrauen,/ dort im Saben und im Schauen;/ denn die Ehrenkron/ folgt auf Spott und Hohn. II. Jesu, hilf, daß ich/ allhier ritterlich/ alles durch dich uͤberwinde/ und in deinem Sieg empfinde,/ wie so ritterlich/ du gekämpft für mich. 12. Du mein Preis und Ruhm,/ werte Zimmelsblum!/ In mir soll nun nichts erschallen,/ als was dir nur kann ge. fallen,/ werte dimmelsblum,/ du mein Preis und Ruhm! Adam Drese, 1 J7el. 203 279 Liebe 279 Mel. Es ist das Seil uns kommen her(oder wie Nr. 280).(Vorreformatorisch.) Wittenberg 1523. H 1 1 — PPTT— 2 HBalt im Ge⸗dächtnis Jesum Christ,/ den I. Thron des Simmels kommen ist,/ dein 1+.—— + Ii Er ⸗ den 55. I wer⸗ den;/ ver⸗ giß nicht, Bei⸗land, der auf Bru⸗der da zu ** + ene ö — daß er dir zu aut/ hat an⸗ge⸗ nom⸗- men — S II.........— h ——— 0 Fleisch und Blut;/ dank ihm fuͤr die ⸗ se Lie“⸗ bel 2. Salt im Gedächtnis Jesum Christ,/ der für dich hat ge⸗ litten/ und dir, da er gestorben ist,/ am Kreuz das Seil er— stritten. Besieget hat er Sünd und Tod/ und dich erlöoͤst aus aller Not;/ dank ihm für diese Ciebel 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ,/ der auch am dritten Tage/ siegreich vom Tod erstanden ist,/ befreit von Not und Plaͤge;/ bedenke, daß er Fried gemacht,/ das Leben wieder hat gebracht;/ dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ,/ der nach den Ceidenszeiten/ gen Zimmel aufgefahren ist,/ die Stätt dir zu bereiten,/ da du sollst bleiben allezeit/ und sehen seine Herrlichkeit;/ dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ,/ der einst wird wiederkommen/ und sich, was tot und lebend ist,/ zu richten vorgenommen. /O sorge, daß du da bestehst/ und mit ihm in sein Reich eingehst,/ ihm ewiglich zu danken. 29⁴ Liebe 280 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann/ mit wahrem Glauben fassen/ und nie, was du an mir getan,/ mög aus dem Serzen lassen,/ daß dessen ich in aller Wot/ mich troͤsten mag und durch den Tod/ zu dir ins CLeben dringen. Cyriakus Günther, + J704. 28⁰ mel. Mun freut euch, lieben Christen gmein. Wittenberg 1524. 2 —..— ö—— SE +. e t r —.— e..r..— O Liebesglut, wie soll ich dich/ mit Co⸗be wür⸗dig In dei⸗ne Tie⸗fen will ich mich, /o vol⸗le See, ver⸗ I — A ren Es flammet SGottes Herrlichkeit, /es brennt die —— uu +2— ———— ganze E⸗wigkeit:/ bleibt noch mein derz er ⸗ kal ⸗ tet? 2. O Liebe, die Gott seinen Sohn/ aus seinem Schoß ge— nommen./ Er ist von dem gestirnten Thron/ zu uns herab— gekommen;/ sein Mangel, Knechtschaft, Rreuz und Grab/ sind uns ein Bild, zu malen ab,/ wie stark Gott lieben könne. 3. Hör auf zu grübeln, glaub allein!/ Rannst du dies Meer nicht gründen,/ so wirf dich blindlings nur hinein/ mit allen deinen Sünden;/ laß dem das Berze sein ge⸗ währt,/ der dir sein Serz hat ausgeleert;/ gib Serz für Herz zum Gpfer. 4. O liebster Vater, nimm es hin!/ Gib Rraft, um dich zu lieben;/ Serz und Begierden, Mut und Sinn/ sei dir hier⸗ mit verschrieben;/ brenn aus das Feuer böser Cust,/ laß ewig nichts in dieser Brust/ als deine Ciebe glühen. Sriedr. Adolf Lampe, I729. 295 .. 281 Liebe Mel. O fröhliche Stunden. 281 Thomas Selle, I655. 2 1+.——.—— F———᷑˙U—.— 2—— —= 88 J. G Ur⸗sprung des Le⸗bens,/ oe· wi ⸗ ges 1·——.——— ————03 60 0— 424 .— 95—— é— Licht,/ da nie ⸗mand ver⸗ge⸗bens/ sucht, was ihm ge— 1———H4 ö„—..— +.— SSSISIIIITTIAII..... —.—.— 1— 1—.— hel ⸗le/ sich aus seinem hei li⸗gen Tem ⸗pel er⸗ 2 1 —. + gießt/ und in die be⸗ gie ⸗ri⸗gen See⸗len ein ⸗fließt. 2. Du sprichst:„Wer begehret/ zu trinken von mir,/ was ewiglich nähret,/ der komme; allhier/ sind himmlische Gaben,/ die kräftiglich laben; /er trete im Glauben zur Quelle heran;/ hier ist, was ihn ewig beseligen kann.“ 3. Mein Sirt und mein Hüter,/ ich komme zu dir,/ ge⸗ währe die Güter/ des Seiles auch mir;/ du kannst dein Versprechen/ mir Armen nicht brechen;/ du siehest, wie elend und dürftig ich bin,/ drum gib deine Gaben aus Gnaͤden nur hin. 4. O Brunngquell, du labest/ Geist, Seele und Mut,/ und wen du begabest,/ hat ewiges Gut;/ wenn man dich ge— nießet,/ wird alles versüßet;/ es jauchzet und singet das fröhliche Zerz,/ es weichet zurücke der bittere Schmerz. 5. Drum gib mir zu trinken,/ wie dein Wort verheißt,/ laß gänzlich versinken/ den sehnenden Geist/ im Meer deiner CLiebe,/ laß heilige Triebe/ mich immerfort treiben zum Himmlischen hin;/ es werde mein Herze ganz selig darin. 290 iebe 6⁵5⁵. 27 1, HDD“ I — E Liebe 282 6. Wenn du auch vom Leiden/ was schenkest mit ein,/ so laß mich mit Freuden/ gehorsam dir sein;/ denn alle die, welche/ mittrinken vom Relche,/ den du hast getrunken im Ceide allhier,/ die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Drum laß mich auch werden,/ mein Jesu, erquickt,/ da, wo deine Herden/ kein CLeiden mehr drückt,/ wo Freude die Fülle,/ wo liebliche Stille,/ wo Wonne und Jauchzen, wo Serrlichkeit wohnt,/ wo heiliges Leben wird ewig be— lohnt. Christ. Jakob Roitsch, + 1735. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Johann Crüger, J649. 1 1 +..—.—..—.— 1 + AEE Beiland, dei⸗ ne Men⸗schenlie be/ war die Quel⸗le I. die dein treu⸗ es Serz be⸗wo⸗gen,/ dich in un ⸗ ser DDDDE- ———— II dei⸗ ner Trie⸗be, Fleisch ge 30· gen, dich ...... are ů D.—2 — dich vom Kreuz ins Grab ge⸗strek⸗ket./ O der un⸗ge⸗ x + —.— ö x ö En =.——4 2— 2— ᷣIIII— mei⸗nen Trie be/ dei⸗ ner treuen Menschen⸗lie-bel 2. über seine Feinde weinen,/ jedermann mit Silf er— scheinen,/ sich der Blinden, Lahmen, Armen/ mehr als väterlich erbarmen,/ der Betrübten RKlagen hören,/ sich in andrer Dienst verzehren,/ sterben für die ärgsten Sünder,/ das ist Lieb, o Menschenkinder! 3. O du Zuflucht der Elenden,/ wer hat nicht von deinen Zänden/ Segen, Silf und Seil genommen,/ der gebeugt zu 2097 283 CLiebe dir gekommen! /O wie ist dein Herz gebrochen,/ wenn dich Rraͤnke angesprochen!/ O wie pflegtest du zu eilen,/ das Erbetne mitzuteilen. 4. Die Betrübten zu erquicken,/ zu den Kleinen sich zu bücken,/ die Unwissenden zu lehren,/ die Verführten zu be⸗ kehren,/ Sünder, die sich selbst verstocken,/ täglich lieb⸗ reich zu sich locken:/ das war deines Werkes Weise,/ Herr, und deine liebste Speise. 5. Deine Lieb hat dich getrieben,/ Sanftmut und Ge— duld zu üben, /ohne Schelten, Drohen, Rlagen/ andrer Schmach und Last zu tragen,/ allen freundlich zu begegnen,/ für die CLästerung zu segnen,/ für der Feinde Schar zu beten/ und die Mörder zu vertreten. 6. O wie hoch stieg dein Erbarmen,/ daͤ du für die ärmsten Armen/ dein unschätzbar teures Leben/ in den ärgsten Tod gegeben;/ da du in der Sünder Händen,/ alle Ceiden zu vollenden/ und den Segen zu erwerben,/ als ein Fluch haͤst wollen sterben! 7. Berr, laͤß deine Liebe decken/ meiner Sünden Meng und Flecken;/ du hast das Gesetz erfüllet,/ seinen Fluch haͤst du gestillet;/ laß mich wider dessen Stürmen/ deiner Liebe Schild beschirmen;/ heilge meines Herzens Triebe,/ salbe sie mit deiner Liebe. Joh. Jakob Rambach, 1 1735. 283 Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen(Nr. 3og oder wie Nr. 494½). J. Cebst du in mir, o wahres Ceben,/ so sterbe nur, was du nicht bist;/ ein Blick von dir kann mehr mir geben,/ als was der Welt das Liebste ist. /O Jesu, du sollst mein ver— bleiben,/ nichts wird mich von der Liebe treiben,/ die du mir zugesaget hast./ O süße Wonne, die mich tränket,/ wenn sich die Seel in dich versenket/ und dich, o Seelen— freund, umfaßt. 2. Berz, das in Ciebesglut gestorben,/ ach laß mein Serz in Flammen stehn;/ entzünd das Herz, das du erworben,/ und laß darinnen untergehn,/ was du nicht bist, o mein Vergnüͤgen;/ laß mich in deiner Kiebe siegen,/ ja siege du 298 Liebe 284 nur selbst in mir:/ so werd ich froͤhlich triumphieren,/ so wird dein Todessieg mich zieren,/ so leb und leid und sterb ich dir. 3. Jünd auch in mir die Ciebesflammen/ zum Dienste deiner Glieder an;/ bind mich und ihre Not zusammen,/ damit ich mich versichern kann,/ ich sei also wie du ge— sinnet,/ wenn mein Geist die Gestalt gewinnet,/ die deinem Sinn recht ähnlich ist;/ so werd ich Freund und Feinde lieben,/ so wird ihr Kummer mich betrüben,/ wie du mir vorgegangen bist. 4. Gib mir des Glaͤubens Licht und Kräfte,/ damit er wahre Früchte zeigt,/ mach mich zur Rebe voller Säfte, die sich nach dir, dem Weinstock, neigt;/ du bist der Fels, auf den ich baue,‚/ du bist mein Seiland, dem ich traue,/ du bist des Glaubens fester Grund./ Wenn sich die Zweifelsstunden finden,/ so laß die Zilfe nicht verschwinden/ und mach den kranken Geist gesund. 5. Hilf, daß die Soffnung nicht erlieget,/ und daß dein Rreuz ihr Anker ist;/ gib, daß sie alle Angst besieget/ durch dich, der du mein Alles bist. Die Welt mag auf das Eitle bauen,/ ich aber will auf dich nur schauen,/ o Jesu, meiner Hoffnung Licht;/ ich will dich stets in Cieb umfassen,/ dich, der du mich nicht wirst verlassen,/ denn deine Ciebe wanket nicht. 6. Willst du mich noch im CLeben wissen,/ so leb ich, weil es dir beliebt;/ werd ich vom Tode hingerissen,/ so bin ich gleichfalls nicht betruͤbt;/ dein Ceben laß stets in mir leben,/ dein Sterben laß mir Stärke geben,/ wenn meines Cebens ziel erscheint./ Ich will dir meinen Willen schenken,/ ich will im Tod und Leben denken,/ daß du es gut mit mir gemeint. Phil. Balthasar Sinold, 4 1742. 70 Nun sich der Tag geendet hat. Dresden J667. 143 .— x an TAI— J. Der du noch in der letz⸗ten Nacht,/ eh 299 Liebe 285 du für uns berblaßt, Sen Dei⸗ nen von der Lie ⸗be Macht/ so schön ge⸗ pre⸗ digt haͤst: 2. Erinnre deine kleine Schar,/ die sich so leicht ent⸗ zweit,/ daß deine letzte Sorge war/ der Glieder Einigkeit. Mikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf, + 1760. Mel. Alles ist an Gottes* 28 5 Frankfurt a. M. I738. + 1 J. + J. Wun so will ich denn mein Le⸗ben/ völ=lig — mei⸗ nem Gott er⸗ ge⸗ben;/ nun. 15 an, es 15 e 1 . ö td. schehn;/ Sünd, ich will von dir nicht hö⸗ren;/ Welt, ich 1—— ——— will mich von dir keh⸗ren,/ oh⸗ne je zu⸗rück⸗zu⸗sehn. 2. Hab ich sonst mein Herz geteilet,/ hab ich hie und da verweilet: endlich sei der Schluß gemacht,/ meinen Willen ganz zu geben,/ meinem Gott allein zu leben,/ ihm zu dienen Tag und Nacht. 3. Herr, ich opfre dir zur Gabe/ all mein Liebstes, das ich habe;/ schau, ich halte nichts zurück;/ schau und prüfe Berz und Nieren;/ solltest du was Falsches spüren,/ nimm es diesen Augenblick. 3⁰⁰ III be Liebe 286 4. Ich scheu keine Müh und Schmerzen;/ grundlich und von ganzem Berzen/ will ich folgen deinem Zug./ Rann ich stetig und in allem/ deinen Augen nur gefallen,/ ach so hab ich ewig gnug. 5. Eines will ich nur betrachten/ und nicht wissen, noch drauf achten,/ was sonst draußen mag geschehn;/ fremd der Welt und ihren Sorgen/ will ich hier, in dir verborgen,/ als ein wahrer Pilger gehn. 6. Dich allein will ich erwählen;/ alle Kräfte meiner Seelen/ nimm nur ganz in deine Macht;/ ja, ich will mich dir verschreiben,/ laß es ewig feste bleiben,/ was ich dir hab zugesagt. Gerhard Tersteegen, T I769. 286 mel. Was Sott tut, das ist wohlgetan. Severus Gastorius, 168J. * Dich, Je⸗sum, laß ich e⸗wig nicht;/ dir bleibt mein du kennst dies Serz, das redlich spricht:/ nur Ei⸗nem rz er⸗ ge⸗ben; 1 0 165 ben Du, du al⸗lein,/ du sollst es sein;/ du —— x— +. Be, den urt EEE— E sollst mein Trost auf Erden,/ mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht;/ ich halte dich im Glauben! /Nichts kann mir meine Zuversicht/ und deine Gnade rauben./ Der Glaͤubensbund/ hat festen Grund;/ die deiner sich nicht schämen,/ die kann dir niemand nehmen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht;/ aus göttlichem Er⸗ barmen/ gingst du fuͤr Sünder ins Gericht/ und bůßtest fůr mich Armen./ Aus Dankbarkeit/ will ich allzeit/ um deines Ceidens willen/ die Pflicht der Treu erfüllen. 301 287 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht;/ du staͤrkest mich von oben./ Auf dir steht meine Juversicht,/ wenn meine Feinde toben. /Ich flieh zu dir,/ du eilst zu mir;/ wenn mich die Feinde haͤssen,/ wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht;/ nichts soll von dir mich scheiden./ Es bleibet jedes Gliedes Pflicht,/ mit seinem Haupt zu leiden./ Doch all mein Leid/ währt kurze Zeit;/ bald ist es überstanden,/ und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht;/ nie soll mein Glaube wanken;/ und wenn des Leibes Hütte bricht,/ sterb ich mit dem Gedanken:/ mein Freund ist mein,/ und ich bin sein;/ er ist mein Schatz und Tröster,/ und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich, 1780. 287 Mel. Serr, ich habe mißgehandelt(oder wie Nr. 53). Johann Crüger, J649. 9 Liebe ——5 ——..I.III.... ...—— 1. x Seid barm ⸗her⸗zig, Men⸗schen, hö⸗ ret,/ das uns Je⸗ sus Chri⸗stus leh⸗ret:/ x— ů V2. 1 ——————.—.——— d aererer,.. hört das hei⸗-lig⸗ste Ge⸗bot, „Seid barm⸗ her⸗zig, seids wie Gott; .—. — Z—. 1=, euch ge⸗ ge⸗ben,/ was euch not ist, Seil und Ce⸗ben.“ 2. So viel Menschen, so viel Bruͤderl/ Ein Gott ists, der uns erschuf./ Wir sind alle Christi Glieder;/ allgemein ist Gottes Ruf./ So den Bösen, wie den Seinen/ laßt der Berr die Sonne scheinen. 3. Gottes Bild in euch zu sehen,/ seid barmherzig, so wie er;/ eilt, den Armen beizustehen;/ was ihr gebt, empfängt der Herr./ Weiß es Gott und dein Gewissen,/ darfs die linke Hand nicht wissen. oebt, so wird aͤuch 30½ Mel. Liebe 288 4. Was ihr habt, mit Armern teilen,/ sehn, was jedem frommt und nützt,/ des Verlaßnen Wunden heilen,/ schůtzen den, den niemand schůtzt,/ ohne Stolz, von Pflicht gedrungen,/ heißt: nach Ruhm bei Gott gerungen. 5. Herr, wir geben von dem Deinen,/ Geber, dem der Dank gebührt!/ LCaß, wenn unsre Bruͤder weinen,/ unser Zerz nie ungeruhrt;/ daß, wenn wir zu dir uns nahen,/ wir auch Silf und Trost empfahen! Theod. Gottlieb v. Sippel, I IVos. 288 mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Georg Neumark, I657. *.— ö—.—— — ö—— ö niinr Vin Leren Enn —..— ISSS— Du Va⸗ ter dei⸗ ner Menschen⸗kin⸗der,/ Vund des⸗sen Serz auch ge⸗gen Sün:der/ REE der du die Cie⸗be sel⸗ber bist, noch gůͤ⸗tig und voll Mit⸗leid ist, leß mieh on enen ...... reterd, S.S.............. Zer⸗ zen dein,/ laß michs mit al⸗len Rräf⸗ten sein! 2. Gib, daß ich als dein Rind dich liebe,/ da du mich als ein Vater liebst,/ und so gesinnt zu sein mich uͤbe,/ wie du mir selbst die Vorschrift gibst!/ Was dir gefällt, gefall auch mir;/ nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3. Vertilg in mir durch deine Ciebe/ den Hang zur Liebe dieser Welt/ und gib, daß ich Verleugnung uͤbe‚,/ wenn mir was Eitles noch gefällt./ Wie sollte ich die Rreatur dir vorziehn, Schöpfer der Naturl 4. Caß mich um deiner Liebe willen/ gern tun, was mir dein Wort gebeut!/ Raͤnn ichs nicht, wie ich soll, erfuͤllen,/ so sieh auf meine Willigkeit/ und rechne mir nach deiner Zuld/ die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld! 3⁰³ 289 Liebe S. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden/ das tut, was dir, o Gott, mißfällt;/ drum laß es mich mit Ernst ver⸗ meiden,/ gefiel es auch der ganzen Welt./ Die kleinste Sünde selbst zu scheun,/ laß, Vater, mich beflissen sein. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden,/ was mir dein weiser Rat bestimmt;/ du führst durch Trübsal den zu Freuden,/ der seine Cast gern aͤuf sich nimmt;/ und wer sein Ceben weislich nützt,/ wird mächtig von dir unterstützt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben,/ dann wird selbst Sterben mein Gewinn;/ dann werd ich deinen Zimmel erben,/ wo ich dir ewig nahe bin./ Da lieb ich in Voll—⸗ kommenheit/ dich, Vaͤter der Barmherzigkeit. Mach Benjamin Schmolck, 4 1737, von Samuel Diterich, 4 1797. 289 Mel. Nun sich der Tag geendet hat. Dresden J667. 4 7 é x x ö SEEEE dei⸗ ner Tüů»re stehn,/ merk auf, ob nicht in E 0 ih ⸗rer Zahl/ der Serr sei un„ge⸗ sehn. 2. Und wenn ihr matter Ruf so bang /erschaͤllt zu dir herein,/ horch auf, ob seiner Stimme Klaͤng/ nicht möchte drunter sein. 3. O nicht so fest und eng verschließ/ die Türen und das Berz; /ach wer den Heiland von sich stieß,/ was träfe den für Schmerz! J. Drum reiche mild der Liebe Joll/ dem Dürftigen hinaus/ und öffne gern und mitleidsvoll/ dem Flehenden dein Haus. 30⁴ Liebe 29⁰ 5. Denn ehe du dich wirst versehn,/ wird dein Herr Jesus Christ/ hinein zu deiner Tuͤre gehn,/ weil sie so gastlich ist. 6. Und ehe du ihn noch erkannt,/ der arm erschien vor dir,/ erhebt er seine heilge dand/ zum Segen fuͤr und fuͤr; 7. Zum Segen über deinen Tisch/ und uͤber all dein Gut/ und üͤber deine Kinder frisch/ und deinen frohen Mut; 8. Jum Segen uͤber deine Zeit,/ die du hienieden gehst,/ und über deine Ewigkeit,/ wo du dort oben stehst; 9. Dort oben, wo er dann die Tür/ dir auf mit Freuden tut,/ wie ihm und seinen Brüdern hier /du tatst mit frommem Mut. wilhelm Sey, + 1854. 29⁰ Mel. Zesu, meines Lebens Leben. Christoph Anton, I65J. —π——— ö x 0—— ———.— 2 wWenn auch wie ein Psal⸗ter klän⸗ge/ mei⸗ne Re de ja, wenn meine Zun-ge saͤn⸗ge/ En· geln gleich in ö 2*— 2.———— .—'— 5 D fromm und schön, ů„ 4 ö im⸗mels hoͤhn: hätt ich kei · ne Lieb im Ber-zen,/ SSS ach so wär ich gleich den Er · zen,/ gleich der Schelle, dnn ren.— E— —.— die er⸗klingt,/ doch kein Le⸗ ben hat noch bringt. 2. Wenn ich mit Prophetenklarheit/ schon die Jukunft säh erfuͤllt;/ wenn mir fund wär alle Wahrheit,/ kein Ge⸗ heimnis mehr verhüllt;/ wenn ich jenen Glauben hätte,/ der versetzt der Berge Stätte:/ ach das alles hilft mir nicht,/ wenns an Liebe mir gebricht. 3. Wenn ich alle meine Habe/ teilte den Bedürftgen aus/ und den Greis am Bettelstabe/ gastlich fuͤhrte in mein 305 291 Baus;/ wenn ich, Christum zu bekennen,/ meinen Leib selbst ließe brennen:/ ach das alles hilft mir nicht,/ wenns an Liebe mir gebricht. 4. Ciebe, Liebe ist die Krone,/ die den Baum des Glaubens schmückt,/ dran man, dank dem Gottessohne,/ seiner Liebe Früchte pflückt./ O welch edle Tugendblüte/ ziert das liebende Gemüte:/ Cangmut, Freundlichkeit, Ge⸗ duld,/ Demut, Sanftmut, Güt und Suld! 5. Und wie herrlich ist die Ciebe!/ Ewig hört sie nimmer auf;/ da sonst nichts ist, das da bliebe,/ das nicht schlösse seinen Cauf./ Sprach und Weissagung vergehen,/ Glaub und Hoffnung wird zum Sehen;/ alles währet seine Zeit,/ Ciebe bleibt in Ewigkeit. 6. Herr, mein Gott, du bist die Liebe,/ bist der Liebe Quell allein!/ Sauche deines Geistes Triebe/ mir auch tief ins Herz hinein./ O daß ich doch in der Liebe/ bis zum letzten Atem bliebe; /Jesu, so bleib ich in dir,/ und du ewiglich in mir! Adolf Stöber, T 1892. Gebet 291 Leipzig I539. Gebet 8.—— reich, /der du uns al⸗le hei⸗ßest gleich/ —— xů——— ů . Bru⸗der sein und dich ru⸗fen an/ und willst, daß ö—.— ů ö———.— ————.———— 27 0.— werd Ge⸗ bet ge⸗tan:/ gib, daß nicht bet al⸗ 306 *— 2 + — W. — Fünt Gebet 291 1 24 1 F— ꝛ— + lein der Mund,/ hilf, daß es geh von Ber-zensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein;/ dein Wort bei uns hilf halten rein,/ daß wir auch leben heiliglich,/ nach deinem RNaͤmen wurdiglich;/ behůt uns, Serr, vor falscher CLehr,/ das arm verfüͤhrte Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit/ und dort hernach in Ewigkeit;/ der heilge Geist uns wohne bei/ mit seinen Gaben mancherlei;/ des Satans Zorn und groß Gewalt/ zerbrich; vor ihm dein Xirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Serr Gott, zugleich/ auf Erden wie im Himmelreich;/ gib uns Geduld in Leidenszeit,/ ge⸗ horsam sein in Lieb und Leid/ und wehre allem Fleisch und Blut,/ das wider deinen Willen tut. 5. Gib uns heut unser täglich Brot/ und was man braucht zur Ceibesnot;/ behůt uns vor Unfried und Streit,/ vor Seuchen und vor teurer Zeit,/ daß wir in gutem Frieden stehn,/ der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unsre Schuld vergib uns, Serr,/ daß sie uns nicht betrübe mehr,/ wie wir auch unsern Schuldigern/ ihr Schuld und Fehl vergeben gern;/ zu dienen mach uns all bereit/ in rechter Cieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht,/ wenn uns der boͤse Geist anficht;/ zur linken und zur rechten Sand/ hilf uns tun starken Widerstand,/ im Glauben fest und wohl gerüst/ und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem übel uns erlös,/ es sind die eit und Tage bös;/ erlös uns von dem ewgen Tod/ und tröst uns in der letzten Not;/ bescher uns auch ein selig End,/ nimm unsre Seel in deine Händ. 9. Amen, das ist, es werde wahrl!/ Stärk unsern Glauben immerdar,/ auf daß wir ja nicht zweifeln dran,/ es sei die Bitte wohlgetan;/ auf dein Wort, in dem Wamen dein:/ so sprechen wir das Amen fein. Miartin Lutber,fls4e. 307 Gebet 292 Wittenberg 1535. 5— din n... 2 ,n, n virn rninen. — ruf zu dir, Serr Je⸗su Christ,/ ich bitt, er⸗ Ver⸗leih mir Gnad zu die ⸗ ser Frist,/ laß mich doch — N 1 — +—.—.— e, I e e nenn , en,. hör mein e nicht ver za⸗ gen. Den rech⸗ten Weg, o Serr, al⸗ 575— ö——— —..——. ö.— +—.— E 5 lein,/ den wol⸗lest du mir ge⸗ben,/ dir zu le ⸗ben,/ dem EEE—— SSS.I... Nãchsten nütz zu sein,/ nach dei nem Reich zu stre⸗ben. 2. Ich bitt noch mehr, o Serre Gott,/ du kannst es mir wohl geben:/ daß ich nicht wieder werd zu Spott;/ die Zoff⸗ nung gib daneben,/ voraus, wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög vertrauen/ und nicht bauen/ auf all mein eignes Tun,/ sonst wird michs ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Serzensgrund/ den Feinden mög vergeben;/ verzeih mir auch zu dieser Stund,/ schaff mir ein neues CLeben./ Dein Wort mein Speis laß allweg sein,/ damit mein Seel zu nähren,/ mich zu wehren,/ wenn Un⸗ glück geht daher,/ das mich moͤcht von dir kehren. 4. Caß mich nicht Cust noch Furcht von dir/ in dieser Welt abwenden. Getreusein bis ans End gib mir,/ du hasts allein in Sänden,/ und wem dus gibst, der hats um— sonst;/ es mag niemand ererben,/ noch erwerben/ durch Werke deine Gnad,/ die uns erlöst vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb;/ hilf, o Serr Christ, dem Schwaͤchen!/ Von deiner Gnad allein ich leb,/ du kannst mich stärker machen./ Kommt nun Anfechtung und Gefahr,/ wollst du mich nicht verlassen,/ fest mich fassen,/ behüten immerdar. Ich weiß, du wirsts nicht lassen. 1529 3⁰0⁸ Gebet 293 293 4.2 In dich hab ich gehoffet.(5. Jahrhundert.) Straßburg J560. —— ö ö . I. Auf dich hab ich ge⸗hoffet, Herr,/ hilf, daß ich nicht zu⸗ IEE.— schanden werd,/ noch e wig⸗lich zu Spot ⸗ te./ Das bitt ich ——ꝛ— 41 —.—— II — —.— 5 4 2. 29 IIIIIIIII dich:/ er ⸗ hal · te mich/ dir treu, dir, meinem Got⸗ te. 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir,/ erhör mein Bitt, tritt du herfür,/ eil, bald mich zu erretten./ In Angst und weh/ ich lieg und steh;/ hilf mir in meinen Vöten. 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei,/ sei meine Burg, darin ich frei/ und ritterlich mög streiten,/ ob mich bedräng'/ der Feinde Meng/ hier und auf allen Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort,/ mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort,/ mein Hilf, mein HZeil, mein Leben,/ mein starker Gott/ in aller Wot:/ wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt oft zugericht't,/ viel Lug und Trug und falsch Gedicht,/ viel Netz und heimlich Stricke;/ nimm meiner wahr,/ Serr, in Gefahr;/ behůt vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir;/ mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir,/ nimm mich in deine Bändel/ O wahrer Gott,/ aus aller Wot/ hilf mir am letzten Ende. 7. Cob, Ehre, Preis und Serrlichkeit/ sei Vater, Sohn und Geist bereit!/ CLobt Gottes heilgen Namen!/ Die goͤttlich Kraft/ mach uns sietbaft/ durch Jesum Christum! Amen. Adam Reißner, um 1575. 3⁰ Gebet 294 Straßburg 1525. Berr, wie du willst, so schicks mit mir/ im Al⸗lein zu dir steht mein Be⸗gier,/ laß ———.—5.— ö 1— mn m, i D e d. enen i mn— —..— 2—+2.——— LCTe⸗ ben und im Ster⸗ben! mich, Herr, nicht ver⸗ der⸗ben. — 2, Er halt mich nur in — +. — 2 —3— dei ner Huld,/ sonst wie du willst; gib mir Ge⸗ 5., 4 duld,/ denn dein Will ist der be ste. 2. ZJucht, Ehr und Treu verleih mir, Serr,/ und Lieb zu deinem Worte;/ behüt mich, Serr, vor faͤlscher Lehr/ und gib mir hier und dorte,/ was dient zu meiner Seligkeit;/ wend ab all Ungerechtigkeit/ in meinem ganzen Cebenl 3. Soll ich einmal nach deinem Raͤt/ von dieser Welt ab⸗ scheiden,/ verleih mir, Serr, nur deine Gnad,/ daß es gescheh mit Freuden./ Mein Leib und Seel befehl ich dir;/ o Herr, ein selig End gib mir/ durch Jesum Christum. II Amen. Ra spar Bienemann, I59J. Mel. Serzlich tut mich verlangen. 295 Zans Leo Saßler, J60I. ͤͤͤͤͤͤ. 2 —— 11 ö—.——— 12*.—2.—..‚.‚.eD‚..— △◻—3—3 2—7—3— 19 65 mich dein sein und blei⸗ben,/ du treu⸗ er Von dir laß mich nichts trei⸗ben,/ halt mich bei 310 Gebet 296 — 2. DE— Gott und Serrl Peia neh Lohr. Berr laß mich nur nicht 5, 2—. ——— — — wan ⸗ken,/ gib mir Be⸗ stän ⸗dig⸗keit;/ da⸗ für will —.— ö V —.———.———— x ö H ————.— ö— H 2—.—. + ö——Sll 2 ich dir dan ⸗-ken/ in al le E· wig⸗keit! Mikolaus Selnecker, 1 1592. 2—8 wie Nr. 300o.) 296 Meiningen J693. +. +.. — winr ....— O Gott, du frommer Gott,/ du Brunnquell guter ohn den nichts ist, was ist,/ von dem wir al ⸗les in SSS...... ded] ee.Pn-oenAea 31— ha⸗ben, sun ⸗den Ceib gib mir,/ und daß in sol .I—.—. 1— chem Leib/ ein unver⸗ letz⸗te Seel/ und rein Gewissen bleib. 2. Gib, daß ich tu mit Fleiß,/ was mir zu tun gebuͤhret,/ wozu mich dein Befehl/ in meinem Stande fuͤhret; /gib, daß ichs tue bald,/ zu der Zeit, da ich soll,/ und wenn ichs tu, so gib,/ daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets,/ womit ich kann bestehen,/ laß kein unnützes Wort/ aus meinem Munde gehen;/ und wenn in meinem Amt/ ich reden soll und muß,/ so gib den Worten Kraft/ und Nachdruck ohn Verdruß. 3II 297 4. Findt sich Gefährlichkeit,/ so laß mich nicht ver⸗ zagen;/ gib einen Heldenmut,/ das Kreuz hilf selber tragen;/ gib, daß ich meinen Feind/ mit Saͤnftmut über⸗ wind/ und, wenn ich Rat bedarf,/ auch guten Rat erfind. 5. Caß mich mit jedermann/ in Fried und Freundschaͤft leben,/ so weit es christlich ist;/ willst du mir etwas geben/ an Reichtum, Gut und Geld,/ so gib auch dies dabei,/ daß von unrechtem Gut/ nichts untermenget sei. 6. Sollt ich auf dieser Welt/ mein Leben hoͤher bringen,/ durch manchen sauren Tritt/ hindurch ins Alter dringen,/ so gib Geduld; vor Sünd/ und Schanden mich bewahr,/ auf daß ich tragen mag/ mit Ehren graues Saar. 7. Caß mich an meinem End/ auf Christi Tod ab⸗ scheiden;/ die Seele nimm zu dir/ hinauf zu deinen Freuden;/ dem Leib ein Räumlein gönn/ bei frommer Christen Grab,/ auf daß er seine Ruh/ an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst/ an jenem Tag erwecken,/ so woll auch deine Sand/ zu meinem Grab ausstrecken;/ laß hören deine Stimm,/ erwecke mein Gebein/ und führ mich schön verklärt/ in deinen Zimmel ein. Johann Seermann, 1 1647. Gebet 297 Mel. Da Christus geboren war(Nr. 4I0). J. Zweierlei bitt ich von dir,/ zweierlei trag ich dir fuͤr,/ dir, der alles reichlich gibt,/ was uns dient und dir beliebt;/ gib mein Bitten, das du weißt,/ eh ich sterb und sich mein Geist/ aus des Leibes Banden reißt. 2. Gib, daß ferne von mir sei/ Lügen und Abgötterei;/ Armut, so die Maße bricht,/ großen Reichtum gib mir nicht;/ allzuarm und allzureich/ ist nicht gut, stürzt beides gleich/ unsre Seel ins Sündenreich. 3. Caß mich aber, o mein Heil,/ nehmen mein bescheiden Teil/ und beschere mir zur Wot/ hier mein täglich Bißlein Brot;/ ein klein wenig, da der Mut/ und ein gut Gewissen ruht,/ ist fürwahr ein großes Gut. 31² ebet ver⸗ elber über⸗ find. chaft oen/ daß en,/ en, hr,/ ab⸗ inen imer hab. so Haß führ 1647. ůͤr,/ bt;/ nein Eei;/ mir eides iden zlein issen Gebet 298 4. Sonst wohl moͤcht im Überfluß/ ich empfinden Über⸗ druß,/ dich verleugnen, dir zum Spott/ fragen: wer ist Serr und Gott?/ Denn das Serz ist Frechheit voll,/ weiß oft nicht, wenn ihm ist wohl,/ wie es sich erheben soll. 5. Wiederum, wenns stehet bloß/ und die Armut wird zu groß,/ wirds leicht untreu, stiehlt und stellt /nach des Nächsten Gut und Geld,/ tut Gewalt, braucht Räͤnk und List,/ ist mit Unrecht ausgeruͤst't,/ fragt gar nicht, was christlich ist. 6. Ach mein Gott, mein Schatz, mein Licht,/ dieses beides ziemt mir nicht;/ beides schändet deine Ehr,/ beides stürzt ins Zöllenmeer./ Drum so gib mir Hüll und Füll/ also, wie dein Serze will,/ nicht zu wenig, nicht zu viel. Paul Serhardt, 4 I676. 298 Darmstadt J698. 1——— 12—— 1 ꝗSPIPSPIPIPIPIIIIII.. I. Sieh, hier bin ich,/ Eh⸗ren⸗ko⸗nig,/ le ⸗ ge mich vor 1 — 1 ů 22— + 1H— 2 2.—0. L n dei⸗ nen Thronz/ schwa⸗ che Tränen,/ kindlich Seh⸗=nen/ 1 1 SSISII III I .———.——— bring ich dir, du Men· schensohn./ LCaß dich fin⸗den,/ .EEEEEE laß dich fin⸗den,/ bin ich gleich nur Asch und Ton. 2. Sieh doch auf mich,/ Serr, ich bitt dich,/ lenke mich nach deinem Sinn./ Dich alleine/ ich nur meine, dein er⸗ kaufter Erb ich bin./ Caß dich finden,/ laß dich finden;/ gib dich mir und nimm mich hin! 3. Zerr, erhöre,/ ich begehre/ nichts als deine freie Gnad,/ die du gibest,/ wo du liebest,/ und man dich liebt in der Tat./ Laß dich finden,/ laß dich finden;/ der hat alles, wer dich hat. 313 299 Gebet 7. Sör, wie kläglich,/ wie beweglich/ dir die treue Seele singt,/ wie demütig/ und wehmuͤtig/ deines Kindes Stimme klingt./ Laß dich finden,/ laß dich finden;/ denn mein Herze zu dir dringt. S. Dieser Zeiten /Eitelkeiten,/ Reichtum, Wollust, Ehr und Freud/ sind nur Schmerzen/ meinem Serzen,/ welches sucht die Ewigkeit./ Caß dich finden,/ laß dich finden!/ Großer Gott, ich bin bereit. Joachim Neander, +1680. J. A. Freylinghausen, Salle 1703. 1 — e e... 150 dir, Je⸗ho⸗va, will ich sin⸗ genz/ Dir will mei⸗ Wrä Eie-der brin ⸗genz/ 1 IL——— 1 ——.— 2———.— denn wo ist doch ein sol cher Gott wie du?! ach gib mir dei⸗ nes Gei⸗stes Rraft da⸗ zu, 1— 3— E 5... daß ich es tu im Na⸗ men Ze⸗ su Christ,/ ——.— SERA XXX — DIR EIEEII. so wie es dir durch ihn ge⸗fäl⸗ lig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne,/ damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir;/ dein Geist in meinem Serzen wohne/ und meine Sinne und Verstand regier,/ daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl/ und dir darob im Serzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Söchster, solche Güte,/ so wird gewiß mein Singen recht getan,/ so klingt es schon in meinem Liede,/ und ich bet dich im Geist und Wahrheit an;/ so 314 —* s[fH Gebet 300 hebt dein Geist mein Serz zu dir empor,/ daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Dein Geist kann mich bei dir vertreten/ mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind;/ der lehret mich recht gläubig beten,/ gibt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein KRind/ und ein Miterbe Jesu Christi sei,/ daher ich Abba, lieber Vater, schrei. 5. Was mich dein Geist selbst bitten lehret,/ dem neiget sich dein gnaͤdger Wille zu,/ das wird gewiß von dir erhöͤret,/ weil ichs im Namen deines Sohnes tu,/ durch welchen ich dein Rind und Erbe bin/ und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 6. Wohl mir, daß ich dies Jeugnis habe;/ drum bin ich voller Trost und Freudigkeit/ und weiß es, alle gute Gabe,/ die ich von dir verlanget jederzeit,/ die gibst du und tust uberschwenglich mehr,/ als ich verstehe, bitte und begehr. 7. Wohl mir! Ich bitt in Jesu Namen, /nder mich zu deiner Rechten selbst vertritt;/ in ihm ist alles Ja und Amen,/ was ich von dir im Geist und Glauben bitt./ Wohl mir! Cob dir jetzt und in Ewigkeit,/ daß du mir schenkest solche Seligkeit! Bartholomäus Crasselius, T 1724. 30⁰0 Mel. O Gott, du frommer Gott(oder wie Nr. 290. S ů x 2.—.— ach füh ⸗re mich, dein Kind,/ daß ich den SSSSS..I.......... Gna⸗- den · 21 e V Lauf voll en⸗ de zu mei⸗ner Se⸗lig⸗keit;/ sei 87 301 Gebet .—— ö—..— PIPI.—————— Bort, mein Schutz;/ ach Gott, ver-laß mich nichtl 2. Ach Gott, verlaͤß mich nicht!/ Regiere du mein Wallen;/ ach laß mich nimmermehr/ in Sünd und Schande faͤllen;/ gib mir den guten Geist,/ gib Glaubens— zuversicht,/ sei meine Stärk und Rraft;/ ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaͤß mich nicht!/ Ich ruf aus Serzens— grunde;/ ach Höchster, stärke mich/ in jeder bösen Stunde;/ wenn mich Versuchung plagt/ und meine Seel anficht,/ so weiche nicht von mir;/ ach Gott, verlaß mich nichtl 4. Ach Gott, verlaß mich nicht!l/ Ach laß dich doch be— wegen,/ ach Vater, kröne doch/ mit reichem Zimmelssegen/ die Werke meines Amts,/ die Werke meiner Pflicht,/ zu tun, was dir gefällt;/ ach Gott, verlaß mich nicht! S. Ach Gott, verlaß mich nicht!/ Ich bleibe dir ergeben,/ hilf mir, o großer Gott,/ recht glauben, christlich leben/ und selig scheiden ab,/ zu sehn dein Angesicht,/ hilf mir in Not und Tod;/ ach Gott, verlaͤß mich nicht! Salomo Sranck, 1725. M* Wunderbarer Rönig. 3 0¹ Bremen J680. 4. — — 33————— IRDEEE (Seet ist ge⸗gen⸗ wär⸗tig;/ las⸗set uns an⸗ be⸗ ten/ Gott ist in der Mit⸗ten!/ Al⸗les in uns schweige/ I. 1————— Ent, miss e. w SEEEE D...—.— und in Ehrfurcht vor ihn tre⸗ ten. und sich in⸗nigst vor ihm beu⸗ge. De nennt,/ schlag die Augen nieder;/ gebt das Zerz ihm wieder. 316 Wer ihn kennt,/ wer ihn me II Gebet 302 2. Gott ist gegenwärtig,/ dem die Cherubinen/ Tag und Nacht in Demut dienen./ Beilig, heilig, heilig/ singen ihm zur Ehre/ aller Engel hohe Chöre./ Berr vernimm/ unsre Stimm,/ da auch wir Geringen/ unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig/ allen Eitelkeiten,/ dieser Erden Lust und Freuden;/ da liegt unser Wille,/ Seele, CLeib und Leben/ dir zum Eigentum ergeben;/ du allein/ sollst es sein,/ unser Gott und Herre,/ dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen,/ moͤcht ich recht dich preisen/ und im Geist dir Dienst erweisen!/ Möcht ich, wie die Engel,/ immer vor dir stehen/ und dich gegenwärtig sehen!/ Laß mich dir/ fͤr und fuͤr/ trachten zu gefallen,/ liebster Gott, in allen. 5. Geist, der alles füllet,/ drin wir sind und weben,/ aller Dinge Grund und Leben!/ Meer ohn' Grund und Ende,/ Wunder aller Wunder,/ ich senk mich in dich hinunter;/ ich in dir,/ du in mir,/ laß mich ganz verschwinden,/ dich nur sehn und finden. 6. Du durchdringest alles;/ laß mit deinem Lichte,/ Berr, berühren mein Gesichte;/ wie die zarten Blumen/ willig sich entfalten/ und der Sonne stille halten,/ laß mich so/ still und froh/ deine Strahlen fassen/ und dich wirken lassen. 7. Mache mich einfaͤltig,/ innig abgeschieden,/ sanft und still in deinem Frieden;/ mach mich reines Herzens,/ daß ich deine Xlarheit/ schauen mag in Geist und Wahrheit;/ laß mein oerz/ himmelwäͤrts/ wie ein Adler schweben/ und in dir nur leben. 8. Herr, komm in mir wohnen,/ laß den Geist auf Erden/ dir ein Heiligtum noch werden;/ komm du nahes Wesen,/ dich in mir verkläre,/ daß ich dich stets lieb und ehre;/ wo ich geh,/ sitz und steh,/ laß mich dein gedenken,/ mich in dich versenken. Gerhard Tersteegen, I769. 302 Mel. Es ist das Zeil uns kommen her.(Vorreformatorisch) Wittenberg 1523. I———.———.— IEE — 1 dei ne Guͤ⸗te reicht so weit,/ so rronst uns mit Barm⸗ her · zig ⸗ keit/ und II 317⁷ + — — H— 2— 1. D EE—— weit die Wol⸗ken Se. hey;„ I 15. eilst uns bei zu ste hen;/ Berr, — 72⁰—— —P— Wn mein Fels, mein 9010 ver⸗ nimm mein Flehn, merk .,. vi auf mein Wort;/ denn ich will vor dir be⸗ten. 2. Ich bitte nicht um Überfluß/ und Schätze dieser Erden;/ laß mir, so viel ich haben muß,/ nach deiner Gnade werden./ Gib mir nur Weisheit und Verstand,/ dich, Gott, und den, den du gesandt,/ und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm,/ so sehr sie Men⸗ schen rühren;/ des guten Naͤmens Eigentum/ laß mich nur nicht verlieren;/ mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht,/ der Ruhm vor deinem Angesicht/ und frommer Freunde Ciebe. 4. So bitt ich dich, mein Serr und Gott,/ auch nicht um langes Ceben./ Im Glücke Demut, Mut in Not,/ das wollest du mir geben./ In deiner Hand steht meine Zeit,/ laͤß du mich nur Barmherzigkeit/ vor dir im Tode finden. Christian Fürchtegott Gellert, 1769. 303 6 Wenn wir in höchsten Möten sein. Französischer Psalter, 1547. I +. 4. +. +. I.. 5,,vr. + J. Be⸗denk ich dei ne gro⸗ße r be⸗denk ich . ö n Krn. n n. tie fe Schuld,/ dann fabl ich hei⸗ 66 Allgemeine Fürbitte 304 1— +— 4 12— ö—.—— ÿE—— ——..—— ——— 0. —— Scham und Reu⸗e/ und preis in De⸗mut dei ne Buld. 2. Ich bin nur Staub, aus Staub geboren,/ bin irdisch und verweslich noch/ und bin zur Serrlichkeit erkoren,/ bin himmlisch auch und ewig doch. 3. O Vater, deine große Liebe,‚,/ wie kann ein Mensch sie hier verstehn?/ Gib, daß ich mich in Einfalt uͤbe,/ den weg, den du mich führst, zu gehn. J. Gib, daß ich dir nicht widerstrebe,/ wenn Dornen meinen Pfad umziehn,/ und daß ich dir im Glauben lebe/ und nicht von dieser Erde bin. 5. Gib, daß der Erde Eitelkeiten/ mir unbewußt vor⸗ uͤbergehn,/ und daß ich mag zu allen Jeiten/ auf Jesu Kreuz und Sterben sehn. 6. Gib, daß ich nimmer moͤge schwanken,/ wenn mir der Erde Reichtum blinkt;/ laß mich von deinem Weg nicht wanken,/ wo mir am Ziel die Palme winkt. 7. Gib, daß ich dulden mag und hoffen,/ und gib mir deinen heilgen Geist,/ und zeige mir den Simmel offen,/ wenn mir der Tod das Herz zerreißt. Quise Sensel, T1876. Allgemeine Fürbitte 304 Mel. O Welt, ich muß dich lassen(Nr. 330). I. Herr, hoͤre, Zerr, erhoͤre!/ Breit deines Namens Ehre/ an allen Grten aus!/ Behuͤte alle Stände/ durch deiner Allmacht Zaͤnde,/ beschütze Rirche, Land und Baus. 2. Ach laß dein Wort uns allen/ noch ferner reichlich schallen/ zu unsrer Seelen Nutz!l/ Bewahr uns vor den Rotten,/ die deiner Wahrheit spotten,/ beut allen deinen Feinden Trutz. 3. Gib du getreue Lehrer/ und unverdroßne Hoͤrer,/ die beide Täter sein;/ auf Pflanzen und Begießen/ laß dein Gedeihen fließen/ und Früchte reichlich ernten ein. I 319 305 Allgemeine Fürbitte 4. Caß alle, die regieren,/ ihr Amt getreulich führen,/ schaff jedermann sein Recht,/ daß Fried und Treu sich müssen/ in unserm Cande küssen;/ segn' uns als dein er⸗ wählt Geschlecht. 5. Erhalt in jeder Ehe/ beim Glücke wie beim Wehe/ rechtschaͤffne Frömmigkeit!/ In Unschuld und in Tugend/ gedeihe unsre Jugend,/ zu deines Reiches Dienst bereit. 6. O Vater, wend in Gnaͤden /Rrieg, Seuche und den Schaden/ der Elemente ab!/ Bewahr des Candes Fruchte/ und mache nicht zunichte,/ was deine milde Hand uns gab. 7. Gedenke voll Erbarmen/ der Leidenden und Armen;/ Verirrte bring herein;/ die Witwen und die Waisen/ wollst du mit Troste speisen,/ wenn sie zu dir um Silfe schrein. 8. Silf als ein Arzt den Kranken,/ und die im Glauben wanken,/ laß nicht zugrunde gehn;/ die Alten heb und trage,/ damit sie ihre Plage/ geduldig mögen überstehn. 9. Die Reisenden beschütze,/ bleib der Verfolgten Stütze,/ die Sterbenden geleit/ mit deinen Engelschaͤren,/ daß sie in Frieden faͤhren/ zu Zions Freud und Serrlichkeit. J0. Wun, Herr, du wirst erfüllen,/ was wir nach deinem Willen/ in Demut jetzt begehrt;/ wir sprechen gläubig Amen/ in unsers Jesu Namen,/ so ist gewiß der Wunsch gewährt! Benjamin Schmolck, 1737. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 3 05 Frankfurt a. M. 1738. +. +. 1 R 25 J. Je⸗su, der du bist al⸗-lei⸗ ne/ Saupt und —— ů P..P.P.I...I....I.I.IIIII.III...‚. Rö⸗nig der Gemei⸗ne,/ seg ne mich, dein ar⸗mes Gliedl/ —— ö 2.——Z— ö ö 1 ä......... IIIII. Wollst mir neu en Ein⸗fluß ge⸗ben/ dei⸗ nes Geistes, 32⁰ Allgemeine Fürbitte 305 — — .I...I.......—..... dir zu le⸗ben;/ stär⸗ ke mich durch dei⸗ ne Güt. 2. Ach dein Cebensgeist durchdringe,/ Gnade, Kraft und Segen bringe/ deinen Gliedern allzumal,/ wo sie hier zer⸗ streuet wohnen/ unter allen Nationen,/ die du kennest uͤberall. 3. O wie lieb ich, Serr, die Deinen,/ die dich suchen, die dich meinen;/ o wie köstlich sind sie mir!/ Du weißt, wie michs oft erquicket,/ wenn ich Seelen hab erblicket,/ die sich ganz ergeben dir. 4. Ich umfasse, die dir dienen,/ ich verein ge mich mit ihnen,/ und vor deinem Angesicht/ wünsch ich allen tausend Segenz/ staͤrke sie in deinen Wegen,/ fuhr sie selbst zu deiner Pflicht. 5. Die in Kreuz und Leiden leben,/ stärke, daß sie ganz ergeben/ ihre Seel in deine Sand;/ laß sie dadurch werden kleiner/ und von allen Schlacken reiner,/ ganz allein in dich gewandt. 6. Caß die Deinen noch auf Erden/ ganz nach deinem Herzen werden;/ mache deine Kinder schön,/ abgeschieden, klein und stille,/ sanft, einfäͤltig, wie dein Wille,/ und wie du sie gern willst sehn. 7. Sonderlich gedenke deren,/ die es, derr, von mir be⸗ gehren,/ daß ich für sie beten soll./ Auf dein Herz will ich sie legen;/ gib du jedem solchen Segen, /wie es not; du kennst sie wohl. 8. Ach besuch zu dieser Stunde/ ihre serzen, und im Grunde/ sie erfreu in dir allein;/ zeuch mit deinen Liebeszůͤgen/ ihre Cust und ganz Vergnuͤgen/ wesentlich in dich hinein. 9. Ach du hast uns teur erworben,/ da du bist am Rreuz gestorben;/ denke, Jesu, wir sind dein!/ Halt uns fest, so lang wir leben/ und in dieser Wüste schweben;/ laß uns nimmermehr allein; 10. Bis wir einst mit allen Frommen/ dort bei dir zu⸗ sammenkommen/ und, von aͤllen Flecken rein,/ dort vor deinem Throne stehen,/ uns in dir, dich in uns sehen,/ ewig eins in dir zu sein. Gerhard Tersteegen, 4 1769. 321 306 Friede und Freude Friede und Freude 306 Mel. Lasset uns den Serren preisen. Johann Schop, 1641. — 1287 ollt ich mei⸗ nem Denn ich seh in Gott nicht sin gen,/ sollt ich al ⸗len Din⸗gen,/ wie so +. II. +. II 2 II— ihm nicht fröh- lich sein? gut ers mit mir ween Ists doch nichts als I EI lau ⸗-ter Lie⸗-ben,/ das sein treu es Ser⸗ze 1 ——— AZ ——— I——————.3 —— L—— ö — regt,/ das ohn En⸗de hebt und trägt,/ die in — II 1 x ö—.— 10 2— 22....3. 83.———5— EAEEENTEEE sei ⸗ne Zeit,/ Got tes Lieb in E⸗wig ⸗keit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder/ über seine Jungen streckt,/ also hat auch immer wieder/ mich des Höchsten Arm gedeckt,/ alsobald im Mutterleibe,/ da er mir mein Wesen gab/ und das Leben, das ich hab/ und noch diese 32² ude Friede und Freude 306 Stunde treibe./ Alles Ding währt seine Zeit,/ Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer,/ nein, er gibt ihn fur mich hin,/ daß er mich vom ewgen Feuer/ durch sein teures Blut gewinn;/ o du Brunnen ohn Ergründen,/ wie will doch mein schwaͤcher Geist, /ob er sich gleich hoch be— fleißt,/ deines Grundes Tiefe finden?/ Alles Ding währt seine Jeit,/ Gottes Cieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer,/ gibt er mir in seinem Wort,/ daß er werde mein Regierer/ durch die Welt zur Zimmelspfort,/ daß er mir mein Serz erfülle/ mit dem hellen Glaubenslicht,/ das des Todes Reich zerbricht/ und die Hölle selbst maͤcht stille. Alles Ding währt seine Zeit,/ Gottes Lieb in Ewighkeit. s. Meiner Seelen Wohlergehen/ hat er ja recht wohl be⸗ dacht:/ will dem Ceibe Not entstehen,/ nimmt ers gleich⸗ falls wohl in acht;/ wenn mein Konnen, mein Vermöͤgen/ nichts vermag, nichts helfen kann,/ kommt mein Gott und hebt mir an,/ sein Vermögen beizulegen./ Alles Ding währt seine Zeit,/ Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere/ hat er mir zum Dienst bestellt;/ wo ich nur mein Aug hinkehre,/ find ich, was mich nährt und häͤlt:/ Tier und Kräuter und Getreide,/ in den Gruͤnden, in der Zöh,/ in den Büschen, in der See:/ uͤberall ist meine Weide./ Alles Ding währt seine Zeit,/ Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen/ und ermuntert mein Gemüt,/ daß ich alle liebe Morgen/ schaue neue Lieb und Güt./ Wäre nicht mein Gott gewesen,/ hätte nicht sein Angesicht/ mich geleitet, wär ich nicht/ aus so mancher Angst genesen./ Alles Ding wäͤhrt seine Zeit,/ Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. An wie mancher schweren Plaͤge/ hat er mich vorbei⸗ gefuͤhrt,/ daß sie mich mein Cebetage/ niemals noch bisher beruͤhrt;/ und der Engel, den er sendet,/ hat das Boͤse, das der Feind/ anzurichten war gemeint,/ in die Ferne weggewendet./ Alles Ding waͤhrt seine Zeit,/ Gottes Lieb in Ewigkeit. 323 307 Friede und Freude 9. Wie ein Vater seinem Rinde/ niemals gaͤnz sein Serz entzeucht,/ ob es wohl bisweilen Sünde/ tut und von der Bahn abweicht,/ also hält auch mein Verbrechen/ mir mein frommer Gott zu gut,/ will mein Fehlen mit der Rut/ und nicht mit dem Schwerte rächen. /Alles Ding währt seine Jeit,/ Gottes Lieb in Ewigkeit. J0. Seine Strafe, seine Schläge,/ ob es mir gleich bitter scheint,/ sind, wenn ich es recht erwäge,/ dennoch Jeichen, daß mein Freund,/ der mich liebet, mein gedenke/ und mich von der schnöden Welt,/ die uns hart gefangen hält,/ durch das Kreuze zu sich lenke./ Alles Ding währt seine Jeit,/ Gottes Lieb in Ewigkeit. II. Das weiß ich fürwahr und lasse/ mirs nicht aus dem Sinne gehn: /Christenkreuz hat seine Maße/ und muß endlich stille stehn;/ wenn der Winter ausgeschneiet,/ tritt der schöne Sommer ein:/ also wird auch nach der Pein,/ wers erwarten kann, erfreuet./ Alles Ding währt seine Jeit,/ Gottes Cieb in Ewigkeit. I2. Weil denn weder Ziel noch Ende/ sich in Gottes Liebe findt,/ ei, so heb ich meine Zände/ zu dir, Vater, als dein Rind,/ bitte: wollst mir Gnaͤde geben,/ dich aus aller meiner Macht/ zu umfangen Tag und Naͤcht,/ hier in meinem ganzen Leben,/ bis ich dich nach dieser Zeit/ lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, 1676. 3 0⁷ Johann Crüger, Berlin J656. 2— LIILI 1 1 — YA— 1 5.————— V Je⸗ su, mei ne Freu⸗de,/ mei⸗ nes Ach wie lang, ach lan ges/ ist dem ————.—— EE EE E Ber⸗ zens Wei⸗de,/ Je⸗ su, mei⸗ ne Zierl! Ber · zen ban⸗ge/ und verlaͤngt nach dir!/ 32⁴ Friede und Freude 308 35. 2.— ů—. D Zab ich dich,/ wie reich bin ich!/ Au⸗ßer dir soll I — 4 — IE I. — 1222— * — —— H .* mir auf Er⸗den/ nichts sonst lie⸗ ber wer⸗den. 2. Unter deinem Schirmen/ bin ich vor den Stürmen/ aller Feinde frei;/ laß von Ungewittern/ rings die Welt er⸗ zittern,/ mir steht Jesus bei./ Wenn die Welt/ in Trüm⸗ mer faͤllt,/ wenn gleich Sünd und Hölle schrecken:/ Jesus will mich decken. 3. Trotz des Feindes Lauern,/ trotz des Todes Schauern,/ trotz der Furcht dazul/ Tobe, Welt, geringe/ halt ich dich und singe/ in gar sichrer Ruh!/ Gottes Macht/ hält mich in acht;/ Erd und Abgrund muß sich scheuen,/ ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schätzen,/ du bist mein Ergötzen,/ Jesu, meine Lust!/ Weg, ihr eitlen Ehren,/ ich mag euch nicht hoͤren,/ bleibt mir unbewußt!/ Elend, Not, /Kreuz, Schmach und Tod/ soll mich, ob ich viel muß leiden,/ nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen,/ das die Welt erlesen,/ mir gefällst du nicht./ Gute Nacht, ihr Sünden,/ bleibet weit dahinten,/ kommt nicht mehr ans Licht./ Gute Nacht,/ du Stolz und Pracht;/ dir sei ganz, du Sündenleben,/ gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister,/ denn mein Freuden⸗ meister,/ Jesus tritt herein./ Denen, die Gott lieben,/ muß auch ihr Betruͤben/ lauter Freude sein./ Duld ich schon/ hier Spott und Hohn,/ dennoch bleibst du auch im Leide,/ Jesu, meine Freude. Johann Franck, 1677. 308 J. A.§reylinghausen, Salle 1704. — ö EEE iE 8 Es glän⸗zet der Christen in wen⸗di⸗ges Uwas ih⸗nen der Rö-nig des Himmels ge— 33 I + V E 32 308 4 und Freude d Ce⸗ben,/ ob⸗gleich sie von au⸗ßen die Son⸗ne nirr ge⸗ben,/ ist kei⸗nem als ih⸗nen nur sel⸗ber be⸗kannt; Zrn x, mekt was niemand ver⸗spü⸗ret,/ was niemand be⸗ruͤhr ret,/ hat EE ih⸗ re er⸗leuch⸗te ten Sin⸗ ne ge⸗ 23 ret/ und EEEE— sie zu der gött⸗li⸗ chen wür⸗ 15 ge⸗füh⸗ret. 2. Denn innerlich sind sie von göttlichem Stamme,/ ge— boren aus Gott durch sein mächtiges Wort;/ es lodert in ihnen die himmlische Flamme,/ entzündet von oben, ge— nähret von dort;/ die Engel sind Brüder,/ die ihre Cob— lieder/ mit ihnen holdselig und inniglich singen;/ das muß dann ganz herrlich und prächtig erklingen. 3. Sie wandeln auf Erden und leben im Zimmel;/ sie bleiben ohnmächtig und schützen die Welt;/ sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel,/ sie haben, die Armsten, was ihnen gefällt./ Sie stehen in Ceiden/ und bleiben in Freuden;/ sie scheinen ertötet den äußeren Sinnen/ und führen das Ceben des Glaubens von innen. 4. Wenn Christus, ihr Ceben, wird offenbar werden,/ wenn er sich einst dar in der Serrlichkeit stellt,/ so werden sie mit ihm als Fürsten der Erden/ auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt./ Sie werden regieren,/ mit ihm triumphieren,/ den Simmel als prächtige Lichter aus— zieren;/ da wird man die Freude gar offenbar spüren. S. Frohlocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hügel,/ dieweil ihr solch göttlichen Samen geneußt;/ denn das ist des Ewigen göttliches Siegel,/ zum Zeugnis, daß er euch noch 326 SIUH ssüi◻ ssoüüTH Friede und§reude 309 Segen verheißt;/ ihr sollt noch mit ihnen/ aufs prächtigste gruͤnen,/ wenn erst ihr verborgenes Ceben erscheinet,/ wo⸗ nach sich eu'r Seufzen mit ihnen vereinet. 6. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen,/ du heimliche Zierde der inneren Welt!/ Caß deinen verborgenen Weg uns erwaͤhlen,/ wenngleich uns die Schmach deines Rreuzes entstellt./ Sier übel genennet/ und wenig erkennet,/ hier heimlich mit Christo im Vater gelebet,/ dort öffentlich mit ihm im Simmel geschwebet. Chr. Friedrich Richter, I7II. 309 (Oder wie Nr. 494.) S. A.§reylinghausen, Salle 1704. Wie wohl ist mir, o Freund der See⸗le,/ wenn ich stei⸗ge aus der Schwermutshöh=le/ und .I.I IIIIITIII ich in dei ⸗ ner CLie⸗be 273 ei⸗le dei⸗ nen Ar⸗men zu; da muß die Nacht des 1 1 — ö 2—— Trau⸗ erns schei⸗ den,/ wenn mit der Fül⸗-le sel⸗ ger Freu den/ die Lie⸗be strahlt aus dei⸗ ner Brust./ Hier 1——...— ö ů IJ.. 7. ———.... X— ist mein dim⸗ mel schon auf Er · den;/ wer soll⸗te nicht be⸗ ö 4 + 1 ——— *———— L 1— —* se ⸗ligt wer⸗ den,/ der in dir su⸗chet Ruh und LCustꝰ 327 !; 309 Friede und Freude 2. Die Welt mag meine Feindin heißen;/ es sei also; ich trau ihr nicht,/ wenn sie mir gleich will Cieb erweisen/ bei einem freundlichen Gesicht. /In dir vergnügt sich meine Seele,/ du bist mein Freund, den ich erwähle,/ du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht./ Der Welt Saß kann mich doch nicht fällen,/ weil in den stärksten Un— glückswellen/ mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken,/ blitzt auf mich des Gesetzes Weh,/ droht mir die Strafe schon im Rücken,/ so steig ich gläubig in die döh/ und flieh zu deinen heilgen Wunden,/ da haͤb ich schon den Ort gefunden,/ wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. /Tritt alles wider mich zu— sammen,/ du bist mein Seil, wer will verdammen?/ Die Ciebe nimmt sich meiner an. 4. CLenkst du durch Wüsten meine Reise,/ ich folg und lehne mich auf dich;/ du gibst aus Wolken mir die Speise/ und labest aus den Felsen mich./ Ich traue deinen Wunder— wegen;/ sie enden sich in Cieb und Segen:/ genug, wenn ich dich bei mir hab!/ Ich weiß, wen du willst herrlich zieren/ und über Sonn und Sterne fuͤhren,/ den fuͤhrest du zuvor hinab. S. Der Tod mag andern düster scheinen,/ mir nicht, weil Seele, Serz und Mut/ in dir, der du verlässest keinen,/ in dir, mein liebstes CLeben, ruht./ Wen maͤcht des Weges End erzittern,/ wenn aus Gefahr und Ungewittern/ er eingeht in die Sicherheit?/ Mein Licht, so will ich auch mit Freuden/ aus dieser finstern Wildnis scheiden/ zu deiner Ruh der Ewigkeit. G. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen,/ so wohl, wenn ich mich lehn auf dich!/ MNich kann Welt, Not und Tod nicht quaͤlen,/ weil du, mein Gott, vergnügest mich./ Laß solche Ruh in dem Gemuͤte/ nach deiner unumschränk⸗ ten Güte /des Himmels süßen Vorschmaͤck sein./ Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien!/ Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen./ O reicher Trost: mein Freund ist mein! Wolfg. Christoph Deßler, 1722. 32⁸ Fri Friede und Freude 310 310 V. A. Freylinghausen, Salle 1704. EEEE SSSS.... + 24— in de, ach Frie⸗ de, ach gött⸗li⸗ cher Frie⸗de,/ w I. el⸗cher der Frommen Herz, Sinn und Ge⸗ mů⸗ te/ sssi ö 2 23 ᷣ́I vom Va⸗ter durch Chri⸗stum im hei⸗-li⸗gen Geist, 0 in Chri⸗sto zum e wi⸗gen Leben auf schleußtl m,......... ů * Den sol⸗len die gläu⸗bi⸗gen See⸗len er⸗ lan⸗gen,/ die on Bin. a nind n.—— ů —— 121——— al⸗les ver⸗ leug nen und Chri⸗- sto an⸗han⸗gen. 2. Richte deswegen, friedliebende Seele,/ dein Berze im Glauben zu Jesu hinan!/ Was da ist droben bei Christo, er⸗ wähle,/ verleugne dich selbst und den irdischen Wahn;/ nimm auf dich das sanfte Joch Christi hienieden,/ so findest du Ruhe und göͤttlichen Frieden. 3. Nahm doch der Mittler des Friedens viel Schmerzen,/ die Suͤnder mit Gott zu versoͤhnen, auf sich./ Wimm dies, o Seele, recht fleißig zu herzen/ und siehe, was tut nicht dein Jesus für dich!/ Am Rreuze dort bringt er dir Frieden zu— wege/ und hilft dir, daß Jammer und Unruh sich lege. 4. Nun dafuͤr bist du ihm ewig verbunden,/ du sollst da⸗ fuͤr gänzlich sein Eigentum sein;/ er hat die ewge Erlösung erfunden/ und schließt in den Bund seines Friedens dich ein;/ drum siehe, daß du dich ihm gänzlich ergibest/ und immer beständig von Herzen ihn liebest. 32⁰ 311 Friede und Freude 5. Siehe, von all seinen Friedensgenossen/ erfordert er herzliche Ciebe und Treu;/ drum sollst du treulich und tapfer ausstoßen,/ was Jesus dir zeiget, das wider ihn sei./ Welt, Satan und Sünde, die mußt du bestreiten,/ was Jesu zuwider ist, fliehen und meiden. 6. Ciebe und übe, was Jesus dich lehret,/ und was er dir saget, dasselbige tu;/ hasse und lasse, was sein Wort ver⸗— wehret,/ so findest du Frieden und ewige Ruh./ Ja, selig, die also sich Jesu ergeben/ und gläubig und heilig nach seinem Wort leben. 7. Jesu, du Serzog der Friedensheerscharen, /o Rönig des Friedens, ach zeuch uns nach dir,/ daß wir den Friedens⸗— bund treulich bewahren,/ im Wege des Friedens dir folgen allhier;/ ach laß uns doch deinen Geist kräftig regieren/ und dir nach im Frieden zum Vater hinführen! Bartholomäus Crasselius, 1724. 3II Mel. Unser Serr scher, unser Rönig. Bremen 1680. 1 — ů nnernnt j— n ⸗n ihr Ber ⸗ge, fallt, ihr Bü⸗ gel,/ Got⸗ tes Gna⸗ de hat das Sie ⸗gel,/ :x. i ed.eti ennrr. al ⸗le Fel⸗sen, bre⸗chet ein! sie will un⸗ver⸗än'dert sein.) .— 1 I——— 2 8 2 Truůͤmmern gehn,/ Got⸗tes Gna⸗-de wird be⸗stehn. 2. Gott hat Gnaͤde mir versprochen,/ Gott haͤt einen Bund gemacht,/ der wird nimmermehr gebrochen,/ bis er alles hat vollbracht./ Er, die Wahrheit, trüget nicht;/ es geschieht, was er verspricht. 330 Caß die Welt zu Ii KE ude t er und ei./ sesu dir ver⸗ lig, ꝛach nig gen und es Friede und Freude 312 3. Seine Gnaͤde soll nicht weichen,/ wenn gleich alles bricht und fällt,/ sondern ihren Zweck erreichen,/ bis sie mich zufrieden stellt./ Ist die Welt voll Seuchelei,/ Gott ist fromm und gut und treu. 4. will die Welt den Frieden brechen,/ hat sie lauter Rrieg im Sinn,/ Gott hält immer sein Versprechen;/ so faͤllt aller Zweifel hin,/ als war er nicht immerdar,/ was er ist und was er war. 5. Caßt sein Antlitz sich verstellen,/ ist sein Zerz doch treu gesinnt/ und bezeugt in allen Fällen,/ daß ich sein ge⸗ liebtes Kind,/ dem er beide Hände reicht,/ wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten,/ wenn die Welt sich auch empoͤrt;/ ihre Ciebe maͤg erkalten,/ achtet doch mein Gott mich wert./ Ob die Sonne sich verhůllt,/ bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer,/ so hat er sich selbst genennt;/ das ist Trost: so werd ich Armer/ nimmermehr von ihm getrennt./ Sein Erbarmen läßt nicht zu,/ daß er mir was Leides tu. 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen/ ankerfest auf ihm beruhn;/ Felsen will ich auf ihn bauen,/ was er saget, will er tun./ Erd und Himmel kann vergehn,/ sein Bund bleibet feste stehn. Benjamin Schmolck, 1737. 7* Meinen Zesum laß ich nicht. 3 2 Johann Uhlich, 1I674. .—— x IIII 55.30 gBa⸗be dei⸗ ne Lust am Berrn,/ der dir so wird dir dein Gna⸗ den- stern/ tau⸗ send — e, a, —— 1., II schen⸗ket Cust und Ce⸗ hol ⸗de Strah-len ge⸗ ben; o 331 313 Friede und Freude treu⸗ lich an,/ was dein Herz nur wünschen kann. 2. Caß der Welt die eitle Cust,/ die in Weinen sich ver— kehret;/ wer das Herz in seiner Brust/ Gott allein zur Cust gewähret,/ dieser trifft in allem an,/ was das Berz nur wünschen kann. 3. Cust an Gott erfüllt mit Licht,/ wenn man ihn durchs Wort erkennet;/ Cust am Herrn stärkt den zur Pflicht,/ der in seiner Liebe brennet!/ Cust am Herrn beut alles an,/ was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer nur Cust am Serren hat,/ hat auch Lust an seinem Willen/ und bemüht sich früh und spat,/ solchen Willen zu erfüllen;/ und so wird er auch empfahn,/ was das Herz nur wünschen kann. S. Ist die Cust nicht ohne Last,/ trag geduldig die Be— schwerden;/ wenn du wohl gelitten haͤst,/ wirst du erst recht fröhlich werden/ und triffst dort im Simmel an,/ was dein Herz nur wünschen kann. Benjamin Schmolck, + 1737. Mel. Seelenbräutigam. 3 3 Adam Drese, 1640. 4—.— DDPE E · ..............— I Wer ist wohl wie du, P Je⸗su, sü⸗ße Ruh?ꝰ/ — den ür, e e d di Für uns al⸗ le aus⸗ er⸗ko⸗ren,/ Ceben de⸗rer, die ver⸗ .e—. III''''' ET ECE EERETETRERTRT lo⸗ ren,/ und ihr Licht da⸗-zu,/ Je-su, sü⸗ße Ruhl 2. Ceben, das den Tod,/ mich aus aller Wot/ zu erlösen, hat geschmecket,/ meine Schuld hat zugedecket/ und mich aus der Not/ hat geführt zu Gott! 332 DDDDD e Friede und Freude 3J3 3. Glanz der Serrlichkeitl/ Du bist vor der Zeit/ zum Er⸗ loͤser uns geschenket/ und in unser Fleisch versenket/ in der Full der Zeit,/ Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld!/ Tod, Sünd, Höll und Welt/ hast du mächtig überwunden/ und ein ewges Heil erfunden/ durch das Lösegeld/ deines Bluts, o Beld! 5. Höchste Majestät,/ Rönig und Prophet!/ Deinen Zepter will ich küssen,/ wie Maria dir zu Füßen/ sitzen früh und spät,/ höchste Majestät! 6. Caß mich deinen Ruhm,/ als dein Eigentum,/ durch des Geistes Licht erkennen,/ stets in deiner Ciebe brennen,/ als dein Eigentum,/ allerschonster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild,/ deiner Demut Bild/ mir anlege, in mich präge,/ daß kein Zorn noch Stolz sich rege;/ vor dir sonst nichts gilt/ als dein eigen Bild. 8. Steure meinen Sinn,/ der zur Welt will hin,/ daß ich nicht moͤg von dir wanken,/ sondern bleiben in den Schran— ken;/ sei du mein Gewinn,/ gib mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf,/ daß ich meinen Lauf/ unver⸗ ruckt zu dir fortsetze,/ und die Sünd in ihrem Netze/ mich nicht halte auf;/ foͤrdre meinen Cauf! 10. Deines Geistes Trieb/ in die Seele gib,/ daß ich wachen mög und beten,/ freudig vor dein Antlitz treten;/ ungefärbte CLieb/ in die Seele gib! II. wenn der Wellen Macht/ in der trüben Nacht/ will des Zerzens Schifflein decken,/ wollst du deine Hand aus⸗ strecken;/ habe auf mich acht,/ Hüter in der Nacht. 12. Einen Zeldenmut,/ der da Gut und Blut/ gern um deinetwillen lasse/ und des Fleisches Lüste hasse,/ gib mir, höchstes Gut,/ durch dein teures Blut! 13. Solls zum Sterben gehn,/ wollst du bei mir stehn,/ mich durchs Todestal begleiten/ und zur Herrlichkeit be— reiten,/ daß ich einst mag sehn/ mich zur Rechten stehn. Joh. Anastasius Freylinghausen, 4 1739. 333 ö ö I————— R.. 314 Friede und Freude 314 Mel. O du Süter Israel. J. A. Freylinghausen, Salle 1714. 8 I. Chri⸗sten sind ein goͤtt lich Volk,/ aus dem —.—.—.———— 2 re..F———— EEE Geist des Herrn ge⸗zeu⸗get,/ ihm ge⸗beu⸗get/ —.— 1..— ö IE 2—.— 2 Z.—.——— E und von sei⸗-ner Flam⸗ men⸗macht/ an ge⸗facht;/ 1—. + n.———— DZDI.iI—— ä—.— ö I I TIIIT vor des Bräutgams Au?gen schweben,/ das ist ih⸗ rer T See ⸗len Le⸗ben,/ und sein Blut ist ih⸗re Pracht. 2. Königskronen sind zu bleich/ fur der Gottverlobten würde;/ eine Hürde/ wird zum himmlischen Palast;/ und die Cast,/ drunter sich die Selden plagen,/ wird den Kin⸗ dern leicht zu tragen,/ die des Rreuzes Rraft gefaßt. 3. Ehe Jesus unser wird,/ ehe wir uns selbst vergessen/ und gesessen/ zu den Füßen unsers Serrn,/ sind wir fern/ von der ewgen Bundesgnaͤde,/ von dem schmaͤlen Cebens— pfade,/ von dem hellen Morgenstern. 4. Pilgrimschaͤft zur Ewigkeit/ bleibet immerdar be— schwerlich,/ ja gefährlich,/ bis man ringt und dringt zu dir,/ einge Tür,/ einge Ursach der Vergebung,/ Glut der göttlichen Belebung,/ Jesu, unser Ciebspanier! S. Jeuch uns hin, erhöhter Freund,/ zeuch uns an dein Berz der Liebe!/ Deine Triebe/ fuͤhren mich, du Sieges— held,/ durch die Welt,/ daß ich deine Seele bleibe/ und so⸗ lange an dich gläube,/ bis ich lieb im innern Zelt. 33⁴ F5riede und Freude 315 6. Da ist meine Zand und Serzl/ Du hast deine Seel ge⸗ waget,/ unverzaget,/ und das alles bloß allein,/ daß ich dein/ und du meine heißen könntest./ Wenn du nicht von Ciebe brenntest,/ hätte das nicht können sein. 7. Nun, ihr Rronen, fahret hin,/ fahre hin, erlaubte Freudel/ Meine Weide/ sei des Herren letztes Mahl/ vor der Mual,/ meine Ehre seine Schande,/ meine Freiheit seine Bande,/ meine Zier die Ros im Tal. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, 1760. Mel. Jesu, meine§reude. 3 5 Zohann Crüger, Berlin 1656. — 1—— ö 2 All⸗ genug⸗sam Wesen,/ das ich hab er⸗le⸗sen/ Vdu vergnügst al⸗ lei⸗ ne/ voͤllig, in nig, rei⸗ne/ ů—— mir zum hoͤch⸗ sten Gut,.—— öů See⸗le, Geist und Mut. 6 Wer dich hat,/ ist still und satt;/ EEEEEE SSSDSSSESIT.. wer dir kann im Geist anhangen,/ darf nichts mehr Derlanven. 2. Wem du dich gegeben,/ kann in Frieden leben;/ er hat, was er will;/ wer im Serzensgrunde/ lebt mit dir im Bunde,/ liebet und ist still./ Bist du da/ und innig nah,/ muß das Schoͤnste bald erbleichen/ und das Beste weichen. 3. Höchstes Gut der Güter,/ Ruhe der Gemüter, /Trost in aller Pein;/ was Geschöpfe haben,/ kann den Geist nicht laben;/ du vergnüͤgst allein./ Was ich mehr/ als dich be⸗ gehr,/ kann mein Seligsein nur hindern/ und den Frieden mindern. 4. Was genannt kann werden/ droben und auf Erden,/ alles reicht nicht zu;/ einer kann nur geben/ Freude, Ruh 335 316 Friede und Freude und Leben, /Eins ist not: nur dul/ Sab ich dich/ nur wesentlich,/ so mag CLeib und Seel verschmachten;/ will ichs doch nicht achten. S. Romm, du selges Wesen,/ das ich mir erlesen,/ werd mir offenbarl/ Meinen Hunger stille/ und mein Serz er— fulle/ mit dir selber gar!/ Bleib nur du/ mein Gut und Ruh,/ bis du wirst in jenem Ceben/ dich mir voͤllig geben. Gerhard Tersteegen, + 1769. 316 Just. Seinrich Knecht, 1797. Mein Glaub ist mei⸗ nes Ce⸗bens Ruh/ Ach gib mir, Herr, Be⸗stän⸗dig⸗keit,/ 1 —2 x—— ů ö— + .........———— und führt mich dei nem Sim-mel zu,/ o daß die ⸗sen Trost der Sterb⸗lich-keit/ nichts — — x ddaen umii.—.— ..PIPIIIIIIIII I I I T IIII —. I.. 2—— du, an den ich glau ⸗bel meiner See⸗le rau ⸗bel Tief präg ses mei⸗nem ———— EEEEEEEEEEEE Her:zen ein,/ welch Glück es ist, ein Christ zu sein. 2. Du haͤst dem sterblichen Geschlecht/ zur selgen Ewig— keit ein Recht/ durch deinen Tod erworben;/ zum Staͤube kehrt zurück der Staub,/ der Geist wird nicht des Todes Raub;/ du bist fuͤr mich gestorben./ Mir, der ich dein Er— löster bin,/ ist dieses Eeibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Christl/ Mein Serz ist ruhig und vergißt/ die Schmerzen dieses Lebens./ Ich dulde, was ich dulden soll,/ und bin des hohen Trostes voll:/ ich leide nicht vergebens./ Gott selber mißt mein Teil mir zu,/ hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh. 336 eude nur will werd rz er⸗ t und seben. +I769. Friede und Freude 317 4. Was seid ihr, Leiden dieser Jeit,/ mir, der ich jener Zerrlichkeit/ mit Ruh entgegenschaue?/ Bald ruft mich Gott, und ewiglich/ belohnet und erquickt er mich,/ weil ich ihm hier vertraue./ Bald, bald verschwindet aller Schmerz,/ und Zimmelsfreuden schmeckt mein Serz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch/ nicht mehr der Sunde schmaͤhlich Joch/ in meinem Cauf auf Erden;/ mit Freuden üb ich meine Pflicht;/ doch fühl ich wohl, ich bin noch nicht,/ was ich dereinst soll werden./ Mein Trost ist dies: Gott hat Geduld/ und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst,/ du haͤst mich, mittler, aus der Angst,/ in der ich lag, gerissen!/ Dir, dir verdank ich meine Ruh;/ denn meine Wunden heiltest du/ und stilltest mein Gewissen;/ und fall ich noch in meinem Cauf,/ so richtest du mich wieder auf. 7. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm,/ daß mich dein Evangelium /lehrt glaͤuben, hoffen, lieben./ Was mir schon jetzt in dieser Zeit/ den Vorschmack gibt zur Selig⸗— keit,/ wie soll ich das nicht üben?/ Gott, präg es meinem Zerzen ein,/ welch Gluck es sei, ein Christ zu sein! Balthasar Münter, 1 1793. 317 Mel. Nun bitten wir den heiligen Geist(Nr. Io8). J. Ach mein Serr Jesu, dein Wahesein/ bringt großen Frieden ins Zerz hinein,/ und dein Gnadenanblick macht uns so selig,/ daß Leib und Seele darüber fröhlich/ und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht/ voll Suld und Gnade wohl leiblich nicht;/ aber unsre Seele kanns schon gewahren,/ du kannst ihr fühlbar dich offenbaren,/ auch ungesehn. 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht /dein zu ge— nießen recht wär bedacht!/ Der hätt ohn End von Glück zu sagen,/ und seine Seel müßt immer fragen:/ wer ist wie du? 33⁷ 318 Friede und Freude 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein,/ uns täglich reich⸗ lich die Schuld verzeihn,/ heilen, troͤsten, stillen, erfreun und segnen/ und unsrer Seel als Freund begegnen,/ ist deine Cust. S. Ach gib an deinem kostbaren Zeil/ uns alle Tage voll⸗ kommenen Teil,/ und laß unsre Seelen sich immer schicken,/ aus Not und Liebe nach dir zu blicken/ ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald/ mit deiner heiligen Todsgestalt;/ ja, laß sie uns immer vor Augen schweben/ und dein wahrhaͤftiges Inunsleben/ zu spüren sein. 7. Ein herzlich Wesen und Rindlichkeit/ sei unsre Zierde zu aller Zeit,/ und die Tröstung aus deinen Todeswunden' erhalt uns Frieden zu allen Stunden,/ bei Freud und Leid. 8. So werden wir in Simmel hinein/ in dir vergnügt wie die Kinder sein./ Muß gleich unser Aug sich noch manchmal netzen,/ wenn sich das Serz nur an dir ergoͤtzen/ und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durchgrabne Band,/ die soviel Treue an uns gewandt,/ daß wir, daran denkend, beschämt dastehen,/ und unser Auge muß uͤbergehen/ vor Lob und Dank. Christian Gregor, 4 180J. 318 Rarl Breidenstein, 181J8. J. Wenn ich ihn nur ha⸗be,/ wenn er mein nur ä... ist,/ wenn mein Serz bis hin zum Gra⸗ be/ sei ne — + —— 2.—.2 ——— ä IIII Treu e nie ver⸗gißt;/ weiß ich nichts von Cei⸗ de,/ 2.‚..— 1 n Dun n —.——— 2 füh le nichts als An⸗dacht, Cieb und Freu ⸗de. 334³ eude reich⸗ nund Cust. voll⸗ cken,/ . deiner lugen vüren jierde Friede und§reude 319 2. Wenn ich ihn nur habe,/ laß ich alles gern,/ folg an meinem Wanderstabe/ treu gesinnt nur meinem Berrn,/ lasse still die andern/ breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe,/ schlaf ich froͤhlich ein;/ ewig wird zu süßer Cabe/ seines Serzens Flut mir sein,/ die mit sanftem Zwingen/ alles wird erreichen und durchdringen. 4. Wenn ich ihn nur habe,/ hab ich auch die Welt,/ weil des Zimmels schoͤnste Gabe/ meinen Blick nach oben hält;/ hingesenkt im Schauen,/ kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe,/ ist mein Vaterland,/ und es faͤllt mir jede Gabe/ wie ein Erbteil in die Sand./ Längst vermißte Bruͤder/ find ich nun in seinen Jüngern wieder. §riedrich v. Sardenberg(Novalis), ISoI. 319 Mel. Zesu, meine Freude(Nr. 315). I. wie getrost und heiter,/ Serr, mein Licht und Leiter,/ machst du meinen Geist!/ Der du, die dir trauen,/ führst zu grünen Auen/ und so gern erfreust!/ Wiemals wird/ bei dir, o Zirt/ und Beruhiger der Seelen,/ mir Erquickung fehlen. 2. Deinem Rat ergeben,/ freu ich mich zu leben;/ was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher;/ du, mein Seligmacher,/ ruͤstest mich mit Mut./ Wenn die Welt/ er⸗ bebt und faͤllt,/ wenn Gericht und Hölle schrecken,/ willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen/ Gräber vor mir schauen;/ mein Erlöser lebt;/ ich weiß, wem ich glaube,/ weiß, daß aus dem Staube/ mich sein Arm erhebt./ Todestag,/ dein Schrecken mag/ eines Frevlers Herz erschüttern;/ was brauch ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde;/ doch ich uͤberwinde/ sie, mein Sort, durch dich./ Sink ich oft noch nieder,/ du erhebst mich wieder,/ du begnaͤdigst mich./ Deine Huld/ ntilgt meine Schuld;/ nie entziehst du deinem Rnechte/ der Erlösten Rechte. 339 320 Friede und Freude 5. Daß ich Gott erkenne/ und ihn Vater nenne/ und mich ewig sein,/ daß ich hier am Grabe/ Trost und Boffnung habe,/ dank ich dir allein./ Daß dein Geist/ mich unter⸗ weist/ und mich fuͤhrt auf deinem Pfade,/ das ist deine Gnade. 6. Der du Blut und Ceben/ für mich hingegeben,/ daß in meiner Not/ ich nicht hilflos bliebe,/ groß ist deine Ciebe,/ stäͤrker als der Tod!/ Serr, und ich,/ ich sollte mich/ deiner Buld nicht dankbar freuen,/ dir mein Berz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben,/ dies sei mein Bestreben,/ meine Cust und Pflicht!/ Was die Welt vergnuͤget,/ o mein Seil, das g' nüget/ meiner Seele nicht./ Zab ich dich,/ wie gern will ich/ das, wonach die Seiden trachten,/ reich in dir, ver⸗ achten! 8. Macht ein Gut der Erde,/ daß ich glücklich werde/ durch Zufriedenheit?/ Sind nicht auch die Ehren,/ die die Welt betören,/ Traum und Eitelkeit?/ Du erfreust/ des Menschen Geist;/ Herr, du willst, die dich verehren,/ ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden/ schmeck ich schon hienieden,/ und was hoff ich dort?/ Unbegrenzte Zeiten/ voller Selig⸗ keiten/ hoff ich auf dein Wort./ Sie sind mein/ durch dich allein./ Bleib ich dir getreu im Glauben,/ wer kann sie mir rauben? J0. Voll von deiner Güte/ frohlockt mein Gemüte,/ Gott, mein Heiland, dir./ Dieser Geist der Freuden/ starke mich im Leiden,/ weiche nie von mir!/ Caß mich so,/ be⸗ herzt und froh,/ einst durchs Tal des Todes dringen,/ dort dein Cob zu singen. Christoph Friedrich Neander, 1802. 32⁰ Mel. Schmücke dich, o liebe Seele(Nr. 282. I. Vom Geräusch der Welt geschieden/ schmeck ich des Er⸗ lösers Frieden/ und die Freude, schon auf Erden,/ Gott, mit dir vereint zu werden;/ sehe diese Welt der Suͤnden/ unter meinen Füßen schwinden/ und das Glück von jenem Ceben/ den entzückten Geist umgeben. 34⁰ .. „ IIIHRSEIIHIU reude d mich fnung unter⸗ deine daß in iebe,/ deiner en? meine Heil, gern „ver⸗ erde/ die die des ewig den,/ Zelig⸗ h dich iemir üte,/ stärke be⸗ dort I802. 5 Er⸗ Bott, den/ enem Friede und Freude 321 2. Was ist aller Reiz von Lüsten/ über sie erhaͤbnen Christen?/ Was der Glanz der eiteln Freuden?/ Was des LCebens kurze Ceiden,/ wenn sie deinen Lohn erblicken,/ der sie ewig wird beglücken,/ und des Rranzes Wert emp⸗— finden,/ den dort Engel fur sie winden? 3. Nun mag Truͤbsal auf mich stürmen!/ Gottes Trost wird mich beschirmen./ Kurz sind dieses Cebens Pfade;/ ewig währt der LCohn der Gnade./ Mit des Dankes stillen zäͤhren/ will ich Gottes Rat verehren,/ unter keiner Plage sinken/ und den Kelch der Leiden trinken. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen,/ eiland, voll Geduld ertragen,/ mit dem schwersten Tod gestritten,/ tausendfaches Leid erlitten!/ Caß mich deine Kraft be⸗ leben,/ wenn die matten Zände beben!/ Hilf mir wachen, kämpfen, siegen!/ Friede lohnet nach den Kriegen. Joh. Joachim Eschenburg, 1 I820. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 321 Johann Uhlich, 1674. 1— 1 ů ů 14uaf. wen Frie⸗den geb ich euch!“/ Al ⸗so Auf, mein Serz, die Sor ⸗gen fleuch!/ Er wird .... hat der Serr ver⸗hei⸗ßen.“ ö ö aus der Angst dich rei ßen. Sei ge⸗· trost und ö 1—— I EEEE EEEEE 1... 1 un⸗ ver⸗ zagt,/ glau⸗ be, was er zu ⸗ge⸗ sagt. 2. Herr, du hältst, was du versprichst,/ gibst noch immer deinen Frieden,/ wenn du in die Berzen brichst/ mit dem wahrheitsglanz hienieden./ Kehre eilig bei mir ein,/ laß in dir mich selig sein! ö 34¹ 322 Friede und Freude 3. Güter, die die Erde gibt,/ sind nur mangelhaͤfte Gaben;/ ewig, Serr, wird, wer dich liebt,/ in dir volle Gnüge haben./ Schütte auf mein ganzes Baus/ deine Gnaͤdenfülle aus! 4. Ohne dich vermaͤg ich nichts;/ eignes Ringen ist ver⸗ gebens;/ du allein, o Quell des Lichts,/ bist der Grund des neuen Lebens./ Rühre mich mit deiner Kraft,/ die den neuen Menschen schaͤfft! 5. Führe du mein Glaubensschiff/ durch die sturm⸗ bewegten Wellen,/ daß es nicht am Felsenriff/ haͤrter Iweifel mög zerschellen!/ Wenn ichs nicht mehr lenken kann,/ so sei du der Steuermann. E. Rette mich in jenen Port,/ wo die Erdenstürme schweigen/ und vor dir, o Gnadenhort,/ alle Seligen sich neigen!/ Dann in deines Vaters Zaus/ werf ich meinen Anker aus. Christ. August Bähr, 1846. —* Valet will ich dir geben. 3 22 Melchior Teschner, I613. E—.————— I 5n—..— 1 511/. ö— GI E 1.5 Je⸗su, mei⸗ne Sonne,/ vor der die Nacht ent⸗ o Ze⸗su, meine Wonene,/ die al le Not ver⸗ ö——.— EEEREE I—..—....—.—————.. ichenchenn Ber⸗ zen klingt mir täg⸗lich/ der ei ⸗ ne hel ⸗le I—— I..; E—.— ö ö— Ton:/ wie haͤst du so un⸗ säg⸗ lich/ geliebt, o Got⸗tes Sohn! 2. Es faßt mich so ein tiefes,/ ein himmlisches Gefůhl;/ es ist mir stets, als rief es:/ Sier ist dein einzig Ziell/ Ja, wenn mir gar nichts bliebe,/ ich gäb mit frohem Sinn/ um Jesu Christi Liebe/ auch noch das Letzte hin. 34² reude Ihafte volle deine st ver⸗ nd des ie den turm⸗ harter enken türme n sich einen +I846. „J6I3. Friede und Freude 323 3. Um diese Perle wäre/ mir alles andre feil,/ selbst Sab und Gut und Ehre,/ mein ganzes Erdenteil./ Wie gerne will ich meiden/ das alles froh und still,/ wenns von dem gerrn mich scheiden/ und ihn mir rauben will! 4. Ich kenn auch gar kein Leben,/ von dir, mein Herr, getrennt;/ du bist mein einzig Leben/ und LCebenselement./ Ich kenne gar kein Sterben,/ seitdem ich leb in dir:/ denn was mich konnt verderben,/ die Sünde, nahmst du mir. 5. Ich weiß nichts mehr von Leiden,/ denn alles Kreuz und Ceid/ kann mich von dir nicht scheiden,/ du Born der Seligkeit;/ ja, wenn ich dich nur habe,/ dann gilt mir alles gleich,/ ich bin am Bettelstabe/ noch wie ein Rönig reich. 6. Ich bin schon hier auf Erden/ so selig und so leicht,/ und was wird dort erst werden,/ wo alle Schwachheit weicht!/ Das macht ein selig Sterben,/ daß ich als Gnaden⸗ lohn/ ein Rönigreich soll erben/ und eine ewge Kron. 7. O lieber Serr, so präg es/ recht meinen Sinnen ein;/ o lieber Zerr, so leg es/ mir tief ins derz hinein,/ daß ohne deine Ciebe/ ich ganz verloren wär/ und ohne Hoffnung triebe/ auf wüstem Meer umher; 8. Doch daß du mich allmählich/ zum Safen hast ge— bracht/ und mich so uͤberselig/ aus Gnaden hast gemacht,/ daß ich vor nichts erschrecke,/ was andern schrecklich ist,/ weil ich es seh und schmecke,/ wie du mein Heiland bist. Philipp Spitta, I859. 323 Mel. Serzlich tut mich verlangen. gans Leo Saßler, I60I. 72 22— E 77—..— 22..— W— 80 1——— 1 2 1. . Widei Wohlstand oh ⸗ne⸗glei- chen/ ist ei⸗ nes wie er bei kei⸗nem Rei⸗chen/ von die⸗ser 12.—81 1 466 SSS..—— Chri ⸗-sten Stand, Den kann au Welt be · kannt. 324 Friede und Freude ö 1 4 2 .. i.; y 3— nie⸗mand rau⸗ben,/ wie feind⸗lich er ge⸗ sinnt;/ ein 1 1 ,,. Christ ist durch den Glauben/ des reich⸗sten Va⸗ters Kind. 2. Er kann mit Freuden kommen/ vor Gottes Angesicht;/ da wird er angenommen,/ und niemand widerspricht./ Was alles ihn betroffen,/ seis Freude oder Ceid:/ ihm steht der Zugang offen/ zum Vater allezeit. 3. Er kann in großen Schaͤren/ als Diener um sich sehn,/ die einst ihm Herren waren/ und nun zu Diensten stehn./ Er ist umringt von ihnen/ den ganzen CLebenstag;/ denn ihm muß alles dienen,/ was ihm begegnen mag. 7. Und geht einmal auf Erden/ die Kindeszeit zu End,/ er weiß, was ihm muß werden/ nach Christi Testament:/ ein Erbteil in dem reichen,/ geliebten Vaterland./ Solch Wohlstand ohnegleichen/ ist eines Christen Stand. Philipp Spitta, 4 J1859. 324 Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade Nr. 340). J. Herz, mein Serz, nicht in der Weite,/ in der Wähe wohnt das Glück!/ Glaube, liebe, hoffe, leide/ und kehr in dich selbst zurück! 2. wüchsen über Nacht dir Flügel,/ schneller als der Sonne Strahl,/ trüͤgst doch uͤber Berg und Hügel/ rastlos deiner Sehnsucht Qual. 3. Denn die Welt kann dir nicht bieten/ das, wonaͤch du heiß verlaͤngst;/ denn die Welt hat keinen Frieden,/ hat nur Streit und Not und Angst. 4. Ewig wechselnd ist ihr Streben,/ ewig wechselnd ist ihr Ziel;/ was ihr heute Rast gegeben,/ morgen ists der Winde Spiel. 5. Drum, mein Herz, nicht in der Weite,/ in der Nãähe such das Glück!/ Glaube, liebe, hoffe, leide/ und kehr in dich selbst zurück! Julius Sturm, 1896. 334 I + 22 ö — + ö Ver J. 2. N IHHH Vertrauen 325 Vertrauen 3 25 Paris J530. ö——— —— mein Gott will, ge⸗scheh' all⸗zeit,/ sein Will ist zu hel⸗fen dem er ist berreit,/ der an ihn EEEEEEEEE—..—. I IIIII..— — stets der be ste; glau⸗bet fe ste. ö * —.8—— 1—. Gott,/ er zuůch ⸗ti⸗get mit NMaßen./ Wer Gott vertraut,/ fest —.———..—.— — II.• in n M Lü— — l .—.— auf ihn baut,/ den will er nicht ver⸗las= sen. 2. Gott ist mein Trost, mein Juversicht,/ mein doffnung und mein CLeben;/ was mein Gott will, daß mir geschieht,/ will ich nicht widerstreben./ Sein Wort ist wahr;/ denn all mein Zaar/ er selber hat gezählet./ Er schützt und wacht,/ nimmt uns in acht,/ auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Wun muß ich Sünder von der Welt/ hinfahrn nach Gottes Willen/ zu meinem Gott, wenns ihm gefällt,/ ich will ihm halten stille./ Mein arme Seel/ ich Gott befehl/ in meiner letzten Stunden;/ du frommer Gott,/ Sünd, Hoͤll und Tod/ hast du mir überwunden. 4. Noch eins, Serr, will ich bitten dich,/ du wirst mirs nicht versagen:/ Wenn mich der böse Geist anficht,/ laß mich, Herr, nicht verzagen;/ hilf und auch wehr,/ ach Gott, mein Serr,/ zu ehren deinen Namen./ Wer das begehrt,/ dem wirds gewährt;/ drauf sprech ich fröhlich Amen. 1554. 3⁴⁵ 326 Vertrauen 3 26 Um 1560. 4 +E+ L 1. II l. W.E———— 2. 2.2 1 X RE 2——. 2. . nrn e. S— J. Wa⸗ rum be⸗trübst du dich, mein Berz,/ be⸗ x ö.———— ö— ů E..— 1—2.—.—. E——— + 2 *. 2— küm⸗merst dich und traäa gest Schmerz/ nur .—.—. rte, r. um das zeit⸗lich Gut?/ Ver⸗trau du dei⸗ nem ö ö ö— ren ——— 2—... ö 2 Berrn und Gott,/ der al⸗le Ding er⸗schaͤf⸗fen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht,/ er weiß gar wohl, was dir gebricht;/ Himmel und Erd ist sein;/ er ist mein Vater und mein Gott,/ der mir beisteht in aller Not. 3. Weil du mein Gott und Vater bist,/ dein Kind du nimmermehr vergißt,/ du väterliches Herz./ Ich bin nur Erd und weiß ohn dich/ auf Erden keinen Trost für mich. 4. Der Reiche trotzt auf zeitlich Gut,/ ich trau auf dich mit festem Mut,/ ob ich gleich werd veracht't;/ ich weiß und glaube festiglich,/ wer dir vertraͤut, dem mangelts nicht. S. Du bist, o Gott, so reich noch heut,/ als du es warst von Ewigkeit,/ zu dir steht mein Vertraun;/ mach reich an meiner Seele mich,/ so g'nügt mir hier und ewiglich. G. Der eitlen Ehr ich gern entbehr;/ das Ewige mir nur gewähr,/ das du erworben hast/ durch deinen herben, bittern Tod;/ das bitt ich dich, mein Zerr und Gott. 7. Denn alles, was auf dieser Welt,/ es sei Gold, Silber oder Geld,/ Reichtum und zeitlich Gut,/ das währt nur eine kleine Jeit/ und hilft doch nichts zur Seligkeit. 34⁰ Zilber t nur Vertrauen 327 8. Ich danke dir, Herr Jesu Christ,/ daß solches kund mir worden ist/ durch dein göttliches Wort;/ verleih mir auch Beständigkeit/ zu meiner Seelen Seligkeit. 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gebracht,/ daß du hast alles wohlgemacht;/ ich bitt demütig dich,/ du wollst von deinem Angesicht/ mich ewiglich verstoßen nicht. 1565. mel. Mag ich Unglück nicht widerstahn. Wittenberg 1535. 72 28 ö..—. ———— 2Z 85 Ich weiß, daß mein Er ⸗lö⸗ser lebt;/ was Ohn' mei⸗ nen Gott krümmt sie für⸗ wahr/ mir —..... de Ke, r, wi⸗der⸗strebt/ die Welt denn mei⸗ nem Glau ⸗ benꝰ Y nicht ein Zaar,/ er woll es denn er ⸗lau ⸗ ben.) — ů——— ö— Führt mich sein Rat/ auf rau⸗hem pfad durch die ⸗ se ——— S.SSS.SI...... Welt:/ wies ihm gefällt!/ Nur daß ichs mög er⸗ tra⸗ gen. 2. Ich weiß, daß mein Herr Jesus Christ/ viel großer ist/ als alle MNacht der Erden./ O liebe Seel, was zagest du?/ Gib dich zur Ruh!/ Es kann bald besser werden./ Aus aller Not/ hilft dir dein Gott,/ das ist gewiß;/ trau fest auf dies!/ Im Glauben muß mans fassen. 3. Von Serzen, Serr, vertrau ich dir;/ bleib stets bei mir,/ du Rönig aller Ehren!/ Mein Soffen steht zu dir allein;/ laß ferne sein,/ was mich von dir möcht kehren,/ daß ich dein Wort,/ du treuer Sort,/ bekenne frei/ ohn' alle Scheu/ auch in den größten Voͤten. 1. 3²³⁷ 328 Vertrauen 4. Ich weiß, daß du mein Seiland bist,/ o Jesu Christ,/ drum laß ich mir nicht grauen./ Mein Selfer ist des Zochsten Sohn/ auf Gottes Thron,/ auf den will ich fest bauen./ Cebt er doch noch/ im Himmel hoch!/ Er wird mich wohl,/ wenns werden soll,/ nach meinem Leid ergötzen. Ra spar Bienemann, I59l. 3 28 Erfurt 1I572. Von Gott will ich nicht las⸗sen,/ denn führt mich auf rech⸗ ter Straßen,/ sonst E+ V 2 1 22.+ 2— e,. e,———— 2 er läßt nicht von Snn. ů 180 ging ich in der Irrz er reicht mir sei ⸗ ne * ö— E—— ö— ,. Hand,/ den A bend wie den Mor-gen/ will er mich +. +. 1 1 2 ö ——FFIFIFF.. wohl ver⸗ sor ⸗gen,/ wo ich auch sei im Land. 2. Wenn sich der Menschen Treue/ und Wohltat all ver— kehrt,/ wird bald an mir aufs neue/ die Zuld des Berrn be⸗ währt;/ er hilft aus aller Wot,/ befreit von Sünd und Schanden,/ von Retten und von Banden,/ und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen/ in meiner schweren Jeit;/ so kann mir gar nicht grauen,/ er wendet alles Ceid. Ihm sei es heimgestellt;/ mein Leib, mein Seel, mein CLeben/ sei Gott, dem Serrn, ergeben,/ er machs, wies ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen,/ denn was mir nützlich ist;/ er meints gut mit uns allen,/ schenkt uns den Serren 348⁸ FHA. I a 12 Vertrauen 329 Christ,/ den eingebornen Sohn; /durch ihn er uns be⸗ scheret,/ was Leib und Seele nähret;/ lobt ihn im HZimmelsthron! 5. Lobt ihn mit Serz und Munde,/ die er uns beide schenkt;/ das ist ein selge Stunde,/ darin man sein ge⸗ denkt;/ sonst ist all unsre Zeit/ verloren hier auf Erden;/ wir sollen selig werden/ und sein in Ewigkeit. 6. Darum, ob ich schon dulde/ hier Widerwärtigkeit,/ wie ichs auch wohl verschulde,/ kommt doch die Ewigkeit,/ die, aller Freuden voll,/ dieweil ich Christum kenne/ und mich von ihm nicht trenne,‚/ mein Erbteil werden soll. 7. Das ist des Vaters Wille,/ der uns geschaffen hat;/ sein Sohn gibt uns die Fülle/ der Wahrheit und der Gnaͤd;/ auch Gott, der heilge Geist,/ im Glauben uns re— gieret,/ zum Reich der Himmel führet;/ drum sei er hoch gepreist! Ludwig Selmbold, T 1598. 329 MNürnberg 1574. *——— 56685 é————— DSSSIE.— J. Auf mei⸗-nen lie⸗-ben Gott/ trau ich in Angst und Not;/ er kann mich all⸗ zeit ret⸗ten/ aus ....—— Trüb⸗-sal, Angst und Nö⸗ten;/ mein Un⸗glück kann er ————— t s- Di.—./ wen⸗den;/ steht all's in sei nen Bän⸗ den. 2. Ob mich die Sund anficht,/ will ich verzagen nicht;/ auf Christum will ich bauen/ und ihm allein vertrauen;/ ihm will ich mich erneben/ im Tod und auch im Leben. 12 340 330 Vertrauen 3. Ob mich der Tod nimmt hin,/ ist Sterben mein Ge— winn,/ und Christus ist mein Leben;/ dem will ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen,/ mein Seel wird er versorgen. J. O mein Herr Jesu Christ,/ der du geduldig bist/ für mich am Kreuz gestorben,/ hast mir das Zeil erworben,/ uns allen auch beschieden/ den ewgen Zimmelsfrieden: 5. Erhöre gnädig mich,/ mein Trost, das bitt ich dich;/ hilf mir am letzten Ende,/ nimm mich in deine Zände,/ daß selig ich abscheide/ zur ewgen Zimmelsfreude. 6. Amen zu aller Stund/ sprech ich aus Serzensgrund./ Du wollest selbst uns leiten,/ Serr Christ, zu allen Zeiten,/ auf daß wir deinen Namen/ ohn' Ende preisen. Amen. Mürnberg J607. 330 Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Seinrich Isaak, 4 1517.(536. 2 5 ö +— . IJ. In al⸗ len mei⸗ nen Ta⸗ ten/ laß ich den 1— 24..—2 2. Böch⸗-sten ra⸗ ten, der al⸗les kann und hat;/ er 2—...— muß zu al⸗len Din ⸗gen,/ solls an-ders wohl-ge— I—— 1————— , lin ⸗gen,/ selbst ge ben Se⸗gen, Rat und Tat. 2. Nichts ist es spät und fruͤhe/ um alle meine Muͤhe,/ mein Sorgen ist umsonst;/ er mags mit meinen Sachen/ nach seinem Willen maͤchen,/ ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen,/ als was er auser— sehen,/ und was mir selig ist./ Ich nehm es, wie ers gibet;/ was ihm von mir beliebet,/ das haͤb ich willig auch erkiest. 35⁰ XX Vertrauen 331 Ich traue seiner Gnaͤden,/ die mich vor allem Schaden,/ 1—5 allem übel schützt. Ceb ich nach seinen Sätzen,/ so wird mich nichts verletzen,/ nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sünden/ in Gnaͤden mich ent⸗ binden,/ durchstreichen meine Schuld./ Er wird auf mein Verbrechen/ nicht stracks das Urteil sprechen/ und mit mir haben noch Geduld. 6. Ceg ich mich späte nieder,/ erwach ich frühe wieder,/ lieg oder zieh ich fort,/ in Schwachheit und in Banden,/ und was mir stößt zuhanden,/ so tröstet mich sein göttlich Wort. 7. Hat er es denn beschlossen,/ so will ich unverdrossen/ an mein Verhängnis gehn;/ kein Unfaͤll unter allen/ wird je zu hart mir fallen,/ ich will mit Gott ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben,/ zu sterben und zu leben,/ sobald er mir gebeut;/ es sei heut oder morgen,/ dafür laß ich ihn sorgen;/ er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine,/ und traue dem alleine,/ der dich geschaͤffen hatl/ Es gehe, wie es gehe,/ dein Vater in der Höhe,/ der weiß zu allen Sachen Rat. Paul§leming, + 1640. 3 3 1 Zakob Sintze, I670. Gib dich zu⸗frie⸗den und sei stil le/ in ihm ruht al ⸗ler Freu⸗den Fül⸗le,/ ———— I.—— in dem Got ⸗ te dei⸗ nes Le⸗bens; ohn' ihn muhst du dich ver⸗ge⸗bens; ———...——..........— Quell/ und dei ne Son⸗ne,/ scheint täg⸗ 60 hell/ zu 12 35¹ er ist dein 331 Vertrauen A 1 1 ꝑ.:.. è, —3—* 2——— dei⸗ ner Won-ne./ Gib dich zu⸗ frie-den. 2. Er ist voll Cichtes, Trost und Gnaden,/ ungefärbten treuen Herzens;/ wo er steht, tut dir keinen Schaͤden/ auch die Pein des groͤßten Schmerzens;/ Kreuz, Angst und Not/ kann er bald wenden,/ ja, auch den Tod/ hat er in Zänden./ Gib dich zufrieden. 3. Wie dirs und andern oft ergehe,/ ist ihm wahrlich nicht verborgen; /er sieht und kennet aus der Söhe/ der be— trübten Serzen Sorgen;/ er zählt den Cauf/ der heißen Tränen/ und faßt zuhauf/ all unser Sehnen./ Gib dich zufrieden. 4. Wenn gar kein Ein'ger mehr auf Erden,/ dessen Treue du darfst trauen,/ alsdann will er dein Treuster werden/ und zu deinem Besten schauen./ Er weiß dein Leid/ und heimlich Grämen,/ auch weiß er Zeit,/ dirs zu benehmen./ Gib dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen/ und des Zerzens stilles Rlagen,/ und was du keinem kannst erzählen,/ magst du Gott gar kühnlich sagen;/ er ist nicht fern,/ steht in der Mitten,/ hört bald und gern/ der Armen Bitten./ Gib dich zufrieden. 6. Caß dich dein Elend nicht bezwingen;/ halt an Gott, so wirst du siegen;/ ob alle Fluten dich umringen,/ sollst du doch nicht unterliegen;/ denn wenn du wirst/ zu hoch be⸗ schweret,/ hat Gott, dein Fürst,/ dich schon erhöret./ Gib dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein armes Ceben,/ wie dus halten wollst und nähren?/ Der dir das Leben hat gegeben,/ wird auch Unterhaͤlt bescheren./ Er hat die Zand/ voll aller Gaben,/ davon sich Land/ und See muß laben./ Gib dich zufrieden. 8. Sprich nicht:„Ich sehe keine Mittel,/ wo ich such, ist nichts zum Besten“;/ denn das ist Gottes Ehrentitel:/ helfen, wenn die Not am größten./ Wenn ich und du/ ihn 35² irbten sauch Not/ den./ nicht er be⸗ eißen h dich dessen euster dein rs zu rzens nagst nder b dich Bott, lst du h be⸗ Gib alten wird aller ĩdich h, ist el:/ ihn Vertrauen 332 nicht mehr spüren,/ tritt er herzu,/ uns wohl zu fuͤhren./ Gib dich zufrieden. 9. Bleibt gleich die Silf in etwas lange,/ wird sie dennoch endlich kommen;/ macht dir das Harren angst und bange,/ glaube mir, es ist dein Frommen./ Was langsam schleicht,/ faßt man gewisser,/ und was verzeucht,/ ist desto süßer./ Gib dich zufrieden. 10. Es kann und maͤg nicht anders werden:/ alle Men⸗ schen müssen leiden;/ was lebt und webet auf der Erden,/ kann das Unglück nicht vermeiden./ Des Rreuzes Stab/ schlägt unsre Cenden/ bis in das Grab,/ dann wird sichs enden./ Gib dich zufrieden. II. Es ist ein Ruhetag vorhanden,/ da uns unser Gott wird loͤsen;/ er wird uns reißen aus den Banden/ dieses Lei— bes und vom Boͤsen;/ es wird einmal/ der Tod herdringen/ und aus der Qual/ uns sämtlich bringen./ Gib dich zufrieden. 12. Er wird uns bringen zu den Scharen/ der Erwählten und Getreuen,/ die hier mit Frieden heimgefahren,/ sich auch nun in Frieden freuen,/ da sie den Grund,/ der nicht kann brechen,/ den ewgen Mund/ selbst hören sprechen:/ Gib dich zufrieden. Paul Gerhardt, + 1676. 332 Joh. Georg Ebeling, I666. — ö—.— ö S..D.... 1—2 +———..——.— 2 55 J. Wa- rum sollt ich mich denn grä⸗ men?/ ——.————.—— Hab ich doch JChristum noch,/ wer will mir den 1 I 1 1— DSDSD. I. I. — 2—— 12 n 7— neh⸗menꝰ/ Wer will mir den Him- mel rau⸗ ben,/ ————— D.———— EEEEEIEEEEEE..——.—— den mir schon/ Gottes Sohn/ bei⸗ ge⸗legt im Glau⸗ben? 353 332 Vertrauen 2. Arm und bloß kam ich ins Ceben,/ da es mir,/ Herr, von dir/ ward zuerst gegeben./ Arm und bloß werd ich hin— ziehen,/ wenn ich werd/ von der Erd/ als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Ceib, Seel und Leben/ ist nicht mein;/ Gott aͤllein/ ist es, ders gegeben./ Will ers wieder zu sich kehren,/ nehm ers hin,/ ich will ihn/ dennoch froͤhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Rreuz zu tragen,/ dringt herein/ Angst und Pein,/ sollt ich drum verzagen?/ Der es schickt, der wird es wenden,/ er weiß wohl,/ wie er soll/ all mein Unglück enden. S. Gott hat mich bei guten Tagen/ oft ergoͤtzt,/ sollt ich jetzt/ nicht auch etwas tragen?/ Fromm ist Gott und üͤbt mit Maßen/ sein Gericht,/ kann mich nicht/ ganz und gar verlassen. 6. Unverzagt und ohne Grauen/ soll ein Christ,/ wo er ist,/ stets sich lassen schauen;/ wollt ihn auch der Tod auf—⸗ reiben,/ soll der Mut/ dennoch gut/ und fein stille bleiben. 7. Rann jaͤ doch kein Tod uns töten,/ sondern reißt/ unsern Geist/ aus viel tausend Nöten,/ schleußt das Tor der bittern Ceiden/ und macht Bahn,/ da man kann/ gehn zu Himmelsfreuden. 8. Allda will in süßen Schätzen/ ich mein Serz/ auf den Schmerz/ ewiglich ergötzen./ Sier ist kein recht Gut zu finden;/ was die Welt/ in sich hält,/ muß wie Rauch ver⸗ schwinden. 9. Was sind dieses Lebens Güter?/ eine Sand/ voller Sand,/ Rummer der Gemüter./ Dort, dort sind die edlen Gaben,/ da mein Sirt/ Christus wird/ mich ohne Ende laben. I0. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden,/ du bist mein,/ ich bin dein,/ niemand kann uns scheiden./ Ich bin dein, weil du dein Leben/ und dein Blut/ mir zu gut/ in den Tod gegeben; II. Du bist mein, weil ich dich fasse/ und dich nicht,/ o mein Licht,/ aus dem Herzen lasse./ Caß mich, laß mich hingelangen,/ wo du mich/ und ich dich/ ewig werd um⸗ fangen. Paul Serhardt, 4 1676. 35⁴ zauen Berr, hin-⸗ atten ein;/ u sich hren. ein/ hickt, mein Ut ich d übt d gar vo er auf⸗ iben. ißt/ Tor gehn fden it zu ver⸗ oller edlen ben. ein,/ dein, den ⁷5„7/0⁰0 mich um⸗ 576. Vertrauen 333 Mel. 2—95 tut mich verlangen. 3 3 3 Zans Leo Saßler, I60I. 2 23 — 2 —— ——½—3— e⸗fiehl du dei⸗ ne We⸗ge,/ und 6 der al-ler⸗treusten Pflege/ des, ùXX VGI———— + 44.———.——.— E: 4 was dein Her⸗-ze kränkt, der den Himmel lenkt; Wolken, Cuft und Winden/ gibt Wege, Cauf undahn, der der A. III 2=—— — + 3h. ů 22.— 30 W10 wird auch We⸗ge fin⸗ den, da dein Fuß ge⸗hen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen,/ wenn dirs soll wohl⸗ ergehn;/ auf sein Werk mußt du schauen,/ wenn dein Werk soll bestehn./ Mit Sorgen und mit Grämen/ und mit selbsteigner Pein/ läßt Gott sich gar nichts nehmen: /es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnaͤde, /o Vater, weiß und sieht,/ was gut sei oder schade/ dem sterblichen Geblüͤt;/ und was du dann erlesen,/ das treibst du, starker Seld,/ und bringst zu Stand und Wesen,/ was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen,/ an Mitteln fehlt dirs nicht,/ dein Tun ist laͤuter Segen,/ dein Gang ist lauter Licht;/ dein Werk kann niemand hindern,/ dein Arbeit darf nicht ruhn,/ wenn du, was deinen Rindern ersprießlich ist, willst tun. 5. Und ob gleich alle Teufel/ hier wollten widerstehn,/ so wird doch ohne Iweifel/ Gott nicht zurückegehn;/ was er sich vorgenommen,/ und was er haben will,/ das muß doch endlich kommen/ zu seinem Zweck und Ziel. A. 8 2 5— 355 334 Vertrauen 6. Zoff, o du arme Seele,/ hoff und sei unverzagtl/ Gott wird dich aus der Höhle,/ da dich der Rum mer plagt,/ mit großen Gnaͤden rücken;/ erwaͤrte nur die Jeit,/ so wirst du schon erblicken/ die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze/ und Sorgen gute Nacht;/ laß fahren, was das Herze/ betrübt und traͤurig maͤcht;/ bist du doch nicht Regente,/ der alles fuͤhren soll:/ Gott sitzt im Regimente/ und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß tun und walten;/ er ist ein weiser Fürst/ und wird sich so verhalten,/ daß du dich wundern wirst,/ wenn er, wie ihm gebühret,/ mit wunderbarem Rat/ das Werk hinausgeführet,/ das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile/ mit seinem Trost verziehn/ und tun an seinem Teile,/ als hätt in seinem Sinn/ er deiner sich begeben,/ und sollst du für und für/ in Angst und Vöten schweben,/ als fraͤgt er nichts nach dir; 10. Wirds aber sich befinden,/ daß du ihm treu ver⸗ bleibst,/ so wirst du Silfe finden,/ da dus am mindsten gläubst;/ er wird dein Herze lösen/ von der so schweren LCast,/ die du zu keinem Bösen/ bisher getraͤgen hast. II. Wohl dir, du Kind der Treue,/ du haͤst und trägst davon/ mit Ruhm und Dankgeschreie/ den Sieg und Ehrenkron!l /Gott gibt dir selbst die Palmen/ in deine rechte Hand,/ und du singst Freudenpsalmen/ dem, der dein Ceid gewandt. I2. Nach End, o Herr, mach Ende/ mit aller unsrer Not;/ stärk unsre Füß und Hände/ und laß bis in den Tod/ uns allzeit deiner Pflege/ und Treu empfohlen sein,/ so gehen unsre Wege/ gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, 4 1676. 334 Mel. Da Christus geboren war(Nr. 419). J. Auf den Vebel folgt die Sonn,/ auf das Trauern Freud und Wonn,/ aͤuf die schwere, bittre Pein/ stellt sich Trost und Cabsal ein./ Meine Seele, die zuvor/ sank bis zu des Todes Tor,/ steigt nun bis zum Simmelschor. 356 Vertrauen 335 2. Gott läßt keinen traäurig stehn,/ noch mit Schimpf zurückegehn,/ der sich ihm zu eigen schenkt/ und ihn in sein Berze senkt;/ wer auf Gott sein Hoffnung setzt,/ findet endlich und zuletzt,/ was ihm LCeib und Seel ergötzt. 3. Rommts nicht heute, wie man will,/ sei man nur ein wenig still;/ ist doch morgen auch ein Tag,/ da die Wohl⸗ fahrt kommen mag./ Gottes Zeit hält ihren Schritt;/ wenn die kommt, kommt unsre Bitt/ und die Freude reich— lich mit. 4. Als ich furchtsam und verzaͤgt/ mich mit schwerem Gram geplaͤgt,/ als ich manche liebe Nacht/ mich mit Wachen krank gemacht,/ als mir aller Mut entfiel,/ tratst, mein Gott, du selbst ins Spiel,/ gabst dem Unfall Maß und Ziel. 5. Nun, so lang ich in der Welt/ haben werde Haus und Zelt,/ soll mir dieser Wunderschein/ stets vor meinen Augen sein;/ ich will all mein Leben lang/ meinem Gott mit Cobgesang/ hierfür bringen Preis und Dank. 6. Allen Jammer, allen Schmerz,/ den des ewgen Vaters HBerz/ mir schon jetzo zugezählt/ oder künftig auserwählt,/ will ich hier in diesem Cauf/ meines Cebens allzuhauf/ frisch und freudig nehmen auf. 7. Ich will gehn in Angst und Not,/ ich will gehn bis in den Tod,/ ich will gehn ins Grab hinein/ und doch allzeit fröhlich sein./ Wem der Stärkste bei will stehn,/ wen der Höchste will erhöhn,/ kann nicht ganz zugrunde gehn. Paul Serhardt, + J676. Mel. Valet will ich dir geben. Melchior Teschner, J613. 2— GS —2 Ist Gott fuͤr mich, so tre⸗te/ gleich al⸗les wi⸗der mich; Uso oft ich ruf und be⸗te,/ weicht alles hin⸗ter sich. ISIIII EEE E E———— 35⁷ 335 Vertrauen was ion dnmd en mir tun der Fein⸗de/ und Wi⸗der⸗ sa⸗cher Ports 2. Wun weiß und glaͤub ich feste,/ ich rhms auch ohne Icheu,/ daß Gott, der Höchst' und Beste,/ mein Freund und Vaͤter sei,/ und daß in allen Fällen /er mir zur Rechten steh/ und dämpfe Sturm und Wellen/ und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, drauf ich mich gründe,/ ist Christus und sein Blut;/ das machet, daß ich finde/ das ewge wahre Gut./ An mir und meinem Leben/ ist nichts auf dieser Erd;/ was Christus mir gegeben,/ das ist der Ciebe wert. 4. Mein Christus ist mein Ehre,‚/ mein Glanz und helles Licht; /wenn der nicht in mir wäre,/ könnt ich bestehen nicht./ In ihm kaͤnn ich mich freuen,/ haͤb einen Selden— nut,/ darf kein Gerichte scheuen,/ wie sonst ein Sünder tut. 5. Sein Geist wohnt mir im Serzen, /regieret meinen Sinn,/ vertreibt mir Sorg und Schmerzen,/ nimmt allen Rummer hin,/ gibt Segen und Gedeihen/ dem, was er in mir schafft,/ hilft mir das Abba schreien/ aus aller meiner Kraft. 6. Und wenn an meinem Orte/ sich Furcht und Schwaͤch— heit findt,/ so seufzt und spricht er Worte,/ die unaussprech— lich sind/ mir zwar und meinem Munde,/ Gott aber wohl bewußt,/ der an des Herzens Grunde/ ersiehet seine Kust. 7. Sein Geist spricht meinem Geiste/ manch süßes Trost⸗ wort zu,/ wie Gott dem Hilfe leiste,/ der bei ihm suchet Ruh,/ und wie er hab erbaͤuet/ ein' edle neue Stadt,/ da Aug und Herze schauet,/ was es geglaͤubet hat. 8. Da ist mein Teil, mein Erbe i: mir prächtig zu⸗ gericht't;/ wenn ich gleich fall und sterbe,/ fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten/ mit Tränen meine Jeit,/ mein Jesus und sein Leuchten/ durchsüßet alles Leid. 9. Die Welt, die mag zerbrechen,/ du stehst mir ewiglich;/ nicht Feur und Schwert der Frechen/ soll trennen mich und 358 Rottꝰ? hohne nd und echten s mir Is und wahre dieser ewert. helles estehen zelden⸗ dẽer tut. neinen t allen s er in meiner wach⸗ sprech⸗ wohl Cust. Trost⸗ suchet t,/ da ig zu⸗ ãmein mit hten/ lich;/ ch und Vertrauen 336 dich;/ kein Hunger und kein Dürsten,/ kein Armut, keine Pein,/ kein Jorn der großen Fürsten/ soll mir ein Sind'- rung sein. J0. Rein Engel, keine Freuden,/ kein Thron, kein Serr⸗ lichkeit,/ kein Cieben und kein CLeiden,/ kein Angst, kein Herzeleid,/ was man nur kann erdenken,/ es sei klein oder groß,/ der keines soll mich lenken/ aus deinem Arm und Schoß. II. Mein Serze geht in Sprüngen/ und kann nicht traͤurig sein,/ ist voller Freud und Singen,/ sieht lauter Sonnenschein;/ die Sonne, die mir lachet,/ ist mein Serr Jesus Christ;/ das was mich singen maͤchet,/ ist, was im Bimmel ist. Paul Gerhardt, + I676. 3 36 Johann Crüger, I653. — 12— 1— ö—— —————— ö—03 633 ͤäS. 1tpa dich auf zu dei⸗ nem Gott,/ du be⸗ Wa⸗ rum liegst du Gott zum Spott/ in der x DDDDRDE — ü Merkst du nicht des Fein⸗des trüb ⸗te See ⸗lel! Schwermuts⸗höh⸗leꝰ/ é—ẽ ðᷣ x 1.— ö ö ů SSSSSSISISSII. 1—.2.2 List? /Er will durch sein Kämp:fen/ dei⸗ nen Trost, den x—— —.— 1—— e. Je-sus Christ/ dir er„ wor-ben, dämp ⸗fen. 2. Stürme, Feind und Welt und Tod,/ was könnt ihr mir schaden? /Deckt mich doch in meiner Not/ Gott mit seinen Gnaden,/ der Gott, der mir seinen Sohn/ selbst ge— schenkt aus Ciebe,/ daß der ewge Spott und Sohn/ mich dort nicht betrübe. 35⁰ 336 Vertrauen 3. Spreche alle Welt, es sei/ Gott mir nicht gewogen;/ weiß ich doch, er bleibt getreu,/ hat mich nie betrogen./ Wär er gnädig nicht gesinnt,/ würd er seine Gaben,/ die mein eigen worden sind,/ wohl behaͤlten haben. 4. Was ist unterm Himmelszelt,/ was im tiefen Meere,/ was ist Gutes in der Welt,/ das nicht mir gut wäre?/ Wem erglänzt das Sternenlicht?/ Wozu ist gegeben/ Cuft und Wasser? Dient es nicht/ mir und meinem Leben? S. Meine Seele lebt in mir/ durch die heilgen Cehren,/ so die Christen mit Begier/ alle Tage hören./ Gott eröffnet früh und spat/ meinen Geist und Sinne,/ daß sie seines Geistes Gnad/ freudig werden inne. 6. Nun, auf diesen heilgen Grund/ bau ich mein Gemůte,/ sehe, wie der Feind zur Stund/ zwar dawiderwüte;/ gleich⸗ wohl muß er lassen stehn,/ was Gott aufgerichtet,/ aber schmählich muß vergehn,/ was er selber dichtet. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein;/ wer ist, der uns scheideꝛ/ Dringt auch schweres Kreuz herein/ mit dem bittern Leide:/ laß es dringen, kommt es doch/ von geliebten Händen;/ schnell zerbricht des Kreuzes Joch,/ wenn es Gott will wenden. 8. Rinder, die der Vater soll/ ziehn zu allem Guten,/ die gedeihen selten wohl/ ohne Jucht und Ruten. /Bin ich denn nun Gottes RKind,/ warum will ich fliehen,/ wenn er mich von meiner Sünd/ will zum Guten ziehen? 9. Es ist herzlich gut gemeint/ mit der Christen Plagen;/ wer hier zeitlich wohl geweint,/ darf nicht ewig klagen,/ sondern haͤt vollkommne Lust/ dort in Christi Garten,/ dem sein Ceiden ist bewußt,/ endlich zu erwaͤrten. 10. Gottes Kinder säen zwar/ traurig und mit Tränen,/ aber endlich bringt das Jahr,/ wonach sie sich sehnen;/ denn es kommt die Erntezeit,/ da sie Garben binden,/ da wird all ihr Gram und LCeid/ ewiglich verschwinden. II. Ei so faß, o Christenherz,/ alle deine Schmerzen;/ wirf sie fröhlich hinterwärts,/ laß des Trostes Kerzen/ dich entzünden mehr und mehr;/ gib dem großen Namen/ deines Gottes Preis und Ehrl/ Er wird helfen! Amen. Paul Gerhardt, 1 1676. 360 —8 NZSIIIE „ünGos rauen ogen;/ ogen./ n,/ die Heere,/ Wem uft und hren,/ röffnet seines emůüte,/ /gleich⸗ /aber heideꝛ/ Ceide:/ nden;/ venden. mn,/ die Bin ich venn er agen;/ agen,/ arten,/ änen,/ onen;/ n,/ da erzen;/ n/ dich amen/ ien. t, + I676. Vertrauen ö 337 33/ Mel. Von Sott will ich nicht lassen. Erfurt 1572. +—— 5——.—..—— 2— n W 25 Ge⸗ duld ist euch von- ten,/ wenn und, was euch mehr will 16 ten,/ euch — ů—.—— — E—— Sor⸗-ge, Gram und Schmerz schnei- det in das Serz.J O aus⸗- er⸗wähl⸗ te —.5 E—..—. x Schar!/ Soll euch kein Tod je tö⸗ten,/ ist euch Ge⸗ ö—— ů 3— I‚—.— duld von⸗ nö⸗ ten;/ das ist ge⸗wiß⸗lich wahr. 2. Geduld ist Gottes Gabe/ und seines Geistes Gut;/ er schenkt sie uns zum Stabe,/ sobald er in uns ruht./ Der edle, werte Gaͤst/ erloͤst uns von dem Jagen/ und hilft uns treulich tragen/ die größte Bürd und Last. 3. Geduld kommt aus dem Glauben/ und hängt an Gottes Wort;/ das läßt sie sich nicht rauben,/ das ist ihr Beil und Hort;/ das ist ihr hoher Wall,/ da hält sie sich ver⸗ borgen,/ läßt Gott, den Vater, sorgen/ und fürchtet keinen Fall. 4. Geduld ist wohl zufrieden/ mit Gottes weisem Rat,/ läßt sich nicht leicht ermüden/ durch Aufschub seiner Gnad,/ hält frisch und fröhlich aus,/ läßt sich getrost beschweren/ und denkt: wer wills ihm wehren? /Ist er doch Herr im Baus. S. Geduld dient Gott zu Ehren/ und läßt sich nimmer⸗ mehr/ von seiner Ciebe kehren;/ und schlüg er noch so sehr,/ so ist sie doch bedacht,/ die heilge Sand zu loben,/ spricht: Gott, der hoch erhoben,/ hat alles wohlgemacht. 361 338 Vertrauen 6. Geduld macht große Freude,/ bringt aus dem Sim— melsthron/ ein schönes Haͤlsgeschmeide,/ dem Saupt ein edle Kron,/ ist wie ein schönes Cicht,/ davon, wer an ihr hanget,/ mit Gottes Silf erlaͤnget/ ein fröhlich Angesicht. 7. Geduld ist mein Verlangen/ und meines Herzens Lust,/ nach der ich oft gegangen:/ das ist mir wohl bewußt./ Berr, voller Gnad und Huld!/ Ach, gib mir und gewähre/ mein Bitten, ich begehre/ nichts anders als Geduld. 8. Geduld ist meine Bitte,/ die ich sehr oft und viel/ aus dieser Ceibeshütte/ zu dir, Herr, schicken will. Rommt dann der letzte Jug,/ so gib durch deine Zände/ auch ein ge— duldig Ende,/ so haͤb ich alles g'nug. Paul Gerhardt, 4 1676. 0 338 Frankfurt a. m. 1738. P J. Al⸗les ist an Got⸗ tes 355 955—— an sei⸗ner E é— Gnad ge⸗le⸗gen,/ ü⸗ ber al⸗les Gf—ᷣ— Gut. 2 Wer auf Gott sein Zoff 05857 set⸗zet,/ der behält 8n —— ————.———. SSS......... EDEDEDEDEDE un⸗ver-let⸗zet/ ei⸗ nen frei⸗ en Hel⸗-den⸗mut. 2. Der mich hat bisher ernähret/ und so manches Glück bescheret,/ ist und bleibet ewig mein;/ der mich wunderbar geführet/ und noch leitet und regieret,/ wird hinfort mein HBelfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen,/ die nur Sorg und Un⸗— ruh machen/ und ganz unbeständig sind;/ ich begehr, nach dem zu ringen,/ was den Frieden pflegt zu bringen,/ und man jetzt gaͤr selten findt. 36² WWWNT TES IE auen Him⸗ pt ein an ihr esicht. Cust,/ ußt./ ähre/ /aus „ommt Vertrauen 339 4. Hoffnung kann das Serz erquicken;/ was ich wünsche, wird sich schicken,/ so es anders Gott gefällt./ Meine Seele, LCeib und Ceben/ hab ich seiner Gnad ergeben/ und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen/ mein Verlaͤngen zu erfüllen;/ es hat alles seine JZeit./ Ich hab ihm nichts vorzuschreiben;/ wie Gott will, so muß es bleiben;/ wann Gott will, ich bin bereit. G. Soll ich länger aͤllhier leben,/ will ich ihm nicht widerstreben;/ ich verlaͤsse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet,/ alles Irdische vergehet/ und fährt wie ein Strom dahin. Mürnberg J676. 3 39 Georg MNeumark, J657. * 3— D* SPSISSI.IIII... Wer nur den lie⸗ben Gott läßt waͤl⸗ten/ und hoffet den wird er wunder⸗bar er⸗hal⸗ten/ in al⸗ler n t, i w ei J. 2 auf ihn al ⸗ le⸗zeit, Not und Trau⸗rig⸗keit. —.— ö— 1— 1—— ———.—..— . höch-sten, traut,/ der hat auf kei- nen Sand ge-⸗baut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen?/ Was hilft uns unser Weh und Ach? /Was hilft es, daß wir alle Morgen/ beseufzen unser Ungemach?/ Wir maͤchen unser Kreuz und Leid/ nur größer durch die Traͤurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille/ und sei doch in sich selbst vergnügt,/ wie unsers Gottes Gnadenwille,/ wie sein Allwissenheit es fügt./ Gott, der uns ihm hat auserwählt,/ der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. Wer Gott, dem Al⸗ler⸗ 3⁰³ —— — D‚‚‚‚‚‚‚‚‚— 340 Vertrauen 4. Er kennt die rechten Freudenstunden,/ er weiß wohl, wann es nützlich sei./ Wenn er uns nur hat treu erfunden/ und merket keine Seuchelei,/ so kommt Gott, eh wir uns versehn,/ und lässet uns viel Guts geschehn. S. Denk nicht in deiner Drangsalshitze,/ daß du von Gott verlassen seist,/ und daß ihm der im Schoße sitze,/ der sich mit stetem Glücke speist;/ die Folgezeit verandert viel/ und setzet jeglichem sein Ziel. G. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen/ und ist dem Höchsten alles gleich,/ den Reichen klein und arm zu maͤchen,/ den Armen aber groß und reich;/ Gott ist der rechte Wundermann,/ der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,/ verricht das Deine nur getreu/ und trau des Zimmels reichem Segen,/ so wird er werden bei dir neu;/ denn welcher seine Zuver— sicht/ auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark, 168 n Breslau 1657. J. Sollt es gleich bis- wei-len scheie nen ——4 = 8*..— als ver⸗lie⸗ße Gott die Sei⸗nen,/ o so glaub und 1 +4 ——..— 2— 2 SSS... weiß ich dies:/ Gott hilft end⸗-lich doch ge-⸗wiß. 2. Hilfe, die er aufgeschoben,/ hat er drum nicht auf⸗ gehoben;/ hilft er nicht zu jeder Frist,/ hilft er doch, wanns nötig ist. 3. Wie oft Väter nicht gleich geben,/ wonach ihre Kinder streben,/ so hält Gott auch Maß und Ziel;/ er gibt, wem und wann er will. 364 al Guen wohl, nden/ ir uns Gott er sich und st dem rm zu ist der kann. ht das gen,/ Juver⸗ „YI6SI zu 1657. Kinder wem Vertrauen 341 4. Seiner kann ich mich getrösten,/ wenn die Not am allergrößten, /ner ist gegen mich, sein Rind,/ mehr als väterlich gesinnt. 5. Will der Feind mir bange machen,/ ich kann seine Macht verlachen;/ drückt mich schwer des Kreuzes Joch,/ Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Mögen mich die Menschen kränken,/ mag auf mein Verderben denken,/ wer mir ohne Ursach feind!/ Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Caß die Welt nur immer neiden! /Will sie mich nicht länger leiden,/ ei so frag ich nichts danach; /Gott ist Richter meiner Sach. 8. Will sie mich gleich von sich treiben,/ muß mir doch der himmel bleiben;/ ist der Himmel mein Gewinn,/ geb ich alles andre hin. 9. Herr, kann ich nur dich umfassen,/ will ich alles andre lassen;/ legt man mich dereinst ins Grab,/ gnug, Herr, wenn ich dich nur hab! Christoph Tietze, 41703. Mel. Jesu, meine Freude. 341 Zohann Crüger, Berlin J656. x—.—— SSPSSIII 2———.———— * 1—7 Je⸗sus ist mein Ceben,/ dem ich mich er⸗ge⸗ben/ VUer ist mei⸗ ne Sonne,/ mei⸗ne Freud und Wonne/ fest bis in den——5 2230— 65 in der groͤß ten Mot. Ceid ich gleich/ in seinem Reich,/ — ö.— 2———2 1 SSSSEE E so werd ich mit ihm re⸗gie⸗ ren/ und dort tri⸗ um⸗phie⸗ren. 2. Die mit Jesu leiden,/ werden mit ihm weiden/ in dem Sternenzelt;/ die mit Jesu sterben,/ werden mit ihm 36⁵² 342 Vertrauen erben,/ wo ihr Reich bestellt./ Ihre Rron/ und Sieges⸗ lohn/ sind, wo Gott die Engel loben,/ sicher aufgehoben. 3. Die mit Tränen säen,/ wenn die Winde wehen,/ die der Feind erweckt,/ werden dort mit Freuden/ ernten nach dem Leiden,/ wo kein Feind mehr schreckt./ Nach der!Můh,/ die sie allhie dulden, wird sie Gott ergötzen/ mit des HZim⸗ mels Schätzen. 4. O ihr frommen Seelen,/ die ihr euch mit Quaͤlen/ bringet durch die Welt,/ die ihr öfters weinet,/ wenn kein Trost erscheinet,/ wenn euch Kreuz befällt,/ denket doch/ bei diesem Joch/ an die KRron in jenem LCeben,/ die euch Gott wird geben. 5. Wenn uns Sünden kränken,/ lasset uns bedenken Gottes Gnadenratl!æ/ Jesus hat erduldet,/ was wir hier verschuldet;/ er gibt Gnad um Gnad./ Rämpfen wir/ mit ihm allhier,/ so wird er uns helfen kämpfen/ und die Sünde dämpfen. 6. Seid getreu, ihr HBerzen,/ bei des Kreuzes Schmerzen,/ treu bis in den Todl/ Jesus wird euch trösten,/ wenn er die Erlösten/ fuͤhrt aus aller Not./ Auf das Leid/ folgt Fried und Freud;/ Gott wird lassen nach dem Weinen/ euch die Sonne scheinen. 7. Nun, Herr Jesu, starke/ uns zum guten Werke,/ hilf uns durch die Welt!/ Romm, du Berr der Ehren,/ unser Berz zu kehren/ nach dem Himmelszelt./ Sei uns Schutz/ und starker Trutz,/ jetzt im Leben, dort im Sterben,/ daß wir alles erben. Freylinghausens Gesangbuch, 1704. 342 Sranzö sischer Psalter, 1551. ........... Mei⸗ne Sor⸗gen, Angst und Pla⸗gen lau⸗ fen al-les Seuf⸗-zen, al⸗ les Rla· gen,/ das der Mel. Wie nach einer Wa sserquelle. — 366 Vertrauen 342 + SSSSS mit der Jeit zu End;; ö 2—. wird gottlob nicht e⸗ Herr al ⸗lei⸗ ne kennt, ro gottlob nicht e⸗ win sein; . — — nach dem Re⸗ gen wird ein Schein/ von viel tau⸗send S................ —.— 2—0— Son⸗-nen⸗blik⸗Een/ mei⸗nen mat⸗ten Geist er quik⸗ken. 2. Meine Saat, die ich gesäet,/ wird zur Freude wachsen aus;/ wenn die Dornen abgemähet,/ so trägt man die Frucht nach Saus./ Wenn ein Wetter ist vorbei,/ wird der Zimmel wieder frei;/ nach dem Rämpfen, nach dem Streiten/ kommen die Erquickungszeiten. 3. Unser Weg geht nach den Sternen,/ der mit Kreuzen ist besetzt;/ hier muß man sich nicht entfernen,/ ob er gleich mit Blut benetzt./ Zu dem Schloß der Ewigkeit/ kommt kein Mensch hin ohne Streit./ Die in Salems Mauern wohnen,/ zeigen ihre Dornenkronen. 4. Es sind waͤhrlich alle Frommen,/ die des Bimmels Rlaͤrheit sehn,/ aus viel Trübsal hergekommen;/ darum siehet man sie stehn/ vor des Cammes Stuhl und Thron,/ prangend in der Ehrenkron/ und mit Palmen ausgezieret,/ weil sie glücklich triumphieret. 5. Gottes Ordnung stehet feste/ und bleibt ewig unver⸗ ruͤckt:/ seine Freund und Sochzeitsgäste/ werden nach dem Streit beglückt./ Israel behält den Sieg/ nach geführtem Rampf und Rrieg;/ Ranaan wird nicht gefunden,/ wenn man nicht haͤt überwunden. G. Darum trage deine Retten,/ meine Seel, und dulde dich!/ Gott wird dich gewiß erretten,/ das Gewitter leget sich;/ nach dem Blitz und Donnerschlag/ folgt ein ange⸗ nehmer Tag;/ auf den Abend folgt der Morgen/ und die Freude nach den Sorgen. Freylinghausens Gesangbuch, 1704. 36⁷7 343 Vertrauen 343 Mel. Zu Gott in dem Simmel droben. Französischer Psalter, 1547. ö ö ö —————— J. Soll ich denn mich täglich krän⸗ken, sängstlich —— ö nindin.——.— EiE—— an das Rünftge den⸗ken?/ Soll ich a⸗bends nie mit Ruh/ IiIPPEEEE mei⸗ ne Au⸗-gen schließen zu?/ Soll es immer vor mir ...... ste ⸗ hen:/ wie wirds einst noch mir er⸗ge⸗ hen?/ Da die PFII.I 1 I .. Sor⸗ge mich nur qualt/ und doch ih⸗res Ziels ver⸗fehlt? 2. Gott, der mich bisher erhalten,/ höret nimmer auf zu walten;/ oder sollt er jetzt allein/ seines Waltens muͤde sein?/ Wohl, ich will das Sorgen lassen/ und zu ihm Ver⸗ trauen fassen;/ wie er mich auch führen will,/ meine Seele bleibe still. 3. Wies auch in der Welt mir gehet,/ er ists, der allein verstehet,/ was mir heilsam ist und gut,/ oder was mir Schaden tut./ Caß ich ihn fůr mich nur wählen,/ wird kein wahres Gut mir fehlen;/ aber eigner Will und Rat/ waählt oft einen falschen Pfad. 4. Bleib ich stehn auf niedern Stufen,/ will ich in das Berz mir rufen,/ daß ich, vieler Sorgen frei,/ vor dem Sturz gesichert sei. Doch, wenn Gott mich wollt erheben,/ will ich ihm nicht widerstreben;/ er wird mir die Kraft ver⸗ leihn,/ im Beruf getreu zu sein. 368 — 16444— llein m ir kein ählt das dem en,/ ver⸗ Vertrauen 344 5. will die Armut meiner Hütten/ er mit Segen über⸗ schuͤtten,/ so verleih er nur zugleich,/ daß die Seele werde reich·/ Doch ist Armut mir beschieden,/ bin ich auch damit zufrieden;/ denn auf diese arme Zeit/ folgt die reiche Ewigkeit. 6. Wird mir Gott Gesundheit geben,/ will ich eifrig da⸗ nach streben,/ daß ich foͤrdre mehr und mehr/ meines Gottes Ruhm und Ehr. J/Aber auch in Krankheitstagen/ möge Gottes Geist mir sagen,/ daß solch herbe Arzenei/ mir zum Heile nöͤtig sei. 7. Soll ich noch viel Jahre zählen,/ mit des Lebens Not mich quälen,/ kommt doch auch wohl mancher Tag,/ daß mein Serz sich freuen mag./ Aber kaͤm ich bald hinüber,/ war mir solches desto lieber,/ weil ich käm aus aller Not/ hin zu meinem Herrn und Gott. 8. Alles sei Gott heimgegeben,/ Freud und Truͤbsal, Tod und Ceben;/ es geschehe, was sein Rat/ über mich be⸗ schlossen hat./ Ich will mich nicht länger kränken,/ sondern dies allein bedenken,/ daß nach Gottes Gnaͤdenschluß/ Christen alles frommen muß. Phil. Zakob Spener, I70s. 344 Severus Gastorius, I68I. Was Gott tut, das ist wohl⸗ge⸗tan,/ es bleibt ge⸗ wie er fängt mei⸗ ne Sachen an,/ will ich ihm EI 8 2 x— IIIFIII— recht sein Wil⸗le; ů ö ů bal'ten stil⸗Le. Er ist mein Gott,/ der in der Not/ mich ——— e SS wohl weiß zu er ⸗ hal⸗· ten;/ drum laß ich ihn nur wal⸗ten. 369 345 Vertrauen 2. Was Gott tut, das ist wohlgetan;/ er kann ja nimmer trügen,/ er führet mich auf rechter Bahn;/ so laß ich mir genüͤgen/ an seiner Zuld/ und hab Geduld,/ er wird mein Unglück wenden;/ es steht in seinen Händen. Was Gott tut, das ist wohlgetan;/ er wird mich wohl bedenken;/ er, als mein Arzt, der helfen kann,/ wird mir nicht Gift einschenken /für Arzenei,/ Gott ist getreu;/ drum will ich auf ihn bauen/ und seiner Güte trauen. 7. Was Gott tut, das ist wohlgetan;/ er ist mein Licht und Leben,/ der mir nichts Böses goͤnnen kann;/ ich will mich ihm ergeben/ in Freud und Leid,/ es kommt die Jeit,/ da öffentlich erscheinet,/ wie treulich er es meinet. S. Was Gott tut, das ist wohlgetan;/ muß ich den Relch gleich schmecken,/ der bitter ist nach meinem Wahn,/ laß ich mich doch nicht s chrecken,/ weil doch zuletzt/ ich werd ergötzt/ mit süßem Trost im Berzen;/ da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott tut, das ist wohlgetan;/ dabei will ich ver⸗ bleiben;/ es mag mich auf die rauhe Bahn/ VNot, Tod und Elend treiben,/ so wird Gott mich/ ganz väterlich/ in seinen Armen halten;/ drum laß ich ihn nur waͤlten. Samuel Rodigast, + 1708. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 345 Srankfurt a. M. 1738. J. wun ⸗ der⸗ an⸗ fang herr⸗lich's En⸗de,/ wo die , .— Wun⸗der⸗weis⸗lich ist sein Ra⸗ten, wun⸗·; der⸗reich sind ö sei ⸗ ne Ta⸗ ten,/ und du sprichst: Wo wills hin ⸗ausꝰ 37⁰ Vertrauen 346 2. Denke doch: es muß so gehen,/ was Gott weislich heißt geschehen/ ihm und dir zur HBerrlichkeit;/ ob der An⸗ fang seltsam scheinet,/ ist das Ende gut gemeinet;/ Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist wie in Fluͤssen/ und in großen Wasser⸗ güssen,/ und du spürst nicht seinen Fuß;/ so auch in dem meer der Sorgen/ hält Gott seinen Pfad verborgen,/ daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen maͤg ersinnen,/ wo man Bilfe kann gewinnen,/ die Vernunft ist hier zu blind;/ nicht für das Verborgne taͤugen/ ihre halbgebrochnen Augen,/ weil sie allzublöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen,/ weil er alles wohl kann machen,/ End und Anfang geben frei./ Er läßt, was er angefangen,/ so zum Ende stets gelaͤngen,/ daß es wunderherrlich sei. 6. Drum laß dir doch nimmer grauen,/ lerne deinem Gott vertrauen,/ sei getrost und gutes Muts./ Er fuͤrwahr, er wird es fuͤhren,/ daß du wirst am Ende spüren,/ wie er dir tut lauter Guts. 7. Deinem Glauben wirds nicht fehlen;/ du wirst noch der Welt erzählen,/ was die blinde Welt nicht kennt./ Er wird dir dein Kreuz versüßen,/ daß du wirst bekennen muͤssen:/ Wunderanfang, herrlich's Endl Seinrich Arnold Stockfleth, T 1708. 346 C. H. Dretzel, Nürnberg 173J. — 1I— I. Gott le⸗bet noch!/ See⸗le, was ver⸗ zagst du doch?/ H.e 312— 8—— ö 243 ö—.— EEEIEEE Lader ist gut, der aus Er ⸗bar⸗men/ al ⸗le Hilf auf der mit Rraft und star⸗kñen Ar⸗men/ machet al ⸗les 37¹ 346 Vertrauen EIE Er⸗den tut wohl und gutz Gott kann bes⸗ ser, als wir den⸗ ken,/ EEEEE —— 5.— al le Not zum be⸗-sten len ben./ See⸗le, so be⸗ ———.— 3. min. EE.— den ⸗ke doch:/ lebt doch un ⸗ ser Berr⸗-gott noch. 2. Gott lebet noch!/ Seele, was verzagst du doch?/ Sollt der schlummern oder schlaͤfen,/ der das Aug hat zuge— richt't?/ Der die Ohren hat erschaffen,/ sollte dieser hoͤren nicht?/ Gott ist Gott, der hört und siehet,/ wo den From— men weh geschiehet./ Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Serrgott noch. 3. Gott lebet noch!/ Seele, was verzagst du doch?/ Der den Erdenkreis verhullet/ mit den Wolken weit und breit,/ der die ganze Welt erfüllet,/ ist von uns nicht fern und weit./ Wer Gott liebt, dem will er senden Hilf und Trost an allen En— den./ Seele, so bedenke doch:/ lebt doch unser Serrgott noch. . Gott lebet noch!/ Seele, was verzaͤgst du doch?/ Bist du schwer mit Rreuz beladen,/ nimm zu Gott nur deinen Cauf./ Gott ist groß und reich von Gnaͤden,/ hilft den Schwachen gnädig auf./ Gottes Gnade währet immer,/ seine Treu vergehet nimmer./ Seele, so bedenke doch:/ lebt doch unser Serrgott noch. 5. Gott lebet noch!/ Seele, was verzagst du doch?/ Wenn dich deine Sunden kränken,/ dein Verbrechen quãâlt dich sehr:/ komm zu Gott, er wird versenken/ deine Sünden in das Meer;/ mitten in der Angst der Hoͤllen/ kann er dich zufriedenstellen./ Seele, so bedenke doch: /lebt doch unser Herrgott noch. G. Gott lebet noch!/ Seele, was verzagst du doch?/ Will dich alle Welt verlassen,/ weißt du weder aus noch ein,/ 372 7—6. Bist einen t den ner,/ lebt ch²— quält nden dich inser Will in,/ Vertrauen 347 Gott wird dennoch dich umfassen/ und im Leiden bei dir sein./ Gott ists, der es herzlich meinet,/ wo die Not am größten scheinet./ Seele, so bedenke doch: /lebt doch unser Herrgott noch. 7. Gott lebet noch!/ Seele, was verzagst du doch?/ Mußt du schon geängstigt wallen/ auf der harten Dornenbahn:/ es ist Gottes Wohlgefallen,/ dich zu führen himmelan./ Gott will nach dem Jammerleben/ Fried und Freud und Zimmel geben./ Drum, o Seel, bedenke doch:/ lebt doch unser Herrgott noch. Joh. griedrich Zihn, 17I9. 347 Zeipzig 1727. 4— DSDSSDSDEEEE ꝗSPSPPISIIIIIIIIII. J. Ich laß dich nicht, du Hilf in al ⸗len Nö⸗ten;/ — SDD..——— 2—— B——4 12———mm — RSEEEE— leg Joch auf Joch,/ ich hof⸗fe doch,/ auch wenn es scheint, als R woll⸗test du mich toͤ⸗ten. Machs, wie du willst, mit mir:/ ich 1 E— ö E— L b zn erhar weiꝛ che nicht von dir;/ ver⸗ stel le dein Gesicht:/ du Hilf in — 15.— E. a— — 1.4.— D...ee...e.—— DJ‚‚D‚DiII S al⸗len NVo⸗ten,/ ich laß dich nicht,/ ich laß dich nicht! 2. Ich laß dich nicht! Sollt ich den Segen lassen?/ Mein Jesu, nein,/ du bleibest mein,/ dich halt ich noch, wenn ich nichts mehr kann fassen./ Nach kurzer Nächte LCauf/ geht mir der Segen auf/ von dir, dem Segenslicht:/ sollt ich den Segen laͤssen?/ Ich laß dich nicht,/ ich laß dich nicht! S—— 23 ——½ V7³ 348 Vertrauen 3. Ich laß dich nicht, mein Gott, mein Herr, mein Cebenl/ Mich reißt das Grab/ von dir nicht ab,/ der du dich hast fuůr mich in Tod gegeben./ Du starbst aus Liebe mir;/ ich sag in Liebe dir,/ auch wenn das Berz zerbricht:/ Nein Gott, mein Herr, mein Leben,/ ich laß dich nicht,/ ich laß dich nicht. Wolfg. Christoph Deßler, 4 1722. 348 Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Johann Uhlich, 1674. , ᷑ii DD. 1 wimd See ⸗le sen ⸗ket sich/ hin in lund er⸗war⸗ tet ru⸗ hig⸗lich/ sei⸗ ner ——— +— Got⸗ tes Herz und Zaͤn⸗de Wwe nge ziel und En⸗— liegt fein stil„le, —.— IE arm und bloß/ in des lieb⸗sten Va⸗ters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht,/ ist mit allem wohl zufriedenj/ was der eigne Wille spricht,/ ist zum Tode schon beschiedenj/ was die Ungeduld erregt,/ ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht,/ will vielmehr an nichts ge⸗ denken,/ was gleich spitzen Dornen sticht/ und den Frieden nur kann kränken./ Sorgen kommt dem Schöpfer zu:/ meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht,/ liebt hingegen Gott im Leiden;/ Rummer, der das Herze bricht,/ trifft und ängstet nur die Heiden./ Wer Gott in dem Schoße liegt,/ bleibt in aller Not vergnüͤgt. 5. Meine Seele klaget nicht;/ denn sie weiß von keinen Nöͤten,/ hängt an Gottes Angesicht/ auch alsdann, wenn er will töͤten./ Wo sich Fleisch und Blut beklagt,/ wird der Freudengeist verjagt. 37⁴ + Mel. Vertrauen 349 6. Meine Seel ist still zu Gott,/ und die Junge bleibt ge— bunden;/ also haͤb ich allen Spott,/ alle Schmerzen über— wunden,/ bin gleichwie ein stilles Meer,/ voll von Gottes Preis und Ehr. Joh. Jo seph Winckler, 1 1722. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. Herrnhaag 1749. ů x ö ö ö— 5— ö ö——— — D‚ J. Gott wills ma⸗ chen,/ daß die Sa⸗chen/ ge hen, —— ö.—.— ...II......... vie es heil⸗ sam ist;/ laß die wel ⸗ len/ ——.— é———— ESS reᷣ Eni, nnri rings⸗ um schwellen,/ wenn du nur bei Ze⸗-su bist! 2. Wer sich kränket,/ weil er denket,/ Jesus liege in dem Schlaf,/ wird mit Klagen/ nur sich plagen,/ daß der Un⸗ glaub leide Straf. 3. Du Verächter!/ Gott, dein Wächter,/ schläfet ja noch schlummert nicht;/ zu den Hoͤhen/ aufzusehen,/ wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen/ und im Eilen/ bleibt er stets ein Vaterherz;/ laß dein Weinen/ bitter scheinen,/ dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. S. Glaub nur feste,/ daß das Beste/ über dich beschlossen sei;/ wenn dein Wille/ nur ist stille,/ wirst du von dem Kummer frei. 6. Willst du wanken/ in Gedanken,/ faß dich in Ge— lassenheit;/ laß den sorgen,/ der auch morgen /Herr ist über Ceid und Freud. 7. Gottes Hände/ sind ohn Ende,/ sein Vermögen hat kein Ziel;/ ists beschwerlich,/ scheints gefährlich,/ deinem Gott ist nichts zu viel. 37⁵ SSSS ö örn 35⁰ Vertrauen 8. Wenn die Stunden/ sich gefunden,/ bricht die Silf mit Macht herein,/ und dein Grämen zu beschämen,/ wird es unversehens sein. 9. Drum wohl denen,/ die sich sehnen/ nach der stillen Willensruh!/ Auf das Wollen/ faͤllt dem Sollen/ bald auch das Vollbringen zu. Io. Nun so traͤge/ deine Plage/ fein getrost und mit Geduld!/ Wer das Leiden/ will vermeiden,/ häufet seine Sündenschuld. II. Aber denen,/ die mit Tränen/ küssen ihres Jesu Joch,/ wird die Rrone/ vor dem Throne/ ihres Zeilands werden noch. I2. Amen, Amen!/ In dem Namen/ meines Jesu haͤlt ich still;/ es geschehe/ und ergehe,/ wie und wann und was er will. Joh. Daniel Serrnschmidt, 1 1723. Mel. Jesu, meine Freude. 3 50 Johann Crüger, Berlin 1656. 5— n. IIIIEE..— * See⸗le, sei zu⸗frie ⸗den!/ Was dir Utreib aus dei nem Her⸗zen/ Un⸗ ge⸗ Gott be⸗schie⸗ den,/ das ist al⸗les gut; duld und Schmer⸗zen,/ fas⸗se fri⸗schen Mut./ —j 1 l — ö ö— —....* Ist die Not/ dein tag⸗lich Brot,/ mußt du wei⸗nen ö x +. I ——— — mehr als la⸗ chen:/ Gott wirds doch wohl ma⸗ chen. 2. Scheint der Himmel trübe,/ und der Menschen Liebe/ stirbt dir ganz dahin;/ kommt das Mißgeschicke/ fast all 376 Vertrauen 351 Augenblicke/ und quält deinen Sinn:/ nur Geduld!/ Des Zimmels Suld/ sieht auf alle deine Sachen:/ Gott wirds doch wohl maͤchen. 3. Ungeduld und Grämen/ kann nichts von uns nehmen,/ macht nur größern Schmerz. /Wer sich widersetzet,/ wird nur mehr verletzet;/ drum Geduld, mein Serzl/ Aus dem Sinn /die Sorgen hin! /Drücket gleich die Cast die Schwachen:/ Gott wirds doch wohl machen. 4. Auf die Wasserwogen/ folgt ein Regenbogen,/ und die Sonne blickt;/ so muß auf das Weinen/ lauter Freude scheinen,/ die das Herz erquickt./ Caß es sein,/ wenn Angst und Pein/ mit dir schlaͤfen, mit dir wachen:/ Gott wirds doch wohl machen. S. Kronen sollen tragen,/ die des Kreuzes Plaͤgen/ in Geduld besiegt;/ fröhlich auszuhalten/ und Gott lassen waͤlten,/ das macht recht vergnügt./ Drum nimm dir, /o Seele, fuͤr,/ stets zu beten und zu wachen:/ Gott wirds doch wohl machen. G. Also soll es bleiben! /Ich will mich verschreiben,/ Gott getreu zu sein;/ beides, Tod und Ceben,/ bleibe ihm ergeben,/ ich bin sein, er mein;/ denn mein Ziel/ ist: wie Gott will!/ Drum sag ich in allen Sachen:/ Gott wirds doch wohl machen. Benjamin Schmolck, + 1737. 351 mel. Nach einer Prüfung kurzer Tage(oder wie Nr. 339). Leipzig I8I9. Joh. Gottfr. Schicht. A 2——+——.— D.— Je sgrö-ßer Kreuz, je nä⸗-her Bim⸗ mel;/ wer denn bei dem eit⸗len Weltge ⸗ tüm⸗ mel/ ver⸗ U .—..—.—.—.——— 2—.— oh-ne Kreuz, ist oh⸗-ne Gott, III. gißt man Höl⸗le, Fluch 21868.3 tnd in den + 377⁷ 351 Vertrauen I . Mann geschätzt,/ den Gott in Kreuz und Truͤb⸗sal setzt! 2. Je größer Kreuz, je beßre Christen;/ Gott prüft uns mit dem Probestein./ Wie maͤncher Gaͤrten muß gleich Wüsten,/ weil ohne Tränenregen, sein!/ Das Gold wird auf dem Feuerherd,/ ein Christ in maͤncher Not bewährt. 3. Je größer Rreuz, je stärkrer Glaube;/ die Palm er⸗ starket durch die Cast;/ die Süßigkeit fließt aus der Traube/ erst, wenn du sie gekeltert hast;/ und wie die Perl in Salzesflut,/ so wächst im Kreuz der Glaubensmut. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe;/ der Sturm facht nur die Flammen auf;/ scheint auch der Himmel noch so trübe,/ so lacht doch baͤld die Sonne drauf,/ und gleichwie Ol das Feuer naͤhrt,/ wird Ciebesglut durch Kreuz vermehrt. 5. Je größer Rreuz, je mehr Gebete;/ sie stroömen aus dem Herzen fort./ Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte,/ so fragte man nicht nach dem Port./ Wo kãmen Davids Psalmen her,/ wenn Kreuz ihm ferngeblieben waͤr? 6. Je größer Rreuz, je mehr Verlaͤngen;/ im Tale steiget man bergan,/ wer durch die Wüsten oft gegangen,/ der sehnet sich nach Ranaan./ Die Seele findet hier nicht Ruh,/ drum eilt sie Jions HZutten zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben;/ man freut sich recht auf seinen Tod,/ denn man entgehet dem Verderben;/ es stirbt auf einmal alle Not./ Das Kreuz, das unsre Gräber ziert,/ bezeugt, man habe triumphiert. 8. Je größer Kreuz, je schönre KRrone,/ die Gott den Seinen beigelegt,/ und die einmal vor seinem Throne/ der überwinder Scheitel tragt./ Ach dieses teure Rleinod macht,/ daß man das großte Kreuz nicht acht't. 9. Gekreuzigterl laß mir dein Rreuze/ je länger desto lieber sein;/ daß mich die Ungeduld nicht reize,/ so pflanz ein solches Serz mir ein,/ das Glaube, Liebe, Soffnung hegt,/ bis dort mein Kreuz die Rrone trägt. Benjamin Schmolck, + 1737. 37⁵ Ver Mel. V Vertrauen 352 352 Mel. Was Sott tut, das ist wohlgetan. Severus Gastorius, I68J. I x— ö é IPIIIIItt... 12———..— △ Gott lebt Wie kann ich traͤurig sein,/ als wär kein Gott zu Er weiß ja wohl von meinerPein,/ die ich hier muß emp⸗ .. finden? badeuel er kennt mein Herz/ und mei⸗nen Schmerz,/ so I Esr——.— E darf ich nicht ver ⸗ za⸗ gen/ und ihm nur al⸗les klaͤ⸗gen. 2. Gott hört! Wenn niemand hören will:/ wie soll ich lange sorgen,/ mein Seufzen dringe nicht zum Ziel/ und bleibe Gott verborgen? /Schrei ich empor,/ so hört sein Ohr,/ so steigt die Silfe nieder,/ so schallt das Amen wieder. 3. Gott sieht! Wie klaget denn mein Herz,/ als säh er nicht mein Weinenꝰ/ Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz/ ganz offenbar erscheinen;/ kein Tränlein fällt,/ so er nicht zählt/ und sich vor Augen setzet,/ bis er uns drauf ergötzet. 4. Gott führt! So geh ich ruhig fort/ auf allen meinen Wegen;/ und wenn die Welt baͤld hier, bald dort/ will ihre Stricke legen,/ so pflegt er mich/ zwar wunderlich,/ doch selig auch zu führen,/ daß mich kein Fall kann rühren. 5. Gott gibt! Und wär ich noch so arm,/ doch soll ich nicht verderben;/ was hilft mir denn mein steter Sarm,/ als müßt ich Zungers sterben;/ er hat ja Brot,/ und wenn die Not/ uns nach der Wüste weiset,/ doch werden wir gespeiset. 6. Gott lebt, wohlan, ich merke das;/ Gott hört, ich wills ihm sagen;/ Gott sieht, er setzt den Tränen Maß;/ Gott führt, ich darf nicht klagen;/ Gott gibt und liebt./ Nur unbetrübt!/ Er wird mir endlich geben,/ auch dort mit ihm zu leben. Benjamin Schmolck, 1 1737. 37⁰ —. ——— e 353 Vertrauen 35³ Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan(Tr. 352). I. Gott ist mein Gott, er sorgt für mich,/ was soll ich mich denn grämen?/ Will er doch alle Cast auf sich/ von meinen Schultern nehmen./ Wenn noch so schwer/ mein Kreuz auch waͤr,/ es soll mich nicht erdrücken;/ er will mich stets erquicken. 2. Gott ist mein Schild, er decket mich/ bei allen Un— gewittern,/ auch wenn der Sölle Pforten sich/ mit aller Macht erbittern:/ ist sein Panier/ nur üͤber mir,/ so kann ihr blinder Schrecken/ mir keine Furcht erwecken. 3. Gott ist mein Cicht, er leitet mich/ auf allen meinen Wegen /und führet mich ganz wunderlich/ bei Sonnen— schein und Regen;/ sein Wort geht mir/ als Leitstern fůr/ und leuchtet meinen Füßen/ bei allen Finsternissen. 4. Gott ist mein Fels, er träget mich;/ laßt alle Berge sinken,/ so steh ich unveränderlich/ und werde nicht er⸗ trinken;/ obgleich die Flut/ mit aller Wut/ an meinen Anker schläget;/ doch werd ich nicht beweget. 5. Gott ist mein Teil, er sättigt mich;/ mir wird kein Gutes fehlen;/ was sollte denn mein Berze sich/ mit vielen Sorgen quälen?/ Wer Gott nur hat,/ ist in der Tat/ der reichste Mensch auf Erden,/ ihm muß der Simmel werden. 6. Gott ist mein Heil, er segnet mich:/ ich soll in Christo leben;/ mein Heiland hat aus Liebe sich/ für mich in Tod gegeben./ So fiel mein Los/ in Gottes Schoß;/ wer kann bei diesem Glaͤuben/ mir Gott und Bimmel rauben? 7. Gott ist mein Zirt, er weidet mich/ auf reinen, grünen Auen,/ und seiner treuen Sut kann ich/ mich ohne Furcht vertrauen./ Zeigt hier und da/ sich auch Gefahr,/ er gehet mir zur Seiten,/ sein Auge muß mich leiten. 8. Gott ist mein Alles hier und dort,/ im Zimmel und auf Erden;/ es soll mir auch mein Gott hinfort/ noch immer lieber werden,/ bis ich dorthin/ gelanget bin,/ wo ich, mit Gott verbunden,/ das hoͤchste Gut gefunden. Benjamin Schmolck, 4 1737. 380 Ver Mel. nen Vertrauen 354 354 Mel. Alles ist an Gottes Segen. Frankfurt a. M. I738. F. äöäReRERERER‚RRR‚‚E‚I‚‚EI 8 J. Berr, mein Licht, mein Seil, mein Ce-ben,/ wie kann d ich dich gnug er⸗he⸗ben?/ Was fuͤr Lieder Aimm ich anꝰ/ Bärä d:ern viriinnde. Was soll ich fůr Dant er⸗ wei⸗ sen?/ Wie soll ich das ö 1.—— 1— — ö.ä——.—— ö= Gu⸗te prei⸗ sen,/ so du, Serr, an mir ge⸗ tan? 2. Zwar du hattest mich gebeuget,/ aber auch dabei ge— zeiget,/ wie du seist mit dilfe nah./ In der Nacht waͤrst du verborgen,/ doch kam baͤld ein froher Morgen,/ da ich, Herr, dein Antlitz sah. 3. Also hast du mich geführet,/ wie ichs tausendmaͤl ver— spüret/ selbst von meiner Jugend an,/ mit Geduld und Ciebesarmen,/ mit viel Gnade und Erbarmen,/ daß ichs nicht verdanken kann. 4. Dich recht lieben, heißt dich loben,/ dich recht loben, fuͤhrt nach oben,/ wo du ewig wirst verklärt./ O so laß denn alle Sinnen,/ Reden, Schweigen und Beginnen/ nach dem Himmel sein gekehrt. S. Hier will ich dir fest vertraͤuen/ und auf deine Gnade schauen,/ wenn des Kreuzes Kast mich drückt./ Ich will in der Stille hoffen,/ bis mein Glaub dich angetroffen/ und dein Antlitz mich erquickt. 6. Willst du mit der Silf verziehen, /eine Zeitlang von mir fliehen?/ Herr, ich bin ein sündger Xnecht!/ Willst du strafen, willst du schlagen? /Willst du züchtgen, willst du plagen?/ Herr, du bleibest stets gerecht. 13 381 355.356 Vertrauen 7. Nun, so stärke mir den Glauben;/ laß mir nichts den⸗ selben rauben,/ keine Weltlust, keine Pein./ Deine Liebe laß mich schmecken,/ deine Gnade mich erwecken,/ immer dankbar dir zu sein. 3 Jak. Gabriel Wolf, F 1754. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan(Nr. 352). I. Auf Gott und nicht auf meinen Rat/ will ich mein Glücke bauen/ und dem, der mich erschaffen hat,/ mit ganzer Seele trauen./ Er, der die Welt/ allmächtig hält,/ wird mich in meinen Tagen/ als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit,/ wieviel mir nützen würde,/ bestimmte meine Cebenszeit,/ mein Glůͤck und meine Bürde./ Was zagt mein Serzꝰ Ist auch ein Schmerz,/ der zu des Glaubens Ehre/ nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Serz begehrt,/ und haͤtte, was ich bitte,/ mir gnädig, eh ichs baͤt, gewährt,/ wenns seine Weisheit litte./ Er sorgt fuͤr mich/ stets väterlich;/ nicht, was ich mir ersehe,/ sein Wille, der geschehel! 4. Ist nicht ein ungestoͤrtes Glück/ weit schwerer oft zu tragen/ als selbst das widrige Geschick,/ bei dessen Cast wir klagen?/ Die groͤßte Not/ hebt doch der Tod,/ und Ehre, Glück und Habe/ verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht,/ läßt Gott es keinem fehlen;/ Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht/ sind nicht das Glück der Seelen./ Wer Gottes Rat/ vor Augen hat,/ dem wird ein gut Gewissen/ die Trübsal auch versüßen. §. Was ist des Lebens Serrlichkeit?/ Wie bald ist sie ver⸗ schwunden!/ Was ist das Leiden dieser Zeit?/ Wie bald ists überwundenl/ Hofft auf den herrn,/ er hilft uns gern./ Seid froͤhlich, ihr Gerechten;/ der Berr hilft seinen Knechten. Christian Fürchtegott Gellert, T 769. 356 Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan(Nr. 352). J. Der Herr ist meine ZJuversicht,/ mein bester Trost im Leben./ Dem fehlt es nie an Heil und Licht,/ der sich dem Herrn ergeben./ Gott ist mein Gott;/ auf sein Gebot/ wird meine Seele stille;/ mir gnügt des Vaters Wille. 382 Vertrauen 357 2. Wer wollte dir, Serr, nicht vertraun?/ Du bist des Schwachen Stärke;/ die Augen, die auf dich nur schaun,/ sehn deine Wunderwerke./ Serr, groß von Rat/ und stark von Tat,/ mit gnaͤdenvollen Händen/ wirst du dein Werk vollenden. 3. Woch nie hat sich, wer dich geliebt,/ verlassen sehen müssen;/ du läßt ihn, wenn ihn Not umgibt,/ doch deinen Trost genießen./ Des Frommen Herz/ wird frei von Schmerz;/ der Sünder eitles Dichten/ wird einst dein Rat vernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott;/ der Toren Trost verschwindet,/ wenn der Gerechte in der Wot/ HZilf und Er⸗ barmung findet./ Wenn jener fällt,/ ist er ein Zeld;/ er steht, wenn Sünder zittern,/ ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin,/ die dir dein Glaube reichet./ Weh denen, die zu Menschen fliehn;/ weh dem, der von Gott weichet!/ Dein Seiland starb;/ ja, er er⸗ warb/ aͤuf seinem Todeshuͤgel/ dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her/ sich Wetterwolken sammeln;/ Gott hilft, wenn Christen freudenleer/ zu ihm um Gnaͤde stammeln. Die Zeit der Qual,/ der Tränen Jahl/ zählt er, er wägt die Schmerzen/ und wälzt sie weg vom Herzen. 7. Herr, du bist meine ZJuversicht;/ auf dich hofft meine Seele./ Du weißt, was meinem Glück gebricht,/ wenn ich mich sorgend quäle./ Wer wollte sich/ nicht ganz auf dich,/ Allmächtiger, verlassen/ und sich im Rummer fassen? 8. In deine Hand befehl ich mich,/ mein Wohlsein und mein Ceben./ Mein hoffend Auge blickt auf dich,/ dir will ich mich ergeben;/ sei du mein Gott/ und einst im Tod/ mein Fels, auf den ich traue,/ bis ich dein Antlitz schaue. Christ. Sturm, 1786. 357 Mel. Alles ist an Gottes Segen(Nr. 35%). J. Fortgekämpft und fortgerungen,/ bis zum Lichte durchgedrungen/ muß es, bange Seele, sein./ Durch die tiefsten Dunkelheiten/ kann dich Jesus hinbegleiten;/ Mut spricht er den Schwachen ein. 13* 383 358 Vertrauen 2. Bei der Hand will er dich fassen;/ scheinst du gleich von ihm verlassen,/ glaube nur und zweifle nicht!/ Bete, kämpfe sonder Wanken:/ bald wirst du voll Freude danken,/ bald umgibt dich Rraft und Cicht. 3. Bald wird dir sein Antlitz funkeln:/ hoffe, harre, glaub im Dunkeln!/ Wie gereut ihn seine Wahl./ Er will dich im Glauben üben;/ Gott, die CLiebe, kann nur lieben,/ Wonne wird baͤld deine Gual. 4. Weg von aller Welt die Blickel/ Schau nicht seitwärts, nicht zurücke,/ nur auf Gott und Ewigkeit;/ nur zu deinem Jesu wende/ Aug und Herz und Sinn und Sände,/ bis er himmlisch dich erfreut. 5. Aus des Jammers wilden Wogen/ hat dich oft heraus— gezogen/ seiner Allmacht treue Sand./ Nie zu kurz ist seine Rechte;/ wo ist einer seiner Rnechte,/ der bei ihm nicht Rettung fandꝰ G. Schließ dich ein in deine Rammer,/ geh und schuͤtte deinen Jammer/ aus in SGottes Vaterherz;/ kannst du gleich ihn nicht empfinden,/ Worte nicht, nicht Tränen finden,/ klag ihm schweigend deinen Schmerzl 7. Kräftig ist dein tiefes Schweigen:/ Gott wird sich als Vater zeigen;/ glaube nur, daß er dich hört!/ Glaub, daß Jesus dich vertreten,/ glaube, daß, was er gebeten,/ Gott, sein Vater, ihm gewaͤhrt. 8. Drum, so will ich nicht verzaͤgen,/ mich vor Gottes Antlitz wagen,/ flehen, ringen fort und fort;/ ja, ich werde uͤberwinden;/ wer ihn sucht, der wird ihn finden,/ wird ihn haben hier und dort. Joh. Kaspar Lavater, ISoI. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. Sranzö sischer Psalter, 1551. —— —— ö„. SI.—— ¶Wenn der Serr einst die Gefangnen/ ih ⸗rer Ban;de o dann schwinden die vergaͤngnen/ Cei⸗den wie ein 5———— +* —*— + J. 384 Mel. 5 44. Vertrauen 359 — —6 ——— e e, er, mure. 2— le⸗ dig macht, Traum der Nacht. Dann wird un?ser Herz sich freun,/ ö—.—.— .........———— 2 un⸗ser Nund voll Dan⸗kes sein;/ jauch⸗zend wer⸗ den — ö—.— ö———.—..— ů ö ö — U—————— wir er⸗ he⸗ben/ ihn, der Frei⸗heit uns ge⸗ ge ⸗ ben. 2. Herr, erhebe deine Rechte,/ gib uns einen Vaterblick;/ aus der Fremde ruf die Rnechte/ in die Seimat bald zurück!/ Ach der Pfad ist steil und weit!/ Kürze unsre Prüfungs— zeit;/ fͤhr uns, wenn wir treu gestritten,/ in des Friedens stille Zütten. 3. Ernten werden wir mit Freuden,/ was wir weinend ausgesät;/ jenseits reift die Frucht der Leiden,/ und des Sieges Palme weht./ Unser Gott auf seinem Thron,/ er, er selbst ist unser Lohn;/ die ihm lebten, die ihm starben,/ bringen jaͤuchzend ihre Garben. Sam. Gottlieb Bürde, T183J. 359 Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht. Zeipzig 1625. 23 ö—— 2 e. .————————665 1 J. Der Him-mel hängt voll Wol⸗ ken schwer,/ I.I.......‚I...— ESEEESEEEE— ich seh das blau⸗e Jelt kaum mehr;/ doch ü⸗ber Wolken —..— 12——.— ů ... hell und klaͤr/ nehm ich ein freund-lich Au⸗ge wahr! 385 **— 360 Vertrauen 2. Es tobt der Sturm mit wilder Macht,/ sie wird so dunkel oft, die Nacht;/ doch wenn auch meine Seele bebt,/ sie weiß, daß dort mein Seiland lebt! 3. Sie zöge gar zu gern hinaus/ ins große, weite Vater⸗ haus,/ doch hält in seiner Xraft sie still,/ bis er, bis er sie lösen will. 4. Die Erd ist mir ein morsches Boot,/ das unter mir zu sinken droht;/ ich steh, nach oben hingewandt,/ mit einem Fuß auf seinem Rand. 5. Gebeutst du, Serr, mit einem Blick,/ so schleudr ichs hinter mich zurück/ und schwinge mich an deiner Band/ hinauf, hinauf und jauchze: Cand! 6. Ich ginge gern, so gern zu dirl/ Doch wenn du mich noch länger hier/ in Sturm und dunklen Nachten läßt,/ so halt du meine Seele fest, 7. Daß sie in Sturm und Mächten treu, zu deiner Ehre wacker sei,/ bis du mir rufst: Nun ist mirs recht,/ nun kannst du kommen, treuer Rnecht! Beinrich Möwes, 1834. 36⁰0 Mel. Wie nach einer Wasserquelle(Nr. 358). J. O mein Serz, gib dich zufrieden!/ O verzaͤge nicht so bald!/ Was dein Gott dir hat beschieden,/ nimmt dir keiner Welt Gewalt./ RKeiner hindert, was er will,/ harre nur, vertraue still;/ geh des Wegs, den er dich sendet;/ er be⸗ gann, und er vollendet. 2. Hüllt er dich in Dunkelheiten,/ so lobsing ihm aus der Nacht;/ sieh, er wird dir Licht bereiten,/ wo dus nimmer⸗— mehr gedacht./ Häuft sich Not und Sorg umher,/ wird die Last dir allzuschwer,/ faßt er plötzlich deine Sände/ und führt selber dich ans Ende. 3. Wär auch aͤlle Welt dir feindlich,/ rottete sich wider dich:/ dank ihm! O, der Serr ist freundlich,/ seine Zuld währt ewiglich./ Sind auch Trauer, Angst und Leid/ seines Segens dunkles Kleid:/ dank ihm! Er schickt seinen Segen/ auf geheimnisvollen Wegen. 386 re in Vertrauen 360 7. Endlich wird dein Morgen grauen;/ kennst du nicht sein Morgenrot? /Daͤrfst du zagend rückwärts schauen,/ wenn dich Glut und Sturm bedroht?/ Denn aͤuch Feuer⸗ flamm und Wind/ Boten seines Willens sind;/ und kanns nur ein Wunder wenden:/ aͤuch ein Wunder kann er senden! S. O so laß denn alles Baͤngen!/ Wirke frisch, halt mutig aus!/ Was mit ihm du angefaͤngen,/ führet er mit dir hinaus./ Und ob alles widersteht:/ in Vertraun und in Gebet /bleib am Werke deiner Hände,/ so fuͤhrt ers zum schönsten Ende. Viktor v. Strauß, 1 1899. 387 V 70% V SS SSS 2 2 4 . EHNIE H V 22 F 2 222—* 4* V * ö 0 G W. Ee N X Z— 7 2 7 807 2— 4 * Jahreszeiten 361 Lieder fur besondere Zeiten, Stände und Verhältnisse Jahreszeiten Frühling 361 Mel. Lobe den Serren, den mächtigen König(Nr. I35). J. Hör ich euch wieder, ihr Töne des Frühlings, er— klingen,/ jubelnde Stimmen des Preises sich himmelwärts schwingen?/ Tief in der Brust/ regt sich die sehnende Lust,/ mit euch ein Coblied zu singen. 2. Soll mich die Amsel und soll mich die Lerche be— schämen? /Sang ist ihr Ceben und freudiges Lob ohne Grämen. J/Schweigest nur du, ̃ /Seele, berufen dazu,/ Gnade um Gnaͤde zu nehmenꝰ? 3. Ist nicht dein Frühling, der himmlische, dir auch er— schienen?/ Sahst du die Auen der Hoffnung in ihm nicht ergrünen,/ der bis ins Grab/ stieg aus dem Himmel herab,/ all deinen Jammer zu sühnen? 4. Rönig des Himmels und Freund einer sündigen Seele,/ jeder Gedanke und jede Empfindung erzähle,/ was du mir bist;/ aus dir ein Lebensstrom fließt,/ daß ich mich nimmer⸗ mehr quäle. 5. Caß mich dich loben! Ich weinte dir lange nur Rlagen,/ wähnte dich hart, wenn aus Ciebe du Wunden geschlagen,/ habe die Hand/ ewiger Guͤte verkannt,/ irre von Sorgen und Zaͤgen. G. Doch wie der Winter von starrenden schneeigen Soͤhen/ spurlos zerrinnt, wenn sie Cüfte des Frühlings umwehen,/ also entfliehn,/ gibst du dem Serzen dich hin,/ all seine starrenden Wehen. 7. Gib mir die Harfe und laß mich die himmlischen Lieder /fernher vernehmen! Sie haͤllen im Tränental wider./ Engelgesang/ und der Erlöseten Dank/ schwebe hinauf und hernieder! 389 362 Jahreszeiten 8. Schön ist die Schöpfung, die, ewiges Wort, du ge⸗ gründet;/ wundervoll hast du die Berge und Täler ge⸗ ründet;/ Frühlinges Pracht/ hat, wie der Tag und die Nacht,/ längst deinen Namen verkündet. 9. Jauchze, Natur, in des Frühlings beginnendem Wehen!/ Singe, du Welt, die das Werk der Erlösung ge⸗ sehen!/ Jauchze, du Seer/ dort am kristallenen Meer:/ Ehre sei Gott in den Höhen! Meta Seußer⸗Schweizer, 11876. Sommer 362 Johannes Schmidlin, 1769. ö 6 E e —⁰ I. Geh aus, mein Herz, und su˖ che Freud/ in die ser EEIEEEEEEEEE lie⸗ben Sommer⸗zeit/ an deines Gottes Ga· benz/ schau IDDSEEE ...I an der schö⸗nen Gär⸗ten Zier/ und sie ⸗he, wie sie e 0—— ————— an, mir und dir/ sich aus⸗ ge⸗schmük⸗ket ha⸗ben. 2. Die Bäume stehen voller Caub,/ das Erdreich decket seinen Staub/ mit einem grünen Kleide;/ die Blümlein auf dem Wiesenplan,/ die ziehen sich viel schöner an/ als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Cuft,/ das Täublein fleugt aus seiner Rluft/ und macht sich in die Wälder;/ die hochbegabte Nachtigall/ ergoͤtzt und füllt mit ihrem Schall/ Berg, Hügel, Tal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Voͤlklein aus,/ der Storch baut und bewohnt sein Zaus,/ das Schwälblein speist die 39⁰ WRlin — 2——.8* Jahreszeiten 362 Jungen;/ der schnelle Sirsch, das leichte Reh/ ist froh und kommt aus seiner Höh/ ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die unverdroßne Bienenschar /fleugt hin und her, sucht hier und da/ sich edle Honigspeise;/ des süßen Wein⸗ stocks starker Saft/ bringt täglich neue Stärk und Kraft/ in seinem schwachen Reise. 6. Der Weizen wächset mit Gewalt;/ darüber jauchzet jung und alt/ und ruhmt die große Guͤte/ des, der so überflüssig labt/ und mit so manchem Gut begabt/ das menschliche Gemuͤte. 7. Ich selber kann und mag nicht ruhn;/ des großen Gottes großes Tun/ erweckt mir alle Sinnen;/ ich singe mit, wenn alles singt,/ und lasse, was dem Höchsten klingt,/ aus meinem Herzen rinnen. 8. Ach, denk ich, bist du hier so schön,/ und läßt dus uns so lieblich gehn/ auf dieser armen Erden:/ was will doch wohl naͤch dieser Welt/ dort in dem reichen Zimmelszelt/ und güldnen Schlosse werden! 9. Welch hohe Lust, welch heller Schein/ wird wohl in Christi Garten sein!/ Wie muß es da wohl klingen,/ da so viel tausend Seraphim Jaus einem Mund mit heller Stimm/ ihr Haͤlleluja singen! J0. O wär ich da, o stünd ich schon,/ ach lieber Gott, vor deinem Thron/ und trüge meine Palmen!/ So wollt ich nach der Engel Weis/ erhöhen deines Naͤmens Preis/ mit tausend schönen Psalmen. II. Doch will ich gleichwohl, weil ich noch/ hier trage dieses Leibes Joch,/ auch nicht gaͤr stille schweigen;/ mein Berze soll sich fort und fort/ an diesem und an allem Ort/ zu deinem Cobe neigen. I2. Silf nur und segne meinen Geist/ mit Segen, der vom Himmel fleußt,/ daß ich dir stetig blühe;/ gib, daß der Som mer deiner Gnad/ in meiner Seele früh und spaͤt/ viel Glaubensfrücht erziehe. JI3. Mach in mir deinem Geiste Raum,/ laß mich als einen guten Baum/ am Lebenswasser grünen;/ so will ich dir und deiner Ehr/ allein und keinem andern mehr/ hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt, 1676. 391 363 Jahreszeiten Berbst 363 Mel. Geh aus, mein Serz(Nr. 362, oder wie Nr. I53). J. Des Jaͤhres schöner Schmuck entweicht,/ die Flur wird kahl, der Wald erbleicht,/ der Vöglein Lieder schweigen./ Ihr Gotteskinder, schweiget nicht/ und laßt hinaͤuf zum ewgen Licht/ des Herzens Opfer steigen! 2. Gott ließ der Erde Frucht gedeihn;/ wir greifen zu, wir holen ein,/ wir sammeln seinen Segen. /Herr Jesu, laß uns gleichen Fleiß/ an deiner Liebe Ruhm und Preis/ mit Herzensfreude legen. 3. Was Gottes Zand für uns gemacht,/ das ist nun alles eingebracht,/ hat Dach und Raum gefunden./ So sammle dir zur Gnadenzeit,/ o Seele, was dein Herr dir beut,/ für deine Kreuzesstunden. 4. Denn wie die Felder oͤde stehn,/ die Nebel kalt daruͤber wehn/ und Reif entfärbt die Matten:/ so endet alle Cust der Welt,/ des Lebens Glaͤnz und Kraft zerfällt;/ schnell waͤchsen seine Schatten. 5. Es braust der Sturm, der Wald erkracht,/ der Wandrer eilt, um noch vor Wacht/ zu flüchten aus den Wettern./ O Jesu, sei uns Dach und Turm,/ wenn oft des Cebens rauher Sturm/ uns will zu Boden schmettern. G. Es fällt der höchsten Bäume Laub/ und mischt sich wieder mit dem Staub,/ von dannen es gekommen./ Ach Mensch, sei noch so hoch und wert:/ du mußt hinunter in die Erd,/ davon du bist genommen! 7. Doch wie der Landmann seine Saat/ ausstreuet, eh der Winter naht,/ um künftig Frucht zu sehen:/ so, treuer Vater, deckest du/ auch unsern CLeib mit Erde zu,/ daß er soll auferstehen. 8. Indes, wie über Land und Meer/ der Störche Zug, der Schwalben Seer/ der Sonn entgegenstreben:/ so laß zu dir die Seele fliehn,/ zu deinem Paraͤdiese ziehn,/ an deiner Sonne leben! Viktor v. Strauß, 1899. 392 ꝛiten Jahreszeiten 367 Winter 364 Mel. Sott sei Dank durch alle Welt. J. A. Freylinghausen, Salle 1704. 44 E2—.— E—— SS...... F T TT 1 0 J. Gro-ßer Schöpfer, Berr der Welt,/ ———.—. e e des⸗sen Sand die Him⸗-mel hält!/ Iu der Son-⸗ ne é— Ee ö— ö ö SEEE/ sprichst du: Cauf,/ ge ⸗ he un⸗ ter, ge⸗ he aufl 2. Deine Macht und Berrlichkeit/ leuchtet auch zur Winterszeit/ in der wolkenvollen Luft,/ in den Flocken, in dem Duft. 3. Alles ruht; auf dein Geheiß/ wird der Wasserstrom zu Eis. Du gibst, was der Candmann bat,/ deckst und wärmest seine Saat. 4. Der des Sperlings nicht vergißt,/ sorgt noch mehr für dich, o Christ!l/ Gott sei dir in Zitz und Frost/ Freude, Ju— versicht und Trost. 5. Bleibe du, mein Herz, nur warm! /Ist ein Bruder nackt und arm,/ brich ihm liebevoll dein Brot,/ lindre freundlich seine Wot. 6. Wach des Winters kalter Wacht/ lebet alles, alles lacht;/ Bäume, Wiesen, Wälder blühn,/ und die dürre Welt wird grün. 7. Also blüht naͤch kurzer Zeit/ aus dem Staub Unsterb⸗ lichkeit;/ neu und umgeschaffen einst/ sind wir, wenn du, HBerr, erscheinst. 8. Eile, Freudentag, heran,/ dem kein Winter folgen kann!/ Sonne, die nie untergeht,/ sei gelobet und erhöht! Joh. Raspar Lavater, IS0I. 393 Morgen Morgen 3 6 5 BZamburg 1598. Her⸗ zens Grun⸗de/ sag ser Mor ⸗ gen⸗ stun ⸗ de/ und ich dir Cob und Dank all mein Le⸗ben lang, 1 Aus mei⸗ nes in die⸗ Herr Gott, auf dei⸗nem Thron,/ zu Lob dir, Preis und Eh⸗ren/ durch Christum, ————— DE un⸗ sern Ber⸗ ren,/ deinꝰ ein ⸗ge⸗ bor⸗ nen Sohn: 2. Daß du mich haͤst aus Gnaͤden/ in der vergangnen Nacht/ vor Not, Gefahr und Schaden/ behütet und be— wacht./ Ich bitt demütiglich,/ wollst mir mein Sünd ver— geben,/ womit in diesem CLeben/ ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behůten/ mich gnädig diesen Tag/ vor Satans List und Wüten,/ vor Sunden und vor Sch mach,/ vor Feur und Wassersnot,/ vor Armut und vor Schanden,/ vor RKetten und vor Banden,/ vor bösem, schnellem Tod. 4. Mein LCeib und Seel, mein Leben,/ mein Weib, Gut, Ehr und Rind/ sei dir, Herr, übergeben,/ dazu mein Baus⸗ gesind/ als dein Geschenk und Gab,/ die Eltern und Ver— wandten, ́/ Geschwister und Bekannten/ und alles, was ich hab. S. Gott will ich lassen raten,/ der alle Ding vermaͤg;/ er segne meine Taten/ auch an dem heutgen Tag./ Ihm hab 39² Morgen 366 ich heimgestellt/ Ceib, Seele, Gut und Ceben,/ und was er sonst gegeben;/ er machs, wies ihm gefällt. G. Darauf so sprech ich Amen/ und zweifle nicht daran,/ Gott nimmt in Jesu Namen/ mein Flehen gnädig an./ Nun streck ich aus die Zand,/ greif an mein Werk mit Freuden,/ das Gott mir will bescheiden/ in meinem Amt und Stand. Georg Niege, 1588. 3 66 Zeinrich Albert, 1672. ö —. 2—4. Wader des Him⸗-mels und der Er-den,/ Va⸗ ⸗ter, der es Tag und Nacht läßt werden,/ Sonn und S ö ö 567 12 0 8—. 6 ö 8655 Sohn und heil⸗ ger Geist, mond uns schei⸗ nen 68—8 des»sen star ⸗ke —.— — EESEE Zand die Welt/ und, was drin · nen ist, er⸗hält: 2. Gott, ich danke dir von Herzen,/ daß du mich in dieser Nacht/ vor Gefahr, Angst, Wot und Schmerzen/ hast be— hütet und bewacht/ und bei aller meiner Schuld/ mich noch trägst mit Vaterhuld. 3. Caß die Nacht auch meiner Sünden/ jetzt mit dieser Nacht vergehn;/ o, Herr Jesu, laß dich finden/ und dein Berz mir offen stehn,/ da alleine Zilf und Rat/ ist für meine Missetaͤt. 7. Hilf, daß ich mit diesem orgen/ geistlich auferstehenmag/ und fuͤr meine Seele sorgen,/ daß, wenn nun dein großer Tag/ uns erscheint und dein Gericht,/ ich davor erschrecke nicht. S. Führe mich, o Herr, und leite/ meinen Gang nach deinem Wort;/ sei und bleibe du auch heute/ mein Be— schüͤtzer und mein Hort!/ Wirgends, als von dir allein,/ kann ich recht bewahret sein. 395 367 G. Meinen Ceib und meine Seele/ samt den Sinnen und Verstand,/ großer Gott, ich dir befehle/ unter deine starke Band;/ Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm,/ nimm mich auf, dein Eigentum! 7. Deinen Engel zu mir sende,/ der des bösen Feindes Macht,/ Cist und Anschlag von mir wende/ und mich haͤlt' in guter Acht;/ der auch endlich mich zur Ruh/ traͤge nach dem Bimmel zul Seinrich Albert, 1 165J. 36/7 Mel. Serr Jesu Christ, dich zu uns wend. Görlitz 1648. Mor gen E J. Die Nacht nun- mehr ver⸗ gan⸗gen ist;/ wir ——.— ,i, t i dan⸗ken dir, Herr Je-su Christ,/ daß du uns frei von — III E— al⸗ler Plag/ ge⸗ sund läßt se⸗ hen je ⸗den Tag. 2. Wir bitten dich, du Gnaͤdenstrahl,/ leucht uns in diesem Erdental; /beschirm uns täglich und auch heut,/ bewaͤhr uns ferner allezeit. 3. Daneben gib uns Fried und Ruh/ und, was uns nötig ist, dazu; /durch deine starke Gnaͤdenhand/ beschütze uns und unser Cand. 4. All Sünd und Schwaͤchheit uns verzeih,/ ein gut Ge⸗ wissen stets verleih;/ gib, daß wir deines Namens Ehr/ ausbreiten immer mehr und mehr. 5. Und wenn es dir, o Herr, gefällt,/ uns abzufordern aus der Welt,/ so gib ein selig Ende hier,/ daß wir dort ewig sind bei dir. 6. O Jesu Christ, erbarme dich,/ hör unsre Bitten gnädiglich;/ durch dein Verdienst, durch deinen Tod/ erlöse uns aus aller Not. Vor 1664. 396 V W Ruul — Morgen 368 3 68 Joh. Georg Ebeling, 1666. D „ie güld⸗ne Son-ne,/ voll — x + lieb⸗li⸗ches Cicht./ Mein Saupt und Glie⸗der,/ die ———— EEEEE la⸗gen dar⸗ nie· der, /a⸗ ber nun steh ich,/ bin mun⸗ ter und ++ 1——— 1— ———.—'ꝛ——.⁰— + — znnn int. nm m, nii;t., Li. fröhlich,/ schaͤu-e den Him⸗mel mit mei⸗nem Ge⸗ sicht. 2. Mein Auge schauet,/ was Gott gebauet/ zu seinen Ehren,/ und uns zu lehren,/ wie sein Vermögen sei mächtig und groß,/ und wo die Frommen/ dann sollen hinkommen,/ wenn sie mit Frieden/ von hinnen geschieden/ aus dieser Erden vergänglichem Schoß. 3. Casset uns singen,/ dem Schöpfer bringen/ Güter und Gaben;/ was wir nur haben,/ alles das sei Gott zum Opfer gesetzt./ Die besten Güter/ sind unsre Gemüter;/ vor ihn zu treten/ mit Singen und Beten,/ das ist ein Opfer, dran er sich ergötzt. 4. Abend und Morgen/ sind seine Sorgen;/ segnen und mehren, Unglück verwehren,/ sind seine Werke und Taten allein./ Wenn wir uns legen,/ so ist er zugegen;/ 397⁷ 368 Morgen wenn wir aufstehen,/ so läßt er aufgehen/ über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben/ zu dir hoch droben/ mein ganzes Sinnen;/ laß mein Beginnen/ ohn aͤllen Anstoß und glücklich ergehn./ Caster und Schande,/ der Finsternis Bande,/ Fallen und Tücke/ treib ferne zurücke,/ laß mich auf deinen Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Freuden/ ohn alles Weiden/ sehen den Segen,/ den du wirst legen/ in meines Nächsten und Mit⸗ bruders Saus./ Geiziges Brennen,/ unchristliches Rennen/ nach Gut mit Sünde,/ das tilge geschwinde/ von meinem Berzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen,/ was ists gewesen? /In einer Stunde /geht es zugrunde,/ sobald die Cüfte des Todes drein wehn. /Alles in allen/ muß brechen und faͤllen;/ Bimmel und Erden,/ die müssen das werden,/ was sie ge⸗ wesen vor ihrem Bestehn. 8. Alles vergehet,/ Gott aber stehet/ ohn alles Wankenzj/ seine Gedanken,/ sein Wort und Willen hat ewigen Grund./ Sein Seil und Gnaͤden,/ die nehmen nicht Schaͤden,/ heilen im Serzen/ die tödlichen Schmerzen,/ halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Rrone,/ vergib und schone!/ Caß meine Schulden/ in Gnad und Hulden/ von deinen Augen sein ferne gewandt!/ Sonsten regiere,/ mich lenke und führe,/ wie dirs gefället;/ ich habe gestellet/ alles in deine Be— liebung und Hand. I0. Willst du mir geben,/ womit mein Ceben/ ich kann ernähren,/ so laß mich hören/ allzeit im Zerzen dies heilige Wort:/ Gott ist das Größte,/ das Schönste, das Beste,/ Gott ist das Süßte/ und Allergewißte,/ aus allen Schaäͤtzen der edelste Hort. II. Willst du mich kränken,/ mit Gaͤlle tränken,/ und soll von Plaͤgen/ ich auch was tragen,/ wohlan, so mach es, wie dir es beliebt!/ Was gut und tüchtig,/ was schäͤdlich und nichtig/ meinem Gebeine,/ das weißt du alleine,/ hast nie— mals einen zu sehr noch betrübt. 398 orgen seiner anzes 3 und ternis mich nden Mit⸗ mnen/ inem einer odes en;/ ie ge⸗ ken;/ nd./ en, uns Morgen 369 I2. Rreuz und Elende,/ das nimmt ein Ende;/ nach Meeresbrausen/ und Windessaͤusen/ leuchtet der Sonne er⸗ wünschtes Gesicht./ Freude die Fülle d/ und selige Stille/ darf ich erwarten/ im himmlischen Garten;/ dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt, 4 J676. mel. Nun laßt uns Sott, dem Serren. Leipzig 1587. H4 n, vi r, △— * AR — — + — —n— ö ö=— 7 Schoͤpfer al⸗ler Din⸗-ge,/ dem Ge⸗ber al-⸗ler EWANIN D Gü⸗ ter,/ dem treu⸗ en Men⸗schen hü ⸗ ter. 2. Heut, als die dunklen Schaͤtten/ mich ganz umfangen hatten,/ bedecktest du mich Armen,/ Vater, mit Er— barmen. 3. Du sprachst:„Mein Xind, nun liege,/ kein Schrecken dich besiege;/ schlaf wohl, laß dir nicht grauen,/ du sollst die Sonne schauen.“ 4. Dein Wort, das ist geschehen,/ ich kann das Licht noch sehen;/ von Not blieb ich befreiet,/ dein Schutz hat mich erneuet. S. Du willst ein Opfer haben:/ hier bring ich meine Gaben/ und opfere dir wieder/ mein Herz und meine LCieder; 6. Die wirst du nicht verschmähen;/ du kannst ins Serze sehen/ und weißt wohl, daß zur Gabe/ ich jaͤ nichts Beßres habe. 7. So wollst du nun vollenden/ dein Werk an mir und senden,/ der mich an diesem Tage/ auf seinen dänden trage. 3 —. 8 370 371 Morgen 8. Sprich Ja zu meinen Taten,/ hilf selbst das Beste raten,/ den Anfang, Mitt und Ende,/ ach Serr, zum Besten wende. 9. Mit Segen mich beschütte,/ mein Serz sei deine Hütte,/ dein Wort sei meine Speise,/ bis ich gen Simmel reise. Paul Gerhardt, 1676. 370 Mel. O Serr, dein' Ohren zu mir kehre. J. O allerhöchster Menschenhuter,/ du unbegreiflich großes Gut,/ ich will dir opfern Serz und Nut;/ stimmt an mit mir, gedenkt der Guͤter,/ all ihr Gemuͤter! 2. Herr, deiner Kraft ichs nur zuschreibe,/ daß ich noch Odem schoͤpfen kann;/ ach nimm dich meiner gnädig an,/ du Vaterherz, mich nicht vertreibe,/ heut bei mir bleibel 3. Israels Gott, da ist mein Wille,/ der sich dir willig untergibt,/ dich über alles gerne liebt;/ das ist mein Wunsch in früher Stille,/ o Gnaͤdenfülle! 4. Dein Angesicht mich heilig leite,/ dein Auge kraftig auf mich seh;/ ich reise, sitz, geh oder steh,/ mich zu der Ewig⸗ keit begleite;/ Zerr, mich bereitel 5. Laß Seel und Leib, so du gegeben,/ stets sein in deiner Furcht bereit,/ als Glieder der Gerechtigkeit/ bis in den Tod dir sein ergeben, /o Seelenleben! E. Gesegne mich auf meinen Wegen,/ mein Tun und Lassen lenke du;/ in Unruh bleibe meine Ruh,/ bis ich zu⸗ letzt mich werde legen/ in Fried und Segen. Joachim Meander, 1680. 37¹ Joh. Rudolf Ahle, 1662. 6 Sörr ant SS.............I.II II..... WMor⸗ gen⸗glanz der E⸗wig ⸗keit,/ schick uns die ⸗se Mor⸗=gen⸗· zeit/ Licht vom un er ⸗„schöpf⸗ ten Lich-te, dei ne Strah ⸗len zu Ge⸗ sich te 4⁰⁰ gen ten,/ ende. deine nmel 1676. flich it an noch an,/ el illig mein wauf wig⸗ n in is in Morgen 37² ö—— d n Ler ere, d Hi und ver⸗- treib durch dei ne Macht/ uns re Nacht. 2. Deiner Güte Morgentau/ fall auf unser matt Ge⸗ wissen;/ laß die dürre Cebensau/ lauter süßen Trost ge— nießen/ und erquick uns, deine Schar,/ immerdar. 3. Gib, daß deiner Liebe Glut/ unsre kalten Werke töte,/ und erweck uns Herz und Mut/ bei erstandner Morgenroöte,/ daß wir, eh wir gar vergehn,/ recht aufstehn. 4. Ach du Aufgang aus der Höh,/ gib, daß auch am jͤngsten Tage/ unser Leib verklärt ersteh/ und, entfernt von aller Plage,/ sich auf jener Freudenbahn/ freuen kann. 5. Ceucht uns selbst in jene Welt,/ du verklärte Gnaden⸗ sonne,/ fuͤhr uns durch das Tränenfeld/ in das Land der süßen Wonne,/ wo die Lust, die uns erhoͤht,/ nie vergeht. Christian Knorr v. Ro senroth, 1 1689. Mel. Suter, wird die Nacht der Sünden(MNr. 373). J. Seele, du mußt munter werden,/ denn der Erden/ blickt hervor ein neuer Tag;/ komm, dem Schöpfer dieser Strahlen/ zu bezaͤhlen,/ was dein schwacher Trieb vermag. 2. Deine Pflicht, die kannst du lernen/ von den Sternen,/ deren Gold der Sonne weicht,/ so laß auch vor Gott zer⸗ rinnen,/ was den Sinnen/ hier im Finstern schöne deucht. 3. Schau, wie das, was Odem ziehet,/ sich bemühet/ um der Sonne holdes Licht,/ wie sich, was nur Wachstum spuret,/ freudig ruůͤhret,/ wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 4. So laß dich auch fertig finden,/ anzuzunden/ deinen Weihraͤuͤch, weil die Nacht,/ da dich Gott vor Unglücks⸗ sturmen/ wollen schirmen,/ ist so glücklich hingebracht. 5. Bitte, daß er dir Gedeihen/ mag verleihen,/ wenn du auf was Gutes zielst,/ aber daß er dich mag stoͤren/ und be⸗ kehren,/ wenn du böse Regung fuhlst. G. Kränkt dich etwas diesen Morgen,/ laß ihn sorgen,/ der es wie die Sonne macht,/ welche freundlich pflegt die Hoͤhen/ anzusehen/ und auch in die Täler lacht. 401 373 Morgen 7. Denk, daß er auf deinen Wegen/ ist zugegen/ und er⸗ kennet, was du tust;/ daß er auch verborgne Flecken/ kann entdecken/ und die tiefste Sündenlust. 8. Wir sind an den Cauf der Stunden/ festgebunden,/ der entführt, was eitel heißt,/ und der dein Gefäß, o Seele,/ nach der Höhle/ eines Sterbgewölbes reißt. 9. Drum so seufz ich, daß mein Scheiden/ nicht ein Ceiden,/ sondern sanftes Schlafen sei,/ und daß ich mit Cust und Wonne/ seh die Sonne,/ wenn des Todes Nacht vorbei. Friedr. Rud. Ludwig v. Canitz, 4 1699. 373 J. A. Freylinghau sen, Salle 1704. 2——— ————...— I 4. J. Bü⸗ ter, wird die Macht der Sün⸗den/ 1—— —— EDEEE 2Z——— nicht ver⸗ schwin den?/ Bů⸗ ter, ist die Nacht 2 3 ö 12. —— TT. 105—— schier hin?/ Wird die Fin⸗ster nis der Sin⸗- nen/ 1————.— ö SꝑSPIPIIII.I..I.. TT bald zer ⸗ rin⸗nen,/ dar ein ich ver⸗ hül⸗let bin? 2. Moͤcht ich wie das Rund der Erden/ lichte werden!/ Seelensonne, gehe aufl/ Ich bin finster, kalt und trübe;/ Jesu, Ciebe,/ komm, beeile deinen Cauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde,/ da die Stunde/ der Erscheinung kommen ist;/ und ich muß mich stets im Schatten/ so ermatten,/ weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen,/ weil du kommenz/ aber ich bin lauter Nacht;/ darum wollst du mir, dem Deinen,/ auch erscheinen,/ der nach Licht und Rechte tracht't. 2½ + I Q Morgen 374 5. Wie kann ich des Cichtes Werke/ ohne Stärke/ in der Finsternis vollziehn?/ Wie kann ich die Liebe üben,/ De⸗ mut lieben/ und der Wacht Geschäfte fliehn? G. Ach daß länger meine Seele/ sich nicht quäle,/ zůnd dein Feuer in mir an!/ Caß mich finstres Rind der Erden/ helle werden,/ daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Ceben/ mir nicht geben;/ Jesus und sein heller Schein,/ Jesus muß das Serz an— blicken/ und erquicken,/ Jesus muß die Sonne sein. 8. Wur die Decke vor den Augen/ kann nicht taugen,/ seine Klarheit kann nicht ein;/ wenn sein helles Cicht den Seinen/ soll erscheinen,/ muß das Auge reine sein. 9. Jesu, gib gesunde Augen,/ die was taugen,/ rühre meine Augen an!/ Denn das ist die größte Plage,/ wenn am Tage/ man das Licht nicht sehen kann. Christian Friedrich Richter, T I7II. 37⁴4 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten(Nr. 330). J. Mein Gott, nun ist es wieder Norgen,/ die Maͤcht voll⸗ endet ihren Cauf;/ nun wachen alle meine Sorgen/ auf einmal wieder mit mir auf./ Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin;/ ich sehe wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde,/ wo jeder Tag sein Elend hat,/ wo ich nur immer älter werde/ und niemals rein von Missetat./ O Gott, der täglich mich ernährt,/ wär ich doch deiner Gnad auch wert! 3. Du siehst am Morgen mich aufstehen,/ regier mich auch in dieser Welt;/ ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen;/ mach alles so, wie dirs gefällt;/ schließ mich in deine Vor⸗ sicht ein,/ dein will ich tot und lebend sein. 4. Vergib mir, Vater, meine Sünden,/ die ich bei Tag und Nacht beging,/ und laß mich vor dir Gnaͤde finden,/ erhöre, was ich bet und sing;/ denn wenn ich nur bei dir wohl steh,/ so acht ich gar nicht, wie es geh. S. Bilf du in allen Sachen raten,/ denn ich bin selber mir nicht klug;/ behüte mich vor Missetaten,/ vor böser 703 375.376 Morgen Menschen Cist und Trug;/ laß mich den Tag wohl legen an/ und Gutes schaffen, wo ich kann. C. Behüte mir mein Ceib und LCeben,/ mein Weib und Kind, mein Zab und Gut,/ und laß den Himmel Segen geben,/ wenn meine Hand das Ihre tut;/ hilf, daß ich alles wohl verricht!/ Du wirst es tun, ich zweifle nicht. Raspar Neumann, I7I5. 375 Mel. Wie nach einer Wasserquelle(Nr. 358, oder wie Nr. 388). J. Gott, du Licht, das ewig bleibet,/ das ohn allen Wechsel ist,/ das die Finsternis vertreibet,/ der du bleibest, wie du bist,/ ich verlasse meine Ruh;/ rufe: Werde Licht! mir zu,/ daß ich, der ich Wacht und Erde,/ durch dein Licht verkläret werde. 2. Wecke, da der Leib geschlafen,/ auch die Seele geistlichauf,/ gib ihr deines Lichtes Waffen,/ richt und leite ihren Cauf;/ laß mich sein des Lichtes Rind,/ hilf mir, da ich geistlich blind,/ Jesu, daß ich wieder sehe/ und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Serr, und gewähre,/ was die arme Seele stillt;/ ach erneure und verkläre/ stets in mir dein Ebenbildl/ Sende mir den Geist der Kraft,/ der ein neues Leben schafft,/ daß ich himmlischauf der Erde/ und ein Geist mit Christo werde. 7J. Segne meiner Hände Werke,/ fördre mich in meiner Pflicht;/ bleibe meiner Schwachheit Starke,/ meines LCebens Rraͤft und Licht;/ laß mein Lebensziel allein/ deines Namens Ehre sein;/ hilf, daß ich stets wahre Liebe/ gegen meinen Nächsten übe. 5. Führ mich einst zu jenem Lichte/ deiner höchsten Majestät,/ wo vor deinem Angesichte/ die verklärte Seele steht,/ heller als der Sonnenschein,/ schön, unsterblich, engelrein,/ laß sie sein mit dir vereinet,/ wenn mein letzter Tag erscheinet. Salomo Hranck, 1725. Mel. Den die Sirten lobten sehre. 376 5e 38 9 S SI III... — 1. Früh am Mor⸗gen Je⸗ sus ge⸗ het/ und vor 4⁰⁴ Mel. orgen legen ib und Segen h alles +I7IS. Hechsel bist,/ iß ich, verde. auf,/ auf;/ lind,/ Seele bildl/ afft,/ herde. einer eines ein/ iebe/ sten Beele plich, tzter I72⁵. brisch. por Morgen 377 5.. 1 al ⸗len Tü⸗ren ste⸗ het, /klo⸗pfet an, wo man ge⸗ 1 — — FFEEEE 56—.— 9——— — 2—3 flehet:/ RKomm, Herr Je⸗su, un ⸗ser Gast! 2. Wun, so lasset ihn nicht dorten,/ tut ihm auf des gerzens Pforten/ und ruft ihn mit süßen Worten: /Eile, Jesu, kehre ein! 3. Wollest täglich bei uns bleiben,/ alle Feinde von uns treiben,/ uns ins Buch des LCebens schreiben/ und der gute Hirte sein; 4. Weiden uns auf grünen Auen,/ daß wir deine Fülle schauen/ und auf deinen Reichtum bauen,/ mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja es soll geschehen!/ Jesus wird heut mit uns gehen,/ und wir werden fröhlich sehen,/ daß er uns nicht läßt allein. Gerhard Stip, 1 1882. 377 4 O Gott, du frommer Sott(oder wie Nr. 296.) — DDI ö‚ 8 Je- su, sü⸗ßes Licht,/ nun ist die Macht ver⸗— nun hat dein Gnadenglanz/ aufs neu⸗e mich um⸗ REE. gan⸗gen; 2— 1 sanenen nun ist, was an mir ist,/ vom Schlafe auf⸗ge⸗ 2 2 D —.— é, dn, nrn,, 2 weckt/ und hat sich, Serr, nach dir/ verlangend aus⸗gestreckt. 1⁰⁵ 378 Morgen 2. Was soll ich dir denn nun,/ mein Gott, für GOpfer schenken? JIch will mich ganz und gar/ in deine Gnaͤde senken/ mit Ceib, mit Seel, mit Geist/ heut diesen ganzen Tag;/ das soll mein Gpfer sein,/ weil ich sonst nichts vermag. 3. Mein Jesu, schmücke mich/ mit Weisheit und mit Liebe,/ mit Keuschheit und Geduld/ durch deines Geistes Triebe;/ auch mit der Demut mich/ vor allem kleide an,/ so bin ich wohl geschmückt/ und köstlich angetan. 4. Gib, daß mir diesen Tag/ stets vor den Augen schwebe,/ daß dein Allgegenwaͤrt/ mich wie die Cuft um⸗ gebe,/ auf daß mein ganzes Tun/ durch Serz, durch Sinn und Mund/ dich lobe inniglich,/ mein Gott, zu aller Stundl 5. Ach segne, was ich tu,/ ja rede und gedenke;/ durch deines Geistes Kraft/ es also fuͤhr und lenke,/ daß alles nur gescheh/ zu deines Namens Ruhm,/ und daß ich unver⸗ rückt/ verbleib dein Eigentum. Joachim Lange, f 1744. 378 Mel. Ich dank dir schon durch deinen Sohn. Aus dem Böhmischen, 1595. 4 78— ö x—.— 5— 2——.— ö—..— ö x—— ö J. MNein erst Ge⸗fuͤhl sei Preis und Dankz;/ ö—————.— EEESEEEEE er ·—365 ihn, mei⸗ ne 2.—.05 lel/ Der 2—— höͤrt dei⸗ nen Lob⸗ge⸗sang;/ lob⸗sing ihm, mei⸗ ne H7 0 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht,/ lag ich und schlief in Frieden./ Wer schafft die Sicherheit der Nacht/ und Ruhe fuͤr die Nüden? 36 Morgen 379 3. Du bist es, Gott und Herr der Welt,/ und dein ist unser Ceben;/ du bist es, der es uns erhält/ und mirs jetzt neu gegeben. 4. Gelobet seist du, Gott der Macht,/ gelobt sei deine Treue,/ daß ich nach einer sanften Nacht/ mich dieses Tags erfreue. 5. CLaß deinen Segen auf mir ruhn,/ mich deine Wege wallen,/ und lehre du mich selber tun/ nach deinem Wohl—⸗ gefallen. 6. Wimm meines Lebens gnädig wahr,/ auf dich hofft meine Seele;/ sei mir ein Retter in Gefahr,/ ein Vater, wenn ich fehle. 7. Gib mir ein Herz voll ZJuversicht,/ erfüllt mit Lieb und Ruhe,/ ein weises Serz, das seine Pflicht/ erkenn und willig tue; 8. Daß ich als ein getreuer Knecht/ nach deinem Reiche strebe,/ gottselig, züchtig und gerecht/ durch deine Gnade lebe; 9. Daß ich das Glück der Cebenszeit/ in deiner Furcht genieße/ und meinen Cauf mit Freudigkeit,/ wenn du ge— beutst, beschließe. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. 379 Mel. Wie nach einer Wasserquelle(Nr. 358). J. Wenn ich einst von jenem Schlummer,/ welcher Tod heißt, aufersteh/ und, erlöst von allem Rummer,/ jenen schönren Morgen seh: /o dann wach ich anders auf./ Schon am Ziel ist dann mein Cauf;/ Träume sind des Pilgers Sorgen,/ großer Tag, an deinem Morgen! 2. Hilf, daß keiner meiner Tage,/ Geber der Unsterblich⸗ keit,/ einst mich im Gericht verklage,/ daß ich frevelnd ihn entweiht./ Auch noch heute wacht ich auf;/ Dank sei dir! Ju dir hinauf/ führ mich jeder meiner Taͤge,/ jede Freude, jede Plage; 3. Daß ich froh gen Himmel sehe,‚,/ wenn mein letzter Tag erscheint./ Wenn zum dunklen Tal ich gehe,/ von den Meinigen beweint,/ lindre dann des Todes Pein,/ laß mich stark und freudig sein,/ daß ich sie zum Zimmel weise/ und dich, HSerr des Todes, preise. Sriedr. Gottlieb Klopstock, +1803 107 380381.382. 383 Mittag Mittag Vor Tische 380 Mel. O Zesu Christ, meins Lebens Licht(Mr. 3509). J. Gesegn uns, Herr, die Gaben dein,/ die Speis laß unsre Wahrung sein;/ hilf, daß daͤdurch erquicket werd/ der dürftge Ceib auf dieser Erd! 2. Doch dieses zeitlich Brot allein/ kann uns nicht g'nug zum Leben sein;/ dein göttlich Wort die Seele speist,/ hilft 25 MX uns zum Leben allermeist. 30 8 ů 3. Drum gib uns beides, Herr und Gott,/ hilf endlich auch 40 aus aller Not:/ so preisen wir dein' Gütigkeit/ hier und auch dort in Ewigkeit. sitte des 16. Bahrhunderts. —* 381 I mel. Schmücke dich, o liebe Seele(Hr. I96). kel RI Speis, o Gott, uns, deine Kinder,/ tröste die betrübten* ö Sünder,/ sprich den Segen zu den Gaben,/ die wir jetzo vor t uns haben,/ daß sie uns zu diesem Leben/ Stärke, Kraft und& I. 15 Nahrung geben,/ bis wir endlich mit den Frommen/ zu dem Himmelsmaͤhle kommen. Johann Seermann, 1647.— 1— Mel. Zesu, als du erstlich kamest. 3 82— Berr, wir kommen zu dem Essen;/ laß uns deiner nicht ver⸗ Na I gessen,/ denn du bist das dim melsbrot;/ speis die Ceiber, stärk— ö die Seelen,/ die wir dir jetzt anbefehlen,/ steh uns bei in aller— „ Not;/ hilf uns, daß wir nach der Erden/ deine Gäst' im Him⸗ mel werden. wa Nach Tische 2 383 100 mel. Mun lobt und dankt Gott allzusammen. Gne IV Wir danken Gott für seine Gaben,/ die wir von ihm 3 empfangen haben,/ wir bitten unsern lieben Zerrn,/ er uns woll auch ferner sie beschern/ und speisen uns mit seinem schl. Wort,/ daß wir saͤtt werden hier und dort; /ach lieber 7 Gott, du wollst uns geben/ nach dieser Welt das ewge Ceben. Fein Erasmus Alberus, I537. beh 4⁰⁸ s laß verd/ g'nug hilft ĩHauch ĩauch nderts. übten o vor t und dem 1647. t ver⸗ stark aller Bim⸗ ihm Fer inem ieber ben. 1537. Mittag · Abend 384.385:386 384 Mel. Da Christus geboren war(Nr. 4I9). Unser Vater, der uns liebt,/ der uns, was uns gut ist, gibt,/ gab auch jetzt uns Speis und Trank;/ lobt ihn, sagt ihm frohen Dank./ Aller Segen kommt vom Herrn;/ dankt ihm und gehorcht ihm gern,/ liebt ihn, freuet euch des Herrn! 385 Mel. Sott sei Dank durch alle Welt(Mr. 364). Guter Geber, Dank sei dir;/ du belebst, drum leben wir;/ du gibst Speise uns und Trank,/ dir sei ewig Lob und Dank! Joh. Ra spar Lavater, 180J. Abend —7* Erhalt uns, Serr, bei deinem Wort. Wittenberg 1543. + E ö 1 ů— d dr en dn. J. Hin⸗- un⸗ ter ist Ler Son⸗· ne Schein, die finst⸗re +* T ——— r.,. Nacht bricht stark her⸗ ein;/ leucht uns, Herr Christ, du ö—.——— ö ö 25. Hnnnnr.. Banmin ö— ——“———— wah⸗res Cicht,/ laß uns im Fin⸗stern im nicht. 2. Dank sei dir, daß du uns den Tag/ vor Schaͤden, Angst und maͤncher Plag/ durch deine Engel haͤst behuͤt't/ aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir heut erzürnet dich,/ das, Serr, verzeih uns gnädiglich/ und rechn es unsrer Seel nicht zu;/ laß schlaͤfen uns in Fried und Ruh. J. Die Engel dein zur Wach bestell,/ daß uns der böse Feind nicht fäll;/ vor Schrecken, Angst und Feuersnot/ behůt uns diese Nacht, o Gott! Mikolaus Serman, 156J. 7⁰⁹ 387.388 Abend 387 6 In dich hab ich gehoffet, sBerr.(I5. Jahrhundert.) Straßburg 1560. H◻12 2— DR I. Mein.t Jier und Kleinod bist/ auf Erden du, Herr E Je⸗ su Christ;/ dich will ich las⸗sen wal⸗ten/ und al⸗le⸗ E . zeit/ in Lieb und Leid/ in mei⸗ Denrders be⸗ hal⸗ten. 2. Dein Cieb und Treu für alles geht,/ kein Ding auf Erd so fest besteht:/ das muß ich frei bekennen;/ drum soll nicht Tod,/ nicht Angst, nicht Not/ von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht/ und hält gewiß, was es verspricht,/ im Tod und auch im Leben. /Du bist nun mein,/ und ich bin dein;/ dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab; ach schönste Jier,/ Serr Jesu Christ, bleib du bei mir;/ es will nun Abend werden./ Laß doch dein Licht/ auslöschen nicht/ bei uns allhier auf Erden. Leipzig 1597. 3 88 Johann Schop, 1642. ..N —— ö—.—* 1 Wer⸗de mun⸗ter, mein Ge⸗muͤ⸗ te,/ und ihr . ö daß 0 prei⸗set Got tes Gůü⸗te,/ die er 1.— ö Sin⸗ne geht her⸗für, hat ge⸗tan an mir, 4¹⁰ ů da er mich den gan⸗zen Tag/ Abend 388 e— vor—— man·—— 325 ren Plag/ durch sein gna⸗den⸗ —— ö E Prei⸗ches Wal⸗ten/ hat be⸗schir⸗met und er⸗ hal⸗ten. 2. Cob und Dank sei dir gesungen,/ Vater der Barm— herzigkeit,/ daß mir ist mein Werk gelungen,/ daß du mich vor allem Leid/ und vor Sünden mancher Art/ so getreu— lich hast bewahrt,/ auch die Feinde weggetrieben,/ daß ich unversehrt geblieben. 3. Herr, ich bin von dir gewichen,/ doch ich stell mich wieder ein;/ denn dein Sohn hat ausgeglichen/ meine Schuld durch seine Pein./ Ich verleugne nicht die Schuld;/ aber deine Gnad und Huld/ ist viel größer als die Sünde,/ die ich täglich in mir finde. 4. O du Licht der frommen Seelen, /o du Glaͤnz der Ewigkeit,/ dir will ich mich ganz befehlen/ diese Nacht und allezeit./ Bleibe doch, mein Gott, bei mir,/ weil es nun— mehr dunkel hier;/ daß kein Unfaͤll mich betrübe,/ tröste mich mit deiner Ciebe. 5. Caß mich diese Wacht empfinden /seine sanfte, süße Ruh;/ alles Ubel laß verschwinden,/ decke mich mit Segen zu./ Leib und Seele, MNut und Blut,/ Weib und Kinder, Bab und Gut,/ Freunde, Feind und Hausgenossen/ sei'n in deinen Schutz geschlossen. G. Ach bewahre mich vor Schrecken,/ schütze mich vor überfall;/ laß mich Krankheit nicht aufwecken,/ halte fern des Krieges Schaͤll;/ wend ab Feur und Wassersnot,/ Pestilenz und schnellen Tod;/ laß mich nicht in Sünden sterben,/ noch an Leib und Seel verderben. 7. O du großer Gott, erhöre,/ was dein Rind gebeten hat; /Jesu, den ich stets verehre,/ bleibe du mein Schutz und Rat;/ und mein Hort, du werter Geist,/ der du Freund und Tröster heißt,/ höre doch mein sehnlich Flehen!/ Amen, ja, es soll geschehenl Johann Rist, 1 1667. 4II 389 Abend Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 389 Beinrich Isaak, 1517.(I536.) 222.—— ————.—————— J. Nun ru⸗- hen al⸗ le wälder,/ Vieh, Menschen, — 1—— zun Leirture rre. SSSSSSSSTSTSSISS‚‚ Städt und Fel⸗der,/ es schläft die gan⸗ze Welt;/ ihr .SS.SI... a⸗ber, mei- ne Sin⸗-nen,/ auf, auf, ihr sollt be— + ö ö . ö SDIDDDDE..— —.——. 1— — 2 1—‚— II — —4 1.. 2.— — gin⸗ nen, was eu? rem Schöp⸗fer wohl⸗ge⸗fällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben?/ Die Macht hat dich ver⸗ trieben,/ die Nacht, des Tages Feind./ Fahr hin, ein andre Sonne,/ mein Jesus, meine Wonne,/ gar hell in meinem Herzen scheint! 3. Der Tag ist nun vergangen;/ die güldnen Sternlein prangen/ am blaͤuen Simmelssaal; /also werd ich auch stehen,/ wenn mich wird heißen gehen/ mein Gott aus diesem Jammertal. 7. Der Leib, der eilt zur Ruhe,/ legt ab das Kleid und Schuhe,/ das Bild der Sterblichkeit;/ die zieh ich aus, da⸗ gegen/ wird Christus mir anlegen/ den Rock der Ehr und HBerrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände/ sind froh, daß nun zum Ende/ die Arbeit kommen sei;/ Herz, freu dich, du sollst werden/ vom Elend dieser Erden/ und von der Sünden— arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder,/ geht hin und legt euch nieder,/ der Betten ihr begehrt;/ es kommen Stund und Jeiten,/ da maͤn euch wird bereiten/ zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 4¹ Aben 7. 1 schloss deinen Wächt S. 2 und n schlint verletz 9. 2 trüber schlafe seiner I. 2 nichte fange mein schaff deinen 2. halter kann Stun müte 3. Weid Scher den T mit n 4. Maß entzů bren und Reu 14 Abend 390 7. Mein Augen stehn verdrossen,/ im Wu sind sie ge⸗ schlossen,/ wo bleibt dann Leib und Seel?/ Nimm sie zu deinen Gnaͤden,/ sei gut für allen Schaden,/ du Aug und wächter Israell 8. Breit aus die Flügel beide, /o Jesu, meine Freude,/ und nimm dein Rüchlein ein!/ Will mich der Feind ver⸗ schlingen,/ so laß die Englein singen:/ Dies Kind soll un⸗ verletzet sein! 9. Auch euch, ihr meine Lieben,/ soll heute nicht be— truͤben/ ein Unfall noch Gefahr;/ Gott laß euch ruhig schlafen, /stell euch die guͤldnen Waffen/ ums Bett und seiner Selden Schar. Paul Gerhardt, 1 1676. 39⁰ J. Der Tag mit seinem Lichte/ fleucht hin und wird zu⸗ nichte,/ die Nacht kommt angegaͤngen,/ mit Ruhe zu um⸗ fangen/ den matten Erdenkreis./ Der Tag, der ist geendet;/ mein Serz zu dir sich wendet,/ der Tag und Nacht ge— schaffen/ zum Wachen und zum Schlaͤfen,/ will singen deinen Preis. 2. Wohlauf, wohlaͤuf, mein Psalter!/ Erhebe den Er— halter,/ der mir an Ceib und Seelen/ viel mehr, als ich kann zählen,/ hat heute Guts getan./ All Augenblick und Stunden/ hat sich gar viel gefunden,/ womit er sein Ge⸗ müte/ und unerschöpfte Güte/ mir klar gezeiget an. 3. Gleichwie des Sirten Freude,/ ein Schäflein auf der Wweide,/ sich unter seiner Treue/ ohn alle Furcht und Scheue/ ergötzet in dem Feld/ und sich mit Blumen füllet,/ den Durst mit Quellen stillet,/ so hat mich heut geführet,/ mit manchem Gut gezieret/ der Sirt in aller Welt. 4. Gott hat mich nicht verlassen,/ ich aber hab ohn' Maßen/ mich nicht gescheut, mit Sünden/ und Unrecht zu entzünden/ das treue Vaterherz. Ach Vater, laß nicht brennen/ den Eifer, noch mich trennen/ von deiner Sand und Seiten;/ mein Tun und Überschreiten/ erweckt mir Reu und Schmerz. 14 413 391 Abend 5. Erhöre, Serr, mein Beten/ und laß mein üÜber— treten/ zur Rechten und zur Linken/ ins Meeres Tiefe sinken/ und ewig untergehn./ Laß aber, laß hingegen/ sich deine Engel legen/ um mich mit ihren Waͤffen;/ mit dir will ich entschlafen,/ mit dir auch auferstehn. 6. Darauf so laß ich nieder/ mein Haupt und Augen⸗ lider,/ will ruhen ohne Sorgen,/ bis daß der güldne Morgen/ mich wieder munter macht./ Dein Flüͤgel wird mich decken,/ so wird mich nicht erschrecken/ der Feind mit tausend Listen,/ der mich und alle Christen/ verfolget Tag und Nacht. 7. Ich lieg hier oder stehe,/ ich sitz auch oder gehe,/ so bleib ich dir ergeben,/ und du bist auch mein Ceben,/ das ist ein wahres Wort./ Was ich beginn und mache,/ ich schlaf ein oder wache,/ wohn ich, als wie im Schlosse,/ in deinem Arm und Schoße,/ bin selig hier und dort. Paul Gerhardt, 1676. 391 Mel. Werde munter, mein Gemüte(Nr. 388). J. Unsre müden Augenlider/ schließen sich jetzt schlaͤfrig zu,/ und des Leibes matte Glieder/ grüßen schon die Abendruh;/ denn die dunkle, finstre Nacht/ hat des hellen Tages Pracht/ nun versenkt im tiefen Meere/ und ent⸗ flammt der Sterne Seere. 2. Ach bedenk, eh du gehst schlafen,/ du, o meines Leibes Gast,/ ob du den, der dich erschaffen,/ heute nicht erzuͤrnet hast;/ tu, ach tu beizeiten Buß,/ geh und falle ihm zu Fuß/ und bitt ihn, daß er aus Gnaden/ dich der Strafe woll ent⸗ laden. 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen,/ daß ich diesen Tag verbracht/ anders, als du mir befohlen;/ ja, ich habe nicht bedacht/ des Berufes schmalen Steg,/ deinen vorge— schriebnen Weg,/ sondern dich, mein Gott, verlassen,/ bin gefolgt der Weltlust Straßen. 4. Ach Herr, laß mich Gnad erlangen,/ gib mir nicht ver⸗ dienten Cohn,/ laß mich deine Suld umfaͤngen,/ sieh an 1¹⁴ Mel. mit Tag so as ist chlaf inem 1676. äfrig die ellen ent⸗ ibes rnet uß/ ent⸗ Tag icht rge⸗ bin ver⸗ an Abend 392 deinen lieben Sohn,/ der für mich genug getan;/ Vater, nimm den Bürgen an! /Dieser hat für mich erduldet,/ was ich Sünder hab verschuldet. 5. CLaß mich, Herr, von dir nicht wanken;/ in dir schlaf ich sanft und wohl;/ gib mir heilige Gedanken,/ und bin ich gleich Schlafes voll,/ so laß doch den Geist in mir/ zu dir wachen für und für,/ bis die MNorgenröt angehet/ und die Sonn am Him mel stehet. G. Vater droben in der Höhe,/ dessen Nam uns teuer wert,/ dein Reich komm, dein Will' geschehe,/ unser Brot werd uns beschert,/ und vergib uns unsre Schuld,/ schenk uns deine Gnad und Suld; /laß uns nicht Versuchung töten,/ hilf uns, Zerr, aus allen NVöten. Johann Franck, 4 1677. 392 Mel. O höchster Gott, o unser lieber Serre. Französischer Psalter, 152. 72 ö dnnne, HU Kern,nn, n. K— * J. Der Tag ist hin, mein Ze su, bei mir nteer lrrinnenᷣ ne blei⸗bel/ O See⸗lenlicht, der Sün-den Nacht ver— x——— 1ITTTTIII.... 1 2——— 2— trei⸗ be; /geh auf in mir, Glanz der Ge-⸗ rech-tig⸗ ——— 5 x— ö ö —————— +.. Bdn,. keit,/ er⸗leuch⸗ te mich, o Herr, denn es ist Jeit! 2. Cob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen;/ dir sei die Ehr, wenn alles wohlgelungen/ nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht versteh;/ du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 13. 715 393 Abend 3. Wur eines ist, das mich empfindlich quälet:/ Be⸗ ständigkeit im Guten mir noch fehlet;/ das weißt du wohl, o Herzenskündiger,/ ich straͤuchle noch wie ein Unmündiger. 4J. Vergib mir, Serr! Es sagt mir mein Gewissen:/ der Sünde CLust hat mich von dir gerissen;/ es ist mir leid, ich stell mich wieder ein;/ hier ist mein Zerz, ich dein, Serr, und du mein!l 5. Mein Herr und Gott, mein Züter und mein Hirte,/ zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte;/ bewahre mich durch deine große Macht,/ wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht't. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen:/ ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen;/ o CLebens⸗ sonn, erquicke meinen Sinn;/ dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin! Joachim Neander, 1680. 3 93 Dresden J667. 9 EI ꝗ J. Wun sich der Tag ge⸗en⸗det hat/ und 2— ö ——.——„— 1 kei ⸗ ne Sonn mehr scheint,/ schläft al⸗les, 4 I —— 2.— ů— was sich ab ⸗gemaͤtt't/ und was zu-vor ge⸗weint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast,/ du schläfst noch schlummerst nicht;/ die Finsternis dich nicht umfaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Serr, doch auch an mich/ in dieser finstern Nacht,/ und schirme du mich gnädiglich/ mit deiner Engel Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld,/ die mich bei dir klagt an;/ doch deines lieben Sohnes HZuld/ hat gnug für mich getan. 416 287 * ei Abend 394 S. Drauf tu ich meine Augen zu/ und schlaͤfe fröhlich ein;/ mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh,/ wer wollte traurig sein? G. Weicht, nichtige Gedanken, hin,‚,/ hemmt nicht der An⸗ dacht Caufl/ Ich baue jetzt in meinem Sinn/ Gott einen Tempel auf. 7. Soll diese Nacht die letzte sein/ in diesem Jammertal,/ so führ mich, Herr, zum Himmel ein,/ zur auserwählten Zahl. 8. Und also leb und sterb ich dir,/ du Serr Gott Zebaoth;/ im Tod und CLeben hilfst du mir/ aus aller Angst und Wot. Joh. Friedrich Serzog, + J699. 394 Mel. Werde munter, mein Gemüte(Nr. 388). J. Herr, es ist von meinem Ceben/ wiederum ein Tag dahin;/ lehre mich nun Achtung geben,/ ob ich fromm ge⸗ wesen bin;/ zeige mir auch selber an,/ so ich was nicht recht ge⸗ tan,/ und hilf jetzt in allen Sachen/ guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden,/ das dir nicht ge— fallen hat;/ denn ich bin noch voller Sünden/ in Ge⸗ daͤnken, Wort und Tat,/ und zu jeder Tagesstund/ pfleget Berz und Hand und Mund/ so geschwind und oft zu fehlen,/ daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden,/ habe noch einmal Ge— duld!/ Ich bin freilich schwer beladen,/ doch vergib mir alle Schuld!/ Deine große Vatertreu/ werde diesen Abend neu;/ so will künftig deinen Willen/ ich noch mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemuͤte,/ daß der Schlaf nicht sünd— lich sei;/ decke mich mit deiner Güte,/ und dein Engel steh mir bei./ Cösche Cicht und Feuer aus/ und bewahre selbst das Haus,/ daß ich morgen mit den Meinen/ nicht im Un⸗ glück müsse weinen. S. Steure den gottlosen Ceuten,/ die im Finstern Böses tun;/ sollte man gleich was bereiten,/ uns zu schaden, wenn wir ruhn,/ so zerstöre du den Rat/ und verhindere die Tat;/ wend auch allen andern Schrecken,/ den die Bos⸗ heit kann erwecken. 11⁷ 395 Abend G. Herr, dein Auge geht nicht unter,/ wenn es bei uns Abend wird;/ denn du bleibest ewig munter/ und bist wie ein guter Sirt,/ der auch in der finstern Macht/ über seine Herde wacht;/ darum hilf uns, deinen Schafen,/ daß wir alle sicher schlaͤfen. 7. Caß mich dann gesund erwaͤchen,/ wenn es rechte Zeit wird sein,/ daß ich ferner meine Sachen/ richte dir zu Ehren ein; /oder haͤst du, lieber Gott,/ heut bestimmet meinen Tod,/ so befehl ich dir am Ende/ Ceib und Seel in deine Hände. Ra spar Neumann, I715. 395 Mel. Ach, was soll ich Sünder machen(Nr. D. J. Ach mein Jesu, sieh, ich trete,/ da der Tag nunmehr sich neigt/ und die Finsternis sich zeigt,/ hin zu deinem Thron und bete: /neige du zu deinem Sinn/ auch mein Berz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn geschwinde/ wie ein Pfeil zur Ewig⸗ keit;/ auch die allerlängste Zeit/ rauscht vorüber wie die Winde,/ fließt dahin als wie ein Fluß/ mit dem schnellsten Wasserguß. 3. Aber, Jesu, sieh, ich Armer/ nehme mich doch nicht in acht,/ daß ich dich bei Tag und Nacht/ herzlich suchte, mein Erbarmer;/ o wie mancher Tag geht hin,/ daß ich kalt und träge bin. 7. Ach ich muß mich herzlich schämen;/ du erhältst und schůtzest mich/ Tag und Nacht so gnädiglich,/ und ich will mich nicht bequemen,/ daß ich ohne Seuchelei/ dir dafur recht dankbar sei. 5. Wun, ich komme mit Verlangen, /o mein Serzens— freund, zu dir:/ neige du dein Licht zu mir,/ da der Tag nunmehr vergaͤngen;/ sei du selbst mein Sonnenlicht,/ das durch alles Finstre bricht. 6. Laß mich meine Tage zaͤhlen,/ die du mir noch goͤnnen willt;/ von dir sei mein Serz erfüllt,/ so wird mich nichts können quälen;/ denn wo du bist Tag und Licht,/ schaden uns die Nächte nicht. 2. Johann Schlicht, 1723. 418 Abend 396 Mel. Jesu, meine Freude. 396 Johann Crüger, J656. 2 6—— 14 1.— F ö—— 4+.— ö Hir ⸗-te dei⸗ ner Scha⸗fe,/ der von 25 Udei-ne Treu und Mil⸗-de/ dien te öRSIIITI kei nem Schla⸗fe/ et⸗ was wis⸗ sen mag, mir zum Schil⸗ de/ den ver⸗gang⸗ nen Tag; mrn mm mens———— ö—³ EEIISISSSEEEEEEEEEE sei die Nacht/ auch auf der Wacht/ und laß mich von —— + DISDSDD‚I EEEEE E —* 1* 4— —**—*—*— 23—.— dei⸗nen Scha⸗ ren/ um und um be⸗ wahren. 2. Decke mich von oben/ vor der Feinde Toben/ mit der Vaterhuld;/ ein versöͤhnt Gewissen/ sei mein Ruhekissen,/ drum vergib die Schuld!/ Denn dein Sohn/ hat mich davon/ durch die tiefgeschlagnen Wunden/ gnädiglich entbunden. 3. Caß auch meine Lieben/ keine Not betrüben;/ sie sind mein und dein./ Schließ uns mit Erbarmen/ in den Vaterarmen/ wohlgeborgen ein./ Du bei mir/ und ich bei dir;/ also sind wir ungeschieden,/ und ich schlaͤf in Frieden. J. Romm, verschließ die Rammer/ und laß allen Jam⸗ mer/ ferne von uns sein./ Sei du Schloß und Riegel,/ unter deine Flügel/ nimm dein Rüchlein ein;/ deck uns zu/ mit Schutz und Ruh,/ so wird uns kein Grauen wecken,/ noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette/ heut zum Grabe hätte?/ Wie bald rot, bald tot!/ Doch, hast du beschlossen,/ daß mein Ziel verflossen,/ kommt die Todesnot,/ so will ich/ nichts wider dich./ Gerne, weil ich dich gefunden,/ sterb ich alle Stunden. 4¹ 397.398. 399 Abend 6. Nun wohlan! ich tue/ in vergnügter Ruhe/ meine Augen zu. /Seele, Leib und Ceben/ hab ich dir ergeben,/ treuer Zuter dul/ Gute Nacht!/ Nimm mich in acht;/ und erleb ich ja den Norgen,/ wirst du weiter sorgen. Benjamin Schmolck, + 1737. 397 Mel. Serzlich tut mich verlangen(Nr. 440). J. Berr, es gescheh dein Wille!/ Der Rörper eilt zur Ruh,/ es fallen in der Stille/ die müden Augen zu./ Vergib der Schwachheit Suͤnden,/ verschon mit Jorn und Straf;/ laß mich bereitet finden/ zum Tode wie zum Schlaf. 2. Dein Seil hab ich gesehen;/ in Frieden fahr ich hin,/ weil ich beim Auferstehen/ in deinem Reiche bin./ Wohl dem, der bis ans Ende/ sich als ein Christ erweist!/ Mein Gott, in deine Zände/ befehl ich meinen Geist. Joh. Friedrich v. Cronegk, 1758. 398 Mel. O Welt, ich muß dich lassen(Nr. 380). J. Wun sich der Tag geendet,/ mein Serz zu dir sich wendet/ und danket inniglich;/ dein holdes Angesichte/ zum Segen auf mich richte,/ erleuchte und entzünde mich. 2. Ich schließe mich aufs neue/ in deine Vatertreue/ und Schutz und Serze ein;/ die fleischlichen Geschäfte/ und alle finstren Kräfte/ vertreibe durch dein Wahesein. 3. Daß du mich stets umgibest,/ daß du mich herzlich liebest/ und rufst zu dir empor,/ daß du allein den Frieden/ mir geben kannst hienieden,/ das stelle früh und spät mir vor. 4. Ein Tag, der sagts dem andern,/ mein Leben sei ein Wandern/ zur großen Ewigkeit./ OEwigkeit, du schöne,/ mein Berz an dich gewöhne! /Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Gerhard Tersteegen, 1769. 399 Mel. O Welt, ich muß dich lassen(Nr. 389). J. Herr, der du mir das Leben/ bis diesen Tag gegeben,/ dich bet ich kindlich an./ Ich bin viel zu geringe/ der Treue, die ich singe,/ und die du heut an mir getan. 22⁰ f „7/ ue, Abend 4⁰⁰ 2. Mit dankendem Gemüte/ freu ich mich deiner Güte;/ ich freue mich in dir./ Du gibst mir Kraft und Stärke,/ Ge⸗ deihn zu meinem Werke/ und schaffst ein reines Serz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen,/ nach deines Worts Be⸗ fehlen/ einher im CLeben gehn,/ auf deine Güte hoffen,/ im Geist den dimmel offen/ und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube,/ und nahe mich im Staube/ zu dir, o Gott, mein Heil./ Ich bin der Schuld entladen,/ ich bin bei dir in Gnaden,/ und in dem Simmel ist mein Teil. S. Bedeckt mit deinem Segen/ eil ich der Ruh entgegen;/ dein Name sei gepreist!/ Mein Leben und mein Ende/ ist dein; in deine Hände/ befehl ich, Vater, meinen Geist. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. 40⁰⁰ Mel. O— ich muß dich lassen(Nr. 380). ö— er Mond ist aufgegangen,/ die gold⸗ Wnen Sternlein prangen/ am Zimmel hell und klar./ Der Wald steht schwaͤrz und schweiget,/ und aus den Wiesen steiget/ der weiße NVebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille/ und in der Dämmrung Hülle/ so traulich und ä H hold,/ als eine stille Rammer,/ wo ihr de5 Tages n und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen?/ Er ist nur halb zu sehen/ und ist doch rund und schön./ So sind wohl manche Sachen,/ die wir getrost belachen,/ weil unsre Augen sie nicht sehn. 4J. Wir stolzen Menschenkinder/ sind eitel arme Sünder/ und wissen gaͤr nicht viel;/ wir spinnen Cuftgespinste/ und suchen viele Künste/ und kommen weiter von dem Ziel. S. Gott, laß dein Seil uns schauen, /auf nichts Ver— gänglichs trauen,/ nicht Eitelkeit uns freun;/ laß uns ein⸗ fältig werden/ und vor dir hier auf Erden/ wie RKinder fromm und fröhlich sein! 721 401 Abend G. Wollst endlich sonder Grämen/ aus dieser Welt uns nehmen/ durch einen sanften Tod;/ und wenn du uns ge⸗ nommen,/ laß uns in Himmel kommen,/ du, unser Serr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüͤder,/ in Gottes Namen nieder;/ kalt ist der Abendhauch./ Verschon uns, Gott, mit Strafen/ und laß uns ruhig schlafen/ und unsern kranken Nachbaͤr auch. Matthias Claudius, 1815. Für Kinder 401 Schlesische Volksweise. 1 4 1 5— +. FPI—— 14.———*.— 1 ö .—— J. Nuü⸗ de bin ich, geh zur Ruh,/ E—..... ᷣ—IIIFITT——.— schlie ße bei⸗-de Äug ⸗lein zu./ Va ter, laß V 1—* II FIII———————— — ³—— die Au⸗gen dein/ ü⸗ber mei⸗ nem Bet⸗te sein. 2. Hab ich Unrecht heut getan,/ sieh es, lieber Gott, nicht an!/ Deine Gnad und Jesu Blut/ maͤcht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt,/ Gott, laß ruhn in deiner Band;/ alle Menschen, groß und klein,/ sollen dir be— fohlen sein. 4. Kranken Serzen sende Ruh,/ naͤsse Augen schließe zu; /laß den Mond am Simmel stehn/ und die stille Welt besehn. Luise Sensel, 1876. 42²2 Am Schlusse der Woche 40² Am Schlusse der Woche 40½ (Auch zum Jahreswechsel.) Mel. Du Lebensbrot, Serr Jesu Christ(oder wie Nr. 270). 2 Peter Sohr, Frankfurt 1668. V Gott LCob! ein Schritt zur E⸗wig⸗ zu dir im Fort⸗ gang die⸗ ser —, 9 keit/ ist a⸗ ber⸗-mals voll⸗ en⸗——0 o Quell, dar⸗ Jeit/ mein Herz sich sehn⸗-lich wen⸗det, ——— I..er ä ˖;˖;;;hhgg,ei»uNöI.; aus mein Ce-⸗ben fließt/ und al ⸗ le Gna⸗ de T Ln. K 1 II sich er⸗gießt/ zu mei⸗ ner See⸗le Le⸗ ben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr/ und wird mir fast zu lange,/ bis es erscheine, daß ich gar,/ o CLeben, dich um⸗— fange,/ damit, was sterblich ist an mir,/ verschlungen werde ganz in dir,/ und ich unsterblich werde. 3. Doch sei dir ganz anheimgestellt/ die rechte Zeit und Stunde,/ wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt,/ wenn ich mit Herz und Nunde/ dich kommen heiße und darauf/ von nun an richte meinen Cauf,/ daß ich dir komm entgegen. 4. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann/ von deiner Ciebe trennen,/ und daß ich frei vor jedermann/ dich meinen Freund darf nennen,/ und daß du dort, o Cebensfürst,/ dich ganz mit mir vereinen wirst/ und mir dein Erbe schenken. 5. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit,/ daß sich die Woch“ geendet,/ und also auch von dieser Jeit/ ein neuer *das Jahr. 23 403 Am Schlusse der Woche Schritt vollendet,/ und freudig schreit ich weiter fort,/ bis ich gelange an die Pfort/ Jerusalems dort oben. 6. Wenn meine Hände lässig sind/ und meine Xniee beben,/ so biet mir deine Sand geschwind,/ mich wieder zu erheben;/ erfüll mit deiner Kraft mein Serz,/ damit ich freudig himmelwärts/ ohn Unterlaͤß aufsteige. 7. Geh, Seele, frisch im Glauben dran/ und sei nur un⸗ erschrocken;/ laß dich nicht von der rechten Bahn/ die Cust der Welt ablocken;/ so dir der Cauf zu laͤngsam deucht,/ so eile, wie ein Adler fleugt,/ mit Flügeln süßer Ciebe. 8. O Jesu, meine Seele ist/ zu dir schon aufgeflogen;/ du hast, weil du voll Ciebe bist,/ mich ganz zu dir gezogen./ Fahr hin, was heißet Stund und Zeit!/ Ich bin schon in der Ewigkeit,/ weil ich in Jesu lebe. Mugust Sermnmn Hrande, f. 1727. 4⁰³3 Mel. Valet will ich dir geben(Nr. 442). J. Die Woche geht zu Ende,/ nicht aber Gottes Treu;/ denn wo ich mich hinwende,/ da ist sie immer neu./ Die Zeit kann wohl verschwinden,/ nur Gottes Guͤte nicht,/ sie läßt sich täglich finden/ und gibt mir Trost und Licht. 2. Du gnädigster Erhalter/ von allem, was ich bin,/ hör meines Mundes Psalter/ und nimm mein Gpfer hin./ Un⸗ zählbar sind die Gaben,/ die du geschenket mir,/ und was ich nur kann haben,/ ist alles ja von dir. 3. Die ganze Woche zeuget/ von deiner Gͤtigkeit,/ die du zu mir geneiget,/ getreu zu jeder ZJeit./ Auf meines Cebens Pfade/ rühmt jeder Augenblick/ die Wunder deiner Gnade/ im Unglück wie im Glück. 4. Allein mein Serze bebet,/ wenn es zurücke denkt,/ wie übel ich gelebet/ und dich, mein Gott, gekraͤnkt;/ drum ruf ich: Serr, erbarme,/ erbarm dich über mich!/ Ich fall dir in die Arme:/ ach schone gnädiglich! 5. Mein Glaube heißt mich hoffen,/ es sei durch Christi Blut/ ein neuer Bund getroffen/ und alles wieder gut;/ 72⁴ Beruf 404 drum will ich dir geloben,/ auf ewig treu zu sein;/ dein guter Geist von oben/ wird mir die Kraft verleihn. 6. Ich bin dein Kind aufs neue;/ drum gib, daß diese Nacht/ mich auch dein Schutz erfreue,/ der alles sicher macht./ Ich werde gleichsam sterben;/ der Schlaf ist wie ein Tod;/ doch kann ich nicht verderben:/ du lebst in mir, mein Gott. 7. Soll das in diesem Ceben/ die letzte Woche sein,/ will ich nicht widerstreben,/ nein, mich im Geiste freun/ auf jenen Feierabend,/ den Christi Tod gemacht,/ und diese Boffnung habend/ sprech ich nun: Gute Machtl Benjamin Schmolck, + I737. Beruf 40⁴4 mel. O welt, ich muß dich lassen(Nr. 3809). J. Du sollst in allen Sachen/ mit Gott den Anfang machen/ aus treuer Schuld und Pflicht./ Wem hast du Dank zu geben,/ als ihm, für Heil und Leben?/ Von dir, o Mensch, entspringt es nicht. ů 2. Was will dein kaltes Sinnen,/ du Staub der Zeit, beginnen, /legt er nicht Zilfe bei?/ Der Mensch mit sei⸗ nem Dichten/ weiß wenig auszurichten,/ das wahrhaͤft gut zu heißen sei. 3. Drum sei nicht zu verwegen/ auf des Berufes Stegen/ und bilde dir nicht ein,/ als könntest du Vertrauen /auf deine Kräfte bauen;/ denn sie sind Gottes und nicht dein. 4. Wo Gottes Sand sich reget,/ den Grund zur Arbeit leget,/ da zieht der Segen ein; /verkehrt er sein Ge⸗ sichte,/ so wird ein Werk zunichte,/ wie trefflich auch die Meister sein. 5. Schlag an die Zimmelspforten/ mit starken Glaubens⸗ worten,/ da bitte Beistand aus./ Daher wird Segen fließen/ und reichlich sich ergießen/ auf dich und auf dein ganzes Haus. Andreas Tscherning, 1 1659. 72⁵ 405 Beruf Mel. O Durchbrecher aller Bande. 40 5 HZerrnhaag 1740. — 1 ö 1.— ———— 0 ö—. TT — Je-⸗su, komm, sei ein ge⸗ be⸗ten./ wol ⸗lest mir zur Sei⸗ te tre ⸗ ten,/ +— ——— 3 ä SI Mei⸗ ne Bän⸗ de leg ich an daß mein Tun sei wohl⸗ge⸗ tan. Auf dein Wort, zu 42Z 2 ö 2. ö—.———.—..— dei⸗ ner Eh? re,/ will mein Netz ich sen⸗ken ein;/ ei nen 1—4— 505— gu⸗ten Jug be⸗sche⸗re,/ laß es vol⸗ler Se⸗gen sein. 2. Ohne dich macht nichts mein Machen,/ nichts kann alle meine Runst;/ ohne dich in allen Sachen/ alle Müh ist ganz umsonst./ Ach du mußt mit BHaͤnd anlegen,/ meine Band ist viel zu schwaͤch./ Mun, so komm mit Hilf und Segen,/ meine Ohnmaͤcht mächtig maͤch! 3. Gerne will ich tun das Meine,/ will es tun auf dein Geheiß:/ tu auch du dabei das Deine/ und beglücke meinen Fleiß./ Caß mich und mein Baͤus erfreuen/ einen reichen, guten Zug;/ doch sollt es nicht gleich gedeihen,/ hab ich dich, hab ich genug. 4J. Zwar wie sollt es mir nicht glücken,/ da du selbst Mit⸗ helfer bist?/ Ach du kannst und willst erquicken,/ wenn man fromm und gläubig ist./ Ist nur Gott, so ist daneben/ alles andre auch im Saus;/ du wirst segnen, du wirst geben,/ der du allen teilest aus. S. Ich verseh mich deiner Gnaͤden,/ ob ich keines Segens wert;/ wirst du mir mein Netz beladen,/ sollst du sein mit Dank verehrt;/ gibst du, will ich wiedergeben;/ ja, ein Teil davon soll dein,/ dein, o Gott, und auch daneben/ meines armen Vaächsten sein. Sigismund v. Birken, + 168J. 22 ruf 1740. Beruf 406 406 —— 192 ist das Seil uns kommen her.(Vorreformatorisch.) Wittenberg 1523 E 1** Got⸗ tes Na⸗men fang ich an,/ was mir zu J. Gott wird al⸗les wohl⸗ge⸗ tan/ und EIO . — eftb 1t. man in Got⸗tes Namen tut,/ ist S al⸗lenthalben recht und gut/ und muß uns auch ge⸗dei hen. 2. Gott ists, der das Vermögen schafft,/ das Gute zu vollbringen,/ er gibt uns Segen, Mut und Kraft/ und läßt das Werk gelingen,/ daß uns ein reicher JZug entsteht/ und Gottes Gab in Fülle geht,/ daß wir zur Gnüge haben. 3. Gott ist der Frommen Schild und Cohn,/ er krönet sie mit Gnaͤden;/ der bösen Welt Haß, Neid und Bohn/ kann ihnen gar nicht schaden./ Gott decket sie mit seiner Hand,/ er segnet ihren Weg und Stand/ und füllet sie mit Freuden. 4. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich,/ hilf mir in meinen Werken;/ laß du mit deiner Gnaͤde dich/ bei meiner Arbeit merken./ Gib dein Gedeihen selbst dazu,/ daß ich in allem, was ich tu,/ erfahre deinen Segen. S. Regiere mich durch deinen Geist,/ den Müßiggang zu meiden,/ daß das, was du mich schaͤffen heißt,/ gescheh mit lauter Freuden, /auf daß ich dir mit aller Treu/ auf dein Gebot gehorsam sei/ und meinem Vächsten diene. 6. Wun, Jesu, komm und bleib bei mir;/ die Werke meiner Hände/ befehl ich, liebster Seiland, dir;/ hilf, daß ich sie vollende/ zu deines Namens Serrlichkeit,/ und gib, daß ich zur Abendzeit/ erwünschten Lohn empfange! ö Salomo Liscow, I689. 727⁷ 407 Beruf 40⁷7 Mel. Du, des sich alle Simmel freun(oder wie Nr. 23). T᷑— Just. Seinrich Knecht, 1793. —— vi,—.— ö . n. 6 I. Das wal⸗te Gott, der hel/ fen kann!/ Mit Gott fang — D......— ich die Ar⸗beit an./ Mit Gott nur geht es glücklich fort;/ drum — —— iee...- 1 ist auch dies mein er⸗stes Wort:/ Das wal⸗te Gott! 2. All mein Beginnen, Tun und Werk/ erfordert Gottes Kraft und Stärk;/ mein Herz sucht Gottes Angesicht;/ drum auch mein Mund mit Freuden spricht:/ Das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts;/ wo Gott nicht gibet, da gebrichts;/ Gott gibt und tut mir alles Guts;/ drum sprech ich nun auch gutes Muts: /Das walte Gott!l 4. Will Gott mir etwas geben hier,/ so will ich dankbar sein dafür;/ auf sein Wort werf ich aus mein Netz/ und sag in meiner Arbeit stets:/ Das walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End/ stell ich allein in Gottes Händ;/ er gebe, was mir nützlich ist;/ drum sprech ich auch zu jeder Frist:/ Das waͤlte Gott! 6. Hegt Gott mir seinen Segen bei/ nach seiner großen Güt und Treu,/ so gnügets mir zu jeder Stund;/ drum sprech ich auch aus Herzensgrund:/ Das walte Gott! 7. Trifft mich ein Ungluck: unverzaͤgt!/ Ist doch mein Werk mit Gott gewaͤgt;/ er wird mir gnädig stehen bei;/ drum dies auch meine CLosung sei:/ Das waͤlte Gott! 8. Er kann mich segnen frůh und spat,/ bis all mein Tun ein Ende hat;/ er gibt und nimmt, machts, wie er will;/ drum sprech ich auch fein in der Still:/ Das waͤlte Gott! 47²⁸ ruf 793. Ehe und Hausstand 408 9. Gott steht mir bei in aller Not/ und gibt mir auch mein täglich Brot;/ nach seinem alten Vaterbrauch/ tut er mir Guts; drum sprech ich auch:/ Das walte Gott! 10. Ohn ihn ist all mein Tun umsonst,/ nichts hilft Ver⸗ stand, Witz oder Kunst;/ mit Gott gehts fort, gerät auch wohl,/ daß ich kann saͤgen glaubensvoll:/ Das walte Gott! IJ. Teilt Gott was mit aus Güͤtigkeit,/ so acht ich keiner Feinde Neid;/ laß hassen, wers nicht lassen kann,/ ich stimme doch mit Freuden an:/ Das walte Gott! 12. Tu ich dann was mit Gottes Rat,/ der mir beistehet fruͤh und spat,/ dann alles wohl geraten muß;/ drum sprech ich nochmals zum Beschluß:/ Das walte Gott! Joh. Betichius, 1722. Ehe und Hausstand 408 Mel. MNicht so traurig, nicht so sehr. J. Voller Wunder, voller Kunst,/ voll von hoher Weis⸗ heit Preis,/ voller Sulde, Gnad und Gunst,/ Cabsal bei des Cebens Schweiß,/ voller Wunder, sag ich noch,/ ist der keuschen Ciebe Joch. 2. Die sich nach dem Angesicht/ niemals je zuvor ge— kannt,/ auch sonst im geringsten nicht/ mit Gedanken zu⸗ gewandt,/ derer Serzen, derer Sand/ knüpft Gott in ein Liebesband. 3. Dieser Vater zieht sein Kind,/ jener seins dagegen auf,/ beide treibt ihr sondrer Wind,/ ihre sondre Bahn und Lauf; /aber wenn die Zeit nun dar,/ wirds ein wohl—⸗ geratnes Paar. 4. Hier wächst ein geschickter Sohn,/ dort ein edle Tochter zu;/ eines ist des andern Kron,/ eines ist des andern Ruh,/ eines ist des andern Licht,/ wissens aber beide nicht. 5. Bis solang es dem beliebt,/ der die Welt im Schoße hält/ und zur rechten Stunde gibt/ jedem, was ihm wohl⸗ gefällt:/ da erscheint im Werk und Tat/ der so tief ver⸗ borgne Rat. 408 Ehe und G. Jeder findet, jeder nimmt,/ was der Höchst ihm aus⸗ ersehn;/ was im Himmel ist bestimmt,/ pflegt auf Erden zu geschehn,/ und was dann nun so geschicht,/ das ist sehr wohl ausgericht't. 7. Ofters denkt man: das und dies/ hätte können besser sein;/ aber wie die Finsternis/ nicht erreicht den Sonnen— schein,/ also geht auch Menschensinn/ hinter Gottes Weis— heit hin. 8. Caß zusammen, was Gott fügt;/ der weiß, wies am besten sei;/ unser Denken fehlt und trügt,/ sein Gedank ist maͤngelfrei;/ Gottes Werk hat festen Fuß,/ wenn sonst alles fallen muß. 9. Siehe frommen Kindern zu,/ die im heilgen Stande stehn,/ wie so wohl Gott ihnen tu,‚/ wie so schön er lasse gehn/ alle Taten ihrer Händ/ auf ein gutes, selges End. J0. Ihrer Tugend werter Ruhm/ steht in steter voller Blůüt;/ wenn sonst aller Ciebe Blum/ als ein Schatten sich verzieht,/ und wenn aufhört alle Treu,/ ist doch ihre Treue neu. II. Ihre Lieb ist immer frisch/ und verjüngt sich fort und fort;/ Ciebe zieret ihren Tisch/ und versüßet alle Wort;/ Ciebe gibt dem Zerzen Raͤst/ in der Müh und Sorgenlast. I2. Gehts nicht allzeit, wie es soll,/ ist doch diese Ciebe still,/ hält sich in dem Kreuze wohl,/ denkt, es sei des Herren Will,/ und versichert sich mit Freud/ einer künftig bessern Zeit. I3. Unterdessen geht und fleußt/ Gottes reicher Segens— bach,/ speist die Ceiber, tränkt den Geist,/ stärkt des Sauses Grund und Dach,/ und was klein, gering und bloß,/ macht er mächtig, viel und groß. I4. Endlich, wenn nun ganz vollbracht,/ was Gott hier in dieser Welt/ frommen Rindern zugedacht,/ nimmt er sie ins Himmelszelt/ und drückt sie mit großer Cust/ selbst an seinen Nund und Brust. J5. Wun so bleibt ja voller Gunst,/ voll von hoher Weisheit Preis,/ voller Wunder, voller Kunst,/ Cabsal bei des CLebens Schweiß,/ voller Wunder, sag ich noch,/ bleibt der keuschen Liebe Joch. Paul Gerhardt, 1676. 33⁰ ——ñß7——6— . Hausstand 409 409 47* Wie schön leuchtet der Morgenstern. Frankfurt a. M. I599. 1 7—.——— —————— ö EDDE 2 Wie schön ists doch, Herr Je⸗ su Christ,/ im Stan· de, wie steigt und neigt sich dei⸗ ne Gab/ und al ⸗les —.—— SPSPIPSPIPIPIPIIIII.TTITTTIIIII. da dein Se⸗gen ist,/ im Stande heil⸗ger E-hel Gut so mild her⸗ ab;/ aus dei⸗ ner heil⸗ gen 5oͤ⸗ he, ö ö—— ö é— —— wenn sich/ an dich/ flei⸗ ig hal⸗ ten/ Jung und Al⸗ten,/ +——.— — 2 2— l. SSSDSSSeE‚——— die im Or-den/ ei⸗ nes Le⸗bens ei⸗ nig wor⸗den. 2. Wenn Nann und wWeib sich wohl verstehn/ und Hand in Hand durchs Leben gehn/ im Bunde reiner Treue,/ da blüht das Gluck von Jahr zu Jahr,/ da sieht man, wie der Engel Schar/ im Simmel selbst sich freue./ Rein Sturm,/ kein Wurm/ kann zerschlagen,/ kann zernagen,/ was Gott gibet/ dem Paar, das in ihm sich liebet.. 3. Der Mann wird einem Baume gleich,/ an Ästen schön, an Zweigen reich,/ das Weib gleicht einem Reben,/ der seine Traͤublein trägt und näͤhrt/ und sich je mehr und mehr vermehrt/ mit Früchten, die da leben./ Wohl dir,/ o Jier,/ manneswonne,/ Hausessonne,/ Ehrenkronel/ Gott denkt dein auf seinem Throne. 4. Sei gutes Muts! Nicht Menschenhand/ hat aufge⸗ richtet solchen Stand:/ es ist ein hoͤhrer Vater;/ der hat uns je und je geliebt/ und bleibt, wenn unsre Sorg uns truͤbt,/ der beste Freund und Rater./ Anfang,/ Ausgang/ aller Sachen,/ die zu machen/ wir gedenken,/ wird er wohl und weislich lenken. a I Ar 1 731 41⁰0 Ehe und S. Iwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl/ ein Stünd⸗ lein, da man Leides voll/ die Tränen lässet fließen;/ doch wer sich still und in Geduld/ ergibt, des Leid wird Gottes Buld/ in großen Freuden schließen./ Jage,/ trage/ nur ein wenig!/ Unser Rönig/ wird behende/ maͤchen, daß die Angst sich wende. 6. Wohl denn, mein Rönig, nah herzul/ Gib Rat in Kreuz, in NVöten Ruh,/ in Ängsten Trost und Freude!/ Des sollst du haben Ruhm und Preis;/ wir wollen singen bester Weis/ und danken alle beide,/ bis wir/ bei dir,/ deinen Willen/ zu erfüllen,/ deinen Namen/ ewig loben werden. Amen! Paul Gerhardt, 4 1676. 41⁰ Mel. Werde munter, mein Gemüte(Nr. 388). J. Sorge doch für meine Rinder,/ Vater, nimm dich ihrer an; /ob sie gleich vor dir sind Sünder,/ sind sie dir doch zugetan,/ und du haͤst sie in der Tauf/ väterlich ge— nommen auf,/ daß sie, wenn sie sollten sterben,/ wären deines Reiches Erben. 2. Du hast sie bisher ernähret/ und so manchem Un⸗ glücksfall/ mehr als väterlich gewehret,/ der sie hier und überaͤll/ hätt in Angst und Not gestürzt,/ ja das Leben ab— gekürzt;/ aber deine Vatertreue/ bleibt bei ihnen täglich neue. 3. Sollt ich nicht für solche Güte/ immer dir verpflichtet sein/ und mit dankbarem Gemüte/ solchen Glücks⸗ und Segensschein/ rühmen und vor jedermann/ deine Wohl—⸗ tat zeigen an,/ ach so müßt ich ganz vermessen/ Gottes, meines Seils, vergessen. 4. Sammeln andre große Schätze,/ suchen in der Welt ihr Seil,/ daß sie Geld und Gut ergötze,/ so bist du mein einzig Teil./ Bleib auch meiner Kinder Gott,/ lasse sie in keiner Wot/ und in keinem Kreuz verderben,/ bis sie end⸗ lich selig sterben. S. Der du sie bisher erhalten,/ wollest stets ihr Schützer sein,/ wollst in Gnaden ihrer walten,/ bricht Gefahr für sie herein. /Regt in ihrer eignen Brust/ sich mit Macht die 73²2 Hausstand 711 böse Cust: /gib dann, daß sie mutig kämpfen/ und den Reiz der Sunde dämpfen. 6. Schütze sie vor bösen Ceuten/ und vor der Verfuͤhrer Schar,/ daß ihr Fuß nicht möge gleiten;/ laß sie ihre Cebensjahr/ in der Gnade bringen zu,/ bis du sie, wie mich, zur Ruh/ wirst ins kühle Grab versenken/ und die Selig⸗ keit uns schenken. 7. Können sie in diesem Leben/ hier und wo es dir gefällt,/ was zu deiner Ehre geben,/ so laß in der ganzen Welt/ ihnen, wo sie immer gehn,/ deine Furcht vor Augen stehn,/ daß sie dich im Tun und Lassen/ stets in ihre Herzen fassen. 8. Gönne mir die große Freude,/ daß einst an dem jüngsten Tag/ nach so vielem Rreuz und LCeide/ ich mit Jauchzen sagen mag: /Liebster Vater, ich bin hier/ und die Kinder, die du mir/ hast in jener Welt bescheret;/ ewig sei dein Nam geehret! Ludwig Seinrich Schlosser, T I723. Mel. Seelenbräutigam. 41 I Adam Drese, 1690. E 4 DDSENNTEEE ö S e⸗su, geh vor⸗an/ auf der I......— —.—..—— 7 Le⸗bens⸗bahn,/ und wir wol⸗len D 560 en i n enn nn,, ———— D‚IT— nicht ver⸗ wei ⸗ len,/ dir ge⸗treu⸗lich nach⸗ zu · ei ⸗len;/ ———— E I.—— 2— führ uns an der Band/ bis ins Va ter ⸗land. 2. Solls uns hart ergehn,/ laß uns feste stehn/ und auch in den schwersten Tagen/ niemals uͤber Casten klagen;/ denn durch Trüͤbsal hier/ geht der Weg zu dir. 73³ 412 Ehe und 3. Rühret eigner Schmerz/ irgend unser Serz,/ küm⸗ mert uns ein fremdes CLeiden,/ o so gib Geduld zu beiden;/ richte unsern Sinn/ auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang,/ Jesu, lebenslang;/ führst du uns durch rauhe Wege,/ gib uns auch die noͤtge Pflege;/ tu uns nach dem Cauf/ deine Türe auf. Mikolaus Zudwig Graf v. Zinzendorf, F 1760. 412 Mel. O Zesu Christ, meins Lebens Licht(Nr. 350). I. Wohl einem Haus, da Jesus Christ/ allein das All in allem ist!/ Ja, wenn er nicht darinnen waͤr,/ so stünd es öd und wüst und leer. 2. Wohl ihm, wenn Mann und weib und Kind/ im rechten Glauben einig sind,/ zu dienen ihrem Herrn und Gott/ nach seinem Willen und Gebot. 3. Wohl, wenn ein solches Saus der Welt/ ein Vorbild vor die Augen stellt,/ daß ohne Gottesdienst im Geist/ das äußre Werk nichts ist, noch heißt. 4. Wohl, wenn der Herzen fromm Gebet/ beständig in die Hoͤhe geht,/ und man nichts treibet fort und fort/ als Gottes Werk und Gottes Wort. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand/ mit fleißiger, ge⸗ treuer Hand/ ein jegliches nach seiner Art/ im Glauben seine Pflicht bewaͤhrt. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind,/ und wenn sie Rind und Rindeskind/ versäumen nicht am ewgen Glück,/ so bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Saus, denn es gedeiht,/ die Eltern werden hocherfreut,/ und ihren Kindern sieht mans an,/ wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund/ samt meinem Bause diesen Bund:/ Wenn alles Volk vom Berren wich,/ so dienen wir ihm ewiglich. Cbrist. Rarl Ludwig v. Pfeil, f 1784 13⁴ und Hausstand 413 413 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern(Nr. 400). J. Ich und mein Saus, wir sind bereit,/ dir, Herr, die ganze Cebenszeit/ mit Seel und Ceib zu dienen./ Du sollst der Zerr im Sause sein;/ gib deinen Segen nur darein,/ daß wir dir willig dienen./ Eine/ kleine,/ fromme, reine/ HZausgemeine/ mach aus allen./ Dir nur soll sie wohl—⸗ gefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort/ dein guter Geist stets fort und fort/ an unser aller Seelen;/ es leucht uns wie das Sonnenlicht,/ damits am rechten Lichte nicht/ im Zause möge fehlen./ Reiche/ gleiche Seelenspeise /auch zur Reise/ durch dies Leben/ uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Saus/ und alle, die drin wohnen, aus,/ im Glauben uns verbinde;/ laß uns in Ciebe allezeit/ zum Dulden, Tragen sein bereit,/ demütig, sanft und linde./ Liebe/ uͤbe/ jede Seele;/ keinem fehle,/ dran man kennet/ den, der sich den Deinen nennet. 4. LCaß unser Saus gegründet sein/ auf deine Gnade ganz allein/ und deine große Güte./ Auch laß uns in der Naͤchte Graun/ auf deine treue Silfe schaͤun/ mit kind⸗ lichem Gemüte;/ selig,/ froͤhlich,/ selbst mit Schmerzen/ in dem Herzen/ dir uns lassen/ und dann in Geduld uns fassen. 5. Gibst du uns irdisch Glück ins Haus,/ so schließ den Stolz, die Weltlust aus,/ des Reichtums böse Gaͤste;/ denn wenn das Herz an Demut leer/ und voll von eitler Weltlust war,/ so fehlte uns das Beste:/ jene/ schoͤne,/ tiefe, stille/ Gnadenfülle,/ die mit Schätzen/ einer Welt nicht zu er⸗ setzen. 6. Und endlich flehn wir allermeist,/ daß in dem Baus kein andrer Geist/ als nur dein Geist regiere;/ daß er, der alles wohl bestellt/ und gute Jucht und Ordnung hält,/ uns alles lieblich ziere./ Sende,/ spende/ ihn uns allen,/ bis wir wallen/ heim und droben/ dich in deinem Bause loben. Philipp Spitta, I859. 735 4414 Ehe und Hausstand 41 +* Sranzõ sischer Psalter, 1547. —— x ᷣse⸗lig Haus, wo man dich auf⸗ ge⸗ nom⸗ men,/ Uwo un⸗ter al⸗len Gä'⸗sten, die da kom⸗men,/ 1——— ö +*—.—— ISDSDii— du wahrer See⸗len⸗freund, HBerr Je⸗su hieh du der ge⸗fei⸗ert ⸗ste und lieb-ste bist; 2 ü + + 0 2 + — 18.—4—EI ä.....I....I. wo al ⸗ler Ser⸗zen dir ent⸗ge⸗genschlagen/ und al ⸗ ler 4.— L— ——.— ö 4.— ö ö— .. Au⸗gen freu⸗dig auf dich sehn;/ wo al⸗ler Cippen dein Ge— B,,, E—.—— bot er⸗ fra⸗gen/ und al⸗le dei⸗ nes Winks ge⸗wäͤr⸗tig stehn. 2. O selig Saus, wo Mann und Weib in einer,/ in deiner Liebe eines Geistes sind,/ als beide eines Zeils gewürdigt, keiner/ im Glaubensgrunde anders ist gesinnt;/ wo beide unzertrennbar an dir haͤngen/ in Lieb und Ceid, Gemach und Ungemach,/ und nur bei dir zu bleiben stets verlangen/ an jedem guten, wie am bösen Tag! 3. O selig Saus, wo man die lieben Kleinen/ mit Sänden des Gebets ans Serz dir legt,/ du Freund der Rinder, der sie als die Seinen/ mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt;/ wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln/ und horchen deiner süßen Rede zu/ und lernen früh dein Cob mit Freuden stammeln,/ sich deiner freun, du lieber Beiland, dul 4. O selig Saus, wo Knecht und Maͤgd dich kennen/ und wissend, wessen Augen auf sie sehn,/ bei allem Werk in einem Eifer brennen,/ daß es nach deinem Willen mag 736 Mel. I. dir f Herr die Trauung ⸗Obrigkeit 415.416 geschehn;/ als deine Diener, deine Sausgenossen,/ in Demut willig und in Liebe frei,/ das Ihre schaffen, froh und un⸗— verdrossen,/ in kleinen Dingen zeigen große Treul 5. O selig Saus, wo du die Freude teilest,/ wo man bei keiner Freude dein vergißt!/ O selig Saus, wo du die Wunden heilest/ und aller Arzt und aller Tröster bist;/ bis jeder einst sein Tagewerk vollendet,/ und bis sie endlich alle ziehen aus/ dahin, woher der Vater dich gesendet,/ ins große, freie, schone Vaterhaus. Philipp Spitta, 4 I859. 415⁵ Vor der Trauung Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern(Nr. 400). I. Von dir, du Gott der Einigkeit,/ ward einst der Ehe⸗ bund geweiht;/ von dir kommt auch der Segen./ O segn auch jetzt von deinen Höhn,/ die hier vor deinem Antlitz stehn,/ um Hand in Hand zu legen./ Caß sie,/ Vater,/ dir ergeben,/ einig leben,/ treu sich lieben/ und in deinem Wort sich üben. Nach der Trauung 2. Wimm sie in deine Vaterhut,/ haͤlt ihren Sinn bei frohem Mut,/ ihr Serz dem Zimmel offen,/ und lehre sie, sich deiner freun,/ ein ᷣerz und eine Seele sein/ im Glauben, Cieben, Soffen!/ Caß sie,/ Vater,/ dir ergeben,/ glücklich leben,/ freudig sterben/ und vereint den Bimmel erben. Georg Ernst Waldau, I817. Obrigkeit 416 mel. Aus meines Serzens Grunde(Nr. 365). I. Jehova, Serr und Rönig/ der Rönige und Herrn,/ dir sind wir untertänig,/ du herrschest nah und fern;/ du Zerr im Zimmelszelt,/ laß unter deinem Leiten /bestehn die Obrigkeiten,/ zu herrschen in der Welt. 137 417 Predigtamt 2. Es zeugen deine Knechte,/ daß keine Obrigkeit/ als nur durch deine Rechte/ und deine Macht gebeut./ Du hast sie hoch geschätzt;/ wer ihr zuwider lebet,/ der trotzt und widerstrebet/ dem, was du hast gesetzt. 3. Du Gott der Ordnung, lehre/ mich selbst durch deinen Geist,/ daß ich die Obern ehre,/ wie uns dein Wort es heißt./ Sie tragen ja dein Bild;/ gib, daß ich Demut uͤbe/ und sie mit Ehrfurcht liebe,/ so wird dein Wort erfüllt. 7. Verleihe deine Güte/ und sende Recht und Licht;/ gib ihnen ins Gemüte/ viel Weisheit zum Gericht./ Du herrschest selbst im Cand;/ das Herz der Obrigkeiten/ kannst du wie Bäche leiten;/ es steht in deiner Band. S. Gib, daß durch ihr Regieren/ wir mit Jufriedenheit/ ein ruhig Leben fuͤhren/ in wahrer Frömmigkeit./ Laß sie die Pfleger sein/ der glaͤubigen Gemeinde/ und als getreue Freunde/ ihr heilge Sorgfalt weihn. 6. Die uns allhier regieren,/ Berr, die regiere du;/ laß deinen Geist sie führen,/ dein Raͤt sprech ihnen zu./ Berr Gott, du segnest gern;/ o, walte du hienieden,/ gib deinem Volke Frieden/ durch Jesum, unsern Herrn. Nach Phil. Friedrich Siller, 11769. Predigtamt 41⁷7 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern(Nr. 400). J. O Jesu, Serr der Serrlichkeit,/ du Rönig deiner Christenheit,/ du Sirte deiner Berde,/ du siehst auf die er— löste Welt,/ regierst sie, wie es dir gefällt,/ sorgst, daß sie selig werde./ Von dir/ sind wir/ auch erwählet,/ zuge— zählet/ den Erlösten,/ die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst,/ nach deinem Sinn ihm Hirten gibst,/ die es zum Zimmel führen,/ und die voll Eifer, Geist und Kraft,/ voll Glauben, Liebe, Wissenschaft/ das Zerz der Sünder rühren./ Treue s/ Birten/ laß den Seelen/ niemals fehlen,/ daß die Serden/ mit den Hirten selig werden. 738 Allg 3. V gesan vertre ihm u dulde willee Allgemeine Not 418 3. Wir nehmen hier von deinersand/ den Lehrer, den du uns gesandt;/ Herr, segne sein Geschäftel/ Die Seelen, die sich ihm vertraun,/ durch Lehr und Ceben zu erbaun,/ gib Weisheit ihm und Kräfte./ Lehr ihn,/ hilf ihm/ tun und leiten,/ dulden, streiten,/ beten, wachen,/ selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß aͤuf ihm ruhn;/ laß ihn sein Amt mit Freuden tun;/ nichts sei, das ihn betrübe!/ Wenn er uns deine Wahrheit lehrt,/ gib uns ein Herz, das folgsam hoͤrt,/ ein gerz voll treuer Ciebe./ Lehrer,/ Hörer/ laß in Freundschaft/ und Gemeinschaft/ feste stehen/ und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint,/ laß unsern Cehrer, unsern Freund,/ uns dir entgegenführen./ Du gibst ihm unter seine Hand/ die Seelen als ein teures Pfand;/ laß keine ihn verlieren./ Jesu,/ hilf du,/ beut die Hände,/ daß am Ende/ Zirt und Herde/ treu vor dir erfunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Rnecht des Herrn!/ Wir heißen dich willkommen gern/ in Jesu Christi Namen./ O Birte, nimm uns bei der Sand,/ führ uns zum ewgen Vaterland./ Gott mit dir! Amen! Amen!/ Mit dir/ gehn wir/ durch die Ceiden/ dieser Jeiten/ zu dem Leben,/ das uns unser Gott will geben. Daniel Karl Bickel, 1809. Allgemeine Not 41 8 Franzõ sischer Psalter, 1547. 2 5—..— Ln dnnn r. mn, nin Le: 1—— II J. Wenn wir in höchsten Nö⸗ten sein/ und — ö ö— .. wis⸗sen nicht, wo aus noch ein,/ und fin-den we der Silf — ..3 ö ö SISDSEEEEE —— 1 +. —.—— — +—.—— I —.....— 2 ö 2.—‚I — noch Rat,/ ob wir gleich sor⸗gen früh und spat: 4739 419 Allgemeine Not 2. So ist dies unser Trost allein,/ daß wir zusaͤmmen ins⸗ gemein/ anrufen dich, o treuer Gott,/ um Rettung aus der Angst und Not, 3. Und heben unser Aug und Herz/ zu dir in waͤhrer Reu und Schmerz/ und bitten um Begnaͤdigung/ und aller Strafen Cinderung, 7. Die du verheißest gnädiglich/ all denen, die drum bitten dich/ im Namen des Herrn Jesu Christ,/ der unser Seil und Mittler ist. S. Drum kommen wir, o Herre Gott,/ und klagen dir all unsre Not,/ weil wir jetzt stehn verlassen gar/ in großer Trübsal und Gefahr. G. Sieh nicht an unsre Sünden groß,/ sprich uns davon in Gnaden los,/ steh uns in unserm Elend bei,/ mach uns von allen Plaͤgen frei; 7. Auf daß von Serzen können wir m/ nachmals mit Freuden danken dir,/ gehorsam sein nach deinem Wort,/ dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber, 1 1869. 4¹ Mel. Da Christus geboren war. Vorreformatorisch.) Nürnberg 1544. Leib und Seel,/ der du ken⸗nest al⸗les Ceid/ dei⸗ner ar⸗men aummnd: nu n N Mra-enu Ladiur. 1 e 2.— + 22—.—— o du 53———5 der du nicht/ schläfst noch n mne 22— 2.—.—..—...—.—. schlum⸗merst, zu uns richt/ jetzt dein hilf:reich An⸗ge⸗sicht! 4⁴⁰ Allgemeine Not 42⁰ 2. Schau, wie große Wot und Qual/ trifft dein Volk jetzt uͤberall!/ Täglich wird der Trübsal mehr:/ hilf, ach hilf, schütz deine Ehr!/ Ach wir Armen, wir vergehn,/ Trost wir nicht vor Augen sehn,/ wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Kläglich schreien wir zu dir,/ klopfen an die Gnaden⸗ tür,/ wir, die du mit höchstem Ruhm/ hast erkauft zum Eigentum./ Dein Erbarmen hat kein End,/ deines Vaters Jorn abwend,/ der jetzt wie ein Feuer brennt. 4. Jesu, der du Jesus heißt,/ als ein Jesus Silfe leistl/ Zilf mit deiner starken Zand,/ Menschenhilf hat sich ge— wandt;/ eine Nauer um uns bau,/ daß dem Feinde davor grau,/ er mit Zittern sie anschau. S. Höchster Zort, Immanuel,/ du Beschützer meiner Seel,/ Gott mit uns in aller Not,/ Gott um uns und in uns Gott,/ Gott für uns zu aller Zeit!/ Trotz dem, der uns tut ein Ceid;/ Gottes Straf ist ihm bereit. 6. Du, des Vaters starker Arm,/ komm und unser dich erbarm;/ laß jetzt sehen deine Macht,/ drauf wir hoffen Tag und Nacht;/ aller Feinde Rotten trenn,/ daß dich alle Welt erkenn,/ aller Serren Serrn dich nenn. 7. Du bist ja der Held und Mann,/ der den Kriegen steuern kann,/ der da Spieß und Schwert zerbricht,/ der die Bogen macht zunicht,/ der die Wagen gar verbrennt,/ der der Menschen Serzen wendt,/ daß der Krieg gewinnt ein End. 8. O du wahrer Friedensfürst,/ der der Schlange Kopf zerknirscht/ und durch seinen Kreuzestod/ Frieden wieder— bracht bei Gott,/ gib uns Frieden gnädiglich!/ So wird dein Volk freuen sich/ und dich preisen ewiglich. Johann Seermann, 1647. 420 Mel. Serzlich tut mich verlangen(Nr. 440). J. In tiefen Angsten schreien/ wir dich, Erbarmer, an,/ dich, der allein befreien,/ allein erhören kann./ Hast du denn ganz verborgen/ dein Vaterangesicht?/ RKommt uns in finstern Sorgen/ nicht mehr ein Strahl von Licht? 441 421 Rrieg und 2. Die Not von so viel Seiten/ beraubt uns aller Ruh;/ wir sehn dem Sturm der Zeiten/ mit bangem Serzen zu./ Die Hilfe im Gedränge,/ wonach das Auge tränt,/ ver⸗ zieht sich in die CKänge/ und ist noch nicht ersehnt. 3. Wir fallen, müd im Herzen,/ nachts auf die CLCagerstatt/ und träumen, was mit Schmerzen/ uns tags gefoltert hat;/ erwachen wir, so beben/ wir vor der neuen Last./ wie qualvoll ist dies Ceben!/ Herr, wir erliegen fastl 4. Willst Du noch länger schweigen/ zu unserm Rummer⸗ stand,/ nicht uns Verlaßnen zeigen/ die Allmacht deiner Hand? /Laß endlich dich bewegen!/ Errett uns, dir zum Ruhm! /Rehr doch den Fluch in Segen,/ das Leid in Freuden um! 5. Verdienten wir als Sünder/ die Rut, ach so vergib;/ hab uns und unsre Kinder/ in Christo dennoch lieb!/ Gib uns, daß wir dich ehren,/ den Sinn, der dir gefällt!/ Romm, komm, uns zu erhören,/ Erbarmer aller Welt! Joh. Sottfried Schöner, J18J8. Krieg und Frieden 421 Mürnberg 1531J. —..— 26555— Ver⸗leih uns Frieden gnädig⸗lich,/ Serr Gott, zu unsern nn, en E SP I.I„—.H— ö Zei⸗ten;/ es ist ja doch kein andrer nicht,/ der fuͤr uns 2³—.— x ö—.———— — könn⸗te strei⸗ ten,/ denn du, un⸗ser Gott, al ⸗lei⸗ ne. Nach dem altkirchlichen Lied von Martin Luther, + 1546. 7³2 Frieden 422 7 Nun lob, mein Seel, den Serren. Augsburg 1540. I +... +. —X— ——3——1—.— ,.,, den n nun ist er⸗ schol ⸗ len/ das ed⸗ le daß nunmehr ru- hen sol ⸗len/ die Spieß und — SISII—— : rr Fren, S, fu e Fiiiere Fried⸗ und Freu⸗den⸗wort, Schwer⸗ter und ihr Mordl Wohlaͤuf! und nimm nun ——— ———4——— + E 260—— — wie ⸗der/ dein Sai⸗ten⸗spiel her⸗ võr, oO Deutschland, T.—.—— 1.——— — FE — und sing CLie-der/ im ho-hen, vol⸗len Chor;/ er⸗ EIX 12— 9—5 be dein Ge⸗ mů⸗ te—0 8—17195 Gott und 35—.— dei⸗ ar.rnin minrii Roch e⸗wig⸗ Eimir. 2. Sei taͤusendmal willkommen,/ du teure, werte Friedensgab!/ Jetzt sehn wir, was für Frommen/ dein Beiunswohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket/ all unser Glück und Seil;/ wer dich betrübt und kränket,/ der drückt sich selbst den Pfeil/ des Serzleids in das Serze/ und löscht aus Unverstand/ die güldne Freudenkerze/ mit seiner eignen Sand. 3. Ach laß dich doch erwecken!/ Wach auf, wach auf, du harte Welt,/ eh als das letzte Schrecken/ dich schnell und 3 423.424 Mißwachs und Teurung plötzlich überfällt./ Wer aber Christum liebet,/ sei uner⸗ schrocknen Muts;/ der Friede, den er gibet,/ bedeutet alles Guts./ Er will die Lehre geben:/ das Ende naht herzu,/ da sollt ihr bei Gott leben/ in Fried und ewger Ruh. Paul Gerhardt, 1648. 423 Mel. Nun danket alle Gott(Nr. I3J). J. Herr Gott, dich loben wir,/ wir preisen deine Güte,/ wir rühmen deine Macht/ mit herzlichem Gemuͤte;/ es steiget unser Cied/ bis an des Simmels Tür/ und tönt mit großem Schall:/ Serr Gott, dich loben wirl 2. Berr Gott, dich loben wir/ für deine großen Gnaͤden,/ daß du das Vaterland/ von Kriegeslaͤst entladen,/ daß du uns blicken läßt/ des güldnen Friedens Zier;/ drum jauchzet alles Volk:/ Herr Gott, dich loben wir! 3. Herr Gott, dich loben wir,/ die wir in langen Jahren/ der Waͤffen schweres Joch/ und frechen Grimm erfahren;/ jetzt rühmet unser Mund/ mit herzlicher Begier:/ Gottlob, wir sind in Ruhl/ Serr Gott, wir danken dir! 7. Serr Gott, dich loben wir,/ daß du uns zwar ge⸗ strafet,/ jedoch in deinem Jorn/ nicht gar hast weggeraffet./ Es hat die Vaterhand/ uns deine Gnaͤdentür/ jetzt wieder aufgetan;/ Serr Gott, wir danken dirl 5. Herr Gott, wir danken dir/ und bitten, du wollst geben,/ daß wir auch künftig stets/ in guter Ruhe leben./ Rröon uns mit deinem Gut,/ erfülle für und für,/ o Vater, unsern Wunsch;/ Serr Gott, wir danken dirl Johann Franck, I648. Mißwaͤchs und Teurung 42⁴ Mel. Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens(Nr. 246). J. Christen erwaͤrten in allerlei Fällen/ Jesum mit seiner allmächtigen dand;/ mitten in Stürmen und tobenden Wellen/ sind sie gebauet auf felsiges Cand./ Wenn sie die Nächte der Trübsal bedecken,/ kann doch ihr Grauen sie wenig erschrecken. 14⁴ er n/ Mißwachs und Teurung 424 2. Jauchzen die Feinde zur Rechten und Linken,/ drohet und hauet ihr blinkendes Schwert,/ lassen doch Christen die gäupter nicht sinken,/ denen sich Jesus im Herzen verklärt./ wuͤten die Feinde mit Schnauben und Toben,/ schaun doch die Christen voll Trostes nach oben. 3. Geben die Felder den Saͤmen nicht wieder,/ bringen die Gärten und Auen nichts ein,/ schlagen die Schloßen die Fruchte danieder,‚/ brennen die Berge von hitzigem Schein:/ kann doch ihr Serze den Frieden erhaͤlten,/ weil es den Schöpfer in allem läßt walten. 4. Viele verzehren in ängstlichem Sorgen/ Kräfte, Ge— sundheit und Kuͤrze der Zeit,/ da doch im Rate des Höchsten verborgen,/ wann und wo jedem sein Ende bereit./ Sind es nicht alles unnötige Schmerzen,/ die ihr euch machet, ihr törichten Herzen? 5. Zweifel und Schmerzen verderben die Frommen;/ Glaͤuben und Zoffen bringt Ehre bei Gott;/ Seele, ver⸗ langst du zur Ruhe zu kommen,/ hoffe geduldig in Jammer und Not!/ Ob auch die göttliche Silfe verborgen,/ traue dem Soͤchsten und meide die Sorgen! 6. Gutes und alle erbetenen Gaben/ folgen dir, bis man dich leget ins Grab,/ ja, du wirst selber den Simmel noch haben;/ ei, warum sagst du den Sorgen nicht ab?/ Werde doch in dir recht ruhig und stille!/ Das ist des Vaters, des ewigen, Wille. 7. Völlige Wonne, verklärete Freude,/ himmlische Güter, undenkliches Seil/ werden dir dort auf der ewigen Weide/ unter den Menschen und Engeln zu teil,/ wenn einst in Serrlichkeit Christus wird kommen/ und zu sich sammeln die Zerde der Frommen. 8. Seine allmächtige Stärke beweiset/ in den Ohn— mächtigen mächtige Kraft;/ dann wird alleine sein Name gepreiset,/ wenn er den Jagenden Freudigkeit schafft./ Darum, o Jesu, gib, daß ich dir traue,/ wenn ich die Silfe nicht sichtbarlich schaue. Cbrist. Ludw. Edeling, f 1742. 15 235 425 Ernte Ernte Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Frankfurt a. M. I738. —.———.. SSI.I—— +——.—— O Gott, von dem wir al⸗les ha⸗ben,/ die [du a⸗ber tei⸗lest dei-ne Ga⸗ben/ recht 1.—.—— I. f. 1.—————.— 2. IIu I. 4.66. Salnnern. E Hi Welt ist ein sehr gro⸗ßes Saus wie ein Va⸗ ter drinnen aus. ¶ Dein Se⸗gen macht uns 1—— ö S.I..IIIIII al le reich;/ ach lie⸗ber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen aͤlle zählen,/ die heut bei dir zu Tische gehn?/ Doch darf die Notdurft keinem fehlen,/ denn du weißt allen vorzustehn/ und schaffest, daß ein jedes Cand/ sein Brot empfängt aus deiner Zand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet/ und endlich auch die Frucht genießt./ Der Wind, der durch die Felder wehet,/ die Wolke, so das Cand begießt,/ des Simmels Tau, der Sonne Strahl/ sind deine Diener allzumal. 7. Und also wächst des Menschen Speise,/ der Acker selbst wird ihm zum Brot,/ es mehret sich vielfältger Weise,/ was anfangs schien, als wär es tot,/ bis in der Ernte jung und alt/ erlanget seinen Unterhaͤlt. 5. Nun, Serr, wer kanns genug bedenken?/ Der Wunder sind hier gar zu viel./ Soviel als du kann niemand schenken,/ und dein Erbarmen hat kein Ziel;/ denn immer wird uns mehr beschert,/ als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollen es auch nie vergessen,/ was uns dein Segen träget ein;/ ein jeder Bissen, den wir essen,/ soll deines Na⸗ mens Denkmal sein;/ und Herz und Nund soll lebenslang/ für unsre Nahrung sagen Dank. Raspar Neumann, I7I5. 6 Ernte 42 426 Mel. Un ser Serr scher, unser König. Bremen 1680. 9 1. 6........... 1 ᷓ—.——3. + Berr im Sim⸗-mel, Gott auf Er?⸗ den,/ Laß den Mund voll Lo ⸗-bes wer⸗den,/ .—.—. l *— 2 — ö— Herr⸗scher die⸗ser gan-zen Wnn da man dir zu Fü⸗ßen fällt, für den rei⸗ chen D *—— e Ern⸗te⸗se⸗gen/ Dank und Op⸗fer dar-⸗zu-le⸗gen. 2. Vater, du hast aus Erbarmen/ uns Unwürdige ge— naͤhrt,/ du hast Reichen, du hast Armen/ milder Gaben viel gewährt./ Sei gelobt und hochgepriesen,/ daß du soviel Guts erwiesen. 3. Du hast Sonnenschein und Regen/ uns zu rechter Zeit geschickt,/ und so hat man allerwegen/ Auen voller Rorn erblickt;/ Berg und Täler, Tiefen, döhen/ sahen wir im Segen stehen. 4. Ach wer ist, der solche Güte/ dir genug verdanken kann?/ Nimm ein dankbares Gemuͤte/ für die große Wohl—⸗ tat an!/ Alle Felder sollen schallen: du maͤchst satt mit Wohlgefaͤllen. 5. Cehr uns auch wohl anzuwenden,/ was uns deine Zuld gewährt;/ nie zur Suͤnd es zu verschwenden,/ daß es nicht der Fluch verzehrt./ Bleiben wir in alten Sünden,/ kann der Segen leicht verschwinden. 6. Schenk uns auch zufriedne Serzen,/ Stolz und Geiz laß ferne sein;/ laß den Undank nichts verscherzen,/ streu das Samkorn wieder ein,/ daß wir jetzt und künftig haben,/ auch die Dürftigen zu laben. 1⁷ 3³⁷ 427 Ernte wWwet 7. Laß dein Wort auch Früchte bringen,/ daß man reich— 2 lich ernten kann,/ so wird man hier jährlich singen,/ wie du traur uns so wohlgetan./ Gib uns nach dem Tränensamen/ wolle Freudenernt im Zimmel. Amen. Benjamin Schmolck, + 1737. kraft, derbe 42⁷7 15 ů stets Mel. Was Sott tut, das ist wohlgetan. Severus Gastorius, 168J. und⸗ 2— ö ö—.—— und PꝑPꝑPꝑIIꝑIFIIIIIIIII 3.— 1 1— Was Gott tut, das ist wohl⸗ ge-⸗tan!/ So wenn man nicht reich⸗lich ern ⸗ten kann,/ liebt 1 + — mnen——— tt«„. DD mel. u den⸗ken Got⸗tes Kin der. ö er uns doch nicht min-der. Er zieht das ., Herz/ nur him⸗mel⸗wärts,/ wenn er uns läßt auf ——————.4—.— * Er ⸗den/ ein Jiel der Pla-gen wer⸗den. licht 2. Was Gott tut, das ist wohlgetan!/ Im Nehmen und— im Geben/ sind wir bei ihm stets wohl daran/ und können.— ruhig leben./ Er nimmt und gibt,/ weil er uns liebt,/ und.— seine Zände müssen/ wir stets in Demut küssen. gib 3. Was Gott tut, das ist wohlgetan!/ Er zeigt uns oft 2. den Segen,/ und ehe maͤn ihn ernten kann,/ muß sich die Scha Boffnung legen;/ weil er allein/ der Schatz will sein,/ so belad nimmt er andre Güter/ zum Seile der Gemüter. sich z3 4. Was Gott tut, das ist wohlgetan!/ Es geh nach seinem 3. Willen,/ und läßt sichs auch zum Maͤngel an,/ so weiß er Cebe ihn zu stillen./ Obgleich das Feld/ nicht viel enthält,/ man schwe kann bei wenig Gaben/ satt werden und sich laben. Buß 28 Wetterlieder 428 5. Was Gott tut, das ist wohlgetan!/ Das Feld mag traurig stehen;/ wir gehn getrost auf seiner Bahn/ und wollen ihn erhöhen./ Sein Wort verschafft/ uns Lebens⸗ kraft,/ es nennt uns Gottes Erben;/ wie können wir ver⸗ derben? 6. Was Gott tut, das ist wohlgetan!/ So wollen wir stets schließen;/ ist gleich bei uns kein Ranaan,/ wo Milch und Zonig fließen:/ er, unser Gott,/ weiß, was uns not,/ und wird es gern uns geben;/ kommt, laßt uns ihn erheben! Benjamin Schmolck, 4 JI737. Wetterlieder 428 Mel. Wo Sott, der Serr, nicht bei uns hält. Wittenberg 1535. H WSSSSSE 7 wrtmen rnin O Gott, der du das Fir⸗ ma⸗ ment/ mit Wolken der du in-glei⸗-chen kannst be⸗hend/ das Sonnen- ———— a w. PIIIIIIII TTTT — 1 heißt sich In 1. licht er⸗wek'ten, halt doch mit vie⸗lem Re⸗gen ein,/ und ö——— + ........ gib uns wieder Sonnenschein,/ daß un⸗ser Cand sich freu⸗e. 2. Die Felder traͤuern weit und breit,/ die Früchte leiden Schaden,/ weil sie von vieler Feuchtigkeit/ und Nässe sind beladen;/ dein Segen, Serr, den du gezeigt/ uns Armen, sich zur Erde neigt/ und will fast gar verschwinden. 3. Das machet unsre Missetaͤt/ und ganz verkehrtes Ceben,/ so deinen Jorn entzündet hat,/ daß wir in Nöten schweben./ Wir müssen zeigen unsre Schuld;/ weil wir die Buße nicht gewollt,/ so muß der Himmel weinen. 4⁴ 129. 430 Reise 4. Doch denke wieder an die Treu,‚/ die du uns hast ver⸗ sprochen,/ und wohne uns in Gnaͤden bei,/ die wir dich kindlich suchen./ Wie hält so haͤrt sich diese Zeit/ dein Berz und sanfte Freundlichkeit?/ Du bist ja unser Vaterl 5. Gib uns von deinem Zimmelssaaͤl/ dein klares Cicht und Sonne,/ und laß uns wieder überall/ empfinden Freud und Wonne,/ daß alle Welt erkenne frei,/ daß außer dir kein Segen sei/ im Zimmel und auf Erden. Michael Schirmer, 1 1673. 429 Mel. Auf meinen lieben Gott(Nr. 320). I. Ein Wetter steiget auf:/ mein Serz, zu Gott hin aufl/ Fall kindlich ihm zu Fuße/ durch wahre Reu und Buße,/ damit gleich deine Sünden/ durch Christi Tod entschwinden. 2. Herr, der du gut und fromm,/ zu dir ich gläubig komm,/ ich bitt um dein Erbarmen,/ sieh Christum in mir Armen,/ um dessentwillen schone,/ mir nicht nach Sünden lohne. 3. Durch Christi teures Blut/ mach mir ein Berz und Mut,/ das sich nicht knechtisch scheue,/ vielmehr auf deine Treue/ in allem kindlich traue/ und auf dein Zelfen baue. 4. Ich will mit dem, was mein,/ dir ganz gelassen sein;/ dein Flügel wird uns decken,/ verjagen allen Schrecken/ und lassen uns aus Gnaden/ das Wetter gar nicht schaͤden. 5. Wohlan! Verlaß uns nicht;/ bleib unsre Zuversicht/ und laß dein Vaterlieben/ auch jetzt an uns sich üͤben,/ so wolln wir, weil wir leben,/ dir Preis und Ehre geben. Aemilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt, 1706. Reise 430⁰ Mel. O Welt, ich muß dich lassen(Nr. 330). I. Ich zieh in ferne Cande,/ zu nützen einem Stande,/ zu dem mich Gott bestellt;/ sein Segen wird mich lassen,/ was gut und recht ist, fassen,/ zu dienen treulich seiner Welt. 4⁵⁰ eise Rrankheit 431 E,/ 1„% elt. 2. Gott wird zu diesen Reisen/ gewünschten Fortgang weisen,/ wohl helfen hin und her;/ Gesundheit, Heil und Ceben,/ Zeit, Wind und Wetter geben,/ und was in Demut ich begehr. 3. Sein Engel, der getreue,/ macht meine Feinde scheue,/ tritt zwischen mich und sie;/ durch seinen Schutz, den frommen,/ bin ich soweit gekommen,/ und weiß doch selber fast nicht wie. 4. CLeg ich mich späte nieder,/ erwach ich frühe wieder,/ lieg oder zieh ich fort,/ in Schwachheit und in Banden,/ und was mir stößt zu Sanden,/ so tröstet mich sein göttlich Wort. S. Bat er es denn beschlossen,/ so will ich unverdrossen/ an mein Verhängnis gehn;/ kein Unfall unter allen/ wird je zu hart mir fallen:/ ich will mit Gott ihn überstehn. 6. Ihm hab ich mich ergeben,/ zu sterben und zu leben,/ sobald er mir gebeut;/ es sei heut oder morgen,/ dafür laß ich ihn sorgen,/ er weiß allein die rechte Zeit. 7. Gefällt es seiner Güte,/ und sagt mir mein Gemüͤte/ nicht was Vergeblichs zu:/ so werd ich Gott noch preisen/ mit manchen schönen Weisen/ daheim in meiner stillen Ruh. 8. Indes wird er den Meinen/ mit Segen auch er⸗ scheinen,/ ihr Schutz wie meiner sein;/ wird beiderseits ge⸗ währen,/ was unser Wunsch und Jähren/ ihn bitten mögen insgemein. 9. So sei nun, Seele, seine,/ und traue dem alleine,/ der dich geschaffen haͤt!/ Es gehe, wie es gehe,/ dein Vater in der Höhe,/ der weiß zu allen Sachen Rat. Paul Sleming, 1 1640. Kraͤnkheit 431 mel. O welt, ich muß dich lassen(Nr. 330). J. Ich hab in guten Stunden /des Cebens Glück emp⸗ funden/ und Freuden ohne Jahl;/ so will ich denn ge⸗ lassen/ mich auch in Leiden fassen;/ welch Leben hat nicht seine Qualꝰ 451 132 Rrankheit 2. Ja, Serr, ich bin ein Sünder,/ und stets strafst du ge⸗ linder,/ als es der Mensch verdient./ Sollt ich, beschwert mit Schulden,/ kein zeitlich Weh erdulden,/ das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben,/ nicht meine Ruh, mein Leben/ mehr lieben als den Serrn;/ dir, Gott, will ich vertrauen/ und nicht auf Menschen bauen;/ du hilfst und du errettest gern. 4. Caß du mich Gnaͤde finden,/ mich alle meine Sůnden/ erkennen und bereun./ Jetzt hat mein Geist noch Kräfte;/ sein Seil laß mein Geschäfte,/ dein Wort mir Trost und Leben sein. S. Wenn ich in Christo sterbe,/ bin ich des Simmels Erbez/ was schreckt mich Grab und Todꝰ/ Auch auf des Todes Pfade/ vertrau ich deiner Gnade;/ du, Serr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Rummer wehren,/ Gott durch Geduld verehren;/ im Glauben zu ihm flehn./ Ich will den Tod be⸗ denken,/ der Herr wird alles lenken,/ und was mir gut ist, wird geschehn. Christian Fürchtegott Gellert, 1 1769. 432 Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott(Nr. 336). J. Serrl Ein ganzer Ceidenstag/ ist nun überwunden./ Ach, wieviel der Mensch vermaͤg,/ das hab ich empfunden./ Wie gebrechlich ist die Rraft,/ wie verzagt der Glaubel/ Wenn der Serr nicht Silfe schafft,/ liegen wir im Staube. 2. Ach wie könnt ich diese Nacht/ ohne dich bestehenꝰ/ Ohne deine Suld und Macht/ müßt ich ganz vergehen./ Trübe fällt der Abend ein,/ stille wirds auf Erden;/ doch in diesem Kämmerlein/ wirds so still nicht werden. 3. Jedes Auge tut sich zu,/ alles sucht den Schlummer;/ doch hier ist noch keine Ruh,/ denn es wacht der Rummer./ O so komm und bleibe hier/ bei dem armen Rranken;/ liebster Jesu, schenke mir/ tröstliche Gedanken. 4. Zeuch empor das matte Serz/ aus der finstern Soͤhle;/ salbe diesen Leib voll Schmerz/ mit dem Lebensoͤlel/ Serr, du kannst die Furcht und Pein/ in der Seele stillen./ Laß mich ganz ergeben sein/ in des Vaters Willenl 45²½ regiet fristef dank 7.— geber dir kin heit u ge⸗ wert h zu ben/ sund zern. den/ te;/ und ebez;/ fade/ Not. duld d be⸗ t ist, I769. en./ en./ el/ ube. nꝰ/ n./ ch in erz/ er./ n;/ le;/ err, CLaß Am Geburtstage 433 5. Wenn ich diese ganze Nacht/ wachen muß und weinenꝛ/ Herr, du bists, der bei mir wacht,/ du wirst mir erscheinen./ Du wirst in der Dunkelheit/ freundlich mit mir sprechen,/ sollte gleich vor Traurigkeit/ mir das Wort gebrechen. 6. Wo ich auch gebettet bin,/ lieg ich dir in Sänden;/ wo mein Auge siehet hin,/ wirds zu dir sich wenden./ Mein Gebet bestärke du,/ laß es nicht ermatten;/ laß mich finden sanfte Ruh/ unter deinem Schatten. Seinrich Puchta, 1858. Am Geburtstage 433 mel. O Welt, ich muß dich lassen(Nr. 330). J. Dir dank ich für mein CLeben,/ Gott, der du mirs ge— geben,/ ich danke dir dafür./ Du hast, von Zuld bewogen,/ mich aus dem Nichts gezogen,/ durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Serr, hast mich bereitet,/ mich väterlich geleitet/ bis diesen Augenblick./ Du gaͤbst mir frohe Tage ͥ/ und wandtest auch die Plage/ zu meiner Seele wahrem Glück. 3. Ich bin nicht wert der Treue,/ der ich mich täglich freue,/ der Huld, die mich bewaͤcht./ Damit ich, Staub und Erde,/ auf ewig glücklich werde,/ haͤst du schon ewig mein gedacht. 7. Du kanntest schon mein Sehnen/ und zähltest meine Tränen,/ eh ich bereitet war;/ noch konnt ich dich nicht denken,/ zu dir das Herz nicht lenken,/ da wogst du schon mein Teil mir dar. 5. Für alle meine Sünden,/ Herr, ließest du mich finden/ in Christo Gnad und Huld./ O Höchster, welch Erbarmen!/ Du nahmest an mich Armen/ und tilgtest alle meine Schuld. G. Daß du mich liebreich führest,/ mit deinem Geist regierest,/ dies, Vater, dank ich dir./ Daß du mein Ceben fristest,/ mit deiner Kraft mich ruͤstest,/ dies alles, Vater, dank ich dir. 7. Was noch in diesem Ceben/ mir frommt, wirst du mir geben./ Du gibsts, ich hoff auf dich./ Ja, Vater, ich befehle/ dir kindlich Leib und Seele;/ Herr, segne und behüͤte mich! Nach Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. 7⁵³ 737 35 Im Alter Im Alter 434 Mel. Jesu, meines Lebens Leben(Nr. 49). J. Höchster Selfer, sei nicht fernel/ Mein Beschirmer, steh mir bei,/ hilf mir, daß ich tu und lerne,/ was dein heilger Wille sei./ Ceite mich nach deiner Guͤte/ und erleuchte mein Gemüte;/ laß mir deine Vatertreu/ alle Norgen werden neu. 2. Halte mich, o mein Erhaͤlter!/ O mein Fuͤhrer, weiche nicht;/ führe mich in meinem Alter,/ wenn mir Cebens— kraft gebricht./ Gib, daß ich recht christlich lebe/ und stets nach dem Him mel strebe;/ hilf mir durch, wenn Quaͤl und Schmerz/ bricht mein halb zerbrochnes Serz. 3. Stoß mich nicht von deiner Seiten,/ wenn sich Angst und Ohnmacht häuft,/ wenn die schwachen Tritte gleiten/ und man naͤch dem Stabe greift;/ fasse du mich bei dem Arme,/ o mein Heiland, und umarme/ mich auch in der letzten Not,/ bis erfolgt ein selger Tod. 4. Herrscher uͤber Tod und Leben,/ höchster Troͤster, tritt herbeil/ Wenn ich soll den Geist aufgeben,/ so vernimm mein Angstgeschrei;/ wenn mein Auge wird erblinden/ und die Cebensgeister schwinden,/ o so sei du selbst mein Licht,/ daß ich seh dein Angesicht. S. Meine Seele soll erheben/ dich, o Herr der Herrlichkeit,/ dort in jenem Freudenleben,/ wenn ich nach vollbrachtem Streit/ dir mein Danklied werde bringen/ und vor deinem Throne singen,/ daß du mich so wohl bedacht/ und zum Sim— mel hast gebracht. Zacharias Sensel, 4vor 1736. 435⁵ Mel. O Welt, ich muß dich lassen(Nr. 330). J. Gott hat in meinen Tagen/ mich vaͤterlich getragen/ von meiner Jugend auf;/ ich sah auf meinen Wegen/ des Höchsten Huld und Segen;/ er lenkte meines Lebens Cauf. 2. Sein Weg war oft verborgen;/ doch wie der helle Morgen/ aus dunklen Nächten bricht,/ so hab ich stets ge⸗ spüret:/ der Weg, den Gott mich fuͤhret,/ bringt mich durchs finstre Tal zum Licht. 4⁵⁰ Im 3. Leber zu rat mächt 4.„ und d der n freun 8. halten unden und 1 G. 1 wund Freud für m 4.. mich x sink ie lter Im Alter 435 3. War Menschenhilf vergebens,/ so kam der Serr des Lebens/ und haͤlf und machte Bahn;/ wußt ich mir nicht zu raten,/ so tat Gott große Taten/ und nahm sich meiner mächtig an. 4.„Bis zu des Alters Tagen/ will ich dich heben, tragen/ und dein Erretter sein“:/ dies hat mir Gott versprochen,/ der nie sein Wort gebrochen;/ ich werde sein mich ewig freun. S. Er wird mir schwachem Alten,/ was er verheißen, halten;/ denn er ist fromm und treu./ Bin ich gleich matt und müde,/ er gibt mir Trost und Friede/ und steht mit Mut und RKraft mir bei. G. Poch wenig bange Stunden,/ dann hab ich üͤber— wunden;/ ich bin vom Ziel nicht weit./ O welche großen Freuden/ sind naͤch dem letzten Ceiden/ vor Gottes Thron fur mich bereit! 7. Ich harre froh und stille,/ bis meines Gottes Wille/ mich nach dem Rampfe krönt./ An meiner Laufbahn Ende/ sink ich in Jesu Hände,/ der mich dem Vater hat versöhnt. Jakob griedrich§Feddersen, T 1788. 75⁵ — GV Ste Sterbelieder 436 Die letzten Dinge To d 436 Frankfurt a. M. I569. SE—. 123 2.—. 8 2— ö* ö D J. Wenn mein Stůnd· lein vor⸗ han⸗- den ist,/ und x— unn W.—.— —.———— 1.—— — 42= n,. ich soll fahrn mein Stra- ße,/ ge-leit du mich, Serr äRRR Je⸗su Christ,/ mit Silf mich nicht ver⸗las⸗sel/ IS Mein Seel an mei⸗ nem letz ⸗ten End/ be⸗fehl ich dir in —.———.— x 22 +U+/— dei⸗ ne Händ,/ du wollst sie mir be⸗ wah⸗ren. 2. Mein Sünde wird mich kränken sehr/ und mein Ge⸗ wissen nagen;/ denn ihr ist viel, wie Sand am Meer,/ doch will ich nicht verzagen;/ will denken in der letzten Not,/ Herr Jesu Christ, an deinen Tod,/ der wird mich wohl erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib,/ des tröst ich mich von Serzen! /Von dir ich ungeschieden bleib/ in Todesnot und Schmerzen;/ wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir;/ ein ewig Ceben hast du mir/ mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstaͤnden bist,/ werd ich im Grab nicht bleiben;/ mein höchster Trost dein Auffahrt ist,/ kann Todesfurcht vertreiben;/ denn wo du bist, da komm ich hin,/ daß ich stets bei dir leb und bin;/ drum fahr ich hin mit Freuden. Mikolaus Serman, 1 1561J. 35⁵⁷ 737 Sterbelieder 437 Vater unser im Simmelreich. Leipzig 1539. E 2 x ö x—— EEEE.. II J. Herr Christe, waͤhrer Mensch und Gott, /der du littst ——.— ö. —— ——.—— 1——— Marter, Angst und Spott// für mich urraas auch endlich E. ö 3233.—— 4— . mir 96 Va·ters Zuld erwaͤrbst:/ ich bitt durchs .. + —.6.—— 65 ö—— — d⸗ 2—*D— bitt⸗ re Ceiden dein,/ du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot/ und ringen werde mit dem Tod,/ wenn mir vergeht all mein Gesicht/ und meine Ohren hören nicht,/ wenn meine ZJunge nicht mehr spricht/ und mir vor Angst mein Serz zerbricht; 3. Wenn mein Verstaͤnd sich nichts besinnt/ und mir all menschlich Silf zerrinnt:/ so komm, Serr Christe, mir be— hend/ zur Hilf an meinem letzten End/ und führ mich aus dem Jammertal,/ verkürz mir auch des Todes Quall 4. Die bösen Geister von mir treib,/ mit deinem Geist stets bei mir bleib,/ bis sich die Seel vom Leibe trennt;/ dann nimm sie, Serr, in deine Sänd!/ Der Ceib hab in der Erde Ruh,/ bis naht der jüngste Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih,/ in dem Gericht mein Fürsprech sei/ und meiner Sünd nicht mehr gedenk;/ aus Gnaͤden mir das Ceben schenk,/ wie du haͤst zugesaget mir/ in deinem Wort; das traͤu ich dir: 6.„Fürwahr, fürwaähr, euch sage ich,/ wer mein Wort hält und glaͤubt an mich,/ der wird nicht kommen ins Ge⸗ richt,/ den Lod auch ewig schmecken nicht;/ und ob er gleich hie zeitlich stirbt‚/ mit nichten er drum gar verdirbt; 45⁵⁸ Sterbelieder 438 7. Vielmehr will ich mit starker Sand/ ihn reißen aus des Todes Band/ und zu mir nehmen in mein Reich;/ da soll er denn mit mir zugleich/ in Freuden leben ewiglich.“/ Dazu hilf uns ja gnädiglich! 8. Ach Herr, vergib all unsre Schuld;/ hilf, daß wir warten mit Geduld,/ bis unser Stündlein kommt herbei;/ auch unser Glaub stets wacker sei,/ aufs Wort zu trauen festiglich,/ bis wir entschlafen seliglich. Paul Eber, + 1569. 438 Vorreformatorisch.) Joh. Rhau, Wetter I589. IE ö— D é + . I. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt;/ er machs mit I mir, wies ihm ge⸗ fällt!/ Lango⸗ der kurz sei mei⸗ne Zeit,/ EREEED ö——..— ——— r.—. ich bin be⸗ reit/ zu al⸗lem, was mein Herr ge⸗beut. 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will;/ ich schreib ihm nicht vor Maß und Ziel;/ es sind gezählt all Zarlein mein,/ groß oder klein,/ fallt keines ohn den Willen sein. 3. Es ist allhier ein Jammertal,/ Angst, Wot und Trüb— sal überall;/ des Bleibens ist nur kurze Zeit/ voll!Müh und Ceid,/ und wers bedenkt, ist stets im Streit. 4. Heut sind wir frisch, gesund und stark,/ schon morgen liegen wir im Sarg;/ heut blühn wir wie die Rosen rot,/ bald krank und tot;/ ist allenthalben Muͤh und Not. 5. Man trägt eins nach dem andern hin;/ wohl aus den Augen, aus dem Sinn!/ Die Welt vergisset unser bald,/ jung oder alt,/ auch unsrer Ehren maͤnnigfalt. 6. Das maͤcht die Sünd, du treuer Gott,/ dadurch kam uns der bittre Tod,/ der reißt dahin all Menschenkind,/ wie er sie findt,/ fragt nicht, von welchem Stand sie sind. —. 7⁵ 439 Sterbelieder 7. Doch ob mich schon mein Sünd anficht,/ dennoch will ich verzagen nicht;/ ich weiß, daß mein getreuer Gott/ für mich in Tod/ den eingen Sohn gegeben hat. 8. Dem leb und sterb ich allezeit,/ von ihm der Tod mich nimmer scheidt;/ leb oder sterb ich, bin ich sein;/ er ist allein/ der einge Trost und Helfer mein. 9. Das ist mein Trost zu aller ZJeit,/ in aller Not und Traurigkeit;/ ich weiß, daß ich am jüngsten Tag/ ohn alle KRlag/ werd auferstehn aus meinem Grab. J0. Den lieben Gott von Angesicht/ werd ich dann schaun, dran zweifl ich nicht,/ in ewger Freud und Selig⸗ keit,/ die mir bereit;/ ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit! II. Amen, mein lieber, frommer Gott,/ bescher uns einen selgen Tod;/ hilf, daß wir deinen Engeln gleich/ in deinem Reich/ mit dir dann leben allzugleich. Johann Leon, f 1597. 439 Melchior Vulpius, 1609. 7 . —— 2Z.—.—.. J. Christus, der ist mein Leben/ und Sterben mein Ge⸗ EEE x winn;/ dem hab ich mich er⸗geben,/ mit Fried fahr ich da⸗ Hin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen/ zu Christ, dem Bruder mein,/ daß ich mög zu ihm kommen/ und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden KRreuz, Ceiden, Angst und Not,/ durch seine heilgen Wunden/ bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen,/ ich kaum mehr atmen kann,/ und kann kein Wort mehr sprechen, nimm, Serr, mein Seufzen an. 5. Wenn Sinne und Gedanken/ zergehn als wie ein Licht,/ das hin und her muß wanken,/ wenn ihm die Flamm gebricht: 46⁰ Sterbelieder 440 6. Alsdann fein sanft und stille/ laß mich, Serr, schlafen ein,/ wie es dein Rat und Wille,/ wenn kommt mein Stündelein. 7. Caß mich gleich einem Reben/ anhangen dir allzeit/ und ewig bei dir leben/ in Simmelswonn und Freud. Jena J60ꝗ. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 440 Franzö sischer Psalter, I55J. LVI ö ASSSSSI SS.......I.I.. TT—T—— +—1 Woeil dich sehr, o mei⸗ne See⸗le,/ und ver⸗ Uweil dich Chri⸗stus nun, dein Her⸗re,/ vruft aus —äð giß all Wot und Qual,—5 die⸗sem Jam? mer⸗ tal. Aus der Trüb⸗sal, Angst ———.—— ö— SSPSSISI und Leid/ sollst du fahren in die Freud,/ die kein Ohr hat +—.—.— d n, 2. ——.. je ge⸗hö⸗ ret,/ die in E⸗wig⸗keit auch wäh⸗ret. 2. Taͤg und Nacht hab ich gerufen/ zu dem Serren, meinem Gott,/ weil mich stets viel Rreuz betroffen,/ daß er mir hülf aus der Wot./ Wie sich sehnt ein Wandersmann/ nach dem Ende seiner Bahn,/ so hab ich gewünscht, mein Leben/ hin in Gottes Händ zu geben. 3. Denn gleichwie die Rosen stehen/ unter einer Dornen— schar,/ also auch die Christen gehen/ stets in Ungsten und Gefahr./ Wie die Meereswellen sind/ und der ungestüme Wind,/ also ist allhier auf Erden/ unser Cauf voll von Beschwerden. 4. Wenn die Morgenröt aufgehet/ und der Schlaf sich von uns wendt,/ Sorg und Rummer uns umstehet,/ Müh 46 141 Sterbelieder sich findt an allem End;/ unsre Tränen sind das Brot,/ so wir essen früh und spat;/ wenn die Sonn aufhört zu scheinen,/ hört doch nicht auf Klag und Weinen. 5. Drum, Herr Christ, du Morgensterne,/ der du ewiglich aufgehst,/ sei du jetzt von mir nicht ferne,/ weil dein Blut mich hat erlöst./ Silf, daß ich mit Fried und Freud/ moͤg hinfahren aus der Zeit;/ ach sei du mir CLicht und Straße,/ mich mit Beistand nicht verlaͤssel C. Ob mir schon die Augen brechen,/ ob mir das Gehör verschwindt,/ meine Jung nicht mehr kann sprechen,/ mein Verstand sich nichts besinnt,/ bist du doch mein Licht, mein Hort,/ Leben, Weg und Bimmelspfort;/ du wirst selig mich regieren/ und die Bahn zum Bimmel führen. 7. Freu dich sehr, o meine Seele,/ und vergiß all Not und Qual,/ weil dich Christus nun, dein Herre,/ ruft aus diesem Jammertal./ Seine Freud und Serrlichkeit/ sollst du sehn in Ewigkeit,/ mit den Engeln jubilieren/ und auf ewig triumphieren. Freiberg 1620. 441 Bans Leo Saßler, 160J. 4——.—— 1— SSDSISDSSEE— ——. Berz-lich tut mich ver⸗lan⸗ gen nach ei⸗ nem Uweil ich hier bin um⸗fan- gen/ mit Trüb ⸗sal 22 L⸗ End— 105 237 1175,4 Ich hab Lust, ab⸗ zu⸗ ———3 1 I** —.——.—— 2—— =S..—— schei⸗ den/ von die⸗-ser ar-⸗ gen Welt,/ sehn mich nach —— EAH IAASEEEEE——..— n A. 2 ew gen Freu⸗-den; /0 Je-su, komm nur baldl 462 Eitii 1.— Sterbelieder 441 2. Du haͤst mich ja erlöset/ von Sünde, Tod und Soͤll;/ es hat dein Blut gekostet,/ drauf ich mein Zoffnung stell;/ warum sollt mir denn grauen/ vor Hölle, Tod und Sundꝰ/ Weil ich aͤuf dich kann bauen,/ bin ich ein selig Kind. 3. Wenngleich süß ist das Ceben,/ der Tod sehr bitter mir,/ will ich mich doch ergeben,/ zu sterben willig dir./ Ich weiß ein besser Ceben,/ da meine Seel faͤhrt hin:/ des freu ich mich gar eben;/ Sterben ist mein Gewinn. 7J. Der Ceib zwar in der Erden/ zum Staube wieder— kehrt,/ doch auferweckt wird werden/ durch Christum, schoͤn verklärt,/ wird leuchten als die Sonne/ und leben ohne Not/ in ewger Freud und Wonne;/ was schaͤdet mir der Todꝰ S. Ob mich die Welt auch reizet,/ zu leben länger hier,/ und mir auch immer zeiget/ Ehr, Gut und all ihr Zier:/ doch ich das gar nicht achte,/ es währt nur kurze Zeit;/ nach Bimmlischem ich trachte,/ das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide/ von meinen Freunden gut,/ für mich und sie zum Ceide;/ doch tröͤstet meinen Mut,/ daß wir in großern Freuden/ zusammenkommen schon,/ wo nichts uns mehr wird scheiden,/ dort an des Zimmels Thron. 7. Muß ich auch hinterlassen/ betrübte Waiselein,/ dern Not mich über Maßen/ jammert im Serzen mein,/ will ich doch gerne sterben/ und trauen meinem Gott;/ er läßt sie nicht verderben,/ er hilft aus aller Wot. 8. Gesegn euch Gott, der Serre,/ ihr Vielgeliebten meinl/ Trauert nicht allzusehre/ über den Abschied mein!/ Be— ständig bleibt im Glauben!/ Wir werdn in kurzer Zeit/ ein⸗ ander wiederschauen/ dort in der Ewigkeit. 9. Wun will ich mich ganz wenden/ zu dir, Serr Christ, allein;/ gib mir ein selig Ende,/ send mir die Engel dein;/ führ mich ins ewge Ceben,/ das du erworben hast,/ als du dich hingegeben/ für meine Sündenlast. J0. Silf, daß ich ja nicht waͤnke/ von dir, Serr Jesu Christ;/ den schwachen Glauben stärke/ in mir zu aller Frist!/ Silf ritterlich mir ringen,/ dein Sand mich haͤlt mit Macht,/ daß ich mög fröhlich singen:/ Gottlob, es ist voll⸗ bracht! Christoph Knoll, + 1650. 463 442. 443 Sterbelieder 442 Melchior Teschner, 1613. —.—— 17 2—.— Reh*— 1———.—— Va⸗ let will ich dir ge⸗ben,/ du Udein sünd-lich bö⸗-ses Leben/ durch⸗ EEEEEEEEEE 1— 1—.—. 1— l ar ⸗-ge, fal⸗ sche Welt;= aus mir nicht ge⸗fällt./ Im Him⸗-mel ist gut ———— —— ‚I— ä TTT woh⸗ nen,/ hin⸗ auf steht mein Be⸗gier,/ da wird Gott —— .—— — 0. 720 E .... herr-lich loh ⸗nen/ dem, der ihm dient aͤll-⸗ hier. 2. Rat mir nach deinem Serzen,/ o Jesu, Gottes Sohnl/ Sollt ich ja dulden Schmerzen,/ hilf mir, Zerr Christ, davon;/ verkürz mir alles Ceiden,/ stärk meinen blöden Mut,/ laß selig mich abscheiden,/ schenk mir dein ewig Gut. 3. In meines Serzens Grunde/ dein Nam und Rreuz allein/ funkelt all Zeit und Stunde;/ drauf kann ich frohlich sein./ Erschein mir in dem Bilde/ zum Trost in meiner Not,/ wie du dich, Serr, so milde/ geblutet hast zu Tod. 4. Herr, meinen Naͤmen schreibe/ ins Buch des Cebens ein;/ laß mich an deinem Leibe/ ein Glied mit jenen sein,/ die in dem dimmel grünen/ und vor dir leben frei;/ so will ich ewig růhmen,/ daß treu dein Serze sei. vaͤlerius Zerberger, 1627. 9 443 Joh. Sermann Schein, 1628. —I 1 ..—2 2 e,.,—.— s mit mir, Gott, nach dei⸗ner Güt,/ hilf ver⸗sag mir nicht, was ich dich bitt;/ wenn 8 2* er * * Sterbelieder 444 Erer EE—. 1.— E—.—— mir in mei⸗ nem Lei⸗ den! mei ⸗ ne Seel will schei⸗den, 1 Hᷓ4 0 D 1—— DSSDDDĩIi: dei⸗ ne 5andl/ s ist al⸗ 1es gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, liebster Serr,/ du läßt mich nicht verderben; /aͤch du bist doch von mir nicht fern,/ ob ich gleich hie muß sterben/ und lassen meine lieben Freund,/ die's mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Ceib sanft in der Erd,/ die Seel sich zu dir schwinget,/ in deiner HSand sie unversehrt/ durch Tod ins Ceben dringet./ Sier ist doch nur ein Tränental,/ Angst, Not und Můhe überall. 4. Der Tod, die Hölle, Welt und Sünd/ mir können nichts mehr schaden;/ an dir, o Herr, ich Rettung find,/ ich tröͤst mich deiner Gnaͤden;/ dein einger Sohn aus Lieb und Buld/ für mich bezahlt haͤt alle Schuld. 5. Was sollt ich denn nun traäͤurig sein,/ weil ich kann wohl bestehen,/ geschmückt mit Christi Unschuld rein/ zu meinem Gotte gehen?/ Gehaͤb dich wohl, du schnöde Welt!/ Bei Gott zu leben mir gefällt. Joh. Sermann Schein, 1630. so nimm sie, Herr, in 234 Mel. Serzlich tut mich verlangen(Nr. 441). J. Ich hab mich Gott ergeben,/ dem liebsten Vater mein;/ hier ist kein Immerleben, /es muß geschieden sein./ Der Tod kann mir nicht schaͤden,/ er ist nur mein Gewinn;/ in Gottes Fried und Gnaden/ fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; /o Welt, was acht ich dein?/ Der Simmel ist mir lieber,/ da muß ich gehen ein/ und mich nicht mehr beladen,/ weil ich wegfertig bin;/ in Gottes Fried und Gnaͤden/ fahr ich mit Freud dahin. 465 44⁵ Sterbelieder Ste 3. Ach selge Freud und Wonne/ hält mir der Serr be— bier * reit,/ da Christus ist die Sonne/ der ewgen Seligkeit./ Was N kann mir doch nun schaͤden,/ weil ich bei Christo bin?/ In N Gottes Fried und Gnaden/ fahr ich mit Freud dahin. Sch 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen,/ ihr Liebsten allzu— wir 40 mall/ Um mich sollt ihr nicht weinen,/ ich weiß von keiner 5ol Qual. /Was Christus euch beschieden,/ laßt nicht aus 6 eurem Sinn;/ in Gottes Gnad und Frieden/ fahrt ihr dann Rre N auch dahin. Zohann Siegfried, 11637. V. Iv. Sohann Leon, 1 1597. reih Ed 44⁵ si. mel. O welt, ich muß dich lassen. Seinrich Ssaak, F 15I7.(536. Ba hin N, D.— iiSSSEEEE x— J. Die Herr⸗-lichkeit der Er⸗den/ muß Rauch und sche * ö.. ö ö—.—.— 8 *——.. d wie A⸗sche wer⸗den,/ kein Fels, kein Erz be⸗stehn./ Was n d, EEEEEEEEEEEE EE ier uns hier mag er⸗göt⸗ zen,/ was wir fuͤr e⸗ wig x 1 3—.——. 4—— ö ö—0 S................... 355 sell schät⸗zen,/ wird als ein leichter Traum ver-gehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten,/ den wir unsterblich achten,/ ist nur ein falscher Wahn;/ sobald der Geist ge— mer wichen/ und dieser Mund erblichen,/ fragt keiner, was man hier getan. fal 3. Es hilft nicht Kunst noch Wissen;/ wir werden hin— Es gerissen,/ der morgen, dieser heut./ Was nützt der Güter ein Menge?/ Dem hier die Welt zu enge,/ dem wird ein enges Grab zu weit. der 4. Dies alles wird zerrinnen,/ was Müh und Fleiß ge⸗ laf winnen/ und saurer Schweiß erwirbt;/ was Menschen ö we 466 Sterbelieder 446 hier besitzen,/ kann vor dem Tod nicht schutzen;/ dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 5. Ist eine Cust, ein Scherzen,/ die nicht ein heimlich Schmerzen/ mit Herzensangst vergällt?/ Was ists, womit wir prangen?/ Wo wirst du Ehr erlangen,/ die nicht in gohn und Schmach verfällt? 6. Was pocht man auf die Throne,/ da keine Macht noch Rrone/ kann unvergänglich sein?/ Es mag vom Toten— reihen/ kein Zepter dich befreien,/ kein Purpur, Gold noch Edelstein. 7. Wir rechnen Jahr auf Jahre,/ indessen wird die Bahre/ uns vor die Tür gebracht;/ drauf müssen wir von hinnen/ und, eh wir uns besinnen,/ der Erde sagen gute Nacht. 8. Wach auf, Serz, und bedenke,/ daß dieser Jeit Ge⸗ schenke/ den Augenblick nur dein;/ was du zuvor ge⸗ nossen,/ ist als ein Strom verflossen;/ was künftig, wessen wird es sein? 9. Trau nicht auf Menschenlehre,/ auf Weltgunst, Macht und Ehre,/ und fleh den Serren an,/ der immer Rönig bleibet,/ den keine Zeit vertreibet,/ der einzig ewig machen kann. 10. Wohl dem, der auf ihn trauet!/ Er hat recht fest ge⸗ bauet,/ und ob er hier gleich fällt,/ wird er doch dort be⸗ stehen/ und nimmermehr vergehen,/ weil ihn die Stärke selbst erhält. Andreas Gryphius, 4 1664. 446 Mel. Serzlich tut mich verlangen(Nr. 440). J. In Christo will ich sterben,/ wenns meinem Gott ge⸗ faͤllt;/ hier ist nichts zu erwerben/ in dieser argen Welt./ Es ist ein elend Leben/ in dieser schnöden Zeit;/ dort wird ein beßres geben/ Gott in der Ewigkeit. 2. Mit Christo will ich scheiden/ von dieser Erdenqual,/ der wird mich selber leiten/ durchs finstre Todestal;/ drum laß ich mir nicht grauen/ vor diesem Augenblick;/ bald werd ich ewig schauen/ mein einzig wahres Glück. 467 447 Sterbelieder 3. Ju Christo will ich fahren/ in das gelobte Cand,/ der wird mich wohl bewahren/ in seiner starken Sand./ Trotz sei dem Feind geboten,/ daß er mich reiß heraus;/ dort will ich seiner spotten/ im schönen Friedenshaus. 7. Bei Christo will ich bleiben/ in alle Ewigkeit/ und ohn Aufhören treiben/ sein Lob mit höchster Freud;/ mit Jauchzen und mit Singen/ will ich ihm dankbaͤr sein;/ nun laß mirs, Serr, gelingen/ zu deinem Preis allein. Peter Frank, 1675. 4⁴⁷ Mel. Serzlich tut mich verlangen(Nr. 441). J. Ich bin ein Gast auf Erden/ und hab hier keinen Stand;/ der Simmel soll mir werden,/ da ist mein Vater— land./ Hier muß ich Unruh haben,/ hier reis' ich ab und zu,/ dort wird mein Gott mich laben/ in seiner ewgen Ruh. 2. Was ist mein ganzes Wesen/ von meiner Jugend an,/ als Nüh und Wot gewesen?/ So lang ich denken kann,/ hab ich so manchen Morgen,/ so manche liebe Naͤcht/ mit Rummer und mit Sorgen/ des Herzens zugebracht. 3. So gings den lieben Alten,/ an deren Fuß und Pfad/ wir uns noch täglich halten,/ wenns fehlt an gutem Rat./ Sie zogen hin und wieder,/ ihr KRreuz war immer groß,/ bis daß der Tod sie nieder/ legt in des Grabes Schoß. 7. Ich habe mich ergeben/ in gleiches Glůck und Leid;/ was will ich besser leben/ in dieser Jeitlichkeit?/ Es muß ja durchgedrungen,/ es muß gelitten sein;/ wer nicht hat wohl gerungen,/ geht nicht zur Freude ein. S. So will ich zwar nun treiben/ mein Leben durch die Welt,/ doch denk ich nicht zu bleiben/ in diesem fremden Jelt;/ ich wandre meine Straße,/ die zu der Seimat fhrt,/ da mich ohn alle MNaße/ mein Vater trösten wird. 6. Mein Seimat ist dort oben,/ da aller Engel Schaͤr/ den großen Serrscher loben,/ der alles ganz und gar/ in seinen Händen träget/ und für und für erhält,/ auch alles hebt und leget,/ nachdems ihm wohlgefällt. 3⁸ Sterbelieder 448 7. Zu dem steht mein Verlaͤngen,/ da wollt ich gerne hin;/ die Welt bin ich durchgaͤngen,/ daß ichs fast müde bin;/ je länger ich hier walle,/ je wenger find ich Freud,/ die meinem Geist gefalle;/ das meist ist Eitelkeit. 8. Die Serberg ist zu böse,/ der Trübsal ist zu viel;/ ach komm, mein Gott, und loͤse/ mein gerz, wenn dein Serz willl/ Romm, mach ein selig Ende/ mit meiner Wanderschaft,/ und was mich kränkt, das wende/ durch deinen Arm und Rraft. 9. Wo ich bisher gesessen,/ ist nicht mein rechtes Saus;/ wenn mein Ziel ausgemessen,/ so tret ich dann hinaus,/ und was ich hier gebrauchet,/ das leg ich alles ab,/ und wenn ich ausgehaͤuͤchet,/ so legt man mich ins Grab. 10. Du aber, meine Freude,/ du meines Lebens Licht,/ du zeuchst mich, wenn ich scheide,/ hin vor dein Angesicht/ ins Zaus der ewgen Wonne,/ da ich stets freudenvoll/ gleich als die helle Sonne/ nächst andern leuchten soll. II. Da will ich immer wohnen,/ und nicht nur als ein Gast,/ bei denen, die mit Rronen/ du ausgeschmücket hast;/ da will ich herrlich singen/ von deinem großen Tun/ und, frei von schnoͤden Dingen,/ in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt, 1 I676. 448 Gotha 1726. ANL e— 1 Duiniium ö er weiß, wie na⸗ he ach wie ge⸗· schwin ⸗de I— —.—— 14— mir mein En · del/ Hin geht die und be⸗ hen ⸗de/ kann kom? men ö — ö*53———— — Jeit, her kommt der Cod; mei⸗ ne. CFos des⸗ n Mein Gott, ich bitt durch 39 448 Sterbelieder / xitihii, Chriesti Blut: Vänm nur mit mei nem En⸗de gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden,/ als es am frühen Morgen waͤr;/ dieweil ich leb aͤuf dieser Erden,/ leb ich in steter Todsgefahr./ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! 3. Berr, lehr mich stets mein End bedenken/ und, wenn ich einmal sterben muß,/ die Seel in Jesu Tod versenken/ und ja nicht sparen meine Buß./ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Saus bestellen,/ daß ich bereit sei fuůͤr und fuͤr/ und sage frisch in allen Fällen:/ Serr, wie du willst, so schicks mit mir!/ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! 5. Ach Herr, mach süße mir den Zimmel/ und bitter mir die Cust der Welt;/ gib, daß mir in dem Weltgetümmel/ die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! G. Ach Vater, deck all meine Sünde/ mit dem Verdienste Jesu zu,/ darauf ich mich festgläͤubig grunde,/ dies gibt mir die ersehnte Ruh./ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! 7. Vichts ist, das mich von Jesu scheide,/ nichts, es sei Ceben oder Tod;/ ich leg die Sand in seine Seite/ und sage: O, mein Herr und Gott!/ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! 8. Ich habe Jesum angezogen/ schon längst in meiner heilgen Tauf;/ du bist mir daher auch gewogen,/ hast mich zum Kind genommen auf./ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesu Leib gegessen,/ ich hab sein Blut ge⸗ trunken hier;/ nun kannst du meiner nicht vergessen;/ ich bleib in ihm und er in mir./ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gutl Vo ssur — — Sterbelieder 449 J10. So komm mein End heut oder morgen,/ ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt;/ ich bin und bleib in deinen Sorgen,/ mit Jesu Gnaͤden schön geschmückt./ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:/ Machs nur mit meinem Ende gut! II. Ich leb indes in dir vergnüget/ und sterb ohn alle Kümmernis;/ mir gnüget, wie mein Gott es füget;/ ich glaͤub und bin es ganz gewiß:/ durch deine Gnad und Christi Blut/ machst dus mit meinem Ende gut! Aemilie Zuliane Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt, 4 1706. 449 Ronr. Seinr. Dretzel, 173J. ...— I. Ach was ist doch uns⸗re Zeit?/ Flüch⸗ tig⸗keit,/ 5 .——— ö . Ne⸗bel, Rauch und Wind und Schat ⸗-ten;/ Men-schen 1 1 2 1 +. S...I.IIIIIII.IIII...I.I..T kön⸗- nen nicht be stehn; sie ver⸗gehn/ wie die — — ————— Blu⸗men auf den Mat⸗ ten./ Un⸗ ser Le⸗ben ——.—. e. Fleucht 96 hen⸗de:/ Mensch, be⸗ den ⸗ke doch das En de! 2. Menschen sind zerbrechlich Glas,/ nichtig Gras,/ Blumen, die nicht laͤnge stehen; /ach wie bald wird ihre Kraͤft/ hingerafft,/ wenn die Todeslüfte wehen./ Unser Leben fleucht behende:/ Mensch, bedenke doch das Ende! 3. Jugend, die den Rosen gleicht,/ die verbleicht;/ ihre Schönheit muß verschwinden; JWUes vergeht durch Todes— macht/ alle Pracht,/ die wir an den Nenschen finden./ Unser Ceben fleucht behende:/ Mensch, bedenke doch das Ende! 77¹ 45⁰ Sterbelieder 4. Menschen sind der Zeiten Spiel/ und ein Ziel,/ drauf die Todespfeile fliegen;/ die wie schlaͤnke Zedern stehn,/ groß und schön,/ müssen durch den Tod erliegen./ Unser LCeben fleucht behende: 7Mensch, bedenke doch das Endel S. Ach der Tod ist mir gewiß,/ drum vergiß/ alles Eitle dieser Erden; /lenke dich zur Ewigkeit/ jederzeit,/ willst du dort unsterblich werden./ Unser Ceben fleucht behende:/ Mensch, bedenke doch das Ende! 6. Schwinge dein Gemüt und Serz/ himmelwärts,/ wo nicht Tod, nicht Wot, nicht Leiden;/ denk an das, was ewig ist,/ lieber Christ,/ soll dich einst der Simmel weiden./ Unser Ceben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Endel Salomo Franck, J725. 4⁵⁰ Mel. O Gott, der du ein Seerfürst bist. Lyon 1562. 45 —,. J. Mein Leben ist ein Pilgrimstand;/ ich rei⸗se nach dem n. Va⸗·ter⸗land,/ nach dem— lem dort o⸗ 55 wo ö ei⸗ ne ew⸗ge Ru⸗ he⸗ statt/ Gott sel⸗ber mir ge⸗grün⸗ det ö ö dn —..—— in. + ... IEEENEENE DE hat;/ da werd ich oh⸗ne End ihn lo⸗ben. /Mein Ceben ist +I.. 1— L—— 1 II nna ni. it. nait, Lanr ul n rar KĩK«K« ein Pil⸗grimstand;/ ich rei se nach dem Va⸗ ter⸗land. 2. Wie Schatten vor der Sonne fliehn,/ so flieht mein Leben schnell dahin,/ und was vorbei ist, kommt nicht wieder. /Ich eile zu der Ewigkeit;/ Herr Jesu, mach mich 477² Sterbelieder 45¹1 nur bereit/ und öffne meine Augenlider,/ daß ich, was zeitlich ist, veracht/ und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Der Sonne Glanz mir oft gebricht,/ der Sonne, die ihr Gnaͤdenlicht/ in unverfälschte Serzen strahlet./ Wind, Regen stürmen aͤuf mich zu,/ mein maͤtter Geist findt nirgends Ruh;/ doch alle Můh ist schon bezahlet,/ wenn ich die güldne Zimmelstür/ mir stell im festen Glaͤuben für. 4. Du treuer Züter, Jesu Christ,/ der du ein Pilgrim worden bist,/ da du mein Fleisch haͤst angenommen,/ zeig mir im Worte deine Tritt,/ laß mich bei einem jeden Schritt/ zu deinem Seil stets näher kommen./ Mein Ceben fleucht; ach eile du,/ und fleuch mit Gnad und Silf herzu. 5. Durch deinen Geist mich heilig leit,/ gib in Geduld Be⸗ ständigkeit;/ vor Straucheln meinen Fuß beschütze./ Ich falle stündlich, hilf mir auf/ und richte zu dir meinen Lauf;/ sei mir ein Schirm in Trübsalshitze;/ laß deinen milden Gnaͤdenschein/ in Finsternis nie ferne sein. 6. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll,/ vor Durst nach dir verschmachten will,/ so laß mich dich zum Labsal finden;/ und schließ ich meine Augen zu,/ so bring mich zu der Siegesruh,/ wo Streit und alle Müh verschwinden,/ und wo ich kann, von Sünden rein, /dein Freund und Hausgenosse sein. 7. Bin ich denn hier, im fremden Cand,/ der blinden Welt gleich unbekannt:/ dort sind die Freunde, die mich kennen;/ dort werd ich mit der Himmelsschar/ dir jauchzend dienen immerdar/ und in der reinsten Liebe brennen./ Mein Sei⸗ land, komm, ach bleib nicht lang!/ Sier in der Fremde wird mir bang. Friedr. Adolf Lampe, I729. 45¹ Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende(Nr. 448). J. Ich sterbe täglich, und mein Ceben/ eilt immerfort zum Grabe hin./ Wer kann mir einen Bürgen geben,/ ob ich noch morgen lebend bin?/ Die Zeit geht hin, der Tod kommt her:/ ach wer nur immer fertig wär! 4⁷7³ 452 Sterbelieder 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten;/ er kommet oft unangemeldt/ und fordert uns ins Reich der Toten;/ wohl dem, der Haus und Serz bestellt!/ Denn ewig Unglück oder Glück/ hängt nur an einem Augenblick. 3. Herr aller Herren, Tod und CLeben/ hast du allein in deiner Hand./ Wie lange du mir Frist willst geben,/ das ist und bleibt mir unbekannt;/ hilf, daß ich jeden Glocken⸗ schlag/ an meinen Abschied denken mag. 4. Es kann vor Abend anders werden,/ als es am Mor⸗ gen mit mir war;/ den einen Fuß hab ich auf Erden,/ den andern auf der Totenbahr;/ ein kleiner Schritt ist nur dahin,/ wo ich der Würmer Speise bin. 5. Ein einzger Schlag kann alles enden/ und Fall und Tod beisaͤmmen sein;/ doch schlage nur mit Vaterhänden/ und schließ in Christi Tod mich ein,/ daß, wenn der Leib zu Boden fällt,/ die Seel an Jesu Kreuz sich hält. G. Rann ich die Meinen nicht mehr segnen,/ so segne du sie mehr als ich;/ wenn lauter Tränen um mich regnen,/ o Tröster, so erbarme dich/ und lasse der Verlaßnen Schrein/ durch deinen Trost erhörlich sein. 7. Dringt mir der letzte Stoß zum Serzen,/ so schließe mir den Himmel auf;/ verkürze mir des Todes Schmerzen/ und hole mich zu dir hinauf;/ so wird mein Abschied keine Pein,/ zwaͤr eilig, dennoch selig sein. Benjamin Schmolck, T 1737. 4⁵²2 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Georg Neumark, 1657. H 23. ——.—..——.— 12— .. — Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich ster⸗be,/ und fin ⸗de hier kein sol⸗ches Er⸗be,/ — — ——— ich bin ein Mensch, der bald ver⸗geht, das un⸗ver⸗ än⸗ der⸗-lich besteht; 47⁴ drum zei⸗ ge Sterbelieder 453 —— +— .— 7¹ mir in Gnaͤden an,/ wie ich recht se-lig ster⸗-ben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe,/ kein Augenblick geht sicher hin;/ wie baͤld zerbricht doch eine Scherbel/ Wie kann die Blume schnell verblühn!/ Drum mache mich nur stets bereit/ hier in der Jeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe,/ dieweil der Tod viel Wege hält;/ dem einen wird das Scheiden herbe,/ ein andrer sanft in Schlummer fällt./ Doch, wie du willst, gib nur dabei,/ daß mir mein Ende selig sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe,/ und welche Erde mich einst deckt;/ doch wenn ich nur den Trost er— werbe,/ daß mich dein Ruf zum CLeben weckt,/ so nehm ich jede Stelle ein;/ die Erd ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster Gott, wenn ich einst sterbe,/ so nimm du meinen Geist zu dir,/ auf daß ich dort mit Christo erbe;/ hab ich nur den im Glauben hier,/ so gilt mirs gleich und geht mir wohl,/ wann, wo und wie ich sterben soll. Benjamin Schmolck, 4 1737. IIII + * * Mel. O du Liebe meiner Liebe. 45 3 Mürnberg J684. d de,., v ir, imr., v=G. ——— ——— Un⸗- ser kei ⸗ner lebt ihm sel⸗ber,/ kei⸗ner was wir le⸗ben, was wir sterben,/ kommt, o stirbt ihm sel⸗ber hier; Berr, al⸗lein von dir. — 5—...——— EEEEEEEEEEEEEE du bist un⸗ser be⸗sistes Teil,/ bleibst im To⸗de, 77⁵ Du mußt hel⸗fen, tragen, he⸗ben,/ 454 Sterbelieder bleibst im— pen un · ser Crost 25—5 uen„ser Seil. 2. Glauben, schauen, leben, sterben/ gilt mit dir uns alles gleich;/ wenn wir nur mit Christo erben,/ macht der Tod uns ewig reich./ Dann erst fängt des Christen Leben/ und das rechte Wohlsein an,/ wenn er sich zu dir erheben/ und dein Antlitz schaͤuen kann. 3. Nun, es scheiden oder bleiben/ unsre Cieben oder wir:/ Jesu, dir uns einverleiben,/ das sei unsre Sorge hier!/ Selig, wer entschläft in Frieden,/ selig wir, die noch nicht tot./ Sind die Ceiber auch geschieden,/ sind die Geister doch in Gott. 4. Seil und Wahrheit, Kraͤft und Stärke/ gibt Jehova mehr und mehr. /Alle seine Weg und Werke/ sind voll Berrlichkeit und Ehr./ Singet ihm, ihr Gotteskinder,/ der uns liebt am Kreuzesstamm!/ Bringet Ruhm, ihr Über— winder,/ Gott, dem Vater, und dem Lamm! Phil. Seinrich Weissen see, T 1767. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 454 Berlin 1653. ö—.— 1——— ——.— 15.—— Mei⸗ ne Le⸗bens- zeit verstreicht,/ stündlich und wie we⸗ nig ists viel-leicht,/ das ich T — eil ich zu dem Gra⸗ 1) noch zu le⸗ ben ha⸗ bel Denk, o Mensch, an I—— dei ⸗ nen Tod,/ säume nicht; denn Eins ist not. 77 r Sterbelieder 45⁵ 2. Cebe, wie du, wenn du stirbst,/ wunschen wirst, gelebt zu haben!/ Güter, die du hier erwirbst,/ Würden, die dir menschen gaben,/ nichts wird dich im Tod erfreun;/ diese Güͤter sind nicht dein. 3. Wur ein Herz, das Jesum liebt,/ nur ein ruhiges Ge— wissen,/ das vor Gott dir Zeugnis gibt,/ wird dir deinen Tod versüßen;/ dieses Serz, von Gott erneut,/ gibt im Tode Freudigkeit. 4. Daß du dieses Serz erwirbst,/ fürchte Gott und bet und wache;/ sorge nicht, wie fruüͤh du stirbst;/ deine Jeit ist Gottes Sache./ Cern nicht nur den Tod nicht scheun,/ lern auch seiner dich erfreun. 5. überwind ihn durch Vertraun,/ sprich: Ich weiß, an wen ich glaube,/ und ich weiß, ich werd ihn schaun,/ denn er weckt mich aus dem Staube;/ er, der rief: Es ist voll— brachtl/ nahm dem Tode seine Macht. 6. Tritt im Geist zum Grab oft hin,/ siehe dein Gebein versenken;/ sprich: Zerr, daß ich Erde bin,/ lehre du mich stets bedenken;/ lehre du mich jeden Tag,/ daß ich weiser werden mag. Christian Zürchtegott Gellert, 1 1769. 4⁵⁵ Mel. Erhalt uns, Serr, bei deinem Wort(Nr. I49). J. wie sicher lebt der Mensch, der Staub!/ Sein Leben ist ein fallend Caub,/ und dennoch schmeichelt er sich gern,/ der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel,/ der Nann noch seiner Jahre viel,/ der Greis zu vielen noch ein Jahr,/ und keiner nimmt den Irrtum wahr. 3. Sprich nicht: Ich denk in Glück und Not/ im Herzen oft an meinen Tod;/ der, den der Tod nicht weiser macht,/ hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit,/ zu tun, was uns der Zerr gebeut,/ und unsres Cebens kleinster Teil/ ist eine Frist zu unserm Seil. 16 47⁷ 456 Sterbelieder S. Der Tod rückt Seelen vor Gericht;/ da bringt Gott alles an das Licht/ und macht, was hier verborgen war,/ den Rat des Herzens, offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut,/ so sei doch wacker und bereit,/ prüf deinen Glauben als ein Christ,/ ob er durch Liebe tätig ist. 7. Ein Herz, das Gottes Stimme hört,/ ihr folgt und sich vom Bösen kehrt,/ ein gläubig Serz, von Lieb erfüllt,/ dies ist es, was vor Gott nur gilt. 8. Gib, Herr, daß ich mit jedem Tag/ vor dir mein Herz erforschen mag,/ ob Liebe, Demut, Fried und Treu/ die Frucht des Geistes in mir sei; 9. Daß ich zu dir um Gnade fleh,/ stets meiner Schwaͤch— heit widersteh/ und einstens in des Glaubens Macht/ mit Freuden ruf: Es ist vollbracht! Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. 456 Mel. Serzlich tut mich verlangen(Nr. 441). J. Die auf der Erde wallen,/ die Sterblichen, sind Staubj;/ sie blühen auf und fallen,/ des Todes sichrer Raub./ Ver⸗ borgen ist die Stunde,/ da Gottes Stimme ruft;/ doch jede, jede Stunde/ bringt näher uns der Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder/ die öde, dunkle Bahn,/ zu der verstockte Sünder/ verzweiflungsvoll sich nahn,/ wo selbst der freche Spötter/ nicht mehr zu spotten waͤgt,/ vor dir, Gott, seinem Retter,/ erzittert und verzaͤgt. 3. Wenn diese Bahn zu gehen/ dein Will einst mir ge— beut;/ wenn nahe vor mir stehen/ Gericht und Ewigkeit;/ wenn meine Rräfte beben/ und schon das Herz mir bricht:/ Serr über Tod und Leben,/ o dann verlaͤß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder,/ hilf mir in dieser Angst,/ der du zum Seil der Sünder/ selbst mit dem Tode rangst;/ und wenn des Rampfes Ende/ gewaͤltiger mich faßt,/ nimm mich in deine Hände,/ den du erlöset hast. 5. Des Himmels Wonn und Freuden/ ermißt kein sterb⸗ lich derz; /o Trost für kurze Ceiden,/ für kurzen Todes⸗ 77⁸ er ott Sterbe⸗ und Begräbnislieder 457·458 schmerzl/ Dem Todesuͤberwinder/ sei ewig Preis und Dank;/ Preis ihm, der fͤr uns Sunder/ den Kelch des Todes trankl 6. Heil denen, die auf Erden/ sich schon dem Bimmel weihn,/ die aufgelöst zu werden,/ mit heilger Furcht sich freun!/ Bereit, es Gott zu geben,/ wenn er, ihr Berr, ge⸗ beut, /gehn sie getrost durchs Leben /hin zur Unsterb— lichkeit. Gottl. Benedict§unck, 4 1814. Mel. Christus, der ist mein Leben. 457 Melchior Vulpius, I609. 4 1 1⁰— é——— SISSRSEEEEEE J. Ich weiß, an wen ich glaube,/ und daß mein Heiland 5— 2.— E — ‚—.——. S SS S.... IIE lebt,/ der aus dem To⸗ des stau⸗be/ den Geist zu sich er⸗hebt. 2. Ich weiß, an wem ich hange,/ wenn alles wankt und weicht,/ der, wenn dem Herzen bange,/ die Retterhand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich vertraue,/ und, wenn mein Auge bricht,/ daß ich ihn ewig schaue,/ ihn selbst von Angesicht. 4. Er trocknet alle Tränen/ so tröstend und so mild,/ und mein unendlich Sehnen/ wird nur durch ihn gestillt. 5. Ich weiß, beim Auferstehen,/ wenn ich verkläret bin,/ werd ich mit Jesu gehen/ durch Ewigkeiten hin. v. I von August SermannNiemeyer,f 1828. V. 5 von Albert Knapp, 41864. Begrãäbnislieder 458 Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott(Nr. 330. J. Einen guten Kampf hab ich/ auf der Welt gekämpfet;/ denn Gott hat mir gnädiglich/ all mein Ceid gedämpfet;/ daß ich meines Lebens Cauf/ seliglich vollendet/ und die Seele himmelauf /Christo zugesendet. 16· 370 459 Begräbnislieder 2. Forthin ist mir beigelegt/ der Gerechten Krone,/ die mir wahre Freud erregt/ vor des Simmels Throne;/ fort⸗ hin meines Cebens Licht,/ dem ich hier vertrauet:/ meines Gottes Angesicht/ meine Seele schaͤuet. 3. Diese gar verderbte Welt/ ist, was meinem Leben/ nunmehr gänzlich nicht gefällt;/ drum ich mich ergeben/ meinem Jesu, daͤ ich bin/ jetzt in lauter Freuden;/ denn sein Tod ist mein Gewinn,/ mein Verdienst sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund',/ ihr, o meine CLiebenl/ Alle, die ihr um mich weint,/ laßt euch nicht betrüben/ diesen Schritt, den ich nun tu/ in die Erde nieder;/ schaͤut, die Sonne geht zur Ruh,/ kommt doch morgen wieder. Heinrich Albert, 4 165J. 459 Gg. Christian Störl, I7Io. äII Ee—.— I. Ru⸗het wohl, ihr To⸗ten bei ⸗-ne,/ in der n=e.— ————.— e r. rins stil len Ein⸗sam-keit!/ Ru⸗het, bis das End er⸗ IPIIIIIIIIIIIIIII schei⸗ne,/ da der Herr euch zu der Freud/ ru⸗fen wird aus ——— S v.— E SSEEEEE.— eu⸗ ren Grüf⸗ 1en /zu den frei⸗en HZimmels⸗lüf⸗ten. 2. Mur getrost, ihr werdet leben,/ weil das Ceben, euer HBort,/ die Verheißung hat gegeben/ durch sein teuer wertes Wort:/ die in seinem Namen sterben,/ sollen nicht im Tod verderben. 3. Und wie sollt im Grabe bleiben,/ der ein Tempel Gottes war,/ den der Herr ließ einverleiben/ seiner aus⸗ 48⁰ Uer rtes Tod ipel tus⸗ Begräbnislieder 460 erwählten Schar,/ die er selbst mit seinem Sterben/ hat ge⸗ macht zu Himmelserben? 4. Mein, die kann der Tod nicht halten,/ die des Berren Glieder sind./ Muß der Ceib im Grab erkalten,/ da man nichts als Asche findt:/ wenn des Herren Bauch drein bläset,/ grünet neu, was hier verweset. 5. Jesus wird, wie er erstanden,/ auch die Seinen einst mit Macht/ führen aus des Todes Banden,/ fuͤhren aus des Grabes Nacht/ zu dem ewgen Simmelsfrieden,/ den er seinem Volk beschieden. 6. Ruhet wohl, ihr Totenbeine,/ in des Grabes Dunkel⸗ heitl/ Ruhet, bis der Serr erscheine/ an dem Ende dieser Zeit!/ Da sollt ihr mit neuem Ceben/ herrlich ihm ent⸗ gegenschweben. Friedr. KRonrad Siller, 1726. 460 Mel. Jesus, meine ZJuversicht(Nr. 45%. I. Heute mir und morgen dir!/ So hört man die Glocken klingen,/ wenn wir die Verstorbnen hier/ auf den Todes— acker bringen./ Aus den Gräbern rufts herfür:/ Heute mir und morgen dir! 2. Zeute rot und morgen tot!/ Unser Ceben eilt auf Fluͤgeln,/ und wir habens täglich not,/ daß wir uns an andern spiegeln;/ wie bald ruft des Herrn Gebot:/ Heute rot und morgen tot! 3. Mensch, es ist der alte Bund,/ und der Tod zaählt keine Jahre;/ bist du heute noch gesund,/ denk an deine Toten⸗ bahre;/ jedem kommt die letzte Stund: Mensch, das ist der alte Bund. 4. Ach wer weiß, wie nah mein Tod!/ Ich will sterben, eh ich sterbe;/ so wird mir die letzte Not,/ wenn sie kommt, doch nicht so herbe./ Ruͤste mich dazu, mein Gott!/ Ach wer weiß, wie nah mein Tod!l 5. Selig, wer in Christo stirbt,/ denn ihm wird der Tod zum Leben;/ wer das Ceben hier erwirbt,/ dem nur wird es dort gegeben./ Wer nicht lebet, der verdirbt;/ selig, wer in Christo stirbt! Benjamin Schmolck, + 1737. 481 461.462 Begräbnislieder 461 Mel. Der lieben Sonne Licht und Pracht. Bamburg 1730. .—— SISSSSS— 3* Ia Christen gehn von Ort zu Ort/ durch UVund kom⸗men in den Frie⸗dens⸗port/ und S.... Gott nimmt sie nach dem ö ——— man⸗ nig⸗ falt⸗gen Jammer ruhn in ih⸗rer RKammer. SSEEE—— Lauf/ in sei⸗nen Ar⸗men auf;/ das Wei⸗zen⸗korn wird x—.—— ö —..—.————.— in sein Beet/ auf Hoff⸗nung rei⸗cher Frucht ge⸗ sät. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist!/ Gelobt sein eure Schritte,/ du friedevoll befreiter Geist,/ du jetzt verlaͤßne Huͤtte!/ Du, Seele, bist beim Serrn,/ dir glänzt der Morgen⸗ stern;/ euch Glieder deckt mit sanfter Ruh/ der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Gelassenheit/ der großen Offen— barung;/ indessen bleibt das Pilgerkleid/ in heiliger Ver— wahrung./ Wie ist das Glück so groß:/ in Jesu Arm und Schoß!/ Die CLiebe führ uns gleiche Bahn,/ so tief hinab, so hoch hinanl Mikolaus QLudwig Graf von Zinzendorf, 1 1760. Mel. Zesu, komm doch selbst zu mir. Ba sel 1745. .,..xern,dede J. Al ler Gläub-gen Sam⸗mel-⸗platz/ + 782 745. Itz/ Begräbnislieder 463 I.......... ummun wiid. WDD—— U ——*— ist da, wo ihr Herz und Schatz,/ wo ihr ö x.— I —..——3————H SSSS Zei⸗land Je⸗sus Christ/ und ihr Ce⸗ben hier schon ist. 2. Eins geht da, das andre dort/ in die ewge Seimaͤt fort,/ ungefragt, ob die und der/ uns nicht hier noch nützlich wär. 3. Doch der Herr kann nichts versehn;/ und wenn es nun doch geschehn,/ hat maͤn nichts dabei zu tun,/ als zu schweigen und zu ruhn. 4. Manches Herz, das nicht mehr da,/ geht uns freilich innig nah;/ doch, o Liebe, wir sind dein,/ und du willst uns alles sein. Nach Mikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf.+I76o, u. Christian Sregor,TISolJ. 463 7*.— laßt uns den Leib begraben. Wittenberg 1544. G SSS... I. Nun brin⸗gen wir den Leib zur Ruh und e e ·d e dek⸗ken ihn mit Er ⸗de zu, den Leib, der nach des — W 2*—. Schöp⸗fers Schluß zu Staub und Er⸗ de wer⸗ den muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub,/ nicht immer der Verwesung Raub;/ er wird, wenn Christus einst er— scheint,/ mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist,/ lern hier, was unser Ceben ist:/ nach Sorge, Furcht und mancher Not/ kommt endlich noch zuletzt der Tod. 483 464 Begräbnislieder 4. Schnell schwindet unsre Cebenszeit;/ auf Sterben folgt die Ewigkeit./ Wie wir die Zeit hier angewaͤndt,/ so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichtum, Ehr und Glück,/ wie wir selbst, einen Augenblick;/ so währt auch Kreuz und Traurigkeit,/ wie unser Ceben, kurze Jeit. G. O sichrer Mensch, besinne dich!/ Tod, Grab und Richter nahen sich./ In allem, was du denkst und tust,/ be— denke, daß du sterben mußt. 7. Bier, wo wir bei den Gräbern stehn,/ soll jeder zu dem Vater flehn:/ Ich bitt, o Gott, durch Christi Blut,/ machs einst mit meinem Ende gut! 8. Caßt alle Sünden uns bereun,/ vor unserm Gott uns kindlich scheun./ Wir sind hier immer in Gefahr;/ nehm jeder seine Seele wahrl 9. Wenn unser Lauf vollendet ist,/ so sei uns nah, Herr Jesu Christ!/ Maͤch uns das Sterben zum Gewinn,/ zieh unsre Seelen zu dir hin! J0. Und wenn du einst, du Lebensfürst,/ die Gräber mächtig öffnen wirst,/ dann laß uns fröhlich auferstehn/ und dort dein Antlitz ewig sehn! Ehrenfried Liebich, 1780. 464 Altona 1803. d J. Auf⸗er⸗stehn, ja, auf⸗er⸗stehn wirst du,/ mein — 4 x ö Staub, nach kur ⸗ zer Ruh!/ Un⸗sterb⸗lichs Ce⸗ben/ wird, CDT———— . der dich schuf, dir ge⸗ ben!/ Hal⸗le ⸗ lu⸗jal 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät!/ Der Serr der Ernte geht/ und sammelt Garben/ uns ein, uns ein, die starben./ Hallelujal 18⁴ 24 Begrãäbnislieder 465 3. Tag des Danks, der Freudentränen Tag!/ du meines Gottes Tag!/ Wenn ich im Grabe/ genug geschlummert habe,/ erweckst du mich! 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein;/ mit Jesu gehn wir ein/ zu seinen Freuden./ Der müden Pilger Ceiden/ sind dann nicht mehr. S. Ach ins Allerheiligste führt mich/ mein Mittler dann, lebt ich/ im Seiligtume;/ zu seines Namens Ruhme./ Hallelujal Friedr. Gottlieb Klopstock, T 180z. 46⁵ Mel. Jesus, meine Zuversicht(Nr. 45%0. J. Geht nun hin und grabt mein Grab,/ denn ich bin des Waͤnderns müde;/ von der Erde scheid ich ab,/ denn mir ruft des Himmels Friede,/ denn mir ruft die süße Ruh/ von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab;/ meinen Cauf hab ich vollendet,/ lege nun den Wanderstab/ hin, wo alles Irdsche endet; /lege selbst mich nun hinein/ in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch/ in dem dunkeln Tale machen? /Denn wie mächtig, stolz und hoch/ wir auch stellen unsre Sachen,/ muß es doch wie Sand zergehn,/ wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl,/ laß mich nun in Frieden scheiden!/ Deine Hoffnung, ach, ist hohl,/ deine Freuden selber Ceiden,/ deine Schönheit Unbestand,/ eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Wacht,/ Sonn und Mond und liebe Sterne./ Fahret wohl mit eurer Pracht;/ denn ich reis in weite Ferne,/ reise hin zu jenem Glanz,/ worin ihr ver⸗ schwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauern geht,/ fahret wohl, ihr lieben Freunde;/ was von oben niederweht,/ tröstet ja des Herrn Gemeinde;/ weint nicht ob dem eitlen Schein,/ droben nur kann ewig sein. 785 466 Begräbnislieder 7. Weinet nicht, daß ich nun will/ von der Welt den Ab⸗ schied nehmen,/ daß ich aus dem Irrtum will,/ aus dem Schatten, aus dem Schemen,/ aus dem Eiteln, aus dem Vichts/ hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil,/ meinen Heiland, hab ich funden,/ und ich habe auch mein Teil/ in den warmen Berzenswunden,/ woraus einst sein heilges Blut/ floß der ganzen Welt zugut. 9. Weint nicht, mein Erlöser lebt!/ Soch vom finstern Erdenstaͤube/ hell empor die Hoffnung schwebt,/ und der Bimmelsheld, der Glaͤube/ und die ewge Liebe spricht:/ Rind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moritz Arndt, 1860. 466 Mel. Ich hab mein Sach Sott heimgestellt(Nr. 438). J. Wohlaͤuf, wohlan, zum letzten Gangl/ KRurz ist der Weg, die Ruh ist lang./ Gott führet ein, Gott führet aus:/ wohlan, hinaus!/ Kein Bleiben ist im Erdenhaͤus! 2. Du Serberg in der Wanderzeit,/ gehab dich wohl und laß dein Ceid!/ Schleuß nur getrost die Pforte zul/ Was trauerst du?/ Dein Geist geht hin zur ewgen Ruh. 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach,/ ihr Cieben, folgt ihm segnend nach!/ Hab gute Nacht! Der Tag war schwül/ im Erdgewühl:/ Hab gute Nacht, die Nacht ist kuhl. 4. Ein Festschmuck ist des Sarges Tuch,/ ein Siegeszug der Ceichenzug. /Triumph, der Serr macht gute Bahn:/ sein Kreuz voran,/ das winkt und deutet himmelan. 5. Ihr Glocken, tönt hochfestlich drein/ und läutet hell den Sabbaͤt ein,/ der nach des Werktags kurzer Frist/ durch Jesum Christ/ für Gottes Volk vorhaͤnden ist. b G. O selig, wer das Seil erwirbt,/ daß er im Serrn, in Christo, stirbt!/ O selig, wer, vom Laufe matt,/ die Gottes⸗ stadt,/ die droben ist, gefunden hat! 486 Begräbnislieder 466 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod?/ Du suchst so viel, und Eins ist not!/ Die Welt beut ihre Güuter feil;/ denk an dein Seil,/ und wähl in Gott das beste Teil. 8. Was sorgst du bis zum letzten Tritt?/ Wichts braͤchtest du, nichts nimmst du mit./ Die Welt vergeht mit Cust und Schmerz;/ schau himmelwärts!/ Da, wo dein Schatz ist, sei das Herz. 9. Mit Gott bestell dein Saus bei Zeit,/ eh dich der Tod an Tote reiht;/ sie rufen: Gestern wars an mir,/ heut ists an dir!/ Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. J0. Vom Freudenmahl zum Wanderstab,/ aus Wieg und Bett in Sarg und Grab!/ Wann, wie und wo, ist Gott bewußt./ Schlag an die Brust!/ Du mußt von dannen, Mensch, du mußt! II. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm,/ kein Saupt zu hoch, kein Herz zu warm,/ da blüht zu schön kein Wangenrot:/ im Finstern droht/ der Tod und uͤberall der Tod. I2. Ach banges Serz im Leichental,/ wo ist dein Licht, dein Cebensstrahl?/ Du bist es, Jesu, der mit Macht/ aus Gräbernacht/ das Ceben hat ans Licht gebraͤcht. I3. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr:/„Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr!“/ Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn,/ dein Simmelgehn/ läßt uns den Zimmel offen sehn. IJ4. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut,/ schon hier die ewgen Hütten baut!/ Er sieht das Rleinod in der Fern/ und kämpfet gern/ und haͤrrt der Jukunft seines Serrn. 4— IS. Nun, Tor des Friedens, öffne dich!/ Zinein! hier schließt die Waͤllfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich,/ gönnt allzugleich/ auch ihm(ihr) ein Räumlein neben euch. J6. Viel Gräber sind an diesem Ort,/ viel Wohnungen im Him mel dort;/ bereitet ist die Stätte schon/ am Gnaden⸗ thron,/ bereitet ihm(ihr) durch Gottes Sohn. J7. Sein ist das Reich mit Allgewaͤlt;/ er zeugt und spricht: Ich komme bald!/ Ja, komm, Berr Jesu, führ uns ein!/ Wir harren dein!/ Amen, dein laß uns ewig sein! Christian§riedr. Seinr. Sach se, 4 J1860. 78⁷ 467.468 Beim Tode der Eltern Beim Tode der Eltern 46/ Mel. Serr, ich habe mißgehandelt(Nr. 287. J. Vater, hier im Erdenschoße /ruhst du lange nun forthin;/ bald wird aͤuch mit grünem Moose/ sich dein stilles Grab umziehn;/ Stürme werden drüber fliegen,/ Schnee auf deinem Bette liegen. 2. Doch in unsern treuen Herzen/ wird dein Geist, dein Bild, dein Wort /unter tiefen Ciebesschmerzen /unver⸗ gänglich leben fort,/ wie du liebend uns umfangen/ und in Frieden hingegangen. 3. O wie heilig ist dies Bette,/ wo der Serr dich hin⸗ gelegt!/ O wie teuer diese Stätte,/ die nun dein Gebeine hegt,/ das im ewgen Osterwehen/ himmlisch klar soll auf⸗ erstehen! 4. Schlafe wohl, o Vater, schlafe/ deiner Wallfahrt Ceiden aus,/ bis der Sirte seine Schafe/ sammelt in des Vaͤters Saus!/ Sanft sei dir der letzte Schlummer,/ dein Erwachen ohne Rummer. 5. Jesus Christus, Serr der Toten!/ der du nichts von dem verlierst,/ was dein Vater dir geboten,/ daß du's zur Vollendung führst:/ dieses Vaters Geist und Ende/ legen wir in deine Zände. 6. Romm, in unser Serz zu geben/ deiner Wahrheit hellen Schein,/ daß, wenn sich die Toten heben,/ unser Vater ohne Pein/ spreche bei des Serrn Erscheinen:/ Sieh, hier bin ich und die Meinen! Albert Rnapp, 4 1864. 468 Mel. Wie nach einer Wasserquelle(Nr. 440). J. Eingesargt zum letzten Schlummer,/ blaß, in weißem (schwarzem) Sterbekleid,/ ohne Schmerzen, ohne Rummer,/ seh ich dich mit stillem Ceid,/ vielgetreue Mutter dul/ Jetzo trägt man dich zur Ruh;/ schlummre sůß im kühlen Grunde/ bis zur Auferstehungsstunde. 488 ern nun dein v,/ dein ver⸗ d in hin⸗ eine auf⸗ ahrt des dein von zur egen heit inser zieh, I864. ißem ner,/ Jetzo inde/ Beim Tode von Eltern und Ehegatten 469 2. Auge, das mit Lieb und Sehnen/ oft die Seinen an⸗ geblickt,/ segnend, mit viel tausend Traͤnen/ haben wir dich zugedeckt./ Mie auf dieser Erde mehr/ blickst du zärtlich auf uns her;/ doch zu Wiedersehens Grüßen/ wirst du heller dich erschließen. 3. Zand, die treulich uns geleitet,/ die uns nichts als Ciebe gab,/ Freud und Trost um uns verbreitet,/ ruhe nun im stillen Grab!/ Unermüdet waͤr dein Fleiß,/ und dein Tagewerk waͤr heiß./ Wenn die Toten auferstehen,/ wird in dir die Palme wehen. 4. Edler Nund, zum Reinen, Großen/ und zu Lieb und mildem Wort/ freundlich, lieblich aufgeschlossen,/ nimmer tönest du hinfort;/ aber was die CLippe sprach,/ tönt in unserm Serzen nach,/ bis du, wenn die Gräber springen,/ Gott wirst Haͤlleluja singen. 5. HZerz, das ohne Falsch geschlagen,/ das in Liebe nie geruht,/ das uns sterbend noch getraͤgen,/ ruhe sanft in Gottes Zut!/ Weinend, dankend rufen wir:/ Ewger Segen folge dir!/ Wenn die Grüfte sich bewegen,/ schlage wieder uns entgegen! 6. Dann wird froh die Träne fließen,/ wie sie jetzt in Trauer fließt;/ froh wird dich dein RKind begrußen,/ das dich heut in Tränen grüßt;/ dann, dann wird der schwere Stein/ weg von deinem Graͤbe sein./ Christus war im Tod dein CLeben;/ ewig darfst du vor ihm schweben. Albert Knapp, 1 1864. Beim Tode von Ehegaͤtten 469 Mel. Nach einer Prüfung kurzer Tage(Nr. 350). J. Betrübtes Serze, sei zufrieden,/ ob dich schon schwerer Rummer plagt;/ der Zimmel bleibt dir doch beschieden,/ den dir dein Jesus zugesagt;/ kein RKummer, keine Not und Pein/ kann dir, mein Zerz, im Wege sein. 2. Zwar schwimmest du in heißen Tränen,/ das ist der witwen taäͤglich Brot;/ du quälest dich mit bangem Sehnen,/ 78 47⁰ Beim Tode von Ehegatten denn dein Geliebter ist ja tot./ Ists möglich, wenn das Berz entzwei,/ daß noch der Mensch lebendig sei? 3. Die Krone fiel von deinem Haupte,/ der Baum starb, so dir Schatten gab;/ die Sonne, die kein Nebel raubte,/ geht unter und sinkt in ihr Grab./ O welch ein Schmerz, welch eine Nacht,/ in welche dich der Tod gebracht! 4. Die armen Waisen stehn verlassen,/ wie Schäflein, wenn der Sirte fehlt;/ ihr Serze weiß sich nicht zu fassen,/ indem es sieht, was deines quält;/ ihr fragend Wort, ihr Schmerzensblick/ ruft dir, was du verlorst, zurück. 5. So weine nur, betrübtes Serze,/ und klage Gott dein schweres Ceid;/ er ist auch in dem größten Schmerze/ mit seiner Zilf und Trost bereit;/ er ists, der, was dich jetzt er; füllt,/ er ists, der deinen Jammer stillt. 6. Drum haͤlte ein mit deinen Tränen,/ versinke nicht in ihrem Meer;/ es bringt kein Klaͤgen und kein Sehnen/ dir, was du wünschest, wieder her;/ doch wirst du, glaub, es wird geschehn,/ einst, den du liebest, wiedersehn. 7. Da wird kein Tod die Herzen scheiden,/ kein Rummer um das Cager stehn;/ da werdet ihr in taͤusend Freuden/ auf Salems schönen Höhen gehn/ und, heller als der Sterne Schein,/ Mann, Weib und Kinder ewig sein. 8. Indessen stille dein Gemüte,/ dein Jesus sorget selbst für dich;/ er hört der frommen Witwen Bitte,/ sein treues Berz erbarmet sich;/ er ist und bleibet allezeit/ auch dir mit Bilf und Trost bereit. Gottfr. Balthasar Scharff, T1744 47⁰ Mel. Wenn mein Stündlein vorhanden ist(Nr. 430. J. Ach Gott, ich muß in Traͤurigkeit/ mein Leben nun beschließen,/ dieweil der Tod von meiner Seit/ so eilends haͤt gerissen/ mein treues Herz, der Tugend Schein;/ des muß ich jetzt beraubet sein./ Wer kann mein Elend wenden? 2. Wenn ich an ihre Freundlichkeit/ gedenk in meinem Berzen,/ die sie mir hat zu jeder Jeit,/ in Freud und auch in Schmerzen,/ erwiesen ganz beständiglich,/ mein Rreuz und Weinen mehret sich,/ vor Angst möcht ich vergehen. 49⁰ ren das rrb, e// erz, ein, n,/ ihr dein mit er; t in dir, es mer •n/ rne Übst ues mit 743 run nds des en? rem in und Beim Tode von Ehegatten 471 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt/ rechtschaffne Ciebe finden?/ Der meiste Teil nicht Glauben hält,/ die Treu will gar verschwinden./ Ich glaub und red es ohne Scheu:/ die best ist doch getraute Treu;/ der muß ich jetzt entraten. 4. Fürwahr, mir geht ein scharfes Schwert/ jetzund durch meine Seele,/ die abzuscheiden oft begehrt/ aus ihres Leibes Höhle./ Wo du nicht, o Serr Jesu Christ,/ in sol⸗ chem Kreuz mein Tröster bist,/ muß ich vor Leid verzagen. 5. O treugeliebtes selig Serz,/ zu dir will ich mich wenden/ in diesem meinem großen Schmerz, /ob sich mein Angst wollt wenden;/ ich will betraͤchten deinen Stand,/ wie Gott dir alles Rreuz gewandt/ in höchste Freud undWonne. G. Kein Angst, kein Trübsal, Weh und Not/ kann dich jetzund verletzen;/ im ZSimmel will der fromme Gott/ mit Ciebe dich ergötzen./ Die Seele schaͤut mit Cust und Freud/ den Serrn in seiner Serrlichkeit/ mit allen Auserwählten. 7. Du kommst nicht wieder her zu mir/ in dies betrübte Leben,/ ich aber komm hinaͤuf zu dir;/ da werd ich mit dir schweben/ in höchster Freude, Wonn und Lust,/ die deine Seele täglich kost't,/ drauf ich mich herzlich freue. 8. O wie mit großer Freudigkeit/ wolln wir einander kennen;/ da wird uns dann zu keiner Zeit/ der bittre Tod mehr trennen./ Ach welche Freude wird dann sein,/ wenn ich dich, die ich jetzt bewein,/ mit Freuden werd umfangen. 9. Dies will ich stets in meinem Ceid/ mir zu Gemüte fuͤhren,/ erwaͤrten in Geduld die Zeit,/ wie Christen will gebühren./ Gott alles Trostes steh bei mir/ und mich durch seinen Geist regier/ zu seines Namens Ehren. Johann Seermann, 1 1647. Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig(Nr. 298). J. Geh zum Schlummer/ ohne Rummer,/ teures, gott⸗; vertrautes Herzl/ Nun ists stille,/ deine Hülle/ schläft hier aus den letzten Schmerz,/ und die Liebe,/ wenn auch trübe,/ schaut durch Tränen himmelwärts. 791 472 Beim Tode von Rindern 2. Geh zur Ruhe,/ tu, o tue/ friedevoll die Augen zul/ Vielgeliebte,/ Vielgeübte,/ deines Gatten Wonne dul/ All die Deinen,/ die hier weinen,/ gönnen doch dir deine Ruhl 3. Schlafe, schlafe!/ Seine Schafe/ kennt auch hier der treue Sirt./ O hier schwindet,/ was da bindet,/ was die Seelen quält und irrt!/ Dies Verwesen/ schafft Genesen,/ das dich ewig freuen wird. 4. Jauchzend stehen,/ wiedersehen/ wird dich unsre Ciebe dann,/ deren Zähre/ Gott zur Ehre/ bitter, doch im Glauben rann./ Dann beim Krönen/ wird ertönen,/ was die ewge Liebe kann. S. Berr, umfasse/ uns und laͤsse/ leuchten hell dein An⸗ gesicht;/ stets behüte/ deine Güte/ dieses Grab mit Freudenlicht!/ Caß dich loben/ hier und droben;/ denn die Ciebe stirbet nicht! Albert Rnapp, 1864. Beim Tode von Kindern 47² Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. J. Du bist zwar mein und bleibest mein;/ wer will mirs anders sagen? J/ Doch bist du nicht nur mein allein;/ der Berr von ewgen Tagen,/ der hat das meiste Recht an dir,/ der fordert und erhebt von mir/ dich, o mein RKind, mein Wille,/ mein Herz und Wunsches Fülle. 2. Ach, gält es Wünschen, wollt ich dich,/ du Sternlein meiner Seelen,/ vor allem Weltgut ewiglich/ mir wünschen und erwählen;/ ich wollte sagen: Bleib bei mir,/ du sollst sein meines Sauses Zier;/ an dir will ich mein Lieben/ bis in mein Sterben üben. 3. So sagt mein Serz und meint es gut;/ Gott aber meints noch besser;/ groß ist die Lieb in meinem Mut;/ in Gott ist sie noch größer. /Ich bin ein Vater und nichts mehr,/ Gott ist der Väter Haupt und Ehr,/ ein Quell, daraus die Jungen/ und Alten sind entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn,/ und der mir ihn gegeben,/ will, daß er nah an seinem Thron/ im Himmel 79½ nirs der ir,/ nein lein chen ollst bis aber in chts uell, ihn mel Beim Tode von Rindern 473 solle leben./ Ich sprech: Ach weh, mein Licht verschwindt!/ Gott spricht: Willkommen, liebes Kind,/ dich will ich bei mir haben/ und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rat, o schönes Wort/ und heilger, als wir denken!/ Bei Gott ist ja kein böser Ort,/ kein Unglück und kein Kränken,/ kein Angst, kein Nangel, kein Versehn;/ bei Gott kann keinem Ceid geschehn;/ wen Gott versorgt und liebet,/ wird nimmermehr betrübet. 6. Ach dürft ich doch von ferne stehn/ und nur ein wenig hören,/ wenn deine Sinne sich erhöhn/ und Gottes Naͤmen ehren,/ der heilig, heilig, heilig ist,/ durch den du auch ge⸗ heiligt bist;/ ich weiß, ich würde müssen/ vor Freuden Tränen gießen. 7. Nun denn, es sei und bleib alsol/ Ich will nicht um dich weinen;/ du lebst und bist von Herzen froh,/ siehst laͤuter Sonnen scheinen,/ die Sonnen ewger Freud und Ruh;/ da leb und bleib nur immerzu;/ wills Gott, will ich mit andern/ auch bald hinüberwandern. Paul Gerhardt, 1 1676. 47³3 Mel. Vater un ser im Simmelreich(Nr. 437). J. So geh nun hin, dem Grabe zu,/ du liebes Rind, so hold und fein!/ Geh hin und schlaf in stiller Ruh/ in deinem engen Kämmerlein!/ Schlaf, bis der Toten Schar erwacht,/ schlaf sanft! Viel taͤusend gute Wachtl 2. Wohl dir, du schlossest früh den Cauf/ in diesem armen Fremdlingsland;/ die Seele eilte himmelauf,/ zu ruhen in des Herren Hand./ Schlaf, bis der Toten Schaͤr er⸗ wacht,/ schlaͤf sanft! Viel taͤusend gute Macht! 3. Dich hat noch nie die Welt betruͤbt/ mit ihrer falschen Sündenlust;/ nun hast du, was dir Wonne gibt,/ du ruhst an deines Jesu Brust/ und schläfst, bis alle Welt erwacht. Schlaf sanft! Viel taͤusend gute Macht! 4. Dich hat des Vaters Herz versorgt,/ du lebst in seinem Bimmelshaus;/ hier hat er deinen Ceib geborgt/ der Erd, daß sie ihn geb heraus,/ wenn wieder alle Welt erwacht. Schlaf sanft! Viel taͤusend gute Nacht! 793 474 Beim Tode von Rindern 5. Ihr Engel, stehet um die Gruft,/ bewahret freundlich dies Gebein,/ bis dermaͤleinst die Stimme ruft:/ RKomm her, mein KRind, ach komm herein!/ Nun schlaͤf, bis alle Welt erwacht./ Schlaf sanft! Viel taͤusend gute Machtl 6. Geh hin! Ich folge dieser Bahn,/ die Seligkeit mit dir zu sehn;/ da werd ich, neu dir zugetan,/ erfreut vor meinem Beiland stehn./ Wohl mir, wenn ich, dir gleich gemacht,/ der Welt darf geben gute Wacht! Simon Bornmeister, T 1688. 47⁴ Mel. Serzlich tut mich verlangen(Nr. 441). IJ. So hab ich obgesieget,/ mein Cauf ist nun vollbracht;/ ich bin gar wohl vergnüget/ und sag euch gute Nacht! œ/ Ihr aber, meine Lieben,/ klagt nicht so ängstiglich./ Was wollt ihr euch betrüben?/ Stehts doch sehr gut um mich. 2. Fahrt hin, o Angst und Schmerzen,/ fahrt immer, immer hin!/ Ich freue mich von Herzen,/ daß ich erlöset bin. /Ich leb in taͤusend Freuden/ in meines Schöpfers Hand;/ mich trifft und rührt kein Ceiden,/ so dieser Welt bekannt. 3. Die noch auf Erden waͤllen/ in irrtumsvoller Zeit,/ vermögen kaum zu lallen/ von froher Ewigkeit./ Viel besser wohlgestorben,/ als in der Welt gelebt;/ die Schwach⸗ heit ist verdorben,/ worinnen ich geschwebt. 4. Jum Schmucke bringt mir Kränze,/ damit mein Sarg noch prangt;/ aus jenem Simmelslenze/ hat meine Seel er⸗— langt/ die ewig grüne Rrone;/ die werte Siegespracht/ rührt her von Gottes Sohne,/ der hat mich so bedaͤcht. 5. Noch netzet ihr die Wangen,/ ihr Eltern, über mir;/ euch hat das Leid umfangen,/ das Herze bricht euch schier./ Des Vaters treue Liebe/ sieht sehnlich in mein Grab,/ die Mutter stehet trübe/ und kehrt die Augen ab. 6. Ich war euch nur geliehen/ auf eine kurze Zeit;/ Gott will mich zu sich ziehen,/ drum werfet hin das Leid/ und sprecht: Gott hats gegeben,/ Gott hats zu nehmen Macht;/ er nimmts zum ewgen Leben;/ er hat es wohlgemacht! G. Wilhelm Sacer, + 1699. 49² Beim Tode von Rindern 475476 47⁵ Mel. Es ist genug, so nimm, Serr. J. Zeuch hin, mein Kind! Gott selber fordert dich/ aus dieser argen Welt./ Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich;/ doch weil es Gott gefaͤllt,/ so unterlaß ich alles Rlagen/ und will mit stillem Geiste sagen:/ Zeuch hin, mein Rindl 2. Zeuch hin, mein KRindl Der Schöpfer hat dich mir/ nur in der Welt geliehn;/ die Zeit ist aus, darum befiehlt er dir,/ nun wieder fortzuziehn./ Zeuch hin, Gott hat es so versehen;/ was dieser will, das muß geschehen./ Zeuch hin, mein Kindl 3. Jeuch hin, mein Kind! Im Simmel findest du,/ was dir die Welt versagt;/ denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh,/ kein Schmerz, der Seelen plaͤgt./ Sier müssen wir in Angsten schweben,/ dort kannst du ewig fröhlich leben./ Zeuch hin, mein Kind! 4. ZJeuch hin, mein Rindl Wir folgen alle nach,/ sobald es Gott gefällt;/ du eilest fort, eh dir das Ungemach/ ver⸗ bittert diese Welt./ Wer lange lebt, steht lang im Leide,/ wer frůͤhe stirbt, kommt bald zur Freude./ Zeuch hin, mein Rindl 5. Jeuch hin, mein Kindl Die Engel warten schon/ auf deinen frommen Geist;/ nun siehest du, wie Gottes lieber Sohn/ dir selbst die Rrone weist./ Nun wohl, die Seele ist entbunden,/ du hast durch Jesum überwunden./ Zeuch hin, mein Kindl Gottfried Soffmann, + I712. 47 Mel. O Welt, ich muß dich lassen(Nr. 445). I. Wenn kleine Simmelserben¶/ in ihrer Unschuld sterben,/ so büßt man sie nicht ein;/ sie werden nur dort oben/ vom Vaͤter aufgehoben,/ damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe/ zu ihrem Christenlaufe/ für Jesum eingeweiht;/ sie sind bei Gott in Gnaden;/ was soll es ihnen schaden,/ wenn er nun uͤber sie gebeut? 3. O wohl auch diesem Rinde; /es stirbt nicht zu ge⸗ schwinde./ Jeuch hin, du liebes Kind!l/ Du gehest ja nur schlafen/ und bleibest bei den Schafen,/ die ewig unsers Jesu sind. Joh. Andreas Rothe, 1 1758. 795 477 Gericht und Ewigkeit Gericht und Ewigkeit 47⁷ J. An dem Jorntaͤg, an dem hohen,/ stürzt die Welt in Feuerlohen,/ wie Prophetenschwüre drohen. 2. Welch ein Graun wird sein zur Stunde,/ wenn der Richter kommt und RKunde i/ nimmt von aͤllem bis zum Grundel 3. Die Posaͤun im Wundertone/ dröhnt durch Grüfte jeder ZJone,/ sammelt alle vor dem Throne. 4J. Erd und Tod wird schaͤun mit Beben/ alle Kreatur sich heben,/ Antwort vor Gericht zu geben. 5. Und ein Buch wird aufgeschlaͤgen,/ drin steht alles eingetragen,/ des die Welt ist anzuklaͤgen. 6. Wenn der Richter also sitzet,/ wird, was dunkel war, durchblitzet,/ vor der Raͤche nichts beschützet. 7. Ach wie werd ich Armer stehen?/ wen zum Anwalt mir erflehen,/ wenn Gerechte schier vergehen? 8. Rönig voll erhabner Schrecken!/ Gnaͤde nur deckt unsre Flecken,/ Gnade, Gnaͤde laß mich decken! 9. Jesu, milder Seiland, siehe,/ wie ich Ziel war deiner Mühe,/ daß ich jenem Jorn entfliehel J0. Haͤst dich matt um mich geschritten,/ hast am Kreuze mich erstritten;/ das sei nicht umsonst gelitten. II. Richter mit der heilgen Wage,/ tilge wider mich die KRlage/ vor dem großen Raͤchetage. I2. Sieh, ich seufze schuldbeladen,/ schamrot uͤber schweren Schaͤden!/ Hör mein Flehen, Gott in Gnaden! I3. Du, der schuldfrei sprach Marien/ und dem Schächer noch verziehen,/ hast auch Hoffnung mir verliehen. I4. Mein Gebet gilt nicht so teuer,/ aber laß mich, o mein Treuer,/ nicht vergehn im ewgen Feuer! I5. Zu den Schafen mich geleite,/ von den Böcken in die Weite/ stelle mich zur rechten Seite. 16. Wenn Verworfne sich entfärben,/ die du hinsprichst ins Verderben,/ rufe mich mit deinen Erben. 396 — 1—— NM H2½ι eit Gericht und Ewigkeit 478 17. Tief im Staub ring ich die Sände;/ zum zerknirschten Geist dich wende;/ Berr, verwalte du mein Ende! J8. Tag voll Tranen und voll Grauen,/ Gott die Rrea⸗ tur wird schauen/ aus dem Grabe sich erheben./ Schenk uns, Herr, das ewge Ceben! Frommer Jesu, Heiland du,/ allen schenk die ewge Ruhl/ Amen. Nach dem lateinischen Lied des I3. Jahrh. Dies irae, deutsch von Albert Knapp, I864. 47⁸ (I5. Wittenberg 1524. 0 —— Mit⸗ten wir im Le. ben sind 7 mit dem Tod um⸗ 4 wer ist, der uns Sil-fe tu,/ daß wir Gnad er⸗ *.— —— 1—.——. E 1 + ö +— 2— I D.II V 5ss fan»gen. Das bist du, Serr, al⸗lei⸗ lan gen?! e n drn enun W r. 23Z— Uns 575 uns⸗re Mis⸗se ⸗ tat,/ die dich, Berr, er⸗ 1 —— , n—‚‚Iee. zür⸗net hat./ Bei · li ger Her · re Gott, /heili⸗ ger, + 1 H—4 P. 1+—— H— SSPSISISSISII.IIIIIIII hei⸗li⸗ger, barm⸗ her · zi · ger Hei⸗ land,/ ö 1 —.—.— SSSS.S...... du e ⸗ wi⸗ ů.— uns sin⸗ken/ 2 ů —.—— 2.** 3— in des bittern To⸗ ain Er⸗barm dich uwase ö rl 29⁷7 479 Gericht und Ewigkeit 2. Mitten in dem Tod aͤnficht/ uns der Hölle Rachen./ Wer will uns aus solcher Not/ frei und ledig machen?/ Das tust du, Herr, alleine./ Es jammert dein Barmherzig⸗ keit/ unsre Sünd und großes Leid./ Seiliger Zerre Gott,/ heiliger, starker Gott,/ heiliger, barmherziger Seiland,/ du ewiger Gott,/ laß uns nicht verzagen/ vor der tiefen Soͤlle Glut!/ Erbarm dich unser! ö 3. Mitten in der Höllen Angst/ unsre Sünd uns treiben./ Wo solln wir denn fliehen hin,/ da wir moͤgen bleiben?/ Zu dir, Herr Christ, alleine!/ Vergossen ist dein teures Blut,/ das gnug für die Sünde tut./ Beiliger Serre Gott,/ heiliger, starker Gott,/ heiliger, barmherziger Seiland,/ du ewiger Gott,/ laß uns nicht entfallen/ von des rechten Glaubens Trost!/ Erbarm dich unser! V. IMedia vita in morte sumus(Alte Kirche) V. 2 u. 3 von Martin Luther, 1546. 479 Frankfurt a. M. J599. — ö x x— xN ö ri—* u **— 0 + 1 liit⸗ter auf!“ ruft uns die Stim- me s/ der mit⸗ ter⸗ nacht heißt die se Stun- de;/ sie RRRRRRT 2—...I— .... —— I Wäch⸗ter sehr hoch auf der Jinne,/„wach auf, ru⸗fen uns mit hel⸗lem Mun⸗de:/„Wo seid ö ö 4—— du Stadt Je„ru⸗ sa⸗ lem!“/ ihr klu⸗gen Jung⸗frau enꝰ/ Wohlauf, der 9 ——4 SZ. 635 ö 2 ——— 3—— Bräut⸗gam kömmt,/ steht auf, die Lam⸗ pen nehmtl/ 498 R+ W —3—3———..———— Gericht und Ewigkeit 48⁰ 5 +..— +.2—— n —5 2 1..— 1 Zal⸗le ⸗lu⸗ jal/ Macht euch be⸗reit/ zu der ö H —3D...———— — Hoch⸗zeit;/ ihr müs⸗set ihm ent ⸗ge⸗gen⸗gehn.“ 2. Jion hört die Wächter singen,/ das Serz will ihr vor Freude springen,/ sie wachet und steht eilend auf./ Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig,/ von Gnaden staͤrk, von Wahrheit mächtig,/ ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf./ Nun komm, du werte Kron,/ Serr Jesu, Gottes Sohn!/ Sosiannal/ Wir folgen all/ zum Freudensaal/ und haͤlten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen/ mit Menschen⸗ und mit Engelzungen,/ mit Harfen und mit Zimbeln schön./ Von zwölf Perlen sind die Tore/ an deiner Stadt, wir stehn im Chore/ der Engel hoch um deinen Thron./ Kein Aug hat je gesehn,/ kein Ohr hat je gehoͤrt/ solche Freude;/ drum jauchzen wir/ und singen dir/ das Halleluja für und für. Philipp Micolai, + I6os. 480 Erfurt J663. Je ru-sa-lem, du hoch⸗ge⸗bau⸗ te Amein sehn⸗lich Herz so groß Ver⸗lan⸗ gen 2 ů——. v,— ...,..—..———.— Staͤdt,/ wollt Gott, ich wär in dir!— hat./ und ist nicht mehr bei mir, er +— ö 1 2——— 1 00 V.* 2— EiESESEEEEe ü⸗ber Berg und Ta⸗le,/ weit ü⸗ber blaches Feld/ schwingt 799 481 Gericht und Ewigkeit 8ee es sich ü⸗-ber al le/ und eilt aus die⸗ fer Weit 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund,/ wann bist du endlich hier,/ da ich mit Cust und freiem Freudenmund/ die Seele geb von mir/ in Gottes treue Haͤnde/ zum auserwählten Pfand,/ daß sie mit deil anlände/ in jenem Vaterland! 3. O Ehrenburg, sei nun gegrůßet mir,/ tu auf der Gnaden Pfortl/ Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir,/ eh ich bin kommen fort/ aus jenem bösen Leben,/ aus jener Nichtig⸗ keit/ und mir Gott hat gegeben/ das Erb der Ewigkeit! 7. Was fuͤr ein Volk, was fuͤr ein edle Schar/ kommt dort gezogen schon?/ Was in der Welt von Auserwählten war,/ seh ich, die beste Kron,/ die Jesus mir, der Serre,/ ent⸗ gegen hat gesandt,/ da ich noch war von ferne/ in meinem Tränenland. S. Propheten groß und Patriarchen hoch,/ auch Christen insgemein,/ die weiland dort trugen des Kreuzes Joch/ und der Tyrannen Pein,/ schaͤu ich in Ehren schweben,/ in Freiheit überall,/ mit Klarheit hell umgeben,/ mit sonnen⸗ lichtem Strahl. 6. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin/ im schönen Paradeis,/ von höchster Freud erfüllet wird der Sinn,/ der Mund von Lob und Preis;/ das Halleluja reine/ man singt in Heiligkeit,/ das Hosianna feine/ ohn End in Ewigkeit; 7. Mit Jubelklaͤng, mit Instrumenten schön,/ in Choͤren ohne Zahl,/ daß von dem Schall und lieblichen Getön/ sich regt der Freudensaal,/ mit hunderttaͤusend Jungen,/ mit Stim men noch viel mehr,/ als von Anfang gesungen/ das selge Simmelsheer. Joh. Matthäus Meyfart, 1642. 481 Frankfurt a. M. 1738. —— J. Schö⸗ner Sim⸗mels⸗saal,—5 ter⸗land der 5⁰⁰ 9 Gericht und Ewigkeit 482 Frommen,/ die aus gro⸗ßer Qual/ die⸗ses LCe⸗bens S..‚‚..‚‚..—.——————— SSS I kommen/ und von kei⸗ner Cust/ in der Welt gewußt! 2. Sei mir hoch gegrüßt;/ dich such ich vor allen,/ weil ich öd und wüst/ in der Welt muß wallen/ und von Rreuz und Pein/ nie befreit kann sein. 3. Deinetwegen bloß/ trag ich dies mein Ceiden,/ diesen Berzensstoß/ willig und mit Freuden;/ du versüßest mir/ alles Bittre hier. 4. Trüg mein armes Serz/ nicht nach dir Verlangen,/ o, in meinem Schmerz/ wär ich längst vergangen;/ du bist, einzig du,/ nichts sonst meine Ruh. S. Gott, du kennst vorhin/ alles, was mich kränket,/ und woran mein Sinn/ Tag und Nacht gedenket;/ niemand weiß um mich,/ als nur du und ich. 6. O wie werd ich mich/ dort an dir erquicken!/ Du wirst mich, und ich/ werde dich erblicken,/ ewig herrlich, reich/ und den Engeln gleich. 7. Schöner Himmelssaal,/ Vaterland der Frommen,/ Ende meiner Qual,/ heiß mich zu dir kommen!/ Denn ich wünsch allein,/ bald bei dir zu sein. Simon Dach, 1659. 482 Johann Crüger, I647. . CLI Ge J. O wie se⸗lig seid ihr doch, ihr Frommen,/ die ihr durch den Tod zu Gott ge⸗kommenl/ Ihr seid ent⸗ 301 483 Gericht und Ewigkeit ö deNo ꝗꝗSSSD‚ E= gan⸗gen/ al⸗ler Not, die uns noch hält ge ⸗ fan ⸗-gen. 2. Nuß man hier doch wie im Verker leben,/ da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben;/ was wir hier kennen,/ ist nur Nüh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr daͤgegen ruht in eurer Kammer,/ sicher und be— freit von allem Jammer;/ kein Kreuz und Leiden/ ist euch hinderlich in euren Freuden. 4J. Christus wischet ab euch alle Tränen;/ ihr habt das schon, wonach wir uns sehnen;/ euch wird gesungen,/ was in keines Ohr allhier gedrungen. S. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben/ und den Bimmel für die Welt erwerben?/ Wer wollt hier bleiben,/ sich vom Jammer länger lassen treiben? G. Romm, o Herr, uns aus dem Joch zu spannen,/ lös uns auf und fuůͤhr uns bald von dannen!/ Bei dir, o Sonne,/ ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Simon Dach, 1659. 383 Berlin J653. ö— ,. e⸗ sus, mei⸗ ne die⸗ ses weiß ich, Zu⸗ver- sicht/ und mein sollt ich nicht/ dar⸗ um — * Bei⸗land, ist im LCe⸗ 1100 ö mich zu ⸗frie ⸗den ge⸗ ben, was die lan⸗ge 5⁰½2 keit Gericht und Ewigkeit 484 To⸗des⸗ nacht/ mir auch für Ge⸗ dan-⸗ken maͤcht? 2. Jesus, er, mein Heiland, lebt,/ ich werd auch das Leben schauen,/ sein, wo mein Erlöser schwebt,/ warum sollte mir denn grauen? /Lässet auch ein Haupt sein Glied,/ welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band/ zu genau mit ihm verbunden;/ meine starke Glaubenshaͤnd/ wird in ihn ge— legt befunden,/ daß mich auch kein Todesbann/ ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher/ auch einmal zu Asche werden,/ dieses weiß ich; doch wird er/ mich erwecken aus der Erden,/ daß ich in der Herrlichkeit/ um ihn sein mög allezeit. 5. Dann wird meiner Augen Licht/ diesen meinen Sei— land kennen,/ und ich selbst, ich zweifle nicht,/ werd in seiner Ciebe brennen;/ nur die Schwachheit um und an/ wird von mir sein abgetan. G. Seid getrost und hocherfreut,/ Jesus trägt euch, seine Glieder;/ gebt nicht statt der Traurigkeit!/ Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder,/ wenn einst die Posaun erklingt,/ die auch durch die Gräber dringt. 7. Wur, daß ihr den Geist erhebt/ von den Lüsten dieser Erden/ und euch dem schon jetzt ergebt,/ dem ihr dort ver⸗ eint sollt werden./ Schickt das Serze da hinein,/ wo ihr ewig wünscht zu sein. Trostlied der Kurfürstin Luise Senriette von Brandenburg. Berlin J653. 484 Joh. Crüger, J653. 1655—— 5 — 4— 10 E⸗ wig⸗keit, du Don⸗ ner⸗wort,/ o 0O E⸗ wigkeit, zJeit oh ⸗ ne Jeit,/ ich 303 ++ — 484 Gericht und Ewigkeit ...I....IIIIII......... —*—— Schwert, das durch die See le bohrt, oAUAUn⸗fang weiß vor gro⸗ßer Trau-rig- keit/ nicht, wo ich — E 252— 355 5 2 DIIE.. 2 1 son ⸗der En⸗de mein ganz er⸗schrock⸗ nes Herz mich hin⸗ wen⸗ de; IE— 2 SSPIPIPIPISPSPSISIIIIII....II er⸗bebt,/ wenn mir dies Wort im Sin · ne schwebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt,/ das endlich mit der Zeit nicht fallt,/ nicht endlich muß vergehen./ Nur die unselge Ewigkeit/ ist ohne Maße, Ziel und zeit,/ bleibt un⸗ verändert stehen;/ ja, wie mein Seiland selber spricht:/ „Ihr Wurm und Feuer stirbet nicht.“ 3. O Ewigkeit, du machst mir bang!/ O ewig, ewig ist zu lang!/ Sier gilt fuͤrwahr kein Scherzen./ Drum, wenn ich diese lange Naͤcht/ zusamt der großen Pein betraͤcht,/ er⸗ schreck ich recht von Herzen./ Nichts ist zu finden weit und breit/ so schrecklich als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht,/ wie strafest du den bösen Knecht/ so hart mit ewgen Schmerzen! /Auf kurze Sünden dieser Welt/ hast du so lange Pein bestellt./ Ach nimm es wohl zu Herzen,/ bedenk es oft, o Menschenkind:/ kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom Suͤndenschlaf,/ ermuntre dich, verlornes Schaf,/ und beßre bald dein Leben!/ Wach auf, es ist sehr hohe Zeit,/ es kommt heran die Ewigkeit,/ dir deinen Cohn zu geben./ Vielleicht ist heut der letzte Tag;/ wer weiß doch, wie er sterben mag. 6. O Ewigkeit, du Donnerwort, /o Schwert, das durch die Seele bohrt,/ o Anfang sonder Ende!/ O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit,/ ich weiß vor großer Traurigkeit/ nicht, wo ich mich hinwende./ Nimm du mich, wenn es dir gefällt,/ Herr Jesu, in dein Freudenzelt! Zohann Rist, 1 1667. 30⁴ intre Vach eit,/ letzte Urch tkeit, wo Ut, I667. Gericht und Ewigkeit 485.486 485 Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort(Nr. 484). J. OEwigkeit, du Freudenwort,/ das mich erquicket fort und fort,/ o Anfang sonder Ende!/ O Ewigkeit, Freud ohne Leid,/ ich weiß vor Herzensfröhlichkeit/ nichts mehr vom Weltelende,/ das uns in diesem Leben quält,/ weil ich die Ewigkeit erwählt. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt,/ die endlich mit der Jeit nicht fällt/ und gänzlich muß vergehen;/ allein die selge Ewigkeit/ bleibt ohne Jahre, Ziel und Zeit,/ bleibt unverändert stehen;/ ja, wie das Wort des Herren spricht:/ Sie welket und vergehet nicht. 3. OEwigkeit, du währest lang!/ Wenn mir auf Erden gleich ist bang,/ weiß ich, daß dies aufhöret;/ drum, wenn ich diese langezeit/ erwäge samt der Seligkeit,/ die ewig nichts zerstöret,/ so acht ich alles Ceiden kaum/ als einen ängstlich bösen Traum. 4. Im Simmel lebt der Christen Schar/ bei Gott viel tausend, taͤusend Jahr/ und werden des nicht müde;/ sie haben mehr als Sonnenlicht,/ sie sehen Gottes Angesicht,/ sie haben goldnen Frieden,/ wo Christus gibt, wie er ver— heißt,/ das Manna, so die Engel speist. S. Ach wie verlaͤnget doch nach dir/ mein mattes Herze mit Begier,/ du überselig Ceben!/ Ach bringe mich, mein Gott, dahin,/ wonach jetzt Seele, Nut und Sinn/ mit allen Kräften streben./ Der schnöden Welt vergeß ich ganz/ und sehn' mich nach des Himmels Glanz. 6. OEwigkeit, du Freudenwort,/ das mich erquicket fort und fort,/ o Anfang sonder Ende!/ OEwigkeit, Freud ohne Leid,/ ich weiß von keiner Traͤurigkeit,/ wenn ich mich zu dir wende./ Berr Jesu, gib mir solchen Sinn,/ bis ich dort ewig bei dir bin. 6 Ka spar Seunisch, 1690. 48 meines Lebens Leben(oder wie Nr. Ioo). Christoph Anton, I651. I I2. 2——.——*.— 5.(Al⸗le men schen mül ⸗sen ster⸗ben, was da le ⸗bet, muß ver⸗der⸗ben,/ 305 486 Gericht und Ewigkeit SSPSDS...‚... ab⸗ les Fleisch ver⸗ geht wie nri., 25 soll es an-⸗ders wer⸗ den neu. Die · ser Ceib, der e., 1.— EEEEE.. muß ver⸗we⸗ sen,/ wenn er an⸗ ders soll ge⸗ ne⸗sen/ zu der ———— — S— ———.......... gro⸗ßen Serr⸗lich⸗keit,/ die den From⸗men ist be⸗reit. 2. Drum, so will ich dieses Leben,/ weil es meinem Gott beliebt,/ auch ganz willig von mir geben,/ bin darüber nicht betrübt;/ denn in meines Jesu Wunden/ hab ich schon Erlösung funden,/ und mein Trost in Todesnot/ ist des Herren Jesu Tod. 3. Christus ist fuͤr mich gestorben,/ und sein Tod ist mein Gewinn;/ er hat mir das Heil erworben,/ drum fahr ich mit Freuden hin,/ hin aus diesem Weltgetümmel/ in den schonen Gotteshimmel,/ da ich werde aͤllezeit/ schauen Gottes Berrlichkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben,/ da viel taͤusend Seelen schon/ sind mit Himmelsglanz umgeben,/ dienen Gott vor seinem Thron;/ da die Seraphinen prangen/ und das hohe Lied anfangen:/ Heilig, heilig, heilig heißt/ Gott, der Vater, Sohn und Geist! 5. Da die Patriarchen wohnen,/ die Propheten allzu— mal;/ wo auf ihren Ehrenthronen/ sitzet der Apostel Zahl;/ wo in soviel taͤusend Jahren/ alle Frommen hin⸗ gefaͤhren,/ wo dem Herrn, der uns versöhnt,/ ewig Halle⸗ luja tönt. 6. O Zerusalem, du schöne,/ ach wie helle glänzest dul/ Ach wie lieblich Lobgetöne/ hoͤrt man da in sanfter Ruhl/ O der großen Freud und Wonnel/ Jetzo gehet auf die Sonne,/ jetzo gehet an der Tag,/ der kein Ende nehmen mag. 306 sssüü eRER —. 2— Gericht und Ewigkeit 487 7. Ach ich habe schon erblicket/ alle diese Serrlichkeit;/ jetzo werd ich schön geschmücket/ mit dem weißen Zimmels⸗ kleid,/ mit der güldnen Ehrenkrone,/ stehe da vor Gottes Throne,/ schaue solche Freude an,/ die kein Ende nehmen kann. ZLeipzig 1652. 487 7* Ich hab mein Sach Gott heimgestellt.(Vorreformatorisch.) Joh. Rhau, wetter 1589. 31 SSSE J. Wie fleucht da- hin der Men⸗schen zeit,/ EIXI SSI wie ei ⸗let man zur E⸗wig⸗ keit!/ wie .—— —ẽᷓ—*— r.. we⸗ nig den⸗ken an die Stund/ von Her-zens⸗ 11 h II 2...—.— N grund,/ wie schweigt da- von der trä⸗- ge Mund! 2. Das Leben ist gleichwie ein Traum,/ ein nichtger, leerer Wasserschaum,/ ein Augenblick, der schnell vergeht/ und nicht besteht,/ wie ihr dies täglich vor euch seht. 3. Wur du, Jehova, bleibest mir/ das, was du bist; ich traue dir./ Caß Berg und Hüͤgel faͤllen hin,/ mir ists Ge— winn,/ wenn ich aͤllein bei Jesu bin. 7J. So lang ich in der Hütte wohn,/ so lehre mich, o Gottes Sohn!/ Gib, daß ich zähle meine Tag/ und munter wach,/ daß, eh ich sterb, ich sterben mag. S. Was hilft die Welt in letzter Wot?/ Cust, Ehr und Reichtum in dem Tod?/ O Mensch, du läufst dem Schatten zul/ Das merke du;/ du kommst sonst nicht zu waͤhrer Ruh. 30⁷ 488 Gericht und Ewigkeit G. Weg, Eitelkeit, der Toren Lust! /Mir ist das höchste Gut bewußt;/ das such ich nur, das bleibet mir,/ so dort, wie hier;/ Herr Jesu, zeuch mein Berz nach dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh/ und bald vor deinem Throne steh? /Du unterdessen lehre mich,/ daß stetig ich/ mit klugem Herzen suche dich. Zoachim Meander, J680. 488 Mel. Serzlich tut mich verlangen. Bans Leo Zaßler, I60I. L. I— u—.— x...— 2.————.— II——*—— 23— Be⸗den⸗ ke, Mensch, das En ⸗de,/ be⸗ den ⸗ke Der Tod kommt oft be⸗ hen ⸗de;/ der heu ⸗te 4 1— +2. 1 SDD‚iD‚‚iieeeE— 1— 1— dei nen Tod! rot, ann mor⸗ gen frisch und —.. und ge⸗ schwin⸗der/ hin⸗ weg⸗ge⸗ stor⸗ben sein;/ drum IIITTTT'!'!'!'''xscsst.. *—.— 3 bil-de dir, o Sün-der,/ ein täg-lich Ster⸗ben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende,/ bedenke das Gericht!l/ Es müssen alle Stände/ vor Jesu Angesicht;/ kein Mensch ist ausgenommen,/ dort muß ein jeder nahn/ und wird den LCohn bekommen,/ nachdem er hier getan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende,/ der Hölle Angst und Leid,/ daß dich die Welt nicht blende/ mit ihrer Eitelkeit./ Bier ist ein kurzes Freuen,/ dort aber ewiglich/ ein kläglich, schmerzlich Schreien;/ ach Sünder, hüte dich! 50⁸ Gericht und Ewigkeit 489 4. Bedenke, Mensch, das Ende,/ bedenke doch die Jeit,/ daß dich ja nichts abwende/ von jener Serrlichkeit,/ womit vor Gottes Throne/ die Seele wird gepflegt;/ dort ist die Cebenskrone/ den Frommen beigelegt. 5. Zerr, lehre mich bedenken/ der Zeiten letzte Zeit,/ daß, sich nach dir zu lenken,/ mein Serze sei bereit./ Laß mich den Tod betrachten/ und deinen Richterthron,/ laß mich auch nicht verachten/ der Hölle Sündenlohn. 6. Hilf, Gott, daß ich in Jeiten/ auf meinen letzten Tag/ mit Buße mich bereiten/ und täͤglich sterben mag./ Im Tod und vor Gerichte/ steh mir, o Jesu, bei,/ daß ich im Sim— melslichte/ zu wohnen würdig sei. Salomo Liscow(7), + I689. 48 mel. Erquicke mich, du Seil der Sünder(Nr. IIH. J. Ich ruhe nun in Gottes Armen,/ mein Leib schläft sanft und selig ein;/ die Liebe lässet mich erwarmen/ bei ewig gnaͤdenreichem Schein./ Dort hatt ich wenig Ruhe⸗ stunden,/ hier hab ich sie in Gott gefunden. 2. Hier hab ich alles zu genießen,/ worauf mein Glaube sich gefreut;/ der Lebensquell läßt auf mich fließen/ die Ströme seiner Seligkeit./ Mein Freudenmeer ist Gottes Fuͤlle;/ bei dem ist meine Seele stille. 3. Mein matter Leib schläft in der Erden,/ er schläft, bis ihn mein Freund erweckt./ Die Asche wird zur Sonne werden,/ ob sie gleich finstre Macht jetzt deckt;/ er wird mit Freuden auferstehen,/ mit mir vereint zur Hochzeit gehen. 4. Da wird das Caͤmm mich ewig weiden/ auf Auen selger Sicherheit;/ da ist das dimmelsbrot der Freuden/ in Ewigkeit für mich bereit;/ das hab ich schon von Gott emp⸗ fangen/ mit denen, die vorangegangen. 5. Ihr, die ihr jetzo Tränen speiset,/ denkt an des Bim⸗ mels Freudenmahl;/ ob ihr noch durch die Wüste reiset,/ Gott bringt euch in den Ehrensaal;/ da werdet ihr mit Freuden sehen,/ wie wohl mir durch den Tod geschehen. Vor 1694. 7 5⁰9 490 Gericht und Ewigkeit 490 Mel. Valet will ich dir geben(Nr. 442). J. Ermuntert euch, ihr Frommen!/ Jeigt eurer Campen Schein;/ der Abend ist gekommen,/ die finstre Maͤcht bricht ein;/ es hat sich aufgemachet/ der Bräutigam mit Pracht./ Auf, betet, kämpft und wachet!/ Bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure LCampen fertig/ und fuͤllet sie mit l/ und seid des Serrn gewärtig;/ bereitet Leib und Seel./ Die Wächter Zions schreien:/ Der Bräutigam ist nah./ Be⸗ gegnet ihm in Reihen/ und singt Ballelujal! 3. Ihr klugen Jungfraun alle,/ hebt nun das Saupt empor/ mit Jauchzen und mit Schalle/ zum frohen Engel⸗ chor!/ Die Tür ist aufgeschlossen,/ die Bochzeit ist bereit;/ auf, auf, ihr Reichsgenossen!/ Der Bräutgam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang verziehen;/ drum schlaͤfet nicht mehr ein!/ Man sieht die Bäume blühen,/ der schönste Frühlingsschein/ verheißt Erquickungszeiten;/ die Abend⸗ röte zeigt/ den schönen Tag von weitem,/ davor das Dunkel weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden,/ ihr, die ihr Zion liebt,/ mit freudigen Gebärden/ und seid nicht mehr betruͤbt!/ Es sind die Freudenstunden /gekommen, und der Braut/ wird, weil sie überwunden,/ die Rrone nun vertraut. G. Die ihr Geduld getragen/ und mit gestorben seid,/ sollt nun nach Kreuz und Rlagen/ in Freuden sonder Leid/ mit leben und regieren/ und vor des Cammes Thron/ mit Jauchzen triumphieren/ in eurer Siegeskron. 7. Sier sind die Siegespalmen,/ hier ist das weiße Rleid;/ hier stehn die Weizenhaͤlmen/ in Frieden nach dem Streit/ und nach den Wintertagen;/ hier grünen die Gebein',/ die dort der Tod erschlagen;/ hier quillt der Freudenwein. 8. Hier ist die Stadt der Freuden,/ Jerusalem, der Ort,/ wo die Erlösten weiden;/ hier ist die sichre Pfort,/ hier sind die güldnen Gassen;/ hier ist der Freudensaal,/ da wir uns niederlassen/ zum ewgen Bochzeitsmahl. 31⁰ Akeit npen dricht uns Gericht und Ewigkeit 491 9. O Zesu, meine Wonne,/ komm bald und mach dich aufl/ Geh auf, ersehnte Sonne,/ und fördre deinen Cauf!l/ O Jesu, mach ein Ende/ und führ uns aus dem Streit;/ wir heben Saupt und Hände/ nach der Erlösungszeit. Laurentius Laurenti, 1722. mel. Unser Serrscher, un ser König(oder wie Nr. 366. Bremen 1680. 6 S r S 40 Wer sind die vor Got⸗tes Thro⸗ne,/ was ist Ze⸗ ⸗der trä-get ei⸗ ne KRro⸗ne,/ glän⸗zet E f— das fuͤr ei ne Scharꝰ? nleich den Ster- nen klar 59 sin gen all,/ lo⸗ ben Gott mit ho-hem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen/ wie ein Sieger in der Hand,/ wenn er seinen Feind erschlagen,/ hingestrecket in den Sand? /Welcher Streit und welcher Krieg/ hat er⸗ zeuget diesen Sieg? ů 3. Wer sind die in reiner Seide/ göttlicher Gerechtigkeit,/ angetan mit weißem Kleide,/ das bestäubet keine Zeit/ und veraltet nimmermehr?/ Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, so wohl gekämpfet/ für des großen Gottes Ehr,/ haben Fleisch und Blut gedämpfet,/ folgend nicht dem Sünderheer;/ die erlanget auf den Krieg/ durch des Berren Arm den Sieg. 5. Es sind die, so durchgedrungen/ durch viel Trübsal, Angst und Not,/ im Gebet auch oft gerungen/ mit dem hochgelobten Gott;/ nun hat dieser Kampf ein End,/ Gott hat all ihr Ceid gewendt. 17⁷ 5II 492 Gericht und Ewigkeit 6. Es sind die, so stets erschienen/ hier als Priester vor dem Herrn,/ Tag und Nacht bereit zu dienen,/ Leib und Seel geopfert gern;/ nunmehr stehn sie all 1⸗ vor dem Stuhl im Seiligtum. 7. Dahin streck auch ich die Zände, oherr Zesu, zu dirc ausz/ mein Gebet zu dir ich wende,/ der ich noch in deinem Saus/ bier auf Erden steh im Streit:/ treibe, Zerr, die Feinde weit! 8. Hilf mir in dem Rampfe siegen/ wider Sünde, Soͤll und Welt;/ laß mich nicht daniederliegen,/ wenn ein Sturm mich überfallt; führe mich aus aller Not,/ Serr, mein Fels, mein treuer Gott! 9. Daß mein Teil sei bei den Frommen,/ welche, Serr, dir ähnlich sind/ und aus großer Trübsal kommen;/ hilf, daß ich auch überwind/ alle Trübsal, Not und vos, bis ich komm zu meinem Gott! I0. O, wie groß wird sein die wonne, wenn ich mit der heilgen Schar/ in dem Strahl der reinen Sonne/ leuchte wie die Sterne klarl/ Amen, Lob sei dir bereit,/ Dank und Preis in Ewigkeit! Seinr. Theobald Schenck, 1727. 492 Mel. Zesu, meines Lebens Leben(Nr. 486). J. O wie fröhlich, o wie selig/ werden wir im Zimmel sein!/ Droben ernten wir unzählig/ unsre Freudengarben ein./ Gehen wir hier hin und weinen,/ dorten wird die Sonne scheinen;/ dort ist Tag und keine Nacht,/ dort, wo man naͤch Tränen lacht. 2. Ach wer wollte sich nicht sehnen,/ dort in Zion bald zu stehn/ und aus diesem Tal der Tränen/ an den Freudenort zu gehn,/ wo sich unser KRreuz in Palmen,/ unser Klagelied in Psalmen,/ unsre Cast in Cust verkehrt/ und das Jauchzen ewig währt! 3. O wie werden wir so schöne/ bei der RKlarheit Gottes sein!/ Wie wird uns das Cobgetöne/ seiner Engelschaͤr er— freunl/ Wie wird unsre RKrone glänzen /bei so vielen Siegeskränzen!/ Wie wird unser so ren, Hehteren als die Sonne sein! 31² ½ 4444 „I. — keit vor und dem us;/ hier und Urm nein dir daß s ich t der ichte und 1727. imel rben hdie wo d zu nort elied das õttes rer⸗ elen als Gericht und Ewigkeit 493 4. Ach wann werd ich dahin kommen,/ daß ich Gottes Antlitz schau?/ Werd ich nicht bald aufgenommen/ in den schoͤnen Simmelsbau,/ dessen Grund den Perlen gleichet,/ dessen Glanz die Sonne weichet,/ dessen wundervolle Pracht/ alles Gold beschämet macht? 5. Mun, so stille mein Verlangen,/ o du großer Lebens⸗ fürst!/ Laß mich bald dahin gelangen,/ wo du mich recht troͤsten wirst./ Unterdessen laß auf Erden/ schon mein Herz recht himmlisch werden,/ bis mein Los auf jener Welt/ auf das allerhöchste fällt. Benjamin Schmolck, f 1737. 493 Joh. Sottfried Schicht, I8I9. x—.—— ————— 475.1— .P............ NVach ei⸗ ner Prü⸗fung kur⸗zer Ta⸗ ge er⸗ Dort, dort ver⸗wan⸗delt sich die Kla⸗ge/ in A ——— 1 IRSN 1.— —.— 23.—.— rn n. 2 rn H ris. s war⸗tet uns die E⸗-wig⸗keit!A gött⸗li che Ju⸗frie⸗den⸗heit. Hier uͤbt die Tu⸗gend — 3 Dñ—— ih⸗ren Fleiß,/ und je ne Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden/ schon manchen selgen Augenblick;/ doch alle Freuden, die ihm werden,/ sind ihm ein unvollkommnes Glück./ Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh/ nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stöͤren ihn des Rörpers Schmerzen,/ bald das Geräusche dieser Welt,/ bald kämpft in seinem eignen gerzen/ ein Feind, der öfter siegt, als faͤllt;/ bald sinkt er durch des Nächsten Schuld/ in Rummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend oftmals leidet,/ das Caster oft⸗ mals glücklich ist,/ wo man den Glücklichen beneidet/ und 513 493 Gericht und Ewigkeit des Bekümmerten vergißt,/ hier kann der Mensch nie frei von Pein,/ nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden;/ dort werd ich, heilig und verklärt,/ der Tugend ganzen Wert emp⸗ finden,/ den unaussprechlich großen Wert;/ den Gott der Ciebe werd ich sehn,/ ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird des Vaters heilger Wille/ mein will und meine Wohlfahrt sein,/ und lieblich Wesen, Seil die Fülle,/ am Throne Gottes mich erfreun./ Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn/ mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen,/ was ich auf Erden dunkel sah,/ das wunderbar und heilig nennen,/ was unerforschlich hier geschah;/ da denkt mein Geist mit Preis und Dank/ die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen,/ wo Gott, mein Heil, sich offenbart,/ ein Seilig, Seilig, Seiligl singen/ dem Lamme, das erwuürget ward,/ und Cherubim und Sera— phim/ und alle HSimmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Scharen/ mich ihnen gleich und heilig sehn,/ das nie gestörte Glück erfahren,/ stets fromm mit Frommen umzugehn. /Da wird durch jeden Augenblick/ ihr Heil mein Seil, ihr Glück mein Glück. I0. Da werd ich dem den Dank bezahlen,/ der Gottes Weg mich gehen hieß/ und ihn zu millionen Malen/ noch segnen, daß er ihn mir wies;/ da find ich in des Höchsten Hand/ den Freund, den ich auf Erden fand. II. Da ruft, o möchte Gott es geben,/ vielleicht auch mir ein Selger zu:/ Heil sei dir; denn du hast mein Leben,/ die Seele mir gerettet, dul/ O Gott, wie muß dies Glück er⸗ freun,/ der Retter einer Seele seinl I2. Was seid ihr, Ceiden dieser Erden,/ doch gegen diese Herrlichkeit,/ die offenbar an uns soll werden/ von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit!/ Wie nichts, wie gar nichts gegen sie/ ist doch ein Augenblick voll Mühl Christian Fürchtegott Gellert, 1769. 5¹⁴ FELINIIIE *— MRRS IR H SED EKENR NN Gericht und Ewigkeit 494 494 Mel. Zu dir erhebt sich mein Gemüte(oder wie Nr. 309.) ZLeipzig 1785. ——.——————— Die See⸗le ruht in Je⸗ su Ar⸗men,/ der Unun kann sich Serz an Berz er⸗ warmen;/ die — 21225„——.*—.——4 Ceib schläft saͤnft im Erdenschoß; die sie nach we⸗nig Ruh ist un⸗-aussprechlich groß, Gott hat die Tränen ů—.— ö 2.—————— +V +* +Y Rampfes⸗stun den/ bei ih⸗rem hol⸗den Freund ge⸗ ab⸗ge⸗ wi ⸗schet,/ ihr Geist wird durch und durch er⸗ ........., fun⸗den;/ sie schwimmt im stil⸗len Frie⸗dens⸗meer. fri⸗schet,/ des Her ⸗ren Glaͤnz ist um sie her. 2. Sie ist nun aller Not entnommen,/ ihr Schmerz und Seufzen ist dahin;/ sie ist zur Freudenkrone kommen,/ sie steht als Braͤut und Rönigin/ im Golde ewger Berrlich⸗ keiten/ dem großen Rönig an der Seiten;/ sie sieht sein klares Angesicht./ Sein freudenvolles, lieblich Wesen/ macht sie nun durch und durch genesen;/ sie ist ein Licht im großen Licht. 3. Sie jauchzt dem Sterblichen entgegen:/ Ja, ja, nun ist mir ewig wohll/ Ich bin durch meines Mittlers Segen/ des Cebens, Lichts und Freuden voll!/ Mein schönes Erbteil ist mir worden;/ viel taͤusend aus der Selgen Orten/ be⸗ wundern jaͤuchzend meine Pracht./ Man kann in allen Bimmelschören/ gleichwie mit Donnerstimmen hören:/ Der Berr hat alles wohlgemacht. + — 315 495 Gericht und Ewigkeit 7. Ja, wohlgemaͤcht durchs ganze Ceben,/ recht wohl in meiner Todespein!/ Sein mutterliches Tragen, Seben/ bracht mich heraus, hindurch, hinein!/ Seraus aus dieser Erden Cüsten,/ hindurch durch die Versuchungswüsten,/ hinein ins schöne Ranagan. /Da darf ich auf den grünen Auen/ den Helden, der mich führte, schauen,/ der große Ding an mir getan. 5. Nun kann das Kind den Vater sehen,/ es fühlt den sanften Ciebestrieb;/ nun kann es Jesu Wort verstehen:/ er selbst, der Vater haͤt mich lieb!/ Ein unergründlich Meer des Guten,/ ein Abgrund ewger Segensfluten/ entdeckt sich dem verklärten Geist;/ er schaͤuet Gott von Angesichte/ und weiß, was Gottes Erb im Lichte/ und ein Miterbe Christi heißt. 6. Der matte Leib ruht in der Erden,/ er schläft, bis Christus ihn erweckt;/ dann wird der Staub zur Sonne werden,/ den jetzt die finstre Gruft bedeckt;/ dann werden wir mit allen Frommen,/ wer weiß, wie bald, zusaͤmmen⸗ kommen/ und bei dem Serrn sein aͤllezeit;/ dann werden wir ihn ewig sehen./ Wie wohl, wie wohl wird uns ge⸗ schehen!/ Herr Jesu, komm, maͤch uns bereit! Joh. Ronrad Ludwig Allendorf, 1773. 49⁵ Mel. Zu dir erhebt sich mein Gemüte(Nr. 494, oder wie Nr. 30o). J. Es ist noch eine Ruh vorhaͤnden;/ auf, müdes Berz, und werde Licht!/ Du seufzest hier in deinen Banden,/ und deine Sonne scheinet nicht./ Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden/ dort wird vor seinem Stuhle weiden;/ wirf hin die Cast und eil herzul/ Baͤld ist der heiße Raͤmpf ge— endet,/ bald, bald der saͤure Laͤuf vollendet;/ so gehst du ein zu deiner Ruhl 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren,/ die Ruhe, die kein Ende nimmt;/ es hat, da noch kein Mensch geboren,/ die Ciebe sie uns schon bestimmt. Der gute Sirte wollte sterben,/ uns diese Ruhe zu erwerben;/ er ruft, er locket weit und breit:/ Ihr müden Seelen und ihr Frommen,/ versäumet nicht, heut einzukommen/ zu meiner Ruhe Lieblichkeit! 516 Gericht und Ewigkeit 496 3. So kommet denn, ihr matten Seelen,/ die manche LCast und Bürde drückt;/ eilt, eilt aus euren Rummerhöhlen,/ geht nicht mehr müde und gebückt./ Ihr habt des Tages Cast getragen,/ dafür läßt euch der Heiland sagen:/ Ich selbst will eure Ruhstaͤtt sein!/ Ihr seid sein Volk, gezeugt von oben;/ ob Sünde, Welt und Hölle toben,/ seid nur ge⸗ trost und gehet ein! 4. Da wird man Freudengarben bringen,/ denn unsre Tranensaat ist aus./ O, welch ein Jubel wird erklingen/ und süßer Ton im Vaterhaus!/ Schmerz, Seufzen, Leid wird ferne weichen;/ es wird kein Tod uns mehr erreichen,/ wir werden den Erlöser sehn;/ die Träne wird vom Aug er wischen,/ sein CLebensstrom wird uns erfrischen./ Wer weiß, was sonst noch soll geschehn! S. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen,/ denn die Erquickungszeit ist da;/ die Sonne wird uns nicht mehr stechen;/ der Zerr ist seinem Volke nah./ Er selbst will uͤber ihnen wohnen/ und ihre Treue wohl belohnen/ mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis./ Es werden die Gebeine grünen,/ der große Sabbat ist erschienen,/ da man von keiner Arbeit weiß. 6. Da ruhen wir und sind in Frieden/ und leben ewig sorgenlos./ Ach fasset dieses Wort, ihr Müden! /Cegt euch dem Seiland in den Schoß!/ Ach Flügel her! Wir müssen eilen/ und uns nicht länger hier verweilen,/ dort wartet schon die frohe Schar./ Fort, fort, mein Geist, zum Jubi— lieren;/ auf, gürte dich zum Triumphieren!/ Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! Joh. Sigismund Runth, 4 1779. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Frankfurt a. M. I599. 2 29.—5 d 2 . 4 Geist, o Gott, wird ganz entzückt,/ wenn er hin⸗ wo dei⸗ne mil⸗ de Va⸗ter⸗hand/ aus neu⸗en 31⁷ 496 Gericht und Ewigkeit SSSSSS auf gen Himmel blickt,/ da⸗ hin dein Rat uns lei⸗ tet; Wundern wird er⸗kannt,/ die du da⸗selbst ver⸗breitet. ——— ö— ö ————„.— — I——TII— Mach ⸗tig/ fühl ich/ mich er⸗ ho⸗ben,/ dich zu lo⸗ben,/ —.——.— 2 2— x ů ö 4 ——— der zum CLe⸗ben,/ das dort ist, mich will er⸗ he⸗ben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit,/ Herr, gegen jene HBerrlichkeit,/ die dort bei dir zu finden?/ Du stellst uns hier auf Erden zwar/ viel Wunder deiner Güte dar/ zum fröhlichen Empfinden;/ doch hier/ sind wir/ bei den Freuden/ noch mit Ceiden/ stets umgeben;/ dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab;/ dort wischest du die Tränen ab/ von deiner Kinder Wangen. /Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei;/ denn du, o Herr, machst alles neu,/ das Alte ist vergangen;/ hinfort/ sind dort/ von ge⸗ rechten/ Gottesknechten/ keine Plagen/ mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsres Gottes Heiligtum/ schallt seines Namens hoher Ruhm/ von lauter frohen Zungen./ Hier strahlt die Herrlichkeit des Serrn;/ hier schaͤut man sie nicht mehr von fern,/ hier wird sie neu besungen./ Völlig/ gibt sich,/ sie zu trösten,/ den Erlösten/ zu erkennen/ der, den sie schon Vater nennen. S. Vor seinem Antlitz wandeln sie,/ auf ewig frei von aller Rüh,/ und schmecken seine Güte. /Hier stört den Frieden ihrer Brust s/ und ihre tausendfache Lust/ kein feindliches Gemüte;/ kein Neid,/ kein Streit/ hemmt die Triebe/ reiner Ciebe/ unter Seelen,/ die hinfüro nicht mehr fehlen. 518 Gericht und Ewigkeit 497 6. Gott, welche Schaͤr ist dort vereint!/ Die Frommen, die ich hier beweint,/ die find ich ewig wieder./ Dort sammelt deine Vaterhand,/ die deine Liebe hier verband,/ Berr, alle deine Glieder./ Ewig/ werd ich,/ frei von Mängeln,/ selbst mit Engeln/ Freundschaft pflegen; /o ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn,/ der mich ge— liebt? Wo glänzt sein Thron?/ In jenen Zimmelshöhen,/ da werd ich dich, Serr Jesu Christ,/ so menschenfreundlich als du bist,/ auch mit Entzücken sehen;/ da wird,/ mein Birt,/ von den Freuden/ nichts mich scheiden,/ die du droben/ deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt,/ die Gott den Frommen vorbehält!/ Kein Mensch kann sie erwerben./ O Jesu, Zerr der Serrlichkeit,/ du hast die Stätt auch mir bereit;/ hilf sie mir auch ererben!/ LCaß mich/ eifrig/ danach streben/ und so leben /auf der Erde,/ daß ich dort dein Erbe werde. Samuel Diterich, 4 1797(nach Ahasverus Sritsch, + 70I. 497 Mel. Es ist gewißlich an der Zeit(Nr. 270). J. Schon ist der Tag von Gott bestimmt,/ da, wer auf Erden wandelt,/ sein Los aus Gottes Zänden nimmt,/ naͤchdem er hier gehaͤndelt./ Er kommt, er kommt, des menschen Sohn;/ er kommt, und Wolken sind sein Thron,/ der Erde Kreis zu richten. 2. Zier an dem Rand der Ewigkeit/ versaͤmmeln sich die Schaͤren,/ die seit dem ersten Tag der Zeit/ der Erde Bürger waͤren,/ nur dem Allwissenden bekannt,/ unzählbar, wie des Meeres Sand;/ hier stehn sie vor dem Richter. 3. Bier muß der falsche Wahn der Welt/ der Wahrheit unterliegen./ Zier, wo das Recht die Waͤge hält,/ wird keine Sünde siegen./ Sier ist zur Buße nicht mehr Frist,/ hier gilt nicht mehr Betrug und List,/ hier gilt kein falscher Zeuge. 4J. Der Richter spricht; der Himmel schweigt,/ und alle Völker hören/ erwartungsvoll und tief gebeugt:/ RKommt, erbt das Reich der Ehren!/ So spricht er zu der frommen 319 498 Gericht und Ewigkeit Schar;/ zu der, die ihm nicht folgsam war:/ Hinweg von mir, Verbrecher! 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flehn:/ Stürzt über uns zusammen,/ ihr Welten, fallt, daß wir vergehn,/ die wir uns selbst verdammen!/ Die Frommen aber stehn im Licht/ des Friedens, und ihr Angesicht/ straͤhlt seliges Entzücken. G. Frohlockend ziehn sie in das Reich,/ das Gott für sie bereitet,/ wo er sie, seinen Engeln gleich,/ von Licht zu Cichte leitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit;/ kein Rummer, keine Traurigkeit/ stört ihre selgen Freuden. 7. Mein Seiland, laß mich dein Gericht/ oft und mit Ernst bedenken! /Es stärke mich mit Zuversicht,/ so oft mich Ceiden kränken! /Es reize mich, gewissenhaft/ und, eingedenk der Rechenschaft,/ naͤch deinem Wort zu waͤndeln. ů Saͤmuel Diterich, 1797. 498 mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme(Nr. 479). J. Selig sind des Himmels Erben,/ die Toten, die im Berren sterben,/ zur Auferstehung eingeweiht!/ Naͤch den letzten Augenblicken/ des Todesschlummers folgt Ent— zuͤcken,/ folgt Wonne und Unsterblichkeit!/ Im Frieden ruhen sie, /frei von der Erde Müh,/ Hosiannal/ Vor Gottes Thron/ zu seinem Sohn/ begleiten ihre Werke sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre,/ Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre/ sei dir, Versöhner Jesu Christ!/ Ihr, der Uberwinder Chöre,/ bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre/ dem CLamme, das geopfert ist!/ Er sank wie wir ins Grab,/ wischt unsre Tranen ab,/ alle Tränen!/ Er hats vollbraͤchtl/ Nicht Tag, nicht Nacht/ wird an des CLammes Throne sein. 3. Wicht der Nond, nicht mehr die Sonne/ scheint uns alsdann; er ist uns Sonne,/ der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn./ Heil, naͤch dem wir weinend rangen,/ nun bist du, Heil, uns aufgegangen,/ nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern!/ Wun weinen wir nicht mehr;/ das Alte ist nicht mehr./ Hallelujal/ Er sank hinab,/ wie wir ins Grab;/ er zing zu Gott, wir folgen ihm. Friedr. Gortlieb Rlopstock, f 1803 52⁰ Me Gericht und Ewigkeit 499 499 Mel. Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit. Matth. Apelles v. Löwenstern, I644. . +——.——‚‚..—.—— J. Ich hab von fer⸗ ne,/ Herr, deinen Thron erblickt/ E .— BEEE und hät⸗te ger⸗ne/ mein Herz vorausgeschickt/ und hät⸗ te IE —.—.— gern mein müdes Ce⸗ben, Wnenr Gei⸗ ster, dir hin⸗ge⸗ , r— 1.— SDSIeeee.—— S ge⸗ben,/ Schöpfer der Gei⸗ster, dir hin⸗ge⸗ge⸗ ben! 2. Das war so prächtig, /was ich im Geist gesehn!/ Du bist allmächtig;/ drum ist dein Licht so schön!/ Rönnt ich an diesen hellen Thronen, doch schon von heute an ewig wohnen!:/ 3. Mur bin ich sündig,/ der Erde noch geneigt;/ das hat mir buͤndig/ dein heilger Geist gezeigt;/ ich bin noch nicht genug gereinigt, ,„: noch nicht ganz innig mit dir ver— einigt.:,: 4. Doch bin ich froͤhlich,/ daß mich kein Bann erschreckt;/ ich bin schon selig,/ seitdem ich das entdeckt./ Ich will mich noch im Leiden üben ,: und dich zeitlebens inbrünstig lieben. ,: 5. Ich bin zufrieden,/ daß ich die Staͤdt gesehn,/ und ohn Ermuͤden/ will ich ihr näher gehn/ und ihre hellen, goldnen Gassen, lebenslang nicht aus den Augen lassen., Zoh. Timotheus Sermes, 1 I82I. 521 50⁰ Gericht und Ewigkeit 50⁰ Darmstadt 1888. —.— +. .———.—.—— Wwir wer⸗den bei dem Zerrn sein al⸗le⸗ TLief⸗-dun⸗kel ist die ern⸗ste E⸗wig⸗ Am—— ö— — e, 5—— zeit!/ Du Bei⸗-mat⸗-laut in fremden Pil⸗-ger⸗ keit,/ doch wie durch Nacht⸗ge⸗ woͤlk des Mon⸗ des .,. Dn nim M ö—, a, . T lent + 143 Strahlen. glänzt der Ver-hei⸗ßung Licht durch Tordes- ER leid:/ Wir wer⸗den bei dem Serrn sein al⸗-le- zeit! 2. Bei ihm daheim! In seiner Liebe ruht/ die Seele aus von ihrer Irrfahrt Schmerzen./ Der laͤngen Sehnsucht Jiel, das höchste Gut,/ der Serzen Beimaͤt ist in seinem Herzen; /Ter ging voran, die Staͤtte steht bereit:/ Wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 3. Bei ihm versaͤmmelt! Seinem Salem geht/ die Wall⸗ fahrt zu. Wie oft in guten Stunden,/ wenn seiner Nähe Odem uns umweht,/ haͤt es sein Volk vor ihm vereint emp⸗ funden;/ das ist die Fulle aller Seligkeit:/ Wir werden bei dem Herrn sein aͤllezeit! 4. Hier trennt die Welt; was heut sich liebend fand,/ sehnt morgen sich naͤch Blick und Wort vergebens;/ es drängt sich zwischen Seelen Meer und Land,/ und starrer noch das Machtgebot des Cebens./ Der Bimmel sammelt, was die Welt zerstreut:/ Wir werden bei dem Berrn sein allezeit! Gericht und Ewigkeit Goo a) 5. Und waren wir hier jemals ganz vereint?/ Ach nur das Reine eint sich mit dem Reinen!/ Die Schuld, die täglich noch das Serz beweint,/ sie scheidet es von den geliebten Seinen./ Der Fürst des Friedens tilgt, was uns entzweit:/ wir werden bei dem Serrn sein allezeit! 6. Wir irren alle, sind erloͤst noch nicht/ von alter Sinn⸗ verwirrung schweren Banden;/ die Sprache, die ein Rind des Hauses spricht,/ wird von dem andern Rinde nicht ver⸗ standen./ Das Wort des Vaͤters löst der Rede Streit:/ Wir werden bei dem Serrn sein allezeit! 7. Du Gotteswort, dem froh der Glaube traut,/ wohl magst du allen Erdenjammer stillen,/ das finstre Tal, vor dem der Seele graut,/ mit Norgenrot und heilgem Frieden füllen!/ O Seimatlicht aus dunkler Ewigkeit:/ Wir werden bei dem Serrn sein allezeit! meta Seußer⸗Schweizer, 1876. (500 a) I. Hab acht auf mich in aller Not,/ o großer Gott, Herr aller Serren,/ wann Satans Wut, die Söllenrott,/ den Rachen gegen mich aufsperren,/ wann sie mich suchen zu verschlingen/ und in die hoͤchste Not zu bringen,/ so bitt ich dich herzinniglich,/ mein Vater, so hab acht auf mich. 2. Sab acht auf mich; wann mich die Sünd/ will von dem höchsten Gut abwenden,/ so halte mich, Herr, als dein Rind/ mit deinen treuen Vaterhänden;/ bleib du mir stets in dem Gedanken,/ laß mich von deinem Wort nicht wanken;/ wann Sünden in mir regen sich,/ mein Vater, so hab acht auf mich. ö 3. Hab acht auf mich, wanns gehet wohl,/ wann mir die Glückessonn will scheinen,/ die meine Seel macht freuden⸗ voll,/ daß sie nichts wissen mag von Weinen,/ daß ich dem blinden Glück nicht traue,/ vielmehr auf deine Güte schaue,/ weil oft das Glücksrad wendet sich:/ mein Vater, so hab acht auf mich. 4. Hab acht auf mich und steh mir bei,/ wann mir das Unglück braust entgegen,/ daß ich nicht zu verzaget sei/ und 52³ V ππ¼—ππ⁰ν⁷⁰ν⁰⁰½⁶⁰⁰¹1⁷i ..... (5ooa) Gericht und Ewigkeit weichen mög von deinen Wegen,/ die mir zu wandeln sind befohlen;/ und wann mir auch des Kreuzes Rohlen/ mein Herze brennen bitterlich,/ mein Vater, so hab acht auf mich. S. Hab acht auf mich, wann ich gesund,/ wann ich emp⸗ finde keine Schmerzen,/ wann keine Rlag in meinem Mund/ noch Trauern ist in meinem Serzen;/ damit ich bei ge⸗ sundem Leibe/ dir dankbar und gehorsam bleibe;/ auf daß ich nie vergesse dich,/ mein Vater, so hab acht auf mich. G. Hab acht auf mich, auch wann ich krank,/ wann die Gesundheit will verschwinden,/ daß ich geduldig und mit Dank/ annehme die Arznei der Sünden;/ laß mich nicht ungeduldig werden/ und denke, daß ich Staub und Erden;/ auch wann die Schmerzen mehren sich,/ mein Vater, so hab acht auf mich. 7. Sab endlich dann auch acht auf mich,/ wann ich der Welt Valet soll geben,/ daß ich im Glauben halte dich,/ bis ich komm in ein ander Ceben,/ da mir das frohe Glaubens⸗ ende/ erteilen werden deine Haͤnde;/ daß ich bei dir leb ewiglich,/ mein Vater, so hab acht auf mich. 8. Ach laß mich doch nicht aus der Acht,/ wann uns dein jüngster Tag erscheinet,/ der Tag, da vor Gericht wird bracht/ auch das, so man hier nicht gemeinet;/ laß mich zu deiner Rechten stehn/ und zu des Cammes Bochzeit gehn;/ mein Jesu, dann hab acht auf mich,/ so will ich ewig preisen dich. Ludwig Seinrich Schlosser, 1723. 5²⁴ι . NN ——— — 7. 50¹ Advent Anhang geistlicher Lieder für Jugendgottesdienste und für freie VDersammlungen der Gemeinde I. Die Festzeiten Advent (Auch Lied Nr. 533 und 561.) 90⁴ Mel. Erwacht vom süßen Schlummer. Hriedr. Rarl Ludwig ScholinusfI8 16. S.SS.....I.IIII.IIII.... Ir J. Die Ta⸗ ge sind so dun kel,/ die — ö ö 2 +— Näch te lang und kalt;/ doch ü⸗bet Stern⸗ ge⸗ ů ————...... IRREEE 2 fun⸗kel/ noch ü⸗ber uns Ge⸗ walt. 2. Er war einmal erschienen/ in ferner, selger Zeit;/ da waren ihm zu dienen/ die Weisen gleich bereit. 3. Der Lenz ist fortgezogen,/ der Sommer ist entflohn:/ doch fließen warme Wogen, doch klingt ein Ciebeston. 4. Es rinnt aus Jesu Serzen,/ es spricht aus Jesu Mund/ ein Quell der Cust und Schmerzen,/ wie damals noch zur Stund. 5. Wir wollen naͤch dir blicken,/ du Licht, das ewig brennt;/ wir wollen uns beschicken/ zum seligen Advent. Max von Schenkendorf, 1817. (Erläuternde Bemerkungen über die Melodien und den Wech selgesang be⸗ finden sich am Schluß des Buches auf S. 668.) 52 vent 302. 503 90 (Vorreformatorisch.) Andernach, 1608. .—..—— 3.—— EEEEEE den/ bis an den höch-sten Bord,/ trägt Got⸗ tes Sohn voll Gna⸗ den,/ des Va ters e⸗ wig Wort. 2. Das Schiff geht still im Triebe,/ trägt eine teure Last;/ das Segel ist die Liebe,/ der heilge Geist der Mast. 3. Der Anker haft't auf Erden,/ da ist das Schiff am Cand./ Das Wort soll Fleisch uns werden,/ der Sohn ist uns gesandt. 4. Zu Bethlehem geboren/ im Stall ein Kindelein/ gibt sich fuͤr uns verloren;/ gelobet muß es sein. 5. Und wer dies Kind mit Freuden/ umfangen, küssen will,/ muß vorher mit ihm leiden/ groß Pein und Marter viel; 6. Danach mit ihm auch sterben/ und geistlich auferstehn,/ das Ceben zu ererben,/ wie an ihm ist geschehn. Nach Zohannes Tauler, 136J. 503 Mel. Seht, er kommt mit Preis gekrönt. Georg Friedrich Zändel, 1747. —— —*————.— RE 22.— 220 35⁷—— 3. 5 20 I16 J. I. Toch⸗ter zi⸗ on, freu e Weihnachten —— 2— er — U—— R kommt, der Frie de fürst. (Wiederholung der beiden ersten Zeilen bis„Schluß“.) 2. II Sosianna, Davids Sohn,/ sei gesegnet deinem Volkl/ Gründe nun dein ewig Reich,/ Zosianna in der Höh!/ Hosianna, Davids Sohn,/ sei gesegnet deinem Volk! 3. A Hosianna, Davids Sohn,/ sei gegrüßet, Rönig mild!/ Ewig steht dein Friedensthron,/ du des ewgen Vaters Rind./ Hosianna, Davids Sohn,/ sei gegrüßet, Rönig mild! Vor 1826. Weihnachten ö ——— wie Mr. 528.) 50⁴4 n..—— —6— EESE V s TEE r ö ä E I. Al⸗le Jah⸗re wie⸗der/ kommt das Christuskind/ 3²2⁸ hten Weihnachten 50 ——..— 15—— SS .— auf die Er⸗de nie ⸗ der,/ wo wir Men:schen sind. 2. Kehrt mit seinem Segen/ ein in jedes Baus,/ geht auf allen Wegen/ mit uns ein und aus. 3. Ist auch mir zur Seite/ still und unerkannt,/ daß es treu mich leite/ an der lieben Hand. wilhelm Sey, f1854. 50⁵ (J5. Zahrhundert.) Wittenberg 1535. H 0 8—————— ö D 1 4 er Tag, der ist so freu den:reich,/ zu UUdaß Chri⸗stus von dem HBim · mel⸗ reich/ auf E 1 m- + S................. lo ben Got⸗ tes Na ⸗ men, ů Er⸗den zu uns kom men. Proß ist Lie DD‚ SI— — De⸗mut, Suld und Gnad,/ die Gott vom Zim⸗-mel — W8 e d ö————. 2——— bei uns tat: 7ein Xnecht ist er hier wor„ den,/ 5. x ö N I.II....I in all'm, doch ohn Sünd, uns gleich, daß wir e⸗ wig 1 ........—1 2——3 wer⸗ den reich;/ trug uns re Sün⸗den⸗ bür ⸗de. 52⁰⁹ — 50 2. Ein Kindelein solöbeli Weihnachten ch/ ist uns geboren heute,/ von einer Jungfrau säuberlich/ zu Trost uns armen Leuten./ wär uns das Rindlei n nicht geborn,/ so waͤrn wir allzumal verlorn:/ das HBeil ist unser aller./ O du süßer Jesu Christ, der Hölle. der du Mensch geboren bist,/ behüt uns vor I5. Bahrhundert. Gottlob Siegert, 1822. ISISPSISSSS RR heil⸗ ger, from ⸗ mer —— Christ,/ der füͤr uns KRin?der kom- men ist,/ da⸗ lie⸗ber, mit wir und rein/ und —.— D ö E rech ⸗ te Rin⸗ der Got⸗ tes sein. 2. Du Licht, vom lieben Gott gesandt/ in unser dunkles Erdenland,/ du Zimmelskind und Himmelsschein,/ damit wir sollen himmlisch sein; 3. Du lieber, heilger, frommer Christ,/ weil heute dein Geburtstag ist,/ drum ist auf Erden weit und breit/ bei allen Kindern frohe Zeit. 83⁰ sol Kalen Weihnachten 507⁷ 4. O segne mich, ich bin noch klein,/ o mache mir das gerze rein,/ o bade mir die Seele hell/ in deinem reichen Him melsquell; 5. Daß ich wie Engel Gottes sei/ in Demut und in Liebe treu;/ daß ich dein bleibe für und fuͤr,/ du heilger Christ, das schenke mirl Ernst Moritz Arndt, 4 1860. 439.2 2—.——.——— SS. — I. Zer⸗bei, o ihr Gläu⸗bi⸗gen, fröh⸗ lich tri⸗ um⸗ Beth⸗le⸗ hem Se⸗het das Kindlein, uns zum Heil ge⸗ bo⸗ renl IO —— 1— —6——— u u— * ö— las⸗set uns an⸗be⸗ten, IIo las⸗-set uns an be⸗ten, Ao .* .. las⸗set uns an be ⸗ ten den RKS nig! 531 508 Weihnachten 2. O Bönig der Ehren, du Berrscher der Beerscharen,/ verschmähst nicht zu ruhn in Marien Schoß,/ du wahrer Gott, von Ewigkeit geboren. IO lasset uns anbeten, II o lasset uns anbeten, Ao lasset uns anbeten den Rönigl 3. Rommt, singet dem Zerren, o singt ihm Engelchoͤrel/ Frohlocket, frohlocket, ihr Seligen:/ Ehre sei Gott im Himmel und auf Erden! I GO lasset uns anbeten, II o lasset uns anbeten, Ao lasset uns anbeten den Rönigl 47. O dir, der du heute bist Mensch für uns geboren,/ o Jesu, sei Ehre und Preis und Ruhm,/ dir fleischgewordnes Wort des ewgen Vaters. IO lasset uns anbeten, II o lasset uns anbeten, Ao lasset uns anbeten den Rönig!l ö Nach Adeste fideles deutsch 19. Jahrhundert. 508 J. Abr. Peter Schulz, 1794. +. — 5153 1. I Ihr Rin⸗der⸗lein, kom⸗met, o kom⸗met doch zur Rrip⸗pe her kom⸗met in Beth ⸗ͤle⸗hems 2. II O seht in der Rrippe im nächtlichen Stall,/ seht hier bei des Lichtleins hellglänzendem Strahl/ in reinlichen Windeln das himmlische Rind,/ viel schoͤner und holder, als Engel es sind. 332 undert. „I794. en Weihnachten 509 3. A Da liegt es, das Rindlein, auf veu und auf Stroh,/ Mmaria und Joseph betrachten es froh;/ die redlichen Sirten knien betend davor,/ hoch oben schwebt jubelnd der Enge— lein Chor. 4. III O beugt wie die Sirten anbetend die Rnie;/ er⸗ hebet die Sändlein und danket wie sie;/ stimmt freudig, ihr Kinder, wer wollt sich nicht freun? /stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein! 5. A O nimm unsre Serzen zum Gpfer denn hin,/ wir geben sie gerne mit froͤhlichem Sinn. /Ach maͤche sie heilig und selig wie deins/ und mach sie auf ewig mit deinem in eins. Christoph von Schmid, 1854. 509 Görlitz 1599. ö J. IIn Beth-⸗ le hem ein Rin„denlein/ uns SSSRSSSISSI E neu ge bo- ren ist,/ von Da⸗ vids Stamm ein Jung⸗frau rein,/ Ma⸗rie sein Mut ter ist. 2. II wie elend ist dein Krippelein,/ o großer Rönig und BZerr,/ und rühmen doch die Engelein/ dein göttlich Maͤcht und Ehr. 3. A Du maͤchst aus mir ein Rindelein/ dem lieben Vater dein/ und läßt mich auch ein Erbe sein/ an allen Gütern dein. 4. I So kommst du nun, o Herre mein,/ aus großer Gütig⸗ keit/ und willst mein Licht, mein Ceben sein,/ mein Seil und Seligkeit. 533 510 Weihnachten 5. II mein Serz regier, die Seele mein/ laß dir befohlen sein,/ daß ich mit allen Engelein/ dir möge singen fein: 6. A Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron,/ auf Erd Fried allezeit,/ den Menschen sei recht Freud und Wonn,/ Amen, in Ewigkeit. 1609. 51 O Altböhmische Weise. —— I. IRom⸗· met, ihr Bir⸗ ten, ihr Män⸗ner und ———8— EEE 22202 655.—— *—— Fraun,/ kom⸗met, das lieb⸗-li⸗ che KRind⸗lein zu SSSSSSE g RE schaun./ Christus, der Herr, ist/ heute ge⸗bo⸗ren,/ den Gott N H zum Heiland/ euch hat er · ko⸗ren./ Fürch⸗tet euch nicht! 2. II Lasset uns sehen in Bethlehems Stall,/ was uns verheißen der himmlische Schaͤll;/ was wir dort finden,/ lasset uns künden,/ lasset uns preisen/ in frommen Weisen./ Ballelujal 3. A Wahrlich, die Engel verkündigen heut/ Bethlehems Birtenvolk gar große Freud:/ Nun soll es werden/ Friede auf Erden,/ den Menschen allen/ ein Wohlgefaͤllen./ Ehre sei Gottl Nach einem altböhmischen Weihnachtslied. 334 uchten fohlen fein: if Erd onn,/ 1609, Gott t! uns en,/ sen./ hems riede Ehre tslied. Weihnachten 344 511 Mel. Den die Sirten lobten sehre. Vorreformatorisch. ů———— ——— E EEEEE I. IRommt und laßt uns Chri⸗stum eh⸗ ren, 16611 00 Fs nen zu ihm keh⸗ ren!/ Sin ⸗get froͤh;⸗lich, 2—552— 2 laßt euch hörren,/ wer⸗tes Volk 0—0 11 10 2. II Sünd und Soͤlle mag sich grämen,/ Tod und Teufel maͤg sich schämen:/ wir, die unser Heil annehmen,/ werfen allen Rummer hin. 3. A Sehet, was hat Gott gegeben:/ seinen Sohn zum ewgen Leben!/ Dieser kann und will uns heben/ aus dem Leid ins Zimmels Freud. 4. I Seine Seel ist uns gewogen,/ Cieb und Gunst hat ihn ge⸗ zogen,/ uns, die Satanas betrogen,/ zu besuchen aus der Böh. 5. II Jakobs Stern ist aufgegangen,/ stillt das sehnliche Verlangen,/ bricht den Ropf der alten Schlangen/ und zer⸗ stört der Hölle Reich. 6. A O gebenedeite Stunde,/ da wir das von Berzens⸗ grunde/ glauben und mit unserm Munde/ danken dir, o Jesulein. 7. Schönstes Rindlein in dem Stalle/ sei uns freundlich, bring uns alle/ dahin, da mit süßem Schalle/ dich der Engel Heer erhöht. Paul Gerhardt, 1 1676. Ir. 2517.5 auch 41.1 5. 5. p.4. A. 512 wwe, den; 1. 45— 1, A. D. 2, A: 512, B. I. 511 D. 3,. O. 4,. 1½ DO. 2. I. 5II D., UI: V. 6, A: 512 V. 3. Au. li: 5II B. 7, A: 512 v. 4. 33⁵ 512 Weihnachten We 512 4 Mel. In dulei jubilo. 14. Zahrhundert.—Wittenberg 152 2/½ —4.—64.5—— 4 24 en.—— vo xů—— 22— 4— 2 2 +* dock I. INun sin⸗get und seid froh/ jauchzt al⸗le —. U. DD —. E — DDEEEE ———* und sagt so: 7 Un ⸗sers Ser⸗zens Won=ne/ liegt — IIEEETE in der Rrip⸗-pe bloß/ und leuch⸗tet wie die — ———— 2—. 2 — E* Son· ne/ in sei ⸗ner Mut ⸗ter Schoß/ Du bist ö 22 ....III 3 I r —— 9.—7 A und O./ Du bist A und O. 2. A Sohn Gottes in der Hoͤh,/ nach dir ist mir so wehl/ Tröst mir mein Gemüte,/ o Kind voll Mildigkeit;/ durch—— alle deine Güte,/ du Fürst der Serrlichkeit, ,: zeuch mich— hin nach dir. ,: ö 3. II Groß ist des Vaters Huld,/ der Sohn tilgt unsre Schuld,/ wir warn all verdorben/ durch unsre Missetat, 336 achten rg 1520. Weihnachten 5I3 so hat er uns erworben/ himmlische Wres und Gnad. ): Wären wir doch dal 1, 44. A. Dir schaͤllt Hallelttjc, jetzt hier und einstens da// wo die Engel singen/ das Seilig allzumal,/ und wo die pPfsalmen klingen/ im hohen Sim melssaal.:,: Wären wir doch dalt/: Nach In dulci jubilo(I5. Jahrhundert) I599. Franz Gruber, 1818. TOC — D Z W — * 5 — V l— — — 9 V 7 1 8 II S. li ge Nachtl/ V E 65• 1— — —9* trau⸗te, hoch⸗ Al⸗les schlaft, ein⸗sam e 2. 2——8 —0 D — 22.15 5 — ++ hei ⸗li ⸗ ge— 0— schlaf in himm„li⸗scher lok ⸗ki ⸗ gen Baar, .— * schlaf in himm⸗li⸗scher Ruh. 7 44 537 514 Weihnachten 2. Stille Nacht, heilige Nacht!/ Hirten erst kund ge⸗ macht;/ der Engel Salleluja/ tönt es laut von fern und nah: ꝛ,: Christ, der Retter, ist dal, 3. Stille Wacht, heilige Wacht!/ Gottes Sohn, o wie lacht/ Cieb aus deinem göttlichen Nund,/ da uns schlägt die rettende Stund, ,: Christ, in deiner Geburt., Jo seph Mohr, 1818. 41.—5 Röln 1638. 9————.— SII — r* I. Zu Beth⸗-le⸗ hem ge⸗ bo ren/ ist uns ein Rin⸗-de ⸗lein,/ das hab ich aus er⸗ — Bire.— x x.— ö Z.,.—— 2— — ö— ko ⸗ren,/ sein ei⸗gen will ich sein./ Ei a, + + — Ei ⸗ a,/ sein ei gen will ich sein. oder (Hierbei fallen die eingeklammerten Sätze weg.) B. Friedrich Mergner, I89J. H.. e a rn anv. + J. Zu Beth⸗le-hem ge⸗ bo⸗ ren ͥ/ ist uns ein 338 —3—... Passion 515 1 1 E —.——.———— 11—11 — Eee. EE 42 B5. —..— ö Nin⸗de lein,/ das hab ich aus⸗ er ⸗ ko⸗ren, — ö.. —.—— 43*—.——.— ö I— DE 7— 3— sein ei ⸗gen will ich sein. 2. In seine CLieb versenken/ will ich mich ganz hinab;/ mein Serz will ich ihm schenken/ und alles, was ich hab. (Eia, eia, und alles, was ich hab.) 3. O Rindelein, von Serzen/ will ich dich lieben sehr,/ in Freuden und in Schmerzen/ je länger und je mehr.(Eia, eia, je länger und je mehr.) 4. Caß mich von dir nicht scheiden,/ knüpf zu, knüpf zu das Band/ der CLiebe zwischen beiden;/ nimm hin mein gerz zum Pfand.(Eia, eia, nimm hin mein Herz zum Pfand.) Rölner Psalter, 1638. Passion Auch Lied Mr. 5658.) 5 1 5 Volksweise. . 2—— ů———.—— T J. Als Je⸗ sus von sei⸗ ner Mut⸗ter ging,/ 3— i ö IN und die gro⸗ße, hei li⸗ ge Woch an ⸗fing,/ da 33⁰ 515 Passion —.—.—. 32—45— Ma⸗ ri a viel— ze leid,— E ——3—. 2 5 + 8 frag⸗te den Sohn mit Trau⸗ 401 12 2.J„Ach Sohn, du liebster Jesus mein,/ was wirst du am heiligen Sonntag sein?“ II„ Am Sonntag werd ich ein Rönig sein,/ da wird man mir Rleider und Palmen streun.“ 3.„Ach Sohn, du liebster Jesus mein,/ was wirst du am heiligen Montaͤg sein?“ II„Am Montag bin ich ein Wandersmann,/ der nirgend ein Obdaͤch finden kann.“ 4. I„Ach Sohn, du liebster Jesus mein,/ was wirst du am heiligen Dienstag sein?“ II„Am Dienstag bin ich der Welt ein Prophet,/ verkünde, wie Simmel und Erde ver⸗ geht.“ 5. I„Ach Sohn, du liebster Jesus mein,/ was wirst du am heiligen Mittwoch sein?“ II, Am Mittwoch bin ich gaͤr arm und gering,/ verkaͤuft um dreißig Silberling.“ 6. I„Ach Sohn, du liebster Jesus mein,/ was wirst du am heiligen Donnerstag sein?“ II,„ Am Donnerstag bin ich im Speisesaal/ das Opferlamm bei dem Abendmahl.“ 7. I„Ach Sohn, du liebster Jesus mein,/ was wirst du am heiligen Freitag sein?“ II„Ach Mutter, liebste Mutter mein,/ könnt dir der Freitag verborgen sein!“ 8.„Am Freitag, liebste Mutter mein,/ dann werd ich ans Kreuz genaͤgelt sein./ Drei Nägel, die gehn mir durch Saͤnd und Füß;/ verzage nicht, Mutter, das End ist süß.“ 9. I„Ach Sohn, du liebster Jesus mein,/ was wirst du am heiligen Samstaͤg sein?“ II, Am Samstag bin ich ein Weizenkorn,/ das in der Erde wird neugeborn.“ 3⁴⁰ SISI — it: rst du ch ein reun.“ rst du ch ein rst du ch der ver⸗ rst du h gar vst du in ich rst du Tlutter hans Händ rst du ch ein Passion 516·517 10. A, Und am Sonntag freu dich, o Mutter mein,/ dann werd ich vom Tod erstanden sein;/ dann trag ich das Rreuz mit der Fahn in der Band,/ dann siehst du mich wieder im Glorienstand.“ westfälisches Volkslied. Mel. Zerr und Ultster deiner Kreuzgemeine. Berrnhut um 1740. 2770 5 — XI Die wir uns all⸗hier bei⸗sam⸗men fin⸗den,/ uns auf dei⸗ ne Marter zu ver⸗ bin- 600 schla⸗gen uns⸗re Hän⸗de ein, Und zum Zei⸗ chen, dir auf e⸗wig treu zu sein. dei⸗ nem Her⸗ zen ER . daß dies Lob ⸗ ge⸗ tõ⸗ ne an ⸗ge⸗ nehm und schö⸗ne, a,—— 14—— II x ö —* .— Trie — sa ⸗ ge: Amen! = und zugleich:/ Frie ⸗de, Frie„»de sei mit euch! Christian Renatus von Zinzendorf, 1752. 517 Mel. Serr und Altster deiner RKreuzgemeine(Nr. 516). J. Eines wünsch ich mir vor allem andern,/ Eine Speise früh und spät;/ selig läßts im Tränental sich wandern,/ wenn dies Eine mit uns geht:/ unverrückt auf Einen mann zu schauen,/ der mit blutgem Schweiß und Todes⸗ 18 54¹ 545 Passion grauen /auf sein Antlitz niedersank/ und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen,/ wie er als ein stilles Camm/ dort so blutig und so bleich zu sehen,/ hängend an des Rreuzes Stamm;/ wie er dürstend rang um meine Seele,/ daß sie ihm zu seinem Cohn nicht fehle,/ und dann auch an mich gedaͤcht,/ als er rief: Es ist vollbracht! 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen/ meine Schuld und deine Suld!/ Als ich in der Finsternis gesessen,/ trugest du mit mir Geduld;/ hattest längst nach deinem Schaͤf ge— trachtet,/ eh es auf des Zirten Ruf geaͤchtet,/ und mit teurem Lösegeld/ mich erkauft von dieser Welt. 7. Ich bin dein; sprich du darauf ein Amen! /Treuster Jesu, du bist mein. Drücke deinen süßen Jesusnamen/ brennend in mein Serz hinein./ Mit dir alles tun und alles lassen,/ in dir leben und in dir erblassen,/ das sei bis zur letzten Stund/ unser Wandel, unser Bund! Albert Knapp, 1864. 518 Mel. Christus, der uns selig macht. Böhmische Brüder, I531J. & II———. .n + 35 O hilf, Chri⸗-ste, Got⸗tes Sohn,/ durch dein PPPIPIIIIIITIITIII T ITT bit⸗ ter CLei ⸗ den,/ daß wir dir stets un⸗ter⸗tan,/ I 1 22. — N all Un⸗ tu⸗gend mei ⸗ den;/ dei⸗ nen Tod und — x—.— ———.—— — 5—.—. sein Ur⸗ sach/ frucht⸗bar ⸗-lich be den ⸗ken;/ da⸗für, 3⁴³½ IIII FS HG Ostern ö — ů wiewohl arm und schwach,/ dir Dankop⸗fer schen ken. Aus: Christus, der uns selig macht. Böhmische Brüder) Michagel Weiße, T1534. Ostern 5 19 Zohann Crüger, I649. V 8 EE Auf, auf, mein Herz, mit Freuden/ nimm wahr, was Uwie kommt nach gro⸗ßem Lei⸗den/ nun ein so — 2—.— FFF I 15* 23—— un a d, w E=.....— I. a, wo man uns hin⸗trägt,/ wenn von uns ——— 7 + 1—4— 18— —.— 33—— un ⸗ser Geist/ zum Sim⸗-mel ist ge⸗reist. 2. Er war ins Grab gesenket,/ der Feind trieb groß Ge⸗ schrei; /eh ers vermeint und denket,/ ist Christus wieder frei/ und ruft: Viktorial/ schwingt fröhlich hie und da/ sein Fähnlein als ein Seld,/ der Feld und Mut behält. 18* 543 52⁰ Ostern 3. Das ist mir anzuschauen/ ein rechtes Freudenspiel./ Nun soll mir nicht mehr grauen/ vor allem, was mir will/ entnehmen meinen Mut/ zusaͤmt dem edlen Gut,/ das mir durch Jesum Christ/ aus CLieb erworben ist. 4. Die Welt ist mir ein Lachen/ mit ihrem großen Zorn,/ sie zürnt und kann nichts machen,/ all Arbeit ist verlorn./ Die Trübsal trübt mir nicht/ mein Herz und Angesicht;/ das Unglück ist mein Glück,/ die Nacht mein Sonnenblick. 5. Ich hang und bleib aͤuch haͤngen/ an Christo als ein Glied;/ wo mein Haupt durch ist gangen,/ da nimmt er mich auch mit./ Er reißet durch den Tod,/ durch Welt, durch Sünd, durch Not;/ er reißet durch die Höll,/ ich bin stets sein Gesell. G. Er bringt mich an die Pforten,/ die in den Himmel führt,/ daran mit güldnen Worten/ der Reim gelesen wird:/ Wer dort wird mit verhöhnt,/ wird hier auch mit gekrönt;/ wer dort mit sterben geht,/ wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt, + 1676. 52⁰ 15. Bahrhundert. *—.————————— EE — J. Er⸗stan den ist der heil ⸗ge Christ,/ al⸗ le lu⸗ ja, Bal le lu⸗ ja,/ der al-⸗-ler Welt ein 3.. 1———= E —.. c.Zĩꝛ.Ü Tros ster ist. Wal le— ja. 2. Es gingen drei heilige Frau'n, ,: Halleluja 1,5: des Morgens frühe hin im Tau'n*). Halleluja. ) im Morgentau. 34⁴ de 3 Ostern 521 3. Sie suchten den Serrn Jesum Christ, ,: Balleluja ,: der von dem Tod erstanden ist. Halleluja. 4. I„Ach Engel, lieber Engel fein,, find ich denn den Herren mein?“ Hallelase. 5. II, Er ist erstanden aus dem Grab:,: Halleluja:,: heut an dem heilgen Ostertag.“ Salleluja. C. I„Seig uns den Serren Jesum Christ,:„: Halleluja ,: der von dem Tod erstanden ist.“ Halleluja. 7. II„So tret't heran und seht die Statt,:,: Halleluja:,: da unser Herr gelegen hat.“ Halleluja. 8. I„Der Herr ist hin, er ist nicht dal, Halleluja ,: Wenn ich ihn hätt, so wär ich froh.“ Hallelgie. 9. IUI„Seht an das Tuch, darin er lag ,: Halleluja:,: ge⸗ wickelt bis am dritten Tag.“ Halleluja. 10. J„wir sehens wohl zu dieser Frist, 5: Salleluja ,: weis uns den Zerren Jesum Christ!“ Halleluja. II. II„Ihr sollt nach Galiläa gehn, ,: Halleluja ,1 da werdet ihr den Zeiland sehn.“ Halleluja. 42.1„Habt Dank, ihr lieben Engel fein, 3„: Salleluja:, nun wolln wir alle frohlich sein.“ Halleluja. 13. U„Geht hin, sagt das Sankt Petrus an 2,: Halle⸗ luja:,: und seinen Jüngern lobesam.“ Halleluja. 14. 1Nun singet all zu dieser Frist: ,„: Salleluja:,: Er⸗ standen ist der heilge Christ! Salleluja. I5. A Des solln wir alle fröhlich sein,„: Balleluja ,: und Christ soll unser Tröster sein. Salleluja. IS. Jahrhundert. Halleluja ,: wo 5 21 Melchior Vulpius, J6d9. J. Ge lobt sei 1—— im höch-⸗ 0—— samt sei⸗nem m, ge⸗— nen Sohn,/ der für uns 54⁵ ——— — —— hat ge⸗ nug ge⸗ tan./ Hal⸗le⸗lu⸗ ja, —— —.— 1 I .... 10 5* —c.c.c— Bal⸗le⸗lu⸗ ja, Bali le lu ja. 2. Des Morgens früh am dritten Tag,/ da noch der Stein am Grabe lag,/ erstand er frei ohn alle Rlag.:,: Halleluja:,: 3. Der Engel sprach:„Fuͤrchtet euch nicht;/ denn ich weiß wohl, was euch gebricht./ Ihr sucht Jesum und findt ihn nicht.“ ,: Balleluja ,: 4.„Er ist erstanden von dem Tod,/ hat überwunden alle Not,/ versöhnet Suͤnd und Missetat.“ 2,: Balleluja ,: 5. ANun bitten wir dich, Jesu Christ,/ weil du vom Tod erstanden bist;/ verleih, was seliglich uns ist, 2,: Halleluja ,: §. Damit von Sünden wir befreit/ dem Namen dein ge⸗ benedeit/ frei moͤgen singen allezeit. m,: Salleluja 2,: (Böhmische Brüder) Michael Weiße, F1534. 92²2 Mel. O heiliger Geist, o heiliger Gott. Röln J623. —p—————— EEEN—— ö I. O herrli- cher Tag, o fröh-li che Zeit,/ da +— .— RTARE—3—— Je-sus lebt ohn al ⸗les Leid!/ Er ist er⸗ 2 UE er⸗ . + —————————— —.——..——. P al ⸗ler Not. /O herr⸗li⸗ cher Tag, o fröh⸗li⸗che Zeit! 2. O herrlicher Tag, o froͤhliche Zeit,/ da wir von Sün⸗ den sind befreit!/ Getilget ist nun unsre Schuld,/ wir sind gerecht aus Gottes Zuld./ O herrlicher Tag, o fröhliche Jeit! 3. O herrlicher Taͤg, o froͤhliche Zeit!/ Der Tod ist uͤber⸗ wunden heut;/ es darf uns nicht mehr vor ihm graun,/ wir sind erfüͤllet mit Vertraun./ O herrlicher Tag, o fröhliche Jeit! 4. O herrlicher Tag, o froͤhliche Zeit!/ Die CLiebe Gottes uns erfreut;/ des Herren Sieg hat uns erlost,/ uns neues Ceben eingeflößt./ O herrlicher Tag, o fröhliche Zeitl 5. O herrlicher Tag, o fröͤhliche Zeit!/ Erhalt uns, Jesus, diese Freud,/ zu sagen hier zu aller Stund/ und dort ein— maͤl mit selgem Nund:/ O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! Cyriakus Günther, 4 1704. 523 Volksweise 1843. 4. 1* L J. O·stern, O˖stern, Früh⸗lings⸗ we⸗ hen,/ — — —— ů ——— E —— —— O·stern, Oestern, Auf er ⸗ste⸗ hen/ aus der tie: fen 347⁷ * — 2— Gra⸗bes⸗nacht,/ aus der — bes⸗naͤcht! EBI tie sfen Gra⸗ Blu⸗men sol ⸗len fröh-lich blü⸗ hen, Her⸗ zen 36. len heim ⸗lich glü⸗ hen, denn der Sei⸗ Ra ist Wacht ve 2. I Trotz euch, höllische Gewalten!/ Laaetet ihn wohl gern behalten,„: der euch in den Abgrund zwang. 2, RKonntet ihr das Ceben binden?/ Aus des Todes düstern Gründen/ dringt hinan sein ewger Gang. 3. II Der im Grabe lag gebunden,/ hat den Satan uͤber⸗ wunden,:,: und der laͤnge Berker bricht;:,: Frühling spielet auf der Erden,/ Frühling solls im Serzen werden,/ herrschen soll das ewge Licht. 4. A Alle Gräber sind nun heilig,/ Graͤbesträume schwinden eilig,:„: seit im Grabe Jesus lag. ,: Jahre, Monde, Tage, Stunden,/ Jeit und Raum, wie schnell ver— schwunden,/ und es scheint ein ewger Tag. Max von Schenkendorf, 4 1817. 52⁴ Bartholomäus Selder, 1 1635. Es kommt mit — J. Triumph, Tri⸗ umph! 38 Ostern 524 Praͤcht/ der Sie-ges- fürst heut aus der — —, — 5 2— +*——— Schlacht./ Wer sei- nes Rei ches Un=ter⸗ —— +——ę—— + II ISSSi * 5„ tan,/ der schau ⸗e sein Tri⸗ umph⸗fest an. 2.1 Vor Freuden Tal und Wald erklingt;/ die Erde frische Blumen bringt;/ ihr schöner Schmuck zu dieser Frist/ zeugt, daß ihr Schöpfer Sieger ist. 3. II Die Sonne sich aufs schönste schmückt/ und wieder durch das Blaue blickt,/ die vor im schwarzen Traͤuerkleid/ beschaͤut den blutgen Todesstreit. 4.J Das stille LCamm jetzt nicht mehr schweigt,/ sich mutig als ein Löwe zeigt;/ kein harter Fels ihn hält und zwingt;/ Grab, Siegel, Riegel vor ihm springt. 5. II Herr Jesu, wahrer Siegesfürst,/ wir glauben, daß du schenken wirst/ den Frieden uns, den du gebracht/ mit aus dem Grab und aus der Schlaͤcht. G. A Triumph, Triumph! Dich ehren wir/ und wollen durch dich kaämpfen hier,/ daß wir als Reichsgenossen dort/ dir folgen durch die Siegespfort. Denemin Bräterinz,. 1673. 3⁴ 525.526 Himmelfahrt Himmelfahrt 52⁵ Melchior Franck, J639. V ——.—— —————— , Hel le lu 2 der———— ö — . e.— IIREEEE kö ⸗- nig Je⸗ 100 Christ. D Ielnja. 2. Er sitzt zu Gottes rechter Hand,/ Halleluja,/ herrscht über Simmel, Meer und Cand./ Halleluja. 3. Nun ist erfüllt, was g'schrieben ist,/ Salleluja,/ im Psalter von dem Herren Christ./ Halleluja. 4. Drum jauchzen wir mit großem Schall,/ Halleluja,/ dem Herren Christ zum Wohlgefalln:/ Halleluja. 16. Jahrhundert. Mel. UAch Sott und Herr. 52 Leipzig 1625. EE —— ö ö 2— ö——— EE herz⸗lichem Ver ⸗ lan ⸗gen/ hin, da du bist,/ Herr ija,/ ndert. 162⁵. Pfingsten 527 4 ö — 2 de 48 * +* Ze su Christ,/ aus die⸗ ser Welt ge ⸗ gan ⸗ gen. 2. Jeuch uns nach dir,/ Herr Christ, ach fuͤhr/ uns deine Zimmelsstege;/ wir irren leicht/ und sind verscheucht/ vom rechten Lebenswege. 3. Jeuch uns nach dir,/ so folgen wir/ dir nach in deinen Zimmel,/ daß uns nicht mehr/ allhier beschwer/ das böse Weltgetümmel. 4. ZJeuch uns nach dir/ nur für und für/ und gib, daß wir nachfahren/ dir in dein Reich,/ und mach uns gleich/ den auserwählten Scharen. Friedrich Hunke, 1 1699. Pfingsten Ss Roͤln 125 FHERIE 2 I. O hei 4. hei⸗li⸗ ger Gott,/ du . Hn uneie 1. ů—7.— ster 1iiü in al ⸗ ler Vot,/ du bist ge⸗ Kr 555—— IEfr i⸗ger Geist, o hei-li- ger Gott. 551 und dem Sohn,/ o hei⸗ 528 Das christliche Leben 2. O heiliger Geist, o heiliger Gott,/ gib uns die Lieb zu deinem Wort;/ zünd an in uns der CLiebe Flamm,/ danach zu lieben allesamt,/ o heiliger Geist, o heiliger Gott! 3. O heiliger Geist, o heiliger Gott,/ mehr' unsern Glauben immerfort;/ an Christum niemand glauben kann,/ es sei denn durch dein' Silf getan, /o heiliger Geist, o heiliger Gott! 4J. O heiliger Geist, o heiliger Gott, du zeigest uns die Bimmelspfort;/ laß uns hier kämpfen ritterlich/ und zu dir dringen seliglich, /o heiliger Geist, o heiliger Gott! 5. O heiliger Geist, o heiliger Gott,/ verlaß uns nicht in Not und Tod./ Wir saͤgen dir Lob, Ehr und Dank/ jetzund und unser Ceben lang,/ o heiliger Geist, o heiliger Gott! Altenburg 1651J. II. Das christliche Leben (Siehe auch die Lieder Nr. 50J, 516, 5J17, 526. 5 28 Christian Seinrich Rinck, 41846. H4 +— d 2f..— 5 I Sde——4 säu⸗selt Frie⸗de nie⸗ 92— es ruht die Wen 2. Wur der Bach ergießet/ sich am Felsen dort,/ und er braͤust und fließet/ immer⸗, immerfort. 3. Und kein Abend bringet/ Frieden ihm und Ruh,/ keine Glocke klinget/ ihm ein Raͤstlied zu. 4. So in deinem Streben/ bist, mein Herz, auch du:/ Gott nur kann dir geben/ wahre Abendruh. Zeinrich Hoffmann von Fallersleben, 1 1874. *) Oder ohne b. 35²½ Das christliche Leben 829 529 530 Hriedrich Silcher, 4 1860. 65241 J. Aus dem fer⸗ ne,/ wo die Englein sind,/ schaut doch Gott 6 ger 2. Höret seine Bitte /treu bei Tag und Nacht,/ nimmts bei jedem Schritte/ väterlich in acht. 3. Gibt mit Vaterhänden/ ihm sein täglich Brot,/ hilft an allen Enden/ ihm aus Angst und Not. 4. Sagts den KRindern allen,/ daß ein Vater ist,/ dem sie wohlgefaͤllen,/ der sie nie vergißt. Wilhelm Sey, 4 1857. 5 30 . N 5.————.— ne/ her ur je⸗ in e nd J. Blei⸗be bei uns, o sich — , Writ nd die Nacht——1 steigt,/ blei-be bei uns, Serr! 2. Sei uns gnädig, o Herr Jesul/ Ach wie quält die Schuld/ ohne deine Zuld,/ sei uns gnädig, Herr! 3. Tröst im Ceid uns, o Serr Jesul/ Weil des Rreuzes Last/ uns erdrücket fast,/ tröst im Leid uns, Serr! 35³ 531.532 Das christliche Leben 4. Gib uns Frieden, o Serr Jesul/ Schon so lang, so lang/ maͤcht die Welt uns bang,/ gib uns Frieden, Serr! 5. Nimm uns zu dir, o Herr Jesu,/ für dein Abendmahl/ mache voll die Jahl,/ nimm uns zu dir, Serr! 6. So behüt uns, o Herr Jesu,/ guter Sirte du,/ schenke selge Ruh,/ o behüt uns, Serr! wilhelm Baur, 1897. 5 3 1 Schottische Volksweise. a x II IUe J. Das CLe⸗ ben welkt wie Gras,/ wie . ů ö —.—.*— üint de——— 2 3 6 Blu⸗-men auf der Flur,/ so⸗bald der Wind da— +— SPPSPIPIPIIPIIIIIIIIIIII 2———* X..——4 28* u rü⸗ber weht,/ ver⸗ schwin»det ih re Spur. 2. Wer gestern frisch und froh,/ heut ruft der Tod ihn ab,/ und was uns lieb und teuer waͤr,/ wir senken es ins Grab. 3. Doch Gottes Gnade bleibt/ dem Frommen ewig stehn./ Wer seinen Bund von Herzen hält,/ wird nimmermehr vergehn. Schottisches Volkslied, V. 2 v. Ludwig Sallwachs, 4 J903. 332 1618 , ö ö 55 nE— V. B...LV.. 2 + 1—... D———— 7 Der be⸗ste Freund ist in dem Simmel,/ auf denn bei dem fal⸗schen Welt ge⸗ tümmel/ ist ben „ so zerr! ahl/ enke 1897. weise. Das tdegene⸗ Leben 533 Er⸗den sind die Freun⸗- de 155 Red⸗„lich⸗-keit oft in Gefabr. n bab 0 im⸗mer ö so gemeint:/ Mein Je-sus ist der be⸗ste Freund. 2. Die Welt ist gleich dem Rohr im Winde;/ mein Jesus stehet felsenfest. Wenn ich mich ganz verlaͤssen finde,/ mich seine Freundschaft doch nicht läßt./ In Freud und Schmerz ers redlich meint:/ Mein Jesus ist der beste Freund. 3. Er läßt sich selber fuͤr mich töͤten,/ vergießt für mich sein eigen Blut;/ er steht mir bei in allen Noten/ und sagt fuͤr meine Schulden gut;/ er hat mir niemals was ver— neint:/ Mein Jesus ist der beste Freund. 4. Behaͤlte, Welt, dir deine Freunde,/ sie sind doch gar zu wandelbar./ Und hätt ich hunderttaͤusend Feinde,/ so krümmen sie mir nicht ein Haar./ Hier immer Freund und nimmer Feind: /Mein Jesus ist der beste Freund. Benjamin Schmolck, 1 1737. Arnold Mendelssohn, Darmstadt 1906. J. Der Herr bricht ein um Mit- nnnn ö I 12———.—.— ————*. 4——.— e ist noch al-les still./ Wohl dem, der nun sich 9³7 Das christliche Leben 2 EEB El 5 7 fer ⸗tig maͤcht/ und ihm be⸗ 1 nen will! 2. Er hat es uns zuvor gesaͤgt/ und einen Tag gestellt;/ er kommt, wenn niemand nach ihm fraͤgt,/ noch es fuͤr möglich hält. 3. J wie liegt die Welt so blind und tot!/ Sie schlaft in Sicherheit/ und meint, des großen Tages Not/ sei noch so fern und weit. 4. II wer waltet als ein frommer Knecht/ im Zause so getreu,/ daß, wenn der Herr kommt, er gerecht/ und nicht zu strafen sei? 5. I Sind eure Campen rein und voll? Brennt euer Glaubenslicht,/ wenn nun der Aufbruch werden soll,/ daß uns kein Ol gebricht! 6. A Sei immer wach, mein Serz und Sinn,/ und schlummre ja nicht mehr! /Blick täglich auf sein Kommen hin,/ als ob es heute wär. 7. Der Tag des Urteils nahet sich,/ der Serr kommt zum Gericht;/ du, meine Seele, schicke dich,/ steh und verzaͤge nichtl 8. I Dein Teil und Seil ist schön und groß,/ auf, auf, du hast es Macht;/ ergreif im Glauben jenes Cos,/ das Gott dir zugedacht. 9. A O übergroße Seligkeit/ nach abgelegter Cast,/ wo— bei dich, Seele, nicht gereut,/ daß du gestritten hast! J0. Der Herr bricht ein um Mitternacht;/ jetzt ist noch alles still./ Wohl dem, der nun sich fertig macht/ und ihm begegnen will! ZJohann Christoph Rube. + 1749. I 534 Friedrich Mergner, IS9l. ——.—,— 5* 23 I. Der MNai⸗ e, der Mai⸗e/ bringt uns der ntrli In Das christliche Leben 535 viel; ich trag ein frei Ge mü te,/ Gott weiß wohl, wem ichs will,/ Gott weiß wohl, wem ichs will: 2. Ich wills Christo, dem Herren,/ der unser Heiland ist,/ er trägt das Kreuz für unsre Sünd,:,: ja wie man von ihm liest. ,: 3. Den Tod hat er bezwungen,/ die Höll gerissen ein,/ die Suͤnd hat er verschlungen,: geholfen aus der Pein.,: 4. Er will die nicht verlassen,/ die an ihn glauben fein;/ das hat er uns versprochen,„, denn wir sein' Kinder sein. 5, 5. Drum, wer ihm traut zu Ehren,/ den läßt er nimmer⸗ mehr;/ demselben unserm Herren,, dem sei Cob, Preis und Ehr. 2,: ZJakob Rlieber, um J530, nach einem Mailied. 5 3 5 J. Friedrich Reichardt, 1814. I* E ihm nichts an,/ als daß er Treu er zei gen/ und 33 Das christliche Leben ö— chen/ soll tre ten in ein Band,/ ver⸗spricht sich nicht zu — + ——— 22⁊—.—..—.— wei chen/ mit Her⸗ zen, NMund und Band. 2. Die Red ist uns gegeben,/ damit wir nicht allein/ fur uns nur sollen leben/ und fern von Menschen sein;/ wir sollen uns befragen/ und sehn auf guten Rat,/ das Ceid einander klagen,/ das uns betreten hat. 3. Was kann die Freude maͤchen,/ die Einsamkeit ver— hehlt?/ Das gibt ein doppelt Cachen,/ was Freunden wird erzählt;/ der kann des Leids sich wehren,/ der es von Berzen sagt;/ der muß sich selbst verzehren,/ der insgeheim sich nagt. 7. Gott stehet mir vor allen,/ die meine Seele liebt;/ dann soll mir auch gefallen,/ der mir sich herzlich gibt./ Mit diesen Bundsgesellen verlach ich Pein und Not,/ geh auf den Grund der Hoͤllen/ und breche durch den Tod. 5. Ich hab, ich habe Serzen,/ so treu, wie sich's ge⸗ bührt,/ die Seuchelei und Scherzen/ nie wissentlich be— rührt!/ Ich bin auch ihnen wieder/ von Grund der Seelen hold;/ ich lieb euch mehr, ihr Brüder,/ als alles Erdengold. Simon Dach, 1659. 55 Da Das christliche Leben 536 JLob der Musika Arnold Mendelssohn, Darmstadt 1995. Jahr ist mein,/ da sin gen E. al„le võ⸗ge⸗lein,/ Him mel und Er den lir ist der voll,/ viel gut Ge⸗-sang da lau ⸗ tet 98 7—4 2 x— e wohl, /viel gut Ge-⸗-sang da lau⸗tet wohl. 2. Voran die liebe Machtigall/ macht alles fröͤhlich uͤber⸗ all/ mit ihrem lieblichen Gesang, ,: des muß sie haben immer Dank;, 3. Viel mehr der liebe Serre Gott,/ der sie also geschaffen hat,/ zu sein die rechte Sängerin, ,: der Musika ein mMeisterin; 2, 33 337.538 Das christliche Leben 4. Dem singt und springt sie Tag und Nacht,/ seins Lobes sie müde macht;/ den ehrt und 19 auch mein Gesang ,: und sagt ihm einen ewgen Dank.: martin. ra + 1546. 65—— EE + 537 Christian 485 +*— ——— 2 Die Gna e un sers Herrn Je⸗ su +. I HTII Ehr! si und die Lie be Got · tes 5 mit uns al len, mit uns al⸗len! A men. 2. Rorinther 13, I3. 5 38 Bei Migidius, 1550. — ——— 265——— . E Ra= sol ⸗len;/ Gott wahes zu From men/ n sei'm 560 ——7—+ eben Das christliche Leben +˙. — ů Wohl-ge⸗fal-len,/ daß wir uns le⸗ gen/ in sei'm —— S——m 2. ö n Gleit und Se⸗gen,/ der Ruh zu pfle ⸗ gen. —.— 2. Fern von uns treibe,/ Herr, unreine Geister;/ halt die — Nachtwache,/ unser Schutz und Meister;/ schirm Ceib und — Seele/ unter deinen Flügeln,/ send uns dein Engel. 3. Caß uns einschlafen/ mit guten Gedaͤnken,/ fröhlich aufwaͤchen/ und von dir nicht wanken./ Laß uns mit ö Züchten/ unser Tun und Dichten/ zu dei'm Preis richten. — 4. Pfleg auch der Kranken/ durch deinen Geliebten,/ * hilf den Gefangnen,/ troͤste die Betrübten. Pfleg auch der se Rinder,/ sei selbst ihr Vormuͤnder,/ Feindes Meid hinder'! 5. Vater, dein Name /werd von uns gepreiset,/ dein —— Reich zukomme,/ dein will werd beweiset;/ frist unser — ö Ceben,/ wollst die Schuld vergeben,/ erlos uns! Amen. (Böhmische Brüͤder.) Peter Serbert, 41671. I. „ 3 539 Mel. Wie lieblich sind die Wohnung dein. Zoh. Sermann Schein, f J630. 530. A. Bei dieser Melodie fallen die eingeklammerten Sätze im Liede weg.) — 1 ö Sach, an der wir stehn,/ und weil es dei ⸗ ne 561 ———— ache ist,/ kann sie nicht un⸗ ter⸗gehn!/ Al⸗ lein das Wei⸗zen⸗korn, be⸗ vor/ es fruchtbar sproßt zum Er⸗de Schoß/ zu ⸗ vor vom eig ⸗ nen We⸗sen los. B. oder Karlsruhe 1822. Die Sach ist dein, Herr Je⸗su Christ,/ die lund weil es dei ne Sa⸗ che ist,/ kann Sach, an der wir stehn, Al lein das Wei⸗zen⸗ sie nicht un⸗ter⸗ gehn!l es fruchtbaͤr sproßt zum 362 539 Das christliche Leben m Das christliche Leben E—— ö =— EE— F korn, be⸗vor muß ster⸗ben in der Er⸗de Schoß Licht em⸗por, zu⸗ vor vom eig nen We⸗sen los, ö —— E 95. E im Ster⸗ben los,/ vom eig⸗nen We⸗sen los. 2. Du gingst, o Jesu, unser Haupt,/ durch Ceiden himmelan/ und führest jeden, der da glaubt,/ mit dir die gleiche Bahn./ Wohlan, so nimm uns allzugleich/ zum Teil am Ceiden und am Reich./ Führ uns durch deines Todes Tor/ samt deiner Sach zum Licht empor!(Zum Licht empor,/ durch Wacht zum Licht emporl) 3. Du starbest selbst als Weizenkorn/ und sankest in das Grab./ Belebe denn, o Cebensborn,/ die Welt, die Gott dir gab;/ send Boten aus in jedes Cand,/ daß bald dein Name werd bekannt,/ dein Name voller Seligkeit;/ auch wir stehn dir zum Dienst bereit.(In Rampf und Streit,/ zum Dienst in RKampf und Streit.) Samuel Preiswerk, T187JI,. 3 von Selicien Zaremba, 1874. 540 Seistliche Volksweise, I637. EE J. Es ist ein Schnitter, der heißt Tod,/ hat Gwalt vom — 2—. 4—. ů—25.— in Hü dm IHN gro⸗ßen Gott./ Heut wetzt er das Mes⸗ser,/ es schneidt 563 541 Das christliche Leben —— en schon viel bes⸗ser,/ bald wird er dreinschnei⸗den,/ wir 2(V. /%% ö —8 8—— ö 2 müs⸗sens nur lei⸗den./ Hüt dich, schoͤns Blü⸗ me⸗lein! 2. Was heut noch grün und frisch dasteht,/ wird mor— gen weggemäht:/ die edlen Narzissen,/ die himmlischen Schlüssel,/ die schoͤn Byazinthen,/ die türkischen Winden:/ Hüt dich, schöns Blümelein! 3. Viel hunderttausend ungezählt/ da unter die Sichel fällt:/ rot Rosen, weiß Lilien,/ euch wird er austilgen;/ und ihr Kaiserkronen,/ er wird euch nicht schonen:/ Huͤt dich, schöns Blümelein! 7. So viel Maßlieb und Rosmaͤrin/ schwellt unter der Sichel hin;/ Vergißmeinnit,/ du mußt auch mit,/ und du Tausendschön,/ man läßt dich nit stehn:/ Hüt dich, schöns Blümelein! 5. Er macht so gar kein Unterschied,/ geht alles in einem Schritt;/ der stolz Rittersporn/ und Blumen im Rorn,/ sie liegen beisammen,/ man weiß kaum den Namen:/ Zut dich, schöns Blümelein! 8. Trutz, Todl komm her, ich fuͤrcht dich nit,/ trutz, komm und tu einꝰ Schnitt!/ Wenn er mich verletzet, so werd ich versetzet/ in himmlischen Garten,/ darauf will ich waͤrten: /Freu dich, schöns Blümelein! Regensburg 1637. 541 Mel. Ich bete an die Macht der Liebe. D. Bortniansky, 1822. .. IE E J. Für dich sei ganz mein Herz und Leben,/ 2 IIRN *4.— 2 Das christliche Leben 541 +* II —+ 42˙0 ruht./ Her⸗stel ler mei⸗ nes schwe⸗ ren Fal ⸗les,/ Nt für dich sei e⸗ wig Herz und al les. 2. Ich liebt und lebte recht im zZwaͤnge,/ wie ich mir lebte ohne dich./ Ich wollte dich nicht, ach so lange;/ doch liebtest du und suchtest mich,/ mich böses Rind aus bösem Samen,/ im hohen, holden Jesusnamen. 3. Deins Vaterherzens tiefste Triebe/ in diesem Namen zeigen sich;/ ein Brunn der Freude, Fried und Liebe/ quillt nun so nah, so mildiglich./ Mein Gott, wenns doch der Sünder wüßtel/ Sein Herz alsbald dich lieben müßte. 4. Ich bete an die Macht der Liebe,/ die sich in Jesu offenbart;/ ich geb mich hin dem freien Triebe,/ wodurch ich Wurm geliebet ward;/ ich will, anstatt an mich zu denken,/ ins Meer der Liebe mich versenken. 5. Wie bist du mir so zart gewogen,/ und wie verlaͤngt dein Zerz nach mirl/ Durch Liebe sanft und tief gezogen,/ neigt sich mein Alles auch zu dir./ Du traute Ciebe, gutes Wesen,/ du hast mich und ich dich erlesen. 56⁵ 572 Das christliche Leben 6. Ich fühls, du bists, dich muß ich haben,/ ich fůhls, ich muß für dich nur sein;/ nicht im Geschopf, nicht in den Gaben,/ mein Platz, der ist in dir allein./ Sier ist die Ruh, hier ist Vergnügen,/ drum folg ich deinen selgen Zügen. 7. Ehr sei dem hohen Jesusnamen,/ in dem der Liebe Quell entspringt,/ von dem hier alle Bächlein kamen,/ aus dem der Selgen Schar dort trinkt!/ Wie beugen sie sich ohne Ende,/ wie falten sie die frohen Saändel 0 8. O Jesu, daß dein Name bliebe/ im Grunde tief ge— drücket ein;/ möcht deine süße Jesusliebe/ in Serz und Sinn gepräget sein!/ Im Wort, im Werk und allem Wesen/ sei Jesus und sonst nichts zu lesen! Gerhard Tersteegen, 1769. 542 Wien 1779. In erit Gott, wir lo ⸗ben dich;/ Serr, wir Uvor dir neigt die Er„ de sich/ und be⸗ . re. — prei sen dei„ne Stär⸗ke; wun ⸗ dert dei ne W-wer⸗ke; — 1.——— EEEDE D/i———— —— 22— 105— .— F al⸗ler Jeit,/ so bleibst du in E wig⸗keit. 2. Alles, was dich preisen kann,/ Cherubim und Sera⸗— phinen,/ stimmen dir ein Coblied an;/ alle Engel, die dir dienen,/ rufen dir in selger Ruh:/ Heilig, heilig, heiligl zu. 366 wie du warst vor vor Das christliche Leben 543 3. ISeilig, Serr Gott Zebaoth,/ heilig, Serr der Krieges⸗ heere;/ starker Selfer in der Not,/ HBimmel, Erde, Cuft und Meere/ sind erfüllt von deinem Ruhmz/ alles ist dein Eigentum. 4. II Der Apostel heilger Chor,/ der Propheten große menge/ schickt zu deinem Thron empor/ neue Cob⸗ und Dankgesänge,/ der Blutzeugen große Schar/ lobt und preist dich immerdar. 5. A Auf dem ganzen Erdenkreis/ loben Große und auch Kleine/ dich, Gott Vater; dir zum Preis/ singt die heilige Gemeine;/ sie verehrt auf deinem Thron /deinen ein⸗ gebornen Sohn. 6. Sie verehrt den heilgen Geist,/ welcher uns mit seinen Lehren/ und mit Troste kräftig speist,/ der, o Rönig aller Ehren,/ der mit dir, Zerr Jesu Christ,/ und dem Vater ewig ist. 7. I Steh, Serr, deinen Dienern bei,/ welche dich mit Demut bitten,/ die dein Blut dort machte frei,/ als du für uns hast gelitten./ Nimm uns nach vollbrachtem Lauf/ zu dir in den Zimmel auf. 8. II Sieh dein Volk in Gnaden an;/ hilf uns, segne, Zerr, dein Erbe;/ leit es auf der rechten Bahn,/ daß der Feind es nicht verderbe;/ wart und pfleg es in der zeit,/ heb es hoch in Ewigkeit. 9. A Alle Tage wollen wir/ dich und deinen Wamen preisen/ und zu allen Zeiten dir/ Ehre, Lob und Dank er⸗ weisen./ Gib, daß wir von Sunden heut/ und von Unfall sei'n befreit. 10. Serr, erbarm, erbarme dich!j/ Über uns, Serr, sei dein Segen!/ Deine Güte zeige sich,/ Serr, auf allen unsern Wegen. JAuf dich hoffen wir allein,/ laß uns nicht ver⸗ loren sein! Nach dem Te deum laudamus(Alte Kirche), Wien 1779. 543 Cè sar Malan, 1827. 4— . V.——— X* J. Har⸗-re, mei⸗ne See⸗le,/ har⸗ re des Herrn!/ 367 344 Das christliche Leben —67(„ dann U——— 8—— ̃ 277720 2— 275 De 25 al⸗len Stürmen,/ in al ⸗ler EI er Rot wird 0. dich beron men,/ der treu e Gott. 2. Harre, meine Seele,/ harre des Serrn!/ Alles ihm befehle,/ hilft er doch so gern.(I, dann A) ,: Wenn alles bricht:/ Gott verläßt uns nicht;/ größer als der Helfer/ ist die Not ja nicht. ,„: Ewige Treue,/ Retter in Not,/ rett auch unsre Seele,/ du treuer Gott. Hriedrich Räder, 4 1872. 544 Zürich 716 J. Berr, nun 3 00 Wa⸗ gen nn x ö ö e . seit geht sonst die Fahrt, 100 brächt Freud dem Das christliche Leben wi ⸗der⸗part,/ der dich/ ver⸗ acht't so ir. rent lich. freventlich! 2. Gott, erhöh deins Namens Ehr;/ wehr und straf der Bösen Grimm,/ weck die Schaͤf mit deiner Stimm,/ die dich/ lieb haben inniglich! 3. Hilf, daß alle Bitterkeit/ scheid, o Herr, und alte Treu/ wiederkehr und werde neu,/ daß wir/ ewig lobsingen dir! Zuldreich Zwingli, J53J. 94⁵ Oberhessische Volksweise, J9. Fahrhundert. 5. 0—— 4.— 0 2 2——.— N J. Herz, laß dein Sor⸗ gen sein,/ äR RET=S Sor-gen schafft Angst 45 Pein/ und frommt doch nicht./ EE Ver⸗trau auf Gott, den Herrn,/ sein Zilf ist dir nicht fern,/ 309 Das christliche Leben 546 —1—..— 2.— 2 PII. 235 2² Gott schlum⸗-mert nicht,/ Gott schlum-mert nicht. 2. Sieh doch die Lilien an,/ wer hat sie angetan/ mit solcher Zier?/ Gott webt 3u aller Zeit/ ihnen das Feier⸗ kleid, ,„: webt es auch dir. ,: 3. Nimm doch der Vöglein wahr,/ die aller Sorgen bar,/ so fröhlich sind./ Gott nährt sie spät und früh,/ bist du nicht mehr, denn sie? ,„: nicht Gottes Rind? ,: 4. Gottes Kind, hörst du nicht,/ wie so vernehmlich spricht/ dein Jesus Christ:/ Herz, laß dein Sorgen sein,/ trachte nach dem allein,„: was droben ist. ,: Zulius Sturm, 4 1896. 546 Weise eines deut schen 5655——65—6 1545. DD.—— 2—— ES üti ü J. Herz⸗lich tut mich er 91. 1—5 be E 5 Som⸗ mer⸗zeit,/ wenn Gott ird 1063 verneu⸗ en/ al les zur E-⸗ wig⸗ keit./ Den H und die Er ⸗de/ wird Gott neu schaf⸗fen gar,/ all Rre⸗a⸗ mit feier⸗ bar,/ st du mlich ein,/ 1896. 1545. Das christliche A Rauter E.—— tur soll wer⸗— ganz herr⸗lich, n und klar. 2. Keine Zunge kann erreichen/ die ewge Schönheit groß;/ man kanns mit nichts vergleichen,/ die Wort sind viel zu bloß;/ drum müssen wir das sparen/ bis an den jüngsten Tag;/ dann wollen wir erfahren,/ was Gott ist und vermag. 3. Da werden wir mit Freuden/ den Heiland schauen an,/ der durch sein Blut und Leiden/ den Zimmel aufgetan,/ die lieben Patriarchen,/ Propheten allzumal,/ die Märtrer und Apostel/ bei ihm in großer Jahl. 4. Er wird uns fröhlich leiten/ ins ewge Paradeis,/ die Hochzeit zu bereiten/ zu seinem Lob und Preis:/ da wird sein Freud und Wonne,/ in rechter Lieb und Treu,/ aus Gottes Schatz und Bronne/ und täglich werden neu. 5. Herr Gott, durch deine Güte/ führ mich auf rechter Bahn!/ Serr Christ, mich wohl behüte,/ sonst mocht ich irre gahn:/ halt mich im Glauben feste/ in dieser bösen Zeit,/ hilf, daß ich mich stets rüste/ zur ewgen Sochzeitsfreud. Johaͤnn Walter, 1570, nach einem Sommerlied. 54⁷7 Mel. wie schön leuchtet der Morgenstern(Nr. 260). J. Hier stehen wir von nah und fern/ in einem Geist vor einem Serrn/ vereint zu Dank und Bitte:/ O Jesu, selge Majestat,/ gekreuzigt einst und nun erhöht,/ tritt ein in unsre Mittel/ Stimm an,/ nimm an/ unsre Lieder,/ die wir wieder/ vor dich bringen,/ deiner Ciebe Tun zu singen. 2. Was ein verborgnes Senfkorn war,/ das breitest du von Jahr zu Jahr/ nun aus mit mächtgen ZIweigen./ Zu Tausenden erwachst dein Bund/ und öffnet Herz und Sand und Mund,/ für Gottes Heil zu zeugen;/ deinen/ reinen/ Lebenssamen,/ deinen Naͤmen/ durch die Weiten/ aller Cänder auszubreiten. 37¹ 5478 Das christliche Leben 3. Dein ist die Welt, dein sind auch wir,/ und alle Voͤlker werden dir/ einst noch zu Fuͤßen fallen;/ du weckst sie aus der Todesruh/ und führst schon Erstlinge herzu a zu Salems heilgen Sallen;/ spendest,/ sendest/ Licht und Segen/ allerwegen/ deinen Freunden,/ herrschest unter deinen Feinden. 4. Dein sind wir, dein in Ewigkeit;/ drum wollen wir, du Beld im Streit,/ an deinem Auge hängen./ Wohlaͤuf, mit Macht umgürte dich,/ du Arm des Serrn, so werden sich/ die Völker um dich drängen!/ Alsdann/ wird maͤn/ froͤhlich singen,/ Palmen schwingen,/ wenn man schauet,/ wie Jehova Zion bauet. Albert Knapp, 4 1864. 548 ö 1724. ö— — 4—IEI— 550 ö T— N— 231. 2 — x Ich trau auf Gott!/ In al⸗ler Ich lie be Gott!/ Bis in den . . D —— 2—.—4 —8—— 255 1 n Vot/ auf Gott mein Hoff nung bau e. Tod/ auf die se Lieb ver⸗ traue. ö △ ö 1— 555 é .......I. , r— Je⸗ su, dir leb ich;/ Je⸗su, dir sterb ich./ Dein bin ich tot und le ⸗ ben ⸗dig. Das christliche Leben 549 2. Das Seil allein/ kann sicher sein/ in meines Jesu Wunden;/ in deinem Tod,/ o liebster Gott,/ das Leben wird gefunden. /Jesu, dir leb ich;/ Jesu, dir sterb ich./ Dein bin ich tot und lebendig. 3. Ein sehnend Serz/ in Reu und Schmerz/ soll nimmer⸗ mehr verzagen!/ Mit rechter Reu,/ von Sünden frei,/ darf ich zu Jesu sagen:/ Jesu, dir leb ich;/ Jesu, dir sterb ich./ Dein bin ich tot und lebendig. 4. Fort, fort, o Welt;/ was dir gefällt,/ das macht mich jetzt verdrossen;/ in Gott allein/ mein Ruh soll sein,/ ich hab es fest beschlossen:/ Jesu, dir leb ich;/ Jesu, dir sterb ich./ Dein bin ich tot und lebendig. 5. Am letzten End/ in deine Händ/ will ich mein Seel aufgeben!/ O Zesu mein,/ ganz bin ich dein,/ schenk mir das ewge Ceben!/ Jesu, dir leb ich;/ Jesu, dir sterb ich./ Dein bin ich tot und lebendig. Duderstädter Sesangbuch, 1724. 549 Bei J. Georg Sille, 1739. —— 2:.. will stre ben/ nach dem Le⸗ben,/ wé 1.% Ich will rin-gen/ ein ⸗ zu⸗ drin⸗gen,/ .. EE wo ich se⸗ lig bin; ö bis daß ichs ge⸗ winn. Hält man mich, so ERREEEEEN lauf ich fort;/ bin ich matt, so ruft das Wort: /Fort-ge⸗ 19 57³3 550 Das christliche Leben run⸗gen,/ durch⸗ge⸗drun⸗gen/ bis zum Klein od hin! 2. Als berufen/ zu den Stufen/ vor des Cammes Thron/ will ich eilen,/ das Verweilen/ bringt oft boͤsen Cohn./ Wer auch läuft und läuft zu schlecht,/ der versäumt sein Rronenrecht./ Was dahinten,/ das mag schwinden;/ ich will nichts davon. 3. Jesu, richte/ mein Gesichte/ nur auf jenes Ziel;/ lenk die Schritte,/ stärk die Tritte,/ wenn ich Schwach heit fůͤhl./ Lockt die Welt, so sprich mir zu,/ schmäht sie mich, so tröste du;/ deine Gnade/ führ gerade/ mich aus ihrem Spiel. 4. Du mußt ziehen;/ mein Bemůhen/ ist zu mangelhaft./ Wo ihrs fehle,/ fühlt die Seele;/ aber du hast Kraft,/ weil dein Wort ein Leben bringt,/ und dein Geist das Serz durchdringt./ Dort wirds tönen/ bei dem Krönen:/ Gott ist's, der es schafft. Pbilipp Sriedrich Siller, T 769. Dort oben, dort oben.) 5 50 Volksweise. H EE . ⏑———.....— — J. Im Him mel, im Sim„mel/ ist — un— 2 Hi——— 7—.—— Freu⸗ de so viel;/ da tan ⸗ zen die — 2— 3 Eng ⸗lein/ und ha ben ihr Spiel. en Das christliche Leben 551 2. Sie singen, sie springen/ und loben ihrn Gott, ,: der BZimmel und Erde/ erschaffen hat. ,: 3. Dort oben, dort oben/ vor der himmlischen Tür, 2): da steht ein arm Seele/ und weinet so sehr. ,: 4.„Arm Seele, arm Seele,/ was stehest du hier? : Wenn ich dich anschaue,/ so weinest du mir.“ ,: 5. Wie sollt ich nicht weinen,/ du gütiger Gott: ,: Ich 5 übertreten/ die zehen Gebot!“ ,: 6.„Hast du übertreten/ die zehen Gebot: 2,: fall nieder auf die Knie/ und bete zu Gottl ,: 7. Bet immer, bet immer/ und allzeit mit Fleiß, 5: so wird dir Gott schenken/ die himmlische Freud.“ ,: 8. Die himmlische Freud ist/ ein wunderschöne Stadt, ) da Friede und Freude/ kein Ende mehr hat. Volkslied. 20 wie Nr. 363.—5 5 5 1 Joh. Friedrich Reichardt, 1790. 2 2— 1 * J. Im⸗-mer muß ich wie⸗ der le⸗sen/ in dem al⸗ ten, 3. er ist so —— än 4 We sen,/ oh⸗ ne n. und oh⸗-ne Trug. 2. Wie er hieß die Rindlein kommen,/ wie er hold sie an⸗ geblickt/ und sie in den Arm genommen/ und sie an das Herz gedrückt; 3. Wie er Zilfe und Erbarmen/ allen Rranken gern erwies/ und die Bloͤden und die Armen/ seine lieben Brüder hieß; 19* 37⁵ 52 Das christliche Leben 4. Wie er keinem Sünder wehrte,/ der bekümmert zu ihm kam,/ wie er freundlich ihn bekehrte,/ ihm den Tod vom Berzen nahm. 5. Hat die Serde sanft geleitet,/ die sein Vater ihm ver⸗ liehn,/ hat die Arme ausgebreitet,/ alle an sein Serz zu ziehn. 6. Immer muß ich wieder lesen,/ und ich lese mich nicht satt,/ wie er ist so treu gewesen,/ wie er uns geliebet hat. Luise Sensel, 4 1876. 5 52 G. Gastoldi, I59I. 2 SIE + In dir ist Freu⸗de/ in al⸗lem Lei⸗de,/ o du [durch dich wir ha⸗ben/ himmli⸗ sche Ga⸗ ben,/ der du X .—* II ,.,, wie.,—— Z sü ⸗ßer Je⸗su Christ; Bil⸗fest von Schanden,/ waͤh ⸗rer Sei⸗land bist. Zu dei⸗ ner Gü⸗te/ ret⸗test von Ban⸗den;/ wer dir ver⸗ trau et,/ hat wohl ge⸗ steht un⸗ser Gmüͤ⸗ te,/ an dir wir kle⸗ben/ im Tod und bau ⸗et,/ wird e⸗ wig blei⸗ ben,/ Hal⸗le⸗lu⸗ 1—7 CLe⸗ben;/ nichts kann uns schei⸗ den./ Hal⸗le⸗-lu⸗ ja. 2. Wenn wir dich haben,/ kann uns nicht schaͤden/ Teufel, Sünde, Welt und Tod;/ du hasts in Händen,/ kannst alles wenden,/ wie nur heißen mag die Not./ 576 62994 Das christliche Leben 553 Drum wir dich ehren,/ dein Lob vermehren/ mit hellem Schaͤlle,/ freuen uns alle/ zu dieser Stunde,/ Halleluja./ Wir jubilieren/ und triumphieren,/ lieben und loben/ dein Macht dort oben/ mit Herz und MNunde,/ Haͤlleluja. Johann Lindemann, nach J634. 5 5 3 Rarl Voigtländer, 1853. H— 9 — 2——.—— 50.7 —— 7— 2 Si ů 7 ö 7 J. Laßt mich gehn, laßt mich gehn,/ daß ich Je⸗sum + + arr ͤr,. mô⸗ge sehn!/ Mei⸗ ne Seel ist voll Ver⸗langen,/ ihn auf E WE E e · wig zu um⸗ fan⸗gen/ und vor sei⸗nem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht,/ Sonne, die durch Wolken bricht!/ O wann werd ich dahin kommen,/ daß ich dort mit allen Frommen/ schau dein holdes Angesicht! 3. Ach wie schön, ach wie schön /ist der Engel Lob— getoͤn!/ Hätt ich Flüͤgel, hätt ich Fluͤgel,/ flog ich über Tal und Zuͤgel/ heute noch nach Zions Höhn. 4. Wie wirds sein, wie wirds sein,/ wenn ich zieh in Salem ein,/ in die Stadt der goldnen Gassen!/ Serr, mein Bott, ich kanns nicht fassen,/ was das wird fuͤr Wonne sein! 5. Paradies, Paradies,/ wie ist deine Frucht so süß!/ Unter deinen Lebensbäumen/ wirds uns sein, als ob wir träumen./ Bring uns, Serr, ins Paradies! Gustav Knak, f 1878. 37⁷ 75⁴ Das christliche Leben 55⁴4 Mel. Entlaubt ist uns der Walde. Volksweise, I5. Jahrhundert. + 465 zu,.n——.——— + 0— I 35 4 Cob Gott ge⸗ trost mit Sin⸗ gen, froh⸗lock, du Dir soll es nicht miß ⸗lin· gen,/ Gott hilft dir christlich Schar! im⸗mer⸗dar. — Ob du gleich hier mußt tra gen/ viel —.— ö ö x ö—— I 1 2.—]— EE EE e Wi⸗ der⸗wär⸗tig⸗keit,/ doch sollst du nicht ver⸗ za⸗gen,/ dir aus al⸗lem Leid. EI denn er hilft dir aus alllem Leid. 2. A Rann und maͤg auch verlassen/ ein Mutter je ihr Rind/ und also gar verstoßen,/ daß es kein Gnad mehr findt?/ Und ob sichs möcht begeben,/ daß sie so gar ab⸗ fiel:/ Gott schwöͤrt bei seinem Leben,/ daß er dich nicht verlassen will. 3. II Darum laß dich nicht schrecken,/ o du christgläubge Schar./ Gott wird dir Silf erwecken/ und selbst dein nehmen wahr./ Hat er dich doch gezeichnet,/ gegraben in sein Händ./ Dein Nam stets vor ihm leuchtet,/ daß er dir seine Silfe send. 37⁸ * NV Das christliche Leben 355 4. A Es tut ihn nicht gereuen,/ was er vorlängst ge— deut't,/ sein Rirche zu erneuen/ in dieser gfährlich Zeit./ Er wird herzlich anschaͤuen/ dein Jammer und Elend,/ dich herrlich auferbauen/ durch sein rein Wort und Sakrament. 5. Gott solln wir billig loben,/ der sich aus großer Gnad/ durch seine milden Gaben/ uns kundgegeben hat./ Er wird uns auch erhalten/ in Cieb und Einigkeit/ und unser freundlich walten/ hie und auch dort in Ewigkeit. (Böhmische Brüder) Johann Sorn, 1 I547. A 555 Englische Weise von J. B. Dykes(Sorbury). V7 ————— EI—..— * 2— ö J. Näher, mein Gott, zu dir,/ nä ⸗ her zu dirl/ D.=.—.eqq-= ——— 4— — Drůckt mich auch Rummer hier,/ dro⸗het man mir,/ EEEE soll doch trotz Rreuz und Pein/ dies mei⸗ne Co⸗sung sein:/ Naͤ⸗her, mein Gott, zu dir,/ nä her zu dir! 370 555 Das christliche Leben B oder Englische weise. 74 IPIIII.IIII —p— T. ö NVNä her, mein Gott, zu dir,/ nä⸗her zu ö Drückt mich auch Kum⸗ mer hier,/ dro⸗ het man TT I.—.—83... ö ——— dir! mir soll doch trotz Rreuz und Pein/ dies mei⸗ ne 4 x x EEE e e Co:sung sein:/ Nä⸗her, mein Gott, zu dir,/ nä⸗her zu dir! 2. Bricht mir wie Jakob dort/ Nacht auch herein;/ find je ich zum Ruheort/ nur einen Stein;/ ist auch im Traume hier/ mein Sehnen für und für:/ Näher, mein Gott, zu dir,/ näher zu dir! ke 3. Geht auch die schmale Bahn/ aufwärts gar steil,/ h führt sie doch himmelan/ zu meinem Seil./ Engel, so licht und schön,/ winken aus selgen Zöhn./ Näher, mein Gott, v zu dir,/ näher zu dir! 4. Ist dann die Nacht vorbei,/ leuchtet die Sonn,/ weih ich mich dir aufs neu/ vor deinem Thron,/ baue mein st Bethel dir/ und jaͤuchz mit Freuden hier:/ Naͤher, mein 8 Gott, zu dir,/ näher zu dir! 5. Ist mir auch ganz verhüllt/ dein Weg allhier,/ wird nur mein Wunsch erfüllt:/ Näher zu dir!/ Schließt dann mein Pilgerlauf,/ schwing ich mich freudig auf/ naͤher, mein Gott, zu dir,/ näher zu dir! 8 (Nach dem Englischen) Sara§F. Adams. 38⁰ Das christliche Leben 556 566 6 nach: Wenn wir in Möten 46 7 Lan Psalter, 1547. r I. O— 10 bald dein Feu⸗-er brenn⸗te,/ 2 Welt er⸗Eenn⸗te,/ daß du bist Kö⸗nig, Gott und Serr! 2. Jwar brennt es schon in heller Flamme/ jetzt hier, jetzt dort, in Ost und West,/ dir, dem für uns erwürgten Camme/ ein herrlich Pfingst- und Freudenfest. 3. Und noch entzunden Zimmelsfunken/ so maͤnches kalte, tote Serz/ und machen Durstge freudetrunken/ und heilen Sünd- und Söllenschmerz. ö 4. Erwecke, läutre und vereine/ des ganzen Christen— volkes Schar/ und mach in deinem Gnaͤdenscheine/ dein Heil noch jedem offenbar. 5. Du unerschöpfter Guell des Cebens,/ allmächtig starker Gotteshauch,/ dein Feuermeer ström nicht ver— gebens;/ ach, zünd in unsern Serzen auch. 6. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen/ und baue deinen Tempel aus;/ laß leuchten deine heilgen Flammen/ durch deines Vaters ganzes Haus. 7. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme/ doch bald die ganze, weite Welt/ und zeig dich jedem Völkerstamme/ als Beiland, Friedefürst und Held. 581 957 Das christliche Leben 8. Dann tönen dir von Millionen/ der Liebe Jubel— harmonien,/ und alle, die auf Erden wohnen,/ knien vor den Thron des LCammes hin. Georg Sriedrich Sickert, T1815. 957 dei ⸗ner Herd,/ daß ih re Seel auch se ⸗Hlig werd. 2. Erfülle mit dem Gnadenschein,/ die in Irrtum ver— führet sein,/ auch die, so heimlich noch ficht an/ in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaͤufen hat/ von dir, das suche du mit Gnad/ und sein verwundt Gewissen heil;/ laß sie am Himmel haben teil. 4. Den Tauben öffne das Gehör,/ die Stummen richtig reden lehr,/ die nicht bekennen wollen frei,/ was ihres Berzens Glauben sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt,/ bring her, die sich von uns getrennt,/ versammle, die zerstreuet gehn,/ mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich/ auf Erden und im Bimmelreich/ hier zeitlich und dort ewiglich/ für solche Gnade preisen dich. Johann Seermann, 1 1647. 382 —.44 Das christliche Leben 558559 Oberhessische Weise. ä EF J. Sag, 1——„ hilft 15 le mit üt. —— Gut und Geld?ꝰ?/ Al⸗ les ver⸗ 4 —.— nunn nn ui vi schwind't ge⸗schwind/ gleich wie der Rauch im Wind. 2. Was hilft der hohe Thron,/ das Szepter und die Kron?/ Szepter und Regiment/ hat alles bald ein End. 3. Was hilft sein hübsch und fein,/ schön wie die Röse— lein?/ Schönheit vergeht im Grab;/ die Rosen faͤllen ab. 4. Was hilft ein goldgelb Saar?/ Augen kristallenklar?/ Lippen korallenrot?/ Alles vergeht im Tod. 5. Was ist das güldne Stück/ von Gold, Zierd und Ge⸗ schmück?/ Gold ist nur rote Erd:/ die Erd ist nicht viel wert. 6. Fahr hin, oWelt, fahr hin!/ Bei dir find ich kein Gwinnꝛ/ das Ewge achtst du nit;/ hier haͤst dein Ernt und Schnitt. 7. Fahr hin! leb, wie du willt,/ haͤst gnug mit mir ge⸗ spielt./ Die Ewigkeit ist nah:/ fromms Leben ich anfah. Volkslied, Röln 1623. —.— Schlesisch 1842. J. Schön⸗ster HBerr Je 6 7 Berr⸗ scher 583 360 Das christliche Leben . — 1I21 1 4——— al⸗ler— Han⸗..— tes und Ma⸗ en . Sohn,/ dich will ich 3 ben,/ dich will ich —.— ö + —— 1 i..rri..— üt ren,/ mei ner See⸗ le Freud und RKron. 2— Schön sind die Wälder,/ schön sind die Felder/ in der schönen Frühlingszeit:/& Jesus ist schöner,/ Jesus ist reiner,/ der unser traͤurig Serz erfreut. 3. II Schön leucht't die Sonne,/ schön leucht't der Monde/ und die Sternlein allzumal: Jesus leucht't schöner,/ Jesus leucht't reiner/ als die Engel im Simmelssaal. 4. III Schön sind die Blumen,/ schöner sind die Men⸗ schen/ in der frischen Jugendzeit:/ A Sie müssen sterben,/ müssen verderben: /Jesus bleibt in Ewigkeit. Münster i. Westf. 1677. 560 Mel. Wie könnt ich ruhig schlafen. Friedrich Silcher 1842. ——5 9 V ¶NSo nimm denn mei⸗ ne Hän; de/ und fůh⸗ re Uiche bis an mein se⸗lig Ende/ und e⸗wigelich. —.——.— 2.— H12 E — Ich mag aͤl⸗lein nicht ge ⸗ hen,/ nicht ei- nen Schritt;/ wo 358⁴ Das christliche Leben 561 22—— EE du wirst gehn und ste⸗ hen,/ da nimm mich mit. 2. In dein Erbarmen hüͤlle/ mein schwaͤches Herz/ und mach es gänzlich stille/ in Freud und Schmerz;/ laß ruhn zu deinen Füßen/ dein armes Rind, /es will die Augen schließen/ und glauben blind. 3. Wenn ich auch gleich nichts fühle/ von deiner Macht,/ du fuhrst mich doch zum Ziele/ auch durch die Nacht;/ so nimm denn meine Zände/ und führe mich/ bis an mein selig Ende/ und ewiglich. Zulie von Sausmann, 4 J90l. 561 Mel. Wer hier vor Gott will sein gerecht. Nach Mikolaus Serman, + 156I. l —— EE J. I Steht auf, ihr lie⸗ben 1 29— Mor⸗gen⸗stern mit hel⸗ lem— 88 läßt sich se⸗hen E l wie ein Seld/ und leuch⸗tet in die n 3 Welt. 2. A willkommen seist du, schöner Stern! /Du bringst uns Christum, unsern Herrn,/ der unser lieber Heiland ist;/ darum du hoch zu loben bist. H— —* 585 562 Das christliche Leben 3. II Ihr Kinder sollt bei diesem Stern/ erkennen Christum, unsern Serrn,/ Marien Sohn, den treuen Bort;/ der leuchtet uns mit seinem Wort. 4. A Gotts Wort, du bist der Norgenstern,/ wir können dein gar nicht entbehrn,/ du mußt uns leuchten immerdar,/ sonst sitzen wir im Finstern gar. S. III willkommen seist du, lieber Tag,/ vor dir die Nacht nicht bleiben mag;/ leucht uns in unsre Serzen fein/ mit deinem hellen Simmelsschein! 6. A O Jesu Christ, wir warten dein:/ dein heilges Wort leucht uns so fein!/ Am End der Welt bleib nicht lang aus/ und führ uns in deins Vaters Saus! 7. Du bist die liebe Sonne klar,/ wer an dich glaubt, der ist fuͤrwahr/ ein Kind der ewgen Seligkeit,/ die deinen Christen ist bereit. 8. Wir danken dir, wir loben dich/ hier zeitlich und dort ewiglich/ für deine groß Barmherzigkeit/ von nun an bis in Ewigkeit. Erasmus Alberus, geb. um 1500 in der Wetterau, Pfarrer in Sprend⸗ lingen i. St., Staden, Babenhausen u. a. G., 1553 in Neu⸗Brandenburg 562 Rarl Voigtländer, 1853. IJ. Un ter CLi⸗lien je ner Freuden/ sollst du r wei⸗den,/ See⸗le, schwin„ ge dich em ⸗por!/ ů—e?e....— Hini . S wie ein Ad⸗ler fleug be⸗ hen⸗dez/ Je su 386 Das christliche Leben 363 Zän⸗de/ öff ⸗ nen schon das Per ⸗ len-tor. 2. Caßt mich gehen, laßt mich laufen/ zu dem Haͤufen/ derer, die des Lammes Thron/ nebst dem Chor der Sera— phinen/ schon bedienen/ mit dem reinsten Jubelton. 3. Cöse, erstgeborner Bruder,/ doch die Ruder/ meines Schiffleins; laß mich ein/ in den sichern Friedenshafen,/ zu den Schaͤfen,/ die der Furcht entrücket sein. 4. Wichts soll mir am Serzen kleben,/ süßes Leben,/ was die Erde in sich hält./ Sollt ich in der Wüͤste weilen/ und nicht eilen?/ Nein, ich eil ins Zimmelszelt. S. Berr, wie bald kannst du es machen,/ daß mit Lachen/ unser Mund erfüllet sei!/ Du kannst durch des Todes Türen/ träumend fuůͤhren/ und machst uns auf einmal frei. 6. Du hast Suůnd und Straf getraͤgen;/ Furcht und Zagen/ muß nun ferne von mir gehn./ Tod, dein Stachel wird zu Schanden;/ frei von Banden/ werd ich fröhlich auferstehn. 7. Gottes Camm, dich will ich loben/ hier und droben/ mit der herzlichsten Begier./ Du haͤst dich zum ewgen Ceben/ mir gegeben;/ hole mich, o Herr, zu dir! Joh. Ludw. Konrad Allendorf, 1 1773 563 Choralbuch der si 1784. e J. Weil ich Je⸗ su Schäf⸗lein bin,/ freu— mich nur I im⸗mer⸗- hin/ ü⸗ber mei⸗ nen gu⸗ten Sir ⸗ ten,/ 387 N 564 Das christliche Leben 6150 der mich wohl weiß zu be⸗ wir · ten,/ der mich lie ⸗bet, der mich kennt/ und bei mei⸗ nem Na⸗- men nennt. 2. Unter seinem sanften Stab/ geh ich aus und ein und hab/ unaussprechlich süße Weide,/ daß ich keinen Mangel leide;/ und so oft ich durstig bin,/ fuͤhrt er mich zum Brunnquell hin. 3. Sollt ich nun nicht fröhlich sein,/ ich beglücktes Schäfelein?/ Denn nach diesen schöͤnen Tagen/ werd ich endlich heimgetragen/ in des Sirten Arm und Schoß./ Amen, ja, mein Glück ist groß! Luise von ZSayn, F 1782 eeißt du, wie⸗viel Weißt du, wie⸗viel Sternlein ste⸗ hen/ an dem Wol⸗ken ge⸗hen/ weithin blau ⸗en Him⸗mels⸗ zeltꝰ ber al le Welt?/ Gott, der Serr, hat sie ge⸗ 588 Das christliche Leben 365 gan⸗zen gro⸗ßen Jahl,/ an der gan⸗- zen gro⸗ßen Jahl. 2. Weißt du, wieviel Mücklein spielen/ in der heißen Sonnenglut?/ wieviel Fischlein auch sich kühlen/ in der hellen Waͤssersflut?/ Gott, der Herr, rief sie mit Namen,/ daß sie all ins Ceben kamen,: daß sie nun so fröhlich sind. ,: 3. Weißt du, wieviel Kinder frühe/ stehn aus ihrem Bettlein auf,/ daß sie ohne Sorg und Muͤhe/ fröͤhlich sind im Tageslauf?/ Gott im Himmel hat an allen/ seine Cust, sein Wohlgefaͤllen,, kennt auch dich und hat dich lieb. ,: Wilhelm Sey, 4 I854. 565 Mel. Romm, Seele, Jesu Leiden(oder wie Nr. 441). Joh. Walls 11650 2 J. Wenn al⸗-le un⸗treu wer⸗den,/ so bleib ich —. 2 H ö—— ᷣSISISIISIIIEEEE t. E ö dir doch treu,/ daß Dankbar⸗keit auf Er ⸗den/ nicht F ö ö e nr., Ban.,—ñ— SSDIII T 62— 2 +— & n e aus ge⸗ stor⸗ben sei./ Fuͤr mich um fing dich 589 566 Das christliche Leben E E 10—— 44 e Lei:den,/ vergingst fur mich in Schmerz;/ drum geb ich — 4——————— dir mit Freu⸗den/ auf e⸗ wig die⸗ses Serz. 2. Oft muß ich bitter weinen,/ daß du gestorben bist/ und maͤncher von den Deinen/ dich lebenslang vergißt./ Von Liebe nur durchdrungen/ haͤst du so viel getan,/ und doch bist du verklungen,/ und keiner denkt daran. 3. Du stehst voll treuer Liebe/ noch immer jedem bei,/ und wenn dir keiner bliebe,/ so bleibst du dennoch treu./ Die treuste Ciebe sieget,/ am Ende fuͤhlt man sie,/ weint bitterlich und schmieget/ sich kindlich an dein Knie. 4. Ich hab dich empfunden,/ o lasse nicht von mir;/ laß innig mich verbunden/ auf ewig sein mit dir!/ Einst schaͤuen meine Brüder/ auch wieder himmelwärts/ und sinken liebend nieder/ und fallen dir ans Serz. Sriedrich von Fardenberg(Wovalis), FISoI. 566 Volksweise, um 1813. 2—.— Bei die ser Melodie fällt die Wiederholung der Schlußzeile weg.) 5— E — TEE ,,. 0 Gott, dem Serrn, ver⸗traut;/ wenn al ⸗les bricht,/ er 59⁰ ne ssse Das christliche Leben 566 E=. za ⸗get nicht,/ dem From · men nim ⸗»mer graut. B oder Mach Albert Methfessel, T1869. ttTTTTT T —..—.— + 23* 4 33 9— J. Wer ist ein Mann?/ Wer be⸗ ten ö 14. x 2 1— 1 kann/ und Gott, dem Serrn, ver⸗ traut;/ wenn S.—— ö al ⸗les bricht,/ er za ⸗ get nicht,/ dem From⸗men —— x——— 2——.— N nim · mer graut,/ dem From⸗men nim⸗mer graut. 2. Wer ist ein Nann?/ Wer glauben kann/ inbrünstig, wahr und frei;/ denn diese Wehr/ trügt nimmermehr, 2): die bricht kein Mensch entzwei. ,: 3. Wer ist ein Mann?/ Wer lieben kann/ von Serzen fromm und warm;/ die heilge Glut/ gibt hohen Mut 2): und stärkt mit Stahl den Arm. 2,: 4. Dies ist der Mann,/ der streiten kann/ für Weib und liebes Kind;/ der kalten Brust/ fehlt Kraft und Lust, 1 und ihre Tat wird Wind. 2, 591 567 Das christliche Leben 5. Dies ist der Mann,/ der sterben kann/ für Freiheit, Pflicht und Recht;/ dem frommen Mut deucht alles gut, es geht ihm nimmer schlecht. ,: C. Dies ist der Mann,/ der sterben kann/ für Gott und Vaterland;/ er läßt nicht ab/ bis an das Grab ꝛ,: mit Berz und Mund und Sand. 3„ 7. So, deutscher Mann,/ so, freier Mann,/ mit Gott, dem Serrn, zum Rrieg!/ Denn Gott allein/ kann Selfer sein,:: von Gott kommt Glück und Sieg. ,: Ernst Moritz Arndt, I813. (Oder wie Nr. 439.) 567 Hriedrich Silcher, 4 1860. x——..— ——.... J. wie lieb⸗-lich ists hie⸗ nie- den,/ wenn Brü⸗der treu ge⸗sinnt/ in Ein⸗ tracht und in 1 I —————5.——— EEEE —— Frie den/ ver⸗traut bein- sam men sind. 2. Wie Tau vom Sermon nieder/ auf Gottes Berge fließt:/ also auch auf die Bruͤder/ der Segen sich ergießt. 3. Und einstens wird erneuet durch sie die heilge Stadt;/ was Rnecht ist, wird befreiet/ und rein, was Flecken hat. 7. Und alles Volk der Erde/ geht nun zum Lichte ein;/ dann wird nur eine Serde/ und nur ein HBirte sein. Sriedr. Gottlob Wetzel, F 181J9. 392 Das christliche Leben 568 568 Rarl Löwe, 1827. Ar mit grimm gem Un ⸗ ver⸗stand/ UVir⸗gends Ret⸗ tung, nir ⸗gends Land/ S.SI.... — wel⸗len sich be ⸗ we⸗gen! vor des Sturm⸗winds SHn II Ei· ner ist's, der Christ Ry- ri e, /du wan⸗delst auf der See. 2.J wie vor unserm Angesicht/ Mond und Sterne schwinden!/ Wenn des Schiffleins Ruder bricht,/ wo dann Rettung finden? II Keine Hilf als bei dem Herrn, /er ist unser Morgenstern:/ Christ Ryrie,/ erschein uns auf der See! 3. A Nach dem Sturme fahren wir/ sicher durch die wellen, /lassen, großer Schöpfer, dir/ unser Lob er— schallen./ Cobet ihn mit Herz und Mund,/ lobet ihn zu jeder Stund!/ Christ Ryrie,/ ja dir gehorcht die See. 4. Einst in meiner letzten Not /laͤßt mich nicht ver⸗ sinken!/ Soll ich von dem bittern Tod/ Well auf Welle trinken,/ reiche mir dann liebentbrannt,/ Zerr, Herr, deine Glaubenshand!/ Christ Ryrie,/ komm zu uns auf die See! Nach einem Schifferliede von Johannes Daniel Falk, 4 1826. 39³ Das christliche Leben Um I802. 4— — 4 VTAI n. u ö V.* i. E I. Iwir pflü⸗gen und wir streu en/ den Sa⸗- men auf das Land, doch Wachstum und Ge⸗ ö 2 DS.— EE— dei ⸗ hen/ steht in des Bim ⸗-mels Hand;/ der EAR tut mit lei⸗ sem We⸗ hen/ sich mild und heim ⸗lich 2 —.— —.—— EESEEEEEE e e auf/ und träuft, wenn heim wir ge⸗hen,/ Wuchs und Ge⸗dei⸗hen drauf. A Al· le gu⸗-te Ga⸗ be kommt — ö———— EI S... her von Gott, dem Berrn;/ drum dankt ihm, dankt,/ 39 II E Al Das christliche Leben 57⁰ ——. ů ö ö 1—.— v.I 66 drum dankt ihm, dankt/ und hofft auf ihn! 2. II Er sendet Tau und Regen/ und Sonn⸗ und Mon⸗ denschein/ und wickelt seinen Segen/ gar zart und künstlich ein;/ und bringt ihn dann behende/ in unser Feld und Brot;/ es geht durch unsre Hände,/ kommt aber her von Gott. A Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn; drum daͤnkt ihm, dankt ,: und hofft auf ihn! 3. IWas nah ist und was ferne,/ von Gott kommt alles her,/ der Strohhalm und die Sterne,/ das Sandkorn und das Meer./ Von ihm sind Bůsch und Blätter/ und Rorn und Obst, von ihm/ das schöne Frühlingswetter/ und Schnee und Ungestüm.& Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem gerrn; ,: drum dankt ihm, dankt ,: und hofft auf ihn! 4. II Er läßt die Sonn aufgehen, /er stellt des Nondes Cauf,/ er läßt die Winde wehen/ und tut die Wolken auf./ Er schenkt uns so viel Freude,/ er macht uns frisch und rot;/ er gibt dem Viehe Weide/ und seinen Menschen Brot. A Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Berrn; drum dankt ihm, dankt ,: und hofft auf ihnl Matthias Claudius, JI815. 57⁰ Miederländische Volksweise, vor 1626. 2 4 E Z e nire J. Wir tre⸗ten zum Be⸗ten vor Gott, den Serren,/ 571 Das christliche Leben —.— 10 rüh⸗met froh sein's lie-ben Na⸗ mens Eh?⸗ren,/ der 2,—.— 22 IDEIINTPITFI je tzo un⸗sern Feind waͤrf auf den Grund. 2. I Zu Ehren des Serren wollt, weil ihr lebet,/ ihm danken ohn Wanken dies Wunder groß./ Vor seinem Aug stets rein zu wandeln strebet,/ tut Recht und sagt von Cug und Trug euch los. 3. II Der Böse, Arglose zu Fall zu bringen,/ schleicht grollend und brüllend, dem Löwen gleich,/ und suchet, wen er grausam mag verschlingen,/ wem er versetzen mag den Todesstreich. 4. A Wacht, flehet, bestehet im guten Streite,/ mit Schande in Bande der Sünd nicht faͤllt!/ Dem frommen Volk gibt Gott den Feind zur Beute,/ und waͤr auch noch groß sein's Reichs Gewalt! Miederländisches Siegeslied(I626), übertragen von Karl Budde. 57¹ Irische Weise. + n L ri in a——— H i J. Wo fin⸗det die See⸗le die Beimat, die Ruh?/ Wer .—.— E deckt sie mit schüt⸗zen⸗den Fit⸗ ti⸗chen zu?/ Ach bie⸗tet die 396 —. Das christliche Leben 572 Welt keine Frei⸗ statt uns an,/ wo Sünde nicht herrschen, nicht + +. l —6—737 an⸗fech⸗ten kann?/ Nein, nein,/ nein, nein,/ hier ist sie nicht;/ die Hei⸗maͤt der See⸗le ist dro ⸗-ben im Licht. 2. Verlasset die Erde, die Seimat zu sehn,/ die Seimat der Seele, so herrlich, so schon!/ Jerusalem droben, von Golde ge— baut,/ ist dieses die Seimat der Seele, der Braut?:: Ja, ja ꝛ,: dieses allein/ kann Ruhplaͤtz und Heimat der Seele nur sein. 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht!/ Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht./ Das Rauschen der Haͤrfen, der liebliche Klang/ bewillkommt die Seele mit süßem Gesangl:,: Ruh, Ruh,:,: himmlische Ruh/ im Schoße des Mittlers, ich eile dir zul Franz Ludwig Zörgens, 4 1837. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Frankfurt a. M. I599. H CL——J‚..‚. D... .... — 3—— Awen in Frie⸗den eu⸗ re Pfa⸗- de!l/ Mit euch Wenn euch Je⸗su Hän-de schir⸗men,/ gehts un⸗ ........———— — 2 des gro⸗ ßen Got⸗tes Gna⸗-de/ und sei⸗ ner heilẽ gen ter Son⸗nen⸗ schein und Stür⸗men/ ge⸗trost und froh bei 59⁷ 572 Das christliche Leben . x — DRDD—— En⸗gel Wacht! Lag und ach Racht. Lebt wohl, lebt wohl im Serrn!/ I 12.—. 1 . ——— 2 Er sei euchnimmer fern,/ spaͤt und frůͤhel/ Vergeßt uns nicht/ E...e 2..— 0 ö—.— + E——.——— 634— in sei⸗nem Licht,/ und wenn ihr sucht sein An⸗ge⸗sichtl Gustav Knak, 1878. 398 Liturgische Gesänge I. Wechselgesänge der Gemeinde für den Hauptgottesdienst an Sonn-⸗ und Feiertagen I. Zum Beginn (Nach: Im Namen des Vaters usw.) .. 6 A men. 2. Zum Eingangsspruch 4 00 1— + Eh⸗re sei dem Va⸗ter und dem Soh⸗ne und dem +. 1 + 2 ᷓᷓH. heil gen Gei ⸗ ste, wie es war von An⸗ fang, jetzt und im⸗mer⸗ e. dar und von E⸗ wig⸗ keit zu E wig · keit. A⸗men. Wwinin Eker Ehr sei dem Va⸗ter und dem Sohn und dem hei⸗ — D‚D‚D‚‚‚I‚‚e‚I‚‚eII‚‚‚.‚e. •⸗5 10.. li⸗gen Geist, wie es war von An⸗fang, jetzt und im⸗ 39 N 3 — 1 —... Liturgische Gesange Li ...F. T— m erdar und von E⸗wig⸗keit Ju E wigkeit. A⸗men. 3. Bitte um Gottes Gnade L —— — 2——— Ber ⸗re Gott, er ⸗bar⸗ me dich. Chri ⸗-ste, —— 4—— 2—— er⸗bar⸗me dich. Her re Sott, er⸗bar⸗me dich. 5 SS.....* + Berr, er ⸗bar⸗ me dich. Chri⸗ ste, er⸗bar⸗ De me dich. Berr, er⸗ barm dich ü⸗ber uns. II II 4. Dank für die Erlösung (Nach der Gnadenversicherung, schließend mit: Cobsinget ihm, erhebet seinen Wamen.)(sch D 1 ———— I‚—. 2 2— 2— W3*.2 +V——————— 1 Ꝙ— 12 Eh⸗re sei Gott in der Hö⸗-he! Und auf 7.— ö ö ö* + IDSEE—— Er⸗den Fried und den Menschen ein Wohl⸗ge⸗ fal-lenl b ö Oder: Allein Gott in der Höh sei Ehr. 6⁰⁰ Liturgische Gesänge 5. Wechselgruß des Geistlichen und der Gemeinde +—.— Der Serr sei mit euchl) . Und mit dei⸗nem Gei ⸗stel!] 6. Zum Gebet a A⸗-men. 24 174 N b IEI 1 ur— D N 22— VI + A⸗- men, A men. 7. Zur Schriftlesung üüüä mit: Cob sei dir, o Jesul) S Eh»re sei dir, Serrl] 8. Zur Schriftlesung (schließend mit: Cob, Ehr und Preis sei Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.) Hal⸗le⸗lu⸗ ja, Sal⸗-le⸗lu⸗ ja. Bal⸗le⸗lu⸗ ja, Sal⸗le⸗Iu⸗ja, Zal ⸗le⸗lu · · ja. 6⁰1 (573) Liturgische Gesänge CIn der Passionszeit A⸗- men. da 67 .(J5. FJahrhundert.) Wittenberg 1524. SSS.. + Wir glau ⸗ ben all an Ei nen Gott,/ SiE—. Schöpfer Zimmels 198 der Er⸗ deu, v der sich duech e sum, + 1 —LV —. sei⸗ nen Sohn,/ uns zum Va⸗ter hat ge⸗ ge⸗ ben./ Er will +. +. är — 42 ——3— uns all⸗zeit er⸗näh⸗ ren,/ uns zur Se⸗lig⸗keit be wah⸗ ren/ ........ durch den Glau⸗ ben; Femn Leid soll uns . din ——. 22.—½ e———— wi⸗derfah⸗ ren. Und ob auch Tod und Söl le ,n M—* gnur..— ꝗ —— 13 dräut,/ wir sind des Herrn in E wig⸗keit! Nach Luther 4(46. 6⁰² An nge I— An Sonn⸗ und Feiertagen(7 (574 Langenöls J742. +*— EEEE— 2.5 Wöeechs; ben all an Ei⸗ nen Gott,/ Schöpfer der sich durch Je⸗sum, sei⸗nen Sohn,/ uns zum E Bimmels und der Er⸗den, Va⸗ ter hat ge⸗ge⸗ ben./ Er will uns allzeit er⸗ ö—— ren. 01.— 2 2 x é 2 EE— .......I.I.I.I Herrn in E⸗wig⸗keitl/ A⸗men, A⸗-men, A⸗men! Nach Luther, 1 1546. 90(575) Arnold Mendels sohn, 1912. .e.....e...... —7— 4— glau⸗ben all an Ei ⸗ nen Gott,/ der sich durch Je⸗ sum, sei nen Sohn,/ 6⁰³ Kiturgische Gesänge 1 2— 1 —2 A ů.IU— —1 E.— V2 x Schöp⸗fer HBim-mels und der Er.—. x Er will uns zum Va⸗ ter haͤt ge⸗ge⸗ben. durch den ——4 1 1 1— ——.—.— 5s uns all⸗ zeit er⸗ näh⸗ren,/ uns zur Se⸗ lig⸗ heilgen Geist im Glau⸗ben;/ kein Ceid soll uns ö— ö ö*—— EEE 4——— keit be⸗ wah ren 2 wi⸗ der ⸗ fah⸗-ren. Nach die sem E⸗lend — 5.,—.— ist be⸗ reit/ uns ein LCe⸗ben in E wig keit./ D A men,. men, A men. Oder: naͤch dem vom Geistlichen gesprochenen Glaubens— bekenntnis singt die Gemeinde: 2 4 ———.— +—— A:;: men. Oder wie II. Io. Nach dem Vaterunser 32 4 S... Amen.] Liturgische Gesänge II. Nach dem Segen A⸗men, A⸗men, A⸗men. + EEEEEEE + A⸗men, A⸗-men, A⸗ men. I. Wechselgesänge zur Abendmahlsfeier I. Schaffe in mir, Gott. Nr. 2II-Christe, du Camm Gottes, Nr. 195. 2. Nach den Worten: Der Berr sei mit euch! — ———— wat Hus. L. Und mit dei ⸗nem Gei ste. 3. Naͤch den Worten: Die Serzen in die Böhel 0 CL SSDETTTI SII.I 2 Er⸗he⸗ben wir zum Ser⸗ren. 4. Nach den Worten: Lasset uns Dank sagen unserm Gottl 2—— é ö EEE 4 Das ist wür⸗dig und recht. 2⁰ 6⁰⁵ Zur Abendmahlsfeier 5. Wach der Danksagung: (576 LV 1——— E....... Bei⸗lig, hei⸗lig, hei lig ist Gott, —— EEEEEEEEE der Berr Ze⸗ ba⸗ othl Al le Lan de W, x ö ö ö E sind sei⸗ ner Eh ⸗re voll. 5osi ⸗an⸗- na +. ꝗ———— I 7 in der 56 ⸗ he! Ge⸗lo⸗bet sei, der da kommt im 2... 2—.— I— — — ————. La ne.wen. Na⸗ men des Serrn, 5osi⸗an⸗na in der 5⸗hel Jesaia 6,3; Matth. 2J,9. Die in Hessen gebräuchlichen Sottesdienstordnungen (Siehe Liturgische Gesänge S. 864ff.) I. Hauptgottesdienst Form A (Chorgesang.) Eingangslied der Gemeinde. P. Eingangsgruß. Gebet. Schriftlesung(entweder Epistel oder Evangelium). 606 DSDRRAS eier tt, Gottesdienstordnungen Lied. Ranzelgruß. Predigt. Friede Gottes. Lied. Kirchengebet. Fürbitten. Gebet des Herrn. (Schlußgesang.) Verkündigungen. Segen. Form B I. Eingang (Chorgesang.) Eingaͤngslied der Gemeinde. P. Eingangsgruß. Gemeinde: Amen. P. Eingaͤngsspruch. (Chorgesang.) Gemeinde: Ehrle) sei dem Vaͤter und dem Sohnle) und dem heilli) gen Geist(e), wie es war von Anfang, jetzt und immerdaͤr(und) von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Oder 123,: Allein Gott in der Höh sei Ehr oder s„,Ü=; I3I, 33 136,I; 137,1 O. e. a. 2. Gebet und Schriftlesung P. Gebet. Gemeinde: Amen(Amen). P. Schriftlesung. J. Altes Testament. Lied des Chores oder der Gemeinde. 2.] Neues Testament. Gemeinde: Salleluja, Salleluja(Halleluja). (In der Passionszeit: Amen.) 3. Lied (Chorgesang.) LCied der Gemeinde. 4. Predigt P. Ranzelgruß. Predigt. Friede Gottes. (Chorgesang.) Lied der Gemeinde. Oder Wechselgesang zwischen Chor(Chören) und Gemeinde. 20⁷ 60⁷ Gottesdienstordnungen 5. Gebet P. Altaͤrspruch. Chorgesang. Oder: (P. Die Serzen in die Zöhe. Gemeinde: Erheben wir zum Zerren. P. Casset uns Dank sagen un serm Gott. Gemeinde: Das ist würdig und recht. P. Danksagung. Gemeinde: Seilig, heilig, heilig ist Gott, der Zerr Jebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Sosianna in der Hhe. Selobet sei, der da kommt im Namen des Serrn. Zosianna in der HBöhe.] Allgemeines Rirchengebet und Fürbitten. Gebet des HZerrn. (Chorgesang.) 6. Schluß Gemeinde: Schlußgesang(2,5; II; I3,3; 152,4; 291,9 oder ein anderes, auch: Die Gnade unsers Serrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heilgen Geistes sei mit uns allen, mit uns allen. Amen.) P. Verkündigungen. P. Segen. Gemeinde: Amen, Amen, Amen. Stilles Gebet. Orgelnaͤchspiel. Form C I. Eingang 2 (Chorgesang.) Eingangslied der Gemeinde. P. Eingangsgruß. Gemeinde: Amen. Eingangsspruch. (Chorgesang.) Gemeinde: Ehrle sei dem Vater und dem Sohnie) und dem heillgen Geistle), wie es war von Anfang, jetzt und immerdar(und) von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.(Oder Nr. 5, V. 4; I3I, V. 3; I36, V. I J37, V. Joder ein anderes.) b) P. Ryrie(Bitte um Gottes Gnade). Serr, erbarme dich. 6⁰⁸ en Gottesdienstordnungen Gemeinde: Serr, erbarme dich. Christe, erbarme dich. Herr, erbarm dich uͤber uns. Oder: Serre Sott, erbarme dich. Christe, erbarme dich. Zerre Sott, erbarme dich.(Oder eine Liedstrophe, z. B.: 211; 212, I. 3.) c) P. Gloria.(Verkündigung der Gnade Gottes.) Cobsinget ihm, erhebet seinen Namen! Gemeinde: Ehre sei Gott in der Zöhe und auf Erden Fried und den Menschen ein Wohlgefaͤllen! oder Nr. 123,] (oder ein anderes). (Chorgesang.) 2. Gebet und Schriftlesung P. Gebet. Gemeinde: Amen(Amen). P. Schriftlesung. Gemeinde: Salleluja, Salleluja Galleluja).(In der Passionszeit: Amen.) 3. Glaubensbekenntnis P. Casset uns vor Gott treten mit dem Lobopfer und Be— kenntnis unseres Glaubens: Gemeinde: Wir glaͤuben all an Einen Gott, Schöpfer Zimmels und der Erden, Der sich durch Jesum, seinen Sohn, Uns zum Vater hat gegeben. Er will uns aͤllzeit ernähren, Uns zur Seligkeit bewahren Durch den heilgen Geist im Glauben. Rein LCeid soll uns widerfahren. Und ob auch Tod und Hoͤlle dräut, Nach die sem Elend ist bereit Wir sind des Herrn in Ewigkeit. Uns ein Leben in Ewigkeit. (Amen.) Oder: P. Glaubensbekenntnis. Gemeinde: Amen(Amen, Amen). 6oo Gottesdienstordnungen 4. Cied 5. Predigt Kanzelgruß. Predigt. Friede Gottes. (Chorgesang.) Gemeindelied. Oder: Wechselgesaͤng zwischen Chor(Chören) und Gemeinde. 6. Gebet P. Altarspruch. Chorgesang. Oder: (P. Die Herzen in die Söhe. Gemeinde: Erheben wir zum Serren. H. Easset uns Dank sagen unserm Gott. Gemeind e: Das ist würdig und recht.) P. Danksagung. Gemeinde: Zeilig, heilig, heilig ist Gott, der Serr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Zöhe.(Gelobet sei, der da kommt im Namen des Serrn. Ho sianna in der Söhe.)! Allgemeines Rirchengebet und Fürbitten. Gebet des Serrn. (Chorgesang.) 7. Schluß Gemeinde: Schlußgesang(2,5; II; I3,3; I52,4; 29J,9 oder ein anderes, auch: Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Ciebe Gottes und die Gemeinschaft des heilgen Geistes sei mit uns allen, mit uns allen. Amen.) P. Verkündigungen. P. Segen. Gemeinde: Amen, Amen, Amen. Stilles Gebet. Orgelnachspiel. Form D I. Eingang a) (Chorgesang.) Eingangslied der Gemeinde. P. Eingaͤngsgruß. Gemeinde: Amen. 61⁰ Gottesdienstordnungen P. Eingangsspruch. (Chorgesang.) Gemeinde: Ehre) sei dem Vater und dem Sohne) und dem heilgen Geistée), wie es war von Anfang, jetzt und im merdar(und) von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Oder Nr. 5 V. 4; 13I V. 33; I36 V. I; I37 V. I O. e. a. b) P. Sündenbekenntnis. Berr, erbarme dich. Gemeinde: Serr, erbarme dich. Christe, erbarme dich. Herr, erbarm dich uͤber uns. Oder: Herre Gott, erbarme dich. Christe, erbarme dich. Serre Gott, erbarme dich. c) P. Gnaͤdenverkündigung. LCobsinget ihm, erhebet seinen Wamen! Gemeinde: Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried und den Menschen ein Wohlgefaͤllen.(Oder Nr. 123 V. 1.0 (Chorgesang.) 2. Gebet und Schriftlesung (P. Der Serr sei mit euch. Gemeinde: Und mit deinem Geiste.) P. Gebet. Gemeinde: Amen(Amen). P. Schriftlesung:(I). Das Evaͤngelium. P. Lob sei dir, o Jesul Gemeinde: Ehre sei dir, Serr. (Liedvers, Gemeinde oder Chor.) 2. Die Epistel. Gemeinde: Salleluja. Baͤlleluja(Salleluja).(In der Passionszeit: Amen.) 3. Glaubensbekenntnis P. Casset uns vor Gott treten mit dem CLobopfer und Be— kenntnis unseres Glaubens. Entweder: P. Glaubensbekenntnis. Gemeinde: Amen(Amen, Amen). II Gottesdienstordnungen Gemeinde: Oder: Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer Simmels und der Erden, Der sich durch Jesum, seinen Sohn, Uns zum Vater hat gegeben. Er will uns allzeit ernähren, Uns zur Seligkeit bewahren Durch den heilgen Geist im Glauben. Rein Leid soll uns widerfahren. Oder Und ob auch Tod und Hölle dräut, Nach die sem Elend ist bereit Wir sind des Herrn in Ewigkeit. Uns ein Leben in Ewigkeit.) (Amen.) 4. Lied 5. Predigt Kanzelgruß. Predigt. Friede Gottes. (Chorgesang.) Gemeindelied. Oder Wechselgesang zwischen Chor(Chören) und Gemeinde. 6. Gebet P. Altarspruch. (Chorgesang.) Allgemeines Kirchengebet und Fürbitten. Gebet des Herrn. (Chorgesaͤng.) 7. Schluß Gemeinde: Schlußgesang(2,5; II; I3,3; I52,4; 291,9 oder ein anderes, auch: Die Gnade unferes Herrn Jesu Christi und die Ciebe Gottes und die Gemeinschaͤft des heiligen Geistes sei mit uns allen, mit uns allen. Amen.) P. Verkündigungen. P. Segen. Gemeinde: Amen, Amen, Amen. Stilles Gebet. Orgelnaͤchspiel. D P Gottesdienstordnungen II. Seier des heiligen Abendmahls [wenn Beichte damit verbunden ist: (Chorgesang.) Cied der Gemeinde. P. Ein gangsspruch. (Gebet. Gemeinde: Amen.) P. Ansprache. (Gemeinde: Schaffe in mir, Gott, ein reines Serze Nr. 2II.) P. Beichte und Gnadenverkündigung. Abendmahlsfeier: Gemeinde: Christe, du Lamm Gottes Nr. 195 oder ein anderes Lied. (P. Abendmahlsvermahnung, wenn die Beichte nicht unmittelbar vorangegangen ist.) Es folgt entweder: P. Die Herzen in die Zöhe! Gemeinde: Erheben wir zum Berrn. P. Casset uns Dank sagen unserm Gott. Gemeinde: Das ist würdig und recht. P. Danksagung. Gemeinde: Seilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth; alle Cande sind seiner Ehre voll. Ho— sianng in der Höhe.(Gelobet sei, der da kommt im Namen des Zerrn. Hosianna in der Höhe.) Oder: P. Danksagung.(Gemeinde: Seilig, heilig, heilig wie oben) P.(Gebet.) Gebet des Herrn(vor oder nach den Ein setzungsworten). Einsetzungsworte des heiligen Abendmahls. Austeilung des heiligen Abendmahls (wobei Chor und Gemeinde singen, z. B.: Schmücke dich, o liebe Seele Nr. 196 oder andere Lieder). P. Gebet. Gemeinde: Schlußlied, z. B.: Pr. 158,7; 516. P. Segen. Gemeinde: Amen, Amen, Amen. Stilles Gebet. 613 Gottesdienstordnungen III. Der Kindergottesdienst Form A (Rinderchor.) K. CLied. P. Eröffnung. K. Amen. P. Eingangsspruch. K. Wechselgesang, z. B.: Nr. 139. RKnaben: V. J. Mädchen: V. 3. Alle: V. 8(ähnlich Nr. I30, I33, 134, 273, 368, 37J). P. Gebet. K. Amen(Amen). P. Schriftlesung. K. Balleluja, Salleluja(Balleluja).(In der Passionszeit: Amen.) K. Lied. Unterweisung. K. Lied. P. Gebet. Gebet des Zerrn. K. Schlußgesang. P. Segen. K. Amen, Amen, Amen. Form B Eingang: K. Lied. P. Eröffnung und Eingangsspruch. K. Ehrle) sei dem Vater und dem Sohnee) und dem heillhgen Geistle), wie es war von Anfang, jetzt und immerdar (und) von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Oder: Nr. 5/ V. 73 6, V. 3 O. e. a. P. Bußspruch. K. Nr. 2J]I oder 249, V. J. P. Gnadenverkündigung. K. Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried und den Menschen ein Wohl⸗ gefallen. Oder: Wr. 123, I; 130,; 134, I. 2; 249, 3. (Bekenntnis(entweder die Jo Gebote oder die Seligpreisungen oder Glaubensbekenntnis).] P. Gebet. K. Amen(Amen). Bauptlied. P. Schriftlesung. K. Halleluja, Salleluja(Ballelujaq). (In der Passionszeit: Amen.) Unterweisung und Gesang. Gebet. Gebet des Zerrn. K. Schlußgesang. P. Segen. K. Amen, Amen, Amen. 6¹⁴ DXNDRëGt. Morgen⸗ und Abendgebete Gebete zur häuslichen Andacht I. Quthers Morgensegen Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir. Ps. 63, 7. Das walte Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Amen. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, auf daß dir all mein Tun und Leben gefalle. Ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse§Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 291: Vater unser im Himmelreich. 2. Luthers Abendsegen Berr, ich gedenke des Wachts an deinen Namen. Pps. II7, 55. Das walte Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Amen. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag so gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich unrecht getan und dich beleidigt habe, und mich diese Wacht auch so gnädiglich behüten. Ich befehle 615 Morgen⸗ und mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Zände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. LCied Nr. 386: Sinunter ist der Sonne Schein. I. Worgen⸗ und Abendgebete auf die Tage der Woche 3. Morgengebet am Sonntag Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gern, daß ich im Hause des Herrn bleiben möge mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Zerrn und seinen Tempel zu besuchen. Ps. 27, 4. Vater des Lichts, der du das natürliche Licht dieser Welt uns scheinen lässest, sende doch auch heute das wahrhaftige Licht, Jesus Christus, in unsere Herzen und lasse ihn darin leuchten und alle Finsternis ver⸗ treiben, damit wir dich, ewiger Gott, in deinem lieben Sohne erkennen und liebgewinnen mögen. Siehe, wir sind durch die Sünde in der Finsternis der Eitelkeit dieser Welt gefangen; darum lehre uns selber aus deinem Worte, wie wir dir im Glauben gehorsam werden können. Vater des Lichts und Geber aller guten und voll—⸗ kommnen Gaben, gönne uns heute dein heiliges Wort und laß es unseres Herzens höchste Freude und Wonne sein. Stärke uns, alles zu meiden, was deinen heiligen Tag entheiligt, und laß uns merken, wo es uns fehlt. Gib auch allen denen, die hier und an anderen Orten heute dein Wort verkündigen, deinen heiligen Geist, daß sie dein und nicht ihr Wort predigen, und daß sie solches tun mit fröhlichem Auftun ihres Mundes zum 616 VA öXV ⁊⁊„ Abendgebete Beile derer, die sie hören.—Ja, komme selbst zu uns und halte deinen Feiertag in unsern Seelen. Laß unser Herz deinen Tempel sein. Wohne in uns mit deinem Geist und führe uns bis an das Ende unserer Wallfahrt; bis wir würdig werden, den ewigen Sab⸗ bat mit dem Volke Gottes zu feiern; dann wollen wir dich für alle deine Liebe und deine Wohltaten herzlich lieben, loben und preisen ewiglich, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. Lied Nr. 30]J: Gott ist gegenwärtig. 4. Abendgebet am Sonntag Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit ver⸗ kündigen. Ps. 92, 2. 3. Berr, allmächtiger Gott und himmlischer Vater, wir danken dir von Grund unserer Herzen für deine Güte und Wohltat, die du uns an diesem Tage erzeigt hast, insbesondere für dein göttliches Wort, das du uns auch heute hast verkündigen lassen. Wir bitten dich auch, du treuer Gott, du wollest uns bei deinem allein⸗ seligmachenden Wort bis an unser letztes Seufzen er⸗ halten und unsere Herzen mit deinem heiligen Geiste erleuchten, daß wir erkennen mögen, was gut und böse ist. Du wollest auch alle Sünden, die wir heute wissentlich oder unwissentlich getan haben, auch die verborgenen Fehler, durch deine Barmherzigkeit uns vergeben, und in der kommenden Nacht uns Ruhe verleihen, daß wir frisch und gesund zu deinem Lobe morgen wieder aufstehen. Amen. Lied Nr. J39: Lobe den Herren, o meine Seele! 6¹⁷ Morgen⸗ und 5. Morgengebet am Montag Der Berr, unser Gott, sei uns freundlich und för⸗ dere das Werk unserer Hände bei uns; ja, das Werk unserer Hände wolle er fördern. Ps. 90, I7. O Herr! Durch deine Güte fangen wir mit diesem Morgen unsere Wochenarbeit von neuem an. Laß deine ewige Liebe und Treue auch heute uns abermals aufgehen. Wer sind wir, o Gott, daß du uns bis hier⸗ her gebracht hast? Ach, gedenke nicht unserer Sünden, gedenke aber heute unser nach deiner großen Barm⸗ herzigkeit. Verlaß uns nicht und ziehe deine Band nicht von uns ab, Gott, unser Heil! Lehre uns tun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn. Behüte uns vor allem Übel, behüte unsere Seele und unseren Leib, unseren Eingang und Ausgang! Wehre allem Bösen, das uns das Ziel un⸗ seres Christenlaufs verrücken könnte. Laß uns auf⸗ sehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender un⸗ seres Glaubens, damit alles, was wir tun, in dir getan sei! Gib zu unserer Arbeit dem Leibe Rraft und Ge⸗ sundheit, dem Gemüte Ruhe und Zufriedenheit und erhalte uns den Segen, den du seither uns hast zu⸗ fließen lassen. Legest du uns eine Last auf, so hilf sie uns auch tragen. Segne, die dich lieben, beide, Große und Rleine, um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Amen. Lied Nr. 365: Aus meines HSerzens Grunde. 6. Abendgebet am Montag Ich liege und schlafe ganz in Frieden; denn du allein, Serr, hilfst mir, daß ich sicher wohne. Ps. 4, 9. Ich lobe und preise deinen heiligen Namen, ewiger Gott, für die Wohltaten, die ich heute wieder von 618⁸ Abendgebete dir empfangen habe. Ich preise dich auch für das Kreuz, das du mir, als einem Jünger Jesu, täglich auflegst, um meine Seele zu dir zu ziehen. So nimm mich denn jetzt zur Ruhe, lieber Vater! Ich lege mich in deine Arme in gläubigem Vertrauen auf deine Gnade. Schließe du mir mit deiner segnenden Vaterhand die Augen zu. Be⸗— hüte meinen Leib und meine Seele und alles, was du mir gegeben hast. Behüte auch alle meine Lieben und laß niemand sie aus deiner dand reißen. Erbarme dich aller Menschen in der Welt, vornehmlich meiner Mit⸗ brüder und Mitschwestern in Christo Jesu. Amen. Lied Nr. 300: Ach, Gott, verlaß mich nicht! 7. Morgengebet am Dienstag Bei dir ist die lebendige Quelle, und in deinem Licht sehen wir das Licht. Breite deine Güte aus über die, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit über die Frommen. Ps. 36, Io. II. O du allmächtiger Gott und Vater des Lichts, der du aus der Finsternis den Norgen machst und die Sonne dem Tage zum Lichte gibst, dir bringe ich frühe das Dankopfer meines Mundes dar, weil du mich das Son⸗ nenlicht wieder hast erblicken lassen. Ach Herr, laß mit dem Tageslicht mir und den Meinen, meinen Freunden und denen, die mir feind sind, auch deine Gnade neu auf⸗ gehen. Gib allenthalben neues Licht, neue Freudigkeit, neues Leben und neue Seligkeit! O Herr Jesus Chri⸗ stus, du Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf mit deiner Gnade in meinem Herzen. Erleuchte, erwärme und er⸗ freue es. Bewahre mich vor den Werken der Finsternis, laß mich in deinem Lichte wandeln, dir folgen und der— einst gelangen zu deiner himmlischen Rlarheit. Amen. Lied Nr. 371: Morgenglanz der Ewigkeit. 6¹9 Morgen; und 8. Abendgebet am Dienstag Gehe nicht ins Gericht mit deinem Rnecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. Ps. 143, 2. Herr, du Hüter Israels, der du nicht schläfst noch schlummerst, wache über uns mit deinem Vaterauge auch in dieser Nacht. Deine Hand decke alles, was da lebet! LZaß uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Gib, daß alle, die heute uneins miteinander geworden sind, die Sonne nicht über ihrem Zorn untergehen lassen. Erquicke mit sanfter Ruhe alle Menschen, die diesen Tag über můde geworden sind. Stärke die, welche aus Not auch in dieser Wacht arbeiten müssen. Silf den Reisenden zurecht, die jetzt noch auf der Straße wallen. Schaffe denen ihr Unterkommen, welche heute keine Herberge fanden. Labe, die sich hungrig niederlegen müssen. Wache selbst über den Rranken, pflege die Rinder und Säuglinge, kürze die Zeit denen, die nicht schlafen können, und stehe mit deinem Trost allen Notleiden⸗ den bei, die heute eine elende Nacht haben werden.— Erhalte einem jeden das Seine in Ruhe und Frieden, bis wir endlich aus dieser Welt kommen zu deinem ewigen Licht! Amen. Lied Nr. 400: Der Mond ist aufgegangen. 9. Morgengebet am Mittwoch Berr, lehre mich tun nach deinem Wohlgefaͤllen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. Ps. I43, Jo. gieber himmlischer Vater, durch deine Gnade bin ich wieder in die Mitte einer Woche eingetreten und preise dafür deinen heiligen Namen. Deine Güte ist's, daß wir nicht gar aus sind, deine Barmherzigkeit 62⁰ SE A V OE E 22922888I L —ů-—˖u „—2———— IEI in ite eit Abendgebete hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen über uns neu, und deine Treue ist groß. Dir ergebe ich mich aufs neue, o Vater; mache mit mir, was dir wohl⸗ gefällt. Reinige, läutere und bewähre mich, daß ich ein rechtschaffener Christ werde. Für meine leibliche Votdurft wirst du wohl sorgen; bewahre mich aber vor Müßiggang und laß mich arbeiten, weil es dein Wille ist, und aus herzlicher Liebe gegen meinen Nächsten. Laß deine Barmherzigkeit sich ausbreiten über alle Menschen. Meine Beleidiger siehe mit erbarmen⸗ dem Auge an und vergib ihnen, gleichwie ich ihnen von Serzen vergebe. Alle meine Anverwandten lege ich in deine Liebesarme. Rirche und Schule, Obrig⸗ keit und Untertanen befehle ich dir, mein Gott, wo aber gottloses Wesen ist, da hilf, daß der Sünde ge⸗ steuert werde. Hilf den Armen und Elenden, die zu dir schreien. Zerr, mein Gott, erhöre mich um Jesu Christi willen! Amen. Lied Nr. 368: Die güldne Sonne. 10. Abendgebet am Mittwoch Gott, höre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen; merke auf mich und erhöre mich. D. 55, 2.. Barmherziger Gott, lieber himmlischer Vater! Ich sage dir Lob und Dank für alles Gute, das du mir bisher erwiesen hast, für allen Segen, mit dem du mich im Leiblichen wie im Geistlichen gekrönt, für alle Zilfe und allen Beistand, den du mich immer wieder hast erfahren lassen, für die Freude, die du mir geschenkt, und für die Langmut und Geduld, womit du meine Fehler getragen hast. Ich bin zu gering aller 621 Morgen⸗ und Barmherzigkeit und Treue, die du an mir getan hast, und bitte dich mit herzlicher Reue um Vergebung alles Bösen, das ich begangen. Serr, gehe nicht ins Gericht mit mir, laß deine Güte und Treue mich auch diese Nacht und ferner behüten. In deine Sand be⸗ fehle ich meinen Leib und meine Seele, mein Gut und Vermögen, mein Wachen und Schlafen, mein Leben und Sterben. Wenn einst die Nacht auch für mich kommt, da niemand mehr wirken kann, dann reiche mir deine allmächtige Sand und nimm mich auf zu dir in dein himmlisches Reich. Amen. LCied Nr. 307: Jesu, meine Freude. II. Morgengebet am Donnerstag Herr, höre meine Worte, merke auf meine Rede, vernimm mein Schreien, mein Rönig und mein Gott, denn ich will vor dir beten! Herr, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir schicken. Ps. 5, 24. O allmächtiger, starker und gewaltiger Gott, lieber himmlischer Vater, wir kommen vor dein heiliges Angesicht an diesem Morgen und preisen dich um alle deine Barmherzigkeit, die du wiederum in dieser Nacht an uns erwiesen hast. Du hast uns sicher ruhen lassen und uns fröhlich gemacht im Anschauen deines Cich⸗ tes. Du, unser Gott und Herr, erforschest und kennest uns; du siehest auf unsere geheimsten Gedanken. Ach, Vater, vergib uns doch um deines Namens willen unsere Ubertretungen! Dein heiliger Geist regiere uns zu allem Guten. Unseren Leib und unsere Seele und alles, was uns deine Gnadenhand gegeben hat, be⸗ fehlen wir in deine treuen Vaterhände. Sei du unser und aller Menschen, die dich erkennen und 6²² Abendgebete fürchten, Licht und Heil. Gib, daß wir mit aller Treue warten des Berufes, in den du uns gesetzt hast. Ach, Serr, bewahre unsere Zunge und alle unsere Glieder vor dem Boͤsen. Laß uns diesen Tag in deiner Furcht zubringen, dir zur Ehre und uns zur Seligkeit. Amen. Lied Nr. 369: Wach auf, mein Serz, und singe. I2. Abendgebet am Donnerstag Behüte mich wie einen Augapfel im Auge; beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel. Ps. I7, S. Lieber barmherziger Gott und Vater! Wir kom⸗ men vor dein Angesicht, um dir zu danken, daß du uns auch diesen Tag wieder durch deinen Schutz vor Schaden und Gefahr gnädiglich behütet hast. Wir sind nicht wert aller der Güte und Treue, die du auch heute wieder an uns getan hast. So du, Herr, wolltest Sůünde zurechnen, wer wird bestehen? Darum bitten wir dich, du wollest uns alle Sünden vergeben, die wir in Gedanken, Worten und Werken begangen haben, und uns auch jetzt in dieser Nacht vor aller Gefahr und allem Schaden des Leibes und der Seele gnädiglich beschirmen. Zu dir steht unsere Hoffnung; denn du bist unser Gott. Laß uns heute in Frieden entschlafen und morgen fröhlich zu dei⸗ nem Preise wieder erwachen. Führe uns durch Nacht zum Licht, bis endlich der letzte Tag un⸗ seres Lebens kommt und ein Tag anbricht, der kein Ende nimmt; dann führe uns gnädig in die ewigen Hütten. Amen. Lied Nr. 396. Sirte deiner Schafe. 6²³ Morgen⸗ und I3. Morgengebet am Freitag Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Schaffe in mir ein reines Serz und gib mir einen neuen, gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heilgen Geist nicht von mir. Ps. 51, 3. 12. I3. Gnädiger und liebreicher Gott! Ich hebe in dieser Morgenstunde mein Serz und meine Hände auf zu dem Thron deiner göttlichen Majestät. Mitten in der Finsternis hast du mir Leib und Seele vor Gefahr und Schaden bewahrt. Darum danke ich dir und preise deinen heiligen Namen; du hast Großes an mir getan, des bin ich fröhlich. Sei, o liebreicher Gott, auch heute mein Beistand und leite mich nach deinem Rat. Gib mir heute und allezeit ein, was ich reden soll, daß ich nichts Ubles rede; lehre mich, was ich tun soll, daß ich nichts Böses tue. Laß deines Geistes Zucht an mein Serz klopfen, wenn meine Gedanken sich von dir verirren wollen. Und da der heutige Tag ein Ge⸗ denktag des Leidens und Sterbens meines Zerrn und HBeilands ist, so stelle sein Nreuz vor meine Augen, damit ich schaue, was er für mich gelitten hat, und alle Lust meines Herzens zur Sünde erlösche. Gedenke auch im Leiblichen an mich und segne mich; laß mich aber auch alles Irdische als ein vergängliches Gut ansehen, daß ich meine Seele nicht daran hänge, son⸗ dern nach dem Ewigen trachte. Wenn ich arbeite, so staͤrke mich; wenn ich bete, so erhoͤre mich; wenn ich ausgehe, so begleite mich; wenn ich heimkehre, so weiche nicht von mir. Umgib mich und die Meinen mit deinem Schutze, daß wir den Abend fröhlich erleben. Amen. Zied Nr. 331: Gib dich zufrieden und sei stille. 6²⁴ Abendgebete I4. Abendgebet am Freitag Herr, auf dich traue ich; laß mich nimmermehr zu Schanden werden; errette mich durch deine Gerechtig⸗ keit. Pf. 3I, 2. wir danken dir, Zerr, unser Gott, für die wunder⸗ bare Liebe, mit welcher du uns Unwürdige durch deinen geliebten Sohn errettet hast. Also hast du die Welt geliebt, daß du deinen eingebornen Sohn dahin gabst, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Wie sollen wir dich loben und dir Dank sagen für diese deine Barmherzigkeit? O mache uns würdig, himmlischer Vater, der großen Verheißung deines Sohnes, daß wir in ihm Leben und Seligkeit haben sollen. Vollende, was du begonnen hast, staͤrke, kraͤftige, gründe uns durch die helle Erkenntnis unseres Erlösers. Siehe, wir lieben ihn, hilf uns ihn stärker lieben. Siehe, wir glauben, hilf unserem Unglauben. Amen. Lied Nr. 387: Mein schönste Zier und Bleinod bist. I5. Morgengebet am Samstag Zerr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ps. 90, 2. Du getreuer Gott, auch in dieser Nacht hast du uns wieder geholfen und lässest uns heute unter deinem Schutze den Schluß einer Woche erleben. O Berr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine wahrheit, so weit die Wolken gehen. Ach, gib doch, daß wir ohne Unterlaß deiner Treue gedenken, und 6²⁵ Morgen⸗ und Abendgebete hilf uns, daß auch all unser Wandel dich preise. HBilf uns zu ernstlicher Selbstprüfung, damit wir unsere Gedanken und die Werke dieser Woche überschauen und merken, wo wir gefehlt haben. O Serr, wirke du selbst in uns eine wahre Buße an Serz und Sinn. Sei uns gnädig und erfůlle an uns deine Verheißung: Es sollen wohl Berge weichen und Zůgel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von euch weichen und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen. Erhebe dein Angesicht über uns und gib uns deinen Frieden! Amen. Lied Nr. 335: Ist Gott für mich, so trete. 16. Abendgebet am Samstag Herr, lehre mich, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sie gehen daher wie ein Schatten und machen sich viel vergeb⸗ liche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird. Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Ps. 39, 5-8. Wer bin ich, Herr, und was ist mein Haus, daß du mich bis hierher gebracht hast? Du hast in dieser Woche nicht mit mir gehandelt nach meinen Sünden. Du warst und bist meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich traue. Darum danke ich dir von Grund meines Herzens, und wenn du auch mich und die Meinen mit allerlei Leiden heimsuchst, so lobe ich doch deine Güte, die durch Trübsal uns in dein Reich führen will. Ach, vergib mir um Jesu Christi willen meine Sůnden, die ich wider dich, meinen Nächsten und mich 6²⁶ Heste selbs Got sen verg mich in e Jesr Herr mit schir Ber und Qie Hestgebete selbst in dieser Woche begangen habe. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewis⸗ sen Geist, neige auch mein Herz dazu, daß ich denen vergebe, die sich wider mich versündigt haben. gaß mich weder in Zorn und Unversöhnlichkeit, noch sonst in einem Laster sterben oder verderben, sondern in Jesus Christus, meinem Heiland, erfunden werden. Berr, du bist unsere zuf lucht für und für! Sei mit mir, mit den Meinen, mit allen Menschen, schütze und schirme sie und laß sie immerdar deine Wege gehen. Bereite uns zum ewigen Sabbat, da Freude die Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten ist. Amen. Lied Nr. 402: Gott Lob! ein Schritt zur Ewigkeit. II. Festgebete 17. Auf Weihnachten Dies ist der Tag, den der Herr macht, laßt uns freuen und fröhlich darinnen sein. Ps. II8, 24. Ewiger und allmächtiger Gott, du hast also die welt geliebt, daß du deinen eingebornen Sohn sand⸗ test, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Wir danken dir dafür von Grund unserer Herzen und loben deine große Barmherzigkeit, daß uns besucht hat der Auf⸗ gang aus der Höhe, dein Sohn Jesus Christus, und unser Fleisch und Blut angenommen, damit er durch sein Leben unser Leben heilige. Wir bitten dich herz⸗ lich, verleih uns die Gnade, daß wir alles für Schaden achten gegen die überschwengliche Erkenntnis Jesu Christi. Gib, daß wir an ihn, unseren Heiland, auf⸗ richtig glauben, uns ihm gäͤnzlich ergeben, ihm willig 6²⁷ Festgebete dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit und durch ihn deine Rinder und Miterben sein mögen deiner ewigen Herrlichkeit. Ehre sei dir in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Amen. Lied Nr. 37: Ich steh an deiner Rrippe hier. 18. Zum Jahreswechsel Mein Gott, nimm mich nicht weg in der HSälfte meiner Tage. Deine Jahre währen für und für. Du hast vorhin die Erde gegründet, und die dimmel sind deiner Hände Werk. Sie werden vergehen, aber du bleibest. Sie werden alle veralten wie ein Gewand; sie werden verwandelt wie ein Bleid, wenn du sie verwandeln wirst. Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Ps. I02, 258. Allmächtiger, ewiger Gott, barmherziger Vaͤter, wir haben jetzt abermals ein Jahr unserer Pilger⸗ schaft auf Erden zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Herr und Gott, wir rühmen und preisen deine große Barmherzigkeit und danken dir für alle deine Güte und Treue. Wir bitten dich aber auch durch deinen Sohn, unseren Seiland, vergilt uns nicht nach unserer Missetat, sondern ver⸗ gib uns unsere Sünden und führe uns auf deinen Wegen. Regiere uns, daß wir keine alte Unreinigkeit in das neue Jahr bringen, sondern den alten Menschen aus⸗ und den neuen anziehen, der nach dir geschaffen ist. Fange an, o Vater, uns aufs neue zu segnen. Gib uns rechten Mut, rechten Glauben und rechten Christensinn. Nimm von uns alles Serzeleid, und halte deine Gnadenhand väterlich über uns. Getreuer Gott, erhöre unser Gebet und erbarme dich aller Menschen; erhalte uns dein reines Wort, heilige alle 6²⁸ Geste Lehr Behr förde den ⸗ uns Was das unse Seg Hän brin wehn vers. Bedi den! ebete ãihn higen auf men. . älfte Du sind rdu and; u sie und . ater, Iger⸗ nin wir und itten and, ver⸗ inen gkeit chen ffen nen. hten und euer aller alle Hestgebete Lehrer und Prediger; erbaue Rirchen und Schulen. Behüte uns vor falscher Lehre. Stärke alle Regenten, fordere jeden guten Rat und jede gute Tat. Segne den Hausstand, regiere Rinder und Gesinde. Bewahre uns vor Brieg und Blutvergießen, vor§euers⸗ und wassersnot, vor Teuerung und Krankheiten. Rröne das Jahr mit deinem Gut; gib Frieden im Lande, unseren Herzen Frieden, unserem Leibe Gesundheit. Segne unsere Nahrung und fördere das Werk unserer Zände. Bekehre die Sünder, stärke die Frommen, bringe zurecht die Irrenden, erleuchte unsere Feinde, wehre allen Verfolgern, schütze Witwen und Waisen, versorge die Armen, tröste die Elenden, errette die Bedrängten, pflege die Rranken, sei bei den Sterben⸗ den durch Jesus Christus, unseren Heiland. Amen. Lied Nr. 48: Nun laßt uns gehn und treten. 19. Auf Barfreitag In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost: Ich habe die Welt überwunden. Joh. Iõ, 33. Herr Gott, heiliger, barmherziger Vater, der du kein Gefallen hast an unserem Tode, sondern willst, daß wir uns bekehren und leben: in tiefer Demut preisen wir deine Gnade, daß du deines eingebornen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben hast. Herr Jesus Christus, du Mittler des neuen Bundes, demütige uns heute durch den Anblick deines Leidens und Sterbens. Wir, wir haben dir Mühe und Arbeit gemacht mit unseren Sünden, und um unserer Missetat willen bist du verwundet. O laß es uns nie vergessen, wie schwer die Strafe auf dir lag, damit wir Frieden hätten für unsere 6²⁰ Festgebete Seelen. Treuer Heiland und Versöhner! Du hast das große Werk unserer Erlösung vollbracht. O laß dein Sterben unser Leben, deine Gerechtigkeit unser Heil, deinen Todeskampf unseren Sieg und ewigen Frieden werden. Versetze uns in die Gemeinschaft mit dir, daß unser alter Mensch samt dir gekreuzigt und begraben werde in den Tod, und wir zu einem neuen Leben mit dir auferstehen. Entzůnd unsere Serzen durch die Ziebe, damit du uns geliebt hast bis in den Tod, daß wir dich wiederum lieben mit rechter Inbrunst des Geistes und dir dein Rreuz nachtragen im Glauben und in Geduld. Herr Jesu, wie du selbst deinen Geist befohlen hast in die dände deines himmlischen Vaters, so befehlen auch wir in festem Vertrauen auf die Rraft deiner Erlösung unsern Geist ganz samt Seele und Zeib in deine allmächtige Zand. Du, Serr, bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Braft und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 63: O Haupt voll Blut und Wunden. 20. Auf Gstern Ich lebe und ihr sollt auch leben! Joh. 14, I9. Wir loben und preisen dich allbarmherziger Gott, und danken dir von Herzen, daß du deinen Sohn, Jesus Christus, den großen Sirten der Schafe, aus⸗ geführt hast von den Toten und ihm die Serrlichkeit gegeben, welche er hatte, eh denn die Welt war. Und dir, du großer Siegesfürst, sei ewig Ehre und Preis gebracht für deine unaussprechliche Liebe und den Segen deiner Auferstehung. Stärke und mehre nun unseren schwachen Glauben, daß wir gewiß werden, du seiest um unserer Sünden willen gestorben und 63⁰ Festgebete um unserer Gerechtigkeit willen auferweckt. Wirke in uns durch deine Gnade, daß wir den beständigen Trost empfinden, daß weder Tod noch Sölle uns schrecken können. Erwecke uns zu einem neuen Leben in dir und stärke uns, die Lüste des Fleisches zu be⸗ siegen und die Werke des Geistes zu vollbringen. Rehre ein mit deinem Segen in alle Häuser und gib, daß in unserem Lande Ehre wohne, Güte und Treue einan⸗ der begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen. Romme zu Hilfe deiner bedrängten Rirche und erwecke auch sie zu neuem Leben und neuer Rraft. Tröste mit deiner Osterbotschaft alle betrübten Zerzen und er⸗ rette alle, die in Not und Gefahr sind. Beschere uns durch die Braft deiner Auferstehung einen seligen Beimgang zu deinem und unserem Vater und gib, daß wir an jenem Tage fröhlich von den Toten auf⸗ erstehen und mit dir in himmlischer Freude und Herr⸗ lichkeit ewig leben mögen. Amen. Lied Nr. 86: Überwinder, nimm die Palmen. 2I. Auf Himmelfahrt Suchet, was droben ist, da Christus ist. Rol. 3, J. Allmächtiger Gott, Vater unseres Herrn Jesus Christus, ich sage dir von Serzen Dank für deine große Gnade, die du uns armen Sündern erzeigt hast durch deinen Sohn, unseren Serrn, welcher auferstanden ist von den Toten, aufgefahren gen Simmel, sitzet zu deiner Rechten und vertritt uns. Ich bitte dich, du wollest auch mich erwecken aus dem Grabe der Sün⸗ den und zu dir hinaufziehen, daß ich allein Lust, Liebe und Verlangen habe nach den himmlischen Gütern. Laß mein Herz, Gedanken und Sinne bei dir im 631 Festgebete Himmel sein. Behüte und bewahre mich vor Sünden und allem Übel, bis ich einst ganz zu dir komme, dich von Angesicht zu Angesicht sehe und ewig bei dir bleibe in deiner Herrlichkeit. Amen. Lied Nr. 96: Auf Christi Simmelfahrt allein. 22. Auf Pfingsten Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Tröste mich wieder mit deiner Silfe und mit einem freudigen Geist rüste mich aus. Ps. 51, 12IX. O Gott, der du die Serzen deiner Gläubigen so gnädig und reichlich mit deinem heiligen Geist am heiligen Pfingstfest besucht und begabt hast: gieße diesen deinen Geist auch über unsere dürren, ver⸗ schmachteten Herzen aus. Romm, o heiliger Geist, und ziere uns mit deinen vielfältigen Gaben, daß wir die großen Taten Gottes wahrhaftig erkennen und mit neuen Zungen dich rühmen. Romme in deiner Fülle in die Rirche, welche durch dich gegründet ist, und laß sie immerdar deine Wohnung sein. Entzünde uns mit dem Feuer deiner göttlichen Liebe. Zünde an das Licht deiner Wahrheit, daß wir inbrünstig mit rechtem Ernst und Eifer unserem Gotte dienen. Du Geist des Friedens, verbinde unsere Serzen mit deinem Bande des Friedens, daß wir in Sanftmut und Demut, in Friede und Einigkeit beieinander bleiben und leben. Du Geist der Geduld, gib uns Geduld in Leidenszeit und bis ans Ende Beständigkeit. Du Geist des Gebets, erwecke unsere Herzen, damit wir sie samt heiligen 63²½ bete 3I, n so am ieße ver⸗ und r die mit Fülle olaß uns das htem t des ande t, in ben. szeit bets, ligen Festgebete Händen zu Gott erheben und ihn in allen Nöten an⸗ rufen. Sei unser Schutz in der Not, unsere Hilfe in Trübsal, unser Trost in aller Widerwärtigkeit. Romm, o du ewiges Licht, sei unser Licht und leite uns auf ebener Bahn zum ewigen Leben, damit wir dich, heiliger Geist, samt dem Vater und dem Sohne dort in deinem Reiche rühmen und preisen immer und ewiglich. Amen. Lied Nr. IIo: O heilger Geist, kehr bei uns. 23. Am Bußtage Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Herr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. So du willst, Serr, Sünde zurechnen: Herr, wer wird bestehen? Denn bei dir ist die Vergebung, daß man dich fürchte. Ps. J30, 14. Berr der Welten, Richter der Seelen, Vater in Christus! Heute bekennen wir dir unsere Sünden, und ein Volk von vielen Tausenden bekennt sie dir mit uns. Wir sind ja allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben sollten, und wenn unsere Lippen hiervon schwiegen, so würden unsere Taten reden. Bei dir, Herr, aber ist Gnade und Er⸗ barmung, darum sinken wir vor dir nieder und bitten dich: Herr, gehe nicht mit uns ins Gericht und vergilt uns nicht nach unserer Missetat. Barmherzig und gnädig bist du, geduldig und von großer Güte. O lege das Gefühl davon recht tief in unsere Herzen; laß uns nicht erliegen unter der Last unserer Schuld. Um Jesu Christi willen vergib uns unsere Sünden. Ver⸗ stoße uns nicht von deinem Angesicht; wie sich ein Vater über seine Rinder erbarmt, also erbarme dich 6³33 Gebete in besonderen Lebenslagen G auch über uns. Erleuchte unsere Herzen, daß wir wahre so Buße tun, alle wissentlichen, vorsätzlichen Sͤünden G6 fliehen und meiden, hingegen dich und dein heiliges A. Wort stets vor Augen haben. Erbarme dich deines 40 Christenvolkes und aller Völker, daß sie dein Zeil zu suchen und finden. Sei bei uns in all unserer Wot da und höre auf unser Flehen in unserer Trübsal. Das lic alles wollest du tun, o treuer und barmherziger Gott, vo um deines geliebten Sohnes, Jesus Christus, unseres Berrn und Heilandes, willen. Amen. bo Lied Nr. 229: Rehre wieder. ö III. Gebete in besonderen Lebenslagen 55 und Verhältnissen m 24. Am Beichttage(Vorbereitung zum heiligen x Abendmahl) ar a) Anleitung zur Selbstprüfung all Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Serz; In prüfe mich und erfahre, wie ich es meine, und siehe, he ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem sel wege. Ps. 139, 23. 24. he Prüfe und frage dich, ob du nicht immer noch so S fleischlich und weltlich gesinnt bist, so wenig frei 5⁰ von Leidenschaften,— so voll von Regungen der Zer bösen Aust,— so unbewacht in Rücksicht auf das, E was den Sinnen schmeichelt,-so ergeben vielen eitlen we Träumereien,— so sehr geneigt zum Äußeren, so nachlässig in Rücksicht auf das Innere,— so schwer zu bewegen zur Reue,— so träge zur Verleugnung deiner selbst,—so begierig zu haben, so karg im Geben, 6 so unvorsichtig im Reden, so heftig im Zandeln,— 6³⁴ Gebete in besonderen Lebenslagen so unmäßig in Speise und Trank,— so taub gegen Gottes Wort,— so schnell zur Ruhe, so langsam zur Arbeit,— so munter zu unnützem Geschwätz,— so nachlässig im Gebet,— so leicht bereit, anderen wehe zu tun, so streng im Tadel, so vorschnell zum Ver⸗ dammen, so wenig treu den Freunden, so unversöhn⸗ lich gegen die Feinde,— so verzagt im Unglück,— so voll frommer Entschlüsse und so arm an guten Werken. (Die Selbstprüfung kann auch nach den JIo Ge⸗ boten geschehen.) b) Sündenbekenntnis Ich bekenne dir meine Sünde und verhehle dir meine Missetat nicht. Ich sprach: ich will dem Herrn meine Übertretung bekennen; da vergabst du mir die Missetat meiner Sünde. Ps. 32, 5. O allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Ich armer, elender Sünder bekenne vor deinem Angesicht alle meine Missetat und Sünde, womit ich dich er⸗ zürnt und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr. Darum bitte ich um deiner unergründlichen Barm⸗ herzigkeit und des unschuldigen, bitteren Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes, Jesu Christi, meines Beilands, willen, du wollest mir meine Sünden ver⸗ zeihen und deinen heiligen Geist geben, daß ich durch sein Eingeben mein Leben bessere und von Herzen fromm werde. Ach, Gott, sei mir Sünder gnädig! Amen. c) Gebet um Vergebung der Sünden Die Angst meines Herzens ist groß, führe mich aus meinen Nöten. Siehe an meinen Jammer und Elend und vergib mir alle meine Sünden. Ps. 25, I7. IS. 535 Gebete in besonderen Lebenslagen Mein Gott und Herr! Meine Seele ist betrübt, mein Herz voll Angst und mein Gewissen voll Traurigkeit um meiner Sünden willen. Sie gehen über mein Zaupt und sind mir wie eine schwere Last. Du aber bist voll Gnade. Darum komme ich zu dir und flehe: Gedenke nicht meiner Sünden, gedenke aber an deine Barmherzigkeit, die von der Welt her gewesen ist. Vergib mir um deines Sohnes willen, der gekommen ist, das Verlorene zu suchen. Vimm mich in Gnaden an und schenke mir deine Barmherzigkeit. Hilf mir meine Sůnden herzlich bereuen und deine Verzeihung mit gläubigem Herzen ergreifen. Stärke mich durch deinen heiligen Geist, daß ich hinfort ein christliches und gottseliges Leben fůhre und dir allezeit diene in Zeiligkeit und Gerechtigkeit, wie es dir wohlgefãällig ist. Laß mir den Genuß des heiligen Mahles deines lieben Sohnes gereichen zur KRräftigung meines schwachen Glaubens, zur Besserung meines Lebens und zum Pfand meiner ewigen Seligkeit. Silf, daß mein Leben eine stete Buße sei, daß ich mich allezeit nach deinem Wort und Willen richte, bis ich endlich in dein Reich komme, wo alle Schwachheit aufhört und man dir dient in vollkommener Liebe und Freude von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Cied Nr. 220: Hier legt mein Sinn sich vor dir nieder. 25. Am Abendmahlstag a) Vor dem Abendmahl Der Serr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grůnen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Ps. 23, I=3. 63 21 Gebete in besonderen Lebenslagen Herr Jesus Christus, du getreuer Hirte meiner Seele, du hast gesagt: Ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Siehe, ich komme zu dir und bitte dich, du selbst wollest mich recht bereiten und zum würdigen Gast deines himm⸗ lischen Mahles machen; laß mich nicht hoffärtig und leichtfertig herzukommen. Gib rechte Reue über meine Sünden in mein Herz und festen Glauben an dein Verdienst zum Trost in meine Seele. Gib mir auch einen demütigen und versöhnlichen Sinn, daß ich meinen Feinden vergebe, und tilge in mir die Wurzel aller Bitterkeit und Feindseligkeit. Pflanze in mein Gemüt herzliche Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Bruder und Mächsten, ja alle Menschen, wie mich selber in dir lieb habe. Ach, Herr, ich komme zu dir mit Sünden beladen, nimm die Last von mir; ich komme als Unreiner, reinige mich; als Blinder, erleuchte mich; als Armer, mache meine Seele reich; als Verirrter, suche mich; als Verlorener, mache mich selig. Mein himmlischer Arzt, ich bringe zu dir eine kranke Seele, heile sie; ein Herz, das Mangel hat an wahrer Gottseligkeit, HBeiligkeit und Gerechtigkeit, erfülle es mit deiner Gnade, mit deinem Geiste, deiner Liebe, deiner Demut und Sanftmut, deiner Geduld und deinem Frieden. Du wahrhaftiges Brot des Lebens, speise mich zum ewigen Leben. Amen. Lied Nr. 202: Ich komme, Serr, und suche dich. b) Vor dem Hintritt zum Tische des Herrn O Gott, sei mir armen Sünder gnädig; gib dei⸗ nen heiligen Geist in mein Herz, daß ich das heilige 21 6³⁷ Gebete in besonderen Lebenslagen Sakrament würdiglich empfangen, meinen schwachen Glauben stärken, mein blödes Gewissen trösten, mein Ageben bessern und ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jesu Christi willen. Amen. c) Nach dem Abendmahl Ich danke dir, Serr, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich. Ps. 86, I2. Barmherziger Gott und Vater, ich lobe und preise deinen heiligen Namen und danke dir für deine un⸗ aussprechliche Güte, daß du mir armen, unwürdigen Sünder im heiligen Abendmahl deine Gnade ge— schenkt hast. So hilf mir denn, getreuer Gott, daß mir dieses Mahl gedeihen möge zur Stärkung meines Glaubens und zur Liebe gegen die Brüder, zum Wachstum in der Gottseligkeit, zur Geduld im Leiden und dereinst zu einem freudigen, seligen Sterben. Mache mich brünstig im Geist, fröhlich in Soffnung, geduldig in Trübsal, laß mich anhalten am Gebet, auf daß ich die guten Vorsätze, welche ich durch deine Gnade gefaßt habe, durch deine Braft nun auch ins Werk setzen und alle Anfechtungen der Welt und des Fleisches überwinden möge. Erhalte deine Rirche im rechten Glauben und in wahrer Einigkeit des Geistes und hilf uns allesamt zu deinem himmlischen Reiche. Amen. Lied Nr. 207: O Jesu, meine Wonne. d) Gebet eines Rranken vor dem Abendmahl Ich will zu Gott rufen, und der Herr wird mir helfen. Ps. 55, I7. Mein Herr und Heiland, der du das Seufzen der Elenden hörst und ein geängstetes und zerschlagenes 638 Gebete in besonderen Lebenslagen Serz nicht verachtest, blicke auf mich in meiner Trüb⸗ sal und Anfechtung in Gnaden herab und erquicke meine Seele, die nach deiner Erbarmung dürstet, mit himmlischem Troste. Nahe dich zu mir in deinem heili⸗ gen Mahle und staͤrke mich dadurch. Gib mir Rraft, daß auch Rrankheit und Schmerz mein Vorhaben nicht hindern, mich mit dir zu vereinigen. Ich weiß, daß ich in deinem Mahle dich selbst empfange zur Ver⸗ soͤhnung mit Gott, und bin gewiß, daß ich nicht ver⸗ loren gehen, sondern das ewige Leben haben soll. Erhalte mich bei diesem beseligenden Glauben und stärke ihn durch deine Rraft. Mein Herr und mein Gott, troͤste mich in meinem Leide und sei bei mir in meiner Trübsal, und hast du bestimmt, daß ich ab⸗ scheiden soll von dieser Erde, so scheide nicht von mir. Stehe mir bei im letzten Rampfe und laß deinen Tod mein Leben sein. Ist's aber dein gnadiger Ratschluß, daß ich noch länger ein Pilgrim sein soll in dieser Welt, dann reinige mir Serz und Sinn, daß ich nach deinem Wohlgefallen meine Wege gehe. Amen. Lied Nr. 294: Herr, wie du willst, so schick's mit mir. e) Gebet eines Rranken nach dem Abendmahl Ich danke dir, Gott, denn du kannst es wohl machen, und will harren auf deinen Namen. Ps. 52, II. O du gnädiger und getreuer Gott und Vater, ich sage dir Lob und Dank, daß du mich durch dieses heilige Mahl erquickt und gestaͤrkt hast. Ich bitte dich um deiner Barmherzigkeit willen, du wollest durch diese himmlische Speise und durch diesen Trank des Lebens meine Seele heiligen, damit ich meinen Lauf im Glauben vollende, deinem väterlichen Willen mich 21* 6³ Gebete in besonderen Lebenslagen demütig unterwerfe und auch unter Rreuz und Trüb⸗ sal deinen Wamen preise. Gib, daß ich ewig dein Eigentum bleibe, und daß weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Leben noch Tod mich scheiden möge von deiner Liebe in Christus. Amen. Lied Nr. 295: Laß mich dein sein und bleiben. 26. Gebete in Rrankheit a Berr, sei mir gnädig, heile meine Seele, denn ich habe an dir gesündigt. Ps. 41, 5. Es hat dir gefallen, mein Schöpfer und Vater, mich mit Krankheit heimzusuchen. Allmächtiger, der du gesagt hast:„Ich bin der Herr, dein Gott“, zu dir nehme ich meine Zuflucht, auf dich setze ich auch in dieser Prüfung mein Vertrauen. Vor allen Dingen bitte ich dich, daß du dich gnädig meiner Seele an⸗ nehmen, mir um Christi willen meine Sünden ver⸗ geben und mir Hoffnung und Glaubensfreudigkeit im Tode schenken wollest. Laß das Gefühl meiner Schwachheit den Glauben an dich stärken und meine Buße aufrichtig und ernsthaft machen. Ich habe nie⸗ mand im Himmel und auf Erden, der mir helfen, mich stärken und beruhigen könnte, als dich, den treuen Belfer in aller Not. O mein Vater, du hast mir eine ast aufgelegt, hilf sie mir auch tragen; lindere meine Schmerzen, erquicke meine matte Seele mit deinem himmlischen Troste; schenke mir Geduld und Gelassen⸗ heit; läutere meinen Glauben in der Hitze der Trübsal. Herr, du Allmächtiger, bei dir ist kein Ding unmöͤglich; wenn du willst, kannst du mich wieder gesund machen. Bin ich noch nicht reif für die Ewigkeit, o so verlängere 6⁴4⁰ Gebete in besonderen Lebenslagen noch meine Gnadenzeit, daß ich künftig dir wohlgefäl⸗ lige Früchte bringen möge. Ja, Herr, ich gelobe es, daß ich mit Leib und Seele mich dir heiligen will, wenn du mich wieder aufkommen lässest. Sollte aber in deinem heiligen Rat mein Ende beschlossen sein, so bitte ich dich flehentlich um die Gnade, selig sterben zu dürfen. Vater, nicht mein, sondern dein Wille ge— schehe. Zerr, dir lebe ich; dir sterbe ich; dein bin ich tot und lebendig. Amen. Lied Nr. 293: Auf dich hab ich gehoffet, Serr. b) Die Angst meines Herzens ist groß; fůhre mich aus meinen Vöten. Ps. 25, I7. Du frommer und getreuer Gott und Vater unseres Berrn Jesus Christus, ich bitte dich von Herzen, du wollest mich in meiner Not nicht verlassen, sondern mit dem Licht deiner wahren Erkenntnis erleuchten, daß ich darin aus der Finsternis dieser Welt und meiner schweren Krankheit zu dir, dem ewigen Lichte, möge wandeln. O Herr, sei du bei mir, wenn ich sterben soll; stehe du mir zur rechten dand, wenn ich meinen Geist aufgeben muß; tröste und stärke mich im festen Ver⸗ trauen auf deine große Gnade und Barmherzigkeit. Ach, Herr, laß das letzte Wort deines lieben Sohnes am Stamme des Rreuzes auch mein letztes Wort sein, daß ich mit gläubiger Zuversicht im Herzen sagen darf: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist; denn du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Und wenn ich aus Schwachheit solches nicht mehr sprechen kann, so laß doch mein Herz also in der Stille zu dir rufen und seufzen. Amen. Lied Nr. 439: Christus, der ist mein Leben. 6⁴¹ Gebete in besonderen Lebenslagen c) Morgengebet eines Rranken Ich komme früh und schreie; auf dein Wort hoffe ich. Ps. II9, I47. Berr, du Vater des Lebens, dessen Güte alle Mor⸗ gen neu ist, sei gelobt und gepriesen, daß du mich armen Branken in dieser Nacht so gnädig bewahrt und erhalten hast. Noch kann ich das Licht schauen im Lande der Lebendigen und deine über mich er⸗ neuerte Güte preisen. Sollte aber dieser Tag mein letzter auf Erden sein, ach so bewahre doch in meinem Herzen das Licht des Glaubens und laß Jesus Christus, das ewige Licht, mit seiner Gnade mir leuchten bis ans Ende, daß ich selig einschlafen möge in seiner selig machenden Erkenntnis. Nun, Herr, dein Wille geschehe! Nimm dich meiner Seele treulich an, daß sie nicht verderbe. Mein Gott und Vater, erbarme dich über mich und gib mir deinen Frieden! Amen. Lied Nr. 37J1: Morgenglanz der Ewigkeit. d) Abendgebet eines Rranken Der Serr ist mein Licht und mein Beil; vor wem sollte ich mich fürchten? Ps. 27, IJ. Deinem Namen, mein treuer Gott und Beiland, sage ich von Herzen Dank und Lob, daß du mir diesen Tag hast überwinden helfen, und daß deine Rraft in mir Schwachem mächtig war. Aber siehe, hier liege ich noch unter deiner Seimsuchung und seufze zu dir: Ach, Herr, mein Gott, wie lange verziehst du mit deiner Silfe! Siehe doch meinen Jammer und mein Elend an, vergib mir alle meine Sünden und errette mich! Dir befehle ich meinen hinfälligen Leib und 6⁴² en Gebete in besonderen Lebenslagen meine so teuer erkaufte Seele. Stärke mich im Glau⸗ ben und in der Geduld also, daß ich vor dir bestehen und das himmlische Erbe durch deine Gnade erlangen möge. Dazu hilf mir, mein Heiland und Erlöser, um deines bitteren Leidens und Sterbens willen. Amen. Lied Nr. 397: Berr, es gescheh dein Wille! e) Gebet der Eltern bei Erkrankung eines Rindes Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerech⸗— tigkeit, der du mich tröstest in der Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet. Ps. 4, 2. Barmherziger, gnäͤdiger Gott und Vater, du siehst, welcher Jammer unser Herz erfüllt. Die Freude an unserem lieben Rinde ist in schwere Sorge und großes Herzeleid verwandelt. Da liegt es vor unseren Augen, und jeder Zug seines Antlitzes bricht unser derz. Wir möchten gern helfen und können doch nicht. Darum erbarme du dich, allmächtiger Helfer, denn bei dir ist kein Ding unmöglich. Doch es ist dein Rind, du bist sein Vater, denn du hast ein größeres Anrecht an es als wir. Deshalb, dein Wille geschehe. Wir wollen nicht murren, wenn du es uns nimmst aus unseren Armen in deine treuen Vaterarme. Gedenkst du es zu versetzen als Pflanze in dein Paradies, dann wollen wir uns trösten, daß du es frühe führest zu seinem ewigen Seile. Willst du unser liebes Rind uns aber noch lassen, dann, o Herr, wollen wir es von neuem freudig aus deiner Vaterhand nehmen als lebendigen Zeugen deiner Macht und deiner Gnade. Dann aber schenke uns auch Rraft und Weisheit, es fůr dich und dein himmlisches Reich zu erziehen. Amen. Lied Nr. 333: Befiehl du deine Wege. 6⁴³ 2. ——————— Gebete in besonderen Lebenslagen f) Fürbitteder Angehörigen für einen Rranken Hilf du uns, Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen! Ps. 79, 9. Vater, wir flehen zu dir für unseren Rranken, der uns so wert und teuer ist. Rann es nach deiner Weis⸗ heit geschehen, so laß ihn genesen und erhalte uns ihn, den wir so innig lieben. Doch wir unterwerfen uns mit Demut deinem heiligen Willen, wenn auch mit banger Besorgnis und mit Tränen. Silf, Selfer, hilf, denn wenn du willst, so kannst du uns wohl helfen. Du hast uns ja gesagt: Rufe mich an in der NVot, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. Vater, wir rufen dich an: Ist es möglich, so laß uns den bittern Relch der Trennung nicht trinken, gib vielmehr, daß wir für Rettung und Erhaltung dich preisen und dir danken können. Mildere, o Gott, die Schmerzen unseres lieben Rranken und tröste, be⸗ ruhige, stärke ihn durch deinen Geist. Und soll, o Herr über Leben und Tod, nach deinem väterlichen Rat— schluß seine Todesstunde herannahen, ach, so mache sie ihm sanft und selig. Stärke dann mit Rraft aus der Höhe den Scheidenden und uns, die Zurückblei⸗ benden. Laß ihn und uns im Geiste hinüberblicken in die ewigen Wohnungen. In solchem Glauben laß uns leben, leiden und sterben. Amen. Lied Nr. 344: Was Gott tut, das ist wohlgetan. g) Fürbitte der Angehörigen für einen Ster— benden Wo ist jemand, der da lebet und den Tod nicht sehe? Ps. 89, 49. Beiliger, barmherziger Vater, siehe in Gnaden an unseren Miterlösten, der mit dem Tode ringt. Erbarme 6⁴⁰ n2 Gebete in besonderen Lebenslagen dich seiner in seiner letzten Angst. Erbarme dich seiner im Gerichte. Wir empfehlen dir seine Seele, die du zum ewigen Leben erschaffen hast; erlöse sie von allem Ubel und nimm sie auf in deine Zände. Göttlicher Erlöser, Jesus Christus, auch für diesen Sterbenden hast du dein Blut vergossen, auch für ihn die heißen Todeskämpfe gekämpft. Stehe ihm bei in seiner letzten Wot. Du hast seine unsterbliche Seele erlöst zum ewigen Leben. Rufe den scheidenden Geist in die Heimat zu dir, auf daß er deine Herrlichkeit schaue. HBeiliger Geist, göttlicher Tröster, sei Licht, Trost und Rraft diesem Sterbenden, dessen Auge jetzt bricht. Stärke ihn in seinem letzten Rampfe; hilf ihm durch⸗ dringen durch die enge Pforte zum ewigen Leben. Bringe seine Seele zum ewigen Frieden. Amen. Lied Nr. 453: Unser keiner lebt ihm selber. h) Rurze Sprüche, Sterbenden vorzusprechen O Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Du hast mich erlöset und wirst mich auch jetzt erlösen, o Herr, du getreuer Gott. Amen. Ach, Serr, erlöse mich von allem Ubel und hilf mir zu deinem himmlischen Reiche. Amen. Berr Jesus, dein bitteres Leiden und Sterben komme mir zu Silfe in meiner Todesnot und vor deinem Gerichte. Amen. Herr, ich warte auf dein Heil! Führe mich nach deinem Worte ins rechte Vaterland. Amen. Berr Jesus, dir leb ich, derr Jesus, dir sterb ich; dein bin ich tot und lebendig. Amen. 64⁵ Gebete in besonderen Lebenslagen Ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Rreatur mich scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, un⸗ serem Herrn. Amen. Erlöse mich, o mein Gott, von meinen Leiden; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst; Herr, dein Wille geschehe! Amen. 27. Gebet nach dem Verscheiden eines Rranken Nun, Serr, was soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Ps. 39, 8. Herr, allmächtiger Gott und Vater, verleihe un⸗ serem Dahingeschiedenen um deines lieben Sohnes willen die ewige Freude und Ruhe; laß ihm leuchten dein ewiges Licht und gib ihm das ewige Leben! Uns aber, die wir hienieden bleiben und dem Ent⸗ schlafenen nachschauen, tröste aus der Fülle deiner Barmherzigkeit! Sei unser aller Pfleger, Selfer und Beistand und laß uns deine Güte und Gnade reichlich erfahren, bis auch unser Stündlein kommt und wir selig dahinfahren. O getreuer Serr und Seiland, geleite die Seele unseres Entschlafenen, die du selber durch dein Blut erkauft hast, in die Serrlichkeit Gottes um deiner Liebe willen. Amen. Lied Nr. 483: Jesus, meine Zuversicht. 28. Dankgebet nach erlangter Genesung gobe den Serrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat; 6⁴⁰ ‚K4—SSLEL9—„—ů3 ISIANCx N··„„ ⁰;V;zl. e ¶xS Gebete in besonderen Lebenslagen der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöst; der dich kroͤnet mit Gnade und Barmherzigkeit. Ps. 103, 14. Ich preise dich, derr, denn du hast mich erhoͤret; da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund. Du hast mein Serzeleid in Herzensfreude verwandelt. Siehe, um Trost war mir sehr bange, aber du, Herr, hast dich meiner Seele angenommen, daß sie nicht verdürbe. Stricke des Todes umfingen mich, aber du hast mein Flehen erhört und meine Seele vom Tode errettet. Serr, mein Gott, wie groß sind deine Wunder, die du an mir bewiesen hast! Gelobt seist du, derr, täglich, und gerühmt sei dein herrlicher Name immer und ewiglich. Getreuer Vater, wende nun deine Barm⸗ herzigkeit nicht von mir, sondern vollführe das gute werk, das du in mir angefangen hast, und stärke mich von Tag zu Tag mehr und mehr; leite mich durch deinen guten Geist, daß ich dir mein Leben lang diene in Seiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefaͤllig ist. Laß deine Güte und Treue allewege mich behüten. Verlaß mich nicht, derr, mein Gott; sei nicht fern von mir; eile, mir immerdar beizustehen, derr, meine Silfe, auf daß ich allezeit deinen heiligen Namen lobe und deine Erbarmung und Gnade preise. Serr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Amen. Lied Nr. J37: Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut. 6⁴⁷ Inhalt I. Der Tag des Herrn Am Morgen. 1 3 Jum Anfang des Gottesdienstes. 40 Jum Schlusse des Gottesdienstes II=I4 H. udveunt 7 I5 30 Büweihnachtn.31 45 IV. Jahreswechsel.... 4652 u. 402 V. Darstellung und lerscheinung ds Ehristii 53- 57 Vasmoen. 58— 75 Begrabnis Zeunu 7 MII. Gsterh VIUII ZimmelfahrtwgI8. IX. Pfingsten 06-I2I Schlußlied der weiynachte⸗ oster und Blinostzei 122 X. Trinitatisfest 23-I27 XI. Allgemeine Lob⸗ und Banklieder.. 128. 147⁷ XII. Rirche und Hen 14821⁰ Kirctht 148— 176 Kirchweighe 165-I66 Ausbreitung der Rurche(mis⸗ sionslieder)) 167-I76 Gnadenmittel lntlo Wort Gottes N8s⸗ Sarramente 18482/ Heilige Taufe. 184187 Ronfirmation. 188-I97 Das heilige Abendmabl 19.20 Vor und während der Heiet 1952⁰6 NMach der Feier. 2282 Inhalt XIII. Wiedergeburt und Heiligung.. XIV. Buße IIII Glaube und Meorferung.. 231212 Beiligung. 248 360 Nachfolge chrift 24350 Liebe 288200 Gebet.... 291303 Allgemeine Fürbitte....304-305 Friede und Freude..306-324 Vertraäauen 328389 Lieder für besondere Zeiten, Stände und Derhältypissewn« Behreszeiten 386l36 Frühlingngg 38 Sommer 3382 Herbstt 33383 Wwinteerr 32364 Morgen 338658.9 Mitags 3898285 Vor Tische 3388 382 Nach Lischhe... 383888. Abend 38o Für Kinderr 40 Am Schlusse der woche 402 03 Beruf.. 404 07 Ehe und Halestend. 108 115 Obrigreiet 6 Predigtamm.. 417 Allgemeine Rot 118120 Krieg und Frieden2123 Mißwachs und 92927 424 Erntrte.125 427 Wetterlieder 12829 Reissisee ũ— 430 Rrantheit 131332 Nir. 21II360 361455 6⁴⁹ Am Geburtstage Im Alter. —**— XV. Die letzten a SoS8. Sterbelieder Begräbnislieder Beim Tode der Eltern.. Beim Tode von Ehegatten. Beim Tode von Rindern Gericht und Ewigkeit. Inhalt ö Mr. 133 434435 138500 0 . 136—176 156157 458466 4 467-468 469471 472476 4775⁰⁰ Anhang geistlicher Lieder für Jugendgottesdienste und für freie Versammlungen der Gemeinde Liturgische Gesänge S. 599-606. Nr. 501-572. Gottesdienstordnungen S. 606-614. Gebete zur häuslichen Andacht S. 615-647. Verzeichnis der Lieder S. 651-664. Erläuternde Bemerkungen zu den Melodien des An⸗ hangs und dem Wechselgesang S. 665. * Ver ʒeichnis der Lieder Abend wird es wieder Abermals ein Jahr ver⸗ flossen AUch bleib bei uns, Herr Ach bleib mit deiner Gnade Ach Gott, ich muß in Traurigkeit Ach Gott und Herr, wie Ach Gott, verlaß mich nicht Ach Gott, vom Bimmel sieh Ach mein Herr Jesu Ach mein Jesu, sieh, ich Ach sei mit deiner Gnade Ach was bin ich, mein Ach was ist doch unsre Jeit Ach wie heilig ist der Ort Ach wundergroßer Siegesheld Allein Gott in der Hoůͤh sei Allein zu dir, Serr Jesu Alle Jahre wieder kommt Alle Menschen müssen sterben Aller Gläubgen Sam⸗ melplatz Alles ist an Gottes Segen Nr. 528 49 I51 15² 47⁰ 215 30⁰ 150 317 395 14 217 41 I65 9⁷ I23 213 804 786 46² 338 Allgenugsam Wesen Als Jesus von seiner Mutter Amen, deines Grabes Am KRreuz erblaßt An dem Zorntag, an An dir allein, an dir Auf, auf, ihr Reichs⸗ genossen Auf, auf, mein Serz, mit Auf Christi Simmel⸗ fahrt Auf den Vebel folgt die Sonn Auf dich hab ich ge⸗ hoffet Auf diesen Tag be⸗ denken wir Auferstanden, aufer⸗ standen Auferstehn, ja aufer⸗ stehn 46⁴ Auf Gott und nicht auf 355 Auf, ihr Streiter, durchgedrungen Auf, Jesu Zünger, freuet Auf meinen lieben Gott Auf, Seele, auf, und Aus dem Simmel ferne Aus Gnaden soll ich Aus irdischem Getüm⸗ mel 256 9⁵ 329 85 52 237 26⁴4 6501 Aus meines Berzens Grunde Aus tiefer Vot schrei ich Barmherziger, laß deiner Bedenke, Mensch, das Ende Bedenk eich deine große Treue Befiehl du deine Wege Bei dir, Jesu, will ich bleiben Beschwertes Serz, leg ab die Betrübtes Serze, sei zu⸗ frieden Bis hierher und nicht weiter Bleibe bei uns, o Herr Jesu Bleibt bei dem, der euretwillen Brich an, du schönes Morgenlicht Bringt her dem Berren Christe, du Lamm Gottes Christen erwarten in allerlei Christen sind ein gött⸗— lich Volk Christ fuhr gen Himmel Christ ist erstanden von der 6⁵² Verzeichnis der Lieder Mr. 77 Christ lag in Todes— banden Christus, der ist mein LCeben Danket, danket Gott mit Daͤnk und Anbetung bringen Das aͤlte Jahr ver— gangen ist Das CTeben welkt wie Gras „Das walte Gott, der helfen Dein Rönig kommt in Dein Wort, o Serr, bringt Dein Wort, o Serr, ist Der am Kreuz ist meine Der beste Freund ist in dem Der du, Herr Jesu, Ruh Der du in Todesnächten Der du noch in der letzten Der du uns als Vater Der du zum Beil er— schienen Der Heiland kommt Der heilge Christ ist kommen Der Herr bricht ein um Der Herr fährt auf gen Bimmel Der Herr ist meine Zu; versicht 356 3 999 h ꝗ- Verzeichnis der Lieder Der Him mel hängt voll Der Maie, der Maie bringt Der Mensch hat nichts so Der Mond ist aufge⸗ gangen Der Tag, der ist so freudenreich Der Taͤg ist hin, mein Jesu Der Tag mit seinem Lichte Des Jaͤhres schöner Schmuck Dich, Jesum, laß ich ewig Die auf der Erde wallen Die beste Zeit im Jahr ist Die Christen gehn von Ort Die Feinde Rreuzes Die Gnade unsers Herrn Die güldne Sonne, voll Freud Die Berrlichkeit der Erden Die hier vor deinem Antlitz Die Bimmel rühmen des Die Nacht ist kommen, drin Die Nacht nunmehr vergangen deines Mr. 359 33¹7 585 4⁰⁰ 505 392 390⁰ 363 286 45⁶ 536 461 162 537 368 445⁵ 190 146 838 367 Die Sach ist dein, Herr Jesu Die Seele ruht in Jesu Dies ist der Tag, den Gott Dies ist die Nacht, da mir Die Tage sind so dunkel Die Woche geht zu Ende Dir dank ich für mein LCeben Dir, dir, Jehova, will ich Die wir uns allhier bei⸗ sammen (Dort oben, dort oben) Du bist zwar mein und Du gehest in den Gar⸗ ten Du lieber, heilger, frommer Durch Trauern und durch Du sollst glauben, o du Du sollst in allen Sachen Du Vater deiner Men⸗ schenkinder Ehre sei Gott in der Hohe Eine Serde und ein Birt Einen guten Kampf hab ich Einer ists, an dem wir Eines wünsch ich mir vor Ein feste Burg ist un⸗ ser Gott Eingesargt zum letzten Schlummer (Ein Rindelein so lobe⸗ lich⸗ Ein Lämmlein geht und trägt Eein reines Serz, Serr Eins ist not, ach Serr Ein Wetter steiget auf Ein Wohlstand ohne⸗ gleichen Empor zu Gott, mein Lobgesang Erfůllt sind Stund und Jeiten Erhalt uns deine Lehre Eerhalt uns, Serr, bei deinem Erhebt den Serrn, ihr Frommen Erhöhter Siegesfürst und Held Erinnre dich, mein Geist Ermuntert euch, ihr Frommen Erstanden ist der heilge Christ Es glänzet der Christen Es ist ein Ros ent⸗ sprungen Es ist ein Schnitter, der 6⁵⁴ 149 49⁰ 520 54⁰ Es ist noch eine Ruh Verzeichnis der Lieder Vr. 495 Es ist vollbracht! Er ist 68 Es kennt der Serr die Seinen Es kommt ein Schiff geladen Es saß ein frommes Häuflein Es wolle Gott uns gnädig Ewge Liebe, mein Ge⸗ müte Fahre fort, fahre fort Fortgekämpft und fort⸗ gerungen Freu dich sehr, o meine Seele Friede, ach Friede, ach Fröhlich soll mein Berze springen Früh am Morgen Jesus Frühmorgens, da die Sonn Für dich sei ganz mein Berz Geduld ist euch von⸗ nöten Geh aus, mein Serz, und suche Geht hin, ihr gläu⸗ bigen Gedanken Geht nun hin und grabt Geh zum Schlummer 26⁵ 50² II7 167 233 15⁷ 357 4⁴⁰ 31⁰ 35 376 78 571 337 36² 147 46⁵ 7471 I S K Verzeichnis der Lieder Nr. Geist vom Vaͤter und vom Sohne I14 Geist vom Vater und vom Sohn 120 Gelobet sei der Serr 12⁴ Gelobet seist du, Jesu Christ 33 Gelobt sei Gott im höchsten 521 Gen Simmel aufge— fahren ist 525 Gesegn uns, Herr, die Gaben 380 Gib dich zufrieden und sei stille 351 Gott, deine Güte reicht so weit 302 Gott, der du Serzens⸗ kenner 262 Gott, der du unsre Zu⸗ flucht 230 Gott der Gnaden, schwer 228 0 Gott des Himmels und der Erden 366 Gott, du Licht, das ewig 375 Gottes Stadt steht fest gegründet 164 Gott, gib einen milden Regen II3 Gott hat in meinen Tagen 435 Gott ist gegenwärtig 301 Gott ist mein Gott, er sorgt 353 Gott ist mein Hort 181 Nr. Gott ist mein Lied 14⁵5 Gott lebet noch! Seele 346 Gott lebt, wie kann ich 352 Gottlob, ein Schritt 402 Gottlob, nun ist er⸗ schollen 4122 Gott ruft der Sonn und schafft 582 Gott sei Dank durch 16 Gott Vater, aller Dinge 166 Gott, vor dessen An⸗ gesichte 223 Gott wills machen, daß 349 Größter Morgen, der die 87 Großer Gott von alten Jeiten 2 Großer Gott, wir loben dich 842 Großer Rönig unsrer Erden 194 Großer Mittler, der zur Rechten 10⁰ Großer Schöpfer, Serr 364 Guter Geber, Dank esei dir 385 (Bab acht auf mich) Sooa Babe deine CLust am 312 Hallelujal jauchzt, ihr 91 Ballelujal CLob, Preis und Ehr 125 Halleluja! wie lieblich stehn 10⁴4 Zalt im Gedächtnis Jesum 279 655 Nr. HBarre, meine Seele 843 Beiland, deine Men— schenliebe 282 Beilger Jesu, Seil— gungsquelle 252 Geilig, heilig)(576) Berbei, o ihr Gläu— bigen 507 Berr, auf Erden muß ich 9 Berr Christe, wahrer Mensch 137 Berr, deine Kirche danket dir I61 Berr, dein Wort, die edle 179 Berr, der du mir das Leben 399 Berr, du haͤst für alle Sünder 198 Berr, du wollst uns vollbereiten 20⁴ Berr, ein gaͤnzer Lei⸗ denstag 13²2 Berr, es gescheh dein Wille 397 Berr, es ist ein Tag er⸗ schienen 7 Berr, es ist von meinem 394 Berr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir 128 Berr Gott, dich loben wir 472³ Herr, höre, Serr erhöre 304/ Berr im Himmel, Gott 426 Berr Jesu Christ, dichzu 5 65⁶ Verzeichnis der Lieder Mr. Berr Jesu Christ, du höchstes 197 Berr Jesu, Licht der HBeiden 84 Berr, mein CLicht, mein 354 Berr, nun selbst den Wagen 5⁴⁴ Berr, stärke mich, dein 71 Berr, vor deinem An— gesicht 9 Berr, wie du willst, so 294 Berr, wir kommen zu 382 Berr, wir singen deiner 29 Berz, laß dein Sorgen sein 54½5 Berzlich lieb haͤb ich dich 268 Berzlich tut mich er⸗ freuen 546 Berzlich tut mich ver— laͤngen 4741 Berzliebster Jesu, was 60 Berz, mein Herz, nicht 324 Berzog unsrer Selig— keiten 247 Berz und Herz vereint I5S Beute mir und morgen dir 460 Bier legt mein Sinn sich 20 Bier stehen wir von nah und 847 Bilf, Serr Jesu, laß ge⸗ lingen 477 Himmelan geht unsre Bahn 25⁴ Binunter ist der Sonne Schein 386 Birte deiner Schafe, der 396 SINNNNNK K K *——5——— 7 7 7* Verzeichnis der Lieder Höchster, denk ich an die Güte Höchster Gott, wir danken Höchster Selfer, sei nicht ferne Höchster Tröster, komm Hör ich euch wieder Sört das Wort voll Ernst Hosiannal Davids Sohn Züter, wird die Nacht Jauchzet, ihr Simmel Ich armer Mensch, ich (Ich bete an die Maͤcht der Liebe) Ich bin ein Gast auf Erden Ich bin getauft auf deinen Ich bin in dir und du in mir Ich erhebe mein Ge— müte Ich geh zu deinem Grabe Ich habe Grund Ich hab in guten Stunden Ich hab mein Sach Gott Ich hab mich Gott er⸗ geben Ich hab von ferne nun den Nr. 2²25 I3 4.⁰⁷ IIS 361 263 2⁴ —— 39 219 2 4⁷ 188 193 226 81 236 738 4⁴4 1799 Ich komme, Friedens— fürst Ich komme, Herr, und suche Ich laß dich nicht, du Bilf Ich ruf zu dir, Serr Jesu Ich ruhe nun in Gottes Ich sag es jedem, daß er Ich singe dir mit Herz Ich soll zum Leben dringen Ich steh an deiner Krippe Ich sterbe täglich und mein Ich trau auf Gott. In aller Ich und mein Haus, wir Ich weiß, an wen ich glaube Ich weiß, an wen ich glaube und Ich weiß, daß mein Erlöser Ich weiß von keinem andern Ich will dich lieben 431 Ich will streben Ich zieh in ferne Lande Je größer Kreuz, je näher Jehova, Serr und Rönig Jerusalem, du hoch⸗ gebaute Jesu, deine tiefen Wunden Jesu, der du bist alleine Jesu, Freund der Menschen Jesu, geh voran Jesu, großer Wunder⸗ stern Jesu, hilf siegen, du Fürste Jesu, komm, sei einge⸗ beten Jesu, meine Freude Jesu, meiner Seele Ceben Jesu, meines Lebens Ceben Jesus Christus herrscht Jesus, Jesus, nichts als Jesus Jesus ist mein Leben Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus, meine Zuver⸗ sicht Jesus nimmt die Sün⸗ der an Jesus schwebt mir in Gedanken Jesus soll die Losung sein „Ihr Kinderlein, kom⸗ met, o Im Simmel, im Sim⸗ mel 6⁵⁸ 2⁴6 307 27⁶ Io³ 341 4783 235 275 51 508 55⁰0 Verzeichnis der Lieder Nr. Im mer muß ich wieder lesen In allen meinen Taten In Bethlehem ein Rindelein In Christo will ich sterben In dir ist Freude in allem In Gottes Naͤmen fang ich an In tiefen Ungsten schreien In unsers Bönigs Namen Ist Gott fur mich, so trete Rehre wieder, kehre wieder Rönig, dem kein Rönig gleichet Rommet, ihr Sirten Romm, heiliger Geist, erfüll Bomm, heiliger Geist, Berre Romm, heiliger Geist, o Schöpfer Romm, mein Serz, aus Jesu Romm, o Serr, komm bald Komm, o komm, du Geist RKommst du, du, Licht kommst 551 330 509 446 552 4⁰⁶ 4²⁰ 258 335 229 EE S S Verzeichnis der Lieder Rommt, Brüder, laßt uns Rommt her, ihr seid geladen Rommt und laßt uns Christum Hamm, das gelitten, und Casset uns den Serren preisen Lasset uns mit Jesu ziehen Caß mich dein sein und bleiben Caßt mich gehn LCebst du in mir, o wahres Licht, das in die Welt gekommen Licht vom Licht, er⸗ erleuchte Ciebe, die du mich zum Bilde Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte Ciebster Jesu, wir sind hier CLobe den Serren, den mächtigen Lobe den Serren, o meine LCob Sott getrost mit Singen Cobt Gott, ihr Christen CTöwen, laßt euch wiederfinden Nr. 259 Mache dich, mein Geist, bereit machs mit mir, Gott Macht hoch die Tür Man lobt dich in der Stille Mein erst Gefühl sei Preis Meine Lebenszeit ver⸗ streicht meinen Frieden geb ich euch Meinen Jesum laß ich nicht Meine Seele senket sich meine Seele, voller Fehle Meine Sorgen, Angst und Plagen mein Geist, o Gott, wird Mein Glaub ist meines Cebens mein Gott, das Herz mein Gott, ich weiß wohl Mein Gott, nun ist es mein Seiland nimmt die Mein Jesu, der du vor mein CLeben ist ein Pilgrimstand Mein schönste ZJier und Mir ist Erbarmung widerfahren Mir nach, spricht Chri⸗ stus Mit Ernst, o Men⸗ schenkinder Mitten wir im Ceben Morgenglanz der Ewigkeit mMůde bin ich, geh zur Ruh Vach einer Prüfung kurzer (Waͤch dem Sturme fahren) Näher, mein Gott, zu dir Nimm hin den Dank Vun bitten wir den heiligen Geist Vun bringen wir den Leib Vun danket alle Gott Vun danket all und bringet Ehr NVun freut euch, lieben Christen Mun geh uns auf, du Morgenstern Nun gottlob, es ist Nun jauchzet all, ihr Frommen Nun kommt das neue Nun laßt uns gehn und treten Nun lob, mein Seel, den Herren Nun preiset alle Got⸗ tes Barmherzigkeit Nun ruhen alle Wälder 6⁵⁰ Nr. I7 47⁸ 371 101 493 568 855 209 I08 46³3 51 13⁴ 231 183 185 19 23 78 12 130⁰ 389 Verzeichnis der Lieder Nun sich der Tag ge⸗ endet hat Nun sich der Tag ge⸗ endet, mein Nun singet und seid froh Nun so will ich denn O allerhöchster men⸗ schenhüter O Christ, wenn Arme O daß doch bald dein Feuer O daß ich tausend Jungen O du allersüßte Freude O du fröhliche, o du selige O du Liebe meiner Liebe O Durchbrecher aller Bande O du reicher Serr der O Ewigkeit, du Don— nerwort O Ewigkeit, du Freu⸗ denwort O frommer und ge⸗ treuer Gott O Gott, der du das Fir⸗ mament O Gott, du frommer Gott O Gottes Geist und Christi O Gott, o Geist, o Licht Nr. 395 S S SSSSS IVIXIIII&ðA — ——...— S8 8 6 6 * Verzeichnis der Lieder Nr. O Gott, von dem wir alles 4²⁵ O Saupt voll Blut und Wunden 63 O heilger Geist, kehr bei IIO O heiliger Geist, o heiliger 827 O herrlicher Tag 522 O hilf, Christe, Gottes Sohn 5818 O Jesu Christe, wahres Licht 557 O Jesu, Serr der Serr⸗ lichkeit 417 O Jesu, meine Sonne 322 O Jesu, meine Wonne 207 O Jesu, süßes Licht 377 O Rönig, dessen Maje⸗ stät 221 O LCamm Gottes, un⸗ schuldig 58 O LCiebesglut, wie soll 280 O mein Serz, gib dich 360 O selig Saus, wo man 114 Ostern, Bstern, Früh— lingswehen 82³ O Traurigdgkeit, o Herze— leid 74 O Ursprung des Cebens 281 O Vater der Barm⸗ herzigkeit 216 O Welt, sieh hier dein Ceben 6⁴4 O wie freun wir uns der Stunde 10 Nr. O wie fröhlich, o wie selig 492 O wie selig seid ihr doch 482 Prediger der sußen LCehre 180 Rede, liebster Jesu, rede 17⁷ Rüstet euch, ihr Chri— stenleute 251 Ruhe hier, mein Geist 70 Ruhet wohl, ihr Totenbeine 45 Sag, was hilft alle Welt 558 Schaffe in mir, Gott 2II Schaffet, schaffet, Menschenkinder 25³ Schmücke dich, o liebe Seele 196 Schmückt das Fest mit II5 Schöner Himmelssaaͤl 48] Schon ist der Tag von Gott 49⁷ Schönster Serr Jesu 559 Schwing dich auf zu deinem 336 Seele, du mußt mun⸗ ter werden 372 Seelenbräutigaͤm, Jesu 278 Seele, sei zufrieden 350 Seele, was ermüdst du 257 Seid barmherzig, Menschen 287 Sei getreu bis an das Ende Sei Lob und Ehr dem Selig sind des Sim⸗ mels Siegesfürst und Ehren⸗ könig Sieh, dein Vönig kommt Sieh, hier bin ich So geh nun hin, dem Grabe So hab ich obgesieget Soll ich denn mich täglich Sollt es gleich bis⸗ weilen Sollt ich meinem Gott nicht So nimm denn meine Bände Sorge doch für meine Kinder So ruhest du, o meine Ruh So wahr ich lebe, spricht Speis, o Gott, uns, deine Steht auf, ihr lieben Rinderlein Stille Nacht, heilige Nacht Such, wer da will, ein Teures Wort aus Got⸗ tes 66² Verzeichnis der Lieder Mr. Tochter Zion, freue dich 503 Tut mir auf die schöne 8 Treuer Wächter Israel 419 Triumph, Triumph 52⁴4 Überwinder, nimm die 86 Unser keiner lebt ihm selber 75³ Unsern Ausgaͤng segne Gott II Unser Vater, der uns liebt 384 Unser Waͤndel ist im Bimmel 261 Unsre müden Augen— lider 391 Unter Lilien jener Freuden 862 Unumschränkte CLiebe 142 Valet will ich dir geben 7⁴² Vater, deines Geistes Wehen 169 Vater, dir sei Preis ge⸗ sungen 12 Vater, hier im Erden⸗ schoße 467 Vater unser im Him⸗ melreich 291 Verleih uns Frieden gnädiglich 721 Verzaͤge nicht, du Häuf⸗ lein 153 Volk des Herrn, bring dein 189 27 7 5 8 8 36 88 83 8 Verzeichnis der Lieder Volk des Berrn, du hast hienieden Vollbracht ist nun die heilge Voller Wunder, voller Runst Vom Geräusch der Welt Vom Simmel hoch, da Von des Simmels Thron Von dir, du Gott der Einigkeit Von Gott will ich nicht Wach auf, du Geist der Wach auf, mein Serz, die Wach auf, mein Serz, und Wachet auf, ruft uns die Walte, waͤlte nah und fern Wann kommt der Herr Warum betrübst du dich Warum sollt ich mich denn Warum willst du draußen Was freut mich noch, wenn Was Gott tut, das ist wohlgetan Was Gott tut, das ist wohlgetan, so denken Was hinket trognen Was mein Gott will Was waͤr ich ohne dich gewesen? ihr be⸗ Weicht, ihr Berge, faͤllt Weil ich Jesu Schäf⸗ lein bin Weißt du, Sternlein Wenn alle untreu werden Wenn auch wie ein Psalter Wenn Christus seine KRirche Wenn der Herr einst die Wenn ich einst von jenem Wenn ich ihn nur habe Wenn ich, o Schöpfer, deine ö Wenn kleine Himmels⸗ erben Wenn mein Stündlein Wenn mich mein Sun⸗ den Wenn wir in höchsten Nöten Werde licht, du Stadt der Werde munter, Gemüte wieviel mein wer ist ein Mann? Wer ist wohl wie du Wer nur den lieben Gott Nr. 255 325 28 31I 563 56⁴ 565 29⁰ 159 358 379 318 I43 776 736 6²2 418 53 388 566 813 339 6³ Nr. Wer sind die vor Got— tes 1791 Wer weiß, wie nahe mir 448 Wie fleucht dahin der 487 Wie getrost und heiter 319 Wie groß ist des All⸗ mächtgen 144 Wie heilig ist die Stätte 200 Wie könnt ich sein ver⸗ gessen 205 Wie lieblich ists hie— nieden 567 Wie mit grimmgem Unverstand 568 Wie schön ists doch, Berr 40 Wie schön leuchtet der Morgenstern 269 Wie sicher lebt der Mensch 475⁵ Wie soll ich dich emp⸗ fangen 20 Wie wohl ist mir, o Freund 309 Willkommen, Beld im Streite 82 Wir danken Gott für seine 383 (Wir glauben all an Einen Gott)(873-—875) Wir pflügen und wir streuen 569 Verzeichnis der Lieder Wir singen dir, Im— manuel Wir treten zum Beten vor Wir werden bei dem Berrn Wo findet die Seele die Wohlaͤuf, mein Serz,/ verlaß Wohlaͤuf, wohlan zum letzten Wohl einem BSaus, da Jesus Womit soll ich dich wohl Wunderaͤnfaͤng, herr— lichs Wunderbaͤrer Rönig Zeuch ein zu deinen Toren Jeuch hin, mein Kind Jeuch uns naͤch dir, so laufen Jieht in Frieden eure Pfade Zion, gib dich nur zu— frieden Ju Bethlehem geboren ist Zwei der Jünger gehn Iweierlei bitt ich von dir Nr. 36 + 6 — Erläuterungen zu den Melodien J. Die Zeichen I, II, A sind Andeutungen für etwaigen Wechselgesang. Ibzw. II bedeutet, daß die erste bzw. zweite Gruppe(Chor) oder auch der Gesamtchor, A, daß wieder alle singen. Beim Fehlen eines Zeichens wird die Strophe von allen(der Gemeinde) gesungen. 2. Die im Anhang beigegebene zweite Stimme ist nicht verwendbar, wenn ein Lied im vierstimmigen Satze des Anhaͤngs zum Choralbuch begleitet wird. 3. Bei einigen Volksliedern ist die Zahlder Silben nicht in allen Strophen gleich; bei diesen müssen die mit Bogen versehenen Woten je nach der Silbenzahl einer Zeile bald verbunden, bald getrennt gesungen werden. Ein Anhang zum Choralbuch zur Begleitung auf Orgel, Harmonium oder Klaͤvier ist bei J. Waitz, Darmstaͤdt, er— schienen. Die Melodien zu Nr. 30, IIS, 533 und 536 sind jetzt im Verlag von CTeuckart, Leipzig, erschienen. Die Melodien zu Nr. 5I4B und Nr. 534 sind mit Genehmigung der Zinterbliebenen des Komponisten und des A. Deichert— schen Verlaͤgs(G. Böhme) in Leipzig entnommen aus Fr. Mergner,„so geistliche Cieder für Chor und Einzel— stimme“, Nr. 570 mit Genehmigung des Übersetzers und des Breitkopf& Särtelschen Verlags in Leipzig aus J. Röntgen und R. Budde,„XIV Altniederländische Volks— lieder“. 6⁵⁵ Egentum und Verlag der eoangelichen Luundezbirchein Hessen/Künsthrrschor Schmuch Dvmmndh Gengnagel Entwurf der Einbände vn Irwf Kudoff Koch-Offenboch aM/ Druck urd EnbändeL CWitichsche Hosbuchdruterri In Bommission bei I. Watz⸗Darmstadt vs Godruckt nirri ärn n. n Papierfabrik zumbruderhaus in Dettingen⸗Erms Dürttbg — SSSS 4 4