i 7 2 43 6. ** ——1 **—*—**85——. ꝑVvVI* 7 75 — . 75 V— Vi Engel lieb', Dir ich befehl' Meinen Leib und meine Seel'; Sieh', der Feind gar böse ist, Mach' zu Schanden seine List.* Hilf mir leben keusch und fromm, ö Dass ich in den Himmel komm'! Amen. Ehre sei Golt in der Böhe! Uatholisches Gesang untl Gebetbuch fur Groß undl Klein, zunächst für fromme Schulkinder. Herausgegeben von P. Coloman Rssem, Cistercienser-Ordenspriester von Zwettl. (Mit Approbation der hochw. f. e. bisch. und bisch. Ordinariate Wien, St. Pölten und Salzburg.) Neunte vermehrte Auflage. Wien, 1896. Verlag von Heinrich Kirsch, I., Singerstraße 7(Deutsches Haus). NB. Die Verlagshandlung ist gerne bereit, insolange ein eigenes Melodienbuch zu vorliegendem Büchlein nicht existirt, die Melodie zu dem einen oder anderen Liede auf unsch zu besorgen. Segenlieder. 1 1] 1. Wir ehren Dich Lebend'ges Engelsbrot, O großer Himmelsgott Und wahrer Mensch zugleich! Heilig, heilig, heilig, Heilig über heilig Ist Jesus Christus ohne End' In dem heiligsten Sacrament. 2. Verlaß uns nicht, o Herr! Jesus, Du süßester, Jesus, Du süßester, Verlass uns nicht, o Herr! 3. Gelobet allzeit sei Der süße Name Jesus Und der Name Maria. II. (2] 1. Wir beten an Dich wahres Engelsbrot, Dich Vater, Herr, Allmächtig großer Gott! Heilig, heilig, heilig, Du bist allzeitig heilig, Sei gepriesen ohne End' In dem heiligsten Sacrament. 2. Wir bitten Dich, Erbarm' Dich, großer Gott, solange Und segne uns, ů usch zl Gib uns das tägliche Brot. Heilig u. s. w. 1** 3 — 4— 3. O, stärke uns, Wir ringen uns're Händ'! Und speise uns In unser'm letzten End'! Heilig u. s. w. III. 1. Kommet, lobet ohne End' Das heiligste Saerament, Welches Jesus eingesetzet Uns zum Testament. 2. Hier ist Jesu Fleisch und Blut, Hier das allerhöchste Gut; Keine Seele geht verloren Unter dieser Hut. 3. Sei gelobt, gebenedeit, Trost in Widerwärtigkeit Und in Kriegszeit, Pest und Hunger Wahre Sicherheit. 4. Segne uns, o großer Gott! Wundervolles Himmelsbrot! Ach, bewahre und errette Uns aus aller Noth. 5. Gib stets wahre Buß' und Reu', Spreche uns von Sünden frei; Mach', dass Glaube, Lieb' und Hoffnung Bis ans Ende sei. 6. Nach vollbrachtem Lebenslauf Nimm uns All' zu Dir hinauf; Unser Bitten, unser Flehen, Nimm in Gnaden auf. 7. Sei gelobt, gebenedeit, Heiligste Dreifaltigkeit! Sei gelobet und geehret Bis in Ewigkeit! IV. (4] 1. Segne, Jesus! Deine Heerde, Welche Dir zu Füßen fällt, Und die Güter dieser Erde Nur von Deiner Gnad' erhält. Herr, Dein theures Fleisch und Blut Ist das größte Seelengut, Welches würdig zu empfangen Wahre Christen stets verlangen. 2. Den die Brotsgestalt bedecket, Der Du unser Heiland bist, Den die Liebe hier verstecket, Gib uns Segen, Jesu Christ! Mach' verstockte Herzen weich Und an wahrer Tugend reich; Stärk' uns auch mit dieser Speise Endlich zu der Himmelsreise. 3. Der Du hast für uns gelitten, Uns von Sünden machtest frei, Ach! gewähre, was wir bitten, Segne Herr! und steh' uns bei, Dass wir in der Todeszeit, In dem allerschwersten Streit, Alle Feinde überwinden Und durch Dich das Leben finden. V. 5] I. Komm', o fromme Christenschar! Wirf dich nieder am Altar, Denn es stellt in Brotsgestalten Sich Dein Heiland dar. 2. Hier ist Jesu Fleisch und Blut, Hier das allerhöchste Gut! Keine Seele geht verloren Unter seiner Hut. jer — fnung — 3— 3. Sei geehrt, gebenedeit, Trost in Widerwärtigkeit; Aller, die sich Dir vertrauen, Wahre Sicherheit! 4. Gib uns Segen, großer Gott, Wundervolles Himmelsbrot! Hilf den Deinen und bewahre Sie vor aller Noth. V 5. Gib uns wahre Buß' und Reu', Mach' uns von den Sünden frei, ö 7 Dass nach Glauben, Hoffen, Lieben ö Unser Trachten sei. 6. Ist nun unsere Pflicht gethan, —— Und vollend't des Lebens Bahn, O, dann nimm zu Deinen Freuden Uns're Seelen an! 7. Sei gelobt, gebenedeit, Heiligste Dreieinigkeit, ö Jesu, Preis im Sacramente, ö Bis an's End' der Zeit. IV. [6] 1. Christen! singt mit frohem Herzen, Preiset Gott, das höchste Gut, Das Geheimnis seiner Liebe, Seinen wahren Leib, sein Blut! Diesen Leib, der angeheftet An dem Kreuze für uns starb, Dieses Blut, das dort geflossen ö Und der Welt das Heil erwarb. 2. Gott dem Vater und dem Sohne Gleicher Kraft und Wesenheit, ö Und dem Geist am höchsten Throne Singet Lob mit Fröhlichkeit! XN — X 7 1. 8J 1. Gott ist wahrhaft hier zugegen, Herr! ich glaub', r hoff' auf Dich, Duden gib uns Deinen Segen, Deine Kinder lieben Dich. VII. Uns zum Himmel zu erheben, Stiegst Du, Herr! zum Staub herab, Gabst für uns Dein theures Leben, Sank'st für unser Heil ins Grab. Heilig, unaussprechlich heilig Bist Du, unser Herr und Gott! Ach, kein Mensch, der Engel keiner Kann Dir gleich an Liebe sein, Ewig soll mein Herz sich Deiner, O du ew'ge Liebe, freu'n. Heilig u. s. w. „Jesus, gib uns Deinen Segen, Schenk uns ewig Deine Huld. Dass wir geh'n auf Gottes X Wegen Und stets flieh'n der Sünde Schuld! Heilig u. s. w „Seh'n wir dann in jenem Leben, Iue Dich von Angesicht, Lohnst Du unser Tugendstreben Ewig mit des Himmels Licht. Heilig u. s. w. VIII. Gottes Sohn ist hier zugegen, Der beim Vater ewig thront, Er, der Herr, der uns mit Segen Und mit Lieb' und Gnad' belohnt. 2. Heilig, heilig, dreimal heilig, Ist der Heiland Jesus Christ, Der für Alle an dem Kreuze Hingeopfert worden ist. 3. Segne Jesus Deine Kinder, Segne uns durch Deine Hand, Hilf und rett' uns arme Sünder, Gib uns Deiner Liebe Pfand. 4. Jesu, nimm den Schwur der Treue Und der Liebe von uns hin, * Sieh'! wir weihen Dir auf's Neue 7 Unser Herz und unsern Sinn! IX. Asperges me. 9] 1. Besprenge meine Seele, O Herr, so wird sie rein Und die Vernunft wird helle, Das Herz gerühret sein. So fließet nun, ihr Thränen, Ihr Zeugen meiner Reu', Den Höchsten auszusöhnen, Dass er uns gnädig sei! ö„Erbarmen! ach, Erbarmen! Wie einstens David bat; Verzeihung für uns Armen, Für uns're Missethat! Du wirst auf uns're Bitte, Wenn wir die Sünd bereu'n, V Nach Deiner großen Güte 1 Uns väterlich verzeih'n. 101 1. ⁴ Messlieòer. Am Sonntag. 1. Zum Eingang. Wir werfen uns darnieder Vor Dir, Gott Sabaoth! Erhöre uns're Lieder, Da wir nach dem Gebot Dir dieses Opfer bringen; Verleihe nun, dass wir Es andachtsvoll besingen Und wohlgefallen Dir. Den Tag vor Jesu Leiden, 9 Beim letzten Abendmahl, Indem er wollte scheiden Aus diesem Jammerthal, Hat er das Brot gebrochen Und ausgetheilt den Wein, Gesegnet und gesprochen: Dies thut und denket Mein. Zum Gloria. Gott Vater, Dir gehöret Lob, Ruhm und Dank und Ehr'; Was uns're Ruhe störet, Verstatte nimmermehr. Auf Erden lass uns grünen Den Frieden jederzeit, Dass wir Dir fröhlich dienen, Von Furcht und Angst befreit. Zum Evangelium. Aus Gottes Munde gehet Das Evangelium, — — 10— Auf diesem Grunde stehet Das wahre Christenthum. Gott selber hat's gelehret, Der nicht betrügen kann. Wohl dem, der's gerne höret Und es nimmt willig an. Zum Credo. Wir glauben und bekennen, Dass aus höchst weisem Rath Gott, den wir Vater nennen, Die Welt erschaffen hat; Von ihm ist ausgegangen Sein Sohn, der Jesus heißt, Der ward als Mensch empfangen Durch Gott, den heil'gen Geist. Zum Offertorium. „Herr! lass doch diese Gaben Dir wohlgefällig sein, Die wir geopfert haben; Es ist zwar Brot und Wein, Doch wird's verwandelt werden In Christi Fleisch und Blut, Dies ist uns hier auf Erden Und den Verstorb'nen gut. ⸗Wir opfern Dir den Willen, Herz und Gedanken auf; Hilf' uns, dass wir erfüllen In unserm Lebenslauf, Was Du uns, Deinen Kindern, Zu thun befohlen hast; Nimm weg, was uns kann hindern, Nimm weg die Sündenlast! 4 — — 11— Zum Sanctus. Lasst uns gen Himmel schwingen, Zum Helfer in der Noth, Und dreimal heilig singen Dem Herrn, Gott Sabaoth! Herr! Himmel und auch Erde Sind voll von Deinem Ruhm, Hilf, dass bekehret werde Das blinde Heidenthum. Nach der Wandlung. „Hier bet' ich auf den Knieen, Verborg'ner Gott, Dich an; Ich will mich nicht bemühen, Das, was Du hier gethan, Durch Sinne zu begreifen; Dein Wort muss nur allein, Um hier nicht auszuschweifen, Der Grund des Glaubens sein. „Die Gottheit war bedecket Allein am Kreuzaltar, Hier aber ist verstecket Die Menschheit auch sogar. Dies Denkmal Deiner Güte, Dies wahre Himmelsbrot, Erinnert mein Gemüthe, O Herr, an Deinen Tod. Zum Agnus Dei. Erfreut euch, fromme Seelen, Ein Wunder ist gescheh'n, Der Herr will sich verhehlen, Kein Auge kann ihn seh'n. In Brot⸗ und Weingestalten Ist Jesu Fleisch und Blut 11 — 12— Auf dem Altar enthalten, Dies größte Seelengut. „Verdeckt ist hier zu finden Das wahre Gotteslamm, Das aller Menschen Sünden Getilgt am Kreuzesstamm. Es ist der Seelen Speise, Wie uns der Glaube lehrt; Es nährt uns auf der Reise Und wird doch nicht verzehrt. Zum Segen des Priesters. Da wir nunmehr gehöret Die Messe, wie man soll, So sei auch Gott geehret, O, mach' uns segensvoll! Und lass es Dir gefallen, Was wir allhier gethan; O, bleibe bei uns Allen, So sind wir wohl daran. II. Zum Eingang. Hier wirft vor Dir in Staub sich hin O Gott! die Christenschar! Zu Dir erhebt sich Herz und Sinn, Das Auge zum Altar. O, blick' auf uns mit Vaterhuld, Vergieb uns die bereute Schuld; Verstoß' von Deinem Angesicht, O Gott! uns arme Sünder nicht! Verstoß' uns nicht, Verstoß' uns Sünder nicht! Zum Gloria. Gott soll gepriesen werden Auf seinem höchsten Thron, N I — 15— Und Friede sei auf Erden Der guten Menschen Lohn. Wir loben, ehren Alle Dich, o Dreieinigkeit! Und unser Dank erschalle Bis an das End' der Zeit. Zum Evangelium. Es kommt aus Gottes Munde Das Evangelium, Und nur auf diesem Grunde Steht wahres Christenthum. Herr, lass uns niemals kehren Durch Deiner Feinde List Das Ohr zu falschen Lehren, Dies fleht der wahre Christ! Zum Credo. Allmächtiger! Vor Dir im Staube Bekennt Dich Deine Creatur. O Gott und Vater, ja ich glaube An Dich, Du Schöpfer der Natur; An Deinen Sohn, den uns empfangen Der reinsten Jungfrau Schoß gebar, Und an den Geist, der ausgegangen Von Beiden, stets mit Beiden war. Zum Offertorium. Nimm an, o Herr! die Gaben Aus Deines Priesters Hand; Die Dich beleidigt haben, Versöhne dieses Pfand. Bald bleiben nur Gestalten Von diesem Brot und Wein, Und das, was sie enthalten, Wird Seelenspeise sein. — 14— Zum Sanetus. O singet: dreimal heilig Ist Herr Gott Sabaoth! Dreieinig, unzertheilig Ist unser Herr und Gott! Es glänzet seiner Ehren Die ganze Schöpfung voll, O, dass uns Engel lehren, Wie man ihn preisen soll. Nach der Wandlung. Sieh' Vater von dem höchsten Throne, Sieh' gnädig her auf den Altar! Wir bringen Dir in Deinem Sohne Ein wohlgefällig Opfer dar; Wir fleh'n durch ihn, wir, Deine Kinder, Und stellen Dir sein Leiden vor; Er starb, des Todes Ueberwinder, Stand auf und fuhr zu Dir empor. Zum Agnus Dei. Betrachtet ihn in Schmerzen, Wie er sein Blut vergießt; Seh't, wie aus Jesu Herzen Der letzte Tropfen fließt. Er fließt, uns anzukünden Das wahre Gotteslamm, Das liebreich alle Sünden Von unser'n Seelen nahm. Zur Communion. Wie soll, o Herr! ich's wagen, An Deinen Tisch zu geh'n? Du darfst ein Wort nur sagen, Um mich gesund zu seh'n. Lone⸗ 121 — 15— O, stille mein Verlangen, Du einzig' Seelengut! Im Geiste zu empfangen Dein wahres Fleisch und Blut. Zum Schlusse. Nun ist das Lamm geschlachtet, Das Opfer ist vollbracht; Nun haben wir betrachtet, Gott! Deine Lieb' und Macht. Die bleib' uns stets zugegen, Aus Deinem Gnadenmeer Ström' immer uns Dein Segen Durch dieses Opfer her! III. Zum Eingang. Hier liegt vor Deiner Majestät Im Staub die Christenschaar. Das Herz zu Dir, o Gott! erhöht, Die Augen zum Altar. Schenk' uns, o Vater! Deine Huld Vergib' uns uns're Sündenschuld! O Gott, von Deinem Angesicht Verstoß' uns arme Sünder nicht; Verstoß' uns nicht, Verstoß' uns Sünder nicht! Zum Gloria. Gott soll gepriesen werden, Sein Nam' gebenedeit, Im Himmel und auf Erden Jetzt und in Ewigkeit; Lob, Ruhm und Dank und Ehre Sei der Dreieinigkeit! — 16— Die ganze Welt vermehre, Gott, Deine Herrlichkeit! Zum Evangelium. Aus Gottes Munde gehet Das Evangelium, Auf diesem Grunde stehet Das wahre Christenthum. Gott selbst ist's, der uns lehret, Der reinste Wahrheit ist; Der seine Lehren höret, Wie glücklich ist der Christ! Zum Credo. Allmächtiger! vor Dir im Staube Bekennt Dich Deine Creatur; O, Gott und Vater, ja ich glaube An Dich, Du Schöpfer der Natur. Auch an den Sohn, der ausgegangen, Von Dir geboren ewig war, Den, von dem heil'gen Geist empfangen, Die reinste Jungfrau uns gebar. Zum Offertorium. Nimm an, o Herr! die Gaben Aus Deines Priesters Hand; Wir, die gesündigt haben, Weih'n Dir dies Liebespfand. Für Sünder hier auf Erden, In Aengsten, Kreuz und Noth, Soll dies ein Opfer werden Von Wein und reinem Brot. Zum Sanctus. Singt: heilig, heilig, heilig Ist unser Herr und Gott! ngen, ngen, Singt mit den Engeln:„heilig Bist Du, Gott Sabaoth“; Im Himmel und auf Erden Soll Deine Herrlichkeit Gelobt, gepriesen werden, Jetzt und in Ewigkeit! Nach der Wandlung. Sieh' Vater! von dem höchsten Throne Sieh' gnädig her auf den Altar; Wir bringen Dir in Deinem Sohne Ein wohlgefällig Opfer dar. Wir fleh'n durch ihn, wir, Deine Kinder, Und stellen Dir sein Leiden vor! Er starb aus Liebe für uns Sünder, Noch hebt er's Kreuz für uns empor. Zum Agnus Dei. Betrachtet ihn in Schmerzen, Wie er sein Blut vergießt; Seht, wie aus Jesu Herzen Der letzte Tropfen fließt! Er nahm hinweg die Sünden, Er trug all' uns're Schuld; Bei Gott läßt er uns finden Den Frieden, seine Huld. Zur Communion. Herr! ich bin nicht würdig, Zu Deinem Tisch zu geh'n; Du aber mach' mich würdig, Erhör' mein kindlich Fleh'n! O, stille mein Verlangen, Du Seelenbräutigam! Im Geist Dich zu empfangen, Dich wahres Osterlamm! O — — 18— Zum Schlusse. Nun ist das Lamm geschlachtet, Das Opfer ist vollbracht; Wir haben jetzt betrachtet, Gott! Deine Lieb' und Macht. Du bist bei uns zugegen, Aus Deinem Gnadenmeer Ström' uns Dein Vatersegen Durch 1 6046 her! Am men6. Zum Saeldehel [13] 1. O Gott! wir kommen voll Vertrau'n, Mit kindlichem Gemüthe, Zu fleh'n um Deine Gnad' und bau'n Auf Deine Vatergüte. Erhör' uns und erbarme Dich! Herr! Deine Huld währt ewiglich. 2. Wir kennen, Herr, der Sünden Schuld, Die wir begangen haben; Wir sind nicht würdig Deiner Huld Und deiner Vatergaben. Doch geh' mit uns nicht ins Gericht, Zeig' uns Dein mildes Angesicht. Zum Gloria. Die schöne Welt ist Dein Geschenk Und was wir sind und haben; Du warest unser eingedenk Mit tausend edlen Gaben. Lob, Ehre, Ruhm und Dank sei Dir, O guter Vater, stets dafür. — 10— Zum Evangelium. Die Lehre, die uns Jesus gab, Macht glücklich schon hienieden; Sie lenkt von jedem Irrthum ab Und führt zum ew'gen Frieden. Von dieser heil'gen Richtschnur, Herr! Entfernen wir uns nimmermehr. Zum Credo. Wir glauben, dass Du Vater bist, Der Alles schuf, regieret; Wir glauben auch, dass Jesus Christ Zum wahren Heile führet; Wir glauben an den heil'gen Geist, Und was die Kirche glauben heißt. Zum Offertorium. Wir bringen Dir zum Opfer dar Ein redliches Bestreben, So fromm, wie unser Heiland war, Von Kendheit an zu leben. Dass unser Wille standhaft sei, Steh' uns mit Deiner Gnade bei. Vor der Wandlung. Gedenk', o Herr! in jeder Noth Der Eltern, Freunde, Brüder; Gib unser'n Lehrern, milder Gott! Das Gute reichlich wieder. Ja, Alle sieh' barmherzig an, Auch Jene, die uns Leid's gethan. Nach der Wandlung. Dies ist der Leib und Jesu Blut, Es war für uns vergossen, — 20— Dadurch zu unserm Seelengut Der neue Bund geschlossen. Für diesen Bund, o guter Gott! Geh'n wir mit Freuden in den Tod. 1. Zum Paternoster. Dein Name, Vater! der Du bist, Sei heilig, wie Dein Wille; Verleihe uns, was nöthig ist, Vergieb der Sünden Fülle; Hilf der Versuchung widersteh'n, Lass jedem Uebel uns entgeh'n. Zum Agnus Dei. Der Du zu uns, o Jesu! kamst, Den Tod für uns zu dulden, Auf Deine Schultern willig nahmst Der Menschheit große Schulden; Nimm uns nach diesem Lebenslauf In Deine Himmelswohnung auf. Nach der Communion. Noch stets verkünden wir den Tod, Den Du hast leiden müssen, So oft wir von dem Himmelsbrot Recht ehrfurchtsvoll genießen. O, lass es fruchtbar uns gedeih'n Und Deines Todes Denkmal sein. Zum Segen. Lass, Herr und Gott! das Opfer Dir Und unser'n Dienst gefallen; Gib Deinen Vatersegen hier, Dort Dein Erbarmen Allen. Es sei gelobet jederzeit, Von nun an bis in Ewigkeit. I. Zum Eingang. (14] 1. Wohin soll ich mich wenden, Wenn Gram und Schmerz mich drücken? Wem künd' ich mein Entzücken, Wenn freudig pocht mein Herz? Zu Dir, zu Dir, o Vater, Komm' ich in Freud' und Leiden; Du sendest ja die Freuden, Du heilest jeden Schmerz. „Ach, wenn ich Dich nicht hätte, Was wär' mir Erd' und Himmel? Ein Bannort jede Stätte, Ich selbst in Zufalls Hand. Du bist's, der meinen Wegen Ein sich'res Ziel verleihet Und Erd' und Himmel weihet Zu süßem Heimatland. 3. Doch darf ich mich Dir nahen, Mit mancher Schuld beladen? Wer auf der Erde Pfaden Ist Deinem Auge rein? Mit kindlichem Vertrauen Eil' ich in Vaters Arme, Fleh' reuerfüllt:„Erbarme, Erbarm', o Herr, Dich mein!“ 4. Süß ist Dein Wort erschollen: Zu mir, Ihr Kummervollen! Zu mir, ich will Euch laben, Euch nehmen Angst und Noth. Heil mir! ich bin erquicket, Heil mir! ich darf entzücket, Mit Dank und Preis und Jubel Mich freu'n in meinem Gott. — *. — 24.— Zum Gloria. „Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe!“ Singet der Himmlischen seelige Schaar. „Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe!“ Stammeln auch wir, die die Erde gebar. Staunen nur kann ich und staunend mich freu'n, Vater der Welten, doch stimm' ich mit ein; „Ehre sei Gott in der Höhe!“ „Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe!“ Kündet der Sterne strahlendes Heer. „Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe!“ Säuseln die Lüfte, brauset das Meer. Feiernder Wesen unendlicher Chor Jubelt in ewigem Danklied empor: „Ehre sei Gott in der Höhe!“ Zum Evangelium. Noch lag die Schöpfung formlos da, Nach heiligem Bericht, Da sprach der Herr:„Es werde Licht!“ Er sprach's und es ward Licht! Und Leben regt und reget sich Und Ordnung tritt hervor, Und überall, allüberall Tönt Preis und Dank empor. „Der Mensch auch lag in Geistesnacht, Erstarrt von dunklem Wahn; Der Heiland kam und es ward Licht Und heller Tag bricht an; Und seiner Lehre heil'ger Strahl Weckt Leben nah' und fern, Und alle Herzen pochen Dank Und preisen Gott, den Herrn. 0½ — — — 23— Zum Offertorium. „Du gabst, o Herr, mir Sein und Leben Und Deiner Lehre himmlisch' Licht; Was kann dafür ich Staub Dir geben? Nur danken kann ich, mehr doch nicht. Wohl mir! Du willst für Deine Liebe Ja nichts als wieder Lieb' allein; Und Liebe, dankerfüllte Liebe, Soll meines Lebens Wonne sein. Mich selbst, o Herr, mein Thun und Denken Und Leid und Freude weih' ich Dir. Herr, nimm durch Deines Sohnes Opfer Dies Herzensopfer auch von mir! Sanetus. Heilig, heilig, heilig! Heilig ist der Herr! Heilig, heilig, heilig! Heilig ist nur Er. Er, der nie begonnen, Er, der immer war, Ewig ist und waltet, sein wird immerdar. „Heilig, heilig, heilig! Heilig ist der Herr! Heilig, heilig, heilig! Heilig ist nur Er. Allmacht, Wunder, Liebe, Alles rings umher. Heilig, heilig, heilig! Heilig ist der Herr Nach der Wandlung. „Betrachtend Deine Huld und Güte, O mein Erlöser, gegen mich, Seh' ich beim letzten Abendmahle Im Kreise Deiner Theuren Dich. Du reichest Brot und Wein den Jüngern, Du sprichst:„Dies ist mein Leib, mein Blut! Nehm't hin und denket meiner Liebe, Wenn opfernd ihr ein Gleiches thut“. „Wir opfern hier nach Deinem Worte Auf deinem heiligen Altar, Und Du mein Heiland bist zugegen, Des Geistes Aug' wird Dich gewahr. Herr, der Du Schmerz und Tod ertragen, Um uns das Leben zu verleih'n, Lass dieses Himmelsbrot uns Labung Im Leben und im Tode sein. „Mein Heiland, Herr und Meister, Dein Mund, so segensreich, Sprach einst das Wort des Heiles: „Der Friede sei mit Euch!“ O Lamm, das opfernd tilgte Der Menschheit schwere Schuld, Send' uns auch Deinen Frieden Durch Deine Gnad' und Huld. Herr, uns're Lieben alle, Die nun bereits fort von hier 15 In's Land des Friedens giengen, Nimm sie, nimm sie zu Dir! Lass einst sie dort uns finden Im seligen Verein, Wenn wir des Himmelsfriedens Zusammen uns erfreu'n. Zum Agnus Dei. Mein Heiland, Herr und Meister! O sprich erbarmungsreich Zu uns das Wort des Heiles: „Der Friede sei mit Euch!“ Send' uns den Himmelsfrieden, Den nie die Erde gibt, Der nur dem Herzen winket, Das rein und treu Dich liebt. Schlussgesang. ö Herr! Du hast mein Fleh'n vernommen, Selig pocht's in meiner Brust; — 25— In die Welt hinaus, ins Leben ö Folgt mir nun des Himmels Lust. ragen, Doch auch bist ja Du mir nahe Ueberall und jederzeit, Aller Orten ist Dein Tempel, Wo das Herz sich fromm Dir weiht. Segne, Herr, mich und die Meinen, Segne unser'n Lebensgang! Alles, unser Thun und Wirken, Sei ein frommer Lobgesang. Am Dienstag. Zum Staffelgebet. 15 1. Vater! sieh die Kleinen an, Die sich Deinem Throne nah'n: Denn Dich schauen Ist erfreulich, Ist der Unschuld Lohn. Hoffnungsvoll erheben wir Uns're Stimmen, Herr! zu Dir, Bei dem Opfer Deiner Liebe Am Altare hier. Zum Kyrie. O Erbarmer, höre uns; Mittler, Christus, höre uns! Die wir gläubig Zu Dir rufen, Gott, erhöre uns! Zum Gloria. n, Singet mit der Engelschaar: Ruhm und Preis Gott immerdar! ⁰ Seinem Namen, Seiner Hoheit Bringen Lob wir dar. Zum Evangelium. Unser's Glaubens Heiligthum Lehrt das Evangelium, Einzugehen In das neue Hohe Priesterthum. Zum Credo. 1. Vater jeder Creatur! Jedes Landes, Feld und Flur Trägt die Spuren Deiner Allmacht, Schöpfer der Natur! 2. Sohn des Vaters Jesu Christ! Der Du Mensch geworden bist Und den Geist der Wahrheit sendest, Der uns Tröster ist! 3. Heiligste Dreifaltigkeit! Sei gelobt in Ewigkeit, Und die Mutter Jesu Christi Sei gebenedeit! Zum Offertorium. Nimm des Dankes Unterpfand, Herr, aus Deines Priesters Hand, Nimm zum Opfer Uns're Herzen Als ein Liebespfand. Zum Sanctus. sosvS0l Heilig, Herr, Gott Sabaoth! EED Heilig, großer Himmelsgott! — —5 — — — 27— In den Höhen Dir Hosanna, Heil'ger, starker Gott! Zum Memento. Blicke alle gnädig an, Welche Gutes uns gethan, Auch die Feinde, Die uns hassen, Sieh' barmherzig an. Nach der Wandlung. „O Du allerhöchstes Gut! Christi wahres Fleisch und Blut, In Gestalt des Brot's und Weines Allerhöchstes Gut! „Seht, was Gottes Liebe kann Und was Jesus hat gethan: Seinen Leib in Brotsgestalten Bietet Er uns an. „Dieses wundervolle Brot Ist der menschgeword'ne Gott, Ist der Heiland, Der Erretter Aus der Sünde Noth. Zum Agnus Dei. O Lamm Gottes! steh' uns bei, Mach' uns von den Sünden frei, Die Du tilgtest An dem Kreuze, Steh' uns Sündern bei! Zur Communion. ⸗Mir sei dieses Himmelsbrot Oft und in der letzten Noth 2. 16 1. — 28— Dargereichet Auf die Reise Zu dem lieben Gott. Möchte ich auch würdig sein, Dieser Gnade mich zu freu'n, Doch ein Wort nur Darfst Du sprechen, Und ich werde rein. „Lohner jeder guten That! Der Verführung Missethat Wende ab von Schwacher Jugend, Sende guten Rath. Zum Segen. Vater, sieh' uns gnädig an, Leit' uns auf der Tugend Bahn; Segne Eltern, Segne Lehrer, Segne Jedermann! II. Zum Eingang. Vater! sieh' uns Kleine an, Die wir deinem Throne nah'n! Uns'rer Jugend schwache Tugend Stimmet Dir ein Loblied an. Hoffnungsvoll erheben wir Uns're Stimmen, Herr! zu Dir; Obgleich Sünder, Deine Kinder Rufen dennoch: Vater! hier. „Gott, der Vater, höre uns! 7 Gottes Sohn erhöre uns! Schenk' uns Armen Dein Erbarmen! Heil'ger Geist komm' über uns! — — — 29— Zum Gloria. Ehre sei Dir in den Höh'n, Der uns seine Macht ließ seh'n, Dass in Frieden schon hienieden Alle Guten vor ihm geh'n. Zum Evangelium. Eine Freudenbotschaft ist Uns Dein Wort, Herr Jesu Christ; Es belehret und bekehret Jedes Herz, in das es fließt. Zum Credo. „Glaubenstreu bekenn' ich klar, Dass Gott Vater Schöpfer war; Uns vom Bösen zu erlösen Gottes Sohn ward Mensch sogar. „Standhaft auch mein Glaube preist, Dass mein Heil am Kreuz sich weist, Dass regieret, fehllos führet Seine Kirche Gott der Geist. Nach des Lebens kurzem Streit Steht der Himmel mir bereit, Zu den Frommen hinzukommen, Wo einst Seel' und Leib sich freut. Zum Offertorium. Am Altare opfern hier Durch des Priesters Hände wir; Was wir haben, auch die Gaben, Alles kommt ja nur von Dir. „Dieses Brot und dieser Wein Ist ein Opfer hehr und rein, Jesus wollte, dass es sollte Seines Todes Denkmal sein. — 30— Zum Sanctus. 1. Preisend rufen bis zum Tod Mit den Engeln wir, o Gott: Heilig, heilig, über heilig Ist der Herr Gott Sabaoth. 2. Blicke alle gnädig an, Welche Gutes uns gethan; Uns're Freunde, auch die Feinde Sieh' barmherzig, gnädig an. Nach der Wandlung. „Der im Himmelreich Du wohnst, Selig dort und glorreich thron'st, Sieh', es finden uns're Sünden Einen Mittler, dass Du schonst. 2. Blick herab auf den Altar, Jesus bringt sich selber dar; Seine Leiden, sein Verscheiden Alles bringt er für uns dar. „Seht das wahre Gotteslamm, Seht den Seelenbräutigam, Der, das Leben uns zu geben, Starb am harten Kreuzesstamm. — Zur Communion. Christen! seid auf Eurer Hut, Prüfet Eure Herzen gut; Es enthalten die Gestalten Christi wahres Fleisch und Blut. 2. Dieses wundervolle Brot Ist der menschgeword'ne Gott, Gleicherweise eine Speise Wirket Leben oder Tod. 3. Der Du selbst der Schöpfer bist, Kamst zu dem, der sterblich ist; — 17 * 2 — 314— O, verweile noch und heile Ganz mein Herz von Sündgelüst. „Bleib' in mir und führe mich Zu dem Leben ewiglich! O beglücke und erquicke Auch vor meinem Tode mich! Zum Schlusse. „Heute, Gott, verlass uns nicht, Hilf uns durch Dein Gnadenlicht Deinen Willen treu erfüllen, Bis du rufest zum Gericht. Lass in Deinem Schutz uns steh'n Und verleih' uns Wohlergeh'n, Unser'n Freunden, unser'n Feinden, Todten und Lebendigen. III. Zum Eingang. 17] 1. Heil'ger, starker, ew'ger Gott, Wir sind da, nach dem Gebot Uns're Ehrfurcht zu bezeigen Dir, o Herr, Gott Sabaoth! „Wir bekennen uns're Schuld, Vater, hab mit uns Geduld, Ach! verzeih uns uns're Sünden, Schenk' uns Deine milde Huld. „Du, Sohn Gottes! steh' uns bei, Deinen Fürspruch uns verleih', Dass der Vater Dir zu Liebe Uns gewiß barmherzig sei. Zum Gloria. Gott im Himmel sei geehrt Und den Menschen stets auf Erd' — — — — — — — 32— Frieden, Wohlfahrt, Glück und Segen Von Dir, guter Gott, beschert. Zur Epistel. Großer Gott, wir loben Dich Durch die Heil'gen, welche sich In dem Himmel ohne Sorgen Freuen in Dir ewiglich. Zum Evangelium. Eine Freudenbotschaft ist Uns Dein Wort, Herr Jesus Christ, Es erleuchtet und erweichet Jedes Herz, in das es fließt. Zum Credo. „Dass Gott Vater diese Welt Aus dem Nichts hat hergestellt, Dass sein Sohn durch den Geist Gottes Mensch zu sein, sich hat erwählt. Was uns Jesus hat gelehrt, Was die Kirch' von uns begehrt, Halten wir ohn' allen Ausnahm' Uns'res heil'gen Glaubens werth. Zum Offertorium. „Wir bekennen es ganz frei, Dass des Guten mancherlei, So wir täglich froh genießen, Unser's Gottes Gabe sei. Nur zum Dank entrichten wir Dieses Opfer für und für, Weil wir wissen, dass es, Vater! Wohlgefallen schaffet Dir. „Zwar ist es nur Brot und Wein, Jedoch mehr als engelrein, Wenn's in Deines Sohnes Menschheit Wird verwandelt worden sein. — 53— gen 4. Neben Jesu Fleisch und Blut Opfern wir auch Hab und Gut, Leib und Leben, was wir haben, Dir mit einem frohen Muth. Zum Sanetus. Heilig, heilig, heilig ist Unser Gott zu jeder Frist; O, wie freut's mich, dass Du, Heil'ger! Auch mein bester Vater bist. 2. Du mein Vater, ich Dein Kind, O, wie das mein Herz entzünd't, Deiner würdig mich zu machen, Frei von all' und jeder Sünd'. Nach der Wandlung. „Heil ihm, der von Gott gesandt, Tod und Hölle überwand, Der den Himmel hat eröffnet, Unser wahres Vaterland. „Dank sei Jesu, uns'rem Freund, Der's mit uns hat gut gemeint, Der der Straf' uns hat entrissen Und mit uns'rem Gott vereint. Zum Agnus Dei. Seht das wahre Gotteslamm, Seh't den„Seelenbräutigam, Der, das Leben uns zu geben, Aus dem Schooß des Vaters kam. Vor der Communion. Christen, seid auf Eurer Hut, Prüfet Eure Herzen gut; it Es enthalten die Gestalten Christi Wahres Fleisch und Blut. — — ottes — — 34— 2. Dieses wundervolle Brot Ist der menschgeword'ne Gott, Gleicherweise eine Speise Wirket Leben oder Tod. Nach der Communion. »Unverschuld'tes Gotteslamm, Das von uns die Sünde nahm, Da Du einst Dein Blut vergossen An dem harten Kreuzesstamm. 2. Du hast dieses Abendmahl Eingesetzet für uns All', Dass es bleibe zum Gedächtnis Deiner bittern Todesqual. „Ladest uns als Gäste ein Und willst selbst die Speise sein, Aber leider, ach verzeihe, Wir sind noch nicht gänzlich rein. 4. Nur ein einzig's Wort von Dir Macht uns glücklich dort und hier,‚ Deinen Segen uns ertheile, Um das bitten wir. „Schütz' vor Feuer, Wassernoth, Pest und Hunger, Krieg und Spott Alle Menschen, Deine Kinder, Großer, guter, lieber Gott! Zum Segen des⸗Priesters. Nun sei auch begnadiget Von Dir, Gottes Majestät! Unser Opfer, uns're Lieder, Unser frommes Dankgebet. 2. Lass in Deinem Schutz uns steh'n Und verleih' auch Wohlergeh'n Uns'ren Freunden, uns'ren Feinden, Todten und Lebendigen. ——— — — — — — 35— Am Mit t o ch. Zum Eingang. Vater, mit der Reue Schmerzen Nah'n wir heute dem Altar; Sieh' auf die zerknirschten Herzen, Nimm' ihr heißes Flehen wahr! Straf' uns nicht nach unsern Sünden, Lass durch Jesum Gnad' uns finden, Der für uns aus Liebe starb Und uns Allen Heil erwarb. Zur Epistel und zum Evangelium. Dich, o Vater, zu verklären, Auszustreu'n der Wahrheit Wort, Sünder liebend zu bekehren, War sein Streben fort und fort. Uns Vergebung zu erwerben, Ging er hin, für uns zu sterben; Dass uns würde Deine Huld, Trug er aller Menschen Schuld. Zum Credo. Lass uns dankbar Dich verehren, Du, der uns erlöset hat, Du, der uns durch That und Lehren Zeigt des ew'gen Heiles Pfad. Dass wir diesen nicht verfehlen, Gieße Gnad' in uns're Seelen; Flöße Deinen Geist uns ein, Dass wir uns mit Dir erneu'n. Zum Offertorium. Wie für uns sich dargegeben Jesus an dem Kreuzaltar, Bringen wir auch Leib und Leben, Vater, Dir zum Opfer dar; — 30— Opfern Dir Noth, Schmerz und Leiden, Uns're Wünsche, uns're Freuden, Uns're Kräfte, uns're Zeit; Alles, Herr, sei Dir geweiht! Zum Sanetus. Mit den Engeln, die Dir dienen, Preisen wir Dich, großer Gott; Rufen freud'erfüllt mit ihnen: „Heilig ist Gott Sabaoth!“ Singen„heilig“ auch dem Lamme, Das am heil'gen Kreuzesstamme Für uns Sünder litt und starb Und uns Deine Huld erwarb. Nach der Wandlung. 11⁴ Wie Du geblutet und gestorben, Erneuert, Herr, seh'n wir's im Geiste hier. Dich selbst, der uns das Heil erworben, Den Gottessohn, den Heiland sehen wir, Und beten Dich voll Dank und Demuth an, Für das, was liebend Du für uns gethan. Zum Agnus Dei. Wie schmerzvoll waren jene Stunden, Da Du am Kreuze hingest, jammervoll; Wie brannten Deine blut gen Wunden, Aus denen Gnade uns und Leben quoll! Wer kann, o Herr, wer kann vergelten Dir, Wer kann Dich würdig preisen, Herr, dafür' Zur Communion. Auch jetzt noch willst Du uns entzünden Mit Deiner Gottesliebe heil'gem Strahl, Willst innig Dich mit uns verbinden In dem geheimnisvollen Gnadenmahl; den, O, lass uns dessen immer würdig sein kehr' in aller Herzen segnend ein! Und — 37— Zum Schlusse. Ja, nimm Besitz von uns'ren Seelen Und stärke uns zu jeder Christenpflicht; Lass uns im Kampf den Muth nicht fehlen, Sei uns're Stärke, uns're Zuversicht. An guten Werken lass uns fruchtbar sein, Dass wir uns ewig Deiner Liebe freu'n. Gelobt sei Jesus Chriltus. 191 1. — * II Wach' ich früh morgens auf, So ruf' ich dankend aus: Gelobt sei Jesus Christus! „Sodann zieh' ich mich an Und fang' zu beten an: Gelobt sei Jesus Christus! „Geh' ich zur Kirch' hinein, Soll auch mein erstes sein: Gelobt sei Jesus Christus! „Gott theilt in diesem Haus Gern' seine Gnaden aus: Gelobt sei Jesus Christus! „Weich' ich vom Guten ab, Bitt' ich's mit Thränen ab: Gelobt sei Jesus Christus! So groß auch meine Schuld, Verzeih't doch seine Huld: Gelobt sei Jesus Christus! Er gibt nach wahrer Buß' Mir dann den Friedenskuss: Gelobt sei Jesus Christus! 8. 10. 1 — 12. 14. 15. 16. 17. 18. — 38— Beim heil'gsten Sacrament Erschalle ohne End': Gelobt sei Jesus Christus! „Durch gute Werk' allein Soll er gepriesen sein: Gelobt sei Jesus Christus! Bei Arbeit Müh' und Streit, Jetzt und in Ewigkeit: Gelobt sei Jesus Christus! „Gering ist jede Last, Mit frommer Hand gefasst: Gelobt sei Jesus Christus! Die Ernte folgt auf Saat, Der Lohn auf jede That: Gelobt sei Jesus Christus! „Schickt Gott mir frohe Zeit, Ruf' ich mit Dankbarkeit: Gelobt sei Jesus Christus! Und beugt ein Unglück mich, Erhebt die Hoffnung mich: Gelobt sei Jesus Christus! Die Sonn' aus Wolken bricht, Aus Finsternis das Licht: Gelobt sei Jesus Christus! So wird, ist's sein Befehl, Aus Gram ein Segensquell: Gelobt sei Jesus Christus! Schmeckt eine Speise mir, Dank ich dem Herrn dafür: Gelobt sei Jesus Christus! Trink' ich, ruf' ich dabei, Dem Herrn die Ehre sei: Gelobt sei Jesus Christus! 20 — 39— 19. Er lindert Witwen Noth, Und gibt den Waisen Brot: Gelobt sei Jesus Christus! 20. Er schafft nach seinem Bild Das Herz der Reichen mild: Gelobt sei Jesus Christus! 21. Kommt nun die Zeit zur Ruh', So rus' ich immer zu: Gelobt sei Jesus Christus! 22. Getrost schlaf' ich dann ein, Er wird mein Wächter sein: ö Gelobt sei Jesus Christus! 23. Von ihm lass' ich nicht ab Und singe bis ins Grab: Gelobt sei Jesus Christus! 24. Euch, Himmel, lad' ich ein, Stimmt in den Gruß mit ein: Gelobt sei Jesus Christus! Am Donnerstag. . Zum Eingang. (20] Vater! Deine Kinder treten In Dein Haus voll Demuth ein, Dich im Geiste anzubeten, Ihre Fehler zu bereu'n. Wir bekennen uns're Sünden, Besserung geloben wir; Lass' uns Gnade vor Dir finden, Nie verstoße uns von Dir! Zum Gloria. Ehre sei Gott in den Höhen, Friede allen Menschen hier, — 10— Die den Weg des Heiles gehen. Tief im Staube liegen wir, Deine Größe anzubeten, Dich in deinem Heiligthum Anzufleh'n in unser'n Nöthen, Dir zu bringen Dank und Ruhm. Zum Evangelium. Lass't uns unser Haupt erheben, Frohe Botschaft kommt uns an! Gottes Reich, es nah't, bringt Leben, Irrthum flieht und Trug und Wahn. Deine Wahrheit lass' uns hören, ö Wahrheit führt zur Tugend ein; Nichts beglückt, als Deinen Lehren Und der Tugend treu zu sein. Zum Credo. Fühlend uns'res Geistes Schranken, Seufzen wir nach höher'm Licht: In dem Glauben nicht zu wanken, Sei uns ewig heil'ge Pflicht. Lass' den Geist sich nicht verwirren, Stärke, Herr! erkämpf' er sich. Lass' die Welt uns nicht verführen, Wir vertrauen fest auf Dich. Zum Offertorium. Frucht der Aehren und der Reben Wollen wir Dir, Vater! nun Zu des Opfers Feier geben, Wie Dein Sohn befahl zu thun. Freudig wir die Gaben weihen, Doch den Brüdern wollen wir, Eh' wir opfern, erst verzeihen, Rein sei unser Herz vor Dir. N *....— — — 41— Zum Sanctus. Hoch lass't uns die Herzen schwingen Zu dem ew'gen Schöpfer hin, Ihm des Dankes Opfer bringen, Loben, preisen lass't uns ihn! Nah' an seines Thrones Stufen Wollen wir in jeder Noth Kindlich zu dem Vater rufen, Unser'm gnadenreichen Gott. Nach der Wandlung. „Anzubeten Dich im Staube, Herr! sind Deine Kinder da; Nicht die Sinne, doch der Glaube Führt uns Deiner Gottheit nah'; Lass' uns ganz in Dich versenken, Quelle uns'rer Seligkeit, Lass' uns Deiner Lieb' gedenken, Die vom Tod' uns hat befreit. „Gott und Vater! hochgepriesen Sei Dein Name und Dein Reich, Das uns Jesus angewiesen, Komm' zu uns; es soll sogleich Von uns, was Du willst, geschehen. Gib' uns unser täglich Brot, Sei uns gnädig, wenn wir flehen, Steh' uns bei in jeder Noth! Zur Communion. Mit des Dankes heil'gem Triebe Nahen wir uns, Heiland! Dir, Der Du Dich, o reinste Liebe, Täglich für uns opferst hier; Du gibst selbst Dich uns zur Speise, Dass wir mit gestärktem Muth — 42— Wandeln auf die Pilgerreise, Bis wir schaun Dich, höchstes Gut! Zum Schlusse. Da das Opfer nun vollendet, Danken, großer Gott! wir Dir, Gütig hast Du ausgespendet Allen Deine Gaben hier. Lass' uns nun durch Deinen Segen Treu in unser'n Pflichten sein, Und was wir durch Dich vermögen, Einzig Deiner Ehre weih'n. II. In Demuth und mit Reue Nah'n wir uns Deinem Thron, Wir bitten, Gott verzeihe Uns heut' durch Deinen Sohn. Lass' uns sein bitt'res Leiden Zu Hilfe kommen heut', Wenn wir von hier einst scheiden, Ruf' uns zur Seligkeit. „Ich will Maria loben Mit ihrer Diener Zahl, Sie, die Ihr Sohn erhoben Aus diesem Jammerthal. O selig, selig, selig Bist Du, o Jungfrau rein, Du thronest jetzt und ewig Als Jungfrau, Mutter mein. „Schau' gnädig stets herüber, Du, uns're Mittlerin, Erwirb Verzeihung wieder, Erbitt' uns frommen Sinn; Dass wir allhier vor Allem, Durch Gottesfurcht geführt, — 43— Gott immer wohlgefallen, Dies, Frau! erfleh' uns hier. 4. O Mutter, bring' die Gaben Dem ew'gen Vater hin, Das Beste, was wir haben, Bringt unser Glaubenssinn. Sie sind vor Allem fähig Zu tilgen uns're Schuld, Durch Christi Blut begnadigt, Wird uns des Vaters Huld. 5. Lass't uns Maria preisen, Die nun im Himmel thront, Ihr Ehr' und Lob erweisen Durch ihren lieben Sohn Ja, heilig, heilig, heilig Ist unser Herr und Gott, Singt Engel mit uns freudig, Maria, sei gelobt. Nach der heil. Wandlung. 6. Du standest bei dem Kreuze, O Mutter, einst voll Schmerz, Lehr' uns die rechte Weise Zu stärken unser Herz. In Jesu Kreuz und Wunden Wird noch zu jeder Zeit Der größte Trost gefunden, Der Seelen Seligkeit. 7. Gedenke doch, o Milde, Es ward noch nie erhört, Dass uns durch Deine Güte Nicht Alles wird gewährt, Was uns zum Heil und Segen, Zum Nutzen dienen kann, Du hörest unser Flehen, Nimmst gern die Bitten an. — 44— 8. Wer kann die Liebe messen, Mit der Dein Sohn uns liebt, Nur Undank kann vergessen Die Gnad', die Er uns gibt. Maria, lern' uns lieben Das heilige Sacrament, Von dort aus strömt uns Frieden Und ein glückselig End'. „O Mutter! gieß' Dein' Segen Und Deine Gnaden aus, Auf uns'ren Lebenswegen Breit' Deinen Mantel aus. Hilf uns nach Tugend streben, Das Herz sei Dir geweiht; Nach diesem Erdenleben Führ' uns zur Seligkeit. — Am Freitag. 22. I. Ach! sieh Ihn dulden, bluten, sterben, O meine Seele, sag ihm frommen Dank! Sieh, Gottes eig'nen Sohn und Erben, Wie er am Kreuze mit dem Tode rang. Wo ist der Freund, der je— was Er gethan Der, so wie Er, für Sünder sterben kann. 2. Wie dunkel waren jene Stunden, O Herr! und welche Lasten drückten Dich! Wie strömte Blut aus Deinen Wunden Und ach! es floss zum Trost und Heil für mich Es ruft auch heut' mir noch ermunternd zu: Dass Du mich liebst, o frommer Dulder, Du! 3. Ja, mir zum Trost und Dir zur Ehre ö Gereicht Dein heißer Kampf, Dein Kreuz Dein Tod! ! N. ethan — 45— Bestätigt ist nun Deine Lehre, Ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig littest Du; doch Preis und Ruhm Ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 4. Herr! dies Dein Beispiel soll mich lehren, Des Lebens Unschuld sei mein Ehrenkleid; Gern will ich Deine Stimme hören Und willig thun, was mir Dein Wort gebeut, Die Dankbarkeit verbindet mich dazu; Wer hat es mehr um mich verdient, als Du? 5. Nie will ich mich am Feinde rächen, Auch dieses lern' ich, Heiland! hier von Dir; Nie Gottes Schickung widersprechen, Scheint gleich ihr Pfad jetzt noch so dunkel mir; Auf Dornen giengst Du selbst zum Ziele hin, Ich folge Dir, weil ich Dein Jünger bin. 6. Was fürcht' ich noch des Todes Schrecken, Du schliefst auch einst im Grab, Du Seelenfreund! Mag sie doch meine Asche decken, Die Erde, wenn des Todes Nacht erscheint; Der Gott, der Dir das Leben wieder gab, Er wälzet auch den Stein von meinem Grab. 7. Nimm hin den Dank für Deine Leiden, Den Dir, mein Retter! treue Liebe bringt! Aufjubeln soll mein Herz vor Freuden, Wenn es den Dank im Chor der Engel singt; Dann stimmen alle Seligen mit ein, Der ganze Himmel soll mein Zeuge sein. II Die sieben lehten Worte Aelu. 23] 1.O lass't uns mit Verstand und Herz, Was Jesus einst im Todesschmerz Am Kreuze sprach, erwägen; — 406— Und seine letzten Worte tief In uns're Seelen prägen. Das erste Wort. 2. Der Heiland ruft den Vater an: „Vergib, was sie an mir gethan, Den Frevel sie nicht wissen!“ Für seine Feinde will er noch Am Kreuz sein Blut vergießen. 3. O Herr! gib, dass auch wir verzeih'n, Auch so wie Du barmherzig sei'n, Und böses nicht vergelten. Verleih' uns Sanftmuth und Geduld, Wenn uns die Feinde schelten. Das zweite Wort. 4. Der Schächer, der um Gnade fleht, Der reuig in's Gewissen geht, Er darf Verzeihung hoffen: „Noch heute wirst Du bei mir sein, Dir sei der Himmel offen.“ 5. Lass dieses Wort, barmherz'ger Gott, Uns trösten in der Todesnoth, Verzeihe uns're Sünden! Gib, dass wir jenseits auch Dein Reich Und Gnade bei Dir finden! Das dritte Wort. 6. Er tröstet in dem größten Schmerz Vom Kreuz herab das traur'ge Herz Des Jüngers und der Mutter! „O Mutter, sieh' hier Deinen Sohn, Du, Jünger, Deine Mutter!“ 7. Wenn Kummer unser Herz beschwert Und Gram an unsirem Leben zehrt, Dann lass uns nicht verzagen! 8 10. 11. 12. 13. — 47— Erquicke uns mit Deinem Trost, Dass wir's geduldig tragen. Das vierte Wort. Der Heiland ruft:„Es dürstet mich,“ „Und sieh, ein Scherge nähert sich, Mit Essig ihn zu laben. Und wirklich kostet er den Trank, Den schlechten, den sie gaben. „Für uns zur Buße ist's gescheh'n, Das sollte uns zu Herzen geh'n, Die Lüsternen beschämen. O lass' uns allzeit nüchtern sein, Die Sinnenlust bezähmen. Das fünfte Wort. Es ruft in seiner größten Noth Der Heiland laut:„Mein Gott, mein Gott! Wie hast Du mich verlassen!“ Sein Geist, versenkt in Bitterkeit, Ward ohne Trost gelassen. Den Leidenskelch hast Du geleert, In Angst und Schmerzen Dich verzehrt, Die Seelen zu gewinnen. Hilf uns, daß wir im Todeskampf Dem bösen Feind entrinnen. Das sechste Wort. Der Heiland ruft:„Es ist vollbracht!“ Die Welt in ihren Fugen kracht. Denn sieh', der Schöpfer leidet! Er hat das Opfer dargebracht, Das unser Los entscheidet. Du hast, o Jesus, uns're Schuld Am Kreuz gebüßt, und Gottes Huld Uns Menschen zugewendet! — 48— Hab' tausend Dank und alles Lob, Wie's nur die Liebe spendet. Das siebente Wort. 14. Sein letztes Wort am Kreuze heißt: „In Deine Hände sei mein Geist, O Vater, nun empfohlen!“ Er war gehorsam bis zum Tod, Sein Sterben Gott befohlen. 15. Wenn einst der Todesengel winkt, Der uns die letzte Botschaft bringt, Dann lass' uns selig sterben! Verleih', dass wir durch Dein Verdienst Das Himmelreich dort erben! III. Die schmerzhafte Mutter Aesu. (24 1. Christi Mutter stand mit Schmerzen Bei dem Kreuz und weint von Herzen, Als ihr lieber Sohn da hieng, Durch die Seele voller Trauer, Seufzend unter Todesschauer Ihr das Schwert des Leidens gieng. 2. Welch' ein Schmerz der Auserkor'nen, Da sie sah' den Eingebor'nen, Wie er mit dem Tode rang! Angst und Trauer, Qual und Bangen, Alles Leid hielt sie umfangen, Das nur je ein Herz durchdrang. 3. Ist ein Mensch auf aller Erden, Der nicht muss erschüttert werden, Wenn er Christi Mutter denkt? Wie sie ganz von Weh' zerschlagen Bleich da stehet ohne Klagen, Nur in's Leid des Sohn's versenkt! t Ach! Für seiner Brüder Schulden Sah sie ihn die Marter dulden, Geißel, Dornen, Spott und Hohn; Sah ihn trostlos und verlassen An dem harten Kreuz erblassen, Ihren lieben, einz'gen Sohn. 5. O Du Mutter, Quell' der Liebe! Mich erfüll' mit gleichem Triebe, Dass ich fühl' die Schmerzen Dein; Dass im Leib mein Herz entzündet, Sich mit Deiner Lieb' verbindet, Um zu lieben Gott allein. 6. Drücke Deines Sohnes Wunden So wie Du sie selbst empfunden, Heil'ge Mutter, in mein Herz; Dass ich weiß, was ich verschuldet, Was für mich Dein Sohn geduldet. Gib mir Theil an seinem Schmerz. — Ganz mit Christi Leid vereinen, Ja so lang mein Leben währt. An dem Kreuz mit Dir zu stehen, Unverwandt hinauf zu sehen, Ist, wornach mein Herz begehrt. „O Du Jungfrau der Jungfrauen! Woll'st in Liebe mich anschauen, Dass ich theile Deinen Schmerz; Dass ich Christi Tod und Leiden, Marter, Angst und bitt'res Scheiden Fühle wie Dein Mutterherz. „Lass mit ihm mich geißeln, schlagen, — — Spott und Kreuz und Wunden tragen, Ihm in Liebe folgen nach. Hilf durch Deine Lieb' und Treue, 4 „Lass mich wahrhaft mit Dir weinen, — 50— Dass er ewig Gnad' verleihe Mir am strengen Richtertag. „Jesus! in den letzten Zügen Lass mich durch die Mutter siegen Ueber meine Feind' im Streit; Durch der Mutter Flehen erben Deines Reiches Herrlichkeit! Am Samstag. I. Zum Eingang. 25] 1. Jesus rief zu sich die Kleinen, Lass't uns ehrfurchtsvoll erscheinen Da, wo er zugegen ist. Lass't uns fromm die Messe feiern Und die Gegenwart erneuern Uns res Heilands Jesu Christ. 2. Heil'ger Lehrer wahrer Tugend, Lass die Fehler uns'rer Jugend Schmerzlich uns vor Dir bereu'n; Lass uns künftig rein von Sünden Nur am Guten Freude finden, Fromm, unschuldig, heilig sein! Zum Gloria. Hoch sollst Du gepriesen werden, Gott! im Himmel und auf Erden, Denn Du bist der große Gott, Vater aller Menschenkinder, Freund der Guten, Trost der Sünde Bist der Retter in der Noth. Zum Evangelium. Gott! wir danken für die Lehren, Die wir als Dein Wort verehren, Lass mich, wenn der Leib wird sterben + 2 — 51— Von dem Himmel uns gebracht; Unser einziges Bestreben Sei, nach Deinem Wort zu leben, Was uns ewig glücklich macht. Zum Credo. Glücklich, dass wir Dich erkennen, Dich, Gott! unser'n Vater nennen, Nah'n im Geist wir dem Altar; Bringen Dir mit Kindestriebe Fromme Opfer uns'rer Liebe, Opfer uns'res Dankes dar. Zum Offertorium. Was wir sind und was wir haben, Sind, o Vater! Deine Gaben, Und wer dankt genug dafür? Uns're Kräfte, unser Leben, Alles, was Du uns gegeben, Weihen wir zum Opfer Dir. Zum Sanetus. Lass't die Stimmen hoch erklingen, Lass't uns„heilig, heilig“ singen, „Heilig bist Du, großer Gott!“ Mach' uns heilig hier auf Erden, Dass wir einstens würdig werden, Dich zu schaun'n, Gott Sabaoth! Nach der Wandlung. „Lass't des Dankes Lied erschallen, Lasst uns betend niederfallen Vor dem Heiland Jesus Christ! Gott und Mensch ist er zugegen, Wie er unser's Heiles wegen Einst zur Welt gekommen ist. 2. Jesus! Retter vom Verderben, Uns Vergebung zu erwerben, 4²⁴⁷ — 52— Littest Du für uns den Tod. Kindlich wollen wir Dich lieben, Nie durch Sünde Dich betrüben, Treu erfüllen Dein Gebot. Zur Communion. „Jesus, Vorbild unser's Lebens, Schönes Muster unser's Strebens, ö Bilde unsr'n Sinn nach Dir, Dass wir lieben, was Du liebtest, ö Freudig üben, was Du übtest, Als Du einst gewandelt hier. ö „Jesus, unser Trost hienieden, Kehre ganz mit Deinem Frieden, Deiner Gnade bhei uns ein; ( Dass wir nie aus Leichtsinn fehlen, Stets den besten Theil erwählen, Herz und Seele ganz Dir weih'n. Zum Schlusse. ö Segne, Vater! unser'n Willen, 1 ö Dies Gelübde zu erfüllen. — — Gib' uns Kraft zu guter That. Lass' uns Alle hier auf Erden Würdig jenes Lohnes werden. ö Den Dein Sohn erworben hat. 4 II. 26 Balve Regina. ö 1. Gegrüßet seist Du, Königin, o Maria! — ö Der ganzen Welt Beschützerin, Alleluja! V Freuet euch, ihr Cherubim, V Singet stets, ihr Seraphim: Salve! Salve! Salve Regina! 4. —* 2. ( — „Stets wend' zu unf — 58— Du Mutter der Barmherzigkeit, o Maria! Durch die uns Gnade Gott verleiht, Alleluja! Freuet euch ꝛe. Du bist des Lebens Süßigkeit, o Maria! Und unser Trost in Ewigkeit, Alleluja! Freuet euch ꝛc. Du uns're Hoffnung sei gegrüßet, o Maria! Die auch den Sünder nicht ausschließt, Alleluja! Freuet euch ꝛe. Zu Dir, o Mutter, rufen wir, o Maria! Verbannte Kinder Evens hier, Alleluja! Freuet euch ꝛe. „Dir seufzet unser weinend Herz, o Maria! Vom Jammerthale himmelwärts, Alleluja! Freuet euch ꝛc. „O sei auch uns Fürsprecherin, o Maria! Mit mitleidsvollem Muttersinn, Alleluja! Freuet euch ꝛe. Wir arme Sünder bitten Dich, o Maria! Erhöre uns barmherziglich, Alleluja! Freuet euch ꝛe. drem wahren Glück, o Maria! Auf uns im Elend Deinen Blick, Alleluja! Freuet euch ꝛc. O reich' uns Deine Mutterhand, o Maria! Und lös' der Tugend enges Band, Alleluja! Freuet euch ꝛc. „Erwirb uns, Mutter, Gottes Huld, o Maria! Für alle uns're Sündenschuld, Alleluja! Freuet euch ꝛc. Zeig' Jesum Deinen Sohn und Gott, o Maria! Uns allen einst nach uns'rem Tod', Alleluja! Freuet euch ꝛe. — 54*— 13. O Jungfrau, die so tugendreich, o Maria! Wer ist Dir wohl an Milde gleich? Alleluja! Freuet euch ꝛe. 14. O Jungfrau, durch die Gütigkeit, o Maria! Der Seele Freud' und Süßigkeit, Alleluja! Freuet euch ꝛe. 15. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, o Maria! Die ganze Schöpfung Dich lobpreist, Alleluja! 2⁷7 Freuet euch ꝛe. 9655 Shei einer Seelenmesse. 1 Zum Eingang. Gott! der Du Tod und Leben Mit weiser Hand verhängst, Der uns das Heil gegeben, Erbarmen Sündern schentst, Vergib auf unser Flehen Den Todten ihre Schuld, Lass' sie Dein Antlitz sehen, O Gott der Lieb' und Huld! Zum Evangelium. O Trost, den Jesus lehret: Er stirbt auf ewig nicht, Wer glaubet und mich ehret, Der kommt nicht ins Gericht. Lass' die Dein Wort geehret, Im Tod geglaubt an Dich, Wie uns die Kirche lehret, Herr! leben ewiglich. Zur Opferung. Gott, Urquell aller Güte! Du prägst uns Liebe ein, — 55— Nur Liebe im Gemüthe Soll unser Opfer sein. Sieh' liebreich auf uns nieder, Erhöre dies Gebet, Das nun für uns're Brüder Zu Dir, Erbarmer! fleht. Zum Sanctus. Dort unter Millionen, Wo Tugend wird gekrönt, Wo Deine Engel wohnen, Ihr dreimal„heilig“ tönt, Lass' die Entschlaf'nen wallen, Die unser Herz beweint, Ihr Freudenlied erschallen, Mit Engeln froh vereint. Nach der Wandlung. O Todesüberwinder! Der Du mit Qual und Angst Zum Heile aller Sünder Einst selbst am Kreuze rangst: Lass' ihnen Deine Hände Von dort Befreier sein Und mach' ein frohes Ende All' ihrer Noth und Pein. Zur Communion. Rein werde jede Seele, Lamm Gotes! durch Dein Blut, Und jeden Tropfen zähle Den Armen, Herr! zu gut. Er tilge ihre Thränen, Er sei ein Friedenskuss, Er still' ihr banges Sehnen Nach seligem Genuss. — 36.— Zum Beschlusse. Führ' Alle, die geschieden Von uns in dieser Zeit, Erbarmer! dort zum Frieden Im Reich der Ewigkeit. Bereit zum Ende— gehen Wir uns'rer Wohnung zu, Bei Gott ist Wiedersehen: Entschlaf'ne, schlaft in Ruh'! I. 28 1. Schreckenstag und Trauerstunde, — Da die Erd' im Feuerschlunde Glühen wird nach David's Munde; Welches Zittern wird entstehen, Wenn wir einst den Richter sehen, Ungerührt von unser'm Flehen! „Der Posaune Schall wird klingen, Durch der Erde Gräber dringen, Alle zum Gerichte zwingen. Tod, Natur! ihr werdet beben, Wenn erweckt zum neuen Leben Rechenschaft der Mensch wird geben. 3. Gottes Buch wird aufgeschlagen, Treu enthält es eingetragen Jede That aus diesen Tagen. Wann der ernste Richter schlichtet Und der Herzen Dunkel lichtet. Bleibt nichts Böses ungerichtet. ⸗Was soll ich dann, Armer sagen, Da auch die Gerechten zagen Und den Richter kaum ertragen! Herr, der Du erhaben thronest Und aus Güte unser schonest, 7 Sieh' auf mich, wann Du belohnest. * 10. 6. — 57— Milder Jesus, denk' im Segen, Ich war's Ziel von Deinen Wegen; Viel war mir an Dir gelegen, Viel hast Du für mich ertragen, Bis man Dich ans Kreuz geschlagen; Wirst Du mir den Werth versagen? Mit Versöhnungsblut besprenge, Jesus, meiner Sünden Menge Vor dem Tage Deiner Strenge. Das Gewissen quält mich Bangen, Reue röthet meine Wangen; Lass', o Gott, mich Gnad' erlangen. „Der Maria Du verziehen, Selbst dem Mörder Heil verliehen, Lass' für mich noch Hoffnung blühen. Nichts verdienen meine Zähren, Deine Gnade muß mich nähren, Soll die Straf' nicht ewig währen. Lass' mich, Herr, zur Rechten flehen Und in's Reich des Vaters gehen, Nicht zur Linken fruchtlos stehen; Wenn die Sünder von Dir fliehen, Hin zu ihrer Strafe ziehen, Sprich dann: Gnad' ist Dir verliehen. Wenn ich, Herr, zu Dir mich wende, Reuig falte meine Hände, Schenke mir ein selig Ende! Einst, wenn wir vom Grab erstehen, Lass' uns Deine Huld erflehen Und Dein Antlitz ewig sehen. Dann verschone, Gott verschone, Jesus auf dem Richterthrone, Dass im sel'gen Frieden wohne Deine Christenschar. Amen. 29) Tilge gnädig uns're Schuld, — Nichts ist größer als die Liebe, — 58— III. Zum Eingang. Herr! Vor Deinem Gnadenthrone Beten Deine Kinder heut'! Sei uns gnädig und verschone, Die Dein Sohn am Kreuz befreit'. Ach! verzeih' uns unsre Sünden, Lass' vor Dir uns Gnade finden, Schenk' uns Deine Vaterhuld! x Zum Evangelium. Herr! mit süßem Trost belebet Uns Dein heilig, göttlich Wort: „Wer an mich fest glaubt, der lebet In der besser'n Welt einst fort; Mag sein Leib zum Staube kehren, Der Verwesung hier zum Raub, Einstens werd' ich ihn verklären, Neu beleben seinen Staub.“ Zum Offertorium. „Für die Seelen uns'rer Brüder Nimm heut' diese Gaben an; Sieh' auf die voll Gnade nieder, Die noch nicht genug gethan; Mach' sie rein von jenen Mängeln, Die Dein Ebenbild entweih'n; Mache sie gleich Deinen Engeln, Führe sie zum Himmel ein. Liebe führt zu Deinem Thron; Darum, dass sie jeder übe, ö Lehrt' und übte sie Dein Sohn. ö Liebe kann nicht untergehen, Mit dem Tod erlischt sie nicht, — +— Tief im Staube beten wir, „Sieh'! auf Dein Erlösungswort „Gib die Gnade uns, dass wir — 59.—. D'rum vernimm der Liebe Flehen, Sende den Entschlaf'nen Licht! Zum Sanetus. Unser'm Gott, dem Ewigwahren, Der im reinsten Lichte wohnt, Der umringt von sel'gen Scharen Mächtig in dem Himmel thront, Ihm lobsingen Engelchöre, Rufen laut:„Wer ist ihm gleich?“ Welten feiern seine Ehre, Ihn preist selbst das Todtenreich. Nach der Wandlung. Heiland, Gottes Sohn, zu Dir! Du bist wahrhaft hier zugegen, Herr! mit Deinem Fleisch und Blut, Bist der Seele höchstes Gut Und das Licht auf unser'n Wegen. Harren an dem Sühnungsort Die im Tod dahingeschieden; Darum höre unser Fleh'n: Lass' auch sie Dein Antlitz seh'n, Rufe sie zum ew'gen Frieden! Zum Agnus Dei. Jesus, wahres Gotteslamm, Das zu uns herniederkam! Siegreich hast Du überwunden Sünde, Hölle, Grab und Tod; End' auch uns'rer Brüder Noth Durch das Blut aus Deinen Wunden! Zur Communion. Stets bei Deinem Mahle hier — 60— Würdig, demuthsvoll erscheinen; Hier durch Glauben und Vertrau'n, Dort im heil'gen, sel'gen Schau'n Innigst, Herr! Dir uns vereinen. „Die getrennt von uns der Tod, Sie auch aßen dieses Brot, Fühlten seine Kraft hienieden; Lass' sie nun in Deinem Licht Schau'n Dein heil'ges Angesicht; Herr, gib ihnen Deinen Frieden! Vrecigtlieder. In Gott des Vaters und des Sohn's Und seines Geistes Namen Sprecht hier am Fuße seines Thron's, O Christen, freudig:„Amen!“ Sprecht„Amen“ und bereitet Euch Nach Eures Meisters Lehren, Den Vater in dem Himmelreich Mit Bitten zu verehren. „O, Vater unser, der Du bist Im Himmel und auf Erden, Dein Name, der so lieb'voll ist, Soll stets geheiligt werden. Dein Reich, von Anbeginn der Welt Bereitet allen Frommen, Das lass', wenn dieser Staub zerfällt, Für uns auch einstens kommen. 3. So wie auf jeden Wink von Dir Die Himmelsgeister sehen, So soll auch unter Menschen hier Dein Wille stets geschehen. Das Brot, das uns're Seele nährt, Um Dir, o Gott! zu leben, 30a Vergib uns, Vater, jede Schuld, — 61— Auch jenes, das der Leib begehrt, Sei täglich uns gegeben. Die wir vor Dir bereuen, So wie wir Alle mit Geduld Den Schuldigern verzeihen! Ersticke, wenn Versuchung droh't, In uns des Bösen Samen, Erlös' uns jetzt und einst, o Gott, Von allem Uebel. Amen. 1. Vater unser, beten wir, Der Du in dem Himmel wohnest, Und die Deinen, wenn sie Dir Treulich dienen, gütigst lohnest; Deines Namens Herrlichkeit Sei gelobt zu aller Zeit. 2. Zu uns komme, Herr, Dein Reich, Dass Dein Himmel sei auf Erden! Dass wir, Deinem Sohne gleich,‚ Deinem Willen folgsam werden, Folgsam, wie der höh're Geist, Der Dich rein und heilig preis't. 3. Gib uns, Herr, nach Deiner Huld, Was uns nöthig ist zum Leben. Innig reut uns uns're Schuld; Doch Du wirst sie uns vergeben, Wenn dem Nächsten wir verzeih'n Und der Frömmigkeit uns weih'n 4. In Versuchung führ uns nicht, Lass uns niemals unterliegen! Gib die Kraft, die uns gebricht, Böse Lüste zu besiegen: Vater, steh' uns gnädig bei, Mach' uns aller Fehler frei. — 62— 5. Ach, des Übels, Gott, ist viel, Das uns hier auf Erden drücket; Doch Du steckst der Noth ein Ziel, Schickst den Tod, der uns entrücket Aus dem Elend dieser Zeit In das Reich der Ewigkeit. „Wer mit fester Zuversicht, Glaubensvoll in Jesu Namen, Diese sieben Bitten spricht, Kann mit Freuden sagen: Amen! Amen, ja, es wird gescheh'n, Was wir so von Gott erfleh'n. Gelang vor der Christenlehre. 30 b] Heiliger Geist! komm zu verbreiten Ueber uns Dein Gnadenlicht, Dass wir immer weiter schreiten In Erlernung uns'rer Pflicht. Mache uns zum Lernen Lust; Hilf, dass wir in uns'rer Brust Das Erlernte wohl behalten Und im Guten nicht erkalten. Gelang nach der Christenlehre. 30 Ccl Vater! segne diese Lehren, Die Du durch des Lehrers Mund Deinen Kindern machtest kund, Uns zum Heil und Dir zu Ehren Präge sie durch Deinen Geist Tief in's Herz, dass wir im Leben Stets zu handeln uns bestreben, So, wie Dein Gebot uns heißt. — 63— Aoventlieder. I. 31] 1. Maria! sei gegrüßet, Du lichter Morgenstern! Der Glanz, der Dich umfließet, Verkündet uns den Herrn. Von jeder Makel rein, Sollst Du zum Menschenheile Des höchsten Mutter sein. 2. Dein Gott, zu Dir gewendet, Ertheilet den Befehl, Es eilt, von ihm gesendet, Der Engel Gabriel; Er spricht:„O Gnadenvoll, Gesegnet unter Weibern! Der Herr bedenkt Dein Wohl.“ „Dies konntest Du nicht fassen Und batest ihn dabei, Dich recht versteh'n zu lassen, Was diese Botschaft sei. Maria! zitt're nicht, Denn Du hast Huld gefunden Vor Gottes Angesicht. 4. Er will, Du sollst empfangen, Gebären einen Sohn, Der wird durch ihn gelangen Auf David's Vaterthron, Des höchsten Thron zugleich, Und Jesus soll er heißen; Unendlich ist sein Reich. „„Wie soll denn dies geschehen? Ich kenne keinen Mann!“ O Jungfrau, Du wirst sehen, Was Gottes Allmacht kann. — — 64— Er sendet seinen Geist, Der wird Dich überschatten, Damit Du Mutter sei'st. In ihren alten Tagen „Da sprachf 00 10. — Kann auch Elisabeth Von seinen Wundern sagen, Die nun gesegnet geht. Sie heißt zwar unfruchtbar, Doch dem ist nichts unmöglich, Der sein wird, ist und war. st Du tief geneiget: „Ich bin des Höchsten Magd; Was Du mir angezeiget, Das sei, wie Du gesagt!“ O freudenvolles Wort! Der Bote Gottes eilet Mit seinem Auftrag fort. Von seines Vaters Freuden Kam jetzt das Wort herab, Für Sünder hier zu leiden, Zu suchen Tod und Grab. Er wählte Deinen Leib, Mit Fleische sich zu kleiden, Gebenedeites Weib! „Den Schatz, den Du empfangen, O bring' ihn bald zur Welt! Wir warten mit Verlangen; Denn er ist jener Held, Der uns're Bande bricht Und aus des Todes Schatten Uns rufet in das Licht. Dies Lied sei Dir gesungen, Des Heils Gebärerin! Mit Dir ergeb'nen Zungen, Mit Dir ergeb'nem Sinn; Dein hochgelobtes Pfand Führ' uns auf Deinen Fürspruch Hinauf ins Vaterland! I1. 321.„Thauet Himmel! den Gerechten! Wolken regnet ihn herab!“ Also rief in langen Nächten Einst die Welt, ein weites Grab. In von Gott verlass'nen Gründen Herrschten Satan, Tod und Sünden; Fest verschlossen war das Thor Zu des Heiles Erb' empor. „Doch der Vater ließ sich rühren, Dass er uns zu retten sann, Und den Rathschluss auszuführen, Trug der Sohn sich freudig an. Gabriel flog schnell hernieder, Kehrte mit der Antwort wieder: Sieh', ich bin die Magd des Herrn, Was er will, das thu' ich gern. 3. Dein Gehorsam ist mein Leben, Jungfrau, demuthsvoll und keusch! Gottes Geist wird Dich umschweben Und des Vaters Wort wird Fleisch. Menschen betet an im Staube! Weh' der Höll' und ihrem Raube! Aber Adamskindern wohl, Weil ein Heiland kommen soll! 4. Einen Zuruf hör' ich schallen: Brüder, wacht vom Schlummer auf! Denn es nah't das Heil uns Allen, Nacht ist fort, der Tag im Lauf! O, dann fort mit allen Thaten, Die die Nacht zur Mutter hatten; 5 * — 66— Künftig ziehe Jedermann Nur des Lichtes Waffen an! 5. Lasst uns wie am Tage wandeln, Nicht in Fraß und Trunkenheit; Nicht nach Fleischbegierden handeln, Weit verbannt sei Zank und Neid! Jenem gänzlich nachzuarten, Dessen Ankunft wir erwarten, Dieses ist nun meine Pflicht, So wie der Apostel spricht. 6. Welterlöser, ich erfülle Deines treuen Knechtes Rath! Komm in meines Fleisches Hülle, Wie Dein Bot' verkündet hat. Komm' und bringe mir den Frieden, Menschen ist er nur beschieden, Die von gutem Willen sind; Komm', ich bin es, göttlich's Kind! III. (331. Wann kommest Du, mein Heiland, Wann kommest Du, mein Herr? Ich wünsche Dich zu schauen Ja täglich immer mehr. Die Welt ist ganz umnachtet Und Alles nach Dir schmachtet! So komme denn, mein Jesus, O komm', Geliebtester! 2. Wann kommest Du, mein Heiland, Du holdes, süßes Kind? Bei Dir ich meinen Himmel, Mein Glück, mein Alles find'. Mein Herz ist voll Verlangen, Dich würdig zu empfangen! So komme denn, mein Jesus, O komm', Geliebtester! 3. Wann kommest Du, mein Heiland, In jener Wunderpracht, Die alle Engelscharen Unendlich selig macht? Wann wird Dein Stern aufgehen Und Dich der Erdkreis sehen? So komme denn, mein Jesus, O komm', Geliebtester! 4. Wann kommest Du, mein Heiland, Du Kind voll Lieblichkeit, Du Hoffnungsstern der Väter In jener alten Zeit? Der Vater will Dich senden, Den Völkern Licht zu spenden. So komme denn, mein Jesus, O komm', Geliebtester! 5. Wann kommest Du, mein Heiland, Der reinen Seelen Glück! Sie harren Dir entgegen In jedem Augenblick. Lass' mich zu ihnen zählen, Lass' mich nur Dich erwählen. So komme denn, mein Jesus, O komm', Geliebtester! Wann kommest Du, mein Heiland, Der Menschheit bester Trost 2 Es liegt auf uns'ren Herzen Des Winters kalter Frost! O, mache sie aufthauen, Dass wir Dein Antlitz schauen. So komme denn, mein Jesus, O komm', Geliebtester! H — 08— 7. Wann kommest Du, mein Heiland, Zu bringen Hilf' und Rath? Die Welt ist ja geblendet Seit Adam's böser That; Erleuchte meine Pfade Durch einen Strahl der Gnade. So komme denn, mein Jesus, O komm', Geliebtester! 8. Wann kommest Du, mein Heiland, Der armen Seelen Hort? Sie schmachten Dir entgegen Aus ihrem Leidensort. Schon lange abgeschieden, Erwarten sie den Frieden. Erlöse sie, o Jesus, Recht bald erlöse sie! 9. O, komme dann, mein Heiland, Wenn meine Stunde schlägt, Und lass' mich nicht verzagen, Wenn einst der Tod mich schreckt. Wenn meine Augen brechen, Will ich im Herzen sprechen: So komme denn, mein Jesus, O komm', Geliebtester! 10. Und wirst Du einstens kommen In Deiner Herrlichkeit, Zu richten alle Menschen Streng nach Gerechtigkeit, Erhöre dann mein Flehen Und lass' Dein Wort ergehen: „Komm' her, mein Auserwählter! Ich komm', Geliebtester! 3⁴ — 65— Weihnachtslieder. 1. 1. Dies ist der Tag von Gott gemacht, Ich will mich herzlich freuen; Auch mich hat heut' der Herr bedacht, Ich will ihm Lieder weihen. Das Heil, das aus der Jungfrau Schoß Heut' allen Adamskindern spross, Ist auch für mich geboren. Vor Deiner Krippe sing' ich dann Und bete meinen Heiland an, In Wonne ganz verloren. In meiner Bildung liegt er hier, Den keine Namen nennen, O Gott! o Kind! geläng' es mir, Die Gutthat ganz zu kennen! Du stiegest von dem Thron herab, Den Dir mit sich Dein Vater gab, Um hier für mich zu leiden; Du wähltest mir, zu nützen heut', Für Ueberfluß die Dürftigkeit, Den Stall für Himmelsfreuden. 3. Du weinst, mein Jesus! sei gegrüßt, O gnadenreiche Zähre, Sei mir mit Ehrfurcht aufgeküsst, O Tropfen aus dem Meere, Das einstens blutig strömen soll Für mein und aller Sünder Wohl, Sei auch für mich geweinet! Erwärme kalter Christen Herz, Das ihres Heilands erster Schmerz Nicht zu empfinden scheinet! 4 Das meine soll Dein Wohnplatz sein, Geliebtester aus Allen! —— 35 2. Auf gold'nen Wolken fahren, — „Du kehrest einst in Majestät, „Herbei zur lieben Krippe 70— Es soll wie neu geschaffen, rein Von Engeltrieben wallen. Komm' aus der Krippe, komm' zu mir, Bring' echte Frömmigkeit mit Dir, Und wahre Christensitten! O, noch nicht Richter, noch ein Kind! Dies macht mich hoffen; Kinder sind Ja leichter zu erbitten. Vom Engelheer umringet, Wenn diese Welt in Trümmer geht, Der Staub aus Gräbern dringet; Dann muss ich auch hin ins Gericht, Allweiser! vor Dein Angesicht, Von Furcht und Angst durchdrungen; O, sprich dann: Ich erkenne Dich, Du hast vor meiner Krippe mich Mit Inbrunst einst besungen. II. Ihr Völkter nah' und fern, Kommt, preist mit frommer Lippe Dies Kindlein, euren Herrn! Ach! Alles schläft erstarrend In kalter Wintersnacht, Indes hier einsam harrend Die ew'ge Liebe wacht. Hoch an des Aethers Blau, ö Im Flügelschwung die Schaaren 8 Herab auf Trift und Au, Und nah'n den armen Hirten. Die flieh'n erschrocken fort; — 71— Sie trösten die Verwirrten Mit wundersüßem Wort: „Nicht Furcht soll Euch durchdringen, Ihr Hirten fromm und gut; Die Botschaft, die wir bringen, Macht froh und wohlgemuth. Heut' ward für Euch geboren Ein Heiland aus den Höh'n, Der hat Euch auserkoren, Vor Allen ihn zu seh'n.“ 4. O Volk der grünen Auen, Wem ward, wie euch, ein Glück? Was Könige nicht schauen, Das sieht nun euer Blick! Auch die Propheten sahen Von fern nur seine Spur, Ihr dürft ihm freudig nahen, Beglücktes Volk der Flur! Ach, wer euch folgen könnte Zum lieben Jesulein! Ach! wem er es vergönnte, Beim armen Krippelein In Andacht ihn zu herzen, Zu weinen dort nach Lust, Wie heilten schnell die Schmerzen Der lieb'erglühten Brust! 6. O, wie in Andacht knieen Sie rings ums Krippelein, Wie sanft verzückt erglühen Sie für den Hirten klein, Der, selbst ein Lamm, die Herden Verließ im Sternensaal, Das irre Lamm auf Erden Zu rufen in den Stall. — — 72— 7. Und eine fromme Gabe Bringt jeder liebend dar Aus seiner armen Habe: Der bringt ein Taubenpaar, Der Honig, Milch und Feigen, Der eines Lämmleins Fließ, Das er dem Kindlein eigen Mit seinem Herzen ließ. 8. O Seelen, die in Treue Ihr liebt dies süße Kind, Kommt in der Hirten Reihe, Die hier so selig sind. Als Gaben bringt ihm Liebe, Die ewig sich ergibt, Der euch mit zartem Triebe Im Kripplein schon geliebt. 9. O Krippe, uns're Wonne, Die jedes Herz erfreu't, Wie strahlt aus Dir die Sonne, Die uns're Erd' erneut! Der Quell, das Brot. das Leben, Der Herr der Ewigkeit, Als Knäblein uns gegeben, Geboren in der Zeit! 10. O lass' Dein Licht uns strahlen In dieser heil'gen Nacht, Und halte fern von Allen Der Hölle finst're Macht! Lass“ uns Dich innig lieben, Du göttlich's Kindelein, Dass wir Dich nie betrüben, ö Es mag wie immer sein. 11. Und Du, Gebenedeite, Die uns den Herrn gebar, 2. 371 1 — 738— Gepriesen sei'st Du heute Wie einst und immerdar! Hilf unser Herz erneuern, Dass wir im Himmelslicht Einst ew'ge Weihnacht feiern Vor Gottes Angesicht. III. 36 1. Zu Bethlehem geboren Ist uns ein Kindelein, Das hab' ich auserkoren, Sein Eigen will ich sein.: In seine Liebe senken Will ich mich ganz hinab, Mein Herz will ich ihm schenken Und Alles, was ich hab'.: „O holdes Kind! von Herzen Will ich Dich lieben sehr, In Freuden und in Schmerzen, Je länger, mehr und mehr.: „Dazu mir Gnad' verleihe, Bitt' ich aus Herzensgrund, Daß ich mich ganz Dir weihe, Jetzt und zu aller Stund'.: „Dich wahren Gott ich finde In meinem Fleisch und Blut, Darum ich fest mich binde An Dich, mein höchstes Gut.: IV. Nach Bethlehem zu eilen, Treibt mich die Liebe fort, Beim Kinde dort zu weilen Am stillen Gnadenort.: —— —— E — „O, Du der Welt Verlangen, Mein einziges Begehr, Lass' Dich in Lieb umfangen, O, Du mein Gott und Herr!: 3. Wie liegst Du so geringe, Du König aller Zeit, Du Schöpfer aller Dinge, Du Herr der Herrlichkeit!: 4. Wo ist hier Glanz und Krone, Wo sind die Diener all'? Der König aller Throne Liegt hier im Hirtenstall?: „Dein Herz war liebdurchdrungen, Durch meine Noth gerührt; Die Lieb' hat es bezwungen, Mein Leid Dich hergeführt!: „O unermess'ne Liebe, Wie soll entgelten ich? Was hat mein Herz für Triebe, Um Dir zu opfern sich?: Mich selber will ich schenken, Mein ganzes Herz nimm hin, Nimm all' mein Thun und Denken, Nimm, was ich kann und bin.: V. 381. Hirten! auf um Mitternacht, Erhebt euch aus dem Schlafe! Auf! der gute Hirte wacht, Zu weiden seine Schafe. Eilt zu Maria, zur Krippe, geschwind, Kommet und grüßet das göttliche Kind. 2. Himmelslicht die Nacht erhellt, 1 Erleuchtet alle Pfade, —7 C D — Wollt ihr seh'n das Licht der Welt Und finden Heil und Gnade! Eilt zu Maria u. s. f. Engel durch die Wolken zieh'n, Umstrahlt von Gottes Klarheit, Sagt, o sagt, wo geh'n wir hin, Verkündet uns die Wahrheit! Eilt zu Maria u. s. f. — „„Hirten kommt und fürchtet nicht, Viel Freud' wird euch verkünden, Denn erschienen ist das Licht, Das Euch erlöst von Sünden.“ Eilt zu Maria u. s. f. „„Geht nach Bethlehem, dort ist Der Heiland Euch geboren, Gott und Mensch, Herr Jesus Christ, Aus Davids Stamm erkoren.“ Eilt zu Maria u. s. f. 3.„Dies soll Euch zum Zeichen sein, Wenn Ihr ein Kind gefunden; Eine Krippe schließt es ein, In Windeln ists gebunden.“ Eilt zu Maria u. s. f. Und beim Engel allsobald Viel tausende noch waren, Und ein Freudenlied erschallt Von allen Himmelsscharen. Eilt zu Maria u. s. f. Ehr' sei Gott, der ewig ist, Den Menschen Fried' auf Erden; Wer nur guten Willens ist, Wird nunmehr selig werden. Eilt zu Maria u. s. f. Und die Hirten ohn' Verzieh'n Nach Bethlehem nun eilen, 10. 11 12. 13. 14. 15. „Gottes Sohn und ewig Wort, — 76— Dort vor Jesus auf den Knie'n Maria, Josef weilen. Eilt zu Maria u. s. f. Freudig kommen sie heran, Das Kindlein anzubeten, Künden es den and'ren an, Den Weg auch anzutreten! Eilt zu Maria n. s. f. Die Demuth uns zu zeigen, Wollte sich zum tiefsten Ort Erniedrigen und schweigen. Eilt zu Maria u. s. f. Ach! Du holdes Kindelein, Wie Frost und Noth Dich quälen, Wolltest doch aus Lieb' allein Die Armuth Dir erwählen. Eilt zu Maria u. s. f. Wer ist, der sich noch beklagt Mit unverständ'ger Lippe? Wenn auch Noth und Trübsal plagt Geh't hin zur armen Krippe! Eilt zu Maria u. s. f. Menschen, die ihr zu bequem, Nur stets nach Lust begehret, Gehet hin nach Bethlehem, Dort besser euch belehret! Eilt zu Maria u. s. f. Die ihr nicht die Sünde flieh't Und Gott nicht wollt versöhnen, Euch das Jesukindlein sieht Mit Augen voll der Thränen! Eilt zu Maria u. s. f. 4051 391.0O selige Nacht! In himmlischer Pracht Erscheint auf der Weide Ein Bote der Freude Den Hirten, die nächtlich die Herde bewacht. „Wie tröstlich er spricht: „O fürchtet Euch nicht! Ihr waret verloren, Heut ist Euch geboren Der Heiland, der Allen das Leben verspricht.“ „Seht Bethlehem dort, Den glücklichen Ort, Da werdet Ihr finden, Was wir Euch verkünden, Das sehnlichst erwartete göttliche Wort.“ Eilt Christen geschwind Zum göttlichen Kind! Eilt, Fromme und Sünder, Ihr Eltern und Kinder, Ihm weihet die Herzen, von Liebe entzünd't. O tröstliche Zeit, Die alle erfreu't, Sie lindert die Schmerzen Und wecket die Herzen Zum Danke, zur Liebe, zur himmlischen Freud'. Segenlied kür die heilige Fastenzeit. Jesu, der Du Blut und Leben Liebevoll am Kreuzesstamm Für uns Sünder hingegeben, Segne uns, o Gotteslamm; —78— Rühre uns're harten Herzen Bei Erwägung Deiner Schmerzen, Lass' uns Deines Todes Pein Stets zum Heil und Troste sein. 2. Gott hier bist Du selbst zugegen, Der Du schmerzvoll für uns starbst, Schenk' uns jenen Vatersegen, Den Du sterbend uns erwarbst; Stärk' uns, unser Kreuz zu tragen, Tröst' uns in des Lebens Plagen, Gib nach dieser Lebenszeit Uns den Lohn der Ewigkeit. Fastenlieder. Von dem Leiden Iesu. 411. Lass' mich Deine Leiden singen, Dir des Mitleids Opfer bringen, Unverschuld'tes Gotteslamm, Das von mir die Sünden nahm. Jesus, drücke Deine Schmerzen Tief in alle Christenherzen; Lass' mir Deine Todespein Trost in meinem Tode sein! 2. Ins Gericht für Menschen treten, Zum erzürnten Vater beten, Seh' ich Dich mit Blut bedeckt, Auf den Oelberg hingestreckt. Jesus, drücke u. s. f. 3. Dich zu binden und zu schlagen, Zu beschimpfen und zu plagen — 79— Nahet sich der Feinde Schar Und Du gibst Dich willig dar. Jesus, drücke u. s. f. 4. Von den Richtern, die Dich hassen, Wilden Kriegern überlassen, Strömet Dein unschuldig Blut Unter frecher Geißeln Wuth. Jesus, drücke u. s. f. 5. Unter lautem Spott und Hohne Seh' ich eine Dornenkrone, Die, mein Heiland, scharf gespitzt, Deine Stirne schmerzlich ritzt. Jesus, drücke u. s. f. Wundenvoll, erblaßt, entkräftet, An das Opferholz geheftet, Seh' ich, wie ein Gottmensch stirbt Und den Sündern Heil erwirbt. Jesus, drücke u. s. f. „Heiland, meine Missethaten Haben Dich verkauft, verrathen, Dich gegeißelt und gekrönt, An dem Kreuze Dich verhöhnt. Ach, es reuet mich vom Herzen; Lass', mein Heiland, Deine Schmerzen, Deines Mittlertodes Pein Nicht an mir verloren sein! 42 H. 1. Jesus, mein Gott, ö Wie treff' ich Dich jetzt an, Mit Schmerzen angethan, In Furcht vor'm Tod, Du zitterst vor dem Kelch und schwitzest Blut! Jesus, wie schmerzt es mich, Denn meine Sünd' quält Dich, O höchstes Gut! E — 2. Jesus, mein Gott! +— Jesus, mein Gott! „Jesus, mein Gott; Jesus, mein Gott! Jesus, mein Gott! Du Richter aller Welt, Den Richtern vorgestellt In Schand und Spott! Ich klage selbst mich an, die große Schuld, Ich trage sie allein; Du bist ganz engelrein, O Gott der Huld! Gleichst keinem Menschen mehr; Wer schlug Dich gar so sehr? Die Henkersrott'? Ach, nicht die Mörderschar— ich hab' gefehlt; Nur meine Missethat Dich so gegeißelt hat, O Heil der Welt! Des Vaters ew'ger Sohn, Du trägst die Dornenkron' In Schmerz und Noth! Mein Zorn u. Hochmuth, Herr, Dir Wunden schlägt; Ich klopf' an meine Brust, Das Kreuz hat sünd'ge Lust Dir auferlegt. Ach, Händ' und Füß' durchbohrt, Vom Blut am Kreuzesort Die Erde roth! Wer hat Dir dies gethan? Ich bin es, Herr! O sieh', voll Reu' und Schmerz Ist nun mein banges Herz Und freudenleer. Du bist das Gotteslamm, — 81— Das mir am Kreuzesstamm Verzeihung bot! O Jesus, ewig leb' ich Dir allein; Und hältst Du einst Gericht, Dann, Heiland, lass' mich nicht Verloren sein. (431.O Haupt, voll Blut und Wunden, Voll Schmerz, bedeckt mit Hohn; O göttlich's Haupt, umwunden Mit einer Dornenkron'! O Haupt, das and'rer Ehren Und Kronen würdig ist, Sei mir in frommen Zähren, Sei tausendmal gegrüßt! „Der Purpur Deiner Wangen, Der Lippen frisches Roth, All' Schönheit ist vergangen In bitt'rer Todesnoth. Doch leuchtet aus den Blicken Noch himmlische Geduld, Die Sünder zu beglücken Mit gnadenreicher Huld. 3. Ach Herr! was Du erduldet, Ist Alles meine Last, Ich habe das verschuldet, Was Du getragen hast. Ich bin's, o Herr! ich Armer, Der dies verdienet hat, O tilge, mein Erbarmer, Doch meine Missethat. 4. Herr, unter Deinem Kreuze Will ich in Demuth steh'n, Damit Dein Tod mich reize, Dir willig nachzugeh'n, Dich niemals zu verlassen, Und wenn das Auge bricht, Im Glauben noch zu fassen Dich, meine Zuversicht. 5. Ich danke Dir vom Herzen, Mein Jesus, süßer Freund, Für Deines Todes Schmerzen, Wie gut hast Du's gemeint! O gib, dass ich stets halte Die angelobte Treu', Und wenn ich einst erkalte, In Dir mein Ende sei. 441 — 52— IV. „O Sünder, nimm zu Herzen Und sieh den Heiland an; Wie er da hängt in Schmerzen, Kein Glied bewegen kann, Sieh', wie sein Auge bricht, Sein göttlich's Angesicht Mit Blut ganz überronnen; Und ach! du liebst ihn nicht! „Die Welt hat ihn verlassen, Gestoßen ihn von sich; Und die er liebet, hassen Ihn, bis sein Auge bricht. Am Kreuze noch ist Hohn Der ew'gen Liebe Lohn; Verzeihend will er sterben, Er ist ja Gottes Sohn. „Am ganzen Leib zerrissen, In Schmerzen eingetaucht. Vom Haupt bis zu den Füßen Nur eine Wunde raucht. — 85— Bald hat er nun vollbracht, Vollendet seine That; Versöhnet hat die Sünden Der Liebe heil'ge Macht. 4. Schon liegt er in den Zügen, Der Kräfte ganz beraubt; Dem Tod will er erliegen Und neiget schon das Haupt. Betracht', o Menschenkind! ů Das machet uns're Sünd', Die Jesum voll der Schmerzen Am harten Kreuzstamm bind't. Geh' hin und sink' in Schmerzen ö An seines Kreuzes Fuß; Und hass' die Sünd' vom Herzen, Für die er sterben muss. Er stirbt für dich und mich; O Herz in Reue brich. Umarme deinen Heiland, Er liebt Dich ewiglich. ö 6. O Jesus! lass Dein Leiden Und Deines Todes Pein An mir, wenn ich werd' scheiden, Nicht doch verloren sein! Dein heilig', göttlich's Blut, Das komme mir zu gut: Gib, Heiland! meiner Seele Im Tode Kraft und Muth.; V.— (45] 1.O Sünder, fass zu Herzen Und schau Dein'n Heiland an, V Wie er da hängt in Schmerzen Am harten Kreuzesstamm, 604 —— — Erschrecklich zugericht! Sein göttlich Angesicht, Mit Blut ganz überronnen, Gleicht einem Menschen nicht! „Vom Haupt bis zu den Füßen Ist Jesus ganz verwund't, Am ganzen Leib zerrissen, Kein Glied an ihm gesund. Betracht', o Menschenkind, Die Folgen deiner Sünd', Sie ist es ganz alleine, Die an das Kreuz Ihn bind't. „Seht ihn in letzten Zügen, Der Kräfte ganz beraubt, Der Herr muss unterliegen, Er neiget schon sein Haupt. Der Sonne Glanz vergeht, Ein Todesschauer weht Weithin beim Scheiden Jesu; Sein Herz nun stille steht. „O Jesus, lass' Dein Leiden Und bitt'res Sterben Dein Mich niemals von Dir scheiden, Mich nicht verloren sein. Dein rosenfarbes Blut Gereiche mir zu gut, Bewahre meine Seele, O Herr! in Deiner Hut. „O Jesus, lass' mir werden Zum Trost Dein theures Blut Und gib mir stets auf Erden Zum Leiden guten Muth! Reich' mir an meinem End' Das heil'ge Saerament, Nimm hin dann meine Seele, O Herr! in Deine Händ'. VI. Rreyzlied. 461. Heil'ges Kreuz! sei hoch verehret, Hartes Ruh'bett meines Herrn! Einstmals seh'n wir Dich verkläret, Strahlend gleich dem Morgenstern, Sei mit Mund und Herz verehret! Kreuzstamm Christi, meines Herrn! 2. Kreuz, Du Denkmal seiner Leiden, Präg' uns seine Liebe ein, Dass wir stets die Sünde meiden, Stets gedenken seiner Pein. Sei mit Mund ꝛc. Heil'ges Kreuz, sei uns're Fahne In dem Kampf, in jeder Noth, Die uns wecke, die uns mahne, Treu zu sein bis in den Tod. ö Sei mit Mund ꝛc. 4. Heil'ges Kreuz! du Siegeszeichen, Selig, wer auf dich vertraut, Glücklich wird sein Ziel erreichen, Wer auf dich im Kampfe schaut. Sei mit Mund ꝛc. „Denkmal, Fahne, Siegeszeichen, Uns're Hoffnung, unser Schild! Nimmer soll die Andacht weichen Zu dem heil'gen Kreuzesbild. Sei mit Mund ꝛc. Eines sei uns noch gewähret: Ruft uns einst der Wink des Herrn, Sei im Sterben noch verehret, Leucht uns als ein Morgenstern! ö Sei mit Mund ꝛc. —5 ( 6. — — 80— VII. 47] Bei dem heiligen Grabe. J. O weinet ihr Augen, o klaget ihr Herzen, Es starb meine Liebe am Stamme der Schmerzen, Das Aug' ist erloschen, das Haupt ist geneigt, Der göttliche Mund ist verstummet und schweigt; Es starb meine Liebe, mein göttlicher Herr, Der Trost meiner Seele, mein einzig Begehr! 2. Die Erde erbebt und die Felsen zersplittern, Die Sonne wird finster, die Sterne erzittern, Unheimlicher Schauer liegt über der Flur, Sie haben getödtet den Herrn der Natur! Es starb meine Liebe u. s. f. 3. Die rauhen Soldaten, sie blicken erschüttert Zum Kreuze empor, da der Boden erzittert; Der staunende Hauptmann der Wache bekennt: „Wahrhaftig mit Recht er sich Gottes Sohn nennt.“ Es starb meine Liebe u. s. f. 4. Das Lamm ist geschlachtet, das Opfer vollendet, Die Laufbahn des Herrn hat am Kreuze geendet, Da traf sein Gebein nun kein fernerer Schlag, Das göttliche Lamm seinen Wunden erlag! Es starb meine Liebe u. s. f. 5. Das Herz des Erlösers, den Born aller Gnaden, Das Herz, mit der Schuld uns'rer Sünden beladen, Durchbohret Longinus mit furchtbarem Stoß! Sein Herzblut der Heiland für uns nun vergoss. Es starb meine Liebe u. s. f. 6. Als Josef von Arimathäa vernommen, Was Jesus erlitt, wie sein Ende gekommen, Da eilet er mit Nikodemus herzu, ö Mit Ehre den Herrn zu bestatten zur Ruh'! Es starb meine Liebe u. s. f. 8 7. Sie lösen vom Kreuze die heiligen Glieder Und lassen den kostbaren Leichnam hernieder; — —— — 287— Maria empfängt auf dem Schoß' ihren Sohn, Es ist ihrer Treue ein schmerzlicher Lohn. Es starb meine Liebe u. 1.—4 8. Der sinkende Tag nun ermahnet zum Scheiden, Das Mutterherz muss auch die Trennung noch leiden! Die Schüler, sie tragen mit liebendem Sinn Den göttlichen Meister zur Ruhestatt hin. Es starb meine Liebe u.. 9. Die Sonne verkläret noch einmal die Stätte, Dort ruht der Frohnleichnam im felsigen Bette; Das Grab ist noch frisch und die Stelle noch rein, Das Grabmal des Herrn musste tadellos sein. Es starb meine Liebe u.. 10. Der Heiland hat frei in den Tod sich gegeben, Auf dass ich, vom Tod erlöst, möge leben! Wer kann Deine Liebe ergründen, o Herr? Die Inbrunst verzehre mein Herz immer mehr! Es starb meine Liebe u. s. 1. 11.O könnt' ich noch einmal im Leben Dich sehen! Mein Herz, sei getrost, denn der Herr wird erstehen Als Sieger vom Grab über Hölle und Tod! Wir werden erstehen und leben in Gott! Es starb meine Liebe u.. VIII. Am heiligen Charfreitag. 48] 1. Ach, so ist denn Jesus todt, Welches Leiden, Angst und Noth! Ohne Schönheit und Gestalt Liegt im Grabe starr und kalt Jesus, der Gekreuzigte. 2. Braut, hier liegt Dein Bräutigam, Hier Dein Hirte, hier Dein Lamm, Uns'rer Herzen Trost und Ruhm, Uns'rer Seelen Eigenthum, Jesus, der Gekreuzigte. — 88— 2 Christen, betet an und denkt, Jesus ist ins Grab versenkt. Jesus, den getödtet hat Uns're Sünd' und Missethat, Jesus, der Gekreuzigte, Selig ist, wer, da er lebt, Selbst mit Jesu sich begräbt, Christen, sterbt euch selber ab, Dieses will im heil'gen Grab Jesus, der Gekreuzigte. „Jesus lebt und steht uns bei, Dass sein Tod der uns're sei, Ja, in das Vermächtnis Sein, Schloss uns alle Jesus ein. Jesus, der Gekreuzigte. Petri Schiff, das weiß der Christ, Unser theures Erbtheil ist, Jesu Kirch' ist gut bestellt, Das ist bis an's End' der Welt Jesus, der Gekreuzigte. 7. Wer den Weg noch weiß dahin, Hält sich rein an Herz und Sinu! Hält an Herz und Sinn sich rein, Denn sein Richter wird dort sein: Jesus, der Gekreuzigte. Kreuzweg⸗Aieder. Eingang. Ihr Christen kommt herbei Und geht mit frommer Scheu Den heil gen Kreuzweg mit Und schaut, was Jesus litt. Jesus, mein Heiland lieb! — — Sie bringen nun daher — 89— Jesus am Olberg fleht Zum Vater im Gebet, Da wird Ihm angst und heiß, Da wird wie Blut sein Schweiß. Jesus, mein Heiland lieb! Der falsche Judas küsst Den Herrn mit böser List, Doch Er entzieht sich nicht, Man stellt ihn vor Gericht. Jesus, mein Heiland lieb! Pilatus ist zu schwach, Er gibt den Juden nach Und willigt ein aus Noth In Jesu Kreuzestod. Jesus, mein Heiland lieb! Ein Kreuz gar groß und schwer, Der Heiland nimmt's für mich. Aus reiner Huld auf sich. Jesus, mein Heiland lieb! Er trägt das Kreuz voran, Dass jeder folgen kann; Ein Christ trägt allezeit Sein Kreuz mit Freudigkeit. Jesus, mein Heiland lieb! „Die Sünden aller Welt Nimmt hin der Gottesheld; Das Kreuz, der Sünde Lohn, Trägt Jesus, Gottes Sohn. Jesus, mein Heiland lieb! Die Bürde, doppelt schwer Bedrückt den Herrn so sehr, Dass er zusammenbricht Und fällt auf's Angesicht. Jesus, mein Heiland lieb! 4. Der Heiland schreitet fort — 90— Und klagt mit keinem Wort, Am Weg begegnet Er Der Mutter kummerschwer. Jesus, mein Heiland lieb! Sein Blick voll tiefem Schmerz Ergreift ihr zärtlich Herz, Da er mit Schmach bedeckt Das Kreuz zum Berge trägt. Jesus, mein Heiland lieb! „Seht Simon von Cyren', Man zwingt ihn mitzugeh'n, Er muss als fremder Gast Herbei zur Kreuzeslast. Jesus, mein Heiland lieb! Er kennt den Heiland nicht, Desshalb er widerspricht; Du aber kennst den Herrn, D'rum hilf und folge gern. Jesus, mein Heiland lieb! Darauf Veronika Den Mann der Schmerzen sah, Sie reicht mit mildem Sinn Dem Herrn ihr Schweißtuch hin. Jesus, mein Heiland lieb! Er prägt sein Antlitz d'rein Zum Denkmal seiner Pein; An diesem Bild, o Christ! Du seine Liebe siehst. Jesus, mein Heiland lieb! „Der Herr ist todesmatt, Der Juden Missethat Bringt ihn zum zweitenmal Schon mit dem Kreuz zum Fall. Jesus, mein Heiland lieb! 10. —— O Mensch, betrachte hier; Jesus verschmachtet schier, Er trägt für Dich die Last, Da Du gesündigt hast. Jesus, mein Heiland lieb! „Die frommen Frauen seh'n Den Herrn zur Richtstatt geh'n, Aus ihren Augen mild Des Mitleids Thräne quillt. Jesus, mein Heiland lieb! Er aber mahnend spricht: „Mein Los beweinet nicht; Beweinet aber euch Und euer Volk zugleich.“ Jesus, mein Heiland lieb! „Der alle Welt regiert, Dem alle Ehr' gebührt, Er fällt zum drittenmal, Wie groß ist seine Qual! Jesus, mein Heiland lieb! Was muss die Sünde sein, Da ihre Schuld allein Den Herrn zu Boden drückt, Dass er der Last erliegt! Jesus mein Heiland lieb! Calvaria ist das Ziel, Wo man ihn tödten will, Den Heiland, todesbleich, Voll Blut, an Wunden reich. Jesus, mein Heiland lieb! Man reißt die Kleider ihm Vom Leib mit Ungestüm; Zur Labung bietet man Ihm Gall' und Essig an. Jesus, mein Heiland lieb! 13. 1* 11. Seht, was die Bosheit thut, H Man schlägt in blinder Wuth Mit Nägeln allbereits Den Heiland an das Kreuz. Jesus, mein Heiland lieb! Und Jesus mild und gut Vergießt für uns sein Blut; Als Opfer rein und wahr Gibt er sich willig dar. Jesus, mein Heiland lieb! „Das Kreuz wird nun erhöht, O Christen, kommt und seht Den Herrn durch Menschenhand Am Kreuze ausgespannt! Jesus, mein Heiland lieb! Der Sonne Glanz erbleicht, Die Erde bebt und weicht; Es stirbt am Kreuzesstamm Das wahre Gotteslamm. Jesus, mein Heiland lieb! Der Tag hat sich geneigt, Des Volkes Toben schweigt, Man nimmt den Herrn bereits Entseelt herab vom Kreuz. Jesus, mein Heiland lieb! Die Lippen sind erblasst, Er hat nun seine Rast Nach vieler Schmach und Pein Im Schoß der Mutter sein. Jesus, mein Heiland lieb! »Man trägt den Herrn zur Ruh', Dem stillen Grabe zu; Ein Felsen frisch und rein Schließt seinen Leichnam ein. Jesus, mein Heiland lieb! Wenn einst der Herr mich ruft, Zu steigen in die Gruft, Dann zieh' ich froh und gern Mit Jesus, meinem Herrn. Jesus, mein Heiland lieb! II. 150 Zum Eingang. Versammelt euch Christen mit frommen Gebeten, Den heiligen Kreuzweg des Herrn zu betreten, Zu schauen die Marter, die Größe des Leid's, Das Jesus für uns hat erduldet am Kreuz. ö 1. Als Judas am Oelberg den Heiland verrathen, ö Verklagte man ihn wegen sträflicher Thaten; Doch falsch war die Klage und schlecht das Gericht, Pilatus das Todeswort ungerecht spricht. Sie bringen ein Kreuz unter schrecklichem Toben, ö Das wird nun dem Herrn auf die Schulter gehoben; Er nimmt es auch willig und trägt es allein, O Christen! Wie schwer und wie hart wird es sein! „Die Last uns'rer Sünden trägt er auf dem Rücken, Und dies nebst dem Kreuz muss ihn tief nieder⸗ drücken; Er fällt auf sein heiliges Angesicht hin, Auch ich, als ein Sünder, wohl Schuld daran bin. 4. Der Heiland zieht weiter, ganz still und gelassen, Da sieht Ihn Maria, sie kann es kaum fassen; Sie sieht Ihren Sohn voll der Schmach und voll Schmerz, Und siebenfach dringet ein Schwert durch ihr Herz. Der Herr ist erschöpft, seine Kräfte entschwinden, — Die Juden doch keineswegs Mitleid empfinden; Simon von Cyrene kommt eben heran, Sie zwingen zur Hilfe den schuldlosen Mann. — 34— 6. Das Antlitz des Herrn ist mit Blut übergossen, Veronika sieht es, in Thränen zerflossen; Sie reicht ihm ihr Schweißtuch gar liebevoll hin, Er lässt ihr sein schmerzvolles Bildnis darin. 7. Schon wieder ist Jesus zu Boden gefallen; Wer kann sich die Wuth der Verblendeten malen, Sie schlagen ihn grausam und stoßen ihn fort Das leidet für uns das allmächtige„Wort“. 8. Jerusalems Frauen den Heiland beklagen, Dafür will er ihnen zur Warnung noch sagen: „Beweinet mich nicht, sondern Euer Geschlecht!“ Die Strafe kam wirklich gar bald und gerecht. 9. Zum drittenmal stürzet der Heiland zur Erde, Der Fall ist erschrecklich, voll neuer Beschwerde; Der Herr ist zerschlagen, erschütternd zu seh'n, Das ist für die sündige Menschheit gescheh'n. 10. Auf Golgotha nun, als der Zug angekommen, Da wurde dem Heiland das Kreuz abgenommen. Sie rissen ihm schändlich die Kleider herab, Zur Labung man Essig und Galle ihm gab. 11. Sie legen den Herrn auf den Kreuzesstamm nieder, Durchbohren mit Nägeln die heiligen Glieder, Sie hämmern und schlagen das Opfer daran! Erwäget, das hat uns're Sünde gethan! 12. Noch eines ist übrig, das Kreuz wird erhoben Und Jesus verblutet, verschmachtet dort oben; Er neiget sein Haupt, er gibt seinen Geist auf, Er 5 nun vollbracht seinen irdischen Lauf. 13. Gescheh'n ist die Unthat, der Sturm ist vergangen, Es nahen die Schüler mit Wehmuth und Bangen, Sie lösen vom Kreuze den Leib des Herrn los Und legen ihn zärtlich in Mariens Schoß. 14. Der heilige Leib wird zu Grabe getragen, Zur Ruhe im Felsen nach tödtlichen Plagen. O, lass' uns're Herzen unschuldig und rein, Herr Jesu! Dir stets eine Ruhestatt sein! 2 — Zum Eingang. O Sünder, mach' Dich auf Und geh' mit Reu' im Herzen Den Kreuzweg mit hinauf, Betrachte Jesu Schmerzen; Bei keiner Station Geh' ungerührt davon Und dank für die Erlösung Dem milden Gottessohn. Die erste Station Lässt uns den Heiland sehen, Wie über ihn vom Thron Der Urtheilsspruch geschehen; Da denk' in deinem Sinn: „Nun, sei es immerhin, Dass mich die Welt verdammet, Wenn ich nur schuldlos bin.“ „Die zweite Station, Wie muß sie uns bewegen, Wo sie dem Menschensohn Das schwere Kreuz auflegen! Er trägt es wohlgemuth; Wer gern das Gleiche thut, Sein Kreuz geduldig traget, Hat dort es einmal gut. „Zur dritten Station Fällt Jesus hart zur Erde, Damit der Menschensohn Noch mehr erniedrigt werde Vedenke da mein Christ,, Wenn Du ihn also siehst, Dass wohl nur uns're Sünde Davon die Ursach' ist. .—.xxI —.—— — 00— 4. Marien will es fast Das Mutterherz erdrücken, Denn mit der Kreuzeslast Muss sie ihr Kind erblicken. Die vierte Station Berichtet uns hievon. Trag' ja ein herzlich Mitleid Zur Mutter und zum Sohn' 5. Stets matter wird der Herr Vom vielen Blutverluste, Das Kreuz wird ihm so schwer, Dass man ihm helfen musste. Man zwingt dazu Simon, Er muss der Sünde Lohn— Das Kreuz— mit Jesus tragen Von dieser Station. 6. Veronika hat sich Nicht ängstlich erst besonnen, Der Herr ist jämmerlich Mit Blut ganz überronnen, Da bietet sie ihm schon Zur sechsten Station Ihr Schweißtuch dar voll Mitleid; Sein Bild gibt er zum Lohn. 7. Zur sieb'nten Station Geschieht es nun schon wieder, Dass Jesus, Gottes Sohn, Gar schmerzlich fällt darnieder; Doch der Fall nicht allein (Dies präge wohl Dir ein!), Auch unser Fall in Sünden Gereichet ihm zur Pein. 8. Bei lautem Spott und Hohn Muss Jesus weiter gehen 10. 1 — 2 Zur achten Station, Wo ihn die Frauen sehen Mit Thränen im Gesicht; Der Heiland aber spricht: „Wein't lieber um Euch selber, Um mich betrübt Euch nicht!“ „Zur neunten Station Kannst Du den Heiland sehen, Wie auf Kalvaria schon Sein dritter Fall geschehen. Erkenne dankbar an, Was da der Schmerzensmann Erträgt für uns're Sünden Auf seiner Kreuzesbahn. Zur zeh ynten Station Wird Jesus ganz entkleidet, O sieh' den Gottessohn, Wie Er's geduldig leidet; Sie reichen auch für Ihn Nun Essig⸗Galle hin, Das musste Jesus kosten, Weil ich ein Sünder bin. „Nun seh' ich tief bewegt Des Heilands zarte Glieder Am Kreuze ausgestreckt Für uns, für seine Brüder, Wie sie mit Nägeln schon Dem eingebornen Sohn Die Händ' und Füß' durchbohren Zur eilften Station. „Betrachte Jesu Tod! Er 1 ihn jetzt gefunden, Nachdem er Todesnoth Gelitten durch drei Stunden; — 358— Zur zwölften Station Ruft hier mein Klageton: O Jesus! durch Dein Sterben Verschon' mich, ach verschon'! 13. Man nimmt den Leib des Herrn Vom Kreuz herab voll Wehmuth Und übergibt ihn gern Der Mutter voll der Demuth. Marias Thräne floss, Als man in ihren Schoß Den theuren Leichnam legte; Nie war ein Schmerz so groß. 14. Hier leget man zur Ruh' Den Leib des Herrn voll Trauer Und schließt das Grabmal zu, Nicht ohne heil'gen Schauer. Die letzte Station, Die mahnt den Erdensohn: Auch Du musst fort zum Grabe, Vielleicht recht zeitlich schon. Schluß. Hast Du nun wohl bedacht, Was Jesus ausgestanden, Bis er Dich losgemacht Von der Verdammnis Banden? So geh', o Sünder, hin Mit einem besseren Sinn, Dies freut den Herrn und bringet Dir ewigen Gewinn. 52 IV. 1. Weinen möcht ich— immer weinen, Jesus wird zum Tod verdammt. Ach! wer zeiget mir nur Einen, Welchen Lieb' zu Ihm entflammt; — 99— Unter feigen Bösewichtern Steht der höchste Herr als Knecht, Jesus bei den falschen Richtern, Findet weder Schutz noch Recht! 2. Blickt Ihn an, den Herrn der Gnaden, Seh't, das ist der gute Hirt, Welcher mit dem Kreuz beladen Hier hinausgeführet wird; Seht den Retter voll der Würde, Welcher uns erlösel hat, Seines Kreuzes Last und Bürde Ist der Sünder Missethat! „Ach! zerschellt sind Seine Glieder, O, entsetzlich bitt'rer Fall! ö Ach! Er stürzt zur Erde nieder, Kommt, betrauert Jesu Qual; Es ist weit— zur Schädelstätte, Blick es an— o Herz von Stein, ö Wer doch eine Thräne hätte, ö Zu beweinen solche Pein! — ö 4. Seine Mutter nicht verweilet, ö Sie versteht Ihn— Sie allein, Und den Sohn zu schauen, eilet Sie, die Zeugin seiner Pein; Fließen keine Liebesthränen, Bleibt noch starr so Herz als Sinn? Zieht ihr mütterliches Sehnen Keine Sehnsucht zu Ihm hin? 5. So wie Simeon von Cyrene Schauet vorwärts, nicht zurück; Selig preisen muß ich jene, Welche theilen, ach— sein Glück! Jesu Kreuz auf Euch zu nehmen, Stehet fertig jederzeit, — — Die 20 nicht des Kreuzes schämen, Preiset selbst die Ewigkeit. . Komm', das Schweißtuch ihm zu reichen, Heilige Veronika, Nimm das Bildnis sonder Gleichen, Keiner noch ein schön'res sah! Jesus nimmt das Tuch und milde Drückt sein Bildnis er hinein. Welches Bild gleicht diesem Bilde, Welches ist so schön und rein? „Jesus trägt Dich schwankend weiter, Kreuz, das Ihn zur Erde drückt; Kreuz, du heil'ge Himmelsleiter!“ Die den Träger hoch beglückt; Aber ach! Er will vergehen, Ach! er seufzt, und— über mich! So zum zweiten Male sehen Wir zur Erde fallen Dich. 3. Fließet, fließet, Thränenfluten! Wein't“, ihr Frauen, bitterlich! „Weinet“, spricht der Herr,„Ihr Guten, Weinet, doch nicht über mich!“ Jesus wird zu euch sich kehren, Sein vergessend, liebevoll, Euch zu sagen, euch zu lehren, Wie man weise weinen soll. „Kommt, ihr Sünder! kommt und büßet, Rufet hier einmal:„Mich reut's“— Da ihr Jesu Fall begrüßet, Jesu Fall mit seinem Kreuz; Was durch Rückfall er gelitten, Da er wich von seiner Bahn, Bei dem Falle hier, dem dritten, Denket reuevoll daran! 10. EK. 12. 13. 14. — 101— Schaut entblößt Ihn und gekränket, Der zur Reu' und Buße winkt, Der mit Galle wird getränket, Der des Hasses Essig trinkt; Bleibt, ihr Lauen, bleibt ihr Kalten Noch in Lüste feig verstrickt? Kann zurück die Thränen halten, Wer dies Jammerbild erblickt? Wachet auf, ihr Kalten, Trägen, Und umfanget Kreuz und Buß' Bei den dumpfen Hammerschlägen, Die da treffen Hand und Fuß; Jesum und Sein Kreuz vereinen— Stumpfe Nägel— werdet weich! Lasst uns büßen, lasst uns weinen, Welch ein Schmerz kommt Seinem Welch' ein Anblick!— aufgerichtet Steht das Kreuz, o blick' es an! Jesus, der uns Alle richtet, Unser Heiland hängt daran; Sollt' ich Ihn noch ferner hassen, Der mich froh gemacht und frei? Ach! Er stirbt am Kreuz, verlassen. Dass ich nicht verlassen sei! Auf dem Schoß der Mutter lieget Hier das theure Gotteslamm; Tod und Hölle sind besieget, Betet an voll Reu' und Scham! Seh't, die Schmerzensmutter neiget Milde sich zu uns herab; Da sie uns die Leiche zeiget, Denkt an Jesu Tod und Grab. Man versenkt Ihn, welche Reue, Weinet mit:„Es ist vollbracht!“ gleich? — 102— In das Grab versenkt— das neue— Deckt die Leiche Todesnacht. Wenn die Leidensstationen Wir einst Alle durchgemacht, Leuchten dort uns Siegeskronen Und der Friedenspalmen Pracht. V. Vorbereitung. 53 Sieh' deinen Heiland an, O Sünder, lass' dich leiten; Auf seiner Leidensbahn Sollst du ihn jetzt begleiten. Blick' auf den Dulder hin Erwäg' in deinem Sinn, Was er für dich gethan, Und bet' Ihn dankbar an. „Man eilt, mit frechem Hohn Die Unschuld anzuklagen; Darauf wird Gottes Sohn Mit Geißeln wund geschlagen. Auf feiges Machtgebot ö Wird zu dem Kreuzestod — Der Herr der Lieb' und Huld Verurtheilt ohne Schuld. „Dem sanften Gotteslamm, Dem hohen, heil'gen Dulder, Legt man den Kreuzesstamm Auf seine schwache Schulter. Gebeuget trägt er ihn Zur Leidensstätte hin, Wo er nun schmerzensvoll Dem Tod erliegen soll. 3. Des Kreuzes Last drückt schwer Auf seine wunden Glieder; ——35¶*5*0.8...—W—mj.... .ꝗꝗ‚IDIIII‚..— — „Den Simon nöthigt man, „Bedeckt mit Blut und Schweiß „Die Last drückt mehr und mehr, — 103— Ermattet sinket er Und schwach zur Erde nieder. Der Herr, der alle Welt Erschuf, regiert, erhält, Trägt uns'rer Sünden Last Und, seht— erlieget fast! „Bedeckt mit Schmach und Hohn Und unter's Kreuz geneiget Sieht ihren lieben Sohn Die Mutter, tief gebeuget; Sieht seiner Wunden Zahl, Der Geißel blut'ges Mal— Und ach, ihr Herz durchfährt Der Schmerzen grauses Schwert! Das Kreuz ihm nachzutragen; Er nimmt es folgsam an Und lindert Jesu Plagen. Voll Liebe wollen wir Auch retten, helfen hier; Es sieht der Herr dies an, Als wär's ihm selbst gethan. Ist meines Heilands Wange, Ein Schweißtuch rein und weiß Reicht nun aus Liebesdrange Ein Weib dem Heiland hin. Er lohnt des Mitleids Sinn, Läßt ihr voll Huld im Blick Sein göttlich Bild zurück. Es beben seine Glieder; Zum zweitenmal sinkt er Auf's heil'ge Antlitz nieder. Ob auch von Schmerz gebeugt, Er duldet still und schweigt. O Christen, ahmt ihm nach, Trifft euch ein Ungemach. 8. Des Heilands Qual erweicht Die Herzen frommer Frauen; Mit Blicken thränenfeucht Sie auf den Dulder schauen. Doch er vergisst auf sich: „O, weint nicht über mich,“ Spricht er,„der Sünd' allein Sollt ihr die Thränen weih'n!“ 9. Nun nähert sich das Lamm Der grausen Schädelstätte, Dass er am Kreuzesstamm Die Welt vom Fluch errette; Und sinkt zum drittenmal O Anblick seiner Qual! Wie groß ist uns're Schuld, Wie groß ist Gottes Huld! 10. Jetzt hat die blut'ge Bahn Der Herr zurückgeleget; Er langt am Richtplatz an. Welch' Herz ist nicht beweget!— Vom Leibe das Gewand Reißt ihm der Henker Hand; Vor Knechten steht entblößt, Er, der die Welt erlöst. 11. O, sieh' das Gotteslamm, Durchbohrt an Händ' und Füßen, Erhöh't am Kreuzesstamm, Um uns're Schuld zu büßen! Die Glieder ausgedehnt, Verspottet und verhöhnt. 12. — — . Der alles überwand, — 105— Hängt er am Kreuzespfahl In bitt'rer Todesqual. Sieh', zwischen Mördern schwebt Dein Heiland voller Wunden; Noch athmet er und lebt Drei martervolle Stunden. Jetzt ruft er aus der Nacht, Ruft laut:„Es ist vollbracht!“ Und neigt das Haupt und stirbt, Der Allen Heil erwirbt. 3. Die heil ge Mutter hält Im Schoß des Sohnes Leiche; Der höchste Schmerz befällt Die Qual⸗ und Schmerzensreiche. Die Du den Sohn beweinst, O, sei uns Mutter einst, Wenn uns der bitt're Tod Mit seinen Schrecken droht. Ruh't jetzt im Felsengrabe, Gesalbt von Freundeshand ö Zur letzten Liebesgabe. O Grab voll Herrlichkeit, Aus dem, vom Tod befreit, Verkläret und erhöh't Der Heiland aufersteht. Schluß. Lass' meinen Dank Dir weih'n, O Herr, für Deine Leiden; Lass' sie nicht fruchtlos sein, Hilf mir, die Sünde meiden. Leg' ich die Hülle ab, Lass' über meinem Grab Die Friedenspalme weh'n, Mich selig aufersteh'n! — 106— Butßlieder. 4 541. Selig, himmlisch ist das Leben Dessen, dem die Sünd' vergeben, Der nun Gott zum Vater hat Nach getilgter Missethat. Herr, verschon' dann meiner Sünden, Laß' mich wieder Gnade finden! Gnade! ruft in Reu' und Schmerz Des bedrängten Sünders Herz. 2. Nur zu oft bin ich gefallen, Sünden über alle Zahlen, Mehr als Haar' auf meinem Haupt, Hat sich Dein Geschöpf erlaubt. Herr, verschon' ꝛe. „Wehmuth drückt mich fast darnieder, Furcht erschüttert meine Glieder, Und seitdem ich Sünder bin, Ist die Fröhlichkeit dahin. „Jener Trost ist mir entschwunden, Den ich einst hierin gefunden, Dass ich von dem Fluche frei Eines Deiner Kinder sei. „Willst Du mich, o Gott, verlassen, Wenn von nun die Sünd' zu hassen Büßend meine Seel' verspricht Hier vor Deinem Angesicht? 3. Aufzusuchen nicht den Frommen Bist Du, Gott, zur Welt gekommen; Nur für den verlornen Sohn Stiegst Du von dem Himmelsthron. „Magdalena kommt zu büßen, Wirft sich weinend Dir zu Füßen, — — — — 10. 1. Strenger Richter aller Sünder, — 107— Und Du nimmst die Sünden hin Von der frommen Büßerin. 8. Wenn wir herzlich nun bereuen, Werden Engel sich erfreuen, Kennen wieder ihren Freund, Jauchzen, wenn der Sünder weint. 9. Lang genug hab' ich gebrochen, Was ich Dir getreu versprochen; Lang' bedroht von Deinem Grimm, Hör' ich Deines Fluches Stimm'. Heute ist der Tag der Gnaden, Heute hast Du mich geladen, Heute ruf' ich dann zu Dir, Gott, verzeih', verzeihe mir! II. — Treuer Vater Deiner Kinder, Der Du in dem Himmel wohnst, Drohest, strafest und belohnst: Höre gnädig unser Bitten, Wende ab von unser'n Hütten Krankheit, Krieg und Hungersnoth, Gib uns unser täglich Brot. „Jeden Tag, ja jeden Morgen Kannst Du Alle wohl versorgen, Du bist unermesslich reich, Nichts ist Deiner Güte gleich. Höre gnädig ꝛe. 3. Alles kommt von Deinem Segen, Du gibst Sonnenschein und Regen, Dass die Feldfrucht wächst und blüht, Dass man reiche Ernte sieht. Wenn sich Ungeziefer mehren Und die Früchte uns verzehren, — — 108— So geschieht's nach Deinem Rath Wegen uns'rer Missethat. Wenn bei vielen Regengüssen Saat und Frucht verderben müssen, 3 So hat's Deine Hand gethan, 5 Uns're Sünd' ist Schuld daran. ⸗Wenn an heißen Sommertagen Schlossen alles niederschlagen, Was in Feld und Gärten grün't, O, so haben's wir verdient. „ Wenn bei Blitz und Ungewittern ö Wir an allen Gliedern zittern, So wird Deine starke Hand Erst den Sündern recht bekannt. „Deine Allmacht zu verbreiten, Schicktest Du zu Joseph's Zeiten Sieben Jahre Fruchtbarkeit Und so lange theure Zeit. 9. In des Königs Achab's Tagen 9 Schlugst Du Israel mit Plagen, Dass die Erde dürre war S Durch drei und ein halbes Jahr. Selbst der Himmel schien verschlossen, Da kein Regen sich ergossen Wegen der Abgötterei, Die das Volk trieb ohne Scheu. „Du gabst wunderbarer Weise ö Dem Elias seine Speise, Da man durch das ganze Land Schwere Hungersnoth empfand. Endlich wirkte Buße Regen Und Du schicktest Deinen Segen, Du vergabst die Missethat, Als Elias darum bat. 5————— 13. Lass' uns auch Erbarmen finden, Wenn Du wegen uns'rer Sünden Nicht wie sonst mehr gnädig bist, Und das Wetter schädlich ist. 14. Mit recht kindlichem Vertrauen Wollen wir die Felder bauen, Oeffne Deine Gnadenhand, Segne unser Vaterland. 4II. 561. Herr! ich glaube, Herr! ich hoffe, Herr! vom Herzen lieb' ich Dich. Rede, Herr! und ich will hören, Lass' die Welt mich nicht bethören! Denn Du hast mir Geist und Leben Aus Barmherzigkeit gegeben. In dem Glauben, in der Hoffnung, In der Liebe stärke mich. Herr! ich glaube, Herr! ich hoffe, Herr! vom Herzen lieb' ich Dich. Sollten alle Menschen lügen, So kannst Du mich nicht betrügen; Nichts ist Dir, o Gott verborgen, Dein Wort glaub' ich ohne Sorgen. In dem Glauben, in der Hoffnung, In der Liebe stärke mich. 3. Herr! ich glaube, Herr! ich hoffe, Herr! vom Herzen lieb' ich Dich. Einen Gott in drei Personen, Welche in dem Lichte wohnen, Gleich im Wesen, Macht und Stärke, Wunderbar sind ihre Werke; In dem Glauben, in der Hoffnung, In der Liebe stärke mich. — 110— 4. Herr! ich glaube, Herr! ich hoffe, Herr! vom Herzen lieb' ich Dich. Vater in den Himmelsauen, Auf Dich will ich fest vertrauen! Du wirst mich doch nicht verlassen, Wenn mich Welt und Hölle hassen; In dem Glauben, in der Hoffnung, In der Liebe stärke mich. 5. Herr! ich glaube, Herr! ich hoffe, Herr vom Herzen lieb' ich Dich. Gottes Sohn! Dein Kreuz und Sterben Rette mich von dem Verderben, Durch Dich steht der Himmel offen, Dieses will ich freudig hoffen; In dem Glauben, in der Hoffnung, In der Liebe stärke mich. Herr! ich glaube, Herr! ich hoffe, Herr! vom Herzen lieb' ich Dich. O Gott, heil'ger Geist! verleihe, Dass ich mich vor Niemand scheue, Meinen Glauben zu bekennen Und mich Christi Glied zu nennen. In dem Glauben, in der Hoffnung, In der Liebe stärke mich. 7. Herr! ich glaube, Herr! ich hoffe, Herr! vom Herzen lieb' ich Dich. An Dir will ich mich ergötzen Und Dich über Alles schätzen; Dir, o Gott! will ich in allen Meinen Werken nur gefallen; In dem Glauben, in der Hoffnung, In der Liebe stärke mich. 8. Herr! ich glaube, Herr! ich hoffe, Herr! vom Herzen lieb' ich Dich. 6. — — 111— Nichts soll mich von Dir mehr trennen, Droht die Welt mich zu verbrennen, Um zur Untreu' mich zu zwingen, Will ich dennoch fröhlich singen: Herr! ich liebe, Herr! ich liebe, Ja, vom Herzen lieb' ich Dich. 9. Herr! ich glaube, Herr! ich hoffe, Herr! vom Herzen lieb' ich Dich. Wenn ich in den letzten Zügen Und im Grabe werde liegen, Wenn mein Körper wird verwesen, Soll man noch im Herzen lesen: Herr! ich liebe, Herr! ich liebe, Ja, vom Herzen lieb' ich Dich. Bei der Prozellsion am Palm- lonntage. 57] 1. Sing't dem König Freudenpsalmen, Völker, ebnet seine Bahn! Salem, streu' ihm Deine Palmen, Sieh', dein König nah't heran. Dieser ist aus David's Samen Und ist Gott von Ewigkeit;* Der da kommt in Gottes Namen,— Er sei hochgebenedeit! 2. David sah im Geist entzücket Den Messias schoön von fern, Der die ganze Welt beglücket, ö Den Gesalbten, unsern Herrn. Tochter Sions, streu' ihm Palmen, Breite Deine Kleider aus, Sing' ihm Lieder, sing' ihm Psalmen, Heut' beglücket er Dein Haus. 58 1 — 112— 3. Sieh', Jerusalem, Dein König, Wie voll Sanftmuth kommt er an; Völker sind ihm unterthänig, Der uns allen wohlgethan Den die Himmel tief verehren, Dem der Chor der Engel singt! Freut euch all' in diesem Herren, Der uns endlich Frieden bringt. Alle Himmel, Sterne, Sonnen, Preiset unser'n König heut'! Und ihr Völker aller Zonen, Singt: Er sei gebenedeit! Singt: Hosanna in der Höhe, Hochgepriesen sei der Herr! Ueberall sein Lob ges schehe, Preis't ihn Himmel, Erd' und Meer! 5. Aus des Säuglings Mund erschallet Schon das Lob, das Dir gefällt; Auch der Jugend Loblied wallet Heut' zu Dir, o Herr der Welt! Singet, Kinder! allzusammen, Preis't des Königs Herrlichkeit; Alle Engel sprechen:„Amen“ Mit der ganzen Christenheit! Ostertieder. Der Heiland ist erstanden, Befreit von Todesbanden, Der als ein wahres Osterlamm, Für mich den Tod zu leiden kam. Alleluja! H— 2. Nun ist der Mensch gerettet, Und Satan angekettet, Der Tod hat keinen Stachel mehr, Der Stein ist weg, das Grab ist leer. Alleluja! 2 . — — — — 10 — — 113— Der Sieger führt die Scharen, Die lang gefangen waren, In seines Vaters Reich empor. Das Adam sich und mir verlor. Alleluja! O! wie die Wunden prangen, Die Er für mich empfangen! Wie schallt der Engel Sieg'sgesang, Dem Starken, der den Tod bezwang. Alleluja! „Mein Glaube darf nicht wanken! O tröstlicher Gedanken! Ich werde durch Sein Aufersteh'n ö Gleich Ihm aus meinem Grabe geh'n. Alleluja! . Die Nacht, die dort mich decket, Bis mich der Engel wecket, Ist kurz; dann ruft mein Heiland mich In's Reich, wo Niemand stirbt, zu sich! Alleluja! „O Meer der Seligteiten! Den Ort mir zu bereiten, Gieng mein Erlöser hin vor mir; Erstandener, ich folge Dir! Alleluja! „Ja durch ein neues Leben Will ich zur Höhe streben, Wo Du mit Deinem Vater thronst Und jede gute That belohnst! Alleluja! 9. Dann werd' ich im Gerichte Vor Deinem Angesichte, Vor deinem Blute glänzend steh'n Und zu des Lammes Hochzeit geh'n. Alleluja! Alleluja! Alleluja! Alleluja! Wie Du vom Tod erstanden bist, Lass' uns ersteh'n, Herr Jesus Christ! Alleluja! 58a I. Jauchzet Himmel, freut euch Welten, Bringet Lob der Engel Chor; 4. — 114— Singet Preis und Dank dem Helden, Der gesprengt des Todes Thor; Ausgestritten,— ausgestritten Oet er dort auf Golgatha,— eht! Er steht nun als Sieger da: Chor! Alleluja, Alleluja, Alleluja, Alleluja! Jauchzet Himmel, freut euch Ehristen, Bringet Lob dem Sieger dar! Alleluja! Alleluja! 2. Dort steht noch das Kreuz erhöhet, Wo die Welt Erlösung fand; Da hier schon die Fahne wehet In des Siegers starker Hand! Sündenquelle,— Sündengquelle Hat zu fließen aufgehört, Ewig ist nun ihr Reich zerstört!(Chor.) 3. Aufwärts nach des Himmels Höhen Geht der Sieger uns voran. Scht ihr dort die Fahne wehen, Dort führt himmelwärts die Bahn! Aufwärtsschauen,— aufwärtsschauen Können die Erlösten nun, Und im Arm ihres Vaters ruh'n.(Chor.) 4. Preis dann unserm Osterlamme, Freud' und Heil der ganzen Welt, Die dort an des Kreuzes Stamme Der Erlösung Dankfest hält! Sei gehoben,— sei gehoben Unser Herz, bis wir ersteh'n, Wo die Siegespalmen weh'n!(Chor.) 59 Vfingstlieö. I. Komm' heiliger Geist, o dritte Person, Von einer Natur mit Vater und Sohn! — 115— Der Du von seiner Sündenlast So manches Herz befreiet hast; Komm';, heiliger Geist, erwünschtester Gast. Komm', heiliger Geist, auf uns jetzt herab, So wie Dich einst Gott den Glänbigen gab, Als ihre noch geringe Zahl, Versammelt im verschloss'nen Saal, Sich sehnte nach Dir, Du göttlicher Strahl. „Komm', heiliger Geist, ein Tröster genannt, Es werde durch Dich der Kummer verbannt, Der uns verstöret in unserer Pflicht; Die Trägheit überwindet uns nicht, Wenn Du uns entflammst, o mächtiges Licht. Komm', heiliger Geist, Du Lehrer der Welt, Die Straße des Heils wird niemals verfehlt, Wenn man sich nicht an Secten kehrt, Die Kirche, die Dein Einspruch lehrt, Mit kindlicher Treu' als Mutter verehrt. „Komm', heiliger Geist, vom himmlischen Thron! Dir werde zugleich mit Vater und Sohn In unzertheilter Wesenheit Von nun an bis in Ewigkeit Anbetung und Dank und Jubel geweiht. Dreifaltigkeitslieö. 160] 1. Wir beten drei Personen In einer Gottheit an, Die in dem Lichte wohnen, Dem Niemand nahen kann. Im Wesen unzertrennet, An Majestät sich gleich, Dreieinigkeit genennet, An Macht und Güte gleich. 2. — 116— O großer Gott! ich preise Die unbeschränkte Macht, Die wunderbarer Weise Die Welt hervorgebracht. Mit dankendem Gemüthe, Mit süßem Freudenruf Erheb' ich Deine Güte, Die mich aus Nichts erschuf. „Gott Vater, dem Erbarmen Und Liebe eigen sind, Sieh' nieder auf mich Armen, Mich, Dein begnadigt' Kind, Du hast mich angenommen, Verschmäh' mein Bitten nicht, O lass' zu Dir mich kommen, Und schau'n Dein Angesicht! „Sohn Gottes, den die Liebe Zur Welt vom Himmel zog, Und durch die stärksten Triebe Für's Menschenheil bewog, Den bitt'ren Tod zu leiden: Hilf durch Dein theures Blut Mir neue Sünden meiden, Und mach die alten gut! O heil ger Geist entzünde Mit Liebe meine Brust, Gib Abscheu vor der Sünde, Zur Tugend gib mir Lust, Dass ich von Dir nicht weiche, Bis ich nach dieser Zeit, Von Dir geführt, erreiche Die ew'ge Seligkeit. ————— Frohnleichnams⸗Lieòer. 1. 61 1. Preiset, Lippen! das Geheimnis Dieses Leib's voll Herrlichkeit, Und des unschätzbaren Blutes, Das, zum Heil der Welt geweiht, Jesus Christus hat vergossen, König aller Wesenheit. „Uns gegeben, uns geboren, Von der Jungfrau keusch und rein, Hat auf Erden er gewandelt, Saat der Wahrheit auszustreu'n, Und zum Ende seines Lebens Setzt er dieses Wunder ein. In der Nacht beim letzten Mahle, Wo er mit der Jünger Schar Nach der Vorschrift des Gesetzes Bei dem Osterlamme war, Gab mit eig'ner Hand den Seinen Er sich selbst zur Speise dar. „Durch das Wort wird Brot zum Fleische Und zum Blute wird der Wein Gott und Mensch und Leib und Seele, Sieht es auch der Sinn nicht ein; Einem reinen Herzen g'nüget Fester Glaube schon allein. „Darum lass't uns tief verehren Ein so großes Saerament! Dieser Bund wird ewig währen, Und der alte hat sein End'; Unser Glaube soll uns lehren, Was das Auge nicht erkennt. 3. Gott dem Vater und dem Sohne Sei Lob, Preis und Herrlichkeit, — — — — — — — Mit dem Geist am höchsten Throne Eine Macht und Wesenheit! Singt im lauten Jubeltone Göttlicher Dreieinigkeit! I. „Deinem Heiland, Deinem Lehrer, Deinem Hirten und Ernährer, Sion, stimm' ein Loblied an! Preis' nach Kräften seine Würde, Da kein Lobspruch, keine Zierde Seiner Größe gleichen kann. Lass't uns hoch dies Brot erheben, Das selbst lebt und gibt das Leben, Das man heut' uns Christen weist; Dieses Brot, mit dem im Saale Christus bei dem Abendmahle Die zwölf Jünger selbst gespeist. »Unser Lob soll laut erschallen Und das Herz in Freuden wallen, Denn der Tag hat sich genaht, Da der Herr zum Tisch der Gnaden Uns zum erstenmal geladen Und dies Brot geopfert hat. Neuer König, neues Leben, Neu Gesetz ist uns gegeben, Neues Lamm und Sstermahl! Und der Wahrheit muss das Zeichen, Altes vor dem Neuen weichen, Nacht vertreibt des Lichtes Strahl. Was von Jesus dort geschehen, Sollen wir wie Er begehen Zum Gedächtnis seinem Tod. Uns zum Heile, Ihm zur Ehre, ** . ——9————————....— — 10. — 11. — 119— Weihen wir nach heil'ger Lehre Hier zum Opfer Wein und Brot. „Doch wird, wie der Glaube lehret, Brot in Christi Fleisch verkehret Und in Christi Blut der Wein. Was dabei das Aug' nicht siehet, Dem Verstande selbst entfliehet, Sieht der feste Glaube ein. Unter zweierlei Gestalten, Zeichen, die das Wesen halten, Große Ding' verborgen sind: Blut zum Tranke, Fleisch zur Speise, Da sich doch in beider Weise Christus ungetheilt befind't. Wer zu diesem Gastmahl eilet, Nimmt ihn ganz und unzertheilet, Ungebrochen, unversehrt. Einer kommt und Tausend kommen, Keiner hat doch mehr genommen, Und er bleibet unversehrt. Fromme kommen, Böse kommen, Alle haben ihn genommen, Die zum Leben, die zum Tod. Bösen wird er Straf' und Hölle, Frommen ihres Heiles Quelle, So verschieden wirkt dies Brot. Endlich wisse, dass vom Leibe So viel in den Theilen bleibe, Als das Ganze selbst enthält; Nicht das Wesen, nur das Zeichen Muss da der Zertheilung weichen, Jenes bleibet unverstellt. Sieh', das ist das Brot der Kinder, Der Gerechten, nicht der Sünder, — 120— Welches auch die Engel nährt, Schon im alten Mannabrote Und des Osterlammes Tode Und in Isaak vorerklärt. 2. Guter Hirt, Du wahre Speise, Jesus! stärk uns auf der Reise Bis in Deines Vaters Reich; Nähr' uns hier im Jammerthale, Ruf uns dort zum Hochzeitsmahle, Mach uns Deinen Heil'gen gleich. 63 III. 1. O Christ, hier merk', den Glauben stärk' und schau' dies Werk! Sieh' alles Gut, Gott selbst hier ruht mit Fleisch und Blut! Ave Jesu! wahres Manna, Christo Jesu! Dich Jesum süß, ich herzlich grüß, o Jesus süß! 2. Von Brot und Wein bleibt nur allein Gestalt und Schein. In diesem Bild ist sanft und mild der Herr verhüllt. Ave Jesu! ꝛc. 3. Beug' Herz und Knie, Gott selbst ist hie, siehst Du nicht wie, O zage nicht, des Glaubens Licht gibt Zuversicht. 4. Der Heiland nennt dies Sacrament sein Testament. Gebeugt vor Dir, lobpreisen wir Dich, Herr, dafür. 5. Der ist uns nah', den Golgatha einst sterben sah, Stellt wunderbar auf dem Altar zum Lamm sich dar. 6. Kommt her zu mir! spricht Jesus hier, sucht Trost, die ihr Mit Angst und Leid und Dürftigkeit beladen seid. 7. O Jesu Christ! glückselig ist, wer Dich genießt, Von Sünden rein, mit Dir allein vereint zu sein. ——— — —. 21— 8. Der Liebe Band knüpft dieses Pfand im Erdenland; Mit ihm vereint, wird auch der Feind versöhnt und Freund. Vor meinem Tod in letzter Noth, o Mensch und Gott! Komm' doch zu mir, dass ich in Dir dann scheid' von hier. — — IV. 64] 1 O Engel Gottes eilt hernieder Und stimmet ein in uns're Lieder, Der Tag ist festlich uns und Euch! Das Himmelsbrot, das wir heut ehren, Mit dem sich uns're Seelen nähren. Dies Brot macht Mensch und Engel gleich. 2. O kommt, so wie ihr einst im Saale Bei Jesu letztem Abendmahle Erstaunungsvoll zugegen war't; Ihr sahet dort das Brot Ihn brechen, Ihr hörtet Ihn mit Liebe sprechen: Dies nehmt vor meiner Himmelfahrt. „Dies ist mein Leib, den will ich schenken, Es sei zu meinem Angedenken: So oft ihr, Freunde! dieses thut, So oft ihr dies Geheimnis handelt, Wird Brot und Wein, wie jetzt, verwandelt In eures Meisters Fleisch und Blut. „O Abgrund unbegriff'ner Güte! War's nicht genug, in einer Hütte Für uns das Licht der Welt zu seh'n? Die Zeit von mehr als dreißig Jahren Verachtet, arm und in Gefahren Mit Undankbaren umzugeh'n? „Der Kranken nicht genug zu heilen, Trost, Rath Gesunden zu ertheilen, — — 122— Der Weisheit Lehrer uns zu sein? Für uns in frecher Henker Händen Das Leben und die Qual zu enden, Uns von der Hölle zu befrei'n? 6. O nein! es wallen neue Triebe Der ewig uns verheiß'nen Liebe In unser's Heilands treuer Brust; Die lehren ihn das Mittel finden, Sich uns noch enger zu verbenden, Bei Menschenkindern sucht er Lust. Er lässt bis an das End' der Zeiten Bei uns sich einen Sitz bereiten, Uns seine Neigung darzuthun, Der Gottheit Schimmer einzuhalten, ö Verhüllt er sich in Brotsgestalten Und will in unser'n Herzen ruh'n. O Christen, lasst uns Blumen pflücken Und Tempel und Altäre schmücken, Das Rauchfaß hauche süßen Duft; Die Priesterschaft im Feierkleide Verkündige der Kirche Freude, Die Glocke schalle froh zur Luft! 9. O lasset uns mit Jubelliedern Der Liebe Wunderwerk erwidern, Dem dieser Tag geheiligt ist. Preis, Ehre Dir im Sacramente, Nach dem sich einst die Vorwelt sehnte, Der Du zu uns gekommen bist! Lasst heilig! heilig! heilig! schallen Dem Menschenfreunde, der vor Allen Bei seinem Christenvolke wohnt: Dem Lamme, das in Broteshülle Mit aller seiner Gnadenfülle Auf unsern Prachtaltären thront. — 10. — 11 12. 13. „Du bist es, Herr, Gott uns'rer Väter, Du Brot des Starken, unser Retter, Du bist's in Deines Priesters Hand! Wir sollen beten an im Staube! Das Aug' ist blind, doch sieht der Glaube, Dein Wort ist ihm ein Unterpfand. Erbarmer, lass' uns nicht erröthen, Wenn wir in Leib's und Seelennöthen Zu Deinem Heiligthume flieh'n. Gib heut' und allzeit Deinen Segen, Lass Fürst und Volk auf ihren Wegen Vor Dir in Deinem Frieden zieh'n. Sei stets auf dieser Lebensreise, Geprüfter Christen Seelenspeise, Du hochgelobtes Himmelsbrot! Und dann in Deinem Friedenskusse, In Deinem seligen Genusse Vollend' uns einstens unser Tod! V. [65] 1. Erfreu't euch, fromme Seelen, Ein Wunder ist gescheh'n, Der Herr will sich verhehlen, Kein Auge kann ihn seh'n. In Brot⸗ und Weingestalten Ist Jesu Fleisch und Blut Auf dem Altar enthalten, Dies größte Seelengut. Kyrie eleison! „Verdeckt ist hier zu finden Das wahre Gotteslamm, Das aller Menschen Sünden Getilgt am Kreuzesstamm. Es ist der Seelen Speise, Wie uns der Glaube lehrt; Es nährt uns auf der Reise ö Und wird doch nicht verzehrt. ö Kyrie eleison! ö 3. Wenn wir das Leben schließen ö Und dieses Himmelsbrot Recht wohl bereit genießen, So kann der bitt're Tod Uns Christen nicht erschrecken; Es ist ein Unterpfand, ö Dass Gott uns wird bedecken Mit seiner starken Hand. Kyrie eleison! „Herr Jesus, Deiner Liebe Sei Ehre, Lob und Dank, Weil Du nach ihrem Triebe Zur Speise und zum Trank Dein Fleisch und Blut gegeben, In Brotsgestalt verhüllt, Woraus für uns das Leben Und reine Freude quillt. Kyrie eleison! Entzünd' in uns Verlangen Nach diesem Saerament; Herr, lass' es uns empfangen, Wenn sich die Seele trennt! Lass' uns in Frieden fahren, Von allen Sünden rein, Zu Deinen Engelschaaren Und ewig bei Dir sein! Kyrie eleison! VI. [661. Seelen, singet frohe Lieder, Stimmet in der Engelchor, + 125— Sinket fromm vor Jesus nieder In des Sacramentes Flor. Der sich gänzlich uns gegeben, Als er starb den Opfertod, Spendet uns hier neues Leben In dem reinsten Wunderbrot. „Seh't, dies Wunder seiner Liebe Wirket sein erbarmend' Herz, Dass er ewig bei uns bliebe, Unser Trost in Angst und Schmerz. Preis sei Dir, o Licht und Leben, Brot, das allen Hunger stillt, Für das Heil der Welt gegeben, Quell', woraus das Leben quillt. Zu Dir seufzen fromm die Reinen, Deren Herz sich Dir ergibt; Denn Du liebtest zart die Deinen, Wie ein Hirt die Schäflein liebt. Süßer Gast, von Oben strahle Deine Liebe uns ins Herz, Dass in diesem Pilgerthale Treu wir wandern himmelwärts. „Himmelsbrot! sei uns gegrüßet 9 Das die Auserwählten nährt, Ihre Bitterkeit versüßet, Mild sie stärkt und treu bewährt. Jesus, lass' uns nicht erliegen In der Wüste dieser Welt, Gib uns Kraft, im Kampf zu siegen, genn der Feind uns überfällt. Wandle, dass wir göttlich leben, Uns, o Himmelsbrot, in Dich, Dass den Sinnen wir entschweben Und Dich lieben ewiglich. — 126— Jesus, sei uns hochgefeiert, Der Du unter uns hier wohn'st, Und im Sacrament verschleiert Als der Gott der Liebe thron'st. 6. Weinend, in der Sehnsucht Schmerzen, Klagt die Seele Dir ihr Leid; Denn Du bist der Trost der Herzen, Die sich liebend Dir geweiht. Liebreich heilst Du ihre Wunden, Gibst Dich selbst ihr zur Arznei, Nichts fehlt dem, der Dich gefunden, Dass er wohl und selig sei. Serz Zesu-Jieòer. I. 67/1. Im Himmel und auf Erden, An allem Ort und End', Geliebt, geehrt soll werden Im heil'gen Sacrament. Gelobt, gebenedeit Soll sein zu aller Zeit Das heiligste Herz Jesu In alle Ewigkeit. 2. Dies Herz umfasst uns Alle Voll Liebe bis an's End', Es gibt sich dar zum Mahle Im heil'gen Sacrament. Gelobt, gebenedeit u. s. f. 3. Dies Herz steht allen offen, Weil's Lieb' eröffnet hat; Gewiß ist da zu hoffen Barmherzigkeit und Gnad'. EE‚.— 68 — 127— In Jesu Herz und Wunden, Da wird zu aller Zeit Der größte Trost gefunden, Der Auserwählten Freud'. In Jesu Herz verschließen Wir uns an unser'm End'. Wenn wir zuletzt genießen Das heil'ge Saerament. Wasch' uns von allen Sünden Mit Deines Herzens Blut. Lass' uns vor Dir rein finden, O allerhöchstes Gut! „In Dir sei fest verschlossen Das Haus von Oesterreich; Bewahre Stamm und Sprossen Vor jedem bösen Streich. „O Jesus, einst im Sterben Zeig' uns Barmherzigkeit, Und lass' uns nicht verderben In Zeit und Ewigkeit. II. 1. Dem Jesu⸗Herzen singe Mein Herz in Liebeswonn', Durch alle Wolken dringe Der laute Jubelton! Gelobt, gebenedeit Soll sein zu aller Zeit Das heiligste Herz Jesu In alle Ewigkeit! 2. O Herz, für mich gebrochen Aus übergroßer Huld, Von einer Lanz durchstochen Ob meiner Sündenschuld! 3. O Herz, aus dem geflossen Der letzte Tropfen Blut, * 10. 11. — 128— Wie strömet ausgegossen Vom Kreuz die Gnadenflut! O Herz, in lauter Flammen, Von Liebe ganz verzehrt! In dieses Herzens Namen Wird Alles mir gewährt. Herr Jesu, eine Bitte, Nur Ein's verlang' ich hier, In Deines Herzens Mitte Gib auch ein Plätzchen mir. „Zwar bin ich voller Sünden, Ein Lamm, das sich verirrt, Doch sieh', ich laß' mich finden Von Dir, o guter Hirt. „O, wasche meine Seele Mit Deines Herzens Blut; Zur Braut sie dann erwähle, O allerhöchstes Gut. Wie Du vom Herzen milde Und demuthsvoll und rein, So soll nach Deinem Bilde Mein Herz gestaltet sein. „Hinweg mit allen Trieben, Worin die Welt sich freut; Nur Jesum will ich lieben, Ihm sei mein Herz geweiht. Wer gibt mir Taubenflügel Zu Jesu Herzen hin, Dass über Berg und Hügel Zu Ihm ich möge flieh'n! In dieses Herzens Wunden Ist meiner Seele Ruh'! In Glück und Leidensstunden Ruf' ich der Welt dann zu: — 129— 12. Und wenn die Augen brechen, Entflieht der Erde Schein, Will ich noch sterbend sprechen: Herz Jesu, ich bin Dein! Gelobt, gebenedeit Soll sein zu aller Zeit Das heiligste Herz Jesu ö In alle Ewigkeit. 69 III. 1. Göttlich's Herz, aus dem die Gnade fließet, Zur Erbarmung immerdar bereit! Süßes Herz, das Alle gern umschließet, Allen sich zum Trost und Labsal weiht! Herz voll Lieb' und voll Erbarmen, Lass' an dir mich neu erwarmen! O Herz Jesu, sei von uns gegrüßet, Quell des Lichtes und der Seligkeit! „Süßes Herz, in dem die Gottheit thronet, Schönster Tempel, wahrer Hochaltar! Selig, wer im Heiligthume wohnet, Wer in Jesu lebet treu und wahr. Ihn erreichen keine Pfeile, Fried' und Kraft wird ihm zum Theile, Liebe wird mit Liebe nur belohnet, Liebe siegt und lebet immerdar. „Göttlich's Herz, für uns am Kreuz gebrochen, Uns zu retten von der ew'gen Pein, Für uns mit dem harten Speer durchstochen, Um der Quell' des Lebens uns zu sein. Gib, o Herz! ein Herz voll Treue, Voll Zerknirschung und voll Reue; Komm', an uns're Herzensthür zu pochen, Komm' und geh' auf ewiglich hinein. — — 70 — 150— i e oͤ zu den hh. Berzen Jesu und Mariä. 1. Maria, Himmelskönigin! Du mächtige Fürsprecherin! Blick' huldvoll auf die Sünderschar, Die reu'voll ruft vor dem Altar: O Jesu Herz! erbarme Dich, O Herz Mariä! bitt' für mich! 2. Es gab Dir, Gottesdienerin, Das beste Herz als Sohn sich hin, Das Jesu Herz, das Jeden liebt, Der liebend sich Dir ganz ergibt. „Du brachtest selbst zum Opfer dar Den Sohn, der starb am Kreuzaltar; So wie Johannes nimm fortan Auch mich an Kindesstatt nun an. »Mit treuem Herzen ehr' ich Dich Als Mutter und empfehle mich, O Himmelspforte, Meeresstern, Durch Deine Gnade Gott dem Herrn. 5. Im Tempel fand das Mutterherz, Den es gesucht mit bangem Schmerz; Fürwahr es ist die größte Pein, Von Jesu je getrennt zu sein. Was Du zu Kana hast begehrt, Hat Jesus Dir alsbald gewährt; So bist Du nun zu jeder Zeit Die Helferin der Christenheit. »Mit Jesus dort am Kreuze hing Dein Herz, das mit den Kreuzweg ging, In Deinem Mutterherzen floss Das Blut, das Jesu Herz vergoss. —⁰ — 6 — 71 2 — — 12. — 131— „Gebrochen war des Todes Macht Als Jesus sprach:„Es ist vollbracht“; Und nun ist siebenfach durchbohrt Dein Herz, der Sünder Zufluchtsort. „Zu Allem war Dein Herz bereit, Wie Simeon geprophezeit. O, dass mein Herz doch auch so treu, In Allem Gott ergeben sei. Mag Leiden oder Freuden nah'n, Ich folg' wie Du der Tugendbahn; D'rum öffne mir Dein Mutterherz Und führ' zu Gott mich himmelwärts. „Auch bei des Lebens größtem Sturm Vertrau' ich fest auf Davids Thurm; Und nie zu Schanden werde ich, Wenn Du mich schirmst, o Frau vom Sieg! Wenn einst mein Aug' im Tode bricht, Maria! dann verlass' mich nicht! O steh' mir bei im letzten Streit Und führ' mich ein zur Seligkeit! Communionlieôer. I. 1. Es kommt die sel'ge Stunde, Das Freudenfest erscheint, Das uns zum heil gen Bunde Am Tisch des Herrn vereint. In diesem Liebesmahle Will Eins Er mit uns sein, Dass wir im Erdenthale Ihm uns in Liebe weih'n. „So lass't uns seinem Tische Mit Dank und Liebe nah'n, 9⁴ — 132— Und Himmelsbrot erfrische Uns auf der Tugend Bahn! Die Kraft der Himmelsspeise Stärk' unser'n schwachen Sinn, Führ' auf der Pilgerreise Uns zur Vollendung hin. 172 II. 1. — Ich bete Dich an, verborg'ner Gott, Verborgen hier im Himmelsbrot. Mein Herz unterwirft sich ganz und gar Dem Glauben, der da leuchtet klar. Herr, ich glaub' und ich hoff', ich liebe Dich, Stärk' im Glauben, in Hoffnung und in Liebe mich. „Hier fühlet mein Herz, das an Dich denkt, Sich ganz in Deine Lieb' versenkt: Hier finden Gefühl, Geschmack, Gesicht, Das, was sie fassen könnten, nicht. Herr, ich glaub' ꝛc. 3. Nur durch das Gehör vernimmt der Christ, Welch' Wunder hier geschehen ist; Er suchet da keines Menschen Rath, Wo Gottes Sohn gesprochen hat. »Am Kreuz verhüllt die Gottheit war, Hier ist's die Menschheit auch sogar; Es bitte, wer diesen Glauben hat, Um was der Schächer büßend bat. Ich seh' nicht die Wunden rosenroth, Doch ist mein Herr hier und mein Gott; O mach', dass ich leb', allein in Dir, Nach diesem Brot gib Hunger mir! 6. O Zeichen der Lieb', der einzig liebt; O Lebensbrot, das Leben gibt; O mach', dass ich leb' allein in Dir, Nach diesem Brot gib Hunger mir! 7. O Pelikan, so mild und gut, O gib uns Deines Herzens Blut! Ein Tropfen davon, ob noch so klein, Macht eine Welt von Sünden rein. 8. Verschleierter Gott! zu Dir ich fleh', Mein Wunsch dann in Erfüllung geh': Entschleiert lass' in Deinem Licht Mich bald anschau'n Dein Angesicht! III. , 731. Dich, mein' Jesus, lass' ich nicht, Du hast ja Dein theures Leben Rein aus Liebe, nicht aus Pflicht, Für mich einst am Kreuz gegeben; Meiner Hoffnung Zuversicht, Dich, mein' Jesus, lass' ich nicht! „Unzertrennlich ist das Band, Das mein Herz nun an Dich kettet, Durch der Liebe größtes Pfand Hast Du mich vom Tod gerettet! Bis ich seh' Dein Angesicht, Dich, mein' Jesus, lass' ich nicht! 3. Jetzt hab' ich im Engelsbrot, Wie Du einst am Kreuz gehangen, Dich, mein' Jesus, meinen Gott, Ganz mit Fleisch und Blut empfangen. Liebe ist es, die laut spricht: Dich, mein' Jesus, lass' ich nicht! 4. So hab' ich am Kreuzesstamm, ö Für mich sterbend, Dich gefunden; Meiner Seele Bräutigam, Dir vermählet, Dir verbunden, — 134— Spricht mein Herz als Dank und Pflicht: Dich, mein' Jesus, lass' ich nicht! IV. (741. Der Du die Kleinen zu Dir rufst, Den Schwachen Dich zum Labsal schufst, O nimm sie auf zu Deinem Bund, Ein Wort von Dir macht sie gesund! 2. Zwar beim Verlangen, Dich zu schau'n, Erbebt ihr Schritt mit heil'gem Grau'n; Sie fürchten Deinen Richterblick, Sie weichen scheu vor Dir zurück. „Sie sind entsündigt und bereit Zu Deines Mahles Herrlichkeit. Vor Deinem prüfenden Gericht Besteht selbst der Gerechte nicht. 4. Du Gott der Unschuld, Gott des Licht's, Der Huldblick Deines Angesichts, Dein Wort flammt ihr Vertrauen an Sich Deinem Liebesmahl zu nah'n. 5. Dein Wort sprach ihre Seelen rein, Das große Mahl nicht zu entweih'n! O segne ihren Lebenslauf, Nimm sie zu Deinen Kindern auf. I Marienlieòer. 1. (75] I. Hohe und herrliche, Große und mächtige, Süße und liebliche, himmlische Frau: Flehentlich bitte ich, Wollest beschützen mich, Da ich Dir Körper und Seele vertrau'. Kindlich ergeben Schenk' ich das Leben Und was nur immer ich habe und bin, Jetzt und auf ewig Maria Dir bin. 2. Lilien sind nicht so rein Wie Du vom ersten Sein, Von der Empfängniß an bis zu dem Grab; Ohne ererbte Schuld, Heilig durch Gottes Huld, Flehtest Du uns den Erlöser herab, Bargst Ihn im Schoße, Mystische Rose, Warst die lebend'ge Strahlenmonstranz', Duftend vom Rosen⸗ und Lilienkranz. 3. Perle der Heiligkeit, Auch in dem tiefsten Leid Hast bei dem Kreuze bitter geweint; Aber nun thronest Du Herrlich in Himmelsruh', Mutter dem Sohne für immer geeint; Engel sie loben Jubelnd Dich oben; Tochter des himmlischen Vaters, als Braut Bist Du dem heiligen Geiste getraut. 4. Und wenn zum Licht empor Schauet der Blumenflor, Ebenso blicket die Sonne nach Dir; Luna im Sichelbild Glänzt Dir zu Füßen mild, Sternengewinde umglüh'n Dich als Zier; Alles was lebet, Alles was schwebet, Alles was Himmel und Erde enthält, Neigt sich Dir freudig, o Herrin der Welt! — 136— 5. Du bist des Friedens Hort, Allen ein Zufluchtsort, Mächtig und immer zu helfen bereit; ö Die auf der Schmerzensbahn Sich Dir betrübend nah'n, Fühlen gelindert, gehoben ihr Leid Immer sich mehren, Die Dich verehren, Bis durch Dich, Mutter am himmlischen Thron Alle sich wenden zum göttlichen Sohn. 6. Pilgernd im Thränenthal, Blicken zum Hoffnungsstrahl ö Zu Dir, Maria, wir kindlich empor: Nimm uns in Deine Hut Gegen der Feinde Wuth, Leuchte im Kampf und zum Siege uns vor, Führ' uns zum Lohne Auf zu der Krone; Dort in der Heimat, wo Jesu geeint, Alle nur jubeln, kein Auge mehr weint. II. Meerstern ich Dich grüße, Mutter Gottes süße, Nach des Engels Worte: Jungfrau, Himmelspforte! 2. Nahmst aus Engels Munde „Ave“, frohe Kunde; Frieden uns gewähre, Eva's Nam' umkehre! 3. Lös' das Band der Sünden, Bringe Licht den Blinden, Fern' halt' alles Wehe, Segen uns erflehe! 7 ID 76 — 76a — — „Dich als Mutter zeige, Deiner Bitt' sich neige, Der für uns auf Erden Dein Sohn wollte werden. „Jungfrau auserkoren, Mild und rein geboren, Uns von Schuld befreie, Keuschheit uns verleihe! . Gib' ein reines Leben, Mach' den Weg uns eben, Dass in Himmelshöhen Froh wir Jesum sehen. 7. Vater, Dich ich ehre, Sohn, Dein Lob ich mehre; Beider Geist ich preise, Drei auf gleiche Weise. III. — „Sei gegrüßt, Du Meeresstern, Holde Mutter uns'res Herrn, Kungfrau durch des Engels Worte, Hochbeglückte Himmelspforte! 2. Gabriels erhab'ner Gruß That Dir kund des Himmels Schluß; Und was Evas Schuld verloren, Kam durch den, den Du geboren. „Nimm der Sünder Fessel ab, Blinden sende Licht herab; Was uns schädlich ist, verhüte, Und erfleh' uns Gottes Güte! Sei uns Mutter immerdar! Der für uns geboren war, Der als Mutter Dich ersehen, Höre durch Dich unser Flehen. — 138— Hohe Jungfrau, sanft und mild, Sel'ger Unschuld reinstes Bild. Lass uns schuldlos hier auf Erden, Keusch und sanft und gütig werden. „Führ uns, Dir an Unschuld gleich, Sicher ein ins Himmelreich; Hilf uns hier den Kampf bestehen, Dass wir Jesum mit Dir sehen. Ehre, Lob und Herrlichkeit Sei jetzt und in Ewigkeit, Gott dem Vater, Gott dem Sohne, Gott dem Geiste auf gleichem Throne. IV. I. Gnadenquelle sei gegrüßt, Quelle, die beständig fließt, Trost der Christen, o Maria! Jungfrau, sei gegrüßt! 2. Sei gegrüßt zu jeder Stund', In dem Herzen, mit dem Mund; Alles mache Deine Würde, Deine Gnade kund. 3. Liebste Mutter, wir sind Dein, Zeig' Dich Mutter stets zu sein; Schreib' uns Alle Deinem Herzen Unauslöschlich ein. 4. Du warst noch zu jeder Zeit Ursach' uns'rer Fröhlichkeit, Sei es bis zum Lebensende Und in Ewigkeit. Mutter, es ist unerhört, Dass Dein Sohn Dir nicht gewährt, Was Du Deinen treuen Dienern Gütig hast begehrt. PRRRDRPRꝓPCCFJPJF‚PI‚I‚I‚II‚‚‚‚‚TTFI—‚‚‚‚‚.——.— — 9. 10. 11. 130— „Wenn Gefahr der Seele droht, In des Lebens letzter Noth, Rette uns in Deinem Namen Der versöhnte Gott. „Schreckt der Sünden schwere Last, Sei zu Dir Vertrau'n gefasst, Die Du Dich der Sünder Zuflucht Stets gezeiget hast. Wer Dich in Betrübnis bat, Fand bei Dir, Maria, Rath! Trost, wer immer Dir als Mutter Sich empfohlen hat. Auch zu streiten bis auf's Blut Um des Himmels großes Gut, Bringst Du, Reinste, den Versuchten Neue Kraft und Muth. Groß ist uns'rer Feinde Zahl Hier in diesem Thränenthal, Rette, Mutter, Deine Kinder, Vor dem Sündenfall. Und wenn Seel' und Leib sich trennt, Nur noch schwach das Herz Dich nennt, O dann bitte, Mutter! Um ein selig End'. 2. Nach vollbrachtem letzten Streit Führ' uns in die Ewigkeit. Milde Jungfrau, zeig' uns Jesum In der Herrlichkeit. V 78 1. Milde Königin, gedenke, Wie's auf Erden unerhört, Dass ein Pilger zu Dir lenke, Der verlassen wiederkehrt. — 140— Meine Mutter! weit und breit N Schallt's aus Deiner Kinder Mitte: Dass Maria eine Bitte Nicht gewährt, ist unerhört, Unerhört in Ewigkeit. Wer zu Dir um Schutz geflohen, Wer nur Deiner nicht vergisst, Muß bekennen, wie das Drohen Auch der Hölle nichtig ist. 3. Hast Du, Mutter, Deinen Kindern Deine Hilfe je verneint? Wurden selbst von großen Sündern Thränen Dir umsonst geweint? Mutter, Jungfrau der Jungfrauen! Sieh', ich eile hin zu Dir; Sieh', ich komme voll Vertrauen; Hilf, o Mutter, hilf auch mir! Sieh', mich armen großen Sünder Weinend Dir zu Füßen knien! Soll das ärmste Deiner Kinder Ohn Erbarmung von Dir zieh'n? . O Maria, nicht verwehre, Was ich gnädig bitten kann; Du, des Wortes Mutter, höre Meine Worte gnädig an! Ach, erhöre meine Worte, Führ' mich hin zu Deinem Sohn, Oeffne mir die Himmelspforte, Dass ich ewig bei Dir wohn'! 79 VI. I. Glorwürdige Königin, himmlische Braut Milde Fürsprecherin, reinste Jungfrau! Wende, o wende, voll heiliger Ruh', Deine barmherzigen Augen uns zu! 7 2. — — — Mutter der Gütigkeit, Mutter des Herrn, Ueber die Himmel weit leuchtender Stern! Wende o weiseste Führerin Du, Deine barmherzigen Augen uns zu! „Glänzende Lilie, Ros' ohne Dorn', Quell' aller Glorie, Seligkeitsborn! Wende, o mildeste Trösterin Du! Deine barmherzigen Augen uns zu! Pforte der Seligkeit, Reinigkeitsschild, Schutzwehr der Christenheit, furchtbar und mild! Wende, o mächtige Schützerin Du, Deine barmherzigen Augen uns zu. Mutter in Todesnoth, Mutter des Lichts! Wenn uns die Hölle droht, fürchten wir nichts! Wendest Du führend zur heiligen Ruh' Deine barmherzigen Augen uns zu. VII. 80] 1. Der Rosenkranz von Gold, Von Rosen schön und hold, Geziert mit selt'nem Edelstein, Gehört der Jungfrau rein. 2. Die Blumen in dem Kranz, Sie sind so reich an Glanz, So lieblich roth und gelb und weiß, Der Blumen schönster Preis. 3. Die weiße Farb' ist Freud, Die rothe Schmerz und Leid, Die gelbe deutet Herrlichkeit, Vom Sohne ihr geweiht. Wohl ist so groß die Freud', So groß der Schmerz, das Leid, Doch größer ist die Herrlichkeit In ewig reiner Freud'. — — — 81 —.142— 5. Sie sitzt auf gold'nem Thron, Zur Seite Ihrem Sohn, Die größte wohl im Himmelreich, Kein Engel ist Ihr gleich. 5. Wer Ihr den Kranz verehrt, Der wird von Ihr erhört, Und was er fleht, was er begehrt, Das wird ihm auch gewährt. 7. O Jungfrau süß und rein, Nimm hin, der Kranz ist Dein! Doch den, der ihn in Liebe flicht, O den verstoße nicht! VIII. „Wie lieblich, o Maria, klingt Der Andacht Lied, das Dich besingt, Denn Himmelstrost und Friede bringt — — Dein Name, der das Herz durchdringt. Noch vor der gold'nen Sternensaat Warst Du erwählt in Gottes Rath, Durch die er Liebeswunder that Und Adam's Kindern sich genaht. 2. Dich schmückt die Sonne königlich, Zwölf gold'ne Sterne krönen Dich, Der Mond, ob auch veränderlich, Schmiegt treu zu Deinen Füßen sich. Dem Eva, schwer bethört, geglaubt, Dem Drachen, der Verderben schnaubt Und uns das Paradies geraubt, Zertratest Du das Schlangenhaupt. 3. Du hast, o Mutter neuer Art, Die Gott für seinen Sohn bewahrt, Die Jungfraukrone rein und zart Mit Deiner Mutterschaft gepaart. 143— Es preist Jerusalem Dich laut, Das in den Höhen Gott erbaut. Du bist des höchsten Königs Braut, Die liebentzückt zum Himmel schaut. 4. Dort gehst Du jenem Lilienflor, Den bräutlich sich das Lamm erkor, Dem lieblichen Jungfrauen-Chor Als Königin im Reiche vor. Du Jungfrau, bist des Himmels Zier, Es huldigen die Engel Dir! Du herrschest dort und herrschest hier, Jungfrau! Dir folgen liebend wir. „Dich loben Erde, Luft und Meer, Dich preist des Himmels großes Heer; Doch loben sie Dich noch so sehr, Dein Lob erschöpft sich nimmermehr. Nach Dir das Herz mit Macht sich sehnt; Wie viele glänzen dort gekrönt, Wo glorreich nun ihr Lied ertönt, Die Du mit Deinem Sohn versöhnt. 6. Geh'n wir den Weg, den Sie erkor, Seht, strahlend wandelt Sie uns vor Den Pfad zu Jesu Reich empor Und führt uns ein durch's Himmelsthor. O milde Gnadenspenderin! Gib uns jungfräulich reinen Sinn, Wir weihen Dir als Königin Ein reines Herz, o nimm es hin. IX. 82] 1. Dich Maria! loben wir, Gottesmutter wir Dich nennen; Himmelsgeister selbst in Dir Ihre Königin erkennen; * E — — 414— Ja, der ganze Erdenkrris Gibt Dir Ehre, Lob und Preis. „Jungfrau! Deine Mutterschaft Staunen an die Cherubinen, Deiner Gottesliebe Kraft Weichen auch die Seraphinen: Alles ruft Dir ohne Ruh': Selig, Selig, Selig zu. 3. Ganz umstrahlt von Himmelslicht Zieret Dich ein Meer von Sterne, Dein so glänzend Angesicht Schimmert in der Welten Ferne, Ja selbst die Dreieinigkeit Krönet Dich mit Herrlichkeit. „Patriarchen alle Dich Und Propheten hoch verehren; Die Apostel sehnen sich, Deinen Ruhm stets zu vermehren; Der Blutzeugen Helden⸗Chor' Hebt Dein Lob entzückt empor. „Deiner Jungfrau'n reine Schar, Der Bekenner große Menge 4 ů0605 Stimmen an Dir immerdar Neue Ehr⸗ und Lobgesänge, Weil Du Mutter dessen bist, Der da Welterlöser ist. . Auch die Kirche hier auf Erd' Mit den Kleinen und den Großen Dich zuerst nach Gott verehrt, Denn aus Dir ist der entsproff en, Durch den das verlor'ne Heil Even's Kindern ward zu Theil. „Ewig auserwählte Braut! Weil Du engelrein gewesen, Ward Dir Gottes Sohn vertraut, Da er kam, uns zu erlösen; Als sein' erste Dienerin Sei auch uns're Mittlerin. 8. Deines Sohnes Jesu Tod Hat besiegt die Höll' und Sünden, Darum können wir bei Gott Durch Dich ihre Tilgung finden. Mutter! ach verlass' uns nicht, Jetzt, und wenn das Auge bricht. 1* „Steh' uns, Deinen Dienern, bei, Du vermagst bei Gott zu bitten, Dass wir von den Feinden frei, Welche wie die Löwen wüthen, Nach dem Bunde in der Tauf' Enden unser'n Lebenslauf. So wie heut' und alle Zeit, Hingestreckt zu Deinen Füßen, V Mutter der Barmherzigkeit! Wir Dich alle kindlich grüßen. ö Und empfehlen Dir zugleich Uns'ren Kaiser und sein Reich. ö V Frau! wir bitten flehentlich; V Schütz' uns Christen, Deine Kinder. Mach', dass Gott erbarme sich Auch der sonst verlor'nen Sünder: Denn ganz fest auf Dich nach Gott, Hoffen wir in jeder Noth. 12. Mutter sieh' uns gnädig an, Lass' Dein mildes Herz bewegen! Tritt vor Deines Sohnes Thron, Und erbitt' uns seinen Segen; Hilf, dass wir durch Buß' und Fleh'n Golt und Dich im Himmel seh'n. 10 — 10. — 1 — — 83 1 Maria zu lieben ist all'zeit mein Sinn, In Freuden und Leiden Dein Diener ich bin. Mein Herz, o Maria! brennt ewig zu Dir In Liebe und Freude, Du himmlische Zier. „Maria, Du milde, Du süße Jungfrau, Nimm auf meine Liebe, so wie ich vertrau', Du bist ja die Mutter, Dein Kind will ich sein, Im Leben und Sterben Dir einzig allein. V 0 Maria zu lieben ich all'zeit gedenk', Weshalb ich zu Dir meine Schritte hinlenk', O Jungfrau, o Mutter, mein Herz ist erfüllt Mit Wonne vor Deinem hochheiligen Bild. Maria zu lieben ist all' mein Begehr, Dein Lob zu verkünden, mein' Freud' und mein' Vieltausend lobsingen Maria im Chor Ehr': Und blicken zu Dir mit Vertrauen empor. Maria zu lieben ist all' meine Lust, Ein heißes Verlangen erfüllet die Brust: Dir wohlzugefallen durch Tugenden rein, O Jungfrau, Du sollst meine Königin sein. 3. Maria, nun segne den ewigen Bund! Dein Name mich tröstet zu jeglicher Stund, Dich ruf' ich im Tode, dann reich' mir die Hand, Und führ' mich hinauf in das himmlische Land! XI. (841. O Mutter mit dem Himmelskinde, Sei ehrfurchtsvoll von uns gegrüßt! O Reinste, die Du frei von Sünde, Der Christen Zier und Hoffnung bist. 2. Blick' aus des Himmels sel'gen Höh'n Auf uns herab mit Mutterhuld! Erbitt' uns, wir Bedrängte fleh'n, Bei Gott Vergebung uns'rer Schuld. — 117— 3. Hilf uns, dass stets nach Deinem Bilde Rein, heilig unser Wandel sei, Voll Unschuld, Demuth, Güte, Milde, In Allem Gottes Willen treu. 4. Dann zeigst Du freundlich uns dort oben Im Vaterlande Deinen Sohn, Und Er, der Dich so hoch erhoben, Er reicht auch uns die Himmelskron'. XII. 85 1. O Himmelskönigin! Dir singt mein Herz und Sinn: Gegrüßt seist Du, Maria! „Der Glocke erster Klang Weckt mich zum Frühgesang: Gegrüßt seist Du, Maria! Hoch war die Welt erfreut Und durch den Gruß erneut: Gegrüßt seist Du, Maria! „Der Feind flieht bebend fort, Bezwungen von dem Wort: Gegrüßt seist Du, Maria! „Denn uns're Fessel brach, Sobald der Engel sprach: Gegrüßt seist Du, Maria! 6. Drum grüßt zu jeder Zeit Dich fromm die Christenheit: Gegrüßt seist Du, Maria! „Das Kindlein und der Greis Bringt im Gesang Dir Preis: Gegrüßt seist Du, Maria! 8. In Freudigkeit und Schmerz Spricht jedes Christenherz: Gegrüßt seist Du, Maria! l — 10³ 9. 10. 14. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. — 148 Wer grüßte Dich nicht gern, O Mutter uns'res Herrn: Gegrüßt seist Du, Maria! Der Chor der Engel singt, Der liebend Dich umringt: Gegrüßt seist Du, Maria! Selbst Deinen milden Sohn Erfreut des Liedes Ton: Gegrüßt seist Du, Maria! Denn Ihn, der Dich erhob, Verehrt das süße Lob: Gegrüßt seist Du, Maria! Es wird durch Dich versöhnt, Wenn fromm der Gruß ertönt: Gegrüßt seist Du, Maria! Die Traurigkeit entweicht, Von diesem Gruß verscheucht: Gegrüßt seist Du, Maria! Du schirmst des Lebens Bahn, Ruft treu das Herz Dich an: Gegrüßt seist Du, Maria! In der Versuchung Drang Bringt Hilfe der Gesang: Gegrüßt seist Du, Maria! Wenn Angst und Schrecken droht, Entfernt der Gruß die Noth: Gegrüßt seist Du, Maria! Die höllische Gewalt Bricht, wenn das Lied erschallt: Gegrüßt seist Du, Maria! Dem wird der Tod versüßt, Der oftmals fromm Dich grüßt: Gegrüßt seist Du, Maria! — 149— „Wenn ich einst scheiden muss, Sei dies mein letzter Gruß: Gegrüßt seist Du, Maria! „Gib Dich als Mutter kund, Spricht dann mein blasser Mund: Gegrüßt seist Du, Maria! 2. Und sühne Hoffnungsstern! Mir durch den Gruß den Herrn; Gegrüßt seist Du, Maria! 3. Bis froh im Gotteslicht, Mein Geist im Jubel spricht: Gegrüßt seist Du, Maria! „O zeige Jesum mir! Es seufzt mein Herz nach Dir: Gegrüßt seist Du, Maria! 25. Entzückt dann preise ich, O Mutter Gottes! Dich: Gegrüßt seist Du, Maria! ). Und lobe immerdar Ihn, den Dein Schoß gebar! Gegrüßt seist Du, Maria! XIII. O Hochgebenedeite, Von keiner Sünd' entweihte! Maria, sei gegrüßt! Dir glühen uns're Triebe, Die Du der schönen Liebe Erhab'ne Mutter bist. Wie ruht auf Deinen Armen, O Mutter, voll Erbarmen, Dein Jesus sanft und mild; Sein Aug' wie Deines blicket Auf uns; o wie entzücket Dies himmelvolle Bild. — — EE 87 1. — 150— Ach, dass auf Deinen Händen Auch wir ein Plätzchen fänden, Beim lieben Jesukind! Du lassest Platz uns finden, Wenn wir nur rein von Sünden Und fromme Kinder sind. „Dein Kind winkt allen Frommen, Durch Dich zu Ihm zu kommen, Sie hören Deine Stimm': „Hört, was euch Jesus lehret, Thut, was von Ihm ihr höret, Und folgt mit Liebe Ihm!“ „Wie ist Dein Wort voll Milde! Ach! hier vor Deinem Bilde Sei der Entschluß gefasst: Wir wollen Jesum lieben, Und Seine Lehren üben, Wie Du geübt sie hast. Wenn Deines Sohnes Willen Wir immer treu erfüllen, Dann liebst uns, Mutter, Du! Und führest, wenn wir sterben, Als Seines Reiches Erben Uns Deinem Sohne zu. XIV. Du aller Jungfrau'n Krone, Maria, hast den Preis: Schau't auf zu Ihrem Throne, Er glänzet lilienweiß. Sie ist die Zier der Frauen, Gar herrlich anzuschauen, Ihr gleich wird keine sein. Sie ist die Tugendschöne Sie ist der Gnaden voll, — 151— Dass Sie uns Gott versöhne, Das will und kann Sie wohl. Wir singen darum Alle Mit freudenreichem Schalle Der höchsten Königin. „Die Reinheit Ihrer Ehren, Die Tugend war so groß, Dass sich das Wort des Herren Begab in Ihren Schoß:; Gott Sohn aus Ihr geboren, Der hat uns All' erkoren Zu Seiner Herrlichkeit. „Maria, hoch am Throne, Des heiligen Geistes Braut, Bei Deinem lieben Sohne, Der huldvoll auf Dich schaut, Gedenke Deiner Kinder, Bitt' für uns, arme Sünder, Jetzt und in Ewigkeit. „Erwirb' uns Gnad' und Stärke, Hilf uns in aller Noth, Hilf uns zum guten Werke, Wend' ab der Seelen Tod! Gib, dass wir einst im Sterben Das ew'ge Leben erben Und selig ruh'n in Gott. 88 XV. J. O hochheilige, o jungfräuliche, Süße Mutter Maria! O unversehrte, Allzeit geehrte, Hilf uns, hilf uns, Maria! 2. O Du Trösterin, Schutz und Helferin, Bitt für uns, o Maria! — — — 152— Du kannst empfangen, was wir verlangen, Hilf uns, hilf uns, Maria! ö 3. Sieh uns Zagende, Angst Ertragende, Hilf uns, Mutter Maria! Tröste die Herzen, lind're die Schmerzen, Hilf uns, hilf uns, Maria! 4. Jungfrau neige Dich, Mutter, zeige Dich, ö Bitt für uns, o Maria! ö Gottes Erbarmen trägst Du in Armen, ö Hilf uns, hilf uns, Maria! 5. Durch die Leiden Dein, durch die Freuden Dein, Bitt für uns, o Maria! Unser Vertrauen wollest anschauen, Hilf uns, hilf uns, Maria! XVI. 89] 1. Maria, wir verehren Dich und den Namen Dein! Dein Lob allzeit zu mehren, Soll uns're Freude sein. Chor: O heilige Maria! o heilige Maria! Jung und Alt und Groß und Klein, Stimmt in unser Loblied ein. 2. Du sollst gepriesen werden Als wahre Königin, Im Himmel und auf Erden Die höchste Herrscherin. Chor: O heil. Maria! u. s. f. 3. Maria, gern wir sehen Zu Dir, dem Meeresstern, Stern aus den Himmelshöhen, Leucht' Allen nah' und fern! Chor: O heil. Maria! u. s. f. ö 4. Du bist ein Meer der Gnaden, Von Gott gefüllt allzeit; ö — 153— Wir steh'n an den Gestaden Und finden Seligkeit. Chor: O heil. Maria! u. s. f. 5. Leucht hell, o Stern der Erden, O Meer, gieß' Gnaden aus! Hilf, dass wir selig werden, ö Führ' uns ins Vaterhaus! Chor: O heil. Maria! u. s. f. XVII. 90 1. Maria, Himmelsfreud', Ich will in Ewigkeit Dich innig lieben. O süße Mutter mein, Mir tief ins Herz hinein Bist Du geschrieben. Niemand vergleicht sich Dir, Der Creaturen Zier Bist Du vor Allen; Du hast von Anbeginn Durch Deinen Himmelssinn 4 Dem Herrn gefallen. „Du schaust so lieberfüllt, So süß und muttermild Auf meine Seele; In schnellem Lebenslauf, Zu Dir, zu Dir hinauf Eilt meine Seele. „O liebste Mutter mein, Vann werd' ich bei Dir sein? Wann werd' ich sterben? In meiner Todeszeit ö Hilf mir, Barmherzigkeit Bei Gott erwerben. ⁰ 191 — — Maria wir Dich grüßen, ö XVIII. ö O Maria Hilf! Und fallen Dir zu Füßen, ö O Maria Hilf! O Maria, hilf uns all' Hier in diesem Jammerthal. „Voll Zuversicht wir bitten, O Maria Hilf! ö Durch das, was Du gelitten, O Maria Hilf! u. s. f. „Durch Jesu Kreuz und Sterben Kannst Du Gnad' uns erwerben! u. s. f. „Dass wir Verzeihung finden 0ern Für alle uns're Sünden: u. s. f. „Dass wir vor Gott bestehen, Den Weg der Tugend gehen; u. s. f. . Die Zwietracht, Sünd' und Schande Halt ab von jedem Stande! u. s. f. In Trübsal, Angst und Leiden Gib Trost und Seelenfreuden; u. s. f. „Sieh' an die Noth der Armen, Weck Mitleid und Erbarmen; u. s. f. In Krankheit und Beschwerden Lass' allen Hilfe werden; u. s. f. Den Witwen und den Waisen, Dass sie den Herrn lobpreisen; u. s. —— „Vor Hunger, Pest und Sünde Dein Volk stets Rettung finde; u. s. f. — Die Wahrheit soll obsiegen, ö Die Sünde unterliegen; u. s. f. Bitt', dass auf 1W. werde Ein Hirt und eine Herde; u. s. f. „Dass wir den Vater loben Mit Dir im Himmel oben; u. s. f. Lass't eure Stimm' erklingen, Mariä Kinder all, Ihr süßes Herz besingen In lautem Jubelschall Chor: Gelobt, gebenedeit ⁵ — — Soll sein zu jeder Zeit Das süße Herz Maria In alle Ewigkeit. „Wie lieblich ist zu schauen Dies Herz, so himmlisch rein! Du Jungfrau der Jungfrauen Sollst unser Vorbild sein. Chor: Gelobt, gebenedeit u. s. f. „Dies Herz, wie reich an Gnaden, Und demuthsvoll dabei! Bewahr' vor Sündenschaden O Magd des Herrn! uns frei. Chor: Gelobt, gebenedeit u. s. f. „Wer mag die Liebe messen, Die dieses Herz durchglüht! Nie wollest Du vergessen Auf uns're fromme Bitt'. Chor: Gelobt, gebenedeit u. s. f. In diesem süßen Herzen, Wie tobt das Leidensschwert! O bitt'res Meer der Schmerzen, Aus Dir wird Heil gewährt. Chor: Gelobt, gebenedeit u. s. f. . Frohlockt ihr armen Sünder! Wie groß auch uns're Schuld, Maria schließt als Kinder Uns in Ihr Herz voll Huld. Chor: Gelobt, gebenedeit u. s. f — 156— — ⸗Wer gibt uns Taubenflügel Zu diesem Herzen hin, Das, aller Tugend Spiegel, Uns lehret frommen Sinn. V Chor: Gelobt, gebenedeit u. s. f. V 8. O Mutter voller Liebe, Du uns're Schutzfrau bist, * Mit süßem Andachtstriebe ö Sei uus Dein Herz gegrüßt. Chor: Gelobt, gebenedeit u. s. f. 9. In Deines Herzens Mitte Ein Plätzchen uns bereit'! Erhöre uns're Bitte Jetzt und im letzten Streit! Chor: Gelobt, gebenedeit u. s. f. XX. 93] 1. Der Freuden⸗Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Maria von des Höchsten Thron Empfing als Jungfrau Gottes Sohn. O Freuden⸗Rosenkranz! 2. Der Freuden⸗Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Voll Jubel zu Elisabeth O Freuden⸗Rosenkranz! 3. Der Freuden⸗Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Maria, die voll Demuth war, Den Welterlöser uns gebar. O Freuden⸗Rosenkranz! 4. Der Freuden⸗Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Die Jungfrau mit dem Kindlein geht. — — 157— Sie trug das Kind zum Tempel hin Und opfert es mit frommem Sinn. O Freuden⸗Rosenkranz! „Der Freuden⸗Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Als ihr der liebe Sohn entschwand, Im Tempel Sie Ihn wiederfand. O Freuden-Rosenkranz! „Der Schmerzen⸗Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Entflammt von reinster Liebesglut, Schwitzt Jesus Christus für uns Blut. O Schmerzen- Rosenkranz! „Der Schmerzen Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Zum Sühnesopfer sich zu weih'n Ertrug er selbst der Geißel Pein! O Schmerzen-Rosenkranz! „Der Schmerzen-Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Mit Dornen hat man Ihn gekrönt, Als König spottend Ihn verhöhnt. O Schmerzen⸗Rosenkranz! „Der Schmerzen⸗Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Für uns're Sünden, bleich und matt Er selbst das Kreuz getragen hat. O Schmerzen Rosenkranz! „Der Schmerzen⸗Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Zuletzt schlug man mit Spott und Hohn Ans harte Kreuz den Gottessohn. O Schmerzen⸗Rosenkranz! 9⁴ — — — — „Maria, Dir empfehlen wir, — 158— „Der Sieges⸗Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Den Tod der Heiland überwand Und glorreich aus dem Grab erstand. O Sieges⸗Rosenkranz! „Der Sieges Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Verklärt im lichten Glorienschein Zog Er ins Haus des Vaters ein. O Sieges⸗Rosenkranz! „Der Sieges Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Doch ließ Er uns nicht lang verwaist, Er sandte uns den heil'gen Geist. O Sieges⸗Rosenkranz! Der Sieges⸗Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Dann nahm Er nach vollbrachtem Lauf Die Jungfrau in den Himmel auf. O Sieges⸗Rosenkranz! „Der Sieges⸗Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Von Jesu Christo selbst bekränzt, Thront nun Maria hell umglänzt. O Sieges⸗ Rosenkranz! XXI. Maria, Maienkönigin, Dich will der Mai begrüßen; Wir singen Dir mit frommem Sinn Und fallen Dir zu Füßen. Was grünt und blüht auf Erden, O lass' es eine Himmelszier In Gottes Garten werden. 3. — 159— Behüte uns mit treuem Fleiß, O Königin der Frauen: Die Himmelsblüthen lilienweiß Auf grünen Maiesauen. Vor allen sind's der Blümlein drei, Die soll kein Sturm entlauben: Die Hoffnung, grün und sorgenfrei, Die Liebe und den Glauben. „O diese Blumen lass' allum In allen Herzen sprossen, Und mache sie zum Heiligthum, Dirin sich der Mai erschlossen. „Die Seelen kalt und glaubensarm, Die mit Verzweiflung ringen, Die Stummen mache liebeswarm, Damit sie freudig singen. XXII. „Lobpreise Deinen Herrn, mein Geist! Den Gott, in dem Du Dich erfreu'st; Denn gnädig sah der Herr mich an, Und Großes hat Er mir gethan. „Mich Arme hat Er auserwählt Und glücklich preiset mich die Welt; Der dies an mir gethan, ist groß, Sein Nam' ist heilig grenzenlos. Auf Kind und Kindeskindern ruh't Das Heil, das Gott an Frommen thut; Der Allmacht Thaten wirkt Sein Arm, Vor Ihm zerstäubt der Stolzen Schwarm. »Vom Thron stürzt Er den Mächtigen, Erhebet hoch den Niedrigen, Er macht den Armen überreich, Den Reichen oft dem Armen gleich. — 160— 5. Die treu ihm dienen, nimmt er auf, Schützt huldvoll ihren Lebenslauf; Der Herr versprach's. Was Gott verspricht, In Ewigkeit vergisst er's nicht. ö 6. Anbetend lobt mein Herz und preist Dich Vater, Sohn und heil'gen Geist. Gott, Deines Namens Herrlichkeit Ist, war und bleibt in Ewigkeit. XXIIIę. 96) 1. Maria! Jungfrau rein, O Gnadengquell! Du liebste Mutter mein! Dir ich nach Gott allein Mich ganz empfehl'; Du neigst herab Dein Ohr Dem frommen Fleh'n, Ruf' ich zu Dir im Leid, So bist Du schnell bereit, Mir beizusteh'n. 2. Du bist stets gegen mich Voll' Gnad' und Huld, Wenn ich auch oftmal Dich Beleidigt freventlich Durch Sündenschuld; Kein' and're Mutter ist So liebevoll, Dies nun verpflichtet mich, Dass Lieb' mit Liebe ich Vergelten soll. 3. Voll Scham und Reu' bekenn' Ich meine Sünd', Hab nicht verdient, zu sein Wie and're sündenrein Marien's Kind. — 101— Doch auch den Sünder willst Du zu Dir zieh'n, Wenn er nur Buße thut, Bist Du ihm wieder gut Und rettest ihn. 4. Ich kann nach Würdigkeit Dich preisen nicht, Mein Lob wär' viel zu schwach, Und wär's auch tausendfach. O Himmelslicht! So nimm den Willen doch Den schwachen an, Gib, dass ich lebenslang Durch Lieb' und Preis und Dank Dich ehren kann. „Gänzlich ergeb' ich mich In Deinen Schutz, Als Mutter liebst Du mich, Als Kind verehr' ich Dich Der Höll' zum Trutz; Seel', Leib und was ich hab' Und was ich bin, Leg' ich auf den Altar, O nimm mich ganz und gar Zum Opfer hin. XXIV. 97] 1. Es glänzt kein Licht im Sternensaal So herrlich als der Sonnenstrahl, Und unter Blumen ragt hervor Der Rosen schönster Purpurflor. Chor: Du aller Rosen Königin Sei mir gegrüßt mit Herz und Sinn! Ein Meisterwerk aus Gotteshand, Gepflanzt, gepflegt im heil'gen Land, 11 —— —— — 162— Gefielst Du schon von Ewigkeit Der heiligsten Dreifaltigkeit. Chor: Du aller Rosen Königin ꝛc.“ Erblüht im Garten Nazareth, Dort, wo der Engel grüßend steht Und spricht:„Es sei Dir keine gleich,“ Er nennt Dich Rose„gnadenreich“. Chor: Du aller Rosen Königin ꝛc. „Des Himmels und der Erde Pracht Aus dieser milden Rose lacht; Maria! Du entzückst mich ganz, Dir flecht' ich einen Rosenkranz. Chor: Du aller Rosen Königin ꝛe. „Den gold'nen heil'gen Rosenkranz, Umstrahlt von Deinem Tugendglanz, Von Engelsgrüßen wind' ich Dir, Ach, nimm ihn gnädig an von mir. Chor: Du aller Rosen Königin ꝛc. „Der schöne Kranz, er wird besteh'n, Bis einst die Welt zu Grund' wird geh'n Die Tugend ist den Rosen gleich, Hier dornenvoll, dort freudenreich. Chor: Du aller Rosen Königin ꝛc. „Die Freude, Glorie und den Schmerz, Die flecht' ich um Dein Mutterherz, Und in den Kranz soll tief hinein Auch meine Lieb' gebunden sein. Chor: Du aller Rosen Königin ꝛe. „So will ich täglich kränzen Dich, Bis Du im Tod bekränzest mich, Und mit dem Kranz der Seligkeit Sich einst mein Herz in Gott erfreut. Chor: Du aller Rosen Königin ꝛc. 98 XXV. „Maria sei von uns gegrüßt, o Königin! Durch Dich der Born der Gnaden fließt, o Königin! Maria! Maria sei gegrüßt, o Königin! 2. O Mutter der Barmherzigkeit, o Königin! Und unseres Lebens Süßigkeit, o Königin! 3. Wenn's auch auf Erden übel steht, o Königin! Zu Dir, nach Gott die Hoffnung geht, o Königin! 4. Wir Evas Kinder rufen all' o Königin! Zu Dir aus diesem Jammerthal, o Königin! 5. Mit Trauern, Weinen seufzen wir, o Königin!“ Aus diesem Thränenthal zu Dir, o Königin!“ 6. Du unsere Fürsprecherin, o Königin! Und unser Trost und Helferin, o Königin! „Jetzt und an unser'm letzten End', o Königin! Dein mildes Auge zu uns wend', o Königin! 8. Nach diesem Elend zeige Dich, o Königin! Uns Menschenkindern mütterlich, o Königin! 9. Und zeig' uns Jesum, Deinen Sohn, o Königin! Gebenedeit an Gottes Thron, o Königin! 10. O Jungfrau voll der Gütigkeit, o Königin! Und voll der Süß⸗ und Mildigkeit, o Königin! 11. Zum Schlusse bitten wir zugleich, o Königin! Beschütz' das Haus von Oesterreich, o Königin! —— — 99 XXVI. 1. Wunderschön Prächtige, Hohe und Mächtige, Liebreich holdselige, himmlische Frau! Der ich mich ewiglich Weihe herzinniglich, Leib Dir und Seele zu Eigen vertrau'! 11⁴ —— — Gut, Blut und Leben Will ich Dir geben, Alles, was immer ich hab', was ich bin, Geb' ich mit Freuden, Maria! Dir hin! „Schuldlos Geborene, Einzig Erkorene, Du, Gottes Tochter, Mutter und Braut, Die aus der reinen Schar Reinste, wie keine war, Selber der Herr sich zum Tempel gebaut, Du Makellose Lilien⸗Rose, Krone der Erde, der Himmlischen Zier, Himmel und Erde, sie huldigen Dir! „Du treu Bewährte Und hoch Verklärte, Bist auf dem Meer uns ein leitender Stern, Du Hocherhob'ne, Strahlenumwob'ne, Du bist die nächste am Throne des Herrn. Dich schuf die Milde Zum Gnadenbilde, D'rum auch was Himmel und Erde umschließt, Mutter der Gnade, Maria! Dich grüßt. „Gottesgebärerin, Heiland⸗Ernährerin, Mutter an Freuden und Schmerzen so reich, Welche der Schuldigen Wär Dir geduldigen Mutter an Tugend und Reinheit je gleich? Du Gott geweihte, Hochbenedeite Mutter und Jungfrau, die schuldlos allein, Wolltest eine Mutter uns Kindern auch sein! 5. Allzeit sanftmüthige, Milde, grundgütige Mutter des Heilands, voll Gnade und Huld, Bitt' für uns, sündige Menschen, verkündige Du uns vom Sohne Verzeihung und Huld! Steh, wenn wir scheiden, Du uns zur Seiten, Sühne den furchtbaren Richter uns Du! Führe dem göttlichen Sohne uns zu! 100 XXVII. 1. Geleite durch die Welle Das Schifflein treu und mild Zur heiligen Kapelle, Zu Deinem Gnadenbild. (Und hilf ihm in den Stürmen, Wenn sich die Wogen thürmen, Maria! Maria! o Maria hilf!) Du gnadenvolle Taube! O segne unser Land, Die Aehre und die Traube, Den Fleiß und Schweiß der Hand! (Und die voll Hunger darben, Den Armen ohne Garben, Maria! Maria! o Maria hilf!) „Und die verlassen klagen Im Sturm und Frost und Wind, Die unterdrückt, geschlagen, Verwaist und hilfslos sind. (Wenn jeder Trost entschwunden, Den Kranken, Todeswunden. Maria! Maria! o Maria hilf!) 4. Erbitt' von Gott uns Frieden, Erbitt' uns Heiligkeit; 9 6. — 101 1—— —⁰ — 166— Vereine, was geschieden, Versöhne, was im Streit: (Dass wir zu Deinen Füßen Als Brüder Dich begrüßen, Maria! Maria! o Maria hilf!) „Geleit' uns durch die Wellen Zu Deinem Gnadenort; Zum ewig sonnenhellen, Geweihten Friedensport: (Dass dort das Schifflein lande Am lieben Himmelsstrande, Maria! Maria! o Maria hilf!) Von heil'gem Licht umgeben, Wo hoch gebenedeit Die Rebe blüht der Reben Im Thal der Seligkeit: (Dass dort wir niedersinken, Vom Himmelsstrome trinken, Maria! Maria! o Maria hilf!) XXVIII. Höre, Süße! uns're Grüße, Höre Mutter! unser Flehen; Zeig' Erbarmen, uns, den Armen, Lasse uns Dein Kindlein sehen! „Horch, wir singen, sieh, wir bringen Frühlingslieder, Frühlingsblüten; Und wir hätten es zu betten, Treue Herzen, es zu hüten. „Sonnenhelle Liebesquelle! Sieh', wie uns're Herzen schlagen, Gib o Reine! uns das kleine, Gib das Kindlein uns zu tragen. „Und wir wollen, wie wir sollen, Lilien Ihm zur Krone reihen — 167— Und als Kerzen uns're Herzen Lieberglüht dem Kindlein weihen. Und es schmücken mit Entzücken, Liebend in den Armen wiegen, Und alleine an das Eine Heißgeliebte Kind uns schmiegen. . Und den Riegel mit dem Siegel Vor des Herzens Pforte schieben, Ihm zu leben, ganz ergeben Einzig nur Dein Kind zu lieben. XXIX. „O Du Heilige, o Jungfräuliche, Holde Mutter Maria! Selig Gepriesene, Würdig erwiesene, Heil Dir, Heil Dir, Maria! O Begnadigte, o Gesegnete, Jauchzten Engel und Hirten; Festliche Lieder Tönen Dir wieder, Preis Dir, Preis Dir, Maria! „O Unschuldige, Du geduldige, Treue Mutter Maria! Fühltest im Herzen Leiden und Schmerzen, Schönstes Vorbild, Maria! Treu Bewährte, hochverklärte Selige Mutter Maria! Nun bei dem Sohne Schmückt Dich die Krone. Preis Dir, Preis Dir, Maria! — 168— 103 XXX. 1. Die Nacht entflieht, Der Morgen glüht Und malet purpurn Berg und Thal! Da sei gegrüßt viel tausendmal O Mutter unseres Herrn, Du schönster Morgenstern! Das Glöcklein geht, Auf zum Gebet: Ave Maria! 2. Des Mittags Glanz Erfüllet ganz Die schöne Erde weit umher; Da sei gegrüßet immer mehr. O Mutter Gottes rein, Wie nie der Sonne Schein! Das Glöcklein geht ꝛe. 3. Der Abend sinkt, Ein Sternlein blinkt, Dann zahllos viele allzumal; Da sei gegrüßt viel tausendmal, O Mutter! die da wacht Für uns in dunkler Nacht! Das Glöcklein geht ꝛe. 104 XXXI. 1. Der Mai ist gekommen, der Frühling erblüht, Dir singen die Frommen, von Andacht erglüht, Zur Feier, bei heiligem Orgelklang (O Jungfrau Maria den Lobgesang.) „Dir haben gesungen Propheten im Chor Mit freudigen Zungen schon lange zuvor. Dir singen die Engel im Himmelszelt, (Die Erde, die Sonne, die Sternenwelt. —— —— — 169— 3. Dir singet zum Preise der Lilie Mund, Die reine, die weiße, im staubigen Grund. Der Purpur der Rose besinget voll Schmerz, O Leidenverklärte, Dein Mutterherz. 4. O heilige Blüthe, vom Lichte bethaut, O Mutter der Güte, o himmlische Braut! Maria, ich flehe zu Dir empor, [O lasse mich singen im großen Chor! „Du Zuflucht der Armen, der Irrenden Licht! O habe Erbarmen, verstoße uns nicht! Ich rufe Maria! im Staube tief; [O Mutter! Dir keiner vergebens rief. Es leuchtet die Sonne, es schwindet der Schmerz Und Freude und Wonne erfüllen das Herz, Wenn winket voll Milde die Gottesbraut; D'rum tönet ihr Lieder im Jubel laut. „Wie leuchtende Wellen, so springet hervor Und dringet in hellen Gesängen empor Und windet der Jungfrau im Himmelsglanz Von Hymnen und Blumen den Rosenkranz. XXXII. 105] 1.Es blüht der Blumen eine Auf ewig grüner Au, Wie diese blühet keine, So weit der Himmel blau. Wenn ein Betrübter weinet, Gelindert ist sein Schmerz, Wenn ihm die Blume scheinet Ins leidenvolle Herz. „Und wer vom Feind verwundet Zum Tode niedersinkt, Von ihrem Duft gesundet, Wenn er ihn gläubig trinkt. 6. — — — 170— Die Blume, die ich meine, Sie ist euch wohl bekannt: Die Fleckenlose, Reine, Maria wird's genannt. 3. Maria ist's die Süße, Die Lilie auserwählt, Die ich vom Herzen grüße, Die sich der Geist vermählt. Maria ist's, die Reine, ö Die also lieblich blüht, Dass in so lichtem Scheine Der Rosen keine blüht. 4. Erfreue süße Blüthe Der Erde finst're Gruft, Erblühe im Gemüthe Mit deinem Himmelsduft, Und Heiligkeit und Frieden Verleihe uns'rer Brust, Und nach dem Tod hienieden ö Des Himmels ew'ge Lust. ö 106 XXXIII. I. Jungfrau, Mutter, himmlisch Schöne! Nimm die zarten Liebestöne, Die Dein Kind Dir liebend weiht. Du ja bist nach Gott mein Leben, Dir hab' ich mich ganz ergeben, [Ewig Dir dies Herz geweiht. 2. Dreimal selig jene Stunde, Wo zuerst mit frohem Munde Ich Dich Mutter mein genannt. Wie so süß ist's, Dich zu kennen, Kann ein Herz nach mehr sich sehnen, (Das Dich, Hohe, liebend fand 7 3. Eins nur ist, um was ich flehe, Eins, wonach ich ewig sehe, Eins, des Herzens höchstes Glück.) Mehr als Gold und Herrscherthronen, Mehr als irdisch' Freudenkronen Ist für mich Dein Mutterblick. XXXIV. 107 1. Wir schmücken Dir Dein golden Haar Mit Rosenzier und Lilienklar. Und rings die Luft durchwürzen wir Mit Weihrauchduft, Maria, Dir. 2. Und Dir soll sein ein Ehrenkranz Mit hellem Schein der Kerzen Glanz. Maria mild! im Staube hier, Vor Deinem Bild da knien wir. 3. Und aus der Brust der Kinder all Erklingt mit Lust der Lieder Schall; Mit Lust erklingt der Lieder Chor, Ihr Herz schwingt sich zu Dir empor. 4. Zu Dir hinan, Maria rein; O nimm es an und weih' es ein; Du lichter Stern! o mach es klar Und bring's dem Herrn zum Opfer dar. 107 4 XXXV. I. Du, die den Herrn der Welt In ihren Armen hält: Göttliche Mutter, voll Schönheit und Pracht! Zeige, wir bitten Dich, Als eine Mutter Dich, Als eine Mutter voll Lieb' und voll Macht. Ja, Heil der Kranken! Bitten und Danken, — 172— Danken und Bitten ist unsere Pflicht, Aber— uns helfen, das können wir nicht. 2. Sag' Deinem Jesukind, Wie wir gekränket sind: Wie uns bedrohet die Krankheit— der Tod. Dann neigt er sich herab, Hebet uns über's Grab, Wo uns kein Uebel, kein Leiden mehr droht; Wandeln wir oben Zu ihm erhoben, Wo gute Kinder vereiniget sind, Mutter— dann danke dem göttlichen Kind! 3. Mutter des besten Herrn— Leuchtender Morgenstern! Uns macht verzagen— die Sünde, die Schuld; Doch weil wir zu Dir flieh'n, Vor Dir in Demuth knien, Zeig' uns des Vaters Erbarmen und Huld! Ros' unter Dornen, Schutz der Verlornen. Ewig ist jung Deine Schönheit und neu, Zeig' Dich dem reuigen Sünder getreu. 4. Nicht immer schmerzenfrei Standest Du Jesu bei; Selber ja kennst Du die Qual und den Schmerz; Du— die am Kreuze stand! Streck' aus die Mutterhand, Gieße dem Kranken Erquickung ins Herz; Dir ich's verdanke, Ruft dann der Kranke, Weil Du die Nacht mir der Leiden erhellst, Weil Du zu mir, wie zum Kreuz— Dich gesellst! 5. Groß ist die Pein— die Qual In diesem Thränenthal; Mancher ist leiblich wohlauf und gesund, Aber sein Herzeleid Verkündet allezeit, Mehr noch als Klagen, der schweigende Mund! Aus dem Gewimmel Blickt er zum Himmel, Blicket mit Lächeln in Thränen hinan; Mutter, ach! nimm des Betrübten Dich an! 6. Der Kreuzesträger Schar, Ungezählt, unzählbar, Bitten Dich, Mutter! verschaffe den Dank; Krankheit und Herzeleid, Sünden und Traurigkeit Machen die Deinen gar elend und krank. Sünder, Verzagte, Kranke, Geplagte Flehen zu Dir um Gesundheit und Muth— Kennen und nennen Dich freundlich und gut. 7. Machet Dein süßer Mund Gott uns're Bitten kund, Dann wird gewiß uns Erhörung bescheert; Durch Dich, die Ihn gebar, Immer uns gnädig war, Ward Evas Namen in Ave verkehrt. Quell frommer Triebe! Auf Deine Liebe, Auf Deine Macht will ich bau'n und vertrau'n, Ave, Du schönste— Du beste der Frau'n! 8. Maria hin zu Dir! Hin zu Dir! rufen wir; Sei uns're Mutter in jeglicher Noth, Zeige, wir bitten Dich Alle gar flehentlich, Zeig' Dich als Mutter der Deinen im Tod. — — 174— Jesum erweiche, Dass er uns reiche, Wenn wir abscheiden, die rettende Hand, Führ' uns zum Hafen, ins himmlische Land. 107 XXXVI. 1. Lourd's Felsenhöhen ragen als Thron Dir, Königin, Und uns're Herzen schlagen in lieberfülltem Sinn. [Ave— Ave— Ave Maria!) »Als betend hier die Kleine kniet mit dem Rosen⸗ kranz, Da offenbart die Reine sich ihr im Himmelsglanz. [Ave— Ave— Ave Maria!) ⸗Wie süß die Worte klangen, als sich ihr Mund erschloß: „Ich bin, die ward empfangen, ohn' Erbschuld, makellos!“ (Ave— Ave Ave Maria! Und Bernadett' verkündet der Unbefleckten Wort; Die frohe Kunde findet ein Echo fort und fort. (Ave— Ave— Ave Maria! Viel tausend Pilger wallen zum Grottenheilig⸗ thum! Die Felsen wiederhallen der Unbefleckten Ruhm. (Ave Ave— Ave Maria! O segne uns, die eilen hinan zu Deinen Höh'n! O, wolle bei uns weilen und gnädig auf uns seh'n. ([Ave— Ave— Ave Maria! Zieh' uns aus Leid und Sünden nah' an Dein Mutterherz! Lass' dort uns Zuflucht finden und lindern unsern ĩhmerz! [Ave— Ave— Ave Maria! V — 175— 8. Schließ' unser Aug' im Sterben mit Deiner Mutter⸗ hand, Und führ' als Himmelserben uns ein ins Vater⸗ land! (Ave— Ave— Ave Maria!) 9. Das Lob der Sündenreinen erschalle weit und breit! Laßt alle uns vereinen, Sie grüßend jederzeit! [Ave— Ave— Ave Maria!l TLied zum hl. Jolef. 1081. Heil'ger Jofef, Davids Sohn, Deiner Väter schönste Zierde, Glänzend jetzt an Gottes Thron; Wir verehren Deine Würde, Der Verdienste höchsten Rang Durch den frommen Lobgesang. 2. Keuschester, gerechter Mann! Aus so vielen Millionen Sah Dich Gott in Gnaden an; Deine Tugend zu belohnen Mit der allerreinsten Braut, Auf die Aller Heil gebaut. „Da sie hochgesegnet war, Sah'st Du staunend das Geheimnis; Bald doch wurde Alles klar, Hielt'st getrost das neue Bündnis. Fand'st zu Bethlehem kein' Ort Für das eingefleischte Wort.) 4. Duldend ging'st Du in den Stall, Hier die Jungfrau hat geboren Den, der schuf den Erdenball. Alle Gnade, die verloren, Sah'st Du da um Mitternacht Durch ein Kind der Welt gebracht.) 176— 5. Freudenvoller Augenblick! — — — 10 — Gottes Sohn! Ihm fällst zu Füßen, Nennst Ihn Jesus, hast das Glück, Seinen Mund, Sein Herz zu küssen; Zärtlich drückst mit Seraphslust Ihn an Deine Vaterbrust. Ehre sei dem höchsten Gott!— Hörst Du Engelscharen singen, Hirten ruft ein Himmelsbot', Weise siehst Du Gaben bringen; Den anbeten tiefgerührt, Dessen Stern sie hergeführt.) „Kind und Mutter Hand in Hand, Vor Herodes Wuth zu retten, Floh'st Du ins Egypterland, Wo Dein Volk trug schwere Ketten; Wo einst Josef gab nur Brot, Dahin trugst Dn den wahren Gott. „Glücklich kam'st nach Nazareth Mit dem Kind und Mutter wieder, Wie der Engel hat gered't, Nichts war Dir zu hart, zu nieder; Froh gab Deiner Hände Fleiß Stets dem Allernährer Speis'. Groß war Deiner Seele Schmerz, Als Du sollt'st das Kind entbehren, Freude strömte in Dein Herz, Da Du's fand'st im Tempel lehren. Gottes Sohn war von nun an Dir und Mutter unterthan.) O wie selig war mit Dir Jesu und Maria Leben! Bis Dich rief Dein Gott von hier, Dort den Himmelslohn zu geben. — 17⁷7— (Sterbend hast bei Dir geseh'n Jesum und Maria steh'n.) 11. Steh', o Josef, uns auch bei, Die wir innigst zu Dir flehen; Bitt', dass wir, von Sünden frei, Tugend⸗Wege standhaft gehen, Willig tragen, was Gott schickt, Wenn's auch schwer und lang uns drückt. 12. Wenn die letzte Stunde schlägt Und die Augen kaum noch sehen, Matt sich nur das Herz bewegt, Um auf einmal still zu stehen, Bitt, o Vater, dass uns Gott Gebe der Gerechten Tod. 109) Geh't Alle zu Josef. 4. 1. Geh't Alle zu Josef, dem Vater der Armen, Er stillet den Kummer, er heilet den Schmerz: Sein Vaterherz glühet von Lieb' und Erbarmen, Fleh't innig und öffnet ihm kindlich das Herz! Ihm gleichet kein Engel an Hoheit und Würde, Weil Gott ihm Sein Liebstes zur Pflege vertraut. Wohl groß ist der Auftrag, doch leicht wird die Bürde, Es steht Ihm zur Seite die göttliche Braut. „Seh't Josef, Maria, das Kind in der Mitte, Welch' hehres, welch' himmlisch entzückendes Bild! Das Kindlein gewähret ihm huldvollst die Bitte, Denn Josef fleht liebend und väterlich mild. D'rum eilet zu Josef, Er wird Euch erretten, In Gott ist Er mächtig, voll Güte und reich. O, sprenget der Sünde satanische Ketten, Und seid dem Gerechten, dem Heiligen gleich. 5. Wenn gut ihr gekämpfet im Erdengetümmel, Dann Heil euch, die Kron' ist dem Sieger bereit; 12 (Von irdischen Kämpfen 6. Und Jesus, Maria und Beim Scheiden und führen euch liebend empor. Frohlocket, sie werden euch ewig vereinen, (In Liebe mit Gott und dem himmlischen Chor.) Zu Ehren der heil. Familie. 11001. — 178— Ihr scheidet von hinnen Wer immer singen kann, Der stimme freudig an: (Jesus, Maria, Josef! „Sobald der Morgen tagt, Erwacht mein Herz und sagt: Jesus, Maria, Josef! „Fang' ich die Arbeit an, Ist schon der Gruss gethan: Jesus, Maria, Josef! Wenn naht des Tages Schluss, So ist mein letzter Gruß: Jesus, Maria, Josef! „Von allen, groß und klein, Verehret mögen sein: Jesus, Maria, Josef! „Leid' ich Versuchungspein, So fallen mir gleich ein: Jesus, Maria, Josef! „Bin ich vor Gott nicht rein, Zur Buß' mich laden ein: Jesus, Maria, Josef! „Wird mir das Kreuz zu schwer, So stärken mich gar sehr: Jesus, Maria, Josef! und schwingt euch zum Himmel, und Sorgen befreit. Josef erscheinen 9. Lieg' ich erschöpft und krank, Auch da ist mein Gesang: Jesus, Maria, Josef! 10. Wo Niemand helfen kann Ruf' ich die Namen an: Jesus, Maria, Josef! 11. Im Kampfe steht mir bei, Dass er ein leichter sei, Jesus, Maria, Josef! 12. Wenn einst mein Auge bricht, O dann verlasst mich nicht! Jesus, Maria, Josef! 13. O führet mich zu Euch Hinauf in's Himmelreich, Jesus, Maria, Josef! 14. Die ganze Christenheit Mög' preisen allezeit Jesus, Maria, Josef! Zur hl. Anna. 111](Melodie: Komm' o fromme.) I. Heilige Anna, Hoffnungsstern, Dich lobpreisen wir so gern, Dich, o Mutter unserer Mutter, Ahnfrau uns'res Herrn. 2. Still und in Ergebenheit Trugst Du lange Sara's Leid, Bis der Herr Dich auserkoren In der Gnadenzeit. 3. Deine Demuth und Geduld Sah der Herr in seiner Huld Gab ein Kind dem Mutterherzen Frei von Adams Schuld. 12² 4. — — 10. 11. 6. — 180— Würdig fand er Dich allein, Mutter der Jungfrau zu sein, Deren Engel sich und Menschen Ewiglich erfreu'n. „Mutter, vor dem Herren groß, Die in ihrem keuschen Schoß Trug die Königin der Engel, Rein und makellos. Die der Engel Chor verehrt Und zu schauen stets begehrt, Hat Dein Mutterarm umfangen, Deine Brust genährt. „Die zur Mutter war bereit Für das Wort von Ewigkeit, Hast Du in dem Tempel freudig Gott zum Dienst geweiht. „Die den Heiligsten gebar, Der Sich gab zum Opfer dar, Hast Du opfernd hingegeben Vor des Herrn Altar. „Die das ew'ge Licht genährt, Welches alle Weisheit lehrt, Hat in liebevoller Demuth Kindlich Dich verehrt. Mutter Anna! wie entzückt War Dein Herz, wie hochbeglückt, Als Du ihre Würd' und Hoheit Ahnend hast erblickt. Möchtest Du, o Zier der Frau'n, Liebend zu uns niederschau'n, Die auf Deiner Tochter Fürbitt' Und auf Deine bauen. Zu der Himmelskönigin Hilf uns richten Herz und Sinn, Die zur gnadenreichen Mutter Uns der Herr verliehn. 13. Hilf, o himmlisch Frauenpaar, Denn uns drohet stets Gefahr, Bitte, heil'ge Anna, bitte Für uns immerdar. 14. Und in unser'm letzten Streit Steh' uns bei voll Mildigkeit, Bitt für uns, dass wir auch schauen Deine Seligkeit. Schutzengel-Aieöer. 11² 1. Dich preise meine Seele, O lieber Herr und Gott! Du meines Heiles Quelle, Mein Retter in der Noth! Auf wunderbaren Wegen Führst Du an Deiner Hand Dem Himmel uns entgegen, Durch dieses Pilgerland. „Du hast, o Gott, befohlen Der heiligen Engelschaar, Dass sie uns schützen sollen Vor jeglicher Gefahr. Sie eilen auch mit Freuden Zu unserem Schutz herab Und stärken uns in Leiden Voll Liebe bis zum Grab. Sei mir gegrüßt, o Engel! Den Gott zum Schutz mir gab; Denn sieh'! ich bin voll Mängel, Weich' leicht vom Guten ab. ( Wend' ab das Gift der Schlangen, Das mich zu tödten droht, Wenn Böse mich verlangen Zu bringen in den Tod. „O führe meine Jugend Auf jenem schönen Pfad Der Unschuld und der Tugend, Den Gott gezeiget hat. Lehr' mich recht eifrig streben Nach meines Jesu Lehr', In meinem ganzen Leben Zu suchen Gottes Ehr'. „Schutzengel, lehr' mich beten, Dass ich mit frommem Sinn In allen meinen Nöthen Auf Gott stets blicke hin. Lass' mich auf Jesus sehen, Bei Freude und bei Leid, Dann werd' ich sicher gehen Den Weg der Seligkeit. „Und jede Neigung lenke In mir zur Tugend hin, Dass ich nur Gutes denke Und sanft und folgsam bin. Auch meinen Mund bewahre, Dass er nie Böses spricht, Dass ich durch meine Sprache Die Seele tödte nicht. „Wollst auch mein Aug' verhüllen, Dass es nie Böses sieht, Damit sich nicht im Stillen In's Herz die Sünde zieht. Und meine Ohren schließe Bei bösen Reden zu, — 183— Vor jedem Aergernisse Der Welt bewahr' mich Du. 8. O lieber Engel scheide Von meiner Seite nie, Dass ich die Sünde meide Und alles Böse flieh'. Du sieh'st stets mit Entzücken Des Vaters Angesicht; Möcht' ich's doch einst erblicken! Darum verlass mich nicht. 9. O Engel mein! ich danke Für Deine Liebe Dir, Und wenn ich wieder wanke, Komm' ja zu Hilfe mir! Und hilf mir Schwachen streiten, Wenn mir die Kraft gebricht, In Widerwärtigkeiten Verlass' mich Armen nicht! 10. Wenn Jammer mich drückt nieder Und Kummer, Angst und Schmerz, Erquicke Engel wieder Mit Himmelstrost mein Herz. Und wenn im letzten Streite Ich ringe mit dem Tod, Dann stärke mich und leite Mich hin zu meinem Gott! 113 II. 1. Du mein Schutzgeist, Gottes Engel, Weiche, weiche nicht von mir! Leite mich durch's Thal der Mängel (Bis hinauf, hinauf zu Dir.) 2. Lass' mich stets auf dieser Erde Deiner Führung würdig sein, — 184— Dass ich stündlich besser werde, (Nie ein Tag darf mich gereu'n.] Lass' mich fest im Glauben stehen, Treu der Kirche Führung sein! Lass' mich Gottes Wege gehen, (Halt mein Herz vom Taufbruch rein. 4. Vater, Mutter, Schwester, Brüder, Schütze sie mit Deiner Huld, Lehre mich des Dankes Lieder, Lass mich leben ohne Schuld. „Stehe hilfreich mir zur Seite, Wenn der Sünde Lust mir winkt; Gib auch dann mir das Geleite, Wenn mein müdes Leben sinkt. 6. Soll ich in der Schule lernen, Lass) mich lernen gern und recht, Richte den Beruf, den fernen, [Für mein Seelenheil zurecht. 7. Sei in dieser Welt voll Mängel Stets mein Schild und mein Panier; Du mein Schutzgeist, Gottes Engel, [Weiche, weiche nicht von mir. ⁰ * Su Ehren des heil. Aloisius. 114 I. I. Alois immerdar Zu Gott entzündet war, Gleich einem Seraphin, Dein Herz und Sinn. Wenn Gottes Namen nur Du hörtest, gleich durchfuhr — — 185— Die höchste Liebesgluth Dein Herz und Blut. „Sahst Du ein Kreuzbild an, Ja, dacht' Dein Herz nur d'ran, Sogleich von Thränen feucht Dein Aug' sich zeigt; Von Lieb' und Herzenleid, Von Dank und Schmerzlichkeit Die Seele überfloss, Sich heiß ergoss. „Wenn Dich das höchste Gut Mit seinem Fleisch und Blut Gespeist im Sacrament Durch Priesters Händ': So schienst Du ganz. und gar Gleich einem Engel klar, Es war Dein Angesicht Wie Himmelslicht. „Ach, wie bin ich so lau, Wenn ich Dich, Jesus, schau Am Kreuz, im Saerament Kein' Lieb' entbrennt. O Du, von Schmerz und Lieb' Ein wahres Opfer, gib Mir Lieb' und Reueschmerz, Zünd' an mein Herz! „Schwing her in aller Eil' Himmlische Liebespfeil', Mit Seraphinengluth Durchdring' das Blut; Dass unser Herz entbrennt Von Lieb' zum Sacrament, Da würdig Gott genießt Und selig ist. — 115 1. — 186— II. Schönstes Vorbild jeder Tugend, Sei, Aloisius, gegrüßt! Der Du schon in zarter Jugend Hochbegnadigt worden bist. O wie glänzte seit der Taufe Hell an Dir der Unschuld Kleid, Und im ganzen Lebenslaufe Ward es nie von Dir entweiht. „Einem Seraph gleich, entzücket Fandst Du Dich am Tische ein, Wo uns Jesus selbst beglücket, Uns will Gast und Speise sein. O wie glühte Dein Verlangen Nach dem wahren Himmelsbrod! Fromm und oft ihn zu empfangen, Deinen hier verborg'nen Gott. »Kindlich zart war Deine Liebe Zu der Himmelskönigin; Du gabst ihr aus reinstem Triebe Dein Gelübd' zum Opfer hin: Allzeit rein und keusch zu leben, Wie ihr Beispiel Dir gezeigt, Du bliebst ihr als Sohn ergeben, Sie als Mutter Dir geneigt. „Früh hast Du den Kampf vollendet, Zu dem Lohne rief Dich Gott, Den er Allen reichlich spendet, Die getreu sind bis zum Tod. Lass' mich, riefst Du, freudig eilen Hin in's schöne Vaterhaus, Nicht mehr mag ich hier verweilen, Gern zieh' ich von hinnen aus. — 187— 5. Bitt' für uns, wenn die Gefahren Droh'n von Hölle, Welt und Fleisch, Dass die Treue wir bewahren, Dass wir bleiben fromm und keusch. Bitt', dass wir nur Gutes üben, Uns vor jeder Sünde scheu'n, Dass wir allzeit, hier und drüben, Mögen Gottes Kinder sein. 6. Bitt', dass wir der Sünden Menge, Uns'rer Seele wahren Tod, Tilgen durch der Buße Strenge, Wie es Jesus uns gebot. Dass er uns, stets frei von Sünden, Und zum Leben neu erweckt, Möge an dem Tische finden, Den sein Allmachtswort gedeckt. 7. Wenn auch wir zur Jungfrau flehen, Wie Du kindlich fromm gethan, Nimmt auch sie, wie Dir geschehen, Mild sich uns'rer Nöthen an. Bald vergeht dies kurze Leben Und der Erde schnöder Tand; Ist es gut vollbracht, dann schweben Wir hinauf in's Vaterland. 8. Wo Du stehst an Gottes Throne, In der auserwählten Schaar, Reicht Dein Herr auch uns die Krone, Sie, die nimmer welket, dar. In der Engel hohen Weisen Wollen wir, mit Dir erfreut, Den Dreieinigen dann preisen Durch die ganze Ewigkeit. — 188— Vieö 116) zu Ehren des hl. Tevpold. (Wird gesungen Nachmittags nach dem heil. Segen.) 1. 1— — O Diener Gottes, Leopold, O Schützer uns'rer Lande! Noch bist Du frommen Christen hold, Wie einst im Fürstenstande. Noch nährt Dein Geist, sich immer gleich, Die weltbekannten Triebe, Und blicket auf sein Oesterreich Mit väterlicher Liebe. „Dies flammet unsere Seele an, Zu Dir sich aufzuschwingen, Was eine Seele bringen kann, Durch Dich vor Gott zu bringen. Er, der in seinen Heiligen So wunderbar sich zeiget, Ist Deinen Fürspruch anzusehen, O Leopold! geneiget. Er denket Deiner Lebenszeit, Die Du mit Wohlthun ziertest, Die Milde, die Gerechtigkeit, Mit welcher Du regiertest, Den Eifer für Religion, Der Deinen Geist entflammte, Die Demuth, die selbst auf dem Thron Den Stolz der Welt verdammte. „Dirum sprach er auch: O treuer Knecht! Nach vierzig Herrscherjahren Sollst Du bei mir mit allem Recht, Was ich versprach, erfahren. Wer vieles Volk zu seiner Pflicht, Auf Erden dort wird leiten, YO 117 J. O bitte doch für uns bei Gott, St. Florian! Beschütze uns in Feuersnoth! Der glänzet hier wie Sternenlicht In allen Ewigkeiten. „So glänzest Du, doch nicht von Gold Ist Deine Sternenkrone, Gott selbst ward Dir, o Leopold! Zum übergroßen Lohne. Wie Kinder freuen wir uns hier An unser s Vaters Ehren; Ach, Vater, dass wir einst zu Dir Zu kommen würdig wären! „Erhalt' uns auf der Tugendbahn Durch Jesus Christus Gnade! Nimm Dich bei Gott der Deinen an, nn uns kein Unheil schade! Verbreit' auf 27 Fürstenhaus, Auf Stadt und Land den Segen! Und fließet unser Leben aus, Komm freundlich uns entgegen. Zu Ehren des hl. Florian. Lösche die Flammen! So ruft zusammen Die Christenschaar. Sieh', Dir vertrau'n wir Hab und Gut, St. Florian! Bewahre es vor Feuersglut Ach, vor des Blitzes zündend Strahl, St. Behüte Scheuer, Haus und Stall. Lösche die Flammen! So ruft zusammen Die Christenschaar. Florian! — 8. — 190— Lösche die Flammen! So ruft zusammen Die Christenschaar. „Du Liebling Gottes, unsers Herrn, St. Florian! Halt' freche Bosheit von uns fern. Lösche die Flammen! So ruft zusammen Die Christenschaar. rian! Wann uns in Schlummer wiegt die Nacht, St. Flo⸗ Halt' Du dann über uns die Wacht! Lösche die Flammen! So ruft zusammen Die Christenschaar. „Hilf uns bewahren auch das Licht, St. Florian! Dass nicht dadurch die Flamm' ausbricht. Lösche die Flammen! So ruft zusammen Die Christenschaar. „Schütz uns, wir bitten ohne End', St. Florian! Auch vor der Glut, die ewig brennt. Lösche die Flammen! So ruft zusammen Die Christenschaar. Und in des Fegefeuers Pein, St. Florian! Wirst Du Patron und Helfer sein. Lösche die Flammen! So ruft zusammen Die Christenschaar. 1181 Te Deum. 1. Größer Gott, wir loben Dich, Herr, wir preisen deine Stärke! Vor Dir neigt die Erde sich Und bewundert Deine Werke; * — Wie Du warst vor aller Zeit So bleibst Du in Ewigkeit. Alles was Dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen Stimmen Dir ein Loblied an; Alle Engel, die Dir dienen, Rufen Dir Wan ohne Ruh: Heilig, heilig, heilig zu. Heilig, Herr Gott Sabaoth! Heilig, Herr der Kriegesheere, Starker Helfer in der Noth: Himmel, Erde, Luft und Meere Sind erfüllt von Deinem Ruhm, Alles ist Dein Eigenthum. „Der Apostel Christi Chor, Der Propheten große Menge, Schickt zu Deinem Thron empor Neue Lob- und Dankgesänge; Der Blutzeugen große Schaar Lobt und preist Dich immerdar. „Auf dem ganzen Erdenkreis Loben Große und auch Kleine Dich, Gott Vater! Dir zum Preis Singt die heilige Gemeine, Sie ehrt auch auf seinem Thron Deinen eingebornen Sohn. „Sie verehrt den heil'gen Geist, Welcher uns mit seinen Lehren Und mit Troste kräftig speist, Der, o König voller Ehren! Der mit Dir, Herr Jesu Christ! Und dem Vater ewig ist. „Du, des Vaters ew'ger Sohn, Hast die Menschheit angenommen; — 10. — — 192— Du bist auch von Deinem Thron Zu uns auf die Welt gekommen: Gnade hast Du uns gebracht, Von der Sünd' uns frei gemacht. Nunmehr steht das Himmelsthor Allen, welche glauben, offen; Du stellst uns den Vater vor, Wenn wir kindlich auf Dich hoffen; Endlich kommst Du zum Gericht, Zeit und Stunde weiß man nicht. Steh', Herr! Deinen Dienern bei, Welche Dich mit Demuth bitten, Die Dein Blut dort machte frei, Als Du für uns hast gelitten; Nimm uns nach vollbrachtem Lauf Zu Dir in den Himmel auf. Sieh' Dein Volk in Gnaden an, Hilf uns, segne Herr Dein Erbe! Leit' es auf der rechten Bahn, Daß der Feind es nicht verderbe. Hilf', daß wir durch Buß' und Fleh'n Dich im Himmel mögen seh n. Alle Tage wollen wir Dich und Deinen Namen preisen Und zu allen Zeiten Dir Ehre, Lob und Dank erweisen; Gib, dass wir von Sünden heut' Und von Lastern sei'n befreit. Herr erbarm', erbarme Dich! Ueber uns, Herr, sei Dein Segen! Deine Güte zeige sich, So wie wir zu hoffen pflegen; Auf Dich hoffen wir allein, Laß uns nicht verloren sein. — 193— Oesterreichische Volkshymmune. 1. Gott erhalte, Gott beschütze Unsern Kaiser, unser Land! Mächtig durch des Glaubens Stütze Führ' er uns mit weiser Hand! Lasst uns seiner Väter Krone Schirmen wider jeden Feind; Innig bleibt mit Habsburgs Throne Oesterreichs Geschick vereint. „Fromm und bieder, wahr und offen Lass't für Recht und Pflicht uns steh'n; Lass't, wenn's gilt, mit frohem Hoffen Muthvoll in den Kampf uns geh'n! Eingedenk der Lorbeerreiser, Die das Heer so oft sich wand:— Gut und Blut für unsern Kaiser, Gut und Blut für's Vaterland! „Was des Bürgers Fleiß geschaffen, Schütze treu des Kriegers Kraft; Mit des Geistes heit'ren Waffen Siege Kunst und Wissenschaft! Segen sei dem Land beschieden, Und sein Ruhm dem Segen gleich: Gottes Sonne strahl' in Frieden Auf ein glücklich Oesterreich! Lass't uns fest zusammenhalten, In der Eintracht liegt die Macht; Mit vereinter Kräfte Walten Wird das Schwerste leicht vollbracht. Lass't uns eins durch Brüderbande, Gleichem Ziel entgegengeh'n: Heil dem Kaiser, Heil dem Lande, Oesterreich wird ewig steh'n! 13 — 194— 5. An des Kaisers Seite waltet, Ihm verwandt durch Stamm und Sinn Reich an Reiz, der nie veraltet, Uns're holde Kaiserin. Was als Glück zu höchst gepriesen, Ström' auf Sie der Himmel aus: Heil Franz Josef, Heil Elisen! Segen Habsburg's ganzem Haus! Morgengebet, welches knieend verrichtet wird. O Gott und Vater, sieh' Dein Kind Zu Deinen Füßen knien! Ich bringe Dir zum Angebind, Was Du mir selbst verliehen: Ein Herz voll Lieb' und Dankbarkeit Für Deinen Schutz und Segen, Für sanfte Ruh und Sicherheit, Da ich im Schlaf gelegen. Mit frohem Herzen will ich nun Zu meiner Arbeit gehen, Und alles Dir zu Liebe thun.— Komm', Herr! mir beizustehen. Ich hoffe und vertrau', o Gott! Auf Deine Gnad' und Güte, Beschütze mich in aller Noth, Vor Sünden mich behüte! O heiliger Schutzengel mein, Geleite mich auf Erden, Und führ mich einst zum Himmel ein, Und hilf mir selig werden. Amen. Vater Unser. Ich glaube an Gott. Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott Sabaoth,— alle Welt ist seiner Herrlichkeit voll! — Ehre sei dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste 4, wie es war im Anfange, jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. Vaterunser. Vater Unser, der Du bist in dem Himmel, geheiliget werde Dein Name. Zukomme uns Dein Reich. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Gib uns heute unser tägliches Brot und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Uebel. Amen. Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnaden, der Herr ist mit Dir, Du bist gebenedeit unter den Weibern und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitt' für uns, arme Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Absterbens. Amen. Das apostol. Glaubensbekenntuis. Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erde, und an Jesum Christum, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geiste, geboren aus Maria, der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuziget, gestorben und begraben; ab⸗ gestiegen zu der Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Todten, aufgefahren in den Himmel, sitzet zur rechten Hand Gottes, des all⸗ mächtigen Vaters; von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Ich 13* glaube Kirche, an den heiligen Geist, die heilige, katholische Gemeinschaft der Heiligen, Ablass der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Abendgebet. O Gott, Du hast mich heut' bewacht, Hast väterlich an mich gedacht. Ich sage Dank für jede Gab', Die ich von Dir empfangen hab'. Beging ich einen Fehler heut', So ist es mir vom Herzen leid. Verzeihe, guter Vater, mir, Verstoße nicht Dein Kind von Dir. Erhöre mich, ich rufe Dich, Gott Vater, Dir empfehl' ich mich, Du wachst für alle groß und klein, D'rum schlaf' ich ohne Sorgen ein. Und Du mein Heiland, Jesu Christ, Der Du mein Gott, mein alles bist, In Deine Wunden schließ' mich ein, Dann bleib' ich ruhig, keusch und rein. Jungfrau Maria! bleib' bei mir, Die Seele mein empfehl' ich Dir, Und wenn die letzte Stund' anbricht, O Mutter, dann verlass' mich nicht! Amen. Vater unser. Ich glaube an Gott. Jesus, Maria und Josef! Euch schenke ich Gebet um eine glückliche Sterbe⸗ stunde. (300 Tage Ablass. Pius VII. 1807.) mein Herz und meine Seele. 3 4 che en, en. — 197— Jesus, Maria und Josef! Stehet mir hilfreich bei in meinem letzten Streite. Jesus, Maria und Josef! Lasset meine Seele mit Euch in Frieden scheiden. Amen. Der englische Gruß, wenn morgens, mittags und abends zum Gebete geläutet wird. J. Der Engel des Herrn brachte Maria die Bot⸗ schaft,— und sie empfieng von dem heiligen Geiste.— Gegrüßet seist Du. 2. Maria sprach:„Ich bin eine Dienerin des Herrn,— mir geschehe nach Deinem Worte.“ — Gegrüßet seist Du. 3. Und das Wort ist Fleisch geworden,— und hat unter uns gewohnet;— selig ist der Leib, der Dich getragen hat,— und selig sind die Brüste, die Du gesogen hast.— Gegrüßet seist Du. ö Vater unser, Gegrüßet. Fromme Gebetssprüche für kleine Kinder. 1. O, lieber Jesus mach' mich fromm, Dass ich zu Dir in Himmel komm'! 2. Jesukindlein, bleib bei mir, Mach' ein frommes Kind aus mir! 3. Mein Herz ist klein, Kann Niemand hinein, Als Du, mein liebes Jesulein. 4. Heiliger Schutzengel mein, Lass' mich Dir empfohlen sein. — 108— Tischgebet vor dem Essen. Von Dir, o Gott! empfangen wir All' uns're Nahrung, Speis' und Trank, O segne diese Mahlzeit hier, Lass Dir gefallen uns'ren Dank, Gib', dass wir immer mäßig leben Und auch den Armen gerne geben. Amen. Dankgebet nach dem Essen. Wir danken Dir für Deine Gaben, O Gott, die wir genossen haben, Dir dienen wir mit Lieb' und Treu', Mit Deiner Gnade steh' uns bei. Amen. Weunn man sich mit Weihwasser bespreugt. Besprenge meine Seele, o Herr, und wasche mich rein von meinen Sünden. Erbarme Dich meiner, o Gott! nach Deiner großen Barmherzigkeit, und Dein Segen bewahre mich vor allen Anfechtungen des bösen Feindes. Ehre sei Gott dem Vater, und dem Sohne f, und dem heil. Geiste, wie es war im Anfange, jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. Wenn man zur heiligen Wandlung läuten hört. O O Jesu, sei mir gnädig! O Jesu, sei mir barmherzig! O Jesu, verzeih' mir meine Sünden! — Die Ehre sei u. s. w. — 199— Wenn die Sterbeglocke geläutetwird. Erbarme dich, o Gott! der armen Seele, welche in der gegenwärtigen Stunde von dieser Welt abgeschieden ist. O Herr, gib' allen christ⸗ gläubigen Seelen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen! Lass' sie in Frieden ruhen! Amen. Vater unser. Gegrüßet. Wenn man bei einer Kirche vor⸗ übergeht. Gelobt und gebenedeit sei jetzt und ohne End', Jesus Christus in dem heiligsten Sacrament. Bei einem Kreuze. Ich bete Dich an, o Herr Jesu Christe! und lobe Dich, denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset. Bei einem Muttergottesbilde. O Maria, steh' uns bei,— dass uns Gott barmherzig sei. Gegrüßet seist Du, Maria u. s. w. Bei einem Gottesacker. Herr Jesu Christe! durch Deinen Tod und Dein heiliges Blut, Erlöse die armen Seelen aus ihrer heißen Gluth! Vater unser. Gegrüßet. Wenn das hochwürdigste Gut zu einem Kranken getragen wird. Hochgelobet und gebenedeit sei das allerheiligste Sacrament des Altars. Vater unser. Gegrüßett. — 200— Jesus, der im heiligsten Sacramente zugegen ist u. s. w Gebet am Donnerstage, da zum Andenken der Angst Christi geläutet wird. In jener Nacht am Oelberge— sprach Jesus zu seinen Jüngern:—„Meine Seele ist betrübt — bis in den Tod.— Wachet und betet— damit Ihr nicht in Versuchung fallet!“— Und voll Er⸗ gebung— in den Willen des himmlischen Vaters — betete er:„Vater, wenn es möglich ist,— so nimm den Kelch von mir;— doch nicht mein,— sondern Dein Wille geschehe!“— O mildester Herr Jesu Christe!— der Du wegen meiner— und der ganzen Welt Sünden— so große Angst— und Traurigkeit ausgestanden,— und blutigen Schweiß vergossen hast,— der Du in dieser Angst — von einem Engel gestärkt worden bist:— gib, dass ich in aller Trübsal,— Angst und Noth— mich in den göttlichen Willen ergebe— und in jedem Leiden Trost— und in jeder Versuchung — Kraft vom Himmel erlangen möge. Amen.— Vater unser. Ich glaube u. s. w. Gebet am Freitage, wenn zur Scheidung Christi geläutet wird. Es sind Finsternisse geworden,— als die Juden— den Herrn Jesum gekreuziget hatten;— und um die neunte Stunde— schrie der Herr Jesus— mit lauter Stimme:—„Mein Gott, mein Gott,— warum hast Du mich verlassen!— Vater, in Deine Hände— empfehle ich meine Geist!“— und mit geneigtem Haupte— gab seinen Geist auf.— Darum beten wir Dich an 81 als wahrer Gott und Mensch,— heilige Maria — 201— — o Herr Jesu Christe!— und loben Dich,— denn durch Dein heiliges Kreuz— durch Dein bitteres Leiden und unschuldiges Sterben— hast Du die ganze Welt erlöset.— O, Herr Jesu Christe!— wir bitten Dich durch die Bitterkeit — Deines heiligen Leidens und Sterbens,— das Du wegen unser— am Kreuze vollbracht hast, — Du wollest Dich unser erbarmen,— wenn wir einst— von diesem Leben abscheiden werden. Amen. — O Jesus, Dir lebe ich— O Jesus, Dir sterbe ich.— O Jesus, Dein bin ich— todt und lebendig. Amen.— Vater unser. Ich glaube. u. s. w. Erste Mels⸗NAnoöacht. Staffelgebet. Der Priester erwecket am Fuße des Altars sich zur Andacht; thue auch dies und erwecke die gute Meinung. Im Namen Gottes des Vaters— und des Sohnes— und des heil. Geistes. Amen. Allmächtiger Gott,— ewiger Vater der Menschen!— wir erscheinen jetzt in Deinem Hause,— damit wir den Anfang— des heutigen Tages heiligen,— das Andenken— an den Tod Deines göttlichen Sohnes,— unseres Heilandes— gemeinsam erneuern,— Dich anbeten,— Dir danken für alles Gute,— welches wir bisher— unser ganzes Leben lang— von Dir empfangen Die Striche gelten als Haltzeichen, wenn die Gebete laut und von allen Kindern gemeinschaftlich gebetet werden. — 202— haben,— Dich um Verzeihung unserer Sünden — und um neue Gnaden bitten.— In dieser Meinung— wollen wir mit Andacht,— mit festem Glauben an Dein heiliges Wort— und in christlicher Liebe— dem heiligsten Opfer bei⸗ wohnen,— in welchem Dein göttlicher Sohn,— Jesus Christus, unser Heiland,— selbst geopfert wird.— Wir vereinigen unsere Meinung— mit der Meinung des Priesters— und der ganzen katholischen Kirche. Confiteor. Der Priester betet die offene Schuld. Mit ihm sollen alle Anwesenden aufrichtig ihre Sünden bereuen und um Ver⸗ gebung bitten. Mit reumüthigem Herzen— bekennen wir vor Dir,— allwissender Gott!— unsere Sünden, — welche wir mit Gedanken,— Worten oder Werken begangen haben.— Wir bekennen, dass wir schuldig sind;— wir bitten um Vergebung und versprechen,— dass wir uns bessern wollen. — Das Andenken an Jesu Leiden und Sterben — soll uns allezeit— im guten Vorsatze stärken. — Erbarme Dich unser!— Herr, unser Gott!— Erbarme dich unser!— Verzeihe uns, o Herr!— wie auch wir vom Herzen— allen Menschen ver⸗ zeihen— und alle als Deine Kinder— und unser Brüder— aufrichtig lieben wollen. ——2——— 722— 2• Gloria. Der Priester betet den Lobgesang:„Ehre sei Gott in der Höhe.“ Alle sollen jetzt Gott loben und sagen: Allmächtiger Gott,— Herr des Himmels und der Erde!— Dir und Jesu, Deinem eingebornen Sohne,— mit dem heil. Geiste— sei Dank— und Lob und Ehre,— und allen Menschen— Friede und Segen!— Wir loben Dich,— wir danken Dir.— Erhöre unser Flehen; denn Du allein— bist unser Herr— und unser höchstes Gut.— An Dich glauben wir,— auf Dich hoffen wir,— Dich lieben wir— aus ganzem Herzen.— Lass' unser Lob⸗ und Dankgebet— Dir wohlgefällig sein— durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Gebet. Der Priester ermahnt das christliche Volk zum Gebet, indem er sagt:„Oremus“, d. h.„lasset uns beten“. Unser Herr und Gott!— Dein heil. Geist sei mit uns— und erfülle auch— den Geist des Priesters!— Erhöre, gütigster Vater! das Gebet, — welches derselbe— für uns jetzt verrichtet.— Wir bitten mit ihm— und bitten Dich— durch Jesum Deinen Sohn,— verleihe uns,— was Du Statt der Gebete vom Gloria bis zum Offertorium, dann zur Präfation und von der Communion bis zu Ende können aus den Messgesängen die entsprechenden Strophen gesungen werden. SS.....I..‚.‚.‚‚‚e.e — 204— weißt,— dass es für uns— gut und heilsam ist — für dieses zeitliche— und besonders für das ewige Leben. Amen. Epistel und Evangelium. Der Priester liest die Epistel und das Evangelium. Alle danken Gott für die Lehren der heil. Schrift. Herr Jesu Christe!— Dir sei Lob und Dank, — dass Du uns— den Willen Deines Vaters— und den Weg zum ewigen Leben— in Deinem hl. Evangelium— und den andern heil. Büchern — geoffenbaret hast. Gib uns die Gnade,— dass wir allezeit— Dein heiliges Wort— mit gläu⸗ bigem Herzen anhören.— Erleuchte auch alle Priester und Prediger,— damit sie dasselbe— nach dem Sinne— der unfehlbaren katholischen Kirche vortragen.— Bewahre uns und alle Christen — vor Spaltungen— Irrlehren und Unglauben; — verleihe uns,— dass wir die Lehre des Evan⸗ geliums— nicht nur mit Ohren hören,— sondern auch in's Herz fassen— und in unserem Thun und Lassen— befolgen mögen. Amen. Du hast mir durch Deinen Sohn,— den lieben Heiland,— sagen lassen, o Herr,— was Dein heiliger Wille ist,— und öfters sagen es mir — meine Eltern und der Priester.— Ich danke Dir, o Herr!— dass Du mich nicht— in Un⸗ wissenheit gelassen hast:— ich danke Dir,— dass Du mir Deine Gebote gegeben,— ich will sie es CH K—3——— — 205— füllen.— Dein Wille sei auch mein Wille— und heilig wie Deinen Willen— will ich auch achten — den Willen meiner Eltern, wie auch derjenigen, — die ihre Stelle vertreten.— Ich will pünktlich und freudig gehorchen,— schnell und ohne Wider⸗ rede thun,— was mir befohlen wird.— Wie Dein lieber Sohn Jesus Christus— Dir gehorsam war bis zum Tode,— so will auch ich— in meinem ganzen Leben— Dir gehorsam sein. O Herr! lass den Samen— Deines göttlichen Wortes— in unseren Herzen Wurzel fassen— und Früchte bringen— zum ewigen Leben. Credo. Auch außer den Sonntagen betet der Priester manchmal das Glaubensbekenntnis. Die Anwesenden beten mit gläubigem Herzen: Ich glaube an Gott ꝛc. Offertorinm. Der Priester opfert Brot und Wein, welche Gaben bei der heil. Wandlung in den Leib und das Blut Jesu verwandelt werden. Allmächtiger Gott,— unser gütigster Vater! — nimm gnädig an das Opfer,— welches wir mit dem Priester— Dir darbringen— für unsere — und aller Menschen Sünden,— zum Andenken an das Leiden und Sterben,— an die Aufer⸗ stehung und Himmelfahrt— Jesu Christi, unseres Herrn— und zur Ehre der seligsten Jungfrau — 206.— Maria— und aller Heiligen,— damit sie für uns bitten im Himmel,— deren Andenken— wir feiern auf Erden.— Mit diesen Opfergaben— wollen wir uns selbst— Dir, o Gott— zum lebendigen Opfer— darbringen und hingeben.— Unser Verstand und Wille,— unser Thun und Lassen,— sollen Dir allein geheiliget sein,— durch den Glauben— und die Liebe,— durch tren— Erfüllung— Deines göttlichen Willens— und durch Nachahmung— Jesu Christi, Deines Sohnes, — welcher sich für uns— am Kreuze geopfert hat — und auf dem Altare— unblutiger Weise— wird geopfert werden.— Verleihe, himmlischer Vater!— dass dieses Opfer— uns und allen Christen— heilsam werde zum ewigen Leben. Amen. Präfation. Die Gläubigen werden bei der Präfation auf die heilige Handlung vorbereitet und ermahnt, Gott Lob zu singen. Herr, ewiger Gott,— allmächtiger Vater! — wir erheben— unsere Herzen und Gedanken — hinauf zu Dir,— wir preisen Dich— und danken Dir,— wie Du es würdig bist— und wir es schuldig sind,— durch Deinen Sohn,— unsern Herrn Jesum Christum,— durch welchen auch— die himmlischen Geister,— Deine Herr⸗ lichkeit— loben und anbeten.— Lass Dir, 9 himmlischer Vater!— unser Lob und Anbeten— wohlgefällig sein,— indem wir mit Mund und 2 2 für wir zum und urch rene und nes, hat 0 llen ien. — 207— Herzen— mit allen Engelscharen,— voll Demuth und Ehrfurcht— den Lobgesang der Seligen im Himmel— hier auf Erden sprechen:—„Heilig, heilig, heilig— bist Du, o Herr,— Gott der Heerscharen;— Himmel und Erde— sind voll von Deiner Herrlichkeit.— Gepriesen sei, der da kommt— im Namen des Herrn.— Lob und Ehre — sei dem Allerhöchsten! Memento für die Lebenden. Der Priester bittet für die Kirche, für den Papst, für den Kaiser, für die Lebenden, Gegenwärtigen ꝛc. und fleht zu den Heiligen um ihre Fürbitte. Barmherziger Vater!— wir bitten Dich,— lass Dir doch dieses heilige Opfer— und unsere Fürbitte— angenehm und wohlgefällig sein.— Höre gnädig an— Deinen Priester— und uns, Deine Kinder.— Wir beten zu Dir— für das Wohl und die Ausbreitung— Deiner heiligen Kirche,— für das sichtbare Oberhaupt derselben, — den römischen Papst,— für unsern Bischof und alle Seelsorger,— für unsern Landesfürsten — und alle Obrigkeiten,— für unsere Angehörigen, — für alle leidenden Mitchristen,— für Freunde und Feinde.— Wir bitten Dich,— Du wollest uns allen— gnädig und barmherzig sein. Wir ehren auch das Andenken— der heiligen Jungfrau Maria,— der Mutter unseres Herrn Jesu Christi,— der heiligen Apostel,— Martyrer — 208— — und aller Deiner Heiligen.— Lass' uns durch die Fürbitte derselben— Deinen gnädigen Schutz — allezeit und überall angedeihen.— Lass' unsere Zeiten friedlich sein.— Bewahre uns— vor dem ewigen Verderben— und nimm uns auf— in die Zahl Deiner Auserwählten. Amen. Die heil. Wandlung. Der Priester verwandelt durch die Worte Jesu Brot und Wein in den Leib und in das Blut Jesu Christi. In tiefster Stille und Demuth bete Jesum an, das wahre Lamm Gottes. O Herr Jesu Christe,— Sohn des lebendigen Gottes!— Du bist hier gegenwärtig— als Gott und Mensch,— mit Fleisch und Blut.— Ich bete Dich in tiefster Ehrfurcht an.— Du meine Zuflucht, — meine Hoffnung,— meine Liebe!— Dir schenke ich mein Herz— O lass' Deine Liebe in mir wirken — zu einem frommen und heiligen Leben. Amen. Du wahres— lebendiges Blut Jesu Christi. — Ich bete Dich an— mit allen Engeln und Heiligen.— Du bist für mein Heil geflossen!— Wasche ab meine Sünden;— reinige und stärke meine Seele— zum ewigen Leben. Amen. Jesus! Dir lebe ich— Jesus! Dir sterbe ich— Jesus! Dein bin ich— todt und lebendig. Amen. Nach der heil. Wandlung. Allmächtiger Gott!— wir glauben fest,— dass Jesus Christus,— Dein ewiger Sohn— A.·. — 209— unser Herr und Heiland,— nun wahrhaftig— auf dem Altare gegenwärtig ist— und für uns geopfert wird.— Mit innigster Dankbarkeit— erinnern wir uns jetzt— an das seligmachende Leiden und Sterben,— an die Auferstehung und Himmelfahrt— desselben, Deines Sohnes.— Wir bitten Dich,— sieh' mit gnädigen Augen— auf uns, Deine Diener,— und lass' Dir auch— unser Opfer und unsere Andacht— wohlgefällig sein, — damit alle,— welche daran Theil nehmen, — mit Deinem himmlischen Segen— erfüllet werden— und dem heiligen Beispiele— Deines göttlichen Sohnes— im Thun und Leiden,— im Leben und Sterben— nachfolgen mögen. Amen. Memento für die Verstorbenen. Der Priester betet für die Abgestorbenen im Allgemeinen und insbesondere. Im Geiste christlicher Liebe— beten wir, o Herr!— auch für alle— abgestorbenen Mit⸗ christen,— besonders für unsere Angehörigen,— Wohlthäter,— Freunde und Feinde.— Für sie und alle Deine Diener und Deine Kinder.— Sei, o Vater! allen gnädig,— damit sie bald vollkommen ge⸗ reinigt— vor Deinem Angesichte— erscheinen mögen. Darnach bittet der Priester für sich und alle Anwesenden um Aufnahme in die Gesellschaft der Heiligen. Auch uns, arme Sünder,— die wir auf Deine Barmherzigkeit vertrauen,— lass uns theil⸗ 14 — 210— nehmen— an der Gemeinschaft Deiner heiligen Apostel,— Martyrer und Jungfrauen.— Wir vertrauen nicht— auf unsere Verdienste,— sonder auf Deine Erbarmungen— und auf Jesum Christum, — durch welchen Du— alles heiligest und selig machest,— durch Ihn und mit Ihm— sei Dir o Gott!— in Einheit des heiligen Geistes— alle Ehre und Herrlichkeit. Paternoster. Der Priester fordert die Gläubigen auf, mit kindlichem Ver⸗ trauen das Gebet zu verrichten, das uns Jesus gelehrt hat. Durch unsern göttlichen Lehrmeister unter⸗ richtet— lasset uns mit kindlichem Vertrauen— und mit Andacht beten:— Vater unser, der Du bist in dem Himmel,— geheiliget werde Dein Name— zukomme uns Dein Reich,— Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf! Erden.— Gib uns heute unser tägliches Brot— und vergib uns unsere Schulden,— als auch wir vergeben unsern Schuldigern— und führe uns nicht in Versuchung,— sondern erlöse uns von dem Uebel. Amen. Agnus Dei. Der Priester klopfet an seine Brust und bittet dabei Jesum, das Lamm Gottes, um Erbarmung. Herr Jesu Christe!— Du bist das wahre Lamm Gottes,— welches für die Sünden de Welt— ist geopfert worden.— Erbarme Dih unser— und verleihe uns den Frieden.— Erhall — 211— auch Frieden und Einigkeit— in der heil. Kirche — und lass' alle Christen— eines Sinnes werden — und bleiben. Amen. Communion. Der Priester genießt den Leib und das Blut Jesu. Die Gläubigen erwecken das Verlangen, Jesu Fleisch und Blut wenigstens geistlicher Weise zu empfangen. Herr Jesu Christe!— wahrer Gott und Mensch,— Du hast durch Deinen Tod— uns armen Sündern— das Leben erworben— und Deinen heiligen Leib— uns zur Nahrung der Seele gegeben. Wir sind zwar nicht würdig,— mit diesem Himmelsbrote— gespeiset zu werden, — doch wünschen wir,— stets mit Dir vereinigt zu sein— und nach Deinem Geiste zu leben.— Wir bereuen unsere Sünden— und bitten Dich um die Gnade,— dass wir durch wahre Buße— und Besserung unseres Lebens,— durch Liebe Gottes und des Nächsten— mögen würdig werden, — diese göttliche Speise— mit lebhaftem Glauben — zum Heile unserer Seelen— künftig zu em⸗ pfangen— und durch dieselbe— in allem Guten gestärket— und zum ewigen Leben genähret zu werden. Die letzten Gebete. Nach der Communion betet der Priester die Danksagung und verrichtet noch ein oder mehrere Gebete. Gott, unser Herr und Vater!— noch einmal rufen wir zu Dir,— vereinigt im Geiste— mit 14⁷ der ganzen katholischen Kirche.— Wir danken Dir, — dass Du uns diesem heiligen Opfer— hast beiwohnen lassen,— und bitten Dich,— lass! dasselbe uns— und allen Gläubigen— in all“ unseren Nöthen und Anliegen— zur Hilfe und zum Troste— und zum Wachsthume im Glauben, — in der Hoffnung,— in der Liebe Gottes und des Nächsten gereichen. Amen. Der Segen. Der Priester betet, das vollendete Opfer möge Gott wohlgefallen, und segnet das ganze Volk im Namen der allerheiligsten Dreieinigkeit. Heiligste Dreieinigkeit! wir bitten Dich,— lass' Dir unsere Anbetung— wohlgefällig sein.— Lass' das heil. Opfer,— welches jetzt für uns— und zu Deiner Ehre ist vollendet worden,— uns und allen Christen ersprießlich sein— zur Ver⸗ gebung der Sünden— und zur Erwerbung Deiner Gnade— und Deines Segens— im Geistlichen und Leiblichen. Segne uns, allmächtiger Gott— Vater f, Sohn und heiliger Geist. Amen. Das letzte Evangelium. ö Zum Schlusse der heiligen Messe wird noch der Anfang des Evangeliums des heil. Johannes gelesen:„Im Anfange war das Wort“ ꝛe. 264 Herr Jesu Christe!— Du bist das ewihe Wort Gottes und bist auf die Welt gekommen, uns Ver⸗ einer ichen r 7 — 213— — uns das ewige Licht zu geben.— Du bist unser Licht in der Finsternis der Welt.— Wir danken Dir, dass Du uns zur Erkenntnis der Wahrheit berufen— und zu Kindern Gottes— aufgenommen hast.— Wir bitten Dich um Deine Gnade,— damit wir stets— als Kinder Gottes wandeln— und nach diesem Leben— in die Zahl der Auserwählten— mögen aufgenommen werden. Amen. An Dich glauben wir,— auf Dich hoffen wir— und Dich lieben wir— aus ganzer Seele. — Stärke uns im Glauben,— erhalte uns in der Hoffnung,— lass uns täglich wachsen— in der Liebe Gottes und des Nächsten.— Lass' uns Deine Gebote lieben,— damit wir Deiner Verheißungen theilhaftig werden. Amen. Ehre sei dem Vater— und dem Sohne— und dem heil. Geiste,— wie es war im Anfang, — jetzt und alle Zeit— und in Ewigkeit. Amen. Zweite Mess⸗Andacht. Zum Eingang. Im Namen Gottes, des Vaters, 4— und des Sohnes, 4— und des heiligen Geistes. 4 Amen.— Im Geiste der Anbetung und des Ver⸗ trauens— wohne ich dieser heiligen Messe bei— zum Lobe der allerheiligsten Dreifaltigkeit,— zum Danke für alle mir erwiesenen Gnaden,— zur Genugthuung für meine Sünden,— zur Aus⸗ breitung der heiligen, katholischen Kirche,— zur Bekehrung der Sünder,— zum Heile der Kranken und Sterbenden,— und zum Troste der armen Seelen,— für meine Eltern, Vorge⸗ setzten und Wohlthäter,— für meine Freunde und Feinde,— und für Alle,— die sich in mein Gebet empfohlen haben.— Mache meine Seele rein,— barmherziger Gott!— von aller Unge⸗ rechtigkeit und Sünde,— und lasse mich würdig werden,— mein Gebet— mit dem Gebete des Priesters— und der ganzen katholischen Kirche— zu vereinigen.— Gütigster Gott und Vater im Himmel,— blicke gnädig auf Dein Kind herab, — und erbarme Dich meiner!— Verzeihe mir alle begangenen Sünden— um Deines Sohnes Jesu Christi willen,— und verleihe mir die Kraft, ‚ — sie von Herzen zu bereuen,— und in allen Versuchungen— standhaft zu bleiben!— Herr, erbarme Dich unser!— Christe, erbarme Dich unser! — Herr, erbarme Dich unser!—— Zum Gloria. Ehre sei Gott in der Höhe— und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind!— O Gott, Dich loben wir,— Dir danken wir,— Dich beten wir an,— Herr und König FH 72— 81 — 215— des Himmels,— Dich preisen wir— wegen Deiner großen Macht und Herrlichkeit!— Jesus Christus,— unser Herr und Heiland,— Lamm Gottes,— welches die Sünden der Welt hinweg— nimmt,— erhöre unser Gebet,— und nimm hin⸗ weg nusere Sünden,— der Du sitzest zur rechten Hand— Gottes des Vaters,— arbarme Dich unser!— Du allein bist heilig,— Du allein unser Herr,— Du allein der Allerhöchste,— Jesus Christus, mit dem heiligen Geiste— in der Herr⸗ lichkeit des Vaters. Amen. Gebet. Lasset uns beten! Allmächtiger ewiger Gott,— Herr, himmlischer Vater!— erhöre gnädig unsere Bitten und Wünsche,— verleihe uns,— was zu Deiner größeren Ehre und zur Wohlfahrt unserer Seelen gereicht;— Deine Weisheit regiere uns,— Deine Gnade erhalte uns,— Deine Liebe erfreue uns,— Deine Barmherzigkeit tröste uns,— Deine Allmacht beschütze uns!— Verleihe uns,— was uns gut und heilsam ist,— um dieses bitten wir Dich,— Gott Vater im Himmel— durch Jesum Christum,— Deinen Sohn, unsern Herrn,— der mit Dir lebet und regieret— in Einigkeit des heiligen Geistes,— Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.—— — 216— Gebet für die Verstorbenen. Lasset uns beten!— Erbarme Dich, gütiger, barmherziger Gott!— aller christgläubigen Seelen im Fegefeuer,— lindere ihre Schmerzen,— vergib ihre Sünden,— erfülle ihr heißes Verlangen— verleihe den Seelen meiner Anverwandten und Freunde— die ewige Ruhe und Freude;— schließe sie nicht länger aus— von der Anschauung Deines göttlichen Angesichtes;— begnadige alle christ⸗ gläubigen Seelen,— deren sonst niemand auf Erden gedenket,— und erlöse sie bald— nach Deiner großen Barmherzigkeit— aus ihrer Trübsal und Pein— durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.—— Zur Epistel. Heiliger, gewaltiger, unsterblicher Gott!— Wie unerforschlich ist Deine Weisheit!— Wie mächtig Deine Gnade!— Wie unendlich Deine Liebe!— Wie überschwenglich Deine Güte!— Wie unermäßlich Deine Barmherzigkeit!— Wie trefflich Deine Langmuth!— Wie herrlich Deine ö Gerechtigkeit!— Wie lauter Deine Wahrheit!— Wie groß Deine Allmacht,— die Du an uns erwiesen hast!— O allerheiligste,— unzertheilte Dreieinigkeit!— Wir loben Deine göttliche Ma⸗ jestät,— und danken Dir für alles,— was Du uns— an Leib und Seele— Gutes erwiesen hast: — Ehre sei Gott dem Vater,— der uns erschaffen rn; — 217— hat!— Ehre sei Gott dem Sohne,— der uns erlöset hat!— Ehre sei Gott dem heil. Geiste,— der uns geheiliget hat!— Ehre sei der allerheiligsten Dreifaltigkeit,— jetzt und allezeit— und in Ewig⸗ keit. Amen.—— Zum Evangelium. Gütigster Heiland!— Wir können Dir nicht genug danken,— dass Du selbst vom Himmel ge⸗ kommen bist,— um uns verlorene Menschen— zu suchen und selig zu machen!— Du hast uns das Evangelium,— die frohe Botschaft des Heiles ge— bracht;— Du hast uns— durch Dein heiliges Wort und Beispiel— den Weg zum Himmel ge⸗ zeigt;— Du sendest Deine geweihten Priester zu uns,— die uns Dein göttliches Wort verkündigen, — damit wir stets erkennen,— was wir glauben — hoffen und lieben,— und was wir thun und meiden sollen, um nicht ewig verloren zu gehen. — Deine heilige Lehre leuchtet uns— auf den gefahrvollen Wegen des Lebens;— Deine göttliche Stimme ladet uns ein,— bei Dir Trost und Hilfe zu suchen! mit liebender Sorgfalt warnest Du uns vor den falschen Propheten— und vor allen Feinden unserer Seelen.— Verzeihe, o Herr, unsere Nachlässigkeit, und bewege unsere Herzen — zu einem heiligen Eifer das Wort Gottes zu hören,— gib uns das Verständnis Deiner heiligen Lehre,— gib uns auch die Kraft,— Dein heiliges — 218— Beispiel nachzuahmen,— denn Du, o Jesus, bist der Weg,— die Wahrheit und das Leben. Amen.—— Zum Credo. (Erneuerung des Taufgelübdes.) O Gott, durch Deine Erbarmung und Liebe — bin ich schon als ein schwaches Kind— in der heiligen Taufe— von der Erbsünde gereiniget worden!— Durch Deine Gnade bin ich geheiliget — und in Deine heilige Kirche— aufgenommen worden.— Freudig bekenne ich meinen Glauben an Dich— Gott Vater,— Sohn,— und heiliger Geist 4,— ich entsage dem bösen Feinde — und all' seiner Hoffart— und allen seinen bösen Werken,— ich will als ein Kind— der heiligen katholischen Kirche— leben und sterben!— Ich erneuere, o Gott, mein Gelöbnis,— alle Deine Gebote zu halten,— und Dich über alles zu lieben;— erneuere, o Gott,— in mir die Gnade, — welche Du mir— in der heiligen Taufe verliehen hast— durch Jesum Christum, unsein Herrn. Amen.—— Zum Offertorium. Himmlischer Vater! Nimm gnädig an— die Gaben des Brotes und Weines,— welche Dir jetzt die geweihten Hände— Deines Dieners am Altare darbringen!— Mit der frommen Meinung Deines Priesters— vereinige ich meine— besondere Andacht — 219— und Meinung— und bringe Dir, gütigster Vater, — mein Herz als eine Opfergabe dar,— um Dich, meinen Schöpfer— und Herrn zu ehren,— Dir in kindlicher Ehrfurcht zu danken,— für meine Sünden genug zu thun,— und von Deiner großen Barmherzigkeit— neue Gnaden zu erlangen.— Ich erkenne in dem heiligen Messopfer— die Erneuerung jenes blutigen Opfers,— welches Dein eingeborner Sohn— am Kreuze vollbracht hat.— Ich opfere Dir, himmlischer Vater!— Seine unaussprechlichen Leiden— und Seinen bitteren Tod auf,— verzeihe mir und allen armen Sündern— durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.—— Zur Präfation. Aufwärts zu Gott— erheben wir unsere herzen,— denn es geziemt sich wohl,— dass wir Dich, den allmächtigen Herrn— stets loben und preisen,— wie Dich alle Engel und Erzengel— ohne Ende loben und preisen.— Mit den Chören der heiligen Engel— vereinigen wir unsere Stimme, — und beten Deine göttliche Majestät an:— Heilig, heilig, heilig ͥ— ist der Herr, Gott Sabaoth, — alle Welt ist seiner Herrlichkeit voll!— Ehre sei Gott dem Vater,— und dem Sohne 4,— und dem heiligen Geiste 4,— wie es war im An⸗ fange,— jetzt und alle Zeit— und in Ewigkeit. Amen.— Gebenedeit sei,— der da kommt im Namen des Herrn! Nach dem Sanetus. O gütigster Gott und Vater!— wie viel bin ich Dir schuldig!— Du hast mir das Leben ge⸗ geben,— Du hast mich— in der wahren Kirche geboren werden lassen,— Du hast mich— bis auf diesen Tag erhalten,— mich väterlich gepflegt, — mich wunderbar geführt,— aus mancher Noth errettet,— in mancher Gefahr beschützt,— vor manchem Unglück bewahrt,— in manchem An⸗ liegen mir geholfen.— Meine Seele soll dafür Dich preisen.— Mit Herz und Mund will ich Dich loben,— Dir ewig danken— und Dich anbeten. Beschütze und erhalte, o Gott!— auf dem ganzen Erdenkreise— Deine heilige, katholische Kirche,— vermehre die Zahl der Gläubigen,— segne unseren obersten Hirten.....„— unseren Landesfürsten— und alle rechtgläubigen Christen! — Besonders bitte ich Dich— für meine lieben Eltern und Anverwandten,— für meine Vor⸗ gesetzten und Lehrer,— für meine Freunde und Wohlthäter,— und alle,— für die ich zu beten schuldig bin;— segne und belohne sie alle,— die mir Gutes erwiesen haben,— mit Deinen himmlischen Gaben.—— Deiner göttlichen Vorsehung— empfehle ich auch— alle armen und verlassenen Menschen,— zumal die Gefallenen, welche gesündiget— und 4 Deine Gnade verloren haben;— entziehe ihnen — 221—.— Deine Barmherzigkeit nicht,— sondern erfülle sie — mit dem Geiste der Buße,— lass' sie zur Erkenntnis gelangen,— wie hart und bitter es ist,— sich von Dir, o Gott! zu entfernen.— Mit Vertrauen blicke ich hin, o Gott,— auf Deinen Altar,— wo das Opfer Deines eingebornen Sohnes— erneuert wird— zur Vergebung der Sünden!— O glorreiche Jungfrau,— Mutter Gottes Maria!— alle Heiligen Gottes,— bittet für uns,— dass wir das Geheimnis— der hei— ligen Wandlung— würdig und andächtig feiern! Während der heiligen Wandlung betet jeder für sich im Stillen: O Jesus, Dir lebe ich! O Jesus, Dir sterbe ich! O Jesus, Dein bin ich todt und lebendig. Amen.— O süßester Jesus! Ich glaube,— dass Du hier unter der Gestalt des Brotes— als Gott und Mensch gegenwärtig bist;— ich bete Dich in Demuth an,— denn Du bist mein Herr und Gott!— Beim Aufheben des Kelches: O Jesus, sei mir gnädig! O Jesus, sei mir barmherzig! O Jesus, verzeih' mir meine Sünden! — O süßester Jesus, Ich glaube,— dass Du mich durch Dein Blut erlöset hast,— wasche mich rein von meinen Sünden,— und lass' Dein heiligstes Blut— nicht an mir verloren sein. Amen. — 222— Nach der Wandlung. O Gott und Vater im Himmel,— wir ge⸗ zenken Deines eingebornen Sohnes,— Seines bitteren Leidens und Sterbens,— Seiner glor⸗ reichen Auferstehung und Himmelfahrt,— und bringen vor den Thron— Deiner erhabenen Majestät— von Deinen Geschenken und Gaben— ein heiliges und reines,— ein unbeflecktes Opfer dar,— das Brot des ewigen Lebens,— den Kelch des ewigen Heiles;— siehe darauf milde— und gnädig herab,— und nimm es wohlgefällig auf,— wie Du einst— mit Wohlgefallen auf⸗ genommen hast— die Gaben Deines frommen Dieners Abel,— und das Opfer des Patriarchen Abraham— und das hochheilige Opfer— des Hohenpriesters Melchisedech.—— Demüthig bitten wir Dich,— allmächtiger Gott! lass durch die Hand— Deines heiligen Engels — dieses Opfer— vor Deinen himmlischen Altar — und vor das Angesicht— Deiner göttlichen Majestät kommen,— damit wir nicht vergeblich— daran theilnehmen,— sondern mit allem Segen des Himmels— und mit aller Gnade— erfüllt werden mögen— durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.—— Gedenke, o barmherziger Gott— uns'rer lieben Verstorbenen,— die uns mit dem Zeichen des Glaubens— in die Ewigkeit vorausgegangen — 223— sind!— Verleihe, dass diese und alle,— welche in Christo verstorben sind,— an den Ort des Lichtes — und des Friedens gelangen.— Auch uns, un⸗ endlich gütiger Gott!— wollest in Gnaden einst aufnehmen— und in die Gesellschaft— der hei— ligen Apostel und Martyrer— und aller Heiligen einführen,— nicht wegen unserer geringen Ver⸗ dienste,— sondern durch die Gnade Jesu Christi, — durch welchen Du,— o himmlischer Vater, — alles Gute verleihest,— durch Ihn sei Dir, allmächtiger Gott— in Einigkeit des heiligen Geistes— Lob und Ehre— von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.—— Wir bitten Dich mit Vertrauen, o Herr,— Du wollest uns von allen vergangenen— gegen⸗ wärtigen— und zukünftigen Uebeln befreien,— Du wollest uns auch— durch die Fürbitte der heiligen— und glorreichen Jungfrau Maria — Ruhe und Frieden schenken— in unseren Tagen,— damit wir mit fröhlichem Herzen Dir dienen,— und niemals der Versuchung unter⸗ liegen!— O Du Lamm Gottes,— welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt— erbarme Dich unser!—— Zur heil. Communion. O süßester Jesus! Meine Seele verlangt,— Dich zu empfangen,— aber, o Herr! ich bin nicht würdig,— daß Du eingehest unter mein — 224— Dach,— sondern sprich nur ein Wort,— so wird meine Seele gesund!— Verschmähe nicht die Sehn⸗ sucht meines Herzens,— mich mit Dir, o Jesus! zu vereinigen,— lass mich wenigstens im Geiste — an Deinem heiligen Tische theilnehmen,— lass' mich Eins werden mit Dir!—— Ich danke Dir, himmlischer Vater,— dass Du mir— die Gnade verliehen hast,— diesem heil. Messopfer beizuwohnen,— und bitte Dich— durch die Verdienste— Deines eingeborenen Sohnes Jesu Christt,,— und um der Fürbitte— aller Deiner Engel und Heiligen willen,— dass Du mein Herz— zum Opfer annehmen wollest,— entzünde und vermehre in mir— das Feuer Deiner göttlichen Liebe,— und hilf mir, o gütigster Herr— in jeder Gefahr und Versuchung! O Gott, wir bitten Dich auch,— lass' die Früchte des Feldes gedeihen,— gib uns das täg⸗ liche Brot,— segne die Arbeit unserer Hände,— wende ab von uns— Krankheit, Hunger und Krieg,— Wasser⸗ und Feuersgefahr,— bewahre uns vor falschen Freunden,— vor falschen Pro⸗ pheten und Verführern,— rette uns in jeder Noth— des Leibes und der Seele,— und lass' uns nicht eines unversehenen— unbußfertigen Todes sterben;— um dieses bitten wir Dich,— Gott Vater im Himmel,— durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn,— der mit Dir lebel und regieret— in Einigkeit des heiligen Geistes— Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.—— Zum Schluße. Lass' Dir, o heiligste Dreifaltigkeit— den vollbrachten Gottesdienst wohlgefallen— und nimm das heilige Opfer gütig an,— das wir mit dem Priester— Dir heute dargebracht haben,— damit es uns— und allen Menschen— zur Ver⸗— söhnung der Sünden— und zum ewigen Leben gereiche!— Segne uns, o himmlischer Vater,— dass wir alle im Frieden leben,— einander auf⸗ richtig lieben,— den Armen und Verlassenen beistehen,— Deine Gebote sorgfältig beobachten— und als wahre katholische Christen— fromm und gottselig leben. Amen.—— Es segne uns— der allmächtige Gott, der Vater 4,— Gott der Sohn,— und Gott der heilige Geist,— und dieser Segen stärke und durchdringe uns,— auf dass wir stets— nach der Tugend streben— und Früchte des ewigen Lebens hervorbringen. Amen.— Vater unser. Ich glaube an Gott. — 226— Bheichtandacht. Anrufung des heiligen Geistes. Vor Deinen Augen, o Gott,— will ich mich erinnern und eingedenk sein meiner Gebrechen und Fehler;— das Innerste meines Gewissens will ich durchforschen,— und mich in Deinen heiligen Geboten— wie in einem Spiegel beschauen.— Zeige Du mir selbst, in welchem Gebote— und wie oft ich mich versündiget,— und was ich sonst Uebles gethan habe!— Zeige mir auch, ich bitte Dich, o Gott,— was ich Gutes unterlassen,— und wie mir die Sünde schädlich gewesen ist!— Verleihe mir Deinen göttlichen Beistand— und sende in mein armes Herz— den heiligen Geist mit Seiner hilfreichen Gnade!— Komm' heiliger Geist und erleuchte mich,— damit ich meine Sünden recht erkennen,— von Herzen bereuen— aufrichtig beichten und mich bessern könne!— Vater unser. Gegrüßet. I. Grwissenserforschung. Denke jetzt fleißig nach, wie Du in der Kirche, in der Schule, zu Hause, auf der Gasse oder im Felde dich aufgeführt,— und ob Du mit Ge⸗ danken, Worten, Werken oder mit Unterlassung des Guten gesündiget hast.— Denke nach, wann Du zuletzt gebeichtet, und ob Du die auferlegte Buße damals verrichtet und den Rath deines Beichtvaters befolgt hast!— Man wird leicht zerstreut, wenn man nur im Allgemeinen nach⸗ denkt, und es will einem lange nichts einfallend; — 227— darum ist es rathsam, in den zehn Geboten Gottes und in den sieben Hauptsünden nach der Ordnung kurz zu erwägen, was ein Christ thun oder nicht thun soll, auf folgende Art: Das 1. Gebot Gottes: Du sollst allein an Einen Gott glauben! In diesem Gebote wird befohlen: Dass wir an Einen Gott glauben, ihn anbeten, auf ihn hoffen und ihn über alles lieben sollen. In diesem Gebote wird verboten: Unglaube, Ketzerei, Wahrsagerei, Aberglaube, Verzweiflung, Misstrauen und vermessentliches Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit. Gewissenserforschung: Habe ich mein Morgen- und Abendgebet,— mein Tischgebet unter⸗ lassen? Habe ich mein schuldiges Gebet zerstreut und ungern verrichtet? Habe ich mich geschämt, das Kreuz zu machen? Habe ich heilige Bilder verunehrt?— Habe ich an den Lehren der heiligen Religion ge— zweifelt? Habe ich schlechte und religionswidrige Bücher gelesen? Wie oft? Habe ich den Glaubens⸗ spöttern gerne zugehört?— Habe ich mir wahr⸗ sagen lassen? Wie oft? Habe ich abergläubige Mittel gebraucht oder Anderen angerathen? War ich in Leiden verzagt und misstrauisch auf Gott? Habe ich vermessentlich auf Gottes Barmherzigkeit ge⸗ sündiget? 15² — 228— Das 2. Gebot Gottes: Du sollst den Namen Gottes nicht eitel nennen! In diesem Gebote wird verboten: das leicht⸗ fertige Aussprechen heiliger Namen, das leichtsinnige und falsche Schwören, das Fluchen, die Gottes⸗ lästerung, die Uebertretung eines gemachten Eid— schwures oder eines Gelübdes,— wie auch die falsche Auslegung und scherzhafte Anwendung des Wortes Gottes. Hingegen wird befohlen: den Namen Gottes und andere heilige Namen stets ehrerbietig auszu⸗ sprechen, nur dann die Wahrheit zu beschwören, wenn man von der Obrigkeit dazu aufgefordert wird, und die gemachten Gelübde zu halten. Erforschung: Habe ich den Namen„Gott“, den Namen Jesus, Maria oder andere heilige Namen unnöthig ausgesprochen? Habe ich die heiligen Worte: „Crueifix-Saerament“,„Himmel“ u. dgl. im Zorne wie Scheltworte gebraucht? Habe ich leichtsinnig oder falsch„bei Gott!“ oder„bei meiner Seele!“ geschworen? Habe ich das Wort Gottes missbraucht oder die heiligen Ceremonien lächerlich gemacht? Habe ich ein Gelübde gemacht und es nicht ge— halten? Welches? Das 3. Gebot Gottes: Du sollst den Feiertag heiligen! ö In diesem Gebote wird befohlen: die Sonn⸗ und gebotenen Feiertage heilig zu halten, von der knechtlichen Arbeit zu ruhen und dem Gottesdienste beizuwohnen. r — 229— Hingegen wird verboten: jede schwere Arbeit ohne Noth und rechtmäßige Erlaubnis, jede lärmende Unterhaltung und Zusammenkunft zu sittenver⸗ derblichen Spielen. Erforschung: Habe ich an Sonn- und Feier⸗ tagen die heilige Messe aus eigener Schuld ver⸗ säumt? Wie oft? Habe ich die Predigt oder den Nachmittags⸗Gottesdienst aus Nachlässigkeit ver— säumt? Habe ich während des Gottesdienstes in der Kirche geschwätzt, gelacht, umhergeschaut, geschlafen? oder andere in ihrer Andacht gestört? Habe ich den Feiertag durch schwere Arbeiten oder durch ausgelassene Sitten entheiliget? Das 4. Gebot Gottes: Du sollst Vater und Mutter ehren, auf dass du lange lebest und es dir wohlgehe auf Erden! In diesem Gebote wird befohlen, dass die Kinder ihre Eltern ehren und lieben, ihnen gehorsam und dankbar sein und für sie beten sollen; ferner dass sie ihre geistlichen und weltlichen Vorgesetzten ehren und ihre Anordnungen befolgen; endlich dass sie auch die alten Leute achten, vor ihnen aufstehen und sie grüßen sollen. Hingegen wird verboten: die Eltern zu ver⸗ lachen, zu verspotten,— ihnen ungehorsam zu sein oder zu schaden, sie vor anderen Leuten herabzusetzen oder gegen sie grob, unartig und undankbar zu sein; ferner wird verboten: die Anordnungen der Vor⸗ gesetzten und Lehrer eigenwillig zu übertreten, alte und gebrechliche Leute zu missachten. — 230— Erforschung: Bin ich gegen meine Eltern, Lehrer oder Vorgesetzten grob, trotzig und ungehor⸗ sam gewesen? Wie oft? Habe ich ihre Ermahnungen verachtet? ihnen Böses gewünscht? Wie oft? über sie geschimpft? Habe ich für meine Eltern zu beten unterlassen? Bin ich in der Schule ungehorsam und schlimm gewesen? Bin ich aus eigener Schuld von der Schule ausgeblieben? Habe ich alte, gebrechliche Leute verspottet? Das 5. Gebot Gottes: Du sollst nicht tödten. In diesem Gebote wird verboten: Sich selbst oder anderen an Leib und Leben oder an der Seele zu schaden, Böses mit Bösem zu vergelten. Hingegen wird befohlen: Alle Mitmenschen ohne Ausnahme zu lieben, ihnen Gutes zu erweisen und in aller Noth und Gefahr zu helfen. Erforschung: Habe ich andere geschlagen? beschimpft oder verspottet? Habe ich gerauft, mit Steinen geworfen? Habe ich meine eigenen Ge⸗— schwister, Freunde und Wohlthäter vorsätzlich be— leidigt? War ich gegen arme Leute unbarmherzig? Habe ich Unfrieden gestiftet? Habe ich eine Feind— schaft im Herzen gegen meinen Nächsten? Habe ich jemandem den Tod oder ein anderes großes Uebel gewünscht, wie oft? War ich schadenfroh? Habe ich mir,— oder anderen leichtsinnig an der ArIr- — 231— Gesundheit geschadet? Habe ich andere zur Sünde verführt? zu welcher? Habe ich ein armes Thier unbarmherzig gequält? Das 6. und 9. Gebot Gottes: Du sollst nicht Unkeuschheit treiben.— Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hausfrau. In diesen Geboten werden verboten: Alle unkeuschen Werke, alle unreinen Gedanken und Begierden, alle unzüchtigen Reden, Berührungen und Blicke. Ferner ist verboten das nächtliche Herumschweifen, alle anstößigen Spiele mit Per⸗ sonen des anderen Geschlechtes, Frechheit in der Kleidung, die sündhafte Neugierde, das Anhören und Singen schändlicher Lieder, das Lesen un⸗ sittlicher Bücher. Hingegen wird befohlen: Sich an Leib und Seele keusch zu verhalten und jede Gelegenheit der Unkeuschheit und jede Gefahr der Verführung zu meiden. Erforschung: Habe ich über unkeusche Dinge gern nachgedacht? Habe ich unkeusche Dinge an— geschaut? wie oft? Habe ich unkeusche Reden geführt und schlechte Lieder gesungen? wie oft? Habe ich etwas Unkeusches gethan? mit mir selbst oder mit anderen? wie oft? Habe ich unziemliche Bilder gezeichnet und schändliche Briefe geschrieben? wie oft? Habe ich das Verlangen gehabt, etwas Unkeusches zu sehen oder zu thun? — 232— Das 7. und 10. Gebot Gottes: Du sollst nicht stehlen.— Du sollst nicht begehren ö deines Nächsten Gut. In diesen Geboten wird verboten: Der Dieb— 4 stahl, der Betrug, die Zurückhaltung des fremdden Gutes und des Liedlohnes, der Wucher und die Beschädigung des Nächsten an seinem Eigenthume oder an seiner Ehre, und die Begierde, dem Nächsten zu schaden. Hingegen wird befohlen: Jedem das Seinige zu lassen und zu geben, das Gefundene zurück⸗ zustellen, den zugefügten Schaden wieder gut zu machen und die gemachten Schulden zu bezahlen. Erforschung: Habe ich gestohlen? Was? Habe ich genascht? Habe ich das Gefundene behalten? oder das Ausgeliehene nicht mehr zurückgegeben? Habe ich Schulden gemacht und sie nicht bezahlt? Habe ich Schaden gemacht in Wiesen, in Aeckern an Bäumen u. dgl.? Habe ich anderen beim Stehlen geholfen? Oder habe ich etwas Gestohlenes I gekauft, aufbewahrt oder verhehlt? Habe ich Jemanden ö betrogen? Habe ich stehlen wollen? ö Das 8. Gebot Gottes: Du sollst kein falsches * Zeugnis geben wider deinen Nächsten. * In diesem Gebote wird verboten: Jede Lüge, auch die Scherz- und Nothlüge, der Argwohn, das freventliche Urtheil, die Verleumdung und üble ö Nachrede. — 2383— Hingegen wird befohlen: die Wahrheit und Aufrichtigkeit bei all' unseren Reden und Hand⸗ lungen. Erforschung: Habe ich gelogen? Habe ich durch eine Lüge jemandem geschadet? wie oft? Ist das Lügen meine Gewohnheit? Habe ich meinen Nächsten in einen falschen Verdacht gebracht? Habe ich die Fehler anderer ohne Noth weitererzählt? Habe ich mich verstellt? Gewissenserforschung über die Sünden wider die Kirchengebote. 1. und 2. Gebot. Habe ich an Sonn- und Feier⸗ tagen die heilige Messe und die Predigt aus eigener Schuld versäumt? wie oft? 3. Gebot. Habe ich an Freitagen oder anderen gebotenen Fasttagen Fleisch gegessen? wie oft? Habe ich an gebotenen Fasttagen die einmalige Sättigung überschritten?“) ö 4. Gebot. Habe ich die österliche Beicht und Communion unterlassen? 5. Gebot. Habe ich an verbotenen Zeiten getanzt? oder an lärmender Lustbarkeit theilgenommen? *) Zur einmaligen Sättigung sind Kinder und Personen, welche das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, wie auch Personen über 60 Jahre nicht strenge verpflichtet. — 234— Erforschung über die 7 Hauptsünden. Welcher ist mein Hauptfehler? I. Hoffart. War ich hoffärtig und stolz? Habe ich aus Eitelkeit gern in den Spiegel geschaut? 2. Geiz. War ich geizig, um alles für mich allein zu behalten? 3. Unkeuschheit. Siehe das 6. Gebot Gottes. 4. Neid. Habe ich andere beneidet um ihr Hab und Gut oder um ihren guten Platz, um ihr Glückꝰ 5. Unmäßigkeit. War ich allzu gierig im Essen und Trinken? Hab ich mich durch geistige Getränke berauscht? wie oft ꝰ 6. Zorn. War ich zornig und rachgierig? wie oft? 7. Trägheit. War ich faul und nachlässig im Lernen, Arbeiten und Beten? Bin ich müßig gegangen, statt zu lernen und zu arbeiten? II. Reue und Vorlaß. Erwäge andächtig, o christliche Seele, die wahren Beweggründe der übernatürlichen Reue: I. Wie Du für Deine Sünden verdient hast, von Gott in diesem und in jenem zu werden. Denke darüber nach, was di in der Hölle, und was Leben gestraft e Verdammten die armen Seelen im Fege⸗ feuer für ihre Sünden leiden müssen! Ach, wärest Du in Deinen Sünden gestorben, so würdest Du —„———— — 235— vielleicht in derselben Pein schmachten, dieselbe Strafe leiden. Bedenke, was Du hinfort thun willst, ob Du nicht lieber wie der verlorne Sohn zum Vater zurückkehren und ein frommes und gehor⸗ sames Kind Gottes werden willst, damit Du einst zu ihm in den Himmel kommest! 2. Stelle Dir Jesus am Kreuze vor, wie Er an Händen und Füßen angenagelt, mit Blut und Wunden bedeckt, so schmerzlich leidet und stirbt. Sieh! das haben Deine Sünden gethan; denn Er ist das Lamm Gottes, welches die Sünden der ganzen Welt— also auch die Deinigen— auf sich genommen und dafür gelitten hat. Er hat für Dich das schwere Kreuz getragen. Er ist für Dich ge— kreuziget worden. Wenn Dein Herz nicht steinhart ist, so wird es Dich reuen und schmerzen, dass Du wegen Deiner Sünden auch eine Schuld hast an der Kreuzigung Deines Heilandes; denn der Apostel sagt:„Die Sünder kreuzigen den Sohn Gottes aufs neue.“ 3. Erinnere Dich, wie viele und große Wohl— thaten Du von Gott empfangen hast. Er hat Dir Leben und Gesundheit, Nahrung und Kleidung, die heiligmachende Gnade in der heil. Taufe und einen heiligen Schutzengel gegeben; ihm allein hast Du es zu verdanken, daß Du nicht ein Heide oder ein Jude, sondern ein Christ geworden bist. Siehe, wie undankbar und böse Du wärest, wenn Du ferner — 236— den heiligen Gott im Himmel, Deinen besten und liebreichsten Vater, durch Sünden beleidigen würdest. Er ist das höchste Gut und überaus liebenswürdig, darum war es auch recht böse von Dir, dass Du auf ihn so wenig geachtet und seine Gebote so schlecht gehalten hast. Von nun an sollst Du es besser machen, Gott mehr lieben und ihm jederzeit vom Herzen gerne folgen und gehorsam sein. Die vollkommene Reue erwecket man auf folgende Weise: Mein Gott! alle meine begangenen Sünden — sind mir vom Herzen leid,— weil ich dadurch Dich,— meinen liebenswürdigsten Gott,— das allerhöchste, unendliche Gut,— welches ich vom Herzen liebe, beleidiget habe.— Ich nehme mir ernstlich vor,— mit Deiner Gnade mein Leben zu bessern,— und lieber alles,— auch sogar der Tod zu leiden,— als Dich, meinen Gott,— das allerhöchste Gut,— mit einer Sünde mehr zu be leidigen,— Gib mir die Gnade zur Erfüllung dieses meines Vorsatzes,— darum bitte ich Dich, — durch die unendlichen Verdienste Deines gött⸗ lichen Sohnes— unseres Herrn und Erlösers Jesu Christi. Amen.— Gebet. Göttlicher, liebreichster Heiland!— Sieh da zu Deinen Füßen Dein armes, sündiges Kind!— I — 237— Ach, wie muß ich mich vor Deinen Augen schämen! — Du hast mir immer so viel Gutes erwiesen,— Du bist selbst vom Himmel herabgekommen,— und hast für mich den bittersten Tod gelitten;— und ich war so undankbar,— so unverständig und lau, — so verwegen und boshaft vor Deinen Augen! Ich erkenne meinen traurigen Seelenzustand,— ja ich weiß, dass ich verdiene gestraft zu werden,— wie die bösen Engel für ihre Hoffart,— und wie die ersten Menschen für ihren Ungehorsam gestraft worden sind!— Ach, wie unglücklich würde ich in alle Ewigkeit sein,— wenn Du mir nicht ver⸗ zeihest;— Du aber, o Gott, bist immer voll Liebe und Barmherzigkeit— gegen Deine reumüthigen Kinder auf Erden.— Ich bitte Dich demüthig, mein Herr und Heiland!— verstoße mich nicht von Dir— lass mir nochmals Verzeihung zu Theil werden,— und lass mich wieder in Gnaden zu Dir kommen.— Ich hasse und verabscheue alle meine Sünden,— und verspreche Dir heilig,— mich von nun an wahrhaft zu bessern.— Dich will ich künftig über alles lieben,— und alle Gelegenheit und Gefahr zur Sünde fliehen,— damit ich nicht das Unglück habe,— wieder in meine alten Sünden zurückzufallen;— segne und stärke, allmächtiger Gott!— diesen meinen auf⸗ richtigen und herzlichen Vorsatz,— verleihe mir Deine Gnade,— ohne welche ich nichts Verdienst⸗ — 238— liches wirken kann;— Du hast mir ja den guten bringen!— O heilige Jungfrau, Mutter Gottes, Maria,— bitt für mich, dass ich meine Beicht gültig und würdig verrichten könne. III. Die Beicht. Gleichwie man sich die Gewissenserforschung sehr erleichtert, wenn man sie nach der Ordnung der zehn Gebote und der sieben Hauptsünden anstellt, ebenso erleichtert man sich die Beicht, wenn man auch seine Sünden nach dieser Ordnung beichtet; auf diese Art wird man nicht leicht etwas vergessen und man erleichtert hiedurch selbst dem Beichtvater sein beschwerliches Amt, weil er sicherer unterscheiden kann, was das Beichtkind eigentlich sagen will.— Stehen mehrere vor dem Beichtstuhle, so erfordert es der Anstand, daß sich Niemand vordränge, sondern jeder abwarte bis die Reihe an ihn kommt; alsdann tniet man in dem Beichtstuhl nieder und spricht, während der Priester dem Beichtkinde den Segen ertheilt: Im Namen Gottes des Vaters, und des Sohnes f, und des heil. Geistes?, Amen.— Ich armer Sünder beichte und bekenne Gott, dem All⸗ mächtigen,— und Euer Hochwürden anstatt Gottes, — dass ich seit meiner letzten Beicht,— nämlich seit oft und viel gesündiget habej„ (Zum Schlusse:) Willen gegeben,— gib mir nun auch das Voll⸗ „-‚...... x&—— — 239— „In diese heilige Beicht schließe ich auch alle Sünden ein, die ich vielleicht vergessen habe. Es reuet mich vom Grunde des Herzens, dass ich den lieben Gott, meinen besten Vater, beleidiget habe. Ich nehme mir ernstlich vor, mein Leben zu bessern und nicht mehr zu sündigen. Ich bitte Euer Hochwürden um die priesterliche Lossprechung, wenn ich derselben würdig bin.“ Eine kürzere Beichtformel: „Voll Reue und Demuth bekenne ich alle meine Sünden, die ich seit meiner letzten Beicht begangen habe.. und zum Schlusse: „In diese heil. Beicht schließe ich alle Sünden ein, die ich vielleicht vergessen habe, und bitte Euer Hochwürden um die priesterliche Lossprechung, wenn ich derselben würdig bin.“ Der Beichtvater spricht nun einige Worte der Ermahnung und Warnung und legt dem Sünder eine heilsame Buße auf. Während der Lossprechung betet man in der Stille des Herzens: „Erbarme Dich meiner, allmächtiger Gott, ver⸗ zeihe mir meine Sünden und führe mich zum ewigen Leben. Amen. Ehre sei Gott dem Vater f, und dem Sohne f, und dem heiligen Geiste F, wie es war im Anfange, jetzt und allezeit, und in Ewigkeit. Amen. Gebet nach der Beicht. O mein Gott und Vater der Liebe!— wie groß ist Deine Barmherzigkeit gegen mich!— Du — 240— hast mir um der Verdienste Jesu Christi willen Verzeihung ertheilt— und durch den Mund des Priesters, Deines Stellbertreters,— die Lossprechung von meinen Sünden gegeben;— ich darf Dich wieder meinen Vater nennen,— ich darf mich Deiner Liebe— und Deines Wohlgefallens wieder erfreuen. — Sei dafür gepriesen und gebenedeit,— habe Dank viel tausendmal für diese große, unverdiente Gnade.— Soviel mein Herz vermag, will ich Dich lieben— und Dir dienen alle Tage meines Lebens. — Ferne sei es von mir,— dass ich Dir, mein Herr und Gott!— jemals wieder untreu werde;— meine einzige Sorge soll es sein,— jederzeit Deinen heiligsten Willen zu erfüllen.— Segne, o himm⸗ lischer Vater,— diesen meinen frommen Vorsatz— und hilf mir auch,— ihn bis in den Tod zu halten.— Erfülle mich ganz mit Deinem Geiste— dass ich nur dasjenige denke,— rede und thue,— was Dir wohlgefällig— und mir heilsam ist.— Du, allmächtiger Gott!— bist meine Kraft und Stärke,— auf Dich hoffe und vertraue ich— in alle Ewigkeit. Amen. Nun verrichtet man kniend die auferlegte Buße. 4 2.—⏑⁰FFm*— — 241— Communion⸗Andacht.) Vor der heiligen Communion. Im Namen Gottes des Vaters 4— und des Sohnes— und des heiligen Geistes 4. Amen. — Allmächtiger, ewiger Gott!— Ich erscheine mit Ehrfurcht— in Deinem heiligen Hause.— Ich stehe hier vor Deinem Altar— und erhebe zu Dir meine Hände,— siehe gnädig auf mich herab,— gib mir, dass ich mit wahrem Vertrauen— Deinen heiligen Namen anrufe,— denn Du hast mich ja — zu Deinem Kinde angenommen,— Du hast uns — mit unaussprechlicher Liebe— Deinen einge— boͤrenen Sohn gegeben,— der sich selbst am Kreuze — für uns geopfert hat,— um uns von dem ewigen Tode zu retten.—. O gütigster Jesu, Sohn Gottes!— wie groß ist Deine Liebe zu uns,— dass Du um unseres Heiles willen— vom Himmel gekommen— und Mensch geworden bist:— wie bist Du so schimpflich behandelt,— so schmählich gefangen und gebunden,— so grausam gegeißelt,— mit Dornen gekrönt und gekreuziget worden!— Dieses alles hast Du— für uns gelitten,— zur Versöhnung der Sünden,— Deine Liebe aber, o Jesus!— ruhet noch nicht,— Du willst auch jetzt noch und immer— bei den Menschenkindern sein, ) Diese Gebete sind von allen Kindern gemeinschaftlich, ohne dass sie vorgebetet werden, zu verrichten. 16 — 242— — darum weilest Du hier verborgen— in dem allerheiligsten Sacramente des Altars,— Du willst sogar— in unsere Herzen kommen— und darin wohnen und bleiben!— O Jesu! mein Heiland! — wie groß ist Deine Herablassung und Gnade,— wie gut meinst Du es mit uns!— Ich lobe und preise Dich ohne Ende— und sage Dir vieltausend⸗ mal Dank!— O mein Jesus!— mit Sehnsucht verlange ich nach Dir— und mit aller Liebe und Demuth— komme ich Dir entgegen,— Dich zu empfangen.—— Ich komme zu Dir,— wie ein Kranker zum Arzt,— wie ein Blinder zum Licht,— wie ein Hungriger zur Speise,— wie ein Durstiger zum Brunnen,— wie ein Armer zum Reichen;— wie ein Kind zu seinem Vater!— ich habe ja weder im Himmel— noch auf Erden— einen besseren Freund als Dich,— und habe auch niemand,— der mir besser helfen könnte, als Du!— Darum habe ich die sichere Hoffnung,— wenn ich Dich— in meinem Herzen empfange,— so wirst Du mich heilen— und reinigen,— stärken und trösten,— und mit allen himmlischen Gaben bereichern.— O so komm' denn— Du himmlischer Arzt— und heile meine kranke Seele!— Komme, Du göttliches Licht,— und erleuchte meinen finsteren Verstand! — Komme, Du brennendes Feuer,— und ent⸗ zünde mein kaltes Herz!— Komme, mein gelieb⸗ —.— — —— Ht * ' S&: — 243— tester Jesus,— und stütze meine Schwachheit,— vertreibe meine Bosheit;— komme herab— von Deinem himmlischen Throne,— und bringe mir Heil und Segen— durch Deine persönliche Gegenwart.— Uebung des Glaubens. O Gott des Himmels und der Erde,— Er— löser der Menschen!— Du kommst zu mir— in unscheinbarer Gestalt,— verborgen in der Gestalt des Brotes!— Du bist derselbe, der einst— als ein schwaches Kind— in der Krippe lag,— der-— selbe, den die armen Hirten— und die Waisen aus dem Morgenlande— angebetet haben;— der— selbe, der für mich— so viel gelitten hat;— der⸗ selbe, der jetzt im Himmel— zur Rechten des Vaters sitzet,— umgeben von allen Engeln und Heiligen,— Jesus Christus, wahrer Gott und Mensch,— vor dem sich alle Knie beugen,— im Himmel,— auf Erden— und unter der Erde!— der hier wahrhaftig und lebendig— in dem aller— heiligsten Sacramente— gegenwärtig ist.— Mein Herr und mein Gott!— mein Glaube an Dich — soll nicht wanken,— ich glaube freudig— an Deine selige Gegenwart,— Dir ergebe ich mich— mit Herz und Verstand,— Dein Wort ist mir lieber und heiliger,— als alle Weisheit der Welt,— Du allein hast Worte des ewigen Lebens, E o Herr, vermehre meinen Glauben!—— 16* Uebung der Demuth. O König der ewigen Herrlichkeit und Macht, — wer bin ich, dass Du Dich würdigest,— mich mit Deinen Augen anzusehen?— Wie ver— diene ich— das unaussprechliche Glück,— dass mein Herr und Gott— zu mir kommt?— zu mir armseligem Menschen?— Höchster Herr des Himmels und der Erde,— wie darf ich es wagen, — vor Dir zu erscheinen,— der ich Dich so oft — beleidiget habe?— Ich werfe mich nieder vor Dir— in meiner ganzen Nichtigkeit— und demüthige meine Seele;— ich erkenne gar wohl — Deine göttliche Hoheit— und meine äußerste Niedrigkeit,— ich erkenne,— dass ich Deiner Gnade unwürdig bin!—— Uebung der Reue u. des Vorlatzes Du kommst zu mir,— o Gott der Güte und Barmherzigkeit,— Du scheuest Dich nicht,— in meinem armen Herzen zu wohnen;— o wäre es doch— nicht so sündhaft,— o wäre es doch— besser und frömmer!— Deine unendliche Güte— rühret mein Herz,— dass ich alle meine Sünden verabscheue;— Deine göttliche Gnade treibt mich an,— dass ich meiner bösen Neigung entsage;— reiche mir, barmherziger Gott,— Deine hilfreiche Hand,— dass ich von meinem Falle auferstehe;— — 245— gib meinem Verstande Klugheit,— dass ich auf alle meine Schritte,— auf all' mein Thun und Lassen— besser achte,— und nicht mehr falle und sündige;— damit ich ferner— stets im Lichte wandle— und vollkommener werden kann.— Er⸗ schaffe in mir— ein reines Herz,— und erneuere in mir— den Geist der Unschuld,— sei mir armen Sünder gnädig,— dass ich Deine Barm⸗ herzigkeit lobe— und preise in Ewigkeit. Amen.—— Uebung der Boffnung. Du kommst zu mir,— o Heiland der Seelen, — alles Gute darf ich— von Dir hoffen,— der Du Dich— mir zur Speise gibst.— Du ladest mich ein,— zu Dir zu kommen,— da ich müh— selig— und beladen bin,— Du wirst mich er— quicken!— Hier bin ich, mein Heiland!— Deine Liebe ermuthigt mich,— siehe, Du kennst mein Anliegen,— noch bevor ich es Dir sage;— ich folge Deiner Einladung mit Freuden,— ich setze auf Dich mein Vertrauen.— Du lassest niemand — zu Schanden werden,— der seine Hoffnung— auf Deine Verheißung gründet.— Du wirst meine Schwachheit stützen,— meine Blindheit erleuchten, — meine Bitten gnädig erhören.— Lass' mich, Herr Jesus,— da ich zum heiligen Abendmahl gehe,— Dein würdiger Gast sein.—— 248 Kebung der Liebe und Anbekung. O, mein göttlicher Heiland,— wie groß ist Deine Liebe gegen mich!— Du mein Gott und mein Heil,— was konntest Du noch mehr thun, — um von mir geliebt zu werden?— Für mich zu sterben— war Dir nicht genug;— da Du schon zur rechten— des himmlischen Vaters sitzest,— verlangt Dein göttliches Herz noch,— uns, Deine armen Kinder,— heimzusuchen in dem Sacramente— Deines Leibes und Blutes. — Wie wunderbar— und über allen Begriff! — Ich liebe Dich, mein süßester Heiland,— denn Du hast mich zuvor geliebt;— ich liebe Dich,— so viel mein Herz vermag;— o lass' mich Dein Wort nicht vergessen:—„Wer meine Gebote hat und sie hält,— der ist es,— der mich liebt.“— O Herr, Du weißt alles,— Du weißt auch,— dass ich Dich liebe!— Ich bete Dich demüthig an,— o König der Glorie,— und vereinige mich— mit allen Engeln und Heiligen: — Ehre, Lob und Preis sei Dir— von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.—— Vater unser.— Behnsucht und Rufopferung. (Nach der heiligen Wandlung.) Herr Jesu Christe!— Du lebendiges Brot der Engel,— meine Seele seufzet nach Dir.— mein Herz verlangt— nach dieser süßen Mahl⸗ zeit;— o möchte ich auch— der unsterblichen Kraft theilhaftig werden,— welche in dem heiligen Sacramente— verborgen liegt.—— Herr Jesu Christe!— Ich begehre Dich zu empfangen,— zu Deiner größeren Ehre,— zur Vermehrung der Freuden aller Heiligen,— zur Verherrlichung der katholischen Kirche,— und zur Bekehrung— aller Ungläubigen und Sünder.— Ich begehre Dich zu empfangen,— zum Heile aller meiner Freunde— und Wohlthäter,— und zum Troste— der armen Seelen im Fegefeuer. — Endlich begehre ich Dich zu empfangen,— zur Erstattung all' meiner Versäumnis,— zur Besserung meines Lebens,— zur Erlangung aller Tugenden und Gnaden,— zur Reinigung meiner Seele,— zu einer glücklichen Erlösung— aus diesem Thale der Thränen,— und zur Erlangung einer seligen Sterbestunde.—— Herr Jesus,— erbarme Dich meiner!— sieh', ich fürchte mich,— Dir zu nahen,— weil ich mich so oft— Deiner Gnade unwürdig ge— macht habe;— Du aber bist gut und barmherzig, — Du wirst meiner bangen Seele beistehen;— Herr meines Lebens,— lass' mich lieber sterben, — als dass ich Dein heiliges Sacrament— un⸗ würdig empfange.— Unendlich gütiger Gott!— unendlich heiliger Gott!— Du wahrhaftes Gut — 248— meiner Seele,— ich bete Dich an— unter der Gestalt des Brotes,— und benedeie Dich— von nun an bis in Ewigkeit.— Ach, dass ich die Liebesglut— Deiner glorwürdigen Mutter— und die Andacht der heiligen Engel,— und das Verlangen der Heiligen hätte,— und vollkommener — und würdiger wäre!— Heilige Maria,— jungfräuliche Mutter des Herrn,— führe mich hin zu Deinem Sohne,— heiliger Schutzengel begleite mich— und behüte mich wohl,— dass ich nichts — zur Unehre meines Heilandes begehe!— So komme denn— Du Lamm Gottes,— heiligster Leib— und kostbares Blut Jesu,— komme und erfreue mein einsames Herz!— Du bist meine Wonne,— meine Liebe,— meine Seligkeit,— mein Gott und mein alles!— Dir gehöre ich ganz — mit Leib und Seele— bin ich Dein eigen!—— Wenn das Confsiteor gebetet wird. (Nach dem Agnus Dei.) „Mein Gott,— alle meine begangenen Sünden — sind mir vom Herzen leid,— weil ich dadurch Dich— meinen liebenswürdigsten Gott,— das allerhöchste, unendliche Gut,— welches ich vom Herzen liebe,— beleidiget habe.— Ich nehme mir ernstlich vor,— mit Deiner Gnade— mein Leben zu bessern,— und lieber alles,— auch sogar den — 249— Tod zu leiden,— als Dich, meinen Gott,— das allerhöchste Gut,— mit einer Sünde mehr zu beleidigen.— Gib mir die Gnade— zur Erfüllung dieses meines Vorsatzes,— darum bitte ich Dich, — durch die unendlichen Verdienste— Deines göttlichen Sohnes,— unseres Herrn und Erlösers Jesu Christi. Amen.— Wenn der Priester dem Volke die heilige Hostie zeigt, soll man sie demüthig anbeten und sagen:„O Herr, ich bin nicht würdig, dass Du unter mein Dach eingehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.“— Bei dem Empfange der heiligen Hostie öffnet man sittsam den Mund und legt die Zunge auf der unteren Lippe ein wenig hervor, dabei hält man sich das offene Gebetbuch unter das Kinn, damit die heilige Hostie nicht etwa auf die Erde hinabfalle. Man genießt hierauf die heilige Hostie, ohne sie zu kauen oder lange im Munde zu behalten. Nach Empfang der heiligen Communion verweilt man noch einen Augenblick mit niedergeschlagenen Augen kuiend im Gebete, bis man die heilige Hostie hinunterbekommen hat, worauf man sich sittsam zurückzieht. Es ist rathsam, dass man nach der heil. Communion nicht sobald ausspuckt. VNach der heiligen Communion, kniend bei der Communionbank betet man in der Stille. „O mein Jesus! Ich sage Dir unendlichen Dank— für Deine große Liebe und Gnade,— — 250— dass Du Dich gewürdiget hast,— bei mir armen Sünder einzukehren.“ „O mein Jesus! ich opfere Dir auf— meinen Leib und meine Seele,— und alles, was ich habe, zu Deinem heiligen Dienste.“ „O mein Jesus! bleibe bei mir und stärke mich— durch die Kraft Deines heiligen Sacra⸗ mentes— jetzt und in meiner Sterbestunde. Amen.“ Liebesseufser des heil. Agnazius. Die Seele Jesu heilige mich; Der Leib Jesu mache selig mich; Das Blut Jesu tränke mich; Das Wasser der Seite Jesu wasche mich; Das Leiden Jesu stärke mich; O gütigster Jesu erhöre mich! In Deine heiligen Wunden verberge mich; Von Dir lass nimmer scheiden mich; Vor dem bösen Feinde beschütze mich; In meiner Todesstunde rufe mich! Zu Dir zu kommen, heiße mich, Dass ich mit allen Auserwählten Dich Lobpreise und liebe ewiglich. Amen. Christliche Seele! benütze die kostbaren Augen⸗ blicke der Gegenwart Jesu Christi in Deinem Herzen recht wohl, denn kein Gebet ist wirksamer, als jenes, welches man nach dem würdigen Empfange der heiligen Communion verrichtet. — 251— Danklagung und Anbetung. Meine Seele preiset den Herrn,— und mein Geist frohlocket in Gott, meinem Heilande;— enn Du hast— auf meine Niedrigkeit herab— sehen,— Du hast Großes an mir gethan.— Habe Dank, o liebreichster Jesus!— Sohn des himmlischen Vaters— dass Du Dich gewürdigt hast, e— mein Freund und Bruder, mein Erlöser und Seligmacher,— und der Bräutigam meiner Seele zu werden!— Habe Dank, o mildester, süßester Jesus!— Habe Dank für Deine Liebe und Treue, — für Deine Menschwerdung und Geburt,— für Dein Kreuz und Leiden,— für Deine glorreiche Auferstehung und Himmelfahrt— habe Dank,— — dass Du mich armen verlorenen Menschen— mit Gott, Deinem himmlischen Vater,— wieder versöhnet hast!— tausendmal habe Dank— für Deine Liebe,— mit der Du mich heute— in dem heiligen Abendmahle— mit Deinem heiligen Leibe — und Blute gespeiset hast.— Sei dafür gelobt — und gebenedeit in Ewigkeit,— dass Du mein armes Herz heimgesucht— und getröstet hast,— dass Du meine Kräfte erneuert hast,— dass Du mich zu einem neuen Menschen,— zu einem Kinde Gottes,— zu einem Erben des ewigen Lebens gemacht hast!— Sei gelobt und gepriesen— für diese gegenwärtige Stunde,— die Du mich hast erleben lassen,— in der ich das Glück gehabt habe, — 252— — Dich, meinen Heiland,— als Gast zu empfangen, — gleichwie Dein heiliger Nährvater Josef— Dich mit zärtlicher Liebe— auf seinen Händen ge⸗ tragen— und an sein frommes Herz gedrückt hat, — so umarme ich Dich,— mein Jesus! im Geiste, — und spreche mit dem Apostel:—„Christus lebt in mir.“— Ich umarme Dich, mein Jesus im Geiste,— und sage mit dem frommen Simeon: —„Nun lassest Du, o Herr!— Deinen Diener in Frieden scheiden,— denn meine Augen— haben Dein Heil gesehen!“—— Hochgelobt und gebenedeit sei das allerheiligste Sacrament des Altars!— Vater unser. Ge⸗ Rrübet Jesus, der im heiligen Sacrament zugegen ist als wahrer Gott und Mensch,— heilige Maria u. s. w. Kufopferung und Bitte. Gütigster Jesus, ich bitte Dich,— nimm mein Herz zum Opfer an,— gib mir, dass ich allezeit — nur das begehre und wünsche,— was Dir an⸗ genehm und wohlgefällig ist,— nimm mich ganz in Deinen Besitz!— Ich übergebe Dir meine Kräfte,— meinen Verstand und Willen,— ich übergebe Dir mein Leben,— siehe, mein Herz ist noch unruhig,— lass mich ruhen in Dir!— denn Du bist— der wahre Friede des Herzens,— Du die einzige, köstliche Ruh!— Meinen Jesus lass' 89429 GSE ——— 1 27 2—„„=———— —————— 4———— —— ich nicht,— Dich, den meine Seele liebt, hab' ich gefunden,— ewig bleib' ich Dir verbunden,— Du bist ja mein Heil, mein Licht,— meinen Jesus lass' ich nicht! Heiliger, allmächtiger Gott!— ich bitte Dich, — lass diese heilige Communion— mir nicht zum Schaden— und Verderben sein,— sondern zur Vermittlung des ewigen Heiles;— lass' mich eben dadurch— stark und standhaft im Glauben,— fröhlich und sicher in der Hoffnung,— treu und innig in Deiner Liebe werden;— gib, dass ich jede böse Begierde— unterdrücke und entferne,— und dass es mir an Gehorsam,— an Geduld und Demuth nicht mangle.— Schütze mich,— mein göttlicher Erlöser— vor den Nachstellungen des bösen Feindes,— o bringe zur Ruhe in mir— allen Aufruhr der Begierden,— löse auch alle Ver⸗ wirrung des Geistes,— und lasse mich fest ver⸗ binden mit Dir!——. Bchlußgebet. Ich lasse Dich nicht, o gütigster Jesus,— bis Du mich gesegnet hast!— Segne, o Herr,— meinen Leib und meine Seele,— segne mein Ge⸗ dächtnis,— meinen Verstand und Willen,— segne alle meine Gedanken,— Worte und Werke, — segne meine guten Vorsätze,— die ich heute gemacht habe.— Segne, o Gott— die übrige Zeit — 254— meines Lebens,— damit ich in Deinem Dienste ausharre— und bis an's Ende— nicht weiche von Dir!— Segne mich in meinem Leben, o Jesus!— segne mich in meiner Sterbestunde,— bewahre mich vor dem unversehenen Tode,— beschütze mich kräftig— vor den Anfechtungen des Teufels,— lass' mich nicht sterben ohne Trost!— Leite und regiere Du mich,— dass ich stets in Deiner Gnade— lebe und wandle,— und Dich einst im Himmel— ewig lobe und preise,— der Du mit dem Vater— und dem heiligen Geiste, — wahrer Gott lebest und regierest,— von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.— Vater unser. Ich glaube. Gebete anf die Meinung des heil. Paters. (Zur Gewinnung eines vollkommenen Ablasses.— Zur Zeit eines Jubiläums und sonst.) 1. O göttlicher Erlöser, wir bitten Dich,— dass Du Deine heilige Kirche— beschützen, — regieren— und erhalten wollest.— Vater unser. Gegrüßet. 2. O göttlicher Erlöser, wir bitten Dich,— dass Du unseren apostolischen Oberhirten,— wie anch unsern Bischof,— und alle Stände der Kirche— in Deiner heiligen Religion erhalten— und ihnen den heiligen Geist — verleihen wollest.— Vater unser. Ge⸗ grüßet. 3. O göttlicher Erlöser, wir bitten Dich,— dass Du alle Irrgläubigen erleuchten,— ugewendet werden kann. Pius VII. 1821. — 255— allen Sündern eine wahre Bekehrung— und Besserung des Lebens— verleihen wollest.— Vater unser. Gegrüßet. 4. O göttlicher Erlöser, wir bitten Dich,— dass Du die Feinde Deiner heiligen Kirche — demüthigen und bekehren wollest.— Vater unser. Gegrüßet. 5. O göttlicher Erlöser, wir bitten Dich,— dass Du den christlichen Königen und Fürsten — Frieden und Einigkeit— verleihen wollest,— auf dass sie die heilige,— ka— tholische Kirche— wider ihre Feinde— siegreich vertheidigen— und ihre Unter⸗ thanen— gerecht und heilig regieren mögen. — Vater unser. Gegrüßet. Ich glaube an Gott.— Ablassgebet.“) Kniend vor einem Crueifixbilde zu verrichten. O gekreuzigter Heiland!— Indem ich innigst gerührt und mit großem Herzenleid— Deine heiligen fünf Wunden betrachte,— erwäge ich im Geiste,— was von Dir, o mein Jesus!— schon der Prophet David gesagt hat:—„Sie haben meine Hände und Füße durchbohrt,— sie haben alle meine Gebeine gezählt.“— Siehe, o mein guter und süßester Jesus!— vor Deinem aller⸗ heiligsten Angesichte— liege ich auf den Knieen— und bitte Dich— mit heißer Inbrunst— und dringendem Flehen,— Du wollest meinem Herzen Wer nach verrichteter heil. Beicht und Communion dieses Gebet— nebst dem voranstehenden Ablassgebete mit reumüthigem Herzen verrichtet, gewinnt stets einen voll⸗ kommenen Ablass, der auch den armen Seelen im Fegefeuer einprägen— die Gefühle des Glaubens,— der Hoffnung und Liebe,— wie auch eine wahre Reue — über meine Sünden,— mit dem festen Willen, — mich zu bessern. Amen.“ Gebet eines Kindes für seine Eltern. O mein Gott! Du hast mir christliche Eltern gegeben, dass sie mich in dem wahren Glauben, zu Deinem Dienste und für den Himmel erziehen; Du verlangst, dass ich sie als Deine Stellvertreter auf Erden lieben und ehren solle, darum bitte ich Dich, flöße meinem Herzen Ehrfurcht, Gehorsam, Dank⸗ barkeit und Liebe gegen sie ein. Vergelte ihnen all' das Gute, das sie mir erweisen; lasse sie lange und glücklich leben; gib, dass ich ihnen niemals Leid und Kummer verursache, und lasse sie endlich am Abende ihres Lebens glücklich zu Dir gelangen durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Litanei von allen Heiligen. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott, heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! c.-· —ASeee— ee. e r Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heiligste aller Jungfrauen, Heiliger Michael, Heiliger Gabriel. Heiliger Raphael, Alle heiligen Engel und Erzengel bittet für uns Alle heiligen Chöre der seligen Geister bittet für uns Heiliger Johannes der Täufer, bitte für uns! Heiliger Josef, bitte für uns! Alle heiligen Patriarchen und Propheten, bittet für ö uns! eiliger Petrus, Heiliger Paulus, He iliger Andreas, 8. iliger Jacobus, eiliger Johannes, Deliger Thomas, Heiliger Jacobus, Heiliger Philippus, Heiliger Bartholomäus, Heiliger Matthäus, He eiliger Simon, Heiliger Thaddäus, Heiliger Mathias, eiliger Barnabas, eil iger Lukas, Heiliger Mareus, Alle heilig. Apostel u. Evangelisten, bittet für uns! Alle heiligen Jünger des Herrn, bittet für uns! Alle heiligen, unschuldigen Kinder„bittet für uns! Heiliger ri. bitte für 50 Heiliger Laurentius, bitte für uns Heiliger Vincentius, bitte für 1151 Heiliger Fabianus und Sebastianus, bittet für uns! 17 bitte für uns! —5 2 — bitte für uns! He 20 — 258— Heiliger Johannes und Paulus, bittet für uns! Heiliger Kosmas und Damianus, bittet für uns! Heiliger Gervasius und Protasius, bittet für uns! Alle heiligen Martyrer, bittet für uns! Heiliger Sylvester,— Heiliger Gregorius, 2 Heiliger Ambrosius, 7 Heiliger Augustinus, 2 Heiliger Hieronymus, Heiliger Martinus,— Heiliger Nicolaus,— Alle heiligen Bischöfe und Bekenner, bittet für uns! Alle heiligen Lehrer, bittet für uns! Heiliger Antonius, bitte für uns! Heiliger Benedietus, bitte für uns! Heiliger Bernardus, bitte für uns! Heiliger Dominikus, bitte für uns! Heiliger Franziskus, bitte für uns! Alle heiligen Priester und Leviten, bittet für uns! Alle heiligen Mönche und Einsiedler, bittet für uns! Heilige Maria Magdalena, Heilige Agatha, Heilige Lucia, Heilige Agnes, Heilige Cäeilia, Heilige Katharina, Heilige Anastasia, Alle heiligen Jungfrauen und Witwen, bittet für uns! Alle heiligen Gottes, bittet für uns! Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr! bitte für uns! Von allem Uebel, 2.— Von aller Sünde, 4 8 Von Deinem Zorne, Vom jähen und unvorhergesehenen Tode, ö E IIn AuAnst Von den Nachstellungen des Teufels, Vom Zorne, Hass und allem bösen Willen, Von dem Geiste der Unreinigkeit, Vom Blitze und Ungewitter, Von der Pest, dem Hunger und dem Kriege, Von dem ewigen Tode, Durch das Geheimnis Deiner heiligen Mensch— werdung, Durch Deine Ankunft, Durch Deine Geburt, Durch Deine Taufe und Dein heiliges Fasten, Durch Dein Kreuz und Leiden, Durch Deinen Tod und Dein Begräbnis, Durch Deine heilige Auferstehung, Durch Deine wunderbare Himmelfahrt, Durch die Herabkunft des hl. Geistes des Trösters, Am Tage des Gerichtes, Wir armen Sünder, Dass Du uns verschonest, Dass Du uns verzeihest, Dass Du uns zu wahrer Buße bringen wollest, Dass Du Deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest, Dass Du den obersten Hirten und alle Stände der Kirche in der heiligen Religion erhalten wollest, Dass Du die Feinde der heiligen Kirche de müthigen wollest, Dass Du unseren Kaiser beschützen wollest, Dass Du den christlichen Königen und Fürsten Frieden und wahre Einigkeit geben wollest, Dass Du dem ganzen christlichen Volke Frieden und wahre Einigkeit verleihen wollest, Dass Du uns selbst in Deinem heiligen Dienste stärken und erhalten wollest, 17⁴ erlöse uns, o Herr! wir bitten Dich, erhöre uns! — 260— Dass Du in unseren Gemüthern himmlische Be⸗ gierden erregest, Dass Du alle unsere Gutthäter mit den ewigen Gütern belohnest, Dass Du unsere und unserer Brüder Freunde und Gutthäter Seelen vor der ewigen Ver⸗ dammnis bewahrest, Dass Du die Früchte der Erde geben und er⸗ halten wollest, Dass Du allen verstorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest, Dass Du uns erhören wollest, O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser. Vater unser ꝛc. wir bitten Dich, erhöre uns! Psalm 69. O Gott, sei bedacht mir beizustehen! Herr, eile mir zu helfen. Beschämt und zu Schanden sollen werden, die meiner Seele nachstellen. Sie sollen zurückweichen und in Schanden stehen, die mir Uebles wollen. Sie sollen bald beschämt abtreten, die meiner spotten und mir Hohn sprechen. rr Alle aber, die Dich suchen, sollen frohlocken und sich über Dich freuen, und die Deine Hilfe wünschen, sollen immer sagen:„Hochgelobt sei der Herr!“ Ich aber bin bedürftig und arm, o Gott, steh' mir bei! Denn Du bist meine Hilfe und meine Rettung; o Herr, verweile nicht zu lange! Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. Pr. Rette Deine Diener. V. Die auf Dich hoffen, mein Gott! Pr. Sei uns, Herr, ein starker Thurm! V. Wider unsere Feinde. Pr. Lass den Widersacher nichts vermögen wider uns! V. Und der böse schade uns nicht. Pr. Herr! handle nicht mit uns nach unsern Sünden. V. Und vergelt' uns nicht nach unseren Uebelthaten. Pr. Lasset. uns beten für unsern obersten Hirten N. V. Der Herr erhalte ihn,— segne ihn und mache ihn glücklich auf Erden— und übergebe ihn nicht den Händen seiner Feinde. Pr. Lasset uns beten für unsern Kaiser N. V. O Herr, segne den Kaiser— und erhöre uns, indem wir zu Dir rufen! Pr. Lasset uns beten für unsere Wohlthäter. V. O Herr, gib allen unsern Wohlthätern— um Deines Namens willen das ewige Leben! Pr. Lasset uns beten für alle abgestorbenen Christgläubigen. ns — —— T¶ — 202— V. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe— und das ewige Licht leuchte ihnen. Pr. Lass' sie in Frieden ruhen. V. Amen. Pr. Lasset uns auch beten für unsere ab— wesenden Brüder. V. O mein Gott! rette Deine Diener, die auf Dich hoffen. Pr. O Herr, sende ihnen Hilfe von Deinem heiligen Sitze. V. Und von Sion beschütze sie. Pr. Herr, erhöre mein Gebet. V. Und lass mein Rufen zu Dir kommen. O Gott! dem das Erbarmen und Verschonen immer eigen ist, nimm unser flehentliches Gebet an, damit wir und alle Deine Diener, die wir in Ketten der Sünde liegen, durch Deine erbarmende Güte von denselben gnädig befreiet werden. Wir bitten Dich, o Herr! erhöre unser de— müthiges Gebet und verschone uns, die wir Dir unsere Sünden bekennen, damit wir zugleich Ver⸗ zeihung und Frieden durch Deine Güte erlangen. O Herr! erzeige uns gnädig Deine unaus⸗ sprechliche Barmherzigkeit, durch welche wir zugleich von allen Sünden befreiet und von der Strafe, die wir für solche verdienen, gerettet werden. O Gott! der Du durch die Sünde beleidiget und durch die Buße versöhnet wirst, siehe gnädig auf das Gebet Deines um Gnade flehenden Volkes, und wende die Geißel Deines Zornes, welche wir für unsere Sünden verdienen, von uns ab. Allmächtiger, ewiger Gott! erbarme Dich Deines Dieners N., unseres obersten Hirten, und leite Ihn nach Deiner Milde auf dem Wege des ewigen —— —..——..———74 ISIXMWNV A.A — gefällt, begehre und mit allem Eifer vollbringe. — 263— Heiles, damit Er durch Deine Hilfe, was Dir Wir bitten Dich, allmächtiger Gott, dass Dein Diener, unser Kaiser N., welcher durch Deine Erbarmung die Regierung des Reiches übernommen hat, auch an allen Tugenden zunehme, damit Er, mit diesen ehrenvoll geschmückt, durch Deine Gnade jeder Missethat ausweiche, die Feinde überwinden und zu Dir, der Du der Weg, die Wahrheit und das Leben bist, gelangen möge. O Gott, von welchem fromme Wünsche, gute Vorsätze und gerechte Werke entspringen; gib Deinen Dienern jenen Frieden, welchen die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen Deinen Geboten ergeben und die gegenwärtigen Zeiten durch —— Schutz von Feindesfurcht gesichert und ruhig eien. O Herr! entzünde unser Innerstes mit dem Feuer Deines Geistes, damit wir Dir mit keuschem Leibe dienen und mit reinem Herzen gefallen mögen. O Gott! Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, verleihe den Seelen Deiner Diener und Dienerinnen Verzeihung aller Sünden, damit sie die gnädige Nachlassung, welche sie allezeit gewünschet haben, durch gottseliges Fürbitten erlangen. O Herr! wir bitten, komm' unsern Handlungen durch Deine Einsprechungen zuvor und begleite die⸗ selben mit Deiner Hilfe, damit all' unser Beten und Handeln von Dir jederzeit anfange, und wie es durch Dich angefangen hat, also auch durch Dich geendet werde. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du über die Lebenden und Abgestorbenen herrschest und Dich aller erbarmest, welche Du aus dem Glauben und den Werken für die Deinigen erkennest: wir bitten demüthig, dass die, für welche wir uns vorgenommen — 264— haben, unser Gebet zu verrichten, sie mögen nun noch auf dieser Welt im Leben oder bereits davon abgeschieden sein, durch die Fürbitte aller Deiner Heiligen nach Deiner Gütigkeit Verzeihung aller ihrer Sünden erlangen mögen; durch unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet für das allgemeine Anliegen der Christenheit. Allmächtiger, ewiger Gott! Herr himmlischer Bater! siehe mit den Augen Deiner unendlichen Barmherzigkeit auf der Deinigen Jammer, Elend und Noth. Erbarme Dich aller Christgläubigen, für welche Dein eingeborner Sohn, unser Herr und Heiland, Jesus Christus, in die Hände der Sünder freiwillig gekommen ist und sein kostbares Blut am Stamme des heiligen Kreuzes vergossen hat. Durch diesen unsern Herrn Jesum wende ab, gnädigster Vater! die wohlverdiente Strafe, gegenwärtige und zukünftige Gefahren, schädliche Empörung, Kriege, Theuerung, Krankheiten und betrübte, mühselige Zeiten. Erleuchte und stärke in allem Guten geistliche und weltliche Obrigkeiten, damit sie alles befördern, was zu Deiner göttlichen Ehre, zu unserem Heile und insgemein zum Frieden und zur W)hlfahrt der Christenheit gedeihen mag. Verleihe uns, o Gott des Friedens! echte Vereinigung im Glauben, ohne alle Spaltung und Trennung. Lenke unsere Herzen zu wahrer Buße und Besserung des Lebens. Zünde in uns das Feuer Deiner Liebe an. Erfülle uns mit eifrigem Verlangen nach Allem, was recht ist, damit wir als gehorsame Kinder im Leben und Sterben Dir angenehm und wohlgefällig seien. Wir 9 — — S 9 — 265— bitten auch, wie Du willst, o Gott! dass wir bitten sollen für unsere Freunde und Feinde, für Gesunde und Kranke, für alle betrübten und leidenden Christen, für die Lebenden und für die Verstorbenen. Dir sei auf immer empfohlen, o Herr! all' unser Thun und Lassen, unser Handel und Wandel, unser Leben und Sterben. Lass' uns nur Deine Gnade hier genießen, und dort mit allen Aus⸗ erwählten erlangen, dass wir in der ewigen Freude und Seligkeit Dich loben und ehren mögen. Dies verleihe uns, Herr, himmlischer Vater! durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland, welcher mit Dir und dem heiligen Geiste, gleicher Gott, lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. (Fünf Vater unser und fünf Ave Maria für die allgemeinen Bedürfnisse.) Gebet für den Kaiser. O Gott, Du Beschützer aller Reiche, verleihe Deinem Diener, e. Kaiser N., dass er Deine siegreiche Macht' erkenne und vereh re, damit er durch Deinen Schutz jederz eit mächtig sei, sowie er durch Deine Anordnung L Landesfütrst Laworu ist, durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn, der mit Dir lebt und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet für den Paplt. Allmächtiger, ewiger Gott! erbarme Dich Deines Dieners N., welchen Du Deiner Kirche zum ober— sten Hirten gesetzt hast, und lasse den Widersacher nichts vermögen gegen ihn; sende ihm Hilfe von Deinem heiligen Wohnsitze, und zernichte die An⸗ — 266— schläge der Feinde, welche in das Erbgut des hl. Petrus gewaltsam eingedrungen sind. O Gott, unsere Zuflucht und Kraft, neige Du, von welchem alle Frömmigkeit kommt, Dich herab zu dem frommen Gebete Deiner Kirche, damit wir dasjenige wirklich erlangen, um was wir ver⸗ trauensvoll bitten durch unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn, welcher mit Dir und dem hl. Geiste gleicher Gott lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Die drei göttlichen Tugenden zur Ouatember-Andacht. Ich glaube an Dich,— wahrer, dreieiniger Gott, — Vater, Sohn und heiliger Geist F,— der Du alles erschaffen hast,— der Du alles erhältst und regierest,— der Du das Gute belohnest— und das Böse bestrafest;— ich glaube,— dass der Sohn Gottes Mensch geworden ist,— um uns durch seinen Tod— am Kreuze zu erlösen,— und dass der heilige Geist,— durch seine Gnade uns heiliget.— Ich glaube und bekenne alles,— was Du, o Gott!— geoffenbaret hast,— was Jesus Christus gelehret hat,— was die Apostel geprediget haben,— und was die heilige,— römisch⸗katholische Kirche— uns zu glauben vor⸗ stellet;— dieses alles glaube ich,— weil Du, o Gott,— die ewige— und unendliche Wahrheit bist,— welche weder betrügen,— noch betrogen werden kann.— O Gott, vermehre meinen Glauben!—— Ich hoffe und vertraue— auf Deine unend— liche Güte— und Barmherzigkeit, o Gott!— dass Du mir— durch die unendlichen Verdienste— — 207— Deines eingebornen Sohnes Jesu Christi— in diesem Leben— die Erkenntnis meiner Sünden, — wahre Reue und Verzeihung ertheilen,— nach dem Tode aber— die ewige Seligkeit geben,— und verleihen wirst,— Dich von Angesicht zu An⸗ gesicht— zu sehen,— zu lieben— und ohne Ende zu genießen.— Ich hoffe auch von Dir— die nöthigen Mittel,— alles dieses zu erlangen. — Ich hoffe es von Dir,— weil Du es ver⸗ sprochen hast,— der Du allmächtig— und getreu, — unendlich gütig— und barmherzig bist.— O Gott, stärke meine Hoffnung! O mein Gott! ich liebe Dich— aus meinem ganzen Herzen— über alles,— weil Du un⸗ endlich vollkommen— und aller Liebe würdig bist; — auch darum liebe ich Dich,— weil Du gegen mich— und alle Geschöpfse— höchst gütig bist. — Ich wünsche von ganzem Herzen,— dass ich Dich— eben so lieben möchte,— wie Dich Deine treuesten Diener— lieben und geliebet haben;— mit ihrer Liebe vereinige ich— meine unvoll⸗ kommene Liebe,— vermehre sie in mir,— d gütigster Herr— immer mehr und mehr!— Weil ich Dich nun aufrichtig— und innigst zu lieben wünsche,— und es zu thun— mich ernstlich bestrebe,— so ist es mir— vom Herzen leid,— dass ich Dich,— mein höchstes Gut,— welches ich über alles liebe,— Dich, meinen Schöpfer,— Erlöser und Heiligmacher— erzürnet habe;— es schmerzet mich,— dass ich gesündiget, — dass ich Dich,— meinen allmächtigen Herrn, meinen besten Vater— beleidiget habe;— ich nehme mir ernstlich vor,— alle Sünden— sammt allen bösen Gelegenheiten— zu meiden, — die begangenen Missethaten— mehr und mehr — 268— zu bereuen— und niemals— wider Deinen heiligsten Willen zu handeln;— nimm mich wieder— zu Deinem Kinde auf— und gib mir die Gnade— zur Erfüllung dieses meines Vor⸗ satzes;— darum bitte ich Dich,— durch die un— endlichen Verdienste— Deines göttlichen Sohnes — unseres Herrn und Erlösers— Jesu Christi. Amen. Gebet vor dem englischen Rosenkranze. Gott Vater im Himmel erbarme Dich unser! — Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser!— Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! — Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser!— Allmächtiger, ewiger, unaussprech⸗ licher Gott,— Vater, Sohn und heiliger Geist,— unzertheilte einige Dreifaltigkeit— höchster Herr Himmels und der Erde,— vor dem alle Cherubim und Seraphim,— ja alle Macht der Engel— mit Furcht und Zittern stehen;— wenn wir bedenken Deine göttliche Herrlichkeit— und unsere Nichtigkeit,— so erschrecken wir billig,— denn, o mein Gott!— was sind wir doch anders,— als zum Bösen geneigte Geschöpfe,— und wir sollten Dich, — den König aller Könige,— den ewigen Gott— das höchste Gut anreden und mit allen Engeln anbeten!— Wir fallen demnach nieder vor Dir — als arme Sünder— vor ihrem Richter,— als schuldige Unterthanen— vor ihrem Fürsten, — ja, als Staub und Asche— vor ihrem Er⸗ schaffer,— sieh an die Herzen— Deiner Diener und Dienerinnen, mit welchen sie Dich auf Erden— ebenso loben— und preisen möchten, — 209— — wie es alle Engel und Heiligen im Himmel thun.— Du aber, o seligste Jungfrau— und Mutter Gottes Maria!— sammt allen Heiligen Gottes,— helfet uns, unseren großen Gott und Herrn anbeten,— auf dass wir auch einmal— in eurer Gesellschaft— Seiner Herrlichkeit und Freude — im Himmel theilhaftig werden. Amen.— Ich glaube an Gott u. s. w. Nun folgt der englische Rosenkranz. Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott Sa⸗ 5.— Himmel und Erde sind seiner Herrlichkeit voll.— Ehre sei Gott dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste,— wie es war im Anfange,— jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. Gebet nach dem englischen Rosenkranze. Priester. Lasset uns loben den Vater und den Sohn mit dem heiligen Geiste. Volk. Lasset uns ihn loben und erhöhen zu allen Zeiten. Allmächtiger, ewiger Gott!— der Du Deinen Dienern— die Gnade gegeben hast,— durch das Licht des wahren Glaubens— die Herrlichkeit— der ewigen Dreieinigkeit zu erkennen,— und in derselben die Einheit— Deiner höchsten Natur an⸗ zubeten; gib, dass wir— durch das feste An⸗ hängen— an diesen Glauben— in allen Wider⸗ wärtigkeiten— jederzeit gestärket werden.— Er⸗ barme Dich auch, allerheiligste Dreieinigkeit— unseres obersten Hirten N.,— Deines Dieners, unseres Kaisers,— der ganzen katholischen Kirche, — 20— — und aller Deiner Diener und Dienerinnen,— erhöre sie in ihren Anliegen,— verzeihe ihnen alle ihre Sünden,— strecke Deinen göttlichen Arm aus, — sie zu beschützen— und selig zu machen,— durch unsern Herrn Jesum Christum— Deinen einzigen Sohn,— der mit Dir lebet und regieret — in Einigkeit des heiligen Geistes,— Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet zu Maria um einen guten Tod. O Maria, ohne Makel empfangen, bitt' für uns, die wir zu Dir unsere Zuflucht nehmen! O Zuflucht der Sünder, o Mutter der Sterbenden, verlass uns nicht in der Stunde unseres Todes, sondern erlange uns einen vollkommenen Schmerz und eine aufrichtige Reue, die Nachlassung unserer Sünden, den würdigen Empfang der heil. Weg⸗ zehrung und die Stärkung durch das Saerament der letzten Oelung, damit wir in Sicherheit er⸗ scheinen mögen vor dem Throne des gerechten, aber auch barmherzigen Richters, unseres Gottes und Erlösers. Amen.(100 Tage Ablass einmal im Tage. Pius IX. 1856.) Drei Verehrungen Mariens, um Hilfe in allen Tugenden zu erlangen. Ich verehre Dich von ganzem Herzen, o heiligste Jungfrau, über alle Engel und Heiligen des Himmels, als die Tochter des ewigen Vaters, und schenke und weihe Dir meine Seele mit allen ihren Kräften. Gegrüßet seist Du Maria. Ich verehre Dich vom ganzen Herzen, o heiligste Jungfrau, über alle Engel und Heiligen des — 271— Himmels als die Mutter des eingebornen Sohnes, ich schenke und weihe Dir meinen Leib mit allen seinen Sinnen. Gegrüßet seist Du Maria. Ich verehre Dich von ganzem Herzen, o heiligste Jungfrau, über alle Engel und Heiligen des Himmels, als die geliebte Braut des heil. Geistes, und schenke und weihe Dir mein Herz mit allen seinen Gefühlen, indem ich Dich anflehe, mir von der allerheiligsten Dreieinigkeit alle nöthigen Mittel zur Seligkeit zu erwirken. Gegrüßet seist Du Maria.(100 Tage Ablass, Pius IX. 1876.) Gebet um eine gute Standeswahl. O Gott, Dir ist bekannt, auf welchem Lebens⸗ pfade ich am besten nach Deinem heiligen Willen mein Ziel erreichen kann. Erleuchte mich, dass ich erkenne, was Dir angenehm ist, und mir und meinen Mitmenschen zum wahren Nutzen gereicht. Gib mir die Kraft, dass ich meinen Willen und meine Einsicht frei halte von dem Einflusse irdischer Täuschung und verkehrter Leidenschaft, und jenen Weg ein⸗ schlage, den Du, o Herr, in Deiner Liebe für mich bestimmt hast. Durch Jesum Christum, unseren Herrn. Amen. Gebet zum heil. Josef. Heiliger Josef, Du getreuer Diener Gottes! Du hast durch Deine Frömmigkeit und Tugend das Glück gehabt, mit Jesus und Maria zu leben und unter ihrem Beistand zu sterben. Dein Bei⸗ spiel sei mir ein mächtiger Antrieb, den Willen Gottes allezeit und gewissenhaft zu erfüllen; so keusch, so fromm, so gerecht, so arbeitsam, so ge⸗ duldig, so dienstfertig und so liebreich zu sein, wie Du es warst. Der Gehorsam gegen die Gebote Gottes und die Befehle meiner Vorgesetzten soll meine Herzensfreude, mein liebstes Geschäft auf Erden sein. Erbitte mir bei dem, der einst Dein Pflegesohn auf Erden war, und jetzt alle Gewalt im Himmel und auf Erden hat, die Gnade eines tugendhaften Lebens und einer seligen Sterbestunde, damit ich ihn mit Dir in alle Ewigkeit loben und preisen möge. Amen. Heil. Josef, Du Freund des göttlichen Herzens Jesu, bitt' für uns.(100 Tage Ablass, Pius IX. 1874. Gebet zum heil. Aloisius. O heiliger Aloisius! ich empfehle Dir die Rein⸗ heit meiner Seele und meines Leibes. Durch Deine engelgleiche Reinheit beschwöre ich Dich, Du wollest mich Jesu Christo, dem fleckenlosen Lamme, und seiner heiligsten Mutter, der Jungfrau der Jungfrauen, anempfehlen und vor aller schweren Sünde be⸗ wahren. Lass' nicht zu, dass ich jemals in irgend eine Sünde der Unreinigkeit falle, sondern entferne von mir alle unreinen Gedanken und Neigungen; belebe in mir den Gedanken an die Ewigkeit und an Jesus den Gekreuzigten und präge das Gefühl der heiligen Furcht Gottes tief in mein Herz ein; entflamme in mir das Feuer der göttlichen Liebe, auf dass ich, Dir nachfolgend auf Erden, verdienen möge, Gott mit Dir zu genießen. Amen. Gebet zum allerheiligsten Altarssacramente und zum heiligsten Herzen Jesu. Siehe, o mein liebreichster Jesu, bis wohin das Uebermaß Deiner Liebe gelangt ist! Du hast mir — 278— mit Deinem Fleische und kostbaren Blute eine gött⸗ liche Tafel zubereitet, um Dich mir ganz zu schenken. Wer hat Dich zu solchem Uebermaße der Liebe an⸗ getrieben? Gewiss niemand, als Dein liebevollstes Herz. O anbetungswürdiges Herz meines Jesu, brennender Feuerofen der göttlichen Liebe, nimm meine Seele in Deine heiligste Wunde auf, damit ich in dieser Schule der Liebe lernen möge, jenen Gott wiederzulieben, der mir so erstaunliche Be—⸗ weise seiner Liebe gegeben hat. Amen.(100 Tage Ablass, Pius VII. 1818.) — Gelobt sei überall das heiligste Herz Jesu! (100 Tage Ablass, Pius IX. 1860.) — Süßes Herz meines Jesu, gib, dass ich immer mehr Dich liebe.(Jedesmal 300 Tage Ab⸗ lass, Pius IX. 1876.) — O Jesus, fanftmüthig und demüthig von Herzen, mache, dass mein Herz dem Deinigen gleiche! (300 Tage Ablass, Pius IX. 1868.) — Erkannt, gelobt, gebenedeit, geliebt, ver⸗ ehrt, verherrlicht seien allezeit und überall das gött⸗ liche Herz Jesu und das reinste Herz Mariä. Amen. (60 Tage Ablass, Pius VII. 1807.) — Süßes Herz Mariä, sei meine Rettung! (300 Tage Ablass, Pius IX. 1852.) — Mein Jesus, Barmherzigkeit!(100 Tage Ablass, Pius IX. 1846.) — Jesus, mein Gott, ich liebe Dich über Alles.(50 Tage Ablass, Pius IX. 1854.) Fromme Uebung zum Troste der Abge⸗ storbenen. Bete fünf„Vaterunser“ und„Gegrüßet seist Du Maria“ und darnach:„Wir bitten Dich, o 18 — 274— Gott, komme Deinen Dienern zu Hilfe, welche Du mit Deinem kostbaren Blute erlöst hast. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen; lass' sie ruhen in Frieden! Amen. (300 Tage Ablass, Pius VII. 1817.) Gebet für die Verstorbenen. Herr, allmächtiger Gott! ich bitte Dich durch das kostbare Blut, welches Dein göttlicher Sohn bei seinem Leiden vergossen hat: befreie die leidenden Seelen im Fegefeuer, für welche ich zu beten schuldig bin, und sühre sie ein in Deine ewige Herrlichkeit. Amen. Lauretanische Litanei zu Ehren der seligsten Jungfran Maria. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heiligste aller Jungfrauen, Mutter Christi, Mutter der göttlichen Gnade, Du reinste Mutter, Du keuscheste Mutter, bitte für uns! Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du Du ungeschwächte Mutter, unbefleckte Mutter, liebenswürdige Mutter, bewunderungswürdige Mutter, Mutter des Schöpfers, Mutter des Erlösers, weiseste Jungfrau, ehrwürdige Jungfrau, lobwürdige Jungfrau, mächtige Jungfrau, gütige Jungfrau, getreue Jungfrau, Spiegel der Gerechtigkeit, Sitz der Weisheit, Ursache unserer Fröhlichkeit, geistliches Gefäß, ehrwürdiges Gefäß, vortreffliches Gefäß der Andacht, geistliche Rose, Thurm Davids, elfenbeinerner Thurm, goldenes Haus, Arche des Bundes, Pforte des Himmels, Morgenstern, Heil der Kranken, Zuflucht der Sünder, Trösterin der Betrübten, Hilfe der Christen, Königin der Engel, Königin der Patriarchen, Königin der Propheten, Königin der Apostel, Königin der Martyrer, Königin der Bekenner, bitte für uns! — 270— Du Königin der Jungfrauen, Du Königin aller Heiligen, Du Königin ohne Makel der Erbsünde empfangen, ö Du Königin des Hochheiligen Rosenkranzes, O Du Lamm Gottes, welches Du hinnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Herr! Ehriste, höre uns! Christe, erhöre uns! Vater unser; Ave Maria. Gebet. Unter Deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin! Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöthen, sondern erlöse uns allezeit von allen Gefahren! O Du glorwürdige und ge⸗ benedeite Jungfrau! unsere Frau! unsere Mittlerin! unsere Fürsprecherin! versöhne uns mit Deinem Sohne, empfiehl uns Deinem Sohne, stelle uns Deinem Sohne vor. V. Bitt' für uns, o heilige Gottesgebärerin! R. Damit wir der Verheißungen Christi würdig werden! Gebet. Wir bitten Dich, o Herr! Du wollest uns Deine Gnade ertheilen, damit wir, die wir durch die Botschaft des Engels Christi, Deines Sohnes, Menschwerdung erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung ge⸗ führet werden. Durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. bitte für uns! — — ———4— — 2..H&&——&— V. Bitt' für uns, o heiliger Josef! R. Damit wir der Verheißungen Christi würdig werden. Gebet zum heiligen Josef. Wir bitten Dich, o Herr! lass uns die Ver⸗ dienste des Bräutigams Deiner heiligsten Gebärerin zu Hilfe kommen, damit uns durch seine Fürbitte dasjenige gewährt werde, was wir durch unsere Kräfte zu erhalten nicht vermögen. Der Du lebest und regierest mit Gott dem Vater, in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Salve Regina. Gegrüßet seist Du, Königin! Mutter der Barm⸗ herzigkeit, Trost in unserem Leben, und unsere Hoffnung, sei gegrüßet! zu Dir rufen wir ver⸗ wiesene Kinder Evens; zu Dir seufzen wir trauernd und weinend in diesem Thale der Thränen. O wende Du, unsere Fürsprecherin, Deine mit⸗ leidigen Augen uns zu und zeige uns nach diesem Elende Jesum, die gebenedeite Frucht Deines Leibes, o gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria! V. Bitt' für uns, o heilige Gottesgebärerin! R. Damit wir der Verheißungen Christi würdig werden! Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du den Leib und die Seele der heiligen Jungfrau und Mutter Maria zur würdigen Wohnung Deines Sohnes durch die Mitwirkung des heiligen Geistes vor— bereitet hast, gib, dass wir, die wir uns ihres Andenkens erfreuen, durch ihre milde Fürbitte von den bevorstehenden Uebeln und von dem — 278— ewigen Tode gerettet werden. Durch denselben Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Vater unser ꝛe. Litanei vom allerheiligsten Namen Jesu. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Jesu, höre uns! Jesu, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Jesu, Sohn des lebendigen Gottes, Jesu, Abglanz des Vaters, Jesu, Glanz des ewigen Lichtes, Jesu, König der Herrlichkeit, Jesu, Sonne der Gerechtigkeit, Jesu, Sohn der Jungfrau Maria, Jesu, Du Liebenswürdiger, Jesu, Du Wunderbarer, Jesu, starker Gott, Jesu, Vater der Zukunft, Jesu, Botschafter des großen Rathschlusses, Jesu, Du Mächtigster, Jesu, Du Geduldigster, Jesu, Du Gehorsamster, Jesu, Du sanftmüthiger und vom Herzen Demüthiger, Jesu, Freund der Keuschheit, Jesu, unser Freund, Jesu, Gott des Friedens, erbarme Dich unser! — 27— Jesu, Urheber des Lebens, Jesu, Vorbild der Tugenden, Jesu, Eiferer für die Seelen, Jesu, unsere Zuflucht, Jesu, Vater der Armen, Jesu, Schatz der Gläubigen, Jesu, guter Hirt, Jesu, wahres Licht, Jesu, ewige Weisheit, Jesu, unendliche Güte, Jesu, unser Weg und unser Leben, Jesu, Freude der Engel, Jesu, König der Patriarchen, Jesu, Meister der Apostel, Jesu, Lehrer der Evangelisten, Jesu, Stärke der Martyrer, Jesu, Licht der Bekenner, Jesu, Reinheit der Jungfrauen, Jesu, Krone aller Heiligen, Sei uns gnädig, verschone uns, o Jesu! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Jesu! Von allem Uebel, Von aller Sünde, Von Deinem Zorne, Von den Nachstellungen des Teufels, Von dem Geiste der Unlauterkeit, Von dem ewigen Tode, Von der Vernachlässigung Deiner Ein⸗ sprechungen, Durch das Geheimnis Deiner heiligen Menschwerdung, Durch Deine Geburt, Durch Deine Kindheit, Durch Dein göttliches Leben, Durch Deine mühevollen Arbeiten, erbarme Dich unser! 7 Jesu! Q erlöse uns, o — 280— Durch Deine Todesangst und Dein Leiden, Durch Dein Kreuz und Deine Verlassenheit, 2 Durch Deine Schmerzen,— Durch Deinen Tod und Dein Begräbniß,— Durch Deine Auferstehung,— Durch Deine Himmelfahrt, Durch Deine Freuden,— Durch Deine Herrlichkeit,— O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesu! O Du Lamm Gottes ꝛc., erhöre uns, o Jesu! O Du Lamm Gottes ꝛc., erbarme Dich unser, o Jesu! Jesu, höre uns, Jesu, erhöre uns! Vater unser ꝛc. Lasset uns beten. Herr Jesu Christe, der Du gesagt hast:„Bittet und ihr werdet erhalten; suchet und ihr werdet finden, klopfet an und es wird euch aufgethan werden“; verleihe uns, wir bitten Dich, die In⸗ brunst Deiner göttlichen Liebe, dass wir von ganzem Herzen in Wort und Werk Dich lieben und don Deinem Lobe niemals ablassen. Gib uns, o Herr, dass wir sowohl die Furcht, als auch die Liebe Deines heiligen Namens immer⸗ dar bewahren, weil Du niemals Deine Leitung denjenigen entziehest, welche Du in der Wahrheit Deiner Liebe erziehest. Durch unseren Herrn Jesum Christum... Amen. — 281— Litanei zum göttlichen Herzen Jesu. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein Einiger Gott, Herz Jesu, des Sohnes des ewigen Vaters, Herz Jesu, des Sohnes der unbefleckten Jung⸗ frau, Herz Jesu, Du Tempel der Gottheit, Herz Jesu, in welchem sich alle Reichthümer der Weisheit und Wissenschaft Gottes be— finden, Herz Jesu, an welchem der himmlische Vater ein ewiges Wohlgefallen hat, Herz Jesu, Du Schatz der göttlichen Gnaden, Herz Jesu, Du unerschöpfliche Quelle der himmlischen Güter, dee. Du Flammenmeer der göttlichen iebe, Herz Jesu, welches unsere Versöhnung mit Gott bewirket hat, Du liebebrennendes Herz Jesu, Du standhaft und ewig liebendes Herz Jesu, Du gutthätiges Herz Jesu, Du erbarmungsvolles Herz Jesu, Du sanftmüthiges Herz Jesu, Du demüthiges Herz Jesu, Du geduldiges Herz Jesu, Du verwundetes Herz Jesu, erbarme Dich unser! Du betrübtes und geängstigtes Herz Jesu, Du mit unsern Sünden beladenes Herz Jesu, Herz Jesu, unsere Speise und unser tägliches Opfer, Herz Jesu, Du Freude der Engel, Herz Jesu, Du Ruhestätte der Frommen, erz Hesu, Du Süßigkeit der reinen Seelen, erz Jesu, Du Zuflucht der Sünder, erz Jesu, Du Hoffnung der Menschen, erz Jesu, Du Erquickung der Kranken, Herz Jesu, Du Trost der Sterbenden, Herz Jesu, Du Seligkeit der Auserwählten, erbarme Dich unser! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt; verschone uns, o Jesu! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt; erhöre uns, o Jesu! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt; erbarme Dich unser, o Jesu! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Gegrüßet seist Du, Maria. Gebet. Allmächtiger Gott! Da wir im heiligsten Herzen Deines geliebten Sohnes all' unser Gut finden, und in demselben die vorzüglichsten Wohl⸗ thaten seiner Liebe gegen uns verehren, so bitten wir Dich, verleihe uns die Gnade, dass wir nicht bloß über diese Wohlthaten uns erfreuen, sondern sie auch treu zu unserm Heile benützen; durch den⸗ erbarme Dich unser! — 283— selben Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Gebete zum göttlichen Herzen Jesu. Göttliches Herz Jesu, sieh', wir liegen hier vor Dir auf unsern Knieen, und bringen Dir dar alle Anbetung, alles Lob und alle Verherrlichung des unbefleckten Herzen Mariä, aller Engel und Heiligen des Himmels und der ganzen heiligen Kirche und wünschen Dich so von allen Geschöpfen durch alle Ewigkeit angebetet, gelobt und verherrlichet zu sehen. Auf gleiche Weise danken wir Dir für alle Wohlthaten der Natur, der Gnade und der Herrlichkeit, welche aus Dir der unerschöpflichen Quelle alles Guten, ohne Unterlass ausströmen. In der Vereinigung mit allen Dich liebenden Ge— schöpfen bitten wir Dir ab allen Unglauben, allen Undank, allen Kaltsinn, alle Gleichgiltigkeit, alle Entehrungen und Beleidigungen, die Du besonders im allerheiligsten Saeramente von den Menschen erfährst. Nimm dafür gnädig an unsern Glauben, unser Vertrauen, unsere Liebe, und erhöre barmherzig unsere Bitten. P. Göttliches Herz Jesu, erbarme Dich Deiner heiligen Kirche, aller geistlichen und weltlichen Obrigkeiten und aller Deiner Gläubigen. V. Wir bitten Dich, erhöre uns! P. Göttliches Herz Jesu, erbarme Dich aller Mitglieder dieses Vereines, der Deiner Verehrung gewidmet ist. V. Wir bitten Dich, erhöre uns! P. Göttliches Herz Jesu, wir empfehlen Dir unsere besonderen Anliegen. V. Wir bitten Dich, erhöre uns! — 21— P. Göttliches Herz Jesu, erbarme Dich aller abgestorbenen Christgläubigen im Fegefeuer, besonders aber der Seelen derjenigen, welche im Leben diesem Vereine angehört haben. V. Wir bitten Dich, erhöre uns! Göttliches Herz Jesu, Du hast Dich für das Heil der Menschen dem himmlischen Vater am Kreuze geopfert, und Du erneuerst dieses Opfer alle Tage unzählige Male auf unsern Altären: lass dieses unendliche Liebesopfer Allen zu Gute kommen. Erhalte, beschütze und regiere Deine heilige Kirche und das Oberhaupt derselben. Einige mit dem Oberhaupte die Bischöfe, mit den Bischöfen die Priester, mit den Priestern alle Gläubigen, auf dass wir alle Ein Gebäude ausmachen, aufgeführt auf dem Grunde der Apostel, auf dem Felsen Petrus und auf dem Ecksteine Jesus Christus. Falsche Lehre, Spaltung, Aergernis, Verfolgung und Gleichgiltigkeit halte ferne von Deiner heiligen Gemeinde. Beschütze die Regenten, Obrigkeiten und Vor⸗ gesetzten, damit sie mit Deiner Weisheit und Kraft ihre Untergebenen in Frieden und Einigkeit, in Gerechtigkeit und Liebe, in wahrer Gottseligkeit zum ewigen Heile und zur zeitlichen Wohlfahrt leiten mögen. Verleihe allen Eltern die Gnade, ihre Kinder zu Deiner Ehre und zu ihrem Heile zu erziehen, zu Kindern Gottes und zu Erben des Himmels in Unschuld und Tugend heranzubilden. Gib auch allen Kindern Folgsamkeit, Ehrfurcht, Dankbarkeit und Liebe gegen ihre Eltern, dass Dein göttlicher Vatersegen an ihnen reichlich erfüllet werde. Gewähre auch den Dienstboten Treue und Gewissen⸗ haftigkeit in der Erfüllung ihrer Pflichten, Geduld 5—— +, E--e + und Demuth, reinen Wandel und die Freude des heiligen Geistes. Erhalte die Unschuld, stärke die Büßer, bekehre die Sünder, demüthige die Feinde Deines Reiches, und führe sie in Deinen Schafstall zurück; verbreite die Ehre Deines göttlichen Namens immer mehr und mehr, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen und selig werden. Lass Dir endlich alle Menschen empfohlen sein, erbarme Dich auch der abgeschiedenen Christgläubigen, besonders unserer Eltern, Verwandten, Freunde und Wohlthäter und derjenigen, deren sich niemand besonders erinnert, und lass uns mit ihnen zu Deiner ewigen Anschauung und Seligkeit gelangen. Der Du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Marianische Rosenkranz⸗Andacht. (DHorbereitungsgebet) (Zum Vorbeten.) Allmächtiger, ewiger Gott!— Wir rufen Dich an mit Vertrauen,— Du wollest uns— durch Deinen eingebornen Sohn,— durch seine Mensch⸗ werdung und Geburt,— durch sein bitteres Leiden und Sterben— und durch seine Auferstehung und Himmelfahrt— die Güter des ewigen Heiles er⸗ werben;— Du wollest uns auch— die Gnade verleihen,— dass wir diese Geheimnisse— des heiligen— Marianischen Rosenkranzens— andächtig erwägen— und dem nachfolgen,— was sie ent⸗ halten,— und das erlangen,— was sie uns verheißen— durch Jesum Christum, unsern Herrn. — 286— — Du aber, o seligste Jungfrau— und Mutter unseres Erlösers— bitte für uns!— dass wir nach Deinem heiligen Beispiele— mit inniger Andacht beten,— die Geheimnisse des Glaubens — ernstlich betrachten,— und die Lehren Deines Sohnes— treu im Herzen bewahren. Amen. Ich glaube an Gott den Vater. Vater unser u. s. w. J. Die freudenreichen Geheimnisse. 1. Jesus, den Du, o Jungfrau, vom heiligen Geiste empfangen hast; 2. Jesus, den Du, o Jungjfrau, zu Elisabeth getragen hast; 3. Jesus, den Du, o Jungfrau, zu Bethlehem geboren hast; 4. Jesus, den Du, o Jungfrau, im Tempel auf⸗ geopfert hast; 5. Jesus, den Du, o Jungfrau, im Tempel wieder⸗ gefunden hast. II. Die schmerzhaften Geheimnisse. 1. Jesus, der für uns Blut geschwitzet hat; 2. Jesus, der für uns gegeißelt worden ist; 3. Jesus, der für uns mit Dornen gekrönet worden ist; 4. Jesus, der für uns das schwere Kreuz ge⸗ tragen hat; 5. Jesus, der für uns gekreuziget worden ist. III. Die glorreichen Geheimnisse. 1. Jesus, der von den Todten auferstanden ist; 2. Fius der in den Himmel aufgefahren ist; 3. Je us, der uns den heiligen Geist gesendet hat; — 287— 4 Jesus, der Dich, o Jungfrau! in den Himmel aufgenommen hat; ö Jesus, der Dich, o Jungfrau! im Himmel gekrönet hat. * Nach dem Rosenkranze. (Zum Vorbeten.) Wir danken Dir,— allmächtiger, ewiger Gott für alle Deine Gnaden,— Die Du uns— in diesem heiligen Rosenkranz— erwiesen hast, der Du lebest— und regierest— von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. O glorwürdige Mutter Gottes,— unsere Für⸗ sprecherin,— Jungfrau Maria,— nimm an diesen Rosenkranz,— den wir der allerheiligsten Dreifaltigkeit,— sowie dem ganzen himmlischen Hose— und insbesondere— Dir zu Lob' und Ehr'— jetzt gebetet haben;— wir opfern ihn auf— Deinem gebenedeiten Sohne— Jesu Christo— zur Ausbreitung der heiligen,— katho⸗ lischen Kirche,— zur Beförderung des katholischen Glaubens,— zur Ausrottung der Ketzereien,— zur Einigkeit der christlichen Fürsten,— für alle Lebendigen— und Abgestorbenen,— für Gesunde und Kranke,— für Gefangene und Betrübte,— für alle Deine Diener und Dienerinnen;— bitt' für uns,— o Königin des Rosenkranzes,— damit wir auch einmal— alle miteinander— mit Dir und allen Auserwählten— in dem himmlischen Vaterlande— glückselig leben— und uns ohne Ende— erfreuen mögen. Amen. Maria, die glorwürdige Jungfrau,— mit Ihrem milden Kinde,— wolle uns alle beschützen — und segnen!— Vor dem schnellen— und — 288— unversehenen Tode— und vor allen Gefahren— bewahre uns— Gott der Vater +,— Gott der Sohn f,— und Gott der heilige Geist,— gelobt werde allezeit— der süße Name— unseres Herrn Jesu Christi— und der Name— der allerseligsten Jungfrau Maria;— auch der ganze himmlische Hof— sei gelobt— immer und ewiglich. Amen. Das Memorare) des heiligen Bernhard. Gedenke, o gütigste Jungfrau, Maria! es ist unerhört in der Welt, dass Einer verlassen gewesen wäre, der zu Dir seine Zuflucht genommen, Deine Hilfe angerufen, um Deine Fürsprache gebeten hat. Von diesem Vertrauen beseelt, eile ich zu Dir, o Jungfrau der Jungfrauen! Ich flehe zu Dir, o Mutter; und erscheine als ein armer Sünder seuf⸗ zend vor Dir; o Mutter des ewigen Wortes, ver⸗ schmähe nicht meine Bitten, sondern höre und er⸗ höre mich. Amen. ) 300 Tage Ablass. Pius IX. 1846. — 289— Stille Nacht, heilige Nacht. 1. Stille Nacht, heilige Nacht, alles schläft, einsam wacht nur das traute hochheilige Paar; holder Knabe im lockigen Haar, schlaf' in himmlischer Ruh', schlaf' in himmlischer Ruh'⸗ 2. Stille Nacht, heilige Nacht.— Gottes Sohn! o wie lacht— Lieb' aus Deinem göttlichen Mund, — da uns schlägt die rettende Stund',—(Jesus, in Deiner Geburt). 3. Stille Nacht, heilige Nacht,— die der Welt Heil gebracht.— Aus des Himmels goldenen Höh'n — uns der Gnaden Fülle läßt seh'n—(Jesus in Menschengestalt). 4. Stille Nacht, heilige Nacht,— wo sich heut' alle Macht— Bäterlicher Liebe ergoß— und als Bruder huldvoll umschloß—(Jesus die Völker der Welt). 4.—— 5. Stille Nacht, heilige Nacht,— lange schon uns bedacht,— als der Herr vom Grimme befreit, — in der Völker urgrauen Zeit—(aller Welt Schonung verheißt). 6. Stille Nacht, heilige Nacht,— Hirten erst tund gemacht,— durch der Engel Alleluja— tönt es laut in Fern und Nah:—(Jesus, der Retter ist da). Feierliche Abbitte an das heiligste Herz Jesu. Göttliches Herz Jesu! sieh' wir liegen hier vor dir auf unseren Knien und bringen dir dar alle Anbetung, alles Lob und alle Verherrlichung des unbefleckten Herzens Mariä, aller Engel und Heiligen des Himmels und der ganzen hl. Kirche, und wünschen 19 — 290— dich so von allen Geschöpfen durch alle Ewigkeit an⸗ gebetet, gelobt und verherrlicht zu sehen. Auf gleiche Weise danken wir dir für alle Wohlthaten der Natur, der Gnade und der Glorie, welche aus dir, der unerschöpflichen Quelle alles Guten, ohne Unterlaß ausströmen. In Vereinigung mit allen dich liebenden Geschöpfen bitten wir dir ab allen Unglauben, allen Undank, allen Kaltsinn, alle Gleichgiltigkeit, alle Entbehrungen und Beleidigungen, die du besonders in dem allerheiligsten Sacramente von den Menschen erfährst. Nimm dafür gnädig an unsern Glauben, unser Vertrauen, unsere Liebe und erhöre barmherzig unsere Bitten. V. Göttliches Herz Jesu! erbarme dich über deine heilige Kirche, über alle geistlichen und welt⸗ lichen Obrigkeiten und über alle deine Gläubigen. E. Wir bitten dich, erhöre uns! ö V. Göttliches Herz Jesu! erbarme dich über alle Mitglieder dieser Bruderschaft, die deiner Ver⸗ ehrung gewidmet ist. R. Wir bitten dich, erhöre uns! V. Göttliches Herz Jesu! wir empfehlen dir unsere besonderen Anliegen. R. Wir bitten dich, erhöre uns! V. Göttliches Herz Jesu! erbarme dich über alle abgestorbenen Christgläubigen, besonders über die Seelen derjenigen, welche im Leben dieser Bruder⸗ schaft angehört haben. R. Wir bitten dich, erhöre uns! Gebet. Göttliches Herz Jesu! du hast dich für das Heil aller Menschen dem himmlischen Vater am Kreuze geopfert, und du erneuerst dieses Opfer alle Tage — 291— unzählige Mahle auf unseren Altären; laß dieses unendliche Liebesopfer allen zu gute kommen. Erhalte, beschütze und regiere deine heilige Kirche und das Oberhaupt derselben. Einige mit dem Oberhaupte die Bischöfe, mit den Bischöfen die Priester, mit den Priestern alle Gläubigen, auf dass wir alle ein Gebäude ausmachen, aufgeführt auf dem Grunde der Apostel, auf dem Felsen Petrus und auf dem Eckstein Jesus Christus. Falsche Lehre, Spaltung, Aergernis, Verfolgung und Gleichgiltig⸗ keit halte ferne von deiner heiligen Gemeinde. Be⸗ schütze die Regenten, Obrigkeiten und Vorgesetzten, damit sie mit deiner Weisheit und Kraft ihre Unter⸗ gebenen in Frieden und Einigkeit, in Gerechtigkeit und Liebe, in wahrer Gottseligkeit zum ewigen Heile und zur zeitlichen Wohlfahrt leiten mögen. Aer Ees allen Eltern deine Gnade, ihre Kinder zu deiner Ehre und zu ihrem Heile zu erziehen, sie zu Kindern Gottes und zu Erben des Himmels in Unschuld und Tugend heranzubilden. Gib auch allen Kindern Folgsamkeit, Ehrfurcht, Dankbarkeit und Liebe gegen ihre Eltern, damit ein göttlicher Vatersegen reichlich an ihnen erfüllt werde. Gewähre auch den Dienstboten Treue und Gewissen⸗ haftigkeit in der Erfüllung ihrer Pflichten, Geduld und Demuth. Erhalte die Unschuld, stärke die Büßer, bekehre die Sünder, demüthige die Feinde deines Reiches und führe sie in deinen Schafstall zurück; verbreite die Ehre deines göttlichen Namens immer mehr und mehr, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahr⸗ heit gelangen und selig werden. Laß dir endlich alle Menschen empfohlen sein; erbarme dich auch der abgeschiedenen Gläubigen, besonders unserer Eltern, Verwandten, Freunde und 19* Wohlthäter und derjenigen, deren sich niemand be⸗ sonders erinnert, und laß uns mit ihnen zu deiner ewigen Anschauung und Seligkeit gelangen. Darum bitten wir dich, süßestes Herz Jesu, unseres Erlösers, der mit dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes — und regiert Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gnaden⸗Verheißungen vom göttlichen Heilande der seligen Margaretha Alacoque für diejenigen gegeben, welche sein heiligstes Herz in der rechten Weise verehren. Ich werde ihnen alle Gnadenhilfe verleihen, die sie in ihrem Stande brauchen. „Ich werde ihnen bei ihren Arbeiten beistehen und alle ihre Unternehmungen reichlich segnen. In ihren Familien wird Friede herrschen. „Sie werden in Meinem Herzen eine sichere Zufluchtsstätte während ihres Lebens und be⸗ sonders in der Todesstunde finden. „Die Sünder werden in meinem Herzen den Quell und ein endloses Meer von Barmherzig⸗ keit finden. „Die Lauen werden zu neuem Eifer erweckt werden. „Die eifrigen Seelen werden zu raschem Fort⸗ schreiten und zu einer hohen Vollkommenheit gefördert werden. „Den Priestern und Allen, welche am Heile der Seelen arbeiten, werde Ich die Gnade verleihen, auch die verhärtesten Herzen zu rühren. Sie werden mit wunderbarem Erfolge wirken, wenn sie von zärtlicher Andacht zu meinem Herzen durchdrungen sind. r— — 203— 9. Mein Herz wird sich erweitern, um die Wirkungen 5 rkung 10. 14. seiner göttlichen Liebe in Fülle auszuströmen über diejenigen, welche ihm diese Ehre erweisen und sich bemühen, dass sie ihm auch von Anderen erwiesen werden. Ich werde die Häuser segnen, in welchen das Bild meines Herzens zur Verehrung aufgestellt sein wird. Die Namen derjenigen, die es sich angelegen sein lassen werden, diese Andacht zu verbreiten, sollen unauslöschlich in Meinem Herzen geschrieben sein. O wie süß ist das Sterben, wenn man im Leben beständig das heiligste Herz desjenigen ver⸗ ehrt hat, der uns einst richten wird! Inhalk. Seite Segenliederr 3 Messlieder VVᷓP Am Sonntaagͤͤgʃ 9 An Montaag 18 Am Diensthgunagvä 25 Am Mittwochh 35 Am Donnerstag⸗•ͤ—g 39 Am Freiigaggg 44 Am Samstagsg 50 Bei einer Seelenmesssse. 54 Predigtlieend B80 Vor der Christenlehre FPI Nach der 2.85 PE32 Adventlieder 63 Weihnachtslieder. 2 7 69, 289 Segenlied für die heltge Basemei— 77 Fastenlieder 78 Kreuzweg⸗Lieder 88 Bußlieder 206 Bei der Procession am vaam ann 9 11 Osterlieder 2 Pfingsied 114 Dreisaltigkeitslied VᷓPP — ⏑ hms N S — 2395— Frohnleichnamslieder Herz Jesu⸗Lieder Lied zu den hh. Herzen Je su und Mariä Communionlieder. Marienlieder Lied zum heiligen Josef Lied zu Ehren der heiligen“ Famiie Lied zur heiligen Anna. Schutzengel⸗Lieder u Ehren des heiligen Aloisius Lied zu Ehren des heiligen Leopold Lied zu Ehren des heiligen 5 55 Deum Oesterreichische Vallsomne Morgengebet Vaterunser ů Das apostolische Glaubensbekenntnis Abendgebet Gebet um eine glückselige Sterbestunde ů Der englische Gruß. Fromme Gebetssprüche für kleine Kinder Tischgebet 9—1 ů—— Dankgebet Wenn man sich mit Weihwaf ser bes sprengt Wenn man zur heil. Wandlung läuten hört Wenn die Sterbeglocke geläutet wird Wenn man bei einer Kirche W Bei einem Kreuze.. Bei einem Muttergottesbilde Bei einem Gottesacker Wenn das hochwürdigste Gut zu einem Kranken getragen wird Gebet am Donnerstag, da zum Andenken der Angst Christi geläutet wird *—— —— 2.—9 * — 296 Gebet am Freitag, wenn zur Scheidung Christi geläutet wird I Erste Meßandacht Zweite Meßandacht Beichtandacht J. Gewissenserforschung II. Reue und Vorsatz III. Die Beicht Communion⸗-Andacht Vor der heiligen Communion Nach der heiligen Communion Ablassgebete E Gebet eines Kindes für seine Eltern Litanei von allen Heiligen Gebet f. das allgemeine Anliegen der Christenheit Gebet für den Papst Gebet für den Kaiser 3 Die drei göttlichen Tugenden. Gebet vor dem englischen Rosenkranze Gebet nach dem englischen Rosenkranze Gebet zu Maria um einen guten Tod Drei Verehrungen Mariens Gebet um eine gute Standeswahl Gebet zum heiligen Josef Gebet zum heiligen Aloisius I. Gebet zum allerheiligsten Altarssakramente N Zum Troste der Abgestorbenen Lauretanische Litanelnln. Litanei vom allerheiligsten Namen Jesu Litanei zum göttlichen Herzen Jesu Marianische Rosenkranzandacht. Das Memorare des heiligen Berndhard Alphabetisches Register. a) Gesänge. Ach, sieh ihn dulden, bluten, sterben Ach, so ist denn Jesus todt—. Adventlieder Alois immerdar— Am heiligen Charfreitag Ave Mariia Ave Maria Abendgebet Bei der Procession am Palmsonntag Bei einer Seelenmesse 5 Bei dem heiligen Grabe Besprenge meine Seele, o Herr Bußlieder Christen, singt mit frohem Herzen Christi Mutter stand mit Schmerzen Communionlieder Dankgebet. Das heiligste Herz Maria Deinem Heiland, Deinem Lehrer Dem Jesu⸗Herzen singe Seite Der Du die Kleinen zu Dir rufst Der Freuden⸗Rosenkranz Der Heiland ist erstanden Der Mai ist gekommen Der Marianische Rosenkranz Der Rosenkranz von Gold Der Schmerzen⸗Rosenkranz Der Sieges⸗Rosenkranz Dich Maria loben wirr Dich, mein Jesus, lass' ich nicht. Dich preise meine Seele Die Nacht entflieht Die schmerzhafte Mutter Dies ist der Tag von Gott gemacht Die sieben letzten Worte. Dreifaltigkeitslied Du aller Jungfrau'n Krone Du, die den Herrn der Welt Du mein Schutzgeist, Gottes Engel ö Erfreut Euch, fromme Seelen Es blüht der Blumen eine Es glänzt kein Licht im Sternensaal Es kommt die sel'ge Stunde Fastenlieder Frohnleichnamslieder Fromme Gebetssprüche Gegrüßet seist Du, Königin Geh't alle zu Josef Geleite durch die Welle Gelobt sei Jesus Christus Gesang vor der Christenlehre Gesang nach der Christenlehre Glorwürdige Königin Gnadenquelle sei gegrüßt rreer K Seee — 299— Göttlich's Herz, aus dem die Gnade fließet Gott erhalte, Gott beschütze.. Gott, der Du Tod und Leben Gottes Sohn ist hier zugegen Großer Gott, wir loben Dich. Heilige Anna, Hoffnungsstern. Heiliger Josef, Davids Sohn Heil' ger, starker, ewiger Gott Heiliger Geist, komm zu verbreiten Heiliges Kreuz! sei hoch verehret Herbei zur lieben Krippde Herr, ich glaube, Herr ich hoffe Herr vor Deinem Gnadenthrone Herz Jesu⸗Lieder Hier liegt vor Deiner Majestät Hier wirft vor Dir in Staub sich hin Hirten auf um Mitternacht Höre Süße! uns're Grüße Hohe und herrliche Jauchzet Himmel Ich bete Dich an, verborg'ner Gott. Jesu, der Du Blut und Leben Jesus, mein Gottt Jesus rief zu sich die Kleinen. Ihr Christen, kommt herbei Im Himmel und auf Erden In Demuth und mit Reunue In Gott des Vaters und des Sohn's „Jungfrau, Mutter, himmlisch Schöne. Komm' heiliger Geist, o dritte Person Komm' o fromme Christenschaar Kommet, lobet ohne End' Kreuzlied 3. ö Kreuzweglieder — 500— Lass' mich Deine Leiden singen Lass't Eure Stimm' erklingen Lied zu dem hh. Herzen Jesu und Marit Lied zum heil. Josef. Lied zu Ehren des heil. Leopold Lobpreise Deinen Herrn. Lourds⸗Felsenhöhen Magnificat Lobgesang Marien's Maria Gnadenmutter Maria hilf! Maria, Dimmelsfreud Maria, Jungfrau rein Maria Himmelskönigin Maria Maienkönigin Maria, sei gegrüßet Maria, sei von uns gegrüßt Maria, wir Dich grüßen Maria wir verehren Maria zu lieben ist allzeit mein Sinn Marienlieder Meerstern, ich Dich grüße Messlieder Milde Königin, gedenke Morgengebet Nach Bethlehem zu eilen ö O bitte doch für uns bei Gott O Christ hier merk O Diener Gottes, Leopold O Du Heilige, o Jungfräuliche O Engel Gottes eilt hernieder O Gott, wir kommen voll Vertrau'n O Gott und Vater O Gott, Du hast mich O Haupt voll Blut und Wunden Seite O Himmelskönigin 147 O Hochgebenedeite 1 O Hochheilige, o Jungfräuliche 51 O lass't uns mit Verstand und Herz3 O lieber Jesus mache. 15 O Mutter mit dem Himmelstinde 6 O selige Nacht.. O Sünder mach' Dich auf 235 OSünder fass zu Herzeen 85 O Sünder nimm zu Herzen 82 weinet, ihr Augges 86 Osterlieder P Oesterreichische Voltshymne. PPIP Pfingstlied Predigtlie 0 Preiset Lippen das Geheimniß 1 Salve Regina 52 Schönes Vorbild jeder T Tugend 80 Schutzengel⸗Lieder. 18 Schreckenstag und Trauerstunde 56 Seelen singet frohe Lieder. 24 Segenlieder Segenlied für die heilige Fastenzeit Segne Jesus Deine Heerde 5 Sei gegrüßt, Du Meeresstern..137 Selig himmlisch ist das Leben 106 Sieh Deinen Heiland an 102 Singt dem König Freudenpsalmsen 111 Stille Nacht, heilige Nacht. 289 —65 Richter aller Sünder 107 Te Deum 130 Thauet Himmel den Gerechten 365 Tischgebet 105 Uns zum Himmel zu erheben— — 302— Vater, Deine Kinder treten Vater⸗ segne diese Lehren Vater, sieh die Kleinen an. Vater, sieh' uns Kleine an. Vater mit der Reue Schmerzen Vater unser, beten wr. Versammelt Euch, Christen Von dem Leiden Jesu Volkshymne. Von Dir, o Gott! empfangen wir Wach' ich früh morgens auf, Wann kommest Du, mein Heiland Weihnachtslieder Weinen möcht ich— immer weinen Wer immer singen kann Wie lieblich, o Maria, 293 Wir beten an ů Wir beten drei Personen Wir ehren Dich Wir danken Dir für Deine Gaben Wir schmücken Dir Dein golden 8 Wir werfen uns darnieder. Wohin soll ich mich wenden Wunderschön, Prächtige Zu Bethlehem geboren Zu Ehren des heiligen Aloisius Zur heil. Anna Zu Ehren der heil. Familie Zu Ehren des heiligen Florian .. Maria Heil der Kranken ur Mai⸗Andacht! Maria Maienkönigin ö Seite b) Gebete und Litaneien. Abendgebet Ablassgebete Bei einem Kreuze Bei einem Muttergottesbilde Bei einem Gottesacker Beichtandacht— Communion⸗ Andacht Das Memorare des heiligen Bernhard Der englische Gruß Die drei göttlichen Tugenden Erste Mess⸗Andacht Feierliche Abbitte Fromme Gebetsprüche Gebet am Donnerstag Gebet am Freitag Gebet auf die Meinung des heiligen Vaters Gebet eines Kindes Gebet für das allgemeine Anliegen Gebet für den Kaiser Gebet für den Papst Gebet um eine glückselige Sterbestunde Gebet vor dem englischen Rosenkranz Gebet nach demselben Glaubensbekenntnis Gnaden⸗Verheißungen Lauretanische Litanei zur alerseigsen Jung⸗ frau Maria Litanei von allen Heiligen Litanei vom allerheiligsten Namen Jesu Litanei zum göttlichen Heräen 239 Morgengebet Salyve Regina Seite Seite Tischgebe 198 Vaterunser I.195 Wenn das hochwürdigste Gut zu einem Kranken getragen wird 199 Wenn die Sterbeglocke geläutet wird... 199 Wenn man bei einer Kirche voxübergeht.. 199 Wenn man sich mit Weihwassenbesprengt. 198 Wenn man zur heil. Wandlung läuten hört. 198 Zweite Mess⸗Andacht 213 Gesellschafts⸗Buchdruckerei Brüder Hollinek, III., Erdbergstr. 3. RRUUE A IUUUUI ——— 8—— — 11⁷. ** 7*0 SSS —9—9—9.9—9—9“ꝛ'ꝗ⏓au•ss——e.—..—————99— 2 —— 49—.— — 4—9— SS ᷣIII III..*