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Die neue christliche Liedersammlung für öffentlichen und häus⸗ lichen Gebrauch, welche hier den Gemeinden dargeboten wird, ist, nächst einem neuen Kirchenbuche, auf der im Frühling des Jahres 1841 hiezu berufenen Synode, welche mit einer namhaften Zahl von Geistlichen aus allen Theilen des Königreichs verstärkt worden war, durch Prüfung des zuvor erschienenen und in mehr als 6000 Abdrücken verbreiteten Entwurfs und der von allen Seiten darüber eingelaufenen Ansichten und Wünsche zu Stande gekommen. Ein Zeitraum von fünf Jahren hat an der Vollendung dieses Buches gearbeitet, und eine gewissenhafte Berathung der vielfachen Bedürfnisse des Gottesdienstes und der mannigfaltigen Denk- und Empfindungsweisen des Glaubens in der evangelischen Kirche hat jeden brauchbaren Wink, jede gewichtige Stimme von da und dort, aus hohem und niederem Stande gerne benützt und so ein Werk ausgeführt, zu welchem in brüderlichem Geist Unzählige mitgewirkt haben, das mithin als die Frucht einer gemeinschaftlichen Hand— reichung der Kirche selbst betrachtet werden darf und fortan zur Pflege der Einigkeit im Geiste durch das Band des Friedens aller Orten beitragen müsse. Der schönste Schmuck und nicht die geringste Kraft der evan⸗ gelischen Kirche sind ihre geistlichen Lieder und Choräle. Sie hat von beiden mit jedem Jahrhundert eine ansehnliche Zahl und in eigenthümlichem Ton und Gepräge hervorgebracht, und hat auch aus früheren Zeiträumen und aus anderen Kirchen das Schönste sich dankbar zugeeignet. Es mußte demnach, einem in den deut⸗— schen Ländern wieder allgemein erwachten Bedürfniß gemäß, darauf gesehen werden, zu dem Guten, was bereits in dem seit dem Jahr 1791 geltenden Gesangbuch steht, noch manches andere, was in den älteren Sammlungen von Alt- und Neu-Württemberg von entschiedenem Werth und noch in theurem Ansehen unter dem Volke war, hinzuzufügen und solches alles in einer Gestalt aufzu⸗ bewahren, welche weder die ursprüngliche Form jener Lieder verwischt noch dem Geschmack und der Ausdrucksweise der jetzigen Zeit ganz zuwider lautet. Ebenso war aber auch daran gelegen, die besten und erbaulichsten Lieder des jüngsten Zeitraums in dieser neuen Sammlung zu vereinigen, und dadurch vieles, was bisher nur wenigen bekannt, einer allgemeinen Verbreitung werth erschien, in IV unsere christlichen Familien und Gemeinden einzuführen. Es möge nun dieses Buch jedem nach seinem Bedürfniß dienen und recht vielen gleich jenem Hausvater(Matth. 13, 52) sein, der aus seinem Schatze Neues und Altes hervorträgt, und in beidem denen, die es mit Andacht gebrauchen, eine Gabe des Geistes zum ewigen Leben darreichen. Und weil doch die Hauptsache ist, daß christliche Erbauung gestiftet, lebendiger Glaube an Gott und an Jesum Christum genährt werde und Gottes Wort reichlich unter uns wohne, wozu wir dem Herrn singen sollen in unserem Herzen(Ephes. 5, 19): so durften in dieser Sammlung auch nur solche geistliche liebliche Lieder sein, welche das Herz mit dem erfüllen, wovon sichs gebühret, daß der Mund übergehe und wir unter einander reden und uns selbst lehren und vermahnen als mit Psalmen und Lobgesängen (Kol. 3, 16). Es wird daher auch wohl in keinem, wie ver⸗ schieden sie sonst von einander lauten müssen, der evangelische Geist und das Bekenntniß der Kirche vermißt werden. Auch sind die Schriftstellen über jedem Lied ein Fingerzeig, wie der Inhalt dieser Gesänge noch im einzelnen mit den Aussprüchen des gött⸗ lichen Worts zusammenhänge. Daher kann ein fleißiger Gebrauch dieser Lieder nicht wohl ohne den Segen einer fortwährenden Hin— weisung auf die christlichen Heilswahrheiten und einer häufigeren Beschäftigung auch mit dem Buch des Lebens selbst bleiben. Die Stimmen einer gläubigen Andacht, einer aufrichtigen Buße, eines kindlichen Dankes und Vertrauens, einer ungefärbten Liebe Gottes und des Nächsten, welche in diesen Liedern aus so vielen Herzen hervortönen, und aus manchem, das in unsrem Lande sich noch ein besonderes Gedächtniß der Anhänglichkeit und Verehrung ge— stiftet hat, werden in noch viel mehreren Herzen einen wohlthuen⸗ den, erhebenden und veredelndeu Anklang wecken. Und so möge auch dieses Gesangbuch unter dem Aufsehen des Herrn der Gemeinde, dem wir seinen Lauf empfehlen, das Wohl des Landes, das nur in Gottesfurcht gedeiht, und die Seligkeit der Seelen, die nur aus dem Glauben kommt, vermehren, und den theuren Wahlspruch (Ps. 119, 89. Jes. 40, 8. 1 Petri 1, 23. 25), mit welchem in den Tagen unserer Väter der herzogliche Reformator von Würt⸗ temberg den evangelischen Glauben und Gottesdienst aufgerichtet hat, auch unter dem milden und gerechten Scepter seiner könig⸗ lichen Enkel erproben, daß Gottes Wort bleibet in Ewigkeit. möge recht aus enen, wigen wung istum wozu 1 bliche ühret, uns ängen ver⸗ elische sind uhalt gött⸗ Hrauch Hin⸗ igeren Die eines Bottes erzen no 9 ge⸗ thuen⸗ möge einde/ 3 nur r aus ruch m Bürt⸗ richtet bönig⸗ . II. Allgemeine Gebetlieder(auch Lob- und Lieder von Gott A. Gottes Wesen und Eigenschaf sten 94.— Dreieinigkeit 34—37. Herrlichkeit Gottes 38. 39. Allmacht 41. Allgegenwart 7 i 42—44. Treue 45—47. Heiligkeit 48. Gerechtigkeit. 49. 50. Gnade und Langmuth 40. 51. 57. 64. Güte und Liebe 52—56. Weisheit 73. 74. B. Schöpfung, Erhaltung,(Enge) 58—76. Sünde und Erlösung Adventlieder Weihnachtlieder Erscheinung und Darstellung éhist Lehramt und Wandel Jesu Passionslieder Rathschluß der Erlösung 129. 130. Allgemeine Betrachtung en 131. 132. 139. 161. 361. Fußwaschung 133. Gethsemane 134. 135. Seht, welch ein Mensch 136. 137. Verurtheilung Jesu 138. Jesus am Kreuze 140— I43. Die sieben Worte 144. 145. Der Schächer 146. Maria unter dem Kreuze 147. Segen des Todes Jesu und Dank dafür 148— 160. Grablegung Jesu 162. 163. Osterlieder Punahlieder und himmüisch Seriigteit Ehrift Pfingstlieder Die Kirche Christi. Die Gemeinschaft der en 216— 218. Um Ausbreitung des 219—224. Das Wort Gottes „Die heiligen Sakramente A. Die heilige Taufe. Taufbundes⸗E Erneuerung 237—2.x B. Das heilige Abendmahl 246—262. Das Soener(siehe auch I. Allgemeine Gebetlieder) V. Der Tag des Herrn und der Bei Einweihung von Kirchen Bei Einsegnung von Geistlichen. 77— 88 89—101 102—114 115—119 120—128 129—163 164—178 179— 192 193—203 204—224 225—236 SW6 263—- 268 269— 278 279. 280 281—283 VI In hg l 1. Nr. XVI. Die Heilsordnung 28.—344 A. Buße und Bekehrung 284—311. B. Glaube und Rechtfertigung 312—-327. C. Göttlicher Friede 328—344. XVII. Shrafaicher Sinn und Wandel..345—460 Liebe zu Gott und Christus 345— 363. Vertrauen auf Gott(siehe auch XVIII. Trostlieder) 364— 376. Nachfolge Christi 377—383. „Heiligung. Himmlischer Sinn 384—421. Nächstenliebe 422— 431. Allgemeine Fürbitte(siehe auch Nr. 6. 198.) 432. 433. Sber Freundschaft 434. „Einzelne Tugenden und Pflichten 435— 460. a) Weisheit 435—437. b) Wachsamkeit und Treue 438—444. e) Demuth und Geduld 445—449. d) Wahrhaftigkeit(Eid) 450. 451. e) Genügsamkeit 452—457. 1) Mäßigkeit und Keuschheit 458— 460. XVIII. Trostlieder 93——. 461—491 In allgemeiner Noth(iehe auch XVII. B. Vertrauen ꝛc.) 492—493 XIX. Lieder für besondere Verhältnisse und Zeiten. 494—-584 A. Hausstand(Trauungslieder) 494— 502. Für Eltern 503—505. Für Kinder 506— 513. Berufslieder 514—- 516. Für Dienstboten(siehe auch Nr. 500) 517. Dank für die Gesundheit 518. Dank für die Genesung 519. Geburtstag 520. Für das Alter 521— 523. Für Witwen 524. B. Fürst und Vaterland 525—529. O. Jahreswechsel 530—535. Jahresschluß(siehe auch Nr. 584.) 530. 531. Neujahr 532— 535. O. Jahreszeiten 536—548. Frühling und Sommer 536—538. Gewitter 539. 540. Ernte 541—544. Bei Mißernten 545. 546. Herbst und Winter 547. 548. E. Tageszeiten 549— 584. Morgenlieder 549—563.(Schluß der Woche 563.) Abendlieder 564—584.(Schluß der Woche 583. 584.) (Nr. 584 auch am Schlusse des Jahrs.) ⁰³ * XX. Die letzten Dinge ᷣ A. Vorbereitung auf den Tod 585—595. Sterblieder 596-615. Begräbnißlieder 616—631. „Auferstehung und Weltgericht 632 640. „Ewiges Leben 641—651. FEEEET 61—⁴01 92—493 94—584 365—651 —— I. Allgemeine Gebetlieder. Eigene Mel. 1. Herr Gott, dich loben wir! Herr Gott, wir danken dir! Dich, Vater in Ewigkeit, Ehrt die Welt weit und breit. All Engel und Himmelsheer, Und was dienet deiner Ehr, Auch Cheru— bim und Seraphim Singen im-⸗ mer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, Der Herre Zebaoth! 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit Geht über Himmel und Erde weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl Und die lie— ben Propheten all, Die theuren Märt'rer allzumal Loben dich, Herr, mit großem Schall; Die ganze werthe Christenheit Rühmt dich auf Erden allezeit; Dich, Gott Vater, im höchsten Thron, Deinen rechten und einigen Sohn, Den heiligen Geist und Tröster werth Mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. 3. Du, König der Ehren, Je— su Christ! Gott Vaters ewiger Sohn du bist; Der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht, Zu Eigene Mel. (Jes. 6, 3.) lösen das menschlich Geschlecht; Du hast dem Tod zerstört sein Macht Und all Christen zum Himmel bracht; Du sitzst zur Rechten Gottes gleich Mit al— ler Ehr ins Vaters Reich; Ein Richter du zukünftig bist Alles, das todt und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Die mit dein'm Blut erlöset sein; Laß uns im Himmel haben theil Mit den Heil'gen in ew'gem Heil; Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, Und segne, das dein Erbtheil ist; Wart und pfleg ihr zu aller Zeit Und heb sie hoch in Ewigkeit! 5. Täglich, Herr Gott, wir lo— ben dich Und ehr'n dein'n Na⸗ men stätiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott, Für aller Sünd und Missethat! Sei uns gnädig, o Herre Gott, Sei uns gnädig in aller Noth; Zeig uns deine Barmherzigkeit, Wie unsre Hoff— nung zu dir steht! Auf dich hof— fen wir, lieber Herr, In Schan— den laß uns nimmermehr! Amen. Luther, geb. 1483 + 1546. (Sir. 50, 24—26.) 2. Nun danket alle Gott Mit an Unzählig viel zu gut Bis Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden; Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen Gesangbuch für die evangelische Kirche. hieher hat gethan! 2. Der ewig reiche Gott Woll uns bei unsrem Leben Ein im— mer fröhlich Herz Und edlen 1 2 I. Frieden geben; Und uns in sei⸗ ner Gnad Erhalten fort und fort; Und uns aus aller Noth Erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Soh⸗ Eigene Mel.(Pf. 57, 8 ꝛc. 10 3. Lobe den Herren, den mäch⸗ tigen König der Ehren; Stimme, du Seele, mit ein zu den himm⸗ lischen Chören! Kommet zu Hauf; Psalter und Harfe, wacht auf, Lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, Der dich auf Adlersgefieder so sicher geführet, Der dir beschert, Was dich er— freuet und nährt; Dank es ihm innigst gerühret! 2 Mos. 19, 4. 3. Lobe den Herren, der künst⸗ lich und fein dich bereitet, Der Allgemeine Gebetlieder. ne Und dem, der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone: Dem einig höchsten Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird, Jetzund und immer⸗ dar! Rinckart, geb. 1586 4 1646. 3, 1—2. 5 Mos. 32, 11. 12.) freundlich geleitet; In wie viel Noth Hat nicht der gnädige Gott üÜber dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der sicht⸗ bar dein Leben gesegnet; Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet! Denke daran, Was der Allmächtige kann, Der dir mit Liebe begegnet! 5. Lobe den Herren und seinen hochheiligen Namen, Lob ihn, was in mir ist, mit dem erkore⸗ nen Samen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht! Lob dir Gesundheit verliehen, dich ihn in Ewigkeit! Amen. J. Neander, geb. um 1640 + 1688 Eigene Mel.(Ps. 145.) 4.— daß ich tausend Zungen hätte Und einen tausendfachen Mund! Ich stimmte damit um die Wette Vom allertiefsten Wäldern, Bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräser in den Feldern, Ihr Blu⸗ men, laßt doch eure Zier Zu Herzensgrund Ein Loblied nach Gottes Ruhm belebet sein Und dem andern an Gott an mir gethan. 2. Was schweigt ihr denn, ihr, meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß Und stehet munter im Geschäfte Zu Got— tes, meines Herren, Preis! Wär jeder Puls mein Leben lang Und jeder Odem ein Gesang! 3. Ihr grünen Blätter in den Von dem, was stimmet lieblich mit mir ein! 4. Ach alles, alles, was ein Le⸗ ben Und einen Odem in sich hat, Soll sich mir zum Gehilfen ge⸗ ben; Denn mein Vermögen ist zu matt, Die großen Wunder zu erhöhn, Die allenthalben um mich stehn. 5. Lob sei dir, o mein Gott und Vater, Für Leib und Seele, — leich one: Alo und mer⸗ 1646. viel Gott sicht⸗ Der ömen aran, Der seinen ihn, rkore⸗ Licht; Lob 1 1088 1 euch vanken 1 Blu⸗ er Zu Und in! ein Le⸗ ich hat, fen ge⸗ gen Bunder hen um Gett Seele, I. Allgemeine Gebetlieder. 3 Hab und Gut; Lob sei dir, mil⸗- fromm und zeugt dabei, Daß ich dester Berather, Für alles, was dir lieb und theuer sei. Ebr. 12, 6. dein Lieben thut, Daß mir in 10. Ich habe ja mein Lebetage deiner weiten Welt Beruf und Es schon so manchesmal gespürt, Wohlsein ist bestellt. 6. Mein treuster Jesu, sei ge— priesen, Daß dein erbarmungs⸗ volles Herz Sich mir so hilfreich hat bewiesen Und mich durch deinen Todesschmerz Vom Sün⸗ denelend hat befreit Und dir zum Eigenthum geweiht. 7. Auch dir sei ewig Lob und Ehre, O heilig werther Gottes— geist, Für deines Trostes süße Lehre, Die mich ein Kind des Lebens heißt. Was Gutes soll an mir gedeihn, Das wirkt dein göttlich Licht allein. 8. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du bist es, Herr Gott Zebaoth; Du trägst mit meiner Sündenschuld Un— säglich gnädige Geduld! 9. Demüthig küß ich deine Ruthe, Womit du mich gezüch— tigt hast. Wie viel thut sie mir doch zu gute! Sie ist mir eine sanfte Last Und macht mich Daß du mich unter vieler Plage Getreulich hast hindurchgeführt; Denn in der größesten Gefahr Ward ich dein Trostlicht auch gewahr. 11. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden In deinem stäten Lobe stehn? Wie wollt ich auch im tiefsten Leiden Nicht trium— phirend weiter gehn? Und gieng's auch in den Tod hinein, So will ich doch nicht traurig sein. 12. Ich will von deiner Güte singen, Solange sich die Zunge regt; Ich will dir Freudenopfer bringen, Solange sich mein Herz bewegt; Ja, wann der Mund wird kraftlos sein, So stimm ich noch mit Seufzen ein. 13. Ach nimm das arme Lob auf Erden, Mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden, Wann ich bei deinen Engeln bin; Da bring ich mit der sel'gen Schar Dir tausend Hallelujah dar! Mentzer, geb. 1658 + 1734. Eigene Mel.(Ps. 103, 1—-23.) 5. Womit soll ich dich wohl lo⸗ ben, Mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben Dei— nes Geistes Kraft, mein Gott! Denn ich kann mit nichts errei⸗ chen Deine Gnad und Liebeszei⸗ chen. Tausend tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Ge— müthe, Daß ich deine Wunder— macht, Deine Gnade, Treu und Güte Froh erhebe Tag und Nacht, Da von deinen Gna— dengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 4 I. Allgemein 3. Denk ich, wie ich dich ver⸗ lassen, Wie ich häufte Schuld auf Schuld, So möcht ich aus Scham erblassen Vor der Lang⸗ muth und Geduld, Womit du, o Gott, mich Armen Hast ge— tragen aus Erbarmen. Tau⸗ send tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 4. Ach ja, wenn ich überlege, Mit was Lieb und Gütigkeit Du durch so viel Wunderwege Mich geführt die Lebenszeit, So weiß ich kein Ziel zu finden, Noch die Tiefen zu ergründen. Tausend tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 5. Du, Herr, bist mir nachge— laufen, Mich zu reißen aus der Glut; Denn da mit der Sün⸗ der Haufen Ich nur suchte irdisch Gut, Hießest du auf das mich achten, Wornach man zuerst soll trachten. Tausend tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 6. O wie hast du meine Seele Stets gesucht zu dir zu ziehn! Daß ich nicht mein Heil verfehle, Soll ich zu den Wunden fliehn, Die mich ausgesühnet haben Und mir Kraft zum Leben gaben. Tausend tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 7. Ja, Herr, lauter Gnad und Wahrheit Sind vor deinem An— gesicht; Du, du trittst hervor in Klarheit, In Gerechtigkeit, Ge— richt; Lässest uns in deinen Wer— ken Deine Güt und Allmacht e Gebetlieder. merken. Tausend tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 8. Bald mit Lieben bald mit Leiden Kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, Nur mein Herze zu bereiten, Ganz sich zu ergeben dir, Daß mein gänzliches Ver⸗ langen Möcht an deinem Willen hangen. Tausend tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 9. Wie ein Vater nimmt und gibet, Nachdems Kindern nütz⸗ lich ist, So hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist, Und dich meiner an⸗ genommen, Wenns aufs äußer⸗ ste gekommen. Tausend tausend⸗ mal sei dir, Großer König, Dank dafür! 10. Mich hast du auf Adlers— flügeln Oft getragen väterlich, In den Thälern, auf den Hü⸗ geln Wunderbar errettet mich; Schien mir alles zu zerrinnen, Ward ich doch der Hilfe innen. Tausend tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 11. Fielen Tausend mir zur Seiten Und zur Rechten zehn— mal mehr, Ließest du mich doch begleiten Durch der Engel star— mich drangen, Ich jedennoch bin entgangen. Tausend tau⸗ sendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! Pf. o2, v. 12. Vater, du hast mir erzeiget Lauter Gnad und Gütigkeit; Und du hast zu mir geneiget, kes Heer, Daß den Nöthen, die al sei afür! mit mein Herze geben Ver⸗ HDillen Idmal Dank t und nütz⸗ auch t/ zu er an⸗ ußer⸗ Usend⸗ Fönig, dlers⸗ eerlich, Hü⸗ mich; innen, innen. dir, ür! ir zur ehn⸗ doch star⸗ en, die emoch 5tau⸗ Köͤnig, . /l. Mihet igleit; neiget I. Allgemeine Jesu, deine Freundlichkeit; Und durch dich, o Geist der Gnaden, Werd ich stets noch eingeladen. Tausend taͤusendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 13. Tausendmal sei dir ge⸗ sungen, Herr, mein Gott, solch Gebetlieder 5 Lobgesang, Weil es mir bisher gelungen; Ach laß meines Lebens Gang Ferner noch durch Jesu Leiten Nur gehn in die Ewig— keiten, Da will ich, Herr, für und für Ewig, ewig danken dir! Gotter, geb. 1661 + 1735. Mel. Nun ruhen alle.(1 Tim. 2, 1—4.) 6. Herr, höre! Herr, erhöre! Breit deines Namens Ehre An allen Orten aus! Behüte alle Stände; Durch deiner Allmacht Hände Beschütze Kirche, Land und Haus! 2. Ach laß dein Wort uns allen Noch ferner reichlich schallen Zu unsrer Seelen Nutz; Bewahr uns vor den Rotten, Die deiner Wahrheit spotten, Beut allen deinen Feinden Trutz! 3. Gib du getreue Lehrer Und unverdross'ne Hörer, Die beide Thäter sei'n; Auf Pflanzen und Begießen Laß dein Gedeihen fließen Und Früchte reichlich ernten ein! 4. Du wollst uns hoch beglücken, Mit hellen Gnadenblicken Auf unsern König sehn, Ihn schützen auf dem Throne, Auf seinem Haupt die Krone In vollem Glanze lassen stehn! 5. Laß alle, die regieren, Ihr Amt getreulich führen, Schaff jedermann sein Recht, Daß Fried und Treu sich müssen In unsrem Lande küssen, Ja segne Mann, Weib, Herrn und Knecht! Ps. 88, 11 22. 6. Erhalt in jeder Ehe, Beim Glücke wie beim Wehe, Recht— schaffne Frömmigkeit; In Un⸗ schuld und in Tugend Gedeihe unsre Jugend, Zu deines Rei⸗ ches Dienst bereit! 7. O Vater, wend in Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden Und Sturm und Hagel ab; Bewahr des Landes Früchte Und mache nicht zu nichte, Was deine milde Hand uns gab! 8. Laß alle gift'gen Seuchen Von unsern Grenzen weichen, Gib uns gesunde Luft; Laß Mißwachs, theure Zeiten Sich nicht bei uns verbreiten, Da nach dem Brot der Hunger ruft! 9. Gedenke voll Erbarmen Der Leidenden und Armen; Verirrte bring herein; Die Witwen und die Waisen Wollst du mit Tro⸗ ste speisen, Wenn sie zu dir um Hilfe schrei'n. 10. Komm als ein Arzt den Kranken; Und die im Glauben wanken, Laß nicht zu Grunde gehn; Die Alten heb und trage, Damit sie ihre Plage Geduldig können überstehn! 11. Die Reisenden beschütze; 6 1. Bleib der Verfolgten Stützez Die Sterbenden begleit Mit deinen Engelscharen, Daß sie im Frie⸗ den fahren Zu Zions Freud und Herrlichkeit! 12. Nun, Herr, du wirst er⸗ Allgemeine Gebetlieder. füllen, Was wir nach deinem Willen In Demuth jetzt begehrt. Wir sprechen gläubig Amen In unsers Jesu Namen; So ist ge⸗ wiß der Wunsch gewährt. Schmolk, geb. 1672 4+ 1737. Mel. Christus, der ist.(Luk. 24, 29. Joh. 15, 3.) 7. Ach bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bö— sen Feindes List! 2. Ach bleib mit deinen Wor— ten Bei uns, Erlöser werth, Auf daß uns hier und dorten Sei Güt und Heil beschert! 3. Ach bleib mit deiner Klar— heit Bei uns, du werthes Licht; Umgürt uns mit der Wahrheit, Damit wir irren nicht! 4. Ach bleib mit deinem Segen Gnad und all Vermögen Reich— lich in uns vermehr! 5. Ach bleib mit deinem Schutze Bei uns, du starker Held, Daß uns der Feind nicht trutze, Noch uns bestrick die Welt! 6. Ach bleib mit deiner Treue Bei uns, du Herr und Gott; Beständigkeit verleihe; Hilf uns aus aller Noth! 7. Ach bleib mit deinem Frie⸗ den Bei uns auch noch im Tod Und sprich uns zu, den Müden: Bei uns, du reicher Herr; Heil, Ihr seid versöhnt mit Gott! Stegmann, geb. 1588 4 1622. V. 7 neuerer Zusatz. Mel. Dieweil ich auferstehe.(Ps. 119, 94. 1 Mos. 49, 18.) 8. Solang ich hier noch walle, Soll dies mein Seufzer sein, Ich sprech bei jedem Falle: Herr, hilf mir, ich bin dein! 2. Wenn Morgens ich erwache Und schlafe Abends ein, Befehl ich Gott die Sache: Herr, hilf mir, ich bin dein! 3. Geh ich an die Geschäfte, So bitt ich zum Gedeihn Ihn um Verstand und Kräfte: Herr, hilf mir, ich bin dein! 4. Will sich mein Fleisch ver⸗ gehen, Betrogen von dem Schein, So halt ich an mit Flehen: Herr, hilf mir, ich bin dein! 5. Wenn mich die Sünden krän⸗ ken, So kann ich noch allein An den Versühner denken: Herr, hilf mir, ich bin dein! 6. Fühl ich mich schwach im Beten, Und ist mein Glaube klein, Soll mich sein Geist ver⸗ treten: Herr, hilf mir, ich bin dein! 7. Wenn ich in Leidenstagen Bei seiner Ruthe wein', So will ich kindlich sagen: Herr, hilf mir, ich bin dein! 8. Will Satan mich berauben, Und macht die Welt mir Pein, Ruf ich getrost im Glauben: Herr, hilf mir, ich bin dein! 9. Macht auch mein Herz mir J I. Allgemeine Gebetlieder. 7 Grauen, Der Herr sei nicht mehr mein, So seufz ich voll Vertrauen: Herr, hilf mir, ich bin dein! 10. In meinen letzten Stunden Schätz ich mich heil und rein Durch meines Heilands Wun— den: Er hilft mir, ich bin sein! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769⸗ Mel. Valet will ich.(Klaglieder 3, 22—24. Ps. 24, 8.) 9. Beherrscher aller Welten! Im Staube bet ich an. Wie könnt ich dir vergelten, Was du an mir gethan? War nicht an jedem Morgen, Gott, deine Güte neu, Und machte mich von Sorgen, Von Gram und Kummer frei? 2. O Gott, wie viele Sünden Hast du mir schon verziehn! Ach laß mich Gnade finden Und segne mein Bemühn, Mich selber zu bezwingen, Zu thun, was dir gefällt, Das Kleinod zu erringen, Das ew'gen Werth behält! 3. Gott, alle meine Tage Sind Zeugen deiner Huld. Wie oft traf eine Plage Mich nur aus eigner Schuld! O möchte doch Eberhard Friedrich, Prinz Mel. Herr, wie du willt.(Ps. 5, 10. Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken gehen; Du krönst uns mit Barmherzig— keit Und eilst uns beizustehen: Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, Vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, Denn ich will vor dir beten! Pf.36, 6. 2. Ich bitte nicht um über⸗ fluß Und Schätze dieser Erden; Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner Gnade werden; Gib mir nur Weisheit und Verstand, Dich, Gott, und den, dein Segen, Der mich bisher er— freut, Mich dringen und bewe— gen Zur thät'gen Dankbarkeit! 4. Gib, daß ich dir vertraue, Der du die Liebe bleibst, Auch wann du mich auf rauhe Und steile Pfade treibst. Wann in Gefahr und Schmerzen Mein Geist will muthlos sein, So flöße meinem Herzen Geduld und Hoffnung ein! 5. Zum Besten soll mir dienen Das Leiden dieser Zeit; Noch ist sie nicht erschienen, Die große Herrlichkeit Und Wonne, die die Deinen Dereinst beglücken soll; Sie säen unter Weinen, Und ernten freudenvoll. von Hohenlohe-Kirchberg, geb. 1735 + 1804. 2. 3. 3, 57. 21. 1 Kön. 3, 9—13.) den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen! 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, So sehr sie Menschen rühren; Des guten Namens Eigenthum Laß mich nur nie verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht. Der Ruhm vor deinem Angesicht Und from⸗ mer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zeba⸗ oth, Auch nicht um langes Le— ben; Im Glücke Demuth, Muth in Noth, Das wollest du mir 8 I. Allgemeine Gebetlieder. geben. In deiner Hand steht meine Zeit; Laß du mich nur Barmherzigkeit Vor dir im Tode finden! Gellert, geb. 1715 4 1769. Eigene Mel.(Jer. 29, 11—14. 5 Mos. 4, 29.) I1. Sieh, hier bin ich, Ehren⸗ könig, Lege mich vor deinen Thron; Schwache Thränen, Kindlich Sehnen Bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich fin⸗ den, Laß dich finden, Bin ich gleich nur Asch und Thon! 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, Lenke mich nach deinem Sinn! Dich alleine Ich nur meine, Dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, Laß dich finden; Gib dich mir und nimm mich hin! 3. Herr, erhöre! Ich begehre Nichts als deine freie Gnad, Die du gibest, Wo du liebest Und man dich liebt in der That. Laß dich finden, Laß dich finden; Der hat alles, der dich hat! 4. Rein, voll Wonne, Wie Mel. Herr Christ, der einig.(Joh. 12. Herr Jesu, Gnaden⸗ sonne, Wahrhaftes Lebenslicht! Laß Leben, Licht und Wonne Mein blödes Angesicht Nach dei— ner Gnad erfreuen Und mei⸗ nen Geist erneuen: Mein Gott, versag mirs nicht! 2. Vergib mir meine Sünden, Und wirf sie hinter dich; Laß allen Zorn verschwinden, Und hilf mir gnädiglich; Laß deine Friedensgaben Mein armes Her⸗ ze laben: Ach Herr, erhöre mich! die Sonne, Ist, o Seelenfreund, dein Herz; Ich nur finde Noch der Sünde Tödtend Gift in mir mit Schmerz. Laß dich finden, Laß dich finden, Schaff in mir ein reines Herz. 5. Tief in Nöthen Hilf mir beten, Kindlich beten, Herr, vor dir; Ach erscheine, Wann ich weine, Bald mit deiner Hilfe mir! Laß dich finden, Laß dich finden, Denn mein Herz ver⸗ langt nach dir. 6. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichthum, Wollust, Ehr und Freud Sind nur Schmerzen Meinem Herzen, Welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, Laß dich finden, Großer Gott, ich bin bereit! Nach J. Neander, geb. um 1640 4 1688. 1, 9. 12. Jes. 38, 17. Mal. 4, 2.) 3. Vertreib aus meiner Seelen Den alten, eitlen Sinn, Und laß mich dich erwählen, Daß ich mich künftighin Zu deinem Dienst ergebe Und dir zu Ehren lebe, Weil ich erlöset bin! 4. Befördre dein Erkenntniß In mir, mein Seelenhort, Und öffne mein Verständniß Durch dein lebendig Wort, Damit ich an dich gläube Und in der Wahr⸗ heit bleibe, Ja wachse fort und fort! mein inny fann Een 2 kechte 7. I. Allgemeine Gebetlieder. 9 5. Mit deiner Kraft mich rüste, Zu kreuz'gen die Begier Und alle bösen Lüste, Auf daß ich für und für Der Sündenwelt absterbe Und nach dem Fleisch verderbe, Hingegen leb in dir! 6. Ach zünde deine Liebe In meiner Seele an, Daß ich aus innrem Triebe Dich ewig lieben kann, Und dir zum Wohlgefal— len Beständig möge wallen Auf rechter Lebensbahn! 7. Nun, Herr, verleih mir Eigene Mel. 13. O Gott, du frommer Gott, Du Brunnquell aller Gaben, Ohn' den nichts ist, was ist, Von dem wir alles haben! Gesun— den Leib gib mir, Und daß in solchem Leib Die Seele unver— letzt, Rein das Gewissen bleib! 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, Was mir zu thun gebühret, Wo⸗ zu mich dein Befehl In meinem Stande führet; Gib, daß ichs thue bald, Zu der Zeit, da ich soll, Und dann gerathe mirs Durch deinen Segen wohl! 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen; Laß kein unnützes Wort Aus meinem Munde gehen; Und wenn in meinem Amt Ich reden soll und muß, So gib den Worten Kraft Und Nachdruck ohn' Verdruß! 4. Find't sich Gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen; Gib einen Heldenmuth, Das Kreuz hilf selber tragen! Gib, Stärke, Verleih mir Kraft und Muth! Denn das sind Gnaden— werke, Die dein Geist schafft und thut; Hingegen all mein Sinnen, Mein Lassen und Be⸗ ginnen Ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gna— den, Du Vater aller Treu, Wend allen Seelenschaden Und mach mich täglich neu; Gib, daß ich deinen Willen Getreu— lich mög erfüllen, Und steh mir kräftig bei! Gotter, geb. 1661 + 1735. ak. 1, 17.) daß ich meinen Feind Mit Sanft⸗ muth überwind; Gib Freunde, die mit Rath Und That mir nahe sind! 5. Laß mich mit jedermann In Fried und Freundschaft le— ben, So weit es christlich ist! Willst du mir etwas geben An Reichthum, Gut und Geld, So gib auch dies dabei, Daß von unrechtem Gut Nichts unter— menget sei! 6. Soll ich auf dieser Welt Mein Leben höher bringen, Durch manchen sauren Tritt Hindurch ins Alter dringen, So gib Ge— duld; vor Sünd Und Schan⸗ den mich bewahr, Auf daß ich tragen mag Mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End Auf Christi Tod abscheiden: Die Seele nimm zu dir, Hinauf zu deinen Freuden; Dem Leib ein Räumlein gönn Bei frommer 10 I. Christen Grab, Auf daß er seine Ruh An ihrer Seite hab! 8. Wann du die Todten wirst An jenem Tag aufwecken, Wollst du auch deine Hand Zu meinem Grab ausstrecken; Laß hören deine Stimm, Ruf meinen Leib hervor Und führ ihn, schön ver— klärt, Zum auserwählten Chor! Allgemeine Gebetlieder. 9. Gott Vater, dir sei Preis Hier und im Himmel droben; Herr Jesu, Gottes Sohn, Ich will dich allzeit loben; O heil'ger Geist, dein Ruhm Erschall je mehr und mehr: Dreiein'ger Herr und Gott, Dir sei Lob, Preis und Ehr! Heermann, geb. 1585 + 1647. V. 9 späterer Zusatz. Mel. Mein Jesus lebt.(Röm. 8, 28 ꝛ0. Ps. 111, 1. 4. 9. Jes. 54, 10. Weish. 3, 9. 1 Joh. 14. Herr von unendlichem Er⸗ barmen, Du unergründlich Lie⸗ besmeer! Ich danke dir mit an— dern Armen, Mit einem ganzen 4, 9.) mente, Die Siegel deiner wah⸗ ren Schrift, Wo Gott, damit ich glauben könnte, Ein Denk⸗ mal seiner Wunder stift't: Für Sünderheer, Für deine Huld in diese Gnaden in der Zeit Dankt Jesu Christ, Die vor der Welt dir mein Herz in Ewigkeit. gewesen ist! 2. Für dein so allgemein Er— lösen, Für die Versühnung aller Schuld, Für deinen Ruf an alle Bösen Und für das Wort von deiner Huld, Ja für die Kraft in deinem Wort Dankt dir mein Herze hier und dort; 3. Für deinen heil'gen Geist der Liebe, Der Glauben wirkt in uns⸗ rem Geist, Für dieses Glaubens Kraft und Triebe, Wodurch sich deine Macht erweist, Für die Befestigung darin Dankt dir mein neugeschaffner Sinn; 4. Für dein so tröstliches Ver— sprechen, Daß deine Gnade ewig sei—Wann Berge stürzen, Hügel brechen, So bleibt dein Bund und deine Treu; Wenn Erd und Himmel weicht und fällt, So lebt doch Gott, der Glauben hält—; 5. Für deine theuren Sakra⸗ 6. Ja Mund und Herze soll dir danken; Doch bittet auch mein Herz und Mund: Laß weder Mund noch Herze wanken Und gründe mich auf diesen Grund, Erhalte nur durch deine Treu Auch bis ans Ende mich dabei! 7. Laß mir dein allgemein Er⸗ barmen, Das allgemeine Löse— geld, Den allgemeinen Ruf der Armen, Den allgemeinen Trost der Welt, Die Mittel, welche allgemein, Den festen Grund des Glaubens sein! 8. Du gabst ja mir auch solche Gnaden, Auch ich, ich habe theil daran; Ich lag ja mit in gleichem Schaden, Für mich ist auch ge— nug gethan; An deinem Worte, Trost und Heil Gehört mir mein besondres Theil. 9. An diesem kann ich nun er⸗ kennen, Daß ich dein Kind in Gnade selbst! den S war de dem di 10. ben, sein; neben Mein 15. der 3 Geisf, ligkeit heißt. 2. mel st mich, entfla 9.D keit; Virkt alles reis oben; Ic ilger all je uger Lob, späterer . 5, 9. wah⸗ damit Denk⸗ Für Dankt . oll dir mein weder Und Hrund, Treu dabei! in Er⸗ e Bse⸗ uf der Trost welche nd des solche ᷣe thei leichem uch ge⸗ Worte, ir nein nun er⸗ Lind iu I. Allgemeine Gebetlieder. 11 Gnaden bin; Du willst mir selbst die Ehre gönnen, Du gabst den Sohn für mich dahin, Der war den Sündern zugezählt, In dem die Sünder auserwählt. 10. Laß mich in Liebe heilig le— ben, Unsträflich dir zum Lobe sein; Versichere mein Herz da— neben: Es reiße keine Lust noch Pein Mich von der Liebe Got— Mel. Wie selig bin ich. 15. Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit, Ich fleh um deinen Geist, Gott, den zu meiner Se— ligkeit Dein theures Wort ver— heißt. 2. Die Weisheit, die vom Him— mel stammt, O Vater, lehr er mich, Die Weisheit, die das Herz entflammt Zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, Gott, ist Selig⸗ keit; Gern thun, was dir gefällt, Wirkt reinere Zufriedenheit Als alles Glück der Welt. Eigene Mel. 16. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Und deinen heil'gen Geist uns send, Mit Hilf und Gnad er uns regier Und uns den Weg zur Wahrheit führ! 2. Thu auf den Mund zum Lo— be dein, Bereit das Herz zur An⸗ dacht fein; Den Glauben mehr', stärk den Verstand, Daß uns dein Nam werd wohl bekannt, (Joh. 14, 18. 16, 13. tes hin, Jesu bin. 11. Tod, Leben, Trübsal, Angst und Leiden, Was Welt und Hölle in sich schließt, Nichts soll mich von der Liebe scheiden, Die da in Christo Jesu ist. Ja, Amen, Vater aller Treu, Zähl mich den Auserwählten bei! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 + 1769. Ps. 51, 12. 4. Vertrauen hab ich dann zu dir; Dann schenket auch dein Geist Das freudige Bewußtsein mir, Daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, Zur Tugend stärk er mich Und zeige, wenn ich traurig bin, Auch mir als Tröster sich. 6. Er schaff in mir ein reines Herz, Versiegle deine Huld, Und er bewaffne mich im Schmerz Mit Muth und mit Geduld. Chr. Fr. Neander, geb. 1728 + 1802. Weil ich in Christo Luk. 11, 15.) Habak. 2, 14.) 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott, der Herr! Und schauen dich von An— gesicht In ew'ger Freud und sel'⸗ gem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Dem heil'gen Geist in einem Thron! Der heiligen Dreifaltigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit! Wilhelm, Herzog von Sachsen-Weimar, geb. 1598 + 1662. Mel. O Gott, du frommer; oder: Ach Luk. 23, 42. Gott, verlaß mich nicht. (Nehem. 13, 31. Röm. 8, 32 ꝛc.) 17. Ach Gott, gedenke mein, ist das schöne Wort, Das mich Gedenke mein zum besten! Dies allein mag trösten. Ich fürchte 12 I Allgemein keine Noth Und keine Angst noch Pein, Solang ich rufen kann: Ach Gott, gedenke mein! 2. Ach Gott, gedenke mein! Wie könnt ich sichrer leben, Als wenn du, Vater, willst Ob deinem Kinde schweben, Wenn ich von deinem Schutz Kann unvergessen seyn? Drum bitt ich allezeit: Ach Gott, gedenke mein! 3. Ach Gott, gedenke mein! Blick her zu deinem Kinde, Weil ich sonst nirgends Ruh Und Ret⸗ tung besser finde, Auch keine Hilfe weiß, Denn nur bei dir allein. Drum ruf ich allezeit: Ach Gott, gedenke mein! 4. Ach Gott, gedenke mein! Zwar nicht an meine Sünde, Wodurch ich mich des Rechts Der Kindschaft selbst entbinde, Ach nein, im besten laß Mich dir befohlen sein: Gedenk an Gnad für Recht! Ach Gott, gedenke mein! 5. Ach Gott, gedenke mein! Bin ich ein Ubertreter, So ist mein Jesus da Als meiner Seele Ret— ter; Will Sünde, Höll und Tod Den Untergang mir dräun, So Mel. Herr Jesu Chr 18. Nach dir, o Gott, ver— langet mich, Mein Gott, ich denke stets an dich, Zieh mich nach dir, nach dir mich wend, Aus Zion deine Hilfe send! 2. Die Sonnenblum folgt ih— rer Sonn, So folg ich dir, o meine Wonn; Nur wünsch ich, e Gebetlieder. hilft er, weil ich ruf: Ach Gott, gedenke mein! 6. Ach Gott, gedenke mein Mit reichem Trost und Segen; Be⸗ hüte jedes Haus; Gib Glück auf unsern Wegen; Flöß mir den reinen Trieb Des heil'gen Gei⸗ stes ein; Erhör mich, wenn ich ruf: Ach Gott, gedenke mein! 7. Ach Gott, gedenke mein! Gedenke mein im Leiden; Wann alles mich zuletzt Verläßt bei meinem Scheiden, So bitt ich, lasse dir Die Seel befohlen sein In meiner Todesnoth. Ach Gott, gedenke mein! 8. Ach Gott, gedenke mein! Ja, ja du willst gedenken. Du hast dem Schächer dort Die Gnade wollen schenken, Daß er noch selben Tag Im Paradies sollt sein; Drum ruf ich auch mit ihm: Ach Gott, gedenke mein! 9. Nun, Gott gedenket mein, Er denket mein im besten! Dies ist das schöne Wort, Das mich allein mag trösten. Jetzt fürcht ich keine Noth Und keine Angst noch Pein; Mein Rufen ist er— hört. Mein Gott gedenket mein! Adam, 1700. ist, mein's.(Ps. 25.) daß ich könnte hier Ganz frei von Sünden folgen dir. 3. Doch leider hat der Sünde Gift Solch Übel in mir an— gestift'e, Daß sich der matte Geist nicht kann Davor recht schwingen himmelan. 4. Ach, wer wird mich befreien doch v denjoch nach d du mir 5. E erich mire auch 7. 8 mire mein 19. Und allen selt wärt 2 Sch. Im vom Aug Zerst. 0. Hast derri zu 8 Sch 4. Die ihre du h Bal Gott, n Mit 3 Be⸗ Glück nir den u Gei⸗ enn ich nein! mein! Wann aßt bei itt ich, len sein 9Gott, in! IJd, Du hast Gnade er noch es sollt uch mit mein! mein, Dies ⁸ mich t fürcht e Mgst n ist er⸗ et mein! dam 1700. anz frei . Sünde mir an⸗ matte or recht befteien I. Allgemeine Gebetlieder. 13 doch Von meinem schweren Sün— denjoch? O Herr, ich sehne mich nach dir: Befreie mich und hilf du mir! 5. Es ist mein Will nach dir gericht't, Doch das Vollbringen mir gebricht; Und wenn ich auch hab Guts gethan, Klebt doch Unreines noch daran. 6. Gedenke, daß ich bin dein Glaubens mir verleih Und brich des Feindes Pfeil' entzwei! 8. Nach dir, mein Gott, laß mir forthin Gerichtet sein den ganzen Sinn! Ich eigne dich mir gänzlich zu Und such in dir nur meine Ruh. 9. Hinweg, hinweg, du schnöde Lust, Bleib mir auf ewig unbe— wußt! Was fortan mich vergnü— Kind, Vergib und tilge meine gen soll, Deß ist allein der Him⸗ Sünd, Daß ich zu dir mit mel voll. freiem Lauf könne himmelauf! 7. Den Sinn der Welt rott in mir aus, Sei du nur Herr in meinem Haus; Den Schild des Mich schwingen 10. Ach alles, was mich reißt von dir, Du höchstes Gut, das treib von mir; In dir, mein Gott, in dir allein Laß hin— fort meine Freude sein! Anton Ulrich, Herzog von Braunschweig, geb. 1633 + 1714. Mel. Mein Jesu, der du mich.(Jer. 18, 19. Ps. 121. Weish. 3, 9.) 19. Herr, habe acht auf mich Und reiß mich kräftiglich Von allen Dingen! Denn ein gefes— selt Herz Kann sich ja himmel— wärts Durchaus nicht schwingen. 2. Herr, habe acht auf mich! Schaff, daß mein Herze sich Im Grund bekehre; Trifft vom verborgnen Bann* Dein Auge noch was an, Herr, das zerstöre! 3. Herr, habe acht auf mich! Jof. 7, 18. Hast du allmächtiglich Den Strick zerrissen, So laß, dem Feind zu Trutz, Mich deinen starken Schutz Nun stets genießen! 5. Herr, habe acht auf mich! Die Welt legt listiglich In sol— chen Dingen, Die sie unschuldig nennt, Weil sie sich selbst nicht kennt, Viel Netz' und Schlingen. 6. Herr, habe acht auf mich! Tödt in mir mächtiglich Die Ei⸗ genliebe, Trägheit, Lust, Furcht und Neid, Menschengefälligkeit‚ Unlautre Triebe! 7. Herr, habe acht auf mich! Und laß mich ritterlich Den Kampf bestehen; Wenn Satan, Sünd und Welt Mich stürmend überfällt, Nicht übergehen! 8. Herr, habe acht auf mich! I. Herr, habe acht auf mich! Die Liebe nennet dich Israels Die Schlange mühet sich, Mit Hüter; Du schläfst und schlum— ihren Tücken Ein Herz, das merst nicht, Dein blitzend An⸗ du befreit, Von der Einfältigkeit gesicht Schlägt Feinde nieder. Bald zu verrücken. gor. 1, 3. 9. Herr, habe acht auf mich! Dein Herz ist mütterlich, Das heißt dich wachen; Das Kind liegt sorgenlos, Sanft in der Mutter Schoß, Die wirds schon machen. 10. Herr, habe acht auf mich! O zeuch mich ganz in dich Mit Leib und Seele! Dein bin ich, 14 I. Allgemeine Gebetlieder. du bist mein, Du, den ich mir allein Zum Hort erwähle. 11. Herr, habe acht auf mich Beim letzten Kampf, wann ich Von hinnen scheide; Führ mich durch dein Geleit In deine Herr⸗ lichkeit, Zur ew'gen Freude! Wahrsch. v. Allendorf, geb. 1695 + 17738. Eigene Mel.(Ps. 38, 22 ꝛc. 143. 10.) 20. Ach Gott, verlaß mich nicht! Gib mir die Gnaden— hände; Ach führe mich, dein Kind, Daß ich den Lauf vollen⸗ de Zu meiner Seligkeit; Sei du mein Lebenslicht, Mein Stab, mein Hort, mein Schutz: Ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht! Regiere du mein Wallen; Ach laß mich nimmermehr In Sünd und Schande fallen; Gib mir den guten Geist, Gib Glau— benszuversicht, Sei meine Stärk und Kraft: Ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ich ruf aus Herzensgrunde: Ach Höchster, stärke mich In jeder bösen Stunde; Wenn mir Ver⸗ suchung naht Und meine Seel anficht, So weiche nicht von mir: Ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! Komm gnädig mir entgegen; Ach Vater, kröne doch Mit reichem Himmelssegen Die Werke mei⸗ nes Amts, Die Werke meiner Pflicht, Zu thun, was dir ge— fällt: Ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ich bleibe dir ergeben; Hilf mir, o großer Gott, Recht glauben, christlich leben Und selig scheiden ab, Zu sehn dein Angesicht; Hilf mir in Noth und Tod: Ach Gott, verlaß mich nicht! Salomo Franck, geb. 1659 1725. Eigene Mel.(Joh. 15, 7. Matth. 6, 19—-21. 1 Kor. 13, 13.) 21. Urquell aller Seligkeiten, Die in Strömen sich verbreiten Durch der Schöpfung weit Ge— biet, Vater, hör mein flehend Liedl 2. Nicht um Güter dieser Erde, Des erhabnen Geists Beschwer— de, Um die Weltlust komm ich nicht, Vater, vor dein Angesicht. 3. Schätze, die mich nicht verlas— sen, Wann ich sterbend werd er⸗ blassen, Tugenden, des Christen werth, Sind es, die mein Herz begehrt. 4. Geber aller guten Gaben! Festen Glauben möcht ich haben, Wie ein Meerfels unbewegt, Wenn an ihn die Woge schlägt; 5. Lieb, aus deinem Herzen stammend, Immer rein und im⸗ mer flammend, Liebe, die dem Haup alles wonn soll; . ö des ihren Und! mir mich m ich mich Herr⸗ del +M. Ver⸗ Seel t von nichtl nicht! ch eichem e mei⸗ neiner ir ge⸗ mich nicht! f mir, zuben, heiden bilf Gott, 1¹⁵³ hristen Herz aben! haben, ewegt/ clägt; Herzen d im⸗ ie dem I. Allgemeine Gebetlieder. 15 Feind verzeiht Und dem Freund das Leben weiht; 6. Hoffnung, die mit hohem Haupte, Wenn die Welt ihr alles raubte, Hinblickt, wo sie wonnevoll Alles wieder finden soll; 7. Starken Muth im Kampf des Christen Mit der Welt und ihren Lüsten; Sieg dem Geist, und wenn er siegt, Demuth, die im Staub sich schmiegt; 8. Duldung, alle Lebensplagen färben, Und der letzte Seufzer spricht: O mein Jesu, laß mich nicht! 10. Willst du, Herr von meinem Leben, Diese Seligkeit mir geben, So wird auch die Leidensnacht Mir zum heitern Tag gemacht. 11. Immer will ich beten, ringen, Stille harren, Dank dir bringen, Bis dein Ruf einst meinen Geist Zu dir, Vater, kommen heißt. 12. Seele, gib dich nun zu— Mit Gelassenheit zu tragen; frieden: Jesus kommt und stärkt Stilles Harren, bis der Tod Mich erlöst auf dein Gebot; 9. Seelenruhe, Muth im Ster⸗ ben, Wann die Lippen sich ent⸗ die Müden; Nur vergiß nie sein Gebot: Sei getreu bis in den Tod! Offenb. Joh. 2, 10. Schubart, geb. 1739 4 1791. Eigene Mel.(2 Petri 3, 9. Jer. 29, 11.) 22. Der du das Los von meinen Tagen Und meines Le— bens Glück und Plagen Mit Güt und Weisheit mir bestimmt, Dir, Gott, dank ich mit frohem Herzen, Das seine Freuden, seine Schmerzen Aus deinen Segenshänden nimmt. 2. Du hast im Lauf von mei— nem Leben Mehr Glück als Lei— den mir gegeben, Mehr Guts, als ich verdient, beschert. Muß ich den Abend lang auch weinen, Läßst du mir doch die Sonne scheinen, Wann kaum der Mor-⸗ gen wiederkehrt. Ps. 30, 6. 3. Soll ich nach deinem Wohl— gefallen Durch mancher Prü— fung Enge wallen, Die Fleisch und Blut mir schwerer macht, So darf mein Herz doch nicht verzagen; Ich weiß, du bist bei meinen Plagen Stets auf mein wahres Wohl bedacht. 4. Selbst aus des Lebens Bit— terkeiten Weißt du mein Glück mir zu bereiten Und schaffst aus Finsternissen Licht; Du bahnst vor mir die rauhen Stege Und leitest mich auf mei— nem Wege, Wenn Licht und Leitung mir gebricht. 5. Drum soll vor dir mein Herz sich stillen; Ich weiß, daß ohne deinen Willen Kein Haar von meinem Haupte fällt. Auf dich allein kann ich vertrauen Und meiner Zukunft Hoffnung bauen In dieser unbeständ'gen Welt. Matth. 10, 30. 16 I. Allgemeine Gebetlieder. 6. Ja, Herr, es sei mein ganzes weichen Und Welten sich zum Leben Bloß deiner Leitung über⸗Einsturz neigen, So weicht doch geben, Bis dieser Leibesbau zer⸗deine Gnade nicht. bricht. Ob Berge fallen, Hügel Mel. Herr Jesu Christ, mein's. 255. Gott, Vater in dem Him⸗ mel, sprich Dein Wort des Se⸗ gens über mich, Daß ich im Frie⸗ den jeden Tag Beginnen und vollenden mag. 2. Herr, was mir deine Hand bestimmt, Was sie mir spendet oder nimmt, Glück oder Weh, das gelte mir Als Segen und Geschenk von dir. 3. Gib mir ein Herz, durch Gnade fest, Das dich in allem walten läßt Und unbedingt mit Kindesmuth In deinem Vater— willen ruht. 4. Hilf, daß ich züchtig, klug und treu In Worten, Sinn und Werken sei, Und alles, was zur Sünde räth, In mir besiege durch Gebet. 5. Laß deines Sohnes Gnaden⸗ schein Beständig mir im Herzen sein; Sein Leben, Wort und Jes. 54, 10. Patzke, geb. 1727 4 1787. (Luk. 11, 9. 10. Ps. 25, 4 ꝛc.) Kreuzesbild Sei meiner Seele Sonn und Schild. 6. Fällt mir ins Herz dein Le⸗ benswort, Dann wirke du, daß es sofort Im Innern aufkeimt, Wurzel schlägt Und Frucht für dich und andre trägt. 7. Bedroht mich Trübsal und Gefahr, So rette du mich im— merdar; Und laß mich, wenn ich Hilfe fand, Demüthig küssen deine Hand. 8. Sinkt aus der Hand mein Wanderstab, Geh ich ins finst— re Thal hinab, So nimm, o Gott, mein Heiland, dann Dich meiner Seele herzlich an. 9. Schenk mir im letzten Au⸗ genblick Ein Vorgefühl von je⸗ nem Glück, Das du nach Ta⸗ geshitz und Last Den Deinen dort bereitet hast. Bürde, geb. 1753 + 1831. Mel. Mein's Herzens Jesu.(Spr. 30, 7—9. 1 Tim. 6, 6—10.) 24. Ach Gott des Himmels! Lasse mir Und allen auf der Er⸗ den Den uns so väterlich von dir Beschiednen Theil stets werden; Gib jedem immerdar nach Noth Sein zugedachtes täglich Brot Und ein genügsam Herze. 2. Gib Mäßigkeit und Dank⸗ barkeit, Wann du uns viel be⸗ schieden; Und wann uns weniger bereit, So mach uns doch zu— frieden. Leg uns nur deinen Segen zu; Wo man dir traut, erstattest du Durch Segen alle⸗ Mängel. 3. Gib, daß uns keine Sorge frißt; Laß ein abgöttisch Geizen, Das alles Übels Wurzel ist, mich die Lügen nicht zum Schild, Uns nicht zu Lüsten reizen; Laß knieet hen; Und und barer ohne auch d in Le⸗ „daß feimt, t für und h im⸗ wenn küssen mein finst⸗ m/ O Dich Au⸗ on je⸗ 20 Deinen 7 1831. ch zu⸗ deinen traut, en alle Sorge Heizea l ist, Laß I. Allgemein Das Gold mir nicht zum Götzen— bild, Den Bauch zum Gott nicht machen. 4. Laß mich nicht Ehre, Lust und Geld, Mir selbst zum Strick verlangen; Gebrauch ich etwa dieser Welt, Laß mich nicht daran hangen. Die Zeit ist kurz, uns ruft das Grab; Laß mich das haben, was ich hab, Als wenn ich es nicht hätte. 5. Ach präge stets mir in den Sinn, Daß ich, um hauszuhal— ten, Gesetzt in deine Güter bin, Sie redlich zu verwalten; Es eilt ja schon der Tag herzu, Da Mel. Schmücke dich.(Joh. 25. Herr, vor dem die Engel knieen Und in sel'ger Andacht glü— hen; Herr, dem Sonne, Mond und Sterne Willig dienen nah und ferne; Herr von unzähl— baren Reichen, Großer König ohne gleichen! Du vergönnst auch mir zu beten, Kindlich vor dich hinzutreten. 2. Alles darf ich dir bekennen, Darf im Sohn dich Vater nen— nen; Und du blickst, wie Väter pflegen, Mir voll Lieb und Huld entgegen, Hörst, was ich von dir begehre, Trocknest meines Jammers Zähre, Gibst mir noch vor meinem Flehen Über Bitten und Verstehen. 3. O so höre, Vater, höre, Was ich demuthvoll begehre: Laß mich inniglich entbrennen, Dich zu su— chen, zu erkennen, Daß mich, wo Gesangbuch für die evangelische Kirche. e Gebetlieder. 17 willst du, daß ich Rechnung thu Von allen deinen Gütern. 6. Gib Frieden und Zufrieden⸗ heit Auf allen unsern Wegen; Verleih uns fromme Obrigkeit Und kröne sie mit Segen; Die Untern lehre insgemein Gewis— senhaft, gehorsam sein Und für die Obern beten. 7. Laß deiner Gnade Sonnen— schein In unsrem Lande glän— zen; Laß keine Feinde bei uns ein Und schütze unsre Grenzen; Laß deiner Engel starke Schar Um uns bei drohender Gefahr Zur festen Mauer werden. Ph. Fr. Hiller, geb. 1099 + 1769. 14, 13 ꝛc. 21. Matth. 6, 33.) ich bin und lebe, Deine Herrlich— keit umschwebe, Und ich dich in Freud' und Schmerzen Immer trag in meinem Herzen! 4. Er, der für uns wollte ster⸗ ben Zur Erlösung vom Verder-— ben, Jesus, bleibe meine Freude, Daß ich nie von ihm mich scheide. Mag der Weltsinn auch das Sehnen Meines Herzens stolz verhöhnen, Halt mich fest in diesem Glauben, Laß mir nichts dies Kleinod rauben! 5. Deinen Geist, der Schwa— chen Führer, Gib auch mir, Gott, zum Regierer, Daß ich keinen Pfad erwähle, Drauf ich meines Ziels verfehle, Daß ich treu nach Wahrheit ringe, Jede Sündenlust bezwinge, Christlich froh sei, christlich leide, Christ— lich fromm auch einst abscheide! 2 18 I. Allgemeine ö x 6. Willst du, Herr, zum Gei⸗ft stesleben mir geben: Muth und Kräfte, Segen zum n Berufsgeschäfte; Daß ich, Dürf⸗ Eigene Mel.(Ps. ———— nicht verderben! Erhalt mich ö nur in deiner Huld, Sonst, wie du willt; Gib mir Geduld: Dein Will, der ist der beste! 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, Und Lieb zu deinen Worten; Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr; Und gib mir hier Eigene Mel.(Ps. 136, 2. Nun danket all und bringet + Ehr, Ihr Menschen in der Welt, Ihm, den da preist der Engel Heer Allzeit im Himmelszelt! 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unsrem höch— sten Gut, Der seine Wunder überall Und große Dinge thut; 3. Der uns von Mutterleibe an Frisch und gesund erhält Und, ö wo kein Mensch mehr helfen kann, Sich selbst zum Helfer stellt; 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, Doch bleibet güt'gen Muths, Die Straf erläßt, die Schuld vergibt, Und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, Erfrische Geist und Sinn, Und Gebetlieder. ige zu laben, Immer mög ein Auch noch Erdengut Scherflein haben; Und daß Liebe, Gib Gesundheit, Fried und Treue Mich bei dei⸗ nem Volk erfreue! Fröbing, geb. 1746 4 1805. 34, 6. 86, 11.) 26. Herr, wie du willt, so und dorten, Was dient zu mei⸗ schicks mit mir Im Leben und ner Seligkeit; Wend ab all Un⸗ im Sterben! Allein zu dir steht gerechtigkeit In meinem ganzen mein Begier, Laß mich, Herr, Leben! 3. Soll ich einmal nach deinem Rath Von dieser Welt abschei⸗ den, Verleih mir, Herr, nur deine Gnad, Daß es gescheh mit Freuden! Mein Leib und Seel befehl ich dir; O Herr, ein selig End gib mir Durch Jesum Christum! Amen. Bienemann, geb. 1540 + 1591. 1—4. Sir. 50, 24. 25.) werf all Angst, Sorg, Furcht und Schmerz In Meerestiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn Auf unsrem Vaterland; Er gebe Glück zu unsrem Thun Und Heil in allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt Um, bei und mit uns gehn, Was aber ängstet und bemüht, Gar ferne von uns stehn. 8. Solange dieses Leben währt, Sei er stets unser Heil; Und wann wir scheiden von der Erd, Verbleib er unser Theil. 9. Er drücke, wann das Herze bricht, Uns selbst die Augen zu, Und zeig uns drauf sein Ange⸗ sicht Dort in der ew'gen Ruh. Gerhard, geb. 1606 4 1676 ein iebe, dei⸗ 1805, mei⸗ lUn⸗ anzen einem hschei⸗ „nur h mit Seel selig Nsum 1591. ct und hin. nruhn r gebe Und ud Güt „ Was Gar währt, Und 0 er Erd/ 15 Herze ugen zu/ N Ange⸗ Ruh · 167⁰ 00 1 10⁷ 1. Allgemeine Gebetlieder. 19 Mel. Allein Gott in der Höh. 28. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, Dem Vater aller Güte, Dem Gott, der alle Wun— der thut, Dem Gott, der mein Gemüthe Mit seinem reichen Trost erfüllt, Dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt uns— rem Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmels-⸗ heer'“, O Herrscher aller Thro— nen; Und die in Lüften, Land und Meer In deinem Schat— ten wohnen, Die preisen deine Schöpfermacht, Die alles also wohl bedacht. Gebt unsrem Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten, Darüber will er früh und spat Mit seiner Gnade walten; In seinem ganzen Königreich Ist alles recht und alles gleich. Gebt unsrem Gott die Ehre! 4. Ich rief dem Herrn in mei⸗ ner Noth: Ach Gott, vernimm mein Weinen! Da half mein Helfer mir vom Tod Und ließ mir Trost erscheinen. Drum dank ich, Gott, drum dank ich dir; Ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unsrem Gott die Ehre! 5. Der Herr ist nun und nim⸗ mer nicht Von seinem Volk ge— (5 Mos. 52, 3. 4. Ps. 34, 2—10.) den. Mit Mutterhänden leitet er Die Seinen stätig hin und her. Gebt unsrem Gott die Ehre! Pi. 92, 11. 12. 6. Wenn Trost und Hilfe mangeln muß, Die alle Welt erzei⸗ get, So kommt, so hilft der Über— fluß, Der Schöpfer selbst, und neiget Die Vateraugen denen zu, Die nirgendwo sonst finden Ruh. Gebt unsrem Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, O Gott, von nun an ehren; Man soll, Gott, deinen Lobgesang An allen Orten hö— ren; Mein ganzes Herz er— muntre sich, Mein Geist und Leib erfreue dich. Gebt unsrem Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, Gebt unsrem Gott die Ehre; Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, Gebt unsrem Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott, Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Gebt unsrem Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Ange— sicht, Mit Jauchzen Dank zu bringen; Bezahlet die gelobte Pflicht Und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht Und alles, alles recht schieden; Er bleibet ihre Zuver-gemacht. Gebt unsrem Gott die sicht, Ihr Segen, Heil und Frie⸗ Ehre! Schütz, geb. 1640 4 1690. — Eigene Mel.(Ps. 146. 4 Mos. 23, 19. 1 Sam. 15, 29.) 29. Lobe den Herren, o meine den auf Erden zähle, Will ich Seele! Ich will ihn loben bis lobsingen meinem Gott. Der Leib in Tod; Weil ich noch Stun-(und Seel gegeben hat, Werde 20 J. Aligemeine Gebetlieder. gepriesen früh und spat. Halle⸗ lujah, Hallelujah! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, Und sinken wie⸗ der in den Staub; Ihre Anschlä— ge sind auch verloren, Wann nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, Rufe man Gott um Hilfe an. Hallelujah, Hallelujah! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, Deß Hilfe der Gott Ja⸗ kobs ist, Welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen Und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, Findet am besten Rath und That. Hallelujah, Hallelujah! 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden, Und was darin— nen ist, gemacht. Alles muß treu— lich erfüllet werden, Was er uns einmal zugedacht; Er ists, der Herrscher aller Welt, Welcher uns ewig Glauben hält. Halle— lujah, Hallelujah! 5. Sollt er was sagen, und sich auf ihn verläßt. Hallelujah, Hallelujah! 6. Siehet er Seelen, die Un⸗ recht leiden, Er ists, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er genug bescheiden, Was ihnen dient zur Lebenskraft; Die hart Gebundnen macht er frei, Und seiner Gnad ist mancherlei. Hal⸗ lelujah, Hallelujah! 7. Sehende Augen gibt er den Blinden, Erhebt, die tief gebeu⸗ get gehn; Wo er kann gläubige Seelen finden, Die läßt er seine Liebe sehn; Sein Aufsehn ist des Fremdlings Trutz; Witwen und Waisen hält er Schutz. Hallelu⸗ jah, Hallelujah! 8. Aber der Gottesvergess'nen Tritte Kehrt er mit starker Hand zurück, Daß sie nur machen ver— kehrte Schritte Und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Hallelujah, Hallelujah! 9. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen Deß, der so große doch nicht halten? Sollt er was Wunder thut; Alles, was Odem reden, und nicht thun? Kann hat, rufe: Amen, Und bringe Lob auch der Wahrheit Kraft veral- mit frohem Muth! Ihr Kinder ten? Kann auch sein wallend Gottes, lobt und preist Vater Herze ruhn? Er sinnt und sorgt und Sohn und heil'gen Geist! aufs allerbest; Wohl dem, der Hallelujah, Hallelujah! Herrnschmidt, geb. 1675 4 1723. B. 5 neuerer Zusatz. Eigene Mel.(Ps. 103.) 2 6 30. Nun lob, mein Seel, denso Herze mein! Er hat die Schuld Herren, Was in mir ist, den vergeben, Heilt deine Schwach⸗ Namen sein, Deß Gnaden stets heit groß, Beschirmt dein ar⸗ sich mehren; Vergiß es nicht, mes Leben, Nimmt dich in seinen Scho tet, Scha Die! 2. Sein richt hen; mun hald unsy mer Huld Für der! Sün 3. Ve schn Am kindl arme sind Gesch lend wehe 3. aͤuch Mein ah, n⸗ nen vill nen hart Und Hal⸗ den beu⸗ lbige seine des und lelu⸗ senen Hand ver⸗ selbst ist Gott ujah/ in ar⸗ seinen I. Allgemeine Gebetlieder. 21 Schoß, Mit Trost dich überschüt— tet, Verjüngt dem Adler gleich, Schafft Recht, und treu behütet, Die leiden in sein'm Reich. 2. Er hat uns wissen lassen Sein heilig Recht und sein Ge— richt, Auch seine Güt ohn' Ma⸗ ßen; Ihm mangelts an Erbar— mung nicht. Den Zorn läßt er bald fahren, Straft nicht nach unsrer Schuld, Will Gnade nim-— mer sparen, Zeigt Blöden seine Huld. Sein Mitleid ist so labend Für die, so fürchten ihn; So fern der Ost vom Abend, Ist unsre Sünde hin. 3. Wie Väter sich erbarmen, Wenn ihre schwachen Kinder schrei'n, So thut der Herr uns Armen, Wenn wir ihn fürchten kindlich rein. Gott kennt uns arme Knechte, Er weiß, wir sind nur Staub, Ein nichtiges Geschlechte, Wie Blum und fal⸗— lend Laub: Der Wind darüber wehet, So ist es nimmer da; Also der Mensch vergehet, Sein End, das ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine Bleibt stät und fest in Ewigkeit. Sie bleibt bei der Gemeine, Die steht in seiner Furcht bereit; Sein Bund ist nicht veraltet, Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel, waltet Sein's Lobs und dient zugleich Dem großen Herrn zu Ehren Und treibt sein heilig Wort; Mein Herz soll auch vermehren Sein Lob an allem Ort. 5. Sei Lob und Preis mit Eh— ren Gott Vater, Sohn und heil'gem Geist! Der woll in uns vermehren, Was er aus Gna⸗ den uns verheißt; Daß wir ihm fest vertrauen, Uns gründen ganz auf ihn Und kindlich auf ihn bauen Mit Herzen, Muth und Sinn, Daß wir ihm treu anhangen Bis zu der letzten Stund: Das laß er uns erlangen! Amen von Herzensgrund! Graumann(Poliander), geb. 1487 + 1541. V. 5 späterer Zusatz Mel. Du, Gott, bist über.(1 Petri 4, 13. Ebr. 2, 17. 18.) 31. Dir dankt mein Herz, dir jauchzt mein Lied, Dein freut mein Glaͤube sich: Im Himmel, den mein Aug einst sieht, Lebst, Heiland, du für mich. 2. Du hast dies Thränenthal gesehn, Wo ich ein Pilger bin; Dort, wo du jetzo thronest, gehn Des Pilgers Wege hin. 3. Auf Erden warst du auch geprüft Durch Kummer, Angst und Weh; O Trost, wenn ich, in Angst vertieft, Durch schwere Proben geh! 4. Ich weiß, voll Mitleid neigst du dich Zu deiner Brüder Schmerz; Wär alles fühllos gegen mich, Nie wirds dein gött— lich Herz. 5. Herr, nirgends find ich eine Lieb Wie deine, nah und fern; Du liebst bis in den Tod: O gib, Daß ichs recht glauben lern! 6. Der Liebe unerhörte Macht, Für wen hat sie so treu Den Kampf mit Welt und Tod voll⸗ bracht? Für mich; nun werd ich frei. 7. Ich fürchte nichts, solang ich Ruh In deiner Gnade find; Dein Geist ruft meinem Herzen zu: Sieh, du bist Gottes Kind! 8. Bricht dann die Trübsal bei mir ein, So tröst ich mich mit dir Und spreche: ich bin nicht allein, Der Vater ist bei mir! Joh. 16, 32. 9. Was ich noch kämpfe, bah— 22 I. Allgemeine Gebetlieder. net mir Den Weg zum Himmel⸗ reich; Du machst mich erst im Kampfe dir Und dann im Siege gleich. 10. Einst zieh ich mit dem Ster⸗ bekleid Mein Elend alles aus; Mein Schmuck wird deine Herr⸗ lichkeit, Mein Ort des Vaters Haus, 11. Mein Umgang aller Him— mel Heer, Die Wonne mein Ge— fühl, Mein Tagwerk ewig Preis und Ehr, Die ich dir bringen will. Schöner, geb. 1749 4 1818. Mel. Nun ruhen alle.(Ps. 8, 5. 1 Mos. 32, 10.) 32. Dir dank ich für mein Le⸗ ben, Gott, der du mirs gegeben, Ich danke dir dafür. Du hast, durch Huld bewogen, Mich aus dem Nichts gezogen, Durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich berei⸗ tet, Mich väterlich geleitet Bis diesen Augenblick; Du gabst mir frohe Tage, Und selbst der Leiden Plage Verwandeltest du in mein Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, Der Treue zu geringe, Mit der du mich bewacht; Damit ich Staub und Erde Auf ewig glück⸗ lich werde, Hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Seh— nen Und zähltest meine Thrä— nen, Eh ich bereitet war; Noch eh mir ward das Leben Von dei⸗ ner Hand gegeben, Herr, wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Du ließest Trost mich finden, Und sahst doch meine Sünden Vorher von Ewigkeit. O Höch— ster, welch Erbarmen: Du sor⸗ gest für mich Armen Und bist ein Vater, der verzeiht! 6. Für alle deine Treue, Für das, deß ich mich freue, Lobsin⸗ get dir mein Geist. O herrliches Geschenke, Daß ich durch ihn dich denke, Daß er dich heute dankbar preist! 7. Daß du mein Leben fristest Und mich mit Kraft ausrüstest, Dies, Vater, dank ich dir; Daß du mich liebreich führest, Mit deinem Geist regierest, Dies alles, Vater, dank ich dir. 8. Was mir in diesem Leben Noch nützt, wirst du mir geben; Du gibsts, ich hoff auf dich. Dir, Vater, dir befehle Ich mei⸗ nen Leib und Seele: Herr, segne und behüte mich! Nach Gellert. 33. bei, ben; frei, Vor Halt Und Aus Dir Mit II. Lieder von Gott. 23 Eigene Mel.(Röm. 16, 20. Joh. 14, 23.) 33. Gott, der Vater, wohn uns bei, Und laß uns nicht verder— ben; Mach uns aller Sünden frei, Und hilf uns selig sterben; Vor dem Teufel uns bewahr; Halt uns bei festem Glauben; Und auf dich laß uns bauen, Aus Herzensgrund vertrauen, Dir uns lassen ganz und gar; fliehn des Teufels Listen, Mit Waffen Gott's uns fristen! Amen, Amen, das sei wahr, So singen wir Hallelujah! Eph. 6, 10 6. 2. Jesus Christus, wohn uns bei, Und laß uns nicht verder⸗ ben ꝛc. 3. Heil'ger Geiste, wohn uns bei, Und laß uns nicht verder— Mit allen rechten Christen Ent— H. Lieder A. Gottes Wesen Eigene Mel.(Matth. 34. Wir glauben all an ei⸗ nen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, Der sich zum Vater geben hat, Daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren; Allem Unfall will er wehren, Kein Leid soll uns widerfahren; Er sorget für uns, hüt't und wacht, Es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Je— sum Christ, Seinen Sohn und unsern Herren, Der ewig bei dem Vater ist, Gleicher Gott von Macht und Ehren; Von Maria, der Jungfrauen, Ist ein Mel. Wie schön leucht't. 35. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, Herr Gott, der doch mein Alles ist, Mein Trost und meine Wonne? Bist ben ꝛc. Luther, geb. 1483 + 1546 von Gott. und Eigenschaften. 28, 19. Eph. 4, 5. 6.) wahrer Mensch geboren Durch den heil'gen Geist im Glauben; Für uns, die wir war'n verlo— ren, Am Kreuz gestorben und vom Tod Wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, Der aller Blöden Trö— ster heißt Und mit Gaben zieret schöne; Die ganz Christenheit auf Erden Hält in einem Sinn gar eben; Hie all Sünd verge⸗ ben werden; Das Fleisch soll auch wieder leben; Nach diesem Elend ist bereit Uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. Luther, geb. 1483 4 1546. (Ps. 100, 2. Luk. 1, 47.) du nicht Schild, was decket mich? Bist du nicht Licht, wo finde ich Im Finstern eine Sonne? Kei⸗ ne Reine, Wahre Freude, Auch 2⁴ II. Lieder im Leide, Auch für Sünden, Ist, Herr, außer dir zu finden. 2. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, Mein Herr, Er— löser, Jesu Christ, Mein Friede und mein Leben? Heilst du mich nicht, wo find ich Heil? Bist du nicht mein, wo ist mein Theil? Gibst du nicht, wer wird geben? Meine Eine Wahre Freude, Wahre Weide, Wahre Gabe Hab ich, wenn ich Jesum habe. Eigene Mel.(Luk. 1, 46 ꝛc. 36. Allein Gott in der Höh sei Ehr Und Dank für seine Gnade, Darum, daß nun und nimmermehr Uns rühren kann ein Schade. Gott Wohlgefallen an uns hat; Nun ist groß Fried ohn' Unterlaß, All Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich Für deine Ehr, und danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Re— gierst ohn' alles Wanken; Ganz ohne Maß ist deine Macht, All— zeit geschieht, was du bedacht. Wohl uns des guten Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn einge— von Gott. 3. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, O Geist, der uns gegeben ist Zum Führer der Erlösten? Bist du nicht mein, was sucht mein Sinn? Führst du mich nicht, wo komm ich hin? Hilfst du nicht, wer will trösten? Meine Eine Wah— re Freude, Trost im Leide, Heil für Schaden Ist in dir, o Geist der Gnaden. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. V. 3 neuerer Zusatz. 68 ꝛc. 2, 14. Ps. 138, 2.) bor'n Deines himmlischen Va— ters, Versühner derer, die ver⸗ lor'n, Du Stiller unsers Ha⸗ ders! Lamm Gottes, heil'ger Herr und Gott, Nimm an die Bitt in unsrer Noth: Erbarm dich unser aller! 4. O heil'ger Geist, du höchstes Gut, Allerheilsamster Tröster! Vor Satans Macht nimm uns in Hut, Die Jesus Christ er— löset Durch Marter groß und bittern Tod; Wend allen Jam⸗ mer ab und Noth: Darauf wir uns verlassen! Nach Decius, um 1524. Mel. Wie schön leucht't.(Offenb. Joh. 7, 11 ꝛc. 19, 4—9. Jes. 6, 3.) 37. Hallelujah! Lob, Preis und Ehr Sei unsrem Gott je mehr und mehr Für alle seine Werke; Von Ewigkeit zu Ewig— keit Sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke. Klinget, Singet: Gnä⸗ dig, herrlich, Heilig, heilig, Hei— lig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth! 2. Hallelujah! Preis, Ehr und Macht Sei auch dem Gottes— lamm gebracht, In dem wir sind erwählet, Das uns mit seinem Blut erkauft, In dessen Tod wir sind getauft, Das sich mit uns noch! cher ein Li enn der hrer icht m? mm wer Jah⸗ Heil heist arm s ter! uns er⸗ und jam⸗ wir A. Gottes Wesen und Eigenschaften. 25 vermählet. Heilig, Selig Ist die Freundschaft Und Gemeinschaft, Die wir haben, Und darin wir uns erlaben. 3. Hallelujah! Gott, heil'ger Geist, Sei ewiglich von uns ge— preist, Durch den wir neu gebo— ren, Der uns mit Glauben aus-— geziert, Dem Bräutigam uns zu— geführt, Den Hochzeittag erko— ren. Heil uns, Heil uns! Da ist Freude, Da ist Weide, Himm-— lisch Manna Und ein ewig Ho— sianna! 4. Hallelujah! Lob, Preis und Ehr Sei unsrem Gott je mehr und mehr Und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmel Schar, Und singet nun und immerdar Mit Freuden Amen, Amen! Klinget, Singet: Gnädig, herrlich, Heilig, heilig, Heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth! Vielleicht von Crasselius, geb. 1667 + 1724. Mel. Es ist das Heil.(Jes. 45, 5. 6. Ps. 95, 1—8.) 38. Der Herr ist Gott und keiner mehr. Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich, wer ist wie er So herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß, Er ist unend⸗ lich, grenzenlos In seinem gan— zen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens Ihn auszusprechen? Wer ermißt Die Dauer seines Lebens? Wir Men— schen sind von gestern her; Eh noch die Erde war, war er, Und eher als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, Das ihn vor uns ver⸗ hüllet; Ihn fassen alle Himmel nicht, Die seine Kraft erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen und auch offenbar In seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft Uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, kennet, was er Bei ihm ist Weisheit und Ver— stand, Und er umspannt mit seiner Hand Die Erde samt dem Himmel. 5. Ist er nicht nah? Ist er nicht fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn Ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Fin⸗ sterniß, Was ihr beginntz er siehts gewiß, Er sieht es schon von ferne. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, O Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich Dein Fittich über alle; Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, Barmherzig, gnädig, voll Ge— duld, Ein Vater, der verschonet. 7. Unsträflich bist du, heilig gut Und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut; Denn du vergiltst mit Wonne. Du hast Unsterblichkeit allein, Bist selig, wirst es ewig sein, Hast Freuden, Gott, die schafft, Der Wesen ganze Kette; Fülle. 26 II. Lieder 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre; Kommt, werdet Gottes Lobgesang, Ihr alle seine Heere! von Gott. Der Herr ist Gott und keiner mehr. Wer ist ihm gleich, wer ist wie er, So herrlich, so voll⸗ kommen? Cramer, geb. 1723 4 1788. Eigene Mel.(2 Mos. 15, 2 ꝛc. Ps. 139.) 39. Gott ist mein Lied. Er ist der Gott der Stärke, Herr ist sein Nam, Und groß sind seine Werke, Und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, So sind und leben Welten; Und er gebeut, So fallen durch sein Schelten Die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, Und seine Wahl das Beste; Er herrscht als Gott, Und seines Thrones Feste Ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, Ein Meer von Seligkeiten, Ohn' Anfang Gott, Und Gott in ew'gen Zei⸗ ten: Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war In Him⸗ mel, Erd und Meere, Das kennet Gott; Und seiner Werke Heere Sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, Schafft, daß ich sicher ruhe, Er schafft, was ich Vor oder nachmals thue, Und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, Du sitzest oder gehest; Ob du ans Meer, Ob du gen Himmel flöhest, So ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn Und allen Rath der Seele; Er weiß, wie oft Ich Gutes thu und fehle, Und eilt mir gnädig beizustehn. *. 7. W.i 9. Er wog mir dar, Was er mir geben wollte, Schrieb auf sein Buch,‚ Wie lang ich leben sollte, Da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, Das Gott nicht angehöre; Herr, immerdar Soll deines Namens Ehre, Dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht Von deinen Wundern fassen? Ein je⸗ der Staub, Den du hast werden lassen, Verkündigt seines Schö⸗ pfers Macht. 12. Der kleinste Halm Ist dei⸗ ner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, Ihr Auen, Thal und Hügel, Ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, Führst uns auf grüne Weiden; Und Nacht und Tag, Und Korn und Wein, und Freuden Empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; Sollt ich mein Herz Nicht mit dem Troste Leben hält? 15. Ist Gott mein Schutz, Will Gott mein Retter werden, So nach Erden, Und biete selbst der Hölle Trutz. Gellert, geb. 1715 4 1769. stillen, Daß deine Hand mein⸗ frag ich nichts Nach Himmel und Nel, 40. gibt de bet d Schild sein R ich m füllt. Das! alles, komm. Ruhn nomm 2. öttli das! Eröf er et Het u. noch: net,“ dring ihm, iner wer oll⸗ 178⁸. mir sein ollte, nein, Herr, nens inem Von in je⸗ erden 0ö⸗ dei⸗ Luft und und zührst Und U und angen Herr, lt ich Troste mein W +. S0 lel und st der 34 17⁰9. A. Gottes Wesen Mel. Es glänzet der Christen.(Ps. 54, 8. 40. Gott lebet. Sein Name gibt Leben und Stärke, Er blei⸗ bet der Seinigen Sonne und Schild. Sobald ich, so oft ich sein Regen vermerke, So fühl ich mich innig mit Kräften er— füllt. Sein bin ich ganz eigen, Das muß sich wohl zeigen; Laß alles, was widrig und trotzig ist, kommen: Mir wird doch mein Ruhm und mein Gott nicht ge— nommen. 2. O Seelen, vernehmet den göttlichen Willen! Das Höchste, das Beste, das gibt er so gern. Eröffnet das Herz nur, so wird er es füllen, Versucht es, erken⸗ net und lobet den Herrn! Seid ihr noch entfernet, So sehet und ler— net, Was manche an seinen durch— dringenden Gaben, Ja selber an ihm, dem Lebendigen, haben. Mel. Nun danket alle Gott.(Ps. 8, 2 41. Wie herrlich ist, o Gott, Dein Ruhm in allen Landen! Die Himmel und ihr Heer Sind durch dein Wort entstanden; Du sprichst, und es geschieht, Ge— beutst, so steht es da. Mit All⸗ macht bist du mir Und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft, Dich preisen Erd und Meere, Und Himmel predigen Die Wun⸗ der deiner Ehre. Dich bet ich dankbar an, Mein Heil kommt von dem Herrn; Du hörst der und Eigenschaften. 27 Joh. 1, 16. Jes. 28, 16. Röm. 9, 33.) 3. In linden und leichten, er⸗ träglichen Tagen Vermeinet ein jeder gefasset zu sein; Ist aber ein ernstliches Treffen zu wagen, So stellet sich furchtsame Blö— digkeit ein. Nur Gottesbekannte Und Schirmesverwandte Sind tüchtig, in allerlei Fällen zu stehen Und allem, was feind⸗ lich, entgegen zu gehen. 4. Wer glaubet, der fleucht nicht. Es muß ihm wohl gehen, Es birget sich vor ihm die Furcht und Gefahr; Und ehe die Trägen den Gegner ersehen, So wird er des Siegs und des Preises ge— wahr; Er sieht sich berufen Von Stufen zu Stufen, Und weil er auf Gottes Verheißung sich leh— net, So wird er mit himmli— schem Segen gekrönet. Bengel, geb. 1687 + 1752. zc. Apostelgesch. 14, 17. Spr. 23, 26) Menschen Flehn, Und du erret— test gern. Ps. 19, 2. 3. Wenn ich die Himmel seh, Die du, Herr, ausgebreitet, Der Sonne Majestät, Den Mond, den du bereitet, So sprech ich: Was ist doch Der Mensch, daß du sein denkst, Und daß du täglich uns Unzählig Gutes schenkst? 4. Wie Schafe läßst du uns Auf grüner Aue weiden, Nährst uns mit Speis und Trank, Füllst un⸗ ser Herz mit Freuden, Du sahst mich, eh der Grund Der Welt ge⸗ 28 II. Lieder leget war, Stundst meiner Mut⸗ ter bei, Als sie mich dir gebar. 5. Du wogst mein Glück mir dar, Und Leiden, die mich üben; Und meiner Tage Zahl Ist in dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen Schutz, Du bist der Müden Ruh, Ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, Gott, bist du! 6. Herr, dein Gebot ist Heil, Dein Weg ist Fried und Leben: Wie sollt ich dir, dem Gott Der Liebe, widerstreben? Umsonst lockt mich die Welt, Die breite Straßen zieht; Ich hasse ihren Weg, Weil mich dein Auge sieht. von Gott. 7. Auch wenn kein Mensch mich sieht, Will ich die Sünde fliehen; Denn du wirst alle Welt Vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn sich mein Fleisch Hinsehnt, wo du nicht bist, Bedenken, daß mein Leib, O Gott, dein Tempel ist. 8. Was frag ich außer dir Nach allem Glück der Erde, Wenn ich nur deiner Huld, O Gott, ver⸗ sichert werde? Wie sanft ist dein Gebot: Gib mir dein Herz, mein Sohn, Und wandle mei⸗ nen Weg; Ich bin dein Schild und Lohn! Nach dem Lüneburger Gesangbuch. Mel. Gott, mein Gott, dir will ich singen.(Ps. 139. 1 Petri 3, 12.) 42. Herr, allwissend und all⸗ sehend, Deiner Welt unendlich nah! Vor dir bin ich stehend, gehend; Sitz ich wo, so bist du da. All mein Denken, all mein Sorgen, So geheim, so schwach es sei, Steht vor dir entdeckt und frei, Nichts ist deinem Aug verborgen; Du bist um und an um mich, Waltend, wach und väterlich. 2. Jeden Weg, Herr, den ich mache, Jedes Wort, das aus mir fließt; Wo ich hoffe, weine, lache, Wo mein Herz durchküm— mert ist; Wo ich, voll erhitzten Blutes, Will, was ich nicht wol— len soll; Wo ich guter Triebe voll, Dankbar, eifrig, guten Mu— thes Deinem Tempel laufe zu: Alles das durchschauest du. 3. Ja du schaffst, was ich be— ginne, Und du gibst mirs an die Hand; Was ich irgend Schö— nes sinne, Ist gewiß nicht mein Verstand; Was ich jeden Tag verrichte, Sei es wichtig oder klein, Leitest du, Gott, weislich ein; Meinen Rath machst du zu⸗ nichte; Droht Versuchung dort und hier, Hältst du deine Hand ob mir. 4. Deine Einsicht zu ergrün⸗ den, Reicht der Menschen Witz nicht hin; Deines Waltens Art zu finden meinen Sinn. Deine Nähe, deine Ferne, Deine Größe, die die Welt Denkt, schafft, trägt, bewegt, erhält, Ist, je mehr ich forsch' und lerne, Einem schwachen Wurm zu Ist zu viel für schwet. stern h 0 terlei gebra wo ig ber benst ensch zünde alle einst mein nicht Leib, Nach n ich ver⸗ dein Herz mei⸗ ichild mobuch. ch be⸗ s an 8 mein Tag oder islich du zu⸗ dort Hand grün⸗ Witz 18 Art für Nähe, röße, chaff, Is lerne/ W . Gottes Wesen und Eigenschaften. 29 schwer, Welcher ist von ge⸗ stern her. Hiob, 25, 6. 5. Führ ich durch des Him-— mels Breiten Zu der Sonn⸗ und Sternenbahn; Lief ich durch der Länder Weiten Hin, so weit man laufen kann; Flög ich als mit Adlersflü— geln, Wo der junge Morgen blüht, Wo des Tages Licht ver— glüht An den goldbemalten Hü⸗ geln; Zög ich gar dem Grabe zu Und der Höll: auch da bist du! 6. Schlich ich mich auf öde Heiden, In die Wüsten fern am Meer, Würdst du mich auch da begleiten, Ja mich führen selbst daher. Spräch ich:„Dun⸗ kel soll mich decken!“ Ist die Nacht dir nicht auch Tag? Und vor deinem Aug, wer mag Sich in Finsterniß verstecken? Meines Herzens tiefster Grund, Wunsch und Sorge sind dir kund. 7. Schon mein Gott in Mut— terleibe, Hast du mich zur Welt gebracht; Schon bedacht war, wo ich bleibe, Schon die Her— berg angesagt; Alle meine Le— benstage, Meine erst und letzte Nacht Waren schon von dir durchdacht, Jeder Stunde Lust und Plage, Jeder Schickung Mel. Was Gott thut.(2 Chron. 16, 9. Jes. 40, 27 ꝛc. 2 Sonderheit Bis zum Rand der Lebenszeit. 8. O wie sind die Werke wich— tig, Die dein Wort ins Leben rief! Und wie ist dein Denken richtig, Reich und scharf, genau und tief! Welche liebende Ge— danken Wendest du, mein Gott, an mich Schonungsvoll und väterlich, Ohne Maß und Zahl und Schranken! Durch die Nacht erwäg ich dies, Und kein Schlaf thut mir so süß. 9. Manche wollen, Gott der Götter, Deine Werk' und dich nicht sehn. Möge doch der Rath der Spötter Bald und ganz zu Grunde gehn, Die dein Gna— denwerk nicht spüren, Vom Ge— fühl der Gottheit los, Nur in ihrer Thorheit groß, Gute See— len gern verführen! Hilf mir, wie sie mich verschmähn, Allzeit ihnen widerstehn! 10. Gott, du kennest Herz und Sinnen, Siehe recht genau auf mich Und erforsche mein Be— ginnen! Etwan lieb und fürcht ich dich, Etwan siehst du manche Blöße Und mich noch nicht treu genug, Etwan steckt noch wo ein Trug, Etwan ist mein Herz noch böse: Gott, da wende mich noch heut Auf den Weg der Seligkeit! Lehmus, 1707 4+ 1788. Ps. 34, 16.) —— V 43. Der Vater kennt dich. umziehn, Den höchsten Freund Kenn auch ihn, Erkenn ihn wohl, erwähle. Ist er nur dein, Bist o Seele! Ob finstre Wolken dich du nur sein: Mag dich die Welt II. Lieder 30 verkennen, Er wird sein Kind dich nennen. 2. Der Vater kennt dich. Sei dein Schmerz In deiner Brust verborgen: Es weiß um ihn das Vaterherz, Ihm klage deine Sorgen. Zu Gott empor! Ver⸗ nimmt kein Ohr, O Christ, dein banges Sehnen: Dein Vater zählt die Thränen. 3. Der Vater kennt dich. Deine Kraft, Dein Heil hat er ermes⸗ sen. Der allen Wesen Freude schafft, Der sollte dein verges— sen? Nicht wähne fern Die Hand des Herrn; Wenn Hilf und Lust dir frommen, Wird seine Stunde kommen. 4. Der Vater kennt dich. Laß die Macht Der Sünde nie dich beugen; Gott schaut dich, wo Eigene Mel. 44. O ew'ger Geist, deß We⸗ sen alles füllet, Und den kein Ort in seine Grenzen hüllet, Der unumschränkt Sich nieder— senkt Mit seiner Kraft in alle Dinge, Dem nichts zu groß, nichts zu geringe! Jes. 6, 1. 2. Kein Salomo kann einen Tempel bauen, Von welchem man dich könnt umschlossen schau— en, Denn schon dein Saum Füllt dessen Raum: Es müssen Himmel, Meer und Erden Ein Schauplatz deiner Ehre werden. 3. Will unser Fuß hinauf in Wolken steigen, So wird dein von Gott. kein Richter wacht; Verehre die— sen Zeugen! Ihn täuscht nicht Lug Noch Frevlertrug; Was Nächte dicht umgeben, Muß einst ans Licht sich heben. 5. Der Vater kennt dich. Segnest du Geheim die Armen, Kranken? Verklärst du einsam deine Ruh Durch himmlische Gedanken? Dich sieht der Geist, Der Vater heißt: Kein stilles Thun, kein Sinnen Kann seinem Aug ent⸗ rinnen. 6. Der Vater kennt dich. Sei die Bahn Der Zukunft nicht verkün⸗ det: Des lieben Vaters Blicke sahn, Was hier kein Aug ergrün⸗ det. Mit frommer Scheu Sei ihm getreu! Der ew'gen Liebe Flügel Trägt dich auf Zions Hügel. Freudentheil, geb. 1771 4 1853. (Ps. 139.) heller Glanz daselbst sich zeigen; Steigt er hinab In Höll und Grab, Senkt er sich zu des Mee⸗ res Gründen, So wird er dich, du ihn da finden. 4. Dein Auge sieht, was Nacht und Abgrund decken, Es kann sich nichts vor deinem Licht ver— stecken, Es dringet ein In Mark und Bein; Dein Flammenauge muß die Tiefen Des Herzens⸗ und der Nieren prüfen. 5. Du weißt und hörst, was deine Kinder beten, Du siehst, wenn sie verborgen vor dich tre⸗ ten; Macht gleich ihr Mund Nicht alles kund, So kannst du selbst! Segen 6. 2 manch aber Morg an do Sonn nisse 7. und dem, ꝛigen; und Mee⸗ dich, Nacht fann t ver⸗ Mark nauge erzens A. Gottes Wesen und Eigenschaften. 31 selbst des Herzens Sehnen Mit Segen und Erhörung krönen. 6. Vor Menschen bleibt jetzt manches Thun verborgen, Dir aber ist die Nacht ein klarer Morgen; Und dein Gericht Wird an das Licht Und an die helle Sonne bringen, Was Finster— nisse jetzt umringen. 7. O Auge, das nicht Trug und Falschheit leidet! Wohl dem, der auch verborgne Sünden meidet, Der, los und frei Von Heuchelei, Vor dir und Men— schen redlich handelt Und unter deiner Aufsicht wandelt! 8. Erforsche selbst die innersten Gedanken, Ob sie vielleicht von deiner Richtschnur wanken; Lenk Herz und Sinn Zur Wahrheit hin, Sei du der Leitstern meiner Füße, Bis ich, mein Licht, die Augen schließe! Rambach, geb. 1693 + 1735. Mel. Es ist genug.(1. Kor. 1, 9. 10, 13. Weish. 15, 1.) 45. Gott ist getreu. SeinHerz, gut, Die Trübsal auch. Mein sein Vaterherz Verläßt die Sei⸗Vater bessert mich Durch alles, nen nie. Gott ist getreu. Im was er thut; Die Trübsal gibt Wohlsein und im Schmerz Er-Geduld und Stärke Zum Fleiß freut und trägt er sie. Mich decket in jedem guten Werke. Gott ist seiner Allmacht Flügel: Stürztgetreu. ein, ihr Berge, fallt, ihr Hügel! 5. Gott ist getreu. Er hat uns Gott ist getreu. selbst befreit Von unsrer Sün⸗ 2. Gott ist getreu. Er ist mein dennoth Durch seinen Sohn, treuster Freund, Dies weiß, dies durch dessen Heiligkeit Und blut'⸗ hoff ich fest. Ich weiß gewiß, gen Opfertod. Damit wir möch— daß er mich keinen Feind Zu ten nicht verderben, Ließ er den hart versuchen läßt. Er stärket Eingebornen sterben. Gott ist mich nach seinem Bunde In getreu. meiner Prüfung trübsten Stun⸗ 6. Gott ist getreu. Er, deß ich de. Gott ist getreu. ewig bin, Sorgt für mein ewig 3. Gott ist getreu. Er thut, was Wohl; Er rufet mich zu seinem er verheißt. Er sendet mir sein Himmel hin, Will, daß ich leben Licht; Wenn dieses mir den Weg soll; Er reinigt mich von allen zum Leben weist, So irr und Sünden Und läßt mich Trost gleit ich nicht. Gott ist kein durch Christum finden. Gott ist Mensch, er kann nicht lügen, getreu. Sein Wort der Wahrheit kann 7. Gott ist getreu. Stets hat nicht trügen. Gott ist getreu. sein Vaterblick Auf seine Kinder 4. Gott ist getreu. Er handelt acht; Er sieht mit Lust, auch väterlich, Und was er thut, ist wenn ein irdisch Glück Sie froh II. 32 Lieder und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, Und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getreu. 8. Gott ist getreu. Mein Herz/ was fehlt dir noch, Dich Gottes stets zu freun? Sei Gott getreu, und fürchte nichts, mag doch Die Welt voll Falschheit sein! Selbst falscher Brüder Neid und Tücke Mel. So führst du doch. 46. Gott ist getreu. Er selbst hats oft bezeuget; Hier ist sein Wort, das gilt doch ewiglich. Er hat zu mir sein Vaterherz ge— neiget, Fest glaub ich es, nie⸗ mals verläßt er mich. An meiner Treu ermangelt mancherlei; Das wußte, der mit mir den Bund gemacht, Und der mein Elend pünktlich überdacht; Und schenkt mir doch das Wort: Gott ist getreu. 2. Gott ist getreu. Das hab ich deinem Munde Oft nicht ge— glaubt, du frommes Vaterherz. Ich ängstigte mich in der Prü— fungsstunde Und häufete ver⸗ geblich meinen Schmerz; Eh ichs gedacht, da war die Noth vor— bei. Das hab ich nun so oft und viel erlebt. O Schande, wenn mein Herz aufs neue bebt! Ists nicht noch heute wahr: Gott ist getreu? 3. Gott ist getreu. Ich wags auch heut mit Freuden Auf dich, o Vater, denn ich bin dein Werk, Mein Jesu, auf dein Leben und von Gott. Gereicht am Ende mir zum Glückt⸗ Gott ist getreu. 1 Mos. 37. 50, 20. 9. Gott ist getreu. Vergiß, o Seel, es nicht, Wie zärtlich treu er ist! Gott treu zu sein, sei deine liebste Pflicht, Weil du so werth ihm bist. Halt fest an Gott, sei treu im Glauben, Laß nichts den starken Trost dir rau⸗ ben: Gott ist getreu. Liebich, geb. 1713 + 1780. (Ps. 30, 11. 146, 5 ꝛc.) Verscheiden, Gott, heil'ger Geist, auf deine Gnad und Stärk! Ich bin nichts werth, o das bekenn ich frei. Weg, Eigenwerk, dein Schimmer reicht nicht weit! Mein Element ist nur Barmher⸗ zigkeit, Daraus entspringt der Trost: Gott ist getreu. 4. Gott ist getreu. Ich fühls an meiner Seelen, An welcher er bisher so viel gethan. Ich kann sein Werk und Treue nicht ver⸗ hehlen: Durch seinen Geist lieb ich die schmale Bahn, Sein Wort, sein Reich; und immer wird mir neu Sein Bild, wo ichs an seinen Kindern find; Und bin nun nimmer wie die Welt so blind; Fehl ich, Gott zeigts, Gott hilft. Gott ist getreu. 5. Gott ist getreu. Wie oft hat er mein Flehen Nach Wunsch erhört in großer Kümmerniß! Worinnen ich noch muß auf Hoff—⸗ nung säen, Geduld, das kommt zuletzt, zuletzt gewiß. Selbst mein Gefühl, daß ich so elend sei, Und meine Furcht vor'm Rückfall wirket mich b inmer 6. 6 schon! er tre Kraft. der G Verk Gott! cherle mich ich de 178⁰. heist, Ich fenn dein eitl nher⸗ der ühls er er kann ver⸗ lieb Sein nmer ichs bin lt so igts, hat unsch rniß! bef ymmt mein sei dfall A. Gottes Wesen wirket er, Nur daß er brünstiger mich beten lehr; Und hilft doch immer durch. Gott ist getreu. 6. Gott ist getreu. Will mich schon Trägheit quälen, Er trägt, er treibt, er schenkt mir neue Kraft. Gott ist getreu. Will mir der Glaube fehlen, Läßt er sein Werk doch nicht, der alles schafft. Gott ist getreu. Ob noch so man— cherlei Daheim und draußen mich und andre kränkt, Kenn ich doch den, der alles weislich und Eigenschaften. 33 lenkt, Der mich auch kennt und liebt. Gott ist getreu. Pf. 188, s. 7. Gott ist getreu. Ach drücke die drei Worte, Dreiein'ger Gott, doch tief in meinen Sinn, Mit welchen ich dann wohl an jedem Orte Auf jeden Fall in dir ge— wappnet bin! Es werde deine Treu mir stündlich neu; Nur laß auch mich dir immer treuer sein, Bis ich vollendet einst vor dir er⸗ schein Und ewig rühmen kann: Gott ist getreu. Muthmann, 4 17½47. Mel. Wo Gott, der Herr.(Ps. 145.) 47 Es muß ein treues Herze sein, Das uns so hoch kann li⸗ ben, Da wir doch alle, Groß und Klein, Was gar nicht gut ist, üben; Gott muß nicht anders sein als gut, Daher fleußt seiner Güte Flut Auf alle seine Werke. 2. Drum, Herr, so sollen dir auch nun All deine Werke dan⸗ ken; Voraus die Heil'gen, deren Thun Sich hält in deinen Schran— ken, Die sollen deines Reichs Gewalt Und unvergängliche Ge— stalt Mit vollem Munde rühmen. 3. Sie sollen rühmen, daß der Ruhm Durch alle Welt erklinge, Daß jedermann im Heiligthum Dir Dienst und Opfer bringe. Dein Reich, das ist ein ewig Reich, Dir selbst ist deine Herr⸗ schaft gleich, Der du kein End erreichest. 4. Der Herr ist bis in unsern T Tod Beständig bei uns allen, Erleichtert unsre Kreuzesnoth Gesangbuch für die evangelische Kirche. Und hält uns, wann wir fallen; Er steuert manchem Unglücks— lauf Und hilft uns wieder freundlich auf, Wann wir dahin gesunken. 5. Herr, aller Augen sind nach dir Und deinem Stuhl gekehret; Denn du bists ja, der alles hier So väterlich ernähret; Du thust auf deine milde Hand, Machst froh und satt, was auf dem Land In Meer und Lüften lebet. 6. Du meinst es gut und thust uns Guts, Auch da wirs oft nicht denken. Wie mancher ist betrübten Muths, Verzehrt sein Herz mit Kränken, Besorgt und fürchtet Tag und Nacht, Gott hab ihn gänzlich aus der Acht Gelassen und vergessen. 7. Nein, Gott vergißt der Seinen nicht; Er hat zu große Treue Und neigt zu uns sein Angesicht, Daß er zuletzt erfreue. Gehts gleich bisweilen herb und 2 — 34 II. Cieder von Gott. schlecht, Ist er doch heilig und glück, das sie plagt, Und zählt gerecht In allen seinen Wegen. all ihre Zaͤhren Und reißt sie 8. Der Herr ist nah und stets endlich aus der Last; Den aber, bereit, Wo man ihn kindlich eh⸗ der sie kränkt und haßt, Den ret; Und wer nur ernstlich zu stürzet er zu Boden. ihm schreit, Der wird gewiß er⸗ 10. Dies alles, und was son⸗ höret. Gott weiß wohl, wer ihm hold und treu, Und solchem steht er dann auch bei, Wann ihn die Angst umtreibet. 9. Den Frommen wird kein sten mehr Lob, Dank und Preis kann bringen, Das soll mein Mund zu Ruhm und Ehr Dem Höchsten täglich singen. Und also thu auch immerfort, Was lebt Trost versagt, Gott thut, was und webt an jedem Ort; Das sie begehren; Er mißt das Un⸗ wird Gott wohlgefallen. Gerhard, geb. 1606 4 1676. Mel. Werde munter.(Pf. 5, 5—7. Ebr. 12, 14. 1 Petri 1, 15—19. 1 Kor. 1, 30. Joh. 1, 5 ꝛc.) 48. Gott, vor dessen Angesichte 4. O so laß uns nicht verscher⸗ Nur ein reiner Wandel gilt, Ew'⸗ zen, Was du uns hast zuge⸗ ges Licht, aus dessen Lichte Stets dacht; Schaffe in uns reine die reinste Klarheit quillt! Laß Herzen, Tödt in uns der Sün⸗ uns doch zu jeder Zeit Strahlen de Macht! Denn was sind wir, deiner Heiligkeit So durch Herz und Seele dringen, Daß auch wir nach Heil'gung ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, Und kein Böses ist an dir; Ewig bist du so gewesen, Und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, Ist untadelhaft und gut; Und mit deines Armes Stärke Wirkst du stets voll⸗ kommne Werke. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder Deinem Bilde ähnlich sei'n. Nie besteht vor dir der Sünder, Denn du bist vollkom⸗ men rein. Du bist nur der From⸗ men Freund, Allem Bösen bist du feind; Wer beharrt in seinen Sünden, Kann vor dir nicht Gnade finden. Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt. Und wer kann zählen, Großer Gott, wie oft wir fehlen! 5. Uns von Sünden zu erlösen, Gabst du deinen Sohn dahin. O so reinige vom Bösen Durch ihn unsern ganzen Sinn! Gib uns, wie dein Wort verheißt, Gib uns deinen guten Geist, Daß er unsern Geist regiere Und in alle Wahrheit führe! 6. Jede Neigung und Begierde, sers Wandels größte Zierde Sei rechtschaffne Heiligkeit. Mach uns deinem Bilde gleich; Denn zu deinem Himmelreich Wirst du, Herr, nur die erheben, Die im Glauben heilig leben. Zimmermann, geb. 1702 4 1788. Jede That sei dir geweiht; Un⸗ 49. Gerich len! sicht! Du s⸗ Thror Perso kinder ken fe Vesen dein F erleser verber Heili⸗ eiße 9. und der r deinet dir au A. Gottes Wesen Mel. Es ist gewißlich.(Ps. 5, 5. 49. Gerechter Gott, vor dein Gericht Muß alle Welt sich stel⸗ len Und sich vor deinem Ange— sicht Ihr Urtheil lassen fällen. Du schaust von deinem hohen Thron, Ohn' alles Ansehn der Person, Auf alle Menschen— kinder. 2. Du bist des Satans Wer⸗ ken feind Und hassest gottlos Wesen; Der ist gewißlich nicht dein Freund, Der sich zum Zweck erlesen, Was dein gerecht Gesetz verbeut, Und der sich wahrer Heiligkeit Von Herzen nicht be— fleißet. 3. Du liebest das, was recht und gut, Und bist ein Freund der Frommen. Wer glaubt und deinen Willen thut, Wird von dir aufgenommen; Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, Ist er gleich nicht so, wie er soll, Nach dem Gesetz vollkommen. 4. Du öffnest deine milde Hand, Das Gute zu belohnen, Und gibest als ein Liebespfand Den Frommen schöne Kronen. So zeigest du vor aller Welt, Daß es dir herzlich wohlgefällt, Wenn man das Gute liebet. 5. Doch bleibt auch, was die Bosheit thut, Von dir nicht ungerochen: Ein Abgrund vol— ler Qual und Glut Wird de⸗ Mel. Wer weiß, wie nahe.(Gal. 6 50. Gott richtet immerdar auf Erden, Sein Auge schläft und Eigenschaften. 35 2 Kor. 5, 9. 10. Röm. 2, 6—11.) nen zugesprochen, Die sich mit Sündenlust befleckt; Ja deine Hand ist ausgestreckt, Sie hier bereits zu strafen. 6. Der Untergang der ersten Welt, Die aus der Art geschla⸗ gen, Das Feuer, das auf So⸗ dom fällt, Agyptens lange Pla⸗ gen Und andre Wunder deiner Macht Bezeugen, wenn dein Zorn erwacht, Wie du nach Werken lohnest. 7. Bleibt hier viel Böses un⸗ gestraft, Viel Gutes unbeloh⸗ net, So kommt ein Tag der Rechenschaft, Der keines Sün⸗ ders schonet; Da wird sich die Gerechtigkeit, Die jedem die Vergeltung beut, Am herrlich⸗ sten beweisen. 8. Gerechter Gott, laß meinen Sinn Wie du das Gute lieben; Nimm alle Lust zur Sünde hin; Wirk inniges Betrüben, Wenn sich dies Ubel in mir regt; Dein Herz, das lauter Gutes hegt, Sei Vorbild meines Herzens! 9. Und weil vor dir, gerechter Gott, Kein Sünder kann beste⸗ hen, Der nicht des Mittlers Blut und Tod Zum Schild sich ausersehen, So gib mir die Gerechtigkeit, Die mich von deinem Zorn befreit, Durch sein Verdienst zu eigen! Rambach, geb. 1693 + 1735, „7. 8. Röm. 8, 12 ꝛce. Ps. 1½, 12.) und schlummert nicht; Gerecht wird er erfunden werden, Auch 36 II. Jieder wenn der Mensch ihm wider— spricht; Die Welt von Anfang zeigt es klar, Daß Gott ist Rich⸗ ter immerdar. 2. Die böse Saat bringt böse Früchte; Saat auf den Geist wird Heil empfahn. Folg nicht dem lockenden Gesichte Der Sünden, die sich schmeichelnd nahn: Die Lust entflieht, mit ihrer Flucht Reift für den Tod die Sündenfrucht. 3. Erziehst du sorglos deine Kinder, Vereitelst du ihr Herz schon früh, So ziehst du für die Erde Sünder Und tödtest für den Himmel sie, Und büßest selbst früh oder spät, Was Geiz und Leichtsinn ausgesät. 4. Streckst du nach Ehr und goldnem Glanze Trugvolle Hän⸗ de gierig aus; Verderbest du der Unschuld Pflanze, Befleckest Seele, Amt und Haus: Dann hast du hier schon Seelenqual, Die deutet auf das Todesthal. 5. Lebst du in Schelsucht, Groll und Hader, So ists ein Mord dir im Gebein; Alsdann wird dir in keiner Ader Ein Tropfen von Gott. legt auf dich die Last: Ver— dammlich ist, wer Brüder haßt. 6. Verträumst du deine edlen Tage Mit eitlem Werk und schnö— dem Scherz, So sei gewiß, daß Pein und Plage Dir immer tiefer gehn durchs Herz. Kein Baum, der nur mit Blättern prangt: Die Frucht ists, was der Herr verlangt. 7. Sprich nicht: es hat nichts zu bedeuten, Ich thu, was Tau⸗ senden gefällt. Du wirst ja nicht von schwachen Leuten Gerichtet, nein, vom Herrn der Welt; Der Sünde schont er ewig nicht, Nach seinem Wort geht das Gericht. 8. Gott folget dir auf jedem Schritte, Er sprenget Riegel auf und Thor; Und auch der Lauheit matte Tritte Bringt strafend er ans Licht hervor; Vor ihm hüllt uns kein Dunkel ein, Ihn täu⸗ schet nicht der fromme Schein. 9. Gott richtet recht. Drum fleh, o Seele, Bußfertig ihn aus voller Brust: Herr, wer kann merken seine Fehle? Bekehr mich von der Sündenlust; Vergib und stell durch deinen Sohn Mich frohen Blutes sein. Gott selber Mel. Zeuch mich, zeuch mich. 51.,Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel! Gottes Gnade weicht einst gerecht vor deinen Thron! Nach Würkert. (Jes. 54, 10. Hesek. 37, 26 ꝛc.) Blöden, Die sind alles Glau— mir nicht; Und der Friede hat bens werth, Das heißt an die dies Siegel, Daß Gott seinen Herzen reden, Das ist Trost, Bund nicht bricht!“ Dieses macht wie man begehrt: Gottes Gnade mich unverzagt, Weil es mein weicht dir nicht, Weil es dein Erbarmer sagt. Erbarmer spricht. 2. Das sind Worte für die. 3. den, Mon Friede chen, Heht voni Zer⸗ aßt. dlen nö⸗ daß mer Rein tern was ichts Tau⸗ nicht htet, Der Nach richt. edem Kauf ubeit d er hüllt täu⸗ ein. Hrum aus fann x mich jergib Mich hron! Bürkert. die Glau⸗ N die Trost, Hnade dein 3. Hier ist Kraft für alle Mü⸗ den, Die so manches Elend beugt; Man find't Gnade, man hat Frieden, Welcher alles über⸗ steigt. Mein Erbarmer, sprich mir du Dies in allen Nöthen zu! 4. Wenn mich meine Sünden schmerzen Und der Strafen lange Pein, Ach so rede meinem Herzen Deinen Trost und Frie⸗ A. Gottes Wesen und Eigenschaften. 37 den ein, Daß du mir in Jesu Christ Ewig ein Erbarmer bist. 5. Gib mir einen starken Glau⸗ ben, Der dein Wort mit Freuden faßt: So kann mir der Tod nicht rauben, Was du mir geschenket hast; Auch die Hölle nimmt mir nicht, Was mein Heiland mir verspricht. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769 Eigene Mel.(Ps. 25, 8—10. Micha 7, 18 ꝛc.) 52. Der Herr ist gut, in des⸗ sen Dienst wir stehn. Wir dür— fen ihn in Demuth Vater nennen; Wenn wir nur treu auf seinen Wegen gehn, So sehn wir ihn von zarter Liebe brennen. Dies Wort gibt uns im Kampfe Kraft und Muth: Der Herr ist gut. 2. Der Herr ist gut. Er will der Sünder Schuld Nicht uner— bittlich mit dem Schwerte rä— chen, Es ist bei ihm ein Reich— thum der Geduld, Er heilet gern der Irrenden Gebrechen, Er seg— net uns durch seines Sohnes Blut. Der Herr ist gut. 3. Der Herr ist gut und theilt sich willig mit, Sein Wesen ist ein Brunnen edler Gaben; Er geht uns nach und fragt bei jedem Schritt, Ob wir nicht was von ihm zu bitten haben. Wo ist ein Herr, der so mit Knechten thut? Der Herr ist gut. 4. Der Herr ist gut. Kein Elend ist so groß, Er hat so Kraft als Neigung uns zu schützen; Um— schließet uns der ew'gen Liebe Schoß, So können wir im stillen Frieden sitzen; Das macht sein Schutz, daß man hier sicher ruht. Der Herr ist gut. 5. Der Herr ist gut. Wer dies im Glauben schmeckt, Wird nim— mermehr aus seinem Dienste gehen; Hier wird erst recht, was Freiheit sei, entdeckt; Hier kann der Geist im rechten Adel stehen; Nichts ist umsonst, was hier der Glaͤube thut. Der Herr ist gut. 6. Der Herr ist gut. Er sieht in Gnaden an Den armen Dienst der Knechte, die ihn lieben; Er gibt mehr Lohn, als man er— warten kann; Kein kühler Trunk ist unvergolten blieben, Er gibt dafür die ganze Segensflut. Der Herr ist gut. Matth. 10, 42. 7. Der Herr ist gut und bleibt es bis zum Tod. Wir sollen ihm in seinen Armen sterben; Er will uns führen aus der letzten Noth, Und alles, was er hat, uns lassen erben, Und Ruhe geben, wie er selber ruht. Der Herr ist gut. 8. Der Herr ist gut. Fallt 38 II. nieder vor dem Thron, Wir sind Geist, den Geist der Gnaden; Jieder von Gott. zum Segen herzlich eingeladen. Lobt ihn für alles, was er ist und Lobt unsern Gott, lobt seinen thut! Der Herr ist gut. lieben Sohn, Lobt seinen heil' gen Eigene Mel. Klagl. 3, 22 ꝛc. 53. Wie groß ist des All⸗ mächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? Der mit verhärtetem Gemüthe Den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, Sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie ver— gessen, Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Lang⸗ muth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Guts ge— nießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Blick, o mein Geist, in jenes Leben, Zu welchem du erschaffen bist, Wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, Durch Gottes Güte sind sie dein; Sieh, darum mußte Christus leiden, Damit du könntest selig sein. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 54. Singet Gott! Denn Gott Nach Rambach. V. 7. 8 neuer Zusatz. Röm. 2, 4. 1 Joh. 4, 10. 19.) 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrie— ben, Sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben Und meinen Näch— sten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein wie er. Je mehr ich dies Ge⸗ bot erfülle, Stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht; Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe Mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weihn, Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, Sie leite mich zur Zeit des Glücks, Und sie besieg in meinem Herzen Die Furcht des letzten Augenblicks. Gellert, geb. 1715 4 1769. (Eph. 3, 16-19. 1 Joh. 4, 16.) Wer es an sich selbst erfährt. ist Liebe, Liebe, die da ewig währt. Wenn Gott läßt den Eifer bren— Singe durch des Geistes Triebe,‚ nen, Brennt er bis zum Höllen— grund; nennen fund. 2. Li Seines Lebe, Aller bist we währst keichst 55. be, G Dad Uns! ergrü Som Quel danken zensg Schre len⸗ A. Gottes Wesen grund; Nun er sich läßt Liebe nennen, Wird es allen Himmeln kund. 2. Liebe, die er in Erkenntniß Seines Sohnes uns bezeigt, Liebe, welche das Verständniß Aller Menschen übersteigt, Du bist weit: ob allen Kindern, Du währstlang: auf alle Zeit, Du reichst tief: zu armen Sündern, Mel. Jesu, du mein liebstes.(Sir. 55. Abgrund wesentlicher Lie⸗ be, Gott, du allerhöchstes Gut, Das aus unerforschtem Triebe Uns so gerne Gutes thut; Un⸗ ergründlich Meer der Gnaden, Sonne wahrer Freundlichkeit, Quell des Trostes in dem Leid, Arzt für unsrer Seele Schaden! Meine Seele flehet dich: O du Liebe, liebe mich! 2. Huldreich Wesen, laß dir danken, Preisen dich von Her— zensgrund! Deine Huld ist ohne Schranken, Unaussprechlich für den Mund, Wunderherzlich für die Sünder, Für uns Kleine viel zu groß, In der Größe grenzen⸗ los, Väterlich für alle Kinder. Meine Seele flehet dich: Große Liebe, liebe mich! 3. Du hörst mein Gebet und Sehnen, Was mir noth, besor⸗ gest du, Zählst und sammelst mei— ne Thränen, Siehest meinem Seufzen zu, Weißt und schaffest mein Betrüben, Schickst und lin⸗ derst meinen Schmerz, Prüfst, erfährst und kennst mein Herz, und Eigenschaften. 39 Du führst hoch: zur Herrlich— keit. 3. Liebe, die mein Herz darf glauben, Ob sie mein Verstand nicht faßt, Laß den Feind mich dir nicht rauben, Der uns als Geliebte haßt; Liebe, laß es mir gelingen, Dich zu kennen, wie du bist; Liebe, lehr mich ewig singen, Wie es Gottes würdig ist! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. 17, 28. Ps. 103. Eph. 1, 3—12.) Meinen Glauben und mein Lie⸗ ben. Meine Seele flehet dich: Süße Liebe, liebe mich! 4. Sünden willst du mir ver⸗— geben; Gnade, Hilfe, Trost und Licht, Ja sogar ein ewig Leben Ist es, was dein Wort verspricht; Schenkst uns deinen Sohn der Liebe, Auch zum Bürgen meiner Schuld, Er ward Mensch aus freier Huld, Starb für mich aus heißem Triebe. MeineSeele flehet dich: Wunderliebe, liebe mich! 5. Diese Liebe soll mich lehren, Daß ich sei sein Eigenthum; Diese Liebe soll ich hören Durch sein Evangelium; Und sein Beispiel soll auf Erden Meines Wandels Richtschnur sein, Ja auch in der höchstenPein Mir zum stätenVor⸗ bild werden. Meine Seele flehet dich: Heil'ge Liebe, liebe mich! 6. Diese Liebe hat durch Ster⸗ ben Meinen Tod zunicht gemacht, Mir das Leben vom Verderben Durch ihr Auferstehn gebracht; Ja mir steht der Himmel offen Durch der Liebe Himmelfahrt, 40 II. Cieder Denn ein Glaube rechter Art Darf ein himmlisch Erbtheil hof— fen. Meine Seele flehet dich: Sohn der Liebe, liebe mich! 7. Du hast mir den Geist gege— ben, Daß er mich erleuchten soll; Dieser heiligt unser Leben, Macht die Herzen Trostes voll, Lehrt die Thoren, stärkt die Müden, Er er— quickt, die elend sind, Und ver⸗ siegelt deinem Kind Seinen Him— melstheil durch Frieden. Meine Seele flehet dich: Geist der Liebe, liebe mich! 8. Nicht nur gibst du mir im Leben, Was man irgend wohl⸗— thun heißt; Du hast mir dich selbst gegeben, Dich mit deinem Sohn und Geist. Herr, wer kann genugsam danken? Deiner Liebe großes Licht Fassen Erd und Himmel nicht, Denn sie hat nicht End noch Schranken. Mei— ne Seele flehet dich: Gott der Liebe, liebe mich! 9. Wie der Himmel ob der Er⸗ den Herrlich, groß und lieblich ist, Läßst du deine Gnade werden, Mel. Wer nur den lieben Gott. 56. Geht hin, ihr gläubigen Gedanken, Ins weite Feld der Ewigkeit; Erhebt euch über alle Schranken Der alten und der neuen Zeit; Erwägt, daß Gott die Liebe sei, Die ewig alt und ewig neu! 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, Der Himmel war noch nicht gemacht, So hat Gott schon den Trieb geheget, Der von Gott. Wo du recht gefürchtet bist. Wie der Abend von dem Morgen, Also ist von dir, dem Herrn, Unsre Übertretung fern, Wenn wir für die Seele sorgen. Meine Seele flehet dich: Höchste Liebe, liebe mich! 10. Wie die Väter sich erbar⸗ men, Wenn sie Kinder weinen sehn, Also lässest du uns Ar⸗ men Dein Erbarmen offen stehn. Gib mir doch ein solch Gemü— the, Das in deiner Liebe steht, Wacht und schlummert, liegt und geht, Und nur lebt von deiner Güte! Meine Seele flehet dich: Treue Liebe, liebe mich! 11. Schließ mein Leben und mein Sterben Nur in deine Lie⸗ be ein; Laß mich einst mit deinen Erben Auferstehn und selig sein! Denn dein Lieben ist das Leben Und die ewig süße Ruh; Ewig kann man nichts dazu Außer deiner Liebe geben. Meine Seele flehet dich: Sel'ge Liebe, liebe mich! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. (Eph. 1, 3—-12. Jer. 31, 3.) mir das Beste zugedacht; Als ich noch nicht geschaffen war, Da reicht' er schon mir Gnade dar. 3. Sein Rathschluß war: ich sollte leben Durch seinen einge⸗ bornen Sohn. Den wollt' er mir zum Mittler geben, Den sandt' er mir von seinem Thron; In dessen Blute soll ich rein, Gehei⸗ liget und selig sein. 4. Wie wohl ist mir, wenn mein C Ouelle ein St durch e jder 2 Gott h. 5. W Der Die in nen, Rebrach dürres keine e 6. J Der h Vomi Mich Ich k mein, hleibe .3 Aligel Ruh. sed Si den ke Himm Kraft köstet Wie gen, errn, denn eine iebe, xbar⸗ einen Ar⸗ tehn. emü⸗ steht, t und einer dich: und elie⸗ einen sein! Leben Ewig lußer Seele liebe A. Gottes Wesen mein Gemüthe Empor zu dieser Quelle steigt, Von welcher sich ein Strom der Güte Zu mir durch alle Zeiten neigt, Daß jeder Tag sein Zeugniß gibt: Gott hat mich je und je geliebt! 5. Wer bin ich unter Millionen Der Kreaturen seiner Macht, Die in der Höh und Tiefe woh— nen, Daß er mich bis hieher gebracht? Ich bin ja nur ein dürres Blatt, Ein Staub, der keine Stätte hat. Ps. 5, Aꝛc. 6. Ja freilich bin ich zu geringe Der herzlichen Barmherzigkeit, Womit, o Schöpfer aller Dinge, eich deine Liebe stets erfreut; Ich bin, o Vater, selbst nicht mein, Dein bin ich, Herr, und bleibe dein! 7. Im sichern Schatten deiner Flügel Find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat die— ses Siegel: Wer dein ist, Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn, Dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 8. Wenn in dem Kampfe schwe— rer Leiden Der Seele Muth und Kraft gebricht, So salbest du mein Haupt mit Freuden, So tröstet mich dein Angesicht: Da Mel. An Wasserflüssen.(Luk. 13, 6—9. 57. Getreuer Gott, wie viel Geduld Erzeigest du uns Armen! Wir häufen täglich Schuld auf Schuld, Du häufest dein Erbar— men. Was ist des Menschen Le⸗ benslauf? Er ist verkehrt von und Eigenschaften. 41 spür ich deines Geistes Kraft, Die in der Schwachheit alles schafft. 9. Die Hoffnung schauet in die Ferne Durch alle Schatten die⸗ ser Zeit; Der Glaube schwingt sich durch die Sterne Und sieht ins Reich der Ewigkeit: Da zeigt mir deine milde Hand Mein Erb⸗ theil und gelobtes Land. 10. O sollt ich dich nicht ewig lieben, Der du mich unaufhör— lich liebst? Sollt ich mit Undank dich betrüben, Da du mir Fried und Freude gibst? Verließ ich dich, o Menschenfreund, So wär ich selbst mein ärgster Feind. 11. Ach könnt ich dich nur bes— ser ehren, Welch edles Loblied stimmt' ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, Was du, mein Gott, an mir gethan. Nichts ist so tröstlich, nichts so schön, Als, höchster Vater, dich erhöhn. 12. Doch nur Geduld; es kommt die Stunde, Da mein durch dich erlöster Geist Im höhern Chor mit frohem Munde Dich, Quell der Liebe, schöner preist. Drum eilt mein Herz aus dieser Zeit Und sehnt sich nach der Ewigkeit. Joh. Gottfr. Hermann, geb. 1707 + 1791. 19, 41—44. 2 Petri 3, 9. 1 Mos. 8, 21.) Jugend auf, Sein Sinn ist dir entgegen; Und doch, o Vater, suchst du ihn Von seinen Sün⸗ den abzuziehn, Zur Buße zu be— wegen. 2. Der Menschen Elend jam— 242 II. Jieder mert dich; Wenn sie sich selbst verstocken, So willst du sie doch väterlich Durch Güte zu dir lo⸗ cken. Wie trugest du so lange Zeit Die alte Welt mit Gütigkeit, Bis sie die Flut verheeret! Wie lange sahst und riefest du Dem Volk einst in der Wüste zu, Bis sich ihr Herz bekehret! 3. Du gibst dem Sünder Zeit und Raum, Der Strafe zu ent⸗ gehen: Du lässest auch den ar— gen Baum Nicht ohne Pflege stehen; Du wartest sein und suchest Frucht, Und wenn du gleich umsonst gesucht, Hörst du nicht auf zu bauen; Du schonest sein von Jahr zu Jahr, Und Jesus bittet immerdar, Eh er wird abgehauen. 4. Gerechter Gott, so große Huld Erzeigst du frechen Sün— dern, Und hast nicht weniger Geduld Mit deinen schwachen Kindern! Sie werden ja, wenn Fleisch und Welt Und Satan ihnen Netze stellt, Oft sicher, matt und träge; Sie straucheln, sie verirren sich, Sie fallen oft, verlassen dich Und deine heil'gen Wege. 5. Wohl hättest du, o Herr, das Recht, Sie wieder zu ver— lassen Und einen ungetreuen Knecht In Ewigkeit zu hassen. Doch nein, das kann dein Herze nicht, Das von Erbarmen wallt von Gott. und bricht, Wenn deine Kinder fehlen. Es hat Geduld, solang es kann, Es nimmt sich ihrer Schwachheit an Und wacht für ihre Seelen. 6. Du rufest ihnen in Gefahr, So oft sie irre gehen, Reichst ihnen deine Hände dar, Von Sünden aufzustehen; Du lockest sie mit Vaterhuld, Versprichst, durch Jesum ihre Schuld Barm— herzig zu vergeben; Gibst reich— lich Glauben, Geist und Kraft, Und dann am Ziel der Pilger⸗ schaft Ein ewig Freudenleben. 7. O Langmuth, der nichts gleichen kann, Leit uns durch dein Erbarmen; Sieh künftig auch geduldig an Die Schwach— heit deiner Armen! Was hülf' es, wenn dein Herz bisher Voll Güt und Huld gewesen wär, Und nun sich wenden sollte? Wenn deine mächt'ge Gotteshand, Die bisher Strafen abgewandt, Uns nun verderben wollte? 8. Drum, ew'ge Güte, trag uns noch Um Christi Todes-⸗ schmerzen; Erwecke recht und rühre doch Die trägen, sichern Herzen, Daß deine Huld und Vatertreu Uns ja kein Schild der Bosheit sei, Daß wir das Arge hassen, Und uns noch in. der Gnadenzeit Den Reichthum solcher Gütigkeit Zur Buße lei⸗ ten lassen! Zimmermann, geb. 1762 4 1783. 58. deine ner W alle we So we voll, soll, mein X Macht deine! weit d 59. erglei Groͤß feurig sestät, oler; Liht wand. Ferne Mge ö uder lang hrer für ahr, ichst Von öckest ich, arm⸗ ich⸗ raft, ger⸗ en. ichts durch nftig ach⸗ hül Voll Und Benn Die Uns trag odes⸗ und hern und ichild das ch in thum e lei⸗ 17⁵ B Schöäpfung, Erhaltung, Regierung. B. Schöpfung, Erhaltung, Regierung. Mel. Mein's Herzens Jesu.(Jes. 40, 26.) 58. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, Die Weisheit dei⸗ ner Wege, Die Liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege: So weiß ich, von Bewundrung voll, Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott, mein Herr, mein Vater. 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, Die Wunder deiner Wer⸗ ke. Der Himmel, prächtig aus⸗ geschmückt, Preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde sei⸗ nen Lauf? Wer heißt die Him⸗ mel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, Mit Vor— rath uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken reichen. Eigene Mel.(Ps. 59. Herr, dir ist niemand zu vergleichen, Kein Lob kann deine Größ erreichen, Kein noch so feuriger Verstand. Pracht, Ma⸗ jestät, und Ruhm umgeben Dich, aller Wesen Quell und Leben; Licht ist dein strahlenvoll Ge— wand. In hohen unermess'nen Fernen, Wohin kein sterblich Auge schaut, Hast du weit über 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preist der Sand am Meere; Bringt, ruft auch der geringste Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehre; Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, Bringt unsrem Schö— pfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand So wunderbar be⸗ reitet; Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand Dich zu erken— nen leitet: Der Mensch, der Schö— pfung Ruhm und Preis, Ist sich ein täglicher Beweis Von dei— ner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, Erhebe seinen Namen! Gott, un⸗ ser Vater, sei gepreist, Und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn Und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen! Gellert, geb. 1715 + 1769. 104. Jer. 10, 6.) allen Sternen Dir deinen höch— sten Sitz erbaut. 2. Wie bist du, wenn du, Gott der Götter, Herabfährst, wenn du in dem Wetter Einhergehst, uns so fürchterlich! Du kommst, und Wolken sind dein Wagen; Dein Wagen donnert, willig tragen Die Fittiche des Sturmes dich. Die Engel fliegen gleich 44 II. den Winden Vor dir voran, Herr Zebaoth; Wie Flammen, die sich schnell entzünden, Sind deiner Allmacht Diener, Gott! 3. Als du allmächtig sprachst: „es werde!“ Da gründetest du fest die Erde, Vor Alters war die Tief ihr Kleid. Auf allen Bergen stunden Wasser, Du schaltst sie, da entflohn die Was— ser, Durch deines Donners Kraft zerstreut. Der Berge Gipfel, Herr, erschienen, Erhoben durch dein mächtig Wort; Die Thäler sanken unter ihnen An den für sie bestimmten Ort. 4. Nun steht der Wasser Wuth umdämmet, Daß sie, durch dei— nen Arm gehemmet, Die Erde nicht verwüsten kann. Du sprichst, und dem Gebirg entquellen Die Brunnen, werden Bäch und schwellen Zu Strömen und zu Seen an. Aus ihnen schöpft das Volk der Felder Erquickung, daß sein Durst sich stillt; Auch rieseln Wasser durch die Wälder, Erfrischen und erfreun das Wild. 5. Viel schattenvolle Bäume grünen An deinen Wassern, und aus ihnen Ertönt der Vögel Lust und Dank; In ihrer Zweige Schutz verborgen, Frohlocken sie dir jeden Morgen, Tönt dir des Abends ihr Gesang. Mit dei⸗ nem segensvollen Thaue Wird jeder steile Berg erquickt; Auch grünen fröhlich Feld und Aue, Mit deinen Früchten reich ge— schmückt. Jieder von Gott. 6. Durch dich entsprießt, damit die Herden Der sichern Flur ge—⸗ sättigt werden, Das Gras und kleidet schön das Land. Uns blühn die Kräuter, und der Se⸗ gen Der Saaten reifet uns ent⸗ gegen Und füllt des frohen Schnitters Hand. Brot gibst du für des Menschen Leben; Und unsre Herzen zu erfreun Gibst du von traubenvollen Reben Mit milder, reicher Hand den Wein. 7. Herr, du gebeutst im Lauf zu eilen Der Erde; und das Jahr zu theilen, Schufst du den Mond durch deine Macht. Die Sonne sinkt, und aus den Wäldern Hebt sich das Wild und sucht auf Fel— dern Sich seine Nahrung in der Nacht. Der Mensch, ermattet von Geschäften, Verläßt sein Werk und suchet Ruh; Der Tag kommt, und mit neuen Kräften Eilt er der Arbeit wieder zu. 8. Wie wimmelts in den wei⸗ ten Meeren Von großen und von kleinen Heeren! Herr, deine Weisheit hat kein Ziel. Und wer mißt deine Huld und Stärke? Mit Staunen seh ich deine Wer— ke: Wie schön sind sie, wie groß und viel! Herr, alles wartet auf der Erde, Im Meer und in der gesättigt werde; Du segnest, sie erquicken sich. 9. Dein Odem tödtet und besee— let; Die Welt, die deine Huld erzählet, Erneuert sich auf dein Gebot. Dein Ruhm ist ewig, Luft auf dich, Daß es von dir deine e ret dei Wohlg die Er tastest Berg! splitter pfen u 10. Seele, 60. Meer Ehr; Und 6 von heine wer rle? Ger⸗ groß auf der u dir , sie esee⸗ Huld dein ewig/ B. Schöpfung, Erhaltung, Regierung. 45 deine Stärke Schuf und bewah⸗ ret deine Werke; Sie sind dein Wohlgefallen, Gott. Du schaust die Erd an, sie erzittert; Du tastest an der Berge Höhn, Und Berg und Fels, durch dich zer⸗ splittert, Sind Flammen, dam⸗ pfen und vergehn. 10. Erheb, erheb, o meine Seele, Gott, meinen Schöpfer, Eigene Mel.(Ps. 19, 1—7.) 2 60. Himmel, Erde, Luft und Meer Zeugen von des Schöpfers Ehr; Meine Seele, singe du Und bring auch dein Lob herzu! 2. Seht das große Sonnenlicht, Wie es durch die Wolken bricht! Mondesglanz und Sternenpracht Loben Gott in stiller Nacht. 3. Seht, wie Gott der Erde Ball Hat gezieret überall! Wälder, Flur und jedes Thier Zeigen Gottes Finger hier. Mel. Gott Vater, Herr.(Jes. 40, 26 61. Gott! Erd und Himmel samt dem Meer Verkünden deine Kraft und Ehr; Auch zeigen alle Berg und Thal', Daß du ein Herr seist überall. 2. Die Sonne geht uns täglich auf, Es hält der Mond auch sei⸗ nen Lauf, So sind auch alle Stern bereit Zu preisen deine Herrlichkeit. 3. Die Thier und Vögel aler Welt, Und was sich in dem Meer aufhält, Zeigt uns frei und erzähle, Verkündige sein Lob der Welt! Ihm singe deine Jubellieder; Der Fromme halle sie ihm wieder, Dem Mächtigen, V der uns erhält! Frohlockt ihm, alle seine Heere, Ihm weihet euren Lobgesang! Der Herr ist würdig, Preis und Ehre Zu nehmen, Lob und Ruhm und Dank! Cramer, geb. 1723 + 1788. 4. Seht, wie durch die Lüfte hin Frisch und froh die Vögel ziehn! Feuerflammen, Sturm und Wind Seines Willens Diener sind. 5. Seht der Wasserwellen Lauf, Wie sie steigen ab und auf! Von der Quelle bis zum Meer Raͤu⸗ schen sie des Schöpfers Ehr. 6. Ach mein Gott, wie wunder⸗ VI bar Stellst du dich der Seele dar! Drücke tief in meinen Sinn, Was du bist, und was ich bin! J. Neander, geb. um 1640 4 1688. —31. Offenb. Joh. 4, 11. Ps. 148.) an ihm selber an, Was deine Kraft und Weisheit kann. 4. Du hast den Himmel aus⸗ gestreckt, Mit Wolkenheeren überdeckt Und seiner Wölbung Majestät Mit güldnen Sternen übersät. 5. Du bists, der alle Ding' re⸗ giert, Den Himmel und das Erdreich ziert, So wunderbar, daß es kein Mann Erforschen noch ergründen kann. 6. Wie möcht doch unsre Blödig—⸗ 46 II. Lieder keit Ausgründen deine Herr⸗ lichkeit, So wir doch Dinge nicht verstehn, Womit wir allezeit umgehn! 7. Wie herrlich ist, Herr, und wie schön, Was du geschaffen, anzusehn; Doch wie viel lieb— licher bist du, Herr, unser Gott, in deiner Ruh! 8. Du schließest Erd und Him⸗ von Gott. mel ein, Dein Herrschen muß voll Wunder sein; Du bist ein Herr in Ewigkeit, Von unnenn⸗ barer Herrlichkeit. 9. O Vater, Sohn und heil'⸗ ger Geist, Dein Name, der All-— mächtig heißt, Sei hochgelobt in Ewigkeit! Amen wir sprech'n mit Innigkeit. Böhmische Brüder. Mel. O Gott, du frommer.(Joh. 1, 1—4.) 62. O Gott, du gabst der Welt Im Anfang Licht und Leben. Nun hast du die Natur Mir als ein Buch gegeben, Drin viel zu lesen ist Von deiner großen Pracht, Von deiner weisen Huld, Von deiner Wundermacht. 2. O ew'ge Majestät, Vor dir will ich mich beugen! Von dei⸗ ner Herrlichkeit Seh ich die Himmel zeugen; Ich seh die Sonne stehn, Sie spiegelt sich im Meer; Ich schau die Wolken an, Den Mond, das Sternen⸗ heer. 3. Die Luft, das Firmament Schufst du aus Finsternissen; Es träuft, sobald du willst, Von milden Regengüssen; Und wenn dein Ruf gebeut, So blitzt und donnert weit Der Wetter Sturm und Nacht, Du Gott der Herr— lichkeit. 4. Die Weisheit und die Kunst, Die Ordnung, das Regieren Kann man auf jedem Blatt, An jedem Steine spüren; Die Mannigfaltigkeit, Die doch zu— sammenstimmt, Die macht, daß Aug und Herz In Wunder⸗ freude schwimmt. 5. Die Weisheit bet ich an, Die Macht rührt mein Gemüthe; Doch ists noch nicht genug: Ich seh des Schöpfers Güte. Denn kein Geschöpf ist da, Dem er nicht Gutes thut; Ja, was er macht und will, Ist alles köst— lich gut. 6. O Gott, wie wohl wird mir, Zu dir hinaufzusehen, Hoch über alles weg Vor deinem Thron zu flehen! Doch trübt die Sünden⸗ schuld Mein armes Menschen— herz, Und find ich keinen Trost Bei dem geheimen Schmerz. 7. Hier schweigt der Himmel still, Die Erde sagt nicht wei— ter, Das tiefe Meer verstummt, Die Sonne macht nicht heiter,‚ Bis daß ein andres Buch Ich noch von oben her Zu meinem Trost empfang Und mich dein Geist belehr. 8. Das ist das heil'ge Buch, Darinnen steht geschrieben: Das *—.νπαπ————— Vort, in die Wahrt Vard Mein Gelobt 9. M 63. dank d send frei un erhabe 2. 0 gebra fallen muß t ein lenn⸗ heib⸗ Al⸗ elobt ech'n zrüder. „daß nder⸗ an, üthe; Ih Denn n er as er löst⸗ mir, über on zu nden⸗ schen⸗ Trost . mmel wei⸗ mmt, eiter, * einem dein Buch/ Das Wort, das alles schuf, Kam in die Welt mit Lieben, Voll Wahrheit, Gnad und Huld, Ward Mensch hier in der Zeit, Mein Leben, Licht und Trost, Gelobt in Ewigkeit. 9. In deine Welt will ich Und B. Schöpfung, Erhaltung, RNegierung. 47 in dein Wort mich senken: Die Schöpfung, Herr, soll mich Zu Dank und Ehrfurcht lenken; Doch deine Schrift, darin Dein Sohn mir ward bewußt, Die zieh mich ewig hin An deine Vaterbrust. Nach Woltersdorf, geb. 1725 + 1761. V. 9 neuer Zusatz. Mel. Ich dank dir schon.(1 Mos. 1, 26. 27. 2 Thess. 2, 13. 14.) 63. Tritt her, o Seel, und dank dem Herrn Für seine tau⸗ send Gaben, Mit denen er dich frei und gern Geziert hat und erhaben! 2. Er hat aus nichts dich her— gebracht, Wie seiner Huld ge— fallen, Zu seinem Bilde dich ge⸗ macht, Dich ausgeschmückt vor allen. 3. Für dich hat er die ganze Welt Erschaffen und erbauet, Für dich ist sie so wohl bestellt, Und was man drinnen schauet. 4. Dir trägt die Erde Brot und Wein, Dir Arzenei für Schmer⸗ zen, Dir hegt sie Thiere groß und klein, Dir Gold in ihrem Herzen. 5. Dort läuft und strömt das Wasser dir, Da stehet es dir stille, Bringt Perlen und Ko⸗ rallenzier Und Fische dir in Fülle. 6. Die Luft erquickt dich jeder⸗ zeit Von außen und von innen; Der bunten Vöglein Munter⸗ keit Ergetzet deine Sinnen. 7. Dir fährt die Sonn des Tags herein Auf ihrem goldnen Wagen; Dir macht des Mon⸗ des Silberschein Die Nächte gleich den Tagen. 8. Zu deinen Diensten sind be⸗ reit Der Engel große Scharen, Sie wachen jetzt und allezeit, Daß sie dich treu bewahren. 9. Und was noch mehr: er sieht nicht an, Willst du nur Gnade finden, Die Schmach, die du ihm angethan Mit tausendfachen Sünden. 10. Er gibt den eignen Sohn für dich, Er liebt dich wie sein Leben, Und will sich endlich ewig⸗ lich Dir schenken und ergeben. 11. Drum dank, o Seele, dank dem Herrn Für seine tausend Gaben, Mit denen er dich frei und gern Geziert hat und er⸗ haben! Angelus Silesius, geb. 1624 + 1677. Eigene Mel.(Ps. 145. Eph. 5, 19 ꝛc.) 64. Sollt ich meinem Gott nicht singen? Sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, Wie so gut ers mit mir mein'. Ists doch nichts als lauter Lieben, Was sein treues Herze regt, Das ohn Ende hebt und trägt, Die in seinem Dienst 48 II. Lieder Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, Also hat auch hin und wieder Mich des Höchsten Arm bedeckt, Alsobald in Mutterleibe, Da er mir mein Wesen gab Und das Leben, das ich hab Und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, Nein, er gibt ihn für mich hin, Daß er mich vom ew'gen Feuer Durch sein theures Blut gewinn. O du Brunnen ohn'Er⸗ gründen, Wie will doch mein schwacher Geist, Ob er sich gleich hoch befleißt, Deines Grundes Tiefe finden! Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewig⸗ keit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, Gibt er mir in seinem Wort, Daß er werde mein Re— gierer Durch die Welt zur Him⸗ melspfort, Daß er mir mein Herz erfülle Mit dem hellen Glaubenslicht, Das des Todes Nacht durchbricht Und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohlergehen Hat er ja recht wohlbedacht; Will dem Leibe Noth entftehen, Nimmt ers gleichfalls wohl in acht; Wenn mein Können, mein Vermögen Nichts vermag, nichts helfen kann, Kommt mein Gott sich üben. Alles Ding währt seine und hebt mir an, Sein Vermögen von Gott. beizulegen. Alles Ding währtssei⸗ ne Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere Hat er mir zum Dienst bestellt; Wo ich nur mein Aug hinkehre, Find ich, was mich nährt und hält, Thiere, Kräuter und Getreide; In den Gründen, in der Höh, In den Büschen, in der See, Überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen Und ermuntert mein Gemüth, Daß ich jeden lieben Morgen Schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht ge⸗ wesen, Hätte mich sein Angesicht Nicht geleitet: wär ich nicht Aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie ein Vater seinem Kinde Sein Herz niemals ganz ent⸗ zeucht, Ob es gleich bisweilen Sünde Thut und aus den Schranken weicht: Also hält auch meine Schwächen Mir mein frommer Gott zu gut, Will mein Fehlen mit der Ruth Und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Seine Strafen, seine Schlä⸗ ge, Ob mirs gleich oft bitter scheint, Dennoch, wenn ichs recht erwäge, Sind es Zeichen, daß mein Freund, Der mich liebet, mein gedenke Und mich von der schnöd fanger zu ihn seine! keit. 10. lassed gehn: Maße stehn. schnei mer ei Men, 65. bleib mir nich deine 10 U Flam Flute 2. gend weser benol lesen, mir Hewer sendet essen erhal Und Gnat Seelt 4. U ögen sei⸗ keit. eere ellt; hre, hält, eideʒ Hoh, See, llles öttes sein mein ieben und t ge⸗ esict Aus Alles ottes Rinde ent⸗ heilen den kauch mein mein nicht Alles zottes hli bitter recht „daß iebet, n der B. Schöpfung, Erhaltung, Negierung. 49 schnöden Welt, Die mich hart ge-freuet. Alles Ding währt seine fangen hält, Durch das Kreuze Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. zu ihm lenke. Alles Ding währt 11. Weil denn weder Ziel noch seine Zeit, Gottes Lieb in Ewig Ende Sich in Gottes Liebe find't, feit. Ebr. 12, 5. Ei so heb ich meine Hände Zu 10. Das weiß ich fürwahr und lasse Mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße Und muß endlich stille stehn. Wann der Winter ausge⸗ schneiet, Tritt der schöne Som⸗ mer ein; Also wird auch nach der Pein, Wers erwarten kann, er⸗ Mel. Was Gott thut. 65. Mein Gott, du bist und bleibst mein Gott! Das macht mir tausend Freuden. Es kann mich weder Noth noch Tod Von deiner Liebe scheiden; Denn hab ich dich, So werden mich Die Flammen nicht ergreifen, Die Fluten nicht ersäufen. 2. Du bist mein Gott von Ju⸗ gend auf In Freud und Leid ge⸗ wesen; Es war mein ganzer Le⸗ benslauf Zum Segen auser⸗ lesen. Wie manche Noth, Die mir gedroht, Hat deine Hand gewendet Und Hilfe mir ge— sendet! 3. Du bist mein Gott, und bis hieher Willst du noch immer walten. Da meiner längst ver⸗ gessen wär, Hast du mich doch erhalten, Gespeist, getränkt Und sonst beschenkt Mit vielen Gnadengaben, Die Leib und Seele laben. 4. Du bist mein Gott auch Gesangbuch für die evangelische Kirche. dir, Vater, als dein Kind, Bitte: wollst mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht Zu um⸗ fangen Tag und Nacht Hier in meinem ganzen Leben, Bis ich dich nach dieser Zeit Lob und lieb in Ewigkeit! Gerhard, geb. 1606 + 1676. (Pf. 71. Weish. 3, 9.) künftighin, Darauf vertrau ich feste; Du änderst nie den treuen Sinn Und sorgst für mich aufs beste; In Lieb und Leid Bist du bereit, Mir Rath und That zu geben, Solang ich werde leben. 5. Du bist mein Gott. Kein Elend kann Mir diesen Trost benehmen; Und geh ich gleich auf rauher Bahn, Will ich mich doch nicht grämen; Der Weg zu dir Ist dornig hier, Und führt mich doch zum Ziele, Wenn ich auch Schmerzen fühle. 6. Du bist mein Gott, auch wenn der Tod Mir alles andre raubet; Stirbt gleich der Leib, es hat nicht Noth: Wer nur an Je⸗ sum glaubet, Der findet dort Den sichern Ort, Wo uns ein bess'res Leben Auf ewig wird ge— geben. 7. Du bist mein Gott. Drum freu ich mich, Ich werde zu dir kommen, Sobald nach meinem 4 II. lieder Und ich bin sein! Nichts soll mir Sterben ich Der letzten Angst diesen Glauben Aus meinem entnommen. Mein Gott ist mein,. Herzen rauben! von Gott. Schmolk, geb. 1672 4+ 1737. Mel. Lobt Gott, ihr Christen allzugleich.(Eph. 5, 19. 20. Micha 7, 18-20.) 66. Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr, meines Her⸗ zens Lust; Ich sing und mach auf Erden kund, Was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad Und ew'ge Quelle seist, Daraus uns allen früh und spat Viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was ha⸗ ben wir Auf dieser ganzen Erd, Das uns, o Vater, nicht von dir Allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Him— melszelt Hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld Mit Thau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Ol und Most Zu seiner Zeit gewinnt? 6. Wer gibt uns Leben, Kraft und Muth? Wer hält mit seiner Hand Des güldnen Friedens werthes Gut In unsrem Vater— land? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir; Du, du mußt alles thun! Du hältst die Wach vor unsrer Thür Und läßst uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, Bleibst immer fromm wir in Gefahr, Mit Huld und Stärke bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld Und schlägst nicht all— zusehr; Ja endlich nimmst du unsre Schuld Und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, Wirst du gar leicht erweicht Und gibst, was uns zum Trost gedeiht Und dir zum Preis gereicht. 11. Du zählst, wie oft ein Frommer wein', Und was sein Kummer sei; Und keine Thrän ist dir zu klein, Du hebst und legst sie bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus Mit dem, was ewig steht, Und führst uns in des Himmels Haus, Wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, lob und sing Und habe guten Muth! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, Ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Theil, Dein Glanz und Freudenlicht, Dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, Schafft Rath und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn Und grämst dich und treu, Und stehst uns, wenn Tag und Nacht? Nimm deine gen legen Gut. nun unve dem 2 Let scher Meir führ giere fer f 9. chen Mad sind ring brin nicht bens ewig des die „lob Huthl aller dein dein ; und und Heil, niht. ch in dich deine Sorg und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht! 16. Hat er dich nicht von Ju⸗ gend auf Versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglücks— lauf Hat er zurückgekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn In seinem Regiment; Eigene Mel.(Jer. 67. Alles ist an Gottes Se⸗ gen Und an seiner Gnad ge⸗ legen, Über alles Geld und Gut. Wer auf Gott die Hoff— nung setzet, Der behält ganz unverletzet Einen freien Hel— denmuth. 2. Der mich hat bisher ernäh⸗ ret Und mir manches Gut be⸗ scheret, Ist und bleibet ewig mein; Der mich wunderbar ge— führet Und noch leitet und re⸗ gieret, Wird hinfort mein Hel— fer sein. 3. Viele mühen sich um Sa⸗ chen, Die nur Sorg und Unruh machen Und ganz unbeständig sind; Ich will nach den Gütern ringen, Die mir wahre Ruhe bringen, Die man in der Welt nicht find't. B. Schöpfung, Erhaltung, Regierung. 51 Nein, was er thut und läßt ge⸗ schehn, Das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun, Und red ihm nicht darein; So wirst du hier im Frieden ruhn Und ewig fröhlich sein! Gerhard, geb. 1606 4 1676 17½ 7. Ps. 3..) 4. Hoffnung kann das Herz er— quicken; Was ich wünsche, wird sich schicken, So es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben Hab ich seiner Gnad er— geben Und ihm alles heimge⸗ stellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen Mein Verlangen zu er⸗ füllen; Es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschrei— ben: Wie Gott will, so muß es bleiben, Wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich hier noch länger leben, Will ich ihm nicht wider— streben, Ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet, Alles Irdische vergehet Und fährt wie ein Strom dahin. Nürnberger Gesangbuch von 1676. Mel. In dich hab ich gehoffet.(Ps. 73, 23—-25. Jer. 10, 23. Spr. 16, 9.) 68. Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun Und Werk auf deinem Willen ruhn, Von dir kommt Glück und Segen; Was du regierst, das geht und steht Auf rechten, guten Wegen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, Daß sein Rath werd ins Werk gebracht Und ihn sein Gang erfreue; Des Höchsten Rath, der machts allein, Daß Menschenrath gedeihe. 3. Gib mir Verstand aus deiner Höh, Auf daß ich ja II. Lieder nicht ruh und steh Auf meinem eignen Willen; Sei du mein Freund und treuer Rath, Was gut ist, zu erfüllen! I. Was dir gefällt, das laß auch mir, O meiner Seele Sonn und Zier, Gefallen und belieben; Was dir zuwider, laß mich nicht In Werk und That verüben! 5. Ists Werk von dir, so hilf zum Glück; Ists Menschen⸗ thun, so treibs zurück, Und ändre meine Sinnen. Was du nicht wirkst, pflegt von sich selbst In kurzem zu zerrinnen. 6. Tritt du zu mir und mache leicht, Was mir sonst fast un⸗ möglich däucht, Und bring zum guten Ende, Was du selbst an⸗ gefangen hast, Durch Weisheit deiner Hände! 7. Ist gleich der Anfang etwas schwer, Und muß ich gleich ins tiefe Meer Der bittern Sorgen von Gott. Unterlaß Zum Seufzen und zum Beten! 8. Wer fleißig betet und dir traut, Wird alles, davor sonst ihm graut, Mit tapfrem Muth bezwingen; Sein Sorgenstein wird in der Eil In tausend Stücke springen. 9. Der Weg zum Guten ist fast wild, Mit Dorn und Hecken ausgefüllt; Doch wer ihn freu⸗ dig ziehet, Kommt endlich, Herr, durch deinen Geist Dahin, wo Wonne blühet. 10. Du bist mein Vater, ich dein Kind; Was ich bei mir nicht hab und find, Hast du zu aller Gnüge. So hilf nun, daß ich meinen Stand Wohl halt und herrlich siege! 11. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr, Ich will dein Thun je mehr und mehr Aus hocherfreu— ter Seelen Vor deinem Volk und aller Welt, Solang ich leb, er— treten, So treib mich nur ohn' zählen. Gerhard, geb. 1606 + 1676. Mel. Ach wann werd ich dahin kommen.(1 Sam. 2, 6—8. Jer. 32, 19.) 69. Gott der Macht, in dei⸗ nem Ruhme Keinem als dir selbst bekannt, Aus verborgnem Heiligthume Waltest du mit starker Hand. 2. Sterne glänzen und erblin⸗ den, Berge wehst du weg wie Spreu, Völker werden und verschwinden, Alles Fleisch ver— geht wie Heu. 3. Reiche schmetterst du zur Erde, Königsstühle stürzen ein; Hirten rufst du von der Herde, Herrscher ihres Volks zu sein. Luk. 1, 52. 4. Wenn du anfängst auszu⸗ gleichen, Herr, was kann vor dir bestehn? Alle Berge müssen weichen, Alle Thale sich erhöhn. 5. Was der Menschen Kunst erhoben, Ist auf leichten Sand gestellt; Du gebeutst,— es ist zerstoben, Wie das Laub im Herbste fällt. Ruh bring hast warf 2. Seel Arm such wu 9 0 Krat rette Mit erhe 4. des Sch ihn ins 5. verl Rie 6. Aber wo auf Felsengründen Deines Tempels Mauer ruht, Droht von Fluten und von Win⸗ den Fruchtlos die vereinte Wuth. 7. Und ob alles sich empöret, Ringsum alles untergeht: Die— Mel. Du, Gott, bist über alles.(Ps. 70. Du bists, dem Ehr und Ruhm gebührt, Und dies, Herr, bring ich dir. Mein Schicksal hast du stets regiert, Und stets warst du mit mir. 2. Oft wenn nach Trost die Seele rang Und Trost mich Armen floh, Rief ich voll Sehn⸗ sucht:„Herr, wie lang?“ Und wurde wieder froh. 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sank Und rief:„Herr, rette mich!“ So halfst du mir. Mit welchem Dank, Mein Gott, erheb ich dichꝰ 4. Betrübte mich des Fein⸗ des Haß, So klagt' ich dir den Schmerz; Du halfst mir, daß ich ihn vergaß, Und gabst Geduld ins Herz. 5. Wenn ich der Tugend Pfad verlor Und mich verschuldet sah, Rief ich zu dir, mein Gott, em⸗ por, Und Gnade war mir nah. 6. Herr, für die Leiden dank B. Schöpfung, Erhaltung, Äegierung. 33 ser Bau bleibt unzerstöret, Und die Stadt des Herrn besteht. 8. Selbst der Feinde Trotz und Mühe Muß dir ebnen deinen Pfad; Darum komm, o Herr, und ziehe Ein in deine Gottesstadt! Garve, geb. 1763 4 1841. 18, 6. 107, 1—-22. Kol. 1, 12—14.) ich dir, Durch die du mich geübt, Und für die Freuden, welche mir Dein milder Segen gibt. 7. Dir dank ich es, daß die Na⸗ tur Mich nährt und mich erfreut; Ich schmeck in jeder Kreatur, Gott, deine Freundlichkeit. 8. Ich danke dir für deinen Sohn, Der für mich Sünder starb, Und der zu deinem Gna— denthron Den Zugang mir er— warb. 9. Wie sehr liebt Gott der Menschen Wohl! Erheb ihn, Volk des Herrn! Die Erd ist seiner Güte voll, Er hilft und rettet gern. 10. Er hilft und läßt die Trau⸗ rigkeit Bald vor uns übergehn; Und will nach kurzer Prüfungs— zeit Zum Himmel uns erhöhn. 11. Vergiß nicht, Seele, was dein Gott Bisher an dir ge— than; Verehr und halte sein Gebot Und bet ihn ewig an! Nach Gellert. Mel. Jesu, der du meine.(Ps. 37.) 71. Zürne nicht auf stolze Sünder, Die der Lust im Schoße ruhn; Neide nicht des Glückes Kinder, Die mit Lachen Arges thun! Bald wirst du sie welken schauen, Wie das Gras wird ab— gehauen, Wie das grüne Kraut vergeht, Wenn der Wind von Morgen weht. 2. Hoffe du auf Gott und 54 II. Lieder bleibe, Wo sein Rath dich hin— gestellt; Was er dir befohlen, treibe; Wandre redlich durch die Welt; Überlaß ihm deine Wege, Fleh, daß er dich seg— nen möge! Und er segnet dich gewiß, Machet Licht aus Fin⸗ sterniß. 3. Wer nach Geistesfrüchten ringet Und nach ew'gem Gna⸗ denstand, Wer Gott reine Opfer bringet, Bleibt bestehn und erbt das Land. Gott hat Lust an seinem Wege, Leitet ihn mit Vaterpflege; Kommt ihn eine Schwachheit an, Stärkt ihn Gott, der stärken kann. I. Frommer Fleiß ist nie ver⸗ gebens, Wird mit Schanden nie bestehn. Während meines gan— zen Lebens Hab ich Fromme nie gesehn, Daß sie schmählich um— gekommen; Gott, der sie in Schutz genommen, Ließ sie nie— mals betteln gehn Noch mit Schmach im Mangel stehn. 5. Thue Gutes nur und bleibe In der Demuth, sanft und mild; Was der Glaube fordert, trei— be! Gott ist seiner Kinder Schild. Muß der Sünder Schar ver— von Gott. derben, Wird dein Same Län⸗ der erben. Wer Gott nimmt zur Zuversicht, Den gereut es ewig nicht. 6. Rede Wahrheit, lehre Gna— de, Spende Trost und Unter⸗ richt; Geh genau auf Gottes Pfade, Sei gewiß, du gleitest nicht! Wollen Menschen trotzen, höhnen, Sei getrost: Gott wird dich krönen, Der der Frommen Recht erhöht, Wenn der Sün— der untergeht. 7. Einen Stolzen sah ich prangen, Wie ein grüner Lorbeer strotzt; Kaum war ich vorbei— gegangen, Als er plötzlich aus— getrotzt. Er ist weg mit seinen Sünden, Weg, wer will ihn wieder finden? Hochmuth reichet nirgends zu; Bleibe fromm, so bleibest du! 8. Ach es kommen schwere Tage, Kommen sie auch nicht sogleich; Auf die Sünder war— tet Plage, Angst und Fluch im Todtenreich. Aber Gott weiß der Gerechten Sache herrlich durch— zufechten; Heil beströmt sie nah und fern, Denn sie stehen in dem Herrn. Lehmus, geb. 1707 4 1788. Mel. Auferstehn.(Ps. 28. X 5„. 2 7 72. Ja fürwahr, uns führt Häuflein irrt: Er wacht, der mit sanfter Hand Ein Hirt durchs Pilgerland Der dunkeln Erde, Uns, seine kleine Herde. Halle— lujah! 2. Wenn im Dunkel auch sein treue Hirt Und läßt den Sei⸗ nen Ein freundlich Sternlein scheinen. Hallelujah! 3. Sicher leitet aus des To-⸗ des Graun Er uns auf grüne Aun, Zur Hallel 4. 5 auf u Hikter 73 immer Aun, Aus Sturm und Wellen Zur Kühlung leiser Quellen. Hallelujah! 4. Freundlich blickt sein Aug auf uns herab; Sein sanfter Hirtenstab Bringt Trost und Mel. Gott des Himme 73. Unerforschlich sei mir immer Meines Gottes Weg und Rath; Und die Nacht sei ohne Schimmer, Die mich hier umschattet hat: Ist doch alles, was er thut, Wie's auch scheine, weis' und gut. Zes. 45, 15. 2. Sollt ich das von Gott nur loben, Wo auch ich schon Weis— heit seh? Ists nicht ein Ge— schenk von oben, Wenn ich seinen Weg versteh? Frevelt nicht, wer öfters klagt, Daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Soll ein Vater unterlassen, Was dem Kinde Thorheit ist? Wisse, Mensch, Verklärte fassen Das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn ver— traun, Glauben hier und dort B. Schöpfung, Erhaltung, Regierung. 55 Friede; Er wachet sich nicht mü— de. Hallelujah! 5. Ja fürwahr, er ist getreu und gut! Auch unsre Heimat ruht In seinen Armen. Sein Name ist Erbarmen. Hallelujah! Krummacher, geb. 1767 4+ 1845. lIs.(Ebr. 10, 35. 36.) 4. Soll er deine Wünsch er⸗ heben Zu Beherrschern seiner Welt? Soll der Heilige dir geben, Was den Lüsten nur gefällt? Wohl uns, wenn er nicht gewährt, Was ein thö— richt Herz begehrt! 5. Hier in meinem Pilger⸗ stande Sei mein Theil Zufrie— denheit; Dort in meinem Va⸗ terlande Wohnt die wahre Se— ligkeit. Find ich dort gewiß mein Heil, O so sei mein Weg hier steil. 6. Wenn du auch auf rauhen Wegen Wandelst: Seele, klage nicht! Was hier schmerzet, wird dort Segen; Was hier Nacht ist, wird dort Licht. Dann erst faß ich Gottes Sinn, Wenn ich erst schaun. Mel. Wer nur den lieben. 74. Mein Gott, wie bist du so verborgen, Wie ist dein Rath so wunderbar! Was helfen alle meine Sorgen? Du hast gesor⸗ get, eh ich war. Mein Vater, führ mich immerdar, Nur selig, wenn auch wunderbar! ganz vollendet bin. Cramer, geb. 1723 + 1788. (Jes. 45, 15. 55, 8. 9.) dein Antlitz sehen, Wir blicken dir nur hinten nach; Was du bestimmt, das muß geschehen Bei unsrem Glück und Unge⸗ mach. Mein Vater, führ mich immerdar, Nur selig, wenn auch wunderbar. 2 Mos. 35, 28. 2. Kein Mensch kann, Herr, 3. Herr, wer kann deinen Rath 56 II. ergründen? Dir bleibt allein der Weisheit Preis; Du kannst viel tausend Wege finden, Wo die Vernunft nicht einen weiß. Mein Vater, führ mich immerdar, Nur selig, wenn auch wunderbar! 4. Gott, deine heiligen Gedan⸗ ken Sind himmelweit von Men⸗ schenwahn; Drum leite mich in deinen Schranken Und führe mich auf rechter Bahn. Mein Vater, führ mich immerdar, Nur selig, wenn auch wunderbar! 5. Dir will ich mich ganz über— Cieder von Gott. lassen Mit allem, was ich hab und bin; Ich werfe, was ich nicht kann fassen, Auf deine Macht und Weisheit hin. Mein Vater, führ mich immerdar, Nur selig, wenn auch wunderbar! 6. Hilf, daß ich nie von dir mich kehre In Glück und Unglück, Freud und Leid; Schick alles, Herr, zu deiner Ehre Und mei⸗ ner Seele Seligkeit. Ja, Vater, führ mich immerdar, Nur selig, wenn auch wunderbar! Nach Sal. Franck, geb. 1659 + 1725. Engel. Mel. O du Liebe meiner Liebe.(Matth. 18, 10. Luk. 15, 10. Ebr. 1, 14.) 75. Um die Erd und ihre Kin⸗ der Schwebet still die Geisterwelt. Einst nach der Vollendungsstun⸗ de, Wenn der dichte Schleier fällt, Einst, wenn wir hinüber⸗ schweben Über diese Sterbens— zeit, Reichen Brüder uns die Hände, Brüder in der Ewigkeit. 2. Reine Wesen, Himmelskin⸗ der, Schön in ew'ger Heiterkeit! Ach, der Glaube ist so selig, Daß ihr unsre Freunde seid, Daß euch unser Schicksal rühret, Daß ihr uns zur Seite steht, Unsre frommen Wünsche segnet Und des Sünders Thränen seht! Mel. Nun ruhen alle.(Ps. 91. 76. Du, Herr der Seraphi⸗ nen, Dem alle Engel dienen Und zu Gebote stehn, Du wunder⸗ großer Meister Der reinen Him⸗ 3. O wer wollte sich nicht scheuen Vor der stillen Übelthat? Nicht mit Scham zurücketreten Vom verborgnen Sündenpfad? Ist es möglich, daß der Pilger Sein erhabnes Ziel vergißt, Wenn ihn der Gedanke rühret, Daß er unter Engeln ist? 4. Auf, mein Geist, in jene Welten, Wenn die Erde dich um⸗ strickt! Auf, zu jenen Freigebor— nen, Wenn dich deine Knechtschaft drückt! Strebe muthig zu dem Ziele, Aus der Finsterniß zum Licht! Gott und Engel sind dir nahe: Kämpfe, ringe, weiche nicht! Sperl, geb. 1761 4+ 1887. Matth. 18, 8-10.) melsgeister, Mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn! 2. Die Fürsten und die Thro⸗ nen, Die in dem Himmel woh⸗ nen, Sie sel höchst! nehmer 2.27 dankba Vunde Rechte Die m 4. L aller F Himme nen W hab icht acht ter, lig nich lück, les, nei⸗ ter, Hig, III. Sünde und Erlösung. 5⁷ nen, Gibst du zu meiner Wacht; Sie sehn dein Angesichte Im höchst vollkommnen Lichte, Doch nehmen sie auch mich in acht. 3. Ich preise deine Güte Mit dankbarem Gemüthe Für diese Wunderschar; Ich rühme deine Rechte Für diese deine Knechte, Die mich beschirmen vor Gefahr. J. Laß ferner mich behüten Vor aller Feinde Wüthen Durch diese Himmelswach; Laß sie auf mei— nen Wegen Die Hand mir un⸗ terlegen, So bleib ich frei von Ungemach! 5. Doch, sollen sie nicht weichen, So laß mich ihnen gleichen In wahrer Heiligkeit! Wie sie die Kinder lieben Und sich in De— muth üben, So mach auch mich dazu bereit! 6. Sie thun ja deinen Willen, Den laß auch mich erfüllen. Sie leben keusch und rein; O laß mich nichts beflecken Und mich an allen Ecken Stets diese rei⸗ nen Geister scheun! 7. Zuletzt, Herr, wann ich schei⸗ de, So führe mich zur Freude Auf ihren Armen ein! Da werd ich dich erst loben, Und in dem Himmel droben Dir und den Engeln ähnlich sein. Schmolk, geb. 1672 4+ 1787. III. Sünde und Erlösung. Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes.(1 Mos. 3.) 77. Der ersten Unschuld rei⸗ nes Glück, Wohin bist du ge— schieden? Du flohst und keh⸗ rest nicht zurück Mit deinem süßen Frieden. Dein Edengar⸗ ten blüht nicht mehr, Verwelkt durch Sündenhauch ist er, Durch Menschenschuld verloren. 2. Ach wider Gottes Prüfungs⸗ wort Und den Befehl der Liebe Reißt bald zum Ungehorsam fort Die Macht bethörter Triebe! Vom Schlangenwort der Lust versucht, Vergällt der Mensch durch ihre Frucht Sein Glück, sein Herz, sein Leben. 3. Frei will er sein, sein eigner Gott, Will thun, was ihn ge⸗ lüstet, Bald auch mit Deutelei und Spott Zum bösen Schritt gerüstet: Die Unschuld flieht, und innre Schmach Folgt auf dem Fuß der Sünde nach Und flüchtet in das Dunkel. 4. Wer kann mit schnödem Heu⸗ chelspiel Vor Gott die Blöße decken?„Wo bist du?“ rufts im Abendkühl;„Umsonst ist dein Verstecken!“„Was thatst du?“ ruft, der alles sieht, Dem keine Nacht die Sünd ent— zieht, Der allgerechte Richter. 5. Ach neu verjüngt sich fort und fort Des ersten Falls Ge⸗ schichte! Das Herz, verführt durch Schlangenwort, Verfällt 58 III. dem Schuldgerichte. Vergebens wüsch' es gern sich rein, Der Kläger ruft: die Schuld ist dein; Und horch, der Ew'ge richtet! 6. Die Strafe schont, o Sün⸗ der, nicht, Ihr Fuß wird nicht verziehen; Du fliehest Gottes Aug und Licht, Und kannst ihm nicht entfliehen. Und dennoch lockt die Sünde noch Und drü⸗ cket dich mit argem Joch,— Wenn kein Erlöser rettet. 7. Nehmt, was die Schrift euch lernen hieß, Zu Herzen wie zu Ohren: Der Unschuld blüht ihr Paradies, Durch Schuld geht es verloren. Der Flam⸗ mencherub tritt hervor Und Sünde und Erlösung. schließt des Paradieses Thor: Wer will den Cherub zwingen? 8. Heil, Heil, daß uns ein Held erschien, Ein Heiland allen Sündern! Den Schlangenkopf zertrat er kühn, Der Sünde Sieg zu hindern. Im Glauben nehmt den Retter an, Er führt euch seine Siegesbahn: Auf, kämpft an seiner Seite! 9. Er führt ins Paradies zu⸗ rück Den schuldentladnen Schä⸗— cher; Der Arge flieht vor seinem Blick Und zittert vor dem Rä⸗ cher; Das Schwert des Cherubs droht nicht mehr; Vom neuen Eden winket her Der Baum des ew'gen Lebens! Garve, geb. 1763 + 1841. Eigene Mel.(Röm. 3 und 5. Luk. 11, 28.) 78. Durch Adams Fall ist ganz verderbt Menschlich Natur und Wesen. Dasselbe Gift ist uns vererbt; Wir konnten nicht genesen Ohn' Gottes Trost, Der uns erlöst Hat von dem großen Schaden, Darein die Schlang Eva bezwang, Den Zorn auf sich zu laden. 2. Weils denn die Schlang dahin gebracht, Daß Eva abge— fallen Von Gottes Wort, das sie veracht't, Und dadurch zu uns allen Gebracht den Tod: So war je noth, Daß uns nun Gott sollt geben Den lieben Sohn Vom Gnadenthron, In dem wir möchten leben. 3. Wie uns hat eine fremde Schuld In Adam all verhöhnet, So hat uns eine fremde Huld In Christo all versöhnet; Und wie wir all Durch Adams Fall Sind ew'gen Tods gestorben, Also hat Gott Durch Christi Tod Erneut, was war verdorben. 4. So er uns nun den Sohn geschenkt, Da wir noch Feinde waren, Der für uns ist ans Kreuz gehenkt, Getödtet, aufge⸗ fahren, Auf daß wir sei'n Von Tod und Pein Erlöst, so wir vertrauen Auf diesen Hort, Des Vaters Wort: Wem wollt vor'm Sterben grauen? 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, Die Wahrheit und das Leben, Des Vaters Rath und en hat ge⸗ Daß n solleng Kein' seiner 6. D verfluc ferne, schen s. dem He Ein ar ster ste Satan erschre 7. vertra Schar Felser zuhan ich di 79. Nense Schat ser si⸗ fruͤher 2.V 1841. III. Sünde und Erlösung. 59 und ewigs Wort, Den er uns hat gegeben Zu einem Schutz, Daß wir mit Trutz An ihn fest sollen glauben; Darum uns bald Kein' Macht noch G'walt Aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, Sein Heil ist ihm noch ferne, Der Trost bei einem Men⸗ schen sucht, Und nicht bei Gott, dem Herren. Denn wer ihm will Ein ander Ziel Ohn' diesen Trö⸗ ster stecken, Den mag gar bald Satans Gewalt Mit seiner List erschrecken. 7. Wer hofft auf Gott und dem vertraut, Wird nimmermehr zu Schanden; Denn wer auf diesen Felsen baut, Ob ihm gleich stößt zuhanden Viel Unfalls hie, Hab ich doch nie Den Menschen sehen fallen, Der sich verläßt Auf Gottes Trost; Er hilft den Gläub'gen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus Her⸗— zensgrund, Du wollst nicht von mir nehmen Dein heiligs Wort aus meinem Mund; So wird mich nicht beschämen Mein Sünd und Schuld; In deine Huld Setz ich all mein Vertrauen; Wer sich nur fest Darauf verläßt, Der wird den Tod nicht schauen. 9. Herr, meinen Füßen ist dein Wort Ein Licht, deß acht' ich ger⸗ ne, Es weiset auf den Weg mich fort; So dieser Morgensterne In uns aufgeht, Sobald ver⸗ steht Der Mensch die hohen Ga— ben, Die Gottes Geist Gewiß verheißt, Wenn wir die Hoff— nung haben. Spengler, geb. 1479 4 1534. Mel Erhalt uns, Herr.(Hiob 14, 1. 2. Joh. 8, 12.) 79. Was sind wir arme Menschen hier? Gleich einem Schatten fliehen wir. Je grö— ßer sich der Schatten macht, Je früher bricht herein die Nacht. 2. Woher kommt solches Flüch— tigsein? Von unsrem Abfall kommts allein. Seit sich der Mensch vom Licht verlor, Seit⸗ dem steht ihm der Tod bevor. 3. Doch fürchtet sich der Glau— be nicht, Er weiß ein andres Lebenslicht: Wenn Jesus in die Seele scheint, So wird man mit dem Licht vereint. 4. Bleibt eine Seele ohne dies, So bleibt sie in der Finsterniß, Woraus sie auch an jenem Tag Nicht zu dem Licht gelangen mag. 5. O ew'ges Licht, ich bitte dich, Erleuchte und belebe mich Noch hier durch deiner Gnade Schein, Ein wahres Kind des Lichts zu sein! 6. Sei du stets meinem Herzen nah; Was finster ist, vertreib allda! Liebt gleich die Welt die Finsterniß, Mach meinen Gang im Licht gewiß! 7. Dann schließ ich sterbend einst voll Ruh Als Kind des Lichts die Augen zu, Und im Erwachen schau ich dann Dein Licht mit klaren Augen an. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1760. 6⁰ III. Sünde und Erlösung. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht.(Röm. 7, 18—25. Gal. 5, 16 ꝛc. 24 ꝛc. Jer. 17, 14.) 80. Hilf, Erbarmer, schaue her, Hoͤre meines Herzens Kla— ge! Ich bin arm und gnaden— leer, Stündlich drückt mich neue Plage; Selbstsucht, Stolz und Unverstand Reißen mich aus deiner Hand. 2. Wann erscheint der Tag einmal, Daß ich dich nicht mehr betrübe Und schon hier im Pil— gerthal Dich mit festem Herzen liebe? Wann zerbricht die böse Kraft Der verkehrten Leiden⸗ schaft? 3. Seufzend such ich neue Huld: Schenke mir des Geistes Stär— ke! Hebe durch dein Blut die Schuld, Baue deine Gnaden— werke Doch in mir recht dauernd auf; Fördre meinen Glaubens— lauf! 4. Oft erscheinen mir zum Trost Stunden, da ich dich em— pfinde, Da der Feind, umsonst erbost, Drohet deinem armen Kinde, Da den scharfen Kampf und Krieg Deine Allmacht krönt mit Sieg; 5. Da der neu belebte Geist, Heiß in Lob und Dank entzücket, Sich gewaltig dem entreißt, Was ihm oft das Ziel verrücket, Da des neuen Lebens Glanz Ihn mit Sehnsucht füllet ganz. 6. Aber eilig fliehn dahin Diese himmlisch süßen Stunden; Mein erschrockner, blöder Sinn Füh— let schmerzlich neue Wunden, Kämpft mit Dürre, Lauigkeit, Sinkt zurück in Sicherheit. 7. Bald flammt eignes Feuer auf, Von Naturkraft angebla⸗ sen; Bald hemmt meinen Him⸗ melslauf Ungeduld, des Zornes Rasen, Kleinmuth, Angst, Ver⸗ schlossenheit, Menschenfurcht und Blödigkeit. 8. Oft, wenn ich vom Fall er— stand, Fiel ich unvermuthet wie— der; Mich erhebet Gottes Hand, Und ich sinke neu danieder, Und der Fleischessinn zerreißt, Was erbauet hat der Geist. 9. Dir, mein Heiland, sei's geklagt, Wie der Todesleib mich drücket! Traurig hab ich oft ge— fragt, Kummervoll in Staub gebücket: O wer löset endlich noch Mich von diesem Todes— joch? 10. Du, Herr Jesu, mußt es thun! Siehe, meine Kräfte schwinden; Wie ich bin, kann ich nicht ruhn; Tilge du die Macht der Sünden; Führe mich an deiner Hand, Bringe mich ins Vaterland! Mel. Herzlich thut mich.(Joh. 14, 6.) — 81. Aus irdischem Getüm- Himmel, Dahin die Hoffnung mel, Wo nichts das Herz er— blickt? Wer leitet unser Stre⸗ quickt, Wer zeigt den Weg zum ben, Wenn es das Ziel vergißt? Ver füh Der We 2. Hie Gehüllt wen wil wahres oben ko alles un ist die; Licht dei Ma 8². Isus?ꝰ merlich ler Ele dich! gen, D 2. Is hie Hequält Durch! Mein E der Abg 3. Komm Velt,“ gen U Sie U cheln Schme 4. A Rsu, Huff naht luf; wir w. Sftmal 11) diese Nein dü den, keit, feuer ebla⸗ Him⸗ rnes Ver⸗ und Uer⸗ wie⸗ Jand, Und Vas sei's mich t ge⸗ taub dlich odes⸗ mußt räfte kann die ringe nung Stre⸗ gißt? III. Sünde und Erlösung. 61 Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg heißt Jesus Christ. 2. Hier irren wir und fehlen, Gehüllt in tiefe Nacht. Durch wen wird unsern Seelen Ein wahres Licht gebracht? Von oben kommt die Klarheit, Die alles uns erhellt; Denn Christus ist die Wahrheit, Er ist das Licht der Welt. 3. Wer gibt uns hier schon Freuden, Die niemand rauben kann? Wer zeiget uns im Leiden Den Himmel aufge⸗ than? Wenn vor dem Tod wir beben, Wer gibt dem Herzen Ruh? Heil! Christus ist das Leben, Führt uns dem Vater zu. Asschenfeldt, geb. 1792. Mel. Jesu, Kraft der blöden Herzen; oder: Herr, ich habe mißgehandelt. (Eph. 2, 12—18. 2 Thess. 1, 11 ꝛc. Jes. 45, 283 ꝛc.) 82. Ach was sind wir ohne Jesus? Dürftig, arm und jäm⸗ merlich! Ach was sind wir? Vol⸗ ler Elend! Jesu, ach erbarm dich! Laß dich unsre Noth bewe— gen, Die wir dir vor Augen legen! Offenb. Joh. 3, 17. 2. Ohne dich, getreuer Jesu, Ist hier alles Finsterniß Und gequält mit stäten Schmerzen Durch der Sünde gift'gen Biß. Mein Gewissen ist erwachet, Und der Abgrund flammt und krachet. 3. Ohne dich, geliebter Jesu, Kommt man nicht durch diese Welt, Welche fast auf allen We⸗ gen Unsern Füßen Netze stellt; Sie kann trotzen, und kann heu⸗ cheln Und hält uns mit ihrem Schmeicheln. 4. Ach wie kraftlos, theurer Jesu, Richten sich die Kranken auf! Unsre Macht ist lauter Un⸗ macht In dem müden Lebens⸗ lauf; Denn man sieht uns, da wir wallen, Ofters straucheln, oftmals fallen. 5. Darum stärk uns, liebster Jesu, Sei in Finsterniß das Licht; Offne unsre Herzensau— gen, Zeig dein freundlich An⸗ gesicht; Spiel, o Sonn, mit Le⸗ bensblicken, So wird sich das Herz erquicken. 6. Tritt den Satan, starker Je⸗ su, Unter unsern schwachen Fuß; Komm zu mir auch eingegangen Mit dem holden Friedensgruß, Daß ich Himmelsfreude spüre, Und kein Leid mich mehr berühre! 7. Laß den Geist der Kraft, Herr Jesu, Geben unsrem Gei⸗ ste Kraft, Daß wir brünstig dir nachwandeln Nach der Liebe Ei⸗ genschaft; Ach Herr, mach uns selber tüchtig, So ist unser Le⸗ ben richtig! 8. Dann wird Lob und Dank, Herr Jesu, Schallen aus des Herzens Grund, Dann wird alles triumphiren Und dir singen Herz und Mund, Dann wird auf der ganzen Erden Jesus hochgelobet werden. Lackmann, 4 1713. 62 III. Sünde und Erlösung. Eigene Mel.; oder: Es ist das Heil.(Jer. 14, 8. 1 Joh. 5, 12. Apostelgesch. 4, 12.) 83. Such, wer da will, Ein ander Ziel, Die Seligkeit zu fin⸗ den; Mein Herz allein Bedacht soll sein, Auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, Sein Werk ist klar; Sein heil'ger Mund Hat Kraft und Grund, 653 Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, Die uns doch nichts erwor— Len⸗ Hier ist der Mann, Der helfen kann, Bei dem nie was verdorben; Uns wird das Heil Durch ihn zuftheil. Uns macht gerecht Der treue Knecht, Der für uns ist gestorben. Jes. 52, 13. Kap. 58. 3. Ach sucht doch den, Laßt al⸗ les stehn, Die ihr das Heil be— gehret! Er ist der Herr Und keiner mehr, Der euch das Heil Mel. Jesu, hilf siegen.(Joh. 3, 31. Ps. 84. Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude! Er, der von Anfang gewesen, ist da; Gott⸗ heit und Menschheit vereinen sich beide; Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah! Himmel und Erde, erzählets den Heiden: Jesus ist kommen, Grund ewi⸗ ger Freuden! 2. Jesus ist kommen. Nun springen die Bande, Stricke des Todes, die reißen entzwei. Je⸗ sus erlöst uns vom knechtischen Stande, Er, der Sohn Gottes, er machet recht frei, Bringt uns zu Ehren aus Sünd und aus gewähret. Sucht ihn all Stund Von Herzensgrund, Sucht ihn allein; Denn wohl wird sein Dem, der ihn herzlich ehret! 4. Mein höchster Ruhm, Mein Eigenthum Sollst du, Herr Je⸗ su, bleiben! Laß mich doch nicht Bon deinem Licht Die Eitelkeit vertreiben! Wer dich nicht läßt, Der stehet fest; Wer treu dich liebt Und dein Wort übt, Deß Grund wird nie zerstäuben. 5. Wend von mir nicht Dein Angesicht, Laß mich im Kreuz nicht zagen; Weich nicht von mir, Du höchste Zier, Hilf mir mein Leiden tragen; Hilf mir zur Freud Nach diesem Leid; Hilf, daß ich mag Nach aller Klag Dort ewig Lob dir sagen! Weissel, geb. 1590 4 1655. 24, 8 ꝛc. 1 Tim. 1, 15. Cbr. 9, 11—15.) Schande. Jesus ist kommen, nun springen die Bande. Joh. s, 36. 3. Jesus ist kommen, der König der Ehren. Himmel und Erde, rühmt seine Gewalt! Dieser Beherrscher kann Herzen bekeh⸗ ren, Öffnet ihm Thüren und Thore fein bald; Denkt doch, er will euch die Krone gewähren! der Ehren! 4 4. Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden. Sünden der gan⸗ zen Welt träget dies Lamm; Sündern die ew'ge Erlösung zu finden, Litt es und starb es Jesus ist kommen, der König am bli der Lie den? Opfer 5. Je der Gi stet, un für ei den H lichen sind h 8⁵. müthe In de Send Einen die 5 meim! felkeit läßt, dich Deß Dein Rreuz von fmir ir zur Hilf, Klag 1655. 115.) nun . S, 36. König Erde, Hieser hekeh⸗ und ch/ er hren! König Opfer r gan⸗ amm; ing zu rb es III. Sünde und Erlösung. 63 am blutigen Stamm. Abgrund der Liebe, wer kann dich ergrün— den? Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden. 5. Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden. Komme, wen dür⸗ stet, und trinke, wer will! Holet für euren verderblichen Scha— den Heilung aus dieser unend— lichen Füll! Alle Verlornen sind hieher geladen. Jesus ist kommen, die Quelle der Gna⸗ den. 6. Jesus ist kommen, sagts al— ler Welt Enden! Eilet, ach eilet zum Gnadenpanier! Schwöret ihm Treue mit Herzen und Händen, Sprechet: wir leben und sterben mit dir! Amen, o Jesu, du wollst uns vollenden! Jesus ist kommen, sagts aller Welt Enden! Köthnische Lieder. Mel. Freu dich sehr.(Joh. 3, 16. Röm. 8, 32. Mark. 16, 16.) 85. Emw'ge Liebe! Mein Ge⸗ müthe Waget einen kühnen Blick In den Abgrund deiner Güte; Send ihm einen Blick zurück, Einen Blick voll Heiterkeit, Der die Finsterniß zerstreut, Die mein blödes Auge drücket, Wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe, Daß du dich beweget hast Und aus einem freien Triebe Den erwünschten Schluß gefaßt: Der im Fluch versenkten Welt Durch ein theures Lösegeld, Durch des eignen Sohnes Sterben Gnaͤd und Freiheit zu erwerben. 3. O ein Rathschluß voll Erbarmen, Voller Huld und Freundlichkeit, Der solch einer Welt voll Armen Gnade, Trost und Hilfe beut! Liebe, die den Sohn nicht schont, Der in ihrem Schoße wohnt, Um die Sün— der zu erretten Aus den schwe— ren Sündenketten! 4. Du hast auch, o weise Liebe, Einen Weg dazu bestimmt, Dar— auf sich ein jeder übe, Der am Segen Antheil nimmt: Wer nur an den Mittler gläubt Und ihm treu ergeben bleibt, Der soll nicht verloren gehen, Sondern Heil und Leben sehen. 5. Diesen Glauben anzufa— chen, Gibst du deinen heil'gen Geist, Der da mächtig in uns Schwachen Seine Gotteskraft erweist. Denen, die gebeuget stehn, Die ihr Unvermögen sehn Und zum Thron der Gnade ei⸗ len, Kommst du reichlich mitzu— theilen. 6. Du tilgst niemand zum Verderben Ohne Grund aus deinem Buch; Die in ihren Sün— den sterben, Laden selbst auf sich den Fluch. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, Der hat ew'⸗ gen Tod zum Lohn; Sein muth⸗ willig Widerstreben Schließt ihn aus von Heil und Leben. 7. Liebe, laß mich dahin stre— ben, Meines Heils gewiß zu sein; Richte selbst mein ganzes 64 III. Leben So nach deinem Willen ein, Daß des Glaubens Frucht und Kraft, Den dein Geist in mir geschafft, Mir zum Zeug⸗ niß dienen möge, Ich sei auf dem Himmelswege. 8. Laß mich meinen Namen Sünde und Erlösung. schauen In dem Buch des Lebens stehn; Alsdann werd ich ohne Grauen Selbst dem Tod entge— gen gehn; Keine Kreatur wird mich Als dein Erbgut ewiglich Deiner Hand entreißen können Noch von deiner Liebe trennen. Rambach, geb. 1693 4 1735. Eigene Mel.(1 Tim. 2, 4-6.) 86. Nun freut euch, liebe Christen g'mein', Und laßt uns fröhlich springen, Daß wir ge— trost und all' in ein? Mit Lust und Liebe singen, Was Gott an uns gewendet hat Und seine sü⸗ ße Wunderthat; Gar theu'r hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, Im Tod war ich verloren; Mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, Darin ich war geboren; Ich fiel auch immer tiefer drein, Es war kein Guts am Leben mein, Die Sünd hatt' mich besessen. 3. Mein gute Werk, die galten nicht, Es war mit ihn'n verdor⸗ ben; Der frei Will haßte Gottes G'richt, Er war zum Gut'n er⸗ storben; Die Angst mich zu ver⸗ zweifeln trieb, Daß nichts denn sterben bei mir blieb; Zur Hölle mußt ich sinken. 4. Da jammert' Gott von Ewig⸗ keit Mein Elend ohne Maßen; Er dacht' an sein Barmherzig— keit Und wollt' mir helfen lassen; Er wandt' zu mir sein Vaterherz, Es war bei ihm fürwahr kein Scherz: Er ließ sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn:„Die Zeit ist, zu erbar⸗ men; Fahr hin, mein's Herzens werthe Kron, Und sei das Heil dem Armen! Hilf ihm aus sei⸗ ner Sünden Noth, Erwürg für ihn den bittern Tod, Und laß ihn mit dir leben!“ 6. Der Sohn dem Vater g'hor⸗ sam ward, Er kam zu mir auf Erden, Von einer Jungfrau rein und zart, Er wollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt' er sein Gewalt, Er gieng in mei⸗ ner armen G'stalt, Den Teufel wollt er fahen. 7. Er sprach zu mir:„Halt dich an mich, Es soll dir jetzt ge— lingen; Ich geb mich selber ganz für dich Da will ich für dich ringen. Denn ich bin dein, und du bist mein, Und wo ich bleib, da sollst du sein, Uns soll der Feind nicht scheiden.“ 8.„Vergießen wird er mir mein 7 Das leid ich alles dir zu gut, Das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, Mein' Unschuld trägt die Sünde dein; Da bist du selig worden.“ Blut, Dazu mein Leben rauben; dich in lehren in der 10. Oe Mfangl III. 9.„Gen Himmel zu dem Vater mein Fahr ich von diesem Leben; Da will ich sein der Meister dein, Den Geist will ich dir geben, Der dich in Trübniß trösten soll Und lehren mich erkennen wohl Und in der Wahrheit leiten.“ 10.„Was ich gethan hab und Sünde und Erlösung. 6⁵5 gelehrt, Das sollt du thun und lehren, Damit das Reich Gott's werd vermehrt Zu seinem Lob und Ehren; Und hüt dich für der Menschen G'satz, Davon ver— dirbt der edle Schatz; Das lass' ich dir zur Letze!“ Luther, geb. 1483 + 1546. Mel. Die Tugend wird.(Eph. 2, 5—7. Ebr. 2, 14—15.) 87. Was wär ich ohne dich gewesen? Was würd ich ohne dich nicht sein? Zu Furcht und Angsten auserlesen, Stünd ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, das ich liebte, Die Zukunft wär ein dunkler Schlund; Und wenn mein Herz sich tief betrübte, Wem thät ich meine Sorge kund? 2. Einsam verzehrt von Lieb und Sehnen, Erschien mir nächt⸗ lich jeder Tag; Ich folgte nur mit heißen Thränen Dem wil⸗ den Lauf des Lebens nach; Ich fände Unruh im Getümmel Und hoffnungslosen Gram zu Haus. Wer hielte ohne Freund im Him— mel, Wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus mir sich kund gegeben, Und bin ich seiner erst gewiß, Wie schnell verzehrt ein lichtes Leben Die bodenlose Fin⸗ sterniß! Für alle seine tausend Gaben Bleib ich sein demuth-⸗ volles Kind, Gewiß, ihn unter uns zu haben, Wenn zwei auch nur versammelt sind. 4. O geht hinaus auf allen Gesangbuch für die evangelische Kirche. Wegen Und holt die Irrenden herein; Streckt jedem eure Hand entgegen Und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, Im Glauben schauen wir ihn an; Die eines Glaͤubens mit uns werden, Auch denen ist er aufgethan. 5. Das Herz, des Lebens reich— ste Quelle,— Ein böses Wesen wohnte drin; Und ward in uns⸗ rem Geist es helle, So war nur Unruh der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde Die be— benden Gefangnen fest; Furcht vor des Todes Richterschwerte Verschlang der Hoffnung Über⸗ rest. 6. Da kam ein Heiland, ein Be⸗ freier, Ein Menschensohn voll Lieb und Macht, Und hat ein all⸗ belebend Feuer In unsrem In⸗ nern angefacht. Nun sahn wir erst den Himmel offen Als unser altes Vaterland; Wir lernten glauben nun und hoffen Und fühlten uns mit Gott verwandt. 7. Noch steht in wundersamem Glanze Der heilige Geliebte hier; Gerührt von seinem Dornen⸗ 2 66 III. Sünde und Erlösung. kranze Und seiner Treue, wei⸗ mit uns ergreift Und, in sein nen wir. Ein jeder Mensch ist Herz mit aufgenommen, Zur uns willkommen, Der seine Hand Frucht des Paradieses reift. Novalis, geb. 1772 + 1801. Mel. Seelenbräutigam.(Joh. 10, 11. Kol. 1, 19. 20.) S8. Wer ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh? Unter vielen auserkoren, Leben derer, die ver⸗ loren, Und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, Mich aus aller Noth Zu erlösen, hat geschmecket, Meine Schulden zu— gedecket Und mich aus der Noth Hat geführt zu Gott! 3. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit Zum Erlöser uns geschenket, Und in unser Fleisch versenket Nach erfüllter Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld! Tod, Sünd, Höll und Welt Hast du herrlich überwunden Und ein ewig Heil erfunden Für die Sünderwelt Durch dein Blut, o Held! 5. Höchste Majestät, Priester und Prophet! Deinen Scepter will ich küssen, Ich will sitzen dir zu Füßen, Wie Maria thät, Höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm Als dein Eigenthum Durch des Gei— stes Licht erkennen, Stets in dei— ner Liebe brennen Als dein Ei⸗ genthum, Allerschönster Ruhm! 7. Zeuch mich ganz zu dir, Daß dein Lieben mir Ganz durchströme Herz und Sinne, Und mein Elend ganz zerrinne, Süßes Heil, in dir; Wohne du in mir! 8. Deiner Sanftmuth Schild, Deiner Demuth Bild Mir an⸗ lege, in mich präge, Daß kein Zorn noch Stolz sich rege! Denn vor dir nichts gilt Als dein eigen Bild. 9. Steure meinem Sinn, Der zur Welt will hin, Daß ich nicht mög von dir wanken, Sondern bleiben in den Schranken! Sei du mein Gewinn, Gib mir deinen Sinn! 10. Wecke mich recht auf, Daß ich meinen Lauf Unverrückt zu dir fortsetze Und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; Fördre meinen Lauf! 11. Deines Geistes Trieb In die Seele gib, Daß ich wachen mög und beten, Freudig vor dein Antlitz treten; Ungefärbte Lieb In die Seele gib! 12. Wenn der Wellen Macht In der trüben Nacht Will des Herzens Schifflein decken, Wollst du deine Hand ausstrecken: Habe auf mich acht, Nacht! 13. Einen Heldenmuth, Der da Gut und Blut Gern um deinet⸗ willen lasse Und des Fleisches Lüste hasse, Gib mir, höchstes Gut, Durch dein theures Blut! Hüter in der⸗ 14. Wollf durche neuet Gna alte! gelad nen? wies miln 4.2 en Güte 90 Reno IV. Adyentlieder. 67 14. Solls zum Sterben gehn, zur Herrlichkeit bereiten, Daß Wollst du bei mir stehn, Mich ich einst mag sehn Mich zur durchs Todesthal begleiten Und Rechten stehn. Freylinghausen, geb. 1670 4 1739. IV. Adventlieder. Mel. Nun freut euch.(Kol. 3, 16 ꝛc. Ps. 28, 9.) 89. Gottlob! ein neues Kir⸗ erweist, Erneuert im Gemüthe, chenjahr Macht wiederum aufs Den neuen Menschen ziehen an, neue Mit reichem Segen offen-Der dir allein gefallen kann In bar Des großen Gottes Treue; seinem ganzen Leben. Eph. 4 are. Von neuem will er seinen Bund,. 5. Hiezu erhalt uns, Herr, Den alten, ew'gen Glaubens⸗ dein Wort Samt Tauf und grund, Durch seinen Geist uns Abendmahle, So wandern wir lehren. mit Freuden fort In diesem fin⸗ 2. Auf, Zion, Preis und Ehr stern Thale. Herr, segne dieses und Ruhm Dem höchsten Gott Kirchenjahr, Laß Kirche, Schul, zu singen! Dein königliches Tauf und Altar Uns deine We— Priesterthum Muß Dank zum ge zeigen! Opfer bringen. Gelobt sei Gott. 6. Gib deinen Hirten Kraft der durch sein Wort Die Chri- und Geist Zu reiner Lehr und stenheit und diesen Ort Zu sei⸗Leben, Dein Wort, das Got⸗ nem Tempel weihet. tes Weide heißt, Der Herde 3. Wir sind nicht werth der rein zu geben; Laß alle Hörer neuen Huld Des Gottes aller Thäter sein, Damit kein heuch— Gnaden; Des alten Menschen lerischer Schein Des Glaubens alte Schuld, Die wir auf uns Kraft verleugne! geladen, Nimmt unsern eig⸗ 7. So halten und vollenden nen Ruhm dahin, Denn sie be⸗ wir Das Kirchenjahr auf Er— wies den alten Sinn Noch stets den; Dabei befehlen wir es dir, mil neuen Sünden. Wie wir es enden werden. Hier 4. Ach Herr, gib uns den neu-bleibt die Kirche noch im Streit; en Geist, Daß wir durch deine Kommt aber einst die Ewigkeit, Güte, Die sich an uns aufs neu Dann wird sie triumphiren. Hecker, geb. 1699 4 1743. Mel. Aus meines Herzens.(Sach. 9, 9. Matth. 11, 8—11. 25, 1—13.) 90. Auf, auf, ihr Reichs⸗(heran; Empfaht ihn unver— genossen, Der König kommt drossen Auf seiner Wunder— 68 IV. bahn! Ihr Christen, geht her— für, Laßt uns vor allen Din⸗ gen Ihm Hosianna singen Mit heiliger Begier! 2. Auf, ihr betrübten Herzen, Der König ist sehr nah; Hin⸗ weg all Angst und Schmerzen, Der Helfer ist schon da! Seht, wie so mancher Ort Hochtröst— lich ist zu nennen, Da wir ihn finden können Im Nachtmahl, Tauf und Wort! 3. Auf, auf, ihr Vielgeplag⸗ ten, Der König ist nicht fern; Seid fröhlich, ihr Verzagten, Dort kommt der Morgenstern! Der Herr will in der Noth Mit reichem Trost euch speisen; Er will euch Hilf erweisen, Ja dämpfen gar den Tod. 4. So geht mit schnellen Schrit⸗ Adoventlieder. ten, Den König anzusehn, Die⸗ weil er kommt geritten, Stark, herrlich, sanft und schön; Nun tretet all heran, Den Heiland zu begrüßen, Der alles Kreuz versüßen Und uns erlösen kann! 5. Der König will bedenken Die, so er herzlich liebt, Mit köstlichen Geschenken, Als der sich selbst uns gibt In seinem Geist und Wort. O König, hoch erhoben, Wir alle wollen loben Dich freudig hier und dort! 6. Nun, Herr, du gibst uns reichlich, Wirst selber arm und schwach, Und liebest unvergleich— lich Und gehst den Sündern nach. Wir wollen dir allein Die Stimmen hoch erschwingen, Ein Hosianna singen Und ewig dank— bar sein! Rist, geb. 1607 + 1667. Mel. Jesus, meine Zuversicht.(Matth. 21, 5.) 91.„Sieh, dein König kommt zu dir!“ Seele, das sind frohe Worte. Sprich: mein König, komm zu mir, Sieh, ich öffne dir die Pforte; Zeuch mit deiner Sanftmuth ein, Was du findest, das ist dein! 2. Komm, ich bin dein Eigen⸗ thum Schon seit deinem Was⸗ serbade; Komm, dein Evan⸗ gelium Werde mir ein Wort der Gnade! Du schickst ja dein Wort voran, Daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, Was du hassest und mich reuet; Komm und reinige dein Haus, Das die Sünde hat ent⸗ weihet; Mache selbst mit dei— nem Blut Alles wieder rein und gut! 4. Komm in deinem Abendmahl, Das du uns zum Heil gegeben, Daß wir schon im Erdenthal Mit dir als im Himmel leben; Komm, Herr Jesu, leb in mir, Und mein Leben sei in dir! 5. Komm und bring den Trö⸗ verkläret, Der mich im Gebet vertritt Und des Königs Willen lehret, Daß ich bis auf jenen Tag„Komm, Herr Jesu!“ ru⸗ fen mag. Ph. Fr. Hiller, geb. 1690 4 1769. ster mit, Deinen Geist, der dich werth Gefä ist He Barn zum Mit! lobet land 2 der e i geme einl ent⸗ dei⸗ rein nahl, eben, nthal ben; mir, Trö⸗ dich Hebet Hillen senen Hxu⸗ 17⁰⁰ IV. Adventlieder. 69 Mel. Macht hoch die Thür.(Ps. 68, 5. Ps. 24. Mark. 11, 1-10.) 92. Macht hoch das Thor, die Thüren weit: Es kommt der Herr der Herrlichkeit, Ein König aller Königreich', Ein Heiland aller Welt zugleich, Der Heil und Leben mit sich bringt. Deß⸗ halb mit frohem Jauchzen singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Schöpfer, reich an Gnad! 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, Sanftmüthigkeit ist sein Gefährt, Sein Königsschmuck ist Heiligkeit, Sein Scepter ist Barmherzigkeit; All unsre Noth zum End er bringt. Deßhalb mit frohem Jauchzen singt: Ge— lobet sei mein Gott, Mein Hei— land, stark von That! 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, Die diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen ins— gemein, Wo dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Lebenssonn, Bringt mit sich lauter Heil und Wonn. Gelobet sei mein Gott, Mein Tröster, groß von Rath! 4. Macht hoch das Thor, die Thüren weit, Das Herz zum Tempel sei bereit; Die Zweige der Gottseligkeit Steckt auf mit Andacht, Lust und Freud: So kommt der König auch zu euch, Bringt Heil und Leben mit zu— gleich. Gelobet sei mein Gott, Voll Rath, voll That, voll Gnad! Jer. 32, 19 ꝛc. 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ, Des Herzens Thür dir offen ist; Ach zieh mit deiner Gnade ein, In Freundlichkeit auch uns erschein; Dein heil'ger Geist uns schirm und leit Den Weg zur ew'gen Seligkeit! O Heiland, dir o Herr, Sei ewig Preis und Ehr! Weissel, geb. 1590 4+ 1635. Mel. Valet will ich dir geben.(Matth. 21, 1—-9. Luk. 19, 10. 4, 18 ꝛc.) 93. Wie soll ich dich em⸗ pfangen Und wie begegnen dir, O aller Welt Verlangen, O meiner Seele Zier? O Jesu, Jesu, setze Mir selbst die Leuchte bei, Damit, was dich ergetze, Mir kund und helle sei! 2. Dein Zion streut dir Pal⸗ men Und grüne Zweige hin, Und ich will dir in Psalmen Ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen In stätem Lob und Preis Und deinem Na⸗ men dienen, So gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen Zu meinem Trost und Freud, Als Leib und Seele saßen In ihrem größten Leid? Als mir das Reich genommen, Da Fried und Freude lacht, Da bist du, mein Heil, kommen Und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Ban⸗ den, Du kommst und machst mich los; Ich stund in Spott und 70 IV. Schanden, Du kommst und machst mich groß Und hebst mich hoch zu Ehren Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie irgend Reichthum thut. 5. Nichts, nichts hat dich ge— trieben Zu mir vom Himmels⸗ zelt Als dein geliebtes Lieben, Damit du alle Welt In ihren tausend Plagen Und großer Jammerlast, Die kein Mund kann aussagen, So fest um⸗ fangen hast. 6. Das schreib dir in die Her— zen, Du hochbetrübtes Heer, Bei denen Gram und Schmer⸗ zen Sich häufen mehr und mehr! Seid unverzagt, ihr habet Die Hilfe vor der Thür: Der eure Herzen labet Und tröstet, steht allhier! 7. Ihr dürft euch nicht be— mühen Noch sorgen Tag und Nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen Mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, Ist voller Lieb und Lust, All Adyentlieder. Angst und Noth zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht er⸗ schrecken Vor eurer Sünden⸗ schuld; Nein, Jesus will sie decken Mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern Zu Trost und wahrem Heil, Schafft, daß bei Gottes Kindern Verbleib ihr Erb und Theil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien Der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zer— streuen In einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, Dem aller Feinde Hand Auf Erden viel zu wenig Vermag zum Widerstand. 10. Er kommt zum Weltge— richte: Zum Fluch dem, der ihm flucht; Mit Gnad und süßem Lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, Und hol uns allzumal Zum ew'gen Licht und Wonne In deinen Freudensaal! Gerhard, geb. 1606 + 1676. Eigene Mel.(Ps. 33, 4. Habak. 2, 3.) 94. Gott sei Dank in aller Welt, Der sein Wort beständig hält Und der Sünder Trost und Rath Zu uns hergesendet hat! 2. Was der alten Väter Schar Höchster Wunsch und Sehnen war, Und noch mehr, als sie er⸗ bat, Ward erfüllt nach Gottes Rath. 3. Hier ist mehr als Davids Sohn: Unvergänglich ist sein Thron; Licht der Seelen, ew'ges Heil Ward durch Jesum uns zu theil. 4. Menschenfreund, wie dank ichs dir! Schenke dieses Heil auch mir, Das du unter schwerer Last Für die Welt bereitet hast! 5. Sei willkommen, o mein Heil, Dir Hosianna, o mein Teil! Bahn, zen an 6. 36 Es gel es, w von a 7. V kamst, nahms Mir n 8. Di Herr, 95. komm, stern, wärts Der! sein! 2. K melstl Gotte zwiefa durch 3.2 nen L himm zum 5 war; 107⁰ IV. Theil! Richte dir auch eine Bahn, Herr, in meinem Her⸗ zen an! 6. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, Es gehöret dir allein; Mach es, wie du gerne thust, Rein von aller Sündenlust! 7. Wie du huldreich, als du kamst, Unsre Rettung über⸗ nahmst, Also sei auch deine Treu Mir mit jedem Morgen neu! 8. Deine Wahrheit leuchte mir, Herr, bei allem, was ich hier Adyentlieder. 71 Zur Befördrung meiner Ruh Denke, wünsche, wähl und thu! 9. Trifft mich Traurigkeit und Schmerz, Tröste dann mein za— gend Herz; Hilf zum treuen Tu— gendlauf Meiner Schwachheit mächtig auf: 10. Daß ich, wenn du, Lebens⸗ fürst, Herrlich wieder kommen wirst, Froh dir mög entgegen— sehn Und gerecht vor dir be— stehn! mach Held, um 1640. Mel. Vom Himmel hoch.(4 Mos. 24, 17. Joh. 12, 36.) 95⁵. Komm, Himmelsfürst, komm, Wunderheld, Du Jakobs⸗ stern, du Licht der Welt! Laß ab⸗ wärts flammen deinen Schein, Der du willst Mensch geboren sein! 4. O höchster Fürst, dem Va⸗ ter gleich, Besieg allhier des Fleisches Reich! Denn unser Geist, in Fleisches Haft, Sehnt sich nach deiner Himmelskraft. 5. Von deiner Krippe glänzt 2. Komm an von deinem Him- ein Strahl, Der leuchtet durch melsthron, Wir harren dein, o dies finstre Thal; Er gibt der Gottes Sohn! Komm, o du Nacht so hellen Schein, Der zwiefach edler Held, Geh muthig durch dies Thal der Welt! 3. Du nahmest erdwärts dei— nen Lauf Und stiegest wieder himmelauf: Die Abfahrt war zum Todesthal, Die Rückfahrt war zum Sternensaal. Mel. Aus meines Herzens.(Sach. 2. 96. Nun jauchzet all, ihr Frommen, In dieser Gnaden— zeit, Weil unser Heil ist kommen, Der Herr der Herrlichkeit, Zwar ohne Stolz und Pracht, Doch mächtig zu verheeren Und gänz— lich zu zerstören Des Teufels Reich und Macht. stets wird unverlöschlich sein. 6. Entzünd auch unsers Glau— bens Licht, Damit die Lieb er— lösche nicht Zu dir die ganze Lebenszeit, O Sonne der Ge⸗ rechtigkeit! Joh. Franck, geb. 1618 + 1677. 10. Jes. 42, 1—3. Ps. 2, 10—12.) 2. Kein Scepter, keine Krone Sucht er in dieser Welt; Im hohen Himmelsthrone Ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht Und Majestät verhüllen, Bis er des Vaters Willen Im Leiden ganz vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erden, IV. Nehmt diesen König an! Soll euch geholfen werden, So geht die rechte Bahn, Die führt zum Himmelslicht; Sonst, wo ihr ihn verachtet Und nur nach Hoheit trachtet, Ist nah das Strafgericht. 4. Ihr Armen und Elenden In dieser bösen Zeit, Die ihr an allen Enden Müßt haben Angst und Leid, Seid dennoch wohlge— Adventlieder. muth, Laßt eure Lieder klingen Und lobet Gott mit Singen, Der euer höchstes Gut! 5. Er wird nun bald erschei— nen In seiner Herrlichkeit Und euer Leid und Weinen Verwan⸗ deln dann in Freud; Er ists, der helfen kann. Macht eure Lampen fertig Und seid stets sein gewär— tig! Er ist schon auf der Bahn: Schirmer, geb. 1606 4 1678. Mel. Von Gott will ich.(Luk. 3, 4—6.) 97. Mit Ernst, ihr Menschen⸗ 3. Ein Herz, das Demuth lie— kinder, Das Herz in euch be— stellt, Damit das Heil der Sün⸗ der, Der große Wunderheld, Den Gott aus Gnad allein Der Welt zum Licht und Leben Ge— sendet und gegeben, Bei allen kehre ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig Den Weg dem großen Gast: Macht seine Steige richtig, Laßt alles, was er haßt; Macht eben Bahn und Pfad, Die Thale rings erhöhet, Erniedrigt, was hoch stehet, Was krumm ist, macht gerad! bet, Bei Gott am höchsten steht; Ein Herz, das Hochmuth übet, Mit Angst zu Grunde geht. Ein Herz, das richtig ist Und folget Gottes Leiten, Das kann sich recht bereiten, Zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen In dieser Gnadenzeit Aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hin— ein Und wohn auf immer drin⸗ nen, So werden Herz und Sin— nen Dir ewig dankbar sein! Thilo, geb. 1007 + 1662. Mel. Valet will ich dir geben.(Matth. 25, 1—18.) 98. Ermuntert euch, ihr Frommen, Zeigt eurer Lampen Schein! Der Abend ist gekom⸗ men, Die finstre Nacht bricht ein; Es hat sich aufgemachet Der Bräutigam mit Pracht; Auf, betet, kämpfet, wachet; Bald ist es Mitternacht! 2. Macht eure Lampen fertig Und füllet sie mit Ol, Und seid des Heils gewärtig, Bereitet Leib und Seel! Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam istnah; Begegnet ihm in Rei— hen Und singt Hallelujah! 3. Ihr klugen Jungfraun al— le, Hebt nun das Haupt empor Mit Jauchzen und mit Schalle Zumft it auf ist bere nossen weit! 4. Er Drum Man Der frend nicht dulde IV. Adpentlieder. Zum frohen Engelchor! Die Thür seid, Sollt nun nach Kreuz und ist aufgeschlossen, Die Hochzeit Klagen Mitleben sonder Leid. ist bereit; Auf, auf, ihr Festge⸗ nossen, Der Bräut'gam ist nicht weit! 4. Er wird nicht lang verzie hen, Drum schlafet nicht mehr ein! 2 Tim. 2, 11. 6. Hier sind die Siegespalmen, Hier ist das weiße Kleid, Hier singt man Freudenpsalmen Im Frieden nach dem Streit; Hier Man sieht die Bäume blühen, steht nach Wintertagen Der Der schönste Tag vom weiten, Davor das Dunkel weicht. Matth. 24, 32 ꝛc. Frühlingsschein Weizen wieder grün, Und die Verheißt Erquickungszeiten; Die Abendröthe zeigt Den schönen im Tode lagen, Sieht man zum Leben ziehn. 7. O Jesu, meine Wonne, Komm bald und mach dich auf; Geh auf, verlangte Sonne, Und 5. Begegnet ihm auf Erden, fördre deinen Lauf; O Jesu, Ihr, die ihr Zion liebt, Mit freudigen Gebärden, Und seid nicht mehr betrübt! Die ihr Ge— Mel. Nun ruhen alle Wälder. 99. Wie lieblich klingts den Ohren, Daß du bist Mensch ge— boren Und mein Erlöser bist! Wie lieblich, wie erquickend, Wie selig, wie entzückend Ist doch dein Name, Jesu Christ! 2. Wie groß ist deine Stärke, Wie wunderbar die Werke, Wie heilig ist dein Wort! Wie ist dein Tod so tröstlich, Wie seine Frucht so köstlich, Mein Fels des Heils, mein Lebenshort! 3. Wie reich sind deine Gaben! Wie hoch bist du erhaben Auf deinem Königsthron! Es singen, jauchzen, dienen Dir alle Sera⸗ phinen, Du wahrer Gott und Menschensohn. (Tim. 1, 15. mach ein Ende Und führ uns aus dem Streit: Wir heben Haupt und Hände Nach der Erlösungs— duld getragen Und mitgestorben zeit! Laurentii, geb. 1660 + 1722. Ps. 24, 7—10.) Hast Höll und Tod besiegt; Bist unter Himmelsscharen So herrlich aufgefahren, Bis alles dir zu Füßen liegt! 5. Wie süß ist deine Lehre, Wie groß ist deine Ehre, Wie herr— schest du allein! Wer wollte nicht, o König, In Ehrfurcht unterthänig Und gern in dei— ner Gnade sein? 6.„Erweitert Thor und Thü⸗ ren, Laßt Ehrenpforten zieren, Empfangt ihn in der Welt, Und jauchzet ihm entgegen, Damit zu eurem Segen Der Ehrenkönig Einzug hält!“ 7. Wer ists, wer läßt sich hö⸗ ren Als König aller Ehren?— 4. Wie bist du von den Ban⸗„Der Herr der Herrlichkeit! Der den Des Grabes auferstanden, ist es, der kommt prächtig, 1V. Der Herr, der stark und mächtig, Der Herr, der Sieger ist im Streit.“ 8. Sei hochgelobt den From⸗ men! Du kommst, sei uns will⸗ Adoyentlieder. kommen, Im Namen unsers Herrn! Der Herr ist Gott, der Eine, Der uns bestrahlt alleine Als unser Licht und Morgenstern. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. Mel. Der du das Los von meinen.(Luk. 19, 29 ꝛc.) 100. Dein König kommt in niedern Hüllen, Sanftmüthig auf der Es'lin Füllen, Empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm 4. Und wo du kommest herge— zogen, Da ebnen sich des Mee— res Wogen, Es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du entgegen Friedenszweige, Be-kommst, auf den empörten Trif⸗ streu mit Maien seine Steige; So ists dem Herren angenehm! 2. O mächt'ger Herrscher ohne Heere, Gewalt'ger Kämpfer ten Des Lebens neuen Bund zu stiften, Und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld ohne Speere, O Friedensfürst und Treue, O komme du auch von großer Macht! Oft woll— ten dir der Erde Herren Den Weg zu deinem Throne sper— ren, Doch du gewannst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden; Doch aller Erde Reiche werden Dem, das du gründest, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten, Zieht deine Schar nach den vier Orten Der Welt hinaus und macht dir Bahn. jetzt aufs neue Zu uns, die wir sind schwer verstört! Noth ist es, daß du selbst hienieden Kommst, zu erneuen deinen Frieden, Da⸗ gegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, Die Macht der Finster— niß erliegen, Und lösch der Zwie— tracht Glimmen aus, Daß wir, die Völker und die Thronen, Ver⸗ eint als Brüder wieder wohnen In deines großen Vaters Haus! Rückert, geb. 1789 4 1866. Mel. Nun danket alle Gott.(Matth. 11, 2—6. Luk. 10, 23 ꝛc.) 101. Er ist gekommen, er, AufVölker Licht zu sein, Der uns den die Väter harrten, Und erlösen wollte; Er ist erschie— länger dürfen wir Nun keines nen, dankt, Bringt Ruhm und Er, der Pro-⸗Ehre her: Wer ist ein Helfer, andern warten; pheten Wunsch, Den Könige so wer Immanuel als er? gern Sehn wollten, er ist da, Wir haben ihn zum Herrn. 3. Gott ist mit uns. Wir sehn 2. Uns ist der Sohn geschenkt, Des Vaters Herrlichkeit, Den Er, welcher kommen sollte, Der Retter der Verlornen, Der Reue⸗ Den Sohn, den eingebornen, oollen 2 ihn an! Der sel 4. Go Der A was er die Tar sieht u Gott hi gehn, 5. Er Vater 102² heut Von i keit, L An 5 Oniginal. 0 103 mir er tes Fr V. vollen Trost. Ihr Sünder, nehmt ihn an! Er ist allein der Herr, Der selig machen kann. 4. Gott ist mit uns. Nun hört Der Arme seine Lehren, Und was er lehrt, ist Heil; Er ists: die Tauben hören, Der Blinde sieht und schaut Voll Dank zu Gott hinauf, Der Lahmen Füße gehn, Die Todten stehen auf. 5. Er ist gekommen, uns Dem Vater zu versöhnen Und mit Weihnachtlieder. 7⁵5 Barmherzigkeit Die Gläubigen zu krönen. Gott ist mit uns. Er will die Traurigen erfreun, Er will der Schwachen Kraft, Der Müden Stärke sein. 6. Gott ist mit uns. Er ists, Auf den die Väter harrten. Lob⸗ singt, wir dürfen nun Nicht eines andern warten! Er schließt den Himmel auf, Er nimmt die Sünder an: Frohlockt und betet ihn Und seinen Vater an! Cramer, geb. 1723 4+ 1788. V. Weihnachtlieder. Mel. Der Tag, der ist so freudenreich.(Jes. 9, 6.) 102. Hallelujab! denn uns ist theil, Wenn nicht zu unser aller heut Ein göttlich Kind geboren. Heil Dies Kind geboren wäre. Von ihm kommt unsre Selig-Liebster Heiland, Jesu Christ, keit, Wir wären sonst verloren. Der du unser Bruder bist, Dir Am Himmel hätten wir nicht sei Lob, Preis und Ehre! (Original: Ein Kindelein, so löbelich ꝛc., oder: Der Tag, der ist so freudenreich ꝛc.; mehr als hundert Jahre vor Luther in kirchlichem Gebrauch; nach dem Lateinischen: Dies est lætitie ete., etwa um 1150 gedichtet. Mel. O daß ich tausend Zungen. 103. Dies ist die Nacht, da mir erschienen Des großen Got— tes Freundlichkeit; Das Kind, dem alle Engel dienen, Bringt Licht in meine Dunkelheit; Und dieses Welt- und Himmelslicht Weicht hunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, Versäume nicht den Gna— denschein! Der Glanz aus die— ser kleinen Höhle Streckt sich in alle Welt hinein: Er treibet weg der Trübsal Nacht, Der Sün⸗ den und des Todes Macht. (Joh. 1, 4 ꝛc. Tit. 2, 11—-14.) 3. In diesem Lichte kannst du sehen Das Licht der klaren Se— ligkeit; Wann Sterne, Sonn und Mond vergehen, Vielleicht in einer kurzen Zeit, Wird die⸗ ses Licht mit seinem Schein Dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß nur indessen helle schei⸗ nen Dein Glaubens- und dein Lebenslicht; Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht; Willst du genießen diesen Schein, So darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weih— 76 V. Weihnachtlieder. nachtsonne, Bestrahle mich mit deiner Gunst; Dein Licht sei mei⸗ ne Weihnachtwonne Und lehre mich die sel'ge Kunst, Wie ich im Lichte wandeln soll Und sei des Weihnachtglanzes voll! Nachtenhöfer, geb. 1624 4 1685. Mel. Vom Himmel hoch.(Ps. 118, 28. 24.) 104. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd in al⸗ ler Welt gedacht; Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein ge⸗ harrt, Bis daß die Zeit erfüllet ward; Da sandte Gott von sei⸗ nem Thron Das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fas⸗ sen will, So steht mein Geist vor Ehrfurcht still; Er betet an, und er ermißt, Daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, Erniedrigst du dich, Herr der Welt, Nimmst selbst an uns⸗ rer Menschheit theil, Erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friede⸗ fürst, Auf den die Väter hoffend sahn, Dich, Gott, mein Hei— land, bet ich an! 6. Du, unser Heil und höchstes Gut, Vereinest dich mit Fleisch und Blut, Wirst unser Freund und Bruder hier, Und Gottes Kinder werden wir. 7. Gedanke voller Majestät, Du bist es, der das Herz erhöht, Gedanke voller Seligkeit, Du bist es, der das Herz erfreut! 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, Der in des Vaters Schoße sitzt? 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der hei⸗ ligsten Geburt; Und Erde, die ihn heute sieht, Sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 10. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd in aller Welt gedacht; Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist! Gellert, geb. 1715 + 1769. Eigene Mel.(Luk. 2, 10. 11. Röm. 8, 31—84.) 105. Fröhlich soll mein Herze springen Dieser Zeit, Da vor Freud Alle Engel singen. Erd und Himmel, nehmts zu Ohren! Jauchzend ruft Alle Luft: Chri⸗ stus ist geboren! 2. Sollt uns Gott nun können hassen, Der uns gibt, Was er liebt Über alle Maßen? Gott gibt, unsrem Leid zu wehren, Seinen Sohn, Von dem Thron Seiner Macht und Ehren. 3. Sollte von uns sein ge⸗ kehret, Der sein Reich Und zugleich Sich uns selbst besche⸗ ret? Sollt uns Gottes Sohn nicht! nimmt trüben 4. E Erden dran Unser bet 1 Leben 5. Kripy und Lippe Brüd euchf der! 6. Hän und Ende brenn Der; gönn 4 Leide Zur ihn 10 fioh Sin⸗ ders doch 0 U h im des 1685. stes leisch eund ottes estät, höht, Du ut el die er sie ensch⸗ er in ie ihr hei⸗ , die „dem V. WMeihnachtlieder. 265 nicht lieben, Der erschien Und nimmt hin, Was uns will be⸗ trüben? 4. Er nimmt auf sich, was auf Erden Wir gethan, Gibt sich dran Unser Lamm zu werden, Unser Lamm, das für uns stir⸗ bet Und bei Gott Für den Tod Leben uns erwirbet. 5. Nun er liegt in seiner Krippen, Ruft zu sich Mich und dich, Spricht mit süßen Lippen: Lasset schwinden, liebe Brüder, Was euch quält; Was euch fehlt, Bring ich alles wie⸗ der! 6. Ei so kommt mit offnen Händen; Stellt euch ein, Groß und Klein, Kommt von allen Enden! Liebt ihn, der vor Liebe brennet, Schaut den Stern, Der euch gern Licht und Labsal gönnet! 7. Die ihr schwebt in großen Leiden, Sehet hier Ist die Thür Zu den wahren Freuden. Faßt An den Ort, Da hinfort Euch kein Kreuz wird rühren. 8. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, Wer empfind't Seine Sünd Und Gewissensschmer⸗ zen, Sei getrost: hier wird ge⸗ funden Der in Eil Machet heil Deine tiefsten Wunden. 9. Die ihr arm seid und elen⸗ de, Kommt herbei, Füllet frei Eures Glaubens Hände! Hier sind alle gute Gaben Und das Gold, Dran ihr sollt Eure Her— zen laben. 10. Süßes Heil, laß dich um⸗ fangen; Laß mich dir, Meine Zier, Unverrückt anhangen! Du bist meines Lebens Leben; Nun kann ich Mich durch dich Wohl zufrieden geben. 11. Ich will dich mit Fleiß be⸗ wahren; Ich will dir Leben hier Und mit dir heimfahren; Mit dir will ich endlich schweben Voller Freud, Ohne Zeit, Dort im andern Leben. ihn wohlz er wird euch führen Gerhard, geb. 1606 + 1676. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen.(Jes. 49, 13.) 106. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket in englischen Chören! Singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! Sehet doch da, Gott will so freundlich, so nah Zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, froh⸗ locket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sol⸗ len zu Freunden nun werden. Friede und Freud Wird uns ver⸗ kündiget heut: Freuet euch, Hir⸗ ten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste geneiget! Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget! Sie wird ein Kind, Trägt und vertilget die Sünd: Alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische. Wer kann dies Geheimniß verstehen? 78 Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen. Tretet her⸗ zu, Sucht bei dem Sohne die Ruh, Die ihr zum Vater wollt gehen! 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herz voll Erbarmen mir schenken? Sollt nicht mein Sinn Innigst sich freuen darin Und sich in Demuth versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, Dem ich auch wieder mein Herz in der V. Weihnachtlieder. Liebe verbinde, Du sollst es sein, Den ich erwähle allein; Ewig entsag ich der Sünde! 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geborenl Komm, o mein Heiland, denn ohne dich bin ich verloren! Wohne in mir, Mach mich ganz eines mit dir, Der du mich liebend erkoren! 8. Menschenfreund Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben; Laß mich doch einzig nach deinem Ge— fallen nun streben; Herr, nimm mich hin, Hilf mir in kindlichem Sinn Ewiglich dir nur zu leben! Tersteegen, geb. 1697 + 1769. Mel. Ach, was soll ich Sünder.(Eph. 2, 5 ꝛc. Sach. 2, 10. Ps. 71, 22 ꝛc. Joh. 1, 3. 14.) 107. Freuet euch, erlöste Brüder! Denn des Vaters Wort und Licht, Das durch alles Dun⸗ kel bricht, Bringet das Verlorne wieder, Und in unser Fleisch und Bein Kleidet sich die Liebe ein. 2. Der die Himmel aufgebauet Und der Erde Grund gelegt, Der die Kreaturen trägt, Ward als Mensch wie wir geschauet: Er, der alle Welt erfüllt, Ward in Armut eingehüllt. 3. Werde auch in uns geboren, Und erleuchte du uns ganz, O du himmlisch reiner Glanz! Und dein Bild, das wir verloren, Kehre wieder bei uns ein, Daß wir Menschen Gottes sei'n! 4. Uns verlangt, auf dieser Erden Durch der Liebe Wun— derkraft Zu des Lichtes Bürger— schaft Wiederum gebracht zu werden, Daß uns unser Vater— land Künftig wieder sei bekannt. 5. Nun dein paradiesisch Le— ben Dringet wieder in uns vor, Und der Wille geht empor, Deinen Namen zu erheben: Nun in dir wir können ruhn; O wie selig sind wir nun! Richter, geb. 1676 + 1711. Mel. Nun lob, mein Seel.(Luk. 2, 10 ꝛc. 1 Joh. 5, 11 ꝛc. 1 Kor. 15, 58. Gal. 4, 5.) 108. Vom Grab, an dem wir Erfreu sich, Mensch zu sein; Und wallen, Soll, Jesu Christ, dein jeder der Verlornen Rühm es, Lobgesang Empor zum Himmel erlöst zu sein! Zum Heiland schallen; Dir opfre jede Seele wuns gegeben Erschienst du, Got— Dank! Und jeder der Gebornen tes Sohn; Mit dir erschien das Leben, Verhro Und kommt Welth de Di 3. f5 Der& Uns i Eingo unsre ted er seine! Aror Sünd Hort; der 1 106 Vom Gott, Ewig Hanze Christ Zum 2. t es 5 verd imm chem ben! 1769. 3.14. oren, Daß ieser Dun⸗ rger⸗ t zu ater⸗ annt. Le⸗ vor, wor, Nun wie 17¹¹1. 4, 5.)N Und es/ iland Leben, Mit dir des Himmels Lohn. 2. Kommt, laßt uns nieder⸗ fallen Vor unsrem Mittler, Je⸗ sus Christ, Und danken, daß er allen Erretter, Freund und Bru— der ist! Er, gleich der Morgen— sonne Mit ihrem ersten Strahl, Verbreitet Licht und Wonne Und Leben überall. Durch ihn kommt Heil und Gnade Auf unsre Welt herab, Er segnet unsre Pfa⸗ de Durchs Leben bis zum Grab. 3. Frohlockt, ihr Mitgenossen Der Erde und der Sterblichkeit! Uns ist nun aufgeschlossen Der Eingang zu der Herrlichkeit. Auf unsre Erd hernieder Kam Got— tes ew'ger Sohn; Nun hebt er seine Brüder Empor zu Gottes Thron. Er war das Heil der Sünder Und der Verlornen Hort; Nun sind sie Gottes Kin⸗ der Und Gottes Erben dort. V. Weihnachtlieder. 79 4. O du, dem jetzt die Menge Der Engel und Verklärten singt, Vernimm die Lobgesänge, Die dir dein Volk im Staube bringt! Auch du warst einst auf Erden, Was deine Brüder sind, Ein Dulder der Beschwerden, Ein schwaches Menschenkind. O laß auch uns auf Erden Dir gleich gesinnet sein, Bis wir einst himmlisch werden Und dein uns ewig freun. 5. Bald sind wir zu dem Lohne Der Himmelsbürger dort erhöht, Dann sind wir nah dem Thro— ne Und schauen deine Majestät. Nicht mehr aus dunkler Ferne Dringt dann der Dank zu dir, Weit über Sonn und Sterne Erhaben jauchzen wir, Und mit der Himmel Heere Schallt un— ser Lobgesang: Dem Ewigen sei Ehre, Dem Welterlöser Dank! Sturm, geb. 1740 4 1786. Mel. O Gott, du frommer.(Joh. 1, 1—-14.) 109. Du wesentliches Wort, Vom Anfang her gewesen, Du Gott, von Gott gezeugt, Von Ewigkeit erlesen Zum Heil der ganzen Welt, O mein Herr Jesu Christ, Willkommen, der du mir Zum Heil geboren bist! 2. Komm, o selbständigs Wort, Und sprich in meiner Seele, Daß mirs in Ewigkeit Am Troste nim⸗ mer fehle! Im Glauben wohn in mir, Und weiche von mir nicht, Laß mich auch nicht von dir Ab— weichen, schönstes Licht! 3. Du wesentliches Wort, Warst bei Gott, eh geleget Der Grund der großen Welt, Da sich dein Herz beweget Zur Liebe gegen mich; Und weil du selber Gott, So machst du in dem Fleisch Sünd, Höll und Tod zu Spott. 4. Was hat, o Jesu, dich Von Anfang doch bewogen? Was hat vom Himmelsthron Dich in die Welt gezogen? Ach, deine große Lieb Und meine große Noth Hat deine Glut entflammt, Die stärker als der Tod. 80 W. 5. Du bist das Wort, wodurch Die ganze Welt vorhanden, Und alle Dinge sind Durch dich zum Licht erstanden. Ach so bin ich, mein Heil, Auch dein Geschöpf und Gab, Der ich ja, was ich bin, Von dir empfangen hab. 6. Gib, daß ich dir zum Dienst Mein ganzes Herz ergebe, Auch dir allein zum Preis Auf dieser Erde lebe; Ja, Jesu, laß mein Herz Ganz neu geschaffen sein Und dir bis in den Tod Gewid⸗ met sein allein! Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 110. Also hat Gott die Welt geliebt, Daß er aus freiem Trieb Uns seinen Sohn zum Heiland gibt: Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvol⸗— ler Rath Schon in der Ewigkeit Zu unsrem Heil beschlossen hat, Vollführt er in der Zeit. 3. Er, unser Freund und be⸗ stes Gut, Der alle segnen kann, Des Höchsten Sohn nimmt Fleisch und Blut, Doch ohne Sünde an. 4. Ich freue mich, mein Heil, in dir; Du wirst ein Mensch wie ich, Daß ich mit Gott sei, Gott mit mir: Wie sehr beglückst du mich! 5. Du, Sohn des Allerhöch— WMeihnachtlieder. 7. Laß nichts mehr in mir sein, Was du nicht selbst geschaffen; Reut alles Unkraut aus, Und brich des Feindes Waffen. Das Bös' ist nicht von dir, Es hat's der Feind gethan; Du aber füh⸗ re Herz Und Fuß auf ebner Bahn. 8. Das Leben ist in dir Und alles Licht des Lebens; Laß an mir deinen Glanz, Mein Gott, nicht sein vergebens; Weil du das Licht der Welt, Sei meines Lebens Licht, O Jesu, bis mir dort Dein Sonnenlicht anbricht! Laurentii, geb. 1660 4+ 1722. (Joh. 3, 16. sten, wirst Auch mir durch Rath und That Ein Helfer und mein Friedefürst Auf dieses Lebens Pfad. 6. Was mir zum Seligsein gebricht, Schafft deine Lieb auch mir; Versöhnung, Leben, Trost und Licht: Wie viel hab ich an dir! 7. Dein Mangel wird mein reiches Theil, Dein Leiden stillt mein Leid; Durch deine Demuth, Herr, mein Heil, Gewinn ich Herrlichkeit. 8. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn, Durch den er Gnad er— weist Lobt, Engel, ihn vor sei— nem Thron, Erheb ihn auch mein Geist! Nach Hecker, geb. 1699 + 1743. Eigene Mel.(2 Kor. 8, 9.) 111. Gelobet seist du, Jesu das ist wahr, Deß freuet sich Christ, Daß du Mensch gebo-der Engel Schar. Hallelujah! ren bist Bon einer Jungfrau, 2. Des ew'gen Vaters einig Kind sind't; und X ewig . eschle Schoß worde erhält 4. 2 herein neuen mitten des Lil lujah! 9. 7 112 manu Gnad wünst eingef 3.2 und lujah sein, ffen; Und Das hats füh⸗ ahn. Und iß an Gott, il du eines mir richt! 17¹. Rath mein ebens gsein auch Trost dir! mein tilt muth/ m ich Id er⸗ sei⸗ auch 17⁴³. t sich Hiah! einig Kind Jetzt man in der Krippe find't; In unser armes Fleisch und Blut Verkleidet sich das ewig Gut. Hallelujah! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, Der liegt in Marien Schoß; Er ist ein Kindlein worden klein, Der alle Ding erhält allein. Hallelujah! 4. Das ewig Licht geht da herein, Gibt der Welt ein'n neuen Schein; Es leucht't wohl mitten in der Nacht Und uns des Lichtes Kinder macht. Halle— lujah! 5. Der Sohn des Vaters, V. Weihnachtlieder. 81 Gott von Art, Ein Gast in der Welt hie ward; Er führt uns aus dem Jammerthal Und macht uns Erben in sein'm Saal. Hallelujah! 6. Er ist auf Erden kommen arm, Daß er unser sich erbarm Und in dem Himmel mache reich Und seinen lieben Engeln gleich. Hallelujaͤh! 7. Das hat er alles uns ge⸗ than, Sein groß Lieb zu zeigen an; Deß freu sich alle Christen— heit Und dank ihm deß in Ewig⸗ keit. Hallelujaͤh! Luther, geb. 1483 + 1546. Eigene Mel.(Luk. 10, 23. 24. Ps. 53, 7.) 112. Wir singen dir, Im⸗ manuel, Du Lebensfürst und Gnadenquell, Du Himmels- blum und Morgenstern, Du Sohn der Jungfrau, Herr der Herrn! Hallelujah! 2. Wir singen dir mit deinem Heer Aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, Daß du, o lang ge— wünschter Gast, Dich nunmehr eingestellet hast. Hallelujah! 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, Hat manches Herz nach dir geschmacht't; Dich hat ge— hofft so lange Jahr Der Väter und Propheten Schar. Halle— lujah! 4. Vor andern hat dein hoch begehrt Der Hirt und König dei— ner Herd, Der Mann, der dir so wohl gefiel, Wenn er dir Gesangbuch für die evangelische Kirche. sang auf Saitenspiel. lujah! 5.„Ach, daß der Herr aus Zion käm Und unsre Bande von uns nähm; Ach, daß die Hilfe bräch herein, So würde Jakob fröhlich sein!“ Halle— lujah! 6. Nun, du bist hier, da liegest du, Hältst in der Krippe deine Ruh, Bist klein, und machst doch alles groß, Bekleidst die Welt, und kommst doch bloß. Hallelujah! 7. Du kehrst in fremder Woh⸗ nung ein, Und sind doch alle Himmel dein; Du liegst an einer Menschenbrust, Und bist doch aller Engel Lust. Hallelujah! 8. Du bist der süße Menschen— Halle⸗ freund, Doch sind dir so viel 6 Menschen feind; Herodes achtet dich für Greu'l, Und bist doch nichts als lauter Heil. Halle— lujah! 9. Ich aber, dein geringster Knecht, Ich sag es frei und mein' es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, Als ich dich gerne lieben will. Hallelujah! 10. Der Will ist da, die Kraft ist klein, Doch wird dir nicht zuwider sein Mein armes Herz; und was es kann, Wirst du in Gnade nehmen an. Hallelujah! 11. Und bin ich gleich der Mel. Allein Gott in der Höh. 113. Ich steh an deiner Krip— pe hier, O Jesu, du mein Leben! Ich komme, bring und schenke dir, Was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Muth; nimm alles hin, Und laß dirs wohlgefallen! 2. Da ich noch nicht geboren war, Da bist du mir geboren, Und hast mich dir zu eigen gar, Eh ich dich kannt', erkoren; Eh ich durch Gottes Hand gemacht, Hat er schon bei sich selbst be— dacht, Wie du mein solltest werden. 3. Ich lag in tiefster Todes⸗ nacht; Du wurdest meine Sonne, Die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Won— ne. O Sonne, die den werthen Schein Des Glaubens schickt V. Weihnachtlieder. Sünde voll, Hab ich gelebt nicht, wie ich soll: Ei kommst du doch deßwegen her, Daß sich der Sünder zu dir kehr. Hallelujah! 12. So fass' ich dich nun ohne Scheu, Du machst mich alles Jammers frei, Du trägst den Zorn, erwürgst den Tod, Ver⸗ kehrst in Freud all Angst und Noth. Hallelujah! 13. Ich will dein Hallelujah hier Mit Freuden singen für und für; Und dort in deinem Eh— rensaal Solls schallen ohne Zeit und Zahl: Hallelujah! Gerhard, geb. 1606 4 1676. (Tob. 9, 2. 2 Tim. 1, 9. 10.) ins Herz hinein, Wie schön sind deine Strahlen! 4. Ich sehe dich mit Freuden an Und kann nicht satt mich sehen; Und weil ich nun nicht weiter kann, So bleib ich sin— nend stehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär Und meine Seel ein weites Meer, Daß ich dich möchte fassen! 5. Wenn oft mein Herz vor Kummer weint Und keinen Trost kann finden, Rufst du mir zu: „ich bin dein Freund, Ein Til— ger deiner Sünden, Dein Fleisch und Blut, der Bruder dein, Du sollst ja guter Dinge sein, Ich sühne deine Schulden!“ 6. Du fragest nicht nach Lust der Welt Noch nach des Leibes Freuden; Du hast dich bei uns eingestellt, An unsrer Statt zu leiden, Hherrlic eignes dir nich 7. Ei du mir versage für und zen tra Wohnu 1¹4. kommer sohn. men A Auch Preisen Engeln gen Ch 2. D Die la Sünde Herz angstei zum Veltg Steg. leiden, Suchst meiner Seele Herrlichkeit Durch dein selbst— eignes Herzeleid; Das will ich dir nicht wehren. 7. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, Mein Heiland, nicht versagen: Daß ich dich möge für und für In meinem Her⸗ zen tragen. So laß es deine Wohnung sein, Komm, komm Mel. Schwingt, heilige Gedanken. 114. Der heil'ge Christ ist kommen, Der theure Gottes⸗ sohn. Deß freun sich alle From— men Am höchsten Himmelsthron; Auch was auf Erden ist, Soll preisen hoch und loben Mit allen Engeln droben Den lieben, heil'⸗ gen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen, Die lange Nacht ist hin; Die Sünde liegt gefangen, Erlöst ist Herz und Sinn; Die Sünden⸗ angst ist weg, Der Glaube geht zum Himmel Nun aus dem Weltgetümmel Auf einem sichern Steg. Erscheinung Christi. 83 und kehre bei mir ein Mit allen deinen Freuden! 8. Zwar sollt ich denken, wie gering Ich dich empfangen wer— de: Du bist der Schöpfer aller Ding, Ich bin nur Staub und Erde. Doch bist du ein so from— mer Gast, Daß du noch nie ver— schmähet hast Den, der sein Herz dir öffnet. Gerhard, geb. 1606 4 1676. (1 Joh. 1, 7. Luk. 14, 16—24.) 3. Nun sind nicht mehr die Kinder Verwaist und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder In seinen Gnadenschoß. Er will, daß alle, rein Von ihrem al⸗ ten Schaden, Vertrauend seinen Gnaden, Gehn in den Himmel ein. 4. Drum freut euch hoch und preiset, Ihr Seelen, fern und nah: Der euch den Vater weiset, Der heil'ge Christ ist da! Er ruft euch insgemein Mit süßen Lie— besworten: Geöffnet sind die Pforten; Ihr Kinder, kommt herein! Arndt, geb. 1769 4 1860. Erscheinung Christi. Mel. Ach, was soll ich Sünder.(Matth. 2, 1—12.) 11⁵. Wer im Herzen will er⸗ fahren Und darum bemühet ist,‚ Daß der König Jesus Christ Sich in ihm mög offenbaren, Der muß suchen in der Schrift, Bis er diesen Schatz antrifft. 2. Er muß gehen mit den Wei⸗ sen, Bis der Morgenstern auf⸗ geht Und im Herzen stille steht: So kann man sich selig prei⸗ sen, Weil des Herren Angesicht Glänzt von Klarheit, Recht und Licht. 2 Kor. 3, 18. 3. Denn wo Jesus ist geboren, Da erweiset sich gar bald Seine göttliche Gestalt, Die im Herzen 84 V. war verloren: Seine Klarheit spiegelt sich In der Seele kräf⸗ tiglich. 4. Alles Fragen, alles Sagen Wird von diesem Jesu sein Und von dessen Gnadenschein, Dem sie fort und fort nachjagen, Bis die Seele in der That Die— sen Schatz gefunden hat. 5. Ach, wie weit sind die zu— rücke, Die nur fragen in der Welt: Wo ist Reichthum, Gut und Geld? Wo ist Ansehn bei dem Glücke? Wo ist Wollust, Ruhm und Ehr? Und nach sol— cher Thorheit mehr. 6. Ja, unselig sind die Herzen Eigene Mel.(Jes. 60, 116. Werde Licht, du Volk der Heiden! Werde Licht, Jeru⸗ salem! Dir geht auf ein Glanz Weihnachtlieder. Und in ihrem Wandel blind, Die also beschaffen sind, Weil sie diesen Schatz verscherzen Und erwählen einen Schein, Der nichts hilft in Todespein. 7. Jesu, laß mich auf der Erden Ja nichts suchen als allein, Daß du mögest bei mir sein, Und ich dir mög ähnlich werden In dem Leben dieser Zeit Und in jener Ewigkeit. 8. Nun so will ich mit den Wei— sen, Welche die verkehrte Welt Höhnet und für Thoren hält, Dich anbeten, rühmen, preisen, Liebster Jesu, und vor dir Treu— lich wandeln für und für! Laurentii oder Flitner. 1. Joh. 1, 11. 8, 12.) Aber fragt nur, dich zu tödten, Wo du seist, voll Blutbegier; Gern vergöße seine Wuth, O der Freuden Vom geringen Beth- du Herr der Welt, dein Blut. lehem: Er, das Licht und Heil der 5. Ach verwerfet doch, ihr Sün— Welt, Christus hat sich eingestellt. der, Den nicht, der euch retten 2. Ehe dieses Licht erschienen, kann! Kommt und werdet Got— Das die Völker wünschten, lag tes Kinder, Betet euren König Dicke Finsterniß auf ihnen; Doch an! Eilt zu ihm und säumet uns scheinet lichter Tag, Und nicht, Macht euch auf und wer— ein strahlenvoller Stern Führt det Licht! uns sicher zu dem Herrn. 6. Nun wir eilen mit Ver⸗ 3. Aber ach, von deinem Volke langen Dich zu ehren, sind bereit, Wirst du, Heiland, nicht er-Dich, o Heiland, zu empfangen: kannt, Und des Irrthums finstre Zeig uns deine Herrlichkeit! Wolke überschattet noch dein Unsre Kniee beugen sich, Unser Land; Über Salem strahlt dein Glaub umfasset dich. Licht, Aber Salem kennt dich nicht! 7. Auf des Lebens Pfad geleite Täglich uns dein Geist und 4. Weise kommen anzubeten, Wort; Gib uns Muth zum gu⸗ Auch Herodes fragt nach dir, ten Streite, Daß wir siegen fort Darstellun und fort, Stets an deiner Seite gehn, Nie verzagend stille stehn. 8. In des Leidens Finsternissen Leucht uns deines Trostes Licht; Ach in unsern Kümmernissen, Jesu, ach verlaß uns nicht, Bis uns in der Ewigkeit Deines Lich⸗ tes Glanz erfreut! 9 Chrilli. 85 9. Wandern wir im finstern Thale Endlich näher hin ans Grab, Dann sei unser Licht und strahle Himmelstrost auf uns herab, Daß wir ohne Furcht und Graun Unsrem Tod entgegen schaun. Mudre, geb. 1736 4 1810 V. 7 neuer Zusatz. Mel. Lobt Gott, ihr Christen.(Matth. 2, 1—-12.) 117. Auf, Seele, auf und säume nicht! Es bricht das Licht herfür; Der Wunderstern gibt dir Bericht, Der Held sei vor der Thür. 2. Geh aus von deinem Vater⸗ land, Zu suchen solchen Herrn; Laß deine Augen sein gewandt Auf diesen Morgenstern! 3. Gib acht auf diesen hellen Schein, Der aufgegangen ist; Er führet dich zum Kind hinein, Das heißet Jesus Christ. 4. Er ist der Held aus Da⸗ vids Stamm, Der alle Feinde schlägt; Er ist das theure Gottes— lamm, Das unsre Sünde trägt. 5. Drum mache dich behende auf, Befreit von aller Last, Und laß nicht ab in deinem Lauf, Bis du dies Kindlein hast! 6. Halt dich im Glauben an das Wort, Das fest ist und gewiß; Das führet dich zum Lichte fort Aus aller Finsterniß. 7. Drum sinke nur vor seinem Glanz In tiefste Demuth ein, Und laß dein Herz erleuchten ganz Von solchem Freudenschein! 8. Bring willig ihm zum Opfer dar Dich selbst mit Leib und Seel, Und singe mit der Engel Schar: Hier ist Immanuel! 9. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, Wo man zum Leben geht; Hier ist des Paradieses Pfort, Die wieder offen steht. 10. Hier fallen alle Sorgen hin, Zur Lust wird jede Pein; Es wird erfreuet Herz und Sinn, Denn Gott ist wieder dein. 14. Der zeigt dir einen andern Weg, Als du vorhin gekannt: Den stillen Ruh- und Friedens⸗ steg Zum ew'gen Vaterland. Mich. Müller, geb. 1673 + 1704. Darstellung Christi. Mel. Valet will ich dir geben.(Luk. 2, 25—32.) 118. Herr Jesu, Licht der Trieb In diesen deinen Tempel Heiden, Der Frommen Schatz Und suchen mit Begier Nach und Lieb! Wir kommen jetzt mit Simeons Exempel Dich, Gottes Freuden Durch deines Geistes Sohn, allhier. 86 V. Weihnach 2. Du wirst von uns gefun⸗ den, O Herr, an jedem Ort, Wo man mit dir verbunden Durch dein Verheißungswort; Ver— gönnst noch heutzutage, Daß man dich gleicherweis Auf Glau— bensarmen trage, Wie hier der fromme Greis. 3. Sei unsre Hilf und Wonne, Ein lindernd Ol in Pein, Im Dunkeln unsre Sonne, Im Kreuz ein Gnadenschein, In Zagheit Glut und Feuer, In Noth ein Freudenstrahl, In Ban⸗ den ein Befreier, Ein Stern in Todesqual! 4. Herr, laß uns auch ge— lingen, Daß einst, wie Simeon, Ein jeder Christ kann singen Den süßen Schwanenton:„Mir Eigene Mel.(Luk. 2, 119. Wohlauf, mein Herz, verlaß die Welt, Dem, der für dich sich dargestellt, Nun dich auch darzustellen! Er ist das Licht; drum sei gewiß, Er wird auch deine Finsterniß Durch sei— nen Glanz erhellen. 2. Ach du sollst ihm ein Tempel sein! Er selbst macht dich von Sünden rein Und hat Lust, hier zu wohnen. Doch, finstres Herz, auf, werde Licht! Denn Jesus wohnt in Seelen nicht, Die ihrer Lüste schonen. 3. Wer dich begehret, Gottes-— sohn, Vom Geist erweckt, wie Simeon, Zu seinem Heil zu haben, Gott fürchtet, sich der tlieder. werden nun im Frieden Die Augen zugedrückt, Nachdem ich schon hienieden Den Heiland hab erblickt!“ 5. Ja, ja ich hab im Glauben, Mein Jesu, dich geschaut; Kein Feind kann mich dir rauben, Dräut er auch noch so laut. Ich wohn in deinem Herzen, Und in dem meinen du, Uns scheiden keine Schmerzen, Nicht Angst noch Tod dazu. 6. Hier will es oft mir schei⸗ nen, Du sehst mich strafend an, Daß ich vor Angst und Weinen Dich kaum erkennen kann; Dort aber wirds geschehen, Daß ich von Angesicht Zu Angesicht soll sehen Dein immer klares Licht. Joh. Franck, geb. 1618 + 1677. 22 ꝛc. Röm. 13, 11.) Welt entwöhnt, Aus ihr sich nach dem Himmel sehnt: Der opfert rechte Gaben. 4. Wer auf die Treue Gottes baut, Im Glauben seinen Hei— land schaut, Der kann im Frie— den fahren. Der Heiland hält, was er verspricht, Er wird sich ihm in seinem Licht Dort herr— lich offenbaren. 5. Herr, mache mich gerecht und rein, Und laß mich stets voll Glaubens sein, Um heilig dir zu leben, Bis du auch mich, wann dirs gefällt, Im Frieden wirst aus dieser Welt Zu deiner Wonn erheben! Schlegel, geb. 1721 4 1793. Hanng Gottes 9. Au Die V von ein rauch, 6. U Ist in errette starke Die nich hab ben, Kein lben, Ich nd in siden Ingst chei⸗ dan, ꝛinen Dort h ich t soll icht. 167⁷. sich Der jottes Hei⸗ Frie⸗ d sch herr⸗ erecht 3voll dit zu wann wirst einer VI. Jehramt und Wandel Zesu. VI. Lehramt und Wandel Jesu. Mel. Ach sei mit deiner Gnade.(Luk. 2, 41—52. Matth. 3, 17.) 120. Der niedern Menschheit Hülle Trägt er, des Menschen Sohn; Doch wohnt in ihm die Fülle Der ganzen Gottheit schon. 2. Er wandelt hier auf Erden Nicht mächtig und nicht reich, Und duldet viel Beschwerden; Doch ist er Gott schon gleich. 3. Der Engel heil'ge Chöre Thun sein Erscheinen kund; Da opfert Dank und Ehre Der Hirten Herz und Mund. 4. Nun endlich fährt im Frie— den Von hinnen Simeon, Und Hanna rühmt hienieden Von Gottes Trost und Lohn. 5. Auch bringen aus der Ferne Die Weisen, wunderbar Geführt von einem Sterne, Gold, Weih⸗ rauch, Myrrhen dar. 6. Und vor Herodis Morden Ist in Agyptenland Das Kind errettet worden Durch Gottes starke Hand. 7. Schon zeigt sich in dem Knaben Die Gnade mannigfalt; Ihm leuchten Gottes Gaben Aus Antlitz und Gestalt. 8. Wie Gottes Wohlgefallen Den Heiligen umgibt! Wie von den Menschen allen Der Holde wird geliebt! 9. Wie wundern sich die Lehrer, Als er zum Tempel eilt Und in dem Kreis der Hörer Mit ern⸗ stem Fleiße weilt! 10. Wie preist an jenem Tage So mancher den Verstand, Den man in jeder Frage, In jeder Antwort fand! 11. Wohl ruft am dritten Mor⸗ gen Ihn dort die Mutter an: „Warum, zu schweren Sorgen, Hast du uns das gethan?“ 12. Er spricht aus heil'gem Wissen:„Wie kommts, daß ihr nicht wißt, Daß ich in dem sein müssen, Das meines Vaters ist?“ 13. Zwar seine Eltern beede Verstunden nicht das Wort; Doch stille trug die Rede Maria mit sich fort. 14. Er folget ihrem Schritte Mit muntrem Sinn, und geht Hinab zur armen Hütte Im klei⸗ nen Nazareth. 15. Er bleibt nach Gottes Wil⸗ len Den Eltern unterthan, Und wächset so im stillen Zum großen Werk heran. 16. O lernet Lernbegierde Und Gottesfurcht allda Und jeder Tugend Zierde, Ihr Kinder, fern und nah! 17. Wohl dem, der Gottes Wege In jungen Jahren geht, Und nie zum Guten träge, Nie müd ist zum Gebet! 18. Und bist du groß erzogen, So bleibe wie dies Kind, Daß Engel dir gewogen, Dir hold die Menschen sind. 88 VI. Lehramt und Wandel Jesu. 19. Gehorche Jesu Lehre, So wird die Jugend rein, Dein Al⸗ ter Glück und Ehre, Dein Ende selig sein. Nach Feddersen; vermehrt. Mel. Höchster Formirer.(Joh. 18, 1. 1 Joh. 4, 19.) 121. Jesu, du Sohn der unendlichen Liebe, Göttlicher Freund in der Sterblichen Reihn! Sind es doch ganz unerforsch— liche Triebe, Die dich den Sün— dern zum Eigenthum weihn. Sie zu versöhnen Und sie zu krönen, Stellst du bei Men⸗ schen als Bruder dich ein. 2. Wunder! das Wort ist nun Abrahams Sprosse, Von der Vergänglichkeit menschlich um⸗ schränkt; Wunder! der Herr ist der Armut Genosse, Der den Gefall'nen das Himmelreich schenkt. Uneingeladen Wehrt er dem Schaden, Der die Ver⸗ irrten zum Abgrund versenkt. 3. Kaum in die Linnen des Elends gewunden, Sah ihn sein Bethlehem freundlich und hold, Wie ihm in heiligen, wir uns nahen, Jesum em⸗ pfahen, Ists, was der Stern ob der Hütte gewollt. 4. Heil sei dir, daß du die Jahre durchlaufen, Die dich in Demuth und Sanftmuth geübt! Herzen der Sünder für dich zu erkaufen, Hast du geduldet, ge⸗ heilt und geliebt. Derer, die fragten, Derer, die klagten, Hast du nicht einen verschmäht und betrübt. 5. Wunder erzeigen und Gna⸗ den verbreiten Machte dich müde, doch ohne Verdrieß; Heil auf Verbannte und Zöllner zu leiten Däuchte dir unter Ver— lästrungen süß, Bis die Ver— schwörung Und die Empörung Dich als ein Schlachtschaf zur Marter verstieß. 6. Noch da dich Schauer des Todes umhüllte, Schlug dir vor Liebe die seufzende Brust; Liebe wars, die dich am Abend erfüllte, Als du dich, deiner Ver⸗ klärung bewußt, Dienend be— mühtest, Aufgeschürzt knietest Sündern zu Füßen: o heilige Lust! 7. Liebe, du dientest, du schmach— tetest, warbest, Als dich am Ol⸗ berg die Hölle geschreckt; Liebe, du liebtest, du littest und star⸗ nächtlichen Stunden Forschende Weise die Gaben gezollt. Daß best Nackt und mit Dornen und Schande bedeckt, Da du, ver⸗ lassen, Noch im Erblassen Offe— ne Arm' uns entgegen gestreckt. 8. Laß es mich, Heiligster, nim⸗ mer vergessen, Was du schon sterbend für Liebe geübt; Laß es in Andacht mich stündlich er⸗ messen, Daß du für mich dich zu Tode betrübt; Laß mich dich lieben, Dir, Herr, verschrieben, Der du mich, eh ich dich kannte, geliebt! Lehmus, geb. 1707 4+ 1788. 12² gunge rein,! Stror der he ligkei gen Vorb mich! Jesu, Daß 2 Wille ters horse gleid Will mein dir g horso su, h ichf 9. Schl Mil wese test: Nac Ende mehrt. Hna⸗ dich Heil er zu Ver⸗ Ver⸗ rung fzur des 3 dir rust; lbend Ver⸗ d be⸗ lietest eilige mach⸗ mSOl⸗ Vebe, star⸗ n und ver⸗ Ofe⸗ reckt. nim⸗ schon Laß 0 er⸗ 9 dich 6 40 annte/ +1758. VI. Lehramt und Wandel Zesu. 89 Mel. Wachet auf! ruft.(Joh. 13, 15, 14 13. 14. Phil. 2, 5 ꝛc.) 122. Heiligster Jesu, Heil⸗ gungsquelle, Mehr als Kristall rein, klar und helle, Du lautrer Strom der Heiligkeit! Der Glanz der hohen Cherubinen, Die Hei⸗ ligkeit der Seraphinen Ist ge— gen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir; Ach bilde mich nach dir, Du mein Alles! Jesu, hilf du, Hilf mir dazu, Daß ich auch heilig sei wie du! 2. O stiller Jesu! Wie dein Wille Dem Willen deines Va⸗ ters stille Und bis zum Tod ge⸗ horsam war, So mache du auch gleichermaßen Mein Herz und Willen dir gelassen, Ach stille meinen Willen gar! Mach mich dir gleichgesinnt, Wie ein ge— horsam Kind, Stille, stille! Je⸗ su, hilf du, Hilf mir dazu, Daß ich fein stille sei wie du! 3. Wachsamer Jesu! Ohne Schlummer, In großer Arbeit, Müh und Kummer Bist du ge⸗ wesen Tag und Nacht. Du muß⸗ test täglich viel ausstehen, Des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen, Du hast gebetet und gewacht. Gib mir auch Wach— samkeit, Daß ich zu dir allzeit Wach und bete! Jesu, hilf du, Hilf mir dazu, Daß ich stets wachsam sei wie du! 4. Gütigster Jesu! O wie gnä— dig, Wie liebreich bist du, wie gutthätig, Selbst gegen Feinde wie gelind! Dein Sonnenlicht erscheinet allen, Dein Regen muß auf alle fallen, Ob sie dir gleich undankbar sind. Mein Gott, ach lehre mich, Damit hierinnen ich Dir nacharte! Je— su, hilf du, Hilf mir dazu, Daß ich auch gütig sei wie du! 5. Du, sanfter Jesu, warst un⸗ schuldig Und littest alle Schmach geduldig, Vergabst und ließst nicht Rachgier aus. Niemand kann deine Sanftmuth messen, Bei der kein Eifer dich gefressen, Als der um deines Vaters Haus. Mein Heiland, ach verleih Mir Sanftmuth und dabei Guten Eifer! Jesu, hilf du, Hilf mir dazu, Daß ich sanftmüthig sei wie du! 6. Würdigster Jesu, Ehrenkö— nig! Du suchtest deine Ehre we— nig Und wurdest niedrig und gering; Du wandeltest ertieft auf Erden, In Demuth und in Knechtsgebärden, Erhubst dich selbst in keinem Ding. Herr, sol— che Demuth lehr Auch mich je mehr und mehr Stätig üben! Jesu, hilf du, Hilf mir dazu, Daß ich demüthig sei wie du! 7. Nun, liebster Jesu, liebstes Leben, Mach mich in allem dir ergeben Und deinem heil'gen Vorbild gleich! Gib, daß dein Geist mich ganz durchdringe, Daß ich viel Glaͤubensfrüchte bringe Und tüchtig werd zu dei⸗ nem Reich! Ach zeuch mich ganz 90 VI. Lehramt und Wandel Zesu. zu dir, Behalt mich für und für, Laß mich wie du, Und wo du Treuer Heiland! Jesu, hilf du, bist, einst finden Ruh! Crasselius oder Arnold. Mel. Wachet auf! ruft.(1 Joh. 2, 6. 2 Tim. 1, 18. 14.) 123. Gläubiger Jesu! Auf Vertrauen Wollt'st du dein Reich alleine bauen, Das dir der Va⸗ ter zugesagt. Von außen, innen ganz beraubet, Hast du doch stille fortgeglaubet Und bliebst im Za— gen unverzagt. Herr, ich ver— traue dir; Nur bitt ich: schenke mir Deinen Glauben! Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich so gläubig sei wie du! 2. O armer Jesu! Reich an Gaben, Wollt'st du doch selber Mangel haben, Warst in der Welt gering und klein. Nun, Herrscher Himmels und der Erden, Ich will, um reich in dir zu werden, Ja gern der Allerärmste sein. Was Armut an dem Geist In deinem Worte heißt, Sei mein Reichthum. Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, So willig arm zu sein wie du! 3. Trauernder Jesu! Deine Seele, Voraus gesalbt mit Freu⸗ denöle, Ward doch betrübt bis in den Tod. Hilf, daß ich mich mit Zittern freue, Mein Trauern stille Freude seie; Das beste Brot ist Thränenbrot. Es ist fürs Trauerkleid Ein weißes schon bereit Deinen Treuen. Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich im Trauern sei wie du! 4. Friedfert'ger Jesu! In dem Frieden, Den du den Deinen nur beschieden, Liegt für den Geist vollkommne Ruh. Nur ein in dir versöhnt Gewissen Kann recht in Liebe Frieden schließen, Und solchen Siegern rufst du zu: Mein Friede sei mit dir! Im Frieden komm zu mir, Kind des Friedens! Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich den Frieden lieb wie du! 5. Treuester Jesu! Ew'ge Wahrheit, Du lautres Herz voll Liebesklarheit, Richt unser gan— zes Herz zu dir! Nichts Falsches hast du je erzeuget, Der Held in Israel nicht leuget, Dein Ja ist Amen für und für. Mach mich einfältig, treu, Ohn' Arg und Heuchelei, Ganz durchläutert! Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich wahrhaftig sei wie du! 6. Schweigender Jesu! Falsche Zeugen Hast du mit unerschrock— nem Schweigen Und ohne Ant⸗ wort widerlegt. Ich kann nicht schweigen, wie ich wollte; Ich schweige, wann ich reden sollte, Und werd oft gar zum Zorn be— wegt. Ach gib mir deinen Sinn, Wenn ich verleumdet bin, Daß ich schweige! Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich auch schwei— gen mag wie du! 7. Freundlichster Jesu! Zu er⸗ quicken Mit Werken, Worten und mit Blicken, War stets dein liebrei Jünge Und h Risse, macht. Blick nen E mir de sei wi odu Irnold. Geist in dir vecht Und zu: Im des fmir lieb Wge zvoll gan⸗ sches ld in . ist mich und tert! Daß alsche hrock⸗ Ant⸗ nicht Ich ollte, be⸗ Zinn, Daß Hilf hwei⸗ u er⸗ orten hein VI. Lehramt und Wandel Jesu. 91 liebreich Herz bedacht. Den Jüngern wuschest du die Füße Und heiltest freundlich schnell die Risse, Die Satan unter sie ge⸗ macht. Du bringst durch einen Blick In Petri Herz zurück Sei⸗ nen Glauben. Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich so freundlich sei wie du! 8. Jesu, Lamm Gottes! Für uns Sünder, Für uns verlorne Adamskinder Vergoßest du dein heilig Blut; Kein Engel, Se— raph, die dir dienen, Konnt unsre Missethat versühnen, Du kamst, du starbst, machst alles gut. Dein Blut nur reinigt mich, Drum heißest du auf dich Stets mich schauen. Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich in deinem Tode ruh! 9. Herrlicher Jesu! Lauter Freude Wächst, grünt und quillt auf jener Weide, Da du der Hirt der Schafe bist. Das Brot des Lebens soll der haben, Das Lebenswasser soll den laben, Der durch dein Blut gereinigt ist. Laß mich sein einen Gast, Den du berufen hast, Dort zu woh⸗ nen. Mein ganzer Sinn Steht nur dahin; Hilf, daß ich ewig bei dir bin! Rieger, geb. 1723 + 1782, und Burk, geb. 1714 + 1782. Mel. Gott sei Dank.(1 Petri 2, 21—25. Phil. 2, 5—8.) 124. Jesus Christus gab sich uns Selbst zum Vorbild alles Thuns, Sein Wort stellet ihn uns dar: Ich soll sein wie Je⸗ sus war. 2. Sein Verleugnen lehrt mich klein, Seine Demuth niedrig sein, Seine Sanftmuth— stäte Huld, Sein Gehorsam— die Geduld. 3. Wie er ohne Haß geliebt, Stets getröstet, nie betrübt Und auch Feinden Guts gethan, Weist er mich zu gleichem an. 4. Wenn er Gottes Willen that, Wenn er stets zum Vater bat, Wenn er nichts als Wahr⸗ heit sprach, Heißt das: folge du mir nach! 5. Wenn er allzeit standhaft blieb, Nur das Wort vom Rei⸗ che trieb, So bezeugt er mir dabei, Daß mir das ein Bei⸗ spiel sei. 6. Wenn er mäßig aß und trank Und es heiligte mit Dank, Spricht mir sein Exempel zu: Wie er lebte, lebe du! 7. Lieber Meister, lehr michs nun! Ohne dich kann ich nichts thun; Unter deines Geistes Zucht Bringt mein Glaube solche Frucht. 8. Viele folgen ihrem Sinn; Aber, Herr, wo soll ich hin? Du bist Christus, Gottes Sohn; Wer dir folgt, hat großen Lohn! 9. Gabst du nach vollbrachtem Lauf Deinen Geist mit Beten auf, Gib auch, daß durch deine Treu Mein End wie dein Ende sei! Phy. Fr. Hiller, geb. 1699 + 1769. 1 VI. Lehramt und Wandel Zesu. Mel. Schmücke dich.(1 Petri 2, 21 ꝛc. Joh. 10, 12 ꝛc. 27 ꝛc.) 125. Heiland, deine Men⸗ schenliebe War die Quelle dei⸗ ner Triebe, Die dein treues Herz bewogen, Dich in unser Fleisch gezogen, Dich mit Schwachheit überdecket, Dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. O der unge— meinen Triebe Deiner treuen Menschenliebe! 2. üÜber seine Feinde weinen, Jedermann mit Hilf erscheinen, Sich der Blinden, Lahmen, Ar⸗ men Mehr als väterlich erbar⸗ men, Der Betrübten Klagen hören, Sich in Andrer Dienst verzehren, Sterben voll der rein⸗ sten Triebe: Das sind Proben wahrer Liebe. 3. O du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Hän— den Segen, Hilf und Heil ge— nommen, Der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, Wann dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, Das Gebetne mit— zutheilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, Zu den Kleinen dich zu bücken, Die Unwissenden zu lehren, Die Verführten zu bekehren, Sün— der, die sich selbst verstocken, Ernst und liebreich zu dir locken: Das war täglich dein Geschäfte Mit Verzehrung deiner Kräfte. 5. O wie hoch stieg dein Er— barmen, Da du für die ärmsten Armen Dein unschätzbar theu— res Leben In den ärgsten Tod gegeben, Da, zur Marter du erlesen, Aller Schmerzen Ziel gewesen, Und den Segen zu erwerben, Als ein Fluch hast wollen sterben! 6. Deine Lieb hat dich getrie— ben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Ohne Schelten, Drohen, Klagen Andrer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, Für die Lästerung zu segnen, Für der Feinde Schar zu beten Und die Mör- der zu vertreten. 7. Demuth war bei Spott und Hohne Deines Lebens Schmuck und Krone; Diese machte dich zum Knechte Einem sündigen Ge— schlechte, Diese Demuth, gleich den Tauben Ohne Falsch, voll Treu und Glauben, Mit Ge— rechtigkeit gepaaret, Durch Vor— sichtigkeit bewahret. 8. Herr, laß deine Liebe decken Meiner Sünden Meng' und Fle⸗ cken! Du hast das Gesetz erfül— let, Des Gesetzes Fluch gestillet; Laß mich wider dessen Stürmen Deiner Liebe Schild beschirmen! Heil'ge meines Herzens Triebe, Salbe sie mit deiner Liebe! Rambach, geb. 1693 4+ 1735. Mel. Vater unser im.(Joh. 14, 6—17.) 126. O Lehrer, dem kein Leh⸗ rer gleich, An Weisheit, Lieb und Eifer reich, Gefallner Sün— der Licht und Rath, Prophet, uns re zu den vom J hast d 4. 2 Hefüh Rezier Renon Herz 3.3 Ren Er⸗ nsten heu⸗ Tod du Ziel zu hast trie⸗ 1d zu ohen, und dlich rung einde Nöͤr⸗ und muck dich Ge⸗ leich voll Ge⸗ Vor⸗ ecken Fle⸗ VI. Lehramt und Wandel ZJesu. berühmt durch Wort und That, Gesalbet durch des Vaters Hand Und uns zu unsrem Heil gesandt! 2. Du kamst aus deines Vaters Schoß Und machtest alle Sie— gel los, Worin sein Rath ver⸗ borgen war; Durch dich ward alles offenbar Und an das helle Licht gestellt, Was Dunkelheit umschlossen hält. 3. Du wiesest uns die wahre Spur Zu Gott, dem Schöpfer der Natur, Du hast den Weg uns recht gezeigt, Darauf man zu dem Himmel steigt; Was du vom Vater selbst gehört, Das hast du unverfälscht gelehrt. 4. Du sahest in der Gottheit Licht Von Angesicht zu Angesicht, Was nach der ew'gen Liebe Rath Man künftig zu erwarten hat; Du sagst es deutlicher zuvor, Als jemals der Propheten Chor. 5. Das Lehramt, welches du geführt, Hast du mit Heiligkeit geziert, Mit Wundern hast du Mel. Ringe recht.(J 127. Immer muß ich wieder lesen In dem alten heil'gen Buch, Wie mein Herr so sanft gewesen, Ohne List und ohne Trugʒ 2. Wie er hieß die Kindlein kommen, Wie er hold sie an⸗ geblickt, Und sie auf den Arm genommen Und sie an sein Herz gedrückt; 3. Wie er Hilfe und Erbar⸗ 93 es bestärkt, Woraus man deine Allmacht merkt, Ja endlich, als es Gott geschickt, Ein blutig Siegel drauf gedrückt. 6. Nachdem du hingegangen bist, Wo aller Weisheit Ur⸗ sprung ist, So setzest du, du ew'ges Wort, Dein Lehramt durch die Knechte fort, Die dir dein Vater zugeführt, Und die mit Gaben er geziert. 7. Du aber sendest deinen Geist, Den du den Gläubigen verheißst, Der allen Seelen, die er liebt, Erkenntniß, Licht und Weisheit gibt, Dein Wort in Herz und Sinnen schreibt Und bei den Deinen ewig bleibt. 8. Ach laß, o himmlischer Pro— phet, Mich schauen deine Ma— jestät; Mach mich vom Eigen⸗ dünkel frei, Damit ich dir gehorsam sei; Du sollst mein höchster Lehrer sein, Führ mich in deine Schule ein! Rambach, geb. 1693— 1735. es. 63, 6. Eph. 5, L.) wies, Und die Blöden und die Armen Seine lieben Brüder hieß; 4. Wie er keinem Sünder wehr⸗ te, Der bekümmert zu ihm kam, Wie er freundlich ihn bekehrte, Ihm den Tod vom Herzen nahm. 5. Immer muß ich wieder le— sen, Les' und freue mich nicht satt, Wie er ist so treu gewe— sen, Wie er uns geliebet hat. men Allen Kranken gern er— 6. Hat die Herde sanft geleitet, 9⁴ VII. Passionslieder. Die sein Vater ihm verliehn,‚ Füßen, Herr, die Liebe bricht Hat die Arme ausgebreitet, mein Herz; Laß in Thränen Alle an sein Herz zu ziehn. mich zerfließen, Selig sein in 7. Laß mich knien zu deinen Wonn und Schmerz. Luise Hensel. Mel. Alle Menschen.(Joh. 10, 1—-80.) 128. Jesu, frommer Men⸗ 4. Herden ihren Hirten hö— schenherden Guter und getreuer ren, Folgen seiner Stimm al⸗ Hirt! Laß mich eins von denen lein; Hirten sich zur Herde keh⸗ werden, Die dein Ruf und ren, Wenn sie rufen Groß und Stab regiert. Ach du hast aus Klein. Wenn du rufest, laß mich Lieb dein Leben Für die Deinen eilen, Wenn du dräuest, nicht hingegeben, Und du gabst es verweilen; Laß mich achten stets auch für mich: Laß mich wieder auf dich; Jesu, achte du auf lieben dich! mich! 2. Herden ihren Hirten lieben, Und ein Hirt liebt seine Herd; Laß uns auch so Liebe üben, Du im Himmel, ich auf Erd. Schallet deine Lieb hernieder, 5. Höre, Jesu, und erhöre Meines schwachen Glaubens Stimm; Mich auch zu dir ru— fen lehre, Wenn sich naht des Wolfes Grimm! Laß mein Ru⸗ Soll dir meine schallen wieder; fen dir gefallen, Deinen Trost Wenn du rufst: ich liebe dich! hernieder schallen; Wenn ich Ruft mein Herz: dich liebe ich! bete: höre mich! Jesu, sprich: 3. Schafe ihren Hirten kennen, ich höre dich! Dem sie auch sind wohl bekannt; 6. Höre, Jesu, und erhöre, Laß mich auch für dich entbren-Wenn ich ruf, anklopf und bitt; nen, Wie du bist für mich ent⸗ Jesu, dich von mir nicht kehre, brannt. Da der Wolf mit off-Bald in Gnaden zu mir tritt! nem Rachen Mich zur Beute Ja du hörst; in deinem Namen wollen machen, Riefest du: ich Ist ja alles Ja und Amen. Nun kenne dich! Ich ruf auch: dich ich glaub und fühle schon Dei— kenne ich! nen Trost, o Gottes Sohn! Birken, geb. 1626 4 1681. VII. Passionslieder. Mel. Schwing dich auf. 129.„Siehe, mein geliebter Knecht, Der wird weislich han— deln, Ohne Tadel, schlecht und (Jes. 52, 13—15. 53.) recht Auf der Erde wandeln; Sein getreuer, frommer Sinn Wird in Einfalt gehen; Aber dennoc Holz er 2.. Sohn Viele u ein Gr Leiden durchd der Lel bringet 3. N than? Daß Solche er etw sunden schlägt Daß e für un uns ve de hab sicht 9. 2 hin Und! Gar! in der doch! Tod winde 13 trägt ihrer in Sün icht nen win ensel. VII. Passionslieder. 9⁵ dennoch wird man ihn An das Holz erhöhen.“ 2.„Hoch am Kreuze wird mein Sohn Große Marter leiden, Viele werden ihn mit Hohn Als ein Greuel meiden; Aber seiner Leiden Kraft Wird die Welt durchdringen Und den Geist, der Leben schafft, In die Herzen bringen.“ 3. Nun, was hat er denn ge⸗ than? Was sind seine Schulden, Daß er muß von jedermann Solche Schmach erdulden? Hat er etwan Gott betrübt Bei ge⸗ sunden Tagen, Daß ihm dieser jetzo gibt Seinen Lohn mit Plagen? 4. Was ihn also trifft und schlägt, Trifft ihn unsertwegen; Daß er solche Bürden trägt, Ist für uns zum Segen Und befreit uns vom Gericht, Daß wir Frie⸗ de haben Und in seinem Ange⸗ sicht Leib und Seele laben. 5. Wie ein Lamm läßt er sich hin Zu der Schlachtbank leiten, Und hat in dem frommen Sinn Gar kein Widerstreiten. Er sinkt in den Tod hinab, Den er selbst doch bindet, Weil er sterbend Tod und Grab Mächtig über— windet. 6. Er wird aus der Angst und Qual Bald herausgerissen, Tritt den Feinden allzumal Ih— ren Kopf mit Füßen. Wer will seines Lebens Läng' Irgendwo umschränken? Seiner Tag' und Jahre Meng' Ist nicht auszu⸗ denken. 7. Ja er ist für fremde Sünd In den Tod gegeben, Auf daß du, o Menschenkind, Durch ihn möchtest leben, Daß er mehrte sein Geschlecht, Den gerechten Samen, Der Gott dient' und Opfer brächt Seinem heil'gen Namen. 8. Denn das ist ihm höchste Freud Und des Vaters Wille, Daß den Erdkreis weit und breit Sein Erkenntniß fülle, Damit der gerechte Knecht, Ein voll— kommner Sühner, Gläubig ma⸗ che und gerecht Alle Sünden— diener. 9. Große Menge wird dir Gott Zur Verehrung schenken Da⸗ für, daß du dich mit Spott Für uns lassen kränken. Hilf, Herr, daß wir mehr und mehr Auf dich sehn und hören, Und mit Lust zu deiner Ehr Unsern Glauben mehren! Gerhard, geb. 1606 + 1676. Eigene Mel.(Joh. 1, 29. Jes. 53. Gal. 3, 13, Röm. 6, 10. 11.) 130. Ein Lämmlein geht und matt und krank, Ergibt sich auf trägt die Schuld Der Welt und die Würgebank, Entzieht sich ihrer Kinder, Es geht und büßet allen Freuden; Es nimmt auf in Geduld Die Sünden aller sich Schmach, Hohn und Spott, Sünder. Es geht dahin, wird Angst, Wunden, Striemen, Kreuz 96 VII. Passionslieder. und Tod Und spricht: ich wills gern leiden! 2. Das Lämmlein ist der große Freund Und Heiland unsrer See⸗ len; Den, den hat Gott zum Sündenfeind Und Sühner wol⸗ len wählen.„Geh hin, nimm dich der Sünder an! Dein Tod ists, der sie retten kann Von meines Zornes Ruthen. Die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, Du kannst und sollst sie machen los Durch Sterben und durch Bluten.“ 3.„Ja, Vater, ja von Herzens⸗ grund, Leg auf, ich wills gern tragen; Mein Wollen hängt an deinem Mund, Mein Wirken ist dein Sagen!“ O Wunderlieb, o Liebesmacht! Du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abdringen! O Liebe, Liebe, du bist stark, Du streckest den in Grab und Sarg, Vor dem die Felsen springen! 4. Du lässest ihn am Kreu⸗ zesstamm Der Sünde Greuel büßen; Du läßst ihn schlachten als ein Lamm, Daß Herz und Adern fließen, Das Herze mit der Seufzer Kraft, Die Adern mit dem edlen Saft Des reinen Opferblutes. O süßes Lamm, was soll ich dir Erweisen dafür, daß du mir Erzeigest so viel Gutes? 5. Mein Lebetage will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen, Dich will ich stets, gleichwie du mich, Mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht; Und wenn mein Herz in Stücke bricht, Sollst du mein Herz verbleiben; Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hie— mit zu deinem Eigenthum Be⸗ ständiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieblich⸗ keit Bei Nacht und Tage singen, Mich selbst auch dir zu aller Zeit Zum Freudenopfer bringen; Mein Bach des Lebens soll sich dir Und deinem Namen für und für In Dankbarkeit er⸗ gießen; Und was du mir zu gut gethan, Das will ich stets, so tief ich kann, In mein Gedächt— niß schließen. 7. Auf, armes Herz, erweitre dich! Dir soll ein Kleinod wer— den; Kein Schatz wie dieser findet sich Im Himmel und auf Erden. Weg mit den Schätzen dieser Welt Und allem, was dem Fleisch gefällt! Ich hab ein Bess'res funden. Herr Jesu Christ, mein großes Gut Ist dein für mich vergossnes Blut, Das Heil in deinen Wunden. 8. Das soll und will ich mir zu Nutz Zu allen Zeiten machen: Im Streite soll es sein mein Schutz, In Traurigkeit mein La⸗ chen, In Fröhlichkeit mein Sai⸗ tenspiel, Und wenn mich nichts erquicken will, Soll mich dies Manna speisen, Im Durst solls meine Quelle sein, Mein Um⸗ gang, wo ich bin allein, Zu Haus und auf den Reisen. 9. Ma ein In 80 soll sein, den; Er tes Kro 131. Will ic mir vo Andach Bilde j nem He u sein, 2. G mag Deine Deine pitze! fen X 0 Gott pfunde 3. A Deine auch! Fruch sach w Sünd. Daß i 4. 0 Blut, 2 chen: mein NLa⸗ Sai⸗ lichts Rdies solle Um⸗ 3 VII. Passionslieder. 9⁷ 9. Wann endlich ich soll treten ein In deines Reiches Freuden, So soll dies Blut mein Purpur sein, Ich will mich darein klei⸗ den; Es soll sein meines Haup⸗ tes Kron, In welcher ich will vor den Thron Des ew'gen Va— ters gehen Und dir, dem er mich anvertraut, Als eine wohl— geschmückte Braut An deiner Seite stehen. Gerhard, geb. 1606 + 1676. Eigene Mel.(Jes. 53, 5. 1 Petri 2, 24.) 131. Jesu, deine Passion Will ich jetzt bedenken; Wollest mir vom Himmelsthron Dazu Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, mei— nem Herzen, Wie du, unser Heil zu sein, Littest große Schmerzen! 2. Gib, daß ich recht sehen mag Deine Angst und Bande, Deine Schläge, deine Schmach, Deine Kreuzesschande, Deine spitze Dornenkron, Deine tie⸗ fen Wunden Und den Tod, o Gottessohn, Den du dort em⸗ pfunden. 3. Aber laß mich nicht allein Deine Marter sehen; Laß mich auch die Ursach fein Und die Frucht verstehen. Ach die Ur⸗ sach war auch ich, Ich und meine Sünde, Diese hat gemartert dich, Daß ich Gnade finde. 4. Jesu, lehr bedenken mich Eigene Mel.(Jes. Dies mit Buß und Reue; Hilf, daß ich mit Sünden dich Martre nicht aufs neue! Sollt ich dazu haben Lust Und nicht wollen meiden, Was mein Heiland büßen mußt Mit so großen Leiden? 5. Wenn mich meine Sünde quält Mit viel bittern Schmer— zen: Du, der sich ins Mittel stellt, Reiche Trost dem Herzen! Dich und deine Passion Laß mich gläubig fassen; Liebst du mich, o Gottessohn, Wie kann Gott mich hassen? 6. Gib auch, Jesu, daß ich gern Dir das Kreuz nachtrage, Daß ich Demuth von dir lern Und Geduld in Plage, Daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indeß laß dies Lallen, Bis es kommt aus reinem Trieb, Jesu, dir gefallen! Matth. 16, 24. Birken, geb. 1626 + 1681. 63, 9. Eph. 5, 2. 132. O du Liebe meiner Lie⸗ zahlt mit deinem Blute Alle be, Du erwünschte Seligkeit, Die du dich aus höchstem Triebe Missethat der Welt! 2. Liebe, die mit heißen Thrä⸗ In das jammervolle Leid Dei⸗nen An dem Olberg sich betrübt; nes Leidens mir zu gute Als Liebe, die mit Sorg und Sehnen ein Opfer eingestellt Und be— Unaufhörlich fest geliebt; Liebe, 7 Gesangbuch für die evangelische Kirche. die den eignen Willen In des Vaters Willen legt Und, den Fluch der Welt zu stillen, Treu die Last des Kreuzes trägt! 3. Liebe, die mit starkem Her— zen Schmach und Lästerung ge— hört; Liebe, die in Angst und Schmerzen Bis zum Tod blieb unversehrt; Liebe, die sich lie— bend zeiget, Wo der Athem geht zu End; Liebe, die sich liebend neiget, Da sich Leib und Seele trennt! 4. Liebe, die mit ihren Armen Mich zuletzt umfangen wollt; Liebe, welche mit Erbarmen Mich so treulich und so hold Ihrem Vater übergeben, Die noch sterbend für mich bat, Daß 98 VII. Passionslieder. ich ewig möchte leben, Weil mich ihr Verdienst vertrat! 5. Liebe, die für mich gestor— ben Und ein immerwährend Gut An dem Kreuzesholz er⸗ worben, Ach wie denk ich an dein Blut! Ach wie dank ich deinen Wunden, Schmerzen— reiche Liebe du, Wann ich in den letzten Stunden Sanft in deinen Armen ruh! 6. Liebe, die sich todt gekränket Und für mein erkaltet Herz In ein kaltes Grab gesenket, Ach wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, Daß ich ewig leben kann, Und der Seelen Heil erworben; Nimm mich ewig liebend an! Angelus Silefius, geb. 1624 + 1677. Mel. Nun sich der Tag.(Joh. 18, 34. 35.) 133. Der du noch in der letz— ten Nacht, Eh du für uns er— blaßt, Den Deinen von der Liebe Macht So schön gepredigt hast: 2. Erinnre deine kleine Schar, Die sich sonst leicht entzweit, Daß deine letzte Sorge war Der Glieder Einigkeit! N. Ludw. Graf v. Zinzendorf, geb. 17004 1760. Mel. Mein Gott, zu dem ich.(Mark. 14, 32—39.) 134. Du gehest in den Gar— ten beten, Mein trauter Jesu, nimm mich mit! Laß mich an deine Seite treten, Ich weiche von dir keinen Schritt; Ich will an dir, mein Lehrer, sehn, Wie mein Gebete soll geschehn. 2. Du gehst mit Zittern und mit Zagen Und bist bis in den Tod betrübt. Ach dieses soll ans Herz mir schlagen, Daß mir die Sünde so beliebt; Drum willst du, daß ein Herz voll Reu Mein Anfang zum Gebete sei. 3. Du reißest dich von allen Leuten Und suchst die stille Ein— samkeit. So muß auch ich mich wohl bereiten Und fliehen, was mein Herz zerstreut. Zeuch mich von aller Welt allein, Daß nur wir zwei beisammen sei'n! 4. Du wirfst dich knieend hin zur Erden, Fällst nieder auf dein Angesicht. So muß die Demi brüst nicht rigkei Angst 5. Vate ein K mein ist tr nich Abba 2 und! treue stem Weil stor⸗ rend er⸗ an ich zen⸗ h in ft in inket In Ach nerzl ben, Und ben; nl 167⁷⁷. char, weit, war 4 1760. Nein allen Ein⸗ mich was mich nur hin auf die VII. Passienslieder. 99 Demuth sich gebärden; Drum brüst ich Erd und Staub mich nicht Und beuge mich in Nied⸗ rigkeit, Wie du voll Trauer, Angst und Leid. 5. Du betest zu dem lieben Vater, Rufst: Abba, Abba! wie ein Kind. Dein Vater ist auch mein Berather, Sein Vaterherz ist treu gesinnt; Drum halt ich mich getrost an dich Und rufe: Abba, höre mich! 6. Du wirfst voll Zuversicht und Liebe Dem Vater dich ans treue Herz Und rufst aus stärk⸗ stem Herzenstriebe Mit heißen Thränen himmelwärts. Ach Glaub und Liebe sind mir noth, Sonst ist mein Beten alles todt. 7. Geduldig Lamm, wie hältst du stille Und im Gebete dreimal an! Dabei ist auch für mich dein Wille, Daß ich soll thun, wie du gethan; Hilft Gott nicht gleich aufs erste Flehn, So darf ich wieder vor ihn gehn. 8. Dein Wille senkt sich in den Mel. Herzlich thut 135⁵. Du, dessen Augen floßen, Sobald sie Zion sahn, Zur Frevelthat entschlossen, Sich sei— nem Falle nahn! Wo ist das Thal, die Höhle, Die, Jesu, dich verbirgt? Verfolger seiner Seele, Habt ihr ihn schon er— würgtꝰ 2. Welch jammervolles Kla— gen Seufzt in Gethsemane? Wer ist der Mann der Plagen, Willen Des allerbesten Vaters ein. Darein muß ich auch mich verhüllen, Dafern ich will erhö— ret sein; Drum bet ich in Ge— lassenheit: Was mein Gott will, gescheh allzeit! 9. Obgleich die Jünger dein vergessen, Gedenkst du doch ge— treu an sie; Und da dich alle Martern pressen, Sorgst du für sie mit stäter Müh. Mein Beten bleibet ohne Frucht, Wenn es des Nächsten Heil nicht sucht. 10. Nun, du erlangest auf dein Flehen Trost, Kraft, Sieg, Le⸗ ben, Herrlichkeit. Damit hast du auf mich gesehen, Daß ich zur angenehmen Zeit Auf ernst⸗ lich Beten freudenvoll Den glei— chen Segen ernten soll. 11. Mein Jesu, hilf mir stets so beten, Wie mich dein heilig Vorbild lehrt! So kann ich frei zum Vater treten Und werde stets von ihm erhört; So bet ich mich zum Himmel ein, Und will dir ewig dankbar sein. Schmolk, geb. 1672 4+ 1737. mich.(Joh. 1, 29.) Der langsam Sterbende? Ist unter Menschenkindern Ein Hei— liger wie er? Und doch bebt er gleich Sündern Und sinkt und trägts nicht mehr! 3. Ach, wie er tief im Staube Bedeckt mit Angstschweiß liegt, Und doch sein starker Glaube Im heißen Kampfe siegt! Schon kommt der Mörder Rotte, Die kein Erbarmen rührt, Die ihn 100 VII. Passionslieder. zu Hohn und Spotte, Ihn— ach, zum Kreuze führt! 4. Sein Volk im heißen Grim⸗ me Erweicht sein Anblick nicht, Nicht fremden Mitleids Stim— me, Die von dem Richtstuhl spricht. Er ist ihr Hohngeläch— ter, Sie drohn mit wildem Ton: „Auf uns, auf Söhn und Töch— ter Komm seines Blutes Lohn!“ 5. Zur hohen Schädelstätte Trägt er sein Kreuz hinan; Sie kreuz'gen ihn: o bete, Mein Geist, mit Wehmuth an! Noch höhnt in frechen Mienen Sein Volk des Dulders Schmerz, Er ruft:„vergib es ihnen!“ Und Mitleid bricht sein Herz. 6. Es bricht, und matt von Kummer Sinkt auf die Bruft zur Ruh Sein Haupt; nun schließt der Schlummer Sein müdes Auge zu. Am Kreuze ruht die Hülle; Der Geist schwebt sanft entrückt Zu Gott, wo ihn die Fülle Des hohen Lohns erquickt. 7. O Freund der Menschen⸗ kinder, Hier liegen wir gebückt. Wie hoch hat uns, die Sünder, Wie hoch dein Tod beglückt! Dich ehre unser Glaube, Anbe— tung sei dein Dank; Hör ihn, vernimm vom Staube Den schwachen Lobgesang! Ramler, geb. 1725 + 1798. Mel. Ach Gott, verlaß mich nicht.(Joh. 19, 5. 2 Kor. 5, 21.) 136. Seht, welch ein Mensch ist das! O Blicke voller Thrä— nen, O Antlitz voller Schmach, O Lippen voller Sehnen, O Haupt voll Todesschweiß! O Seele voller Noth! O Herze voll Geduld, O Lieb voll Angst im Tod! 2. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach, sehet seine Wunden! Habt ihr, ihr Sünder, nicht Den Heiligen gebunden? Sind eure Lüste nicht Die Dornen, die er trägt? Ists eure Bosheit nicht, Die an das Kreuz ihn schlägt? 3. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach, opfert Thränen⸗ fluten, Denn eure Sünde macht Das Herz des Heil'gen bluten! Geht nicht vorüber hier, Wo Schmerz ist über Schmerz; Seht durch die offne Brust In eures Jesu Herz! 4. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach ja, wir wollen sehen, Was dir, du Menschenfreund, Durch Menschen ist geschehen! Solang ein Auge blickt, So lange soll die Pein, Die du für uns erträgst, Uns unver⸗ gessen sein! 5. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach, sieh uns an in Gnaden! Wenn wir uns voller Buß In Jammerthränen baden, So laß den Blick vom Kreuz In unsre Seele gehn, Und dein vergoß— nes Blut Für uns beim Vater flehn. VII. Passionslieder. 101 6. Seht, welch ein Mensch istnun dein Haupt sich neigt, So das! So werden wir dich schauen sterben wir mit dir; Wenn unser Und unsern ganzen Trost Auf Auge bricht, So leben wir dein Verdienst nur bauen. Wenn dafür. Mel. Herzlich thut mich. 137. Denk ich der Dornen⸗ krone Um meines Heilands Haupt, So dankt dem Men⸗ schensohne Mein Herz, das an ihn glaubt; Es wallt von hei— ßem Triebe, Ruft ihm bewun⸗— dernd zu: O Jesu, welche Liebe, O welch ein Mensch bist du! 2. Mein Herr, das ist die Schande, Die mein Stolz hat verdient; Doch in so niedrem Stande Hast du mich ausge— Eigene Mel.(Jes. 53, 138. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen, Daß man ein solch scharf Urtheil ausgespro— chen? Was ist die Schuld? In was für Missethaten Bist du gerathen? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, Ins Angesicht geschlagen und verhöhnet; Du wirst mit Essig und mit Gall ge—⸗ tränket, Ans Kreuz gehenket! 3. Was ist die Ursach aller sol⸗ cher Plagen? Ach, meine Sün— den haben dich geschlagen! Ich, mein Herr Jesu, habe dies ver— schuldet, Was du erduldet! 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe: Der gute Hirte lei⸗ det für die Schafe; Die Schuld Schmolk, geb. 1672 4 1737. (Joh. 19, 2. 1 Joh. 2, 6. sühnt. So wird die Schuld ver— geben, Die Strafe geht dahin, Daß ich in jenem Leben Der Ehre fähig bin. 3. Mein Heil, was soll ich sa⸗ gen? Ich bin auf ewig dein! Lehr mich für solche Plagen Dir herzlich dankbar sein! Mir sei vor deinem Throne Dein ew'ger Ruhm erlaubt Und die er⸗ worbne Krone Des Lebens auf dem Haupt! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. 4. 5. Röm. 6, 10 ꝛc.) bezahlt der König, der Gerech— te, Für seine Knechte! 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt, Der Böse lebt, der wider Gott miß— handelt; Der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen, Der Herr gefangen! 6. O große Lieb, o Lieb ohn' alle Maße, Die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freu— den, Und du mußt leiden! 7. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, Wie kann ich gnug— sam deine Treu ausbreiten! Kein Menschenherz vermag es auszu— denken, Was dir zu schenken. 8. Ich kanns mit meinen Sin-⸗ in eignen Kräften, Fest die Be— 102 VII. Passi nen nicht erreichen, Womit doch dein Erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir all deine Lie— besthaten Im Werk erstatten? 9. Doch etwas ist, das wirst du gern annehmen: Wenn ich des Fleisches Lüste will bezäh— men, Daß sie aufs neue nicht mein Herz entzünden Mit alten Sünden. Gal. 5, 26. 10. Weil aber dies nicht steht gierden an das Kreuz zu hef⸗ onslieder. der mich regiere, Zum Guten führe! 11. Ich werde dir zu Ehren al⸗ les wagen, Kein Kreuz mehr ach— ten, keine Schmach noch Plagen, Nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen Nehmen zu Herzen. 12. Wann dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne Auf meinem Haupte stehn die Eh— renkrone, Dann will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, ten, So gib mir deinen Geist, Mel. Herzlich thut mich.(1 Kor. 15, Lob und Dank singen! Heermann, geb. 1585 4 1647. 22. Gal. 6, 14. Offenb. Joh. 3, 10.) 139. Du meines Lebens Le-rathen, Geführt zu Spott und ben, Du meines Todes Tod, Für mich dahin gegeben In tiefe Seelennoth, In Martern, Angst und Sterben Aus liebender Be⸗ gier, Das Heil mir zu erwer⸗ ben, Nimm Preis und Dank dafür! 2. Ich will jetzt mit dir gehen Den Weg nach Golgatha; Laß mich im Geiste sehen, Was da für mich geschah. Mit innig zar⸗ tem Sehnen Begleite dich mein Herz, Und meine Augen thrä⸗ nen Um dich vor Liebesschmerz. 3. Ich komm erst zu der Stät— te, Wo Jesus niedersank Und ringend im Gebete Den Kelch des Leidens trank. Die Angst, die ihn durchdringet, Traf ihn durch mein Vergehn; Den Tod, mit dem er ringet, Den sollt ich selbst erstehn. 4. Mein Heiland wird ver— Qual. Ach, meine Missethaten, Die brachten allzumal Ihn vors Gericht des Heiden Und in der Feinde Hand; Ich wars, ich sollte leiden, Was da mein Bürg empfand. 5.„Seht, welch ein Mensch!“ Er stehet Geduldig wie ein Lamm; Und nun wird er er⸗ höhet, Ein Fluch, am Kreuzes- stamm, Vollendet da sein Bü— ßen, Der Welt, auch mir zu gut; Aus Händen, Seit' und Füßen Quillt sein Versöh— nungsblut. 6. Du bittest für die Feinde: Mein Jesu, wer war ich? Du denkst an deine Freunde: Ge— denk, Herr, auch an mich! Du machst den Schächer selig, Ver— heißest ihm dein Reich: Das macht mich Sünder fröhlich, Mich, der dem Schächer gleich. 7 0 ö Herze mich! Schm dich. Ende brach Händ vollb 8. * 14 ein w ach u der! Kreu Liebe aus 2 Her: Kreu re T VII. Passionslieder. 103 7. Du klagst voll Angst im Herzen:„Mein Gott verlässet mich!“ Du dürstest in den Schmerzen, Und niemand labet dich. Nun kommt der Leiden Ende, Du rufst:„es ist voll⸗ bracht!“ Befiehlst in Vaters Hände Den Geist— es war vollbracht! 8. Ich seh mit Lieb und Beu— gen Des Heilands letzten Blick, Ich seh sein Haupt sich neigen: Das war mein ewig Glück; Mein Bürge stirbt, ich lebe, So todeswerth ich bin; Er gibt sich mir, ich gebe Mich ihm zu ei— gen hin. Mel. Sieh, hier bin ich.(J 140. Ruhe hier, mein Geist, ein wenig, Schau dies Wunder, ach wie groß! Sieh, dein Herr, der höchste König, Hängt am Kreuze bleich und bloß, Den sein Lieben Hat getrieben aus des Vaters Schoß. 2. Wie dich Jesus liebt von Herzen, Kannst du hier am Kreuze sehn. re Todesschmerzen Ihm durch Leib und Seele gehn, Wie die Schrecken Ihn bedecken, Wie er schwebt in tausend Wehn! 3. Dies sind meiner Sünden Früchte, Die, mein Heiland, äng— sten dich; Dieser Leiden schwer Gewichte Lag auf dir, mein Heil, für mich, Daß die Nö— then, Die dich tödten, Mich nicht quälen ewiglich. Hieher Schau, wie bitt⸗ 9. O du, an den ich glaube, Und den mein Geist umfaßt, Der du im Todesstaube Für mich gelegen hast! Auf dein Ver— dienst und Leiden Vertrau ich ganz allein, Darauf werd ich einst scheiden Und ewig bei dir sein. 10. Erhalt mir deinen Frie⸗ den Und deines Heils Genuß, Solang ich noch hienieden In Schwachheit wallen muß, Bis endlich dir zu Ehren, Der mich mit Gott versöhnt, Dort in den obern Chören Mein Hallelujah tönt! Wobeser, geb. 1727 4 1795, und Bruiningk. oh. 15, 13. 14. Gal. 5, 24.) 4. Du, du hast für mich bekrie— get Sünde, Tod und Höllen— macht, Alle Feinde ganz besieget, Gottes Willen ganz vollbracht, Durch dein Sterben Mich zum Erben Deines Lebens dort ge— macht. 5. Ach ich Sündenkind der Er— den! Jesu, stirbst du mir zu gut? Soll dein Feind erlöset werden Durch dein eigen Her— zensblut? Ich muß schweigen Und mich beugen Für dies un— verdiente Gut. 6. Leib und Leben, Blut und Glieder, Alles gibst du für mich hin; Sollt ich dir nicht schenken wieder Alles, was ich hab und bin? Ich bin deine — alleine, Dir verschreib ich Herz und Sinn. 10⁴ VII. 7. Zeuch durch deines Todes Kräfte Mich in deinen Tod hin— ein; Laß mein Fleisch und sein Geschäfte, Herr, mit dir gekreu— Passionslieder. zigt sein, Daß mein Wille Wer— de stille Und die Liebe heiß und rein! Tersteegen, geb. 1697 + 1769. Mel. Nun ruhenalle Wälder.(1 Petri 2, 21—-24.) 141.— Welt, sieh hier dein Leben Am Stamm des Kreuzes schweben, Dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich beschwe— ren Mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, Sein Leib ist ganz mit Schweiße Des Todes überfüllt; Aus seinem edlen Herzen Vor unerschöpften Schmerzen Ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer ists, der dich geschla— gen, Mein Heil, und dich mit Plagen So zugerichtet hat? Du bist ja nicht ein Sünder Wie wir und unsre Kinder, Und weißt von keiner Missethat. 4. Ich, ich und meine Sün⸗ den, Die sich wie Körnlein fin— den Des Sandes an dem Meer, Die haben dir erreget Das Elend, das dich schläget, Und deiner Martern ganzes Heer. 5. Ich bins, ich sollte büßen, An Händen und an Füßen Ge— bunden, in der Qual; Die Gei⸗ ßeln und die Banden, Und was du ausgestanden, Hab ich ver— dienet allzumal. 6. Du setzest dich zum Bür— gen, Ja lässest dich erwürgen Für mich und meine Schuld; Mir lässest du dich krönen Mit Dornen und dich höhnen, Und leidest alles mit Geduld. 7. Ich bin, mein Heil, ver⸗ bunden All Augenblick und Stunden Dir überhoch und sehr; Was Leib und Seel vermögen, Das soll ich billig legen Allzeit zu deinem Dienst und Ehr. 8. Nun ich kann nicht viel ge— ben In diesem armen Leben; Eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, Bis Leib und Seele scheiden, Mir stets in meinem Herzen ruhn. 9. Ich wills vor Augen setzen, Mich stets daran ergetzen, Ich sei auch wo ich sei; Es soll mir sein ein Spiegel Der Unschuld und ein Siegel Der Lieb und unverfälschten Treu. 10. Wie wir mit unsern Sün— den Des Herrn Gericht entzün— den, Wie Rach und Eifer gehn, Wie strenge Gottes Ruthen, Wie heiß der Strafe Gluten, Will ich aus diesem Leiden sehn. 11. Ich will daran erblicken, Wie ich mein Herz soll schmü— cken Mit stillem, sanftem Muth, Und wie ich soll die lieben, Die mich so sehr betrüben Mit Wer— ken, so die Bosheit thut. 12. Wenn böse Zungen stechen, Mit Und Ver⸗ und sehr; zögen, Alhzeit iel ge⸗ leben; 1 Es Mir ihn. setzen, „I lmir schuld b und Sün⸗ ntzün⸗ gehn, uthen, hluten, sehn. licken,, schmi⸗ Muth, VII. Passi Mir Glimpf und Namen bre— chen, So will ich zähmen mich; Das Unrecht will ich dulden, Dem Nächsten seine Schulden Verzeihen gern und williglich. 13. Ich will ans Kreuz mich schlagen Mit dir und dem ent⸗ sagen, Was meinem Fleisch ge⸗ fällt; Was deine Augen hassen, onslieder. 105 Das will ich fliehn und lassen, Gefiel es auch der ganzen Welt. 14. Dein Seufzen und dein Sehnen Und so viel tausend Thränen, Die dir geflossen zu, Die sollen mich am Ende In deinen Schoß und Hände Be⸗ gleiten zu der ew'gen Ruh. Gerhard, geb. 1606 4 1676. Mel. Herzlich thut mich.(Jes. 50, 6. Röm. 5, 8—11.) 142. O Haupt voll Blut und Wunden, Voll Schmerzen, vol⸗ ler Hohn; O Haupt, zum Spott gebunden Mit einer Dornen⸗ kron; O Haupt, sonst schön ge⸗ schmücket Mit höchster Ehr und Zier, Doch nun von Schmach ge⸗ drücket: Gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, Da⸗ vor das Reich der Welt Erschrickt und wird zunichte, Wie bist du so entstellt! Wie bist du so er⸗ bleichet! Wer hat dem Augen— licht, Dem sonst kein Licht mehr gleichet, Solch Dunkel zuge— richt't? 3. Die Farbe deiner Wangen, Der rothen Lippen Pracht Ist hin und ganz vergangen; Des blassen Todes Macht Hat alles hingenommen, Hat alles hin⸗ gerafft, Und daher bist du kom⸗ men Von deines Leibes Kraft. 4. Mein Heil, was du erdul⸗ det, Ist alles meine Last: Ich, ich hab es verschuldet, Was du getragen hast. Schau her, hie steh ich Armer, Der Zorn ver— Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad! 5. Erkenne mich, mein Hüter, Mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, Ist mir viel Guts gethan: Dein Mund hat mich begabet Mit wunderbarem Trost, Dein Geist hat mich gelabet Mit reicher Himmelskost. 6. Ich will hier bei dir stehen, Verachte mich nur nicht! Von dir will ich nicht gehen, Wann dir dein Herze bricht; Wann dein Haupt wird erblassen Im letzten Todesstoß, Alsdann will ich dich fassen In meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden Und kommt mir herzlich wohl, Wenn ich in deinem Leiden, Mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, An deinem Kreuze hier, Mein Leben von mir geben, Wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, O Jesu, liebster Freund, Für dienet hat, Gib mir, o mein deine Todesschmerzen, Da du's 106 VII. so gut gemeint! Ach gib, daß ich mich halte Zu dir und deiner Treu, Und wann ich nun erkalte, In dir mein Ende sei! 9. Wann ich einmal soll schei— den, So scheide nicht von mir; Wann ich den Tod soll leiden, So tritt du dann herfür! Wann mir am allerbängsten Wird um das Herze sein, So reiß mich Passionslieder. aus den Angsten Kraft deiner Angst und Pein! 10. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meinem Tod, Und laß mich sehn dein Bilde In dei— ner Kreuzesnoth! Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll Fest an mein Herz dich drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Gerhard, geb. 1606 + 1676. Mel. Ach, was soll ich Sünder.(Joh. 3, 5. 6.) 143. Jesu, dessen Tod und Leiden Unsre Freud und Leben ist, Der du abgeschieden bist, Auf daß wir nicht von dir schei— den, Sondern durch des Todes Thür Zu dem Leben folgen dir! 2. Als der scharfe Speer gesto⸗ chen, Herr, in deine Seite dort Und dein Blut, des Glaubens Hort, Aus der Seit' hervorge— brochen, Läßst du sehen uns dein Herz Voll von Lieb und voll von Schmerz. 3. Deine Arme, ausgestrecket, Zeigen deine Freundlichkeit, Zu empfangen die bereit, So dein Kreuz zur Lieb erwecket; Wer Mel. Jesu, der du meine.(Matth. 27, 40. 144. Mittler„alle Kraft der Worte, Die du in der hohen Pein Vor der offnen Todespforte Lie— ßest deine Losung sein, Bleibt mir, wann auch ich abscheide, Meiner Seele Füll und Weide; Nun ich so gerüstet bin, Zieht michs dir nach, zu dir hin. 2. Wenig Wort in langen Stun⸗ den Botest du vom Kreuze dar,‚ nicht unempfindlich ist, Sich in deine Arme schließt. 4. Als sich, Herr, dein Haupt geneiget, War es, um zu segnen mich; Da der Geist von dan— nen wich, Noch sich deine Liebe zeiget. Selig, wer auch Zeichen gibt, Daß er bis in Tod dich liebt! 5. Laß die matte Seel empfin⸗— den Deiner Liebe süße Flut; Wem nicht deines Leidens Glut Kann sein kaltes Herz entzün— den, Jesu, der muß wie ein Stein Ohne Lieb und Leben seyn! Leibnitz, geb. 1646 + 1716. Luk. 23, 34. 43 46. Joh. 19, 26—30.) Bis du alles überwunden, Was dir in dem Wege war, Zu dem Vater durchzudringen Und auch uns zu ihm zu bringen, Weil du, was uns selig macht, Meist in stillem Kampf vollbracht. 3. Doch was deine Lippen sa— gen, Macht zu Gott gewisse Bahn; Was uns plagt, das war dein Klagen, Unsers Flehns nahmst schieht, auch ic Vennl Geist! 4.„V sen Ih Edle L Nun, Wider Und m gen? Tilge n 5.Dei Velche du, Gleich übt. 7/½ Heute! wiß streite radies Schäß desrä! Matter ten Le 7. sen, von d fassen dann sharf Fläch Sund heimt deiner hilde, Und n dei⸗ ill ich ill ich Herz t/ der 511676. dich in Haupt segnen dan⸗ Liebe eichen d dich mpfin⸗ Flut; Glut ntzün⸗ sie ein Leben + 171⁵• 6—30.) Was ù dem ; dauch Weil Meist . hen sa⸗ gewise , das Flehns VII. Passi nahmst du dich an. Dies ge— schieht, um mich zu lehren, Wo auch ich mich hin soll kehren, Wenn beim Heimgang mich der Geist Alles richtig machen heißt. 4.„Vater,“ batest du,„laß die⸗ sen Ihren blinden Frevel nach!“ Edle Langmuth, sei gepriesen! Nun, wie soll ich eigne Rach Wider meinen Nächsten hegen Und mir selbst den Weg verle⸗ gen? Jesu, deine Mittlerhuld Tilge mein und seine Schuld! 5. Deine Mutter, deinen Jünger, Welchen du, der dich geliebt, Hast du, Eintrachtswiederbringer, Gleich versorgt und gleich ge— übt. Gib, daß die, so ich ver— lasse, Rechter Sinn zusammen— fasse, Und in deiner Lieb und Treu Eins des andern Zuflucht sei. 6.„Heute“ Cunvergleichlichs Heute!),„Heute sollest du ge— wiß(Glaube, rede, bete, streitel) Sein mit mir im Pa⸗ radies!“ Dieses lasse wie dem Schächer So auch mir, o To-⸗ desrächer, Wann der Augen matter Schein Bricht, den letz— ten Leitstern sein. 7.„Ach, warum bin ich verlas⸗ sen, O mein Gott, mein Gott, von dir?“ Jesu, wie ist dies zu fassen? Klagst du so, wie gehts dann mir? Ja durch dieses scharfe Ringen Wirst du deinen Flüchtling bringen Trotz der Sünden Scheidewand Zum ge— onslieder. 107 8. Aber welch bedenklich Dür— sten Klagt der ausgedörrte Mund Unsers reichen Lebens— fürsten In der Schrifterfül— lungsstund? Für die lechzens— volle Kehle, Für die ächzens— matte Seele Bleibt, wann nichts den Stand mehr hält, Mir zum Labsal dies bestellt. 9. Nun, nun ist das Heil er— worben, Denn du sagst:„Es ist vollbracht!“ Jesu, eh du noch gestorben, Leuchtet schon die Siegesmacht. Laß nun immer⸗ hin ergehen, Was hienieden auszustehen: Mein Vollender, du in mir, Und vollendet ich in dir! 10.„Vater,“ rufst du,„ich be⸗ fehle Deinen Händen meinen Geist!“ Rufst es laut aus tiefer Seele. So vertritt mich aller— meist; Wann der letzte Zug vor— handen, Lös mich aus des To⸗ des Banden; Nimm, Herr, deines Pilgrims wahr, Stelle mich dem Vater dar! 11. Diese sieben festen Siegel Drück, o Herr, in meine Brust, Daß ich zu dem Friedenshügel, Dessen Spur mir nun bewußt, Unverweilet aufwärts steige, Und daß alles in mir schweige Außer deiner Worte Chor; Die⸗ ser hebet mich empor. 12. Wahrheit, prüfe, Licht, durchscheine Noch einmal, was in mir ist, Ob ich alles lauter meine, Daß dein Sinn, o Jesu heimen Priesterstand. Christ, Mich erhalt in Tod und ä. 108 VII. Passi Leben! Laß den Geist das Zeugniß geben, Daß ich Gnad und Glaubensgab Und sofort das Leben hab. 13. Nun so darf ich mit dir rufen, Nun so werd ich auch erhört; Nun so folg ich durch onslieder. die Stufen, Wo der Eingang unverwehrt Zu dir führet und zu allen, Die dir Hallelujah schallen. Du, du hast den Feind gedämpft, Ewig ist es ausge— kämpft. Bengel, geb. 1687 4 1752. Mel. Jesu, hilf siegen.(1 Tim. 2, 5. 6.) 145. Einiger Mittler und ewiger Priester, Der uns am Kreuze so herrlich vertrat, Der noch den Vater für böse Ge— schwister Sterbend mit Thrä- nen und Schreien erbat! Fehlt es mir immer im Danken und Beten, Laß mich doch immer dein Fürwort vertreten! 2. Dank sei dir für die so zärt⸗ lichen Triebe, Die du der Mut— ter zum Besten noch fühlst, Da du sie sterbend der kindlichen Liebe Deines geliebten Johan— nes empfiehlst. Jesu, du liebst bis ans Ende die Deinen, Ach so berathe auch mich und die Meinen! 3. Dank sei dir für die so tröst⸗ lichen Worte, Da du dem Schä⸗ cher den Himmel versprachst, Weil du durch dieses die himm— lische Pforte, Die mir die Sünde verschlossen, erbrachst. Sünder, kommt, freut euch der süßesten Reden, Denn sie sind wahrlich der Schlüssel zum Eden! 4. Dank sei dir, daß du noch bei dem Erblassen Diese so tröst⸗ lichen Worte gebraucht:„Mein Gott, ach mein Gott, du hast mich verlassen!“ Weil du dich für mich verlassen gedaucht. Je— su, ich werde die Rede recht fassen; Gott wird mich niemals im Kreuze verlassen. 5. Jesu, Dank sei dir, dem Fürsten der Fürsten, Daß dich nur Essig und Galle getränkt, Weil nun bei deinem so klägli— chen Dürsten Meine heilsdur⸗ stige Seele gedenkt: Kann mich das Dürsten der Hölle noch schrecken? Wollte nicht Jesus das Bitterste schmecken? 6. Dank sei dir für die Erfül⸗ lung der Schriften, Da du ge⸗ rufen:„Nun ist es vollbracht!“ Weil du, ein ewig Erlösen zu stiften, Selbst dich zum heilig— sten Opfer gemacht. Gott ist versühnet, die Sünde getödtet, Weil dieses Blut in dem Him⸗ mel nun redet. 7. Dank sei dir, daß du so selig verschieden, Da du all unsere Sünden bezahlst. Dadurch er⸗ warbst du uns Leben und Frie⸗ den, Daß du die Seele dem Vater befahlst. Dieses Wort heißet der Gläubigen Seelen Al in die sehlen. 8. Jsu, nur zu ste vom Gral Mel 146. laden, K Gnaden, Noh gla Und, der Als Herr mel bat. 2. Das daß Jf borher S 8 nicht; die letzte Duß und 3. Zur9 nen; Di Mit Gne hieng nit Im Krey Starb ab Eige 147. dller St Kerispnen ingang ret und lelujah Feind ausge⸗ 77 52. du hast du dich ht. I⸗ e recht iemals r, dem aß dich etränkt, llägli⸗ ilsdur⸗ m mich e noch Jesus Erfül⸗ du ge⸗ racht“ ösen zu beilig⸗ hott ist etödtet, u Him⸗ s 0 selig unsere urch el⸗ w ßrie⸗ ele dem Wort Seelen VII. Passionsliedet. 109 All in die Hände des Vaters be⸗ fehlen. 8. Jesu, ich wünsche mit dir nur zu sterben, Jesu, mit dir nur vom Grab zu erstehn; Jesu, mit dir nur den Himmel zu erben, Jesu, mit dir nur mich selig zu sehn, Jesu, bei dir nur auf ewig zu leben. Jesu, sprich Amen; nur du kannst es geben! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 + 1769. Mel. Nun ruhen alle Wälder.(Luk. 23, 42. 43. 1 Tim. 1, 15. 16.) 146. Der Schächer, fluchbe⸗ laden, Kam sterbend noch zu Gnaden, Daß er noch Buße that, Noch glaubte, noch bekannte Und, den die Welt verkannte, Als Herrn des Reichs der Him⸗ mel bat. 2. Das ist die Wundersache, Daß Jesus selig mache, Wer vorher Sünder war; Doch dient es nicht zum Grunde, Daß man die letzte Stunde Zum Beten, Buß und Glauben spar. 3. Zur Warnung soll mirs die⸗ nen; Die Gnade ist erschienen, Mit Gnade scherzt man nicht. Hieng nicht der andre Schächer Am Kreuz auch als Verbrecher, Starb aber hin auf sein Gericht? Eigene Mel.; oder: Ach, was soll ich. 147. Schaut die Mutter voller Schmerzen, Wie sie mit zerriss'nem Herzen Bei dem Kreuz des Sohnes steht! Schauet ihre Trübsalshitze, Wie des Schwertes blut'ge Spitze Tief durch ihre Seele geht! 2. Wessen Auge kann der Zäh⸗ ren Bei dem Jammer sich er⸗ wehren, Der des Höchsten Sohn umfängt? Wie er mit gelass'nem Muthe, Todesmatt, in seinem 4. Wie gut ist frühe Buße Und zu des Heilands Fuße Um sein Erbarmen flehn, Im Glau— ben Herrn ihn nennen, Im Le⸗ ben ihn bekennen, Im Leiden auf sein Leiden sehn! 5. Ich preise dein Erbarmen, Herr Jesu, der mich Armen In seine Gnade nahm. Erhalte mich hierinnen Und nimm mich einst von hinnen Zu dir, wohin der Schächer kam! 6. Solang ich noch soll leben, Laß mir die Gnade geben, Was keine Welt mir gibt; Auf Gna⸗ de laß mich sterben, Aus Gna⸗ den laß mich erben: Gedenke, daß du mich geliebt! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. (Luk. 2, 35. Matth. 16, 24. 27.) Blute An dem Holz des Fluches hängt! 3. Für die Sünden seiner Brü⸗ der Leidet er, daß seine Glieder Unnennbare Qual zerreißt. Für uns ruft er im Erblassen:„Gott, mein Gott, ich bin verlassen!“ Und verathmet seinen Geist. 4. Laß, o Jesu, Quell der Liebe, Deines Herzens heil'ge Triebe Strömen in mein Herz herab; Laß mich dich mein Alles nennen, 110 VII. Ganz für dich in Liebe bren⸗ nen, Der für mich sein Leben gab! 5. Drück, mein König, deine Wunden, Die du auch für mich empfunden, Tief in meine Seel hinein; Laß in Reue mich zerflie⸗ ßen, Mit dir leiden, mit dir büßen, Mit dir tragen jede Pein! 6. Laß mich herzlich mit dir Passionslieder. scheiden, Die dir solche Wunden schlug! Ich will auch mir Wun⸗ den schlagen, Will das Kreuz des Lammes tragen, Welches meine Sünden trug. Matth.5,202c. 8. Laß, wenn meine Thränen fließen, Mich den Gnadenglanz genießen Deines milden Ange— sichts; Decke mich durch deine Plagen Vor den Angsten und weinen, Mich durchs Kreuz mit dir vereinen; Aller Weltsinn sei verflucht! Unterm Kreuze will ich stehen Und dich zittern, blu⸗ ten sehen, Wenn die Sünde mich versucht. 7. Gib mir theil an deinem Leiden, Laß von aller Lust mich den Klagen Einst am Tage des Gerichts! 9. Gegen aller Feinde Stürmen Laß mich, Herr, dein Kreuz be— schirmen; Deine Gnade leuchte mir! Deckt des Grabes finstre Höhle Meinen Leib, So nimm die Seele Hin ins Paradies zu dir! Nach Jacopone, 4 1306. Eigene Mel.(Ebr. 12, 1. 2. Joh. 15, 13.) 148. Ach, sieh ihn dulden, bluten, sterben! O meine Seele, sag ihm frommen Dank! Sieh Gottes eignen Sohn und Erben, Wie mächtig ihn die Menschen— liebe drang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan? Der so wie er für Sünder sterben kann? 2. Wie dunkel waren jene Stunden, O Herr, und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden, Und ach, es floß zum Heil und Trost für mich! Und ruft noch heute mir ermunternd zu, Daß du mich liebst, du frommer Dul⸗— der, du. 3. So sollt es sein: du mußtest leiden. Dein Tod macht mir des Vaters Liebe kund; Er wird für mich ein Quell der Freuden, Ein Siegel auf den ew'gen Friedens⸗ bund; So wahr dich Gott für mich zum Opfer gibt, So fest steht es, daß er mich herzlich liebt. 4. Dein bin ich nun und Got— tes Erbe; Ich sehe in sein Va— terherz hinein. Wenn ich nun leide, wenn ich sterbe, Kann ich unmöglich je verloren sein. Wenn Sonn und Mond und Erde untergehn, So bleibt mir Gottes Gnade ewig stehn. 5. Ja mir zum Trost und dir zur Ehre Gereicht dein ganzer Kampf, dein Kreuzestod. Be⸗ stätigt ist nun deine Lehre, Ich baue fest darauf in jeder Noth; Unschuldig littest du, doch Preis und Ru der Uns . N fann mi schön d Olaßr Und me Tugend dringt hat es als dus 7. Nit rächen, Heilan Gottes Wär a dunkel du selb dir, 2 2 149 Remach ollbra oMen wirbt verdir 2. E erbleid niemat keitl wird) der S 3.D Huf, ö schau Oben 0 Helig ugt, Zunden Wun⸗ Kreuz Delches h. 5, 20ꝛ. hränen nglanz Ange⸗ deine en und age des türmen euz be⸗ leuchte finstre imm die zu dir! e, 1 100ö. dird für en, Ein riedens⸗ hott für So fest ich liebt. d Got⸗ sein Va⸗ ich nun Rann ich n sein. nd und eibt mir u. und dir ganzer d. Be= re, Nothz ch Yreis VII. und Ruhm Ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 6. Ja, Herr, dein Vorbild kann mich lehren, Wie sanft und schön der Tod des Frommen sei. O laß mich dein Gebot verehren, Und mache mich im Kampf der Tugend treu! Die Dankbarkeit dringt innigst mich dazu; Wer hat es mehr um mich verdient als du? 7. Nie will ich mich am Feinde rächen, Auch dies lern ich, mein Heiland, hier von dir; Nie Gottes Schickung widersprechen, Wär auch sein Pfad jetzt noch so dunkel mir; Auf Dornen giengst du selbst zum Ziele hin, Ich folge dir, Weil ich dein Jünger bin. Passionslieder. 111 8. Was fürcht ich noch des Todes Schrecken? Du schliefst auch einst im Grab, o Seelen— freund! Mag sie doch meine Asche decken, Die Erde, wann des Todes Nacht erscheint: Der Gott, der dir das Leben wieder gab, Wälzt einstens auch den Stein von meinem Grab. 9. Nimm hin den Dank für deine Plagen, Mein Retter, den dir treue Liebe bringt! Noch heißern Dank will ich dir sa— gen, Wann dich mein Geist im Engelchor besingt. Dann stim— men alle Sel'gen fröhlich ein, Der ganze Himmel soll dann Zeuge sein! J. A. Hermes, geb. 1736 4 1822. Mel. Ich hab mein Sach Gott.(Jes. 15, 24. 25. 44, 22.) 149. Nun ist es alles wohl⸗ gemacht, Weil Jesus ruft: es ist vollbracht! Er neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, Der dir er⸗ wirbt Das Leben, welches nie verdirbt. 2. Erschrecklich, daß der Herr erbleicht, Der Lebensfürst, dem niemand gleicht An Herrlich— keit! Die Erde kracht, Und es wird Nacht, Weil er stirbt durch der Sünde Macht. 3. Die Sonn erlischt in ihrem Lauf, Der Heil'gen Gräber thun sich auf, Der Vorhang reißt von oben an, Daß jedermann Ins Heiligthum nun schauen kann. 4. Weil denn die Kreatur sich regt, So werd auch du, o Mensch, bewegt! Ein Fels zer— reißt, und du wirst nicht Durch dies Gericht Erschüttert, daß dein Herze bricht? 5. Dein ist die Schuld, nimm dies in acht, Daß Jesus ist ans Kreuz gebracht; Ihm, der für dich sein Leben gab, Folg in das Grab Und stirb dem Sünden— leben ab! 6. Ach Vater, unter Pein und Hohn Erblaßt am Kreuz dein ein⸗ ger Sohn! Nun dies geschieht für meine Schuld; Drum hab Geduld Und schenk in ihm mir deine Huld! 7. Ertödte selbst in meiner Brust, Mein Heiland, jede böse Lust! Dein Tod, der mir das —.—.—. 112 VII. Passionslieder. Leben schafft, Verleih mir Kraft,] dich sehn; Dein Tod soll meine Zu üben gute Ritterschaft! Zuflucht sein, Auf ihn allein 8. Ich will zu deinem Kreuze Schlaf ich einst sanft und selig ein. gehn Und fest im Glauben auf Nach Laurentii. Mel. Christus, der ist.(Röm. 14, 8. 9.) 150. Sein Kampf war nun geendet, Errungen war die Kron; Er hat mit Preis vol⸗ lendet, Der eingeborne Sohn. 2. Nimm, spricht er, Meine Seele, Mein Vater, jetzt von mir; Du, dem ich sie befehle, Nimm sie hinauf zu dir! 3. Der Vater Jesu hörte Und riß ihn aus der Pein Und nahm, wie er begehrte, Ihn in die Ruhe ein. 4. Ach wann ich einst am Ende Von meiner Laufbahn bin, Nimm auch in deine Hände, Herr, meine Seele hin! 5. Die Summe meiner Tage Ist, Jesu, dir bekannt; Mein Glück und meine Plage Stehn, Herr, in deiner Hand. 6. Mach mich nur fromm und weise In meiner Prüfungszeit Und auf der Pilgerreise Noch reif zur Ewigkeit! 7. Nur dir, dir laß mich leben Und immer wachsam sein, So darf ich nicht erbeben, Mein Heil, ich bin ja dein. 8. So geh ich froh entgegen Dem Tod und dem Gericht, Er ist durch dich mein Segen, Herr, meine Zuversicht. Röding, geb. 1732 + 1800. Mel. Die Tugend wird.(2 Kor. 5, 15. ⁰ 151. O drückten Jesu To⸗ desmienen Sich meiner Seel auf ewig ein! O möchte stünd— lich sein Versühnen In meinem Herzen kräftig sein! Denn ach, was hab ich ihm zu danken! Für meine Sünden floß sein Blut, Das heilet mich, den Ar⸗ men, Kranken, Und kommt mir ewiglich zu gut. 2. Ein Glaubensblick auf Jesu Leiden Gibt auch dem blödsten Herzen Muth; Die Quelle wah— rer Geistesfreuden Ist sein ver⸗ goss'nes theures Blut, Wenn seine Kraft das Herz durchflie— ßet, Sein Lieben unsern Geist durchdringt, Wenn seine Huld die Seel umschließet Und ihr sein Trostwort Frieden bringt. 3. Für mich starb Jesus, meine Sünden Sinds, die ihn in den Tod versenkt; Drum läßt er Gnade mir verkünden, Die mich mit Lebenswasser tränkt. O Strom der Liebe, klar und helle, Mein Herz soll offen stehn für dich; O unerschöpfte Frie⸗ densquelle, Ergieß ohn' Ende dich in mich! 4. Herr Jesu, nimm für deine Schmerzen Mich Armen an, so neine lllein z ein. lrentii. Tage Mein tehn, und 8zeit Noch leben So Mein gegen „ Er Herr, 1800. Geist Huld Ud ihr ingt. meine in den ißt er Die tränkt. r und sihn Fie⸗ Ende deine an, so VII. Passionslieder. 113 wie ich bin! Ich setze dir in mei⸗ nem Herzen Ein Denkmal dei— ner Liebe hin, Die dich für mich in Tod getrieben, Die mich aus meinem Jammer riß; Ich will dich zärtlich wieder lieben, Du nimmst es an, ich bins gewiß. 5. Wann einst mein Herz wird stille stehen, So schließ mich ins Erbarmen ein! Dann werd ich dich von nahem sehen In deiner Klarheit ew'gem Schein. Die Seele, die durch dich genesen, Ruht dann in deinen Armen aus, Und lässet gern den Leib verwesen: Er wird dereinst ihr neues Haus. Nach Chr. Renatus, Graf von Zinzendorf, geb. 1727 + 1752. Mel. Werde munter; oder: Freu dich sehr.(Joh. 14, 21. Röm. 8, 38 ꝛc.) 152. Der am Kreuz ist meine Liebe, Und sonst nichts in dieser Welt. O daß ers doch ewig blie⸗ be, Der mir jetzt so wohl gefällt! Nun, mein Herz soll immerfort Fest bestehn auf diesem Wort, Sei es heiter oder trübe: Der am Kreuz ist meine Liebe! 2. Zwar es ist mir unverbor⸗ gen, Was die Lieb oft nach sich zieht; Schmach, Verfolgung, Noth und Sorgen, Kreuz und Armut bringt sie mit; Ja wenn er, mein Heiland, will, Ist kein bittrer Tod zu viel. Doch es komme noch so trübe: Der am Kreuz ist meine Liebe! 3. Lieber wähl ich solche Plage Und der Liebe schweren Stand Als ohn' ihn die besten Tage Und der Ehre eitlen Tand. Heißt mich immer wunderlich; Spotte man auch über mich, Daß ich, was er haßt, nicht übe: Der am Kreuz ist meine Liebe! 4. Aber wißt ihr meine Stärke, Und was mich so muthig macht, Daß mein Herz des Fleisches Werke Und des Satans Grimm verlacht? Jesu Lieb ist mir ge— wiß, Seine Lieb ist stark und süß. Was ist, das mich noch betrübe? Der am Kreuz ist meine Liebe! 5. Diese Liebe lohnet endlich, Führt zu ihm ins Vaterhaus, Ist zur letzten Zeit erkenntlich Und theilt Kränz' und Kronen aus. Ach, ach wollte Gott, daß doch Alle Welt dereinst sich noch Dieses in das Herz einschriebe: Der am Kreuz ist meine Liebe! Greding, geb. 1676. Mel. Freu dich sehr.(Röm. 6, 1—11. Gal. 2, 20. Luk. 23, 28.) 153. Richtet auf des Heilands Leiden Die Vernunft ihr Den⸗ ken hin, Mag sie wohl von außen weiden Sich an eigner Dichtung Sinn; Oder kommt es hoch, so kann Sie mit Klagen heben an Gesangbuch für die evangelische Kirche. über Christi Pein und Schmer⸗ zen; Doch es heilet nicht die Herzen. 2. Aber meines Geistes Seh⸗ nen Zielt auf die Gemeinschaft hin: Stets zum Sterben zu 8 gewöhnen Den so tief verderbten Sinn. Mir soll Christi Schmach und Pein Nicht ein rührend Bild nur sein; Nein, ins Herz will ich ihn schließen, Seines Todes Kraft genießen. 3. Dies Geheimniß ist verbor— gen, Wird als Thorheit ange— sehn; Aber meine größten Sor— gen Sollen auf dies Wunder gehn. Meine Schuld und Sün— dennoth Tilgt nur Christi bittrer Tod; Nur durch ihn wird uns gegeben, Aufzustehn zum neuen Leben. 4. Drum in meines Herzens Grunde Trag ich ihn, den See— lenfreund, Der zum ew'gen Gna— denbunde Mit dem Glauben sich vereint Und durch seines To— des Kraft Neues Leben in uns Eigene Mel.; oder: Herr Christ, der.(1 154. Wenn mich die Sün— den kränken, O mein Herr Jesu Christ, So laß mich wohl be— denken, Wie du gestorben bist, Und alle meine Schuldenlast Am Stamm des heil'gen Kreuzes Auf dich genommen hast! 2. O Wunder ohne Maßen, Wenn man's betrachtet recht: Es hat sich martern lassen Der Herr für seinen Knecht; Es hat sich selbst mein Herr und Gott Für mich verlornen Menschen Gegeben in den Tod! 3. Was kann mir denn nun schaden Der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden, 114 VII. Passionslieder. schafft, Wie auf den erstorbnen Auen Wir beim Wehn des Len⸗ zes schauen. 5. Alle Hoffahrt beugt sie nie— der, Hebt in Kleinmuth mich empor, Gibt in Schwachheit Stärke wieder, Zieht aus Zwei⸗ feln mich hervor, Hält mich zwischen Lust und Leid In der rechten Mäßigkeit; Ja ich finde tiefste Stille, Wenn am Kreuze hängt mein Wille. 6. O geheimnißvolle Liebe, Die sich im Verborgnen schenkt, Wecke neue Lebenstriebe, Wenn mein Sinn zum Kreuz sich lenkt! Alle Kraft und alles Heil Deines Leidens sei mein Theil; Alles andre mag vergehen, Bleibt dein Kreuz nur in mir stehen. Nach Arnold. Petri 1, 18 ꝛc. 22, 24. Röm. 5, 1. 2.) Die Schuld ist allzumal Getilgt durch Christi theures Blut, Daß ich nicht mehr darf fürchten Der Hölle Qual und Glut. 1 Soh. 5, 10. 4. Drum sag ich dir von Her— zen, Jetzt und mein Leben lang, Für deine Pein und Schmerzen, O Jesu, Lob und Dank, Für deine Sanftmuth und Geduld, Für dein unschuldig Sterben, Für deine Lieb und Huld. 5. Herr, laß dein bitter Leiden Mich reizen für und für, Mit allem Ernst zu meiden Die sünd— liche Begier; Laß mirs nie kom— men aus dem Sinn, Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin! trag Gott Well Das nen en⸗ nie⸗ nich heit wei⸗ mich der inde euze Die Zecke nein Alle ines lUlles leibt n. rnold. tilgt Daß Der 5, 10 Her⸗ ang, rzen, Für duld, xben, eiden Mit sünd⸗ fom⸗ iel es bin! VII. 6. Mein Kreuz und meine Pla⸗ gen, Solls auch sein Schmach und Spott, Hilf mir geduldig tragen; Gib, o mein Herr und Gott, Daß ich verleugne diese Welt Und folge jenem Bilde, Das du mir vorgestellt! 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen Nächsten lieben, Gern dienen jedermann Ohn' Eigen⸗ Passionslieder. 11⁵5 nutz und Heuchelschein Und, wie du mir erwiesen, Aus reiner Lieb allein. 8. In meinen letzten Stunden Ström du mir Kraft und Ruh, Mir Heil aus deinen Wunden Und deinen Frieden zu! Du bists allein, auf den ich trau; Du wollest mich annehmen, Daß ich dich ewig schau! Gesenius, geb. 1601 4 1671. Mel. Freu dich sehr.(Gal. 1, 3. 4. Röm. 6, 6. Mark. 8, 34.) 155. Jesu, deine tiefen Wun⸗ den, Deine Qual und bittrer Tod Geben mir zu allen Stun⸗ den Trost in Leibs- und Seelen⸗ noth. Fällt mir etwas Arges ein, Denk ich bald an deine Pein, Die erlaubet meinem Her— zen Mit der Sünde nicht zu scherzen. 2. Will sich dann in Lüsten wei⸗ den Mein verderbtes Fleisch und Blut, So gedenk ich an dein Lei⸗ den, Bald wird alles wieder gut. Kommt der Feind und setzet mir Heftig zu, halt ich ihm für Deine Gnad und Gnadenzei⸗ chen; Bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen Auf der Sünden breite Bahn, Wo so viele sich verlie— ren, Ach dann schau ich emsig an Deiner Marter Zentnerlast, Die du ausgestanden hast; So kann ich in Andacht bleiben, Alle böse Lust vertreiben. 4. Ja für alles, das mich krän⸗ ket, Geben deine Leiden Kraft; Wenn mein Herz sich drein ver— senket, Schöpf ich neuen Lebens— saft. Deines Trostes Süßigkeit Wendet mir das bittre Leid, Weil du mir das Heil erworben, Da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich setz ich mein Ver— trauen, Du bist meine Zuver— sicht; Dein Tod hat den Tod zerhauen, Daß er mich kann tödten nicht. Daß ich an dir habe theil, Bringet mir Trost, Schutz und Heil; Deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Her— zen, Du Brunn aller Gütigkeit, So besieg ich alle Schmerzen Auch in meinem lezten Streit. Ich verberge mich in dich; Wer kann da verletzen mich? Wer vertraut auf deine Wunden, Der hat selig überwunden. Heermann, geb. 1585 4 1647. 116 VII. Passionslieder. Mel. Schmücke dich.(Ebr. 156. Sünder, freue dich von Herzen Über deines Jesu Schmerzen; Laß bei seinem Blut⸗ vergießen Stille Dankesthränen fließen! Er hat sich für dich ge⸗ geben, Such in seinem Tod das Leben! Nur von seinem Kreuze quillet, Was dein Herz auf ewig stillet. 2. Ach, wie groß ist dein Ver⸗ derben! Ohne Jesum mußt du sterben: Blind und todt sind dei⸗ ne Kräfte, Sünde thun ist dein Geschäfte, Tod heischt des Ge— setzes Rache, Es ist aus mit dei⸗ ner Sache, Ja im Himmel und auf Erden Kann dir nicht gehol— fen werden. 3. Nichts kann all dein Opfer gelten Vor dem Richter aller Welten. Den der Dornenkranz gekrönet, Gottes Sohn hat dich versöhnet, Seine Thränen, seine Wunden Haben Rath für dich gefunden; Ihm alleine bleibt die Ehre, Daß er deinen Tod zer⸗ störe. 4. Fühlst du nun die Macht der Sünden, Wie sie deine Seele binden, Wie sie dein Gewissen quälen, Wie der Jammer nicht zu zählen: O so komm mit dei⸗ 9, 14. 15. 1 Tim. 1, 15.) nen Ketten, Wag es nicht, dich selbst zu retten; Sieh am Kreuze Jesum hängen, Er muß deine Fesseln sprengen! 5. Sünder macht der Heiland selig, Seine Gnaden sind unzäh— lig: Er gibt Buße, er gibt Glauben, Hilft den Lahmen, Blinden, Tauben. Wer sich nur will retten lassen, Der soll das Vertrauen fassen: Gnade strömt aus Jesu Wunden, Gnad' ist auch für mich gefunden. 6. Glaube nur dem Wort der Gnade, O so heilet bald dein Schade, Und des Mittlers zarte Liebe Schafft in dir ganz neue Triebe! Sind die Sünden erst vergeben, Dann kannst du auch heilig leben, Und der Gnade treues Walten Wird dich för— dern und erhalten. 7. O so gib dem Sohn die Ehre, Daß ihm aller Ruhm ge— höre! Suche nicht erst zu ver— dienen, Was am Kreuz voll— bracht erschienen; Suche nicht, was schon gefunden! Preise fröhlich seine Wunden, Und be⸗ kenn es bis zum Grabe, Daß er dich erlöset habe! Woltersdorf, geb. 1725 + 1761. Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes.(Apostelgesch. 7, 58.) 157. Ich danke dir für dei⸗ nen Tod, Herr Jesu, und die Schmerzen, Die du in deiner letzten Noth Empfandst in dei⸗ nem Herzen. Laß die Verdienste solcher Pein Ein Labsal meiner Seele sein, Wann mir die Au⸗ gen brechen! 2. Ich danke dir für deine Huld, Die du mir hast erzei⸗ get, Schu neige und Tode spürt 3. 1⁵ bens gott dein Trie dich euze eine land Haͤh⸗ gibt men, nur das römt ist t der dein zarte neue merst auch znade for⸗ n die m ge⸗ ver⸗ voll⸗ nicht, Preise be⸗ Daß + 17⁰1• neiner ie Au⸗ deine erzel⸗ VII. Passionslieder. 117 get, Da du beim Tilgen meiner Licht Aus ihrem Leibe scheiden, Schuld Dein Haupt zu mir ge— neiget. Ach neige dich, mein Herr und Gott, Zu mir auch in der Todesnoth, Damit ich Gnaͤde spüre! 3. Laß meine Seel in deinem Auf daß doch sei vergeblich nicht An mir dein theures Leiden! Nimm sie hinauf, Herr Jesu Christ, Wo du zur Rechten Got⸗ tes bist, Und laß mich ewig leben! Angelus Silesius, geb. 1624 + 1677. Mel. Lobsinge Gott, erheb ihn.(Sach. 13, 1. Jes. 12. Ps. 103, 10 ꝛc.) 158. Ich danke dir in glau⸗ bensvoller Reue, Du Wunder⸗— gott der unerhörten Treue, Für deinen Rath der unerforschten Triebe Und süße Liebe. 2. Du sahest wohl die Lasten, die mich drücken, Du nahmest sie von meinem schwachen Rü— cken, Du dachtest gleich, dich eines solchen Armen Recht zu erbarmen. 3. Dein Sohn ists selbst, der solche Bürde träget, Du hast sie ihm, dem Stärkern, auferleget; Er stirbt, daß mich die Sünde nicht verdamme, Am Kreuzes⸗ stamme. 4. Herr Jesu Christ, ich preise deine Liebe, In der du stirbst, daß ich lebendig bliebe; Dein Herz entbrennet gegen Men⸗ schenkinder, Die armen Sünder. 5. Für mich, Gottlob! als wie für meine Brüder, Für mich, mein Haupt, das kleinste deiner Glieder, Für mich sind dir die Glieder so zerstochen, Das Herz zerbrochen. 6. Du zeigest mir die Male deiner Wunden, Da hab ich den, Da hab ich Muth und ei⸗ nen Grund zum Hoffen Einst angetroffen. 7. Ich rühme dich und deine großen Gnaden, Wodurch du mich solch einer Last entladen. Wie wohl ist mir in deinen Fel⸗ senritzen Vor Mosis Blitzen! 8. Sie können mir zum Trost und Freude taugen, Ich schau hinein mit offnen Glaubensau⸗ gen Und rufe nun, je mehr ich solches prüfe: O welche Tiefe! 9. Ich bitte dich, o Jesu, durch dein Leiden, Durch jede Qual, die du bei deinem Scheiden Auf Golgatha am blut'gen Kreuz em⸗ pfunden, Durch deine Wunden: 10. Ach laß mich doch die Sünden recht beweinen, Weil ihrer viel wie Sand am Meer erscheinen! Wie konnt ich doch so viele Greu'l verüben Und dich betrüben! 11. Ich klag es dir mit meinem schwachen Munde: Sie reuen mich von ganzem Herzensgrunde. Erbarme dich, laß Gnade auf mein Flehen Für Recht ergehen! 12. Ach handle nicht so, wie dein und mein Herz erst gefun⸗ich es verschuldet! Du hast ja selbst so Schuld als Straf erdul— det; Vergib mir doch die gro— ßen Frevelthaten Aus lauter Gnaden! 13. Herr, heile mich, sonst heilt 118 VII. Passionslieder. mich nichts auf Erden; Hilf mir, so wird mir recht geholfen wer— den; Erneure du den Bund, den ich zerrissen, Mir im Ge— wissen! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. Eigene Mel.(Ebr. 12, 1 ꝛc. 1 Petri 1, 18 ꝛc. 22.) 159. Mit welcher Zunge, welchem Herzen Dank ich dir, Herr, für deine Schmerzen, Für jede mir verborgne Last, Für jeden Kampf, den du ge— stritten, Den blut'gen Tod, den du gelitten, Bekämpft und überwunden hast? Wer kennt der Leiden Last und Menge? Wer sieht der Seligkeiten Ziel? Wer gibt mir Zungen, wer Ge— sänge, Wer meinem Herzen gnug Gefühl? 2. Da, wo dein Blut herabge— flossen, Lieg ich im Geist dahin— gegossen, Da möcht ich ganz Anbetung sein. Gehorsam bis zum Kreuzestode Warst du; gehorsam bis zum Tode Soll ich wie du dem Vater sein. Hier, Jesu, hier sind meine Kräfte, Hier ist mein Leben, nimm es an! Dich lieben, dies sei mein Geschäfte, Wenn ich mit dir nur sterben kann. 3. Gekreuzigter! Dein Leiden stärke Mich stets in jedem guten Werke, Im Tugendkampfe stärk es mich. So sehr mich Lust zur Sünde reize, Ich fliehe nur zu deinem Kreuze, Umfasse, Mann der Schmerzen, dich. Wie könnt ich sehn dich, Jesu, bluten, Wie sehn dein ausgespannt Gebein, Und nicht mit aller Kraft dem Guten Und dir nicht ganz erge— ben sein? 4. Wie nun nicht alle herzlich lieben Und auch nur einen noch betrüben, Für den du littest, Jesu Christ? Wie nun nicht Gutes thun mit Freuden Und gerne für die Brüder leiden, Für die du, Herr, gestorben bist? Wie nun auch nur von Unrecht sprechen, Noch gegen Schuldner strenge sein, Wie mich am ärg— sten Feinde rächen, Wie nun nur siebenmal verzeihn? 5. Auf Golgatha will ich mich schwingen, Wann Nacht und Leiden mich umringen, Will da im Geist vor Jesu stehn, Will da dich, Unschuld, stille schmach— ten, Das Kreuz erdulden, Schmach verachten, Da bluten dich und schweigen sehn, Will da mit allen Seelenkräften In deine Leidensnächte schaun, Will mit dir an dein Kreuz mich hef— ten Und gleich dir lernen Gott vertraun. 6. Und wenn mich meine Sün— den kränken, So will ich an nit, ver⸗ ind, Ge⸗ 1769. Wie ein, dem rge⸗ lich noch test, licht Und den, st? recht dner ärg⸗ nun mich und Lda Will lach⸗ den, uten Will In Will hef⸗ Gott Zün⸗ an VII. Passionslieder. 119 dein Leiden denken, Will fließen 8. Dann, dann wird alle Angst sehn dein theures Blut. Für mich auch ist dies Blut geflossen, Wer zu dir kommt, wird nicht verstoßen, Du starbst auch mir, auch mir zu gut. Auch ich kann Gnad und Leben finden; Mein Gott bleibt seinem Worte treu, Vergibt auch mir die schwer— sten Sünden, Macht mich von aller Knechtschaft frei. 7. Und in den bangen Todes⸗ stunden Blick ich empor zu dei⸗ nen Wunden Und fürchte nicht das Strafgericht. Wenn ich, wie du willst, heilig lebe, Nur dich zu lieben mich bestrebe, Dann bleibst du meine Zuversicht; Dann darf ich freudig zu dir blicken, Wann alles dunkel um mich ist; Dann wirst du meinen Geist erquicken, Wann mir der Tod die Augen schließt. Eigene Mel.(1 verschwinden, Ich werde mu— thig überwinden, Mich schwingen über Tod und Grab. O un⸗ aussprechliches Entzücken, Von Angesicht den zu erblicken, Der in den Tod dahin sich gab, Den Sohn, ihn, der mit seinem Blute Mich ewig macht von Sünden rein! O Gott, wie wird mir dann zu Muthe, Wie werd ich Dank und Wonne sein! 9. O Freude jener Ewigkeiten, Wo ich dich anschaun, dich be— gleiten, Dich hören, dich um⸗ fangen kann! Für deine Liebe ohne Schranken, Lamm Gottes, wie will ich dir danken, Wie bet ich, Liebe, dort dich an! O Ewigkeit der Ewigkeiten, An deiner Seite, Jesus Christ, Der, mir die Stätte zu bereiten, Auf Golgatha gestorben ist! Lavater, geb. 1741 4 1801. Petri 1, 18. 19.) 160. O Lamm Gottes un⸗2. O Lamm Gottes unschuldig schuldig, Am Stamm des Kreu-u. s. w. Erbarm dich unser, o zes geschlachtet! Allzeit erfunden Jesu! geduldig, Wiewohl du warest. 3. O Lamm Gottes unschuldig verachtet! All Sünd hast du ge⸗u. s. w. Gib uns den Frieden, o tragen, Sonst müßten wir verza⸗ Jesu! gen. Erbarm dich unser, o Jesu! Mel. Freu dich sehr.(Joh. Decius, um 1524. 15, 26. 16, 14. Kol. 2, 6. 7.) 161. Fall auf die Gemeinde Hilf, daß wir es würdig fei⸗ nieder, Geist, der uns mit Feuer ern, Sein Gedächtniß fromm tauft! Wir sind alle Jesu Glie⸗ erneuern! der Und mit seinem Blut er⸗2. Stell den Mittler unsers kauft. Lenke du den ernsten Sinn Auf des Heilands Leiden hin 1 Bundes Uns in seiner Würde vor; Bring die Reden sei⸗ VII. 12⁰ nes Mundes Vor das aufge— schlos'ne Ohr; Führ uns nach Gethsemane, Daß dort unser Aug ihn seh, Wie des Todes Nacht ihn schrecket Und ihn blut'ger Schweiß bedecket! 3. Zeig uns ihn, den Sanften, Reinen, Unter seiner Mörder⸗ schar! Ach es gab auf Erden kei— nen, Welcher so verachtet war! Doch er hat der Frevler Hohn, Purpurmantel, Dornenkron, Alle Qual, die er empfunden, Sieg⸗ reich duldend überwunden. 4. Geh mit uns dem Opfer⸗ lamme Auf dem blut'gen Pfade nach; Zeig uns an dem Kreu⸗ zesstamme Seine Hoheit, seine Schmach; Um sein festes Gott— vertraun Und des Heil'gen Tod Passionslieder. zu schaun, Trag uns auf der Andacht Flügel Zu dem nacht— bedeckten Hügel! 5. Seine letzten Worte schreibe Uns ins Herz mit Flammen⸗ schrift, Daß nun keiner trostlos bleibe, Den das Los des Todes trifft. Seit„Es ist vollbracht!“ ertönt, Sind wir nun mit Gott versöhnt, Sind bestimmt, bei dem zu leben, Der den Geist Gott übergeben. 6. Du begnadigte Gemeinde, Blick zu deinem Haupt empor, Zu dem göttlich großen Freun— de, Den zum Retter Gott erkor! Schöpfe Wonn und Seligkeit Dir aus seiner Leidenszeit; Reiß dich los vom Weltgetümmel, Und dein Wandel sei im Himmel! Nach Schubart. Begräbniß Christi.. Mel. O Traurigkeit.(Apostelgesch. 2, 27. 31. Joh. 11, 25. 26.) 162. Zur Grabesruh Ent— schliefest du, Der du für uns gestorben Und am Kreuz uns schmerzenvoll Ew'ges Heil er— worben. 2. Du bist erblaßt, O Herr, und hast Doch in dir selbst das Leben; Gleich den Sterblichen hält dich Nun das Grab um— geben. 3. Doch freu ich mich: Dein Gott läßt dich Nicht die Verwe— sung sehen; Bald wirst du aus eigner Kraft Aus dem Grabe gehen. 4. Ja, ja du wirst, Mein Le⸗ bensfürst, Mich auch wie dich erwecken; Sollte denn mein gläubig Herz Vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd ich einst, Bis du erscheinst, In sanftem Frieden liegen; Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Ihr, die die Welt Gefesselt hält, Zagt nur vor der Verwe— sung! Ich, ich hoff in Christo einst Meines Leibs Erlösung. 7. Nein, nichts verdirbt; Selbst das, was stirbt, Der Leib, wird auferste glanz v gehen. 8. Se 163. Friede durchw Vallfa her auf: Auferst Siegel und To gen Er das une Loblied 164 Streite Kuuft! Um dei 2. D VIII. Osterlieder. 121 auferstehen Und, zum Himmels⸗Leib hinab, Ich will mich drum glanz verklärt, Aus dem Grabefnicht kränken, Sondern, Jesu, gehen. 8. So sink ins Grab, Mein gedenken. mir zum Trost An dein Grab Nach Sal. Franck. Mel. Jesu, du mein liebstes.(1 Kor. 15, 20—-28.) 163. Amen! Deines Grabes Friede Wird auch unser Grab durchwehn, Wann wir von der Wallfahrt müde Ruhn, um fro— her aufzustehn. Amen! Fürst der Auferstehung, Der des Grabes Siegel brach, Zeuch durch Grab und Tod uns nach Zu der Heili⸗ gen Erhöhung, Wo dem Lamm, das uns versöhnt, Aller Himmel Loblied tönt! 2. Großer Erstling deiner Brü⸗ der, Ja du ziehest uns nach dir; Du, das Haupt, ziehst deine Glieder, Weil du lebst, so leben wir; Ja wir werden aufer⸗ stehen, Weil du auferstanden bist, Werden dich, Herr Jesu Christ, Einst in deiner Klarheit sehen: Unsre Herzen harren dein; Amen, ewig sind wir dein! Garve, geb. 1763 + 1841. VIII. Osterlieder. Mel. Christus, der ist.(2 Tim. 2, 11.) 164. Willkommen, Held im Streite, Aus deines Grabes Kluft! Wir triumphiren heute Um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird Schau ge— tragen Und heißt nunmehr ein Spott; Wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott. 3. Der Fried ist uns erstritten, Und jeder Schrecken flieht; In der Gerechten Hütten Erschallt das Siegeslied. 4. Theil uns des Sieges Beu⸗ te, Den Trost nun reichlich aus; Ach komm und bring noch heute Dein Heil in Herz und Haus! 5. In deines Grabes Staube Liegt unsre Schuld bedeckt; Deß tröstet sich der Glaube, Daß ihn kein Feind mehr schreckt. 6. Du hast das Heil erworben, Wir preisen dich dafür. Sind wir mit dir gestorben, So leben wir mit dir. 7. Wir wollen ohne Grauen Mit dir zu Grabe gehen, Wenn wir nur dort dich schauen Und selig auferstehn. 8. Schwing deine Siegesfah— nen Auch über unser Herz, Und zeig uns einst die Bahnen Vom Tode himmelwärts! 9. Was kann uns denn noch schaden? Des Todes Pfeil ist stumpf. Wir sind bei Gott in Gnaden Und rufen schon Triumph! Nach Schmolk. 122² VIII. 165. Ich sag es jedem, daß er lebt Und auferstanden ist, Daß er in unsrer Mitte schwebt Und ewig bei uns ist. 2. Ich sag es jedem, jeder sagt Es seinen Freunden gleich, Daß bald an allen Orten tagt Das neue Himmelreich. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn Erst wie ein Vater⸗ land; Ein neues Leben nimmt man hin Entzückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer Versank des Todes Graun, Und jeder kann nun leicht und hehr In seine Zukunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er Eigene Mel.(1 Kor 166. Christ lag in Todes⸗ banden, Für unsre Sünd gege— ben; Der ist wieder erstanden lujah! walt, Hielt uns Reich g'fangen. Hallelujah! 3. Jesus Christus, Osterlieder. Mel. Wenn ich nur meinen Jesum hab.(2 Kor. 5, 17.3 betrat, Geht in den Himmel aus; Und wer nur hört auf Seinen Rath, Kommt auch ins Vaters Haus. 6. Nun weint auch keiner mehr allhie, Wann eins die Augen schließt; Vom Wiedersehn, spät oder früh, Wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten That Ein jeder frischer glühn, Denn herrlich wird ihm diese Saat In schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, Wenn alles uns ver⸗ läßt; Und so soll dieser Tag uns sein Ein Weltverjüngungsfest! Novalis, geb. 1772 4 1801. . 5, 7. 8. 15, 55—57.) than, Damit dem Tod genom⸗ men All sein Recht und sein Ge⸗ walt; Da bleibt nichts denn Und hat uns bracht das Leben; Todsgestalt, Den Stachel hat Deß wir sollen fröhlich sein, er verloren. Hallelujah! Gott loben und dankbar sein Und singen: Hallelujah, Halle⸗Krieg, 4. Es war ein wunderlich Da Tod und Leben rungen; Das Leben behielt den 2. Den Tod niemand zwingen Sieg, Es hat den Tod ver⸗ konnt Bei allen Menschenkin-⸗schlungen. Die Schrift hat ver⸗ dern; Das macht alles unsre kündet das, Wie ein Tod den Sünd, Kein' Unschuld war zu andern fraß; Ein Spott aus finden; Davon kam der Tod so dem Tod ist worden. Hallelujah! bald Und nahm über uns Ge⸗ in sein'm lamm, Davon wir sollen leben, 5. Hie ist das recht Oster⸗ Das ist an des Kreuzes Stamm Gottes Aus heißer Lieb gegeben. Deß Sohn, An unsrer Statt ist kom⸗Blut zeichnet unsre Thür, Das men Und hat die Sünd abge-hält der Glaub dem Tod für; Der V rühren. 6. So Mit He Das un Er ist se seiner 0 unsre h Nachti 167. winder gatha. Sünder geschah gatha; des Kin er emj rem C6 2. Oa llingen bebtlL sngen lebt, bebt!! bringe ewig l wig l. 9.Da Noch Da zu les En roch h sundef Himme winder 168 Ne Er immel t auf ch ins mehr Augen spit chmerz guten glühn, diese blühn. un bei 18 ver⸗ ag uns gofest! 1 1001. genom⸗ in Ge⸗ denn hel hat nderlich Leben ielt den od ver⸗ at ber⸗ rod den ott aus lelujch ö Oster⸗ N leben, VIII. Der Würger kann uns nicht rühren. Hallelujah! 6. So feiern wir das hoh' Fest Mit Herzensfreud und Wonne, Das uns der Herr scheinen läßt; Er ist selber die Sonne, Der durch seiner Gnaden Glanz Erleucht't unsre Herzen ganz; Der Sünden Nacht ist vergangen. Hallelujah! Osterlieder. 123 7. Wir essen und leben wohl, Zum süßen Brot geladen, Der alt Sauerteig nicht soll Sein bei dem Wort der Gnaden; Christus will die Koste sein Und speisen die Seel allein; Der Glaub will keins andern leben. Hallelujah! Verbessert von Luther. Eigene Mel.(Ps. 118, 15. 16.) 167. Preis dem Todesüber— winder! Sieh, er starb auf Gol— gatha. Preis dem Retter aller Sünder! Was er uns verhieß, geschah. Sieh, er starb auf Gol— gatha; Singt, des neuen Bun⸗ des Kinder! Aus dem Grab eilt er empor; Singet ihm in höh⸗ rem Chor! 2. Laßt des Dankes Harfe klingen, Daß die Seele freudig bebt! Laßt uns, laßt uns mächtig singen Dem, der starb und ewig lebt, Daß das Herz vor Wonne bebt! Preis und Ehre laßt uns bringen Dem, der starb und ewig lebt! Dem, der starb und ewig lebt! 3. Da in Morgendämmerungen Noch verhüllt die Erde schwieg; Da zu tiefern Anbetungen Got— tes Engel niederstieg, Aber jetzt noch bebend schwieg: Da er— stundest du! Schnell sungen Aller Himmel Chöre dir, Todesüber— winder, dir! 4. Jetzt, da ich an dich nur glaube, Seh ich dunkel nur von fern, Ich, der Wanderer im Staube, Dich, die Herrlichkeit des Herrn! Dich, die Herrlich— keit des Herrn! Dennoch, wenn ich innig glaube, Wenn ich dürste, strömt mir Ruh Deines Tods und Lebens zu. 5. Gerne will ich hier noch wal⸗ len, Herr, so lange du es willst; Knieen will ich, niederfallen, Flehn, bis du dich mir enthüllst Und mein Herz mit Kraft erfüllst, Dein hochheilig Lob zu lallen. Selig war stets, wen dein Lob, Ewiger, zu dir erhob. 6. Wann ich aus dem Grabe gehe, Wann mein Staub Ver⸗ klärung ist, Wann ich, Herr, dein Antlitz sehe, Dich, mein Mittler, Jesu Christ, Dich, Ver— klärter, wie du bist: O dann, wann ich auferstehe, Hab ich, du der Sünder Heil, Ganz an deinem Leben theil! Klopstock, geb. 1724 + 1803. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen.(1 Kor. 15, 55. Röm. 6, 4.) 168. Größter Morgen, der die Erde Nach der tiefsten Nacht belebt, Der sie nach dem Wort „es werde!“ Nochmals aus dem 12⁴ VIII. Osterlieder. Nichts erhebt! Nach der Nacht voll düstrer Sorgen, Da man angst⸗ und kummervoll Ohne Jesum leben soll, Bringt der allerschönste Morgen Jesum aus des Todes Thor, Jesum, unser Licht, hervor. 2. Seht, der Stein ist abgeho⸗ ben, Und kein Kriegsknecht hü— tet mehr; Blickt nun selig froh nach oben: Jesus lebt, das Grab ist leer! Kommt und seht, wo er gelegen; Tuch und Binden fin⸗ det ihr, Aber Jesus ist nicht hier; Engel rufen euch entgegen: „Sucht ihn, sucht den nicht im Grab, Der der Welt das Leben gab!“ 3. Großes Haupt, so lebst du wieder? Nur auf wenig Tage todt? Nun erwachen Siegeslie— der Mit dem Ostermorgenroth! Engel müssen sie dir singen:„Den ihr suchet, Jesus lebt!“ Und die Gruft hallt:„Jesus lebt!“ Und die nahen Felsen klingen:„Got— tes Sohn, der todt war, lebt!“ Und die Welt ertönt:„er lebt!“ 4. Lebt nun auf, ihr stillen Seelen, Die in Thränen ihr zerfloßt, Die ihr euch in Kum⸗ merhöhlen Ohne Licht und Kraft verschloßt! Lebt nun auf: er ist erstanden! Er, an den ihr doch geglaubt, Ist vom Tode nicht geraubt; Nein, er lebt, ist frei von Banden Und mit Klarheit angethan; Betet eurenKönig an! 5. Jauchz, o Erde, Himmel, tönet, Rühme, neu geschaffne Welt: Gott und Menschheit sind versöhnet! Seht, wie glänzt der große Held, Der des Abgrunds und der Höllen Und der Himmel Schlüssel führt, Und mit Ehr und Schmuck geziert, Seine Kir⸗ che sicher stellen Und nach tie— fem Gottesplan Ewig selig ma— chen kann. 6. Großer Hirte deiner Scha— fe, Von den Todten ausgeführt, Dem, nach ganz erlittner Strafe Unsrer Schuld, der Preis ge— bührt, Nimm ihn von den Mil— lionen Derer, die das Grab noch deckt, Derer, die dein Ruf schon weckt, Derer, die im Himmel wohnen, Auch von uns hier unten an, Wie dich jeder prei— sen kann! 7. Hilf uns aus den Fesseln gehen, Da die Welt uns mit be⸗ strickt; Laß uns geistlich aufer⸗ stehen, Allem Sündendienst ent⸗ rückt; Schenk uns Kraft zum neuen Wesen, Daß es täglich Ostern sei! Dann kommt einst der Tag herbei, Da du völlig uns erlösen Und zu dir erheben wirst, Auferstandner Sieges- fürst! Lehmus, geb. 1707 + 1788. Mel. Jesu, meine Freude.(Kol. 2, 12—15.) 169. Aus des Todes Banden und Gottes Sohn! Jesus hat Ist der Herr erstanden, Mensch gesieget, Daß nun alles lie— get! Freu reich Und 2 Var Seli Und furze hafti Lebei 20 Soll recht wied geno treu uns ihm verb 4.. Wen sich larheit nig an! immel, chaffne eit sind nzt der grunds immel it Ehr ne Kir⸗ ach tie⸗ ig ma⸗ Scha⸗ eführt, Strafe eis ge⸗ n Mil⸗ ab noch schon himmel ns hier er prei⸗ Fesseln mit be⸗ h aufer⸗ nt ent⸗ aft zum täglich mt einst völlig erheben Sieges⸗ VIII. Osterlieder. 12⁵ get Unter seinem Thron. Unser Freund Hat alle Feind Sieg-— reich auf das Haupt geschlagen Und sie Schau getragen. 2. Daß er wollen sterben, War, uns zu erwerben Heil und Seligkeit. Solches ist geschehen; Und wir dürfen sehen, Daß auf kurze Zeit Jesus sich Wahr— haftiglich In den Tod um unser Leben Hat dahingegeben. 3. Freiheit von den Sünden Sollen wir nun finden, Und recht werden frei, Weil der wiederkommen, Der die Schuld genommen Auf sein Haupt so treu. Er kann nun Gnug für uns thun; Wenn wir nur in ihm erfunden, Bleibt uns Gott verbunden. 4. Was will uns nun schaden, Wenn uns Gott zu Gnaden Bei sich selbst gebracht? Mag die Hölle dräuen, Dürfen wir nicht scheuen Ihre kurze Macht. Hier ist der, Vor dem das Heer Aller Feinde muß erbeben Und hin⸗ weg sich heben. 5. Laß mit allen Schrecken Nun die Hand ausstrecken Wider uns den Tod; Seine Pfeil' und Bo⸗ gen Finden sich betrogen, Es hat keine Noth. Ob er trifft, Ists drum kein Gift; Nein, er muß mit seinen Pfeilen Uns vielmehr nur heilen. 6. Darum mir nicht grauet, Wenn mein Geist anschauet, Daß ich in das Grab Meine müden Glieder Werde legen nieder, Weil ich dieses hab: Daß mein Hort Mir diesen Ort Selbst mit seinem Leibe weihe, Daß ich ihn nicht scheue. 7. Lasset uns als Christen Ster⸗ ben allen Lüsten Und der Eitel⸗ keit! Denn so wir uns haben Lassen mit begraben Hier in die— ser Zeit, So wird er, Der große Herr, Uns hervor auch mit sich führen Und mit Kronen zieren. 8. O der großen Freude! Hängst du noch am Kleide Dieser Sterb⸗ lichkeit? Sollst du nicht hinge— gen Es getrost ablegen, Weil nach kurzer Zeit Jesus Christ Voll Willens ist, Uns zu kleiden mit der Sonne In des Himmels Wonne? Spener, geb. 1635 4 1705. Mel. Jesu, du mein liebstes.(Offenb. Joh. 1, 4-6.) 170. Uberwinder, nimm die Palmen, Die dein Volk dir heute bringt, Das mit frohen Osterpsalmen Den erkämpften Sieg besingt! Wo ist nun der Feinde Pochen Und der Wür⸗ ger Mordgeschrei, Da des To⸗ des Nacht vorbei Und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da: Gott sei Dank, Hallelujah! 2. Stecke nun dein Sieges⸗ zeichen Auf der dunkeln Gruft empor! Was kann deinem Ruh⸗ me gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend 126 VIII. Engel dienen; Denn nach har⸗ ter Leidenszeit Ist dein Tag der Herrlichkeit, Höchste Maje— stät, erschienen. Erd und Him— mel jauchzen da: Gott sei Dank, Hallelujah! 3. Theile, großer Fürst, die Beute Deiner armen Herde mit, Die in froher Sehnsucht heute Vor den Thron der Gna— de tritt; Deinen Frieden gib uns allen! O so jauchzet Herz und Muth, Weil das Los uns wundergut Und aufs lieblich⸗ ste gefallen; Freud und Wonne grünen da: Gott sei Dank, Hallelujah! 4. Laß, o Sonne der Gerech⸗ ten, Deinen Strahl ins Herze gehn; Gib Erleuchtung deinen Knechten, Daß sie geistlich auf— erstehn! Hält der Schlaf uns noch gefangen, O so fördre du den Lauf, Rufe mächtig:„Wa⸗ chet auf! Denn die Schatten sind vergangen, Und der helle Tag ist da!“ Gott sei Dank, Halle⸗ lujah! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, Wann die letzte Stunde Osterlieder. schlägt, Weil du denen, die dir trauen, Schon die Krone beige— legt; Gib uns in den höchsten Nöthen, Gib uns mitten in der Pein Deinen Trost und Glau— ben ein! O so kann der Tod nicht tödten, Denn die Hoff⸗ nung blühet da: Gott sei Dank, Hallelujah! 6. Zeige, wann der blöde Kum⸗ mer Über Sarg und Grüften weint, Wie die Schwachheit nach dem Schlummer Dort in voller Kraft erscheint! Sind wir sterb⸗ lich hier geboren, O so streift das kühle Grab, Nur was sterb⸗ lich heißt, uns ab, Und der Staub ist unverloren. Unser Hirte hütet da: Gott sei Dank, Hallelujah! 7. Rufe die zerfallnen Glieder Endlich aus der dunkeln Nacht, Wann der Deinen Asche wieder In verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst du die Krone geben, Dann wird unsre volle Brust, Herr, mit engelgleicher Lust Ewig deinen Sieg erheben, Und wir sprechen auch allda: Gott sei Dank, Hallelujah! Taddel, geb. 1706 4+ 1775. Mel. Womit soll ich dich.(1 Kor. 15, 3—8. Röm. 4, 24. 25.) 171. Herzog der erlösten Sünder, Dir dankt deine Chri⸗ stenheit, Dir, du Todesüber⸗ winder, Dir, du Herr der Herr⸗ lichkeit! Der du todt warst, le— best wieder, Mit dir leben deine Glieder; Uns, die Tod und Grab erschreckt, Hat Gott mit dir auferweckt. 2. Willig, Herr, trug deine Seele Mancher Leiden schwere Last Bis zum Tod, und in der Höhle Lag dein müder Leib er⸗ blaßt. Endlich frei von aller Mage ten Ta sille G herab. 3. Ur der! Di Ale 2 Herrlic vor. 2 schützen den Bli vollbra den D erscheir de, die Nsus 5. L Stund dort u deine 9 oft mi deine wieder finfmn Mit ih Auddest Naulu und de dih u — 8 * die dir beige⸗ öchsten in der Glau⸗ r Tod Hof⸗ Dank, Kum⸗ hrüften eit nach voller sterb⸗ streift sterb⸗ nd der Unser Dank, Hlieder Nacht, wieder rwacht. geben/ Brust, 2 Lust n/ Und Gott 7 +1775⁵. 07 ⁷ ott mit 0 deine schwere in der Leib er⸗ n aller 4— VIII. Osterlieder. 127 Plage Ruht er bis zum drit⸗ ten Tage; Da kam in das stille Grab Gottes Herrlichkeit herab. 3. Und der Todte lebte wie⸗ der! Dir sang aller Engel Chor, Alle Thronen sanken nieder, Herrlich giengst du, Herr, her— vor. Alle, die dein Grab be— schützen, Sinken todblaß vor den Blitzen, Da dein Leib, von Majestät Strahlend, aus dem Grabe geht. 4. O mit welchen Gottesfreu⸗ den Steigst du aus des Todes Nacht! Ewig fern ist alles Lei⸗ den, Ganz dein großes Werk vollbracht. Liebreich eilest du, den Deinen Im Triumphe zu erscheinen:„Seht mich, Freun⸗ de, die ihr bebt; Jauchzet, euer Jesus lebt!“ 5. Lebend, zu verschiednen Stunden Sahn sie, Herr, dich dort und hier; Sie berührten deine Wunden, Sprachen, aßen oft mit dir. Deinen Trost und deine Lehren Ließest du sie wieder hören; Freudig beteten dich an, Die dich wieder lebend sahn. 6. Ja, du lebst, o Jesu, wieder: Hallelujah ewiglich! Mehr als fünfmal hundert Brüder Sahn mit ihren Augen dich, Liebreich redest du mit ihnen, Bist dem Paulus selbst erschienen; Dein und deiner Freunde Feind Sahe dich und ward dein Freund. 7. Jesu, deines Lebens Zeu— gen Sagen laut:„er lebt!“ der Welt;„Ihm soll jedes Knie sich beugen, Er ists, der Gericht einst hält;“ Rufen laut in Schmerz und Banden:„Jesus ist vom Tod erstanden!“ Sie, die lebend dich gesehn, Heißen Todte auferstehn! 8. Gott die Sünder zu ver⸗ söhnen, Kamst du auf die Welt herab; Starbst,— o fließet, Freudethränen!— Stundest auf aus deinem Grab. Jesus— dankt, versöhnte Sünder!— Ist des Todes Überwinder; Heil ist seiner Leiden Lohn, Jesus ist des Höchsten Sohn! 9. Jesus ist von Gott gekom⸗ men, Der bei Gott im Anfang war. Bebt, ihr Sünder, jauchzt, ihr Frommen! Alles, was er sagt, ist wahr, Alles, alles wird geschehen; Himmel werden eh vergehen, Eh ein Wort von Je⸗ su Christ Nicht mehr wahr und göttlich ist. 10. Jesus lebt. Wer an ihn gläubet, Ob er stürbe, stirbet nicht; Keiner, der ihm treu ver⸗ bleibet, Keiner kommt in sein Gericht. Wer hier starb, wird auferstehen, Wird unsterblich Jesum sehen: Freudig, wer sich ihm ergibt, Zitternd, wer ihn hier nicht liebt. 11. Haupt der Deinen, unser Leben, Herr der Menschen, Je— su Christ! Unser Herz sei dir er⸗ geben, Der du auferstanden bist; Frei und rein von allen —.——. 128 VIII. Sünden Laß uns, daß du lebst, empfinden! Tief im Staube Osterlieder. singen wir Dank und Halle⸗ lujah dir. Lavater, geb. 1741 + 1801 Mel. O du Liebe.(Röm. 6, 3—6. Eph. 5, 14.) 172. Wandle leuchtender und schöner, Ostersonne, deinen Lauf; Denn dein Herr und mein Versöhner Stieg aus sei⸗ nem Grabe auf! Als das Haupt er sterbend beugte, Bargst du dich in nächt' gen Flor; Doch jetzt komm hervor und leuchte, Denn auch er stieg längst empor! 2. Erde, breite dich in Frieden Unter deinem Himmel aus; Denn dein Herr ist nicht geschie— den, Er zerbrach des Todes Haus! Deine starken Felsen beb⸗ ten, Als er seinen Geist ver— haͤucht; Grüße nun den Neu⸗ belebten Wonnevoll in Licht getaucht! 3. Doch du selber, meine See— le, Sag, wie feierst du den Tag, Da der Herr des Grabes Höhle Mit gewalt'gem Arm durch— brach? Feierst du sein Auferstehen Auch in rechter Osterfreud? Kann man an dir selber sehen, Welch ein hoher Festtag heut? 4. Bist du mit ihm auferstan⸗ den Aus der Sünde Todes⸗ nacht? Hast du dich von ihren Banden Losgerungen, frei ge— macht? Oder liegst du noch ver⸗ borgen Und in deinen Sünden todt? Kündet deinen Ostermor⸗ gen Noch kein helles Morgen-— roth? 5. O dann laß dich nicht be— decken Länger mehr die finstre Nacht! Sieh, dein Herr ist, dich zu wecken Von dem Tode, auf⸗ gewacht. Komm, vom Schlaf dich zu erheben, Komm, der Fürst des Lebens ruft: Wache auf zum neuen Leben, Steig herauf aus deiner Gruft! 6. Sieh, er reicht dir hilfreich, gnädig Die durchbohrten Hände hin, Macht dich der Betäubung ledig, Weckt mit Liebesruf den Sinn. Keine Strafe sollst du scheuen; Darum bleibe nicht zu— rück, Raff dich auf, dich zu er— freuen An des neuen Lebens Glück! 7. Steig empor zum neuen Le— ben, Denn du schliefest lang ge— nug! Kraft zum Leben wird dir geben, Der für dich den Tod er⸗ trug. Fang nur an erst aufzu⸗ stehen, Fühlst du dich auch noch so matt! Der wird dir zur Seite gehen, Der dich auferwecket hat. 8. O bedenke und erwäge, Wie du gehn magst, nicht so lang! Solch Bedenken macht nur trä— ge, Macht dich mehr noch schwach und krank. Keine Hilfe wird versagen Er, wenn nur du erst begannst, Wird dich auf den Armen tragen, Wo du selbst nicht gehen kannst. 9. Sieh, dein Herr ist aufer⸗ standen, Daß du könntest auf⸗ ersteh und Freih dich! 17⁴ Sonn Chris ben i Heil Halle 2.N Halle⸗ 11 1 1801 finstre itt,dich de, auf⸗ Schlaf m, der Wache Steig . hilflreich, N Hände täubung ruf den sollst du nicht zu⸗ h zu er⸗ Lebens euen Le⸗ lang ge⸗ wird dir Tod er⸗ st aufn⸗ uch noch ur Seite ecket hat ige/ Wie so lang: nur tra⸗ schwach lse wib r du erf auf den ‚l selbt it aufer ntest aus⸗ VIII. erstehn, Aus der Sünde Haft und Banden In die schönste Freiheit gehn! Willst du ihm dich nur ergeben, Streift er Mel. Wir singen dir, Immanuel. 173. Frühmorgens, da die Sonn aufgeht, Mein Heiland, Christus, aufersteht; Vertrie— ben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Hallelujah! 2. Nicht mehr als nur drei Ta⸗ ge lang Bleibt Gottes Sohn im Todeszwang; Den dritten Tag durchs Grab er dringt Und hoch die Siegesfahne schwingt. Hallelujah! 3. O Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, Er wälzt ihn von des Herzens Thür. Hal⸗ lelujah! 4. Kein Elend mag so mächtig sein, Mein Heiland greift all⸗ mächtig drein; Er führt mich aus mit seiner Hand, Wer mich will hindern, wird zu Schand. Hallelujah! Osterlieder. 129 deine Ketten ab, Und du siehst dein altes Leben Hinter dir als leeres Grab. Spitta, geb. 1801 + 1859. (1 Kor. 6, 14. 2 Tim. 1, 9. 10.) 5. Lebt Jesus, was bin ich be⸗ trübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, Gnug, daß ich Christum bei mir hab. Hal⸗ lelujah! 6. Er pflegt, er schützt, er trö⸗ stet mich; Sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, da komm ich hin, Weil seines Leibes Glied ich bin. Hal— lelujah! 7. Mein Herz darf nicht entsetzen sich, Gott und die Engel lieben mich; Die Freude, die mir ist bereit, Vertreibet Furcht und Traurigkeit. Hal⸗ lelujah! 8. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt; Dort wollen wir mit größ⸗ rem Fleiß Erheben deinen Ruhm und Preis. Hallelujah! Heermann, geb. 1585 4 1647. Mel. Herr, wie du willt.(Apostelgesch. 5, 30. 31. Röm. 6, 1—-14.) 174. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, Die Sonn ist aufgegangen; Ermuntre deinen Geist und Sinn, Den Heiland zu umfangen, Der heute durch des Todes Thor Gebrochen aus dem Grab hervor Der ganzen Welt zur Wonne! Gesangbuch für die evangelische Kirche. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf Und such ein neues Leben; Vollführe deinen Glau⸗ benslauf Und laß dein Herz sich heben Gen Himmel, da dein Je⸗ sus ist, Und such, was droben, als ein Christ, Der geistlich auf— erstanden! 9 130 VIII. 3. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein, Dein Jesus wird ihn heben; Es kann ein Christ bei Kreuzespein In Freud und Wonne leben. Wirf dein Anlie— gen auf den Herrn Und sorge nicht, er ist nicht fern, Weil er ist auferstanden! 4. Wohlauf, mein Herz, fang an den Streit, Weil Jesus über⸗ wunden! Er wird auch über— winden weit In dir, weil er gebunden Der Feinde Macht, daß du erstehst Und in ein neues Leben gehst Und Gott im Glauben dienest. 5. Laß weder Teufel, Welt noch Tod Dich scheu und zaghaft ma— Osterlieder. nicht Noth, Er ist noch bei den Schwachen Und den Geringen in der Welt Als ein gekrönter Siegesheld) Drum wirst du überwinden. 6. Ach mein Herr Jesu, der du bist Vom Tode auferstanden, Errett uns von des Satans List Und aus des Todes Banden, Daß wir zusammen insgemein Zum neuen Leben gehen ein, Das du uns hast erworben! 7. Sei hochgelobt in dieser Zeit Von allen Gotteskindern, Und ewig in der Herrlichkeit Von allen Überwindern, Die über⸗ wunden durch dein Blut: Herr Jesu, gib uns Kraft und Muth, chen! Denn Jesus lebt, es hat Mel. O daß ich tausend Zungen. 175. O daß ich hätte mit⸗ empfunden Die Freude, da der Engel kam, Und nun nach bangen Trauerstunden Die Jüngerschar das Wort vernahm: „Sucht nicht im Grabe Jesum Christ, Der von dem Tod er— standen ist!“ 2. O daß ichs hätte mitver— nommen, Als schwer gebeugt im Gartenland So ganz allein, so tief beklommen Die trauern— de Maria stand, Und Jesus rief ihr freundlich zu:„Wen suchest du? was weinest du?“ 3. O daß ich wäre mitge⸗ gangen Den stillen Weg nach Emmaus, Wo gleich von himmli— schem Verlangen Das Herz ent— Daß wir auch überwinden! Laurentii, geb. 1660 + 1722. (Luk. 24, 10. 23. Jes. 55, 6.) brennt beim ersten Gruß, Und nun beim letzten Sonnenstrahl Der Herr sich zeigt am Abend— mahl! 4. O daß ichs hätte miterfah— ren, Als dort die Jünger sor— genschwer In dunkler Nacht beisammen waren Und hatten keinen Tröster mehr, Und nun ertönte freudenreich Die Rede: „Friede sei mit euch!“ 5. O daß ich hätte mitgestan⸗ Schar Und Seit' und Wun⸗ den wieder fanden, Sein Bild, so wie's im Herzen war, Und Thomas rief voll Heilsbegier: „Mein Herr und Gott, ich glaube dir!“ den, Als ihn umschloß die treue. 6. V durchbe viel bel im ner 176 bangen nach E voll Tl Verdri che He mer m Schme gemac alleine weine. bei, 5 rig sei 3. O pfunde allein Stund stand wetter 177⁷ siht VIII. 6. Welch ein Gefühl muß die durchbeben, Die ihren Herrn so viel beweint, Wenn gnadenreich im neuen Leben Der Heiland Osterlieder. seinem Volk erscheint! O sei getreu; er naht auch dir, Im Schauen dort, im Glauben hier! Möller, geb. um 1789. Mel. Jesu, der du mein.(Luk. 24, 13 ꝛc.) 176. Trauernd und mit bangem Sehnen Wandern Zwei nach Emmaus, Ihre Augen sind voll Thränen, Ihre Seelen voll Verdruß, Man hört ihre Klage— worte; Doch es ist von ihrem Orte Unser Jesus gar nicht weit Und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach, es gehn noch man⸗ che Herzen Ihrem stillen Kum— mer nach, Sie bejammern ihre Schmerzen, Ihre Noth und Un⸗ gemach; Manches wandelt ganz alleine, Daß es nur zur Gnüge weine. Doch mein Jesus ist da— bei, Fragt: was man so trau— rig sei? 3. Oft schon hab ichs auch em— pfunden: Jesus läßt mich nie allein; Jesus stellt zu rechten Stunden Sich mit seinem Bei— stand ein. Wenn ich mich in Leid verzehre, Gleich als ob er ferne wäre, O so ist er mehr als nah Und mit seiner Hilfe da. 4. Treuster Freund von allen Freunden, Bleibe ferner noch bei mir! Sucht die Welt mich anzufeinden, Ach, so sei du auch allhier! Wenn mich Trübsals⸗ wetter schrecken, Wollst du mäch— tig mich bedecken! Komm, in meinem Geist zu ruhn; Was du willst, das will ich thun! 5. Bin ich traurig und betrü— bet, Herr, so ruf mir in den Sinn, Daß mich deine Seele lie⸗ bet, Und daß ich dein eigen bin! Laß dein Wort mich fester grün— den, Laß es auch mein Herz entzünden, Daß es voller Liebe brennt Und dich immer besser kennt! 6. Tröst auch andre, die voll Jammer Einsam durch die Flu— ren gehn, Oder in der stillen Kammer Tiefbekümmert zu dir flehn! Wenn sie von der Welt sich trennen, Daß sie satt sich weinen können, Sprich dann ihren Seelen zu: Liebes Kind, was trauerst du? 7. Hilf, wann es will Abend werden Und der Lebenstag sich neigt, Wann dem dunkeln Aug auf Erden Nirgends sich ein Helfer zeigt! Bleib alsdann in unsrer Mitten, Wie dich deine Jünger bitten, Bis du sie ge— tröstet hast! Bleibe, bleibe, theu⸗ rer Gast! Ludw. Ernst Sigm. Müller, geb. 1766. Eigene Mel.(Hiob 19, 25—27. 1 Kor. 15, 42 ꝛc.) 177. Jesus, meine Zuver⸗ sicht Und mein Heiland, ist im Leben! Dieses weiß ich; sollt ich nicht Darum mich zufrieden ge⸗ 132 VIII. Osterlieder. ben, Was die lange Todesnacht Mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt! Ich werd auch das Leben schauen, Sein, wo mein Er— löser schwebt,— Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band Zu genau mit ihm ver⸗ bunden; Meine starke Glau— benshand Wird in ihn gelegt befunden, Daß mich auch kein Todesbann Ewig von ihm tren⸗ nen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher Auch einmal zu Asche werden. Das gesteh ich; doch wird er Mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlich⸗ keit Um ihn sein mög alle Zeit. 5. Dieser meiner Augen Licht Wird ihn, meinen Heiland, ken⸗ nen; Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, Werd in seiner Liebe bren⸗ nen; Nur die Schwachheit um und an Wird von mir sein ab— 6. Was hier kränkelt, seufzt und fleht, Wird dort frisch und herrlich gehen; Irdisch werd ich ausgesät, Himmlisch werd ich auferstehen; Hier sink ich natürlich ein, Nachmals werd ich geistlich sein. 7. Seid getrost und hoch er— freut, Jesus trägt euch, seine Glieder! Gebt nicht Statt der Traurigkeit, Sterbt ihr: Jesus ruft euch wieder, Wann einst die Posaun erklingt, Die auch durch die Gräber dringt! 8. Lacht der finstern Erden— kluft, Lacht des Todes und der Höllen; Denn ihr sollt euch aus der Gruft Eurem Heiland zu⸗ gesellen! Dann wird Schwach— heit und Verdruß Liegen unter eurem Fuß. 9. Nur daß ihr den Geist er⸗ hebt Von den Lüsten dieser Erden Und euch dem schon jetzt ergebt, Dem ihr beigefügt sollt werden! Schickt das Herz nur da hinein, Wo ihr ewig wünscht zu sein! Luise Henriette, Churfürstin von Branden⸗ gethan. burg, geb. 1627 + 1667. Mel. Jesus, meine Zuversicht.(Röm. 8, 11.) 178. Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Jesus lebt, und wird auch mich Von den Tod⸗ ten auferwecken! Er verklärt mich in sein Licht, Dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich Über alle Welt gegeben; Mit ihm werd auch ich zu— gleich Ewig herrschen, ewig le— spricht, Dies ist meine Zu⸗ versicht. 3. Jesus lebt! Wer nun ver⸗ zagt, Kränket ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, Daß der Sünder sich bekehre. ben. Gott erfüllt, was er ver⸗ Gott verstößt in Christo nicht, Dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! Sein Heil ist mein, Sein sei auch mein gan⸗ zes Leben; Reines Herzens will ich sein Und den Lüsten wider⸗ streben. Er verläßt den Schwa⸗ chen nicht, Dies ist meine Zu⸗ versicht. 5. Jesus lebt! Ich bins gewiß Nichts soll mich von Jesu schei— IX. Himmelfahrt Christi. 133 den, Keine Macht der Finster— niß, Keine Herrlichkeit, kein Lei⸗ den. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht, Dies ist mein Zuversicht. 6. Jesus lebt! Nun ist der Tod Mir ein Eingang in das Leben. Welchen Trost in To⸗ desnoth Wird es meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Geuert, geb. 1715 4 1700. IX. Himmelfahrt Christi. Mel. Wie schön leucht't.(Kol. 3, 1—4.) 179. O wundergroßer Sie⸗ gesheld, Du Sündentilger aller Welt, Dein Werk hast du voll⸗ endet; Vollendet deinen schwe— ren Lauf, Du fährst verklärt zum Vater auf, Der dich herabge— sendet; Wohnest, Thronest Hoch und prächtig, Waltest mächtig, Tod und Leben Sind in deine Hand gegeben! 2. Du, Herr, bist unser Haupt, und wir Sind deine Glieder; nur von dir Kommt auf uns Heil und Leben; Trost, Friede, Freude, Licht und Kraft, Und was dem Herzen Labsal schafft, Wird uns durch dich gegeben. Neige, Beuge, Ew'ge Güte, Mein Gemüthe, Dich zu preisen Und mich dankbar zu beweisen! 3. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns zu dir; Hilf, daß wir künftig für und für Nach deinem Reiche trachten; Laß unsern Wandel himmlisch sein, Daß wir der Erde leeren Schein Und üp— pigkeit verachten; Unart, Hof⸗ fahrt Laß uns meiden, Christ⸗ lich leiden, Wohl ergründen, Wo die Gnade sei zu finden! 4. Sei, Jesu, unser Schirm und Hort Und gründ uns auf dein göttlich Wort, So sind wir nie verlassen! Laß suchen uns, was droben ist; Auf Erden wohnet Trug und List, Es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, Die da nagen, Die da quälen Stündlich arme Chri⸗ stenseelen. 5. Herr Jesu, komm, zeuch uns dir nach, Daß wir nach kurzem Ungemach Zur Freude dort ge— langen! Du bist uns allen ja zu gut Durch dein vergoss'nes theu⸗ res Blut Ins Heiligthum ge— gangen; Dafür Soll dir Von uns allen Preis erschallen. Nimm am Ende, Herr, uns auf in deine Hände! Homburg, geb. 1605 4 1681. 134 IX. Himmelfahrt Christi. Eigene Mel.(Joh. 20, 17. 14, 18-20.) 180. Auf diesen Tag beden⸗ ken wir, Daß Christ gen Him— mel g'fahren, Und danken Gott in höchst'r Begier, Mit Bitt, er woll bewahren Uns arme Sün— der hie auf Erd, Die wir von wegen mancher G'fährd Ohn Hoffnung han kein Troste. Hal— lelujah, Hallelujah! 2. Drum sei Gott Lob, der Weg ist g'macht, Uns steht der Himmel offen; Christus schleußt auf mit großer Pracht, Vorhin war all's verschlossen. Wers glaubt, deß Herz ist freudenvoll, Dabei er sich auch rüsten soll, Dem Herren nachzufolgen. Hal— lelujah, Hallelujah! 3. Wer nicht folgt und sein'n Willen thut, Dem ists nicht Ernst zum Herren; Denn er wird auch vor Fleisch und Blut Sein Himmelreich versperren. Mel. Schwingt, heilige. 181. Der Herr fährt auf gen Himmel Mit frohem Jubelton, Aus dieser Welt Getümmel Em⸗ por zu seinem Thron. Lobsingt, lobsinget Gott! Lobsingt, ihr Nationen, Dem Herrscher al— ler Thronen, Dem Herren Ze— baoth! 2. Wir wissen nun vom Sie⸗ ge, Der unser Haupt erhöht; Wir wissen zur Genüge, Wie man zum Himmel geht. Der Am Glauben liegts; soll der sein recht, So wird auch g'wiß das Leben schlecht Zu Gott im Himmel g'richtet. Hallelujah, Hallelujah! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, Wenn wir den Vater finden Und fliehen stets der Welt ihr Bahn, Thun uns zu Gottes Kindern; Die sehn hin— auf, der Vater herab, An Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, Bis sie zusammen kommen. Hallelujah, Hallelujah! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, Wann Gott uns zu sich nehmen Und seinem Sohn wird machen gleich, Als wir denn jetzt bekennen; Da wird sich finden Freud und Muth Zur ew'gen Zeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs er— leben! Hallelujah, Hallelujah! Zwick, + 1542. (Joh. 14, 2—4. Ps. 47. zurück nicht lassen, Er zeiget uns die Straßen, Er bricht uns sichre Bahn. 3. Wir sollen himmlisch wer⸗— den, Der Herr bestellt den Ort; Wir gehen von der Erden Ge— trost zum Himmel fort. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, Dahin sei das Verlangen, Dahin sei euer Lauf! 4. Laßt uns gen Himmel dringen Heiland geht voran, Will uns Mit herzlicher Begier! Laßt uns boll J Asu, Gottess wahres gegeber Kron! 5. Fal Du trü aus de was un unsre? 182. Glanz ner He cken r Lebens Isu, meine zurücke leiben 2. U rücke, dir; mel bl mir! Ohr, vor, vergel und le 3. L ten, Und trachtt bistl winn, ziehn, Grab habez voll Inbrunst singen: Dich, Jesu, suchen wir, Dich, o du Gottessohn, Dich, Weg, dich, wahres Leben, Dem alle Macht gegeben, Dich, unsers Hauptes Kron! 5. Fahr hin mit deinenSchätzen, Du trügerische Welt! Wir fliehn aus deinen Netzen: Dort ist, was uns gefällt. Der Herr ist IX. Himmelfahrt Christi. unsre Zier, Der Herr ist unsre 13⁵ Wonne; Zu unsrer Lebens-⸗ sonne, Zu Jesu ziehen wir. 6. Wann soll es doch ge— schehen? Wann kommt die liebe Zeit, Daß wir ihn werden sehen In seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst du sein, Da wir zu seinen Füßen Anbe— tend ihn begrüßen? O Tag, brich bald herein! Sacer, geb. 1635 4 1699. Mel. Freu dich sehr.(Joh. 20, 17. 14, 2. 3. Kol. 3, I. 2.) 182. Herr, du fährst mit Glanz und Freuden Auf zu dei⸗ ner Herrlichkeit; Doch mich drü— cken noch die Leiden Dieses Lebens, dieser Zeit. Gib mir, Jesu, Muth und Kraft, Daß ich meine Pilgerschaft So in dir zurückelege, Daß ich stets dein bleiben möge! 2. Laß mir deinen Geist zu⸗ rücke, Aber zeuch mein Herz zu dir; Wenn ich nach dem Him— mel blicke, O so öffn' ihn gnädig mir! Neige meinem Flehn dein Ohr, Trag es deinem Vater vor, Daß er mir die Schuld vergebe, Und ich mich bekehr und lebe! 3. Lehre mich die Welt verach— ten, Und was in ihr Eitles ist, Und nach dem, was dort ist, trachten, Wo du, mein Erlöser, bist! Wollust, Ehrsucht und Ge— winn, Soll mich dies zur Erde ziehn, Da ich jenseits überm Grabe Eine größre Hoffnung 4. Diese müsse nichts mir rau⸗ ben, Du erwarbst sie theuer mir; Jetzo seh ich sie im Glau— ben, Dorten find ich sie bei dir; Dort belohnst du das Vertraun Deiner Gläubigen durch Schaun, Und verwandelst ihre Leiden In unendlich große Freuden. 5. Dort bereit auch mir die Stätte In des Vaters Hause zu, Rufst du frühe oder späte Mich zu meines Grabes Ruh; Leucht auch mir in dieser Nacht Mit der Sonne deiner Macht, Die des Todes Macht be— zwungen Und für uns den Sieg errungen! 6. Kommst du endlich glorreich wieder An dem Ende dieser Zeit, O so sammle meine Glie⸗ der, Die Verwesung jetzt zer— streut! Heil'ge und verklär sie ganz, Daß der Leib in Him⸗ melsglanz, Dann nicht mehr von Staub und Erde, Ahnlich deinem Leibe werde! habe? Nach Kaspar Neumann. 136 IX. Himmelfahrt Christi. Mel. Es ist das Heil.(Ebr. 7, 24. 25. Joh. 17, 24.) 183. Herr Jesu, deiner Glie⸗ der Ruhm, Du starkes Haupt der Schwachen! Du hast ein ew'ges Priesterthum, Kannst all⸗ zeit selig machen; Du bist es, der Gebet erhört Und der des Glaubens Wunsch gewährt, So— bald wir zu dir kommen. 2. Du läßst durch deine Him— melfahrt Den Himmel offen sehen; Du hast den Weg geoffen⸗ bart, Wie wir zum Vater gehen. Der Glaube weiß und ist gewiß, Du habest uns im Paradies Die Stätte zubereitet. Joh. 14, 2. 3. Du giengst ins Heiligthum hinein Kraft deiner heil'gen Wunden, Und hast ein ewig Seligsein, Verherrlichter, er— funden; Du hast allein durch deine Macht Uns die Gerechtig— keit gebracht, Die unaufhörlich währet. 4. Gieng unser Haupt zum Himmel ein, So werden auch die Glieder Gewiß nicht ausge— schlossen sein, Du bringst sie alle wieder; Sie werden da Mel. Womit soll ich. 184. Siegesfürst und Eh⸗ renkönig, Hochverklärte Maje— stät! Alle Himmel sind zu we— nig, Du bist drüber weit erhöht! Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, Nicht mein Herz vor Freude wallen, Wenn mein Glaubens⸗ aug entzückt Deine Herrlichkeit erblickt?ꝰ sein, wo du bist, Und dich ver— klärt, Herr Jesu Christ, Mit ew'ger Wonne sehen. 5. Zeuch uns dir nach, so lau⸗ fen wir; Laß uns ein himmlisch Wesen In Worten, Werken und Begier Von nun an, Herr, er⸗ lesen! Zeuch unser Herz dem Himmel zu, Damit wir Wandel, Schatz und Ruh Nur in dem Himmel haben! 6. Was droben ist, laß künf⸗ tighin Uns unabläßig suchen; Was eitel heißt, das lehr uns fliehn, Was sündlich ist, ver— fluchen! Weg Welt! Dein Schatz und Freudenschein Ist viel zu elend, zu gemein Für himmlische Gemüther! 7. O Kleinod, das im Himmel strahlt, Nach dir nur will ich laufen! O Perle, die kein Welt⸗ kreis zahlt, Dich will ich hier noch kaufen! O Erbtheil voll Zufriedenheit, O Himmel voller Seligkeit, Sei mein aus Jesu Gnaden! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 + 1769. (Eph. 1, 17—-23.) 2. Weit und breit, du Him⸗ melssonne, Deine Klarheit sich enthüllt Und mit neuem Glanz und Wonne Alle Himmelsgeister füllt. Prächtig wirst du aufge— nommen, Freudig heißt man dich willkommen; Schau, dein armes Kind auch hier Rufet Hosianna dir! 3. So trinken seh? S len sink hersteh! trauen Grauet mich 2 4. G fließen nich, Füßen Herr, Ales b che dir Herzen 5. N 185⁵ fahrt a gründe Mgs überwi Haupt seine 3. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, Da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Muth noch wol— len sinken, Da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen Ohne Furcht und ohne Grauen, Nur in Jesu Namen mich Beugen hier und ewiglich. 4. Geist und Kraft nun über⸗ fließen; Laß sie fließen auch auf mich, Bis zum Schemel deiner Füßen Alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende Alles bis zum Weltenende; Ma⸗ che dir auf Erden Bahn, Alle Herzen unterthan! 5. Nun erfüllst du aller Orten Mel. Nun freut euch.(Joh. 17, 185. Auf Christi Himmel⸗ fahrt allein Ich meine Nachfahrt gründe, Und allen Zweifel, Angst und Pein Hiemit stets überwinde; Denn weil das Haupt im Himmel ist, Wird seine Glieder Jesus Christ Zur rechten Zeit nachholen. Joh. 12, 2. 2. Weil er gezogen himmelan Und große Gab empfangen, Mein Herz auch nur im Him⸗ mel kann, Sonst nirgends Ruh Himmlische Herrlichkeit Christi. 137 Alles durch dein Nahesein, Mei⸗ nes Geistes ew'ge Pforten Stehn dir offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, Du mußt auch bei mir einkehren; Ewig in mir leb und wohn Als in dei⸗ nem Himmelsthron! 6. Scheidend bringst du mir dein Leben, Gott und Himmel innig nah. Laß mich stets den Geist erheben, Gleich als stündst du sichtbar da, Fremd der Welt, von Zeit und Sinnen Bei dir abgeschieden drinnen, In den Himmel mit versetzt, Wo mich Jesus nur ergetzt. Tersteegen, geb. 1697 + 1769. 24. Kol. 3, 1 ꝛc. Matth. 6, 21.) erlangen; Denn wo mein Schatz gekommen hin, Da ist auch stets mein Herz und Sinn; Nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich Von deiner Auffahrt spü⸗ ren, Daß mit dem wahren Glauben ich Mög meine Nach⸗ fahrt zieren, Und dann einmal, wann dirs gefällt, Mit Freu⸗ den scheiden aus der Welt: Herr, höre dies mein Flehen! Wegelin, + 1640. Himmlische Herrlichkeit Christi. Mel. Schmücke dich.(Phil. 186. König, dem kein Kö⸗ nig gleichet, Dessen Ruhm kein Mund erreichet, Dem als Gott das Reich gebühret, Der als Mensch das Scepter führet, Dem 2 0 II. 2 Tim. 2, 11. 12.) das Recht gehört zum Throne, Als des Vaters ein'gem Sohne, Den so viel Vollkommenheiten Krönen, zieren und begleiten! 2. Himmel, Erde, Luft und 138 IX. Himmelfahrt Christi. Meere, Aller Kreaturen Heere Müssen dir zu Dienste stehen; Was du willst, das muß ge⸗ schehen; Fluch und Segen, Tod und Leben, Alles ist dir überge— ben; Und vor deines Mundes Schelten Zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Gren— zen Sieht man dich am schönsten glänzen, Wo viel tausend treue Seelen Dich zu ihrem Haupt erwählen, Die durchs Scepter deines Mundes Nach dem Recht des Gnadenbundes Sich von dir regieren lassen Und wie du das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Eh— ren Kann man stets dich loben hören Von dem himmlischen Geschlechte, Von der Menge deiner Knechte, Die dort ohne Mel. Auf, Triumph, es kommt die Stunde; oder: Ach, was soll ich S Eph. 1, 21 ꝛc. Phil. 2, 9—11. Ps. 2 (Ebr. 1 und 2. 187. Jesus Christus herrscht als König; Alles wird ihm un⸗ terthänig, Alles legt ihm Gott zu Fuß. Jede Zunge soll beken— nen: Jesus sei der Herr zu nennen, Dem man Ehre geben muß. 2. Gott, des Weltalls großer Meister, Hat die Engel wohl als Geister Und als Flammen um den Thron; Sagt' er aber je zu Knechten:„Setze dich zu meiner Rechten“? Nein, er sprach es zu dem Sohn. 3. Gott ist Herr, der Herr ist Einer, Und demselben gleichet Furcht und Grauen Dein ver— klärtes Antlitz schauen, Die dich unermüdet preisen Und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herr in allen diesen Rei— chen! Dir ist niemand zu ver— gleichen An dem Überfluß der Schätze, An derOrdnung der Ge— setze, An Vortrefflichkeit der Ga— ben, Welche deine Bürger haben; Du beschützest deine Freunde, Du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsch auch, Herr, in mei— nem Herzen Über Lüste, Furcht und Schmerzen; Laß dein Leben in mich fließen, Laß mich dich im Geist genießen, Ehren, fürch— ten, loben, lieben Und mich im Gehorsam üben, Siegen hier mit dir im Streite, Dort mit— herrschen dir zur Seite! Rambach, geb. 1693 + 1735. Sünder machen. 9 keiner, Nein, der Sohn nur ist ihm gleich; Dessen Stuhl ist un⸗ umstößlich, Dessen Leben unauf— löslich, Dessen Reich ein ewig Reich. 4. Nur in ihm— o Wunder⸗ gaben!— Können wir Erlösung haben, Die Erlösung durch sein Blut. Hört's: das Leben ist er⸗ schienen, Und ein ewiges Ver⸗ sühnen Kommt in Jesu uns zu gut. 5. Alles dieses nicht alleine; Die begnadigte Gemeine Hat auch ihn zu ihrem Haupt: Er hat sie mit Blut erkaufet, Zu dem Hün sie lebet 6. Gel Herzen, ihm die Mmen, alle Vi weiß e schenkt“ 7. Eil Schäme sollst ne Es soll Du wi Vunsch Willst dein! 8. Al Solls Denn Ruhm. Ehren! dich h Huml . E Cyristi Zeiten geht z folgen dem Himmelreich getaufet, Und sie lebet, weil sie glaubt. 6. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, Klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen, Sagt, ihr Armen, ihm die Noth! Er kann alle Wunden heilen, Reichthum weiß er auszutheilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 7. Eil, es ist nicht Zeit zum Schämen! Willst du Gnade? Du sollst nehmen! Willst du leben? Es soll sein! Willst du erben? Du wirst's sehen! Soll der Wunsch aufs Höchste gehen: Willst du Jesum? Er ist dein! 8. Allen losgekauften Seelen Solls an keinem Gute fehlen; Denn sie glauben Gott zum Ruhm. Werthe Worte, theure Lehren! Möcht doch alle Welt dich hören, Süßes Evange— lium! 9. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder Hier auf kurze Zeiten nieder, Und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld! Es folgen Freuden; Nichts kann sie Himmlische Herrlichkeit Christi. 139 von Jesu scheiden, Und ihr Haupt zieht sie empor. 10. Ihnen steht ein Himmel of⸗ fen, Welcher über alles Hoffen, Uber alles Wünschen ist. Die geheiligte Gemeine Weiß, daß eine Zeit erscheine, Da sie ihren König grüßt. 11. Auch bis dahin gibt er Nahrung, Leitung, Heilung und Bewahrung; Denn er pflegt und liebet sie. Ja bei seinem Kreuzesstamme Fraget sie, wer nun verdamme? Denn sie rüh⸗ met: Gott ist hie! 12. Jauchz' ihm, Menge heil'⸗ ger Knechte, Rühmt, vollendete Gerechte Und du Schar, die Palmen trägt, Und ihr Märt'rer mit der Krone, Und du Chor vor seinem Throne, Der die Gottesharfen schlägt! 13. Ich auch auf den tiefsten Stufen, Ich will glauben, re— den, rufen, Ob ich schon noch Pilger bin: Jesus Christus herrscht als König! Alles sei ihm unterthänig! Ehret, liebet, lobet ihn! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. Mel. Wie schön leucht't.(Ebr. 6, 18—-20.) 188. Hallelujah! Wie lieb⸗ lich stehn Hoch über uns die Himmelshöhn, Seit du im Him⸗ mel sitzest, Seit du vom ew'gen Zion dort Aussendest dein le⸗ bendig Wort Und deine Her⸗ de schützest! Fröhlich, Selig Schaut der Glaube Von dem Staube Auf zum Sohne: Meine Heimat ist am Throne! 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl: Was ist ihr tausendfacher Strahl? Was ist der Glanz der Sonne? Ein Schatten nur von jenem Licht, Das dir vom hol— den Angesicht Ausgeht mit 14⁰ ew'ger Wonne. Sende, Spen⸗ de Deine hellen Lebensquellen Reichlich nieder, Großes Haupt, auf deine Glieder! 3. Verhüllt den Erdkreis düst⸗ re Nacht, Ich weiß, daß dort ein Auge wacht, Das einst um uns geweinet, Das einst für uns im Tode brach: Es ist dein Aug; es bleibet wach, Bis neu die Sonne scheinet. O wer Nunmehr Nimmer klagte, Nim⸗ mer zagte, Seit du wachest Und aus Nächten Tage machest! 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer: Ein Himmel neigt sich drüber her, Dein Himmel voller Gnaden. Da steigt erhörlich das Gebet, Da wallt man sicher früh und spät Vor Feindeslist und Schaden. Keiner Deiner Auserwählten, Geistbeseelten Bleibt verlassen, Mel. Lobe den Herren, den 189. Lamm, das gelitten, und Löwe, der siegreich gerungen! Blutendes Opfer und Held, der die Hölle bezwungen! Brechen-— des Herz, Das sich aus irdi⸗ schem Schmerz Über die Him— mel geschwungen! 2. Du hast in schauriger Tiefe das Höchste vollendet, Gott in die Menschheit gehüllt, daß sein Licht uns nicht blendet.„Würdig bist du,“ Jauchzt dir die Ewig— keit zu,„Preises und Ruhms, der nicht endet!“ 3. Himmlische Liebe, die Na⸗ IX. Himmelfahrt Christi. Treu will ihn dein Arm um⸗ fassen. 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, Zu dir, wenn sich das arme Herz Abhärmt in bittrer Reue; Du brichst nicht das zer— stoßne Rohr, Und wenn der Docht sein Ol verlor, So tränkst du ihn aufs neue. Im Licht Soll nicht Eine fehlen Von den Seelen, Die zum Le⸗ ben Dir dein Vater übergeben. 6. O sel'ger König, Jesu Christ, Wie wundervoll und heilig ist, Was uns in dir geschenket! In dir, der Gottes Kinder schirmt, Bleibt unser Anker, wenn es stürmt, Auf ewig eingesenket. Hier, hier Sind wir Festgebun— den; Unsre Stunden Fliehn in Eile; Dann hinauf zum ew'gen Heile! Knapp, geb. 1798 + 1864. mächtigen.(Ps. 103, 1—5.) men der Erde nicht nennen! Fürst deiner Welten, den einst alle Zungen bekennen! Giengest du nicht Selbst in der Sünder Gericht, Sünder entlasten zu können? 4. Wunder der Liebe! Der ein⸗ zige Reine von allen Eint sich mit Seelen, die sündig im Staube hier wallen, Trägt ihre Schuld, Hebt mit unendlicher Huld Das, was am tiefsten gefallen! 5. Menschensohn, Heiland, in dem sich das ew'ge Erbarmen Milde zu eigen gegeben den schuldigen Armen! Dir an der dend de auch m dein Li Hand, wandt, frönet. 7. Lob Er hat Gebres ges Lel Vonne dir deil 190⁰ zur Re ters si seinen der Gn erhabn niglich ten Preis 2. 3 Erden bracht werder mit M gestort Heil e Brust Darf nun in Leben und Lust Jeder Erstarrte erwarmen. 6. Mir auch ist süß überwin⸗— dend dein Rufen ertönet; Herr, auch mein feindliches Herz hat dein Lieben versöhnet; Ja deine Hand, Zu dem Verirrten ge— wandt, Hat mich mit Gnade ge⸗ krönet. 7. Lobe den Herrn, meine Seele! Er hat dir vergeben, Heilt dein Gebrechen, legt in dich ein ewi⸗ ges Leben; Frieden im Streit, Wonnen im irdischen Leid Weiß dir dein Heiland zu geben. Mel. Womit soll ich.(1 Joh. 2, 190. Großer Mittler, der zur Rechten Seines großen Va⸗ ters sitzt, Und die Schar von seinen Knechten In dem Reich der Gnade schützt, Dem auf dem erhabnen Throne, In der kö⸗ niglichen Krone, Aller Ewigkei— ten Heer Bringt in Demuth Preis und Ehr! 2. Dein Erlösungswerk auf Erden Und dein Opfer ist voll⸗ bracht; Was vollendet sollte werden, Das vollführtest du mit Macht. Da du bist für uns gestorben, Ist uns Gnad und Heil erworben; Und dein sieg— reich Auferstehn Läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte In dem obern Heiligthum: Die erworbnen Lebenskräfte Durch dein Evangelium Allen denen mitzutheilen, Die zum Thron Himmlische Herrlichkeit Christi. 141 8. Schmilz, o mein dankender Laut, in die seligen Chöre Seiner Gemeinde, getrennt noch durch Länder und Meere, Doch von dem Band Himmlischer Liebe umspannt, Eins zu des Ewi⸗ gen Ehre! 9. Jauchze, Natur, in des Frühlings beginnendem Wehen! Singe, du Welt, die das Werk der Erlösung gesehen! Jauchze, du Heer Dort am kristallenen Meer: Ehre sei Gott in den Höhen! Meta Heußer⸗Schweizer, geb. 1797. 1. 2. Ebr. 5, 7- 10. 7, 25 ꝛc.) der Gnaden eilen. Nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Alle Namen deiner From⸗ men Trägst du stets auf deiner Brust; Und die gläubig zu dir kommen, Sind und bleiben deine Lust. Du vertrittst, die an dich glauben, Daß sie nichts dir möge rauben, Bittest in des Vaters Haus Ihnen eine Woh— nung aus. 5. Doch vergissest du der Ar⸗ men, Die der Welt noch dienen, nicht, Weil dein Herz dir von Erbarmen üÜber ihrem Elend bricht. Daß dein Vater ihrer schone, Daß er nicht nach Wer— ken lohne, Daß er ändre ihren Sinn: Ach da zielt dein Bit⸗ ten hin! 6. Zwar in deines Fleisches Tagen, Als die Sünden aller — 4. Welt Noch auf deinen Schul— tern lagen, Hast du dich vor Gott gestellt, Bald mit Seuf⸗ zen bald mit Weinen Für die Sünder zu erscheinen, O in welcher Niedrigkeit Batest du zur selben Zeit! 7. Aber nun wird deine Bitte Von der Allmacht unterstützt, Da in der vollkommnen Hütte Die verklärte Menschheit sitzt, Nun kannst du des Feindes Klagen IX. Himmelfahrt Chrrstt. Majestätisch niederschlagen, Und nun macht dein redend Blut Unsre böse Sache gut. 8. Großer Mittler, sei geprie— sen, Daß du in dem Heiligthum So viel Treu an uns bewiesen; Dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertre— ten, Wenn wir zu dem Vater beten; Schließt die Lippen uns der Tod, Sprich für uns in letzter Noth! Rambach, geb. 1693 + 1735. Mel. Nun bitten wir.(Joh. 14, 27. 28.) 191. Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein Bringt großen Frieden ins Herz hinein, Und dein Gnadenanblick Macht uns so selig, Daß Leib und Seele darüber fröhlich Und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freund⸗ liches Angesicht Voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; Aber unsre Seele Kanns schon ge— wahren, Du kannst dich fühlbar gnug offenbaren, Auch unge— sehn. 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht Dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätt' ohne Ende Von Glück zu sagen, Und Leib und Seele müßt' immer fragen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, ge— duldig sein, Uns täglich reich— lich die Schuld verzeihn, Heilen, stillen, trösten, Erfreun und seg— nen Und unsrer Seele als Freund begegnen, Ist deine Lust. 5. Ach gib an deinem kostba— ren Heil Uns alle Tage voll— kommnen Theil; Und laß unsre Seele Sich immer schicken, Aus Noth und Liebe nach dir zu blicken Ohn' Unterlaß! 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald Mit deiner Frie⸗ dens⸗ und Siegsgestalt; Laß dein Bild uns immer Vor Au⸗ gen schweben Und dein wahr— haftiges In⸗-uns⸗leben Zu sehen sein! Gal. 2, 20. 7. Ein herzlich Wesen und Kindlichkeit Sei unsre Zierde zu aller Zeit, Und die heil'ge Tröstung Aus deinen Wunden Erhalt uns Frieden zu allen Stunden Bei Freud und Leid! 8. So werden wir bis in Him⸗ mel hinein In dir vergnügt wie die Kinder sein; Muß man gleich die Wangen Noch manch— mal netzen, Wenn sich das Herz nur an dir ergetzen Und stillen kann. 9. 2 9. grabne an un 19² Erble geiche Fleher stes V tha⸗ voll⸗ nste Aus zu „ so Frie⸗ Laß Au⸗ ahr⸗ sehen 2, W. und ierde eibge nden allen Leid! Him⸗ twie man anch⸗ Hetz Hillen Himmlische Herrlichkeit Christi. 143 9. Du reichst uns deine durch-Gedächtniß Beschämt dastehen, grabne Hand, Die so viel Treue Und unser Auge muß übergehen an uns gewandt, Daß wir beim Vor Lob und Dank. Gregor, geb. 1723 4 1801. Mel. Schmücke dich.(Ebr. 8, 1. 2. 1 Kor. 1, 33. 1 Chron. 30, 17.) 192. An Dein Bluten und men lodern, Darfst du noch Er— Erbleichen, An Dein Opfer ohne barmung fordern, Hilfe, wo die gleichen, An Dein priesterliches Engel trauern, Leben in des To— Flehen Mahnet mich des Gei- des Schauern. stes Wehen. Und so wünsch' ich, 5. O wie groß ist dein Vermö— ew'ge Güte, Für mein Leben gen! Priesteramtes kannst du eine Blüte, Einen Ruhm an pflegen, Welten auf dem Herzen meinem Grabe, Daß ich dich tragen, Sünd und Hölle nieder— geliebet habe! schlagen, Gräber öffnen, Todte 2. Hoherpriester ohne Tadel, wecken, Sie mit Himmelsblüte Lebensfürst von großem Adel! decken, Und hinauf zum ew'gen Licht und Herrlichkeit entfalten, Leben Auf der Rettershand er— Segnen heißt dein hohes Wal- heben. ten, Segnend trittst du mir 6. Was ist Reichthum, Lust entgegen. Und so wünsch ich und Ehre, Was ein Überfluß einen Segen, Einen Ruhm wie Meere, Wenn du, Herr, an meinem Grabe, Daß ich dich mich nicht erkennest, Nicht im geliebet habe! Heiligthume nennest? Sel'ger 3. Elend bin ich und verdorben, In der Sünde fast erstorben; Sünder können nichts verdie— nen, Nichts vergüten, nichts versühnen. Willst du in der ew'⸗ gen Hütte Mich vergessen in der Bitte, Nicht auf deinem Herzen tragen, Muß ich sterben und verzagen. 4. Du nur giltst im Heiligthu— me; Und zu deiner Wunden Pilger, dem die Kunde Tief er⸗ tönt im Herzensgrunde: Chri— stus, meine Lebenssonne, Denket mein im Haus der Wonne! 7. Lieben will ich, flehn und loben, Bis der Vorhang wegge— schoben; Dann zu dir, du Ewig— reiner! Jesus Christus, denke meiner! Eines schenke mir hie— nieden: Deinen Geist und dei— nen Frieden, Und den Ruhm Ruhme, Weil du für die Sünder an meinem Grabe, Daß ich littest, Gibt der Vater, was du dich geliebet habe! bittest; Wenn schon Zornesflam— Knapp, geb. 1798 4 1864. X. Pfingstlieder. X. Pfingstlieder. Mel. Kommt her zu mir.(Apostelgesch. 2.) 193. Es saß ein frommes Häuflein dort Und wollte nach des Herren Wort Einmüthig Pfingsten halten. Ach laß auch jetzt im Christenstand, Herr Je— su, deiner Liebe Band Bei from— men Gliedern walten! 2. Schnell fiel hernieder auf das Haus Ein starker Wind, der mit Gebraus Sich wunder— sam erhoben. O Gotteshauch, ach lasse dich Bei uns auch spü— ren kräftiglich Und weh uns an von oben! 3. Er füllete die Wohnung ganz, Zertheilter Zungen Feuer— glanz Ließ sich auf jedem spü— ren. Ach nimm auch unsre Kir— chen ein, Laß feurig unsre Leh— rer sein, Und deine Sprach uns rühren! 4. Sie wurden all des Gei⸗ stes voll Und fiengen an zu re⸗ sprechen. Erfüll auch uns mit heil'ger Glut, Daß wir des Herzens blöden Muth Mit freier Rede brechen. 5. Die Welt zwar treibt nur ihren Spott, Und wer nicht merkt die Kraft aus Gott, Spricht lei⸗ der:„sie sind trunken.“ Den rechten Freudenwein uns gib, Erquick, o Herr, in deiner Lieb, Was noch in Angst versunken! 6. Dein Licht treib in des Her— zens Haus Mit hellen Strahlen gänzlich aus Die alten Fin— sternisse, Daß Blindheit, Irr⸗ thum, falscher Wahn Und was uns sonst verleiten kann, Auf ewig weichen müsse! 7. Dein Feuer tödt in unsrer Brust, Was sich noch regt von Sündenlust; Erwecke reine Trie⸗ be, Auf daß wir schmecken wahre Freud, Anstatt der schnöden Ei⸗ den wohl, Wie er gab auszu- telkeit, In Jesu süßer Liebe! d'Annone, geb. 1697 + 1770. Eigene Mel.(Joh. 16, 18. 14.) 194. Komm, heil'ger Geist, Herre Gott! Erfüll mit deiner Gnaden Gut Deiner Gläub'gen Herz, Muth und Sinn, Dein brünstig' Lieb entzünd in ihn'n. O Herr, durch deines Lichtes Glast Zu dem Glauben ver— sammelt hast Das Volk aus aller Welt Zungen; Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Hallelujah, Hallelujah! 2. Du heiliges Licht, edler Hort! Laß uns leuchten des Lebens Wort Und lehr uns Gott recht erkennen, Von Her— zen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, Daß wir nicht Meister suchen mehr, Denn Jesum mit rechtem Glau⸗ ben Und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallelujah, Hallelujah! und g bestänk unsen 19⁵ heilige Glaub behüte wir he de. H 2. D deinen Christ an ih Heila zum erbarr 196 bei I Voht Herzt liht, uns Zu st X. Pfingstlieder. 14⁵ 3. Du heilige Brunst, süßer durch dein Kraft uns bereit Und Trost! Nun hilf uns, fröhlich sstärk des Fleisches Blödigkeit, und getrost In dein'm Dienst Daß wir hie ritterlich ringen, beständig bleiben, Die Trübsal Durch Tod und Leben zu dir uns nicht abtreiben. O Herr, dringen. Hallelujah, Hallelujah! Luther, geb. 1483 + 1546. Eigene Mel.(Joh. 14, 26. 1 Kor. 12, 3.) 195. Nun bitten wir den heiligen Geist Um den rechten Glauben allermeist, Daß er uns behüte An unserem Ende, Wenn wir heimfahrn aus diesem Elen⸗ de. Herr, erbarm dich unser! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, Laß uns empfinden der Liebe Brunst, Daß wir uns von Herzen Einander lieben Und in Friede auf einem Sinn bleiben. Herr, erbarm dich unser! 2. Du werthes Licht, gib uns 4. Du höchster Tröster in aller deinen Schein; Lehr uns Jesum Christ kennen allein, Daß wir an ihm bleiben, Dem treuen Heiland, Der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Herr, erbarm dich unser! Roth, Hilf, daß wir nicht fürch— ten Schand noch Tod, Daß in uns die Sinnen Doch nicht ver— zagen, Wenn der Feind wird das Leben verklagen. Herr, er— barm dich unser! Luther. Vers 1 schon im 13. Jahrhundert bekannt. Mel. Wie schön leucht't.(Röm. 8, 26. 1 Kor. 12, 13.) 196. O heil'ger Geist, kehr bei uns ein Und laß uns deine Wohnung sein, O komm, du Herzenssonne! Du Himmels-— licht, laß deinen Schein Bei uns und in uns kräftig sein Zu stäter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, Himmlisch Leben Willst du geben, Wenn wir beten; Zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weis⸗ heit fließt, Die sich in fromme Seelen gießt, Laß deinen Trost uns hören, Daß wir in Glau⸗ benseinigkeit Auch andre in der Christenheit Dein wahres Gesangbuch für die evangelische Kirche. Zeugniß lehren! Höre, Lehre, Daß wir können Herz und Sin⸗ nen Dir ergeben, Dir zum Lob und uns zum Leben! 3. Gib Kraft und Nachdruck deinem Wort, Laß es wie Feuer immerfort In unsern Seelen brennen, Daß wir uns mögen nimmermehr Von deiner weis— heitreichen Lehr Und treuen Liebe trennen! Schenke, Senke Deine Güte Ins Gemüthe, Daß wir können Christum unsern Hei⸗ land nennen! 4. Sei stets bei uns mit dei⸗ nem Rath, Und führ uns selbst auf rechtem Pfad, 4⸗0 wir den 146 X. Pfingstlieder. Weg nicht wissen! Gib uns Beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Wenn wir auch leiden müssen! Schaue, Baue, Was zerrissen, Und ge— flissen, Dich zu schauen Und auf deinen Trost zu bauen! 5. Stärk uns mit deiner Got⸗ teskraft, Zu üben gute Ritter— schaft In Drangsal und Be⸗ schwerden, Auf daß wir unter deinem Schutz Begegnen aller Feinde Trutz Mit freudigen Gebärden! Laß dich Reichlich Auf uns nieder, Daß wir wie— der Trost empfinden, Alles Un⸗ glück überwinden! 6. Du süßer Himmelsthau, gib dich In unsre Herzen kräf— tiglich Und schenk uns deine Liebe, Daß unser Sinn ver— bunden sei Dem Nächsten stets mit Lieb und Treu Und sich darinnen übe! Kein Neid, Kein Streit Dich betrübe; Fried und Liebe Müss' umschweben Und durchdringen unser Leben! 7. Gib, daß in reiner Heilig⸗ keit Wir führen unsre Lebens— zeit! Sei unsers Geistes Stärke, Daß uns forthin sei unbewußt Die Eitelkeit, des Fleisches Lust Und seine todten Werke! Rühre, Führe Unser Sinnen Und Be— ginnen Von der Erden, Daß wir Himmelserben werden! Schirmer, geb. 1606 4 1673. Mel. Zeuch mich, zeuch mich.(Röm. 8, 15 ꝛc. 28. Jes. 11, 2.) 197. Komm, o komm, du Geist des Lebens, Wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, Sie erfüll uns jederzeit! So wird Geist und Licht und Schein In dem dunkeln Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Ver— stand und Zucht, Daß wir an— ders nichts beginnen, Denn was nur dein Wille sucht; Dein Erkenntniß werde groß Und mach uns vom Irrthum los! 3. Führ uns, Herr, die Wohl⸗ fahrtsstege, Die dein Wort uns kund gethan; Räume ferner aus dem Wege, Was den Lauf verhindern kann; Wirke Reue nach der That, Wenn der Fuß gestrauchelt hat! 4. Stets laß unser Herz em⸗ pfinden, Daß wir Gottes Kinder sei'n, Die bei ihm nur Hilfe fin— den In der Noth und Seelen— pein; Lehr uns, daß des Va— ters Zucht Einzig unser Bestes sucht! 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten Frei, mit aller Freudig— keit; Seufze in uns, wenn wir beten, Und vertritt uns allezeit! So wird unsre Bitt erhört, Und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns dann um Trost auch bange, Seufzt das Herz voll Traurigkeit:„Ach mein Gott, mein Gott, wie lange?“ O so! der S Muth 4. Stärk schaft Werkt uns K in de uns d 8. Glaul 19 Thore Gast, Mich gelieb des chen geprei Hilf! sündꝰ miter Dien dig bi 3.4 ret, Dein Sing himn Skig neige 1 den, Erler O so wende unser Leid; Sprich der Seele tröstlich zu Und gib Muth, Geduld und Ruh! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, Der allein das Gute schafft, Fördre in uns deine Werke Und zum Kämpfen gib uns Kraft; Schenk uns Waffen in den Krieg Und erhalt in uns den Sieg! 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, Daß kein Teufel, Tod X. Pfingstlieder. 147 noch Spott Uns denselben möge rauben, Du bist unser Schutz und Gott; Sagt das Fleisch gleich immer nein, Laß dein Wort gewisser sein! 9. Wann wir endlich sollen sterben, So versichre uns je mehr Als des Himmelreiches Erben Jener Herrlichkeit und Ehr, Die Gott gibt durch Je— sum Christ, Und die unaus⸗ sprechlich ist. Eigene Mel.(Hesek. 36, 26. 27.) 198. Zeuch ein zu meinen Thoren, Sei meines Herzens Gast, Der du, da ich geboren, Mich neugeboren hast, O hoch— geliebter Geist Des Vaters und des Sohnes, Mit beiden glei— chen Thrones, Mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich empfin⸗ den Und schmecken deine Kraft, Die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft! Ent— sünd'ge meinen Sinn, Daß ich mit reinem Geiste Dir Ehr und Dienste leiste, Die ich dir schul— dig bin! 3. Du bist ein Geist, der leh— ret, Wie man recht beten soll; Dein Beten wird erhöret, Dein Singen klinget wohl; Es steiget himmelan Und läßt nicht ab im Steigen, Bis der sich möge neigen, Der allen helfen kann. 4. Du bist ein Geist der Freu⸗ den, Das Zagen liebst du nicht, deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal Hast du mit süßen Worten Mir aufgethan die Pforten Zum güldnen Him— melssaal! 5. Du bist ein Geist der Liebe, Ein Freund der Freundlichkeit, Willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit; Der Feindschaft bist du feind, Willst, daß durch Liebes— flammen Sich wieder thu zu— sammen, Was unversöhnlich scheint. 6. Du, Herr, hast selbst in Händen Die ganze weite Welt, Kannst Menschenherzen wen— den, Wie es dir wohlgefällt. So gib doch deine Gnad Zu Fried und Liebesbanden, Ver— knüpf in allen Landen Was sich getrennet hat! 7. Erhebe dich und steure Dem Herzleid auf der Erd; Bring wieder und erneure Die Wohl— Erleuchtest uns im Leiden Mit fahrt deiner Herd; Laß blühen 148 X. Pfingstlieder. wie zuvor Die Länder, so ver⸗ heeret; Die Kirchen, so zerstö— ret, Richt aus der Asch empor! 8. Beschirm die Obrigkeiten, Bau unsers Fürsten Thron; Gib uns getroste Zeiten; Schmück als mit einer Kron Die Alten mit Verstand, Mit Frömmigkeit die Jugend, Mit Gottesfurcht und Tugend Das Volk im ganzen Land! 9. Erfülle die Gemüther Mit reiner Glaͤubenszier, Die Häu⸗ ser und die Güter Mit Segen für und für! Vertreib den bö⸗ sen Geist, Der dir sich wider⸗ setzet Und, was dein Herz ergetzet, Aus unsern Herzen reißt! 10. Richt unser ganzes Leben Allzeit nach deinem Sinn; Und sollen wir es geben Zuletzt dem Tode hin, Wanns mit uns hie wird aus, So hilf uns fröhlich sterben Und nach dem Tod erer— ben Des ew'gen Lebens Haus! Gerhard, geb. 1606 + 1676. Mel. Freu dich sehr.(Eph. 1, 17—19. Ps. 143, 10.) 199. O du allersüßste Freu⸗ de, O du allerschönstes Licht, Der du uns in Lieb und Leide Unbesuchet lässest nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, Der du hältst und halten wirst Ohn' Aufhören alle Dinge: Hö⸗ re, höre, was ich singe! 2. Du bist ja die beste Gabe, Die ein Mensch nur nennen kann; Wenn ich dich erwünsch und habe, Geb ich alles Wün⸗ schen dran. Ach ergib dich, komm zu mir In mein Herze, das du dir, Da ich in die Welt geboren, Selbst zum Tempel auserkoren! 3. Du wirst als ein milder Regen Ausgegossen von dem Thron, Bringst uns nichts als lauter Segen Von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werther Gast, Gottes Segen, den du hast Und vertheilst nach deinem Willen, Mich an Leib und Seel erfüllen! 4. Du bist weise, voll Verstan⸗ des, Was geheim ist, ist dir kund, Zählst den Staub des kleinsten Sandes, Gründest auch des Meeres Grund. Nun du weißt auch zweifelfrei, Wie verderbt und blind ich sei; Drum gib Weisheit und vor allen, Wie ich möge Gott gefallen! den, Wo man rein und redlich ist, Fleuchst hingegen Schand und Sünden, Weil du lauter Klarheit bist. Mache mich, o Gnadenquell, Rein und züch⸗ fliehen, was du fliehest, Gib mir, was du gerne siehest! 6. Du bist, wie ein Lamm es pfleget, Frommen Herzens, sanf⸗ ten Muths, Bleibst im Lieben unbeweget, Thust uns Bösen 5. Du bist heilig, läßst dich fin⸗ tig, keusch und hell; Laß mich alles gib m Sinn Freun nen,d 200 Zucht Fromt that st Seele X. Pfingstlieder. 149 alles Guts. Ach verleih und gib mir auch Diesen edlen Sinn und Brauch, Daß ich Freund' und Feinde liebe, Kei⸗ nen, den du liebst, betrübe! 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, Wenn du mich nur nicht verstößst; Bleib ich von dir ungeschieden, Ei so bin ich gnug getröst't. Laß mich sein dein Eigenthum! Ich versprech hinwiederum, Hier und dort all mein Vermögen Dir zu Ehren anzulegen. 8. Nur allein, daß du mich stärkest Und mir treulich stehest bei; Hilf, mein Helfer, wo du merkest, Daß mir Hilfe nöthig sei; Brich des bösen Fleisches Sinn, Nimm den alten Willen hin, Daß er sich in dir erneue, Und mein Gott sich meiner freue! 9. Halt mich, wann die Kniee beben, Wann ich sinke, sei mein Stab, Wann ich sterbe, sei mein Leben, Wann ich liege, hüt mein Grab; Wann ich wieder aufer— steh, Ei so hilf mir, daß ich geh Hin, wo du in ew'gen Freuden Wirst die Auserwählten weiden! Gerhard, geb. 1606 4 1676. Mel. Jesu, du mein liebstes.(Röm. 8, 13, 14.) 200. Geist der Kraft, der Zucht und Liebe, Der sich in die Frommen senkt Und die Wohl⸗ that seiner Triebe Gottergebnen Seelen schenkt, Seelen, die das Arge hassen Und den Vorsatz festgestellt, Daß sie sich von Fleisch und Welt Nicht mehr wollen treiben lassen: Laß auch mich in Freud und Pein Deines Triebs theilhaftig sein! 2. Laß dein Licht den Sinn erfüllen, Zu erkennen meine Pflicht; Neige aber auch den Willen Durch dein mächtiges Gewicht, Meine Pflichten zu vollbringen! Wann mir Kraft und Nachdruck fehlt, Wann mich Kält und Unmacht quält, So laß Kräfte mich durchdringen Und regieren meinen Geist, Das zu thun, was du mich heißst! 3. Führe mich zu Jesu Kreuze, Wann mein Sündenelend groß; Halt mich beim Versuchungsreize In der Gnade sichrem Schoß; Treib mich an, getrost zu käm⸗ pfen Und durch einen ernsten Streit Mit Gebet und Wach— samkeit Meinen ärgsten Feind zu dämpfen; Treib mich auf der heil'gen Bahn Stets zum Lauf und Wachsthum an! 4. O wie sanft ist dieses Trei⸗ ben, Und wie kräftig doch dabei! Es läßt niemand müßig bleiben, Es macht von der Trägheit frei; Es bezwingt mit Liebeskräften Das gefesselte Gemüth, Daß es sich mit Lust bemüht, Treu zu sein in Lichtsgeschäften; Es läßt weder Rast noch Ruh, Ja es nimmt beständig zu. 5. Geist der Kraft, der Zucht 150 X. Pfingstlieder. und Liebe, Treib auch mich zum Schmach hinab, So geh ich durch Guten an; Mach durch deine Tod und Grab Zu des Para⸗ starken Triebe Mir zum Lau-dieses Freuden. Ach wie süß, fen freie Bahn! So geh ich in o Geist der Zucht, Ist mir deiner Spott und Leiden, In die tiefste Triebe Frucht! Mel. Erquicke mich.(Röm. 8, 201. O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, Das uns im To⸗ desschatten scheint, Du scheinst und lockst so lang vergebens, Weil Finsterniß dem Lichte feind. O Geist, dem keiner kann entgehen, Dich laß ich gern mein Innres sehen. 2. Entdecke alles und verzehre, Was nicht in deinem Lichte rein! Wenn mirs gleich noch so schmerz⸗ lich wäre, Folgt doch die Wonne nach der Pein; Du wirst mich aus dem finstern Alten In Jesu Klarheit umgestalten. 3. Ich kann nicht selbst der Sünde steuern, Das ist dein Werk, du Quell des Lichts; Du mußt von Grund aus mich erneuern, Sonst hilft mein eig— nes Trachten nichts. O Geist, sei meines Geistes Leben; Ich kann mir selbst kein Gutes ge— ben! 4. Du Athem aus der ew'gen Stille, Durchwehe sanft der Seele Grund, Füll mich mit aller Gottesfülle; Und da, wo Sambach, geb. 1693 + 1735. 2. Eph. 4, 30. Joh. 3, 20.) Sünd und Greuel stund, Laß Glauben, Lieb und Ehrfurcht grünen, In Geist und Wahr⸗ heit Gott zu dienen! 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen Sei kindlich folgsam deinem Trieb); Bewahr mein Herz mit allen Sinnen Unta⸗ delich in Gottes Lieb; Dein In⸗ mir-beten, Lehren, Kämpfen Laß mich auf keine Weise däm⸗ pfen! 6. OGeist, o Strom, der uns vom Sohne Eröffnet und kri⸗ stallenrein Aus Gottes und des Lammes Throne In stille Her— zen fließt hinein, Ich öffne meinen Mund und sinke Hin zu der Quelle, daß ich trinke! 7. Ich laß mich dir und bleib indessen, Von allem abgekehrt, dir nah; Ich will die Welt und mich vergessen, Dies innigst glauben: Gott ist da. O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, Man harret deiner nie verge— bens! Tersteegen, geb. 1697 + 1769. Mel. Gott sei Dank.(Hesek. 36, 27. 1 Kor. 12, 11.) 202. Geist vom Vater und vom Sohn, Weihe dir mein Herz zum Thron; Schenke dich mir immerdar So wie einst der Jüngerschar! 2. Geist der Wahrheit, leite mich! sih, verfel Wahr 3. E mir für, leibt treibt 4. 6 mir von d rein 20. Gabe Trost Grab gespr Himn Menf und mein X. Pfingstlieder. 151 mich! Eigne Leitung täuschet sich, Da sie leicht des Wegs verfehlt Und den Schein für Wahrheit wählt. 3. Geist des Lichtes, mehr' in mir Meinen Glauben für und für, Der mich Christo einver— leibt Und durch Liebe Früchte treibt! 4. Geist der Andacht, schenke mir Salbung, Inbrunst, Glut von dir; Laß mein Bitten innig, rein Und vor Gott erhörlich sein! 5. Geist der Liebe, Kraft und Zucht, Wann mich Welt und Fleisch versucht, O dann unter— stütze mich, Daß ich ringe; rette mich! 6. Geist der Heiligung, ver— klär Jesum in mir mehr und mehr, Und erquicke innerlich Durch den Frieden Gottes mich! 7. Geist der Hoffnung, führe du Mich dem Himmelserbe zu; Laß mein Herz sich deiner freun Und in Hoffnung selig sein. Wessenberg, geb. 1774 + 1860. Mel. Alle Menschen.(1 Kor. 12, 4. Gal. 5, 22. Joh. 16, 14.) 203. Geist des Lebens, heil'ge Gabe, Du, der Seelen Licht und Trost, Erntesegen, aus dem Grabe Unsers Heilands auf⸗ gesproßt, Uns gesandt vom Himmelsthrone, Vom erhöhten Menschensohne, Geist der Kraft und Herrlichkeit, Mache dir mein Herz bereit! 2. Einst bist du herabgefahren Als ein Sturmwind aus den Höhn, Ließest dich in wunderba— ren Feuerzungen herrlich sehn; Aber jetzo wehst du stille, Ohne Zeichen, ohne Hülle Auf der Erde nah und fern Als ein Athemzug des Herrn. 3. Ihn, den armen Nazarener, Der gering auf Erden gieng, Ihn, den Mittler und Versöh— ner, Der am Kreuz die Welt umfieng, Allen Herzen zu ver⸗ klären, Ihn, den großen Gott der Ehren, Dessen Herz von Liebe flammt, Groß zu machen, ist dein Amt. 4. Ja du nimmst es von dem Seinen, Wenn du Lebensworte sprichst, Wenn du bald durch Flehn und Weinen Bald durch Psalmen Herzen brichst. Du bist seines Wesens Spiegel, Seiner Werk' und Worte Siegel, Zeu⸗ ge, daß er lebt und liebt, Zeuge, daß er Leben gibt. 5. Ja dein Strafen und Erschüttern, Das des Lebens Grund erregt, Das wie Strah⸗ len aus Gewittern Stolze Gei⸗ ster niederschlägt, Mahnet, ihm das Herz zu geben; Und dein gnadenvolles Weben Richtet in dem Glaubenslauf Matte Kniee tröstend auf. 6. Was die Welt nicht kann erlangen, Was kein eitles Auge sieht, Soll von dir ein Herz em⸗ pfangen, Das die Lust der Erde 152 XI. Die Kirche Christi. flieht: Frieden, von dem Kreuze quillend, Frieden, alle Klagen stillend, Hellen Blick in Gottes Rath, Frucht aus Jesu blut'ger Saat. 7. Was die Welt uns nie ge⸗ lehret, Lehrest du den Glauben thun: Beten, bis der Herr er— höret, Und in stiller Hoffnung ruhn. Fleht die Seele bang und schwächlich, Ach dann seufzest unaussprechlich Du durch alle Himmel hin, Und er kennet dei⸗ nen Sinn. 8. Was kein Mensch, kein eig— ner Wille, Keine Kraft der Welt vermag, Wirkst du mühelos und stille, Geist des Herrn, am Gnadentag: Buße gibst du, Glauben, Liebe, Sanftmuth, Demuth, keusche Triebe; Ach wer ändert, reinigt sich, Bleibt beim Heiland ohne dich? 9. O du Pfand des neuen und rein, Heil'ger Odem seines Mundes, Zeuch in unsre Her— zen ein! Leib und Seele, Haupt und Glieder Kehren aus dem Tode wieder, Wo sich deine Gotteskraft Einen Sitz und Tempel schafft. 10. O wer innig möchte dürsten Und zum Gnadenthrone gehn, Würde bald vom Lebensfürsten Dich, du höchstes Gut, erflehn! Selig wer von dir geleitet, Sich auf Christi Tag bereitet, Wer dich, wann seinStündlein schlägt, Unbetrübt im Herzen trägt! 11. Droben soll wie Gottes Sterne Leuchten Christi Jünger— schar. O wer strebt aus dieser Ferne Nach dem großen Jubel⸗ jahr? Lehr uns, Herr, der Welt entrinnen, Halt in Jesu Herz und Sinnen, Zeig uns hier im Glauben ihn, Stell uns dort zum Schauen hin! Bundes, Geist des Vaters, mild Knapp, geb. 1798 + 1864 XI. Die Kirche Christi. Mel. Wie groß ist.(Luk. 14, 204. Jc sobe vich. Mein Au⸗ ge schauet, Wie du auf diesem Erdenkreis Dir eine Kirche hast erbauet Zu deines Namens Lob und Preis: Daß alle sich zu— sammen finden In einem heili⸗ gen Verein, Wo sie, erlöst von ihren Sünden, Sich, Jesu, dei⸗ nes Reiches freun. 2. Du rufest auch noch heut— 23. Eph. 1, 22 ꝛc. 4, 4—6.) zutage, Daß jedermann erschei⸗ nen soll; Doch hört man stets auch deine Klage:„Noch immer viele sind von dir geladen, Doch wenige nur auserwählt; Sie wandeln auf des Weltsinns Pfa⸗ den, Und mancher, den du ru⸗ fest, fehlt. 3. Herr, unter Völkern vieler ist mein Haus nicht voll!“ Zwar Zunger aufgefi dir wit be, L Wo g As il Auf de Sie, glaubt. 4. Ni Vertra deinem auf de Veg z der Ve ihm m ist ihr Durch me Zu 5. Ei eine; heibge dem R ihres 205 er ge ist we herstr⸗ XI. Die Kirche Christi. 153 Zungen Hast du dein Haus nun aufgeführt, In dem dein Preis dir wird gesungen, Das Glau-— be, Lieb und Hoffnung ziert; Wo alle unter Christo stehen Als ihrem königlichen Haupt, Auf den sie alle freudig sehen, Sie, deren Herz an Christum glaubt. 4. Nicht eignem Werk gilt ihr Ver trauen, Es ruht auf dir und deinem Sohn; Er ist der Fels, auf den sie bauen; Er ist der Weg zu Sieg und Lohn; Er ist der Weinstock, sie die Reben, In ihm nur reifet ihre Frucht; Er ist ihr Licht, ihr Heil und Leben Durch Wahrheit, Lieb und from— me Zucht. 5. Ein Herr, ein Glaub und eine Taufe Vereinigt sie zum heil'gen Bund; Ein Ziel erglänzt dem Pilgerlaufe; Ein Fels ist ihres Friedens Grund; Ein Va— ter waltet über allen, Und al⸗ len, Gott, bist Vater du, Dir streben alle zu gefallen, Und du gibst ihnen Heil und Ruh. 6. So weih uns denn zum neuen Leben, Daß wir nur deine Wege gehn, Zuerst nach deinem Reiche streben Und niedern Lüsten wi⸗ derstehn! Gib, daß wir als ge— treue Glieder Fest halten an dem Haupt und Herrn Und dann auch allesamt als Brü— der In Lieb ihm folgen treu und gern! 7. Erhalt uns, Herr, im wah— ren Glauben Noch fernerhin bis an das End; Laß nichts uns deine Schätze rauben, Dein hei⸗ lig Wort und Sakrament; Er⸗ fülle deiner Christen Herzen, O Gott, mit deinem Gnadenheil, Und gib nach überwundnen Schmerzen Uns droben einst das bess're Theil! Nach Fr. Konr. Hiller, geb. 1662 + 1726. Mel. Nun bitten wir.(1 Kor. 12, 12—-27. Ps. 110, 3.) 205. Die Kirche Christi, die er geweiht Zu seinem Hause, ist weit und breit In der Welt zerstreuet, In Nord und Sü⸗ den, In Ost und West, und doch so hienieden Als droben eins. 2. Meist sind die Glieder sich unbekannt Und doch einander gar nah verwandt: Einer ist ihr Heiland, Ihr Vater einer, Ein Geist regiert sie, und ihrer keiner Lebt mehr sich selbst. 3. Sie leben dem, der sie mit Blut erkauft Und mit dem hei⸗ ligen Geiste tauft; Und im wah— ren Glauben Und treuer Liebe Gehn ihrer Hoffnung lebend'ge Triebe Aufs ew'ge Gut. 4. Die allgenugsame Hand des Herrn Besorgt sie all in der Näh und Fern; Und wenn in der Demuth Sie ihn nur meinen, Eilt er im Geiste, sie zu vereinen Zu einem Leib. 5. So wandelt er durch die Gemeinden hin, Die schaun wie Stern' um die Sonn auf 154 XI. Die Kirche Christi. ihn; Und wo Glaube wohnet, Da steht er mitten Und füllt die Seinen in Pilgerhütten Mit Gnad und Licht. 6. O Geist des Herrn, der das Leben schafft, Walt in der Kirche mit deiner Kraft, Daß die Gotteskinder Geboren wer—⸗ den Gleichwie der Morgenthau schon auf Erden Zu Christi Preis! Nach Spangenberg, geb. 1704 ½ 1792. Eigene Mel.(Jer. 15, 16. Ps. 119, 43. Pf. 2. Matth. 28, 20.) 206. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort Und steure aller Feinde Mord, Die Jesum Chri— stum, deinen Sohn, Wollen stürzen von seinem Thron! 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, Der du Herr aller Herren bist! Beschirm dein arme Christenheit, Daß sie dich lob in Ewigkeit! 3. Gott, heil'ger Geist, du Tröster werth, Gib dein'm Volk einen Sinn auf Erd! Steh bei uns in der letzten Noth, G'leit uns ins Leben aus dem Tod. 4. O Gott, laß dir befohlen sein Unsre Kirche, die Kinder dein; Im wahren Glaͤuben uns erhalt, Und rett uns von der Feinde G'walt! 5. Laß alle Welt erkennen doch, Daß du, unser Gott, lebest noch, Und hilfst gewaltig deiner Schar, Die sich auf dich verlässet gar! 6. So werden wir, die Kinder dein, Bei uns selbst und auch in der G'mein Dich, heilige Dreieinigkeit, Loben darum in Ewigkeit. V. 1—3 von Luther, 5 von Justus Jonas, 4 und s6 späterer Zusatz. Mel. Alles ist an; oder: Ach, was soll ich Sünder.(Matth. 6, 10. Joh. 10, 16.) 207. Großer Hirte deiner Herden In dem Himmel und auf Erden, Treuer Heiland, Jesu Christ! Laß in diesen letz— ten Zeiten Sich dein Reich noch mehr verbreiten, Als bisher geschehen ist! 2. Laß es sich zu deinen Ehren Kräftiglich in uns vermehren, Breit es, Herr, von Haus zu Haus Unter unsern Anver⸗ wandten, Unter Freunden und Bekannten Und in allen Län— dern aus! 3. Gib dich allen zu erkennen, Die sich darum Christen nennen, Weil sie sind auf dich getauft! Laß dein Wort auch kräftig wirken Unter Juden, Heiden, Türken, Denn du hast auch sie erkauft! ren Viel Evangelistenscharen, Treue Lehrer ohne Fehl, Die im Glauben, Wort und Leben Gründlich, kindlich dir erge— ben, Heiliger in Israel! 5. Flöße früh der zarten Ju— 4. Gib dazu von Jahr zu Jah⸗ gend gend ein; Wisser gernif lern r 9. 8 schreck wecker tigkeit den se lahme den V 7. de, A de R hafti dem Gnad Isu 20⁰ der e ter,d Die schw. Fein XI. Die Kirche Christi. 155 gend Alle Wissenschaft und Tu⸗ 8. Welchen ihre Schuld verge⸗ gend Nur durch dein Erkenntniß ben, Die laß stets im Glauben ein; Gib ihr Leben, nicht nur leben, Der viel Geistesfrüchte Wissen, Und behalt von Ar-bringt; Laß sie niemals stille gernissen Lehrer mit den Schü- stehen, Treibe sie, stets fortzu⸗ lern rein! gehen, Bis ihr Geist die Kron 6. Laß dein Wort die Sichern erringt! schrecken Und die Geistlichtodten 9. Die am Ende sich befinden, wecken, Stürz die Selbstgerech-Denen hilf selbst überwinden; tigkeit; Mach die Geistlichblin⸗Zeig dem Glauben jenen Lohn, den sehend, Mach die Geistlich- Den du denen aufgehoben, Die lahmen gehend, Mach dir selbst nach ausgestandnen Proben Sieg⸗ den Weg bereit! reich stehn vor deinem Thron! 7. Schenke den Erwachten Gna⸗ 10. Herr, so sammle deine de, Nicht zu ruhen, bis ihr Scha⸗ Glieder; Dann erscheine gnädig de Recht entdeckt und schmerz- wieder Als der ewig gute Hirt, haft ist; Zeuch sie dann zu dir, Da aus so viel tausend Her— dem Sohne, Daß vor deinem den Eine Gottesherde werden Gnadenthrone Sie sich laben, Jesu Christ! Und um dich sich stellen wird! Moser, geb. 1701 + 1785- Mel. Dir, dir, Jehovah.(Matth. 9, 37. 38. Luk. 12, 49.) 208. Wach auf, du Geist der ersten Zeugen, Der Wäch— ter, die auf Zions Mauer stehn, Die Tag und Nächte nimmer schweigen, Die unverzagt dem Feind entgegengehn, Ja deren Schall die ganze Welt durch— dringt Und aller Völker Scha⸗ ren zu dir bringt! 2. O daß dein Feuer bald ent⸗ brennte, Daß wir es sähn in alle Lande gehn, Auf daß bald alle Welt erkennte, Was zur Erlösung ihr von dir geschehn! O Herr der Ernte, siehe du dar⸗ ein: Die Ernt ist groß, der Knechte Zahl ist klein! 3. Dein Sohn hat ja mit kla⸗ ren Worten Uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten Sich dei⸗ ner Kinder Herz und Sinn be⸗ wegt, Dich herzinbrünstig dar— um anzuflehn! Drum hör, o Herr, und sprich: es soll ge— schehn! 4. Herr, gib dein Wort mit großen Scharen, Die in der Kraft Evangelisten sei'n! Laß eilend Hilf uns widerfahren Und brich in Satans Reich mit Macht hinein! O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis Dein Reich bald aus zu deines Na⸗ mens Preis! 5. Laß schnell dein Wort die 156 XI. Die Kirche Christi. Welt durchlaufen, Es sei kein Ort ohn' dessen Glanz und Schein; Ach führe bald dadurch mit Haufen Der Heiden Füll zu allen Thoren ein; Ja wecke doch auch Israel bald auf, Und also segne deines Wortes Lauf! 6. Herr, bess're deines Zions Stege Und öffne drinnen deinem Wort die Bahn; Was hindert, räume aus dem Wege, Vertilge du den falschen Glaubenswahn; Von Mietlingen mach deine Kirche frei, Daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei! 7. Laß jede hohe, niedre Schule Die Werkstatt deines guten Gei— stes sein; Ja sitze du drin auf dem Stuhle, Drück du dein Bild dem Geist der Jugend ein, Daß treue Lehrer wir und Beter sehn, Die kräftig vor den Riß der Kirche stehn! 8. Die Lieb ists, Herr, die zu dir flehet, Sie, die von deiner Lieb ein Fünklein ist, Von dei⸗ nem Odem angewehet, O du, der du die Liebe selber bist! Wenn wir in schwacher Liebe zu dir flehn, Was wird nicht von der Liebe Quell geschehn! 9. Du wirst dein herrlich Werk vollenden, Der du der Welten Heil und Richter bist; Du wirst der Menschheit Jammer wen— den, So dunkel jetzt dein Weg, o Heil'ger, ist; Drum hört der Glaub nie auf zu dir zu flehn, Du thust doch über Bitten und Verstehn! Bogatzky, geb. 1690 4+ 1774. Mel. Erhalt uns, Herr.(Luk. 24, 29.) 209. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, Weil es nun Abend worden ist; Dein göttlich Wort, das helle Licht, Laß ja bei uns auslöschen nicht! 2. In dieser letzten, bösen Zeit Gib uns des Glaubens Be— ständigkeit, Daß wir dein Wort und Sakrament Rein b'halten bis an unser End! 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt! Wir sind sicher, arg, träg und kalt. Gib Glück und Heil zu deinem Wort, Daß es erschall an allem Ort! 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort, Und wehr des Teufels Trug und Mord; Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld! 5. Ach Gott, es geht gar übel zu, Auf dieser Erd ist keine Ruh! Viel Sekten und viel Schwärmerei Auf einen Hau⸗ fen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, Die sich mit Macht erhe— ben hoch Und bringen stets was Neues her, Zu fälschen deine rechte Lehr! 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, Nicht unser son— dern dein ja ist; Darum so steh du denen bei, Die sich auf dich verlassen frei! 8. Dein Wort ist unsers Her— gens wahre Uns, andre XI. zens Trutz Und deiner Kirche wahrer Schutz; Dabei erhalt uns, lieber Herr, Daß wir nichts andres suchen mehr! 9. Gib, daß wir leben in dem Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 210. Die Feinde deines Kreu— zes drohn, Dein Reich, Herr, zu verwüsten; Du aber, Mitt⸗ ler, Gottes Sohn, Beschützest deine Christen. Dein Thron bestehet ewiglich; Vergeblich wird sich wider dich Die ganze Hölle waffnen. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, Kein Werk von Menschenkindern; Drum konnt' auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dir können deine Hasser nie Dein Erbe rauben; selbst durch sie Wird es vergrößert werden. 3. Weit wollst du deine Herr⸗ schaft noch In deiner Welt ver— breiten Und unter dein so sanf⸗ tes Joch Die Völker alle leiten; Vom Aufgang bis zum Nieder— gang Bring alle Welt dir Preis und Dank Und glaub an deinen Namen! 4. Auch deine Feinde, die dich Die Kirche Christi. schmähn, Die frevelnd sich empö⸗ ren, Laß deiner Gnade Wunder sehn, Daß sie sich noch bekehren; Eigene Mel.(Luk. 9, 62. Offenb 157 Wort, Und darauf fahren ferner fort Von hinnen aus dem Jam⸗ merthal Zu dir in deinen Freuden⸗ saal! V. 1. 2, von Selnecker, geb. 1532 + 1592; V. 3—9. wahrscheinlich späterer Zusatz. (Matth. 16, 18. Ps. 46, 5. 6.) Lehr sie mit uns gen Himmel schaun, Und unerschüttert im Vertraun Auf deine Zukunft warten! 5. Uns Christen aber wollest du Fest in der Wahrheit grün⸗ den, Daß wir für unsre Seelen Ruh In deiner Gnade finden. Mach unsers Glaubens uns ge⸗ wiß, Vor Irrthum und vor Finsterniß Bewahr uns, weil wir leben! 6. Ein reines Herz schaff in uns, Herr, Ein Herz nach dei— nem Willen; Lehr uns mit jedem Tage mehr Treu dein Gebot er⸗ füllen, Gehorsam deiner Vor— schrift sein Und dann uns dei— ner Gnade freun; Sei unser Heil auf Erden! 7. So wird dein Volk dir un⸗ terthan Und lernt die Sünde meiden, Und du führst es auf ebner Bahn Zu deines Reiches Freuden; Und herrlich wird in dieser Zeit, Noch herrlicher in Ewigkeit Dein großer Name werden. Münter, geb. 1735 1795. Joh. 2 und 3. 1 Joh. 4, 1 ꝛc.) 211. Fahre fort, fahre fort! Suche stets die Lebensquelle, Wandle, Volk des Herrn, im Volk des Herrn, dring durch Licht, Mache deinen Leuchter die enge Pfort'! Fahre fort, fah⸗ helle; Laß die erste Liebe nicht, re fort! 158 XI. 2. Leide dich, leide dich! Gottes Volk, leid ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne; Sei bis in den Tod getreu, Siehe auf die Lebenskrone; Leide, wenn du fühlst der Schlange Stich! Leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht! Folge nicht der eitlen Welt, Wann sie dich sucht groß zu ma⸗ chen; Achte nicht ihr Gut und Geld! Ernst im Beten, ernst im Wachen, Sieh dich für, wann sie viel Lust verspricht! Folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht! Prüfe weislich jeden Geist, Der dir ruft nach beiden Seiten; Thue nicht, was er dich heißt, Laß nur deinen Stern dich lei⸗ ten! Beide, das was gut scheint und was schlecht, Prüfe recht, prüfe recht! Eigene Mel.(Ps. 46. Matth. 212. Ein' feste Burg ist un⸗ ser Gott, Ein' gute Wehr und Waffen; Er hilft uns frei aus aller Noth, Die uns jetzt hat betroffen. Der alt' böse Feind Mit Ernst ers jetzt meint; Groß Macht und viel List Sein grau⸗ sam Rüstung ist; Auf Erd ist nicht sein's gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald ver⸗ loren; Es streit't für uns der rechte Mann, Den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, Die Kirche Christi. 5. Dringe ein, dringe ein! Zion, dringe ein in Gott! Stärke dich mit Geist und Leben, Sei nicht wie die andern todt, Sei du gleich den grünen Reben! In die Got⸗ teskraft für Heuchelschein Drin⸗ ge ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Gottes Volk, herfür in Kraft! Laß die Bruderliebe brennen; Zeige, was der in dir schafft, Der dich als sein Volk will ken⸗ nen! Auf, er selbst hat aufge⸗ than die Thür! Brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus! Got⸗ tes Volk, halt deine Treu, Laß nicht lau und träg dich finden! Auf, das Kleinod rückt herbei! Auf, verlasse, was dahinten! Got⸗ tes Volk, im letzten Kampf und Strauß Halte aus, halte aus! Schmidt, geb. 1670 + 1745. 5, 10 ie. 28, 20. Jer. 15, 20.) Der Herr Zebaoth; Und ist kein andrer Gott; Das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär Und wollt uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, Wie sau'r er sich stellt, Thut er uns doch nichts; Das macht, er ist gericht't; Ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn, Und kein'n Dank dazu haben! Er ist bei uns wohl auf dem und Leib, 213 lein k Willet verstö 2l. guter Wah Palm Fahn ist in Sieg 2. Her; aufg da y ein brac Veh heits . Chri woll Held Vet 21 sich on, ich icht eich hot⸗ in⸗ für, aft! len; aft, ken⸗ fge⸗ für, Bot⸗ Laß den! beil Hot⸗ und 181 1746. is Feld vol uns cten soll zürst sich chto; hrt/ en. assen daz auf XI. Die Kirche Christi. 159 dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Mel. Kommt her zu mir.(2 Chron. 213. Verzage nicht, o Häuf⸗ lein klein, Obschon die Feinde Willens sein, Dich gänzlich zu verstören, Und suchen deinen Untergang, Davor dir recht wird angst und bang; Es wird nicht lange währen! 2. Dich tröste nur, daß deine Sach Ist Gottes; dem befiehl die Rach, Laß ihn alleine wal⸗ ten! Er wird durch seinen Gi— Weib,— Laß fahren dahin! Sie habens kein'n Gewinn; Das Reich muß uns doch bleiben! Luther, geb. 1483 + 1546. 15, 2. 20, 15. Luk. 12, 32. 18, J. S.) deon, Den er wohl kennt, dir helfen schon, Dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, Muß Teufel, Welt und Höllenpfort, Und was dem thut anhangen, Endlich werden zu Hohn und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott: Wir werden Sieg erlangen! Gustav Adolfs von Schweden Schlachtge⸗ sang bei Lützen, 6. Nov. 1632. Mel. Auf, Christenmensch.(Ps. 80, 15. 16.) 214. Wo regt sich noch ein guter Geist Und will die Wahrheit sehen, Wie sie die Palmen an sich reißt, Wie ihre Fahnen wehen? Herein! Heut ist in Ost und West Das schöne Siegs- und Freudenfest! 2. Die Welt war todt, die Herzen arm, Der Streit war aufgegeben; Da kam die Glut, da ward es warm, Da braust' ein Sturm ins Leben, Der brach entzwei die Todtengruft, Weht' an die Brust mit Frei⸗ heitsluft. 3. Einst sperrte Furcht der Christen Mund, Und keiner wollt' sich stellen; Da trat ein Held auf Felsengrund, Kein Wetter konnt' ihn fällen; Er zog in Gotteskraft einher:„Und wenn die Welt voll Teufel wär!“ 4. Der Zweifel schlich durch Mark und Bein, Wollt' Gottes Werk zersplittern; Da hob der Glaube stark und rein Sein Haupt aus Ungewittern. Er siegt' und macht' die Welt zu Spott:„Ein' feste Burg ist unser Gott!“ 5. Jetzt jagt man wohl nach Gut und Ehr, Das End ist Tod und Grauen; Doch wer für Gott sich stellt zur Wehr, Darf froh dem Höchsten trauenz Den armen Leib sie mögen fahn:„Das Wort sie sollen lassen stahn!“ Möller, geb. 1789. Eigene Mel.(Psalm 12. Matth. 24, 12.) 21⁵. Ach Gott, vom Himmelerbarmen! Wie wenig sind der sieh darein Und laß dich deß Heil'gen dein, Verlassen sind 160 XI. wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr; Der Glaub ist auch erloschen gar Bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, Was eigen' Witz erfindet, Ihr Herz nicht eines Sinnes ist, In Gottes Wort gegründet; Der wählet dies, der andre das, Sie trennen uns ohn' alle Maß Und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten alle gar, Die falschen Schein uns lehren, Dazu ihr' Zung stolz, offenbar Spricht:„Trotz, wer wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, Was wir setzen, das gilt gemein; Wer ist, der uns soll meistern?“ 4. Darum spricht Gott:„Ich muß auf sein, Die Armen sind verstöret, Ihr Seufzen dringt Die Kirche Christi. zu mir herein, Ich hab ihr Klag erhöret; Mein heilsam Wort soll auf den Plan Getrost und frisch sie greifen an Und sein die Kraft der Armen.“ 5. Das Silber, durchs Feu'r siebenmal Bewährt, wird lau— ter funden; Am Gotteswort man warten soll Deßgleichen alle Stunden; Es will durchs Kreuz bewähret sein: Da wird sein' Kraft erkannt und Schein, Und leucht't stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, be— wahren rein Für diesem argen G'schlechte, Und laß uns dir befohlen sein, Daß sichs in uns nicht flechte! Der gottlos Hauf sich umher find't, Wo diese losen Leute sind In deinem Volk erhaben. Luther, geb. 1485 + 1546. Die Gemeinschaft der Heiligen. Mel. Es spricht der Unweisen.(Eph. 216. Ich glaube, daß die Heiligen Im Geist Gemein— schaft haben, Weil sie in einer Gnade stehn Und eines Geistes Gaben. So viele Christus ma⸗ chet rein, Die haben all sein Gut gemein Und alle Himmels-— schätze. 2. Zwar nicht das gleiche Schicksal fällt Hienieden jedem Gliede, Es dauern noch in die— ser Welt Die äußern Unter⸗ schiede: Dem einen fällt ein armes Los, Der andre ist ge— 4, 15 ꝛc. Gal. 6, 2. 1 Kor. 12, 26.) ehrt und groß; Das will ein Christ nicht ändern. 3. Doch in der neuen Kreatur Ist keiner klein noch größer; Wir haben einen Christus nur, Den einigen Erlöser, Das Licht, das Heil, den Morgenstern; Wort, Tauf und Nachtmahl unsers Herrn Ist allen gleich geschenket. 4. Da ist kein Knecht noch Freier mehr, Da sind sie alle Kinder; Der Reichthum macht hier keine Ehr, Die Armut keinen Sünder. Gott sieht nicht die Personen an, Weil oft ein Reicher arm sein kann, Der Arme reich— an Gnaden. 5. Die Sonne der Gerechtigkeit Will allen Gnade geben, Der Geist gibt allen allezeit Als Gottes Odem Leben, Weil uns der Vater alle liebt, So wie der Himmel uns umgibt; Wir ha— ben gleiche Güter. 6. Ein Himmel, eine Selig⸗ keit, Ein Vorbild und ein Hof⸗ fen, Ein Recht, ein Vaterherzim Leid, Ein Segen steht uns offen; Uns führt ein Weg dem Himmel zu, Wir hoffen alle eine Ruh Allein durch einen Glauben. 7. Wir haben alle überdies Gemeinschaft an dem Leiden, Am Kreuz, an der Bekümmerniß, An Spott und Traurigkeiten; Wir tragen, doch nicht ohne Ruhm, Allzeit das Sterben Je— su um An unsrem Todesleibe. 8. Wir leiden mit, wir ziehen an Ein herzliches Erbarmen, Und wenn das Herz nicht weiter kann, So seufzt es für die Ar— men; Denn solch ein Glied, dem durch sein Herz Nicht geht der andern Glieder Schmerz, Das Die Gemeinschaft der Heiligen. 161 9. So trägt ein Glied des an— dern Last Um seines Hauptes willen; Wer seiner Brüder La— sten faßt, Lernt das Gesetz er— füllen. Der Herr voran im Vorbild geht; Sein königlich Gebot besteht In einem Wörtlein: Liebe. 10. Der Liebe Christi süßer Reiz Drängt alle seine From— men, Wie er aus Liebe unser Kreuz Für uns auf sich genom— men, Daß meine Armut seine Noth, Mein Kreuz sein Kreuz, sein Tod mein Tod, Mein Spott sein Spott ist worden. 11. Wie ist der Heilige so groß, Der mir vorangegangen, Mit dem ich als ein Kreuzgenoß Ge— meinschaft soll erlangen! Be— denk, o Seele, wer er ist: Er ist der Heiland Jesus Christ, Der Sohn des Allerhöchsten! 12. Ich will mich der Gemein— schaft nicht Der Heiligen ent— ziehen; Wenn meine BrüderNoth anficht, So will ich sie nichtfliehen. Hab ich Gemeinschaft an dem Leid, So laß mich an der Herr— hat gewiß kein Leben. Eigene Mel.; oder: O du Liebe. 217. Herz und Herz vereint zusammen Sucht in Gottes Her— zen Ruh. Lasset eure Liebesflam— men Lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glie— der; Er das Licht, und wir der Schein; Er der Meister, wir Gesangbuch für die evangelische Kirche. lichkeit Auch einst Gemeinschaft haben! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 + 1769. (Joh. 17, 20—-23. 13, 34 ꝛc.) die Brüder; Er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gotteskinder, Und erneuert eu— ren Bund, Schwöret unsrem überwinder Lieb und Treu von Herzensgrund! W eurer 162 XI. Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, O so flehet um die Wette, Bis sie Jesus wieder stählt! 3. Tragt es unter euch, ihr Glieder, Auf so treues Lieben an, Daß ein jeder für die Brü— der Auch das Leben lassen kann! So hat uns der Herr geliebet, So vergoß er dort sein Blut. Denkt doch, wie es ihn betrübet, Wenn ihr selbst euch Eintrag thut! 4. Einer reize doch den an— dern, Kindlich, leidsam und gering Unsrem Heiland nachzu— wandern, Der für uns am Kreu⸗ ze hieng! Einer soll den andern wecken, Alle Kräfte Tag für Tag Ohne Sträuben darzustrecken, Daß er ihm gefallen mag. 5. Hallelujah! Welche Höhen, Welche Tiefen reicher Gnad, Daß wir dem ins Herze sehen, Der uns so geliebet hat, Daß der Vater aller Geister, Der der Wunder Abgrund ist, Daß du, unsichtbarer Meister, Uns so fühlbar nahe bist! 6. Ach, du holder Freund, ver— eine Deine dir geweihte Schar, Daß sie sich so herzlich meine, Wie's dein letzter Wille war! Ja verbinde in der Wahr— heit, Die du selbst im Wesen bist, Alles, was von deiner Die Kirche Christi. Klarheit In der That erleuch⸗ tet ist! 7. So wird dein Gebet erfüllet: Daß der Vater alle die, Denen du dein Herz enthüllet, Auch in seine Liebe zieh; Und daß, wie du eins mit ihnen, Also sie auch eines sei'n, Sich in wahrer Lie— be dienen Und einander gern erfreun. 8. Friedefürst, laß deinen Frie⸗ den Stets in unsrer Mitte ruhnz Liebe, laß uns nie ermüden, Dei— nen sel'gen Dienst zu thun! Denn wie kann die Last auf Erden Und des Glaubens Ritterschaft Besser uns versüßet werden Als durch deiner Liebe Kraft? 9. Liebe, hast du es geboten, Daß man Liebe üben soll, O so mache doch die todten, Trägen Geister lebensvoll! Zünde an die Liebesflamme, Daß ein je⸗ der sehen kann: Wir, als die von einem Stamme, Stehen auch für einen Mann. 10. Laß uns so vereinigt wer⸗ den, Wie du mit dem Vater bist, Bis schon hier auf dieser Erden Kein getrenntes Glied mehr ist; Und allein von deinem Bren— nen Nehme unser Licht den Schein! Also wird die Welt erken⸗ nen, Daß wir deine Jünger sei'n. Nik. Ludw. Graf v. Zinzendorf, geb. 1700 4 1760; V. 8 vielleicht von Harttmann. Mel. Aus meines Herzens.(Phil. 3, 13— 16.) 218. Kommt, Brüder, laßt uns gehen, Der Abend kommt heran; Es ist gefährlich stehen Auf dieser öden Bahn! Kommt, stärket euren Muth, Zur Ewig⸗— keit zu wandern, Von einer Kraft zur andern; Es ist das Ende gut! 2. Es soll uns nicht gereuen Der schmale Pilgerpfad, Wir kennen ja den Treuen, Der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem! Mit ganzer Wen⸗ dung richte Ein jeder sein Ge⸗ sichte Nur gen Jerusalem! 3. Der Ausgang, der geschehen, Ist uns fürwahr nicht leid; Es soll noch besser gehen Zur stillen Ewigkeit. Ihr Lieben, seid nicht bang, Verachtet tausend Wel— ten, Ihr Locken und ihr Schel— ten, Und geht nur euren Gang! 4. Gehts der Natur entgegen, So gehts, wie Gott es will; Die Fleisch und Sinne pflegen, Die kommen nicht zum Ziel. Verlaßt die Kreatur, Und was euch sonst will binden, Ja laßt euch selbst dahinten: Es geht durchs Sterben nur! 5. Schmückt euer Herz aufs beste, Weit mehr als Leib und Haus! Wir sind hier fremde Gäste Und ziehen bald hinaus. Das Kinderspiel am Weg Laßt uns nicht viel besehen! Durch Säumen und durch Stehen Wird man verstrickt und träg. 6. Ist unser Weg gleich enge, Führt über steile Höhn, Wo Disteln rings in Menge Und scharfe Dornen stehn: Es ist doch nur ein Weg. Laßt sein! Aum Ausbreitung Mel. Nun freut euch.(Matth. 219. Wir sind vereint, Herr Am Ausbreitung des Evangeliums. 163 Wir gehen weiter, Wir folgen unsrem Leiter durchs Geheg. 7. Ja, Brüder, laßt uns gehen, Der Vater geht ja mit; Er selbst will bei uns stehen Auf jedem sauren Tritt; Er will uns machen Muth, Mit süßen Son⸗ nenblicken Uns locken und er⸗ quicken: Ach ja, wir habens gut! 8. Kommt, laßt uns munter wandern, Wir gehen Hand in Hand; Eins freuet sich am an— dern In diesem fremden Land. Kommt, laßt uns kindlich sein, Uns auf dem Weg nicht streiten; Die Engel selbst begleiten Als Brüder unsre Reihn! 9. Und sollt ein Schwacher fallen, So greif der Stärkre zu; Man trag, man helfe allen, Man pflanze Lieb und Ruh. Kommt, schließt euch fester an; Ein jeder sei der Kleinste, Doch auch wohl gern der Reinste Auf unsrer Pilgerbahn! 10. Es wird nicht lang mehr währen, Harrt noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr währen, So kommen wir nach Haus; Da wird man ewig ruhn, Wann wir mit allen Frommen Heim zu dem Vater kommen: Und brechen Jesu Christ, In deinem heil'gen lein du bist, Der säet guten Sa⸗ Wie wohl, wie wohl wirds thun! Tersteegen, geb. 1697 + 1769. des Evangeliums. 18, 37 ꝛc. Offenb. Joh. 15, 4.) Namen, Der Menschensohn al— 164 XI. men; Der Acker ist die ganze Welt; O pflanze selbst im wü— sten Feld Dir deines Reiches Kinder! 2. Ja, Erstgeborner, ew'ger Fürst Der Könige auf Erden! Von allen Heiden sollst und wirst Du angebetet werden. Das glauben und drum hoffen wir, Die du zum Werke rufst, von dir Auch unsrer Saat Ge— deihen. 3. Schon sproßt manch Säm⸗ lein zart und still, Verspricht einst vollen Weizen. Wir dan⸗ ken, und solch Danken will Als-— dann zum Bitten reizen. Klein ist dein Garten noch zur Zeit, Die Kirche Christi. Die Wildniß ringsum öd und weit: OHeiland, hilf uns weiter! 4. Gib uns durch deines Gei— stes Kraft, Herr Jesu, heiße Lie— be, Die Eintracht, Muth und Eifer schafft, Daß sich ein jeder übe, Für sich und andre stets zugleich Nach dem verheißnen Gottesreich Vor allem Ding zu trachten! 5. Was wirds doch einst für Freude sein, Wann deine Schnit— ter ernten, Und alle dann sich ewig freun, Die deiner harren lernten! Wir harren dein, o siege du In deinen Gliedern, bis die Ruh Für Gottes Volk erscheinet! Stier, geb. 1800 + 1862. Mel. Wie schön leucht't.(Matth. 24, 14.) 220. Was rührt so mächtig Sinn und Herz? Was hebt die Blicke himmelwärts? Wem schallen die Gesänge? Zu dir 3. Herr, du gibst Sieg, dich preisen wir: Der kalte Nordpol glüht von dir, O Licht, das allen scheinet; Des Negers drängt sich aus fernem Land, Sklavenkette bricht, Der Inseln Vereinigt durch des Glaubens Menge jauchzt dem Licht, Das Band, Der Völker frohe Menge, alle Völker einet; Falscher Göt— Heiland, Retter; Deine Wahr- ter Tempelhallen Sind zerfal— heit Füllt mit Klarheit Unsre Er— len, Auf den Trümmern Siehet de, Daß der Sünder selig werde. man das Kreuz nun schimmern. 2. Ein himmlisch Feuer ist ent⸗ 4. Des blut'gen Halbmonds flammt Durch dich, der aus dem Himmel stammt Und uns zum Himmel leitet. Es glüht gewal— tig fort und fort, Wo sich dein seligmachend Wort In Lauter— keit verbreitet. Glaube, Liebe Füllt die Seelen, Die dich wäh— len, Läutert, reinigt, Bis in dir sich alles einigt. Licht erbleicht, Des Ostens fal— scher Schimmer weicht Vor dei— ner Wahrheit Sonne. blickt mit reuiger Begier Ein Häuflein Jakobs, Herr, nach dir, Ahnt der Vergebung Wonne; Ist die Fülle Aller Heiden Einst mit Freuden Eingegangen, Wird auch Jakob Heil erlangen. Schon und terl Ri⸗ Lie⸗ und eder tets nen für nit⸗ sch rren iege die net! 1562. dich dpol das gers sseln Das Göt⸗ rfal⸗ iehet ern. onds fal⸗ dei⸗ schon. Ein dit, +. t mit Gird 5. Dein Geist erfüll die Boten all; Laß ihres Wortes Freuden⸗— schall Durch alle Länder dringen; Mit Kraft von oben angethan Laß sie bekämpfen Sünd und Wahn Und Heil den Völkern bringen! Dies nur Wolle Ihre Seele, Und befehle Voll Ver⸗ trauen Dir das Werk, an dem sie bauen. Mel. Nun komm der Heiden. 221. Walte, walte nah und fern, Allgewaltig Wort des Herrn, Wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf: 2. Wort vom Vater, der die Welt Schuf und in den Armen hält Und aus seinem Schoß herab Seinen Sohn zum Heil ihr gab; 3. Wort von des Erlösers Huld, Der der Erde schwere Schuld Durch des heil'gen Todes That Ewig weggenommen hat; 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, Der den Weg zum Himmel Um Ausbreitung des Evangeliums. 16⁵ 6. Vertilge alle Eigensucht, Ge— mächlichkeit und Leidensflucht, Und heil'ge dir die Herzen; Verleih zu jedem Opfer Muth, Für dich zu wagen Gut und Blut, Zu dulden Hohn und Schmerzen; Hilf uns, Heiland, Und vermehre Dir zur Ehre Deine Herde, Bis dein Reich vollendet werde! Bahnmaier, geb. 1774 + 1841. (Matth. 9, 37 ꝛc. 24, 14.) weist Und durch seine heil'ge Kraft Wollen und Vollbringen schafft! 5. Wort des Lebens, stark und rein, Alle Völker harren dein. Walte fort, bis aus der Nacht Alle Welt zum Tag erwacht! 6. Auf, zur Ernt in alle Welt! Weithin wogt das weiße Feld; Klein ist noch der Schnitter Zahl, Viel der Arbeit überall. 7. Herr der Ernte, groß und gut, Wirk zum Werke Lust und Muth; Laß die Völker allzumal Schauen deines Lichtes Strahl! Bahnmaier, geb. 1774 + 1841 Mel. Jesu, der du meine Seele.(Jes. 21, 11. Ps. 2, 8. 67, 2 ꝛc.) 222. Hüter, ist die Nacht verschwunden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Ach, wir zählen alle Stunden, Bis die Morgenwolken blühn, Bis die Finsterniß entweichet, Bis der Sterne Schein erbleichet, Und der Sonne warmer Strahl Leuchtet über Berg und Thal. 2. O du Gott der Macht und Stärke, Sieh uns hier verwun⸗ dert stehn Uber deinem großen Werke, Das vor unsrem Blick geschehn! Manches Thor hast du erschlossen, Manchen Lebens— strom ergossen Und uns oft vom Heidenland Frohe Bot⸗ schaft zugesandt. 3. Immer tiefer, immer weiter In das feindliche Gebiet Dringt 166 XI. Die Kirche Christi. das Häuflein deiner Streiter, Dem voran dein Banner zieht. Wo wirs kaum gewagt zu hof⸗ fen, Stehn nun weit die Thüren offen; Mühsam folgt der schwa⸗ che Tritt Deinem raschen Sie⸗ gesschritt. 4. Langsam und durch Schwie⸗ rigkeiten Waren wir gewohnt zu gehn; Plötzlich bricht in alle Weiten Deine Hand aus lichten Höhn. Staunend sehn wir dein Beginnen, Keine Zeit ists, lang zu sinnen; Geh voran, wir fol⸗ gen nach, Wo dein Arm die Bahnen brach! 5. Doch wenn wir uns selber suchen Und nicht deine Ehr allein, Müßtest du uns nicht verfluchen? Könnte unser Thun gedeihn? Schenk uns einen rei⸗ nen Eifer, Mach uns lauterer und reifer! Brich des eignen Geistes Thun, Laß in deinem Sinn uns ruhn! 6. Welch ein Segen wird er⸗ sprießen, Wenn wir gehn an deiner Hand! Wenn uns deine Quellen fließen, Grünet bald das dürre Land. Nationen aller Orten Strömen her zu deinen Pforten, Fallen auf ihr Ange⸗ sicht, Jubeln laut im ew'gen Licht. Barth, geb. 1799 4 1862. Mel. Zeuch mich, zeuch mich.(Jes. 44, 3. Röm. 11, 25. 26.) 223.„Wasserströme will ich gießen,“ Spricht der Herr, „aufs dürre Land; Kühlend sol⸗ len Quellen fließen In der Wüste heißem Sand; Wo jetzt Wandrer schmachtend ziehn, Soll ein Gottesgarten blühn!“ 2. Ach noch ist die Zeit der Dür⸗ re, Schwerer Fluch bedeckt das Land; Israel geht in der Irre, Seine Kraft ist ausgebrannt; Wo der Blick auch sehnend schweift, Spärlich kaum ein Früchtlein reift. 3. Dennoch wird das Wort des Treuen Herrlich in Erfüllung gehn; Jauchzend werden dann sich freuen, Die jetzt still mit Thränen sä'n, Wann der Se⸗ gensstrom des Herrn Alles fül⸗ let nah und fern. 4. Darum muthig stets, ihr Brüder! Eilet dem Verlornen nach; Sucht des Volkes Gottes Glieder Liebend auf in ihrer Schmach, Ladet sie von Berg und Thal Zu des Königs Hoch⸗ zeitmahl! 5. Scheint es oft vergeblich Mühen, Segenloses Kämpfen euch, Denkt: auf rauhem Pfade ziehen Alle in dem Kreuzesreich; Doch wer seinem König dient, Dem hat stets ein Kranz gegrünt. 6. Herr, erhöre uns und sende Der uns Muth im Kampfe spende Und in Trübsal stille Ruh! Ja wir wollen dir ver⸗ traun; Du wirst Zion wieder baun! Sophie Herwig, geb. 1810 4 1836, Deinen heil'gen Geist uns zu, XII. Wort Gottes. Mel. Theuerster Immanuel.(Joh. 10, 16. Hagg. 2, 8.) 224. Eine Herde und ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, Wann sein Tag erschei⸗ nen wird? Freue dich, du kleine Herde; Mach dich auf und werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Wei⸗ den, Und die Herrlichkeit des Herrn Nahet dämmernd sich den Heiden; Blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er ver— spricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, Daß die Nacht zum Tage werde! Ach wie manches Schäf—⸗ lein irrt Fern von dir und dei— ner Herde! Kleine Herde, zage nicht: Jesus hält, was er ver⸗ spricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht Vor des Morgenrothes Helle, Und der Sohn der Wüste kniet Dürstend an der Lebens⸗ quelle; Ihn umleuchtet Mor⸗ genlicht: Jesus hält, was er ver⸗ spricht. 5. Gräber stehen aufgethan; Rauscht, verdorrete Gebeine! Macht dem Bundesengel Bahn, Großer Tag des Herrn, erschei⸗ ne! Jesus ruft: es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlich— keit! Jesus Christus, du die Sonne, Und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf,‚ es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Zes. 0, 1. Krummacher, geb. 1767 + 1845. XII. Wort Gottes. Mel. Mein's Herzens Jesu.(Ebr. 1, 1. 2. Matth. 13, 1-23.) 225. Wir Menschen sind zu dem, o Gott, Was geistlich ist, nicht tüchtig; Dein Wesen, Wille und Gebot Ist viel zu hoch und wichtig; Wir wissens und ver— stehens nicht, Wenn uns dein göttlich Wort und Licht Den Weg zu dir nicht zeiget. 2. Von jeher hast du ausge— sandt Propheten, deine Knechte, Sie machten in der Welt bekannt Dein Heil und deine Rechte; Zuletzt ist selbst dein eigner Sohn, O Vater, von des Him— mels Thron Gekommen, uns zu lehren. 3. Dies Heil, das unser Dank— lied preist, Dein Wort, laß uns nicht rauben, Und gib uns dei— nen guten Geist, Daß wir von Herzen glauben, Und alles, was dein Wort gebeut, Mit Treue, Lust und Emsigkeit Zu deiner Ehre üben! 4. Hilf, daß der Frevler frecher Spott Nicht unsern Glauben XII‚. wende! Denn du bist ein gerech— ter Gott Und strafst gewiß am Ende. Erweck uns durch der Wahrheit Kraft, Und was sie Gutes in uns schafft, Das laß uns treu bewahren! 5. Der Sam' am Wege wird sofort Vom Satan weggenom— men; Auf Fels und Steinen kann das Wort Niemals zum Wurzeln kommen; Und wenn es unter Dornen fällt, Hat Sorg und Wollust dieser Welt Bald seine Kraft ersticket. 6. Drum öffne, Herr, Verstand Wort Gottes. und Herz, Daß wir dein Wort recht fassen, Uns in der Freude wie im Schmerz Auf seine Kraft verlassen, Daß wir nicht Hörer nur allein, Nein, auch desselben Thäter sei'n, Frucht hundertfäl⸗ tig bringen! 7. Laß sich dein Wort zu deiner Ehr, Gott Vater, weit ausbrei— ten; Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr Erleuchten mög und leiten; O heilger Geist, dein göttlich Wort Laß in uns wirken immer⸗ fort Trost, Hoffnung, Lieb und Glauben! Gesenius oder Denike. Mel. O Gott, du frommer Gott.(Luk. 11, 28. Sir. 11, 20.) 226. Soll dein verderbtes Herz Zur Heiligung genesen, Christ, so versäume nicht Das Wort des Herrn zu lesen! Be— denke, daß dies Wort Das Heil der ganzen Welt, Den Rath der Seligkeit, Den Geist aus Gott enthält! 2. Merk auf, als ob dir Gott, Dein Gott gerufen hätte; Merk auf, als ob er selbst Zu dir vom Himmel redte! So lies, mit Ehr— furcht lies, Mit Lust und mit Ver⸗ traun Und mit dem frommen Ernst, In Gott dich zu erbaun! 3. Sprich fromm:„O Gott, vor dem Ich meine Hände falte, Gib, daß ich dein Gebot Für ew'ge Wahrheit halte; Und laß mich deinen Rath Empfindungs⸗ voll verstehn, Die Wunder am Gesetz, Am Wort vom Kreuze sehn!“ 4. Er, aller Wahrheit Gott, Kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch; Lies oft, du wirst es fassen, So viel dein Heil verlangt! Gott ists, der Weisheit gibt Dem, der sie red⸗ lich sucht Und aus Gewissen liebt. 5. Lies frei von Leidenschaft Und ledig von Geschäften, Und sammle deinen Geist Mit allen seinen Kräften. Der beste Theil des Tags, Des Morgens Hei— terkeit, Und dann der Tag des Herrn, Der sei der Schrift ge— weiht. 6. Rührt dich ein starker Spruch, So ruf ihn, dir zum Glücke, Des Tags oft in dein Herz, Im stil— len oft zurücke; Empfinde seinen Geist, Und stärke dich durch ihn Zum wahren Edelmuth, Das Gute zu vollziehn! 7. Um tugendhaft zu sein, Da⸗ f Was wirst Lehre fünd derst 8. 80 Ein Vort eude raft örer lben fäl⸗ iner rei⸗ eine ten; llich ner⸗ und enile. jott, lies, oft, dein der red⸗ iebt. haft Und zu sind wir auf Erden. Thu, was die Schrift gebeut; Dann wirst du inne werden, Die Lehre sei von Gott, Die dir ver— kündigt ist, Und dann das Wort verstehn, Dem du gehorsam bist. 8. Spricht sie geheimnißvoll, So laß dich dies nicht schrecken: Ein endlicher Verstand Kann Gott nie ganz entdecken; Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, So glaube, was er spricht, Nicht was dein Witz begehrt. 9. Sich seines schwachen Lichts Bei Gottes Licht nicht schämen, Ist Weisheit; die Vernunft Als— dann gefangen nehmen, Wann Gott sich offenbart, Ist der Ge— schöpfe Pflicht; Und weise De— muth ist, Das glauben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, frommer XII. Wort Gottes. 169 Christ, Durch keine Zweifel kränken! Hier bist du Kind; doch dort Wird Gott mehr Licht dir schenken; Dort wächst mit deinem Glück Dein Licht in Ewigkeit; Dort ist die Zeit des Schauns, Und hier des Glaͤubens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift; Und siehst du Dunkelheiten, So laß dich deinen Freund, Der mehr als du sieht, leiten! Ein forschender Verstand, Der sich der Schrift geweiht, Ein ange— fochtnes Herz Hebt manche Dun⸗ kelheit. 12. Halt fest an Gottes Wort! Es ist dein Glück auf Erden Und wird, so wahr Gott ist, Dein Glück im Himmel werden. Verachte christlich groß Des Bi— belfeindes Spott; Die Lehre, die er schmäht, Bleibt doch das Wort aus Gott! Gellert, geb. 1715 + 1769 Mel. O Gott, du frommer Gott.(Joh. 1, 8. Ps. 1, 1—-3.) 220. Inbrünstig preis' ich dich, Gott, für der Bibel Lehre, Die ich als dein Geschenk An— betungsvoll verehre. Sie ist das Glück der Welt, Der Ruhm der Christenheit, Mein Kleinod, Trost und Licht Bis in die Ewigkeit. 2. Zum Licht, in dem du wohnst, Kann die Vernunft nicht dringen; Mit Zweifeln und mit Wahn Müßt ich voll Unruh ringen, Hätt' ich dein göttlich Wort, Den klaren Un⸗ terricht Von dir und deinem Sohn Und meiner Seele nicht. 3. Wie kräftig ist dein Wort! Gott, vielen tausend Christen Gab deine Bibel Sieg Im Kampf mit bösen Lüsten, Im Leben frohen Muth, Im Kreuz Gelassenheit, Im Alter Troft und Kraft, Im Tode Freu⸗ digkeit. 4. Der Fromme wird gestärkt, Der Sünder tief erschüttert, Der Zweifler wird beschämt, Des Spötters Seele zittert; Es 170⁰ XII. tröstet sich am Grab Der Sei⸗ nigen der Christ, Wenn er vom Wiedersehn Im bessern Leben liest. 5. Hier lernt der Weiseste Der wahren Weisheit Schätze; Hier faßt der Blödeste Die göttlichen Gesetze; Hier findet jeder Stand Für jede Lebenspflicht In allen Fällen Rath Und hellen Unter⸗ richt. 6. Wer fühlt nicht deinen Geist Und seiner Wirkung Stärke, Wer nicht des Glaubens Kraft Und Trieb zum guten Werke, Der mit dem lautern Wunsch Nach Licht und Frömmigkeit, Wort Gattes. Mit Ehrfurcht und Gebet Der Schrift die Andacht weiht? 7. So kann kein menschlich Buch, Gott, deine Größe preisen, So faßlich rührend nicht Den Weg zum Himmel weisen; Durch Menschenrednerkunst Wird so kein Herz erquickt, Zu jedem gu⸗ ten Werk So willig und geschickt. 8. Zur Ehrfurcht für dies Buch Laß deinen Geist mich rühren, Mich seine ganze Kraft An mei— nem Herzen spüren, Bis mich, mein Gott, bei dir In deiner Herrlichkeit Ein völlig helles Licht Umleuchtet und erfreut! Loder, geb. 1757 + 1828. Eigene Mel.(Ps. 19, 8—-12. Sir. 4, 15. 24.) 228. Gott der Wahrheit und der Liebe, Dir sei Lob und Ruhm gebracht, Daß man uns dein Wort beschriebe, Das die Seelen selig macht. Lehre selbst mich herzlich danken, Schließ in meines Herzens Schranken Die— sen deinen theuren Schatz Als in einen Sammelplatz! 2. Nichts gleicht unsers Herrn Gesetzen; Sie sind, wie er selber, rein, Sie erquicken, sie ergetzen, Sie beleben in der Pein. Herr, dein Zeugniß, das ich preise, Ist gewiß, macht Thoren weise, Ja es ist des Herrn Befehl Richtig und erfreut die Seel. 3. Die Gebote Gottes taͤugen (Denn sie sind voll Kraft und Licht) Zu erleuchten unsre Augen; Sie enthalten jede Pflicht. Wer sie übet, den begleiten Sie in alle Ewigkeiten; Gottes Recht an seinen Knecht Ist wahrhaftig und gerecht. 4. Gottes Rechte zu vergleichen, Menschen, ist vergebne Müh; Nein, sie kann kein Bild errei⸗ chen, Köstlicher als Gold sind sie; Ihrer lebensvollen Süße Gleichen keine Honigflüsse, Und dein Knecht wird froh davon; Wer sie hält, hat großen Lohn. 5. Höchster, dein Gebot ist helle, Dein Gebot, das ewig heißt; Es ist aller Weisheit Quelle, Die. aus diesem Brunnen fleußt. Wer es liebt mit reinen Trieben, Den wird Gott auch wieder lieben; Hält man es von Herzen werth, So wird Gott dadurch geehrt. 6. Dieses ist das Buch des Der ö chlic eisen, Den Durch so m gu⸗ chickt Buch ihren, mei⸗ mich, deiner helles utl 1 W. u Sie Recht haftig ichen, Müh; errei⸗ sind Süße Und avon; Lohn. helle 5&s Die Wer „ Den iebenʒ wetth⸗ ch dee XII. Wort Bundes, Mit dem höchsten Gott nes Mundes, Durch die Men⸗ schen vorgebracht. Hier, vom Himmel ausgeflossen, Hat die Weisheit sich ergossen, Ja, hier strömet voll und hell Aller Se⸗ ligkeiten Quell. Gottes. 171 7. Herr, für diese hohen Gaben, gemacht; Dies sind Worte sei⸗Die dein armes Kind nicht werth, Sollst du Dank und Ehre haben, Bis dein Ruhm sich ewig mehrt. Vater, der den Sohn uns gibet, Sohn, der bis zum Tod geliebet, Geist der Kraft in unsrem Streit, Sei gelobt in Ewigkeit! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. Mel. Es spricht der Unweisen Mund.(5 Mos. 5, 6—21. Jes. 66, L.) 229. Herr, deine Rechte und Gebot, Darnach wir sollen le— ben, Wollst du mir, o getreuer Gott, Ins Herze selber geben, Daß ich zum Guten willig sei, Mit Sorgfalt und ohn' Heuche⸗ lei, Was du befiehlst, vollbringe! 2. Gib, daß ich dir allein ver⸗ trau, Allein dich ehr und liebe, Auf Menschenhilf und Trost nicht bau, In deiner Furcht mich übe; Daß großer Leute Gnad und Gunst, Gewalt, Pracht, Reich⸗ thum, Witz und Kunst Mir nicht zum Abgott werde! 3. Hilf, daß ich deinen Gna⸗ denbund Aus deinem Wort er— kenne, Auch nicht vergeblich mit dem Mund, Herr, deinen Na⸗ men nenne; Daß ich bedenke Tag und Stund, Wie stark mich meiner Taufe Bund Zu deinem Dienst verbinde! 4. Laß mich am Tage deiner Ruh Mit Andacht vor dich treten, Die Zeit auch heilig und dafür Herzinniglich dich preise! 5. Die Eltern, Lehrer, Obrig⸗ keit, Die vorgesetzt mir werden, Laß ja mich ehren allezeit, Daß mirs wohl geh auf Erden; Für ihre Sorg und Treu laß mich, Auch wenn sie werden wunder⸗ lich, Gehorsam sein und dank⸗ bar! 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Rach Aus Zorn und Feindschaft übe; Dem, der mir anthut Kreuz und Schmach, Verzeihe und ihn liebe; Sein Glück und Wohl⸗ fahrt jedem gönn, Schau, ob ich jemand dienen könn, Und thu es dann mit Freuden! 7. Unreine Werk der Finster⸗ niß Laß mich mein Lebtag mei⸗ den, Daß ich für böse Lust nicht müss' Der Hölle Qual dort lei⸗ den. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, Daß ich schand⸗ bare Wort und Scherz Nebst andern Sünden fliehe! Eph. 5,8 20. 8. Gib, Herr, daß ich mich bringen zu Mit Danken und mit Beten; Daß ich hab meine Lust an dir, Dein Wort gern höre redlich nähr Und böser Ränke schäme, Mein Herz von Geiz 17²2 XII. und Unrecht kehr Und fremdes Gut nicht nehme, Und von der Arbeit meiner Händ, Was übrig ist, auf Arme wend Und nicht auf Pracht und Hoffahrt! 9. Hilf, daß ich meines Näch— sten Glimpf Zu retten mich befleiße, Von ihm abwende Schmach und Schimpf, Doch Böses nicht gut heiße! Gib, daß ich lieb Aufrichtigkeit Und Abscheu habe jederzeit An Läste— rung und Lügen! 10. Laß mich des Nächsten Haus und Gut Nicht wünschen noch begehren; Was aber mir vonnöthen thut, Das wollst du mir gewähren, Doch daß es niemand schädlich sei, Ich Mel. Jesu, meine Freude.(Luk. 4, 18 230. Wort des höchsten Mundes, Engel unsers Bundes, Wort, du warst nie stumm! Bald, da wir gefallen, Ließest du er— schallen Evangelium, Eine Kraft, Die Glauben schafft, Eine Bot— schaft, die zum Leben Uns von dir gegeben. Joh. 1, 1. Mal. 3, 1. 2. Was dein Wohlgefallen Vor der Zeit uns allen Fest be⸗ stimmet hat, Was die Opfer⸗ schatten Vorgebildet hatten, Das vollführt dein Rath. Was die Schrift Verspricht, das trifft Alles ein in Jesu Namen Und ist Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet. Jesu Gnade wendet Alle Straf und Schuld. Jesus ist gestorben, Je⸗ Wort Gottes. auch ein ruhig Herz dabei Und deine Gnad behalte! 11. Ach Herr, ich wollte dei⸗ ne Recht' Und deinen heil'gen Willen, Wie mir gebührt als deinem Knecht, Ohn' Mangel gern erfüllen; Doch fühl ich wohl, was mir gebricht, Und wie ich das Geringste nicht Ver⸗ mag aus eignen Kräften. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad und Stärke; Verleih mir, Jesu, Gottes Sohn, Daß ich thu rechte Werke; O heil'ger Geist, hilf, daß ich dich Von ganzem Herzen, und als mich Ohn' Falsch den Nächsten liebe! Denike, geb. 1603 + 1680. zc. Apostelgesch. 10, 48. 2 Kor. 1, 20.) sus hat erworben Alle Gnad und Huld. Auch ist dies Fürwahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre. O erwünschte Lehre! 4. Uns in Sünde Todten Ma⸗ chen Jesu Boten Dieses Leben kund; Lieblich sind die Füße, Und die Lehren süße, Theuer ist der Bund. Aller Welt Wird vor⸗ gestellt Durch der guten Botschaft Lehre, Daß man sich bekehre. 5. Kommt, zerknirschte Herzen, Die in bittern Schmerzen Das Gesetz zerschlug, Kommt zu des— sen Gnaden, Der, für euch be— laden, Alle Schmerzen trug! Jesu Blut Stärkt euern Muth; Gott ist hier, der euch geliebet Und die Schuld vergibet. XII‚. 6. Dieser Grund bestehet; Wenn die Welt vergehet, Fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen, So soll mein Ver— trauen Evangelisch sein; Auch will ich Nun würdiglich In der Kraft, die mir gegeben, Evan⸗ gelisch leben. Phil. v 27. Kol. I, 10. Mel. Jesu, der du.(Röm. 1, 16 231. Guter, gnädiger, ge⸗ treuer Und erbarmungsreicher Gott! Deine Huld ist groß und theuer, Du willst nicht der Sün⸗ der Tod; Für die Armen sind ohn' Ende Offen deine Vater⸗ hände, Und du zeigst, daß deine Treu Wundervoll und göttlich sei. 2. Dein Geist, deinem Volk gegeben, Wehte die Propheten an; Endlich hat der Sohn das Leben Selbst auf Erden kund gethan. Du sendst deiner Boten Scharen, Deinen Rath zu offen⸗ baren, Und an deines Sohnes Heil Nehmen auch die Heiden theil. 3. Herr, du rufst verirrte Sün⸗ der Aus der Finsterniß heraus, Und versammelst sie als Kinder Zu der Kirche, deinem Haus, Lässest stets dein Wort erschallen, Wirkst durch deinen Geist in allen, Gibst uns Willen, Kraft und Licht Und den besten Unter⸗ richt. Wort Gottes. 173 7. Jesu, deine Stärke Schaffet diese Werke; Stehe du mir bei! Nichts kann mich nun scheiden; Hilf denn, daß mein Leiden Evangelisch sei; Laß auch mich Einmal auf dich Als ein Kind mit dir zu erben Evangelisch sterben! Hecker, geb. 1699 4 1743. ꝛc. Baruch 4, 1—4. Hes. 33, 11.) len an; Dieses Wort hilft geist— lich Tauben, Daß ihr Ohr recht hören kann; Ja es gibt den Geist der Gnaden, Heilet allen Seelenschaden Und spricht in der Sündenpein Trost von der Vergebung ein. 5. Ist das Kreuz am aller⸗ größten, Zagt das Herz in Angst und Noth, So kann die— ses Wort noch trösten; Es wirkt Leben selbst im Tod, Stillet die Gewissensbisse, Lindert alle Kümmernisse Und befreit vom bangen Schmerz Ein von Seuf⸗ zen mattes Herz. 6. Dieses Wort stärkt unsre Seelen Als das rechte Himmels-— brot, Wenn uns Noth und Hunger quälen Und ein ewig Darben droht. Dieses Wort thut Wunderkuren, Bildet neue Kre⸗ aturen, Und ist eine Gottes⸗ kraft, Die uns Seligkeit ver⸗ schafft. 7. Dieses Wort vertreibt die Schrecken In der bangen Ster⸗ 4. Dies Wort zündet wahren benszeit, Daß wir keinen Tod Glauben In den finstern See-mehr schmecken Hier und in 174 XII. der Ewigkeit. Es kann aus den Dunkelheiten Unsern Geist zum Lichte leiten, Führt vom Kampfe zu der Ruh, Führet uns dem Himmel zu. Joh. 8, 51 20. 8. Was wir wollen, was wir handeln Nach Beruf, nach Stand und Pflicht, Wo wir leben, wo wir wandeln, Leitet uns dies Lebenslicht. Dieses lässet treue Seelen Nie den rechten Weg verfehlen. Gott, wer deinem Wort Gottes. Unterricht Redlich folgt, der gleitet nicht. 9. Längst hätt' ich vergehen müssen, Hätte nicht durch seine Kraft Mir in meinen Kümmer⸗ nissen Dein Wort neuen Trost verschafft. Niemals wird mein Herz verzagen, Niemals über Mangel klagen, Hab ich dich nur, o mein Hort, Meinen Je— sum und dein Wort! Pf. 119, oꝛ. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 + 1709. Eigene Mel.; oder: Ach Gott und Herr.(Sir. 14, 22 ꝛc. Ps. 119, 105. Gal. 4, 5.) 232. Gott ist mein Hort, Und seinem Wort Soll meine Seele trauen; Ich wandle hier, Mein Gott, vor dir Im Glaͤuben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr. Laß immerdar Mich seine Kräfte schmecken; Laß keinen Spott, O Herr, mein Gott, Vom Glauben mich abschrecken! 3. Wo fänd ich Licht, Wofern mich nicht Dein Wort die Wahr— heit lehrte? Gott, ohne sie Ver— stünd ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt Der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben; Daß diese Zeit Zur Ewig⸗ keit Mir von dir sei gegeben. 5. Gott, deinen Rath, Die Missethat Der Sünder zu ver⸗ sühnen, Den kennt ich nicht, Wär mir dies Licht Nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz In Reu und Schmerz Der Sünden nicht verzagen; Nein, du ver— zeihst, Lehrst meinen Geist Im Glauben„Vater!“ sagen. 7. Mich zu erneu'n, Mich dir zu weihn, Ist meines Heils Ge schäfte; Durch meine Müh Ver⸗ mag ichs nie, Dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, Laß dies dein Wort Mir Licht und Freude geben! Es sei mein Theil, Es sei mir Heil Und Kraft zum ew'gen Leben! Gellert, geb. 1715 + 1769. Mel. Sollt es gleich.(Joh. 6, 68.) 233. Treuster Meister, deine Pfad, Der uns führt zur Got— Worte Sind die rechte Himmels-tesstadt. pforte; Deine Lehren sind der 2. O wie selig, wer dich höret, XII. Wo Wer von dir will sein gelehret, Wer zu jeder Zeit und Stund Schaut auf deinen treuen Mund. 3. Sprich doch ein in meiner Seele, Gib ihr Weisung und Befehle; Lehr sie halten bis in Tod Deiner Liebe sanft Gebot! 4. Hilf mir, mich im Lieben üben Und Gott über alles lie⸗ ben; Meinen Nächsten, gleich Mel. Wenn mein Stündlein. 234. O Mensch, wie ist dein Herz bestellt? Hab Achtung auf dein Leben! Was trägt für eine Frucht dein Feld? Sinds Dor⸗ nen oder Reben? Denn aus der Frucht kennt man die Saat, Auch wer das Land besäet hat, Gott oder der Verderber. 2. Ist nun dein Herz gleich einem Weg Und gleich den har— ten Straßen, Da auf dem brei⸗ ten Lastersteg Die Vögel alles fraßen? Ach prüfe dich! Es ist kein Scherz: Stehts also um dein armes Herz, So bist du zu beklagen. 3. Ist auch dein Herz von Fel⸗ senart, Verhärtet durch die Sün— den, So ist der Same schlecht verwahrt Auf solchen Felsen— gründen. Ein Felsenstein hat keinen Saft; Drum hat der Same keine Kraft Zu sprossen und zu wachsen. rt Gottes. 17⁵ wie mich, Laß mich lieben in⸗ niglich! 5. Lehr mich heilige Gebärden, Laß mir deine Demuth werden, Geuß mir deine Sanftmuth ein, Laß mich klug in Einfalt sein! 6. Also werd ich mich verbin— den Ganz mit dir und Ruhe finden; Also werd ich in der Zeit Sein gelehrt zur Ewigkeit. Angelus Silesius, geb. 1624 + 1677. (Luk. 8, 5—15. Ebr. 4, 12. 13.) hüllet, Ja sie ersticket ganz und gar Und wird nicht einmal offenbar. Das ist wohl zu be⸗ klagen! 5. Doch ist, Gottlob! noch gu— tes Land Auf dieser Welt zu finden, Das Gott, dem Herrn, allein bekannt, Da in des Her⸗ zens Gründen Der Same, den Gott eingelegt, Wohl hundert⸗ fältig Früchte trägt. Das sind die rechten Herzen. 6. Wer Ohren hat, der höre doch, Und prüfe sich ohn Heu⸗ cheln, Dieweil es heute heißet noch; Hier muß sich keiner schmeicheln. Die Zeit vergeht, das Ende naht; Fällt auf kein gutes Land die Saat, So mußt du ewig sterben. 7. Herr Jesu, laß mein Herze sein Zerknirschet und zerschla— gen, Damit der Same dring hinein; Und laß ihn Früchte 4. Oft ist das Herz auch dor⸗tragen, Die mir gen Himmel nenvoll, Mit Sorgen angefül-⸗folgen nach, Da ich sie finde let, Oft lebet es in Reichthum tausendfach: Das wünsch ich mit wohl, Da wird die Saat ver— Verlangen! Laurenni, geb. 1660 4 1755 176 XIII. Satbramente. Eigene Mel.(Matth. 18, 20. Jak. 1, 21. 22.) 235. Treuer Heiland, wir sind hier In der Andacht Stille; Unsre Sinnen und Begier Lenke sanft dein Wille; Deines Wor— tes heller Schein Strahl' in un⸗ ser Herz hinein, Uns mit Licht erfülle! 2. Kehr, o Jesu, bei uns ein, Komm in unsre Mitte, Wollest unser Lehrer sein, Hör der Sehnsucht Bitte: Deines Wor— tes stille Kraft, Sie, die neue Menschen schafft, Bilde Herz und Sitte! 3. Von dir lernen möchten wir Deiner Sanftmuth Milde, Möchten ähnlich werden dir, Deinem Demuthsbilde, Deiner stillen Thätigkeit, Deiner armen Niedrigkeit, Deines Wohlthuns Milde. 4. Zeige deines Wortes Kraft An uns armen Wesen; Zeige, wie es neu uns schafft, Kranke macht genesen! Jesu, dein all— mächtig Wort Fahr in uns zu siegen fort, Bis wir ganz ge— nesen! 5. O wie selig ist es, dir Kind⸗ lich zu vertrauen! Unerschüttert können wir Auf dich, Felsen, bauen. Herr, wir glauben in der Zeit, Bis die sel'ge Ewig— keit Uns erhebt zum Schauen. Zeller, geb. 1779 4+ 1860. Mel. Werde munter.(Ps. 119, 50. Sir. 6, 37. 236. Herr, dein Wort, die edle Gabe, Diesen Schatz er— halte mir! Denn ich zieh es al— ler Habe Und dem größten Reich— thum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, Worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, Aber um dein Wort zu thun. 2. Hallelujah! Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, Daß ich mög in deinem Na— men Fest bei deinem Worte stehn. Laß mich eifrig sein be— flissen, Dir zu dienen früh und spat, Und mich stets zu deinen Füßen Sitzen, wie Maria that! Nik. Ludwig, Graf von Zinzendorf, geb. 1700 + 1760⁰. XIII. Sakramente. A. Die heilige Caufe. Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan.(Tit. 3, 4—7.) 237. Mehr sieht das Aug im Taufen nicht, Als bloßes Was— ser gießen; Der Glaube sieht durch höh'res Licht Das Blut des Bundes fließen. O heilige, oVtheure Flut, Wasch unser krank Gewissen! O Geist, durchs Wasser und durchs Blut Laß auf uns Gnade fließen Und mach uns rein von Sünden! Nach Luther. Deiner armen Ichuns 5 Kraft Zeige, Kranke ein all⸗ uns zu mnz ge⸗ Kind⸗ chüttert Felsen, lben in Ewig⸗ allen. 9 1 1860. Amen! sehn, m Na⸗ Worte ein be⸗ ih und deinen a that! gcb. I00 unser durcs Laß Und en! A. Die heilige Taufe. 177⁷ Mel. Mein Jesus lebt.(Tit. 3, 4-7.) 238. Dir, Herr, sei dieses Kind empfohlen, Dir, dessen Treu unwandelbar! Wir bringens, wie du selbst befohlen, Dir in der heil'gen Taufe dar. Gib, Vater, gib an deinem Heil, An Jesu Christo gib ihm theil! 2. Durch dieses Siegel deiner Gnade Wird jedes Recht der Christen sein; Du weihst es in dem Wasserbade Zu deinem Kind und Erben ein. Im Was⸗ ser, Vater, ströme du, Ström ihm des Geistes Gaben zu! Cramer, geb. 1723 4 1788. Mel. Liebster Jesu, 300 sind hier, dich; oder: Meine Seel', ermuntre dich. (Joh. 3. 5 ꝛc. Röm. 5, 12—18.) 239. Liebster Jesu, wir sind hier, Deinem Worte nachzule— ben; Dieses Kindlein kommt zu dir, Weil du den Befehl gege— ben, Frühe sie zu dir zu weisen, Denen du dein Reich verheißen. 2. Ja es schallet allermeist Dies dein Wort in unsern Oh⸗ ren: Wer durch Wasser und durch Geist Nicht zuvor ist neu geboren, Wird von dir nicht aufgenommen Und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir: Nimm dies Pfand von unsern Armen; Tritt mit deinem Glanz herfür Und erzeige dein Erbar— Mel. Theuerster Immanuel. 240. Ewig, ewig bin ich dein, Theuer dir, mein Gott, erkaufet, Bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet; Dessen soll mein Herz sich freun. Ewig, ewig bin ich dein! 2. Welch ein göttlicher Ge— winn, Daß ich durch der Taufe Gabe Nun dein Kind und Erbe Gesangbuch für die evangelische Kirche. 0 men, Daß es dein Kind hier auf Erden Und im Himmel möge werden! 4. Hirte, nimm dein Schäflein an; Haupt, mach es zu deinem Gliede; Himmelsweg, zeig ihm die Bahn; Friedefürst, sei du sein Friede; Weinstock, hilf, daß diese Rebe Auch im Glauben dich umgebe! 5. Nun, wir legen an dein Herz, Was von Herzen ist ge— gangen; Führ die Seufzer him⸗ melwärts Und erfülle das Ver⸗ langen; Ja den Namen, den wir geben, Schreib ins Lebens⸗ buch zum Leben! Schmolk, geb. 1672 4 1737. 2 Tim. 2, 19. Mark. 16, 16.) bin, Daß ich dich zum Vater habe! Einst von allen Sünden rein, Ewig, Vater, ewig dein! 3. Ich, ein Sünder von Natur, Ich Gefallner soll auf Erden Eine neue Kreatur, Soll, o Gott, dir ähnlich werden. Heilig, hei— lig will ich sein: Jesus und sein Geist ist mein! 4. Ich versprachs, gelob es 12 XIII. 178 noch, Brach zwar oft den Bund der Taufe, Kämpfte schon und wurde doch Schwach im Kampf und matt im Laufe; Dennoch will noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater sein! 5. Das ist Gottes Bund mit mir; Gnädig hat er mir ver— heißen: Mich soll keine Macht von dir, Keine Sünde von dir reißen. Gott, mein Gott, ich will nur dein, Dein und mei— nes Jesu sein! 6. Ich entsage, Satan, dir, Dir, o Welt, und dir, o Sünde; Ich entsag euch, weicht von mir, Taufbundes- Mel. Mein Jesus lebt.(Röm. 6, 241. Ich bin getauft auf dei⸗ nen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist; Ich bin ge— zählt zu deinem Samen, Zum Volk, das dir geheiligt heißt; Ich bin in Christum eingesenkt, Er hat mir seinen Geist ge— schenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, Mein lieber Vater, mich erklärt; Du hast die Frucht von deinem Sterben, Mein treuer Heiland, mir gewährt; Du willst in aller Noth und Pein, O gu— ter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Gehorsam zugesagt und Treu; Ich habe dir aus rei— nem Triebe Gelobt, daß ich dein eigen sei; Hingegen sagt ich bis Sukramente. Dem erlösten Gotteskinde! Eure Lust ist Schmach und Pein: Gott, nur Gott will ich mich weihn! 7. Wachen will ich, flehn um Kraft, Daß ich stets auf seinem Wege Heilig und gewissenhaft Und im Glauben wandeln möge; Er wird mir die Kraft verleihn, Treu bis in den Tod zu sein. 8. Höre mich, denn ich bin dein, Theuer dir, mein Gott, erkaufet, Bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getau— fet: Ewig, ewig, laß mich dein, Ewig laß mich selig sein! Cramer, geb. 1723 4 1788. Erneuerung. 3 ꝛe. 5 Mos. 29, 9. Jes. 54, 10.) ins Grab Der Sünde schnödem Wesen ab. 4. Mein treuer Gott, auf dei⸗ ner Seite Bleibt ewig dieser Bund bestehn. Wenn aber ich ihn überschreite, So laß mich nicht verloren gehn; Und hab ich einen Fall gethan, So nimm dein Kind zu Gnaden an! 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin: Erwecke mich zu neuer Treue Und nimm Be⸗ sitz von meinem Sinn; Es sei in mir kein Tropfen Blut, Der nicht, Herr, deinen Willen thut! 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternisse! Ein andrer Herr hat mich erkauft. Ich bin ein Sündenkind; doch wisse: Ich bin wanken 2⁴² du in eb'ge! entreiß Sünde freundl laß m treuen Mund densbu 2. mir!! zu dir fen. war b voll J Stufer list m Juf ez Eure Gott, ihn! uum inem nhaft nöͤge; leihn, ein. dein, aufet, sein, etau⸗ dein, 1 U8. oͤdem f dei⸗ dieser er ich mich hab nimm Gott, Herz mich n Be⸗ 65 sei „Der thut! st der Herr ein ich bin A. Caufe. auf Christi Tod getauft! Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es: ich entsage euch! 7. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn (Taufbundes-Erneuerung.) 179 und heilger Geist! Halt mich in deines Bundes Schranken, Bis mich dein Wille sterben heißt! So leb ich dir, so sterb ich dir, So lob ich dich dort für und für. Nach Rambach. Mel. Mein Glaub ist.(1 Petri 2, 9. 1 Joh. 2, 28.) 242. Ich bin in dir und du in mir! Nichts soll mich, ew'ge Liebe, dir In dieser Welt entreißen! Auf Erden, wo nur Sünder sind, Nennst du mich freundlich schon dein Kind, O laß michs ewig heißen Und treu mit Wandel, Herz und Mund Bewahren deinen Frie— densbund! 2. Ich bin in dir und du in mir! Dreiein'ger Gott, du hast zu dir Mich frühe schon beru— fen. Was mir, dem Kindlein, war bereit, Ergreif ich heut voll Innigkeit An des Altares Stufen Und sag: O Liebe, du bist mein, Ich will dein Kind auf ewig sein! Mel. Nun danket.(Ebr. 13, 243. Es ist ein köstlich Ding Und Zeugniß deiner Treue, O Heiland, daß das Herz In dir befestigt seie, Im Guten immer wachs', Zum Bösen nim⸗ mer kehr; Und dieses kommt allein Von deiner Gnade her. 2. Das Herz ist gar zu bös Und fängt wohl an zu wanken, Wenn es zum Guten kaum Ge⸗ fasset die Gedanken. Steht es von deiner Hilf, O mein Erlö— 3. Ich bin in dir und du in mir! Noch wohn ich völlig nicht bei dir, Weil ich auf Erden walle; Drum führ mich, Jesu, treuer Hirt, Daß mich, was locket, schreckt und irrt, Nicht bringe je zu Falle! O daß, was ich dir heut versprach, Mir gehe tief und ewig nach! 4. Ich bin in dir und du in mir! Komm, Herr, mir deine Tugendzier Frühzeitig anzule— gen, Daß mir des Lebens Glück und Noth, Ja selbst der letzte Feind, der Tod, Nur kommen mög im Segen. Mit dir will ich durchs Leben gehn, Dir leiden, sterben, auferstehn! Knapp, geb. 1798 4+ 1864. 9. Phil. 1, 6. Kol. 2, 7.) ser, bloß, Wie wird durch Fleisch und Welt Sein Fall so schnell, so groß! 3. Wir bitten, Herr, für uns, Die Kinder samt den Alten: Laß jeden, was er hat, Im Glauben fest behalten, Daß kei— ner unter uns, Der deinen Na⸗ men nennt, Aufs neue für die Lust Der argen Welt entbrennt! 4. Was wir dir in der Tauf So fest und stark versprochen, XIII. Das bleibe künftighin— Ach, gib es!— ungebrochen. Stärk unsre schwache Hand, Richt auf den müden Fuß Durch Vorsatz und Gebet, Durch Wachsamkeit und Buß! 5. Was du durch deinen Geist Im Guten angefangen, Dafür hab herzlich Dank! Ach laß es Sakramente. rung kennt, Und kröne selbst dein Werk Mit einem sel'gen End! 6. Hilf, Sieger, hilf uns doch In allem überwinden! Laß uns in deiner Lieb Die rechte Stär— kung finden, Daß keine Kreatur, Nicht Trübsal oder Plag, Nicht Leben oder Tod Von dir uns fortgelangen Zum Wachsthum scheiden mag! und zur Kraft, Die keine And⸗ Mel. Wachet auf! ruft. Gemeinde. 244. Vor dir, Todesüber— winder, Stehn deine theu'r erlös⸗ ten Kinder, Ihr Lobgesang sei dir gebracht! Freudig gehn sie dir entgegen, Weil du der Liebe reichsten Segen Den Kindersee— len zugedacht. Dein Auge sieht sie hier Im Jugendschmuck vor dir Knien und beten. Herr, sie sind dein! Laß ihre Reihn Dir an dein Herz geleget sein! Chor der Kinder. 2. Friedefürst, ich ward erko— ren Am ersten Tag, als ich ge⸗ boren, Zu deinem sel'gen Gna— denkind; Du gabst mir des Him⸗ mels Gaben, Weil wir nichts Gutes eigen haben Und ohne dich verloren sind. O Jesu, mei⸗ ne Ruh! Ich greife freudig zu Nach den Gaben, Die du mir heut Zur Seligkeit Durch dein Erbarmen hast erneut. Fischer, geb. 1695 4 1773. (Mark. 10, 14—16.) 3. Laß dich halten und umfas⸗ sen; Ich will dich ewig nicht verlassen, Verlaß auch du mich ewig nicht! Schütze mich vor Welt und Sünde Und offenbare deinem Kinde Dein gnadenvol— les Angesicht, Auf daß ich Tag für Tag In dir mich freuen mag Still und heilig, Und mich dein Mund Zu jeder Stund Er⸗ innre an den Liebesbund! Gemeinde und Kinder. 4. O du Hirt erkaufter See⸗ len! Ich muß des rechten Wegs verfehlen, Wenn meine Seele von dir geht; Darum gib mir Licht und Stärke Und Glau⸗ bensmuth zum guten Werke, Zum Ringen, Wachen und Ge— bet, Bis ich den Pilgerstand Im ew'gen Vaterland Siegreich en— de, Und du, o Sohn, Der Treue Lohn Mir reichst von deinem Gnadenthron! anapp, geb. 170s 4 1864. Eigene Mel.(Eph. 6, 10- 17.) 245. Stärk uns, Mittler, dein sind wir! Sieh, wir alle flehen: Laß, laß, o Barmher⸗ ziger, Uns dein Antlitz sehen! Wach stehn Herr, Heili⸗ liger Gott, einig gesse uns, rau der . 2 d mich d Er⸗ . See⸗ Wegs Seele ib mir Glau⸗ Werke, d Ge⸗ d Im eich eu⸗ Treue deinem 931 166. xmher⸗ schen! B. Das heilige Abendmahl. 181 Wach über unsre Seelen! Hier stehn und sprechen alle wir: Herr, dein Eigenthum sind wir! Heiliger Schöpfer, Gott; Hei⸗ liger Mittler, Gott; Heiliger Gott, Lehrer und Tröster: Drei⸗ einiger Gott! Laß uns nie ver⸗ gessen Unsern theuren, heil'gen Bund! Erbarm dich unser! 2. Ach, wie oft gelobten wir, Fest an dir zu halten; Aber treu⸗ los ließen wir Unsre Lieb erkal⸗ ten! Stärk uns, o Herr, im Glauben! Beständig laß uns alle sein, Die wir uns aufs neu dir weihn! Heiliger Schö— pfer, Gott; Heiliger Mittler, Gott; Heiliger Gott, Lehrer und Tröster: Dreieiniger Gott! Stärk uns, deine Kinder, Im Ver⸗ traun auf Jesu Tod Und in der Tugend! 3. Lockt uns die verderbte Welt Zu der Jugend Lüsten, Dann, Herr, wollst du uns mit Kraft Aus der Höhe rüsten! Laß strei⸗ ten uns und siegen; Die Triebe zu verbotner Lust Dämpfe früh in unsrer Brust! Heiliger Schö— pfer, Gott; Heiliger Mittler, Gott; Heiliger Gott, Lehrer und Tröster: Dreieiniger Gott! Laß uns alle Feinde, Alle Reizun⸗ gen der Welt Weit überwinden! 4. In der Todesnoth laß uns, Deine theu'r Erlösten, Unsers Glaubens Zuversicht Unaus⸗ sprechlich trösten; Zähl uns zu deinen Kindern! Laß Kinder und Erwachs'ne dein Sich im Him— mel ewig freun! Heiliger Schö pfer, Gott; Heiliger Mittler, Gott; Heiliger Gott, Lehrer und Tröster: Dreieiniger Gott! Laß uns nie vergessen Unsern theu⸗ ren, heil'gen Bund! Erbarm dich unser! Münter, geb. 1735 4 1793. B. Das heilige Abendmahl. Mel. Wachet auf! ruft. 246. Oerr, du wollst uns vorbereiten Zu deines Mahles Seligkeiten, Sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, Mit glaubensvol— lem Herzen nahen, Und sprich uns los von Sünd und Tod! Wir sind, o Jesu, dein; Dein laß uns ewig sein! Amen, Amen. Anbetung dir! Einst feiern wir Das große Abendmahl bei dir. 2. Nehmt und eßt zum ew'gen (1 Kor. 11, 26— 28.) Leben Das Brot, das euch der Herr gegeben; Die Gnade Jesu sei mit euch! Nehmt und trinkt zum ew'gen Leben Den Kelch des Heils, auch euch gegeben; Ererbt, erringt des Mittlers Reich! Wacht! Eure Seele sei Bis in den Tod getreu! Amen, Amen! Der Weg ist schmal; Klein ist die Zahl, Die dort eingeht zum Abendmahl. Klopstock, geb. 1724 + 1805. XIII. Sakramente. Mel. Ich dank dir schon durch.(1 Kor. 11, 23—25.) 247. Als Jesus Christus in der Nacht, Darin er ward verrathen, Auf unser Heil war ganz bedacht, Dasselbe zu er— statten, 2. Da nahm er in die Hand das Brot Und brachs mit sei⸗ nen Fingern, Sah auf gen Him⸗ mel, dankte Gott Und sprach zu seinen Jüngern: 3.„Nehmt hin und eßt, das ist mein Leib, Der für euch wird gegeben; Und denket, daß ich euer bleib Im Tod und auch im Leben!“ 4. Deßgleichen nahm er auch den Wein Im Kelch und sprach zu allen:„Nehmt hin und trin⸗ ket insgemein, Wollt ihr Gott wohlgefallen!“ 5.„Hier geb ich euch mein theu⸗ res Blut Im Kelche zu genie⸗ ßen, Das ich für euch und euch zu gut Am Kreuze werd ver— gießen.“ 6.„Das macht euch aller Sün⸗ den frei, Daß sie euch nicht mehr kränken. So oft ihrs thut, sollt ihr dabei An meinen Tod gedenken!“ 7. O Jesu, dir sei ewig Dank Für deine Treu und Gaben; Ach laß durch diese Speis' und Trank Auch mich das Leben haben! Heermann, geb. 1585 4+ 1647. Mel. Es ist das Heil.(Matth. 22, 2—14. Röm. 12, 2.) 248. Gott macht ein großes Abendmahl Vom Reichthum sei— ner Gnaden Und läßt in Christi Kirchensaal Die Gäste freund— lich laden.„Kommt,“ ruft er, „alles ist bereit! Kommt alle, die ihr hungrig seid, Und lasset euch erquicken!“ 2. So höre doch nun jeder⸗ mann, Wer Ohren hat zu hö— ren! Gott spricht die Sünder gnädig an, Sie sollen sich be— kehren; Und welcher wahre Buße thut, Der soll durch Christi theu⸗ res Blut Gerechtigkeit erlangen. 3. Ach Gott, wie ists um uns bestellt! Wie treibts der Men-⸗ schen Haufen! Sie wollen lieber zu der Welt Als zu dem Him⸗ mel laufen. Sie suchen schnödes Geld und Gut, Sie lieben ihres Fleisches Muth Und thun, was sie gelüstet. 4. Sie fahren in den Sünden fort Und wollen nicht verstehen, Daß sie ja einen Seelenmord An ihnen selbst begehen. Ver— achtet man das Himmelsmahl, So wird zuletzt der Hölle Qual Zur Strafe drauf erfolgen. 5. Vor solchem Wesen hütet euch, Ihr gottergebnen Chri⸗ sten, Und stellt euch dieser Welt nicht gleich, Noch folget ihren Lüsten! Bedenket doch die Ewig— keit, Und sorget in der Gnaden⸗ zeit Für euer Heil der Seelen! 6. Ach lieber Gott, regiere Gott heu⸗ enie⸗ euch ver⸗ Zün⸗ nicht thut, Tod Dauf lben; und leben 16. ödes ihres was inden sehen, mord Ver⸗ mahl/ Oual 1. hütet Chri⸗ Welt ihren Cwig⸗ jaden⸗ eelen! egitre B. Das heilige Abendmahl. 183 mich, Daß ich von Herzen gläu— be, Im Glauben auch bestän— diglich Bei deinen Worten blei— be, Bis einstens in dem Him— melssaal Dein überschwenglich Freudenmahl Mich ewig wird ergötzen! Neumeister, geb. 1671 + 1756. Mel. Mein Jesus lebt.(1 Kor. 11, 28. Matth. 11, 28. Joh. 6, 55 ꝛc. Jes. 61, 10.) 249. Laß irdische Geschäfte stehen, Auf, Seele, mache dich bereit! Du willst zu Gottes Ti⸗ sche gehen; Doch prüfe deine Würdigkeit, Ob du dich als ein rechter Gast Zum Abendmahl geschicket hast! 2. Es will mir fast der Muth verschwinden, Ob ich dabei er— scheinen kann; Ich finde viele tausend Sünden, Ach, die ich wider Gott gethan; Ich darf zu dieser Tafel nicht, Nicht unrein vor sein Angesicht. 3. Daß Gott erbarm, was soll ich sagen? Ich Sünder muß ver⸗ loren sein! Doch nein, ich darf noch nicht verzagen: Gott setzt den Tisch deßwegen ein, Daß er den Sündern Trost und Kraft Für ihre armen Seelen schafft. 4. Wie wohl ist mir in Gott zu Muthe! Gott tilget meine Missethat; Ich wasche mich in Jesu Blute, Der meine Sünd gebüßet hat; Mein Glaub er— langt von ihm das Kleid Des Heils und der Gerechtigkeit. 5. In diesem Schmucke will ich Mel. An Wasserflüssen. 250. Ich komme, Herr, und suche dich Mühselig und bela— den. O mein Erbarmer, würd⸗ ge mich Des Wunders deiner gehen Als Gottes auserwähltes Kind, Und selig an dem Orte stehen, Wo andre Himmelsgäste sind; Weil ich mit Jesu ange— than, Sieht Gott in ihm mich gnädig an. 6. Ach, wie erquicket mich die Speise, Die meine Seele hier genießt, Da Jesus wunderbarer Weise Die theure Speise selber ist! Ach siehe, wie dich Jesus liebt, Der dir sich selbst zu ei— gen gibt! 7. Ich kann nur Brot und Wein erblicken, Doch sieht der Glaub ein höher Gut: In, mit und unter beiden Stücken Em⸗ pfang ich Christi Leib und Blut. Er sagt es selbst, er ist getreu; Drum bleibt mein Glaube fest dabei. 8. Mein Jesus ist für mich gestorben, Mein Jesus lebet auch für mich; Mein Jesus hat mir Heil erworben, Darauf besteh ich festiglich Und halte mich an ihn allein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! Neumeister, geb. 1671 + 1756. (Jer. 31, 25. Joh. 15, 5.) Gnaden! Ich liege hier vor dei— nem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten. Ich fühle 18⁴ XIII. meiner Sünden Müh, Ich suche Ruh und finde sie Im Glaͤu— ben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, Du bist das Heil der Sünder; Du hast die Handschrift abge— than, Und wir sind Gottes Kin⸗ der. Ich denk an deines Leidens Macht Und an dein Wort:„es ist vollbracht!“ Du hast mein Heil verdienet, Du hast für mich dich dargestellt: Gott war in dir und hat die Welt In dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir: Er tilget deine Sünden Und läßt an seiner Tafel hier Dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, Spricht liebreich:„Sei getrost, mein Sohn, Die Schuld ist dir vergeben! Du bist in mei— Sakramente. dem, der dich erkauft, Von gan— zem Herzen leben.“ 4.„Dein ist das Pfand der Seligkeit; Bewahr es hier im Glauben, Und laß durch keine Sicherheit Dir deine Krone rau— ben! Sieh, ich vereine mich mit dir; Ich bin der Weinstock, bleib an mir, So wirst du Früchte brin— gen. Ich helfe dir, ich stärke dich, Und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg gelingen.“ 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, Ich will es treu erfüllen, Und bitte dich durch deinen Tod Um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an eifrig sein, Mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, Und deinen Tod zu preisen; Laß mich den Ernst der Heiligung Durch eine wahre Besserung Mir und der nen Tod getauft, Und du wirst Welt beweisen! Gellert, geb. 1715 4 1769. Eigene Mel.(Matth. 5, 6. Joh. 6, 35.) 251. Schmücke dich, o liebe Seele, Laß die dunkle Sünden⸗ höhle, Komm ans helle Licht ge— gangen, Fange herrlich an zu prangen! Denn der Herr, voll Heil und Gnaden, Will dich jetzt zu Gaste laden; Der den Him— mel kann verwalten, Will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eil, wie Gottvertraute pfle— gen, Deinem großen Herrn ent— gegen, Der bei dir und all den Seinen Will mit seiner Gnad erscheinen! Bffn' ihm bald die Geistespforten, Red ihn an mit Glaubensworten: Komm, ich will dich mit Verlangen Als den liebsten Freund empfangen! 3. Ach, wie hungert mein Ge— müthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Thränen Mich nach die— sem Mahl zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten Nach dem Trank des Lebensfürsten, Daß in diesem Brot und Weine Sich mein Herr mit mir vereine! 4. Jesu, meine Lebenssonne! Jesu, meine Freud und Wonne! Jesu, du mein ganz Beginnen, Leben nen! Füßet nießen gan⸗ der r im keine rau⸗ mit bleib hrin⸗ dich, mich —W0 dein illen, Tod len. ifrig dir, einen den eine der 1709. B. Das heilige Abendmahl. 185 Lebensquell und Licht der Sin⸗ nen! Hier fall ich zu deinen Füßen: Laß mich würdiglich ge⸗ nießen Diese deine Himmels— speise Mir zum Heil und dir zum Preise! 5. Herr, es hat dein treues Lieben Dich vom Himmel her— getrieben, Daß du willig hast dein Leben Für mich in den Tod gegeben, Und dein theures Blut genossen Hier so wunderbar kann tränken, Deiner Liebe zu ge— denken. 6. Jesu, wahres Brot des Le— bens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens Oder gar zu meinem Schaden Trete zu dem Mahl der Gnaden! Laß bei diesem Trank und Essen Mich dein Lie— ben recht ermessen, Daß ich auch, wie jetzt auf Erden, Mög dein vergossen, Welches deine Tisch— Gast im Himmel werden! Johann Franck, geb. 1618 4 1677. Mel. Herr, wie du willt.(2 Tim. 2, 8. Matth. 26, 26—-28.) 252. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, O Seele, der auf Erden Vom Himmelsthron ge— kommen ist, Ein Heiland dir zu werden! Vergiß nicht, daß er dir zu gut Hat angenommen Fleisch und Blut; Dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtniß Jesum Christ! Er hat für dich gelitten Und dir, da er gestorben ist, Das Heil am Kreuz erstritten. Er⸗ rettung von der Sündennoth Er— warb er dir durch seinen Tod; Dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der, von dem Tod er— standen, Nunmehr zur Rechten Gottes ist, Und von des Todes Banden Die Seinigen auch frei gemacht Und ew'ges Leben dir gebracht; Dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ! Er wird einst wieder kommen, Zu richten, was auf Erden ist, Die Sünder und die Frommen; Drum sorge, daß du dann bestehst Und mit ihm in den Himmel gehst, Ihm ewiglich zu danken. 5. Mein Heiland, den der Him⸗ mel preist, Dich will ich ewig loben. O stärke dazu meinen Geist Mit neuer Kraft von oben! Dein Abendmahl vermehr in mir Des Glaubens Kraft, da— mit ich dir Mit neuer Treue diene. Günther, geb. 1650 4 1704. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen.(Joh. 6, 56. 57.) 253. Mit dem Haufen dei⸗ sind geladen; Reicher König, ner Frommen Will auch ich, odeiner Gnaden Ist kein Maß Heiland, kommen Zu des neu— en Bundes Mahl. Alle Christen und keine Zahl. 2. Welche große Seligkeiten XIII. Sakramente. 186 Willst du, Mittler, uns berei⸗ 5. Wer nur glaubt, wird nicht ten! Seele, freu dich seiner verloren, Er wird rein und neu Huld! Wenn dich Sünd und geboren; Droben ist sein Vater— Elend drücken: Gott ist hier, land. Freuet euch, erlöste Sün— dich zu erquicken, Jesus tilgt der! Gott ist Vater, wir sind auch deine Schuld. Kinder, Hier ist der Erlösung 3. Darf ich, Herr, ich Sünder, Pfand, nahen, Deine Gnade zu em⸗ 6. Pfand von Christi Tod und pfahen, Ich, der nichts als Fluch Leben, Wenn wir ihm, nicht verdient? Ja auch mir bist du uns mehr leben, Siegel unsrer gestorben, Leben hast du mir Seligkeit, Aber Siegel des Ge— erworben, Mich durch deinen richtes, Wenn wir fliehn den Tod versühnt. Weg des Lichtes, Wenn uns 4. Den Gedanken darf ich wa— noch die Sünde freut. gen, Darf ihn laut voll Freu⸗ 7. Seele, denk an deine Wür⸗ den sagen: Ich soll eins mit de; Und drückt dich des Leidens Jesu sein. Um mir Gnade zu Bürde, Denk an deinen großen erwerben, Wollt er für mich Lohn! Kämpfe wider jede Sün— Sünder sterben: Jesus und sein de, Streite männlich, überwin— Heil ist mein! de! Deine Krone wartet schon! Lavater, geb. 1741 + 1801. Mel. Es ist das Heil.(1 Mos. 28, 17. Offenb. Joh. 3, 20. Joh. 14, 23.) 254. Wie heilig ist die Lob und Dank Und heil'ger Freud Stätte hier, Wo ich voll Andacht erfüllet! O Lebenstrank, o heil— stehe! Sie ist des Himmels Pfor-ges Blut, Das einst geflossen te mir, Die nun ich offen sehe. mir zu gut, Dich will ich jetzt O Lebensthor, o Tisch des Herrnl empfangen! Vom Himmel bin ich nicht mehr 4. Welch unaussprechlich Glück fern Und fühle Gottes Nähe. ist mein, Welch Heil hab ich ge— 2. Wie heilig ist dies Lebens⸗funden: Mein Jesus kehret bei brot, Dies theure Gnadenzei- mir ein, Mit ihm werd ich ver— chen, Vor dem des Herzens bunden! Wie ist mein Herz so Angst und Noth Und alle Qua- freudenvoll, Daß ich in Jesu len weichen! O Brot, das mei- leben soll, Und er in mir will ne Seele nährt, O Manna, das leben! mir Gott beschert, Dich will ich 5. O wär doch auch mein Herz jetzt genießen! geweiht Zu einer heil'gen Stät— 3. Wie heilig ist doch dieser te, Damit der Herr der Herr⸗ Trank, Der mein Verlangen lichkeit An mir Gefallen hätte! stillet, Der mein Gemüth mit O wäre doch mein Herz der Ort/ und nung nicht neu ater⸗ Sün⸗ sind sung und nicht srer Ge⸗ den uns Bür⸗ dens oßen Sün⸗ win⸗ chon! 1801. freud heil⸗ lossen jeht Glück 9 ge⸗ et bei ; vel⸗ etz so Jesu ö will Herz Stät⸗ Herr⸗ B. Das heilige Abendmahl. 187 Ort, An welchem Jesus fort und fort Aus Gnaden Woh⸗ nung machte! 6. Mein Jesu, komm und heile mich; Was sündlich ist, vertrei⸗ be, Damit ich nun und ewiglich Dein Tempel sei und bleibe. Von dir sei ganz mein Herz erfüllt; Herr, laß dein heilig Mel. Erquicke mich.(Luk. 22, 19 255. Mein Jesu, der du vor dem Scheiden In deiner letzten Trauernacht Uns alle Früchte deiner Leiden Als letzten Willen hast vermacht: Es preisen gläu⸗ bige Gemüther Dich, Stifter solcher hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl ge⸗ nießen, Wird dein Gedächtniß bei uns neu; Man kann aus frischen Proben schließen, Wie brünstig deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen Erneuern sich in un⸗ sern Herzen. 3. Es wird dem zitternden Ge⸗ wissen Ein neues Siegel aufge⸗ drückt, Daß unser Schuldbrief sei zerrissen, Daß unsre Handschrift sei zerstückt, Daß wir Vergebung unsrer Sünden In deinen blut⸗ gen Wunden finden. Kol. 2, 14. 4. Das Band wird fester ange⸗ zogen, Das dich und uns zusam⸗ menhält; Es fühlt die Freund⸗ schaft, längst gepflogen, Auf neue Stützen sich gestellt; Wir wer— den mehr in solchen Stunden Ebenbild leuchten! 7. Nun du hast himmlisch mich erquickt, Du hast dich mir gege— ben; In dir, der mich so hoch beglückt, Will ich nun stündlich leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit, Von nun an bis in Ewig⸗ keit Mit dir vereinigt bleiben! Nach Löscher, geb. 1673 + 1749. Beständig an mir ꝛc. 1 Kor. 11, 26. Joh. 6, 53 ꝛc.) eit dir zu einem Geist ver— bunden. 5. Dies Brot kann wahre Nah⸗ rung geben, Und dieser Kelch er— quickt den Geist. Es mehrt sich unser innres Leben, Wenn un⸗ ser Glaube dich geneußt; Wir fühlen neue Kraft und Stärke In unsrem Kampf und Glau⸗ benswerke. 6. Wir treten in genaure Bande Mit deines Leibes Gliedern ein, Wir müssen all in solchem Stande Ein Herz und eine Seele sein; Der Geist muß mehr zusam— menfließen, Da wir ein Fleisch und Blut genießen. gor. 10, 17. 7. Dein Leib muß uns zum Pfande dienen, Daß unser Fleisch, jetzt schwachheitvoll, Einst herrlich aus dem Staube grünen Und unverweslich wer⸗ den soll, Ja daß du uns ein ewig Leben Nach diesem kur⸗ zen werdest geben. 8. O theures Lamm, so edle Gaben Hast du in dieses Mahl gelegt! Da wir dich selbst zur XIII. 188 Speise haben, Wie wohl ist un⸗ ser Geist gepflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden Ein wah⸗ rer Vorschmack jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen! Ja solche Liebe, warm Sakramente. und rein, Verdient, daß aller Engel Zungen Zu ihrem Ruhm geschäftig sei'n. Wird unser Geist zu dir erhoben, So wird er dich vollkommen loben. Rambach, geb. 1693 + 1753. Mel. Schmücke dich.(1 Kor. 11, 26. Gal. 2, 20.) 256. Komm, mein Herz, aus Jesu Leiden Strömt auch dir ein Quell der Freuden; Stille hier dein sehnlich Dür— sten An dem Mahl des Lebens⸗ fürsten! Daß ich einen Heiland habe Und in seinem Heil mich labe Und in sein Verdienst mich kleide, Das ist meines Herzens Freude. 2. Zwar ich hab ihn alle Tage, Wenn ich Sehnsucht nach ihm trage; Er ist auf der Himmels⸗ reise Täglich meine Seelenspeise. Daß ich einen Heiland habe, Bleibt mein Alles bis zum Grabe; Und ich mag nichts andres wissen, Als sein Leiden zu genießen. 3. Aber ich will mit Verlangen Auch sein Abendmahl empfangen; Darf ich da mich ihm verbin— den, Werd ichs tiefer noch em— pfinden, Daß ich einen Hei— land habe, Der am Kreuz und in dem Grabe, Wie sein Wort mir sagt und schreibet, Mein Erlöser war und bleibet. 4. Ach, wie werd ich oft so müde! Wie entweicht der süße Friede! Sünd und Welt kann mich verwunden, Wenn mir die⸗ ses Licht entschwunden: Daß ich einen Heiland habe, Der mit seinem Hirtenstabe, Sanft und mild und voll Vergeben, Mir nichts ist als lauter Leben. 5. Sei gesegnet, ew'ge Liebe, Daß du mir aus treuem Triebe, Da der Unglaub mich vergiftet, Solch ein Denkmal selbst gestif— tet: Daß ich einen Heiland habe, Der den Gang zum Kreuz und Grabe, Ja den Schritt in Todes Rachen Gern gethan, mich los zu machen. 6. Heil'ges Brot, sei mir ge— segnet, Weil mir der mit dir begegnet, Der mit seinen heil— gen Wunden Die Erlösung mir erfunden! Daß ich einen Hei— land habe, Der erblaßt und todt im Grabe Auch für meine Schuld gelegen, Will ich schmecken und erwägen. 7. Heil'ger Kelch, sei mir geseg— net, Weil mir der in dir begeg— finden Die Vergebung aller Sün— den! Daß ich einen Heiland habe, Der die matte Seele labe, Muß dies nicht mein Dürsten stillen Und mein Herz mit Won⸗ ne füllen? net, Dessen Blut mich lässet B. Das heilige Abendmahl. 189 8. Gott, was brauch ich mehr zu wissen, Ja was will ich mehr genießen? Wer kann nun mein Heil ermessen, Werd ich das nur nicht vergessen, Daß ich einen Heiland habe? Ich bin frei von Tod und Grabe; Wenn mich Sünd und Hölle schrecken, So wird mich mein Heiland decken. 9. Will hinfort mich etwas quälen, Oder wird mir etwas fehlen, Oder wird die Kraft zer— rinnen, So will ich mich nur be⸗ sinnen, Daß ich einen Heiland habe, Der vom Kripplein bis zum Grabe, Bis zum Thron, wo man ihn ehret, Mir, dem Sün— der, zugehöret. Woltersdorf, geb. 1725 + 1761. Mel. Freu dich sehr.(Joh. 6, 51. 1 Kor. 11, 26-29.) 257. Herr, du hast für alle der Seele, die dich ehrt; Halte Sünder Einen reichen Tisch ge- meinen Sinn in Schranken, deckt, Wo dein Brot die armen Wenn mich Furcht und Zweifel Kinder Neu zu Freud und Liebe weckt. Hier erschein ich als ein stört! Fühl ich immer Sünden⸗ noth, So erquicke mich dies Brot, Gast, Welchen du geladen hast; Dieser Kelch mit deinem Blute, Laß mich nicht mit falschem Her— Denn es floß auch mir zu gute! zen Deine große Huld ver⸗ scherzen! 5. Ohne dich ist ja kein Leben; Gib mir neue Lebenskraft! Ich 2. Höre mich, o Herr der Gü-bin mit Gefahr umgeben; Du te, Mache mich vom Eitlen frei, bists, der mir Hilfe schafft. Arm Daß voll Andacht mein Gemü⸗am Geist komm ich zu dir; Laß the Und mein Herz dir heilig dein Abendmahl auch mir Bei sei! Nur zu dir steht mein Ver⸗ so mancher Last auf Erden, Herr, traun; Lehr mich gläubig auf zu großer Stärkung werden! dich schaun, Und laß deinen Tisch 6. Laß mich deine Liebe schmecken auf Erden Mir des Himmels Und die Güter jener Welt; Oder Vorschmack werden! wenn je Furcht und Schrecken 3. Gnadenvoll willst du mir Mich dabei noch überfällt, So schenken Deinen Leib, dein theu⸗ verleihe mir dein Blut Einen res Blut. Drum so laß mich rechten Freudenmuth, Daß ich wohl bedenken, Was hier deine meinen Trost im Glauben Mir Liebe thut, Und verleihe, daß durch niemand lasse rauben. ich nicht Ess' und trinke zum Ge „7. Tief will ichs zu Herzen richt, Was du doch zum Heil fassen, Daß dein Tod mein Le⸗ und Leben Mir im Abendmah willst geben! (ben ist, Keinen meiner Brüder hassen, Der mit mir ein Brot 4. Wirke heilige Gedanken In genießt; Deiner will ich mich 190 XIIi Sakramente. erfreun, Bis ich werde bei dir ben, Meinen Gott und alles sein Und die Fülle deiner Ga⸗haben! Neumann, geb. 1648 + 1715. Mel. Schmücke dich.(Joh. 6, 33—-35. 15, 4-6.) 258. Jesus, Freund der Men⸗ schenkinder, Heiland der verlor— nen Sünder, Der zur Sühnung unsrer Schulden Kreuzesschmach hat wollen dulden! Wer kann fassen das Erbarmen, Das du trägest mit uns Armen? In der Schar erlöster Brüder Fall ich dankend vor dir nieder. 2. Ja auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll entgegen; In dem Elend meiner Sünden Soll bei dir ich Hilfe finden; Meine Schuld willst du bedecken, Mich befrein von Furcht und Schrecken, Willst ein ewig sel'ges Leben Als des Glaubens Frucht mir geben. 3. Mich, den Zweifelnden, den Schwachen, Willst du fest im Glauben machen; Ladest mich zu deinem Tische, Daß mein Herz sich hier erfrische. So ge— wiß ich Wein genossen, Ist dein Blut für mich geflossen; So gewiß ich Brot empfangen, Soll ich Heil in dir erlangen. 4. Ja du kommst, dich mit den Deinen In dem Nachtmahl zu vereinen; Du, der Weinstock, gibst den Reben Muth und Kraft zum neuen Leben; Durch dich muß es mir gelingen, Reiche, gute Frucht zu bringen Und durch Frömmigkeit zu zeigen, Daß ich gänzlich sei dein eigen. 5. Nun so sei der Bund er⸗ neuet Und mein Herz dir ganz geweihet! Auf dein Vorbild will ich sehen Und dir nach, mein Heiland, gehen: Was du hassest, will ich hassen, Stets von dir mich leiten lassen, Was du lie— best, will ich lieben, Nie durch Untreu dich betrüben. 6. Doch ich kenne meine Schwä— che, Schwer ist, was ich dir ver⸗ spreche. Werd ich dir auch Glau— ben halten Und im Guten nie erkalten? O steh du mir bei und stärke Mich zu jedem guten Werke! Hilf, daß ich die Lust zur Sünde Durch dich kräftig überwinde! 7. Gib, daß ich und alle Christen Uns auf deine Zukunft rüsten, Daß, wenn heut der Tag schon käme, Keinen, Herr, dein Blick beschäme! Schaff ein neues Herz den Sündern, Mache sie zu Gotteskindern, Die dir le— ben, leiden, sterben, Deine Herr— lichkeit zu erben! 8. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, Daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich schaun und ewig ehren? Halle— lujah! Welche Freuden Sind die Früchte deiner Leiden! Danket, danket, fromme Herzen, Ewig ihm für seine Schmerzen! Lavater, geb. 1741 4+ 1801 der hann mit dich alle⸗ o die nket, wig B. Das heilige Abendmahl. 191 Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 259. Jeder Tag hat seine Plage, Jedes Herz hat seine Klage, Jedes Haus hat seine Last; Aber Stärkung und Be— gabung Fließet allen aus der Labung, Herr, die du bereitet hast. 2. Les' ich in des Herzens Mitte, Folg ich jedem meiner Schritte, Den ich rechts und links gethan, O so kann ich dem Erquicken Heut nur mit gesenkten Blicken Und gebeugter Seele nahn! 3. Aber du willst mit den Dei⸗ nen Dich im heil'gen Fest ver⸗ einen Und ihr Wirth voll Gnade sein; Dann wird dem lebend— gen Glauben Frucht der Ahren, Saft der Trauben Wunderbar zum Heil gedeihn. 4. Ach, wer sollte sich nicht gerne Aus der Nähe, von der Ferne In die Zahl der Gäste reihn? Ach, wer hätte nie em⸗ pfunden, Wie das kranke Herz gesunden Kann bei deinem Brot und Wein? 5. Drum in herzlichem Ver⸗— (Ebr. 3, 14. 1 Kor. 10, 31. 41, 26.) langen Komm ich heute mitge— gangen, Komme bittend aller— meist: Daß du mir zu eigen ge— ben Wollest, als dein wahres Leben, Deinen werthen heil'gen Geist; 6. Daß gleichwie mit der Ge⸗ meine Heut ich als dein Gast erscheine, Du bei mir auch keh— rest ein, Nicht als Gast nur Her— berg nehmen, Nein, in Gnaden dich bequemen Mögest, immer da zu sein! 7. Tief gesegnet wall ich wei— ter, Weil du selbst mir Schutz und Leiter In des Lebens Lust und Qual. Was ich wünsche, was ich sinne, Was ich leide, was beginne, Sei mir ernst wie dieses Mahl. 8. Auch wodurch ich mich er— frische, Nähr und stärk am eig⸗ nen Tische Oder in der Freunde Zahl, Sei mir dann, weil du zugegen Täglich bist mit Zucht und Segen, Heilig durch dein Abendmahl. Grüneisen, geb. 1802. Mel. Nun läßt uns Gott.(Pf. 34, 9. 1 Kor. 11, 26.) 260. O Jesu, meine Won⸗ ne, Du meiner Seelen Sonne, Du Freundlichster auf Erden, Laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich gnugsam schä⸗ tzen Dies himmlische Ergetzen Und diese theuren Gaben, Die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dirs verdanken, O Herr, daß du mich Kranken Gespeiset und getränket, Ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen Für alle deine Schmerzen, Für deine Schläg und Wunden, Die du für mich empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, Den Ursprung meiner Freuden; XIII. 192 Dir dank ich für dein Sehnen Und deine heißen Thränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, Das standhaft ist geblieben; Dir dank ich für dein Sterben, Das mich dein Reich läßt erben. 7. Herr, laß mich nicht ver— gessen, Daß du mir zugemessen Die kräft'ge Himmelsspeise, Da— mit mein Herz dich preise! 8. Laß mich die Sünde meiden, Mel. Wer nur den lieben 261. Nimm hin den Dank für deine Liebe, Du, mein Er⸗ löser, Jesu Christ! Gib, daß ich dich nicht mehr betrübe, Der du für mich gestorben bist;—9 deines Leidens Angst und Pein Mir immer in Gedanken sein! 2. Heil mir! Mir ward dein Brot gebrochen, Herr, deines Bundes Wein; Voll Freude hab ich dir verspro— chen, Bis in den Tod dir treu zu sein; Ich habs gelobt von Herzen dir, Schenk du nur dei— nen Beistand mir! 3. Laß mich voll Dankbarkeit ermessen, Was du für meine Seele thatst, Und nie der Liebe mich vergessen, Mit der du mich vor Gott vertratst; Laß meinen Glauben thätig sein Und mir zur Tugend Muth verleihn! 4. Im Streite hilf mir über⸗ winden Und stärke mich zu je⸗ der Pflicht; Bewahre mich vor Sakramente. Laß mich geduldig leiden, Laß mich mit Andacht beten Und von der Welt abtreten! 9. Im Handeln, Wandeln, Es— sen Laß nimmer mich vergessen, Wie herrlich ich beglücket Und himmlisch bin erquicket! 10. Nun kann ich nicht verder— ben; Drauf will ich selig ster— ben Und freudig auferstehen, O Jesu, dich zu sehen! Nist, geb. 1607 + 1667. Gott.(1 Kor. 10, 16. 17.) neuen Sünden, Verlaß mich in Versuchung nicht; Und dein für mich vergoss'nes Blut Verleih mir auch im Tode Muth! 5. Und du, o heilige Gemeine! Wir aßen hier von einem Brot, Wir tranken hier von einem Weine Und habeneinen Herrn Ich trank, und Gott; Drum laßt uns eine Seele sein, Lieb erfreun, 6. Uns dulden, tragen, Freude machen Den Brüdern, zanken, zürnen nicht! Wer stark ist, sei der Stab der Schwachen; Der Weise leihe andern Licht; Der Reiche trage Armer Last; Ver— söhnlich sei, wen Bosheit haßt! Den Liebenden durch Namen Sein Volk vor ihm ver— sammelt war, So kommen wir noch einst zusammen Vor ihm mit aller Engel Schar; Und unaussprechlich freut sich dann, Wer, wie er liebte, lieben kann. Zollikofer, geb 1780 ff 1788 7. Wie jetzt in Jesu Christi ine urch eude iken, sei Der Der Ver⸗ aßt Hristi her⸗ wir ihm Und an/u, ann. 705 XIV. Das Gebet. 193 Mel. Herzlich thut mich.(Joh. 6, 48-51. 1 Kor. 5, 15.) 262. Wie könnt ich sein ver⸗ gessen, Der mein noch nie ver⸗ gaß? Kann ich die Lieb ermes⸗ sen, Dadurch mein Herz genas? Ich lag in bittern Schmerzen, Er schafft mein Leben neu; Und stets quillt aus dem Herzen Ihm neue Lieb und Treu. 2. Wie sollt ich ihn nicht lie— ben, Der mir so hold sich zeigt? Wie jemals ihn betrüben, Der so zu mir sich neigt? Er, der ans Kreuz erhoben, Getragen meine Schmach, Ruft er mir nicht von oben: Komm, folge du mir nach? 3. Ihn will ich ewig lieben, Der mir aus Todesnacht, Von meinem Schmerz getrieben, Un⸗ sterblichkeit gebracht, Der noch zur letzten Stunde Mir reicht' die treue Hand, Daß mich kein Feind verwunde Im Lauf zum Heimatland. 4. Er gibt zum heil'gen Pfande Mir seinen Leib, sein Blut; Hebt mich aus Nacht und Schan⸗ de, Füllt mich mit Himmels⸗ muth; Will selber in mir thro⸗ nen Mit heil'gem Gnadenschein: Sollt ich bei ihm nicht wohnen? In ihm nicht selig sein? 5. Bei Freuden und bei Schmer⸗ zen Durchleuchte mich dein Bild, Wie du, o Herz der Herzen, Geblutet hast so mild! Mein Lieben und mein Hoffen, Mein Dulden weih ich dir; Laß mir die Heimat offen, Und dein Herz für und für! Kern, geb. 1792 4 1835. XIV. Das Gebet. Mel. Wunderbarer König.(Apostelgesch. 17, 27. 28. Pf. 95, 6 ꝛc.) 263. Gott ist gegenwärtig! Lasset uns anbeten Und in Ehr⸗ furcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitte! Alles in uns schweige Und sich innigst vor ihm beuge! Wer ihn kennt, Wer ihn nennt, Schlag die Augen nieder; Gebt das Herz ihm wie— der! ö 2. Gott ist gegenwärtig, Dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen.„Heilig, hei— lig, heilig“ Singen ihm zur Ehre Aller Engel hohe Chöre. Gesangbuch für die evangelische Kirche. Herr, vernimm Unsre Stimm, Wenn auch wir Geringen Unsre Opfer bringen! 3. Wir entsagen willig Allen Eitelkeiten, Aller Erdenlust und Freuden. Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, Dir zum Eigenthum ergeben. Du allein Sollst es sein, Unser Gott und Herre, Dir gebührt die Ehre! 4. Majestätisch Wesen! Möcht ich recht dich preisen Und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die. vor 19⁴ XIV. Das Gebet. dir stehen Und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir Für und für Trachten zu gefallen, Lieb⸗ ster Gott, in allen! 5. Luft, die alles füllet, Drin wir immer schweben, Aller Dinge Grund und Leben, Meer ohn' Grund und Ende, Wunder aller Wunder, Ich senk mich in dich hinunter. Ich in dir, Du in mir! Laß mich ganz ver⸗ schwinden, Dich nur sehn und finden! 6. Du durchdringest alles; Glanz vom ew'gen Lichte, Leucht mir heiter ins Gesichte! Wie die zarten Blumen Willig sich entfalten Und der Sonne stille halten: Möcht ich so Still und Mel. Mein Gott, zu dem ich. 264. Gott, gib mir deinen Geist zum Beten, Zum Beten ohne Unterlaß, Getrost im Glauben hinzutreten, Wenn ich dein Wort mit Freuden fass', Und auch im Glauben hinzuknien, Wenn ich in Furcht und Jammer bin! 2. Im Schrecken über meine Sünde Sei dies mein Ruf: er⸗ barme dich! So oft ich mich so schwach empfinde, Sei dies mein Seufzer: stärke mich! Sink ich, so werde dies mein Flehn: Herr, hilf, sonst muß ich untergehn! 3. Fühlt Seel und Leib ein Wohlergehen, So treib es mich zum Dank dafür; Läßst du mich deine Werke sehen, So sei mein froh Deine Strahlen fassen Und dich wirken lassen! 7. Mache mich einfältig, In⸗ nig, abgeschieden, Sanft und still in deinem Frieden; Mach mich reines Herzens, Daß ich deine Klarheit Schau im Geist und in der Wahrheit; Laß mein Herz Überwärts Wie ein Adler schweben Und in dir nur leben! 8. Herr, komm in mich woh— nen: Laß mein Herz auf Erden Dir ein Heiligthum noch wer— den! Komm, du nahes Wesen, Dich in mir verkläre, Daß ich dich stets lieb und ehre! Wo ich geh, Sitz und steh, Laß mich dich erblicken Und vor dir mich bücken! Tersteegen, geb. 1697 + 1769. (1 Thess. 5, 17. Sach. 12, 10.) Rühmen stets von dir; Und find ich in der Welt nicht Ruh, So steig mein Sehnen himmelzu! 4. Ist der Versucher in der Nähe, So lehr mich ihn im Be⸗ ten fliehn; Wenn ich den Bruder leiden sehe, So lehr mich bitten auch für ihn; Und in der Arbeit meiner Pflicht Vergesse dein die Seele nicht! 5. Am Abend heiß mich mit dir sein bei dir; Und sterb ich, laß in letzten Nöthen Noch seufzen deinen Geist in mir; Weckst du mich einst, so bet ich dann Dich ewig auch im Himmel an! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. reden, Am Morgen auch noch sen Jn⸗ und lach ich heist lein dler hen! voh⸗ rden wer⸗ sen, ich o ich mich mich 7⁰ Und nicht hnen der Be⸗ rder hitten lebeit in die it dir noch „laß ufzen kst du Dich +69. XIV. Das Gebet. 195 Mel. Jesu, hilf siegen.(Dan. 9, 18. Joh. 17, 9—11. 14, 13 ꝛc. Ebr. 7, 24 ꝛc.) 2— 265. Jesu, hilf beten, und bete, du Treuer, Durch mich und in mir in allerlei Noth! Ei⸗ genes Opfer mit eigenem Feuer Rettet uns nicht vom Verderben und Tod. Nein, nur dein Opfer mit Danken und Flehen Darf bis ins innerste Heiligthum gehen. 3 Mos. 10, 1 ꝛc. 2. Jesu, hilf beten, ach Jesu hilf beten! Siehe, mir mangelts an Weisheit und Kraft; Wirst du mich, Mittler, nicht selber ver⸗ treten, Ist es mit Beten vergeb⸗ lich geschafft. Soll es gelingen, so mußt du mich lehren, Und muß dein Geist mir das Abba ge⸗— währen. 3. Jesu, hilf beten, ach bleibe mir günstig! Tilge die Unlust, und wecke mich auf; Mache mich munter, andächtig und brünstig, Bringe das Wirken des Glaͤu⸗ bens in Lauf; Mache meinRäuch⸗ werk durch deine Hand steigen, Laß dein begleitendes Fürwort nicht schweigen! offenb. Joh. 8, 3 c. 4. Jesu, hilf beten, ach laß es gelingen! Richte Gedanken und Worte mir ein; Lasse mein Be⸗ ten im Sterben und Ringen Hef⸗ tiger, kräftiger, kindlicher sein! Beten kann retten aus jeglichen Nöthen Und aus dem Tode selbst: Jesus hilft beten! Weissensee, geb. 1673 + 1767. Mel. Die Tugend wird.(Matth. 7, 7—11.) 266. Dein Heil, o Christ, nicht zu verscherzen, Sei wach und nüchtern zum Gebet! Ein kindlich Flehn aus reinem Her⸗ zen Hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein vor seinem Angesichte Mit Dank, mit De⸗ muth oft und gern, Und prüfe dich in seinem Lichte Und klage deine Noth dem Herrn! 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden Und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, Be— darf der eines Menschen Flehn? Sagt Gott nicht:„bittet, daß ihr nehmet?“ Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, Der schämt sich, Gottes Freund zu sein. 3. Bet oft in Einfalt deiner Seelen! Gott sieht aufs Herz, Gott ist ein Geist. Wie können dir die Worte fehlen, Wofern dein Herz dich beten heißt? Nicht Töne sinds, die Gott gefallen, Nicht Worte, die die Kunst ge⸗ beut; Gott ist kein Mensch: ein gläubig Lallen, Das ist vor ihm Beredsamkeit. 4. Wer das, was uns zum Frieden dienet, Im Glauben sucht, der ehret Gott; Wer das zu bitten sich erkühnet, Was Gott nicht will, entehret Gott. Wer täglich Gott die Treue schwöret, Und dann vergißt, 196 XIV. Das Gebet. was er beschwur, Und klagt, daß Gott ihn nicht erhöret, Der spottet seines Schöpfers nur. 5. Bet oft zu Gott und schmeck in Freuden, Wie freundlich er, dein Vater, ist; Bet oft zu Gott und fühl im Leiden, Wie gött⸗ lich er das Leid versüßt; Bet oft, wenn dich Versuchung quä⸗ let, Gott hörts, Gott ists, der Hilfe schafft; Bet oft, wenn inn⸗ rer Trost dir fehlet, Er gibt den Müden Stärk und Kraft! 6. Bet oft; durchschau mit heibgem Muthe Die herzliche Barmherzigkeit Deß, der mit seinem theuren Blute Die Welt, die Sünderwelt befreit! Nie wirst du dieses Werk er⸗ gründen, Nein, es ist deines Gottes That; Erfreu dich ihrer, rein von Sünden, Und ehr im Glauben Gottes Rath! Dein Glaub an ihn und sei⸗ nen Sohn! 8. Versäume nicht, in den Ge⸗ meinen Auch öffentlich Gott an⸗ zuflehn Und seinen Namen mit den Seinen, Mit deinen Brü⸗ dern, zu erhöhn, Dein Herz voll Andacht zu entdecken, Wie es dein Mitchrist dir entdeckt, Und ihn zur Inbrunst zu erwecken, Wie er zur Inbrunst dich erweckt. 9. Bist du ein Herr, dem an⸗ dre dienen, So sei ihr Beispiel, sei es stets, Und feire täglich gern mit ihnen Die sel'ge Stun⸗ de des Gebets! Nie schäme dich des Heils der Seelen, Die Got⸗ tes Hand dir anvertraut; Kein Knecht des Hauses müsse fehlen; Er ist ein Christ und werd er— baut! 10. Bet oft zu Gott für deine Brüder, Für alle Menschen, als 7. Bet oft; entdeck am stillen ihr Freund; Denn wir sind Orte Gott ohne Zagen deinen eines Leibes Glieder, Ein Glied Schmerz! Er schließt vom Her⸗davon ist auch dein Feind! Bet zen auf die Worte, Nicht von oft, so wirst du Glauben halten, den Worten auf das Herz. Nicht Dich prüfen und das Böse dein gebognes Knie, nicht Thrä-scheun, An Lieb und Eifer nicht nen, Nicht Worte, Seufzer, erkalten Und gern zum Guten Psalmenton, Nicht dein Gelübd weise sein! rührt Gott,— dein Sehnen, Gellert, geb. 1715 + 1769. Mel. Urquell aller Seligkeiten.(Ps. 65, 3. Matth. 7, 7.) 267. Dir versöhnt in dei⸗ den Kommt mit aufgehobnen nem Sohne Liegen wir vor dei⸗Händen, Kommt mit Hoffnung nem Throne; Keiner kehrt mi t und Begier, Gott, der gern er⸗ trübem Blick Unerhört von dir hört, zu dir. zurück. 2. Alles Fleisch von allen En 3. Du bist alles Guten Fülle; „Daß wir beten, ist dein Wille; XIV. Das Gebet. 197 Du verschmähst, o Vater, nicht, Deiner Kinder Zuversicht. 4. Und du hast so vielen Se⸗ gen, Weit mehr als wir bitten mögen; Reich und Kraft und Herrlichkeit, Gott, ist dein in Ewigkeit. 5. Was im Himmel und auf Erden Gut ist, ließ dein Wille werden; Eh es ward, da dachtest du Es schon deinen Kindern zu. 6. Alle sollten deiner Gaben Unerschöpften Reichthum haben; Ewig sollten alle dein, Guter Vater, sich erfreun. 7. Sollten denn nicht deine Frommen Alle betend vor dich 3 Mel. In dich hab 268. Auf dich hab ich gehof— fet, Herr, Hilf, daß ich nicht zu Schanden mehr Und nimmer werd zu Spotte! Das bitt ich dich, Erhalte mich In dir als meinem Gotte! 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, Erhör mein Flehn, thu dich herfür, Eil, bald mich zu erretten! Ich lieg und steh, In Angst und Weh, Hilf mir aus meinen Nöthen! 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, Sei meine Burg, darin ich frei Und ritterlich mög streiten, Ob mich bedroht Mit Noth und Tod Der Feind von allen Seiten! 4. Du bist mein Fels(sagt mir dein Wort), Mein Schild und Stärke, Hilf und Hort, Mein kommen, Der du allen Vater bist, Dem kein Ding unmög⸗ lich istꝰ 8. Allen hast du, Herr, ihr Le⸗ ben, Und was sie erfreut, gege⸗ ben, Und versprichst, Unendli⸗ cher, Allen noch unendlich mehr. 9. Ja wir wollen zu dir nahen, Beten, glauben und em⸗ pfahen, Unsrer Thaten Lobge— sang Sei in Ewigkeit dein Dank. 10. Heil uns Christen! Du be⸗ schützest Deine Kinder, du be— sitzest Herrlichkeit und Kraft und Reich: Wo ist dir ein Vater gleich? Münter, geb. 1735 4 1793. ich.(Ps. 31, 1-6.) Heil und Kraft und Leben, Mein starker Gott In aller Noth: Wer mag mir widerstreben? 5. Voll Trugs ist dieser Welt Gericht, Mit Lüg und fälschli⸗ chem Gedicht; Sie spinnt viel Netz und Stricke. Herr, nimm mein wahr In der Gefahr, Reiß mich aus ihrer Tücke! 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir; Mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, Nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, Aus aller Noth Hilf mir an meinem Ende! 7. Preis, Ehre, Macht und Herrlichkeit Sei Vater, Sohn und Geist bereit; Lobt seinen heibgen Namen! Die göttlich Kraft Mach uns sieghaft Durch Jesum Christum! Amen. Reißner, geb. 1480 7 4 1572. 198 XV. Cag des Herrn und Gottesdienst. XV. Tag des Herrn und Gottesdienst. Mel. O Jerusalem, du schöne.(5 Mos. 5, 12.) 269. Hallelujah! Schöner Morgen, Schöner als man den⸗ ken mag! Heute fühl ich keine Sorgen; Denn das ist ein lieber Tag, Der durch seine Lieblich⸗ keit Mich im Innersten erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, Heller Tag in dunkeln Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt, Stunde voller Seligkeit, Du vertreibst mir alles Leid! 3. Ach, wie schmeck ich Gottes Güte Recht als einen Mor- genthau, Die mich führt aus meiner Hütte Zu des Vaters grüner Au! Da hat wohl die Morgenstund Edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Weltge— schäfte! Heute gilts ein andres Thun, Denn ich brauche alle Kräfte, In dem höchsten Gott zu ruhn: Heut schickt keine Arbeit sich, Als nur Gottes Werk, für mich. 5. Ich will in der Andacht Stille Heute voller Arbeit sein; Denn da sammle ich die Fülle Von den höchsten Schätzen ein, Wenn mein Jesus meinen Geist Mit dem Wort des Lebens speist. 6. Herr, ermuntre meine Sin⸗ nen Und bereite selbst die Brust; Laß mich Lehr und Trost gewin⸗ nen; Gib zu deinem Manna Lust, Daß mir deines Wortes Schall Tief im Herzen wider— hall! 7. Segne deiner Knechte Leh⸗ ren, Offne selber ihren Mund; Mach mit allen, die dich hören, Heute deinen Gnadenbund, Daß, wenn man hier fleht und singt, Solches in dein Herze dringt! 8. Gib, daß ich den Tag be— schließe, Wie er angefangen ist; Segne, pflanze und begieße, Der du Herr des Sabbats bist, Bis ich einst auf jenen Tag Ewig Sabbat halten mag! Krause, geb. 1701. Mel. O Jerusalem, du schöne.(Ps. 84, 2. 3. 118, 19 ꝛc.) 270. Thut mir auf die schöne Pforte, Führt in Gottes Haus mich ein! Ach, wie wird an die⸗ sem Orte Meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, Hier ist lauter Trost und Licht. 2. Herr, ich bin zu dir gekom— men, Komme du nun auch zu mir! Wo du Wohnung hast ge⸗ nommen, Da ist lauter Himmel hier. Zeuch in meinem Her— zen ein, Laß es deinen Tempel sein! 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, Heilige mir Leid und Geist, Daß mein Singen und XV. Tag des Herrn und Gott esdiensi. 199 mein Beten Dir ein lieblich Opfer heißt; Heilige mir Mund und Ohr, Zeuch das Herz zu dir empor! 4. Mache mich zum guten Lan⸗ de, Wenn dein Saatkorn in mich fällt; Gib mir Licht in dem Verstande, Und was mir wird vorgestellt, Präge meinem Her⸗ zen ein, Laß es mir zur Frucht gedeihn! 5. Stärk in mir den schwachen Glauben; Laß dein theures Kleinod mir Nimmer aus dem Herzen rauben, Halte mir dein Wort stets für! Ja das sei der Morgenstern, Der mich führt zu meinem Herrn! Schmolk, geb. 1671 + 1737. Mel. Mein Jesus, dem.(1 Mos. 2, 2. 3. 3 Mos. 26, 2.) 271. Beschwertes Herz, leg ab die Sorgen; Erhebe dich, ge⸗ beugtes Haupt! Es kommt der angenehme Morgen, Da Gott zu ruhen hat erlaubt, Da Gott zu ruhen hat befohlen Und selbst die Ruhe eingeweiht. Auf, auf, du hast so manche Zeit Dem Dienste Gottes abgestohlen. 2. Auf, laß Agyptens eitles Wesen, Die Stoppeln und die Ziegel stehn! Du sollst das Him— melsmanna lesen Und in des Herren Tempel gehn, Ihm zu bezahlen deine Pflichten, Und zur Vermehrung seines Ruhms, Die Werke deines Priesterthums In tiefster Andacht zu verrichten. 3. Mein Gott, ich bin vor dir erschienen Und gebe auf dein Winken acht. Wie kann ich dir gefällig dienen, Wenn mich dein Geist nicht tüchtig macht? Wie wird mein Herz in dir erfreuet, Wenn er nicht stillt der Sünden Qual? Wie bet ich, wenn er meine Schal Mit reichem Weih— rauch nicht bestreuet? 4. Mein Jesus hat mein Herz so theuer Zu seinem Tempel eingeweiht: Hier ist dein Herd, hier ist dein Feuer, Die Fülle deiner Herrlichkeit, Dein Hei⸗ ligthum, dein Stuhl der Gnade, Dein Licht und Recht, das Him⸗ melsbrot, Des Geistes Frucht und dein Gebot Erfüllen diese Bundeslade. 5. Wenn sich des Lebens Werk⸗ tag' enden, So ruh, von allem Frohndienst los, Mein Geist in deinen Vaterhänden, Mein Leib in seiner Mutter Schoß, Bis beides feiern wird dort oben, Wo man in sichrem Frieden ruht, Nichts denket, redet oder thut, Als dich zu lieben, dich zu loben. Marperger, geb. 1681 + 1746. Eigene Mel.(Jes. 56, 2. Jak. 2, W.) 27˙. Ja, Tag des Herrn, ersten Christen heilig, Will ich du sollst mir heilig, Ein Festtag den Tag der Ruhe weihn; Weit meiner Seele sein! Gleich jenen weg von allen eitlen Dingen, 200 XV. Tag des Herrn und Gottesdienst. Zum Himmel soll mein Geist sich Was quält und was erfreuet schwingen; Froh feir' ich mit der mich? Da, da ergründe dein Christenheit Den Festtag der Unsterblichkeit. 2. Ja mit den heiligen Ge⸗ meinen, Die heut vor deinem Antlitz stehn, Soll meine Seele sich vereinen, Herr, deine Liebe zu erhöhn. Wo sich die Heiligen versammeln, Will ich dein Lob mit Ehrfurcht stammeln; Dort sing ich in der Engel Chor Ein bess'res Lied zu dir empor. 3. An diesem Gott geweihten Orte Erschallt der Gnade Stim— me mir; Ich höre, Jesu, deine Worte, Und stille seufzt mein Herz zu dir; Da wirst du Leh— rer mir und Tröster, Da kann ich mich, ich dein Erlöͤster, Welt⸗ heiland, deiner Liebe freun, Da lern ich dir ergebner sein. zu lesen Ist heut mein Glück und meine Pflicht. Wie blind wär ich, allweises Wesen, Ver⸗ wärf ich deinen Unterricht! Nein, nein, mit einfaltvoller Seele Erforsch ich, Vater, die Befehle, Die lauter Licht und Leben sind, Mit Dank und Demuth als ein Kind. 5. Und sammeln sollst du in der Stille, Mein Geist, vor dei⸗ nem Schöpfer dich! Da Iruge dich: Was sucht mein Wille, Mel. Alle Menschen. Bestreben, Wäg alle Reden, prüf dein Leben; Da, Seele, wenn du redlich bist, Vergleiche dich mit Jesus Christ! 6. Da, da vergiß nicht deine Sünden, Die du vielleicht noch nie bereut, Mit tiefer Reue zu empfinden, Bis Gott dein schmachtend Herz erfreut! Da, da erwäg des Vaters Güte, Da dank mit Freuden, mein Ge⸗ müthe, Dem Vater der Barm⸗ herzigkeit, Ja tief im Staube dank ihm heut! 7. Und ferne soll von meinem Munde Heut jede eitle Rede sein; Nein, keine Gott bestimmte Stunde Will ich dem Tand der Erde weihn. Ich will zu Lei— denden heut eilen, Mit ihnen 4. Die Schriften Gottes still ihren Schmerz zu theilen; Denn Sabbatfei'r ist: Gutes thun Und von der Last des Eitlen ruhn. 8. O Tag des Herrn, du Tag der Wonne, Du Tag des Se⸗ gens für mein Herz! Bestrahle mich, o Lebenssonne, So hebt mein Geist sich himmelwärts! Gott, segne meine Andachtsstille, Erfüll mit deines Geistes Fülle, Mit deines Angesichtes Glanz Mich heut, o Jesus Christus, ganz! Lavater, geb. 1741 + 1801. (Matth. 18, 20.) 273. Jesu, Seelenfreund tigkeit, Wandelnd unter den Ge⸗ der Deinen, Sonne der Gerech- meinen, Die zu deinem Dienst Wah zugle euch! 3.0 ren keit; reuet dein oden, kele, kiche deine noch Reue dein Da, Da Ge⸗ arm⸗ aube inem Rede mmte d der Lei⸗ hnen Denn thun Hitlen Tag Se⸗ rahle hebt ärts! ille, ülle, HRanz istus, + 1801. uGe⸗ Dienst bereit! Komm zu uns, wir sind beisammen, Gieße deine Gei— stesflammen, Gieße Licht und Leben aus Über dies dein Got⸗ teshaus! 2. Komm, belebe alle Glieder, Du, der Kirche heilig Haupt; Treibe aus, was dir zuwider, Was uns deinen Segen raubt; Komm, entdeck uns in der Klar⸗ heit Gottes Herz voll Gnad und Wahrheit; Laß uns fühlen all⸗ zugleich:„Ich bin mitten unter euch!“ 3. Laß sich die Gemüther keh— ren Zu dir, Glanz der Ewig⸗ keit; Laß uns innigst nur begeh⸗ ren, Was uns dein Erbarmen beut; Laß dein Licht und Leben fließen Und in alle sich ergie⸗ ßen; Stärke deinen Gnadenbund, Herr, in jedes Herzens Grund! 4. Laß auch unsern Lehrer sehen XV. Cag des Herrn und Gottesdienst. Nur auf dich, Herr Jesu Christ; 201¹ Laß die Hörer tief verstehen, Daß du selbst zugegen bist, Mild in jedes Herz zu kommen! Was nicht wird von dir genommen, Taugt, und wär es noch so schön, Nicht in deine Himmels— höhn. 5. Komm, o Herr, in jede Seele, Laß sie deine Wohnung sein, Daß dir einst nicht eine fehle In der Gotteskinder Reihn; Laß uns deines Geistes Gaben Reichlich mit einander haben; Offenbare heiliglich, Haupt, in allen Gliedern dich! 6. Was von dir uns zugeflos⸗ sen, Müsse Geist und Leben sein; Was die Seele hat genos⸗ sen, Mache sie gerecht und rein. Komm, o Jesu, uns zu segnen, Jedem gnädig zu begegnen, Daß in ew'ger Lieb und Treu Jedes dir verbunden sei! Nach Hahn, geb. 1758 4 1819 Eigene Mel.(Apostelgesch. 10, 33. Ps. 36, 10.) 274. Liebster Jesu, wir sind hier, Dich und dein Wort anzu— hören; Lenke Sinnen und Begier Auf die süßen Himmelslehren, Daß die Herzen von der Erden Ganz zu dir gezogen werden! 2. Unser Wissen und Verstand Ist mit Finsterniß umhüllet, Wo nicht deines Geistes Hand Uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes Mel. Mein Jesus lebt, was. 275. Noch sing ich hier aus dunkler Ferne, Gott meines Le⸗ denken, thun und dichten Mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlich⸗ keit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, Mach uns allesamt bereit, Offne Herzen, Mund und Ohren; Unser Bitten, Flehn und Singen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen! Clausnitzer, geb. 1619 4 1694. (Kol. 3, 16. Pf. 26, 6—8.) bens, dir mein Lied; Wann einst weit über alle Sterne Dich mein 202 XV. Cag des Herrn und Gottesdienst. verklärtes Auge sieht, Dann schallet dir im Jubelklang Der Überwinder mein Gesang. 2. Wohl mir indeß! Du schaust hernieder, Steigt mein Gebet zu dir hinan; Du hörst den Dank der schwachen Lieder Mit Va⸗ terhuld und Gnaden an; Und meine Besserung und Ruh Nimmt durch ein frommes Lied oft zu. 3. Froh wall ich hin mit mei⸗ nen Brüdern Zu deines Tem⸗ pels Heiligthum; Da schallt in dir geweihten Liedern Des Dan⸗ kes Stimme dir zum Ruhm, Und dann durchdringet meine Brust Ein fromm Gefühl der reinsten Lust. 4. Die Kraft von deinen Him⸗ melslehren Durchdringt und hebet meinen Geist, Wenn er, vereint mit heil'gen Chören, Gott, deinen großen Namen preist, Anbetung dir und Ehre bringt Und Fülle der Empfin⸗ dung singt. 5. Zwar hab ich auch in stillen Stunden, Wenn ich dir meine Freuden sang, Der Andacht Se⸗ ligkeit empfunden, Die durch die frohe Seele drang; Mein Herz, wenn dir mein Lied er⸗ scholl, Ward seliger Empfindung voll. 6. Doch ward, dich inniger zu loben, Oft, wenn sie kalt und träge war, Die Seele mehr zu dir erhoben, Wenn meiner Mit⸗ erlösten Schar Sich bis zu dei⸗ nem Throne schwang Und dir aus vollen Chören sang. 7. Drum will ich mit den from⸗ men Scharen Auch gern zu dei⸗ nen Tempeln gehn, Wo einst auch die versammelt waren, Die nun vor deinem Throne stehn; Sie schauten auch im dunkeln Wort,— Von Angesicht schaun sie dich dort. Heeren, geb. 1728 + 1811 Mel. Ach, wann werd ich dahin kommen.(Matth. 18, 20. Joh. 17, 17.) 276. Jesu, Brunn des ew⸗ gen Lebens, Stell, ach stell dich bei uns ein; Laß uns nun und nie vergebens Wirken und bei⸗ sammen sein! 2. Du verheißest ja den Dei⸗ nen, Daß du wollest Wunder thun Und in ihrer Mitt' erschei⸗ nen; Ach erfülls, erfülls auch nun! 3. Herr, wir tragen deinen Namen, Herr, wir sind auf dich getauft; Denn du hast zu deinem Samen Uns mit deinem Blut erkauft. 4. O so laß uns dich erken⸗ nen; Komm, erkläre selbst dein Wort, Daß wir dich recht Mei⸗ ster nennen Und dir folgen im⸗ merfort! 5. Bist du mitten unter denen, Welche sich nach deinem Heil Mit vereintem Seufzen sehnen, O so sei auch unser Theil! 6. Lehr uns singen, lehr uns beten, Hauch uns an mit deinem Geist, treten, Kinder 7. Sa nen, V Laß un nen Zu 8. O der, N an; B der Au 27⁷ ollbra Hören macht, herme lih sp pfin⸗ stillen meine ht Se⸗ durch Mein ed er⸗ ndung ger zu ilt und ehr zu XMit⸗ zu dei⸗ nd dir n from⸗ zu dei⸗ einst u, Die stehn; unkeln schaun + 151¹ .) Blüt erken⸗ st dein bt Mei⸗ gen im⸗ denen, m Heil sehnen, IE. hr uns deinem Bei Einweihung von Kirchen. Geist, Daß wir vor den Vater treten, Wie's dein Mund die Kinder heißt! 7. Sammle die zerstreuten Sin⸗ nen, Wehr der Flatterhaftigkeit; Laß uns Licht und Kraft gewin⸗ nen Zu des Glaubens Wesenheit! 8. O gesalbtes Haupt der Glie⸗ der, Nimm auch uns zu solchen an; Bring das Abgefallne wie⸗ der Auf die frohe Himmelsbahn! Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 277. Nun Gottlob! es ist vollbracht Singen, Beten, Lesen, Hören; Gott hat alles wohlge— macht, Drum laßt uns sein Lob vermehren: Unser Gott sei hoch— gepreiset, Daß er uns so herr⸗ lich speiset! 2. Weil der Gottesdienst ist aus, Uns auch mitgetheilt der Segen, Gehn im Frieden wir Eigene Mel. 278. Ach sei mit deiner Gna⸗ de Bei uns, Herr Jesu Christ, 203 9. Gib uns Augen, gib uns Ohren, Gib uns Herzen, die dir gleich; Mach uns redlich, neugeboren, Herr, zu deinem Himmelreich! 10. Ach ja, laß uns Christen werden, Christen, die ein Licht der Welt, Christen, die ein Salz der Erden, Wie's dem Vater wohlgefällt! d'Annoni, geb. 1697 1770. (5 Mos. 28, 1 und 3. Luk. 11, 28.) nach Haus, Wandeln fein auf Gottes Wegen; Gottes Geist uns ferner leite Und uns alle wohl bereite. 3. Unsern Ausgang segne Gott, Unsern Eingang gleichermaßen, Segne unser täglich Brot, Seg⸗ ne unser Thun und Lassen, Seg⸗ ne uns mit sel'gem Sterben Und mach uns zu Himmelserben! Schenk, geb. 1634 4+ 1681. (2 Kor. 13, 13.) diese uns nicht bliebe, Fiel' uns die Welt zu schwer. Auf daß uns nimmer schade Des 3. Ach heil'ger Geist, behalte bösen Feindes List! Gemeinschaft allezeit Mit uns⸗ 2. Ach sei mit deiner Liebe, rem Geist, und walte Du bis Gott Vater, um uns her! Wenn in Ewigkeit! Garve, geb. 1763 4 1841. Bei Einweihung von Kirchen. Mel. Wie schön leucht't.(Joh. 17, 17. 1 Mos. 28, 17.9 279. Gott Vater, aller auf zu dir; Hier ist des Him⸗ Dinge Grund! Gib deinen Va⸗ mels Pforte. Wohne, Throne ternamen kund An diesem heil⸗ Hier bei Sündern, Als bei Kin⸗ gen Orte! Wie lieblich ist die dern, Voller Klarheit; Heil'ge Stätte hier! Die Herzen wallen uns in deiner Wahrheit! 204 XV. TCag des Herrn und Gottesdienst. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit! Dies Gotteshaus ist dir geweiht, O laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, Dein Segen walte fort und fort In diesen Friedenshallen. Einheit, Rein⸗ heit Gib den Herzen; Angst und Schmerzen Tilg in Gna⸗ den, Und nimm von uns allen Schaden! 3. O heil'ger Geist, du wer— thes Licht! Wend her dein gött— lich Angesicht, Daß wir erleuch— tet werden; Gieß über uns und dieses Haus Dich mit all⸗ mächt'gen Flammen aus, Mach Mel. Alles ist an Gottes Segen.(Ps. 280. Ziert das Thor mit frischen Zweigen, Lasset keine Glocke schweigen, Stimmt in frohes Loblied ein! Solches Zei⸗ chen sei gegeben, Daß wir un⸗ sers Glaubens leben Und in Gottes Haus uns freun. 2. Herr, in wildverwachs'nen Hainen, Auf dem öden Feld von Steinen Oder in der Höhle Graun Hießest du die heil'gen Männer Deine frühesten Beken⸗ ner Durch dein Gnadenwort erbaun. 3. Wenn des Feindes Häscher kamen, Litten sie für deinen Namen Mit verklärtem Ange— sicht; Und in tausend Seelen hallte Nach ihr Seufzer:„Herr, behalte Ihnen diese Sünde nicht.“ Apostelgesch. 7, vo. himmlisch uns auf Erden, Leh⸗ rer, Hörer, Kinder, Väter; Früher, später Gehts zum Ster⸗ ben, Hilf uns Jesu Reich er— erben! 4. Dreiein'ger Gott! Lob, Dank und Preis Sei dir vom Kinde bis zum Greis Für dies dein Haus gesungen! Du hasts geschenkt und auferbaut, Dir ists geheiligt und vertraut Mit Herzen, Händen, Zungen. Ach hier Sind wir Noch in Hütten; Herr, wir bitten: Stell uns dro⸗ ben In den Tempel, dich zu loben! Knapp, geb. 1798 + 1864. 118. Joh. 8, 51. Offenb. Joh. 3, 11.) 4. Jetzo führen sichre Pfade, Jedem winkt das Haus der Gnade, Orgeltöne laden ein. Aber sind, die heute kommen, Auch so fromm wie jene From⸗ men, Die dir dienten in der Peinꝰ 5. Schenk uns doch in Haus und Hütte Guten Glauben, reine Sitte, Wie dirs wohlge— fallen mag; Hilf uns durch Ge— bet bereiten, Auch mit Zucht in Fröhlichkeiten Vor dir heil'gen diesen Tag! 6. Ob die Zeit auch wiederkeh⸗ re, Wo man uns des Heilands Lehre Wehren will mit frechem Muth, O dann wollest deinen Haufen Du in solcher Drang— sal taufen, Sei's mit Feuer oder Blut! 5 281. Bon Ge Und w Des V Den res Vorter für dein deiner! 2. D Zum V gibst d Vort Und be Die K er ime Durch lein ir melt, erhält 4. Bio Und; 28. Herr Cri Herd löste dir wer erty „ Leh⸗ Väter; N Ster⸗ eich er⸗ Lub, ir vom ür dies u hasts t, Dir ut Mit en. Ach Hütten; ins dro⸗ dich zu 98 1 1864 „I1. Yfade, us der den ein. ommen, From⸗ in der n Haus lauben, wohlge⸗ urch Ge⸗ Zucht in beil'gen derkeh⸗ Heilands frechem st deinen Drang⸗ uer oder Dei Einsegnung Bei Einsegnung von Geistlichen. von Geistlichen. 20⁵ Mel. Nun danket alle Gott.(Ps. 68, 12. 2 Kor. 5, 19. 20. Mal. 2, 7.) 281. Herr Jesu, der du selbst Von Gott als Lehrer kommen, Und wie du's in dem Schoß Des Vaters hast vernommen, Den rechten Weg zu Gott Mit Wort und Werk gelehrt, Sei für dein Predigtamt Gelobt von deiner Herd! 2. Du bist zwar in die Höh Zum Vater aufgefahren, Doch gibst du noch der Welt Dein Wort mit großen Scharen, Und baust durch diesen Dienst Die Kirche, deinen Leib, Daß er im Glauben wachs' Und fest ans Ende bleib. 3. Hab Dank für dieses Amt, Durch welches man dich höret, Das uns den Weg zu Gott Und die Versöhnung lehret, Durchs Evangelium Ein Häuf⸗ lein in der Welt Berufet, sam⸗ melt, stärkt, Lehrt, tröstet und erhält! 4. Erhalt uns diesen Dienst Bis an das End der Erden; Und weil die Ernte groß, Groß Mel. Wie schön leucht't.(Eph. 4, 282. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, Du König deiner Christenheit, Du Hirte deiner Herde! Du siehst auf die er⸗ löste Welt, Regierst sie, wie es dir gefällt, Willst, daß sie selig werde. Uns auch Hast du Hier erwählet, Zugezählet Den Er⸗ Arbeit und Beschwerden, Schick selbst Arbeiter aus Und mach sie klug und treu, Daß Feld und Baumann gut, Die Ernte reich⸗ lich sei. Matth. 9, 37 ꝛc. 5. Die du durch deinen Ruf Der Kirche hast gegeben, Er⸗ halt bei reiner Lehr Und einem heilgen Leben; Leg deinen Geist ins Herz, Das Wort in ihren Mund, Was jeder reden soll. Das gib du ihm zur Stund! 6. Ach segne all dein Wort Mit Kraft an unsern Seelen, Laß deiner Herd es nie An gu⸗ ter Weide fehlen; Such das Ver⸗ irrte selbst, Das Wunde binde zu, Das Schlafende weck auf, Das Müde bring zur Ruh! 7. Bring, was noch draußen ist, Zu deiner kleinen Herde; Was drinnen ist, erhalt, Daß es gestärket werde; Durchdring mit deinem Wort, Bis einstens Herd und Hirt Im Glauben, Herr, an dich Zusammen selig wird! Fischer, geb. 1695 4 1773. 11—13 Ebr. 13, 17. Jak. 1, 21.) lösten, Die du segnen willst und trösten. 2. Du rufest deinen Boten zu: „Geht, führt mein Volk dem Himmel zu, Pflegt sein mit frommem Triebe! Dringt ein mit Eifer und mit Kraft Ins Wort, das neue Seelen schafft IIIIIE 206 XV. CTag des Herrn und Gottesdienst. Durch Buße, Glaub und Liebe; Lasset Euren Eignen“ Seelen Ernst nie fehlen, Daß die Her— den Mit den Hirten selig wer⸗ den!“ Apostelgesch. 20, 28. 3. Wir nehmen als aus dei⸗ ner Hand Den Lehrer, der uns ist gesandt; Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, Durch Wort und Wandel zu erbaun, Schenk Wil⸗ len, Weisheit, Kräfte! Lehr ihn, Hilf ihm Wirken, leiden, Sünde meiden, Beten, wachen, Selig sich und uns zu machen! 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn, Hilf ihm sein Amt mit Freuden thun, Wend ab, was ihn betrübet; Wann er uns deine Wahrheit lehrt, So gib ein Herz, das willig hört, Sich gern im Guten übet; Lehrer, Hörer Laß in Freundschaft Und Mel. Ja, Tag des Herrn.(Ps. 132, 9. 1 Kor. 283. Umgürte die, o Gott, mit Kräften In ihrem Amt, Be⸗ ruf und Stand, Die zu des Pre⸗ digtamts Geschäften Dein gna⸗ denvoller Ruf gesandt! Lehr du sie, so sind sie gelehret; Erneure, die du, Herr, bekehret; Hilf ihnen selbst, so wird allein Ihr Amt an uns gesegnet sein! 2. Laß auf ihr Pflanzen, Säen, Bauen Des Geistes Kraft von oben her Zum reichlichsten Ge— deihen thauen; Vermehr dein Reich je mehr und mehr! Mach sie zum Vorbild uns im Wan— Gemeinschaft Feste stehen Und den Weg zum Leben gehen! 5. Wann einst dein großer Tag erscheint, Laß ihn als unsrer Seelen Freund Uns dir entge⸗ gen führen! Du hast die Seelen all gezählt, Du willst es nicht, daß eine fehlt, Willst keine ja verlieren. Jesu, Hilf du, Reich die Hände, Daß am Ende Hirt und Herde Treu vor dir erfun⸗ den werde! 6. So komm denn als ein Knecht des Herrn, O komm im Namen unsers Herrn, In Jesu Christi Namen! Nimm, Hirte, nimm uns bei der Hand, Führ uns zum ew'gen Vaterland! Gott mit dir! Amen, Amen! Mit dir Gehn wir, Wie durch Freuden So durch Leiden, Zu dem Leben, Das uns Jesus dort will geben. Nach Bickel, geb. 1737 + 1809. 3, 7. Tit. 1, 9. 2 Tim. 4, 2 ꝛc. Jes. 55, 10 ꝛc.) deln, Begleite du ihr Thun und Handeln; Mach sie für jeden Fall bereit Mit Weisheit, Muth und Tapferkeit! 3. Gib, daß von deiner gan⸗ zen Herde, Die du selbst ihnen anvertraut, Kein Einziges ver— loren werde! Mach auch die Wüsten angebaut; Laß in der umgebrochnen Erden Dein Wort zur Saat des Lebens werden, Daß es auf jener Ernte Tag Dir Früchte hundertfältig trag. 4. Dein Wort laß einem Stro⸗ me gleichen, Der mächtig durch die Lat sen m Dämn reinigt dürrer wider und? gunst Gib, geugu nen,! sie trõ felsen 35 nUnd n! jer Tag unsrer entge⸗ Seelen nicht, eine jn „Reich e Hirt erfun⸗ Knecht Namen Christ nimm hr uns Gott Mit dit reuden Leben, geben. 77+ 1609. 55, 10 2.) un und jeden Muth r gan⸗ ihnen es ver⸗ uch die in der u Wort yerden, e Tag 0 trag · Stro⸗ durch XVI. Heilsordnung. die Lande fleußt, Dem alle Fel⸗ sen müssen weichen, Der alle Dämme niederreißt, Der alles reinigt, alles bessert, Der alle dürren Gründe wässert, Der alle harten Felder zwingt Und in die tiefsten Risse dringt. 5. Reich ihnen deines Geistes Waffen, Der Feinde Grimm zu widerstehn; Laß sie beim Bitten und Bestrafen Auf Menschen⸗ gunst und Furcht nicht sehn; Gib, wenn sie lehren, über⸗ zeugung; Gib, wenn sie war⸗ nen, tiefe Beugung; Gib, wenn sie trösten, Kraft und Licht Und felsenfeste Zuversicht! 6. O Herr, wir trauen deiner A. Buße und Bekehrung. 207 Liebe, Die bis hieher mit Rath und That Die Deinen aus Er⸗ barmungsliebe In ihrem Amt geleitet hat; Du wirst das Deine selbst bewachen Und deinen Segen größer machen; Der Hir⸗ ten sind die Schafe nicht, Nein, dein sind sie, o Seelenlicht. 7. Wir sind mit deinem Blut erkaufet, Drum denke an dein theures Blut; Wir sind in dei⸗ nen Tod getaufet, So schütze dein erstrittnes Gut; Dein Va⸗ ter hat uns dir erwählet Und uns zu seinem Volk gezählet: Wir blicken, Herr, getrost auf dich, Weid und erhöh uns ewig⸗ lich! Georgii, 4 1758. XVI. Heilsordnung. A. Buße und Bekehrung. Mel. Wer nur den lieben Gott.(Apostelgesch. 17, 30. 31.) 284. Du hast ja dieses mei⸗ ner Seele, O Herr, gleich an⸗ fangs eingesenkt, Daß sie in dieser Leibeshöhle Nach was Unendlichem sich lenkt. Sie sucht und wünschet immerzu Und findet nirgends ihre Ruh. 2. Gerechter Gott, wie hat die Sünde Mir doch das Ziel so sehr verrückt, Daß ich nunmehr auch gar nichts finde, Was mei⸗ ne Seele recht erquickt! In dir allein ist wahre Ruh; Bring, Herr, mein armes Herz dazu! 3. Ach mache von den Eitelkei⸗ ten Der Welt, o Herr, mich ganz befreit Und ziehe mich von allen Seiten Zurück von der Vergänglichkeit, Damit ich durch solch Stillesein Zur wahren Ruhe kehre ein! Zes. 30, 15. 4. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, Sonst bin ich ein ver⸗ loren Kind, Daß er durch Glau⸗ ben in mir wohne, Und ich in ihm die Ruhe find! Denn durch den Glauben ist er mein, Und ich bin durch den Glauben sein. 5. Sonst alles ist für nichts zu schätzen, Es mag auch heißen, 208 XVI. wie es will; Pracht, Reichthum kann mich nicht ergetzen, Noch meine Seele machen still; Was Kinder dieser Welt erfreut, Bringt Gottes Kindern Trau⸗ rigkeit. 6. Geehret sein in Menschen⸗ augen Und ihrer Gunst versi⸗ chert sein, Kann nichts an mei— nem Ende taugen; Im Leben ists ein bloßer Schein. Drum laß mich, Jesu, diese Zeit An⸗ wenden für die Ewigkeit! 7. Laß mich nach dieser Ehre trachten, Daß ich nur dir gefäl⸗ lig sei, Und lerne diese Welt verachten, Die nichts ja hat als Mel. Mache dich, mein Geist. 285. Sichrer Mensch, noch ist es Zeit, Aufzustehn vom Schlafe; Nah ist dir die Ewig— keit, Nahe Lohn und Strafe. Hör, Gott spricht! Säume nicht, Seinen Ruf zu hören Und dich zu bekehren! 2. Noch tönt nicht zum Welt— gericht Der Posaune Stimme; Noch sinkt dieser Erdball nicht Vor des Richters Grimme. Aber bald, Bald erschallt Gottes Ruf: zu Erden Sollst du wie⸗ der werden! 3. Kommt nun, eh du es ge⸗ dacht, In der Sünde Freuden Deines Lebens letzte Nacht, Was wirst du dann leiden, Wann dein Herz, Von dem Schmerz Deiner Schuld zerrissen, Wird Heilsordnung. Täuscherei! Wer aber dir, o Gott, gefällt, Der hat das beste Theil erwählt. 8. Wie wird mich aller Reich— thum trösten, Wenn ich die Welt verlassen soll, Und hätte ich des Allerbesten Gleich alle meine Habe voll? Dagegen dein getreuer Sinn Ist mir der selig— ste Gewinn. 9. Drum laß mich dich allein behalten, O Herr, mein aller⸗ höchstes Gut! O Jesu, wann ich soll erkalten, So stärke meinen blöden Muth, Und rede meiner Seele zu: Komm, gehe ein in verzagen müssen! deine Ruh! Frommann, geb. 1669 + 1715. (Matth. 3, 10. Eph. 5, 14.) 4. Wann vor deinem Antlitz sich Jede Sünd enthüllet, Wann dann jede, jede dich Ganz mit Graun erfüllet, Dich nichts dann Stärken kann, Keine deiner Freuden: Was wirst du dann leiden! 5. Nach dem Untergang wirst du An des Grabes Stufen Bang um Trost und Seelenruh, Dann vergebens rufen: Rette, Gott, Mich vom Tod! Rette noch im Sterben Mich von dem Verderben! 6. Noch, noch wandelst du, o— Christ, Auf des Lebens Pfade; Nahe zur Errettung ist Dir noch Jesu Gnade. Eil ihr zu! Du wirst Ruh Für dein Herz em— pfinden Und Vergebung finden. Sturm, geb. 1740 + 1786 286 wiede hast, Vor d Vie d Undey Sieh, gegen erspr streut rück, Dein Vo Die dir, o beste Reich⸗ ch die hätte ch alle en dein selig⸗ allein aller⸗ mnich neinen meiner ein in + 155. Antlitz Vann nz mit 6 dann deiner dann wirst Stufen senruh, Rette, Rette on dem du, o· Yfade; ir noch II Du 2 em⸗ finden. 4 17³⁰ A. Buße und Bekehrung. 209 Eigene Mel.(Jes. 55, 6 ꝛc. Jer. 3, 12. 13.) 286. Kehre wieder, kehre men Winket von dem Kreuzes⸗ wieder, Der du dich verloren stamme! Kehre wieder! Fürchte hast, Sinke reuig bittend nieder Vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen Und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir ent— gegen, Und sein heilig Wort verspricht Dir Vergebung, Heil und Segen. Kehre wieder, zaudre nicht! 2. Kehre aus der Welt Zer⸗ streuung In die Einsamkeit zu— rück, Wo in geistiger Erneuung Deiner harrt ein neues Glück, Wo sich bald die Stürme legen, Die das Herz so wild bewegen, Wo des heilgen Geistes Mah⸗ nen Du mit stillem Beben hörst Und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi heilig schwörst. 3. Kehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz Beut Vergebung deinem Fehle, Bal— sam für den Sündenschmerz. Sieh auf den, der voll Erbar— men Dir mit ausgestreckten Ar— nicht, Daß der Gnäd'ge dic ver⸗ damme, Dem sein Herz vor Liebe bricht! 4. Kehre wieder! Neues Leben Trink in seiner Liebeshuld! Bei dem Herrn ist viel Vergeben, Große Langmuth und Geduld. Fass' ein Herz zu seinem Herzen: Er hat Trost für alle Schmer⸗ zen, Er kann alle Wunden hei⸗ len, Macht von allen Flecken rein. Darum kehre ohne Wei⸗ len Zu ihm um und bei ihm ein! 5. Kehre wieder! Endlich kehre In der Liebe Heimat ein, In die Fülle aus der Leere, In das Wesen aus dem Schein, Aus der Lüge in die Wahrheit, Aus dem Dunkel in die Klarheit, Aus dem Tode in das Leben, Aus der Welt ins Himmelreich! Doch, was Gott dir heut will geben, Nimm auch heute,— kehre gleich! Ebr. 3, at. 4, 7. Spitta, geb. 1801 4+ 1859. Mel. Durch Adams Fall.(2 Tim. 2, 19. Eph. 3, 16 ꝛc.) 287. Wer sich auf seine Schwachheit stützt, Der bleibt in Sünden liegen; Und wer nicht Kraft und Zeit benützt, Wird sich gewiß betrügen; Den Himmelsweg Und schmalen Steg Hat er nie angetreten, Er weiß auch nicht In Gottes Licht, Was kämpfen sei und Beten. 2. Was jetzt die Welt nur Gesangbuch für die evangelische Kirche. Schwachheit heißt, Ist ihrer Bosheit Stärke; Dadurch ver— mehrt der böse Geist Sehr mäch⸗ tig seine Werke. Auf,‚, Seele, auf! Lenk deinen Lauf Zur All— macht, die dich rettet! Des Hei⸗ lands Hand Zerreißt das Band, Womit du angekettet. 3. Der erste Schritt im Christen⸗ thum Heißt:—ů der Sünde 4 XVI. Heilsordnung. scheiden; Denn bei dem wahren brechen Und freudig nahn dem Glaubensruhm Muß man die Gottesthron, Nicht mehr von Weltlust meiden. Wenn Christi Schwachheit sprechen! Denn Geist Die Seele reißt Aus ih⸗ 0 Hand Will ja das Pfand ren Todesbanden, So spürt sie Des Glaubens gern uns geben, Kraft, Die Jesus schafft, Mit Damit wir, frei Von Heuchelei, dem sie auferstanden. Im Streit stets siegreich leben. 4. Mein Jesu, steh mir mäch⸗ 6. Gib Kraft, wo keine Kraft tig bei, Laß mich gekräftigt wer⸗ mehr ist, Gib Kraft, das Fleisch den; Gerechtigkeit und Stärke zu dämpfen; Gib Kraft, wenn sei Mein bestes Theil auf Er— Satans Macht und List Uns den. Du machst gerecht Uns„schwächen will im Kämpfen; dein Geschlecht, Und willst zu⸗ Wenn uns die Welt Viel Netze gleich uns stärken, Daß wir in stellt, Gib Kraft sie zu vernich⸗ dir Des Glaubens Zier, Die ten: So wird in Noth, Ja selbst Macht der Gnade merken. in Tod Uns deine Kraft auf⸗ 5. Brich durch, o starker Got- richten. tessohn, Damit auch wir durch⸗ Marperger, geb. 1681 + 1740. Mel. Es ist gewißlich.(Matth. 23, 37. Luk. 19, 41 ꝛc. Offenb. Joh. 3, 3.) 288. 2 Mensch, ermuntre Lebens, Du aber merkest wenig deinen Sinn! Wie lange wil lstdu drauf, Fährst fort in deinem schlafen? Auf, auf, die Stun-Sündenlauf, Willst keinen Füh⸗ den gehn dahin, Schon nahen rer leiden. Gottes Strafen. Vor ihm be⸗ 4. Dein Heiland weinet über steht der Sünder nicht, Und alg dich, Du lachst in deinen Sün⸗ er mit dir ins Gericht, Wo willst den; Er sucht und locket dich zu du Rettung finden? ssich, Du läßst dich nimmer fin⸗ 2. Das eitle Wesen dieser Zeit den; Er fleht, du nimmst kein Hat dich mit Nacht bedecket, Bitten an; Er thut mehr als Daß aus dem Schlaf der Si⸗ein Bruder kann, Du spottest cherheit Dich keine Warnung seiner Liebe. wecket. Du freuest dich der 5. Du siehst, wie mancher Sün— trägen Ruh Und drückest gern der fällt, Wenn Gott die Strafe die Augen zu, Dem Lichte zu sendet; Doch bleibest du ein entweichen. Kind d der Welt, Von ihrem Tand 3. Gott rufet laut, du schlum-verblendet. Des Nächsten Sturz merst fort; Er droht dir, doch erschreckt dich nicht; Du glaubst, vergebens; Er zeiget dir in sei⸗daß Gottes Zorngericht Dich nem Wort Die Strafen jenes niemals treffen werde. 6. G ner He brenne den Se erkennt Herrli Sicher schaue 0 289 pricht nen m Herz Junge Ich w lann, den 77¹ 2 0 6„. Meine willig entrim Ind 6 dem von denn fand ben, elei, eben. Nraft leisch venn Uns pfen; Netze nich⸗ selbst auf⸗ + 17⁴%. venig einem Füh⸗ über Sün⸗ ich zu er fn⸗ st kein r als ottest Sün⸗ Strafe u ein Tand Sturs laubst Dich 6. Gott, laß in mir nach dei⸗ ner Huld Der Gnade Licht ent— brennen, Damit ich meiner Sün— den Schuld Recht gründlich mög erkennen! O Jesu, Glanz der Herrlichkeit, Durchleuchte meine Sicherheit, Daß ich mein Elend schaue! Eigene Mel.(Matth. 289.„Kommt her zu mir,“ spricht Gottes Sohn,„Ihr, de— nen mit der Sünde Lohn Das Herz ist schwer beladen! Ihr Jungen, Alten, Frau und Mann, Ich will euch geben, was ich kann, Will heilen euren Scha— den!“ 2.„Mein Joch ist sanft, leicht meine Last, Und jeder, der sie willig faßt, Der wird der Höll entrinnen. Ich helf ihm tragen, was zu schwer, Mit meiner Hilf und Kraft wird er Das Him- 8. 5 3 ch en 1 Buße und Zebehrung. 211 7. O heil'ger Geist, laß deinen Strahl Durch meine Seele dringen, Hilf, daß ich endlich mög einmal Den Sündenschlaf bezwingen! Gott, thu mir Herz und Augen auf, Daß mich der sichre Sündenlauf Nicht zur Verdammniß führe! 11, 29 ꝛc. 7, 13 20.) schön und stark, Ist morgen krank und liegt im Sarg, Wenn Gott ihn heißet sterben; Gleichwie die Blumen auf dem Feld Wird auch die Herrlichkeit der Welt In einem Nu verderben. 6. Die Welt erzittert vor dem Tod; Wenn einer liegt in letz⸗ ter Noth, Da will er erst fromm werden. Er schaffte dies, er schaffte das, Der armen Seel er ganz vergaß, Dieweil er lebt' auf Erden; 7. Und wenn er nimmer leben kann, So hebt er große Klagen 3.„Was ich gelitten und ge⸗san, Will schnell sich Gott 85 than In meinem Leben, schauet ben. Ich fürcht fürwahr: an, Das sollt ihr auch erfüllen. göttlich Gnad, Die er 25 Was ihr gedenket, sprecht und thut, Das geht nur selig, recht und gut, Wenns geht nach Got— tes Willen.“ 4. Gern wollt die Welt auch selig sein, Wenn nur nicht wär die Schmach und Pein, Die alle Christen leiden! Doch mag es ja nicht anders sein; Darum ergebe sich darein, Wer ew'ge Pein will meiden. 5. Heut ist der Mensch jung, verschmähet hat, Wird schwer— lich ob ihm schweben. 8. Dem Reichen hilft nicht großes Gut, Dem Jungen nicht sein stolzer Muth, Er muß aus diesem Maien. Wenn einer gäb die ganze Welt, Silber und Gold und alles Geld, Doch muß er an den Reihen. 9. Gelehrten hilft nicht Witz noch Kunst, Die weltlich Pracht ist gar umsonst; Wir müssen 212 XVI. Heilsordnung. alle sterben. Wer nicht in seiner her! Der Welt wird Gott ver⸗ Gnadenzeit In Jesu Christ sich gelten. macht bereit,— Ewig muß der 12. Wenn es euch gieng nach verderben. Fleisches Muth, In Gunst, Ge⸗ 10. Drum merket, die da sundheit, großem Gut, Ihr wohlgesinnt Als gottergebne würdet bald erkalten. Drum Kinder sind, Laßt euch die Müh schickt Gott Trübsal her und nicht reuen! Bleibt stets am Schmerz Und will durch Züch⸗ heibgen Gotteswort, Das ist tigung das Herz Zur ew'gen der Seelen höchster Hort; Gott Freud erhalten. wird euch schon erfreuen. 13. Und was der ewig treue 11. Schaut, daß ihr Guts um Gott In seinem heiligen Ge— Übles gebt; Schaut, daß ihr bot Verheißt bei seinem Namen, hier unschuldig lebt; Laßt euch Das hält und gibt er euch für⸗ die Welt nur schelten; Laßt wahr. Er helf uns zu der Gott die Rach und alle Ehr; Engel Schar Durch Jesum Den schmalen Weg geht immer Christum! Amen. Ringwaldt, geb. 1530 + 1598, oder Jörg Berkenmeyer in Ulm, um 1530. Eigene Mel.(Ps. 130. Röm. 5, 20.) 290. Aus tiefer Noth schrei trauen, Die mir zusagt sein ich zu dir, Herr Gott, erhör mein werthes Wort; Das ist mein Rufen! Dein gnädig Ohr neig, Trost und treuer Hort, Deß Herr, zu mir Und meiner Bitt will ich allzeit harren. es öffne! Denn so du das willt 4. Und ob es währt bis in die sehen an, Was Sünd und Un⸗ Nacht Und wieder an den Mor⸗ recht ist gethan,— Wer kann, gen, Soll doch mein Herz an Herr, vor dir bleiben? Gottes Macht Verzweifeln nicht 2. Bei dir gilt nichts denn noch sorgen. So thut Israel Gnad und Gunst, Die Sünde rechter Art, Der aus dem Geist zu vergeben; Es ist doch unser erzeuget ward Und seines Got⸗ Thun umsonst, Auch in dem be⸗ tes harret. sten Leben. Vor dir niemand 5. Ob bei uns ist der Sünden sich rühmen kann; Deß muß sich viel, Bei Gott ist viel mehr fürchten jedermann Und deiner Gnaden; Sein Hand zu helfen Gnade leben! hat kein Ziel, Wie groß auch 3. Darum auf Gott will hof-sei der Schaden. Er ist allein fen ich, Auf mein Verdienst nicht der gute Hirt, Der Israel erlö⸗ bauen; Auf ihn mein Herz soll sen wird Aus seinen Sünden lassen sich Und seiner Güte allen. Luther, geb. 1483 + 1546, 291 Und Mein Mein Das? das 2 dem u gebri 2. Der Woh stillet meint lieg ertrã Spo 3. Und Den Und schli in di Skla sches . Meir Kon sark hich giß damen, ch für⸗ zu der Jesum um 1530. t sein mein „ Deß 8 in die en Mor⸗ Herz an eln nicht Jrael M Geist es Gol⸗ A. Buße und Mel. O Gott, du frommer. 291. O Jesu, sieh darein Und hilf mir Armen siegen! Mein Herz fühlt nichts als Tod, Mein Geist muß unterliegen; Das Wollen hab ich wohl, Doch das Vollbringen nicht, Weil es dem matten Geist An aller Kraft gebricht. 2. Die Sünd hat mich bestrickt, Der Tod hat mich gefangen, Wohin ich geh und seh, Nichts stillet mein Verlangen. Einst meint' ich hoch zu stehn, Nun lieg ich tief im Staub, Und mein erträumter Ruhm Wird nun des Spottes Raub. 3. Ich wirk, ich lauf, ich renn, Und weiß doch nicht zu finden Den Weg zur wahren Ruh Und mich zu überwinden; Mich schließt der Sünde Macht Recht in die Fesseln ein, Ich muß ein Sklav der Lust Und meines Flei⸗ sches sein. 4. Du, Jesu, du allein Kannst meinen Jammer wenden; Mein Können stehet nur In deinen starken Händen; Wo du mir nicht die Kraft Zum Leben gießest ein, So wird mein Seh⸗ Behehrung. 213 (Röm. 7, 18 ꝛc. 8, 3 ꝛc.) nen selbst Zu nichts als lauter Pein. 5. Drum, Herr, erbarme dich, Ich liege dir zu Füßen; Laß in mein schwaches Herz Den Strom der Gnade fließen! Ich fleh, ich laß dich nicht, Bis deine Se⸗ genskraft In mir den Tod be⸗ siegt Und neues Leben schafft. 6. Du hast es zugesagt, Du willst mich gern erquicken, Wenn mein verkehrter Sinn Sich nur zu dir will schicken, Wenn er dir opfert auf, Was ihm für Freude galt, Daß deine Liebe nur Gewinn in mir Gewalt. 7. So nimm denn alles hin! Ich will mir nicht mehr leben, Ich will mich ganz und gar In deine Führung geben. Ach, fasse mich nur fest; Mach mich von Sünden frei, Damit forthin mein Herz Dein reiner Tempel sei! 8. Wirst du in mir, mein Heil, So kräftig dich verklären, Und mich zu deinem Bild Durch Ster— ben neu gebären, So weicht die Unruh weg, Der Sünde Macht zerbricht, Ich finde Fried und Ruh In deinem Angesicht. Dippel, geb. 1673 + 1734. el. Aus tiefer Noth.(Ps. 41, 3—14. Jes. 55, 6 ꝛc. Sir. 5, 2 ꝛc.) M 292. Ich will von meiner Missethat Jum Herren mich be⸗ kehren; Du wollest selbst mir Hilf und Rath Hiezu, o Gott, bescheren Und deines guten Geistes Kraft, Der neue Her⸗ zen in uns schafft, Aus Gnaden mir gewähren. 2. Der Mensch kann von Na⸗ tur doch nicht Sein Elend selbst empfinden, Ist ohne deines Gei— stes Licht Blind, taub und todt 214 XVI. Heilsordnung. in Sünden; Verkehret ist Sinn, Will und Thun. Des großen Jammers wollst du nun, O Va⸗ ter, mich entbinden! 3. Herr, klopf in Gnaden bei mir an Und führ mir wohl zu Sinnen, Was Böses ich vor dir gethan! Du kannst mein Herz gewinnen, Daß ich aus Kum⸗ mer und Beschwer Laß über meine Wangen her Viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt Den Reichthum deiner Gnaden! Mein Leben dank ich deiner Hand; Du gabst auf allen Pfaden Mir manches Gut, nebst Kleid und Brot; Du mach— test, daß mir keine Noth Bis— her hat können schaden. 5. Du hast in Christo mich er— wählt Tief aus des Todes Flu— ten; Es hat mir sonst auch nicht gefehlt An irgend einem Guten; Zuweilen ward ich auch dabei, Daß ich nicht sicher lebt' und frei, Gestäupt mit Vaters⸗ ruthen. 6. Hab ich mich denn bis jetzt vor dir Gehorsams auch beflis— sen? Ach nein, ein andres sa— get mir Mein Herz und mein Gewissen; Darin ist leider nichts gesund, An allen Orten ist es wund, Von Sünd und Reu zerrissen. 7. Bisher hab ich in Sicher— heit Fast unbesorgt geschlafen, Gedacht: es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu stra— fen, Er fähret nicht mit unsrer Schuld So strenge, denn es hat Geduld Der Hirte mit den Schafen. 8. Dies alles jetzt zugleich er— wacht. Mein Herz will mir zer— springen; Ich fühle deines Don— ners Macht Und Feuer auf mich dringen; Es regt sich wider mich zugleich Des Todes und der Hölle Reich, Die wollen mich verschlingen. 9. Wo bleib ich denn in solcher Noth? Nichts helfen Thor und Riegel. Wo flieh ich hin? O Morgenroth, Hätt' ich doch deine Flügel! Verbirg du mich, o fer— nes Meer, Bedecket mich, fallt auf mich her, Ihr Klippen, Berg' und Hügel! Es. 139, 7—. 10. Ach nur umsonst! Und könnt ich gleich Bis in den Him— mel steigen, Könnt ich mich auch hinab ins Reich Der tiefsten Hölle beugen, So würde mich doch deine Hand Da finden, und von meiner Schand Und großen Sünde zeugen. 11. Herr Christ, ich fleh zu dir allein, Du hast mein Heil erfunden; Laß mich in dir ver— borgen sein Und bleiben alle Stunden; Du tilgtest ja, du Gotteslamm, Der Menschen Sünd am Kreuzesstamm Mit deinen heil'gen Wunden. 12. Hier ist mein Herz. O mach es rein Von allen seinen Sün— den; Laß es dir ganz geheiligt sein, Ganz deine Lieb empfin— unsrer un ed lit den ich er⸗ ir zer⸗ Don⸗ if mich wider und wollen solcher or und u? O hdeine „o fer⸗ „Fallt lippen, 0, 7—12. Und uHim⸗ ch auch tiefsten de Mich finden, dUnd fleh zu in Heil dir ver⸗ en alle ja, dül enschen u Mit Omach u Sün⸗ cheiligt empfun⸗ A. Buße und Bekehrung. 215 den; O schaffe mich im Grunde kampfe treu, Die Welt mög neu, Daß ich, im Glaubens-— überwinden! Quise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, geb. 1627 + 1667. Eigene Mel. Sollt es gleich.(Luk. 15, 11—13.) 293. Auf will ich von Sün⸗ den stehen Und zu meinem Va— ter gehen; Seele, Seele, es ist Zeit, Tod ist nah und Ewigkeit. 2. Sieh mich wieder zu dir kehren; Gott, ich will dein Ru— fen hören, Will in Zukunft dir allein Eigen und geheiligt sein. 3. Vater, ich will nimmer feh— len, Ich will jene Straße wäh— len, Die du mit des Kreuzes Last Und mit Blut bezeichnet hast. 4. Ich will jene Freuden mei— den, Die von deiner Liebe schei— den, Dir mich ganz von Herzen Eigene Mel.(Ps. 38, 2 294. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden! Sieh doch, wie ich in meinem Muth Mit Schmer— zen bin beladen Und in mir hab der Pfeile viel, Die im Ge— wissen ohne Ziel Mich armen Sünder quälen. 2. Erbarm dich mein bei sol— cher Last, Nimm sie von mei— nem Herzen, Dieweil du sie gebüßet hast Am Kreuz mit To⸗ desschmerzen, Auf daß ich nicht mit großem Weh In meinen Sünden untergeh Noch ewig— lich verzage! weihn, Mich in dir, mein Gott, erfreun. 5. Ich will Sünde fliehn und hassen, Nie dich, meinen Gott, verlassen, Nie mich richten nach der Welt, Niemals thun, was dir mißfällt. 6. Halt mich fest in deiner Gnade, Führe mich auf rechtem Pfade, Daß ich dir beständig treu Und im Guten standhaft sei. 7. Auf will ich von Sünden stehen Und zu meinem Vater gehen; Seele, Seele, es ist Zeit, Tod ist nah und Ewigkeit. ꝛ0c. 71, 1. Cbr. 9, I.) begangen, So fällt mir auf das Herz ein Stein Und hält mich Furcht umfangen; Ja ich weiß weder aus noch ein, Und müßte gar verloren sein, Wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Doch durch dein theures Wort erwacht Mein Herz zu neuem Leben; Erquickung hat es mir gebracht, Ich darf nicht trostlos beben, Dieweil es Gna— de dem verheißt, Der sich mit tief zerknirschtem Geist Zu dir, o Jesu, wendet. 5. So komm ich jetzt zu dir allhie In meiner Noth geschrit— ten, Und will dich mit gebeug— 3. Fürwahr, wenn alles mir kommt ein, Was ich mein Tag tem Knie Von ganzem Herzen 216 XVI. Heilsordnung. bitten: Vergib es mir doch gnä-Ehren leb In kindlichem Ge— diglich, Was ich mein Lebtag horsam. wider dich Auf Erden hab ge— sündigt! 7. Stärk mich mit deines Gei— stes Muth, Heil mich mit dei⸗ 6. Vergib mirs doch, o Herr,nen Wunden, Wasch mich mit mein Gott, Um deines Namens deiner Gnade Flut In meinen willen! Du wollst in mir die letzten Stunden, Und nimm große Noth Der UÜbertretung stillen, Daß sich mein Herz zu— frieden geb Und dir hinfort zu mich einst, wanns dir gefällt, In wahrem Glauben von der Welt Zu deinen Auserwählten! Ringwaldt, geb. 1530 4 1598. Mel. Wachet auf! ruft.(1 Petri 1, 13. Ps. 145, 8. 9. 2 Mos. 34, 6. 7.) 295. Gott, der du allen nicht lehren, Wird er mein Herz gütig, Barmherzig, gnädig und nicht selbst bekehren, So weiß langmüthig, Voll Treue, Huld und Liebe bist! Sieh, wie ich ich, daß es thöricht bleibt. Mein Vater, wo du mich Nicht leitest, meine Sünde Mit reuendem Ge- irre ich; Jesu Gnade Und de⸗ müth empfinde, Die groß und viel und greulich ist! Sieh, wie mich dieses schmerzt! Ich hab versäumt, verscherzt Deine Gna— de, So viel Geduld, So große Huld, Und zwar aus meiner eignen Schuld. Z. Vergib mir dies Verbre⸗ chen; Denn willst du unsre Sünden rächen, Wer will vor deinem Zorn bestehn? Du drohst, nach vielem Locken Ein Herz mit Blindheit zu verstocken, Das nicht auf deinen Wink will sehn. Vergib, o Vater, mir! Ach mein Herz seufzt zu dir: Gnade, Gnade! Ach gehe nicht In dein Gericht; Verbirg mir nicht dein Angesicht! ren Schein Soll nur allein Mein Leitstern, meine Weis⸗ heit sein. 4. Herr, ohne deine Gnade Bleib ich stets auf der Sünde Pfade, Vor dir stets strafbar, o mein Gott! Wirst du mir nicht das Leben, Geist, Seligkeit und Kräfte geben, So bleib ich bös, in Sünden todt. Drum ruf ich, Herr, zu dir: Gib deine Gnade mir, Gott der Gnaden! Denn deine Kur Verbessert nur Die so verdorbene Natur. 5. Laß alle meine Kräfte, Ge⸗ danken, Reden und Geschäfte Durch deine Gnade heilig sein! Laß meinen bösen Willen Nichts wollen, lieben und erfüllen; 3. Ich bleibe stets im Dunkeln, Was dieser wirkt, kann nicht ge⸗ Wo nicht der Gnade Strahlen deihn! Ist etwas recht vor dir, funkeln, Die meine Finsterniß Zu solchem schenke mir Deine vertreibt. Wird mich dein Geist Gnade! Denn was beruht Auf mein alles Gna bleib Das sei. K. Wir Sch scha mut Kra und heit heil Ge⸗ Gei⸗ dei⸗ mit einen nimm fällt, n der lten! + 1585. Herz weiß Mein eitest, d de⸗ allein Weis⸗ Hnade Zünde har, o nicht it und 9 bös, uf ich Gnade Denn Die „ Ge- dchäftt sein! Nehts füllen icht ge⸗ or dit, Deine ht Auf A. Buße und Fleisch und Blut, Ist, guter Gott, vor dir nicht gut. 6. Herr, es sind Gnadenwerke: Der Liebe Glut, des Glaubens Stärke, Der Hoffnung Trost; die schenke du! Mein einziges Vergnügen, Mein Lebensfunk' in letzten Zügen, Mein Ruhm, mein Segen, meine Ruh, Mein alles soll nur sein, Gott, deine Gnad allein, Deine Gnade! Es bleibt dabei, Daß ich aufs neu Das, was ich bin, aus Gnaden sei. 7. Nur du, Gott aller Gnaden, Wirkst alles Guts, heilst allen Schaden; Was deine Gnade schafft, ist gut; Laß sie mir De— muth geben, Geduld im Kreuze, Dekehrung. 217 alles Pein; Laß sie allein Mein Leben, meinen Himmel sein. 8. Ach gib mir ein Verlangen, An deiner Gnade nur zu hangen, Wie sich ein Schiff am Anker hält! Ach, laß bei deinem Fügen An deiner Gnade mir genügen In Schmach und Ar— mut dieser Welt! Was schwer und bitter ist, Erleichtert und versüßt Christi Gnade. Der hat schon satt, Wer Gnade hat; Sie ist an alles Reichthums Statt. 9. Ich gehe, wo ich gehe, Ich sitze, liege oder stehe, Ich wache oder schlafe ein, Ich lebe oder sterbe, Laß die Barmherzigkeit mein Erbe, Das Gute meine Folge sein! Ich will in dieser Kraft zum Leben, Versöhnlichkeit und sanften Muth, Der Klug⸗ heit edle Kunst, Der Andacht heil'ge Brunst! Ohne Gnade Ist Zeit Und in der Ewigkeit Nichts als Gnade; Mein Herze schließt In Jesu Christ, Der aller Gna⸗ den Urquell ist. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. Mel. Meine Armut macht.(Eph. 5, 14. Luk. 1, 78 ꝛc. Jes. 60, 1 ꝛc.) 296. Hüter, wird die Nacht der Sünden Nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsterniß der Sinnen Bald zerrinnen, Darein ich ver— hüllet bin? Jes. 21, 11. 2. Möcht ich wie das Rund der Erden Lichte werden! See— lensonne, gehe auf! Ich bin fin⸗ ster, kalt und trübe; Jesu, Liebe, Komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, Da die Stunde Der Erscheinung kommen ist, Und ich muß mich stets im Schatten So ermatten, Weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht ent⸗ nommen, Da du kommen, Aber ich bin lauter Nacht; Darum wollst du mir, dem Deinen, Auch erscheinen, Der nach Licht und Rechte tracht't. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke Ohne Stärke Finsterniß vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demuth lie⸗ ben Und der Nacht Geschäfte fliehn? In der — επ⁰⁰⁰˙ ͥ i* ˙—⁷ι 218 XVI. 6. Ach daß länger meine Seele Sich nicht quäle, Zünd dein Feuer in mir an; Laß mich finst⸗ res Kind der Erden Helle wer⸗ den, Daß ich Gutes wirken kann! 7. Das Vernunftlicht kann das Leben Mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken Und er⸗ quicken, Jesus muß die Sonne sein. Mel. Aus tiefer Noth schrei. 297.— Vater der Barm⸗ herzigkeit, Ich falle dir zu Fuße: Verstoß den nicht, der zu dir schreit Und thut noch endlich Buße! Was ich begangen wider dich, Verzeih mir alles gnädig⸗ lich Durch deine große Güte! 2. Durch deiner Allmacht Wun⸗— derthat Nimm von mir, was mich quälet; Durch deine Weisheit schaffe Rath, Worinnen mirs sonst fehlet; Gib Willen, Mit— tel, Kraft und Stärk, Daß ich mit dir all meine Werk Anfange und vollende! 3. O Jesu Christe, der du hast Am Kreuze für mich Armen Ge— tragen aller Sünden Last, Wollst meiner dich erbarmen! O Got— tes und des Menschen Sohn, Mel. 298. Wer bin ich? Wel— che wicht'ge Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit sage,‚ Um mich so, wie ich bin, zu Aus Gnaden soll ich. Heilsordnung. 8. Nur die Decke vor den Au⸗ gen Kann nicht taugen, Seine Klarheit kann nicht ein! Wenn sein helles Licht den Seinen Soll erscheinen, So muß rein das Auge sein. 9. Jesu, gib gesunde Augen, Welche taugen; Rühre meine Augen an! Denn das ist die größte Plage, Wenn am Tage Man das Licht nicht sehen kann. Richter, geb. 1676 4 1711. (Ps. 32, 5. 1 Joh. 1, 9.) Erbarm dich mein und mein verschon, Hör an mein kläglich Seufzen! 4. O heil'ger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, Wenn mich die Sündenlust an— ficht, Laß mich von dir nicht wanken; Verleih, daß nun und nimmermehr Begier nach Wol— lust, Geld und Ehr In meinem Herzen herrsche! 5. Und wann mein Stündlein kommen ist, So hilf mir treu— lich kämpfen, Daß ich des Argen Trotz und List Durch Christi Sieg mag dämpfen, Auf daß mir Krankheit, Angst und Noth, Ja selbst das letzte Leid, der Tod, Nur sei die Thür zum Leben! Denike, geb. 1603 + 1680. (Gal. 6, 3—-5.) sehn! Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, Bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von dei— nen Händen, Du schufst mich, en Au⸗ Seine Venn u Soll in das Augen, meine ist die u Tage n kann. 57 1711. )mein kläglich wahres danken, lust an⸗ ir nicht un und hh Wol⸗ meinem ündlein ir treu⸗ 5Argen Christi luf daß d Noth/ der Tod, eben! 33 4 165. st recht oon der oon der⸗ st mich A. Duße und Bekehrung. 219 Gott, zu deinem Preis; Mein stand; Drum mache mich mit Leben nützlich anzuwenden, Das mir bekannt! ist dein väterlich Geheiß. Doch leb auch ich, dein Eigenthum, Wie mirs gebührt, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; Doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, Recht einzusehn, ob ich den Pfad, Den Jesus mir gewiesen, geh' Und ob ich auch im Glauben steh! 4. Du kennest meines Herzens Tiefen, Die mir selbst uner⸗ gründlich sind; Drum laß mich oft mein Innres prüfen, Mich fragen: bin ich Gottes Kind? Befreie mich vom falschen Wahn, Der auch den Klügsten täuschen kann! 5. Ist der, der selbst bei tie⸗ fem Wissen Des Herzens Zu⸗ stand sich verhehlt, Auf wahre Besserung beflissen, Er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, Mein Vater, das entdecke mir; Hab ich der Wahr⸗ heit Weg erwählet, So gib, daß ich ihn nicht verlier; Er— leuchte mich mit deinem Licht, So täuschen mich Verführer nicht! 7. Doch bin ich noch vom sichern Pfade, Der mich zum Leben führt, entfernt, So wecke mich durch deine Gnade, Daß ihn mein Auge suchen lernt! Gib mir zur Bess'rung Lust und Kraft, Du bists, der bei— des in mir schafft! 8. Ich muß es einmal doch er— fahren, Was ich hier war und hier gethan. O laß michs nicht bis dahin sparen, Wo Reue nichts mehr helfen kann; Hier mache mich zum Himmel klug Und frei von schnödem Selbst— betrug! Sich selbst recht kennen ist Ver⸗ Dieterich, geb. 1721 4 1797. Mel. Die Tugend wird.(Röm. 7, 14—25.) 299. Gott, welcher Kampf in meiner Seele, Welch stäter Widerspruch in mir: Der Geist will, daß ich Gutes wähle, Er sehnt sich heiß, o Gott, nach dir; Das Fleisch strebt gegen diesen Willen, Es ringt nach Sinnen⸗ lust allein, Und werd ich sein Gesetz erfüllen, So wird nicht fern die Sünde sein. gieret, Wie ist mein Wesen räthselhaft! Wenn mich der Wahrheit Strahl berühret, So schmeck ich Frieden, fühle Kraft; Doch wenn des Irrthums dunkle Schatten Mir rauben dieses reine Licht, Gleich fühl ich mich im Lauf ermatten: Ich will, doch ich vollbringe nicht! 3. Der beste Vorsatz, den ich 2. Von doppeltem Gesetz re⸗fasse, Verfliegt oft wie ein 220 XVI. Heilsordnung. Traumgesicht; Ich thu das Böse, Sklavenketten? Wer schafft in das ich hasse, Das Gute, das meinem Innern Ruh? Nur du, ich liebe, nicht. Getrieben wie Erlöser, kannst mich retten; Ich ein Schiff vom Winde, Wenn eile deiner Gnade zu; Mit dir, Mast und Steuerruder brach, du Gottessohn, verbunden, Ist Fall ich in die Gewalt der Sün-nichts Verdammliches an mir; de; Zu späte Thränen folgen Ich wandl' im Geist und kann nach. gesunden, Lebst du in mir und 4. Wer löst mich von den sich in dir. Mel. Sieh, hier bin ich.(1 Tim. 1, 15.) 300. Meine Seele, Voller handeln, Wollst du künftig mir Fehle, Suchet in dem Dunkeln verleihn; Gib die Triebe Rei— Licht. Jesu, neige Dich und ner Liebe Voller in mein Herz zeige Mir dein tröstlich Ange-(hinein! Welch ein Segen Ist sicht; Auf mein Flehen Laß dich zugegen, Wenn es heißt: du sehen Und verbirg dich länger mein, ich dein! nicht! 5. Lehre, leite, Vollbereite 2. Ich empfinde, Meine Sünde Mich, wie du mich haben willt; Sei an allem Kummer Schuld; Gib mir Klarheit, Geist und Ich gestehe Dirs und flehe Um Wahrheit, Daß ich gleich sei Vergebung und Geduld. Du, deinem Bild, Daß man merke, mein Leben, Kannst mir geben Meine Stärke Sei in dir, und Neue Hilfe, neue Huld. du mein Schild; 3. Ach von Herzen Und mit 6. Bis im Lichte Dein Ge— Schmerzen Such ich dich, mein sichte Mir sich droben völlig Trost und Heil! Wie so lange zeigt, Wenn die Deinen Nicht Ist es bange Meiner Seele! mehr weinen Und die Klage— Komm in Eil, Laß dich nieder, stimme schweigt! Drum so zeige Komme wieder, Meines Her-Mir die Steige, Da man auf zens bestes Theil! zum Himmel steigt! 4. Richtig wandeln Weise Magd. Sib. Rieger, geb. 1707 + 1786. Mel. Aus tiefer Noth schrei.(Ps. 51, 11—14 und 19.) 301. Schaff in mir, Gott, sche, daß es wieder sei Wie du's ein reines Herz! Mein Herz ist zuerst erschaffen! ganz verderbet; Es fühlt der 2. Gib mir auch einen neuen Sünden großen Schmerz, Die Geist, Der wie du sei gesinnet, ihm sind angeerbet, Und die es Der stets dir anhang allermeist hat gethan ohn Scheu. Ach ma-Und, was du willst, beginnet; .—„„ ft in r du, J0 t dir, I mit; kann rund g mir Rei⸗ Herz Is t: du ereite willt; t und sei nerke, und u Ge⸗ völlig Nicht lage⸗ zkige I auf + 178⁶ duls neuen sinnet, meist innet; A. Buße und Debehrung. 221 Gib, daß ich hasse Fleisch und Geist, so ist es gut Im Leben Blut, Den Glauben üb' in sanf- und im Sterben! tem Muth, Zucht, Demuth, Hoff⸗ 5. Mit deiner Hilfe tröste mich, nung, Liebe! Hilf und vergib die Sünden; 3. Verwirf von deinem Ange-Und sucht dann meine Seele dich, sicht, Obgleich ich es verdienet, So laß dich von ihr finden Und Mich, o getreuer Vater, nicht, dein Verdienst, Herr Jesu Christ, Weil Jesus mich versühnet! Ach Darinnen Trost und Leben ist, laß doch nun und nimmermehr Mich stets im Geist genießen! Mich, dein Kind, fallen also 6. Dein Freudengeist erhalte sehr, Daß du es von dir Und stärke meine Seele, 4. Den heil'gen Geist nimm Damit sie nun und nimmer sich nicht von mir, Den bösen Geist Mit Furcht und Zweifeln quäle. vertreibe, Daß ich, nie mehr ent⸗ Sei du mein Freund, o Herr, führt von dir, Stets deine sei allein, Ach laß mich deine und bleibe! Beherrsche du Herz, Freude sein Und führe mich Sinn und Muth Durch deinen zur Freude! Ludämilie Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg⸗Rudolstadt, geb. 1640 + 1672. Mel. Nun laßt uns den Leib.(Ps. 51, 6. 103, 10. 143, 10.) 302. An dir bab ich gesün⸗ 4. Erfülle selbst, Allgütiger, digt, Herr, Und übel oft vor dir Mein Herz vor dir mit Freudig⸗ gethan; Du siehst die Schuld, keit! Du warest stets, Erbar— Allwissender, Sieh auch die mender, Und bleibst ein Gott, Reue gnädig an! der gern erfreut. 2. Du kennst mein Seufzen, 5. Dir trau ich; lehre mich, Gott; mein Flehn Und meine wie gut, Wie heilig deine Rech— Thränen sind vor dir. Wann te sind. Laß mich sie thun mit lässest du mich Hilfe sehn? Wie frohem Muth: Du bist mein lang entfernst du dich von mir! Vater, ich dein Kind. 3. Geh, Herr, mit mir nicht 6. Herr, eile du mir beizu⸗ ins Gericht, Vergilt mir nicht stehn Und leite mich auf ebner nach meiner Schuld! Noch bleibst Bahn! Er hört, der Herr, er du meine Zuversicht, Du 99 mein Flehn Und nimmt der Langmuth und Geduld. sich meiner Seele an. Nach Gellert, geb. 1715 4 1769. Mel. Aus tiefer Noth schrei.(Ps. 130. Apostelgesch. 3, 19. 20.) 303. Aus tiefer Noth laßt freien Und alle Sünd und Misse⸗ uns zu Gott Von ganzem Her— that, Die unser Fleisch begangen zen schreien, Bitten, daß er durch hat, Uns väterlich verzeihen. seine Gnad Uns woll vom übel 2. Wir sprechen: Vater, sieh XVI. He doch an Die Armen und Elen⸗ den, Die üÜbels viel vor dir gethan Mit Herzen, Mund und Händen! Verleih uns, daß wir Buße thun Und unsern Lauf in deinem Sohn Zur Seligkeit voll⸗ enden! 3. Herr, unsre Schuld ist über⸗ schwer, Muß unsre Herzen bre— chen; Doch deiner Gnaden ist viel mehr, Als ein Mensch kann aussprechen. Die suchen und be— gehren wir In Hoffnung, daß du dort und hier Die Sünd nicht werdest rächen. Röm. 5, 20 ꝛc. 4. Du willst nicht, daß der Sünder sterb Und zur Ver⸗ dammniß fahre; Du willst, daß er die Gnad erwerb Und sich darin bewahre. So hilf uns nun, o Herre Gott, Damit uns nicht der ew'ge Tod In Sünden wi⸗ derfahre! 5. Wenn du nun ins Gerichte gehn Und mit uns wolltest rech⸗ ten, O Herr, wie würden wir bestehn, Und wer würd uns ver⸗ Mel. Mein's Herzens J 304. Nimm hin mein Herz, Gott, nimm es an! Ich bring es dir zur Gabe; Ich bring es dir, so gut ichs kann, So schwach und arm ichs habe; Ich weiß doch, du verschmähst es nicht, So viel dem Opfer auch ge⸗ bricht, Das ich dir willig weihe. ilsordnung. fechten? O Herr, sieh uns barm⸗ herzig an Und hilf uns wieder auf die Bahn Zur Pforte der Gerechten. 6. Wir opfern dir uns arm und bloß, Reumüthig und zerschla— gen; O nimm uns auf in deinen Schoß Und laß uns nicht ver⸗ zagen! O hilf, daß wir getrost und frei, Ohn' arge List und Heuchelei Dein Joch zum Ende tragen. 7. Sprich uns durch deine Bo⸗ ten zu Und heile die Gewissen, Stell unser Herz durch sie zur Ruh, Thu uns dadurch zu wis— sen, Wie Christ vor deinem An⸗ gesicht All unsre Sachen hat ge— schlicht't; Den Trost laß uns genießen! 8. Erhalt in unsers Herzens Grund Deinen göttlichen Sa— men; Und hilf, daß wir den neuen Bund In deines Sohnes Namen Vollenden treulich in der Zeit, Und so der ew'gen Herr⸗ lichkeit Versichert werdenl Amen. Böhmische Brüder. esu.(Hesek. 36, 26. 27.) Eigensinn Und voll verkehrter Triebe; Es hängt an Welt und eitler Lust; Doch ist dirs auch, o Herr, bewußt, Ich kanns nicht selbst bekehren! 3. Mach du's zu deinem reinen Haus, Das dir gefallen könne; Was dir zuwider, reiß heraus, 2. Nimm, o mein Heiland. Daß dich und mich nichts trenne! nimm es hin, Du Herz voll ew⸗ ger Liebe! Mein Herz ist voller Entsünd'ge mich mit deinem Blut, Gib mir den Geist, dann werdei u lebe 4. H mmer. Schme einen! deinen dich lindlie deinen 9.6 dich f rübet lauter Hen Chri Erde Tröl onst sind sst i Aus ruf fam 9 ibe Her und ch ei e und chla⸗ inen ver⸗ ktrost und Ende Bo⸗ ssen, zur wis⸗ An⸗ ge⸗ uns zens Sa⸗ den hnes N der Herr⸗ men. grüder. hrter und auch, nicht inen nne; raus, nne! inem dann A. Buße und Bekehrung. 223 werd ich gut, Dann fang ich an zu leben! 4. Herr, gib— und kost es immerhin Dem Fleische tausend Schmerzen— Herr, gib mir einen neuen Sinn, Ein Herz nach deinem Herzen, Ein Herz, das dich mit Freuden ehrt, Das kindlich deine Stimme hört Und deinen Namen fürchtet! 5. Gib mir ein Herz, das dich forthin Mit Vorsatz nie be— trübet, Ein Herz, das dich mit lauterm Sinn Aus allen Kräf⸗ ten liebet, Ein Herz, das nur für dich entbrennt Und keine falsche Liebe kennt; Ein Herz voll Kraft und Glauben! 6. Gib mir ein Herz, das deine Zucht, Wenn sichs ver— fehlt, bald spüret, Ein Herz, das keine Straße sucht, Als die zum Himmel führet, Ein Herz, das auch in Noth und Pein Zu dir die Zuflucht nimmt allein, Und auch im Kreuz dich preiset; 7. Ein Herz, das Freund' und Feinde liebt, Und nichts haßt als die Sünden, Ein Herz, das täglich mehr sich übt, Sich stets in dir zu finden, Ein Herz, das immer droben ist, Dort, wo du bist, Herr Jesu Christ, Zu deines Vaters Rechten! 8. Herr, gibst du mir ein sol⸗ ches Herz, Was will ich mehr verlangen? Dann bleib ich fest in Freud und Schmerz An dei— ner Liebe hangen; Dann bin ich dein, und du bist mein; Dann werd ich einst dort oben sein Und selig dich umfangen. Nach Woltersdorf, geb. 1725 + 1761. Eigene Mel.(1 Joh. 1, S. 9.) 305. Allein zu dir, Herr Jesu der Sündenlast; Mein Glaube Christ, Mein Hoffen steht auf faßt, Was du mir, Herr, ver— Erden; Ich weiß, daß du mein sprochen hast. Tröster bist, Kein Trost mag mir 3. Ach stärke durch Barmherzig— sonst werden; Kein Menschen⸗ keit In mir ein recht Vertrauen, kind in weiter Welt, Kein Engel Damit ich deine Freundlichkeit ist im Himmelszelt, Der mir Mög inniglich anschauen, Vor aus Nöthen helfen kann; Dich allen Dingen lieben dich Und ruf ich an, Von dem ich Hilfe meinen Nächsten gleich als mich. kann empfahn. Am letzten End mir Hilfe send, 2. Die Schuld ist schwer und Damit behend Des Todes übergroß Und reuet mich von si Graun sich von mir wend! Herzen; Derselben mach mich frei 4. Ehr sei Gott in dem höch— und los Durch deine Todes- sten Thron, Dem Vater aller schmerzen, Und nimm dich mein Güte, Und Jesu Christo, sei— beim Vater an, Der du für mich nem Sohn, Der uns allzeit genug gethan! So werd ich los behüte, Und seinem werthen 224 XVI. Hei heil'gen Geist, lsordnung. Der allezeit der Zeit Und dorten in der uns Hilfe leist', Daß wir ihm Ewigkeit. sei'n zum Lob bereit, Hier in Schneesing(Chiomusus), um 15347 Mel. Herr Jesu Christ, mein's.(Matth. 14, 28—-31.) 306. Hier bin ich, Herr, du rufest mir; Du ziehest mich, ich folge dir; Du forderst von mir Herz und Sinn, Mein Heiland, nimm, ach nimm es hin! 2. Ich hab oft deinen Wink verschmäht, Es ist mir leid, ich komme spät. Wie dank ich dir, o Gott der Huld, Für deine Langmuth und Geduld! 3. Nun aber säum ich länger nicht, Mich drängt und treibet meine Pflicht; Ich komm, ich komm voll Reu und Buß,— Ach, aber ach, wie wankt mein Fuß! Mel. Nun sich der T 307. Mein Gott, das Herz ich bringe dir Als Gabe und Geschenk; Du forderst dieses ja von mir, Deß bin ich eingedenk. 2.„Gib mir, mein Kind, dein Herz,“ sprichst du,„Das ist mir lieb und werth; Es gibt dir anders keine Ruh Der Himmel und die Erd!“ 3. Nun, du mein Vater, nimm es an Mein Herz, veracht es nicht; Ich gebs, so gut ichs ge— ben kann; Neig zu mir dein Gesicht! 4. Zermalme meine Härtigkeit, Mach mürbe meinen Sinn; Und ziehe mich in Reu und Leid Zu deinem Herzen hin! 4. Herr, ich bin deinem Petrus gleich: Dort kommt ein Sturm, — ich sink! Ach reich', Reich' schnell mir deine starke Hand, So wird mein Fall noch abgewandt! 5. Du rufest mich; nun ruf ich dir, Mein Heiland, komm und hilf du mir! Mein Fuß ist müd und weigert sich; Herr, unterstütz und trage mich! 6. Flöß deine Kraft mir Mü⸗ den ein, So werd ich künftig stärker sein; So folg ich dir, mein Herr und Gott, Durch Flut und Glut, durch Noth und Tod. Nach Rambach. ag.(Sprüche 23, 26.) 5. Schenk, Jesu, mir nach dei⸗ ner Huld Gerechtigkeit und Heil! Du trugst ja meiner Sünden Schuld Und meiner Strafen Theil. 6. In dich wollst du mich klei— den ein, Dein Unschuld zieh mir an, Daß ich, von allen Sünden rein, Vor Gott bestehen kann! 7. O heil'ger Geist, nimm du auch mich In die Gemeinschaft Tief in mein Herz hinein! 8. Dein göttlich Licht ström in mich aus Und Glut der reinen Lieb; Lösch Finsterniß, Haß, Falschheit aus, Schenk stets mir deinen Trieb! ein, Ergieß um Jesu willen dich und e 10. gen fe duld, nicht! Huld! 11. Ren k 30⁰ Nein der e der L eð m Ruf. Uebe lreue Herz 4. himn Hleic dir, Der ist n Sün decke 3. her feis Igt fih V den lun n der n 15347 Hetrus turm, Reich' d, So vandt! i ruf komm ruß ist Herr, rMü⸗ ünftig ch dir, Durch Noth Rambach. ch dei⸗ dHeil! zünden trafen lei⸗ eh mir zünden fann! nm du nschaft en dich öm in reinen Haß, 6 mit 9. Hilf, daß ich sei von Her— zen treu Im Glauben meinem Gott, Daß mich im Guten nicht mach scheu Der Welt List, Macht und Spott! 10. Hilf, daß ich sei von Her— zen fest In Hoffnung und Ge⸗ duld, Daß, wenn nur du mich nicht verläßst, Mich tröste deine Huld! 11. Hilf, daß ich sei von Her— zen klein, Demuth und Sanft— A. Duße und Detehrung. 22⁵ muth üb', Daß ich, von aller Weltlieb rein, Stets wachs' in Gottes Lieb. 12. Hilf, daß ich sei von Her— zen fromm, Ohn' alle Heuchelei, Damit mein ganzes Christen— thum Dir wohlgefällig sei! 13. Nimm ganz, o Gott, zum Tempel ein Mein Herz hier in der Zeit, Ja laß es auch dein Wohnhaus sein In jener Ewig— keit! Nach Schade, geb. 1666 4 1698. Mel. Es ist genug.(Sprüche 23, 26. Hesek. 11, 19. 20.) 308. Hier ist mein Herz. Mein Gott, ich geb es dir, Dir, der es gnädig schuf.„Nimm es der Welt, mein Kind, und gib es mir!“ Dies ist an mich dein Ruf. Hier ist das Opfer meiner Liebe, Ich weih es dir aus treuem Triebe: Hier ist mein Herz! 2. Hier ist mein Herz. O nimm es gnädig an, Ob ihm gleich viel gebricht. Ich geb es dir, so gut ichs geben kann, Verschmäh die Gabe nicht! Es ist mit böser Lust beflecket, Mit Sünd erfüllt, mit Schuld be— decket, Mein sündig Herz. 3. Hier ist mein Herz. Das bis⸗ her steinern war, Nun ists ein fleischern Herz; Es legt sich dir matt und zerbrochen dar, Es fühlet Angst und Schmerz, Es jammert bei der Last von Sün⸗ den, Es seufzt: wo soll ich Ret— tung finden? Mein reuig Herz. 4. Hier ist mein Herz. Gott Gesangbuch für die evangelische Kirche. der Barmherzigkeit, Erbarme du dich sein! Die ganze Welt, sie stillet nicht sein Leid, Du bist sein Trost allein. Es sagt mit kindlichem Vertrauen:„Ich werde Gott als Vater schauen,“ Mein hoffend Herz. 5. Hier ist mein Herz. Es sucht in Christo Heil, Es naht zum Kreuze hin Und spricht: „O Herr, du bist mein Gut und Theil, Dein Tod ist mein Ge⸗ winn!“ Es hat in des Erlösers Wunden Trost, Ruh und Se⸗ ligkeit gefunden, Mein gläubig Herz. 6. Hier ist mein Herz. Geist Gottes, schaff es rein Und mach es gänzlich neu; Weih es dir selbst zum heil'gen Tempel ein; Mach es zum Guten treu; Hilf, daß es stets nach Gott verlange, Ihn fürcht, ihn lieb und an ihm hange, Mein neues Herz! 7. Hier ist mein Herz. Es überdenkt.½ Hoheit 5 22 XVI. deines Throns. Schenk ihm den Schmuck, der deine Knechte ziert, Die Demuth deines Sohns! Gib, daß es Stolz und Hoffart fliehe Und klein zu werden sich bemühe, Mein niedrig Herz! 8. Hier ist mein Herz. Lehr es Gelassenheit; Sein Glück sei stets dein Rath; Sein Wahl⸗ spruch sei im Wohlergehn und Leid:„Was Gott beschlossen hat!“ Es glaube fest zu dei— Eigene Mel.(Luk. 15. 19, 1 ꝛc. Ebr. 309. Mein Heiland nimmt die Sünder an, Die unter ihrer Last der Sünden Kein Mensch, kein Engel trösten kann, Die nirgends Ruh und Rettung fin⸗ den. Die mit sich selber im Ge— dräng, Daß ihnen alle Welt zu eng, Weil über sie der Stab gebrochen, Der Himmel ihnen abgesprochen, Die sehn die Frei— statt aufgethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als mütterliches Herz Trieb ihn von seinem Thron auf Erden; Ihn drang der Sün⸗ der Noth und Schmerz, An ih⸗ rer Statt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Noth Und litt für sie den bittern Tod. Nun, da er denn sein eignes Leben Für sie zur Lösung hingegeben Und für die Welt genug gethan, So heißts: er nimmt die Sün⸗ der an. 3. Nun ist sein väterlicher Heilsordnung. nem Preise:„Der Herr ist treu; mein Gott ist weise,“ Mein folgsam Herz. 9. Hier ist mein Herz. Be⸗ wahr es, treuster Freund, Vor aller Feinde List; Gib, wann der Tod, der letzte Feind, er— scheint, Daß stark es, gläubig ist; Hilf mir, wann meine Augen brechen, Das treue Wort froh zu dir sprechen: Hier ist mein Herz! Liebich, geb. 1713 + 1780. 2, 17 ꝛc. Jes. 1, 18. Ps. 95, 7 ꝛc.) Schoß Ein sichres Schloß be— drängter Seelen; Er spricht sie vom Gerichte los Und endet bald ihr ängstlich Quälen; Es wird ihr ganzes Sündenheer Wie in ein unergründlich Meer Durch sein Verdienst hinabge— senket; Der Geist, der ihnen wird geschenket, Führt sie zu Gott auf ebner Bahn. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. O solltest du sein Herze sehn, Wie sichs nach armen Sündern sehnet, Sowohl wenn sie noch irre gehn, Als wenn ihr Auge nach ihm thränet! Er streckt die Hand nach Zöllnern aus; Er eilet in Zachäi Haus; Wie stil⸗ let sanft er Magdalenen Den milden Fluß der Reuethränen Und denkt nicht, was sie sonst gethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. Lut. 19, 1—10. 7, 36—48. Gal. 3, 18. 5. Wie freundlich blickt er Pe⸗ trum an, Ob dieser gleich so tief ge nicht! Erden sst imn an Tr wie er den, der Fre Richz nimmt 6. S der he dengre flinen gebeug willst! ohne N hu der Da dii Onein Mein der an 7. K Hehück Meißt die d Wirsta Sich seht, Haht! Hen 0 dir un Sund Heilg 8.6 der a i treu; Mein Be⸗ „Vor wann dd, er⸗ läubig meine e Wort hier ist 37 V80. ꝛc.) loß be⸗ richt sie d endet n; Es denheer h Meer inabge⸗ en wird V Gott Heiland e sehn, zundern sie noch r Auge rect die 183 Er Wie stil n Den Shränen sie sonst immtdie 7. 304 II. Ye⸗ gleic 0 A. Zuße und Bekehrung. 227 tief gefallen! Und dies hat er zu schlimm gemacht, Ich hab die nicht nur gethan, Da er auf Güter seiner Gnaden So lang Erden mußte wallen, Nein, er und schmählich durchgebracht; Er ist immerdar sich gleich, Gerecht, hat mich oft umsonst geladen!“ an Treu und Gnade reich, Und Wofern du's jetzt nur redlich wie er unter Schmach und Lei— den, So ist er auf dem Thron der Freuden Den Sündern lieb⸗ reich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. Luk. 22, 61. 6. So komme denn, wer Sün⸗ der heißt, Und wen sein Sün⸗ dengreu'l betrübet, Zu dem, der keinen von sich weist, Der sich gebeugt zu ihm begibet! Wie? willst du dir im Lichte stehn Und ohne Noth verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, Da dich zu retten er erschienen? O nein; verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sün⸗ der an. Hesek. 33, 11. 7. Komm nur mühselig und gebückt, Komm nur, so gut du weißt zu kommen! Wenn auch die Last dich niederdrückt, Du wirst auch seufzend angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, Und wie er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit stil⸗ lem Flehen Sich liebend nach dir umgesehen! So komm denn, Sünder, komm heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Sprich nicht:„Ich habs meinst Und deinen Fall mit Ernst beweinst, So soll ihm nichts die Hände binden, Und du sollst den— noch Gnade finden; Er hilft, wo sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Doch sprich auch nicht:„Es ist noch Zeit, Ich muß erst diese Lust genießen; Gott wird ja eben nicht schon heut Die offne Gna— denpforte schließen!“ Nein, weil er ruft, so höre du Und greif mit beiden Händen zu! Wer sei⸗ ner Seele Heut verträumet, Hat oft die Gnadenzeit versäu⸗ met, Dem wird hernach nicht aufgethan. Heut komm, heut nimmt dich Jesus an! 10. Ja zeuch uns alle recht zu dir, Holdsel'ger Heiland aller Sünder; Erfüll mit heiliger Be⸗ gier uns, die von Gott gewich— nen Kinder; Zeig uns bei uns— rem Seelenschmerz Dein aufge— schloss'nes Liebesherz; Und wenn wir unser Elend sehen, So laß uns ja nicht stille stehen, Bis daß ein jedes sagen kann: Gott⸗ lob! auch mich nimmt Jesus an! Lehr, geb. 1709 + 1744. Mel. Jesus, meine Zuversicht.(Luk. 15, 1—7.) 310. Jesus nimmt die Sün⸗ der an. Sdat doch dieses Trost⸗ wort allen, Welche von der rechten Bahn Auf verkehrten 228 XVI. Heilsordnung. Wegen wallen! Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir werth; Doch hat er in seinem Worte Klar und liebreich sich erklärt; Sehet nur, die Gna⸗ denpforte Ist hier völlig aufge⸗ than: Jesus nimmt die Sün⸗ der an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, Suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, Suchet treulich das Verirrte, Daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, Kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er Macht aus Sündern Gotteskinder. Glaubt es doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an! 5. Ich Betrübter komme hier Und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade zur Vergebung finden, Daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sün⸗ der an. 6. Nun so fass'ich frohen Muth, Auf dich werf ich meine Sün— den; Dein am Kreuz vergoss'nes Blut Lässet mich Vergebung fin— den, Daß ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sün— der an. 7. Jesus nimmt die Sünder an. Mich hat er auch angenom— men, Mir den Himmel aufge— than, Daß ich selig zu ihm kom— men Und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sün— der an. Neumeister, geb. 1671 4 1756. Mel. Aus tiefer Noth.(Röm. 2, 4—6. 8, 19—25. Luk. 19, 42.) 311. Herr, deine Treue ist so groß, Daß wir uns wundern müssen; Wir liegen seufzend, arm und bloß, Um Gnade dir zu Füßen. Die Bosheit währet immerfort, Und du bleibst doch der treue Hort Und willst uns nicht verderben. 3. Dein Auge stehet wider die, So deiner Wege fehlen, Und in dem ganzen Leben hie Den krum⸗ men Weg erwählen, Und suchen in dem Sündenwust Zu büßen ihre Fleischeslust Nach dem ver— derbten Willen. Ps. 34, N. 4. Die Kreatur entsetzet sich 2. Die Sünden nehmen über-⸗Und seufzet frei zu werden, Sie hand; Du siehest selbst die wartet und thut ängstiglich; Der Schmerzen, Die Wunden sind Himmel und die Erden, Und dir wohl bekannt Der sehr ver⸗ was hienieden weit und breit kehrten Herzen. Die Schulden Sich quält im Dienst der Eitel⸗ nehmen täglich zu; Es haben keit, Beweinet solch Verderben. weder Rast noch Ruh, Die dir 5. Wir hoffen dennoch fest zu den Rücken kehren. dir, Du werdest uns erhören; Wir fl Du wi sinden sich fün ur Hi 6. Et Der di Velt, I Ir deinen Daß e Die he 40— noch? Vie Ioch! Die; Unden ne hier ünden. bei dir finden, trösten Sün⸗ Muth, e Sün⸗ gossnes ung fin⸗ sprechen e Sün⸗ Sünder Rgenom⸗ Haufge⸗ hm kon⸗ ststerben e Sün⸗ 717 ⁵ ider die, Und in en krum⸗ B. Glaube und Wir flehen, o Gott, für und für, Du wollest doch bekehren Die sündenvolle, blinde Welt, Die sich für so glückselig hält, Da sie zur Hölle eilet! 6. Erbarme dich, o treuer Gott, Der du die Welt geliebet, Die Welt, die ganz in Sünden todt, In Irrthum dich betrübet! Gib deinem werthen Worte Kraft, Daß es in solchen Herzen haft', Die hart sind wie die Felsen! 7. Laß doch die Welt erkennen noch Mit ihren blinden Kindern, Wie sanft und angenehm dein Joch Sei allen armen Sündern, Die fühlen ihre Sündenschuld Und wenden sich zu deiner Huld Und deines Sohnes Wunden. 8. Die Herde, die du hast er— Rechtfertigung. wählt, Die setze du zum Segen 229 Und schenke, was ihr annoch fehlt, Zu gehn auf rechten Wegen. Herr, laß dein Auge, Herz und Hand Den Deinen bleiben wohl bekannt, Die deiner Güte trauen. 9. Ein Vater und ein Hirte meint Es treulich mit den Sei⸗ nen; Du bist noch mehr der Sünder Freund, Du kannsts nicht böse meinen. Drum trauen wir allein auf dich, Ach leite du uns väterlich Nach deinem Rath und Willen! 10. Hier sind wir deine Kinder schon Und freun uns auf das Leben, Da du uns willst die Gnadenkron Als deinen Erben geben. Wir hoffen bald dein An⸗ gesicht Zu sehen dort in jenem Licht, Da Christus uns wird weiden. Weydenheim, um 1660. B. Glaͤube und Rechtfertigung. Mel. O Gott, du frommer.(Ebr. 11, 6.) 312. Oerr, ohne Glauben kann Dir niemand wohlgefal— len; Ach darum lege mir Vor andern Gaben allen Den wah⸗ ren Glauben bei: Denn der nicht nur so heißt, Der ist nicht Menschenwerk, Er kommt von deinem Geist. 2. Laß mich insonderheit, Daß du seist, herzlich glauben; Was mir dein Wort verheißt, Das laß mir niemand rauben: Daß du dem, der dich sucht, Stets ein Vergelter seist, Und daß ihn deine Hand Aus allen Nö— then reißt. 3. Herr, laß mich auf dein Wort Von ganzem Herzen trauen Und fest auf deine Treu Und Wahrheit immer bauen! Gib, daß ich dir in Noth Und Kreuz und Tod getreu Und durch des Glaubens Kraft All— zeit gehorsam sei. 4. Mein Jesu, laß mich dich Im Glauben wohl erkennen, Dich meinen Herrn und Gott, Trost, Schutz und Heiland 230 XVI. Heilsordnung. nennen! Laß mich im Glauben thun, Was uns dein Mund ge— lehrt, Daß dich Herz, Mund und That Als den Erlöser ehrt! 5. Mein König und Prophet, Komm, herrsch in meiner See— len; Regier und führe mich, So werd ich nimmer fehlen; Du sollst mein König sein, Dem ich ge— horchen will, Mein Lehrer und Prophet, Deß Willen ich er— füll! 6. Nichts müsse mich von dir, Mein Hohepriester, treiben; Laß, Jesu, dein Verdienst Den Grund des Glaubens bleiben, Daß meine Seele sich Hierauf getreu und fest Als auf mein einzig Heil Und wahren Trost verläßt! 7. Ach Jesu, stärke mich In diesem meinem Glauben; Laß mir ihn weder Tod Noch Welt und Hölle rauben; Bleib in demselben stets Genau mit mir vereint, Daß ich sei dein, du mein, O theurer Seelenfreund! Busch, geb. 1682 + 1744. Eigene Mel.(Röm. 3, 23—28. Gal. 2, 16. 17.) 313. Es ist das Heil uns kommen her Aus lauter Gnad und Güte, Die Werke helfen nimmermehr Zum Frieden dem Gemüthe. Der Glaub sieht Je— sum Christum an, Der hat für alle gnug gethan; Er ist der Mittler worden. 2. Was Gott uns im Gesetz gebot, Das konnte niemand halten; Darum erhub sich große Noth In mancherlei Gestalten. Vom Fleisch wollt' nicht heraus der Geist, Den das Gesetz will allermeist; Es war mit uns ver— loren. 3. Ein Wahn war vom Gesetz dabei: Es sei darum gegeben, Als ob wir könnten selber frei Nach Gottes Willen leben. Ist es doch nur ein Spiegel zart, Der uns zeigt an die sündig Art, In unsrem Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich wars, dieselbe Art Aus eigner Kraft zu lassen; Wie wohl es oft versuchet ward, Doch mehrt' sich Sünd ohn' Ma-⸗ ßen. Des Gleißners Werke Gott verdammt; Denn alles, was vom Fleische stammt, Kann nimmer vor ihm gelten. 5. Doch das Gesetz erfüllt mußt' sein, Sonst wären wir verlo— ren; Drum schickt' Gott seinen Sohn herein, Der ward ein Mensch geboren; Ganz hat er das Gesetz erfüllt, Damit des Vaters Zorn gestillt, Der über uns gieng alle. 6. Und weil es nun erfüllet ist Durch ihn, den Gott erlesen, So lerne jetzt ein frommer Christ Des Glaubens rechtes Wesen; Er spricht dann:„Lieber Herre mein, Dein Tod soll mir das Leben sein; Du hast für mich bezahlet.“ 7.„Daran ich keinen Zweifel tlag, lügen Men wahr an m ist u Näch aus 9. set wiss fom t Den leiben, Hierauf fmein Trost ch In Laß H Welt leib in nit mir in, du freund! 21 1744. assen; ward, Ma⸗ rke Gott was Kann lt mußt' verlo⸗ seinen ard ein hat er mit des er über erfüllet erlesen, hrit Wesen; er Herre mir das r MI Zvriftl B. Glaube und trag, Dein Wort kann nimmer lügen; Du sprichst ja, daß kein Mensch verzag, Und wirst für— wahr nicht trügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, Dem ist der Himmel schon erkauft, Daß er nicht werd verloren.“ 8. Gerecht vor Gott sind die allein, Die dieses Glaubens le— ben; Dann wird des Glaubens heller Schein Durch Werke kund sich geben. Mit Gott der Glaub ist wohl daran, Und aus der Nächstenlieb sieht man, Daß du aus Gott geboren. 9. Die Sünd wird durchs Ge— setz erkannt, Schlägt das Ge— wissen nieder; Das Evangelium kommt zur Hand Und stärkt den Sünder wieder. Es spricht: Eil nur zum Kreuz herzu, Denn im Gesetz ist keine RRuh Mit allen seinen Werken. 10. Gewiß, die Werke kommen her Aus einem rechten Glauben; Denn das kein rechter Glaube wär, Dem man die Werk' wollt rauben. Doch macht der Glaub allein gerecht, Die Werke sind des Nächsten Knecht; Dran wir den Glauben merken. 11. Die Hoffnung harrt der Uechtfertigung. 231 rechten Zeit, Was Gottes Wort zusage; Wenn das geschehen soll zur Freud, Setzt er nicht feste Tage, Er weiß wohl, wanns am besten ist, Und denkt an uns zu rechter Frist; Das soll man ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ', als wollt er nicht, Laß dich es nicht er— schrecken; Denn wo er ist am besten mit, Da will ers nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein; Und ob dein Fleisch spräch lauter Nein, So laß dir doch nicht grauen! 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis Um dieser Güte wil— len Gott Vater, Sohn und heil'gem Geist, Der wolle treu erfüllen, Was er in uns begon⸗ nen hat, Zu Ehren seiner Macht und Gnad, Daß heilig werd sein Name; 14. Sein Reich zukomm; sein Will auf Erd Steh wie im Himmelsthrone; Das täglich Brot noch heut uns werd; Wohl unsrer Schuld verschone, Wie wir den Schuldnern thun nach Pflicht; Auch führ uns in Ver— suchung nicht; Lös uns vom Ubel! Amen. Speratus, geb. 1484 4+ 1554. Mel. Es spricht der Unweisen Mund.(Röm. 4, 5. Tit. 2, 13. 14. Matth. 5, 20.) 314. O Mensch, der Him— mel ist zu fern, Durch Werkẽ ihn zu ersteigen. Wenn der Gehor— sam unsers Herrn Nicht wird im Geist dein eigen, So wirst du nimmermehr gerecht Und bleibest ein unnützer Knecht Mit allen deinen Werken. 2. Was vor der Menschen Angesicht Nach dem Gesetz ge— schiehet, Das gilt vor Gottes Aug noch nicht, Weil er auf „fKa—-=... 232 XVI. Glauben siehet. Wie kannst du aber ohne Geist, Was Gott im Geist vollbringen heißt, Aus eigner Kraft erfüllen? 3. Wer nicht durch Christum wird gerecht, Der kann nicht selig werden; Er ist und bleibt ein armer Knecht Dort und schon hier auf Erden; Er blei— bet durchs Gesetz verflucht, So lang er ohne Glauben sucht Die Seligkeit zu finden. 4. Du, Jesu, giltst vor Gott allein Mit deinem Thun und Leiden. Bringt das der Glaub ins Herz hinein, So kann die Seel sich kleiden; Du selbst gibst ihr das Ehrenkleid, Den Braut⸗ schmuck der Gerechtigkeit, Da— mit wird sie bestehen. Heilsordnung. Glauben wirds mein Eigen⸗ thum Und heiligt meine Seele. 6. Du hast mich, Herr, durch deinen Tod Von meiner Schuld gereinigt, Hast mich nach schwe— rer Sündennoth Zum Leben dir vereinigt; Du deckest meine Schande zu Und bringest mei⸗ ner Seele Ruh Und Gnade bei dem Vater. 7. Wo aber Glaub und Christus ist, Und Sünden sind verge— ben, Da führt denn auch ein wahrer Christ Nach dem Gesetz sein Leben; Er wandelt fromm sein Leben lang, Doch ohne Knechtsgeist, ohne Zwang, Weil alles geht aus Liebe. 8. Nun für so hohe Gnaden⸗ gab, Herr Jesu, will ich danken; 5. Was du, mein Herr, für Und weil ich sonst kein Opfer mich gethan Im Leben und im hab, Als was du gibst mir Sterben, Da hat Gott Wohlge⸗Kranken, So nimm von mei⸗ fallen dran, Das läßt mich nicht nem neuen Sinn Des Herzens verderben; Das ist mein Licht, Opfer gnädig hin Und bring mein Trost und Ruhm, Durch es vor den Vater! Mel. Mein's Herzens Jesu.(Röm. 3, 315. Der Glaub ist eine Zuversicht Zu Gottes Gnad und Güte; Der bloße Beifall thut es nicht, Es muß Herz und Ge— müthe Durchaus zu Gott ge— richtet sein Und gründen sich auf ihn allein Ohn' Wanken und ohn' Zweifel. 2. Wer so sein Herz macht stark und fest Im völligen Ver— Pressovius, um 1690. 22—26. Jak. 2, 26. Luk. 17, 10 ꝛc.) mag bauen, Der hat des Glau⸗ bens rechte Art Und kann zur sel'genFriedensfahrt Sich schicken ohne Grauen. 3. Das aber ist kein Menschen⸗ werk, Gott muß es uns gewäh⸗ ren. Drum bitt, daß er den Glauben stärk Und in dir woll vermehren; Laß aber auch des Glaubens Schein In guten trauen, Auf Jesum Christum Werken kräftig sein, Sonst ist sich verläßt, Nicht auf sich selbst dein Glauben eitel! 4. E Wahn, rühmen derbah jann z soll w Glaub ur Hi 316 seligu oder wills Is 2 berspr Vahr der H 2. Berdi fullen Flise Ehre seind uns . Vor 0 00 8⁰ Ligen⸗ Seele. durch Schuld schwe⸗ en dir meine st mei⸗ de bei hristus verge⸗ ch ein Gesetz fromm Rohne „ Veil naden⸗ anken; Opfer st mir nmei⸗ herzens bring um 1000. 1.) Glau⸗ nn zur schicken nschen— gewäh⸗ er dell r woll uch des gutein ons i0 B. Glaube und 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, Des Glaubens sich nur rühmen Und gehen auf der Sün⸗ derbahn, Das Christen nicht kann ziemen; Wer das thut, der soll wissen frei, Es sei sein Glaub nur Heuchelei Und werd zur Höll ihn bringen. Eigene Mel.(Eph. 2, 316. Aus Gnaden soll ich selig werden. Herz, glaubst du's, oder glaubst du's nicht? Was willst du dich so blöd gebärden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, So muß auch dieses Wahrheit sein: Aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden; hier gilt kein Verdienen, Die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, Hat diese Ehre zum Gewinn, Daß uns sein Tod das Heil gebracht Und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden; merk dies Wort„aus Gnaden“! So hart dich deine Sünde plagt, So schwer du immer bist beladen, So schwer dein Herz dich auch verklagt: Was die Vernunft nicht fassen kann, Das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden Und übernahm die Sündenlast. Was nöthigt' ihn, dein Freund zu werden? Sprich, Uechtfertigung. 233 5. Drum lasse sich ein frommer Christ Mit Ernst sein angele— gen, Daß er aufrichtig jeder Frist Sich halt in Gottes We— gen, Daß sein Glaub ohne Heu— chelei Vor Gott dem Herrn recht— schaffen sei, Und vor dem Näch— sten leuchte! Gotter, geb. 1661 4 1736. 8. 90. 2 Tim. 2, 10.) Und nahm dein Heil in Gnaden wahr?ꝰ 5. Aus Gnaden; dieser Grund wird bleiben, Solange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, Was Gott in seinem Worte preist, Worauf all unser Glaube ruht, Ist: Gnade durch des Sohnes Blut. 6. Aus Gnaden; doch du, sichrer Sünder, Denk nicht: „wohlan, ich greife zu!“ Wahr ists, Gott ruft verlorne Kinder Aus Gnaden zur verheißnen Ruh; Doch den geht seine Gnad nicht an, Der noch auf Gnade sünd'gen kann. 7. Aus Gnaden; wer dies Wort gehöret, Tret ab von aller Heuchelei. Nur wenn der Sün— der sich bekehret, Dann lernt er erst, was Gnade sei. Beim Sündethun scheint sie gering, Dem Glauben ists ein Wunder— ding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blö— weß du dich zu rühmen hast? den Herzen Das Herz des Va⸗ Gab er sich nicht zum Opfer dar ters aufgethan, Wenns unter 234 XVI. Heilsordnung. Angst und heißen Schmerzen Nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oft— mals Stärkun g her, Wenn Gna⸗ de nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden; hierauf will Mel. Allein Gott in der Höh. 317. O Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, Du meiner Seele Leben! Was mir zum Glauben nöthig ist, Kann ich mir selbst nicht geben; Drum hilf du mir von oben her, Den wahren Glauben mir gewähr Und daß ich drin verharre! 2. Lehr du und unterweise mich, Daß ich den Vater kenne, Daß ich, o Jesu Christe, dich Den Sohn des Höchsten nenne, Daß ich zugleich den heil'gen Geist, Der uns den Weg zum Himmel weist, Von ganzem Herzen ehre! 3. Laß mich vom großen Gna— denheil Die recht' Erkenntniß finden, Wie der nur an dir habe theil, Dem du vergibst die Sünden; Daß ich es such, wie sich's gebührt; Du bist der Weg, der mich recht führt, Die Wahr— heit und das Leben. 4. Gib, daß ich traue deinem Wort, Es wohl zu Herzen fasse, Daß sich mein Glaube immer— fort Auf dein Verdienst verlasse, Daß mein lebend'ger Glaube mir Gerechtigkeit verleih vor dir, Wenn ich in Sünden zage. 5. Laß meinen Glauben trösten ich sterben. Ich glaube, darum ist mir wohl; Ich weiß mein sündliches Verderben, Doch den auch, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, mein Herze lacht, Weil mich die Gnade selig macht. Scheidt, geb. 1709 4 1761. ( Kor. 1, 8. 9. Phil. 1, 6.) 1 Des Bluts, das du ver— gossen; Und halt in deiner Gna— de mich Beständig eingeschlos— sen; Gib, daß im Glauben ich die Welt, Und was die Welt am höchsten hält, Allzeit für Schaden achte! 6. Ist auch mein Glaub ein Senfkorn klein, So daß ich ihn kaum merke, Wollst du doch in mir mächtig sein, Daß deine Gnad mich stärke, Die das zer— stoßne Rohr nicht bricht Und auch das Docht, das glimmet, nicht Auslöschet in den Schwa— chen. 7. Hilf, daß ich stets sorgfäl— tig sei, Den Glauben zu behal— ten, Ein gut Gewissen auch da— bei, Und daß ich so mög wal— ten, Daß ich sei lauter jederzeit, Ohn' Anstoß, mit Gerechtigkeit Erfüllt und ihren Früchten! 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, Laß ihn sich im— mer stärken, Daß er sei frucht⸗ bar für und für Und reich an guten Werken, Daß er sei thä— tig durch die Lieb, Mit Freu— den und Geduld sich übꝰ, Dem Nächsten treu zu dienen. 9. Insonderheit gib mir die Kraft Ende gu d mein Des Tod, 10. 31 ande Gla von keine Als bloß Sch 2 lom ser; auf ihm Klei auß 0. fun und stet imn Aut isbe darum mein ch den Mein e lacht, macht. + 1. u ver⸗ r Gna⸗ eschlos⸗ ben ich Velt eit für ub ein ich ihn doch in deine IE zer⸗ Und immet, chwa⸗ rgfäl⸗ behal⸗ uch da⸗ 0 wal⸗ derzeit, htigkeit en! lauben sich im⸗ fugt⸗ eich an sei th⸗ Freu⸗ Dem nir die Kraft, Daß vollends bei dem Ende Ich übe gute Ritterschaft, B. Glaube und Rechtfertigung. 235 Christ, Das Fünklein in mir Schwachen; Drum, was von Zu dir allein mich wende In Glauben in mir ist, Das wollst meiner letzten Stund und Noth, du stärker machen; Was du be⸗ Des Glaͤubens End durch deinen gonnen hast, vollführ Bis an Tod, Die Seligkeit erlange. das Ende, daß bei dir Auf 10. Du hast entzündet, Jesu Glauben folge Schauen. Denike, geb. 1603 + 1680. Mel. Wer nur den lieben Gott.(Apostelgesch. 4, 12.) 318. Ich weiß von keinem andern Grunde, Als den der Glaub in Christo hat; Ich weiß von keinem andern Bunde, Von keinem andern Weg und Rath, Als daß man elend, arm und bloß Sich legt in seines Vaters Schoß. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen Und eil ihm immer bes—⸗ ser zu; Ich bin auch von ihm aufgenommen Und finde bei ihm wahre Ruh; Er ist mein Kleinod und mein Theil, Und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Ich bleib in Christo nun er— funden Und bin in ihm gerecht und rein; Bleib ich mit ihm nur stets verbunden, So kann ich immer sicher sein; Gott sieht auch mich in Christo an,—Wer ist's, der mich verdammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; Doch schaden kann sie mir nicht mehr, Weil ich in Christo mich befinde; Wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein, Sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Ver⸗ derben In Glauben und in Christi Kraft; Der alte Mensch muß täglich sterben, Der noch nicht todt am Kreuze haft't; Dies aber macht mich rein und klein Und lehrt zu Jesu ernst— lich schrei'n. 6. Und da ich so in Christo bleibe, Stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, Das Wort des Friedens fröhlich treibe Und unabläßig zu ihm fleh: So bleib ich stets im Grunde stehn; Da kann mein Wachsthum vor sich gehn. 7. Ich bleib im tiefsten De⸗ muthsgrunde Und will von Christo nimmer gehn; Ich bleib im allgemeinen Bunde, In all⸗ gemeiner Liebe stehn, Und hang an Christo ganz allein; Dies soll mein Grund auf ewig sein. 8. O Jesu, laß mich in dir bleiben, O Jesu, bleibe du in mir; Laß deinen guten Geist mich treiben, Daß ich im Glau⸗ ben folge dir; Laß mich stets fromm und wachsam sein, So reißet nichts den Grund miy ein! Bogatzkty, geb. 1690 4 1774. XVI. Heilsordnung. Mel. Die Tugend wird.(Jes. 55, 6 ꝛc. Gal. 4, 4. 5.) 319. JIch suche dich, Herr, laß dich finden, Laut seufzt mein dürstend Herz nach dir! Verbirg beim Schreien meiner Sünden Dein gnädig Antlitz nicht vor mir! Was willst du mit dem Staube rechten? Du kennst mein sündiges Geschlecht. Ach, unter allen deinen Knechten Ist keiner, Herr, vor dir gerecht! 2. Ich will vor deinem Fluch nicht beben, Denn, mich mit Gnade zu erfreun, Starb Je⸗ sus; durch ihn werd ich leben, Er überwand, sein Sieg ist mein. Umsonst drohn nun des Abgrunds Flammen, Ich erbe meines Va⸗ Sünden rein und frei von Lei⸗ den, Mehr Glück genießen als ich weiß; Dies sind, o Gott, des Himmels Freuden, Dies ist der Tugend hoher Preis. 4. Gib mir den Glauben dei⸗ ner Streiter, Der durch die Liebe thätig sei; Mach, Jesu, mich in Hoffnung heiter, De⸗ müthig, keusch, versöhnlich, treu, Mitleidig, weich bei fremden Schmerzen, Heiß im Gebet, still gegen Spott, Zum Sterben reif, voll Ruh im Herzen, Arm vor der Welt und reich in Gott! 5. Und wird der ernste Tag erscheinen, Der Tag des Todes ters Gut, Ich bin sein Kind. und der Ruh, So führ, wenn Wer will verdammen? Für mich meine Freunde weinen, Mich floß seines Sohnes Blut. jenes Lebens Wonne zu! Dann 3. Ich soll, des Todes Macht sei mein Ende wie dein Ende! entnommen, Den großen Le-Dir, den der Engel Loblied bensfürsten sehn Und einst mit preist, Befehl ich in die treuen allen seinen Frommen Durch Hände Mit Freuden den erlös⸗ alle Himmel ihn erhöhn, Von ten Geist! Hering, 4 1776. Eigene Mel.(Ebr. 3, 16. 17.) 320. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, Ich bitt, erhör mein Klagen! Verleih mir Gnad zu dieser Frist, Laß mich doch nicht verzagen; Den rechten Glauben, Herr, ich mein'; Und daß ich mö⸗ ge streben, Dir zu leben, Dem Nächsten nutz zu sein, Das wol⸗ lest du mir geben! 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, Du kannst es mir wohl geben: Daß ich nicht wieder 12Z—5 zu Spott; Die Hoffnung gib daneben; Voraus, wann ich muß hie davon, Daß ich dir mög vertrauen Und nicht bauen Auf eignes Werk und Thun, Sonst werd ich dich nicht schauen! 3. Verleih, daß ich aus Herzens⸗ grund Den Feinden mög verge— ben; Verzeih mir auch zu dieser Stund; Schaff in mir neues Le⸗ ben; Dein Wort mein' Speis' laß allweg sein, Damit mein Sell ren, her, lehre . Fure abw End in 5 gibst mag erwe 3² gebe Lebe Sie dem Got ffnung ann ich ir mög en Auf Sonst I erzens⸗ verge⸗ dieser ues Le⸗ Speis mein B. Glaube und Rechtfertigung. 237 Seel zu nähren, Mich zu weh⸗-Gnad, Die uns erlöst vom ren, Wann Unglück geht da-Sterben. ber, Das mich bald möcht ver⸗ 5. Ich lieg im Streit und wi— kehren! derstreb; Hilf, o Herr Christ, 4. Laß mich nicht Lust noch dem Schwachen! Von deiner Furcht von dir In dieser Welt Gnad allein ich leb, Du kannst abwenden; Beständig sein ans mich stärker machen. Kommt End gib mir, Du hasts allein nun Anfechtung und Gefahr, in Händen; Und wem du's Wollst du mich nicht verlassen, gibst, der hats umsonst, Es Fest mich fassen! Behüt mich mag niemand ererben Noch immerdar; Ich weiß, du wirsts erwerben Durch Werke deine nicht lassen! Vielleicht von Speratus, geb. 1484 + 1554. Mel. Nun ruhen alle Wälder.(1 Joh. 2, 12. Ps. 76, 8. 130.) 321. Die Sünden sind ver⸗4. Hier ist die Zeit der Gna— geben! Das ist ein Wort zum den, Der Angst sich zu entladen, Leben Für den gequälten Geist; Auf Gottes Wort zu ruhn, Die Sie sinds in Jesu Namen, In Seele zu erretten, Zu glauben dem ist Ja und Amen, Was und zu beten, Und das in Jesu Gott uns Sündern je verheißt. Namen thun. 2. Das ist auch mir geschrie 5. Gott, gib, daß meiner ben, Auch ich bin von den Lie-Seele Der Trost doch niemals ben, Weil Gott die Welt geliebt; fehle, Daß du die Schuld ver— Auch ich kann für die Sünden gibst; Wenn ich mich betend Bei Gott noch Gnade finden; beuge, So sei dein Geist mein Ich glaube, daß er mir vergibt. Zeuge, Daß du dein Kind in 3. Mein Hauptgesuch auf Er-Christo liebst. den Soll die Vergebung wer⸗ 6. Wenn ich von hinnen schei— den; So wird mein Tod nicht de, So mach mir das zur Freude, schwer. O in den Sünden ster⸗Daß ich begnadigt bin! Im ben Ist ewiges Verderben; Glauben der Vergebung, In Denn wer will dann bestehen, Hoffnung der Belebung Geh ich wer?ꝰ Offenb. Joh. 6, 1. alsdann im Frieden hin. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. Mel. Mein Jesus lebt.(1 Joh. 5, 2 ꝛc. Pf. 89, 3. 4 Mos. 23, 19.) 322. Ich glaube, Herr—[Vom hohen Himmel kommen ist. hilf meinem Glauben!— Daß O mach in diesem Glauben stark du der große Jesus bist, Der, uns⸗Mein Herz und all mein Lebens⸗ rem Feind den Raub zu rauben, mark! 238 XVI. Heilsordnung. 2. Der Glaube machet arme Sünder In Freuden groß, in Demuth klein; Sie sollen Gottes liebe Kinder, Geschwister seines Sohnes sein. Herr, schenke sol— chen Glauben mir! Um solches Glück ruf ich zu dir. 3. Der Glaub ist thätig durch die Liebe: Wer glaubt, der lie— bet auch gewiß. Die Liebe gibt ihm Lichtestriebe, Er lebt nicht mehr in Finsterniß, Er hat und liebt des Geistes Zucht. Herr, hilf zur Wurzel und zur Frucht! 4. Der Glaube flieht das Welt⸗ getümmel, Das eitle Wesen die— ser Welt, Indem er sich zum ew'gen Himmel, Als wenn er ihn schon sähe, hält; Er ziehet an den neuen Sinn. Herr, die⸗ ser Sinn sei mein Gewinn! 5. Der Glaube stärkt in Noth 6 2 und Schmerzen Und zeuget ei⸗ nen Heldenmuth; Durch ihn wohnt Christus in dem Herzen; Man fühlt die Kraft von seinem Blut Und spricht: das Him⸗ melreich ist mein. Herr, laß mich immer glaͤubig sein! 6. Der Glaube machet Lust zum Sterben, Versüßt des Todes Angst und Pein; Er machet uns zu Christi Erben Und führet uns zum Frieden ein, Die Seele kommt in ihre Ruh. Herr Jesu, hilf mir auch dazu! 7. Der Glaͤube hat ein edles Ende, Das ist der Seelen Se⸗ ligkeit. Man drückt den Freun⸗ den noch die Hände Und spricht: „Nun, seid auch ihr bereit; Ich gehe vor, folgt munter nach!“ Herr, gib mir diese Glaubens— sprach! 8. Der Glaub ist noth; es ist unmöglich, Daß man sonst Gott gefallen kann. Doch ist sein Va⸗ terherz beweglich, Er gibt, klopft man nur herzlich an, Den Glauben gern in reichem Maß. Herr, gib, ich bitt ohn' Unterlaß! 9. Ich glaube; Herr, hilf mir zum Glauben! O mach ihn von der besten Art, Daß mir kein Feind ihn könne rauben, Und daß ich bleibe drin bewahrt, Bis ich nach meiner Glaubens— zeit Dich schauen darf in Ewig— keit! d'Annoni, geb. 1697 + 1770. Mel. Nun sich der Tag.(Ps. 89, 3. 4 Mos. 23, 19.) 323. Die Gnade wird doch ewig sein, Die Wahrheit doch gewiß, Bräch auch des Himmels Feste ein Und sänk in Fin⸗ sterniß. 2. Gott ist kein Mensch, den etwas reut, Und sein Wort bricht er nie; Die Gnade währt nicht kurze Zeit, Nein, ewig währet sie. So bleibt er fest dabei; Und wenn uns Furcht und Zweifel plagt, So bleibt er doch getreu. 4. So glaubt es denn mein Herz getrost Auf diese Gnade 3. Hat er uns Gnade zugesagt, hin, verste 5. Grur heil. Kreu Seel 6. be d fönn sich 0 32² glav best Sto vert blei fäll Todes et uns führet »Seele Fsu, edles en Se⸗ Freun⸗ richt: t; IH nach!“ ubens⸗ es ist st Gott in Va⸗ gibt, n, Den Maß. terlaß! ilf mir on von ir kein „Und wahrt, ubens⸗ Cwig⸗ 71 177⁰. ö ewig gesagt, Und efel weife getreu. mein Gnade B. Glaube und Vechtfertigung. 239 hin, Daß Gott mich ewig nicht mich In mir recht arm und klein, verstoßt, Weil ich in Jesu bin. Denn nur in dir allein kann ich 5. In Jesu liegt der Gnade Erst groß und herrlich sein. Grund, Da nimmt der Glaube 8. Herr, lasse nichts von mir theil; Mein Heiland, an dem geschehn, Die Gnade sei denn Kreuz verwund't, Macht meine mit; Laß deine Gnade mit mir Seele heil. 6. O Gnade, daß mein Glau—⸗ gehn Bis zu dem letzten Schritt. 9. Kommt dann dein großer be dich Recht herzhaft fassen Tag herbei, So laß im Aufer— könnt So lang, bis meine Seele stehn, Daß deine Gnade ewig sich Von meinem Leibe trennt. sei, Mich auch im Himmel sehn! 7. Herr, deine Gnade mache Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. Mel. Valet will ich.(2 Tim. 1, 12.) 324. Ich weiß, an wen ich glaube, Ich weiß, was fest besteht, Wenn alles hier im Staube Wie Rauch und Staub verweht; Ich weiß, was ewig bleibet, Wo alles wankt und fällt, Wo Wahn die Weisen treibet Und Trug die Klugen hält. 2. Das ist das Licht der Höhe, Das ist mein Jesus Christ, Der Fels, auf dem ich stehe, Der diamanten ist, Der nimmer⸗ mehr kann wanken, Der Hei⸗ land und der Hort, Die Leuchte der Gedanken, Die leuchtet hier und dort: Mel. Auf, Christenmensch. 325. Wer Gottes Wort nicht hält und spricht:„Ich kenne Gott,“ der trüget; In solchem ist die Wahrheit nicht, Die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, Der ist von Gott, nicht von der Welt. 3. Er, den man blutbedecket Am Abend einst begrub, Er, der von Gott erwecket, Sich aus dem Staub erhub; Der meine Schuld versöhnet, Der seinen Geist mir schenkt, Der mich mit Gnade krönet Und ewig mein gedenkt. 4. Drum weiß ich, was ich glaube, Ich weiß, was fest be⸗ steht Und in dem Erdenstaube Nicht mit zu Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen Des Todes ungeraubt; Es schmückt auf Himmelsauen Mit Kronen einst mein Haupt! Arndt, geb. 1769 4 1860. (1 Joh. 2, 4—6. 4, 16.) 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, Muß auch die Liebe zeu⸗ gen; Je höher dein Erkenntniß steigt, Je mehr wird diese stei— gen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, Er stärkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Jesum rein von Misse⸗ 2⁴⁰ XVI. that, Sind wir nun Gottes Kinder; Wer solche Hoffnung zu ihm hat, Der flieht den Rath der Sünder, Folgt Christi Bei⸗ spiel als ein Christ Und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott ange— nehm, Wenn ich Gehorsam übe; Wer die Gebote hält, in dem Ist wahrlich Gottes Liebe. Ein Heilsordnung. täglich thätig Christenthum, Das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, Wer in der Liebe blei— bet. Die Lieb ists, die die Che— rubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb, an seinem Heil Hat ohne Liebe niemand theil. Gellert, geb. 1715 + 1769. Mel. O Gott, du frommer.(2 Kor. 13, 5.) 326. Versuchet euch doch selbst, Ob ihr im Glauben stehet, Ob Christus in euch ist, Ob ihr ihm auch nachgehet, In Demuth und Geduld, In Sanftmuth, Freundlichkeit, In Lieb dem Nächsten stets Zu dienen seid bereit. 2. Der Glaube ist ein Licht, Im Herzen tief verborgen, Bricht als ein Glanz hervor, Scheint als der helle Morgen, Erweiset seine Kraft, Macht Christo gleich— gesinnt, Erneuert Herz und Muth, Macht dich zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, Und wills in Einfalt auch Dem Näch— sten wiedergeben. Dieweil er überreich In Christo worden ist, Preist er die Gnade hoch, Be— kennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, Was Gott im Wort zusaget; Drum muß der Zweifel fort, Die Schwermuth wird verjaget. Sieh, wie der Glaube bringt Die Hoffnung an den Tag, Hält Sturm und Wetter aus, Besteht in Ungemach! 5. Wir waren Gottes Feind': Er gibt vom Himmelsthrone Sein eingebornes Kind, Er liebt uns in dem Sohne, Setzt Liebe gegen Haß. Wer gläubig dies erkannt, Entbrennt in Liebe bald, Die allen Haß verbannt. 6. Wie uns nun Gott gethan, Thun wir dem Nächsten eben: Droht er uns mit dem Tod, Wir zeigen ihm das Leben; Flucht er, so segnen wir. In Schande, Spott und Hohn Ist unser bester Trost Des Himmels Ehrenkron. Matth. 5, 44 ꝛc. 7. Setzt Gott uns auf die Prob, Ein schweres Kreuz zu tragen,— Der Glaube bringt Geduld, Er— leichtert alle Plagen; Statt Mur— ren, Ungeduld Wird das Gebet erweckt, Weil aller Angst und Noth Von Gott ein Ziel gesteckt. 8. Man lernet nur dadurch Sein Elend recht verstehen, Wie auch des Höchsten Güt', Hält an Flieh sch und 10. Obe n, Das ht und ud Gott be blei⸗ ie Che⸗ treibet. em Heil theil. 15 + 1769. 9, Hält Besteht Feind': öthrone Er liebt ht Liebe ig dies Liebe rhannt. gethan, Neben: m Tod, Leben; vir. In ohn If zimmels b. 5, 41 ie Prob, agen,— uld, Er⸗ Itt Mur⸗ 5 Gebet g und gestedl dadurch en, Wie Hilt an B. Glaube und mit Bitten, Flehen, Verzaget an sich selbst, Erkennet sich als nichts, Sucht bloß in Christo Kraft, Der Quelle alles Lichts; 9. Hält sich an sein Verdienst, Erlanget Geist und Stärke, In solcher Zuversicht Zu üben gute Werke, Steht ab vom Eigensinn, Flieht die Vermessenheit, Hält sich in Gottesfurcht In Glück und schwerer Zeit. 10. So prüfe dich denn wohl, Ob Christus in dir lebet; Denn Bechtfertigung. 241 Christi Leben ists, Wornach der Glaube strebet. Er machet erst gerecht, Dann heilig, wirket Lust Zu allem guten Werk. Sieh, ob du auch so thust! 11. OHerr, so mehre doch In mir den wahren Glauben, So kann mir keine Macht Die guten Werke rauben! Wo Licht ist, geht der Schein Freiwillig da— von aus. Du bist mein Gott und Herr, Bewahr mich und mein Haus! Vielleicht von Breishaupt, geb. 1658 4+ 1732. Mel. Schwing dich auf.(2 Kor. 5, 15. Gal. 6, 14. 1 Joh. 2, 15.) 327. Soltt ich jetzt noch, da mir schon Deine Güt' erschienen, Dich verlassen, Gottes Sohn, Und der Sünde dienen? Mit den Lüsten dieser Zeit Wie— der mich beflecken, Und nicht mehr die Süßigkeit Deiner Lie⸗ be schmecken? Tit. 2, 11 ꝛc. 2. Hab ich doch allein bei dir Meine Ruh gefunden! Mittler, heiltest du doch mir Alle meine Wunden! Und ich sollte dein Gebot Wie die Sünder hassen? Und mein Recht an deinen Tod Wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib ein Christ, Halt auf deine Lehren, Lasse mir nicht Macht noch List Meinen Glauben wehren. Fie— len tausend ab,— nicht ich! Mags die Welt verdrießen, Sie wird mein Vertraun auf dich Mir doch gönnen müssen. 4. Zeigt sie mir ein Heil wie du? Bringt sie Kraft den Mü⸗ Gesangbuch für die evangelische Kirche. den, Den Bedrängten Trost und Ruh, Sündern Gottes Frieden? Gibt sie mir die Zuversicht, Daß ich trotz dem Grabe Dei— ner Ewigkeiten Licht Zu erwar— ten habe? 5. Rettet sie mich, wann vor Gott Einst die Völker stehen Und das Leben und den Tod Ihm zur Seite sehen? Wann der Sichre, nun zu spät, Aus dem Schlaf erwachet, Und der Spöt⸗ ter, der hier schmäht, Glaubt und nicht mehr lachet? 6. O wie thöricht, wenn ich mich Noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße, Da ich weiß, auf wessen Wort Ich die Hoffnung gründe, Daß auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde! 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht noch Freu— den, Mein Erlöser und mein Gott, Soll von dir mich schei— 16 XVI. Heilsordnung. den; Welt und Sünd und Eitel⸗ Alles überwind ich weit, Herr, keit Und des Fleisches Triebe, durch deine Liebe! Münter, geb. 1735 4+ 1798. C. Göttlicher Friede. Eigene Mel.(Matth. 11, 27—30. Joh. 16, 33.) 328. Ruhe ist das beste Gut, Das man haben kann; Stille und ein guter Muth Steiget himmelan. Die suche du! Hier und dort ist keine Ruh Als bei Gott; ihm eile zu! Gott ist die Ruh. 2. Ruhe suchet jedes Ding, Allermeist ein Christ. Du, mein Herz, nach Ruhe ring, Wo du immer bist! O suche Ruh! In dir selber wohnt sie nicht; Such in Gott, was dir gebricht! Gott ist die Ruh. 3. Ruhe gibt dir nicht die Welt, Ihre Freud und Pracht; Ruhe gibt nicht Gut und Geld, Lust, Ehr, Gunst und Macht; Keins reichet zu. Wenn du recht bekümmert bist, Suchst du das, was droben ist. Gott ist die Ruh. 4. Ruhe geben kann allein Jesus, Gottes Sohn, Der uns alle ladet ein Vor des Himmels Thron Zur wahren Ruh. Wer den Ruf vernommen hat, Dringe ein zur Gottesstadt. Gott ist die Ruh. 5. Ruhe beut er allen an, Die beladen sind. Arm' und Reiche, kommt heran, Mann und Weib und Kind, Ihr findet Ruh! Traget ihr des Leides viel, Gott setzt allem Leid ein Ziel. Gott ist die Ruh. 6. Ruhe kommt aus Glauben her, Der nur Jesum hält; Je— sus machet leicht, was schwer, Richtet auf, was fällt; Sein Geist bringt Ruh. Gib im Glauben Herz und Sinn Sei⸗ nem Geist zu eigen hin! Gott ist die Ruh. 7. Ruhe findet sich zumeist, Wo Gehorsam blüht; Ein in Gott gesetzter Geist Macht ein still Gemüth Und Seelenruh. Darum selig, wer sich gibt, Daß er Gottes Willen übt! Gott ist die Ruh. 8. Ruhe wächset aus Geduld Und Zufriedenheit, Die in Got— tes Zorn und Huld Und in Lieb und Leid Sich gibt zur Ruh. Je zufriedener du bist, Desto näher Gott dir ist. Gott ist die Ruh. 9. Ruhe hat, wer williglich Christi sanftes Joch Hingebü cket nimmt auf sich; Ist es lieb⸗ lich doch Und schaffet Ruh. Fol— ge deinem Heiland gern, Dann ist nie dein Friede fern! Gott ist die Ruh. 10. Ruhe nirgends lieber Heib Wae Und Ruh llein Hert, 1 ꝛs. Gott Gott auben ) J⸗ chwer, Sein ib im Sei⸗ Gott uUmeist, Ein in ct ein enruh. gibt, Gott Heduld n Got⸗ ind in ibt zur bis, Gott lliglich ngebü⸗ lieb⸗ . Fol⸗ Dann Gott liebet bleibt, Als wo Demuth blüht; Was zur Niedrigkeit fein treibt Und hinunterzieht, Gibt wahre Ruh. Darum bleibe arm und klein, So wird Gott dir nahe sein! Gott ist die Ruh. 11. Ruh entspringet aus dem Quell, Wo die Liebe fleußt. Ist das Herz nur klar und hell, Sanft und still der Geist, Da C. Göttlicher Friede. strömt die Ruh. Liebe, wenn 2⁴43 du Ruh begehrst, Bis du selig⸗ lich erfährst: Gott ist die Ruh. 12. Ach du Gott der wahren Ruh, Gib auch Ruhe mir! Was ich denke, red und thu, Streb nach Ruh in dir. Gib Ruh dem Geist! Schließt sich dann mein Auge zu, So führ Leib und Seel zur Ruh, Dem Himmel zu! Nach Schade. Eigene Mel.(2 Kor. 12, 9. Kol. 1, 10—14.) 329. Mein Glaub ist mei⸗ nes Lebens Ruh Und führt mich deinem Himmel zu, O du, an den ich glaube! Ach gib mir, Herr, Beständigkeit, Daß diesen Trost der Sterblichkeit Nichts meiner Seele raube! Tief präg es meinem Herzen ein, Welch Glück es ist, ein Christ zu sein! 2. Du hast dem sterblichen Ge⸗ schlecht Zu deiner Ewigkeit ein Recht Durch deinen Tod erwor— ben; Nun bin ich nicht mehr Asch und Staub, Nicht mehr des Todes ew'ger Raub, Du bist für mich gestorben; Mir, der ich dein Erlöster bin, Ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Christ; Mein Herz ist ruhig und vergißt Die Schmerzen die— ses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, Und bin des hohen Trostes voll: Ich leide nicht ver⸗ gebens. Gott selber mißt mein Los mir zu: Hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Ruh. 4. Was seid ihr Leiden die— ser Zeit Mir, der ich jener Herrlichkeit Mit Ruh entgegen⸗ schaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich Belohnet und er⸗ quickt er mich, Weil ich ihm hier vertraue. Bald, bald ver— schwindet aller Schmerz, Und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. Röm. 8, 18. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch Nicht mehr der Sünde schändlich Joch In mei— nem Lauf auf Erden. Ich übe kindlich meine Pflicht; Doch fühl ich es, ich bin noch nicht, Was ich dereinst soll werden. Mein Trost ist dies: Gott hat Ge— duld Und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, Du hast mich, Mitt⸗ ler, aus der Angst, In der ich lag, gerissen. Dir, dir verdank ich meine Ruh, Du heilest mei⸗ ne Wunden zu Und stillest mein Gewissen; Und fall ich noch in 244 XVI. Heilsardnung. meinem Lauf, So richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott, ich bin ein Christ, Und seine Gnad und Wahrheit ist An mir auch nicht vergebens. Sein Wort hilft mir Eigene Mel.(Joh. 14, 27. Phil. 4, 7. 330. Friede, ach Friede, ach göttlicher Friede Vom Va— ter durch Christum im heiligen Geist, Welcher der Frommen Herz, Sinn und Gemüthe In Christo zum ewigen Leben auf⸗ schleußt, Den sollen die gläu⸗ bigen Seelen erlangen, Die al— les verleugnen und Christo an— hangen. 2. Richte deßwegen, friedlie⸗ bende Seele, Dein Herze im Glauben zu Jesu hinan! Was da ist droben bei Christo, er— wähle, Verleugne dich selbst und den irdischen Wahn! Nimm auf dich das sanfte Joch Christi hie— nieden, So findest du Ruhe und göttlichen Frieden! Matth. 1, as ꝛc. 3. Nahm doch der Mittler des Friedens viel Schmerzen, Die Sünder mit Gott zu versöhnen, auf sich. Nimm dies, o Seele, recht fleißig zu Herzen, Und siehe, was thut nicht dein Jesus für dich! Am Kreuze dort bringt er dir Frieden zuwege Und hilft dir, daß Jammer und Un⸗ ruh sich lege. 4. Nun dafür bist du ihm ewig verbunden, Du sollst dafür gänz⸗ lich sein Eigenthum sein; Er zur Heiligung; Die Gnade wirkt Erneuerung Des Herzens und des Lebens. Gott, präg es meinem Herzen ein, Welch Glück es ist, ein Christ zu sein! Münter, geb. 1735 4+ 1793. 8. Jak. 1, 21 ꝛc. Matth. 16, 24 ꝛc.) hat die ew'ge Erlösung erfunden Und schließt in den Bund seines Friedens dich ein. Drum siehe, daß du dich ihm gänzlich ergebest Und nun in der Liebe von Her⸗ zen ihm lebest! 5. Wen er berufet zum Frie— densgenossen, Von solchem be— gehrt er auch liebende Treu; Drum sollst du treulich und tapfer ausstoßen, Was Jesus dir zei⸗ get, daß wider ihn sei. Welt, Satan und Sünde, die mußt du bestreiten, Was Jesu zuwider ist, fliehen und meiden. 6. Weislich und fleißig mußt du dich entschlagen Der Bösen Gesellschaft und sündigen Rott, Welche den weltlichen Lüsten nachjagen, Nicht fürchten noch lieben den heiligen Gott. Denn die sich zu solchen Gottlosen ge— sellen, Die fahren mit ihnen hinunter zur Höllen. Pf. 1re. 7. Liebe und übe, was Jesus dich lehret Und was er dich heißet, dasselbige thu! Hasse und lasse, was sein Wort verwehret, So findest du Frieden und ewige Ruh! Ja selig, die also sich Jesu ergeben Und gläubig und heilig nach seinem Wort leben! unden seines siehe, cgebest Her⸗ Frie⸗ m be⸗ Treu; tapfer ir zei⸗ Welt, ußt du üwider ; mußt Bösen Rott, Lüsten en noch Denn sen ge⸗ ihnen Nf. L.1. IJsus er dich asse und wehret, dewige lso sch lig und leben C. Göttlich 8. Jesu, du Herzog der Frie— densheerscharen, O König des Friedens, ach zeuch uns nach dir, Daß wir den Friedensbund treu⸗ lich bewahren, Im Wege des er Yriede. 245 Friedens dir folgen allhier! Ach laß uns doch deinen Geist kräftig regieren Und dir nach im Frie⸗ den zum Vater hinführen! Crasselius, geb. 1667 + 1724. Eigene Mel.(Röm. 8, 34—39.) 331. Jesu, meine Freude, Meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier! Ach wie lang, ach lange Ist dem Herzen bange Und verlangt nach dir! Du bist mein, Und ich bin dein; Außer dir soll mir auf Erden Nichts sonst lieber werden. 2. Unter deinem Schirmen Bin ich vor den Stürmen Aller Feinde frei. Laß von Ungewit⸗ tern Rings die Welt erzittern, Jesus steht mir bei. Wenn die Welt In Trümmer fällt, Wenn mich Sünd und Hölle schrecken, Jesus wird mich decken. 3. Trotz des Feindes Lauern, Trotz des Todes Schauern, Trotz der Furcht dazu! Zürne, Welt, und tobe, Ich steh hier und lobe Gott in sichrer Ruh. Seine Macht Hält mich in acht; Erd und Abgrund müssen schwei⸗ gen Und vor ihm sich neigen. 4. Weg mit allen Schätzen! Du bist mein Ergetzen, Jesu, meine Lust. Weg ihr eitlen Ehren, Die das Herz verkehren, Mel. Mein Jefus lebt.(Eph. 2, 4. 332. Ich habe nun den Grund gefunden, Der meinen Anker ewig hält. Wo anders, Bleibt mir unbewußt! Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod Soll mich, ob ich viel muß lei⸗ den, Nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, Das die Welt erlesen, Mir gefällst du nicht! Gute Nacht, ihr Sün⸗ den, Bleibet weit dahinten, Kommt nicht mehr ans Licht! Gute Nacht, Du Stolz und Pracht; Dir sei ganz, du gott⸗ los Leben, Gute Nacht gegeben! 6. Weicht, ihr Trauergeister, Denn mein Freudenmeister, Je— sus, tritt herein! Denen, die Gott lieben, Muß auch ihr Be⸗ trüben Lauter Segen sein. Duld ich schon Hier Spott und Hohn, Dennoch bleibst du auch im Lei⸗ de, Jesu, meine Freude. 7. Jesu, ich befehle Dir jetzt Leib und Seele; Jesu, bleib in mir! Dir ich mich ergebe, Ich sterb oder lebe, Jesu, meine Zier. Jesu, du Mein Trost und Ruh, Meine Seel am letzten Ende Nimm in deine Hände! Joh. Franck, geb. 1618 4 1677. V. 7 späterer usatz. 1 Tim. 1, 15 ꝛc. Ebr. 6, 17 ꝛc.) er vor der Zeit der Welt, Der Grund, der unbeweglich steht, Wenn Erd und Himmel unter⸗ als in Jesu Wunden? Da lag geht. 246 XVI. Heilsordnung. 2. Es ist das ewige Erbarmen, Das alles Denken übersteigt, Deß, der mit offnen Liebesarmen Sich nieder zu den Sündern neigt, Dem stets das Herz vor Mitleid bricht, Wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll ge⸗ holfen sein; Deßwegen kam der Sohn zur Erden Und nahm hernach den Himmel ein; Deß— wegen klopft er für und für So stark an unsers Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden Durch Christi Tod ver— schlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden; Hier findet kein Verdammen statt, Weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barm— herzigkeit! 5. An diesen Ruf will ich ge⸗ denken, Will ihm getrost und gläubig traun, Und wenn mich meine Sünden kränken, Nur gleich nach Gottes Herzen schaunz Da findet sich zu aller Zeit Un— endliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre weggeris— sen, Was Leib und Seel er⸗ quicken kann, Darf ich von kei⸗ Röm. 8, 34. nem Freunde wissen Und scheine völlig ausgethan, Ist die Erret⸗ tung noch so weit,— Mir blei⸗ bet die Barmherzigkeit! 7. Beginnt der Erde Last zu drücken, Und häuft sich Kummer und Verdruß, Daß ich mich noch in vielen Stücken Mit eitlen Dingen mühen muß, Darüber sich mein Geist zerstreut, So hoff ich auf Barmherzigkeit. 8. Muß ich in meinen besten Werken, Womit ich hier beschäf— tigt bin, Viel Schwachheit und Befleckung merken, So fällt zwar alles Rühmen hin; Doch ist mir noch ein Trost bereit: Ich hoffe auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe mir nach dessen Willen, Bei dem so viel Erbar⸗ men ist; Er wolle selbst mein Herz mir stillen, Damit es das nur nicht vergißt. So stehet es in Lieb und Leid In, durch und auf Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, Solange mich die Erde trägt; Das will ich den— ken, thun und treiben, Solange sich ein Glied bewegt. So sing ich ewig hoch erfreut: O Ab— grund der Barmherzigkeit! Joh. Andr. Rothe, geb. 1688 + 1758. Eigene Mel.(Matth. 16, 24—26.) 333. Nicht eine Welt, die in ihr Nichts vergeht, Nicht ei— nen Schatz, der nicht kann ewig gelten, Nicht eitlen Ruhm hat sich mein Herz erfleht: Ich bin einChrist, ich suche bess'reWelten. des Herrn zu sein, Vor welchem sich der Erde Fürsten neigen; Er ist mein Friedefürst, mein Herr allein: Ich bin ein Christ, vor ihm will ich mich beugen. 2. Ich bin erkauft, ein Knecht .8 sich de der E loakt v nicht Oprif 4. 3 eures mein geze, Mer mich 5• nes Pein I; cheine Erret⸗ blei⸗ ast zu immer h noch eitlen arüber „So it. besten eschäf⸗ it und fällt Doch bereit: gleit. dessen Erbar⸗ mein es das het es ch und e will ich die ch den⸗ olange 0 sing A⸗ itl 8 7 55. Knecht pelchem neigen; ö‚ mein Christ, ugen. C. Göttlich 3. Stolz um mich her erhebet sich der Thor, Ich soll mit ihm der Götzen Lust genießen; Er lockt und droht, ich schenk ihm nicht mein Ohr: Ich bin ein Christ, ich sitz zu Jesu Füßen. 4. Ihr rührt mich nicht, wenn eure Hand mir winkt, Daß sich mein Herz an dieser Welt er— getze, Die ihr den Tod in eure Adern trinkt: Ich bin ein Christ, mich reizen ew'ge Schätze. 5. Zwar thränenvoll ist mei⸗ nes Laufes Bahn Und reich an Pein und arm an Erdenfreuden; Ich seh auf ihn, mein Mittler er Friede. 247 geht voran: Ich bin ein Christ, ich will mit Christo leiden. 6. Und kommt er dann nach lang gekämpftem Streit, Der Todestag, mich zu dem Herrn zu bringen, So sterb ich auch mit Muth und Heiterkeit: Ich bin ein Christ, ich kann den Tod bezwingen. 7. Und wann der Tag, der große Tag erwacht, Wann um mich her viel Auferstand'ne beben, So tret ich froh aus meines Grabes Nacht: Ich bin ein Christ, ich werde ewig leben! Sturm, geb. 1740 4+ 1786. 3 Mel. Mein Salomo.(Joh. 14, 27. 2 Kor. 3, 18.) 334. Mein Friedefürst, dein freundliches Regieren Stillt al⸗ les Weh, das meinen Geist be— schwert. Wenn sich zu dir die blöde Seele kehrt, So läßt sich bald dein Friedensgeist verspü⸗ ren; Dein Gnadenblick zer⸗ schmelzet meinen Sinn Und nimmt die Furcht und Unruh von mir hin. 2. Gewiß, mein Freund gibt solche edle Gaben, Die alle Welt mir nicht gewähren kann. Schau an die Welt, schau ihren Reichthum an, Sie kann ja nicht die müden Seelen laben! Mein Jesus kanns; er thuts im Überfluß, Wenn alle Welt zu— rücke stehen muß. 3. O Seelenfreund, wie wohl ist dem Gemüthe, Das im Ge⸗ setz sich so ermüdet hat Und nun zu dir, der Lebensquelle, naht Und schmeckt in dir die wundersüße Güte, Die alle Angst und alle Noth verschlingt Und unsern Geist zur sanften Ruhe bringt. 4. Je mehr das Herz sich zu dem Vater kehret, Je mehr es Kraft und Seligkeit genießt, Daß es dabei der Eitelkeit ver⸗ gißt, Die sonst den Geist ge⸗ dämpfet und beschweret; Je mehr das Herz des Vaters Liebe schmeckt, Je mehr wird es zur Heiligung erweckt. 5. Wann sich in mir des Her— ren Klarheit spiegelt Und seines Angesichtes milder Schein, Dann wird das neue Leben recht ge⸗ deihn; Der Weisheit Tiefen werden mir entsiegelt; Es wird mein Herz in Gottes Bild ver⸗ 248 XVI. klärt Und alle Kraft der Sünde abgewehrt. 6. Was dem Gesetz unmöglich war zu geben, Das bringt als⸗ dann die Gnade selbst herfür: Sie wirket Lust zur Heiligkeit in mir Und ändert nach und nach mein ganzes Leben, Indem sie mich aus Kraft in Kräfte führt Und mit Geduld und Langmuth mich regiert. 7. Es müsse doch mein Herz nur Christum schauen! Besuche mich, du Aufgang aus der Höh, Daß ich das Licht in deinem Lichte seh Und könne ganz auf deine Gnade bauen! Kein Feh⸗ ler sei so groß und schwer in mir, Der mir die Thür ver⸗ schlöße, Herr, zu dir! Heilsordnung. 8. Wenn meine Schuld vor dir mich niederschläget Und deinen Geist der Kindschaft in mir dämpft; Wenn das Gesetz mit meinem Glauben kämpft Und lauter Angst und Furcht in mir erreget: So laß mich doch dein treues Herz noch sehn, Und neue Kraft und Zuversicht er— stehn. 9. So ruh ich nun, mein Heil, in deinen Armen, Du selbst sollst mir mein ew'ger Friede sein; Ich hülle mich in deine Gnade ein, Mein Element ist einzig dein Erbarmen; Und weil du selbst mir Eins und Alles bist, So ists genug, wenn dich mein Geist genießt. Richter, geb. 1676 + 1711. Mel. Wer nur den lieben Gott.(1 Tim. 1, 13 ꝛc. Röm. 5, 6—10. Eph. 2, 4. 1 Joh. 335. Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht werth; Das zähl ich zu dem Wunderbaren, Mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin er⸗ freut Und rühme die Barm⸗ herzigkeit. 2. Ich hatte Gottes Zorn verdienet, Und soll bei Gott in Gnaden sein; Er hat mich mit sich selbst versühnet Und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Warum? Ich war ja Got— tes Feind? Erbarmung hats so treu gemeint! 3. Das muß ich dir, mein Gott, durch den Tod 4, 10.) bekennen, Das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; Ich kann es nur Erbarmung nennen, So ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, Dies soll mein einzig Rühmen sein; Auf dies Erbarmen will ich glauben, Auf dieses bet ich auch allein, Auf dieses duld ich in der Noth, Auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, Nimm dein Erbar⸗ men nicht von mir Und führe mich Armen 336 ieser inmer leugne Mide chen; ich nic Duell Staub aum, I0 si Mein hin se näng 0j3 lichts loch lomu e, Vuud ih, Min hin vor dir deinen in mir setz mit Und cht in ich doch n, Und icht er⸗ in Heil, st sollst csein; Gnade einzig veil du es bist, ch mein 6 1 NI. 2, L. „ wenn ch fann sen, So gt. 0 ut Und it. heshöhf mein luf dies en, Auf U„ Auf. th, Auf dod. bist an Erbar⸗ d fuhte Rmen C. Göttlicher Friede. 249 Durch meines Heilands Tod zufreut Und rühme die Barm⸗ dir! Da bin ich ewig hoch er- herzigkeit. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. Mel. Mein Heiland nimmt.(Röm. 8, 32.) 336. Beschränkt, ihr Weisen dieser Welt, Die Freundschaft immer auf die Gleichen, Und leugnet, daß sich Gott gesellt Mit denen, die ihn nicht errei— chen; Ist Gott schon alles, und ich nichts, Ich Schatten, er der Quell des Lichts, Ich Erd und Staub, er hoch erhaben, Ich arm, er reich an allen Gaben, Ich sündevoll, und er ganz rein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! Hohel. 2, 16. 2. Mein gütiger Immanuel, Mein Mittler wußte Rath zu finden, Sich meiner hochbe— drängten Seel, Die ihn herab⸗ zog, zu verbinden; Er, dem ich nichts vergelten kann, Sah den⸗ noch meinen Mangel an; Er kommt vom Himmel auf die Er⸗ de, Daß er mein Freund und Bruder werde, Ein Mensch wie ich, mein Fleisch und Bein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! erstritten, Das alles soll mein eigen sein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! 4. Ich finde Segen, Heil und Ehr Bei unsrem Bund auf sei⸗ nem Pfade; Er heischet von mir sonst nichts mehr Als Glauben, und ich nichts als Gnade. O wohl der Wahl, die dies gefügt! Sie reut mich nie; ich bin ver— gnügt In ihm, der mich erwählt zum Frieden; Drum bleibts bei beiden ungeschieden Ein Herz und Mund, ein Ja und Nein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! 5. Zwar kann er aller Christen Muth Mit seiner Liebe sattsam weiden; Wir dürfen um das höchste Gut Nicht eifern noch einander neiden, Durch unsern größesten Genuß Erschöpft sich nicht sein ÜUberfluß. Drum will ich ihn zwar keinem leugnen, Doch mir vor allen andern eig— nen. Welt, zank dich um das 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, Gewährt mir alles mit dem Sohne, Nicht nur sein Leiden, Kreuz und Grab, Auch seine Herrlichkeit und Krone. Ja- was er redet, hat und thut, Sein Wort und Geist, sein Fleisch und Blut, Was er erbeten und Mein und Dein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! 6. Mein Freund ist meiner Seele Geist, Mein Freund ist meines Lebens Leben; Nach ihm, der mich sein eigen heißt, Und sonst nach keinem will ich stre⸗ ben, Dem ich mich, der sich gelitten, Was er gewonnen und mir ergibt, Den ich, und der XVI. mich wieder liebt, Von dem ich nichts mehr kann begehren, Der mir nichts Bess'res kann ge⸗ währen. Dies Licht verdunkelt jeden Schein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! 7. Ohn' ihn ist mir der Him⸗ mel trüb, Die Hölle finde ich auf Erden; Hingegen machet seine Lieb, Daß Wüsten mir ein Eden werden. Ohn' ihn ist mir trotz aller Meng Die Zeit zu lang, die Welt zu eng; Ich bin, wann Feind' und Freunde flie⸗ hen, Wann sich die Engel selbst entziehen, Zwar einsam, aber nicht allein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! 8. Sein ist mein Leib, sein ist mein Geist, Die er mit seinem Blut erlöste, Die er beschirmet, tränkt und speist, Bis er dort beide ewig tröste; Sein ist mein Denken, Muth und Sinn, Sein ist, was ich vermag und bin; Ja was ich in und an mir habe, Ist alles seine Gnadengabe, Die macht mich auch vom Undank Heilsordnung. rein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! 9. Sein ist mein Glück und meine Zeit, Sein ist mein Ster⸗ ben und mein Leben, Zu seinem Ehrendienst geweiht, Von ihm bestimmt und ihm ergeben; Es kommet, was ich laß und thu, Von ihm her und ihm wieder zu; Sein sind auch alle meine Schmerzen, Die er so zärtlich nimmt zu Herzen, Er fühlt und endet meine Pein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! 10. Nun zürn' und stürme jeder Feind, Er hoffe nicht, daß ich erstaune; Der Richter selber ist mein Freund, Drum schreckt mich nicht die Weltposaune. Ob Erd und Himmel bricht und kracht, Ob Leib und Seele mir ver— schmacht't, Ob mein Gebeine muß verwesen, So ist als Wahl⸗ spruch doch zu lesen Nur dies auf meines Grabes Stein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! Wegleiter, geb. 1659 4 1706. Mel. Sieh, hier bin ich.(Apostelgesch. 10, 86.) 337. Die Beschwerden Die— ser Erden Häufen sich noch im— merzu, Und im Streiten Dieser Zeiten Hat man nirgends wah⸗ re Ruh. Wo ist Friede Für uns Müde? Du bists, treuer Jesu, du! 2. Sünden schmerzen Oft im Herzen, Und kein Fried ist im Gebein; Unverbunden Sind die Wunden. Jesu, dein Blut heilt allein, Dein Versühnen Macht uns grünen, Du mußt unser Friede sein. 3. In der Eile Fahren Pfeile Oft vom Argen auf uns dar; Je⸗ sus schützet, Glaube nützet Als ein Schild uns in Gefahr. So wird Frieden Uns beschieden, Weil der Heiland Sieger war. 4. Unt 9n 3 Vůltz gewinn Glaube Schade ser Her Eigene soll mi Rines Gaub Hur ist 9. VN Reine Gotte Kuget Erbe 4. U in un Hust t mein, ück und in Ster⸗ seinem zon ihm en; Es ind thu, wieder le meine zärtlich ühlt und Freund in me jeder daß ich selber is reckt mich Ob Erd d kracht, nir ver⸗ Gebeine 6 Wahl⸗ Nur dies Stkin: und ich 1059 f 05. Blut heilt u Macht ht unser en file darz N. ihet Ab ahr. E aschitden ger wai. 4. Uns bekriegen Haß und Lü⸗ gen Zwar von außen in der Welt; Doch von innen Kanns gewinnen, Wer Geduld und Glauben hält: Nichts heißt Schade, Wenn nur Gnade Un⸗ ser Herz zufrieden stellt. Eigene Mel.(1 Kor. 4, 4. 2 Kor. 5, 10. 1 Thess. 5, 23. 338. Besitz ich nur Ein ruhiges Gewissen, So ist für mich, Wenn andre zagen müs⸗ sen, Nichts Schreckliches in der Natur. C. Göttlicher Friede. 5. O Erlöser! Noch viel grö— ßer Ist der Friede jener Stadt; Da sind Psalmen, Da sind Pal⸗ men, Die ein Überwinder hat. Nimm mich Müden Hin in Frie⸗ den; Dort wird niemand le— benssatt! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 + 1769. Joh. 1, 7—9. Apostelgesch. 24, 16. Ebr. 13, 8.) Wahrheit sagen können: Ich fühlt' in mir Des Bösen Lust entbrennen, Gott! er schützte mich. Doch, Dank sei 8. Und welch Gericht, Selbst 2. Dies sei mein Theil, Dies zu sich sagen müssen: Ich konnte soll mir niemand rauben! Aan reines Herz Von ungefärbtem mir Den Weg zum Fall ver⸗ schließen, Und doch verschloß ich Glauben, Der Friede Gottes mir ihn nicht! nur ist Heil. 3. Welch ein Gewinn, Wenn meine Sünde schweiget, Wenn Gottes Geist In meinem Geiste zeuget, Daß ich sein Kind und Erbe bin! 4. Und diese Ruh, Den Trost in unsrem Leben Sollt ich für Lust, Für Lust der Sinne ge⸗ ben? Dies ließe Gottes Geist nicht zu. 5. In jene Pein, Mich selber zu verklagen, Der Sünde Fluch Mit mir umherzutragen, In diese stürzt ich mich hinein. 6. Laß auch die Pflicht, Dich selber zu besiegen, Die schwerste sein. Sie ists; doch welch Ver⸗ gnügen Wird sie nach der Voll⸗ bringung nicht! 7. Welch Glück, zu sich Mit 9. Was kann im Glück Den Werth des Glücks erhöhen? Ein ruhig Herz Versüßt im Wohlergehen Dir jeden frohen Augenblick. 10. Was kann im Schmerz Den Schmerz der Leiden stillen, Im schwersten Kreuz Mit Freu⸗ den dich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. 11. Was gibt dir Muth, Die Güter zu verachten, Wornach mit Angst Die niedern Seelen schmachten? Ein ruhig Herz, dies größre Gut. 12. Im Herzen rein Hinauf zum Himmel schauen Und sagen: Gott, Du Gott, bist mein Ver⸗ trauen! Welch Glück, o Mensch, kann größer sein? 13. Sieh, alles weicht, Bald XVI. 252 wirst du sterben müssen; Was wird alsdann Dir deinen Tod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 14. Heil dir, o Christ, Der diese Ruh empfindet, Und der sein Glück Auf das Bewußtsein Heilsordnung. gründet, Daß nichts Verdamm⸗ lichs an ihm ist. Röm. 8, 1. 15.„Laß Erd und Welt,“ So kann der Fromme sprechen,„Laß unter mir Den Bau der Erde brechen: Gott ist es, dessen Hand mich hält!“ Gellert, geb. 1715 + 1769. Eigene Mel.(Joh. 10, 11. 27 ꝛc.) 339. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele, Wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich steig aus dunkler Schwermuthshöhle Und eile deinen Armen zuQ. Da muß die Nacht des Trauerns schei— den, Wenn mit der Fülle sel'ger Freuden Die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Him— mel schon auf Erden; Dem muß ja volle Gnüge werden, Der in dir suchet Ruh und Lust. 2. Die Welt mag sich mir feind⸗ lich zeigen; Es sei also, ich acht es nicht. Will sie sich freundlich zu mir neigen, Ich flieh ihr trü⸗ gend Angesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, Du bist mein Freund, den ich erwähle, Du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht; Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, Weil in den stärksten Trübsals⸗ wellen Mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich die Last der Sün— den drücken, Blitzt auf mich des Gesetzes Weh, So eil ich, Herr, auf dich zu blicken Und steige gläubig in die Höh; Ich fliehe, Herr, zu deinen Wunden, Da hab ich schon den Ort gefunden, Wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zu⸗ sammen,— Du bist mein Heil. Wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Lenkst du durch Wüsten meine Reise, Ich folg und lehne mich auf dich; Du gibst mir aus den Wolken Speise Und tränkest aus dem Felsen mich; Ich traue dei⸗ nen Wunderwegen, Sie enden sich in Lieb und Segen; Genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß: wen du willst herrlich zie⸗ ren Und über Sonn und Sterne führen, Den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, Ich seh ihn an mit frohem Muth; Denn du, mein Leben, lässest keinen, Deß Herz und Leben in dir ruht. Wie kann des Weges Ziel mich schrecken, Da aus der Nacht, die mich wird decken, Ich eingeh in die Sicher— heit? Mein Licht, so will ich denn mit Freuden Aus dieser finstern Wildniß scheiden Zur Ruhe dei⸗ ner Ewigkeit. Deßler, geb. 1660 + 1722. 34⁰0 aus dir herz vi dir zuf Der Si denkt selg ist Hum,! 2. Be lissen Sklave im Get Hesetze Rit di Ind der 9. Er Ralan Her So such v Asus liht, Nuth siner 35 * Stärke zerdamm⸗ Röm. 8, 2. zelt,“ So pen, Laß der Erde 5, desen 1215 1 Veo. gefunden, ihl treffn mich zu⸗ sein Heil. Die Liebe sten meine ehne mich ir aus den ankest aus traue dei⸗ zie enden Genug, hab. Ich ulich zie⸗ nd Sterne du zuvor ern düster u an mit du/ mein Deß Hetz Wie kann schretken, mich wir jie Sicher⸗ il ich denn er finstern Ruhe dei⸗ C. Göttlicher Friede. Mel. Aus Gnaden soll ich. 340. Wer, o mein Gott, aus dir geboren, Ein neues Herz von dir empfängt, Und dir zum Eigenthum erkoren, Der Sünd entsagt und göttlich denkt Und göttlich lebt: wie selig ist Dein Kind, dein Eigen⸗ thum, der Christ! 2. Befreit aus seinen Finster⸗ nissen Und von der Sünde Sklaverei, Begnadigt, ruhig im Gewissen, Vom Fluche des Gesetzes frei, Sieht er in dir, mit dir vereint, Den Vater und den besten Freund. 3. Er darf, o Gott, von dir verlangen, Was ihm dein eig⸗ ner Sohn erwarb; Er wird es auch von dir empfangen, Weil Jesus ihm zum Heile starb: Licht, wo ers braucht, und Muth und Kraft Zum Kampfe seiner Pilgerschaft; 4. Zum sichern Siege deine Stärke, Und deinen Geist der Heiligung Zu einem jeden gu⸗ ten Werke, Im Leiden Trost und Linderung, Und selbst in seiner Prüfungszeit Den Vor⸗ schmack jener Herrlichkeit. 5. Bereit zu helfen und zu trösten, Lenkst du mit väterli⸗ cher Huld, Was nur geschieht, 253 (1 Joh. 5, 4. 18. Ps. 119, 165 ꝛc.) wenn er auch fehlt, Geduld; Hilfst gern von seinem Fall ihm auf Und förderst seinen Tu⸗ gendlauf. 6. Er wandelt gern auf dei⸗ nen Wegen, Liebt alle Men⸗ schen brüderlich; Was er nur thut, wird Heil und Segen, Auch freut er deines Beifalls sich. Mag doch der Sünder ihn verschmähn, Er wird von dir, o Gott, gesehn. 7. Versichert, daß er selig werde, Zufrieden hier mit sei— nem Los, Ist für die eitle Lust der Erde Zu selig er, zu reich, zu groß; Und seine Wünsche, Gott, begrenzt Kein Glück der Welt, so sehr es glänzt. 8. Er sieht den Tod von ferne kommen Und zittert nicht, er ist sein Freund; Von dir zum Erben angenommen, Frohlockt er, wann der Tod erscheint; Er endet fröhlich seinen Lauf Und schwinget sich zu dir hinauf. 9. Wie selig, wer aus dir ge⸗ boren, Ein neues Herz von dir empfängt Und, dir zum Eigen⸗ thum erkoren, Der Sünd ent⸗ sagt und göttlich denkt Und göttlich lebt: wie selig ist Dein Kind, dein Eigenthum, der zu seinem Besten Und hast, Mel. Wie groß ist. 341. Wie mächtig spricht Christ! Cramer, geb. 1723 4 1788. (2 Kor. 1, 21 ꝛc.) erbarmend, wenn ich fehle, in meiner Seele, Herr, deine Trägst mich als Vater mit Ge⸗ Stimme voller Huld! Du siehst duld, Gibst deinen Geist, mich 25⁴ XVI. zu regieren, Sprichst meinem Herzen freundlich zu, Wirst niemals müde mich zu füh⸗ ren, So viel ich falsche Tritte thu. 2. Erhalter deiner Kreaturen, Liebreicher Gott der ganzen Welt, Die deiner Güte reiche Spuren In jedem Sonnenstaub enthält! Mein Herz denkt nimmer so ver⸗ messen, Daß es dir, Vater, trotzen kann; Undankbar soll es nie vergessen, Was du zu sei— nem Heil gethan. 3. Versündigt' ich mich wohl mit Willen An meinem Vater, der vergibt? Der mir Gebote zu erfüllen Gegeben hat, weil er mich liebt? Der die Erfül— lung kleinster Pflichten Als eine Wohlthat mir vergilt Und, statt mit Strenge mich zu richten, Mel. Wie schön leucht't. 342. Es ist etwas, des Heilands sein,„Ich dein, o Jesu, und du mein!“ In Wahr⸗ heit sagen können, Ihn seinen Bürgen, Herrn und Ruhm Und sich sein Erb und Eigenthum Ohn' allen Zweifel nennen. Se⸗ lig, Fröhlich Sind die Seelen, Die erwählen, Ohn' Bedenken Ihrem Jesu sich zu schenken. 2. Schau an die Welt mit ihrer Lust Und alle, die an ihrer Brust In heißer Liebe liegen: Sie essen und sind doch nicht satt, Sie trinken, und das Herz bleibt matt, Denn es ist lau⸗ Heilsordnung. Mein Herz mit Trost und Freud erfülltꝰ 4. Sein Dienst ist Leben mei⸗ ner Seele, Gehorsam meine Seligkeit; Ich weine kindlich, wenn ich fehle, Vor ihm, dem Vater, der verzeiht; Ich fühle jede meiner Sünden, Die we⸗ der Mensch noch Engel büßt. Wie selig kann ichs dann em— pfinden, Daß Christus mein Erlöser ist! 5. Den majestätischen Gedan⸗ ken Gäb ich für alle Welten nicht; Er bleibet wahr, die Thronen wanken, Er bleibet fest, die Welt zerbricht. Es mö⸗ gen sündigen und zittern, Die Kinder des Verderbens sind; Gott wird der Erde Grund er— schüttern, Ich bebe nicht, ich bin sein Kind! Krüger, 4 1750. (2 Kor. 5, 14. 15 und 17.) ter Trügen. Träume, Schäume, Stich' im Herzen, Höllenschmer— zen, Ewg'es Quälen Ist die Lust betrogner Seelen. Pf. 39, 7. 3. Ganz anders ists, bei Jesu sein, Mit seinen Herden aus und ein Auf seinen Matten gehen. Auf diesen Auen ist die Lust, Die Gottesmenschen nur bewußt, Im Überfluß zu sehen: Hülle, Fülle Reiner Triebe, Süßer Liebe, Fried und Leben, Stärke, Licht und viel Vergeben. 4. Schau, armer Mensch, zu diesem Glück Ruft dein Erlöser dich zurück Von jenem Grund⸗ Herderb. il die 2 hs Lös Hurch E Doch u men, S ein Me 5. Ve licht m ihrer L her geb sW. nich bi nich il 343 lleerlei Ilmäch Etürm huhrt! hns g ächte sann iiger . I hachte Ruet assen dd Freud ben me⸗ umeine iindlih, hm, den Ich fühle Die we⸗ zel büßt. ann en⸗ us mein Gedan⸗ Welten ahr, die bleibet Es mö⸗ rn, Die ns sind; hrund er⸗ t. ich bin ger, 4 V0. Schäume, lenschmer⸗ N ie duf . 5„ v bei Nu rden aus Matten uen ist di sschen Nur zu sehen: Triebe, md Lben, Vergeben. hensch, N in Culbser Grund⸗ verderben! Er kam deßwegen in die Welt Und gab für dich das Lösegeld Durch Leiden und durch Sterben. Laß dich Willig Doch umarmen! Sein Erbar— men, Schmach und Leiden Sind ein Meer der Seligkeiten. 5. Von Stund an kann ich nicht mehr mein, Der Welt und ihrer Lüste sein, Die mich bis— her gebunden! Mein Herr, den ich so sehr betrübt, Der aber mich viel mehr geliebt, Der hat mich überwunden. Nimm mich Mel. Jesu, hilf siegen. C. Göttlicher Friede. 25⁵ Gänzlich, Herr, schon heute Dir zur Beute Und zum Lohne Deiner blutgen Dornenkrone! 6. Ach mach mich von mir sel— ber frei Und stehe mir in Gnaden bei; Stärk meinen schwachen Willen Durch deines werthen Geistes Kraft, Zu üben gute Ritterschaft, Den Vorsatz zu er—⸗ füllen, Bis ich Endlich, Schön geschmücket Und entrücket Allem Leiden, Bei dir darf in Salem weiden! Storr, geb. 1712 + 1773. (Röm. 8, 28—39.) 343. Christen erwarten in ihr Herze den Frieden erhalten, allerlei Fällen Jesum mit seiner Weil es den Schöpfer in allem allmächtigen Hand. Mitten in Stürmen und tobenden Wellen Führt er das Schiff ihres Glau— bens ans Land; Wann sie die Nächte der Trübsal bedecken, Kann doch ihr Grauen sie we⸗ nig erschrecken. 2. Jauchzen die Feinde zur Rechten und Linken, Drohet und hauet ihr blinkendes Schwert, Lassen doch Christen die Häupter nicht sinken, Denen sich Jesus im Herzen verklärt: Wüthen die Feinde mit Schnauben und To⸗ ben, Schauen sie dennoch voll Trostes nach oben. 3. Geben die Felder den Sa⸗ men nicht wieder, Bringen die Gärten und Fluren nichts ein, Schlagen die Schloßen die Früch⸗ läßt walten. Ebr. 4, 17. 4. Viele verzehren in ängstli— chen Sorgen Kräfte, Gesundheit und Kürze der Zeit, Da doch im Rathe des Höchsten verborgen, Wann und wo jedem sein Ende bereit. Sind es nicht alles ver⸗ gebliche Schmerzen, Die ihr euch machet, ihr thörichten Herzen? 5. Zweifel und Sorgen verder⸗ ben die Frommen; Glauben und Heen bringt Ehre bei Gott. Seele, verlangst du zur Ruhe zu kommen, Hoffe, der Angst und dem Zweifel zum Spott! Ob auch die göttliche Hilfe verbor— gen, Traue dem Höchsten und meide die Sorgen! 6. Gutes und alle erbetenen Gaben Folgen dir, bis man dich te darnieder, Brennen die Berge leget ins Grab; Ja du wirst sel⸗ vom hitzigen Schein: Kann doch ber den Himmel noch haben. Ei, 256 XVI. Heilsordnung. warum sagst du den Sorgen nicht ab? Werde doch in dir recht ruhig und stille, Das ist des Vaters, des Ewigen Wille. 7. Freue dich, wenn du statt freundlichen Blicken Mancher— lei Jammer erduldest und Noth! Wisse, was Gott will erhöhn und erquicken, Muß erst mit Jesu durch Trübsal und Tod! Willst du mitleben, so mußt du mitsterben; Anders kann keiner den Himmel ererben! 8. Völlige Wonne, verklärete Freude, Himmlische Güter, un— denkliches Heil Werden dir dort Eigene Mel.(Kol. 3, 1—4. 2 344. Es glänzet der Christen inwendiges Leben, Ob— gleich sie die Hitze des Tages verbrannt; Was ihnen der Kö— nig des Himmels gegeben, Ist keinem als ihnen nur selber bekannt; Was niemand ver— spüret, Was niemand berüh— ret, Hat ihre erleuchteten Sinne gezieret Und sie zu der gött— lichen Würde geführet. 2. Sie scheinen von außen oft arm und geringe, Verschmäht von den Hohen, verlacht von der Welt; Doch innerlich sind sie voll herrlicher Dinge, Der Zierat, die Krone, die Jesu gefällt, Das Wunder der Zei⸗ ten, Die hier sich bereiten, Dem König, der unter den Lilien weidet, Zu dienen, mit heili— gem Schmucke bekleidet. auf der ewigen Weide Unter den Engeln und Menschen zu theil, Wann in der Herrlich— keit Christus wird kommen, Um sich zu sammeln die Herde der Frommen. 9. Seine allwirksame Stärke beweiset In den Unmächtigen mächtige Kraft; Dann wird alleinig sein Name gepreiset, Wann er den Zagenden Freu⸗ digkeit schafft. Jesu, gib, daß ich dem Vater vertraue, Wenn ich die Hilfe nicht sichtbarlich schaue! Edeling, 4 1742. Kor. 6, 4—10. 13, 4. Ps. 45.) 3. Sonst sind sie wohl Adams natürliche Kinder Und tragen das Bilde des Irdischen auch; Sie leiden am Fleische wie an— dere Sünder, Sie essen und trinken nach nöthigem Brauch; In leiblichen Sachen, Im Schlafen und Wachen Sieht man sie vor andern nichts Son— derlichs machen, Nur daß sie die Thorheit der Weltlust ver— lachen. 1 Kor. 15, 40. 4. Doch innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, Die Gott durch sein mächtig Wort selber gezeugt, Ein Funke, entzündet von göttlicher Flamme, Ein Le— ben, von oben her freundlich gesäugt. Die Engel sind Brü— der, Die ihre Loblieder Mit ihnen holdselig und innig— lich singen: Das muß denn Ind l hen u Welt den b gaben ihhen Heide den; eibli das! innen e Unter schen zu Herrlich⸗ men, Um Herde der 1e Stärke mäͤchtigen ann wird gepreiset, den Freu⸗ gb, dh e, Wenn ichtbarlich ling, 4 1742. l Wams ind tragen hen auchz eäwie an⸗ essen und U Brauch; 0 XVII. Christl. Sinn und Wandel. gar herrlich und prächtig er⸗ klingen! 5. Sie wandeln auf Erden, und leben im Himmel; Sie blei⸗ ben unmächtig, und schützen die Welt; Sie schmecken den Frie⸗ den bei allem Getümmel, Sie haben, die Armsten, was ihnen gefällt; Sie stehen im Leiden, Und bleiben in Freu— den; Sie scheinen ertödtet den leiblichen Sinnen, Und führen das Leben des Glaubens von innen. 6. Wann Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, Wann er sich einst dar in der Herrlich— keit stellt, So werden sie mit ihm als Fürsten der Erden Auch herrlich erscheinen zum Wun— der der Welt; Sie werden re⸗ gieren, Mit ihm triumphi⸗ ren, Den Himmel als prächtige Lichter auszieren: Da wird A. Jiebe zu Gott und Christus. 257 man die Freude gar offenbar spüren. Matth. 13, 43. 2 Tim. 2, 11 0. 7. Frohlocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hügel, Dieweil du den göttlichen Samen ge— neußst! Denn das ist des Ewi— gen göttliches Siegel, Zum Zeugniß, daß er dir noch Segen verheißt; Du sollst noch mit ihnen Aufs prächtigste grünen, Wann erst ihr verborgenes Le— ben erscheinet, Wornach sich dein Seufzen mit ihnen vereinet. 8. O Jesu, du inneres Leben der Seelen, Du heilige Zierde, verhüllt vor der Welt, Laß dei⸗ nen verborgenen Weg uns er— wählen, Wenn gleich uns die Bürde des Kreuzes entstellt! Hier übel genennet Und wenig erkennet, Hier heimlich mit Christo im Vater gelebet, Dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet! Nach Richter, geb. 1676 + 1711. XVII. Christlicher Sinn und Wandel. A. Liebe zu Gott und Christus. Mel. Jesu, meine Freude.(Ps. 42, 2. 3. 43, 3. 4. 73, 28 ꝛc. Jak. 4, 8.) 345. Allgenugsam Wesen, Das ich hab erlesen Mir zum höchsten Gut! Du vergnügst alleine Völlig, innig, reine, Seele, Geist und Muth. Wer dich hat, Ist still und satt; Wer dir kann im Geist anhangen, Darf nichts mehr verlangen. 2. Wem du dich gegeben, Gesangbuch für die evangelische Kirche. Kann im Frieden leben, Er hat, was er will. Wer im Herzens— grunde Lebt mit dir im Bunde, Liebet und ist still. Bist du da Uns innig nah, Muß das Schönste bald erbleichen Und das Beste weichen. 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüther, Trost in 17 258 XVII. Christlicher aller Pein! Was Geschöpfe ha— ben, Kann den Geist nicht la— ben, Du vergnügst allein. Was ich mehr Als dich begehr, Kann mein Seligsein nur hindern Und den Frieden mindern. 4. Was genannt mag werden Droben und auf Erden, Alles reicht nicht zu. Einer nur kann geben Freude, Trost und Leben, — Eins ist noth: nur du! Hab Sinn und Wandel. ich dich Nur wesentlich, So mag Leib und Seel verschmachten, Ich wills doch nicht achten. 5. Komm, du sel'ges Wesen, Das ich mir erlesen, Werd mir offenbar! Meinen Hunger stille, Meinen Grund erfülle Mit dir selber gar! Ich bin dein; Sei du auch mein, Bis du wirst in jenem Leben Dich mir völlig geben! Tersteegen, geb. 1697 4 1769. Eigene Mel.(Ps. 18, 2. 3. 73, 25 ꝛc.) 346. Herzlich lieb bab ich dich, o Herr! Ich bitte: sei von mir nicht fern Mit deiner Hilf und Gaben! Die ganze Welt erfreut mich nicht, Nach Erd und Himmel frag ich nicht, Wenn ich nur dich kann haben; Und wann mir gleich mein Herz zer⸗ bricht, Bist du doch meine Zu— versicht, Mein Trost und mei⸗ nes Herzens Theil, Deß Blut erworben mir das Heil. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, Mein Gott und Herr, In Schanden laß mich nimmer— mehr! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab: Mein Leib und Seel, und was ich hab In diesem armen Leben. Damit ichs brauch zum Lobe dein, Zum Nutz und Dienst des Nächsten mein, Wollst du mir Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, Des Satans Mord und Lügen wehr; In allem Kreuz erhalte mich, Auf daß ichs trag geduldiglich! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, Mein Herr und Gott, Tröst meine Seel in To⸗ desnoth! 3. Ach Herr, laß einst die Engel dein Am letzten End die Seele mein In Abrahams Schoß tragen, Den Leib in seinem Kämmerlein Gar sanft ohn' alle Qual und Pein Ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, Daß meine Augen sehen dich In aller Freud, o Gottes Sohn, Mein Heiland auf dem Himmelsthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich! Erhöre mich! Ich will dich prei— sen ewiglich! ö Schalling, geb. 1532 4 1608. Eigene Mel.(Offenb. Joh. 22, 13. 16. 17. 20.) 347. Wie schön leucht't uns der Morgenstern, Voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn Mein König auf dem Himmels- Uns herrlich aufgegangen! O guter Hirte, Davids Sohn, hron fange Schöt mächt Ind 2.8 Reich Lobe Rgeh deine geliu hen. fasse des! So mag nachten, en. Wesen, zerd mir er stille, Mit dir n; Sei wirst in völlig 07 1 VVe9. r, Des n wehr; e mich, lbiglich! in Herr err und in To⸗ inst die End die brahams Leib in ar sanft n Ruhn Alsdann 9, Daß In aller , Mein elothron re mich! dich prei⸗ 0 + 100b5. 652 1˙1 1 iaen! 6. 5Sohn, himmele⸗ thron, Du hast mein Herz um— fangen! Lieblich, Freundlich, Schön und prächtig, Groß und mächtig, Reich an Gaben, Hoch und wundervoll erhaben! 2. O Kleinod, dem kein Kleinod gleicht, Sohn Gottes, den kein Lob erreicht, Vom Vater uns gegeben! Mein Herz zerfließt in deinem Ruhm; Dein süßes Evan⸗ gelium Ist lauter Geist und Le— ben. Dich, dich Will ich Ewig fassen, Nimmer lassen; Brot des Lebens, Dein begehr ich nicht vergebens! 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, Du Gotteslicht und Himmelsschein, Die Flamme dei— ner Liebe, Und stärk mich, daß ich ewig bleib, O Herr, ein Glied an deinem Leib In frischem Le— benstriebe! Nach dir Wallt mir Mein Gemüthe, Ew'ge Güte, Bis es findet Dich, deß Liebe mich entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, Wann mich dein heilig Angesicht Mit Freundlich— keit anblicket. O Herr Jesu, mein trautes Gut! Dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut Mich innerlich erquicket. Nun ich Bitt A.(Ciebe zu Gott und Christus. 59 dich: Blick mich Armen Voll Erbarmen An mit Gnaden! Auf dein Wort komm ich geladen. 5. Herr Gott, Vater, du star⸗ ker Held! Du hast mich ewig vor der Welt In deinem Sohn ge— liebet; Dein Sohn hat sich mit mir vertraut, Mein Herz auf ihn mit Freuden schaut, In dem mich nichts betrübet. Preis dir, Heil mir! Himmlisch Leben Wird er geben Mir dort oben; Ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Spielt unsrem Gott mit Saitenklang Und laßt den süße— sten Gesang Ganz freudenreich erschallen! Ich will mit meinem Jesu heut Und morgen und in Ewigkeit In stäter Liebe wallen. Singet, Klinget, Jubiliret, Tri— umphiret! Daͤnkt dem Herren, Ihm, dem König aller Ehren! 7. Wie freu ich mich, Herr Jesu Christ, Daß du der Erst' und Letzte bist, Der Anfang und das Ende! Du, der sein Leben für mich ließ, Nimmst mich einst in dein Paradies; Drauf fass' ich deine Hände. Amen, Amen! Komm, o Sonne, Meine Won⸗ ne, Bleib nicht lange, Daß ich ewig dich umfange! Nach Nicolai, geb. 1556 + 1608. Mel. Zeuch mich, zeuch mich.(1 Joh. 4, 10 und 16.) 348. zum Bilde Deiner Gottheit hast gemacht; Liebe, die du mich so milde Nach dem Fall hast wie⸗ derbracht: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! Liebe, die du mich 2. Liebe, die du mich erkoren, Eh als ich geschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren Und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! 260 XVII. Christlicher 3. Liebe, die für mich gelitten Und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten Ew'ge Lust und Seligkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewig⸗ lich! 4. Liebe, die du Kraft und Le⸗ ben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich darge⸗ geben Mir zum Heil und See— lenhort: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! 5. Liebe, die mich hat gebun⸗ den An ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwun⸗ den Und mein Herz hat ganz Mel. Ich ruf zu dir.(Jer. 349. O Jesu Christ, mein schönstes Licht, Der du in dei— ner Seelen So hoch mich liebst, daß ich es nicht Aussprechen kann noch zählen! Gib, daß mein Herz dich wiederum Mit Lieben und Verlangen Mög um— fangen Und als dein Eigenthum Nur einzig an dir hangen! 2. Gib, daß sonst nichts in meiner Seel Als deine Liebe wohne; Gib, daß ich deine Lieb erwähl Als meine Lust und Krone! Stoß alles aus, nimm alles hin, Was mich und dich will trennen Und nicht gönnen, Daß mein Herz, Muth und Sinn In deiner Liebe brennen! 3. Wie freundlich, selig, süß und schön Ist, Jesu, deine Liebe! Wenn diese steht, kann nichts entstehn, Das meinen Geist be— Sinn und Wandel. dahin: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! 6. Liebe, die mich ewig liebet, Die für meine Seele litt; Liebe, die das Lösgeld gibet Und mich kräftiglich vertritt: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! 7. Liebe, die mich wird entrü— cken Aus dem Grab der Sterb— lichkeit; Liebe, die mich einst wird schmücken Mit dem Laub der Herrlichkeit: Liebe, dir er— geb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! Angelus Silesius, geb. 1624 4 1677. 31, 3. Joh. 4, 19. 14, 15.) trübe. Drum laß nichts andres denken mich, Nichts sehen, füh⸗ len, hören, Lieben, ehren Als deine Lieb und dich, Der du sie kannst vermehren! 4. O daß ich wie ein kleines Kind Mit Weinen dir nachgienge So lange, bis dein Trost ge⸗ lind Mit Armen mich umfienge, Und deine Seel mir im Gemüth Mit voller, süßer Liebe Sich er— hübe, Und also deiner Güt Ich stets vereinigt bliebe! 5. Du bist allein die rechte Ruh, In dir ist Fried und Freu⸗ de; Drum, Jesu, gib, daß im⸗ merzu Mein Herz in dir sich weide! Sei meine Flamm und brenn in mir, Mein Balsam, wollest eilen, Lindern, heilen Den Schmerzen, der mich hier Mit Seufzen lässet weilen! h nich liebet, Liebe, Und Liebe, Rein zu entrü⸗ Sterb⸗ ch einst m Laub dir er⸗ bleiben 24 1 167. andres en, füh⸗ en Als er du sie kleines ichgienge rrost ge⸗ mfienge/ Gemüth Sich er⸗ Güt Ich ie rechte ind 93 daß in⸗ dir sich mm und Balsam 1„ Heil mich hier len! 6. Ach Jesu, wann du mir entweichst, Was hilft mirs sein geboren? Wenn du mir deine Lieb entzeuchst, Ist all mein Gut verloren. So gib, daß ich dich ohne Rast Wohl such und bestermaßen Möge fassen Und, wenn ich dich gefaßt, In Ewig—⸗ keit nicht lassen! 7. Du hast mich je und je ge— liebt Und mich zu dir gezogen; Eh ich noch etwas Guts geübt, Warst du mir schon gewogen. Ach laß doch ferner, edler Hort, Mich diese Liebe leiten Und be— gleiten, Daß sie mir immerfort Beisteh auf allen Seiten. A. Liebe zu Gott und Christus. 8. Laß meinen Stand, darin 261 ich steh, Herr, deine Liebe zie— ren, Und wo ich etwan irre geh, Mich bald zurechte führen; Laß sie mich allzeit guten Rath Und reine Werke lehren, Steuern, wehren Der Sünd, und nach der That Bald wieder mich be— kehren! 9. Dein Lieben sei mir Freud in Leid, In Schwachheit mein Vermögen; Und wann ich nach vollbrachter Zeit Mich soll zur Ruhe legen, Alsdann laß deine Liebestreu, Herr Jesu, mir bei— stehen, Luft zuwehen, Daß ich getrost und frei Mög in dein Reich eingehen! Gerhard, geb. 1606 + 1676. Mel. Aus Gnaden soll ich.(1 Joh. 4, 19 und 20.) 350. Wie sollt ich meinen Gott nicht lieben, Der seinen eignen Sohn mir gibt? Sollt ich nicht innig mich betrüben, Daß ihn mein Herz nicht stärker liebt? Was bringt mehr Wonn als diese Pflicht? Wie groß ist Gottes Liebe nicht! 2. Er hat von Ewigkeit be— schlossen, Mein Vater und mein Heil zu sein; Und noch ist mir kein Tag verflossen, Der mirs nicht sagte: Gott ist dein. Er ist so väterlich gesinnt, Gib ihm dein Herz und sei sein Kind! 3. Gib ihm dein Herz! Wer kanns beglücken? Wer selig ma— chen? Er allein. Nur er kanns heiligen und schmücken Und ewig durch sich selbst erfreun, Er kanns weit über allen Schmerz Erheben: gib, gib ihm dein Herz! 4. Bei ihm ist Seligkeit die Fülle, Und die, die er nur ge⸗ ben kann, Beut dir sein väter— licher Wille So gnadenvoll, so freundlich an. O welch ein Gott! Wie väterlich, Mit welchem Eifer liebt er dich! 5. Ja, ja, ich seh es, ich em⸗ pfinde Die Größe deiner Huld, o Gott! Denn du errettest von der Sünde Mich selbst durch dei— nes Sohnes Tod; Ich war vor deinem Angesicht Ein Greu'l, und du verwarfst mich nicht. 6. Du riefst; ich gieng dir nicht entgegen, Du aber nahtest dich zu mir Mit deiner Huld, mit e e —.——...—— .— e—‚————— 262 XVII. Christlicher Sinn und Wandel. deinem Segen Und zogst mich Sünde mir, Denn Sünde ist väterlich zu dir. Wer gleicht an ein Greul vor dir. Liebe dir? Wer ist So gut als 9. Bewahre mich auf deinem du, mein Vater, bist? Wege; Gib, daß ich, brüder— 7. Ja dich will ich von ganzem lich gesinnt, Stets alle Men⸗ Herzen, Mein Vater, lieben, schen lieben möge, Denn jeder ist dich allein; Ich will im Glück wie ich dein Kind; Mein Herz und auch in Schmerzen Mich verschließe sich doch nie Vor einzig deiner Liebe freun; Und ihnen, denn du liebst auch sie! daß ichs könne, schenke du Mir 10. Nie müsse irgend mich ein Schwachen selbst die Kraft dzu! Leiden, Und wär es auch der 8. Gib, daß ich mich im Gu-bängste Tod, Von dir und dei— ten übe Und heilig sei, weil Iu wer Liebe scheiden, Nie einer es bist, Gib, daß ich außer dir Freude Reiz, o Gott! Ich will nichts liebe, Als was auch dir dich lieben und nur dein Im gefällig ist! Verhaßt sei jede Leben und im Tode sein. Nach Schmolk, geb. 1672 4 1737. Eigene Mel.(Röm. 8, 38. 39. Ps. 73, 25.) 351. Meinen Jesum laßnicht, Wann ich nun dahin ge— ich nicht! Weil er sich für mich langet, Wo vor seinem Ange⸗ gegeben, So erfordert meine sicht Frommer Christen Glaube Pflicht, In ihm und für ihn zu pranget. Ewig glänzt mir dort leben: Er ist meines Lebens Licht. sein Licht: Meinen Jesum laß Meinen Jesum laß ich nicht! sich nicht! 2. Jesum laß ich ewig nicht,. 5. Nicht nach Welt, nach Him— Weil ich soll auf Erden leben; mel nicht Meine Seel in mir Ihm hab ich voll Zuversicht, sich sehnet; Jesum wünscht sie Was ich bin und hab, ergeben. und sein Licht, Der mich hat Herz und Mund mit Freuden mit Gott versöhnet, Der mich spricht: Meinen Jesum laß ich frei macht vom Gericht: Mei— nicht! nen Jesum laß ich nicht! 3. Laß vergehen das Gesicht,‚ 6. Jesum laß ich nicht von mir, Hören, Fühlen mir entweichen, Geh ihm ewig an der Seiten; Laß das letzte Tageslicht Mich Christus wird mich für und für auf dieser Welt erreichen, Wann Zu dem Lebensbrunnen leiten. der Lebensfaden bricht: Meinen Selig, wer mit mir so spricht: Jesum laß ich nicht! Meinen Jesum laß ich 4. Ich werd ihn auch lassen nich tl Keymann, geb. 1607 + 1662. Mers dich Mir einem rüder⸗ Men⸗ der ist Herz Vor sie! ich ein ich der d dei⸗ einer will Im 1 ½½r/. hin ge⸗ Ange⸗ Hlaube tir dort um laß h hin⸗ in mir scht sie iich hat er mich Mei⸗ on mir/ ö Seiten; und für leiten. srihe 49 ich 662 ⁷ 1 2 A. TCiebe zu Gott und Christus. Mel. Herzlich thut mich.(Matth. 26, 33.) 352. Wenn alle untreu wer⸗ den, So bleib ich dir doch treu, Daß Dankbarkeit auf Erden Nicht ausgestorben sei. Für mich umfieng dich Leiden, Vergiengst für mich in Schmerz; Drum geb ich dir mit Freuden Auf ewig dieses Herz. 2. Oft möcht ich bitter weinen, Daß du gestorben bist, Und mancher von den Deinen Dich lebenslang vergißt; Von Liebe nur durchdrungen Hast du so viel gethan, Und doch bist du verklungen, Und keiner denkt daran. Eigene Mel. 353. Ich will dich lieben, meine Stäͤrke, Ich will dich lie⸗ ben, meine Zier; Ich will dich lieben mit dem Werke Und im⸗ merwährender Begier; Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir das Herze bricht! 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, Als meinen allerbesten Freund, Ich will dich lieben und erheben, Solange mich dein Glanz bescheint; Ich will dich lieben, Gotteslamm, Du Lieb am Kreuzesstamm! 3. Ach daß ich dich so spät erkennet, Du hochgelobte Liebe du, Und dich nicht eher mein ge⸗ nennet, Du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid und bin betrübt, Daß ich so spät ge⸗ liebt. 3. Du stehst voll treuer Liebe Noch einem jeden bei, Und wenn dir keiner bliebe, So bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sieget, Am Ende fühlt man sie, Weint bitterlich und schmieget Sich kindlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden: Olasse nicht von mir! Laß innig mich verbunden Auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder Auch wieder himmel— wärts Und sinken liebend nie— der Und fallen dir ans Herz. Novalis, geb. 1772 4 1801. (Joh. 14, 23.) 4. Ich lief verirrt und war verblendet, Ich suchte dich, und fand dich nicht; Ich hatte mich von dir gewendet Und liebte das geschaffne Licht; Nun aber ists durch dich geschehn, Daß ich dich hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, Daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; Ich danke dir, du Himmelswonne, Daß du mich froh und frei gemacht; Ich danke dir, du heil'ger Mund, Daß du ——0 sprichst gesund. 6. Erhalte mich in deinen Ste⸗ gen Und laß mich nicht mehr irre gehn; Laß meinen Fuß in deinen Wegen Nicht straucheln oder stille stehn; Erleuchte mir die Seele ganz, Du starker Him⸗ melsglanz! 264⁴ XVII. Christlicher SBinn und Wandel. 7. Gib meinen Augen süße Thränen; Gib meinem Herzen reine Glut; Laß meine Seele sich gewöhnen, Zu üben das, was Liebe thut; Laß meinen Geist, Sinn und Verstand Nur sein dir zugewandt! 8. Ich will dich lieben, meine Krone, Auch in der allergrößten Noth; Solang ich in der Hütte wohne, Will ich dich lieben, Herr und Gott; Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir das Herze bricht! Angelus Silesius, geb. 1624 4 1077⁷ Mel. Alles ist an Gottes Segen.(Joh. 17, 26.) 354. O wie selig sind die Seelen, Die mit Jesu sich ver— mählen, Die sein Lebenshauch durchweht, Daß ihr Herz mit heißem Triebe Stündlich nur auf seine Liebe Und auf seine Nähe geht! 2. O wer fasset ihre Würde, Die bei dieses Leibes Bürde Im Verborgnen schon sie schmückt! Alle Himmel sind zu wenig Für die Seele, der ihr König Sol— ches Siegel aufgedrückt. 3. Wenn die Seraphim mit Schrecken Sich vor seinem Glanz bedecken, Spiegelt sich sein Angesicht In der Seele, die ihn kennet Und von seiner Liebe brennet, Hier schon mit ent— hülltem Licht. 2 Kor. 3, 18. 4. Nach Jehovahs höchsten Eh— ren Wird in allen Himmelschö— ren Nichts, das herrlicher, ge— schaut, Als ein Herz, das er erlesen, Und mit dem das höchste Wesen Sich zu einem Geist vertraut. 1 Kor. 6, 17. Mel. Seelenbräutigam. 355. Dir ergeb ich mich, Jesu, ewiglich! Habe Dank für deine Liebe, Die mich zieht aus 5. Drum, wer wollte sonst was lieben, Und sich nicht be— ständig üben, Dieses Königs Freund zu sein? Muß man gleich dabei was leiden, Sich von allen Dingen scheiden, Bringts ein Tag doch wieder ein. 6. Schenke, Herr, auf meine Bitte Mir ein göttliches Ge— müthe, Einen königlichen Geist, Mich als dir verlobt zu tragen, Allem freudig abzusagen, Was nur Welt und irdisch heißt! 7. So will ich mich selbst nicht achten; Sollte gleich der Leib verschmachten, Bleib ich Jesu doch getreu; Sollt ich keinen Trost erblicken, Will ich mich damit erquicken, Daß ich mei— nes Jesu sei. 8. Ohne Fühlen will ich trauen, Bis die Zeit kommt, ihn zu schauen, Und vorbei die letzte Nacht, Da mein Geist zum obern Leben Aus der Tiefe darf entschweben Und nach seinem Bild erwacht. Ps. 17, 15. Nach Richter, geb. 1676 + 1711. (1 Joh. 2, 28 und 6.) reinem Triebe! Jesu, ewiglich Dir ergeb ich mich! 2. Deiner Liebe Glut Stärkt mir H freund mit Nacht her L . laß v 9on E hinfo Herlö hens 4. für ich el herm für“ „meine größten er Hütte en, Hert lieben, 18 Herze 62111⁰⁷⁷ te sonst nicht be⸗ Königs uh man Sich von Bringts n. uf meine hes Ge⸗ en Geist, Utragen, n, Was ißt! bst nicht der Leib ich Nsu 9 keinen ich mich ich mii⸗ Htrauen, A. Liebe zu Go mir Herz und Muth. Wenn du freundlich mich anblickest Und mit deinem Geist erquickest, Macht mich wohlgemuth Dei— ner Liebe Glut. 3. Meines Glaubens Licht Laß verlöschen nicht; Heile mich von Sünd und Schmerzen, Daß hinfort in meinem Herzen Ja verlösche nicht Meines Glau— bens Licht! 4. So werd ich in dir Bleiben für und für. Deine Liebe will ich ehren Und dein hohes Lob vermehren, Weil ich für und für Bleiben werd in dir. 5. Deinen Frieden gib Aus so großer Lieb Uns, den Dei— nen, die dich kennen Und nach dir sich Christen nennen: Denen du bist lieb, Deinen Frieden gib. 6. Wer der Welt abstirbt, Em⸗ sig sich bewirbt, Auf den Glau— ben fest zu bauen, Der wird tt und Christus. 265 bald mit Freuden schauen, Daß niemand verdirbt, Der der Welt abstirbt. 7. Nun ergreif ich dich, Du mein ganzes Ich! Nimmermehr will ich dich lassen, Sondern gläubig dich umfassen, Weil im Glaͤuben ich Nun ergreife dich. 8. Hier durch Kampf und Hohn, Dort die Ehrenkron; Hier im Hoffen und Vertrauen, Dort im Haben und im Schauen! Denn die Ehrenkron Folgt auf Kampf und Hohn. 9. Jesu hilf, daß ich Allhie ritterlich Alles durch dich über— winde Und in deinem Sieg empfinde, Wie so ritterlich Du gekämpft für mich! 10. Jesu, meine Ruh, Ew'ge Liebe du! Dein ist all mein Thun und Wallen, Nichts als du soll mir gefallen, Ew'ge Liebe du, Jesu, meine Ruh! Drese, geb. um 1630 4 1718. Mel. Wie schön leucht't.(Joh. 21, 17. 1 Kor. 2, 9. Röm. 5, 6 ꝛc. 1 Petri 1, 7 ꝛc.) 356. O Jesu, Jesu, Got⸗ lieben wollte; Je mehr mich tes Sohn, Mein Heiland auf deine Liebe zieht, Je mehr er⸗ dem Himmelsthron, Du meine kennt mein Herz und sieht, Daß Freud und Wonne! Du weißest, ich dich lieben sollte. Von dir daß ich rede wahr, Vor dir ist Laß mir Deine Güte Ins Ge⸗ alles sonnenklar, Ja klarer als müthe Lieblich fließen, So wird die Sonne; Herzlich Such ich sich die Lieb ergießen! Dir vor allen Zu gefallen 3. Durch deine Kraft treff ich Nichts auf Erden Kann und das Ziel, Daß ich, so viel ich soll mir lieber werden. kann und will, Dir allezeit an⸗ 2. Dies ist mein Schmerz, dies hange. Nichts auf der ganzen kränket mich, Daß ich nicht gnug weiten Welt, Nicht Pracht, kann lieben dich, Wie ich dich Lust, Ehre, Freud und Geld, 266 XVII. Christlicher Und was ich sonst erlange, Kann mich Ohn' dich Gnugsam laben; Ich muß haben Reine Liebe, Tröstung, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaffst seinem Her— zen Fried und Ruh, Erfreuest sein Gewissen; Es geh ihm, wie es geh auf Erd, Wenn Kreuz ihn noch so hart beschwert, Soll er doch dein genießen. Endlich Wird sich Nach dem Leide Volle Freude Bei dir finden; Dann muß alles Trauern schwinden. 5. Kein Ohr hat jemals es gehört, Kein Mensch gesehen noch gelehrt, Es kanns nie— mand beschreiben, Was denen dort für Herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit, Die in der Liebe bleiben! Was hier Von dir Wird gegeben, Unser Leben Sinn und Wandel. Zu ergetzen, Ist dagegen nichts zu schätzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, O Jesu, meine Freude sein, Daß ich dich herzlich liebe; Daß ich in dem, was dir ge— fällt, Was mir dein Wort vor Augen hält, Aus Liebe stets mich übe, Bis ich Endlich Werd abscheiden Und mit Freuden Zu dir kommen, Aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Freund— lichkeit, Die hochgelobt in Ewig— keit, In reiner Liebe schmecken, Und sehn dein liebreich Angesicht Mit unverwandtem Augenlicht, Ohn' alle Furcht und Schrecken. Reichlich Werd ich Dann er— quicket Und geschmücket Mit der Krone Stehn vor deinem Himmelsthrone. Heermann, geb. 1585 1647. Mel. Herzlich thut mich.(Ps. 78, 25—28.) 5/. Von dir will ich nicht der Gemüther, Mein Jesu, weichen, O weiche nicht von sbleibt der Preis! mir! In aller Dinge Reichen 3. Wenn bittres Leid mir Gleicht keine Güte dir. Wenn ich gen Himmel flöge, Wenn ich zum Brunn des Lichts Durch ferne Meere zöge,— Geliebt'res find ich nichts! 2. Bringt Edelstein und Schätze, Bringt Glück und Wonne her, Was ist, das mich ergetze, Fehlt mir mein Le— ben, Er? Bringt Kronen her und Güter, Bringt, was ein Wunsch nur weiß, Dir, Labsal sprießet In Furchen meiner Flur, Durch dich ists mir ver— süßet, Verwandler der Natur; Soll heut ich Lust genießen, Des Lebens Freudenwein, Noch will ich dir zu Füßen Ein treuer Jünger sein. 4. Geh ich durch Nacht und Nöthe, Bloß, hungrig und ver— bannt, Du bist mir Morgen— röthe, Brot, Heimat und Ge— wand. Wird voll mein Mund on Ge Herrsche les he dich alle 0. Di Ulnd se Dir mü Sderne Demutl sranze 35 ich ehre i Lel lht, Riten ickeite Rhach Hlbste Ange II N Ruel 0 v Nnz x Wohnt n fi u nichts lig dies Preude h liebe; dir ge Zort vor be stets ch Werd uden Zu sal ganz Freund inEwig hmecken, Angesicht igenlicht, schrecken. Hann er eH Mit deinem 3990 4 16⁴⁷ Jesu/ eid mir mleiner mir ver 1Natlr; genießen, in, Noch treuet acht ud und hel— Morgen und Ge⸗ 0 Mund A. Uiebe zu Gott und Cheistus 267 von Gaben, Glänzt um mich Herrscherschein, Ich kann es alles haben, Doch lieben dich allein. 5. Du lässest Felsen grünen Und schaffest Saat im Meer; Dir müssen Welten dienen, Und Sterne sind dein Heer. Doch Ddemuth blüht und Liebe Zum Kranze deiner Macht; Es bleibt Mel. Ach, waß soll lchn 358. Großer König, den ich ehre, Der durch seines Gei stes Lehre Angezündet mir sein Licht, Der jetzt und in allen Zeiten Durch viel tausend Gü tigkeiten An viel tausend Her zen spricht! 2. Sollt ich nicht daran ge denken, Dir mich wiederum zu schenken, Der du treulich mich bewachst, Und auch an dem trübsten Tage Meines Herzens bange Klage Schnell zu Licht und Freude machst? 3. Herr, mein Herz will ich dir geben; Dir soll es aufs neue leben, Denn du forderst es von mir; Dir soll es sich ganz verbinden Und den ange wohnten Sünden Ganz entsa gen für und für. I. Laß mich deinen Geist er neuen, Dir zu einem Tempel weihen, Der auf ewig heilig Mel. Nun ruhen alle.(Apostelgesch. 4, 1½ kein Auge trübe, Wo deine Milde lacht. 6. Weckt mich zum Kampf das Leben, So waffnet sie den Sinn; Will Schlummer mich umwe ben, Sie ist mir Wächterin; Und wird mein Leib erblassen, Ist sie des Friedens Thür. Von dir will ich nicht lassen, O lasse nicht von mir! Meyer, geb. 17¼ 1640, Under.(1 Kor. 6, 10, 20,) sei. Ach vertilge doch darin nen Eitle Lust und Furcht der Sinnen; Mache mich vollkom men freil 5. Laß mich kräftig von der Erden Himmelwärts gezogen werden; Zeuch, o zeuch mich ganz zu dir, Daß ich ganz zu dir bekehret, Ganz von deinem Geist verkläret Täglich habe dich in mir! 6. Mach mein Herz zu einem Garten, Wo der Tugend schön ste Arten Stehn in voller Lieb lichkeit; Offne drin die Le bensquelle, Die ohn'Ende sanft und helle Fließet in die Ewig leit! Voh. 4, 14 7. Nun so will ich dir mein Leben, Jesu, ganz zu eigen ge ben, Stehe mir in Gnaden bet; Gib, daßß ich zu allen Stunden Inniglich mit dir verbunden, Dir zur ew'gen Freude sei! Nach Angelutz Silestus, geb, 1024 + 167⁷ Röm. 6, 11. Kol,, 5, 26. Pf. 70,.) 359. Mein Alles, was ich Sei mein Herr Jesus Christ, liebe, Mein Alles, was ich übe, Weil ich in ihm besitze, Was 268 XVII. Christlicher einer Seele nütze, Was einem Menschen köstlich ist. 2. Das Herz kann nichts er⸗ gründen, Das nicht in ihm zu finden; Da wird es satt und voll. Denn dies ist Gottes Wille, Daß alle Gottesfülle In ihm leibhaftig wohnen soll. 3. Ich harre und begehre Ohn' Jesum keiner Ehre Und keines andern Lichts; Von Weisheit, von Ergetzen, Von Herrlichkeit und Schätzen Begehr ich ohne Jesum nichts. 4. Nur er soll mir auf Erden Zur Kunst und Weisheit werden, Mein Leitstern in der Zeit, Mein Schatz, der ewig währe, Mein Friede, meine Ehre, Mein Himmel, meine Seligkeit. 5. Wird einst die Seele schei— den, Daß sie aus diesem Leiden In Salems Thore tritt, Bring ich als Schmuck und Krone Sonst nichts vor Gottes Throne, Denn meines Jesu Namen mit. 6. Wenn ich das Weltgetüm⸗ mel, Die Erde und den Himmel, Mel. Wer weiß, wie nahe.(2 360. Ach, sagt mir nichts von Gold und Schätzen, Von Pracht und Schönheit dieser Welt! Es kann mich ja kein Ding ergetzen, Was mir die Welt vor Augen stellt. Ein je— der liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, Sinn und Wandel. Nur Jesum nicht verlier, So kann ich im Erkalten Das Beste doch behalten; An diesem Schatz genüget mir. 7. Ihr Sel'gen ohne Mängel, Ihr lichten Gottesengel, Ihr habt dies selbst bezeugt; Ihm jauchzen alle Geister, Es sind vor ihrem Meister Der Auser— wählten Knie' gebeugt. 8. Ihm will ich mich ergeben, In diesem Namen leben Und in ihm gläubig sein; In ihm auch herzlich lieben, Geduld in ihm nur üben; In Jesu bet ich auch allein. 9. Ich will in Jesu sterben, Ich will in Jesu erben, In Jesu auferstehn, In ihm gen Himmel faͤhren Und mit den sel'gen Scharen In seinem Licht ihn ewig sehn. 10. Weil ich zu allen Stunden Durch ihn mit Gott verbunden, Bei Gott und in Gott bin, So sei in Jesu Namen Auch dieses Lied nun Amen! Mein Heiland, nimm mich bald dahin! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 1769. Kor. 5, 14. 1 Joh. 2, 15—17.) Mein Kleinod und mein schön— stes Bild, An dem ich meine Augen weide Und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, Des Fleisches Schön⸗ heit bald zerfällt; Die Zeit kann ale das schenhäs der lieb Asum, 4. S Raht Rergeht Thron Ehren Gbigk⸗ wil Hein 9. S licht e Heilig Scmi Herble 01 Hor g slüh im T Venr luve sch Schn Fein; selch rlier, So Das Beste sem Schat e Mingel, igel, Iyr ugt; Im „Es sind der Auser⸗ . h ergeben, eben Und In ihn Geduld in esu bet ich su sterben, „ In Jesu jen Himmel en sebgen Licht ihn Stunden herbunden, it bin, So Auch dieses in Heiland in! b. 1090 f Ns. V.) mein schn“ ich mein. finde, Ein jede Ic liebe 4— It mit ihten eb Schöl⸗ gei im alle das verwüsten, Was Men⸗ schenhände hingestellt. Ein je— der liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, Sein Reich vergeht nicht mit der Zeit, Sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren Von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 5. Sein Reichthum läßt sich nicht ergründen, Sein hoch und heilig Angesicht, Und was von Schmuck um ihn zu finden, Verbleichet und veraltet nicht. Mel. 361. Eines wünsch ich mir vor allem andern, Eine Speise früh und spät; Selig läßts im Thränenthal sich wandern, Wenn dies Eine mit uns geht: Unverrückt auf einen Mann zu schauen, Der mit blut'gem Schweiß und Todesgrauen Auf sein Antlitz niedersank Und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, Wie er als ein stilles Lamm Dort so blutig und so bleich zu sehen, Hängend an des Kreuzes Stamm; Wie er dürstend rang um meine Seele, Daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, Und dann auch an mich gedacht, Als er rief: es ist A. Tiebe zu Gott und Christus. 269 Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Er kann mich über alles he— ben Und seiner Klarheit machen gleich; Er kann mir so viel Schätze geben, Daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, Solang ich wandre durch die Zeit, So wird er mirs doch wohl gewähren Im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum thu ich billig, was ich will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. Die wir uns allhie. Angelus Silesius, geb. 1624 + 1677. (Gal. 2, 20.) 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen Meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Fin— sterniß gesessen, Trugest du mit mir Geduld, Hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, Eh es auf des Hirten Ruf geachtet, Und mit theurem Lösegeld Mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein! Sprich du darauf ein Amen! Treuster Jesu, du bist mein! Drücke dei⸗ nen süßen Jesusnamen Bren⸗— nend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles lassen, In dir leben und in dir er⸗ blassen, Das sei bis zur letz⸗ ten Stund Unser Wandel, unser Bund! Knapp, geb. 1798 4 1864. vollbracht! XVII. Christlicher Sinn und Wandel. Eigene Mel.(Luk. 10, 42. Apostelgesch. 4, 12. Joh. 21, 17.) 362. Meinen Jesum ich er⸗ wähle, Einen Liebern find ich nicht; Seiner freut sich meine Seele, Jesus ist mein Lebens— licht. Darum, darum ruf ich dir Mit Begier: Komm, o Jesu, hole mich, hole mich; Meine Seele liebet dich! 2. Meinen Jesum ich erwähle, Weil er meine Schuld gebüßt; Jesus tröstet meine Seele, Er ists, der den Tod versüßt. Dar⸗ um, darum ruf ich dir Mit Be⸗ gier: Komm, o Jesu, hole mich, hole mich; MeineSeele liebet dich! 3. Meinen Jesum ich erwähle, Weil er hold und heilig ist; Stündlich suchet meine Seele 47 Eigene Mel.(1 Joh. 363. Wenn ich ihn nur habe, Wenn er mein nur ist; Wenn mein Herz bis hin zum Grabe Seine Treue nie ver— gißt, Weiß ich nichts von Leide, Fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude! 2. Wenn ich ihn nur habe, Laß ich alles gern, Folg an meinem Wanderstabe Treuge— Meinen Heiland, Jesum Christ. Darum, darum ruf ich dir Mit Begier: Komm, o Jesu, hole mich, hole mich; MeineSeele liebet dich! 4. Meinen Jesum ich erwähle; Er ists, dem ich in der Noth, Sterbend meinen Geist befehle; Jesus läßt mich nicht im Tod. Darum, darum ruf ich dir Mit Begier: Komm, oJesu, hole mich, hole mich; MeineSeele liebet dich! 5. Meinen Jesum ich erwähle, Ihm will ich einst rufen zu: „Jesu, mich zu denen zähle, Die da haben ew'ge Ruh.“ Darum, darum ruf ich dir Mit Begier: Komm, o Jesu, hole mich, hole michz MeineSeele liebet dich! Schwämlein, geb. 1632 + 1705. 5, 12. Ps. 73, 25 ꝛc.) sinnt nur meinem Herrn; Lasse still die andern Breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wo ich ihn nur habe, Ist mein Vaterland, Und es fällt mir jede Gabe Wie ein Erbtheil in die Hand. Längst vermißte Brüder Find ich nun in seinen Jüngern wieder. Novalis, geb. 1772 4 1801. B. Vertrauen auf Gott. Mel. Herzlich thut mich.(Ps. 37, 5, 364. Befiehl du deine We⸗wird auch Wege finden, Da ge, Und was dein Herze kränkt, Der allertreusten Pflege Deß, der den Himmel lenkt! Der Wolken, Luft und Winden Gibt Wege, Lauf und Bahn, Der dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, Wenn dirs soll wohl ergehn; Auf sein Werk mußt du schauen, Wenn dein Werk soll hestehn! Grämen Jein L gehmen; 3.Dein de, OV gut sei o chen Ge dann er starker K Stand u Rath ge 4. We AnMitt Hun i Gang Werk f Dein'! Wanmk Ersprieß 5. Un Hie wol doch oh zurücke genomn will, O Ren I 6. He Hoff m wird di dich de Rroßen! nur di shon choͤnste 4. Christ r Miit lemich, eldicht wãhle; Noth, efehle; N Tod. r Mit lemich, setdich wähle, en zu: zähle, Ruh.“ r Mit le mich, etdichl 21 V05. Lasse lichte, e, N à filt rbthel rmißte seinen bestehn! Mit Sorgen und mit Grämen Und mit selbsteigner Pein Läßt Gott sich gar nichts nehmen; Es muß erbeten sein. 3. Dein' ew'ge Treu und Gna— de, O Vater, siehet recht, Was gut sei oder schade Dem sterbli— chen Geschlecht; Und was du dann erlesen, Das treibst du, starker Held, Und bringst zum Stand und Wesen, Was deinem Rath gefällt. 4. Weg' hast du allerwegen, An Mitteln fehlt dirs nicht; Dein Thun ist lauter Segen, Dein Gang ist lauter Licht; Dein Werk kann niemand hindern, Dein' Arbeit darf nicht ruhn, Wann du, was deinen Kindern Ersprießlich ist, willt thun. 5. Und ob gleich alle Teufel Hie wollten widerstehn, So wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; Was er ihm vor⸗ genommen, Und was er haben will, Das muß doch endlich kom— men Zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, Hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, Da dich der Kummer plagt, Mit großen Gnaden rücken; Erwarte nur die Zeit, So wirst du schon erblicken Die Sonn der schönsten Freud! 1. Auf, auf, gib deinem Schmerze Und Sorgen gute Nacht; Laß fahren, was das Herze Betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Re⸗ B. Vertrauen auf Gott. 271 gente, Der alles führen soll; Gott sitzt im Regimente Und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten! Er ist ein weiser Fürst Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie ihm gebühret, Mit wun⸗ derbarem Rath Das Werk hin⸗ ausgeführet, Das dich beküm-— mert hat. 9. Er wird zwar eine Weile Mit seinem Trost verziehn Und thun an seinem Theile, Als hätt' in seinem Sinn Er deiner sich begeben, Und sollt'st du für und für In Angst und Nöthen schwe— ben, Als frag er nichts nach dir: 10. Wirds aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst, So wird er dich entbinden, Da du's am mindsten gläubst; Er wird dein Herz entladen Von der so schweren Last, Die du zu keinem Schaden Bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! Du hast und trägst da⸗ von Voll Danks und ohne Reue Den Sieg und Ehrenkron; Gott gibt dir selbst die Palmen In deine rechte Hand, Und du singst Freudenpsalmen Dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende An aller unsrer Noth; Stärk unsre Füß und Hände, Und laß bis in den Tod Uns allzeit deiner Pflege Und Treu befohlen sein: So gehen unsre Wege Gewiß zum Himmel ein! Gerhard, geb. 1606 4 1676 272 XVII. Christlicher Binn und Wandel. Mel. Wo ist mein Schäflein.(Ebr. 11, 2 ꝛc. 2 Kor. 4, 17 ꝛc. 5, 4 ꝛc. Phil. 1, 23.) 365. Es halten eitele Ge— müther Die Erde für ihr Va⸗ terland; Wer aber Jesum hat erkannt Und die wahrhaft'gen Himmelsgüter, Der sieht den ganzen Kreis der Erden Für eine fremde Hütte an Und seh— net sich, erlöst zu werden Von dieser rauhen Pilgerbahn. 2. Kein Fluß kann so zum Meere laufen, Kein Stein eilt so der Tiefe zu, Als wie ein Christ zur Himmelsruh Hinweg— eilt von dem Erdenhaufen. Ob seine Füß die Welt berühren, So ist das Haupt doch in der Höh; Er sucht den Wandel so zu führen, Daß Herz und Sinn im Himmel steh. 3. Dies Heimweh gottverlob— ter Herzen Vermehrt sich bei der Kreuzeslast; Man hat auf Er— den keine Rast Bei Seelen⸗ oder Leibesschmerzen. Wann sich die Trübsalsflut ergießet, So wird der engen Brust gar bang, Bis unsre Lebenszeit verfließet; Ach Gott, heißt es, wie lang, wie lang! 4. Da hat ein Paulus Lust zu scheiden; Ein Abraham ist le— benssatt; Da wird ein Hiob müd und matt Vor langem Seh— nen in dem Leidenz Elias wünscht Eigene Mel.(Sir. 2, 3. bei seinem Wandern Zu schlie— ßen den betrübten Lauf; Von einem Morgen bis zum andern Sieht David nach der Hilfe auf. 5. Doch ist dies Eilen zu dem Himmel Gemäßigt mit Gelas— senheit; Man wartet auf die rechte Zeit, Die zur Erlösung vom Getümmel Des Allerhöch— sten Rath beliebet; Man setzt Gott weder Maß noch Ziel, Und wird das Herz gleich lang betrübet, So ist es ihm doch nie zu viel. 6. Der Herr, der über Tod und Leben Die unumschränkte Herrschaft hat, Wird seinen Kindern nie zu spat Die lang verlangte Freiheit geben. Ein selig End muß alles wenden, Was anfangs unerträglich war, Und Gott reicht selbst mit sei— nen Händen Den Lohn für al⸗ len Jammer dar. 7. Wir, die wir auf der Erde wallen, Verlangen, daß zu rech⸗ ter Zeit Auch unser Abschied aus dem Streit Dem frommen Gott mag wohlgefallen. Du, Jesu, wollst uns Huld erwei— sen, Daß wir dazu bereitet stehn Und uns auch so der Welt entreißen, Damit wir froh gen Himmel gehn. ö Marperger, geb. 1681 4 1746. Jes. 43, 1. 2. Ps. 23.) 366. Von Gott will ich Straßen, Wenn ich geh in der nicht lassen, Denn er läßt nicht Irr. Er reicht mir seine Hand; von mir, Führt mich zur rechten Den Abend wie den Morgen währt; Befreit den, Vo den, J Tod. 3. Aul In meit Helfer wendet heimgef Seel u Herrne ihm gef 4. Es len, D Er mei Und sch Den ei welchen 3 M sehenden Oc 1„.) chlie⸗ Von ndern e auf. u dem Helas⸗ f die ösung rhoch⸗ setzt Ziel, lang ch nie Tod ränkte seinen e lang Ein enden, war, it sei⸗ für al⸗ Erde urech⸗ lschild ommen Du, erwei⸗ hereitet + Welt oh gen 11 in der Hand; Norgen B. Vertrauen auf Gott. 273 Will er mich wohl versorgen, unsre Seelen nähret: Lobt ihn Wo ich auch bin im Land. 2. Wenn sich der Menschen Treue Und Wohlthat all ver⸗ kehrt, So wird mir bald aufs neue Die Huld des Herrn be— währt; Er hilft aus aller Noth, Befreit von Sünd und Schan⸗ den, Von Ketten und von Ban⸗ den, Ja wenns auch wär der Tod. Ps. 113, 8 ꝛc. 3. Auf ihn will ich vertrauen In meiner schweren Zeit; Mein Helfer läßt sich schauen Und wendet jedes Leid. Ihm sei es heimgestellt! Mein Leib und Seel und Leben Sei Gott dem Herrn ergeben; Er machs wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefal⸗ len, Denn was uns nützlich ist; Er meints gut mit uns allen Und schenkt uns Jesum Christ, Den eingebornen Sohn, Durch welchen Gott bescheret, Was Mel. Nun ruhen alle Wälder. 367. In allen meinen Tha⸗ ten Lass' ich den Höchsten rathen, Der alles kann und hat; Er muß zu allen Dingen, Solls anders wohl gelingen, Selbst geben (guten) Rath und That. 2. Nichts ist es spät und frühe Um alle meine Mühe, Vergeb— lich alle Kunst; Er mags mit mei⸗ nen Sachen Nach seinem Willen im Himmelsthron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, Die er uns beide schenkt! Wie selig ist die Stun— de, Darin man sein gedenkt! Verderbt wird sonst die Zeit, Die man verlebt auf Erden; Wir sollen selig werden Und sein in Ewigkeit. 6. Darum, ob ich schon dulde Hie Widerwärtigkeit, Wie ichs auch wohl verschulde, Kommt doch die Ewigkeit, Die, aller Freuden voll Und ohne Schrank' und Ende, Durch Christi treue Hände Mir einst sich aufthun soll. 7. Das ist des Vaters Wille, Der uns erschaffen hat; Sein Sohn gibt uns die Fülle Der Wahrheit und der Gnad; Sein heil'ger Geist im Fleiß Des Glaubens uns regieret Und nach dem Himmel führet: Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Helmbold, geb. 1532 4 1598. (Ps. 55, 23. 1 Sam. 3, 18.) machen, Ich stells in seine Gnad und) Gunst. 3. Es kann mir nichts ge⸗ schehen, Denn was Gott hat er⸗ sehen, Und was mir selig ist; Ich nehm es, wie ers gibet, Was ihm von mir beliebet, Das hab ich auch(getrost) erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, Die mich für allem Schaden, »Anm. Das Lied hat auch eine eigene Melodie, bei welcher aber die in Klammern stehenden Worte am Ende jeden Verses nicht gesungen werden dürfen. Gesangbuch für die evangelische Kirche. 274 XVII. Christlicher Sinn und Wandel. Für allem übel schützt; Leb ich nach seinen Sätzen, So wird mich nichts verletzen Und gar) nichts fehlen, was mir nützt. 5. Er wolle meiner Sünden In Gnaden mich entbinden, Durchstreichen meine Schuld; Er wird auf mein Verbrechen Nicht stracks das Urtheil sprechen, Und haben noch(mit mir) Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, Erwach ich frühe wieder, Lieg oder ziehe fort, In Schwachheit und in Banden, Und was mir stoßt zuhanden, Da tröstet mich sein(heiligs) Wort. 7. Hat er es dann beschlossen, So will ich unverdrossen An mein Verhängniß gehn; Kein Unfall unter allen Wird mir zu hart je fallen, Ich will(mit Gott) ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, Zu sterben und zu leben, So wie er mirs gebeut: Es sei heut oder morgen, Dafür laß ich ihn sorgen, Er weiß die beste(Stund und) Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine Und traue dem alleine, Der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, Dein Vater in der Höhe Weiß allen(deinen) Sachen Rath. Flemming, geb. 1609 4 1640. Eigene Mel.(Ebr. 10, 35. Ps. 37, 37-39. 62.) 368. Wer nur den lieben Gott läßt walten Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar erhalten In aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, Der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schwe— ren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen Be— seufzen unser Ungemach? Wir kunft ändert oft sehr viel Und machen unser Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigkeit. 3. Zu Gott sei deine Seele stille Und stets mit seinem Rath vergnügt; Erwarte, wie sein guter Wille Zu deinem Wohl— ergehn es fügt! Gott, der uns ihm hat auserwählt, Weiß doch am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freu⸗ denstunden, Er weiß wohl, was uns nützlich sei; Wenn er uns nur hat treu erfunden Und mer⸗ ket keine Heuchelei, So kommt er, eh wirs uns versehn, Und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drang⸗ salshitze, Daß du von Gott verlassen bist, Und daß ihm der im Schoße sitze, Der reich und groß und mächtig ist. Die Zu— setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott geringe Sa⸗ schen Und seiner Allmacht gilt es gleich, Den Reichen klein und arm zu machen, Den Armen aber groß und reich; Er ists, der Wunder stets gethan Und stür⸗ zen und erhöhen kann. 1Sam.2,7 7. Si Gottes Mficht seinem! 369 selig, selig, u lich! A mit uns nicht ka Vege f gerad, der zu! wunder triumpf Rath. 2. Di auf Ge nunft Du kar Schwer aufloöse n An Kein mir zu cmit geben, „ So i heut ich ihn Stund seine er dich wie es Höhe Zachen 1 1040. Freu⸗ „ was uns d mer⸗ kommt Und hehn. Drang⸗ Golt m der ich und ie Zu⸗ Und 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, Verrichte deine Pflicht getreu, Trau ihm und seinem reichen Segen, So wird Eigene Mel.(Ps. 4, 4. Jes. 28, 369. So führst du doch recht selig, Herr, die Deinen, Ja selig, und doch meist verwunder— lich! Wie könntest du es böse mit uns meinen, Da deine Treu nicht kann verleugnen sich? Die Wege sind oft krumm und doch gerad, Darauf du läßst die Kin⸗ der zu dir gehn; Da pflegts oft wunderseltsam auszusehn, Doch triumphirt zuletzt dein hoher Rath. 2. Du willst dein Werk nicht auf Gesetze bauen, So die Ver— nunft und gute Meinung stellt; Du kannst den Knoten mit dem Schwert zerhauen Und sanft auflösen, wie es dir gefällt. Du reißest wohl die stärksten Band entzwei; Was sich entge— gensetzt, muß sinken hin; Ein Wort bricht oft den allerhärtsten Sinn; Dann geht dein Fuß auch durch Umwege frei. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, Theilt dein Verstand in Ost und Westen aus; Was mancher unter Joch und Last will biegen, Setzt dei⸗ ne Hand frei an der Sterne Haus. Die Welt zerreißt, und du verknüpfst in Kraft; Sie bricht, du baust; sie baut, du reißest ein; Ihr Glanz muß B. Vertrauen auf Gott. 275 er täglich bei dir neu! Denn wer nur seine Zuversicht Auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Neumark, geb. 1621 4 1681. 29. 55, 8 ꝛc. 1 Kor. 1, 27—20.) dir ein dunkler Schatten sein; Dein Geist bei Todten Kraft und Leben schafft. 4. Wen die Vernunft oft fromm und selig preiset, Den hast du schon aus deinem Buch gethan; Und wem die Welt dies Zeug⸗ niß nicht erweiset, Den führst du in der Still doch himmelan; Den Tisch der Pharisäer läßst du stehn Und speisest mit den Sündern, sprichst sie frei. Wer weiß, was öfters deine Absicht sei? Wer kann der tiefsten Weis⸗ heit Abgrund sehn? 5. Was alles ist, gilt nichts vor deinen Augen; Was nichts ist, hast du, großer Gott, recht lieb) Der Worte Pracht und Ruhm mag dir nicht taugen, Du gibst die Kraft durch deines Geistes Trieb. Die besten Werke bringen dir kein Lob, Sie sind versteckt: der Blinde geht vor⸗ bei; Wer Augen hat, sieht sie, doch nie so frei. Die Sa— chen sind zu klar, der Sinn zu grob. Sir. 43, 36 ꝛ 6. O Herrscher, sei von uns gebenedeiet, Der du uns tödtest und lebendig machst! Wenn uns dein Wort der Weisheit Schatz verleihet, So sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst. Die . 276 XVII. Christlicher HSinn und Wandel. Weisheit spielt mit uns,“ wir spielen mit; Bei uns zu woh⸗ nen ist ihr lauter Lust; Die re⸗ get sich in deiner Vaterbrust Und gängelt uns mit zarter Kinder Schritt. Sprüche 8, 30 ꝛc. 7. Bald scheinst du etwas hart uns anzugreifen, Bald fährest du mit uns ganz säuberlich; Geschiehts, daß unser Sinn sucht auszuschweifen, So weist die Zucht uns wieder hin auf dich. Da gehn wir dann mit blöden Augen hin, Du blickst uns an,? wir sagen Bess'rung zu; Drauf schenkt dein Geist dem Herzen wieder Ruh Und hält im Zaum den ausgeschweiften Sinn. Luk. 22, 61 ꝛc. 8. Du kennst, o Vater, wohl das schwache Wesen, Die Un-⸗ macht und der Sinnen Unver⸗ stand; Man kann uns fast an unsrer Stirne lesen, Wie es um schwache Kinder sei bewandt. Drum greifst du zu und hältst und trägest sie, Brauchst Va⸗ terrecht und zeigest Muttertreu; Wo niemand meint, daß etwas deine sei, Da hegst du deine Schaf und läßst sie nie. 9. Also gehst du nicht die ge— meinen Wege, Dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, Damit du sehst, was sich im Herzen rege, Wann du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Wi⸗ derspiel legst du vor Augen dar Von dem, was du in deinem Sinne hast; Wer meint, er habe deinen Rath gefaßt, Der wird am End ein Andres oft gewahr. 10. O Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, Gib mir des scharfen Blickes Sicherheit, Der die Natur von Gnade un⸗ terscheidet, Das eigne Licht von deiner Heiterkeit! Laß doch mein thöricht Herz dich meistern nicht, Brich ganz entzwei den Willen, der sich liebt, Erweck die Lust, die sich nur dir ergibt Und ta⸗ delt nie dein heimliches Gericht! 11. Will etwa die Vernunft dir widersprechen Und schüttelt ihren Kopf zu deinem Weg, So wollst du ihre Festung so zer— brechen,“ Daß ihre Höhe sich bei Zeiten leg! Kein fremdes Feu'r** entzünde sich bei mir, Das ich vor dich in Thorheit bringen möcht, Womit ich gar dir zu gefallen dächt. Ach selig, wer sein Licht empfängt von dir! *2 Kor. 10, 4. 5. 3 Mos. 10, 1 ꝛc. 12. So zieh mich denn hinein in deinen Willen, Und trag und heg und führ dein armes Kind! Dein innres Zeugniß soll den Zweifel stillen,“ Dein Geist die Furcht und Lüste überwind'! Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein; Dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir, Ich brenne nur nach dir in Heilsbe— gier; Wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein! Röm. 8, 15 0. 13. Drum muß die Kreatur mir immer dienen; Kein Engel schämt schz D hollende Brüder Wie oft 370. Gott, zi nem W Güte m vergnüg Will ist Dieweil Der 3 oft Trug b mit rheit, e un⸗ ht von mein nicht, Zillen, Lust, nd ta⸗ ericht! rnunft hüttelt 9j So so zer⸗ he sich endes mir, horheit ich gar selig, on dir! 10, 1 ¹. hinein ag und ö Kind! ll den Geist wind'! in dein eist regt. ir, 0 heilobe⸗ h deinet 9, 15 1. reatl Eage schämt nun der Gemeinschaft sich; Die Geister, die vor dir vollendet grünen, Sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist Mel. Wer nur den lieben Gott. 370. Ich bin in dir, mein Gott, zufrieden Und halte dei⸗ nem Willen still; Was deine Güte mir beschieden, Mit dem vergnüget sich mein Will; Mein Will ist zwar nicht ferner mein, Dieweil er dein beginnt zu sein. 2. Willst du mich auf das Siechbett legen? Ich will. Soll ich in Mangel sein? Ich will. Soll sich ein Unfall regen? Ich will. Und willst du, daß ich wein'? Ich will. Und gibst du mich dem Tod? Ich will. Dein Will gescheh, o Gott! 3. Willst du mich in dem Him⸗ mel haben? Herr, dies ist mei⸗ nes Wunsches Ziel. Soll Tod und Hölle mich begraben? Ich Mel. Ermuntre dich, 371. Du bist ein Mensch, das weißt du wohl; Was strebst du denn nach Dingen, Die Gott der Herr alleine soll Und kann zu Stande bringen? Du fährst mit deinem Witz und Sinn Durch so viel tausend Sorgen hin Und denkst: wie wills auf Erden Doch endlich mit mir werden? 2. Es ist umsonst; du wirst fürwahr Mit allem deinem Dich— B. Vertrauen auf Gott. 277 ein Herz, Das dich und mich und alle Christen liebt! Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freudenquell! Weich ewig, aller Schmerzl„Ebr. 12, 22. Arnold, geb. 1666 4 1714. (Matth. 26, 39. Ebr. 12, 14.) weiß, Herr, dies ist nicht dein Will; Daß solches nicht ge— schehen sollt, Hat deines Soh⸗ nes Tod gewollt. 4. Sein Tod verklärt mir dei⸗ nen Willen, Dein Will ist: daß ich heilig sei. So will ich zwar; doch das Erfüllen Verhin⸗ dert leider mancherlei: Bald will sich Unwill mengen ein, Bald Muthwill mein Beherrscher sein. 5. Nicht so, mein Herz! Was Gott dir gibet, Bös oder gut, nimm willig an! Weg Eigen⸗ will! Was Gott beliebet, Das sei mit Lust von mir gethan! Ja, ja, mein Herz ruht sanft und still: Es wählt, es will, was mein Gott will! Ingolstetter, geb. 1638 4 1711. mein.(1 Petri 5, 7.) ten Und aller Sorgen großer Schar Das Kleinste nicht aus— richten; Es dient dein Gram sonst nirgends zu, Als daß du dich aus deiner Ruh In Angst und Schmerzen stürzest Und selbst dein Leben kürzest. 3. Willst du was thun, das Gott gefällt Und dir zum Heil gedeihet, So wirf die Sorgen auf den Held, Den Erd und Himmel scheuet; Und gib dein 278 XVII. Christlicher Leben, Thun und Stand Nur fröhlich hin in Gottes Hand, So wird er deinen Sachen Ein fröhlich Ende machen! 4. Wie oft bist du in große Noth Durch eignen Willen kom⸗ men, Da dein bethörter Sinn den Tod Fürs Leben angenom— men! Und hätte Gott dein Werk und That Ergehen lassen nach dem Rath, In dem du's ange— fangen, Du wärst zu Grunde gangen. 5. Der aber, der uns ewig liebt, Macht gut, was wir ver— wirren; Erfreut, wo wir uns selbst betrübt, Und führt uns, wo wir irren. Und dazu treibt ihn sein Gemüth Und die so reine Vatergüt, In der uns arme Sünder Er trägt als seine Kinder. 6. Ach, wie so oftmals schweigt er still, Und thut doch, was uns nützet, Da unterdessen un⸗ ser Will Und Herz in Angsten sitzet, Sucht hier und da, und Sinn und Wandel. aus der Angst sich winden, Und kann den Weg nicht finden! 7. Gott aber geht gerade fort Auf seinen weisen Wegen, Er geht und bringt uns an den Port, Da Wind und Sturm sich legen; Hernachmals, wann das Werk geschehn, Kann erst der Mensch mit Augen sehn, Was der, so ihn regieret, In seinem Rath geführet. 8. Drum, liebes Herz, sei wohlgemuth Und laß von Sorg und Grämen! Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, Dein Bestes vorzunehmen; Er kanns nicht lassen, glaube mir, Sein Vaterherz ist gegen dir Und uns hier allzusammen Voll ew'ger Liebesflammen. 9. Thu als ein Kind und lege dich In deines Vaters Arme; Bitt ihn und flehe, daß er sich Dein, wie er pflegt, erbarme: So wird er dich durch seinen Geist Auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, Nach wohlvoll— findet nichts, Will sehn und brachtem Ringen Aus allen mangelt doch des Lichts, Will Sorgen bringen. Gerhard, geb. 1606 4 1676. Mel. O du Liebe meiner Liebe.(Ps. 62. Jes. 40, 31.) 372. Was von außen und2. Herr, du bist mein Fels auf von innen Täglich meine Seele Erden, Da ich still und sicher drückt, Und hält mir Gemüth steh; Deine Hilfe muß mir wer— und Sinnen Unter seiner Last den, Wenn ich aufwärts zu dir gebückt, In dem allem ist dein seh; Dein Schutz ist mein Trutz Wille, Gott, der aller Unruh alleine Gegen Sünde, Noth und wehrt Und mein Herz hält in Spott: Denn mein Leiden ist das der Stille, Bis es deine Hilf deine, Weil ich dein bin, o mein erfährt. Gott. 3. Au Liden eilt; D mer sche so lang mein g nur all⸗ steht me du solch 4. Be Ehre, Willst mehre, mich n Feind unter mich f schirmt 5. Li⸗ dig Ei Er ist Bleibt .eu Klopft Und Schütt b. A lingen Hoffm und Haup wann m erst shn, t, In z, sei u Sorg at ein Dein fanns Sein nd uns ewv'ger nd lege Arme; zer sih barme: seinen du jeht ohlool⸗ allen 06 1 15. hels auf d sichet zu dir 2 in Tellh othund n istda 0 meilt 3. Auf dich harr ich, wenn das Leiden Nicht so bald zum Ende eilt; Dich und mich kanns nim⸗ mer scheiden, Wenns gleich noch so lang verweilt. Und auch dies mein gläubig Hoffen Hab ich nur allein von dir; Durch dich steht mein Herz dir offen, Daß du solches schaffst in mir. 4. Bei dir ist mein Heil und Ehre, Meine starke Zuversicht; Willst du, daß die Noth sich mehre, Weiß ich doch, du läßst mich nicht. Denket mich der Feind zu fällen Und zu treten unter sich, Will ich auf den Fels mich stellen, Der erhält und schirmet mich. 5. Liebe Seelen, traut bestän⸗ dig Eurem ewig treuen Hort! Er ist Gott und ist lebendig, Bleibt euch nah an jedem Ort; Ist euch irgend Hilfe nöthig, Klopft nur an, er ist zu Haus Und zu jeder Hilf erbötig; Schüttet euer Herz nur aus! 6. Aber wie kanns dem ge⸗ lingen, Der aufs Fleisch die Hoffnung stellt? Bei den Hohen und Geringen Ist kein Trost, B. Vertrauen auf Gott. 279 der Probe hält; Traut doch lie— ber auf den Einen, Welcher Lieb und Allmacht hat; Daß er helfen kann den Seinen, Das beweist er mit der That. 7. Eins mit dir, Gott, meine Feste, Geh ich in der Stille hin; Denn zuletzt kommt doch das Beste, Und das End ist mein Gewinn. Deine Allmacht hilft mir tragen, Deine Lieb versüßet mir Alles Bittre, alle Plagen; Darum bin ich still zu dir. 8. Laß es nur, o Seele, gehen, Wie es geht, und sorge nicht! Endlich wirst du dennoch sehen, Daß Gott übt ein recht Gericht. Hier schon ist er deine Stärke, Daß dir gar nichts schaden kann; Dort vergilt er alle Werke, Die du hier in ihm gethan. 9. Breit, o Herr, doch deine Güte Über mich, nimm mich in dich, So wird hinfort mein Gemüthe Stille bleiben ewig— lich! Werde alles und in allen! Gib uns, daß wir dir allein Trachten allzeit zu gefallen, So wird alles stille sein! Francke, geb. 1663 4 1727. Mel. Valet will ich.(Ps. 16, 8. Röm. 8, 14 ꝛc. 26 ꝛc. 31—39.) 373. Ist Gott für mich, so trete Gleich alles wider mich; So oft ich ruf und bete, Weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde Und bin geliebt bei Gott, Was kann mir thun der Feinde Und Wi⸗ dersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, Ich rühms auch ohne Scheu, Daß Gott, der Höchst und Beste, Mir herzlich günstig sei, Und daß in allen Fällen Er mir zur Rechten steh Und dämpfe Sturm und Wellen, Und was mir bringet Weh. 280 XVII. Christlicher 3. Der Grund, darauf ich gründe, Ist Christus und sein Blut, Das machet, daß ich finde Das ewig wahre Gut. An mir und meinem Leben Ist nichts auf dieser Erd; Was Christus mir gegeben, Das ist der Liebe werth. 4. Er ist mein Ruhm und Ehre, Mein Glanz und schönstes Licht; Wenn der nicht in mir wäre, Könnt ich bestehen nicht. In ihm kann ich mich freuen, Hab einen Heldenmuth, Darf kein Gerichte scheuen, Wie sonst ein Sünder thut. 5. Nichts, nichts kann mich verdammen, Nichts macht hin— fort mir Schmerz; Die Höll und ihre Flammen, Sie ängsten nicht mein Herzz; Kein Ur— theil mich erschrecket, Kein Un— heil mich betrübt, Weil mich mit Flügeln decket Mein Hei⸗ land, der mich liebt. Röm. 8, 1. 6. Sein Geist wohnt mir im Herzen, Regieret meinen Sinn, Vertreibet Sorg und Schmer⸗ zen, Nimmt allen Kummer hin, Gibt Segen und Gedeihen Dem, das er in mir schafft, Und hilft mir„Abba!“ schreien In rechter Glaubenskraft. 7. Bin ich an meinem Orte Ein schwach und furchtsam Kind, So seufzt und spricht er Worte, Die unaussprechlich sind Mir zwar und meinem Munde, Dem aber wohl bewußt, Der an des Her— zens Grunde Ersiehet seine Lust. inn und Wandel. 8. Sein Geist spricht meinem Geiste Manch süßes Trostwort zu: Wie Gott dem Hilfe leiste, Der bei ihm suchet Ruh, Und wie er hab erbauet Ein' edle neue Stadt, Da Aug und Herze schauet, Was es geglaubet hat. 9. Da steht mein Theil und Erbe Bereit in Pracht und Licht; Wenn ich gleich fall und sterbe, Fällt doch mein Himmel nicht; Durchseufz' ich auch hienieden Mit Thränen manche Zeit, Mein Jesus und sein Frieden Durchsüßet alles Leid. 10. Die Welt, die mag zer— brechen, Du Gott, stehst ewiglich. Nicht Haß und Qual der Fre— chen Soll trennen mich und dich; Kein Hunger und kein Dürsten, Nicht Armut oder Pein, Kein Zorn von großen Fürsten Soll mir zur Hind'rung sein. 11. Kein Engel, keine Freuden, Kein Thron noch Herrlichkeit, Kein Lieben und kein Lei— den, Nicht Angst noch Fährlich— keit, Was man nur kann er⸗ denken, Es sei klein oder groß, Der keines soll mich lenken Aus deinem Arm und Schoß. 12. Mein Herz beginnt zu springen Und kann nicht trau— rig sein, Ist voller Freud und Singen, Sieht lauter Sonnen⸗ schein. Die Sonne, die mir lachet, Ist mein Herr Jesus Christ; Das, was mich singen machet, Ist, was im Himmel ist. Gerhard, geb. 1606 4 1676. 37⁴ auf me Glüͤck der mi ganzer die Wel mich in und V. 2. Er Wie Bestimt Mein( Was z ein S bens wäre? 3. G. begehr bitte, gewäh heit li Stets! mir er gesche einem twort leiste, Und edle Herze hat. und lLicht; sterbe, nicht; nieden Zeit, rieden g zer⸗ iglich. Fre⸗ d dichz irsten, Kein Soll euden, ichkeit, Lei⸗ hrlich⸗ in el⸗ ö groß⸗ Aus nt zu trau⸗ Id und annen⸗ mir gesus singen immel B. Vertrauen auf Gott. Mel. Was Gott thut.(Sprüche 3, 5. 6.) 374. Auf Gott und nicht auf meinen Rath Will ich mein Glück stets bauen, Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt Allmächtig hält, Wird mich in meinen Tagen Als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, Wie viel mir nützen würde, Bestimmte meine Lebenszeit, Mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, Der zu des Glau⸗ bens Ehre Nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh ich bat, gewährt, Wenns seine Weis⸗ heit litte. Er sorgt für mich Stets väterlich; Nicht, was ich mir ersehe, Sein Wille, der geschehe! Eigene Mel.(Jes. 375. Gott wills machen, Daß die Sachen Gehen, wie es heilsam ist; Laß die Wellen Höher schwellen, Wenn du nur bei Jesu bist! 2. Wer sich kränket, Weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, Wird mit Klagen Nur sich plagen, Drin der Unglaub leidet Straf. Matth. 8, 25—27. 3. Du Verächter! Gott, dein Wächter, Schläfet ja und schlum⸗ mert nicht; Zu den Höhen Auf⸗ 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück Weit schwerer oft zu tra⸗ gen, Als selbst das widrige Ge⸗ schick, Bei dessen Last wir kla⸗ gen? Die größte Noth Hebt einst der Tod, Und Ehre, Glück und Habe Verläßt uns doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, Läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht Sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath Vor Augen hat, Dem wird ein gut Gewis⸗ sen Die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herr⸗ lichkeit? Wie bald ist sie ver⸗ schwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists über⸗ wunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröh⸗ lich, ihr Gerechten, Der Herr hilft seinen Knechten! Gellert, geb. 1715 4 1769. 30, 15. 40, 26 ꝛc.) zusehen, Wäre deine Glaubens⸗— pflicht. Ps. 121. 4. Im Verweilen Und im Ei⸗ len Bleibet stets sein Vater⸗ herz; Laß dein Weinen Bitter scheinen, Dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz! 5. Glaub nur feste, Daß das Beste Über dich beschlossen sei; Wenn dein Wille Nur ist stille, Wirst du von dem Kummer frei. 6. Willst du wanken In Ge⸗ danken, Senk dich in Gelassen⸗ 282 XVII. Christlicher heit; Laß den sorgen, Der auch morgen Herr ist über Leid und Freud! 7. Gottes Hände Sind ohn' Ende, Sein Vermögen hat kein Ziel; Ists beschwerlich, Scheints gefährlich, Deinem Gott ist nichts zu viel. 8. Seine Wunder Sind der Zunder, Da der Glaube Feuer fängt; Alle Thaten Sind ge⸗ rathen Jedesmal, wie ers ver⸗ hängt. 9. Wann die Stunden Sich gefunden, Bricht die Hilf mit Macht herein; Und dein Grä⸗ men Zu beschämen, Wird es unversehens sein. 10. Eignen Willen Zu er⸗ füllen, Leidet sichs noch ziemlich wohl; Da ist Plage, Noth und Klage, Wo man leiden muß und soll. Mel. Nun laßt uns Gott, dem 376. Die ihr bei Jesu blei⸗ bet, Deß Wort euch führt und treibet, Die ihr nicht von ihm gehet, Weil ihr sein Herz ver⸗ stehet: 2. Was speist euch doch, ihr Armen? Das göttliche Erbar— men; Das segnet ganz verbor⸗ gen Auch ohne eure Sorgen. 3. Wenn wir von Tag zu Ta⸗ gen Die Nothdurft überschlagen Und rechnen dann die Menge, So sind wir im Gedränge; 4. Doch wenn wir mit Ver⸗ trauen Ihm auf die Hände Sinn und Wandel. 11. Drum wohl denen, Die sich sehnen Nach der stillen Wil— lensruh! Auf das Wollen Fällt dem Sollen Bald auch das Voll⸗ bringen zu. 12. Mehr zu preisen Sind die Weisen, Die schon in der Übung stehn, Die das Leiden Und die Freuden Nur mit Hiobs Augen sehn. Hiob 1, 5. 2I. 13. Nun so trage Deine Plage Fein getrost und mit Ge— duld! Wer das Leiden Will vermeiden, Häufet seine Sün⸗ denschuld. 14. Aber denen, Die mit Thrä⸗ nen Küssen ihres Jesu Joch, Wird die Krone Vor dem Thro⸗ ne Ihres Heilands werden noch. 15. Amen, Amen! In dem Namen Meines Jesu halt ich still: Es geschehe Und ergehe, Wie und wann und was er will! Herrnschmid, geb. 1675 4 1723. Herren.(Matth. 14, 15—21.) schauen, So nähret allerwegen Uns ein geheimer Segen. 5. Wie dieses mag geschehen, Das kann man nicht verstehen; Allein man sieht am Ende, Es gieng durch Gottes Hände. 6. Man wundert sich und prei⸗ set Den Herrn, der uns gespeiset; Man glaubt von Herzensgrunde. Und dankt mit frohem Munde. 7. Kommt her und singt zu— sammen: Wir rühmen deinen Namen! Du, Herr, bist unser König, Dir sind wir unterthä— nig! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. 377 Christu ihr E. euch, meinen euer K euch, nach! 2.— euch fü leben; get mi schweh weise tig we . 0 thigkei Mein der Ze Mein und schaut . schädl meide V 37 zieh. gen Velt die Jum och Glau Glar „Die Wil⸗ Fällt Voll⸗ nd die u der Leiden Hiobs 1, b. N. Deine it Ge⸗ Will Sün⸗ Thrä⸗ Joch, Thro⸗ noch. udem alt ich rgehe, will! 4 1⁷³. wegen chehen, stehen E/ Es e. prei⸗ sheiset grunde unde. agt Zů⸗ peinen Tus lerthã⸗ 91 ⸗ C. Uachfolge Christi. O. Nachfolge Christi. Mel. Auf, Christenmensch.(Matth. 16, 24. 10, 38. 2 Tim. 2, 5.) 377.„Mir nach!“ spricht Christus, unser Held, Mir nach, ihr Christen alle! Verleugnet euch, verlaßt die Welt, Folgt meinem Ruf und Schalle! Nehmt euer Kreuz und Ungemach Auf euch, folgt meinem Wandel nach!“ 2.„Ich bin das Licht, ich leucht euch für Mit heil'gem Tugend⸗ leben; Wer zu mir kommt und fol⸗ get mir, Darf nicht im Finstern schweben: Ich bin der Weg, ich weise wohl, Wie man wahrhaf⸗ tig wandeln soll.“ 3.„Mein Herz ist voll Demü⸗ thigkeit, Voll Liebe meine Seele; Mein Mund, der gibt zu je⸗ der Zeit Sanftmüthige Befehle; Mein Geist, Gemüthe, Kraft und Sinn Ist Gott ergeben; schaut auf ihn!“ 4.„Ich zeig euch das, was schädlich ist, Zu fliehen und zu ger List Zu rein'gen und zu schei⸗ den; Ich bin der Seelen Fels und Hort Und führ euch zu der Himmelspfort.“ 5.„Fällts euch zu schwer, ich geh voran, Ich steh euch an der Seite; Ich kämpfe selbst, ich breche Bahn, Bin alles in dem Streite: Ein böser Knecht, der still mag stehn, Sieht er voran den Feldherrn gehn!“ 6.„Wer hier sein Heil zu fin⸗ den meint, Wirds ohne mich verlieren; Wer hier es zu ver⸗ lieren scheint, Den werd ich dazu führen. Wer nicht mir nach⸗ folgt in Geduld, Ist mein nicht werth und meiner Huld.“ 7. So laßt uns denn dem lie⸗ ben Herrn Mit unsrem Kreuz nachgehen Und wohlgemuth, getrost und gern Im Leiden bei ihm stehen: Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron Des ew'gen meiden, Und euer Herz von ar⸗ Lebens nicht davon! Angelus Silesius, geb. 1624 1 1677. Mel. Jesu, du mein liebstes Leben.(Joh. 11, 16. Röm. 6, 11. 8. 8, 17.) 378. Lasset uns mit Jesu ziehen, Seinem Vorbild fol⸗ gen nach, In der Welt der Welt entfliehen, Auf der Bahn, die er uns brach, Immerfort zum Himmel reisen, Irdisch noch— schon himmlisch sein, Glauben recht und leben rein, Glauben durch die Lieb erwei⸗ sen. Treuer Jesu, bleib bei mir; Geh voran, ich folge dir! 2. Lasset uns mit Jesu lei⸗ den, Seinem Vorbild werden gleich! Nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht dort einst reich, Thränensaat bringt Heil und Wonne, Hoff— nung tröstet mit Geduld; Denn es scheint durch Gottes Huld Nach dem Regen bald die Son⸗ ne. Jesu, hier leid ich mit dir, Dort gib deine Freude mir! 3. Lasset uns mit Jesu ster⸗ ben! Sein Tod wehret unsrem Tod, Rettet uns von dem Ver⸗ derben, Von der Seelen ew'ger Noth. Laßt uns sterben, weil wir leben, Sterben unsern Lü⸗ sten ab, Dann wird er uns aus dem Grab In das Himmels⸗ leben heben. Jesu, sterb ich, Eigene Mel. 379. Auf, Christenmensch, auf, auf, zum Streit! Auf, auf, zum ÜUberwinden! In dieser Welt, in dieser Zeit Ist keine Ruh zu finden. Wer nicht will streiten, trägt die Kron Des ew'gen Lebens nicht davon. 2. Der Satan kommt mit sei⸗ ner List, Die Welt mit ihrem Prangen, Das Fleisch, durch Lust dich, wo du bist, Zu fällen und zu fangen; Streitst du nicht wie ein tapfrer Held, Bist du dahin und schon gefällt. 3. Gedenke, daß du zu der Fahn Des Feldherrn hast ge⸗ schworen; Gedenke, daß du als ein Mann Zum Streit bist aus⸗ erkoren; Gedenk, daß ohne Streit und Sieg Noch keiner zum Triumphe stieg! 4. Wie schmählich ists, wenn ein Soldat Dem Feind den Rücken kehret! Wie schändlich, wenn er seine Statt Verläßt 284⁴ XVII. Christlicher Sinn und Wandel. sterb ich dir, Daß ich lebe für und für! 4. Lasset uns mit Jesu leben! Weil er auferstanden ist, Muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, Wir sind deines Leibes Glieder, Wo du lebst, da leben wir. Ach erkenn uns für und für, See⸗ lenfreund, für deine Brüder! Dir, o Jesu, leb ich hier, Dort auch ewig einst bei dir! Birken, geb. 1626 4 1681. (2 Tim. 2, 5.) und sich nicht wehret! Wie spött— lich, wenn er noch mit Fleiß Aus Zagheit wird dem Feinde preis! 5. Wer überwunden und den Raum Der Laufbahn wohl durchmessen, Der wird im Pa⸗ radies vom Baum Des ew'gen Lebens essen; Er wird fürwahr von keinem Leid Noch Tod be— rührt in Ewigkeit. Offend. Joh. 2, 7. 6. Wer überwunden, der soll nicht Aus Gottes Tempel ge⸗ hen, Vielmehr drin als ein ewig Licht Und güldne Säule ste⸗ hen; Der Name Gottes, unsers Herrn, Soll leuchten von ihm nah und fern. ffenb. Joh. 3, 12. 7. So streit denn wohl, streit überwinden; Streng an die Kräfte, Muth und Sinn, Daß du dies Gut mögst finden! Wer nicht will streiten um die Kron, Bleibt ewiglich in Spott und Hohn. Angelus Silesius, geb. 1624 4 1677 keck und kühn, Daß du mögst Mel. A 380. Freuden Streitze und Leid feit. Tr Dein Ko Dein st Nun fu 2.80 walle nach! falle, schwach durch S und du Zukunft Herrlic J. Wi Amäc ihn ge im Ger du aue Thal; Fromm Thale! spött⸗ Aus preis! d den wohl u P⸗ w'gen wahr d be⸗ joh. 2,7. r soll el ge⸗ ewig e ste⸗ unsers ihm 6. 5, 12. streit mögt 1 die Daß Ver Kron, und +1⁰⁷½⁷ C. Nachfolge Christi. 285 Mel. Aus meines Herzens Grunde.(Joh. 21, 19. 1 Tim. 6, 12. 2 Tim. 2, 5.) 380. Dich krönte Gott mit Freuden, Herr Jesu, nach dem Streitz Du giengst durch Schmach und Leiden Zu deiner Herrlich— keit. Triumph war dir dein Todl Dein Kampf war ausgekämpfet, Dein stolzer Feind gedämpfet; Nun fuhrst du auf zu Gott. 2. Ich, Herr, dein Pilger, walle Dir, meinem Führer, nach Und strauchle noch und falle, Denn ich bin müd und schwach; Du führst mich auch durch Streit, Durch Kummer und durch Leiden Zu meiner Zukunft Freuden, Zu deiner Herrlichkeit. 3. Wie du des Todes Schrecken Allmächtig überwandst, Als du, ihn ganz zu schmecken, Herr, im Gerichte standst: So stärkest du auch mich, Durchs finstre Thal zu gehen; Denn deine Frommen sehen Im finstern Thale dich. 4. Wenn ich einst bis zum Grabe Vollendet meinen Streit, Und gut gekämpfet habe Um meine Seligkeit: Wie werd ich dann mich freun, Wie werd ich voll Entzücken Auf meine Krone blicken Und dann ganz selig sein! 5. Drum harr ich hier und streite, Bis meine Stund er— scheint; Und du stehst mir zur Seite, Mein Retter und mein Freund. Sinkt in dem Kampfe mir Mein Arm ermüdet nieder, Dies stärkt und hebt ihn wieder: Mein Lohn ist groß bei dir. 6. Erhalt mir den Gedanken: Groß sei bei dir mein Lohn; So werd ich nimmer wanken Von dir, o Gottes Sohn. So bleib ich dir getreu, Der sich für mich gegeben, Daß bald ein besser Leben Mein ewig Erbtheil sei. Münter, geb. 1735 4 1793. Mel. Seelenbräutigam.(Joh. 14, 6.) 381. Jesu, geh voran Auf der Lebensbahn! Und wir wol⸗ len nicht verweilen, Dir getreu⸗ lich nachzueilen. Führ uns an der Hand Bis ins Vaterland! 2. Solls uns hart ergehn, Laß uns feste stehn Und auch in den schwersten Tagen Niemals über Lasten klagen! Denn durch Trübsal hier Geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz Ir⸗ gend unser Herz/ Kümmert uns ein fremdes Leiden, O so gib Geduld zu beiden; Richte un⸗ sern Sinn Auf das Ende hin! 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang; Führst du uns durch rauhe Wege, Gib uns auch die nöth'ge Pflege; Thu uns nach dem Lauf Deine Thüre auf! Nik. Ludw. Graf v. Zinzendorf, geb. 1700 + 17⁶0. 286 XVII. Christlicher Sinn und Wandel. Mel. Werde munter.(Joh. 15. 4 ꝛc. 1 Joh. 2, 28.) 382. Bleibt bei dem, der euretwillen Auf die Erde nie⸗ derkam, Der, um euren Schmerz zu stillen, Tausend Schmerzen auf sich nahm! Bleibt bei dem, der einzig bleibet, Wenn auch alles untergeht, Der, wenn al⸗ les auch zerstäubet, Siegend überm Staube steht! 2. Alles schwindet. Herzen brechen, Denen ihr euch hier ergabt; Und der Mund hört auf zu sprechen, Der euch oft mit Trost gelabt: Und der Arm, der euch zum Stabe Und zum Schilde ward, erstarrt; Und das Auge schläft im Grabe, Das euch sorgsam einst bewahrt. 3. Alles stirbt; das Ird'sche Mel. Werde munter.(Joh. 15, 4 2 383. Bei dir, Jesu, will ich bleiben, Stets in deinem Dienste stehn; Nichts soll mich von dir vertreiben, Deine Wege will ich gehn. Du bist meines Lebens Leben, Meiner Seele Trieb und Kraft, Wie der Weinstock seinen Reben Zu— strömt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt ichs irgend besser ha— ben Als bei dir, der allezeit So viel tausend Gnadengaben Für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden Als bei dir, Herr Jesu Christ, Dem im Himmel und auf Er⸗ den Alle Macht gegeben ist? findet In dem Irdischen sein Grab; Alle Lust der Welt ver⸗ schwindet, Und das Herz stirbt selbst dir ab. Ird'sches Wesen muß verwesen, Ird'sche Flamme muß verglühn, Ird'sche Fessel muß sich lösen, Ird'sche Blüte muß verblühn. 4. Doch der Herr steht überm Staube Alles Irdischen und spricht:„Stütze dich auf mich und glaube, Hoffe, lieb, und fürchte nicht!“ Darum bleibt bei dem, der bleibet, Und der geben kann, was bleibt, Der, wenn ihr euch ihm verschreibet, Euch ins Buch des Lebens schreibt! Spitta, geb. 1801 4 1859. c. 6, 68. Röm. 8, 38 ꝛc. 14, 7 ꝛc.) finden, Der, was Jesus that, mir thut, Mich erkauft von Tod und Sünden Mit dem eignen, theuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, Der sein Le— ben für mich gab? Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich So in Freude wie in Leid; Bei dir bleib ich, dir Ewigkeit; Deines Winks bin ich gewärtig, Auch des Rufs aus dieser Welt, Denn der ist zum Sterben fertig, Der sich lebend zu dir hält. 3. Wo ist solch ein Herr zu 5. Bleib mir nah auf dieser verschreib ich Mich für Zeit und Erden, Tag si will A Nacht h nend de müde, dann: Ende, glaubt! 38⁴ Ernste der He prüft des W der Y Das if 2. 4 tern 3 Gebot erzittet Strafe thut se des V sein lt ver⸗ stirbt Wesen lamme Fessel Blüte überm n und f mich „ und bleibt nd der Der, reibet, Lebens D. Erden, Bleib auch, wann mein Tag sich neigt, Wann es nun will Abend werden Und die Nacht herniedersteigt! Lege seg— nend dann die Hände Mir aufs müde, schwache Haupt, Sprich dann: Kind, hier gehts zu Ende, Aber dort lebt, wer hier glaubt! Heiligung. 287 6. Bleib mir dann zur Seite stehen, Wann mir Grauen macht der Tod, Als das kühle, scharfe Wehen Vor des Himmels Mor— genroth! Wird mein Auge dunk— ler, trüber, Dann erleuchte meinen Geist, Daß ich fröhlich zieh hinüber, Wie man nach der Heimat reist! Spitta, geb. 1801 4 1859. D. heiligung. Mel. Zeuch mich, zeuch mich.(Matth. 5, 3—16.) 384. Hort das Wort voll Ernst und Liebe, Das zu euch der Heiland spricht; Hörts, und prüft des Herzens Triebe Bei des Wortes hellem Licht! Was der Mund des Herrn gebeut, Das ist eure Seligkeit. 2. Nicht aus Sinai's Gewit⸗— tern Donnert hier des Herrn Gebot, Daß die Herzen bang erzittern, Weil es Zorn und Strafe droht; Selig preisend thut sein Mund Euch den Sinn des Vaters kund: 3.„Selig sind die geistlich Ar— men, Denn das Himmelreich ist ihr! Ihnen öffnet voll Er— barmen Gott der ew'gen Gnade Thür; Da wird ohne Maß ge— währt, Was ihr sehnend Herz begehrt.“ 4.„Selig sind, die Leid empfin⸗ den Auf des Lebens schmaler Bahn! Ihre Traurigkeit wird schwinden, Reicher Trost wird sie umfahn; Denn sie wirkt zur Seligkeit Reue, welche nie ge— reut.“ 5.„Selig sind, die sanften Mu⸗ thes Und in Demuth milde sind! Sie erfreuen sich des Gu— tes, Das kein Trotz und Streit gewinnt. Durch der Sanftmuth stille Macht Wird das Schwerste leicht vollbracht.“ 6.„Selig sind, die hier mit Schmachten Dürsten nach Ge— rechtigkeit, Die nach Gottes Reiche trachten, Nicht nach Gü— tern dieser Zeit! Wo der Born des Lebens quillt, Wird ihr Seelendurst gestillt.“ 7.„Selig sind, die voll Erbar⸗ men Auf der Brüder Leiden sehn Und den Schwachen, Kranken, Armen Freudig eilen beizustehn! Noch vor Gottes Thron erfreut Einst auch sie Barmherzigkeit.“ 8.„Selig sind die reinen Her— zen, Die nicht Sünd und Welt umstrickt, Die mit schnöder Lust 288 XVII. Christlicher Sinn und Wandel. nicht scherzen, Weil nur Heil⸗ ges sie entzückt! Einst im rei⸗ nen Himmelslicht Schaun sie Gottes Angesicht.“ 9.„Selig sind, die Frieden bringen, Schuld und Kränkung übersehn, Feindeshaß mit Huld bezwingen, Für Verfolger seg— nend flehn! Trifft sie auch der Menschen Spott, Seine Kin— der nennt sie Gott.“ 10.„Selig sind, die als Ge— rechte Dulden Kreuz, Verfol⸗ gung, Schmach, Als des Herrn getreue Knechte Bis zum Tod ihm folgen nach! Groß ist dort vor Gottes Thron Seiner Ueberwinder Lohn.“ 11.„Seid ein Salz, ein Licht der Erde, Laßt der Wahrheit Früchte sehn, Daß durch euch verherrlicht werde Euer Vater in den Höhn! Ob der Erdball untergeht, Sein Gebot, sein Wort besteht.“ Garve, geb. 1763 4 1841. Eigene Mel.(Luk. 10, 42. 1 Kor. 1, 30. Ps. 3, 8 ꝛc. Ps. 139, 23 ꝛc.) 385. Eins ist noth! Ach Herr, dies Eine Lehre mich er— kennen doch! Alles Andre, wie's auch scheine, Ist ja nur ein schweres Joch, Darunter das Herze sich naget und plaget, Und dennoch kein wahres Ver⸗ gnügen erjaget. Erlang ich dies Eine, das alles ersetzt, So werd ich mit Einem in Allem ergetzt. 2. Seele, willst du dieses fin⸗ den, Suchs bei keiner Kreatur; Laß, was irdisch ist, dahinten, Schwing dich über die Natur! Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, Wo alle voll— kommene Fülle erscheinet, Da, da ist das beste, nothwendigste Theil, Mein ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie, dies eine zu genie— ßen, Sich Maria dort befliß, Als sie sich zu Jesu Füßen Vol— ler Andacht niederließ; Ihr Herz, das entbrannte, nur ein⸗ zig zu hören, Wie Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren, Ihr Alles war gänzlich in Je— sum versenkt, Und wurde ihr alles in Einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlangen, Liebster Jesu, nur nach dir. Laß mich treulich an dir hangen, Schenke dich zu eigen mir; Ob viele zum größesten Haufen auch fallen, So will ich dir dennoch in Liebe nachwallen. Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; Was ist wohl, das man nicht in Jesu ge⸗ neußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle In dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch mein Wille Fein in solche Schranken fügt, Worinnen die Demuth und Einfalt regieret Und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet! Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, So hab ich der Yreis. 6. Ni ja bring höchstes mir gelt res Opf rechtig Da du Kreuzes die Kle Worinn Ewigke 7. NI Seele erwacht wähle, gemacht lichen in dir, gegeben vergäne sei, Ye 8. I langen denflut. gegang. dein K Eige 386 Sinn Denn auer Whrisi wennn vohl g hicht. 2. M Gang Herrn Tod 0 is deiner Licht rheit euch Vater dball sein 1641. 5, iht ehren, in Ie⸗ de ihr angen, „Laß angen, mirʒ Haufen ich dit wallen. su, ist wohl, su ge⸗ liegt⸗ mein ranlen lth und nich Y0 isch is ö Jesum 50 hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen Als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen Durch dein theu— res Opferblut. Die höchste Ge— rechtigkeit ist mir erworben, Da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; Da hab ich die Kleider des Heiles erlangt, Worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. Jes. 61, 10. 7. Nun so gib, daß meine Seele Auch nach deinem Bild erwacht; Du bist ja, den ich er⸗ wähle, Mir zur Heiligung gemacht! Was dienet zum gött⸗ lichen Wandel und Leben, Ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben. Entreiße mich aller vergänglichen Lust; Dein Leben D. Heiligung. 289 ew'ge Erlösung erfunden, Daß ich nun von Tod und Verdamm⸗ niß entbunden; Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, Im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. Röm. 8, 14. Ebr. 9, 12. 9. Volle Gnüge, Fried und Freude Jetzo meine Seel ergetzt, Weil auf eine frische Weide Mein Hirt, Jesus, mich gesetzt. Nichts Süßres kann mich im Herzen erlaben, Als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; Nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, Als wenn ich dich, Jesu, im Glauben er— blickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine Sollst mein Ein und Alles sein! Prüf, erfahre, wie ichs meine, Tilge allen Heuchel— schein; Sieh, ob ich auf bösem, sei, Jesu, mir einzig bewußt! 8. Ja was soll ich mehr ver⸗ langen? Mich beströmt die Gna⸗ denflut. Du bist einmal ein⸗ gegangen In das Heil'ge durch dein Blut, Da hast du die Eigene Mel.(Ebr. 12, 4. 1 Tim. 6, 386. Es kostet viel, ein Christ zu sein Und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; Denn der Natur geht es gar sauer ein, Sich immerdar in Christi Tod zu geben; Und wenn man einen Kampf auch wohl ausficht, Das machts noch nicht. 2. Man muß hier stets auf Gesangbuch für die evangelische Kirche. betrüglichem Stege, Und leite mich, Höchster, aufewigemWege! Gib, daß ich nichts achte, nicht Leben noch Tod, Und Jesum gewinne: dies Eine ist noth! Schröder, geb. 1666 4 1699. 12. 2 Kor. 12, 9. Joh. 17, 19—24.) Schlangen gehn, Die leicht ihr Gift in unsre Fersen bringen; Da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, Daß nicht das Gift kann in die Seele dringen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit Die Wichtigkeit. 3. Doch ist es wohl der Mühe werth, Wenn man mit Ernst die Herrlichkeit 5—15 Die ewig⸗ 1 290 XVII. Christlicher Sinn und Wandel. lich ein solcher Mensch erfährt, Mutter hat gespüret; Sie krönet Der sich hier stets aufs Himm⸗ lische geleget; Es hat woyl Müh, die Gnade aber schafft Uns Muth und Kraft. es mit ihrem Perlenkranz, Und wird als Braut der Seele zuge⸗ führet. Die Herrlichkeit wird da ganz offenbar, Die in ihr 4. Man soll ein Kind des war. Höchsten sein, Ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte. Wie wird der Leib so stark, so hell und rein, So herrlich sein, so lieblich von Gesichte, Dieweil ihn da die wesentliche Pracht So herrlich macht! 5. Da wird das Kind den Va⸗ ter sehn, Im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden; Der lautre Strom wird es da ganz durchgehn Und es mit Gott zu 7. Was Gott genießt, genießt es auch, Was Gott besitzt, wird ihm in Gott gegeben, Der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch, Wie lieblich wird es dort mit Jesu leben! Nichts hö⸗ her wird an Kraft und Würde sein Als Gott allein. 8. Auf, auf, mein Geist, er⸗ müde nicht, Dich durch die Macht der Finsterniß zu reißen! Was sorgest du, daß dirs an einem Geist verbinden. Wer Kraft gebricht? Bedenke, was weiß, was da im Geiste wird für Kraft uns Gott verheißen! geschehn? Wer mags verstehn? Wie gut wird sichs doch nach 6. Da gibt sich ihm die Weis-der Arbeit ruhn! Wie wohl heit ganz, Die es hier stets als wirds thun! Mel. Es kostet viel.(1 Joh. 4, 3 9— 1 387. Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein Und nach dem Sinn des reinen Geistes leben. Denn der Natur geht es zwar sauer ein, Sich immer— dar in Christi Tod zu geben; Doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit Den schweren Streit. 2. Du darfst ja wie ein Kind nur sein; Du darfst ja nur die leichte Liebe üben: O blöder Geist, schau doch, wie gut ers mein'! Das kleinste Kind kann Richter, geb. 1676 4 1711. 2c. Mark. 9, 23. Sprüche 23, 26.) fürchte dich nur ferner nicht so sehr; Es ist nicht schwer! 3. Dein Vater fordert nur das Herz, Daß er es selbst mit seiner Gnade fülle. Der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz, Die Unlust schafft in dir dein eigner Wille; Drum übergib ihn willig in den Tod, So hats nicht Noth! 4. Wirf nur getrost den Kum⸗ mer hin, Der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; ja die Mutter lieben; Drum Erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, dein Sprich Elend than! 5. Et Geduld des Va siehst d ner S dich di So gil Verseh 6. La ben rul und F Vater dir thi so schn 38⁸ breit! man ttille so kei muß So ist men L krönet Und zuge⸗ wird in ihr enießt „ wird „Der n zum vird es ts hö⸗ Würde ist, er⸗ ch die reißen! dirs an e, was heißen! ch nach e wohl 76 4 171¹1 5.9 nicht so 11 nur das it seinet me Gol Schmerz dir dein übergib. So Hals en Kumn⸗ ein Helz hlaget endeintt Sinn, Wann Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; Sprich:„Vater, schau mein Elend gnädig an!“ So ists ge— than! 5. Erhalt dein Herz nur in Geduld, Wenn du nicht gleich des Vaters Hilfe merkest! Ver⸗ siehst du's oft und fehlst aus eig⸗ ner Schuld, So sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; So gilt dein Fehl und kindliches Versehn Als nicht geschehn. 6. Laß nur dein Herz im Glau⸗ ben ruhn, Wann dich will Nacht und Finsterniß bedecken; Dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun, Kein Sturm darf dich, D. Heiligung. so schwer er ist, erschrecken; Ja 291 siehst du endlich ferner keine Spur, So glaube nur! Matth. 14, 36 ꝛc. 7. So wird dein Licht aufs neu entstehn, Du wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen, Was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn; Drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. O Seele, sieh doch, wie ein wahrer Christ So selig ist! 8. Auf, auf, mein Geist! Was säumest du, Dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, genieß die süße Ruh, Im Frieden sollst du vor dem Vater schweben: Die Sorg und Last wirf nur getrost und kühn Allein auf ihn! 1 Petri 5, 7. Richter, geb. 1676 4 1711. Eigene Mel.(Matth. 7, 14. Jes. 30, 21. Joh. 3, 5. Matth. 11, 28 ꝛc.) 388. Der schmale Weg ist breit genug zum Leben; Wenn man nur sacht und grad und stille geht, So wird man nicht so leichtlich umgeweht. Man muß sich recht hineinbegeben, So ist er breit genug zum from⸗ men Leben. 2. Des Herren Weg ist voller Süßigkeiten, Wenn man es nur im Glauben recht bedenkt, Wenn man das Herz nur fröh— lich dazu lenkt. Man muß sich recht dazu bereiten, So ist der schmale Weg voll Süßigkeiten. 3. Du mußt erst Geist aus Geist geboren werden, Dann wandelst du des Geistes schmale Bahn; Sonst ist es schwer und gehet doch nicht an. Weg, schnöder Sinn, du Schaum der Erden! Ich muß erst Geist aus Geist geboren werden. 4. Wer die Geburt aus Christo hat erlanget, Der folgt allein dem Herrn getreulich nach; Er leidet erst, er trägt erst seine Schmach, Eh er mit ihm im Lichte pranget, Wer die Geburt aus Christo hat erlanget. 5. Er wird mit ihm in seinen Tod begraben, Er wird im Grab auf eine Zeit verwahrt, Er stehet auf und hält die Him— melfahrt. Dann gibt ihm Gott des Geistes Gaben, Wenn er zuvor mit Christo ward begraben. 6. Derselbe Geist, der Christum 292 XVII. Christlicher Sinn und Wandel. hier geübet, Derselbe übt die Jünger Christi auch. Der eine Geist hält immer einen Brauch, Nein andrer Weg wird sonst beliebet; Der Jünger wird wie Christus hier geübet. 7. Und ob es gleich durch Tod und Dornen gehet, So triffts doch nur die Ferse, nicht das Herz. Die Traurigkeit läßt kei— nen tiefen Schmerz Dem, der getrost und feste stehet, Obschon es oft durch Tod und Hölle gehet. 8. Das sanfte Joch kann uns ja hart nicht drücken, Es wird dadurch das Böse nur gedrückt; Der Mensch wird frei, damit er nicht erstickt. Wer sich nur weiß Mel. Wenn ich nur meinen Jesum hab. 389. Wie gut ists, von der Sünde frei! Wie selig, Christi Knecht! Im Sündendienst ist Sklaverei, In Christo Kindes— recht. 2. Im Sündendienst ist Fin— sterniß, Den Weg erkennt man nicht; Bei Christo ist der Gang gewiß, Man wandelt in dem Licht. 3. Im Sündendienst ist Haß und Leid, Man plagt und wird betrübt; In Christi Reich ist Freudigkeit, Man liebt und wird geliebt. 4. Die Sünde gibt den Tod zum Lohn; Das heißt ja schlimm gedient. Das Leben aber ist im darein zu schicken, Den kann das sanfte Joch zu hart nicht drücken. 9. Die leichte Last macht nur ein leicht Gemüthe, Das Herz hebt sich darunter hoch empor, Es tritt mit freier Lebenskraft hervor Und schmeckt dabei des Herren Güte. Die leichte Last macht nur ein leicht Gemüthe. 10. Zeuch, Jesu, mich, zeuch mich dir nachzugehen! Zeuch mich dir nach, zeuch mich, ich bin noch weit! Dein schmaler Weg ist voller Süßigkeit, Des Guten Füll ist hier zu sehen. Zeuch, Jesu, mich, zeuch mich, dir nachzugehen! Richter, geb. 1676 4 1711. (Röm. 6, 16. 8, 6. Joh. 8, 34—36.) Sohn, Der uns mit Gott ver— sühnt. 5. OHeiland, dir nur dien' ich gern, Denn du hast mich er— kauft: Ich weiß und will sonst keinen Herrn, Auf dich bin ich getauft. 6. Wen du frei machst, der ist recht frei, Du schenkst ihm alle Schuld; Und darum dank ich deiner Treu Und rühme deine Huld. Christ, Und sage: Ich bin dein; Nimm mich zu dir, denn wo du bist, Soll auch dein Diener sein! Joh. 12, 26. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. 7. Ich bete an, Herr Jesu 390 ich leb Lust; Dem Ach,d Isten Schm. der Si will, 2.S chen trau i den tt meine Anda Ker, nur y Sünd 9.— net, bereu verei Refrer mich ich u voller siegt . prec dedli 3zuh brach ich e und eh ie Suͤn O. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 390. Vater, heilig möcht ich leben, Rechtthun wäre meine Lust; Aber Lüste widerstreben Dem Gesetz in meiner Brust. Ach, die Unart meines Herzens Ist noch oft ein Quell des Schmerzens; Schwer drückt mich der Sünde Joch, Was ich nicht will, thu ich doch. 2. Sieh um Kraft mich Schwa— chen beten! Meinem Vorsatz trau ich nicht: Lockende Begier— den treten Zwischen mich und meine Pflicht; Selbst den süßen Andachtsstunden, Da ich, Va⸗ ter, dich empfunden, Da ich nur von Liebe sprach, Folgten Sündentage nach. 3. Tausendmal hab ich gewei— net, Schmerzlich meinen Fall bereut, Gläubig mich mit dir vereinet Und mich deiner Huld gefreut. Gnädig sahst du auf mich nieder; Aber bald vergaß ich wieder, O du Langmuths⸗ voller, dich, Und mein Herz be— siegte mich. 4. Ach, was kann ich dir ver— sprechen? Meint' ichs auch so redlich noch, Meine Zusag nicht zu brechen, Ich vergaß und brach sie doch. Oft schon hab ich es erfahren, Was Gelübd' und Thränen waren; Plötzlich, eh ich mirs versah, War die Röm. 7, 15. D. Heiligung. Sünde wieder da. 5. Vater, du nur kannst mich (Jer. 17, 14. Matth. 7, 7—I1.) retten, Wenn mich niemand retten kann. Beten will ich, brünstig beten: Schau mich mit Erbarmen an! Reiß die Wurzel meiner Schmerzen, Reiß die Sünd aus meinem Herzen! Tief im Staube bitt ich dich: Heilige du selber mich! 6. Sieh mich dürsten nach dem Guten, Früh und spät ruf ich zu dir; Laß mein Herz nicht länger bluten, Schenke höh're Kräfte mir; Laß mein Flehn nicht sein vergebens, Sende doch den Geist des Lebens; Zieh mit neuer Kraft mich an, Daß ich dir gefallen kann! 7. Väter, böse Väter schen⸗ ken Brot den Kindern, wenn sie flehn; Vater, und ich sollte denken: Du, du könntest mich verschmähn? Könntest erst den Sohn uns senden, Und dein Aug doch von uns wenden? Gäbst nicht auf die Deinen acht, Flehten sie gleich Tag und Nacht? 8. Gott, du hörst mein kind⸗ lich Flehen Und erquickst mein Herz mit Ruh. Leben werd ich, nicht vergehen; Meine Stärke, Gott, bist du. Überwinden, überwinden Werd ich durch dich alle Sünden Und in jenen Himmelshöhn Rein vor deinem Antlitz stehn. Lavater, geb. 1741 4 1801. 294 XVII. Christlicher Sinn und Wandel. Mel. Mein's Herzens Jesu.(Jer. 24, 7. Joh. 17, 15. 1 Joh. 5, 4. 1 Thess. 4, 1 ꝛc.) 391. Herr, laß mich deine Heiligung Durch deinen Geist erlangen! Du hast die Sinnes— änderung Selbst in mir ange⸗ fangen; Dein Geist wirkt Hei⸗ ligung allein, Nur deine Kraft macht Herzen rein, Seit du zu Gott gegangen. 2. Ich kann mich selber vor der Welt Nicht unbefleckt bewahren; Ich kann nicht thun, was dir gefällt, Das hab ich oft erfah— ren. Ich will mich übergeben dir; O mach ein neu Geschöpf aus mir In meinen Gnaden⸗ jahren! 3. Ich stehe täglich in Gefahr, Das Kleinod zu verlieren; Die Sünde lockt mich immerdar Und will mich dir entführen. Herr Jesu, nimm dich meiner an, Erhalt mich auf der Lebensbahn! Nur du wollst mich regieren! 4. Die Kraft von deinem theu⸗ ren Blut Laß innig mich durch— dringen, Dein Leben, o du höch⸗ stes Gut, Mir in das Herz zu bringen, Damit dein Geist, der Mel. Werde munter.(Phil. 3, 12 392. Das, was christlich ist, zu üben, Nimmst du, Menschen— kind, zu leicht. Ist dir nichts zurückgeblieben? Hast du denn das Ziel erreicht? Traue nicht dem falschen Schein, Willst du nicht betrogen sein! Hast du alles wohl erwogen, Dich auf Gottes Wort bezogen? ewig frei, Allein mein innres Leben sei; Dann wird es mir gelingen. 5. Laß mich in deiner Lieb al⸗ lein Die Lebensnahrung finden; Vertreib aus mir den Lügen⸗ schein Der angewohnten Sün— den! Nur die Gemeinschaft mit dem Licht Sei meine Lust und süße Pflicht; Dann wird die Knechtschaft schwinden. 6. Lösch alles fremde Feuer aus, Das in mir will entbren⸗ nen; Mach mich zu deinem rei⸗ nen Haus, Laß nichts mich von dir trennen; Verbinde dich im Geist mit mir, Daß ich, als eine Reb an dir, Nach dir mich dürfe nennen! 7. Laß mich in deiner Gegen⸗ wart Mit stillem Geist verblei⸗ ben; Mach mein Gefühl mir rein und zart, Das Böse abzu⸗ treiben; In dir laß mich stets grünend sein, So führst du mich zum Leben ein, Wird gleich mein Leib zerstäuben! Nach Hahn, geb. 1758 4 1819. ꝛc. Matth. 5, 20. Luk. 18, 9—14.) 2. Ehrbar sein, die Laster fliehen, Davor auch ein Heid bemühen, Wenn daraus ein Nutzen blickt; Freundlich thun, den Zöllnern gleich; Sein an guten Worten reich: Gibt noch keine rechte Proben, Die als Heiligkeit zu loben. Matth. 5, 40. erschrickt; Um den Nächsten sich 3. We bet, U ten kam Tugend Laster rühmt, gelinde Zahled Rechte 4. G Feier, Fleiß i Redlich Recht Dem Kann preiser beweif 5. 9 Wesen Von d Trage Ohne Sprer lisch se gebore loren. 6.8 langer lchn Außer Vortt 1 20.) unres mir eb al⸗ nden ügen⸗ Sün⸗ ft mit t und d die Feuer bren⸗ m rei⸗ h von ich im eine dürfe zegen⸗ rblei⸗ mit abzu⸗ stets U mich mein 1510 Laster Heid en sich 6 ein thuh, in an roch i2 als 5„01 D. 3. Wenn man ohne Anstoß le⸗ bet, Und das Aug nichts schel— ten kann; Wenn der Sinn nach Tugend strebet, Feindet grobe Laster an, Lobt die Frommen, rühmt, was gut, Hat im Leid gelinden Muth: Sollte zu der Zahl der Frommen Nicht mit Recht ein solcher kommen? 4. Gottesdienst, Gebet und Feier, Eine mildgewöhnte Hand, Fleiß im Amt und reiche Steuer, Redlichkeit, der Treue Pfand, Recht und Strafe mit Gebühr Dem Verbrecher schreiben für, Kann oft selbst, ob wirs schon preisen, Nicht das Christenthum beweisen. 5. Nein, es ist ein göttlich Wesen, Eine geisterfüllte Kraft, Von der Welt sein auserlesen, Tragen Christi Jüngerschaft, Ohne Schatten, Schaum und Spreu Zeigen, daß man himm⸗ lisch sei. Wer aus Gott ist neu⸗ geboren, Ist in diese Zahl er⸗ koren. 6. Seele, willst du recht er— langen, Was dich Christo ähn⸗ lich macht, Und nicht an dem Außern hangen, Meid der Worte Schein und Pracht! Auf das Innre wend dein Aug, Prüfe, ob es etwas taug; Durch Verleugnung mußt du gehen, Willst du Gottes Reichthum sehen. 7. Wissen Gottes Sinn und Willen, Folgen Gottes Rath Heiligung. Jesu stillen, Zeigen schöne Lie— besfrucht, Die der Glaub von selbst gebiert: Das ists, was zum Ziele führt; Buß' thun, glauben, heilig leben, Ists, wor⸗ nach die Christen streben. 8. Glaube ist ein großes Wun— der, Weil er Jesum an sich zeucht, Ist des neuen Lebens Zunder, Eine Burg, dahin man fleucht; Wenn uns das Gesetz verklagt, Daß das Herz erschrickt und zagt, Hilft der Glaube über⸗ winden Und den Geist der Kind⸗ schaft finden. 9. Ist der Glaube angezündet, Duftet er wie eine Blum; Wer mit Gott sich eng verbindet, Sucht nicht Ruhm noch Eigen— thum, Trägt vor kleinsten Sün⸗ den Scheu, Brennt vor Liebe, niedrig, treu, Steht vor Gott ganz aufgedecket, Wo ein Heuch— ler sich verstecket. 10. Siehst du nun, gleich Na— menchristen, An dir leeren Bil⸗ derkram Auf getünchten Schau— gerüsten, Drauf kein wahres Wesen kam; Bist noch eitel, taub und blind, Leicht zum Bösen, wie der Wind, Ohne Saft und Geistes Treiben: Muß dein Selbstlob unterbleiben. 11. Ach Herr Jesu, laß uns wissen, Wie man dir gefallen soll; Mach uns recht zu thun beflissen Und des wahren Le— bens voll; Deiner Gnade Ruf und Zug Deck uns auf den und Zucht, Seinen Durst in Selbstbetrug, Da viel Tausend 296 XVII. Christlicher sich bethören, Meinend, daß sie dir gehören! 12. Geuß den Geist in unsre Seelen Durch das Wort, das feurig ist, Uns vom Irrthum loszuzählen Der im Fleisch ver— Mel. Mein's Herzens 393. Dein bin ich, Oerr, dir will ich mich Zum Opfer ganz ergeben; Rechtschaffen, fromm und rein will ich Vor deinen Augen leben. Wie könnt ich eines andern sein? Bin ich nicht durch die Schöpfung dein Und dein durch die Erlösung? 2. Ich fiel und wandte mich von dir, Zur Finsterniß vom Lichte; Doch wandtest du dich, Gott, zu mir Mit deinem An⸗ gesichte: Erbarmen war dein Angesicht, Mich von der Fin— sterniß ins Licht, Zu dir zurück— zurufen. Sinn und Wandel. borgnen List! Prüf und siehe, wie es steh, Daß kein Schäflein untergeh; Laß das Urtheil einst erschallen: Daß wir dir recht wohl gefallen! Hedinger, geb. 1665 4 1704. Jesu.(1 Petri 2, 24.) zu überwinden. Wie könnt ich eines andern sein? Bin ich nicht durch die Schöpfung dein Und dein durch die Erlösung? 5. Durch ihn versühnt und dir zum Ruhm Erkauft mit seinem Leiden, Will ich mich als dein Eigenthum, Von dir nie wieder scheiden; Gekreuzigt werde mir die Welt, Getödtet, was dir nicht gefällt, Damit ich dir nur lebe. 6. Dies wirke deine Kraft in mir; Ich habe kein Vermögen, Die Sünd und alles, Gott, was dir Verhaßt ist, abzulegen. 3. Dein, dein ist die Barmher⸗Hier ist mein Herz; nimm ganz zigkeit, Du liebest selbst die mich hin, Und gib mir einen Sünder;„Seid,“ rufst du,„hei⸗ neuen Sinn, Damit ich dir ge⸗ lig, mir geweiht Und meiner Gnade Kinder! Ihr irrt und sündigt; fasset Muth! Dort flie⸗ ßet der Versühnung Blut, Von Sünden euch zu waschen.“ 4. Dein Sohn erniedrigt sich falle! 7. So werd ich, der ich finster war, Ein Licht in deinem Lichte, Besteh einst mit der kleinen Schar Der Frommen im Ge⸗ richte, Frohlocke dann und lobe und stirbt Zur Tilgung unsrer dich, Daß deine Gnad und Sünden, Kämpft für die Men⸗Treue mich Gerecht und selig schen und erwirbt Uns Kraft machte. Mel. Theuerster Immanuel.(Ma Cramer, geb. 1723 4 1788. tth. 6, 33. 16, 26. Phil. 3, 8—14.) 394. Seele, was ermüdst sich Und zu Staub und Asche du dich In den Dingen dieser werden? Suche Jesum und sein Erden, Die doch bald verzehren Licht: Alles andre hilft dir nicht! 2 8 Sinn, aufschw zum Hi die Gt Isum andrel 3. Di Dein k Eil de annst Suche Alles e 4. V Welt heget, gefällt sich tr sein L nicht! 5. O Gott gebore Christ Reich und s dir ni siehe, Häflein il einst recht 5 4 1704. unt ich zin ich g dein ung? und dit seinem ls dein wieder rde mir yas dir dir nur raft in mögen, tt, was ulegen. m ganz T einen dir ge⸗ h finster 1 Lichte, lleinen im Ge⸗ ind lobe ad und ud selig 1788 2311755 40 b Ahe und sein ir nicht! 2. Sammle den zerstreuten Sinn, Laß ihn sich zu Gott aufschwingen, Richt ihn stets zum Himmel hin, Laß ihn in die Gnad eindringen! Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht! 3. Du verlangst oft süße Ruh, Dein betrübtes Herz zu laben; Eil der Lebensquelle zu, Da kannst du sie reichlich haben! Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht! 4. Weißst du nicht, daß diese Welt Ein ganz ander Wesen heget, Als dem Höchsten wohl— gefällt Und dein Ursprung in sich träget? Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht! 5. Du bist ja ein Hauch aus Gott Und aus seinem Geist geboren, Bist erlöst durch Christi Tod Und zu seinem Reich erkoren. Suche Jesum D. Heiligung. 297 6. Schwinge dich fein oft im Geist ÜUber alle Himmels⸗ höhen; Laß, was dich zur Erde reißt, Weit von dir entfernet stehen! Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht! 7. Nahe dich dem lautern Strom, Der vom Thron des Heilands fließet Und auf die, so keusch und fromm, Sich in reichem Maaß ergießet! Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht! 8. Laß dir seine Majestät Im⸗ merdar vor Augen schweben; Laß mit brünstigem Gebet Sich dein Herz zu ihm erheben! Su⸗ che Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht! 9. Geh in Einfalt nur dahin, Du wirst schon das Ziel er— blicken; Glaube: Gottes Vater⸗ sinn Wird dich ewig dort er— quicken! Such nur Jesum und sein und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht! Mel. An Wasserflüssen 395. Du Wort des Vaters, rede du Und stille meine Sin⸗ nen; Sag an, ich höre willig zu, Ja lehre frei von innen! So schweigt mein Sinn mit sei— nem Tand, Und du bekommst die Oberhand Nach deinem Rath und Willen. Dir räum ich all mein Innres ein, Das wollest du, ja du allein Mit deinem Geist erfüllen! Licht: Alles andre hilft dir nicht! Wolf, geb. 1684 4 1754. Babylon.(Gal. 2, 20.) 2. Um eins, mein Jesu, bitt ich dich, Um das laß dich erbit⸗ ten: Dein Herz, dein Herz, das gib in mich, Ein Herz von gu— ten Sitten; Ein Herz, das wie ein kleines Kind, Keusch, nie— drig, gütig, rein, gelind, Ein⸗ fältig und bedächtig; Ein Herz, das Leid im stillen trägt Und sich in Staub und Asche legt; Ein Herz in Liebe mächtig; 3. Ein Herz, das Gott in Lau⸗ terkeit Und Gottes Kinder liebe; Ein Herz, das sanfte Folgsam⸗ keit Und wahre Demuth übe; Ein Herz, das mäßig, wachsam, klug, Das ohne Murren, ohne Trug, Mit dem wohl auszu⸗ kommen; Ein Herz, das allent⸗ halben frei Und ganz von nichts gefangen sei, Die Liebe ausge⸗ nommen. 4. Nur dies bitt ich, o Herr, von dir Und bitt es deinetwe— gen; Ach siehe, diese Bitt ist mir Vor allem angelegen! Du bist mein Schöpfer, steh mir bei; Du bist mein Heiland, voller Treu, Auf dich bin ich getaufet; Du hast mich dir, o höchster Ruhm, Zu deinem Erb und Ei— genthum Mit eignem Blut er⸗ kaufet. 5. Du bist mein Bürg und Herzensfreund; Zu deinen Mit⸗ genossen Bin ich mit deinem Stamm vereint, Aus dir bin ich entsprossen; Ich bin zu deinem Bild gemacht Und als ein Kind bei dir geacht't, Ein Werk, das ewig bleibet, An dem du Wohl— gefallen trägst, Zu dem du zarte Neigung hegst, Das sich vom Himmel schreibet. 6. Du bist, mein Jesu, mir zu gut Vom Vater ausgegangen Und, wie man sonst den Mör⸗ dern thut, Für mich am Kreuz gehangen. Nun denn, so über— wind in mir Des Satans Werk', der Welt Begier Und meines 298 XVII. Christlicher Sinn und Wandel. Fleisches Pochen; Führ dein Gericht hinaus zum Sieg, Bring mich zur Ruhe nach dem Krieg, Du hast mirs ja versprochen! 7. O Leben, Arbeit, Leiden, Noth Des Heilands meiner See⸗ len, O meines Jesu Angst und Tod, Euch will ich mich befeh— len! Geht in mich ein und laßt mich sehn Das Leben aus dem Tod erstehn In allen meinen Kräften! Hilf mir, o du ge— schlachtet Lamm, An deines heil— gen Kreuzes Stamm Den Leib des Todes heften! 8. Ach, präge deinen Tod in mich, Der all mein böses Wesen In mir ertödte kräftiglich, So werd ich recht genesen; Gieß aus dir selber in mich ein Dein Leben, das so heilig, rein, Hold⸗ selig, ohne Tadel; Mach mich von aller Heuchelei, Ja allen Missethaten frei, Und schenk mir deinen Adel! 9. Alsdann wird deine Maje⸗ stät Mich ganz zum Tempel ha⸗ ben, Darin sie ihren Ruhm er⸗ höht Durch ihre hohen Gaben. Es wird an solchem stillen Ort Die Weisheit ihr geheimes Wort Nach ihrem Willen füh— ren, Und ihren Sitz je mehr und mehr Mit ihren Wundern, Pracht und Ehr Und großen Thaten zieren. 10. Wohlan, so lebe Gott in mir! In ihm ich leb und webe, Damit mein Herz ihn für und für Nach Würden hoch erhebe, Und mei Aeb und Am sein 396. Hauch seelte, schuf,? Regiere nen hei und W Schöpft 2. Lal alle Lüf um den bemühe Streit, mir Sieg, 3. L Nach Mein glaube Lust a Rr dein „Bring Krieg, chen! Leiden, ler See⸗ igst und befeh⸗ ind laßt jus dem meinen du ge⸗ les heil⸗ hen Leib Tod in 5 Wesen ch, So Gieß n Dein „ Hold⸗ ich mich za allen henk mir e Maje⸗ upel ha⸗ uhm er⸗ Gaben. len Ort eheimes len füh⸗ lehr und zundern, großen Gott in 1d webe/ für und erhebe⸗ D. Hei Und meine Liebe ganz allein In Lieb und Leid, in Lust und Pein An seiner Liebe hange, Bis ich ligung. 299 nach wohlbestandner Prob In vollem Licht, zu Gottes Lob, Sein Anschaun dort erlange. Bengel, geb. 1687 4 1752. Mel. O Gott, du frommer.(1 Joh. 2, 15—17. Ps. 31, 6.) 396. Mein Schöpfer, dessen 5. Im Himmel sei mein Herz, Hauch Mich todten Staub be⸗ seelte, Nach seinem Bild mich schuf, In Christo mich erwählte: Regiere, schütze mich Durch dei⸗ nen heil'gen Geist, Daß Sinn und Wandel dich, Gott, meinen Schöpfer preist! 2. Laß, da du heilig bist, Mich alle Lüste fliehen Und mich nur um den Schatz, Der droben ist, bemühen! Gib Stärke zu dem Streit, Herr, mit der Welt und mir Und Hoffnung zu dem Sieg, Er kommt allein von dir! 3. Laß mich, ich bin ein Christ, Nach Christi Lehre wandeln; Mein ganzer Gottesdienst Sei glauben und recht handeln! Die Lust an dem Gesetz Ist mehr als Lust der Welt, Die nur der Frevler liebt, Der Thor für Freude hält. 4. Erfülle du, o Gott, Mein Herz mit frommen Trieben; Aufrichtig, wie mich selbst, Hilf mir den Nächsten lieben, Und segne meinen Feind! Herr, was ich hab, ist dein; Laß mich im Unglück stark, Im Glück beschei⸗ den sein! Denn diese Welt vergehet; Weh jedem, dessen Sinn Mit ihr im Bunde stehet! Heil dem, deß höchstes Ziel, Gott, dein Er— kenntniß ist! Dein Friede bleibt sein Theil, Auch wenn er viel vermißt. 6. Wir sind ja, was wir sind, Aus unverdienten Gnaden; Nimm alle Laster weg, Die der Gesellschaft schaden! Haß, Falschheit, Heuchelei Und Stolz und Bruderneid Sind unsrer Tage Pest; Und kurz ist unsre Zeit. 7. Herr, meine Burg, mein Fels, Mein Schutz in allen Nö⸗ then! Früh such ich dich, des Nachts Will ich auch zu dir be— ten. Mein Stand sei dir ge⸗ weiht; Bei meines Amtes Pflicht Vergesse ja mein Herz Des Christen Pflichten nicht! 8. Zuletzt erlöse mich Von die⸗ ses Leibes Leiden; Laß meinen Geist voll Trost Aus seiner Hütte scheiden! Herr, ihn be⸗ fehl ich dir; Mich führe deine Hand Nach dieser Pilgerschaft Ins rechte Vaterland! Nach Löwen, geb. 1729 4 1771. Mel. Werde munter.(Phil. 3, 7—16.) 397. Unverwandt auf Chris⸗ tum sehen Bleibt der Weg zur Seligkeit; Allen, welche zu ihm flehen, Ist gewisses Heil bereit. 300 XVII. Christlicher Siehet man im Herzen an, Was er für die Welt gethan, Und man glaubt daran mit Beugen, So bekommt man es zu eigen. 2. Wenn doch alle Seelen wüßten, Wie es dem so wohl ergeht, Welcher in der Zahl der Christen, Wahrer Glieder Jesu steht! Da geht man in seinem Glück Immer fort und nie zu⸗ rück; Man ist auf dem Lebens⸗ pfade Und nimmt immer Gnad um Gnade. 3. Aber freilich kann nichts taugen Als nur das, was Christus thut. Lassen wir ihn aus den Augen, Finden wir was Fremdes gut, So erfahren wir gewiß, Unser Licht sei Finster⸗ Sinn und Wandel. niß, Unser Helfen sei Verder⸗ ben, Unser Leben lauter Sterben. 4. Wären wir doch völlig seine! Regte sich doch keine Kraft, Da der Heiland nicht alleine, Was sie wirkte, selbst geschafft! Jesu, richte unsern Sinn Ungetheilt auf dich nur hin! Dann belebt uns deine Wahrheit, Und das Auge wird voll Klarheit. 5. Bring uns völlig in die Schranken, Die dein Liebesrath gesetzt! Weder Worte noch Ge— danken Werden sonst für gut geschätzt. Herr, nur wer auf deiner Spur Geht als neue Kreatur, Kann dich lieben und erhöhen Und in deine Freud eingehen. J. A. Rothe, geb. 1688 4 1758. Mel. Ach, wann werd ich dahin kommen.(Matth. 16, 25. Ps. 75, 26.) 398. O wer alles hätt' ver⸗ loren, Auch sich selbst, und alle— zeit Nur das Eine hätt' erko⸗ ren, Welches Geist und Herz erfreut! 2. O wer alles hätt' vergessen Und nichts wüßt' als Gott allein, Dessen Güte, unermessen, Macht das Herz still, ruhig,‚ rein! 3. O wer alles könnte lassen, Daß er, frei vom Eiteln all, Wanderte die Friedensstraßen Durch dies thränenvolle Thal! 4. O wer allem wär entnom⸗ men, Was uns lockt mit eitlem Glanz Und hält ab, zu Gott zu kommen, In dem alle Güt' ist ganz! 5. O daß wir Gott möchten finden In uns durch der Liebe Licht, Und uns ewig ihm ver— binden! Alles andre sättigt nicht. 6. O daß jeder Blick der See⸗ len Stets nur gieng auf Gott, den Herrn! Alle Sorg und alles Quälen Träte dem Gewissen fern. 7. O du Abgrund aller Güte, Zeuch durchs Kreuz in dich hin— ein Geist und Sinnen und Ge⸗ müthe, Ewig mit dir eins zu sein! Arnold, geb. 1666 4 1714. 399. Rsu Jc ihm un sind wir unsrer und He nach der 2. Fre Deines Deine Hoffnun voll Mo dig vor 3. Ha hier Se den; denn di werden bergött Ustrer wider! 5. W Verder⸗ Sterben. ig seine! aft, Da e, Wad tI Jesu, ngetheilt m belebt Und das t. in die iebesrath noch Ge⸗ für gut wer auf s neue eben und e Freud 668 1 1706. 20. Güt' ist möchten der Liebe ihm vel⸗ e sätit der See⸗ uf Got, und alle Gewissn dich hin⸗ und Gꝰ eind I. 1060 7 Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 399. Sanft, o Christ, ist Jesu Joch, Und was kann bei ihm uns fehlen? O wie selig sind wir doch Durch den Retter unsrer Seelen! Welche Wonn und Herrlichkeit Wartet unser nach der Zeit! 2. Freue deines Glaubens dich, Deines Gottes, seines Sohnes! Deine Seele rühme sich Ihrer Hoffnung, seines Lohnes Frei, voll Muth und unverstellt, Freu⸗ dig vor der ganzen Welt. 3. Hat gleich sein Bekenntniß hier Seine Leiden und Beschwer— den; Dennoch sei ihm treu, denn dir Sollen ew'ge Freuden werden. Was ist gegen solch ein Glück Dieses Lebens Augenblick? 4. Schäme seines Wortes dich Nie vor Frevlern, nie vor Spöt— tern, Wenn sie ihn verschmähn, wenn sich Sie und ihren Witz vergöttern! Was vermag der Lästrer Spott Wider Jesum, wider Gott? 5. Was vermag er, tobt er Mel. Aus Gnaden soll ich. 400. Vor dir, o Gott, sich kindlich scheuen Ist unser Glück und unsre Pflicht; Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, Scheut er dein heilig Auge nicht; Drum wirk in mir durch deinen Geist Die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 2. In allem, was ich thu und denke, Laß, Herr, das meine D. Heiligung. (Sprüche 23, 17 ꝛc. 301 (Matth. 11, 28— 30.) gleich Wider dich und deinen Glauben? Gottes Beifall, Got— tes Reich Kann doch keine Macht dir rauben. Halte dich an dem nur fest, Der die Seinen nie verläßt! 6. Welchen Kampf hat nicht dein Herr Für dein ew'ges Heil gestritten! Jene Schar der Mär— tyrer, Was hat die für ihn ge— litten! Schmach und Marter, selbst den Tod Litten sie getrost für Gott. 7. Und der Spötter Witz und Hohn Könnte je dein Herz ver— führen, Deinen Himmel und den Lohn Deines Glaubens zu ver⸗ lieren? Nein, o Christ, nein, wanke nie; Fleh um Rettung auch für sie! 8. Sei getreu bis in den Tod; Denn du glaubest nicht verge— bens. Nach dem Tode führt dich Gott Zu der Wonne jenes Le⸗ bens, Und auf einen kurzen Streit Krönt dich seine Herr— lichkeit. Cramer, geb. 1723 4 1788. Sir. 1, 34.) Weisheit sein, Daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, Vor jeder Sünde mich zu scheun! Denn wer noch Lust zur Sünde hat, Der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Her— zen nehme, Daß du allgegen⸗ wärtig bist, Und das zu thun mich ernstlich schäme, Was dir, 302 XVII. Christlicher mein Gott, zuwider ist! Der Beifall einer ganzen Welt Hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, Und wirke stäten Ernst in mir, Mein Leben dei⸗ nem Dienst zu weihen, Daß ich die Gnade nicht verlier, Die mich bei aller Missethat So liebreich noch getragen hat! 5. Ja Vater, laß mit Furcht und Zittern Mich schaffen meine Seligkeit! Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, So laß mich in der Gnadenzeit Mit Vor⸗ sicht alles Unrecht fliehn, Mich nur um deine Huld bemühn. 6. Gib, daß ich stets ein gut Gewissen Vor dir zu haben sorgsam sei, Und mache von Mel. Eins ist noth.(Joh. 401. Herzog unsrer Selig⸗ keiten, Zeuch uns in dein Heilig⸗ thum, Da du uns die Statt be⸗ reiten Und zu deines Namens Ruhm Als deine Erlösten sieg⸗ prächtig willst führen! Laß un⸗ sere Bitte dein Herze jetzt rühren! Wir wollen dem Vater zum Opfer dastehn Und mit dir durch Leiden zur Herrlichkeit gehn. 2. Er hat uns zu dir gezogen Und du wieder zu ihm hin; Liebe hat uns überwogen, Daß an dir hängt Herz und Sinn. Nun wollen wir gerne mit dir auch absterben Dem ganzen natürlichen Sündenverderben. Ach laß in dein Sterben ver— Sinn und Wandel. den Hindernissen Der wahren Tugend selbst mich frei; Nie störe Furcht und Lust der Welt Mich, das zu thun, was dir ge— fällt! 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln Und überall, wo ich auch sei, Nach deiner Vor⸗ schrift redlich handeln! Du has⸗ sest alle Heuchelei. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, Nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich einst sterben, So schreckt mich weder Tod noch Grab, So werd ich jenes Leben erben, Dazu dein Sohn sich für mich gab! Gott, deine Furcht bringt Segen ein; Ihr Lohn wird groß im Him⸗ mel sein. Nach Schmolk, geb. 1672 4 1737. 17, 10. 19. Röm. 6, 5—15.) setzet uns sein, Sonst dringen wir nimmer ins Leben hinein! 3. Aber hier erdenkt die Schlange So viel Ausflucht überall; Bald macht sie dem Willen bange, Bald bringt uns die Lust zu Fall. Es bleibet das Leben am Kleinsten oft kleben Und will sich nicht gänzlich zum Sterben ergeben; Es schützet die besten Absichten noch vor Und bauet so Höhen und Festung empor. 4. Drum, o Fürst des Lebens, eile, Führ das Todesurtheil aus, Brich entzwei des Mörders Pfeile, Reut das Unkraut völlig aus! Ach laß sich dein neues, Astanden sorbenen ig dich noch hie neues G 5. Kehr nen Au Ein“, D winnen, zu sein! Möchte Erneure Ins wie Jülle d Und ritt sch weh 6. Lel labe J Mel 402² Ende,“ und No su wen den To Rit lichkeit geben lhen. G den, nach, scheide und A Schull Aduld träget wahren i; Nee er Welt dit ge⸗ aß mich rall, wo er Vor⸗ Du has⸗ Zer dich rt, Nur th. aß mich It mich So werd „Dazu ich gab! gt Segen im Him⸗ 167²717⁷⁷½ dringen hinein! enlt dit Ausflucht sie dem ingt uns eibet das ͤst kleben llich un schübet noch dun Festung 5 Lebens, theil aus Mirdels autvild in neue, D. Hei erstandenes Leben In unsern er⸗ storbenen Herzen erheben; Er⸗ zeig dich verkläret und herrlich noch hier, Und bringe dein neues Geschöpfe herfür! 5. Kehre die zerstreuten Sin⸗ nen Aus der Vielheit in das Ein', Daß sie wieder Raum ge⸗ winnen, Nur von dir erfüllt zu sein! Ach wirf du die Mächte der Finsterniß nieder, Erneure die Kräfte des Geistes uns wieder, Daß er aus der Fülle der Gnaden sich nähr Und ritterlich gegen Versuchung sich wehr! 6. Lebe denn labe In der und lieb und neuen Kreatur, Mel. Freu dich sehr 402. Sei getreu bis an das Ende, Daß nicht Marter, Angst und Noth Dich von deinem Je⸗ su wende; Sei ihm treu bis in den Tod! Ach das Leiden dieser Zeit Ist nicht werth der Herr⸗ lichkeit, Die dein Jesus dir will geben Dort in seinem Freuden⸗ leben. 2. Sei getreu in deinem Lei⸗ den, Und laß dich kein Unge⸗ mach, Keine Noth von Jesu scheiden; Murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld Größer nur durch Un⸗ geduld. Selig ist, wer willig träget, Was sein Gott ihm auf⸗ erleget. 3. Sei getreu in deinem Glau⸗ ben! Laß dir dessen festen Grund (Offenb. Joh. 2, 10. ligung. 303 Lebensfürst, durch deine Gabe Die genesene Natur! Erwecke dein Eden uns wieder im Grun⸗ de Der Seelen und bringe noch näher die Stunde, Da du dich in allen den Deinen verklärst, Sie hier noch des ewigen Le⸗ bens gewährst. 7. Gönne uns noch Frist auf Erden, Zeugen deiner Kraft zu sein, Deinem Bilde gleich zu werden, In den Tod zu nehmen ein Des Lebens vollkommene Freiheit und Rechte Als eines vollendeten Heilands Geschlechtel Der Unglaub mag denken, wir bitten zu viel: Du hörst unsre Bitten, thust über ihr Ziel! Arnold, geb. 1666 1 1714. Röm. 8, 18. 1 Kor. 13, 13. Ja nicht aus dem Herzen rau— ben; Halte treulich deinen Bund, Den dein Gott durchs Wasserbad Fest mit dir geschlos⸗ sen hat! Ach, du giengest ja verloren, Wenn du treulos ihm geschworen! 4. Sei getreu in deiner Liebe Gegen Gott, der dich geliebt! Auch die Lieb am Nächsten übe, Wenn er dich gleich oft betrübt! Denke, was dein Heiland that, Als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott vergeben, Auch verzeihn und liebreich leben. 5. Bleibe treu in deinem Hof— fen! Traue fest auf Gottes Wort; Hat dich Kreuz und Noth betroffen, Und Gott hilft nicht 304 XVII. Christlicher alsofort, Hoff auf ihn doch festiglich! Sein Herz bricht ihm gegen dich, Seine Hilf ist schon vorhanden; Hoffnung machet Finn und Wandel. treu sein bis zum Scheiden, Weil mein Gott mich nicht verläßt. Herr, den meine Seele liebt, Dem sie sich im Kreuz ergibt, nie zu Schanden. Jer. 31, 20. Sieh, ich fasse deine Hände: 6. Nun wohlan, so bleib im Hilf mir treu sein bis zum Leiden, Glauben, Liebe, Ende! Hoffnung fest!— Ich will Vielleicht von Crusius. Mel. O Gott, du frommer.(Matth. 7, 21. Jak. 1, 25. Sir. 1, 34. Ps. 50.) 403. Du sagst:„ich bin alte Mensch Bisher in dir ge— ein Christ.“ Wohlan, wenn lebt? Werk und Leben Dir dessen, 5. Du sagst:„ich bin ein Christ, was du sagst, Beweis und Weil Gottes Wort und Lehre Zeugniß geben, So steht es Ohn' allen Wensche tand Ich wohl um dich. Ich wünsche, fleißig les' und höre.“ Ja, Lie⸗ was du sprichst, Zu werden alle ber, thust du auch, Was dieses Tag, Das heißt: ein guter Wort dich lehrt? Nur wer es Christ. hört und thut, Der ist bei Gott 2. Du sagst:„ich bin ein geehrt. Christ.“ Der ists, der Jesum 6. Du sagst:„ich bin ein Christ; kennet, Ihn seinen Gott und Ich kenne meine Sünden Und Herrn Mit Herz und Wandel laß beim Beichtstuhl mich Von nennet. Der liebet Christum Zeit zu Zeiten finden.“ Zeigt nicht, Der noch die Sünde liebt, aber sich, mein Freund, Ich Ist auch kein Christ, ob er Sich bitte, sag es mir, Nach abge— gleich den Namen gibt. legter Beicht Die Bess'rung auch 3. Du sagst:„ich bin ein bei dir? Christ; Denn ich bin ja erkaufet 7. Ach, du bleibst nach wie Mit Christi Blut und selbst In vor; Dein Thun und all dein seinen Tod getaufet.“ Ja wohl; Sinnen Wird oftmals ärger hast aber du Gehalten auch den noch; Dein Vorsatz und Begin— Bund, Den Gott mit dir ge- nen Geht nach dem alten Trieb, macht In jener Gnaͤdenstund? Und was noch gut soll sein, 4. Hast du ihn nicht vorlängst Ist, wenn mans recht besieht, Gar oft und viel gebrochen? Nur immer Heuchelschein. Hast du als Gottes Kind Dich, 8. Du sagst:„ich bin ein Christ, wie du hast versprochen, In Laß speisen mich und tränken allem Thun erzeigt? Dem Gu-Mit dem, was Christus uns ten nachgestrebt? Hat nicht der Im Abendmahl will schenken.“ Vohlzee Leib und ligung 2 9. Du Ic bete, ins Gott gute Dir nur dan übt Und Den hei 10. Bi So muß Nsus C ue Liebe zens Oi bist V. So sag 11.8 dir erse und Ub Herzer Sanfim Haß un gewiß Weit. 404 Hom H dem Er dahin 0 daß fei u„ Veil verläßt. e liebt, ergibt, Hände: is zum Ps. 50.) dir ge⸗ Christ d Lehre nd Ich Ja, Lie⸗ 18 dieses wer es bei Gott Cbrist; nUnd ung auch ach wie all dein 6 örget Begil⸗ N Trieb/ 3l sein, hesieht, 1.„ n Chris, tranlen ls uns hen fen. 1 D. Hei Wohl; aber zeige mir, ob Christi Leib und Blut In dir zur Hei⸗ ligung Auch seine Wirkung thut? 9. Du sagst:„ich bin ein Christ; Ich bete, les' und singe, Ich geh ins Gotteshaus; Sind das nicht gute Dinge?“ Sie sind es; doch nur dann, Wenn man sie redlich übt Und durch kein falsches Herz Den heil'gen Geist betrübt. 10. Bist du ein wahrer Christ, So mußt du sein gesinnet, Wie Jesus Christus war. Wenn rei— ne Liebe rinnet Aus deines Her⸗ zens Quell, Wenn du demüthig bist Von Herzen wie der Herr, So sag, du seist ein Christ. 11. Solang ich aber noch An dir erseh und spüre, Daß Stolz und Übermuth Dir Sinn und Herz regiere; Wenn an der Sanftmuth Statt Sich zeiget Haß und Neid: So bist du ganz gewiß Vom Christenthum sehr weit. Mel. Erhalt uns, Herr.( 404. Der Weltsinn will vom Himmel nichts Noch von dem Erbtheil jenes Lichts; Er lebt dahin aufs Ohngefähr, Wünscht, daß kein Gott noch Richter wär. 2. Den eignen Lüsten zärtlich sein, Nach dem Geschmack der Menschen fein, Der Tugend weder hold noch feind, Und vom Gewissen gar kein Freund, 3. Bei gangbar'n Sünden ohne Reu, Bei schönen Lügen ohne ligung. 305 12. Du sagst:„ich bin ein Christ,“ Und rühmst dich deß mit Freuden. Thust aber du auch mehr Als andre kluge Hei⸗ den? Ach, öfters nicht so viel, Als Gutes sie gethan; Sie wer⸗ den dich dort einst Gewißlich klagen an. 13. Sag nicht:„ich bin ein Christ,“ Bis daß dir Werk und Leben Auch dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben! Die Worte sind nicht gnug; Ein Christ muß ohne Schein Das, was er wird genannt, Im Wesen selber sein. 14. Ach Gott, gib Gnade nur, Mich ernstlich zu befleißen, Zu sein ein wahrer Christ Und nicht bloß so zu heißenz Denn welcher Nam und That Nicht führt und hat zugleich, Der kommet nimmermehr Zu dir ins Himmelreich. Haßlacher, geb. 1645 1 1726. Ps. 14. 1 Joh. 2, 15— 17.) ungeweckt, Noch vom Gesetz und Tod erschreckt: 4. Dies liebt ihr Herz, das ist ihr Theil. O Leben ohne Gott und Heil! Wie blendet doch der Fürst der Welt, Bis er und sie ins Feuer fällt! 5. Ach Gott, mein Gott, er⸗ leuchte mich, Daß ich nichts liebe ohne dich! Ich mag kein Leben als bei dir; Der Welt bleibt nichts, du bleibest mir. Scheu, Im süßen Schlummer Gesangbuch für die evangelische Kirche. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769 20 306 XVII. Christlicher Mel. O Gott, du frommer. 405. Wie muß, o Jesu, doch Bei falschen Christenher— den Dein heiliges Verdienst Der Sünde Schutzbrief werden! Man treibet alle Schand Und Laster ohne Scheu Und meint, daß alles schon Durch dich ge— büßet sei. 2. Der heißt ein Glaubiger, Der nach dem Eiteln rennet, Wenn er nur mit dem Mund Im Tempel dich bekennet. Die Sünde, die ihn schwärzt, Soll kühnlich dir allein, Und was du je gethan, Ihm zugerechnet sein. 3. Er trotzt auf diesen Wahn Als auf den wahren Glauben; Den soll ihm, ist sein Trost, Kein Teufel jemals rauben. Auch irret ihn gewiß Der Sa— tan nicht hierin, Bestärket ihn vielmehr In dem verstockten Sinn. 4. Doch weh der blinden Schar, Die dieser Glaube wie— get, Und die ihr frecher Trost Mit Schrecken einst betrüget, Wann deine Donnerstimm Einst von dem Throne spricht: Ihr Übelthäter, weicht! Hinweg, ich kenn euch nicht! Sinn und Mandel. (Tit. 1, 16. Matth. 7, 28.) 5. Dich, Jesu, soll mein Herz Den Herrn und Heiland nen— nen, Und nicht der Mund allein Vor Menschen nur bekennen. Man soll dein Ebenbild In mei⸗ nem Wandel schaun, Und dieser Wandel soll Den Nächsten auch erbaun. 6. Erleucht und stärke mich, Daß ich den Reiz der Sünde, Der in die Seele schleicht, Be— kämpf und überwinde, Daß ich von Selbstbetrug, Vom Joch der Sünde frei, Und nichts als du allein Mein Herr und Mei⸗ ster sei! 7. O laß mich nach dem Heil Mit Furcht und Zittern trachten, Und ja dein theures Blut Nicht frevelnd unrein achten! Verhü— te, daß ich nicht Den Geist der Gnade schmäh, Noch je in Selbstbetrug Und sichrem Wahne steh! 8. So werd ich allem Reiz Der Sicherheit entfliehen; So wird der Glaube mich Dir im⸗ mer näher ziehen; So sterb ich dieser Welt Und lebe nur in dir, Und du allein nur lebst Mit deinem Geist in mir. Spreng, geb. 1699 4 1768. Mel. Valet will ich.(Ebr. 13, 9. Eph. 4, 12—15.) 406. Ich soll zum Leben dringen, Für welches Gott mich schuf, Soll nach dem Himmel ringen, Das, das ist mein Be⸗ ruf. In einer Welt voll Sün⸗ den Soll ich nur ihm mich weihn, Sie fliehn, sie überwin⸗ den Und dann erst selig sein. 2. In meiner frühsten Jugend Hat er mich das gelehrt. Schön, göttlich ist die Tugend Und mei— nes Eifers werth; Ihr folgen reine Gott w seinen! Muth. 3. Un es De Wenn Auf sei Wwird Venn war! L Seligke 4. Di langet sein, Doch! weiß, 407 dahintt Scaaf, lich fin nem& Ruhe est ve dod u gnz er Sunde licht ö ost me 9.U Ren f in Herz d nen⸗ dallein kennen. In mei⸗ d dieser en auch ie mich, Sünde, t, Be⸗ Daß ich m Joch chts als nd Mei⸗ em Heil trachten, It Nicht Verhü⸗ heist der Iberwin⸗ sein. Jend Shin, Und mel⸗ fllgen D. Heiligung. 307 reine Freuden, Und wer, was Gott will, thut, Hat selbst in seinen Leiden Zufriedenheit und Muth. 3. Und wenn der Pilger Got⸗ tes Der Sünder Lust verschmäht, Wenn er trotz ihres Spottes Auf seinem Pfade geht: Was wird ihm nicht zum Lohne, Wenn er die kurze Zeit Getreu war! Welche Krone, Welch eine Seligkeit! 4. Das glaub ich. Mich ver— langet Dein Kind, o Gott, zu sein, Und meine Seele hanget Doch nicht an dir allein; Ich weiß, ich werde sterben, Und liebe doch die Welt: O Herr, welch ein Verderben, Das mich gefangen hält! 5. Bald wall ich deine Wege Mit Lust, und plötzlich bin Ich ohne Kraft und träge, Ermüdet sink ich hin, Ich lasse nach zu ringen; Und doch ists mein Be— ruf: Ich soll zum Leben dringen, Für welches Gott mich schuf. 6. Dir seufz ich anzuhangen, Erbarmer, dir allein; Du hast es angefangen, Das gute Werk ist dein. Vollende, Gott, voll⸗ ende, Was mir dein Wort ver⸗ heißt! In deine Vaterhände Befehl ich meinen Geist. Cramer, geb. 1723 4 1788. Mel. Freu dich sehr.(Ps. 119, 176. Eph. 4, 22—24. Phil. 1, 6.) 407. Jesu, laß mich nicht dahinten, Suche dein verirrtes Schaf, Bis du mich wirst end— lich finden; Wecke mich aus mei⸗ nem Schlaf! Laß hinfort mir Ruhe nicht, Bis mein Herz dir fest verspricht, Daß es nun im Tod und Leben Dir sich wolle ganz ergeben! 2. Ach wie viel und große Gnaden Hast du mir schon zu— gedacht! Doch, mir selbst zu Schand und Schaden, Nehm ich sie nicht treu in acht. Deine Wahrheit halt ich auf, Laß der Sünde ihren Lauf; Ich erweck nicht meine Gaben Und hab oft mein Pfund vergraben. 3. O wie manchen guten Fun⸗ ken Hat dein Geist in mir er⸗ regt, Den mein Herz, in Lust versunken, Wieder zu ersticken pflegt! Was ich nicht will, thu ich dann, Fange wieder vorne an, Und eh ich recht ange— fangen, Ist der Vorsatz schon vergangen. Röm. 7, 18. 4. Reg zum Bösen, träg zum Guten Zeigt sich mein verderb— ter Sinn; Will mir Satan was zumuthen, Reißt er mich gar leicht dahin; Denn mein Kampf ist schlecht bestellt; Und daß er und Fleisch und Welt Desto eher mich berücken, Bau ich ihnen wohl die Brücken. 5. Meine noch gewohnten Sün⸗ den Fordern einen harten Streit, Und es ist nicht zu ergründen, Was noch für Verdorbenheit 308 XVII. Christlicher HSinn und Wandel. Sich in meinem Herzen regt, Träumen Erst die Reue aus mir Welches einen Zunder hegt, Mit preßt; Laß mich Buße fangen Begierden untermenget, Der gern böses Feuer fänget. an, Weil ich Sünde thun noch kann; Buß' soll mich zum Tod 6. Sorge, Zorn und Eigenliebe bereiten, Nicht der Tod zur Und der argen Lüste viel Ge⸗ ben oft dem bösen Triebe Bei mir ein gewonnen Spiel. Alles, was ich hab und bin, Sollt für Gott ich geben hin, Und ich kann oft ihm zu Ehren Kaum ein Wörtlein überhören. 7. Jesu, laß dich nicht ermü— den, Suche mich noch wie bis— her, Rufe mich zu deinem Frie— den, Ziehe mich je mehr und mehr! Ach, bestraf auch durch den Geist, Was du Sündlichs an mir weißt, Daß ich stets an diesem Werke Deinen Gnaden— zug vermerke! 8. Gib mir fleißig zu betrach— ten Meines Lebens Flüchtigkeit; Lehre mich es wichtig achten, Täglich sein zum Tod bereit! Ach, das Ziel der Gnadenzeit Ist vielleicht schon nicht mehr weit, Und ich hab noch so viel Sünden, So viel Feind zu über⸗ winden! 9. Laß mich nicht so lange säu⸗ men, Bis die Sünde mich ver⸗ läßt Und der Tod nach eitlem Mel. Valet will ich.(Matth. 24, Buße leiten! Sir. 18, 23 10. Stell die Welt und ihre Lüste Mir in ihrer Blöße vor Daß ich mich in diese Wüste Nicht vergaffe als ein Thor, Der das Wesen haben kann Und nimmt dafür Schatten an, Den du rufst zum ew'gen Ziele, Und er zankt um Kinderspiele. 11. Treuer Jesu, miß dem Willen Auch Vollbringungskräf⸗ te zu; Hilf den Vorsatz bald er⸗ füllen, Meine Schwachheit stär⸗ ke du, Meine Trägheit muntre auf, Bis ich schließe meinen Lauf; Hilf mir siegen, hilf mir kämpfen, Satan, Welt und Fleisch zu dämpfen! 12. Heile mich durch deine Wunden, Mach mich rein mit deinem Blut, Daß ich in den letzten Stunden Fröhlich bleib in meinem Muth, Daß ich mit getrostem Sinn Sterben achte für Gewinn, Durch den Tod ins Leben dringe Und so alles wohl vollbringe! Wieland, um 1700. 13. Ebr. 12, 1—4. 2 Tim. 2, 5.) 408. Wer ausharrt bis ans durchzugehn; Der Glaube muß Ende, Wird endlich selig sein; im Kämpfen Bis an sein Ende Doch treffen harte Stände Noch stehn. bis zum Ende ein. Viel Feinde 2. Nur etlich Gänge wagen, sind zu dämpfen, Viel Proben Und dann im schweren Streit Erst ne N nid Wird n Wer ab steht,! bis zun 2 3. O Wrüder. Nuth, nieder Blut! Mel. 409 schmale und er rechten himme der gr 2.v. Und hr Ewigk gelium nur ei 3. V Güt, Gemü ich g Mit ͤ u mir fangen N noch m Tod d zur „18, 28 dd ihre he vor, Wüste r, Der Und „ Den e, Und ih dem Heträf⸗ hald er⸗ eit stär⸗ muntre meinen hilf mir elt und deine ein mit in den ich bleib zich mit en achte den Tod so alles um U00. 5 ein Ende wagel Srlit U Stcel Erst noch am Sieg verzagen, Ist nicht die rechte Zeit; Da wird man erst zu Schanden. Wer aber kämpft getreu, Dem steht, der beigestanden, Auch bis zum Ende bei. 3. Das frischt uns an, ihr Brüder. Verliert nur nicht den Muth, Legt nicht die Waffen nieder Und kämpfet bis aufs Blut! Wenn wir nur nicht er— D. Heiligung. 309 liegen In seiner Gegenwart, So werden wir doch siegen, Wenn auch die Hand erstarrt. 4. Herr, du kennst meine Schwäche; Nur deiner harre ich. Nicht das, was ich ver— spreche, Was du sprichst, tröstet mich. Richt auf die lassen Hände Und stärk die müden Knie', Und sage mir am Ende: Die Selig⸗ keit ist hie! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. Mel. Ich hab mein Sach Gott.(Hesek. 36, 26 ꝛc. Matth. 7, 13 ꝛc. Gal. 6, 16.) 409. Zum Leben führt ein schmaler Weg, Ein rauher Pfad und enger Steg; Nur in dem rechten Schrankenlauf Gehts himmelauf, Wovon nichts weiß der große Hauf. See, Durch Ungewitter, Wind und Schnee, Im Regen über Berg und Thal Viel hundert⸗ mal, Dem Bauch zu dienen überall: 7. So laß mich um dein Ka— 2. Ihr Weg ist lustig, weit naan All Müh und Arbeit wen— und breit, Darauf sie gehn zur Ewigkeit. O Spott aufs Evan⸗ gelium! Ein Christenthum, Das nur ein Schatten um und um! 3. Wie theuer, Gott, ist deine den an, Und auch auf meiner Pilgerreis' Auf andre Weis' Er⸗ zeigen einen solchen Fleiß. 8. Wenn jene Schar des Fleisches pflegt, Dasselbe schont Güt, Daß du erleuchtet mein und zärtlich hegt, So gib mir Gemüth Und selbst zur Buße neue Kräfte, daß Ichs ernstlich mich gebracht, Als ich in Nacht hass' Und kreuzige ohn Unterlaß. Mit jenen fortgieng unbedacht! 4. Laß mich nun desto treuli⸗ cher Den Weg des Lebens gehn, o Herr; Und stehe mir allmäch— 9. Herr, mach du mich, wie ich soll sein! Ich weiß, hier gilt kein Heuchelschein. Gib in mich deine Lichtsnatur, Denn die gilt tig bei, Daß täglich neu Dein nur, Und eine neue Kreatur! Werk bei mir im Fortgang sei! 10. Nach dieser Regel laß mich 5. Wenn nur um seine Leibes-gehn, So daß auch andre kön⸗ hütt' Ein andrer sich zuerst benen sehn, Daß mich der heil'ge müht, So laß mich achten aller⸗(Geist regier Und wohne hier, meist Auf meinen Geist, Und Und Jesus Christus auch in mir! daß ich dir Gehorsam leist! 11. Dies wird geschehn, Herr 6. Gehn andre über Land und Jesu Christ, Wenn du nun auch geboren bist In mir, und deine XVII. Christlicher Sinn und Wandel. deinem Bild, Wann ich dar— Gottheit sich So gnädiglich Her⸗ nach werd sein erwacht Und neu niederlassen wird in mich. gemacht, Lobsingen: nun, es 12. Nun, mir geschehe, wie ist vollbracht! du willt! Ich will dir einst in Vielleicht von Tafinger, geb. 1691 4 1757. Mel. Was mein Gott will.(Matth. 7, 13 ꝛc. Ebr. 12, 1. 2.) 410. Oft klagt dein Herz, wie schwer es sei, Den Weg des Herrn zu wandeln Und täg— lich seinem Worte treu Zu denken ind zu handeln. Wahr ists, die Tugend kostet Müh, Sie ist der Sieg der Lüste; Doch richte selbst: was wäre sie, Wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Laster freun, Trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sklaven eigner Pein Und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, Hat oft auch seine Leiden; Allein der Schmerz, mit dem er kämpft, Verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist anͤ⸗ fangs zwar Ein breiter Weg durch Auen; Allein sein Fort— gang wird Gefahr, Sein Ende Nacht und Grauen.“ Der Tu⸗ gend Pfad ist anfangs steil, Läßt nichts als Mühe blicken; Doch weiter fort führt er zum Heil Und endlich zum Entzücken. *Luk. 16, 19—-31. 4. Nimm an, Gott hätt' es uns vergönnt, Nach unsers Fleisches Willen, Wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, Die Lüste frei zu stillen; Nimm an, Gott ließ' den Undank zu, Den Fre⸗ vel, dich zu kränken, Den Men⸗ schenhaß: was würdest du Von diesem Gotte denken? 5. Gott will, wir sollen glück— lich sein, Drum gab er uns Ge— setze; Sie sind es, die das Herz erfreun, Sie sind des Lebens Schätze. Er red't in uns durch den Verstand Und spricht durch das Gewissen, Was wir Ge— schöpfe seiner Hand Fliehn oder wählen müssen. 6. Ihn fürchten, das ist Weis⸗ heit nur, Und Freiheit ists, sie wählen; Ein Thier folgt Fesseln der Natur, Ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum, Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend! Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden! 7. Lern nur Geschmack am Wort des Herrn Und seiner Gnade finden, Und übe dich getreu und gern, Dein Herz zu überwinden! Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch Von Gott noch mehr bekommen; Wer aber nicht hat, dem wird auch Das, was er hat, genommen. 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft, Drum muß es dir ge⸗ lingen; des sch Vollbri Vater der Bu Gott Venn 9. DO Yfad ster; betrat Meiste Freche hindert Ruhm Menso 10. 411 das E Glaub Gott, dieser. eckann Bestar ekkalte nung 2. 0 hen, len ste weiche dod U der ni Ind h bon d Glaul 9. werd àu se ich dar⸗ Und neu lun, es 01 1 17⁵⁷. den Fre⸗ en Men⸗ du Von en gluͤl⸗ uns Ge⸗ das Her) Lebens us durch cht durh wir Ge⸗ iehn oder st Weis⸗ istö, sie gt esseln usch dem 6 it des Vas sein Zugendl Ruhm? den! mack am id seittt übe dic Herz äfte hal. Werobt ich Daoh . Irch eigle dir ge⸗ D. Heiligung. 311 5 lingen; Gott ist es, welcher bei⸗ allezeit, Tritt oft an deine Bahre; des schafft, Das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein Dem Sohn, der Brot begehrte? Bet oft! Gott müßte Gott nicht sein, Wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärket auf der Tugend Pfad Das Beispiel sel'ger Gei⸗ ster; Ihn zeigte dir und ihn betrat Dein Gott und Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott Auf diesem Pfade hindern; Der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott Und nicht bei Menschenkindern. 10. Sei stark, sei männlich Mel. Werde munter. 41I. Nicht der Anfang, nur das Ende Krönt des Christen Glaubensstreit. Ach getreuer Gott, vollende Meinen Lauf in dieser Zeit! Hab ich dich eimnal erkannt, So verleih mir auch Bestand, Daß ich, bis ich einst erkalte, Glauben, Lieb und Hoff— nung halte! 2. Laß mich einem Felsen glei⸗ chen, Der in Sturm und Wel⸗ len steht; Laß mich nicht zurücke weichen, Wenn mich Noth und Tod umfäht; Sei mein Anker, der nicht bricht, Sei mein Stern und helles Licht, Daß ich nie von dir mich scheide Und am Glauben Schiffbruch leide! 3. Es ist gut, ein Christ zu werden, Besser noch, ein Christ zu sein; Doch den besten Ruhm Vergleiche mit der Ewigkeit Den Kampf so kurzer Jahre! Das Kleinod, das dein Glaube hält, Wird neuen Muth dir geben, Und Kräfte der zukünft'gen Welt, Die werden ihn beleben. 11. Und endlich, Christ, sei unverzagt, Wenn dirs nicht immer glücket, Wann dich, so viel dein Herz auch wagt, Stets neue Schwachheit drücket. Gott sieht nicht auf die That allein, Er sieht auf deinen Willen; Ein göttliches Verdienst ist dein, Dies muß dein Herze stillen! Gellert, geb. 1715 4+ 1769. (Offenb. Joh. 3, 11.) auf Erden Gibt der Herr nur dem allein, Der ein Christ be⸗ ständig bleibt Und den Kampf zum Siege treibt; Solchen wird mit ew'gen Kronen Christus dro⸗ ben einst belohnen. 4. Laß mich halten, was ich habe, Daß mir nichts die Krone nimmt! Es ist deines Geistes Gabe, Daß mein Glaubensdocht noch glimmt. Lösche nicht dies Fünklein aus, Mach ein helles Feuer draus; Laß es ungestöret brennen, Dich vor aller Welt bekennen! 5. Du hast meinen Grund ge— leget; Jesus, der mein Grund⸗ stein ist, Wird durch keine Macht beweget, Ihn verrücket keine List. Laß mich fest auf ihm bestehn, Nimmermehr zu Grunde gehn, 312 XVII. Christlicher Binn und Wandel. Wenn sich Macht und List be— mühen, Mich von Christo abzu— ziehen! 6. Jesu, hilf mir dir anhangen, Wie das Schaf am Hirten hängt, Stets im Glauben dich um— Eigene Mel.(Luk. 13, 24. Off 412. Ringe recht, wann Gottes Gnade Sich erbarmend zu dir kehrt, Daß dein Geist sich recht entlade Von der Last, die ihn beschwert! 2. Ringe! Denn die Pfort ist enge, Und der Lebensweg ist schmal; Alles bringt dich ins Gedränge, Was nicht zielt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, Dring hinein in Gottes Reich; Will der Feind dir wi— derstreben, Werde weder matt noch weich! 4. Ringe, daß dein Eifer glühe, Daß die erste Liebe dich Völlig von der Welt abziehe! Halbe Liebe täuschet sich. 5. Ring mit Beten und mit Flehen, Halte damit feurig an; Laß den Eifer nicht vergehen, Wärs auch Tag und Nacht ge— than! 6. Hast du dann die Perl er— rungen, Denke ja nicht, daß du nun Alles Böse schon be— zwungen; O, es ist noch viel zu thun! 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, Deines Heils mit Zit— tern wahr! Denn in dieser Welt fangen, Wie mich deine Gnad umfängt! Kommt es dann zur letzten Noth, So versiegle mir im Tod, Was ich dir geglaubt auf Erden, Und laß es zum Schauen werden! Schmolk, geb. 1672 4 1737. enb. Joh. 2, 4 ꝛc. Matth. 7, 13.) voll Fehle Schwebst du stünd⸗ lich in Gefahr. 8. Blick aufs ew'ge Kleinod feste, Halte männlich, was du hast! Recht beharren ist das Beste; Rückfall wird zur schwe— ren Last. 9. Laß dein Auge ja nicht gaf⸗ fen Nach der schnöden Eitelkeit; Bleibe Tag und Nacht in Waf⸗ fen, Fliehe träge Sicherheit! 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, Gib der Lust den Zügel nicht! Willst du die Be⸗ gierden stillen, So verlischt das Gnadenlicht. 11. Wahre Treu liebt Christi Wege, Steht beherzt auf ihrer Hut, Weiß von keiner Fleisches— pflege, Hält kein Unrecht sich zu gut. 12. Wahre Treu kommt dem Getümmel Dieser Welt nie— mals zu nah; Denn ihr Schatz ist in dem Himmel, Drum ist auch ihr Herz allda. 13. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, Kämpfet recht und leidet euch, Dringet alle Tage weiter, Bis ihr kommt ins Himmelreich! 14. Eilet, zählet Tag und Stunden eischeint. 413 ugriffen gend ble daß ich! ich dem Denn T leit Ver heit. 2. So walle, strauche daß er sein N Auch d Stirbt Brust. 3. Ni⸗ gend, der Zei Jugend Sittsar und 36 Stolzf 4. O Seele der N Solz Und d seht m aldern Dollu 9. O lie, gend Mids Eve Gnad ann zur gle mit eglaubt es zum 72 1 17⁷³⁷. stünd⸗ Kleinod was du ist das schwe⸗ icht gaf⸗ itelkeit; in Woaf⸗ cheit! 2 nicht Lust den die Be⸗ scht das Chrisi ũuf ihtet leisches⸗ echt sich imt denm elt nie⸗ + Schah Rum ist walle, Bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, Der, wann sein Nächster fällt, noch steht! Auch die bekämpfte böse Lust e-eeά¾ìr ⁰ππππ⁴ρ⁰ Stunden, Bis der Heiland euch überwunden, erscheint, Und wann ihr nun Gott vereint! Mel. Aus Gnaden soll ich. 2. Solang ich hier im Leibe Stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tu⸗ D. Heiligung. gend, Oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hitze roher Jugend Wird mit den Jahren Sittsamkeit, Und was Natur und Zeit gethan, Sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Andrung deiner Seele Ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quäle, Und dämpfst sie, doch du wech— selst nur; Dein Herz fühlt einen andern Reiz, Dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Gunst und Eigen⸗ liebe, Was andern strenge Tu⸗ gend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe 313 Ewig euch mit Winkler, geb. 1670 4 1722. (Phil. 3, 12—14. Matth. 18, 8 ꝛc.) 413. Nicht, daß ichs schon ergriffen hätte! Die beste Tu⸗ gend bleibt noch schwach. Doch, daß ich meine Seele rette, Jag ich dem Kleinod eifrig nach; Denn Tugend ohne Wachsam⸗ keit Verliert sich bald in Sicher— heit. Du wirst behutsam, schränkst dich ein, Fliehst nicht die Schmäh— sucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, Durch die der andern Tugend fällt, So werde nichts dein Herz verführen. Doch jedes Herz hat seine Welt: Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, Hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in dei⸗ nem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; Jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, Und sieh, dein Herz wallt auf und dräut Und schilt so lieblos und so hart, Als es zuerst ge— scholten ward. 8. Oft denkt, wann wir der Stille pflegen, Das Herz im Stillen tugendhaft: Kaum la⸗ chet uns die Welt entgegen, So regt sich unsre Leidenschaft; Wir werden im Geräusche schwach Und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leich⸗ tern Triebe Durch einen strengen Lebenslauf; Doch opferst du, wills seine Liebe, Ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, Die sich der Christ entreißen muß! Erweckten dir so manchen Feind; 10. Du fliehst, geneigt zur Ruh und Stille, Die Welt, und liebst die Einsamkeit; Doch 314 XVII. Cöhristlicher 1 du, forderts Gottes Wille, Auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank; Fliehts Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht; bist du be⸗ scheiden? Bist mäßig; liebst du auch Geduld? Du dienest gern, wenn andre leiden; Vergibst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du Mel. Wie wohl ist mir; Mein Schöpfer, der mit Huld Sinn und Wandel. rein, Zu aller Tugend willig sein. 12. Sei nicht vermessen; wach und streite, Denk nicht, daß du schon gnug gethan! Dein Herz hat seine schwache Seite, Die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; Drum wache stets, wach überall! Gellert, geb. 1715 4 1769. Mos. 33, 14. . 32, 8. Phil. 1, 10 ꝛc.) 414. O Gottes Sohn, du Licht und Leben, O treuer Hirt, Immanuel! Nur dir hab ich mich übergeben, Nur dir ge— höret Leib und Seel. Ich will mich nicht mehr selber führen, Du sollst als Hirte mich regie— ren; So geh denn mit mir aus und ein! Ach Herr, erhöre meine Bitten Und leite mich auf allen Tritten, Ich gehe keinen Schritt allein! 2. Wenn du mich führst, kann ich nicht gleiten, Dein Wort muß ewig feste stehn; Du sprichst:„mein Auge soll dich leiten, Mein Angesicht soll vor dir gehn.“ Ja dein Erbarmen, deine Güte Umfass' allmächtig mein Gemüthe! O daß ich nur recht kindlich sei, Bei allem zu dir gläubig flehe Und stets auf deinen Wink nur sehe, So ste— hest du mir täglich bei! 3. Du weißt allein die Friedens— wege, Auch das, was mir den Frieden stört; Drum laß mich gnügen, meiden alle Stege, Wo Welt und Sünde mich versehrt. Ach daß ich nimmer von dir irrte, Noch durch Zerstreuung mich ver— wirrte, Auch nicht durch einen guten Schein! O halte meine Seele feste! Hab acht auf mich aufs allerbeste, Lehr beten mich und wachsam sein! 4. Herr, mach mich kindlich, treu und stille, Daß ich dir im⸗ mer folgen kann; Nur dein, nur dein vollkommner Wille Sei für mich Schranke, Ziel und Bahn! Nichts soll mich ohne dich ver— Laß mir nichts mehr am Herzen liegen Als deines großen Namens Ruhm! Das sei allein mein Ziel auf Erden, Laß mirs durch nichts verrücket werden, Denn ich bin ja dein Eigenthum! 5. Laß deinen Geist mich täg— lich treiben, Gebet und Flehen dir zu weihn! Laß mir dein Wort im Herzen bleiben Und in mir Geist und Leben sein, Daß ich fallen dir wal die See dein im hölich bilde m 6. So Stille deinem N 415⁵ tes thun werden man ri den Be nicht e die Er 2. O Auf di Ver h Wird ten; 3 thut, e Gut. 9.O1 Heiner Manch 9 16 uch, hesstri den no Rorit nein luͤder 50 Ouad d williz n; wach „daß du ein Herz e, Die zohlfahrt roht dit he stets, 71⁵ 1 17⁰09 . 33, 14 Oo Welt rt. Ach ir irrte, mich ver⸗ ich einen te meine auf mich ten mich findlich, dit im⸗ dein, nur Sei fur dBahn! dich ver⸗ ts mehr deines uI Das Erden, errückt ja dein mich g⸗ d Fl lehen nir dein n Und en sein, D. Heiligung. 315 Daß ich nach deinem Wohlge-Heil aus deiner Fülle, Das fallen In Ehrfurcht möge vor Herz ist aller Sorgen los; Ich dir wallen; Zeuch ganz zu dir sorge nur vor allen Dingen, die Seele hin! Vermehr in mir Wie ich zum Himmel möge dein innres Leben, Dir unauf- dringen; Ich bin zu deinem hörlich Frucht zu geben, Und Dienst bereit. Ach, zeuch mich, bilde mich nach deinem Sinn! szeuch mich weit von hinnen; 6. So lieb und lob ich in der Was du nicht bist, das laß zer⸗ Stille Und ruh als Kind in rinnen, O reiner Glanz der deinem Schoß; Ich schöpfe Ewigkeit! Nach Bogatzky, geb. 1690 4 1774. Mel. Meinen Jesum laß.(Gal. 6, 9. 2 Kor. 9, 6. Mark. 12, 41 ꝛc.) 415. Seelen, laßt uns Gu⸗ Und trägt zehenfältig Früchte. tes thun, Gutes, und nicht müde K Klein gesät und dennoch dicht, werden! Wann es Zeit ist, wird Fehlet in der Ernte nicht. man ruhn, O wie sanft, von 4. Lehr, o Gott, mich Gutes den Beschwerden! Aber ruhen thun Und im Treusein nicht er⸗ nicht allein, Dort wird auch liegen! Denn die Zeit dazu ist die Ernte sein. nun, Und sie wird so schnell 2. O daß wir an unsrer Zeit verfliegen. Wenn man gleich Auf die Ewigkeit hin lernten! was Kleines thut: Ists nur Wer hier kärglich ausgestreut, gut, so ist es gut. Wird auch wieder kärglich ern⸗ 5. Stelle mir die Ernte für, ten; Wer hier reichlich Gutes Daß ich darf auf Hoffnung säen! thut, Sammelt dort auch reiches Was wir thun und thun es dir, Gut. Läßst du nicht umsonst geschehen; 3. O daß nach dem Augenschein Hat man kein Verdienst davon, Keiner bloß das Säen richte! Gibt die Gnade dennoch Lohn. Manches Körnlein scheinet klein Ph. Fr. Hiller, ge b. 1699 4 1765. Mel. Meinen Jesum laß.(Matth. 26, 41. Ps. 14, 7. Luk. 4, 18 ꝛc.) 416. Mein Erlöser, schaue entrissen; Ich hab auch nach doch, Wie mein armer Geist deinem Rath Schon zu wandeln verstricket, Mit geheimen Ban⸗ mich beflissen, Daß vielleicht ein den noch Ganz bedränget und andrer wohl Mich für fromm gedrücket! Will ich los, so sinkt schon halten soll. mein Herz Bald in Unmacht 3. Aber dein genaues Licht niederwärts. Zeigt mir tiefer mein Verder— 2. Zwar es hat mich deine ben, Und wie ich nach meiner Gnad Groben Sünden längst Pflicht Muß mir selbst und ——.—. —— 316 XVII. Christlicher allem sterben, Und in wahrer Heiligkeit Vor dir leben allezeit. 4. Dies ist auch dein Wille wohl; Aber ach, es fehlt Voll⸗ bringen! Was ich auch verrich— ten soll, Thu ich noch mit Last und Zwingen; Seh ich dann mein Bestes an, So ists doch nicht rein gethan. 5. Ach, wo ist der neue Geist, Den du willst den Deinen ge— ben, Der den Sünden uns ent⸗ reißt Und uns bringt ein rei— nes Leben, Der mit Herzens⸗— lust und Kraft Alles in und durch uns schafft? 6. Ach, wann wird mein Herz doch frei Über alles sich erhe— ben, Und in reiner Liebestreu Nur von dir abhängig leben, Abgeschieden, willenlos, Von mir selbst und allem bloß? Eigene Mel.(Eph. 6, 10—20. 417. Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens! Sieh, wie die Finsterniß dringet herein, Wie sie ihr drohendes Heer nicht vergebens Mächtig aufführet, mir schädlich zu sein! Schau, wie sie sinnet auf allerlei Ränke, Daß sie mich sichte, verstöre und kränke! Luk. 22, 31. 2. Jesu, hilf siegen! Ach, wer muß nicht sagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wann mich Sünden der Jugend verklagen, Die mein Gewissen mir täglich hält für! Ach, laß mich schmecken dein Sinn und Wandel. 7. Komm, du lang verlaͤngte Stund! Komm, du Lebensgseist von oben! Ach, wie soll mein froher Mund, Jesu, deine Treue loben, Wenn mich deine Liebes⸗ macht, Dir zu dienen, frei ge⸗ macht! 8. Laß dein Evangelium Mir Gefangnem Freiheit schenken! Ich will als dein Eigenthum Mich in dein Erbarmen sen⸗ ken; Ich will hoffen, warten, ruhn, Du wollst alles in mir thun. 9. Eignes Wirken reicht nicht zu, Du mußt selbst die Hand anlegen; Ich will still sein, wirke du, Dämpfe, was sich sonst will regen! Kehr zu mei⸗ ner Seele ein, So wird mir geholfen sein! Tersteegen, geb. 1697 4 1769. Ebr. 4, 15. 16. Matth. 12, 20.) kräftig Versühnen, Und dies zu meiner Demüthigung dienen! 3. Jesu, hilf siegen, wann in mir die Sünde, Eigenlieb, Hof⸗ fahrt und Mißgunst sich regt, Wann ich die Last der Begierden empfinde, Und sich mein tiefes Verderben darlegt! Hilf dann, daß ich vor mir selber erröthe Und durch dein Leiden die Sün⸗ denlust tödte! 4. Jesu, hilf siegen, und lege gefangen In mir die Lüste des Fleisches, und gib, Daß in mir lebe des Geistes Verlangen, Aufwärts sich schwingend durch Heiligen ringen So wir Seeleg 5. Jes mein Y lich zu mich st hülle, Ruhe sterhen Daß ic die De 6. JN mich ni Kräfte mit de sich sü heller Steh und M und pr 29 und X jn un Laß d hertre Jürsp mich! 41¹⁸ Band i, und Himn Geri⸗ sun, schte rlangte ensgeist mein ie Treue Liebes⸗ frei ge⸗ m Mir chenken! zenthum en sen⸗ warten, in mir ct nicht ie Hand ill sein, vas sich zu mei⸗ pird mit 507 1 ù0. Ind dies dienen! wann inn ieb, hof⸗ sch regt Zegierden ein tiefes ilf dann, arröͤthe die Sil und lege Lufe de aß in Mir erlangel/ i ducch heiligen Trieb! Laß mich ein⸗ dringen ins göttliche Wesen, So wird mein Geist, Leib und Seele genesen! 2 Petri 1, 4. 5. Jesu, hilf siegen, damit auch mein Wille Dir, Herr, sei gänz⸗ lich zu eigen geschenkt, Und ich mich stets in dein Wollen ver⸗ hülle, Wo sich die Seele zur Ruhe hinlenkt! Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, Daß ich mich zählen darf unter die Deinen! 6. Jesu, hilf siegen, und laß mich nicht sinken! Wann sich die Kräfte der Lügen aufblähn Und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, Laß doch viel heller dann deine Kraft sehn! Steh mir zur Rechten, o König und Meister, Lehre mich kämpfen und prüfen die Geister! 7. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten! Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, Der du versprochen, Fürsprecher zu sein! Wann mich die Nacht mit Ermüdung D. Heiligung. 317 will decken, Wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken! 8. Jesu, hilf siegen! Wann alles verschwindet, Wann ich mein Nichts und Verderben nur seh, Wann kein Vermögen zu beten sich findet, Wann ich bin wie ein verschüchtertes Reh: Herr, ach dann wollst du im Grunde der Seelen Dich mit dem inner⸗ sten Seufzen vermählen! 9. Jesu, hilf siegen, und laß mirs gelingen, Daß ich das Zeichen des Sieges erlang! So will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, Wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen. 10. Jesu, hilf siegen, wanns nun kommt zum Sterben! Mach du mich würdig und stätig be— reit, Daß ich mich nenne des Himmelreichs Erben Dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit! Jesu, dir bleib ich auf ewig er— geben, Hilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben! Schröder, geb. 1666 4 1699. Mel. Werde munter.(Micha 2, 13. Joh. 17. Röm. 8.) 418. O Durchbrecher aller Bande, Der du immer bei uns bist, Bei dem Schaden, Spott und Schande Lauter Lust und Himmel ist! Übe ferner dein Gerichte Wider unsern Adams⸗ sinn, Bis uns dein so treu Ge⸗ sichte Führet aus dem Kerker hin! 2. Ists doch deines Vaters Wille, Daß du endest dieses Werk; Hiezu wohnt in dir die Fülle Aller Weisheit, Lieb und Stärk, Daß du nichts von dem verlierest, Was er dir geschenket hat, Und es von dem Treiben führest Zu der süßen Ruhestatt. 318 XVII. Christlicher 3. Ach, so mußt du uns voll⸗ enden, Willst und kannst ja an⸗ ders nicht! Denn wir sind in deinen Händen, Dein Herz ist auf uns gericht't, Sind wir gleich gering geachtet Bei den Leuten allezeit, Schnöd gemacht und gar verachtet In des Kreu— zes Niedrigkeit. 4. Schau doch aber unsre Ket⸗ ten, Da wir mit der Kreatur Seufzen, ringen, schreien, beten Um Erlösung von Natur, Von dem Dienst der Eitelkeiten, Der uns noch so hart bedrückt, Ob auch schon der Geist in Zeiten Sich auf etwas Bess'res schickt. 5. Ach, erheb die matten Kräfte, Daß sie sich doch reißen los Und durch alle Weltgeschäfte Durch— gebrochen stehen bloß? Weg mit Menschenfurcht und Zagen, Weich, Vernunftbedenklichkeit, Fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, Weg des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Herr, zermalme, brich, zer— störe Diese Macht der Finster— niß! Der preist nicht mehr deine Ehre, Den sie fort zum Tode riß. Heb uns aus dem Staub der Sünden, Wirf die Schlangen— brut hinaus; Laß uns wahre Freiheit finden, Freiheit in des Sinn und Wandel. Für das Fleisch in Ewigkeitz Wie du's nöthig findest, thue Noch vor unsrer Abschiedszeit; Aber unser Geist, der bindet Dich im Glauben, läßt dich nicht, Bis er die Erlösung findet, Die dein treuer Mund verspricht. 8. Herrscher, herrsche; Sieger, siege; König, brauch dein Re— giment; Führe deines Reiches Kriege, Mach der Sklaverei ein End! Denn die Last treibt uns zu rufen, Alle flehen wir dich an: Zeig doch nur die ersten Stufen Der gebrochnen Frei⸗ heitsbahn! 9. Laß, die theuer sind erwor⸗ ben, Nicht der Menschen Knechte sein! Denn so wahr du bist ge⸗ storben, Mußt du uns auch machen rein, Rein und frei und ganz vollkommen Und verklärt ins beste Bild! Der hat Gnad um Gnad genommen, Welchen deine Füll erfüllt. 10. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, Laß mit dir gekreuzigt sein, Was dein Reich nicht kann ererben; Führ ins Paradies uns ein! Doch wohlan, du wirst nicht säumen, Laß nur uns nicht läßig sein! Werden wir doch als wie träumen, Wann die Frei⸗ Vaters Haus! 7. Wir verlangen keine Ruhe! heit bricht herein! Pf. 126, 1. Arnold, geb. 1666 4 1714. 419. ich errin darf ich Vandel Odu W Voll W Lebens: Vandel nend hi hin, 2 irage ni Im Hit lLicht e dein V sein Of ihm zu Oleich und Lo Herr u 3. B derbar Offnb Dunke licht v einem Oters heit m Uns, rieden Ded Sind wigkeitz t, thue iedozeit bindet äßt dich rlösung r Mund Sieger, dein R⸗⸗ Reiches klaverei st treibt hen wir ie ersten + en Frei⸗ derwor⸗ Knechte bist ge⸗ us auch frei und verklärt at Gnad Welchen in dein elreuzigt icht kann dies uns 2 wirst is nicht doch als die Fre⸗ Y.. 120, J. 366 1 1 Himmlischer Sinn. Himmlischer Sinn. Mel. Wachet auf! ruft.(Phil. 3, 20.) 419. Herr, welch Heil kann ich erringen, In welche Höhn darf ich mich schwingen, Mein Wandel soll im Himmel sein! O du Wort voll heil'gen Bebens, Voll Wonne, Wort des ew'gen Lebens: Im Himmel soll mein Wandel sein! Ich sink erstau— nend hin, Empfinde, wer ich bin, Wer ich sein kann; Ich trage noch Des Todes Joch,— Im Himmel soll mein Wandel sein! 2. Schwing dich denn in diese Höhen Und lern im Lichte Got⸗ tes sehen, Wer du, versühnte Seele, bist! Mit dem göttlichsten Entzücken Wirst du in diesem Licht erblicken, Wer, Seele, dein Versühner ist: Du, durch sein Opfer rein Und stark, dich ihm zu weihn; Er, des Vaters Gleich ew'ger Sohn, Ruh, Heil und Lohn Der Glaubenden, ihr Herr und Gott. 3. Wort vom Anfang! Wun⸗ derbarer! O du der Gottheit Offenbarer! Den Erdkreis deckte Dunkelheit; Du erschienst, du Licht vom Lichte, Wir schaun in deinem Angesichte Nun deines Vaters Herrlichkeit. Nicht Wahr— heit nur, auch Ruh Strahlst du uns, Gottmensch, zu, Seelen— frieden. Du hasts vollbracht! Des Irrthums Nacht, Der Sünde dunkle Nacht ist hin. 4. Wenn die Seel in tiefe Stille Versunken ist, wenn ganz ihr Wille Der Wille deß ist, der sie liebt; Wenn ihr inniges Vertrauen, Ihr freudig Hoffen fast zum Schauen Emporsteigt; wenn sie wieder liebt Und nun wahrhaftig weiß, Dein Kampf und Todesschweiß, Gottver— sühner, Dein Blut am Kreuz, Dein Tod am Kreuz, Versühn, o Herr, versühn auch sie: 5. O dann ist ihr schon gegeben Ihr neuer Nam und ew'ges Le— ben, Im Himmel ist ihr Wan— del dann; Stark, den Streit des Herrn zu streiten, Sieht sie die Krone schon vom weiten, Die Kron am Ziel, und betet an: Preis, Ehr und Stärk und Kraft Sei dem, der uns erschafft, Ihm zu leben! Für uns verbürgt Bist du erwürgt! Anbetung, Ruhm und Dank sei dir! offenb. Joh. 2, I. 6. Preis sei dem, der auf dem Throne Der Himmel sitzt; Preis sei dem Sohne! Gott und dem Lamme Preis und Dank! Weis⸗ heit sind und Gnad und Stärke, Herr, Herr, und Wunder deine Werke; Dir und dem Lamm sei Preis und Dank! Wie strahlt dein Angesicht Von Huld! Doch im Gericht Bist du heilig. Lobͤ⸗ singt dem Herrn, Die ihr dem Herrn Gestorben seid und ster⸗ ben sollt! aopsiock, geb. 1224 K 1808. XVII. 320 Mel. Ich dank dir 420. Erheb, o Seele, deinen Sinn! Was hängst du an der Erden? Hinauf, hinauf, zum Himmel hin! Denn du mußt himmlisch werden. 2. Was hat die Welt, was beut sie an? Nur Tand und eitle Dinge! Wer einen Him— mel hoffen kann, Der schätzet sie geringe. 3. Wer Gott erkennt, kann der wohl noch Den Wunsch aufs Niedre lenken? Wer Gott zum Freund hat, denket hoch; So müssen Christen denken. 4. Kein Leiden, wenns auch schwer mich drückt, Schlägt mei— ne Hoffnung nieder: Ich schau empor, und mich erquickt Der Herr doch endlich wieder. 5. Mein Theil ist nicht in die— ser Welt, Ich bin ein Gast auf Erden: Ich soll, wann diese Hülle fällt, Ein Himmelsbür⸗ ger werden. Christlicher Sinn und Wandel. schon.(Ebr. 13, 14.) 6. Dort ist das rechte Kanaan, Wo Lebensströme fließen; Blick oft hinauf, Der Anblick kann Den Leidenskelch versüßen. 7. Dort oben ist des Vaters Haus. Er theilt zum Gnaden⸗ lohne Den überwindern Kro⸗ nen aus; Kämpf auch um Ruh und Krone! 8. Dort ists den Engeln süße Pflicht, Gott ihren Dank zu bringen. O Seele, sehnest du dich nicht, Mit ihnen Lob zu singen? 9. Dort herrscht dein Heiland, Jesus Christ, Und du, frei von Beschwerden, Sollst ihm, durch den du selig bist, An Klarheit ähnlich werden. 10. Laß denn, Erlöser, mich schon hier Mein Herz zu dir er— heben; Laß mich, entschlaf ich einst in dir, Dort ewig mit dir leben! Liebich, geb. 1713 4 1780. Mel. Ruhe ist das beste Gut.(Phil. 3, 20. 2 Petri 1, 10. 11.) 421. Himmelan, nur him⸗ melan Soll der Wandel gehn! Was die Frommen wünschen, kann Dort erst ganz geschehn, Auf Erden nicht: Freude wech— selt hier mit Leid; Richt hinauf zur Herrlichkeit Dein Angesicht! 2. Himmelan schwing deinen Geist Jeden Morgen auf! Kurz, ach kurz ist, wie du weißt, Un⸗ schuf, Präg ins Herz mir den Beruf, Mach mich getreu! 3. Himmelan hat er dein Ziel Selbst hinaufgestellt; Sorg nicht muthlos, nicht zu viel Um den Tand der Welt! Flieh diesen Sinn! Nur was du dem Him⸗ mel lebst, Dir von Schätzen dort erstrebst, Das ist Gewinn. 4. Himmelan erheb dich gleich, ser Pilgerlauf! Fleh täglich neu: Wenn dich Kummer drückt, Weil Gott, der mich zum Himmel dein Vater, treu und reich, Stüͤndli guãlt di dand d hon der himmlis 5. Hit Ales V Himme Uasten Kämpfe Denke, Die Hi 6.Hin Mitten weil d nem V schwiet wie er mehr! . Hi Durch dich in hin zu Von d 12² Gütern Hetheil Gemü der si der e fleine ber Schön die Lu en un Osan Kanaan, n; Blick lick kann hen. Vaters Gnaden⸗ ern Kro⸗ um Ruh jeln süße Dank zu hnest du Lob zu Heiland, frei von m, durch Klarheit er, mich u dir er⸗ schlaf ich mit dir 713 1 1700. ö mir den eu! dein Zil orz nicht Um den 9 diesen em Hin⸗ itzen doit in. y, 4 Wel reich E. Mäch Stündlich auf dich blickt. Was quält dich so? Droben in dem Land des Lichts von den Sorgen nichts; Sei himmlisch froh! 5. Himmelan wallt neben dir Alles Volk des Herrn, Trägt im Himmelsvorschmack hier Seine Lasten gern. O schließ dich an! Kämpfe drauf, wie sichs gebührt; Denke, auch durch Leiden führt Die Himmelsbahn! 6. Himmelan giengJesuscChrist Mitten durch die Schmach; Folg, weil du sein Jünger bist, Sei⸗ nem Vorbild nach! Er litt und schwieg. Halt dich fest an Gott wie er, Statt zu klagen, bete mehr! Erkämpf den Sieg! 7. Himmelan führt seine Hand Durch die Wüste dich, Ziehet dich im Prüfungsstand Näher hin zu sich Im Himmelssinn; Von der Weltlust freier stets Weiß man stenliebe. 321 Und mit ihm vertrauter gehts Zum Himmel hin. 8. Himmelan führt dich zuletzt Selbst die Todesnacht; Sei's, daß sie dir sterbend jetzt Kurze Schrecken macht,— Harr aus, harr aus! Auf die Nacht wirds ewig hell; Nach dem Tod er— blickst du schnell Des Vaters Haus. 9. Hallelujah! Himmelan Steig dein Dank schon hier! Einst wirst du mit Scharen nahn, Und Gott naht zu dir In Ewig— keit. Aller Jammer ist vorbei, Alles jauchzt, verklärt und neu, In Ewigkeit! 10. Hallelujah singst auch du, Wann du Jesum siehst, Unter Jubel ein zur Ruh In den Him— mel ziehst. Gelobt sei er! Der vom Kreuz zum Throne stieg, Hilft auch dir zu deinem Sieg: Gelobt sei er! Schöner, geb. 1749 4 1818. E. Mächstenliebe. Mel. Gott, mein Gott, dir will ich singen.(1 Kor. 13, 1—8 und 13.) 422. Unter jenen großen Gütern, Die uns Christus zu— getheilt, Ist die Lieb in den Gemüthern Wie ein Balsam, der sie heilt, Wie ein Stern, der herrlich blinket, Wie ein Kleinod, dessen Preis Niemand zu benennen weiß, Wie die Schönheit, die uns winket, Und die Lust, die jedermann Zwin⸗ gen und vergnügen kann. Gesangbuch für die evangelische Kirche. 2. Liebe kann uns alles geben, Was auf ewig nützt und ziert, Und zum höchsten Stand erhe— ben, Der die Seelen aufwärts führt. Menschen- oder Engel⸗ zungen, Wo sich keine Lieb er— weist, Wie beredt man sonst sie preist, Wie beherzt sie an⸗ gedrungen, Sind ein flüchtiger Gesang, Sind ein Erz- und Schellenklang. 322 XVII. Cyristlicher 3. Was ich von der Weisheit höre, Der Erkenntniß tiefer Blick, Die geheimnißvolle Lehre Und des Glaubens Meisterstück, So der Berge Grund versetzet, Und was sonst den Menschen ehrt: Das verlieret seinen Werth; Alles wird für nichts geschätzet, Wenn sich nicht da— bei der Geist, Der die Liebe wirkt, erweist. 4. Hätt' ich alle meine Habe Mild den Armen zugewandt, Opfert' ich mich selbst dem Grabe, Scheut' ich nicht der Flammen Brand, Gäb ich meinen Leib auf Erden Ihnen zu verzehren hin, Und behielte meinen Sinn: Würd ich doch nicht besser werden, Bis mich wahre Lieb erfüllt, Die aus Gottes Herzen quillt. Sinn und Wandel. ö 5. Glaubenssieg und Hoff— nungsblüte Führt uns tröstend durch die Welt, Bis das irdi⸗ sche Gebiete Und der Schö— pfungsbau zerfällt; Nur der Liebe weite Grenzen Strecken sich in Ewigkeit, Alle, die sich ihr geweiht, Werden unaufhör⸗ lich glänzen: Glaub und Hoff— nung bleiben hier, Liebe währet für und für. 6. O du Geist der reinen Liebe, Der von Gott du gehest aus, Laß mich spüren deine Triebe, Nimm dir hin mein Herz und Haus! Was in mir sich selbst nur suchet, Es nicht treu mit andern meint, Haß ist und nur Liebe scheint, Laß mich halten als verfluchet! Lenke meinen ganzen Sinn, Geist der Lieb, zur Liebe hin! C. Lange, geb. 1650 4 1727. Mel. Herzlich thut mich.(Mark. 12, 32 ꝛc. 1 Joh. 4, 7. 8. 1 Kor. 13, 1 ꝛc.) 423. Nicht Opfer und nicht Gaben, Auch Ruhm und Ehre nicht, Noch was sonst Sünder haben, Befreit uns vom Ge— richt. Nur Jesu Liebe bleibet, Sie ist von Ewigkeit; Was außer ihr uns treibet, Ver⸗ schwindet mit der Zeit. 2. Sie gibt uns Kraft und Leben, Bricht jeden Bann ent⸗ zwei, Lehrt helfen, trösten, ge— ben, Macht von der Lüge frei. Sie muß gerecht uns machen, Los von der Sündenlust, Zum Beten und zum Wachen Be— wegen unsre Brust. 3. Sie ist die höchste Zierde, Des Christenthumes Kern; Sie gilt als schönste Würde Und Krone vor dem Herrn. Was hilfts, mit Engelzungen Hoch reden ohne Herz? Wen Liebe nicht durchdrungen, Der ist ein todtes Erz. 4. Geheimnißvolle Lehren Und starker Glaubenssinn Stehn nicht bei Gott in Ehren, Wenn Liebe nicht darin; Der treibt nur arm Geschwätze, Wer kalt und liebeleer Der größten Weis— heit Schätze Darleget um sich her. feine K ohnef Gottd bedenk dich zu 2. O prüfer nicht Sinn Feind der F gebunk 9. N hassen, fasen; dem 5 se sind ob ihr und hi 4. schnäh dirge h, Hinde hinden 5. Verzei Hedeih ö Hoff⸗ tröstend as irdi⸗ Scho⸗ dur der Strecken die sich laufhör⸗ d Hoff⸗ währet en Liebe, est aus, Triebe, erz und selbs meu mit ist und aß mic Lenke Geist 650 4 NW. „ 17.) Zierde, rn; Si2e e Und Was n Hob zen Lbe er ist en 5. Der Vater ist die Liebe, die Lebensquelle Der Sohn ist Lieb allein, Des und vom Sohn: heil'gen Geistes Triebe Sind Liebe, heiß und rein. E. Rächslenliebe. Vom Vater Mach unsre Seelen helle, Du Strom von Das ist Gottes Thron! Joh. Rothe, geb. 1805 Mel. Alles ist an Gottes Segen.(1 Joh. 3, 14—18. Hos. 6, 6. Eph. 5, 2.) 424. Nur wo Lieb ist, da ist Wahrheit; Ohne sie gibts keine Klarheit, Finster sind wir ohne sie. Heuchelnd wirst vor Gott du treten, Wenn du nicht bedenkst beim Beten, Daß er dich zum Bruder zieh. 2. Denke nicht, der Herzens— prüfer Schau von deinem Wort nicht tiefer, Auf des Herzens Sinn und Rath. Hassest du den Feind, so wisse, Daß das Reich der Finsternisse Deinen Geist gebunden hat. 3. Nur die Sünde sollst du hassen, Aber Sünder mild um-⸗ fassen; Sie zu richten, ziemt dem Herrn. Freuts dich, daß sie sind gebunden? Spottest du ob ihren Wunden?— Komm und hilf sie heilen gern! 4. Wenn sie deine Liebe schmähen, Zornig aus dem Weg dir gehen, Dann befiehl sie dessen Rath, Der, die Armen, Todten, Blinden Von dem Elend zu ent— binden, TausendLiebeskräfte hat. 5. Glaubs, dein Lieben und Verzeihen Wird zum Frieden dir gedeihen Bei dem Herrn, der Mel. Mein's Herzens Jesu.(Eph. 4, 1 ꝛc. 425. Ach Jesu, gib mir sanf— ten Muth, Nach deinem Wort Frieden ist. Nenn, o Mensch, nur wenn du liebest, Wenn mit Christo du vergibest, Dich mit seinem Namen: Christ! 6. Selbst die Gabe, die du gibest, Wiegt nicht schwerer, als du liebest; Liebe geht den Gaben vor. Schwerer wiegt oft eine Zähre, Die voll Mitleids, Gott zur Ehre, Aus dem Auge dringt empor. 7. Wie die Sonn am Himmel stehet, Freud auf Gut' und Böse säet, Also sei dein Christenherz! Lern in Liebe Christo gleichen, Lern im Lieben ihn erreichen Unter Freuden, unter Schmerz! 8. In den trübsten Leidens⸗ stunden, Überdeckt mit Todes- wunden Hieng am Kreuze Got— tes Sohn, Litt für uns, für seine Feinde, Die er rufet zur Gemeinde, Todesqual und Mör— derhohn. 9. Willst mit göttlichen Gefüh— len Du in leeren Worten spielen, Und doch Christi Jünger sein? Geh zu ihm und lerne leben, Lern im Leben das Vergeben, Im Vergeben selig sein! Matth. 5, 22 ꝛc. 18, 21 ꝛc. Röm. 12, 10.) zu leben! Ich bin ein schwaches Fleisch und Blut; Sollt ich dir 324 XVII. Christlicher widerstreben? Sollt ich noch üben Rach und Zorn? Wie kann ein Christ, ein süßer Born, Solch bitter Wasser geben? 2. Ein Vater hat nach seiner Macht Geschaffen uns zu Kin⸗ dern; Ein Herr das Leben wie⸗ derbracht Uns, den erstorbnen Sündern; Ein guter Geist uns auch regiert Und zu des Him⸗ mels Freude führt, Wenn wir ihn nicht verhindern. 3. Wie kann ich doch als Got⸗ tes Kind Den schwachen Bruder hassen, Da mir so große Schul⸗ den sind Von meinem Gott er⸗ lassen? Soll nicht auch mein Herz sein bereit, Aus rechter Lieb und Einigkeit Den Bruder zu umfassen? JI. Komm, Bruder, komm, reich her die Hand, Mein Herze dir vergibet; Laß deinen Zorn nicht Sinn und Wandel. Christen allezeit Als Gottes Kind erkennen. 6. Wir haben alle Gottes Gnad In einem Herrn zu finden; Ein Born im heil'gen Wasser⸗ bad Macht rein uns von den Sünden; Ein Leib und Blut uns alle speist: Wie sollte nicht ein Herz und Geist Uns alle⸗ samt verbinden? 7. Da wir nun haben einen Geist, Wie kannst du„Racha“ sprechen? Da dein Leib Gottes Tempel heißt, Wie kann ich ihn zerbrechen? Ach, Bruder, laß uns zürnen nicht, Daß uns nicht treff ein hart Gericht; Gott müßte selbst es rächen. 8. Du aber, Herr, erwecke mich Durch deines Geistes Triebe! Mit Lindigkeit erweise sich Am Feinde selbst die Liebe. Ein güt⸗ ger Sinn und stiller Muth Ist sein entbrannt: Ein Christ den auf des Gegners Haupt wie andern liebet. Wer wie sein lie⸗Glut: Wer da feindselig bliebe? ber Meister thut, Der brennet Drin er begeht, Was nimmer ist zu lo⸗ von der Liebe Glut, sich stätig übet. 5. Wir tragen all an einem zuwider weht, Da wir uns Glieder Zürnen toben? Gib, Jesu, daß Was wollen sich die ich allezeit, Entfernt von aller Joch; nennen, 9. Fällt jemand, strauchelt und ben,— Wenn mir der Wind Sollt ich mit Glieder doch An einem Leibe Bitterkeit, Ablege Sanftmuths⸗ trennen? An rechter Lieb und proben! Freundlichkeit Kann man den Mel. Auf, Christenmensch. Mauk isch, geb. 1617 4 1669. (Matth. 5, 44 ꝛc. 6, 14 ꝛc.) 426. Du schenkst voll Nach-schein und Regen. Hilf mir zu sicht und Geduld Auch Bösen meiner eignen Ruh Die Feinde deinen Segen, Erzeigst uns al⸗lieben, Gott, wie du! len gleiche Huld Im Sonnen⸗ 2. Ich Sünder, dem noch Rache glaht Rn, D sieht? En, Du C nichtꝰ 3. V im To finden Richt meine deine! hergib 4.S keit, Duld verze Sünd Gottes Gnad sinden Vasser⸗ von den nd Blut lte nicht Ins alle⸗ neinen „Rachal b Gottes n ich ihn der, lb uns nicht Gott pecke mich Triebe! sich An Ein güt⸗ huth N aupt wit Kgblcht uchelt u ist ulo der Vind tich u Jesu von alli nfmuo 1660. 1011 1 Iif nieN diein ö v0chRach E. Nächstenliebe. 325 glüht Im heuchlerischen Her⸗ der; An mich und ihn ergeht zen, Der noch sein Wohlgefallen sieht An seiner Feinde Schmer— zen, Ich trete vor dein Angesicht, Du Gott der Lieb, und zittre nicht? 3. Wie könnt ich hoffen, Trost im Tod, Huld im Gericht zu finden, Zu dir noch flehen: „richte Gott, Mich nicht nach meinen Sünden,“ Hört ich nicht deine Stimm in mir:„Wie du vergibst, vergibt Gott dir!“ 4. Sei, Seele, werth der Selig⸗ keit, Dich selbst zu überwinden; Duld und vergib, denn Gott verzeiht, Und straft nicht deine Sünden; Nicht Rache, Segen rufe du, Begnadigte, dem Fein⸗ de zu! 5. Auch mein Beleidiger hat theil Am Heiland aller Sün⸗ der; Mit Blut erkauft' auch ihn zum Heil Der Todesüberwin— der Ruf Des Gottes, der uns beide schuf. 6. O möchte Jesu Beispiel doch Mich Feindesliebe lehren! O könnt ich meinen Hasser noch Zur Seligkeit bekehren! Wie herzlich würd es mich erfreun, Der Retter meines Feinds zu sein! 7. Wie wird er mich am Welt⸗ gericht Dann Freund und Bru⸗ der nennen, Mir danken und sich ewig nicht Von meiner Seite trennen, Und Gott erhöhen, dessen Hand Uns für die Ewig— keit verband! 8. Wie gern will ich, Gott, auf dein Wort Haß und Ver— folgung leiden! Wie gern ver— zeihn, da du mirs dort Vergiltst mit ew'gen Freuden! O Wonne, wenn sich dort mein Feind Mit mir zu deinem Lob vereint! Münter, geb. 1735 4 1793. Mel. Auf, Christenmensch.(1 Joh. 4, 20. 21. Matth. 18, 21—35.) 427 So jemand spricht: „ich liebe Gott,“ Und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit Gottes Wahrheit Spott Und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich Den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, Sind eines Leibes Glieder; Drum diene deinem Nächsten gern, Denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, Mein Näch— ster ist sein Kind wie ich. 3. Ein Heil ist unser aller Gut; Ich sollte Brüder hassen, Die Gott durch seines Sohnes Blut So hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, Hab ich dies mehr als sie verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, Du, Herr von mei⸗ nen Tagen, Ich aber sollte nicht Geduld Mit meinen Brüdern 326 XVII. Cyristlicher tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergibst, Und den nicht lieben, den du liebst? PVinn und Wandel. Und Gott in Brüdern nicht er— freun? 6. Ein unbarmherziges Ge 5. Was ich den Frommen hier ö richt Wird über den ergehen, gethan, Dem Kleinsten auch Der nicht barmherzig ist, der von diesen, Das sieht er, mein Erlöser, an, Als hätt' Und ich, dich durch Liebe preist! ichs ihm erwiesen; ich sollt ein Mensch noch sein, nicht Die rettet, die ihn flehen. Drum gib mür, Gott, durch deinen Geist Ein Herz, das Gellert, geb. 1715 4 1769 Mel. Auf, Christenmensch.(1 Joh. 3, 17. 16.) 428. Wer dieser Erde Gü— 5. Wer andre, wenn er sie be— ter hat Und sieht die Bruder sschirmt, Mit Härt und Vor leiden, Und macht die Hungri— gen nicht satt, Läßt Nackende nicht kleiden: Der ist ein Feind wurf quälet, Und ohne Nachsicht Araft und stürmt, Sobald sein Nächster fehlet: Wie bleibt bei der ersten Pflicht Und hat die seinem Ungestüm Die Liebe Liebe Gottes nicht. Gottes wohl in ihm? 2. Wer seines Nächsten Ehre 6. Wer für der Armen Heil schmäht Und gern sie schmähen und Zucht Mit Rath und That höret, Sich freut, wenn sich nicht wachet, Dem Ubel nicht sein Feind vergeht, Und nichts zu wehren sucht, zum Besten kehret, Nicht dem Verleumder widerspricht: Der liebt auch seinen Bruder nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schutz Den Nächsten unterstützet, Doch nur aus Stolz, aus Eigennutz, Aus Weich— lichkeit ihm nützet, Nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: Der liebt auch seinen Nächsten nicht. 4. Wer harret, bis ihn anzu— flehn, Ein Dürftiger erscheinet, Nicht eilt, dem Frommen bei— zustehn, Der im Verborgnen weinet, Nicht güͤtig forscht, obs ihm gebricht: Der liebt auch seinen Nächsten nicht. Das oft sie dürftig machet, Nur sorglos ihnen Gaben gibt: Der hat sie wenig noch geliebt. 7. Wahr ist es, du vermagst es nicht, Stets durch die That zu lieben; Doch bist du nur ge neigt, die Pflicht Getreulich auszuüben, Und wünschest dir die Kraft dazu Und sorgst da— für, so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, So such ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb, und mir Hat er sein Bild ge— geben. Denk oft: Gott, was ich bin, ist dein, Sollt ich gleich dir nicht gütig sein? Gellert, geb. i 4 1709 42⁴ heinen! digkeit auter eine Mein ei Freude 2. O hen, mich il Freude Mensc sus Eh dem de J. Y sträub mit 6 Und dräut, Herze schnell Frende 430 Gott, Iommo Voll 3 Die E lohnst lest, Ihen * Um d leder ried Me 80 Fru icht er⸗ Ge⸗ gehen, st, der flehen. durch 3, das 5 + 69 sie be⸗ d Vor⸗ achsiht lld sein eibt bei e Libe n Heil d That el nicht ost sie sorglos hat si ermagst je That nur ge⸗ kreulich hest dir gst da⸗ rieb in heleben. ie Likb, gild ge⸗ t, was 0 glic 1⁰⁰ Mel. Der du das Los. 429. Herr, lehre du mich deinen Willen Mit Kindesfreu⸗ digkeit erfüllen: Dein Will ist lauter Seligkeit! An dir laß meine Seele hangen, Sei du mein einziges Verlangen, Du Freude mir, die nie gereut! 2. O Liebe, lehre du mich lie⸗ ben, In Demuth und Geduld mich üben, Mich jeder fremden Freude freun! Die Liebe ist der Menschheit Ehre; O Liebe, Je— sus Christus, lehre Mein Herz dem deinen ähnlich sein! 3. Mein Herz, das oft sich sträubt und wendet, Sich oft mit Schein der Liebe blendet Und o wie oft noch haßt und dräut,— O wer wird dies mein Herzentzünden? Wer lehrt mich schnell und tief empfinden Die Freuden der Versöhnlichkeit? E. Nächstenliebe. 327 (Röm. 12, 9 ꝛc. 14 ꝛc.) 4. Du kennest meiner Liebe Schwäche, Nur auf des Herzens Oberfläche Schwebt sie,—und all mein Herz willst du! Ganz reine Lieb ist, Gott, dein Wille; O ströme mir aus deiner Fülle Der Liebe Himmelsfreuden zu! 5. O Liebe, lehre mich mit Freuden Das Beste thun, das Schlimmste leiden, Und immer froh in Liebe sein! O Liebe, du bist Gottes Leben, O Liebe, deine Lust ist: geben, Und deine Freude: still erfreun! 6. O Jesus Christus, das Ent⸗ zücken Der Liebe quillt aus dei— nen Blicken, Aus deinem Her⸗ zen Freundlichkeit! O Liebe, daß ich Liebe wäre! O Liebe, Jesus Christus, lehre Mich dei— ner Liebe Seligkeit! Lavater, geb. 1741 4 1801. Mel. O Gott, du frommer.(Ps. 133.) 430. Von dir, o treuer 3. Laß eins dem andern stets Gott, Muß Fried und Eintracht Zum edlen Balsam werden, kommen, Der du uns gnaden⸗Daß ein bedrängtes Herz In voll Zum Frieden aufgenommen. allerlei Beschwerden Von sei⸗ Die Eintracht hast du lieb, Du nem Nächsten Trost Und Hilfe lohnst ihr ewig wohl Und leh⸗kommen seh, Und daß ein Bru— rest, wie man sie Im Glauben derherz Das andre nicht ver— üben soll. schmäh! 2. Drum flehen wir zu dir 4. Laß uns in Einigkeit Stets Um deines Geistes Gabe, Daß bei einander wohnen, Und trag jeder unter uns Ein Herz voll uns allezeit Mit gnädigem Ver⸗ Frieden habe. Gib, daß wir schonen; Laß unter deinem Volk allesamt Im Guten einig sei'n; Die Eintracht herrlich blühn, So sammeln wir gesamt Die Bis wir aus Krieg und Streit Frucht des Friedens ein! Zum ew'gen Frieden ziehn! 328 XVII. Christlicher Sinn und Wandel. Mel. Nun sich der Tag.(2 Kor. 9, 7. Pf. 41, 1—4. Matth. 25, 34 ꝛc.) 431. Christ, wenn die Ar⸗ men manchesmal Vor deiner Thüre stehn, Merk auf,“ ob nicht in ihrer Zahl Der Herr sei ungesehn!„Sir. 12, 1—8. 2. Und wenn ihr matter Ruf so bang Erschallt zu dir herein, Horch auf, ob seiner Stimme Klang Nicht möchte drunter sein? 3. O nicht so fest und eng verschließ Die Thüren und das Herz! Ach, wer den Heiland von sich stießs, Was träfe den für Schmerz! 4. Drum öffne gern und mit⸗ leidsvoll Dem Flehenden dein Haus, Und reiche mild der Liebe Zoll Dem Dürftigen hin⸗ aus. 5. Denn ehe du dichs wirst versehn, Ists dein Herr, Jesus Christ, Der wird durch deine Thüre gehn, Weil sie so gast— lich ist. 6. Und ehe du ihn noch er— kannt, Der arm erschien vor dir, Erhebt er seine heil'ge Hand Zum Segen für und für: 7. Zum Segen über deinen Tisch Und über all dein Gut Und über deine Kinder frisch Und deinen frohen Muth; 8. Zum Segen über deine Zeit, Die du hienieden gehst, Und über deine Ewigkeit, Da du dort oben stehst, 9. Dort oben, wo er dann die Thür Dir auf mit Freuden thut, Wie ihm und seinen Brü⸗ dern hier Du thatst mit from⸗ mem Muth. Hey, geb. 1789 4 1854. Allgemeine Fürbitte. Mel. Ach, was soll ich S 432. Vater, sieh auf unsre Brüder Auch von deinem Thron hernieder, Wo man Hilf und Trost gewinnt; Schütze sie in Schmach und Schanden, Rette sie aus ihren Banden, Wenn sie in der Drangsal sind! 2. Unter ihrer Feinde Schnau⸗ ben Gründ und mehre ihren Glauben, Ihre Hoffnung und Geduld; Halte sie bei deinem Sohne, Mach sie froh mit jenem Lohne, Tröste sie mit deiner Huld! Fürsprecher bei! ünder.(2 Thess. 3, 1. 2.) 3. Stärke sie mit Lebenswor— ten, Sei ihr Licht in dunkeln Orten, Fülle sie mit deinem Geist, Höre ihr geheimes Seh— nen, Zähle ihre stillen Thrä⸗ nen, Laß sie sehn, was du verheißst! 4. Laß sie deinen Ruf stets wecken, Daß kein Locken und kein Schrecken Ihren Seelen schädlich sei; Steh im Reden und im Schweigen, Im Erdul⸗ den und im Zeugen Ihnen als heten u uns zu Vater ihm he 2. Di Sohn mels 2 sein Li zen me 42.) x„ Jsus ch deine so gast⸗ noch er⸗ vor dir, je Hand r: deinen ein Gut er frisch th; ine Zeit, st, Und Da du dann die Freuden nen Brů⸗ nit from⸗ 59 1 1854. henswor⸗ dunkeln t deinem nes Seh⸗ en Thri⸗ was du len und 1 Serln m Roden m Cidul⸗ Hnen al E. Nächstenliebe. 5. Jesu, der du selbst gelitten Und vor uns mit blut'gen Schrit⸗ ten Aus der Welt zum Vater giengst, Zeige ihnen von dem Fürbitte. Freundschaft. 329 Throne, Daß du dort die Le— benskrone Auch für ihr Haupt schon empfiengst! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. Mel. Wann wir in höchsten Nöthen sein.(Eph. 6, 18. 1 Tim. 2, 1—3.) 433. beten wir, Für alle Menschen O Vater, wie für uns zu dir: Gib, der du aller Vater bist, Gib jedem, was ihm heilsam ist! 2. Du sandtest deinen ein'gen Sohn Für alle von des Him⸗ mels Thron; Verbreite, Herr, sein Licht und Recht Beim gan⸗ zen menschlichen Geschlecht! 3. Bring alle Völker in dein Reich, Die letzten mach den ersten gleich; Und schaffe bald zu deinem Ruhm Dir überall ein Heiligthum! 4. Auch die Verirrten bringe du Der Herde Christi wieder zu; Mach sie im Glauben fest und treu, Daß auch ihr Wan⸗ del lauter sei! 5. Ach viele, viele tragen noch des Sündendienstes schweres Joch; Gib ihnen, Herr, zur Buße Zeit, Zu schaffen ihre Seligkeit! 6. Gib deinen Frommen frohen Muth, Bewahr ihr Leben und ihr Gut, Und richte ihres Geistes Blick Stets hin aufs ew'ge Lebensglück! 7. Verlaß sie nie in Kreuz und Noth Und steh bei ihnen auch im Tod, Daß ihre Seel ohn' Angst und Weh Vollendet einst zur Heimat geh! 8. Hör unser kindliches Gebet, Das allen Menschen Heil er— fleht; Laß sie gesegnet sein in dir, Daß wir dich preisen für und für! Nach Cramer, geb. 1723 4 1788. Christliche Freundschaft. Mel. Gott, mein Gott, dir will ich singen. 434. O was wären mei⸗ ne Freuden, Theilte sie kein Freund mit mir! Und wie trüg ich meine Leiden, Irrt' ich d und einsam hier, Wär ich wie in Wüsteneien Auf die Erde hingebannt, Lebt' allein und un⸗ bekannt; Müßte ohne Freund mich freuen, Fände hier in Freud (Sir. 6, 14—17. 1 Sam. 18, 1—5.) und Schmerz Nie ein gleichge— stimmtes Herz! 2. Dank dir, Herr, mit Herz und Munde, Daß in treuer Freunde Schoß Mir so manche frohe Stunde Wie ein Augen⸗ blick verfloß! Dank für alle rei⸗ ne Freuden, Die mir deren Liebe gab, Die, bereit bis an 330 XVII. Christlicher das Grab Mit zu danken, mit zu leiden, Deine treue Vater⸗ hand Mir so unverdient ver— band! 3. Dank, daß du auf meinem Wege Manchen Freund mir zu— geführt, Der, werd ich oft matt und träge, Oder wenn ich, leicht verirrt, Von dem richt'gen Pfade wanke, Mir voran zum Ziele wallt; Mit der sanfteren Ge⸗ walt Milder Freundschaft, wenn ich schwanke, Mein Fuß gleitet, strauchelt, fällt, Dann mich Schwachen fest erhält! 4. Dank, daß viel der bessern Seelen, Mir ein Segen und der Welt, Mich zu ihren Freun⸗ den zählen, Von dir selbst mir zugesellt; Die das Gute mit mir theilen, Das mir deine Güte schenkt, Gern, wenn mich ein Kummer kränkt, Meiner Seele Wunden heilen, Mich erheben, wenn ich sank: Preis dir, Va⸗ ter, Preis und Dank! 5. Dir geheiligt sei die Freude, Die für mich aus Freundschaft quillt, Voll Erquickung, wenn Sinn und Wandel. ich leide, Immer rein und sanft und mild; Nur an frommer Freunde Händen, Die, o Hei— liger, sich dir Ganz zum Opfer weihn mit mir, Sei mir wohl! O dann vollenden Schnellren Schritts wir unsern Lauf, Und der führt zu dir hinauf! 6. Alle, die mich nah und ferne Lieben, Allbarmherziger, Segne sie,— du segnest gerne— Segne sie, Allgnädiger! Ihrer Seele stilles Sehnen, Ihr Bedürfniß, ihr Gebet, Das vielleicht für mich jetzt fleht, Ihre Freuden, ihre Thränen, Ihre leiseste Begier, Alles, Herr, empfehl ich dir. 7. Hebe, wann der Tod die Bande, Die uns binden, nun zerreißt, Zu der Freundschaft Vaterlande, Zu dem Himmel unsern Geist! Drüben laß uns wieder finden, Was hier unfrer Lieb entfloh, Doppelt glücklich, doppelt froh, Himmlischer uns dann verbinden Dort, o Vater, wo verklärt Unsre Freundschaft ewig währt! Niemeyer, geb. 1754 1 1828. F. Einzelne Cugenden und Pflichten. a) Weisheit. Mel. Herr Christ, der einig Gottes Sohn. 435. Die Weisheit dieser Erden Ist noch die wahre nicht; Sie wird zur Thorheit werden Im göttlichen Gericht. Herr, mache dir zum Preise Mich zu (1 Kor. 2, 6. 7.) dem Himmel weise, Und sende mir dein Licht! 2. Wüßt ich, was Schul und Staaten Auf Erden glücklich macht, Wie wäre mir gerathen, VPennen nd ich! iin unen Heil bed 3. Wa Venn id hützn u ih nicht vit selig awig erb ihn? 4. Got Das hat 136 136 meiner Wortes eitstert mit Zur eit die für Dei mein L ie yor 2. V lachten u sein, shn, sehn, staben, ktheben then, Rettrau süten, chaun. sich äht, nd sanst frommer 50 Hei⸗ m Opfer ir wohll nellren uf, Und ind ferne „Segne —Segne er Seele dürfniß, eicht für Freuden, leiseste empfehl Tod die en, nun Indschaft Himmel laß uns er unfrer glüclich scher uns 0 Vater/ undschaf Wt nd sende ale guiih ö Wenn mein Gewissen wacht, Und ich bin nicht daneben Auf ein unendlich Leben Zu meinem Heil bedacht? 3. Was helfen mir Verdienste, Wenn ich ein Sünder bin? Was nützen mir Gewinste, Wenn ich nicht den gewinn, Auf den wir selig sterben, Mit dem wir ewig erben? Was hat man ohne ihn? 4. Gott nur als Gott erkennen, Das hat noch wenig Lohn; Man Mel. Werde munter.(Eph. 5, 436. Gid die Weisheit meiner Seele, Daß ich deines Wortes Licht, Herr, allein zum Leitstern wähle Und ihm trau mit Zuversicht! Denn die Klug— heit dieser Welt, Die der Thor für Weisheit hält, Fördert nicht mein Wohlergehen Und wird nie vor Gott bestehen. 2. Weisheit ist es: darnach trachten Recht mit sich bekannt zu sein, Sich nicht für vollkom⸗ men achten, Allen Eigendünkel scheun, Gern auf seine Fehler sehn, Sie gebeugt vor Gott ge⸗ stehn, Eifrig stets nach Bes'rung streben, Und sich deß doch nie erheben. 3. Weisheit ist es: Christum ehren, Ihm als Heiland ganz vertraun, So auf seine Stimme hören, So auf seinen Wandel schaun, Daß man falsche Wege flieht, Und mit Eifer sich be⸗ müht, Seinem Bilde hier auf P. Einzelne Tugenden und Pflichten. 331 soll ihn Vater nennen In Jesu, seinem Sohn. Das sind die wah— ren Weisen, Die nur die Weis— heit preisen Von Christi Kreuz und Thron. 5. O Geist der Weisheit, präge Mir meinen Heiland ein, Und richte meine Wege Auf dieses Ziel allein! So geh ich nicht verloren, So sterb ich nicht wie Thoren, So werd ich selig sein. Phil. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. 15—17. Hiob 28, 28. Sir. 1, 10. Jak. 3, 13—18.) Erden werden. 4. Weisheit ist es: alles mei⸗ den, Was mit Reu das Herz beschwert, Und sich hüten vor den Freuden, Die der Sünde Dienst gewährt; Menschenruhm, der bald verbleicht, Lust, die im Genuß schon fleucht, Nicht für seinen Himmel achten, Nein, nach Gottes Nähe trachten. 5. Weisheit ist es: Gottes Gnade Sich zu seinem Ziel ersehn Und auf seiner Wahr— heit Pfade Ew'gem Heil ent— gegen gehn; Gern nach Gottes Willen thun, Froh in seiner Fügung ruhn, Und wann Lei⸗ den uns beschweren, Ihn durch frohe Hoffnung ehren. 6. Weisheit ist es: stets be⸗ denken, Daß wir hier nur Pil⸗ ger sind, Und sein Herz auf das nur lenken, Was nicht mit der Immer ähnlicher zu Zeit verrinnt; Seine Augen . I 332 XVII. Cyristlicher Sinn und Wandel. unverwandt Nach dem ew'gen Vaterland Richten und mit Eifer streben Für die Ewigkeit zu leben. 7. Diese Weisheit ist auf Er— den Unsrer Seele bestes Theil; Die von ihr geleitet werden, Deren Weg ist Licht und Heil. Diese Weisheit kommt von dir, Herr, verleihe sie auch mir; Laß sie mich zu allen Zeiten Auf den Weg des Friedens leiten! Nach Freylinghausen, geb. 1670 4 1739. Mel. Gott des Himmels und der Erden.(Ps. 111, 10. 1 Kor. 1, 18—31.) 437. Eins nur wollen, eins nur wissen, Jesum, Got⸗ tes Herrlichkeit, Und die Welt— lust fliehn und missen Heißt vor Gott Einfältigkeit. Ist ein Herz auf dies gestellt, So ge— fällt es nicht der Welt. 2. Das ist Klugheit edler See⸗ len, Das ist geistlicher Verstand, Will ein Mensch dasHöchste wäh— len, Will er strecken seine Hand Nach dem Lebensbaum allein: Könnte er dann weiser sein? 3. Einfalt ist es: eins erblicken, Das dem Herzen ganz genug; Das, was ewig kann erquicken, Nur verlangen, das ist klug. Seist du vor der Welt alsdann Als ein Thor,— was liegt daran? 4. Was die Menschen Klugheit nennen, Ist oft blinder Unver— stand; Was der Weltsinn will gewinnen, Bringt um jenes Vaterland. Sollte das nicht Thorheit sein? Dieses sieht die Einfalt ein. 5. Lieber aller Welt mißfallen, Als zum Himmel ungeschickt! Wo ist in den Dingen allen Etwas, das den Geist erquickt? Gar nichts ist in dieser Welt, Das der Einfalt wohlgefällt. 6. Menschenaugen, die noch schielen Da und dorthin in der Welt, Heimlich noch mit Sünde spielen, Die dem Fleisch nur wohlgefällt, Diese kommen nicht zur Rast, Fühlten sie auch gleich die Last. 7. Einfalt sucht sich vorzusehen, Sammelt auf die Zeit der Noth; Wenn sie muß von hinnen ge⸗ hen, Geht sie dann nicht ohne Gott. Das ist Einfalt, das ist klug; Denn wer Gott hat, hat genug. 8. Einfalt trachtet dem vor al⸗ len, Der sie theuer hat erkauft, Ihrem Heiland, zu gefallen, Daß er sie mit Feuer tauft. Hätte sie nicht Christi Licht, Hälf ihr alles andre nicht. 9. Treuer Jesu, meine Liebe Sei nur dir, nur dir geweiht; Alle meine Herzenstriebe Laß doch nimmer sein zerstreut! Dich nur wollen, dich nur sehn Heißt dem rechten Ziel nachgehn. 10. Tritt mir etwas vor die Augen, Das mir könnte schäd— lich sein Und dem Geiste nicht fann to nich re orbei, har sei 4 werden, ind Heil. t von dir, uch mit; eiten Auf leiten! 1670 1 1709. 8-31% ser Welt, gefällt. die noch hin in der nit Süͤnde leisch nur men nicht auch gleich otzusehen, der Noth; innen ge⸗ nicht ohne lt/ das ist hat, hat em vor at erkauft, gefallen isti lich, nicht. leine Licb 2 geweiht riebe La reut! D0 ehn hen gehn. 0 6 vor W unte shi ö heise nih F. Einzelne Tugenden und Pflichten. 333 kann taugen, Davon halte du Seele, Fülle meinen Herzens⸗ mich rein, Daß es geh an mir grund! Was ists dann, das mir vorbei, Ob es noch so schein⸗ noch fehle, Wenn ich bin in dir bar sei. 11. Wohne, Herr, in meiner b) Wachsamkei gesund? Ja durch Einfalt halte mich Dir verbunden ewiglich! Hahn, geb. 1758= 1819. t und Treue. Eigene Mel.(Phil. 2, 12 ꝛc. Mark. 13, 33—37. Eph. 6, 10-20.) 438. Mache dich, mein Geist, bereit, Wache, fleh und bete, Daß dir nicht die böse Zeit Plötzlich nahe trete! Unverhofft Ist schon oft Über viele From— men Die Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf Von dem Sündenschlafe! Denn es folget sonst darauf Eine lange Strafe; Und die Noth Samt dem Tod Möchte dich in Sün— den Unvermuthet finden. 3. Wache auf, sonst kannst du nicht Christi Klarheit sehen; Wache, weil sonst wird dein Licht Stets dir ferne stehen! Denn Gott will Für die Füll Seiner Gnadengaben Offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List Nicht im Schlaf umstricke, Weil er sonst behende ist, Daß er dich berücke! Denn Gott gibt, Die er liebt, Nur in seine Strafen, Wenn sie sicher schlafen. ö 5. Wache, daß dich nicht die Welt Durch Gewalt bezwinge, Oder wenn sie sich verstellt, Wieder an sich bringe! Wach und sieh, Daß du nie Falsche Brüder hörest, Weltgunst nie begehrest! 6. Wache, nimm dich wohl in acht, Trau nicht deinem Her— zen! Leichtlich kann, wers nicht bewacht, Gottes Huld verscher⸗ zen; Denn es ist Voller List, Kann bald Schwachheit heu— cheln Bald in Stolz sich schmei⸗ cheln. 7. Bete aber auch dabei Mit⸗ ten in dem Wachen! Denn der Herr muß selbst dich frei Von dem allem machen, Was dich drückt Und bestrickt, Daß du schläfrig bleibest Und sein Werk nicht treibest. 8. Ja er will gebeten sein, Wenn er was soll geben; Er lädt uns zum Flehen ein, Wenn wir wollen leben Und durch ihn Unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden Kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut; es muß uns schon Alles glücklich gehen, Wenn wir ihn durch seinen Sohn Im Gebet anflehen; Denn er will Alle Füll Seiner Gunst 334⁴ XVII. Christlicher ausschütten, bend bitten. 10. Drum so laßt uns immer⸗ dar Wachen, flehen, beten, Weil die Angst, Noth und Gefahr Wenn wir glau⸗ Sinn und Wandel. Immer näher treten! Denn die Zeit Ist nicht weit, Da uns Gott wird richten Und die Welt vernichten. Freystein, 4 um 1720. Mel. O Gott, du frommer; oder: Ach Gott, verlaß mich nicht.(1 Petri 4, 17 ꝛc. Hesek. 33, 11—19. 18, 23 ꝛc. 439. Welch eine Sorg und Furcht Soll nicht bei Christen wachen Und sie behutsam, klug Und wohlbedächtig machen! „Mit Furcht und Zittern,“ heißts,„Schafft eurer Seelen Heil!“ Wenn kaum der Fromme bleibt, Wie gehts dem sündgen Theil? 2. Der Satan geht umher Und sucht, wen er verschlinge, Legt tausend Netz und Strick In un⸗ vermerkte Dinge. Die Welt ist blind, verführt, Und bind't sich selbst die Ruth; Ja unser ärgster Feind Ist unser Fleisch und Blut. 3. Man kann so manche Sünd Unwissentlich begehen; Vor Gott kommt der Gedank' Dem Werke gleich zu stehen. Ein arger Mensch verführt Oft Hunderte zumal; Drum wer steht, sehe zu, Daß er nicht plötzlich fall. 4.„Ihr sollet,“ spricht der Herr,„Wie ich bin, heilig le— ben, Mir eure Seelen ganz, Nicht halbgetheilet geben; Viel Weise nach dem Fleisch Hab ich mir nicht erwählt; Viel Herr⸗ Herr⸗Sager sind Der Hölle zu⸗ gezählt.“ 5. Und wird ein Frommer Luk. 12, 35 ꝛc. Phil. 2, 12.) schlimm, So soll ihm das nichts dienen, Daß er vor solcher Zeit Rechtschaffen ist erschienen. Der Knecht, der seines Herrn Gebot weiß und nicht thut, Wird dop⸗ pelt Streich empfahn Für seinen Frevelmuth. Luk. 12, 47. 6. Man hat genug zu thun, Die eigne Seel zu retten; Wer noch viel andres hat, Wie kann er das vertreten? Je größer Amt und Gut, Je größer Pfund und Kraft, Je größer bilde man Sich ein die Rechenschaft. 7. Die ganze erste Welt Mußt jämmerlich vergehen, Acht See— len sind allein Vor Gott gerecht ersehen; Der Zehnte dankte nur, Daß er vom Aussatz rein; Ach, möchten fünf doch klug, Und fünf nur thöricht sein! 8. Des Richters Zukunft wird Gleich einem Blitz geschehen; Was unrein und gemein, Darf nicht in Himmel gehen. Selbst in der Zwölfe Zahl War ein verloren Kind; Nicht Stadt noch Dorf mag sein, Wo nicht Verdammte sind. 9. Herr Gott, so oft ich dies In meinem Geist bedenke, So dringt mir Furcht und Angst Durch Adern und Gelenke; So reis'ic noch her hesto me Velt: 10. S M aller mieman! rem Gl willen Bermef helei, 11.5 u schol 140 berweil Seele, zeit J 2. N. ihacht! Raht, len fan shnell! miums siumst Han as nichts scher Zeit len. Der n Gebot zird dop⸗ ur seinen Lul. 12, 7. zu thun, n; Wer Wie kann öͤßer Ant fund und lde man ift. t Mußt lcht See⸗ t gerecht inkte nur, in; Ach, j Und unft wird escheheni n, Dauf preis' ich deine Treu, Die mich noch heut erhält. Doch fleh ich desto mehr Für mich und alle Welt: 10. Senk deine wahre Furcht In aller Menschen Herzen; Laß niemand mit der Buß' Und wah⸗ rem Glauben scherzen; Muth⸗ willen schaffe weg, Trägheit, Vermessenheit, Verstockung, Heu— chelei, Bosheit, Unheiligkeit! 11. Hilf siegen über das, Was du schon überwunden; Zerstöre Eigene Mel. 440. Ohne Rast und un⸗ verweilt, Strömen gleich, o Seele, eilt Deine kurze Pilger— zeit In das Meer der Ewigkeit. 2. Nimm auch Stunden wohl in acht! Wirke Gutes; denn die Nacht, Da man nicht mehr wir⸗ ken kann, Kommt und rückt oft schnell heran! 3. Jetzt noch ist der Tag des Heils, Frei die Wahl des besten Theils. Stell dich dieser Welt nicht gleich, Werd an guten Werken reich! 4. Wenn du deine Zeit ver⸗ träumst, Sie in träger Ruh ver⸗ säumst, Sie verschwendest ohne Plan,— Weh dir, naht dein End heran! 5. Der Versäumniß deiner Pflicht Folgt im göttlichen Ge— richt, Wann der Tod dich hin⸗ gerafft, Eine strenge Rechen⸗ schaft. 6. Gott, du meiner Tage Herr, F. Einzelne Cugenden und Pflichten. 335 Satans Reich, Halt seine Macht gebunden; Laß uns mit Sorg und Fleiß Verleugnen, wider— stehn, Anhalten im Gebet, Ent⸗ fliehen und entgehn! 1Sam. 19,10. 12. Verleih Geduld und Trost Im Kämpfen und im Ringen, Sorgfält'ge Wachsamkeit Und Kraft hindurchzudringen, Daß wir ohn' Unterlaß In der Be— reitschaft stehn Und einst mit Freudigkeit Vor deine Augen gehn! (Ps. 39, 5. 6.) Hilf mir, daß ich Sterblicher, Eingedenk der Ewigkeit Weis⸗ lich nütze diese Zeit! 7. Jede Stunde, da mein Geist Sich der Erde mehr entreißt, Bringt mir, flieht sie gleich da⸗ hin, Dennoch ewigen Gewinn. 8. Jede Stunde, da ich hier Andern nütze und vor dir Red— lich handle, dauert dort Stets in ihrem Lohne fort. 9. Laß mir diesen Werth der Zeit, Und des Frommen Thä⸗ tigkeit Täglich, Gott, vor Au— gen sein, Daß ich Trägheit lerne scheun! 10. Steh mit deiner Kraft mir bei, Daß ich, meiner Pflicht ge— treu, Dir zum Preis und mir zum Glück Nütze jeden Augen— blick! 11. Dann vertausch ich diese Zeit Ruhig mit der Ewigkeit, Finde da vor deinem Thron Meiner Arbeit Gnadenlohn. Dietrich, geb. 1721 4 1797; nach Gellert Hedinger, geb. 1664 4 1704. 336 XVII. Chriftlicher Sinn und Wandel. Mel. Wer weiß, wie nahe. 441. Der letzte Tag von deinen Tagen, O Mensch, eilt immer mehr herbei; Erkauf die Zeit, und statt zu klagen, Sie sei zu kurz, gebrauch sie treu; O nimm mit dankbarem Ge⸗ müth Der nahen Stunde wahr, — sie flieht! 2. Getäuscht von tausend Eitel⸗ keiten Versäumst du deines Le⸗ bens Zweck, Verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten Und wirfst so sorglos Jahre weg; Und bist du denn, o Sterblicher, Des näch⸗ sten Augenblickes Herr? 3. Ein ewig Glück einst zu be⸗ sitzen, Sollst du die kurze Le⸗ benszeit Als deine Saatzeit weislich nützen Und thun, was dir dein Herr gebeut. Wie ruft er dir so freundlich zu: Eins ist noth; was säumest du?“ 4. Drum eil, errette deine Seele, Und denke nicht: ein „Nur (Ps. 90, 12. Ebr. 3, 13.) überzähle Der Menschentage kleine Zahl; Sei fromm und wandle vor dem Herrn, Wär auch dein Ende noch so fern! 5. Mit jedem neugeschenkten Morgen Erwecke dich, gewissen⸗ haft Für deiner Seele Heil zu sorgen, Und suche Gottes Licht und Kraft! Sprich: o mein Gott, ich will allein Mein Le— ben deinem Dienste weihn! 6. Erleucht und stärke meine Seele, Weil ohne dich sie nichts vermag! Du schenkst, daß ich mein Heil erwähle, Aus Gna⸗ den mir noch diesen Tag. Was ist nicht jede Stunde werth, Die deine Langmuth mir gewährt! 7. Hilf, daß ich in gesunden Tagen Schon oft zu meinem Grabe geh Und da bei Freuden und bei Plagen Auf dich und deine Zukunft seh, Damit ich, meiner Pflicht getreu, Des hö— andermal! Sei wacker, bet und hern Lebens fähig sei! Christ. Fr. Neander, geb. 1723 4 1802 Mel. Valet will ich dir geben.(1 Kor. 15, 33.) 442. Ein Ausblick in die erst in der Stille Und durch der Ferne Der lichten Ewigkeit Gnade Zucht, Daß da des Macht, daß ich Vorsicht lerne Fleisches Wille Die Weide nur In dem Gebrauch der Zeit. gesucht. Wie bald ist viel verloren, Wie 3. Herr, zieh mich gleich den leicht das Heil verscherzt, Das Kindern, Die man zu Haus mich wie andre Thoren Zu behält, Das Böse zu verhin⸗ spät am Ende schmerzt! dern, Worein der Leichtsinn 2. In denZerstreuungsstunden, fällt; Und bin ich dann alleine, Die nach der Weltart sind, Holt So lehre mich dein Geist Zu man oft tiefe Wunden Und wird aller Zeit das Eine, Das gut am Geiste blind; Man fühlt und selig heißt! schentage mm und „ Wir fern! schenkten gewissen⸗ e Heil zu ttes Licht o mein Mein Le⸗ eihn! ke meine sie nichts ‚ lus Gna⸗ ag. Was erth, Die ewähtt. gesunden meinem Freuden dich und damit ih/ Des hi⸗ 175 1 1005 durch der da des Beide nut gleich de Haus zu Haub. berbil⸗ u Leichtsl nn allent, Gest. Das 906 daß ich —— F. Einzelne Tugenden und Pflichten. 337 4. Da sag mir von dem Him⸗ mel, Wie's dort so herrlich klingt, Und wie das Lustge⸗ tümmel Der Welt nur Jammer bringt! So halten mich die Blicke Nach jener Herrlichkeit Von alle dem zurücke, Was hier den Weltsinn freut. Mel. Ach, wann werd ich dahin. 443. Wer sich dünken läßt zu stehen, Hüte wohl sich vor dem Fall! Es umschleicht uns, wo wir gehen, DerVersucher überall. 2. Sicherheit hat viel' betrogen; Schlafsucht thut ja nimmer gut; Wen sie täuschend überwogen, Der verlieret Kraft und Muth. 3. Falsche Freiheit bringt Ver⸗ derben, Knechtschaft ist ihr sich— rer Lohn; Wahre Freiheit zu erwerben, Flehe stets zu Gottes Sohn. 4. Petrus, welcher sich ver— messen, Mit dem Herrn in Tod zu gehn, Hat der Warnung kaum vergessen, So muß er in Thränen stehn. 5. Ist der Geist auch noch so willig, Bleibt das Fleisch doch immer schwach; Gibst du nach, so trifft dich billig Deiner Feig— heit bittre Schmach. 6. Wohl dem, der mit Furcht und Zittern Ringet nach dem Seligsein! Der ist sicher vor Mel. O du Liebe.(Matth. 24, 42 ꝛc. Luk. 444. Welche Stund im ganzen Leben Ist wohl, da ich Gesangbuch für die evangelische Kirche. 5. Bin ich gern in Gedanken Schon jetzt mit dir allein: Wie wohl wirds thun dem Kranken, Wenn er muß einsam sein! Dann ist mein Herz gewöhnet, Still mit dir umzugehn; Es darf, wohin sichs sehnet, Zu dir gen Himmel sehn. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. (1 Kor. 10, 12. Mark. 14, 38.) Gewittern, Die auf Sichre schlagen ein. 7. Wohl dem, der mit Wachen, Flehen Wandelt auf der schma⸗ len Bahn! Der wird unbeweg⸗— lich stehen, Wann der Arge stürmt heran. 8. Selig ist, wer seine Lenden Immer läßt umgürtet sein, Wer dem Licht in seinen Händen Stets bewahret hellen Schein. 9. Selig, wer mit reinem Ole Seine Lampe früh versieht; Der errettet seine Seele, Wenn der Bräutigam verzieht. Matth. 25, 1. 10. O du Hüter deiner Kinder, Der du schlummerst nicht noch schläfst, Mache mich zum Über— winder! Weh, wenn du mich schlafend träfst! 11. Sei du Wecker meiner Sinnen, Laß mich stündlich wachsam sein, Daß ich, wann ich muß von hinnen, Wachend auch mag schlafen ein! Freylinghausens Gesangbuch. 19, 12—24. Eph. 5, 14. Offenb. Joh. 2, 10.) sagen kann:„Ich darf noch nicht Abschied geben, Jetzt noch 2⁰ XVII. Christlicher kommt mein Herr nicht an?“ Herr, drum mache mich bei Zeiten Mit dem Tode wohl bekannt; Komm, mich selber heimzuleiten In mein liebes Vaterland! 2. Hilf mir, daß ich stündlich sterbe, Daß, kommt nun der Tod herbei, Ich im Tode nicht verderbe, Sondern voller Leben sei; Lehr mich alles fliehn und hassen, Was uns in dem Tode reut, Nichts hingegen unter— lassen, Was im Tode noch er⸗ freut! 3. Gib mir stündlich wahre Reue Und den rechten Glau— bensgeist; Gib mir auch im Kleinen Treue, Die nur thu, was du mich heißst! Laß mich keine Zeit verschwenden; Hilf mir Seel und Leibeskraft Recht c) Demuth Mel. O Gott, du frommer. 445. Hinab geht Christi Weg! Und du und dein Be⸗ ginnen Willst aus vermess'nem Stolz Bis an des Himmels Zinnen? Steigst ungenügsam auf? Dein Heiland stieg herab! Wer mit ihm aufwärts will, Muß erst mit ihm hinab. 2. Darum, mein Sinn, hinab! Verlerne nur dein Steigen! Was leicht ist, hebt sich schnell, Was schwer ist, muß sich beu— gen; Die Quelle, die sich senkt, Vermehret ihre Hab Und wird Sinn und Wandel. nach deinem Sinn verwenden, Daß mein Pfund stets Wucher schafft. 4. Gib mir stündlich reine Triebe, Geuß die Lieb im Her⸗ zen aus, Mache lauter Gegen⸗ liebe Und rechtschaffnes Wesen draus; Laß mich stündlich wa⸗ chen, beten, Auf dein Wort des Lebens sehn Und mit festem Muth zertreten, Was dir will entgegen stehn! 5. Laß mich, Jesu, nicht ver⸗ zagen, Wann das letzte Stünd⸗ lein droht! Komm zu heben, komm zu tragen, Hilf mir fröh⸗ lich durch den Tod! Ja dein Geist, den du beschieden, Sei ein sichres Pfand in mir; Und so nimm mich, Herr, im Frie⸗ den Und in wahrer Treu zu dir! Nach Bogatzky, geb. 1690 4 1774 und Geduld. (1 Petri 5, 5. 6. Jes. 57, 15.) zuletzt zum Strom: mein Sinn, hinab! 3. Hinab, mein Aug, hinab! Gott selber schaut hernieder Vom Thron aufs Niedrige; Der Stolz ist ihm zuwider; Je höher hier ein Aug, Je näher ists dem Grab Und sinkt in Todesnacht: Darum, mein Aug, hinab! 4. Hinab, ihr Händ', hinab! Hier stehen arme Brüder; Neigt euch zur Niedrigkeit Und labet Christi Glieder; Greift nicht in hohe Luft Nach Ruhm und Darum, wenden, Wucher ch reine im Her⸗ Gegen⸗ 8 Wesen lich wa— Wort des t festem dit will icht ver⸗ e Stünd⸗ heben, mit fröh⸗ I dein en, Sei it; Und im Ftie⸗ zu dit! 1690 1 N7I Darum, „ hincb! eder von Der Suh öͤher hit it d6. desnacht:* inab! ö „ hnd 211 Me Und labe t nic Uhm Ind F. Einzelne Tugenden und Pflichten. stolzer Hab; Christ that den Armsten wohl: Darum, ihr Händ', hinab! 5. Hinab, mein Herz, hinab! So wird Gott in dir wohnen; Die Demuth lohnet er Mit goldnen Himmelskronen; Im Demuthsthale liegt Des heil⸗— gen Geistes Gab. O wohl dem, 339 der sie sucht! Darum, mein Herz, hinab! 6. Hinab auch du, mein Leib! Du bist gemacht aus Erden; Durch Demuth sollst auch du Im Geist verkläret werden. O Gott, bereite mich Zum Himmel und zum Grab! Ich sehne mich hinauf, Ich sehne mich hinab. Ingolstetter, geb. 1633 4 1711. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen.(Röm. 12, 6—16. Kol. 3, 12—15. 1 Petri 5, 5.) 446. Trachtet nicht nach hohen Dingen! Nur der De⸗ muth kanns gelingen, Wenns das ew'ge Kleinod gilt. Sie kann vor dem Fall bewahren, In Versuchung und Gefahren Ist sie uns der beste Schild. 2. Demuth kann der Falschheit wehren Und das Sündengift verzehren, Das sich noch im Herzen regt, Bis die brüderliche Liebe, Die der Hochmuth machet trübe, Immer tiefre Wurzeln schlägt. 3. Demuth nimmt sich keine Ehre, Wenn sie noch so vor⸗ nehm wäre; Merk es jeder eitle Thor! Aber weil den Herrn sie preiset Und in Liebe Dienst erweiset, Ziehet er sie doch hervor. 4. Was der Hochmuth sonst verhindert, Was die Glut des Geistes mindert, Das besiegt ihr stiller Muth; Auch im Thun ist sie nicht träge, Darum braucht sie keine Schläge Wie der Stolz,/ der wenig thut. 5. Demuth hofft mit frohem Herzen, Ist geduldig bei den Schmerzen, Bleibt zum Beten ungeschwächt, Schicket sich in alle Zeiten, Läßt sich still zum Ende leiten, Weil mit Gott ihr alles recht. 6. Demuth pflegt mit tausend Freuden Arme, Nackte zu be⸗ kleiden, Dienet ihnen in dem Herrn, Speiset, tränkt, erquickt und labet, Tröstet, schenket und begabet, Wartet, pflegt und her⸗ bergt gern. 7. Wenn der Feind verfolgt und fluchet, Segnet sie dafür und suchet, Wie sie nur sein Herz gewinnt; Ist mit denen, welche weinen Und in Fröh⸗ lichkeit erscheinen, In der Liebe gleich gesinnt. 8. Demuth wills mit denen halten, Die sich nicht in Sekten spalten, Wo der Stolz die Gei⸗ ster treibt. Wollet ihr die Kron erringen, O so seht vor allen Dingen, Daß ihr bei der De⸗ muth bleibt! 340 XVII. Christlicher HSinn und Wandel⸗ ö Mel. Von Gott will ich nicht lassen.(Ps. 62. Ebr. 10, 36.) 44 447. Geduld ist euch von⸗I 6. Geduld thut Gottes Willen, bn nöthen, Wenn Sorge, Gram Erfüllet sein Gebot Und weiß n und Schmerz, Und was euch sich wohl zu stillen Bei aller ů0 ö mehr will tödten, Euch schnei⸗Feinde Spott. Es lache, wems 30. ö det in das Herz. O auserwählte beliebt! Wird sie doch nicht zu 15 ö ö Zahl! Soll euch der Tod nicht Schanden; Es ist bei ihr vor⸗ A4 ö tödten, Ist euch Geduld von⸗(handen Ein Herz, das nichts Sein ö nöthen Auch in der tiefsten Qual. drauf gibt. hen, ö 2. Geduld ist Gottes Gabe 7. Geduld dient Gott zu Ehren, ö Und seines Geistes Gut, Der Und läßt sich nimmermehr Von 3. schenket sie zur Habe, Sobald seiner Liebe kehren; Und stäupt Hauf er in uns ruht. Der edle, wer⸗er noch so sehr, So ist sie doch iber ö the Gast Erlöst uns von dem bedacht, Des Heil' gen Hand zu ihm Zagen Und hilft uns treulich loben, Spricht: Gott, der hoch ei. tragen Die allergrößte Last. erhoben, Hat alles wohl ge—. 3. Geduld kommt aus dem macht! anla Glauben Und hängt an Gottes 8. Geduld erhält das Leben, Ver⸗ thig Wort; Das läßt sie sich nicht mehrt der Jahre Zahl, Dämpft zu d rauben, Das ist ihr Heil und und vertreibt daneben Viel Angst müth Hort, Das ist ihr hoher Wall, und Herzensqual, Ist wie ein 5. Da hält sie sich geborgen, Läßt sschönes Licht, Davon, wer an beste Gott, den Vater, sorgen Und ihr hanget, Mit Gottes Hilf Kopf fürchtet keinen Fall. erlanget Ein fröhlich Angesicht. duld 4. Geduld ist wohl zufrieden 9. Geduld ist mein Verlangen leide Mit Gottes weisem Rath, Läßt Und meines Herzens Lust, Nach sich nicht leicht ermüden Durch der ich oft gegangen; Das ist Aufschub seiner Gnad, Hältdir wohl bewußt, Herr voller 40 frisch und fröhlich aus, Läßt Gnad und Huld! Ach, gib mir hab X. sich getrost beschweren Und und gewähre Mein Bitten, ich Du denkt: Wer wills ihm wehren? begehre Nichts andres als Ge⸗ Daf Ist er doch Herr im Haus! duld! mit II 5. Geduld kann lange warten. 10. Geduld ist meine Bitte, dich Vertreibt die Langeweil In Die ich sehr oft und viel Aus 2. Gottes schönem Garten, Durch- dieser Leibeshütte Zu dir, Herr, Zu sucht zu ihrem Heil Das Para-schicken will. Kommt dann der aus dies der Schrift, Und schützt letzte Zug, So gib durch deine wũ sich früh und späte Mit eifrigem Hände Auch ein geduldig Ende; at V Gebete Vor Schlangenlist und So hab ich alles gnug! l Gift. Gerhard, geb. 1600 4 1676.. illen, weiß aller wems cht zu vor⸗ nichts hren, Von stäupt e doch ind zu r hoch lge— „Ver⸗ ämpft Angst ie ein her an Hiff esiht. angen Nach as ist oller ib mir en, ich ( Ge⸗ Bitte/ Aus Herr, nn der deine Endeʒ F. Einzelne Tugenden und Pflichten. 34¹1 Mel. Sollt es gleich.(Eph. 4, 1—-3. Jak. 3, 13 ꝛc. 5, 7—11.) 448. Wer Geduld und 6. Wenn es ihm nach Wunsch Demuth liebet Und sich denen recht ergibet, Kann im Glück und Unglücksschein Immer gu⸗ ten Muthes sein. 2. Er kann unbeweglich sehen Sein Glück hin und wieder ge⸗ hen, Und ist allemal bereit Zu der gut und bösen Zeit. 3. Wenn das Unglück ihn mit ergehet Und er jetzt zum Höch— sten stehet, Hält die Demuth ihn zurück, Daß er scheut des Glückes Tück'. 7. Will ihn alle Welt betrü⸗ ben, Und kein Mensch ihn herz⸗ lich lieben, Gibt den Trost ihm die Geduld, Daß er daran ohne Schuld. Haufen Und mit Macht will 8. Sitzet er in hohen Würden, überlaufen, Stehet die Geduld Ist von allen Kreuzesbürden ihm bei, Daß er unbeweglich Ganz erledigt, los und frei, Ist sei. die Demuth doch dabei. 4. Will ihn dann das Glück 9. Die Geduld verjagt das anlachen Und ihn gar zu mu⸗Trauern, Demuth wehrt dem thig machen, Hält ihn Demuth Glückeslauern, Demuth ist für zu der Erd, Daß er nicht hoch-Sicherheit, Die Geduld für müthig werd. Traurigkeit. 5. Will sein Thun gar nicht 10. Drum hab ich auch aus⸗ bestehen Noch nach seinem ersehen, Mit den beiden umzu— Kopfe gehen, Fasset die Ge⸗ gehen, Weil die Demuth mich duld ihn an, Daß er alles ergetzt, Und Geduld in Ruhe leiden kann. setzt. Anton Ulrich, Herzog von Braunschweig⸗Lüneburg, geb. 1633 4 1714. Mel. Nun ruhen alle Wälder.(1 Mos. 32, 10. 1 Kor. 4, 7.) 449. Was ich nur Gutes freue, Schaffst du nach deiner habe, Ist deine milde Gabe, Treue, Du Herr der ganzen Du Vater alles Lichts! Mein Welt! Du ordnest unsre Tage, Dasein und mein Leben Ward Ihr Glück und ihre Plage, Wie's mir von dir gegeben, Und ohne deiner Weisheit wohlgefällt. dich vermag ich nichts. 4. Sollt ich mich denn erheben, 2. Sowohl Verstand als Kräfte Wenn mir in diesem Leben Viel Zu nützlichem Geschäfte Hab ich Gutes widerfährt? Was hat aus deiner Huld. Dein ists, dich, Herr, bewogen, Daß du wenn gute Thaten Dem Vor⸗ mich vorgezogen? Bin ich auch satz wohl gerathen; Ich bin jemals dessen werth? allein an Fehlern Schuld. 5. Ich bin viel zu geringe 3. Das Glück, deß ich mich Der Huld, Herr aller Dinge, 34⁴2 XVII. Cyriftlicher Sinn und Wandel. Die du mir stets erzeigt. O laß Was du mit Vaterhänden Mir michs nie vergessen, sich mein Herz vermessen Zum dir zu werden, Stolz und Eigendünkel neigt! Wann gütig zugewandt, Gehorsam Das sei mein Fleiß auf Erden; Dazu gib 6. Das nützlich anzuwenden, Demuth und Verstand! Gellert, geb. 1715 4 1769. d) Wahrhaftigkeit. Eid.) Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 450. Gott, der du Herzens⸗ kenner bist, Herr, dem die Falsch⸗ heit Greuel ist Und jede Lüg Verbrechen; Kein Wort spricht je ein falscher Mund, Das dir, Allwissender, nicht kund; Du, Heiliger, wirsts rächen: Laß jederzeit mein Ja und Nein, Wie's Christen ziemt, aufrichtig sein! 2. Und wann ich schwörend vor dir steh, Dir in dein heilig Antlitz seh, Die Hand zum Himmel hebe, Wann ich zum Zeugen feierlich Anrufe, Hoch— erhabner, dich, Durch den ich bin und lebe: Dann sei von Trug und Heuchelei Mein Herz und meine Zunge frei! 3. Wann Frevler dich auch da noch schmähn Und frech mit Lü— gen vor dir stehn, Dann laß mein Herz erschrecken! Weh dem, der Gott und Gottes Macht Zum Siegel seiner Bosheit macht, Sie vor der Welt zu decken! Herz, schau den Gott mit Zittern an, Der Seel und Leib verderben kann! Matth. 10, 28. (Ps. 139, 4. Matth. 5, 37. 10, 28.) 4. Gott, wann du nicht mein Gott mehr bist, Dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, Dein Himmel nicht mein Erbe; Wann mich beim Leiden dieser Zeit Kein Trost vom Himmel mehr erfreut, Kein Trost mehr, wann ich sterbe; Wann Gott und Jesus nicht mehr mein: Dann besser, nie geboren sein! 5. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, Kein Fürstenthum und keine Welt Soll mich so weit verführen! Um alle Leiden dieser Zeit Will ich doch Gott und Seligkeit Muthwillig nicht verlieren. Wie klein mein Glück auch immer sei: Nur Gott und reines Herz dabei! 6. Gott, lehre mich bei jedem Eid Aus Furcht vor deiner Hei— ligkeit Die Wahrheit pünktlich sprechen! Beschwör ich heilig Amt und Pflicht, So laß mich auch im Kleinsten nicht Die theure Zusag brechen! Auch dir, Gott, schwur ich treu zu sein: Erhalt mich ewig, ewig dein! Bickel, geb. 1737 4 1809 451 wand Heitof len he schei liebet mein Sohn d it, Erbez dieser immel mehr, Gott mein: sein! t Gut nthum nich so Leiden 9 Gott j niht Glüc ott und Jjedem er Hel⸗ ünkilic Hheilih 6 mich x Die Auch e zu ewij „ 1809 Mel. Herzlich thut.(Eph. 451. Wohl dem, der richtig wandelt, Der als ein Wahr⸗ heitsfreund In Wort und Wer— ken handelt Und das ist, was er scheint; Der Recht und Treue liebet Und von dem Sinn der Welt, Die Trug und Falschheit übet, Sich unbefleckt erhält! 2. Wohl dem, der Lügen has⸗ set, Und der, so oft er spricht, So seine Reden fasset, Daß er die Wahrheit nicht Mit Vor⸗ bedacht verletzet, Und der an jedem Ort Sich dies vor Augen setzee: Gott merkt auf jedes Wort! 3. Wohl ihm, daß sein Ge⸗ müthe Herr, deine Rechte übt! Ihn leitet deine Güte, Er wird von dir geliebt; Du wirst ihn einst erhöhen, Wann bei der Wahrheit Licht Beschämt die Falschen stehen, Geschreckt durch dein Gericht. 4. Herr, drücke dies im Leben Mir tief ins Herz hinein, Da— mit ich möge streben, Der Lügen Feind zu sein! Erinnre mein Gewissen: Du hassest Heuchelei, Damit ich stets beflissen Der Treu und Wahrheit sei! e) Gen u Mel. F. Einzelne Tugenden und Pflichten. 34⁴3 1 Petri 3, 10. 11.) 4, 25. 5. O laß mich nichts verspre⸗ chen, Was ich nicht halten kann, Zusagen mich nie brechen, Die ich mit Recht gethan, Nie mich den Stolz verleiten Und nie des Beispiels Macht, Als Wahr⸗ heit auszubreiten, Was ich doch selbst erdacht! 6. Doch laß zu allen Zeiten Auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, Da⸗ mit ich meine Pflicht Mit Klug⸗ heit üb' und wisse, Wann ich für andrer Wohl Und für mich Und wann ich reden müsse, schweigen soll! 7. Wenn je mich zu bedrücken Des Feindes Anschlag gilt, Der sich bei bösen Tücken In guten Schein verhüllt, So stärke mei⸗ ne Seele, Daß sie nicht unter⸗ liegt Und alles dir befehle, Durch den die Unschuld siegt. 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, Das, Gott, zu dir sich hält, Das soll mir niemand rauben. So kann ich aus der Welt Einst mit der Hoffnung gehen: Ich werde als dein Kind Dich mit den Frommen sehen, Alles ist an Gottes Segen.(Phil. 4, 6. Die reines Herzens sind. Bruhn, geb. 1727 4 1782. gsamkeit. 1 Tim. 6, 6—11. 17 ꝛc.) 452. Nur für dieses Leben sorgen Bringt einst einen frohen sorgen Morgen, Machet keinen guten Morgen, Wann man aus dem Aber manche böse Grab erwacht. Nacht. Nur um jenes Leben 2. Mein Gott, fehlt es mir q—— 344 XVII. Cyhristlicher an Gaben, Wünsch ich dies und das zu haben: Lehr mich ohne Kummer sein; Lehr mich, dir in Kindesbitten Mein Ver⸗ langen auszuschütten, Denn du hörst und hilfst allein! 3. Lehr mich ohne ängstlich Klagen Dir vergnügten Dank zu sagen Schon für das, was wirklich da! Daß nicht Sorgen mich verstricken Und des Wor— tes Frucht ersticken, Sage mir: der Herr ist nah! Mel. Auf, Christenmensch.(1 453. Wohl dem, der bess're Schätze liebt Als Schätze dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, An Tugend reich zu werden, Und in dem Glauben, deß er lebt, Sich über diese Welt erhebt! 2. Gott wehret seinen Kindern nicht, Hier Güter zu besitzen; Er gab sie uns, doch auch die Pflicht, Mit Weisheit sie zu nützen; Sie dürfen unser Herz erfreun Und unsers Fleißes An⸗ trieb sein. Matth. 6, 19 ꝛc. 3. Doch nach den Gütern die— ser Zeit Mit ganzer Seele schmachten, Nicht erst nach der Gerechtigkeit Und Gottes Reiche trachten: Ist dieses eines Men⸗ schen Ruf, Den Gott zur Ew i g⸗ keit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, Erstickt die edlern Triebe; Die Liebe für ein schimmernd Erz Verdrängt der Tugend Liebe, Sinn und Wandel. 4. Reich an guten Werken werden, Das sei mein Gesuch auf Erden; Andre Sorgen tau⸗ gen nichts. Laß in sehnlichem Verlangen Mich mit ganzem Herzen hangen An dem Erb⸗ theil jenes Lichts! 5. Da ist Reichthum, der recht wichtig, Da ist Leben, das nicht flüchtig; Jesu, dahin ziehe mich! Um die Güter jenes Lebens Ist das Ringen nicht vergebens, Und die Frucht währt ewiglich. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. Tim. 6, 6—10. Matth. 6, 38.) Und machet der Vernunft zum Spott Ein elend Gold zu dei⸗ nem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, Läßt dich kein Gut ge⸗ nießen; Er quält durch Hab— sucht deinen Geist Und tödtet dein Gewissen Und reißt durch schmeichelnden Gewinn Dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon Aus dir mit Meineid sprechen; Dich zwingen, der Arbeiter Lohn Unmenschlich ab⸗ zubrechen; Er wird in dir der Witwen Flehn, Der Waisen Thränen widerstehn. 7. Dein durch den Geiz ver— Wohlthuns Freuden; Denn dich rührt keines Andern Schmerz Und keines Armen Leiden; Und wo ist eines Standes Pflicht, Die nicht der Geiz entehrt und bricht? härtet Herz Schmeckt nie des hinde sie wi keich! 9. Amt: freche erken esuch tau⸗ ichem nzem Erb⸗ recht nicht mich! àIs bens, glich. + 150. zum dei⸗ n sich it ge⸗ Hab⸗ tödtet durch Dich wird eineid „der h ir der zaisen ö ver⸗ edes n dich hmetz Und ficht, und 8. Du bist ein Vater: und aus Geiz Entziehst du dich den Kin⸗ dern Und lässest dich des Gol⸗ des Reiz, Ihr Herz zu bilden, hindern, Und glaubst, du habst sie wohlbedacht, Wenn du sie reich wie dich gemacht. 9. Du hast ein richterliches Amt: Und du wirst dich er⸗ frechen, Die Sache, die das Recht verdammt, Aus Habsucht recht zu sprechen; Und selbst der Tugend größter Feind Erkauft an dir sich einen Freund. F. Einzelne Tugenden und Pflichten. 34⁵5 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, Die Wahrheit frei zu lehren, Du schweigst, wenn sie dich reden heißt, Ehrst, wen du nicht sollst ehren, Und wirst um ein verächtlich Geld Ein Schmeichler und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, da⸗ bei, Daß ich mir gnügen lasse, Geiz ewig als Abgötterei Von mir entfern und hasse! Ein wei⸗ ses Herz und guter Muth Sei meines Lebens größtes Gut! Gellert, geb. 1715 4 1769. Mel. Singen wir aus Herzensgrund.(Sprüche 30, 7—9.) 454. Zweierlei bitt ich von dir, Zweierlei trag ich dir für, Dir, der alles reichlich gibt, Was uns dient und dir beliebt; Gib mein Bitten, das du weißt, Eh ich sterb und sich mein Geist Aus des Leibes Banden reißt! 2. Gib, daß ferne von mir sei Lügen und Abgötterei; Armut ohne Trost und Licht Und viel Reichthum gib mir nicht; Allzu⸗ arm und allzureich Ist nicht gut, stürzt beides gleich Unsre Seel ins Sündenreich. 3. Laß mich aber, o mein Heil, Nehmen mein bescheiden Theil, Und beschere mir nach Noth Hier und heut mein täglich Brot! Auch ein wenig, da der Muth Und ein gut Gewissen ruht, Ist fürwahr ein großes Gut! 4. Denn sonst möcht im Über⸗ fluß Ich empfinden Überdruß, Dich verleugnen, dir zum Spott Fragen:„wer ist Herr und Gott?“ Denn das Herz ist Frechheit voll, Weiß oft nicht, wann ihm ist wohl, Wie es sich erheben soll. 5. Wiederum wanns stehet bloß Und die Armut wird zu groß, Wird es untreu leicht und stellt Nach des Nächsten Gut und Geld, Thut Gewalt, braucht Ränk'und List, Wirket Schaden, stiftet Zwist, Fraget nicht, was christlich ist. 6. Ach mein Gott, mein Schatz, mein Licht! Dieses beides ziemt mir nicht; Beides schändet deine Ehr, Beides stürzt ins Jammer⸗ meer. Drum so gib mir Füll und Hüll, Nicht zu wenig, nicht zu viel, Also wie dein Herze will! Gerhard, geb. 1606 4 1676. —2 34⁴6 XVII. Chriftlicher Sinn und Wandel. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen.(Luk. 12, 15—21. Phil. 4, 12. 13.) 455. Wenn ich mir auf viele Jahre Einen großen Vor⸗ rath spare, Weß wird sein mein überfluß, Da ich soll gesammelt werden In ein Räumlein kühler Erden Und in kurzem sterben muß? 2. Herr, bewahr mich vor den Stricken, Wenn der Geiz mich will berücken; Das, was da ist, sei genug! Gib mir Vorsicht auf mein Scheiden Und mach auf die Ewigkeiten Mich durch deine Gnade klug! 3. Lehr mich bei den Neben⸗ gaben Mangel oder übrig ha— ben, Satt sein oder hungrig sein! Jesus hat uns mehr er— worben: Was am Kreuz uns anerstorben, Bleibt im Sterben uns allein. 4. Könnte man die Welt ge⸗ winnen,— Führe dennoch arm von hinnen, Wer nicht theil am Himmel hat. Wer sich reich in Christo glaubet, Dem wird nichts im Tod geraubet: Nichts als Gott macht ewig satt. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. Mel. Aus tiefer Noth schrei.(Ps. 127, 2. Matth. 16, 26. Luk. 12, 15 ꝛc.) 456. Ach treuer Gott, ich ruf zu dir: Hilf, daß mich nicht bethöre Die böse Lust, die strebt in mir Nach Reichthum, Pracht und Ehre! Gib, daß ich an dein Wort mich halt Und dadurch jede Lockung bald In deiner Kraft besiege! 2. Du, der den Thieren Nah⸗ rung schafft Und Futter gibt den Raben, Du läßst auch mich durch deine Kraft Trank, Brot und Kleidung haben. Wenn uns ein Mehrer's werden soll, So weißest du als Vater wohl, Obs deinen Kindern nütze. 3. Wer wenig hat und das mit Recht, Kann deine Huld be— halten; Er bleibt in Demuth, recht und schlecht Und läßt dich ferner walten. Sein Weniges gedeiht ihm mehr Als reicher Sünder Gut und Ehr, So sie mit Unrecht haben. 4. Ein Trost, der nur auf Reichthum steht, Wird unver— hofft zu Schanden, Und wann es an das Scheiden geht, Dann ist erst Noth vorhanden; Denn Geld und Gut errettet nicht Von Gottes ewigem Gericht, Das einst die Sünder schrecket. 5. Ach, meine Seel kann ihre Ruh Im Zeitlichen nicht finden; Was ich da vornehm' oder thu, Muß wie ein Rauch verschwin— den. Unsterblich ist die Seel; es muß Unsterblich sein, was ohn' Verdruß Sie soll mit Freude laben. 6. Drum selig, wer sein Herz erhebt Gen Himmel von der Erde, Damit er reich, solang er lebt, An ew'gen Schätzen werde; F. Einzelne Tugen Die fliegen niemals auf im Rauch Und sind in Gott gesi⸗ chert auch Vor Dieben, Rost und Motten. 7. O höchstes Gut, sei hier und dort Mir Reichthum, Lust und Ehre! Gib, daß in mir sich fort und fort Das Sehnen nach dir mehre, Daß ich dich stets vor den und Pflichten. 347 lem sterbe ab, Was mich von dir will ziehen! 8. Hilf, daß ich meinen Wan⸗ del führ Bei dir im Himmel oben, Wo ich werd ewig sein bei dir, Dich schauen und dich loben; So kann mein Herz zu⸗ frieden sein Und findet, Gott, in dir allein Die wahre Ruh und Augen hab, Mir selbst und al⸗ Mel. Wer Jesum bei 457. Es jammre, wer nicht glaubt; Ich will mich stillen: Mir fällt kein Haar vom Haupt Ohn' Gottes Willen. In Jesu hab ich hier Das beste Leben; Und sterb ich, wird er mir Ein bess'res geben. 2. Es sorge, wer nicht traut; Mir soll genügen: Wofür mir jetzo graut, Das wird Gott fü⸗ gen. Er weiß, was nöthig sei, So mag er sorgen; Mir ist des Vaters Treu Auch nicht ver⸗ borgen. Freude. sich hat. 3. Es zage, wer nicht hofft; Ich will mich fassen, Gott hat michs schon so oft Erfahren las— sen: Er hört Gebet in Noth, Wann sie am größten; Sein Geist kann auch im Tod Mit Jesu trösten. 4. So wein' ich, wenn ich wein', Doch noch mit Loben; Das Lo⸗ ben schickt sich fein Bei solchen Proben: Man kann den Kum⸗ mer sich Vom Herzen singen. Nur Jesus freuet mich; Er hilft vollbringen. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. Nach Denike, geb. 1603 4 1640. (Hiob 1, 21.) ) Mäßigkeit und Keuschheit. Mel. 458. Gott, du bist alleine gütig, Darum bitt ich dich de⸗ müthig: Vater, laß mich auf mein Flehn Deiner Gnade Bei⸗ stand sehn; Laß mich nicht in Missethaten, Auch in Schlem⸗ men nicht gerathen; Ach, behüte immerhin Mich vor unverschäm⸗ tem Sinn! 2. Gib mir, denn du kannst es geben, Lust in Mäßigkeit Folget mir, ruft.(Sir. 28, 4—6. Sprüche 23, 30.) zu leben, Daß doch nie durch Völlerei Mein Gebet verhin⸗ dert sei! Trunkenheit verderbt die Gaben, Die wir zur Er⸗ quickung haben, Die kein Mensch, des Leichtsinns voll, Jämmerlich mißbrauchen soll. 3. Alle Weisheit wird ersticket, Sinn und Denken unterdrücket, Gut und Ehre wird verheert, Leib und Seele wird zerstört; 34⁴48 XVII. Christlicher Dein Geist, welcher Fromme liebet, Wird vertrieben, wird betrübet, Und dein schwerer Zorn erweckt, Der den Arm zur Strafe reckt. 4. Lust zur Arbeit wird ge⸗ mindert, Alle Munterkeit ver⸗ hindert, Alles Nöthige ver— säumt, Schand und Lästrung ausgeschäumt, Ernst und Vor⸗ satz liegt erstorben, Alles Gute wird verdorben, Und der Seele Kraft verzehrt, Wenn uns Völ⸗ lerei beschwert. 5. Da wird böser Rath be— schlossen, Ol zur Wollustglut Mel. Vater unser.(Sir. 23, 4 ꝛc. 459. O Gott, der du mein Vater bist Und schenkest, was mir nöthig ist, Mein Leben steht in deiner Hand, Mein Odem ist dein Gnadenpfand, Du lieb⸗ test mich in deinem Sinn, Be⸗ vor ich etwas worden bin. 2. Wend ab, was meinem Fleisch beliebt Und mir ein falsch Vergnügen gibt; Behüte mich vor schnöder Lust, Reiß die Gedanken aus der Brust, Die unrein sind und feurig stehn, Sobald die Augen irre gehn. 3. Vertilg in mir der Unzucht Gift, Das andre Laster über⸗ trifft! Wer irgend sündigt, feh⸗ let sehr, Doch Wollust sündigt zwiefach mehr; Denn sie macht unsern Leib gemein, Der doch dein Tempel sollte sein. Sinn und Wandel. gegossen; Ja wer ist, der recht beschreibt, Was man da für Bosheit treibt? Laß mich, Va⸗ ter, völlig sehen, Was für La⸗ ster draus entstehen, Daß mir ja die Schwelgerei Lebenslang zuwider sei! 6. Laß mit Nüchternheit und Beten Und mit Dank mich vor dich treten, Daß mein Leib mit⸗ samt dem Geist Dein gefällig Opfer heißt, So daß ihrer beider Gaben Täglich neues Wachs-— thum haben, Und zu dir, o höch— stes Gut, Aufsteig eine reine Glut. Nach Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 + 1769. 1 Kor. 6, 19 ꝛc. 3, 17. Röm. 6, 13.) Nacht Und hintertreib des Fein⸗ des Macht, Der Ehrbarkeit und keusche Zucht Durch böse Lust zu fällen sucht, Und wann die Glut hat ausgeflammt, Das Herz verzagt macht und verdammt. 5. Entzeuch dem allem mein Gesicht, Was gegen deine Liebe spricht; Die sei mein Schutz! Durch deine Hand Thu Arger⸗ nissen Widerstand; Schließ mei⸗ ne Sinnen selber zu, Versetze mich in heil'ge Ruh! 6. Laß, Herr, mich deine Woh⸗ nung sein; Mach meine Seele völlig rein, Die Glieder im Versuchungsstreit Zu Waffen der Gerechtigkeit; Führ du an meiner Statt den Krieg Und gib mir den erwünschten Sieg! 4. Wach über mich bei Tag und 7. Wenn deine Furcht den Wan⸗ del zähmt, So ist an mir nichts Inbersche weichet f. fein unre 460. hezehrest fromme und vert und Sch durch J. Seelen! ihm gle Wellsint 2. Til Triebe, Heisch; und Lie rein un Uiste La dir hine Eiteln nicht er J. Me Gleich schäßt, Milde setzz M da, wollte den sol 4. C Glaub recht a für „ Va⸗ r La⸗ 5 mir tolang t und ch vor b mit⸗ efällig beider Jachs⸗ höch⸗ reine 1 00. Fein⸗ it und ust zu Glut Herz mt. mein Liebe Huh lger⸗ mei⸗ ersehe F. Einzelne Tugenden und Pflichten. unverschämt: Ein freches Auge weichet fort, Dem Ohr gefällt kein unrein Wort, Der Mund 349 spricht nichts, was schandbar heißt. Das wirk in mir durch dei— nen Geist! E. Lange, geb. 1650 4 1727. Mel. Werde munter.(1 Kor. 6, 15—20. Matth. 5, 8.) 460. Heil'ger Gott, der du begehrest Keuschheit, Zucht und fromme Scheu, Der du hassest und verwehrest Schnöde Lust und Schwelgerei, Ach, ich fleh durch Jesum Christ, Der der Seelen Heiland ist: Mache mich ihm gleich gesinnet, Was der Weltsinn auch beginnet! 2. Tilg in mir die schnöden Triebe, Tödte das verderbte Fleisch; Gib mir deine Furcht und Liebe, Dadurch mach mich rein und keusch! Unterbrich der Lüste Lauf, Zieh mein Herz zu dir hinauf, Daß es nicht am Eiteln klebe, Sich der Wollust nicht ergebe! 3. Meine Seel ist deinem Bilde Gleich gemacht und hoch ge— schätzt, Dein Sohn hat für sie voll Milde Einst sein Leben einge⸗ setzt; Drum, o Vater, wär ich ja Mir nur selbst zum Fluche da, Wenn ich unkeusch leben wollte Und dein Bild so schän⸗ den sollte. 4. Christus wohnet durch den Glauben Selbst in mir; sein heil'ger Geist Lässet sich mein Herz nicht rauben, Das er seinen Tempel heißt. Darum steht er mir auch bei, Daß sein Tempel heilig sei, Daß ich 5. Wer nicht rein, kann Gott nicht sehen, Denn Gott ist das reinste Licht; Der kann nicht vor ihm bestehen, Dem die Reinigkeit gebricht. Soll mich nun der helle Schein Deines Angesichts erfreun, Herr, so rein'ge Geist und Glieder, Mach mir böse Lust zuwider! 6. Gottes Geist wird schon be⸗ trübet Durch ein einzig schand⸗ bar Wort; Und wer sich in Lüsten übet, Treibt ihn völlig von sich fort. Wollust machet Sorg und Gram, Bringet uns in Schand und Scham; Die in solchen Sünden sterben, Kön— nen nie dein Reich ererben. 7. Darum, Herr der reinen Scharen, Laß mir deines Gei⸗ stes Kraft Und die Gnade widerfahren, Die ein reines Herze schafft! Sei du meines Herzens Gast, Mach die Sün⸗ de mir verhaßt; Auch entziehe mich bei Zeiten Sündlichen Ge⸗ legenheiten! 8. Tödte meines Fleisches Trie⸗ be, Und was sonst mein Herz be⸗ fleckt, Weil dein Sohn am Kreuz voll Liebe Qual und Tod für mich geschmeckt! Treib die Lüste ganz von mir, Daß ich Leib und See⸗ le dir Als dein Heiligthum be— wahre Und zu dir im Frieden ihm, an Seel und Leibe Keusch und rein, geheiligt bleibe. fahre! Ir. Fabricius, geb. 1642 4 1703. XVIII. Crostlieder. gcer ö XVIII. Trostlieder. es w̃ ö Eigene Mel.(5 Mos. 32, 4. 2 Mos. 15, 26. Ps. 68, 20.) ol 461. Was Gott thut, das 4. Was Gott thut, das ist 0 ist wohlgethan. Es bleibt ge⸗ wohlgethan. Er ist mein Licht uit recht sein Wille; Wie er fängt und Leben, Der mir nichts Bö— ih ö meine Sachen an, Will ich ihm ses gönnen kann; Ich will mich 25 ö halten stille. Er ist mein Gott, ihm ergeben In Freud und Leid; 1 Der in der Noth Mich wohl Es kommt die Zeit, Da öffent⸗ ni weiß zu erhalten; Drum laß lich erscheinet, Wie treulich er lse ich ihn nur walten. es meinet. 5•6 2. Was Gott thut, das ist 5. Was Gott thut, das ist ten wohlgethan. Er kann mich nicht wohlgethan. Muß ich den Kelch sier betrügen; Er führet mich auf gleich schmecken, Der bitter ist Laß rechter Bahn, So laß ich mir nach meinem Wahn, Laß ich Oott genügen An seiner Huld Und mich doch nicht schrecken, Weil 2 hab Geduld; Er wird mein doch zuletzt Ich werd ergetzt—. * Unglück wenden, Es steht in Mit süßem Trost im Herzen; Sol seinen Händen. Da weichen alle Schmerzen. sch M 3. Was Gott thut, das ist 6. Was Gott thut, das ist auch * wohlgethan. Er wird nicht von wohlgethan. Dabei will ich der mir weichen Und als ein Arzt verbleiben. Es mag mich auf sen der helfen kann, Den Trank des die rauhe Bahn Noth, Tod und Heils mir reichen Zur Arzenei. Elend treiben, So wird Gott us * Gott ist getreu; Drum will ich mich Ganz väterlich In seinen sn auf ihn bauen Und seiner Güte Armen halten; Drum laß ich Wit trauen. Ps. 116, 13. ihn nur walten. bitt A Rodigast, geb. 1049 4 1708. Eigene Mel.(Röm. 8, 28—30.) ö 462. Warum sollt ich mich ziehen, Wann ich werd Von 4 N denn grämen? Hab ich doch rder Erd Wie einSchatten fliehen. Zu + Christum noch! Wer will mir3. Gut und Blut, Leib, Seel hel den nehmen? Wer will mir und Leben Ist nicht mein, Gott ouer * den Himmel rauben, Den mir allein Ist es, ders gegeben. Will fig schon Gottes Sohn Beigelegt ers wieder zu sich kehren, Nehm Ge im Glauben? ers hin; Ich will ihn Dennoch In ö 2. Nichts hab ich hieher ge-fröhlich ehren. Hiob, 1, 2r. Se nommen, Da ich klein Bin her⸗4. Schickt er mir ein Kreuz zu ein In die Welt gekommen; tragen, Dringt herein Angst or ö Nichts wird einst auch mit mir und Pein, Sollt ich drum ver— 18 ist Licht 8 Bi⸗ mich Leidʒ jfent⸗ ich er 38 ist Kelch ter ist aß ich Weil ergeht erzen; en. as ist ich h auf dund „Gott seinen aß ich 100, Von iehen. Sell Goltit Will Nehn mnoch „,. 2; Auhs vel⸗ V XVIII. zagen? Der es schickt, der wird es wenden; Er weiß wohl, Wie er soll All mein Unglück enden. 5. Gott hat mich in guten Ta— gen Oft ergetzt; Sollt ich jetzt Nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen Sein Gericht, Kann mich nicht Ganz und gar ver— lassen. Hiob 2, 10. 6. Satan, Welt und ihre Rot⸗ ten Können mir Nichts mehr hier Thun als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, Wird in Eil Sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen Soll ein Christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen; Wollt ihn auch der Tod aufreiben, Soll der Muth Dennoch gut Und fein stille bleiben. 8. Kann doch selbst kein Tod uns tödten, Sondern reißt Un⸗ sern Geist Aus viel tausend Nöthen, Schleußt das Thor der bittern Leiden Und macht Bahn, Mel. Jesu, meine Freude.(Ps. 62. 73, 463. Meine Seel ist stille Zu Gott, dessen Wille Mir zu helfen steht. Mein Herz ist vergnüget Mit dem, was Gott füget, Nimmts an, wie es geht. Geht die Bahn Nur himmelan, Und bleibt Jesus ungeschieden, So bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget An dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein, Will dich wirken lassen, Trostlieder. 351 Daß man kann Gehn zu Him⸗ melsfreuden. 9. Allda will in süßen Schä⸗ tzen Ich mein Herz Auf den Schmerz Ebwiglich ergetzen. Hier ist kein recht Gut zu finden: Was die Welt In sich hält, Muß wie Rauch verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand Voller Sand, Kummer der Gemüther! Dort, dort sind die edlen Gaben, Da mein Hirt, Christus, wird Mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden! Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden: Ich bin dein, weil du dein Leben Und dein Blut Mir zu gut In den Tod gegeben; 12. Du bist mein, weil ich dich fasse Und dich nicht, O mein Licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Da du mich Und ich dich Ewig werd umfangen! Gerhard, geb. 1606 4 1676 28 ꝛc. Hes. 30, 15. Joh. 10, 27 ꝛc.) Will nur dich umfassen, Nur in dir sich freu'n; Von der Welt, Ehr, Lust und Geld, Dessen viele so beflissen, Mag sie nichts mehr wissen. 3. Nein, ach nein, nur einer, Sag ich, und sonst keiner Wird von mir geliebt: Jesus, der Ge⸗ treue, In dem ich mich freue, Der sich ganz mir gibt! Er al⸗— lein, Er soll es sein, Dem ich 352 XVIII. wieder mich ergebe, einzig lebe! 4. Gottes Güt erwäge, Meine Seel, und lege Dich in seinen Schoß; Lerne ihm vertrauen, So wirst du bald schauen, Wie die Ruh so groß, Die da fleußt Aus stillem Geist: Wer sich weiß in Gott zu schicken, Den kann er erquicken. 5. Still, o meine Seele! Was dich immer quäle, Senk in Jesu Brust; Werde stark durch Hoffen; Dem ich Trostlieder. Was dich je betroffen, Trage du mit Lust; Fasse dich Ganz inniglich Durch Geduld und Glauben feste: Endlich kommt das Beste! Luk. 21, 10. 6. Amen, es geschiehet! Wer zu Jesu fliehet, Wird deß Zeuge sein, Wie Gott seinen Kindern Pflegt das Kreuz zu lindern Und ein froh Gedeihn Aufbewahrt, Bis, wer da harrt, Endlich aus dem schweren Leide Übergeht in Freude. Schade, geb. 1666 4 1698. Eigene Mel.(Ebr. 12, 5—7. Ps. 42, 12. 126, 5. 6.) 464. Schwing dich auf zu deinem Gott, Du betrübte Seele! Warum liegst du Gott zum Spott In der Schwermuths— höhle? Merkst du nicht des Feindes List? Er will durch sein Kämpfen Deinen Trost, den Jesus Christ Dir erworben, dämpfen. 2. Auf, ermanne dich und sprich: Fleuch, du alte Schlan— ge! Was erneust du deinen Stich, Machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt; Und ich bin durchs Lei⸗ den Meines Heilands hingerückt In den Saal der Freuden! 3. Hab ich was nicht recht ge⸗ than, Ist mirs leid von Herzen; Dafür nehm ich gläubig an Christi Blut und Schmerzen. Denn das ist das Lösegeld Mei— ner Missethaten, Dadurch ist der ganzen Welt Und auch mir gerathen. 4. Stürme, Feind und Welt und Tod! Was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Noth Gott mit seinen Gnaden, Der Gott, der mir seinen Sohn Selbst geschenkt aus Liebe, Daß nicht ewig Spott und Hohn Dort mich einst be— trübe. Röm. 8, 31 ꝛc. 5. Was ist unterm Himmels⸗ zelt, Was im tiefsten Meere, Was ist Gutes in der Welt, Das nicht mir gut wäre? Wem er⸗ glänzt das Sonnenlicht? Wozu ist gegeben Luft und Wasser? Dient es nicht Mir und meinem Leben? 6. Meine Seele lebt in mir Durch die süßen Lehren, So die Christen mit Begier Alle Tage hören. Gott eröffnet früh und spat Meinen Geist und Sinne, Daß sie seines Geistes Gnad Freudig werden inne. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein! Oring Mit d es drit gelieb rather und 9 Gotte Trage Ganz und ommt A, 19. Wer Zeuge ndern Und ahrt, aus eht in 1598. Velt r mir ch in seinen r mir chenkt Spott ist be⸗ 3„ 31 2. mels⸗ Neere/ ö Dab em er⸗ Wozu asser einem I mir S0 Ale frih und eistes ne. It i XVIII. Cr mein! Wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein Mit dem bittern Leide,— Laß es dringen! Kommt es doch Von geliebten Händen; Schnell zer⸗ bricht des Kreuzes Joch, Wenn es Gott will wenden. 8. Kinder, die der Vater soll Ziehn zu allem Guten, Die ge— rathen selten wohl Ohne Zucht und Ruthen. Bin ich denn nun Gottes Kind, Warum will ich fliehen, Wenn er mich von meiner Sünd Will aufs Gute ziehen? 9. Es ist herzlich gut gemeint Mit der Christen Plagen: Wer hier zeitlich wohl geweint, Darf nicht ewig klagen; Wem das Kreuz hier recht bewußt, Hat ostlieder. 353 in Gottes Garten Ewiglich vollkommne Lust Endlich zu ge— warten. 10. Gottes Kinder säen zwar Traurig und mit Thränen; Aber endlich bringt das Jahr, Wor— nach sie sich sehnen. Ja es kommt die Erntezeit, Da sie Garben machen; Da wird all ihr Gram und Leid Lauter Freud und Lachen. 11. Ei so fass', o Christenherz, Alle deine Schmerzen, Wirf sie fröhlich hinterwärts, Laß des Trostes Kerzen Dich erleuchten mehr und mehr! Gib dem gro— ßen Namen Deines Gottes Preis und Ehr: Er wird helfen! Amen. Gerhard, geb. 1606 4 1676. Mel. Nun laßt uns Gott.(Matth. 6, 25. Jes. 30, 15.) 465. Ich will nicht alle Morgen Mein Herz mit schwe— ren Sorgen Und kummervollem Zagen Zu Gottes Unehr plagen. 2. Es ist ihm größre Ehre, Wenn ich dem Kummer wehre Und ruhig im Gemüthe Mich tröste seiner Güte. 3. Es läßt sich nicht erringen, Nicht durchs Gebet erzwingen; Es läßt sich nicht erlaufen, Nicht durchs Geschenk erkaufen. 4. Beim Glauben, Warten, Hoffen Steht uns der Himmel offen; Die ganze Gottesfülle Genießt man in der Stille. Der Sonne stille halten Und so sich froh entfalten. 6. So wächst man in der Liebe Durch sanfte Glaubens— triebe, Wird stark in Gottes Frieden Und darf sich nicht er— müden. 7. Des Geistes Gottes Treiben Lehrt uns bei Christo bleiben, Gott herzhaft Vater nennen Und immer besser kennen. 8. So geht man hin im Frie— den, Nimmt an, was Gott beschieden, Und geht auf Pil— gerwegen Dem frohen Ziel ent— gegen. 5. Sieh, wie in deinem Gar⸗ ten Die Blumen ruhig warten, Gesangbuch für die evangelische Kirche. 9. Ach, wären wir dort oben, Daß wir ihn könnten loben Mit 23 35⁴ XVIII. e den verklärten Zungen, Mehr als wir hier gesungen! 10. Doch wollen wir uns rüsten Eigene Mel. 466. Sollt es gleich bis— weilen scheinen, Als wenn Gott verließ' die Seinen, O so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich noch gewiß. 2. Hilfe, die er aufgeschoben, Hat er drum nicht aufgehoben; Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft er doch, wanns nöthig ist. 3. Gleichwie Väter nicht bald geben, Wornach ihre Kinder streben, So hält Gott auch Maß und Ziel, Er gibt, wie und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrö— sten, Wann die Noth am aller⸗ größten; Er ist gegen seinem Kind Mehr als väterlich gesinnt. 5. Will mir Satan bange ma⸗ chen, Ich kann seine Macht verlachen. Schwer sei auch des rostlieder. Im Geist mit frommen Christen, Daß uns sein Lob auf Erden Das Süß'ste möge werden. Hosch, geb. 1750 4 1811.& (Ps. 25, 1—6.) Kreuzes Joch: Gott, mein Va— ter, lebet noch. 6. Laß die Welt nur immer neiden, Will sie mich nicht länger leiden, Ei, so frag ich nichts darnach, Gott ist Richter meiner Sach. 7. Will sie mich gleich von sich treiben, Muß mir doch der Him⸗ mel bleiben; Der ist, nimmt sie alles hin, Mir der seligste Ge⸗ winn. 8. Was die Welt liebt, will ich hassen, Ihr gern alles Eitle lassen; Dafür, Trotz sei ihrem Spott, Wähl ich mir nur mei— nen Gott. 9. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, Frag ich nichts nach andrer Gabe; Legt man mich gleich in das Grab,— Ach Herr, wenn ich dich nur hab! Titius, geb. 1641 4 1703. Mel. Was Gott thut.(Mal. 3, 16—18. 1 Petri 3, 12. Jer. 31, 3.) 467. Gott lebt. Wie kann ich traurig sein, Als wär kein Gott zu finden? Er weiß gar wohl von meiner Pein, Die ich hier muß empfinden, Er kennt mein Herz Und meinen Schmerz; Drum will ich nicht verzagen Und ihm nur alles klagen. 2. Gott hört, wenn niemand hören will; Wie sollt ich bange sorgen, Mein Seufzen dringe nicht zum Ziel Und sei vor Gott verborgen? Ruf ich empor, So Hilfe nieder Und schallt das Amen wider. 3. Gott sieht. Wie klaget denn mein Herz, Als säh er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz hört sein Ohr, So steigt die risten, Erden n. 1+ 1811. in Va⸗ immer nicht 'ag ich Richter on sich Him⸗ mt sie te Ge⸗ „ will Eitle ihrem r mei⸗ 9 dich ts nach I mich Ach hab! 11717⁰⁶ dringẽ or Golt r, SO igt di lt das llaget sah er or ihn metj XVIII. Crostlieder. 355 Ganz offenbar erscheinen. Kein nach der Wüste weiset, Wird Thränlein fällt, Das er nicht zählt, Ja werth und theuer schätzet, Bis er uns drauf ergetzet. 4. Gott führt. Drum geh ich ruhig fort Auf allen meinen Wegen; Mag mir die Welt bald hier bald dort Arglistig Schlingen legen, So wird er mich, Ob wunderlich, Doch immer selig leiten, Daß nie mein Fuß kann gleiten. 5. Gott gibt. Und wär ich noch so arm, Doch soll ich nicht verderben. Was hilft mir denn mein stäter Harm, Als müßt ich Hungers sterben? Er hat ja Brot! Und wenn die Noth Uns man auch da gespeiset. 6. Gottliebt, ob ich die Va⸗ terlieb In Schlägen nicht gleich finde. Wie er ein lieber Vater blieb Am Kreuz bei seinem Kinde, So bleibt er mir Mein Vater hier, Der je und je mich liebet, Obgleich sein Kreuz be— trübet. Ebr. 12, 5 ꝛc. 7. Gott lebt: wohlan, ich merke das; Gott hört: ich wills ihm klagen; Gott sieht: er setzt den Thränen Maß; Gott führt: ich darf nicht zagen; Gott gibt und liebt: Nur unbetrübt! Er wird mir endlich geben, Auch dort mit ihm zu leben. Schmolk, geb. 1672 4 1737. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r Mensch.(Phil. 1, 23.) 468. Der Himmel hängt voll Wolken schwer, Ich seh das blaue Zelt kaum mehr, Doch über Wolken hell und klar Nehm ich ein freundlich Auge wahr. 2. Es tobt der Sturm mit wil⸗ der Macht, Sie wird so dunkel oft, die Nacht; Doch wenn auch meine Seele bebt, Sie weiß, daß dort ein Heiland lebt. 3. Sie zöge so gar gern hinaus Ins große, weite Vaterhaus; Doch hält in seiner Kraft sie still, Bis er, bis er sie lösen will. 4. Die Erd ist mir ein mor⸗ sches Boot, Das unter mir zu sinken droht; Ich steh, nach oben hingewandt, Mit einem Fuß auf seinem Rand: 5. Gebeutst du, Herr, mit einem Blick, So schleudr' ichs hinter mich zurück, Und schwinge mich an deiner Hand Hin— auf, hinauf und jauchze: Land! 6. Ich gienge gern, so gern zu dir! Doch wenn du mich noch länger hier In Sturm und dunkeln Nächten läßst, So halt du meine Seele fest, 7. Daß sie in Sturm und. Nächten treu, Zu deiner Ehre wacker sei, Bis du mir rufst: „Nun ist mirs recht, Nun kannst du kommen, treuer Knecht!“ Möwes, geb. 1793 4 1834. 356 XVIII. Crostlieder. Mel. Singen wir aus Herzensgrund.(Ps. 30, 6. Tob. 3, 2 ꝛc.) 469. Auf den Nebel folgt die Sonn, Auf das Trauern Freud und Wonn, Auf die schwere, bittre Pein Stellt sich Trost und Labsal ein; Meine Seele, die zuvor Sank bis an des Todes Thor, Steigt gen Himmel nun empor. 2. Der, vor dem die Welt er⸗ schrickt, Hat mir meinen Geist erquickt; Seine hohe, starke Hand Reißt mich aus der Hölle Band; Alle seine Lieb und Güt' Über— schwemmt mir mein Gemüth Und erfrischet das Geblüt. 3. Hab ich vormals Angst ge— fühlt, Hat der Gram mein Herz zerwühlt, Hat der Kummer mich beschwert, Hat der Satan mich 6. Ach, wie oftmals dacht ich doch, Da mir noch der Trübsal Joch Auf dem Haupt und Nacken saß, Und das Leid mein Herze fraß: Nun ist keine Hoffnung mehr, Auch kein Ruhen, bis ich kehr In das dunkle Todtenmeer. 7. Aber mein Gott wandt' es bald, Heilt' und hielt mich der— gestalt, Daß ich, was sein Arm gethan, Nimmermehr gnug prei⸗ sen kann. Da ich weder hie noch da Einen Weg zur Rettung sah, Hatt' ich seine Hilfe nah. 8. Als ich furchtsam und ver⸗ zagt Mich selbst und mein Herze plagt'; Als ich manche liebe Nacht Mich mit Wachen krank gemacht; Als mir aller Muth bethört: Ei so bin ich nunmehr entfiel: Tratst du, mein Gott, frei, Heil und Rettung, Schutz selbst ins Spiel, Gabst dem Un⸗ und Treu Steht mir wieder fall Maß und Ziel. treulich bei! 9. Nun solang ich in der Welt 4. Gott läßt keinen traurig Haben werde Haus und Zelt, stehn, Noch mit Schimpf zurücke Soll mir dieser Wunderschein gehn, Der sich ihm zu eigen Stets vor meinen Augen sein; schenkt Und ihn in sein Herze Ich will all mein Leben lang senkt. Wer auf Gott die Hoff-Meinem Gott mit Lobgesang nung setzt, Findet endlich und Hiefür bringen Preis und Dank. zuletzt, Was ihm Leib und Seel 10. Allen Jammer, allen ergetzt. Schmerz, Den des ew'gen Va⸗ 5. Kommts nicht heute, wie ters Herz Mir schon jetzo zuge— man will, Sei man nur ein zählt Oder künftig auserwählt. wenig still, Ist doch morgen Will ich hier in diesem Lauf auch ein Tag, Da die Wohl- Meines Lebens allzuhauf Frisch fahrt kommen mag! Gottes Zeit und freudig nehmen auf. hält ihren Schritt, Wann die 11. Ich will gehn in Angst kommt, kommt unsre Bitt Und und Noth, Ich will gehn bis in die Freude reichlich mit. den Tod, Ich will gehn ins t ich ibsal acken Herze nung 6 ich neer. es der⸗ Arm prei⸗ noch ttung nah. ver⸗ Herze liebe franl Nuth Gott, Un⸗ Welt Zelt, schein sein; lang jesang Dank. allen N Ba⸗ zug⸗ wählt, Lauf Frisch Angt bis in nins XVIII. Grab hinein, Trostlieder. 357 Und doch allzeit will erhöhn, Kann nicht ganz fröhlich sein; Wem der Stärkste zu Grunde gehn. will beistehn, Wen der Höchste Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 470. Meine Seele senket sich Hin in Gottes Herz und Hände Und erwartet ruhiglich Seiner Wege Ziel und Ende, Lieget still und willenlos In des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, Ist mit allem wohl zufrieden; Was der eigne Wille spricht, Ist zum Tode schon beschieden; Was die Ungeduld erregt, Ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, Will vielmehr an nichts geden— ken, Was gleich spitzen Dornen sticht Und den Frieden nur kann kränken. Sorgen kommt dem Schöpfer zu: Meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich Mel. Wie schön leucht't.(Apostelgesch. 14, 22. 471. Die ihr den Heiland kennt und liebt, Ihn, der uns Seligkeiten gibt, Die noch kein Ohr vernommen, Die noch in jenen ew'gen Höhn Kein sterb⸗ lich Auge je gesehn, Die in kein Herz gekommen: Freut euch! Sein Reich Bleibt euch allen! Bald wirds schallen: Kommt zum Lohne, Nehmt des Kam⸗ pfes Siegeskrone! 1 Kor. 2, 0. 2. Was klagt ihr denn, was Gerhard, geb. 1606 4 1676. (Jes. 38, 15—17.) nicht, Liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, Trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße liegt, Bleibt in aller Noth vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht; Denn sie weiß von keinen Nö— then, Hängt an Gottes Ange— sicht Auch alsdann, wann er will tödten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, Wird der Freudengeist verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, Und die Zunge bleibt ge— bunden; Also hab ich allen Spott, Alle Schmerzen über⸗ wunden, Bin, gleich wie ein stilles Meer, Voll von Gottes Preis und Ehr. Ps. 02. Winkler, geb. 1670 4 1722. 2 Kor. 4, 17. 18.) leicht der Erde Schmerz Und wirket ew'ge Freude. Ach, groß und herrlich ist das Ziel, Der Wonne dort unendlich viel, Ge⸗ trübt von keinem Leide! Trau⸗ rig, Schaurig Ists hienieden; Aber Frieden Wohnt dort oben, Wo die Überwinder loben. 3. Ein Blick auf jene Herrlich— keit Füllt unser Herz mit Trost und Freud Und tausendfachem zagt das Herz? Kurz ist und Morgenthau Die dürre, fast Segen, Erquicht uns, wie der 358 XVIII. Crostlieder. versenkte Au, Wie milder Frü⸗ lingsregen. Thränen, Sehnen, Aug und Herzen Voller Schmer⸗ zen,— Glänzt doch immer Uns der ew'ge Hoffnungsschimmer! 4. Drum sind wir froh; wir gehn im Licht, Und heiter ist das Angesicht Bei aller Noth hienieden. Im Heiligthum des Himmels liebt Uns Jesus Christus, und er gibt Der Seele heil'gen Frieden. Wer kennt, Wer nennt, Was wir erben Nach dem Sterben? Was uns gibet Der, der uns zuerst ge— liebet? 5. Was klagst du denn, der du ihn kennst, Der du dich Christi Jünger nennst? Was ists, das dich betrübet? Froh kannst und sollst du immer sein Und dich des ew'gen Lebens freun, Dich freun, daß er dich liebet. O sei Nur treu! O sei fröhlich, Hoffend selig Schon im Staube; Gotteskraft sei dir dein Glaube! Menken, geb. 1768 4 1831 Mel. Herzlich thut.(Jes. 30, 15.) 472. Ich habe viel gelitten, Doch Jesus litt noch mehr; Was er so hart erstritten, Ist mir nun Kraft und Wehr. Hinan zu seinem Hügel, Du müder Sinn, hinan, Und lern in diesem Spiegel, Wie man er⸗ tragen kann! 2. Geh ein in seine Leiden, Geh ein in seinen Tod, Und laß dich willig scheiden Von aller deiner Noth! Sei dir in ihm gestorben, So weicht, was dich betrübt. Der hat die Ruh erworben, Der sich sein selbst begibt. 3. Was ist es, das mir fehle, Schweigt erst mein Anspruch duldende Verlangen Führt' Je⸗ sum himmelein, Und wo er hin— gegangen, Da soll sein Diener sein. Joh. 12, 26. 4. Nur eines, was ich heische, Sei mir noch hier gewährt: Hilf, daß der Welt Geräusche Nicht meine Seele stört; Doch kommts nach deinem Willen, So laß mich, kindlich, klein, Auch dann dein Bild erfüllen Durch Harren und Verzeihn. 5. Ich hab ein neu Verlangen: Was du willt, will auch ich; Nicht rauben, nur empfangen Mag ich mein Wohl durch dich. Gott wohnt in meiner Seele, still? O süßes Los der Seele, Die Gottes Rath nur will! Dies Mel. Herr Jesu Christ, 473. O süßes Wort, das Jesus spricht Zur armen Wit— we: weine nicht! Es komme sonst, daß ich mich quäle, Sein Himmel ist mein Ziel. Meyer, geb. 1772 4 1849. mein's.(Luk. 7, 13 ꝛc.) nie aus meinem Sinn, Zumal wann ich betrübet bin. 2. Es wird geredet nicht ins Erquickt mich täglich viel; Um⸗ Ohr Thor mant unn. 20 Da Stre guick kräft 4.5 anfi⸗ sus: Vat er d 5. und dem Nsi dein 6. Gu fort sus Wat st ge⸗ „der dich Vas Fruh r sein ebens r dich O sei Schon sei dit 1 1831 t' I⸗ er hin⸗ Diener 12, 20. eische zäͤhrt: ausche Doch zillen, llein, rfüllen ihn. ingen: 9 ichz fangen dich. Sele/ „n, Sein 4 16⁴⁰. 3umal 1 ins XVIII. CU Ohr Leis', sondern unter freiem Thor Laut, daß es höret jeder⸗ mann Und sich darüber freuen kann. 3. Er redets aber zu der Zeit, Da Tod und Leben war im Streit; Drum soll es auch er⸗ quicken mich In Tod und Leben kräftiglich. 4. Wann Noth und Armut mich anficht, Spricht doch mein Je— sus: Weine nicht! Gott ist dein Vater, trau nur ihm, Erhört er doch der Raben Stimm! 5. Bin ich sehr kraftlos, krank und schwach, Und ist nichts da denn Weh und Ach, So tröstet Jesus mich und spricht: Ich bin dein Arzt, drum weine nicht! 6. Raubt mir der Feind mein Gut und Hab, Daß ich muß fort mit meinem Stab, Sagt Je⸗ sus wieder: Weine nicht; Denk, was dem Hiob dort geschicht! 7. Vertreibt mich des Verfol— Mel. Nun ruhen alle Wälder. 474. Mein Herz, gib dich zufrieden Und bleibe ganz ge— schieden Von Sorge, Furcht und Gram: Die Noth, die dich roftlieder. 359 gers Hand, Gönnt er mir keinen Sitz im Land, Ruft Jesus in mein Herz und spricht: Dein ist der Himmel, weine nicht! 8. Wann um mich Band' und Ketten schon, Wann Feind und falsche Freunde drohn, Spricht Jesus: Weine nicht, und glaub, Dir kann nicht schaden Asch und Staub. Matth. 10, 28. 9. Reißt mir der Tod das Lieb⸗ ste hin, Sagt Jesus: Weine nicht! Ich bin, Ders wieder gibt; gedenke dran, Was ich zu Nain hab gethan! 10. Muß ich selbst ringen mit dem Tod, Ist Jesus da, ruft in der Noth: Ich bin das Le— ben, weine nicht! Wer an mich glaubt, wird nicht gericht't. 11. O süßes Wort, das Jesus spricht In allen Nöthen: weine nicht! Ach klinge stets in meinem Sinn, So fähret alles Trauern hin! Höfel, geb. 1600 4 1683. (Tob. 3, 22. 23. Jes. 30, 15.) 3. Kanns doch nicht ewig wäh— ren! Oft hat Gott unsre Zähren Mit einmal abgewischt. Wanns bei uns hieß:„wie lange Wird jetzt drücket, Hat Gott dir zu⸗ mir so angst und bange!“ So geschicket; Sei still und halt hat er Leib und Seel erfrischt. dich wie ein Lamm! 4. Gott pflegt es so zu machen: 2. Mit Sorgen und mit Za-Nach Weinen schafft er Lachen, gen, Mit unmuthvollem Klagen Häufst du nur deine Pein; Durch Stillesein und Hoffen Wird, was dich jetzt betroffen, Erträglich, sanft und lieblich sein. Nach Regen Sonnenschein, Nach rauhen Wintertagen Muß uns der Lenz behagen; Er führt in Höll und Himmel ein. 5. Indeß ist abgemessen Die 360 XVIII. Last, die uns soll pressen, Auf daß wir werden klein. Was aber nicht zu tragen, Darf sich nicht an uns wagen, Und sollt's auch noch so wenig sein. 6. Der Herr will uns nur zie⸗ hen Zu Kindern, die da fliehen Das, was er untersagt; Er will das Fleisch nur schwächen, Den Eigenwillen brechen, Die Lust ertödten, die uns plagt. 7. Er will uns dadurch lehren, Wie wir ihn sollen ehren Mit Glauben und Geduld; Und sollt er auch in Nöthen Uns lassen gar ertödten, Uns doch getrösten seiner Huld. Trostlieder. scheiden Von Gott und seinen Freuden, Dazu er uns ersehn? Man lebe oder sterbe, So blei— bet uns das Erbe Des Himmels ewiglich doch stehn. 9. Ist Christus unser Leben, So muß uns, seinen Reben, Der Tod sein ein Gewinn; Er mag die Leibeshöhle Zerbrechen, doch die Seele Schwingt froh sich auf zum Himmel hin. 10. Drum gib dich ganz zu— frieden, Mein Herz, und bleib geschieden Von Sorge, Furcht und Leid! Vielleicht wird Gott bald senden, Die dich auf ihren Händen Hintragen in die Herr— 8. Denn was will uns auch Mel. Ach, was soll ich Sünder. 475. Endlich bricht der heiße Tiegel, Und der Glaub em⸗ pfängt sein Siegel, Gleich dem Gold, im Feu'r bewährt; Zu des Himmels höchsten Freuden Werden nur durch tiefe Leiden Gottes Lieblinge verklärt. 2. Unter Leiden prägt der Mei⸗ ster In die Herzen, in die Gei— ster Sein allgeltend Bildniß ein. Wie er dieses Leibes Tö— pfer, Will er auch des künft'gen Schöpfer Auf dem Weg der Lei— den sein. 3. Leiden bringt empörte Glie— der Endlich zum Gehorsam wie— der, Macht sie Christo unter— lichkeit. Luk. 16, 22. Freylinghausen, geb. 1670 4 1739. (Röm. 8, 17. 2 Kor. 4, 16—-18) schäfte Sanft und still erneuern kann. 4. Leiden sammelt unsre Sin— ne, Daß die Seele nicht zer— rinne In den Bildern dieser Welt, Ist wie eine Engelwache, Die im innersten Gemache Des Gemüthes Ordnung hält. 5. Leiden stimmt des Herzens Saiten Für den Psalm der Ewigkeiten, Lehrt mit Sehn— sucht dorthin sehn, Wo die sel— gen Palmenträger Mit dem Chor der Harfenschläger Prei— send vor dem Throne stehn. 6. Leiden fördert unsre Schritte, Leiden weiht die Leibeshütte than, Daß er die gebrochnen Kräfte Zu dem Heiligungsge⸗ Zu dem Schlaf in kühler Gruft; Es gleicht einem frohen Boten seinen rsehn? 50 blei⸗ immels Leben, n, Der r mag n, doch sich auf anz zu⸗ d bleib Furcht d Gott f ihten Herr⸗ I. 16, N. 07 N.9. neuern E Sin⸗ ht zer⸗ dieser Wache/ e Des herzens m der Sehn⸗ die sel⸗ dem ⸗ Yrei⸗ n. critte, hůtle Grust; Boten XVIII. Crostlieder. 361 Jenes Frühlings, der die Todten Zum Empfang des Lebens ruft. 7. Leiden macht im Glauben gründlich, Macht gebeugt, barmherzig, kindlich: Leiden, wer ist deiner werth? Hier heißt man dich eine Bürde, Droben bist du eine Würde, Die nicht jedem widerfährt. 8. Brüder, solche Leidens⸗ gnade Wird in mannigfachem Grade Jesu Jüngern kund ge⸗ macht, Wenn sie mancher Schmerz durchwühlet, Wenn sie manchen Tod gefühlet, Nächte seufzend durchgewacht. 9. Wenn auch die gesunden Kräfte Zu des guten Herrn Ge⸗ schäfte Wurden willig sonst ge— weiht: O so ists für sie kein Scha— de, Daß sie ihres Führers Gnade 10. Im Gefühl der tiefsten Schmerzen Dringt das Herz zu seinem Herzen Immer liebender hinan; Und um eins nur fleht es sehnlich: Mache deinem Tod mich ähnlich, Daß ich mit dir leben kann! Phil. 3, 10. 11. Endlich mit der Seufzer Fülle Bricht der Geist durch jede Hülle, Und der Vorhang reißt entzwei. Wer ermisset dann hienieden, Welch ein Meer von Gottesfrieden Droben ihm bereitet sei! 12. Jesu, laß zu jenen Höhen Heller stets hinauf uns sehen, Bis die letzte Stunde schlägt, Da auch uns nach treuem Ringen Heim zu dir auf lichten Schwingen Eine Schar der Engel trägt. Läutert in der Prüfungszeit. Nach Harttmann, geb. 1743 4 1815. Mel. Nun ruhen alle Wälder.(Jes. 48, 17 ꝛc. Sir. 2, 6—9. Ps. 145, 8. 9.) 476. Was ists, daß ich mich quäle? Harr Gottes, meine Seele, Harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nützet; Gott weiß es, und Gott schützet, Er schützet den, der nach ihm fragt. was er mir beschieden, Das dient zu meinem Frieden, Wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, Ganz glücklich hier zu werden; Die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen Den Grund 2. Er zählte meine Tage, Mein zum Glück zu legen, Das ewig Glück und meine Plage, Eh ich wie mein Geist besteht. die Welt noch sah. Eh ich mich 5. Was dieses Glück vermehret, selbst noch kannte, Eh ich ihn Sei mir von dir gewähret; Gott, Vater nannte, War er mir schon du gewährst es gern! Was die⸗ mit Hilfe nah. ses Glück verletzet, Wenns alle 3. Die kleinste meiner Sorgen Welt auch schätzet, Das sei von Ist dem Gott nicht verborgen, mir, Herr, ewig fern! Der alles sieht und hält; Und 6. Sind auch der Krankheit XVIII. 362 Plagen, Der Mangel schwer zu tragen, Noch schwerer Haß und Spott, So harr ich und bin stille Zu Gott. Denn nicht mein Wille, Dein Wille nur ge— scheh, o Gott! Matth. 26, 39. Mel. Ach, was soll ich Sünder. 477. Fortgekämpft und fort⸗ gerungen, Bis zum Ziele durch— gedrungen Muß es, bange Seele, sein! Durch die tiefsten Dunkel— heiten Kann dich Jesus hinbe— gleiten; Muth spricht er den Schwachen ein. 2. Bei der Hand will er dich fassen; Scheinst du gleich von ihm verlassen, Glaube nur und zweifle nicht! Bete, kämpfe son— der Wanken! Bald wirst du voll Freude danken, Bald umgibt dich Trost und Licht. 3. Bald wird dir sein Antlitz scheinen; Hoffe, harre bei dem Weinen! Nie gereut ihn seine Wahl. Er will dich im Glau— ben üben; Gott, die Liebe, kann nur lieben; Wonne wird bald deine Qual. 4. Wend von aller Welt die Blicke, Schau nicht seitwärts, nicht zurücke, Nur auf Gott und Ewigkeit; Nur zu deinem Jesus wende Aug und Herz und Sinn und Hände, Bis er himm⸗ lisch dich erfreut! Mel. Was Gott thut.(1 Petri 4, 478. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Drum laß Trostlieder. 7. Du bist der Müden Stärke, Und aller deiner Werke Er—- barmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, Wenn du mich willst bewahren? Und du, mein Gott, bewahrest mich! Gellert, geb. 1715 4 1769. (Ps. 30, 10. 11 und 8. 43, 5.) 5. Aus des Jammers wilden Wogen Hat dich oft herausge— zogen Seiner Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte; Wo ist einer seiner Knechte, Der bei ihm nicht Ret— tung fand? 6. Schließ dich ein in deine Kammer, Geh undschütte deinen Jammer Aus in Gottes Vater⸗ herz! Kannst du gleich ihn nicht empfinden, Worte nicht, nicht Klage finden,— Klag ihm schweigend deinen Schmerz! 7. Kräftig ist dein tiefes Schweigen, Gott wird sich als Vater zeigen, Glaube nur, daß er dich hört! Glaub, daß Jesus dich vertreten, Glaube, daß, was er gebeten, Gott, sein Vater, ihm gewährt! 8. Drum so will ich nicht ver— zagen, Mich vor Gottes Antlitz wagen, Flehen, ringen fort und fort. Ja ich werd ihn überwin— den, Was ich bitte, werd ich finden; Er gelobts in seinem Wort. Lavater, geb. 1741 4 1801. 12 ꝛc. Ebr. 12, 1—5. Jak. 1, 12.) dichs nicht betrüben, Wenn Gott versucht mit Kreuz und Pein Die Kin lieber! De fre Shau, 2. Ein nict sei derd ha Mth 1 Biters sein, S hon Lit lichts? 9. Ei licht f feißig len T lhrt hirfs Sinn, ihmme fihmm 4. E 1⁷ läher stoh en X Höͤlle ist d Gott 2. Chri dem Stärke, fe Er⸗ zas kann üdumich du, mein 71⁵ 1 V9. wilden erausge⸗ ht treue ist seine T seinet icht Ret⸗ in deine te deinen 5 Vater⸗ ihn nicht bt, nicht ag ihm ierz tiefes Hird sich ube nur, ub, daß Glaube, Gott, ůtl icht ver⸗ 5 Antliß fort und berwin⸗ werd ich seinem 1 1 1001, 20 nn Golt Id Nein XVIII. Er Die Kinder, die ihn lieben; Je lieber Kind, Je ernster sind Des frommen Vaters Schläge. Schau, das sind Gottes Wege! 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Gott wills nicht an⸗ ders haben; Auch dieses Lebens Noth und Pein Sind deines Vaters Gaben. Solls denn so sein, So geh es ein: Es kommt von Liebeshänden, Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Das Kreuz lehrt fleißig beten, Zieht ab vom eit⸗ len Trug und Schein Und lehrt zu Jesu treten. Drum wirfs nicht hin Mit sprödem Sinn, Wanns nun zu dir ge— kommen; Es soll der Seele frommen! 363 o fllieder. nicht sein. Das muß uns im— mer wecken, Wir schliefen sonst in Sünden ein. Wie müßten wir erschrecken, Wann unbereit Die Ewigkeit Und der Posaune Schallen Uns würde über⸗ fallen! 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Es lehrt die Sünde hassen Und unsern lieben Gott allein Mit rechter Lieb umfassen. Die Welt vergeht, Und Gott besteht; Bedenks und laß dich üben, Das ew'ge Gut zu lieben! 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein. Was Gott schickt, will ich tragen; Schickts doch der liebste Vater mein, Sinds doch nur kurze Plagen, Und wohlgemeint! Wer gläubig weint, Lebt dort in stäten Freu⸗ 4. Ein Christ kann ohne Kreuz den; Ich will mit Christo leiden! Nerreter, geb. 1649 4 1726. Mel. Wer nur den lieben Gott.(Offenb. Joh. 3, 19.) 479.** größer Kreuz, je näher Himmel! Wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; Bei dem verlarv⸗ ten Weltgetümmel Vergißt man Hölle, Fluch und Tod: O selig ist der Mensch geschätzt, Den Gott in Kreuz und Trübsal setzt! 2. Je größer Kreuz, je bess're Christen! Gott prüft uns mit dem Probestein. Wie mancher Garten muß gleich Wüsten Ohn' einen Thränenregen sein! Das Gold wird auf dem Feuerherd, Ein Christ in mancher Noth be⸗ währt. Glaube! Die Palme wächset bei der Last; Die Süßigkeit fleußt aus der Traube, Wenn du sie wohl gekeltert hast; Im Kreuze wächset uns der Muth, Wie Perlen in gesalzner Flut. 4. Je größer Kreuz, je mehr Gebete! Geriebne Kräuter duf⸗ ten wohl; Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, So frag⸗ te man nicht nach dem Pol; Wo kämen Davids Psalmen her, Wenn er nicht auch versuchet wär2 5. Je größer Kreuz, je mehr 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Verlangen! Im Thale steiget man bergan; Wer durch die Wüsten oft gegangen, Der seh— net sich nach Kangan; Das Täublein findet hier nicht Ruh, So fleucht es nach der Arche zu. 6. Je größer Kreuz, je lieber Sterben! Man freut sich dann auf seinen Tod; Denn man ent⸗ gehet dem Verderben, Es stirbt auf einmal alle Noth. Das 364 XVIII. Crostlieder. Kreuze, das die Gräber ziert, Bezeugt, man habe triumphirt. 7. Gekreuzigter! Laß mir dein Kreuze Je länger und je lieber sein; Daß mich die Ungeduld nicht reize, So pflanz ein sol— ches Herz mir ein, Das Glaube, Lieb und Hoffnung hegt, Bis dort mein Kreuz die Krone trägt! Schmolk, geb. 1672 4 1737. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz.(Matth. 11, 26—30. Offenb. Joh. 7, 17.) 480. Gekreuzigter! Zu dei⸗ nen Füßen Hebt aus dem Stau⸗ be sich empor Mein Herz, wenn es von Gram zerrissen; Es sucht dein Herz, dein Aug und Ohr: Dein Herz, die Ruhe⸗ statt der Armen, Die niemand sonst erquicken kann, Dein Herz, das zärtlich, voll Erbarmen Den Leidenden ist zugethan. 2. Du, unser heil'ger Bluts⸗ verwandter, Der einst so heiß für uns geweint; O du, mit jeder Noth bekannter, Erfahrner Arzt und Seelenfreund: Eröffne du dein Herz dem Matten Als eine stille Felsenkluft, Wo Küh— lungen ihn sanft umschatten, Wenn oft ein Schmerz dem an⸗ dern ruft! 3. Wie sich aus deinen Todes— wunden Dein Blut zu meinem Heil ergießt, Das sei's in mei— nen bängsten Stunden, Was mir den Leidenskelch versüßt, Das gib als Balsam deinem Kranken, Den Frieden Gottes flöß ihm ein, Und wenn des Glaubens Grund will wanken, So müss' ihm das zur Stütze sein! 4. Dein Aug mit jenem Blick voll Gnaͤde, Das du dem Pet⸗ rus zugewandt, Daß er, ver⸗ irrt auf dunklem Pfade, Dich guten Hirten wiederfand, Dein Aug begegne meinem Sehnen, Das aufwärts seine Seufzer schickt; Denn milder fließen meine Thränen, Wenn du mich, Jesu, angeblickt. 5. O du, mein freundlichster Regierer, Seitdem ich wall im Pilgerland, Sei ferner noch mein treuer Führer Bis zu dem schönen Heimatland! Halt mir dein Ohr für alles offen, Was ich dir klag im Kämmer⸗ lein, Und laß mich stets voll Demuth hoffen, Daß es soll Ja und Amen sein! 6. Du sahest segnend auf die Deinen, Herr, einst vom blut'gen Kreuz herab; So sieh auch mich an und die Meinen In jeder Stunde bis zum Grab! Wie bird ul Smube, Hast be 1 II. lmmt lüc, Von di— Hann, 2 srauen . Nu Nur du st; N. ded Lei Ewigke 3. N Her, 2 denleer Juvers Gott 4. V. Hott kennt Mer, d ann e 5. N * äber ziert riumphitt. mir dein d je lieber Ungeduld z ein sol⸗ 18 Glaube, hegt, Bis rone trägt! 167² 1 17³⁷. oh. 7,.) (wanken, zur Stütz enem Blick dem Pel⸗ 6er, ver⸗ ade, Dich nd, Dein Sehnen, e Seufzer er fließen n du mich Aundlichste 0 wall im mer noch 318 zu dem Halli les ofen, Kämmer⸗ XVIII. wird uns sein, befreit vom Staube, Der oft den Geist mit Angst beschwert, Wann endlich Trostlieder. 365 Hoffnung, Lieb und Glaube Die kühnsten Bitten sieht erhört! Nach Dann, geb. 1758 4 1887. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen sein.(Pf. 30, 6. Ebr. 4, 15.) 481. Von dir, o Vater, nimmt mein Herz Glück, Un⸗ glück, Freuden oder Schmerz, Von dir, der nichts als lieben kann, Voll Dank und voll Ver⸗ trauen an. 2. Nur du, der du allweise bist, Nur du weißt, was mir heilsam ist; Nur du siehst, was mir je⸗ des Leid Für Heil bringt in der Ewigkeit. 3. Ist alles dunkel um mich her, Die Seele müd und freu⸗ denleer: Bist du doch meine Zuversicht, Bist in der Nacht, o Gott, mein Licht. 4. Verzage, Herz, verzage nie! Gott legt die Last auf, Gott 7. Dann hörtest du, o Herr, mein Flehn Und eiltest bald mir beizustehn; Du öffnetest mein Auge mir, Ich sah mein Glück und dankte dir. 8. Sagts alle, die Gott je ge⸗ prüft, Die ihr zu ihm um Hilfe rieft, Sagts, Fromme, ob er das Gebet Geduldig Leidender ver— schmäht. 9. Die Stunde kommt früh oder spät, Wo Freud und Dank aus Leid entsteht; Vielleicht daß, eh du ausgeweint, Dir Gott mit seiner Hilf erscheint. 10. Wenn niemand dich er⸗ quicken kann, So schaue deinen Heiland an; Schütt aus dein kennt sie; Er weiß den Kum⸗ mer, der dich quält, Und geben kann er, was dir fehlt. 5. Wie oft, Herr, zagt ich, und wie oft Half deine Hand mir unverhofft! Den Abend weint' ich, und darauf Gieng mir ein froher Morgen auf. 6. Oft sah ich keinen Ausgang mehr; Da weint' ich laut und klagte sehr:„Ach schaust du, Herz in seinen Schoß. Denn seine Huld und Macht ist groß! 11. Einst hat er auch, der Men⸗ schenfreund, Im Thränenthale hier geweint; Auf deine Thrä⸗ nen gibt er acht, Und dir zu helfen hat er Macht. 12. Und helfen will er, zweifle nicht! Hör, was der Treue dir verspricht: Nicht lassen will ich, Seele, dich; Sei guten Muths Gott, mein Elend nicht? Ver⸗und glaub an mich! birgst du gar dein Angesicht?“ Lavater, geb. 1741 4 1801. Eigene Mel.(Matth. 6, 25 ꝛc. Jes. 49, 15. 16.) 482. Warum betrübst du um das zeitlich Gut? Vertrau dich, mein Herz, Bekümmerst du deines Gottes Rath, Der dich und trägest Schmerz Nur alle Ding erschaffen hat! 366 XVIII. 2. Er kann und will dich las⸗ sen nicht, Er weiß gar wohl, was dir gebricht; Himmel und Erd ist sein,— Mein Vater und mein Herr und Gott, Der mir beisteht in aller Noth! 3. Weil du mein Gott und Vater bist, Dein Kind du nim— mermehr vergißst, Du väterli⸗ ches Herz! Ich bin ein armer Erdenkloß, Auf Erden aller Hilfe bloß. 4. Der Reiche bauet auf sein Gut; Ich will vertraun auf Gottes Hut. Ob mich die Welt veracht't, So glaub ich doch mit Zuversicht: Wer Gott vertraut, dem mangelts nicht. 5. Ach Gott, du bist so reich noch heut, Als je du warst von Ewigkeit, Mein Trauen steht zu dir; Sei du nur meiner Seele Hort, So hab ich Gnüge hier und dort. Mel. Die Tugend wird. 483. Du klagst und fühlest die Beschwerden Des Stands, in dem du mühsam lebst; Du strebest glücklicher zu werden, Trostlieder. 6. Zeitlicher Ehr ich gern ent— behr, Des Ewigen mich nur ge⸗ währ, Das du erworben hast Durch deinen herben, bittern Tod; Das bitt ich dich, mein Herr und Gott! 7. Alles, was ist auf dieser Welt, Es sei Gold, Silber oder Geld, Reichthum und zeitlich Gut, Das währt nur eine kleine Zeit, Und hilft doch nichts zur Seligkeit. 8. Ich danke dir, Herr Jesu Christ, Daß mir das kund ge— worden ist Durch dein wahr⸗ haftigs Wort; Verleih mir auch Beständigkeit Zu meiner Seelen Seligkeit! 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gebracht Für alles, wie du mich bedacht. In Demuth bitt ich dich: Laß mich von deinem An-— gesicht Ewig verstoßen werden nicht! Hans Sachs, geb. 1494 + 1576. (Sir. 11, 21. 3, 19 ꝛc.) und Genügsamkeit. Genieße, was dir Gott beschieden, Entbehre gern, was du nicht hast; Ein jeder Stand hat seinen Frieden, Und siehst, daß du vergebens strebst. Ja klage nur! Wer sollt es wehren? Doch denk im Kla⸗ gen auch zurück: Ist denn das Glück, das wir begehren, Für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter Dem Menschen die Zufriedenheit; Die wahre Ruhe der Gemüther Ist Tugend Ein jeder Stand hat seine Last. 3. Gott ist der Herr; und sei— nen Segen Vertheilt er stets mit weiser Hand, Nicht so, wie wirs zu wünschen pflegen, Doch so, wie ers uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erküh⸗ nen, Daß seine Liebe dich ver⸗ gißt? Er gibt uns mehr, als Kräfte Heitʒ Hescho 48 so seh rübt, Gut u ander nem hats: gern ent⸗ ich nur ge⸗ rben hast „ bittern ich, mein auf dieser dilber oder ud zeitlich nur eine och nichts Herr Jesu kund ge⸗ ein wahr⸗ leih mir u meiner eis sei dit ie du mich bitt ich inem An⸗ nwerden 1104 f 1576. niehe, was Entbehre ast; Ein Frieden, at seine XVIII. Er wir verdienen, Und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte In träger Unzufrieden⸗ heit; Besorge deines Stands Geschäfte Und nütze deine Le— Eigene Mel.(1 484. Nicht so traurig, nicht so sehr, Meine Seele, sei be— trübt, Daß dir Gott Glück, Gut und Ehr Nicht so viel wie andern gibt. Habe gnug an dei⸗ nem Gott: Hast du Gott, so hats nicht noth. 2. Du nicht und kein Men⸗ schenkind Haben Recht an diese Welt; Alle die auf Erden sind, Sind nur Gäst' im fremden Zelt; Gott ist Herr in seinem Haus: Wie er will, so theilt er aus. 3. Bist du doch nicht darum hier, Daß du Erde haben sollt; Schau den Himmel über dir! Da, da ist dein edles Gold, Da ist Ehre, da ist Freud, Freud ohn' End, Ehr ohne Neid. JI. Der ist albern, der sich kränkt Um die Hand voll Eitel⸗ keit, Wenn ihm Gott dagegen schenkt Schätze der Beständig⸗ keit. Bleibt das Wesen mein Gewinn, Fahr der Schatten immer hin. 5. Schaue alle Güter an, Die dein Herz für Güter hält: Kei⸗ nes mit dir gehen kann, Wann du gehest aus der Welt; Alles bleibet hinter dir, Wann du ostlieder. 367 benszeit! Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, Ein ewig Glück in Hoffnung sehn, Dies ist der Weg zu Ruh und Leben: Herr, lehre diesen Weg mich gehn! Gellert, geb. 1715 4 1769. Tim. 6, 6—8.) 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Christi Blut, Wird von keiner Zeit verzehrt, Ist und bleibet ewig gut. Er— dengut zerfällt und bricht, See— lengut verschwindet nicht. 7. Ach, wie bist du doch so blind Und im Denken unbedacht: Augen hast du, Menschenkind, Und hast doch noch nie betracht't Deiner Augen helles Glas; Siehe, welch ein Schatz ist das! 8. Zähle deine Finger her Und der andern Glieder Zahl: Keins ist, das dir unwerth wär, Ehrft und liebst sie allzumal; Keines gäbst du weg um Gold, Wenn man dirs abnehmen wollt. 9. Nun so gehe in den Grund Deines Herzens, das dich lehrt, Wie viel Gutes alle Stund Dir von oben sei beschert! Du hast mehr als Sand am Meer, Und willst doch noch immer mehr! 10. Gott ist deiner Liebe voll Und von ganzem Herzen treuz Wann du wünschest, prüft er wohl, Wie dein Wunsch be⸗ schaffen sei: Ist dirs gut, so geht ers ein, Ists dein Schade, trittst ins Grabes Thür. spricht er nein! 368 XVIII. C 11. Ei, so richte dich empor, Du betrübtes Angesicht! Laß das Seufzen, nimm hervor Deines Glaubens Freudenlicht; Das be⸗ halt, wann dich die Nacht Dei— nes Kummers traurig macht! 12. Setze als ein Himmels-— sohn Deinem Willen Maß und Ziel; Rühre stets vor Gottes Thron Deines Dankes Sai⸗ Mel. Wachet auf! ruft. 485. Jesus kommt, von al⸗ lem Bösen Uns, seine Christen, zu erlösen; Er kommt mit Macht und Herrlichkeit. Dann an sei— nem großen Tage Verwandelt sich der Frommen Klage In ewige Zufriedenheit. Sei fröh— lich, Volk des Herrn! Er kommt, er ist nicht fern, Dein Erretter; Dein Schmerz ist kaum Ein Morgentraum, Bald macht er ew'gen Freuden Raum. 2. Augenblicke dieser Leiden, Was seid ihr gegen jene Freu⸗ den Der unbegrenzten Ewig— keit? Seht die Kron am Ziele prangen, Und kämpft und ringt, sie zu erlangen, Wie ihr dazu berufen seid! Euch halt in eu— rem Lauf Kein Schmerz des Lebens auf, Uberwinder! Das Ziel ist nah, Bald seid ihr da; Dann singet ihr Hallelujah. 3. Der sich euch zum Volk er⸗ wählet, Der eure Thränen alle zählet, Stritt auch mit uner⸗ schöpftem Muth. Wie hat Je⸗ sus nicht gerungen, Wie tief rostlieder. tenspiel, Weil dir schon ge— geben ist Weit mehr, als du würdig bist. 13. Führe deinen Lebenslauf Allzeit Gottes eingedenk; Wie es kommt, nimm alles auf Als ein wohlbedacht Geschenk; Geht dirs widrig, laß es gehn: Gott und Himmel bleibt dir stehn! Gerhard, geb. 1606 4 1676. (2 Tim. 2, 11. 12. 4, 18.) war er von Angst durchdrungen, Wie seufzt' er laut, wie floß sein Blut! Doch sahn die Feinde nicht Auf seinem Angesicht Bange Schrecken. Er nahm den Lauf Zu Gott hinauf: Da giengen ihm die Himmel auf. 4. Wohl uns, wenn wir mit ihm leiden, Dann ernten wir davon auch Freuden Mit ihm, dem Überwinder, ein! Laßt uns kämpfen, laßt uns ringen, Mit unsrem Haupt hindurch— zudringen, Um da, wo er ist, einst zu sein! Die Hilfe schafft nur er; Sein großer Nam ist: „Herr, Unsre Stärke!“ Die ihm vertraun Und auf ihn baun, Die werden seine Hilfe schaun. 5. Ja du kommst, von allem Bösen Uns, deine Christen, zu erlösen; Deß sind wir froh und danken dir. Auch in noch so trüben Tagen Soll unser Herz doch nie verzagen, Auf deine Zukunft hoffen wir. Wir wissen, wer du bist; Wir traun chon ge⸗ „als du benslauf H; Wie auf Als E; Geht n: Gott stehn! 606 1T 1676. drungen, floß sein e Feinde Angesicht r nahm auf: Da el auf. wir mit nten wit Nit ihm, Laßt ringen, Induch⸗ 0 er ist f shaft it: Die auf ihn ine Hilfe on allem isten, 3u. in oh U unset Auf . Vir zir taun XVIII. dir, Jesu Christ, Und sind stille. Wenngleich die Welt Zu Trüm⸗ Trostlieder. 369 mern fällt: Dein Arm ists, der uns ewig hält. Münter, geb. 1735 4 1793. Mel. Nun ruhen alle.(Pred. 7, 15. Hiob 2, 16.) 486. den Des Lebens Glück empfun⸗ den Und Freuden ohne Zahl; So will ich denn gelassen Mich auch im Leiden fassen: Ist wohl ein Leben ohne Qual? biob 2., 5. 2. Ja, Herr, ich bin ein Sün⸗ der, Und stets strafst du gelin⸗ der, Als es der Mensch verdient. Sollt ich, beschwert mit Schul⸗ den, Kein zeitlich Weh erdul⸗ den, Das doch zu meinem Be⸗ sten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, Nicht meine Ruh, mein Leben Mehr lieben als den Herrn; Dir, Gott, will ich vertrauen, Und nicht auf Menschen bauen; Du hilfst und du errettest gern. Ich hab in guten Stun⸗ 4. Laß du mich Gnade finden Und alle meine Sünden Erken⸗ nen und bereun! Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; Sein Heil laß mein Geschäfte, Dein Wort mir Trost und Leben sein! 5. Wenn ich in Christo sterbe, Bin ich des Himmels Erbe: Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfa⸗ de Vertrau ich deiner Gnade; Du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer weh⸗ ren, Dich durch Geduld vereh— ren, Im Glauben zu dir flehn. Ich will den Tod bedenken; Du, Herr, wirst alles lenken, Und was mir gut ist, wird geschehn. Gellert, geb. 1715 4 1769. Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut.(1 Kor. 10, 13. Ebr. 12, 5 ꝛc.) 487. Ach treuer Gott, barmherzigs Herz, Deß Güte andre. sich nicht wendet, Ich weiß, die Höh; Und so geht eins ums 1 Sam. 2, 6. 3. Doch, liebster Vater, wie dies Kreuz und diesen Schmerz so schwer Ists der Vernunft zu Hast du mir zugesendet; Ich denken, Daß du, wann du auch weiß, Herr, daß du mir die Last Aus Liebe zugetheilet hast: Wie könntest du mich hassen? schlägest sehr, Nur wollest Gna⸗ de schenken! Wie macht doch Kreuz so lange Zeit! Wie un⸗ 2. Denn das ist allzeit dein gern will sich Lieb und Le id Gebrauch: Wer Kind ist, muß Zusammen lassen reimen! was leiden, Und wen du liebst, 4. Was ich nicht kann, das den stäupst du auch, Trauern vor den Freuden, Schickst gib du mir, O höchstes Gut der Frommen, Gib, daß mir Führst uns in Tiefen, thust uns nicht des Glaubens Zier Durch weh, Und führst uns wieder in Trübsal werd entnommen! Er— Gesangbuch für die evangelische Kirche. 24 370 XVIII. halte mich, o starker Hort, Befestege mich in deinem Wort, Behüte mich vor Mur⸗ ren! 5. Bin ich ja schwach, laß deine Treu Mir an die Seite treten; Hilf, daß ich unverdrossen sei Im Rufen, Seufzen, Beten! Solang ein Herz noch hofft und gläubt Und im Gebet bestän⸗ dig bleibt, Solang ists unbe⸗ zwungen. 6. Greif mich auch nicht zu heftig an, Damit ich nicht ver— gehe! Du weißt wohl, was ich tragen kann, Und wie es um mich stehe. Ich bin ja weder Trostlieder. was mein Herz dir klagt, Gar gern zu Herzen fassen. 8. Sprich meiner Seele herz⸗ lich zu Und tröste sie aufs be⸗ ste! Denn du bist ja der Müden Ruh, Der Schwachen Thurm und Feste, Ein Schatten vor der Sonnenglut, Die Hütte, da man sicher ruht Im Sturm und Ungewitter. Jes. 25, 4. 9. Ach laß mich schauen, wie so schön Und lieblich sei das Le— ben, Das denen, die durch Trübsal gehn, Du dermaleins wirst geben, Ein Leben, gegen welches hier Die ganze Welt mit ihrer Zier Durchaus nicht Stahl noch Stein, Und weht zu vergleichen! ein Lüftlein nur herein, So fall ich hin und sterbe. 7. Ach Jesu, der du worden bist Mein Heil mit deinem Blu— te, Du weißest wohl, was Trübsal ist, Und wie dem sei zu Muthe, Den Kreuz und großes Unglück plagt; Drum wirst du, Eigene Mel.(Ps. 77, 488. Gott, den ich als Liebe kenne, Der du Krankheit auf mich legst Und des Leidens Hitz erregst, Daß ich davon glüh und brenne: O verbrenne doch in mir Alles, was den Geist verhindert Und der Liebe Regung mindert, Die mich zie— hen soll zu dir! 2. In der Schwachheit sei du kräftig, In den Schmerzen schaffe Muth, Daß mein Herz 10. Daselbst wirst du in ew⸗ ger Lust Gar liebreich mit mir handeln, Mein Kreuz, das mir und dir bewußt, In Freud und Ehr verwaͤndelnz Da wird mein Trauern Sonnenschein, Mein Achzen lauter Jauchzen sein; Das glaub ich, hilf mir! Amen. Gerhard, geb. 1606 4 1676. 11. 2 Kor. 12, 9. 10.) 5 Leiden ruht, Ob das Leiden noch so heftig! So ist Leiden mein Gewinst, So ist es der Liebe Wille, Den verehr ich sanft und stille: Leiden ist mein Gottesdienst. 3. Gott, ich nehms aus dei— nen Händen Als ein Liebes⸗ zeichen an; Denn in solcher Lei⸗ densbahn Willst du meinen Geist vollenden. Auch die La— bung, die man mir Zu des Lei—⸗ „ gt, Gar ele herz⸗ aufs be⸗ xMüden Thurm tten vor e Hütte, n Sturm Ies. B, L. uen, wie i das Le⸗ ie durch rmaleins en, gegen nze Welt aus nicht u in ew⸗ mit mir „das mir treud und vird mein n, Mein zen sein; irl Amen. 1006 4 1576. das Leiden ist Leiden is es de verehr i6 if nen XVIIIèP. bes Nothdurft gibet, Kommt von dir, der mich geliebet; Alles kommt, mein Gott, von dir. 4. Laß nur nicht den Geist er⸗ müden Bei des Leibes Mattig-⸗ keit, Daß er sich zu aller Zeit Senk in dich und deinen Frie⸗ den! Laß in Ruh mit Freund⸗ lichkeit Mich gehorsam und be— scheiden So auf meinem Bette Mel. Valet will ich. 489. Kommt her und laßt uns hören Die Vögel durch den Wald, Wie sie den Schöpfer ehren, Daß Berg und Thal er⸗ schallt. Sie singen ohne Sor— gen, Sind freudig, denken nicht, Ob ihnen auch den Morgen Dies oder das gebricht. 2. Sie trachten nicht nach Schätzen Durch Sorge, Müh und Streit; Der Wald ist ihr Ergetzen, Die Federn sind ihr Kleid, Ihr Tisch ist stets ge⸗ decket; Sie sind gar wohlge— muth, Weil jedes, was ihm schmecket, Hat, so viel noth ihm thut. 3. Sie bauen kleine Neste, Nicht große Scheunen auf, Sind nirgends fremde Gäste Und kaufen guten Kauf; Ein jeder singt hinwieder, So gut er kann und mag, Dem Wirthe schöne Lieder Hindurch den ganzen Tag. 4. Der Mensch schlägt sich mit Grillen, Ist blinder als das Thier, Sieht nicht auf Gottes Willen Und sorget für und für. Trofllieder. leiden, Daß es meinen Geist erneut! 5. Dir empfehl ich nun mein Leben Und dem Kreuze meinen Leib; Gib, daß ich mit Freu⸗ den bleib An dich völlig über— geben! Denn so weiß ich festig⸗ lich, Ich mag leben oder sterben, Daß ich nicht mehr kann verder⸗ ben; Denn die Liebe reinigt mich. Richter, geb. 1676 4 1711. (Matth. 6, 26—32.) „Was,“ spricht er,„werd ich essen? Was trink ich Armer doch? Der Herr hat mein vergessen!“ O Mensch, Gott lebet noch! 5. Der diese Thierlein speiset Und durch die Winterzeit Ihr Körnlein ihnen weiset, Wann alles liegt beschneit, Wie sollte der nicht geben, Was dir von⸗ nöthen ist Zum Unterhalt im Leben? Trau ihm nur als ein Christ! 6. Kommt, die ihr Gott nicht trauet, Daß er euch kleiden kann, Geht hin aufs Feld und schauet Die schönen Liljen an: Von wem kommt ihr Geschmeide? Auch König Salomo, Mit Pur⸗ pur, Gold und Seide Ge⸗ schmückt, war doch nicht so. 7. Man siehet sie nicht spinnen, Doch sind sie so geschmückt, Daß aller Künstler Sinnen Hierüber wird entzückt. Der Herr, der solchermaßen Den Blumen Klei⸗ der gibt, Wird nicht in Blöße lassen Den Menschen, den er liebt. 372 XVIII. Er ostlieder. 8. Auf ihn will ich fest bauen, sorge nicht für morgen, Noch Ich weiß, er läßt mich nicht; was ich jetzt verzehrt, Und lasse Mein Fleiß darf ihm vertrauen den nur sorgen, Der alle Welt In allem, was gebricht. Ich ernährt. Buchholz, geb. 1607 4+ 1671. Mel. Freu dich sehr.(Ps. 126.) 490. Wann der Herr einst Kürze unsre Pilgerzeit, Führ die Gefangnen ledig macht, O dann schwinden Ihrer Bande uns, wenn wir treu gestrit⸗ ten, In des Friedens stille die vergangnen Leiden wie ein Hütten! Traum der Nacht. Dann wird unser Herz sich freun, Unser Mund voll Lachens sein; Jauchzend werden wir erheben Den, der Freiheit uns gegeben. 2. Herr, erhebe deine Rechte, Richt auf uns den Vaterblick; Rufe die zerstreuten Knechte In das Vaterhaus zurück! Ach der Pfad ist steil und weit; 3. Ernten werden wir mit Freuden, Was wir weinend ausgesät; Frucht der Leiden, Und des Sieges Palme weht. Jenseits reift die Unser Gott auf seinem Thron, Er, er selbst ist unser Lohn; Die ihm lebten, die ihm starben, Bringen jauchzend ihre Gar— ben. Mel. Christus, der ist mein Leben.(Offenb. Joh. 32, 20.) 491. Die Gnade sei mit allen, Die Gnade unsers Herrn, Des Herrn, dem wir hier wallen Und sehn sein Kommen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade Gelingt uns ja kein Tritt, Es geh denn seine Gnade Bis an das Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trau⸗ en, Man traut ihr ohne Reu; Und wenn uns je will grauen, So bleibts: der Herr ist treu. 4. Die Gnade, die den Alten Ihr Weh half uͤberstehn, Wird uns ja auch erhalten, Die wir in unsrem flehn. 5. Wird stets der Jammer größer, So glaubt und ruft man noch: Du, mächtiger Erlö— ser, Du kommst; so komme doch! 6. Damit wir nicht erliegen, Muß Gnade mit uns sein; Sie flößet zu dem Siegen Geduld und Glauben ein. 7. So scheint uns nichts ein Schade, Was man um Jesum mißt; Der Herr hat eine Gna⸗ de, Die über alles ist. 8. Bald ist es überwunden, Nur durch des Sohnes Blut, Das in den schwersten Stunden Die größten Thaten thut. 9. Herr, laß es dir gefallen, Noch immer rufen wir: Die Gnade sei mit allen, Die Gnade sei mit mir! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1760. Noch nd lasse le Welt N 1671. Führ gestrit⸗ 5 stile vir mit veinend eift die ind des Unser u, Er, 1; Die starben, re Gar⸗ er Erlö⸗ medoch! erliegen, in; Sie Geduld ichts ein m Nsum ne Gna⸗ wunden, In allgemeiner RNoth. In allgemeiner Noth. Eigene Mel.(2 Chron. 20, 492. Wenn wir in höchster Noth und Pein Und wissen nicht wo aus noch ein Und fin⸗ den weder Hilf noch Rath, Ob— gleich wir sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, Daß wir zusammen ins⸗ gemein Anrufen dich, o treuer Gott, Um Rettung aus der Angst und Noth. 3. Wir heben unser Aug und Herz Zu dir in wahrer Reu und Schmerz, Und bitten um Begnadigung Und aller Stra⸗ fen Linderung, 4. Die du verheißest gnädig⸗ lich Allen, die darum bitten dich —* Im Namen des Herrn Jesu 5—13. Ps. 91, 14—16.) Christ, Der unser Heil und Mittler ist. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, Und klagen dir all unsre Noth, Weil wir jetzt stehn verlassen gar In großer Trüb— sal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sün⸗ den groß, Sprich uns davon aus Gnaden los; Steh uns in unsrem Elend bei, Mach uns von allen Plagen frei! 7. Alsdann von Herzen wol⸗ len wir Mit hohen Freuden danken dir, Gehorsam sein nach deinem Wort, Dich allzeit prei⸗ sen hier und dort. Eber, geb. 1511 4 1569.(Nach dem Lateini⸗ schen des Joach. Camerarius.) Mel. Vater unser im Himmelreich.(Esra 8, 22.) 493. Nimm von uns, Herr, du treuer Gott, Die schwere Straf und große Noth, Die wir mit Sünden ohne Zahl Ver⸗ dienet haben allzumal; Schirm uns vor Krieg und theurer Zeit, Vor Seuchen, Feu'r und andrem Leid! 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht', Um Gnade bitten wir für Recht! Denn so du, Herr, den rechten Lohn Uns geben wollt'st nach unsfrem Thun, So müßte ja die Welt vergehn, Und könnt' kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein Mit Trost und Ret⸗ tung uns erschein; Beweis uns deine große Gnad Und straf uns nicht auf frischer That; Steh uns mit deiner Güte bei, Daß dein Gericht uns ferne sei. 4. Gedenk an deines Sohnes Tod Und seine bittre Kreuzes⸗ noth, Die sind ja für die ganze Welt Der übelthaten Lösegeld! Deß trösten wir uns allezeit Und hoffen auf Barmherzigkeit. 5. Leit uns mit deiner starken Hand, Und segne gnädig Stadt und Land; Gib uns allzeit dein 374⁴ heilig Wort, Den Argen schreck und treibe fort; Ein selig Stünd⸗ XIX. Besondere Nerhältnisse und Beiten. lein uns verleih, Auf daß zu dir die Heimfahrt sei! Moller, geb. 1547 4 1606. XILX. Besondere Verhältnisse und Zeiten. A. Hausstand. ETrauungslieder. Mel. Wie schön leucht't.(Mark. 10, 6—9. 494. Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ, Im Stande, da dein Segen ist, Im Stande heil'ger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab Und alles Gut so mild herab Aus deiner heil'gen Höhe, Wenn sich An dich Junge halten Gleich den Alten, Die im Orden Eines Standes einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn Und unverrückt zusammengehn Im Bunde rei⸗ ner Treue, Da blüht das Glück von Jahr zu Jahr, Da sieht man, wie der Engel Schar Im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, Kein Wurm Kann zerschlagen, Kann zernagen, Was Gott gibet Dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Seid guten Muths! Nicht Menschenhand Hat aufgerichtet solchen Stand, Es ist Gott, un⸗ ser Vater, Der hat uns je und je geliebt Und bleibt, wann Mel. Wie schönelÜ 495. Wo Gott ein Haus nicht selber baut, Wo Gott Ebr. 4, 16.) Sorge uns betrübt, Der beste Freund und Rather; Anfang, Ausgang Aller Sachen, Die zu machen Wir gedenken, Wird er wohl und weislich lenken. 4. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl Ein Stündlein, da man leidensvoll Die Thrä⸗ nen lässet fließen; Jedennoch, wer sich in Geduld Ergibt, deß Leid wird Gottes Huld In gro⸗ ßen Freuden schließen. Wage, Trage Nur ein wenig! Unser König Wird behende Machen, daß die Angst sich wende. 5. Wohl denn, mein König; nah herzu, Gib Rath im Kreuz, in Nöthen Ruh, In Angsten Trost und Freude! Deß sollst du haben Ruhm und Preis, Wir wollen singen besterweis Und danken alle beide, Bis wir Bei dir, Deinen Willen Zu er⸗ füllen, Deinen Namen Ewig loben werden. Amen. Gerhard, geb. 1606 4 1676. eucht't.(Ps. 127.) nicht Braut und Bräut'gam traut, Ist Rath und Werk ver— gebene Gang die B Lust d Ei Gott Sonst uing sonst Feind Vo chlie N b Renöh Ver grün seh st aß zu + 1606. ten. beste nfang, Die zu Bird er us, es ndlein, Thrä⸗ ennoch, bt, deß n gro⸗ Vage, Unser Nachen, König; Kreuz, ingsten solst Yreis, terweis zis wit 3u er⸗ Ewig 64 1670. ut gam + ver⸗ EEE A. Hausstand.(Trauungslieder.) gebens; Wo Gott des Hauses Gang regiert, Dem Bräutigam die Braut zuführt, Da quillet Lust des Lebens. Zählet, Wäh— let, Sorget, denket: Wenns Gott lenket, Wirds gelingen; Sonst wird niemand was er— zwingen. 2. Wenn Gott die Stadt nicht selbst bewacht, Da gibt um— sonst der Wächter acht, Und Feind und Flammen wüthen. Wo Gottes Hand nicht Ehen schließt, Wo er nicht wird ums Ja begrüßt, Gibts keine Frie⸗ densblüten. Schauet, Trauet: Wer Gott dienet, Der nur grünet; Die ihn fliehen, Müs⸗ sen sich zu Tode mühen. 3. Umsonst springst du vom 37⁵ Lager auf Und eilst vor Tag mit bangem Lauf, Brot, Klei— dung zu erjagen; Umsonst sitzst du bis Mitternacht Und denkst, es sei nicht gnug vollbracht, Und ißst und trinkst mit Zagen. Hülle, Fülle Edler Gaben Soll der haben, Der begnadet Jesum zu der Hochzeit ladet. 4. Wohl dem, der von dem Geist regiert, Mit Christo sei⸗ nen Ehstand führt Und Gottes Reich erbauet! Wohl dem, der fromme Kinder hat, Die er zum Heil der Vaterstadt Im Geiste wachsen schauet! Jesu, Jesu, Laß geschehn, Was wir flehen: Laß es Ehen, Die dein Werr sind, wohlergehen! Lehmus, geb. 1707 4 1788. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade.(Sprüche 16, 3. Eph. 5, 9. 10.) 496. Gottes Führung for⸗ dert Stille; Wo der Fuß noch selber rauscht, Wird des ew'gen Vaters Wille Mit der eignen Wahl vertauscht. 2. Wer da leben will, der sterbe; Wer nicht stirbt, der lebet nicht. Ehe denn das Fleisch ver⸗ derbe, Scheinet uns kein wah⸗ res Licht. 3. Zeitlich, ewig— geistlich, leiblich Bietet manchmal sich die Hand; Aber wie so unbeschreib— lich Wird es eins im Eheband! 4. Darum ist es unumgänglich, Jesus führ uns erst hinein, Will man hoffen, überschwenglich Darin unterstützt zu sein. 5. Höchstes Vorbild alles Le— bens, Welches heilig ist und rein, Dein Verdienst laß nicht vergebens Auch an unsrem Le⸗ ben sein. 6. Was wir bisher auch ver⸗ sehen, Decke zu mit deinem Blut, Das für aller Welt Vergehen Gnug und überschwenglich thut! 7. Laß uns aber also handeln In des Lebens künft'ger Frist, Daß wir in dem Lichte wandeln, Herr, wie du im Lichte bist! 8. Unsern Stand laß mit dem Glanze Deiner Kraft umgeben sein, Und ein jedes Kind zur Pflanze Der Gerechtigkeit ge— deihn. 376 XIX. Zesondere Verhältnisse und Beiten. 9. Stärk uns in des Lebens Leiden, Leit uns auf der Todes⸗ bahn! Derer Scheiden ist kein Scheiden, Die sich, Herr, in dir umfahn. Nik. Ludw. Graf von Zinzendorf, geb. 1700 + 1760. V. 9 Zusatz. Mel. Wie schön leucht't.(Eph. 4, 1—-83.) 497. Von dir, du Gott der Einigkeit, Ward einst der Ehe Bund geweiht: O weih auch sie zum Segen, Die hier vor deinem Angesicht Bereit stehn, dir den Schwur der Pflicht Und Eintracht abzulegen! Laß sie, Vater, Dir ergeben Einig leben, Treu sich lieben, Treu die Pflicht der Christen üben! 2. Gott, der du sie verbunden hast, Mach ihnen leicht des Le— bens Last; Gib, daß kein Gu⸗ tes fehle! Den Ehbund laß sie nie entweihn, Keusch laß sie, Mel. Herr Jesu Christ, dich 498. Wohl einem Haus, wo Jesus Christ Allein das All in Allem ist! Ja wenn er nicht darinnen wär, Wie finster wärs, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn der Mann, das Weib, das Kind Im rechten Glauben einig sind, Zu dienen ihrem Herrn und Gott Nach seinem Willen und Gebot! 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt Ein Vorbild vor die Augen stellt, Daß ohne Gottesdienst im Geist Das äußre Werk nichts ist und heißt! 4. Wohl, wenn das Räuch⸗ werk im Gebet Beständig in die Höhe geht, Und man nichts friedsam, zärtlich sein, Ein Herz und eine Seele! Immer Laß sie Dir ergeben Einig le⸗ ben, Einig handeln, Fromm und heilig vor dir wandeln. 3. O segne sie, der gern be⸗ glückt Und Segen uns von oben schickt, Auf allen ihren Wegen! Laß ihr Geschlecht sich deiner freun; Gib selbst zu ihrem Fleiß Gedeihn, Und ihr Beruf sei Segen! Laß sie, Vater, Dir ergeben Glücklich leben, Freu⸗ dig sterben: So sind sie des Himmels Erben! Eschenburg, geb. 1743 4 1820. zu uns wend.(Jos. 24, 15.) treibet fort und fort Als Got⸗ tes Werk und Gottes Wort! 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand Mit fleißiger, getreuer Hand Ein jegliches nach seiner Art Den Geist der Eintracht offenbart! 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind, Und wenn sie Kind und Kindeskind Versäu⸗ men nicht am ew'gen Glück! Dann bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus! Denn es gedeiht: Die Eltern werden hocherfreut, Und ihren Kindern sieht mans an, Wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stun diese Herr, in ff, geb. 100 u, Ein Immer Einig le⸗ Fromm deln. gern be⸗ von oben Vegen! ch deiner zu ihrem ihr Beruf ater, Dir n, Freu⸗ dsie des 1748 1 1620. Als Got⸗ Wort! ußerlichen getreuer ach seiner Eintracht ie Eltern wenn sie Versäu⸗ n Glück! s zurück 61 Denn n werden Kindern Gott die loser A. Hausstand. Stund Samt meinem Hause diesen Bund: Wich' alles Volk Mel. Sollt es gleich.(Pf. 1 499. Wo der Herr das Haus nicht bauet, Wo mans ihm nicht anvertrauet, Wo man selbst sich helfen will, Steht das Werk bei Zeiten still. 2. Wenn der Herr die Stadt nicht hütet, Wo der Feind bald schleicht bald wüthet, Wird sie trotz der Wächter Fleiß Flam⸗ men oder Mördern preis. 3. Alles Schaffen und Bestre⸗ ben, Alles Sorgen, Rennen, Beben Thut es nicht, wenns Gott nicht thut, Gott und seine treue Hut. 4. Eilet früh aus eurem Bette, Ringt und wirket um die Wette, Sitzt kalt, hungrig, ausgewacht Bis zur späten Mitternacht: 5. Euer Rechnen, Sorgen, (Trauungslieder.) 377 auch von ihm fern,— Ich und mein Haus stehn bei dem Herrn! Pfeil, geb. 1712 4 1784 27, 1. 2. Sprüche 10, 22.) 6. Zieht Gott im Gebet zu Rathe, Mühet euch um Gottes Gnade, Lebt und liebt in ihn euch ein, Dann wird euer Werk gedeihn! 7. Schlafend gibt ers seinen Freunden, Gibt noch Größres, als sie meinten, Daß sie stau⸗ nen, wenn sie sehn So viel Vorrath um sich stehn. 8. Segnend tritt auf ihre Bitte Gott, der Herr, in ihre Mitte; Viel Gebete— reiches Brot, Starker Muth, wenn Übel droht. 9. Sorgt nicht für den andern Morgen; Lernt für eure Seele sorgen, Trachtet nach der Ewig⸗ keit: Gott ist nahe jederzeit! 10. Scheints, daß wenig Trost Ringen Wird euch doch kein vorhanden: Nein, ihr werdet Glück erzwingen! Wer sich selber nicht zu Schanden! Nur der Hilfe schafft, Der verschmähet Sünder Haus zerfällt, Fromme Gottes Kraft. bleiben Herrn der Welt! Lehmus, geb. 1707 4 1788. Eigene Mel.; oder: So führst du doch.(Joh. 2, 2 ꝛc. 1 Mos. 18, 19. Luk. 10, 9.) 500. D selig Haus, wo man dich aufgenommen, Du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Christ; Wo unter allen Gästen, die da kommen, Du der gefeiertste und liebste bist; Wo aller Her⸗ zen dir entgegenschlagen, Und aller Augen freudig auf dich sehnz Wo aller Lippen dein Ge⸗ bot erfragen, Und alle deines Winks gewärtig stehn! 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, In deiner Liebe eines Geistes sind, Als beide eines Heils gewürdigt, keiner Im Glaubensgrunde an⸗ ders ist gesinnt; Wo beide un⸗ zertrennbar an dir hangen In Lieb und Leid, Gemach und Un⸗ gemach, Und nur bei dir zu bleiben stets verlangen An je— dem guten wie am bösen Tag! 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen Mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, Du Freund der Kinder, der sie als die Seinen Mit mehr als Mut⸗ terliebe hegt und pflegt; Wo sie zu deinen Füßen gern sich sam⸗ meln Und horchen deiner süßen Rede zu, Und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, Sich deiner freun, du lieber Hei— land, du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen, Und wissend, wessen Augen auf sie sehn, Bei allem Werk in einem 378 XIX. Besondere Verhältnisse und Beiten. Eifer brennen: Daß es nach deinem Willen mag geschehn; Als deine Diener, deine Haus⸗ genossen, In Demuth willig, und in Liebe frei, Das Ihre schaffen, froh und unverdrossen, In kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude theilest, Wo man bei keiner Freude dein vergißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest Und aller Arzt und aller Tröster bist, Bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, Und bis sie endlich alle ziehen aus Dahin, woher der Vater dich gesendet, Ins große, freie, schö— ne Vaterhaus! Spitta, geb. 1801 4 1859. Mel. Zeuch ein zu meinen Thoren.(Kol. 3, 14.) 50ʃ1. Gott, du bist selbst die Liebe, Wer liebet ohne dich Und folgt nicht deinem Triebe, Der ladet Fluch auf sich. Du mußt der Anfang sein Und auch das Ende machen Bei allen meinen Sachen Durch deinen Gnaden— schein. 2. Wir opfern unsre Herzen Vor deinem Throne hier. Zünd an der Liebe Kerzen, Verbind uns erst mit dir, Und gib uns deinen Geist, Der unsern Sinn regiere, Zum rechten Zweck uns führe, Der wahre Liebe heißt! 3. Du bist ein reines Wesen, Mach unsre Herzen rein; Was uns wird vorgelesen, Drück in die Seelen ein; Versiegle un— sern Eid; Was wir vor dir ver⸗ sprechen, Das laß uns nimmer brechen Bis Grab und Tod uns scheid't! 4. Der Himmel träufle Segen Auf unsern Ehestand; Führ uns auf allen Wegen Durch deine Vaterhand; Stört uns der See— lenfeind, So treib ihn in die Wüste; Hilf, daß uns nicht ge⸗ lüste, Was dir zuwider scheint! 5. Gib uns vergnügte Herzen In Lieb und auch im Leid, Ver— süße du die Schmerzen, Des Kreuzes Bitterkeit! Schenkst du uns Thränen ein Und schlägst uns eine Wunde, So kommt doch wohl ser wird 0. Laß Des Fr Vann m Mel. 502. ir sind ganze Le Reib zu Herr im nen Seg wir dir Kleine gemeine Vort sort unt Seelen; Sonnen len lich sehlen! Rlind Sele Ran Dine nach hehn; Haus⸗ illiz Ire ossen, große u die n bei I O unden aller einst Und naus dich sch⸗ + 1559. e un⸗ ir ver⸗ immer od uns Segen r uns deine Sec⸗ in die ct ge⸗ heint! Herzen Ver⸗ Des Ulst du A. Hausstand. doch wohl die Stunde, Da Was— ser wird zu Wein. 6. Laß uns im Frieden leben, Des Friedens Kinder sein; Wann wir die Hand drauf ge⸗ Joh. 2, 1 ꝛc. Mel. Wie schön leucht't.(Jos. 24, 15. 502. Ich und mein Haus, wir sind bereit, Dir, Herr, die ganze Lebenszeit Mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein; Gib dei⸗ nen Segen nur darein, Daß wir dir willig dienen. Eine Kleine Fromme, reine Haus⸗ gemeine Mach aus allen! Dir nur soll sie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort Dein guter Geist stets fort und fort An unser aller Seelen; Es leucht uns wie das Sonnenlicht, Damit's am rech⸗ ten Lichte nicht Im Hause möge fehlen! Reiche Gleiche Seelen— speise, Auch zur Reise Durch dies Leben Uns, die wir uns dir ergeben! 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus Und alle, die drin wohnen, aus, Im Glauben uns verbinde; Laß uns in Liebe allezeit Zum Dulden, Tragen sein bereit, Demüthig, sanft, gelinde! Liebe Ube Jede Seele; Keinem fehle, Dran man kennet Den, der sich den Deinen nennet. Joh. 13, 34 ꝛc. (Trauungslieder.) 379 ben, So schlage du mit ein! Dein Amen sei das Wort, Das Siegel unsrer Liebe; Wir fol⸗ gen deinem Triebe, Hier ist der Segensort! Schmolk, geb. 1672 4 1737. Apostelgesch. 16, 31. Kol. 3, 18 ꝛc.) 4. Laß unser Haus gegründet sein Auf deine Gnade ganz allein Und deine große Güte; Auch laß uns in der Nächte Graun Auf deine treue Hilfe schaun Mit kindlichem Gemü⸗ the; Selig, Fröhlich, Selbst mit Schmerzen In dem Herzen Dir uns lassen, Und dann in Geduld uns fassen! 5. Gibst du uns ird'sches Glück ins Haus, So schließ den Stolz, die Weltlust aus, Des Reich— thums böse Gäste! Denn wenn das Herz an Demuth leer, Und voll von eitler Weltlust wär, So fehlte uns das Beste: Jene Schöne, Tiefe, stille Gnaden⸗ fülle, Die mit Schätzen Einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir aller⸗ meist, Daß in dem Haus kein andrer Geist Als nur dein Geist regiere, Daß er, der alles wohl bestellt Und gute Zucht und Ordnung hält, Uns alles lieblich ziere. Sende, Spende Ihn uns allen, Bis wir wal⸗ len Heim, und droben Dich in deinem Hause loben! Spitta, geb. 1801 4 1859. 38⁰ XIX. Besondere Verhältnisse und Beiten. Für Eltern. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns.(Luk. 18, 15—17.) 503. Ihr Eltern, hört, was Christus spricht:„Den Kind— lein sollt ihr wehren nicht, Daß sie sich meinen Armen nahn; Denn ich will segnend sie em⸗ pfahn!“ 2. Auch ihrer ist das Himmel— reich, Und was ist dem auf Er⸗ den gleich? Mit aller Weltlust, Pracht und Ehr Hat's bald ein End und ist nicht mehr. 3. Das Himmelreich sich nie verliert, Darein uns Jesus Christus führt Durch seine Lehr, dies ew'ge Wort, Das uns macht selig hier und dort. Mel. Werde munter.(Pf. 504. Sorge, Herr, für uns⸗ re Kinder, Sorge für ihr wah⸗ res Heil! Sind sie gleich vor dir nur Sünder, Haben sie an dir doch theil: Sie sind in der Taufe schon Dir geweiht und deinem Sohn; Darum leite dei⸗ ne Gnade Sie auf ihrem Le⸗ benspfade. 2. Der du sie bisher erhalten Bei so manchem Unglücksfall, Wollest über ihnen walten Im⸗ merdar und überall; Bricht Ge⸗ fahr für sie herein, Wollst du ihr Beschützer sein; Wenn in Noth sie zu dir flehen, Laß sie deine Hilfe sehen! 3. Dringt auf sie von allen Seiten Der Verführer Schar Kampf und Leide 4. Gehorchet ihm und bringt sie her, Daß man von Jugend auf sie lehr In Kirchen und in Schulen wohl, Wie man Gott gläubig ehren soll! 5. Habt ihr sie lieb mit treuem Sinn, So führet sie zu Jesu hin! Wer dies nicht thut, ist ihnen feind, Wie groß auch seine Liebe scheint. 6. Was hilft den Kindern gro⸗ ßes Geld, Wenn nicht ihr Herz ist gut bestellt? Wer sie zu Gott recht führen läßt, Der thut für sie das Allerbest'. Nach Helmbold, geb. 1532 4 1598. 115, 14. Sprüche 14, 26.) heran, Laß doch ihren Fuß nicht gleiten, Halte sie auf rech— ter Bahn! Regt in ihrer eignen Brust Sich mit Macht die böse Lust, Gib dann, daß sie mu⸗ thig kämpfen Und den Reiz der Sünde dämpfen! 4. Herr, erhalte deinem Reiche Unsre Kinder stets getreu! O daß keines von dir weiche Und dereinst verloren sei! Weck in ihnen frommen Sinn, Lenk ihr Streben darauf hin, Dir sich gänzlich zu ergeben Und zur Ehre dir zu leben! 5. Schenke mir die Himmels⸗ freude, Daß ich einst am jüng⸗ sten Tag, Nach so manchem Mit Froh⸗ holen sy Vfter, si all mit! Mer 505. Kinderzu Nutz und Mund d ertöne fů 2. Laß Den Elt Und me Den Eig 3. Scht heit Lich terricht, aus dei erhalte I. Be Rach biß, X naht 5 Mseth 5. Ni magt ner Me lassen sich vn 506 lin b Merhi Hidter bewir nich Mm bringt ugend und in u Gott treuem u Jiu ut, ist h seine en gro⸗ Herz sie zu er thut 21 1⁵08, uFuß uf rech⸗ eignen ie böse sie m⸗ 1 Reiz A. Hausstand. (Cür Kinder.) 381 locken sprechen mag:„Liebster verloren, Alle für dein Reich Vater, siehe hier Meine Kinder all mit mir! Ihrer keines ist Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. 505. Hiff, Gott, daß unsre Kinderzucht Geschehe stets mit Nutz und Frucht, Und aus dem Mund der Kinder dir Ein Lob ertöne für und für! 2. Laß unsre Kinder insgemein Den Eltern stets gehorsam sein, Und meiden allen Lügenhang, Den Eigensinn und Müßiggang! 3. Schenk ihnen deiner Wahr⸗ heit Licht Und segne ihren Un⸗ terricht, Damit durchs Wort aus deinem Mund Ihr Glaub erhalte festen Grund! 4. Behüte sie vor Argerniß; Mach sie des rechten Wegs ge⸗ wiß, Wo ihnen ein Verführer naht Mit gift'gem Reiz zur Missethat. 5. Nimm ihre Seelen, Herr, in acht, Beschirme sie mit dei— ner Macht, Damit sie dich ver⸗ lassen nie; Dein Engel lagre erkoren!“ Jes. 8, 18. Nach Schlosser, geb. 1702 4 1754. (Matth. 21, 15. 16. Eph. 6, 4.) 6. O Geist der Gnad und des Gebets, Gieß dich in ihre Her— zen stets; Furcht Gottes gib in ihren Sinn, Die aller Weisheit Anbeginn! 7. Erleuchte sie mit deinem Schein; Laß sie zum Lernen wil⸗ lig sein, An Gnad und Weis⸗ heit immerdar Zunehmen lieb⸗ lich Jahr für Jahr! 8. Regiere sie ohn Unterlaß, Damit sie zum vollkommnen Maß Des Lebens Christi wach⸗ sen fort Und Früchte bringen durch sein Wort! 9. Vollende sie in dieser Zeit Zum Erbtheil in der Ewigkeit! Den Kindern, Heiland, sprichst ja du So liebevoll den Himmel zu. 10. Und schließt sich einst ihr Erdenlauf, So nimm sie selig zu dir auf, Damit samt ihnen wir zugleich Dich preisen dort sich um sie! Fur H in deinem Reich! Vielleicht von Denike, geb. 1608 4 1680. in der. Eigene Mel.(Jes. 40, 11. Joh. 10, 14.) 506. Weil ich Jesu Schäf⸗ lein bin, Freu ich mich nur im⸗ merhin Über meinen guten Hirten, Der mich wohl weiß zu bewirthen, Der mich liebet, der mich kennt Und bei meinem Namen nennt. 2. Unter seinem sanften Stab Geh ich aus und ein, und hab Unaussprechlich süße Weide, Daß ich keinen Mangel leide; Und so oft ich durstig bin, Führt er mich zum Brunnquell hin. 3. Sollt ich denn nicht fröhlich 382 XIX. Zesondere Verhältnisse und Zeiten. sein, Nun ich sein bin und er heimgetragen In des Hirten mein? Denn nach diesen schö⸗-Arm und Schoß. Amen, ja nen Tagen Werd ich endlichsmein Glück ist groß! Luise Henriette von Hayn, geb. 1724 + 1782. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend.(Luk. 2, 51. 52.) 507. Nun hilf uns, o Herr Jesu Christ, Der du einst hier gewesen bist Ein freundliches und frommes Kind, Ohn' alle Schuld, ohn' alle Sünd! 2. Wir Kinder bitten eines nur, Versags nicht, Herr, der Kreatur: Hilf uns in deinem Willen ruhn, Lehr uns nach deinem Vorbild thun! 3. Gib deinen Geist in unsre Brust, Hilf lernen uns mit Kindeslust, Damit wir legen rechten Grund Und ewig stehn in deinem Bund! Böhmische Brüder. Mel. Auf, Christenmensch.(Mark. 10, 13—16.) 508. Heil uns! Des Va⸗ ters Ebenbild, Der nun im Himmel thronet, Hat hier auf Erden hehr und mild Gewan— delt und gewohnet, Und seine Huld und Herrlichkeit Umhüllt ein schlichtes Pilgerkleid. 2. Er kam hernieder wunder— bar, Die Menschen zu erlösen, Und wunderschön und freundlich war Sein Wort, sein Blick und Wesen. Ein stiller Glanz, ein himmlisch Licht Umfloß sein hol— des Angesicht. 3. Er gieng im Land umher, sein Herz Voll Liebe und Er— barmen, Er theilte freundlich jeden Schmerz Und tröstete die Armen; Und was am lieblich— sten erscheint: Er war der Kind— lein Schirm und Freund. 4. Ihm gieng, den Säugling in dem Arm, Die Mutterlieb entgegen, Frohlockend hüpft' ein bunter Schwarm Von Kind⸗ lein an den Wegen, Und Jesus sah in stiller Ruh Dem fröhli— chen Gewimmel zu. 5. Da rief ein Jünger:„Laßt sie fern!“ Die Mütter sahn be⸗ klommen. Er aber sprach:„Ich seh sie gern, O laßt sie zu mir kommen; Und seid auch ihr den Kindlein gleich, Denn ihrer ist das Himmelreich!“ 6. Und sieh, die Kindlein dräng⸗ ten dann Sich um ihn voll Ver⸗ langen, Und Jesus nahm sie freundlich an Mit liebendem Umfangen, Hob sie empor auf Arm und Knie Und segnete und herzte sie. 7. O hätt' auch ich damals ge⸗ lebt, Als er auf Erden wallte, Auch meine Thräne ihm gebebt, Wenn Preis und Dank ihm schallte, Getrost hätt' ihn auch ich begrüßt Und seine Segens⸗ hand geküßt! 8. Doch schauet er nicht unge— sehn V. der? M melshöl Mel 509. Anfang Grund, Vas i hut, K zu gut. 2.Hö Gott Gebot, weg EUl sam we wohl gRewe Gew 2 heit x lann Mel Rset Hirten N, ja 7 N.N. nach unsre 8 mit legen g stehn e Brüder. „Jesus fröͤhli t hn be⸗ 50 zu mir ihr den heer i dräng⸗ I Ver⸗ hm sie bendem or auf segnete lals g⸗ wallte gebeb i ihn n auch egens⸗ unge⸗ A. Hausstand. sehn Voll Huld auf uns hernie⸗ der? Und einst von jenen Him⸗ melshöhn Erscheint er herrlich Für Rinder.) 383 wieder; Und sind wir dann den Kindlein gleich, Führt er uns in sein himmlisch Reich. Krummacher, geb. 1767 4 1845. Mel. Vom Himmel hoch.(2 Mos. 20, 12. Sir. 3, 11. Sprüche 30, 17.) 509. Ihr Kinder/ lernt von Anfang gern Der Weisheit Grund, die Furcht des Herrn! Was ihr bei Zeiten lernt und thut, Kommt jetzt und ewig euch zu gut. 2. Hört die Verheißung, welche Gott Als Vater legt auf sein Gebot, Wenn er den Himmels-⸗ weg euch weist Und euch gehor⸗ sam werden heißt: 3.„Ehr deine Eltern spät und früh, Dank ihnen ihre Lieb und Müh; Dann wirds dir wohl auf Erden gehn, Dann wirst du Gottes Himmel sehn!“ 4. So war auf seiner Erden⸗ bahn Den Eltern Jesus unter⸗ than; Er, dessen Stuhl die Himmel sind, War einst gehor⸗ sam als ein Kind. 5. Des Vaters Segen baut gehn ein und aus; Der Fluch der Mutter reißt es ein, Denn Gott will selbst der Rächer sein. 6. Ein Kind, das seinen Vater schmäht Und trotzig von der Mutter geht, Wird gleich dem Baume früh entlaubt Und ruft sich Noth und Tod aufs Haupt. 7. Doch, o wie süß, wenn Va⸗ termund Und Mutterfreude ge— ben kund:„Die liebste Blume, die ich find, Ist unser treues, frommes Kind!“ 8. Den Vater lieb von Her— zensgrund, Und ehre ihn mit That und Mund; Vergiß nicht, wie du lange Frist Der Mutter sauer worden bist! 9. Gott, sende deinen Segens— strahl Eltern und Kindern all— zumal; Halt sie verbunden in der Zeit, Verbunden in der ein Haus, Wo Kinder froh Mel. Wie selig bin ich.(1 510. Daß ich in deiner Christenheit, Mein Gott, geboren bin, Dir durch die Taufe bin geweiht, Wie sehr ist mirs Gewinn! 2. Nun ward ich in der Kind⸗ heit schon Mit dir und dem be⸗ kannt, Den du von deiner Him⸗ mel Thron Zum Heil der Welt gesandt. Ewigkeit! anapp, geb. 1708 f 1664. Joh. 4, 19. 1 Kor. 6, 20.) 3. Ich lernte früh bereits ver⸗ stehn, Was dein allweiser Rath Auch mir zum ew'gen Wohler— gehn Voll Huld geordnet hat. 4. Erleuchtet durch dein hei— lig Wort Seh ich die sichre Bahn, Darauf wir uns so hier als dort Dem wahren Leben nahn. 5. Ich kenne diese Welt noch 384 XIX. Besondere Verh nicht, Die Sünde drohet mir, Du aber ziehst mich durch dein Licht Zur Wahrheit und zu dir. 6. Wie dank ich dir, Alllie⸗ bender, Für diese Vatertreu! Gib, daß dir immer inniger Mein Herz ergeben sei! 7. Auch ich bin dir zum Ei⸗ genthum Durch deinen Sohn ältnisse und Beiten. erkauft, Auch ich bin dir zum Dienst und Ruhm Auf sein Ge⸗ bot getauft. 8. Dir will ich denn— o stärke mich!— Mein ganzes Leben weihn; So freut mein Herz sich inniglich Des Glücks, ein Christ zu sein. Koppe, geb. 1751 4 1791. Mel. Sollt es gleich.(2 Tim. 2, 22.) 511. Laß, o Jesu, meine Jugend Nur der Weisheit und der Tugend, Und mein Leben ganz allein Deinem Dienst er⸗ geben sein. 2. Du wollst deinen Geist mir geben, Der mich fromm Wn heilig leben Und zum Vater beten lehrt, Wenn er meinen Glauben mehrt. 3. Da kann ich auch mit Ge— beten Gern vor dich, o Jesu, treten, Gerne dir gehorsam sein, Gerne lieben dich allein. 4. Gern will ich auch fleißig lernen, Gern mich überall ent⸗ fernen, Wo zu einem bösen Spiel Leichtsinn mich verführen will. 5. Soll ich einst auch etwas leiden, Einst aus diesem Leben scheiden, Jesu, so gedenke mein, Und nimm in dein Reich mich ein! Pfeffel, geb. 1736 4 1809. Mel. Wie selig bin ich.(Ps. 119, 9.) 512. Du kanntest schon und liebtest mich, Eh deine Hand mich schuf; Zu kennen und zu lieben dich Ist, Vater, mein Beruf. 2. Dein sei der Jugend Blüte, dein Die ganze Lebenszeit; Und mein sei deine Gnade, mein Noch in der Ewigkeit. 3. Mit Weisheit, ach ich bitte dich, Erfülle den Verstand; Und naht mir ein Verführer sich, So beut mir deine Hand! 4. Der Jugendlüste Eitelkeit Laß ferne von mir sein, Der Schmerz. Tugend und der Sittsamkeit Und deiner Furcht mich weihn! 5. Ist mir von deiner Gütig⸗ keit Ein Vorzug, Gott, ver⸗— liehn, So laß mich Selbstgefäl⸗ ligkeit Als eine Thorheit fliehn! 6. Will meiner Jahre wallend Blut Mich eiligst hintergehn, So gib mir Weisheit, gib mir Muth, O Gott, zu widerstehn! 7. Die Lust, die unsern Sinn entzückt, Beflecket oft das Herz, Und Sünde, die das Herz be— rückt, Wirkt Reue, Schand und 8. N satz, n Kraft; Gerich schafft. 9. 3 und Fl scheun zum Y lich se 10.2 rer mi 513 kehrtef Herrn hörtef terng Wille füllen und f mit di 5¹⁰ helfer die9 geht auch Das —— und Kraf sucht Auch pric 3. O zum n Ge⸗ stärke Leben z sich ein 1 101. orsam allein. fleißig U ent⸗ bösen führen etwas Leben mein, hmich 34 1809 samleit weihn! Guͤtig⸗ „ ver⸗ stgefů⸗ sliehn! vallend ergebn, ib mi rstehn Sinn Herz erz bẽ⸗ nd und A. Hausstand. 8. Nichts ist mein bester Vor— satz, nichts, Herr, ohne deine Kraft; Nichts gilt am Tage des Gerichts, Was deine Hand nicht schafft. 9. Zum Lernen gib mir Treu und Fleiß, Laß Mühe nie mich scheun! So werd ich dir, o Herr, zum Preis Der Welt einst nütz⸗ lich sein. 10. Du gabst mir Eltern, Leh⸗ rer mir; Ihr treuer Unterricht, (Berufslieder.) 385 Ihr lehrend Beispiel kommt von dir, Von dir, du höchstes Licht. 11. Hab ich sie nicht genug ge— liebt, Wie mir dein Wort ge— beut, Und sie aus Leichtsinn oft betrübt,— Vergibs, es ist mir leid! 12. Du sollst, Gott meiner Ju— gend, noch Mein Gott im Alter sein; Und so will ich auch ster— bend noch Dich preisen, dein mich freun. Dürr, geb. 1743. Mel. Gott der Wahrheit und der Liebe.(Luk. 2, 51. 52.) 513. Jesu, als du wieder— kehrtest Aus dem Heiligthum des Herrn, Wo du seinen Willen hörtest, Bliebst du bei den El— tern gern. Warest willig, ihren Willen Treu und kindlich zu er⸗ füllen, Und voll Demuth für und für; Gottes Gnade war mit dir. 2. Sieh, jetzt ziehet deine Herde Aus der Schule fröhlich aus; Daß sie fromm und tüch— tig werde, Lehrst du sie in die— sem Haus. Hilf daheim und bei den Spielen, Einsam oder unter vielen, Uns gedenken unsrer Pflicht; Kinderfreund, verlaß uns nicht! Bahnmaier, geb. 1774 1 1841. Berufslieder: Mel. Du, deß sich alle Himmel freu'n.(Pf. 90, 17. Luk. 5, 4—11.) 51 4. Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich die Arbeit an, Mit Gott nur geht es glücklich fort; Drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk Erfordert Gottes Kraft und Stärk, Mein Herz sucht Gottes Angesicht; Drum auch mein Mund mit Freuden spricht: Das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann Gesangbuch für die evangelische Kirche. ich nichts, Wo Gott nicht gi— bet, da gebrichts; Gott gibt und thut mir alles Guts; Drum sprech ich nun auch guten Muths: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, So will ich dankbar sein dafür; Auf sein Wort werf ich aus mein Netz Und sag in meiner Arbeit stets: Das walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End Stell ich allein in 25 2 Gottes Händ, Er gebe, was mir nützlich ist; Drum sprech ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Se⸗ gen bei Nach seiner großen Güt und Treu, So gnüget mir zu jeder Stund; Drum sprech ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück,— unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt, Er wird mir gnädig stehen bei; Drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, Bis all mein Thun ein Ende hat; Er gibt und nimmt, machts, wie er will; Drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller XIX. Besondere Verhältnisse und Zeiten. Noth Und gibt mir auch mein täglich Brot; Nach seinem al⸗ ten Vaterbrauch Thut er mir Guts; drum sprech ich auch: Das walte Gott! 10. Nichts glücket ohne Got— tes Gunst, Nichts hilft Ver⸗ stand, Witz oder Kunst; Mit Gott gehts fort, geräth auch wohl, Daß ich kann sagen glau⸗ bensvoll: Das walte Gott! 11. Theilt Gott was mit aus Gütigkeit, So acht ich keiner Feinde Neid; Laß hassen, wers nicht lassen kann, Ich stimme doch mit Freuden an: Das walte Gott! 12. Thu ich denn was mit Gottes Rath, Der mir beistehet früh und spat, Dann alles wohl gerathen muß; Drum sprech ich nochmals zum Be— schluß: Das walte Gott! Betichius, geb. 1650 4 1722. Mel. Du, Gott, bist über alles.(Luk. 16, 10. Ps. 90, 17.) 515. Zur Arbeit winkt mir mein Beruf; Du, dessen Güte mir Die Kräft' in Seel und Gliedern schuf, Ich fange an mit dir. 2. O stärke mich zu munterm Fleiß, Gib Lust und Kraft da⸗ zu; Zum Nutzen mir und dir zum Preis Gedeihe, was ich thu! 3. Herr, ohne dich ist kein Ge⸗ deihn, Vergeblich Müh und 4. Gefahr für Leib und Seele droht Der träge Müßiggang; Zur Arbeit rief uns dein Gebot Aus Gnade, nicht aus Zwang. 5. Auch reiße mich kein falscher Trieb Zur Regsamkeit dahin! Wenn ich vor dir ein Schuld⸗ ner bliebꝰ, Was wäre mein Ge⸗ winn? ö 6. O daß, vom Joch der Träg⸗ heit frei, Mein Fleiß auch an⸗ dern gern Zum Nutzen, nie zum Schweiß; Laß deinen Segen Schaden sei! Wir dienen ei⸗ mit mir sein, Dann bringet nem Herrn. Frucht mein Fleiß! 7. Kein Raum sei schnöder Weichl vergön und La Freude 8. N Knecht Pfund 516 Höh, Stärke geh 2 Arbeit Hilf ar tha di ria sei 2.8 Voll! sei gr Und folg mein gern mein m al⸗ r mit auch: Got⸗ Ver⸗ Mit auch glau⸗ ttl it aus feiner „wers stimme Das as mit kistehet alles Drum n Be⸗ 0 + 7²2. Seele Rang Gebot wang falschet dahin! Sculd⸗ ein G⸗ Träg⸗ uch an⸗ nie zum nen el schnoͤder A. Hausstand. Weichlichkeit In meinem Thun vergönnt, Dem Sinn, der Müh und Lasten scheut Und nur nach Freuden rennt. 8. Nie will ich wie der faule Knecht Vergraben, Herr, mein Pfund; Dem Faulen wird mit Mel. O Gott, du frommer. 516. Komm, Segen aus der Höh, Gib, Herr, mir Lieb und Stärke, Daß ich nur wachsam geh An jedes meiner Werke! Arbeitsam sein ist süß; Nur hilf auch du dabei, Daß Mar⸗ tha dieser Leib, Der Geist Ma⸗ ria sei! Luk. 10, 38 ꝛc. 2. Laß alles freundlich sein, Voll Demuth, was ich sage, Es sei groß oder klein; Und daß ich (Für Dienstboten.) 387 vollem Recht Die Zornesruthe kund. Matth. 25, 2 ꝛc. 9. Mein Fleiß sei auch im Kleinen treu, Mein Werk in Gott gethan, Daß dermaleins ich fähig sei, Auch Größres zu empfahn! Garve, geb. 1768 4 1841. (Ps. 123, 2. lieber trage Als meinem Näch— sten werd Aus eigner Schuld zur Last, Auf daß du Ruhm da⸗ bei Von deinem Kinde hast. 3. Wo meine Füße gehn, Was meine Händ arbeiten, Da will ich auf dich sehn, Als stündst du mir zur Seiten. Dein Geist regiere mich, Bis alles, was du willt, In meinem Herzen ist Und durch mein Thun erfüllt! Kol. 3, 17.) Gräfin Benigna von Reuß, geb. 1695 4 1751. Für Die Mel. Nun ruhen alle Wälder. 517. Gott, deinen weisen Willen Soll jeder hier erfüllen; Laß ihn mir heilig sein! Du hast auch mich auf Erden Zum Menschen lassen werden; Dir will ich meine Kräfte weihn. 2. Ich soll hier andern dienen; Und dien ich treulich ihnen, So folg ich dir, mein Gott. Laß meiner Herrschaft Willen Mich gern und treu erfüllen Als dei⸗ nen Willen, dein Gebot! 3. Lehr ohne bittre Klagen Des Lebens Last mich tragen Und immer auf dich sehn! Im Reden und im Schweigen Will usbot en. (Eph. 6, 5—9.) ich als Christ mich zeigen Und auf dem Pfad der Tugend gehn. 4. Die Herrschaft will ich eh⸗ ren Und ihren Nutzen mehren, Sie, wo ich kann, erfreun; Nie dein Gebot verletzen, Mich ihr nicht widersetzen, Und jeden Fehler gleich bereun. 5. Ich will sie redlich lieben, Mit Vorsatz nie betrüben, Nie träg und müßig sein; Ich will sie nicht belügen, Recht thun und nie betrügen Und mich vor deinem Auge scheun. 6. In meinem Dienst auf Er— den Stets tüchtiger zu werden, 388 XIX. Besondere Verh Sei Freude mir und Pflicht. Ich bin ja, wo ich wandle, Bei allem, was ich handle, O Herr, vor deinem Angesicht. 7. Du bist stets der Gerechte, Der Herr der Herrn und Knechte Und beider Trost und Heil: Der Niedrigste auf Erden Hann groß im Himmel werden, Hat Dank für die Mel. Einen guten Kampf hab ich. 518. Wer wohl auf ist und gesund, Hebe sein Gemüthe Und erhebe seinen Mund Zu des Höchsten Güte. Laßt uns danken Tag und Nacht Mit ge⸗ sunden Liedern Unsrem Gott, der uns bedacht Mit gesunden ältnisse und Zeiten. Reichen gleich, Gott, an dir theil. 8. Laß mich dies recht ermes— sen, Nie meine Pflicht verges⸗ sen Und meines Rufs mich freun; So wirst du, Herr der Welten, Es reichlich mir ver— gelten, Und ich werd ewig glücklich sein. Lavater, geb. 1741 4 1801. Gesundheit. (Sir. 30, 14—17. Ps. 103, 1—4.) sieht überall, Mein Gehör, das höret, Wie der Vögel süßer Schall Ihren Schöpfer ehret. 5. Händ' und Füße, Herz und Geist Sind bei guten Kräften; Mein Vermögen sich erweist Freudig in Geschäften, Die Gliedern! 2. Ein gesundes, frisches Blut Hat ein fröhlich Leben; Gibt uns Gott dies eine Gut, Ist uns gnug gegeben Hier in die— ser armen Welt, Da die schön— sten Gaben Und das güldne Himmelszelt Wir noch künftig haben. 3. Hätt' ich aller Ehren Pracht, Säß im höchsten Stande, Wär ich mächtig aller Macht Und ein Herr im Lande, Reich an allem, was ergetzt: Wozu würd es nützen, Wenn ich doch unaus⸗— gesetzt Müßt in Schmerzen sitzen? 4. Aber nun gebricht mir nichts Auch im Mißgeschicke; Ich erfreue mich des Lichts Und der Sonnenblicke; Mein Gesicht mein Herrscher mir bestellt In der Welt zu treiben, Alsolang es ihm gefällt, Daß ich hier soll bleiben. 6. Ist es Tag, so sinn und thu Ich, was mir gebühret; Kommt die Nacht und süße Ruh, Die zum Schlafe führet, Schlaf und ruh ich unbewegt, Bis die Sonne wieder Mit den hellen Strahlen regt Meine Augen⸗ lider. 7. Habe Dank, du milde Hand, nes Himmels mir gesandt Diese schöne Krone Deiner Gnade, die noch grünt, Die ich all mein Tage Niemals hab um dich ver⸗ dient Und doch freudig trage. Die du von dem Throne Dei⸗ 8. Gib, solang ich in mir hab E ich sol moͤge l gesund Sinnet jeder nen 9. 4 519 böchft des zerkni sich f Er zi Und! Nur, bekeh liz se 2. sehe! erfül Ona len Wer dein Die dir rmes⸗ erges⸗ mich r der ver⸗ ewig 1 1801. dehör, süßer ret. rʒ und räften; xweist Die llt In solang ier soll ind thu Kommt . Die laf und zis die hellen Augen⸗ Hand/ e Dei, Diese Gnade, all mein ich hel⸗ trage in Mir A. Hausstand. hab Ein lebendig Hauchen, Daß ich solche theure Gab Auch wohl möge brauchen; Hilf, daß mein gesunder Mund Und die frohen Sinnen Dir, mein Gott, zu jeder Stund Alles Liebs begin⸗ (Dank für Genesung.) 389 Kraft, Wann ich nun alt werde, Bis mein Stündlein hin mich rafft In das Grab der Erde! Gib mir eine Lebenszeit Ohne sondres Leiden, Und dort in der Ewigkeit Die vollkommnen nen! 9. Halte mich bei Stärk und Dank für di Mel. Wie groß ist.(He 519. So wahr der Aller⸗ höchste lebet, Will er den Tod des Sünders nicht, Deß Herz zerknirscht vor ihm erbebet Und sich sein eigen Urtheil spricht. Er züchtigt uns zu seiner Ehre Und unsrem Heil mit Vatertreu Nur, daß man sich zu ihm bekehre, Zum bessern Leben tüch— tig sei. 2. Liebreicher Gott, ich selber sehe Dein wahres Wort an mir erfüllt; Wenn ich mit Reu um Gnade flehe, Wird meiner See— len Angst gestillt. Da meine Werke nichts verdienen, Bleibt deiner Gnade ganz der Preis; Die ist so herrlich mir erschie— nen, Daß ich es nicht zu zählen weiß. 3. Ich sah die Welt und alles schwinden, Und meine Kräfte starben schon; Ich fühlte tief die Macht der Sünden, Und sah schon deinen Richterthron: Da rührte dich mein ängstlich Seh⸗ nen, Mein Jammer brach dein Vaterherz; Es galten für mich Freuden! Gerhard, geb. 1606 5 1676. e Genesung. sek. 33, 11. Jesu Thränen, Und mich erbat sein Blut und Schmerz. 4. Bald kam dein großer Trost hernieder, Der führte mich vom Tod herauf Und stärkte mich vollkommen wieder Zu einem neuen Lebenslauf. Du sprachest freundlich mit mir Müden, Und ich vernahm dein Gnadenwort: Nun gehe hin, mein Kind, im Frieden; Doch sündige nicht mehr hinfort! Joh. 5, 14. 5. O welcher Seligkeiten Menge Erweckte dieses Heil in mir! Mein Herz ward für den Dank zu enge Und brannt' und wallte nur von dir. Wie, Herr, vergelt ich dir die Tage, Die deine Huld mir nun ge— währt, Und wo sich meine Pein und Plage In Ruhe, Kraft und Ruhm verkehrt? 6. Ich weihe, was ich von dir habe, Mein Herz, dir ganz zum Opfer ein; Es wird ja, Schö— pfer, deine Gabe In deinen Au⸗ gen theuer sein. Nun weiß ich, was es heiße: leben, Da ich, Luk. 5, 14.) 390 XIX. Desondere Verhältnisse und Zeiten. was sterben sei, erfuhr; Nun wird mir stets im Sinne schwe— ben, Was ich dir in der Prü⸗ fung schwur. 7. Es ist genug, daß ich vor Zeiten Nach meines Fleisches Lüsten gieng, Und an den flücht⸗ gen Eitelkeiten Mehr als an dir, o Vater, hieng. Ich bin ja darum nur genesen, Daß ich die Seele bessern kann; Drum fang ich, Herr, ein ander We⸗ sen Mit deiner Gnade Bei⸗ stand an. Lüneburger Gesangbuch. Geburtstag. Mel. Jesu, du mein liebstes Leben.(Joh. 16, 27. Klagl. 3, 22 ꝛc. Ps. 116, 12.) 520. Unveränderliche Liebe, Brunn, den lauter Gnade füllt, Der mit ungehemmtem Triebe überfluß und Segen quillt! Sieh, mein dankbares Gemüthe Schwingt durch deinen Gnaden— zug Sich mit einem schnellen Flug In den Reichthum deiner Güte. Liebe, wie vergelt ich dir, Was du Guts gethan an mir? 2. Dieser Tag, der mir die Pforten Dieses Lebens aufge— than, Treibet mich, mit holden Worten, Liebe, dich zu loben, an. Er erscheinet als ein Zeu⸗ ge, Der mir zu Gemüthe führt, Was mein Herz empfindlich rührt, Und erlaubt nicht, daß ich schweige. Liebe, wie vergelt ich dir, Was du Guts gethan an mir? 3. Du hast mich mit deinen Händen, Liebe, aus der langen Nacht, Die sich heute müssen enden, An das Licht hervorge— bracht. Wo viel Tausend Schiff— bruch leiden, Landete ich glück⸗ lich an; Liebe, das hast du ge⸗ than, Dafür dank ich dir mit Deine Güte neu gesehn. Ströme Freuden. Liebe, wie vergelt ich dir, Was du Guts gethan an mir? 4. Du bist mir entgegenkom⸗ men, Als ich noch am Ufer stund; Hast mich liebreich auf— genommen In den theuren Gna⸗ denbund; Hast mich für dein Kind erkläret Und mir deinen guten Geist, Der ein Pfand der Erbschaft heißt, Eh ich dich noch bat, gewähret. Liebe, wie vergelt ich dir, Was du Guts gethan an mir? 5. Du hast auch seit meiner Taufe Nicht zu lieben aufge— hört; In dem ganzen Lebens⸗ laufe Hast du mir viel Guts be⸗ schert: Deine Hand war, statt mit Blitzen, Stets mit Segen angefüllt, Unter deiner Lang⸗ muth Schild Konnt ich frei und sicher sitzen. Liebe, wie vergelt ich dir, Was du Guts gethan an mir? 6. Alle deine treuen Sorgen Zielten auf mein Wohlergehn; Daher hab ich jeden Morgen der Be meiner gesetzte stes ged gelt ic gethan 7. O ben D volll erheber ich soll geblend schwen zhlet zugew ich dit an mi 8. 2 gute, „ 12.) elt ich an an Rom⸗ Ufer ch auf⸗ Gna⸗ dein deinen Yfand ch dich , wie Guts meiner aufge⸗ Hebens⸗ Uts be⸗ , sat Segen Lang⸗ rei und yergelt ö gethan Sorgen rgehnj Norgen Strömne A. Hausstund.(Für das Alter.) 391 der Begnadigungen Sind von meiner Kindheit auf Mit unaus⸗ gesetztem Lauf In mein Juner⸗ stes gedrungen. Liebe, wie ver— gelt ich dir, Was du Guts gethan an mir? 7. O wie ist mein kurzes Le⸗ ben Deiner Wunder doch so voll! Könnt ich doch sie recht erheben, Wie du willst, und wie ich soll! Doch mein Auge wird geblendet Durch dein über— schwenglich Licht; Meine Zunge zählet nicht, Was du mir hast zugewendet. Liebe, wie vergelt ich dir, Was du Guts gethan an mir? 8. Weil du denn so viel zu gute, Ew'ge Liebe, mir gethan, Auch alsdann, wann deine Ru⸗ the Mich trieb von der breiten Bahn: O so sei mein ganzes Leben, Das ich führ in dieser Welt, Dir zum Opfer darge⸗ stellt Und zu deinem Dienst er⸗ geben! Liebe, wie vergelt ich dir, Was du Guts gethan an mir? 9. Nimm zu deinem Eigen⸗ thume Leib und Seel und alles hin: Fortan leb ich dir zum Ruhme, Weil ich mein nicht fer⸗ ner bin; Ich entsage Welt und Sünden, Ja der allerliebsten Lust; Laß an deiner Vaterbrust Mich die wahre Ruhe finden! Liebe, nimm dies Opfer an, Weil ich sonst nichts geben kann! Rambach, geb. 1693 4 1735. Für das Alter. Mel. Christus, der ist mein Leben.(Ps. 71, 9.) 521. Verwirf mich nicht im 5. Will mein Gehör verfallen, Alter, Verlaß mich nicht, mein So laß dies Wort allein Mir Gott! Bist du nur mein Erhal⸗in dem Herzen schallen: Ich ter, So werd ich nie zu Spott. will dir gnädig sein! 2. Wie oft hab ich erfahren, 6. Wenn mich die Glieder Der Vater sei getreu; Ach mach schmerzen, So bleibe du mein in alten Jahren Mir dieses täg- Theil Und mach mich an dem lich neu! 3. Wenn ich Berufsgeschäfte Von außen schwächlich thu, Leg deines Geistes Kräfte Dem in— nern Menschen zu! 4. Wenn dem Verstand und Augen Die Schärfe nun ge— bricht, Daß sie nicht viel mehr taugen, Sei Jesus noch mein Licht! 1— Durch Christi Wunden heil! 7. Sind Stimm' und Zunge blöde, So schaffe du, daß ich Im Glauben stärker rede: Mein Heiland, sprich für mich! 8. Wann Händ' und Füße be⸗ ben, Als zu dem Grabe reif, Gib, daß ich nur das Leben, Das ewig ist, ergreif! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. 392 Mel. Nun ruhen alle 522. Du, Herr von mei⸗ nen Tagen, Hast mich mit Huld getragen Von meiner Jugend auf; Auf allen meinen Wegen Umgab mich, Gott, dein Segen, Auch selbst im schwersten Lei— denslauf. 2. Oft hatt' ich große Sorgen; Doch wie ein heitrer Morgen Durch dunkle Nächte bricht, So hab ichs auch erfahren: Du weißt uns zu bewahren Und führst durch Finsterniß zum Licht. 3. War Menschenrath verge— bens, So warst du, Herr des Lebens, Mein Licht auf dunkler Bahn. Dich ließ ich thun und rathen; Denn du thust große Thaten Und nimmst dich unser huldreich an. 4.„Bis zu des Alters Tagen Will ich dich heben, tragen Und dein Erretter sein.“ Dies hast XIX. Desondere Verhältnisse und Beiten. Wälder.(Jes. 46, 4.) du mir versprochen Und nie dein Wort gebrochen; Deß will ich mich auch immer freun. 5. Du wirst in meinem Alter Mein Stab sein, mein Erhal— ter, Nach deiner Vatertreu. Bin ich gleich schwach und müde, Bei dir ist Trost und Friede, Du stehst mir Schwachen mäch— tig bei. 6. Nach wenig bangen Stun⸗ den Hab ich ganz überwunden, Ich bin dem Ziele nah, Dem Ziele aller Leiden; O welche hohe Freuden Erwartet meine Seele da! 7. Ich harre froh und stille, Bis, Herr, mein Gott, dein Wille Mich nach dem Kampfe krönt. An meiner Laufbahn Ende Sink ich in Jesu Hände; Denn er hat mich mit dir ver— söhnt. Feddersen, geb. 1736 4+ 1788. Eigene Mel.(Sir. 18, 22. 2 Petri 3, 9.) 523. Mein Alter tritt mit Macht herein: Der Augen Licht verliert den Schein, Das Haupt bückt sich hinab zum Grabe, Das Haar wird weiß, die Füße schwer. Erwäg ich dann, wie ich bisher, Gerechter Gott, gelebet habe, So werd ich angst- und schreckenvoll Und weiß nicht, wo ich bleiben soll. 2. Der Tod ruft selbst mir öf⸗ ters zu:„Wohin, verwegner Sünder, du? Wann wirst du andern Sinnes werden? Wie lang gehst du dem Eiteln nach, Dem Traum, der Schmink', dem Ungemach, Dem Schatten die— ser falschen Erden? Merkst du nicht, daß den Flüssen gleich Die Jahrszeit unvermerkt hin— schleich'?“ 3.„Bedenke, daß du jetzo schon Wirst vor den strengen Richterthron Des großen Got— tes kommen müssen, Der dir all deine Werk und Wort, Ja auch des Herzens tiefsten Ort Wird richtig aufzudecken wissen. Hast duauf der hirst du J. Die alles dies als für sahnlich, lecht zu Sieh abe Umsonst Der schu an, Do Iommen 5. Ach Hort, mir fort der Gne durch de schweren lünft'ger omein ih mir 52⁴ schen, Hehen. m5 lede Reude umfass 2. V ner I d nie will Alter rhal⸗ . Bin müde, riede, mäch⸗ Stun⸗ unden, Dem welche meine stille, dein ampfe Isbahn ndez r ver⸗ 7 17.. nach, dem n die⸗ elt du gleich t hin⸗ jebo rengen Got⸗ dit all t auch Wird Hast A. Hausstand. du auf den nicht hier gesehn, Wie wirst du dort vor ihm bestehn?“ 4. Dies, großer Gott, ach alles dies Hält mein Herz mehr als für gewiß, Und wünschet sehnlich, daß mein Leben Dir recht zu Dienst und Willen sei. Sieh aber, wie ich mich dabei Umsonst bemühe zu erheben: Der schwere Weltsinn hält mich an, Daß ich nicht aufwärts kommen kann. 5. Ach liebster Jesu, ein'ger Hort, Hilf du mit deiner Hilf mir fort Und biete mir die Hand der Gnaden! Du hast zuvor durch deinen Tod Mich meiner schweren Todesnoth Und des zu— künft'gen Fluchs entladen: Gib, o mein Leben, nimmermehr, Daß (ür Witwen.) 393 6. Laß von der Welt Betrug und Schein Mich gänzlich abge— wendet sein Und dir, mein Heiland, fest anhangen; Ent—⸗ bind mich bald der großen Last, Womit der Leib die Seel um— faßt Und wie im Kerker hält gefangen, Und setze sie rein, froh und frei Dem Chor der heil'gen Engel bei! 7. Da werd ich dir, mein Heil, hiefür Und, großer Himmels⸗ vater, dir Nebst deinem heil'gen Geist lobsagen. O du, der Dei— nen Schutz und Port, O Jesu, nimm in acht mein Wort, Und laß mich so in dir betagen! Mein Morgen war der Welt gemein, Der Abend soll dein eigen sein! ich mir selbst mein Heil zerstör! Für W. Otto von Schwerin, geb. 1616 1 1679. ilt wien. Mel. Nun ruhen alle Wälder.(Ps. 68, 6. 146, 9.) 524. Auf Gott nur will ich sehen, Er hört der Witwen Flehen, Sieht ihre Thränen an; In jedem Schmerz und Leide Ist Gott mir Trost und Freude, Mein Fels, den ich umfassen kann. 2. Wie viel, die in der Kam⸗ mer Dir klagten ihren Jammer, O Gott, erhörtest du! Dein vä⸗ terlicher Segen Hielt sie: auf ihren Wegen War Friede, Si⸗ cherheit und Ruh. 3. Wo seit viel tausend Jah⸗ ren Betrübte Witwen waren, Die hast du treu gepflegt, Wenn sie dich nicht verließen Und gläubig dir zu Füßen Des Kum⸗ mers schwere Last gelegt. 4. In dir will ich mich stärken: Dein Aug wird auf mich mer⸗ ken Und auf mein Flehn dein Ohr. Bei Tag und Nacht mit Flehen Will, Herr, vor dir ich stehen Und seufzen still zu dir empor. 5. Ich will mein Joch nun tra⸗ gen; Dir, Vater, darf ich sagen, Was je mein Herz bedrückt. Bist du nicht in der Nähe, Du, 394 den ich zwar nicht sehe, Und den mein Glaͤube doch erblickt? 6. Ja bis zum letzten Schritte, Ja wenn ich mehr noch bitte, Seh ich mit Lust auf dich. Dir, Heiland, zu gefallen, Unsträflich hier zu wallen, Sei mein Be— streben: stärke mich! 7. Mit Ernst und frohen Mu⸗ thes Will ich nach Kräften Gu— tes Vor deinen Augen thun; Will mich der Welt entziehen, Lärm, Tand und Thorheit fliehen Und nur in deinem Schoße ruhn. 8. Dann eilen meine Tage Mit jeder Noth und Plage Leicht, wie ein Traum dahin; Dann leg ich froh die Glieder Aufs Sterbebette nieder, Wenn ich zum Himmel reifer bin. XIX. Zesondere Nerhältnisse und Zeiten. 9. Dann find ich, den ich liebte, Deß Tod mich einst betrübte, In meines Schöpfers Hand. Wo Freudenguellen fließen, Werd ich ihn dann umschließen Im thränenfreien Vaterland. 10. Fort auf dem heißen Pfade! Mich kühlt des Vaters Gnade; Er träget meine Noth. Nicht ewig werd ich weinen: Ich kom— me zu den Meinen, Bald seh ich sie bei meinem Gott. 11. Kommt her, ihr meine Waisen, Den Herrn mit mir zu preisen, Der uns erhalten kann! Dir, Gott, will ich sie bilden: Schau, Herr, mit dei⸗ ner milden Erbarmung deine 223⁵⁵1 an! Lavater, geb. 1741 4 1801. B. Fürst und Vaterland. Mel. Nun danket alle Gott.(Ps. 20, 7.) 525. Preis, Ehr und Lob sei dir, In dessen Schirm und Schatten Wir bis zur Stund allhier Viel Heil zu schmecken hatten, Der auch zu jeder Frist Allmächtig nah und fern Ein Herr und König ist Des Königs, unsers Herrn! 2. Du hast ihm lebenslang Den Odem treu bewahret, Und auf manch strengem Gang Dich huldvoll offenbaret; Du hast in seiner Hand Das Sceepter stark gemacht Mit reichem Gut bedacht. 3. Du wollest deinen Geist Auf seine Stirne legen, Der klar ihn unterweist, Des hohen Amts zu pflegen; Du wollst Ge⸗ rechtigkeit Und milder Gnade Lust Ihm stellen an die Seit, Ihm pflanzen in die Brust. 4. Du wollest allezeit In dei⸗ nem Gleis ihn lenken, Und Zucht und Frömmigkeit In ihm dem Lande schenken, Auf daß er Vor⸗ bild sei Von jeder Tugendart, Und Hilf und Schutz verleih, Und unser Vaterland Wo man den Glauben wahrt. 5. Du wollest seine Treu Ver— gelten d ihn tägl etfreue, Bund shch, Grund 6. O 526. seine ie w andern Kraft: en ich einst höpfers quellen ndann ufreien Pfade! Gnade; Neht ch kom⸗ ald seh meine nit mir rhalten ich sie nit dei⸗ deine 17 1801. Geis Der hohen lst Ge⸗ Gnade e Seit lst. N dei⸗ wauct m denm er Vot⸗ endarh herleih⸗ ahtt. Ver⸗ B. Jürst und Vaterland. 395 gelten durch die Treue, Womit An seinem Jahresfeste, Und ihn täglich neu Ein gutes Volk gib zum Wohlergehn Ihm dei— erfreue, Daß dein Gebot 60. Gaben beste! Gib, daß ers Bund Von ihm und uns ge— scheh, Und seines Thrones Grund In unsern Herzen steh. 6. O segne, was wir flehn nie vergißt Noch wir, wie du so gern Ein Herr und König bist Des Königs, unsers Herrn! Grüneisen, geb. 1802. Mel. Du, Gott, bist über alles.(Ps. 21. Sprüche 20, 28.) 526. In deiner Stärke freue sich Der König allezeit; Sein Auge seh, o Gott, auf dich, Sein Herz sei dir geweiht! 2. Begnadigt, Herr, mit dei⸗ ner Kraft Und deines Geistes voll, Gedenk er stets der Rechen⸗ schaft, Die er dir geben soll! 3. Der über Christen, Gott, von dir Zum Herrn verordnet ist, Sei deiner Kirche Schutz und Zier, Ein echter Mensch und Christ! 4. Groß und voll Müh ist seine Pflicht, Und er ein Mensch wie wir; Ach er bedarf vor andern Licht Und Rath und Kraft von dir! 5. Sei du sein Licht, sein Hort, sein Schild; Laß ihn dir ähnlich sein, Laß menschenfreundlich ihn und mild Sein Volk wie du erfreun! 6. Er zeig auf seinem Throne sich Als deinen treusten Sohn: Dem Laster sei er fürchterlich, Der Tugend Schutz und Lohn! 7. Er hasse den Gewissens⸗ zwang Als schnöde Tyrannei, Und fördre nicht durch Straf und Drang Der Bürger Heu⸗ chelei. 8. Beglückter Bürger Liebe sei Sein edelster Gewinn, Und kein gerechter Seufzer schrei Gen Himmel wider ihn! 9. Er fördre freudig deinen Ruhm Und denke stets daran: Auch sein Land sei dein Eigen⸗ thum, Und er dein Unterthan! 10. Verloren dünk ihm Kraft und Zeit, Wenn er nicht Men⸗ schen nützt, Nicht täglich wohl— thut und erfreut Und Fleiß und Künste schützt! 11. Um seinen Thron sei im⸗ merdar Recht und Gerechtig— keit; Beschütz ihn mächtig in Gefahr, Wann Feindesmacht ihm dräut! 12. Auch ihm hast du bestimmt das Ziel, Das er erreichen soll; Herr, mache seiner Tage viel Und jeden segensvoll! 13. Sein werd in jedem Flehn zu dir Mit Lieb und Dank ge⸗ dacht! Erhör uns, Gott; dann jauchzen wir Und preisen deine Macht! Cramer, geb. 1723 4 1788 396 XIX. Zesondere Nerhältnisse und Beiten. Obr ing kieir enn. Mel. Aus Gnaden soll ich.(Röm. 13, 1.) 527. Gott, Herrscher über alle Thronen! Das ist ein wei⸗ ser Rath von dir: Den Men⸗ schen, die auf Erden wohnen, Setzst du die Obrigkeiten für, So daß man nun an deiner Statt Auch Sterbliche zu Rich— tern hat. 2. Daß ich mein Brot darf ruhig essen Und wandeln mag auf sichrer Bahn, Daß mich das Mordschwert nicht darf fressen, Der Räuber nicht ent— kleiden kann, Der Lästrer mir vergeblich dräut: Das schaffst du durch die Obrigkeit. 3. Daß wir dein Wort im Frieden hören, Wobei man Tauf und Nachtmahl hat, Daß man uns nicht die Schrift darf wehren, Noch auch ein Grab zur Ruhestatt: Das schaffst du, Gott, der an uns denkt Und Christen zu Regenten schenkt. 4. Gott, dir sei Dank für sol⸗ che Güte, Du schützst durch dei— ne Dienerin; Die ganze Welt ist dein Gebiete, Da stellst du Richterstühle hin. Es lobe dich, dich bete an, Was König heißt und Unterthan! Nach Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. Bitte um Frieden. Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut.(Ps. 85.) 528. Herr, der du vormals hast dein Land Mit Gnaden an— geblicket, Und wenn du Stra⸗ fen ihm gesandt, Es wiederum erquicket, Der du die Sünd und Missethat, Die alles Volk be⸗ gangen hat, Uns väterlich ver⸗ ziehen: 2. Willst du, o Vater, uns denn nicht Nun einmal wieder laben? Und sollen wir an dei⸗ nem Licht Nicht wieder Freude haben? Ach, geuß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus Auf uns und unsre Häuser! 3. Ach daß ich hören sollt das Wort Erschallen bald auf Er⸗ den: Daß Friede sollt an jedem Ort, Wo Christen wohnen, wer⸗ den! Ach daß uns doch Gott sagte zu Des Krieges Schluß, der Waffen Ruh Und alles Un⸗ glücks Ende! 4. Ach, kehrte doch die böse Zeit Sich um zu guten Tagen, Damit wir in dem großen Leid Nicht möchten ganz verzagen! Doch ist ja Gottes Hilfe nah, Und seine Gnade stehet da All denen, die ihn fürchten. 5. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott Schon wieder zu uns wenden, Den Krieg und alle andre Noth Nach Wunsch und also enden, Daß seine Ehr 5. in unsre hen wer uns wol 6. Dii den sch müssen die Lar den Frit wird n Zuf Er 529. wir Fi Daß d Kriéges uns bl Frieder alles V hen wir 2. He Die wi Vaffen Hen ühmet licher in Rul dirl! 9. 5 Daß Shil Shwe chlag elthw. Mis Herr rt im man „Daß t darf ab zur t du, Und nkt. ür sol⸗ ich dei⸗ Welt ellst du e dich, ; heißt 9 7 Db. jedem u, wer⸗ 9 Gott Schluß, les Un⸗ ie böse Tagen, jen Leid Ragen! se nah, da Al⸗ am sind/ eder 3 i Punsch ine Eht B. Fürst und Vaterland. in unsrem Land Und allenthal⸗ ben werd erkannt, Ja stätig bei uns wohne. 6. Die Güt' und Treue wer⸗ den schön Einander grüßen müssen; Das Recht wird durch die Lande gehn Und wird den Frieden küssen; Die Treue wird mit Lust und Freud Auf Erden blühn, Gerechtig— (Dank für den Lriedee n.) 397 keit Wird von dem Himmel schauen. 7. Der Herr wird uns viel Gutes thun, Das Land wird Früchte geben, Und die in sei— nem Schoße ruhn, Die werden davon leben; Gerechtigkeit wird wohl bestehn Und stets in vol— lem Schwange gehn Zur Ehre seines Namens! Gerhard, geb. 1606 4 1676. Dank für den Frieden. Mel. Nun danket alle Gott.(Ps. 46, 9—12.) 529. Herr Gott, dich loben wir Für deine großen Gnaden, Daß du das Vaterland Von Kriegeslast entladen, Daß du uns blicken läßst Des goldnen Friedens Zier; Drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich lo— ben wir! 2. Herr Gott, dich loben wir, Die wir in bangen Tagen Der Waffen schweres Joch Und fre— chen Grimm getragen; Jetzt rühmet unser Mund Mit herz⸗ licher Begier: Gottlob! wir sind in Ruh; Herr Gott, wir danken dir! 3. Herr Gott, dich loben wir, Daß du die Pfeil' und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert Zerbrochen und zer— schlagen; Der Strick ist nun entzwei; Darum so singen wir Mit Herz, mit Zung und Mund: Herr Gott, wir danken dir! 4. Herr Gott dich loben wir, Daß du uns zwar gestrafet, Jedoch in deinem Zorn Nicht gar hast weggeraffet. Es hat die Vaterhand Uns deine Gna— denthür Jetzt wieder aufgethan: Herr Gott, wir danken dir! 5. Herr Gott, wir danken dir, Daß du Land, Kirch und Häuser, Und unsers Fürsten Stamm, Auch dessen grüne Reiser Bis⸗ her erhalten hast. Gib ferner Gnad allhier, Daß auch die Nachwelt sing: Herr Gott, wir danken dir! 6. Herr Gott, wir danken dir Und bitten, du wollst geben, Daß wir auch künftig stets In guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, Erfülle für und für, O Vater, unsern Wunsch! Herr Gott, wir danken dir! Johann Franck, geb. 1618 1 1677. 398 XIX. Besondere Verhältnisse und Beiten. C. Jahreswechsel. Jalhrses sich lu äß. Mel. Seelenbräutigam.(Ps. 102, 24—29.) 530. Jeder Schritt der Zeit Wallt zur Ewigkeit. Tage, kaum erst angebrochen, Werden, eh mans denkt, zu Wochen: Wohl dem, der mit Fleiß Sie zu nützen weiß! 2. Flüchtig durch die Zeit Schweben Freud und Leid: Wo⸗ hin sind die Freudenstunden, Wohin Sorg und Schmerz ent— schwunden? Zielt nicht Freud und Schmerz Auf Gewinn fürs Herz? 3. Ob die Welt vergeht, Ein Ge⸗ winn besteht. Daß vor jedem Gut der Erde Dieser Schatz erworben werde, Dies sucht Christenfleiß Als des Lebens Preis. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 531I. O Anfang sonder Ende, Du großer Herr der Zeit! Wir preisen deiner Hände Regierung hocherfreut, Weil du uns noch ein Jahr Mit Segen lässest schließen, Und wir bekennen müssen, Dein Thun sei wun⸗ beschert. derbar. 2. Die Kirch ist fest gegründet Durch Wort und Sakrament, Darin, stets neu entzündet, Dein Licht und Recht noch brennt. Dein Sohn, der ist der Stein, An dem die Feinde fallen, Er, der den Deinen allen Ein Auf— erstehn wird sein. 4. Hab ich, halt ich ihn, Wenn die Zeiten fliehn, Diesen Schatz vor allen Schätzen, Den nicht Raub noch Rost verletzen, Mehr als alles Gold, Das die Erde zolltꝰ 5. Schatz von ew'gem Werth, Schatz von Gott geehrt, Ach, zu oft durch Lust und Sorgen Vor des Menschen Blick verborgen, Sei du mein Gewinn! Sonst fahr alles hin! Matth. 6, 10 ꝛc. 6. Wohl mir, bist du mein! Weh mir, darb ich dein! Werd im heil'gen Gottvereine Alle Tage mehr der Meine, So eilt meine Zeit Froh zur Ewigkeit! Garve, geb. 1763 4 1841. (Ps. 126, 3. Luk. 2, 34 ꝛc. 40, 52.) 3. Das Land ist voller Segen Und trieft von Ol und Most, Man schmecket allerwegen Der Felder edle Kost. Ist da und dort ein Schwert Durch unsre Seele gangen, So hast du nach Verlangen Auch wieder Trost 4. Die Häuser sind voll Güte, Die alle Morgen neu; Wo man sich treulich mühte, Da stund dein Sorgen bei. Die Kin⸗ der wuchsen auf Und wurden stark am Geiste, Weil Gottes Kind sie weiste Auf seiner Ju⸗ gend Lauf. 9. Die den, O dient, D den Dur Venn w Mit Se Vor dein du es gu 6. Nu Ehre, har, D Daß wi hon alle de schlie hissen, 7. Laf 532. nd sch Ahr d shaft Und he bldnet! Ruf, 0 der Me Danke Venn Schaß nicht „Mehr ie Erde Werth, Ach, zu n Vor horgen, Sonst 6, 10 N. mein! Werd Alle So eilt bigleit! 3 7˙ 1641 52. Segen ; Most, N Der da und unste du nach Trost Güte/ 60 man 0 stund Kin⸗ wurden Gottes ter Y⸗ C Jahreswechsel. 5. Die Herzen sind voll Gna— den, Obgleich wir Zorn ver⸗ dient, Doch hast du allen Scha⸗ den Durch Christum ausgesühnt; Wenn wir bei Tag und Nacht Mit Seufzen und mit Beten Vor deinen Thron getreten, Hast du es gut gemacht. 6. Nun, Herr, dein ist die Ehre, Du heißest Wunder— bar, Drum unser Flehen höre, Daß wir das alte Jahr, Befreit von aller Noth, In deiner Gna⸗ de schließen, Und in dem neuen wissen, Du seist der alte Gott! 7. Laß dir die Alten dienen Neuzjahr. 399 Wie Hanna, Simeon; Gib, daß die Jungen grünen Wie dein und Davids Sohn; Nimmt eins an Jahren zu, Das soll sich auch nicht schämen Im Gu— ten zuzunehmen: Dies alles wirke du! 8. Und wann wir das vollen⸗ det, Was uns dein Wort gesagt, Und unser Lauf sich endet, Jung oder wohlbetagt: Dann führ uns zu der Schar Der Deini— gen dort oben, Dann wollen wir dich loben Im ew'gen Frie⸗ densjahr! Schmolk, geb. 1672 4 1787. Neufjahr. Mel. Mein's Herzens Jesu. 532. Gott ruft der Sonn und schafft den Mond, Das Jahr darnach zu theilen; Er schafft es, daß man sicher wohnt, Und heißt die Zeiten eilen; Er ordnet Jahre, Tag und Nacht: Auf,‚ laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen! 2. Herr, der da ist und der da war! Von dankerfüllten Zungen Sei dir für das verfloss'ne Jahr Ein heilig Lied gesungen, Für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, Für Fried und Ruh, für jede That, Die uns durch dich gelungen! 3. Laß auch dies Jahr geseg⸗ net sein, Das du uns neu ge⸗ geben; Verleih uns Kraft,— (Ps. 28, 9.) die Kraft ist dein— In deiner Furcht zu leben! Du schützest uns, und du vermehrst Der Menschen Glück, wenn sie zuerst Nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, Des Lebens Ruh und Freuden; Doch schadet mir das Glück der Welt, So gib mir Kreuz und Leiden; Nur stärke mit Geduld mein Herz, Und laß mich nicht in Noth und Schmerz Die Glücklichen be⸗ neiden! 5. Hilf deinem Volke väterlich In diesem Jahre wieder; Er⸗ barme der Verlass'nen dich Und der bedrängten Brüder; Gib Glück zu jeder guten That, Und laß dich, Gott, mit Heil und 400 XIX. Besondere Verhältnisse und Zeiten. Rath Auf unsern Fürsten nie⸗ der, 6. Daß Weisheit und Gerech— tigkeit Auf seinem Stuhle thro⸗ ne, Daß Tugend und Zufrie⸗ denheit In unsrem Lande woh⸗ ne, Daß Treu und Liebe bei uns sei: Dies, lieber Vater, dies verleih In Christo, dei— nem Sohne! Gellert, geb. 1715 4 1769. Mel. Nun laßt uns Gott, den Herren.(Klagl. 3, 22—24.) 533. Nun laßt uns gehn und treten Mit Singen und mit Beten Zum Herrn, der un⸗ srem Leben Bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wan⸗ dern Von einem Jahr zum an— dern; Wir leben und gedeihen Vom alten bis zum neuen, 3. Durch so viel Angst und Plagen, Durch Zittern und durch Zagen, Durch Krieg und große Schrecken, Die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müt⸗ tern In schweren Ungewittern Die Kindlein hier auf Erden Mit Fleiß bewahret werden: 5. Also auch und nicht minder Läßt Gott ihm seine Kinder, Wann Noth und Trübsal blitzen, In seinem Schoße sitzen. 6. Ach Hüter unsers Lebens, Fürwahr es ist vergebens Mit unsrem Thun und Machen, Wo nicht dein' Augen wachen! 7. Gelobt sei deine Treue, Die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, Die alles Herzleid wenden! 8. Laß ferner dich erbitten, O Vater, und bleib mitten In allem Kreuz und Leiden Ein Brunngquell unsrer Freuden! 9. Gib uns und allen denen, Die sich von Herzen sehnen Nach dir und deinen Hulden, Ein Herz, sich zu gedulden! 10. Schließ zu die Jammer⸗ pforten, Und laß an allen Or⸗ ten, Wo Menschen Blut vergie— ßen, Die Friedensströme fließen! 11. Sprich deinen milden Se⸗ gen Zu allen unsern Wegen; Laß Großen und auch Kleinen Die Gnadensonne scheinen! 12. Sei der Verlass'nen Vater, Der Irrenden Berather, Der Unversorgten Gabe, Der Ar— men Gut und Habe! 13. Hilf gnädig allen Kranken; Gib fröhliche Gedanken Den hochbetrübten Seelen, Die sich mit Schwermuth quälen! 14. Und endlich, was das Meiste: Füll uns mit deinem Geiste, Der uns hier herrlich ziere Und in den Himmel führe! 15. Dies alles wollst du ge— ben, O meines Lebens Leben! Dein Heil uns offenbare Zum sel'gen neuen Jahre! Gerhard, geb. 1606 4 1676. e woh⸗ iebe bei Vater, to, dei⸗ 15 7 17⁰9 tten In en Ein den! denen, en Nach n, Ein jammer⸗ len Or⸗ vergie⸗ fließen! lden Se⸗ Wegen; Kleinen zen! n Vater, 220 Der Der Ar⸗ Kranken; Den Die sich was das deinem herrlich lfühel du ge⸗ 8 Leben. V Zum +107⁰. 60* C. Jahreswechsel. Neujahr. 401 Mel. Die Tugend wird ꝛc.; oder: Wie groß ist.(Ps. 143, 2. 1 Mos. 32, 10.) 534. Ach, wiederum ein Jahr verschwunden! Ein Jahr, und kommt nicht mehr zurück! Ach, mehr als achtmal tausend Stunden Sind weg als wie ein Augenblick! Weg meine Tu⸗ genden und Sünden! Doch nein; der Richter aller Welt Läßt jeg⸗ liche mich wieder finden, Wann er vor seinen Thron mich stellt. 2. Gedanken, Worte, Thaten⸗ heere, Wie, dürft ihr Gottes Licht nicht scheun? Wenn ich dies Jahr gestorben wäre, Wo würd jetzt meine Seele sein? Stünd ich verklärt bei Gottes Kindern? Wär ich von seiner Lieb entflammt? Wie, oder hätte mit den Sündern Der Allgerechte mich verdammt? 3. Den Gott, der liebt wie Väter lieben, Hat ihn mein Undank nie betrübt? Den Gott, der mir so treu geblieben, Hab ich ihn auch so treu geliebt? Lebt ich für ihn nach seinem Willen, Stets als vor seinem Angesicht? Fromm öffentlich und fromm im stillen, Treu dem Gewissen und der Pflicht? 4. Nein, Vater, sie sind nicht zu zählen, Die Sünden dieses Jahres, nein! Wie kann ichs dir und mir verhehlen? Ich bin nicht werth, noch hier zu sein. Mel. Jesus, meine Zuversicht.(Luk. 2, + ů 535. Jesus soll die Losung sein, Da ein neues Jahr er⸗— Gesangbuch für die evangelische Kirche. Zu oft ließ ich mein Herz erkal— ten, Zu oft verletzt ich meine Pflicht! Ich darf vor dir nicht Rechnung halten; Ich zittre: geh nicht ins Gericht! 5. Nein, Vater, sie sind nicht zu zählen, Die Gnaden dieses Jahres, nein! Wie kann ichs dir und mir verhehlen? Ich bin nicht werth, mehr hier zu sein. Wo fang ich an? Gott, welche Menge Vom ersten bis zum letzten Tag! Ich weiß, daß wenn ich Jahre sänge, Ich dir zu danken nicht vermag. 6. Ich flehe dich, ach üb' Er⸗ barmen, Gedenke meiner Sün⸗ den nicht Und zeig dem Reu— enden und Armen, Der Gnade sucht, dein Angesicht! Wie freu— dig will ich dann mein Leben Von nun an deinem Dienste weihn! Wie eifrig will ich mich bestreben, Durch deinen Geist ein Christ zu sein! 7. Ich danke dir für alle Gna⸗ den, Die du dies Jahr der Welt erzeigt. Ach eile, Herr, die zu entladen, Die noch das Elend niederbeugt! Ja aller, aller Menschen Seelen Will ich, mein Heiland, Jesus Christ, Aufs neue deiner Huld empfeh— len, Weil du doch aller Hei— land bist! Lavater, geb. 1741 4 1801. 21. Joh. 15, 4. 5. Apostelgesch. 4, 12.) schienen; Jesu Name soll allein Denen zum Paniere dienen, Die 26 402 in seinem Bunde stehn Und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort Soll in den Gemeinden schallen; Und so oft wir nach dem Ort, Der nach ihm genannt ist, wal⸗ len, Mache seines Namens Ruhm Unser Herz zum Heilig— thum. 3. Sein Versühnen und sein Heil Wollen wir im Glauben ehren; Also wird es uns zu theil, Wird sich täglich bei uns XIX. Desondere Verhältnisse und Beiten. uns beut Jesu Name Selig⸗ keit. 4. Unsre Wege wollen wir Nun in Jesu Namen gehen; Geht uns dieser Leitstern für, So wird alles wohl bestehen Und durch diesen Gnadenschein Alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid Soll sein Name uns versüßen; So wird alle Bitterkeit Uns zu Honig werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, mehren; Auch fürs neue Jahr Welcher allen Kummer stillt. Schmolk, geb. 1672 4 1737. D. Zahreszeiten. Frühling und Sommer. Mel. Nun lob, mein Seel. (1 Mos. 8, 22.) 536. Der Frühling ist er⸗schen Speise, Und Futter grünt schienen, Der Winter dünkt uns nur ein Traum. Nun liegt die Welt im Grünen, Und schnee— weiß schimmert Heck und Baum. Hört, wie so froh die Lerche Ihr Lied erschallen läßt! Die Schwalben und die Störche Be⸗ ziehn ihr altes Nest. Mit fröh— licher Gebärde Geht nun der Mensch und streut Den Samen in die Erde, Der er auf Wu⸗ cher leiht. Jak. 5, 7. 2. Wer aber gibt aufs neue Dem Samenkörnlein das Ge— bot:„Keim auf, wachs und ge— deihe Und werde Halm und Ahr und Brot!“ Du sprichst den Segen leise, Allmächtiger, und sieh, Es wächst für Men⸗ fürs Vieh. Kein Zweifel soll uns kränken: Du wirst barm⸗ herzig sein, Fruchtbaren Regen schenken Und milden Sonnen⸗ schein. 3. Und wann sich Wolken thür— men, Und Wetter drohn mit Glut und Flut, Wird deine Hand uns schirmen; Wir traun auf dich mit frohem Muth. Du hemmst des Sturmes Flügel, Du lenkst der Blitze Lauf Und stellst als Gnadensiegel Himmelsbogen auf, Er wölbt sich hoch und schimmert Am grauen Wolkenzelt: Und siehe, unzertrümmert Bleibt unser Haus und Feld. 4. Freut euch des Herrn, ihr Den. Fromn tem Jahr! ihn, Seht, Wiese 537 Frühli dich m wonni nen di ben so Führe Frühl ließ di schen Himn 3. pfand empor den 530 Ind hen& 18 C en wie Hesch Selig⸗ wir hehen; für, stehen schein Leid süßen; lIus zu Jesu Schild, llt. + 57 grünt l soll barm⸗ Regen ;onnen⸗ nthür⸗ hn mit deine traun . Di Flügel fUnd IDa wöͤlbt Am o sech⸗ unser Iu,/ ihr D. Zahreszeiten. Frommen, Und heißt mit lau⸗ tem Freudenruf Das junge Jahr willkommen Und preist ihn, der den Frühling schuf! Seht, wie im Blumenkleide Die Wiese lieblich prangt! Nur der Frühling und Sommer. 403 fühlt wahre Freude, Der Gott von Herzen dankt. Auf, jeder pflüg und säe Und singe froh dazu:„Ehr sei Gott in der Höhe, Auf Erden Fried und Ruh!“ Bürde, geb. 1753 + 1831. Mel. Werde munter.(Joh. 12, 24 ꝛc. Matth. 16, 25. Gal. 2, 26.) 537. Laß dich nicht den Frühling täuschen, Herz, der dich mit Lust umringt, Wo mit wonnigen Geräuschen Wald und Flur von Leben klingt! Diese Welt, sie muß vergehen; Früher noch, der Lüfte Raub, Wirst als Asche du verwehen, Herz, wie flücht'ger Blumenstaub. 2. Willst du bis zum Wesen dringen: Wende vom Erschaff— nen dich! Willst du dich ins Le⸗ ben schwingen: Einer zeigt als Führer sich, Der an solchem Frühlingsmorgen Hinter sich ließ die Natur Und, dem ird⸗ schen Blick verborgen, In der Himmel Himmel fuhr! Mark. 16, 19. 3. Was die Jünger dort em⸗ pfanden, Als ihr Auge flog empor, Fühl es, Herz, und aus den Banden Flüchte durch des Glaubens Thor! Mit den Ewig⸗ keitsgedanken Bist du doch von Erde nur, Führt nicht er dich aus den Schranken über alle Kreatur.„Luk. 24, 50—53. 4. Was auf Erden ihn um⸗ geben, War ihm Bild und Ah⸗ nung bloß, Und er athmete sein Leben Stets nur in des Vaters Schoß. Sieh auch du im Glanz der Erde Nur vom Himmel ei⸗ nen Traum; Gleichniß dir des Höchsten werde Haus und Herde, Blum und Baum! 5. Deines innern Lebens Schwingen Wachsen aus dem Erdentod; Eh er konnt' ins Le⸗ ben dringen, Hat auch ihm das Grab gedroht. Wenn aufs Le⸗ ben du verzichtet, Dann beginnt dein Lebenslauf; Wenn du dich als Staub vernichtet, Stehst du erst als Wesen auf. Schwab, geb. 1792 4+ 1850. Eigene Mel.(Ps. 404.) 538. Geh aus, mein Herz, und suche Freud In dieser lie⸗ ben Sommerzeit An deines Got⸗ tes Gaben! Schau an der schö— nen Gärten Zier Und siehe, wie sie mir und dir Sich aus— geschmücket haben! 2. Die Bäume stehen voller Laub, Das Erdreich decket sei⸗ nen Staub Mit einem grünen Kleide. Narzissen und die Tuli⸗ pan, Die ziehen sich viel schö⸗ ner an Als Salomos Ge⸗ schmeide. 404 XIX. Besondere Verhältnisse und Beiten. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, Das Täublein fleugt aus seiner Kluft Und macht sich in die Wälder; Die hochbegabte Nachtigall Ergetzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 4. Die Gluckhenn führt ihr Völklein aus; Der Storch baut und bewohnt sein Haus; Das Schwälblein speist die Jungen; Der schnelle Hirsch, das leichte Reh Ist froh und kommt aus seiner Höh Ins tiefe Gras ge— sprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand Und malen sich an ihrem Rand Mit schattenreichen Myrten; Die Wiesen liegen hart dabei Und klingen ganz vom Lustgeschrei Der Schaf' und ihrer Hirten. 6. Die unverdross'ne Bienen⸗ schaar Fleugt hin und her, sucht hier und dar Sich edle Honigspeise; Des süßen Wein⸗ stocks starker Saft Bringt täg⸗ lich neue Stärk und Kraft In seinem schwachen Reise. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt, Darüber jauchzet Jung und Alt Und rühmt die große Güte Deß, der so überflüssig labt Und mit so manchem Gut begabt Das menschliche Ge— müthe. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn; Des großen Gottes großes Thun Erweckt mir alle alles singt, Und lasse, was dem Höchsten klingt, Aus meinem Herzen rinnen. 9. Ach, denk ich, bist du hier so schön Und lässest uns so lieblich gehn Auf dieser armen Erden: Was will doch wohl nach dieser Welt, Dort in dem reichen Himmelszelt Und güld⸗ nen Schlosse werden? 10. Welch hohe Lust, welch heller Schein Wird wohl in Christi Garten sein! Wie wird es da wohl klingen, Wo so viel tausend Seraphim Mit unver⸗ dros'nem Mund und Stimm Ihr Hallelujah singen! 11. O wär ich da, o stünd ich schon, Liebreicher Gott, vor deinem Thron Und trüge mei⸗ ne Palmen! So wollt ich nach der Engel Weis' Erhöhen dei— nes Namens Preis Mit tau⸗ send schönen Psalmen. 12. Doch gleichwohl will ich, weil ich noch Hier trage dieses Leibes Joch, Auch nicht gar stille schweigen; Mein Herze soll sich fort und fort An diesem und an allem Ort Zu deinem Lobe neigen. 13. Hilf mir und segne mei⸗ nen Geist Mit Segen, der vom stätig blühe; Gib, daß der Sommer deiner Gnad In mei⸗ ner Seele früh und spat Viel Glaubensfrucht erziehe! 14. Mach in mir deinem Gei⸗ Sinnen. Ich singe mit, wann ste Raum, Daß ich dir werd Himmel fleußt, Daß ich dir ein gi Kräfte zu de Garte Afan 15. dem einem u hier ns so armen wohl n dem güld⸗ welch hl in e wird so viel unver⸗ Stimm ind ich „ vor e mei⸗ nach n dei⸗ it tau⸗ pill ich dieses t gar Herze diesem deinem ne mei⸗ der vom ich in aß det * Viel in Oei⸗ ir weid D. Zahreszeiten. Sommer. Gewitter. 405 ein guter Baum, Den deine Kräfte treiben! Verleihe, daß zu deinem Ruhm Ich deines Gartens schöne Blum Und Pflanze möge bleiben! 15. Erwähle mich zum Para⸗ dies Und laß mich, deines Heils gewiß, Seele grünen! So will ich dir und deiner Ehr Allein und kei⸗ nem andern mehr dort ewig dienen. An Leib und Hier und Gerhard, geb. 1606 4 1676. Gewitter. Mel. Es ist das Heil.(Ps. 18, 8—17.) 539. Herr Zebaoth, du star⸗ ker Held, Sehr prächtig ausge⸗ schmücket, Dem alle Welt zu Fuße fällt Und sich mit Zittern bücket Vor der so hohen Maje⸗ stät, Die über alle Himmel geht Und allenthalben herrschet! 2. Wir hören, daß sich deine Macht In dicken Wolken reget, Daß dort und da dein Donner kracht, Bald tief ins Erdreich schläget; Wir sehen, daß aus deinem Sitz Herniederfährt der schnelle Blitz Bei starken Was⸗ sergüssen. 3. Hierüber will uns Muth und Sinn Fast ganz und gar versinken; Wir wissen nicht, wo aus und hin, Weil du mit blo⸗ ßem Winken, Ja stracks durch deine jähen Pfeil', Als Hagel, Blitz und Donnerkeil', Uns könn⸗ test all verderben. 4. Doch aber, Herr, Herr, denke nicht, Gedenke nicht der Sünden, So wir gethan; laß im Gericht Den starken Eifer schwinden! Die Gnade hebe sich empor Und gehe deinem Rechte vor; Sonst ists um uns ge⸗ schehen. Hesek. 33, II. 5. Laß uns den harten Don⸗ nerschlag Die Glocke sein zur Buße, Damit, wann nun dein jüngster Tag Sich stellt auf schnellem Fuße, Wir allesamt bereitet sei'n, Und uns dein heller Gnadenschein Mit höch— ster Freud umgebe. 6. Halt über uns die starke Hand Und laß dir unsre Habe, Auch alle Früchte auf dem Land Als deine Gnadengabe Befoh— len sein! Wir wollen dir, Herr Gott, du Helfer für und für, Mit Dank entgegen gehen. Frenzel, geb. 1609 4 1674. Mel. Nun sich der Tag geendet hat.(Sir. 438, 12—17.) 540. Du Schrecklicher, wer und Staub sind wir; Du winkst, kann vor dir Und deiner Macht und wir vergehn. bestehn? Herr, du bist groß, 2. Du lagerst dich in schwar— 406 XIX. Desondere Verhältnisse und Zeiten. zer Nacht; Die Völker zittern schon; Geflügeltes Verderben wacht Um deinen furchtbarn Thron. 3. Allmächtig schleudert deine Hand Den Blitz aus finstrer Höh; Und Fluten stürzen auf das Land In einem Feuersee. 4. Seht, wie der Erde fester Grund Vom Zorn des Donners bebt, Und was um ihr erschüt— tert Rund, Was in der Tiefe lebt. 5. Den Herrn und seinen Arm erkennt Die zitternde Natur, Da weit umher der Himmel brennt Und weit umher die Flur. 6. Wer schützt mich Sterbli— chen, mich Staub, Wenn, der im Himmel wohnt Und Welten pflückt wie dürres Laub, Nicht huldreich mich verschont? 7. Wir haben einen Gott voll Huld, Auch wann er zornig scheint; Er herrscht mit schonen— der Geduld, Der große Men⸗ schenfreund! uz, geb. 1720 4 1700. Eirnte. Mel. Du, Gott, bist über alles Herr.(Ps. 65, 14.) 541. Die Ernt ist da, es 6. O Höchster, deine Wunder winkt der Halm Dem Schnitter in das Feld; Laut schalle unser Freudenpsam Dem großen Herrn der Welt! 2. O der du uns so freundlich liebst Und segnest unser Feld Und uns die reiche Ernte gibst, Gelobt sei, Herr der Welt! 3. Wer machte diese Menschen— welt Zum Bau der Erde klug? Der Acker wär ein Distelfeld, Verlassen von dem Pflug. 4. O jede Kunst ist, Gott, von dir, Du hast sie uns gelehrt; Vor aller Weisheit danken wir Die Weisheit, die uns nährt. 5. Er legte in ein Korn so klein Die sechzigfache Kraft, Gab ihm vom Himmel Son— nenschein Und milden Lebens— faft. sind So gut, so zahlenlos, So groß im Regen, Sonn und Wind, Im kleinsten Korn so groß! 7. Die Donnerwolke zog ein— her Und droht' Gewitterschlag, Das Kornfeld wallte wie ein Meer, Stund auf und glänzt' im Tag. 8. Lobt ihn mit Furcht, den Herrlichen, Der in Gewittern wohnt; Lobt ihn mit Dank, den Gütigen, Der donnernd uns verschont! 9. Des Schnitters Tag ist lang und schwül; Doch freudig ist sein Muth, Sein Auge sieht der Garben viel, Den Schöpfer treu und gut. 10. Dein Segen ists, der alles thut; Wenn Halme kärglich stehn, So laß uns mit getrostem Muth sehn. 11.8 uns ge Noth; an, 12. Hand, schien, Land blühn. 54r uns milde Dank de tr Frud auf d Lͤben Mit; wirg Hleiß gebre 2. latur, immel er die terbli⸗ u, der Delten Nicht tt voll zornig honen⸗ Men⸗ + 06. Zunder 5, So Wind, + 0 ein⸗ schlag, vie ein glanzt , den wittern nf, den id uns frrudiz 6 sieht chöpfer trostem D. Jahreszeiten. Muth Auf deinen Reichthum sehn. 11. Bald schien es jüngst um uns gethan In unsrer Theurung Noth; Er sah die Erde segnend an, Da gab sie reichlich Brot. 12. Du öffnetest die reiche Hand, Die uns verschlossen schien, Und ließest im entlegnen Land Ein Kornfeld für uns blühn. Sommer. Ernte. 407 13. Gott, welch ein Bild: die ganze Welt, Wohin das Aug sich dreht, Ist nur ein einz'ges großes Feld, Mit Menschen⸗ bein besät! 14. Wohlauf, das Kornfeld gelbt schon sehr, Bald wird die Ernte sein; Du sammelst sie, der Ernte Herr, In ew'ge Scheunen ein. Huber, geb 1723 4 1800. Mel. Nun lob, mein Seel.(Ps. 65, 10—14.) 542. Nun laßt den Herrn uns preisen Für alle Lieb und milde That; Laßt uns ihm Dank erweisen Für seiner Gna⸗ de treuen Rath! Er hat uns Frucht gegeben Gar fröhlich auf dem Land, Hat unser armes Leben Erquickt mit reicher Hand. Mit Freuden ist gediehen, Was wir gesäet aus, Und nach viel Fleiß und Mühen Auch wohl gebracht nach Haus. 2. Wer sollte nicht erkennen, Was Gott an seinen Kindern thut? Wer sollte nicht ihn nen— nen Das einzig allerhöchste Gut? Es ist nichts, der da säet, Nichts, der da sammelt ein; Der Wind des Herren wehet, Es glänzt sein Sonnenschein, Er sendet seinen Regen Und 3. Wann er denn nun gespen⸗ det Den Segen über Land und Stadt; Wann Frieden er gesen⸗ det, Daß friedlich man geerntet hat: Dann sollen wir ihn prei⸗ sen, Der in dem Himmel sitzt Und auf viel tausend Weisen Uns Sünder nährt und schützt; Dann sollen wir ihm danken Mit Herz, mit Hand und Mund, Mit Werken, und nicht wanken Von seinem Gnadenbund. 4. Daß solches nun geschehe, Das wollst du helfen, treuer Gott! Gib ferner aus der Höhe Uns Segen, Licht und täglich Brot. Laß Lebensbrot genie— ßen Ein jedes Christenhaus, Laß Lebenswasser fließen Auf unsre Herzen aus, Daß wir nicht bloß auf Erden An Früch— macht uns freudevoll: An ihm nur ists gelegen, Wenn Gutes kommen soll. ten werden reich, Nein, dort auch Bürger werden In deinem Himmelreich! Weber. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte.(Jer. 5, 24.) —.——„ 543. Wir kommen deine Antlitz uns zu freun, Bei reich— Huld zu feiern, Vor deinem lich angefüllten Scheuern Dir, 408 XIX. Besondere Verhältnisse und Beiten. Herr der Ernte, Dank zu weihn, Der du mit milder Vaterhand Aufs neu gesegnet unser Land. 2. Dein Lob, das wir gerührt verkünden, Nimm es, o Vater, gnädig an, Und tiefer stets laß uns empfinden, Wie viel du Gutes uns gethan, Auf daß der Dank für deine Treu Ein dir geweihtes Leben sei. 3. Und wie du selber nur aus Liebe Uns schenkest unser täglich Brot, So weck in uns des Mit⸗ leids Triebe, Laß fühlen uns der Brüder Noth! Und weil du Reich' und Arme liebst, So dien' auch beiden, was du gibst. 4. Durch dich ist alles wohl gerathen Auf dem Gefild, was wir bestellt. Doch reifen auch des Glaubens Saaten Auf dei⸗ nes Sohnes Erntefeld? Sind wir auch, wenn er auf uns sieht, Ein Acker, der ihm grünt und blühtꝰ 5. Der List des Feindes wollst du wehren, Wann er geschäftig Unkraut streut; Die Frucht des Wortes laß sich mehren Zu dei— nem Ruhme weit und breit, Damit am großen Erntetag Ein jeder Garben bringen mag. Liebich, geb. 1713 4+ 1780. Mel. Mein Jesus lebt.(Ps. 65, 104. 145, 15 ꝛc.) 544. O Gott, von dem wir alles haben! Die Welt ist ein sehr großes Haus, Du aber theilest deine Gaben Recht wie ein Vater drinnen aus; Dein Segen macht uns alle reich: Ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, Die heut bei dir zu Tische gehn? Doch darf die Nothdurft keinem fehlen, Denn du weißt allem vorzustehn Und schaffest, daß ein jedes Land Sein Brot empfängt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet Und endlich auch die Frucht genießt; Der Wind, der durch die Felder wehet, Die Wolke, so das Land begießt, Des Himmels Thau, der Sonne Strahl Sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Men⸗ schen Speise, Der Acker reichet ihm das Brot; Es mehret sich vielfält'ger Weise, Was an⸗ fangs schien, als wär es todt, Bis in der Ernte Jung und Alt Erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll man mehr bedenken? Der Wunder sind hier gar zu viel. So viel als du kann niemand schenken, Und dein Erbarmen hat kein Ziel; Denn immer wird uns mehr beschert, Als wir zusam— men alle werth. 6. Wir wollens auch keinmal vergessen, Was uns dein Se⸗ gen träget ein; Ein jeder Bis⸗ sen, det Namen 54⁵ ist woh eo Kin lich err doch ni Herz9 er es Nange 2. W gethan ben!? wohl „was auch uf dei⸗ Sind sicht, nt und wollst schäftig icht des gu dei⸗ breit, entetag ringen 3 1 1780. Thau, deine Men⸗ reichet hret sih as an⸗ + todt, g und terhalt. oll man Wunder So viel henken, zat kein 1d unt zusam⸗ Heinmal ein Sl⸗ der Bi⸗ ö D. Jahreszeiten. Sommer. Bei Mißernten. 409 sen, den wir essen, Soll deines Herz und Mund soll lebenslang Namens Denkmal sein, Und Für unsre Nahrung sagen Dank. Neumann, geb. 1648 1 1715. Bei Mißernten. Mel. Was Gott thut.(Klagl. 3, 24—26, und 31—88.) 545. Was Gott thut, das ist wohlgethan. So denken Got⸗ tes Kinder. Wer auch nicht reich⸗ lich ernten kann, Den liebt er doch nicht minder; Er zieht das Herz Nur himmelwärts, Wann er es läßt auf Erden Beim Mangel traurig werden. 2. Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan Im Nehmen oder Ge⸗ ben! Was wir aus seiner Hand empfahn, Genüget uns zum Le⸗ ben. Er nimmt und gibt, Weil er uns liebt. Laßt uns in De⸗ muth schweigen Und vor dem Herrn uns beugen! Liop 1, 2. 3. Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan. Wer darf sein Walten 4. Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan. Es geh nach seinem Willen! Läßt es sich auch zum Mangel an: Er weiß das Herz zu stillen. Wer als ein Christ Genügsam ist, Der kann bei kleinern Gaben Doch Freud und Nahrung haben. 5. Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan. Das Feld mag traurig stehen: Wir gehn getrost auf seiner Bahn, Was gut ist, wird geschehen. Sein Wort verschafft Uns Lebenskraft, Es nennt uns Gottes Erben: Wie können wir verderben? 6. Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan. Laßt in Geduld uns richten, Wann er, noch eh man fassen: Er nimmt sich unser gnä⸗ ernten kann, Den Segen will dig an Und wird uns nicht ver⸗ vernichten? Weil er allein Der lassen. Er, unser Gott, Weiß, Schatz will sein, Nimmt er uns andre Güter Zum Heile der Gemüther. Mel. Wer nur den lieben Gott. 546. Gott, der du groß von Gnad und Güte, Du gebest wenig oder viel, Hör, wie das dankbare Gemüthe Des Herb⸗ stes Zeit besingen will! Denn wär der Segen noch so klein, Soll Mund und Herz doch dank⸗ bar sein! was uns noth, Und wird es gern uns geben: Kommt, laßt uns ihn erheben! Nach Schmolk, geb. 1672 4 1787. (Matth. 6, 25 ꝛc. Röm. 8, 32.) 2. Ists gleich uns dieses Jahr ergangen Wie einem, der im Weinberg sucht Und seh gern viele Trauben hangen, Sieht aber nichts als bittre Frucht: So ist doch auch das Wen'ge mehr, Als wir um dich ver— dient, o Herr! 410 XIX. Zesondere Nerhältnisse und Zeiten. 3. Wir sind, wir müssens ja bekennen, O frommer Gott, selbst schuld daran, Daß deine Hand, die viel wollt gönnen, Ein Mehreres nicht geben kann. So wenig auch der Früchte sei'n, Ist unser Dank doch viel zu klein. 4. Wie vielmal haben wir ver⸗ gessen, Daß du die Felder reich gemacht! Wie oft mit Sünden unermessen Den reichen Segen durchgebracht, Und haben uns an deiner Huld Mit unsrem Undank hoch verschuld't! 5. Verzeih, o Vater, uns in Gnaden Und segne du uns Speis' und Trank! Dem wird der Mangel selbst nicht schaden, Der wenig nimmt mit rechtem Dank Und hält das Wort in seinem Sinn: Verderbs nicht, weil ein Segen drin! Jes. 65,8. 6. Du kannst auch wohl das Wen'ge segnen; Wenn in der Wüste Mangel wär, So muß die Luft mit Manna regnen, Der dürre Fels reicht Wasser her; Im Witwen-Kad und ihrem Krug Ist immer Mehl und Ol genug. 2 Mos. 16, 4ꝛc.; 1Kön. 17, 10—16. 7. Gedenke nur der lieben Ar⸗ men; Schließ auf der Reichen Herz und Hand Zu mildem, thätigem Erbarmen; Befiehl dem Himmel und dem Land, Daß beides deine Stimme hör Und künftig reiche Frucht ge— währ! 8. Indeß sei herzlich hoch ge⸗ priesen Für das, was dieses Jahr beschert! Was du im Kleinen uns erwiesen, Ist grö— ßern Danks und Lobes werth. Dort, wo uns deine Fülle tränkt, Wird alles uns in dir geschenkt. Fischer, geb. 1695 4 1773. Herbst und Winter. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte.(Ps. 136, 1. 145, 16.) 547. Wie reich an Freude, Glück und Segen Ist, Schö— pfer, deine schöne Welt! Im Sturm, im Sonnenschein und Regen Wirkt fort die Kraft, die uns erhält, Die, nie veraltend, stets erneut, Mit tausend Ga— ben uns erfreut. 2. Uns gieng aus der Ver— wesung Hülle Das Samenkorn gedeihend auf; In Scheunen liegt der Felder Fülle, Dein Vaterauge ruhte drauf; Im Segen floß des Landmanns Schweiß, Und reiche Zinsen trug sein Fleiß. 3. Du lenktest, Herr, der Winde Flügel, Des Regens und der Ströme Flut; Du hieltest, Gott, des Blitzes Zü⸗ gel, Der Elemente wilde Wuth: Schufst selbst die Schrecken der Natur Zu Zeugen deiner Güte nur. 4. Und neue Güter, neue Ga⸗ ben Bringt auch der Herbst Ins fern nahren, prangend Rings u und Land den Hant 5. Es feln Laul Osst her nees goldt und He Von dir Gedieh, lützt. 0. Fro 548 samkeit eit; O. Meine! 2. Di Und de Unverä sill und 3. hMrästig Seht, Nur de 1. R fern S Hertn; dem d. Nord 9„ 6 in der o muß regnen, serhet; ihrem und l 17,10—16. ben Ar⸗ Reichen nildem, Befiehl Land, me hör icht ge⸗ hoch ge⸗ dieses du im Is grö⸗ perth. tränkt, schenkt. 05 1 3. dmanns Zinsen D. Zahreszeiten. Herbst und Winter. 411 uns fern und nah; Uns zu er⸗ nähren, uns zu laben, Stehn prangend unsre Gärten da; Rings winken uns in Stadt und Land Geschenke deiner mil⸗ den Hand. 5. Es dränget aus dem dun⸗ keln Laube Sich buntgefärbtes Obst hervor; Es reift des Wei⸗ nes goldne Traube, Ein Stärk⸗ und Heiltrank, uns empor; Von dir gesegnet und geschützt Gedieh, was uns erfreut und nützt. 6. Froh können wir zum Him⸗ mel schauen; Was ist, das uns betrüben kann? Uns darf nicht vor der Zukunft grauen, Denn freundlich lächelt sie uns an, Und deine Huld und Vatertreu Bewährt sich täglich, stündlich neu. 7. Laßt mild wie er zu sein uns streben, So würdig seiner Liebe sein Und unser ganzes Erdenleben Uns unsrer Brüder Glücke weihn! Ja, Wohlthun, Thätigkeit und Fleiß Sei sei⸗ ner Huld und Liebe Preis! Schink, ged. 1755 4 1835. Mel. Ohne Rast und unverweilt.(Ps. 147, 16—18.) 548. In der stillen Ein⸗ samkeit Findest du ein Lob be⸗ reit; Großer Gott, erhöre mich, Meine Seele suchet dich! 2. Der du alle Sterne führst Und der Jahre Lauf regierst: Unveränderlich bist du, Nimmer still und doch in Ruh. 3. Diese kalte Winterluft Kräftig in die Herzen ruft: „Seht, wo ist der Sommer hin? Nur der Herr erwecket ihn!“ 4. Reif, wie Asche, nah und fern Streuet aus die Hand des Herrn; Wer kann bleiben vor dem Frost, Wann es weht von Nord und Ost? 5. Gleichwie Wolle fällt der Schnee Und bedecket Land und See; Wehet aber Gottes Wind, So zerfließet er geschwind. 6. O Beherrscher der Natur! Allem zeigst du Zeit und Spur; Frühling, Sommer, Herbst und Eis Nahn und fliehn auf dein Geheiß. 7. Folgte deines Worts Be⸗ fehl Auch so willig meine Seel! O daß, Jesu, deine Lieb In mir lenkte jeden Trieb! 8. Friert da draußen alles ein, Soll mein Herz doch bren⸗ 29* sein; Leuchte, o mein Heil, in mir, O so glüht und lebt es dir! Nach J. Neander, geb. um 1640 4+ 1688. 412 XIX. Besondere Verhältnisse und Beiten. E. Cageszeiten. Morgen. Mel. Nun laßt uns Gott, den Herren.(Ps. 57, 8—11. 118, 25.) 549. Wach auf, mein Herz und singe Dem Schöpfer aller Dinge, Dem Geber aller Gü⸗ ter, Dem frommen Menschen⸗ hüter! 2. Heut, als die dunkeln Schatten Mich ganz umgeben hatten, Bedecktest du mich Ar⸗ men Mit göttlichem Erbarmen. 3. Du sprachst:„Mein Kind, nun schlafe, Ich hüte meine Schafe; Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, Du sollst die Sonne schauen!“ 4. Dein Wort, das ist ge⸗ schehen: Ich kann das Licht noch sehen; Von Noth bin ich befreiet, Dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben; Hier bring ich meine Gaben: In Demuth fall ich nieder Und bring Gebet und Lieder. 6. Die wirst du nicht ver⸗ schmähen; Du kannst ins Herz mir sehen, Und weißt wohl, daß zur Gabe Ich ja nichts Bess'res habe. 7. So wollst du nun vollenden Dein Werk an mir und senden, Der mich an diesem Tage Auf seinen Händen trage. 8. Sprich ja zu meinen Tha⸗ ten, Hilf selbst das Beste rathen, Den Ansang, Mitt' und Ende, Ach Herr, zum Besten wende! 9. Den Segen auf mich schütte, Mein Herz sei deine Hütte, Dein Wort sei meine Speise, Bis ich gen Himmel reise. Gerhard, geb. 1606 4 1676. Mel. Meine Armut macht.(1 Thess. 5, 5—8. Eph. 5, 13.) 550. Seele, du mußt mun⸗ ter werden, Denn der Erden Blickt hervor ein neuer Tag. Komm, dem Schöpfer dieser Strahlen Zu bezahlen, Was dein schwacher Dank vermag! 2. Doch den großen Gott dort oben Recht zu loben, Wollens nicht bloß Lippen sein; Nein, es hat sein reines Wesen Aus⸗ erlesen Herzen ohne falschen Schein. 3. Deine Pflicht, die kannst du lernen Von den Sternen, Deren Gold der Sonne weicht. So laß auch vor Gott zerrin⸗ nen, Was den Sinnen Hier im Finstern schön gedäucht. 4. Schau, wie das, was Odem ziehet, Sich bemühet Um der Sonne holdes Licht; Wie sich, was nur Wachsthum spüret, Freudig rühret, Wann ihr Glanz die Schatten bricht. 5. So laß dich auch fertig fin⸗ den, Anzuzünden Deinen Weih⸗ rauch, weil die Nacht, Da dich Gott vor Unglücksstürmen Wol⸗ len schit hingebra 0. Bitt Mög ve was Gu dich m. Venn d 7. Kro Norgen es wie! che freu Anzuseh Thiler 8. Es sponner ans En tes Au voc s licherl Racht der Und . icht v⸗ ins Herz st wohl, ja nichts vollenden d senden, age Auf nen Tha⸗ te rathen, nd Ende, wende! schütt, tte, Dein Bis ich 1006 f 10. e weicht. it zerrin⸗ Hier in s Oden Um det Wie sich spüreh ann iht icht. rtig fill⸗ en Beih⸗ Da dig ien Veb E. Cageszeite len schirmen, Ist so glücklich hingebracht. 6. Bitte, daß er dir Gedeihen Mög verleihen, Wenn du auf was Gutes zielst; Aber daß er dich mög stören Und bekehren, Wenn du böse Regung fühlst. 7. Kränkt dich etwas diesen Morgen, Laß ihn sorgen, Der es wie die Sonne macht, Wel⸗ che freundlich pflegt die Höhen Anzusehen Und auch in die Thäler lacht. 8. Es wird nichts so klein ge⸗ sponnen, Das der Sonnen Bis ans End verborgen bleibt; Got⸗ tes Auge sieht viel heller Und noch schneller, Was ein Sterb— 413 n. Morgen. 9. Denk, daß er auf deinen Wegen Ist zugegen, Daß er alle Sündenlust, Ja die Schmach verborgner Flecken Kann ent—⸗ decken Und errathen, was du thust! 10. Wir sind an den Lauf der Stunden Festgebunden, Der entführt, was eitel heißt, Und der dein Gefäß, o Seele, Nach der Höhle Eines Sterbgewölbes reißt. 11. Drum so seufz ich, daß mein Scheiden Nicht ein Leiden Sondern sanftes Schlafen sei, Und daß ich mit heißer Wonne Seh die Sonne, Wann des To⸗ des Nacht vorbei! licher betreibt. Canitz, geb. 1654 1 1699. Mel. Ich dank dir schon.(Ps. 59, 17. 18.) 551. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank, Erheb ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, Lobsing ihm, meine Seele! ů 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht Lag ich und schlief im Frieden. Wer schafft die Sicher⸗ heit der Nacht Und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wann ich von mir nichts weiß, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Kreis Und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, Uns wieder aufzuwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, Und dein ist unser Leben; Du bist es, der es uns erhält Und mirs jetzt neu ge— geben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, Gelobt sei deine Treue, Daß ich nach einer sanften Nacht Mich dieses Tags erfreue! 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, Mich deine Wege wallen, Und lehre du mich selber thun Nach deinem Wohlgefallen! 8. Nimm meines Lebens gnä— dig wahr, Auf dich hofft meine Seele; Sei mir ein Retter in Gefahr, Ein Vater, wann ich fehle. 9. Gib mir ein Herz voll Zu— 414 XIX. Desondere Ver versicht, Erfüllt mit Lieb und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Erkenn und willig thue! 10. Laß mich als dein gehor⸗ sam Kind Dir zu gefallen stre⸗ ben, Gottselig, züchtig, fromm gesinnt Durch deine Gnade leben! 11. Laß mich, dem Nächsten hältnisse und Beiten. beizustehn, Nie Fleiß und Ar⸗ beit scheuen, Mich gern an an⸗ drer Wohlergehn Und ihrer Tugend freuen! 12. Laß mich das Glück der Lebenszeit In deiner Furcht ge⸗ nießen Und meinen Lauf mit Freudigkeit, Wann du gebeutst, beschließen! Gellert, geb. 1715 4 1769. Mel. Herzlich thut.(1 Kön. 3, 9—11. Joh. 16, 24.) 552. Es hat uns heißen tre⸗ ten, O Gott, dein lieber Sohn Mit herzlichen Gebeten Vor deinen hohen Thron, Und uns mit theurem Amen Erhörung zugesagt, Wenn man in seinem Namen Nur bittet, fleht und klagt. 2. Darauf komm ich gegangen In dieser Morgenstund; Ach, laß mich doch erlangen, Was ich aus Herzensgrund Von dir, mein Gott, begehre Im Namen Jesu Christ; Und gnädig mir gewähre Das, was mir nütz⸗ lich ist! 3. Nicht aber mir zu geben Bitt ich aus deiner Hand Geld, Gut und langes Leben, Nicht Ehr noch hohen Stand; Denn dieses ist nur nichtig Und lauter Eitelkeit, Vergänglich, schwach und flüchtig Und schwindet mit der Zeit. Mel. O Gott, du frommer. 553. O Jesu, süßes Licht! Nun ist die Nacht vergangen; 4. Ich bitte mir zu schenken Ein fromm und keusches Herz, Das nimmermehr mag denken Auf Sünd und schnöden Scherz; Das stets mit Liebe flammet Zu dir, Gott, himmelan, Und alle Lust verdammet Der sündenvol⸗ len Bahn. 5. Hernach laß mich gewinnen Nach deiner großen Kraft Kunst, Weisheit, kluge Sinnen, Ver⸗ stand und Wissenschaft, Daß all mein Thun und Handeln Dir mag gefällig sein; Laß vor der Welt mein Wandeln Sein ohne falschen Schein! 6. So wird von jenen allen, Stand, Leben, Ehr und Geld, Auf meine Seite fallen, So viel dir, Gott, gefällt; Man muß die Seel erst schmücken, So wirst du allgemach Den Leib auch schon beglücken: Glück folgt der Tugend nach! Matth. 6, 3s. Neumark, geb. 1621 4 1681. (2 Kor. 6, 16. 1 Thess. 5, 23.) Nun hat dein Gnadenglanz Aufs neue mich umfangen; Mun ist, Schlumr hat sich, langend 2. Ma Nein 6 en? J gar In Leib un diesem mein O nichts v 3. Dr Da haf sei dein nur di Liebe K Geist, Verkla unser Glan liebli und und M⸗ an an⸗ d ihrer lück der urcht ge⸗ auf mit gebeuts, 15 7 00. schenken es Herz, denken Scherzz umet Zu Und alle ndenvol⸗ ewinnen Kuns, U, Ver⸗ Daß all Nn Dir vor der ein ohne en allen, nd Geb „So viẽ Nan muß fen, 60 Den Leib. läckfogt E. Cageszeiten. Morgen. 415 Nun ist, was an mir ist, Vom Schlummer aufgeweckt Und hat sich, Herr, nach dir Ver— langend ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, Mein Gott, zum Opfer schen⸗ ken? Ich will mich ganz und gar In deine Gnade senken Mit Leib und Seel und Geist An diesem ganzen Tag: Das soll mein Opfer sein, Weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, Da hast du meine Seele; Sie sei dein Eigenthum, Daß sie nur dich erwähle In deiner Liebe Kraft; Da hast du meinen Geist, Darinnen wollst du dich Verklären allermeist. Seel und Geist Mit dir ver— eine sich! 5. Mein Jesu, schmücke mich Mit Weisheit und mit Liebe, Mit Keuschheit, mit Geduld, Durch deines Geistes Triebe; Kleid mit der Demuth mich Und mit der Sanftmuth an, So bin ich wohlgeschmückt Und köstlich angethan! 6. O daß mir diesen Tag Stets vor den Augen schwebe, Daß dein' Allgegenwart Mich wie die Luft umgebe, Damit mein ganzes Thun Durch Herz, lobe inniglich, Mein Gott, zu aller Stund! 7. Ach segne, was ich thu, Ja 4. Hier sei denn auch mein Leib Zum Tempel dir ergeben; Wähl ihn zur Wohnung dir, O allerliebstes Leben! Ach wohn, ach leb in mir, Beweg und rege mich, Daß Leib und Eigene Mel.(Sprüche 8, 17. Ps. 554. Die güldne Sonne, Voll Freud und Wonne, Bringt Mit ihrem Glänzen Ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt Die lagen da⸗Schoß. unsern Grenzen und Glieder, nieder; Aber nun stehe ich, Bin rede und gedenke! Durch deines Geistes Kraft Es also führ und lenke, Daß alles nur gescheh Zu deines Namens Ruhm, Und daß ich unverrückt Verbleib dein Eigenthum! JIoachim Lange, geb. 1670 + 17⁴44 84, 12 ꝛc. 92, 2. Klagl. 3, 22 ꝛc.) Vermögen sei mächtig und groß; Und wo die Frommen Dann sollen hinkommen, Wann sie in Frieden Von hinnen geschieden Aus dieser Erde vergänglichem 3. Lasset uns singen, Dem munter und fröhlich, Schaue Schöpfer bringen Güter und den Himmel mit meinem Ge— Gaben; Was wir nur haben, sicht Alles das sei Gott zum Opfer 2. Mein Auge schauet, Was gesetzt! Die besten Güter Sind Gott gebauet Zu seinen Ehren, unsre Gemüther; Lieder der Und uns zu lehren: Wie sein Frommen, Von Herzen gekom⸗ durch Sinn und Mund Dich 416 XIX. Zesondere Verhältnisse und Zeiten. men, Sind Weihrauch, der ihn am meisten ergetzt. 4. Abend und Morgen Sind seine Sorgen; Segnen und mehren, Unglück verwehren Sind seine Werke und Thaten allein. Wann wir uns legen, So ist er zugegen; Wann wir aufstehen, So läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben Zu dir hoch droben All meine Sinnen; Laß mein Beginnen Ohn' allen Anstoß und glücklich ergehn! Laster und Schande, Des See⸗ lenfeinds Bande, Fallen und Tücke Treib ferne zurücke! Laß mich auf deinen Geboten bestehn! 6. Laß mich mit Freuden Ohn' alles Neiden Sehen den Segen, Den du wirst legen In meines Bruders Hand, Güter und Haus! Geiziges Brennen, Unchristliches Rennen Nach Gut mit Sünde, Das tilge ge⸗ schwinde Aus meinem Herzen und wirf es hinaus! 7. Menschliches Wesen, Was ists?— Gewesen! In einer Stunde Geht es zu Grunde, So⸗ bald die Lüfte des Todes drein wehn; Alles in allen Muß brechen und fallen; Himmel und Erden, Die müssen das werden, Was sie gewesen vor ihrem Bestehn. 8. Alles vergehet; Gott aber stehet Ohn' alles Wanken, Seine Gedanken, Sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, Die nehmen nicht Schaden, Heilen im Her⸗ zen Die tödtlichen Schmerzen, Halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, Ver⸗ gib und schone, Laß meine Schulden In Gnad und Hul⸗ den Aus deinen Augen sein ab⸗ gewandt! Sonst, Herr, regiere, Mich lenke und führe, Wie dirs gefället! Ich habe gestellet Alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, Wo⸗ mit mein Leben Ich kann er⸗ nähren, So laß mich hören Allzeit im Herzen dies heilige Wort:„Gott ist das Größte, Das Schönste und Beste, Gott ist das Süßste Und Allerge— wißste, Aus allen Schätzen der edelste Hort!“ 11. Willst du mich kränken, Mit Galle tränken, Und soll von Plagen Ich auch was tra— gen: Wohlan, so mach es, wie dir es beliebt! Was gut und tüchtig, Was schädlich und nich— tig Meinem Gebeine, Das weißt du alleine, Hast niemals einen zu bitter betrübt. 12. Trübsal und Zähren Nicht ewig währen: Nach Meeres— brausen Und Windessausen Leuchtet der Sonne erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle Und selige Stille Darf ich erwarten Im himmlischen Garten. Da— hin sind meine Gedanken ge— richt't! Gerhard, gev. 1005 1 1070. 555. Ewigkeit en Licht Morgen; Hesicte, deine M 2. Dei Fall auf Laß die! süßen T guick ur merdar! 3. Gi Glut U Und e 556. deinen lich und rücke le Herzun für alle an da 2. 8 Ruen, und m nehmen im Her⸗ hmerzen, nd ewiz e, Ve⸗ 5 meine ind Hub n sein ab⸗ Fregiere, Wie dits let Alles d Hand. en, Vo⸗ kann er⸗ ich hören heilige Groͤßte, ste, Gott Allerge⸗ tzen der kränken, Und sol was tra⸗ hes, wie gut und und nich⸗ das wist als einen ten Mät Meetes⸗ essalsel wuͤnschtes ille Und an. Di nken ge 107⁰• 911 10⁰⁰ E. Cageszeiten. Morgen. 417 Eigene Mel. 555. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpf⸗ ten Lichte! Schick uns diese Morgenzeit Deine Strahlen zu Gesichte, Und vertreib durch deine Macht Unsre Nacht! 2. Deiner Güte Morgenthau Fall auf unser matt Gewissen, Laß die dürre Lebensau Lauter süßen Trost genießen, Und er⸗ quick uns, deine Schar, Im⸗ merdar! 3. Gib, daß deiner Liebe Glut Unsre kalten Werke tödte; Und erweck uns Herz und (Joh. 8, 12.) Muth Bei erstandner Morgen⸗— röthe, Daß wir, eh wir gar vergehn, Recht aufstehn! 4. Ach du Aufgang aus der Höh! Gib, daß auch am jüng— sten Tage Unser Leichnam auf⸗ ersteh Und, entfernt von aller Plage, Sich auf jener Freu⸗ denbahn Freuen kann! 5. Leucht uns selbst in jene Welt, Du verklärte Gnaden⸗— sonne! Führ uns durch das Thränenfeld In das Land der süßen Wonne, Wo die Lust, die uns erhöht, Nie vergeht! Knorr von Rosenroth, geb. 1636 4 1689. Mel. Gott des Himmels.(Pf. 37, 17.) 556. Höchster Gott, durch deinen Segen Konnt ich fröh— lich und gesund Diese Nacht zu⸗ rücke legen; Also preist dich Herz und Mund. Denn du willst für alle Treu Nichts, als daß man dankbar sei. 2. Segne heute mich vom neuen, Weil du segnen kannst und mußt! Denn mit Wohl⸗ Worte, Schreib es in mein Herz hinein, Daß es mag an jedem Orte Meines Wandels Richt⸗ schnur sein! Leuchtet mir dies Lebenslicht, O so fehl und fall ich nicht. Ps. 119, 105 5. Segne mich in meinem Stande; Zeuch mein Herz mit Klugheit an, Daß ich solchen ohne Schande Und mit Ehren führen kann; Gib dazu mein thun zu erfreuen, Das ist deine Herzenslust, Und du machst die milde Hand Täglich aller Welt bekannt. 3. Segne mich mit deinem Geiste, Daß er heut mit seiner Kraft Meinem Glauben Bei⸗ stand leiste, Daß er gute Werke schafft Und dem Bösen insge⸗ mein Mag ein wackrer Gegner sein! 4. Segne mich mit deinem Gesangbuch für die evangelische Kirche. täglich Brot, Und was irgend sonst mir noth! 6. Segne mich in Kreuz und Leiden Mit Vertrauen und Ge⸗ duld; Segne mich in Glück und Freuden Mit dem Reichthum deiner Huld: Daß ich dir im Kreuz getreu Und im Glück voll Demuth sei! 7. So will ich für allen Segen Lob und ⁊0 Preis 27 ö 418 XIX. Besondere Verhältnisse und Beiten. und Dank Dir zu deinen Füßen dort Vor dir jauchze fort und in allen legen, Und es thun mein Leben fort. eleucht lang, Bis ich mit den Engeln Neumeister, geb. 1671 4 1756. 6. Ich ö Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend.(Ps. 10, 6. Klagl. 3, 22 ꝛ0.) hereit 557. Die Morgensonne gehet 4. Der Sonne Lauf nie stille 9 8 ö auf, Erfreut zu wallen ihren steht Und ohne Säumen weiter 20 fl Lauf; Kein Bräutigam kommt geht; So sollen wir ohn Unter⸗ bch so geziert, Wie sie die goldnen laß Ihr folgen auf der Himmels⸗ dch, Strahlen führt. straß. 7 D 2. So viel der Himmel Sterne 5. Herr, deine Gnade, Güt 4—— zählt, Ist sie vor allen auser⸗und Treu Ist alle Morgen bei fi 1 wählt; Es muß ein großer uns neu. Erleucht uns Herz Rer Herrscher sein, Der ihr ertheilt und Angesicht Mit deinem Wort/ 13 den goldnen Schein. Sir. 46, 5. dem Himmelslicht! 4 3. Die Himmel rühmen Gottes 6. So wollen wir dir allezeit— *0 Ehr Und geben uns die schöne Hier danken in der Christenheit, 550 Lehr, Daß wir ihn auch mit Und dort mit deiner Engel und d unsrem Mund Hoch preisen Schar Dich fröhlich loben im⸗ und he sollen alle Stund. merdar. Harsdörfer, geb. 1607 4 1056. und Mel. Allein Gott in der Höh.(Jes. 60, 1. Eph. 5, 9. Kol. 1, 10.) und Y 558. Erheb, o meine Seele, erstehn Und zeigen, daß wir 55 dich, Die Finsterniß vergehet, leben; Laßt uns in seinem w Schon zeigt der Glanz des Ta-Gnadenschein Nicht eine Stunde 35 0 ges sich, Die Sonn am Himmel müßig sein! Gott ists, der uns, stehet; Zu Gott erhebe deinen erleuchtet. aht Sinn, Daß er sein Werk in dir 4. Ein Tag geht nach dem an⸗ ö ind beginn Und gnädig dich er-dern fort, Doch Gottes Werk mnd he leuchte! bleibt liegen, Weil ohne That, hur S 2. Im Licht muß alles rege mit leerem Wort So viele sich Wuen sein Und sich zur Arbeit kehren, betrügen. Herr, laß uns freu⸗ 20 Im Licht singt früh das Vöge-dig gehn ans Werk, Verleih dund lein, Im Licht zu Gottes Eh- uns Gnade, Kraft und Stärk dergeh ren; So soll der Mensch in Im Licht, das uns erleuchtet! nich Gottes Licht Aufheben billig 5. Du zeigst, was zu verrich— IN.e sein Gesicht Zu dem, der ihn ten sei Auf unsern Glaubens⸗ Of erleuchtet. wegen. So hilf uns nun und NMie 3. Nun laßt uns an die Arbeit steh uns bei, Verleihe deinen 4. gehn Und froh den Herrn er⸗Segen, Daß das Geschäft von MWor heben; In Christo laßt uns auf- deiner Hand Vollführet werd nag ö — ort und 571 7 17⁵⁶ 2.) nie stille weiter uUnter⸗ immels⸗ e, Güt rgen bei ns Herz m Wort, r allezeit istenheit, r Engel oben im⸗ 1607 4 1658. 10.) daß wir seinem Stunde der un denm al⸗ 1 Wait ne Thal, viele sih uns frn Verleih ld Stirt in allem Land, Wozu du uns erleuchtet! 6. Ich flehe, Herr, mach mich bereit Zu deinem Wohlgefallen; Im rechten Brauch der Gnaden⸗ zeit Laß deine Kinder wallen! Sie fürchten Tod und Sünde nicht, Geboren aus dem ew'gen Licht, Das allweg ihnen leuchtet. 7. Das Licht des Glaubens sei in mir Ein Licht der Kraft und Stärke; Es sei die Demuth meine Zier, Die Lieb das Werk Eigene Mel.(Ps. 17, 559. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geist, Welcher Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, Dessen starke Hand die Welt, Und was drinnen ist, erhält: 2. Gott, ich danke dir von Her⸗ zen, Daß du mich in dieser Nacht Vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen Hast behütet und bewacht. Ach, bei aller mei⸗ ner Schuld Trägst du mich mit Vaterhuld! 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden Heut mit dieser Nacht vergehn! O Herr Jesu, laß mich finden Stets dein Herz mir offen stehn, Wo alleine Hilf und Rath Ist für meine Missethat! 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen Geistlich auferstehen mag Und für meine Seele sor⸗ E. Tageszeiten. Morgen. 419 der Werke; Die Weisheit sprech aus meinem Mund Und wohn in meines Herzens Grund: So bin ich recht erleuchtet. 8. Herr, bleib bei mir, du ewig Licht, Daß ich stets gehe richtig, Erfreu mich durch dein Ange— sicht, Mach mich zum Guten tüchtig, Bis ich erreich die goldne Stadt, Die deine Hand gegründet hat Und ewiglich er⸗ leuchtet! Lackmann, 1 1713 5. 2 Mos. 23, 20.) gen, Daß, wann nun dein gro⸗ ßer Tag Uns erscheint und dein Gericht, Ich davor erschrecke nicht! 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach deinem Wort; Sei und bleibe du auch heute Mein Beschützer und mein Hort! Nirgends als bei dir allein Kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele Samt den Sinnen und Verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke Hand; Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, Nimm mich auf, dein Eigenthum! 7. Deinen Engel zu mir sende, Der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wen⸗ de Und mich halt in guter Acht, Der auch endlich mich zur Ruh Trage nach dem Himmel zu! Alberti, geb. 1604 4 1651. 420 XIX. Besondere Verhältnisse und Zeiten. Mel. Werde munter.(1 Thess. 5, 8. Ps. 90, 17.) 560. Gott, du Licht, das ewig bleibet, Das ohn' allen Wechsel ist, Das die Finsterniß vertrei⸗ bet, Der du bleibest, wie du bist! Ich verlasse meine Ruh; Rufe: werde Licht! mir zu, Daß ich, der ich Nacht und Er⸗ de, Durch dein Licht verkläret werde. 2. Wecke, da der Leib geschla⸗ fen, Auch die Seele geistlich auf; Gib ihr deines Lichtes Waffen, Richt und leite ihren Lauf; Laß mich sein des Lichtes Kind; Hilf mir, weil ich geist— lich blind, Jesu, daß ich wieder sehe Und in deinem Lichte gehe! 3. Schenke mir, Herr, und ge— währe, Was die arme Seele stillt: Ach, erneure und verkläre Stets in mir dein Ebenbild; Sende mir den Geist der Kraft, Der ein neues Leben schafft, Daß ich himmlisch auf der Er— de Und ein Geist mit Christo werde! 4. Segne meiner Hände Werke, Fördre mich in meiner Pflicht; Bleibe meiner Schwachheit Stärke, Meines Lebens Kraft und Licht; Laß mein Lebensziel allein Deines Namens Ehre sein; Hilf, daß ich stets wahre Liebe Gegen meinen Nächsten übe! 5. Führ mich einst zu jenem Lichte Deiner höchsten Majestät, Wo vor deinem Angesichte Die verklärte Seele steht Heller als der Sonnenschein, Schön, un— sterblich, engelrein; Laß sie sein mit dir vereinet, Wann mein letzter Tag erscheinet! Sal. Franck, geb. 1659 4 1725. Mel. Nun danket all.(1 Petri 2, 9.) 561. Das äußre Sonnen⸗ licht ist da Und scheint mir ins Gesicht; Gott ist noch mehr dem Geiste nah Mit seinem Lebens-⸗ licht. 2. Ach, wohn in mir, du Got⸗ tessonn', Mein Geist dein Him⸗ mel werd, Daß ich, o reine Seelenwonn', Ganz werd in dich verklärt! 3. Wann sich die Sonne offen⸗ bart, So weicht die Dunkelheit; Vertreib durch deine Gegenwart Die Sünd und Eigenheit! 4. Du bist ein Licht und wohnst im Licht: Ach, mach mich licht und rein, Zu schauen, Herr, dein Angesicht Und dir vereint zu sein! 5. Der Adler schaut geradezu Die Sonne fröhlich an; Mein Geistesaug eröffne du, Daß ich dich schauen kann! 6. Wer dich in deinem Licht erblickt In seiner Seele Grund, Der steht wie Cherubim gebückt Vor dir zu jeder Stund. 7. So laß mich wandeln, wo Mein Thun und Lassen im— ich bin, Vor deinem Angesicht; nerhin licht! 8. De 562. jenem S Heißt, a allem K Norgei anders dann m des Pi Tag, a 2. Ht Dage, Einstn Er sei 563 Raht: der EI des m herdet schaff, der Er⸗ Christo Werke, ö Riht; wachheit 8 Kraft bensziel 6 Ehre 8 wahre Nächsten u jenem Majestät, hte Die eller als hön, un⸗ sie sein nn mein 659 4 15 mich lich , Herr/ r vereint eradezu ; Mein Daß ih 7 Grund. n gebich Mesh. ssen im E. Cageszeiten. merhin Sei lauter, rein und licht! 8. Dein Auge leite meinen Morgen. Schluß der Woche. 421 Gang, Daß ich nicht irre geh, Und bleib mir nah mein Leben lang, Bis ich dich ewig seh. Tersteegen, geb. 16097 4 1769. Eigene Mel.; oder: Freu dich sehr.(Ps. 17, 15.) 562. Wenn ich einst von jenem Schlummer, Welcher Tod heißt, aufersteh, Und erlöst von allem Kummer, Jenen schönern Morgen seh: O dann wach ich anders auf, Schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, Großer Tag, an deinem Morgen! 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Vater meiner Lebenszeit, Einst mich im Gericht verklage: Er sei ganz von mir entweiht! Am Schluß Mel. Die Nacht ist vor 563. Die Nacht gibt gute Nacht; Der Tag herrscht auf der Erden. Gott, der da bei⸗ des macht, Soll hochgepriesen werden. Du, Herr der ganzen Welt, Hast alles wohl bestellt. 2. Ja wohl, und mehr als wohl Hat mich dein Schild bedecket, Daß ich erkennen soll, Wie deine Güte schmecket, Und daß sonst keine Treu So groß als deine sei. 3. Ach, laß dir meinen Dank In Schwachheit hier gefallen! Dein Lob soll lebenslang Aus meinem Munde schallen; Ich werde niemals mein, Nur dein auf immer sein. Auch noch heute wacht' ich auf, Dank dir, Herr!— zu dir hin⸗ auf Führ mich jeder meiner Tage, Jede Freude, jede Plage, 3. Daß ich froh gen Himmel sehe, Wann mein letzter Tag erscheint, Wann zum dunkeln Thal ich gehe, Und mein Freund nun um mich weint: Lindre dann des Todes Pein; Laß mein End ihm lehrreich sein, Daß ich ihn zum Himmel weise Und dich, Herr des Todes, preise! Klopstock, geb. 1724 4 1808. der Woche. der Thür.(Ps. 90, 14.) 4. Du wollst mich diesen Tag Ins Buch des Segens schreiben, Daß ich so leben mag, Wie mich dein Geist wird treiben; Durch dessen Leitung führ Mich mehr und mehr zu dir! 5. Mein Denken und mein Thun, Mein Wollen und mein Lassen Soll gläubig auf dir ruhn Und dein Gebot umfassen. Gib mein bescheiden Theil Am Kreuz und auch am Heil! 6. Versorge meinen Mund; Doch mehr die Seel erfülle, Erhalte sie gesund In ihrer Lei⸗ beshülle; Gib einen Gnaden⸗ blick Auch zu der Meinen Glück! 7. Die Woche laufet nun Mit 422 diesem Tag zu Ende; Drum hilf, daß ich mein Thun In dei⸗ ner Kraft vollende, Daß mor⸗ gen mich dein Tag Gesammelt finden mag! 8. Laß mich die kurze Zeit XIX. Zesondere Nerhältnisse und Beiten. Des Lebens klüglich theilen, Und nach der Ewigkeit Mit frohen Schritten eilen! So leb ich, weil es gilt; So sterb ich, wann du willt. Schmolt, geb. 1672 4 1737. Abend. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 564. Gott, du lässest mich erreichen Abermal die Abend— zeit; Das ist mir ein neues Zei⸗ chen Deiner Lieb und Gütigkeit. Laß jetzo mein armes Singen Durch die trüben Wolken dringen, Und sei auch in dieser Nacht Ferner auf mein Heil bedacht! 2. Neige dich zu meinen Bit⸗ ten, Stoß nicht dies mein Opfer weg! Hab ich gleich oft über— schritten Deiner Wahrheit heil⸗ gen Steg, So verfluch ich meine Sünden Und will mich mit dir verbinden; Reiß du nur aus meiner Brust Alle Wurzel böser Lust! 3. Herr, es sei mein Leib und Leben, Und was du mir sonst geschenkt, Deiner Allmacht über⸗ geben, Die den Himmel selbst umschränkt. Einen Strahl der Mel. Nun ruhen alle Wälder. 565. Herr, der du mir das Leben Bis diesen Tag gegeben, Dich bet ich kindlich an; Ich bin viel zu geringe Der Treue, die ich singe, Und die du heut an mir gethan. (Jes. 12, 2.) Gottheit scheinen Laß um mich und all die Meinen, Die, was deine Liebe thut, Dankbar schätzen als dein Gut! 4. Laß mich mildiglich be⸗ thauen Deines Segens Über— fluß; Schirme mich vor Angst und Grauen, Wende Schaden und Verdruß, Brand und sonst betrübte Fälle; Zeichne meines Hauses Schwelle, Auf daß kei— nen hier der Schlag Des Ver⸗ derbers treffen mag! 5. Wirke du in meinen Sin⸗ nen, Stehe mir im Schatten bei, Daß mein schlafendes Be⸗ ginnen Dir auch nicht zuwider sei! Schaffe, daß ich schon auf Erden Mög ein solcher Tempel werden, Der nur dir, und nicht der Welt Ewig Licht und Feuer hält! Canitz, geb. 1654 4 1699. (1 Mos. 32, 10.) 2. Mit dankendem Gemüthe Freu ich mich deiner Güte, Ich freue mich in dir. Du gibst mir Lust und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke Und schaffst ein reines Herz in mir. 9. Gott len, Nae len Einh deine G den Him den Prei I. Ich he Und 3u dir, 566. die Sor alles sii stlacket. sch erm lin fle der, 3 ihre H1 ir, me . Ac Ind Ge aus S ken; 9 Rat, t dir be I. R heilen, t Mit So leb rb ich, 27 757. m mich ie, was Dankbar ich be⸗ über⸗ r Angst Schaden nd sonst meines daß kei es Ver/ en Sin⸗ Schatten des Be⸗ zuwider chon auf Tempel Ind nicht ud Feuet 664 1 1000 Gemüthe te/ 0 gibs mll deihn affst ein E. Tageszeiten. Abend. 423 3. Gott, welche Ruh der See-bin der Schuld entladen, Ich len, Nach deines Worts Befeh⸗ bin bei dir in Gnaden, Und in len Einher im Leben gehn; Auf deine Güte hoffen, Im Geist den Himmel offen Und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glau⸗ be Und nahe mich im Staube Zu dir, o Gott, mein Heil! Ich Mel. Der Tag ist hin. 566. Der Abend kommt, die Sonne sich verdecket, Und alles sich zur Ruh und Stille strecket. O meine Seel, merk auf! Wo bleibest du? In Got⸗ tes Schoß, sonst nirgends hast du Ruh. 2. Der Wandersmann legt sich ermüdet nieder, Das Vög⸗ lein fleugt zu seinem Neste wie⸗ der, Die Schäflein ziehn in ihre Hürden ein. Laß mich zu dir, mein Gott, gekehret sein! 3. Ach, sammle selbst Begierden und Gedanken, Die noch so leicht aus Schwachheit von dir wan⸗ ken; Mein Ruheplatz und Hei⸗ mat, thu dich auf, Daß ich in dir beschließe meinen Lauf! 4. Recht väterlich hast du mich heut geleitet, Bewahrt, ver⸗ schont, gestärket und geweidet. Ich bins nicht werth, daß du so gut und treu; Mein Alles dir zum Dank ergeben sei! dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen Eil ich der Ruh entgegen, Dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende Ist dein, in dei⸗ ne Hände Befehl ich, Vater, meinen Geist. Gellert, geb. 1715 4 1769. (Pf. 112, 1. 4. 116, 7.) nicht mehr geschehn; Nimm mich nur ein, so werd ich fester stehn! 6. Da nun der Leib sein Tag⸗ werk hat vollendet, Mein Geist sich auch zu seinem Werke wen⸗ det: Zu beten an, zu lieben in⸗ niglich, Im stillen Grund, mein Gott, zu schauen dich. 7. Die Dunkelheit ist da, und alles schweiget; Mein Geist vor dir, o Majestät, sich beuget. Ins Heiligthum, ins Dunkel kehr ich ein; Herr, rede du, laß mich ganz stille sein! 8. Mein Herz sich dir zum Abendopfer schenket, Mein Wille sich in dich gelassen senket. Begierden, schweigt! Vernunft und Sinnen, still! Mein müder Geist im Herren ruhen will. 9. Dem Leib wirst du bald seine Ruhe geben; Laß nicht den Geist zerstreut in Unruh schweben! Mein treuer Hirt, 5. Vergib es, Herr, wo ich führ mich in dich hinein: In mich heut verirret Und mich dir, mit dir kann ich vergnüget zu viel durch dies und das ver⸗ sein! wirret! Es ist mir leid, es soll 10. Im Finstern sei des Geistes 42⁴ XIX. Besondere Verhältnisse und Zeiten. Licht und Sonne, Im Kampf in deiner Hütte zu, Bis ich er⸗ und Kreuz mein Beistand, Kraft reich die volle Sabbatruh. und Wonne; Deck mich bei dir Tersteegen, geb. 1697 4 1769. Mel. Nun ruhen alle Wälder.(Ps. 27, 1.) 567. Die Sonne senkt sich nieder, Die stille Nacht kommt wieder Und mit ihr Schlaf und Ruh; Sie bringt uns neue Kräfte, Beschließt des Tags Geschäfte Und drückt die mü⸗ den Augen zu. 2. Noch wach ich und erzähle Mit tiefgerührter Seele, Herr, was du mir gethan. Dich prei⸗ set mein Gemüthe Für alle Gnad und Güte: Herr, nimm mein stilles Loblied an! 3. Von dir kommt jede Gabe, Das Leben, das ich habe, Die Ruhe dieser Nacht. Du bist der Quell der Güter, Mein Schutz und treuer Hüter, Der, wann ich schlummre, für mich wacht. 4. Du läßt es finster werden Und hüllst den Kreis der Erden In tiefe Dunkelheit; Doch auch in dunkler Stille Wohnst du mit deiner Fülle Und zeigst uns deine Herrlichkeit. 5. Du führst aus weiter Ferne Den Mond und tausend Sterne Mit Majestät herauf; Sie leuch⸗ ten dir zur Ehre Hoch über Land Eigene Mel.(Ps. 121, 568. Der Tag ist hin. Mein Jesu, bei mir bleibe; O Seelen⸗ licht, der Sünden Nacht ver— treibe; Geh auf in mir, Glanz und Meere, Und deine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Als Zeugen deiner Stärke Stehn lauter Wunderwerke In deiner Schöpfung da; Und du, der sie bereitet Und Mond und Sterne leitet, Bist auch im Staub mir innig nah. 7. Groß, wann der Morgen thauet, Groß, wann der Abend grauet, Groß in der stillen Nacht; Im Sonnenschein, im Sturme, Am Menschen und am Wurme Groß zeigst du, Schö— pfer, deine Macht. 8. Drum schwinde alles Grau⸗ en, Drum will ich kindlich trauen; Denn du versorgst auch mich. Ja, Vater, ich befehle Dir freudig Leib und Seele; Du bist mein Gott, ich hoff auf dich. 9. Laß dir mein kindlich Lallen Durch Jesum wohlgefallen Und segne meinen Geist, Bis er, im Grund erneuert, Den großen Sabbat feiert, Wo aller Sel⸗ gen Schar dich preist! Vermehrt durch Junkheim, geb. 1729 4 1790; 1 ꝛc. Klagl. 3, 57.) der Gerechtigkeit, Erleuchte mich, o Herr, denn es ist Zeit! 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen; Dir 97 1 Ne0. se Hand Stärke erke In Und du, ond und auch im Morgen 4 Abend stillen hein, im und am „ Schöͤ⸗ 5 Grau⸗ findlich igst auch befehle Seele; hoff auf ch Lallen len Und 18 el in großen ler Sel⸗ 10 1 Nob. hte mich, E. Cageszeiten. Abend. 42⁵ sei die Ehr, wenn alles wohl gelungen Nach deinem Rath, ob ichs gleich nicht versteh; Du bist gerecht, es gehe, wie es geh! 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet: Bestän⸗ digkeit im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, v Herzenskündiger; Ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergib es, Herr, mir sagt es mein Gewissen: Der Sünde Lust hat mich von dir gerissen! Es ist mir leid, ich stell mich wieder ein. Hier ist mein Herz: Ich dein, Herr, und du mein! 5. Israels Schutz, mein Hüter und mein Hirte, Zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte, Bewahre mich durch deine große Macht, Und halt um mich mit treuen Augen Wacht! 6. Du schlummerst nicht, wann matte Glieder schlafen; Ach, laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen! O Lebenssonn, erquicke meinen Sinn! Dich laß ich nicht, mein Fels, der Tag ist hin! Neander, geb. 1640 4 1688. Mel. O du Liebe.(Luk. 24, 29—32. Matth. 28, 20.) 569.„Bleibe, es will Abend werden!“ Jesu, bleibe du bei mir! Mit den Deinigen auf Erden Rufe jetzt auch ich zu dir. Bleibe mir statt tausend Sonnen, Denn dein Nahesein im Wort Hat das Herz mir ab⸗ gewonnen, Und dies läßt dich nicht mehr fort. 2. Bleibe! Du bist mein Erlö⸗ ser; Ach, was hab ich ohne dich? Da wird nur mein Elend grö— ßer, Und die Hölle schrecket mich. Ohne dich bin ich verloren; Aber dein Versühnungsblut Hat mich wieder neugeboren, Weil es Wunder an uns thut. 3. Bleibe! Denn du bist mein Leben, Außer dir ist alles todt; Außer dir sind wir nur Re⸗ ben, Welchen Gott das Feuer droht. Meiner Seele schwache Triebe Gehen nur auf dich allein; Wenn nicht Jesus bei mir bliebe, Wollt ich lieber gar nicht sein. Jyh. 15, 6. 4. Bleibe, mußt du mir schon sagen, Daß ich unverständig sei! Denn du kannst auch Tho— ren tragen, Und bleibst unver⸗ ändert treu; Ja ich will es selbst bekennen, Ja ich bins, doch bleib mir nah; Laß mir nur das Herz noch brennen, Daß ich fühl, du seiest da! 5. Bleibe, wenn ich gleich im Herzen Noch so träg zum Glau— ben bin! Denn ich lege dir mit Schmerzen Selbst die Unart redlich hin. Hast du nicht auch mit den Trägen Noch erbar— mende Geduld? Ja selbst auf betrübten Wegen Nahst du ihnen voller Huld. 6. Bleibe, hält auch meine Augen Jetzt noch ein geheimes Band, Daß sie nicht zu schauen I A‚‚ñ‚.— ———.— — — 426 XIXͤ. Besondere Nerhältnisse und Beiten. taugen Dich in dem Verklä⸗ rungsstand: Offne mir indeß die Schriften, Daß ich Jesum glauben kann; Schauen geht ja bei Geprüften In der neuen Stadt erst an. 7. Bleibe mir stets in Gedan⸗ ken, Daß mein Herz dich nicht verläßt; Mach es, wann es wollte wanken, Durch die Gnade wieder fest! Bleibe bei mir, was ich schaffe; Bleibe bei Mel. Nun ruhen alle Wälder. 570. Der Mond ist aufge⸗ gangen, Die goldnen Sternlein prangen Am Himmel hell und klar; Der Wald steht schwarz und schweiget, Und aus den Wiesen steiget Der weiße Ne— bel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille Und in der Dämmrung Hülle So traulich und so hold, Als eine stille Kammer, Wo ihr des Tages Jammer Verschlafen und vergessen sollt! 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen, Und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, Die wir getrost belachen, Weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolze Menschenkinder Sind eitel arme Sünder Und wissen gar nicht viel; Wir spin⸗ Eigene Mel. mir, wo ich ruh; Bleibe bei mir, wann ich schlafe; Weicht mir alles, bleibe du! 8. Ja du bleibst; du hasts ver⸗ sprochen:„Ich bin bei euch al— lezeit“; Du hast nie ein Wort gebrochen, Brichsts auch nicht in Ewigkeit. Schlaft, ihr Glie⸗ der, wache, Seele, Jesus bleibt und hält die Wacht, Welchem ich euch froh befehle: Das ist eine gute Nacht! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. (Hiob 8, 9. 1 Kor. 15, 10.) nen Luftgespinste Und suchen viele Künste, Und kommen wei⸗ ter von dem Ziel. 5. Gott, laß uns dein Heil schauen, Auf nichts Vergäng— lichs trauen, Nicht Eitelkeit uns freun! Laß uns einfältig wer⸗ den Und vor dir hier auf Er⸗ den Wie Kinder fromm und fröhlich sein! 6. Wollst endlich sonder Grä— men Aus dieser Welt uns neh⸗ men Durch einen sanften Todz Und wann du uns genommen, Laß uns in Himmel kommen, Du unser Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brü⸗ der, In Gottes Namen nieder; Kalt weht der Abendhauch. Ver⸗ schon uns, Gott, mit Strafen Und laß uns ruhig schlafen, Und unsre kranken Brüder auchl Claudius, geb. 1743 1815. (Ps. 131.) 571. Nun ruhen alle Wäl⸗Felder; Es schläft die ganze der, Vieh, Menschen, Städt und Welt. Ihr aber, meine Sinnen, Juf, a Was et füllt! 2. Wo hen? 3 tieben, Feind. Sonne, Wonne herzen 3. De Die gi Am bl⸗ werd ic wird h aus die 4. D Legt! Das zieh i Christ der El 5. D hände zum C ei. werder 57² Gemü herfi Güte nir, Rag Nag Val halte 2. sun he bei Beicht 8 ver⸗ ich al⸗ Vort nicht Glie⸗ bleibt elchem s ist + 1769. suchen n wei⸗ N Heil rgäng⸗ eit uns g wer⸗ uf Er⸗ m und r Grã⸗ us neh⸗ n Tod; oammen, ommen, Gottl hr Brũ⸗ nieder; . Ver⸗ Zuafen chlafen, rauch 6 1 115 ganze zinnen, E. Tageszeiten. Abend. 427 Auf, auf, ihr sollt beginnen‚ Was eurem Schöpfer wohlge— fällt! 2. Wo bist du, Sonne, blie— ben? Die Nacht hat dich ver— trieben, Die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin! Ein' andre Sonne, Mein Jesus, meine Wonne, Gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, Die güldnen Sterne prangen Am blauen Himmelssaal. Also werd ich auch stehen, Wann mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, Legt Kleider ab und Schuhe, Das Bild der Sterblichkeit. Die zieh ich aus; dagegen Wird Christus mir anlegen Das Kleid der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß' und Hände Sind froh, daß nun zum Ende Die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich! Du sollst werden Vom Elend dieser Er⸗ Eigene Mel. 572. Werde munter, mein Gemüthe, Und ihr Sinnen, geht herfür, Daß ihr preiset Gottes Güte, Die er hat gethan an mir, Da er mich den ganzen Tag Vor so mancher schweren Plag Durch sein gnadenreiches Walten Hat beschirmet und er⸗ halten! 2. Lob und Dank sei dir ge⸗ sungen, Vater der Barmherzig— den Und von der Sünden Ar— beit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glie— der, Geht hin und legt euch nieder, Der Betten ihr begehrt! Es kommen Stund und Zeiten, Da man euch wird bereiten Zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Die Augen stehn verdrossen, Im Nu sind sie geschlossen; Wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, Sei gut für allen Schaden, Du Aug und Wächter Israel! 8. Breit aus die Flügel beide, O Jesu, meine Freude, Und nimm dein Kichlein ein! Will mich der Feind verschlingen, So laß die Engel singen: Dies Kind soll unverletzet sein! 9. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nicht betrüben Ein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch selig schlafen, Stell euch die güldnen Waffen Ums Bett und seiner Engel Schar. Gerhard, geb. 1606 c 1676 (Ps. 56, 6—8.) keit, Daß mir ist mein Werk ge⸗ lungen, Daß du mich vor allem Leid Und vor Sünden mancher Art So getreulich hast bewahrt, Auch die Feind hinweg getrie⸗ ben, Daß ich unbeschädigt blie⸗ ben! 3. Keine Klugheit kann er⸗ gründen Deine Guͤt und Wun⸗ derthat; Ja kein Redner kann verkünden, Was dein Arm er⸗ —.— — 428 wiesen hat. Deiner Wohlthat ist zu viel, Sie hat weder Maß noch Ziel; Ja du hast mich so geführet, Daß kein Unfall mich berühret. 4. Bin ich gleich von dir ge— wichen, Stell ich mich doch wie— der ein; Denn dein Sohn ist einst verblichen Für mich in der Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld; Aber deine Gnad und Huld Ist viel größer als die Sünde, Die ich immer in mir finde. 5. O du Licht der frommen Seelen, O du Glanz der Herrlich— keit! Dir will ich mich ganz be— fehlen Diese Nacht und allezeit; Bleibe doch, mein Gott, bei mir, Weil es nunmehr dunkel schier; Daß ich nimmer mich betrübe, Tröste mich mit deiner Liebe! 6. Wann sich schon die Augen schließen Und ermüdet schlafen ein, Soll mein Herz dennoch geflissen Und auf dich gerichtet sein; Meiner Seele mit Begier Träume stets, o Gott, von dir, Mel. Allein Gott in 573. Ergreife nun dein Harfenspiel, Da Licht und Tag verschwindet, Und sich der langen Arbeit Ziel Spät in den Schat⸗ ten findet! Komm, Seele, dring zu Gottes Thron Und opfre deiner Lieder Ton, Vom Geist des Danks entzündet! 2. Nie ist man schöner aufge⸗ wacht Als unter Preis und XIX. Desondere Verhältnisse und Zeiten. Daß ich innig an dir hange Und auch schlafend dich umfange. 7. Laß mich diese Nacht em— pfinden Eine sanfte, süße Ruh; Alles UÜbel laß verschwinden; Decke mich mit Segen zu; Leib und Seele, Muth und Blut, All die Meinen, Hab und Gut, Freunde, Feinde, Hausgenossen Sei'n in deinen Schutz beschlossen! 8. Ach, bewahre mich vor Schrecken, Schütze mich vor Uberfall; Laß mich Krankheit nicht aufwecken; Treibe weg des Krieges Schall; Wende Feu'r und Wassersnoth, Pestilenz und schnellen Tod; Laß mich nicht in Sünden sterben Noch an Leib und Seel verderben! 9. O du großer Gott, erhöre, Was dein Kind gebeten hat; Jesu, den ich stets begehre, Bleibe ja mein Schutz und Rath; Und mein Hort, du wer⸗ ther Geist, Der du Freund und Tröster heißt, Höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja es soll geschehn. Rist, geb. 1607 4 1667. der Höh.(Ps. 92.) Loben; Nie fängt man sel'ger an die Nacht, Als wo das Herz erhoben Gott seine letzte Kraft noch schenkt, Die Spuren seines Raths durchdenkt Und seiner Liebe Proben. 3. Gott sorgt und waltet spät und früh, Treu, wie ein Vater pfleget; Gott wacht, er schläft und schlummert nie, Er, der den W ein M Gottes Und se et au verwi und v Thun Wind welke Berfl 6.. an, 2 Gott kann, llet. kennt 57 mant 63 eine und die din! 2. dre Uud hier hange mfange. cht em⸗ e Ruh; vinden; u; Leib d Blut, nd Gut, genossen hlossen! ich vor ich vor rankheit weg des eFeulr enz und nicht in an Leib erhöre, en hat; hegehre, 16 und du wer⸗ und und ch mein a 6 01 1 100 selger a Hel e Rrast E. Cageszeiten. Abend. 429 den Weltbau träget. Wie ist ein Mensch so wohl daran, Der Gottes Wegen folgen kann Und sein Werk überleget! 4. Das ist nicht eines Sün⸗ ders Thun, Der seine Zeit durchspielet, Den Tag ver⸗ praßt und heimlich nun Noch seine Lüste kühlet, Deß Leben nur im Fleische blüht, Der Gott nicht kennt, sein Werk nicht sieht Noch seinen Eindruck fühlet. 5. Doch du bleibst Gott, wenn er auch blind, Verzärtelt und verwöhnet, Frech, trotzig, stolz und weltgesinnt Dich und dein Thun verhöhnet. Wie weht ihn Wind und Zeit davon! Bald welket er,— er modert schon, Verflucht und unbethränet. 6. Ich bete dich im Dunkeln an, Doch in dein Licht entzücket, Gott, den ich nicht satt denken kann, Deß Name schon erqui⸗ cket. Wie selig ist, wer dich er⸗ kennt! Wer dich im Glauben Vater nennt, Wie hoch ist der beglücket! 7. Du hebst mein frohes Haupt empor: Wer ist es, der mir scha⸗ de? Nichts sieht mein Aug, nichts hört mein Ohr Als al— lenthalben Gnade. Ich weiß mich mit dir ausgesühnt, Ich grüne, wie ein Palmbaum grünt, Im Alter noch gerade. 8. O möchte sich von Stund zu Stund Mein Herz in dir entzünden! O könnte doch mein Geist, mein Mund Genug des Lobes finden, Wie du so fromm, so gnädig bist, Und wie kein Unrecht an dir ist, Der Nach— welt zu verkünden! 9. Das sei mein Tagwerk je⸗ den Tag, Das meiner Nächte Dichten! Ob mich der Schlaf umhüllen mag, Vergeß ich dein mit nichten. Gott, nimm dies Abendlied von mir, Bald Mor⸗ gens knie ich neu vor dir, Mein Opfer zu entrichten. Lehmus, geb. 1707 4 1788. Mel. Die Nacht ist vor der Thür.(Ps. 57, 2.) 574. Die Nacht ist nie⸗ mands Freund“; Doch weil ich Jesum fasse, So fürcht ich keinen Feind Mit seinem Grimm und Hasse. Er ists, der auch meine Schuld Mit Huld und mit Geduld! 3. Zwar hab ich einen Feind, Der voller List und Tücke; Doch wo dein Antlitz scheint, Da fällt die Nacht, Mir stets zur Freun⸗er bald zurücke. Trotz Teufel, din macht. Sünd und Höll! Hier ist Imma⸗ 2. Heb alle Feindschaft auf, nuel! Freund, den mein Herze liebet; 4. Ich werde diese Nacht Als Und wo mein Lebenslauf Dich wie ein Todter liegen; Drum hier und dort betrübet, So tilge lasse deine Wacht Sich um mein 430 XIX. Zesondere Verhültnisse und Zeiten. Lager fügen Und deiner All— macht Schein Bei meiner Un⸗ macht sein. 5. Der Schlaf, des Todes Bild, Heißt mich ans Grab ge— denken. Tod, komme, wann du willt, Ich will mich gar nicht kränken; Mich bringt der letzte Feind Zu meinem besten Freund! Schmolk, geb. 1672 4 1787. Mel. Ach, was soll ich Sünder.(Ps. 39, 5—8.) 575. Ach mein Jesu, sieh ich trete, Da der Tag nunmehr sich neigt Und die Finsterniß sich zeigt, Hin zu deinem Thron und bete; Neige du zu deinem Sinn Auch mein Herz und Sin⸗ nen hin! 2. Meine Tage gehn geschwin⸗ de Wie ein Pfeil zur Ewig⸗ keit; Auch die allerlängste Zeit Rauscht vorüber wie die Winde, Fließt dahin als wie ein Fluß Mit dem schnellsten Wasserguß. 3. Aber, Jesu, sieh, ich Armer Nehme mich doch nicht in acht, Daß ich dich bei Tag und Nacht Herzlich suchte, mein Erbarmer! O wie mancher Tag geht hin, Da ich kalt und träge bin! 4. Ach ich muß mich herzlich schämen: Du erhältst und schützest mich Tag und Nacht so gnädig⸗ lich, Und ich will mich nicht be— quemen, Daß ich ohne Heuchelei Dir dafür recht dankbar sei. 5. Nun ich komme mit Ver⸗ langen, O mein Herzensfreund, zu dir: Neige du dein Licht zu mir, Da der Tag nunmehr ver⸗ gangen; Sei du selbst mein Sonnenlicht, Das durch alles Finstre bricht! 6. Laß mich meine Tage zäh⸗ len, Die du mir noch gönnen willt! Von dir sei mein Herz erfüllt, So wird mich nichts können quälen; Denn wo du bist Tag und Licht, Schaden uns die Nächte nicht. Schlicht, geb. 1681 4 1728. Mel. O du Liebe.(Ps. 51, 6.) 576. Herr und Gott der Tag und Nächte, Der du wachst im Himmelszelt Und voll Gna⸗ den deine Rechte Ausstreckst über diese Welt, Sieh, wie deines Kindes Seele, Da der Tag sich nun geneigt, Sich nach deines Worts Befehle Dankend vor dir niederbeugt! 2. Vater, ich bin zu geringe Aller Treu und Gütigkeit, Die du, Wesen aller Dinge, Mir in meiner Lebenszeit Und auch heute hast erwiesen. O daß ich recht dankbar wär! Herr, dein Name sei gepriesen! Dein Herz ferner zu mir kehr! 3. Sieh nicht an der Sünden Menge, Ach, gedenke nicht der Schuld, Die du könntest rächen strenge; Habe doch mit mir Ge⸗ duld! Reinige, Herr, mein Ge⸗ wisse sei!! sen, . Hleibe shn, stets ugeh fassen erwa 5⁷ vann du gar nicht der letzt Freund! 67² 1 17³⁷. dschützest gnädig⸗ nicht be⸗ Heuchelei sei. nit Ver⸗ lfreund, Licht zu nehr ver⸗ bst mein rch alles age zäh⸗ gönnen ein Her) 6 nichts nwo du Schaden 1681 1 1⁰ Mir in Ind aub daß i0 err/ dein dein Hetz: Sünden nicht del est rächen mir Oe⸗ mein 0. E. Cageszeiten. Abend. 431 wissen; Leib und Seel dir heilig sei! Dein Geist mache mich geflis— sen, Dir zu dienen ohne Scheu! 4. Laß mich nicht dahinten bleiben, Laß mich nicht zurücke sehn, Dein Geist müsse mich stets treiben, Unverrückt voran⸗ zugehn, Jenes Kleinod zu er⸗ fassen, Das mein Heiland mir erwarb, Als er dort am Kreuz 5— Mel. Jesu, meine Freude. 577. Hirte deiner Schafe, Der von keinem Schlafe Etwas wissen mag, Deine Wunder⸗ milde Diente mir zum Schilde Den vergangnen Tag. Sei die Nacht Auch auf der Wacht, Und laß mich von deinen Scharen Um und um bewahren! 2. Decke mich von oben Vor der Feinde Toben Mit der Va⸗ terhuld! Ein versöhnt Gewissen Sei mein Ruhekissen, Drum vergib die Schuld! Jesus Christ Mein Mittler ist; Er hat das, was ich verschuldet, Williglich erduldet. 3. Laß auch meine Lieben Keine Noth betrüben, Sie sind mein und dein! Schließ uns mit Er⸗ barmen In den Vaterarmen Ohne Sorgen ein! Du bei verlassen Unter tausend Qua⸗ len starb. 5. Drauf will ich mich schlafen legen, Laß mich dir empfohlen sein; Vater, gönne mir den Se⸗ gen, Halte Leib und Seele rein! Ja dein Engel mich bewahre, Deine Gnade sei mein Schild, Bis ich einst zum Heiland fahre Und erwach nach seinem Bild. Nach Freylinghausen, geb. 1670 4 1739. (Sprüche 18, 10. 14, 26.) 4. Komm, verschließ die Kam⸗ mer Und laß allen Jammer Ferne von uns sein; Sei du Schloß und Riegel, Unter deine Flügel Nimm dein Kichlein ein; Deck uns zu Mit Schutz und Ruh, So wird uns kein Grauen wecken, Noch der Feind uns schrecken! 5. Wie, wenn ich mein Bette Heut zum Grabe hätte: Jetzo roth— bald todt? Drum, hast du's beschlossen, Sterb ich unver⸗ drossen, Herr, auf dein Gebot. Nicht will ich, Herr, wider dich; Hab ich Heil in dir gefunden, Sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich thue In vergnügter Ruhe Meine Au⸗ gen zu; Seele, Leib und Leben Hab ich dir ergeben, Treuer mir, Und ich bei dir! Also sind wir ungeschieden, Und ich schlaf im Frieden. Mel. Werde munter.(Ps. 578. nem Leben Abermal ein Tag Herr, es ist von mei⸗ Hüter du! Gute Nacht! Nimm mich in acht! Und erleb ich je den Morgen, Wirst du weiter sorgen. Schmolk, geb. 1672 4 1737. 19, 18. 109, 21. 26 und 27.) dahin; Lehre mich nun Achtung geben, Ob ich fromm geworden 432 XIX. Desondere Verhältnisse und Zeiten. bin! Zeige mir auch ferner an, So ich was nicht recht gethan; Und hilf jetzt in allen Sachen Guten Feierabend machen! 2. Freilich wirst du manches finden, Das dir nicht gefallen hat; Denn ich bin noch voller Sünden In Gedanken, Wort und That. Ach, wie oft vergieng ich mich, Mein Erbarmer, wi⸗ der dich! Wer kann merken, wer kann zählen, Wann wir und wie oft wir fehlen? 3. Aber, o du Gott der Gna⸗ den, Hab durch Christum noch Geduld! Ich bin freilich schwer beladen, Doch vergib mir alle Schuld! Deine große Vatertreu Werd auch diesen Abend neu, So will ich, Herr, deinen Wil— len Künftig mehr als heut er⸗ füllen. 4. Heilige mir das Gemüthe, Daß mein Schlaf nicht sündlich sei; Decke mich mit deiner Güte, Und dein Engel steh mir bei; Lösche Feu'r und Lichter aus, Und bewahre selbst das Haus, Daß ich morgen mit den Mei⸗ nen Nicht im Unglück müsse weinen. 5. Steure den gottlosen Leu— ten, Die im Finstern Böses thun; Sollte man gleich was bereiten, Uns zu schaden, wann wir ruhn, So zerstöre du den Rath Und verhindere die That; Wend auch allen andern Schrecken, Den die Bosheit will erwecken! 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, Wann es bei uns Abend wird; Denn du bleibest ewig munter Und bist wie ein guter Hirt, Der auch in der sinstern Nacht Über seine Herde wacht. Darum hilf uns, deinen Scha— fen, Daß wir alle sicher schlafen! 7. Laß mich dann gesund er— wachen, Wann es rechte Zeit wird sein, Daß ich ferner meine Sachen Richte dir zu Ehren ein! Oder hast du, lieber Gott, Heut bestimmet meinen Tod, So be⸗ fehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände! Neumann, geb. 1648 + 1715. Mel. Nun sich der Tag geendet hat.(Ps. 3, 6.) 579. Gott, der du Gnad und Weisheit hast, Hast alles wohlgemacht; Du gibst den Tag zu Müh und Last Und dann zur Ruh die Nacht. 2. Da geht die Seele nicht mehr aus, Zieht Thür und Fenster zu Und will wie im verschlos'nen Haus Allein sein und in Ruh. 3. Wie wohl ruht, wer sich müd geschafft, Wen Hitz und Kummer traf! Wie fühlt der sanften Schlaf! 4. Da soll dir danken, wer sich legt, Und wer vom Lager steigt, Daß Gott, der alle Dinge trägt, So gütig sich bezeigt. 5. Noch mehr soll ich dir dank⸗ Kranke neue Kraft Auf einen har sei sauf; ein, A 6. St 580 Wille! Ruh, Die m mir S ich, vor wie zu sein! 2 2. Vo hilderr Die e Das frei y Lag n den K geuen andern eit will t nicht Abend tewig guter sinstern wacht. Scha⸗ hlafen! ind er⸗ te Zeit meine ꝛen ein! „ Heut So be⸗ eib und 60 1N5 ver sih hiß und hlt der f einen wer sch stig e trägt irdaft E. Cageszeiten. Abend. 433 bar sein In meinem arn lauf; In Jesu Namen schlaf ich ein, Mit Jesu steh ich auf. 6. Sterb ich, so schlaf ich wie ein Kind, Das Gott besorgen mag; Denn die im Herrn ent— schlafen sind, Weckt er am jüng⸗ sten Tag. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. Mel. Herzlich thut mich.(Luk. 2, 29. 30.) 580.—— es gescheh dein Wille! Mein Leib eilt nun zur Ruh, Es fallen in der Stille Die müden Augen zu. Erlaß mir Schuld und Strafe, Daß ich, von Sünden rein, Zum Tode wie zum Schlafe Bereitet möge sein! 2. Laß, fern von Schreckens⸗ bildern Und wilder Träumerei, Die Seele nichts sich schildern, Das ihrer unwerth sei; Laß frei von eitlen Sorgen Den Tag mich wiedersehn Und auf den Kampfplatz morgen Mit neuen Kräften gehn! 3. Doch wann der Todes⸗ Mel. Jesu, der du 58ʃ1. Gott der Tage, Gott der Nächte, Unsre Seele harret dein, Lehnet sich an deine Rechte, Nie kannst du uns ferne sein; Auch in stiller Nächte Stunden Hat dich manches Herz gefun— den Und sich aus dem Lärm der Welt Einsam bei dir eingestellt. 2. Vater, viele Menschen wei⸗ nen, Viele Kranke schmachten nun; Aber du verlässest keinen, Heißest wachen, heißest ruhn, Trocknest viele tausend Thrä⸗ nen Und erfüllst das heiße Sehnen Unzählbarer Leiden⸗ Gesangbuch für die evangelische Kirche. schlummer Für mich in dieser Nacht Den Freuden samt dem Kummer Ein schnelles Ende macht, Dann stärk mich, wann das Schrecken Der letzten Stunde droht! Du wirst mich aufer⸗ wecken, Ein Schlaf nur ist mein Tod. 4. Drum fahr ich hin mit Freuden Zu Jesu, meinem Herrn. Die Welt und ihre Lei⸗ den, O Gott, verlaß ich gern. Wohl dem, der bis ans Ende Sich als ein Christ erweist! Mein Gott, in deine Hände Befehl ich meinen Geist. Cronegk, geb. 1731 4 1758. meine Seele.(Jes. 60, 20.) den, Die um Ruh und Lin⸗ drung flehn. 3. Vater, sende Muth den Schwachen, Licht in jedes dunkle Herz; Allen, die bekümmert wachen, Lindre du den heißen Schmerz; Laß die Witwen, laß die Waisen Deine Lieb und Treue preisen; Gönne Kranken sanfte Ruh; Sterbenden sprich Tröstung zu! 4. O du treuer Menschenhü⸗ ter, Nacht ist vor dir wie der Tag; Allgewaltiger Gebieter, Du verwandelst Schmerz und 20 434 XIX. Zesondere Verhältnisse und Zeiten. Plag Unversehns in Dank und Freuden; Ach, laß alle, die jetzt leiden, Bald erlöst aus ihrer Pein Deiner Vaterhuld sich freun! 5. Vater! Dieser Nam er⸗ weitert Jede Brust voll Angst und Schmerz; Wie der Mond die Nacht erheitert, Kommt die tuh in jedes Herz, Das nach Bangen oft verwandelst du Schmerz in süße Ruh! 6. Jesus Christus, manche Nächte Hast du für uns durch— gewacht, Und dem menschlichen Geschlechte Durch dein Wachen Ruh gebracht. Tröster, du willst deinen Kindern Auch durch Schlaf den Kummer lin⸗ dern; Wachen oder schlummern deinem Troste weinet, Eh die sie, Weichst du doch von ihnen Sonne wieder scheinet. O wie nie. Lavater, geb. 1741 4 1801. Mel. Freu dich sehr.(Ps. 109, 21.) 582. Sink ich einst in jenen Schlummer, Aus dem keiner mehr erwacht; Geh ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh, in deine Nacht: O dann schlaf ich anders ein! Weg aus dieses Lebens Pein Wall ich hin zu derer Hütten, Die, nun glück⸗ lich, hier auch litten! 2. Jetzo schlaf ich, aufzuwachen Noch für Tage dieser Zeit. Laß mich fertig stets mich machen, ich Wanderer dann sei Von der Last des Eiteln frei, Von den Bürden dieser Erde, Wann ich nun unsterblich werde. 3. Gerne laß den Tag mich sehen, Der als Retter mir er— scheint, Wann mit unerhörtem Flehen, Wer mich liebet, um mich weint; Stärker als mein Freund im Schmerz Sei mein gottverlangend Herz, Daß ich, voll von deinem Preise, Ihn zu Vater, zu der Ewigkeit, Daß dir gen Himmel weise. Klopstock, geb. 1724 4 1808. Am Schluß der Woche. Mel. Wer weiß, wie nahe.(Ps. 74, 16.) 583. So ist die Woche nun geschlossen, Doch, treuer Gott, dein Herze nicht; Wie sich dein Segensquell ergossen, So bin ich noch der Zuversicht, Daß er sich weiterhin ergießt Und un⸗ aufhörlich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde, Ich lobe dich, so hoch ich kann, Ich rühme dich von Herzensgrunde Für alles, was du mir gethan, Und weiß, daß dir durch Jesum Christ Mein Dank ein süßer Weih⸗ rauch ist. 3. Hat mich bei meinen Wo⸗ chentagen Das liebe Kreuz auch mitbesucht, So gabst du auch E. Cae die Kraf sst voll. heine Li darum d I. Nu l, O nicht: E fulles, ins Ger Mssethe lüßet he 5. Deit hrochen, Ewigkei hast verf ihmdies sondern Hrrecht. b. Me Fem Se Vochen sihh zur dupste Ml her 1 AurEwi Bangen manche durc⸗ schlichen Wachen ter, du Auch mer lin⸗ ummern on ihnen 74 1801. Von der Von den Gann ich ag mich mir er⸗ erhoöͤrtem bet, un als meis Sei mein Daß ich Ihn 1²⁴⁷ 1903 ühme dih zür alles, 06 waßh J E. Tageszeiten. Abend. Schluß der Woche, auch des Jahrs. 435 die Kraft zu tragen; Zudem es ist voll Heil und Frucht Durch deine Lieb, o Herr, zu mir, Und darum dank ich auch dafür. 4. Nur eines bitt ich über al⸗ les, O du versagst mir solches nicht: Gedenke keines Sünden⸗ falles, Und geh mit mir nicht ins Gericht, Weil Jesus meine Missethat Durch seinen Tod ge⸗ büßet hat. 5. Dein Eid ist ja noch nicht ge⸗ brochen, Du brichst ihn nicht in Ewigkeit, Da du dem Sünder hast versprochen, Daß er, wenn ihm die Sünde leid, Nicht sterben, sondern gnadenvoll Wie ein Gerechter leben soll. Heser. 38, u. 6. Mein Glaube hält an die⸗ sem Segen, Und will also den Wochenschluß Vergnügt und froh zurücke legen, Da mich der Trost ergetzen muß, Daß ich ja soll in Christo dein Und schon in Hoffnung selig sein. 7. Doch da mein Leben zuge— nommen, So bin ich auch der Ewigkeit Um eine Woche näher kommen, Vielleicht am Ziele meiner Zeit; Sollt es die letzte Woche sein, So führe mich zum Himmel ein! 8. Wenn aber morgen ich aufs neue Den heil'gen Sonntag feiern kann, So blick die Sonne deiner Treue Mich auch mit neuen Gnaden an; Dann geh ich freudig in dein Haus, Da theilst du reichen Segen aus. 9. So will ich jetzt im voraus preisen, Was du mir künft'ge Woche gibst. Du wirst es mit der That beweisen, Daß du mich je und immer liebst, Und leitest mich nach deinem Rath, Bis Leid und Zeit ein Ende hat. Neumeister, geb. 1671 4 1756, Am Schluß der Woche, auch des Jahrs. Mel. Herr, wie du willt.(Jer. 31, 3. 2 Kor. 5, 1 2c. Phil. 1, 21. 28. Offenb. Joh. 22, 17. 20. Ps. 42, 2. 43, 3.) 584. Gottlob! ein Schritt zur Ewigkeit Ist abermals voll⸗ endet; Zu dir im Fortgang dieser Zeit Mein Herz sich sehn— lich wendet, O Quell, daraus mein Leben fließt Und alle Gnade sich ergießt Zu meiner Seele Leben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, Und wird mir fast zu lange, Bis es erscheine, daß ich gar, O Leben, dich umfange, Damit, was sterblich ist an mir, Verschlungen werde ganz in dir, Und ich unsterblich werde. 3. Vom Feuer deiner Liebe glüht Mein Herz, das du ent⸗ zündet; Du bists, mit dem sich mein Gemüth Aus aller Kraft verbindet. Ich leb in dir und du in mir; Doch möcht ich, o mein Heil, zu dir Noch immer näher dringen. 4. O daß du selber kämest bald! Ich zähl die Augenblicke. Ach komm, eh mir das Herz erkalt' 436 XX. Die letzten Dinge. Und sich zum Sterben schicke! führ mich eilig weiter fort, Bis Komm doch in deiner Herrlich- ich gelange an die Pfort Jeru⸗ keit; Schau her, die Lampe salems dort oben! steht bereit, Die Lenden sind 8. Wenn auch die Hände läßig umgürtet! Lut. 12, 55. sind Und meine Kniee wanken, 5. Doch sei dir ganz anheim⸗So beut mir deine Hand ge⸗ gestellt Die rechte Zeit und schwind Und halt mich in den Stunde, Wiewohl ich weiß, Schranken Des Glaubens, daß daß dirs gefällt, Wenn ich mit in dir mein Herz Sich stärke Herz und Munde Dich kommen und ich himmelwärts Ohn' Un⸗ heiße, und darauf Von nun an terlaß aufsteige! richte meinen Lauf, Daß ich 9. Geh, Seele, frisch im Glau⸗ dir komm entgegen. ben dran, Und sei nur uner⸗ 6. Ich bin vergnügt, daß mich schrocken; Laß dich nicht von nichts kann Von deiner Liebe der rechten Bahn Die Lust der trennen, Und daß ich frei vor Welt ablocken; So dir der Lauf jedermann Dich meinen Freund zu langsam däucht, So eile, darf nennen, Und daß du dort, wie ein Adler fleugt, Mit Flü— o Lebensfürst, Dich ganz mit geln süßer Liebe! mir vereinen wirst Und mir 10. O Jesu, meine Seele ist dein Erbe schenken. Zu dir schon aufgeflogen: Du 7. Drum preis' ich dich aus hast, weil du voll Liebe bist, Mich Dankbarkeit, Daß sich die Woch ganz zu dir gezogen. Fahr hin, (das Jahr) geendet, Und also was heißet Stund und Zeit, Ich auch von dieser Zeit Ein bin schon in der Ewigkeit, Weil neuer Schritt vollendet; Ach, ich in Jesu lebe! Francke, geb. 1668 + 1727. XX. Die letzten Dinge. A. Vorbereitung auf den Cod. Mel. Jesus, meine Zuversicht.(Ps. 90, 12. Sir. 1, 18.) 585. Meine Lebenszeit ver⸗2. Lebe, wie du, wann du stirbst, streicht, Stündlich eil ich zu dem Wünschen wirst gelebt zu haben! Grabe; Und wie wenig ists Güter, die du hier erwirbst, vielleicht, Das ich noch zu leben Würden, die dir Menschen ga⸗ habe? Denk, o Mensch, an dei⸗ ben, Nichts wird dich im Tod nen Tod, Säume nicht, denn erfreun: Diese Güter sind nicht Eins ist noth! dein. 3. Nu lbt, N Das y It, 2 sußen; erneut, digkeit 4. We Freund Dann! wirbist, und w früͤh d 586 Se it! Die iu so mo nanch dem Hestert 2.2 mir d dir zu hab. Die daßi hem 0. Und ini hurü der, x, dor rt, Bis Jeru⸗ dde läßig wanken, hand ge⸗ ch in den hens, daß ich stärke Ohn Un⸗ im Glau⸗ ur uner⸗ nicht von Lust der der Lauf So eile, Mit Flü⸗ Seele is gen: Du bist, M Fahr hin, Zeit, 0 eit, Weif 1665 1 Ul 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, Nur ein ruhiges Gewissen, Das vor Gott dir Zeugniß gibt, Wird dir deinen Tod ver⸗ süßen; Dieses Herz, von Gott erneut, Gibt im Tode Freu⸗ digkeit. 1 Kor. 4, 4. I. Wann in deiner letzten Noth Freunde hilflos um dich beben, Dann wird über Welt und Tod Dich dies reine Herz erheben, Dann erschreckt dich kein Ge— richt: Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz er⸗ wirbst, Fürchte Gott und bet und wache; Sorge nicht, wie früh du stirbst, Deine Zeit ist A. Vorbereitung auf den Tod. 437 Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, Lern auch seiner dich erfreun! 6. Überwind ihn durch Ver⸗ traun; Sprich:„ich weiß, an wen ich glaube; Und ich weiß, ich werd ihn schaun, Denn er weckt mich aus dem Staube; Er, der rief: es ist vollbracht! Nahm dem Tode seine Macht.“ 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, Siehe dein Gebein ver⸗ senken; Sprich:„Herr, daß ich Erde bin, Lehre du mich selbst bedenken; Lehre du michs jeden Tag, Daß ich weiser werden 17⁰ mag! Gellert, geb. 1715 4 1769. Mel. O Sünder, denke wohl.(2 Kor. 5, 1—10.) 586. So gehts von Schritt zu Schritt Zur großen Ewig⸗ keit! So unvermerkt verfließt Die kurze Lebenszeit! Wo blieb so mancher Tag, Und wo so manches Jahr? Was bleibt dem Sterblichen Von dem, was gestern war? 2. Du Gott der Ewigkeit, Der mir dies Leben gab, Ich geb es 4. Bereite mich; und wann Dies Leben ist vorbei, Du Herr, mein bleibend Gut, Mein wah⸗ res Leben sei; Verlaß mich dann auch nicht Im letzten Augenblick, Daß ich auf Jesum seh Und nicht auf mich zurück! 5. Der Feind hat nichts an mir, Das Herz in Jesu ruht; Tief in mein Nichts versenkt, dir zurück, Und was ich bin und Ist Jesus all mein Gut. O wie hab. Ich will nur leben dir, verdank ichs dir, Daß du zu Dir will ich sterben auch. Gib, mir gewandt Dein offnes Vater⸗ daß ich Zeit und Kraft Zu dei⸗herz, Und wurdest mir bekannt! nem Dienst gebrauch! 6. Dich, Vater, Sohn und 3. Nun, ich verlaß die Welt Geist, Dich nenn ich meinen Und will zum Vater gehn; Hier Gott, Nenn meinen Schöpfer bin ich nicht zu Haus, Will nicht dich, Mein Heil in Noth und zurücke sehn. Der kurze Rest Tod. Es ist mir herzlich lieb, der Zeit Soll dir gewidmet sein Daß du bist, der du bist, Und Ja, Vater, ich bin hier Und daß mein ganzes Heil In dei⸗ dort auch ewig dein. nen Händen ist. 2 Mos. 3, 14. SEREEEEE — 438 XX. Die letzten Dinge. 7. Ich zeuge, daß du bist Das ewig sel'ge Gut, Darin der Geist allein Lebt und im Frieden ruht. Dich ehren nur ist Ehr, Dein Dienst ist Seligkeit, Und dazu wünsch ich mir Die ganze Ewigkeit. 8. Ich lege meinen Geist In deine treue Hand; Mein Hei— land, du bewahrst Dies dir vertraute Pfand. Mein letzter Athemzug Soll reine Liebe sein; Ausgehend geh mein Geist In deine Ruhe ein! Nach Tersteegen, geb. 1697 4 1769. Mel. Mein Jesu, den die.(Apostelgesch. 4, 12.) 587. Wie thöricht handelt doch ein Herze, Das außer Jesu Ruhe sucht, Und sich mit tau— sendfachem Schmerze Abmattet, und als auf der Flucht Nach einem Rauch und Schatten ren— net, Bald dies bald jenes ihm erwählt, Und doch des rechten Zwecks verfehlt, Weil es nicht seinen Ursprung kennet! 2. Ein Stein kann keine Ruhe haben, Solang er in den Lüf— ten schwebt; Ein Thier kann nicht im Meer sich laben, Wenns von Natur auf Erden lebt; Das Vöglein schwingt sich in die Höhe; Das Würmlein kriecht in seiner Erd; Und alle Kreatur begehrt, Daß sie in ihren Ur⸗ sprung gehe. 3. Und du, der du von Gott ge⸗ kommen, Ein Hauch und Strahl von seinem Geist, Hast also we⸗ nig dies vernommen, Daß man dich billig thöricht heißt, Weil du auf Erden das willt finden, Was nur der Himmel geben kann. Umsonst greifst du dies alles an; Die Thorheit ist nicht auszugründen. 4. Wie kann das Sterbliche vergnügen Die Seele, die un⸗ sterblich ist? Soll das, was ewig, unterliegen Dem, was nur dauert kurze Frist? Wie kann, was irdisch, dich ergetzen, Da du zum Himmel bist ge— macht? Du bist von Gott so hoch geacht't, Und weißt nicht deinen Werth zu schätzen? 5. O Schande! Du gibst dei⸗ nen Adel Und deine Herrlichkeit dahin; Dein Schöpfer, der dich ohne Tadel Geformt nach sei— ner Weisheit Sinn, Muß selbst bei dir zurückestehen; Sein schö— Darum geschieht dir nur dein Recht, Wenn du dich mußt be— trogen sehen. 6. Wie aber, wenn du gar daneben In Lastern suchest dei⸗ ne Lust Und, dich abkehrend deinem Leben, Der Sünd eröff⸗ nest Herz und Brust, Die Gott zum Tempel hat erkoren? So denk, wie groß sei deine Schuld! Wie schmähst du nicht des Schöpfers Huld! Da wärst du lieber nie geboren. 7. Kehr dich zu Gott, verlaß die Sünden, Sag ab der Thor⸗ nes Reich ist dir zu schlecht. Heit die dein H Vann fillt. muß m darauf aber sic Fried! 8. Do mit Fri Rutter mann Vges Fesseln Die de Das eltrück Heomu 9. D Heist In ein Hei⸗ dies dit in letzter iebe sein; Reist In 6097 4 1760. die un⸗ as, was m, was st?ꝰ Wie ergetzen, bist ge⸗ Gott so ißt nicht n? gibst dei⸗ errlichkeit der dich nach sei⸗ uuß selbs ein sch⸗ shlec. nur dein mußt be⸗ du gal A. Vorbereitun heit dieser Welt; Dann kann dein Herz erst Ruhe finden, Wann dir der Himmel bloß ge— fällt. Die Erde wankt, drum muß man gleiten, Wenn man darauf zu ruhn vermeint; Wer aber sich mit Gott vereint, Hat Fried und Ruh zu allen Zeiten. 8. Da ruht das Kindlein recht mit Frieden Gar sanft in seiner Mutter Schoß; Der Wanders⸗ mann wird nach Ermüden Des Tages Last und Hitze los; Die Fesseln werden abgenommen, Die den Gefangenen gedrückt; Das Schifflein ist dem Sturm entrückt Und nun in seinen Port gekommen. g auf den Tod. 439 Hennen; Das Schäflein, wel— ches sich verirrt, Kann nun des Hirten Stimm erkennen, Und wird der Herde zugeführt; Der Sohn, der sich bisher verloren Und in die Ferne weggewandt, Wird von dem Vater nun er— kannt Und gleichsam wieder neugeboren. 10. Drum weg mit allen eitlen Dingen! Ach gehe ein zu dei— ner Ruh Und glaub, es muß dir hier gelingen, Sagst du nur Gott die Treue zu! Hier schmeckest du bereits den Frie⸗ den, Den alle Welt nicht geben kann; Dort gehet recht die Ruhe an, Da du von Gott nie wirst 9. Das Kichlein flüchtet zu der Eigene Mel.( Petri 588. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der Menschen Leben! Wie ein Nebel bald ent⸗ stehet Und auch wieder bald ver⸗ gehet, So ist unser Leben, sehet! 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Sind der Menschen Ta⸗ ge! Wie ein Strom beginnt zu rinnen Und mit Laufen nicht hält innen, So fährt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der Menschen Freu⸗ de! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, So sind unsre Fröhlichkeiten. geschieden. 1, 24. 1 Joh. 2, 17.) vergehet, Wenn ein rauhes Lüftlein wehet, So ist unsre Schöne, sehet! 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der Menschen Stär⸗ ke! Der als Löwe sich erwiesen, Gestern noch gekämpft mit Rie⸗ sen, Den muß heut ein Grab umschließen. 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ists mit unsrem Glücke! Wie sich eine Kugel drehet, Die bald da bald dorten stehet, So ists mit dem Glücke, sehet! 7. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der Menschen Ehre! über den, dem man hat müssen Bonin, geb. 1682 4 1752. 4. Ach wie nichtig, ach wie Heut die Hände höflich küssen, flüchtig Ist der Menschen Schö⸗Geht man morgen gar mit ne! Wie ein Blümlein bald Füßen. 440 XX. Die letzten Dinge. 8. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der Menschen Wis— sen! Solcher Witz, der aller— orten Sich gebläht mit prächt— gen Worten, Ist gar bald zu Schanden worden. 9. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der Menschen Dich— ten! Der die Künste liebgewon— nen Und manch schönes Werk ersonnen, Ist er je dem Tod entronnen? 10. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Sind der Menschen Schätze! Es kann Glut und Flut entstehen, Dadurch, eh wirs uns versehen, Alles muß zu Trümmern gehen. 11. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der Menschen Prangen! Der in Purpur, hoch vermessen, Ist gleich wie ein Gott gesessen, Dessen wird im Tod vergessen. 12. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der Menschen Herr— schen! Der durch Macht sehr hoch gestiegen, Muß sich vor dem Tode schmiegen Und im Grab erniedrigt liegen. 13. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Sind der Menschen Sachen! Alles, alles was wir sehen, Das muß fallen und vergehen. Wer Gott hat, bleibt ewig stehen! Vielleicht von Michael Franck, geb. 1609 4 1667. Mel. Nun ruhen alle Wälder.(Ps. 103, 15—18.) 589. Was willst du, armes Leben, Dich trotzig noch erhe— ben? Du mußt ohn' Säumniß fort, Wie ferne von der Erden, Die schnellen Wolken werden Zerflattert durch den rauhen Nord. 2. Das, was man um dich spüret, Was dich betrüglich zie— ret, Dein Ansehn, deine Gunst, Ist nur ein Haus der Plagen, Und recht davon zu sagen, Ist nur ein Schatten, Raͤuch und Dunst. 3. Drum weil ich ja muß ster⸗ ben, So will ich mich bewerben Um ein recht gutes Gut, Um ein standhaftes Leben, Das Christus mir kann geben Durch seiner Unschuld heilig Blut. 4. Herr Jesu, Schreck' der Höllen, Der du uns tausend Stellen Im Himmel eingeräumt, Nimm mich in deine Hände, Weil meines Lebens Ende Viel⸗ leicht sich nahet ungesäumt! 5. Eil aus der finstern Höhle Mit meiner armen Seele Und bring mich an das Licht, Da du, selbst Glanz und Sonne, Mit Strahlen deiner Wonne Ver⸗ klärst mein blödes Angesicht! 6. So werd ich selber schauen, Worauf wir hier nur bauen Durch Glauben an dein Wort, Und mit der Schar der From⸗ men Aus Sturm und Wellen kommen Zu dem gewünschten Friedensport. Dach, geb. 1605 4 1659. 500. mir me die Zeit Wie und Kann kor Mein G Blut:! Ende gu 2. ES herden, gen wa dieser E Adoͤge hilt dur hur mit 3. Her End be ich stert Fsu T liht p Hott, i Maho ut! 1. H hestelle Ind fi Fällen chitks ih bü Mahe hut! 5.N Himm ach wie Nenschen ur, hoch wie ein wird im ach wie en Herr⸗ acht sehr sich vot Und im ach wie Nenschen was wwit llen und at, bleibt 609 4 1667. reck der tausend geräumt, Hände, de Viel⸗ r bauen in Vott, er From⸗ Vellen pünschten 161 100• A. Vorbereitung auf den Tod. 441 Eigene Mel.(Ps. 39, 5 ꝛc. Sir. 18, 22 ꝛc. 26 ꝛc. Joh. 11, 25 ꝛc.) 590. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende? Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Wie unvermuthet, wie behende Kann kommen meine Todesnoth! Mein Gott, ich bitt durch Christi ö 2. Es kann vor Abend anders Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! werden, Als es am frühen Mor⸗ gen war; Solang ich leb auf dieser Erden, Schweb ich in stäter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken Und, ehe denn ich sterben muß, Die Seel in Jesu Tod versenken, Und ja nicht sparen meine Buß! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für Und sage frisch in allen Fällen:„Herr, wie du willt, so ö schicks mit mir.“ Mein Gott, Sünde Mit dem Verdienste Jesu zu, Damit ich hier Ver⸗ gebung finde Und dort die lang gewünschte Ruh! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! Röm. 4, 7. 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Le⸗ ben oder Tod. Ich leg die Hand in seine Seite Und sage:„mein Herr und mein Gott!“ Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! Joh. 20, ꝛc. 8. Ich habe Jesum angezogen Schon längst in meiner heil'gen Tauf; Du bist mir auch daher gewogen, Hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesu Leib gegessen, Ich hab sein Blut getrunken hier; Nun kannst du meiner nicht vergessen, Ich bleib in ihm, und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! Welt; Weltgetümmel nur mit meinem Ende gut! 5. Mach mir stets süße deinen Himmel Und bitter diese schnöde Gib, daß mir in dem Die Ewigkeit und bleib in seinen Sorgen, sei vorgestellt! Mein Gott, ich Mit Jesu Gnaden ausgeschmückt. bitt durch Christi Blut: Machs Mein Gott, ich bitt durch Christi ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 10. So komm mein End heut oder morgen, Ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; Ich bin Blut: Machs nur mit meinem 6. Ach Vater, deck all meine Ende gut! 44⁴2 XX. Die letzten Dinge. 11. Ich leb indeß in dir ver⸗und bin es ganz gewiß: Durch gnüget Und sterb ohn alle deine Gnad und Christi Blut Kümmerniß; Es gehe, deiin du's mit meinem Ende mein Gott es füget, Ich glaub gut! Emilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt, geb. 1637 4 1706. Mel. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt.(Jes. 38, 1. Pf. 39, 5. 90, 5 ꝛc.) 591. Wie fleucht dahin der meine Tag, Der Welt entsag, Menschen Zeit, Wie eilet man Daß, eh ich sterb, ich sterben zur Ewigkeit! Wie wen'ge denken mag! an die Stund Von Herzens⸗ 5. Was hilft die Welt in letz⸗ grund, Wie schweigt hievon der ter Noth, Lust, Ehr und Reich⸗ träge Mund! thum in dem Tod? Bedenks, o 2. Das Leben ist gleich einem Mensch, was läufest du Dem Traum, Gleich einem nichtgen Schatten zu? So kommst du Wasserschaum, Dem Grase nicht zur wahren Ruh. gleich, das heute stetht Und 6. Weg Eitelkeit, weg Thoren⸗ schnell vergeht, Sobald nur lust! Mir ist das höchste Gut Wind darüber weht. bewußt; Das such ich nur, das 3. Nur du, Jehovah, bleibest bleibet mir So dort wie hier: mir Das, was du bist; ich traue Herr Jesu, zieh mein Herz nach dir. Laß Berg und Hügel fallen dir! hin, Mir ists Gewinn, Wenn 7. Was wirds da sein, wann ich nur bei dem Heiland bin! sich dich seh Und dort vor dei— 4. Solang ich in der Hütte nem Throne steh! Du unter⸗ wohn, Solange lehr mich, Got- dessen lehre mich, Daß stätig ich tes Sohn! Gib, daß ich zähle Mit klugem Herzen suche dich! J. Neander, geb. 1640 4 1688. Mel. Wer weiß, wie nahe.(Sir. 7, 40. Ebr. 9, 27.) 592. Jetzt leb ich; ob ich mich vielleicht ins nahe Grab; morgen lebe, Ob diesen Abend, Der Jüngling, eh er sichs ver— weiß ich nicht. O Herr, dem ich sieht, Stirbt, und ist noch nicht mein Herz ergebe, Lehr du mich aufgeblüht. selbst die große Pflicht: Durch 3. Entziehe dich dem Weltge— deines heil'gen Geistes Kraft tümmel, Hier ist der Kampf, Stets fertig sein zur Rechen- dort ist die Ruh. Dein Wandel, schaft! Seele, sei im Himmel, Dann 2. Die Blume, die am Morgen eilest du dem Leben zu; Nach stehet, Fällt vor der Abend-einer kurzen Prüfungszeit Ist dämmrung ab; Die Luft, die Ewigkeit, ist Ewigkeit! jetzt mich angewehet, Stürzt 4. Verschiebe niemals deine Mlichte chuldig morgen Weiß, Rensch dein; leicht n N 3.20 unde, schön de denken, Masch Greise Durch isti But m Ende 637 + 1700, „5 u.) t entsag sterben lt in l nd Reih⸗ denks,H9 du Dem mmst du Thoren⸗ chste Gut nur, das wie hier: Herzʒ nac n, wanl vor dẽi u unter⸗ statig ih ce dich! 1010 1 165⁰0 he Grab; sihs di⸗ noch nicht Velthe 4 Kampf, Wundah , Dann. 5 Hzeit 4 10 deine Pflichten; Was jetzt zu thun du schuldig bist, Denk nicht erst morgen auszurichten; Wer weiß, obs morgen möglich ist? Mensch, dieser Augenblick ist dein; Der künft'ge wirds viel⸗ leicht nicht sein. 5. Noch eh ich diesen Tag voll⸗ ende, Ergreift vielleicht mich schon der Tod. Drum lehr mich denken, Herr, ans Ende, An A. Vorbereitung auf den Tod. 443 meine letzte Todesnoth; O laß, stellt sie sich plötzlich ein, Laß Ol in meiner Lampe sein! 6. Es sei, o Vater meines Le⸗ bens, Wann einst die letzte Stunde schlägt, Der schwache Seufzer nicht vergebens, Der sich in meinem Herzen regt; Und sterb ich einen schnellen Tod, Sei mir barmherzig, Herr, mein Gott! Hippel, geb. 1741 4 1796. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen sein.(Ps. 39, 5. 6. Kol. 1, 22. 23.) 593. Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; Und den⸗ noch schmeichelt er sich gern, Der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, Der Mann noch seiner Jahre viel, Der Greis zu vielen noch ein Jahr, Und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht:„ich denk in Glück und Noth Im Herzen oft an meinen Tod!“ Der, den der Tod nicht weiser macht, Hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewig⸗ keit, Zu thun, was uns der Herr gebeut; Und unsers Le⸗ bens kleinster Theil Ist eine Frist zu unsrem Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht; Da bringt Gott alles cker und bereit; Prüf deinen Glauben als ein Christ, Ob er durch Liebe thätig ist! 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, Ein Wunsch, durch des Erlösers Tod Vor Gottes Thron gerecht zu sein, Dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, Ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, Ein gläu— big Herz, von Lieb erfüllt, Dies ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh; Du wirkst sie nicht, Gott wirket sie; Du aber ringe stets nach ihr, Als wäre sie ein Werk von dir. Ebr. 12, 24 10. Der Zweck des Lebens, das du lebst, Dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, Und was dir ewig Glück verschafft, Ist: an das Licht Und macht, was hier verborgen war, Den Rath der Herzen, offenbar. Cbr. o, 2. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, So sei doch wa⸗ Tugend in des Glaubens Kraft, 11. Ihr alle seine Tage weihn, Heißt eingedenk des Todes sein; Und wachsen in der Heiligung, Ist wahre Todserinnerung. 444 12. Wie oft vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh nicht mit mir ins Gericht! Präg selbst des Todes Bild mir ein Und lehre du mich wachsam sein, 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag Vor dir, o Gott, erforschen mag, Ob Liebe, De— XX. Die letzten Dinge. muth, Fried und Treu, Die Frucht des Geistes, in mir sei, 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, Stets meiner Schwachheit widersteh, Und sterbend in des Glaubens Macht Mit Freuden ruf: es ist vollbracht! Gellert, geb. 1715 4 1769. Mel. Wer weißf, wie nahe.(Ps. 5, 5. Hesek. 18, 23.) 594. Ich sterbe täglich, und 5. Herr aller Herren, Tod und mein Leben Eilt immer zu dem Leben Hast du allein in deiner Grabe hin; Wer kann mir einen Bürgen geben, Ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her: Ach wer nur immer fertig wär! 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, Ist immer reif zum Sarg und Grab; Ein Apfel, der den Wurm schon he— get, Fällt endlich unversehens ab. Ich weiß, es ist der alte Schluß, Daß ich zu Erde wer⸗ den muß. Sir. 14, 18. 3. Es kann vor Abend anders werden, Als es am Morgen mit mir war; Den einen Fuß hab ich auf Erden, Den andern in der Todtenbahr; Ein einz'ger Schritt nur ist dahin, Wo ich der Würmer Speise bin. Sir. 18, 20. 4. Es schickt der Tod nicht im⸗ mer Boten, Er kommt gar oft unangemeld't Und fordert uns Hand! Wie lange du mir Frist willt geben, Das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag Auf meinen Abschied denken mag! 6. Ein einzger Schlag kann alles enden, Und Fall und Tod beisammen sein; Drum halt mich, Herr, mit Vaterhänden Und schließ in Jesu Tod mich ein, Daß, wenn der Leib da⸗ niederfällt, Die Seel an Christi Kreuz sich hält! 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, Wann Auge, Mund und Ohr sich schleußt; Drum bet ich bei gesunden Tagen: „Herr, dir befehl ich meinen Geist!“ Verschließen meine Lip⸗ pen sich, So bitte Jesu Blut für mich! Ebr. 12, 24. 8. Kann ich die Meinen nicht mehr segnen, So segne du sie ins Land der Todten: Wohl mehr als ich; Wann lauter dem, der Herz und Haus be-Thränen um mich regnen, O stellt! Denn ewig Weh und ewig Glück Hängt oft an einem Au⸗ genblick. Bei meinem Tod erhörlich sein! Vater, so erbarme dich Und lasse der Verlass'nen Schrei'n 9. Dr ju Herz den Hii des T Mel 595. in der der Ey heseelt laub Todes 2. U und L ger zei bald e ́„ Die mir sei, N Gnade wachheit d in des Freuden 7¹⁵ T 1709. Tod und in deiner nir Frist nd bleibt daß ich fmeinen ag kann und Tod um halt erhänden Lod mich Leib da⸗ n Christ lein Wort , Mund Drum Tagen: meẽinen geine liß⸗ esu Vlul B. Sterblieder. 445 9. Dringt mir der letzte Stoß hole mich zu dir hinauf! So zu Herzen, So schließ mir, Herr, wird mein Abschied keine Pein, den Himmel auf! Verkürze mir Zwar traurig, dennoch selig des Todes Schmerzen, Und ssein. Schmolt, geb. 162 4 1767. —— Ich hab mein Sach Gott heimgestellt.(1 Chron. 30, 15. Röm. 4, 8.) 595. Wir sind nur Pilger einen starken Muth, Der in dir in der Zeit Und wallen nach ruht Auch bei der Schmerzen der Ewigkeit. Der Leib ist ein größter Wuth! beseelter Staub, Ein fallend 6. Sei von uns Schwachen Laub Und bald, ach bald des dann nicht fern, Zeig uns den Todes Raub! Himmel, Geist des Herrn! Laß 2. Und ach, wie wechseln Lust uns, wann wir zum Vater flehn, und Leid In unsrer kurzen Pil⸗Getröstet sehn, Wie der uns gerzeit! Bald wird ein Unglück liebt, zu dem wir gehn! bald ein Freund Von uns be⸗ 7. Verleih Gelassenheit und weint; Dann kommt der Tod, Ruh, In unsern Herzen wohne der letzte Feind. du, Und laß mit freudigem Ver⸗ 3. Du, Gott, hast nicht den traun Und ohne Graun Auf Tod gemacht: Ihn hat die Sünd unser offnes Grab uns schaun! auf uns gebracht. Daß er nun 8. Bist du nur uns nicht fürch— eine Wohlthat ist, Das dankt terlich, O Vater, und erbar⸗ der Christ Dir, der du unser mest dich; Vergibst du, führst Vater bist. nur du uns nicht In dein Ge⸗ 4. Kommt unser Ziel, so schaue richt: So schrecket selbst der dann Erbarmend unsre Seelen Tod uns nicht! an! Hilf uns in unsrer letzten 9. So, so vollende Kampf und Noth, Herr, unser Gott! Ein Lauf, So nimm zu deiner Ruh sanfter Schlaf werd uns der Tod! uns auf! Wann wir vor deinem 5. Quält uns der Krankheit Throne stehn, Wann wir dich herber Schmerz, So tröste das sehn: Wie wollen wir dich dann beklemmte Herz; Verleih uns erhöhn! Löwen, geb. 1729 t 1771. B. Sterblieder. Abschied eines schristlichen Fürsten. Mel. Wenn mein Stündlein.(2 Tim. 4, 6. Apostelgesch. 7, 58.) 596. Dieweil mein Stund Herr Jesu Christ, Du wollst vorhanden ist, Daß ich hinfahr mich nicht verlassen! Mein Leib mein' Straßen, So bitt ich dich, und Seel, mein' Leut' und Land 1⁴6 I. Befehl ich dir in deine Hand, Du wirst es wohl bewahren. 2. Ergib mich dir nun ganz und gar; Wollst mein Gemahl behüten Vor allem Unfall und Gefahr Und vor des Feindes Wüthen! Ich bitt den lieben Vater mein: Woll meiner Land⸗ schaft Schirmer sein In Noth und in Gefahren! 3. Mein'n Unterthanen arm und reich Will ich am letzten schenken Zum Fürsten einen Die letzten Dinge. Friedenreich, Mein dabei zu gedenken. Ach Gott, wie ists ein' große Freud, Wenn Unter⸗ than und Oberkeit Mit Frieden sind beisammen! 4. Nach Gottes Willen fahr ich hin; Denn Christus ist mein Leben, Und Sterben ist jetzt mein Gewinn: Ein Bessers wird mir werden; Und für mein zeit⸗ lich Fürstenthum Die ewig Freud ich überkomm. Das woll Gott ewig! Amen. Herzog Ludwig von Württemberg, geb. 1554 4 1593. Eigene Mel.(Joh. 3, 17. 36.) 597. Mitten wir im Leben sind Mit dem Tod umfangen. Wen suchen wir, der Hilfe thu, Daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine! Uns reuet unsre Missethat, Die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott! Heiliger, starker Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht versinken In des bit⸗ tern Todes Noth! Erbarm dich unser! 2. Mitten in dem Tod anficht Uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Noth Frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine! Es jammert dein'Barmherzigkeit Unsre Sünd V. 2, und großes Leid. Heiliger Herre Gott! Heiliger, starker Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht verzagen Vor der tiefen Hölle Glut! Erbarm dich unser! 3. Mitten in der Höllen Angst Unsre Sünd' uns treiben. Wo soll'n wir denn fliehen hin, Da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine! Vergossen ist dein theures Blut, Das gnug für die Sünde thut. Hei⸗ liger Herre Gott! Heiliger, star⸗ ker Gott! Heiliger, barmherzi⸗ ger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht entfallen Von des rechten Glaubens Trost! Erbarm dich unser! 3 von Luther, V. 1 schon vor ihm bekannt. Eigene Mel.(Sir. 41, 5. Joh. 17, 24.) 598. Alle Menschen müssen verderben, Soll es anders wer— sterben, Alles Fleisch ist gleich den neu. Dieser Leib, der muß dem Heu; Was da lebet, muß verwesen, Wenn er anders soll chkeit, genesen hereit. 2. D ben, heliebt, mir geb hetrübt Vunde sung fr in Tod Rsu 2 . C6 ben, winn, Arworb * greude dabei wie ists Unter⸗ Rü Frieden en fahr ist mein ist jezt rõ wird in zeit⸗ ewig à6 woll 4 7 1593. 1Herre Gott! eiland! 15 nicht Hölle 1 Angst . Wo n, Da zu dir, rgossen Das Hli⸗ , star⸗ nherzi⸗ Gott! Von Trost! belannt. 3 wer⸗ + muß 0 sol B. Sterblieder. 447 genesen Der so großen Herr⸗ anfangen:„Heilig, heilig, hei— lichkeit, Die den Frommen ist lig heißt Gott der Vater, Sohn bereit. Zes. 40, 6—8. und Geist!“ 2. Drum so will ich dieses Le⸗ 5. Wo die Patriarchen woh— ben, Wann es meinem Gott nen, Die Propheten allzumal; beliebt, Auch ganz willig von Wo auf ihren Ehrenthronen mir geben, Bin darüber nicht Sitzet der zwölf Boten Zahl; betrübt; Denn in meines Jesu Wo in so viel tausend Jahren Wunden Hab ich schon Erlö-Alle Frommen hingefahren; sung funden, Und mein Trost Wo dem Herrn, der uns ver⸗ in Todesnoth Ist des Herren söhnt, Ewig Hallelujah tönt. Jesu Tod. 6. O Jerusalem, du schöne, 3. Christus ist für mich gestor⸗Ach, wie helle glänzest du! Ach, ben, Und sein Tod ist mein Ge⸗ wie lieblich Lobgetöne Hört man winn, Er hat mir das Heil da in stolzer Ruh! O der gro— erworben; Drum fahr ich mit ßen Freud und Wonne: Jetzo Freuden hin, Hin aus diesem gehet auf die Sonne, Jetzo gehet Weltgetümmel In den schönen an der Tag, Der kein Ende Gotteshimmel, Wo ich werde nehmen mag! allezeit Schauen Gottes Herr⸗ 7. Ach, ich habe schon erblicket lichkeit. Diese große Herrlichkeit! Jetzo 4. Da wird sein das Freuden⸗werd ich schön geschmücket Mit leben, Wo viel tausend Seelen dem weißen Himmelskleid; Mit schon Sind mit Himmelsglanz der güldnen Ehrenkrone Steh umgeben, Stehen da vor Got⸗ich da vor Gottes Throne, tes Thron; Wo die Seraphi-WSchaue solche Freude an, Die nen prangen Und das hohe Lied kein Ende nehmen kann. Albinus, geb. 1624 4+ 1679. Mel. Valet will ich dir geben.(Joh. 3, 14. 15.) 599. Abschied will ich dir Soll ich hier dulden Schmer⸗ geben, Du arge, falsche Welt; zen, Hilf, Herr Christ, mir da⸗ Dein eitel böses Leben Durch⸗ von; Verkürz mir alles Leiden, aus mir nicht gefällt! Im Him⸗Stärk meinen blöden Muthz mel ist gut wohnen, Hinauf Laß selig mich abscheiden, Schenk steht mein Begier; Da wird mir dein ewig Gut! Gott ewig lohnen Dem, der 3. In meines Herzens Grun⸗ ihm dient allhier. de Dein Nam und Kreuz allein 2. Rath mir nach deinem Her⸗Funkelt all Zeit und Stunde; zen, O Jesu, Gottes Sohn; Drauf kann ich fröhlich sein. 4⁴8 Erschein mir in dem Bilde, Zum Trost in meiner Noth, Wie du dich, Herr, so milde Geblutet hast zu todt! 4. Schließ meine Seel aus Gnaden In dich, o Jesu, ein, Und laß sie, los vom Schaden, Bei dir auch ewig sein! Der ist wohl hier gewesen, Wer kommt ins Himmelsschloß; Ewig ist XX. Die letzten Dinge. der genesen, Wer bleibt in dei⸗ nem Schoß. 5. Herr, meinen Namen schreibe Ins Buch des Lebens ein; Laß mich an deinem Leibe Ein Glied mit jenen sein, Die hoch im Himmel grünen Und vor dir leben frei: So will ich ewig rühmen, Daß treu dein Herze sei! Herberger, geb. 1562 + 1627. Eigene Mel.; oder: Mir schauert nicht.(Luk. 2, 29.) 600. Mit Fried und Freud ich fahr dahin In Gottes Wil— len; Getrost ist mir mein Herz und Sinn, Sanft und stille, Wie Gott mir verheißen hat; Der Tod ist mein Schlaf wor— den. 2. Das machet Christus, Got⸗ tes Sohn, Der treue Heiland, Den du mich, Herr, hast sehen lan Und machst bekannt, Daß er Leben sei und Heil In Noth und auch im Sterben. Luther, geb. 1483 4 1546 Mel. Was mein Gott will.(Jes. 38, 12 ꝛc. Joh. 11, 25—27.) 601. O Gott, einst lässest du mich hin Aus diesem Leben fahren, Der ich durchaus nicht besser bin, Als meine Väter waren.“ Du reißest mir den Faden ab, Zertrennst, was du gewoben. Ich muß hinunter in das Grab, Mein Leib ist bald zerstoben. 1 Kön. 19, 4. 2. Sobald des Leibes schwacher Sinn Nun von mir ist ge— wichen, So geh ich stracks gleich denen hin, Die längst zuvor verblichen Und nun ein tau⸗ bei dir Nun ebenso vergehen? Wird kein Gedächtniß mehr von mir In deinem Herzen stehen? Soll denn mein Leib, der Würmer Spott, Ohn' Le⸗ benstrost verstäuben? Bist du nicht auch im Tod mein Gott, Wo soll mein Hoffen bleiben? 4. Das sei von dir, o Höchster, sern! Ich werde nicht verder— ben; Ich lebe dir nur, meinem Herrn, Und dir nur will ich dich allein, Des Lebens Gott, send Jahr und mehr Wohl tief erheben, Werd ich im Tode geschlafen haben; Weg ist mein Thun, weg Stand und Ehr, Weg alle meine Gaben. 3. Soll ich deßwegen, Herr, todt nicht sein, Ich sterb, und werde leben. 5. Mit dieser Hoffnung leg ich mich Und schlaf im kühlen sterben. Und weil wir, Vater, Grunde siume Stunde Satans 602. des Gye vor de Mein& Lcht, störung 2. Es Mit de Ic sell Schwin mich en 3. Ei fühl L res Zi der Ew Erd un J. Es heitsste nung die mic und se⸗ 603 hütte dei⸗ amen ebens Leibe Die Und ill ich dein 7 16²⁷ Got⸗ iland, sehen Daß Noth ehen? mehr herzen Leib, n' L⸗ ist du Gott, en? chstel, erdel⸗ leinemn ill ich Vater, Gott Tode und ihn Grunde. O Jesu Christ, nicht säume dich Mit einer sanften Stunde! Ob Tod und Höll und Satans List Sich wider mich B. Sterblieder. 449 verbinden: Wenn du mir nur nicht schrecklich bist, So werd ich überwinden. Nach Dach, geb. 1605 4 1659. Mel. Nun laßt uns den Leib.(Offenb. Joh. 2, 11.) 602. Des Todes Graun, des Grabes Nacht Flieht, Herr, vor deiner Wahrheit Macht; Mein Geist, erhellt von deinem Licht, Bebt vor des Leibs Zer— störung nicht. 2. Es falle nur die Hütte hin, Mit der ich hier umgeben bin; Ich selber, lebend wie zuvor, Schwing aus den Trümmern mich empor. 3. Ein innres mächtiges Ge⸗ fühl Verkündigt mir mein höh— res Ziel; Dies Streben nach 5. Des freudigsten Vertrau⸗ ens voll Erwart ich, was ich werden soll, Wann ich, von Sünd und Noth befreit, Nun reife zur Vollkommenheit. 6. Der Tod darf mir nicht schreckend sein, Er führt zum wahren Leben ein; Durch Got— tes Kraft besiegt mein Herz Der Krankheit Last, der Trennung Schmerz. 7. Wann hier von uns, die Gott vereint, Der Letzte auch hat ausgeweint, Dann wird der Ewigkeit Erhebt mich über ein frohes Wiedersehn Auf ewig Erd und Zeit. unser Glück erhöhn. 4. Es hat schon dieser Kind⸗ 8. Herr unsrer Tage, führe heitsstand Der höhern Hoff- du Uns alle diesem Ziele zu, nung Unterpfand; Die Liebe, Daß uns bei standhaft frommer die mich hier beglückt, Die bleibt Treu Des Lebens End erfreu⸗ und segnet unverrückt. lich sei! Spalding, geb. 1714 4 1804. Mel. Christus, der ist mein Leben.(2 Petri 1,,14.) 603. Herr, meine Leibes⸗ hütte Sinkt nach und nach zu Grab; Gewähre mir die Bitte Und brich sie stille ab! 2. Gib mir ein ruhig Ende; Der Augen matten Schein Und die gefaltnen Hände Laß sanft entseelet sein! 3. Laß meine letzten Züge Nicht zu gewaltsam gehn, Und gib, daß ich so liege Wie die Entschlafenen! Gesangbuch für die evangelische Kirche. 4. Doch es gescheh dein Wille! Ich scheide gleich dahin Im Kämpfen oder stille, Wenn ich nur selig bin. 5. Bleibst du mir in dem Her⸗ zen, Dein Name mir im Mund, So sind mir auch die Schmer— zen Im Sterben noch gesund. 6. Dein Blut hat mich gerei⸗ nigt; Trennt Leib und Seele sich, So werden sie vereinigt Zum Seligsein durch dich. 29 450 XX. Die letzten Dinge. 7. Nach deiner Gnade Größe Nimm nur den Geist zur Hand, Es reiße oder löse Der Tod des Leibes Band! Mel. Herzlich thut.(Sir. 40, 1 ꝛc. 604. Ich bin ein Gast auf Erden Und hab hier keinen Stand; Der Himmel soll mir werden, Da ist mein Vaterland. Hier muß ich Arbeit haben, Hier reis' ich ab und zu; Dort wird mein Gott mich laben Mit seiner ew'gen Ruh. 2. Was ist mein ganzes We— sen Von meiner Jugend an Als Müh und Noth gewesen? So— lang ich denken kann, Hab ich so manchen Morgen, So man— che liebe Nacht Mit Kummer und mit Sorgen Des Herzens zugebracht. 3. Ich habe mich ergeben In alles Glück und Leid: Was will ich besser leben In dieser Sterb— lichkeit? Es muß ja durchge— drungen, Es muß gelitten sein; Wer nicht hat wohl gerungen, Geht nicht zur Freude ein. 4. So will ich zwar nun trei⸗ ben Mein Leben durch die Welt; Doch denk ich nicht zu bleiben In diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, Die zu der Heimat führt, Da mich in vollem Maße Mein Va ter trösten wird. 5. Die Heimat ist dort oben, Wo aller Engel Schar Den großen Herrscher loben, Der 8. Ich werde auferstehen, Da gehts zum Himmel ein; Ich werde Jesum sehen, Und er mir gnädig sein. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. Ps. 119, 19. 39, 13. Ebr. 13, 14.) alles ganz und gar In seinen Händen träget Und für und für erhält, Auch alles hebt und leget, Nachdem's ihm wohlge— fällt. 6. Zu ihm steht mein Ver⸗ langen, Da wollt ich gerne hin. Die Welt bin ich durchgangen, Daß ichs fast müde bin: Je länger ich hier walle, Je wen'ger find ich Freud, Die meinem Geist gefalle; Das Meist' ist Herze— leid! 7. Die Herberg ist zu böse, Der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse Mein Herz, wann dein Herz will! Komm, mach ein selig Ende An meiner Wanderschaft, Und was mich kränkt, das wende Durch deines Armes Kraft! 8. Wo ich gewohnt indessen, Ist nicht mein rechtes Haus; Wann meine Zeit durchmessen, Alsdann tret ich hinaus; Und was ich hier gebrauchet, Das leg ich alles ab; Und wenn ich mir ein Grab. 9. Du aber, meine Freude, Du, meines Lebens Licht, Du ziehst mich, wann ich scheide, Hin vor dein Angesicht Ins Haus der ew'gen Wonne, Da ausgehauchet, So gräbt man ich st die h. leucht 10. nen, Bei! 60² vorho Stra Nsu nicht Seel ich di sie w' 2. fen nage San nicht der Chri wird 3. nem von schied unde seinen r und t und ohlge⸗ Ver⸗ ie hin. igen, langer find Geist Herze⸗ böse, 10 d löse Herz selig schaf, wende ͤft! dessen, Haus; nessen, Und Das nn ich ich stets freudenvoll Gleich als die helle Sonne Nächst andern leuchten soll. Matth. 13, 43. 10. Da will ich immer woh⸗ nen, Und nicht nur als ein Gast, Bei denen, die mit Kronen Du B. Sterblieder. ausgeschmücket hast; Da will ich herrlich singen Von deinem großen Thun, Und frei von schnöden Dingen In meinem Erbtheil ruhn. Gerhard, geb. 1606 4 1676. Eigene Mel.(1 Joh. 2, 1. 2.) 605. Wenn mein Stündlein vorhanden ist, Zu fahren meine Straße, So g'leit du mich, Herr Jesu Ehrist, Mit Hilf mich nicht verlasse! Herr, meine Seel an meinem End Befehl ich dir in deine Händ', Du wirst sie wohl bewahren. 2. Die Sünde wird mich krän⸗ ken sehr Und das Gewissen nagen, Denn sie ist viel wie Sand am Meer; Doch will ich nicht verzagen, Will denken in der letzten Noth, Herr Jesu Christ, an deinen Tod, Der wird mich wohl erhalten. 3. Ich bin ein Glied an dei⸗ nem Leib, Deß tröst ich mich von Herzen; Von dir ich unge— schieden bleib In Todesnoth und Schmerzen. Wenn ich gleich Eigene Mel. 606. Christus, der ist mein Leben, Und Sterben mein Ge— winn; Ihm will ich mich erge— ben, Mit Frieden fahr ich hin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen Zu Christ, dem Bruder mein, Daß ich mög zu ihm kom⸗ men Und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden sterb, so sterb ich dir: Ein ewig Leben hast du mir Durch dei⸗ nen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstan⸗ den bist, Werd ich im Grab nicht bleiben; Mein höchster Trost dein' Auffahrt ist, Kann Todesfurcht vertreiben. Denn wo du bist, da komm ich hin, Daß ich stets bei dir leb und bin; Drum fahr ich hin mit Freuden. 5. So fahr ich hin zu Jesu Christ, Mein' Arme sich aus— strecken; So schlaf ich ein und ruhe fein: Kein Mensch kann mich aufwecken Als Je⸗ sus Christus, Gottes Sohn, Der öffnet mir die Thüre schon, Führt mich zum ew'gen Leben. N. Hermann, geb. um 1480 7 1561. (Phil. 1, 21. Kreuz, Leiden, Angst und Noth: Durch seine beil'gen Wunden Bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wann meine Kräfte bre⸗ chen, Mein Athem geht schwer aus, Und kann kein Wort mehr sprechen,— Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wann mir Herz und Ge— 452 danken Vergehen als ein Licht, Das hin und her muß wanken, Wann ihm die Flamm' gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein, Wann mir dein Rath und XX. Die letzten Dinge. Wille Mein Stündlein wird verleihn. 7. Laß an dir gleich den Re⸗ ben Mich bleiben allezeit, Und ewig bei dir leben Dort in der Himmelsfreud! Vielleicht von Anna, Gräfin zu Stolberg, um 1600 Mel. Zeuch mich.(Joh. 5, 24.) 607. Weiche, Todesschre⸗ cken, weiche! Freu des Grabes dich, mein Herz! Liegt sie da, die kalte Leiche, Weggeweint ist jeder Schmerz; Und der Thränen Quell versiegt, Wann mein Staub beim Staube liegt. 2. Tod, du heilest jede Wun⸗ de, Jeden Kummer endest du; Flieht der Athem mir vom Mun⸗ de, Eil ich Himmelsfreuden zu; Deckt die Grabnacht mein Ge— bein, Werd ich Licht und Frei— heit sein. 3. Nimm für alle Erdenfreu⸗ den, Vater, Herzensdank von mir; Dank für alle meine Lei⸗ den Bringt die frohe Seele dir: Doch entführst du beiden mich, Preis' ich herzlicher noch dich. 4. Hier nicht, dort nur, dort nur quillen Seligkeiten ohne Zahl; Einst mit deinem Vater⸗ willen Ernt ich Freuden, frei von Qual; Mich, von Erd und Sünde los, Nimmt die Ruh in ihren Schoß. 5. Welche Freude soll mich heften An die Erde, an die Zeit? Nein, mit allen meinen Kräften Ring ich nach Unsterb— lichkeit. Weiche, Furcht des Grabes, weich! Engeln macht der Tod mich gleich. 6. Frei von jeglicher Be⸗ schwerde, Losgewunden von der Nacht, Flieg ich über Zeit und Erde Voll Gefühl: es ist voll— bracht! Über Bitten und Verstehn Werd ich fühlen, werd ich sehn. 7. Nie gehörte Preisgesänge Hört dann mein entzücktes Ohr, Und zur auserwählten Menge Tragen Engel mich empor. Se— lig bin ich einst wie sie: Fliehe, Furcht des Todes, flieh! 8. Bald, o bald ists überstan⸗ den; Ruhig harr ich, Herr, auf dich! Viele Tausend überwan⸗ den, UÜberwinden werd auch ich. Lauter noch als die Natur Ruft mir Jesus: glaube nur! 9. Soll ich zagen, soll ich be⸗ ben, Du, mein Heiland, rückest mich Durch des Todes Nacht ins Leben. Ich soll zagen, beben ich, Da mich der, der ewig lebt, Zu sich in sein Reich erhebt? 10. Fliehe denn von meiner Lippe, Lebensathem, immer hin! Sink entseelet, mein Gerippe, In die Nacht des Grabes hin! Herr, du starbst, du lebest mir; Freudig, freudig sterb ich dir. Lavater, geb. 1741 4 1801. wird Re⸗ Und n der m 1600 macht Be⸗ n der t und voll⸗ stehn sehn. sänge Ohr, Nenge Se⸗ liehe, stan⸗ „ auf Wan⸗ auch statur nur! ch be⸗ clest Nacht heben ; lebt⸗ te heinet hi liphe, hn. mir; dir. 19016 * Mel. Wer weiß, wie 608. Auf meinen Jesum will ich sterben, Der neues Le⸗ ben mir gebracht Und mich zu Gottes Kind und Erben Durch sein unschuldig Blut gemacht. Mein Jesus ist mein Trost al⸗ lein, Auf Jesum schlaf ich selig ein. 2. Auf meinen Jesum will ich sterben. In seinen Wunden stirbt sichs gut; Er läßt mich nimmermehr verderben: Ich bin erkauft mit seinem Blut. Mein Jesus ist mein Trost al⸗ lein, Auf Jesum schlaf ich selig ein. 3. Auf meinen Jesum will ich sterben. Brich immerhin, mein Herze, brich! Ich fürchte mich nicht vor dem Sterben, Mit seinem Blute stärkt er mich. Mein Jesus ist mein Trost al⸗ lein, Auf Jesum schlaf ich selig ein. 4. Auf meinen Jesum will ich sterben. Er kommt, wann alles mich verläßt; Er starb, das Le⸗ ben zu erwerben, An ihn hält sich mein Glaube fest. Mein Jesus ist mein Trost allein, Auf Jesum schlaf ich selig ein. B. Sterblieder. 453 nahe.(Röm. 14, 8.) 5. Auf meinen Jesum will ich sterben. Durch ihn wird Ster— ben mein Gewinn, Den ganzen Himmel soll ich erben: Nimm, Herr, nimm meine Seele hin! Mein Jesus ist mein Trost al⸗ lein, Auf Jesum schlaf ich selig ein. 6. Auf meinen Jesum will ich sterben. Wann mir das Aug im Sterben bricht Und meine Lippen sich entfärben, So bleibt er meines Lebens Licht. Mein Jesus ist mein Trost allein, Auf Jesum schlaf ich selig ein. 7. Auf meinen Jesum will ich sterben; Mit Leib und Seele bin ich dein; Herr Jesu, laß mich nicht verderben, Ach, laß mich ewig selig sein! Mein Je⸗ sus ist mein Trost allein, Auf Jesum schlaf ich selig ein. 8. Auf dich, Herr Jesu, will ich sterben. Ach, hilf mir aus der letzten Noth Und lasse mich den Himmel erben, Ver⸗ süße mir den bittern Tod! Du bist mein höchster Trost allein, Auf dich nur schlaf ich selig ein. Nach S. Franck, geb. 1059 4 1725. Mel. Nun laßt uns Gott.(1 Thess. 4, 14. Jes. 57, L.) 609. Der Hirt, am Kreuz gestorben, Hat Fried und Heil erworben; Nun heißt bei seinen Schafen Das Sterben ein Ent— schlafen. 2. Sie gehn nicht als Verbre⸗ cher Zur Strafe vor den Rä⸗ cher, Sie gehn nur hin und liegen Wie Streiter nach dem Kriegen. 3. Ohn' Angst vor ew'gem Jam⸗ mer Gehn sie in ihre Kammer, 454 XX. Die letzten Dinge. Zur Ruh sich zu begeben Auf frohes Wiederleben. 4. Sie legen ihre Glieder In Ruhebettlein nieder, Und fallen ohne Kummer Wie Kindlein in den Schlummer. 5. Auf göttliches Erbarmen, In des Erlösers Armen, Er⸗ wählt zu Gottes Erben Läßt sichs gar sanft hinsterben. 6. O Jesu, deine Gnade Macht, daß kein Sterben schade; Laß auf dein Todesleiden Mich einst im Frieden scheiden! 7. Laß mir auf dein Verspre⸗ chen Mein Herz im Glauben brechen; Bewahre mein Gebei— ne, Bis ich vor dir erscheine! 8. Dann laß mich froh erwa— chen, Mach meinen Mund voll Lachen, Und gib mir, daß ich glänze Wie Liljen in dem Lenze! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. Eigene Mel.(Joh. 12, 26.) 610. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht, Mein höchster Trost und Zuversicht! Auf Erden bin ich nur ein Gast, Und drückt mich sehr der Sünden Last. 2. Der letzte Gang liegt schwer vor mir Ins himmlisch Para— dies zu dir; Da ist mein rechtes Baterland, Daran du hast dein Blut gewandt. 3. Zur Reise ist mein Herze matt, Der Leib gar wenig Kräfte hat; Allein die Seele ruft in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir! 4. Drum stärk mich durch das Leiden dein In meiner letzten Todespein; Dein Durst und bittrer Trank mich lab, Weil ich sonst keine Stärkung hab! 5. Wann mein Mund nicht mehr reden kann, Dein Geist im Herzen rufe dann; Hilf, daß die Seel den Himmel find, Wann meine Augen werden blind! 6. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, Wann mir das Herz im Tode bricht; Dein Kreuz, das sei mein Wanderstab, Mein' Ruh und Rast dein heilig Grab! 7. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, Darauf ich meine Heimfahrt bau; Thu mir die Thür des Himmels auf, Wann ich beschließe meinen Lauf! 8. Am jüngsten Tag erweck den Leib, Hilf, daß ich dir zur Rechten bleib, Daß mich nicht treffe dein Gericht, Das aller Welt ihr Urtheil spricht! 9. Wie werd ich dann so fröh— lich sein, Werd singen mit den Engeln dein Und mit der aus— erwählten Schar Auf ewig schaun dein Antlitz klar! Nach Behemb, geb. 1557 4 1622. Mel. Wer weiß, wie nahe.(Joh. 3, 17. 18.) 611. Ich fasse, Vater, deine ben fest; Verwirf den nicht in Hände Und halte sie im Glaͤu-seinem Ende, Der ewig sich auf dich ve von Ii meiner 2. liebet, schuͤt, durch derhar Nimm kann, Sterb getreu auf m den S Allme 4. beben mich der J am K du ih 17⁵ B. Sterblieder. 45⁵ dich verläßt. Du bist mein Gott von Jugend auf, Beschleuß auch meinen Lebenslauf! 2. Du hast mich je und je ge⸗ liebet, Versorgt, gestärkt, be— schützt, regiert, Mich oft erquickt, durch Kreuz geübet, Oft wun⸗ derbar, stets wohl geführt. Nimm, da mir niemand helfen kann, Dich meiner auch im Sterben an! Zer. 31, 3. 3. Gott, welche feierliche Stun⸗ den, Wann du mich nun der Erd entziehst Und, wenn du mich getreu befunden, Erbarmend auf mich niedersiehst! Wer an den Sohn glaubt, kommt ja nicht, Allmächtiger, in dein Gericht. 4. Wie sollt ich vor dem Tode beben, Da du, Erlöser, für mich starbst? Er ist durch dich der Weg zum Leben, Das du Wie du, so werd ich aufer— stehn. 5. Laß Qual und Jammer mich umringen Und mir die letzten Schrecken dräun: Du hilfst mir, Herr, die Welt bezwingen, Mit dir darf ich den Tod nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, So nah dem Ziele sink ich nicht. 6. Du wachest über meine See— le, Wann ihre Stärke sich ver— liert, Gibst deinem Engel schon Befehle, Der sie zu deinen Freu⸗ den führt, Des Todes Nacht um mich verscheucht Und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, Noch an dem Grabe preis' ich dich; Denn ewig werd ich vor dir leben. Wie segnet dann dein Antlitz mich! O am Kreuze mir erwarbst. Wie Tod, o Sterben, mein Gewinn! du ihn sahst, will ich ihn sehn; Wohl mir, daß ich erlöset bin! Liebich, geb. 1713 4 1780. Mel. Christus, der ist mein Leben.(Luk. 2, 29.) 612. Wie Simeon verschie⸗ den, Das liegt mir oft im Sinn: Ich führe gern im Frieden Aus diesem Leben hin. 2. Ach, laß mir meine Bitte, Mein treuer Gott, geschehn: Laß mich aus dieser Hütte In deine Wohnung gehn! 3. Dein Wort ist uns ge⸗ schehen, An diesem nehm ich theil: Wer Jesum werde sehen, Der sehe Gottes Heil. 4. Ich seh ihn nicht mit Augen, Doch an der Augen Statt Kann mir mein Glaube taugen, Der ihn zum Heiland hat. 5. Ich hab ihn nicht in Ar— men, Wie jener Fromme, da; Doch ist er voll Erbarmen Auch meinem Herzen nah. 6. Mein Herz hat ihn gefun⸗ den; Es rühmt: mein Freund ist mein! Auch in den letzten Stunden Ist meine Seele sein. 7. Ich kenn ihn als mein Le⸗ ben, Er wird mir nach dem Tod Bei sich ein Leben geben, Dem nie der Tod mehr droht. 4⁵6 XX. Die le 8. Mein Glaube darf ihn fas⸗ sen, Sein Geist gibt Kraft dazu; Er wird auch mich nicht lassen, Er führt mich ein zur Ruh. hten Dinge. 9. Wann Aug und Arm erkal⸗ ten, Hängt sich mein Herz an ihn; Wer Jesum nur kann hal⸗ ten, Der fährt im Frieden hin. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. Mel. Die Tugend wird.(Apostelgesch. 7, 58.) 613. Laß mir, wann meine Augen brechen, Herr, deinen Frieden fühlbar sein! Komm, deinen Trost mir zuzusprechen, bein! Gib Ruhe mir in deinen Armen, Darin ich Gnad und Frieden fand, Und trag mich vollends mit Erbarmen Sanft Und segne du mein matt Ge— zu dir heim ins Vaterland! Christian Renatus, Graf v. Zinzendorf, geb. 1727 4 1752. Eigene Mel.(Jes. 57, 2. 614. O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, Die ihr durch den Tod zu Gott gekom— men! Ihr seid entgangen Aller Noth, die uns noch hält um⸗ fangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, Da nur Sor- ge, Furcht und Schrecken schwe— ben; Was wir hie kennen, Ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer Sicher und befreit von allem Jammer; Kein Kreuz und Leiden Ist euch hinderlich in euren Freuden. Mel. Jesus, meine Zuver 615. Von dem Grab stund Jesus auf; Friede ruht auf meinem Grabe. Auch mein Mor-— gen eilt herauf, Wann ich aus⸗ geschlummert habe. Mich er— schreckt der Tod nicht mehr: Heil mir, Jesu Grab ist leer! Offenb. Joh. 14, 13.) 4. Christus wischet ab euch alle Thränen; Ihr habt schon, wornach wir uns erst sehnen. Euch wird gesungen, Was durch Keines Ohr allhie gedrungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben Und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hie bleiben, Sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Herr, uns aus dem Joch zu spannen, Lös' uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, Ist der frommen Seelen Freud und Wonne! Dach, geb. 1605 4 1659. sicht.(1 Kor. 15, 55. 57.) Graun, Das die Todtenhügel decket; Meinen Heiland werd ich schaun, Den der Vater auf—⸗ erwecket, Der durch seines Gra— bes Nacht Mir mein Grab hat froh gemacht. 3. Keine Zukunft macht mir 2. Froh besieg ich nun das bang: Ewig, ewig werd ich leben, sang geben, nen E Händer 4. M Macht genom gebrach derkom ber le Tod ni 5. V 616 grabt. des W Erde ruft U mir vi Engel 2.6 mein euch chon, hnen. durch ngen. nicht mmel Wer den lben? aus uns hon „I und büge werd auf Gra⸗ hat mir ich leben, Will dereinst mit Lobge⸗ sang Meinen Leib der Erde geben, Weil den gottverbund— nen Geist Nichts aus seinen Händen reißt. 4. Preis ihm! Jesus hat die Macht Euch, o Tod und Grab, genommen, Hat das Leben neu gebracht, Und bei seinem Wie⸗ derkommen Werden unsre Grä⸗ ber leer: Mich erschreckt der Tod nicht mehr. 5. Wohlthat wird das Ster⸗ C. Degräbnißlieder. 4⁵57⁷ ben mir: Gottes Liebe denkt der Seinen; Ewig sollen wir nicht hier Kämpfen, dulden, klagen, weinen; Unser Abend eilt herzu Und bringt frommen Streitern Ruh. 6. Schwinge dich, mein Geist, empor; Rein und heilig sei dein Streben! Jesus gieng den Weg mir vor, Jesus lebt, und ich soll leben! Heiland, bist du 115 mit mir, O so leb und sterb ich dir! Reiber, geb. 1744. CO. Begräbnißlieder. Mel. Jesus, meine Zuversicht.(Joh. 8, 51. 14, 2. 3.) 616. Geht nun hin und grabt mein Grab, Denn ich bin des Wanderns müde! Von der Erde scheid ich ab, Denn mir ruft des Himmels Friede, Denn mir ruft die süße Ruh Von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab! Meinen Lauf hab ich vollendet, Lege nun den Wanderstab Hin, wo alles Ird'⸗ sche endet, Lege selbst mich nun hinein In das Bette ohne Pein. 3. Was soll ich hienieden noch In dem dunkeln Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch Wir auch stellen unsre Sachen, Muß es doch wie Sand zergehn, Wann die Win⸗ de drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, Laß mich nun im Frieden schei⸗ den! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, Deine Freuden selber Lei— den, Deine Schönheit Unbe— stand, Eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne; Fahret wohl mit eurer Pracht! Denn ich reis' in weite Ferne, Reise hin zu jenem Glanz, Worin ihr verschwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauer geht, Fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben nie⸗ derweht, Tröstet ja des Herrn Gemeinde. Weint nicht ob dem eiteln Schein, Droben nur kanns ewig sein! 7. Weinet nicht, daß nun ich 458 will Von der Welt den Abschied nehmen, Daß ich aus dem Irr⸗ thum will, Aus den Schatten, aus den Schemen, Aus dem Eiteln, aus dem Nichts Hin ins Land des ew'gen Lichts! Wesenlose Bilder, Ps. 39, 7. 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, Meinen Heiland hab ich funden, Und ich habe auch mein Theil An den warmen Herzens⸗ XX. Die letzten Dinge. wunden, Woraus einst sein heilig Blut Floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht! Mein Erlöser lebt; Hoch vom finstern Erden— staube Hell empor die Hoff— nung schwebt, Und der Him— melsheld, der Glaube, Und die ew'ge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Arndt, geb. 1769 4 1860. Eigene Melodie. . 1 Chron. 30, 15. 617. Wohlauf, wohlan zum letzten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus: Wohlan, hinaus! Zum Bleiben war nicht dieses Haus. 2. Du Herberg in der Wan—⸗ derzeit, Du gabest Freuden, gabst auch Leid. Jetzt schließe, Welt,— das Haus bist du— Die Thüre zu! Dein Gast geht in die ew'ge Ruh, 3. Geht in ein bess'res Schlaf— gemach; Die Freunde folgen segnend nach. Hab gute Nacht! Der Tag war schwül Im Erd— gewühl. Hab gute Nacht, die Nacht ist kühl! 4. Ihr Glocken, tönet festlich drein Und läutet hell den Sab— bat ein, Der nach des Werk— tags kurzer Frist Durch Jesum Christ Für Gottes Volk vor— handen ist! II. Ebr. 4, 1. 2. 9. 11. Luk. 12, 34 ꝛc. 5. O selig, wer das Heil er— wirbt, Daß er im Herrn, in Christo, stirbt! O selig, wer vom Laufe matt Die Gottes— stadt, Die droben ist, gefun— den hat! 6. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist noth! Die Welt beut ihre Güter feil,— Denk an dein Heil, Und wähl in Gott das beste Theil! 7. Was sorgst du bis zum letz⸗ ten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit; Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz. Schau himmelwärts! Da, wo der Schatz ist, sei dein Herz! 8. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, Eh dich der Tod an Todte reiht; Sie rufen:„ge⸗ stern wars an mir, Heut ists an dir!“ Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. Sir. 38, 23. Wande Bett in wie u Schlag von da 10.2 zu arn kein He zu schö Finster überal 14. Liichen dein L Jsu, bernat Lcht; 12.. hoch glaubt Dein Aufer Läßt v 13. 2 6¹⁸ Ort; gen J den 5 ihrer sein anzen irloöͤser Erden⸗ Hoff— Him⸗ Und Kind + 1800 30½ eil er⸗ rn, in „wer )ottes⸗ gefun⸗ ch, bis o viel, Welt Denl ahl in im letz⸗ test du Welt chmerz 4, wo erl Hals od an 0. Ut ists tand 88. C. Begräbnißlieder. 459 9. Vom Freudenmahl zum ihm vertraut, Schon hier die Wanderstab, Aus Wieg und Bett in Sarg und Grab! Wann, wie und wo ist Gott bewußt. Schlag an die Brust! Du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 10. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, Kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, Da blüht zu schön kein Wangenroth: Im Finstern droht Der Tod, und überall der Tod. 11. Ach banges Herz im Leichenthal, Wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht Aus Grä— bernacht Das Leben hat ans Licht gebracht! 12. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr:„Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr!“ Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, Dein Himmelgehn Läßt uns den Himmel offen sehn. 13. Wohl dem, der sich mit ew'gen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern Und kämpfet gern Und harrt der Zukunft seines Herrn. III. Joh. 12, 26. Offenb. Joh. 22, 12—15. 14. Nun, Thor des Friedens, öffne dich! Hinein! Hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlum— mernden im Friedensreich, Gönnt allzugleich Auch ihm(ihr) ein Räumlein neben euch! 15. Viel Gräber sind an die⸗ sem Ort, Viel Wohnungen im Himmel dort; Bereitet ist die Stätte schon Am Gnadenthron, Bereitet ihm(ihr) durch Gottes Sohn. 16. Sein ist das Reich mit Allgewalt; Er zeugt und spricht: ich komme bald! Ja komm, Herr Jesu, führ uns ein! Wir har⸗ ren dein. Amen, dein laß uns ewig sein! Sachse, geb. 1785 4 1860. Mel. Der lieben Sonne Licht.(Ps. 116, 15. 1 Kor. 15, 57. Jes. 57, 2.) 618. Die Christen gehn von Ort zu Ort Durch mannigfalt— gen Jammer, Und kommen in den Friedensport Und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf Mit seinen Ar⸗ men auf; Das Weizenkorn wird in sein Beet Auf Hoffnung schöner Frucht gesät. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist! Gelobt sei'n eure Schrit⸗ te, Du friedevoll befreiter Geist, Du jetzt verlass'ne Hütte; Du, Seele, bist beim Herrn, Dir glänzt der Morgenstern; Euch, Glieder, deckt mit sanfter Ruh Der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Gelas⸗ senheit Der großen Offenba— rung; Indessen bleibt das Pilgerkleid In heiliger Ver— wahrung. Wie ist das Glück so groß! In Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führ uns gleiche Bahn: So tief hinab, so hoch hinan! Nik. Ludw., Graf v. Zinzendorf, geb. 1700 + 1760. 460 XX. Die letzten Dinge. Mel. Nun sich der Tag geendet hat.(Weish. 3, 1. Jes. 57, 2. Joh. 11, 11.) 619. Ei, wie so selig schlä⸗ fest du Nach manchem schweren Stand, Und liegst nun da in süßer Ruh In deines Heilands Hand! 2. Sein Leiden hat dich frei gemacht Von aller Angst und Pein; Sein letztes Wort:„es ist vollbracht!“ Das singt dich lieblich ein. 3. Du läßst dich zur Verwan⸗ delung In dies Gefilde sä'n, Mit Hoffnung und Versicherung, Viel schöner aufzustehn. 4. Verbirg dein liebes Ange⸗ sicht Im kühlen Erdenschoß! Wer hier gelebt in Christi Licht, Der erbt ein selig Los. 5. Wir hoffen, daß dein See⸗ lenfreund, Der ewig treue Hirt, Ders hier mit dir so wohl ge⸗ meint, Dich schön empfangen wird. 6. Er führe, was ihm lieb und werth, Und was sich zu ihm hält, Als seine auserwählte Herd Auch vollends durch die Welt! G. Neumann, geb. 1648 4 1715. Mel. Auf, Christenmensch.(2 Kor. 5, 4. 1 Kor. 15, 49.) 620. Mich Staub vom Staube führt mein Lauf Zum dunkeln Grabe nieder; Doch die Verklärung hebt mich auf Mit glänzendem Gefieder. Wie ist der Leib der Sünde schwer: O daß ich schon unsterblich wär! 2. Hier zähl ich meiner Stun⸗ den Zahl Und meiner Tage Sorgen; Dort öffnet sich mir ohne Qual Ein wandelloser Morgen, Die Ewigkeit ist still und hehr: O daß ich schon un— sterblich wär! 3. Hier blühen Blumen und vergehn, Hier modern edle Früchte; Dort wird Verwestes auferstehn Im heil'gen Lebens— Mel. Christus, der ist mein Leben. 621. Ich weiß, an wen ich glaube, Und daß mein Heiland lichte, Dort ist der Freuden Wiederkehr: O daß ich schon unsterblich wär! 4. Hier rinnt ein Quell, sein Wasser stirbt Vom Frost und von der Hitze; Dort fließt ein Strom, der nie verdirbt, Von unsers Gottes Sitze, Dort ist der Wonne grundlos Meer: O daß ich schon unsterblich wär! 5. Hier bildest du den schwa— chen Thon Zu dem verborgnen Leben; Dort wirst du Herrlich— keit und Lohn Ihm, treuer Heiland, geben. O daß ich in der Engel Heer Schon jetzt wie du unsterblich wär! Meyer, geb. 1772&+ 1849. (1 Kor. 15. 19. 20. 2 Tim. 1, 12.) lebt, Der aus dem Todesstaube Den Geist zu sich erhebt. 6²² Gottlo Heilan hin, os Nacht! Bei I Freude hier z bracht! 2. Es sus h. meine am Kr unerm. in des rechte s is 3.Es heit,“ Sorg gatha Mein hier Frei y Edist 6²² Gesch 11.) Ange⸗ sschoß! Licht, N See⸗ Hirt, ohl ge⸗ fangen eb und zu ihm wählte rch die 84 1¹⁵. reuden schon l„ sein st und iht ein „ Von ort is Meer: hwir! schwa⸗ orgnen ertlic⸗ treuer ih in eht vie 2. Ich weiß, an wem ich hange, Wann alles wankt und weicht, Der, wann dem Herzen bange, Die Retterhand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich vertraue, Und wann mein Auge bricht, Daß ich ihn ewig schaue, Ihn selbst von Angesicht. C. Begräbnißlieder. 461 4. Er trocknet alle Thränen So tröstend und so mild, Und mein unendlich Sehnen Wird nur durch ihn gestillt. 5. Ich weiß, beim Auferstehen, Wann ich verkläret bin, Werd ich mit Jesu gehen Durch Ewig— keiten hin. Niemeyer, geb. 1754 4 1828. V. 5 neuer Zusatz. Mel. Es ist genug.(Röm. 5, 1. 2.) 622. Es ist vollbracht! Gottlob, es ist vollbracht! Mein Heiland nimmt mich auf. Fahr hin, o Welt! Ihr Freunde, gute Nacht! Ich ende meinen Lauf Bei Jesu Kreuz mit tausend Freuden Und sehne mich von hier zu scheiden. Es ist voll— bracht! 2. Es ist vollbracht! Mein Je⸗ sus hat auf sich Genommen meine Schuld; Gebüßt hat er am Kreuzesstamm für mich: O unermess'ne Huld! Und ich hab in des Heilands Wunden Die rechte Freistatt nun gefunden. Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Weg Krank⸗ heit, Schmerz und Pein, Weg Sorg und Überdruß. Sein Gol⸗ gatha soll mir ein Tabor? sein, Mein matter, müder Fuß Wird hier auf diesen Friedenshöhen Frei von der Erde Banden gehen. Es ist vollbracht!—Matth. 1), 1—5. Mel. Ruhet wohl. 4. Es ist vollbracht! Hier bin ich frei von Noth. Wie wohl, wie wohl ist mir! Hier speiset mich der Herr mit Himmelsbrot Und zeigt mir Salems Zier; Hier hör ich mit der Sel'gen Singen Den süßen Ton der Engel klingen. Es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Der Leib mag immerhin Raub der Ver⸗ wesung sein: Ich weiß ja, daß ich Staub und Asche bin; Doch Jesus ist ja mein, Der wird mich sanft im Grabe decken Und einst in Klarheit auferwecken. Es ist vollbracht! 6. Es ist vollbracht! Gottlob, es ist vollbracht! Mein Heiland nimmt mich auf. Fahr hin, o Welt! Ihr Lieben, gute Nacht! Ich ende meinen Lauf Und alle Noth, die mich getroffen. Wohl mir, ich seh den Himmel offen! Es ist vollbracht! Gryphius, geb. 1616 à4 1664. (Joh. 5. 28. 29.) 623. Wenn der Stifter der sich ruft; Wenn die Söhne, Geschlechter Unsre Lieben zuwenn die Töchter Sinken in 462 XX. Die letzten Dinge. die frühe Gruft: Ach, dann füh⸗ len unsre Herzen Unaussprech⸗ lich tiefe Schmerzen. 2. Wenn der Säugling, kaum geboren, Wieder schnell im Tod verblüht, Und die Mutter nun verloren Ihre ganze Hoffnung sieht: Ach, dann will ihr Herz verzagen, So viel schwere Pein zu tragen! 3. Wenn der Tod im edlen Sohne Seine Lust dem Vater raubt; Wenn des Hauses Stütz und Krone Sinket mit des Va⸗ ters Haupt, Mütter von den Kindern scheiden: Herr, was gleichet diesen Leiden? 4. Ach, es müßte unterliegen, Dieses arme schwache Herz, Hül— fest du nicht, Herr, uns siegen Über Tod und Trennungs⸗- schmerz; Deine Rechte schlug uns nieder, Deine Rechte hebt uns wieder. 5. Ist des Trostes reiche Quelle Nicht dein Wort am finstern Grab? Strahlt, daß es die Nacht erhelle, Nicht dein Licht zu uns herab? Werden, die in dir gestorben, Dort nicht wieder neu erworben? 6. Im Genuß der reinsten Freuden Wandeln sie vor dei— nem Thron; Und wir sollten sie beneiden Um den früh er— rungnen Lohn? Ihre Seligkeit mit Zähren Und mit bittern Klagen stören? 7. Nein! Und kann der Mensch es wissen, Ob's nicht weise Huld geschickt, Daß uns frühe sind entrissen, Deren Lieb uns hoch beglückt? Wird nicht, was wir jetzt beweinen, Dort als Segen uns erscheinen? 8. Ja, wer trüge nicht auf Erden Gerne den Verlust, o Gott, Da wir bald uns jenseits werden Wiedersehn auf dein Gebot, Da du wirst im bessern Leben Die Verlornen wieder geben? Stäudlin, 4 1705. Mel. Nun ruhen alle Wälder.(Weish. 4, 7—14.) 624. Wenn kleine Him— melserben In ihrer Unschuld sterben, So büßt man sie nicht ein; Sie werden nur dort oben Vom Vater aufgehoben, Damit sie unverloren sei'n. 2. Sie sind ja in der Taufe Zu ihrem Christenlaufe Für Jesum eingeweiht Und noch bei Gott in Gnaden: Was sollt es ihnen schaden, Daß sie die Krone schon erfreut? 3. Der Unschuld Glück ver— scherzen, Stets kämpfen mit den Schmerzen, Mit so viel Seelennoth, Im Angstgefühl der Sünden Das Sterben schwer empfinden: Davor be— wahrt ein früher Tod. 4. Ist einer alt an Jahren, So hat er viel erfahren, Das ihn noch heute kränkt, Und un⸗ ter so viel Stunden Oft wenige gefunden, Daran er mit Ver⸗ gnügen denkt. 5. Zwar wer in seiner Jugend Den 2 Durch Und Hat n lebt u 6. A Die j sie das Auger nichtf Neze 7. 6 ben bleibe nicht Kräft t, daß ht dein Zerden, t nicht einsten or dei⸗ sollten züh er⸗ ligkeit bittern Mensch se Huld he sind hoch as wir Segen ht auf lust, enseits dein bessern wieder „ 1 05 en mit so viel tgefühl terben hot be⸗ zahrel, ö Dab I nd un⸗ wenihe 15 uugeld C. Begräb Den Weg zur wahren Tugend Durch Jesum Christum find't, Und sich den ersten Glauben Hat niemals lassen rauben, Der lebt und stirbt auch wie ein Kind. 6. Allein wo sind die Reinen, Die jetzt noch so erscheinen, Wie sie das Wasserbad Vor Gottes Augen stellte, Und die die Welt nicht fällte Und schon in ihrem Netze hat? 7. Sich Jesu ganz verschrei⸗ ben Und in der Welt zwar bleiben, Doch von der Welt nißlieder. 463 schäfte: Das muß allein uns Gott verleihn. 8. Wie leicht geht nicht bei Kindern Von uns erwachsnen Sündern Das fremde Feuer an! Sind sie der Welt entris— sen, Dann können wir erst wis— sen, Daß sie die Welt nicht fäl— len kann. 9. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen Und blei— best bei den Schafen, Die ewig nicht sein, Erfordert 6 Jesu sind. Kräfte Als menschliche Ge— J. A. Rothe, geb. 1688 4 1758. Mel. Es ist genug.(Baruch 4, 23.) 625. Zeuch hin, mein Kind! Gott selber fordert dich Aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; Doch weil es Gott gefällt, So unterlaß ich alles Klagen Und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir Nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist aus; darum befiehlt er dir, Nun wieder fortzuziehn. Zeuch hin! Gott hat es so versehen; Was dieser will, das muß geschehen: Zeuch hin, mein Kind! 3. Zeuch hin, mein Kind! Im Himmel findest du, Was dir die Welt versagt; Denn nur bei Gott ist wahre Freud und Ruh, Kein Schmerz, der Seelen plagt. Hier müssen wir in Angsten schweben, Dort kannst du ewig fröhlich leben: Zeuch hin, mein Kind! 4. Zeuch hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, Sobald es Gott gefällt. Du eiltest fort, eh dir das Ungemach Verbittert' diese Welt. Wer lange lebt, steht lang im Leide, Wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude: Zeuch hin, mein Kind! 5. Zeuch hin, mein Kind! Die Engel warten schon Auf deinen zarten Geist. Nun siehest du, wie Gottes lieber Sohn Dir selbst die Krone weist. Nun wohl, die Seele ist entbunden, Du hast durch Jesum überwun⸗ den: Zeuch hin, mein Kind! Hofsmann, geb. 1658 4 1712. 464 XX. Die letzten Dinge. Mel. Christus, der ist mein Leben.(1 Thess. 4, 13 ꝛc. 1 Kor. 14, 42 ꝛc.) 626. Die Liebe darf wohl weinen, Wann sie ihr Fleisch begräbt; Kein Christ muß fühl⸗ los scheinen, Solang er hie noch lebt. 2. Doch lässet gleich der Glau— be Sein Aug gen Himmel gehn: Was uns der Tod hier raube, Soll herrlich auferstehn. 3. So ists uns um die Her⸗ zen, Die Gnade macht uns so: Uns ist noch wohl in Schmerzen, Im Trauern sind wir froh. 4. Was tröstet uns? Das Hof⸗ fen. Wie gut ists, Christi sein! Mel. Ermuntre dich.(Mark 627. Du bist zwar mein und bleibest mein; Wer will mirs anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein: Der Herr von ew'gen Tagen, Der hat das meiste Recht an dir, Der fordert und erhebt von mir Dich, o mein Sohn, mein Wille, Mein Herz und Wun⸗ sches Fülle. 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, Du Kleinod meiner Seelen, Vor allem Weltgut williglich Mir wünschen und erwählen. Ich wollte sagen: „Bleib bei mir! Du sollt sein meines Hauses Zier; An dir will ich mein Lieben Bis in mein Sterben üben.“ 3. So sagt mein Herz und meint es gut, Gott aber meints noch besser; Groß ist die Lieb in meinem Muth, In Gott Man sieht den Himmel offen, Und nicht das Grab allein. 5. Herr Jesu, unser Leben, In Thränen dankt man dir, Daß du uns Trost gegeben; Denn davon leben wir. 6. Was wir in Schwachheit säen, Das wird in Herrlichkeit Auf dein Wort auferstehen: Das ists, was uns erfreut. 7. Herr, bild aus unsrem Staube Den neuen Leib, der dort, Nicht mehr dem Tod zum Raube, Dich schauet immerfort! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. 16, 14. 2 Sam. 12, 22 ꝛc.) ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr, Gott ist der Väter Haupt und Ehr, Ein Quell, daraus die Jungen Und Alten sind entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn; Und der mir ihn gege— ben, Will, daß er nah an sei⸗ nem Thron Im Himmel solle leben. Ich sprach:„Ach weh, mein Licht verschwind't!“ Gott spricht:„Willkomm', du liebes Kind! Dich will ich bei mir haben Und ewig reichlich laben.“ 5. O süßer Rath, o schönes Wort, Und heil'ger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, Kein Unglück und kein Kränken, Nicht Angst, nicht Mangel, nicht Versehn, Bei Gott kann keinem Leids geschehn; Wen Gott versorgt und liebet, Wird nimmermehr betrübet. bewan fomme nomm 7. VN Blut ret D thut, bühret offen, leben, dir, jeben; ichheit ichkeit lehen: t. usrem „der d zum fort! 1 00. in ein Gott Ehr, ungen an. einem gege⸗ an sei⸗ solle weh/ Gott liebes i mit aben.“ chono 6 wir 0 fein c und nicht Bei hehn; liebet kt. 6. Wir Menschen sind ja auch bedacht, Die Unsrigen zu zie⸗ ren: Wir gehn und sorgen Tag und Nacht, Wie wir sie wollen führen In einen feinen, sel'gen Stand, Und ist doch selten so bewandt Mit dem, wohin sie kommen, Wie wirs uns vorge— nommen. 7. Wie manches junge fromme Blut Wird jämmerlich verfüh— ret Durch bös' Exempel, daß es thut, Was Christen nicht ge— bühret! Da hats denn Gottes Zorn zu Lohn, Auf Erden nichts als Spott und Hohn; Der Va⸗ ter muß mit Grämen Sich sei⸗ nes Kindes schämen. 8. Ein solches darf ich ja nun nicht An meinem Sohn erwar— ten: Der steht vor Gottes An⸗ gesicht Und geht in Christi Garten; Hat Freude, die ihn recht erfreut, Und ruht von allem Herzeleid; Er sieht und hört die Scharen, Die uns allhie bewahren. 9. Er sieht und hört der Engel Mund, Sein Mund hilft selber singen; Lernt alle Weisheit aus dem Grund Und spricht von solchen Dingen, Die unser keins C. Begräbnißlieder. 465 noch sieht und weiß, Die auch durch unsern Fleiß und Schweiß Wir, weil wir sind auf Erden, Nicht ausstudiren werden. 10. Ach dürft ich doch von ferne stehn Und nur ein wenig hören, Wann deine Sinnen sich erhöhn Und Gottes Namen ehren, Der heilig, heilig, heilig ist, Durch den auch du geheiligt bist: Ich weiß, ich würde müs— sen Vor Freuden Thränen gießen! 11. Ich würde sprechen:„Bleib allhier! Nun will ich nicht mehr klagen: Ach mein Sohn, wärst du noch bei mir! Nein; sondern: komm, du Wagen Eliä, hole mich geschwind Und bring mich dahin, wo mein Kind Und so viel liebe Seelen So schöne Ding erzählen!“ 42. Nun, es sei ja und bleibe so! Dich will ich nicht beweinen: Du lebst und bist von Herzen froh, Siehst lauter Sonnen scheinen, Die Sonnen ew'ger Freud und Ruh; Hie leb und bleib nur immerzu! Ich will, wills Gott, mit andern Auch bald hinüber wandern. Gerhard, geb. 1606 4 1676. Eigene Mel.(Mark. 5, 35 ꝛc.) 628. Mag auch die Liebe weinen: Es kommt ein Tag des Herrn; Es muß ein Mor⸗ genstern Nach dunkler Nacht erscheinen! 2. Mag auch der Glaube zagen: Ein Tag des Lichtes naht; Zur Gesangbuch für die evangelische Kirche. Heimat führt sein Pfad, Aus Dämmrung muß es tagen! 3. Mag Hoffnung auch erschre— cken, Mag jauchzen Grab und Tod: Es muß ein Morgenroth DieSchlummernden einst wecken! Krummacher, geb. 1767 4 1845. 30 466 XX. Die letzten Dinge. Eigene Mel.(Joh. 11, 25. 26. 1 Thess. 4, 14.) 629. Ruhet wohl, ihr Tod⸗ tenbeine, In der stillen Einsam⸗ keit! Ruhet, bis das End er⸗— scheine, Da der Herr euch zu der Freud Rufen wird aus euren Grüften Zu den freien Him— melslüften! 2. Nur getrost, ihr werdet le⸗ ben, Weil das Leben, euer Hort, Die Verheißung hat ge— geben Durch sein theuer wer— thes Wort: Die in seinem Na⸗ men sterben, Sollen nicht im Tod verderben. 3. Und wie sollt im Grabe bleiben, Der ein Tempel Got— tes war, Den der Herr ließ einverleiben Seiner auserwähl⸗— ten Schar, Die er selbst durch Blut und Sterben Hat gemacht zu Himmelserben? 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, Die des Herren Glieder sind. Muß der Leib im Grab erkalten, Da man nichts als Asche find'ẽt: Wann des Herren Hauch drein bläset, Grünet neu, was hier verweset. 5. Jesus wird, wie er erstan⸗ den, Auch die Seinen einst mit Macht Führen aus des Todes Banden, Führen aus des Gra⸗ bes Nacht Zu dem ew'gen Him— melsfrieden, Den er seinem Volk beschieden. 6. Ruhet wohl, ihr Todten⸗ beine, In der stillen Einsam⸗ keit! Ruhet, bis der Herr er⸗ scheine An dem Ende dieser Zeit! Da sollt ihr mit neuem Leben Herrlich ihm entgegen schweben. Friedr. Konrad Hiller, geb. 1662 4 1726. Eigene Mel.(Offenb. Joh. 21, 3. 4.) 630. Aller Gläub'gen Sam⸗ melplatz Ist da, wo ihr Herz und Schatz, Wo ihr Heiland Jesus Christ Und ihr Leben hier schon ist. 2. Eins geht da, das Andre dort In die ew'ge Heimat fort, Ungefragt, ob die und der Uns nicht hier noch nützlich wär. 3. Doch der Herr kann nichts Mel. Wie wohl ist mir.(Weish. 3, 1. Offenb. 631. Die Seele ruht in Jesu Armen, Der Leib schläft sanft im Erdenschoß. Am Her⸗ zen darf das Herz erwarmen, versehn; Und wenn es nun doch geschehn, Hat man nichts dabei zu thun Als zu schweigen und zu ruhn. 4. Manches Herz, das nicht mehr da, Geht uns freilich in⸗ nig nah; Doch, o Liebe, wir sind dein, Und du willst uns alles sein! Vers 1, 3, 4 von Zinzendorf, geb 1700 4 17603 V. 2 von Gregor, geb. 1723 4 1801. Joh. 14, 13. 22, 4. Jes. 35, 10. 1 Kor. 13, 12.) Die Ruh ist unaussprechlich groß, Die sie nach wenig Kampfesstunden Bei ihrem hol⸗ den Freund gefunden: Sie schwim meer, abgewi durch! Herren 2. S nomme Seufze Freude steht e Im G. Demg ten, S sicht, lieblich durch! ist ein 3. S entgeg ewigen nes Y bens, Mein wordes ganze! ner T lihes mich hine. Erde die I tin i darf Tod Hherren eib im nichts u des läset, Weset. erstan⸗ ust mit Todes Gra⸗ Him⸗ seinem odten⸗ insam⸗ err er⸗ Zeitl Leben weben. 7 1˙26. in doch dabei en und nicht lich iͤ e, vll I und 007 U01 1601 . 110 wenih m hob Gie ————= schwimmt im stillen Friedens⸗ meer, Gott hat die Thränen abgewischet, Ihr Geist wird durch und durch erfrischet, Des Herren Glanz ist um sie her. 2. Sie ist nun aller Noth ent⸗ nommen, Ihr Schmerz und Seufzen ist dahin; Sie ist zur Freudenkrone kommen, Sie steht als Braut und Königin Im Golde ew'ger Herrlichkeiten Dem großen König an der Sei⸗ ten, Sie sieht sein klares Ange⸗ sicht, Sein freudenvoll, sein lieblich Wesen Macht sie nun durch und durch genesen; Sie ist ein Licht im großen Licht. 3. Sie jauchzt den Sterblichen entgegen: Ja, ja, nun ist mir ewig wohl! Ich bin durch mei— nes Mittlers Segen Des Le⸗ bens, Lichts und Freuden voll; Mein schönes Erbtheil ist mir worden, Viel tausend aus der Sel'gen Orden Bewundern jauchzend meine Pracht; Man kann in allen Himmelschören Gleichwie mit Donnerstimmen hören: Der Herr hat alles wohl gemacht! 4. Ja wohl gemacht durchs ganze Leben, Recht wohl in mei⸗ ner Todespein! Sein mütter⸗ liches Tragen, Heben Bracht mich heraus, hindurch, hinein: Heraus aus dieser Erde Lüsten, Hindurch durch die Versuchungswüsten, Hin— ein ins schöne Kanaan. Da darf ich auf den grünen Auen C. Begräbnißlieder. 467 Den Helden, der mich führte, schauen, Der große Ding an mir gethan. 5. Das war ein Tag der süßen Wonne, Das war ein lang ge— wünschtes Heut, Wo Jesus, meine Lebenssonne, Den ersten Blick der Herrlichkeit Zum freudenvollen Ubergehen Ließ meinen Geist durchdringend sehen. Der eilte seinem Freunde zu Und schwang sich mit den Engelscharen, Die um mein Sterbebette waren, Ins Vaters Haus zur stolzen Ruh! 6. Nun kann das Kind den Vater sehen, Es fühlt den sanf⸗ ten Liebestrieb) Nun kann es Jesu Wort verstehen: Er selbst, der Vater, hat dich lieb. Ein unergründlich Meer des Guten, Ein Abgrund ew'ger Segens— fluten Entdeckt sich dem ver— klärten Geist: Er schauet Gott von Angesichte Und weiß, was Gottes Erb im Lichte Und ein Miterbe Christi heißt. 7. Der matte Leib ruht in der Erden, Er schläft, bis Jesus ihn erweckt. Da wird der Staub zur Sonne werden, Den jetzt die finstre Gruft bedeckt; Dann werden wir mit allen Frommen Beim großen Mahl zusammen⸗ kommen Und bei dem Herrn sein allezeit; Da werden wir ihn ewig sehen: Wie wohl, wie wohl wird uns geschehen! Herr Jesu, komm, mach uns bereit! Allendorf, geb. 1693 4 1773, D. Auferstehung XX. Die letzten Dinge. und Weltgericht. Eigene Mel.(1 Kor. 15, 53. Ps. 126, 5 ꝛc.) 632. Auferstehn, ja aufer⸗Grabe Genug I stehn wirst du, Mein Staub, habe, Erweckst du mich! nach kurzer Ruh; Unsterblich 4. Wie den Träumenden wirds Leben Wird, der dich schuf, dann uns sein: Mit Jesu gehn dir geben. Hallelujah! 2. Wieder aufzublühn werd ich gesät; Der Herr der Ernte geht Und sammelt Garben, wir ein Zu seinen Freuden; Der müden Pilger Leiden Sind . nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt Uns ein, uns ein, die starben. mich Mein Mittler dann, lebt Gelobt sei Gott! 3. Tag des Danks, der Freu⸗ ich Im Heiligthume Zu seines Namens Ruhme. Dann schau denthränen Tag, Du meines ich ihn! Gottes Tag: Wann ich im Klopstock, geb. 1724 4 1808. Mel. Valet will ich dir geben.(Joh. 6, 40.) 633. geh zu deinem Grabe, Du großer Siegesfürst, Weil ich die Hoffnung habe, Daß du mir zeigen wirst, Wie man kann fröhlich sterben Und fröhlich auferstehn, Wie mit den Himmelserben Ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde Und hast sie eingeweiht: Wann ich begraben werde, Daß sich mein Herz nicht scheut, Auch in den Staub zu legen, Was Staub und Asche ist, Weil du ja aller⸗ wegen Der Herr der Erde bist. 3. Du schläfst in deinem Gra⸗ be: Daß ich auch meine Ruh An diesem Orte habe; Drückst mir die Augen zu. Nun soll mir gar nicht grauen, Wann mein Gesicht vergeht: Ich wer— de den wohl schauen, Der mir zur Seite steht. 4. Dein Graͤb war wohl ver⸗— siegelt, Doch brichst du es ent— zwei: Wenn mich der Tod ver— riegelt, So bin ich dennoch frei; Du wirst den Stein schon rücken, Der auch mein Grab bedeckt, Dann werd ich dich erblicken, Der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe Und zeigest mir die Bahn, Wo— hin ich endlich gehe, Da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, Wo lauter Glanz um dich; Da warten lauter Kronen In deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben! O meines Todes Tod! Dir will ich mich ergeben Auch in der letzten Noth; Dann schlaf jch ohne Kummer In deinem Frieden ein; Und 930 ich auf vom Schlummer, Wirst du mein Loblied sein. Schmolk, geb. 1672 4 1737. uns sehr Herr, Mitte So v „Iyr ihrꝰ kömm nehm bereit ihme 2 singe Freu und Frev Präd von 63 um; nmert wirds gehn uden; Sind führt „lebt seines schau 1303. lver⸗ enk⸗ d ver⸗ frei; rücken, edeckt, licken, . Höhe „Wo⸗ ch dich sicher mz um Rronen Leben! Dir uch in schlaf deinemn ich aus rr 4l. D. Auferstehung und Weltgericht. 469 Eigene Mel.(Matth. 25, 1—13. Offenb. Joh. 19, 6—9. Jes. 52, 8.) 634.„Wachet auf!“ ruft uns die Stimme Der Wächter sehr hoch auf der Zinne,„Dein Herr, o Zion, kommt zu dir! Mitternacht heißt diese Stunde,“ So rufen sie mit hellem Munde, „Ihr klugen Jungfraun, wo seid ihr? Wohlauf, der Bräut'gam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Hallelujah! Macht euch bereit Im Hochzeitkleid; Geht ihm entgegen, es ist Zeit!“ 2. Zion hört die Wächter singen, Das Herz will ihr vor Freude springen, Sie wachet und steht eilends auf: Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, Von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, Ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all Zum Freudensaal Und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen Von Menschen- und von Engel— zungen, Mit Cimbeln und mit Harfenton! Von zwölf Perlen sind die Thore An deiner Stadt; wir stehn im Chore Der Engel hoch vor deinem Thron. Kein Aug erblickte sie, Ein Ohr ver— nahm sie nie, Solche Freude. Drum jaͤuchzen wir Und singen dir Das Hallelujah für und für! Nicolai, geb. 1556 4 1608. Mel. Nun sich der Tag geendet hat.(Matth. 25, 6. 13—30.) — 635. Der Herr bricht ein um Mitternacht; Jetzt ist noch alles still. Wohl dem, der nun sich fertig macht Und ihm be— gegnen will! 2. Er hat es uns zuvor gesagt Und einen Tag bestellt; Er kommt, waͤnn niemand nach ihm fragt Noch es für möglich hält. 3. Wie liegt die Welt so blind und todt! Sie schläft in Sicher— heit Und meint, des großen Tages Noth Sei noch so fern und weit. 4. Wer wacht und hält sich nun bereit Als ein getreuer nungszeit Vor Gott bestehe recht? 5. Wer gibt sein Pfund auf Wucher hin Und nützet seinen Tag, Daß er mit himmlischem Gewinn Vor Jesum treten mag? Luk. 19, 16. 6. Weckt ihr einander aus der Ruh, Daß niemand sicher sei? Ruft ihr einander fleißig zu: Sei wacker, fromm und treu? 7. So wache denn, mein Herz und Sinn, Und schlummre ja nicht mehr; Blick täglich auf sein Kommen hin, Als ob es heute wär! Knecht, Daß er in jener Rech— 8. Der Tag der Rache nahet 470 XX. Die l sich, Der Herr kommt zum Ge⸗ richt. O meine Seel, ermanne dich, Steh und verzage nicht! 9. Dein Tagewerk ist schön und groß; Mit Jesu wirds vollbracht, Der ein so selig schönes Los Dem Treuen zu⸗ gedacht, 10. Dem Knechte, der auf schmalem Pfad Schritt für Schritt, Fromm blieb, wenn alles übel that, Geduldig stritt und litt. 11. Dann, wann der Richter Eigene Mel.(Offenb. 636. Jenen Tag, den Tag der Wehen, Wird die Welt im Brand vergehen, Wie Prophe— tenspruch geschehen. 2. Welch Entsetzen vor der Kunde, Daß der Richter kommt zur Stunde, Prüfend alles bis zum Grunde! 3. Die Posaun' im Wunder⸗ tone Sprengt die Gräber jeder Zone, Sammelt alle vor dem Throne. 4. Erd und Tod wird schaun mit Beben Alle Kreatur sich he— ben, Antwort vor Gericht zu geben. 5. Und ein Buch wird aufge— schlagen, Drin steht alles ein— getragen, Weß die Welt ist an⸗ zuklagen. 6. Wenn der Richter also sitzet, Wird, was dunkel war, durch⸗ blitzet, Vor der Rache nichts beschützet. Ihm folgte etzten Dinge. wie ein Blitz Vom Himmel niederfährt, Wann aller Sün⸗ der Lust und Witz In Heulen sich verkehrt: 12. Dann kommt er dir als Morgenstern Mit ew'gem Gna⸗ denschein, Dann gehest du mit deinem Herrn Zu seinen Freu⸗ den ein. 13. Der Herr bricht ein um Mitternacht; Jetzt ist noch al⸗ les still. Wohl dem, der nun sich fertig macht Und ihm be— gegnen will! Joh. 6, 17. 20, 12.) 7. Ach, wie werd ich Armer stehen? Wen zum Anwalt mir erflehen, Wenn Gerechte schier vergehen? 1 Petri 4, 18. 8. Hehrer König, Herr der Schrecken! Gnade nur deckt unsre Flecken: Gnade, Gnade laß mich decken! 9. Jesu, milder Heiland, siehe, Wie ich Ziel war deiner Mühe, Daß ich jenem Zorn entfliehe! 10. Bist so treu mich suchen gangen, Hast am Kreuz für mich gehangen: Nicht umsonst sei Müh und Bangen! 11. Richter mit der heil'gen Klage Vor dem großen Rache— tage! 12. Sieh, ich seufze schuldbela⸗ den, Schamroth über schweren Schaden: Hör mein Flehen, Gott, in Gnaden! Wage, Tilge wider mich die 13. Mari verzie mir v 14. theuer Treue gen ß 15. selle; 63 zusan Flam thron baren ren: Men 2.— Das Die immel Sün⸗ Heulen ir als Gna⸗ du mit Freu⸗ in um och al⸗ + nun m be⸗ Armer Ilt mir schiet ri 4, 18, der deckt Gnade sehe, deiner Zorn suchen g fil msonst eil ge ch di Rache⸗ ohela⸗ wereln lehen, D. Auferstehung und Weltgericht. 471 13. Du, der freisprach einst Hölle Mich zu deiner Rechten Marien Und dem Schächer noch verziehen, Hast auch Hoffnung mir verliehen. 14. Mein Gebet gilt nicht so theuer; Aber laß mich, o du Treuer, Nicht vergehn im ew- gen Feuer! 15. Zu den Schafen mich ge— selle; Fern den Böcken und der Nach dem La Eigene Mel.(2 Kor. 5, 10. 637. Die Welt kommt einst zusammen Im Glanz der ew'gen Flammen Vor Christi Richter⸗ thron; Dann muß sich offen⸗ baren, Wer die und jene wa⸗ ren: Sie kennt und prüft des Menschen Sohn. 2. Der Greu'l in Finsternissen, stelle! 16. Wann Verworfne sich ent⸗ färben, Die du hingibst ins Verderben, Rufe mich zu deinen Erben! 17. Tief im Staub ring ich die Hände; Zum Zerknirschten, Herr, dich wende: Herr, gedenke mein am Ende! teinischen des Thomas von Celano, um 1250. Röm. 2, 4 ꝛc. Jak. 3, 1 ꝛc.) Das Aug voll edler Zähren, Der Mund voll Lob und Lehren, Des Christen Herz wird of— fenbar. 4. Wo wird man sich verstecken? Was will die Blöße decken? Wer schminkt sich da geschwind? Wen kann die Lüge schützen? Das Brandmal im Gewissen, Die Hand, die blutvoll war, Das Aug voll Ehebrüche, Das frevle Maul voll Flüche, Das Herz des Schalks wird offenbar. 3. Das Flehn der armen Sün⸗ der, Das Thun der Gotteskin⸗ der, Die Hand, die milde war, Mel. Die Welt kommt einst zusammen.(Joh. 3, 638. Viel besser, nie ge⸗ boren, Als ewiglich verloren, Von Gott getrennt sich sehn, Von keinem Heile wissen, Vom Licht zu Finsternissen, Vom Leben zu dem Tode gehn; 2. Von Freuden in den Kla⸗ gen, Vom Hoffen im Verzagen, Von Wollust in der Pein, Von Freiheit in den Banden, Von Was wird ein Werkruhm nützen? Da sind wir alle, wie wir sind. 5. Herr, diese Offenbarung Drück du mir zur Bewahrung Beständig in den Sinn, Daß ich auf das nur sehe, Ich gehe oder stehe, Wie ich vor dei— nem Auge bin! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. 16. Luk. 16, 19 ꝛc. Matth. 26, 24.) Ehren in den Schanden, Von Ruhe in der Qual zu sein! 3. Im Fluch auf ewig bren— nen, Gott seinen Gott nicht nennen, O das ist ja betrübt! Ach Gott, ich flieh gerade Al— lein zu deiner Gnade, Mein Gott, der du die Welt geliebt! 4. Du hast den Sohn gege— ben, Im Sohn ein ewig Leben; 472 XX. Die letzten Dinge. Im Sohn will ich dich flehn, Dich flehn um deine Liebe, Dich flehn aus heißem Triebe: Laß mich das Heil in Jesu sehn! 5. Ich war dem Tod zum Mel. O Ewigkeit, du Donn 639. O Menschen, diese kurze Zeit Führt in die lange Ewigkeit, Zu Himmel oder Hölle! So bleibts nicht, wie es jetzo ist. Der Feind sucht, wie er euch mit List Die Netze heimlich stelle, Drin er ein lindes Herz verstrickt Und in den Schlund des Todes rückt. 2. Die Sündenlust ist bald vorbei; Dann steigt aus Flam⸗ men ein Geschrei, Man will gekühlet werden, Und wärs mit einem Tropfen klein. Doch kann auch dieses nicht mehr sein: Man ist nicht mehr auf Erden, Wo uns von dir, o treuer Hirt, Noch Fried und Heil geboten wird. 3. Dann hebet ihr die Augen auf Und merket, doch zu spät, darauf, Was ihr nicht merken wolltet: Daß ihr die Herzen zu dem Mann, Der segnen und verdammen kann, Bußfertig wenden solltet; Dann ist vor— bei die Gnadenzeit Und da des Fluches Ewigkeit! Raube; Nun gib mir, daß ich glaube: Wer glaubt, wird selig sein. So geh ich nicht verloren, So bin ich neugeboren, So dring ich in das Leben ein. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. nerwort.(Luk. 16, 19—31.) 4. Mein Herz, o fleuch in Jesu Schoß, Der ist erbarmungs-— reich und groß Für dich und alle Seelen! Er ists für den, der an ihn glaubt, Und der sich beugt mit Herz und Haupt, Das gute Theil zu wählen. Erwähle Jesu Gnadenlicht, So brennt für dich die Hölle nicht! 5. O zeig mir, Herr, was Abram sieht, Und wie sich deine Schar bemüht, Lobpreisend dir zu dienen; Und wie, die hier der Höll entflohn, Dort unverwelklich um den Thron Als Himmelspflanzen grünen! Für alles dieses gabst du dich: O liebster Heiland, rette mich! 6. Solang ich noch auf Er— den bin, Schick ich mein Herz allzeit dahin Und merk auf deine Worte; Du bist der Herr im Himmelreich, Du hast die Schlüssel auch zugleich Zur tie— fen Höllenpforte; Hinfort be— darf ich Wunder nicht: Ich spricht. Nach dem großen Leipziger Gesangbuch. Mel. Was Gott thut.(1 Kor. 1, 7—9. Röm. 8, 23—25.) 640. Wir warten dein, o Gottes Sohn, Und lieben dein Erscheinen. Wir wissen dich auf deinem Thron Und nennen uns die Deinen. Wer an dich glaubt, Erhebt sein Haupt glaube, was mein Heiland Und fomms Schul trager gern Kreuz weg u 3. uns nomn hier deine auf Freu Stu Last der Ball det, ner 2 kore der Me uns tesl dies ruf N Jesu mungs⸗ h und r den, der sich Haurt, ählen. t, So nicht! „was deine reisend ie, die Dort Thron rünen! dich: mich! uf Er⸗ U Herz xk auf r Herr ast die ur ie⸗ ort be⸗ heiland gsangbuc. nennen N dich Haubt E. Ewige Und siehet dir entgegen; Du kommst uns ja zum Segen. 2. Wir warten deiner mit Ge⸗ duld In unsern Leidenstagen. Wir trösten uns, daß du die Schuld Für uns am Kreuz ge⸗ tragen; So können wir Nun gern mit dir Uns auch zum Kreuz bequemen, Bis du's hin⸗ weg wirst nehmen. 3. Wir warten dein. Du hast uns ja Das Herz schon hinge— nommen. Du bist zwar unsrem Leben. 473 Geiste nah, Doch wirst du sicht⸗ bar kommen; Da willst uns du Bei dir auch Ruh, Bei dir auch Freude geben, Bei dir ein herr— lich Leben. 4. Wir warten dein. Du kommst gewiß, Die Zeit ist bald ver— gangen; Wir freuen uns schon über dies Mit kindlichem Ver⸗ langen: Was wird geschehn, Wann wir dich sehn, Wann du uns heim wirst bringen, Wann wir dir ewig singen! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699 4 1769. E. Ewiges Leben. Mel. Wie wohl ist mir.(Ebr. 4, 1. 9—11.) 641. Es ist noch eine Ruh vorhanden. Auf, müdes Herz, und werde Licht! Du seufzest hier in deinen Banden, Und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden Dort wird vor seinem Stuhle weiden; Wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der schwere Kampf vollendet, Bald, bald der saure Lauf geen⸗ det, Dann gehst du ein zu dei⸗ ner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auser— koren, Die Ruhe, die kein En⸗ de nimmt; Es hat, da noch kein Mensch geboren, Die Liebe sie uns schon bestimmt. Das Got⸗ teslamm, es wollte sterben, Uns diese Ruhe zu erwerben; Es ruft, es locket weit und breit: „Ihr müden Seelen, und ihr Frommen, Versäumet nicht, heut einzukommen Zu meiner Ruhe Lieblichkeit!“ 3. So kommet denn, ihr mat⸗ ten Seelen, Die manche Last und Bürde drückt! Eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, Geht nicht mehr seufzend und gebückt! Ihr habt des Tages Last getra— gen; Dafür läßt euch der Hei⸗ land sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein! Ihr seid sein Volk, er will euch schützen; Will auch die Hölle auf euch blitzen, Seid nur getrost und gehet ein! 4. Was mag wohl einen Kran⸗ ken laben Und einen müden Wandersmann? Wenn jener nur ein Bettlein haben Und sanft auf solchem ruhen kann; Wenn dieser sich darf nieder— setzen, An einem frischen Trunk 47⁴ ergetzen, Wie sind sie beide so vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhestunden; Es ist noch eine Ruh erfunden, Wo man auf ewig stille liegt. 5. Da wird man Freudengarben bringen, Denn unsre Thränen⸗ saat ist aus. O welch ein Jubel wird erklingen, Welch Lobge— tön im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid wird ferne wei— chen, Es wird kein Tod uns mehr erreichen; Wir werden un⸗ sern König sehn. Er wird am Brunnquell uns erfrischen, Die XX. Die letzten Dinge. Thränen von den Augen wi⸗ schen. Wer weiß, was sonst noch wird geschehn! offenb. Joh. 7. 17. 6. Da ruhen wir und sind im Frieden Und leben ewig sor⸗ genlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden, Legt euch dem Hei— laͤnd in den Schoß! Ach, Flü— gel her! Wir müssen eilen Und uns nicht länger hier verweilen, Dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubiliren! Auf, gürte dich zum Triumphiren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! Kunth, geb. 1700 4 1779. Mel. Wer weiß, wie nahe.(Röm. 8, 17. 18.) 642. Nach einer Prüfung kurzer Tage Erwartet uns die Ewigkeit; Dort, dort verwan— delt sich die Klage In göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tu⸗ gend ihren Fleiß, Und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden Schon man— chen sel'gen Augenblick; Doch alle Freuden, die ihm werden, Sind ihm ein unvollkommnes Glück: Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh Nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Kör— pers Schmerzen, Bald das Geräusche dieser Welt; Bald kämpft in seinem eignen Herzen Ein Feind, der öfter siegt als fällt; Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld In Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, Das Laster öfters glück⸗ lich ist, Wo man den Glückli⸗ chen beneidet Und des Beküm⸗ merten vergißt, Hier kann der Mensch nie frei von Pein, Nie frei von aller Schwachheit sein. 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; Dort werd ich, heilig und verklärt, Der Tu— gend ganzen Werth empfinden, Den unaussprechlich großen Werth; Den Gott der Liebe werd ich sehn, Ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht heil— ger Wille Mein Will' und meine Wohlfahrt sein, Und lieblich Wesen, Heil die Fülle Am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. heilig und en wi⸗ nst noch Joh. 7. 17 sind im dig sor⸗ Wort, m Hei⸗ „Flü⸗ n Und weilen, frohe Geist, kte dich „auf, 0 1 17⁷9. öfters glück⸗ Hlückli⸗ Belüm⸗ un der „ Nie it sein. „dort werd er Tu⸗ finden, großen Liebe „ ewig t heil⸗ meine ieblich An freun. 15 aulf aß ich 7. Da werd ich das im Licht erkennen, Was ich auf Erden dunkel sah, Das wunderbar und heilig nennen, Was uner⸗ forschlich hier geschah; Da denkt mein Geist mit Preis und Dank Die Schickung im Zusammen⸗ hang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, Wo Gott, mein Heil, sich offenbart, Ein„heilig, heilig, heilig!“ singen Dem Lamme, das erwürget ward, Und Cherubim und Seraphim Und alle Him-— mel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Scharen Mich ihnen gleich und heilig sehn, Das nie gestörte Glück erfahren, Stets fromm mit Frommen umzugehn; Da wird durch jeden Augenblick Ihr Heil mein Heil, ihr Glück mein Glück. Mel. Wie schön leucht't. 643. Wie wird mir dann, o dann mir sein, Wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, In ihm entschlafen werde, Von keiner Sünde mehr entweiht, Entladen von der Sterblichkeit, Nicht mehr der Mensch von Er— de! Freu dich, Seele! Stärke, tröste Dich, Erlöste, Mit dem Leben, Das dir dann dein Gott wird geben! 2. Ich freue mich und bebe doch, So drückt mich meines Elends Joch, Der Fluch der Sünde nieder! Der Herr er— E. Ewiges Leben. 47⁵5 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, Der Gottes Weg mich gehen hieß, Und ihn zu mil— lionenmalen Noch segnen, daß er ihn mir wies; Da find ich in des Höchsten Hand Den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft— o möchte Gott es geben!— Vielleicht auch mir ein Sel'ger zu:„Heil sei dir, denn du hast mein Leben, Die Seele mir gerettet du!“ O Gott, wie muß dies Glück erfreun, Der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, Doch gegen jene Herr⸗ lichkeit, Die offenbart an uns soll werden Von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie Ist doch ein Augenblick voll Müh! Gellert, geb. 1715 4 1769 (Offenb. Joh. 2, 10. 3, 5.) leichtert mir mein Joch; Es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, Glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, Laß mich streben, Dir zu leben, Dir zu sterben, Deines Vaters Reich zu erben! 3. Verachte denn des Todes Graun, Mein Geist: er ist ein Weg zum Schaun, Der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich: Ins Allerheiligste führt dich Der Weg im finstern Thale! Gottes Ruh ist Unvergänglich, Über— 476 XX. Die le schwenglich; Die Erlösten Wird sie unaussprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, Die mich, wann nun mein Auge bricht, Zu dei— nen Todten sammelt; Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, Eh ich dies Flehen noch vollbracht, Mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater, Ich befehle Meine Seele Deinen Händen, Laß mich einst im Frieden enden! 5. Vielleicht sind meiner Ta— ge viel, Ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, An dem die Kro— ne schimmert. Bin ich von mei— nem Ziel noch weit, Die Hütte Eigene Mel.(Offen 644. O Jerusalem, du schöne, Da man Gott bestän— dig ehrt Und das himmlische Getöne„Heilig, heilig, heilig!“ hört: Ach, wann komm ich doch einmal Hin zu deiner Bürger Zahl? 2. Muß ich nicht in Pilger— hütten Unter strengem Kampf und Streit, Da so mancher Christ gelitten, Führen meine Lebenszeit? Da oft wird die beste Kraft Durch die Thränen weggerafft. 3. Ach, wie wünsch ich dich zu schauen, Jesu, liebster Seelen— freund, Dort auf deinen Sa— lemsauen, Wo man nicht mehr klagt und weint, Sondern in dem höchsten Licht Schauet Got— tten Dinge. meiner Sterblichkeit, Wird sie erst spät zertrümmert: Laß mich, Vater, Reiche Saaten Guter Thaten Einst begleiten Vor den Thron der Ewigkeiten! 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, Wann ich mich ganz des Herrn zu freun, Ihn dort anbeten werde, Von kei— ner Sünde mehr entweiht, Ein Mitgenoß der Ewigkeit, Nicht mehr der Mensch von Erde! „Heilig, heilig, heilig“ singen Wir und bringen Deinem Na— men Preis und Ehr auf ewig! Amen. Klopstock, geb. 1724 4 1803. b. Joh. 7, 14—17.) 4. Komm doch, führe mich mit Freuden Aus der Fremde har⸗ tem Stand; Hol mich heim nach vielen Leiden In das rechte Va— terland, Wo dein Lebenswasser quillt, Das den Durst auf ewig stillt! 5. O der auserwählten Stätte, Voller Wonne, voller Zier! Ach, daß ich doch Flügel hätte, Mich zu schwingen bald von hier Nach der neuerbauten Stadt, Welche Gott zur Sonne hat! 6. Soll ich aber länger blei— Wo mich Wind und Wellen treiben Durch so mancherlei Beschwer: Ach, so laß in Kreuz und Pein Hoffnung meinen Anker sein! tes Angesicht! 7. Alsdann werd ich nicht er— ben Auf dem ungestümen Meer, trinker und S kannn Me 643 Vater näher Erziel zum 5 Herr, Den mir erklär Tod! dem keit! denre Stau Liebe furch Dam flärt, sten der der; tung Sei 9. fluß Gott Hoff Glat Die har, war, 0 Grüt d sie mich, Guter Vor 44 1808. ich mit e har⸗ m nach te Va⸗ wasser fewig Statte/ Mih hitt Stadt, hat! hlii⸗ Meer, Wellen icherli Ferellz neinen t⸗ trinken: Christus ist mein Arm auch noch so wild. E. Ewiges Leben. 47⁷ Obgleich und Schild, Und sein Schifflein Mast und Segel bricht, Läßt kann nicht sinken, Wär das Meer doch Gott die Seinen nicht! Nach Fr. Konrad Hiller, geb. 1662 4 1726. Mel. Mein Heiland nimmt die Sünder an.(Joh. 17, 3. 1 Thess. 5, 8—10.) 645. Gottlob! ich weiß mein Vaterland, Dem jeder Tag mich näher leitet; Hier ist nur mein Erziehungsstand, Der mich zum Himmel vorbereitet. Bald, Herr, erhebst du mich zu dir; Den hohen Rathschluß hast du mir So hell in deinem Wort erkläret, So fest durch Jesu Tod bewähret, Der, als er aus dem Grab erwacht, Unsterblich— keit ans Licht gebracht. 2. Dort wird in Gottes Gna⸗ denrath Mein Geist mit sel'gem Staunen dringen, Und seiner Liebe Wunderthat Mit ehr— furchtvollem Dank besingen. Dann fühl ich, ewiglich ver— klärt, Der Leiden Christi höch— sten Werth, Knie vor dem Gott der Liebe nieder Und stimm in der Verklärten Lieder: Anbe— tung, Ehre, Preis und Macht Sei dem Gekreuzigten gebracht! 3. Der reichsten Güter Über⸗ fluß Empfang ich dann aus Gottes Händen: Dort wird die Hoffnung im Genuß, Der Glaube sich im Schauen enden; Die Führung, die einst wunder⸗ bar, Zu dunkel meinem Auge war, Seh ich im trosterfüllten Lichte, Genieße meiner Leiden Wie dir dein Vater es beschied, Früchte, Und preise Gottes weisen Rath, Der mich so treu geleitet hat. 4. Dort werd ich Gottes Freundlichkeit In Millionen Freuden schmecken, Stets wach— sen an Vollkommenheit Und neue Wunder stets entdecken; Mein Wissen, das hier Stück— werk war, Wird himmlisch, wie die Sonne klar, Stets flam— mender die Lieb und reiner, Stets jeder Sinn für Wahrheit feiner, Stets weiter meiner Seele Blick, Stets herrlicher mein ew'ges Glück. 5. Die Lieben, die für kurze Zeit Tod oder Schicksal von mir schieden, Find ich gekrönt mit Seligkeit Im wandellosen Himmelsfrieden. Dort, wo der Tod kein Band zerreißt, Dort werden wir, ein Herz und Geist, Zehnfältig unser Glück empfinden, Zur Liebe Gottes uns entzünden Und rühmen ihn, deß Vaterhand Zum ew⸗ gen Wohlsein uns verband. 6. Du hast uns nicht zum Zorn gesetzt, Nein, Himmelswonne zu genießen. Wie hoch sind wir von dir geschätzt! Sei innigst hoch von uns gepriesen! Dein Reich, wo Heil und Friede blüht, 478 XX. Die letzten Dinge. Das Reich voll unverwelkter Freuden Willst du, o Heiland, uns bescheiden. Wie bietest du dem Glaubensfleiß Solch un⸗ aussprechlich hohen Preis! 7. O Gott, laß mir die Ewig⸗ keit Samt meiner Gnadenzeit auf Erden Zum guten Kampf, der niemand reut, Stets wich⸗ Mel. Wie schön leucht't. 646. Mein Geist, o Gott, wird ganz entzückt, Wann er nach jenem Himmel blickt, Den du für uns bereitet; Dort wird erst deiner Allmacht Hand Aus neuen Wundern recht erkannt, Die du daselbst verbreitet. Herr, ich Fühl mich Angetrieben, Dich zu lieben, Der zum Leben Jener Welt mich will erheben. 2. Was sind die Freuden die⸗ ser Zeit, Herr, gegen jene Herr⸗ lichkeit, Die wir im Himmel finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar Viel Wunder dei— ner Güte dar, Daß wir sie froh empfinden; Doch hier Sind wir Bei den Freuden Noch mit Leiden Stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Dort ist kein Tod mehr und kein Grab, Du wischest alle Thränen ab Von deiner Kinder Wangen; Dort ist kein Das Alte ist tiger und theurer werden! Sie sei mein Schild in Kampf und Streit, Mein Antrieb zur Gott⸗ seligkeit, Die Würze meiner Lebensfreuden, Der Balsam meiner Pilgerleiden, Im dun⸗ keln Thal mein Freudenlicht Im Tode meine Zuversicht! Nach Loder, geb. 1757 4 1823. (Offenb. Joh. 21, 1—5.) kennen, Den sie hier schon Va— ter nennen. 4. In deinem höhern Heilig⸗ thum Erschallet deines Namens Ruhm Von Millionen Zungen; Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn, Da schaut man sie nicht mehr von fern, Da wird sie ganz besungen. Heller, Schnel— ler Als hienieden, Ohn' Er— müden Sehn wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 5. Mit neuer Inbrunst lieben wir, O Gott, dich dann und dienen dir Mit freudigem Ge⸗ müthe; Nichts stört den Frieden unsrer Brust Und unsre taͤu⸗ sendfache Lust An deiner großen Güte. Kein Neid, Kein Streit Hemmt die Triebe Reiner Liebe Unter Seelen, Die nun ewig nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! Die Frommen, Leid mehr, kein Geschrei, Denn du, o Herr, machst alles neu, die ich hier beweint, Die find ich droben wieder; Dort sam-— vergangen. melt deine Vaterhand Sie, die Freundlich Gibt sich Den Er-ein Sinn schon hier verband, lösten, Sie zu trösten, Der zu Herr, alle deine Glieder. Fröh⸗ lich 2 geln, Nicht mehr 61 lich f mel unzä Früc Leid ewig Seli diese 25 Seel Keir Da, ollk uns Der Als 3. Mei sein Lohe 3u selh hing röf dan Sie fund Gott⸗ neiner alsam dun⸗ t Im 1 1828. uVa⸗ eilig⸗ mens ngen; it des nicht d sie chnel⸗ Er⸗ Gott, lieben und N Ge⸗ rieden tall⸗ roßen Streit Viebe ewig r ist mmen, sind sam⸗ , diẽ hand, roͤh⸗ E. Ewige lich Werd ich, Frei von Män⸗ geln, Mit den Engeln Dir lob— singen, Preis und Dank dir ewig bringen. 7. Dort ist mein Freund, des Höchsten Sohn, Der mich ge— liebt. Wie glänzt sein Thron In jenen Himmelshöhen! Da werd ich dich, Herr Jesu Christ, Der du der Engel Wonne bist, Mir zum Entzücken sehen. Nichts kann Alsdann Mich mehr scheiden Von den Freu— 2 Mel. Womit soll ich. 647. O wie unaussprech⸗ lich selig Werden wir im Him⸗ mel sein! Da, da ernten wir unzählig Unsers Glaubens Früchte ein; Da wird ohne Leid und Zähren Unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit Führst du uns durch diese Zeit! 2. Dann wirst du dich unsern Seelen Offenbaren, wie du bistz Keine Wonne wird uns fehlen Da, wo alles Wonne ist; Zu vollkommnen Seligkeiten Wird uns dort der Mittler leiten, Der uns dieses Glück erwarb, Als am Kreuz er für uns starb. 3. Da wird deiner Frommen Menge Ein Herz, eine Seele sein, Dienst und Dank und Lobgesänge Dir, erhabner Gott, 3Leben. 479 den, Die du droben Deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, Die Gott den Frommen vorbehält, Wenn sie voll Glau⸗ ben sterben! Der du vorange— gangen bist, Zieh dir mich nach, Herr Jesu Christ, Hilf mir dein Reich ererben! Laß mich Treulich Darnach streben, Dir zu leben Auf der Erde, Daß ich dort dein Erbe werde! Dietrich, geb. 1721 4 1797, nach Ahasverus Fritsch, geb. 1629 4 1701. (Offenb. Joh. 21, 7.) 4. O wer sollte sich nicht seh⸗ nen, Aufgelöst und da zu sein, Wo nach ausgeweinten Thrä— nen Ew'ge Güter uns erfreun, Wo sich unser Kreuz in Palmen, Unser Klagelied in Psalmen, Unsre Last in Lust verkehrt, Die forthin kein Kummer stört! 5. Sei, o Seele, hoch erfreuet Über das erhabne Glück, Das dir einst dein Gott verleihet; Richte deines Glaubens Blick Oft nach jener Stadt der From— men Mit dem Ernst, dahin zu kommen; Trachte, weil du hier noch bist, Nur nach dem, was droben ist. 6. Ohne Heiligung wird kei— ner, Herr, in deinen Himmel gehn: O so mache immer reiner Hier mein Herz, dich einst zu zu weihn, Dir und dem, der selbst sein Leben Willig für uns sehn; Hilf du selber meiner Seele, Daß sie nicht den Weg hingegeben; Mit ihm, unsrem verfehle, Der mich sicher dahin größten Freund, Sind wir ewig bringt, Wo man ewig dir lob— dann vereint. singt! Nach Schmolk, geb. 102 4 1737 480 XX. Die letzten Dinge. Mel. Wenn mein Stündlein.(Joh. 17, 24.) 648. Der Trennung Last liegt schwer auf mir; Ich liebe sie, die Meinen. Laß einen Lichtstrahl mir von dir, Herr, auf die Frag erscheinen: Werd ich nach meinem Tode gleich In deinem ew'gen Königreich Die Meinen wieder sehen? 2. Ich höre schon von deinem Thron Des Geistes Stimm aus⸗ gehen. Sie zeuget mir: Durch Gottes Sohn Wirst du sie wie— dersehen; Wenn du durch ihn bist Gottes Kind, Wenn sie in ihm gestorben sind, So fin— det ihr euch wieder. 3. Die fromme Seele trennt sich nicht Von gleichgesinnten Frommen; Sie werden all in Gottes Licht Aufs neu zusam— men kommen, Von keinem Tode mehr getrennt: Denn Gottes Engel, der sie kennt, Versam⸗ melt die Erwählten. 4. Der Fromme siebt den from⸗ men Mann, Der Christ den Christen wieder; Das Weib trifft ihren Gatten an, Der Bruder seine Brüder; Die from⸗ me Mutter küßt ihr Kind: Denn alle Auserwählten sind In Gottes Stadt beisammen. 5. Zum Berge Zion kommen wir, Zu Gottes Stadt im Him⸗ wimmel; Zu der Gemeinde Strahlenchor, Zu Geistern stei— gen wir empor Vollendeter Ge⸗ rechten. Ebr. 12, 22 ꝛc. 6. Doch Frommen nur wirds Freude sein, Wann sie sich wie— der sehen; Gottlose häufen nur die Pein Mit ihrer Brüder Wehen. Dort fühlt der Lüstling sein Gericht, Und er verlangt die Brüder nicht Zu sehn im Feuerpfuhle. Luk. 16, 28. 7. Drum bitt ich dich durch Christi Blut, Erbarmer in der Höhe: Mach meine Lieben fromm und gut, Daß ich sie wieder sehe, Auch mich erhalte dir getreu! Dann, Vater, bin ich auch dabei, Wann sich die Lieben finden. 8. O Jesu, welch ein Tag für dich, Ein Festtag voll Erbar— men, Wann so viel tausend Seelen sich Vor deinem Thron umarmen! Dann bluten Herzen nimmermehr; Dann ist das Aug von Thränen leer, Denn du hast sie getrocknet. 9. Weint nicht, ihr Lieben, denn gewiß Sollt ihr mich wie— der finden In Gottes Stadt, im Paradies, Von Fesseln frei und Sünden. Auch unser Staub wird auferstehn. O Wiedersehn, mel, Wo Engel stehen, Herr, o Wiedersehn, Wie tröstest du die vor dir Im jauchzenden Ge-Seele! Nach Schubart, geb. 1730 4 1701. — Wachel auf! ruft.(Offenb. Joh. 14, 13. 7, 14—17.) 649. Selig sind des Him-im Herren sterben, Zur Aufer— mels Erben, Die Todten, die stehung eingeweiht. Nach den meinde n stei⸗ er Ge⸗ 2, 22 ꝛc. wirds ch wie⸗ en nur Brüder üstling erlangt hn im l. 16, 2. durch ner in Lieben ich sie erhalte , bin sich die ag für Erbar⸗ ausend Thron Herzen 9 Aug enn du Lieben, ch wie⸗ Stadt, ln frei Staub ersehn, tdu die 17⁰¹ 47 Aufer⸗ ch den letzten Augenblicken Des To— desschlummers folgt Entzücken, Folgt Wonne der Unsterblich— keit. Im Frieden ruhen sie, Los von der Erde Müh. Ho⸗ sianna! Vor Gottes Thron, Zu seinem Sohn Begleiten ihre Werke sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre Sei dir, Versühner, Jesu Christ! Ihr, der Über— winder Chöre, Bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre Dem Lamme, das geopfert ist! Er sank wie wir ins Grab, Wischt unsre Thränen ab, Alle E. Ewiges Jeben. 481 Thränen! Er hats vollbracht! Nicht Tag, nicht Nacht Wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne Scheint uns als⸗ dann: er ist uns Sonne, Der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, Nun bist du, Heil, uns aufgegangen, Nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr; Das Alte ist nicht mehr. Hallelujah! Er sank hinab Wie wir ins Grab; Er gieng zu Gott, wir folgen ihm. Klopstock, geb. 1724 4 1803. Mel. Nun preiset alle.(Offenb. Joh. 21.) 650. Ich hab von ferne, Herr, deinen Thron erblickt, Und hätte gerne Mein Herz vorausgeschickt, Und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben. 2. Das war so prächtig, Was ich im Geist gesehn! Du bist allmächtig, Drum ist dein Licht so schön! Könnt ich an diesen hellen Thronen Doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur bin ich sündig, Der Erde noch geneigt, Das hat mir bündig Dein heil'ger Geist gezeigt; Ich bin noch nicht ge— nug gereinigt, Noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch bin ich fröhlich, Daß mich kein Bann erschreckt; Ich bin schon selig, Seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben Und dich zeitle— bens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, Daß ich die Stadt gesehn; Und ohn' Er⸗ müden Will ich ihr näher gehn Und ihre hellen, goldnen Gassen Lebenslang nicht aus den Augen lassen. Hermes, geb. 1738 + 1821. Mel. O Jerusalem.(Offenb. Joh. 7, 9—17.) 651. Wer sind die vor Gottes Throne? Was ist das für eine Schar? Träget jeder eine Krone, Glänzen wie die Gesangbuch für die evangelische Kirche. Sterne klar; Hallelujah singen all, Loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind 4 Palmen —— 482 XX. Die letzten Dinge. E. Ewiges Leben. tragen Wie ein Sieger in der Hand, Wenn er seinen Feind geschlagen, Hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg Hat erzeuget die⸗ sen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Sei⸗ de, Welche ist Gerechtigkeit, Angethan mit weißem Kleide, Das bestäubet keine Zeit Und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, so wohl ge— rungen Für des großen Gottes Ehr, Haben Welt und Tod be⸗ zwungen, Folgend nicht dem Sünderheer, Die erlanget in dem Krieg Durch des Herren Arm den Sieg. 5. Es sind Zweige eines Stammes, Der uns Huld und Heil gebracht; Es sind die, so in des Lammes Nachfolg Angst und Noth durchwacht: Nun sind sie erlöst vom Leid Und ge— schmückt im Ehrenkleid. 6. Es sind die, so stets erschie— nen Hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel ge— opfert gern: Nunmehr stehn sie all herum Vor dem Stuhl im Heiligthum. 7. Wie ein Hirsch am Mittag lechzet Nach dem Strom, der frisch und hell: So hat ihre Seel geächzet Nach dem rechten Lebensquell, Wo ihr Durst ge— stillet ist, Denn sie sind bei Je— su Christ. 8. Dahin reck auch ich die Hände, O Herr Jesu, zu dir aus; Mein Gebet ich zu dir wende, Der ich noch in dei⸗ nem Haus Hier auf Erden steh im Streit: Treibe, Herr, die Feinde weit! 9. Hilf mir in dem Kampfe siegen Wider Sünde, Höll und Welt; Laß mich nicht darnieder— liegen, Wann ein Sturm mich überfällt: Führe mich aus aller Noth, Du mein Fels, mein Herr und Gott! 10. Gib, daß ich sei neuge⸗ boren, An dir als ein grünes Reis Wachse, und sei auserko⸗ ren Zu des ew'gen Vaters Preis; Daß ich mich bewahre rein, Meide jeden falschen Schein; 11. Daß mein Theil sei bei den Frommen, Welche, Herr, dir ähnlich sind, Und auch ich, der Noth entnommen, Als ein treues Gotteskind Dann, gena⸗ het zu dem Thron, Nehme den verheißnen Lohn. Weish. 5, 6. 12. Welches Wort faßt diese Wonne, Wann ich mit der Heil— gen Schar In dem Strahl der reinen Sonne Leuchte wie die Sterne klar! Amen. Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Schenk, f 1727. irst ge⸗ bei Je⸗ ich die zu dir zu dir in dei⸗ Erden Herr, Nampfe öll und nieder⸗ m mich i8 aller mein neuge⸗ grünes Uerko⸗ Hreis; rein, hein sei bei Herr, uUch ich Als ein „gena⸗ me den iah. b b. diese 2 Heil⸗ ahl der wvie die hsei dir eis in „1. Die Leidensgeschichte Jesu Christi, aus den vier Evangelisten zusammengefaßt. 1. Ein gang. Sechs Tage vor den Ostern kam Jesus gen Bethania, da Lazarus war, der Verstorbene, welchen Jesus auferwecket hatte von den Todten. Daselbst machten sie ihm ein Abendmahl im Hause Simons des Aus⸗ satzigen; und Martha dienete, Lazarus aber war derer einer, die mit ihm zu Tische saßen. Da trat zu ihm Maria, die hatte ein Glas mit einem Pfund Salbe von ungefälschter, köstlicher Narde. Und sie zerbrach das Glas, goß es auf sein Haupt und salbete seine Füße und trocknete mit ihrem Haaͤre seine Füße; das Haus aber ward voll vom Geruch der Salbe. Da sprach seiner Jünger einer, Judas, Simons Sohn, Ischarioth, der ihn hernach verrieth: Warum ist diese Salbe nicht verkauft um dreihundert Groschen und den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, daß er nach den Armen fragte, sondern er war ein Dieb und hatte den Beutel und trug, was ge— geben ward. Es waren auch etliche der anderen Jünger, die wurden unwillig und sprachen: Was soll doch diese Vergeudung? Dieses Wasser hätte mögen theuer verkauft und den Armen gegeben werden. Und sie murreten über sie. Da das Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Laßt sie mit Frieden! Was bekümmert ihr das Weib? Sie hat ein gutes Werk an mir gethan. Denn Arme habt ihr allezeit bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes thun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat gethan, was sie konnte. Daß sie dieses Wasser hat auf meinen Leib gegossen, ist sie zuvorkommen, meinen Leib zu salben zu meinem Begraͤbniß. Wahrlich, ich sage euch, wo dies Evangelium geprediget wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtniß, was sie jetzt gethan hat.) Des andern Tages, viel Volks, das auf das Fest kommen war, da es hörete, daß Jesus kommt gen Jerusalem, nahmen sie Palmenzweige und giengen hinaus ihm entgegen und schrieen: Hosianna, gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der Koͤnig von Israel! Jesus aber überkam ein Eselein und ritt darauf, wie denn geschrieben stehet: „Fürchte dich nicht, du Tochter Zion; siehe, dein König kommt reitend auf einem Eselsfüllen“. Das Volk aber, das mit ihm war, da er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Todten auferweckte, rühmte die That. Darum gieng ihm auch das Volk entgegen, da sie höͤreten, er hätte solches Zeichen gethan. Die Pharisaer aber spra— chen unter einander: Ihr sehet, daß ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.) ) Joh. 12, 1—8. Matth. 26, 6—13. Mark. 14, 3—9. 2) Joh. 12. 12—15 und 17—19. 484 Leidensgeschichte. Es war aber nahe das Fest der süßen Brote, das da Ostern heißt. Und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr wisset, daß nach zween Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn wird überant— wortet werden, daß er gekreuziget werde. Damals versammelten sich die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Altesten im Volk in dem Palast des Hohenpriesters, der da hieß Kaiphas, und hielten WI Rath, wie sie Jesum mit Listen griffen und tödteten. Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volk. Und fürchteten sich vor dem Volk.)) Da gieng hin der Zwöͤlfen 44 einer mit Namen Judas Ischarioth und redete mit den Hohenpriestern Wi und mit den Hauptleuten, wie er ihn wollte ihnen überantworten, und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verrathen. Da sie das höreten, wurden sie froh und gelobten ihm Geld zu geben; N und sie boten ihm dreißig Silberlinge. Und er versprach sich; und ö ö von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor. 2) 2. Das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern. Am ersten Tag aber der süßen Brote, auf welchen man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir dir bereiten, daß du das Osterlamm essest? Und er sandte seiner Jünger zween, Petrus und Johannes, und sprach zu ihnen: Gehet hin in die Stadt; siehe, wenn ihr hineinkommt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Krug mit Wasser; folget ihm nach in das Haus, da er hineingeht, und saget zu dem Hausherrn: Der Meister läßt dir sagen: meine Zeit ist hier, ich will bei dir Ostern halten mit meinen Jüngern; wo ist die Herberge, darin ich das Osterlamm essen möge? Und er wird euch einen großen Saal zeigen, der bereitet ist; daselbst richtet für uns zu. Und die Jünger giengen aus und kamen in die Stadt und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm.) Am Abend aber kam er mit den Zwölfen, setzte sich nieder und die zwölf Apostel mit ihm. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlanget, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide; denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis daß es erfüllet werde im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, dankete und sprach: Nehmet denselbigen und theilet ihn unter euch. Denn ich sage euch: ich werde nicht trinken von dem Gewächse des Weinstocks, bis das Reich Gottes komme.) Es erhub sich auch ein Zank unter ihnen, welcher unter ihnen Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißt man gnä— dige Herren. Ihr aber nicht also; sondern der Größeste unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Größeste, der zu Tische sitzet, oder der da dienet? ) Matth. 26, 1—5. Mark. 14, 1. 2. Luk. 22, 1. 2. 2) Matth. 26, 14—16. Mark. 14, 10. 11. Luk. 22, 4—6. 3) Matth. 26, 17—19. Mark. 14, 12—16. Luk. 22, 7—13. ) Luk. 22, 14—18. Matth. 26, 20. Mark. 14, 17. sollte für den Groͤßesten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Ostern aß nach überant⸗ lten sich m Volk hielten sprachen erde im Zwoͤlfen priestern en, und igern. te opfern m: Wo st? Und prach zu nt, wird jolget usherrn: bei dir harin ich en Saal eJunger er ihnen det und t herzlich ch leide; nwerde en Kelch/ iter euch iche des er ihnen u ihnen man gna⸗ ntet eu . Denn hienet 2. Letztes Mahl Zesu mit den Züngern. 485 Ist es nicht also, daß der zu Tische sitzet? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Ihr aber seid es, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mir mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tisch in meinem Reich und sitzen auf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israels.) ö Und Jesus, da er erkannte, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt gienge zum Vater, wie er hatte geliebet die Sei— nen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Si— mons Ischarioth ins Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott kommen war und zu Gott gieng, stund er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an den Jüngern die Füße zu waschen und trocknete sie mit dem Schurz, da⸗ mit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petrus. Und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißest du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein sondern auch die Hände und das Haupt! Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der bedarf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Ver— räther wohl; darum sprach er: ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wie— der nieder und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr und saget recht daran, denn ich bins auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Knecht ist nicht größer denn sein Herr, noch der Apostel groͤßer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihrs thut. Nicht sage ich von euch allen. Ich weiß, welche ich erwählet habe. Sondern daß die Schrift erfüllet werde:„Der mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen.“ Jetzt sage ichs euch, ehe denn es ge— schieht, auf daß, wenn es geschehen ist, daß ihr glaubet, daß ich es bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer gufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. 7) Da Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Geist und zeugete und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, einer unter euch wird mich verrathen! Da sahen sich die Jünger unter einander an, und ward ihnen bange, von welchem er redete. Und sie wurden sehr betrübt 9) Luk. 22, 24—30. 2) Joh. 18, 1—20. 486 Leidensgeschichte. V und huben an, ein jeglicher unter ihnen, und sagten zu ihm: Herr, bin ichs? und der andere: bin ichs? Er antwortete und sprach: Einer aus den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel taͤuchet. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß an der Brust Jesu, welchen Jesus lieb hatte; dem winkte Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte. Denn derselbige lag an der Brust Jesu und sprach zu ihm: Herr, wer ists? Jesus antwortete: Der ists, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein und gab ihn Juda Simons Ischarioth. Und er sprach: Zwar des Menschen Sohn gehet hin, wie es be—⸗ schlossen ist, und wie von ihm geschrieben stehet; doch wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verrathen wird! Es wäre demselben Menschen besser, daß er nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: Bin ichs, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es.— Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du thust, das thue bald. Dasselbige aber wußte niemand über dem Tische, wozu ers ihm sagte. Etliche meinten, dieweil Judas den Beutel hatte, Jesus spräche zu ihm: kaufe, was uns noth ist auf das Fest; oder daß er den Armen etwas gäbe. Da er nun den Bissen genommen hatte, gieng er sobald hinaus. Und es war Nacht.) Da aber Judas hinausgegangen war, spricht Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verkläret, und Gott ist verkläret in ihm. Ist Gott verkläret in ihm, so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst, und wird ihn bald verklären. 2) Da sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankete und brachs und gabs den Jüngern und sprach: Nehmet, esset! Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das thut zu meinem Gedächtniß. Deßgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete und gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus! Das ist mein Blut des neuen Testamentes, welches fuͤr euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Und sie trunken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, daß ich hinfort nicht trinken werde vom Gewächs des Weinstocks bis auf den Tag, da ich es neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.) Liebe Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen; und, wie ich zu den Juden sagte, wo ich hin—⸗ gehe, da könnet ihr nicht hinkommen. Und ich sage euch nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter einander liebet, wie ich euch geliebet habe, daß auch ihr einander lieb habet. Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habt. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus antwortete ihm: Da ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen; aber du wirst mir hernachmals folgen. Petrus ö 9 Joh. 13, 21—30. Matth. 26, 21—25. Mark. 14, 18—21. Luk. 22, 21—23 4 2) Joh. 13, 31. 32. ) Matth. 26, 26—29. Mark. 14, 22—25. Luk. 22, 19. 20. Herr, sprach: t. Es Brust „ daß selbige Jesus Und arioth. es be⸗ he dem Es Da Nabbi? hr der 8 thue zu ers Jesus daß er hatte, ist des Gott , und hrachs mein htniß. ankete Blut wird et, hu ach hu syerde rinken Ihr Ein vie ic Dabel Liebe / 100 11 mit hetrus 3. Gethsemane. Gefangennehmung. 487 spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir diesmal nicht folgen? Ich will mein Leben fuͤr dich lassen! Jesus antwortete ihm: Solltest du dein Leben für mich lassen? Simon, Simon, siehe, der Satanas hat euer begehret, daß er euch möchte sichten wie den Weizen! Ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhoͤre; und wenn du der—⸗ maleins dich bekehrest, so stärke deine Brüder. Er sprach aber zu ihm: Herr, ich bin bereit mit dir ins Gefängniß und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Petrus, ich sage dir, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe denn du dreimal verleugnet hast, daß du mich kennest!) Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Beu— tel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, deßgleichen auch die Tasche; wer aber nicht hat, verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch: es muß noch das auch vollendet werden an mir, das geschrieben stehet:„Er ist unter die Übelthäter gerechnet.“ Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. 2) 3. Kampf in Gethsemane und Gefangennehmung. Und da sie den Lobgesang gesprochen, und Jesus noch vieles(Joh. Cap. 14—17) zu ihnen geredet hatte, gieng er hinaus über den Bach Kidron an den SOlberg nach seiner Gewohnheit. Es folgeten ihm aber seine Jünger nach an denselbigen Ort. Da sprach Jesus zu ib— nen: Ihr werdet euch in dieser Nacht alle an mir ärgern; denn es stehet geschrieben:„Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.“ Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen in Galilaͤg. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle sich an dir ärgerten, so will ich doch mich nimmermehr ärgern. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen! Petrus aber redete noch weiter: Ja, wenn ich mit dir auch sterben müßte, so will ich dich nicht verleugnen! Deßgleichen sagten auch alle Jünger.“) Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hof, der hieß Gethsemane; da war ein Garten, darein gieng Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verrieth, wußte den Ort auch; denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen: Setzet euch hie, bis ich dorthin gehe und bete— Betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet! Und nahm zu sich Petrus und Jakobus und Johannes, die zween Söhne Zebedai, und fieng an zu trauern, zu zittern und zu zagen und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod. Bleibet hie und wachet mit mir! Und gieng hin ein wenig und riß sich von ihnen bei einem Steinwurf und 9) Joh. 13, 33—38. Luk. 22, 31—34. 2) Luk. 22, 35—38. 3) Matth. 26, 30—35. Mark. 14, 26—31. Luk. 22, 39. Joh. 18, I. 488 Leidensgeschichte. kniete nieder, fiel nieder auf sein Angesicht und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorübergienge, und sprach: Abba, mein Vater, es ist dir alles möglich; willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst. Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Simon, schlä— fest du? Könnet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen? Wa⸗ chet und betet, daß ihr nicht in Versuchung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Zum andernmal gieng er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater, ists nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkete ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. Und er kam wieder und fand sie abermal schlafend vor Traurigkeit; denn ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie und gieng abermal hin und betete zum drittenmal und redete dieselbigen Worte. Und er stund auf vom Gebet und kam zum drittenmal zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr nun schlafen und ruhen? Es ist genug! Siehe die Stunde ist hie, daß des Menschen Sohn in der Sünder Hände überantwortet wird. Stehet auf, lasset uns gehen; siehe, der mich verräth, er ist da.) Und alsobald, da er noch redete, siehe, da kam Judas, der Zwöl— fen einer, welcher zu sich genommen hatte die Schar und der Hohenpriester und Pharisaer Diener mit Fackeln und Lampen, mit Schwertern und mit Staͤngen, und gieng vor ihnen her. Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, gieng er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antwortetenl ihm: Jesum von Nazareth. Jesus spricht zu ihnen: Ich bins! Judas aber, der ihn verrieth, stund auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: ich bins, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich hab es euch gesagt, daß ich es sei. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen! Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagte:„Ich habe derer keinen ver— loren, die du mir gegeben hast.“ Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: welchen ich küssen werde, der ists; den greifet und führet ihn gewiß! Und alsbald trat er zu Jesu und sprach: Gegrüßet seist du, Rabbi, Rabbi! und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du kommen? Juda, verräthst du des Menschen Sohn mit einem Kuß?2) Da traten sie hinzu und legten die Hände an Jesum und griffen ihn. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert drein schla— gen? Und einer aus ihnen, Simon Petrus, hatte ein Schwert und zog es aus und schlug nach des Hohenpriesters Knecht und hieb ½) Joh. 18, 1. 2. Matth. 26, 36—46. Mark. 14, 32—42. Luk. 22, 40—46. 2) Joh. 18, 3—9. Matth. 26, 47—50. Mark. 14, 43—45. Luk. 22, 47. 48. 4. Hoher Rath. Verleugnung. 489 5, so es ihm sein recht Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber , mein antwortete und sprach: Lasset sie doch so serne machen. Und er rührete von mir; sein Ohr an und heilete ihn. Und zu Petrus sprach er: Stecke dein zu seinen Schwert in die Scheide; denn wer das Schwert nimmt, der soll on, schla⸗ durchs Schwert umkommen. Soll ich den Kelch nicht trinken, en? Wa⸗ den mir mein Vater gegeben hat? Oder meinest du, daß ich nicht Geist ist könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf VI. gieng er Legionen Engel? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß miglich also gehen!)—0 hehe dein Zu der Stunde sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Haupt— stärkete leuten des Tempels und den Altesten, die über ihn kommen wa— V heftiget ren: Ihr seid ausgegangen als zu einem Möͤrder mit Schwertern. guf die und mit Stangen, mich zu fahen. Bin ich doch täglich gesessen bei V fend vor euch und habe gelehret im Tempel, und ihr habt mich nicht gegriffen* ten nicht, und keine Hand an mich gelegt. Aber dies ist eure Stunde und die rmal hin Macht der Finsterniß. Dies ist alles geschehen, daß erfüllet würden Und er die Schriften der Propheten. Juͤngern Da verließen ihn alle Jünger und flohen. Und es war ein Jüng⸗ N 7 Es ist ling, der folgete ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der n in der bloßen Haut, und die Jünglinge griffen ihn. Er aber ließ die Lein⸗ +* 18 gehen; wand fahren und floh bloß von ihnen.) 4. Jesu Verhör vor dem hohen Rath. Petri der 10 Verleugnung. 0 h aut Die Schar aber und der Oberhauptmann und die Diener der Ils nun Juden nahmen Jesum und banden ihn und führeten ihn aufs erste 3 und zu Hannas, der war Kaiphas Schwäher, welcher des Jahrs Hoher⸗ lu. sum priester war. Es war aber Kaiphas, der den Juden rieth, es wäre te gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Und Hannas 13 sandte ihn gebunden zu dem Hohenpriester Kaiphas, dahin zusam— 30 1.—96 men kommen waren alle Hohenpriester und Altesten und Schrift— 44. gelehrten. Simon Petrus aber folgete Jesu nach und ein anderer sum* ö Jünger. Derselbige Jünger war dem Hohenpriester bekannt und ö 6 ich“ ů gieng mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast. Petrus aber daß das stund draußen vor der Thür. Da gieng der andere Jünger, der dem ö inen ver⸗ Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Thürhüterin ihnen e und führete Petrus hinein. Und er gieng hinein und setzte sich bei W. ists 1. den Knechten, auf daß er saͤhe, wo es hinaus wollte. Da sprach die Jesu un“ Magd, die Thürhüterin, zu Petrus: Bist du nicht auch dieses Men— V u. Nuus schen Jünger einer? Er leugnete aber und sprach: Ich bins nicht, +* Juda,k ich kenne ihn nicht, weiß auch nicht, was du sagest. Und er gieng N hinaus in den Vorhof, und der Hahn krähete. Es stunden aber die ud gtiffen Knechte und Diener und hatten ein Kohlfeuer gemacht mitten im n volle⸗ Palast, denn es war kalt, und warmeten sich. Petrus aber stund bei rein schla⸗ ihnen und wärmete sich.) vat fich Joh. 18, 10. 11. Matth. 26, 50—54. Mark. 14, 46. 47. Luk. 22, 49—51. ind 2) Matth. 26, 55. 56. Mark. 14, 48—52. Luk. 22, 52. 58. 6) Joh. 18, 12—14. 24. 15—18. Matth. 26, 57. 58. 69. 70. Mark. 14, 53. 54. 68. Luk. 22, 54—56. 490 Leidensgeschichte. Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete ihm: Ich habe frei offentlich geredet vor der Welt. Ich hade allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammen kommen, und habe nichts im Ver⸗ borgenen geredet. Was fraͤgest du mich darum? Frage die darum, die gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe: siehe, dieselbigen wis— sen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Die⸗ ner einer, die dabei stunden, Jesu einen Backenstreich und sprach: Sollst du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es böse sei; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich?)— Die Hohenpriester aber und Altesten und der ganze Rath such⸗ ten falsch Zeugniß wider Jesum, auf daß sie ihn zum Tode bräch— ten, und fanden keines. Und wiewohl viele falsche Zeugen hinzu⸗ traten, fanden sie doch keines; ihr Zeugniß stimmte nicht überein. Zuletzt traten herzu zween falsche Zeugen und sprachen: Wir haben gehört, daß er sagte: ich will den Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht sei. Aber ihr Zeugniß stimmte doch nicht überein. Da stund der Hohepriester auf unter sie und fragte Jesum und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? Aber Jesus schwieg still und antwortete nichts. Und die Altesten des Volks, die Hohenpriester und Schriftgelehrten sprachen: Bist du Christus? sage es uns! Er aber sprach zu ihnen: Sage ichs euch, so glaubet ihrs nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht, und lasset mich doch nicht los. Da fragte ihn der Hohepriester abermal und sprach: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seiest Christus, der Sohn Gottes, des Hochgelobten? Jesus sprach zu ihm: Du sagst es, denn ich bins! Doch ich sage euch: von nun an wird es geschehen, daß ihr sehen werdet des Men—⸗ schen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft Gottes und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert! Was bedürfen wir weiter Zeugniß? Siehe, jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehört. Was dünket euch? Sie verdammten ihn alle und sprachen: Er ist des To— des schuldig!?) Simon Petrus aber stund und wärmete sich. Da sah ihn eine andere Magd und sprach zu denen, die da waren: Dieser war auch mit dem Jesus von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und er leugnete abermal und schwur dazu: Ich. kenne den Menschen nicht! Und über eine kleine Weile traten hinzu, die da stunden, und sprachen zu Petrus: Wahrlich, du bist auch einer von denen, ein Galiläer; denn deine Sprache verräth dich und laͤutet gleich also. Spricht des Hohenpriesters Knechte einer, ein Ge— freundter deß, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich 1) Joh. 18, 19—23. 2) Matth. 26, 59— 66. Mark. 14, 55—64. Luk. 22, 07—71. hich ni u sic schen uderr hachte Weim Hingu⸗ 7 gus i schlug Christ sagten 2 des 2 hn v uundl Har herli übel Dos lnge selbs Coͤt Mut aer geng bas habe Huf gege ünd um geredet in dem im Ver⸗ um, die gen wis⸗ der Die⸗ sprach: e: Habe ser recht ath such⸗ e braͤch⸗ binzu⸗ überein. ir haben gemacht der nicht ch nicht sum und zeugen? Altesten Bist du E euch, ht, und abermal du uns elobten? ich sahe es Men⸗ kommen ter seine it Weitet . Was des To⸗ ihn eine war gu du nicht au: J0 inzu/ die iner von 0 utet ein Ge⸗ Coh ich 5. Milatus. 491 dich nicht im Garten bei ihm? Da verleugnete Petrus abermal, hub an sich zu verfluchen und zu schwören und sprach: Ich kenne den Men⸗ schen nicht, von dem ihr saget! Und alsbald krähete der Hahn zum andernmal. Und der Herr wandte sich und sah Petrus an. Da ge— dachte Petrus an die Worte Jesu, da er zu ihm sagte: ehe der Hahn zweimal krahet, wirst du mich dreimal verleugnen. Und Petrus gieng hinaus, hub an zu weinen und weinete bitterlich.“) Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn, speieten gus in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber schlugen ihn ins Angesicht, verdeckten ihn und sprachen: Weissage uns, Christus, wer ist es, der dich schlug? Und viele andere Lästerungen sagten sie wider ihn. 2) Des Morgens aber hielten alle Hohepriester und die Aeltesten des Volks einen Rath über Jesum, daß sie ihn tödteten.“) 5. Verhandlungen vor Pilatus. Und der ganze Haufe stund auf und banden Jesum und führeten ihn von Kaiphas vor das Richthaus und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontius Pilatus. Und es war frühe.) Da das sahe Judas, der ihn verrathen hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereuete es ihn und brachte her wieder die dreißig Sil⸗ berlinge den Hohenpriestern und den Ältesten und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen: Was gehet uns das an? Da siehe du zu! Und er warf die Silber⸗ linge in den Tempel, hub sich davon, gieng hin und erhängete sich selbst. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rath und kauften einen Töpfers⸗ acker darum zum Begräbniß der Pilger. Daher ist derselbige Acker genannt der Blutacker bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propheten Jeremia, da er spricht:„Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Ver⸗ kaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel; und haben sie gegeben um einen Töpfersacker, als mir der Herr befohlen hat.““) Die Juden giengen aber nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern Ostern essen möchten. Da gieng Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was bringet ihr für Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Waͤre dieser nicht ein übelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand tödten. Auf daß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde.) ½) Joh. 18, 25-27. Matth. 26, 71—75. Mark. 14, 69—72. Luk. 22, 58-63. 2) Matth. 26, 67. 68. Mark. 14, 65. Luk. 22, 63—65. 3) Matth. 27, 1. Mark. 15, 1. 4) Joh. 18, 28. Matth. 27, 2. Mark. 15, 1. Luk. 23, 1. 5) Matth. 27, 3-10. 6) Joh. 18, 28—32. 492 Leidensgeschichte. Und die Hohenpriester und Altesten fiengen an ihn zu verklagen und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwendet und ver—⸗ 10 beut, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht, er sei Christus, 981 ein König.!) Da gieng Pilatus wieder hinein in das Richthaus und Is rief Jesum und sprach zu ihm: Bist du der Juden König? Jesus Ind antwortete: Redest du das von dir selbst, oder haben es dir andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet. Was hast N5 du gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. 2 Ware mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darob die kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein Koͤnig? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein 0 König. Ich bin dazu geboren und in die Welt kommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret d meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und 20 da er das gesagt, gieng er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an diesem Menschen. 2) 0 Die Hohenpriester aber und Altesten beschuldigten ihn hart. Und da er von ihnen verklagt ward, antwortete er nichts. Da fragte ihn 106 Pilatus abermal und sprach zu ihm: Antwortest du nichts? Hörest du ihn nicht, wie hart sie dich verklagen? Und er antwortete ihm nicht auf m ein Wort, also daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. 5) un Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erreget da⸗ 4 mit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande,* und hat in Galiläa angefangen bis hieher. Da aber Pilatus Ga— 6 liläa hörete, frägte er, ob er aus Galiläa wäre. Und als er ver—⸗ r nahm, daß er unter Herodes Obrigkeit gehörete, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. Da kn aber Herodes Jesum sah, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst si gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; er ö 0 antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftge—* lehrten stunden und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem U Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid ö 90 an und sandte ihn wieder zu Pilatus. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander, denn zuvor waren sie einander feind.) ö Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu 0 mir gebracht, als der das Volk abwende. Und siehe, ich habe ihn vor euch verhört und finde an dem Menschen der Sachen keine, deren ihr ihn beschuldiget, Herodes auch nicht, denn ich habe euch zu ihm gesandt, und siehe, man hat nichts auf ihn gebracht, das des ö Todes werth sei. Darum will ich ihn züchtigen und loslassen.“) 1) Luk. 23, 2. 2) Joh. 18, 33—38. Matth. 27, 11. Mark. 15, 2. Luk. 23, 2—4. ) Mark. 15, 3—-5. Matth., 12—14. 4) Luk. 28, 5—12. 5) Luk. 23, 13—16. à verklagen et und ver⸗ i Christus, thaus und 9? Nsus dir andere de? Dein Was hast dieser Velt. rden darob ber nun ist n: So bist ich bin ein u, daß ich der höret heit? Und und spricht hart. Und fragte ihn Horest du n nicht auf derte./ erreget da⸗ hen Londe, ilatus Ga⸗ als er ver⸗ dte er ihn u war. Da ihn längst hoffte/ l scherlei; er Schrifthe⸗ mit seinem eißhes Kleid hilatus und der feind. n und das Nenschen zu 0 habe in chen leine/ ö Habe euc bt, das des assen. * 5. Pilatus. 493 Auf das Osterfest aber hatte der Landpfleger die Gewohnheit, dem Volk einen Gefangenen loszugeben, welchen sie begehrten. Es war aber zu der Zeit ein Gefangener, genannt Barabbas, ein sonderlicher vor andern, welcher war um des Aufruhrs willen, so in der Stadt geschehen war, und um eines Mords willen ins Gefaͤngniß geworfen. Und das Volk gieng hinauf und bat, daß er thäte, wie er pflegte. Da sie nun versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen auf Ostern losgebe; welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe, Barabbas oder Jesus, von dem gesagt wird, er sei Christus, der Juden König? Denn er wußte wohl, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen.) Aber die Hohenpriester und Ältesten überredeten und reizten das Volk, daß sie um Barabbas bitten sollten und Jesum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll losgeben? Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem, und gib uns Barabbas los! Barabbas aber war ein Möͤrder. Da rief Pilatus abermal zu ihnen und wollte Jesum loslassen, und sprach: Was soll ich denn machen mit Jesu, von dem gesagt wird, er sei Christus? Sie riefen alle und schrieen: Kreuzige, kreuzige ihn! Er aber sprach zum drittenmal zu ihnen: Was hat denn dieser Übels gethan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm. Darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Aber sie schrieen noch vielmehr: Kreuzige ihn! Und ihr und der Hohen— priester Geschrei nahm überhand. Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. Und die Kriegs⸗ knechte des Landpflegers nahmen Jesuin zu sich und führeten ihn hinein in das Richthaus und sammelten über ihn die ganze Schar. Und sie zogen Jesum aus und legten ihm einen Purpurmantel an und flochten eine Krone von Dornen und setzten sie auf sein Haupt und ein Rohr in seine rechte Hand. Und beugten die Kniee vor ihm und spotteten ihn und sprachen: Sei gegrüßet, lieber Judenkönig! Und sie gaben ihm Backenstreiche und speieten ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt.) Da gieng Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also gieng Jesus heraus und trug eine Dornenkrone und Purpurkleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und Diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige, kreuzige! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin und kreuziget ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden ant⸗ worteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hoͤrete, fürchtete er sich noch mehr und 9 Matth. 27, 15—19. Mark. 15, 6—10. Luk. 23, 17. Joh. 18, 39. 2) Matth. 27, 20—23. Mark. 15, 11—14. Luk. 23, 18—23. Joh. 18, 40. 3) Joh. 19, 1—3. Matth. 27, 27—50. Mark. 15, 16- 19. 494 Jeidensgeschichte. gieng wieder hinein in das Richthaus und spricht zu Jesu: Von wan⸗ nen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe dich zu kreuzigen, und Macht habe dich loszugeben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hat es gröͤßere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn losließe. Die Juden aber schrieen und sprachen: Lässest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. Da Pilatus das Wort hörete, führete er Jesum heraus und setzte sich auf den Richtstuhl an der Stätte, die da heißt Hochpflaster, auf ebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in Ostern. Und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer König! Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem; kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antwor— teten: Wir haben keinen König denn den Kaiser.) Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffete, sondern daß viel ein größer Getümmel ward, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; sehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder! Pilatus aber ge— dachte dem Volke genug zu thun und gab ihnen Barabbas los, der um Aufruhr und Mords willen war ins Gefängniß geworfen, um welchen sie baten; Jesum aber, den er hatte geißeln lassen, übergab er ihrem Willen, daß er gekreuziget würde. 7) 6. Kreuzigung und Tod Jesu. Und da sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel aus und zogen ihm seine eigenen Kleider an, nahmen ihn und füh— reten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. Und er trug sein Kreuz und gieng hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf ebraäisch Golgatha. Und als sie ihn hinführten, ergriffen sie einen Menschen, der vorübergieng, mit Namen Simon von Cyrene, der vom Felde kam, der ein Vater war von Alexander und Rufus; den zwangen sie, daß er Jesu sein Kreuz nachtrüge, und legten das Kreuz auf ihn. 5) Es folgete ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klagten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, son— dern weinet über euch selbst und über eure Kinder! Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: selig sind die. Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben! Dann werden sie anfahen zu sagen zu den Bergen: fallet über uns! und zu den Hügeln: decket uns! Denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren werden?) ) Joh. 19, 4—15. 2) Matth. 27, 24—26. Mark. 15, 15. Luk. 23, 24. 25. Joh. 19, 16. 3) Matth., 31. 32. Mark. 15, 20. 21. Luk. 28, 26. Joh. 19, 16. 17. ½) Luk. 23, 7—31. zon wan⸗ Mlatus ch Macht Jesus dir nicht rtet hat, ie er ihn u diesen n Könige aus und chpflaster, IOstern. 91 Sie ilatus zu antwor⸗ daß viel je Hande ut dieses d sprach: aber ge⸗ los, der rfen, um Ubergab urmantel und füh⸗ reuz und febraisch Nenschen, om helde angen sie, uf ihn. 5 Veiber, zu ihnen nich/ sol⸗ ssehe, es sind die · und die zu sagen Get uns! uden?) 6. Kreuzigung und Cod. 495 Es wurden aber auch hingeführt zween andere übelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden.) Und da sie an die Stätte Golgatha mit Namen kamen, gaben sie ihm Myrrhen im Wein zu trinken; und da ers schmeckte, wollte ers nicht trinken, und nahms nicht zu sich. Allda kreuzigten sie ihn und mit ihm zween Mörder, einen zu seiner Rechten und einen zur Linken, Jesum aber mitten inne. Da ward die Schrift erfüllet, die da sagt:„Er ist unter die übelthater gerechnet“. Und es war um die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten.) Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun!“) Und oben zu seinen Häupten hefteten sie die Ursach seines Todes beschrieben. Pilatus nämlich schrieb eine Überschrift und setzte sie guf das Kreuz; und war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese überschrift lasen viele Juden; denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuziget ist. Und es war ge— schrieben auf ebräische, griechische und lateinische Sprache. Da spra— chen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: der Juden König; sondern daß er gesagt habe: ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.“) Die Kriegsknechte aber, da sie Jesum gekreuziget hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Theile, einem jeglichen Kriegs— knecht ein Theil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenaͤhet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen sie unter ein⸗ ander: Lasset uns den nicht zertheilen, sondern darum losen, weß er sein soll. Auf daß erfüllet würde die Schrift die da sagt:„Sie haben meine Kleider unter sich getheilet und haben über meinen Rock das Los geworfen“. Solches thaten die Kriegsknechte. Und sie saßen allda und hüteten sein. /) Das Volk aber stund und sah zu. Und die vorübergiengen, laͤsterten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Pfui dich, wie fein zerbrichst du den Tempel Gottes und bauest ihn in dreien Tagen! Hilf dir nun selber! Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz! Deßgleichen auch die Hohenpriester spotteten sein samt den Schriftgelehrten und Altesten und sprachen: Andern hat er ge— holfen, und kann ihm selber nicht helfen. Ist er Christus, der Aus⸗ erwählte Gottes, der König von Israel, so steige er nun vom Kreuze, daß wir sehen, so wollen wir ihm glauben. Er hat Gott vertrauet— der erloͤse ihn nun, hat er Lust zu ihm; denn er hat gesagt: ich bin Gottes Sohn.“) ) Luk. 23, 32. 2) Matth. N,, 33. 34. Mark. 15, 23. 3) Matth. 27, 38. Luk. 23, 33. Joh. 19, 18. Mark. 15, 25. 27. 28. 4) Luk. 23, 34. 5) Matth. 27, 37. Luk. 23, 38. Mark. 15, 26. Joh. 19, 19—22. o) Joh. 19, 28. 24. Matth. 27, 35. 36. Mark. 15, 24. Luk. 23, 34. ) Luk. 23, 35. 36. Matth. 27, 39—48. Mark. 15, 29—82. 496 Leidensgeschichte. Aber der übelthäter einer, die da gehenkt waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da ant— wortete der andere, strafte ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar wir sind billig darin, denn wir empfahen, was unsere Thaten werth sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein!) Es stunden aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, Kleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn! Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. 9 Und es war um die sechste Stunde. Und es ward eine Finsterniß über das ganze Land bis an die neunte Stunde, und die Sonne ver⸗ lor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthani? Das ist: mein Gott. mein Gott, warum hast du mich verlassen? Und etliche, die dabei stunden, da sie das höreten, sprachen sie: Siehe, er rufet den Elia.“) Darnach als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürstet. Da stund ein Gefäß voll Essigs; und bald lief einer unter ihnen, nahm einen Schwamm und füllete ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr von Ysopen und tränkete ihn. Die anderen aber sprachen! Halt, laß sehen, ob Elia komme und ihm helfe!) Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und rief abermal laut und sprach: Vater, ich be— fehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt, neigete er das Haupt und verschied. 5) Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke von oben an bis unten aus. Und die Erde erbebete, und die Felsen zerrißen, und die Graber thaten sich auf, und stunden auf viele Lei⸗ ber der Heiligen, die da schliefen, und giengen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen.) Aber der Hauptmann, der dabei stund gegen ihm über, und die bei ihm waren und bewahreten Jesum, da sie sahen das Erdbeben, und daß er mit solchem Geschrei verschied, erschraken sie sehr und preiseten Gott und sprachen: Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch ½) Luk. 23, 39—43. 2) Joh. 19, 25—27. 3) Luk. 23, 44. 45. Matth. 27, 45—47. Mark. 15, 33—35. ) Joh. 19, 28. 29. Matth. 27, 48. 49. Mark. 15, 30. ) Joh. 19, 30. Luk. 23, 46. Matth. 27, 50. Mark. 15, 37. ) Matth. 27, 51—53. Mark. 15, 38. Luk. 23, 45. und zusah wand her, net, Mar Mut gen Lich Sab broc und gekre schol Krie bald hat El gesc zerb sehe Vo mit frot del Res gier her un vol be ng N kil bu 9e rte ihn da ant⸗ est dich 7 Und Thaten Und Reich e dir, seiner daleng. en, den as ist das ist Juͤnger isterniß ne ver⸗ ut und Gott, he, die set den r, daß stund einen Rohr lt, laß Es ist ich be⸗ Stücke Felsen ele Li⸗ n nah chienen und die dbeben, hr und Mensch 7. Begrähniß. 497 und Gottes Sohn gewesen. Und alles Volk, das dabei war und zusah, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um.) Es stunden aber alle seine Verwandten von ferne und die Wei— ber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolgt und hatten ihm gedie— net, und sahen das alles, unter welchen war Marig Magdalena und Maria, des kleinen Jakobus und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, und viele andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren. 9) Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben den Sabbat über(denn desselbigen Sabbats Tag war groß), baten sie Pilatus, daß ihre Beine ge— brochen und sie abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine und dem andern, der mit ihm gekreuziget war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht; sondern der Kriegsknechte einer offnete seine Seite mit einem Speer, und als⸗ bald gieng Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahr; und derselbige weiß, daß er die Wahrheit sagt, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde:„Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen“. Und abermal spricht eine andere Schrift:„Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben“.)) 7. Begräbniß Jesu. Und siehe, am Abend, dieweil es der Rüsttag war, welcher ist der Vorsabbat, kam ein reicher Mann von Arimathia, der Juden Stadt, mit Namen Joseph, ein ehrbarer Rathsherr. Der war ein guter, frommer Mann und hatte nicht gewilliget in ihren Rath und Han— del; er wartete auch auf das Reich Gottes und war ein Jünger Jesu, doch heimlich aus Furcht vor den Juden. Der wagte es und gieng hinein zu Pilatus und bat ihn um den Leib Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief dem Hauptmann und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre. Und als er es erkundet von dem Hauptmann, befahl er, man sollte Joseph den Leichnam ge— ben. Und er kaufte eine reine Leinwand, kam und nahm den Leich— nam Jesu herab.“) Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu kommen war, und brachte Myrrhen und Aloen unter einander bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu und bunden ihn in leinene Tücher mit Spezereien, wie die Juden pfle— gen zu begraben.“) Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget ward, ein Garten und im Garten ein neues Grab, das eigene Grab des Joseph, welches ½) Matth. 27, 54. Mark. 15, 39. Luk. 23, 47. 48. 2) Matth. 27, 55. 56. Mark. 15, 40. 41. Luk. 28, 49. 5) Joh. 19, 31—37. 0 Matth. 27, 57—59. Mark. 10, 42—46. Luk. 23, 50—53. Joh. 19, 38. 5) Joh. 19, 39. 40. Gesangbuch für die evaͤngelische Kirche. 32 498 Leidensgeschichte. er hatte lassen in einen Fels hauen, in welches niemand je gelegt war. Daselbst hin legten sie Jesum um des Rüsttags willen der Juden, weil der Sabbat anbrach und das Grab nahe war. Es folgeten aber die Weiber nach, die mit ihm kommen waren aus Galilaͤa, Maria Magdalena und Maria Joses. Die setzten sich gegen das Grab und schaueten zu, wo und wie sein Leib gelegt ward. Und Joseph wälzte einen großen Stein vor die Thür des Grabes. Und sie kehrten um und bereiteten Spezerei und Salben. Und den Sabbat über waren sie stille nach dem Gesetz.) Des andern Tages, der da folgt nach dem Rüsttag, kamen die Hohenpriester und Pharisäer saämtlich zu Pilatus und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebte: ich will nach dreien Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn und sagen zum Volk: er ist auferstanden von den Todten, und werde der letzte Betrug ärger denn der erste. Pila— tus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter; gehet hin und verwahret es, wie ihr wisset. Sie giengen hin und verwahreten das Grab mit Hütern und versiegelten den Stein. 2) 9 Joh. 19, 41. 42. Matth. 27, 60. 61. Mark. 15, 46. 47. Luk. 28, 53—56. 2) Matth. 27, 62— 66. gelegt zuden, aber Marig b und waͤlzte n um waren en die Herr, ter ich u das zuͤnger en von Mla⸗ wahret ib mit Sonn-, Fest- und Feiertägliche Evangelien und Episteln. Erster Jahrgang. Am 1. Advent. 1) Evangelium, Matth. 21, 1—-9. Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen gen Bethphage, an den Bl— berg, sandte Jesus seiner Jünger zween und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: der Herr bedarf ihrer; sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der last⸗ baren Eselin. Die Jünger giengen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg, die anderen hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorgieng und nach— folgete, schrie und sprach: Hosianna dem Sohne Davids! Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! 2) Epistel, Röm. 18, 11—14. Weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf; sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei kommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsterniß und anlegen die Waffen des Lichtes. Lasset uns ehrbaͤrlich wandeln als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid. Sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde! Am 2. Advent. 1) Evangelium, Matth. 25, 31— 46. Wann aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhle seiner Herrlichkeit, und werden vor ihm alle Voͤlker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, erer— bet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungerig gewesen, und ihr habt mich gespeiset; ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket; ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget; ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich 500 Jahrgang I. Am 2. Aduent. bekleidet; ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht; ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungerig gesehen und haben dich gespeiset, oder durstig und haben dich getränkt? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget, oder nackt, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen und sind zu dir kommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr ge— than habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan! Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Ich bin hungerig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset; ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket; ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget; ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet; ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht be— sucht. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungerig oder durstig oder einen Gast oder nackt oder krank oder gefangen und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. 2) Epistel, Röm. 15, 1—13. Wir aber, die wir stark sind, sollen der Schwachen Gebrechlichkeit tragen, und nicht Gefallen an uns selber haben. Es stelle sich aber ein jeglicher unter uns also, daß er seinem Nächsten gefalle zum Guten, zur Besserung. Denn auch Christus nicht an ihm selber Ge— fallen hatte, sondern wie geschrieben stehet: die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind über mich gefallen. Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander nach Jesus Christus, auf daß ihr einmüthiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Ver— heißung, den Vätern geschehen; daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen. Und aber— mal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk! Und aber— mal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker! Und abermal spricht Jesaig: Es wird sein die Wurzel Isais, und der auferstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. Da er se soll, sprae und werd Amm an Voll sehet Oet scher sind sehe meh stehe dir bin ihm dich n dich erget, krank wird hr ge⸗ habt inken: ereitet und habt hicht eidet; ht be⸗ wann oder Dann as ihr tmir „aber lichkeit h aber ezum er Ge⸗ derer/ hrieben Id und ad des er nach et Goll unter Gottes sen det je Ver⸗ Rloben will ich daber daber⸗ Polker! ind der en die reube ech die Jahrgang JI. Am 3. und 4. Adyent. Am 3. Advent. 1) Evangelium, Matth. 11, 2—10. Da aber Johannes im Gefängniß die Werke Christi hoͤrete, sandte er seiner Jünger zween und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johannes wieder, was ihr sehet und höret: die Blinden sehen, und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, und die Tauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium geprediget. Und selig ist, der sich nicht an mir argert! Da die hingiengen, fieng Jesus an zu reden zu dem Volk von Johannes: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her weht? Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Men⸗ schen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet! Denn dieser ist es, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. 2) Epistel, 1 Kor. 4, 1—5. Dafür halte uns jedermann, namlich für Christi Diener und Haus⸗ halter über Gottes Geheimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ists ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von einem mensch— lichen Tag; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darin bin ich nicht gerechtfertigt. Der Herr ists aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern ver⸗ borgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren. Alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Am 4. Advent. 1) Evangelium, Joh. 1, 19—34. Dies ist das Zeugniß Johannis, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er be⸗ kannte und leugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elig? Er sprach: Ich bin es nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn, daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben? Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaia gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist noch Elia noch der Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies —.— 502 Jahrgang I. Am 4. Advent und heil. Christfest. geschah zu Bethabara, jenseit des Jordans, da Johannes taufete. Des andern Tages siehet Johannes Jesum zu ihm kommen und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. Dieser ists, von dem ich gesagt habe: nach mir kommt ein Mann, welcher vor mir gewesen ist; denn er war ehe denn ich. Und ich kannte ihn nicht; sondern auf daß er offenbar würde in Isrgel, darum bin ich kommen zu taufen mit Wasser. Und Johannes zeugete und sprach: Ich sah, daß der Geist herab fuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm. Und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte zu taufen mit Wasser, derselbige sprach zu mir: über welchen du sehen wirst den Geist herab fahren und auf ihm bleiben, derselbige ist es, der mit dem heiligen Geist taufet. Und ich sah es und zeugete, daß dieser ist Gottes Sohn. 2) Epistel, Phil. 4, 4—9. Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch! Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts; sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Weiter, lieben Brüder, was wahrhaͤftig ist, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieb⸗ lich, was wohl lautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem denket nach, welches ihr auch gelernet und empfangen und gehöret und gesehen habr an mir, das thut, so wird der Herr des Friedens mit euch sein. Am heiligen Christfest. 1) Evangelium, Luk. 2, 1—14. Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augustus ausgieng, daß alle Welt geschätzet würde. Und diese Schaͤtzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann gieng, daß er sich schaͤtzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galilaa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte David war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem ver⸗ trauten Weibe; die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebaren sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihrer Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkün⸗ dige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird: denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die Des richt: dieser elcher te ihn in ich prach: Iund dte zu sehen ist es, „ daß Freuet Herr Bitte Und Wahte rüͤder, 3 lieb⸗ „ dem gehoͤret iedens Jahrgang I. Sonnt. nach dem heil. Christfest. Neujahrsfest. 503 lobeten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. 2) Epistel, Tit. 2, 11—14. Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und zuchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herr⸗ lichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Christi, der sich selbst fuͤr uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Un⸗ gerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. Am Sonntag nach dem heiligen Christfest. 1) Cvangelium, Luk. 2, 15—20. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kund gethan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten; Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehreten wieder um, preiseten und lobten Gott um alles, das sie gehöret und gesehen hatten, wle denn zu ihnen gesagt war. 2) Epistel, Gal. 4, 1—7. Ich sage aber: Solange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern bis auf die be⸗ stimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den außerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfiengen. Weil ihr denn Kinder seid, so hat Gott gesandt den Geist seines Sohns in eure Her⸗ zen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hie kein Knecht mehr sondern eitel Kinder; sinds aber Kinder, so sinds auch Erben Gottes durch Christum. Am Neujahrsfest. 1) Evangelium, Luk. 2, 21. Und da acht. Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er in Mutterleibe empfangen ward. 2) Epistel, Jes. 9, 6. Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, welches Herr⸗ schaft ist auf seiner Schulter. Und er heißt Wunderbar, Rath, Kraft, Held, Ewig⸗Vater, Friedefürst. 504 Jahrgang J. Vonntag nach Neuzahr. Erscheinungsfest. Am Sonntag nach dem Neujahrsfest. 1) Evangelium, Joh. 1, 1—13. Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbige war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbige gemacht, und ohne dasselbige ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheinet in der Finsterniß, und die Finsterniß hat es nicht begriffen. Es ward ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Johannes. Derselbige kam zum Zeugniß, daß er von dem Licht zeugete, auf daß sie alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern daß er zeugete von dem Lichte. Das war das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbige gemacht; und die Welt kannte es nicht. Er kam in sein Eigenthum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben, welche nicht von dem Geblüt noch von dem Willen des Fleisches noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. 2) Epistel, 1 Petri 4, 12—19. Iyr Lieben, lasset euch die Hitze, so euch begegnet, nicht befremden, (die euch widerfähret, daß ihr versucht werdet,) als widerführe euch etwas Seltsames; sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr geschmäht wer— det über dem Namen Christi; denn der Geist, der ein Geist der Herr— lichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlaͤstert, aber bei euch ist er gepriesen. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb oder Übelthäter, oder der in ein fremd Amt greifet. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht; er ehre aber Gott in solchem Fall. Denn es ist Zeit, daß anfahe das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns, was wills für ein Ende werden mit denen, die dem Evangelium Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. Am Fest der Erscheinung Christi. 1) Cvangelium, Matth. 2, 1—23. Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenland gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind kommen ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschrak er und mit ihm das ganze Jerusalem und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk und erforschete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und d unter der ul heiml nen u forsche mirs König im M und s Wurde Kindl es an und? sollte wiede erschi Steh fleuch vorho Und bein dem Prop Sohn gen Iu V und erler Jere hoͤre der! Da Herr und dgs stun Iu im tete von Woh 008 N ih b85 Her den Gott Dinge macht, r das „und Gott aß er r war ar das Welt selbige thum, hmen, damen udes Gott mnden/ e euch leidet, Freude wer⸗ Herr⸗ astert, de als d Amt er ehte Hericht ür ein uben? e und Willen, r, in + geit anland uden? mmell und riester N/ vo lehem heten: Am(este der Erscheinung Christi. Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleineste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernete mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschie⸗ nen ware, und wies sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr es findet, so saget mirs wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, gieng vor ihnen hin, bis daß er kam und stund oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und giengen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und thaten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken; und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Da sie aber hinweg gezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und fleuch in Agyptenland und bleib allda, bis ich dir sage. Denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stund auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht und entwich in Agyptenland und blieb allda bis nach dem Tode Herodis, auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Agypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sahe, daß er von den Weisen betro— gen war, ward er sehr zornig und schickte aus und ließ alle Kinder zu Bethlehem toͤdten und an ihren ganzen Grenzen, die da zweijährig und drunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da ist erfüllet das gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht: Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei ge⸗ höret, viel Klagens, Weinens und Heulens; Rahel beweinete ihre Kin⸗ der und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum in Agyptenland und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und zeuch hin in das Land Israel! Sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben stunden. Und er stund auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war anstatt seines Vaters Herodes, fürch— tete er sich dahin zu kommen. Und im Traum empfieng er Befehl von Gott und zog in die Yrter des galilaischen Landes und kam und wohnete in der Stadt, die da heißet Nazareth; auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. 2) Epistel, Jes. 60, 1—6. Meche dich auf, werde Licht! Denn dein Licht kommt, und die Herr⸗ lichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsterniß bedeckt das Erdreich und Dunkel die Voͤlker; aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden wer⸗ den in deinem Lichte wandeln und die Könige im Glanz, der über 506 Jahrgang I. Am 1. und 2. Ponntag nach Epiphaniä. dir aufgehet. Hebe deine Augen auf und siehe umher: diese alle ver—⸗ sammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehret und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die Laͤufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des Herrn Lob verkündigen. Am 1. Sonntag nach Epiphaniä. 1) Cvangelium, Luk. 2, 41—52. Und seine Eltern giengen alle Jahr gen Jerusalem auf das Osterfest. Und da Jesus zwölf Jahr alt war, giengen sie hinauf gen Jerusalem nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren und sie wieder zu Hause giengen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußten es nicht. Sie meineten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagreise und suchten ihn unter den Ge— freundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, giengen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel sitzen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragete. Und alle, die ihm zuhöreten, ver— wunderten sich seines Verstandes und seiner Antworten. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist es, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstunden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er gieng mit ihnen hinab und kam gen Naza— reth und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. 2) Epistel, Röm. 12, 1—5. Ich ermaͤhne euch, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefaͤllig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Ver— neuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Gotteswille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von sich halte, denn sichs gebührt zu halten; sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nachdem Gott aus- getheilet hat das Maß des Glaubens. Denn gleicherweise als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäft haben, also sind wir viele ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied. Am 2. Sonntag nach Epiphaniä. 1) Cvangelium, Matth. 3, 13. bis Kap. 4, 11. Zu der Zeit kam Jesus aus Galilaäg an den Jordan zu Johannes, daß er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrete ihm und sprach zu m sein; ihm Wass er sal ihn Dies Ward Teuf Hefaf sprge den. lebet durc diel pra gesch den einet gesc füͤhr ihm Das sprg gesc Da und Lie uns ahn Mar Ern 0 f Rul an. der thu fro me eue ulle ver⸗ ommen, u deine rn und und die ele wird den aus errn Lob sterfest. erusalem ren und em, und nter den den Ge⸗ ngen sie hdreien ern, daß en, ver⸗ d da sie 1 Mein und ich ist es, in dem, das er u Naza⸗ lle diese t, Altet Gottes, ilig und st. Ind rch Vet⸗ 3 da sel Denn ter euch, halten; hott aus⸗ als wit einerlei unter hannes/ m Un Jahrgang I. Am 2. und 3. Vonntag nach Epiphaniä. 507 sprach: Ich bedarf wohl, daß ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß es jetzt also sein; also gebührt es uns alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ ers ihm zu. Und da Jesus getauft war, stieg er bald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da that sich der Himmel auf über ihm; und er sah den Geist Gottes gleich als eine Taube herab fahren und über ihn kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe. Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführet, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nachte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot wer⸗ den. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellete ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie wer⸗ den dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollt Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigete ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so du niederfallst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan! Denn es stehet geschrieben: Du sollt anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm alleine dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. 2) Epistel, Röm. 12, 6—16. Liebe Brüder! Wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret je⸗ mand, so warte er der Lehre. Ermaͤhnet jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand— so sei er sorgfältig. Übet jemand Barmherzigkeit, so thue ers mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Neh⸗ met euch der Heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Froͤh⸗ lichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Am 3. Sonntag nach Epiphaniä. 1) Evangelium, Joh. 2, 1—11. Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Juͤnger wurden auch 508 Jahrgang I. Am 3. und 4. Sonntag nach Epiphaniä. auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und giengen je in einen zwei oder drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringet es dem Speisemeister. Und sie brachten es. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam,(die Diener aber wußten es, die das Wasser geschöpft hatten,) rufet der Speisemeister dem Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringern; du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarete seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. 2) Epistel, Röm. 12, 17—21. Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ists mög⸗ lich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn. Denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn: wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böoͤse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Am 4. Sonntag nach Epiphaniä. 1) Evangelium, Matth. 8, 23—27. Und Jesus trat in das Schiff, und seine Jünger folgeten ihm. Und siehe, da erhub sich ein groß Ungestüm im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward. Und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm und weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stund auf und bedräuete den Wind und das Meer; da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? 2) Epistel, Röm. 13, 8—10. Seid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet. Denn wer den andern liebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollt nicht ehebrechen; du sollt nicht tödten; du sollt nicht stehlen; du sollt nicht falsch Zeugniß geben; dich soll nichts gelüsten, und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Lebe des Gesetzes Erfüllung. . Jeso reich säete. wise Fruck zu de auf! zu il du d dah ausj der Unkr den Voll sprae Er g gute die der Wel aus Wel wert thm und in S lieb Ged ein eud licht die zu ihr: ch nicht ch saget, gesetzt, nen zwei üge mit ihnen: hten es. sen war, es, die autigam in, und hast den 5 Jsus rlichkeit. ses mit sts möͤg⸗ Raͤchet n Zorn. ergelten, duͤrstet Kohlen winden, n. Und guch das Junger Hilf uns, warum ind und underten ind und Zahrgang JI. Am 5. und 6. Vonntag nach Epiphaniä. 509 Am 5. Sonntag nach Epiphaniä. 0 1) Evangelium, Matth. 13, 24—30 und 36— 43. Jesus legte ihnen ein ander Gleichniß vor und sprach: Das Himmel— reich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker saete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säete Unkraut zwischen den Weizen und gieng davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich guch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausjäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausjätet. Lasset beides mit einander wachsen bis zu der Ernte, und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheunen. Da ließ Jesus das Volk von sich und kam heim. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Deute uns dieses Gleichniß vom Unkraut auf dem Acker. Er antwortete und sprach zu ihnen: Des Menschen Sohn ist es, der da guten Samen saet; der Acker ist die Welt; der gute Same sind die Kinder des Reichs; das Unkraut sind die Kinder der Bosheit; der Feind, der sie saͤet, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Schnitter sind die Engel. Gleichwie man nun das Unkraut ausjäͤtet und mit Feuer verbrennt, so wird es auch am Ende dieser Welt gehen. Des Menschen Sohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alle Argernisse, und die da Unrecht thun, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird sein Heulen und Zähnklappen. Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat zu hören, der höre! 2) Epistel, Kol. 3, 12—17. So ziehet nun an als die Auserwählten Gottes, Heiligen und Ge— liebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld. Und vertrage einer den andern, und vergebet euch unter einander, so jemand Klage hat wider den andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe, und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit; lehret und vermahnet euch selbst mit Psal⸗ men und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Am 6. Sonntag nach Epiphaniä. 1) Evangelium, Matth. 17, 1—9. Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrus und Jakobus und Johannes, seinen Bruder, und fuͤhrete sie beiseits auf einen hohen Berg und ward verkläret vor ihnen. Und sein Angesicht leuchtete wie 510 Jahrgang J. Am 6. Sonnt. nach Epiphaniä. Beptuagestmä. die Sonne, und seine Kleider wurden weiß als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: Herr, hie ist gut sein; willst du, so wollen wir drei Hütten machen, dir eine, Mose eine und Elia eine. Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören. Da das die Jünger höreten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührete sie an und sprach: Stehet auf, und fürchtet euch nicht! Da sie aber ihre Augen aufhuben, sahen sie niemand denn Jesus allein. Und da sie vom Berge herab— giengen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dies Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. 2) Epistel, 2 Petri 1, 16—21. Denn wir haben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch kund ge— than haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesu Christi; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen, da er empfieng von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort; und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht; sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem hei— ligen Geist. Am Sonntag Septuagesimä. 1) Evangelium, Matth. 19, 27. bis Kap. 20, 16. Da antwortete Petrus und sprach zu Jesu: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolget; was wird uns dafür? Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, daß ihr, die ihr mir seid nachgefolget in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, werdet ihr auch sitzen auf zwölf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israel. Und wer ver— lässet Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Weib oder Kinder oder Acker um meines Namens willen, der wird es hundertfältig nehmen und das ewige Leben ererben. Aber viele, die da sind die Ersten, werden die Letzten, und die Letzten werden die Ersten sein. Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausgieng, Arbeiter zu mieten in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und gieng aus um die dritte Stunde und sahe andere an dem Markte müßig stehen und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie giengen hin. Abermal gieng er aus um die sechste und neun er gv ihtel niem berg, ward Arbe zu de und mein jegli. wide gear! Last einet nicht und habe du Erst wen W alle ergr Din eine ich mei vert nd siehe, Petrus u; willst ine und sie eine Dies ist sollt ihr sicht und sprach: jufhuben, ge herab⸗ niemand mist. kund ge⸗ sondern on Gott, n geschah r Sohn, r gehoͤret N Berge. „daß iht dunkeln in euren eissagung ist noch sondern dem hei⸗ ben alles esus abet mit seid hn wird sizen au wer ver⸗ 1 Muttel illen, det Iber viele/. erden die der am Und da Lagelohn, Stunde ihnen 05 lechl Hete und Jahrgang I. Septuagestmä und Seragestmä. 511 neunte Stunde und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber gieng er aus und fand andere müßig stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hie den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Wein⸗ berg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe die Arbeiter und gib ihnen den Lohn, und hebe an an den Letzten bis zu den Ersten. Da kamen, die um die eilfte Stunde gedinget waren, und empfieng ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die Ersten kamen. meineten sie, sie würden mehr empfahen, und sie empfiengen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfiengen, murreten sie wider den Hausvater und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben! Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht. Bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesem Letzten geben gleich wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum schel, daß ich so gütig bin? Also werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. 2) Epistel, 1 Kor. 9, 24—27. Wisset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle; aber einer erlanget das Kleinod. Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfahen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse; ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet; sondern ich betaͤube meinen Leib und zahme ihn, daß ich nicht den andern predige und selbst verwerflich werde. Am Sonntag Sexagesimä. 1) Evangelium, Luk. 8, 4—15. Da viel Volks bei einander war und aus den Städten zu Jesu eilten, sprach er durch ein Gleichniß: Es gieng ein Saemann aus zu säen seinen Samen. Und indem er säete, fiel etliches an den Weg und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßens auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufgieng, verdorrete es, darum daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen giengen mit auf und ersticktens. Und etli⸗ ches fiel auf ein gut Land, und es gieng auf und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hoͤren, der hoͤre! Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dieses Gleichniß wäre. Er aber sprach: Euch ists gegeben, zu wissen das Geheimniß des Reichs Gottes, den anderen aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hoͤren. Das ist aber das Gleichniß: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hoͤren; darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben 512 Jahrgang J. Seragestmä und Estomihi. und selig wer den. Die aber auf dem Fels sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und die haben nicht Wurzel; eine Zeitlang glauben sie, und zur Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hoͤren und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens und ersticken und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld. 2) Epistel, 2 Kor. 12, 1—10. Es ist mir ja das Rühmen nichts nütze, doch will ich kommen auf die Gesichte 3nd Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Men— schen in Christo vor vierzehn Jahren(ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ichs nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ichs auch nicht; Gott weiß es); derselbige ward entzücket bis in den drit— ten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen(ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es), er ward entzücket in das Paradies und hörete unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht jemand mich hoͤher achte, denn er an mir siehet oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich drei— mal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche; und er hat zu mir gesagt: laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Darum bin ich gutes Muths in Schwachheiten, in Schmachen, in Nöthen, in Verfolgungen, in Angsten, um Christi willen. Denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark. Am Sonntag Esto mihi. 1) Evangelium', Luk. 18, 31—43. Jesus nahm aber zu sich die Zwölfe und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet und geschmähet und verspeiet werden, und sie werden ihn geißeln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen deren keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wuß⸗ ten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Je— richo kam, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Da er aber hörete das Volk, das durchhin gieng, forschete er, was das wäre. Da ver—⸗ kündigten sie ihm, Jesus von Nazareth gienge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn David, erbarme dich mein! Die aber vorne an giengen, bedräueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn Davids, erbarme dich mein! Jesus aber stund stille und fragt hoͤren, Wurzel; n sie ab. hen hin ersticken ind, die zen und men auf n Men⸗ esen, so eiß ichs den drit⸗ em Leibe es)/ er Worte, von mir eit. Und denn ich daß nicht ir hoͤret. ist mir der mich ich drel⸗ rhat zu Kraft ist erliebsten r wohne. jchen, n Denn Jahrgang I. Sonntag Estomihi und Invocavit. 513 und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen moͤge! Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen. Und alsobald ward er sehend und folgete ihm nach und pries Gott. Und alles Volk, das solches sah, lobete Gott. 2) Epistel, Kor. 13, 1—13. Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntniß und hätte allen Glauben, also daß ich Berge versetzte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gabe und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so waͤre mirs nichts nütze. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Ihre, sie lässet sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahr⸗ heit; sie verträget alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und die Erkenntniß auf⸗ hören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser Weissagen ist Stückwerk; wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk gufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und war klug wie ein Kind und hatte kindische Anschläge. Da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Worte, dann aber von An-⸗ gesicht zu Angesichte. Jetzt erkenne ichs stückweise; dann aber werde ichs erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die großeste unter ihnen. Am Sonntag Invocavit. 1) Evangelium, Joh. 17. Solches redete Jesus und hub seine Augen auf gen Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist hie, daß du deinen Sohn verklärest, auf daß dich dein Sohn auch verkläre; gleichwie du ihm Macht hast gegeben über alles Fleisch, auf daß er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast. Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, daß du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christ, erkennen. Ich habe dich verkläret auf Erden und vollendet das Werk, das du mir gegeben hast, daß ich es thun sollte. Und nun verkläre mich du, Vater, bei dir selbst mit der Klarheit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Ich habe deinen Namen offenbaret den Men—⸗ schen, die du mir von der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort behalten. Nun wissen sie, daß alles, was du mir gegeben hast, sei von dir. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben es angenommen und erkannt wahrhaftig, daß ich von dir ausge⸗ gangen bin, und glauben, daß du mich gesandt hast. Ich bitte für sie Gesangbuch für die evangelische Kirche. 33 514 Jahrgang I. Am Sonntag Invorcavit. und bitte nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast; denn sie sind dein. Und alles, was mein ist, das ist dein; und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verkläret. Und ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, daß sie eines seien gleichwie wir. Dieweil ich bei ihnen war in der Welt, erhielt ich sie in deinem Namen. Die du mir ge— geben hast, die habe ich bewahret, und ist keiner von ihnen verloren, ohne das verlorene Kind, daß die Schrift erfüllet würde. Nun aber komme ich zu dir, und rede solches in der Welt, auf daß sie in ihnen haben meine Freude vollkommen. Ich habe ihnen gegeben dein Wort, und die Welt hasset sie; denn sie sind nicht von der Welt, wie denn auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, daß du sie von der Welt nehmest, sondern daß du sie bewahrest vor dem übel. Sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in deiner Wahrheit, dein Wort ist die Wahrheit. Gleichwie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt. Ich heilige mich selbst für sie, auf daß auch sie geheiliget seien in der Wahr— heit. Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, so durch ihr Wort an mich glauben werden, auf daß sie alle eines seien gleich— wie du, Vater, in mir und ich in dir, daß auch sie in uns eines seien, auf daß die Welt glaube, du habest mich gesandt. Und ich habe ihnen gegeben die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, daß sie eines seien, gleichwie wir eines sind. Ich in ihnen und du in mir; auf daß sie vollkommen seien in eines, und die Welt erkenne, daß du mich gesandt hast und liebest sie, gleichwie du mich liebest. Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, daß sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebet, ehe denn die Welt gegründet ward. Gerechter Vater, die Welt kennet dich nicht, ich aber kenne dich, und diese er— kennen, daß du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen kund gethan und will ihn kund thun, auf daß die Liebe, damit du mich liebest, sei in ihnen und ich in ihnen. 2) Epistel, 2 Kor. 6, 1—10. Wir ermahnen aber euch als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er spricht: Ich habe dich in der an— genehmen Zeit erhöret und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein Ärgerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöthen, in Angsten, in Schlaͤgen, in Gefangnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefaͤrbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Ster— gegeben in; und Ind ich hkomme du mir ei ihnen mir ge⸗ erloren, un aber nihnen n Wort, hie denn von der Sie sind Heilige hwie du zelt. Ich r Wahr⸗ so durch gleich⸗ 6 eines ich habe ie eines auf daß du mich ich will, en hast, henn du jerechter diese er⸗ Ngamen amit du llich die der gn⸗ eholfen. Lusset ser Amh. Heweisen Nůthen, Arbeil/ zmuth/ be/ II sen der chande, d doch ˖Ster⸗ Jahrgang I. Invocavit. Ueminiscere. Oculi. benden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet; als die Traͤurigen, aber allezeit fröͤhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. Am Sonntag Reminiseere. 1) Evangelium, Matth. 15, 21—28. Und Jesus gieng aus von dannen und entwich in die Gegend von Tyrus und Sidon. Und siehe, ein kananäisch Weib gieng aus derselbigen Grenze und schrie ihm nach und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schafen von dem Haͤuse Israel. Sie kam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein von den Brosamlein, die von ihrer Herren Tisch fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaͤube ist groß; dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. 2) Epistel, 1 Thess. 4, 1—12. Weiter, liebe Brüder, bitten wir euch und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes: eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Gefäß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Brunst der Lust wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß niemand zu weit greife noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist der Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit sondern zur Heiligung. Wer nun verachtet, der verachtet nicht Menschen sondern Gott, der seinen heiligen Geist gegeben hat in euch. Von der brüderlichen Liebe aber ist nicht noth euch zu schreiben, denn ihr seid selbst von Gott gelehret, euch unter einaͤnder zu lieben. Und das thut ihr auch an allen Brüdern, die in ganz Macedonien sind. Wir ermahnen euch aber, liebe Brüder, daß ihr noch völliger werdet und ringet darnach, daß ihr stille seid und das Eure schaffet und arbeitet mit euren eigenen Händen, wie wir euch geboten haben, auf daß ihr ehrbarlich wandelt gegen die, die draußen sind, und ihrer keines bedürfet. Am Sonntag Oeuli. 1) Evangelium, Luk. 11, 14—28. Und Jesus trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk ver— wunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber ver— + V. 516 Jahrgang J. Sonntag Oculi und Lätare. suchten ihn und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen, dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub? So aber ich die Teufel durch Beelzebub aus— treibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibet das Seine mit Frieden; wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwaͤndelt er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet sie nicht; so spricht er: ich will wieder umkehren in mein Haus, dar— aus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet ers mit Be— semen gekehret und geschmücket. Dann gehet er hin und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind denn er selbst; und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselben Menschen aͤrger denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein Weib im Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast! Er aber sprach: Ja selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren! 2) Epistel, Ephes. 5, 1-9. So seid nun Gottes Nachfolger als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns hat geliebet und sich selbst dar— gegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet, auch schandbare Worte und Narrentheidinge oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer oder Unreiner oder Geiziger(welcher ist ein Götzendiener) Erbe hat an dem Reich Christi und Gottes. Lasset euch niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen; denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Waͤͤndelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Am Sonntag Lätare. 1) Evangelium, Joh. 6, 1—27. Darnach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläg. Und es zog ihm viel Volks nach, darum daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber gieng hinauf auf einen Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es waren aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, daß diese essen? Das sagte er aber, ihn zu ver— suchen; denn er wußte wohl, was er thun wollte. Philippus ant— Wortt Untet zu ih Es gher das sich und hatte Da Ubri ten bliel chen der men Wich gien und Wor hub fun Me sich. Wol am diet dge Mit M ber des 0 K. M Er aber leich, so us fallet uneins, e Teufel bub gus- sie eure Ustreibe, appneter enn aber ter ihm gub gus. mit mir Nenschen findet sie 18, dar⸗ mit Be⸗ mt sieben se hinein Nenschen e, erhub der Leib, Er gber waͤndelt Abst dar⸗ Geruch. von euch orte und sondern in Hurer he hat al hren mit Gottes genossen; Licht in ucht des . heriab e Beichen Jahrgang JI. Am Sonntag(ätare. 517 wortete ihm: Zweihundert Groschen werth Brots ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus: Es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gerstenbrote und zween Fische; aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brote, dankete und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelaͤgert hatten; desselbigengleichen auch von den Fischen, wie viel sie wollten. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie und fülle— ten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die über— blieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zei— chen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kom— men würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, ent— wich er gbermal auf den Berg, er selbst allein. Am Abend aber giengen die Jünger hinab an das Meer und traten in das Schiff und kamen über das Meer gen Kapernaum. Und es war schon finster worden, und Jesus war nicht zu ihnen kommen. Und das Meer er— hub sich von einem großen Winde. Da sie nun gerudert hatten bei fünfundzwanzig oder dreißig Feldwegs, sahen sie Jesum auf dem Meer daher gehen und nahe bei das Schiff kommen, und sie fürchteten sich. Er aber sprach zu ihnen: Ich bins, fürchtet euch nicht! Da wollten sie ihn in das Schiff nehmen, und alsobald war das Schiff am Lande, da sie hinfuhren. Des andern Tages sahe das Volk, das diesseit des Meers stund, daß kein anderes Schiff daselbst war denn das einige, darein seine Jünger getreten waren, und daß Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Schiff getreten war, sondern allein seine Jünger waren weggefahren. Es kamen aber andere Schiffe von Ti— berias naͤhe zu der Stätte, da sie das Brot gegessen hatten durch des Herrn Danksagung. Da nun das Volk sah, daß Jesus nicht da war, noch seine Jünger, traten sie auch in die Schiffe und kamen gen Kapernaum und suchten Jesum. Und da sie ihn faͤnden jenseit des Meers, sprachen sie zu ihm: Rabbi, wann bist du herkommen? Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich ich sage euch, ihr suchet mich nicht darum, daß ihr Zeichen gesehen habt, sondern daß ihr von dem Brot gegessen habt und seid satt geworden. Wirket Speise, nicht die vergänglich ist, sondern die da bleibet in das ewige Leben, welche euch des Menschen Sohn geben wird; denn denselbigen hat Gott der Vater versiegelt. 2) Epistel, Kol. 8, 18 bis Kap. 4, 1. JIbr Weiber, seid unterthan euren Männern in dem Herrn, wie sichs gebühret. Ihr Männer, liebet eure Weiber, und seid nicht bitter gegen sie. Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist dem Herrn gefällig. Ihr Vaͤter, erbittert eure Kinder nicht, auf daß sie nicht scheu werden. Ihr Knechte, seid gehorsam in gllen Dingen euren leiblichen Herren, nicht mit Dienst vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern mit Einfältigkeit des Herzens 518 Jahrgang I. Sonntag Lätare und Judica. und mit Gottesfurcht. Alles, was ihr thut, das thut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen. Und wisset, daß ihr von dem Herrn empfahen werdet die Vergeltung des Erbes; denn ihr dienet dem Herrn Christo. Wer aber Unrecht thut, der wird em— pfahen, was er unrecht gethan hat; und gilt kein Ansehen der Per⸗ son. Ihr Herren, was recht und gleich ist, das beweiset den Knechten, und wisset, daß ihr auch einen Herrn im Himmel habt. Am Sonntag Judica. 1) CEvangelium, Joh. 8, 46—-39. Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort; darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, so jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten; und du sprichst: so jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr denn unser Vater Abraham, wel— cher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sei euer Gott, und kennet ihn nicht. Ich aber kenne ihn; und so ich würde sagen: ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seid. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte; und er sah ihn und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahr alt und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehe denn Abraham ward, bin ich. Da huben sie Steine auf, daß sie auf ihn wärfen. Aber Jesus ver— barg sich und gieng zum Tempel hinaus mitten durch sie hinstreichend. 2) Epistel, Ebr. 9, 11—15. Christus aber ist kommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen Güter durch eine größere und vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht von dieser Schöpfung ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut. Sondern er ist durch sein eigen Blut einmal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut; und die Asche von der Kuh, gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie vielmehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gotte geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen, die unter dem ersten Testamene waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfahen. nd Mar ihn. da d uns den Und recht sebte Jeu nicht hin gehe hat. es nich. Herzen ihr von enn ihr ird em⸗ der Per⸗ nechten, uch aber Gott ist, eid nicht Sagen Teufel? meinen es ist ich sage od nicht jgen wir, opheten; od nicht m,/ wel⸗ nachst du ist meine schen ihr ine ihn; Lügner, braham, sah ihn och nicht uihnen: bin ich. sus ber⸗ reichend. lünftigen ung ist; ist durch hat eine de Blut zu der der sich sert hal, en dem neuen rlösung n/ die, Jahrgang I. Am heiligen Osterfest. 519 Am heiligen Osterfest. 1) Evangelinm, Mark. 16, 1—8. Und da der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria Jakobi und Salome Spezerei, auf daß sie kämen und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe am ersten Tage der Woche sehr frühe, da die Sonne aufgieng. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wur— den gewahr, daß der Stein abgewalzet war; denn er war sehr groß. Und sie giengen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein lang, weiß Kleid an. Und sie ent⸗ setzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht! Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden und ist nicht hie. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin und sagt es seinen Jüngern und Petrus, daß er vor euch hin⸗ gehen wird in Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie giengen schnell heraus und flohen von dem Grabe; denn es war sie Zittern und Entsetzen ankommen, und sagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich. 2) Epistel, 1 Kor. 15, 1—20. Ich erinnere euch aber, liebe Brüder, des Evangeliums, das ich euch verkündigt habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet; welchergestalt ich es euch verkündiget habe, so ihrs behalten habt; es waͤre denn, daß ihrs umsonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift, und daß er begraben sei, und daß er auf⸗ erstanden sei am dritten Tage, nach der Schrift, und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, deren noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jakobus; darnach von allen Aposteln. Am letzten nach allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum daß ich die Ge⸗ meine Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnaden bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen; sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle, nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Es sei nun ich oder jene; also pre⸗ digen wir, und also habt ihr geglaubet. So aber Christus geprediget wird, daß er sei von den Todten auferstanden, wie sagen denn etliche unter euch, die Auferstehung der Todten sei nichts? Ist aber die Auf⸗ erstehung der Todten nichts, so ist auch Christus nicht auferstanden; ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden auch erfunden falsche Zeugen Gottes, daß wir wider Gott gezeuget hätten, er hätte Christum auferwecket, den er nicht auferwecket hätte, sintemal die Tod⸗ ten nicht auferstehen. Denn so die Todten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstan— den, so ist euer Glaube eitel, so seid ihr noch in euren Sünden, so 520 Jahrgang I. AXm heil. Osterfest. Ostermontag. sind auch die, so in Christo entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christum, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Todten und der Erstling worden unter denen, die da schlafen. Am Ostermontag. 1) Cvangelium, Luk. 24, 13—35. Und siehe, zween aus ihnen giengen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feldwegs weit, deß Name heißt Emmaus; und sie redeten mit einander von allen diesen Ge— schichten. Und es geschah, da sie so redeten und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unter— wegen, und seid traurig? Da antwortete einer mit Namen Kleo— phas und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesus von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten vor Gott und allem Volk, wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes und gekreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der unsern; die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns giengen hin zum Grabe und fandens also, wie die Weiber sagten; aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und trägen Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben! Mußte nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fieng an von Mose und allen Propheten und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingiengen; und er stellete sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er gieng hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, dankete, brachs und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet und erkann— ten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter ein— ander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie stunden auf zu— derselbigen Stunde, kehreten wieder gen Jerusalem und fanden die Elfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen. Und sie erzäͤhleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen er— kannt wäre an dem, da er das Brot brach. 0 20 Epistel, Apostelgesch. 10, 34—41. Petrus aber that seinen Mund auf und sprach: Nun erfaͤhre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet, sondern in allerlei Volk, hisset und ein H angeg Gott Geist gesun War! jüdis⸗ ein! Tage den getru An samn kam Und wur aber gesan und Sün dene ffen wir en unter Todten in einen 5Name esen Ge⸗ sich mit Uber ihre rach aber lt unter⸗ en Kleo⸗ ingen zu geschehen m: Das Thaten npriester odes und ind über t. Auch bei dem id sagen, E. Und wie die ihnen: das die den und ind allen m gesagt und er ihn und der Tag an. Und dankete⸗ d erkann⸗ nter ein⸗ edete aus V auf V nden die Der Herr nahleten ihnen kl⸗ ich mit gllerlel Jahrgang I. Ostermontag. Quastmodogeniti. 521 Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum,(welcher ist ein Herr über alles,) die durchs ganze jüdische Land geschehen ist und angegangen in Galiläa nach der Taufe, die Johannes predigte: wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umhergezogen ist und hat wohlgethan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwaͤltiget waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles dessen, das er gethan hat im jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie getoͤdtet und an ein Holz gehangen. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. Am Sonntag Quasimodogeniti. 1) Cvangelium, Joh. 20, 19—23. Am Abend aber desselbigen ersten Tages der Woche, da die Jünger ver⸗ sammelt und die Thüren verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Undsals er das sagte, zeigte er ihnen die Haͤnde und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. 2) Epistel, 1 Joh. 5, 13. Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ists, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist es, der da zeuget; denn der Geist ist die Wahrheit. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist, und die drei sind eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer; denn Gottes Zeugniß ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohn. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solch Zeugniß bei sich. Wer Gotte nicht glaubet, der macht ihn zum Lügner; denn er glaͤubet nicht dem Zeugniß, das Gott zeuget von seinem Sohn. Und das ist das Zeugniß, daß uns Gott das ewige Leben hat gegeben, und solches Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. Solches habe ich euch geschrieben, die ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes, auf daß ihr wisset, daß ihr das ewige Leben habt, und daß ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes. ——— * Jahrgang J. Misericordias und Jubilate. Am Sonntag Misericordias Domini. 0 1) Evangelium, Joh. 10, 11— 48. Ich bin kommen, daß sie das Leben und volle Genüge haben sollen. Ich bin der gute Hirt; der gute Hirte lässet sein Leben für die Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen und verlässet die Schafe und fleucht, und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Miet— ling aber fleucht; denn er ist ein Mietling und achtet der Schafe nicht. Ich bin der gute Hirte und erkenne die Meinen und bin be— kannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater; und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle; und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Herde und ein Hirte werden. Darum liebet mich mein Vater, daß ich mein Leben lasse, auf daß ichs wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selber. Ich habe es Macht zu lassen, und habe es Macht wieder zu nehmen. Solches Gebot habe ich empfangen von meinem Vater. 2) Epistel, 1 Petri 2, 21—25. Christus hat gelitten für uns und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen, welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden, welcher nicht wie— der schalt, da er gescholten ward, nicht drauete, da er litt, er stellete es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leib auf das Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben, durch welches Wunden ihr seid heil worden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe, aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen. Am Sonntag Jubilate. 1) CEvangelium, Joh. 16, 5—15. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fraget mich: wo gehest du hin? Sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch; so ich aber hin— gehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht: um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich; um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet; um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnet es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er hoͤren wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich ver— kläͤren; denn von dem Meinen wird ers nehmen und euch verkündi— gen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: er wirds von dem Meinen nehmen und euch verkündigen. Liebe entha undf von und e terth Könit von Denn Unpi Härte Kned Fürt Ule ein Da f daß und zum Klei ihn eingt nicht Wah aber eure sie g Wan Mng Und und euch N wer nie eig em vol en sollen. für die hafe nicht chafe und her Miet⸗ * Schafe d bin he⸗ enne den habe noch lben muß ird eine ter, daß d nimmt es Macht ebot habe „daß ihr than hat, nicht Wie⸗ er stellete den selbst wir, der Wunden afe, aber len. niemand ich solches Aber ich Denn so abet hin⸗ umt/ der geit und nich; un h hinfort ichtet ist tragen. det vird In selber und was nich ver⸗ Herkündi⸗ 0 gesagt: Jahrgang I. Sonntag ZJubilate und Cantate. 523 Q. 2) Epistel, 1 Petri 2, 11—17. Liebe Brüder, ich ermahne euch als die Fremdlinge und Pilgrime: enthaltet euch von fleischlichen Lusten, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden als von Übelthätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wanns nun an den Tag kommen wird. Seid un⸗ terthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige als dem Obersten oder den Haͤuptleuten als den Gesandten von ihm zur Rache über die Übelthäter und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hattet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Am Sonntag Cantate. * 1) Evangelium, Joh. 16, 16—23. Uber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seiuen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er sagt zu uns: über ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen— und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er sagt: über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkete Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich gesagt habe: über ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen. Ihr aber werdet traurig sein; doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wann sie gebiert, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist kommen; wann sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. 0 2) Epistel, Jak. 1, 13—20. Niemand sage, wenn er versucht wird, daß er von Gott versucht werde; denn Gott ist nicht ein Versucher zum Bösen, er versucht niemand. Sondern ein jeglicher wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust gereizet und gelocket wird. Darnach, wenn die Lust empfangen hat, gebieret sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert sie den Tod. Irret nicht, lieben Brüder, alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und der Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wäaͤren Erstlinge seiner Kreaturen. Darum/ liebe Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden und langsam zum Zorn; denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. 2 Jahrgang I. Rogate. Lest der Himmelfahrt Christi. — Am Sonntag Rogate. 1) Evangelium, Joh. 10, 23—38. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, so ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprich— wort geredet; es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprich— wort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündige von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und kommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und sagst kein Sprichwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißest und bedarfst nicht, daß dich jemand frage; darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Jesus ant— wortete ihnen: Jetzt glaubet ihr; siehe, es kommt die Stunde, und ist schon kommen, daß ihr zerstreuet werdet, ein jeglicher in das Seine, und mich allein lasset; aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. Solches habe ich mit euch geredet, daß ihr in mir Frieden habet. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. 2) Epistel, Jak. 1, 21—27. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Seid aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stund an davon und vergisset, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darin beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Höͤrer sondern ein Thäter, derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich jemand unter euch lässet dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz, deß Gottes— dienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Am Fest der Himmelfahrt Christi. 1) Cvangelium, Mark. 16, 14—20. Zuletzt da die Elfe zu Tische saßen, offenbarte er sich und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Häartigkeit, daß sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur! Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: in meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schla nicht hesser hatte, er gu Wahle nach sunge mit er ih die! mir. Heilit so zu dung zu i der des verd Son vard Aug 0 f sagt mel! Wirt gs bitten habt ihr nehmen/ ch Sprich⸗ h Sprich⸗ ndige von umeinem uch bitten ihr mich bin vom erlasse ich r: Siehe, issen wir, nd frage; zesus ant⸗ nde, und as Seine, Vater ist 1 Frieden habe die das Wort fann eure icht Hoͤrer ein Hoͤrer ann, der m er sich , wie er Geseh der her Horer That. ⁰0 und halt 5 Gottes⸗ vor Gott hesuchen und schalt galaubt sprach um allet werden; chen aher/ meinem an tden Jahrgang I. fest der Himmelfahrt. Exraudi. 525 Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hande legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sitzet zur ͤrechten Hand Gottes. Sie aber giengen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. 2) Epistel, Apostelgesch. 1, 1—11. Die erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophilus, von alle dem, das Jesus anfieng beide zu thun und zu lehren bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln, welche er hatte er⸗ wählet, durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte, welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte durch mancherlei Erwei⸗ sungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehoͤret(sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geiste getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen kommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäg und Samaria und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehens, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahrend, siehe, da stunden bei ihnen zween Mäͤnner in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galilaäa, was stehet ihr und sehet gen Him⸗ mel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Am Sonntag Exaudi. 1) Evangelium, Joh. 15, 26. bis Kap. 16, 4. Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von Anfang an bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun; es kommt aber die Zeit, daß wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch ge— redet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ichs euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. 2) Epistel, 1 Petri 4, 8—11. So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine bruünstige Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander ohne Murren. Und 526 Jahrgang I. Eraudi und heil. Pfingstfest. dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. So jemand redet, daß ers rede als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß ers thue als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in gllen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesum Christ, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Am heiligen Pfingstfest. 1) Evangelium, Joh. 14, 23—31. Wer mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird es euch alles lehren und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer denn ich. Und nun habe ich es euch gesagt, ehe denn es geschieht, auf daß, wann es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort mehr nicht viel mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat: stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. 2) Epistel, Apostelgesch. 2, 1—18. Als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel als eines gewaltigen Windes und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zertheilet, wie von Feuer, und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen, und wurden alle voll des heiligen Geistes und fiengen an zu predigen mit anderen Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen und wurden verstürzt, denn es hörete ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht⸗ diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeg— licher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien und in Judaa und Kapadocien, Pontus und Asia, Phrygien und Pamphylien, Agypten und an den Enden der Libyen bei Cyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber? Wir hören sie mit unseren Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle und wurden irre und sprachen einer zu dem andern: Was will! Sien auf s. und g lasset trunk Sond Und gießen Töcht eure mein⸗ gießer agen hat, o jemand Umt hat, auf daß elchem sei ater wird bei ihm rte nicht. Vaters, il ich bei hen mein les lehren Frieden euch, wie cht. Ihr ne wieder „daß ich denn ich. i5, Wann neht nicht und hat en Vater tehet auf inmüthig umel als sie saßen. uer, und alle vol Zungen/ er Ilden 0 allerlei e geschah⸗ woͤrete ein sich aber sind nicht ein jtg⸗ Meder m. Judaa Haypten on Romi, sie mi zten sch Mis N: MN Jahrgang l. Pfingstfest. Pfingstmontag. Lest Trinitatis. 527 will das werden? Die andern aber hattens ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Da trat Petrus auf mit den Elfen, hub auf seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, liebe Männer, und alle die ihr zu Jerusalem wohnet, das sei euch kund gethan, und lasset meine Worte zu euren Ohren eingehen. Denn diese sind nicht trunken, wie ihr wähnet, sintemal es ist die dritte Stunde am Tage. Sondern das ists, das durch den Propheten Joel zuvor gesagt ist: Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, ich will aus— gießen von meinem Geist auf alles Fleisch, und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Altesten sollen Träume haben, und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in denselbigen Tagen von meinem Geist aus— gießen, und sie sollen weissagen. Am Pfingstmontag. 9 1) Evangelium, Joh. 3, 16—-21. Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glaͤuben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaͤubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht: daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeten die Finsterniß mehr denn das Licht; denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott gethan. 2) Epistel, Apostelgesch. 10, 42—48. Der Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petrus gekommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward. Denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen in dem Namen des Herrn. Am Fest Trinitatis. 1) Evangelium, Joh. 3, 1—15. Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, ein Oberster unter den Juden. Der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer, von Gott kommen; denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, —'p'—— 528 Zahrgang I. Am(lest und am 1. Sonntag nach Trinitatis. wahrlich, ich sage dir, es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hoͤrest sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er faͤhret. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel und weißst das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben; und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdi— schen Dingen sage; wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himm— lischen Dingen sagen würde? Und niemand faͤhret gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder kommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Mose in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. 1) Epistel, Röm. 11, 33—-36. 2 welch eine Tiefe des Reichthums beide der Weisheit und Er— kenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und uner— forschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor ge— geben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Am 1. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Luk. 16, 19—31. Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thüre voller Schwären und begehrete sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen. Doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hub er seine Augen auf und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß, rief und sprach: Vater Abra— ham, erbarme dich mein und sende Lazarus, daß er das Außerste seines Fingers in das Wasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme! Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine geboren spricht zu Kann er werden? sei denn, so lann hgeboren ist Geist. lusset von du hoͤrest umt, und eboren ist. zugehen? in Ifrgel hir reden, r nehmet von irdi⸗ on himm⸗ nel, denn hen Sohn, Schlange „auf daß das ewige und Er⸗ und uner⸗ nt? Oder zuvor ge⸗ und durch it Amen, xput uld Uden. ner Thülte amen, die id leckten starb u Ar Mecht Hoͤlle Ind aham von tex Abta⸗ lußerstt benn , Sohn, Hazarlle und 0 euch eint 529 Zahrgang I. Am 1. und 2. Vonntag nach Crinitatis große Kluft befestiget, daß, die da wollten von hinnen hinabfahren zu euch, koͤnnten nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haͤus; denn ich haͤbe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mose und die Propheten, laß sie dieselbigen hoͤren. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Todten zu ihnen gienge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Todten auferstünde. 2) Epistel, 1 Joh. 4, 10—-24. Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, son dern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich äaber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebet. So jemand spricht: ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebet. Am 2. Sonntag nach Trinitatis. 1) Gvangelium, Luk. 16, 1—10 Es naheten aber zu ihm allerlei Zoͤllner und Sünder, daß sie ihn hoͤreten. Und die Pharisaer und Schriftgelehrten murreten und spra chen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichniß und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er deren eines verliert, der nicht lasse die neunundneunzig in der Wüste und hingehe nach dem verlornen, bis daß ers finde? Und wann ers gefunden hat, so legt ers auf seine Achseln mit Freuden; und wann er heim kommt, rufet er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie deren einen verliert, die nicht ein Licht anzünde und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, rufet sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich ver loren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. 2) Epistel, 1 Joh. 35, 13—24 Verwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt hasset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todtschläger; und Gesangbuch fUr dle evangelische Rirche 34 530 Jahrgang I. Am 2. und 3. Sonntag nach Crinitatis. ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat und siehet seinen Bruder darben und schleußt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei-ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Daran erkennen wir, daß wir aus der Wahrheit sind und können unser Herz vor ihm stillen, daß, so uns unser Herz ver⸗ dammet, daß Gott größer ist denn unser Herz, und erkennet alle Dinge. Ihr Lieben, so uns unser Herz nicht verdammt, so haben wir eine Freudigkeit zu Gott. Und was wir bitten, werden wir von ihm nehmen; denn wir halten seine Gebote und thun, was vor ihm gefalig ist. Und das ist sein Gebot, daß wir glauben an den Namen seines Sohnes Jesu Christi und lieben uns unter einander, wie er uns ein Gebot gegeben hat. Und wer seine Gebote hält, der bleibet in ihm, und er in ihm. Und daran erkennen wir, daß er in uns bleibet: an dem Geist, den er uns gegeben hat. Am 3. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 5, 1—16. Da Jesus das Volk sah, gieng er auf einen Berg und setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Und er that seinen Mund auf, lehrete sie und sprach: Selig sind, die da geistlich arm sind, denn das Himmelreich ist ihr. Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmüthigen, denn sie werden das Erdreich besitzen. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barm⸗ herzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind die reines Herzens sind, denn sie werden Gott schauen. Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn das Himmelreich ist ihr. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmahen und verfolgen und reden allerlei Übels wider euch, so sie daran lügen. Seid froͤhlich und gerrost, es wird euch im Himmel wohl belohnet werden. Denn also haben sie verfolget die Propheten, die vor euch gewesen sind. Ihr seid das Salz der Erde. Wo nun das Salz dumm wird, womit soll man salzen? Es ist zu nichts hin⸗ fort nütze, denn daß man es hinausschütte und lasse es die Leute zer⸗ treten. Ihr seid das Licht der Welt. Es mag die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es denen allen, die im Hause sind. Also laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. 0 2) Epistel, 1 Petri 5, 5—11. Haltet fest an der Demuth; denn Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demüthigen gibt er Gnade. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhoͤhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er sorget für euch. Seid nüchtern Ind; rüll im E in dl zu se iht Dem 0 N. Mrop etfül zerge vom klein Kleit wird eure so w daß der seine seine sagt dur dein Gob olsd sacht der Nic gew kom Ogß euc die Au ein geh Wir der aue ein sch uh ter thi dir bei ihm ben für Bruüder t seinen kibet die ben mit mit der eit sind herz ver⸗ inet alle so haben wir von vor ihm Namen wie er bleibet in uns ehte sich, und auf, denn das sie sollen werden stet nach e Barm⸗ snd die sind die elig sind, mmelteich metwillen „ so ss Himmel ropheten, Wo nun ichts hin⸗ Leute zer⸗ „die auf uch nicht auf einen Mso lußt ile sehen Jahrgang J. Am 3. und 4. Sonntag nach Trinitatis. 531 und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräͤftigen, gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Am(. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 5, 17—48. Ihr sollt nicht wähnen, daß ich kommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht kommen aufzulösen sondern zu erfüllen. Denn ich sage euch wahrlich: Bis daß Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstab noch ein Titel vom Gesetze, bis daß es alles geschehe. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöset und lehret die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber thut und lehret, der wird groß heißen im Himmelreich. Denn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser denn der Schriftgelehrten und Pharisaer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka! der ist des Raths schuldig; wer aber sagt: du Narr! der ist des höͤllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf den Altar opferst und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei willfertig deinem Wider⸗ sacher bald, dieweil du noch bei ihm guf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleins überantworte dem Richter und der Richter überantworte dich dem Diener und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir waͤhrlich: Du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansiehet, ihr zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. Argert dich aber dein rechtes Auge, so reiß es aus und wirf es von dir. Es ist dir besser, daß eines deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Ärgert dich deine rechte Hand, so haue sie ab und wirf sie von dir. Es ist dir besser, daß eines deiner Glieder ver⸗ derbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Es ist auch gesagt: Wer sich von seinem Weibe scheidet, der soll ihr geben einen Scheidebrief. Ich aber sage euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet, es sei denn um Ehebruch, der macht, daß sie die Ehe bricht; und wer eine Abgeschiedene freiet, der bricht die Ehe. Ihr habt wei⸗ ter gehört, daß zu den Alten gesagt ist: du sollst keinen falschen Eid thun und sollt Gott deinen Eid halten. Ich aber sage euch, daß ihr aller⸗ dinge nicht schwören sollt weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes 532 Jahrgang I. Am 4. und 5. Sonntag nach Trinitatis. Stuhl, noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel, noch bei Jerusalem, denn sie ist des großen Königs Stadt. Auch sollst du nicht bei deinem Haupte schwören; denn du vermagst nicht ein einiges Haar weiß oder schwarz zu machen. Eure Rede aber sei: ja, ja; nein, nein; was drüber ist, das ist vom übel. Ihr habt gehört, daß da gesagt ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich aber sage euch, daß ihr nicht widerstreben sollt dem Übel; sondern so dir jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem biete den andern auch dar. Und so jemand mit dir rechten will und deinen Rock nehmen, dem laß auch den Mantel. Und so dich jemand nöthiget eine Meile, so gehe mit ihm zwo. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht von dem, der dir abborgen will. Ihr habt gehört, daß gesagt ist: du sollst deinen Nächsten lieben, und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; thut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, auf daß ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über die Bösen und uͤber die Guten, und lasset regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn so ihr liebet, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Thun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und so ihr euch nur zu euren Brüdern freundlich thut, was thut ihr sonderliches? Thun nicht die Zöllner auch also? Darum sollt ihr voll— kommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist. 2) Epistel, Röm. 8, 18—27. Ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlicheit nicht werth sei, die an uns soll offenbaret werden. Denn das äaͤngstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um deßwillen, der sie unterworfen hat auf Hoff— nung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns und äͤngstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft und warten auf unsers Leibes Erlösung. Denn wir sind wohl selig, doch in der Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man siehet, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man deß hoffen, das man siehet? So wir aber deß hoffen, das wir nicht sehen, so warten wir sein durch Geduld. Desselbigengleichen auch der Geist hilft un⸗ serer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sichs gebührt, sondern der Geist selbst vertritt uns aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen forschet, der weiß, was des Geistes Sinn sei; denn er vertritt die Heiligen nach dem, das Gott gefällt. Am 5. Sonntag nach Trinitatis. 1) CEvangelium, Matth. 6, 1—18. Habt acht auf eure Almosen, daß ihr die nicht gebt vor den Leu— ten, daß ihr von ihnen gesehen werdet; ihr habt anders keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. Wenn du nun Almosen gibst, sollst du nicht lassen vor dir posaunen, wie die Heuchler thun in den Schulen noch bei sollst du einiges ja; nein, „daß da uch, daß nd einen auch dar. jen, dem Neile, so ich nicht esagt ist: aber sage hl denen, Igen, auf aßt seine et regnen hh lieben, Zoͤllner? thut ihr ihr voll⸗ ist. leit nicht angstliche Gottes. ne ihren cauf Hoff⸗ Jahrgang JI. Am 5. und 6. Sonntag nach Crinitatis. 533 und auf den Gassen, auf daß sie von den Leuten gepreiset werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. Wenn du aber Almosen gibst, so laß deine linke Hand nicht wissen, was die rechte thut, auf daß dein Almosen verborgen sei; und dein Vater, der in das Verborgene siehet, wird dirs vergelten öffentlich. Und wenn du betest, sollt du nicht sein wie die Heuchler, die da gerne stehen und beten in den Schulen und an den Ecken auf den Gassen, auf daß sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. Wenn du aber betest, so gehe in dein Kämmer⸗ lein und schleuß die Thüre zu und bete zu deinem Vater im Verbor⸗ genen; und dein Vater, der in das Verborgene siehet, wird dirs ver⸗ gelten öffentlich. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhöͤret, wenn sie viel Worte machen. Darum sollt ihr euch ihnen nicht gleichen. Euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe denn ihr ihn bittet. Darum sollt ihr also beten: Unser Vater in dem Himmel! Dein Name werde geheiliget. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel. Unser täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schulden, wie wir unsern Schuldigern vergeben. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Denn so ihr den Menschen ihre Fehler vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben; wo ihr aber den Menschen ihre Fehler nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Fehler auch nicht vergeben. Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer sehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Angesichter, auf daß sie vor den Leuten scheinen mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, auf daß du nicht scheinest vor den Leuten mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, welcher verborgen ist; und dein Vater, der in das Verborgene siehet, wird dirs vergelten öffentlich. 2) Epistel, 1 Petri 3, 8—15. Seid allesamt gleichgesinnet, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nicht Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen; er wende sich vom Bösen und thue Gutes, er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Gebet. Das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, so da Böses thun. Und wer ist, der euch schaden koͤnnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht und erschrecket nicht. Hei⸗ liget aber Gott den Herrn in euren Herzen. Am 6. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 6, 19—34. Jyr sollt iuch nicht Schätze sammeln auf Erden, da sie die Motten und der Rost fressen, und da die Diebe nachgraben und stehlen. Sam⸗ 534 Jahrgang I. Am 6. Sonntag nach Trinitatis. melt euch aber Schätze im Himmel, da sie weder Motten noch Rost fressen, und da die Diebe nicht nachgraben noch stehlen. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz. Das Auge ist des Leibes Licht. Wenn dein Auge einfäaͤltig ist, so wird dein gaͤnzer Leib licht sein; wenn aber dein Auge ein Schalk ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn aber das Licht, das in dir ist, Finsterniß ist, wie groß wird dann die Finsterniß sein! Niemand kann zweien Herren dienen. Entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn die Speise, und der Leib mehr denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sam— meln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater näahret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist als derselben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch thun, o ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: was werden wir essen? was werden wir trinken? womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden; denn euer himm— lischer Vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. 2) Epistel, Röm. 6, 1—11. Was wollen wir hiezu sagen? Sollen wir denn in der Sünde behar— ren, auf daß die Gnade desto mächtiger werde? Das sei ferne! Wie sollten wir in der Sünde wollen leben, der wir abgestorben sind? Wisset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christ getaufet sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferweckt von den Todten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber samt ihm ge— pflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Aufer— stehung gleich sein, dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hin— fort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerecht— fertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Todten erwecket, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn das er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu einemmal; das er aber lebet, das ä2.. 2=2. 5F75f— loch Rost denn wo 3 Leibes Lib licht nzer Leib rniß ist, uzweien n lieben, met nicht get nicht nicht füͤr ehr denn ie Vögel sie sam⸗ ähret sie iter euch, h darum die Klien spinnen errlichkeit Hott das d morgen uch thun, en: was wir uns + himm⸗ m ersten ich solches en; denn „daß ein ude behat⸗ ne! Wie hen sind sind/ die ben durch Iuferwect Uen auc ihm ge⸗ 535 Jahrgang I. Am 6. 7. und 8. Sonntag nach Trinitatis. lebet er Gott. Also auch ihr: haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Christo Jesu, unsrem Herrn. Am 7. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 7, 1—12. Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit welcher⸗ lei Gerichte ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welcher⸗ lei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden. Was siehest du aber den Splitter in deines Bruders Auge und wirst nicht gewahr des Balken in deinem Auge? Oder wie darfst du sagen zu deinem Bruder: halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, ein Balke ist in deinem Auge? Du Heuchler, zeuch am ersten den Balken aus deinem Auge; darnach besiehe, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest! Ihr sollt das Heiligthum nicht den Hunden geben, und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Saue werfen, auf daß sie dieselbigen nicht zertreten mit ihren Füßen und sich wenden und euch zerreißen. Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgethan. Denn wer da bittet, der empfäͤhet, und wer da suchet, der findet, und wer da anklopft, dem wird aufgethan. Welcher ist unter euch Menschen, so ihn sein Sohn bittet um Brot, der ihm einen Stein biete? Oder so er ihn bittet um einen Fisch, der ihm eine Schlange biete? So denn ihr, die ihr doch arg seid, könnet dennoch euren Kindern gute Gaben geben, wie vielmehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten? Alles nun, was ihr wollet, daß euch die Leute thun sollen, das thut ihr ihnen auch; das ist das Gesetz und die Propheten. 2) Epistel, Röm. 6, 19—23. IJ0h muß menschlich davon reden um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habet zum Dienste der Unreinigkeit und von einer Ungerechtigkeit zu der andern, also be⸗ gebet nun auch eure Glieder zum Dienste der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unsrem Herrn. Am 8. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 7, 13—29. Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Ppforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammniß abführet, und ihrer sind viele, die darauf wandeln. Und die Pforte ist enge, und der Weg ist schmal, der zum Leben führet, und wenig ist ihrer, die ihn finden. Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kom⸗ men, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dor⸗ nen oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. 536 Jahrgang I. Am 8. und 9. Sonntag nach Crinitatis. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es wer— den viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Übelthäter! Darum, wer diese meine Rede horet und thut sie, den vergleiche ich einem klugen Mann, der sein Haus auf einen Felsen bauete. Da nun ein Platzregen fiel und ein Gewässer kam und weheten die Winde und stießen an das Haus, fiel es doch nicht, denn es war auf einen Felsen gegründet. Und wer diese meine Rede höret und thut sie nicht, der ist einem thörichten Mann gleich, der sein Haus auf den Sand bauete. Da nun ein Platzregen fiel und kam ein Gewässer und weheten die Winde und stießen an das Haus, da fiel es und that einen großen Fall. Und es begab sich, da Jesus diese Rede vollendet hatte, entsetzte sich das Volk über seiner Lehre. Denn er predigte gewaltig und nicht wie die Schriftgelehrten. 2) Epistel, Röm. 8, 12—17. So sind wir nun, liebe Brüder, Schuldner nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Flei⸗ sches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist gibt Zeugniß unsrem Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Am 9. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Luk. 16, 1—12. Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter. Der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie hoͤre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht mehr— Haushalter sein! Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir. Graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häu— ser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Ols. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich und schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach er zu Jahrgang I. Am 9. und 10. Sonntag nach TCrinitatis. 537 10— dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert 90 Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und x 1—— schreib achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, nicht daß er klüglich gethan hatte. Denn die Kinder dieser Welt sind ommen, klüger denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich Es wer⸗ sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, ben wit auf daß, wann ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen deinem Hütten. Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; nen viele und wer im Geringsten unrecht ist, der ist auch im Großen unrecht. uch noch So ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht treu seid, wer will ver diese euch das Wahrhaftige vertrauen? Und so ihr in dem Fremden nicht uMann, treu seid, wer will euch geben dasjenige, das euer ist? egen fiel 6 9) Epistel, 1 Kor. 10, 1—14. . das Icch will euch aber, liebe Brüder, nicht verhalten, daß unsere Vaͤter grüͤndet. sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durch das Meer ge⸗ st einem gangen, und sind alle auf Mose getauft mit der Wolke und mit dem ete. Da Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben ie Winde alle einerlei geistlichen Trank getrunken. Sie tranken aber von dem jen Fall geistlichen Fels der mitfolgete, welcher war Christus. Aber an ihrer sehte sch vielen hatte Gott kein Wohlgefallen; denn sie sind niedergeschlagen nd nicht in der Wüste. Das ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener etliche wurden, als ge⸗ sch, daß schrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken lebet, so und stund auf zu spielen. Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, des Flei⸗ wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei⸗ her Geist undzwanzigtausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, cht einen wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen muͤßtet; umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener etliche murreten und chen wit wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr unsrem ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf so sind welche das Ende der Welt kommen ist. Darum, wer sich laͤsset i/ so wit dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch der euch nicht lasset versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihrs könnet ertragen. erhoben noch keine denn menschliche Versuchung betreten. Aber Gott ist getreu, Darum, meine Liebsten, fliehet von dem Götzendienst. ö de m Am 10. Sonntag nach Trinitatis. 1. 40 ö 1) Evangelium, Luk. 19, 41—48. 10 1 Und als Jesus nahe hinzu kam, sah er die Stadt an und weinete icht Wch über sie und sprach: Wenn doch auch du wüßtest zu dieser deiner Zeit, 5 h-ἀnο was zu deinem Frieden dienet! Aber nun ist es vor deinen Augen ich nich, verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine hun ull Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg hre Haus schlagen, dich belagern und an allen Orten ängsten. Und werden rrn und dich schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen, darum daß du dig“,— nicht erkennet hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er u deinen! gieng in den Tempel und fieng an auszutreiben die darinnen ver⸗ ch et In 538 Jahrgang I. Am 10. und 11. Sonntag nach Trinitatis. kauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habt es gemacht zur Möͤrdergrube. Und er lehrete täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schrift— gelehrten und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten, und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hieng ihm an und hörete ihn. 0 2) Epistel, 1 Kor. 12, 1—11. Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, liebe Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen und hingegangen zu den stummen Götzen, wie ihr geführt wurdet. Darum thu ich euch kund, daß niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Got— tes redet; und niemand kann Jesum einen Herrn heißen ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Amter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket alles in allen. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube in demselbigen Geist; einem andern die Gabe gesund zu machen in demselbigen Geist; einem andern Wunder zu thun; einem andern Weissagung; einem andern Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern, die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige einige Geist und theilet einem jeglichen Seines zu, nachdem er will. Am 11. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Luk. 18, 9—14. Er sagte aber zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die andern, ein solch Gleichniß: Es giengen zween Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisaer, der andere ein Zöllner. Der Pharisaͤer stund und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zoͤllner stund von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser gieng hinab ge— rechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhoͤhet, der wird erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. 2) Epistel, 2 Kor. 5, 1—10. Wir wissen aber, so unser irdisch Haus dieser Hütte zerbrochen wird, daß wir einen Bau haben von Gott erbauet, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel. Und über demselbigen sehnen wir uns auch nach unsrer Behausung, die vom Himmel ist, und uns verlanget, daß wir damit überkleidet werden, so doch, wo wir bekleidet und nicht bloß erfunden werden. Denn dieweil wir in der Hütte sind, sehnen wir uns und sind beschweret; sintemal wir en: Mein rube. Und d Schrift⸗ nach, daß sten; denn ider, nicht ingegangen muthu ich Geist Got⸗ ißen ohne es ist ein . Und es et alles in eistes zum zu reden von der Glaube in machen in em andern em andern zen. Dies jeglichen sie ftomm 6s giengen Pharisqet, e bei sich dern Leute, Iner. 0 ö hinab e⸗ Merhibel der wird Jahrgung I. Am 11. 12. und 13. Vonntag nach Erinitatis. 539 wollten lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden, auf daß das Sterbliche würde verschlungen von dem Leben. Der uns aber zu demselbigen bereitet, das ist Gott, der uns das Pfand, den Geist, gegeben hat. Wir sind aber getrost allezeit und wissen, daß, dieweil wir im Leibe wohnen, so wallen wir ferne vom Herrn. Denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen. Wir sind aber getrost und haben vielmehr Lust, außer dem Leibe zu wallen und daheim zu sein bei dem Herrn. Darum fleißigen wir uns auch, wir sind daheim oder wallen, daß wir ihm wohlgefallen. Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richtstuhl Christi, auf daß ein jeglicher empfahe, nach dem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sei gut oder böse. Am 12. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Mark. 7, 31—-37. Und da Jesus wieder ausgieng von den Grenzen von Tyrus und Sidon, kam er an das galiläische Meer mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legete. Und er nahm ihn von dem Volk besonders und legte ihm die Finger in die Ohren und spützete und rührete seine Zunge und sah auf gen Himmel, seufzete und sprach zu ihm: Hephatha! das ist: Thue dich auf! Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie solltens niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten; und verwunderten sich über die Maße und sprachen: Er hat alles wohlgemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. 2) Epistel, 2 Kor. 3, 4—11. Ein solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buch⸗ staben toͤdtet und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Moses, um der Klarheit willen seines Angesichtes, die doch aufhöret; wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist gibt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. Denn auch jenes Theil, das verkläret war, ist nicht für Klarheit zu achten gegen dieser überschwenglichen Klarheit. Denn so das Klarheit hatte, das da aufhöret, vielmehr wird das Klarheit haben, das da bleibet. Am 13. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Luk. 10, 23—37. Und Jesus wandte sich zu seinen Jüngern und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet! Denn ich sage euch: Viele Propheten und Koͤnige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und haben es nicht 540 Jahrgang J. Am 13. Sonntag nach Crinitatis. gehöret. Und siehe, da stund ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben, wie liesest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben! Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der gieng von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Mörder, die zogen ihn aus und schlugen ihn und giengen davon und ließen ihn halb toͤdt liegen. Es begab sich aber ohngefahr, daß ein Priester dieselbige Straße hinab zog. Und da er ihn sahe, gieng er vorüber. Desselbigengleichen auch ein Levit; da er kam bei die Stätte und sah ihn, gieng er vorüber. Ein Samariter aber reisete und kam dahin. Und da er ihn sah, jammerte ihn sein, gieng zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Ol und Wein, und hub ihn auf sein Thier und führete ihn in die Herberge und pflegete sein. Des andern Tages reisete er und zog heraus zween Groschen und gab sie dem Wirthe und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du was mehr wirst darthun, will ich dirs bezahlen, wann ich wieder komme. Welcher dünkt dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Möͤrder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue deßgleichen! 2) Epistel, Jak. 3, 1—12. Liebe Brüder, unterwinde sich nicht jedermann Lehrer zu sein, und wisset, daß wir desto mehr Urtheil empfahen werden. Denn wir fehlen alle manchfaltiglich. Wer aber auch in keinem Wort fehlet, der ist ein vollkommener Mann und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten. Siehe, die Pferde halten wir in Zäumen, daß sie uns gehorchen, und lenken den ganzen Leib. Siehe, die Schiffe, ob sie wohl so groß sind und von starken Winden getrieben werden, werden sie doch gelenkt mit einem kleinen Ruder, wo der hin will, der es regieret. Also ist auch die Zunge ein klein Glied, und richtet große Dinge an. Siehe, ein klein Feuer, welch einen Wald zündet es an! Und die Zunge ist auch ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. Also ist die Zunge unter unsern Gliedern und befleckt den ganzen Leib und zündet an allen unsern Wandel, wenn sie von der Hoͤlle entzündet ist. Denn alle Natur der Thiere und der Vögel und der Schlangen und der Meerwunder werden gezähmet und sind gezaäͤhmet von der⸗ menschlichen Natur; aber die Zunge kann kein Mensch zaͤhmen, das unruhige Übel voll tödtlichen Gifts. Durch sie loben wir Gott den Vater, und durch sie fluchen wir den Menschen, nach dem Bilde Gottes gemacht. Aus einem Munde gehet Loben und Fluchen. Es soll nicht, liebe Brüder, also sein. Quillet auch ein Brunn aus einem Loch süße und bitter? Kann auch, liebe Brüder, ein Feigenbaum Sl oder ein Weinstock Feigen tragen? Also kann auch ein Brunn nicht salzig und süß Wasser geben. uchte ihn ige Leben ben, wie n Herrn, iften und Er aber du leben! Wer ist war ein fiel unter en davon fahr, daß he, gieng bei die er reisete gieng zu ein, und d pflegete Groschen ind so du ch wieder lichst sei ach: Der Eo gehe ein, und henn wir rt fehlet, Leib im sene fe, ob sie „werden I„ der es tet große et es an! echtigkeit nzen el entzündet Zahrgang I. Am 14. und 15. Sonntag nach Trinitatis. 541 Am 14. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Luk. 17, 11—19. Und es begab sich, da Jesus reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samariga und Galiläa. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussatzige Männer, die stunden von ferne und erhuben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingiengen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er gesund worden war, kehrete er um und pries Gott mit lauter Stimme und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankete ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrete und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen! 2) Epistel, Gal. 5, 16—24. Jo sage aber: Waͤndelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Flei⸗ sches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist und den Geist wider das Fleisch. Dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwie⸗ tracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen; von welchen ich euch habe zuvor gesagt und sage noch zuvor, daß, die sol⸗ ches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütig⸗ keit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden. Am 15. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 18, 1—-11. berselbigen Stunde traten die Jünger zu Jesu und sprachen: er ist doch der Größeste im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich und stellete es mitten unter sie und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es sei denn, daß ihr euch umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer sich nun selbst erniedriget wie dies Kind, der ist der Größeste im Him⸗ melreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber aͤrgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem ware desser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehänget würde und er ersäufet würde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt der Argernisse halben! Es muß ja Arger⸗ niß kommen; doch wehe dem Menschen, durch welchen Argerniß kommt! So aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab und wirf ihn von dir; es ist dir besser, daß du zum Leben lahm oder ein Krüppel eingehest, denn daß du zwo Hände oder zween Füße 542 Jahrgang J. Am 15. und 16. Sonntag nach Trinitatis. habest und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge äaͤrgert, reiß es aus und wirf es von dir; es ist dir besser, daß du einaugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sehet zu, daß ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist kommen selig zu machen, das ver- loren ist. 2) Epistel, Gal. 5, 25 bis 6, 10. So wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eiteler Ehre geizig sein, einander zu entrüsten und zu hassen. Liebe Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler über— eilet würde, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich seid, und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch ver— suͤcht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe sein selbst Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott lässet sich nicht spotten! Denn was der Mensch saet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Lasset uns aber Gutes thun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an jeder— mann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Am 16. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Luk. 7, 11—17. Und es begab sich darnach, daß Jesus in eine Stadt mit Namen Nain gieng, und seiner Jünger giengen viele mit ihm und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und viel Volks aus der Stadt gieng mit ihr. Und da sie der Herr sah, jammerte ihn derselbigen und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu und rührete den Sarg an, und die Träger stunden. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Todte richtete sich auf und fieng an zu reden; und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an und priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegenden Lander. 2) Epistel, Ephes. 3, 14—24. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen dem Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden; daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seine digen eurer den/ die 2 die“ Werd kann g il ist, ich dein ser, daß n habest ihr nicht re Engel Himmel. das ver⸗ . Lasset und zu er über⸗ m Geist, juch ver⸗ s Geseh etwas, er prufe ben und tragen. t allerlei laässet sich ernten. erderben jeist das ht müde ufhören. n jeder⸗ Namen und viel da trüg Mutter/ ieng mit Id spra an/ und it, stehe und er 4 und Iter uns liegenden un Jesu heißt in eichthum Jahrgang I. Am 16. 17. und 18. Vonntag nach Trinitatis. 543 seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwen— digen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glaͤuben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet wer— den, auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe, auch erkennen die Liebe Christi, die alle Erkennrniß übertrifft; auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeine, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Am 17. Sonntag nach Trinitatis. 1) Cvangelium, Luk. 14, 1—11. Und es begab sich, daß Jesus kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbat, das Brot zu essen. Und siel hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wasser⸗ süchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ists auch recht auf den Sabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilete ihn und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochs oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszeucht am Sabbattage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gasten, da er merkte, wie sie erwählten, oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Vornehmerer denn du von ihm geladen sei, und so dann kommt, der dich und ibn geladen hat, spreche zu dir: weiche diesem! und du müssest dann mit Scham unten an sitzen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und setze dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat— spreche zu dir: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. 2) Epistel, Eph. 4, 1—6. So ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wan⸗ delt, wie sichs gebührt eurem Beruf, darin ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe. Und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufensseid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater(unser) aller, der da ist über euch alle und durch euch alle und in euch allen. Am 18. Sonntag nach Trinitatis. 1) CEvangelium, Matth. 22, 34—46. Da aber die Pharisäer höreten, daß er den Sadducäern das Maul gestopfet hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst 544 Jahrgang I. Am 18. und 19. Sonntag nach Trinitatis. lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele 90 und von ganzem Gemüthe. Dies ist das vornehmste und größeste* Gebot. Das andere ist dem gleich: Du sollst deinen Naͤchsten lieben 2 als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz mbl und die Propheten. Da nun die Pharisaer bei einander waren, Hirer fragte sie Jesus und sprach: Wie dunket euch um Christus? Weß Sohn stgel ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege Ohe deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen nach ö Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte itt ihm ein Wort antworten, und wagte guch niemand von dem Tage Knet an hinfort ihn zu fragen. hbe 2) Epistel, 1 Kor. 1, 4—9. und ö I danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, sieng ö die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn an allen sirur Stücken reich gemacht an aller Lehre und in aller Erkenntniß. Wie Da! denn die Predigt von Christo in euch kräftig worden ist, also daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unseres Herrn Jesu Christi, welcher auch wird euch Ne fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr 1 V berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohns Jesu Christi, unsers I5 Herrn ö i Am 19. Sonntag nach Trinitatis. mi 1) Evangelium, Matth. 9, 1—8. list ö öů Da trat Jesus in das Schiff und fuhr wieder herüber und kam in Iber 1* seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, ihm ö der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glaͤuben sah, sprach s ö er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden fn, ö ö sind dir vergeben! Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten spra— chen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken S sah, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches veis ist leichter zu sagen: dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: 13 stehe auf und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen N Sohn Macht habe, auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu I dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bette auf und gehe heim! m Und er stund auf und gieng heim. Da das Volk das sah, verwun— lich 49 478 0 sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen ge— s0 geben hat. ‚ ö 2) Epistel, Eph. 4, 22—30.— So leget nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten an Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Hei— E⸗ ligkeit. Darum leget die Lügen ab und redet die Wahrheit, ein D jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder hin sind. Zürnet und sündiget nicht; lasset die Sonne nicht über eurem dey Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Läasterer. Wer gestoh⸗ ten lieben nze Geset r waren, Deß Sohn ennet ibn hat gesagt 1ß ich lege u einen konnte dem Tage e Gottes, an allen niß. Wie also daß t nur auf vird euch den Tag helchen iht ui, unsers zu sagen Menschen Jahrgang I. Am 19. 20. und 21. Sonntag nach Trinitatis. len hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Düurftigen. Lasset kein faul Geschwätz aus eurem Munde gehen, sondern was nützlich zur Besserung ist, da es noth thut, daß es holdselig sei zu hören. Und betrübet nicht den heiligen Geist Gottes, damit ihr ver— siegelt seid auf den Tag der Erloͤsung. Am 20. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 22, 2—14. Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte, und sandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hoch— zeit riefen. Und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet und alles bereit; kommt zur Hochzeit! Aber sie verachteten das und giengen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Han— tirung. Etliche aber griffen seine Knechte, höͤhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Morder um und zuͤndete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten. Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gaͤste waren es nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte giengen aus auf die Straßen und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute. Und die Tische wurden alle voll. Da gieng der König hinein, die Gäste zu besehen, und sah allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein kommen, und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die aͤußerste Finsterniß hin⸗ aus, da wird sein Heulen und Zahnklappen. Denn viele sind beru— fen, aber wenige sind auserwählet. 2) Epistel, Eph. 5, 16—21. So sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Un— weisen sondern als die Weisen. Und kaufet die Zeit aus; denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig sondern verstän— dig, was da sei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes. Und redet unter einander in Psalmen und Lobgesängen und geist— lichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in euren Herzen, und saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi. Und seid untereinander unterthan in der Furcht Gottes. Am 21. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Joh. 4, 47—54. Es war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu Kapernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläg, und gieng hin zu ihm und bat ihn, daß er hinab käme und hülfe seinem Sohn, denn er war todkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Köͤnigische Gesangbuch für die evangelische Kirche. 35 546. Jahrgang JI. Am 21. und 22. Sonntag nach Trinitatis. sprach zu ihm: Herr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt! Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet! Der Mensch glaubete dem Wort, das Jesus zu ihm sagte und gieng hin. Und indem er hinabgieng, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet! Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: dein Sohn lebet. Und er glaubete mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judaa in Galiläa kam. 2) Epistel, Eph. 6, 10—20. Zulett, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnt gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deßwillen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tag Widerstand thun und alles wohl ausrichten und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Panzer der Gerechtigkeit, und an Beinen gestiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurigen Pfeile des Bösewichts. Und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Und betet stets in allem Anliegen mit Bitten und Flehen im Geist, und wachet dazu mit allem Anhal-— ten und Flehen für alle Heiligen und für mich, auf daß mir gegeben werde das Wort mit freudigem Aufthun meines Mundes, daß ich möge kund machen das Geheimniß des Evangeliums, welches Bote ich bin in der Kette, auf daß ich darin freudig handeln möge und reden, wie sichs gebührt. Am 22. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 18, 21—35. Da trat Petrus zu Jesu und sprach: Herr, wie oft muß ich denn meinem Bruder, der an mir sündiget, vergeben? Ists genug sieben— mal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir, nicht siebenmal sondern siebenzigmal siebenmal. Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfieng zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehntaͤu— send Pfund schuldig. Da ers nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezaͤhlen. Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen! Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da gieng derselbige Knecht hingus und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert ang den von in und Der Her 1 daß und lech und Jahrgang I. Am 22. und 23. Sonntag nach Trinitatis. 547 stirbt Groschen schuldig. Und er griff ihn an und würgete ihn und sprach: aubete Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder em er und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles und bezahlen! Er wollte aber nicht, sondern gieng hin und warf ihn ins de, in Gefaͤngniß, bis daß er bezahlete, was er schuldig war. Da aber seine ihm: Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt und kaͤmen und merkte brachten vor ihren Herrn alles, das sich begeben hatte. Da forderte 18 zu ihm ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht! Alle diese m ganzen Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest. Solltest du denn da er aus dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig und überantwortete I ihn den Peinigern, bis daß er bezahlete alles, was er ihm schuldig— war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht* vergebet von euren Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehler. ö 2) Epistel, Phil. 1, 3—11. ch danke meinem Gott, so oft ich eurer gedenke(welches ich allezeit thue in alle meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden) über eurer Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tage an bisher. Und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch* angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaͤßen von euch allen halte, darum daß ich euch in meinem Herzen habe in diesem meinem Gefängniß, darin ich das Evangelium verantworte und bekraͤftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Ge— rechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen(in euch) zur Ehre und Lobe Gottes. Am 23. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 22, 15—22. Da giengen die Pharisäer hin und hielten einen Rath, wie sie Jesum fiengen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger samt Herodes Dienern und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahr—⸗ haftig bist und lehrest den Weg Gottes recht, und du fraͤgest nach niemand, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünkt dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkete ihre Schalkheit, sprach er: ö Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze! Und* sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die überschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist,* und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn und giengen davon. Ihn 2) Epistel, Phil. 3, 17—21. I Ht Folget mir, liebe Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, + wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen 548 Zahrgang J. Am 23. 24. und 25. Sonntag nach Crinitatis. ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi; welcher Ende ist das Verdammniß, wel⸗ chen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, wel⸗ cher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er aͤhnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Am 24. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 9, 18-26. Da Jesus solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie leben⸗ dig. Und Jesus stund auf und folgete ihm nach und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm und rührete seines Kleides Saum an; denn sie sprach bei ihr selbst: Möͤchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um und sahe sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen! Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam und sah die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, gieng er hinein und ergriff sie bei der Hand. Da stund das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. 2) Epistel, Kol. 1, 9—14. Derhalben auch wir, von dem Tage an, da wirs gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seines Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand, daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Ge— fallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht zu aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erb— theil der Heiligen im Licht, welcher uns errettet hat von der Obrig— keit der Finsterniß und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlosung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Am 25. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Luk. 13, 1—9. Es waren aber zu derselbigen Zeit etliche dabei, die verkündigten ihm von den Galiläern, welcher Blut Pilatus samt ihrem Opfer vermischet hatte. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer vor allen Galiläern Sünder gewesen sind, die— weil sie das erlitten haben? Ich sage: Nein; sondern so ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen. Oder meinet ihr, daß die achtzehn, auf welche der Thurm in Siloah fiel und erschlug sie, seien schuldig gewesen vor allen Menschen, die zu Jerusalem tis. inen, die miß, wel⸗ rd, derer, mel, von rrn, wel⸗ de seinem ULe Dinge ysten einer ist jetzt sie leben⸗ e Junger. trat von sie sprach würde ich ei gettest, Deib ward sten Haus rach er zu es schlift. vat, gieng glein auf. tet haben, hr erfüllet Weisbeit allem Ge⸗ hset in der nach seiner Freuden. dem Erb⸗ der Obrig⸗ nes lieben *7 nämlich Jahrgang I. Am 25. und 26. Sonntag nach Crinitatis. 549 wohnen? Ich sage: Nein; sondern so ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen. Er sagte ihnen aber dies Gleichniß: Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflaͤnzt in seinem Wein⸗ berge, und kam und suchte Frucht darauf und fand sie nicht. Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich bin nun drei Jahr lang alle Jahr kommen und habe Frucht gesucht auf diesem Feigenbaum und finde sie nicht. Haue ihn ab! Was hindert er das Land? Er aber antwor— tete und sprach zu ihm: Herr, laß ihn noch dies Jahr, bis daß ich um ihn grabe und bedünge ihn, ob er wollte Frucht bringen; wo nicht, so haue ihn darnach ab. 2) Epistel, 1 Thess. 4, 13—18. Wir wollen euch aber, liebe Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst. Dar—⸗ nach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit den⸗ selbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Am 26. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Luk. 21, 25—36. Und es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange sein und werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfähet zu geschehen, so sehet auf und hebt eure Häupter auf, darum daß sich eure Erlosung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Baume; wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihrs an ihnen und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles ge⸗ schehe! Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte ver— gehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch; denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit und betet, daß ihr würdig werden möget zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. 550 Jahrgang I. Am 26. und 27. Sonntag nach Trinitatis. M 2) Epistel, 2 Thess. 1, 3—10. Wir sollen Gott danken allezeit um euch, liebe Brüder, wie es billig ist. Denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines jeg— lichen unter euch allen nimmt zu gegen einander, also daß wir uns euer rühmen unter den Gemeinen Gottes von eurer Geduld und Glauben in allen euren Verfolgungen und Trübsalen, die ihr duldet. Welches anzeiget, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reich Gottes, über welchem ihr auch leidet, nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübsal denen, die euch Trübsal anlegen; euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wann nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel samt den Engeln seiner Kraft und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelium unsers Herrn Jesu Christi, welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Angesicht des Herrn und von seiner herrlichen Macht, wann er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubet. Am 27. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 25, 1—13. Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und giengen aus dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren thöricht, und fünf waren klug. Die thöo— richten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Ol mit sich. Die klugen aber nahmen Öl in ihren Gefässen samt ihren Lam— pen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläferig und entschliefen. Zu Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräu— tigam kommt; gehet aus, ihm entgegen! Da stunden diese Jungfrauen alle auf und schmückten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsre Lampen ver— löschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche. Gehet aber hin zu den Krämern und kaufet für euch selbst. Und da sie hingiengen zu kaufen, kam der Bräutigam; und welche bereit waren, giengen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Thüre ward verschlossen. Zuletzt kamen aͤuch die anderen Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euer nicht. Darum wachet, denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. 2 Epistel, 2 Petri 3, 3—14. Und wisset das aufs erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibet es alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber Muthwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser und im Wasser bestanden durch Gottes Wort. Dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündflut verderbet. Also auch der Himmel jetzund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten neue Held darg Unst gramern kam nhinein nauc Jahrgang I. Am 27. Sonnt. nach Trinit.(eiertag Andreas. 551 werden am Tage des Gerichts und Verdammniß der gottlosen Men—⸗ schen. Eines aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag. Der Herr verzeucht nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten; sondern er hat Geduld mit uns und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden? Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten sollet, so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfundan werdet. Feiertägliche Evangelien und Episteln. Am Feiertag Andreas. 1) Evangelium, Matth. 4, 18—22. Als nun Jesus an dem galiläischen Meer gieng, sah er zween Brüͤ⸗ der, Simon, der da heißt Petrus, und Andreas, seinen Bruder, die warfen ihre Netze ins Meer, denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen. Bald verließen sie ihre Netze und folgeten ihm nach. Und da er von dannen fürbaß gieng, sah er zween andere Brüder, Jako⸗ bus, den Sohn Zebedäi, und Johannes, seinen Bruder, im Schiff mit ihrem Vater Zebedäus, daß sie ihre Netze flickten; und er rief ihnen. Bald verließen sie das Schiff und ihren Vater und folgeten ihm nach. 2) Epistel, Röm. 10, 8-18. Dies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde bekennest Jesum, daß er der Herr sei, und glau⸗ best in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Todten auferwecket hat, so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubet, so wird man gerecht; und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig. Denn die Schrift spricht: Wer an ihn glaubet, wird nicht zu Schan⸗ den werden. Es ist hie kein Unterschied unter Juden und Griechen; es ist aller zumal ein Herr, reich über alle, die ihn anrufen. Denn wer den Namen des Herrn wird anrufen, soll selig werden. Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber glauben, von dem sie nichts gehoͤret haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt wer— den? Wie denn geschrieben stehet: Wie lieblich sind die Fuße derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verkündigen! Aber sie sind —x 552 Jahrgang I. Leiertag Andreas, Thomas und Stephanus. nicht alle dem Evangelium gehorsam. Denn Jesaia spricht: Herr, wer glaubet unsrem Predigen? So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Ich sage aber: Haben sie es nicht gehöret? Zwar es ist je in alle Lande ausgegangen ihr Schall, und in alle Welt ihre Worte. Am Feiertag Thomas. 1) Evangelium, Joh. 20, 24-29. Thomas aber, der Zwölfen einer, der da heißet Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Naͤgelmale und lege meine Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, will ichs nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger darinnen und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede sei mit euch! Dar— nach spricht er zu Thomas: Reiche deine Finger her, und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht unglaubig sondern glaubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! 2) Epistel, Ebr. 2, 10—18. Es ziemete dem, um deß willen alle Dinge sind, und durch den alle Dinge sind, der da viele Kinder hat zur Herrlichkeit geführet, daß er den Herzog ihrer Seligkeit durch Leiden vollkommen machte. Sintemal sie alle von einem kommen, beide, der da heiliget, und die da geheiliget werden. Darum schämet er sich auch nicht, sie Brüder zu heißen, und spricht: Ich will verkündigen deinen Namen meinen Brü⸗ dern und mitten in der Gemeinde dir lobsingen. Und abermal: Ich will mein Vertrauen auf ihn setzen. Und abermal: Siehe da, ich und die Kinder, welche mir Gott gegeben hat. Nachdem nun die Kin— der Fleisch und Blut haben, ist ers gleichermaßen theilhaftig worden, auf daß er durch den Tod die Macht nähme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist, dem Teufel, und erlösete die, so durch Furcht des Todes im ganzen Leben Knechte sein mußten. Denn er nimmt nirgend die Engel an sich, sondern den Samen Abrahams nimmt er an sich. Daher mußte er allerdinge seinen Brüdern gleich werden, auf daß er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu versühnen die Sünde des Volks. Denn darinnen er gelitten hat und versucht ist, kann er helfen denen, die versucht werden. Am Feiertag Stephanus. 1) Evangelium, Matth. 23, 34—39. Darum siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schrift— gelehrte, und derselbigen werdet ihr etliche tödten und kreuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern, auf daß über euch komme alles das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut an des ge— rechten Abels bis aufs Blut Zacharias, Barachias Sohn, welchen ihr gtod tuch, Jero sand tine hicht ich s Gelo St groß die! E —— war nicht u ihm: sei denn, Jahrgang I. Jeiertag Stephanus und Johannes. 553 getödtet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du tödtest die Propheten und steinigest, die zu dir ge— sandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Kichlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! Siehe, euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch, ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprechet: Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn! 2) Epistel, Apostelgesch. 6, 8—15. 7, 55—59. Stephanus aber, voll Glaubens und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da stunden etliche auf von der Schule, die da heißet der Libertiner, und der Cyrener und der Alexanderer und derer, die aus Cilicien und Asien waren, und befragten sich mit Stephanus. Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geiste, aus welchem er redete. Da richteten sie zu etliche Mäͤn⸗ ner, die sprachen: Wir haben ihn gehoͤret Laͤsterworte reden wider Mose und wider Gott. Und bewegten das Volk und die Altesten und die Schriftgelehrten und traten herzu und rißen ihn hin und führeten ihn vor den Rath und stellten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch hoͤret nicht auf zu reden Laͤsterworte wider diese heilige Stätte und das Gesetz. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Na— zareth wird diese Stätte zerstören und ändern die Sitten, die uns Mose gegeben hat. Und sie sahen auf ihn alle, die im Rath saßen, und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht. Als er aber voll heiligen Geistes war, sah er auf gen Himmel und sah die Herr— lichkeit Gottes und Jesum stehen zur Rechten Gottes und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rech— ten Gottes stehen. Sie schrieen aber laut und hielten ihre Ohren zu und stürmeten einmüthiglich zu ihm ein, stießen ihn zur Stadt hin—⸗ aus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus, und steinigten Ste— phanus, der anrief und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! Er knieete aber nieder und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er. Am Feiertag Johannes. 1) Evangelium, Joh 21, 14—24. Da sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon Johanna, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer! Spricht er zum andern⸗ mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schafe! Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum drit— tenmal zu ihm sagte: hast du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr, du weißest alle Dinge; du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, da du jünger warest, gürtetest du dich selbst und wandeltest, wo durhinwolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände aus⸗ 554 Jahrgang I. feiertag Johannes und Mariä Reinigung. strecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, wel— chen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen ge⸗ legen war und gesagt hatte: Herr, wer ists, der dich verräth? Da Petrus diesen sah, spricht er zu Jesu: Herr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Folge du mir nach! Da gieng eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbt nicht. Und Jesus sprach nicht zu ihm: er stirbt nicht; sondern, so ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Dies ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget und hat dies geschrieben, und wir wissen, daß sein Zeugniß wahrhaftig ist. 2) Epistel, Ebr. 1 ganz. Nachdem vor Zeiten Gott manchmal und mancherlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er gesetzt hat zum Erben über alles, durch welchen er auch die Welt gemacht hat; wel— cher, sintemal er ist der Glanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat gemacht die Reinigung unserer Sünden durch sich selbst, hat er sich gesetzt zu der Rechten der Majestät in der Höhe, so viel besser worden denn die Engel, so gar viel einen höheren Namen er vor ihnen ererbet hat. Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget? Und abermal: Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein? Und abermal, da er einführet den Erstgeborenen in die Welt, spricht er: Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten. Von den Engeln spricht er zwar: Er macht seine Engel zu Winden und seine Diener zu Feuerflammen. Aber von dem Sohn: Gott, dein Stuhl währet von Ewigkeit zu Ewig— keit, das Scepter deines Reichs ist ein richtiges Scepter. Du hast geliebet die Gerechtigkeit und gehasset die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, gesalbet dein Gott mit dem Ol der Freude über deine Genossen. Und: Du, Herr, hast von Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. Dieselben werden vergehen, du aber wirst bleiben, und sie werden alle veralten wie ein Kleid, und wie ein Gewand wirst du sie wandeln, und sie werden sich ver—⸗ wan deln, du aber bist derselbige, und deine Jahre werden nicht auf— hören. Zu welchem Engel aber hat er jemals gesagt: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße. Sind sie nicht allzumal dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit? Am Feiertag Mariä Reinigung. 1) CEvangelium, Luk. 2, 22—40. Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Moses kamen, brachten sie Jesum gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstelleten dem Herrn (wie denn geschrieben stehet in dem Gesetz des Herrn: Allerlei Männ-⸗ lin, hlißen hes ů sehe, selbig Vust Mtty er hal legen Rsus Hoch und lie d Helch die H Ind Und ieser u ei hurch Herde bom Rhr Mith diene guch I0h 0 fl sie Wuch hgr „Was unter sich selbst, so diel Namen er Tmal. Vabermal, Und lamen dem Herrn Mann Jahrgang I. Am(eiertag Mariä Veinigung. 55 lein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiliget heißen), und daß sie gäben das Opfer, nach dem gesagt ist im Gesetz des Herrn, ein Paar Turteltauben oder zwo junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem mit Namen Simeon, und der— selbige Mensch war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort worden von dem heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen; und kam aus An— regen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten, wie man pfleget nach dem Gesetz, da nahm er ihn auf seine Arme und lobete Gott und sprach: Herr, nun lässest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Israel. Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich deß, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird(und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen), auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuel vom Geschlechte Asser, die war wohl betaget und hatte gelebt sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Witwe bei vierundachtzig Jahren. Die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu derselbigen Stunde und preisete den Herrn und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehreten sie wieder in Galiläa zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs und ward stark im Geist voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. 2) Epistel, Maleachi, 3, 1—5. Siehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg be⸗ reiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, deß ihr begehret. Siehe, er kommt, spricht der Herr Zebabth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird er⸗ scheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmiedes und wie die Seife der Wäscher: er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levi reinigen und läutern wie Gold und Silber. Dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit. Und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Judas und Jerusalems wie vorhin und vor langen Jahren. Und ich will zu euch kommen und euch strafen, und will ein schneller Zeuge sein wider die Zauberer, Ehebrecher und Meineidigen, und wider die, so Gewalt und Unrecht thun den Taglöhnern, Witwen und Waisen, und den Fremdling drücken und mich nicht fürchten, spricht der Herr Zebaoth. 556 Zahrgang I. Jeiertag Matthias. Mariä Verkündigung. Am Feiertag Matthias. 1) Evangelium, Matth. 11, 25-30. Zu derselbigen Zeit antwortete Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater und Herr Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen hast, und hast es den Unmündigen offenbaret. Ja, Vater, denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und niemand kennet den Sohn denn nur der Vater, und niemand kennet den Vater denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid: ich will euch er⸗ quicken! Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir, denn ich bin sanftmüthig und von Herzen demüthig, so werdet ihr Ruhe fin— den für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. 2 Epistel, Apostelgesch. 1, 15—26. Und in den Tagen trat auf Petrus unter die Jünger und sprach (es war aber die Schar der Namen zu Haufe bei hundertundzwan— zig): Ihr Männer und Brüder, es mußte die Schrift erfüllet werden. welche zuvor gesagt hat der heilige Geist durch den Mund Davids von Judas, der ein Vorgänger war derer, die Jesum fiengen; denn er war mit uns gezählet und hatte dies Amt mit uns überkommen. Dieser hat erworben den Acker um den ungerechten Lohn und sich erhenket und ist mitten entzwei geborsten und alle seine Eingeweide ausgeschüttet. Und es ist kund worden allen, die zu Jerusalem woh— nen, also daß derselbige Acker genannet wird auf ihre Sprache Ha— keldama, das ist, ein Blutacker. Denn es stehet geschrieben im Psalmbuch: Seine Behausung müsse wüste werden, und sei niemand, der darinnen wohne, und sein Bisthum empfahe ein anderer. So muß nun einer unter diesen Männern, die bei uns gewesen sind die ganze Zeit über, welche der Herr Jesus unter uns ist aus- und ein⸗ gegangen von der Taufe Johannis an bis auf den Tag, da er von uns genommen ist, ein Zeuge seiner Auferstehung mit uns werden. Und sie stelleten zween, Joseph, genannt Barsabas mit dem Zunamen Just, und Matthias, beteten und sprachen: Herr, aller Herzen Kündiger, zeige an, welchen du erwählet hast unter diesen zween, daß einer empfahe diesen Dienst und Apostelamt, davon Judas abgewichen ist, daß er hingienge an seinen Ort. Und sie warfen das Los über sie, und das Los fiel auf Matthias. Und er ward zugeordnet zu den elf Aposteln. Am Feiertag Mariä Verkündigung. 1) Evangelium, Luk. 1, 26—38. Und im sechsten Mond ward der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau— die vertrauet war einem Manne mit Namen Joseph, vom Hause David, und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Gegrüßet seist du, Holdselige! Der Herr ist mit dir, du Gebenedeiete unter den Weibern! Da sie aber ihn sah, er⸗ schrak sie über seiner Rede und gedachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Marig, du hast preise dich, den Weisen offenbaret. Ale Dinge kennet den Vater denn dommet her ill euch er⸗ , denn ich Ruhe fin⸗ ine Last ist und sprach ertundzwan⸗ Dda er von 6 d6s über Inet u den Jahrgang I. feiertag Mariä Verkünd. Philippus u. Jakobus. 557 Gnade bei Gott gefunden! Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe und einen Sohn gebären, deß Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Hoͤchsten genannt werden. Und Gott der Herr wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben, und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines König⸗ reichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, sintemal ich von keinem Manne weiß? Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kom— men, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefrenndte, ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter und gehet jetzt im sechsten Monden, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr. 2) Epistel, Jes. 7, 10—15. Und der Herr redete abermal zu Ahas und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott, es sei unten in der Hölle oder droben in der Höhe. Aber Ahas sprach: Ich wills nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause David: Ists euch zu wenig, daß ihr die Leute be— leidiget, ihr müßt auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben. Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Bur— ter und Honig wird er essen, daß er wisse Boͤses zu verwerfen und Gutes zu erwählen. Am Feiertag Philippus und Jakobus. 1) Evangelium, Joh. 14, 1—14. Und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubet ihr an Gott, so glaubet ihr auch an mich. In meines Va⸗ ters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und ob ich hingienge, euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wieder kom— men und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, das wisset ihr, und den Weg wisset ihr auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehest, und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Wenn ihr mich kennetet, so kennetet ihr auch meinen Vater; und von nun an kennet ihr ihn und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Vater, so genüget uns. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennest mich nicht? Philippus, wer mich siehet, der siehet den Vater; wie sprichst du denn: zeige uns den Vater? Glaubest du nicht, daß ich im Vater und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst; der Vater aber, der in mir wohnet, der⸗ selbige thut die Werke. Glaubet mir, daß ich im Vater und der Vater in mir ist, wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubet, der wird die 558 Jahrgang I. Jeiertag Philippus u. Jakobus. Joh. des Täufers. Werke auch thun, die ich thue, und wird größere denn diese thun; denn ich gehe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, auf daß der Vater geehret werde in dem Sohne. Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun. 2) Epistel, Eph. 2, 19—22. So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbauet auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchen der ganze Bau in einander gefüget, wächset zu einem heili— gen Tempel in dem Herrn, auf welchem auch ihr mit erbauet werdet zu einer Behausung Gottes im Geist. Am Feiertag Johannes des Täufers. 1) Evangelium, Luk. 1, 57—80. Und Elisabeth kam ihre Zeit, daß sie gebären sollte, und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Gefreundten höreten, daß der Herr große Barmherzigkeit an ihr gethan hatte, und freueten sich mit ihr. Und es begab sich am achten Tage, kamen sie zu beschneiden das Kindlein und hießen ihn nach seinem Vater Zacharias. Aber seine Mutter antwortete und sprach: Mit nichten, sondern er soll Johannes heißen! Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Freund— schaft, der also heiße. Und sie winketen seinem Vater, wie er ihn wollte heißen lassen. Und er forderte ein Täfelein, und schrieb also: Er heißt Johannes. Und sie verwunderten sich alle. Und alsbald ward sein Mund und seine Zunge aufgethan und redete und lobete Gott. Und es kam eine Furcht über alle Nachbarn. Und diese Ge— schichte ward alle ruchtbar auf dem ganzen jüdischen Gebirge. Und alle, die es höreten, nahmen es zu Herzen und sprachen: Was, meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistes voll, weissagete und sprach: Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, denn er hat besucht und erlöset sein Volk, und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David, als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, daß er uns errettete von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns hassen, und die Barmherzigkeit erzeigete unsern Vätern, und ge— dächte an seinen heiligen Bund und an den Eid, den er geschworen hat unsrem Vater Abraͤham, uns zu geben, daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem Herrn her— gehen, daß du seinen Weg bereitest und Erkenntniß des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden durch die herz— liche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, auf daß er erscheine denen, die da sitzen in Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs und ward stark im Geist, und war in der Wüste, bis daß er sollte hervortreten vor das Volk Israel. Ta fleun ihte der Hred dem höͤhe und herd alles Co s Ale Feld Geil ket, ebig D. sein sei? and Ihe Da lehe Se das dir Ge Wil ufers. diese thun; hill ich thun. in Bürger Grund u ist, auf n heili⸗ net werdet rS. d sie gebar daß der n sich mit en das er seine Johannes ner Freund⸗ ie er ihn also: Ind alsbald und lobete ddiese Ge⸗ Und meinest V rrn war voll, Jahrgang I. Keiert. Joh. des Täufers. Petrus und Paulus. 559 2) Epiftel, Jes. 40, 1—8. Troͤstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott, redet mit Jerusalem freundlich und prediget ihr, daß ihre Ritterschaft ein Ende hat, denn ihre Missethat ist vergeben; denn sie hat Zwiefältiges empfangen von der Hand des Herrn um alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg, macht auf dem Gefilde eine ebene Bahn unsrem Gott! Alle Thale sollen er— höhet werden, und alle Berge und Hügel sollen geniedriget werden, und was ungleich ist, soll eben, und was höckericht ist, soll schlecht werden. Denn die Herrlichkeit des Herrn soll offenbaret werden, und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des Herrn Mund redet. Es spricht eine Stimme: Predige! Und er sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Heu, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Heu verdorret, die Blume verwelket; denn des Herrn Geist bläset drein. Ja das Volk ist das Heu. Das Heu verdor— ret, die Blume verwelkt; aber das Wort unsers Gottes bleibet ewiglich. Am Feiertag Petrus und Paulus. 1) Evangelium, Matth. 16, 13—19. Da kam Jesus in die Gegend der Stadt Cäsarea Philippi und fragte seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, daß des Menschen Sohn sei? Sie sprachen: Etliche sagen, du seiest Johannes der Taufer, die andern, du seiest Elia, etliche, du seiest Jeremia oder der Pro⸗ pheten einer. Er sprach zu ihnen: Wer saget denn ihr, daß ich sei? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn, denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel! Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeine, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und will dir des Himmelreichs Schlüssel geben: alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel los sein. 2) Epistel, Apostelgesch. 12, 1—11. Um dieselbige Zeit legte der König Herodes die Hände an, etliche von der Gemeine zu peinigen. Er tödtete aber Jakobus, Johannis Bru⸗ der, mit dem Schwert. Und da er sah, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort und fieng Petrus auch. Es waren aber eben die Tage der süßen Brote. Da er ihn nun griff, legte er ihn ins Gefängniß und überantwortete ihn vier Viertheilen Kriegsknechten, ihn zu be⸗ wahren, und gedachte, ihn nach den Ostern dem Volke vorzustellen. Und Petrus ward zwar im Gefängniß gehalten; aber die Gemeine be— tete ohne Aufhören für ihn zu Gott. Und da ihn Herodes wollte vor⸗ stellen, in derselbigen Nacht schlief Petrus zwischen zween Kriegsknech— ten, gebunden mit zwo Ketten, und die Hüter vor der Thür hüteten des Gefaͤngnisses. Und siehe, der Engel des Herrn kam daher, und ein Licht schien in dem Gemach, und schlug Petrus an die Seite und weckte ihn auf und sprach: Stehe behende auf! Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich 560—Jahrgang J. Keiert. Petrus und Paulus. Jabobus des Größeren. und thue deine Schuhe an! Und er that also. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich und folge mir nach! Und er gieng hinaus und folgete ihm, und wußte nicht, daß ihm wahrhaftig solches geschah durch den Engel, sondern es däuchte ihn, er sähe ein Gesicht. Sie giengen aber durch die erste und andere Hut und kamen zu der eisernen Thür, welche zur Stadt führet; die that sich ihnen von ihr selber auf, und traten hinaus und giengen hin eine Gasse lang. Und alsobald schied der Engel von ihm. Und da Petrus zu ihm selber kam, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr seinen Engel gesandt hat und mich errettet aus der Hand Herodis und von allem Warten des jüdischen Volks. Am Feiertag Jakobus des Größeren. 1) Evangelium, Matth. 20, 20—-28. Da trat zu ihm die Mutter der Kinder Zebedäi mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder und bat etwas von ihm. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zween Söhne sitzen in deinem Reich einen zu deiner Rechten und den andern zu deiner Linken. Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Könnet ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde, und euch taufen lassen mit der Taufe, da ich mit getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja wohl. Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch sollt ihr zwar trinken, und mit der Taufe, da ich mit getauft werde, sollt ihr getauft werden; aber das Sitzen zu meiner Rechten und Linken zu geben, stehet mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater. Da das die zehn höreten, wurden sie unwillig über die zween Brüder. Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisset, daß die weltlichen Fürsten herrschen, und die Oberherren haben Gewalt. So soll es nicht sein unter euch. Sondern so jemand will unter euch gewaltig sein, der sei euer Diener, und wer da will der Vornehmste sein, der sei euer Knecht. Gleichwie des Menschen Sohn ist nicht kommen, daß er ihm dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. 2) Epistel, Röm. 8, 28—39. Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn welche er zuvor versehen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich sein sollten dem Ebenbilde seines Sohns, auf daß derselbige der Erstge— borne sei unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch ge— recht gemacht; welche er aber hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht. Was wollen wir nun hiezu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwahl⸗ ten Gottes beschuldigen? Gott ist hie, der da gerecht machet. Wer will verdammen? Christus ist hie, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Bloͤße oder Fährlichkeit oder Juhrgang I. feiert. Zakobus des Größeren und Barthol. 561 d zu ihm: Schwert? Wie geschrieben stehet: Um deinetwillen werden wir ge— eng hinaus tõdtet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe. Aber in des geschah dem allen überwinden wir weit um deßwillen, der uns geliebet hat. sicht. Sie Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch er eisernen Fürstenthum noch Gewalt, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, selber auf weder Hohes noch Tiefes noch keine audere Kreatur mag uns scheiden 10 alsobald von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. n Am Feiertag Bartholomäus. 1) Evangelium, Joh. 1, 35—51. Des andern Tags stund abermal Johannes und zween seiner Jünger. Und als er sah Jesum wandeln, sprach er: Siehe, das ist Gottes N. Lamm. Und zween seiner Jünger hoͤreten ihn reden und folgeten Jesu nach. Jesus aber wandte sich um und sah sie nachfolgen und sprach zu ihnen: Was suchet ihr? Sie aber sprachen zu ihm: Rabbi(das ist verdolmetscht: Meister), wo bist du zur Herberge? Er sprach zu ihnen: Kommet und sehets. Sie kamen und sahens und blieben denselbigen Tag bei ihm; es war aber um die zehnte Stunde. Einer aus den zween, die von Johannes höreten und Jesu nachfolgeten, war Andreas, „und euch der Bruder des Simon Petrus. Derselbige findet am ersten seinen ie sprachen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden 5 sollt iht(welches ist verdolmetscht: der Gesalbte); und führete ihn zu Jesu. Da ö e, sollt iht ihn Jesus sah, sprach er: Du bist Simon, Jonas Sohn; du sollst unken zu Kephas heißen(das wird verdolmetscht: ein Fels). Des andern Tages wollte Jesus wieder in Galilaäa ziehen und findet Philippus und spricht zu ihm: Folge mir nach! Philippus aber war von Beth— ö saida, aus der Stadt des Andreas und Petrus. Philippus findet Natha⸗ ö nael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben: Jesum, Josephs Sohn, von Nazareth. Und Nathanael sprach zu ihm: Was kann von Naza⸗ ist nicht reth Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und siehe es! I o gebe sein Jesus sah Nathangel zu sich kommen und spricht zu ihm: Siehe, ein* rechter Israeliter, in welchem kein Falsch ist. Nathangel spricht zu ihm: Woher kennest du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe denn dir Philippus rief, da du unter dem Feigenbaum warest, sah ich dich. Nathangel antwortete und spricht zu ihm: Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der Koͤnig von Israel! Jesus antwortete und +* sprach zu ihm: Du glaͤubest, weil ich dir gesagt habe, daß ich dich ge—* sehen habe unter dem Feigenbaum; du wirst noch Größeres denn das* sehen. Und spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf und herab fahren auf des Menschen Sohn. 2) Epistel, 2 Kor. 4, 5—10. * Wir predigen nicht uns selbst sondern Jesum Christ, daß er sei x der Herr, wir aber eure Knechte um Jesu willen. Denn Gott, der da* hieß das Licht aus der Finsterniß hervor leuchten, der hat einen hellen ö Schein in unsere Herzen gegeben, daß(durch uns) entstünde die Er⸗ ö 1 vertritt leuchtung von der Erkenntniß der Klarheit Gottes in dem Ange⸗ N 1. oder sichte Jesu Christi. Wir haben aber solchen Schatz in irdischen Ge— 1 Gesangbuch für die evangelische Kirche. 36 leit obet L 562 Jahrgang J. Keiert. Darthol. Matthäus. Simon und Judas. 2 faäͤssen, auf daß die überschwengliche Kraft sei Gottes, und nicht von uns. Wir haben allenthalben Trübsal, aber wir ängsten uns nicht; uns ist bange, aber wir verzagen nicht; wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen; wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um; und tragen um allezeit das Sterben des Herrn Jesu gan unsrem Leibe, auf daß auch das Leben des Herrn Jesu an unsrem Leibe offenbar werde. Am Feiertag Matthäus. 1) Evangelium, Matth. 9, 9—13. Und da Jesus von dannen gieng, sah er einen Menschen am Zoll sitzen, der hieß Matthaäus, und sprach zu ihm: Folge mir! Und er stund auf und folgete ihm. Und es begab sich, da er zu Tische saß im Hause, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen zu Tische mit Jesu und seinen Jüngern. Da das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isset euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Da das Jesus höͤrete, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Gehet aber hin und lernet, was das sei: Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit, und nicht am Opfer; ich bin kommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Gerechten. 2) Epistel, Eph. 4, 7—16. Einem jeglichen unter uns ist gegeben die Gnade nach dem Maß der Gabe Christi. Darum spricht er: Er ist aufgefahren in die Höhe und hat das Gefängniß gefangen geführet und hat den Menschen Ga⸗ ben gegeben. Daß er aber aufgefahren ist, was ist es, denn daß er zu⸗ vor ist hinuntergefahren in die untersten Orter der Erde? Der hin⸗ untergefahren ist, das ist derselbige, der aufgefahren ist über alle Himmel, auf daß er alles erfüllete. Und er hat etliche zu Aposteln ge— setzt, etliche aber zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern, daß die Heiligen zugerichtet werden zum Werk des Amts, dadurch der Leib Christi erbauet werde, bis daß wir alle hinankommen zu einerlei Glauben und Erkenntniß des Sohns Gottes und ein vollkommener Mann werden, der da sei in dem Maße des vollkommnen Alters Christi, auf daß wir nicht mehr Kinder seien und uns wägen und wiegen lassen von allerlei Wind der Lehre durch Schalkheit der Menschen und Täuscherei, damit sie uns erschleichen zu verführen. Lasset uns aber rechtschaffen sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken an den, der das Haupt ist, Christus, aus welchem der ganze Leib zusammen gefüget, und ein Glied am andern hanget durch alle Gelenke, dadurch eins dem andern Handreichung thut nach dem Werk eines jeglichen Gliedes in seinem Maße und macht, daß der Leib wächset zu seiner selbst Besserung; und das alles in der Liebe. Am Feiertag Simon und Judas. 1) Evangelium, Joh. 15, 17—25. Das gebiete ich euch, daß ihr euch unter einander liebet. So euch die Welt hasset, so wisset, daß sie mich vor euch gehasset hat. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb; dieweil ihr aber nicht t, luch sse gehg euch der ihne Dorh uch die Habe Doo se! 6. Uach dige V Is den sieo die cher lcht e Vf IUd Mit hen nicht von nicht; Zerfolgung, aber wir des Herrn n TNesu an en am Zoll Und er Tische saß dsaßen zu sler sahen, ze zu rufen dem Maß die Hoͤhe en Ga⸗ daß er zu⸗ Der hin⸗ über alle lposteln ge⸗ etliche zu Juhrg. I. Jeiert. Sim. u. Judas. Jahrg. II. Am 1. Advent. 563 nicht von der Welt seid, sondern ich habe euch von der Welt erwaͤh— let, darum hasset euch die Welt. Gedenket an mein Wort, das ich euch gesagt habe: der Knecht ist nicht größer denn sein Herr. Haben sie mich verfolget, sie werden euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. Aber das alles werden sie euch thun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. Wenn ich nicht kommen wäre und hätte es ihnen gesagt, so hätten sie keine Sünde; nun aber können sie nichts vorwenden, ihre Sünde zu entschuldigen. Wer mich hasset, der hasset auch meinen Vater. Hätte ich nicht die Werke gethan unter ihnen, die kein anderer gethan hat, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie es gesehen und hassen doch beide, mich und meinen Vater. Doch daß erfüllet werde der Spruch, in ihrem Gesetze geschrieben: sie hassen mich ohne Ursach. 2) Epistel, 1 Petri 1, 2—9. Gelobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer leben— digen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Todten, zu einem unverganglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewaͤhret werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit, in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jetzt eine kleine Zeit(wo es sein soll) traurig seid in man⸗ cherlei Anfechtungen, auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel koͤst— licher erfunden werde denn das vergaͤngliche Gold, das durchs Feuer bewähret wird, zu Lobe, Preis und Ehre, wann nun offenbaret wird Jesus Christus, welchen ihr nicht gesehen und doch lieb habt und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht sehet, so werdet ihr euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, und das Ende eures Glau— bens davon bringen, nämlich der Seelen Seligkeit. Sonn-, Fest- und Feiertägliche Evangelien und Episteln. Dweiter Jahrgan g. Am 1. Advent. 1) Evangelium, Luk. 17, 20—25. Da Jesus aber gefragt ward von den Pharisaern: Wann kommt das Reich Gottes? antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit außerlichen Gebärden. Man wird auch nicht sagen: Siehe, hie oder da ist es. Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch. Er sprach aber zu den Juͤngern: Es wird die Zeit kommen, daß ihr werdet begehren zu sehen einen Tag des Menschensohns, und werdet ihn nicht sehen. Und sie werden zu euch sagen: Siehe hie, —— FVF‚qD‚D‚D‚SꝗYꝗ=ꝗ.ꝗ=.=........--=˖=eee 564 Jahrgang II. Am 1. und 2. Advent. siehe da. Gehet nicht hin und folget auch nicht. Denn wie der Blitz oben vom Himmel blitzet und leuchtet über alles, das unter dem Himmel ist, also wird des Menschen Sohn an seinem Tage sein. Zuvor aber muß er viel leiden und verworfen werden von diesem Geschlecht. 2) Epistel, Röm. 14, 17—19. Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtig⸗ keit und Friede und Freude in dem heiligen Geiste. Wer darinnen Christo dienet, der ist Gott gefällig und den Menschen werth. Dar⸗ um lasset uns dem nachstreben, das zum Frieden dienet, und was zur Besserung unter einander dienet. Am 2. Advent. 1) Evangelium, Luk. 12, 35—48. Lasset eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen, und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbre⸗ chen wird von der Hochzeit, auf daß, wann er kommt und anklopft, sie ihm bald aufthun. Selig sind die Knechte, die der Herr, so er kommt, wachend findet. Wahrlich, ich sage euch, er wird sich auf⸗ schürzen und wird sie zu Tische setzen und vor ihnen gehen und ihnen dienen. Und so er kommt in der andern Wache und in der dritten Wache und wird es also finden, selig sind diese Knechte. Das sollt ihr aber wissen: wenn ein Hausherr wüßte, zu welcher Stunde der Dieb käme, so wachete er und ließe nicht in sein Haus brechen. Dar⸗ um seid ihr auch bereit; denn des Menschen Sohn wird kommen zu der Stunde, da ihr nicht meinet. Petrus aber sprach zu ihm: Herr, sagest du dies Gleichniß zu uns oder auch zu allen? Der Herr aber sprach: Wie ein groß Ding ist es um einen treuen und klu⸗ gen Haushalter, welchen der Herr setzet über sein Gesinde, daß er ihnen zu rechter Zeit ihre Gebühr gebe! Selig ist der Knecht, welchen sein Herr findet also thun, wann er kommt. Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn über alle seine Güter setzen. So aber derselbige Knecht in seinem Herzen sagen wird: mein Herr verzeucht zu kommen, und faͤhet an zu schlagen Knechte und Mäagde, auch zu essen und zu trin⸗ ken und sich voll zu saufen, so wird desselben Knechtes Herr kom⸗ men an dem Tage, da er sichs nicht versiehet, und zu der Stunde, die er nicht weiß, und wird ihn zerscheitern und wird ihm seinen Lohn geben mit den Unglaubigen. Der Knecht aber, der seines Herrn Willen weiß, und hat sich nicht bereitet, auch nicht nach seinem Willen gethan, der wird viele Streiche leiden müssen; der es aber nicht weiß, hat doch gethan, das der Streiche werth ist, wird wenige Streiche leiden. Denn welchem viel gegeben ist, bei dem wird man viel su⸗ chen, und welchem viel befohlen ist, von dem wird man viel fordern. 2) Epistel, Röm. 14, 7—12. Unser keiner lebet ihm selber und keiner stirbt ihm selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn; darum wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus auch gestorben und auferstanden und wieder lebendig worden, daß er über Todte und Lebendige Herr sei. Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du anderer, was verachtest du deinen u Gerechtig⸗ er darinnen Dar⸗ „und was en, und seid wer aufbre⸗ d anklopft, Herr, so er urd sich auf— und ihnen der dritten Das sollt 7 Der Hert und klu⸗ daß er ihnen ‚ elchen sein Ige euch, er Knecht in en, und d zu ttin⸗ Herr kom + Stunde, m seinen 56 Hertln Willeh Leben Herrn; denn daßl ebendis Jahrgang II. Am 2. und 3. Advent. 565 Bruder? Wir werden alle vor den Richtstuhl Christi dargestellt wer— den, nachdem geschrieben stehet: So wahr als ich lebe, spricht der Herr, mir sollen alle Kniee gebeuget werden, und alle Zungen sollen Gott bekennen. So wird nun ein jeglicher für sich selbst Gott Rechen— schaft geben. Am 3. Advent. 1) Evangelium, Luk. 3, 2—18. Da Hannas und Kaiphas Hohepriester waren, da geschah der Be— fehl Gottes zu Johannes, Zacharias Sohn, in der Wüste. Und er kam in alle Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. Wie geschrieben stehet in dem Buch der Rede Jesaias, des Propheten, der da sagt: Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: bereitet den Weg des Herrn und machet seine Steige richtig; alle Thale sollen voll werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedriget werden, und was krumm ist, soll richtig werden, und was uneben ist, soll schlechter Weg werden; und alles Fleisch wird den Heiland Gottes sehen. Da sprach er zu dem Volk, das hinaus gieng, daß es sich von ihm taufen ließe: Ihr Ot— terngezüchte, wer hat denn euch gewiesen, daß ihr dem zukünftigen Zorn entrinnen werdet? Sehet zu, thut rechtschaffene Früchte der Buße, und nehmet euch nicht vor zu sagen: wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. Es ist schon die Art den Baͤumen an die Wurzel gelegt; welcher Baum nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und in das Feuer geworfen. Und das Volk fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn thun? Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zween Röcke hat, der gebe dem, der keinen hat; und wer Speise hat, thue auch also. Es kamen auch die Zoͤllner, daß sie sich taufen lie— ßen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir thun? Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, denn gesetzt ist. Da fragten ihn auch die Kriegsleute und sprachen: Was sollen denn wir thun? Und er sprach zu ihnen: Thut niemand Gewalt noch Unrecht, und lasset euch begnügen an eurem Solde. Als aber das Volk im Wahn war und dachten alle in ihren Herzen von Johannes, ob er vielleicht Christus wäre, antwortete Johannes und sprach zu allen: Ich taufe euch mit Wasser. Es kommt aber ein Stärkerer nach mir, dem ich nicht genugsam bin, daß ich die Riemen seiner Schuhe auflöse; der wird euch mit dem heiligen Geist und mit Feuer taufen. In desselbigen Hand ist die Wurfschaufel, und er wird seine Tenne fegen und wird den Weizen in seine Scheune sammeln, und die Spreu wird er mit ewigem Feuer verbrennen. Und viel anderes mehr vermahnete und verkündigte er dem Volk. 2) Epistel, Apostelgesch. 3, 19—26. So thut nun Buße und bekehret euch, daß eure Sünden vertilget werden, auf daß da komme die Zeit der Erquickung von dem Ange— sicht des Herrn, wann er senden wird den, der euch jetzt zuvor ge⸗ prediget wird, Jesum Christ, welcher muß den Himmel einnehmen bis auf die Zeit, da herwiedergebracht werde alles, was Gott geredet 566 Jahrgang II. Am 3. und 4. Adyent. hat durch den Mund aller seiner heiligen Propheten von der Welt an. Denn Mose hat gesagt zu den Vatern: Einen Propheten wird euch der Herr, euer Gott, erwecken aus euren Brüdern gleichwie mich, den sollt ihr hören in allem, das er zu euch sagen wird. Und es wird geschehen, welche Seele denselbigen Propheten nicht hören wird, die soll vertilget werden aus dem Volk. Und alle Propheten von Samuel an und hernach, wie viele ihrer geredet haben, die haben von diesen Tagen verkündiget. Ihr seid der Propheten und des Bundes Kinder, welchen Gott gemacht hat mit euren Vätern, da er sprach zu Abraham: Durch deinen Samen sollen gesegnet werden alle Völker auf Erden. Euch zuvörderst hat Gott auferweckt seinen Knecht Jesum und hat ihn zu euch gesandt euch zu segnen, daß ein jeg⸗ licher sich bekehre von seiner Bosheit. Am 4. Advent. 1) Evangelium, Joh. 3, 22—36. Darnach kam Jesus und seine Jünger in das iuͤdische Land und hatte daselbst sein Wesen mit ihnen und taufte. Johannes aber taufte auch noch zu Enon, nahe bei Salim, denn es war viel Wassers daselbst. Und sie kamen dahin und ließen sich taufen. Denn Johan⸗ nes war noch nicht ins Gefaäͤngniß gelegt. Da erhub sich eine Frage unter den Jüngern Johannis samt den Juden über der Reini⸗ gung und kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Meister, der bei dir war jenseits dem Jordans, von dem du zeugetest, siehe, der taufet, und jedermann kommt zu ihm. Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts nehmen, es werde ihm denn gegeben vom Himmel. Ihr selbst seid meine Zeugen, daß ich gesagt habe: ich sei nicht Christus, sondern vor ihm her gesandt. Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund aber des Brautigams stehet und höret ihm zu und freuet sich hoch über des Bräutigams Stimme. Dieselbige meine Freude ist nun erfüllet. Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen. Der von oben her kommt, ist über alle. Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde; der vom Himmel kommt, der ist über alle und zeuget, was er gesehen und gehöret hat. Und sein Zeugniß nimmt niemand an. Wer es aber annimmt, der versiegelts, daß Gott wahrhaftig sei. Denn welchen Gott gesandt hat, der redet Gottes Wort; denn Gott gibt den Geist nicht nach dem Maß. Der Vater hat den Sohn lieb und hat ihm alles in seine Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubet, der hat das ewige Leben. Wer dem Sohn nicht glaubet, der wird das ewige Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm. 2) Epistel, 1 Joh. 1, 1—4. Das da von Anfang war, das wir gehöret haben, das wir gesehen haben mit unsern Augen, das wir beschauet haben und unsere Hände betastet haben, vom Wort des Lebens(und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und zeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, welches war bei dem Vater unds ist uns erschienen): was wir gesehen und gehöret haben, das verkündigen wir euch, auf daß auch ihr mit uns Gemeinschaft habt, und unsere Gemeinschaft Ne Mo der Welt heten wird gleichwie Und hren Propheten haben, die der taufet, und sprach: geben vom ich sei Jahrgung II. Am 4. Advent und heiligen Christfest. 567 ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesu Christo. Und solches schreiben wir euch, auf daß eure Freude vöͤllig sei. Am heiligen Christfest. 1) Evangelium, A. Luk. 2, 1—14. Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augustus ausgieng, daß alle Welt geschätzet würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann gieng, daß er sich schatzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Ga— lilääa aus der Stadt Nazareth in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißet Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schaͤtzen ließe mit Marla, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hür— den, die hüteten des Nachts ihrer Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ibnen: Fürchtet euch nicht. Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird: denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsobald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Hoͤhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! B. Joh. 1, 1418. Und das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnaͤde und Wahrheit. Johannes zeuget von ihm, rufet und spricht: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen der vor mir gewesen ist; denn er war ehe denn ich. Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesum Christ worden. Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat es uns verkündiget. 2) Epistel, Eph. 1, 5—8. Gelobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum. Wie er uns denn erwählet hat durch denselbigen, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten sein heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe; und hat uns verordnet zur Kind— schaft gegen ihn selbst durch Jesum Christ, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zu Lob seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten, an welchem wir haben die 568 Jahrgang II. Sonntag nach dem heil. Christfest. Neujahrsfest. Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden nach dem Reichthum seiner Gnaͤde, welche uns reichlich widerfahren ist durch allerlei Weisheit und Klugheit. Am Sonntag nach dem heiligen Christfest. 1) Evangelium, Luk. 1, 46—55. Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes, denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig prei⸗ sen alle Kindeskinder, denn er hat große Dinge an mir gethan, der da maͤchtig ist, und deß Namen heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl und erhebt die Elenden. Die Hungrigen füllet er mit Gütern und läßt die Reichen leer. Er denket der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. 2) Epistel, 1 Tim. 3, 16. Kündlich groß ist das gottselige Geheimniß: Gott ist geoffenbaret im Fleisch, gerechtfertiget im Geist, erschienen den Engeln, geprediget den Heiden, geglaubet von der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit. Am Neujahrsfest. 1) Morgenlektionen. A. Ebr. 13, 8. Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. B. Ebr. 13, 14. Denn wir haben hie keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. C. Ehr. 10, 35. Werfet euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. D. Offenb. Joh. 2, 10. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. E. 2 Kor. 13, 13. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen. F. Offenb. Joh. 1, 4. Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist, und der da war, und der da kommt. 2) Abendlektionen. A. Psalm 90, 2—6. Oerr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge worden, und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Der du die Menschen lässest sterben und sprichst: kommt wieder, Menschenkinder. Denn tausend Jahr sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nacht— wache. Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom, und sind wie ein Schlaf, gleichwie ein Gras, das doch bald welk wird, das da frühe E. CP—ů‚ nden nach fahren ist fest. n Geist edrigkeit d in ihres uD erhebt hläßt die Diener nd seinem ubaret im geprediget Herrlichkeit. zukünftige und der da Jahrgang II. Sonnt. nach Ueujahr. Erscheinungefest. 569 blühet und bald welk wird und des Abends abgehauen wird und ver— dorret. B. Psalm 102, 26—28. Du hast vorhin die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Haͤnde Werk. Sie werden vergehen, aber du bleibest; sie werden alle veralten wie ein Gewand. Sie werden verwandelt wie ein Kleid, wenn du sie verwandeln wirst. Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. C. Psalm 119, 19. Ich bin ein Gast auf Erden; verbirg deine Gebote nicht vor mir. D. Psalm 39, 5. 6. Aber, Herr, lehre doch mich, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Am Sonntag nach dem Neujahrsfest. 1) Evangelium, Joh. 12, 44-50. Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubet, der glaubet nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat. Und wer mich siehet, der siehet den, der mich gesandt hat. Ich bin kommen in die Welt ein Licht, auf daß, wer an mich glaubet, nicht in der Finsterniß bleibe. Und wer meine Worte hoͤret und glaubet nicht, den werde ich nicht richten. Denn ich bin nicht kommen, daß ich die Welt richte, son—⸗ dern daß ich die Welt selig mache. Wer mich verachtet und nimmt meine Worte nicht auf, der hat schon, der ihn richtet; das Wort, welches ich geredet habe, das wird ihn richten am jüngsten Tage. Denn ich habe nicht von mir selber geredet; sondern der Vater, der mich gesandt hat, der hat mir ein Gebot gegeben, was ich thun und reden soll. Und ich weiß, daß sein Gebot ist das ewige Leben. Dar⸗ um, das ich rede, das rede ich also, wie mir der Vater gesagt hat. 2) Epistel, 1 Thess. 5, 5—10. Ihr seid allzumal Kinder des Lichtes und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsterniß. So lasset uns nun nicht schlafen wie die andern; sondern lasset uns wachen und nüch⸗ tern sein. Denn die schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern sein, angethan mit dem Panzer des Glaͤubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung zur Selig⸗ keit. Denn Gott hat uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern die Selig⸗ teit zu besitzen durch unsern Herrn Jesum Christ, der für uns gestorben ist, auf daß, wir wachen oder schlafen, wir zugleich mit ihm leben sollen. Am Fest der Erscheinung Christi. 1) Evangelium, Mattth. 2, 1—12. Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande zur Zeit des Koͤniges Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenland gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne Koͤnig der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind kommen 570 ZJahrgang II. Erscheinungsfest und 1. Sonntag nach Epiphaniũ. ihn anzubeten. Da das der König Herodes höoͤrete, erschrak er und mit ihm das ganze Jerusalem, und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk und erforschete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Judas; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernete mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen waͤre, und wies sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr es findet, saget mirs wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehoͤret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, gieng vor ihnen hin, bis daß er kam und stund oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut, und giengen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und be— teten es an, und thaten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. 2) Epistel, Jes. 42, 1—8. Siehe, das ist mein Knecht, ich erhalte ihn, und mein Auserwählter, an welchem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben, er wird das Recht unter die Heiden bringen. Er wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht hoͤren auf den Gassen. Das zerstoßene Rohr wird er nicht zerbrechen, und das glimmende Tocht wird er nicht auslöschen. Er wird das Recht wahrhaftiglich halten lehren. Er wird nicht mürrisch noch greu— lich sein, auf daß er auf Erden das Recht anrichte; und die Inseln werden auf seine Gesetze warten. So spricht Gott, der Herr, der die Himmel schaffet und ausbreitet, der die Erde macht und ihr Gewächse, der dem Volk, so drauf ist, den Odem gibt, und den Geist denen, die drauf gehen: Ich, der Herr, habe dir gerufen mit Gerechtigkeit, und habe dich bei deiner Hand gefasset, und habe dich behütet, und habe dich zum Bund unter das Volk gegeben, zum Licht der Heiden, daß du sollst oͤffnen die Augen der Blinden und die Gefangenen aus dem Gefängniß führen, und die da sitzen in der Finsterniß, aus dem Kerker. Ich, der Herr, das ist mein Name; und will meine Ehre keinem andern geben noch meinen Ruhm den Götzen. Am 1. Sonntag nach Epiphaniä. 1) Evangelium, Mark. 10, 18—16. Und sie brachten Kindlein zu Jesu, daß er sie anrührete. Die Jünger aber fuhren die an, die sie trugen. Da es aber Jesus sahe, ward er unwillig und sprach zu ihnen: Laßt die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes. Wahr— lich, ich sage euch, wer das Reich Gottes nicht empfaͤhet als ein Kindlein, der wird nicht hineinkommen. Und er herzete sie und legte die Hände auf sie und segnete sie. Wr ist di. Verhe Undei sie au Und Gerü in il gen 9 Gewe Ward Buch des zu v Herz den! sein als aller an; Und Wor Jose sage habe dein Mro „wo lehem oybeten: kleinste Herzog, des die r Stern ehet hin findet, sie nun ern, den wahltet, meinen Jahrgang II. Am 1. und 2. Sonntag nach Epiphaniä. 571 2) Epistel, Eph. 6, 1—4 hr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn; denn das ist billig. Ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Verheißung hat; auf daß dirs wohl gehe und lange lebest auf Erden. Und ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zu dem Herrn. Am 2. Sonntag nach Epiphaniä. 1) Evangelium, Luk. 4, 14—24. Und Jesus kam wieder in des Geistes Kraft in Galiläa, und das Gerücht erscholl von ihm durch alle umliegende Orte. Und er lehrete in ihren Schulen und ward von jedermann gepriesen. Und er kam gen Nazareth, da er erzogen war, und gieng in die Schule nach seiner Gewohnheit am Sabbattage und stund auf und wollte lesen. Da ward ihm das Buch des Propheten Jesaia gereicht. Und da er das Buch herum warf, fand er den Ort, da geschrieben stehet: Der Geist des Herrn ist bei mir, derhalben er mich gesalbet hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu heilen die zerstoßenen Herzen, zu predigen den Gefangenen, daß sie los sein sollen, und den Blinden das Gesicht, und den Zerschlagenen, daß sie frei und ledig sein sollen, und zu predigen das angenehme Jahr des Herrn. Und als er das Buch zuthat, gab er es dem Diener und setzte sich. Und aller Augen, die in der Schule waren, sahen auf ihn. Und er fieng an zu sagen zu ihnen: Heute ist diese Schrift erfüllet vor euren Ohren. Und sie gaben alle Zeugniß von ihm und wunderten sich der holdseligen Worte, die aus seinem Munde giengen und sprachen: Ist das nicht Josephs Sohn? Und er sprach zu ihnen: Ihr werdet freilich zu mir fagen dies Sprichwort: Arzt, hilf dir selber. Denn wie große Dinge haben wir gehört zu Kapernaum geschehen! Thue auch also hie in deinem Vaterlande! Er aber sprach: Wahrlich, ich sage euch, kein Prophet ist angenehm in seinem Vaterlande. 2) Epistel, Röm. 1, 16—25. ch schäme mich des Evangeliums von Christo nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig macht alle, die daran glauben, die Juden vornehmlich, und auch die Griechen. Sintemal darin geoffenbart wird die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie denn geschrieben stehet: Der Gerechte wird seines Glaubens leben. Denn Gottes Zorn vom Himmel wird geoffenbart über alles gottlose Wesen und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit in Ungerechtigkeit aufhalten. Denn daß man weiß, daß Gott sei, ist ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen geoffenbart damit, daß Gottes unsichtbares Wesen, das ist, seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen, so man deß wahrnimmt an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt. Also daß sie keine Entschuldigung haben, dieweil sie wußten, daß ein Gott ist, und haben ihn nicht gepreiset als einen Gott, noch gedanket; sondern sind in ihrem Dich— ten eitel worden, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren worden, und haben verwandelt die Herrlichkeit des unvergaͤnglichen Gottes in ein Bild gleich dem vergänglichen Menschen und der Vöoͤgel und der vier— 572 Jahrgang II. Am 2. 3. und 4. Sonntag nach Epiphaniä. füßigen und der kriechenden Thiere. Darum hat sie auch Gott dahin gegeben in ihrer Herzen Gelüste, in Unreinigkeit, zu schänden ihre eigenen Leiber an ihnen selbst. Die Gottes Wahrheit haben verwandelt in die Lüge, und haben geehret und gedienet dem Geschöpf mehr denn dem Schöpfer, der da gelobet ist in Ewigkeit. Amen. Am 3. Sonntag nach Epiphaniä. 1) Evangelium, Joh. 4, 5—14. Da kam Jesus in eine Stadt Samarias, die heißt Sichar, nahe bei dem Feld, das Jakob seinem Sohn Joseph gab. Es war aber da— selbst Jakobs Brunnen. Da nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich also auf den Brunnen; und es war um die sechste Stunde. Da kommt ein Weib von Samaria, Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken! Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, daß sie Speise kauften. Spricht nun das samaritische Weib zu ihm: Wie bittest du von mir zu trinken, so du ein Jude bist, und ich ein samaritisch Weib? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkennetest die Gabe Gottes, und wer der ist, der zu dir sagt: gib mir zu trinken, du bätest ihn, und er gäbe dir lebendig Wasser. Spricht zu ihm das Weib: Herr, hast du doch nichts, damit du schöpfest, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn lebendiges Wasser? Bist du mehr denn unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? Und er hat daraus getrunken und seine Kinder und sein Vieh. Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer dieses Wassers trinket, den wird wieder dürsten; wer aber des Wassers trinken wird, das ich ihm gebe, den wird ewiglich nicht dürsten; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm ein Brunn des Wassers werden, das in das ewige Leben quillet. 2) Epistel, Röm. 5, 1—5. Nun wir denn sind gerecht worden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesum Christ, durch welchen wir auch den Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade, darinnen wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlich— keit, die Gott geben soll. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Trübsale, dieweil wir wissen, daß Trübsal Geduld bringet, Geduld aber bringet Erfahrung, Erfahrung aber bringet Hoff— nung, Hoffnung aber läßt nicht zu Schanden werden. Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben ist. Am 4. Sonntag nach Epiphaniä. 1) Evangelium, Joh. 4, 15—26. Syrricht das Weib zu ihm: Herr, gib mir dasselbige Wasser, auf daß mich nicht dürste, daß ich nicht herkommen müsse zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gehe hin, rufe deinem Manne und komm her. Das Weib antwortete und sprach zu ihm: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast recht gesagt, ich habe keinen Mann. Fünf Männer hast du gehabt, und den du nun hast, der ist nicht dein Mann. Da hast du recht gesagt. Das Weib spricht zu ihm: 14 sen Kinder dürsten; ihm ein 573 Jahrgang II. Am 4. und 5. Sonntag nach Epiphaniä. Herr, ich sehe, daß du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr saget: zu Jerusalem sei die Stätte, da man anbeten soll. Jesus spricht zu ihr: Weib, glaube mir, es kommt die Zeit, daß ihr weder auf diesem Berge noch zu Jerusalem werdet den Vater anbeten. Ihr wisset nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten, denn das Heil kommt von den Juden. Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, daß die wahrhaftigen Anbeter werden den Vater anbeten im Geist und in der Wahr— heit; denn der Vater will haben, die ihn also anbeten. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Spricht das Weib zu ihm: Ich weiß, daß Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn derselbige kommen wird, so wird ers uns alles verkündigen. Jesus spricht zu ihr: Ich bin es, der mit dir redet. 2) Epistel, Röm. 2,—11. Verachtest du, o Mensch, den Reichthum seiner Güte, Geduld und Langmüthigkeit? Weißest du nicht, daß dich Gottes Güte zur Buße leitet? Du aber nach deinem verstockten und unbußfertigen Herzen haufest dir selbst den Zorn auf den Tag des Zorns und der Offen— barung des gerechten Gerichtes Gottes, welcher geben wird einem jeg— lichen nach seinen Werken, nämlich Preis und Ehre und unvergäng— liches Wesen denen, die mit Geduld in guten Werken trachten nach dem ewigen Leben; aber denen, die da zaͤnkisch sind und der Wahr— heit nicht gehorchen, gehorchen aber dem Ungerechten, Ungnade und Zorn: Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die da Böses thun, vornehmlich der Juden und auch der Griechen; Preis aber und Ehre und Frieden allen denen, die da Gutes thun, vor⸗ nemlich den Juden und auch den Griechen. Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott. Am 5. Sonntag nach Epiphaniä. 1) Evangelium, Matth. 9, 36—38. Und Jesus gieng umher in alle Städte und Märkte, lehrete in ihren Schulen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilete allerlei Seuche und allerlei Krankheit im Volk. Und da er das Volk sah, jammerte ihn desselbigen; denn sie waren verschmachtet und zer⸗ streuet wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter; darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte sende. 17 2) Epistel, Apostelgesch. 16, 9—16. Und Paulo erschien ein Gesicht bei der Nacht; das war ein Mann aus Macedonien, der stund und bat ihn und sprach: Komm herüber in Macedonien und hilf uns! Als er aber das Gesicht gesehen hatte, da trachteten wir, alsobald zu reisen in Macedonien, gewiß, daß uns der Herr dahin berufen hätte, ihnen das Evangelium zu predigen. Da fuhren wir aus von Troas; und stracks Laufs kamen wir gen Samothracien, des andern Tages gen Neapolis und von dannen gen Philippi, welche ist die Hauptstadt des Landes Macedonien und eine Freistadt. Wir hatten aber in dieser Stadt unser Wesen etliche Tage. Am Tage des Sabbates giengen wir hinaus vor die 574 Jahrgang II. Am 5. und 6. Sonntag nach Epiphaniä. Stadt an das Wasser, da man pfleget zu beten, und setzten uns und redeten zu den Weibern, die da zusammen kamen. Und ein gottes⸗ fürchtig Weib mit Namen Lydia, eine Purpurkrämerin aus der Stadt der Thyatirer, hoͤrete zu; welcher that der Herr das Herz auf, daß sie darauf acht hatte, was von Paulus geredet ward. Als sie aber und ihr Haus getauft ward, ermahnete sie uns und sprach: So ihr mich achtet, daß ich gläubig bin an den Herrn, so kommt in mein Haus und bleibet allda. Und sie zwang uns. Am 6. Sonntag nach Epiphaniä. 1) Evangelium, Luk. 6, 1—10. Und es begab sich auf einen Aftersabbat, daß er durchs Getreide gieng. Und seine Jünger rauften Ahren aus und aßen und rieben sie mit den Händen. Etliche aber der Pharisäer sprachen zu ihnen: Warum thut ihr, das sich nicht ziemet zu thun auf die Sabbater? Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht das gelesen, das David that, da ihn hungerte, und die mit ihm waren? Wie er zum Hause Gottes eingieng und nahm Schaubrote und aß und gab auch denen, die mit ihm waren; die doch niemand durfte essen, ohne die Priester allein. Und sprach zu ihnen: Des Menschen Sohn ist ein Herr auch des Sabbats. Es geschah aber auf einen andern Sabbat, daß er gieng in die Schule und lehrete. Und da war ein Mensch, deß rechte Hand war verdorret. Aber die Schriftgelehrten und Pharisaer hielten auf ihn, ob er auch heilen würde am Sabbat, auf daß sie eine Sache zu ihm fänden. Er aber merkte ihre Gedan— ken und sprach zu dem Menschen mit der dürren Hand: Stehe auf und tritt hervor! Und er stund auf und trat dahin. Da sprach Jesus zu ihnen: Ich frage euch: was ziemet sich zu thun auf die Sab⸗— bater, Gutes oder Böses? das Leben erhalten oder verderben? Und er sah sie alle umher an und sprach zu dem Menschen: Strecke aus deine Hand! Und er that es. Da ward ihm seine Hand wieder zurechtgebracht, gesund wie die andere. 2) Epistel, Apostelgesch. 13, 42—52. Da aber die Juden aus der Schule giengen, baten die Heiden, daß sie zwischen Sabbats ihnen die Worte sageten. Und als die Gemeine der Schule von einander giengen, folgten Paulus und Barnabas nach viele Juden und gottesfürchtige Judengenossen. Sie aber sagten ihnen und vermahneten sie, daß sie bleiben sollten in der Gnade Gottes. Am folgenden Sabbat aber kam zusammen fast die ganze Stadt, das Wort Gottes zu hören. Da aber die Juden das Volk sahen, wurden sie voll Neides und widersprachen dem, das von Paulus gesagt. ward, widersprachen und lästerten. Paulus aber und Barnabas spra— chen frei oͤffentlich: Euch mußte zuerst das Wort Gottes gesagt werden; nun ihr es aber von euch stoßet und achtet euch selbst nicht werth des ewigen Lebens, siehe, so wenden wir uns zu den Heiden. Denn also hat uns der Herr geboten: Ich habe dich den Heiden zum Licht gesetzt, daß du das Heil seiest bis ans Ende der Erde. Da es aber die Hei— den höreten, wurden sie froh und preiseten das Wort des Herrn und wurden gläubig, wie viele ihrer zum ewigen Leben verordnet waren. Und das Wort des Herrn ward ausgebreitet durch die ganze Gegend. Mer der S Barne telten Die! Wa gleich shrech hoben lomm Des siehe, ner lassen Welch doch! solche sind, Doch Am War den hoͤk und Jahrgang II. Septuagestimã und Seragestmã. 575 Aber die Juden bewegten die andachtigen und ehrbaren Weiber und der Stadt Obersten, und erweckten eine Verfolgung über Paulus und Barnabas und stießen sie zu ihren Grenzen hinaus. Sie aber schüt— telten den Staub von ihren Füßen über sie, und kamen gen Ikonion. Die Jünger aber wurden voll Freude und heiligen Geistes. Am Sonntag Septuagesimä. 1) Cvangelium, Matth. 11, 16—24. Wem soll ich aber dies Geschlecht vergleichen? Es ist den Kindlein gleich, die an dem Markt sitzen und rufen gegen ihre Gesellen und sprechen: wir haben euch gepfiffen, und ihr wolltet nicht tanzen; wir haben euch geklaget, und ihr wolltet nicht weinen. Johannes ist kommen, aß nicht und trank nicht; so sagen sie: er hat den Teufel. Des Menschen Sohn ist kommen, isset und trinket; so sagen sie: siehe, wie ist der Mensch ein Fresser und ein Weinsäufer, der Zöll⸗ ner und der Sünder Geselle! Und die Weisheit muß sich rechtfertigen lassen von ihren Kindern. Da fieng er an die Städte zu schelten, in welchen am meisten seiner Thaten geschehen waren, und hatten sich doch nicht gebessert: Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Wären solche Thaten zu Tyrus und Sidon geschehen, als bei euch geschehen sind, sie hätten vor Zeiten im Sack und in der Asche Buße gethan. Doch ich sage euch: es wird Tyrus und Sidon erträglicher ergehen am jüngsten Gerichte denn euch. Und du, Kapernaum, die du bist erhoben bis an den Himmel, du wirst bis in die Hölle hinunter ge⸗ stoßen werden. Denn so zu Sodom die Thaten geschehen waͤren, die bei dir geschehen sind, sie stünde noch heutigen Tages. Doch ich sage euch: es wird der Sodomer Land erträglicher ergehen am jüngsten Gerichte denn dir. 2) Epistel, Apostelgesch. 9, 36—42. Zu Joppe aber war eine Jüngerin mit Namen Tabea(welches ver— dolmetscht heißt: ein Rehe), die war voll guter Werke und Almosen, die sie that. Es begab sich aber zu derselbigen Zeit, daß sie krank ward und starb. Da wuschen sie dieselbige und legten sie auf den Soͤller. Nun aber Lydda nahe bei Joppe ist, da die Jünger hoͤreten, daß Petrus daselbst war, sandten sie zween Männer zu ihm und ermahneten ihn, daß er sichs nicht ließe verdrießen zu ihnen zu kommen. Petrus aber stund auf und kam mit ihnen. Und als er darkommen war, führeten sie ihn hinauf auf den Söller und traten um ihn alle Witwen, weineten und zeigeten ihm die Roͤcke und Klei⸗ der, welche die Rehe machte, weil sie bei ihnen war. Und da Petrus sie alle hinaus getrieben hatte, kniete er nieder, betete und wandte sich zu dem Leichnam und sprach: Tabea, stehe auf! Und sie that ihre Augen auf; und da sie Petrus sah, setzte sie sich wieder. Er aber gab ihr die Hand und richtete sie auf und rief den Heiligen und den Witwen und stellete sie lebendig dar. Und es ward kund durch ganz Joppe; und viele wurden glaubig an den Herrn. Am Sonntag Sexagesimä. 1) Evangelium, Joh. 8, 21—29. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Ich gehe hinweg, und ihr wer— det mich suchen und in eurer Sünde sterben; wo ich hingehe, da — FFIhiJieieieeee.eeeeee 576 Jahrgang II. Sonntag Seragesimä und Esto mihi. könnet ihr nicht hinkommen. Da sprachen die Juden: Will er sich denn selbst tödten, daß er spricht: wo ich hingehe, da könnet ihr nicht hinkommen? Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von unten her, ich bin von oben herab; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. So habe ich euch gesagt, daß ihr sterben werdet in euren Sünden; denn so ihr nicht glaubet, daß ich es sei, so werdet ihr ster⸗ ben in euren Sünden. Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du denn? Und Jesus sprach zu ihnen: Erstlich der, der ich mit euch rede. Ich habe viel von euch zu reden und zu richten; aber der mich gesandt hat, ist waͤhrhaftig, und was ich von ihm gehöret habe, das rede ich vor der Welt. Sie vernahmen aber nicht, daß er ihnen von dem Vater sagte. Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr des Menschen Sohn erhöhen werdet, dann werdet ihr erkennen, daß ich es sei und nichts von mir selber thue; sondern wie mich mein Vater gelehret hat, so rede ich. Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Der Vater lässet mich nicht alleine; denn ich thue allezeit, was ihm gefällt. 2) Epistel, Ebr. 10, 19—29. So wir denn nun haben, liebe Brüder, die Freudigkeit zum Ein⸗ gang in das Heilige durch das Blut Jesu, welchen er uns zubereitet hat zum neuen und lebendigen Wege durch den Vorhang, das ist, durch sein Fleisch, und haben einen Hohenpriester über das Haus Gottes; so lasset uns hinzugehen mit wahrhaftigem Herzen, in völ⸗ ligem Glauben, besprenget in unsern Herzen und los von dem bösen Gewissen und gewaschen am Leibe mit reinem Wasser. Und lasset uns halten an dem Bekenntniß der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat. Und lasset uns unter einander unser selbst wahrnehmen mit Reizen zur Liebe und guten Werken, und nicht verlassen unsere Versammlung, wie etliche pflegen; sondern unter ein⸗ ander ermahnen, und das so viel mehr, so viel ihr sehet, daß sich der Tag nahet. Denn so wir muthwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntniß der Wahrheit empfangen haben, haben wir fürder kein ander Opfer mehr für die Sünde, sondern ein schrecklich Warten des Gerichts und des Feuereifers, der die Widerwärtigen verzehren wird. Wenn jemand das Gesetz Moses bricht, der muß sterben ohne Barmherzigkeit, durch zween oder drei Zeugen; wie viel, meinet ihr, ärgere Strafe wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt und das Blut des Testaments unrein achtet, durch wel⸗ ches er geheiliget ist, und den Geist der Gnade schmähet? Am Sonntag Esto mihi. 1) Evangelium, Matth. 16, 21—23. Von der Zeit an fieng Jesus an und zeigete seinen Jüngern, wie er müßte hin gen Jerusalem gehen und viel leiden von den Altesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten, und getödtet werden und am dritten Tage auferstehen. Und Petrus nahm ihn zu sich, fuhr ihn an und sprach: Herr, schone deiner selbst, das widerfaͤhre dir nur nicht! Aber er wandte sich um und sprach zu Petrus: Hebe dich, Satan, von mir, du bist mir äaͤrgerlich; denn du meinest nicht, was göttlich, sondern was menschlich istl Se habe gefan mal täup. und oft g leit! lichke lichke unter in H˖ Wgs trage nicht l rü De salen feib! und und und danr Jun dein sprg thur Ten die und dem Tod Hlgt ill er sich t ihr nicht er, ich bin von dieser in euren t ihr ster⸗ du denn? rede. Ich gesandt rede ich von dem Menschen sei und hret hat, ter lasset zum Ein⸗ zubereitet das ist, 3Haus in voͤl⸗ dem boͤsen lasset uns denn er nder unser nd nicht verzehren erben ohne meinel ttes Mi durch Wel⸗ Jahrgang II. Sonntag Sstomihi. Invocavit. 2) Epistel, 2 Kor. 11, 23-30. Sie sind Diener Christi(ich rede thörlich); ich bins wohl mehr: ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin oͤfter gefangen, oft in Todesnöthen gewesen. Von den Juden habe ich fünf— mal empfangen vierzig Streiche weniger eines; ich bin dreimal ge— stäupet, einmal gesteiniget; dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe(des Meeres); ich habe oft gereiset; ich bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, in Faͤhrlich— keit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fähr—⸗ lichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den Städten, in Faͤhr⸗ lichkeit in der Wüste, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fäͤhrlichkeit unter den falschen Brüdern, in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße, ohne was sich sonst zuträgt, nämlich daß ich täglich werde angelaufen und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geargert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Am Sonntag Invocavit. 1) Evangelium, Joh. 2, 13—22. Der Juden Ostern waren naͤhe. Und Jesus zog hinauf gen Jeru— salem und fand im Tempel sitzen, die da Ochsen, Schafe und Tauben feil hatten, und die Wechsler. Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus samt den Schafen und Ochsen, und verschüttete den Wechslern das Geld und stieß die Tische um, und sprach zu denen, die die Tauben feil hatten: Traget das von dannen, und machet nicht meines Vaters Haus zum Kaufhause. Seine Jünger aber gedachten daran, das geschrieben stehet: Der Eifer um dein Haus hat mich gefressen. Da antworteten nun die Juden und sprachen zu ihm: Was zeigst du uns für ein Zeichen, daß du solches thun mögest? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel, und am dritten Tage will ich ihn aufrichten. Da sprachen die Juden: Dieser Tempel ist in sechsundvierzig Jahren erbauet, und du willst ihn in dreien Tagen aufrichten? Er aber redete von dem Tempel seines Leibes. Da er nun auferstanden war von den Todten, gedachten seine Jünger daran, daß er dies gesagt hatte, und glaͤubten der Schrift und der Rede, die Jesus gesagt hatte. — 2) Epistel, 1 Petri 1, 17—-23. Sintemal ihr den zum Vater anrufet, der ohne Ansehen der Person richtet nach eines jeglichen Werk, so führet euren Wandel, solange ihr hie wallet, mit Furcht; und wisset, daß ihr nicht mit vergäng— lichem Silber oder Gold erloset seid von eurem eiteln Wandel nach väterlicher Weise, sondern mit dem theuren Blute Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes, der zwar zuvor versehen ist, ehe der Welt Grund gelegt ward, aber geoffenbart zu den letzten Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn glaubet an Gott, der ihn auferwecket hat von den Todten und ihm die Herrlichkeit gegeben, auf daß ihr Glauben und Hoffnung zu Gott haben möchtet. Und machet keusch eure Seelen im Gehorsam der Wahrheit durch den Geist zu ungefarbter Bruderliebe, und habt euch unter einander brünstig lieb Gesangbuch für die evangelische Kirche 3⁰⁴ 578 Jahrgang II. Invocavit. Reminiscere. Oculi. aus reinem Herzen, als die da wiederum geboren sind nicht aus vergänglichem sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da ewiglich bleibet. Denn alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit der Menschen wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorret und die Blume abgefallen; aber des Herrn Wort bleibet in Ewigkeit. Das ist aber das Wort, wel⸗ ches unter euch verkündiget ist. Am Sonntag Reminiseere. 1) Cvangelium, Matth. 12, 38— 42. Da antworteten etliche unter den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprachen: Meister, wir wollten gern ein Zeichen von dir sehen. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die böse und ehebrecherische Art fuchet ein Zeichen; und es wird ihr kein Zeichen gegeben werden denn das Zeichen des Propheten Jona. Denn gleichwie Jona war drei Tage und drei Nächte in des Wallfisches Bauch, also wird des Menschen Sohn drei Tage und drei Nächte mitten in der Erde sein. Die Leute von Ninive werden auftreten am jüngsten Gericht mit die— sem Geschlechte und werden es verdammen; denn sie thaten Buße nach der Predigt Jonas. Und siehe, hier ist mehr denn Jona. Die Königin von Mittag wird auftreten am jüngsten Gerichte mit diesem Geschlecht und wird es verdammen; denn sie kam vom Ende der Erde, Salomos Weisheit zu hören. Und siehe, hie ist mehr denn Salomo. 2 Epistel, Jak. 1, 2—12. Meine lieben Brüder, achtet es eitel Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen fallet, und wisset, daß euer Glaube, so er rechtschaffen ist, Geduld wirket. Die Geduld aber soll feste bleiben bis ans Ende, auf daß ihr seid vollkommen und ganz und keinen Mangel habet. So aber jemand unter euch Weisheit mangelt, der bitte von Gott, der da gibt einfaltiglich jedermann, und rückets niemand auf, so wird sie ihm gegeben werden. Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht. Denn wer da zweifelt, der ist gleichwie die Meereswoge, die vom Winde getrieben und gewebt wird. Solcher Mensch denke nicht, daß er etwas von dem Herrn empfahen werde. Ein Zweifler ist unbeständig in allen seinen Wegen. Ein Bruder aber, der niedrig ist, rühme sich seiner Höhe, und der da reich ist, rühme sich seiner Riedrigkeit; denn wie eine Blume des Grases wird er vergehen. Die Sonne gehet auf mit der Hitze, und das Gras verwelket, und die Blume fället ab, und seine schöne Gestalt verdirbt: also wird der Reiche in seiner Habe verwelken. Selig ist der Mann, der die An⸗ fechtung erduldet; denn nachdem er bewaͤhret ist, wird er die Krone des Lebens empfahen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn⸗ lieb haben. Am Sonntag Oeuli. 1) Evangelium, Joh. 6, 47—56. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubet, der hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben Manna gegessen in der Wuͤste und sind gestorben. Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, auf daß, wer davon isset, nicht sterbe. Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel kommen. Wer von diesem Brot ich g Lben Wie Wah des 9 euch. ewig mein Wer ich il G Vate aller allert Dent guch Tros euch Gedi euch ruc, so icht aus aus un alles Grases en; aber t, wel⸗ harisaern nancherlei Ytschaffen 3Ende, ch seinet hen. Die Ind die vird der Jahrgang. II. Sonntag Oculi.(ätare. Brot essen wird, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt. Da zankten die Juden unter einander und sprachen: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschensohns und trinken sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am jüngsten Tage auferwecken. Denn mein Fleisch ist die rechte Speise, und mein Blut ist der rechte Trank. Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibet in mir und ich in ihm. 2) Epistel, 2 Kor. 1, 3—7. Gelobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes, der uns trostet in aller unsrer Trübsal, daß wir auch trösten können, die da sind in allerlei Trübsal, mit dem Trost, damit wir getröstet werden von Gott. Denn gleichwie wir des Leidens Christi viel haben, also werden wir auch reichlich getröͤstet durch Christum. Wir haben aber Trübsal oder Trost, so geschieht es euch zu gute. Ists Trübsal, so geschieht es euch zu Trost und Heil, welches Heil beweiset sich, so ihr leidet mit Geduld, dermaßen wie wir leiden; ists Trost, so geschieht es euch auch zu Trost und Heil. Und stehet unsere Hoffnung fest für euch, dieweil wir wissen, daß, wie ihr des Leidens theilhaftig seid, so werdet ihr auch des Trostes theilhaftig sein. Am Sonntag Lätare. 1) Evangelium, Joh. 6, 57—60. Wie mich gesandt hat der lebendige Vater, und ich lebe um des Vaters willen, also wer mich isset, derselbige wird auch leben um meinetwillen. Dies ist das Brot, das vom Himmel kommen ist; nicht, wie eure Väter haben Manna gegessen und sind gestorben. Wer dies Brot isset, der wird leben in Ewigkeit. Solches sagte er in der Schule, da er lehrete zu Kapernaum. Viele nun seiner Jünger, die das höreten, sprachen: Das ist eine harte Rede, wer kann sie hoͤren? Da Jesus aber bei sich selbst merkete, daß seine Jünger darüber mur⸗ reten, sprach er zu ihnen: Argert euch das? Wie, wenn ihr denn sehen werdet des Menschen Sohn auffahren dahin, da er zuvor war? Der Geist ist es, der da lebendig macht; das Fleisch ist kein nütze. Die Worte, die ich rede, die sind Geist und sind Leben. Aber es sind etliche unter euch, die glauben nicht. Denn Jesus wußte von Anfang wohl, welche nicht glaubend waren, und welcher ihn verrathen würde. Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben. Von dem an giengen seiner Jünger viele hinter sich und wandelten fort nicht mehr mit ihm. Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollet ihr auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Und wir haben geglaubet und erkannt, daß du bist Christus, der Sohn des leben— digen Gottes. 580 Jahrgang II. Sonntag Lätare. Judica. 2) Epistel, Ebr. 10, 5-18. Darum, da Christus in die Welt kommt, spricht er: Opfer und Gaben hast du nicht gewollt, den Leib aber hast du mir zubereitet. Brandopfer und Sündopfer gefallen dir nicht. Da sprach ich: Siehe, ich komme(im Buch stehet von mir geschrieben), daß ich thue, Gott, deinen Willen. Droben, als er gesagt hatte: Opfer und Gaben, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt, sie gefallen dir auch nicht(welche nach dem Gesetz geopfert werden), da sprach er: Siehe, ich komme zu thun, Gott, deinen Willen. Da hebet er das erste auf, daß er das andere einsetze. In welchem Willen wir sind geheiliget, einmal geschehen durch das Opfer des Leibes Jesu Christi. Und ein jeglicher Priester ist eingesetzt, daß er alle Tage Gottesdienst pflege und oftmals einerlei Opfer thue, welche nimmermehr könnten die Sünden abnehmen. Dieser aber, da er hat ein Opfer für die Sünde geopfert, das ewiglich gilt, sitzet er nun zur Rechten Gottes und wartet hinfort, bis daß seine Feinde zum Schemel seiner Füße gelegt werden. Denn mit einem Opfer hat er in Ewigkeit vollendet die geheiliget werden. Es bezeuget uns aber das auch der heilige Geist. Denn nachdem er zuvor gesagt hatte: Das ist das Testament, das ich ihnen machen will nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben, und in ihre Sinne will ich es schreiben, und ihrer Sün den und ihrer Ungerechtigkeit will ich nicht mehr gedenken. Wo aber derselbigen Vergebung ist, da ist nicht mehr Opfer für die Sünde. Am Sonntag Judica. 1) Evangelium, Joh. 12, 20—-32. Es waren aber etliche Griechen unter denen, die hinauf kommen waren, daß sie anbeteten auf das Fest. Die traten zu Philippus, der von Bethsaida aus Galiläa war, baten ihn und sprachen: Herr, wir wollten Jesum gerne sehen. Philippus kommt und sagt es Andreas, und Philippus und Andreas sagtens weiter Jesu. Jesus aber ant⸗ wortete ihnen und sprach: Die Zeit ist kommen, daß des Menschen Sohn verkläret werde. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, es sei denn, daß das Weizenkorn in die Erde falle und ersterbe, so bleibt es allein; wo es aber erstirbt, so bringt es viele Früchte. Wer sein Leben lieb hat, der wird es verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasset, der wirds erhalten zum ewigen Leben. Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren. Jetzt ist meine Seele betrübt. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde kommen. Vater, verkläre deinen Namen. Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verkläret und will ihn abermal verklären. Da sprach das Volk, das dabei stund und zuhörete: Es donnerte. Die anderen sprachen: Es redete ein Engel mit ihm. Jesus antwortete und sprach: Diese Stimme ist nicht um meinetwillen geschehen sondern um euretwillen. Jetzt gehet das Gericht über die Welt; nun wird der Fürst dieser Welt ausgestoßen werden. Und ich, wann ich erhöhet werde von der Erde, so will ich sie alle zu mir ziehen. Die eine für si selbst Doru hir⸗ doch neue den. durch predi ihm uns Botse bitte Denn gema As brach heseh des b von Vliß schrak antw weiß ist g Stat 8 sc siehe, Sieh hingt June kund Und pfer und ubereitet. Siehe, ich thue d Gaben t er das r für die u Gottes der Jahrgang II. Sonntag Judica. Am heiligen Osterfest. 581 2) Epistel, 2 Kor. 5, 14—21. Die Liebe Christi dringet uns also; sintemal wir haͤlten, daß so einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. Und er ist darum für sie alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. Darum von nun an kennen wir niemand nach dem Fleisch; und ob wir auch Christum gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr. Darum, ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu gewor— den. Aber das alles von Gott, der uns mit ihm selber versöhnet hat durch Jesum Christ, und das Amt gegeben, das die Versöhnung prediget. Denn Gott war in Christo und versöhnete die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott vermahnet durch uns. So bitten wir nun an Christi Statt: lasset euch versöhnen mit Gott. Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. Am heiligen Osterfest. 1) Evangelium, Matth. 28, 1—10. Als aber der Sabbat um war und der erste Tag der Woche an— brach, kam Maria Magdalena und die andere Maria das Grab zu besehen. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein von der Thüre und setzte sich darauf. Und seine Gestalt war wie der Blitz und sein Kleid weiß als der Schnee. Die Hüter aber er— schraken vor Furcht und wurden, als wären sie todt. Aber der Engel antwortete und sprach zu den Weibern: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, daß ihr Jesum, den Gekreuzigten, suchet. Er ist nicht hie, er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommet her und sehet die Stätte, da der Herr gelegen hat. Und gehet eilend hin und saget es seinen Jüngern, daß er auferstanden sei von den Todten. Und siehe, er wird vor euch hingehen in Galiläa, da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. Und sie giengen eilend zum Grabe hinaus mit Furcht und großer Freude und liefen, daß sie es seinen Jüngern verkündigten. Und da sie giengen seinen Jüngern zu ver— kündigen, siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßet! Und sie traten zu ihm und griffen an seine Füße und fielen vor ihm nieder. Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Gehet hin und verkündiget es meinen Brüdern, daß sie gehen in Galiläa, da— selbst werden sie mich sehen. 2) Epistel, 1 Kor. 15, 51—58. Siehe, ich sage euch ein Geheimniß: wir werden nicht alle ent— schlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, und dasselbe ploͤtzlich, in einem Augenblick zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune schallen, und die Todten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muß anziehen das Unverwesliche, und dies Sterbliche muß anziehen die Unsterblichkeit. Wann aber dies Verwesliche wird anziehen das Un— PIPIF F ᷓPRPRSRSꝗSISISISISES.E‚E.etetetetee.e.eteeteeeteteeee 582 Zahrgang II. Osterfest. Ostermontag. Ouasimodageniti. verwesliche, und dies Sterbliche wird anziehen die Unsterblichkeit, dann wird erfuͤllet werden das Wort, das geschrieben stehet: Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Aber der Stachel des Todes ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum. Darum, meine lieben Brüder, seid feste, unbeweglich, und nehmet immer zu in dem Werk des Herrn, sintemal ihr wisset, daß eure Arbeit nicht vergeb—⸗ lich ist in dem Herrn. Am Ostermontag. Evangelium, Joh. 20, 1—18. Maria aber stund vor dem Grabe und weinete draußen. Als sie nun weinete, guckte sie in das Grab und siehet zween Engel in weißen Kleidern sitzen, einen zu den Häupten und den andern zu den Füßen, da sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. Und dieselbigen sprachen zu ihr: Weib, was weinest du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich zurück und siehet Jesum stehen, und weiß nicht, daß es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Weib, was weinest du? Wen suchest du? Sie meinet, es sei der Gärt⸗ ner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir: wo hast du ihn hingeleget? so will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni! das heißt Meister. Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Mariag Mag—⸗ dalena kommt und verkündiget den Jüngern: Ich habe den Herrn ge— sehen, und solches hat er zu mir gesagt. Am Sonntag Quasimodogeniti. 1) Evangelium, Luk. 24, 36—47. Da sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken aber und fürchteten sich, meineten, sie sähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken? Und warum kommen solche Ge⸗ danken in euer Herz? Sehet meine Hände und meine Füße; ich bin es selber; fühlet mich und sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß ich habe. Und da er das sagte, zeigte er ihnen Hände und Füße. Da sie aber noch nicht glaubeten vor Freu⸗ den und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hie etwas zu essen? Und sie legten ihm vor ein Stück vom gebratenen Fisch und Hoͤnigseim. Und er nahm es und aß vor ihnen. Er aber sprach zu ihnen: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war; denn es muß alles erfüllet werden, was von mir geschrieben ist im Gesetz Moses, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständniß, daß sie die Schrift verstunden, und sprach zu ihnen: Also ists geschrieben, und also mußte Christus leiden und auferstehen von den Todten am dritten Tage und predigen lassen in den Sieg meine prachen zu meinen gelegt Jesum age mir: Jesus zu Fabbuni! an, denn ber hin zu Vater und aria Mag⸗ Herrn ge⸗ unter sie aber und Jahrgang II. Guasimodogeniti. Misericordias. 583 seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern und anheben zu Jerusalem. 2 2) Epistel, 2 Tim. 2, 2—-—13. So sei nun stark, mein Sohn, durch die Gnade in Christo Jesu. Und was du von mir gehöret hast durch viele Zeugen, das befiehl treuen Menschen, die da tüchtig sind, auch andere zu lehren. Leide dich als ein guter Streiter Jesu Christi. Kein Kriegsmann flicht sich in Haͤndel der Nahrung, auf daß er gefalle dem, der ihn angenom— men hat. Und so jemand auch kämpfet, wird er doch nicht gekrönet, er kämpfe denn recht. Es soll aber der Ackermann, der den Acker bauet, der Früchte am ersten genießen. Merke, was ich sage! Der Herr aber wird dir in allen Dingen Verstand geben. Halt im Ge— dächtniß Jesum Christum, der auferstanden ist von den Todten, aus dem Samen Davids, nach meinem Evangelium, über welchem ich mich leide bis an die Bande als ein übelthäter; aber Gottes Wort ist nicht gebunden. Darum dulde ich alles um der Auserwählten willen, auf daß auch sie die Seligkeit erlangen in Christo Jesu mit ewiger Herrlichkeit. Das ist je gewißlich wahr: sterben wir mit, so wer⸗ den wir mit leben; dulden wir, so werden wir mit herrschen; ver— leugnen wir, so wird er uns auch verleugnen; glauben wir nicht, so bleibet er treu, er kann sich selbst nicht verleugnen. Am Sonntag Misericordias. 1) CEvangelium, Joh. 10, 22—-30. Es war aber Kirchweibe zu Jerusalem, und war Winter. Und Jesus wandelte im Tempel in der Halle Salomos. Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du unsre Seelen auf? Bist du Christ, so sage es uns frei heraus. Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubet nicht. Die Werke, die ich thue in meines Vaters Namen, die zeugen von mir. Aber ihr glaubet nicht; denn ihr seid meine Schafe nicht, als ich euch gesagt habe. Denn meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen; und niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen. Der Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer denn alles; und niemand kann sie aus meines Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eins. 2) Epistel, Offenb. Joh. 7, 13— 17. Und es antwortete der AÄltesten einer und sprach zu mir: Wer sind diese mit den weißen Kleidern angethan? Und woher sind sie kommen? Und ich sprach zu ihm: Herr, du weißst es. Und er sprach zu mir: Diese sinds, die kommen sind aus großer Trübsal, und haben ihre Kleider gewaschen und haben ihre Kleider helle gemacht im Blut des Lammes; darum sind sie vor dem Stuhl Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel. Und der auf dem Stuhl sitzt wird über ihnen wohnen. Sie wird nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf sie fallen die Sonne oder irgend eine Hitze. Denn das Lamm mitten im Stuhl wird sie weiden und leiten zu den lebendigen Wasserbrunnen, und Gott wird agbwischen alle Thränen von ihren Augen. I ‚ . 584 Jahrgang II. Sonntag Zubilate. Cantate. Am Sonntag Jubilate. bah 1) Cvangelium, Matth. 10, 16-20. tödter N Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum verder seid klug wie die Schlangen, und ohne Falsch wie die Tauben. Hütet tinen . euch aber vor den Menschen; denn sie werden euch überantworten vor Vgter ihre Rathhäuser und werden euch geißeln in ihren Schulen. Und KEt. V man wird euch vor Fürsten und Könige führen um meinetwillen zum Dorut Zeugniß über sie und über die Heiden. Wenn sie euch nun überant— vor n worten werden, so sorget nicht, wie oder was ihr reden sollt; denn Mens⸗ es soll euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. Denn ihr seid es nicht, die da reden, sondern eures Vaters Geist Iy ist es, der durch euch redet. Muhe 0 2) Epistel, Apostelgesch. 4, 8—20. ö euch! Petrus, voll des heiligen Geistes, sprach zu ihnen: Ihr Obersten Gott des Volks und ihr Altesten von Israel! So wir heute werden mst gerichtet über dieser Wohlthat an dem kranken Menschen, durch welche ihr d er ist gesund worden, so sei euch und allem Volk von Israel kund Hiin gethan, daß in dem Namen Jesu Christi von Nazareth, welchen ihr l gekreuziget habt, den Gott von den Todten auferwecket hat, stehet Reih dieser allhie vor euch gesund. Das ist der Stein, von euch Bau— 6 leuten verworfen, der zum Eckstein worden ist. Und ist in keinem iun andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, dar— Reed innen wir sollen selig werden. Sie sahen aber an die Freudigkeit 6 de Petrus und des Johannes und verwunderten sich; denn sie waren gewiß, each, daß es ungelehrte Leute und Laien waren, und kannten sie auch wohl, daß sie mit Jesu gewesen waren. Sie sahen aber den Menschen, der gesund war worden, bei ihnen stehen, und hatten nichts dawider zu Bit reden. Da hießen sie sie hinaus gehen aus dem Rath und handelten au, mit einander und sprachen: Was wollen wir diesen Menschen thun? wer Denn das Zeichen, durch sie geschehen, ist kund und offenbar allen, than die zu Jerusalem wohnen, und wir können es nicht leugnen. Aber ihm damit es nicht weiter einreiße unter das Volk, lasset uns ernstlich ihm sie bedräuen, daß sie hinfort keinem Menschen von diesem Namen der sagen. Und riefen ihnen und geboten ihnen, daß sie sich allerdinge seid nicht hören ließen noch lehreten in dem Namen Jesu. Petrus aber der und Johannes antworteten und spraͤchen zu ihnen: Richtet ihr selbst, ob es vor Gott recht sei, daß wir euch mehr gehorchen denn Gott? A Wir können es ja nicht lassen, daß wir nicht reden sollten, was wir gesehen und gehöret haben. in Am Sonntag Cantate. bch ) Evangelium, Matth. 10, 24—33. niß Der Jünger ist nicht über seinen Meister noch der Knecht über den lbe Herrn. Es ist dem Jünger genug, daß er sei wie sein Meister, und h der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausvater Beelzebub ge— Flr heißen, wie vielmehr werden sie seine Hausgenossen also heißen? 2 Darum fürchtet euch nicht vor ihnen. Es ist nichts verborgen, das— nicht offenbar werde, und ist nichts heimlich, das man nicht wissen u werde. Was ich euch sage in der Finsterniß, das redet im Licht; und was ihr höret in das Ohr, das prediget auf den Dächern. Und fürchtet on Jahrgang II. Vonntag Cantate. Vogate. 585 euch nicht vor denen, die den Leib tödten, und die Seele nicht mögen tödten; fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben mag in die Holle. Kauft man nicht zween Sperlinge um einen Pfennig? Noch fallt derselbigen keiner auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupte alle gezäh— let. Darum fürchtet euch nicht, ihr seid besser denn viele Sperlinge. Darum wer mich bekennet vor den Menschen, den will ich bekennen vor meinem himmlischen Vater; wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater. 2) Epistel, 1 Thess. 2, 9—18. Ihr seid wohl eingedenk, lieben Brüder, unsrer Arbeit und unsrer Mühe. Denn Tag und Nacht arbeiteten wir, daß wir niemand unter euch beschwerlich wären, und predigten unter euch das Evangelium Gottes. Deß seid ihr Zeugen, und Gott, wie heilig und gerecht und unstraäflich wir bei euch, die ihr glaubig waret, gewesen sind. Wie ihr denn wisset, daß wir als ein Vater seine Kinder einen jeglichen unter euch ermahnet und getröstet und bezeuget haben, daß ihr wan— deln solltet würdiglich vor Gott, der euch berufen hat zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit. Darum auch wir ohne Unterlaß Gott danken, daß ihr, da ihr empfienget von uns das Wort göttlicher Predigt, nahmet ihrs auf nicht als Menschenwort, sondern(wie es denn wahrhaftig ist) als Gottes Wort, welcher auch wirket in euch, die ihr glaubet. Am Sonntag Rogate. 1) Evangelium, Luk. 11, 9—13. Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgethan. Denn wer da bittet, der nimmt; und wer da suchet, der findet; und wer da anklopfet, dem wird aufge— than. Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater ums Brot, der ihm einen Stein dafür biete? Und so er um einen Fisch bittet, der ihm eine Schlange für den Fisch biete? Oder so er um ein Ei bittet, der ihm einen Skorpion dafür biete? So denn ihr, die ihr arg seid, koͤnnet euren Kindern gute Gaben geben, wie vielmehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten? 2) Epistel, 1 Tim. 6, 11— 16. Aber du, Gottesmensch, fleuch solches. Jage aber nach der Gerechtig— keit, der Gottseligkeit, dem Glauben, der Liebe, der Geduld, der Sanft— muth. Kämpfe den guten Kampf des Glaubens. Ergreife das ewige Leben, dazu du auch berufen bist und bekannt hast ein gut Bekennt— niß vor vielen Zeugen. Ich gebiete dir vor Gott, der alle Dinge lebendig macht, und vor Christo Jesu, der unter Pontius Pilatus be— zeuget hat ein gut Bekenntniß, daß du haltest das Gebot ohne Flecken, untadelig, bis auf die Erscheinung unsers Herrn Jesu Christi, welche wird zeigen zu seiner Zeit der Selige und allein Ge— waltige, der König aller Könige und Herr aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, der da wohnet in einem Licht, da niemand zu— kommen kann, welchen kein Mensch gesehen hat noch sehen kann dem sei Ehre und ewiges Reich! Amen. 586 Jahrgang II. fest der Himmelfahrt. Sonntag Eraudi. Am Fest der Himmelfahrt Christi. 1) Evangelium, Luk. 24, 49—53. Und Jesus sprach zu ihnen: Siehe, ich will auf euch senden die Verhei⸗ ßung meines Vaters. Ihr aber sollt in der Stadt Jerusalem bleiben, bis daß ihr angethan werdet mit Kraft aus der Höhe. Er führte sie aber hinaus bis gen Bethania und hub die Hände auf und seg— nete sie. Und es geschah, da er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehreten wieder gen Jerusalem mit großer Freude, und waren allewege im Tempel, priesen und lobeten Gott. 2) Epistel, Ebr. 4, 14—16. Dieweil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesum, den Sohn Gottes, der gen Himmel gefahren ist, so lasset uns halten an dem Bekenntniß. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht koͤnnte Mitleiden haben mit unsrer Schwachheit, sondern der versucht ist allenthalben gleichwie wir, doch ohne Sünde. Darum lasset uns hinzu treten mit Freudigkeit zu dem Gnadenstuhl, auf daß wir Barmherzigkeit empfahen und Gnade finden auf die Zeit, wann uns Hilfe noth sein wird. Am Sonntag Exaudi. 1) Evangelium, Joh. 7, 33-39. Da sprach Jesus zu ihnen: Ich bin noch eine kleine Zeit bei euch, und dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat. Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und da ich bin, koͤnnet ihr nicht hin⸗ kommen. Da sprachen die Juden unter einander: Wo will dieser hingehen, daß wir ihn nicht finden sollen? Will er zu den Zer⸗ streuten unter den Griechen gehen und die Griechen lehren? Was ist das für eine Rede, daß er sagt: Ihr werdet mich suchen, und nicht finden, und wo ich bin, da könnet ihr nicht hinkommen? Aber am letzten Tage des Festes, der am herrlichsten war, trat Jesus auf, rief und sprach: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke. Wer an mich glaubet, wie die Schrift sagt, von deß Leibe werden Ströme des lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, welchen empfahen sollten, die an ihn glaubten. Denn der hei— lige Geist war noch nicht da, denn Jesus war noch nicht verkläret. 2) Epistel, Kol. 3, 1—10. Seid ihr nun mit Christo auferstanden, so suchet, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes. Trachtet nach dem, das droben ist, nicht nach dem, das auf Erden ist. Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christo in Gott. Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in der Herrlichkeit. So tödtet nun eure Glieder, die auf Erden sind, Hurerei, Unreinigkeit, schändliche Brunst, böse Lust und den Geiz, welcher ist Abgötterei, um welcher willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens, in welchen auch ihr weiland gewaͤndelt habt, da ihr darinnen lebtet. Nun aber leget alles ab von euch: den Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde. Lüget nicht unter einander. EEeeeea ndern der Darum „uf daß eit, wann vill dieser den Zer⸗ en? Was ben, und en! Aber Jesus auf, trinle. he werden t von dem u der hei⸗ erklaret. droben ist, nach dem/ iht seid Wenn „ ihr auch cure Brunst, 4r willen pelchen Nun aber Hastetung/ Anandel, Jahrgang II. Eraudi. Pfingstfest. Pfingstmontag. 587 Ziehet den alten Menschen mit seinen Werken aus, und ziehet den neuen an, der da verneuert wird zu der Erkenntniß nach dem Eben— bilde deß, der ihn geschaffen hat. Am heiligen Pfingstfest. L 1) Evangelium, Joh. 14, 15—21. Liebet ihr mich, so haltet meine Gebote. Und ich will den Vater bitten, und er soll euch einen andern Tröster geben, daß er bei euch bleibe ewiglich, den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht kann empfahen, denn sie siehet ihn nicht und kennet ihn nicht. Ihr aber kennet ihn, denn er bleibet bei euch und wird in euch sein. Ich will euch nicht Waisen lassen; ich komme zu euch. Es ist noch um ein Kleines, so wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen; denn ich lebe, und ihr sollt auch leben. An demselbigen Tage werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch. Wer meine Gebote hat und hält sie, der ists, der mich liebet. Wer mich aber liebet, der wird von meinem Bater geliebet werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. 2) Epistel, Apostelgesch. 2, 32—41. Gott hat Jesum auferweckt, deß sind wir alle Zeugen. Nun er durch die Rechte Gottes erhoͤhet ist und empfangen hat die Ver— heißung des heiligen Geistes vom Vater, hat er ausgegossen dies, das ihr sehet und höret. Denn David ist nicht gen Himmel gefah— ren. Er spricht aber: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße. So wisse nun das ganze Haus Israel gewiß, daß Gott diesen Jesum, den ihr gekreuziget habt, zu einem Herrn und Christ gemacht hat. Da sie aber das höreten, gieng es ihnen durchs Herz und sprachen zu Petrus und zu den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir thun? Petrus sprach zu ihnen: Thut Buße, und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr empfahen die Gabe des heiligen Geistes. Denn euer und eurer Kinder ist diese Verheißung, und aller, die ferne sind, welche Gott, unser Herr, herzurufen wird. Auch mit vielen andern Worten bezeugte er und ermahnte und sprach: Lasset euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht. Die nun sein Wort gerne annahmen, ließen sich taufen, und wurden hinzugethan an dem Tage bei drei tausend Seelen. Am Pfingstmontag. Evangelium, A. Hesek. 36, 26.. Und ich will euch ein neu Herz und einen neuen Geist in euch geben, und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischern Herz geben, ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wan— deln und meine Rechte halten und darnach thun. B. 1 Kor. 2,—16. Wir reden von der heimlichen, verborgenen Weisheit Gottes, welche Gott verordnet hat vor der Welt zu unserer Herrlichkeit, 588 Jahrgang II. Pfingstmontag. Lest Trinitatis. 1. Crinitatis. welche keiner von den Obersten dieser Welt erkannt hat; denn wo sie die erkannt haͤtten, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuziget. Sondern, wie geschrieben stehet: Das kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehöret hat und in keines Menschen Herz kom— men ist, das Gott bereitet hat denen, die ihn lieben. Uns aber hat es Gott geoffenbaret durch seinen Geist. Denn der Geist erforschet alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit. Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, ohne der Geist des Menschen, der in ihm ist? Also auch weiß niemand, was in Gott ist, ohne der Geist Gottes. Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt son⸗ dern den Geist aus Gott, daß wir wissen können, was uns von Gott gegeben ist. Welches wir auch reden, nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der hei⸗ lige Geist lehret, und richten geistliche Sachen geistlich. Der natür— liche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Thorheit und kann es nicht erkennen, denn es muß geistlich gerichtet sein. Der geistliche aber richtet alles und wird von nie⸗ mand gerichtet. Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer will ihn unterweisen? Wir aber haben Christi Sinn. Am Fest Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 28, 18—20. Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohns und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. 2 Epistel, Tit. 3, 4—8. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christ, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung. Das ist je ge— wißlich wahr. Am 1. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Mark. 4, 26—32. Und Jesus sprach: Das Reich Gottes hat sich also, als wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft, und schlaft und stehet auf Nacht und Tag, und der Same gehet auf und wachset, daß ers nicht weiß. Denn die Erde bringt von ihr selbst zum ersten das Gras, darnach die Ähren, darnach den vollen Weizen in den Ahren. Wenn sie aber die Frucht gebracht hat, so schicket er bald die Sichel hin, denn die Ernte ist da. Und er sprach: Wem wollen wir das Reich Gottes vergleichen, und durch welch Gleichniß wollen wir es vor— bilden? Gleichwie ein Senfkorn, wenn das gesaͤet wird aufs Land, so ist es das kleinste unter allen Samen auf Erden. Und wenn es gesae und untet Sie schaf Fure Ale hielt theil Wgre brad lobe bei! wur Jahrgang II. Am 1. und 2. Sonntag nach Trinitatis. 589 gesaäet ist, so nimmt es zu und wird größer denn alle Kohlkräuter, und gewinnet große Zweige, also daß die Vögel unter dem Himmel unter seinem Schatten wohnen können. 2) Epistel, Apostelgesch. 2, 42—47. Sie blieben aber bestaändig in der Apostel Lehre und in der Gemein— schaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam auch alle Seelen Furcht an, und geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die glaubig waren worden, waren bei einander und hielten alle Dinge gemein. Ihre Güter und Habe verkauften sie und theileten sie aus unter alle, nachdem jedermann noth war. Und sie waren täglich und stets bei einander einmüthig im Tempel, und brachen das Brot hin und her in Häausern, nahmen die Speise, und lobeten Gott mit Freuden und einfaͤltigem Herzen, und hatten Gnade bei dem ganzen Volk. Der Herr aber that hinzu täglich, die da selig wurden zu der Gemeine. Am 2. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Luk. 15, 11-32. Und Jesus sprach: Ein Mensch hatte zween Söhne. Und der jüngste unter ihnen sprach zum Vater: Gib mir, Vater, das Theil der Güter, das mir gehört. Und er theilete ihnen das Gut. Und nicht lange darnach sammelte der jüngste Sohn alles zusammen und zog ferne über Land, und daselbst brachte er sein Gut um mit Prassen. Da er nun alle das Seine verzehret hatte, ward eine große Theu—⸗ rung durch dasselbige ganze Land. Und er fieng an zu darben und gieng hin und hängete sich an einen Bürger desselbigen Landes, der schickte ihn auf seinen Acker, die Saue zu hüten. Und er begehrete seinen Bauch zu füllen mit Träbern, die die Säue aßen; und nie— mand gab sie ihm. Da schlug er in sich und sprach: Wie viele Tag— löhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben, und ich verderbe im Hunger. Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündiget in den Himmel und vor dir und bin fort nicht mehr werth, daß ich dein Sohn heiße; mache mich als einen deiner Taglöhner. Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne von dannen war, sah ihn sein Vater und jammerte ihn, lief und fiel ihm um seinen Hals und küssete ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündiget in den Himmel und vor dir; ich bin fort nicht mehr werth, daß ich dein Sohn heiße. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste Kleid hervor und thut ihn an, und gebet ihm einen Fingerreif an seine Haͤnd und Schuhe an seine Füße, und bringet ein gemastet Kalb her und schlachtet es, lasset uns essen und fröhlich sein. Denn dieser mein Sohn war todt und ist wieder lebendig worden, er war verloren und ist gefunden worden. Und fiengen an fröhlich zu sein. Aber der aͤlteste Sohn war auf dem Felde. Und als er nahe zum Hause kam, hörete er das Gesänge und den Reigen, und rief zu sich der Knechte einen und fragte, was das wäre. Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist kommen, und dein Vaͤter hat ein gemaͤstet Kalb geschlachtet, daß er ihn gesund wieder hat. Da ward er zornig und wollte nicht hinein gehen. Da gieng 590 Jahrgang II. Am 2. und 3. Sonntag nach Crinitatis. sein Vater heraus und bat ihn. Er antwortete aber und sprach zum Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, daß' ich mit meinen Freunden fröhlich wäre. Nun aber dieser dein Sohn kom— men ist, der sein Gut mit Huren verschlungen hat, hast du ihm ein gemästet Kalb geschlachtet. Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein. Du solltest aber froͤhlich und gutes Muths sein. Denn dieser dein Bruder war todt und ist wieder lebendig worden, er war verloren und ist wieder gefunden. 2) Epistel, 1 Joh. 1, 5 bis 2, 2. Das ist die Verkündigung, die wir von ihm gehöret haben und euch verkündigen, daß Gott Licht ist, und in ihm ist keine Finsterniß. So wir sagen, daß wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsterniß, so lügen wir und thun nicht die Waͤhrheit. So wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemein⸗ schaft unter einander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. So wir aber unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünde vergibt und reiniget uns von aller Untugend. So wir sagen, wir haben nicht gesündiget, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. Meine Kind⸗ lein, solches schreibe ich euch, auf daß ihr nicht sündiget. Und ob jemand sündiget, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesum Christ, der gerecht ist. Und derselbige ist die Versöhnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für der ganzen Welt. Am 3. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 15, 1—14. Da kamen zu Jesu die Schriftgelehrten und Pharisaͤer von Jeru⸗ salem und sprachen: Warum übertreten deine Jünger der Altesten Aufsätze? Sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen? Er antwortete und sprach zu ihnen: Warum übertretet denn ihr Gottes Gebot um eurer Aufsätze willen? Gott hat geboten: Du sollst Vater und Mutter ehren; wer aber Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben. Aber ihr lehret: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: Es ist Gott gegeben, das dir sollte von mir zu Nutz kommen, der thut wohl. Damit geschieht es, daß niemand hinfort seinen Vater oder seine Mutter ehret, und habt also Gottes Gebot aufgehoben um eurer Aufsatze willen. Ihr Heuchler! Es hat wohl Jesaia von euch geweissagt und gesprochen: Dies Volk nahet sich zu mir mit seinem Munde und ehret mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir; aber ver⸗ geblich dienen sie mir, dieweil sie lehren solche Lehren, die nichts denn Menschengebote sind. Und er rief das Volk zu sich und sprach zu ihnen: Hoͤret zu und vernehmets! Was zum Munde eingeht, das verunreiniget den Menschen nicht; sondern was zum Munde ausgeht, das verunreiniget den Menschen. Da traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Weißt du auch, daß sich die Pharisäer aͤrgerten, rach zum ebot noch ich mit ohn kom: ihm ein n Sohn, ein. Du u Bruder Wund ist und euch insterniß. wandeln So wir Gemein⸗ Sohnes, hen keine nicht in treu und von aller machen ne Kind⸗ Und ob nVater, rsohnung dern auch on Jeru- Altesten sen? Et r Gottes It Vater soll des i syicht der thut jater odet um euret weissagt unde und aber ver⸗ Jahrgang II. Am 3. und 4. Sonntag nach Trinitatis. 591 da sie das Wort höreten? Aber er antwortete und sprach: Alle Pflanzen, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzet, die werden ausgereutet. Lasset sie fahren, sie sind blinde Blindenleiter; wenn aber ein Blinder den andern leitet, so fallen sie beide in die Grube. 2) Epistel, Apostelgesch. 5, 34—42. Da stund aber auf im Rath ein Pharisäer mit Namen Gamaliel, ein Schriftgelehrter, wohl gehalten vor allem Volk, und hieß die Apostel ein wenig hinaus thun, und sprach zu ihnen: Ihr Männer von Israel, nehmet euer selbst wahr an diesen Menschen, was ihr thun sollet. Vor diesen Tagen stund auf Theudas und gab vor, er wäre etwas, und hiengen an ihm eine Zahl Männer, bei vierhundert; der ist erschlagen, und alle, die ihm zufielen, sind zerstreut und zunichte worden. Darnach stund auf Judas aus Galiläa in den Tagen der Schätzung und machte viel Volks abfällig ihm nach, und er ist auch umkommen, und alle, die ihm zufielen, sind zerstreuet. Und nun sage ich euch: Lasset ab von diesen Menschen und lasset sie fahren. Ist der Rath oder das Werk aus den Menschen, so wirds unter— gehen; ists aber aus Gott, so könnet ihrs nicht daämpfen, auf daß ihr nicht erfunden werdet, als die wider Gott streiten wollen. Da fielen sie ihm zu und riefen die Apostel, stäupten sie und gebo⸗ ten ihnen, sie sollten nicht reden in dem Namen Jesu, und ließen sie gehen. Sie giengen aber froöhlich von des Raths Angesichte, daß sie würdig gewesen waren, um seines Namens willen Schmach zu leiden, und höreten nicht auf, alle Tage im Tempel und hin und her in Häusern zu lehren und zu predigen das Evangelium von Jesu Christo. Am 4. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 8, 5—18. Da aber Jesus eingieng zu Kapernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte. Und wenn ich sage zu einem: gehe hin, so gehet er; und zum andern: komm her, so kommt er; und zu meinem Knecht: thue das, so thut ers. Da das Jesus hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch, viele werden kommen vom Morgen und vom Abend und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich sitzen; aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. 2) Epistel, Apostelgesch. 9, 1—20. Saulus aber schnaubete noch mit Dräuen und Morden wider die Jünger des Herrn und gieng zum Hohenpriester und bat ihn um 592 Jahrgang II. Am 4. und 5. Sonntag nach Trinitatis. Briefe gen Damaskus an die Schulen, auf daß, so er etliche dieses Weges fände, Männer und Weiber, er sie gebunden führete gen Jeru— salem. Und da er auf dem Wege war und nahe bei Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel. Und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgest du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest. Es wird dir schwer werden wider den Stachel zu löcken. Und er sprach mit Zittern und Zagen: Herr, was willst du, daß ich thun soll? Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe in die Stadt, da wird man dir sagen, was du thun sollst. Die Mäͤnner aber, die seine Gefährten waren, stunden und waren erstarret; denn sie hörten eine Stimme und sahen nie⸗ mand. Saulus aber richtete sich auf von der Erde, und als er seine Augen aufthat, sah er niemand. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führeten ihn gen Damaskus. Und war drei Tage nicht sehend und aß nicht und trank nicht. Es war aber ein Jünger zu Da⸗ maskus mit Namen Ananias; zu dem sprach der Herr im Gesichte: Ananias! Und er sprach: Hie bin ich, Herr! Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe hin in die Gasse, die da heißt die richtige, und frage in dem Hause Judas nach Saulus mit Namen von Tarsus; denn siehe, er betet, und hat gesehen im Gesichte einen Mann mit Namen Ananias, zu ihm hinein kommen und die Hand auf ihn legen, daß er wieder sehend werde. Ananias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen gehöret von diesem Mann, wie viel Übels er deinen Heiligen gethan hat zu Jerusalem. Und er hat allhie Macht von den Hohenpriestern, zu binden alle, die deinen Namen anrufen. Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin, denn dieser ist mir ein auser⸗ wählt Rüstzeug, daß er meinen Namen trage vor den Heiden und vor den Königen und vor den Kindern von Israel. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muß um meines Namens willen. Und Ananias gieng hin und kam in das Haus und legte die Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt (der dir erschienen ist auf dem Wege, da du herkamest), daß du wieder sehend und mit dem heiligen Geist erfüllet werdest. Und alssobald fiel es von seinen Augen wie Schuppen und ward wieder sehend und stund auf, ließ sich taufen und nahm Speise zu sich und stärkete sich. Saulus aber war etliche Tage bei den Jüngern zu Damaskus. Und alsbald predigte er Christum in den Schulen, daß derselbige Gottes Sohn sei. Am 5. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Luk. 10, 37—42. Es begab sich aber, da sie wandelten, gieng Jesus in einen Markt. Da war ein Weib mit Namen Martha, die nahm ihn auf in ihr Haus. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich zu Jesu Füßen und hörte seiner Rede zu. Martha aber machte ihr viel zu schaffen ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragest du nicht darnach, daß mich meine Schwester laͤßt alleine dienen? Sage ihr doch, daß sie es auch angreife. Jesus aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha! Du hast viel Sorge und Mühe; Eines nicht v Eenntt sir S Rewim lchtig Christ hen zi stehun ahnlid Rächt Hge! Christ hicht, dahint nach himm Du sage et den 9 Sohn cs herwy und er wi er de Vate der i Wor ewig Jahrgang II. Am 5. und 6. Sonntag nach Trinitatis. 593 Eines aber ist noth! Maria hat das gute Theil erwäͤhlet, das soll nicht von ihr genommen werden. 2) Epistel, Phil. 3, 8—14. J0 achte es noch alles für Schaden gegen der überschwenglichen Er— kenntniß Christi Jesu, meines Herrn, um welches willen ich alles habe fur Schaden gerechnet und achte es für Koth, auf daß ich Christum gewinne und in ihm erfunden werde; daß ich nicht habe meine Ge— rechtigkeit, die aus dem Gesetz, sondern die durch den Glauben an Christum kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glau⸗ ben zugerechnet wird, zu erkennen ihn und die Kraft seiner Aufer— stehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, daß ich seinem Tode 1 en nie⸗ ähnlich werde, damit ich entgegen komme zur Auferstehung der Todten. + er seine Nicht daß ichs schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich Hand jage ihm aber nach, ob ichs auch ergreifen möchte, nachdem ich von ö sehend Christo Jesu ergriffen bin. Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch zu Da⸗ nicht, daß ichs ergriffen habe. Eines aber sage ich: Ich vergesse, was ö Hesichte: dahinten ist, und strecke mich zu dem, was da vornen ist, und jage ö sprach ü nach dem vorgesteckten Ziel, nach dem Kleinod, welches vorhalt die richtige/ 1 himmlische Berufung Gottes in Christo Jesu. Lurss;: Am 6. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Joh. 5, 19—29. Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts von ihm selber thun, denn was er siehet den Vater thun; denn was derselbige thut, das thut gleich auch der + Sohn. Der Vater aber hat den Sohn lieb und zeiget ihm alles, was er thut; und wird ihm noch größere Werke zeigen, daß ihr euch verwundern werdet. Denn wie der Vater die Todten auferweckt und macht sie lebendig, also auch der Sohn macht lebendig, welche er will. Denn der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn gegeben, auf daß sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehret, der ehret den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein ö Wort höret und glaubet dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, es kommt die Stunde und ist schon jetzt, daß die Todten werden die Stimme des Sohnes Gottes hören, und die sie hoͤren werden, die werden leben. Denn wie der Vater das Leben hat in ihm selber, also hat er dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in ihm selber; und hat ihm Macht gegeben, auch das Gericht zu halten, darum daß er des Menschen Sohn ist. Verwundert euch deß nicht; denn * es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Grabern sind, u Rim. werden seine Stimme hören, und werden hervorgehen, die da Gutes f u gethan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Übels gethan .e sic haben, zur Auferstehung des Gerichts. 2 Epistel, Eph. 2, 4—10. Aber Gott, der da reich ist von Barmherzigkeit durch seine große Liebe, damit er uns geliebet hat, da wir todt waren in den Sünden, hat er uns samt Christo lebendig gemacht(denn aus Gnade seid ihr Gesangbuch für die evangelische Kirche. 38 — — 4 V V V* N. 41 N V V I N 594 Jahrgang II. Am 6. 7. und 8. Sonntag nach Trinitatis. selig worden), und hat uns samt ihm auferwecket und samt ihm in das himmlische Wesen gesetzt in Christo Jesu, auf daß er erzeigete in den zukünftigen Zeiten den überschwenglichen Reichthum seiner Gnade durch seine Güte über uns in Christo Jesu. Denn aus Gnade seid ihr selig worden durch den Glauben; und dasselbige nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus den Werken, auf daß sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christo Jesu zu guten Werken, zu welchen Gott uns zuvor bereitet hat, daß wir darinnen wandeln sollen. Am 7. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Luk. 13, 10—17. Und Jesus lehrete in einer Schule am Sabbat. Und siehe, ein Weib war da, das hatte einen Geist der Krankheit achtzehn Jahre, und sie war krumm und kounte nicht wohl aufsehen. Da sie aber Jesus sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Weib, sei los von deiner Krank⸗ heit! Und legte die Hände auf sie, und alsobald richtete sie sich auf und pries Gott. Da antwortete der Oberste der Schule und war unwillig, daß Jesus auf den Sabbat heilete, und sprach zu dem Volk: Es sind sechs Tage, darinnen man arbeiten soll; in denselbigen kommt und laßt euüch heilen, und nicht am Sabbattage. Da antwor⸗ tete ihm der Herr und sprach: Du Heuchler! Löset nicht ein jeglicher unter euch seinen Ochsen oder Esel von der Krippe am Sabbat und führet ihn zur Tränke? Sollte aber nicht gelöͤset werden am Sabbat diese, die doch Abrahams Tochter ist, von diesem Bande, welche Sa⸗ tanas gebunden hatte nun wohl achtzehn Jahre? Und als er solches sagte, mußten sich schaͤmen alle, die ihm zuwider gewesen waren. Und alles Volk freuete sich über allen herrlichen Thaten, die von ihm geschahen. 2) Epistel, Ebr. 12, 5—11. Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des Herrn, und ver⸗ zage nicht, wann du von ihm gestraft wirst. Denn welchen der Herr lieb hat, den züchtiget er; er stäupt aber einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt. So ihr die Züchtigung erduldet, so erbeut sich euch Gott als Kindern; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züch— tiget? Seid ihr aber ohne Züchtigung, welcher sie alle sind theilhaftig worden, so seid ihr Bastarde und nicht Kinder. Auch so wir haben unsere leiblichen Väter zu Züchtigern gehabt und sie gescheut, sollten wir denn nicht vielmehr unterthan sein dem Vater der Geister, daß wir leben? Und jene zwar haben uns gezüchtiget wenige Tage nach ihrem Dünken; dieser aber zu Nutz, auf daß wir seine Heiligung erlangen. Alle Züchtigung aber, wenn sie da ist, dünkt sie uns nicht Freude sondern Traurigkeit zu sein; aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübt sind. Am 8. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 19, 16—26. Und siehe, einer trat zu Jesu und sprach: Guter Meister, was soll ich Gutes thun, daß ich das ewige Leben möge haben? Er aber sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Oott. shrac Du falsch deine ihm: mir hin, Scha Junt liele sage heit ohr; seine kann Bei mögl Es nüge har Nah reich thoͤr derb Hele mgck samt ihm r erzeigete um seiner un aus daẽ selbigt auf daß chaffen in or bereitet und war dem Volk: gen kommt 3 antwor⸗ und ver⸗ n der Herr Sobn, den sich euch nicht zith theilhaftis ö wit habel sollten zeister, daß Tag nach „Heiligung uns nicht Vse geben Fübt sind pas sol ** sprach r kinige Jahrgang II. Am 8. und 9. Vonntag nach CTrinitatis. 595 Gott. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote. Da sprach er zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: Du sollst nicht tödten. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch Zeugniß geben. Ehre Vater und Mutter. Und Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Da sprach der Jüngling zu ihm: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf; was fehlet mir noch? Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach. Da der Jüngling das Wort hörete, gieng er betrübt von ihm; denn er hatte viele Güter. Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch, ein Reicher wird schwerlich ins Himmelreich kommen. Und weiter sage ich euch, es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadel— öhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme. Da das seine Jünger hörten, entsetzten sie sich sehr und sprachen: Je, wer kann denn selig werden? Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ists unmöglich, aber bei Gott sind alle Dinge möglich. 2) Epistel, 1 Tim. 6, 6—10. Es ist aber ein großer Gewinn, wer gottselig ist und laͤsset ihm ge⸗ nügen. Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum offen— bar ist, wir werden auch nichts hinaus bringen. Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so lasset uns begnügen. Denn die da reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Stricke und viele thörichte und schädliche Lüste, welche versenken die Menschen ins Ver—⸗ derben und Verdammniß. Denn Geiz ist eine Wurzel alles übels, welches hat etliche gelüstet, und sind vom Glauben irre gegangen und machen ihnen selbst viele Schmerzen. Am 9. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 16, 24—-28. Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden. Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne, und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löͤse? Denn es wird je geschehen, daß des Menschen Sohn komme in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln; und alsdann wird er einem jeglichen vergelten nach seinen Werken. Wahrlich, ich sage euch, es stehen etliche hie, die nicht schmecken werden den Tod, bis daß sie des Menschen Sohn kommen sehen in seinem Reich. 2) Epistel, Apoftelgesch. 17, 24—31. Gott/ der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist, sinte⸗ mal er ein Herr ist Himmels und der Erde, wohnt er nicht in Tempeln mit Händen gemacht. Sein wird auch nicht von Menschen-— haͤnden gepflegt, als der jemandes bedürfe, so er selber jedermann Leben und Odem allenthalben gibt. Und hat gemacht, daß von einem 596 Zahrgang II. Am 9. und 10. Sonntag nach Trinitatis. Blut aller Menschen Geschlechter auf dem ganzen Erdboden wohnen, und hat Ziel gesetzt, zuvor versehen, wie lang und weit sie wohnen sollen, daß sie den Herrn suchen sollten, ob sie doch ihn fühlen und finden möchten. Und zwar er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns; denn in ihm leben, weben und sind wir, als auch etliche Poeten bei euch gesagt haben: wir sind seines Geschlechts. So wir denn göttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den güldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Gedanken gemacht. Und zwar hat Gott die Zeit der Unwissenheit übersehen. Nun aber gebeut er allen Menschen an allen Enden, Buße zu thun, darum daß er einen Tag gesetzt hat, auf welchen er richten will den Kreis des Erdbodens mit Gerechtigkeit durch einen Mann, in welchem ers beschlossen hat, und jedermann vorhält den Glauben, nachdem er ihn hat von den Todten auferweckt. Am 10. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Luk. 19, 1—10. Und Jesus zog hinein und gieng durch Jericho. Und siehe, da war ein Mann, genannt Zachäus, der war ein Oberster der Zoͤllner und war reich und begehrte Jesum zu sehen, wer er wäre, und konnte nicht vor dem Volk, denn er war klein von Person. Und er lief vorhin und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn sähe; denn all da sollte er durchkommen. Und als Jesus kam an dieselbige Stätte, sah er auf und ward sein gewahr und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend hernieder, denn ich muß heute zu deinem Hause einkehren. Und er stieg eilend hernieder und nahm ihn auf mit Freuden. Da sie das sahen, murreten sie alle, daß er bei einem Sünder einkehrete. Zachaͤus aber trat dar und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Halfte meiner Güter gebe ich den Armen; und so ich jemand betro— gen habe, das gebe ich vierfältig wieder. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, sintemal er auch Abrahams Sohn ist. Denn des Menschen Sohn ist kommen zu suchen und selig zu machen, das verloren ist. 2) Epistel, 1 Tim. 1, 12—17. Ich danke unsrem Herrn Christo Jesu, der mich stark gemacht und treu geachtet hat und gesetzt in das Amt, der ich zuvor war ein Lasterer und ein Verfolger und ein Schmäher; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich hab es unwissend gethan, im Unglauben. Es ist aber desto reicher gewesen die Gnade unsers Herrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christo Jesu ist. Denn das ist je gewißlich wahr und ein theuer werthes Wort, daß Christus Jesus kommen ist in die Welt die Sünder selig zu machen, unter welchen ich der vornehmste bin. Aber darum ist mir Barmherzigkeit wider⸗ fahren, auf daß an mir vornehmlich Jesus Christus erzeigete alle Geduld zum Exempel denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben. Aber Gott, dem ewigen Könige, dem Unvergänglichen und Imten. 388 und allein Weisen, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! men. Jahrgang II. Am 11. und 12. Sonntag nach Trinitatis. 597 Am 11. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Mark. 12, 41—44. Und Jesus setzte sich gegen den Gotteskasten und schauete, wie das Volk Geld einlegte in den Gotteskasten. Und viele Reiche legten viel ein. Und es kam eine arme Witwe, die legte zwei Scherflein ein, die machen einen Heller. Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt denn alle, die eingelegt haben. n,, Denn sie haben alle von ihrem übrigen eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut alles, was sie hat, ihre ganze Nahrung eingelegt. 2) Epistel, Jak. 2, 13—17. Es wird ein unbarmherzig Gericht über den gehen, der nicht Barm— ö ö herzigkeit gethan hat; und die Barmherzigkeit rühmet sich wider das Gericht. Was hilfts, liebe Brüder, so jemand sagt, er habe den Glauben, und hat doch die Werke nicht? Kann auch der Glaube ihn selig machen? So aber ein Bruder oder Schwester bloß wäre und Mangel hätte der täglichen Nahrung, und jemand unter euch spräͤche zu ihnen: Gott berathe euch, waͤrmet euch und saͤttiget euch, gaͤbet ihnen aber nicht, was des Leibes Nothdurft ist: was hälfe sie das? Also auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, ist er todt an ihm selber. Am 12. Sonntag nach Trinitatis. ö 1) Evangelium, Joh. 8, 31—45. Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: So ihr + bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger und werdet die Waͤhrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei ma⸗ chen. Da antworteten sie ihm: Wir sind Abrahams Samen, sind nie ö keinmal jemandes Knechte gewesen; wie sprichst du denn: ihr sollt frei werden? Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer Sünde thut, der ist der Sünde Knecht. Der Knecht aber bleibet nicht ewiglich im Hause; der Sohn bleibet ewiglich. So euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr recht frei. Ich weiß wohl, daß ihr Abrahams Samen seid; aber ihr suchet mich zu tödten, denn meine Rede fähet nicht unter euch. Ich rede, was ich von meinem Vater gesehen habe; so thut ihr, was ihr von eurem Vater gesehen habt. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater. Spricht Jesus zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wäret, so thätet ihr Abrahams Werke. Nun aber suchet ihr mich zu tödten, einen solchen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott gehöret habe; das hat Abraham nicht gethan. Ihr thut eures Vaters Werke. Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht unehelich ge— boren; wir haben einen Vater, Gott. Jesus sprach zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so liebetet ihr mich, denn ich bin ausgegangen und komme von Gott; denn ich bin nicht von mir selber kommen, sondern er hat mich gesandt. Warum kennet ihr denn meine Sprache nicht? Denn ihr könnt ja meine Worte nicht hören. Ihr seid von dem Va—⸗ ö ter, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr thun. Der⸗ selbige ist ein Moͤrder von Anfang und ist nicht bestanden in der 598 Zahrgang II. Am 12. und 13. Sonntag nach Trinitatis. Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüͤgen redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und ein Vater derselbigen. Ich aber, weil ich die Wahrheit sage, so glaubet ihr mir nicht. — 2) Epistel, Röm. 7, 18 bis 8, 4. ö Ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleische, wohnet nichts Gutes. Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das thue ich nicht; sondern das Böoͤse, das ich nicht will, das thue ich. So ich aber thue, das ich nicht will, so thue ich dasselbige nicht, sondern die Sünde, die in mir wohnet. So finde ich mir nun ein Gesetz, der ich will das Gute thun, daß mir das Böse anhanget. Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. Ich sehe aber ein ander Gesetz in mei⸗ nen Gliedern, das da widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüthe und nimmt mich gefangen in der Sünde Gesetz, welches ist in mei— nen Gliedern. Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes? Ich danke Gott durch Jesum Christ, unsern Herrn. So diene ich nun mit dem Gemüthe dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde. So ist nun nichts Verdammliches an denen, die in Christo Jesu sind, die nicht nach dem Fleisch wandeln sondern nach dem Geist. Denn das Gesetz des Geistes, der da lebendig macht in Christo Jesu, hat mich frei ge— macht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn das dem Gesetz unmöglich war, sintemal es durch das Fleisch geschwächet ward, das that Gott, und sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündlichen Fleisches und der Sünde halben, und verdammte die Sünde im Fleisch, auf daß die Gerechtigkeit, vom Gesetz erfordert, in uns erfüllet würde, die wir nun nicht nach dem Fleische wandeln sondern nach dem Geist. Am 13. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Luk. 6, 20—21. Und Jesus hub seine Augen auf über seine Jünger und sprach: Selig seid ihr Armen, denn das Reich Gottes ist euer. Selig seid ihr, die ihr hie hungert, denn ihr sollet satt werden. Selig seid ihr, die ihr hie weinet, denn ihr werdet lachen. Selig seid ihr, so euch die Menschen hassen und euch absondern und schelten euch, und ver⸗ werfen euren Namen als einen boshaftigen um des Menschensohns willen. Freuet euch alsdann und hüpfet; denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel. Deßgleichen thaten ihre Väter den Propheten auch. Aber dagegen wehe euch Reichen, denn ihr habt euren Trost dahin. Wehe euch, die ihr voll seid, denn euch wird hungern. Wehe euch, die ihr hie lachet, denn ihr werdet weinen und heulen. Wehe euch, wenn euch jedermann wohl redet; deßgleichen thaten ihre Vater den falschen Propheten auch. Aber ich sage euch, die ihr zuhöret: Liebet eure Feinde; thut denen wohl, die euch hassen; segnet die, so euch verfluchen; bittet für die, so euch beleidigen. Und wer dich schläget auf einen Backen, dem biete den andern auch dar; und wer dir den Mantel nimmt, dem wehre nicht auch den Rock. Wer dich bittet, dem gib; und wer dir das Deine nimmt, da fordere es nicht Miede thut! N ö Heme erfüll habt, Ehte, höher sondet Jesus var, dußer ander niedr am 5 Nam sch h und Chris Jahrgang II. Am 13. und 14. Sonntag nach Trinitatis. 599 wieder. Und wie ihr wollt, daß euch die Leute thun sollen, also thut ihnen gleich auch ihr. 2) Epistel, Phil. 2, 1—11. Ist nun bei euch Ermahnung in Christo, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so erfüllet meine Freude, daß ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmüthig und einhellig seid, nichts thut durch Zank oder eitle Ehre, sondern durch Demuth achtet euch unter einander einer den andern ö höher denn sich selbst. Und ein jeglicher sehe nicht auf das Seine, ö sondern auf das, was des andern ist. Ein jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt ers nicht für einen Raub, Gotte gleich zu sein; sondern äußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Gebärden als ein Mensch erfunden. Er niedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei zur Ehre Gottes des Vaters. Am 14. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 13, 44—-50. Abermal ist gleich das Himmelreich einem verborgenen Schatz im Acker, welchen ein Mensch fand und verbarg ihn, und gieng hin vor ö Freuden über denselbigen und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. Abermal ist gleich das Himmelreich einem Kauf— mann, der gute Perlen suchte, und da er eine köstliche Perle fand, gieng er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte diesel⸗ bige. Abermal ist gleich das Himmelreich einem Netze, das ins Meer geworfen ist, damit man allerlei Gattung fähet. Wenn es aber voll ist, so ziehen sie es heraus an das Ufer, sitzen und lesen die 4. Seliz guten in ein Gefaäß zusammen, aber die faͤulen werfen sie weg. Also die wird es auch am Ende der Welt gehen. Die Engel werden ausgehen ihr, die und die Bösen von den Gerechten scheiden und werden sie in den 100 euch Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähnklappen sein. 2) Epistel, 2 Petri 1, 2—11. Gott gebe euch viel Gnade und Friede durch die Erkenntniß Gottes und Jesu Christi, unsers Herrn. Nachdem allerlei seiner göttlichen Kraft(was zum Leben und göttlichen Wandel dienet) uns geschenkt ist durch die Erkenntniß deß, der uns berufen hat durch seine Herr— lichkeit und Tugend, durch welche uns die theuren und allergroͤßesten Verheißungen geschenkt sind, naͤmlich daß ihr durch dasselbige theil— haftig werdet der göttlichen Natur, so ihr fliehet die vergängliche Lust der Welt: so wendet allen euren Fleiß daran und reichet dar in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntniß und in der Erkenntniß Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Gottseligkeit und in der Gottseligkeit brüderliche Liebe und in der brüderlichen Liebe gemeine Liebe. Denn wo solches reichlich bei euch ist, wird es euch nicht faul noch unfruchtbar sein lassen in ——— ‚....... —.—..———.————.‚..‚—.— 600 Jahrgang II. Am 14. 15. und 16. Sonntag nach Crinitatis. der Erkenntniß unsers Herrn Jesu Christi. Welcher aber solches nicht hat, der ist blind und tappet mit der Hand und vergisset der Reini— gung seiner vorigen Sünden. Darum, liebe Brüder, thut desto mehr Fleiß, euren Beruf und Erwählung fest zu machen. Denn wo ihr solches thut, werdet ihr nicht straucheln, und also wird euch reich— lich dargereicht werden der Eingang zu dem ewigen Reich unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi. Am 15. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Luk. 12, 13—-21. Es sprach aber einer aus dem Volk zu Jesu: Meister, sage meinem Bruder, daß er mit mir das Erbe theile. Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbschichter über euch gesetzt? Und sprach zu ihnen: Sehet zu und hütet euch vor dem Geiz; denn niemand lebet davon, daß er viele Güter hat. Und er sagte ihnen ein Gleichniß und sprach: Es war ein reicher Mensch, deß Feld hatte wohl getragen, und er gedachte bei ihm selbst und sprach: Was soll ich thun? Ich habe nicht, da ich meine Früchte hinsammle. Und sprach: Das will ich thun, ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will drein sammeln alles, was mir gewachsen ist, und meine Güter. Und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrath auf viele Jahr; habe nun Ruhe, iß, trink und habe guten Muth. Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr, diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern, und weß wird es sein, das du bereitet hast? Also gehet es, wer ihm Schätze sammelt, und ist nicht reich in Gott. 2 Epistel, 1 Joh. 2, 12—17. Liebe Kindlein, ich schreibe euch, daß euch die Sünden vergeben wer— den durch seinen Namen. Ich schreibe euch Vätern, denn ihr kennet den, der von Anfang ist. Ich schreibe euch Jünglingen, denn ihr habt den Bösewicht überwunden. Ich schreibe euch Kindern, denn ihr kennet den Vater. Ich habe euch Vätern geschrieben, daß ihr den kennet, der von Anfang ist. Ich habe euch Jünglingen geschrieben, daß ihr stark seid und das Wort Gottes bei euch bleibet, und den Bösewicht überwunden habt. Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. So jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist, nämlich des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes thut, der bleibet in Ewigkeit. Am 16. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Joh. 15, 1—11. Ich bin der rechte Weinstock und mein Vater der Weingärtner. Eine jegliche Rebe an mir, die nicht Frucht bringet, wird er wegnehmen, und eine jegliche, die da Frucht bringet, wird er reinigen, daß sie mehr Frucht bringe. Ihr seid jetzt rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir, und ich in euch. Gleichwie die Rebe kann keine Frucht bringen von ihr selber, sie bleibe denn am Weinstock, also auch ihr nicht, ihr bleibet denn mir foͤnn. worf. sse it Wort luch Fruc liebe Hebe ters daß Matis. Ilches nicht der Reini⸗ thut deste Denn w euch reich⸗ ich unsers ge meinem ch zu ihm: uch gesetzt? Neiz; denn agte ihnen Feld hattt Was soll mle. Und rechen und gewachsen iebe Seele/ Ruhe, iß, Du Narr/ eß wird es sammelt, geben wer⸗ ennet den + habt den ihr kennet den kennel, u, daß iht Bisewicht der Belt UVebe des 5 Fleisches om Vatel/ Lust; vet Jahrgang II. Am 16. und 17. Sonntag nach Trinitatis. 601 denn an mir. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibet und ich in ihm, der bringet viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts thun. Wer nicht in mir bleibet, der wird wegge⸗ worfen wie eine Rebe und verdorret, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer und muß brennen. So ihr ip mir bleibet, und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darinnen wird mein Vater geehret, daß ihr viel Frucht bringet und werdet meine Jünger. Gleichwie mich mein Vater liebet, also liebe ich euch auch. Bleibet in meiner Liebe. So ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Va— ters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe. Solches rede ich zu euch, auf daß meine Freude in euch bleibe, und eure Freude vollkommen werde. 2) Epistel, 1 Joh. 2, 28 bis 3, 8. Und nun, Kindlein, bleibet bei ihm, auf daß, wann er offenbaret wird, daß wir Freudigkeit haben und nicht zu Schanden werden vor ihm in seiner Zukunft. So ihr wisset, daß er gerecht ist, so erkennet auch, daß, wer recht thut, der ist von ihm geboren. Sehet, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeiget, daß wir Gottes Kinder sollen heißen! Darum kennet euch die Welt nicht, denn sie kennet ihn nicht. Meine Lieben, wir sind nun Gottes Kinder, und ist noch nicht er⸗ schienen, was wir sein werden. Wir wissen aber, wenn es erschei⸗ nen wird, daß wir ihm gleich sein werden; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und ein jeglicher, der solche Hoffnung hat zu ihm, der reiniget sich, gleichwie er auch rein ist. Wer Sünde thut, der thut auch Unrecht; und die Sünde ist das Unrecht. Und ihr wisset, daß er ist erschienen, auf daß er unsere Sünden wegnehme, und ist keine Sünde in ihm. Wer in ihm bleibet, der sündiget nicht; wer da sündiget, der hat ihn nicht gesehen noch erkannt. Kindlein, lasset euch niemand verführen. Wer recht thut, der ist gerecht, gleichwie er gerecht ist. Wer Sünde thut, der ist vom Teufel; denn der Teu— fel sündiget von Anfang. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre. Am 17. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Joh. 9, 1—7. Und Jesus gieng vorüber und sah einen, der blind geboren war. und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Meister, wer hat gesün⸗ diget, dieser oder seine Eltern, daß er ist blind geboren? Jesus ant⸗ wortete: Es hat weder dieser gesündiget noch seine Eltern, sondern daß die Werke Gottes offenbar würden an ihm. Ich muß wirken die Werke deß, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Dieweil ich bin in der Welt, bin ich das Licht der Welt. Da er solches gesagt, spützete er auf die Erde und machte einen Koth aus dem Speichel und schmierte den Koth auf des Blinden Augen und sprach zu ihm: Gehe hin zu dem Teich Siloha,(das ist verdolmetscht: gesandt) und wasche dich. Da gieng er hin und wusch sich und kam sehend. 2) Epistel, Ebr. 4, 9—13. Darum ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volk Gottes. Denn wer zu seiner Ruhe kommen ist, der ruhet auch von seinen Werken, 602 Jahrgang II. Am 17. und 18. Sonntag nach Trinitatis. gleichwie Gott von seinen. So lasset uns nun Fleiß thun einzu⸗ kommen zu dieser Ruhe, auf daß nicht jemand falle in dasselbige Erempel des Unglaubens. Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer denn kein zweischneidig Schwert, und durch— dringet, bis daß es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und ist keine Kreatur vor ihm unsichtbar, es ist aber alles bloß und entdeckt vor seinen Augen; von dem reden wir. Am 18. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Joh. 9, 24—39. Da riefen sie zum andernmal den Menschen der blind gewesen war und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, daß dieser Mensch ein Sünder ist. Er antwortete und sprach: Ist er ein Sün— der, das weiß ich nicht; eines weiß ich wohl, daß ich blind war, und bin nun sehend. Da sprachen sie wieder zu ihm: Was that er dir, wie that er deine Augen auf? Er antwortete ihnen: Ich habe es euch jetzt gesagt. Habt ihrs nicht gehoͤret? Was wollt ihrs abermal hören? Wollt ihr auch seine Jünger werden? Da fluchten sie ihm und sprachen: Du bist sein Jünger; wir aber sind Moses Jünger. Wir wissen, daß Gott mit Mose geredet hat; diesen aber wissen wir nicht, von wannen er ist. Der Mensch antwortete und sprach zu ihnen: Das ist ein wunderlich Ding, daß ihr nicht wisset, von wannen er sei, und er hat meine Augen aufgethan. Wir wissen aber, daß Gott die Sünder nicht höret; sondern so jemand gottesfürchtig ist und thut seinen Willen, den höret er. Von der Welt an ists nicht er— höret, daß jemand einem gebornen Blinden die Augen aufgethan habe. Ware dieser nicht von Gott, er könnte nichts thun. Sie ant⸗ worteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden geboren und lehrest uns? und stießen ihn hinaus. Es kam vor Jesum, daß sie ihn ausgestoßen hatten. Und da er ihn fand, sprach er zu ihm: Glaubst du an den Sohn Gottes? Er antwortete und sprach: Herr welcher ists, auf daß ich an ihn glaube? Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ists. Er aber sprach: Herr, ich glaube und betete ihn an. Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht auf diese Welt kommen, auf daß, die da nicht sehen, sehend werden, und die da sehen, blind werden. 2) Epistel, 1 Joh. 4, 7—12. Jyr Lieben, lasset uns unter einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer lieb hat, der ist von Gott geboren und kennet Gott. Wer nicht lieb hat, der kennet Gott nicht, denn Gott ist die Liebe. Daran ist erschienen die Liebe Gottes gegen uns, daß Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, daß wir durch ihn leben sollen. Darinnen stehet die Liebe: nicht, daß wir Gott geliebet haben, sondern daß er uns geliebet hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden. Ihr Lieben, hat uns Gott also ge⸗ liebet, so sollen wir uns auch unter einander lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen. So wir uns unter einander lieben, so bleibet Gott in uns, und seine Liebe ist völlig in uns. Es er 6 Und die sie e und ihre Sall syrg Wüß sie i ich! hatt Gro schet mei meit rich Sie nich mit Du kom mei Sa geb der geb sell zu id Bein, Und ist dentdeckt vesen war daß dieser ein Sun⸗ war, und at er dir, hhabe es Nabermal vannen er daß Gott ist und Jahrgang II. Am 19. und 20. Sonntag nach Trinitatis. 603 Am 19. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Luk. 7, 36—-50. Es bat aber Jesum der Pharisaer einer, daß er mit ihm äße. Und er gieng hinein in des Pharisäers Haus und setzte sich zu Tisch. Und siehe, ein Weib war in der Stadt, die war eine Sünderin. Da die vernahm, daß er zu Tische saß in des Pharisaers Hause, brachte sie ein Glas mit Salbe und trat hinten zu seinen Füßen und weinete und fieng an seine Füße zu netzen mit Thränen und mit den Haaͤren ihres Hauptes zu trocknen und küssete seine Füße und salbete sie mit Salbe. Da aber das der Pharisaer sah, der ihn geladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet waͤre, so wüßte er, wer und welch ein Weib das ist, die ihn anrühret; denn sie ist eine Sünderin. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach: Meister, sage an. Es hatte ein Wucherer zween Schuldner, einer war schuldig fünfhundert Groschen, der andere fünfzig. Da sie aber nicht hatten zu bezahlen, schenkte ers beiden. Sage an, welcher unter denen wird ihn am meisten lieben? Simon antwortete und sprach: Ich achte, dem er am meisten geschenkt hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht ge⸗ richtet. Und er wandte sich zu dem Weibe und sprach zu Simon: Siehest du dies Weib? Ich bin kommen in dein Haus. Du hast mir nicht Wasser gegeben zu meinen Füßen; diese aber hat meine Fuͤße mit Thränen genetzet und mit den Haaͤren ihres Hauptes getrocknet. Du hast mir keinen Kuß gegeben; diese aber, nachdem sie herein kommen ist, hat sie nicht abgelassen, meine Füße zu küssen. Du hast mein Haupt nicht mit Ol gesalbt; sie aber hat meine Füße mit Salbe gesalbet. Derhalben sage ich dir: Ihr sind viele Sünden ver geben, denn sie hat viel geliebet; welchem aber wenig vergeben wird, der liebet wenig. Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden ver⸗ geben. Da fiengen an, die mit zu Tische saßen, und sprachen bei sich selbst: Wer ist dieser, der auch die Sünden vergibt? Er aber sprach zu dem Weibe: Dein Glaube hat dir geholfen; gehe hin mit Frieden. 2) Epistel, Jak. 3, 13—18. Wer ist weise und klug unter euch, der erzeige mit seinem guten Wandel seine Werke in der Sanftmuth und Weisheit. Habt ihr aber bittern Neid und Zank in eurem Herzen, so rühmet euch nicht und lüget nicht wider die Waͤhrheit. Denn das ist nicht die Weisheit, die von oben herab kommt, sondern irdisch, menschlich und teufelisch. Denn wo Neid und Zank ist, da ist Unordnung und eitel bös Ding. Die Weisheit aber von oben her ist aufs erste keusch, darnach fried— sam, gelinde, laͤßt ihr sagen, voll Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch, ohne Heuchelei. Die Frucht aber der Gerechtigkeit wird gesäet im Frieden denen, die den Frieden halten. Am 20. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Luk. 18, 1—8. Jesus sagte ihnen aber ein Gleichniß davon, daß man allezeit beten und nicht laß werden sollte, und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der fürchtete sich nicht vor Gott und scheuete sich vor keinem 604 Jahrgang II. Am 20. und 21. Sonntag nuch Trinitatis. Menschen. Es war aber eine Witwe in derselbigen Stadt, die kam zu ihm und sprach: Rette mich von meinem Widersacher! Und er wollte lange nicht. Darnach aber dachte er bei sich selbst: Ob ich mich schon vor Gott nicht fürchte noch vor keinem Menschen scheue, die— weil aber mir diese Witwe so viel Mühe macht, will ich sie retten, auf daß sie nicht zuletzt komme und übertäube mich. Da sprach der Herr: Höret hie, was der ungerechte Richter sagt. Sollte aber Gott nicht auch retten seine Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte Geduld darüber haben? Ich sage euch: er wird sie erretten in einer Kürze. Doch wenn des Menschen Sohn kommen wird, meinest du, daß er auch werde Glauben finden auf Erden? 2) Epistel, 1 Tim. 2, 1—6. So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein geruhlich und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Denn solches ist gut, dazu auch angenehm vor Gott, unsrem Heilande, welcher will, daß allen Menschen geholfen werde, und zur Erkenntniß der Wahrheit kommen. Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, naͤmlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erloͤsung, daß solches zu seiner Zeit gepre— diget würde. Am 21. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Joh. 11, 32—45. Als nun Maria kam, da Jesus war und sah ihn, fiel sie zu seinen Füßen und sprach zu ihm: Herr, waͤrest du hie gewesen, mein Bruder wäare nicht gestorben. Als Jesus sie sah weinen und die Juden auch weinen, die mit ihr kamen, ergrimmete er im Geist und betrübte sich selbst und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie sprachen zu ihm: Herr, komm und siehe es. Und Jesu giengen die Augen über. Da sprachen die Juden: Siehe, wie hat er ihn so lieb gehabt! Etliche aber unter ihnen sprachen: Konnte, der dem Blinden die Augen aufgethan hat, nicht verschaffen, daß auch dieser nicht stürbe? Jesus aber ergrimmete abermal in ihm selbst und kam zum Grabe. Es war aber eine Kluft, und ein Stein darauf gelegt. Jesus sprach: Hebt den Stein ab. Spricht zu ihm Martha, die Schwester des Verstorbenen: Herr, er riechet schon; denn er ist vier Tage gelegen. Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt, so du glauben würdest, du solltest die Herrlichkeit Gottes sehen? Da huben sie den Stein ab, da der Verstorbene lag. Jesus aber hub seine Augen empor und sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhöret hast; doch ich weiß, daß du mich allezeit hoͤrest; sondern um des Volks willen, das umher stehet, sage ichs, daß sie glauben, du habest mich gesandt. Da er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Und der Verstor⸗ bene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen und sein Angesicht verhüllet mit einem Schweißtuch. Jesus spricht zu ihnen: Löset ihn auf und lasset ihn gehen. Viele nun der Juden, die kam Und er d ich mich eue, die⸗ ie retten, rrach der Ute aber Tag und tuch: er den Sohn inden auf ue Bitte, ie Könige les Leben solches ist Icher will, Vahrheit ben Gott sich selbst tit gepre⸗ elsie zu gewesen, weinen grimmete habt iht siehe es. 1 Siche/ sprachen: rschaffen, l in ihm ain Stein t zu ihm tet schon; dir nicht it Gottes 4. Ns dir, daß it hitest; , daß ritf Berstor⸗ Handen 0 spricht „Juden/ + V Jahrgang II. Am 21. und 22. Sonntag nach Crinitatis. 605 die zu Maria kommen waren, und sahen, was Jesus that, glaub— ten an ihn. 2) Epistel, 1 Kor. 15, 35-50. Mochte aber jemand sagen: Wie werden die Todten auferstehen? Und mit welcherlei Leibe werden sie kommen? Du Narr, das du säest, wird nicht lebendig, es sterbe denn. Und das du saͤest, ist ja nicht der Leib, der werden soll; sondern ein bloß Korn, nämlich Weizen, oder der andern eines. Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, und einem jeglichen von den Samen seinen eigenen Leib. Nicht ist alles Fleisch einerlei Fleisch, sondern ein anderes Fleisch ist der Men⸗ schen, ein anderes des Viehs, ein anderes der Fische, ein anderes der Vögel. Und es sind himmlische Körper und irdische Köͤrper; aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen und eine andere die irdischen. Eine andere Klarheit hat die Sonne, eine andere Klarheit hat der Mond, eine andere Klarheit haben die Sterne; denn ein Stern übertrifft den andern nach der Klarheit. Also auch die Auferstehung der Todten. Es wird gesäet verweslich, und wird auferstehen unverweslich; es wird gesaet in Unehre, und wird aufer⸗ stehen in Herrlichkeit; es wird gesaet in Schwachheit, und wird auf⸗ erstehen in Kraft; es wird gesäet ein natürlicher Leib, und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Ist ein natürlicher Leib, so ist auch ein geistlicher Leib. Wie es geschrieben stehet: Der erste Mensch, Adam, ward zu einer lebendigen Seele, und der letzte Adam zum Geist, der da lebendig macht. Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, sondern der natürliche, darnach der geistliche. Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der andere Mensch ist der Herr vom Himmel. Welcherlei der irdische ist, solcherlei sind auch die irdi⸗ schen; und welcherlei der himmlische ist, solcherlei sind auch die himm⸗ lischen. Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, also werden wir auch tragen das Bild des himmlischen. Davon sage ich aber, liebe Brüder, daß Fleisch und Blut nicht können das Reich Gottes ererben; auch wird das Verwesliche nicht erben das Unver⸗ wesliche. Am 22. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 22, 23—38. An demselbigen Tage traten zu Jesu die Sadducger, die da halten, es sei keine Auferstehung, und fragten ihn und sprachen: Meister, Mose hat gesagt, so einer stirbt und hat nicht Kinder, so soll sein Bruder sein Weib freien und seinem Bruder Samen erwecken. Nun sind bei uns gewesen sieben Brüder. Der erste freiete und starb; und dieweil er nicht Samen hatte, ließ er sein Weib seinem Bruder. Desselbigengleichen der andere und der dritte bis an den siebenten. Zuletzt nach allen starb auch das Weib. Nun in der Auferstehung, wessen Weib wird sie sein unter den sieben? Sie haben sie ja alle ge⸗ habt. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irret und wisset die Schrift nicht noch die Kraft Gottes. In der Auferstehung werden sie weder freien noch sich freien lassen; sondern sie sind gleich wie die Engel Gottes im Himmel. Habt ihr aber nicht gelesen von der Todten Auferstehung, das euch gesagt ist von Gott, da er spricht: 606 Zahrgang II. Am 22. und 23. Sonntag nach CTrinitatis. Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Ja⸗ kobs? Gott aber ist nicht ein Gott der Todten sondern der Leben— digen. Und da solches das Volk höoͤrete, entsetzten sie sich über seiner Lehre. 2) Epistel, 2 Kor. 4, 11—18. Wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, auf daß auch das Leben Jesu offenbar werde an unsrem sterblichen Fleische. Darum so ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in euch. Dieweil wir aber denselbigen Geist des Glaubens haben(nachdem geschrieben stehet: Ich glaube, darum rede ich), so glauben wir auch, darum so reden wir auch, und wissen, daß der, so den Herrn Jesum hat auferweckt, wird uns auch auferwecken durch Jesum und wird uns darstellen samt euch. Denn es geschieht alles um euretwillen, auf daß die überschwengliche Gnade durch vieler Danksagen Gott reichlich preise. Darum werden wir nicht müde. Sondern ob unser aͤußerlicher Mensch verweset, so wird doch der in— nerliche von Tage zu Tage verneuert. Denn unsere Trübsal, die zeit— lich und leicht ist, schaffet eine ewige und über alle Maße wichtige Herrlichkeit uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig. Am 23. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Luk. 14, 16—24. Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abend— mahls zu sagen den Geladenen: Kommet, denn es ist alles bereit. Und sie fiengen an alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Staͤdt und führe die Armen und Krüp⸗ pel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune und nöthige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. 2) Epistel, Offenb. Joh. 21, 1—8. Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde vergieng, und das Meer ist nicht mehr. Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jeru— salem, von Gott aus dem Himmel herab faͤhren, zubereitet als eine geschmückte Braut ihrem Mann; und hörete eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen; und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein wir Leben⸗ der seiner Raum da daß mein Jahrgang II. Am 23. und 24. Sonntag nach Trinitatis. 607 sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein. Und Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen; und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerzen wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß. Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von dem Brunn des leben— digen Wassers umsonst. Wer überwindet, der wird es alles ererben; und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein. Den Verzagten aber und Unglaubigen und Greulichen und Todtschlägern und Hurern und Zauberern und Abgöttischen und allen Lügnern, derer Theil wird sein in dem Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel brennt, welches ist der andere Tod. Am 2ʃ. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 16, 5—12. Und da die Jünger Jesu waren hinübergefahren, hatten sie vergessen Brot mit sich zu nehmen. Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet zu und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadducäer. Da dachten sie bei sich selbst und sprachen: Das wird es sein, daß wir nicht haben Brot mit uns genommen. Da das Jesus vernahm, sprach er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, was bekümmert ihr euch doch, daß ihr nicht habt Brot mit euch genommen? Vernehmet ihr noch nichts? Gedenket ihr nicht an die fünf Brote unter die fünftausend, und wie viele Körbe ihr da aufhubt? Auch nicht an die sieben Brote unter die viertaͤusend, und wie viel Körbe ihr da aufhubt? Wie verstehet ihr denn nicht, daß ich euch nicht sage vom Brot, wenn ich sage: hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadducaer? Da verstunden sie, daß er nicht gesagt hatte, daß sie sich hüten sollten vor dem Sauer— teig des Brots, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Saͤdducger. 2) Epistel, Ebr. 11, 1—10. Es ist aber der Glaͤube eine gewisse Zuversicht deß, das man hoffet, und nicht zweifeln an dem, das man nicht siehet. Durch den haben die Alten Zeugniß überkommen. Durch den Glauben merken wir, daß die Welt durch Gottes Wort fertig ist, daß alles, was man siehet, aus nichts worden ist. Durch den Glauben hat Abel Gott ein größer Opfer gethan denn Kain, durch welchen er Zeugniß über— kommen hat, daß er gerecht sei, da Gott zeugete von seiner Gabe; und durch denselbigen redet er noch, wiewohl er gestorben ist. Durch den Glauben ward Henoch weggenommen, daß er den Tod nicht saͤhe, und ward nicht erfunden, darum daß ihn Gott wegnahm; denn vor seinem Wegnehmen hat er Zeugniß gehabt, daß er Gott gefallen habe. Aber ohne Glauben ists unmöglich, Gott gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muß glauben, daß er sei, und denen, die ihn suchen, ein Vergelter sein werde. Durch den Glauben hat Noah Gott geehret und die Arche zubereitet zum Heil seines Hauses, da er einen göttlichen Befehl empfieng von dem, das man noch nicht sah, durch welchen er verdammete die Welt, und hat ererbet die 608 Zahrgang II. Am 24. 25. und 26. Sonntag nach Trinitatis. Gerechtigkeit, die durch den Glauben kommt. Durch den Glauben ward gehorsam Abraham, da er berufen ward auszugehen in das Land, das er ererben sollte; und gieng aus und wußte nicht, wo er hinkäme. Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen in dem verheißenen Lande als in einem fremden, und wohnete in Hütten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselbigen Verheißung. Denn er wartete auf eine Stadt, die einen Grund hat, welcher Baumeister und Schöpfer Gott ist. Am 25. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 21, 33—43. Es war ein Hausvater, der pflanzete einen Weinberg und führete einen Zaun darum und grub eine Kelter darinnen und bauete einen Thurm und that ihn den Weingärtnern aus und zog über Land. Da nun herbeikam die Zeit der Früchte, sandte er seine Knechte zu den Wein⸗ gärtnern, daß sie seine Früchte empfiengen. Da nahmen die Wein⸗ gärtner seine Knechte, einen stäupten sie, den andern tödteten sie, den dritten steinigten sie. Abermal sandte er andere Knechte, mehr denn der ersten waren; und sie thaten ihnen gleich also. Darnach sandte er seinen Sohn zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor mei⸗ nem Sohne scheuen. Da aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie unter einander: Das ist der Erbe; kommt, laßt uns ihn tödten und sein Erbgut an uns bringen. Und sie nahmen ihn und stießen ihn zum Weinberge hinaus und tödteten ihn. Wann nun der Herr des Weinberges kommen wird, was wird er diesen Weingärt⸗ nern thun? Sie sprachen zu ihm: Er wird die Bösewichte übel um⸗ bringen und seinen Weinberg andern Weingärtnern austhun, die ihm die Früchte zu rechter Zeit geben. Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen in der Schrift: Der Stein, den die Bauleute verwor⸗ fen haben, der ist zum Eckstein worden. Von dem Herrn ist das geschehen, und es ist wunderbarlich vor unsern Augen. Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und den Heiden gegeben werden, die seine Früchte bringen. 2) Epistel, Jak. 4, 4—10. Wisset ihr nicht, daß der Welt Freundschaft Gottes Feindschaft ist? Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein. Oder lasset ihr euch dünken, die Schrift sage umsonst: Den Geist, der in euch wohnet, gelüstet wider den Haß? Und gibt reichlich Gnade; sintemal die Schrift saget: Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demüthigen gibt er Gnade. So seid nun Gott unterthänig. Widerstehet dem Teufel, so fleucht er von euch. Nahet euch zu Gott, so nahet er sich zu euch. Reiniget die Hände, ihr Sünder, und machet eure Herzen keusch, ihr Wankelmüthigen. Seid elend und traget Leid und weinet; euer Lachen verkehre sich in Weinen und eure Freude in Traurigkeit. Demüthiget euch vor Gott, so wird er euch erhoͤhen. Am 26. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Matth. 25, 14—30. Geeichwie ein Mensch, der über Land zog, rief seine Knechte und that ihnen seine Güter aus. Und einem gab er fünf Zentner, dem andert mogen empfal fünf 8 gewan hin u Geld. Recher hatte, fünf? gewon Anecht seben, zween Zentne Wonne Knecht sehen; einen ein hg samme und v Deine. und f. habe, Geld ö hätte! von i Denn haben. werdei hingus Glauben in das „wo er in dem Hütten Denn umeister ete einen Thurm Da nun m Wein⸗ ie Wein⸗ eten sie, te, mehr Darnach vor mei⸗ n sahen, uns ihn ihn und nun der Deingart⸗ Zahrgang II. Am 26. Sonntag nach Trinitatis. 609 andern zween, dem dritten einen, einem jeden nach seinem Ver⸗ mögen, und zog bald hinweg. Da gieng der hin, der fünf Zentner empfangen hatte, und haͤndelte mit denselbigen und gewann andere fünf Zentner. Deßgleichen auch der zween Zentner empfangen hatte, gewann auch zween andere. Der aber einen empfangen hatte, gieng hin und machte eine Grube in die Erde und verbarg seines Herrn Geld. Über eine lange Zeit kam der Herr dieser Knechte und hielt Rechenschaft mit ihnen. Da trat herzu, der fünf Zentner empfangen hatte, und legte andere fünf Zentner dar und sprach: Herr, du hast mir fünf Zentner gethan; siehe da, ich habe damit andere fünf Zentner gewonnen. Da sprach sein Herr zu ihm: Ei du frommer und getreuer Knecht, du bist über wenigem getreu gewesen; ich will dich über viel setzen, gehe ein zu deines Herrn Freude. Da trat auch herzu, der zween Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zween Zentner gethan; siehe da, ich habe mit denselben zween andere ge—⸗ wonnen. Sein Herr sprach zu ihm: Ei du frommer und getreuer Knecht, du bist über wenigem getreu gewesen, ich will dich über viel setzen; gehe ein zu deines Herrn Freude. Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wußte, daß du ein harter Mann bist; du schneidest, wo du nicht gesäet hast, und sammelst, da du nicht gestreuet hast; und fürchtete mich, gieng hin und verbarg deinen Zentner in die Erde. Siehe, da hast du das Deine. Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du Schalk und fauler Knecht, wußtest du, daß ich schneide, da ich nicht gesaet habe, und sammle, da ich nicht gestreuet habe, so solltest du mein Geld zu den Wechslern gethan haben, und wenn ich kommen waäre, hätte ich das Meine zu mir genommen mit Wucher. Darum nehmet von ihm den Zentner und gebt es dem, der zehn Zentner hat. Denn wer da hat, dem wird gegeben werden und wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, das er hat, genommen werden. Und den unnützen Knecht werft in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. 2) Epistel, Ebr. 12, 18—24. Jyr seid nicht kommen zu dem Berge, den man anrühren konnte, und der mit Feuer brannte, noch zu dem Dunkel und Finsterniß und Ungewitter, noch zu dem Hall der Posaune und zur Stimme der Worte, welcher sich weigerten, die sie höreten, daß ihnen das Wort ja nicht gesagt würde. Denn sie mochtens nicht ertragen, was da gesagt ward: Und wenn ein Thier den Berg anrühret, soll es gesteiniget oder mit einem Geschoß erschossen werden. Und also erschrecklich war das Gesichte, daß Mose sprach: Ich bin erschrocken und zittere. Sondern ihr seid kommen zu dem Berge Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, zu dem himmlischen Jerusalem, und zu der Menge vieler tausend Engel, und zu der Gemeine der Erstgebornen, die im Himmel angeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten, und zu dem Mittler des neuen Testaments, Jesu, und zu dem Blut der Besprengung, das da besser redet denn Abels. Gesangbuch für die evangelische Kirche. 39 610 Zahrgang II. 27. Sonnt. n. Trinit. Feiert. Andreas. Thomas. Am 2. Sonntag nach Trinitatis. 1) Evangelium, Mark. 13, 33—37. Sehet zu, wachet und betet; denn ihr wisset nicht, wann es Zeit ist. Gleich als ein Mensch, der über Land zog und ließ sein Haus und gab seinen Knechten Macht, einem jeglichen sein Werk, und gebot dem Thürhüter, er sollte wachen. So wachet nun, denn ihr wisset nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob er kommt am Abend oder zu Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder des Morgens, auf daß er nicht schnell komme und finde euch schlafend. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: wachet! 2 Epistel, 1 Thess. 5, 14—24. Wir ermahnen aber euch, liebe Brüder: vermahnet die Ungezogenen, tröstet die Kleinmüthigen, traget die Schwachen, seid geduldig gegen jedermann. Sehet zu, daß niemand Böses mit Bösem jemand ver— gelte; sondern allezeit jaget dem Guten nach, beide unter einander und gegen jedermann. Seid allezeit fröhlich. Betet ohn Unterlaß. Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christo Jesu an euch. Den Geist dämpfet nicht. Die Weissagung verachtet nicht. Prüfet aber alles, und das Gute behaltet. Meidet allen bösen Schein. Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer Geist ganz samt der Seele und Leib müsse behalten werden unstraflich auf die Zukunft unsers Herrn Jesu Christi. Ge— treu ist der, der euch rufet, welcher wirds auch thun. Feiertägliche Episteln und Morgenlektionen. Am Feiertag Andreas. Cvangelium, Luk. 9, 57—62. Es begab sich aber, da sie auf dem Wege waren, sprach einer zu Jesu: Ich will dir folgen, wo du hingehest. Und Jesus sprach zu ihm: Die Fuͤchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nicht, da er sein Haupt hinlege. Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, daß ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. Aber Jesus sprach zu ihm: Laß die Todten ihre Todten begraben; gehe du aber hin und verkündige das Reich Gottes. Und ein anderer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, daß ich einen Abschied mache mit denen, die in meinem Hause sind. Jesus aber sprach zu ihm: Wer seine Hand an den Pflug legt und siehet zurück, der ist nicht geschickt zum Reich Gottes. Am Feiertag Thomas. Evangelium, Joh. 11, 1—27. Es lag aber einer krank, mit Namen Lazarus, von Bethania, in dem Flecken Marias und ihrer Schwester Martha. Maria aber war, die den Herrn gesalbt hatte mit Salben und seine Füße getrocknet mit ihrem Haare; derselbigen Bruder Lazarus lag krank. Da sandten seine Schwestern zu Jesu und ließen ihm sagen: Herr, siehe, den du lieb hast, der liegt krank. Da Jesus das hörete, sprach er: Die Krankheit ist nicht zum Tode sondern zur Ehre Gottes, daß der Sohn undei war, er zu Juͤnge steinit Sind stößet Nacht sagte schlaft Jung sagte Schla Undei daß i der d daß n schon bei 2 zu M Als“ Mari wares Meiß geben shricht ersteh ersteh Zeit ist. aus und 1d gebot r wisset n Abend Norgens, Was ich ezogenen, hig gegen jand ver⸗ uder und 5. Seid Christo verachtet len böͤsen urch und hehalten sti. Ge⸗ onen. einer zu h zu ihm: mel haben yt hinlege. rach abet: begrabe. begraben; in anden or/ daß „Jesus und sihe in Zahrgang II. Leiertag Stephanus und Zohannes. 611 Sohn Gottes dadurch geehret werde. Jesus aber hatte Martha lieb und ihre Schwester und Lazarus. Als er nun hörete, daß er krank war, blieb er zween Tage an dem Orte, da er war. Darnach spricht er zu seinen Jüngern: Laßt uns wieder in Judäa ziehen. Seine Jünger sprachen zu ihm: Meister, jenesmal wollten die Juden dich steinigen, und du willst wieder dahin ziehen? Jesus antwortete: Sind nicht des Tages zwölf Stunden? Wer des Tages wandelt, der stoͤßet sich nicht; denn er siehet das Licht dieser Welt. Wer aber des Nachts wandelt, der stößet sich; denn es ist kein Licht in ihm. Solches sagte er, und darnach spricht er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, daß ich ihn aufwecke. Da sprachen seine Jünger: Herr, schläft er, so wird es besser mit ihm. Jesus aber sagte von seinem Tode; sie meineten aber, er redete vom leiblichen Schlaf. Da sagte es ihnen Jesus frei heraus: Lazarus ist gestorben. Und ich bin froh um euretwillen, daß ich nicht da gewesen bin, auf daß ihr glaubet; aber lasset uns zu ihm ziehen. Da sprach Thomas, der da genannt ist Zwilling, zu den Jüngern: Laßt uns mitziehen, daß wir mit ihm sterben. Da kam Jesus und fand ihn, daß er schon vier Tage im Grabe gelegen war. Bethania aber war nahe bei Jerusalem, bei fünfzehn Feldweges. Und viele Juden waren zu Martha und Maria kommen, sie zu trösten über ihrem Bruder. Als Martha nun hoͤrete, daß Jesus kommt, gehet sie ihm entgegen; Maria aber blieb daheim sitzen. Da sprach Martha zu Jesu: Herr, wärest du hie gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben; aber ich weiß auch noch, daß, was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder soll auferstehen. Martha spricht zu ihm: Ich weiß wohl, daß er auferstehen wird in der Auf⸗ erstehung am jüngsten Tage. Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auf⸗ erstehung und das Leben; wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubest du das? Sie spricht zu ihm: Herr, ja ich glaube, daß du bist Christus, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen ist. Am Feiertag Stephanus. Lektion, Ebr. 12, 1—4. Darum auch wir, dieweil wir solchen Haufen Zeugen um uns haben, lasset uns ablegen die Sünde, so uns immer anklebt und träge macht, und lasset uns laufen durch Geduld in dem Kampf, der uns ver⸗ ordnet ist, und aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens, welcher, da er wohl hätte mögen Freude haben, er— duldete er das Kreuz und achtete der Schande nicht, und ist gesessen zur Rechten auf dem Stuhl Gottes. Gedenket an den, der ein solches Widersprechen von den Sündern wider sich erduldet hat, daß ihr nicht in eurem Muth matt werdet und ablasset. Denn ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden über dem Kämpfen wider die Sünde. Am Feiertag Johannes. Evangelium, Joh. 21, 1—14. Darnach offenbarte sich Jesus abermal den Jüngern an dem Meer bei Tiberias. Er offenbarte sich aber also. Es waren bei einander 612 Zahrgang II. Leiertag Mariä Reinigung. Matthias. Simon Petrus und Thomas, der da heißt Zwilling, und Nathangel von Kana in Galiläa und die Söhne Zebedäi, und andere zween seiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will hin fischen gehen. Sie sprachen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie giengen hinaus und traten in das Schiff alsobald; und in derselbigen Racht fiengen sie nichts. Da es aber jetzt Morgen ward, stund Jesus am Ufer; aber die Jünger wußten es nicht, daß es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werfet das Netz zur Rechten des Schiffs, so werdet ihr finden. Da warfen sie, und konnten es nicht mehr ziehen vor der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, welchen Jesus lieb hatte, zu Petrus: Es ist der Herr! Da Simon Petrus hörete, daß es der Herr war, gürtete er das Hemd um sich(denn er war nackt) und warf sich ins Meer. Die andern Jünger aber kamen auf dem Schiffe(denn sie waren nicht ferne vom Lande, sondern bei zweihundert Ellen) und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun austraten auf das Land, sahen sie Kohlen ge— legt und Fische drauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringet her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt. Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz aufs Land voll großer Fische, hundert⸗ unddreiundfünfzig. Und wiewohl ihrer so viele waren, zerriß doch das Netz nicht. Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl. Niemand aber unter den Jüngern durfte ihn fragen: wer bist du? Denn sie wußten es, daß es der Herr war. Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt es ihnen, desselbigengleichen auch die Fische. Das ist nun das drittemal, daß Jesus offenbaͤret ist seinen. Jüngern, nachdem er von den Todten auferstanden ist. Am Feiertag Mariä Reinigung. Evangelium, Luk. 1, 39—45. Maria aber stund auf in den Tagen und gieng auf das Gebirge endelich zu der Stadt Juda. Und kam in das Haus Zacharias und grüßete Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörete, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des heiligen Geistes voll und rief laut und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern, und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und o selig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Am Feiertag Matthias. Lektion, Jes. 53, 1—12. Aber wer glaubt unserer Predigt? Und wem wird der Arm des Herrn offenbaret? Denn er schießt auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwertheste, voller Schmerzen und Krank⸗ heit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; Jah darum heit un den, k er ist willen hätten in der Herr! ward, bankeg Schere und 6 Denn Misset Gottl. Unrec der H Leben in die fortge sehen Knech Daru Stark hat 1 getrag athangel e zween n fischen en. Sie rselbigen nd Jesus Spricht worteten Rechten unten es Juͤnger à3 Simon emd um andern erne vom mit den yohlen ge= Bringet trus stieg hundert⸗ rriß doch gs Mahl. bist dus zesus und auch die ist seinen Gebirge rius und Morias ward des let bist du 65 Leibes. n zu mi te hüpft du, M. gesagt 10 Jahrgang II. Keiert. Mariä Verkündigung. Philippus u. Jakobus. 613 darum haben wir ihn nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsere Krank⸗ heit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir giengen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, that er seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlacht⸗ bank geführet wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor seinem Scherer und seinen Mund nicht aufthut. Er ist aber aus der Angst und Gericht genommen. Wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missethat meines Volks geplaget war. Und er ist begraben wie die Gottlosen und gestorben wie ein Reicher; wiewohl er niemand Unrecht gethan hat, noch Betrug in seinem Munde gewesen ist. Aber der Herr wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Samen haben und in die Länge leben, und des Herrn Vornehmen wird durch seine Hand fortgehen. Darum daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben. Und durch sein Erkenntniß wird er, mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen; denn er trägt ihre Sünde. Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, darum daß er sein Leben in Tod gegeben hat und den übelthätern gleich gerechnet ist, und er vieler Sünde getragen hat und für die Übelthäter gebeten. Am Feiertag Mariä Verkündigung. Evangelium, Matth. 1, 18—23. Die Geburt Christi war aber also gethan. Als Maria, seine Mutter, dem Joseph vertrauet war, ehe er sie heimholete, erfand sichs, daß sie schwanger war von dem heiligen Geist. Joseph aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht rügen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen. Indem er aber also gedachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach: Joseph, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, dein Gemahl zu dir zu nehmen; denn das in ihr geboren ist, das ist von dem heiligen Geist. Und sie wird einen Sohn gebären, deß Namen sollt du Jesus heißen, denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden. Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen Immanuel heißen, das ist verdolmetschet: Gott mit uns. Am Feiertag Philippus und Jakobus. Evangelium, Joh. 4, 27—42. Und über dem kamen die Jünger Jesu, und es nahm sie Wunder, daß er mit dem Weibe redete. Doch sprach niemand: was fragest du? oder: was redest du mit ihr? Da ließ das Weib ihren Krug stehen und gieng hin in die Stadt und spricht zu den Leuten: Kommet, 614 Jahrgang II. Keiert. Johannes des Täufers. Petrus u. Paulus. sehet einen Menschen, der mir gesagt hat alles, was ich gethan habe, ob er nicht Christus sei? Da giengen sie aus der Stadt und kamen zu ihm. Indeß aber ermahneten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iß. Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, da wisset ihr nicht von. Da sprachen die Jünger unter einander: Hat ihm jemand zu essen gebracht? Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, daß ich thue den Willen deß, der mich gesandt hat, und voll⸗ ende sein Werk. Saget ihr nicht selber: es sind noch vier Monden, so kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: hebet eure Augen auf und sehet in das Feld, denn es ist schon weiß zur Ernte. Und wer da schneidet, der empfähet Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, auf daß sich mit einander freuen, der da saͤet und der da schneidet. Denn hie ist der Spruch wahr: Dieser saet, der andere schneidet. Ich habe euch gesandt zu schneiden, das ihr nicht habt gearbeitet; andere haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeit kommen. Es glaubten aber an ihn viele der Samariter aus derselbigen Stadt um des Weibes Rede willen, welches da zeugete: er hat mir gesagt alles, was ich gethan habe. Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, daß er bei ihnen bliebe; und er blieb zween Tage da. Und viel mehr glaubten um seines Worts willen und sprachen zum Weibe: Wir glauben nun fort nicht um deiner Rede willen; wir haben selber gehöret und erkennt, daß dieser ist wahrlich Christus, der Welt Heiland. Am Feiertag Johannes des Täufers. Evangelium, Matth. 14, 1—12. Zu der Zeit kam das Gerücht von Jesu vor den Vierfürsten Herodes. Und er sprach zu seinen Knechten: Dieser ist Johannes, der Täufer; er ist von den Todten auferstanden, darum thut er solche Thaten. Denn Herodes hatte Johannes gegriffen, gebunden und in das Gefängniß gelegt von wegen der Herodias, seines Bruders Philippus Weib. Denn Johannes hatte zu ihm gesagt: Es ist nicht recht, daß du sie habest. Und er hätte ihn gern getödtet, fürchtete sich aber vor dem Volk; denn sie hielten ihn für einen Propheten. Da aber Hero⸗ des seinen Jahrstag begieng, da tanzte die Tochter der Herodias vor ihnen. Das gefiel Herodes wohl; darum verhieß er ihr mit einem Eide, er wollte ihr geben, was sie fordern würde. Und als sie zuvor von ihrer Mutter zugerichtet war, sprach sie: Gib mir her auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers. Und der König ward traurig; doch um des Eides willen, und derer, die mit ihm zu Tische saßen, befahl ers ihr zu geben, und schickte hin und enthauptete Johannes im Gefängniß. Und sein Haupt ward hergetragen in einer Schüssel und dem Mägdlein gegeben; und sie brachte es ihrer Mutter. Da kamen seine Jünger und nahmen seinen Leib und begruben ihn, und kamen und verkündigten das Jesu. Am Feiertag Petrus und Paulus. A. Evangelium, Luk. 5, 1—11. Es begab sich aber, da sich das Volk zu Jesu drang, zu hören das Wort Gottes, und er stund am See Genezaͤreth und sah zwei Schiffe am S Netze, hat il und l zu red Netze syrach nichts Und d ihr N waren füllete Petru mirel Schre Fischz Nakob Jesus du M ließen Da denn einer ihr d Dien hige, Apoh nun, Gott gieße empf ihr Ongl Bau wie ulus. an habe, 1d kamen sprachen: zu essen, der: Hat ne Speise und voll⸗ Monden, auf und hwer da en Leben, schneidet. üidet. Ich t; andere glaubten um des agt alles, en, balen dg. Und schen zum llen; wir istus/ der Herodes. XTaufer; e Thaten. d in dab Philippus recht/ da ch abet vot aber Hert rodias vol mit einen 6 sie zubct auf einet önig und Nzu Li enthau hel an in einei er Muttet, ihn, Jahrgang II. Seiertag Jabobus des Größern. 615 am See stehen, die Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Netze, trat er in der Schiffe eines, welches Simons war, und bat ihn, daß ers ein wenig vom Lande führete. Und er setzte sich und lehrete das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehört zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Netze aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thaten, beschloßen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiff waren, daß sie kaͤmen und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und fülleten beide Schiffe voll, also daß sie sanken. Da das Simon Petrus sah, fiel er Jesu zu den Knieen und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken ankommen und alle, die mit ihm waren, über diesem Fischzug, den sie mit einander gethan hatten, desselbigengleichen auch Jakobus und Johannes, die Söhne Zebedäi, Simons Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie fuͤhrten die Schiffe zu Lande und ver— ließen alles und folgten ihm nach. B. Lektion, 1 Kor. 3, 3—13. Denn sintemal Eifer und Zank und Zwietracht unter euch sind, seid ihr denn nicht fleischlich und wandelt nach menschlicher Weise? Denn so einer sagt: ich bin Paulisch; der andere aber: ich bin Apollisch; seid ihr denn nicht fleischlich? Wer ist nun Paulus? Wer ist Apollo? Diener sind sie, durch welche ihr seid gläubig worden, und dassel⸗ bige, wie der Herr einem jeglichen gegeben hat. Ich habe gepflanzet, Apollo hat begossen, aber Gott hat das Gedeihen gegeben. So ist nun, weder der da pflanzet noch der da begießt, etwas, sondern Gott, der das Gedeihen gibt. Der aber pflanzet und der da be— gießet, ist einer wie der andere. Ein jeglicher aber wird seinen Lohn empfahen nach seiner Arbeit. Denn wir sind Gottes Gehilfen; ihr seid Gottes Ackerwerk und Gottes Gebäu. Ich nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe den Grund gelegt als ein weiser Baumeister, ein anderer bauet darauf. Ein jeglicher aber sehe zu, wie er darauf baue. Einen andern Grund kann zwar niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christ. So aber jemand auf diesen Grund bauet Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stoppeln, so wird eines jeglichen Werk offenbar werden; der Tag wird es klar machen. Am Feiertag Jakobus des Größern. Evangelium, Luk. 9, 51—56. Es begab sich aber, da die Zeit erfüllet war, daß Jesus sollte von hinnen genommen werden, wendte er sein Angesichte stracks gen Jerusalem zu wandeln. Und er sandte Boten vor ihm hin; die giengen hin und kamen in einen Markt der Samariter, daß sie ihm Herberge bestelleten. Und sie nahmen ihn nicht an, darum daß er sein Angesicht gewendet hatte zu wandeln gen Jerusalem. Da aber das seine Jünger Jako⸗ bus und Johannes, sahen, sprachen sie: Herr, willt du, so wollen 616 Zahrgang II. Seiert. Bartholomäus. Matthäus. Simon u. Zudas. wir sagen, daß Feuer vom Himmel falle und verzehre sie, wie Elia that? Jesus aber wandte sich und bedräuete sie und sprach: Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? Des Menschen Sohn ist nicht kommen, der Menschen Seelen zu verderben sondern zu er⸗ halten. Am Feiertag Bartholomäus. Evangelium, Mark. 13, 31—35. Und es kam die Mutter Jesu und seine Brüder und stunden haußen, schickten zu ihm und ließen ihn rufen.(Und das Volk saß um ihn.) Und sie sprachen zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder draußen fragen nach dir. Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter und meine Brüder? Und er sahe rings um sich auf die Jünger, die um ihn im Kreise saßen, und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und meine Brüder. Denn wer Gottes Willen thut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter. Am Feiertag Matthäus. Evangelium, Matth. 21, 28-22. Was dünket euch aber? Es hatte ein Mann zween Söhne, und gieng zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, gehe hin und arbeite heute in meinem Weinberge. Er antwortete aber und sprach: Ich will nicht thun. Darnach reuete es ihn und gieng hin. Und er gieng zum andern und sprach gleich also. Er antwortete aber und sprach: Herr, ja; und gieng nicht hin. Welcher unter den zweien hat des Vaters Willen gethan? Sie sprachen zu ihm: Der erste. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, die Zöllner und Huren mögen wohl eher ins Himmelreich kommen denn ihr. Johannes kam zu euch und lehrete euch den rechten Weg, und ihr glaubtet ihm nicht; aber die Zöllner und Huren glaubten ihm. Und ob ihr es wohl sahet, thatet ihr dennoch nicht Buße, daß ihr ihm darnach auch geglaubet hättet. Am Feiertag Simon und Judas. Evangelium, Luk. 17, 5—10. Und die Apostel sprachen zu dem Herrn: Stäarke uns den Glauben. Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben habt als ein Senfkorn und sagt zu diesem Maulbeerbaum: reiß dich aus und versetze dich ins Meer, so wird er euch gehorsam sein. Welcher ist unter euch, der einen Knecht hat, der ihm pflüget oder das Vieh weidet, wenn er heim kommt vom Felde, daß er ihm sage: gehe bald hin und setze dich zu Tisch? Ist es nicht also, daß er zu ihm sagt: richte zu, daß ich zu Abend esse, schürze dich und diene mir, bis ich esse und trinke; darnach sollt du auch essen und trinken? Danket er auch dem⸗ selbigen Knechte, daß er gethan hat, was ihm befohlen war? Ich meine es nicht. Also auch ihr, wenn ihr alles gethan habt, was euch befob⸗ len ist, so sprechet: wir sind unnütze Knechte; wir haben gethan, das wir zu thun schuldig waren. sSieewt ö( c Idas. wie Elig Wisset Sohn ist u zu er⸗ haußen, um ihn.) draußen ist meine auf die ist meine „ der ist und gieng eite heute Ich wil er gieng 1d sprach: hat des sus sprach zgen wohl euch und aber die et, thatet t hättet. Glauben. Senflorn rsehe dih nter luch/ et, wenn und sehe richtk 50, esse IN auch dem: Ich meine u bestbe than, das Gebete. Morgengebet auf alle Tage der Woche. Augütiger Gott und Vater! Durch deine Gnade habe ich wieder diesen Morgen erlebt; dein allmächtiger Schutz hat mich in dieser Nacht umgeben und vor Unfällen bewahrt. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Himmlischer Vater, ich bete dich an in deiner unendlichen Größe und Herrlichkeit. Lehre mich dich lieben als meinen höchsten Wohl⸗ thäter, dich verehren als meinen Vater, dich fürchten und dir gehor⸗ sam sein als meinem Herrn und Gott. Erwecke in mir einen leben⸗ digen Abschen gegen alles Böse, und mache mich durch Wachsthum in allem Guten dir immer aͤhnlicher. Erhebe mein Herz zum Himmel, den du mir zum Erbtheil bestimmt hast. Laß bei mir Frucht bringen das Evangelium deines Sohnes Jesu Christi, das eine göttliche Kraft ist, selig zu machen alle, die daran glauben. Heilige meine Seele und mache sie zu deiner Wohnung. Hilf mir durch die Kraft deines Geistes alle bösen Triebe, Neigungen und Begierden meines Herzens besiegen und standhaft gegen Sünde und Welt kämpfen. Wenn ich strauchle und falle, und in Gedanken, Worten und Werken sündige, so sei mir gnaͤdig nach deiner Güte, womit du mich in deinem Sohne Jesu Christo geliebet und zu deinem Kind angenommen hast. Vergib mir alle meine Sünden; verzeihe mir auch die verborgenen Fehler. Hilf mir wachen über mein Herz; lehre mich prüfen und erfahren, ob ichs redlich meine. Laß mich die Wichtigkeit eines jeden Lebens⸗ tages, auch des heutigen, der mich der Ewigkeit wieder um einen Schritt naͤher bringt, ernstlich bedenken. Gib, daß ich ihn zu deiner Ehre, zu meinem eigenen Heil und zum Wohl meiner Mitmenschen anwende. Bewahre mich vor allen Sünden des Ärgernisses, des bösen Beispiels und der Verführung, und laß mich keinem der Brü⸗ der, für welche Christus gestorben ist, eine Ursache zur Sünde und zum Verderben, sondern allen, die mir nahe sind, durch einen er⸗ baulichen Wandel zum Segen werden. Mache mich liebreich, wohl— wollend, dienstfertig, verträglich und versöhnlich gegen alle meine Brüder und Schwestern. Lehre mich in frohen Stunden, die du mich heute erleben lässest, eingedenk sein, daß du mich einst über all mein Thun und Lassen zur Rechenschaft ziehen wirst. Lassest du heute ein kleines oder großes Leiden über mich kom⸗ men, so stärke meinen Glauben und gib mir Kraft zur Geduld; hilf mir alle Lasten des Lebens, die du auflegst, tragen. Gib meiner Seele stillen Frieden und die selige Heiterkeit, welche die Liebe zu dir und deinem Sohn Jesu Christo gewahret. Segnealle meine Mitmenschen, segne besonders diejenigen, die meinem Herzen nahe sind, mit deinem zeitlichen und ewigen Segen. Erbarme dich aller Verlassenen, Bekümmerten, Rothleidenden, Armen, Kranken und Sterbenden, sei ihnen mit deiner Hilfe und mit deinem Troste nahe. Dir befehle ich Seele und Leib, meine Gedanken und Werke⸗ Freuden und Leiden und alles, was ich habe und bin. Leite mich nach deinem weisen Rath. Ach Herr, lehre mich thun nach deinem 618 Morgengebet. Abendgebet auf alle Tage. Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn! Amen. Kürzeres Morgengebet. O Herr Gott, Vater und Herr meines Lebens! Ich danke dir und rühme deinen herrlichen Namen. Leben und Wohlthat hast du gn mir gethan, und dein Aufsehen bewahret meinen Odem. Du hast mich behütet und unter dem Schatten deiner Flügel beschirmet; deine Barmherzigkeit ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Laß meinen Mund deines Ruhmes täglich voll sein, und vergib mir alle meine Sünden. Thue mir wohl nach deiner Barmherzigkeit. Weise mir deinen Weg und leite mich auf richtiger Bahn. Laß mir auch heute deine Gnade widerfahren; verlaß mich nicht und ziehe deine Hand nicht ab von mir. Herr, mein Gott, sei mir freundlich und fördere das Werk meiner Hände. Erhalte meinen Gang auf deinen Fußsteigen, daß meine Tritte nicht gleiten. Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich. O Gott, groß von Rath und mächtig von That, stärke mich durch deinen guten Geist, daß ich deinen Namen fürchte. Behüte meinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! Amen. Abendgebet auf alle Tage der Woche. Getreuer Gott, Herr und Vater meines Lebens! Du fährest von einem Tage zum andern fort, mich zu segnen und mir Gutes zu thun. Auch heute hast du mich erhalten, ernährt und versorgt, geschüzt und bewahrt, gesegnet und erfreut. Dafür preiset dich meine Seele und verkündigt in dieser stillen Abendstunde dein Lob. Durch manche gute Eindrücke, durch heilsame Rührungen, durch kräftige Ermunterungen hat mich deine Gnade auch heute erweckt, immer besser, weiser, frömmer und für dein himmlisches Reich tüch— tiger zu werden. Möchte ich stets deiner treuen väterlichen Leitung gefolgt und deine Gnaͤde nicht vergebens empfangen haben. Ach vergib mir, barmherziger Vater, jeden Undank und Ungehorsam gegen dich, dessen ich mich heute schuldig gemacht habe. Vergib mir um Jesu Christi willen alle Sünden, die ich in Gedanken, Worten und Werken begangen habe, alle Versaͤumnisse des Guten, alle Fehler und übertretungen deiner heiligen Gebote. Vater des Lichts und der Gnaͤde, der du in uns wirkest das Wollen und das Vollbringen nach deinem Wohlgefallen, schenke mir den Beistand deines Geistes, daß ich täglich wachse in deiner Erkenntniß und in der Heiligung des Herzens und Lebens. Laß mich einen guten Kampf kämpfen, daß ich den Glauben und ein gut Gewissen behalten möͤge. Auch heute bin ich wieder um einen Schritt dem Ziele der Ewig⸗ keit näher gerückt. Lehre mich bedenken, wie kurz meine irdische Vorbereitungszeit und wie ungewiß die Dauer derselben ist. Erwecke mich, zu ergreifen das eine, was Arrr⸗ ist, um das Heil meiner unsterblichen Seele zu gewinnen. Hilf mir wachen und beten, daß ich in deiner Furcht mein irdisches Tagewerk einst vollenden und am letzten Abend meines Lebens zu deiner seligen Ruhe eingehen möͤge. Die dunkle Nacht ist jetzt eingebrochen. Auch in der Finsterniß bist du, Herr, bei mir. Schütze mich und die Meinigen vor Unglück und Gefahr. O du treuer Menschenhüter! Wache über alle deine Kind Und und seufze Zeug 0 dami deine Herr diese Geis leit Dir O/ Ruh dich mir dein ihre mich dir und st du an Du hast et; deine oß. Lß mir alle Deise mir uch heute ne Hand d föͤrdere ußsteigen, cheit und t, starke „Behüte Amen. e. hrest von Gutes zu versorgt, iset dich dein Lob. n, durch erweckt/ eich tůch⸗ Litung en. Ach gehorsam ergib mit Worten le gehlet chts und llbringen Geistes gung des fen, daß er Cwig: irdische Crlbecke meiner Ien, deß Kürzeres Abendgebet. Am Sonntag Morgen. 619 Kinder. Lindre allen Kranken, Elenden und Traurigen ihren Schmerz und Kummer. Sende dein Licht und deinen Trost in jedes dunkle und niedergedrückte Herz. Trockne die Thränen derer, die um Hilfe seufzen. Laß die letzten Stunden und Augenblicke aller Sterbenden Zeugen deiner väterlichen Erbarmung sein. Laß mich morgen mit neuer Kraft und Munterkeit erwachen, damit ich aufs neue dir die Opfer meines Dankes bringen und zu deinem Preise meinen Christenlauf fortsetzen moͤge. Solltest du aber, Herr über Leben und Tod, mich nach deinem ewigen Rathschluß in dieser Nacht von der Welt abrufen, so nimm meinen unsterblichen Geist auf in die Wohnungen des Friedens zum Genusse der Herrlich⸗ keit und Seligkeit, die du mir durch Jesum Christum bereitet hast. Dir sei Ehre und Lob von nun an bis in Ewigkeit! Amen. Kürzeres Abendgebet. O Gott, du einiges und hoͤchstes Gut! In dir allein findet mein Herz Ruhe und in deiner Gnade die höchste Freude. Herr, wenn ich nur dich habe, so habe ich genug. O wie wohl ist meiner Seele, wenn du mir gnaͤdig bist und mein Gewissen stillest! Erhalte in meinem Herzen deinen Frieden und thue ferner meiner Seele Gutes. Starke mich in allen Leiden durch den inwendigen Trost deines heiligen Geistes. Bringe mich, wann die letzte Nacht meines Lebens einbricht, an den Ort der ewigen vollkommenen Ruhe, damit ich schaue dein Antlitz in Ge⸗ rechtigkeit und gesättigt werde aus deiner ewigen Freudenfülle! Amen. Am Sonntag Morgen. Gesegnet sei mir der Tag, den du, Vater der Gnade und Barm⸗ herzigkeit, mich heute erleben lassest. Gesegnet der Tag des Herrn, an welchem ich von irdischen Geschäften ruhen und meinen Geist mit dem Höheren und Ewigen beschaftigen soll. Lehre mich über das Heil meiner durch Jesum theuer erkauften Seele ernstlich nachdenken. In deinem untrüglichen und seligmachenden Worte, das heute verkündiget wird, finde ich den Weg zum Leben. Laß es durch deinen Geist hell und kräftig in mir werden, daß es meinen Verstand er⸗ leuchte, mein Gewissen beruhige, mein Herz und Leben heilige und meine Seligkeit schaffe. Laß es mich heute recht tief und innig empfinden, welch Glück es sei, ein Christ zu sein und mit geistigen und himmlischen Gütern durch deinen Sohn, Jesum Christum, gesegnet zu werden. Herr, rede du heute selbst an mein Herz, du hast Worte der Wahrheit; rede zu mir, denn du hast Worte der Liebe; rede zu mir, denn du hast Worte des Trostes und der seligsten Hoffnung. Offne mir das Auge des Geistes, daß ich schaue deine Geheimnisse und erkenne die Gebote deiner Liebe. Rede zu meiner Seele, daß ich lebe und nicht ewiglich sterbe. Laß den unvergänglichen Samen deines Wortes in mir keimen und gedeihen, daß er Früchte bringe, die für das ewige Leben reifen. Segne meine Andacht, damit sie eine Anbetung deines Namens im Geist und in der Wahrheit sei. Bewahre mich vor Gedankenlosigkeit, vor Leichtsinn und vor allen sünd⸗ lichen Zerstreuungen, durch welche der heutige, dir und deinem Dienst geweihte Tag entheiligt wird. Laß einen schönen geistigen Segen des heiligen Tages, den ich heute feiere, mich auf die ganze Woche, 620 Am Sonntag Abend und Montag Morgen. auf meine folgende Lebenszeit, ja bis in die Ewigkeit begleiten. Heilige mich, Vater, durch deine Wahrheit, dein Wort ist Wahrheit. Heilige mein inneres und äußeres Leben durch fromme Übungen der Andacht; dein Dienst ist Leben und Seligkeit! Amen. Am Sonntag Abend. Herr, mein Gott und Vater! Mit Mund und Herzen preise ich dich an dem Abend dieses heiligen Tages für alles Gute, das du mir von meiner Kindheit an und auch heute an Leib und Seele erwiesen hast. Wie soll ich dir insbesondere danken für deine Liebe, die mich gerettet hat aus der Finsterniß des Irrthums, und für deine Gnade in Christo Jesu, die mich elenden und schwachen Menschen zur ewigen Freiheit und Seligkeit erheben will? Ach was wäre ich ohne dein Wort und ohne den Trost deiner Verheißung? Herr, wie soll ich deinen Namen genug rühmen? Wie soll mein Wandel ein Ruhm deiner Gerechtigkeit werden? Vater, du weißest, daß ich allein nichts vermag. Siehe, ich suche dich, aber ich kann dich allein nicht finden; ich wünsche dein Licht, aber ich kann allein mich nicht erleuchten; ich sehne mich nach deiner Gnade, aber ich kann allein sie nicht gewinnen; ich weiß deinen Willen, aber ohne deinen Beistand vermag ich ihn nicht zu erfüllen. Darum hilf du mir, da ich mir selbst nicht zu helfen vermag. Sende deinen Geist in mein Herz, daß er mich rei— nige, erleuchte, stärke und heilige. Laß dein Wort nicht vergebens an mir sein, und gib, daß ich nicht bloß Hörer sondern auch Thäter desselben werde und die Frucht meines Glaubens, nämlich der Seelen Seligkeit, davon trage. Wende dein Antlitz nicht von mir und ent— ziehe mir nicht deine Gnaͤde; führe mich stets auf rechter Bahn, und dein heiliger Geist tröste mich. Deine Güte walte auch in dieser Nacht über mir, über den Meinigen und über alle Menschen. Laß mich den kommenden Morgen gesund erleben, damit ich die Geschäfte meines Be— rufs im Aufsehen auf dich freudig fortsetze. Und einst, wann mein irdisches Tagwerk zu Ende ist, laß mich dahin gelangen, wo ich dir mit allen Gerechten in ewiger Unschuld und Seligkeit dienen werde! Amen. Am Montag Morgen. Mein Gott und Vater! Zu dir erwache ich am neuen Morgen; du sollst der erste, der größte und heiligste Gedanke meiner Seele sein. An wen sollte ich eher denken als an dich, den Erhalter alles Lebens, den Schöpfer aller Freuden, den Geber alles Heils und aller Glück— seligkeit? Du bist der Allmächtige und gebrauchst deine Allmacht nur zu unsrem Segen. Du bist die Liebe und erbarmest dich aller deiner Werke. Du sorgst immer väterlich für unser wahres Wohl; du— wählst stets für uns das Beste; und wenn uns auch oft dein Rath unerforschlich ist, so führst du doch alles herrlich hinaus. Du wirst, ewige Liebe, auch von mir deine Hand niemals abziehen. Gib mir, daß ich dir vertraue, dich liebe und mich deiner Gnade nicht durch Ungehorsam gegen deine Gebote unwerth mache; dann wird mir alles, was du schickst, zum Besten dienen. Darum werfe ich mich an diesem Morgen aufs neue freudig in deine Vaterarme und fühle mich heiter und froh in dem Gedanken, daß du mein Gott bist. Deine Güte waltet für und für über alle, die deinen Bund und deine Zeugnisse halter und senhei hast, und Guͤte Nam Aun ich k Stur begle uns wenr verli unse daß anni Dan Stal laß Pre will wirt wirt Ewi Got ken mit den chel übe blei gleiten. ahrheit. gen der ich dich du mir rwiesen ie mich Gnade ewigen ne dein soll ich Ruhm nichts finden; ten; ich vinnen; ich ihn nicht zu nich rei⸗ rgebens Thäter Seclen nd ent⸗ n, und Nacht nich den nes Be⸗ irdisches lit allen men. gen; du le sein. Lebens/ Gluͤc⸗ icht nut deiner hlz du in Math wilsl/ jib mit/ 1 durch r alles, ö diesem heiter Gute cugniss Am Montag Abend und Dienstag Morgen. 621 halten. O so floͤße mir Lust und Freudigkeit ein, dir zu gehorchen und deinen Willen zu thun! Schenke mir Willigkeit und Unverdros⸗ senheit, alle Arbeiten meines Berufs, in welchen du mich gesetzt hast, zu verrichten, Kraft, alle Schwierigkeiten zu besiegen, Muth und Ausdauer, alle Plagen und Beschwerden zu tragen. Herr, deine Güte sei über mir! Erhalte mich bei dem einen, daß ich deinen Namen fürchte, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! Amen. Am Montag Abend. Allmachtiger Gott und Vater! Beschützt und gesegnet von dir schließe ich wieder einen Tag meines Lebens. Schnell und flüchtig sind seine Stunden dahin geflossen. Und doch, mit wie vielen Wohlthaten sind sie begleitet! Kein Tag, keine Stunde, ja kein Augenblick vergeht, worin uns nicht neue Segnungen von deiner Hand bereitet werden. Und wenn wir die ganze Reihe unserer Jahre und Tage überblicken, so verlieren wir uns im Anschauen deiner zahllosen Erbarmungen, und unser gerührtes Herz stimmt in die Worte ein: Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkest, und das Menschenkind, daß du dich seiner annimmst? So laß dir jetzt das Abendopfer meines Lobes und Dankes wohlgefallen. Dein Vaterherz verschmäht auch das schwache Stammeln deiner Kinder nicht. Sanft und unter deinem Frieden laß mich schlummern und ruhen, bis der Morgen mich zu neuem Preise deines Namens, aber auch zu neuer Thaͤtigkeit ruft. Ruhend will ich in dir ruhen, wirkend in dir, mit dir, für dich wirken, wirken, solange es Tag ist, denn es kommt die Nacht, da niemand wirken kann, wirken hier in der Zeit, denn es folgt eine grenzenlose Ewigkeit, es nahet sich ein Tag der Offenbarung des gerechten Gerichts Gottes, an welchem er geben wird einem jeglichen nach seinen Wer⸗ ken, nämlich Preis und Ehre und unvergängliches Wesen denen, die mit Geduld in guten Werken trachten nach dem ewigen Leben, aber denen, die da zaͤnkisch sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehor— chen aber dem Ungerechten, Ungnaͤde und Zorn, Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die da Böses thun. Herr, sei und bleibe mit mir auch in dieser Nacht! Amen. Am Dienstag Morgen. Mein Gott, ich will dich loben und deine Barmherzigkeit, die an jedem Morgen neu ist; ich will dich preisen, der überschwenglich thut über alles, was wir bitten und verstehen. Auch in der vergangenen Nacht hast du mich behütet und Gefahr und Unglück von mir abgewendet. Deine Augen sahen auf mich und deine Arme waren ausgebreitet, da ich ruhete. Du hast das Licht erneuert und rufst mich wieder an mein Tagwerk. O wie groß ist der Reichthum deiner Segnungen, und wie unzählig sind die Erwei⸗ sungen deiner Barmherzigkeit! Wie hast du mich alle Tage meines Lebens so gnaͤdig geleitet! Sollte ich dir nicht danken, o mein Gott, solange ich lebe? Höre, Vater, dein Kind, und laß dir wohl⸗ gefallen die Rede meines Mundes. 2Rimm mich selbst dir zum Opfer hin, und weihe mich aufs neue deinem Dienste. Erleuchte und hei⸗ lige mich durch die Gnaͤde deines Geistes. Gründe mich im Glauben und stärke mich in der Liebe. Erwecke in mir den Eifer in der S‚..‚ss‚ 62² Am Dienstag Abend und Mittwoch Morgen. Heiligung. Bewahre mein Herz vor sündlichen Begierden und vor den Freuden, welche das Gewissen verdammet. Mache mich standhaft in jeder Versuchung; stütze mich, wann ich wanke, und richte mich auf, wann ich falle. Gib mir geduldige Ergebung bei jedem Schmerze. Schütze mich vor Vermessenheit und Unmuth, vor Leichtsinn und Thor— heit. Schenke mir den Geist der Liebe, der Sanftmuth und Scho— nung. Lehre mich aufsehen auf Jesum Christum, meinen Herrn, und laß durch seine große Liebe mein Herz entzündet werden. Deiner gnädigen Führung übergebe ich mich; deine Kraft stärke mich. Segne meine Arbeit und gib Gedeihen meinen Bemühungen. Gib mir mein täglich Brot und ein genügsames und frohes Herz. Erhalte Leib und Seele gesund, und bewahre mein Leben. Dir befehle ich mich, ge⸗ treuer Gott; dein heiliger Wille geschehe an mir. Sei mir gnädig nach deiner unendlichen Liebe; erhöre mich um Jesu Christi willen! Amen. ö Am Dienstag Abend. Allweiser und allgütiger Vater! Alle meine Wünsche sollen deinem Willen unterthan sein. Immerdar will ich sprechen: Herr, wenn es dir gefällt, so geschehe es also; wenn es dir zur Ehre gereicht, so laß es durch mich vollbracht werden; wenn du es heilsam findest, so laß es mich erlangen; wenn du aber siehst, daß es das Heil meiner Seele nicht fördern würde, so tilge auch das Verlangen darnach aus meiner Seele. Mache es denn immer mit mir, wie du weißest, daß es mir gut ist, und wie es dir gefaällt. Stelle mich, wohin du willst; ich bin zu deinem Dienste bereit. Ich will nicht mir leben sondern dir, und o möchte ich dir nur vollkommen leben! O möge deine Gnade bei mir bleiben und in mir wirken und bis ans Ende bei mir beharren! Laß mich nur immer das suchen und wollen, was dir gefällt; dein Wille sei der meine, mein Wollen und Nichtwollen sei immer nur eins mit dem deinigen. Gib, daß ich nach dir mehr als nach allem, was das Herz wünschen mag, ver⸗ lange, daß ich in dir ruhe und mein Gemüth sich allein in dir befriedige. Du allein bist der wahre Friede und die wahre Ruhe des Herzens. Durch Jesum Christum, unsern Herrn und Heiland, haben wir Frieden mit dir und freien Zugang zu deiner Gnade. In deinem Frieden, in dir, dem einen höchsten und ewigen Gut, laß mich auch jetzt einschlafen und ruhen! Amen. Am Mittwoch Morgen. Barmherziger, gnadiger Gott, du Vater des ewigen Lichts und Trostes, dessen Güte und Treue alle Morgen neu ist! Dir danke ich, daß du mich in dieser Nacht gnädig behütet hast und das lieb⸗ liche Tageslicht wieder für mich anbrechen ließest. Laß mich in deiner Gnade und Liebe diesen Tag verleben, und erleuchte mich mit dem himm—⸗ lischen Licht, welches mir in deinem Sohn Jesu Christo aufgegangen ist. Bewahre in meinem Herzen den Glauben, den du darin ange— zündet hast; mehre und stärke denselben in der Liebe und Demuth, daß ich in den heiligen Fußstapfen meines Erlösers wandle und die Ehrfurcht vor dir in allem meinem Thun mich begleite. Erwecke in mir eine heilige Begierde nach deiner Gerechtigkeit, bewahre mich vor der Sünde, behüte mich vor Versuchung, und lehre mich thun nach deiner Sei Dirl Segne Wohl halte Herr, und Lob * Wohl mich ergui Seel deine Erde dunb denn dir Bin Weg mir Nac Ewi mein Glü dein auf Va nen vor den dhaft in nich auf, öchmerze. nd Thor⸗ d Scho⸗ rn, und rke mich. Gib mir alte Leib nich, ge⸗ ldig nach Amen. deinem wenn es „ so laß „ so laß meiner nach aus zest, daß u willst; sondern ken und 3 suchen Wollen ib, daß nag/ ver⸗ in dir Ruhe des d, haben deinem nich auch ts und Hir danke 906 lieb⸗ in deinel m himm⸗ egangen in ange⸗ demuth/ und die wece in nich yht nach V Am Mittwoch Abend und Donnerstag Rlorgen. deinem Wohlgefallen. Dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Sei du mein Schutz und mein Trost in allen Widerwärtigkeiten. Dir befehle ich meine Gedanken, mein Herz und all mein Vornehmen. Segne mein Thun, und laß es zu deines Namens Ehre und zum Wohl meines Nächsten gereichen. Leite mich in deiner Gnade und halte deine Hand über mir. Behüte meinen Ausgang und Eingang. Herr, segne und behüte mich; laß dein Angesicht über mich leuchten, und gib mir deinen Frieden hier und dort einst ewig! Amen. 9 Am Mittwoch Abend. Lob und Preis sei dir gesagt, mein Schöpfer und Herr, mein gütigster Wohlthäter und Vater, für den Reichthum deiner Gnade, womit du mich bisher erfreuet und in diesem mühevollen Erdenleben so oft erquicket hast. Wie wenig kann alles Irdische und Vergangliche meine Seele befriedigen, wenn ich dich nicht liebe, mein Gott, und mich deines gnädigen Wohlgefallens nicht erfreuen darf. Alles, was auf Erden ist, ist hinfällig; auf dich nur kann ich mich gänzlich verlassen; du bist mein Trost, du bist mein hochstes Gut. Bei dir suche ich denn auch in dieser Abendstunde Ruhe für meine Seele, und gelobe dir aufs neue, mein ganzes Leben nach deinem Willen einzurichten. Bin ich auch heute in Gedanken, Worten und Werken von deinen Wegen abgewichen, so verzeihe, allgütiger Vater! Befestige selbst in mir den Vorsatz, unstraͤflicher vor dir zu wandeln, treuer in der Nachfolge meines Heilandes zu werden, und mich ernstlicher auf die Ewigkeit vorzubereiten. Laß mich in deiner Liebe und in der Ge⸗ meinschaft mit dir und deinem Sohn Jesu Christo mein höͤchstes Glück suchen und mit zufriedenem und gelassenem Sinn alles aus deiner Hand annehmen. Regiere mich durch deinen guten Geist, daß ich auf dem Wege des Glaubens und der Gottseligkeit dem himmlischen Vaterland zueile und einst nach dieser Prüfungszeit bei dir mit den rei⸗ nen Freuden der vollendeten Gerechten ewig erquickt werde. Amen. Am Donnerstag Morgen. O gnädiger und liebreicher Gott, du meine Burg und mein Schild! Ich erhebe mein Herz zu dem Throne deiner Gnade und danke dir, daß du in der vergangenen Nacht deinen Schutz über mich ausgebreitet und Leib und Seele vor allem Unfall bewahret hast. Gelobet seist du, o Herr, täͤglich, und gelobet sei dein heiliger Name ewiglich. Mein Gott, du lässest einen Tag meines Lebens nach dem andern erscheinen, daß ich mich zur Ewigkeit bereiten und meine Seele dir zum Eigenthum und zur Wohnung ergeben soll. O laß mich jeden, auch den heutigen Tag so anwenden, daß ich schaffe, selig zu werden mit Furcht und Zittern. Laß mich, o Heiland, heute in deine Fußstapfen treten, so werde ich den Verführungen der Welt und den Tücken meines eigenen Herzens entfliehen. Herr, ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. Laß mich gesegnet sein und nimm den Segen nicht von mir. Laß mich unter meinen Berufsgeschäften mein Herz fleißig zu dir richten und von deiner Gemeinschaft nicht los gerissen werden. Steht mir heute ein Kampf bevor, so hilf mir überwinden; regt sich ein sünd— licher Gedanke im Herzen, so stärke mich, daß ich ihn durch deinen Geist unterdrücke. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach 62⁴ Am Donnerstag Abend und Lreitag Morgen. deinem Wort, sei und bleibe auch heute mein Beschützer; nur bei dir kann ich recht bewahret sein! Amen. Am Donnerstag Abend. Durch deine Gnaͤde, o Gott, habe ich den heutigen Tag glücklich zu Ende gebracht. Große Barmherzigkeit hast du auch heute an mir bewiesen. Wie soll ich dir vergelten alle deine Wohlthat, die du an mir gethan hast? Nimm gnädig an das Dankopfer meines Herzens. Schenke mir aber auch immer mehr Lust und Kraft, alle von dir empfangenen Güter und Gaben nach deinem Wohlgefallen anzuwenden. Verzeih mir alle Sünden, Fehltritte und Versaͤumnisse des heutigen Tages. Du bist ja gnädig, barmherzig, geduldig, von großer Güte und Treue, und erbarmest dich über alle, die deine Gnade im Glaͤu— ben an Jesum Christum, den Versühner aller Sünden, ernstlich suchen und bewahren. Stärke mich aber auch durch deinen Geist in dem ernsten Vorsatz, alles, was dir mißfäͤllt, zu hassen und zu lassen, und mit Freuden zu thun, was dein Wille von uns fordert. Hilf mir mit jedem Tage meiner irdischen Pilgerschaft fertiger werden in allem guten Werk und mich auf jenes bessere Leben in der Ewigkeit vorbereiten. O Gott alles Trostes, nimm dich auch in dieser Nacht aller Kranken und Nothleidenden väterlich an; höre die Seufzer aller Sterbenden und stehe ihnen in ihren letzten Augenblicken mächtig bei. Dir, Herr und Vater, übergebe ich mein Leben und alle meine Schicksale. Dein allmaͤchtiger Schutz bedecke mich, daß mich ein sanf⸗ ter Schlaf erquicke und meine Kräfte auf den kommenden Tag stärke. Erhöre mein Flehen um Jesu Christi willen! Amen. Am Freitag Morgen. Der Tag, den wir durch deine Gnade, himmlischer Vater, beginnen, erinnert uns vor allem an das große Werk der Erlösung des ganzen sündigen Menschengeschlechts, das du durch deinen Sohn Jesum Christum ausgeführt hast. O unendliche Liebe! Also liebtest du die Welt, daß du deinen eingebornen Sohn dahin gabst, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Was können wir dir vergelten, o Gott, für deine Barm— herzigkeit? Wie sollen wir dich loben und dir danken? Erhaben über alle Erkenntniß ist deine grenzenlose Liebe. Vernimm in deiner Herr— lichkeit das Stammeln unsres Mundes und die schwachen Seufzer unsrer Seele, die wir dir darbringen für alle deine Erbarmungen, wodurch du uns in deinem Sohn, unsrem Heiland, zu Hilfe kamst. Du starbst für unsere Sünden, Herr Jesu, und standest auf zu unsrer Rechtfertigung und herrschest nun in Ewigkeit zur Rechten deines Vaters und bittest für uns. Dir ist alle Gewalt gegeben, daß in deinem Namen sich alle Kniee beugen und alle Zungen bekennen sollen, daß du der Herr seiest zur Ehre Gottes des Vaters. Ge— lobet sei dein heiliger Name in Ewigkeit! O mache uns würdig, himmlischer Vater, der Verheißungen deines Sohnes. Laß uns immer reichlicher zum Genuß deiner Gnade gelangen. Würdige uns tieferer Blicke in das Geheimniß deiner Erbarmungen, und zerstreue alle Finsternisse unseres Herzens durch die Strahlen deines ewigen Lichtes. Stärke, kraftige, gründe uns durch die helle Erkenntniß unser hilf! Mi ges uns du u und sei 1 Leide als gls baret guf Dein Fuͤh zund Zufr unse dein dir sinn schet laß wir Vat Lol Nai Gut dein Lan zu me net Se ges He lös nur bei glücklich an mir e du an Herzens. von dir wenden. heutigen er Guͤte m Glau⸗ ch suchen in dem sen, und Hilf mir rden in Ewigkeit er Nacht Seufzer mäachtig le meine ein sanf⸗ 9 starke. eginnen/ 5 ganzen Jesum t du die daß all, ge Lben eBarm: ben ber ler Hert⸗ Seufzer mungen se kams. ju unster deines 5l „daß! hekennen 15. G. n deines elangen. mungen, beinte senntniß Am Freitag Abend und Samstag Morgen 62⁵ unsers Erlösers. Hilf uns inniger an ihn glauben, ihn herzlicher lieben, bilf uns ihm leben, der für uns gestorben und auferstanden ist! Amen. Am Freitag Abend. Mit gerührtem Herzen erinnern wir uns auch am Abend dieses Ta— ges an deine Liebe, womit du, Herr Jesu, unser göttlicher Erlöser, uns bis zum Tod am Kreuz geliebet hast. An diesem Tag hast du uns sterblichen Sündern durch deinen Versöhnungstod Trost, Licht und Hoffnung im Leben, Leiden und Sterben errungen. Gesegnet sei uns das Andenken an dein göttliches Mittlerverdienst, an dein Leiden und Sterben. Du hast es um uns verdient, daß wir dich als unsern Heiland und Herrn, als unsern Retter und Versöhner, als den Urheber des Friedens und der ewigen Seligkeit mit dank— barem Herzen verehren. Ja dich wollen wir von ganzer Seele lieben, auf dich unser Vertrauen setzen, denn du bist uns Alles in Allem. Deiner Leitung wollen wir uns hingeben, denn du bist der treueste Führer, die kräftigste Stütze. Gib uns selbst eine recht innige Liebe zu dir ins Herz, und hilf uns deinen Geboten, die nur auf unsere Zufriedenheit und Seligkeit abzwecken, willig gehorchen. Gib, daß unser Wandel dein Evangelium in allen Stücken ziere; lehre uns auf dein Vorbild unser Auge unverrückt heften und in dem Bestreben, dir mit jedem Tage ähnlicher zu werden, nicht ermüden. Dein guter Geist befestige in uns alle guten Vorsätze und Ge— sinnungen. O du, der du im Himmel lebst, du, den Engel und Men⸗ schen anbeten, blicke vom Throne deiner Herrlichkeit herab auf uns, laß uns deine segenvolle Naͤhe empfinden; laß uns fühlen, wie selig wir sind, wenn wir mit dir in Gemeinschaft stehen. Verleihe uns, Vater Jesu Christi, und durch ihn auch unser Vater, in dieser Nacht deinen gnädigen Schutz! Amen. Am Samstag Morgen. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen; lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. O ewiger Gott, wie unerforschlich ist deine Weisheit, wie groß deine Güte und Gnade, wie überschwenglich deine Barmherzigkeit und Langmuth, wie unbegreiflich deine Allmacht und Liebe! Herr, ich bin zu gering aller Wohlthat, die du an mir gethan hast. Sei gelobet, mein Gott und Vater, daß du mich ans Licht gerufen, mich zu dei— nem Ebenbilde gemacht und mir eine vernünftige Seele gegeben hast. Sei gepriesen, daß du dich auch meiner erbarmt, mir deinen Sohn geschenkt und ihn auch für mich zu einem Fürsprecher und Erlöser, Heiland und Mittler gemacht hast. Auch ich bin versöhnt und er— löͤst durch das Leiden und Sterben deines Sohnes, auch ich bin ein Erbe aller himmlischen Güter, und dein heiliger Geist versiegelt mich auf den Tag der Erlösung. Sei gelobet in Ewigkeit, daß du mich armen verderbten Menschen aus meinem Elende gerissen, durch das Wort des Evangeliums berufen, meine finstere Seele erleuchtet, mein krankes Herz geheilt und mich zu einem neuen Menschen, zu einem Erben des ewigen Lebens gemacht hast. Mein Gott, wie hast du mich von meiner Kindheit an bis auf Gesangbuch für die evangelische Kirche. 40 62⁰ Am Samstag Abend. diesen Tag mächtig erhalten, väterlich versorgt, wunderbar geführt! Aus so mancher Noth hast du mich errettet, vor manchem Unglück be⸗ hütet, in manchem Kummer getröstet. Wenn ich irrete, hast du mir zurecht geholfen; wenn ich sündigte, hattest du Geduld mit mir; mein Gebet hast du erhört und meine Arbeit gesegnet. Habe Dank für alle Gaben deiner Güte, für Freunde und Geliebte, die du mir gegeben, für den Stand, den du mir angewiesen, für jedes Gute, das du durch mich geschehen ließest. Habe Dank auch für die Ruhe der vergangenen Nacht, und für den Tag, den du mir wieder schenkest. Wie viele Menschen, wie viele Arme und Elende, Verlassene und Tiefbetrübte sind auf dieser Erde, denen du mich vorgezogen hast! Womit habe ich deine Liebe verdient? O laß dein Angesicht leuchten über mich und über alle, die dich anrufen. Segne sie und mich nach deiner Güte. Laß mich allezeit erkennen, wie du zu rühmen und zu loben bist, und meine Seele nicht müde werden, dich zu preisen und dir zu danken. Dir, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, sei Ehre und Anbetung in alle Ewigkeit! Amen. Am Samstag Abend. Abermals, unendlicher, ewiger Gott, Vater der Menschen, ist eine ganze Woche meines Lebens dahingeschwunden, und du hast auch in diesem Zeitraum deine große Verheißung an mir erfüllt: Ich will dich nicht verlassen noch versäumen. Was ich bedurfte, ja noch mehr als mir Noth that, floß mir von dir, dem Geber aller guten und vollkommenen Gaben, zu. Du stärktest meine Kraft, du wandtest Gefahren, auch solche, die ich nicht ahnen und sehen konnte, von mir ab; du schenktest mir manche frohe und heitere Stunden. Gott, du bist treu; dein Wort ist wahrhaftig, und was du zusagst, häͤltst du gewiß. Aber war ich auch dir, mein Gott, treu im Lauf meines bisherigen Lebens, treu an dem verflossenen Tage und in der zurück⸗ gelegten Woche? War es mein aufrichtiges Bestreben, dir wohlzuge— fallen und deinen Willen immer vollkommener zu erfüllen? Habe ich meine unordentlichen Lüste und Begierden, meine Eigenliebe, meinen Stolz, meine feindseligen Triebe, meinen Hang zum Irdischen ernst⸗ lich bekämpft? Habe ich mich bemüht, von meinen bösen Neigungen und Gewohnheiten frei zu werden? Habe ich den Beistand deines Geistes durch eifriges Gebet gesucht und seine Gnade nicht vergebens empfangen? Habe ich die Kräfte und Gaben, die du mir geschenkt hast, treu und gewissenhaft angewendet? Habe ich die Freuden des Lebens weise und mäßig genossen, Unglück und Leiden gelassen er⸗ tragen? Allwissender, wenn mich mein Gewissen verdammt, so bist du noch größer als mein Herz, und siehest noch mehr Böses und Feh⸗ lerhaftes an mir als ich selbst. Laß deine Gnade in Jesu Christo, barmherziger Vater, machtig über mir walten, und vergib mir die zahllosen Sünden und übertretungen meines bisherigen Lebens, auch die Sünden und Fehler der nun geendigten Woche. Regiere und er⸗ leuchte die Augen meines Verstandes durch deinen heiligen Geist, daß ich im Lichte wandle, deine Gebote mit allem Ernst halte und nichts denke, rede und thue, als was dir wohlgefällig ist. Schon bin ich wieder mit dem letzten Abend dieser Woche um einen beträchtlichen zefuhrt! glück be⸗ du mir r; mein für alle gegeben, du durch angenen sene und en hast! leuchten nich nach und zu isen und heist, sei ist eine guch in Ich wil U noch ler guten wandtest yon mit ott, du hältst du meines r zurüc⸗ wohlzuge⸗ Habe ich meinen en ernst⸗ Gebet für alle Tage. MRoch ein Gebet auf alle Tage. 627 Schritt der Ewigkeit näher gekommen. Lehre mich, o Gott, die Kürze und Flüchtigkeit meiner irdischen Tage mit allem Ernste bedenken, und laß mich das große Ziel meiner himmlischen Berufung in Christo Jesu nie aus den Augen verlieren. Verleihe, daß ich jeden Tag in dir und mit dir anfange, in dir und mit dir vollende, damit ich einst an jenem großen Morgen mit Heiterkeit erwache und ohne Grauen mit glaubiger Hoffnung hinaufschwebe zu dir, dem Geber eines ewi— gen seligen Lebens! Amen. Gebet für alle Tage. Aumachtiger, gütiger Gott, du Geber alles Guten! Siehe, ich komme vor dein Angesicht auf dein Gebot und deine Zusage, und flehe dich an um alles Gute, was du allein verleihen kannst. Mir geschehe nach deiner Gnade, und was ich bedarf, werde mir nach deinem wei⸗ sen Rathe zu theil; schicke alles, wie du willst, und wie es mir heilfam ist; sei jetzt und allezeit mein Helfer und mein Schutz, mein Licht auf allen meinen Wegen. Regiere und leite mich; erfreue, tröste und stärke mich. Unterweise mich durch dein Wort; laß deinen heili⸗ gen Geist in mir wohnen; belebe meinen Glauben und mache ihn reich an Werken der Gerechtigkeit. Laß mich meine Sünden erkennen und meine Fehltritte bereuen. Warne mich durch dein Gesetz, und tröste mich durch deine verzeihende Gnaͤde in Jesu Christo. Mache mich fröhlich in Hoffnung, willig zur Demuth, kindlich im Gehorsam, und hilf mir ernstlich suchen, was droben ist. Laß die Liebe in mir wachsen und mache mich gerecht und sanft— müthig gegen meinen Nachsten; neige mein Herz zur Erbarmung gegen jeden Betrübten und Nothleidenden. Mache mich in der Nachfolge meines Heilandes willig und bereit, auch die zu segnen, die mich hassen, und für die zu bitten, die mich beleidigen, damit meine Liebe aufrichtig sei und ich mit jedermann Frieden haben moͤge. Und weil die Welt voll Versuchung ist, so regiere mich, daß ich die Bösen meide, zu den Frommen mich halte, den Guten nachahme und einen erbaulichen Wandel führe, und also immer als ein wahrer Christ und als dein gehorsames Kind erfunden werde. Beschere mir auch, lieber Vater, von zeitlichem Segen so viel, als dein guter und gnädiger Wille ist. Gib mir Gesundheit und mein tägliches Brot. Gib mir so viel Ehre vor den Menschen, als mir dienet, so viel Ansehen, als ich ertragen kann, und so viel Ge⸗ walt, als ich zu brauchen weiß. Foͤrdere meine Unternehmungen, und gib mir Verstand und Geschicklichkeit zu allem, was mein Beruf fordert. Lässest du Trübsal und Kreuz über mich kommen, so gib mir Geduld und Vertrauen. Mache mich ruhig und stark in aller An⸗ fechtung, und vertreib allen unnützen Kummer aus meinem Herzen. Zuletzt, wann du mich willst sterben lassen, so gib mir einen guten Muth in der Hoffnung des ewigen Lebens, lege mir keinen zu schweren Kampf auf und beschere mir ein seliges Ende! Amen. Noch ein Gebet auf alle Tage. Deine Herrlichkeit, o Gott, offenbare uns, und deine Freundlichkeit laß uns schmecken. Das Verlangen unserer Herzen sei bestaͤndig zu dir gerichtet. Sei du zu aller Zeit unser hoͤchstes Gut, in welchem 628 Gebet vor der Beicht. unser unsterblicher Geist Ruhe findet. Ermuntere du selbst unsere traäͤge Seele, am ersten zu trachten nach deinem Reich und nach der dir wohlgefälligen Gerechtigkeit. Wecke uns auf, das Heil unserer Seele mit Ernst wahrzunehmen, und stärke uns durch deine göttliche Kraft, daß wir das eine Nothwendige nicht versäumen. Ziehe uns zu dir, daß wir den Weg deiner Gebote halten. Gib uns den Geist des Gebets, um mit Freudigkeit zu deinem Gnadenstuhl zu treten, und Barmherzigkeit und Gnade zu finden, wenn uns Hilfe noth ist. Gib durch deinen Geist Zeugniß unseren Herzen, daß wir deine geliebten Kinder seien, damit wir bei dem Gefühl unseres Elendes nicht zaghaft werden. Gieße deine Gnadenströme reichlich über uns aus, und laß uns durch den Genuß deiner Liebe kräftig angetrieben werden, dich kindlich zu lieben und dir herzlich zu vertrauen. Lieber Vater, hast du uns deinen Sohn geschenket, so wirst du uns mit ihm alles schenken. Dein Wort ist wahrhaftig, und was du zusagst, das ist gewiß. Deine Hand ist nie zu kurz, uns zu helfen, und deine Liebesquelle vertrocknet nie, uns zu segnen. Du weißest Mittel und Wege, uns aus jeder Noth zu retten, du kennest uns und weißest, was uns noth thut und heilsam ist. Herr, es soll unsere Freude sein, daß wir uns zu dir beständig halten und unser Vertrauen auf dich setzen. Ehe wir rufen, willst du gntworten, und wenn wir noch reden, willst du hören. Wir bit⸗ ten, du gibst uns; wir klopfen an, du thust uns auf. O daß unser Herz voll deines Lobes wäre und unser ganzer Wandel davon zeugen möchte! Verschmäͤhe unser armes Lob nicht, das wir dir in unsrer Schwachheit bringen. Du wirst uns endlich dahin aushelfen, wo wir ohne Sünde dich ewig preisen können. Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Lob und Preis und Ehre! Amen. Gebet vor der Beicht. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz, prüfe und erfahre, wie ichs meine. Siehe, ob ich auf boͤsem Wege bin/ und leite mich auf ewigem Wege. Vor dir, o Allwissender, liegen alle meine Ge⸗ danken, alle Regungen meines Herzens, alle meine Worte und Werke bloß und entdeckt. Dein Auge schauet in das Innerste meiner Seele. O mein Gott, gib mir das Verderben meiner Seele recht lebhaft zu erkennen, damit ich dich als meinen Arzt suche, der allein die Wunden des Gewissens zu heilen vermag. Groß und zahllos sind die Wohlthaten, die ich von dir empfangen habe und noch täglich empfange. Aber ach, so oft bin ich gegen die rührenden Beweise dei⸗ ner Huld und Gnade gleichgiltig geblieben, so oft habe ich die Gefühle des Dankes gegen dich in meinem Innern erstickt, so oft bin ich dir, meinem größten Wohlthäter, durch Ungehorsam gegen deine heiligen Ge⸗ bote, durch sündliche Gedanken, Worte und Werke mißfällig geworden. Ich bin erlöst und mit dem Blut deines Sohnes erkauft. Aber ach, ich habe es bisher nicht ernstlich bedacht, daß Jesus Christus mich bis zum Tode geliebt und sich selbst für mich dargegeben hat. Ich habe die Größe seiner Liebe und den hohen Zweck seines heiligen Leidens und Sterbens nicht tief genug beherzigt. Ich habe mich meinem Heiland nicht zu seinem Eigenthum hingegeben, nicht ihm/ unsere lach der unserer zöttliche ehe uns M Geist treten. se noth ir deine Elendes her uns etrieben Lieber mit ihm gst, das d deine ttel und weißest, heständig u, Willst Wir bit⸗ aß unser zeugen nunsrer wo wir du bist erfahre, eite mich seine Ol⸗ ud Werle er Seele. t lebhast allein die Hllos sund Gebet nach der Beicht. 629 der für mich am Kreuze gestorben ist, sondern mir selbst, meinen Lüsten und Begierden gelebt; ich habe nicht ihn, der für mich geduldet und geblutet hat, sondern die Welt und das, was in der Welt ist, geliebt. Dein Geist, o Gott, hat mir bisher auf dem schlüpfrigen Wege so oft die Hand geboten, um mich zum Himmel zu leiten. So oft hat er mein Herz ergriffen, so manche gute Rührung in meinem Innern erweckt, mich so oft auf mein ewiges Heil aufmerksam zu machen gesucht. Aber ach, ich habe die Hand dieses göttlichen Füh— rers zurückgestoßen, ich habe das Werk seiner göttlichen Gnade in mir vereitelt, ich habe die guten Eindrücke, die er in mir weckte, durch Leichtsinn und Eitelkeit geschwächt und erstickt, ich habe seine Warnungen und Drohungen, seine Verheißungen und Ermunterungen verachtet. Ich habe muthwillig widerstrebt dem guten Geiste, der mich Gott und meinem Erlöser heiligen und auf die Ewigkeit vorbereiten wollte. Ich habe das große Gebot meines Heilandes: liebe deinen Näch⸗ sten wie dich selbst, oft und viel durch Gesinnungen, Reden und Thaten übertreten. Ich habe die unseligen Triebe des Stolzes, der Selbstsucht, des Neides, des Zornes und der Rachsucht in mir ge— nährt. Ich war so oft nur auf das Meine, nicht auf das, was des andern ist, bedacht. Ich war sogar gegen die Noth und das Elend meiner Mitmenschen oft gleichgiltig und unempfindlich. Ich habe durch Argernisse und durch boͤses Beispiel, durch leichtsinnige, sündliche Worte und Handlungen Unsegen und Unheil gestiftet und mich an dem Gewissen und Herzen meiner Brüder und Schwestern versündigt. Ich bin für die Ewigkeit geschaffen. Aber ach, ich habe das wich— tige Gebot meines Heilandes: trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, außer Augen gesetzt. Ich habe unter irdischen Geschaften, Genüssen, Sorgen und Zerstreuungen die Sorge für das Ewige hintangesetzt. Allwissender, ich will dir meine Sünden bekennen und meine Verschuldungen nicht verhehlen. Ja, Vater, ich habe gesündiget vor dir und bin nicht werth, daß ich dein Kind heiße. Erwecke selbst in mir Gefühle der tiefsten Reue und des innigsten Abscheues gegen alles Böse. Laß mich Gnade und Vergebung finden an dem Altar der Beichte, an welchem ich mein verwundetes Gewissen durch den Hinblick auf das Kreuz meines Erlösers heilen will. Komm mir selbst, Herr Jesu, mit deinem holden Worte entgegen: sei getrost, deine Sünden sind dir vergeben! Laß dir, o Gott, die aufrichtigen Gelübde neuer Treue und neuen Gehorsams, welche ich dir darbringe, wohlgefallen, und gib mir Kraft, sie zu erfüllen. Schaffe in mir ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist. Tröste, erquicke und starke mich durch deine Hilfe, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Erhöre das Flehen der Demuth und des Glau- bens um Jesu Christi willen! Amen. Gebet nach der Beicht. Dankend erhebt sich mein Herz zu dir, dem Gott des Trostes, dem Vater der Barmherzigkeit. Du hast deinen Sohn in die Welt ge⸗ sandt, die Sünder selig zu machen. Du hast mich, dein reumüthiges Kind, aufs neue deiner alles verzeihenden Liebe und Gnade ver⸗ sichert und den Trost deines Evaͤngeliums von dem gekreuzigten 630 Gebet vor und unter dem heiligen Abendmahl. Heiland aller sterblichen Sünder meinem Herzen nahe gebracht. Ich da— gegen habe mich dir und meinem Erlöser Jesu Christo aufs neue zum Gehorsam verpflichtet. Befestige in mir diese heilige Entschlie⸗ ßung, nach deinem Wohlgefallen zu wandeln. Meine Schwäche und Gebrechlichkeit kennest du, Allwissender. Kräftige mich mit himmli⸗ scher Stärke zum Kampf gegen alle Versuchungen meines Herzens und der Welt, und mache mich immer aufmerksamer auf die Zucht dei⸗ nes Geistes. Bewahre mich doch davor, daß meine äußere Andacht nicht Heuchelei sei, und daß ich dir nicht mit falschem Herzen diene. Laß mich wachen und beten. Segne mir besonders das heilige Mahl, das ich feiern will, zum Wachsthum in der Gnade und Erkenntniß deines Sohnes, meines Erloͤsers; segne es mir zur Foͤrderung des Fleißes in der Gottseligkeit, welche die Verheißung hat nicht nur fůr dieses sondern auch für das ewige Leben! Amen. Gebet vor dem Abendmahl. Gesegnet sei mir die heilige Stunde, in welcher ich das Gedachtniß des Leidens und Sterbens meines Erlösers begehen und die feier⸗ lichste und rührendste Versicherung von deiner Liebe, himmlischer Vater, empfangen soll. Verkläre durch deinen Geist in meiner Seele die Größe dieser Liebe, die den Eingeborenen für uns alle dahingegeben hat. Mein Herr und Heiland Jesus Christus! Wie liebreich ist dein Herz, wie holdselig ist deine Einladung, und wie heilsam sind deine Wunden! Du bist das wahre Himmelsbrot, das meine Seele zu spei⸗ sen vermag. Darum bitte ich dich, du wollest auch jetzt meine Seele bei deinem heiligen Mahle erquicken. Sei du, o Heiland, meine Gerechtigkeit, wenn meine Sünde mich anklagt; sei mein Fürsprecher, wenn Gottes Gesetz und mein Gewissen wider mich zeuget; sei mein Hohepriester und bitte für mich, wenn ich schwach in der Andacht bin; sei du mir Licht und Leben, wenn ich Tod und Finsterniß in mir fühle; sei du mir Schutz und Sieg, wenn Drangsal über mich kommt. O mein getreuer Herr und Hirte! Laß meine Seele bei dei⸗ nem Tische deine ganze Liebe und Freundlichkeit empfinden, womit du mich bis zum Tod am Kreuz geliebet hast; laß sie schmecken deinen göttlichen Trost, die Kräfte der zukünftigen Welt, die Freude des ewigen Lebens. Ja laß meine Seele immerdar durch dich erquickt und getröstet werden, auch in der letzten Stunde, damit sie mit gu⸗ ter Zuversicht bei meinem Abschied von dieser Welt sich dir befehle und mit Fried und Freud eingehe in die ewige Herrlichkeit! Amen. Seufzer unter dem Genusse des heiligen Abend⸗ mahls. Oerr Jesu! Der Genuß deines heiligen Leibes stärke und bewahre ö mich im rechten Glauben zum ewigen Leben! Herr Jesu! Der Genuß deines heiligen Blutes starke und be⸗ wahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben! Jesus Christus, mein Herr und mein Gott! Gib mir von dei⸗ nem Todesschmerz den tiefsten Eindruck in mein Herz! Rufe meiner Seele auf das kräftigste die Worte zu: Auch für dich ist mein Leib gegeben!— Auch für dich ist mein Blut vergossen! Ic da⸗ 5 neue tschlie⸗ he und immli⸗ herzens ht dei⸗ Undacht diene. nntniß ng des nur für zächtniß feier⸗ Vater, Größe hat. ist dein d deine zu spei⸗ Skele meine prechet, ei mein Andabt rniß in er mich hei dei⸗ wonmit deinen ude des erguickt mit gu⸗ ö hefehle Amen. bend⸗ hewahre und be⸗ on del⸗ meinet in Lib Gebet nach der Abendmahlsfeier. Gebet eines christl. Paters(Mutter). 631 Mein Herr und Heiland! Du bist mein, und ich bin dein. Laß mich der Welt und Sünde absterben und dir ewig angehören. Wie du littest, laß auch mich leiden; wie du starbest, auch mich sterben. Führe mich einst durch die Nacht des Todes hinüber zu deinem ewigen Lichte! Gebet nach der Abendmahlsfeier. Sei gepriesen, barmherziger Vater, daß du deinen Sohn Jesum Christum auch für mich sterben ließest und mir bei der Feier seines Todes die feierliche Versicherung von deiner Gnade und von der Vergebung aller meiner Sünden gegeben hast. Lob und Dank sei dir, göttlicher Erlöser, für das theuerste Pfand deiner Liebe, das ich bei dem Genusse deines heiligen Mahles em⸗ pfangen habe. Treuer Heiland, der du dein Leben am Kreuze für mich dahin gabst, verherrliche deine Kraft in meiner Schwachheit, und nimm von mir alle Unruhe des Herzens. Zeige mir die Wunder deiner Gnade, und gib mir eine göttliche Gesinnung. Nimm hin meine Seele, die du mit deinem Blut erkauft hast. Feßle mich an dein Kreuz, und laß mich an demselben der Sünde absterben. Mache mich heilig und unbefleckt, und weihe mich ganz zu deinem Eigenthum. Gieß deine Liebe aus in mein Herz durch deinen heiligen Geist, damit ich dich aus allen Kräften liebe und in dir lebe. Deine Gnade begleite mich durchs ganze Leben. Wohl mir, treuer Hirte, wenn ich einst da sein werde, wo du deine Erlösten auf Himmelsauen weiden und zu leben⸗ digen Wasserquellen führen wirst. Wohl mir, wenn ich dort in der Schar der vollendeten Gerechten ein höheres Mahl des Dankes und der Freude bei dir in den Wohnungen des Vaters feiern und in ewiger Un⸗ schuld und Seligkeit vor deinem Himmelsthrone wandeln werde! Amen. Gebet eines christlichen Vaters(einer christlichen Mutter). Gott, Schöpfer und Vater aller Menschen! Deine allmächtige Güte hat auch die vernünftigen Geschöpfe, die durch die engsten Bande des Blutes mit mir verbunden sind, zum Leben gerufen. Deine Liebe hat sie mir geschenkt und meinem Herzen den stäarksten Trieb der Liebe gegen sie eingepflanzt. Du hast ihr geistiges und leibliches, ihr zeit⸗ liches und ewiges Wohl meiner Sorge anvertraut. Du machst mich zu deinem Werkzeug, diese Kinder, die nach deinem Ebenbilde ge— schaffen und dir und deinem Sohne Jesu Christo durch die heilige Taufe geweihet sind, zu deinem Preise für die Erde und fur den Him⸗ mel zu erziehen. Du selbst bist der allein weise Vater und Erzieher deiner Menschen. Was vermag ich schwacher und kurzsichtiger Mensch ohne deine Kraft und Weisheit? Ich kann nur pflanzen und begie⸗ ßen; du, du allein mußt das Gedeihen geben. Ach, so gib mir neue Treue, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit in Erfüllung meines elterli⸗ chen Berufs, und segne meine redliche Bemühung, meine Kinder zu deinem Wohlgefallen zu bilden. Gib mir den Geist der Weisheit und Einsicht, um zu waͤhlen, was gut und heilsam ist. Lehre mich in Geduld eine Saat in die Herzen meiner Kinder ausstreuen, die für ein ewiges Leben reift. Mache gut durch deine alles vermogende Gnade alle Fehler und Versaäumnisse bei dem großen und wichtigen Geschäfte der Erziehung. Bewahre mich davor, daß ich denen, für 632 Gebet einer Wöchnerin bei der Taufe. Gebet am Geburtstage. deren Seele ich wachen soll, durch Leichtsinn und Unvorsichtigkeit ein Argerniß gebe. Nimm sie in deine treue Obhut und Leitung. Wache über ihre durch das theure Blut deines Sohnes erkauften Seelen; schütze sie vor Verführung der Welt und ihres eigenen Herzens. Wende alles von ihnen ab, was ihrem Leben und ihrer Gesund— heit Gefahr bringen mͤchte. Laß sie Gnade vor dir und den Men— schen finden. Bilde sie zu nützlichen Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft und zu künftigen Bürgern des Himmels. Heilige sie durch deinen Geist und mache sie dir zum Eigenthum. Leite mit deiner treuen Vaterhand ihren ganzen Lebensgang und alle ihre Schicksale, und laß ihnen alle Freude und Traurigkeit, die ihnen im Leben wider⸗ fahret, zu ihrem wahren Besten dienen. Bereite durch deine erziehende Gnade mich und meine Kinder so für die Ewigkeit, daß ich einst mit Freudigkeit vor deinem himmlischen Thron anbeten und ausrufen möge: Siehe, Herr, hie bin ich, und die du mir gegeben hast! Amen. Gebet einer Wöchnerin bei der Taufe ihres Kindes. Aumaͤchtiger Gott und Vater, allgütiger Schöpfer alles Menschen—⸗ lebens! Zu deiner Verherrlichung muß ich es am heutigen Tage be—⸗ kennen, daß ich nicht werth bin aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir gethan hast. Durch deine Gnade bin ich Mutter gewor⸗ den; mir ist ein Kind geboren, in welches du die Anlagen, Fähig⸗ keiten und Kräfte eines vernünftigen Geschöpfes gelegt hast. Ich freue mich in dir, dem lebendigen Gott. Nicht bloß für diese Erde, welche mit allem, was sie hat, vergehet, nicht bloß fuͤr ein kurzes und flüchtiges Dasein auf der Erde ist dieses Kind geboren; es soll Him⸗ melsbürger, es soll für dein unvergängliches Reich gebildet werden. Darum flehe ich zu dir am heutigen Tage mit Inbrunst meiner Seele: Laß diesem meinem neugeborenen Kinde den vollen Segen der Tauf⸗ gnade zu theil werden; laß es heranwachsen zu deinem Preise, er⸗ starken im Geiste und zunehmen an Weisheit, Alter und Gnade bei dir und bei den Menschen. Ja, gütigster Gott, der du auch mich einst durch die Taufe in die Gemeinde Jesu Christi aufgenommen und mir den erfreulichen Antheil an den Rechten und Hoffnungen deiner Kinder geschenkt hast, dir übergebe ich mein Kind mit Leib und Seele; in deine Vaterarme lege ich dieses dein Kind, das du erschaffen, das du durch deinen Sohn Jesum Christum erlöset hast, und welches du in deinem himmlischen Reiche ewig selig machen willst. Wache mit deinem Vaterauge über diesem Kind, schütze es vor allen Gefahren des Leibes und der Seele. Erhalte es treu an dem Bund der Taufe; und wenn es von deinen Wegen abweicht, so verstoße es nicht, son⸗ dern führe es zurück auf den Weg der Wahrheit. Dein Geist hei— lige es durch und durch und behalte seinen Geist samt Seele und Leib unsträflich bis auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Dein laß es sein und bleiben; seinem Erlöser laß es leben, wenn es sein soll, in dieser Welt leiden, und einst selig sterben! Amen. Gebet am Geburtstag. O Gott, Schöpfer und Erhalter meines Lebens! Groß ist deine Barmherzigkeit und Treue, die mich heute abermal den Tag erleben lasset, hieher Daseit gesegn Fähig Frafte die fit Nahrt Christ meine Bequ das Güte. meine genug einst sprech 9 an. und den aber will! deine so zu und Wisse mein hicht gute in d Wwar Ewi und es g Ge G. Obri Lebe e. igkeit ein „Mache Seelen; Herzens. Gesund⸗ en Men⸗ nschlichen sie durch it deiner chicksale, in wider⸗ rziehende einst mit gusrufen Amen. ihres Nenschen⸗ Tage be⸗ teue, die r gewor⸗ „Hahig⸗ st. Ich se Erde, rzes und oll Him⸗ werden. r Slele: er Tauf⸗ eise, er⸗ nade bei juch mich men und n deiner d Seele; ffen, das elches du ache mit Gefahten Taufe; chl, sol eist hel ecle und Dein laß seln sol, deine kleben Gebet für den Negenten, die Obrigkeit und das Vaterland. 633 lässet, an welchem ich das Licht dieser Welt zuerst erblickt habe. Bis hieher hast du mir geholfen und mich vom ersten Augenblicke meines Daseins an mit unzähligen und unaussprechlich großen Wohlthaten gesegnet. Meine unsterbliche Seele mit allen ihren Anlagen und Fähigkeiten, mein Leib mit seinen Gliedern, Sinneswerkzeugen und Kräften, meine Geburt unter Christen und von christlichen Eltern, die für meine geistige und leibliche Wohlfahrt sorgten, die herrliche Nahrung meines Geistes aus dem seligmachenden Evangelium Jesu Christi, die Rettung aus allen bekannten und unbekannten Gefahren meines Lebens und meiner Gesundheit, die Nothdürftigkeiten und Bequemlichkeiten des Lebens, Kleider, Wohnung, Speise und Trank, das alles und noch viel mehr ist Geschenk deiner unverdienten Güte. Wie kann ich all das Gute aufzählen, womit du mich in meinen bisherigen Jahren so väterlich gesegnet hast, und dir würdig genug dafür danken? Ich will dich preisen, solang ich lebe; und einst in der Schar der Seligen werde ich das Lob vollkommen aus— sprechen, das ich hienieden nur mit stammelnder Zunge darbringen kann. Mit dem heutigen Tage faͤngt ein neuer Abschnitt meines Lebens an. Ach Herr, versenke alle Verschuldungen meiner bisherigen Jahre und Tage in das Meer der Vergangenheit. Gedenke nicht der Sün⸗ den meiner Jugend und meiner zahllosen übertretungen; gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit um Jesu Christi willen. Ich will dir, mein Gott, heute geloben, mein Leben von nun gn nach deinen Geboten einzurichten. Mein einziges Bestreben soll es sein, so zu denken, zu reden und zu handeln, wie es dir wohlgefäͤllig ist, und die Lehre meines Heilandes in allen Stücken zu zieren. All- wissender Gott, du hörst mein Versprechen, du kennest aber auch meine Schwachheit und Gebrechlichkeit. Herr, ohne dich kann ich nichts Gutes vollbringen. Darum stärke mich durch deinen Geist, meine guten Vorsatze auszuführen. Verborgen ist es mir, welche Schicksale in dem nächsten Jahre meines Lebens und in der ganzen Zukunft meiner warten. Du allein weißest es, der du alles, was mir begegnet, von Ewigkeit her über mich beschlossen hast. Unter deiner gnaͤdigen Aufsicht und Leitung müssen alle Dinge zu meinem Besten dienen. Du wirst es gewiß wohl mit mir machen. Vater, dein Wille geschehe! Amen. Gebet für den Regenten, die Obrigkeit und das Vaterland. Großer Gott und Herrscher über alles! Wir danken dir, daß du deine Obrigkeit verordnet hast und durch dieselbe uns Schutz, Sicherheit des Lebens, Leibes und Eigenthums und viele andere Wohlthaten ver— leihest. Es ist dein Wille, daß wir Bitte, Gebet und Danksagung für alle Obrigkeiten vor deinen Thron bringen, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen. Darum flehen wir um deinen Segen für unsern Landesregenten. Erfülle ihn mit deinem Geiste, daß er erkenne, was uns gut, und vollbringe, was uns heilsam ist. Ver⸗ leihe ihm christliche Weisheit, daß er das Reich deines Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, erweitere und befestige. Rüste ihn aus mit Kraft und Stärke, daß er alle Hindernisse des Guten und der Wohlfahrt des Landes glücklich besiege. Laß es ihm nie an weisen und redlichen ‚ 634⁴ Gebet bei einem Gewitter. Gebet in Kriegsnoth. Rathgebern fehlen, welche das Vaterland, Recht und Gerechtigkeit, Religion und Tugend lieben und schützen. Mache ihn zum Vater der Witwen und Waisen, zur Zuflucht der Gedrückten, zum Retter der Unschuldigen, zum Beschützer aller Guten und zum Schrecken aller Bösen. Erhalte und bewahre sein theures Leben, schütze seine gehei— ligte Person vor jedem Unfall. Verherrliche an ihm und an seinem Hause deine Gnaͤde. Erfreue ihn durch jeden edlen und erheiternden Lebensgenuß, und schenke ihm vor allem die Liebe seiner Unterthanen. Sei mit unsrem Vaterlande, Herr unser Gott, wie du bisher mit demselben gewesen bist. Bewahre es gnädig vor Krieg, Theurung, Mißwachs, schädlicher Witterung, vor ansteckenden Krankheiten, vor Feuer und Wassersnoth so wie vor Dürre und Wassermangel. Ver— leihe fruchtbare Jahreszeiten. Laß Wissenschaft und Künste, Handlung und Ackerbau und jedes nützliche Gewerbe in demselben gedeihen. Gib Friede und Ruhe, Glück und Heil in jedem Stande. Laß in unsrem Lande Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen. Segne uns, Gott, unser Gott, und alle Welt fürchte dich! Amen. Gebet bei einem Gewitter. Allmachtiger Gott, Schͤpfer und Herr des Himmels und der Erde! Groß und herrlich bist du in allen deinen Werken: groß und herrlich, wenn deine Sonne uns leuchtet; groß und herrlich, wenn schwarze Wolken deinen Himmel trüben. Du neigest den Himmel und fährst herab auf dunkeln Wetterwolken. Du donnerst und schleuderst deine Blitze, daß sie wie Feuerflammen auf uns herabfahren. Hagel, Blitze und Sturm— winde sind deine Boten, die deine Befehle ausrichten. Herr, wer kann deiner Macht widerstehen? In einem Augenblick vermagst du uns und alles, was wir besitzen, in Staub und Asche zu verwandeln. Vor dir muß sich der schwache Sterbliche im Gefühl seiner gänzlichen Unmacht beugen, vor dir der verstockte Sünder unter den Schrecken seines Gewissens zittern. Aber du bist der Allgütige, Gnädige und Barmherzige. Deine Donner und Blitze erschüttern, aber sie befruchten auch den Erdboden; deine Sturmwinde schrecken uns, aber reinigen und erfrischen die schwüle Luft und geben uns eine erquickende Kühle. Wer unter deinem Schirme sitzet, du Hoͤchster, und in dem Schatten deiner Allmacht ruhet, der spricht zu dir: Herr, meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe! Auch im grauenvollen Dunkel bist du bei uns. So breite denn auch in diesen Augenblicken die Flügel deiner Allmacht über uns aus, sei unser Schirm und Schild und wende alle drohende Gefahr von uns ab. Bewahre unser Leben, beschütze unser Eigenthum, und behüte gnädig die Früchte und Gewächse des Landes. Gib, daß der Anblick deiner furchtbaren Größe, du majestätischer, heiliger Gott, bleibende heilsame Eindrücke bei allen zurücklasse, die sich jetzt im Staub vor dir beugen müssen. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für. Wir werfen uns in deine Vater⸗ arme; auf dich stehet unsre Hoffnung. Erbarme dich unser! Amen. Gebet in Kriegsnoth. Gott, du bist auch dann noch ein Vater deiner Kinder, wenn du schwere Trübsale über sie verhängst, heilig und gerecht in allen deinen Wegen, gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue, Zwersich 3u dir f ach deil hast. D Kinder! den wie im Son enket ur gus dem heine ge uns dei net grof du bish großen Seufzer hirung yfen, N und vor Geist d Ruhe, Ort un unser lindlich ligung bar, g unsere Alge gibst. mich unden meinei ftomm Henüs Regier fündig sehen Indu rechtigkeit, Vater der Retter det ecken aller eine gehei⸗ an seinem heiternden terthanen. bisher mit Theurung, eiten, vor gel. Ver⸗ Handlung ihen. Gib in unsrem Friede sich ich! Amen. erde! Gtoß lich, Wenn e Wollen herab auf Blitze, daß ud Sturm⸗ Herr, Wer ermagst du erwandeln. gänjlichen Schrecken nadige und befruchten er keinigen nde Kuͤhle u Schatten ersicht und rauenpolln Gebet auf der Reise. Gebet eines Kranben. 635 Treue, ein Trost der Traurigen, und eine Hilfe der Schwachen, unsere Zuversicht und Stärke, ein Herr, Herr, der auch vom Tod errettet. Zu dir flehen wir, sowie alle unsere Mitmenschen, über welche du nach deinem unerforschlichen Rath den Jammer des Kriegs verbreitet hast. Dich beten wir in unsrer Noth als einen Vater an, der seine Kinder mit Maßen zuͤchtigt, dessen Treue groß ist am Tage der Lei⸗ den wie an den Tagen der Freude, in den Stürmen des Krieges wie im Sonnenschein des Friedens, dessen Weisheit alles zum Besten lenket und auch aus der Traurigkeit Freude, aus dem Verlust Gewinn, aus dem Tod Leben zu schaffen vermag. Wir demüthigen uns unter deine gewaltige, aber weise und liebevolle Hand. Wir unterwerfen uns deiner väterlichen Züchtigung. Ach, erbarme dich unser nach dei⸗ ner großen Güte. Siehe in Gnaden herab auf dieses dein Land, dem du bisher so gnädig gewesen bist. Erleichtere und mildere nach deiner großen Barmherzigkeit die schweren Drangsale des Krieges. Laß die Seufzer der Gedrückten und Leidenden, der Armen und Elenden Er— hoͤrung bei dir finden. Schenke denen, die für unser Vaterland kaͤm⸗ pfen, Muth in ihrem Beruf‚, Schutz in Gefahren, Sieg im Streite, und vor allem Vertrauen auf dich und deine Hilfe. Steure dem Geist der Zwietracht unter den Völkern, und laß bald wieder Frieden, Ruhe, Sicherheit und Ordnung zurückkehren. ·Rimm uns, unsern Ort und unser ganzes Land in deinen mächtigen Schutz. Erhalte unser Herz nur bei dem einen, daß wir deinen Namen fürchten, dir kindlich vertrauen, dich in unsrer Noth suchen und durch deine Züch— tigung uns zu ernster Buße erwecken lassen. Dein Rath ist wunder— bar, aber du führest alles herrlich. Stärke unsern Glauben. Herr, unsere Seele harret auf dich, du bist unsere Hilfe und Schild! Amen. ö Gebet auf der Reise. Allgegenwaͤrtiger Gott! Du bist allen deinen Geschöpfen nahe; du um— gibst auch mich an allen Orten. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehest alle meine Wege. Herr, du bist meine Zuversicht und meine Zuflucht. Schütze mich vor allen Unfällen, die mich auf meiner Reise treffen koͤnnten. Laß mich überall vor dir wandeln und fromm sein. Bewahre mich vor allen sündlichen Zerstreuungen und Genüssen, daß ich ein gutes und unverletztes Gewissen bewahren möge. Regiere mein Herz und Leben, daß ich nicht muthwillig wider dich sündige. Laß mich jede frohe Stunde, die du mir schenkest, im Auf⸗ sehen auf dich, den Geber aller guten Gaben, und in dankbaren Em⸗ pfindungen deiner Liebe verleben. Leite alle meine Schritte und Tritte; segne all mein Thun und Lassen. Erinnere mich auf dieser Reise recht oft und lebhaft daran, daß mein ganzer irdischer Lauf eine Wallfahrt und Pilgerschaft sei, auf welcher mich jeder Tag dem Ziele der Ewig⸗ keit näher bringe. Leite mich auf allen meinen Pfaden nach deinem Rath, und fuͤhre mich, wenn meine ganze irdische Pilgerreise sich endet, in das himmlische Vaterland! Amen. Gebet eines Kranken. Herr, mein Gott! Du siehest meine Schwachheit. Meine Leiden sind dir nicht verborgen. Dies tröstet mich auf meinem Krankenlager. Du hast dieses Leiden über mich verhängt, so hilf es mir nun mit 63 Jürbitte für einen geliebten Kranken. Gelassenheit und Geduld tragen. Wie du willst, mein Gott; du weißest am besten, was mir heilsam ist. Aber um deinen Beistand, um deine Stärkung flehe ich armes und unmächtiges Geschöpf. Herr, sei nicht ferne von mir. Meine Stärke, eile du, mir zu helfen. Erquicke du mich mit dem Trost deiner Gnade und der Vergebung aller meiner Sünden. Herr Jesu, mein Heiland, du Arzt der Kranken! Du rufest allen Mühseligen und Beladenen zu: Kommet her zu mir, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Auch ich komme auf deinen Zuruf mühselig und beladen zu dir. Du bist selbst durch alle irdische Schwach⸗ heit geprüft worden, um deinen Brüdern in der Stunde der Prü⸗ fung zu helfen. Sei mächtig mit deiner Kraft in meiner Schwachheit. Gib mir durch deinen Geist den Frieden ins Herz, den du auch mir durch deinen Tod der Versöhnung am Kreuz erworben hast. Laß mich standhaft aufsehen auf dich, den Anfänger und Vollender des Glaubens, und von dir Geduld und Ergebung lernen. Lehre es mich erkennen, o Gott, daß auch mein gegenwärtiges Leiden eine Züchtigung deiner Vaterhand ist, die mir eine heilsame Frucht der Gerechtigkeit zu meinem ewigen Heil gewähren soll. Mache mir auf diesem Krankenlager die Nichtigkeit und Hinfaͤlligkeit alles Irdischen recht fühlbar, und erwecke in mir ein ernstes und eifriges Verlangen nach dem Ewigen und Unvergänglichen. Versüße mir die bitteren Leidensstunden durch den Blick freudiger Hoffnung in die Welt, in welcher kein Leid, kein Schmerz und keine Plage mehr sein wird, und wo du abwischen wirst alle Thränen von unseren Augen. Ja erlöse mich einst von allem übel, und nimm mich auf in dein himmlisches Reich. Dir sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Fürbitte für einen geliebten Kranken. Gott, du bist der erbarmende Vater, vor dem wir allen Kummer, der unser Herz drücket, ausschütten dürfen. Du bist der allmäͤchtige Freund im Himmel, der alle unsere Wünsche erfüllen, alle unsere Klagen und Seufzer stillen kann. Dein Wort ruft uns zu: Betet für einander. Das Gebet der Liebe ist dir wohlgefällig. Du selbst hast die Liebe gegen diejenigen, mit denen wir durch Bande des Blutes und der Freundschaft verbunden sind, in unser Herz gepflanzt. Der Schmerz'der Liebe treibt mich zu dir. Ach, die Liebe fühlt ihre Un⸗ macht zu retten und zu helfen so schmerzlich. Aber was unsere Schwachheit nicht vermag, das vermag deine allmächtige Gnade. Bei dir ist kein Ding unmöglich; du kannst überschwenglich thun über alles, was wir bitten und verstehen. Erbarme dich des leidenden Geschoͤpfes, dessen Anblick mein Innerstes bewegt. Erhoͤre die Seuf⸗ zer, die aus der Tiefe eines gepreßten Herzens zu dir emporsteigen. Du bist ein getreuer Gott, du lässest deine Kinder nicht geprüft wer⸗ den über ihr Vermögen. Ach laß auch die schwere Pruͤfung dieses Kranken, für welchen ich deine Hilfe mit heißen Thranen anflehe, ein solches Ende gewinnen, daß er sie zu ertragen vermöge. Es ist mir bange um Trost; tröste du mich durch deine Hilfe. Es ist dunkel in meiner Seele; laß leuchten dein Angesicht. Eine schwere Last von Sorgen drückt mein Herz; nimm du sie von mir. Gedenke des schmachtenden Kranken nach deiner großen Barmherzigkeit; gedenke meiner rette m harme! Oo Morgen meinen meine drückt! aber, lassest sreche: wirst d dich dei nem B Zeugni leide, unauss Rufe hergus meine so ver nach d Mer ich wi stille Rath werd Wir! ; du weißes d, um deine tr, sei nicht Erquicke du aller meiner Du rufest , so werdet einen Zuruf sche Schhach de der Prü⸗ Schwachheit, du auch mit hast. Loß zollender des egenwäͤrtigts ine heilsame soll. Maht lligkeit ales und eiftiges sße mir die ung in dit ge mehr sen seren Augeh. auf in dein ken. en Kummti, 1 allmachtih Falle unset 3 zu: Belll du selbstt des Blules Hanzt. Dar lhlt ihre Iu was unsekt Gnade. D thun ut 635 keidenbe x1e die Gas⸗ mporsteigel eprist u, Ufuüng dir, ufsche i Gebete in Jeiden. 637 meiner Liebe, mein Gott, am besten; siehe an meine Angst und er⸗ rette mich aus meiner Noth. Herr von unendlichem Erbarmen, er— barme dich unser! Amen. Gebet in mancherlei Kreuz und Leiden. O Gott, dessen Barmherzigkeit kein Ende hat, dessen Güte alle Morgen neu wird! Siehe, ich trete vor dein Angesicht und schütte meinen großen Kummer vor dir aus. Mein Elend ist dir bekannt, meine Seele ist betrübt, mein Geist ist geangstet, und schweres Leiden drückt mich. Ich sehe mich um nach Helfern und finde keinen. Dir aber, o Gott, klage ich mein Leiden, denn du bist barmherzig und laͤssest dich unser Elend jammern. Darum komme ich zu dir und spreche: Ach, erbarme dich über mich; ich bin dein Geschöpf, darum wirst du das Werk deiner Hände nicht lassen. Ja, Vater, erbarme dich deines verlassenen Kindes. Mein Jesu, ich bin erkaufet mit dei⸗ nem Blut, erbarme dich deines Eigenthums. Laß deinen Geist das Zeugniß in mein Herz geben, daß ich als ein begnadigtes Kind Gottes leide, und wenn ich im Gebet ermatte, so laß ihn mich vertreten mit unaussprechlichen Seufzern. Herr, bilf mir! Herr, stehe mir bei! Rufe in meine Seele. Ich bin bei dir in der Noth, ich will dich herausreißen. Ach Herr, gib, daß mein Glaube nicht aufhöre und meine Hoffnung nicht sinke. Du hast mich ja noch nie verlassen, ach, so verlaß mich auch jetzt nicht. Hilf deinem Kinde, komm zu mir, nach dir schmachtet mein Herz und Auge! Amen. Ein anderes Gebet in Kreuz und Noth. Mein Gott! Du führest mich durch das dunkle Thal der Leiden; aber ich will mich nicht fürchten, denn du bist bei mir. Meine Seele sei stille zu dir, und deine Liebe sei mein Trost. Nach deinem weisen Rathe geschieht es, daß wir auch durch Trübsale in dein Reich geführt werden; und du lässest uns nicht umkommen noch verderben, wenn wir dir treu bleiben. O so erhalte mich dir getreu! Wann mich nichts mehr trösten kann, so sei du bei mir und erquicke die müde Seele. Sei du meine Zuflucht, daß ich auch im Leiden deinen Namen preise. Will ich muthlos und verzagt werden, und dünkt mir die Last zu groß, die du mir auflegst, so ermuthige mich durch den Aufblick zu Jesu, der dir gehorsam worden ist bis zum Tod am Kreuze, der auch meine Last getragen hat. Laß mich mit ihm überwinden und geduldig auf die Stunde der Erlösung harren. Läutere mich durch das Feuer der Prüfung, daß ich vor dir bestehe in Treue und Wahrheit. Du wirst mich reichlich trösten, wenn ich mit Christo leide. Meinest du es doch gut mit mir, wenn du mich demüthigest und deine Hilfe) zu verziehen scheinest. Du willst mich losreißen von der Liebe der Welt, von aller sündigen Lust und meine Seele zu dir ziehen und heiligen. O so laß meine Trübsal dazu gesegnet sein; führe alles hinaus zum Preise deines väterlichen und weisen Rathes. Sind doch die Leiden dieser Zeit nichts gegen die Herrlichkeit, die du einst an uns offenbaren willst. Laß mich geduldig ausharren in der Anfechtung und darin bewaͤhret werden, damit ich die Krone des Lebens empfange, die du verheißen hast denen, die dich über alles lieben, und mit Freuden ernte, was ich mit Thränen gesaͤt habe! Amen. 638 Gebet eines Sterbenden. Seufzer für einen Sterbenden. Gebet eines Sterbenden. O Gott, du einziges Labsal meines Herzens! Meine Seele schmachtet, und mein Geist verlanget nach dir. Komm, Herr, und laß deine Hilfe nicht ferne von mir sein. O du wahres, unsichtbares Licht, das nimmermehr verlöschet, mein Lebenslicht erlöschet, öffne mir das Auge meines Geistes, daß ich dich sehe. Herr Jesu! Sei gnädig mir armen Sünder, laß dein Leiden und Sterben nicht an mir verloren sein. Hilf mir zur ewigen Seligkeit. Ich bin krank und schwach, und es ist keine Kraft mehr in meinem Fleische. Herr, mein Arzt, hilf mir. Meine Seele dürstet; tränke und labe mich mit deinem himmlischen Troste. Hier liege ich und schlafe ein, erwecke mich zu dem wahren Leben, daß ich deinen Namen ewiglich lobe. Erlöse mich von diesen Banden, Herr, mein Schutz, mein Erretter, mein Trost, meine Zuflucht und meine Stärke. Geist des Herrn! Vertritt mich in meinen letzten Augenblicken durch unaussprechliche Seufzer, wann mein Mund nicht mehr um Gnade flehen kann, und verleihe mir Freudigkeit im Sterben! Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist. Dein Sohn, mein Heiland Jesus Christus, hat mich am Stamm des Kreuzes erlöset und mir Barmherzigkeit und ewiges Leben erworben. Siehe mich an und erbarme dich meines Elendes. Hilf mir überwinden in der letzten Noth durch deine allmächtige Kraft und Gnade. Laß mich sanft und selig entschlafen, führe mich an deiner Hand durch das dunkle Thal des Todes, und leite mich zu deinem Himmel, daß ich mich da, erlöst von aller Erdennoth, ewig freuen möge! Amen. Seufzer für einen Sterbenden. Heiliger, barmherziger Vater! Siehe in Gnaͤden an unsern Miter⸗ lösten, der mit dem Tode ringt. Erbarme dich seiner in der letzten Angst. Erbarme dich seiner im Gerichte. Wir befehlen dir seine Seele, die du zum ewigen Leben erschaffen hast; erlöse sie von allem übel und nimm sie auf in deine Hände! Göttlicher Erlöser, Jesus Christus! Auch für diesen Sterbenden haͤst du dein Blut vergossen, auch für ihn die heißen Todeskämpfe gekämpft. Stehe ihm bei in seinen letzten Kämpfen. Du hast seine unsterbliche Seele erloͤset zum ewigen Leben. Rufe den scheidenden Geist in die Heimat zu dir, daß er deine Herrlichkeit schaue! Heiliger Geist, göttlicher Tröster! Sei Licht, Trost und Kraft die— sem Sterbenden, dessen Auge bricht. Stäarke ihn in seiner letzten Schwachheit. Hilf ihm hindurch dringen durch die enge Pforte zum Leben. Bringe seine Seele zum ewigen Frieden! Amen. shnachn. loß deine bucs A0t. Verzeichniß der Bibelstellen sne mir das über den Liedern. Leiden und Vers Nr. der Lieder Kap. Vers Nr. der Lleder N Seligkeit. erses Deh— Psalm. in meinen 2— 6 1 stet; tranke 3 iege ich und 18 inen Namen 28 nein Schuh 90 18 tärke. Sweites Ano Wosen Augenblickn 2 7. 26 t mehr um 6 erben! é Dein Sohn, des Kreuzes ben. Sieh Dates Wuh Mose. erwinden Viertes Bue Woser, Laß nig 20 17 6 „ 0 Hünistes 6 Wn Amen. 4. 279 40. 534. 565 271 7⁷ 536 5 2 —8 A 8= ——— 2— —— 539 60. 228. 557. 578 52⁵ 526, RIS . I 29 32 —8983889— sern Milet⸗ 1 der lehten 344 en dir seine eites Buch Samues, je von allen. 367 79 Stethenden Todeskimp Speites Buch Samuef u hast seint II erher Bucd ber Konise, eidenden 10. 552 ͤ 1 10 554 au 1 bie 639 Bush—— 8.805 6¹⁷ einet 00 Sneres 20 der ehronit. Mporte 16 43. 5 40³ 20⁰ 3.15 213. 492 5 15. 292. 29. 301. Esra. ö 302. 57⁰ 8 Nehemia. 13 31 5⁵¹ 368. 372. 447. 46³ 5⁴⁴ 2⁷ 64⁴⁰ Kap. Psalm. 6⁵ 67 6⁸ — —8883— — I — — — 2 2 — Verzeichniz der Bibelstellen. Nr. der Lieder 541. 542 45. 346 351. 363. 396. 463 441. 585. 591 514. 515. 360 582 43⁷ 270. 54 60 „568 571 64. 531. 632 20. 199. 302 4. H. 64 29⁵ —5⁴⁴.5⁴⁷7 29 46 52 Kap. Psalm. 14⁷ 14 15⁰ Salomos +ꝰ +.——— — 2 —— — POH — 61 63 66 Jeremia. 10 1⁴ Vers 16—18 Sprüche. 5. 6 Prediger. 15 9— SE=EES — —— 8 — — 2 —89— Nr. der Lieder 5⁴⁸ 61 0 37⁴ —5⁵⁴ 499 504. 577⁷ 406. 68 57⁷ 52⁰ 70⁰ 614 307 308. 387 45 40. 369 375. 463. 472. 47 388 631 591 12. 470. 601 506 43.58. 61. 372. 375 9 175 286. 292. 319 70 283. 369 61. 618. 619 3. 296. 558 1 308. 38⁷ 300 2 463. N2. 7 0. 601 .61.2.37⁵ Verzeichniß der Bibelstellen. 641 Kay. Vers Jeremia. 18 Rr. der Lieder 19 23 7 11 ꝛc. 3 2³ 9. 53. 520. 533. 545. 554. 557 96 8 39. 594 509 .202. 30. 409 7 Habakuk. 2 Haggai. Sacharja. 2 1 13 Maleachi. 2 3 4 Weisheit. 3 1 2. 21 Gesangbuch für die evangelische Kirche. Kap. Vers der Lieder Matthaäus. 2 1 117 5. 120 101 219. 289. 328. 388. 399. 480 4¹17 210 330. 333.377. 30. 398. 456. 331 28 Markus. 2 110 43⁵ 118. 331. 580. 600. 61² 14⁷ 120. 507. 513. 531 41 Johannes. 1 Verzeichniß der Bibelstellen. Nr. der Lieder 9⁷ 93. 230. 416 514. 519 473 23⁴ 2 2¹¹ 101. 112. 175⁵ 362. 385 23 15. 78. 226. 277 455.• 4⁵⁶ 5 44 146. 153 0 7. 209. 569 12. 40. 62. 103. 107.109. 116.227 130. 135⁵ 990 388 85. 110. 638 84. 201. 597. 611 6 251. 258 257. 262 2.9. 253. 255 233. 383 79. 116. 555 389 280. 616 88. 125. 128. 207. 22/. 339. 463. 506 619. 378 162. 590. 601. 629 610. 617 1⁷ 19 21 00 17. 19 2. 31 2⁰ Nr. der Lieder 191. 193. 330. 334 7. 21. 250. 258. 382. 383. 335 140. 148 16¹ 997 161. 194. 203 276. 279 183. 185. 217 386. 401. 598. 648 3⁵⁴ 180. 182 356. 362. 380 3 83. 318. 359. 362 534. 587 17⁴ 157. 595. 6¹³3 231 ——— 53. 311. 637 7 313. 315 314. 595 17¹ 15⁴. 6²² 142. 335. 356. 359 200 130 13³⁸ 15³• 15⁵ 389 50. 178. 200. 375 02 402. 475. 3.— 93 311. 373. 115 47. 85. 105. 152. 331. 336 343. 351. 773 40. 462. 546 23 248. 425. 429. 446 — 9 er Alder 5. B0. 33 0. 58. 383. 585 18 1. 104. 203 18. 359.302 55⁷ 595. 613 33⁷ Kap. Vers Nr. der Lieder Römer. 13 1 2c. 119 11. 12 119 10 7—9 150. 383. 608 20 33 rher Korintherbrief. 7—9 45. 317. 6⁴⁰0 18—31 369. 385. 7 2 6—9 356. 456 3 4 283 17 459 4 4 338 5 7. 8 166 6 7. 1⁴ 449. 173 15—20 2560 459. 460. 510 8 2⁵ 27⁰ 10 12 443 13 45. 487 16 ꝛc. 261 31 2⁵9 11 23—25 247 26—29 246. 249. 255. 256. 257. 259. 260 12 3 19⁵ 4 203³ 11 202 12—⁷ 196. 205. 216 13 1—8 492. 433 12 631 13 21. 402. 422 15 3—8 17¹ 10 570 19—23 159. 163. 621 33 4⁴ 42 ꝛc. 177. 626 49 62⁰ 53 6³² 55—58 108. 166. 168. 615. 61⁸ Zweiter Korintherbrief. 1 20 ꝛc. 230. 3⁴¹ 3 18 334 4 16—18 365. 471. 475 5 110 49. 338. 365. 584. 586. 620. 637 14—21 136. 151. 165. 262. 281. 327. 342. 360 6 4—10 3⁴⁰⁴ 16 553 8 9 111 9 6 ꝛc. 15. 431 12 9. 10 329. 386. 488 13 4 3⁴⁴ 2 3²⁰ 13 278 Galater. 1 3. 4 2 16. 17 31² 20 153. 256. 361. 395. 537 3 13 130⁰ 4 4c. 108. 232. 319 5 16 ꝛc. 24ꝛc. 80. 140 22 203 6 2 21 3—5 298 6— 50. 41⁵ 14⁴ 139. 327 16 4⁰⁰ Verzeichniß der Bibelstellen. Kap. Eppeser. Philipper. 1 6 9 Vers 6⁴³ Nr. der Lieder 55. 56 184. 187. 199. 204 87. 107. 316 54. 287 34. 204. J25. 448. 497 216. 282. 406 40⁷ 45¹ 201 127. 132. 42⁴ 496. 558 550 172. 206. 285. 4⁴⁴ 436 64. 66 50⁵ 517 245. 417. 433. 438 . 468. 484. 606 124. 186. 187 9 70. 329. 558 4400 2. 185. 3⁴⁴ 4⁴ 501 89. 215 502. 516 Erter Toafelouicher r 91. 609. 626. 629 550. 560. 645 6⁴ 338. 553 Zweiter Theslonicherbrief. 35 5 2. 422 Brief an Timotheus. 13—1⁷ 17 20. 84. 99. 146• 156. 335 30 5 6. 45 86. 145 2. 380. 386 462. 453. 484 4⁵² Smeeiter 8510 an—1930•0 2 — 113. 12³. 22 621. 377. 379. 380. 40⁸ 164. 186. 485 20. 287. 316 596. 485 Verzeichniß der Bibelstellen. 64⁴ Kap. Bers Nr. der Lieder Brief an Titus. 1 9 2³³ 16 7⁰⁵ 2 11—14 103. 314 2 4—7 237. 238 Erster Brief des Petrus. 1 13 203. 356 15 ꝛc. 48 18 ꝛc. 2 18. 159. 160 2⁴ 38⁸ 2 9 2⁰2. 561 21—⁵ 127. 125. 131. 141. 154 393 3 10. 11 4⁵¹ 12 42. 467 4 12 ꝛ JI. 478 17 ꝛc 439 3 7 6 5. 446 37¹ Zweiter Brief des Petrus. 1 10. 11 2¹ 3* 6⁰³ 22. 57. 323 crse Brief des Johannes. 79 405 10 297. 305. 2 1. 2 4—6 12 15—17 28 5. 6 1⁴4—18 4 1 7. 8 10 ꝛc. 16 19 53. 121. 335. 348. 349. 350. 310 20. 21 4⁷ 3 2—5 322. 340. 387. 391 11. 12 83. 108. 363 18 3⁰⁰ Ebräerbrief. 1 187⁷ 4.2 2²⁵ 1⁴ 7⁵ 2, 18⁷ 14 ꝛc. 87 .. 31. 309 3 13. 14 259. 4¹ 16. 17 Kap. Vers Nr. der Lieder Ebräerbrief. 4 1. 2 6¹7. 64¹ 9—11 617. 6⁴1 12. 13 23⁴ 15. 16 J17. 481. 40⁴ 5 710 19⁰ 6 172⁰ 188. 332 7 2.. 55 183. 190. 265 8 1. 2 19² 9 11—15⁵ 80. 156. 294 27⁷ 502 10 35. 36 73. 368. 4⁷ 1¹ 6 12 9. 10 30⁵ 12 1—5 148. 159. 386. 408. 410. 464. 478 5—11 48⁷7 1⁴ 48. 370 13 9 243. 338. 406 1. 20. 604 202 96120 des Jakobus. 12 47⁸ 17 13 21—2⁷ 235. 282. 330 2⁵ 7⁰³ 26 ꝛc. 222. 315 3 13—18 736. 448. 637 4 8 3⁰½ 5 7—11 4⁴⁸ Offenbarung Johannis. 1 4—6 17⁰ 2 4. 5 211. 412 10 211. 402. 4. 6⁴³ 11 60² 3 3 211. 288 5 6⁴³ 10 130 11 280. 41¹ 109 779 20⁰ 25⁰ 4 11 6¹ 6 17 6³⁰ 2 9—1⁷ 37. 649. 651 141⁷ 480. 644½ 14 13 614. 631. 69 15 4 21¹⁹ 19 4—9 37. 63 2⁰ 12 6³⁶ 21 1—5 630. 646. 650 7 6⁴⁰⁷ 22 4. 12—15 3/7. 617. 631 hd der Aeder . 66l. 17 8 Verzeichniß der Liederdichter. Die Zahlen bedeuten die Numern der von jedem aufgenommenen Lieder. Adam, Albrecht. 17. Albert, Heinrich, geb. in Sachsen, Organist in Königsberg. 559. Auch die Melodie ist von ihm. Albinus, Johann Georg, geb. bei Weißenfels(Sachsen), zuerst Rektor, später Prediger in Naumburg. 598. Allendorf, Johann Ludwig Konrad, geb. bei Marburg(Sessen); gab als Hof⸗ vrediger in Köthen die erste Sammlung der Köthnischen Lieder heraus; starb als Prediger und Schulvorstand in Halle(Preu⸗ ßen). 631. Vielleicht 49. Angelus Silesius: so nannte sich in seinen Schriften Dr. Johannes Sche ffler, in Diensten des deutschen Kaisers Ferdi⸗ nand IIlI und Leibarzt des Herzogs Sylvius Nimrod von Württemberg⸗Ols; er war geboren in Breslau(Schlesien) und lebte daselbst. 65. 132. 157. 255. 548. 353. 358. 360. 377. 379.„ Anna, Gräfin zu Stolberg, lebte um 1600, dichtete vielleicht 506. d Annoni, Hieronymus, geb. in Basel, Pfarrer in Muttenz, Kanton Basel, Heraus⸗ geber eines Gesangbuchs. 193. 276. 522. Anton Ulrich, Herzog zu Braun⸗ schweig-Wolfenbüttel, Stifter der Ritter⸗ akademie in Wolsenbüttel. 18. 448. Arndt, Ernst Moriz, geb. auf der Insel Rügen(Preußen), Professor der Ge⸗ schichte in Bonn am Rhein. 81. 144. 321. 616. Arnold, Gottfried, geb. bei Meißen „(Sachsen), Prediger in Perleberg. Sein Tod wurde dadurch herbeigeführt, da ß preußische Werber während seiner Predigt am Pfingstfest in die Kirche eindrangen, um junge Leute unter das Militär weg⸗ zunehmen, was ihn so sehr ergriff, daß er 10 Tage nachher am Nervenfieber starb. 153. 369. 398. 401. 418. Asschenfeldt, Karl Julius, geb. in Kiel, Prediger in Flensburg(Schles⸗ wig). 81. Bahnmaier, Dr. Jonathan Friedrich, geb. in Oberstenfeld(Württemberg); als Professor der Theologie in Tübingen ver⸗ anlaßte er die Einrichtung des Prediger⸗ Instituts daselbst; starb als Dekan in Kirch⸗ beim unter Teck auf einer Visitations⸗ reise in Owen. 220. 221. 545. Barth, Dr. Christian Gottlob, geb. in Stuttgart, Pfarrer in Möttlingen bei Calw, Herausgeber von Missions- und Jugendschriften, lebte nach Niederlegung seines Amtes in Calw. 222. Behemb oder Böhme, Martin, geb. in Lauban(ausitz), zuerst Schullehrer, dann Pfarrer daselbst. 640. Bengel, Dr., Johann Albrecht, get in Winnenden(Württemberg), zuerst Präcep⸗ tor am niedern Seminar in Denkendorf, starb als Prälat von Alpirsbach und Con⸗ sistorialrath. 40. 444. 395. Bertenmayer, Jörg, lebte um 1550 in Ulm, vielleicht ist von ihm 289. Betichius, Johann; starb als Helser in Zerbst. 314. Bickel, Johann Karl Daniel, geb. zu Altenweilnau(Nassau), Consistorialrath und Superintendent in Mosbach, sam⸗ meite das Nassau-Using'sche Gesangbuch von 1779. 282. 450. Bienemann, Dr. Kaspar, nannte sich auch Melissander; ein ausgezeichneter Ken⸗ ner des Griechischen, daher er vom Kaiser Mayimilian II einer Gesandtschaft nach Griechenland als Dolmetscher beigegeben wurde; er starb als Generalsuperintendent in Altenburg(Sachsen). 26(üver den Ge⸗ denkspruch der Abtissin von Quedlinburg, Maria von Sachsen-Weimar). Birken, Sigmund von, nannte sich auch Betulius, geb. bei Eger in Böhmen, das er als Kind' mit seinen Eltern des Glau⸗ bens wegen verlassen mußte; Kaiser Fer⸗ dinand III erhob ihn seiner Dichtungen wegen in den Adelstand; er starb in Nürn⸗ berg., 128. 151. 378., Böhmische Brüder. Sie leiten ihren Ursprung von Johann Hus, der 4415 in Konstanz verbrannt wurde, und von dessen Schülern her; seit 1457 waren sie zu einem Verein, seit 1467 zu einer kirchlichen Ge⸗ meinschaft verbunden. Aus ihnen gieng die Herrnhuter Brüdergemeinde hervor. Ihre Kieder übersetzte um das Jahr 1530 Michael Weisse, geb. in Schlesien, Pfarrer in Landskron und Fullneck, gest. um 1540, aus dem Böhmischen ins Deutsche für seine Gemeinde, und fügte deren ältere Lieder, sowie eigene hinzu. 61. 505. 507. Bogatzky, Karl Heinrich von, geb. in Schlesien, lebte in Halle seit 1746, wo er seine Güter verkaufte und den Erlös dem daselbst von Francke gegründeten Waisen⸗ hause zukommen ließ. 208. 318. 414. 344. Bonin, Ulrich Bogislaus von, geb. in Pommern. Nach beinahe zehnjährigen Kriegsdiensten in Preußen fieng er in seinem 2ssten Jahr an unter Francke in Halle Theologie zu studiren; er starb als Rath eines Grafen Reuß zu Ebersdorf. 587. Breithaupt, Dr. Joachim Justus, geb. in Nordheim(Braunschweig), Professor der Theologie in Halle, Speners Nachfolger, starb als Prälat und Consistorialrath in Magdeburg(Preußen). 326. Bruhn, N. David, geb. in Memel (Preußen), starb als Prediger in Berlin. Bruiningk, von, s. Wobeser. Buchholz', Andreas Heinrich, geb. im Braunschweigischen, starb als Hofprediger und Superintendent in Braunschweig. 489. Brde, Samuel Gottlieb, geb. in Bres⸗ lau(Schlesien), Hofrath und Kanzleidirektor daselbst. 25. 490. 556. Burk, Philipp David, s. Rieger, Philipp Friederich.„ Busch, Peter, geb. in Lübeck, Prediger in Hannover, gab das Hildesheimische Ge⸗ sangbuch heraus. 312. Canitz, Friederich Rudolph Ludwig von, 6⁴ geb. und gest. in Berlin, war mit ver⸗ schiedenen hohen Staatsämtern in Preußen betraut. Zu 550, Vers 11: Canitz ver⸗ schied sanft, am offenen Fenster in die un⸗ tergehende Sonne blickend. 564. Chiomusus, s. Schneesing. Claudius, Matthias(ÄAsmus, der Wandsbecker Bote), geb. bei Lübeck, Revisor der Bank in Altona, lebte in Wandsbeck bei Hamburg. 570. Clausnitzer, Tobias, geb. bei Meißen (Sachsen), schwedischer Feldprediger, starb als Prediger in Weiden(Oberpfalz). 274. Cramer, Dr. Johann Andreas, geb. im sächsischen Erzgebirge, Hofprediger in Darnder hagen(Dänemark), starb als Prosessor d de Theologie und Prokanzler in Kiel. 38. 75. 101. 258. 240. 540. 595. 399, 406. 433. 825. Crasselius, Bartholomäus, geb. bei Meißen(Sachfesh, ein Schüler von Francke, Prediger in Düsseldorf euhen. 330. Vielleicht ist auch 37, und 122 von ihm letz⸗ teres aus dem Holländischen des Lodesteyn. Cronegk, Johann Friedrich von, geb. in Anspach, Regierungsrath daselbst. 580. Srusius, Theodor. 402. Dach, M. Simon, geb. in Memel (Preußen), Professor der Dichtkunst und Beredsamkeit in Königsberg, gekrönter Dichter, dessen Dichtungen lange für die preußische Schule als Muster galten. 589. 601. 614. Dann, M. Christian Adam, geb. in Tübingen, in dessen Nähe er später Pfarrer war, in Gschingen und Mössingen, starb als Stadtpfarrer zu St. Leonhard in Stutt⸗ gart. 480. Decius, Nikolaus, lebte zur Zeit Luthers und war wie dieser zuerst Mönch, später Probst im Kloster Steterburg(Braun⸗ schweig); zur Reformation übergetreten wurde er Schullehrer in Braunschweig, starb etwa 1529. 36 gedichtet und schon ums Jahr, 250 be⸗ kannt, reicht also in dle Anfänge der christlichen Kirche hinauf; ins Lateinische ist ursprünglich übersetzte es vermuthlich Hilarius, Bischof von Poitiers(Frankreich), ursprünglich lateinische Text von 160 wurde schon ums Jahr 700 gesungen. Als Meister im Harfenspiel setzte Decius seine Lieder selber in Musik. Denike, David, geb. sen), Hof- und Consistorialrath in Hanno⸗ ver. Mit J das alte Hannoverische Gesanghuch heraus, das die ersten Veränderungen älterer Lieder enthält. 979— 229. 297. 317. 456. 505. Deßle Wolfgang Christoph, geb. in Mürnberg, war zuerst Goldschmid, seine Kränklichkeit veranlaßte ihn aber zum Stu-⸗ dieren, starb als Conrektor in Nürnberg. 559. Dippel, Johann Konrad, Arzt und Naturforscher, seiner Zeit durch theologische Streitschriften bekannt, in denen er sich Christianus Demokritus nannte, starb als Kanzleirath in Berleburg. 291. Diterich, Johann Samuel, geb. in Berlin, Probst und Consistorialrath daselbst; veränderte viele ältere Lieder. 298. Nach Gellerts moralischen Schriften ist auo ge⸗ dichtet. 646. Drese oder von Dresen, 1 368. Der Adam, geb. in Thüringen, Kapellmeister zuerst bei Herzog von Weimar, Bernhard dann in Arnstadt Justus Gesenius gab er 1659 in Zittau(Sach⸗ Verzeichniß der Liederdichter. (Schwarzburg⸗ kenrde er dinz früher eln Vergnügling, wurde er durch Speners Schriften dessen Freund. 355. Auch die Melodie ish von ihm. Dürr, Leonhard Friederich, Pfarrer in Kempten(Baiern). 512. Eber, Dr. Paul, geb. in Kitzingen (Bayern), Melanchthons Schüler und Freund, Professor der Theologie und zu⸗ letzt Superintendent in Wittenberg. 492. Eberhard Friederich, Prinz von Hohenlohe-Kirchberg, Versasser eines Ge⸗ betbuches und mehrerer geistlicher Lieder; starb mit seiner frommen Gemahlin sast in der gleichen Stunde. 9. Edeling, Christian Ludwig, Zinzen⸗ dorfs Hofmeister, geb. in Sachsen, starb als Prediger⸗ dort in Schwanebeck. 343. Emilie Jullane, letzte on, G von Barby, 1665 mit Albrecht Anton, Grasen von Schwarzburg-Rudolstadt vermählt, dichtete 590 auf den plötzlichen Tod des Herzogs Johann Georg von Sachsen— Eisenach auf der Jagd 1686. Eschenburg, Ur. Johann Zoachim, geb. in Hamburg, Professor in Braunschweig, starb nach mehr als 50jährigen Diensten als Geheimer Justizrath daselbst. 497. Fabricius, br. Jakob, s. Gustav Adolf. Feddersen, Jakob Friederich, geb. in Schleswig, Prediger in Braunschweig, starb als Consistorialrath und Probst in Altona. 120. 522. Fischer, Dr. Eberhard Ludwig, starb als Hofprediger, Prälat von Adelberg und Consistorialrath in Stuttgart. 245. 281.,546. Flemming, Dr. Paul, geb. im sächsi⸗ schen Erzgebirge, gieng in holsteinischen Diensten als Arzt mit elner Gesandtschast nach Moskau, und später nach Isfahan in Persien; vor der ersten Reise 4655 dichtete er das Lied 367 und die Melodie; er starb in Hamburg. Flitner, Johann, geb. in Sachsen, Prediger in Pommern. 115. Die Melodie ist von ihm; das Lied wird übrigens auch dem Laurentii zugeschrieben. Franck, Johann, starb als Bürgermei⸗ ster in seiner Vaterstadt Guben C(Lausitz). 95 ist aus dem Lateinischen des Ambrosius: Veni, redemtor gentium übersetzt. 148. 251. 351. 529. Franck, Michael, geb. in Schleusingen (Sachsen), wollte anfangs studiren, mußte aber nach seines Vaters Tod das Bäcker⸗ handwerk in Koburg erlernen; nachdem er im 50jährigen Krieg um sein ganzes Ver⸗ mögen gekommen war, wurde er Lehrer an der Stadtschule in Koburg. 588. Franck, Salomo, Consistorialsekretär in. Weimar, wo er auch geboren ist. 20. 74. 162. 560. 608. Francke Dr. August Hermann, geh. in, Lübeck, Gründer des Waisenhauses und Pädagogiums in Halle im Jahr 1698, Prosessor der Theologie und Prediger in Halle. 372. 584. Frenzel, M. Johann, geb. in Anna⸗ berg/ Prediger in Zeitz, beides in Sachsen, gekrönter Dichter. 539 ist nach Johann Arndt gedichtet. Freudentheil, Dr. Wilhelm Nikolaus, geb. in Stade(Hannover), Prediger in Hamburg. 5. Freylinghausen, Johann Anastasius, diakon lichen Sojäh öö. 6s (nach dalye Joho Nr. 451. Par oder 571. U (Hay nerq 153, U Goth selbst O der,! sühr Koͤnt um mar bei3 Mus Brüt Her! der U Stlt ath, und gegd Wo früher ein ch Speners Auch die Pfarrer in u Kitzingen chüler und gie und zu⸗ berg. 492. Prim von reines Ge⸗ cher Lieder; mahlin sast i9, Zinzen⸗ sen, starb beck, 335. Gtrafin von lon, Grasen t vermählt, en Tod des nSachsen⸗ hachim, geb. taunschweig/ en Diensten bst. 497. . Gu sta v ich, geb. in raunschweig, d Probst in dwig/ siarb Ioelberg und 243.251. 566. . im süchsi⸗ zolstelnischen esandtschast ich Jfaban 1635 dichtete die; el sarb Sachsen, Dle Melodie brigens auch Bürgermei⸗ LCausitz. 499 Am V helscht. 11b⸗ mes Vehter an 90 er us, NNlr geb. im Fürstenthum Wolfenbüttel, Franckes Gehilse und Schwiegersohn und dessen Nach⸗ folger am Waisenhaus in Halle; Heraus⸗ gebereines Gesangbuchs. 84. 88. 456.474. 576. Freystein, Dr. Johann Burkhard, Justizrath in Dresden. a58. Fritsch, Dr. Ahasverus, geb. in Thü⸗ ringen, Consistorialpräsident und Kanzler in Rudolstadt. Vielleicht ist das Original von 6as von ihm. Fröbing, Johann Christoph, geb. zu Ohrdruf(Sachsen), Pfarrer bei Hildesheim (Hannover). 25. Frommann, Dr. Johann Ulrich, geb. in Tübingen, Prosessor der Theologie dort, gab mit Tafinger das alte württembergische Gesangbuch heraus. 284. Garve, Karl Bernhard, geb. bei Han⸗ nover, Prediger der Brüdergemelnden in Berlin und an anderen Orten, starb in Herrnhut. 69. 77. 465. 278. 384. 515. 550. Gellert, M. Christian Fürchtegott, geb. im sächsischen Erzgebirg, Prosessor der Philo⸗ sophie in Leipzig; er war ein großer Verehrer der älteren Kirchenlieder. 10. 32. 59. 55. 58. 70. 104. 478. 226. 252. 250. 266. 302. 325. 558. 374. 410. 413. 427. 428. 449. 455. 476. A85. 486. 532. 551. 565. 585. 595. 642. Georgli. 2883. Gerhard, Paul, geb. im Gebiete von Meißen(Sachsen); von 1657 bis 1666 Pre⸗ diger in Berlin, wurde aber vom großen Kurfürsten Friederich Wilhelm von Preußen entlassen(375, Vers 10), weil er sich der öffentlichen Bekämpfung der reformirten Lehre nicht begehen wollte; starb als Archi⸗ diakonus in Lüben(Lausitz). Seine geist⸗ lichen Lieder verfaßte er meist während des 30jährigen Kriegs(1618—4648). 27.47. 64. 66. 68. 93. 105. 112. 115. 129. 150. 14 1. 142 (nach dem Lateinischen des heil. Bernhard: Salve caput eruentatum). 198. 199. 349(nach Johann Arndts Paradiesgärtlein, Gebet II. Nr. 5(11). 364. 374. 573. 647. 454. 462. 460. 469. 684. as7(nach Johann Arndts Paradiesgärtlein, Gebet III. Nr. 78, 25 oder 27.) 494. 518. 528. 535. 558. 549. 554. 571. 603. 627. Gesenius, Dr. Justus, geb. zu Eßbeck (Hannover), starb als Hosprediger und Ge⸗ neralsuperintendent in Hannover, s.Denike. 154., 225. Gotter, Ludwig Andreas, geb. in Gotha, starb als Hof- und Justizrath da⸗ selbst. 5. 12. 315. Graumann, nannte sich auch Pollan⸗ der, Dr. Johann, geb. in Neustadt(Bayern), führte mit Speratus die Reformation in Königsberg ein. 30. Der 5. Vers wurde um 1600 hinzugedichtet. Greding, Johann Ernst, geb, in Wei⸗ mar, Rektor in Hanau, starb als Pfarrer bei Hanau. 152. Gregor, Christian, geb. in Schlesien, Musikdirektor und seit 1789 Bischof der Brüdergemeinde, sammelte mit von Wobe⸗ fer deren Gesangbuch, in welchem viele Lie⸗ der und einzelne Verse von ihm stehen. 191. Grüneisen, br. Karl von, geb. in Stuttgart, Oberhofprediger und Consistorial⸗ rath, Prälat daselbst, starb 1578. 259. 525. Gryphius, Andreas, gekrönter Dichter und vom Kaiser wegen seiner Dichtungen geadelt, Landsyndikus in Glogau(Schlesien) wo er auch geboren wurde. 622. Verzeichniß der Oiederdichter. 64⁷7 Günther, Cyriakus, geb. bei Gotha, starb als Lehrer daselbst. 252. Gustav Adolf, König von Schwe— den, geb. 1594. Er zog 1650 der durch Kaiser Ferdinand II und seinen Feldherrn Wallenstein hart bedrängten evangelischen Kirche in Deutschland zu Hilfe, fiel aber schon in der Schlacht bei Lützen. 215 setzte er selber in Prosa auf, sein Feldprediger und Beichtvater Dr. Jakob Fabricius brachte es in Verse. Die Melodie ist wahr⸗ scheinlich von Michael Altenburg. Fabri⸗ eius ist 1595 geb. in Pommern, nach Gustav Adolfs Tode war er Generalsuperintendent und Professor der Theologie in Stettin, 41654. Hahn, Johann Michgel, geb. in Alt⸗ dorf bei Böblingen(Württemberg), hielt sich in Sindlingen auf; ein Landmann, der durch seine theosophischen, auf Beiligung dringenden Vorträge und Schriften großen Anhang gewann. 275. 591. 457. Hardenberg, Friedrich von, nannte sich Novalis, geb. in der Grafschaft Mans⸗ feld(Sachsen), beim Salinenwesen in Sachsen als Assessor angestellt, starb in Weißenfels. 87. 165. 352. 565 Harsdörffer, Georg Philipp, Raths⸗ herr in Nürnberg, wo er auch geboren ist; Stister des pegnesischen Blumenordens. 557. Harttmann, NM. Karl Friedrich, geb. zu Adelberg(Württemberg), unter Herzog Karl Professor auf der Solikude, später an der Karlsakademie; als Dekan in Lauffen nahm er 1812 seine Entlassung, starb 1815. 475. Haßlocher, Johann Adam, geb. in Speyer, Hofprediger und Consistorialrath in Weilburg(Nassau). àos enach Johann Arndts wahrem Christenthum, 2. Buch, 4. Kap., g. d.). Hayn, Henriette Luise von, geh, in Id⸗ stein Nassau), lebte seit ihrem 26. Jahre in Herrnhut, in der spätern Zelt als Pflegerin der Mädchen und ledigen Schwestern. 506. Hecker, M. Heinrich Cornellus, geb. in Hamburg, Pfarrer auf einem gräflich von Seckendorf'schen Gute bei Altenburg. 89. 110. 250. Hedinger, Dr. Johann Reinhard, geb. in Stuttgart, starb als Consistorialrath und Hosprediger unter Herzog Eberhard Ludwig. Das„Tausendliederbuch“ ist von ihm gesammelt. 392. 439. Heeren, Heinrich Erhard, geb. im Herzog⸗ thum Bremen, Domprediger in Bremen. 275. Heermann, Johann, geb. in Rauden, Prediger in Koben, beides in Schlesien, lebte nach Niederlegung seines Amtes in Lissa Posen), seine Lieder dichtete er wäh⸗ rend des sojährigen Kriegs. 45. 155(nach Augustins Meditat. Kap.7.). 155.175.247-556. Heeld, Heinrich, geb. in Guhrau Schle— sien) und Sachwalter daselbst. 94. Helmbold, M. Ludwig,‚ srüher Professor, zuletzt Superintendent in Mühlhausen(Thü⸗ ringen), wo er auch geboren ist. Kaiser Maximiltan II ertheilte ihm 1566 auf einem Reichstag zu Augsburg den Dichterlorbeer⸗ kranz. 366. 505. Hensel, Lulse, geb. gegen Ende des voxigen Jahrhunderts in Verlin, lebte in Köln, 4 1876. 127. Herberger, Valerius, geb. in Frau⸗ stadt(Posen), und Prediger daselbst. 599 dichtete er während einer Pest, die infolge des sojährigen Kriegs ausbrach. Verzeichniß de Hering, A. G. L., Hofgerichtsrath zu Cöslin(Hintervommern). 319. Hermann, Dr. Johann Gottfried, geb. in Sachsen, Hosprediger in Dresden. 56. Hermann, Nikolaus, lebte zur Zeit Luthers; er war Lehrer und Vorsänger in Joachimsthal(Böhmen) und mit Mathe⸗ sius, seinem Freunde, Prediger daselbst, eifriger Förderer des Kirchengesangs. Auch einige Ehoräle sind von ihm. 605(nach Augustins: Turbabor, sed non perturba- bor, quia vulnerum Christi recordabor). Hermes, Dr. Johann Timotheus, geb. in Pommern, Superintendent in Breslau (Schlesien). 650. Hermes, Dr. Johann August, geb. in Magdeburg, Superintendent in Quedlin⸗ burg(Sachsen). 148. Herruschmid, Dr. Johann Daniel, geb. in Bopfingen(Württemberg), Professor der Theologie in Halle und neben Francke Mitdirektor an dessen Waisenhaus und Ge⸗ lehrtenschule. 29. 375. Herwig, Sophie, Tochter des verstor⸗ benen Dekans in Eßlingen(Württemberg). 225. ey, Wilhelm, Superintendent in Ichtershausen bei Gotha. as1. Hiller, Friedrich Konrad, Kanzleiadvokat in Stuttgart. 204. 629. 64. Hiller, M. Philipp Friedrich, geb. in Mühlhausen an der Enz, Pfarrer in Neckar⸗ gröningen, dann in seinem Geburtsort und zuletzt in Steinheim bei Heidenheim (Württemberg). 8. 14. 24. 35. 51. 54. 55. 79. 91. 99. 124. 137. 145. 146. 158. 185. 187. 216. 228. 231. 264. 295. 321. 525. 555. 337. 559. 376. 389. 404. 408. 315. 432. 455 a42. 452. 455. 457. 458. 491. 521. 527. 569. 579. 605 Giller starb schnell an einem Schlagfluß). 509. 612. 626. 637. 658. 640. Hippel, Theodor Gottlieb von, geb. in Ostpreußen, Kriegsrath und Bürgermeister in Königsberg. 592. Höfel, Dr. Johann, geb. zu Uffenheim, Rechtskonsulent in Schweinfurt(beides in Bayern). 475. Hoffmann, M. Gottfried, geb. in Schle⸗ sien, mußte des Glaubens wegen mit seinen Eltern in seinem 8. Jahre nach Sachsen fliehen, starb als Rektor in Zittau. 625. Homburg, Ernst Christoph, geb. bei Eisenach, Rechtskonsulent in Naumburg (Preußen). 179. Hosch, M. Wilhelm Ludwig, geb. in Hornberg edamals zu Württemberg, jetzt zu Baden gehörig), Pfarrer in Gächingen bei Urach, zuletzt in Aidtlingen bei Böb— lingen. 465. Huber, M. Johann Ludwig, geb. in Großheppach,(Württemberg), Oberamr⸗ mann in Tübingen, von Herzog Karl 1764 willkürlich entsetzt und auf Hohenasperg ge⸗ fangen gehalten, starb in Stuttgart. 541. Jacopone, geb. zu Todi im vormaligen päpstlichen Gebiet in einer der angesehen⸗ sien Familien Umbriens, de Benedetti, war Rechtsgelehrter und wurde nach dem unglücklichen Ende seiner frommen Gattin Franciskanermönch. 147 ist freie Bearbei⸗ tung des Stabat mater dolorosa. Ingolstetter, Andreas, ein gelehrter Kaufmann und Rathsherr in Nürnberg 370. 445. Jonas, Dr. Justus, geb. 1493 in Nord⸗ r Liederdichter. hausen(Sachsen), Freund und Gehilfe Luthers, Professor des Kirchenrechts in Wittenberg, starb als Superintendent und Inspektor der fränkischen Kurchen in Eis⸗ feld(Meiningen). 1555 206. Junkheim, Dr. Johann Zacharias, Consistorialrath und Generalfuperintendent in Anspach, mit Uz Herausgeber des An⸗ spachischen Gesangbuchs. Zu 567 dichtete er zwei Verse. Kern, M. Gottlob Christian, geb. in Sohnstetten(schwäbische Alb), Professor am niedern Seminar in Schönthal, starb als Pfarrer in Dürrmenz-Mühlacker. 262. Keymann, N. Christian, geb. in Böh⸗ men, gekrönter Dichter, Rektor in Zittau (Sachsen). 351ist nach folgender Veran⸗ lassung gedichtet: Dr. Weller, Beichtvater Kurfürst Johann Georgs J von Sachsen, fragte diesen auf dem Sterbebette, ob kurfürstliche Durchlaucht Jesum im Herzen hätten? Er antwortete:„Meinen Jesum laß ich nicht!“ Klopstock, Friedrich Gottlieb, geb. in Quedlinburg(Sachsen), starb in Hamburg. 167. 246. 419. 562. 582. 632. 643. 669. Knapp, M. Albert, geb. in Tübingen, starb als Stadtpfarrer zu St. Leonhard in Stuttgart. 188. 192. 205. 2342. 24l. 279. 361. 509. Knorr von Rosenroth, M. Christian, geb. in Schlesien, Geheimerrath und Kanz⸗ leidirektor bei dem Pfalzgrafen zu Sulz⸗ bach. 555. Koppe, Johann Benjamin, geb. in Danzig, Prosessor der Theologie in Göt⸗ tingen, starb als Hofprediger und Consi⸗ storialrath in Hannover. 540. Krause, M. Jonathan, geb. zu Hirsch⸗ berg, Superintendent in Liegnitz(beides in Schlesien). 269. Krüger, Johann Christian, starb in Berlin. 541. Krummacher, Dr. Friedrich Adolf, geb. in Westfalen, starb als Prediger in Bremen. 72. 224. 508. 628. Kunth, M. Johann Sigmund, geb. in Liegnitz Schlesien), Superintendent in Baruth(Sachsen). 631.„ Lackmann, Peter, Franckes Schüler und Freund, starb als Oberpfarrer und Schulinspektor in Oldenburg. 82. 558. Lange, Ernst, geb. in Danzig, Raths⸗ herr daselbst. 422. 459. Lange, Dr. Joachim, geb. in Branden⸗ burg, Hofmeister bei Canitz, mit Francke Professor der Theologie in Halle. 555. Laurentii, Laurentius, geb. in Hol⸗ stein, Kantor und Musikdirektor in Bremen. 98. 109. 149. 174. 234. Vielleicht 115. Lavater, Johann Kaspar, geb. in Zürich, Prediger dort, starb infolge eines Schusses in den Rücken, den er bei der Wiedereroberung von Zürich durch die Franzosen erhielt. 159. 174. 253. 258. 272. 390. 429. 477. 481. 517. 52. 55 A4. 581. 607. Lehmus, Johann Adam, geb. in Rothen⸗ burg an der Tauber(Bayern), Superinten⸗ dent daselbst. 42. 74. 121. 168. 495. 499. 575. Lehr, Leopold Franz Friedrich, geb, bei Frankfurt am Main, Franckes Schüler, Helfer in Köthen. 309. Leibnitz, Gottfried Wilhelm von, geb. in Leipzig, wegen selner Verdienste um die Wissenschaften von dem deutschen Kaiser Los Sonde perint Lon und Gehllfe henrechts in tendent und chen in Eis Zacharias, perintendent eber des An⸗ 567 dichtete an, geb. in „ Mosesset ynthal, starb iblacker. 252. geb. in Böh⸗ or ln Zlttau nder Veran⸗ Belchtvatet on Sachsen, rbebeite, ob m im Herzen einen Jesum lleb, geb. in in Hamburg. 543. 649. in Tübingen 51. Leonhard 292. 2A. 279. V. Cbrisiian, uh und Kanh⸗ sen zu Suli⸗ un, geb, in ogle in Git⸗ und Consi⸗ eh. zu Hitsch⸗ anit(beides an, sarb in duich Adolf Prediget 10 nund, geb. 0 untendent N 0 desl⸗ „Iin Bran „mit Ftanch Verzeichniß der Karl VIin den Adelstand erhoben, Hofrath in Hannover. 14s dichtete er am Char— sreitag 1684. Liebich, Ehrensried, geh. in Schlesien, war bis ins 46. Jahr Müller, starb als Pfarrer zu Lomnitz und Erdmannsdorf. A5. 308. 420. 545. 611. Loder, Friedrich Wilhelm, geb. in Re⸗ gensburg, starb als gothaischer Hof-⸗ und Consistorlalrath in Ohrdruf. 227. 645. ö Löscher, Dr. Valentin Ernst, geb. In Sondershausen, Consistorlalrath und Su⸗ perintendent in Dresden. 254 Löwen(Löwe), Johann Friedrich, geb. in Thüringen, Registrator in Rostock. 596. (Überarbeitung eines älteren Liedes), 595. Ludämilie Elisabethe, Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt, starb als Braut eines Grasen von Schwarzburg-Sonders⸗ hausen an einem Tage mit ihrer Schwe⸗ ster. 501 Ludwig, Herzog von Württemberg, Sohn des Herzogs Christeph, regierte zu— Liederdichter. 649 Rechte und der Theologie, geb. in Frank⸗ surt am Main, bekleidete verschledene Staats⸗ ämter seiner Baterstadt. 357. 472. 620. Möller, Johann Friedrich, geb. zu Erfurt(Preußen), Consistortalrath und Prediger dort. 175. 214. Möwes, Heinrich, geb. In Magdeburg, machte die Befreiungskriege gegen Napoleon 1 mit, starb als Pfarrer in Altenbausen bei Magdeburg. 468. Moller, Dr. Martin(Möller), geb. in der Nähe von Wittenberg Sachsen), Oberpfarrer in Görlitz. Ein Jahr vor seinem Tod erblindete er, predigte aber doch und verwaltete sein Amt fort. 495. Moser, Johann Jakob von, geb. in Stutt⸗ gart, Landschaftskonsulent, war als solcher längere Zeit von Herzog Karl willkürlich auf Hohentwiel gefangen gehalten. 207. Mudre, M. Johann Friedrich, geb. in Sachsen und Pfarrer dort, erblindete mehrere Jahre vor seinem Tode. 116. Müller, Ludwig Ernst Sigmund, Su⸗ erst unter Vormundschaft. von 1572 an perintendent in Llegnitz(Schlesten). 476. aber selbständig, starb am Schlagfluß, ohne Nachkommen. Sein Vetter Friedrich Am Lied 596, Vers 3. genannt), aus der Mömpelgarder eder jetzt regierenden) Linie folgte ihm. Luise Henriette, geb. Prinzessin von Oranien, Gemahlin des großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Preußen. 177. 292. (S. Schwerln.) Luther, Dr. Martin, geb. und gest. in Eisleben, Professor der Theologie und Pre— diger in Wittenberg. 86, 206, V. 1—5. 212. 215. 237. 290. 600. Von ihm ist über⸗ setzt: Nr. 1., der schon ums Jahr 539 be— kannte, gewöhnlich den Kirchenvätern Ambrosius und Augustin zugeschrlebene, vielleicht von jenem aus dem Grlechlschen Übersetzte Lohgesang: LTe Deum laudamus. 3zua, das Nicänische Glaubensbekenntniß. Vor ihm war schon bekannt und ist durch ihn verbessert: 35, lange vor der Refor⸗ matlon als Litanet am St. Markustag und in der Kreuswoche gebraucht. 402. ö 106. 195(B. 1, schon ums Jahr 1230 bekannt, nahm Luther unverändert auf). 111(nach Motkers des Alteren, geb. bei St. Gallen ums Jahr sßo, als Be ne⸗ dictiner dort 4 912, Sequenz: Grates nune omnes umgearbeitet, nur V. 4. wurde am Christfest lange vor Luther schon gesungen). 194 ist alte Bearbeitung der eiwa ums Jahr 1050 gedichteten Sequenz: Veni s. spi- ritus et emitte coelitus, 597, V. Mnach alter Übersetzung der viellelcht ebenfalls von Notker dem Ulteren gedichteten Antiphone; media vita in morte sumus. Früher wurde es als Schlachtgesang, in späterer Zeit bei Beerdigungen gesungen. Von Luther sind auch mehrere Melodieen. Marperger, Dr. Bernhard Walther, geb. in Hamburg, Hofprediger und Consi⸗ storlalrath in Dresden. 274. 287. 365. Maͤukisch, Dr. Johann, geb. in Sachsen, Prosessor der Theologie und Prediger in Danzig. 425. Melissander, s. Bienemann. Menken, Dr. Gottfried, Prediger in Bremen, wo er auch geboren ist.„474. Mentzer, Johann, geb. in der saͤchsischen Lausitz ind Pfarrer dort. 4. Meyer, Johann Friedrich von, Dr. der Müller, Michael, geb. in Blankenburg am Harz, Harb als Hofmelster bei einem Herrn von Gaisberg auf Schaubeck(Würt⸗ tembexg). 147. Münter, Dr. Balthasar, geb. in Lüheck, deutscher Prediger in Kopenhagen(Däne⸗ mark). 210. 245. 267. 327. 529. 550. 6426. 486 Muthmann, Johann, Pfarrer in Sachsen. 464„ Nachtenhöfer, hl. Kaspar Friedrich, geb. in Halle, Prediger in Koburg. 105. Neander, Christoph Friedrich, geb. in Kuͤrland Rußland), Probsi daselbst. 45(nach Hiller)H1. Neander, Joachim, geb. in Bremen, starb als Prediger dort, Spenertz Freund. Er setzte mehrere seiner Kleder in Musik. 5. 11. 60. 548. 568. 594. Nerreter, David, geb. zu Nürnberg, bekleldete unter viel Kreuz und Anfech⸗ tung mehrere gelstliche Amter In Bayern war zuletzt Generalsuperintendent in Hinterpommern und Consistortalrath in Stargard. 478. Neumann, Gottfried, Mitglied der Brüdergemeinde. 619 tst 1756 auf Christian Renatus Zinzendorfs Tod gedichtet. Neumann, Kaspar, geb. in Breslau (Schlesien), Prosessor der Theologie und Prediger dort. 182. 257., 575.„ Neumark, Georg, geb. in Thüringen, Bibliothekar in Weimar. 568(auch die Melodie ist von ihm). 552. Neumeister, M. Erdmann, geb. bei Weißensels(Sachsen), Prediger und Schul— vorstand in Hamburg. 248. 299. 540. 55.688. Nicolal, Dr. Philipp, geb. in der Graf⸗ schast Waldeck, Prediger in Hamburg. 547.684. Niemeyer, Dr. August Hermann, geb. in Halle, Professor der Theologie und Kanzler dort. 434. 621 Novalis. s. Hardenberg, Patze, Johann Samuel, geb ber Frank⸗ furt an der Oder(Preußen), Prediger in Magdeburg. 22. Pfeffel, Gottlieb Konrad, geb. in Kolmar(Elsaß), Consistorialpräsident dort. Von seinem 21. Jahr an war er blind. 511. Pfeil, Christoph Karl Ludwig, von, preußischer Gesandter beim schwäbischen und fränkischen Kreise. 498. 1 6⁵50 Poliander, s. Graumann. Pressovius, Christilan, Prediger in der Uckermark(Preußen). 314. Rambach, Dr. Johann Jakob, geb. in Halle, erlernte zuerst bei seinem Vater das Tischlergewerbe, studirte nachher unter Francke Theologie, starb als Professor der⸗ selben und Superintendent in Gießen. au. 49. 52. 85. 125. 126. 186. 190. 200. 241. 255. 306, 520. Ramler, Karl Wilhelm, geh. in Col⸗ berg(Pommiern), Professor der Asthetik in Berlin. 155. Reiber, Reschart Gottlob, geb. zu Bern stadt im Fürstenthum Öls in Schle⸗ sien, ein durch mancherlei Leiden schwer⸗ geprüfter Christ. 1778, Pfarrer zu Mühl— witz im Furstenthum Ols, 1788 zu Dirs⸗ dorf im Nimptscher Kreise. Todesjahr unbekannt. 615. Reißner, Adam; nachdem er mehrere wichtige Staatsämter begleitet hatte, lebte er als Gelehrter in Frankfurt am Main, seiner Vaterstadt. 268. Reuß⸗-Ebersdorf, Gräfin Benigna von, Zinzendorfs Schiwägerin. 516. Richter, Dr. Christian Friedrich, geb. in der Niederlausitz(Preußen)„zu Franckes Zeit Arzt am Waisenhaus zu Halle. Seine und seines Bruders Arzneien, die sehr ge⸗ suͤcht waren und zum Besten des Waisen⸗ hauses verkauft wurden, verschafften diesem 641 Einnahmen. 107. 296. 354. 544. 354. 386. 387. 388. 488. HBieger, Magdalene Sibylle, Tochter des Prälaten Weissensee, Gattin des Regie— rungsraths Rieger in Stuttgart. 300. Rieger, Philipp Friederich von, geb. in Stuttgart, Günstling des Herzogs' Karl von Württemberg, aber unerwartet von diesem nach Hohentwiel ins Gefängniß geschickt, später jedoch wieder begnadigt, starb als Generalmajor und Festungskom⸗ mandant auf Hohenasperg. Die meisten Verse des Liedes, aus dem Nr. 123 genommen ist(V. 1—4. 6. 7.), sind von ihm, einige (B. 5. 8. 9) von N. Philipp David“ Burk, geb. in Neuffen, gestorben als Bekan in Kirch⸗ heim unter Teck, Freund und Schwieger⸗ sohn von Johann Albrecht Bengel. Rinckart, M. Martin, geb. zu Eilen⸗ burg(Sachsen) und Archidiakonus daselbst. 2(ohne Zweifel zur Friedensfeier 1648 nach dem sojährigen Krieg gedichtet). Ringwaldt, Bartholomäus, geb. zu Frankfuͤrt an der Oder(Preußen), Pre⸗ diger in Langfeld(Brandenburg). 289. 294. Rist, Johann, geb. bei Altona, Prediger in Holstein, mecklenburgischer Kirchenrath, gekrönter Dichter. 90. 260. 572. Rodigast, M. Samuel, geb. bei Jena, Rektor in Berlin. 461. Röding Johann Heinrich, geb. in Ham⸗ burg, Lehrer dort, bildete sich durch eigenen Fleiß ohne fremden Unterricht heran. 150. Rothe, Johann, war Lehrer in Beuggen, 925. Rothe, Johann Andreas, geb. in Schle⸗ sien, Pfarrer bei Bunzlau, stand längere Zeit in genauer Verbindung mit Zinzen⸗ dorf. 332. 397. 624. Rückert, Friedrich, geb. in Schwein⸗ surt, Mroseffor der oriehtalischen Sprachen in Berlin, Dichter, starb in Neusaß bei Koburg. 100 Verzeichniß der Liederdichter. Sacer, Dr. Gottfried Wilhelm, geb. in Naumburg„(Sachsen), Kammerkonsulent in Wolfenbüttel, gekrönter Dichter. 181. Sachs, Hans, Schuhmacherund Meister⸗ sänger in Rürnberg. Seine Lieder waren für die Reformation förderlich. 482. Wahr⸗ scheinlich ist auch die Melodie von ihm. Sachse, Dr. Christian Friedrich Heinrich, Hofprediger in Altenburg. 617. Schade, M. Johann Kaspar, geb. in Thüringen, Franckes und Speners Freund, Diakonus in Berlin. 307. 528. 465. Schalling, Martin, geb. in Straß⸗ burg, zuletzt Prediger in Nürnberg. 346. Scheffler, s. Angelus. Scheidt, Dr. Christian Ludwig, geb. in Waldenburg(Württemberg), Hofrath und Bibliothekar in Hannover. 316. Schenk, M. Hartmann, geb. bei Eise⸗ nach, starb als Helfer in Ostheim in Thü⸗ ringen. 277. Schenk, Heinrich Theobald, Stadtpfarrer zu Gießen. 631. Schink, Johann Friedrich, geb. in Magdeburg, Bibliothekar in Sagan(Schle⸗ sien). 547. Schirmer, M. Michael, geb. in Leipzig (Sachsen), Konrektor in Berlin. 96. 195. Schlegel, Dr. Johann Adolf, geb. in Meißen(Sachsen), zuletzt Generalsuper— intendent und Hofprediger in Hannover. 419. Schlicht, Levin Joͤhann, geb. in Sach— sen, Prediger in Berlin. 575. Schlosser, N. Johann Ludwig, geb. im Großherzogthum Hessen, Prediger und Schulvorstand in Hamburg. 504. Schmidt, Johann Eusebius, geb. in Thüringen, Schüler und Freund Franckes, Pfarrer bei Gotha. 214.& Schmolk, Benjamin, geb. zu Brau⸗ chitschdorf, Prediger in Schweidnitz(beides in Schlesien). Sieben Jahre vor seinem Ende wurde seine rechte Seite durch Schlag⸗ anfälle gelähmt, und später erblindete er. 6(Bearbeitung der„Aitanei“). 65. 76. 154. 136. 164. 239. 270. 350. 400. 441. 467. 479. 501. 531. 535. 545. 565. 574. 577. 594. 635. 647. Schneesing, Johann, nannte sich auch Chiomusus, geb. in Frankfurt am Main, zur Zeit der Reformation Pfarrer bei Gothg. 595. Schöner, Johann Gottfried, geb. bei Schweinfurt'(Bayern), Prediger in Nürn⸗ berg. 34. 421. Schröder, Johann Heinrich, geb. im Hannoverischen, Pfarrer bei Magdeburg. 585. 417. Schubart, Christian Friederich Daniel, Organist und Musikdirektor in Ludwigs⸗ burg, wegen einiger seiner Gedichte von 1777—87 von Herzog Karl auf Hohenasperg gefangen gehalten, während Rieger Kom⸗ mandant dort war; zuletzt in Stuttgart angestellt. 21. 161. 6a8. Schütz, Johann Jakob, Rechtskonsulent in Frankfurt, ein Freund von Spener; 28 ist das einzige Lied von ihm. Schwab, Gustav, geb. und gest. in Stuttgart, Stadtpfarrer, Oberconsistorlal⸗ und Studtenrath daselbst. 557. Schwämlein, Georg Christoph, geb. in Nürnberg, Rektor daselbst. 362. Schwerin, Otto von, geb. zu Stettin, unter dem großen Kurfürsten Frlederich Wilhelm von Preußen erster Minister, über 25 Jahre in den wichtigsten Geschäf⸗ lhelm, geb. in aumerkonsulent Dichter. 181. herund Meister⸗ er waren Wahr⸗ edrich Heinrich 617⁷. sspar, geb. in peners Freund, 8. 465, eb. in Straß⸗ urnberg. 346 udwig, geb. in Hostath und bei Eise⸗ m in Thü⸗ d, Stadtpfarrer h, geb. in Sagan(Schle⸗ geb. in Leipzig klin. 95. 10. Wolf, geb. in Generalsuper⸗ Hannober. 119. Jgeb. in Sach⸗ 7⁵ Ludwig, n Hrediger un Prediger un 504. us, geb, in eund Franckes eb. zu Brau⸗ eidniß(beides re vor einem durch Schlag⸗ r erblindete er. 76, 156. ied Verzeichniß de ten und Angelegenhelten bei Kriegs⸗ und Friedenszelten gebraucht, zugleich Oberhof⸗ meister der Kurfürstin auf deren Besehl er ein Gesang- und Ge⸗ betbuch sammelte. 523. Vielleicht ist auch von ihm 177. 292. Selnecker, Dr. Nikolaus, geb. bei Nürnberg, Melanchthons Schüler und Freund, Professor der Theologie und Hof⸗ prediger in Leipzig. 209. Auch einige Me⸗ lodieen sind von shm. Spalding, Dr. Johann Joachim, geb. in Pommern, Consistorialrath und Probst in Berlin. 602 Spangenberg, August Gottlieb, geb. in Sachsen, Zinzendorfs Gehilfe bel der Gründung von Brüdergemeinden in Eng⸗ land und Nordamerika, starb als Bischof in Herrnhut. 205. Spener, Dr. Philipp Jakob, geb. in Rappoldsweiler im Elsaß, Probst und Consistorlalrath in Berlin. 169. Spengler, Lazarus, vorderster Rath⸗ schreiber seiner Vaterstadt Nürnberg, Freund ö Luthers und eifriger Besörderer der Refor⸗ mation in Nürnberg. 78. 0 Speratus, Dr. Paul, aus dem schwä⸗ bischen Geschlechte der von Spretten, durch Luthers Empfehlung Hofprediger des Her⸗ ogs Albrecht von Preußen, wo er mit raumann ꝛc. die Reformation einführte. Auch einige Melodien sind von ihm. 313. 320. Sperl, Joseph, geb. in Lauchheim, Pfarrer und Schulinspektor in Schneid⸗ helm im Ries, gestorben als Pfarrer in Dürmentingen bei Riedlingen. 75. Spitta, Karl Johann Phillpp, geb. in Hannover, Prediger und Consistorialrath in Burgdorf(Hannover). 172. 286. 382. 383. 500. 502. Spreng, Dr. Johann Jakob, Pro⸗ fessor der klassischen Literatur in Basel, geb. in Basel. aos. Stäudlin, Gotthold Friedrich, Advokat in Stuttgart. 623. Stegmann, Dr. Josua, geb. bei Mei⸗ ningen, Prosessor der Theologle und Super⸗ intendent in Rinteln(Sessen). 7. Stier, Dr. Ewald Rudolph, geb. in Fraustadt(Posen), Superintendent in Eis⸗ leben. 219. Storr, Dr. Johann Christian, geb. in Heilbronn, Stiftsprediger und Consistorial⸗ rath in Stuttgart. 332. Sturm, N. Christoph Christian, geb. in Augsburg, starb als Hauptprediger und Schulvorstand in Hamburg am Blutsturz. 108. 285. 333. Taddel, Christian Ludwig, geb. in Rostock(Pommern), Hofrath und Kanzlei⸗ direktor daselbst. 170. Tafinger, Dr. Wilhelm Gottlieb, geb. in Vaihingen an der Enz(Württemberg), Prälat und Consistorlalrath, gab das alte württembergische Gesangbuch heraus, 409. Tersteegen, Gerhard, geb. zu Mörs in Westfalen, besuchte bis in seln 15. Jahr das Gymnasium daselbst, trat dann zu einem Kaufmann in die Lehre, zog sich abe nach⸗ her nach Mühlheim an der Ruhr zurück, wo er als Bandmacher lebte. 106. 140. 184. 201. 218. 265. 345. 646. 561. 566. 586. Gesangbuch für die evangelische Kirche. Luise Henriette,‚, r Liederdichter. 651 Thilo, Valentin, geb. in Königsberg, Professor der Beredsamkeit daselbst. 97. Thomas von Celano, Mönch in einem Franziskanerkloster, höchst wahrscheinlich Dichter der berühmten Sequenz: Dies irae ete. 636. Titius, N. Christoph,(Titze), geb. in Schlesien, Pfarrer bei Nürnberg. 366. Uz, Johann Peter, geb. in Anspach, preußischer Geheimer Justizrath, Mitar⸗ beiter am Anspachischen Gesangbuch. 530. Weber, Johann. 542. Wegelin, NM. Josua, Pfarrer in Augs⸗ burg, später zu Presburg in Ungarn. 485. Weglelter, Dr. Christoph, geb. in Nürnberg, gekrönter Dichter, Professor der Theologié in Altdorf(Bayern). 356. Weissel, Georg, geb. in Preußen, Prediger in Königsberg. 83. 92. Weissensee, M. Philipp Heinrich, geb. ö Vichberg bei Schwaͤbisch Hall, Pralat von Denkendorf, während Bengel am dortigen niedern Seminar Klosterpräceptor war. 265. Wessenberg, Ignaz Heinrich von, Freiherr von Ampringen, geb. in Dreßden, 1814—27 Koadiutor in dem nun aufgelösten Bisthum Konstanz. 202. Weydenheim, Johann. 311. Wieland, M. Johann Martin, Pfarrer in Kleinbottwar Württemberg). 307. Wilhelmll, Herzog zu Sachsen⸗Weimar, geb. zu Altenburg, starb in Weimar. 16. Winkler, Johann Joseph, geb. im Ge⸗ blet von Melßen(Sachsen), Consistorlalrath und Domprediger in Magdeburg. 412. 470. Wo be ser, Ernst Wetislaus Wilhelm von, geb. in der Mark Brandenburg, Major, starb als Mitglied der Brüdergemeinde in Herrn⸗ hut(s. Gregor). 139 ist von ihm und seinem Freunde Heinrich von Bruiningk. Wolf, Dr. Jakob Gabriel, geb. in Grelfs⸗ walde(Pommern), Professor der Rechts⸗ wissenschaft in Halle. 394. Woltersdorf, Ernst Gottlieb, geb. bel Berlin, Prediger in Bunzlau Schle⸗ sien), Gründer des dortigen Waisenhauses. 62. 456. 256. 304. Würkert, L., erster Diakonus zu Miti⸗ weyda(Sachsen). 50. Zeller, Christian Heinrich, geb. auf Hohen⸗Entringen bel Tübingen, Inspektor der Kinderanstalt in Beuggen(Baden). 235. Zimmermann, Johann Chrlstian, geb. im Schwarzburgischen, Probst in Aitzen Sannover). 48. 57. Zinzendorf und Pottendorf, Nikolqus Ludwig, Graf von, geb. in Dresden, grün⸗ dete im Jahr 1722 die Brüdergemeinde in Herrnhut und war von 1739 an deren Bi⸗ schof. 135. 217. 236. 381. 496. 618. 630. 635. Zinzendorf, Christian Renatus Graf von, zweiter Sohn und Gehilfe des vori⸗ gen. 151. 613. Zollikofer, Georg Joachlim, geb in St. Gallen(Schweiz), Prediger in Leipzig. 261. Zwick, Dr. Johann, geb. in Konstanz, war bereits Doktor der Rechte geworden, studirte aber, durch die Reformation an⸗ gezogen, Theologle, wurde Prediger in Riedlingen an der Donau, und nachdem er 1525 dort vertrieben worden war, in seiner Vaterstadt. 180. Verzeichniß der Lieder. A. Abgrund wesentlicher Liebe Abschied will ich dir geben Ach bleib bei uns, Herr Jesu Ach bleib mit deiner Gnade Ach Gott des Himmels, lasse mir Ach Gott, gedenke mein. Ach Gott, verlaß mich nicht Ach Gott vom Himmel, sieh Ach Jesu, gib mir sanften Ach, mein Herr Jessu Ach, mein Jesu, sieh ich trete Ach, sagt mir nichts von Gold Ach, sei mit deiner Gnade Ach, sieh ihn dulden, bluten. Ach treuer Gott, barmherzigs Ach treuer Gott, ich ruf zu dir Ach, was sind wir ohne Jesus Ach, wiederum ein Jahr Ach, wie nichtig, ach wie flüchtig Allein Gott in der Höh sei Ehr Allein zu dir, Herr Jesu Chrift Alle Menschen müssen sterben Aller Gläub'gen Sammelplatz Alles ist an Gottes Segen Allgenugsam Wesen Als Jesus Christus in der Nacht Also hat Gott die Welt geliebt Amen! Deines Grabes An dein Bluten und Erbleichen An dir hab ich gesündigte. Auf, auf, ihr Reichsgenossen Auf, Christenmensch, auf. Auf Christi Himmelfahrt allein Auf den Nebel folgt Auf dich hab ich gehoffet Auf diesen Tag bedenken wir Auferstehn, ja auferstehn Auf Gott nur will ich sehen. Auf Gott und nicht auf meinen Auf meinen Jesum will ich. Auf, Seele, auf und säume. Auf will ich von Sünden stehen Aus des Todes Banden Aus Gnaden soll ich selig Aus irdischem Getümmel Aus tiefer Noth laßt uns. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir 52⁴ B. Befiehl du deine Wege Beherrscher aller Welten. Bei dir, Jesu, will ich bleiben Beschränkt, ihr Weisen Beschwertes Herz, leg ab. Besitz ich nur ein ruhiges Bleibe, es will Abend. Bleibt bei dem, der euretwillen C. Christen erwarten in allerlei Christ lag in Todesbanden Christus, der ist mein Leben. Christ, wenn die Armen. D. Das äußre Sonnenlicht ist da Daß ich in deiner Christenheit Das walte Gott, der helfen kann Das, was christlich ist, zu üben Dein bin ich, Herr, dir will ich Dein Heil, o Christ, nicht zu Dein König kommt in niedern Denk ich der Dornenkrone Der Abend kommt, die Sonne Der am Kreuz ist meine Liebe Der du das Los von meinen Der du noch in der Der ersten Unschuld reines Der Frühling ist erschienen. Der Glaͤub ist eine Zuversicht Der heil'ge Christ ist kommen Der Herr bricht ein um.. Der Herr fährt auf gen Himmel 3.Der Herr ist Gott. Der Herr ist gut, in dessen. Der Himmel hängt voll Wolken Der Hirt am Kreuz 374 Der letzte Tag von deinen 608 Der Mond ist aufgegangen 11⁷ 293 Der niedern Menschheit Hülle Der Schächer fluchbeladen 169 Der schmale Weg isfst 316 Der Tag ist hin, mein Jesu 81 Der Trennung Last liegt schwer 303³3 290 Der Vater kennt dich Der Weltfinn will vom Himmel FE*FIIF iben illen erlei n ben. ist da nbeit kann üben ll ich ht zu edern ne · zonne Aebe einen nes nen ersicht mmen 125 immel essen Bollen nen 19l, Hülle 6en Desu schwer imm Des Todes Grahhn Dich krönte Gott mit Freuden Die Beschwerden dieser Erden Die Christen gehn von Ort. Die Ernt ist da, es winkt Die Feinde deines Kreuzes. Die Gnade sei mit allen Die Gnade wird doch ewig. Die güldne Sonne Die ihr bei Jesu bleibet. Die ihr den Heiland kennt Die Kirche Christi, die er Die Liebe darf wohl weinen. Die Morgensonne gehet auf. Die Nacht gibt gute Nacht. Die Nacht ist niemands Freund Die Seele ruht in Jesu Armen Die Sonne senkt sich nieder. Dies ist der Tag, den Gott. Dies ist die Nacht, da mir. Die Sünden sind vergeben Dieweil mein Stund. Die Weisheit dieser Erden Die Welt kommt einst Dir dank ich für mein Leben. Dir dankt mein Herz Dir ergeb ich mich Dir Herr sei dieses Kind. Dir versöhnt in deinem Sohne Du bist ein Mensch. Du bists, dem Ehr und Ruhm Du bist zwar mein. Du, dessen Augen floßen.. Du gehest in den Garten beten Du haft ja dieses 7— Du, Herr der Seraphinen Du, Herr von meinen Tagen Du kanntest schon und liebtest Du klagst und fühlest.. Du meines Lebens Leben Durch Adams Falll. Du fagst: ich bin ein Christ. Du schenkst voll Nachsicht. Du Schrecklicher, wer kann. Du wesentliches Wort. Du Wort des Vaters, rede du E. Ein Ausblick in die Ferne. Ein Christ kann ohne Kreuz Ein' feste Burg ist unser Gott Eine Herde und ein Hirt. Eines wünsch ich mir Einiger Mittler und ewiger. Nr. 60² 380 Nerzeichniß der Lieder. Ein Lämmlein geht und trägt Eins ist noth! Ach Herr. Eins nur wollen, eins nur. Ei wie so selig schläfest du Endlich bricht der heiße Tiegel Ergreife nun dein Harsenspiel Erhalt uns, Herr, bei deinem Erheb, o meine Seele, dich. Erheb, o Seele, deinen Sinn Er ist gekommen 9 Ermuntert euch, ihr Frommen Es glänzet der Christen Es halten eitele Gemüther Es hat uns heißen treten Es ist das Heil uns kommen her Es ist ein köstlich Ding Es ist etwas, des Heilands Es ist nicht schwer ein Christ Es ist noch eine Ruh vorhanden Es ist vollbrach Es jammre, wer nicht glaubt Es kostet viel, ein Christ Es muß ein treues Herze sein Es saß ein frommes Häuflein Ew'ge Liebe, mein Gemüthe. Ewig, ewig bin ich dein. — V· Fahre fort, fahre fort. Fall auf die Gemeinde nieder Fortgekämpft und fortgerungen Freuet euch, erlöste Brüder Friede, ach Friede Fröhlich soll mein Herze. Frühmorgens, da die Sonn Für alle Menschen beten wir G. Geduld ist euch vonnöthen Geh aus, mein Herz, und suche Geht hin, ihr gläubigen. Geht nun hin und grabt Geist der Kraft, der Zucht Geist des Lebens, heil'ge Geist vom Vater und vom Sohn Gekreuzigter, zu deinen Füßen Gelobet seist du, Jesu Christ Gerechter Gott, vor dein Gericht Getreuer Gott, wie viel Geduld Gib die Weisheit meiner Seele Glaubiger Jesu, auf Vertrauen Gott, deine Güte reicht so weit Gott, deinen weisen Willen Gott, den ich als Liebe kenne 653 Nr. 130 38⁵5 437 619 6⁵⁴ Gott, der du allen gütig Gott, der du Gnad und Gott, der du groß von Gnad Gott, der du Herzenskenner bist Gott der Macht, in deinem. Gott der Tage, Gott der Nächte Gott der Vater wohn uns bei Gott der Wahrheit Gott des Himmelss Gott, du bist alleine gütig. Gott, du bist selbst die Liebe Gott, du lässest mich erreichen Gott, du Licht, das ewig bleibet Gott, Erd und Himmel Gottes Führung fordert Stille Gott, gib mir deinen Geist. Gott, Herrscher über alle. Gott ist gegenwärtig Gott ist getreu. Er selbst Gott ist getreu. Sein Herz Gott ist mein Hort Gott ist mein Lied. 8.0 Gott lebet. Sein Name gibt Gott lebt. Wie kann ich traurig Gottlob! ein neues Kirchenjahr Gottlob! ein Schritt zur Gottlob! ich weiß mein. Gott macht ein großes Gott richtet immerdar. Gott ruft der Sonn Gott sei Dank in aller Welt Gott, Vater, aller Dinge Gott, Vater in dem Himmel Gott, vor dessen Angesichte. Gott, welcher Kampf. Gott wills machen Größter Morgen, der die Erde Großer Hirte deiner Herden. Großer König, den ich ehre. Großer Mittler, der zur Rechten Guter, gnädiger, getreuer H. Hallelujah! denn uns ist heut Hallelujah! Lob, Preis Hallelujah! schöner Morgen Hallelujah! wie lieblich stehn Halt im Gedächtniß. Heiland, deine Menschenliebe Heil'ger Gott, der du begehrest Beiligner Jein,.. Heil uns! Des Vaters Ebenbild Herr, allwissend und allsehend Herr, deine Rechte und Gebot Verzeichniß der Lieder. 229 Herr, deine Treue ist so groß Herr, dein Wort die edle Gabe Herr, der du mir das Leben. Herr, der du vormals hast Herr, dir ist niemand Herr, du fährst mit Glanz Herr, du hast für alle Sünder Herr, du wollst uns vorbereiten Herr, es gescheh dein Wille. Herr, es ist von meinem. Herr Gott, dich loben wir für deine Herr Gott, dich loben wir; Herr Herr, habe acht auf mich. Herr, höre, Herr, erhöre.. Herr Jesu Christ, dich zu uns Herr Jesu Christ, du höchstes Herr Jesu Christ, mein Herr Jesu, deiner Glieder Ruhm Herr Jesu, der du selbst. Herr Jesu, Gnadensonne Herr Jesu, Licht der Heiden. Herr, laß mich deine Heiligung Herr, lehre du mich deinen Herr, meine Leibeshütte Herr, ohne Glauben Herr und Gott der Tag. Herr von unendlichem— Herr, vor dem die Engel⸗ Herr, welch Heil kann ich Herr, wie du willt, so schicks Herr Zebaoth, du starker Herzlich lieb hab ich dich. Derzliedster Jeen Herzog der erlösten Sünder. Herzog unsrer Seligkeiten Herz und Herz vereint. Hier bin ich, Herr, du rufest mir Hier ist mein Herz, mein Gott Hilf, Erbarmer, schaue her. Hilf, Gott, daß unsre Himmelan, nur himmelan Himmel, Erde, Luft und Meer Hinab geht Christi Weg Hirte deiner Schaff Höchster Gott, durch deinen Hört das Wort voll Ernst Hüter, ist die Nacht Hüter, wird die Nacht. I· Ja fürwahr, uns führt Ja, Tag des Herrn, du Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket groß Habe ben. 5 st. inder 2 eiten ille. 5 39 wir Herr 59.* uns ichstes Ruhm . 2* iden. igung deinen 39. 4I⸗ ch schichs 7*0 5.· under. en istmit u Golt her lan · NMeer * deinen rust 7 Rochn Ich bin ein Gast auf Erden. Ich bin getauft auf deinen Ich bin in dir, mein Gott Ich bin in dir und du in mir Ich danke dir für deinen Tod Ich danke dir in glaubensvoller Ich fasse, Vater, deine Hände Ich geh zu deinem Grabe. Ich glaube, daß die Heiligen Ich glaube, Herr, hilf meinem Ich habe nun den Grund. Ich hab in guten Stunden Ich habe viel gelitten. Ich hab von ferne, Herr.. Ich komme, Herr, und suche dich Ich lobe dich; mein Auge Ich ruf zu dir, Herr Jesu Ich sag es jedem, daß er lebt Ich finge dir mit Herz. Ich soll zum Leben dringen. Ich steh an deiner Krippe Ich sterbe täglich. Ich suche dich, Herr, laß Ich und mein Haus, wir sind Ich weiß, an wen ich glaube, ich weiß Ich weiß, an wen ich glaube, und daßvEbö Ich weiß, mein Gott, daß all Ich weiß von keinem andern Ich will dich lieben Ich will nicht alle Morgen Ich will von meiner Missethat Jeder Schritt der Zeit. Jeder Tag hat seine Plage. Je größer Kreuz.. Jenen Tag, den Tag Jesu, als du wiederkehrtest Jesu, Brunn des ew'gen. Jesu, deine Passion Jesu, deine tiefen Wunden Jesu, dessen Tod und Leiden. Jesu, du Sohn der unendlichen Jesu, Freund der Menschen. Jesu, frommer Menschen. Jesu, geh voran Jesu, hilf beten. Jesu, hilf siegen Jesu, laß mich nicht dahinten Jesu, meine Freude Jesu, Seelenfreund der Deinen Jesus Christus gab sich uns. Jesus Christus herrscht als Jesus ist kommen Verzeichniß Nr. 604 241 370 242 157 der Lieder. Jesus kommt, von allem. Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus, meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder an Jesus soll die Losung sein. Jetzt leb ich, ob ich morgen. Ihr Eltern, hört was. Ihr Kinder, lernt von Anfang 216 Immer muß ich wieder 12⁴ In allen meinen Thaten. Inbrünstig preis' ich dich In deiner Stärke freue sich In der stillen Einsamkeit Ist Gott für mich, so trete K. Kehre wieder. König, dem kein König Komm, heiliger Geist... Komm, Himmelsfürst, komm Komm, mein Herz, aus Jesu Komm, o komm, du Geist Komm, Segen aus der Höhe Kommt, Brüder, laßt. Kommt her und laßt uns hören Kommt her zu mir, spricht. L. Lamm, das gelitten, und Löwe Laß dich nicht den Frühling. Laß irdische Geschäfte Lasset uns mit Jesu ziehen Laß mir, wenn meine Augen Laß, o Jesu, meine Jugend. Liebe, die du mich 234 8 Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Liebster Jesu, wir sind hier, dich und& Lobe den Herren, den mächtigen Lobe den Herren, o meine M. Mache dich, mein Geist, bereit Macht hoch das Thor.. Mag auch die Liebe weinen. Mehr sieht das Aug im Taufen Mein alles, was ich liebe Mein Alter tritt mit Macht Meine Lebenszeit 187 Meinen Jesum lass' ich 84 Meinen Jesum ich erwähle. 656 Mein Erlöser, schaue doch. Mein erst Gefühl sei Preis. Meine Seele senket sich Meine Seel ist stille Meine Seele, voller Fehle Mein Friedefürst, dein Mein Geist, o Gott, wird Mein Glaub ist meines Mein Gott, das Herz. Mein Gott, du bist und bleibst Mein Gott, wie bist du. Mein Heiland nimmt Mein Herz, gib dich zufrieden Mein Jesu, der dui. Mein Schöpfer, dessen Hauch Mich Staub vom Staube. Mir ist Erbarmung.. Mir nach! spricht Christus Mit dem Haufen deiner. Mit Ernst, ihr Menschenkinder Mit Fried und Freud. Mitten wir im Leben. Mittler! Alle Kraft Mit welcher Zunge Morgenglanz der Cwigkeit N. Nach dir, o Gott, verlanget mich Nach einer Prüfung kurzer Tage Nicht, daß ichs schon Nicht der Anfang. Nicht eine Welt, die. Nicht Opfer und nicht Gaben Nicht so traurig Nicht um ein flüchtig Gut Nimm hin den Dank Nimm hin mein Herz. Nimm von uns, Herr. Noch fing ich hier Nun bitten wir den heiligen Nun danket alle Gott. Nun danket all und bringet. Nun freut euch, liebe Christen Nun gottlob! es ist vollbracht Nun hilf uns, o Herr Jesu. Nun ist es alles wohl gemacht Nun jauchzet all, ihr Frommen Nun laßt den Herrn Nun laßt uns gehn und treten Nun lob, mein Seel, den Herrn Nun ruhen alle Wälder Nur für dieses Leben sorgen. Nur wo Lieb ist, da ist Wahrheit Nerzeichniß WMr. 416 551 470 463 300 33⁴ 646 329 307 6⁵ 7⁴ 309 47⁴ 255 396 6²⁰ 335 377 253 9⁷ 600 597 14⁴ 159 55⁵ 2 Ringe recht, Ruhe hier, mein Geist der Jieder. O. O Anfang sonder Ende. O daß ich hätte mitempfunden O daß ich tausend Zungen hätte O drückten Jesu Todesmienen O du allersüß'ste Freude. O du Liebe meiner Liebe.. O Durchbrecher aller Bande. O ew'ger Geist, des Wesen. Oft klagt dein Herz, wie schwer O Gott, der du mein Vater bist O Gott, du frommer Gott. O Gott, du gabst der Welt O Gott, einfst lässest du. O Gottes Sohn, du Licht. O Gottes Sohn, Herr Jesu. O Gott, o Geist, o Licht O Gott, von dem wir O Haupt voll Blut und Wunden O heil'ger Geist, kehr bei Ohne Rast und unverweilt O Jerusalem, du schöne. O Jesu Christ, mein schönstes O Jesu, Herr der Herrlichkeit Jesu, Jesu, Gottes Sohn Jesu, meine Wonne Jesu, sieh darein Jesu, süßes Licht* Lamm Gottes unschuldig. Lehrer, dem kein Lehrer Mensch, der Himmel.. Menschen, diese kurze Zeit Mensch, ermuntre. Mensch, wie ist dein Herz selig Haus, wo man. süßes Wort, das Vater der Barmherzigkeit was wären meine Freuden Welt, sieh hier dein Leben wer alles hätt' verloren. wie selig seid ihr doch. wie selig sind die Seelen wie unaussprechlich selig. wundergroßer Siegesheld. P. Preis dem Todesüberwinder. Preis, Ehr und Lob sei dir. R. Richtet auf des Heilands Leiden wenn Gottes E ee c¶CIAEAME ö6 6ö6- DE Ruhe ist das beste Grt. Ruhet wohl, ihr Todtenbeine S. Sanft, o Christ, ist Jesu Joch Schaff in mir, Gott, ein reines Schaut die Mutter voller. Schmücke dich, o liebe Seele Schwing dich auf zu deinem Gott Seele, du mußt munter werden Seelen, laßt uns Gutes thun Seele, was ermüdst du dich Seht, welch ein Mensch Sei getreu bis an das Ende Sei Lob und Ehr dem höchsten Sein Kampf war nun geendet Selig sind des Himmels Erben Sichrer Mensch, noch ist es Zeit Siegesfürst und Ehrenkönig Sieh, dein König kommt zu dir Siehe, mein geliebter Knecht Sieh, hier bin ich.. Singet Gott! Denn Gott ist Sink ich einst in jenen So führst du doochh So gehts von Schritt zu Schritt So ist die Woche So jemand spricht: ich liebe So lang ich hier noch walle Soll dein verderbtes Herz Sollt es gleich bisweilen Sollt ich jetzt noch Sollt ich meinem Gott Sorge, Herr, für unsre Kinder So wahr der Allerhöchste Stärk uns, Mittler, dein find Such, wer da will. Sünder, freue dich von Herzen T. Thut mir auf die schöne Pforte Trachtet nicht nach hohen. Trauernd und mit bangem Treuer Heiland, wir sind hier Treuster Meister, deine Worte Tritt her, o Seel, und dank. U. Überwinder, nimm die Palmen Um die Erd und ihre Kinder Umgürte die, o Gott Unerforschlich sei mir immer. Unter jenen großen Gütern Unveränderliche Liebe. Verzeichniß der Lieder. Nr. 328 6² 399 301 14⁷ 251 464 550 41⁵ Unverwandt auf Christum sehen Urquell aller Seligkeiten. V * Vater, heilig möcht ich Vater, sieh auf unsre Brüder Versuchet euch doch selbst. Verwirf mich nicht im Alter. Verzage nicht, o Häuflein Viel besser nie geboren Vom Grab, an dem wir wallen Von dem Grab stund Jesus. Von dir, du Gott der Einigkeit Von dir, o treuer Gott Von dir, o Vater 2 Von dir will ich nicht weichen Von Gott will ich nicht lassen Vor dir, o Gott, sich kindlich Vor dir, Todesüberwinder W. Wach auf, du Geist der ersten Wach auf, mein Herz, die Nacht Wach auf, mein Herz, und singe Wachet auf! ruft uns Walte, walte nah und fern. Wandle leuchtender. Wann der Herr einst Warum betrübst du dich Warum sollt ich mich. Was freut mich noch Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan. Es bleibt Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan. So denken Was ich nur Gutes habe. Was ists, daß ich mich Was rührt so mächtig. Wasserströme will ich Was sind wir arme Menschen Was von außen und von innen Was wär ich ohne dich gewesen Was willst du armes Leben Weiche, Todesschrecken Weicht, ihr Berge, fallt. Weil ich Jesu Schäflein bin. Welch eine Sorg und Furcht Welche Stund im ganzen Leben Wenn alle untreu werden Wenn der Stifter. Wenn ich einst von jenem Wenn ich ihn nur habe Wenn ich mir auf viele Jahre Wenn ich, o Schöpfer. 2⁴4 208 221 172 490 48 462 461 5⁴4⁵ 37² 589 506 439 4⁴⁴ 352 623³ 363 455⁵ 6⁵8 Wenn kleine Himmelserben. Wenn mein Stündlein Wenn mich die Sünden. Wenn wir in höchster Noth. Wer ausharrt bis ans Ende. Wer bin ich? Welche. Werde Licht, du Volk. Werde munter, mein Gemüthe Wer dieser Erde Güter Wer Geduld und Demuth Wer Gottes Wort nicht hält Wer im Herzen will erfahren Wer ist wohl wie dun. Wer nur den lieben Gott Wer, o mein Gott, aus dir Wer sich auf seine Schwachheit Wer sich dünken läßt Wer sind die vor Gottes Throne Wer weiß, wie nahe Wer wohl auf ist und gesund Wie fleucht dahin der Menschen Wie groß ist des Allmächt'gen Wie gut ists, von der Sünde Wie heilig ist die Stätte. Wie herrlich ist, o Gott.. Wie könnt ich sein vergessen, Wie lieblich klingts den Ohren Wie mächtig spricht in meiner Wie muß, o Jesu, doch Wie reich an Freude. Wie schön ists doch, Herr Jesu Wie schön leucht't uns. Wie sicher lebt der Mensch Wie Simeon verschieden. Nerzeichniß Nr. 6²⁴ 60⁵5 15⁴ 492 408 der Lieder. Wie soll ich dich empfangen. Wie sollt ich meinen Gott Wie thöricht handelt doch. Wie wird mir dann Wie wohl ist mir, o Freund Willkommen, Held im Streite Wir glauben all an einen Gott Wir kommen, deine Huld. Wir Menschen find zu dem. Wir sind nur Pilger.. Wir find vereint, Herr Jesu Wir singen dir, Immanuel Wir warten dein, o Gottes Wo der Herr das Hauss Wo Gott ein Haus nicht selber Wohlauf, mein Herz, verlaß Wohlauf, wohlan zum letzten Wohl dem, der bess're Schätze Wohl dem, der richtig wandelt Wohl einem Haus Womit soll ich dich wohl loben Wo regt sich noch Wort des höchsten Mundes 3. Zeuch ein zu meinen Thoren. Zeuch hin, mein Kind... Ziert das Thor mit frischen. Zürne nicht auf stolze Sünder Zum Leben führt Zur Arbeit winkt Zur Grabesruh. Zweierlei bitt ich von dir e WI. „ W VN W NN 600 W WDISS 4 58 VM V VW. I. V N WVV.WAũũ. W I WGVS W/ Vö W WGN W e 05 I Wi U V W. SS WN N N WNS N VV.V 89096 SI WW. G. W WI VVNNNINN N Wagen 3r 98 0 wü 3 S Wn 9 ** W. WVVI V V W.VVG V VN N T N 06yiNNx WVVV VN WAA e WNS.N ö WWV.NVN.. N‚e WN Vv. NN W WW. WWNN WòIN WIr * in WSSS SNNN S N s —.— VINV.N VVNS Wovo 8—— GVVV WW N N V —— 44 VWW.I WHS. 50⁰ιUFr Grey Costrol Chart VOIIOW