128 G. N NNN& ꝗ88NNN V S88888NNSSNS S xx dddd S S8NNN8S888 ᷓS88888 I NR Communion⸗Buch von Prälat Dr. Rapff, Stiftsprediger und Oberconsistorialrath in Stuttgart. Dreiundzwanzigste vermehrte Auflage. Mlit einem Stahlstich. Stuttgart. Druck und Verlag der Chr. Belser'schen Verlagshandlung. 1895. V neuen atbeit der 2 mir s aber nehme sich v dann Gebra ein 9. 40 gesagt dem dem Bibel jedes welcht Abens mahl lurzer geben firn der steien soll onne Vorrede zur ersten Auflage im Jahr 1840. Von vielen Seiten wurde das Bedürfniß eines neuen Communionbuches ausgesprochen und dessen Aus— arbeitung wiederholt von mir verlangt. Da ich mich der Aufgabe beharrlich entziehen wollte, versprach ein mir sehr lieber Freund, sie auf sich zu nehmen, später aber verhindert, drang er in mich, ihm die Last abzu— nehmen. Ich ließ die Ankündigung geschehen, und da sich unerwarteter Weise Liebhaber zeigten, so entstand dann mit GOttes Hülfe dieses Buch.— Ueber dessen Gebrauch habe ich Weniges zu bemerken. Wie man ein Communionbuch entbehren kann, ist§. 47. 2) §. 49. 1)§. 51.(Schluß) und§. 64,(am Schluß) gesagt. Wer dennoch dieses Buch gebrauchen will, dem gelte Folgendes: Das erste Kapitel kann vor je— dem Abendmahl gelesen werden, da es größtentheils Bibelstellen enthält. Das zweite Kapitel ist nicht für jedes Abendmahl, sondern zur Belehrung für Solche, welche eine klarere Einsicht in das Wesen des heiligen Abendmahles wünschen, besonders für junge Abend— mahlsgenossen, denen zu lieb hauptsächlich auch ein kurzer Abriß der christlichen Lehre(9. 17—25.) ge— geben ist, als eine Art Wiederholung des Con- firmations-Unterrichtes.— Für Solche, die der Seelsorge besonders bedürfen und über einen freien Hintritt zum heiligen Abendmahl ungewiß sind, soll§. 41—45. dienen.— Die drei letzten Kapitel können bei jeder Abendmahlsfeier gebraucht werden, IV Vorrede. das dritte Kapitel etwa so, daß je an einem Morgen oder Abend der Vorbereitungswoche Ein Abschnitt (Paragraph,§.) der Selbstprüfung erwogen, und dar— nach eines der Morgen- und Abend-Gebete des vier— ten Kapitels gebetet, also die Betrachtung des Leidens und Todes IEsu angestellt wird. So ist dann Selbst— prüfung und Glaubenstrost, Gesetz und Evangelium beisammen.— Von den Beicht- und Abendmahls— Gebeten und Liedern kann mehr oder weniger ge— braucht werden, je nachdem Zeit oder Lust da ist.— Gern hätte ich mehr Lieder gegeben, aber der Raum verbot es. Der HéErr segne dieses in Schwachheit geschriebene Büchlein zu seines Namens Ehre! Alles verdanke ich nur Ihm, Alles gehöre und diene nur Ihm! K. vorrede zur zweiten Auflage und zu den Folgenden. Die zweite Auflage dieses Communionbuches ist außer der Vermehrung durch neue Lieder der ersten gleich, da ich weder von außen noch von innen mich veranlaßt fand, Aenderungen vorzunehmen. Von der fünfzehnten Auflage an sind noch mehr Liederverse bei— gegeben. Der HErr, der das Geringe segnet, schenke dem Büchlein fortwährend in Häuser und Herzen einen Eingang zu seines Namens Ehre! K. In halt. Erstes Kapitel. Einladung. 1. Worte des HErrn an unser Herz. ) Für Alle, die ihn suchen und lieben. Seite §. 1. Kommet zum Abendmahl, kommet zur §. 2. Kommet Alle.. 2) Worte des HErrn a an angefochtene Seelen. . 3. Fürchte dich nicht... 6 §. 4. Ich will euer Vater seyn und ihr sollt meine Sbne und Töchter seyn.— 9 §. 5. Durch Stilleseyn und Hoffen wirst du stark seyn. 3) Worte des HErrn an Solche, denen es an der rechten Buße fehlt. §. 6. Leget den alten Menschen ab... §. 7. Die Sünde ist der Leute Verderben. . 8. GoOtt will, daß Allen geholfen werdenn.. 16 II. Einladung durch Beispiele. 9. 9. Die Fußwaschung und Einsetzung des Abendmahls.. 20 . 10. Andere Mahlzeiten des HErrn mit und mit Sündern aller Art... 21 9. 11. Das Gleichniß vom großen Abendmahl. 24 . 12. Das Mahl in Mamre, in Cana, in der Wüste Galiläa's. 26 J. 13. Beispiele von der Sünderliebe IEsu überhaupt... 2⁷ sSweites Kapitel. Belehrung über das We sen, die Kraft und den rechten Gebrauch des h. Abendmahles. Erste Abtheilung. Allgemeine Belehrung über das Wesen des heil. Abendmahles. §. 14. Katechismuslehre. Ennzondnewodtr 9 J. 15. Erklärung aus der Verklärung.. 1 . 16. Wesen des Sacraments. Segen des Abendmahls 25 Zweite Abtheilung. Zusammenhang des heil. Abend⸗ mahls mit dem christlichen Glauben und Leben. .. Sad c der christlichen Lehre und J. 17. 1) Bild GOttes im Menschen. 0 Inhalt. 9. 18. 2) Sünden⸗Fall, Sünden⸗Noth und Td. 38 19. 3) Herstellung des göttlichen Ebenbildes durch IEsum Ehristmimim 42 20.) Heilsorduunzgzgzz Gꝑ. WBüßt.t...... 52 E S 3.6 23. Weiliz 55 II. Zusammenhang des heil. Abendmahls mit diesen Glaubens⸗- und Lebens⸗Wahrheiten. 24. Durch das heil. Abendmahl wird der Christus 158 uns zum Ehristus in uns. 58 Dritte Abtheilung. Biblische Lehre vom Zweck! und Nutzen des heil. Abendmahls. 25. Das 2 Abendmahl als Gedächtnißmahhl. 61 26. Versöhnungsmahl. 85 27.„Vereinigungsmahl 67⁷ 28. Beweis, daß Joh. 6, 51—58. vom heil. Abendmahl die Rede jez. 68 29. Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibet in mir und ich in ihm.. 70 30. Vereinigung mit Menschen, Liebesmahl. 22 31. Das h. Abendmahl als Heiligungsmahl. 73 32.„Auferstehungsmahhhl. 76 33. Das himmlische Abendmaht. 8⁰ Vierte Abtheilung. Vorbilder des heil. Abendmahls im Alten Bunde. 34. is Osterlaunnuu.. 81 35. Was Eeanu 85 29. Die Spiermahlzeitenu.. 86 Fünfte Abtheilung. Verschiedene Kirchenlehren über die Gegenwart des Leibes und Blutes Christi im heiligen Abendmahl. 37. Die katholische und die zwinglische Lehrae.. 87 38. Die lutherische und calvinische Lehrre. 89 39. Nähere Erklärung und Begründung der lutherischen Lehre. 94 Sechste Abtheilung. Ueber den unwürdigen und würdigen Gebrauch des heil. Abendmahles. 41. Wie viel auf Würdigkeit ankommees 97 „Wer darf nicht zum h. Abendmahl gehenn... 99 — Wer darf zum h. Abendmahl gehen 10⁰ 1) Fröhliche Kinder GOttes. 9. 4. 9. 40 0. 50. 9.51. 9.52— 9. 61. 9. 62. . 63. 6. 64. Erste die N nahl, Inhalt. VII Seite 2) Dürre und Arme, die aber hungern und dür⸗ sten nach der Gerechtigkeit. 3) Schwache, aber bußfertige und gläubige Seelen. §. 43. 4) anren 3— 1095 9. 44. 5) Von Außen gedrückte, aber GOtt s suchende Seelen. 110 §. 45. 6) Verfeindete, aber ausgesöhnte Seelen.112 Siebente Abtheilung. Einige Regeln über den Abend— mahlsgenuß. §. 46. I. Ueber die Absicht des Abendmahlsgenusses.... 113 1—4) Ueber die falschen Absichten desselben: Gewohnheit, Scheinheiligkeit, Werkheiligkeit, Gewissenseinschläferung 5) Ueber die ächte Absicht. §. 47. II. Ueber die Bereitung zum h. Abendmahl... 116 1) Nimms nicht zu leicht! 2) Nimms nicht zu schwer! 3) Hüte dich vor bloß äußerer Form! Komme oft! §. 48. III. Für die Abendmahlsfeier selbtt. 118 1) Komm voll Ehrfurcht und voll Freude. 2 Miß den Segen nicht nach Gefühlen. )Sieh nicht auf Menschen +V. Nach der Abendmahlsfeier.... 42 9. 49 1) Danke! 2) Halte was du hast! 3) Kämpfe fröhlich fort' Drittes Kapitel. Selbstprüfung. 9. 50. Warum sollen wir uns selbst prüfen.. 3 221 §. 51. Was heißt sich selbst prüfen?...* 125 f. 6 Prüfung—5 den zehn Geboten: 12 140 §. 61. Treibt dich solche Prüfung zur Bußes 147 f. 92. Treibt dich solche Buße zum GlaubenI....149 . 63. Treibt dich der Glaube zum neuen Gehorsam... 151 §. 64. Wie nothwendig nach solcher Selbstprüfung die—1— tung des Leidens und Todes IEsu sei.... 152 Viertes Kapitel. Gebete. Erste Abtheilung. Morgen- und Abend-Andachten für die Woche der Vorbereitung auf das heilige Abend— mahl, enthaltend eine Betrachtung des Leidens und Todes IEsu Christi. 15⁴190 Inhalt. Seite Zweite Abtheilung. Beichtgebete. I. Bbr der Beich 10 Gebet um wahre Bußddee.. 190⁰ BHepgleichen w5 192 Bekenntniß der Sünde. 195 Gebet um Vergebung der Sünde. 19 Kürzeres Beichtgebet. 2 21. 203 IUl. Nach der Beict. 205—207 Dritte Abtheilung. Abendmahlsgebete. 1. Vor dem h. Bbendmahhl. 207 Morgensegen am Communiontagge. 207—211 Drei Gebete vor dem h. Abendmahl..... 211—219 Litaney(besonders als Fürbitte/). 213 Taufbundeserneuerungdgz. 222 II. Bei und nach der Abendmahlsfeier lacht Gebete). 223—225 III. Nach dem heil. Abendmahl(vier Gebete)... 226—232 Abendsegen am Communiontagsge. 23 Vierte Abtheilung. Abendmahlsandacht für Neuconfirmirte. Amsprache 236 Gebet bei der Vorbereitung auf die erste Abendmahlsfeier... 241 Gebet vor dem erstmaligen Genuß des h. Abendmahls.„244 Ansprache nach dem h. Abendmah.. 245 Fünfte Abtheilung. Abendmahlsandacht für Kranke. Aüsdrah 247 Gebet eines Kranken zur Vorbereitung auf das h. Abendmahl 252 vor dem h. Abendmahll. 25⁵ nach„ 258 Fünftes Kapitel. Lieder. Einladung.. ee 260 2½ Belehrunnngg. Nin 24 Dor der Beiht. 266 4½ Nach der Beichtt. u 27⁰ 5 Vor dem h. Abendmahltlt. 27¹ 5e FPFII 28 Nach„ FFI 28 met 3 denn D Erden seinem mit u Glaub Viter Rroße über d euen 7.4 hlet, d in He genes Kap Seitt 0 . 190 2 195 .199 F 202 200 05—207 0 0ů9ů—2¹¹ ——N⁰ 8 25—225 26—332 290 ur 230 211 . 244 2ʃ5 ranke. 2 abl 255 255 258 Erstes Kapitel. Einladung. I. Worte des HErrn an unser Herz. 1) Für Alle, die ihn suchen und lieben. §. 1. Kommet zum Abendmahl, kommet zur Hochzeit! „Siehe! meine Mahlzeit habe ich bereitet, kom⸗ met zu meinem großen Abendmahl, kommet, denn es ist Alles bereit, kommet zur Hochzeit.“ Das läßt der König des Himmels und der Erden dir sagen(Matth. 22, 4. Luc. 14, 17.). In seinem eingeborenen Sohn hat er sich vermählt mit unserer armen Menschheit, und wer durch den Glauben mit IEsu Eins geworden ist, der ist dem Vater im Himmel so lieb und werth, daß ihm das große Wort gilt: Wie sich ein Bräutigam freuet über der Braut, also wird sich dein GOtt über dir freuen(Jesaj. 62, 5.). Denn also spricht(Jesaj. 57, 15.) der Hohe und Erhabene, der ewiglich woh— net, deß Name heilig ist:„Der ich in der Höhe und im Heiligthum wohne und bei denen, so zerschla— genes und demüthiges Geistes sind, auf daß ich Kapff. Communionbuch. 1 2 Einladung. erquicke den Geist der Gedemüthigten und das Herz der Zerschlagenen, Ich will nicht immer hadern und nicht ewiglich zürnen, sondern es soll von meinem Angesicht ein Geist wehen und ich will Odem machen.“ Das thut der HErr, indem er sich selbst uns mittheilt. Wie er einst aus seinem Wesen den Geist einhauchte in den todten Erdenklos, daß sei⸗ nem Bilde gleich der Gottesmensch lebte, so gibt er in den durch Sünde gestorbenen, aber in JEsu ge⸗ reinigten Menschen seinen neuen Geist und sein Le— ben und so vermählt er sich mit ihm nach dem Wort (Hos. 2, 19.)! Ich will Mich mit dir verloben in Ewigkeit, ich will Mich mit dir vertrauen in Gerechtigkeit und Gericht, in Gnade und Barmher⸗ zigkeit, ja im Glauben will Ich Mich mit dir ver— loben und du wirst den HErrn erkennen, d. i. Eins mit ihm werden, wie im Bund der Ehe. Darum ruft der HErr:„Kommet zur Hoch— zeit.“ Und wo ist diese Vermählung und Vereini⸗ gung inniger, als da, wo wir Ihn selbst wesenhaft in uns aufnehmen nach dem Wort der höchsten Ein⸗ ladung, die es geben kann: „Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch dargegeben wird. Nehmet hin und trinket, das ist mein Blut des Neuen Testaments, das für euch und für Viele vergossen wird zur Ver gebung der Sünden.“ Das Ind He alle Get Er will tränken sem Geh Chre, v zu werd dun gal anbeten Erde ge die Kraä des zut nes un 4. 50 Ver z und w dürste mel ge der wi das ie Reben licht e ken se Der! hat Wecke sclos en den aß sei⸗ dir ver⸗ „. i. he. Hoch⸗ Veeini⸗ ocsenhaft ten Cin⸗ Worte des HErrn an unser Herz. 3 Das ist die Mahlzeit, die der König aller Könige und HErr aller Herren dir bereitet hat! Er, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden, Er will dich speisen mit seinem eigenen Leib und tränken mit seinem heiligen Blut. Bete an vor die— sem Geheimniß überschwänglicher Liebe! Ist es eine Ehre, von einem irdischen König zur Tafel geladen zu werden, so ist es Seligkeit und Herrlichkeit, von dem geladen zu werden, vor dem alle Engel GOttes anbeten. Und was sind die köstlichsten Speisen der Erde gegen dem, was Er dir geben will! Wer mag die Kräfte der Ewigkeit fassen, die im Leib und Blut des zur Rechten der Majestät erhöhten GOttessoh⸗ nes uns mitgetheilt werden! Er sagt Joh. 6, 35. 51. 54 ff.:„Ich bin das Brod des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Ich bin das lebendige Brod vom Him— mel gekommen. Wer von diesem Brod essen wird, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brod, das ich geben werde, ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt. Werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschensohnes und trin— ken sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben und ich werde ihn aufer⸗ wecken am jüngsten Tage. Denn mein Fleisch ist 1* 4 Einladung. die rechte(allervollkommenste) Speise und mein Blut ist der rechte Trank. Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibet in mir und ich in ihm.“ O sey mir tausendmal gesegnet, heiliger Tisch des HErrn, an dem solche Himmelsgaben und Ewig— keitskräfte mir mitgetheilt werden! Aber bin ich nicht zu arm und unwürdig, zu unrein und befleckt, solchem Tische zu nahen? §. 2. Kommet Alle! IEsus ruft:„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen(Joh. 6, 37.). Kommet her zu mir Alle, die ihr mühselig und beladen seyd, Ich will euch erquicken, nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir, denn ich bin sanft— müthig und von Herzen demüthig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen, denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht(Matth. 11, 28. 30.0. Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. 2 Cor. 12, 9.0. Selig sind, die da geistlich arm sind, denn das Himmelreich ist ihr. Selig sind, die da Leid tragen lüber ihr gro— ßes Sündenelend)! denn sie sollen getröstet werden. Sdli Gerecht Matth. Voh her zum Geld 6 Preis eu esset, kon sonst so Bides, mung). ist(em doch kein beit Ci werden k Gute ld kommte 95, 1— d mein isch isst it und er Tisch Cvig⸗ ddig, zu uWerde met her eladen uf euch sanft⸗ wet ihr mein tth. 11, n meine 2 Cor. enn das ihr gis⸗ werden. Worte des HErrn an unser Herz. 5 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden“ (Matth. 5, 3. 4—6.). Wohlan, Alle, die ihr durstig seyd, kommt her zum Wasser(des Lebens), und die ihr nicht Geld(Verdienst) habt, kommt her, kaufet(um den Preis eurer selbst durch Hingabe im Glauben) und esset, kommet her, und kaufet ohne Geld und um— sonst(ohne eigene Würdigkeit, aus freier Gnade) Beides, Wein und Milch(lebensstärkende Nah— rung). Warum zählet ihr Geld dar, da kein Brod ist(bemühet euch im Eigenwirken um etwas, das doch keine Nahrung für die Seele ist), und eure Ar— beit(Eigengerechtigkeit), da ihr nicht satt davon werden könnet. Höret mir doch zu und esset das Gute(das Ich gebe), neiget eure Ohren her und kommt her zu mir, so wird eure Seele leben(Jes. 55, 1 3.). Ich will die müden Seelen erquicken und die bekümmerten Seelen sättigen(Jerem. 31, 25.). Thue deinen Mund weit auf, laß mich ihn fül— len(Pf. 81, 11.). Wendet euch zu mir, so werdet ihr selig, aller Welt Ende, denn ich bin GOtt und keiner mehr. Ich schwöre bei mir selbst und ein Wort der Gerech— tigkeit gehet aus meinem Munde, da soll es blei— ben, nämlich:„Mir sollen sich alle Kniee beugen 6 Einladung. und alle Zungen schwören und sagen: Im HErrn habe ich Gerechtigkeit und Stärke“(Jesaj. 45, 22 ff.). Was GO so ernstlich will, das muß gesche— hen, was Er so theuer verheißt, das wird Er thun. Deßwegen sagt IEsus:„Bittet, so wird euch ge— geben, suchet, so werdet ihr finden, klopfet an, so wird euch aufgethan.“ Klopfen wir so bei ihm an und klopft er nach seiner Verheißung(Offb. 3, 20.) auch bei uns an, so wird gewiß die Thüre unseres Herzens aufgethan, daß Er eingehen kann in uns, und die Thüre des Himmels, daß wir eingehen können zu Ihm, ja in Ihn, und so in vol⸗ lem Segen Abendmahl halten mit Ihm und Er mit uns. Kannst du es aber noch nicht glauben, sprichst ö du gar mit Cain: Meine Sünde ist zu groß, als daß sie mir vergeben werden könnte, ist dir die Gnade des HErrn zu hoch, und das Verderben deiner Sünde zu tief, als daß du im Glauben beide zusammen⸗ bringen könntest, so höre 2) Worte des HErrn an angefochtene Seelen. §. 3. Fürchte dich nicht. Fürchte dich nicht, du kleine Heerde, denn es ist eures Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben(Luc. 12, 32.). Die Starken be⸗ dürfen I bin d nid shen S machen, wohl, der HE nicht d deß ihr will eu Denn Werdet lingssi ich mi⸗ fängt Unftis will d ausla Jr. nun; nung keban dich: der e deten Mut 5Errn Isaj. gesche⸗ Hthun. euch ge⸗ fet an, so bäi Ofb. ie Thüte en kann daß wir in vol⸗ Er mit syricht roß, als ie Gnade er Sünde sammen⸗ ne Ide, denn auch das arken be⸗ Worte des HErrn an angefochtene Seelen. 7 dürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, zu rufen die Sünder zur Buße und nicht die Gerechten(Marc. 2, 17.). Des Men⸗ schen Sohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, das verloren ist(Luc. 19, 10.). Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HErr, nemlich Gedanken des Friedens und nicht des Leides, daß ich euch gebe das(gute) Ende, deß ihr wartet. Ihr werdet mich anrufen und Ich will euch erhören, ihr werdet mich suchen und finden. Denn so ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet(wenn nicht geheimer Bann verborgener Lieb— lingssünden und halbirtes Herz euch fesselt), so will ich mich von euch finden lassen und will euer Ge⸗ fängniß wenden, in dem ihr ferne von mir in dem Unfrieden eures Sündenelendes schmachtet, ja Ich will durch das Blut meines Bundes die Gefangenen auslassen aus der Grube, da kein Wasser innen ist (Jer. 29, 11 ff. Sach. 9, 11.). So kehret euch nun zur Festung(des Heils), ihr, die ihr auf Hoff⸗ nung gefangen lieget. Niemand jammerte deiner, daß er sich über dich erbarmet hätte, Ich aber ging vor dir über und sahe dich in deinem Blute liegen(hülflos, im Verderben der Sünde, im ganzen Jammer der GOtt entfrem⸗ deten Natur) und sprach zu dir, da du so in deinem Blute lagest: Du sollst leben. Ja, zu dir 8 sprach Ich, da du so in deinem Blute lagest: Du sollst leben(Ezech. 16, 6.). Ich will rein Wasser über euch sprengen, daß ihr rein werdet. Von aller eurer Unreinigkeit und von allen euren Götzen(allem Sündlichen, das eure Seele gefangen hält) will ich euch reinigen, und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch ge⸗ ben, und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben, Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wan— deln und meine Rechte halten und darnach thun (Ezech. 36, 25 ff.). Wenn so der HErr selbst dich reinigen und heiligen will, so darfst du ja nur Ihm stille halten, und was du in aller Ewigkeit nicht vermöchtest, wird Er herrlich vollenden. Und so schwer auch deine Sündenlast seyn mag, Er sagt: „Wenn eure Sünde gleich blutroth ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie gleich ist wie Rosinfarbe, soll sie doch wie Wolle werden“ (Sef., 18.). „Ich vertilge deine Missethat wie eine Wolke, und deine Sünde wie den Nebel. Kehre dich zu mir, denn ich erlöse dich(Jes. 44, 22.). Ich will Frucht der Lippen schaffen, die da predigen: Friede, Friede, beides denen in der Ferne(das gilt dir Einladung. wenn di und den 57, 10. Christu spricht: darumeh sandt, d nen Her genen Oeffnun und eine alle T zu Zöon, denöl betrübter den Bin zum Pre dem Tre hat am st. Du II vin werdet. euren efangen uch ein euch ge⸗ Flisc geben, l solche u wan⸗ 9 thun n und halten, löchtest 1 auch st soll glich verden“ Volke, zu mit, Frucht ri ede, zlt dit Worte des HErrn an angefochtene Seelen. 9 wenn du auch noch so weit zurück bist, komme nur) und denen in der Nähe, und will sie heilen(Jesaj. 57, 19.). Dieser Prediger des Friedens ist Jesus Christus, der Jes. 61, 1—3., Luc. 4, 18. also spricht: DDer Geist des HErrn HErrn ist über mir, darum hat mich der HErr gesalbet, Er hat mich ge— sandt, den Elenden zu predigen, die zerbroche— nen Herzen zu verbinden, zu predigen den Gefan— genen eine Erledigung, den Gebundenen eine Oeffnung, zu predigen ein gnädiges Jahr des HErrn und einen Tag der Rache unseres GOttes, zu trösten alle Traurigen, zu schaffen den Traurigen zu Zion, daß ihnen Schmuck für Asche und Freu— denöl für Traurigkeit und schöne Kleider für einen betrübten Geist gegeben werden, daß sie genannt wer— den Bäume der Gerechtigkeit, Pflanzen des HErrn zum Preise.“ O wie machen solche Worte uns ein Herz zu dem Treuen und Barmherzigen, der keinen Gefallen hat am Tode des Gottlosen, sondern daß sich der Gottlose bekehre von seinem Wesen und lebe(Ezech. 33, 11.). §. 4. Ich will euer Vater seyn, und ihr sollt meine Söhne und Töchter seyn. Willst du noch nicht glauben? Meinst du, es sey GOtt nicht Ernst mit seinen Verheißungen? O 10 Einladung. siehe, wie er gar Vater— und Mutterarme ausbreitet in den Worten:„Ist nicht Ephraim mein theurer Sohn und mein trautes Kin d? Denn ich gedenke noch wohl daran, was Ich ihm geredet habe, darum bricht mir mein Herz gegen ihn, daß ich mich seiner erbarmen muß“(Jerem. 31, 20.). So spricht der HErr zu solchen, denen er vorher die schwersten Strafgerichte hatte ankündigen lassen. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der HErr über die, so ihn fürchten(Ps. 103, 13.). Ja, Die zarteste Liebe, die einer Mutter, ist nicht so groß, wie die Liebe des HErrn. Denn also spricht Er Jesaj. 49, 14—16.:„Zion spricht: der HErr hat mich verlassen, der HErr hat meiner ver— gessen, Ich aber spreche: kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie dessel⸗ bigen vergäße, so will Ich doch deiner nicht ver— gessen. Siehe, in die Hände habe ich dich ge— zeichnet. Du wirst erfahren, daß Ich der HErr bin, an welchem nicht zu Schanden werden, so auf mich harren. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“(Jes. 66, 13.). O komm in diese offenen Vater- und Mutter⸗ arme und laß dich umfangen von der unbegreiflichen und unaussprechlichen Liebe deines GOttes.„Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine G meines HErt, d §. 5. Wa seiner E sam des verdie Ih he aber m maln. Zorns ger E der H6 sem G bid d Mähts und n die V Wage Ah ai die d und ih i H. * rarme m mein enn ich t habe, u, daß „20). her die en. Wie xbarmet . 103, ter, ist emm also icht: der iner ver⸗ eib ihtes erbarme sie dessel⸗ ht vet⸗ dich ge— Err bin, auf nich nen seine Mutter⸗ Mriflihen . 65 llen, aber Worte des HErrn an angefochtene Seelen. 11 meine Gnade soll nicht von dir weichen und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HErr, dein Erbarmer“(Jes. 54, 10.). §. 5. Durch Stilleseyn und Hoffen wirst du stark seyn. Wenn aber immer noch nicht der volle Glanz seiner Gnadensonne dir leuchtet, so bleibe im Gehor— sam des Glaubens und in demüthiger Beugung unter verdiente Züchtigung, bleibe bei dem Wort: „Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit will Ich dich sam⸗ meln. Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewi— ger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der HErr, dein Erlöser“(Jes. 54, 7. 8.). In die⸗ sem Glauben gehe in der Dunkelheit hin und warte, bis dir das Licht aufgeht. Glaube dem Satan Nichts, GOtt Alles. Selig sind, die nicht sehen und nicht fühlen und doch glauben. Ihnen gilt die Verheißung: Die Blinden will Ich auf dem Wege leiten, den sie nicht wissen. Ich will sie füh— ren auf den Steigen, die sie nicht kennen, Ich will die Finsterniß vor ihnen her zum Licht machen und das Höckerichte zur Ebene. Solches will ich ihnen thun und sie nicht verlassen“(Jesaj. 42, 16.). Traue GOtt Alles zu; so gewiß er die Welt 12 Einladung. geschaffen und bis hieher erhalten hat, so gewiß kann Er dir helfen. Darum spricht Er:„Meine Hand hat Alles gemacht, was da ist. Ich sehe aber an den Elenden und der zerbrochenes Geistes ist und der sich fürchtet vor meinem Wort“(Jesaj. 65, 2.). Und so gewiß Er seinen eingeborenen Sohn am Kreuze für dich hat sterben lassen, so ge— wiß will Er dir helfen. Denn Er sagt: Durch sein Erkenntniß(dadurch, daß Er uns und Alles kennt und wir Ihn als Heiland erkennen) wird Er, mein Knecht, der Gerechte, Viele gerecht machen, denn Er trägt ihre Sünden. Darum will Ich Ihm große Menge zur Beute geben und Er soll die Starken zum Raube haben(Satan und alle wider— spenstigen, abtrünnigen Geister, so daß kein Feind mehr für dich bleibt und du nicht mehr sein Feind), darum daß Er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Uebelthätern gleich gerechnet ist(an deiner Statt) und Er Vieler Sünde getragen hat und für die Uebelthäter—also auch für dich— gebeten. Was JEsus betet, muß erhört werden (Fes. 33, Kl 12.). Darum siehe nicht sowohl auf dich, als vielmehr auf den HErrn, der so große Erbarmungen dir auf— thut, siehe nicht sowohl auf die dunkle Vergangen— heit deines Lebens, als auf die helle Zukunft, die aus den Verheißungen GOttes dir entgegenstrahlt. Worte des Denn 6 achtet ni ein Ner Lrfahren und Wa Cinöder nen heil denn Il dein G erhalted keit' I Wer Herz erg geliun Abweg! Hesetz Und die GOttes den Gn Hochritl gewiß Meine he aber stes ist (Iqaj. renen so ge— ich sein kennt „ mein „denn Im soll die wider⸗ Feind Feindd, an hat ist(an n hat dich— werden iehnchr dir auf⸗ gangen⸗ st, die strahlt. Worte des HErrn an Solche, denen es an der rechten Buße fehlt. 13 Denn Er sagt:„Gedenket nicht an das Alte und achtet nicht auf das Vorige, denn siehe, Ich will ein Neues machen, jetzt soll es aufwachsen, daß ihr erfahren werdet, daß Ich Weg in der Wüste mache und Wasserströme(des lebendigen Wassers) in der Einöde“(Jes. 43, 18.). Das thut Er durch sei⸗ nen heiligen Geist. Darum:„fürch te dich nicht, denn Ich bin mit dir, weiche nicht, denn ich bin dein GOtt. Ich stärke dich, Ich helfe dir auch, Ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtig— keit“(Jes. 41, 10.). Wenn dann diese großen Verheißungen dein Herz erquicken und du den vollen Trost des Evan— geliums erfahren darfst, so hast du vor dem andern Abweg dich zu hüten, vor der Geringschätzung des Gesetzes, die es mit der Sünde zu leicht nimmt und die freundliche Einladung des erbarmungsreichen GOttes sich zueignet ohne ernstliche Buße, und an den Gnadentisch des HErrn sich hinsetzt ohne das hochzeitliche Kleid. Deßwegen höre auch 3) Worte des HErrn an Solche, denen es an der rechten Buße fehlt. §. 6. Leget den alten Menschen ab. „Die Zeit ist erfüllet und das Reich GOttes ist herbeigekommen. Thut Buße und glaubet an das Evangelium“(Mare. 1, 15.). Das war der 14 Einladung. erste Ruf IEsu nach Antritt seines Amtes. Buße, geistliche Armuth, Leidtragen über die Sünde Matth. 5, 3. 4.) setzt er als die enge Pforte, durch die allein der Eingang in sein Reich und der Zutritt zu allen seinen Gnadengütern offen stehe. Und durch solche Buße und solchen Glauben soll eine solche Veränderung im ganzen Wesen des Menschen vor— gehen, daß es Neugeburt genannt wird. Denn so spricht der HErr(Joh. 3, 3.):„Es sey denn, daß Jemand von Neuem geboren werde, kann er das Reich GOttes nicht sehen.“ Wie der Baum keine edlen Früchte trägt, wenn er nicht verpflanzt, wenn der erste Stamm nicht abgeschnitten und mit guten Reisern gepfropft wird, so unsere Natur nicht, wenn nicht das Fleisch beschnitten und unser Geist durch den Geist von Oben zu neuem Leben und zu neuer Herrschaft über die Natur gebracht wird. Darum spricht der HErr:„Es sey denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer(die nuräußerlich, nur ehrbare Selbstgerechtigkeit, nur Buchstabenwesen war), so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.“„Es werden nicht Alle, die zu mir sagen: HErr! HErr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel“ (Matth. 5, 20. 7, 13. 19. 21.). Was dazu ge⸗ Vorte des höre, de prüfung Nal in das kommen liche E HErr sc duxen G Ren das Werdetẽ lio, zu bußfert lassen, meiner folgei ich sie ken. nennet GOtt will i Rufüge 9,10 H Was ist di Buße, Matth. Urch die itritt zu nd durch ne solche hen vor⸗ Denn so enn, daß uer das im keine t, wenn it guten t, wenn it durch zu neuer Darum nahtigkeit isier die keit, nur in das der nicht ins Feuer sagen: „ sondemn Hinmel⸗ dazu ge⸗ Worte des HErrn an Solche, denen es an der rechten Buße fehlt. 15 höre, darüber ist im dritten Kapitel bei der Selbst— prüfung ausführlicher die Rede. §. 7. Die Sünde ist der Leute Verderben. Nach der Schrift kann kein unbußfertiger Mensch in das Reich GOttes und zum heiligen Abendmahl kommen und so kann ohne Buße Keiner die freund— liche Einladung GOttes sich zueignen. Denn der HErr sagt:„Eure Untugenden scheiden euch und euren GOtt von einander und eure Sünden verber⸗ gen das Angesicht von euch, daß ihr nicht gehöret werdet“(Jes. 59, 2.). Anstatt des köstlichen Mah⸗ les, zu dem er seine Gäste einladet, droht er den Un⸗ bußfertigen also: Darum, daß sie mein Gesetz ver— lassen, das Ich ihnen gegeben habe, und gehorchen meiner Rede nicht, leben auch nicht darnach, sondern folgen ihres Herzens Gedünken, darum will ich sie mit Werm uth speisen und mit Galle trän⸗ ken. Und weil ihr das Wort des HErrn eine Last nennet und verkehret die Worte des lebendigen GOttes(wie es alle Unbekehrte machen), darum will ich euch ewige Schande und ewige Schmach zufügen, deren nimmer vergessen werden soll.(Jer. 9, 13. 15. 25, 40.). Solche Worte des HErrn treiben zu dem Ruf: Was muß ich thun, daß ich selig werde? Darauf ist die Antwort des HErrn die:„Bessert euer 16 Einladung. Leben und Wesen, so will ich bei euch wohnen an diesem Ort(Jer. 7, 3.). Waschet, reiniget euch (in dem Blut JEsu), thut euer böses Wesen von meinen Augen, lasset ab vom Bösen, lernet Gutes thun und trachtet nach Recht. So kommet dann und laßt uns mit einander rechten.“ Bei diesem Rechten geht Gnade für Recht, und auch den gröbsten Sün— dern gilt, wenn sie bußfertig sind, die große Verhei— ßung:„Wenn eure Sünde gleich blutroth ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie gleich ist wie Rosinfarbe, soll sie doch wie Wolle werden“ s1, 10 80. §. 8. GOtt will, daß Allen geholfen werde. Selbst den Abtrünni gen bietet er seine Gnade an, Keines ist ihm zu weit entfernt, Keines zu sün— dig, Alle ruft er zur Buße, Allen eröffnet er den Weg der Bekehrung, und verheißt ihnen, wenn sie ihn gehen, seine verzeihende Erbarmung:„Kehre wie— der, du abtrünniges Isfrael, spricht der HErr, so will ich mein Antlitz nicht gegen euch verstellen. Denn ich bin barmherzig, spricht der HErr, und will nicht ewiglich zürnen. Allein erkenne deine Misse— that, daß du wider den HErrn, deinen GOtt, ge— sündiget hast, und hin und wieder gelaufen zu frem— den Göttern(das Herz an irdische Sachen gehängt), und habt meiner Stimme nicht gehorchet. Bekeh— Worte ded He ret euch, denn Ih gen gen! O w groß, und Ihm bake ten und das höchst ergreifen des Vede stehen, w. Wet son! Und löͤchr ser geben. nimmt di Vell heuges L nur das! jeht scy! dein GO das Urth sterben, 5 thut, was Vort 0 Sohns( ind all hat, so Kapff, Nnen an yet euch en von Gutes un und Rechten u Sün⸗ Vehei⸗ st, soll liich ist werden“ Gnade zu sün⸗ er den enn sie re wie⸗ Err, so stellen. d will 75 Worte des HErrn an Solche, denen es an der rechten Buße fehlt. 17 ret euch, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HErr, denn Ich will euch mir vertrauen und will euch brin— gen gen Zion“(Jer. 3, 12—14.). O wie ist die Barmherzigkeit des HErrn so groß, und läßt sich gnädig finden denen, so sich zu Ihm bekehren! Wie freundlich ladet er alle verirr— ten und von ihm abgewichenen Sünder ein, Ihn als das höchste Gut wieder zu suchen und das Leben zu ergreifen statt des Todes, Friede und Freude statt des Verderbens! Wer Run dieser Einladung wider⸗ stehen, wer kann so sehr gegen sein eigen Glück seyn, wer so thöricht, die lebendige Quelle zu verlassen und löchrichte Brunnen sich zu machen, die kein Wasf— ser geben. O kommt doch allesammt heran, IEsus nimmt die Sünder an. Vielleicht quält dich aber der Gedanke, dein bis— heriges Leben zeuge zu stark wider dich; wenn du nur das Geschehene ungeschehen machen könntest, aber jetzt sey nicht mehr zu helfen. So höre doch, was dein GOtt spricht: Wenn ich zum Gottlosen spreche (das Urtheil über ihn schon gesprochen habe), er soll sterben, und er bekehret sich von seiner Sünde, und thut, was recht und gut ist, und wandelt nach dem Wort des Lebens(im Glauben und in der Liebe des Sohnes GOttes), so soll er leben und nicht sterben, und aller seiner Sünden, die er gethan hat, soll nicht gedacht werden(Czech. 34, Kapff, Communionbuch. 2 18 Einladung. 14—16.), sie werden in die Tiefe des Meeres ge— worfen(Mich. 7, 19.). Ich will einen Bund mit dir aufrichten, daß du erfahren sollst, daß Ich der SErr sey, auf daß du daran gedenkest und dich schä— mest und vor Schande nicht mehr deinen Mund auf— thun dürfest, wenn Ich dir Alles vergeben werde, was du gethan hast, spricht der HErr HErr“ Ezech. 16, 62, 63.). Dieser Bund wird noch genauer in den Worten bezeichnet: „Ich will in ihnen wohnen und in ihnen wandeln und will ihr GOtt seyn und sie sollen mein Volk seyn. Darum gehet aus von ihnen(von der Welt) und sondert euch ab, spricht der HErr, und rühret kein Unreines an, so will Ich euch annehmen und euer Vater seyn, und ihr sollt meine Söhne und Töchter seyn, spricht der allmächtige HErr“(2 Cor. 6, 16— 18.). Und Allen ruft IEsus zu:„Siehe, ich stehe vor der Thür und klopfe an. So Jemand meine Stimme hören wird und die Thür aufthun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir“(Offenb. 3, 20.). Aus allen diesen Worten des HErrn leuchtet seine unbegreifliche Liebe zu uns armen Menschenkindern her— vor, eine Liebe, die Alles übersteigt, was unsere kühnsten Gedanken zu hoffen und zu wünschen wagen dürften. Wie darf ein Missethäter, der durch eine Menge von Vorte des Vetbrech macht h das Leb. fets ihn iu Ant liches S wäre so lichste L das thu schen, d nes und haben, schrecklie und Zi sie los, seines läßt sie ihnen, Stadt, sollen. wie die das m. ist es Glaube vorhalt einlader sind u das Kl theilen eerss ge⸗ und mit Ih der dich schä und auf u werde, HErre Worten ihnen Len mein von der Frr, und unehmen yhne und 2 Cor. ich stehe d meine zu lit ihm V O. het scine dern her⸗ kühnsten dürften. enge von Worte des HErrn an Solche, denen es an der rechten Buße fehlt. 1 Verbrechen sich der Hinrichtung vielfach schuldig ge— macht hat, wie darf er erwarten, daß der König ihm das Leben schenke, ja selbst aus den Fesseln seines Ker— kers ihn loslasse und noch dazu ihm Haus und Güter, ja Amt und Würde verleihe und gar in sein könig— liches Schloß ihn zur Tafel ziehe. Welcher Verbrecher wäre so kühn, das zu hoffen, selbst wenn er die ernst⸗ lichste Buße thäte! Was bei Menschen unmöglich ist, das thut der König Himmels und der Erde.. Men— schen, die durch zahllose Abweichungen sich seines Zor⸗ nes und zeitlicher und ewiger Strafen schuldig gemacht haben, läßt er los aus dem Kerker, in dem sie des schrecklichen, aber vielfach verdienten Gerichtes mit Furcht und Zittern warten müßten, und nicht blos läßt er sie los, er beschenkt sie sogar mit den reichen Gütern seines Hauses, ja er ladet sie ein zu seinem Mahl und läßt sie dazu kommen, so oft sie wollen, und verheißt ihnen, daß sie einst ewig bei ihm in seiner himmlischen Stadt, in seiner Alles überstraͤhlenden Herrlichkeit seyn sollen. Wo ist ein König, wo ein Vater, wo eine Liebe wie diese Liebe? Wohl könnte ein Mensch denken: ist das möglich, und wenn es bei Anderen möglich ist, ist es auch bei mir möglich? Zur Stärkung unseres Glaubens wollen wir daher noch Beispiele uns vorhalten, die uns laut bezeugen, daß die so freundlich einladenden Worte unseres GOttes vollkommen wahr sind und auch den Geringsten gelten, wenn sie nur das Kleid anziehen, das der Koͤnig selbst ihnen mit— theilen will. Daher hören wir Einladung. II. Einladung durch Beispiele. §. 9. Fußwaschung und Einsetzung des heil. Abendmahls. Die freundlichste Einladung ist die Einsetzung des heiligen Abendmahles selbst. Da sehen wir zu Tische sitzen den HErrn der Herrlichkeit mit schwachen, sündigen Menschen, an denen wir keinen be— sonderen Verstand, keine hohen Gaben, Verdienste oder sonst Auszeichnungen sehen, als daß sie ihren IEsum kindlich lieben. Und was thut ihnen der Meister? Zuerst nimmt Er, dem der Vater hat Alles in seine Hände gegeben, der von GOtt gekommen war und zu GOtt ging, er nimmt einen Schurz und umgürtet sich und gießt Was⸗— ser in ein Becken und wascht den Jüngern die Füße und trocknet sie mit dem Schurz, damit er um— gürtet war. Das thut Er, vor dessen Namen sich beugen sollen alle Kniee derer, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, der HErr der Welt thut, was nur Knechte thun, und er thut es einem Petrus, von dem er voraussieht, daß er etliche Stunden darauf ihn verläugnen wird, ja er thut es einem Judas, in dessen Herz er schon den schrecklichen Verrath sieht, auch diesem Feind wascht er die Füße, er möchte durch Liebe das harte Herz zerschmelzen. O wenn du nichts mehr glauben kannst, wenn deine Sünde vor dem Angesicht IEsu dich zittern macht, so sieh ihn an, wie er einem Judas die Füße wascht und auch den noch reinigen möchte, über den er sagen mußte, was er über dich noch nicht gesagt hat: es wäre ihm besser, daß er nicht ge— boren wäre.— Wahrlich! bei einem so sanftmüthigen und so! Alle Rul Und aussagte, werden, ihnen da ste an de da unser war das mit unre gab er i durften viele ink und Fel ihn verl mit geb Als er Trinket eingeschl der Ver Ihn ni Nensche dessen . 10. Erhöh shung gern,; mahls. etzung a sehen keit mit inen be⸗ ste odet Wsum nimmt gegeben, ing, er t Was⸗ rn die er um⸗ beugen fErden lt thut, etrus, darauf as, in ht, auch ch Liebe 6 mehr lugesicht er einem einigen ich noch licht ge⸗ nüthigen durch Beispiele. 21 und so demüthig sich herablassenden IEsu können Alle, Alle Ruhe finden für ihre Seele(Matth. 11, 29.). Und hören wir dann, wie er den Jüngern vor⸗ aussagte, daß sie in der Nacht Alle ihn verlassen werden, und sehen wir, wie er doch so freundlich mit ihnen das Brod bricht und unter den zärtlichsten Reden sie an das liebevollste Freundesherz drückt, o wie wallt da unser Herz zu Ihm hin! Welch ein Abendmahl war das! Nicht blos aß er mit ihnen, der Gottessohn mit unreinen Adamskindern, sich selbst, sich selbst gab er ihnen, seinen Leib durften sie essen, sein Blut durften sie trinken. Durften das Leute, die noch so viele irdische und natürliche Ansichten, Schwachheiten und Fehler an sich hatten, durfte es ein Petrus, der ihn verläugnete, so dürfen auch wir kommen, die wir mit gebeugtem Herzen uns nach seiner Gnade sehnen. Als er im Kelch sein Blut darreichte, da sagte er: Trinket Alle daraus; in dieses„Alle“ sind auch wir eingeschlossen, Alle, die ihn nur lieben und nicht, wie der Verräther, sich von ihm abkehren. Und wer sollte Ihn nicht lieben, den Liebenswürdigsten unter den Menschenkindern, den Demüthigsten und Freundlichsten, dessen Herz von Liebe zu uns überströmt! §. 10. Mahlzeiten des HErrn mit Schwachen und allerlei Sündern. Was IekEsus gethan hat in der Nacht seiner tiefsten Erniedrigung, das hat er auch nach seiner glorreichen Erhöhung gethan. Am Abend nach seiner Aufer— stehung saß er in Emmaus zu Tische mit zwei Jün— gern, zu denen er gerade vorher hatte sagen müssen: o ihr Thoren und trägen Herzens, zu glauben alle 22 Einladung dem, was die Propheten geredet haben. Wie sie, hat— ten auch die Eilfe vergessen und nicht glauben wollen, was er von seiner Auferstehung so bestimmt verheißen hatte. Und doch aß er, was sie ihm vorlegten, und hielt so in Jerusalem und Galiläa ein Mahl mit ihnen, Er, der Auferstandene, Verklärte, mit ihnen, den armen Zweifelnden und Kleingläubigen. Nun denkst du vielleicht, mit seinen Jüngern habe er wohl so Abendmahl halten können, aber mit dir nicht. So gehe in das Haus des Matthäus und sieh die vielen Zöllner und Sünder an, die da zu Tische sitzen mit IEsu und seinen Jüngern; so gnädig ging er mit Sündern um, daß die Selbstgerechten sich an ihm ärgerten und fragten: Warum isset euer Mei— ster mit den Zöllnern und Sündern?(Matth. 9, 10. 11.) Darum hat er mit ihnen gegessen, damit heute noch jeder arme Sünder das Herz habe, auch mit Ihm zu essen und an seinen Tisch zu kommen, wie Er sich an den Sündertisch setzte. Deßwegen sagte Er auch zu dem Zöllner Zachäus(Luc. 19, 5.):„Steig eilend hernieder, denn ich muß heute zu deinem Hause einkehren.“ So sagt der Heiland auch zu dir, wenn Er dir erlaubt, zum heiligen Abendmahl zu gehen. Aber steige herab von deinen Höhen. Za— chäus stieg eilend hernieder von dem Baum, auf dem er von IEsu ungesehen und unbeachtet zu seyn glaubte, und nahm Ihn auf mit Freuden. Alle murrten, daß Er bei einem Sünder einkehrte, aber der große Sünderfreund sagte: Heute ist diesem Hause— diesem Sünderhause— Heil widerfahren, denn des Men— schen Sohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, das verloren ist. So einladend diese er— barmungs fertigen S die Hälfte fäͤltigte stattung um den L zen. Alle Vorteel tung, so den klebt. Ein Zoͤllner was wit mit ihner sehn im Sünder, kechten, d Wi sind, seh⸗ zu den Volk G da sie ih er mit e flͤmde w der Tauf ladung f Aher oder dos ihm sar sie ihn Pharis hing h. sie, hat⸗ wollen, verheißen en, und ahl mit nen, den ern habe mit dir us und ie da zu gnädig chten sich ler Mei⸗ atth. 9, „damit he, auch nen, wie sagte Et „Steig deinen auch zu endmahl n. Ze⸗ auf dem glaubte, murrten, er große diesem 6Men⸗ selig zu diese er⸗ durch Beispiele. 23 barmungsvolle Liebe ist, so wenig dürfen wir den buß⸗ fertigen Sinn des Zachäus vergessen, in welchem er die Hälfte seiner Güter den Armen gab und vier— fältig erstattete, so er Jemand betrogen hatte. Er— ungerechten Gutes ist durchaus nöthig, um den Bann zu lösen, unter dem manche Seelen seuf— zen. Alles Klagen und Beten und alle frommen Worte helfen nicht aus den Finsternissen der Anfech— tung, so lang betrogenes Gut an den unreinen Hän— den klebt. Ein andermal saß Er wieder zu Tische mit allerlei Zöllnern und Sündern, die Pharisäer tadelten, was wir anbeten: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. Er aber sprach: Ich sage euch, es wird Freude seyn im Himmel vor den Engeln Gottes über Einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Ge— rechten, die der Buße nicht bedürfen(Luc. 15, 1 ff.). Wie gerne IEsus da bleibt, wo hungrige Seelen sind, sehen wir auch daraus, daß er(nach Joh. 4, 40.) zu den Samaritern, die doch gar nicht zu dem Volk GOttes gehörten(also zur Welt) gerne einging, da sie ihn baten, und blieb zwei Tage bei ihnen. Hat er mit Solchen gegessen und getrunken, die ihm ganz fremde waren, wie zutrauensvoll dürfen wir, die er in der Taufe schon berufen, ihn einladen und seiner Ein— ladung folgen. Aber auch Solche, die zu seinen Feinden gehörten, oder doch um ihrer Selbstgerechtigkeit willen ferne von ihm standen, selbst Solche stieß Er nicht zurück, wenn sie ihn einluden. Einmal bat ihn(Luc. 4, 36.) der Pharisäer einer, daß er mit ihm äße. Und er ging hinein in des Pharisäers Haus und setzte sich 24 Einladung zu Tische. Freilich aber zeigt sich bald, daß wer in der Selbstgerechtigkeit bleibt, auch an IEsu Tische kei— nen Segen bekommt. Der Pharisäer Simon gab IEsu keinen Kuß und kein Wasser zu seinen Füßen, eine arme Sünderin aber netzte seine Füße mit Thränen der Buße und salbte sie mit Salben und küßte sie mit demüthiger Liebe. Der Pharisäer, der sie verachtete und meisterte, blieb ohne Segen, sie aber vernahm aus IEsu Mund das süße Wort:„Dir sind deine Sün den vergeben. Dein Glaube hat dir geholfen, gehe hin mit Frieden.“ Eben so ging es in dem Haus eines Obersten der Pharisäer, in das er nach Luc. 14, 1. auf einen Sabbath kam, das Brod zu essen. Die Leute, die da erwählten, oben an zu sitzen, gingen leer aus, der elende Wassersüchtige aber wurde geheilt. Und eben hier sprach nun der Heiland ein Gleichniß aus, das als ein herrliches Beispiel uns Alle einladet. §. 11. Das Gleichniß vom großen Abendmahl. Es war ein mächtiger Herr, der machte ein großes Abendmahl und lud Viele dazu und sandte sei— nen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: kommet, denn es ist Alles bereit. Und sie fingen an, Alle nach einander sich zu entschuldigen. Der Erste meinte, er müsse seinen Acker besehen, der Andere fünf Joch Ochsen, der Dritte hatte ein Weib genommen und konnte ihretwegen nicht kommen. Solche Verachtung hätte den HErrn so erzürnen können, daß er Niemand mehr eingeladen hätte. Aber er sandte auf die Straßen und Gassen der Stadt und ließ die Armen, Krüppel, Lahmen und Blinden her— 4* einfüͤhten. er gar ar und ließ hekeinkom blachten und Gu Hochzeits armlichen dem Koͤn und trint Da zu seiner sten, au seinen A hoͤren, seiner G ler an! und Ver sagt hat: das Ve dete ve sitt und wie es eimziges chen Er werden. Aber fehlen. den TI slithiger in den sehn, 5wer in gab JEsu jen, eine Thränen te sie mit verachtete nahm aus d deine hat dit bersten I. auf ie Lute, eer aus, Und eben das als ahl. nachte ein sandte e sei⸗ zu sagen teit. Und chuldigen. chen, det ein Weib . Solche mnen, daß er sandte ließ die den her⸗ durch Beispiele. 25 einführen. Und als noch mehr Raum da war, schickte er gar auf die Landstraßen hinaus und an die Zäune und ließ das dortige heimathlose, ausgestoßene Volk hereinkommen in sein Haus(Luc. 14, 16 ff.). Da brachten die Knechte zusammen, wen sie fanden, Bö se und Gute. Und ehe sie eintraten in den herrlichen Hochzeitsaal, da erhielt ein Jeglicher anstatt seiner ärmlichen Kleidung ein hochzeitliches Kleid von dem König, und in diesem Schmucke durften sie essen und trinken über seinem Tisch. Da sehen wir, wie der HErr Alle, Alle einladet zu seinem Abendmahl, auch die Aermsten und Elende— sten, auch die geistig Verkrüppelten, die lahm sind, in seinen Wegen zu wandeln, taub, auf seine Worte zu hören, stumm, ihn zu loben, blind gegen die Wunder seiner Gnade. Auch die gänzlich Verirrten, die Bett— ler an den Zäunen, die von aller Welt Verlassenen und Verstoßenen, auch die ruft der gute Hirte, der ge— sagt hat:„Ich will das Verlorne wieder suchen und das Verirrte wieder bringen und das Verwun— dete verbinden und des Schwachen warten, und was fett und stark ist, will ich behüten und ihrer pflegen, wie es recht ist“(Ezech. 34, 16.). Da soll also kein einziges ausgeschlossen seyn. Alle Thüren der göttli— chen Erbarmung stehen offen, alle Tische sollen voll werden. Aber das hochzeitliche Kleid darf nicht fehlen. Im Schmutz der alten Natur darf Keiner an den Tisch des HErrn sitzen, in den Lumpen der un— fläthigen eigenen Gerechtigkeit(Jes. 64, 6.) darf Keines in den Hochzeitsaal treten. Soll es denn aber schwer seyn, das unreine und zerrissene Kleid wegzuwerfen 26 Einladung und die neuen Kleider des Heils, den Rock der Ge— rechtigkeit JIEsu(Jes. 61, 10.) anzulegen?— so ziehet doch an den HErrn IEsum Christum und in Ihm den neuen Menschen, der nach GOtt geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. §. 12. Das Mahl in Mamre, in Cana, in der Wüste Galiläas. Solche ermunternde Beispiele geben uns den Muth, den HErrn auch zu uns einzuladen, wie Abraham ihn einlud, als er ihn mit zwei Engeln auf seine Hütte zukommen sah. Er lief ihnen entgegen und bückte sich nieder auf die Erde und sprach: HErr, habe ich Gndͤde gefunden vor deinen Augen, so gehe nicht vor deinem Knechte über. Und er setzte ihnen vor und trat vor sie unter den Baum und sie aßen. Und bei diesem Essen erhielt Abraham die Verheißung, daß er einen Sohn bekommen werde und daß in seinem Sa— men alle Völker auf Erden gesegnet werden sollen. So gnädig läßt der HErr sich zu denen herab, die in Liebe ihn zu sich einladen. So erwies Er sich auch in Cana, da Er mit seinen Jüngern geladen war zur Hochzeit. Er folgte der Einladung, saß zu Tische mit Leuten aller Art und offenbarte seine Herrlichkeit, indem er Wasser in Wein verwandelte. Solchen Segen bringt er, wo Glaube und Liebe ihn einladen. Und wie reichlich er mit— theilt, zeigen noch besonders die beiden Speisungen. Auch da brach er das Brod— schon im Hinblick auf das Brechen seines Leibes am Kreuze und im heiligen Abendmahl— segnete das Mahl durch Dank und speiste mit fünf Broden fünftausend Mann und mit sieben Bro und Kinder Körbe voll viel ist vo in vergäng viel mehr Libes sein §. 13. 4 Zu di mit armer von seine uns vorh so wie e Worte::, den sin hatte der und eine und die ihm abge wie er, hören din den sind sigen Ve Glaube Chebre Tod ang prach er und sün der Sch willen drs erbo 4 Ge⸗ ziehet Ihm ist in üste Muth, Hraham fseine bückte be ich ht vor O2 und ind bei daß et m Sa⸗ sollen. die in Er mit r folgte lct und Wein Glaube er mit⸗ ungen. lick auf heiligen nE und nd mit durch Beispiele. 27 sieben Broden viertausend Mann und deren Weiber und Kinder, und blieben übrig zwölf Körbe und sieben Körbe voll. Der im Leiblichen so viel vermag, wir viel ist von dem für das Geistliche zu hoffen! Der in vergängliche Speise solche Kraft legen kann, wie viel mehr wird er durch die himmlische Speise seines Leibes seine Kraft otffenbaren! §. 13. Beispiele von der Sünderliebe IEsu überhaupt. Zu diesen Beispielen von Mahlzeiten des HErrn mit armen Menschen wollen wir noch einige Beispiele von seiner Gnade gegen bußfertige Sünder überhaupt uns vorhalten. Zu dem Gichtbrüchigen sprach er, so wie er sein Elend sah, die freundlich tröstenden Worte:„Sey getrost, mein Sohn, deine Sün— den sind dir vergeben“ Matth. 9, 2.). Was hatte der arme Mann anders, als einen kranken Leib und eine zerschlagene Seele! und doch fand er Gnade und die ganze Last, die ihn so schwer drückte, wurde ihm abgenommen. Demüthige dich mit Reue und Buße, wie er, so wirst auch du das Wort aus IEsu Munde hören dürfen:„Sey getrost, mein Sohn, deine Sün⸗ den sind dir vergeben,“ oder was er zu dem blutflüs⸗ sigen Weibe sprach:„Sey getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen.“ So begnadigte er auch die Ehebrecherin, die von den Pharisäern auf den Tod angeklagt war; da er ihre Scham und Reue sah, sprach er zu ihr:„Ich verdamme dich nicht, gehe hin und sündige hinfort nicht mehr“(Joh. 8, 11.). Und der Schächer am Kreuz, der um eines Mordes willen mit Recht hingerichtet wurde, auch er durfte an das erbarmende Herz IEsu sich wenden und da er mit 28 Einladung. bußfertigem Sinn zu IEsu sprach:„HErr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst,“ da gab ihm der Heiland die große Verheißung:„Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese seyn“(Luc. 25, 45.0. Auch der gefallene Jünger, der Ihn verleug— net hatte, wurde wieder zu Gnaden angenommen, ein Blick des HErrn zerschmelzte sein Herz und nachdem er bittere Thränen der Buße geweint hatte, durfte er zuerst unter allen Jüngern den Auferstandenen sehen und so seiner vergebenden Gnade sich getrösten. Und eben zu diesem Jünger sprach der HErr ein Gleichniß, das den ganzen Reichthum der göttlichen Schulden— erlassung offenbart. Ein König(GOtt) fing an, mit seinen Knechten zu rechnen(sie zur Rechenschaft, vor Gericht zu ziehen, zu fragen nach ihrem Glauben, nach ihren Werken, nach der Anwendung seiner Gaben). Da war ihm einer zehntausend Talente(über zwanzig Millionen Gulden) schuldig. Unmöglich konnte er es bezahlen. Da erging das Recht. Er und sein Weib und seine Kinder und Alles, was er hatte, sollte ver— kauft und damit die Schuld bezahlt werden. Als Sklave gebunden, aller Freuden und Güter beraubt, in den Gefängnissen der Ewigkeit schmachtend— so müßte der Sünder die Schuld büßen, die er vor dem GOtt hat, dem er auf Tausend nicht Eins antworten kann(Hiob 9, 3.). In der tiefsten Seelennoth wußte der Knecht keinen Weg, als um Erbarmung zu flehen; auf dem Boden liegend, schrie er um Gnade. Da jam— merte den HErrn desselbigen Knechts und ließ ihn los und die Schuld erließ er ihm auch, die unermeßliche, Berge von Jammer über ihn häufende Schuld schenkte er ihm gan der HEtt se ihn mit Er daun det K Milknacht, st men und 18, 3 ff.). Was di lus erfahre schnaubt wir GOttes mi lange nach unter den. ihm Barm sus Christu die an ihn 4/ kampf das gab ihm al So hal nichts mehf Sündennölt unserer Si Orrechtigei kin Unter Mangeln de und werde Onade VPsum der, d.. deföhnen Iu di enke an ab ihm ch sage 167 Luc. leug— en, ein lachdem Irfte er sehen Und eichniß, lden— ng m, nschaft, lauben, aben). wanzig er es Weib lte ver⸗ Als eraubt, 0o or dem worten wußte flehen a jam⸗ ihn los lßliche, schenlte durch Beispiele. 29 er ihm ganz aus freier Gnade. Da sehen wir, wie der HErr so reich ist über Alle, die ihn anrufen, die ihn mit Ernst(in tiefer Buße) anrufen. Weil aber dann der Knecht sich nicht auch erbarmte über seinen Mitknecht, so wurde die Begnadigung zu rückgenom— men und er den Peinigern überantwortet(Matth. 18, 25 ff.). Was dieses Gleichniß verheißt, das durfte Pau-— lus erfahren. Mit Drohen und Morden hatte er ge— schnaubt wider die Jünger des HErrn und die Gemeine GOttes mit so blinder Wuth verfolgt, daß er noch lange nach seiner Begnadigung sich den vornehmsten unter den Sündern nannte. Aber darum widerfuhr ihm Barmherzigkeit, auf daß an ihm vornehmlich IE— sus Christus erzeigete alle Geduld zum Exempel denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben(1 Tim. 1, 16.). Der HéErr ließ ihm nach dreitägigem Buß⸗ kampf das Licht aufgehen aus der Finsterniß und ver— gab ihm alle seine Sünden. So haben es viele Tausende erfahren, die in sich nichts mehr, in IEsu Alles suchten. Aus den tiefsten Sündennöthen wurden sie durch Den gerettet, der um unserer Sünde willen dahingegeben und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket ist. Denn es ist hier kein Unterschied, sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den sie an GOtt haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht, aus freier Gnade durch die Erlösung, so durch Christum IEsum geschehen ist. Deßwegen ergeht an alle Sün⸗ der, d. h. an alle Menschen die Einladung: lasset euch versöhnen mit GOtt. Zu dieser Versöhnung und Rechtfertigung durch 30 Belehrung den Glauben an IEsum ist das heilige Abendmahl ein Hauptmittel, da uns durch dasselbe Alles das wesen— haft mitgetheilt wird, was der ewige Liebesvorsatz GOt⸗ tes zu unserem Heil verordnet und ausgeführt hat. Hierüber soll nun weiter handeln Das zweite Kapitel. Belehrung über das Wesen, die Kraft und den rechten Gebrauch des heil. Abendmahls. Erste Abtheilung. Allgemeine Belehrung über das Wesen des heiligen Abendmahls. §. 14. Catechismuslehre. Einsetzungsworte. Luther erklärt in seinem Catechismus also: Das Nachtmahl Christi ist ein heiliges Sakrament und göttlich Wortzeichen, darin uns Christus wahrhaftig und gegenwärtig mit Brod und Wein seinen Leib und Blut schenket und darreichet und vergewissert uns damit, daß wir haben Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben. Diese Erklärung begründet Luther durch die Worte der Einsetzung des Abendmahls: Der HErr JEsus in der Nacht, da er verra— then ward und mit seinen Jüngern zu Tische saß, nahm er das Brod, sagte Dank, brach's, gab's sei⸗ nen Jüngern und sprach: Rehr der füre nem Gei Und; sagte Dal Trin des Reu Vieleve den. Do nem Ge Neh Abendma Leib und müssen w nicht dur einer Ein mußten und wen oder Zeig wollen, f ned beder lin verar Oahosan mein Vl. sagen, d lihen am wen wandte nahl ein 8 wesen⸗ atz GOt⸗ hrt hat. ift und mahls. heiligen e. so: Das ent und ahihssta nen Lib gewis sert Sünden uuch die er verra⸗ ische saß, gabs sii⸗ über das Wesen des heil. Abendmahls 31 Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, das thut zu me nem Gedächtniß. Und nach dem Abendmahl nahm er den Kelch, sagte Dank, gab ihnen den und sprach: Trinket Alle daraus, das ist mein Blut —— Neuen Testaments, das für euch und für Viele vergossen wird zur Vergebung der Sün— den. Das thut, so oft ihrs trinket, zu mei⸗ nem Gedächtniß. §. 15. Erklärung aus der Verklärung. Nach diesen heiligen Worten gibt uns IEsus im Abendmahl in, mit und unter Brod und Wein seinen Leib und sein Blut. Da es Testamentsworte sind, so müssen wir sie nehmen, wie sie dastehen, und dürfen nicht durch bildliche Deutung sie abschwächen. Bei einer Einrichtung, die für Jahrhunderte bestimmt war, mußten eigentliche und klare Worte gebraͤucht werden, und wenn IEsus Brod und Wein blos als Bilder oder Zeichen seines Leibes und Blutes hätte darstellen wollen, so hätte er nicht durch Worte, die erwas ande— res bedeuten, ein Mißverständuiß bei Millionen See⸗ len veranlassen dürfen. Daher bleibt der Glaube im Gehorsam und in Einfalt bei dem Worte: mein Leib, mein Blut. Will die Vernunft begreifen, so ist ihr zu sagen, daß sie auch andere Geheimnisse der gött⸗ lichen Gnade eben so wenig zu begreifen vermag, am wenigsten das mit dem Abendmahl so nahe ver⸗ wandte Geheimniß der Menschwerdung GOttes. Daß 32 Belehrung Christus wahrer GOtt und wahrer Mensch war in einer unzertrennten Person, wer kann das begreifen? Und daß GOttes Sohn am Kreuze starb, wer kann das begreifen? So gut er sein heiliges Leben in den Tod dahin gab, so gut kann er seinen Leib und sein Blut uns zu genießen geben. Sein Tod war das Le— ben der Welt, und so ist sein Leib und Blut auch nichts Todtes. Alles an Ihm ist Leben, denn es wohnt in Ihm leibhaftig die ganze Fülle der GOttheit. Sein Leib war der heilige Tempel GOttes und trug als solcher die Kraft unauflöslichen Lebens in sich, und was am Kreuze starb, das wurde in der Auferstehung und Himmelfahrt so verklärt, daß es kein irdischer Leib mehr ist, sondern ein Geistleib, in dem das Leibliche durchdrungen ist von den Kräf— ten des reinen und ewigen Geistlebens. Daher spricht IEsus oft von seiner Verklärung. Seine mensch— liche Natur wurde in Folge seines Gehorsams bis zum Tod am Kreuze in die Gemeinschaft der göttlichen Na— tur so aufgenommen, daß sie an allen Eigenschaften der göttlichen Natur vollkommen Antheil nimmt, daher auch sein menschlicher Leib in der Himmelfahrt zur Rechten GOttes erhöhet ist, und er nach der mensch— lichen, wie nach der göttlichen Natur verheißt, bei uns zu sein alle Tage bis an der Welt Ende. Wie er sei— nen Geist mittheilen kann allen Menschen, so auch die Kraft seines verklärten Leibes. Wir können uns nur die Herrlichkeit eines verklärten Leibes nicht vorstellen, weil wir blos irdische Leiber kennen und Alles nach ihnen beurtheilen wollen. Aber Fleisch und Blut kann das Reich Gottes nicht ererben(1 Cor. 15, 20.), nur verklärtes Fleisch und Blut taugt zur Geistesmit⸗ cheilung. und wie und ihte der so viel pfer hertlid glauben w und Blut daß er Lich doch erfäht so muß m. §. 16. B Das xMeierlei Brod un Leib und Wort de in der P Idisches einigung ment') baren Ge — * Sa sich oder e Uisonders ⸗ Hishen Or Uhre der der Christe sihen solch Abendmahl Hlischen de Jällich ve Hefßung de i Duse dud Wolt Kapff, har in reifen? kann in den d sein u8 Le⸗ t auch denn Fülle Tempel olichen wurde t, daß eistleib, Kräf⸗ spricht nensch— 8 zum en Na⸗ schaften daher rt zuͤr mensch⸗ ei uns er sei⸗ uch die 8 nur xcstellen, 3 nach t kann 20.). stesmit⸗ über das Wesen des heil. Abendmahls. 33 theilung. Als verklärt ist IEsu Leib ein Lichtleib, und wie die Sonne allenthalben hin ihre Strahlen und ihre Kraft mittheilt, ebenso der Lichtleib IEsu, der so viel herrlicher denn die Sonne ist, als der Schö— pfer herrlicher ist denn das Geschöpf. Wer daher nicht glauben wollte, daß ihm im Abendmahl Christi Leib und Blut gegeben werde, der kann auch nicht glauben, daß er Licht und Wärme von der Sonne bekomme. Und doch erfährt er das täglich. Aber wie dieses äußerlich, so muß man das Abendmahl in nerlich erfahren. §. 16. Wesen des Sakraments. Segen des Abendmahls. Das Abendmahl ist also ein Mahl, in dem wir zweierlei genießen: 1) etwas Irdisches, Sichtbares, Brod und Wein, etwas Himmlisches, Unsichtbares, Leib und Blut Jesu Christi. Beides ist durch das Wort des HErrn in dem Zeichen so vereinigt, wie in der Person IEsu menschliche und göttliche Natur, Irdisches und Himmlisches Eins war. Um dieser Ver⸗ einigung willen wird das heilige Abendmahl Sakra— ment“) genannt, d. h. sichtbares Zeichen des unsicht⸗ baren Göttlichen, oder heilige Handlung, bei der mit *) Saeramentum hieß bei den Römern das, wodurch man sich oder einen Andern zu etwas heilig verbindlich macht, besonders Eid; die Kirchenlehrer nannten so das, was im Grie⸗ chischen Geheimniß(Mysterium) bedeutet, daher oft die heilige Lehre der Bibel, die Dreieinigkeitslehre, die heiligen Gebräuche der Christen Sakrament genannt wurden. Die Katholiken haben sieben solcher Gebräuche als Sakramente, Taufe, Firmung, Beicht, Abendmahl, letzte Oelung, Ehe, Priesterweihe. Nach der evan⸗ gelischen Lehre ist nur die heilige Handlung Sakrament, bei der göttlich verordnetes Zeichen, göttlicher Befehl und göttliche Ver⸗ heißung deutlich aus der Bibel sich beweisen lassen, was bloß bei Taufe und Abendmahl der Fall ist. Augustin sagt: Wenn das Wort zum äußerlichen Element kommt, so wird's Sakrament. Kapff, Communionbuch. 3 34 Belehrung dem sichtbaren Zeichen die unsichtbare Gnade GOt— tes durch das göttliche Wort sich verbindet, daher Wortzeichen. Das Wort ist theils der göttliche Be— fehl Nehmet hin), theils die göttliche Verheißung (zur Vergebung der Sünden). Das Zeichen ist Brod und Wein, die zwei allgemeinsten Nahrungs- und Stär— kungsmittel, besonders passend, weil IEsus gesagt hat: Ich bin das Brod des Lebens, und: Ich bin ein rech— ter Weinstock. In zwei der wichtigsten und kräftigsten Erzeugnisse der Natur legt er seinen Leib und sein Blut, um so seine heilige und reine Menschheit uns mitzutheilen, uns der Früchte und Kräfte seines gan— zen Erlösungswerkes wesentlich theilhaftig zu machen, und in das Bild GOttes uns so zu verklären, daß wir wieder werden, was wir ursprünglich waren: Eins mit GoOtt. Das Abendmahl ist demnach ein solches Essen und Trinken, durch das wir den ganzen Christum nicht blos in Gedanken, sondern wesenhaft in uns aufneh— men mit der ganzen Kraft seines Versöhnungstodes und mit dem vollen Ewigkeitssegen seiner Verklärung des Menschlichen in das Göttliche, des Irdischen in das Himmlische. Deßwegen heißt es in der Schrift: des HErrn Abendmahl(1 Cor. 11, 20.); Tisch des HErrn ( Cor. 10, 21.); Leib und Blut des HErrn; das neue Testament in seinem Blut(1 Cor. 11, 24. 25. 27.); Gemeinschaft des Leibes und Blutes Christi (Cor. 10, 16.). Gemeinschaft ist das lateinische Com— munion, welches bedeutet: die Verbindung des Brods und Weins mit Christi Leib und Blut, die Verbin— dung der Genießenden mit Christo und ihre Verbin-— dung unter einander. Was al lichen Leben Wortes, einigen GO schvung un witd im h. In ihmer Christi und der Säugli feinerte Fl essen und erllärte F das wit ef sern innig unser Fle und Glied dadurch ge den, so 0 ses Wesen den und! rung unse und Leib in das hir llätung je aber durch der Hertli wohnung Chrisusn der Majef em wund ahnung a hilt, und Got⸗ daher e Be— ißung Brod Stär⸗ t hat: n rech⸗ stigsten d sein it uns 3 gan⸗ nachen, n, daß waren: en und nicht aufneh⸗ es und 0 des in das t: des HErrn 1) das 1, 24. Christ Com⸗ Brods Verbin⸗ Verbin⸗ über das Wesen des heil. Abendmahls. 35 Was also auf den höchsten Stufen unseres geist— lichen Lebens, in der tiefsten Aneignung des göttlichen Wortes, in der innigsten Vereinigung mit dem drei— einigen GOtt durch das Gebet, was im höchsten Auf⸗ schwung unseres Geistes in den Himmel geschieht, das wird im heiligen Abendmahl wesenhaft uns zu Theil. In ihm nehmen wir das Fleisch und Blut JEsu Christi und so sein heiliges Wesen in uns auf. Wie der Säugling an der Mutterbrust das zu Milch ver— feinerte Fleisch und Blut seiner Mutter genießt, so essen und trinken wir das zu einem heiligen Geistleib verklärte Fleisch und Blut IEsu, und wie das Brod, das wir essen, und der Wein, den wir trinken, in un— sern innigsten Nahrungssaft verwandelt wird und in unser Fleisch und Blut so übergeht, daß alle Theile und Glieder unseres Leibes inwendig und auswendig dadurch genährt und in gesundem Leben erhalten wer— den, so geht Christi Leib und Blut in unser inner⸗ stes Wesen ein, und durchdringt mit seiner versöhnen⸗ den und heiligenden Kraft als eine himmlische Nah⸗ rung unsern ganzen Menschen, so daß Geist, Seele und Leib dadurch zu Tempeln GOttes geheiligt und in das himmlische Wesen verkläret werden, welche Ver— klärung jetzt verborgen ist mit Christo in GOtt, einst aber durch die Auferstehung offenbar werden wird in der Herrlichkeit. Denn wirkt das Abendmahl eine In⸗ wohnung Christi in uns, so bringt es uns Alles, was Christus von der Krippe bis zum Sitzen auf dem Thron der Majestät uns erworben hat. Insofern liegt in die⸗ sem wunderbaren und geheimnißvollen Mahl die An⸗ eignung alles dessen, was unser allerheiligster Glaube ent⸗ hält, und was das ganze Neue Testament von göttlichen 9* 36 Belehrung. Wahrheiten und Verheißungen uns lehrt, das wird im Leib und Blut des HErrn uns concentrirt gege— ben. Denn das heilige Abendmahl ist nicht blos ein Gedächtnißmahl, sondern Versöhnungsmahl, zur Versöhnung mit GOtt und Menschen, Vereini- gungsmahl zur Vereinigung mit GOtt und Men— schen, und eben dadurch Heiligungs- und Aufer— stehungsmahl für Geist, Seele und Leib. Daher hängt es mit der ganzen Glaubenslehre auf's Innigste zusammen. Und weil der Glaube von seinen Früchten nicht getrennt werden kann, so hängt das Abendmahl auch mit der Lehre vom christlichen Leben und dessen Pflichten genau zusammen. Es ist das höchste Liebes- und Bundesmahl, das uns zur innigsten Liebe gegen Jesum und seinen Leib, die Gläubigen, aber auch gegen alle Menschen verbindet. Und solche Liebe ist die Kraft der Heiligung, die einerseits Frucht des heiligen Abendmahls, andererseits Bedingung seiner Segnungen ist. Weil aber solche Heiligung und solche Liebe nur aus lebendigem Glau— ben und der Glaube nur aus der Buße fließt, so ist die Heilsordnung das Gesetz des Abendmahls, der Weg, auf dem wir würdig zum Tisch des HErrn gehen können. Daher soll von diesem Allem etwas genauer die Rede seyn. Zusamm I. Ha GOtt zum Bil ihn aus e lehendigen Mensch e Geist, dei GOtted Eins, so will. W W mit der o zusammen! Measchen heilig u Saluß die vom Reich tung des Schöpfung, rung des R ihren Folao Wn Folge Rached U dekeitung i Geschichte lice Amt. in das A bost und el Kirche) W Wande 315 wahre auf der En 8 wird gege— los ein mahl, reini⸗ Men⸗ Aufer— slehre ibe von hängt stlichen Es ist as uns eib, die rbindet. g, die ererseits solche Glau⸗ so is I8, der n gehen luer die Heilslehre und Heilsordnung. 37 Zweite Abtheilung. Zusammenhang des heiligen Abendmahls mit dem christlichen Glauben und Leben. 1. Hauptinhalt der christlichen Cehre und Heilsordnung.)) §. 17. 1) Bild GOttes im Menschen. GOtt schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde GOttes schuf er ihn. Er machte ihn aus einem Erdenklos und blies ihm ein den lebendigen Odem in seine Nase, und also ward der Mensch eine lebendige Seele. Der Odem ist der Geist, der Geist ist der wesenhafte Hauch aus GOtt, GOttes Wesen verwandt und ähnlich, und mit ihm Eins, so lange er nichts Anderes will, als was GOtt will. Wie der Leib mit der Erde, so hängt der Geist mit der oberen Welt, mit GOtt, als seinem Element, zusammen, und so ist Himmlisches und Irdisches im Menschen wesentlich vereinigt, und wie GOtt weise, *) In meinem Predigtbuch über die Episteln habe ich am Schluß die ganze christliche Glaubens- und Sittenlehre als Lehre vom Reiche GOttes in sieben Abschnitte getheilt: I. Stif⸗ tung des Reiches GOttes(GOttes Wesen, Dreieinigkeit Schöpfung, besonders des Menschen nach GOttes Bild). II. Stö⸗ rung des Reiches GOttes(die ganze Lehre von der Sünde und ihren Folgen in Zeit und Ewigkeit). III. Wiederherstellung des Reiches GOttes durch Christum(Rathschluß der Erlösung, Vor⸗ bereitung im Alten Bund, Erfüllung in Christo, dessen Person, Geschichte, Geschäft, das prophetische, hohepriesterliche und könig⸗ liche Amt; in ihm GOttes Reich vollkommen). IV. Einführung in das Reich GOttes durch den heiligen Geist(dessen Straf⸗, Trost⸗ und Lehramt, Gnadenordnung, Bekehrung, Gnadenmittel der Kirche). V. Heilsgüter des Reiches GOttes(Gnadenstand). VI. Wandel im Reiche GOttes(Liebe GOttes und des Nächsten und wahre Selbstliebe). VII. Vollendung des Reiches GOttes auf der Erde und im Himmel. 38 Belehrung. so lang er in ihm blieb und mit GOttes Augen sah, und nur GOttes Willen wollte. Dieser in GOtt hei⸗ lige und selige Geist hatte als GOttes Bild die Herr— schaft über die Natur, über die eigene des Lei— bes, in den aus dem Geist die Kraft unauflöslichen Lebens überfloß, und über die äußere der ganzen Crea— tur. Daher war der Mensch als reines Bild GOttes unsterblich, auch nach dem Leibe, und frei von allen den Störungen und Uebeln, in denen jetzt die äußere Natur herrscht über unsern Leib und über die Seele. Diese Herrschaft über die Natur und dieses Bild der reinen göttlichen Erkenntniß, Heiligkeit und Seligkeit, durch welche das Reich GOttes auf der Erde war, hat der Mensch verloren durch den Sündenfall. §. 18. 2) Sünden⸗Fall, Sünden⸗Noth und Tod. Der fremde, GOtt feindliche Wille des Satans hat Zutritt gefunden in der Seele des Menschen, die durch die Lust des Leibes in's Irdische einging und in selbst— süchtigem Hochmuth GOtt nicht nur ähnlich, son— dern auch gleich sein wollte. So erhob sich ein Eigenwille, der dem Willen GOttes widerstrebte. Der Geist folgte dem Zug nach unten und wich aus seinem Element, aus GOtt. So kam er in die Herr— schaft der unteren Elemente, das Fleisch, d. i. die selbstsüchtige Seele und der lüsterne Leib, wurde Herr über den Geist, er selbst zwar blieb als göttlicher Le— benshauch unsterblich und behielt die Sehnsucht nach seinem Ursprung und seiner Heimath, nach GOtt, aber unter dem Schutt des fleischlichen und sinnlichen Le— bens glimmt er nur wie ein schwacher Funke ohne Le— ben und a denfall da liche Cren dem Geist Mtur übe heiten und Feischeshi Msprungs bewußtsein von GOtt 3.). Di. meht stro kam so liebten ten und wäte MR Wahrheit und wurd innerlich Hleischesl 2. 16.. Flisch( Pfalm? B.) mi zum Böse Gules th und alle, thun M und sind durch u. lodt, den stes ist en sah, tt hei⸗ Herr⸗ Lei⸗ 'slichen Crea⸗ GOttes n allen äußere Seele. ild der t und auf der ich den b. ans hat ie durch n selbst⸗ h, son⸗ sich ein strebte. ich aus e Herr⸗ ö die de Hert cher Le⸗ cht nach , aber hen Le⸗ yhne L⸗ Heilslehre und Heilsordnung. 39 ben und Kraft, und das Herrschende ist seit dem Sün— denfall das Fleisch und dadurch überhaupt die äußer⸗ liche Creatürlichkeit. Der Leib hat so arfgehört, aus dem Geist Lebenskräfte anzuziehen, und ist, seiner alten Natur überlassen, auflöslich, verweslich, daher Krank— heiten und deren Ende, dem Tod, unterworfen. Die Fleischeshülle bedeckt den Geist so, daß er gar seines Ursprungs vergaß, wie ein Berauschter, der das Selbst— bewußtsein verloren hat. Daher immer größere Abkehr von GOtt, so daß der HErr klagen muß(1 Mos. 6, 3.): Die Menschen wollen sich meinen Geist nicht mehr strafen lassen, denn sie sind Fleisch. Ja, es kam so weit, daß sie das Geschöpf nicht nur mehr liebten, als den Schöpfer, sondern auch mehr ehr— ten und ihm dienten, als ob das Geschöpf GOtt wäre(Röm. 1, 25.). So verwandelten sie GOttes Wahrheit in die Lügen, seine Herrlichkeit in Bilder und wurden Götzendiener, äußerlich durch Vielgötterei, innerlich durch Selbst- und Weltvergötterung, durch Fleischeslust, Augenlust und hoffärtiges Leben(1 Joh. 2, 16.). Und was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch(Joh. 3, 6.). Aus sündlichem Samen gezeugt (Psalm 51, 7.) sind Alle ohne Unterschied(Röm. 3, 23.) mit angeborner Verderbniß und reizender Lust zum Bösen behaftet, da ist nicht, der gerecht sey, der Gutes thue, auch nicht Einer, sie sind Alle abgewichen und allesammt untüchtig geworden(Röm. 3, 10. 12.), thun Alle den Willen des Fleisches und der Vernunft, und sind Kinder des Zorns von Natur, ja sind todt durch Uebertretung und Sünden(Ephes. 2, 1—3.); todt, denn der aus GOtt stammende Funke des Gei— stes ist so unkräftig im natürlichen(nach 1 Cor. 40 Belehrung. 2, 14. seelischen) Menschen, daß er klagen muß(Röm. 7, 10—24.):„Das Gesetz(GOttes), das mir zum Leben gegeben war, gereichte mir zum Tode, denn die in mir wohnende Sünde wurde durch das Gesetz er— regt, und tödtete mich(so daß ich mein eigentliches Seyn, das Leben des Geistes, verlor). Das Gesetz GOttes ist geistlich, ein Ruf, eine Kraft, ein Bele— bungsmittel des Geistes, ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn ich weiß nicht, was ich thue, denn ich thue nicht, was ich(der Geist in mir), will, sondern das ich(der Geist) hasse, das thue ich(die Sünde, die in mir wohnet). Ich weiß, daß in mir, d. i. in meinem Fleisch, wohnet nichts Gutes. Wollen habe ich(der Geist) wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das thue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das thue ich, das thut die Sünde, die in mir wohnet, das Gesetz in meinen Gliedern, das da wider— streitet dem Gesetz in meinem Gemüthe, und nimmt mich gefangen in der Sünden Gesetz. Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes!“ Aus diesem Widerstreit des geistlichen und des fleischlichen Ichs kann der gebundene Geist unmög— lich sich selbst helfen(Joh. 15, 5.: ohne mich könnet ihr nichts thun; 14, 6.: Niemand kommt zum Vater denn durch mich), so wenig als ein Todter sich selbst lebendig machen kann. Böse Begierden bezäh— men, daß sie nicht zur That ausbrechen, sich vor gro— ben Sünden hüten, das kann der natürliche Mensch, aber über das innere Triebwerk der Gedanken und Be— gierden he zu verlänt leben, hit Mensch ol Menshhen leiblic, Verderben innerlich i bleiben;! der Sonn es von Gotklosen Frieden Soei ödes Fil eine verl Rsajas 4 siehe, so wandeln wie die haben. merung, unserer U Sünden sich selbf gewebe, hur Deche derbens Vit sin sere Ger sud Ale den fühte (Röm. nit zum denn die esetz er⸗ entliches Geset u Bele⸗ unter t, was Geist in as thue iß, daß Gutes. lbringen ich will, ch nicht in mir wider⸗ nimmt sen von nd des amög— ne mich mt zum dter sich bezäh⸗ hor gro⸗ Mensch, id Be⸗ Heilslehre und Heilsordnung. 41 gierden hat er keine Macht, die Welt und sich selbst zu verläugnen, GOtt zu lieben, GOtt zur Ehre zu leben, himmlisch gesinnt zu seyn, das vermag kein Mensch ohne GOtt. Aus diesem Tode des inneren Menschen folgt für alle Unbußfertigen nicht nur der leibliche, sondern auch der andere Tod, das ewige Verderben in der Hölle. Ja, die Hölle ist jetzt schon innerlich in allen Herzen, die in ihrer sündigen Natur bleiben; wie es Nacht ist auf der Erde, wenn sie“ von der Sonne abgekehrt ist, so Nacht im Herzen, wenn es von GOtt, der Geistersonne, abgekehrt ist. Die Gottlosen, d. h. die von GOtt losen, haben keinen Frieden(Jes. 48, 22.). So ist die sünde⸗ und fluchbeladene Menschheit ein ödes Feld voll Todtengebein, eine ungeheure Wüste, eine verlorene und verdorbene Sündermasse, von der Jesajas 49, 9 ff. sagt:„Wir harren auf das Licht, siehe, so wird es finster, auf den Schein, siehe, so wandeln wir im Dunkeln. Wir tappen nach der Wand, wie die Blinden, und tappen, als die keine Augen haben. Wir stoßen uns im Mittag, als in der Däm— merung, wir sind im Düstern wie die Todten. Denn unserer Uebertretungen vor dir ist zu viel, und unsere Sünden antworten wider uns.“ Und alle Bemühungen, sich selbst zu helfen, nennt der Prophet Spinn-— gewebe, das nicht zu Kleidern, Gewirke, das nicht zur Decke taugt, Gedanken der Mühe, Wege des Ver⸗ derbens und Schadens. Voll Schmerz ruft er(64, 6.): „Wir sind allesammt wie die Unreinen, und alle un⸗ sere Gerechtigkeit ist wie ein unfläthiges Kleid. Wir sind Alle verwelket, wie die Blätter, und unsere Sün⸗ den führen uns dahin, wie ein Wind. Du verbirgest 42 Belehrung. Dein Angesicht vor uns und lässest uns in unsern Sünden verschmachten.“ Das lehrt das Wort GOttes über den Verlust des göttlichen Ebenbildes. Nicht menschliche Ansicht hat das erdacht, sie würde viel lieber sich erheben und solches lehren, was ihr zur Ehre gereicht, während GOttes Wort durch diese Schilderung des natürlichen Verderbens uns auf's Tiefste beschämt. Wohl dem, bei dem es zu einer heilsamen Scham und Reue kommt! Er bleibt nicht in der Tiefe des Verderbens liegen, denn wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden, und diese Erhöhung ist: 5. 19. 3) Die Herstellung des göttlichen Ebenbildes durch IEsum Christum. GOtt will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Deßwegen ist er in Christo eingegangen in die Menschheit, in Christi Ge— burt ist eine neue, reine, das Bild GOttes unbefleckt in sich tragende Menschheit geboren, und dieses Hei— lige aus dem heiligen Geist ist GOttes Sohn(Luc. 1, 35.). Er ist wahrer GOtt und wahrer Mensch in einer unzertrennten Person. Als Mensch war er uns in allen Dingen gleich, versucht allenthalben gleich wie wir, nur ohne Sünde(Hebr. 4, 15.). Aber in die⸗ ser Menschheit ist das ewige Wort Fleisch geworden, das Wort, das da von Anfang war bei GOtt, GOtt selbst, das Licht und das Leben aller Menschen(Joh. 1, 1 ff.), der offen bare GOtt, in welchem der Unerreichbare und Unergründliche sich selbst gegenständ— lich geworden ist, in welchem, als dem Abglanz seiner Henlicht Er seine ewige und sen müßte einsam un Liebe, alst ohne Sel schaft mi von Ewi heimniß EOttheit Geschaffe Monen sichtbare durch ih die Well Ale Dii ihm, u det ewit Welt il ekloren die Sün daß nur gehen ko Rit ann Diß is ibm ist J. 16), venimig in das das G unsern Verlust Ansicht hen und väͤhrend türlichen l dem, kommt! liegen, werden, durch sondern er in isti Ge⸗ mbefleckt 3 Hei— In CLuc. Mensch war er n gleich in die⸗ worden, , GOit n Jah. hem der enstind⸗ uz seinet Heilslehre und Heilsordnung. 43 Herrlichkeit Er sich selbst anschaut und erkennt, dem Er seine ganze Wesenheit mittheilt, in dem er seine ewige und unendliche Liebe offenbart. Ohne dieses We— sen müßten wir denken, daß GOtt Ewigkeiten hindurch einsam und alleine, also ohne einen Gegenstand seiner Liebe, also auch, da es ohne Liebe keine Seligkeit gibt, ohne Seligkeit gelebt habe. Nur durch die Gemein⸗ schaft mit dem ewigen Wort oder Logos war GOtt von Ewigkeit selig. Darin hauptsächlich ruht das Ge⸗ heimniß der Dreieinigkeit. Diese zweite Person in der GOttheit ist der Mittler des Unerschaffenen und alles Geschaffenen. Durch ihn hat der Vater die Welt(die Aeonen Hebr. 1, 2.) geschaffen, das Sichtbare und Un⸗ sichtbare im Himmel und auf Erden(Col. 1, 16.); durch ihn hat er Alles erhalten und regiert, er ist das die Welt bestrahlende Antlitz GOttes(2 Mos. 33, 14.). Alle Dinge sind ihm übergeben, alle Fülle wohnt in ihm, und Alles in Allem erfüllt Er. Deßwegen hat der ewige Liebesvorsatz GOttes vor Grundlegung der Welt ihn zum Wiederhersteller der durch die Sünde verlorenen Menschheit bestimmt(Ephes. 1, 4.). Durch die Sünde war die Menschheit von GDOtt so getrennt, daß nur von GOtt selbst die Wiedervereinigung aus⸗ gehen konnte, und zwar dadurch, daß er die Mensch— heit annahm, sich in sie herabließ, sie zu sich erhöhte. Dieß ist geschehen in der Person IEsu Christi. In ibm ist der wahrhaftige GOtt und das ewige Leben (1 Joh. 5, 20.), geoffenbaret im Fleisch(1 Tim. 3, 16.), in ihm ist göttliche und menschliche Natur so vereinigt, wie bei uns Geist und Leib, so daß Keines in das Andere übergeht, aber das Menschliche durch das Göttliche geheiligt, mit neuen Lebenskräften durch⸗ 44 Belehrung. drungen, in's Licht verklärt und in die Gemeinschaft GOttes erhoben wird. Aber diese Theilnahme des Menschlichen am Gött— brn mußte erworben und errungen werden. IEsus hielt es nicht für einen Raub, GOtt gleich seyn Phil. 2, 6.), nicht ohne Arbeit und Kampf wollte er der Wea lich en Natur die Herrlichkeit der göttlichen zueignen, als Herzog unserer Seligkeit mußte er durch Kampf und Leiden vollkommen werden(Hebr. 2, 10.), und so rechtlich der Menschheit erwerben, was sie rechtlich verloren hatte. Darum entäußerte er sich des Gebrauchs der göttlichen Natur, und war gehorsam bis zum Tod am Kreuz. In diesem vollkommenen Ge— horsam hat er als der andere Adam den Ungehorsam des ersten Adams geheilt, und Alles das in sich gelei— stet, was zur Vereinigung der ganzen Menschheit mit GOtt nöthig war. Er ist nie vom Willen GOttes gewichen; ihn zu thun, war seine Speise(Joh. 4, 34.). Das ganze Gesetz hat er erfüllt, und die volle Weisheit und Heiligkeit GOttes spiegelt sich in ihm ab als in dem Abglanz seiner Herrlichkeit und Eben— bild seines Wesens(Hebr. 1, 3.). Er konnte von sich sagen: Der Sohn kann nichts von sich selbst thun, denn was er siehet den Vater thun(daß Adam das nicht that, war sein Fall und Tod); denn was der Vater thut, das thut gleich auch der Sohn(Joh. 5, 19.). Durch diese vollkommene Einheit des Willens und Wesens mit dem Vater hat der Sohn das voll— kommene Wohlgefallen des Vaters im Gehorsam erworben, und so gebührt Ihm die ganze Fülle der Seligkeit und Herrlichkeit GOttes. Was er in seiner Person hatte und war, das will er denen m men hatte, heißen. Mer el mußte er ih ihre Schult Fluch war 7, 5.) du Musspruch ligkeit und 97, 2.N d. gierung, n xetfiele. tigkeit der Mensc Wie der X so hat Chr mit vetgän nem themte flackten Lan leiden sollt die ganze. Denn er! und hat Suatt Ma Reopfet an Krankheit Strafel und durch 4. 941 9 wie S Shaft auf fihn. schaft Gött⸗ erden. seyn wollte lichen durch 10.), 8 sie 9 des otsam n Ge⸗ vorsam gelei⸗ Heilslehre und Heilsordnung. 45 er denen mittheilen, deren Geschlecht er an sich genom— men hatte, die er sich nicht schämt, seine Brüder zu heißen. Aber ehe er sein Leben ihnen mittheilen konnte, mußte er ihren Tod zu nichte machen, also ihren Fluch, ihre Schuld und ihre Sünde hinwegthun. Aber der Fluch war ausgesprochen(5 Mos. 27, 26. Jer. 11, 3. 17, 5.) durch die heilige Gerechtigkeit GOttes, deren Ausspruch nicht gebrochen werden kann, denn Gerech— tigkeit und Gericht ist seines Stuhles Festung(Psalm 97, 2.) d. h. die Befestigung seiner Macht und Re— gierung, mit deren Aufhören die sittliche Weltordnung zerfiele. Deßwegen mußte Christus alle Gerech— tigkeit erfüllen(Matth. 3, 15.) und die Schuld der Menschheit selbst bezahlen als der große Bürge. Wie der Bürge sich an die Stelle des Schuldners setzt, so hat Christus sich an unsere Stelle gesetzt, aber nicht mit vergänglichem Silber oder Gold, sondern mit sei— nem theuren Blute als eines unschuldigen und unbe— fleckten Lammes(1 Petr. 1, 10.). Den Tod, den wir leiden sollten, hat er auf sich genommen und mit ihm die ganze Strafe und alle Qualen des Sündenelendes. Denn er ward ein Fluch für uns(Gal. 3, 12.) und hat sein Leben gegeben zum Lösegeld an unserer Statt(Matth. 20, 28.). Unsere Sünden hat er selbst geopfert an seinem Leibe auf dem Holz, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen, unsere Strafe lag auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet(Jes. 53, 4. 5. 1 Petr. 2, 24.). Wir gingen Alle in der Irre, wie Schafe, aber der HErr warf unser Aller Sünde auf ihn. Sein Leben hat er in den Tod gegeben und 46 Belehrung. den Uebelthätern ist er gleich gerechnet und hat Vie⸗ ler Sünde getragen und für die Uebelthäter ge— beten(Jes. 53, 12.). Nun werden wir, die wir als Sünder des Ruhmes mangeln, den wir im Bilde GOt— tes haben sollten, wir werden ohne Verdienst gerecht aus GOttes Gnade durch die Erlösung, so durch Chri— stum IEsum geschehen ist, welchen GOtt hat vorge— stellt zu einem Gnadenstuhl(an welchem die Sün⸗ den durch Versöhnungsblut bedeckt werden) durch den Glauben in seinem Blute, zum Beweise seiner Gerech— tigkeit, wegen der Nachsicht mit den Sünden, die vor⸗ hin(vor Christo) geschahen unter göttlicher Geduld (Röm. 3, 24. 25.). Nachdem so in dem Opfertode IEsu der Gerechtigkeit GOttes Genüge geschehen ist, so sieht der Vater nicht mehr unsere Sünden an son⸗ dern die vollkommene Gerechtigkeit und Heiligkeit sei⸗ nes Sohnes in uns, und in ihm, dem Geliebten, sind wir angenehm(Eph. 1, 6.) und gerecht, und haben so Frieden mit GOtt(Röm. 5, 1. Daß Christi Leiden und Tod so für uns gelten kann, hat seinen Grund in seiner heiligen Mensch⸗ heit und in seiner ewigen GOttheit. Nach seiner hei—⸗ ligen Menschheit durfte er nicht sterben, daher kann sein Tod gelten für uns, als der Heilige kann er der Stellvertreter der Unheiligen seyn. Und daß durch diese Stellvertretung das ganze All(Col. 1, 20. Eph. 1, 10.) versöhnt worden ist, das hat seinen Grund in der ewigen GOttheit Christi, kraft welcher in ihm alle Fülle wohnte(Col. 1, 19.), kraft welcher er alle Dinge träget mit dem Worte seiner Allmacht(Hebr. 1, 3.), und besteht Alles in ihm(Col. 1, 17.0. Der alle Dinge geschaffen hat, die sichtbaren und die unsichtb. Dingen alle Din uendlic und M und hei Olauber terben lus: ist storben menschli Denn Welt r Sünde wir w. gilt 2 ihrer S Gerecht dig ste weißen gend, Stuhle eine S ihre K helle sind sie und N. stht, u in St digen! Thra So Vie⸗ ter ge— it als Got⸗ gerecht Chri— vorge⸗ Sün⸗ ch den Gerech⸗ ie vor⸗ Geduld pfertode en is, . son⸗ eit sei⸗ u, sird „ und gelten Mensch⸗ er hei— daher kann 5 durch . Cyh. rund in in ihm schet et t Hebt. „1). und die Heilslehre und Heilsordnung. 47 unsichtbaren im Himmel und auf Erden, der alle Dinge trägt und erhält, der ist unendlich mehr, als alle Dinge, und deßwegen hat Alles, was er thut, einen unendlichen Werth, eine ewige, alle Zeiten, Welten und Menschen umfassende Kraft, die sich versöhnend und heiligend allen denen mittheilt, welche durch den Glauben Eins werden mit ihm, also in ihm der Sünde sterben und der Gerechtigkeit leben. Daher sagt Pau— lus: ist Einer für Alle gestorben, so sind sie Alle ge— storben(2 Cor. 5, 14.), es ist, als hätte das ganze menschliche Geschlecht die Strafe der Sünde erduldet. Denn GOtt war in Christo und versöhnete die Welt mit ihm selber; Er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor GOtt gilt(2 Cor. 5, 19. 21.). Nun können die, die um ihrer Sünden willen vor dem Richterstuhl der heiligen Gerechtigkeit zittern und beben müßten, sie können freu— dig stehen vor dem Throne GOttes, angethan mit weißen Kleidern und Palmen in ihren Händen tra— gend, und können rufen: Heil sei dem, der auf dem Stuhle sitzt, unserem GOtt und dem Lamme! Und eine Stimme aus dem Himmel bezeugt: Sie haben ihre Kleider gewaschen und haben ihre Kleider helle gemacht im Blute des Lammes, darum sind sie vor dem Throne GOttes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel. Und der auf dem Stuhle sitzt, wird über ihnen wohnen, und das Lamm mitten im Stuhle wird sie weiden und leiten zu den leben— digen Wasserbrunnen. Und GOtt wird abwischen alle Thränen von ihren Augen(Offenb. 7, 10 ff.). So ist die Menschheit durch Christum gewaschen,‚ 48 Belehrung. gereinigt und geheiligt, und so ist sie wieder das reine Gefäß, in das der Geist GOttes als der Strom des Lebens sich ergießen kann, ja sie ist ein Tempel des lebendigen GOttes, und es gilt ihr das Wort: Ich will in ihnen wohnen und in ihnen wandeln und will ihr Vater seyn und sie sollen meine Söhne und Töchter seyn(2 Cor. 6, 16. 18.). Diese Mittheilung des göttlichen Lebens an die Menschheit hat Christus vermittelt durch seine Aufer-— stehung, Himmelfahrt und Ausgießung des heiligen Geistes, wodurch die Verklärung des Menschlichen in das Göttliche geschehen ist. Durch seinen Tod hat er unsern Tod zu nichte gemacht und das Gefängniß geöffnet, in dem wir gebunden waren, auch die Schuld und den Fluch unserer Sünde hin⸗ weggethan. Damit aber kämen wir noch nicht in den Himmel, sondern nur nicht in die Hölle. Deßwegen hat er durch seine Auferstehung sein Leben uns mitgetheilt, seine volle Gerechtigkeit, das ganze Wohl— gefallen vor dem Vater, die Kraft heiligen Lebens und so auch die Kräfte seines unauflöslichen, ewigen Lebens, so daß selbst unsere sterblichen Leiber lebendig werden sollen, um deß willen, daß sein Geist in uns woh— net(Röm. 8, 11.). Und weil er in seiner Himmel⸗ fahrt unsere menschliche Natur erhöhet hat zur Rech— ten GOttes und so die Menschheit verklärt in die GOttheit, deßwegen haben wir nicht nur Seligkeit zu hoffen, sondern auch Herrlichkeit in Vereinigung mit GOtt, die er uns verheißt in den Worten: Ich habe ihnen gegeben(vorerst nur der Kraft und dem Keime nach) die Herrlichkeit, die Du mir gegeben hast, daß sie Eines seyen, gleichwie wir Eines sind, Ich u ihnen schen in liebest, will, daß mir gegel und mit , 22— Diese aist in d gelen, so lsche We lung des ur Geist hom Hin Vasen d Ind verk hen, d l TEem ttlich So f sinen Al den die sch Iud hing 0 sclen den vn Str Husgehe Her licf shͤche De Lent Rußte, Kapf das reine 1 Strom Tempel 3Wott: wandeln Söhne an die Aufer⸗ ung des ung des Durch lucht und mn waren, inde hin⸗ ht in den deßwegen eben uns Wohl— ebens und en Lbbens, 0 werden uns woh⸗ Himmel⸗ zur Rech⸗ t in die eligkeit zu zereinigung hrten: V und dem ir gegeben ö ; sind, Heilslehre und Heilsordnung. 49 in ihnen und Du in mir, auf daß sie vollkommen seynen in Eins, und die Welt erkenne, daß Du sie liebest, gleichwie Du mich liebest. Vater! ich will, daß wo ich bin, auch die bei mir seyen, die Du mir gegeben hast, daß sie meine Herrlichkeit sehen lnd mitgenießen), die Du mir gegeben hast(Joh. 1. 22—24.). Diese Worte kommen zu ihrer ganzen Erfüllung erst in der Ewigkeit, aber doch werden die, denen sie gelten, schon jetzt innerlich verklärt und in das himm— lische Wesen versetzt(Eph. 2, 6.) durch die Mitthei— lung des heiligen Geistes. Am Pfingstfeste kam der Geist über die Jünger als ein heiliger Feuerstrom vom Himmel herab, und der Geist heiligte ihr ganzes Wesen durch und durch, leitete sie in alle Wahrheit, und verklärte Christum und sein ganzes Werk so in ihnen, daß sie als Glieder an dem Leibe Christi, ja als Tempel GOttes theilhaftig wurden der göttlichen Natur(2 Petri 1, 4.). So war das Ebenbild GOttes durch Christum und seinen Geist hergestellt in der Menschheit. Und was an den Aposteln geschah, das soll an Allen geschehen, die sich Christo und seinem Geiste im Glauben öffnen und hingeben. Denn wie in Adam Alle gestorben sind, so sollen in Christo Alle lebendig gemacht wer— den(1 Cor. 15, 22.). Daher sah Czechiel(Kap. 17.) den Strom des heiligen Geistes vom Tempel GOttes ausgehen über das weite Land, immer weiter und im— mer tiefer, so daß ihm das Wasser zuerst bis an die Knöchel ging, dann bis an die Kniee, dann bis an die Lenden, dann so tief, daß man darin schwimmen mußte, und konnte es nicht gründen. Ja, selbst die Kapff, Communionbuch. 4 50 Belehrung. Wasser des todten Mee res sah er dadurch gesund werden(nach Ezechiel 16, 55. soll Sodom und ihre Töchter bekehret werden), bis daß ahle Dinge zu⸗ sammen unter Ein Haupt verfaßt sind in Christo, und er Alles in Alrem erfüllet(Eph. 1, 10. 23.), da dann alle seine Feinde unter seine Füße gelegt sind, und auch der letzte Feind, der Tod, aufgehoben ist, und GOtt seyn wird Alles in Allem(2 Cor. 15, 25. 26. 28.). Da wird dann die Erneuerung der ersten Schöpfungsherrlichkeit GOttes größer seyn, als deren erste Offenbarung, wenn Der, der auf dem Stuhle sitzt, sprechen wird: Siehe, ich mache Alles neu. Dann ist das Ebenbild GOttes in der Menschheit vollkommen hergestellt, auch dem Leibe nach durch die Aufer⸗ stehung, durch die der nichtige Leib verkläret wird, daß er ähnlich sey dem verklärten Lichtleib IEsu, so daß in seiner Herrlichkeit die Gerechten leuchten werden wie die Sonne in ihres Vaters Reich(Matth. 13, 80. §. 20. 4) Heilsordnung. Diese Erneuerung des göttlichen Ebenbildes wird in den einzelnen Menschenseelen durch die Taufe be— gonnen, wie aus dem Keim die Pflanze, aus dem Kern der Baum emporwächst. Wir werden getauft, d. h. getaucht in den Namen, d. h. in das Wesen, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, da— durch sind wir aufgenommen in den Bund und in die Gemeinschaft des dreieinigen GOttes. Der alte, aus dem Bilde GOttes gefallene Mensch wird in der Taufe begraben und wir mit Christo gepflanzt zu gleichem Tode, damit wir mit ihm in einem neuen Le— ben war 6. 3 f Wiederg Durch d Ritet( der Tar ugesiche wir in schenkt. die Se— des Ges Abe geschieh und di und§ burtee Ist hung, Irael chlecht der Feit hlieben hung, tieth e der alt wie do Mesch lsche winden Sann, gesund und ihre uge zu⸗ sto, und 23.), da egt sind, ist, und 10, 25. der ersten uls deren uhle sitzt, u. Dann Hkommen Aufer⸗ ret witd, Isu, so leuchten Matth. des wird Taufe be⸗ dem Kern st, d. h. esen, des estes, da⸗ o und in Der alte, Id in der lanzt x neuen Le⸗ Heilslehre und Heilsordnung. 51 ben wandeln, als ihm eingeleibt und eingepflanzt(Röm. 6. 3 ff.). Deßwegen heißt die Taufe das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, durch das GOtt uns selig macht, zur Seligkeit zube— reitet Tit. 3, 5.). Die Schuld der Erbsünde wird in der Taufe hinweggenommen, GOttes reiche Gnade uns zugesichert, der heilige Geist uns mitgetheilt, und was wir in Adam verloren haben, in Christo uns neu ge— schenkt. So ist durch die Taufe ein neues Element in die Seele gelegt, der Same göttlichen Lebens, Kraft des Geistes zur Herrschaft über das Fleisch. Aber das Wachsthum des göttlichen Lebenskeimes geschieht nur auf dem Wege der Heilsordnung und die Heilsordnung führt durch Buße, Glaube und Heiligung, welche zusammen die Wiederge— burt oder Bekehrung ausmachen. Israel hatte Canaan im Besitz durch die Verhei— ßung, die dem Abraham gegeben war, aber das alte Israel mußte in der Wüste sterben, und das neue Ge— schlecht mußte das Land erobern durch Ueberwindung der Feinde, und nachdem die Feinde überwunden waren, blieben sie doch fortan Israels Fallstrick und Versu— chung, und sowie das Volk von dem HErrn wich, ge— rieth es in die Knechtschaft seiner Feinde. So muß der alte Mensch sterben im Schmerz der Buße, und wie das neue Israel unter Josua, so soll der neue Mensch unter IEsu Führung eingehen in das himm— lische Erbe in der Kraft des Glaubens und über— winden im Kampf der Heiligung alle seine Feinde, Satan, Welt und Fleisch. 52 Belehrung. §. 21. Buße. Buße ist die Pforte zum Reich GOttes. In ihr soll die fleischliche Natur sterben, sterben der Wille, der GOtt widerstrebt, sterben der Hochmuth, der nur sich selber sucht und liebt, sterben die Lust, die in's Creatürliche sich versenkt. In der Buße erkennt der Geist das Verderben des Fleisches, fühlt sein Elend in der Abkehr von seinem Ursprung, sehnt sich zurück nach seinem Element und seiner Heimath, nach GOtt, in dem es ihm allein wohl seyn kann, und will keines Andern mehr seyn als GOttes. Das ist die geistliche Armuth, der das Himmelreich sich auf— schließt, das ist das Leidtragen, das getröstet wird, das ist der Hunger und Durst nach Gerechtigkeit, der satt wird Matth. 5, 3. 4. 6.). Das ist die Umkehr vom Wege des Verderbens, bei der der Mensch in der Welt und in sich Nichts mehr, in GOtt Alles sucht. Das ist die tiefe Demüthigung, in der sich der Mensch aller Strafen GOttes schuldig gibt um seiner Sünden willen und auf Nichts mehr seine Hoffnung setzt, als auf das Erbarmen GOttes, dessen freie, un⸗ verdiente Gnade retten will, was verloren war. Zu solcher Buße kommt es, wenn der heilige Geist als der göttliche Lebensodem den unter dem Fleischesschutt begrabenen göttlichen Lebensfunken un⸗ seres Geistes anfachen kann, so daß unser Geist wie— der das helle Bewußtseyn seines Ursprungs und so seiner einzig beglückenden Heimath erhält. Darauf wirkt die vorbereitende Gnade von den ersten Anfängen des Lebens an durch das Gebet der Eltern, durch die Taufe, durch den Unterricht, besonders im Wort GOt⸗ tes, durch Lebensschicksale und alle Einflüsse der Außen— welt, Durch? und un und Le Wätts lit in Bes um uns aus de am Fle I. 4, len Norten Vege⸗ die Dr. als Zu bei ein der Of Macht der Ge liden, det Le ganzen zußerli Hein I1 u Hust d Heit sihen Iny hilst. llber In iht Wille, der nur die in's erkennt hlt sein „sehnt Heimath, In kann, 8. Das sich aufͤ tet wird, gleit, der Umkehr ch in der ls sucht. sich der um seiner Hoffnung freie, un⸗ . heilige mter dem nlen un⸗ eist wie⸗ und o waif wilt Anfängen durh die zort GOt⸗ er Außen⸗ Heilslehre und Heilsordnung. 53 welt, des Umgangs, der Lebensverhältnisse u. dgl. Durch Alles will der Vater ziehen zum Sohne, und unter Allem übt GOttes Geist sein Zucht-, Straf— und Lehramt, um unsern Geist aus dem Fleisch auf— wärts zu ziehen zur Geistesheimath, aus der Sichtbar— keit in die unsichtbare Welt. Besonders ist das Kreuz das gesegnetste Mittel, um uns die untere Welt zu entleiden und unsere Lust aus der Vergänglichkeit einzuführen in GOtt. Wer am Fleisch leidet, höret auf von Sünden, saͤgt Petrus (I. 4, 1.), und Anfechtung lehrt auf das Wort mer— ken(Jes. 28, 19.). Die schmalsten Pfade und engsten Pforten führen am sichersten zum Leben, die dunkelsten Wege am schnellsten zum Licht. Wie daher im Großen die Drangsale der Völker, Kriege und andere Gerichte als Zuchtmeister auf Christum anzusehen sind, so auch bei einzelnen Menschenseelen ist die Hitze der Trübsal der Ofen, in dem die Berufenen zu Auserwählten ge— macht werden sollen(Jes. 48, 10.). Oft aber braucht der Geist keine äußeren Mittel, uns die Welt zu ent— leiden, oft wirkt er unmittelbar im Herzen ein Gefühl der Leere und eine Sehnsucht, für die es auf der ganzen Erde keine Befriedigung gibt. Oft mitten in äußerlicher Freude hat der Geist ein schmerzliches Heimweh, nach jeder irdischen Lust ist er ärmer, als zuvor, und beim Blick in die Ewigkeit drückt die Last der Schuld ihn nieder.— Da hat der heilige Geist tausendfache Wege und Mittel, die Seelen zu ziehen und zu erziehen. Bald ist ein schwerer Buß⸗ kampf mit gewaltigen Erschütterungen begleitet, bald hilft ein leiseres Wehen des Geistes zum allmähligen Uebergang, bald ist Buße das erste, bald Glaube, 54 Belehrung bald leitet GOttes Gnade, bald sein Ernst zur Buße. Immer aber weckt der Ruf und Zug des Geistes GOttes unsern Geist, daß er ausgehe aus der Knecht— schaft Egyptens und ringe nach dem himmlischen Ca— naan. Ist so im Geist die Sehnsucht nach Erlösung, nach Freiheit und Leben in GOtt erwacht, und hat er erkannt, daß in der Wüste der Welt ihm Niemand helfen kann, so gibt er sich willig dem hin, der uns von GOtt gemacht ist zur Weisheit und zur Ge— rechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung(1 Cor. 1. 30.). §. 22. Glaube. Der Glaube ergreift IEsum Christum als den Arzt, der schon vielen Tausenden vom Tode zum Leben geholfen hat, er hört, was IEsus für die Sün⸗ der gethan und gelitten, wie er unter den bittersten Martern den Fluch der Sünde getragen und sein hei— liges Leben im schmerzlichsten Tode an unserer Statt dahingegeben hat. So wendet er sich an ihn im Ge— bet, und ruft ihn an um Hülfe und Erbarmung. Und vom Kreuze herab vernimmt er das Wort: Heute noch: wirst du mit mir im Paradiese seyn. Galt das einem Mörder, der Nichts als Buße und Glauben hatte, so gilt es auch mir, der ich in Buße um den rechten Glauben weine. So eignet dann der Glaube sich Alles zu, was IEsus geredet und gethan hat, er gibt seine eigenen Gedanken auf, weil sie durch die Macht der Sünde verdunkelt sind, die Vernunft gibt sich gefangen unter den Gehorsam des Glaubens, und der Geist, seine eigene Gerechtigkeit, wie seine eigene Weis⸗ heit aufgebend, geht ein in den, der allein der Weg ist und die Wahrheit und das Leben. Und wer so im und W nen Ge Reine E Sünden Wahrh. immer so daß liefer l So gei nung gung Kind e ftomm loren chwind Vater, in der der zu keit det wie de aus de II der hs Ebens ded 96 unsern die d dus Einy Buße. Geistes Knecht⸗ en Ca⸗ lösung, hat er liemand der uns zur Ge⸗ (1Cor. im als ode zum ie Sün⸗ ittersten ein hei⸗ 1 Statt im Ge⸗ . Und ute noch 6 einem atte, so rechten ich Alles ibt seine zacht der gefangen Geis, Weis— llein der Und wer über die Heilsordnung. 55 so im Glauben in ihn eingeht und seine Worte und Werke sich aneignet, zu dem spricht er durch sei— nen Geist, wie zu dem Gichtbrüchigen: Sey getrost, deine Sünden sind dir vergeben. Die Vergebung der Sünden macht Licht im Herzen und die seligmachenden Wahrheiten des allerheiligsten Glaubens schließen sich immer mehr dem nach GOtt verlangenden Geiste auf, so daß es von Glauben in Glauben geht und immer tiefer hinein in die Gemeinschaft GOttes und IEsu. So genießt dann das Herz die Wonne der Versöh— nung mit GOtt, und erlangt in der Rechtferti— gung den Zugang zu dem Vater, der das versöhnte Kind ansehen will, als hätte es nicht gesündigt, als fromm und gerecht, als sein liebes Kind, das ver— loren war und ist wieder gefunden(Luc. 15, 24.). So schwindet alle Furcht, und das Kind redet mit dem Vater, d. h. betet und ist wie im Himmel, und kann in der seligen Kindschaft GOttes sich auch rühmen der zukünftigen Herrlichkeit. Und aus dieser Freudig— keit des Glaubens fließt: §. 23. Die Heiligung, wie der helle Bach aus der Quelle, wie die Frucht aus der Wurzel kommt. In das durch den Glauben gereinigte Herz kann der heilige Geist sich ergießen als ein Strom neuen Lebens, und wenn er vorher von den ersten Anfängen des geistlichen Lebens an lbesonders in der Taufe) auf unsern Geist einwirkte, so kommt es in den Seelen, die durch wahren und lebendigen Glauben ganz für das Göttliche aufgeschlossen sind, da kommt es zur Einwaͤhnung des heiligen Geistes in unserem Geist, 56 Belehrung so daß wesenhaft ein göttliches Element in uns wirkt und lebt und neues Leben schafft. Dieses neue Leben ist die Heiligung, deren Wurzel, Kraft und Ziel die Liebe ist und durch die Liebe die Einheit mit GOtt und mit IEsu. Die Liebe GOttes und JIEsu ist aus— gegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, wel— cher uns gegeben ist(Röm. 5, 5.). Diese Liebe ist eine göttliche Lebensflamme, die un— ser von Natur liebeleeres Herz zur reinsten und hei— ligsten Liebe entzündet nach dem Wort: Laßt uns Ihn lieben, denn Er hat uns zuerst geliebet(1 Joh. 4, 19.). Wem viel vergeben ist, der liebt viel. Wer am Kreuze IEsu die Liebe erfahren hat, die sich für verlorene Sünder in den Tod gab, der muß diese überschwäng— liche Liebe umfassen mit der ganzen Kraft seines Gei— stes, und die Liebe thut, was dem Geliebten wohlge— fällt, sie thut es nicht gezwungen, wie unter dem Zucht— meister Gesetz, sondern sie thut es willig, von innen heraus getrieben, nicht um ihrer selbst willen, sondern dem Geliebten zu lieb und zur Ehre. Darum sagt Johannes(I. 5, 3.): Das ist die Liebe zu GOtt, daß wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer. Denn Alles, was von GOtt geboren ist (durch den heiligen Geist), überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat, so daß er sie nicht mehr liebt, sondern GOtt den HErrn von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüthe und aus allen Kräften, und den Nächsten als sich selbst. Darin liegen alle Gebote, die ganze Moral(Sit— tenlehre), die durch alle Vorschriften und Tugendgebote unerfüllt bleibt, aus dem Glauben aber von selbst frei herbotg usamm unter liebe dem de lassen stündli will di wandel leiten ehrbat und w was it der in 1, 8.), heschen nen C Natu Velt, und de der dI dleiß gend der V Gedu in de brüder , 2 Uebe + ihrer Ns. no wirkt ue Leben Ziel die it GOtt ist aus⸗ ist, wel⸗ die un⸗ und hei⸗ uns Ihn 4, 19.. u Kreuze verlorene schwäng⸗ nes Gei⸗ wohlge⸗ m Zucht⸗ on innen sondern rum sagt Ott, daß ind nicht oren ist zel,, und erwunden Ott den ele, von und den ral Eit⸗ endgebote sbs fii über die Heilsordnung. 57 hervorquillt, daher sie JEsus in die kurzen Worte zusammenfaßt: Das ist mein Gebot, daß ihr euch unter einander liebet, gleichwie ich euch liebe(Joh. 15, 12.). Wer in dieser Liebe steht, dem darf man nicht sagen, was er zu thun und zu lassen hat. Der Geist GOttes sagt es ihm täglich, stündlich, auf jedem Schritt, nach der Verheißung: Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst, ich will dich mit meinen Augen leiten(Ps. 32, 8.). Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich und wohllautend, was irgend eine Tugend, was irgend löblich ist, dem denkt und lebt der nach, der in der Liebe des Glaubens an IEsum steht(Phil. 4, 8.), und weil ihm die allergrößesten Verheißungen geschenkt sind, nämlich daß er durch Christum und sei— nen Geist theilhaftig werden soll der göttlichen Natur, so fliehet er die vergängliche Lust der Welt, reinigt sich von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes und fährt fort mit der Heiligung in der Furcht GOttes(2 Cor. 7, 1.) und wendet allen Fleiß daran, darzureichen in seinem Glauben Tu— gend und in der Tugend Bescheidenheit und in der Bescheidenheit Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Gottseligkeit und in der Gottseligkeit brüderliche Liebe und in der brüderlichen Liebe allgemeine Liebe(2 Petr. 1, 4, 7.). Denn GoOtt ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in GOtt und GOtt in ihm (1 Joh. 4, 16.). So ist das Ziel der Heiligung und ihrer Kraft, der Liebe: die Einheit mit GOtt und IEsu. Und dieses Leben in GOtt, das jetzt verbor— 58 Belehrung gen ist mit Christo in GOtt, es wird, wenn einst Christus, unser Leben, sich offenbaren wird, auch offen⸗ bar werden mit ihm in der Herrlichkeit(Col. 3, 3.), besonders in der Herrlichkeit der Auferstehung, durch welche unsere Heiligung nach Geist, Seele und Leib sich vollendet und wir vollkommen verklärt wer— den in das Ebenbild unseres großen GOttes und Hei— landes. Da wird ganz erfüllt werden, was hier an— gefangen hat, daß wir theilhaftig werden der göttlichen Natur. II. Zusammenhang des heil. Abendmahls mit diesen Glaubens- und TLebenswahrheiten. §. 24. Durch das Abendmahl wird der Christus für uns zum Christus in uns. Der kurze Inhalt der christlichen Lehre ist: Ver⸗ klärung des Menschlichen in das Göttliche durch die Verklärung IEsu. Die Verklärung IEsu ist nach Joh. 13, 31. 32. einerseits eine Herab— lassung und Vereinigung des Göttlichen zu und mit dem Menschlichen, andererseits eine Erhöhung und Ver⸗ einigung des Menschlichen zu und mit dem Göttlichen. Dieß geschah 1) durch die Vereinigung der göttlichen und menschlichen Natur in der Person IEsu Christi. 2 Durch sein ganzes Erlösungswerk, kraft dessen das Seinige unser wird. 3) Durch die Verklärung seiner Menschheit in die GOttheit, wodurch auch wir verklä⸗ ret werden in GOtt. Diese Verklärung wird im heiligen Abendmahl da— durch abgebildet, daß in ihm Christi Leib und Blut sich vereinigt mit Brod und Wein und so das Natür— liche e selbst wenig essen, und de wir d auf u Auferf sungst than mahl durch seinen vollkot lige l derlor und lborene das e hat d d. h. dersel das Sklir des Coan 0 08 Dei Wir die lich n einst ch offen⸗ 3, 3., ehung, eele und irt wer⸗ id Hei⸗ hier an⸗ hen der 5 mit ten. für uns ö Ver⸗ öttliche zerklärung ee Herab⸗ und mit und Ver⸗ Höͤttlichen. göttlichen Christ. essen das ing seiner hit verklä⸗ mmahl da⸗ und Blut 06 Natür⸗ über die Heilsordnung. 59 liche erhöhet wird in das Geistliche. So wenig wir selbst uns nähren können ohne Speise und Trank, so wenig können wir selig werden, wenn wir nicht IEsum essen. Und indem wir den für uns gebrochenen Leib und das für uns vergossene Blut genießen, so nehmen wir den an unserer Statt gekreuzigten IJEsum in uns auf und werden theilhaftig seines Todes und seiner Auferstehung und aller Früchte seines großen Erlö— sungswerkes. Alles, was Er für uns gelitten und ge— than und uns erworben hat, das wird durch das Abend⸗ mahl innerlich in uns, der Christus für uns wird da— durch zum Christus in uns, Christus in uns mit seinem ganzen Himmelssegen, Christus in uns als das vollkommene Ebenbild GOttes, als der reine und hei— lige Urmensch, der uns wieder gibt, was wir in Adam verloren haben, als der ewige Prophet, Hohepriester und König, als der große Wiederbringer alles Ver— lorenen und Verderbten, als der wahrhaftige GOtt und das ewige Leben. Darum spricht er: Wie mich gesandt hat der lebendige Vater und ich lebe durch den Vater, d. h. weil der Vater in mir ist, also: wer mich i sset, derselbige wird auch leben durch mich, d. h. weil ich das Leben in ihm bin(Joh. 6, 57.). Daher sagt Steinhofer: das Abendmahl ist die koncentrirte Gnade des ganzen Testamentes GOttes, es ist ein sichtbares Evangelium. In Christo wohnt leibhaftig die ganze Fülle der GOttheit, in ihm liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntniß, in Christo also nehmen wir durch den Genuß seines Leibes und Blutes alle die seligmachenden Wahrheiten unseres Glaubens wesent⸗ lich in uns auf und sind vollkommen in ihm, in 60 Belehrung. dem, daß wir mit ihm begraben sind durch die Taufe, in welchem wir auch sind auferstanden durch den Glau— ben, den GOtt wirket, welcher Ihn auferwecket hat von den Todten, und hat uns auch mit ihm lebendig gemacht, daß wir nun nicht nach dem trachten, das auf Erden ist, sondern suchen, was droben ist, da Christus ist, sitzend zur Rechten GOttes(Col. 2, 3. 9. 10. 12. 3„. 2.0 Aber soll das Abendmahl uns so in den Himmel erheben, so müssen wir von der Welt ausgehen und deßwegen ist Buße und Glaube durchaus nothwen— dig, ehe wir zum Tisch des HErrn kommen dürfen; ohne sie kämen wir unwürdig und zum Gericht. Nur wenn wir aus uns selbst ausgehen, kann GOtt in uns eingehen.— Bußfertiger Glaube ist die Hand und der Mund, der das Fleisch und Blut Christi zum Leben empfängt. Nur ein aus dem heiligen Geist neugeborener Geist, oder der doch nach Neugeburt sich sehnet und so ihren Keim in sich trägt, nur solcher kann durch das Abendmahl mit IEsu zu Einem Leib und zu Ei— nem Geist verbunden werden. Daher ist das Abend— mahl auch eine Erneuerung unseres Taufbun— des, wobei wir absagen dem Teufel und allen seinen Werken und Wesen, der Pracht und Eitelkeit der gottlosen Welt und allen sündlichen Lüsten des Flei— sches, und hingegen uns verpflichten, GOtt und unse— rem HErrn IEsu zu dienen unser Leben lang. Diese Bedeutung des heiligen Abendmahls soll nun näher beschrieben werden, indem wir uns das genauer vorhalten, was die heilige Schrift über den Zweck und Nutzen desselben lehrt. und e wird, Gede Kelch Testan 1), trinke 25.). sonden das Errett und ks v ihr d worte den! Chhy 12, 5 Taufe, Glau⸗ et hat ebendig das auf Hristus 9. 12. Himmel en und othwen⸗ dürfen; .Nur in uns und der Leben borener jet und n durch zu Ci⸗ Abend⸗ ufbun— n seinen feit der 5 Flei⸗ d unse⸗ soll nun genauer veck und Das heil. Abendmahl als Gedächtniß⸗Mahl. 61 Dritte Abtheilung. Biblische Lehre vom Zweck und Nutzen des heiligen Abendmahls. §. 25. Das heil. Abendmahl als ein Gedächtniß⸗Mahl. Als IEsus zu seinen Jüngern sagte: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird, so setzte er hinzu: solches thut zu meinem Gedächtniß(Luc. 22, 19.). Und als er ihnen den Kelch gab und sprach: Das ist mein Blut des Neuen Testaments, das für Viele vergossen wird(Marc. 14, 24.), da setzte er hinzu: solches thut, so oft ihr es trinket, zu meinem Gedächtniß(1 Cor. 11, 24. 25.). Nach diesen Worten ist das Abendmahl ein be— sonderes Mittel der Erinnerung an Jesum, wie einst das Passahmahl zur Erinnerung an die große Errettung aus Egyptens Knechtschaft gefeiert wurde und so zum Nachdenken über die großen Thaten GOt⸗ tes veranlaßte. Wenn dann Kinder fragten: Was habt ihr da für einen Dienst? so mußten die Väter ant— worten: Es ist das Passahopfer des HErrn, der vor den Kindern Israels überging in Egypten, da er die Egypter plagte und unsere Häuser errettete(2 Mos. 12, 27.). So soll die Feier des Abendmahls das An⸗ denken an IEsum auch durch eine äußerliche Festfeier recht lebendig erhalten, und wer dieselbe auch nur mit ansieht, dem wird dadurch das Wesentlichste von dem Erlösungswerk IEsu verkündigt. Denn das heilige Brod stellt uns den Leib dar, der zur Versöhnung der Menschheit am Kreuz gebrochen und geopfert worden ist, und der heilige Wein stellt uns das Blut dar, 62 Belehrung. das IEsus zur Vergebung unserer Sünden vergossen hat. So führt das Abendmahl mitten in das Centrum der Heilswahrheiten, in das Versöhnungswerk IEsu hinein und malt uns den theuren Freund unserer See— len vor Augen, der in blutiger Marter um unsere Seelen geworben und gerungen hat im heißesten Kampf, um uns von allen Feinden zu erlösen und ewig mit GOtt zu vereinen. Daͤher nennt Paulus das Abendmahl eine Verkün— digung des Todes IEsu, 1 Cor. 11, 26.: So oft ihr von diesem Brod esset und von diesem Kelch trin— ket, sollt ihr des HErrn Tod verkündigen, bis daß Er kommt. Also jede Abendmahlsfeier soll uns erwecken zum lebhaftesten Andenken an den Tod des Heilandes und an Alles das, was mit seinem Tode zusammenhing. Da werden wir im Geiste hinversetzt in die heilige Versammlung, in welcher der HErr IE— sus am letzten Abend seines Lebens wie ein scheidender Vater von seinen Kindern Abschied nahm und ihnen den letzten Segen ertheilte und sein Testament ihnen einsetzte, das kostbarste Vermächtniß, das je ein ster— bender Vater hinterlassen hat. Da hören wir die Worte der innigsten zartesten Liebe, die er in die wehmuths— vollen Herzen seiner Jünger hineinsprach(Joh. 13—17.), wir hören und sehen, wie Er sie und in ihnen auch uns in sein treues Herz einnahm und den Himmel ihnen aufschloß als ihre sichere Heimath. Und dann sehen wir in Gethsemane ihn zittern und zagen um unsertwillen, sehen ihn blutigen Angstschweiß schwitzen unter den Schrecken der Gerichte, die er trug an unserer Statt, sehen ihn gefangen, gebunden, geschlagen, ge— geißelt, verspeiet und unter der Dornenlrone blutend, sehen i geheftet Todesn Oualen ein Bl hatte u eines Dat Selee werde, das Le nuß di welchen Velteb Tod J digem Sünde en ab unsern Süinde Roß r fündig gefüͤhr Niten derfun denlen So i Haup Heget in R6 dise Mwe ergossen entrum JEsu r See⸗ unsere Kampf. hig mit Verkün⸗ So oft ch tin⸗ n, bis oll uns od des m Tode inversezt rr JE⸗ eidender d ihnen t ihnen ein ster⸗ e Worte hmuths⸗ ½½ en auch Himmel ad dann gen um schwitzen unserer en, ge⸗ blutend/ Das heil. Abendmahl als Gedächtniß⸗Mahl. 63 sehen ihn zum Tod verdammt und an's Marterholz geheftet sehen ihn von GOtt verlassen in finsterer Todesnacht und vor Durst verschmachtend unter den Qualen des Kreuzes, an dem sein Leib gebrochen und sein Blut ausgegossen wurde, bis er Alles vollbracht hatte und seinen Geist befehlen konnte in die Hände seines Vaters. Das Alles wird durch das Abendmahl uns vor die Seele gemalt, denn Er sagt: Das Brod, das ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt(Joh. 6, 51.). Durch den Ge— nuß dieses Brodes verkündigen wir den Tod, in welchem Er sein Blut für uns geopfert hat. Vor aller Welt bezeugen wir die ewig neue Wahrheit, daß der Tod IEsu unser Leben sey, und rühmen mit freu⸗ digem Dank, daß sein Blut uns rein macht von aller Sünde; so bekennen wir uns als seine Jünger, den⸗ ken aber nicht blos an seinen Tod, sondern auch an unsern Tod und unser Elend, in dem wir durch die Sünde sind. So erst wird uns des HErrn Tod recht groß und theuer als das Leben der Welt. Diese Ver— kündigung des Todes IEsu soll im Abendmahl fort— geführt werden, bis daß Er kommt, d. h. durch alle Zeiten der Kirche hindurch bis zu der glorreichen Wie— derkunft Christi soll durch die Abendmahlsfeier das An⸗ denken an IEsu Kreuzestod lebendig erhalten werden. So ist das Abendmahl die Verbindungskette der zwei Hauptzeiten, zwischen denen wir leben, nämlich der Gegenwart IEsu auf Erden und seiner Wiederkunft in der Herrlichkeit. Für jene ist es der Ersatz, für diese die Vorbereitung. Als Ersatz der persönlichen Anwesenheit IEsu auf Erden faßt es ein Kirchenvater 64 Belehrung. in den Worten: Was vom Heiland sichtbar war, ist N in's Sakrament übergegangen(nur verklärt). Aber dieses Gedächtniß des Todes IEsu und Alles dessen, was er von seiner Geburt an bis zur Himmel— fahrt für uns gelitten und gethan hat, darf nicht blos in Gedanken geschehen, wie das Andenken an eine merkwürdige Geschichte, sondern es soll eine solche Erinnerung seyn, bei der das, dessen wir gedenken, erinnert, d. i. innerlich in uns wird. Deß— wegen stellt IEsus nicht blos Wein und Brod vor uns hin als Zeichen und Andenken, sondern er sagt, wir sollen seinen Leib essen und sein Blut trinken, um so den ganzen Segen seines Todes uns auf's Tiefste anzueignen. Wie Ezechiel(3, 3.) den Brief GOttes und wie Johannes(Offenb. 10, 10.) das Büchlein mit den Weissagungen essen sollte, um sich den Inhalt da— von ganz anzueignen und dann davon zeugen zu kön— nen, so müssen wir die Geschichte und das Werk IEsu nicht blos in äußerlichem Gedächtniß tragen, sondern V ihre ganze Kraft und Frucht so in uns innerlich wer— den lassen, wie die Speise, die wir genießen, in unser innerstes Lebensblut übergeht. Deßwegen ist es nicht genug, das Abendmahl blos als Gedächtnißmahl anzusehen, wie von manchen Chri— sten geschieht. Denn es ist ganz besonders ein Mittel der Versöhnung und der innigsten Vereinigung mit IEsu, wie wir weiter sehen werden. Gedächtniß IEsu ist in jeder christlichen Predigt, im Gebet, im Lesen der heiligen Schrift, in Allem, was wir über ihn hören, lesen oder denken. Aber über alle diese Gnadenmittel hebt es sich als etwas ganz Besonde— res hervor, das nicht blos zur Erweckung frommer Gddanke hheilung gehen w Bei Mib, de rochen Blut de sir Vie 3, 28. desem Und da helches Calvi lichts sür unt 8 heil M. Reten Is Le lodten Vlt, hat. ebung bir eh Im mit d Wens einand sihnm Ra! war, ist nd Alles Himmel⸗ fnicht Andenken soll eine ssen wir d. Deß⸗ rod vor et sagt, trinken, 3 Tiefste GOttes hlein mit halt da⸗ zu kön⸗ erk JEsu sondern lich wer⸗ in unser ahl blos en Chti⸗ 1 Mittel nigung edächtniß ebet, im wir über lle diese es onde⸗ ftommer Das heil. Abendmahl als Versöhnungs⸗Mahl. 65 Gedanken und Gefühle, sondern zu wesenhafter Mit— theilung von himmlischen Gütern eingesetzt ist. Daher gehen wir weiter und betrachten §. 26. 2) Das heilige Abendmahl als Versöhnungs⸗ Mahl. Bei der Einsetzung sagte IEsus: Das ist mein Leib, der für euch gegeben(Luc. 22, 19.)oder ge— brochen(1 Cor. 11, 23.) wird, und: Das ist mein Blut des Neuen Testaments, welches vergossen wird für Viele, zur Vergebung der Sünden(Matth. 26, 28.). Und Joh. 6, 51. sagt IEsus: Wer von diesem Brod essen wird, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brod, das ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt. Calvin bemerkt über diese Worte: es würde uns nichts nützen, daß Christi Fleisch Einmal als Opfer für uns geschlachtet ist, wenn wir nicht jetzt noch die— ses heilige Mahl essen würden. Nach diesen Worten empfangen wir in dem geseg— neten Brod das Fleisch oder den Leib, den IEsus für das Leben der Welt am Kreuze hat zerbrechen und tödten lassen, wir trinken im gesegneten Wein das Blut, das er zur Vergebung unserer Sünden vergossen hat. Essen und trinken wir so das, was zur Ver⸗ gebung unserer Sünden dahingegeben ist, so empfangen wir eben damit auch die Vergebung selbst, wie wir mit dem Brod auch die nährende Kraft des Brods und mit dem Wein die stärkende Kraft und den Geist des Weins in uns aufnehmen. Beides läßt sich nicht von einander trennen. Im Versöhnungsmittel wird Ver— söhnung gegeben; wie im alten Bund die Besprengung 5 Kapff, Communionbuch. * 66 Belehrung. mit Versöhnungsblut auch die Versöhnung gab, so ist Vo iht im Abendmahl die tiefste Zueignung des blutigen wird er Opfers IEsu. Daher sagt Luther:„Darum gehen nicht ve wir zum Sakrament, daß wir da empfahen solchen Abendm. Schatz, durch und in dem wir Vergebung der Sün⸗ allen! den überkommen. Darum heißet er mich essen und Daher f trinken, daß es mein sey und mir nütze, als dasselbige Gabe a Gut, so für mich gesetzt ist wider meine Sünde, Tod Ach d und alles Unglück.— Wer den Worten„für euch indenke gegeben und vergossen“ glaubet, der hat, was aß ald sie sagen und wie sie lauten, nämlich Vergebung der hin und Sünden.“ lomm Keineswegs ist das Abendmahl das einzige Mittel, wird ge zur Vergebung der Sünden zu gelangen. Das Haupt⸗ Gdtt i mittel dazu ist vielmehr immer der Glaube, ohne Wei den ja auch das Abendmahl keine Segenskraft hat. Her he Aber nirgends hat der Glaube es so leicht, die Ver— N. inni gebung zu glauben, als im Abendmahl. Denn er em— pfängt da ein sicheres Unterpfand, durch das der HErr 6. N. ö wie durch Brief und Siegel ihn der Vergebung aller Sünden versichert. Jeder über sein Sündenelend be— ö Als kümmerte Abendmahlsgenosse darf denken: so gewiß ich m eo IEsu Leib esse und sein Blut trinke, so gewiß em— II. pfange ich Vergebung aller meiner Sünde. Was der uhmen Heiland am Kreuze erworben hat, das wird durch das nich Abendmahl den Einzelnen zugeeignet, und als besprengt Lih mit seinem Blut dürfen sie getrost ausrufen: Das Iung d Blut IEsu Christi, des Sohnes GOttes, nlen macht mich rein von aller Sünde. riß Aber eben weil am Tisch des HErrn das hohe angm Gut der Vergebung der Sünden ertheilt wird, deßwegen W erinnert dieser Gnadentisch auch an das Wort IEsu: „so ist blutigen n gehen solchen er Sün⸗ sen und dasselbige ide, Tod ür euch at, was ung der Mittel, Haupt⸗ e, ohne aft hat. die Ver⸗ mer em⸗ er HErr ung aller elend be⸗ ewiß ich Wiß em⸗ Was der Arch das besprengt 1: Das Ottes, das hohe deßwegen Et Wsu Das heil. Abendmahl als Vereinigungs-Mahl. 67 Wo ihr den Menschen ihre Fehler nicht vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater eure Fehler auch nicht vergeben(Matth. 6, 15.). Deßwegen ist das Abendmahl auch ein Mahl der Versöhnung mit allen Menschen, setzt diese voraus und wirkt sie. Daher sagt IEsus(Matth. 5, 23.): Wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst(ddein Herz opfernd zum Tisch des HErrn hinzutreten willst), und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder und alsdann komm und opfere deine Gabe. Einheit mit GOtt wird gestört durch Zwietracht mit Menschen, Friede mit GOtt ist nicht möglich im Unfrieden mit Menschen. Wer so ein mit GOtt und Menschen versöhntes Herz hat, für den ist das Abendmahl auch das Mahl der innigsten Vereinigung mit GOtt und Menschen. §. 27. 3) Das heilige Abendmahl als Vereinigungs⸗ Mahl. Als Mittel der tiefsten Vereinigung mit JEsu muß es uns schon nach den Einsetzungsworten erschei— nen. Wir essen seinen Leib und trinken sein Blut, nehmen also ihn selbst in uns auf, daher er sagt: wer mich isset, der wird leben um meinetwillen(durch mich). Dieses„Christum essen“ ist die tiefste Vereini⸗ gung der glaubigen Seele mit Christo, und um ihret⸗ willen am meisten ist das Abendmahl ein Geheim-⸗ niß. Denn welcher menschliche Geist mag jene Ver— einigung begreifen, welche Sprache sie ausdrücken? Alle menschlichen Worte sind zu arm, die Kräfte der zukünftigen Welt, die in jener wesenhaften Vereinigung 5* 68 Belehrung. mit Christo liegen, zu beschreiben. Kein Auge hat's gesehen, kein Ohr hat's gehört, in keines Menschen Herz ist's gekommen, was GOtt den so mit IEsu ver⸗— einigten Seelen bereitet hat. Nur wer's erfahren hat, weiß es, aber er kann es nicht sagen. Daher wollen wir nur bei den Worten IEsu bleiben, und besonders hören, was er(Joh. 6, 51—58.) von der Vereini⸗ gung mit ihm durch das Essen seines Fleisches und durch das Trinken seines Blutes spricht. §. 28. Beweis, daß Joh. 6, 51—58. vom heiligen Abendmahl die Rede sey. Zwar meinen Viele, diese Stelle handle nicht vom heiligen Abendmahl, sondern blos von einer geistigen Wirksamkeit und von geistiger Aufnahme Christi durch den Glauben. Aber warum gebraucht dann IEsus immer die Ausdrücke: Essen mein Fleisch, Trinken mein Blut? Siebenmal sagt er: Wir müssen sein Fleisch essen, und dreimal: Wir müssen sein Blut trinken. Das wäre doch in der That gar zu aufsallend, wenn es nichts Weiteres bedeuten sollte, als: Glaubet an mich, nehmet mich geistig in euch auf. Der Heiland sprach doch sonst nicht so massiv körperlich, vielmehr hatte er immer für geistige Dinge auch geistige Worte, und wo er bildlich redete, da geschah es doch nie so, daß des Bildes mehr gewesen wäre, als der dadurch bezeichneten Sache; Bild ist bei ihm Wesen, so wie sein Name Wesen ist. Wollte er nur geistiges Aufnehmen verlan⸗ gen, warum gebrauchte er nicht die sonst gewohnten Ausdrücke, die doch deutlich und stark genug sind, und warum läßt er es nicht bewenden bei dem geistigeren: Brod des Lebens? Warum spricht er auch vom Fleisch, ja sogar vom Blut? In dem Worte„Brod“ lag Bild genug zur Verdeutlichung; die Worte: „Fleisch und Blut“ aber konnten als bloßes Bild nicht verdeut⸗ lichen. Man braucht ein Bild, um eine dunkle Sache deutli— cher zu machen. Bei IEsu aber wäre das Bild dunkler gewe⸗ sen als die Sache, und er hätte etwas Deutliches durch etwas höchst Undeutliches erklärt, wenn er zur Bezeichnung des ibm schuldige Ausdrück hitte. l auch vie wendig dert, da ihr Flei sollt ihr davon f Inden nichts i tlinken. ist(nach Blut is kͤnnen, haftig Gegenth sein Fl. sein W Und al blos ar menschli Verklärr den mö Ribes sie das siage: se gesh Und do Veistan Abendn dad sie hemach über di ben, Vnger wegen ihr M e hab's enschen su ver⸗ n hat, wollen sonders Hereini⸗ es und gen heiligen keit und Aber en mein müssen trinken. es nichts net mich nicht so ge Dinge jeschah ed dadurch wie sein verlan⸗ lusdrück, ißt er es Warum In dem e Worte: verdeut⸗ be deutli⸗ ler gewe ch etwas des ibm Das heil. Abendmahl als Vereinigungs-Mahl. 69 schuldigen Glaubens, der Liebe und Gemeinschaft mit ihm die Ausdrücke:„essen mein Fleisch, trinken mein Blut“ gebraucht hätte. Und als er vollends sah, wie sehr sich die Juden und auch viele seiner Jünger an seinen Worten stießen, wie noth⸗ wendig hätte es da seine Lehrweisheit und seine Liebe erfor⸗ dert, das Mißverständniß zu heben und etwa zu sagen: Wie ihr Fleisch und Brod esset und dadurch in euch aufnehmet, so sollt ihr mich in eure Herzen aufnehmen. Aber keine Spur davon finden wir. Vielmehr spricht er auf den Zweifel der Juden hin Alles nur noch stärker aus und läßt ihnen gar nichts übrig, als sie müssen sein Fleisch essen und sein Blut trinken. Ja er sagt ausdrücklich(Joh. 5, 55.): Mein Fleisch ist(nach dem Griechischen) wahrhaftig eine Speise, mein Blut ist wahrhaftig ein Trank. Wie hätte er das sagen können, wenn Alles blos bildlich zu verstehen wäre! Wahr⸗ haftig ist so viel als eigentlich, in Wirklichkeit, und ist das Gegentheil von bildlich, uneigentlich. Folglich sagt der HErr, sein Fleisch—(das kann doch nicht heißen: seine Lehre oder sein Werk) müsse wirklich und wesentlich gegessen werden. Und als sie über die harte Rede sich ärgerten, da wies er sie blos auf seine Himmelfahrt hin(V. 62.), in welcher seine menschliche Natur verklärt wurde in die göttliche. Wie sie diese Verklärung werden glauben müssen, so schwer es ihnen wer⸗ den möge, so müssen sie auch die Mittheilung seines verklärten Leibes und Blutes annehmen. Aber, sagt man, wie konnten sie das so lange vor der Stiftung des Abendmahls? Ich frage: Wie konnten sie die Himmelfahrt fassen, so lange ehe sie geschah? doch verkündete sie IEsus. Wie die Auferstehung? Und doch sprach er oft von ihr, besonders Joh. 2, 19. Ferner: Verstanden denn die Jünger, was IEsus that, als er das Abendmahl einsetzte? Und so vieles Andere sagte er ihnen, das sie nicht verstanden! Aber der heilige Geist erinnerte sie hernach alles dessen, was er ihnen gesagt hatte, und leitete sie über diese Worte in alle Wahrheit. Zuerst mußten sie glau⸗ ben, dann verstehen. Und nur das waren die rechten Jünger, die im Glauben Alles annahmen, was er sagte. Deß⸗ wegen ließ IEsus die gehen, die sich an seiner Rede stießen, ihr Unglaube war ein Beweis ihrer Unlauterkeit. Den An⸗ 70 Belehrung. dern aber sagte er seine göttlichen Gedanken, wenn auch deren sichtbare Darstellung erst nach einem Jahre erfolgte. Ein Jahr ist nicht so lang als Jahrhunderte, und doch sprach der HErr von Anfang an seine tiefsten Gedanken Jahrhunderte vor der Erfüllung aus und alle Weissagungen sind solche Ge⸗ danken vor der That. Daher dürfen wir uns beim Abendmahl nicht darüber wundern. Die Speisung der Fünf⸗ tausend war ein Vorbild des heiligen Abendmahls, der irdische Hunger des Volks eine lautsprechende Veranlassung, auf die geistige, allein wahre Nahrung hinzuweisen, und so war hier ein ganz schicklicher Ort, vom Abendmahl zu reden. Daher bleiben wir dabei, daß IEsus in dieser Stelle ent⸗ schieden über die Segnungen des heiligen Abendmahls rede.“) Und so finden wir besonders, daß er dasselbe als das Mittel der innigsten Vereinigung mit sich darstellt. Dieß liegt haupt⸗ sächlich in den Worten: §. 29. Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibet in mir, und ich in ihm(Joh. 6, 56.). Er ist das lebendige Brod vom Himmel gekommen. Dieses Brod ist selbst das Leben und gibt daher ewi— ges Leben. Daher sagt er(V. 51.): Wer von diesem Brode essen wird, der wird leben in Ewigkeit, und den wird nicht mehr hungern, noch dürsten(V. 35.). IEsus als der ewige Lebensfürst stillt alle Sehnsucht des Herzens, und erfüllt es mit ewiger Lebenskraft und himmlischem Frieden. Denn er selbst wohnt in solchem Herzen, wie er(Joh. 14, 23.) sagt: Wir(der ) Selbst Calvin findet in der Stelle oft Beziehungen auf das heilige Abendmahl und sagt z. B. instit. lib. IV. cap. 17. §. 1.: G0Ott hat seiner Kirche das Sakrament des heil. Abend— mahls gegeben als das heilige Mahl, bei dem Christus nach Joh. 6, 51. bezeugt, daß er das lebendigmachende Brod sey, durch das unsere Seelen zur wahren und seligen Unsterblich⸗ keit geweidet werden. Vier nung davon, ster ko Geister die ewi sind jn Geist ihnen det hei Vaeter geboren ben un Wesen und i Reben Weinst und se wir ft und v anderl. ders h IU8 ihren hinkey Ich. 8 diese nag und und hit venn auch lgte. Ein sprach der hrhunderte solche Ge⸗ uns beim der Fünf⸗ Hahls, der ranlassung, „ und so eden. Stelle ent⸗ ls rede.“) das Mittel egt haupt⸗ glut, der ekommen. aher ewi⸗ on diesem keit, und V. 35.õ). Sehnsucht ebenskraft sohnt in Wir(det hungen . cop 17. Heil. Abend⸗ bristus na Brod sch, Unsterblih⸗ Das heil. Abendmahl als Vereinigungs-Mahl. 71 Vater und ich) werden zu ihm kommen und Woh— nung bei ihm machen. Daher spricht er so oft davon, daß Er bleibe in uns und wir in ihm. Gei— ster können in einander seyn. GOtt, der Vater der Geister(Ebr. 12, 9. nach dem Griechischen), theilt als die ewige Liebe sich den geschaffenen Geistern mit, sie sind ja ihrer Natur nach seines Wesens, Hauch oder Geist aus GOtt, daher kann fortwährend GOtt sich ihnen mittheilen, und er thut es durch seinen Geist, der heilige Geist stiftet eine Wesenseinheit zwischen dem Vater der Geister und den Kindern, die aus ihm neu geboren sind, zwischen Christo und denen, die im Glau⸗ ben und in der Liebe mit ihm sich vereinigen. Diese Wesenseinheit ist das Bleiben Christi in uns, so eng und innig, daß Er selbst es mit dem Bleiben der Reben am Weinstock vergleicht(Joh. 15, 5.). Wie Weinstock und Reben Ein Wesen sind, so Christus und seine Glieder. Denn, sagt Paulus(Eph. 5, 30.), wir sind Glieder seines Leibes, von seinem Fleisch und von seinem Gebein. Dieses wesentliche Inein— anderleben der Geister und Christi wird ganz beson— ders bewirkt durch das Essen seines Fieisches und durch das Trinken seines Blutes. Daher sagt er: Werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschensohns und trinken sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch Goh. 6, 55.). So viel verheißen uns die Worte IEsu. Weiter diese selige Vereinigung mit ihm zu beschreiben, ver— mag keine menschliche Sprache. Das muß erfahren und erlebt seyn. Das Schönste, Beste, Höchste, Tiefste und Seligste läßt sich nicht in Worte fassen, die Ewig— keit wird's klar machen, sie wird die Bedeutung der 2 Belehrung. Worte klar zeigen: Ich habe ihnen gegeben die Herr— lichkeit, die Du mir gegeben hast, daß sie Eines seyen, gleichwie wir Eines sind, Ich in ihnen und Du in mir, auf daß sie vollkommen seyen in Eins(Joh 17, 22. 28.). §. 30. Vereinigung mit Menschen. Liebesmahl. Hilft das Abendmahl zu solcher Vereinigung mit IEsu und mit GOtt, so muß es auch auf's Kräftigste wirken zur Vereinigung mit Menschen, und auch in diesem Sinn ist es Vereinigungsmahl. Pau— lus sagt(1 Cor. 10, 17.): Ein Brod ist es, so sind wir Viele Ein Leib, dieweil wir Alle Eines Brodes theilhaftig sind. Das erklärt die alte Kirche so: „Gleicher Weise, wie aus viel Beerlein zusammenge— keltert Ein Wein und ein Trank fleußt und sich in einander menget und aus viel Körnlein Ein Mehl ge— mahlen, Ein Brod und Kuchen gebacken wird, also sollen wir Alle, so durch den Glauben Christo einge— leibet sind, durch brüderliche Liebe um Christi, unseres liebsten Heilandes, willen, der uns zuvor so hoch ge— liebet hat, Alle, wie ein Leib, Trank, Kuchen und Brod werden, und solches nicht mit leeren Worten, sondern mit der That und Wahrheit, wie Johannes lehret(I. 3, 18.), ohne allen Betrug treulich gegen einander beweisen.“ Nach diesen Worten ist das heilige Abendmahl das schönste Liebes- und Bundesmahl, durch das die Glie— der Christi auf's Innigste auch mit einander verbun— den werden, so daß sie als Kinder des Einen Vaters im Himmel, als Brüder IEsu in seliger Liebe essen und trinken an seinem Tische. Zu einer solchen hei— ligen Nebesv Roͤtod Alle Jsu gelten Jsu löstef die zut neuer land i ken. Verwo sonder Denn 0 * E Kaft, Erster UA. 2 ssset schul würd ohne a8 G0 Oyfe Sünd stlle i Herr⸗ sehen, Du in 8 Joh l. ing mit Träftigste n, und Pau⸗ so sind Brodes iche so: mmenge⸗ sich in Nehl ge— d, also 0 einge⸗ unseres hoch ge— hen und Worten, zohannes gegen mahl das die Olie⸗ hetbun⸗ 1 Vaters iebe esen jen hei— Das heil. Abendmahr als Heiligungs-Mahl. 73 ligen Familie sind alle Gläubigen und in GOttes Liebesvorsatz alle Menschen geweiht durch den Kreu— zestod IEsu, von dem er selbst sagt: Ich will sie Alle zu mir ziehen(Joh. 12, 32.). Der Tod IEsu und seine zum Himmel erhöhenden Segnungen gelten allen Menschen, daher wir da besonders, wo wir IEsu Tod verkündigen, in allen Menschen Miter— löste sehen und lieben müssen, daher für die beten, die zur Erlösung noch nicht gelangt sind, die aber mit neuer Liebe anfassen, welche mit uns dem Einen Hei— land ihr Leben, ihr Glück und ihren Frieden verdan— ken. Diese Bruderliebe ist reiner und seliger als die Verwandtschaftsliebe. Eben als solches Mahl der Liebe zu IEsu und zu den Brüdern ist das heilige Abendmahl weiter ein be— sonders kräftiges Mittel und Mahl der Heiligung. Denn die Liebe ist des Gesetzes Erfüllung. §. 31. J) Das heilige Abendmahl als Heiligungs⸗ Mahl. Es setzt die Heiligung voraus und gibt ihr größere Kraft, es fordert und fördert Heiligung. Das Erstere sehen wir besonders aus den Worten(1 Cor. 11, 27—31.): Welcher unwürdig von diesem Brod isset oder von dem Kelch des HErrn trinket, der ist schuldig an dem Leibe und Blute des HErrn. Un⸗ würdig kommt, wer ohne Buße, ohne Glauben und ohne Liebe ist, unwürdig, wer die Welt mehr liebt als Christum, wer gegen die Wahrheiten von seinem Opfertod gleichgültig ist, und um Vergebung der Sünde sich nicht bemüht. Deßwegen verlangt der Apo— stel ernstliche Selbstprüfung, denn nur aus ihr fließt V 74 Belehrung. die Selbsterkenntniß und aus der Selbst- und Sünden⸗ En L Erkenntniß die Buße, die mit Scham und Reue über wit i das Sündenelend trauert und in Demuth um Verge— leibt, bung der Sünde fleht. Darum prüfe der Mensch sich wir i selbst, gehe ernstlich in sein eigen Herz und Gewissen, nich E untersuche sein ganzes Leben nach allen Verhältnissen nich, ů und sein Herz auch in seinen verborgenen Tiefen, und am 8 V ist dadurch eine tiefe Zerknirschung und Heilsbegierde sch v in ihm erwacht, und es ist sein sehnlicher Wunsch, von Woe der Sünde abzulassen, der Heiligung nachzujagen(Ebr. Hbe 12, 14.), dann esse er von diesem Brod und trinke die l von diesem Kelch. Denn wer unwürdig, d. h. unge— war. prüst und ohne Sehnsucht nach Heil und Heiligung, igke isset und trinket, der ist schuldig, versündigt sich an soi dem Leib und Blut des HErrn, kreuzigt ihn durch Kra seine Sünde(Ebr. 6, 6.), und isset und trinket ihm mit selber das Gericht, zieht sich Schuld und Strafe zu— 10 weil er nicht unterscheidet Vom Gewöhnlichen) und üm nicht mit Ehrfurcht hochschätzt den Leib des HErrn, sch den er im Abendmahl genießt. im Nach dieser Stelle muß dem Genuß des heiligen Wi. Abendmahls eine ernstliche Heiligung durch Buße vor— i angehen, wie die Priester, ehe sie in's Heiligthum 0 é gingen, sich waschen und baden mußten. Aber eben so hab gewiß ist auch das Abendmahl ein wesentliches Mit— tel zur Heiligung, und theilt besondere Heiligungs— 8 kräfte mit. Dieß zeigt IEsus(Joh. 6, 51. 53.) da⸗ durch an, daß er sagt, durch das Essen seines Fleisches— und Trinken seines Blutes bekommen wir erst das wahre Leben in uns. Dieses Leben ist zunächst das 5— geistliche Leben, das Leben in der Liebe, welche ist die h N Wurzel der Heiligung, und welche fließt aus der tie— i N n Sünden⸗ eue über Verge⸗ nsch sich hewissen, Jällnissen en, und obegierde isch, von en Ebr. d teinke h. unge⸗ eiligung, sich an hn durch nlet ihm trafe zu, en) und HEren, heiligen uße vor⸗ eiligthum eben so Mit⸗ iligungs⸗ 53.) da⸗ Fleische erst das ichst daä e ist dio der tie⸗ Das heil. Abendmahl als Heiligungs-Mahl: 75 fen Vereinigung mit IEsu. Bleibt er in uns und wir in ihm, so sind wir ihm, dem Heiligen, einver— leibt, und sein Leben muß in uns nachgebildet und wir in sein Bild verklärt werden, wie er sagt: Wer mich isset, der wird auch leben geistlich, göttlich) durch mich, wie ich lebe durch den Vater, in ihm. Hat er am Kreuz sich für uns geopfert, hat er im Abendmahl sich uns gar zu eigen geschenkt, so muß unser ganzes Wesen von Liebe zu ihm durchdrungen seyn und die Liebe kann nichts thun, als was dem Geliebten gefällt, die Liebe ist so des Gesetzes Erfüllung, wie es IEsus war. Wo Er ist, da ist lauter Heiligkeit und Gerech⸗ tigkeit. Haben wir ihn angezogen(Röm. 13, 14.), so ist sein heiliges Leben der Trieb und die bewegende Kraft unseres Lebens. Wie wir daher durch die Taufe mit ihm begraben sind in den Tod, so sind wir auch durch's Abendmahl als die Todtenfeier IEsu sammt ihm gepflanzet zu gleichem Tode und zu gleicher Aufer⸗ stehung(Röm. 6, 5.), unser alter Mensch ist sammt ihm gekreuziget, auf daß der sündige Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Daher ergeht vom Tisch des HErrn aus der Ruf an uns: Ihr, die ihr IEsu Leib gegessen und sein Blut getrunken habt, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seyd, und lebet GOtt in Christo IEsu, unserem HErrn. So laßt nun die Sünde nicht mehr herrschen in eurem sterblichen Leibe, ihr Gehorsam zu leisten in seinen Lüsten. Auch begebet nicht der Sünde eure (durch Christi Fleisch und Blut geheiligten) Glieder zu Waffen der Ungerechtigkeit, sondern begebet euch selbst GOtt, als die da aus den Todten lebendig sind, und eure Glieder GOtt zu Waffen der Gerechtigkeit. 76 Belehrung. Denn ihr seyd nun von der Sünde frei und GOttes Knechte geworden, und habt eure Frucht, daß ihr hei— lig werdet, das Ende aber das ewige Leben(Röm. 6, 11—13. 22.). Das ewige Leben verheißt IEsus ganz besonders als die Frucht des Abendmahls, und aus der geistlichen Auferstehung(Heiligung) folgt die leibliche, wie die neue Saat aus dem Samen. Daher betrachten wir das Abendmahl auch noch als das ewig gesegnete Auferstehungsmahl. §. 32. 5) Das heilige Abendmahl als Auferstehungsmahl. IEsus sagt: Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am jüngsten Tage aufer— wecken. Denn mein Fleisch ist die rechte(wahrhaf— tig eine) Speise und mein Blut ist der rechte(wahr— haftig ein) Trank(Joh. 6, 54. 55.). Um dieser großen Verheißung willen haben die alten Kirchenväter das Abendmahl die Arznei der Unsterblichkeit genannt und unser Kirchenvater Luther, obwohl er jene Worte JIEsu nicht gerade vom Abendmaͤhl verstand, sagte doch:„Isset man ihn geistlich durch's Wort, so bleibet er geistlich in uns in der Seele, isset man ihn leiblich(im Abendmahl), so bleibet er auch leiblich in uns; wie man ihn isset, so bleibet er in uns und wir in ihm. Denn er wird nicht verdauet und verwandelt, sondern er verwandelt ohne Unterlaß uns die Seele in Gerechtigkeit, den Leib in Unsterblichkeit.“ Calvin sagt:„Durch das lebendigmachende Fleisch werden wir zur Unsterb— lichkeit geweidet.“ Nach dem Worte GOttes wird erst durch die leib— liche A werk Di mit de wesen Wachs 15, 36 lebendi der L nämlie Hibt il von d Frucht west der kl Pflan So i fallen Weser Subst aus Hetbte ser in u derbo der( Lib Hert llätt geht Mitt BOttes r hei— Röm. Psus „ und Igt die Daher ewig smahl. t und leben, aufer— ahrhaf— wahr⸗ en die i det henvater getade an ihn in uns dmahh), I sset, er wird wandelt en Leib ch das asterb— die leib⸗ Das heil. Abendmahl als Auferstehungsmahl. 7⁷7 liche Auferstehung unsere Seligkeit und so das Heils— werk IEsu an uns vollendet. Die Auferstehung aber wird von Paulus verglichen mit dem Pflanzenleben, bei dem ein allmähliges Ver⸗ wesen des Samenkorns und aus ihm ein allmähliges Wachsthum des neuen Pflanzenlebens stattfindet. 1 Cor. 15, 36. sagt der Apostel:„Das du säest, wird nicht lebendig, es sterbe denn, und das du säest, ist nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, nämlich Waizen oder der andern Eins, GOtt aber gibt ihm einen Leib, wie er will, und einem Jeglichen von den Samen seinen eigenen Leib.“ Von der alten Frucht, die als Same in die Erde gelegt wird, ver— west das allermeiste, und wird wieder zur Erde, nur der kleinste Theil des Samens ist der Keim der neuen Pflanze, die aus der Verwesung der alten hervorgeht. So ist in unserem irdischen, der Verwesung anheim-⸗ fallenden Leib ein Lebenskeim, in dem das Feinste und Wesenhafteste, die eigentliche Kraft und das Leben(die Substanz) des Leibes concentrirt ist. Dieser wächst aus der Verwesung heraus als der unzerstörliche, un— verbrennliche Keim des neuen Auferstehungsleibes. Die⸗ ser Keim ist aber schon während des irdischen Leibes in uns, unter der Hülle des Fleisches ist der Geistleib verborgen und wächst und reift desto schneller, je mehr der Geist in uns Leben aus GOtt anzieht, denn der Leib ist der Träger des Geistes und nimmt an aller Herrlichkeit des Geistes Antheil. Wird der Geist ver— klärt in die Gemeinschaft des göttlichen Lebens, so geht auch in den Leib eine Verklärung über. Dazu ist nun das heilige Abendmahl ein Haupt—⸗ mittel. In ihm empfangen wir den verklärten ö 78 Belehrung. Leib IEsu, den zwar am Kreuz geopferten, aber schon ün vorher innerlich, in der Auferstehung aber auch äußer— 15 wal lich verklärten, des niedern Irdischen aber entkleideten, nohnt von Geisteskräften ganz durchwebten und vom Licht üder des Geistes durchleuchteten, in der Himmelfahrt völlig Hest du ö in die Herrlichkeit der göttlichen Natur aufgenommenen des + Leib IEsu, der nicht mehr wie der irdische an den 3 hab Raum gebunden ist, sondern mit dem ewigen Geist— He IEsu dem Licht gleich nach allen Seiten hin seine wider Kraft und sein Wesen ausstrahlen und mittheilen 1 hir kann. Dieser verklärte Leib IEsu heiligt unsere imigser Leiblichkeit und durchdringt sie mit den Kräften seines Muferst unauflöslichen Lebens, und so wird durch das Essen liäten seines Fleisches und durch das Trinken seines Blutes esen, der jetzt schon in uns ruhende Keim des Auferstehungs— lhe un leibes genährt, und zieht aus Christo Lebenskräfte an, lit, u so daß unter der sterblichen Hülle, unter dem Fleisch shen und Blut, das das Reich GOttes nicht ererben kann, de Hi der unverwesliche Geistleib, der Tempel des heiligen Masch Geistes(1 Cor. 6, 19.), verborgen ist, um dessen Cor. willen IEsus gesagt hat: Wer da lebet und glaubet Un an mich, der wird nimmermehr sterben(Joh. Wabote 11, 26.), und: So Jemand mein Wort wird halten, Wam, der wird den Tod nicht sehen ewiglich(Joh. 8, 51.). kwige! Nur das Fleisch stirbt, von dem IEsus(Joh. 6, 33.) Lebens, sagt: es ist kein nütze, und das an ihm durch die Ver— lebe in klärung aus dem Geist verwandelt wurde. Unser irdi— Iu scher Leib ist todt(dem Tod preisgegeben) um der Mfers Sünde willen, der Geist aber ist das Leben um der bon ih Gerechtigkeit willen. Und wenn der Geist deß, der ur. IEsum von den Todten auferwecket hat, in uns woh— sesan net, so wird auch derselbige, der Christum von den schon außer⸗ ideten, Licht vöͤllig imenen im den Geist seine ttheilen unsere seines Essen Blutes hungs⸗ ste an, Fleisch kann, eiligen dessen glaubet Joh. halten, 51.J. „ 33. ie Ver⸗ er irdi⸗ m der um der 5, der woh⸗ on den Das heil. Abendmahl als Auferstehungsmahl. 79 Todten auferwecket hat, unsere sterblichen Leiber leben— dig machen, um deß willen, daß sein Geist in uns wohnet(Röm. 8, 10. 11.). Und solches wird desto bälder geschehen, je mehr unser ganzes Wesen vom Geist durchdrungen, je mehr also unser Leib ein Tem— pel des heiligen Geistes ist, der in uns ist, welchen wir haben von GOtt und sind nicht unser selbst. Durch den Genuß des Leibes und Blutes Christi kommen wir wieder zum Besitz unserer in Adam verlorenen wahren und himmlischen Menschheit, in welcher wir erst der innigsten Vereinigung mit GOtt und der herrlichen Auferstehung fähig sind. Denn in der Kraft des ver— klärten Leibes JIEsu, den wir besonders im Abendmahl essen, muß das Verwesliche anziehen das Unverwes— liche und das Sterbliche muß anziehen die Unsterblich— keit, und wie wir getragen haben das Bild des Irdi— schen Adams), also werden wir auch tragen das Bild des Himmlischen, des zweiten Adams, in dem die Menschheit neu nach GOttes Bild geschaffen worden. Cor. 15, 53. 49. Und wie bei und von dem ersten Adam durch die verbotene Speise der Tod kam, so kommt vom zweiten Adam, Christus, durch die Speise seines Leibes das ewige Leben. Christus ist der Baum, das Brod des Lebens, auf daß, wer davon isset, nicht sterbe, sondern lebe in Ewigkeit(Joh. 6, 50. 51.) Indem so im heiligen Abendmahl der Same der Auferstehung in uns gelegt wird, so verbreitet sich von ihm aus zugleich ein Licht über die ganze Na⸗ tur. Brod und Wein sind die Repräsentanten aller festen und flüssigen Körper, und da sie gewürdiget werden, mit dem himmlischen Leibe IEsu vereiniget zu 80 Belehrung. werden, so erscheint dadurch die ganze Natur als einer Verklärung fähig, und so ist im Abendmahl das sicht— bare Unterpfand der großen Verheißung, daß die Crea— tur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens zur herrlichen Freiheit der Kinder GOttes, auf deren Offenbarung sie wartet in ängstlichem Har— ren(Röm. 8, 19. 21.). So weist uns das Abend— mahl hinaus auf die große Auferstehung, da er, der auf dem Stuhl sitzt, spricht: Siehe, ich mache Alles neu, und so hilft es uns, getrost zu warten des neuen Himmels und der neuen Erde, in welchem Ge— rechtigkeit wohnet(2 Petr. 3, 13.). S. 33. Das himmlische Abendmahl. In jenem verklärten Zustand der reinen Geistleib— lichkeit wird dann auch ein himmlisches Abend— mahl stattfinden, ein seliges Genießen IEsu und sei— ner ewigen Lebenskräfte, ein herrliches Triumph- und Siegesmahl in Verbindung mit den Tausenden der Ueberwinder aus allen Jahrhunderten. Davon begrei— fen wir jetzt so wenig, daß wir nur das, was IEsus darüber sagt, uns vorhalten können, das Geheimniß selbst aber in anbetendem, sehnsüchtig verlangendem Geist bewegen müssen. Offenb. 2, 17. sagt der HErr: Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem verborgenen Manna(2, 7.) von dem Holz (Baum) des Lebens, das im Paradiese GOttes ist. Nach Offenb. 7, 17. verheißt der Aeltesten einer aus dem Himmel: Das Lamm mitten im Stuhl wird sie (die Ueberwinder) weiden und leiten zu den leben— digen Wasserbrunnen. Matth. 26, 29. hören wir IEsum unmittelbar nach der Einsetzung des hei— cen Al weil er gah als Behet licht me bis an luch in N, 30. Abendm hescheide ihr esse in mei en die bom Es auf die 2n JG gen un! ag, die 6. 2 Ofenb der H. als einer os sicht⸗ ie Crea⸗ änglichen GOttes, em Har⸗ Abend⸗ er, der Alles neuen hem Ge⸗ Geistleib⸗ Abend— und sei⸗ ph⸗ und iden der n begrei⸗ Wfus eheimniß angendem r HErr: yon dem m Holz Ottes ist. iner aus wird si leben— 9. höͤten des hei⸗ Das Osterlamm. 81 ligen Abendmahls(das er natürlich nicht mitgenoß, weil er sich nicht sich selbst, sondern den Menschen gab) also sprechen: Ich werde von nun an(von dem Becher des Passahlammes an, den er noch mittrank) nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken, bis an den Tag, da ich es neu etrinken werde mit euch in meines Vaters Reich. Und nach Luc. 22, 30. sagte er gleichfalls nach Stiftung des heiligen Abendmahls zu den Jüngern: Ich will euch das Reich bescheiden: wie mir's mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollet über meinem Tisch in meinem Reich und sitzen auf Stühlen und rich⸗ ten die zwölf Geschlechter Israels. Diese Verheißung vom Essen und Trinken in IEsu Herrlichkeitsreich wird auf die Gläubigen überhaupt ausgedehnt in den Wor⸗ ten IEsu Luc. 13, 29.: Es werden kommen von Mor⸗ gen und von Abend, von Mitternacht und von Mit⸗ tag, die zu Tische sitzen werden im Reiche GOt⸗ tes. Deßwegen ruft eine Stimme aus dem Himmel (Offenb. 19, 9.): Selig sind, die zum Abendmahl der Hochzeit des Lammes berufen sind. Vierte Abtheilung. Vorbilder des heiligen Abendmahls im Alten Bund. §. 34. Das Osterlamm. Das Hauptvorbild ist das O ster- oder Passah-⸗ lamut und das Passahmahl. Paulus sagt(1 Cor. 5, 7.):„Wir haben auch ein Osterlamm, das ist Chri⸗ stus, für uns geopfert.“ Wie er, so sieht auch Jo⸗ hannes das Passahlamm als Vorbild anf Christum an, 6 Kapff. Communionbuch. 82 Belehrung. denn er sagt(19, 36.), die Oeffnung der Seite IEsu mit einem Speer sey geschehen, auf daß die Schrift erfüllet werde: ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Diese Worte waren(2 Mos. 12, 46.) von GOtt über das Passahlamm befohlen, Johannes sieht aber den eigentlichen Zweck und die Erfüllung dieses Gebotes erst in Christo, welchem als dem wahrhaftigen Passah— lamm kein Bein zerbrochen werden durfte. Nach diesen Stellen ist das Passahlamm deutlich ein Vorbild auf Christum, und als das feierlichste Mahl des Alten Bundes war das Passahmahl ganz besonders Vorbild des heiligen Abendmahls, daher IEsus dieses unmittelbar nach dem mit seinen Jün— gern gefeierten Passahlamm und recht eigentlich an dessen Stelle einsetzte. So wurde das heilige, theuer verbindliche, von GOtt selbst mit Befehl und Ver— heißung angeordnete, daher sakramentliche Mahl des alten Bundes und die„zur ewigen Weise“(2 Mos. 12, 14.) befohlene Passahfeier fortgesetzt im Neuen Bunde, nur vergeistigt und verklärt, so wie der ganze Alte Bund in Christo seine Erfüllung und Vollendung fand. Das Passahmahl ist Vorbild des Abendmahls als Erlösungs- oder Versöhnungs-, Gedächtniß⸗, Bundes⸗ und Heiligungsmahl. Erlösungs-⸗ oder Versöhnungsmahl war das Osterlamm, weil sein Blut in der Nacht, da alle Erstgeburt der Egypter getödtet wurde, an die Thürpfosten und Oberschwellen der Kinder Israels ge— strichen werden mußte und der HErr sprach:„Das Blut soll euer Zeichen an den Häusern seyn, darinnen ihr seyd, daß, wenn ich das Blut sehe, ich vor euch überge uch ver 2, 1 durch! wenn ft gehabt Abwend manchfe nung e cchonenn ber nid s se ded W iifet z Hor der OOtt ligen 1 igen mng, dem L unsere Retun Auecht Hael d isen Valt! Maft ö nah i d En ite ICsu Schrift rbiechen. Ott über aber den Gebotes Passah⸗ deutlich feierlichste ahl ganz „daher en Jün⸗ ntlich an e, theuer ind Ver⸗ Nahl des 2 Mos. nNeuen det ganze ollendung nahls als Bundes⸗ ahl war acht, da an die staels ge— 9:„Das darinnen ⁰ν euch Das Osterlamm. 83 übergehe und euch nicht die Plage widerfahre, die euch verderbe, wenn ich Egyptenland schlage“(2 Mos. 12, 13.). Diesem nach wären auch die Israeliten durch das Strafgericht GOttes heimgesucht worden, wenn sie nicht das Blut des Lammes an ihren Thüren gehabt hätten. Insofern diente ihnen das Blut zur Abwendung des göttlichen Zornes, den ja auch sie so manchfach verschuldet hatten, und insofern zur Versöh⸗ nung oder zur Erlösung, daß nach V. 23. der HErr schonend vor ihren Thüren überging und den Verder⸗ ber nicht in ihre Häuser kommen ließ, zu plagen. Die⸗ ses schonende Vorübergehen ist die Bedeutung des Wortes„Passah“, und um desselben Werth noch tiefer zu fassen, mußten sie das Lamm, dessen Blut sie vor dem Verderben bewahrte, essen und so das von Gott verordnete Mittel der Erlösung sich ganz zu eigen machen. Ebenso nun ist das Blut des wahrhaf⸗ tigen Osterlammes IEsu das Mittel unserer Versöh⸗ nung, dadurch der Zorn GOttes von uns gewendet, dem Verderber die Macht über uns genommen und unsere Erlösung vollbracht wurde, wie Israel nach der Rettung durch das Blut des Passahlammes aus der Knechtschaft Egyptens erlöst worden ist. Und wie Is⸗ rael das Lamm, das an seiner Statt geschlachtet war, essen mußte, so essen wir das Lamm, das der ganzen Welt Sünde trägt, und eignen so seine ewig versöhnende Kraft uns vollkommen zu. Weiter war das Passahmahl ein Ged ächtniß⸗ mahl bei denen, die es alle Jahre feiern und dabei an die große Errettung ihrer Väter aus Egypten den⸗ ten und für alle daran sich knüpfenden Wohlthaten 6* 84 Belehrung. GOttes danken mußten. Von jenem Passahmahl an waren sie das ausgezeichnete Volk GOttes, und so be— kannten sie sich alle Jahre durch die Passahfeier als Genossen des heiligen Volkes. Ebenso ist das heilige Abendmahl die fortgehende Erinnerung dessen, was IEsus zu unserer Erlösung gethan und gelitten, und wir bekennen uns durch dasselbe ganz besonders als IEsu Volk, das Ihm Alles verdankt. Wie daher das Passahmahl auch ein Bundesmahl war, durch das Israel in ganz besondere Verbindung mit seinem Retter und mit allen Gliedern des Volkes GOttes kam, gleichsam als Eine große Familie, so ist das Abend— mahl das höchste Bundesmahl, das uns mit unserem GOtt und Heiland und mit allen Gliedern seines Leibes auf's Innigste vereiniget. Eben dadurch ist das Abendmahl auch ein Heiligungsmahl, wie es das Passah auch war. Dieses verband die Kinder Israel zum lautersten Gehorsam gegen GOtt, was ihnen besonders durch das ungesäuerte Brod bildlich eingeprägt wurde, daher Paulus sagt(1 Cor. 5, 7.): „Feget den alten Sauerteig(der unreinen, fleischlichen Natur) aus, auf daß ihr ein neuer Teig(Mensch) seyd, gleichwie ihr(als Geistesmenschen) ungesäuert seyd. Laßt uns Ostern(und Abendmahl) halten, nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bos-— heit und Schalkheit, sondern im Süßteig der Lauter— keit und Wahrheit.“ In den späteren Zeiten des alten Bundes mußten die Hausväter Israels vor der Passahfeier das ganze Haus von oben bis unten durch— suchen und auch die kleinsten Krümchen gesäuerten Brodes ausfegen. So müssen wir vor dem Genuß des wahrhaftigen Osterlammes auch unser Herz unter— suchen u liche W. Eir war wei ler sehr Wurde gebrat Votbild wie wij wurde ossen, nit bit cchnitten Ungetar Herzens hinwe die hie linftige Ein iuch J Hom 5 n lon und in nicht v wige N-e r sch st Hendn leht ahalte nahl an d so be⸗ eier als Rheilige „ was n, und s als ie daher Urch das n Retter kam, Abend⸗ unserem u seines urch ist l, wie Kinder t, was bildlich 5,.. ischlichen Mensch ngesäuert u, nicht er Bos⸗ Lauter⸗ iten des vor der n durch⸗ esäuerten Genuß unter⸗ Das Manna. 85 suchen und allen alten Sauerteig, alles sündliche, fleisch— liche Wesen hinwegzuthun trachten. Einzelnes Vorbildliche des Passahlammes war weiter Folgendes: es mußte durchaus ohne Feh— ler seyn, als Vorbild der reinen Heiligkeit JEsu; es wurde an einem kreuzartigen Bratspieß ganz im Feuer gebraten und kein Bein ihm zerbrochen, als Vorbild des Leidens IEsu; es wurde ganz gegessen, wie wir IEsum ganz in uns aufnehmen müssen; es wurde mit„Bitterkeiten“(bittern Kräutern) ge— nossen, wie das Abendmahl nach ernstlicher Buße und mit bittrem Schmerz über die Sünde; kein Unbe— schnittener durfte es essen, wie das Abendmahl kein Ungetaufter, und Keiner, bei dem die Beschneidung des Herzens fehlt; endlich: sie mußten es essen als die hinwegeilen, wie wir das Abendmahl als solche, die hier keine bleibende Statt haben, sondern die zu⸗ künftige suchen. §. 35. Das Manna. Ein anderes Vorbild des heiligen Abendmahls ist nach Joh. 6, 49. 50. das Manna. Es war Brod vom Himmel, das Israel sich unmöglich selbst verschaf⸗ fen konnte, wie das Abendmahl nur GOttes Gabe ist und in weit höherem Sinn Himmelbrod, Speise, die nicht vergänglich ist, sondern die da bleibet in das ewige Leben. Das Manna erhielt vierzig Jahre lang die große Menge der Israeliten am Leben und erwies sich so als wunderbar kräftige Nahrung; so ist im Abendmahl solche Kraft, daß alle Menschen, die es recht genießen, dadurch nach Seele und Leib auf ewig erhalten werden. Wie Elias in Kraft des gerösteten 86 Belehrung. Brodes und der Kanne Wasser, die ihm der Engel gegeben, vierzig Tage und vierzig Nächte durch die Wüste zum Berge GOttes gehen konnte, ohne mehr etwas zu genießen(1 Kön. 19, 8.), so können wir in Kraft des himmlischen Manna auch durch die Wüste dieses Lebens gehen und kämpfen und überwinden, bis wir gelangen zum Berg und zur Stadt des lebendigen GOttes. Deßwegen sagt IEsus: ich bin das Brod des Lebens, wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmer⸗ mehr dürsten. Ich bin das Brod des Lebens, das vom Himmel kommt, auf daß, wer davon isset, nicht sterbe (Joh. 6, 35. 50.). §. 36. Die Opfermahlzeiten. Besondere Vorbilder auf das heilige Abendmahl waren weiter die Opfer und Opfermahlzeiten im Alten Bunde. Wenn das Sündopfer dargebracht, und dessen Blut zur Versöhnung(Bedeckung der Sünde nach dem Hebr.) ins Heiligthum getragen und an den Altar gesprengt war, so mußte das Fleisch vom Priester an heiliger Stätte gegessen werden und solches Sünd⸗ opferfleisch heißt das Allerhöchste oder Hochheilige (3 Mos. 7, 6.). So mußten die Priester als die Stellvertreter des Volkes das Mittel der Versöhnung in sich aufnehmen. Ebenso müssen wir als das priester⸗ liche Volk des HErrn das vollkommenste Mittel der Versöhnung, das ewig gültige und einzige Opfer, Christi heiliges Fleisch und Blut, in uns aufnehmen und solches Essen ist das allerheiligste. Und wenn ein Israelite ein Dankopfer darbrachte, so hielt er davon eine Dankopfermahlzeit und war fröh⸗ lich vor das gr wolden HErrn, Liibes! Vesch Leibe Die Hegenge wing Consen Vein worte Ment Gasal hlibe, and e Liben Reweih Hubeth ehien Deß dud 9 ubln (0 1 Ub eig die S er Engel hurch die ne mehr n wir in ie Wüste den, bis ebendigen 3ns Brod ird nicht nimmer⸗ das vom icht sterbe bendmahl hlzeiten ugebracht, der Sünde Id an den m Piiester es Sünd⸗ Hocheilig 1 als die dersöhnung 8 prieste⸗ Mittel der e Opfer aufnehmen darbracht, war ftäͤ Die katholische und zwinglische Lehre. 87 lich vor dem HErrn. So essen wir mit tiefstem Danke das große Opfer, das an unserer Statt geschlachtet worden ist, und opfern dabei auch uns ihm, als dem HErrn, dem wir uns schuldig sind mit allen Kräften Leibes und der Seele. Fünfte Abtheilung. Verschiedene Kirchenlehre über die Gegenwart des Leibes und Blutes Christi im heiligen Abendmahl. §. 37. Die katholische und zwinglische Lehre. Die beiden äußersten, einander am meisten ent— gegengesetzten Lehren sind: die katholische und die zwinglische. Die katholische Kirche lehrt: durch die Consecration(Weihung, Heiligung von Brod und Wein mittelst des stillen Hersagens der Einsetzungs— worte durch den Priester) werde das irdische Ele⸗ ment völlig in das himmlische verwandelt, so daß nur Gestalt, Farbe und Geruch von Brod und Wein übrig bleibe, aber als bloßer Schein, da eigentlich kein Brod und kein Wein mehr da sey, sondern lauter und bloß Leib und Blut Christi.“) Deßwegen erweisen sie der geweihten Hostie(Frohnleichnam göttliche Ehre und Anbetung, auch nach der Abendmahlsfeier, und ver⸗ ehren Brod und Wein, als ob es Christus selbst wäre. Dieß hängt zusammen mit der katholischen Lehre, daß das Abendmahl ein Opfer sey, in welchem Christus unblutig geopfert werde, wie am Kreuz blutig. Die⸗ ses Opfer bringe dann in der Messe der Priester als Diese Verwandlung heißt Transsubstantiation d. h. Uebergehen der Substanz(des Wesens) von Brod und Wein in die Substanz des Leibes und Blutes Cbristi. 88 Belehrung. Einer für Alle dar, wie die Opfer im Alten Bunde. — Daher wird das Abendmahl, auch abgesehen vom Glauben des Genießenden, nur weil es genossen wird, als gutes Werk(opus operatum) und als segensreich angesehen, ebenso auch die Theilnahme an der Messe (Abendmahl des Priesters) als an einem Opfer. Dabei haben sie den Gebrauch, daß die Abend— mahlsgenossen das Sakrament nicht, wie IEsus befoh— len, unter beiderlei Gestalt, sondern blos den Leib Christi empfangen, weil in ihm das Blut schon ent— halten sey und weil die Gefahr des Verschüttens vom heiligen Blut allzugroß sey. Wer zum Abendmahl gehen will, muß vorher in der Ohrenbeichte dem Priester alle seine Sünden nament— lich bekennen. Diese Lehren und Gebräuche haben unsere Refor— matoren als schriftwidrig verworfen mit allen den großen an sie sich knüpfenden Irrthümern von Ueber— hebung des geistlichen Standes, von äußerlicher Werk— heiligkeit ohne wahre Buße und Glaube, von Ablaß für Lebende und Todte(Seelenmessen) und von aber— gläubischer Behandlung des Abendmahls. Aber zu weit auf die entgegengesetzte Seite hinüber ist Zwingli“) gegangen. Er hielt das heilige Abendmahl für bloßes Gedächtnißmahl und Brod und Wein für bloße Zeichen(Symbole, Bilder) des Lei— bes und Blutes Christi, wodurch wir lebhafter an den Opfertod IEsu erinnert werden sollen, so daß das Abendmahl uns sagt: wie dieses Brod gebrochen wird, so ist Christi Leib für dich am Kreuz gebrochen wor— ) Reformat or in Zürich, gestorben 1531. den, Blut Lib“ deutun Weisen nißrede Weinst ich bi Fels y sagt: ten G genwä und 6 von i nicht Henwe itdisc Hebun But Höttli⸗ det z V honte Lhre Rie Nib vͤlli n Bunde. sehen vom ssen wird, segensreich der Messe 2 ie Abend⸗ sus befoh⸗ den Leib schon ent⸗ ttens vom vorher in n nament⸗ e Refor⸗ allen den on Ueber⸗ her Werk⸗ on Ablaß von aber⸗ er zu weit 3 heilige Brod und des Lei⸗ ier an den daß das cen wird, chen wor⸗ Die lutherische und calvinische Lehre. 89 den, wie dieser Wein ausgegossen wird, so ist Christi Blut am Kreuz für dich vergossen worden. Zwingli sagt, das Wort„ist“ in„dieß ist mein Leib“ sey so viel als dieß bedeutet. Aber diese Be— deutung von„ist“ läßt sich aus der Schrift nicht nach— weisen, sondern ist heißt immer ist, auch in Gleich— nißreden, z. B. Joh. 15, 1.: ich bin ein rechter Weinstock, nicht ich bedeute einen Weinstock, sondern ich bin der geistliche Weinstock; 1 Cor. 10, 4.: der Fels war Christus, nämlich der geistliche.— Zwingli sagt: Weil Christus seit seiner Himmelfahrt zur Rech— ten GOttes sitze, so könne er nicht im Abendmahl ge— genwärtig seyn, denn es sey unmöglich, im Himmel und auf Erden zugleich zu sein. Leibliche Gegenwart von ihm müßte sinnlich empfunden werden, da das nicht der Fall sey, so gebe es blos eine geistige Ge— genwart Christi. Hiebej ist ganz übersehen, daß nur irdische Leiblichkeit in die Sinne fällt und an den Raum gebunden ist, verklärte aber nicht, Christi Leib und Blut aber ist verklärt und der Vollkommenheit der göttlichen Natur theilhaftig worden, und gerade als der zu GOttes Rechten Sitzende ist er allgegenwärtig nach seiner göttlichen und menschlichen Natur, die nie von einander geschieden sind. §. 38. Die lutherische und calvinische Lehre. Die zwischen den Extremen in der Mitte liegenden Lehren sind von Luther und Calvin. Während die katholische Lehre Brod und Wein ganz in Christi Leib und Blut über- und aufgehen läßt und beide als völlig Eins betrachtet, Zwingli dagegen beide als ganz von einander getrennt oder außer einander ansieht, *5— 90 Belehrung. so nimmt Luther ein In⸗, Calvin ein Neben-einan⸗ der von beiden an. Luther hat von der katholischen Lehre das beibe— halten, daß wir im Abendmahl den wahrhaftigen Leib und das wahrhaftige Blut Christi empfangen, aber in, mit und unter Brod und Wein, das Himmlische ver⸗ einigt mit dem Irdischen, so daß das irdische Element nicht aufgehoben wird, sondern erhoben zur Ge— meinschaft mit dem geistlichen, so wie unser Leib auch in der Auferstehung nicht im Geist aufgeht, son— dern ewig Geist und Leib zusammengehören, aber ver— klärter Leib. Calvin“) sah mit Zwingli Brod und Wein als Zeichen oder tiefer als Pfänder des Leibes und Blu— tes Christi an, ging aber viel näher zu Luther hin und legte sehr großes Gewicht darauf, daß wir durch diese Pfänder in höherem Grad als durch das Wort GOttes und durch das geistliche Leben überhaupt den verklärten Leib und das verklärte Blut Christi em— pfangen als eine Speise des inneren Menschen, als Mittel der innigsten Vereinigung mit Christo und als Kraft der Unsterblichleit. Nur wollte er blos von geistlichem Essen und Trinken reden und sah Brod und Wein blos als Brod und Wein an, nicht als wesentlich vereinigt mit Christi Leib und Blut, daher er sagte: blos die Gläubigen, Wiedergeborenen em— pfangen Christum, die Unwürdigen essen und trinken *) Reformator in Genf, gestorben 1564. Seine Abendmahls⸗ lehre ist jetzt die der meisten Reformirten, die mit den Lu⸗ theranern(welche ja auch reformirt, d. h. zum evangelischen Glau— ben erneuert sind) desto mehr zusammenstimmen, je mehr beide Theile IEsum lieb haben und nichts als sein Wort und seine Wahrheit wollen. los 2 dis A die Kt Ind s⸗ Dabei nöthig sagt: am L sich f den Wein auch Gerit wenit ten a des dure werd et he von Chri daß Enn sell Digr Mit den sar Fl ⸗einan⸗ 1 beibe⸗ gen Leib aber in, sche ver⸗ Element ur Ge⸗ iset Leib ht, son⸗ aber ver⸗ Wein als ind Blu⸗ Ither hin it durch 16 Wort mupt den risti em⸗ jen, als und als Hlos von ah Btod nicht als u, dahet mnen em⸗ d tiinken hendmahlẽ⸗ it 20ü schen Glau⸗ 5 bede und seine 91 Die lutherische und calvinische Lehre. blos Brod und Wein. Er nahm an, daß die Seele des Abendmahlsgenossen beim gläubigen Genuß durch die Kraft des heiligen Geistes in den Himmel erhoben und so mit Christi Fleisch und Blut gespeiset werde. Dabei begreift man nur nicht, warum Brod und Wein nöthig waren und warum Paulus(1 Cor. 11, 27.) sagt: der Unwürdige sey schuldig, d. h. versündige sich am Leib und Blut des HErrn, und esse und trinke sich selbst das Gericht, weil er nicht unterscheide den Leib des HErrn. Hier wird offenbar Brod und Wein der Leib und das Blut Christi genannt, welche auch von den Unwürdigen empfangen werden, aber zum Gericht. Es ist zu bedauern, daß Calvin den Gedanken zu wenig festgehalten hat, den er einigemal mit den Wor⸗ ten ausspricht: Brod und Wein sey durch das Wort des HErrn das geheimnißvolle Mittel, wo⸗ durch uns Christi Leib und Blut mitgetheilt werde. Er streitet oft gegen Luther, wirft ihm vor, er hefte das Himmlische an das Vergängliche, und will von einer Unendlichkeit und Allgegenwart des Leibes Christi nichts wissen, dabei aber spricht er wieder so, daß man Luther zu hören glaubt,“) z. B.:„Beim Empfang des Zeichens des Leibes wird auch der Lei b selbst uns gegeben.— Christus gibt uns das leben⸗ digmachende Fleisch selbst, daß wir an demselben Antheil erlangend zur Unsterblichkeit geweidet wer— den.— Christus wächst mit uns wahrhaft zu⸗ sammen und erquickt uns durch das Essen seines Fleisches und Trinken seines Blutes. Was unser Unstit. B. IV. C. 17. S ff. 92 Belehrung. Verstand nicht begreift, das fasse der Glaube, daß der Geist wahrhaft vereinige, was dem Raume nach geschieden ist.— Wenn die, welche sagen, der Leib sey im Brod eingeschlossen(Lutheraner), ihre Meinung so darlegten, daß, indem das Brod dargereicht wird, sich daran knüpfe die Darreichung des Leibes, weil die Wahrheit Wirklichkeit) von ihren Zeichen unzer— trennlich ist, so wäre ich nicht dagegen.— Was dienen kann zum Ausdruck der wahren und wesen— haften(substanziellen) Mittheilung des Leibes und Blutes des HErrn, die unter den heiligen Sym— bolen den Gläubigen dargereicht werden, das nehme ich gern an.— Der SErr befiehlt mir, unter den Symbolen des Brods und Weins seinen Leib und sein Blut zu essen und zu trinken. Ich zweifle nicht, sowohl daß er selbst wahrhaft darreicht, als daß ich empfangen werde.— Es bleibt mir nichts übrig, als in Bewunderung dieses Geheimnisses auszu⸗ brechen, das der Geist nicht auszudenken, die Sprache nicht auszudrücken vermag.“ Diese Worte lassen hoffen, daß Calvin im Glau— ben ziemlich das Nämliche wollte, was Luther, aber im Begriff war er von ihm verschieden und legte auf die Vereinigung des verklärten Leibes Christi mit Brod und Wein zu wenig Gewicht, sah überhaupt zu sehr noch auf's Geistliche und machte den Segen des Abend— mahls zu viel vom Menschen abhängig, da doch die Vereinigung von Christi Leib und Blut mit Brod und Wein außer uns durch das Wort und die Wir— kung des HErrn geschieht, so daß es für Alle das gleiche Sakrament ist dem Wesen nach, nur in der Wirkung verschieden bei Würdigen und Unwürdigen. Daher füt der die üb die cal nensche fochte Se R8 So släckt v A hal stt linigen Erken Hlau! fande dem 6 Die A Linsich wahth. in vo Tessie Runsch sene Vorte Lebe 80 le Gal. Me i Vah he, daß me nach Leib sey nung so ird, sich weil die unzer⸗ — Was wesen⸗ es und n Sym⸗ nehme nter den ib und le nicht, als daß übrig, auszu⸗ Sprache n Glau⸗ aber im auf die Brod zu sehr Abend⸗ doch die rod und Wir⸗ lle das in der ürdigen. Die lutherische und calvinische Lehre. 93 Daher ist die lutherische Lehre ein festeres Fundament für den Glauben und tröstlicher besonders für Solche, die über Mangel an Glauben klagen und die durch die calvinische Lehre, daß nur wiedergeborene Geistes— menschen Christi Leib und Blut empfangen, noch an⸗ gefochtener werden können. Unser Glaube macht nicht das Sakrament, sondern empfängt blos den Segen des Sakraments und wird durch dasselbe erst recht ge— stärkt und belebt. Aber man sollte über diese Verschiedenheiten nicht viel streiten, sondern suchen, in Liebe vollends zu ver— einigen, was im Glauben oder eigentlich mehr im Erkennen noch auseinander geht. Der fromme Glaube faßt immer viel mehr in sich, als der Ver— stand begreift und die Sprache sagt. Und noch über dem Glauben steht die Liebe(1 Cor. 13, 13.). Die Apostel hatten beim ersten Abendmahl noch keine Einsicht in dessen Wesen, und doch empfingen sie den wahrhaftigen Leib und das wahrhaftige Blut Christi im vollen Segen seiner heiligen Gottmenschheit. Das Tiefste kann nicht begriffen, das Himmlische nicht in menschliche Worte gefaßt werden. Jeder suche nur seine Erkenntniß und seinen Glauben ganz nach dem Worte GOttes zu bilden und vor Allem so in der Liebe und so in IEsu zu leben, daß er sagen kann: So lebe nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir, Gal. 2, 20.). Dann wird über das Abendmahl, so wie über Alles der Geist immer mehr leiten in alle Wahrheit. I 94 Belehrung §. 39. Nähere Erklärung und Begründung der lutherischen Lehre. Besondere Berücksichtigung verdient noch ein Ein- wurf gegen die lutherische Lehre, der schon manche Gemüther sehr beunruhigt hat: wie denn Chri⸗ stus vor seinem Tod und vor seiner Verklärung sei— nen Leib und sein Blut habe darreichen können, da er ja damals noch im irdischen, sichtbaren Leib gewesen sey. Auf diesen Zweifel antwortete IEsus(Joh. 13, 31)1:„Nun getzt schon— vor seinem Tod) ist des Menschen Sohn verkläret und GOtt ist verkläret in ihm. Ist GOtt verkläret in ihm, so wird ihn GOtt auch(noch mehr und herrlicher) verklären in ihm selbst und wird ihn bald verklären.“ Das sagte er vor seinem Tod und vor Einsetzung des heiligen Abend— mahls, demnach geschah deutlich eine Verklärung Christi, d. h. seiner Menschheit und seines Leibes vor seinem Tod, aber vorerst nur innerlich, wie der Aufer⸗ stehungskeim jetzt schon in uns ist und durch jede neue Geistesmittheilung mehr Kraft und so mehr Ver— klärung anzieht, deren äußere Herrlichkeit aber erst in der Auferstehung an's Licht kommt. So war Christi Verklärung auch allmählig, er war nach seiner Mensch— heit der Sprößling(Zemach) GOttes und stand da— ö her in einem Wachsthum. Die erste Verklärung seiner und so zurechnungsweise überhaupt der mensch— lichen Leiblichkeit geschah schon in seiner Empfängniß und Geburt, da sein Leib durch den heiligen Geist zu einem Tempel(Joh. 2, 21.) der göttlichen Natur wurde. In der Taufe wurde die Verklärung erhöht durch eine neue Geistesmittheilung, da er den Geist empfing ohne Maß. Und nachdem er das ganze Ge⸗ N- seh erf vollomn Velläͤru herporge seinem Sohn u Seele de Rlassen a im chon v Wsus Die Krai „IH fl duch d süssge HErrn 496 Rn, de alle.“ eine gei siner sit ih Was u Hlistleib Hübes Ubendn Wein lihen Maft licht n liches Das lischen Ein⸗ schon Chri⸗ ig sei⸗ da er ewesen 9. 13, ist des iret in GOtt n ihm agte er Abend⸗ Christ, seinem Aufer⸗ ch jede h Ver⸗ erst in Christ Mensch⸗ nd da⸗ kklärung mensch⸗ pfängniß Geist zu Natut auhöht n Geist nze Ge⸗ Nähere Erklärung und Begründung der luth. Lehre. 95 setz erfüllt, alle Versuchungen überwunden und den vollkommensten Gehorsam geleistet hatte, da wurde die Verklärung, deren Herrlichkeit schon auf dem Berg hervorgestrahlt hatte, noch größer, daher er schon vor seinem Tode sagen konnte: Nun ist des Menschen Sohn verkläret. Das sagte er, nachdem er in der Seele des Judas den Entschluß, ihn zu verrathen, zu— gelassen und so sein Leiden im Geist schon angetreten, ja im Willen schon vollbracht hatte. Vermöge dieser schon vor dem Tode geschehenen Verklärung konnte IEsus eine Kraft von sich ausgehen lassen, durch welche die Kranken geheilt wurden. So Luc. 8, 46. sagt er: „Ich fühle, daß eine Kraft von mir gegangen ist;“ durch diese Kraft wurde das unheilbar kranke, blut— flüssige Weib gesund. Luc. 5, 17.:„Die Kraft des HErrn ging von ihm und half Jedermann.“ Luc. 6, 19.:„Alles Volk begehrte ihn(seinen Leib) anzurüh— ren, denn es ging Kraft von ihm und heilete sie alle.“ Diese von IEsu ausströmende Heilkraft war eine geistleibliche Kraft, durch welche das gesunde Leben seiner heiligen Leiblichkeit überging in die im Glauben für ihn offenstehenden Menschen und überwältigte, was ungesund und störend in ihnen war. Eben diese geistleibliche Kraft seines innerlich schon verklärten Leibes ließ IEsus bei der Einsetzung des heiligen Abendmahles von sich ausströmen und mit Brod und Wein sich wesentlich vereinigen. Durch seine äußer⸗ liche Verklärung in der Himmelfahrt wurde diese Kraft entbunden und ist, wie sein verklärter Leib, nicht mehr an den Raum gebunden, wie wir ja Aehn⸗ liches bei manchen Körpern der jetzigen Natur sehen. Das Wasser, das von der Erde aufsteigt, geht als 96 Belehrung. Nebel und Wolken über alle Länder hin; die Raupe, die mühselig am Boden kroch, fliegt als Schmietterling uüber Berg und Thal; die Luft, dieser unsichtbare Kör— per, ist allenthalben verbreitet, die brennbare Luft ist der unsichtbare Extract aus den schweren, schwarzen Kohlen, unsichtbar und doch höchst kräftig; die magne— tische und elektrische Kraft wirkt in weite Ferne, und der vollkommenste Körper, das Licht, durchdringt alle Räume der Schöpfung mit unglaublicher Geschwindig— keit(zwanzig Millionen Meilen in sieben Minuten). Unendlich vollkommener als alle diese Körper ist der verklärte Geistleib IEsu, die höchste Kraft und das höchste Licht. Wie er gleich nach seiner Auferstehung unsichtbar seyn, plötzlich erscheinen und plötzlich ver— schwinden konnte, so ist er auch jetzt unsichtbar wie die Luft, aber die lebendigste Kraft, die sich mittheilt. Und warum soll diese Kraft sich nicht vereinigen mit einem sichtbaren Leiblichen? Geht doch GOttes geistige Kraft durch hörbare Worte in unsere Ohren und unser Herz, zieht doch eben im Worte jede Wahrheit GOttes ihren Leib an, haucht doch auch unser Mund in Worten Geist aus, warum soll dieser Mund nicht auch den Geistleib IEsu in Brod und Wein empfangen können! Muß man denn deßwegen grob sinnlich denken, Christi Leib und Blut sey in Brod und Wein räumlich eingeschlos— sen? Ist doch das Licht von dem Krystall, den es er— leuchtet, nicht eingeschlossen, und der Ton nicht von dem Ohr, in das er eingeht? Nur vereinigt ist Christi Leib und Blut mit Brod und Wein, wie das Feuer mit dem Eisen, das es durchglüht, wie der Geist mit dem Wasser in geistigen Getränken, aus denen der Geist entweicht, wenn sie nicht zugeschlossen bleiben. Dies sollen n Denn in 40.) E Korper, lschkeit 4 seht nur daß sie! schtigkeit unendlic mahl: glaube Ma das kös ließen uns den ehlporzi Die S Glaut lot u stht er wir K Einem den A Rap Naupe, terling Kör⸗ uft ist warzen nagne⸗ „und gt alle bindig⸗ nuten). ist der d das tehung h ver⸗ vie die Und einem Kraft Herz, ihren Geist istleib Muß ti Leib eschlos⸗ es el⸗ ht von igt ist hie das Geist ien det en. Wie viel auf die Würdigkeit ankomme? 97 Diese Aehnlichkeiten aus der irdischen Körperwelt sollen nicht beweisen, sondern nur veranschaulichen. Denn immer bleibt, was Paulus sagt(1 Cor. 15, 40.): Eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen Körper, und eine andere die irdischen. Von der Herr— lichkeit der himmlischen, verklärten Körper haben wir jetzt nur schwache Vorstellungen und können nur sagen, daß sie alle Vollkommenheit, Kraft, Leichtigkeit, Durch⸗ sichtigkeit und Durchdringbarkeit der irdischen Körper unendlich übertreffen. Deßwegen gilt auch beim Abend— mahl: Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Sechste Abtheilung. Ueber den unwürdigen und würdigen Gebrauch des heiligen Abendmahls und über die Bereitung zu demselben. §. 40. Wie viel auf die Würdigkeit ankomme? Nach allem Bisherigen ist das heilige Abendmahl das köstlichste Mahl, das ein Mensch auf Erden ge— nießen kann, ein reich gesegnetes Gnadenmittel, das uns den Himmel aufschließt, uns von der Erde mächtig emporzieht und in's himmlische Wesen versetzt. Es ist die Speise des inneren Menschen, durch die unser Glaube auf's Kräftigste gestärkt, unsere Liebe be— lebt und unsere Hoffnung mit freudigster Zuver⸗ sicht erfüllt wird. Es ist der Gnadentisch, an dem wir Kräfte der zukünftigen Welt schmecken und zu Einem Leib und Geist vereinigt werden mit JEsu, dem Allerliebenswürdigsten und Gnadenvollsten, der da Kapff, Communionbuch. 0 98 Belehrung. ist der wahrhaftige GOtt und das ewige Leben, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden, der also in allen Nöthen helfen, von allen Feinden erlösen und allen Frieden und alle Seligkeit geben kann. Aber eben um dieser hohen und unbegreiflichen Vortrefflichkeit willen verlangt das Abendmahl auch einen recht würdigen Gebrauch, wie ja überhaupt alle die großen Verheißungen GOttes nur denen gelten. die einen offenen Geist für sie haben und es von Her⸗ zen mit GOtt halten. Daher sagt der HErr Jes. 65, 11. zu denen, die ihn verlassen und den Götzen opfern d. h. der Welt dienen): Darum, daß ich rief und ihr antwortetet nicht, daß ich redete und ihr hörtet nicht, sondern thatet, was mir übel gefiel, und erwähltet, das mir nicht gefiel, darum, so spricht der HErr HErr: „Siehe, meine Knechte sollen essen, ihr aber sollt hungern, meine Knechte sollen rrinken, ihr aber sollt dürsten, meine Knechte sollen fröhlich seyn, ihr aber sollt zu Schanden werden, siehe, meine Knechte sollen vor gutem Muth jauchzen, ihr aber sollt vor Herzeleid schreien und vor Jammer heulen.“ Und vom Abendmahl insbesondere sagt Paulus: Welcher un— würdig isset und trinket, der isset und trin—⸗ tet ihm selber das Gericht(1 Cor. 11, 29.). Diese ernsten Warnungsworte des Apostels müssen uns beim Hinzutritt zum heiligen Abendmahl bedenk—⸗ lich machen und zu gründlicher Prüfung unseres Herzens und Lebens erwecken. Durch das Abendmahl werden wir entweder besser oder schlimmer. Daher haben wir uns selbst und den Geist GOttes zu fragen, ob wir denn auch zum Tisch des HErrn hinzutreten dürfen, oder ob wir fürchten müssen, unwürdige Gäste desselben Kleid n Gericht. selbst be im Geb Herzen seine Zi seine Tr tritt zur und An menschli Buch sc ordentli⸗ besonder gar vie Mthigst Fragen ü, dem Erden, Feinden geben eiflichen lauch ipt alle gelten, n Her⸗ es. 65, opfern und ihr t nicht, wähltet, HErr: er sollt her sollt n, iht Knechte ollt vor ind vom er un⸗ Htrin⸗ 200. müssen bedenk⸗ unseres endmahl Daher fragen, nzutteten e Giste Wer darf nicht zum heil. Abendmahl gehen? 99 desselben zu seyn und als solche, die das hochzeitliche Kleid nicht haben, hinausgeworfen zu werden in das Gericht. Auf diese Frage muß ein Jedes die Antwort selbst bekommen, und zwar unter Anrufung GOttes im Gebet, da dann der Geist des HErrn mit dem Herzen redet und ihm seinen Zustand aufdeckt, durch seine Züchtigungen zur Buße treibt, aber auch durch seine Tröstungen zum Glauben erweckt und so den Zu— tritt zum Gnadentisch gestattet. Wer so in der Zucht und Augenleitung des Geistes steht, der bedarf der menschlichen Handleitung nicht viel. Diese ist in einem Buch schwer zu geben, da die Seelenzustände so außer— ordentlich verschieden sind und unter unwürdigen, besonders aber unter würdigen Abendmahlsgenossen gar viele Klassen zu machen wären. Doch soll das Nöthigste darüber gesagt werden. Für Jeden sind die Fragen wichtig: 1) Wer darf nicht zum heiligen Abendmahl gehen? 2) Wer darf zum heiligen Abendmahl gehen? §. 41. I. Wer darf nicht zum heiligen Abendmahl gehen? wer ist also unwürdig? Nach der Belehrung des Apostels(1 Cor. 11. 28. 29.) können wir kurz antworten: Wer sich nicht prüft und nicht kennt, wer daher nicht in der Buße und nicht im Glauben, und wer nicht in der Liebe steht. Wir müssen aber unterscheiden: 1) Unbekehrte, bei denen es noch nie zur Buße und zum Glauben gekommen ist; 2) Laue, die aus der Buße und dem Glauben ge— fallen sind, Selbstgerechte, Scheinheilige, deren Christen- 7* 100 Belehrung. thum bloße Form ist, die den Namen haben, daß sie leben, und sind todt, die sich zu den Frommen rechnen und rechnen lassen und betrügen doch sich selbst und Andere; 3) Aufgeschreckte, aber nicht bußfertige Sünder, deren Tvaurigkeit bloß eine Traurigkeit der Welt ist, von der Paulus(2 Cor. 7, 10.) sagt, daß sie den Tod wirke, die blos um der übeln Folgen der Sünde willen unruhig sind, aber keine eigentliche Reue und Buße in sich aufkommen lassen, weil sie in der Lust zum Bösen gefangen sind; 4) Bekehrte, bei denen bedeutende Rückfälle und Störungen des geistlichen Lebens und des Friedens mit Andern vorgekommen sind. Solche Seelen alle mögen um GOttes und ihrer Seligkeit willen sich recht ernstlich prüfen, und wohl bedenken, daß es am Tisch des HErrn sich um Selig— keit und Unseligkeit handelt und daß GOtt seiner nicht spotten läßt. Wollen sie zu weiterer Selbstprüfung etwas in diesem Büchlein lesen, so mögen sie das in den§8. 6—8 und in Kap. 3. Gesagte erwägen. §. 42. II. Wer darf zum heiligen Abendmahl gehen? 1) Am freudigsten dürfen die kommen, welche als wahrhaft bekehrte Kinder GOttes in einem steten Umgang mit ihrem GOtt und Heiland stehen, zwar manchmal noch von Fehlern übereilt werden, die— selben aber sogleich wieder bereuen und davon ablassen, weil sie vom Geiste GOttes sich allezeit züchtigen lassen und so nie ungestraft sündigen, aber auch nie in der Abweichung bleiben können, sondern alsbald wieder zu ihren in herz waschen Seelen ihter L Al seir löstlichst iicht, iehen, ihrem( Leben d Untreu⸗ Hetunge Geda. Unwür scch zu Glaube aufs seine b was er ihte L sein B. der H Dabidt den re se mit sst die Nahl! Mel o nöchte Rehr Enpf daß sie technen st und zünder, elt ist, sie den Sünde ue und er Lust le und ius mit d ihrer d wohl Selig⸗ er nicht prüfung das in henꝰ sche als einem stehen, en, die⸗ ablassen, n lasen in der wieder Wer darf zum heil. Abendmahl gehen? 101 zu ihrem Seelenfreund nahen, ihm Alles bekennen und in herzlicher Buße, Glauben und Gebet ihre Kleider waschen und helle machen in seinem Blute. Solche Seelen wissen nichts Seligeres, als die Erneuerung ihrer Vereinigung mit IEsu im heiligen Abendmahl. Als seine Freunde freuen sie sich darauf als auf das koͤstlichste Hochzeitmahl, nehmen es aber doch nicht zu leicht, sondern lassen sich vorher zu der Rechenschaft ziehen, in welcher der HErr fragt nach ihrer Buße, ihrem Glauben und neuen Gehorsam. Sie gehen ihr Leben durch, erkennen mit Scham und Reue ihre vielen Untreuen und Unlauterkeiten, Versäumnisse und Ueber— tretungen, besonders auch so viele Befleckungen in Gedanken. Darum trauern sie und erkennen so ihre Unwürdigkeit und große Bedürftigkeit, aber sie wenden sich zutrauensvoll an IEsum und erneuern sich im Glauben an seine ewig gültige Gerechtigkeit, die sie sich auf's Neue zueignen. Sie betrachten sein Leiden und seine bitteren Schmerzen am Kreuze und bedenken Alles, was er für sie gethan und gelitten, und so werfen sie ihre Last auf ihn und essen sein Fleisch und trinken sein Blut und werden so im Glauben gestärkt und in der Heiligung erneuert. Da geht es ihnen oft nach Davids Wort(Ps. 36, 9.):„Sie werden trunken von den reichen Gütern Deines Hauses und Du tränkest sie mit Wollust als mit einem Strom.“ Unbeschreiblich ist die Seligkeit, die da oft bei und nach dem Abend— mahl die gläubige Seele überströmt. Sie sieht den Him⸗ mel offen und möchte nur vollends ganz bei IEsu seyn, möchte nur alle Menschen als Brüder lieben und nie mehr die kleinste Sünde thun. Doch sind solche selige Empfindungen auch gar oft nicht da und der Segen 102 Belehrung. des Abendmahls ist doch eben so groß. Denn nicht auf's Gefühl kommt es an, sondern auf's Glauben. Dieß gilt besonders auch von dem Abendmahl. Daher wir weiter sagen: 2) Auch solche dürfen zum Abendmahl gehen, die kein so gewisses Gefühl ihres Gnadenstan— des haben, sondern dürre und arm sich fühlen und manchmal sogar bedenklich werden, ob sie denn auch zu den Kindern GOttes gehören. Solche Zeiten kom— men besonders im geistlichen Mannesalter, während geistliche Kinder und Jünglinge, besonders in der Zeit der ersten Liebe, viel von der Süßigkeit und Freund— lichkeit des HErrn schmecken dürfen, damit sie dadurch recht fest an Ihn gezogen werden. Männer aber müssen im Kampf, unter Verläugnung und Entbehrung das behaupten, was der HErr ihnen gegeben, und sind da oft ganz auf den Gehorsam des Glaubens gewiesen, da eine feste und treue Hingabe des Willens an GOtt mehr Werth hat, als ein starkes Gefühl. Da klagt Manches, es fühle nicht genug Buße in sich, ein Anderes, es fehle ihm an der rechten Glaubensfreudig— keit, ein Drittes vermißt die Nähe des HErrn im Gebet und ein Anderes wünscht mehr Aussicht in die Ewigkeit. Da fragt dann manche Seele: darf ich denn so zum Tisch des HErrn nahen? bin ich nicht zu arm und blöde? Solchen Seelen gilt das Wort des HErrn: Selig sind, die nicht sehen(und nicht fühlen) und doch glauben. Je ärmer du bist, desto reicher ist er. Je mehr du in dir Nichts findest, desto mehr kann er dir Alles geben. Nicht auf das kommt es an, was du fühlst, sondern was er vor achtzehnhundert Jahren an dir gethan hat und täglich thut. Glaubst du das und hist du hungrig und iß himmlis deine L 9N Kinde gleich Beten Heiligv desto n düͤtfen Roht auslös erste Kinder Jsu derselbi erläu sah, nach d cher 1 Werden Wsus der 5 an ih demüt D0 erh chen f kasich Auffi Uud nicht auben. Daher n, die üstan⸗ en und n auch u kom⸗ bähtend er Zeit Freund⸗ dadurch r aber hehtung nd sind wiesen, us an l. Da ich, ein fteudig⸗ un im in die ch denn zu arm HᷣErrn: nd doch er. Y er dit vas du hten an pas und Wer darf zum heil. Abendmahl gehen? 103 bist du bei allem Gefühl deiner Unwürdigkeit recht hungrig und durstig nach seiner Gnade, so komm getrost und iß und trink, was er dir gibt, und laß durch diese himmlische Liebesgabe deinen Glauben sich stärken und deine Liebe neu entbrennen. 3) Aber auch geistliche Jünglinge und geistliche Kinder(1 Joh. 2, 13.) dürfen kommen, wenn sie gleich noch schwach sind im Glauben, schwach im Beten und Wachen, schwach im Kampf und in der Heiligung. Je mehr sie über sich zu klagen haben, desto mehr ist IEsus der Arzt für sie, dessen sie be— dürfen und von dem verheißen ist, daß er das schwache Rohr nicht zerbrechen und das glimmende Docht nicht auslöschen wolle(Jes. 42, 3.). Als die Apostel das erste Abendmahl empfingen, da waren sie auch noch Kinder, Kinder am Verstand, Kinder in der Nachfolge IEsu und in der Kraft zum Kampfe, daher sie ja in derselbigen Nacht alle ihn verließen, Petrus sogar ihn verläugnete. Und doch, obgleich der HErr das voraus⸗ sah, doch gab er ihnen sein Abendmahl. Ja, gleich nach demselben hören wir sie zanken und fragen, wel⸗ cher unter ihnen sollte für den Größesten gehalten werden(Luc. 22, 24.). So große Schwachheiten trug IEsus mit Geduld und Sanftmuth, weil es ihnen an der Hauptsache nicht fehlte, an demüthigem Glauben an ihn und an herzlicher Liebe zu ihm. Wo nur demüthige Buße und lebendiger Glaube sich findet, da erweist sich der HErr als der, der auch die Schwa⸗ chen freundlich aufnimmt und an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust. Da gilt, was Salomo sagt: Den Aufrichtigen läßt es GOtt gelingen(Sprichw. 2, 7.). Und JEsus spricht: Einen jeglichen Reben an mir, 104 Belehrung. der da Frucht bringet, wird mein Vater reinigen, daß er mehr Frucht bringe(Joh. 15, 2.). Wer nur eine Rebe an IEsu ist, wer nur im Glauben und in Liebe zu ihm steht und so mit ihm zusammenhängt, dem gibt IEsus das Wort: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig(2 Cor. 12, 9.). Daher sagt Paulus: Ich will mich am aller— liebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Das gilt auch solchen Seelen, die noch mit manchen Sünden zu kämpfen haben, über die sie nicht recht Herr werden, wenn sie nur recht ernstlich los zu seyn wünschen und an der Sünde keine Lust noch Gefallen haben, sondern in buß— fertigem Schmerz ihre Noth IEfu klagen und ihm ihr Herz willig hingeben, damit er als der himmlische Arzt es heile und bessere. Da gibt er denn als be— sonders kräftige Arznei sein Abendmahl und schon viele tausende solcher schwachen und ihr Elend beweinenden Seelen sind reich getröstet und neu gestärkt vom Tisch des HErrn gegangen. Auch Solche, die in der Lei— densprobe noch schwach bestehen und mit Unge— duld und Verzagtheit unter Trübsalen zu käm— pfen haben, dürfen sich nicht fürchten, zum Abendmahl zu kommen. Die Jünger flohen vor dem Kreuz und doch gab ihnen IEsus seinen Leib und sein Blut. Wenn nur keine murrende Widrigkeit gegen GOtt und kein Unglaube einreißt, wenn nur das Herz auf dem Glaubensgrund bleibt und in gebeugtem Gefühl seines Elends aller Züchtigungen des HErrn sich schuldig gibt und von ihm allein Hülfe sucht und hofft, dann ist das Abendmahl der kräftigste Trost gegen die noch übrige Ungeduld und oft geht durch dasselbe die Ver— Heißung hErm h nit Flig werden, 0, 31. und nac benskraft Vort de ind, de da Leil Dieser 2 4 f wuͤrdigk tunger GOttes Ren, so sin gehe haben. Ibendm lihst Fũ u reden Es N- nich ihre D Du R emner 9 eine R. 08 ers Hast ihues u, daß ur eine n Liebe em gibt enügen, 2 Cor. n aller⸗ daß die solchen kämpfen enn sie an det in buß⸗ nd ihm umlische als be— n viele inenden m Tisch et Lei⸗ Unge⸗ u käm⸗ endmahl u und 1 Blut. Gl rz auf Gefühl schuldig dann die noch die Ver⸗ Wer darf zum heil. Abendmahl gehen? 105 heißung an Tiefgebeugten in Erfüllung: Die auf den HErrn harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden(Jes. 40, 31.). Und Allen, die über ihre Armuth klagen und nach höherem Maß des Geistes, nach mehr Glau— benskraft und Liebefeuer verlangen, denen gilt das Wort des HErrn: Selig sind, die da geistlich arm sind, denn das Himmelreich ist ihr. Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden. Dieser Trost gilt dann besonders auch für §. 43. 4) solche Seelen, die um ihrer Sünde und Un— würdigkeit willen in schweren geistlichen Anfech- tungen sind, so daß sie nicht glauben, das Wort GoOttes sich nicht zueignen, ja nicht einmal beten kön— nen, sondern in Schmerz, Unruhe und Dunkelheit da— hin gehen, ja manchmal mit Verzweiflung zu kämpfen haben. Ob solche angefochtene Seelen zum heiligen Abendmahl gehen dürfen, das ist ihnen selbst die wich— tigste Frage, und es ist nothwendig, darüber genauer zu reden. Es war§. 41. die Rede von solchen Angefochtenen, die nicht zum heiligen Abendmahl gehen dürfen, weil ihre Traurigkeit blos eine Traurigkeit der Welt ist. Der Apostel spricht aber(2 Cor. 7, 10.) auch von einer göttlichen Traurigkeit, welche zur Seligkeit wirket eine Reue, die Niemand gereuet. Das ist entweder das erste Leidtragen im Anfang der Bekehrung, da der Geist GOttes eine Seele aufgeweckt und zur Erkenntniß ihres natürlichen Verderbens und ganzen Sünden— 106 Belehrung. elendes gebracht, die Welt und ihre Lust ihr entleidet und in ihr ein Verlangen nach Versöhnung und nach dem Element und der Heimath des Geistes, nach GOtt und der Seligkeit in ihm gewirkt hat. Oder es ist ein Leidtragen während des Gnadenstandes, da eine Seele um vorgekommener Untreuen und Be— fleckungen willen in tiefen Kummer geräth und an ihrem Gnadenstand verzweifelt, oder da der HErr einer Seele das Gefühl seiner Nähe entzieht, um sie zu tie— ferer Selbsterkenntniß und Demuth zu erwecken und größeren Hunger nach seinen himmlischen Gütern in ihr zu wirken. In solchem Läuterungstigel göttlicher Traurigkeit soll das Gold des Glaubens und geistlichen Lebens bewährt, die Schlacken der uns immerdar an— klebenden Sünde hinweggeschmolzen und die Kraft neuen Gehorsams gestärkt werden. Daher läßt der HErr oft auch satanische Anfechtungen zu, wie bei Hiob und Paulus, große körperliche Leiden und schwere innerliche Dunkelheiten, auch böse, vielleicht sogar gottesläster⸗ liche Gedanken, feurige Pfeile des Bösewichts(Ephes. 6, 16.). Aus solcher Anfechtung heraus ruft Hiob (6, 4.): Die Pfeile des Allmächtigen stecken in mir, derselben Grimm säuft aus(verzehrt) meinen Geist, und die Schrecknisse GOttes sind auf mich gerichtet; und(30, 20.): Schreie ich zu dir, so antwortest du mir nicht, trete ich hervor, so achtest Du nicht auf mich, du bist mir verwandelt in einen Grausamen und zeigest deinen Gram an mir mit der Stärke deiner Hand. Und David sagt(Ps. 38, 4.): Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe vor Deinem Drohen und ist kein Friede in meinen Gebeinen vor meiner Sünde. Mein Herz bebet, meine Kraft hat mich herlassen Hei mit. Besos Gedanker Geist b Sole licht zur uu sager Ridtrage Sie spre 33, 7— und ge Friede singniß leit) I und wi einig nich ge Risse übertret und en alle den Aber d hann it willꝰ a die W zu Hroße Abendi Sünde Iu red lecht entleidet nd nach „ nach Oder istandes, ind Be⸗ und an Frr einet ezu tie⸗ ken und ütern in göttliche Ristlichen kdar an⸗ ist neuen r HEn iob und innerliche ttesläster⸗ Ephes ift Hiob in mit, n Geist, gerichtet; ortest du nicht auf rausamen Stätle Cs is Drohen 1 meinet het mich Wer darf zum heil. Abendmahl gehen? 107 verlassen und das Licht meiner Augen ist nicht bei mir. Besonders ängstigen sich manche Seelen mit dem Gedanken, sie haben die Sünde gegen den heiligen Geist begangen und seyen darin unrettbar verloren. Solche angefochtene Seelen nun meinen, sie dürfen nicht zum heiligen Abendmahl kommen. Was ist ihnen zu sagen? Die Trostworte GOttes, die den geistlich Leidtragenden gelten, haben wir oben S. 3—5. gehört. Sie sprechen alle den Sinn aus, den der HErr(Jer. 33, 7—9.) verkündigt:„Siehe, ich will sie heilen und gesund machen und will sie des Gebets um Friede und Treue gewähren, denn ich will das Ge— fängniß lauch die geistige Gebundenheit und Traurig— keit) Juda und das Gefängniß Israels wenden und will sie bauen wie von Anfang. Und will sie reinigen von aller Missethat, damit sie wider mich gesündiget haben, und will ihnen vergeben alle Missethat, damit sie wider mich gesündigt und übertreten haben. Und sie werden sich ver wundern und entsetzen über allem dem Guten und über alle dem Frieden, den Ich ihnen geben will.“ Aber da fragst du: Gilt das auch mir, und woran kann ich merken, ob der HErr auch mir gnädig seyn will? Auf zwei Punkte hast du zu merken, und wenn du die bei dir findest, so darfst du gewiß glauben, daß du zu den Mühseligen und Beladenen gehörest, die der große Sünderfreund so freundlich zu sich und zu seinem Abendmahl einladet. Wünschest du redlich, die Sünde ernstlich zu hassen und zu lassen, und wünschest du redlich, nach der Gnade verlangen und an Christum recht glauben zu können? oder kürzer: Wünschest 108 Belehrung. du wahrhaft in der Buße und im Glauben zu stehen? Ist dieser Wunsch dein rechter Ernst, dann ist gewiß schon mehr in deinem Herzen, als du in deiner Beklemmung meinst, dann hassest du die Sünde wirk— lich und hast die Glaubenswurzel wirklich in dir. Um— gekehrt: Meinst du, der Satan sey in dir um deiner bösen, vielleicht gar gotteslästerlichen Gedanken willen, so ist er gewiß nicht in dir, und fürchtest du ängstlich, die Sünde gegen den heiligen Geist begangen zu haben, so hast du sie gewiß nicht begangen. Denn: Buße sehnlich wünschen, ist schon Buße; Glauben sehnlich wünschen, ist schon Glauben; über böse Gedanken trauern, ist schon der Anfang, von ihnen los zu seyn, und über die Sünde gegen den heiligen Geist an— gefochten seyn, ist schon eine Wirkung des heiligen Geistes im Herzen, der das Gewissen zart, das Sünden⸗ gefühl stark, und den Gnadenhunger groß gemacht hat. Wer die Sünde gegen den heiligen Geist oder wie man richtiger sagen sollte, die Lästerung wider den heiligen Geist begangen hat, bekümmert sich nicht mehr über sich selbst, denn sie ist eine solche Verstockung des Gemüthes, da es im Dienste der Sünde nicht mehr hört auf die Stimme des Geistes und des Gewissens, sie ist nicht eine einzelne Versündigung, sondern ein fortgehender Zustand, da das Herz nur dem Zug nach unten, nicht dem von oben folgt und muthwillig wider besseres Wissen und Gewissen die Gnade von sich gestoßen und die Mittel des Heils verachtet hat. Da ist keine Betrübniß über die Sünde. Wo diese ist, da ist ein Werk des heiligen Geistes im Herzen und da ruft und führt der Geist zum Gnadentisch IEsu und eröffnet den Heilsbrunnen, daß mit Freuden daraus heshyft und dute sollen es. HErmef lich lebe Annei,! Die Gef Rranken daß ger heftiger abschreck sucht ge Hindern ßen, ur werden gottlose lästetlic die nic nur dei einen v der Ka Fesung Resumg Hereinl. Schon Brand schnell und 0 mit d R68 lihe nicht ben zu dann ist u deiner de wirk⸗ t. Um⸗ deinet willen, intlich, haben, Buße sehnlich Hedanken zu seyn, eist an⸗ heiligen Sünden⸗ iht hat. der wie der den cht mehr tockung ht meht wissens, dern ein en 30 ithwillig ade von htet hat diese it, gen und Csu und daraus 1 Wer darf zum heil. Abendmahl gehen? 109 geschöpft werde(Jes. 12, 3.). Darum sagt David und durch ihn IEsus(Ps. 22, 27.):„Die Elenden sollen essen, daß sie satt werden, und die nach dem HErrn fragen, werden ihn preisen, euer Herz soll ewig⸗ lich leben!“ Für solche Seelen ist das Abendmahl die Arznei, deren sie am meisten bedürfen, wie JEsus sagt: Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken(Luc. 5, 31.). Und wenn du auch findest, daß gerade vor dem Abendmahl böse Gedanken heftiger als sonst dich befallen, so laß dich dadurch nicht abschrecken und gib dich dem Feind nicht gewonnen. Er sucht gewöhnlich durch innerliche Anläufe oder äußere Hindernisse den Zugang zum Abendmahl zu verschlie⸗ ßen, und viele Seelen, die einen schönen Gang gehen, werden vor dem Abendmahl viel mehr als sonst von gottlosen, unkeuschen, irdisch-gemeinen, ja gar gottes⸗ lästerlichen Gedanken befallen. Das ist eine Versuchung, die nicht vom Tische des HErrn zurückhalten, sondern nur deinen Kampf stärken und so eine schönere Krone, einen reicheren Segen dir bereiten soll; denn je heißer der Kampf, desto herrlicher ist der Sieg. Wenn eine Festung vom Feind beschossen wird, so sind die Festungsleute unschuldig, aber wenn sie den Feind hereinlassen, so sind sie schuldig und der Strafe werth. Schon oft hat einer in der Festung eine Mord und Brand drohende Feuerkugel, die hereingeschossen war, schnell gefaßt und in's Wasser geworfen oder zugedeckt und ausgelöscht, so können wir nach Ephes. 6, 16. mit dem Schild des Glaubens und mit dem Wasser des Lebens alle feurigen Pfeile des Bösewichts aus— löschen. Laß nur die bösen, anfechtenden Gedanken nicht so viel gelten. Wenn sie auch aus dir selbst 110 Belehrung. kommen, so erkenne nur aus ihnen das Verderben dei⸗ ner sündlichen Natur, demüthige dich tiefer, klage dem himmlischen Arzt deine Noth, und er wird dir helfen, sie hinauswerfen, wie man Fledermäuse wegjagt, deren Herumschwärmen wir nicht verschuldet haben, deren Einnisten aber wir verhindern können und sollen.— Und klagst du, daß du nicht beten könnest und doch so gerne wolltest, und ist das wirklich so bei dir, so gilt dir Röm. 8, 26.: Der Geist hilft unserer Schwach— heit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebühret, sondern der Geist selbst vertritt uns auf's Beste mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen forschet, weiß, was des Geistes lun— seres nach GOtt rufenden und des heiligen Geistes) Sinn sey, denn er vertritt die Heiligen nach dem, das GOtt gefällt. Seufzen ist auch Gebet, und jeder Seufzer eines GOtt suchenden Herzens dringt zum Herzen GOttes. Sey nur stille und harre des HErrn; Er sagt: Wenn ihr stille bliebet, so würde euch geholfen, durch Stilleseyn und Hoffen würdet ihr stark seyn(Jes. 30, 15.). §. 44. 5) Andere Gründe, durch die man oft vom heiligen Abendmahl zurückgehalten zu seyn glaubt, sind: große Geschäfte und Zerstreuungen im Beruf und Umtrieb des täglichen Lebens, schwere Leidens-— umstände und Anderes, was das Gemüth einnimmt und beschwert. Soll man sich dadurch wirklich abhalten lassen? Wenn freilich die Seele in irdische Sorgen so verstrickt und versenkt ist, daß sie keinen Aufschwung ur Ewie so hat Abendma alhzu zet inherlich Unter und aus Reistlicher unter är und Du lschen heiligen den HE L5,7 in allen ganz än mit Dai Und de nicht fü wird fi jglicher Rroßes nacht g lisen, lassen Hawisse HErm elegen harre i Kraf, Rom Iunder ben dei⸗ ge dem helfen, , deren „deren len.— nd doch dir, so schwach⸗ sollen, etttitt u. Der tes lun⸗ Geistes) em, das d jeder gt zum rte des würde würdet heiligen große uf und idens— innimmt abhalten Sorgen sschwung Wer darf zum heil. Abendmahl gehen? 111 zur Ewigkeit und keinen freien Zugang zu GOtt hat, so hat sie auch keinen freien Hintritt zum heiligen Abendmahl, doch kann ein redliches Herz auch meinen, allzu zerstreut und so unwürdig zu seyn, während es innerlich doch würdig ist und desto würdiger, je mehr es unter den äußeren Umständen sich bedürftig fühlt und aus dem irdischen Treiben heraus sich sehnt nach geistlicher Nahrung und himmlischer Erquickung. Wer unter äußerlichen Sorgen und Nöthen diesen Hunger und Durst nach der Gerechtigkeit und nach den himm— lischen Gütern in sich fühlt, der gehe getrost zum heiligen Abendmahl, er werfe alle seine Sorgen auf den HErrn, denn Er sorget für uns, wie Petrus sagt (I. 5, 7.) und Paulus gebietet: Sorget nichts, sondern in allen Dingen(auch in den kleinsten, gemeinsten und ganz äußerlichen) lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor GOtt kund werden(Phil. 4, 6.). Und der HErr selbst sagt Matth. 6, 34.): Sorget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Da ist uns ein großes Privilegium, eine herrliche Erlaubniß und Voll— macht gegeben, nicht zu sorgen, sondern ihn sorgen zu lassen, der gesagt hat: Ich will dich nicht ver⸗ lassen noch versäumen. Thue redlich, fleißig und gewissenhaft das Deine, das Uebrige überlasse dem HErrn, es ist ja doch Alles nur an seinem Segen gelegen. Lege dich wie ein Kind in seine Arme und harre in Allem auf seine Hülfe, und trachte aus aller Kraft, über Welt und Zeit dich aufzuschwingen zu Ihm, dem Vater der Geister, dem Bruder der Gläubigen, und ruhe in Ihm, der einzigen Ruhe der Seelen. 112 Belehrung. Dazu helfe dir das Abendmahl. Je ärmer du dich fühlst, desto mehr bist du sein bedürftig, und wenn du nur ernstlich nach göttlicher Hülfe und göttlichem Trost verlangst, so wird dir gewiß der am Kreuz für dich gebrochene Leib und das zu deinem Heil vergossene Blut dazu helfen. Viele Seelen bezeugen, daß sie nach dem Druck der Geschäftslast oder äußerer Noth gerade am meisten Segen vom Abendmahl gehabt haben, während sie in Zeiten äußerer Ruhe viel schwerere innere Zerstreuungen, viel mehr Trägheit und wenig Lust zum Göttlichen haben erfahren müssen. §. 45. 6) Eine besondere Abhaltung vom Abendmahl ist der Unfriede mit andern Menschen. Diese Abhaltung ist so lange bei dir gültig, als der Unfriede in dei— nem Herzen ist, als du nicht vergibst und nicht um Vergebung bittest. Hast du aber vergeben und um Vergebung gebeten und nur dein Widersacher will dir nicht vergeben, bist du in deinem Innern versöhnlich und versöhnt und nur dein Widersacher ist nicht ver— söhnlich, so bist du nicht gebunden, sondern darfst ohne Bedenken zum Tische des HErrn nahen. Nur ver— suche vorher alles Mögliche zur Herstellung des Frie— dens. Gehe zu deinem Gegner hin und rede freund— lich mit ihm, bitte ihn um Vergebung, auch wenn du recht hast, stelle dich als der Beleidiger, auch wenn du der Beleidigte bist, erweise deinem Gegner Wohl— thaten, um ihn zu gewinnen, und wenn alles Aeußere nichts hilft, so mache Alles innerlich vor GOtt ab, vergieb dem Gegner vor GOttes Angesicht, bitte für deinen F für den, Kindeslie die du hat für? Und wer die Schu Andern, Ind gehe 7)M1 abgehalte den Ihri schoͤne S der zusa neswegs syenn da Gründe nehmen, halten! Ibendme anschließ estnicht sllang Wenn si⸗ du dich henn du m Trost für dich ergossene sie nach gerade haben, chwerere d wenig nahl ist öhaltung in dei⸗ icht um und um will dit rsöͤhnlich icht ver⸗ st ohne ur ver⸗ 8 Frie⸗ freund⸗ wenn du wenll Wohl⸗ Aeußete Ott ab, hitte füt Ueber die Absicht des Abendmahlsgenusses. 113 deinen Fehler gegen ihn GOtt um Vergebung, bete für den, der dir übel will, und nähre so in dir die Kindesliebe, die IEsus befiehlt Matth. 5, 44.) und die du von ihm lernen mußt, der am Kreuz gebetet hat für Feinde, die ärger waren, als alle die deinen. Und wenn du so im Geist ganz ausgesöhnt bist und die Schuld der fortdauernden Trennung liegt blos an Andern, so stelle Alles dem heim, der da recht richtet, und gehe ohne Sorge zum Abendmahl. 7) Manche werden vom Abendmahl auch dadurch abgehalten, daß sie glauben, nur in Gemeinschaft mit den Ihrigen gehen zu dürfen. Nun ist es gewiß eine schöne Sitte, daß Mann und Frau, Eltern und Kin⸗ der zusammen zum Tisch des HErrn gehen, aber kei— neswegs darf man daraus ein Gesetz machen, und wenn das Eine oder Andere durch äußere oder innere Gründe verhindert ist, am heil. Abendmahl Theil zu nehmen, so darf das Andere sich dadurch nicht zurück⸗ halten lassen. Auch die Frau darf gar wohl das Abendmahl feiern, wenn auch ihr Mann sich ihr nicht anschließen kann oder will. Männer besonders sind oft nicht dazu geneigt, da müßten die Frauen oft all⸗ zulang die Segnungen des Abendmahles entbehren, wenn sie an einander gebunden wären. Siebente Abtheilung. Einige Regeln über den Abendmahlsgenuß. §. 46. I. Ueber die Absicht des Abendmahlsgenusses. 1) Komme nicht aus bloßer Gewohnheit. Viele haben die Sitte, des Jahres einigemale zum Abend⸗ mahl zu gehen, und wenn die dazu vielleicht schon be— Kapff, Communionbuch. 8 114 Belehrung. stimmten Tage herbeikommen, so schicken sie sich dazu an. Diese Gewohnheit ist recht und gut, aber ein gro— ßer Fehler ist es, wenn sie blos als äußerliche, her⸗ gebrachte Sitte geübt wird, ohne Buße, ohne Verlan⸗ gen des Geistes, ohne viel über sich selbst und über die hohen Zwecke und Segnungen der heiligsten Hand⸗ lung nachzudenken. GOtt will solche Anbeter, die ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten(Joh. 4, 24.). 2) Komme nicht um der Leute willen, damit sie dich für fromm halten, oder gar, damit sie dir das Böse, in dem du steckest, nicht zutrauen, oder es dir um so eher vergeben. Bedenke den schrecklichen Fluch, der die Heuchler trifft, und wisse, daß du es in die⸗ ser heiligen Handlung gar nicht mit Menschen zu thun hast, sondern blos mit dem heiligen und gerechten GOtt, der Herzen und Nieren prüft, der alle Unlauterkeit sieht und im Gericht an's Licht bringen wird, was im Finstern verborgen war(1 Cor. 4, 5.). 3) Komme nicht in Werkheiligkeit. Viele meinen, mit dem Abendmahl GOtt einen Dienst zu thun, und so sich ein Verdienst zu erwerben. Hat denn der Bettler ein Veerdienst, der dich um ein Almosen bittet, und hat der Kranke ein Verdienst, der die Arz⸗ nei nimmt? Denke an das Wort des HErrn Matth. 7, 21.): Es werden nicht Alle, die zu mir sagen: HErr, HErr, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Dieser Wille ist Buße, Glaube, Heiligung. Dazu sind die äußerlichen Religionshandlungen bloße Mittel, wie das Essen zur Arbeit. So wenig das Essen ein Ver— dienst gibt, so wenig der Abendmahlsgenuß. 4) Komme nicht, um dein Gewissen einzu⸗ schlaͤfe meinen, Bagebu Gabisse uhig w Helligun, HErnn „Höret von So Voll eurer L Speiso Gräuel. Nhres audurch drussig Liel bet sud v vom B Uus m HErr: Opfer, Brand daür nichen einer de S Gaul Net nit 3 ich daw ein gro⸗ he, her⸗ Verlan⸗ nd über Hand⸗ die ihn 4„ 24.). „, damit dir das 1es dit n Fluch, in die⸗ zu thun n GOtt, lauterkeit was im Viele Dienst zu Hat denn Alnosen die Atz⸗ Matth⸗ r sagen: sondenn Himml Dam siud itel, wie ein Ver⸗ einzu⸗ Ueber die Absicht des Abendmahlsgenusses. 115 schläfern. Viele genießen das Abendmahl, weil sie meinen, dadurch werde Absolution oder Ablaß und Vergebung der Sünden ertheilt und so Alles, was ihr Gewissen beschwert, abgemacht, und sie können dann ruhig wieder im Sündendienst fortmachen. Solche Ent— heiligung des Heiligsten ist ein Gräuel vor dem HErrn und es gilt ihr das Wort(Jes. 1, 10 ff.N „Höret des HErrn Wort, ihr Fürsten(Vornehme) von Sodom, nimm zu Ehren unseres GOttes Gesetz, du Volk von(wie) Gomorra. Was soll mir die Menge eurer Opfer, spricht der HErr. Bringet nicht mehr Speisopfer so vergeblich. Euer Räuchwerk ist mir ein Gräuel. Meine Seele ist feind euren Neumonden und Jahreszeiten(der Art, wie ihr Feste feiert und mich dadurch zu versöhnen meinet), ich bin derselben über— drüssig, ich bin es müde, zu leiden, und ob ihr schon viel betet, höre ich euch doch nicht, denn eure Hände sind voll Blutes. Waschet, reiniget euch, lasset ab vom Bösen, lernet Gutes thun, dann kommt und laßt uns mit einander rechten.“ Und Hos. 6. spricht der HErr:„Ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer, und am Erkenntniß GOttes, und nicht am Brandopfer.“ 5) Komme in demüthigem Gefühl deiner großen Bedürftigkeit und in herzlichem Verlangen nach der reichen Gnade deines HErrn, komme um Vergebung deiner Sünden, aber auch, um Kraft zum Kampf gegen die Sünde zu erlangen, komme, um Stärkung deines Glaubens und deiner Hoffnung, aber auch neue Kraft der Liebe und Heiligung zu bekommen, komme, um mit IEsu vereinigt und durch ihn nach Geist, Seele 8* 116 Belehrung. und Leib neu belebt zu werden, kurz: komme, um ein neuer Mensch zu werden.“ §. 47. II. Regeln über die Bereitung zum heiligen Abendmahl. 1) Nimm es damit nicht zu leicht. Aufrichtig und ernstlich sey deine Selbstprüfung, dein gan— zes Leben und alle deine Verhältnisse stelle vor den Spiegel des göttlichen Wortes und laß vom Geist des HErrn Alles dir aufdecken, was er wider dich hat. Gehe die Gebote GOttes alle durch, du wirst bekennen müssen, daß du kein einziges recht gehalten hast. Und so Jemand das ganze Gesetz hält und sündigt an einem, der ist es ganz schuldig(Jak. 2, 40.). Hievon handelt das dritte Kapitel dieses Büchleins. 2) Nimm es aber auch nicht zu schwer. Das I. Abendmahl ist ein seliges Geheimniß, nicht ein schauer— ö volles, vor dem man zittern müßte, es ist kein Ge— richtsmahl, sondern ein Freuden⸗ und Liebesmahl. 1 Fürchte dich nicht, glaube nur. Ein bußfertiger Blick in's Herz und ein glaubiger auf IEsu Kreuz— das ist doch ein leichter Weg zum Tisch des HErrn. Denke nur recht fleißig an sein Leiden und an seinen ö Tod und eigne Alles dir zu, was er in Gethsemane ö und auf Golgatha für dich gethan hat, so darfst du ö in fröhlichem Glauben seinen Leib essen und sein Blut trinken. Als Mittel zu solcher Betrachtung des Todes IEsu ist besonders ein aufmerksames Lesen und Er— wägen der Leidens geschichte zu empfehlen, so wie auch der letzten Reden IEsu in Joh. 12— 17. Wer diese heiligen Schriftworte ernstlich erwägt und unter gründlicher Selbstprüfung und Buße auf sein 0 tihen H muniont 97 äußerl Rdacht demn thi dud He Adacht Jormen gang n laß dir ihn um Rß U Schrän Stündl sice K er ge sel u Voche 5 auf Wuulue vh Heun e, un igen uftichtig in gan⸗ vor den heist des ich hat. bekennen t. Und digt an Hievon . Das schauer⸗ ein Ge⸗ Hesmahl. fertiger dteuz— HErrn. n seinen thsemane arfst du ein Blut 3 Todes und Er⸗ so wie Regeln über die Bereitung zum heil. Abendmahl. 117 eigen Herz und Leben anwendet, der bedarf keines Com⸗ munionbuches, deßwegen 3) setze die Bereitung auf das Abendmahl nicht in äußerliches Lesen und Beten aus menschlichen Andachtsbüchern, laß nicht Andere für dich reden, son— dern thue selbst, was nöthig ist, durch Eindringen in das Heiligthum GOttes, hüte dich vor blos gemachter Andacht, vor bloßem Nachbeten, vor Lippendienst und Formenwesen, suche in einen recht vertraulichen Um— gang mit deinem GOtt und Heiland zu kommen und laß dir vor Allem von ihm geben, was dir fehlt, bitte ihn um die rechte Buße und um lebendigen Glauben. Laß dich von ihm zubereiten durch seinen Geist. Schränke auch deine Bereitung nicht auf besondere Stündlein oder blos auf Einen Tag ein, das hochhzeit— liche Kleid ist kein Rock, den man blos einige Zeit oder gar nur während der Abendmahlsfeier anlegt, es soll uns immerdar zieren und besonders die ganze Woche vor dem Abendmahl soll dazu gesegnet werden, es auf's Neue mit seinem ganzen Schmuck anzuziehen. Paulus sagt: betet ohne Unterlaß(1 Thess. 5, 24 0„ d. h. stehet allezeit im Geistesumgang mit GOtt, auch wenn die Hände nicht gefaltet sind. So sollte man auch immer in der Verfassung stehen, daß man jeder⸗ zeit ohne lange Bereitung einen freien Hintritt zum Tische des HErrn hätte. Wer im rechten Gottesleben steht, der kann in jeder Stunde zum heiligen Abend— mahl gehen. Bei einem Solchen ergibt sich auch von selbst 4) die Regel: gehe oft zum heiligen Abend⸗ mahl. Die ersten Christen feierten dasselbe zuerst alle Tage, dann alle Sonntage. Sie waren der richtigen 118 Belehrung. Ueberzeugung, daß wir in der Wüste dieses Lebens das himmlische Manna recht oft vonnöthen haben. Und je mehr wir von dem unaussprechlichen Werth dieses heiligen Gnadenmittels überzeugt sind, desto größer wird unser Hunger nach demselben seyn. Die Brüdergemeinen feiern es daher alle Monate, und das ist nicht zu viel. Nur bei leeren Gewohnheitsmenschen kann es dadurch an Bedeutung verlieren. §. 48. III. Für die Abendmahlsfeier selbst kannst du dir Folgendes merken: 1) Tritt zum Tische des HErrn in heiliger Ehr— furcht und Beugung, aber auch in hoher, festlicher Freude über die große Ehre und die unschätzbaren Güter, die dir da zu Theil werden. Komm mit einem Herzen, das GOtt nichts als Gutes zutraut und durch seine Freundlichkeit wie von dem milden Sonnenlicht sich bestrahlen läßt. Komm mit dem Sinn Pauli: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich zu dem, was vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziele, nach dem Kleinod, welches vorhält die himmlische Be— rufung GOttes in Christo IEsu(Phil. 3, 13.). Vergiß, was dahinten ist, vergiß Alles, was dich drückt und beschwert, und wenn du sorgst, unwürdig zu seyn, so denke an Pauli Worte: Nicht, daß ich es schon ergriffen habe, oder schon vollkommen sey, ich jage ihm aber nach, ob ich es auch ergreifen möchte, nachdem ich von Christo IEsu ergriffen bin(Phil. 3, 12.). Was du noch nicht hast, kann dir im Abendmahl ge— geben werden. Wenn du schon Alles hättest, so wäre es ja nicht mehr nöthig. Aber je ärmer du bist, desto mehr kann es dich reich machen. Daher Mm Wendma noch nad Effreulic Conne i grade e Ihum sei licht ge nicht au der Gla lonnen ind scho Hauptsa Ris Gle flhlswe Ne kein n schw de nick Mt i de Urs in seine ir gih sondenn 2 wä Res V nen d Wuus Rig dU Dam denle Lebens haben. Werth „desto 1. Die und das menschen du dit r Ehr⸗ festlicher hätzbaten lit einem nd durch nnenlicht jage ihm nachdem 3, 12.. mahl ge— so wäre it, destob 11 Bemerkungen über die Abendmahlsfeier. 2) miß deine Würdigkeit und miß den Segen des Abendmahls ja nicht nach Gefühlen, weder vor noch nach demselben. Selige Empfindungen sind etwas Erfreuliches, aber sie sind nicht die Sache selbst. Die Sonne ist doch am Himmel, auch wenn sie dich nicht gerade erleuchtet. So ist IEsus da und der Reich— thum seiner verheißenen Gnadengüter, wenn du auch nicht gerade von Allem das Gefühl hast. Wir sind nicht auf's Gefühl angewiesen, sondern auf's Glauben, der Glaube macht selig, nicht das Gefühl. Manche können Thränen vergießen vor lebhaften Rührungen und schönen Gefühlen, und es fehlt ihnen doch an der Hauptsache, an der rechten Buße und am rechten Ernst des Glaubens und der Heiligung. Das bloß e Ge⸗ fühlswesen ist ein Rauch, der schnell verfliegt, Wolken, die keinen Regen geben, wenigstens keinen befruchtenden, ein schwächliches, unwirksames Schwärmen. Selig sind, die nicht sehen und nicht fühlen und doch glauben. Nicht in uns liegt der Segen des Abendmahls oder die Ursache des Segens, sondern in dem HErrn und in seiner Verheißung. ͤ 3) Siehe beim Abendmahl nicht auf den, der es dir gibt, und nicht auf die, die es mit dir genießen, sondern allein auf deinen Heiland, als ob er allein da wäre und du mit ihm. Er gibt es dir kraft sei⸗ nes Wortes und seiner Verheißung. Menschen kön⸗ nen das Sakrament weder machen noch verhindern. IEsus gibt es dir und ihn siehe an, als ob er leib⸗ haftig vor dir stände und zu dir spräche: nimm hin, das ist mein Leib, nimm hin, das ist mein Blut. Darum laß kein Aergerniß in dir aufkommen, denke an deine Fehler, nicht an die Anderer, und Belehrung. 120 bekümmere dich um dich, nicht um Andere, bete für sie und liebe auch die, die dir zuwider sind, und wisse, daß das Abendmahl ein großes Versöhnungs⸗ mahl ist. §. 49. IV. Nach der Abendmahlsfeier hast du 1) recht herzlich zu danken und zu loben für das hohe Gut, dessen dein HErr dich gewürdiget hat, und dessen ganzen Segen dir erst die Ewigkeit auf— decken wird. Da können dir die Lob- und Dankpsal⸗ men treffliche Worte in deinen Mund geben, z. B. Psalm 23, 33, 66, 95, 99, 100; besonders aber Ps. 103, 113, 18, 145, 147, 148, 150 2) Trachte aber auch, den empfangenen Segen treulich zu bewahren, und der hohen Vereini— gung, in die sich der HErr mit dir begeben, würdig und theilhaftig zu bleiben. Besudle das hochzeitliche Kleid nicht durch neue Sünden und kämpfe in Kraft der himmlischen Speise gegen Satan, Welt und Fleisch. Wandle in der Liebe dessen, der dich so hoch geliebet hat, trachte dem Geliebten, der sich mit dir vermählt hat, zu gefallen in allen Dingen, und behalte die un— sichtbare Welt, die dir im Abendmahl so freundlich auf— geschlossen wurde, fest im Auge. Suche was droben ist, nicht was auf Erden ist. 3) Wenn aber auch nach dem Abendmahl das Fleisch sich wieder regt und die Sünde dir noch immerdar anklebt und dich träge macht und unrein, so glaube deßwegen nicht, du seyest unwürdig zum Abend— mahl gegangen und es nütze dir nichts. So lang wir im Fleisch sind, so lang haben wir zu kämpfen mit Fleisch und Blut und mit den Werken und Geistern der Fit dem 3 Kindlei Gesagtt Und o haben Christu soͤhny die un Meagibt Neue Buße det H. Ein A sondert dodev bete für ind wis, nungs⸗ du ben für diget hat, keit auf— Dankpsal⸗ I„ 5. O. aber Pf. n Segen Weeini⸗ „würdig schzeitliche in Kraft d Fleisch. geliebet vermählt e die un⸗ dlich auf⸗ 150 droben nahl dab dir noch nrein, se m Abend⸗ lang Wil pen mit ö Geisen Warum sollen wir uns selbst prüfen? 121 der Finsterniß(Ephes. 6, 12.). Daher gilt auch nach dem Abendmahl das Wort(1 Joh. 2, 1.):„Meine Kindlein, solches(auch das über das Abendmahl hier Gesagte) schreibe ich euch, auf daß ihr nicht sündiget. Und ob(wenn auch immer noch) Jemand sündiget, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, JIEsum Christum, der gerecht ist, und derselbige ist die Ver— söhnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für der ganzen Welt.“ IEsus vergibt nicht nur Einmal, sondern alle Tage auf's Neue, wenn wir nur allemal wieder mit neuer Buße und neuem Glauben und neuem Ernst und Eifer der Heiligung kommen. Deßwegen ist auch nicht blos Ein Abendmahlsgenuß uns verordnet, wie Eine Taufe, sondern fortwährend oft wiederholt sollen wir des HErrn Tod verkündigen, bis daß Er kommt. Das dritte Kapitel. Selbstprüfung. §. 50. Warum sollen wir uns selbst prüfen? Der Apostel stellt als das einfachste Gesetz für den Zutritt zum heiligen Abendmahl(1 Cor. 11, 28.) das auf: Der Mensch prüfe sich selbst und also esse er von diesem Brod und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig, d. h. also ungeprüft und so unbußfertig, isset und trinket, der isset und trinket ihm selber das Gericht, damit daß er nicht unter— scheidet den Leib des HErrn. Darum sind auch so 122 Selbstprüfung. viele Schwache und Kranke unter euch und ein gut Theil schlafen, d. h. sind mit einem frühen Tod bestraft worden. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Diese Worte des Apostels zeigen, wie ernstlich der HErr darauf sieht, daß wir vor dem Hingang zu sei— nem Tische uns selbst prüfen. Ohne Selbstprüfung gibt es keine Selbsterkenntniß, ohne Selbsterkenntniß keine Buße, ohne Buße keinen Glauben, ohne Glau— ben kein Leben und keine Seligkeit, daher auch keine Würdigkeit zum heiligen Abendmahl. Wir erscheinen bei ihm vor dem Angesicht des HErrn und er will Wohnung in uns machen. Wo ist es daher nöthiger, des HErrn würdig zu seyn, als da! Wen das hoch— zeitliche Kleid nicht schmückt, der wird von dem Mahl des HErrn weggewiesen und in die äußerste Finster— niß geworfen. Dieses Kleid aber nimmt Niemand an, als wer sein eigenes Gewand als befleckt erkannt und in tiefer Heilsbegierde nach seinem Heiland sich sehnen gelernt hat. Dazu ist Selbstprüfung, d. h. Unter⸗ suchung, genaues Besehen und Erforschen unseres In— nersten nothwendig, weil die Selbstgerechtigkeit so tief in unserer Natur steckt und der Hochmuth, dieser Hauptstamm des Sündenbaumes, sich nicht beugen und demüthigen will und daher mit den Pharisäern spricht: ich habe keine Sünde. Solcher selbstgerechte und un— bußfertige Sinn möge das Wort des Apostels hören 1 Cor. 4, 4.):„Ich bin mir wohl nichts be⸗ wußt, aber darinnen bin ich nicht gerecht— fertiget, der HErr ist es aber, der mich richtet.“ So sagte der heilige Mann, der treu, wie kaum Einer, dem HErrn nachfolgte. Keiner Sünde war er sah er hist du Du sag Chre, slamme st vor kein G schen. Herbor Rroßen Was Rath werder einem ledet Heilat Richte 2C0 und Bͤche in w Nsteh Vor Helli Hasteh Heime de Pran und Rerro dere ein gut bestraft würden lich der zu sei⸗ prüfung lenntniß Olau⸗ ch keine scheinen er will zöthiget, hoch⸗ u Mahl Finster⸗ ind an, nt und sehnen Unter⸗ res In⸗ so lief dieser gen und spricht: ind un⸗ 3 höͤten ts be— erecht⸗ mich eu, Wie Cünde Warum sollen wir uns selbst prüfen? 123 war er in seinem Gnadenstand sich bewußt und doch sah er sich darum nicht als gerechtfertigt an. Wer bist du, daß du dich selbst rechtfertigen willst! Kannst du sagen: ich bin mir nichts bewußt? Gib GOtt die Ehre, vor ihm stehst du, seine Augen sind wie Feuer⸗ flammen, er erforscht Herzen und Nieren und nichts ist vor ihm verborgen, keine einzige That, kein Wort, kein Gedanke. Was kein Mensch sieht, hat GOtt ge— sehen. Und wenn es auch hier unten vor aller Welt verborgen bleibt, dort wird Alles offenbar. An seinem großen Tag wird er Alles an's Licht bringen, was im Finstern verborgen ist und den innersten Rath der Herzen offenbaren(1 Cor. 4, 5.J. Ja, dort werden die Menschen Rechenschaft geben müssen von einem jeglichen unnützen, sündlichen Wort, das sie ge— redet haben(Matth. 12, 36.). Das sagt IEsus, der Heiland, aber auch der Richter der Welt. Vor seinem Richterstul müssen wir Alle einst offenbar werden 2 Cor. 5, 10.). Da werden die Bücher aufgethan und die Menschen gerichtet nach der Schrift in den Büchern, nach ihren Werken(Offenb. 20, 42.0. in welch entsetzlicher Schmach werden da die Seelen dastehen, die sich hier versteckt und beschönigt haben. Vor GOtt und seinen Engeln, vor IEsu und seinen Heiligen, vor dem ganzen Geisterreich nackt und bloß dastehen, in der ganzen Häßlichkeit der Sünde, die ge— heimen Tücken des Herzens wie mit Flammenschrift an die Stirne geschrieben, alle Uebelthaten wie auf dem Pranger an die Brust geheftet, Alles gezählt, gewogen und zu leicht befunden, alle Täuschungen wie Nebel zerronnen, alle Sprichwörter, womit man sich und An-⸗ dere einschläferte, zu Schanden geworden, alle Flitter 124 Selbstprüfung. selbstgemachter Tugend herabgerissen, alle Stützen, dar— auf das verblendete Herz sich verließ, zerbrochen, und vom Throne GOttes herab der schreckliche Urtheils— spruch: Weiche, ich habe dich noch nie erkannt, du Uebelthäter!— O GOtt, was muß das seyn! Wie werden solche arme Seelen zu den Bergen schreien: fallet über uns, und zu den Hügeln: decket uns! Und wenn sie dann empfahen, nachdem sie gehandelt haben bei Leibes Leben, wenn das Wort erfüllt wird: wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden, o was wird es seyn um dieses Stürzen in die äußerste Fin— sterniß, oder gar noch tiefer in den Pfuhl, der mit Feuer brennet! Wer erschrickt nicht vor solchem Ende? Wer kann ruhig seyn im Leichtsinn der Sünde, wer in der Kälte des Unglaubens? Wahrlich ein Mann, der auf zerbrechlichem Nachen ohne Ruder und Com— paß sich dem sturmbewegten Meer preisgäbe, und von seinen hoch aufgethürmten Wogen sich umherwerfen ließe, er wäre nicht so thöricht, wie der, der gleichgültig und ohne gewisse Hoffnung in die Ewigkeit hinüber— fährt und dem Gericht verfällt. Wollen wir in dieses Zorngericht nicht verfallen, so müssen wir von dem Gnadengericht uns richten lassen. Denn nur, so wir uns selber richten und vom Geist GOttes uns richten lassen, nur dann werden wir nicht gerichtet von GOtt. Zu solchem Selbstge— richt aber führt allein die Selbstprüfung. Dazu ge— hört aber mehr, als blos das allgemeine Sün— denbekenntniß, das alle Welt im Munde führt, da selbst die Rohesten sagen:„Wo ist der Mensch, der keine Sünde hat! Irren ist menschlich, Alles unter der Sonne ist unvollkommen.“ Mit solchen Redens⸗ arten tr wieder e ohle Se doß deß dummt s Deßvege sunige eßtbeger ganen yume& nsehen Unneinhe Yͤser ti. dem, de m all hn neu genauer Eit Hewiss. euen luntte ihn ach ih im nd G ein Rui C nd so ml. shn, en, dar⸗ en, und Urtheils⸗ unt, du n Wie schreien: 8 Und lt haben rd: wer o was kste Fin⸗ der mit n Ende? de, wer Mann, id Com⸗ und von erwerfen ichgültig hinüber⸗ verfallen, richten und vonm werden Selbsthe⸗ Dazu ge⸗ Sün⸗ de fühtt, usch, der es untel Redens⸗ Was heißt sich selbst prüfen? 125 arten tröstet man sich und schläfert das Gewissen immer wieder ein.„Allzumal Sünder,“ das sollten wir nie ohne Scham und Beugung sagen und nie vergessen, daß deßwegen auch Alle allzumal verloren und ver— dammt sind, wo sie sich nicht bekehren zu IEsu Christo. Deßwegen ist das allgemeine, oberflächliche, leicht— sinnige Sündenbekenntniß nur eine neue Sünde, und deßwegen ist Selbstprüfung so nöthig, damit wir den ganzen Schaden unseres Wesens erkennen und unsere ganze Gerechtigkeit als ein unfläthiges Gewand lernen einsehen und um so vieler Sünden und so großer Unreinheit willen uns des Todes schuldig geben, aus dieser tiefen Noth aber dann alsbald uns aufrichten zu dem, der helfen kann und helfen will, und im Glauben ihm allein uns ganz in die Arme werfen, und durch ihn neue Menschen werden. Daher fragen wir nun genauer: §. 51. Was heißt sich selbst prüfen? Sich selbst prüfen heißt: in sein eigen Herz und Gewissen gehen und seine Buße, Glauben und neuen Gehorsam fleißig erforschen. Diese drei Punkte sind zum geistlichen Leben durchaus nothwendig, in ihnen besteht die Bekehrung oder Wiedergeburt, nach ihnen zu fragen, ist für's Geistliche so nöthig, als im Natürlichen die Frage nach Tauf-, Heimath— und Gesundheitsschein. Und wie man ohne Paß nicht in ein fremdes Land reisen darf, so gibt es ohne jene drei Eigenschaften keinen Eintritt in das Reich GOttes, und so auch keinen freien Hintritt zum heiligen Abend⸗ mahl. Zum wenigsten muß der ernstliche Wille da seyn, jene Eigenschaften zu haben. Daher müssen wir —* 126 Selbsiprüfung. darüber uns selbst prüfen, in unser Herz und Gewissen den vo hineingehen, wie man in ein Zimmer geht und das, auch h ö was darin ist, betrachtet und prüft, oder wie man in hlldigt. ein Buch oder Papier mit den Augen und mit dem Das ko NIl Geist hineingeht und prüft, was darin steht. Im Cewäg IR Herzen sind Gedanken, Worte, Gesinnungen, im Leben sonders sind Werke und Früchte des Inneren, die deutlich sicht— senba bar vor uns dastehen. Wie man den leiblichen Zustand hat, d prüft und sieht, ob einem an keinem Glied etwas wehe mächtig thue, so kann man prüfen, wo es dem Geiste fehle. Und da ist die Frage: wie steht es mit deiner Buße? Da haben wir zu erforschen, ob wir„unsere Sünden auch ernstlich erkennen, vor GOtt bekennen, herzlich. bereuen, verabscheuen und Leid darüber tragen.“ keine V Um aber unsere Sünden als wirkliche, große, straf— wir se ö würdige Vergehungen auch im Einzelnen zu erkennen und it und um über das ganze Verderben unserer Natur in's 5 Klare zu kommen, dazu müssen wir in den Spiegel ide des göttlichen Wortes sehen, in welchem wir die Eiden Flecken unseres inwendigen Menschen wahrnehmen. leben Dazu besonders ist uns das Gesetz gegeben. Das Sge Gesetz ist im Alten und Neuen Testament allenthalben Coar vertheilt, am kürzesten aber zusammengefaßt in den 1 V zehn Geboten und in der Bergpredigt. In letzterer Wd Rede legt IEsus die zehn Gebote zu Grund und er⸗ uiht kennt sie nach ihrem vollen geistlichen Sinn als ewig Vem gültiges Gesetz an. Daher hat der Catechismus sie ˙ ö als Haupttheil der christlichen Lehre festgehalten, be— Won ö sonders als Mittel zur Selbsterkeuntniß. Daher gibt i ö er auf die Frage: Wozu sind uns die zehn Gebote ä; GOttes(d. h. das Gesetz) gegeben? die Antwort: Zum Ersten dazu, daß wir daraus lernen unsere Sün⸗ u Gewissen ind das, man in mit dem ht. In im Leben lich sicht⸗ Zustand vas wehe ste fehle. Bußes Sünden henlich . e, straf⸗ erkennen atur ins Spiegel wir die rnehmen. n. Das lenthalben t in denn letteret und er⸗ als ewij izmus se lten, he aher Hiht Geboke Antwott: sere Süll⸗ Prüfung nach dem ersten Gebot. 127 den vor GOtt erkennen. Dazu wollen wir denn auch hier die zehn Gebote, besonders nach der Berg⸗ predigt, anwenden und nach ihnen uns selbst prüfen. Das kann ohne dieses Buch geschehen, durch ernstliche Erwägung der zehn Gebote, der Bergpredigt und be— sonders des zweiten und dritten Kapitels in der Of⸗ fenbarung, da sagt der HErr, was er wider uns hat, da deckt er den inneren Grund tief auf und treibt mächtig zur Buße. §. 52. Prüfung nach dem ersten Gebot. „Ich bin der HErr, dein GOtt, du sollst keine anderen Götter neben mir haben, d. i. wir sollen GOtt über alle Dinge fürchten, lieben und ihm vertrauen.“ Hast du das bisher gehalten? Ist das deine Freude und dein Trost, daß der HErr Himmels und der Erden dein GOtt ist, daß er als dein Vater dich lieben und für dich sorgen will, so daß du alle deine Sorge auf Ihn werfen sollst? Hat dieses theure Evangelium dein Herz mit Liebe und Vertrauen zu GOtt erfüllt? Liebst du ihn über Alles, so daß dir alle anderen Dinge und Menschen nicht über und nicht neben ihm, sondern weit unter ihm stehen? Wenn Fleischeslust, Augenlust und hoffärtiges Leben in deinem Herzen regieren, so sind die Dinge oder Menschen, an denen du deine Lust hast, deine Götzen. Vielen ist der Bauch ihr GOtt(Phil. 3, 19.), Essen und Trinken, Wirthshaus, leichtsinnige Gesellschaften, Tanz und Spiel, Wollust und Vergnügen aller Art, das sind die Götzen, denen Tausende huldigen und von 128 Selbstprüfung. denen das Wort GOttes sagt: die Welt vergeht mit ihrer Lust. Viele dienen dem Mammon als einem Götzen, und Geld regiert die Welt. Bist du von die— ser Geldliebe frei und setzest du deine Zuversicht nicht auf den ungewissen Reichthum, sondern auf den leben⸗ digen GOtt? IEsus sagt:„Ihr könnet nicht GOtt dienen und dem Mammon. Sammelt euch Schätze im Himmel! Wie schwer ist's, daß ein Reicher in's Himmelreich komme!“ Andern ist die Ehre der Welt oder ihr eigenes Ich der Götze, dem sie huldigen. Amt, Würde, An— sehen, Titel, Orden und Menschenlob verblendet viele Seelen und nimmt all ihr Dichten und Trachten ge— fangen. Bist du frei von solchem Menschendienst, von solcher Ehrsucht und Ruhmbegierde? IEsus sagt: „Wehe euch, so euch Jedermann wohl redet“ (Luc. 6, 26.). Trifft das dich nicht? Bist du nicht eitler Ehre geizig? Ist dir GOttes Urtheil mehr als aller Menschen Urtheil? IEsu Wohlgefallen lieber als aller Menschen Ehre? Trägst du auch die Schmach Christi? Bekennest du seinen Namen offen vor der Welt? Schämst du dich auch nicht, mit seinen Jün⸗ gern Umgang zu haben, obschon sie vor der Welt verachtet sind? Schämst du dich nicht der Bibel, der Kirche, religiöser Versammlungen und Uebungen? Stellest du dich nicht dieser Welt gleich? Sitzest du nicht, da die Spötter sitzen? Lachest du nicht mit ihnen? Schweigest du nicht, wo du zur Ehre GOt— tes und seines Wortes und der Jünger IEsu reden solltest? Bist du nicht gefangen in feiger oder doch feiner Menschenfurcht und in thörichter Menschengefäl— ligkeit? Richtest du dich nicht nach anderen Menschen, austatt n gen Bel Psu? den Mer Anecht Ott di dus Dei gast, h danken hangen au stolz litel in die gen inwerth Vahlthe Ootte en M batt, Id aue Loch th Villen Shritt Ke Hllige hilig, Lunken lächt h lidem V Hrur Rrte 0 eht mit einem hon die⸗ ht nicht leben⸗ GOtit Schätze her in's eigenes de, An⸗ et viele hten ge⸗ st, von fsagt: redet“ du nicht iehr als lieber Schmach vor der en Jüin⸗ er Welt bel, der bungen? üthest du icht mit e GOt⸗ su reden der doch hengefi⸗ Nenschen, Prüfung nach dem ersten Gebot. 129 anstatt nach IEsus? und nach leichtsinnigen, hoffärti⸗ gen Weltleuten, statt nach Jüngern und Jüngerinnen IEsu? Bedenke das Wort des Apostels:„Wenn ich den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich Christi Knecht nicht“ Gal. 1, 10.). Gibst du auch darin GOtt die Ehre, daß du erkennst und bekennst, alles das Deine sey nur von ihm, Alles, was du bist und hast, habest du nur seiner unverdienten Gnade zu danken? Oder rühmest du dich deß, das du em— pfangen hast, als der es nicht empfangen hätte? Bist du stolz auf eigene Vorzüge, übermüthig im Glück, eitel in Selbstgefälligkeit? Demüthigest du dich unter die gewaltige Hand GOttes? Erkennst du dich als unwerth aller Gnade und auch der kleinsten täglichen Wohlthaten? Stehst du in einer wahren Furcht GOrtes, in Ehrfurcht und Scheue vor seiner heili— gen Majestät, im Gefühl seiner beständigen Gegen⸗ wart, so daß du ihn vor Augen und im Herzen hast und aus Gehorsam gegen ihn in keine Sünde willigest, noch thust wider seine Gebote? Unterwirfst du deinen Willen dem seinigen und lässest du dich auf allen Schritten deines Lebens von seinem heiligen Auge lei⸗ ten? Lässest du auch deine Gedanken durch solche heilige Furcht GOttes regieren? oder bist du gleich— gültig, wenn ungöttliche oder gar gotteslästerliche Ge— danken in dir aufsteigen? Lässest du deine Seele viel⸗ leicht gar sich weiden an solchen innerlichen Bildern, Götzenbildern, Welt⸗, Lust⸗, Eitelkeits⸗, Mammons⸗ bildern? Wirfst du auch dein ganzes Vertrauen auf den HErrn? oder verlässest du dich auf Menschen, auf Fürsten, Gönner oder Reiche, auf Aerzte(2 Chron. 9 Kapff, Communionbuch. 130 Selbstprüfung. 16, 12), auf gelehrte und kluge Leute, auf Mann oder Weib, auf Eltern oder Kinder, auf Geld oder Gut, auf deinen Umtrieb und Geschäft, auf deine Ge— schicklichkeit und Kraft, auf deine Weisheit oder Ge— rechtigkeit? Wenn das die Stützen deiner Hoffnung sind, so hast du das ernste Wort zu bedenken:„Ver⸗ flucht ist der Mann, der sich auf Menschen verläßt und hält Fleisch für seinen Arm und mit seinem Her— zen vom HCErrn weicht. Der wird seyn, wie die Heide in der Wüste und wird nicht sehen den zukünftigen Drost(Jer. 17, 5.) Ueber dieses Alles kannst du in's Klare kommen, wenn du dich prüfest, welche Gedanken hauptsächlich in deiner Seele sich umtreiben, welche Bilder am meisten dich erfüllen? Gib dir einmal die Mühe, auch nur von einer Viertelstunde die Gedanken, die wie Vögel durch deine Seele flattern, aufzuschreiben oder doch recht genau dir zu merken. Du wirst dich ver— wundern, wie die Seele auf alles Mögliche verfällt und wie die Gedankenbilder oft wie Blitze sich drängen, aber du wirst auch finden, daß die allermei— sten Gedanken sich um's Irdische oder gar um Sünd— liches herumdrehen. Und das Bild, das am öftesten wiederkehrt und an dem du am liebsten stehen bleibst, das zeigt dir, was dein Götze, was deine Lieblings— sünde sey. Besonders auch im Gebet kannst du dich darüber prüfen. Wenn du vor den SErrn trittst und es treten da irdische Dinge wie Wolken zwischen ihn und dich, so daß du dich nicht aufschwingen kannst, sondern gefesselt an den Gegenständen deiner Lust und Sorge hängen bleibst, so erkenne daraus, welchen Götzen du den Abschied geben mußt. Und da gibt es gat fein Maht i Duge, um G mit le sei Scwest icht m dich, w lcher A OOtt Ind M lund ist und die Hules Wllen, RNer Ve Dunlst han u Ragen 10 Liel lu au Fin Kt Raliug W K. le hue 3 Ammt Idere 1 Mcht Wge uf Mann held oder deine Ge⸗ oder Ge⸗ Hoffnung 1.„ Ve⸗ verläßt nem Her⸗ die Heide ikünftigen kommen, uptsächlich lder am ühe, auch die wie iben oder dich ver⸗ e verfll Bltze sich allermei⸗ m Sünd⸗ n öftesten en bllibt, Lieblings⸗ du dich tritist ud ichen ihn n kanns, Lust und „welhen E gibt 0 Prüfung nach dem ersten Gebot. 131 gar feine, subtile Götzen. Kleine Dinge können große Macht über das Gemüth ausüben. Auch ganz erlaubte Dinge, ja selbst solche, die wir lieben sollen, können zum Götzen werden. Daher sagt JEsus: So Jemand zu mir kommt und hasset nicht(liebt mich nicht mehr als) seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigenes Leben, der kann nicht mein Jünger seyn(Luc. 14, 26.). Nun prüfe dich, wie weit du es in dieser Freiheit von kreatür— licher Anhänglichkeit gebracht hast und ob dir wirklich GOtt und IEsus mehr ist als das liebste Irdische und Menschliche. Ist wirklich kein Mensch dein GOtt? Und ist auch bei deinem Handeln und Wandeln GOtt und die Liebe zu ihm deine Triebfeder, oder thust du Gutes blos um dein selbst und um der Menschen willen, um Menschen zu gefallen, von Menschen Ehre oder Vortheil zu haben? Treibt dich die Liebe JIEsu? Denkst du auch fleißig an das, was Er für dich ge— than und gelitten hat? Oder bist du unempfindlich gegen seine Martern am Kreuze und gegen sein gan— zes Liebeswerk? Kannst du um deines Heilandes wil— len auch etwas verläugnen? dem Fleisch wehe thun? sein Kreuz auf dich nehmen und in Selbst- und Welt— verläugnung ihm nachfolgen? Und lässest du auch das Kreuz dir gefallen? Bist du geduldig in Trüb— sal? Oder ist ein mürrischer Sinn in dir, der nur gute Tage will und die bösen nicht auch für gut nimmt? Stößest du dich vielleicht auch daran, daß Andere es besser haben als du, daß es Bösen oft gut und Guten oft bös geht? Siehst du GOtt als un— gerecht, hart oder streng an und wirst irre an seinen Wegen? Oder bist du stille und lässest dich willig 9* 132 Selbstprüfung. mit verbundenen Augen führen, in dem festen Glau⸗ ben, daß denen, die GOtt lieben, alle Dinge zum Besten dienen müssen? Glaubst du, daß Alles von GOtt kommt und zu ihm führen soll? Kannst du Alles, auch das Kleinste und Gemeinste, auch das Widrigste und Bitterste aus der Hand GOttes anneh— men? Ist GOtt dein Element, in dem du ruhest, und kannst du wenigstens einigermaßen mit dem Apo⸗ stel Gal. 2, 20.) sagen:„Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes GOttes, der mich geliebet hat und sich selbst für mich dargegeben.“ §. 53. Prüfung nach dem zweiten Gebot. „Du sollst den Namen des HErrn, dei⸗ nes GOttes, nicht vergeblich führen. Das ist: Wir sollen GOtt fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöthen anru— fen, beten, loben und ihm danken.“ Ist der große Name GOttes und IEsu dir heilig und theuer? Oder führst du ihn gedankenlos und leichtinnig im Munde? Mißbrauchst du ihn zu unnö⸗ thigen Ausrufungen, Verwunderung, Betheurung u. dergl.? Und wenn du solchen Mißbrauch dir ange— wöhnt hast, trachtest du, ihn dir wieder abzugewöh— nen? Bedenkst du, daß GOtt den nicht ungestraft läßt, der seinen Namen mißbraucht, und daß im Namen IEsu sich beugen sollen alle Kniee derer, die im Himmel und auf Erden und unter der Erden sind? IEsus sagt: Eure Rede sey Ja, Ja, Nein, Nein, was darüber solgst gen be it u. un un Ind d Zufft hast di anlaßt Andere vor de Ren C Vahrl lten, und L licht: genau d ei U Mine Vand ich 6 bere Prif du i Rde dem, Hilf f Hr iht n Glau⸗ nge zum lles von annst du uuch das 8 anneh⸗ uuhest, dem Apo⸗ nun nicht ich jeht uben des sich selbt . n, dei⸗ n. Das wir bei n, lügen hen antu⸗ dir heiliz nlos und zu unno⸗ urung u. dit ange⸗ bugewöh⸗ staft liß, m Namen die il den sudt Nen, was 133 Prüfung nach dem zweiten Gebot. darüber ist, das ist vom Uebel(Matth. 5, 37.). Be⸗ folgst du das, oder brauchst du öfters Betheurun— gen bei GOtt, bei JEsu, bei deiner Seele und Selig— keit u. dergl.? Oder kommt es gar bis zum Schwö— ren und Fluchen? Wer oft schwöret, der sündiget oft, und die Plage wird von seinem Hause nicht bleiben. Trifft das dich nicht? und wenn du selbst frei bist, hast du nicht Andere zum Fluchen oder Schwören ver⸗ anlaßt oder gereizt? Hast du diese Sünde auch an Anderen gestraft und sie gewarnt? Und wenn du je vor der Obrigkeit dich betheuern mußtest, hast du dei⸗ nen Eid oder dein Handgelübde auch mit voller Wahrheit ausgesprochen, und hast du auch treulich ge⸗ halten, was du versprachest? Hast du auch den Amts⸗ und Berufs⸗Eid gewissenhaft gehalten? Hast du viel⸗ leicht vergessen, was du gelobt hast? Hast du es nicht genau damit genommen und dich mit Anderer Mein⸗ eid eingeschläfert? O! gib GOtt die Ehre, Er sieht in's Verborgene. Schrecklich ist sein Gericht über die Meineidigen. Hast du auch im gemeinen Handel und Wandel nie auf lügenhafte und betrügerische Weise dich betheuert? Hast du auch vor allen finstern Werken der Zau⸗ berei und des dämonischen Aberglaubens dich gehütet? Prüfest du die Geister, ob sie aus GOtt sind? Hast du in allen Nöthen den Namen GOttes vor allem Anderen angerufen und GOtt die Ehre gegeben als dem, der allein helfen und allein zu aller menschlichen Hülfe seinen Segen geben kann? Und wie steht es mit deinem Gebet? Trifft dich der Vorwurf des HErrn: Dieß Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir? Ist dein Gebet bloßes Selbstprüfung. 134 Gewohnheitswesen, leere Ceremonie, äußerliche Form, Uben? um abzumachen, was zur frommen Sitte gehört oder Ind bist um GoOtt einen Dienst und Gefallen zu thun? Ist lRder H es vielleicht bloßes Wortemachen oder Buchablesen? Oder weißest du als ein Kind mit dem Vater zu re— +* den und stehst im herzlichen Umgang mit IEsu, so„Du RIN daß dein Herz bei ihm ist? Betest du auch für An— Wit UNN dere und erstreckt sich solche Fürbitte auch über udigt Nichtchristen, die noch ferne sind vom Reich GOttes? slbe hei Trägst du Freund und Feind, ja die ganze Menschheit Sth auf einem priesterlichen Herzen? Der IEsusname, heil den du anrufst, gebietet dir das. Und ist dein Gebet Iue, auch oft voll Lobens und Dankens für die unzäh— I den lichen Wohlthaten der göttlichen Gnade? Erkennst du, hauhst was der HErr an dir thut, der gnädige Schöpfer, Fal ö Erlöser und Tröster? Hast du ihm auch schon dafür Iug! V gedankt, daß du ein Mensch, ein Christ, ein Kind sle GOttes bist? daß er dir täglich Gesundheit, Nahrung, é Kleidung gibt, Licht, Luft, Wasser, gesunde Augen, 5 ö Ohren, Glieder u. s. w.? daß er sein Leben für dich shafen gelassen und den Himmel für dich eingenommen hat? Wdeth Gibst du für das Alles ihm auch die Ehre und trach— Im? test du, daß nicht nur in dir, sondern auch durch dich Vn in Anderen sein Name geheiligt werde? Gibst du in kein Aergerniß, so daß um deiner Unlauterkeiten üm willen der Name IEsu von der Welt gelästert wird? Hal Lässest du dein Licht so leuchten, daß dein Wandel M dem Namen deines HErrn und dem Glauben, den du 1 bekennst, Ehre macht, und daß auch Andere durch dei— Wne nen Wandel erbaut und gewonnen werden? Oder i schändest du den Christennamen? Ist dein Christen— K thum nicht bloßes Geschwäß, sondern That, Wahrheit, 90 e Form, zöͤrt oder n? N hablesen r zu re⸗ Esu, so für An⸗ ich übet GOttes? lenschheit susname, in Gebet e umzäͤh⸗ Nnst du, Schöpfer, on dafür ein Kind ahrung‚ Augen, für dich ien hat! ud trach⸗ Urch dich Bibst du uterkeiten kt wild? Wandel den du urch deit Oder Christen⸗ Bahchei Prüfung nach dem dritten Gebot. 135 Leben? Hast du nicht blos den Namen, daß du lebest und bist doch todt? Gehörst du nicht zu den Lauen, die der HErr ausspeit aus seinem Munde? §. 54. Prüfung nach dem dritten Gebot. „Du sollst den Feiertag heiligen. Das ist: Wir sollen GOtt fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern das⸗ selbe heilig halten, gerne hören und lernen.“ Stehst du in solcher Furcht GOttes, achtest du so des heiligen Sabbathtages und der andern festlichen Tage, die dem Dienste GOttes und der Befestigung in den theuersten Wahrheiten gewidmet sind? Ge⸗ brauchst du solche Tage wirklich zum Heil deiner Seele? zur Ruhe in GOtt, nicht zu leerem Müßig⸗ gang? zur Erbauung durch Gebet, Gottesdienst und stille Betrachtung des göttlichen Wortes? Oder ist dir der Sonn⸗ und Feiertag blos ein Tag der Lust und weltlichen Freude, ein Tag ausgelassener Gesell— schaften und Vergnügungen, so daß du deine Seele verderbest, statt sie zu fördern in geistlichem Wachs— hum? Mißbrauchst du die Tage des HErrn zur Ar⸗ beit und zu Geschäften, die sich leicht aufschieben lie⸗ ßen? Kannst du GOtt nicht einmal so viel Ehre thun, daß du ihm zu lieb einen Tag für dein ewiges Heil benützest, was ja nur dein eigenes Glück ist! Bist du so im Irdischen versunken, daß all dein Dich— ten und Trachten nur darauf hinzielt? Kannst du so deinen zu GOtt geschaffenen Geist verhungern lassen? Nur der Leib soll essen, der Geist aber soll schmach⸗ ten, er, der doch dein eigentliches Wesen, er, dessen Element GOtt ist, er soll seines Elementes beraubt 136 Selbstprüfung. seyn? Was kann grausamer und thörichter seyn, als solche Fleischlichkeit, die nur für das sorgt, was viel— leicht heute noch, eimmal aber gewiß sterben muß! Himmel und Erde werden vergehen, aber GOttes Worte vergehen nicht. Wie gehst du mit diesen Wor— ten GOttes und IEsu um? Ist dir die Bibel das liebste Buch? Liesest und betrachtest du sie mit inni— ger Heilsbegierde als einen Brief GOttes an dein Herz? Und lässest du dich durch ihre Wahrheit auch züchtigen und strafen und zum Guten treiben, zu neuem Leben im Glauben und in der Liebe? Ge— brauchst du dazu auch die Predigt des göttlichen Wor— tes in öffentlichen Gottesdiensten und häuslichen Ver— sammlungen? Oder hältst du dich von solchen ferne und beraubst dich so des Segens, den der HErr auf die Gemeinschaft der Heiligen legt? Und wie stehst du zu den heiligen Sakramenten? Ist es dir auch schon recht zum Dank geworden, daß der HErr dich in deiner frühen Kindheit schon durch die Taufe in seinen Gnadenbund aufgenommen hat? Ist es dir groß, daß du im heiligen Abendmahl den Leib und das Blut deines IEsu genießen darfst? Und thust du auch das mit der rechten Begierde und Verfassung des Herzens? Hast du dem HErrn auch schon dafür gedankt, daß er dich in einer Kirche hat geboren werden lassen, in der so reiche Gnadenmittel dir dar— geboten werden, in der du das lautere Wort GOttes hören oder doch allezeit lesen darfst und in der die Sakramente rein und lauter verwaltet werden? Denke doch an die Rechenschaft, die du über den Gebrauch dieser Gnadenmittel einst zu geben hast. Wer GOt— tes Wort verachtet, den wird GOtt auch verachten und v allen Heit v Leben, lomme Seele. 5. 35, 120 tet e! dit de sollen Ind H in Ch werth V nicht Rine Wandt in 9 duen Rin! steng E Joch che d du d muth Sieh diese Hih seyn, als was viel⸗ den muß! Gottes ssen Wor— ibel das mit inni⸗ an dein rheit auch iben, zu ebe? Ge⸗ hen Wor⸗ ichen Ve⸗ chen ferne HErr auf wie stehst t es dir det HEn ie Taufe öst es dir Leib und Und thust Verassung hon dafit t geboten dir dak⸗ It GOttis 1 der die 12 Denke Gebrauch der GOl⸗ verachte Prüfung nach dem vierten Gebot. 137 und verwerfen. Es gilt vom Wort GOttes, wie von allen Gnadenmitteln und Heilswegen, was die Weis— heit von sich sagt:„Wer mich findet, der findet das Leben, und wird Wohlgefallen von dem HErrn be— kommen. Wer aber an mir sündiget, der verletzet seine Seele. Alle, die mich hassen, lieben den Tod“(Spr. 8. 35. 36.). §. 55. Prüfung nach dem vierten Gebot. „Du sollst deinen Vater und deine Mut-⸗ ter ehren, auf daß du lange lebest im Lande, das dir der HErr, dein GOtt, geben wird. Das ist: Wir sollen GOtt fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und werth halten.“ Wie hältst du dieses Gebot? Ehrst und liebst du, nicht mit Worten blos, sondern auch mit der That, deine Eltern, Stief⸗, Schwieger⸗-, Groß-Eltern, Ver⸗ wandte, ältere Geschwister, Lehrer und alle Vorgesetzte im geistlichen, weltlichen und Haus-Stand? Gehorchst du nicht blos den gütigen und gelinden Eltern, Leh— rern und Vorgesetzten, sondern auch den wunderlichen, strengen, harten? Denkst du auch an das Wort: Es ist dem Mann ein köstlich Ding, daß er das Joch in seiner Jugend trage? Willst du herrschen, ehe du gedient, befehlen, ehe du gehorcht hast? Willst du dir nichts gefallen lassen? Je tiefer du dich de— müthigest, desto höher kann dich der HErr erhöhen. Siehe die Treue Josephs an und seine Niedrigkeit; dieser tiefe Verläugnungsweg führte zu so herrlicher Höhe. Gleichet ihr ihm. ihr Knechte und Mäg de? 138 Selbstprüfung. Kann man euch auch Alles so anvertrauen, wie ihm? Seyd ihr so fleißig und gewissenhaft, so keusch und fromm wie er? Erschrecket ihr denn nicht, wenn der Geist des Murrens und der Unzufriedenheit über euch kommt? Ist es recht, daß ihr in Schwätzereien euer Herz ausleeret, statt es zu füllen mit GOttes Gnade, mit Liebe, Friede und Freude im heiligen Geist? Hat man denn über euch nicht auch zu klagen? Thut ihr, was ihr könnet? Erfüllet ihr eure Pflicht und thut ihr es nicht blos vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern um des HErrn willen von Herzen, mit gutem Willen? Ihr Herrschaften aber, beweiset ihr euren Dienstboten, was recht und billig ist? Lasset ihr das Dräuen und seyd ihr nicht zu streng und zu hart? Bedenlet ihr, daß ihr auch einen HErrn im Himmel habt, vor welchem kein Ansehen der Person ist? Und ihr Vorgesetzte, erzeiget ihr den Unterthanen die Liebe und väterliche Fürsorge, die ihr ihnen schuldig seyd? Wachet ihr als Hirten über ihrem geistlichen und leiblichen Wohl, oder betrachtet ihr sie blos als Schafe, die ihr scheeren und plagen dürfet? Ihr Un⸗ terthanen aber, leistet ihr gewissenhaft, was das Recht und Gesetz von euch fordert? Steuer, Abgabe, Zoll, Furcht, Ehre, wie sich's gebühret(Röm. 13, 7.)? Oder lasset ihr von finstern Widerspruchsgeistern euch einnehmen und zum Ungehorsam oder doch zum Murren und Schimpfen verleiten? Wer solches thut, der beraubt sich des Segens GOttes, und die widerstreben, werden über sich ein Urtheil empfahen. Een GL sten an sondern nöͤthen. Wi ein Ge Mesch hittern hu die dich de Rilleic nit sei h„ 5 Hroh Feuers 9, 15. Ladtse hat da ennste wͤt, suhst ma Ihmal ursoh Lest d asen sllgen nahl Nß! uhr ie ihmꝰ isch und henn det ber euch ien euet Gnade, st“ Hat hut ihr, und thut nschen zu Herzen, r euren t ihr das zu hatt! Himmel st! Und anen die chuldig geislichen blos als Ihr Un⸗ was das Abgabe, 13, 70. sten euh m Murten er beraubt u, werden Prüfung nach dem fünften Gebot. 139 §. 56. Prüfung nach dem fünften Gebot. „Du sollst nicht tödten. Das ist: Wir sol— len GOtt fürchten und lieben, daß wir unserem Näch— sten an seinem Leib keinen Schaden noch Leid thun, sondern ihm helfen und ihn fördern in allen Leibes⸗ nöthen.“ Wie hast du bisher dieses Gebot befolgt? Ist nie ein Gedanke in dir aufgestiegen, der irgend einem Menschen den Tod wünschte? Hast du gegen Niemand bittern Haß und Feindschaft im Herzen? Bekämpfst du die Leidenschaft des Zorns oder überlässest du dich deiner natürlichen Heftigkeit und entschuldigst dich vielleicht damit, so sey deine Natur? IEsus sagt: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schul— dig, und wer zu seinem Bruder sagt: du Narr lihn grob beleidigt und schmäht), der ist des höllischen Feuers schuldig(Matth. 5, 22.). Und Johannes(I. 3, 15.) sagt: Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todtschläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Trifft dieses ernste Wort dich nicht? Vergibst du, wo du beleidigt wirst, bittest du um Vergebung, wo du beleidigt hast, suchst du alles Unrecht, alle Uebereilung möglichst gut zu machen? Denkst du an IEsu Wort, daß du sieben⸗ zigmal siebenmal vergeben sollst? Bist du von Herzen versöhnlich und friedfertig, liebst du deine Feinde, seg⸗ nest du, die dir fluchen, thust du wohl denen, die dich hassen, bittest du für die, die dich beleidigen und ver— folgen? Kannst du insbesondere zum heiligen Abend⸗ mahl mit einem ganz versöhnten Herzen kommen, so daß keine geheime Feindschaft, keine Rache, kein Zorn mehr in dir ist? 140 Selbstprüfung. Wie steht es überhaupt bei dir mit der Liebe zu allen deinen Nebenmenschen? Kannst du deinen Näch— sten lieben als dich selbst, thust du ihm, was du willst, daß er dir thue, und thust du ihm nicht, was du willst,‚ daß er dir nicht thue? Siehst du auch als deine Näch— sten nicht blos Verwandte und Freunde an, sondern alle Menschen, sonderlich die deiner Hülfe bedürfen? Kannst du dich zu denen rechnen, zu denen JEsus am großen Gerichtstag sagt: Ich bin hungrig gewesen und ihr habt mich gespeiset, ich bin durstig gewesen und ihr habt mich getränket, ich bin ein Gast gewesen und ihr habt mich beherberget, ich bin nackend gewesen und ihr habt mich bekleidet, ich bin krank gewesen und ihr habt mich besuchet, ich bin gefangen gewesen und ihr seyd zu mir gekommen(Matth. 25, 35.)? Thust du solche Werke der Barmherzigkeit, so gut es in deinen Kräften steht? Thust du Gutes an Jedermann, beson⸗ ders aber an des Glaubens Genossen(Gal. 6, 10.)2 Hilfst du überhaupt deinem Nächsten, wo du kannst, mit Rath und That, förderst du das Wohl seines Leibes und seiner Seele in allen Nöthen und wo du sonst kannst, sorgst du besonders treulich für das Wohlseyn derer, die dir anvertraut sind, und kommt dir keinerlei Verwahrlosung zur Schuld? Thust du auch für dein eigenes Wohl, was du nach GOttes Willen sollst und darfst? Gehörst du nicht zu denen, über welche der Apostel(Col. 2, 23.) klagt, daß sie des Leibes nicht verschonen und dem Fleisch nicht seine Ehre thun zu seiner Nothdurft? Thust du dem Leib nicht wehe und verkürzest du nicht sein Leben und seine Gesundheit und Kraft durch allzu große Anstrengung, durch geizige Enthaltsamkeit oder auch di Zunlen Hedanke vewüns ne W cen U gfallen Hibst! Vott Hochbedi Wider d Heishe Ind der 9— solene sichtig in G Liebe n nen Nöch⸗ du willt, du wills, eine Näch⸗ „ sonden bedüͤrfen!? WSsus am wesen und wesen und wesen und wesen und n und iht n und ihr Thust du in deinen m, beson⸗ 6, 10.J du kannst ohl seines n und wo für dab ind komml was du hehörst d 1. 2. 2. und dem Nohdunst st du nich durch al mleit ode Prüfung nach dem sechsten Gebot. 141 auch durch lüsterne Unmäßigkeit im Essen und Trinken? Sind dir vielleicht gar schon selbstmörderische Gedanken gekommen, hast du den Tag deiner Geburt verwünscht, hast du das Leben als eine Last, statt als eine Wohlthat angesehen, oder stehst du noch in sol⸗ chem Ueberdruß? Dann kannst du GOtt unmöglich gefallen. Sorgst du auch für deine unsterbliche Seele? Gibst du ihr die geistliche Nahrung durch GOttes Wort und alle anderen Gnadenmittel, deren sie so hochbedürftig ist? Hütest du dich vor den Lüsten, die wider die Seele streiten? Trachtest du, zu wachsen an Weisheit, Frömmigkeit und so an Gnade bei GOtt und den Menschen? §. 57. Prüfung nach dem sechsten Gebot. „Du sollst nicht ehebrechen. Das ist: Wir sollen GOtt fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken und ein Jeglicher sein Gemahl liebe und ehre.“ Hast du diesem heiligen Gebot allezeit nachgelebt? Der du verheirathet bist, hast du gegen die Seele, mit der du verbunden bist, Treue gehalten und sie geliebi nach der Schrift als dein eigen Fleisch? Hast du auch ihre Fehler in Liebe und Sanftmuth getragen? Oder hast du gewünscht, ferne und getrennt von ihr zu seyn, oder dich gar wirklich getrennt? Hast du nach Anderen gesehen und Gefallen an Andern gehabt oder gar mit Andern dich eingelassen in vertrauten Um⸗ gang, in sündliche Verbindung? IEsus sagt: Wer ein Weib loder einen Mann) ansieht, ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen(Matth. 5, 2.). Mußt du vor diesem Wort —...—— 142 Selbstprüfung. nicht erröthen? Bist du keusch geblieben nicht blos dem Leib, sondern auch der Seele nach? Und führst du auch deine Ehe selbst keusch und züchtig, kannst du IEsum mit Ruhe in dein ganzes eheliches Leben hineinblicken lassen? Bedenkst du, daß dein und deines Ehegatten Leib ein Tempel des heiligen Geistes seyn und immer mehr der Auferstehung entgegenreifen soll, welches Reifen durch Unkeuschheit verhindert wird. Bedenkst du auch das, der du unverheirathet bist? Hältst du deinen Leib rein und keusch, als ein Gefäß der Gnade, als einen Tempel des Geistes? Du bist theuer erkauft, preisest du GOtt an deinem Leibe und in deinem Geiste, welche sind GOttes? Die Schrift sagt:„Fliehet die Hurerei, wer huret, der sündiget an seinem eigenen Leibe und hat kein Erbe an dem Reich Christi und GOttes“(1 Cor. 6, 18. Eph. 5, 5.). Bist du in diese große Sünde und Schande nie ge— fallen, hast du dich auch nie in Gefahr begeben, hast du keine unreine Lust und fleischliche Begierde in dir genährt, und wenn dir böse Gedanken aufstiegen, hast du sie bekämpft durch Beten und Arbeiten, durch GOt— tes Wort und Christi Kreuz? Kreuzigest du dein Fleisch sammt seinen Lüsten und Begierden? Kannst du mit Hiob(31, 1.) sagen: Ich habe einen Bund gemacht mit meinen Augen, daß ich nicht achtete auf eine Jungfrau(einen Jüngling)? Oder überlässest du dich der Augenlust ungescheut und lässest die Lust empfangen und vielleicht gar Sünde gebären? Fliehest du auch vor Allem dem, was dich zur Unkeuschheit verleiten könnte, vor schlechten Gesellschaften, unzüch— tigen, leichtsinnigen Büchern oder Bildern und dergl.? Wer sich in Gefahr begibt, kommt so leicht darin um, wer der schon ha stns seit vor solc Mißest d die Hand mneusche mteinen Enthältst um Bö lille, üy theidunge fühten, uur Bess Odtt f Eein Ge Waare Hut unn Thu hanꝰ ohne sei duch Entwen salose! nigkeiter Lalan ohlfei Gbst Ir Wa los dem du auch JEsum inblicken hegatten immer Reifen et bist? u Gefäß Du bist ꝛibe unt Schrift diget an m Reich 5, 5. nie ge— n, hast in dit en, hast 9 GOt⸗ 1 Flish du mit gemach uf eine ssst Du die Lus Fliche Keuschhel umzüch demgl. lrin um, Prüfung nach dem siebenten Gebot. 143 wer der Versuchung nicht aus dem Wege geht, ist schon halb von ihr gefangen, und es werden wenig— stens seine Gedanken dadurch befleckt. Hütest du dich vor solchen Befleckungen des Fleisches und Geistes? Reißest du das Auge aus, das dich ärgert, hauest du die Hand ab, die dich ärgert? Hütest du dich vor allen unkeuschen Berührungen, vor geheimen Sünden, vor unreinen und unzüchtigen Reden und Gedankenbildern? Enthältst du dich auch dessen, was dich und Andere zum Bösen reizen könnte, als da sind Unmäßigkeit, eitle, üppige Kleidung, leichtsinnige Possen und Narren⸗ theidungen u. dergl.? Suchst du deinen Wandel so zu führen, daß du deinem Nächsten gefallest zum Guten, zur Besserung? §. 58. Prüfung nach dem siebenten Gebot. „Du sollst nicht stehlen. Das ist: Wir sollen GOtt fürchten und lieben, daß wir unserem Nächsten sein Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Waare oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung bessern und behüten.“ Thust du das und hast du es jederzeit treulich ge— than? Hast du nie das Eigenthum eines Andern ohne sein Wissen und Willen an dich gebracht, sey es durch offenbares Wegnehmen oder durch heimliches Entwenden, durch List und Betrug oder andere gewis⸗ senlose Veruntreuung? Nimmst du es auch in Klei⸗ nigkeiten genau und bist du auch im Geringsten treu? Verkaufst du nicht zu theuer und kaufst du nicht zu wohlfeil, so daß der, dem du abhandelst, Schaden hat? Gibst du gute Waare und sagst du die Fehler schlech— ter Waare offen und redlich? Ist bei dir nichts von ö + 144 Selbstprüfung. falscher Waage, falschem Gewicht, falschem Maaß? Der HErr sagt, das sey ein Greuel vor ihm. Hast du nicht vielleicht in verborgenen Winkeln deines Her— zens oder Hauses Kunstgriffe, Handwerksvortheile, Ne— benrechnungen und andere Dinge, die das Licht scheuen müssen und das Gewissen belasten? Gehst du mit an— vertrautem Gut gewissenhaft um, bist du ein treuer Pfleger, Verwalter, Versorger? Gibst du den Dienen— den ihren rechten Lohn und ihre rechte Nahrung? Und ihr Dienende, seht ihr auf den Nutzen der Herr— schaft, veruntreuet ihr nichts durch Entwenden, Nach— läßigkeit, Faulheit? Und wenn du je unrechtes Gut an dich gebracht hast durch Stehlen oder Betrügen, trachtest du es auch zu erstatten, entweder dem Eigenthümer, oder wenn das nicht möglich ist, dem HErrn in Armen, Kranken, Nothleidenden? Und wenn es auch nicht zur äußerlichen That bei dir kommt, bist du auch frei vom Neid und von schnö— dem Eigennutz? Artet deine Sparsamkeit nicht in „Geiz, dein Erwerben nicht in Habsucht aus? Nimmst du nicht zu viel und gibst du nicht zu wenig? Hast du auch verdient, was du nimmst, und entziehst du nicht den Armen, was du aufhäufest? Siehst du die irdischen Güter an als etwas, das dir nicht angehört, als etwas Fremdes(Luc. 16, 12.), und trachtest du vor Allem Schätze im Himmel zu sammeln? Denkst du auch an das Wort: Machet euch Freunde mit dem un⸗ gerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten(Luc. 16, 9.)2 Hütest du dich auch vor allzu ängstlichen Sorgen und lässest du dir begnügen an dem, was da ist? Hütest du dich auch gungen durch M bostbaten Heistigen uur Ehte „Du deinen en und sich belü machen, ihm ride Wie du nie alsches schen? Resagt, gen, w hüten, küt? A uuhst d dut zu mhig iber i anders, aus,; lhscht hun ͤ slsche mhheitie I Maaß? Hast 8 Her⸗ le, Ne⸗ scheuen mit an⸗ treuer Dienen⸗ ihrung? Herr⸗ Nach⸗ es Gut trügen, er dem t, dem Und bei dit schnö— icht in Nimmst Hast n du die ngehöt, les d enlst du hem ume kbet, si 16, 9N en und ütest du Prüfung nach dem achten Gebot. 145 dich auch vor der feinen Art von Diebstahl, der be— gangen wird durch Mißbrauch der göttlichen Gaben, durch Müßiggang und unnütze Verschleuderung der so kostbaren Zeit? Gebrauchst du das Pfund, das im Geistigen und im Leiblichen dir anvertraut ist, GOtt zur Ehre, dem Nächsten zu Nutz und dir zum Segen? §. 59. Prüfung nach dem achten Gebot. „Du sollst kein falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten. Das ist: Wir sollen GOtt fürch⸗ ten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälsch lich belügen, verrathen, afterreden oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und Alles zum Besten kehren.“ Wie bist du diesem Gebot nachgekommen? Hast du nie vor der Obrigkeit und nie im gemeinen Leben falsches Zeugniß ausgesprochen über irgend einen Men⸗ schen? Hast du nie etwas Unrechtes von Jemand aus⸗ gesagt, wo du schweigen solltest, aber auch nie geschwie— gen, wo du reden, Unrecht offenbaren, Schaden ver— hüten, Unschuld retten, Andern zum Recht helfen soll— test? Bist du durchaus ein Zeuge der Wahrheit und suchst du dabei Liebe und Gerechtigkeit so mit einan⸗ der zu verbinden, daß du vor GOtt und Menschen ruhig seyn kannst? Oder straft dich dein Gewissen über Lügen und Unredlichkeiten, redet oft dein Mund anders, als das Herz denkt, machst du dir nichts dar⸗ aus, Andere anzulügen, zu täuschen, aus unlautern Absichten zu schmeicheln, in's Angesicht schön zu thun und hinter dem Rücken Böses zu reden, durch falsche Aussagen Andere in Schaden zu bringen, durch unzeitiges Lob sie zum Hochmuth zu verleiten, oder Kapff. Communionbuch. 10 146 Selbstprüfung. durch allzu harten Tadel sie zu entmuthigen? Hast du nicht Freude an Ohrenbläsereien, Schwätzereien und unnöthigem, lieblosem Urtheilen und Richten? Lässest du dich auch durch Andere nicht in solche Dinge hin— einziehen, bekämpfst du die Verläumdungssucht an dir und an Anderen, trachtest du nicht, Andere recht schlecht, häßlich, thöricht zu machen, nur um selbst desto bes⸗ ser, schöner und verständiger zu erscheinen? Siehst du mehr auf dich, als auf Andere, demüthigst du dich über deine eigenen Fehler, statt dich über die Anderer zu erhöhen, suchst du vorher den Balken aus deinem Auge zu ziehen, ehe du den Splitter aus deines Bru⸗ ders Auge zu ziehen trachtest? Machst du es dir zur Pflicht, Andere zu entschuldigen, ihre Fehler mit Liebe zuzudecken, wo du kannst und darfst, böse Gerüchte zu verschweigen, Verläumdungen zu Schanden zu machen, bei Allem lieber das Beste zu denken, als das Schlimmste, und die Fehler Anderer mit ihren Tugenden zuzude— cken? Sagst du so viel als möglich nichts über An— dere und hinter ihnen, was du nicht auch vor und zu ihnen sagen würdest? §. 60. Prüfung nach dem neunten und zehnten Gebot. „Du sollst dich nicht lassen gelüsten dei— nes Nächsten Hauses. Das ist: Wir sollen GOtt fürchten und lieben, daß wir unserem Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, noch es mit einem Schein des Rechten an uns bringen, son— dern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienstlich seyn.“ „Du sollst dich nicht lassen gelüsten dei— nes Nächsten Weibs, noch seines Knechts, 2 noch sei seines hat. De uß wir Rdet Vieh ondern d uus sie s Hast yor allen Iun gehör ln, dir Rohts a i Händ Hogesse Ind verl. uu lieber Erker kigt, 0 Nß eint fihtte, st du Nr durt Aen dich Ren neut im ist 0 We Nen Ge uuf N Nß du a ew Hast du ien und Lässes ige hin⸗ an dir schlecht, sto bes⸗ diehst du du dich Anderet deinem les Bru⸗ dir zut nit Liebe rüchte zu machen, hlimmste, zuzude⸗ lber An⸗ vor und Gebot. en dei⸗ en GOll ten nicht noch s en, sol⸗ dienslich 'en dei⸗ Prüfung nach dem neunten und zehnten Gebot. 147 noch seiner Magd, noch seines Ochsen, noch seines Esels, noch Alles, was dein Nächster hat. Das ist: Wir sollen GOtt fürchten und lieben, daß wir unserem Nächsten nicht sein Weib, Gesind oder Vieh abspannen, abdringen oder abwendig machen, sondern dieselbige anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind.“ Hast du diese Gebote gehalten? Hütest du dich vor allem ungerechten Trachten nach dem, das Ande— ren gehört, und vor allen unrechten, unehrlichen Mit⸗ teln, dir solches zuzueignen und unter dem Schein des Rechts an dich zu bringen? Hast du nicht Gefallen an Händeln und Prozessen, und thust du Alles, um Prozesse zu vermeiden, lässest du lieber etwas fahren und verläugnest etwas, um Frieden zu erhalten? Willst du lieber Unrecht leiden, als Unrecht thun? Erkennst du auch die böse Lust, die in dir auf⸗ steigt, als Sünde vor GOtt, und denkst du daran, daß eine böse Lust zu dem schrecklichen Sündenfall führte, unter dessen Jammer wir noch seufzen? Trach— test du auch ernstlich, den alten Menschen abzulegen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet, und dage— gen dich zu erneuern im Geist deines Gemüthes und den neuen Menschen anzulegen, der nach GOtt geschaf⸗ sen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit? §. 64. Treibt dich solche Prüfung zur Buße? Wenn du dich nach diesem Allen prüfest, so muß dein Gewissen dich überzeugen, daß du„dem HErrn auf Tausend nicht Eines antworten kannst(Hiob 9, 3.), daß du leider ein großer Sünder bist, auch zeitliche und ewige Strafen GOttes wohl verdienet hast.“ Da 10* 148 Selbstprüfung. wirst du mit David rufen müssen:„HErr, strafe mich nicht in Deinem Zorn, züchtige mich nicht in Deinem Grimm. Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe vor Deinem Drohen, und ist kein Friede in meinen Gebeinen vor meiner Sünde. Denn meine Sünden gehen über mein Haupt, wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden“(Ps. 38, 2—.). Wenn aber auch kein so starkes Gefühl der Sünde in dir ist, so prüfe dich doch darüber, ob es dir von Herzen leid ist, daß du wider GOtt gesündiget, und ihn, deinen getreuen Schöpfer, Erlöser und Tröster, so vielfältig und dazu manchmal vorsätzlich und muthwil— lig beleidiget und erzürnet hast? Blickst du mit inni⸗— ger Reue besonders auch auf deine Schooß- und Lieb— lingssünden, und demüthigst du dich mit Scham und Schmerz auch über die subtilen Abweichungen und Un— lauterkeiten? Siehst du nicht, daß von allem Bösen der Keim und sogar die Neigung in deiner Natur steckt, und dankst du GOtt, daß er dich vor größeren Versuchungen und so vor tieferem Falle bewahrt hat, und siehst du es als seine Bewahrung an, weil es oft nur dadurch nicht zu gröberen Sünden bei dir kam, daß der HErr die Gelegenheit nahm, wenn die Lust da war, und die Lust, wenn die Gelegenheit da war? Erkennst du aus dem Allem die tiefe Verdorbenheit deines Wesens, und wie du ewig verloren und verdammt wärest ohne besondere Hülfe des HErrn? Fliehst du dann auch zu Ihm allein, gibst du der Sünde den Abschied, wünschest du, sie nie gethan zu haben und nie mehr zu thun, willst du sie nicht blos verabscheuen und hassen, sondern auch lassen? Und bekennst du alle deine Sünden offen vor GOtt, in manchen Fillen au u entscht u sehest nicht mit ob sie d OOtt gä au dich e und aller 0 daß d femner die Iagtheit Huchtsvoll ißunger Hilt? . Wir Selb hen prü indigen Ren, un in und rahl red Nt Hiffosz nuß un un, Ar uns migkei u Wñ . an Odime Hafe mich Deinem m Libe meinen Sünden sind sie enn aber ist, so zen leid „deinen ter, so nuthwil⸗ lit inni⸗ u Lieb⸗ am und und Un⸗ n Bösen t Natur gröͤßeren ihtt hat, il es oft dit kam, die Lust da war' orbenheit erdammt liehst du nde den ben und abscheuen ekennst nanchen Treibt dich solche Buße zum Glauben? 149 Fällen auch vor Menschen, und versuchst du dich nicht zu entschuldigen und zu rechtfertigen? Denkst du nicht, du seyest doch besser als Andere, beruhigst du dich nicht mit guten Eigenschaften, die du etwa hast, als ob sie dir einen Werth oder gar ein Verdienst vor GOtt gäben? Gibst du dich GOtt so schuldig, daß du dich gänzlich auf Gnade oder Ungnade ihm ergibst und aller Strafen und Züchtigungen dich werth achtest, so daß du dich zufrieden geben willst, wie er auch ferner dich führe? Hütest du dich aber auch vor Ver— zagtheit wie vor dem Trotz, und blickst du mit sehn— suchtsvoller Heilsbegierde hin auf die theuren Ver— heißungen, die unser allerheiligster Glaube uns vor— hält? F§. 62. Treibt dich solche Buße zum Glauben? Wir sahen§. 51. als das zweite Hauptstück, das zur Selbstprüfung gehört, das, daß wir unsern Glau-— ben prüfen sollen, d. h. in unsern Herzen wohl er— kundigen, ob wir IEsum Christum auch recht erken⸗ nen, uns einig auf sein Verdienst und Gnade verlas⸗ sen und dann insonderheit auch von dem heiligen Abend— mahl recht gesinnet seyen. Je tiefer die Erkenntniß der Sünde uns unsere Hülflosigkeit und unser Verderben aufdeckt, desto mehr muß uns das hintreiben zu dem, der allein helfen kann, zu dem großen Sünderheiland IEsu Christo, der uns von GOtt gemacht ist zur Weisheit, zur Ge— rechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung. Erkennst du IEsum als solchen Helfer und nimmst du Alles das an, was die Bibel uns lehrt von seiner heiligen GOttmenschheit, von seiner Geschichte und von seinem 150 Selbstprüfung. theuren Erlösungswerk? Nimmst du bei dem Allem die Vernunft gefangen unter den Gehorsam des Glaubens, und ist dir die Weisheit GOttes größer als die aller Menschen und deines eigenen Verstandes? Oder hältst du dich bei ungläubigen Zweifeln auf und lässest dir durch eine verborgene List des Fleisches die allein selig machende Wahrheit verdächtig machen? Gibst du alle eigene Weisheit und Gerechtigkeit auf und getröstest dich einzig dessen, was dein IEsus für dich gethan und gelitten hat? Kannst du mit dem Zöllner voll Zerknirschung rufen: GOtt! sey mir Sünder gnädig, und kannst du an das Kreuz IEsu mit dem gläubigen Herzen aufschauen, wie die Israe— liten an die eherne Schlange? Glaubst du, daß JEsus in seinem bittern Leiden und Sterben auch deinen Fluch getragen habe, und daß auch du heil werden sollst durch seine Wunden? Ziehst du durch Zueignung sei— ner vollkommenen Versöhnung und Rechtfertigung die Gerechtigkeit an, die vor GOtt gilt, und gehest du so in IEsum ein, daß du nicht mehr leben und gelten und wirken willst, sondern Er soll leben und regieren und wirken in dir? Ist dir die Kindschaft GOttes die höchste Ehre, nach der du trachtest, und die Erbschaft des ewigen Lebens das seligste Glück, das du suchest? Gibst du dem heiligen Geist dich willig hin, glaubst du, daß du ohne ihn nichts vermagst und daß du Alles nur ihm zu verdanken hast, willst du nach Geist, Seele und Leib ein Tempel des heiligen Geistes seyn und nur seiner Leitung folgen? Und blickst du auch aus aller Noth dieser Zeit gläubig hin— aus auf die Herrlichkeit, die einst an uns soll offenbaret werden? Sind die Verheißungen des pro— Ihetischen achtest Himmel Aus Olaubene an, ob und seit Hotselige luschätzb und das sthest d Iu Eine solche h blünstig auch ga gefällt? Hauptyt hält. 9. 6. Um Wit er scht, v sugege OOttes ethatre büchlen uAllem sam des größer lstandes“ auf und sches die machen? leit auf Ssus fül mit dem sey mit I3 JCs ie Irae⸗ 5Psus en Fluch en sollst ung sei⸗ zung die zehest du ud gelten lgiern Ottes die Crbschaft ö suchift lig hin, agst und willst Ru heilige n? Um ubig his“ ins sl des plo⸗ Treibt dich der Glaube zum neuen Gehorsam? 151 phetischen Wortes deine Freude und Hoffnung, und trachtest du, durch ihr Licht jetzt schon immer mehr im Himmel zu Hause seyn? Aus diesen allgemeinen Erfordernissen des wahren Glaubens kommt es dann insbesondere noch darauf an, ob du auch von dem heiligen Abendmahl und seinen Segnungen die rechte Ueberzeugung und gottselige Gesinnung habest. Erkennst du es als eine unschätzbaͤre Wohlthat, daß du den wahrhaftigen Leib und das wahrhaftige Blut IEsu genießen darfst und freuest du dich, dadurch mit Ihm zu Einem Leib und zu Einem Geist vereiniget zu werden? Erfüllt dich solche hohe Gnade deines Heilandes auch mit einer brünstigen Liebe zu Ihm und bist du in dieser Liebe auch ganz geneigt, so zu leben, wie es dem Geliebten gefällt? Dieß führt zur Prüfung über den dritten Hauptpunkt, der nach§. 51. zur Selbstprüfung ge— hört. §. 63. Treibt dich der Glaube zum neuen Gehorsam? Um unsern neuen Gehorsam zu prüfen, müssen wir genau untersuchen, ob wir uns mit Ernst vorge— setzt, von nun an die Sünde zu hassen und zu lassen, hingegen GOtt gefällig zu leben und in wahrer Liebe GOttes und des Nächsten dürch GOttes Gnade zu verharren. Zu diesen Worten unseres Confirmations⸗ büchleins gehört noch die Erklärung desselben über das, was zur Liebe GOttes und des Nächsten gehöre. Prüfe dich bei jedem Punkt, ob du geneigt bist, dich genau nach ihm zu richten. GOtt lieben heißt: GOtt für das höchste Gut achten, ihm mit dem Herzen anhangen, immer in 152 Selbstprüfung. Gedanken mit ihm umgehen, das größte Ver— langen nach ihm tragen, das größte Wohlge— fallen an ihm haben, ihm ganz und gar sich er— geben und um seine Ehre eifern. Thust du das und willst du es allezeit thun? Den Nächsten lieben heißt: es nicht nur mit dem— selben getreulich meinen, ihm alles Gute von Herzen wünschen und gönnen, mit Worten und Geberden sich freundlich gegen ihn bezeugen, und mit Trost, Rath und That ihm beispringen, son⸗ dern auch seine Schwachheit mit Geduld vertragen und durch sanftmüthige Bestrafung seine Besse— rung suchen. Thust du das und willst du es allezeit thun? Willst du deinen neuen Gehorsam durch Befolgung der Gebote GOttes so zeigen, wie wir bei der Betrachtung dieser einzelnen Gebote es als unsere Pflicht erkannt haben? Willst du nach 2 Cor. 7, 1. von aller Be— fleckung des Fleisches und des Geistes dich reinigen und fortfahren in der(vollenden die) Heiligung in der Furcht GOttes? §. 64. Wie nothwendig nach solcher Selbstprüfung die Betrachtung des Leidens und Todes IEsu sey? Je gewissenhafter wir die obigen Fragen vor GOt— tes heiligem Angesichte erwägen und uns vorstellen, sie werden vom Richterstuhle GOttes herab an uns gemacht, desto mehr werden wir mit David sagen müs— sen: Wo soll ich hingehen vor deinem Geist und wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Die Antwort ist: Auf Golgatha. Dahin allein kann der erschrockene Sünder fliehen. GOttes strafende Hrechti Zornfeu en uns wie die Wsus en und det hätt olle ein Wersöhnt auf ihn unsete wir Fr Hheilet Ruhms dienst Erlösin Ver a dem w st Ein ben. Velt wußte, wir w gilt. wir un Reib trink! muͤssen gehen berk De ung e Ver⸗ ohlge— ich er du das nit dem⸗ ute von ten und en, und en, son⸗ vertragen Besse— t thun? gung der trachtung erkannt Iller Be⸗ reinigen gung in ö ing dit 92 or GOl horstelen, an und gen mis⸗ Heist und 12 Di in faun strafnde Betrachtung des Leidens und Todes IEsu. 153 Gerechtigkeit müßte uns zermalmen, sein verzehrendes Zornfeuer müßte uns verderben, unsere Sünden müß⸗ ten uns(Jes. 64, 6.) dahinführen wie ein Wind und wie die Blätter müßten wir verwelken, wenn nicht IEsus an unserer Statt die Strafe der Sünde gelit— ten und den Sold der Sünden, d. i. den Tod, erdul— det hätte. In diesem seinem Leiden und Sterben sind alle einzelnen Sünden der Menschheit gestraft und so versöhnt worden. Unser Aller Sünde warf der HErr auf ihn, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet. Allzumal sind wir Sünder und mangeln des Ruhms vor GOtt und aller Hoffnung, aber ohne Ver— dienst werden wir gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, so durch Christum IEsum geschehen ist. Wer an den glaubet, der die Gottlosen gerecht machet, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit. Denn ist Einer für Alle gestorben, so sind sie Alle gestor⸗ ben. Denn GOtt war in Christo und versöhnte die Welt mit ihm selber; den, der von keiner Sünde wußte, hat er für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor GOtt gilt. Und diese Versöhnung und Rechtfertigung eignen wir uns ganz zu, indem wir den für uns gebrochenen Leib essen und das für uns vergossene Blut trinken. Aber um den vollen Segen davon zu haben, müssen wir IEsu auf seinem Leidensgang recht nach— gehen und Alles, was er in seinem großen Erlösungs— werk gethan hat, uns ganz zueignen. Daher folge auf die Selbstprüfung die Betrach⸗ tung des Leidens und Todes IEsu. Dazu dient am Gebete. 154 besten die Passionsgeschichte oder das 18. und 19. Kapitel des Johannes und die Abschiedsreden IEsu vom 13. bis 17. Kapitel, auch Ps. 22. und Jes. 53. und ähnliche Stellen. Das vierte Kapitel. Gebete. Erste Abtheilung. Morgen- und Abend-An dachten für die Woche der Vorbereitung auf das heilige Abendmahl, enthaltend eine Getrachtung des Leidens und Todes JEsu Christi. Sonntag Morgen. Barmherziger GOtt und Vater, dir danke ich von Herzen für alle Wohlthaten, die du bis hierher an mir gethan hast, für das neue Tageslicht, das mir leuchtet, und besonders für das himmlische Licht in deinem lieben Sohn JIEsus Christus und für allen Segen, den du durch dein Wort und durch das theure Abendmahl uns schenkest. Nach deinem Abend— mahl verlangt meine Seele und ich danke dir, daß du die Einladung dazu auch an mich ergehen läs— sest. O wie freut sich meine Seele auf das Mahl der Versöhnung, wie sehnt sich mein Geist nach der Speise würdig hasonde ten, a ohnen durf. thiges wider Herzen dit W. Anecht nein schwer nem 9 ind 19. u N Ts. 53. eWoche ahl, Todes anke ich hierhu cht, d che Lcht und für urch das Abend⸗ dir, chen las⸗ 6 Mil nach du Betrachtung des Leidens und Todes IEsu. 155 Speise der Unsterblichkeit! Du wollest selbst mich würdiglich bereiten und in dieser Bereitungswoche besonders durch deinen heiligen Geist an mir arbei— ten, auf daß ich die hochzeitlichen Kleider anlege, ohne die ich nicht zu deinem Abendmahl kommen darf. Denn alle meine Gerechtigkeit ist ein unflä— thiges Kleid vor dir und meine Sünden antworten wider mich. Ja, ich finde bei der Prüfung meines Herzens und Lebens, daß nichts Gesundes und vor dir Wohlgefälliges an mir ist, und muß mit deinem Knecht David bekennen: Meine Sünden gehen über mein Haupt, wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden. Weß soll ich mich trösten vor dei— nem Richterstuhl? Ich weiß nirgends anders hinzu— fliehen als zu dem Kreuz meines Heilandes. Ihn hast du für mich zur Sünde gemacht, auf daß ich in ihm würde die Gerechtigkeit, die vor GOtt gilt. O ich danke dir, mein treuester JEsu, daß du mei— nen Fluch und meine Strafe auf dich genommen hast, ich umfasse deine Füße, die um meinetwillen durch— bohrt wurden, ich flehe dich an, du wollest mir den ganzen Segen deines Leidens schenken und die Früchte deines Todes meiner armen Seele ganz zu genießen geben. Ich will im Abendmahl deinen Tod verkün⸗ digen und mit dir zu gleichem Tod und zu gleicher Auferstehung mich pflanzen lassen. Darum gib mir in dieser Woche recht tiefe Eindrücke von dem, was Gebete. 156 du an meiner Statt erlitten hast; schreibe deine blut'gen Wunden mir recht tief in's Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen seyn. Zeige mir, wie du durch deinen Gehorsam bis zum Tod am Kreuze allen meinen Ungehorsam ge— heilt und durch dein ewig gültiges Verdienst alle meine Uebertretungen und Sünden zugedeckt hast. Dieses allgenugsame Verdienst hast du mir erworben von deiner Menschwerdung an, durch welche in dir eine reine und heilige Menschheit vor GOtt darge— stellet und so schon der Schaden Adams geheilet wor— den ist. Und damit das auch mir zu gut käme, V hast du in deinem ganzen Lauf durch diese Erde I unter tausendfacher Erniedrigung in Knechtsgestalt den ganzen Willen GOttes erfüllt und durch voll— kommenen Gehorsam mir eine ewige Gerechtigkeit erworben. Wenn nun das Gesetz mich verdammet, so schaue ich zu dir auf, der du das ganze Gesetz für mich erfüllet und Alles geleistet hast, was alle Men— ö schenleben zu leisten schuldig wären. Dein Verdienst 70 ist mein, dein Blut macht mich rein von aller Sünde, ö dein Leiden spricht mich los, dein Tod ist mein Le— ben, deine Auferstehung hebt mich aus dem Grab, deine Himmelfahrt öffnet mir den Himmel. Die— sen Segen deines großen Erlösungswerkes laß mich auch heute und in dieser ganzen Woche er— fahren und vereinige mich immer mehr mit dir, lid ich Ihen. Bun sißen! Naht zu Haß esek Laß iugen 1 Hlgel Wie es 15 sir Alle hels, de Wendm sit das Rune L un il e deine hinein, bergessen sam bis sam ge⸗ nst alle kt haf. kworben e in dir t darge⸗ let wor⸗ t käme, se Etde tsgestal ch voll⸗ ichtigkeit dammet, heset füt le Men⸗ Herdienst mein K. U Grub, I. d= oche 8 mit un“ Betrachtung des Leidens und Todes IEsu. 157 bis ich ganz mit dir erfüllt kriege GOttes Ebenbild. Amen. Brunnquell aller Süßigkeit, Laß mir deine Ströme fließen! Mache Mund und Herz bereit, Dich in An— dacht zu genießen. Streu das Wort mit Segen ein, Laß es hundertfältig seyn. Laß mich heut und allezeit Heilig, heilig, heilig singen Und mich in die Ewigkeit Mit des Geistes Flügel schwingen! Gib mir einen Vorschmack ein, Wie es mag im Himmel seyn. Amen. Sonntag Abend. O HeErr Jeésu Christe, ich preise deine Gnade für Alles, was du bisher an mir gethan hast, beson— ders, daß du auch mir erlauben willst, im heiligen Abendmahl deinen Tod zu verkündigen. O schenke mir das rechte Licht über deinen Tod und über alle deine Leiden während deines ganzen Lebens. Wie kann ich dir genug danken für Alles, was du mir zu gute gethan. Für mich bist du in tiefster Armuth geboren und erzogen worden, für mich hast du in der Beschneidung dein Blut vergossen und in der Taufe alle Gerechtigkeit erfüllet, damit es bei mir zur Beschneidung des Herzens, zu einer reichen Mittheilung des Geistes und zu einem Wohlgefallen an mir komme. Für mich und mir zu gut hast du den Satan überwunden, für mich unter Mühe und Arbeit gekämpft mit der Noth dieser Welt, 158 Gebete. für mich in Armuth und Verachtung dich en täu— ßert aller Herrlichkeit, für mich nicht gehabt, wo du dein Haupt hinlegtest, für mich bist du müde ge— worden, für mich hast du Nächte durchgewacht unter Beten und Flehen, für mich hast du dich ver⸗ spotten und verfolgen lassen. Dadurch heile mich von meinen Sünden. Deine reine und heilige Ju— gend heile und versöhne meine Jugend, dein Ge— horsam gegen deine Eltern und das ganze Gesetz heile allen meinen Ungehorsam, deine Demuth heile meinen Uebermuth, deine Sanftmuth mei— nen Unmuth, deine Armuth meinen Mammons-⸗ sinn, deine Mäßigkeit meine Begehrlichkeit, deine Liebe meinen Haß, deine Sor ge für Seelen und Leiber der Verlorenen heile meinen Eigensinn und meine Lieblosigkeit, deine Arbeit helfe meiner Träg⸗ heit, deine Ruhe stille meine Unruhe, dein Kampf stärke meine Unmacht, dein Bekenntniß meine Menschenfurcht, dein Wachen helfe meiner Schläf— rigkeit, dein Beten hebe mich in den Himmel! Daß es deine Speise war, den Willen des Vaters zu thun, das versöhne und heile meine Versäumnisse und Uebertretungen, meinen ganzen Eigenwillen und allen Dienst der Sünde, auf daß ich in dir gerecht und heilig und unsträflich werde vor dem Vater. Deine Wundermacht über alle Krankheiten helfe aller Noth meiner Natur, meiner leibli— hen Se Zubheit Zünden Ppaschu Hasohnr iM deine it di immst st, das Rün Tor Mferstel shrt. 3 sil, un loiglich Rfind nich Le hre n W. A Od gehesen, in Liht thig hir Henieden Mulget doch utäu⸗ bt, v lüde ge⸗ Hewacht ich ve⸗ le mich 9e Ju⸗ in Ge⸗ e Geseh emuth ih mi⸗ mmons⸗ , deine len und in und X Träg⸗ Kampf miine Schlif' I1 Diß Iters zu äumnist Len und geut Vatel, ankheitn libl⸗ Betrachtung des Leidens und Todes IEsu. 159 chen Schwachheit und meiner geistlichen Blindheit, Taubheit und Lahmheit, und den Aussatz meiner Sünden reinige dein theures Blut, daß ich in dir gewaschen zu deiner reinen Gemeine gehöre. Diese Versöhnungs- und Heiligungskräfte alle wollest du in deinem Abendmahl mir mittheilen und mich so mit dir vereinen, daß du meine ganze Last mir ab— nimmst und deinen Segen mir mittheilest. Was dein ist, das werde mein, dein Leiden sey mein Leiden, dein Tod mein Tod, deine Auferstehung sey meine Auferstehung und deine Himmelfahrt meine Himmel— fahrt. Ja, mein IEsu, gib dich mir und nimm mich hin, und laß mich als Rebe in dir, dem Weinstock. ewiglich bleiben und Leben und volle Genüge in dir finden. Halte mich in deinen Armen, schütze mich Tag und Nacht mit deiner Allmacht und be— wahre mich in deiner reichen Gnade zum ewigen Le— ben. Amen. O du vollkommnes Wesen, Mein Geist wird ganz genesen, Wenn ich einst bei dir bin, Ich wandle dann im Lichte Vor deinem Angesichte Und alle Noth ist ewig hin. Ich schlafe ganz im Frieden, Denn mich beschützt hienieden Ja deiner Engel Heer. Mich stört kein Weltgetümmel, Ich denk an deinen Himmel, Wenn ich doch nur bald droben wär'! Amen. 160 Gebete. Montag Morgen. tunden Treuester Heiland, der du um meiner Missethat uͤbt ur willen verwundet und um meiner Sünde willen zer— Hsuigt schlagen bist, schenke mir auch jetzt zur Betrachtung Rhm Ki deiner Leiden ein offenes Herz und hilf mir Alles so schen zuzueignen, daß ich in deinem Abendmahl den vollen hde un Segen deines großen Erlösungswerkes empfange. hunte il Mache mir Alles recht groß, was du um meinetwil⸗ i He len gethan und gelitten hast, und erwecke mich da— ur und durch zur dankbarsten Liebe gegen dich, daß ich wie ülschen Maria in Bethanien gern mein Kostbarstes dir hascher opfere, weil du dich für mich geopfert hast. O wie Ilte kom willig hast du um meinetwillen dich als das Oster⸗ lt lamm zur Schlachtung ausersehen und deinen heili— uh vo gen Leib zum Opfertod und Begräbniß salben las— Inhen sen, wie willig hast du selbst dich in Jerusalem ein— shd gestellt und nachdem das Hosiannarufen verstummt humn war, die finstern Mordplane deiner Feinde zugelass⸗ Wnen J sen und selbst den Judas nicht verhindert, dich um Ill. dreißig Silberlinge zu verkaufen und zu verrathen. In 6 Mit Ehrfurcht bete ich diese Leidensfreudigkeit an, lieb mit der du in der Sünder Hände dich hast überant⸗— scher! worten lassen. Diesen stillen Leidenssinn und diesen i do tiefen Gehorsam laß mir zu gute kommen und ver— Hast söhne und heile dadurch meine Kreuzflüchtigkeit. h Nun versetze ich mich in den Kreis deiner Jün⸗ ihug ger und nehme Theil an den ernsten Abschieds— lissethhat llen zu⸗ achtung Alles so n volla Rpfange. inetwil nich da⸗ ich wi stes dit O wi Oste⸗ en heil⸗ ben la⸗ lem ein⸗ erstummt zugels⸗ dich u erkathen, gleit a, Überant⸗ ud diesh und vur⸗ glt. ner In⸗ shine Betrachtung des Leidens und Todes IEsu. 161 stunden, in denen deine heilige Seele so tief be— trübt und so zärtlich für das Wohl der Deinigen besorgt war. Wie ein sterbender Vater seine unmün⸗ digen Kindlein um sich versammelt und ihnen den letzten Segen gibt, so liebtest du die Deinen bis an's Ende und sprachest so theure, ewig unvergeßliche Worte in ihre Herzen hinein. Und wie erstaunt mein Herz, da ich dich, der von GOtt gekommen war und zu GOtt ging, mit einem Schurz umgür— tet sehe und wie einen Knecht den Jüngern die Füße waschend. O laß diese Reinigung auch mir zu gute kommen, daß ich nicht blos Einmal durch dein Blut gewaschen werde, sondern alle Tage auf's Neue auch von den kleinsten Befleckungen mich durch dich reinigen lasse, damit auch mir das Zeugniß gelte: ihr seyd rein. Erwecke mich dann aber auch, daß ich deinem Beispiel nachfolge und auch so thue, wie du deinen Jüngern thatest, und wie du mir täglich thun willst. Du hast in deinen letzten Stunden als das Eine Gebot das gegeben, daß wir uns unter einan— der lieben sollen, wie du uns geliebet hast. Zu solcher Liebe erwecke mich täglich durch deine bis in den Tod treue Liebe und gib mir deinen heiligen Geist, daß er dich in mir verkläre und mich dir im— mer ähnlicher mache. Segne mir dazu auch die Er— fahrungen des heutigen Tages, an dem du mich Kapff, Communionbuch. 11 162 Gebete. in deinen Armen halten, vor allem Bösen behüten und für dein Reich zubereiten wollest. Amen. Mit dir tret' ich die Arbeit an, Daß sie mir nun gelingen kann, Gib du mir deinen Segen! Mach mich, wie es dein Wille fügt, Mit dem, was da ist, stets vergnügt, Wie stille Kinder pflegen! Kenne, Nenne Mich als Erben Auch im Sterben. Ich empfehle, O mein GOtt, dir Leib und Seele. Amen. Montag Abend. Liebster IEsu, an diesem Abend gehe ich mit stiller Wehmuth in den Saal, in welchem du zum letztenmal vor deinem Martertode mit den Jüngern beisammen warest. Wie heilig sind diese Stunden, aber wie innig erquickt sich meine Seele an deiner unaussprechlichen Liebe und wie freut sich mein Geist besonders über das, was du durch die Einsetzung deines heiligen Abendmahles gethan hast. O was höre ich da! Deinen Leib willst du mir zu essen geben, dein Blut soll ich trinken dürfen, und soll da durch Vergebung der Sünden und ewiges Leben er— langen. O sey tausendmal gepriesen für dieses hohe Testament deiner Liebe! Wie freut sich mein Herz, dieses himmlische Manna und diesen köstlichen Le— benstrank wieder zu genießen! O treuester Heiland, bereite dir selbst eine Stätte in mir und heilige mich durch und durch, damit du zu mir eingehen könnest und Abendmahl halten mit mir und ich mit dir. Tue ii Nnger amstlid wäre, dem al ihs? nicht a siugne lligt gunzen Buße! u erg all m bei be Varnt velspr I gel lete. Indn hfors Naden um dee di herde ß i 10 d du behüten ell. mir nun ach mich, ist, stets „Meune pfehle, O ich mit du zum Jüngem Stunden, m deiner ein Giist insetzung f. 5 zu esen soll x Lben er⸗ ises hhe in Hez iche L Heiland, 1ige nih Lömmes mit din, Betrachtung des Leidens und Todes IEsu. 163 Thue in dieser ganzen Woche an mir, was du an den Jüngern vor dem Abendmahl thatest, da du sie zur ernstlichen Prüfung erwecktest, welcher es doch wäre, der dich verrathen würde. Wie da einer nach dem andern fragte: bin ich's? und der andere: bin ich's? so muß auch ich mich prüfen, ob mein Herz nicht auch fähig wäre, dich zu verrathen und zu ver— läugnen, muß erkennen, daß ich zu allem Bösen ge— neigt bin, und weiß bei solcher Erkenntniß meines ganzen Verderbens nichts Anderes, als in tiefer Buße mich dir zu Füßen zu werfen und deine Gnade zu ergreifen, die ja doch überschwänglich thut über all mein Bitten und Verstehen. Du wollest mir da— bei besonders das Beispiel des Petrus recht zur Warnung machen, der in sicherem Selbstvertrauen versprach, mit dir in's Gefängniß und in den Tod zu gehen, und noch in derselben Nacht dich verläug— nete. Darum will ich vor mir selbst mich fürchten und meinen Herzensgrund in genauer Selbstprüfung erforschen. Segne mir dazu besonders deine letzten Reden und ziehe durch sie mein Herz von der Erde zum Himmel empor. Laß die großen Verheißungen, die du gabest, auch mir gelten, daß auch ich Eins werde mit dir und durch dich mit dem Vater, und daß ich deine Herrlichkeit sehen und ewig da seyn dürfe, wo du bist. So schlafe ich fröhlich ein, jetzt und in der Stunde des Todes, du wirst alle Traurigkeit in * 164 Gebete. Freude verkehren und in des Vaters Hause werde ich mich freuen mit unaussprechlicher, herrlicher Freude. Amen. Christ, der du bist der helle Tag, Vor dir die Nacht nicht bleiben mag, Du leuchtest uns vom Vater her Und bist des Lichtes Prediger. Behüt uns, HErr, du bester Freund, Auch heute Nacht vor jedem Feind, Laß ruhen uns in deiner Treu, Daß Leib und Seele sicher sey. So schlafen wir im Frieden ein Und bleiben auch im Schlafe dein, Du heilige Dreieinigkeit, Wir loben dich in Ewigkeit. Amen. Dienstag Morgen. Mein Heiland, mit Dank und Anbetung komme ich an diesem Morgen vor dein heiliges Angesicht und preise dich für deine treue Liebe, mit der du bis hieher mich unwürdigen Sünder getragen hast. O wie kostbar ist für mich jeder Tag der Gnadenzeit, in der du mich zubereiten willst für dein Reich und jetzt auch besonders für dein Abendmahl. Laß doch meine Seele aus Allem ausgehen, was mich zerstreut und hindert, und erhalte mich in einem innigen Um— gang mit dir, der du mein einziges Licht und Leben bist. Schenke mir besonders zur Betrachtung deines bitteren Leidens deinen heiligen Geist, daß ich mit dir gehe auf deinem Kreuzesweg und mit und in dir lebe, leide und sterbe. So gehe ich jetzt mit dir nuch 6 Stitte! ferigen Anz al -S an st. O! ttern Bat se ind A den all deiner stirken, 18 tro lumoth Deeimal Mter, Min Statt Im 8 Vu, erde ich Freude. dir die VMier ch heute u deiner ben auch ir loben Rkomne lugesich du bis ast. O adenzit, dich uud aß do stnul gen Un⸗ d Lb 0 dünt ich Iul d in dir mit dn Betrachtung des Leidens und Todes IEsu. 165 nach Gethsemane. Wie heilig ist mir diese Stätte! Wie Mose seine Schuhe auszog vor dem feurigen Busch, so möchte ich den alten Menschen ganz ausziehen vor den Flammen des Zorngerichtes, das am Oelberg über deine heilige Seele ergangen ist. O was sehe ich da! Den Sohn GOttes sehe ich zittern und zagen, den Schöpfer und HErrn der Welt sehe ich wie einen Wurm im Staube liegend, und Angstschweiß als Blutstropfen vergießest du, den alle Engel GOttes anbeten. Ja, ein Geschöpf deiner Hand(Col. 1, 16.), ein Engel mußte dich stärken, da du den bitteren Kelch des Zornes GOt— tes trankst. Und doch höre ich in dieser tiefsten See— lennoth keine Klage aus deinem Munde, sondern dreimal das Wort der demüthigsten Ergebung: Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe! O mein IEsu, wie tief ist deine Liebe! An meiner Statt hast du den Kelch des Zorns getrunken, für mich bist du ein Fluch geworden, meine Schuld war auf dich gehäuft und das schreckliche Verdammungs— urtheil, das über mich vom Richterstuhl GOttes her— ab ergehen müßte, ist über dich ergangen, und die Mächte der Finsterniß, denen ich verfallen wäre, hast du auf dich eindringen lassen. Mir zu gut hast du den Satan überwunden und alles Gericht ausgeführt zum Siege. So helfe mir nun dein Zittern und Za⸗ gen, daß ich vor nichts mehr mich fürchten dürfe, 166 Gebete. deine Seelenpein im Gerichte mache mich los von aller Schuld und Strafe, deine Angst mache mir Freudigkeit auf den Tag des Gerichtes, dein bluti— ger Schweiß tilge alle meine Sünden, dein Wachen, während die Jünger schlafend dich allein ließen, versöhne und heile meine Schläfrigkeit zum Guten, dein heißer Kampf helfe mir zum Siege, dein völli— ger Gehorsam erwerbe mir die Gerechtigkeit, die vor GOtt gilt, deine tiefe Erniedrigung zur Erde erhebe mein Haupt, daß ich mit Freuden zum Gnadenthron deines und meines Vaters aufschauen könne. Und wie du sprachst: dein Wille geschehe, so hilf auch mir, mich ganz zu opfern, daß des Vaters Wille mein Wille sey in allen Dingen. Du mein JIEsu, Du mein Heil, Dir will ich mich ganz verschreiben, Daß ich Dir als meinem Theil Ewig woll getreu verbleiben, Dir zu leben, Dir zu leiden, Dir zu sterben, Dir zu meiden. Was Du willst, das sey mein Will', Dein Wort meines Herzens Spiegel, Wenn Du schlägest, halt' ich still, Dein Geist bleibt mein Pfand und Siegel, Daß ich soll den Himmel erben, Darauf kann ich fröhlich sterben. Amen. Morgenstern der finstern Nacht, Der die Welt voll Freuden macht, Ich bin dein, Komm herein, Füll mein Herz mit deinem Schein! Deinem freudenreichen Strahl Folgt der Glaube Ihaal, ch als 96 sir alle gast, al Helte u. mur aue Id S uldes tu S hand, Giuem nhr! hi de lch likem dheti Ir Dun Iund los von iche nir u bluti⸗ Wachen, ließen, Guten, u böll⸗ die vor e erhebe denthron . Und uch mit, le mein will ich meinem lebeh, R. Was meines ih sill Daß ih fröͤhlih ie Well in, Sil Glaube Vetrachtung des Leidens und Todes IEsu. 167 überall, Schönster Stern, Nah und fern Ehrt man dich als GOtt den HErrn. Amen. Dienstag Abend. HErr IEsu, ewig treue Liebe, ich preise dich für alle Gnade, die du auch heute an mir gethan hast, allermeist aber für dein bitteres Leiden, das heute noch mir den höchsten Trost gewähret. Gib mir auch jetzt zu dessen Betrachtung deinen Geist. Ich gehe zu dir in den Garten am Oelberg und sehe dich in dunkler Nacht aus dem heißen Kampf deiner heiligen Seele aufstehen, ich höre die höllische Macht der Finsterniß in deinen blutdürstigen Feinden über dich daherrauschen, ich sehe die Fackeln und Stangen und Schwerter und Bande, mit denen du gebunden wurdest, ich sehe den Verräther und fühle den bit⸗ tern Schmerz, den deine Seele bei seinem Kuß em⸗ pfand, ich sehe dich gebunden von denen, die du mit Einem Wort zu Boden strecken konntest, über die du mehr denn zwölf Legionen Engel befehlen könntest, bei denen du täglich gesessen warest im Tempel, sie zu lehren und ihnen wohl zu thun. In dem Allem erkenne ich mein Bild, meine Schuld und Strafe, aber ich bitte dich, du wollest diese deine Leiden mir zur Versöhnung und zum Heil gereichen lassen. Dein Schmerz über den Verräther versöhne meine Unredlichkeit oder gar Heuchelei, deine Wehmuth 168 Gebete. über den schnöden Undank derer, die im Tempel dich gehört und jetzt gebunden hatten, sie versöhne mei— nen Undank und meinen Mißbrauch der Gnadenmit— tel, da auch ich so oft das, was ich in oder außer dem Tempel von dir gehört, nicht zu meinem Heil angewendet habe. Deine Feindesliebe gegen den Knecht, dessen Ohr du heiltest, versöhne meinen Haß und Zorn und helfe auch mir, Böses mit Gutem zu vergelten. Und weil du an meiner Statt Fesseln und Bande getragen hast, wie ein Verbrecher, so sprich mich los von den Banden und Gefängnissen, in de— nen ich um so vieler Uebertretungen willen zeitlich und ewig zu schmachten verdient hätte. Allen diesen Segen deines Leidens wollest du in deinem Abend— mahl mir schenken und mich recht bereiten, daß ich im Gefühl meines ganzen Sündenelendes mich völlig dir übergebe und in dir allein Heilung und Versöh— nung, Friede und Ruhe suche und finde. IEsu, meines Lebens Leben, IEsu, meines Todes Tod, Der Du dich für mich gegeben In die tiefsste Seelennoth, In das äußerste Verderben, Nur daß ich nicht möchte sterben, Tausend, tausendmal sey dir, Liebster IEsu, Dank dafür. Amen. Treuer Hirte deiner Schafe, Waͤchter in der dun— keln Nacht! Decke mich in meinem Schlafe, Gib mir deiner Engel Wacht. Sey du meine Feuersäule, Daß der arge Feind erschrickt, Wenn er seine gift'gen Pfeile Auf mein schlafend Herze drückt. Dei gehoͤtt, onst d GOttes hleiben. H. denke i Kensna nich d ih did lergane vill, H sc Fünde, Shme Jun a liht i Hiphe Volkes bon H tukam lihen as, Iter r de Nom pel dich ne mei⸗ Idenmit⸗ T außer m Häl en den en Haß Item zu eln und sprich in de⸗ Rtlich diesen Abend⸗ daß ich vollig Vrsoh⸗ meines In die , Nur Indmal er dul⸗ Zib mir l, Duß Mfil Betrachtung des Leidens und Todes IEsu. 169 Deine Wagenburg umschließe Alles, was mir an— gehört, Daß man nichts von Grauen wisse, Welches sonst die Ruhe stört. Laß an unser Bette schreiben: GOttes Kinder schlafen hier Und GOtt wird bei ihnen bleiben. O wie sanfte schlafen wir. Amen. Mittwoch Morgen. Hochgelobter Heiland! mit tiefster Anbetung ge— denke ich auch an diesem Morgen der dunkeln Schre— ckensnacht, die du unter unaufhörlichem Leiden für mich durchgewacht hast. Schritt vor Schritt möchte ich dich begleiten auf dem schweren und bittern Mar— tergang, durch dessen Betrachtung ich mich bereiten will, um im Abendmahl deinen Tod zu verkündigen. Ich sehe dich gebunden in den Händen deiner Feinde, und folge dir mit innerem Beben auf dem Schmerzensweg, auf dem du von einem Gericht zum andern dich schleppen ließest, vom schwersten Ge— richt in Gethsemane zu Hannas, von Hannas zu Caiphas, von Caiphas vor den hohen Rath deines Volkes, von da zu Pilatus, von Pilatus zu Herodes, von Herodes wieder zu Pilatus, von ihm in die Mar— terkammern der Kriegsknechte und von da zur schauer— lichen Schädelstätte. O welch schwere Gänge waren das, wie mußte dein zartes, heiliges Herz bluten unter den Händen dieser gottlosen Menschen, un— ter der Schmach des Volkes, das zu erlösen du gekommen warest, unter den Mißhandlungen der 170 Gebete. Satansknechte, die ihre Wuth an dir ausließen. O wie wunderbar ist deine Geduld bei so schreiendem Unrecht, wie erhaben ist dein Stilleschweigen unter den Lügen deiner schändlichen Ankläger und der fal⸗ schen Zeugen, die mit ihren giftigen Zungen dich wie den schlechtesten Menschen lästerten. O warum durfte das dir geschehen, der du von keiner Sünde wußtest! Ach, ich bin die Ursache dieser Plagen, meine Sünden treten als tausend Zeugen wider mich auf, meine Thorheiten und Uebertretungen haben die Lästerungen verschuldet, die auf dich fielen, um mei⸗ ner Lügen willen haben so falsche Zeugnisse dich wie Pfeile getroffen, ich bin's werth, vor dem Richter⸗ stuhl zu stehen, ich könnte da auf Tausend nicht Eins antworten, meine Eigenliebe und Eitelkeit ist zum Anspeien, meine Empfindlichkeit sollte Backenstreiche leiden, mir gebührten die Schläge und Verspottungen, die du ertrugest. O so laß diese Leiden alle mir gelten und sprich dadurch meine arme Seele los von allen Gerichten und mache ver— stummen alle meine Feinde und Ankläger. Rede durch dein Stilleschweigen, Liebster JEsu, mir das Wort, Wann mich Sünden überzeugen Und verklagen fort und fort, Wann mein bös Gewissen schreiet Und mir mit Verdammniß dräuet, Ach laß deine Todespein Nicht an mir verloren seyn. Mache mich durch deine Bande Von des Satans Banden fri, Hi ind Eh Mf mi Zodespe E Hetzen, lich in Hewacht ich Heu scch spü Reg Aum H ubfauf lud vo Ftleden Halme He ddd he Lat, sir de un 2 Icht e Rnze Sntt Hel iber uffn hen. O eiendem unter der fal⸗ gen dich warum Sünde Plagen, er mich aben die um mä⸗ dich wis tichter⸗ d nicht elkeit is t sollt schläge so lß ch meint ache vu⸗ W gen d Geuissh Ach Ha Mohe ö Betrachtung des Leidens und Todes IEsu. 171 frei, Hilf, daß dein' erlitt'ne Schande Meine Kron' und Ehre sey. Trost der Seelen, Heil der Erden, Laß mich nicht zu Schanden werden. Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren seyn. Amen. GOtt, ew'ger GOtt, ich danke dir Von ganzem Herzen, daß du mir Bewiesen deine Güte, Daß du mich in der finstern Nacht Durch deiner Engel Schaar bewacht An Leib, Seel' und Gemüthe. Fröhlich reg' ich Heute wieder Meine Glieder Zum Geschäfte, Fröh— lich spür' ich deine Kräfte. Regiere mich mit deinem Geist, Der mir den Weg zum Himmel weist, Damit ich überwinde, Daß ich auskaufe meine Zeit Für deines Reiches Herrlichkeit, Und volle Hoffnung finde, Bis ich endlich Sanft im Frieden Hingeschieden Zu dir dringe Und dir ewig Psalmen singe. Amen. Mittwoch Abend. HErr JEsu, ich danke dir für alle Wohlthaten des heutigen Tages, für allen Segen aus deinem Wort, für deine Einladung zu deinem Tische und für den reichen Trost, den du täglich in deinem bit— tern Todesleiden mich finden lässest. Gib mir auch jetzt einen tiefen Eindruck davon und schenke mir das ganze Verdienst alles dessen, was du an meiner Statt erlitten hast. Ich gedenke jetzt des schmähli— chen Todesurtheils, das von deinem Volk über dich ausgesprochen wurde, weil du frei und offen bekanntest, du seyest der Sohn GOttes, des 172 Gebete. Hochgelobten Diese Verurtheilung sei meine Los— sprechung, dein Bekenntniß versöhne und heile meine Menschenfurcht, mein Verläugnen deines Namens, meine falsche Scham, wie meine falsche Einbildung, auch alle Zweifel gegen deine heilige GOttheit und allen Unglauben gegen deine seligmachenden Wahr— heiten. Und dein Gehorsam gegen ungerechte und gottlose Obrigkeit, die du mit dir machen ließest, was sie wollte, deine Stille und Geduld versöhne allen meinen Ungehorsam und alles Murren gegen widrige, ungerechte oder wunderliche Vorgesetzte im geistlichen, weltlichen oder Haus-Stand. Und daß du von den rohen Juden dir das Angesicht verspeien und mit Fäusten schlagen und verdecken ließest, das versöhne und heile meinen schnöden Uebermuth, meine verborgene Eigenliebe und die Eitelkeit, in de— ren Dienst besonders mein Angesicht so oft sich ver— sündigt. O wenn aus dem Spiegel der Citelkeit ein verspeietes und durch Faustschläge entstelltes An⸗ gesicht mich anblickte, wie tief müßte das mich be— schämen! So sehe ich in dir das Bild der Häßlich— keit meiner Sünde und aller unreinen Lust. O mein Bürge und Stellvertreter, deine Schmach sey meine Ehre, dein Schmerz meine Freude, deine Erniedri— gung meine Erhöhung, dein Tod mein Leben. Und solches Leben aus dir erhebe mich über Welt und Zeit, über Sünde und Sündennoth, und mache mich 0 Cins in mir. Hei Ind tla leh, Un Aull g Aht, Nmme Od Huigkei Ind alle 0 num slübe, daß Nuh, Eegen Minen In Ses Ne R ba net P. üht 5 dei Ahn ne Los⸗ le meine Namens, bildung, heit ud u Wahr⸗ echte und liehest, versohnn en gegel sette in Und daß verspein hest, dos hermuth, , in de⸗ sich vu Citelkei lltes Au⸗ mich be Hihlih⸗ O Mei h mii Ern licdu⸗ en. Und Bůlt 1 Hache miich ů ů Betrachtung des Leidens und Todes IEsu. 173 so Eins mit dir, daß ich ewig in dir bleibe und du in mir. Heile mich, o Heil der Seelen, Wo ich krank und traurig bin, Nimm die Schmerzen, die mich quä— len, Und den ganzen Schaden hin, Den mir Adams Fall gebracht Und ich selbsten mir gemacht, Wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, Wird sich all mein Jammer setzen. Amen. O du Licht der frommen Seelen, O du Glanz der Ewigkeit, Dir will ich mich ganz befehlen, Diese Nacht und allezeit, Bleibe doch, mein GOtt, bei mir, Weil es nunmehr dunkel hier, Daß ich nimmer mich be— trübe, Tröste mich mit deiner Liebe. Laß mich diese Nacht empfinden Eine sanfte, süße Ruh, Alles Uebel laß verschwinden, Decke mich mit Segen zu, Leib und Seele, Muth und Blut, All die Meinen, Hab und Gut, Freunde, Feinde, Hausgenos— sen Sey'n in deinen Schutz beschlossen. Amen. Donnerstag Morgen. Lieber Heiland, an diesem Morgen gedenke ich der bangen Frühstunden, in denen du nach einer schmerzlich durchwachten Leidensnacht dem Landpfle— ger Pontio Pilato überantwortet und von ihm gerichtet wurdest. O wie mag es dir gewesen seyn, uUs dein eigenes Volk, für das du drei und dreißig Jahre auf der Erde gelebt hattest, dich einem Hei— den zum Gericht überlieferte und mit frechen Lügen 174 Gebete. dich verklagte, der du doch ihr König warest, der Kö— nig der Wahrheit und Gerechtigkeit. Und als der Heide dich verhörte und doch nicht verstand, und als Herodes mit seinem leichtsinnigen Hofgesinde dich verachtete und verspottete und immerfort die Klagen der Juden die Luft erfüllten, was mag es dich geko— stet haben, stille zu schweigen, wie ein Lamm, das verstummet vor seinem Scheerer, und das Brüllen der großen Farren und Löwen(Ps. 22, 13. 14.) zu hören, die mit ihrem Geschrei:„Kreuzige, kreu— zige ihn“ nicht abließen. So tönte es jetzt in der Stadt, durch deren Straßen erst vor fünf Tagen das Hosiannah erklungen war, so schrieen die, die du so oft versammeln wolltest, wie eine Henne versam— melt ihre Küchlein unter ihre Flügel. Und als sie dich verwarfen und den Aufrührer und Mörder Barrabas dir vorzogen und losließen, o welch ein Schwert mußte da durch deine Seele dringen! Aber warum, warum mußte das Alles über dich ergehen? Auch darin erkenne ich mich und meine Schuld. Ich bin der Barrabas, an dessen Stelle du dich gesetzet hast, mein Eigenwille ist der Empörer gegen GOtt, der den Tod verschuldet hat, ich möchte, daß mir Jedermann wohl rede, ich möchte, daß man mir Nie— mand vorziehe, ich möchte geehrt seyn von Hohen und Niederen, mein Fleisch hätte Wohlgefallen an dem Leichtsinn der Spötter und Verächter, ich will keine L Ude er uahtel verwer des be mir zy laß de Wie d so laß ausgeh ließest, mir u weil Schul ach so meine Recht deine aller und y deine deine der Kö⸗ als der und als inde dich Klagen ich geko⸗ nm, das Brüllen 3. 14) , krau⸗ t in der f Dagen e, die du versan⸗ Wals sie Morder welhh ein n! Aber ugehm! ld. V geseht 0tt, daß min“ mir Nie⸗ u Hohen allen u ih vib Betrachtung des Leidens und Todes IEsu. 175 keine Verläumdung, keinen Vorwurf, keine üble Nach— rede erdulden, ich will lieber Unrecht thun, als Un— recht leiden. Deßwegen hast du dich so verklagen und verwerfen lassen, mein Spottgeist wurde vor Hero— des bestraft, und Barrabas wurde neben dich gestellt, mir zu zeigen, wohin ich gehöre. O mein Heiland, laß doch alle diese Pein nicht an mir verloren seyn. Wie durch deine Verwerfung Barrabas frei ausging, so laß auch mich kraft deiner Stellvertretung frei ausgehen vom Gericht, und weil du dich verspotten ließest, so hilf, daß die Geister der Finsterniß an mir nicht ihren Muthwillen auslassen dürfen. Und weil Pilatus vor allem Volk erklärte, er finde keine Schuld an dir und doch dich zum Tod verurtheilte, ach so laß das ganz mir gelten. Deine Unschuld sey meine Unschuld und tilge alle meine Schuld, dein Recht sey mein Recht und versöhne all mein Unrecht, deine vollkommene Reinigkeit mache mich los von aller Unreinigkeit, dein Stilleschweigen rede für mich und versöhne alle meine Rechthaberei und Ungeduld, deine unantastbare Gerechtigkeit ziere mich, und deine Verurtheilung gelte ganz an meiner Statt, daß ich um deinetwillen losgesprochen werde von aller Schuld, Strafe und Verdammniß. Ja, Herr! heile du mich, so bin ich geheilet, hilf du mir, so ist mir geholfen, laß dein Antlitz leuchten über mich, so ge— nese ich. Amen. Gebete. 176 Laß mir's in deiner Liebe Hassen V gehen, Laß mich mit frohem Triebe Im Glauben auf— Ihn i N erstehen, Sey selbst mein Schirm und Schutz, Laß Id legt mir den Tag gelingen, Ihn fröhlich zuzubringen, Dir I und * dankbar, mir zu Nutz. Ach segne und behüte Mein GOtt und Vater, V mich, GOtt Sohn, dein Glanz der Güte Leucht' ob haht u Auch heute wohl er— t Hal mir gnädiglich! Erheb', GOtt heil'ger Geist, Dein laspiien Antlitz, gib mir Friede, Bis mit des Lammes Liede M Sy Dein Kind dich ewig preist. Amen. Mnl lb. S Donnerstag Abend. hlien O Haupt voll Blut und Wunden, Voll Schmer— ss bet ö zen, voller Höohn, O Haupt, zum Spott gebunden Mein I Mit einer Dornenkron, O Haupt, sonst schön ge— hun. 4 zieret, Mit höchster Ehr und Zier, Jetzt aber höchst st schimpfiret, Gegrüßet seyst du mir! it Mit tiefstem Danke beuge ich vor dir meine Wcif Kniee und bete dich an, du ewige und unergründliche Rahtig Liebe, die du um meinetwillen dich in das bitterste Ildet, Leiden gesenket hast. Mit Schrecken sehe ich dich in 10 ey N den Marterkammern des heidnischen Richt— rline hauses unter der wilden Rotte der Kriegsknechte, wale, V die deinen heiligen Rücken entblößen und mit grau— slh samen Geißelhieben zerfleischen. O, ein An⸗ He i blick, der mir das Herz beben macht! Der heilige ihn Sohn GOttes wird gegeißelt um meinetwillen, sein— schsth Fleisch wird aufgehauen, weil mein Fleisch aus— il hohl er— ben auf⸗ tb, Laß en, Dit Vater, ucht' ob t, Dein es Liede Schmer⸗ ebunden hön ge höchst r meine ründliche bitterst dich il Richt⸗ Enehtz it grau⸗ in Ml⸗ Helige len, sen aus⸗ Betrachtung des Leidens und Todes IEsu. 177 gelassen und tausendfach ungehorsam war. Dem Hei— ligen und Gerechten reißen sie seine Kleider herab und legen ihm zum Spott einen Purpurmantel an und eine dornene Krone setzen sie ihm auf sein Haupt und mit einem Rohr schlagen sie sein Haupt und treiben die Dornen in das Fleisch und verspeien sein Angesicht und verhöhnen ihn mit schnö— dem Spotte. Selbst ein Pilatus entsetzt sich über dem Anblick solcher Martergestalt und ruft voll Mit— leid: Sehet, welch ein Mensch! Und dennoch schreien noch immer die felsenharten Herzen: Kreu— zige, kreuzige ihn! Ach, daß ich Wasser genug hätte in meinem Haupt und meine Augen Thränenquellen wären(Jer. 9, 1.), zu beweinen die schreckliche Sün— denlast, die solche Noth auf meinen Geliebten ge— wälzt hat. Meine Lüste und Begierden verdienen so gegeißelt zu werden, meine Eitelkeit und Selbst— gerechtigkeit hat solche schmähliche Entblößung ver— schuldet, mein Trachten nach hohen Dingen ist sol— ches Spottes werth, meines Kopfes böse Gedanken verdienen, durch Dornen und Schläge gestraft zu werden, meine Augenlust, Fleischeslust und Hoffart ist solcher schmählichen Qualen tausendfach schuldig, mein Uebermuth, der nur befehlen und das Scepter führen möchte, verdient den Hohn eines solchen Rohrscepters, meine vor GOtt und allen Engeln so häßliche Sündengestalt verdient angespieen und Kapff, Communionbuch. 12 178 Gebete. verachtet zu werden. Und das Alles hat der Heilige GOttes an meiner Statt auf sich genommen. O große Lieb, o Lieb' ohn' alle Maßen, Die dich ge— bracht auf diese Marterstraßen, Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, Und du mußt leiden. Meine Krankheit hast du getragen, meine Schmerzen auf dich geladen. Meine Strafe liegt auf dir, auf daß ich Frieden hätte. O ich danke dir, hochgelobter Heiland, ich preise dich von Grund meines Herzens für alle die bittern Schmerzen, die du für mich er— duldet hast. Gib mir nur die Frucht davon ganz zu genießen und schenke mir die volle Versöhnungskraft deiner Leiden. Deine Geißelung versöhne meine Lüste und Begierden, deine Blöße helfe mir von der Schan— de meiner Blöße vor GOtt, dein Purpurmantel er⸗ werbe mir die Kleider des Heils und den Rock dei⸗ ner Gerechtigkeit, und deine blutige Dornenkrone helfe mir zu der glorreichen Ehrenkrone in deiner Herrlichkeit. Und in solchem Schmuck deines ewig gültigen Verdienstes laß mich einst offenbar werden vor deinen heiligen Engeln, daß sie mich sehen im Glanz deiner Gerechtigkeit und mit Staunen sagen: Sehet, welch ein Mensch! Mache mir aber deine Leiden auch dazu gesegnet, daß ich dadurch erkenne, was für ein schrecklicher Greuel vor GOtt die Sünde sey, um deren willen du so gegeißelt und geplagt wurdest. Dadurch tödte in mir Dee Gli Aunkbar Iact Mei Uuge o 0 M Ninem htha Ih de aliegen uf de Run sinaus ügel ner Alomn ¹ lhet Mt I u. Hͤlihe. nen. O dich R. nit de. zt leiden. chmerzen dir, auj chgelobte Herzend mich ⸗ Nganz il ungekraft hine List der Schal nantel er⸗ Rock dü⸗ rnenkroge in dänt ines eüiß ar Weldil schim il len sagel aber dul ch erkene. G0tt W. WgRgchb in +* Betrachtung des Leidens und Todes IEsu. 179 die Glieder, so auf Erden sind, und hilf mir, in dankbarster Liebe zu dir die ganze Welt für nichts zu achten und dir allein zu leben. Amen. Mein IEsu, halt' auch diese Nacht Ob mir dein Auge offen, Daß wenn mein Aug' vom Schlaf er— wacht, In mir sey Lieb und Hoffen, Steh' du mir bei! HErr, deiner Treu Voll Kindlichkeit befehle Ich Leib und Geist und Seele. Amen. Freitag Morgen. HErr IEsu, du treuester Freund meiner Seele, am Morgen deines Todestages begleite ich dich auf deinem Kreuzesweg von Gabbatha nach Gol— gatha. Ich sehe dich matt und müde von den Lei den der durchwachten Schreckensnacht, ich sehe dich erliegen unter der Last des Kreuzesbalkens, der auf deine Schultern gelegt wurde. O wie mußte dein Herz bluten, da dein Volk dich so zur Stadt hinausstieß. Und als du von ferne den To des— hügel erblicktest, auf dem noch schrecklichere Leiden deiner warteten, o welche Angst wird da über dich gekommen seyn? Und doch dachtest du nicht an dich und wolltest nicht, daß die Töchter deines Volkes über dich weinen, sondern nur über sich selbst und ihre Kinder. Diesen priesterlichen Sinn präge auch mir ein und stärke mich, willig und stille mein Kreuz dir nachzutragen in deiner Kraft. Nun stehe ich an der schauerlichen Schädel⸗ 12⁷ 180 Gebete. stätte und sehe dich still wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, ich sehe, wie die wilden Kriegsknechte über dich herfallen und dir deine Klei⸗ der herunterreißen, ich sehe, wie du geduldig dich hinlegest und Hände und Füße dir mit Nägeln durchbohren und deinen heiligen Leib an das Holz des Fluches aufhängen lässest. O welch unnennbare Schmerzen mußtest du da durchmachen, welche Qualen ergingen über deinen Leib und deine Seele, da du sechs Stunden lang zwischen Him— mel und Erde, zwischen Leben und Tod hingest. Mein HErr und mein GOtt! habe Dank, tausend— fachen Dank für jeden Tropfen Blutes, den du ver⸗ gossen, für jeden Schmerzen, der deine Glieder durch⸗ bebte, für jeden Krampf, der in deinem Fleische wüthete, für alles Reißen, Stechen, Brennen, Er— matten und Absterben, für das Verschmachten vor innerer Hitze, für den Todesschweiß und Todeskampf, besonders für die schreckliche Finsterniß, in der du drei Stunden lang von GOtt verlassen warest. In diese Tiefe deines Leidens, da du den ganzen Fluch der Hölle fühltest, da blicke ich mit heiligem Schauer hinab, diese Gerichte des verborgenen GOt— tes ergründe ich nicht, nur loben und anbeten und danken will ich für das, was du an meiner Statt gethan hast. Ich hätte verdient, in der Schande meiner Blöße dazustehen im peinlichen Ge— liht, i llt, vo daschm lberte Ales: bist Vobt ihl is R bek lit un huten Iierd at Hatel Vrr! Rich d chne Daini Wih IIR g Miu. D nit ve Dun Le M⸗ It S Udder Me das zu e Wilden ine Kla⸗ ldig dic Näglhn an das O welch hmachen, nd deine an Hin⸗ hingit. tausend⸗ du ver⸗ er dulgh⸗ Flesch nen, Er⸗ hten vor derkanppf u der du u Wards. 111 Heiligen en GOl. eten und 1 mene il du ihm G. ——— Betrachtung des Leidens und Todes IEsu. 181 net, von allem Volk verhöhnt und durch bittere To— desschmerzen gestraft zu werden für so zahllose ö Uebertretungen. Und an meiner Statt hast du Alles erlitten, ich trachte nach hohen Dingen, und du bist unter zwei Mördern, ich möchte geehrt und gelobt seyn, und über dich ruft das Volk: Pfui dich! ich halte viel auf gutes Essen und Trinken, und ö du bekommst Essig und Galle, ich liebe Bequemlich— keit und Ruhe, und du hängst in heißem Kampf am harten Kreuzesholz, ich habe so viele böse Lüste und ö Begierden in mir, und du mußt in allen Gliedern* so entsetzliche Martern erdulden, ich möchte für die Welt leben und du mußt für mich sterben. O V HErr! laß das Alles mir zu gute kommen und rette mich durch deine Leiden von aller Noth der Sünde. N Segne mir auch den heutigen Tag zu einer neuen* Vereinigung mit dir und bereite mein Herz so zu, V daß ich in deinem Abendmahl ganz mit dir vermählt +. und auf ewig Eins werde mit dir und mit dem Vater. Amen. Dir, IEsu, ich mich ganz befehl', Im Geist dich richt, ich wäre werth, unter die Uebelthäter gerech— VN ö mir verkläre, Dein Werkzeug nun sey meine Seel', Den Leib bewahr' und nähre. Mein treuer Hirte, sey mir nah, Steh immer mir zur Seiten, Und wenn ich irre, wollst du ja Mich wieder zu dir leiten. Mein Denken, Reden und mein Thun Nach dei— 182 Gebete. nem Willen lenke, Zum Gehen, Stehen, Wirken, Ruh'n Mir stets, was Noth ist, schenke. Ach halt mich fest mit deiner Hand, Daß ich nicht fall' noch weiche, Zeuch stets mich durch der Liebe Band, Bis ich mein Ziel erreiche. Amen. Freitag Abend. Seele, geh auf Golgatha, Setz dich unter IEsu Kreuze, Und bedenke, was dich da Für ein Trieb zur Buße reize, Willst du unempfindlich seyn, O so bist du mehr als Stein. Schaue doch das Jammerbild Zwischen Erd' und Himmel hangen, Wie das Blut mit Strömen quillt, Daß ihm alle Kraft vergangen! O wie häufet sich die Noth! Es ist gar mein IEsus todt! O Lamm Gttes, ohne Schuld, Alles das hab' ich verschuldet, Und du hast aus großer Huld Pein und Schmerz für mich erduldet, Weil ich sonst verloren bin, Gibst du dich an's Kreuze hin. An dieses Kreuz trete ich hin und bete an vor dem Geheimniß deiner unaussprechlichen Liebe, für die mein Herz und Leben ewig dein Opfer und Ci— genthum seyn soll. O mein IEsus! deiner Wunden getröste ich mich in meinem Leben, Leiden und Ster⸗ ben, und die heiligen Worte, die du von deinem Kreuze herab sprachst, sind mir ein Schlüssel zu dem ohne dich verschlossenen Paradies. Dieser Vorte ² mi Hest. nicht, bhn Mtur ube Ind 9 Unged Ind haben nit,! in de du dih s. für d Mlie Bdün dchl fuder hige ce mg Aud ih, im iff Betrachtung des Leidens und Todes IEsu. 183 Witke, Worte will ich jetzt besonders gedenken, du wollest sie mir reich gesegnet machen durch deinen heiligen 2 Geist. Vater! vergib ihnen, denn sie wissen IN nicht, was sie thun, so höre ich dich rufen, nach— dem deine Hände und Füße durchbohrt und deine uN Natur von heftigen Schmerzen durchbebt war. Diese I ich unten Liebe gegen Feinde versöhne alle meine Feindschaft Für ein—“ und Rachsucht, diese sanfte Geduld heile alle meine N lih senn. Ungeduld und diese priesterliche Fürbitte helfe mir und Allen, die mit ihren Sünden dich gekreuziget hen Ed haben. Solchen Sinn pflanze auch in mich und hilf Strömn mir, dir in Allem immer ähnlicher zu werden. Auch Oi))NWin der Liebe gegen Freunde und Angehörige leuchtest N JGsus du mir vor. Wie treulich sorgtest du am Kreuze, dich selbst vergessend, für deine Mutter Maria und das hab“ für den lieben Johannes. Trage so auch meine Huld Pei Anliegen auf deinem Herzen, sorge so auch für meine ich sasft Bedürfnisse und laß mich in dir und in Seelen, die hn dich lieben, Vater, Mutter, Brüder und Schwestern an vn: finden zum Trost meiner Seele. Besonders aber er⸗ N dicbe, n) zeige an mir die Barmherzigkeit, durch die du den nd G Schächer am Kreuze so hoch erfreuet hast. O wie Wunde mag seine geängstigte Seele frohlockt haben, als er und Ol aus deinem Munde die Worte vernahm: Wahr⸗ 0 denm lich, ich sage dir, heute wirst du mit mir Sllt im Paradiese seyn. Laß das auch mir gelten, wirf auch meine Missethaten alle in die Tiefe des Gebete. 184 Meeres, daß auch mir durch deine Gerechtigkeit reich⸗ I lich dargereicht werde der Eingang zu deinem ewigen I Reich. Ja, alle Menschenseelen an allen Enden und Orten wollest du zu dir ziehen und retten, was sich retten läßt, und dich kräftiglich erweisen als den GOtt, der da hilft, und als den HErrn HErrn, der vom Tode errettet. Erzeige dich mir so auch in dei— nem Abendmahl, dem ich immer näher und freudiger entgegengehe, fülle mich mit den reichen Gütern dei⸗ nes Hauses und bringe mich einst auch zu dem himm— lischen Abendmahl, von dem geschrieben steht: Selig sind, die zu dem Abendmahl der Hochzeit des Lam— mes berufen sind. Amen. Nun gib mir süße, sanfte Ruh Und decke mich mit Gnaden zu, Dein Engel bleibe stets bei mir, Da⸗ ö mit kein Unfall mich berühr'. HErr, schütze mich vor aller Noth, Laß einen bö— ö sen, schnellen Tod In dieser Nacht mich treffen nicht, Laß schauen mich des Tages Licht. Amen. Samstag Morgen. V O Leib, mit Blut bedecket, O Brust, von ö Aengsten heiß, O Glieder, ausgestrecket, O Haupt, voll Todesschweiß, O Mund, in letzten, Zügen, O Herz, in Todsgezück, O Seele, im Entfliegen: Ver— W ehrungswürd'ger Blick! Diesen Blick präge mir tief in mein Herz, treue— ster IEsu! Mit innigster Wehmuth trete ich hin an de Todes uht Schre Wum alle! Nibe lockn lun Raht umhe Ind und war: solche hufli Iur liß Ind lape Ind 0l Nis⸗ huaht Seh Lamn keit rich⸗ n ewigen den und was sich als den Errn, der 9 in dei freudige itern de m himm⸗ t: Stig des Lam⸗ decke mich mit, Da⸗ einen boͤ⸗ fen nicht, Ust, vn Hauhth ügen, 9 Ner⸗ en: Du ; trͤl⸗ ih Hin Betrachtung des Leidens und Todes IEsu. 185 an dein Kreuz. Aber was sehe ich? Finsterniß und Todesschatten rings umher mitten am Tage. Das Licht und Leben der Welt umnachtet unter den Schrecken der Hölle, der Fürst des Lebens wie ein Wurm im Todesstaub, ausgeschüttet wie Wasser, alle deine Gebeine zertrennet, dein Herz in deinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs, deine Kräfte ver— trocknet wie ein Scherben, deine Zunge klebt an dei— nem Gaumen und du bist versenket in des Todes Nacht. Die Schmach bricht dir dein Herz, du siehest umher, aber Niemand erbarmt sich deiner, von GOtt und Menschen verlassen rufst du in banger Todes— und Höllenpein: Mein GOtt, mein GOtt, warum hast du mich L O wie bricht solche Noth auch mir mein Herz! O wie möchte ich zerfließen in Dank und Anbetung vor solcher Liebe! An meiner Statt warst du verlassen, meine Finster— niß hast du getragen, für mich warst du verflucht und hast das Schrecklichste erlitten, die ganze Höl— lenpein, von GOtt verlassen zu seyn. Mein HErr und mein GOtt! Preis sey dir in alle Ewigkeit, ja alles Fleisch lobe deinen heiligen Namen! Allem Fleisch soll aus deiner Finsterniß das Licht hervor— brechen und aus deinem Tod das Leben. Diesen Segen schenke auch mir, sprich auch zu mir von dei— nem Kreuze herab:„Friede sey mit dir, deine Sün— den sind dir vergeben!“ Deine Angst sey meine Be— 186 Gebete. ruhigung, deine Höllenpein meine Himmelsfreude, dein von GOtt Verlassenseyn meine Vereinigung mit GOtt. Dein Verschmachten, da du riefst: Mich dürstet, behüte mich vor dem Verschmachten in der Hitze des höllischen Feuers und eröffne mir die Quelle des Wassers, das in's ewige Leben quillet. Deine Liebe hat gedürstet nach dem Heil der Sünder, laß mich dürsten in Liebe nach dir und leite mich einst zu den lebendigen Wasserbrunnen, an denen du ab— wischen wirst alle Thränen von unseren Augen. Du hast ja auch mir zu gut gerufen: Es ist voll⸗— bracht. Dieser Siegesruf erquickt meine Seele! Nun war der heiße Kampf ausgestritten, nun waren alle die schrecklichen Feinde überwunden, vor denen unser verlorenes Geschlecht in Ewigkeit zittern müßte, die Flammen des Zornes GOttes waren ausgelöscht und heilige Liebesflammen leuchten über der versöhn— ten Menschheit, und(Offenb. 5, 13.) alle Kreatur, die im Himmel ist und auf Erden und unter der Erde, und im Meer und Alles, was darinnen ist, kann rufen zu dem, der auf dem Stuhle sitzt, und zu dem Lamm: Lob und Ehre und Preis und Ge— walt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Der Verkläger ist verworfen und wir dürfen unsere Kleider waschen und helle machen im Blute des Lammes. Darum erhebt meine Seele den HErrn und mein Geist freuet sich GOttes, meines Heilandes. W ind 2 Wasef ich lob Ge ganzen dir mii Lat Onaden selgen Gi und T det I K hobt hesfen dn 6 hein Hahr Freude, nigung Rich in der Quelle Deine er, laß eins du ab⸗ . Du voll⸗ 0 Seclel waleh denen müßtz Relösct dersohn⸗ Treatul, ster du nen is bt, m nd Ge iger il waschh Daruh st frut Betrachtung des Leidens und Todes IEsu. 187 Was für Lust und Süßigkeit, Was für Freud' und Jubiliren, Was für Ruhe nach dem Streit, Was für Ehre wird uns zieren! Ewig, ewig werd' ich loben, Wenn ich ganz in GOtt erhoben. Amen. Gedenke, HErr, auch heut' an mich An diesem ganzen Tag Und wende von mir gnädiglich, Was dir mißfallen mag. Laß treu mich nützen meine Kraft Und meine Gnadenzeit, Und bild' mich in der Pilgerschaft Zur sel'gen Ewigkeit. Gib deinen Segen diesen Tag Zu meiner Pflicht und That, Damit ich fröhlich sagen mag: Wohl dem, der IEsum hat! Amen. Samstag Abend. Kein Tröpflein Bluts war dir zu theuer, Du gabst es willig für mich her. O daß von deinem Lie— besfeuer Mein ganzes Herz entzündet wär! Ach laß den Eindruck deiner Leiden Und deiner bittern Todes⸗ pein Mir stets, bis Leib und Seele scheiden, Im Herzen unauslöschlich seyn. O mein theurer Heiland! wie groß ist deine Liebe! Sie ist stärker, als der Tod. Aus Liebe hast du alle Qualen des Todes, ja selbst der Höllen Pein erduldet und den bittern Kelch unseres Sünden⸗ fluches bis auf den letzten Tropfen ausgetrunken. Ich sehe dich bleich und entstellt mit Blut und Todesschweiß bedeckt, vor Hitze und Durst ver⸗ 188 Gebete. schmachtend, von GOtt verlassen, in des Todes Staub. Meine Seele bebt vor den Schrecken, die auf dich fielen, um meinetwillen. Aber leichter ath— met meine Brust, da ich das Ende deines Kampfes sehe und dich mit lauter Stimme rufen höre: Vater! ich befehle meinen Geist in deine Hände. Nun kam die Ruhe nach dem heißen Streit. Ich freue mich, aber mit tiefster Beugung bete ich an vor dem Wunder aller Wunder, daß du als der Fürst des Lebens in den Tod dahin sankst und neigtest das Haupt und verschiedst. O mein IEsu! Sey mir tausendmal gegrüßet, Der mich je und je geliebt, IEsu, der du selbst gebüßet Das, womit ich dich betrübt! Ach, wie ist mir doch so wohl, Wenn ich knien und liegen soll An dem Kreuze, da du stirbest Und um meine Seele wirbest. Mich hast du erkauft mit deinem Blute. Dein Tod ist mein Leben, auch für mich bist du als der ewige Hohepriester in's Allerheiligste eingegangen, um durch dein Opfer auf ewig alle Welt zu versöhnen und Sünde und Tod, Teufel und Hölle zu nichte zu machen. Mir zu gut hast du den Vorhang im Tempel zerrissen, daß ich in dir freudig vor den Gnadenthron treten und ohne Furcht im vollen Frieden und im priesterlichen Schmuck deiner Gerech— tigkeit dir dienen darf. Diese Kraft deines Todes erkenne ich noch mehr an dem Beben der versöhn— zen Erdt denen, ünden. Hrab o die aue Wid. Staub Stunde idischen duuch d Ren un zut an urest um Imst llen IIU To Iun fi sne Todel n, die ath⸗ ampfes hore: deine heißen ugung aß du sankt mein nich j Daos, och so treuzz, Mich d it ewige durh u Und hte fl 8 in iY vl volla Herh⸗ Todts uscht⸗ Betrachtung des Leidens und Todes IEsu. 189 ten Erde und an den geöffneten Gräbern, aus denen, durch dich belebt, die Leiber der Heiligen auf— stunden. Vor diesen Gräbern sehe ich auch mein Grab offen und tröste mich der Auferstehungskraft, die auch mein sterbliches Gebein herrlich erneuern wird. Bald vielleicht sinkt mein Leib hinab in den Staub des Todes, ja heute noch könnte meine letzte Stunde schlagen. Bei so großer Unsicherheit meines irdischen Lebens hätte ich keine Ruhe, wenn du nicht durch deinen Tod meinem Tode die Macht genom— men und Leben und unvergängliches Wesen mir zu gut an's Licht gebracht hättest. Aber weil du todt warest und bist lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit, darum verweile ich gern an deinem Grab, in dem dein heiliger Leichnam die stille Sabbathruhe fand. Diese Ruhe heiligt auch meine Grabesruhe und das Leben, das du wieder nahmest, hilft auch mir zur frohen Auferstehung. O IEsu! ich wünsche mit dir nur zu sterben, IEsu, mit dir nur vom Grabe zu gehen, IEsu, mit dir nur den Himmel zu erben, JEsu! mit dir nur mich selig zu sehen, IEsu! bei dir nur auf ewig zu leben. IEsu! sprich Amen, du kannst es nur geben. Ja, HErr, sprich Amen zu allem meinem Gebet um den Segen deines Leidens und Todes, und schenke mir nun im Abendmahl dei— nen für mich geopferten Leib und dein für mich ver— gossenes Blut; laß mich dadurch vollkommen ver— + N 190 Beichtgebete. söhnt, mit dir auf ewig vereinigt und mit den Le— bens⸗ und Auferstehungskräften deiner verklärten GOttmenschheit erfüllet werden. Dir, dem großen Wiederbringer alles Verlorenen, sey Lob und Chre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Mit dir will ich zu Bette geh'n, Dir will ich mich befehlen, Du wirst, mein Hüter, auf mich seh'n, Und rathen meiner Seelen. Ich fürchte keine Noth, Nicht Hölle, Welt und Tod, Denn wer mit IeEsu schlafen geht, Mit IEsu wieder aufersteht. Amen. Zweite Abtheilung. Beichtgebete. l. Vor der Beichte. Gebet um wahre Ruße. Allmächtiger GOtt, der du die Herzen und Nie— ren prüfest und vor welchem kein Lebendiger gerecht ist, ich beuge mich vor dir im tiefen Gefühl meiner Unwürdigkeit, zu deinem Tische zu nahen. Du hast mich eingeladen, aber wie darf der Sünder erscheinen vor dem Heiligen, der Wurm des Staubes vor dem HErrn des Himmels und der Erden! O mein GOtt! schaue gnädig herab von deiner heiligen Höhe und gib deinem armen Kinde, was ihm fehlt. Kleide du mich mit den Kleidern des Heils und bereite mich u ein mahle lschen dig un flinker Reine Vürdi ich vo sst wi Gffäß nieder Süind Duey daß bearb. voll! kaut den ichl wahs Helig Funst beh theibe Sünd ‚en Was en L⸗ klärten“ Rroßen d Ehne bigkeit!“ ch mich n, Und „Noht schlafen nd Me⸗ gereht Meien du H schiinen or dal G0tt! be Ind ide du te Mih Gebet um wahre Buße. 191 zu einem würdigen Genuß deines heiligen Abend— mahles. Mein Herz sehnt sich nach deinem himm— lischen Gnadenmittel, aber ich fürchte mich, unwür— dig und also mir selber zum Gericht zu essen und zu trinken, ich finde so viele Sünden und Unarten in meinem verderbten Herzen und sehe nicht die geringste Würdigkeit an mir. Unrein wie ein Aussätziger stehe ich vor deinen Augen und alle meine Gerechtigkeit ist wie ein unfläthiges Kleid. In ein so unreines Gefäß kannst du deine heiligen Gnadengüter nicht niederlegen. Darum rufe ich aus der Tiefe meines Sündenverderbens zu dir: Erbarme dich über mich! Du willst ja nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe, so hilf auch mir und bearbeite mein Herz, das einem unfruchtbaren Acker voll Unkraut und Dornen gleichet. Thue das Un— kraut weg, pflüge tiefe Furchen der Buße und streue den Samen deiner seligmachenden Gnadenmittel reichlich in mich aus, daß eine schöne Saat heran— wachse für dein Reich. O HErr, gib mir deinen heiligen Geist, daß er mit seinem Lichte alle meine Finsterniß durchleuchte und mir das ganze Verder— ben meiner sündlichen Natur aufdecke und mich treibe zu ernstlicher Reue und Leid über alle meine Sünden. Du stellest auch die unerkannten Sün— den in das Licht vor deinem Angesicht, und was im Finstern verborgen ist, wirst du einst 192 Beichtgebete. offenbaren. O dieser Blick auf deinen großen Ge— richtstag zermalme mein Herz, und der Rückblick auf so viel Liebe, die du bisher mir schenktest, erweiche mich und zeige mir meinen schnöden Undank und wie ich nicht werth bin aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir gethan hast. So müsse deine Lang— muth und dein Ernst mich zur Buße leiten und das Verlangen nach dir und deiner Seligkeit müsse mich treiben, Alles von mir zu weisen, was nicht in dein Reich taugt, und mich zu reinigen von den verbor— gensten Unlauterkeiten und Befleckungen des Flei— sches und Geistes. O mein GOtt! schaffe selbst in mir, was vor dir wohlgefällig ist, thue nach deiner Verheißung das steinerne Herz weg aus meinem Fleische und gib mir ein neues Herz und einen neuen gewissen Geist, heilige mich durch und durch, daß mein Geist ganz sammt Seele und Leib müsse behal— ten werden unsträflich auf die Zukunft meines HErrn JEsu Christi. Amen. Ein anderes Gebet um Ruße. Barmherziger GOtt, ich suche dein Antlitz, laß dich finden, ich flehe zu dir, erhöre mein armes Ge— bet. Es fehlt mir an der heilsamen Buße, ohne die ich nicht zu deinem Tische kommen darf. Darum gib mir deinen heiligen Geist, daß er sein Zucht— und Strafamt an mir übe und mir helfe, damit ich hi aufr Rich sel Ruines 2 huberge ich, m nd erfa Hisen 2 site mis Uht, a in die!x lahte 1 f die i u die! sir über derun Eundli Das Uag, dl bitt⸗ Aaduldet u E Usacht h ar Mi Or, I lla, chen Lapff u Ge ik auf kweiche 1d wie Treue, Ang⸗ d das e mich dein herbor⸗ Fli⸗ lbst in deiner neinem neuen „ daß bchal⸗ HErn 5„ lß s Oe⸗ ne die Darum Zucht nit ih Gebet um wahre Buße. 193 bei aufrichtiger Prüfung meines Herzens und Lebens mich selbst recht erkenne und in die tiefsten Falten meines Wesens hineinblicke, um nichts in mir zu be— herbergen, was dir nicht wohl gefällt. Erforsche du mich, mein GOtt, und erfahre mein Herz, prüfe mich und erfahre, wie ich es meine, und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege, leite mich durch deinen Geist aus der Finsterniß zum Licht, aus aller Täuschung und allem Selbstbetrug in die volle Wahrheit, aus allem Hochmuth in die rechte Demuth, aus aller Welt- und Selbst⸗Liebe in die innigste Liebe zu dir, aus allem Unglauben in die herzliche Glaubensfreudigkeit, die sich ganz dir überläßt. Wirke so in mir eine gründliche Ver— änderung an Herz, Sinn und Muth, daß ich alles Sündliche und Ungöttliche an mir in den Tod gebe. Dazu stelle mir besonders dein Leiden recht vor Augen, treuer Heiland, und rühre mein Herz durch die bitteren Todesschmerzen, die du um meinetwillen erduldet hast. O was für ein schrecklicher Greuel ist die Sünde, die dir solche entsetzliche Martern ver— ursacht hat. Nicht mit einem Faden mehr sollte sie mich an sich ketten dürfen, diese finstere Macht, die Nichts als Tod und Verderben bringt. O HErr, wirke selbst in mir einen tiefen Abscheu gegen Alles, was Welt und Sünde heißt, erfülle mich mit einem innigen Schmerz und Leid, daß ich dich, mei— Kapff, Communionbuch. 13 194 Beichtgebete. nen getreuen Schöpfer, Erlöser und Tröster, so viel⸗ fältig beleidiget und erzürnet habe, und erwecke mich zu neuem Eifer, dir zu leben und zu dienen in ewi⸗ ger Treue. O wie schnell kann meine letzte Stunde kommen! Wie bald kann deine Zukunft erfolgen, o IEsu! Wie ein Fallstrick wird der große Tag deiner herrlichen Erscheinung hereinbrechen über Alle, die auf Erden wohnen. Wehe mir, wenn du mich dann schlafend findest, wenn auch ich mit dem antichrist⸗ lichen Haufen heulen und beben müßte vor deinem Angesicht! Ach darum hilf mir doch zur wahren Freiheit, erlöse mich auch von den geheimsten Ban— den, die mich noch gefangen halten, und laß mich durch gründliche Buße aus allem Verderben des alten Wesens übergehen in das neue Leben des Glau— bens, der Liebe und der Hoffnung, daß ich mich herz— lich freuen könne auf dein sichtbares Kommen in der Herrlichkeit und auf dein innerliches Kommen im Abendmahl. O mein IEsu! bekehre du mich, so bin ich bekehret, hilf du mir, so ist mir geholfen, laß dein Antlitz über mich leuchten, so genese ich von allem Elend der Sünde, schenke mir deine Gerechtig— keit, so habe ich freudigen Zugang zum Vater und zu deinem Abendmahl. Erneure mich im Geist mei— nes Gemüthes und bereite mein Herz zu deiner Woh— nung, damit du ewig bleiben könnest in mir und ich in dir. Amen. Hei und ken lche, s danker st kein siht A Hest v scht?“ nuß di ucht a Nscht Ind ni Zohn Hinme Hbote habe il lbartte under Alibt siht Ion G Dge Ahttt Hüter siht sir M so vill de nit in ebie Stunde olgen, o 9 däner llle, di ch damn tichist deinen wahren en Bai⸗ aß nith ben da s Glal⸗ nich ha' n in dir Imen il „ so in Hen, l ich vo Felechij⸗ ater ld heist moe ner W und i0 Bekenntniß der Sünde. 195 Besfenntniß der Sünde. Heiliger und gerechter GOtt, du erforschest mich und kennest mich, ich sitze oder stehe auf, ich gehe oder liege, so weißest du es, du verstehest meine Ge— danken von ferne und siehest alle meine Wege, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HErr, nicht Alles wissest. Wo soll ich hingehen vor deinem Geist und wo soll ich hinfliehen vor deinem Ange— sicht? Spräche ich: Finsterniß möge mich decken, so muß die Nacht auch Licht um mich seyn, weil dein Licht auch unsere unerkannten Sünden vor dein An— gesicht stelet. Darum will ich mich nicht bedecken und nicht entschuldigen, sondern mit dem verlorenen Sohn bekennen: Vater, ich habe gesündiget in den Himmel und vor dir. Kein einziges deiner heiligen Gebote habe ich gehalten, wie ich hätte sollen, alle habe ich wenigstens in Gedanken und Begierden oft übertreten. Oft habe ich(gegen das erste Gebot) andere Götter gehabt neben dir, habe dich nicht geliebt als das höchste Gut aus allen Kräften, mich nicht an dich gehalten als meinen HErrn und mei— nen GOtt, sondern mein Herz vielfach an irdische Dinge oder an Menschen gehängt und sie höher ge— achtet und geliebt, als dich und deine Wahrheiten, Güter und Wege, habe auch mein Vertrauen nicht auf dich allein gegründet, sondern oft Fleisch für meinen Arm gehalten, bin auch nicht mit dir 13˙ * 196 Beichtgebete. immer in Gedanken umgegangen, sondern habe viele eitle, unreine und böse Gedanken in mir aufsteigen oder gar herrschen lassen, habe(gegen das zweite Gebot) deinen Namen oft vergeblich geführt, bin im Gebet viel zu träge und schläfrig gewesen, bin(ge— gen das dritte Gebot) mit deinen heiligen Tagen, mit deinem Wort und dessen Predigt gleichgültig umge— gangen und habe dich nicht geehrt durch ächtes Be— kenntniß in Wort und Wandel. Was du, o JEsu, an mir gethan hast von deiner Geburt und deinem Kreuze an bis auf den heutigen Tag, das habe ich nie genug erkannt und bin dir nie genug dankbar ge— wesen, habe dein Kreuz nicht auf mich genommen, meine Neigungen dir nicht geheiligt, mich und die Welt dir zu lieb nicht verläugnet, mein Herz dir nicht geopfert und nach deinem Reich und nach deiner Ge— rechtigkeit nicht vor allem Andern getrachtet. O mein GOtt, wie groß ist meine Schuld gegen Dich, wie zahllos sind meine Uebertretungen und Versäum— nisse, wie kalt meine Liebe, wie todt mein Glaube, wie schwach und befleckt auch das wenige Gute an mir! Wie suche ich in Allem mich, nicht dich und deine Ehre, wie lebe ich mir, nicht dir! Und wie vieler Sünden können meine Nebenmenschen mich anklagen? Gegen Eltern, Lehrer, Obrigkeiten und nächste Vorgesetzte war ich(gegen das vierte Gebot) nie gehorsam und treu genug, nie so gewis— suhaft alle m schen lisig. wie sch Algeme u No ost( Haß u licht, Friede Ind R lches meinen sen du 1 0 ind X in FI nichel der lit m liten! Hbot nußei Rer S Hun x rie e we vitle Afstrigen 8 zweitt hrt, bin bin g⸗ gen, mit g umge⸗ htes B⸗ IEsu, deinem habe ih kbar ge nommen, und di dir nicht iner G tet. O u Dich, Dersäun. Glaube Gute al dich ud Und wi enschen Hugkeien 6 vͤelte 0 i, ö Bekenntniß der Sünde. 197 senhaft, daß man in all mein Thun und Lassen, in alle meine Worte und Gedanken mir hätte herein— sehen dürfen, ohne mich da oder dort lieblos, nach— lassig, träg, untreu und ungehorsam zu finden. Und wie sehr fehlt es mir an der brüderlichen und an der allgemeinen Menschenliebe! Wenn es auch nicht zu Mordgedanken bei mir kommt, so steigt doch so oft(gegen das fünfte Gebot) Zorn und Rachsucht, Haß und Bitterkeit in mir auf, so oft vergebe ich nicht, wo ich sollte, und thue nicht Alles, um den Frieden herzustellen. Statt dem Nächsten mit Trost und Rath zu helfen und für sein leibliches und geist— liches Wohl zu sorgen, denke ich nur an mich und meinen Vortheil. Und wie befleckt ist oft mein We⸗ sen durch unreine Lüste und Begierden, wie kann ich(gegen das sechste Gebot) unkeuschen Gedanken und Bildern Raum in meiner Seele gestatten und in Fleischeslust, Augenlust und hoffärtigem Wesen mich verirren, der Eitelkeit dienen, in Unmäßigkeit oder sonst fleischlicher Genußsucht und Bequemlich— keit mich verfehlen und in irdischen Sinn mich ver— lieren! Auch Unredlichkeit(gegen das siebente Gebot) und Untreue in Anwendung deiner Gaben muß ich bekennen, die Kräfte meines Leibes und mei⸗ ner Seele, die edle Zeit und was du mir von Gü— tern gegeben hast, das habe ich nicht so benützt, wie es einem treuen Haushalter gebühret, ja selbst 198 Beichtgebete. des Nächsten Eigenthum war mir nicht so heilig, daß ich von aller Untreue mich freisprechen könnte. Vor Betrug im Handel und Wandel, vor dem Geiz, der zu wenig gibt und zu viel nimmt, vor dem Neid, der nach fremdem Gut trachtet oder doch lüstet, habe ich mich nicht genug gehütet. Auch des Nächsten Name war mir(gegen das achte Gebot) nicht theuer genug. O wie viele Zungensünden zeugen wider mich, wie manche Verläumdung, wie vieles lieblose und unnöthige Richten und Schwatzen, wie viele Verkleinerungssucht und Schadenfreude! Oft habe ich auch(gegen das neunte und zehnte Gebot) getrachtet, Andern unter dem Schein des Rechts das Ihre abzuspannen, überhaupt tausendfältig mich des Bösen gelüsten lassen. Besonders sehe ich auch Lieblingsneigungen in mir(welche?—— bekenne sie), Schoßsünden, denen ich immer wieder mich hin⸗ gebe, von denen wenigstens meine Gedanken nicht ablassen, die mein Gebet stören und mein Herz be⸗ flecken. Ach, mein GOtt! wie groß ist meine Noth! Du lässest mir sagen: Verflucht sey, wer nicht alle Worte des Gesetzes erfüllet, daß er darnach thue. Wo soll ich hinfliehen vor diesem Fluch, der mich so vielfach trifft! Ach GOtt! erbarme dich mein! Ver⸗ wirf mich nicht von deinem Angesicht, du hast ja dei— nen eingebornen Sohn an meiner Statt zur Sünde und zum Fluch gemacht, um IEsu willen sey mir Rhlidig, Hlache dune thate wie de aß miẽ 50 euldit eisef chat, I Mman Sunder dih an hilst, schen? Hokten, Ihlt ver In vo Uucgch N Gn Rubig 1—0 unget gl chige hllh könnte. n Geiz, n Mid, , habe üchsten niht Reugen evieles en, Wie e! Ost ů Gebot) hts das nich da ih auh bekenne nih hin en nicht Huz be. ie Nothl! icht al⸗ ch thu. mich su nl M i dii Sindi sch mi Gebet um Vergebung der Sünden. 199 gnädig, sein Verdienst laß mir gelten, seine Für— deine Verheißung: Ich vertilge deine Misse— that wie eine Wolke, und deine Sünde, wie den Nebel. Mein GOtt! ich hoffe auf dich, laß mich nicht zu Schanden werden! Amen. Gebet um Vergebung der Sünden. HErr, HErr, GOtt, gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Gnade und Treue, der du beweisest Gnade in tausend Glied und vergibst Misse— that, Uebertretung und Sünde, und vor welchem Niemand unschuldig ist, ich armer schuldbeladener Sünder komme vor dein heiliges Angesicht und flehe dich an um Vergebung aller meiner Sünden. So du willst, HErr, Sünde zurechnen, HErr, wer wird be— stehen? Auf Tausend kann ich dir nicht Eins ant— worten, und wenn du nach deiner Gerechtigkeit mit mir verfahren wolltest, so müßte ich zittern und be⸗ ben vor deinem Richterstuhl. Aber bei dir ist die Vergebung und ich hoffe auf dein Wort. Bei dir ist die Gnade und viel Erlösung bei dir, du willst dein gläubiges Israel erlösen aus allen seinen Sünden, und also hast du die Welt geliebet, daß du deinen eeingebornen Sohn gabst, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Dieses theure Cvangelium sprache laß für mich reden, um seinetwillen erfülle 200 Beichtgebete. ist mein einziger Trost in meiner Sündennoth. Ich selbst kann mir nicht helfen, ich kann mit Nichts mich entschuldigen, noch meine Sünde beschönigen, ich erkenne meine Missethat und meine Sünde ist immer vor mir. Weß könnte ich mich trösten, wenn nicht in JEsu Christo die Gnadenthüre sich mir aufthäte, und wenn nicht sein Blut mich rein machte von aller Sünde. O mein gnädiger GOtt, laß das Alles mir zu gute kommen, was dein theurer Sohn für mich gethan und gelitten hat, siehe seine Qualen und To— desleiden an, als hätte ich selbst die Strafe der Sünde gebüßt, nimm das Lösegeld seines heiligen Lebens anstatt meines Lebens, und rechne sein voll— gültiges Verdienst mir zu, daß ich in dem reinen Schmuck seiner Gerechtigkeit freudigen Zugang habe zu deinem Gnadenthron und bei dir als meinem ver⸗ söhnten Vater Ruhe finde für meine Seele. Du siehest, wie mein Sündenelend mich geängstiget hat, du hast Lust zur Wahrheit, die im Verborgenen lie— get, zu dem Sehnen meines Geistes nach dir, zu dem Verlangen, von aller Sünde los und ganz dein zu seyn. Dieses Verlangen wollest du erhören und um IEsu willen mich entsündigen und waschen, daß ich schneeweiß werde. Ja, HErr! laß mich hören Freude und Wonne, daß die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast. Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden und tilge alle meine Missethat, vergib mir Alles mense flckut von hochn meine Ind Bai sündl von th. V t Niht igen, ih st imma nicht in aufthät, von alla Llles mi für mic und Ti⸗ trafe du heilige ein voll n ninen ng hibe nem va⸗ de. Du iget hat, yenen li⸗ „u doh dein l und ulh „daß ih n Frelde , die 1 mannch ih m Gebet um Vergebung der Sünden. 201 Alles, was ich wider dich und wider meine Neben— menschen gesündiget habe, wasche mich von allen Be— fleckungen des Fleisches und des Geistes, reinige mich von aller Schuld meines lieblosen, eigennützigen und hochmüthigen Wesens, gehe nicht in's Gericht über meine Verfehlungen durch Zorn, Haß, Neid, Geiz und durch so viele unreine, unkeusche und fleischliche Begierden, verzeihe mir auch alle bösen Lüste, alle sündlichen Gedanken und Worte, und sprich mich los von der Schuld alles dessen. was du wider mich hast. O mein GOtt, verwirf mich nicht von deinem An— gesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! Wirf alle meine Sünden in die Tiefe des Mee— res, daß ihrer ewig nicht mehr gedacht werde! Tröste mich wieder mit deiner Hülfe und der freudige Geist enthalte mich! Schaff in mir, GOtt, ein reines Herz und gib mir einen neuen gewissen Geist! Ja, dein heiliger Geist versichere mich der Vergebung aller meiner Sünden, und wenn dein Diener diese Freu— denbotschaft mir verkündigt, so mache solcher geseg— neten Absolution oder Lossprechung mich ganz ge— wiß und sprich in deinem Heiligthum mich los von aller Schuld und Strafe, und öffne mir so einen freien und freudigen Hintritt zu deinem Gnadentische. O JEsu, tritt zu mir her und sprich als der ewige Hohepriester auch über mich, was du zu dem Gicht— brüchigen sprachest: Sey getrost, deine Sünden sind 202 Beichtgebete. dir vergeben. Laß mich, wie ihn, fröhlich aufstehen aus aller Sündennoth und im Frieden heimgehen. O himmlischer Vater! erbarme dich über mich! O IEsu Christe! gib mir deinen Frieden! O heiliger Geist! tröste und erneure mich und bewahre meine Seele zum ewigen Leben. Amen. Kürzeres Beichtgebet. HErr GOtt Vater, Sohn und heiliger Geist! erbarme dich über mich und gib mir deinen Frieden. Bereite selbst mein armes und unreines Herz, daß es rein und würdig werde, zu deinem Gnadentisch zu nahen. O heiliger Vater, hilf mir zu einer wah— ren Buße und brich alle Härtigkeit und Sündenliebe meines verderbten Herzens, wecke mich aus aller Sicherheit, Trägheit, Welt- und Selbstliebe kräftig auf, mache von allem Selbstbetrug und Hochmuth mich los und wirke eine göttliche Traurigkeit und Reue in mir, daß ich mit zerknirschtem und zerschla— genem Geist alle meine Sünden erkenne, von Herzen vor dir bekenne und inniges Leid darüber trage, auch mit tiefstem Abscheu alle Sünde auf' Ernstlichste hasse und lasse und aus allen Kräften trachte, ein neuer Mensch zu werden. O JIEsu, du Arzt der Seelen, heile mich von allem Verderben meiner sünd— lichen Natur; wie du die Aussätzigen und Kran⸗ ken rein und gesund machtest, so wasche mich mit dainem Riset gibem auch; hast: dein nit! am de Hlager sch m half, eingel Güter liht simm ligfe hen schr Riliger meine Geit! lieden. „ daß dentisch wah⸗ enlicbe aller kräftig chmuth it und esch⸗ Herzen , auh sliht te, el It du 2 sind⸗ Kran⸗ ich nit Beicht. 203 deinem theuren Blute und reinige mich von aller Missethat. Laß Gnade für Recht ergehen und ver— gib mir Alles, was du wider mich hast. Sprich auch zu mir, was du zu der großen Sünderin spra⸗ chest:„Dir sind viele Sünden vergeben, dein Glaube hat dir geholfen, gehe hin mit Frieden.“ Ich schaue auf zu deinem Kreuze, an dem du auch für mich den Fluch der Sünde ge— tragen hast. Dein Leiden versöhne mich, dein Tod sey mein Leben, und die Gnade, die dem Schächer half, die schenke auch mir, und laß mich durch dich eingehen in's Allerheiligste und deiner himmlischen Güter froh werden. O heiliger Geist! dein Gnaden— licht erleuchte und dein Friede erquicke mich. Mache du mich los von allem alten Wesen und erneure mich im Geist meines Gemüthes, daß ich nicht mehr nach dem trachte, das auf Erden ist, sondern nach dem, das droben ist im Himmel. O fülle mich mit den Kräften der zukünftigen Welt und versetze mich in das himmlische Wesen. Amen. 2. Beicht. Ich armer Sünder bekenne vor GOtt, meinem himmlischen Vater, daß ich leider schwer und man— nigfaltig gesündigt habe, nicht allein mit äußerli⸗ chen groben Sünden, sondern auch und noch viel mehr mit innerlicher, angeborner Blindheit, Unglau⸗ 204 Beichtgebete. ben, Zweiflung, Kleinmüthigkeit, Ungeduld, Hof— fart, boͤsen Lüsten, Geiz, heimlichem Neid, Haß und Mißgunst, auch anderen bösen Tücken. Wie das mein HErr und GOtt an mir erkennet und ich es leider so vollkommentlich nicht erkennen kann. Also reuen sie mich und sind mir leid und begehre von Herzen Gnade von GOtt durch seinen lieben Sohn IEsum Christum! O Herr, mir geschehe, wie du gesagt hast: „Wenn eure Sünde gleich blutroth ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie gleich ist, wie Rosinfarbe, soll sie doch wie Wolle werden. „Ich, ich tilge deine Uebertretung um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht. „Sey getrost, mein Sohn, meine Toch— ter, deine Sünden sind dir vergeben.“ Auf diese Verheißungen und auf das Verdienst des allerheiligsten Leidens, Sterbens und Aufer⸗ stehens meines liebsten HErrn und Heilandes IEsu Christi glaube ich die Vergebung aller meiner Sün⸗ den im Namen GOttes des Vaters und des Sohnes und des herligen Geistes. Amen. V sind,d shen, in deß HEnn du mi list n aller? ähme stöhliß uen. achti Hehzigk fü auigli umsem Mset sißt: in L er 8 suin lbe Ihen „Hof⸗ aß und mein leider muen Herzen Vsum ast: utroth „und „ soll etung deiner Toch⸗ Berdienst Aufer⸗ Jso er Sün⸗ und eistes Nach der Beicht. 3. Gebete nach der Beicht. 4— Wohl dem, dem die Uebertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist, wohl dem Men— schen, dem der HErr die Missethat nicht zurechnet, in deß Geist kein Falsch ist. Ich sprach: ich will dem HErrn meine Uebertretung bekennen, da vergabest du mir die Missethat meiner Sünde. Du, o HErr, bist mein Schirm, du wollest auch ferner mich vor aller Angst behüten, daß ich errettet ganz fröhlich rühmen könne. Ja, freuet euch des HErrn und seyd fröhlich, ihr Gerechten, und rühmet, alle ihr From— men. Der HErr hat Großes an uns gethan, der da mächtig ist und deß Name heilig ist, und seine Barm— herzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. Er will nicht immer hadern und nicht ewiglich Zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsere Uebertretung von uns sehn. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der HErr, über die, so ihn fürchten. Darum soll mein Mund des HErrn Lob sagen und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich. Amen. Beichtgebete. 2. Lieber himmlischer Vater! dir sey Preis und Dank, daß du durch deinen eingeborenen Sohn IE⸗ sum Christum auch mir armen Sünder die große Hoffnung gegeben hast, daß mir alle meine Sünden vergeben sind aus lauter Gnade, und daß du mich um JEsu willen für fromm und gerecht und für dein liebes Kind willst halten, auch mich zum Erben machen aller deiner himmlischen Güter. O HErr, laß mich nimmermehr aus dieser Gnade fallen und entzünde mein Gemüth mit heiliger Liebe zu dir, daß ich dein eigen sey, und du sammt dem Sohn und hei⸗ ligen Geist in mir Wohnung machen könnest ewig⸗ lich. Dazu segne mir nun auch dein theures Abend— mahl, in dem du dich mit mir vermählen wollest auf ewig. Bereite meine Seele vollends ganz zu, daß sie offen stehe als ein reines Gefäß, in das du den gan⸗ zen Reichthum deiner Gnade niederlegen kannst. O komme zu mir, mein IEsu, gib dich mir und nimm mich hin, daß ich nach Leib, Seele und Geist dein heiliges Opfer und Eigenthum sey und du dich an mir verherrlichen könnest auf ewig. Amen. Nun ist mir um die Seligkeit Nicht wie vor— hero bange; Sie ist mir durch die Gunst bereit, Die ich von GOtt empfange; Drum, Seele, sey doch Unbe di i3QPund & JG- ie große Sündn u nich ind für Erben HeElm, en und it, daß und hi⸗ st ebih⸗ Abend⸗ llst auf daß se en gal⸗ kannst mir und d Gist dü dich eN. wie bol⸗ + ‚I sch doh Morgensegen am Communiontage. unbetrübt! Also hat GOtt die Welt geliebt, er dich selig mache. Amen. Dritte Abtheilung. Abendmahls-Gebete. l. Vor dem heiligen Abendmahl. Morgensegen am Communiontage. *. Hallelujah! Lobe den HErrn, meine Seele! Dieß ist der Tag, den der HErr macht, lasset uns freuen und fröhlich darinnen seyn. O HErr, hilf, o HErr, laß wohl gelingen. Hosianna in der Höhe! Gelobet sey, der da kommt in dem Namen des HErrn! Wir segnen euch, die ihr vom Hause des HErrn seyd. Der HErr ist GOtt, der uns erleuch— tet. Schmücket das Fest und streuet Palmen, daß der König der Ehren einziehe. Thut mir auf die Thore der Gerechtigkeit, daß ich da hineingehe und dem HErrn danke. Du bist mein GOtt, und ich danke dir, mein GOtt, ich will dich preisen. Danket dem HErrn, denn er ist freundlich und seine Güte wäh— ret ewiglich. Ich will dich erhöhen, mein GOtt, du König, und deinen Namen loben immer und ewig— lich. Gnädig und barmherzig bist du, geduldig und von großer Güte. Du bist Allen gütig und erbar— 208 Abendmahls⸗Gebete. an dem len willf seh dir a hikher ge mest dich aller deiner Werke. Du erhältst Alle, die da fallen, und richtest auf Alle, die niedergeschlagen sind. Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit, du thust deine Hand auf und erfüllest Alles, was lebet, mit Wohlgefal— heute wi len. Darum erhebet dich meine Seele und mein Geist umme z freuet sich deiner, meines Heilandes. Du wollest heute der Höhe bei mir einkehren und diesen Tag zu einem Gnaden— Licht und und Segenstag auf Zeit und Ewigkeit für mich ma— Ual Se chen. O allmächtiger GOtt! laß deine Gnadensonne Rilintseg mir in vollem Glanze aufgehen, vertreibe alle Nacht ulls e meiner sündlichen Natur und allen Nebel irdischer und Fre Gedanken und Zerstreuungen, laß die Himmelsluft len. T deiner Liebe und Gnade mich durch und durch er— Halpt, frischen und neu beleben, und gib mir zu fühlen, daß Diner G ich dein versöhntes Kind und ein Erbe deiner himm⸗ haben w lischen Güter sey. Fülle mich an deinem Gnaden⸗ HLunkahn tische mit den reichen Gütern deines Hauses, schenke laßer mir vollkommene Vergebung aller meiner Sünden, uagveff stärke meinen Glauben, befestige meine Liebe, gib WT Ce mir deinen Frieden und durchdringe mich mit himm— fledera lischen Lebenskräften, daß ich einen Vorschmack der 4 V Herrlichkeit bekomme, die einst an uns soll geoffen⸗ dsche baret werden. Amen. ir Ein anderes Morgengebet. Hun! Hochgelobter Heiland! in deinem Namen be⸗ thiit u grüße ich mit innigster Freude den gesegneten Tag, un du enen Kapff, , die lagen at Hand Hefal⸗ Geit heute naden⸗ Hma⸗ sonne Naht discher elsoluft ich er⸗ u„ daß himm⸗ naden⸗ himm⸗ ack dur geoffen un be⸗ uVa⸗ Morgensegen am Communiontage. 209 an dem du deinen Leib und dein Blut mir mitthei— len willst. Preis und Dank und Ruhm und Lob sey dir aus tiefstem Herzensgrund, daß du mich bis hieher gebracht und deine theure Gnadenzeit auch heute wieder mir eröffnet hast. O mein JEsu! komme zu mir und besuche mich als der Aufgang aus der Höhe, als die Sonne der Gerechtigkeit, als das Licht und Leben der Welt, als der Arzt meiner ar— men Seele, als die Gerechtigkeit und Versöhnung meines ganzen Lebens, als der große Wiederbringer alles Verlorenen, als der ewige Hohepriester, König und Friedefürst Aller, die durch dich zu GOtt kom— men. Tritt zu mir her, lege deine Hände auf mein Haupt, segne mich aus Zion, fülle mich frühe mit deiner Gnade und bereite mich so, wie du mich heute haben willst. Wie ich durch deine Gnade aus der dunkeln Nacht und vom Schlafe aufgestanden bin, so laß mich aufstehen aus allem alten Wesen und wegwerfen auch die geheimsten Bande der Sünde und Creatürlichkeit. Und wie ich meinem Leib die Kleider anlege, so ziehe du meinen inneren Menschen an, daß er würdiglich geschmückt sey, an deinem Tische zu erscheinen. Wasche mich von aller Unrei— nigkeit, mache mich schneeweiß und helle durch dein theures Blut, schenke mir deine vollkommene Gerech— tigkeit und kleide mich so in die Kleider des Heils, in denen ich erscheinen kann an deinem Hochzeitmahle. Kapff, Communionbuch. 14 210 Abendmahls⸗Gebete. O wie sehnt sich meine Seele nach dem himmlischen Manna, das du in der Wüste dieses Lebens für mich zubereitet hast, wie dürstet mein Geist nach dem Le— benstranke, durch den du so hohe Kräfte mir mit— theilen willst! Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, HErr, zu dir. Meine Seele dürstet nach GOtt, nach dem lebendigen GOtt. Wann werde ich dahin kommen, daß ich GOttes An⸗ gesicht schaue! O HErr! du wollest dich mir offen— baren in dem Reichthum deiner Gnade und mich mit Freuden Wasser des Lebens schöpfen lassen aus dem Heilsbrunnen. Mein Heiland! bereite dir selbst eine Stätte in meinem Herzen, heilige mich zu einem reinen Gefäß deiner Gnade, in das du den kostbaren Schatz deines Leibes und Blutes niederlegen wollest. Hilf mir, auszufegen den alten Sauerteig meines natürlichen Wesens, daß ich Abendmahl halte im Süßteig der Lauterkeit und der Wahrheit und dich genieße als das wahrhaftige Osterlamm, für mich geopfert, daß mein Herz mit deinem Blute besprengt sey und der Würgengel an mich keine Macht habe. Zähle mich zu deinem Volk, zum Volk des Eigen— thums, zum auserwählten Geschlecht, zum königlichen Priesterthum, und laß mich als Glied deines Leibes ewig an dir hangen. Dazu segne mir Alles, was ich heute höre und betrachte, empfange und genieße, und speise und tränke meine Seele zum ewigen Leben. Ruf. O, Mo an mi Mter gitre Ge 5 heure dmen O Wit locken uns n YVgaln Heles OErr Ind p bhlich deie heklan Vm mlischen ür mich dem L⸗ tir mit⸗ flischen RMeine uGOtt. ttes Me⸗ ir offer⸗ nd mich ssen aus dir selbt zu einen kostbaren pollst. men halte in ind dich füt mc bespreugt cht habs Gihn öniglihen es Leibc wo ih ieße 11 in Hbel, Vor dem heiligen Abendmahl. 211 O. mein JEsu! verherrliche deinen großen Namen an mir und in aller Welt, der du mit GOtt dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes lebest und regierest immer und ewiglich. Amen. Gebete vor dem heiligen Abendmahl. 1. Barmherziger GOtt und Vater! nun kommt die theure Stunde des Abendmahls, da du den Gela— denen sagen lässest: kommt, denn es ist Alles bereit. O wie bewegt ist mein Herz bei diesem gnadenvollen Ruf. Kommt herzu, laßt uns dem SErrn froh— locken und jauchzen dem Hort unseres Heils! Laßt uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und mit Psalmen ihm jauchzen! Singet dem SErrn ein neues Lied, singet dem HErrn, alle Welt! Denn der HErr ist groß und hoch zu loben, es stehet herrlich und prächtig vor ihm und gehet gewaltiglich und loblich zu in seinem Heiligthum. Wie lieblich sind deine Wohnungen, HErr Zebaöoth! Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des HErrn, mein Leib und Seele freuen sich in dem le— bendigen GOtt. Denn GOtt der SErr ist Sonne und Schild, der HErr gibt Gnade und Ehre, er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. HErr Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf 14· 212 Abendmahls⸗Gebete. dich verläßt! Ich traue auf dich, ich getröste mich deiner Verheißungen, du wirst mich nicht zu Schan— den werden lassen. Ich finde freilich an mir keine Würdigkeit, zu deinem Tische zu nahen. Aber du hast bisher nicht verachtet noch verschmähet das Elend des Armen und dein Antlitz vor ihm nicht verborgen, die Elenden sollen essen, daß sie satt wer— den, und nach deinem Wort hast du deinem Knechte befohlen, auszugehen auf die Straßen und Gassen der Stadt und die Armen und Krüppel und Lah— men und Blinden hereinzuführen zu deinem Abend— mahl, ja auch von den Landstraßen und Zäunen ließest du die Elendesten und Verlassensten herein⸗ rufen, auf daß dein Haus voll würde. Auf diesen Ruf komme auch ich armes Schäflein und wende mich zu dir, du wollest mich nicht verachten. O Herr! siehe nicht an, wie unwürdig, sondern wie bedürftig ich bin, laß die Würdigkeit deines geliebten Sohnes für mich gelten und siehe auf den Rock sei— ner Gerechtigkeit, den ich im Glauben an sein für mich vergossenes Blut angezogen habe. Um seinet— willen erfülle an mir deine Verheißung: Ich, ich tilge deine Uebertretung um meinetwil— len und gedenke deiner Sünden nicht. Ja! tilge alle Schuld und allen Fluch meiner Sünde, aber auch alle ihre Kraft und Lust, tödte die Glie— der, die auf Erden sind, Fleischeslust, Augenlust und h und al wider schen, und er ich anz schaffr ligket. Richlic einen Abendr Lben, Kraft! Verher sen dei zur He keit.“ dige L diesem ih dar Roße Dntafe nich Mels mich chan⸗ keine er dü das nicht Wer⸗ nechte Hassen Lah⸗ lbend⸗ äunen herein⸗ diesen wende wie liebten ck sä⸗ in für seinet⸗ „ ich twil— nicht. 4 Zünde Glle Rerhaß Vor den heiligen Abendmahl. 2⁰3 und hoffärtiges Leben, Geiz, Neid, Zorn, Haß und alle Gedanken, Worte und Werke, die dir zu— wider sind. Hilf mir ganz ablegen den alten Men— schen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet, und erneure mich im Geist meines Gemüthes, daß ich anziehe den neuen Menschen, der nach dir ge— schaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Hei— ligkeit. O treuer Vater, gieße deinen heiligen Geist reichlich über mich aus, daß er mich heilige zu einem reinen Tempel, in den du durch das hochzeitliche Abendmahl eingehen wollest mit deinem Frieden und Leben, mit deiner Liebe und Wahrheit, mit deiner Kraft und Seligkeit. HErr! ich warte auf dein Heil! Verherrliche an mir und an allen Abendmahlsgenos— sen deinen großen Namen und führe uns auch einst zur Hochzeit des Lammes in deiner ewigen Herrlich— keit. Amen. 2. O HErr JéEsu Christe, der du bist das leben— dige Brod, vom Himmel gekommen, daß, wer von diesem Brod essen wird, der soll leben in Ewigkeit, ich danke dir von Grund meines Herzens für deine große Liebe, daß du auch mich jetzt zu deiner Gna— dentafel kommen und dein heiliges Fleisch und Blut mich genießen lassen willst. O du König des Him— mels und der Erden, laß mich würdiglich erscheinen 214 Abendmahls-Gebete. vor deinem Angesicht, verkläre mich in dein Bild, daß ich in dem reinen Schmuck deiner Gerechtigkeit wohlgefällig sey vor deinem Vater. Gib mir deinen heiligen Geist, daß er als der rechte Tröster, Lehrer und Führer mich so zubereite, wie du mich haben willst, und mein Herz also öffne und heilige, daß du zu mir eingehen und Abendmahl mit mir halten kannst und ich mit dir. O, mein Heiland! ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund, ich bin unrein, mache du mich rein, ich bin arm und elend, mache du mich reich und herrlich, ich bin todt in mir selbst, mache du mich lebendig und selig in dir. Nimm meine ganze Last auf dich und lege dei— nen ganzen Segen und dein vollgültiges Verdienst auf mich. Hat dich des Volkes in der Wüste gejam— mert, daß du sie nicht verschmachten ließest auf dem Weg und sättigtest sie mit deinem Brod, so laß auch mich nicht ungegessen und ungesegnet, sondern sättige mich mit den reichen Gütern deines Hauses und speise und tränke mich nach Leib, Seele und Geist zum ewigen Leben. O wie dankt dir mein Herz, daß du im Abendmahl ein Gedaächtniß gestiftet hast deiner Wunder, du gnädiger und barmherziger GOtt! Wie stellt das gesegnete Brod mir deinen heiligen Leib vor Augen, den du unter bittern Todesqualen für mich am Kreuze dahingabst. Und in dem Resegnet. söhnung dein Schritt verbund wie theu wie wun noch m esen ur aller m. laß Erfülluf Kraft dein B Vesens. von all immerlit Radigt denes mränsch⸗ Hest.! rein F iN mir V lwe Bid, tigkeit deinen Lehnr haben aß du halten bin aber esund, m und todt ig in di⸗ dienst Rejam⸗ f deh 5 auch sättig 5 und Gei 5 c t hast G·tl lihe ualen dell Vor dem heiligen Abendmahl. 215 gesegneten Kelch sehe ich das Blut, das du zur Ver— söhnung meiner Sünden vergossen hast, und gedenke so deines schweren Leidensgangs, auf dem jeder Schritt mit Schmerz, Schmach Qual und Marter verbunden war. O was hast du für mich gethan, wie theuer bin ich erkauft durch dein kostbares Blut, wie wunderbar errettet durch deinen Opfertod! Aber noch mehr hast du gethan, ich soll gar deinen Leib essen und dein Blut trinken und so Vergebung aller meiner Sünden und das ewige Leben erlangen. O laß diese Absicht deiner Liebe auch heute ganz in Erfüllung gehen! Gib mir in deinem Leibe die volle Kraft deiner Versöhnung und reinige mich durch dein Blut von allen Befleckungen meines sündlichen Wesens. Sprich an deinem Gnadentische mich los von aller Schuld und Strafe und mache mich auch innerlich gewiß, daß ich als ein versöhntes und be— gnadigtes Kind deines und meines Vaters nichts mehr zu fürchten, sondern Alles zu horffen habe. Mache mir so dein Abendmahl auch zu einer neuen Vereinigung mit dir und mit allen Gliedern deines Leibes, daß wir in herzlicher Liebe und Ge— meinschaft zusammenhangen, als Ein Leib und Ein Geist. Thue an mir nach deiner Verheißung:„Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibet in mir und ich in ihm, er hat das ewige Leben und Ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage.“ Gib 216 Abendmahls-Gebete. dein Leben in mich und erfülle mich mit deiner Ge— rechtigkeit, Liebe und Wahrheit, daß ich immer mehr dir ähnlich werde, von allen Sünden ablasse und in deiner Nachfolge fortfahre mit der Heiligung in der Furcht GOttes. Ja! heilige mich durch und durch, daß mein Geist ganz sammt Seele und Leib unsträflich behalten werde bis auf den großen Tag deiner Zukunft. Gib besonders auch meinem Leibe die Auferstehungskräfte deines verklärten Lei— bes, den ich im Abendmahl genieße, und erfülle auch durch diese Feier deines Todes den Keim meines Auferstehungsleibes mit neuer Lebenskraft. O du Fürst des Lebens, lege den Samen der Unsterblich— keit und des himmlischen Wesens in mich, du wun— derbarer Arzt, mache mir deinen Leib und dein Blut zu einer kräftigen Arznei für Leib und Seele, du Kö— nig der Gerechtigkeit und des Friedens, laß mich schmecken die Kräfte der zukünftigen Welt und hilf mir, daß mein Wandel schon jetzt im Himmel sey, und mit den Lobliedern der vollendeten Gerechten vor deinem Thron auch mein Herz und Leben als ein Loblied deiner Gnade und als ein heiliges Räuch— werk zu deinem Preise aufsteige, bis ich dich schauen darf in deiner Herrlichkeit. O laß mich dort auch zu deinem großen Abendmahl kommen, in dem du dich ganz vermählen willst mit deinen Auserwähl— ten, daß sie nicht allein mit dir zu Tische sitzen, sondern Cwigk 9 ger E du mi unschi mir zi behüte Gnade und t müss schmat heilige fülle Belt du mi treuer Flisch nes L Vesan Todes Ubend hrich Lab, hur 3 er Ge⸗ ehr ind in ng in h und d Lib u Taz 1 Libe Vi⸗ e auch meines O du erblich⸗ wun⸗ u Mut du Kö⸗ 5 nith l sch, rchhtn in dl Muc⸗ schaleh xt auh in denh Abähb sthel, Vor dem heiligen Abendmahl. 217 sondern auch mit dir regieren sollen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 3. HErr GOtt, Vater, Sohn und heili⸗ ger Geist, dir sey Lob und Preis und Ehre, daß du mir bis hieher geholfen hast und jetzt wieder das unschätzbare Testamentsmahl deiner ewigen Liebe mir zu genießen geben willst. O gnädiger Vater! behüte mich vor unwürdigem Gebrauch dieses hohen Gnadenmittels, daß ich doch nicht zum Gericht esse und trinke und deine Gerechtigkeit mich nicht tödten müsse, da mich deine Erbarmung nicht wollte ver— schmachten lassen. Mache mich selber würdig und heilige mein Herz zu deinem Tempel. Mein JEsu! fülle mich mit deiner Gnade und hilf, daß ich der Welt und ihrer Lust auf ewig entrissen werde, weil du mich so hoch erfreuen und erquicken willst. Ach, treuer Erlöser und Seligmacher, flöße mir durch dein Fleisch und Blut alle Kraft deines Todes und dei— nes Lebens ein zum ewigen Leben. Tritt in unsere Versammlung, wie du am Vorabend deines blutigen Todes mit den Jüngern beisammen warest und Abendmahl mit ihnen hieltest; wie zu ihnen, so sprich auch zu uns: Nehmet, esset, das ist mein Leib, für euch gegeben, trinket, das ist mein Blut, zur Vergebung eurer Sünden vergossen.“ Stelle 218 Abendmahls-⸗Gebete. dich vor unsern inneren Menschen, daß wir dich wie leibhaftig sehen und deine Segensworte vernehmen und deinen Frieden spüren. Mache uns so dein Abendmahl zu einem Ersatz und Vorschmack der Freude über dein sichtbares Kommen, nach dem wir uns herzlich sehnen. Bereite uns auf diesen großen Tag deiner Erscheinung, laß uns aber zuvor dein innerliches Kommen recht lebendig erfahren. Ach, treuester IEsu, heile und heilige meine Seele durch deine süße Ankunft, vereinige mich mit dir durch deine lebendige Gegenwart und stifte ein ewiges Band zwischen mir und dir, daß mich weder Lust noch Furcht, weder Tod noch Leben, weder Hohes noch Tiefes scheiden möge von deiner Liebe. O hei— liger Geist, durchdringe mich mit deinem Freu— denlicht, verkläre in mir den Vater und den Sohn und mache durch die Vereinigung mit JIEsu Fleisch und Blut mich theilhaftig der göttlichen Natur, daß ich nicht mehr der Erde und nicht mehr mir selbst angehöre, sondern meine Heimath, meinen Schatz, mein Ein und Alles im Himmel habe. So segne mich nun die göttliche Majestät und beschirme mich die heilige Dreifaltigkeit, und erhalte mich die ewige Einigkeit! Es beschütze mich die unermeßliche Barm— herzigkeit, es vertheidige mich die unaussprechliche Mildigkeit, es erfreue mich die unendliche Süßig— keit! Mich bedecke die höchste Wahrheit GOttes, nich st wahre Gnade Sohne stes er Mein mir!? HErr gnädig und g wie chmen dein k du u wir roßen dein Ah, dulch durch wiges Lust Hohes hei⸗ Frel⸗ Sohn ish „ dß selt Scah e mich ih d awij Barm⸗ chlihe Zißij Ottes, Litaney. 219 mich stärke die tiefste Erkenntniß Christi, mich be— wahre die grundlose Gütigkeit des HErrn! Die Gnade des Vaters regiere mich! Die Weisheit des Sohnes erquicke mich! Die Kraft des heiligen Gei— stes erleuchte mich! Mein Schöpfer stehe mir bei! Mein Erlöser helfe mir! Mein Tröster beiwohne mir! Der HErr segne mich und behüte mich! Der HErr erleuchte sein Angesicht über mich und sey mir gnädig! Der HErr erhebe sein Angesicht auf mich und gebe mir Friede! Amen. 4. Citaney (besonders auch als Fürbitte zu gebrauchen.) Kyrie Eleison“) Christe Eleison. Kyrie Eleison. HErr GOtt Vater im Himmel, HErr GOtt Sohn, der Welt Heiland, HErr GOtt heiliger Geist, Erbarme dich über uns. Sey uns gnädig, verschon' uns lieber HErr und GOtt, Sey uns gnädig, hilf uns lieber HErr und GOtt. Vor allen Sünden, vor allem Irrsal, vor allem Uebel Behüt uns, lieber HErr und GOtt. Vor des Teufels Trug und List, Vor bösem schnellem Tod, Vor Pestilenz und theurer Zeit, Vor Krieg und Blutvergießen, *) Das ist: HErr! erbarme dich! 220 Abendmahls⸗Gebete. Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Hagel uand Ungewitter, Vor Feuer und Wassersnoth, Vor dem ewigen Tod Behüt uns, lieber HErr und GOtt. Unser HErr IJEsu Christe, Sey uns gnädig! Deine menschliche Geburt, Deine verdienstlichen Thränen, Alle Mühseligkeit deines Lebens, Deine Schwachheit und Schmerzen, Alle Bekümmerniß und Angst deiner Seele, Dein Todeskampf und blutiger Schweiß, Deine Bande, Schläge und Verspottungen, Deine Geißelung und Dornenkrönung, Deine schmähliche Kreuzigung, Deine heiligen Wunden, Dein theures Blut, Dein werther Tod, Deine Wiederkunft zu uns, oder Unsere Heimholung zu dir Tröst uns lieber HErr und GOtt! Mit dem ganzen Verdienste deines Lebens, Leidens und Sterbens Segne uns! lieber HErr und GOtt! Mit deiner Ruhe im Grabe, Mit deiner siegreichen Auferstehung, Mit deiner glorreichen Himmelfahrt, Mit deinem Sitzen zur rechten Hand GOttes, Mit deiner lieben Nähe Segne uns, lieber HErr und GOtt! i Iu unse Am jün 1 Und dei Alle Lel Alen 9 Alle Ir Den S Treue“ Deinen Alen L Ei Allen Unsern Unser E Allen, Alen Aler 6 Ale u Ale N Aller E shserer Leidens ——......— Litaney. In unserer letzten Noth, Am jüngsten Gericht Hilf uns lieber HErr und GOtt! Wir armen Sünder bitten, du wollest uns erhören, lieber HErr und GOtt, Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, Alle Lehrer in Kirchen und Schulen im heilsamen Wort und heiligen Leben erhalten, Allen Rotten und Aergernissen wehren, Alle Irrige und Verführte wiederbringen, Den Satan unter unsere Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, Erhör uns lieber HErr und GOtt. Allen Königen und Fürsten wollest du Friede und ECi— nigkeit geben, über unsrem gesammten deut— schen Vaterlande mit deiner Gnade walten, Unsern König mit seinem Haus und mit allen seinen Räthen und Amtleuten leiten und schützen, Unser Land und Gemeinde segnen und behüten, Erhör uns, lieber HErr und GOtt. Allen, die in Noth und Gefahr sind, mit Hülfe erscheinen, Allen Schwangern und Säugern fröhliche Frucht und Gedeihen geben, Aller Kinder und Kranken warten und pflegen, Alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, Alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Erhör uns, lieber HErr und GOtt. Unseren Feinden, Verfolgern und Lästerern wollest du vergeben und sie bekehren. Abendmahls⸗Gebete. Die Frucht auf dem Lande wollest du geben und be— wahren, Und uns gnädiglich erhören, Erhör uns, lieber HErr und GOtt. Alle, die dein Abendmahl genießen, wollest du wür— diglich bereiten und füllen mit den reichen Gütern deines Hauses! O barmherziger Vater! verherrliche an uns deinen großen Namen! O IEsu Christe! wasche uns von allen Sünden durch dein theures Blut! O heiliger Geist! durchdringe uns mit göttlichem Leben! O JeEsu Christe, GOttes Sohn, Erhör uns, lieber HErr und GOtt! O du Lamm GoOttes, das der Welt Sünde trägt, Erbarme dich über uns! O du Lamm GOttes, das der Welt Sünde trägt, Erbarme dich über uns! O du Lamm GOttes, das der Welt Sünde trägt, Verleih uns steten Frieden! Christe erhöre uns! Kyrie Eleison! Christe erhöre uns! Kyrie Eleison! Amen. 5. Taufbundeserneuerung vor dem heil. Abendmahl. (Vergl.§. 24. am Schluß.) Ich glaube an GOtt den Vater, den all— mächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Ich glaube an IEsum Christum, den einge— borenen Sohn GOttes, unseren HErrn, der empfan— gen ist vom heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfr get, ge Hölle, ten, ar ten G& er zukl Todten Ic hristlid Rbung in ew II auch j daß id dem T der P. allen f nich v u dien gen 6 d be⸗ wür⸗ eichen deinen durch leben! maßl. al einge⸗ Hpfan⸗ i% der Bei und nach der Abendmahlsfeier. 223 Jungfrau, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuzi— get, gestorben und begraben, ist abgefahren zu der Hölle, am dritten Tag auferstanden von den Tod— ten, aufgefahren gen Himmel, da sitzet er zur Rech— ten GOttes, seines allmächtigen Vaters, von dannen er zukünftig ist, zu richten die Lebendigen und die Todten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Ver— gebung der Sünden, Auferstehung des Leibes und ein ewiges Leben. In diesem seligmachenden Glauben stärke mich auch jetzt der dreieinige)GOtt durch sein Abendmahl, daß ich nach meinem Taufbund auf's Neue absage dem Teufel und allen seinen Werken und Wesen, der Pracht und Eitelkeit der gottlosen Welt und allen sündlichen Lüsten des Fleisches, und hingegen mich verpflichte, GOtt und meinem HErrn IEsu zu dienen mein Leben lang in der Kraft des heili— gen Geistes. Amen. 2. Bei und nach der Abendmahlsfeier. ᷓ. Barmherziger GOtt und Heiland! ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund. Heile und heilige du mich! Gib dich mir und nimm mich 224 Abendmahls-Gebete. hin! Wasche mich von aller Sünde durch dein Blut und vereinige dich mit meiner Seele auf ewig! Dein Leib mache meinen Leib zu deinem heiligen Tempel! Dein Blut bedecke mich mit dem reinen Schmuck deiner Gerechtigkeit, daß ich ewig rühmen könne: Mein Freund ist mein und ich bin sein! Amen. 2. HErr! so du willst, kannst du mich wohl reini— gen! Wahr ist es, übel steht der Schade, Den Nie⸗ mand heilet außer du. Ach, aber ach, gib Gnade, Gnade, Ich lasse dir nicht eher Ruh. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt, mein Erbarmer, über mich! Amen. 3. Ich lasse dich nicht, du segnest mich dann! O HErr, hilf, o HErr, laß wohl gelingen! Hilf deinem Volk und segne dein Erbe, und weide sie und erhöhe sie ewiglich! Amen. 4. O HErr Jeésu Christe! dein heiliger Leib hei— lige mir Leib, Seele und Geist und nähre mich mit himmlischer Kraft seliger Auferstehung! Amen. 5. O HeErr JIeéEsu Christe! dein heiliges Blut wasche mich von aller Sünde und öffne mir den Eingan kiit!“ O Sünd Blut Deinen zum en 0 nir vo hingegt wohlge Ac Nß sit Ubens lliefen. Blut Dein pel! hmuk onne: sein! reini⸗ Ne⸗ nade, dich, mich! al O deinem ahͤhe Bei und nach der Abendmahlsfeier. 225 Eingang in's Allerheiligste der himmlischen Herrlich— keit! Amen. 6 O du Lamm GoOttes, das der Welt Sünde trägt, dein heiliger Leib und dein theures Blut stärke. heilige und bewahre mich und alle die Deinen in wahrem Glauben, Liebe und Hoffnung zum ewigen Leben! Amen. 2 HErr! du bist das Brod des Lebens! Gib, daß mir von nun an vor Allem, was sündlich ist, eckle, hingegen, daß du allein meiner Seele schmecken und wohlgefallen mögest. Ach heile meine Wunden, Blut und Flecken, Laß sie dein Blut und deine Wunden decken, Laß Lebenskraft aus deiner Seite Tiefen Zur Heil'gung triefen. Amen. 8. Mein HErr und mein GOtt! dein heilig Fleisch und Blut erneure und vermehre in mir die Gabe des werthen heiligen Geistes zur Stärkung meines Glau— bens, zur Kraft in der Gottseligkeit, zur Geduld in dem Leiden und zur seligen Hoffnung des ewigen Lebens! Amen. Kapff, Communionbuch. 226 Abendmahls⸗Gebete. 3. Gebete nach dem heiligen Abendmahl. . Wir danken dir, HErr IEsu Christe, für dein Leiden und Sterben und für deine Gnade, die du uns durch dein heilig Fleisch und Blut in dem hei— ligen Abendmahl versichert und zugeeignet hast, und bitten deine große Barmherzigkeit, daß du uns er— halten wollest in wahrem Glauben an dich und in brünstiger Liebe gegen dich und den Nächsten, auch in christlicher Geduld und schuldigem Gehorsam im Leben, Leiden und Sterben; der du mit GOtt dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes lebest und regierest immer und ewiglich. Amen. 2 Ich freue mich im HErrn und meine Seele ist fröhlich in meinem GOtt, denn Er hat mich ange— zogen mit Kleidern des Heils und mit dem Rock der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Schmuck gezieret und wie eine Braut in ihrem Geschmeide pranget. O du getreuer GOtt und Vater! von ganzem Herzen danke ich dir für die hohe Gnade, die du mir erzeiget hast. Das aller⸗ theuerste Unterpfand deiner Liebe habe ich empfan— gen und darf nun gewiß seyn, daß du mir Alles ver⸗ geben und Alles geschenket hast. Bist du für mich, was kann wider mich seyn! Der du deines eigenen Soh— nes nid gegeben schenke hier, d verdam j3 viel deiner meine Heligs lich in lichen chron. nit hi ihnen nem 9 kin d du bif den. dieser gierde die an de hann mit d stündl as d ehör nahl. ir dein die du m hei⸗ t, und ins el⸗ und in „auch am in tt dem est und ele is ange Rock de m nit Braut 1G0t für die 3 alle⸗ empfau⸗ les bel⸗ , vus Soh⸗ Nach dem heiligen Abendmahl. 227 nes nicht hast verschonet, sondern ihn für mich dahin gegeben, wie solltest du mir mit ihm nicht Alles schenken! Wer will nun mich beschuldigen? Du bist hier, der mich gerecht gemacht hat. Wer will mich verdammen? Christus ist hier, der da gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist und sitzet zu deiner Rechten und vertritt mich. Sein Leib ist meine Verklärung, sein Blut öffnet mir das Aller— heiligste. Als dein versöhntes Kind blicke ich fröh⸗ lich in den offenen Himmel und trete in dem priester⸗ lichen Schmuck meines JIEsu vor deinen Gnaden— thron. Fallen die Engel vor dir nieder und beten mit himmlischen Liedern dich an, so darf ich auch mit ihnen kommen und ein neues Lied anstimmen zu dei⸗ nem Preise. Du hast mich erlöset, du treuer GOtt, kein Feind darf mich mehr schrecken oder verklagen, du bist mein, ich bin dein. Niemand soll uns schei— den. O barmherziger Vater! bewahre mich ewig in dieser Liebe, und wie jetzt mein Herz brennt vor Be— gierde, dir allein anzuhangen, so wollest du allezeit die Flamme deiner Liebe in mir erhalten und mich an dein Vaterherz so ketten, daß ich nicht mehr leben kann ohne dich, ohne deinen Frieden, ohne Umgang mit dir. O laß deinen heiligen Geist täglich und stündlich in mir wirken, daß ich als dein Tempel, als dein Priester, als dein Opfer völlig dir an⸗ gehöre, mit dir Eins sey und dich verherrliche in 15* 228 Abendmahls⸗Gebete. allem meinem Wandel. O du ewige Liebe! erfülle mich ganz mit dir, laß mich der Welt sterben, in dir aber ewig leben. Sey du mein liebstes Leben, meine süßeste Freude, meine Zuversicht und meine Burg, mein höchster Schatz und Schutz, meine seligste Lust, mein Ein und Alles. Laß mich in Allem dich sehen und Alles in dir, mache deinen Willen ganz zu mei— nem Willen, verschließe meine Augen und Ohren ge— gen Alles, was dir zuwider ist, und erfülle mich mit dem himmlischen Sinn, der vergißt, was dahinten ist, und sich streckt nach dem, das vorne ist, nach dem himmlischen Kleinod deiner Liebe und deiner Herr— lichkeit. Sey du meine Heimath, in der ich ruhe, bis ich nach vollbrachter irdischer Pilgrimschaft dich schauen darf von Angesicht zu Angesicht, und da erst ganz mich freuen kann mit unaussprechlicher, herrli⸗ cher Freude. Amen. 3. Lobe den HErrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den HErrn, meine Seele, und vergiß nicht, was Er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben er— löset und dich krönet mit Gnade und Barmherzig⸗ keit! Barmherzig und gnädig ist der HErr, gedul⸗ dig und von großer Güte! Ach, treuester IEsu! du liebreic will ic ßes an ben, d Speise, ten Tr du did o gna liit ha uuickt wärmt. Jum ep wascher nich ‚ů Inabet Frrissen schung Himmme Himme u bsst Reisch dit und hnn, u Samein sir 86 Nur dic bar erfülle in dir meine Burg List, sehen u mi⸗ en ge⸗ h mit hinten h dem Herr= ruhe st dich est hertli in Mi meine gethan iet alle Hen el⸗ hazij goul Nach dem heiligen Abendmahl. 229 liebreicher Freund meiner Seele, aus allen Kräften will ich dir danken und lobsingen, denn du hast Gro— ßes an mir gethan. Dich selbst hast du mir gege— ben, dein Fleisch habe ich gegessen als die rechte Speise, dein Blut habe ich getrunken als den rech— ten Trank. O wie brannte mein Herz in mir, als du dich so wunderbar zu mir nahtest, und dich mir so gnadenvoll zu erkennen gabest! Deine Freundlich— keit habe ich geschmeckt, dein süßer Friede hat mich erquickt, deine Liebe hat wie die Sonne mich er— wärmt, dein heiliger Leib ist nun meine Nahrung zum ewigen Leben, dein kostbares Blut hat mich ge— waschen von allen Sünden, deines Lebens Kraft hat mich durchdrungen, deines Leidens Frucht hat mich gelabet, deines Todes Macht hat alle meine Bande zerrissen, die Lebenskraft deiner glorreichen Aufer— stehung hat mich erfüllt, und die Verklärung deiner Himmelfahrt hat mich angeleuchtet. So sehe ich den Himmel offen und habe in dir meine Heimath. Wo du bist, da soll dein Diener auch seyn. Wer dein Fleisch isset und trinket dein Blut, der bleibet in dir und du in ihm. Das laß mich festhalten im Glau— ben, und hilf mir, daß mich nichts mehr an solcher Gemeinschaft mit dir verhindere. Laß mich Alles für Schaden achten gegen deine Liebe. Der hat Alles, der dich hat! Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat es gehört, in keines Menschen Herz ist es 230 Abendmahls⸗Gebete. gekommen, was du jetzt schon denen bereitest, die dich lieben. Ich habe in deinem Abendmahl etwas davon erfahren, schließe deine Gnadenschätze immer weiter für mich auf, und laß mich ganz eindringen in's himmlische Wesen. Du bist mein Haupt, ich bin ein Glied deines Leibes, eine Rebe an dir, dem Wein⸗ stock. Mache diesen Reben immer fruchtbarer, und was noch unrein an mir ist, wollest du ganz reinigen und Alles neu machen. Neuen Glauben, neue Liebe‚ neuen Gehorsam, neue Hoffnung wirke dein Fleisch und Blut in mir, neue Geisteskräfte laß aus deinem Heiligthum in mich fließen, daß ich als dein reiner Tempel dich in mir trage und dein Leben sich in mir verherrliche, bis ich ganz mit dir erfüllt kriege GOt⸗ tes Ebenbild und das neue Lied anstimmen dürfe in dem Reich deiner ewigen Glorie und Herrlichkeit. Amen. 4. HErr IEsu, mein hochgelobter Heiland! dir danke ich von ganzem Herzen und von ganzer Seele, daß du in deinem heiligen Abendmahl dich selbst mir zu genießen gegeben hast. Wie wunderbar ist diese Speise des gesegneten Brodes, in dem ich deinen hei⸗ ligen Leib empfangen habe, wie theuer gesegnet ist mir der Kelch, aus dem dein Blut mir zufloß! O HErr! dein Name sey ewig gepriesen! Mein ganzes Heiz u del soll dein gl dieser l Clias sortscht zu der lischen Engel Himme vollkon shatf dazu h get du die gro in Erft hieuer aller und di duld ii owigen Geis, wl auch t iatteiß Mhe Ind d ie dich davon weiter u inl bin ein Wenn⸗ b, und Kinigen e Licbe, Flisch deinem rinet in mir eGOt⸗ dürfe in lichket. d! di Sall bst nit ist dit nen h et floß“ gas Nach deu heiligen Abendmahl. 231 Herz und Leben soll dir dienen, mein ganzer Wan— del soll dich loben und verherrlichen! Segne mir dazu dein gnadenreiches Abendnahl. Laß mich in Kraft dieser himmlischen Speise hingehen wie dein Knecht Elias, und durch die Wüste dieses Lebens muthig fortschreiten, daß ich komme zu dem Berge Zion und zu der Stadt des lebendigen GOttes, zu dem himm— lischen Jerusalem und zu der Menge vieler tausend Engel und zur Gemeine der Erstgebornen, die im Himmel angeschrieben sind, und zu den Geistern der vollkommenen Gerechten. Zu dieser seligen Gemein— schaft soll ich gehören als Glied an deinem Leibe und dazu hast du mich aufs Neue geweihet und geheili— get durch dein theures Fleisch und Blut. O laß alle die großen Absichten deiner Liebe vollzlommen an mir in Erfüllung gehen! Segne mir dein Abendmahl zu neuer Stärkung meines Glaubens, zur Vergebung aller meiner Sünden, zur Kraft der Gottseligkeit und der Liebe gegen dich und alle Menschen, zur Ge— duld in allen Leiden und zur seligen Hoffnung des ewigen Lebens. Dazu hilf mir durch deinen heiligen Geist, den du täglich reichlich über mich ausgießen wollest, damit ich das, was ich jetzt empfangen habe, auch treulich bewahre und durch keinen Feind es mir entreißen lasse. Der Satan wird sich jetzt alle Mühe geben, dein Heiligthum in mir zu verwüsten und den Segen, den du mir geschenket, zu vereiteln. 232 Abendmahls⸗Gebete. Nach den lieblichsten Gnadenzeiten kommen oft die schwersten Versuchungen, und so leicht läßt mein trä— ges Herz sich einschläfern und sicher machen. Dar⸗ um hilf mir, ernstlich zu wachen, und verschließe meine Sinnen und Gedanken und alle Thüren mei—⸗ nes Herzens gegen die Anläufe des Satans und der Welt, laß mich in deiner Kraft Alles überwinden, was mich von dir wieder abführen könnte, mache mich auch los von mir selbst, damit ich nicht in die alten Sünden verfalle, sondern in der Kraft deines Todes täglich aller Sünde absterbe und der Gerech— tigkeit lebe, daß ich insonderheit auch in der Liebe wandle, wie du, o treuer Heiland, uns geliebet und dich selbst für uns dargegeben hast. O ewige Liebe! wie du dich für mich geopfert hast, so hilf mir, daß ich mich ganz dir opfern könne und so in unverrück⸗ ter Gemeinschaft mit dir und allen Gläubigen bleibe, daß auch mein ganzes Leben ein reiner Gottesdienst sey, da ich im priesterlichen Schmuck deiner Gerech— tigkeit dir diene, dir ganz lebe, leide und sterbe, da⸗ mit du mein Alles seyest und ich in dir durch die Kraft deines Leibes und Blutes Auferstehung des Leibes und ein ewiges Leben erlange, und einst auch mit dir über deinem himmlischen Gnadentisch essen und trinken dürfe in deinem Reich. Amen. schwä dich ges, hat. nich Seele O m wiß i ken alle v ein K deine HEn Heila than, und bein in n denw den lecht innii Weis kit. Laß oft di in tlä⸗ Dur⸗ schlicße mei⸗ nd der vinden, mache in di deints Gerech⸗ Ltbe Het ud e Liebel ir, diß verrück bleibs Heödienst Gerech⸗ cbe, de uch die ng.6 ist auc h ese Abendsegen am Communiontage. 233 Abendsegen am Communiontage. Barmherziger GOtt und Vater, der du über— schwänglich thust über unser Bitten und Verstehen, dich preist meine Seele am Schluß des Gnadenta— ges, den deine grundlose Liebe mir heute geschenket hat. So ist es denn wahr und gewiß, daß du mich nicht lassen willst im Tode, sondern hast dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe. O mein IEsu! was hast du mir erworben! So ge— wiß ich deinen Leib gegessen und dein Blut getrun— ken habe, so gewiß ist es, daß du mich liebst und mir alle meine Sünden vergeben hast und willst, ich soll ein Kind deines und meines Vaters, ja ein Miterbe deiner Herrlichkeit seyrn. Meine Seele erhebet den HErrn und mein Geist freuet sich GOttes, meines Heilandes. Denn Er hat große Dinge an mir ge— than, der da mächtig ist und deß Name heilig ist, und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. O mein JEsu! du in mir, ich in dir! Dieses unaussprechliche Gna⸗ denwort verstehe ich noch lange nicht, wie ich auch den Segen deines Abendmahls erst in der Ewigkeit recht einsehen werde. Aber das fühle ich, daß diese innige Vereinigung mit dir mehr ist, als aller Welt Weisheit, Hoheit, Lust, Ehre, Freude und Herrlich— keit. O HErr, mein GOtt! du in mir, ich in dir! Laß es ewig so bleiben. Behalte mich in dir, sonst 23⁴ Abendmahls⸗Gebete. N bin ich bald wieder außer dir. So leicht nehmen die Fund irdischen Dinge und Creaturen mich wieder gefan— düsh gen, obgleich ich weiß, daß sie mich niemals sättigen shlif ¶. und befriedigen können. Nur du gibst Leben und bei m ö ö volles Genüge. Darum lasse mir allenthalben bange Name %/ werden, wo ich dich nicht finde, und bewahre mich, und daß ich das hochzeitliche Kleid deiner Gerechtigkeit al d ö nicht mit neuen Sünden besudle. Deine Liebe werde. Du mir täglich süßer als alle Süßigkeit der Welt, die in de ja in ihr selbst nur Koth und Unflath ist, wie ich es Selle ( schon oft mit Schmerz und Scham empfunden habe. für Ach mache mich los auch von ihren feinsten Banden, Ih hilf mir auch von dem flatterhaften und zerstreuten ö Freud Sinn und führe mich so in dich ein, daß mein ganzes Reht I Wesen in dir ruhe und in dir lebe. O IEsu! dein duen M Geist besitze mich nun ewiglich! Deine Gnadensonne Herde Ma durchleuchte mich ohne Unterlaß! Dein heiliger Leib daß W erhalte mich! Dein theures Blut durchdringe mich! men I Dein Leiden heilige mich! Dein Tod erwecke mich auf zum ewigen Leben! Deine Gerechtigkeit zeuge für ö lihn ö mich vor dem Vater! Deine Auferstehung verkläre derbo meinen nichtigen Leib, daß er ähnlich werde deinem seha IIN verklärten Leibe! Deine Himmelfahrt versetze mich. san I. in das himmlische Wesen und eröffne mir das Aller— die d heiligste. Dein ewig gültiges Hohepriesterthum ver— dt V. leihe mir alle deine himmlischen Gnadengüter! Dein dene herrliches Königreich rette mich von allen meinen De len die gefan⸗ ittign und bange mich, tigkeit Werde t, die ich es habe. anden, freuten ganzes dein nsonne er Leib mich! e nich 9— fit erklare deinem e nih Alla⸗ m hek⸗ Denn meinen Abendsegen am Communiontage. 235 Feinden und erhöhe mich in deine Herrlichkeit! In dieser seligen Hoffnung will ich fröhlich meine Augen schließen, einst im Tod, jetzt im Schlaf. Du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Dein Name ist ein festes Schloß, der Gerechte läuft dahin und wird beschirmet. In dieser Burg laß mich und all die Meinen ruhen in dieser Nacht und alle Zeit. Du bist das Licht, das alle Finsterniß erleuchtet, in deine Hände befehle ich meinen Leib und meine Seele, du wollest über mich wachen und treulich für mich sorgen nach allen meinen Bedürfnissen. Ich werfe alle meine Sorgen auf dich. Bei dir ist Freude die Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich! Laß auch die Sabbathfreude, die du mir heute geschenkt hast, allezeit in meinem Herzen forttönen und entzünde mich mit deiner Liebe, daß ich täglich deines Preises voll sey und ewig rüh- men könne, wie freundlich du bist. So bereite mich auf den großen Tag deiner Zukunft, da du herr⸗ lich erscheinen wirst mit deinen Heiligen und wun— derbar mit allen Gläubigen. Da laß mich freudig stehen in deiner Gegenwart unter den klugen Jung— frauen, deren Oel in den Lampen helle brennet und die du aufnimmst in deinen herrlichen Hochzeitsaal. O komme bald, HErr IEsu! Wir sehnen uns nach deiner Erscheinung in dieser letzten, betrübten Zeit. Der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und 236 Abendmahlsandacht wer es höret, der spreche: Komm! Ja, komm, HErr IEsu! Amen. vierte Abtheilung. Abendmahls-Andacht für Solche, die zum erstenmal zum Tische des BErrn nommen. Ansprache. Gnade sey mit dir und Friede von GOtt, unserem Vater, und von dem HErrn IEsu Christo, du Ge— segneter des HErrn, der du in der Confirmation auf's Neue den ganzen Segen der heiligen Taufe er— halten hast. So gewiß deine Taufe das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes ist, so gewiß ist es, daß GOtt dein gnädiger GOtt und Vater seye, alle deine Sünden aus lauter Gnade von wegen IEsu Christi dir verzeihen und dich als sein liebes Kind und als Erben aller himmlischen Güter annehmen will. Weil so der HErr den Himmel dir aufgethan und die theuersten Verheißungen dir gegeben hat, deßwegen hast auch du dich ihm versprochen, hast abgesagt dem Teufel und allen seinen Werken und Wesen, der Pracht und Eitelkeit der gottlosen Welt und allen sündlichen Lüsten des Fleisches, und hinge— gen hast du zugesagt und dich verpflichtet, GOtt und deinem HErrn IEsu zu dienen dein Leben lang. Dieser heilige Bund ist das größte Glück deines Le— bens, deine höchste Ehre und deine schönste Hoffnung. Aber der HErr will noch mehr thun, denn das. Er gibt dir nicht blos die allertheuersten Verheißungen, die höchsten himmlischen Güter, er gibt dir gar sich selbst Verein dem h aber n in sich dich ih des H§ schieht die Co in der del. Da ste ner Fr sogar Indem nimmst Vort: leben hast d als da und A firmati mahl und de daß d gen he Nahl Himm sch m Hes Le dich U deiner ymm, zum men. nserem Ge⸗ nation fe er⸗ d der es ist t und e von sein Güter el dir geben haft und Welt hinge⸗ GOit lang. L⸗ nung. 6 ngen, sie für Neukonfirmirte 237 selbst. Schon in der Taufe bist du geheiliget zur Vereinigung mit dem Vater, mit dem Sohn und mit dem heiligen Geist. Diese Vereinigung mit GOtt soll aber nicht blos dadurch geschehen, daß der HErr dich in sich aufnimmt, sondern auch dadurch, daß du selbst dich ihm hingibst und in ihn eingehst. Diese Hingabe des HErrn an dich und deines Herzens an ihn ge— schieht am innigsten im heiligen Abendmahl, zu dem die Confirmation dir den Zugang eröffnet hat. Was in der Taufe angefangen, wird im Abendmahl vollen⸗ det. Da gibt der HErr selbst sich dir zu genießen. Da steht er nicht blos außer dir und vor dir mit sei— ner Freundlichkeit und reichen Gnade, sondern er will sogar eingehen in dich und Wohnung in dir machen. Indem du seinen Leib und sein Blut genießest, so nimmst du ihn selbst in dich auf und es gilt dir sein Wort: Wer mich isset, derselbige wird auch leben um meinetwillen(Joh. 6, 57.). Darum hast du über nichts so sehr Ursache, dich zu freuen, als darüber, daß dein Heiland zu dir eingehen will und Abendmahl mit dir halten. In der Taufe und Con⸗ firmation siehst du den Himmel offen, aber im Abend— mahl läßt der Himmel sich zu dir und in dich herab und der Sohn GOttes will sich mit dir vermählen, daß du ein Verlobter GOttes werden sollst. Deßwe— gen heißt das Abendmahl ein Hochzeitmahl, d. h. das Mahl der hohen oder höchsten Zeit, da der HErr Himmels und der Erden einem armen Erdenwürmlein sich mittheilt und es mit den himmlischen Kräften sei— nes Lebens und seiner Liebe erfüllt! Deßwegen freue dich und sey fröhlich in deinem GOtt! Alle Freude deiner Jugend, die höchste Lust deines Kindesalters, 238 Abendmahlsandacht die süßeste Wonne im Schooß deiner Eltern und im Kreis deiner Gespielen, das Alles ist nicht zu verglei⸗ chen mit der höchsten Festfreude, die dein Herz empfin⸗ den darf über dem, was dir im heiligen Abendmahl zu Theil wird. Wenn du voll Verlangen die Tage zähltest auf den lieben Christtag, wenn dein Herz klopfte am heiligen Abend, als die Thüre aufging und die hellen Lichter deine Augen blendeten, und der Christbaum dich entzückte und die Gaben der Liebe dich beglückten, so leuchten dir schönere Lichter vom Baume des Lebens und warten dein köstlichere Gaben auf dem Tische des HErrn. Denn welche Schätze und welche Herrlichkeiten der Erde sind zu vergleichen mit dem gesegneten Brod, in welchem du den heiligen Leib IEsu empfängst, und mit dem gesegneten Kelch, der das heilige Bluͤt des Sohnes GOttes dir darreicht. Dieses Blut macht dich rein von aller Sünde, dieser Leib nährt dich zur Unsterblichkeit, diese Feier hebt dich heraus aus dem Elend deiner Natur und versetzt dich in das himmlische Wesen, daß du Eins wirst mit Christo und sollst bleiben in Ihm und Er in dir. Freuest du dich am Christtag, daß Er für dich gebo— ren ist, so freue dich beim Abendmahl, daß Er in dir geboren werden will und daß du als Glied seines Leibes Kraft und Leben aus Ihm, dem Haupte, ziehen und als Bundesglied seiner heiligen Gemeine zu den Auserwählten gehören sollst, deren Leben zwar hier verborgen ist mit Christo in GOtt, die aber einst stehen soll vor seinem Thron und als Priester in ewi— ger Herrlichkeit Ihm dienen in seinem Heiligthum. Siehe, solche Würde will dein IEsus dir ertheilen, und in dieser Würde sollst du eintreten in das reifere Alter. lichke meint gönn bring ßeres tel, dem Juge wird die le der dich zu a allein Niem 14. steun achtet und ich Wen einla lichst Rroͤßt Kön Gere Schn und liche sahre es nd in berglei⸗ mpfin⸗ ndmahl Tuge 1Her ng und nd der be dich Baume uf dem welche it dem Leib ch, der arteicht. „Pdieser ebt dich t dich irst mit in dit. ch gebo⸗ Er in seines iehe zu Del har Hlet er eis in ert igihun. Itheile, 3 teifat für Neukonfirmirte. 239 Alter. Was ist dagegen alle Ehre, Freude und Herr— lichkeit der Welt! So gib ihm dein Herz. Niemand meint es so gut mit dir, als Er. Alle reine Freude gönnt er dir. Nur was dir Schmerz und Unfrieden bringt, will er dir nehmen. Nirgends findest du grö— ßeres Glück, als bei Ihm. Alles in der Welt ist ei— tel, ganz eitel. Alle irdischen Sterne erbleichen vor dem Glanz der Gnadensonne IEsu. Die fͤrischeste Jugendkraft welkt oft plötzlich dahin. Mit jedem Jahr wird jetzt das Leben ernster für dich. Jede Stunde kann die letzte seyn. Und wenn heute noch die ernste Pforte der Ewigkeit sich vor dir aufthäte, an was wolltest du dich halten? weß dich getrösten? O da ist die Seele zu arm und unglücklich, die keinen Heiland hat. Er allein ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch Ihn. Nur in Ihm finden wir Ruhe für unsere Seelen, und so freundlich ist er, daß er Alle einladet und Keines ver— achtet, auch die Aermsten und Elendesten zu sich ruft und ihnen sagt: Wer zu mir kommt, den will ich nicht hinausstoßen. So komm auch du. Wenn der König deines Landes dich zu seiner Tafel einladen und auf's Schönste kleiden und mit den köst— lichsten Speisen bewirthen würde, so wäre dir das die größte Ehre. Aber nun ladet dich ein: JIEsus, der König aller Könige, das herrliche Kleid seiner Gerechtigkeit will Er dir schenken und in diesem Schmucke sollst du prangen, und sein eigen Fleisch und Blut will Er dir geben und so aller seiner himm— lischen Güter dich theilhaftig machen. So laß Alles fahren, was Ihm nicht wohlgefällt, fahren dein befleck— tes Kleid, fahren die Dinge dieser Welt, an denen 240 Abendmahlsandacht. dein thörichtes Herz sich vergnüget, fahren alle Men⸗ schen, die dich zur Sünde und Eitelkeit verleiten wol— len. Ihm gib dein Herz. Er hat es mit seinem ei— genen Blut erkauft. Welche Liebe ist größer, als die das Leben für dich gelassen hat! Dieser Liebe opfere dich und trachte, ihr ganz wohlgefällig, also ein neuer Mensch zu werden. Und fühlst du dich schwach und weinst du über Mangel an Glauben und geistlicghem Leben und denkst du, du seyest so hoher Gnade nicht werth, so bete nur, bete recht kindlich; wie die Eltern um's Brod, so bitte den HErrn um ein neues Herz und einen neuen gewissen Geist. So gewiß du betest, so gewiß hört dich der HErr, auch wenn du es nicht gleich fühlst. Sage nur zu ihm, wie Jakob sagte: Ich lasse dich nicht, du seg— nest mich dann. Es liegt ihm selbst am meisten daran, dich selig zu wissen. Deßwegen hat er sein Leben für dich gelassen unter den unsäglichsten Mar— tern. Darum traue ganz auf ihn, Er wird Alles wohl machen, und was Er in deiner Taufe angefan⸗ gen und in der Confirmation auf's Neue gethan, das wird Er jetzt im Abendmahl und vollkommen einst in der Ewigkeit herrlich vollenden. Komme nur in demü⸗ thiger Buße, kindlichem Glauben und herzlichem Ver— langen nach JEsu. Er fordert nicht zu viel von dir. Er will nur, daß du ihn liebest und dich gerne von ihm zum Himmel führen lässest. Und wer sollte so thöricht seyn, das nicht zu wollen. Denn wer kann seliger seyn, als ein Kind GOttes? Was GOtt genießt, genießt es auch, Was GOtt besitzt, wird ihm in GOtt gegeben, Der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch, Wie lieblich wird es dort mit IEsu üIð̈yʃcmH leben! Als G Zui Büchle nähere lies die dern b stehen Herzu! Jh. und be Vater gebtau Ge Lie zem H Gnade bin de arm u meine mit is Sündl dir au deinen Vort' Jako und s Men⸗ wol⸗ iem ei⸗ ls die opfere so ein u dich n und hohet ndlich; in um e „auch ihm, seg⸗ meisten er sein Mar⸗ Alles ngefan⸗ u, das inst in demü⸗ n Ver⸗ n dir, ne von Hte so kann GOit wind it ihu Iu für Neukonfirmirte. 241 leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde seyn, Als GOtt allein. Zur Vorbereitung kannst du nun Alles in diesem Büchlein Gesagte gebrauchen(worüber in der Vorrede* nähere Anweisung gegeben ist), oder statt desselben 0* lies die Passionsgeschichte, aber lies sie nicht blos, son— dern bleibe mit deinen Gedanken bei dem Einzelnen stehen und laß dir vom Geiste GOttes Alles recht an's Herz legen. Betrachte auch die Abschiedsreden IEsu Joh. 13—17.; prüfe dich genau nach der Bergpredigt und bete aus dem Herzen, wie ein Kind mit seinem Vater redet; zum Beten kannst du auch das Folgende gebrauchen. Gebet bei der ersten Vorbereitung auf das heilige Abendmahl. Lieber himmlischer Vater, dir danke ich von gan— zem Herzen, daß du auch mich armes Kind zu deinem Gnadentische willst kommen lassen. Ach, HErr, ich bin deiner Liebe nicht werth, ich fühle mich noch so arm und schwach, so unreif im Geistlichen, mein Glaube, meine Erkenntniß, meine Liebe zum Guten, Alles an mir ist noch so mangelhaft, ja so viel Unreines und Sündliches ist noch an mir, daß ich nicht wage, zu dir aufzuschauen, und mich billig scheuen sollte, an deinen Tisch zu treten. Aber ich denke an dein Wort“*):„Fürchte dich nicht, du Würmlein Jakob, ihr armer Haufe Israel. Ich helfe dir, und sehe gnädig an den Elenden und der zer— Ses. 41, 14. 60, 2. Kapff, Communionbuch. 16 242 Abendmahlsandacht brochenen Herzens ist und der sich fürchtet vor meinem Wort.“ Und aus deinem Mund, o JEsu, höre ich das Wort“):„Fürchte dich nicht, du kleine Heerde, es ist eures Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben, und: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich GOttes.“ Auf diese freundliche Einladung deiner Kinderliebe will auch ich schwaches Kind mir nicht wehren lassen und mich auch vor dich stellen, und du, o treuer Heiland, wollest auch mich, wie jene Kinder, herzen und deine Hände mir auflegen und mich segnen. Und was schwach ist an mir, das stärke du. und was unrein an mir ist und sündlich, das reinige durch dein theures Blut. Ach wie Vieles ist in mei— nem bisherigen Leben vorgekommen, das dir nicht ge— fallen kann! Meine ganze Kindheit muß ich überden— ken und finde da so viele Unarten und Sünden, so viele Thorheiten und Narrentheidungen, so vielen Un⸗ gehorsam gegen meine lieben Eltern und Lehrer, so viel Trägheit und Unachtsamkeit, so viel Gleichgültig— keit gegen dein heiliges Wort und gegen das Gebet, so viel Streit, Zank, Zorn, Neid, Mißgunst und aller⸗ lei Lieblosigkeit, auch so manche unreine Lüste und Be— gierden, Unmäßigkeit, Naschereien und Lust nach frem— dem Gut, auch so viele Flatterhaftigkeit, Schwatzhaf— tigkeit, Unordnung und Anderes, was dich und meine Eltern und andere Menschen vielfältig betrübt und beleidigt hat. O mein GOtt! gehe nicht in's Gericht mit mir. Laß Gnade für Recht ergehen, vergib mir um IEsu Christi willen alle Sünden Lue. 12, 32. Matth 19, 14. meine gene Juger ihter stuhl, ich werde tilge deine von gib ih Hanz mein und aus deine mach den heili⸗ greif durc Buß brün einig willf fillt Gib dich Mne ürchtet o Viful, kleine uch das zu mit ist das inladung ind mir stellen, wie jene ind mich ärke du, reinige in mei⸗ nicht ge⸗ überden⸗ den, so elen Un⸗ hrer, so ichgiltig⸗ 3 Gebet, nd aller⸗ und Be⸗ Iwahhaf nd meine übt md Gerich vrrsb Sündah ach fren⸗ für Neukonfirmirte. 243 meines ganzen Lebens, verzeihe mir auch die verbor— genen Fehler, tilge alle Sünden meiner Kindheit und Jugend und wirf sie in die Tiefe des Meeres, daß ihrer nicht mehr gedacht werde vor deinem Richter— stuhl. Ach, IEsu! wasche mich durch dein Blut, daß ich schneeweiß werde, entsündige mich, daß ich rein werde. Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden und tilge alle meine Missethat. O verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Schaffe in mir, GOtt, ein reines Herz und gib mir einen neuen gewissen Geist. Siehe, HErr, ich sehne mich nach deinem Heil. Ich möchte gerne ganz und auf ewig dein Eigenthum seyn. Da hast du mein Herz, nimm es hin, so arm und unlauter es ist, und bilde es nach deinem Wohlgefallen. Du kannst aus mir machen, was du willst. Laß mich nicht von deiner Hand und erhalte mich ewig in deiner selig— machenden Gemeinschaft, daß mich nichts von dir schei— den könne. Bereite mich jetzt auch selbst zu für dein heiliges Abendmahl. Ich weiß nicht, wie ich es an— greifen soll, daß ich recht würdig werde. Hilf du mir durch deinen heiligen Geist. Gib du mir die rechte Buße, den wahren und lebendigen Glauben und das brünstige Verlangen nach dir, das mich mit dir ver— einigen kann. Mache mich so, wie du mich haben willst. Thue Alles von mir, was dir nicht wohlge— fällt, und schenke mir Alles, was ich nöthig habe. Gib dich mir und nimm mich hin, und verherrliche dich an mir nach dem Reichthum deiner Gnade. Amen. 244 Abendmahlsandacht Gebet vor dem erstmaligen Genuß des heiligen Abendmahles. Barmherziger GOtt und Vater! nun ist der frohe Tag gekommen, nach dem meine Seele sich schon so lang gesehnet hat. O wie gnädig bist du, daß du auch an mich armes Kind die Einladung, zu deinem Tische zu kommen, ergehen lässest. Von ganzem Her— zen danke ich dir für diese Liebe und Herablassung. Aber nun bitte ich dich, du wollest selbst mich anziehen, wie eine Mutter ihr Kind anziehet, und mich kleiden in die Kleider des Heils und in den Rock deiner Ge— rechtigkeit, daß ich in solch reinem Schmucke würdig sey, an deiner Gnadentafel zu erscheinen und zu essen und zu trinken an deinem Tisch. O mein IEsu! auf dich verlasse ich mich. Du allein kannst mir geben, was mir fehlet. Deine Würdigkeit allein verschafft mir Würdigkeit. In mir selbst habe ich nichts als große Bedürftigkeit. So erbarme dich meiner, und wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel, so nimm mich unter den Mantel deiner Ge— rechtigkeit und halte mich an deiner starken IEsus-⸗ hand, und schenke mir das ganze Verdienst deines aller⸗ heiligsten Lebens, Leidens und Sterbens, deiner glor— reichen Auferstehung und Himmelfahrt und deines Sitzens zur Rechten GOttes. Dort vertrittst du auch mich und sorgest für meine Armuth und Schwachheit. O du reicher HErr! fülle mich mit deinen Gnaden⸗ gütern! O du starker GOtt! durchdringe mich mit deiner Kraft! O du Lamm GOttes, das der Welt Sünde träget, erbarme dich über mich und gib mir deinen Frieden! Nimm alle meine Sünde und Schuld von Gereck mein der das wecke weil deinen mirf ich la Töcht mich nes , im X deine zu de segne mir 9 steher brün HErt zu ke Ise gibt. hann ser, HEr igen ftohe hon so aß du deinem u Het⸗ assung. ziehen, lleiden er Ge⸗ würdig u essen ul auf geben, schaft 18 als „ und er ihte ler Ge⸗ Jsus⸗ à aller⸗ glor⸗ deines u auch achhii Hnaden⸗ ich nit I Well zib mi Echuld für Neukonfirmirte. 245 von mir, und schenke mir dagegen deine vollkommene Gerechtigkeit. Erfülle an mir deine Verheißung: Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibet in mir und ich in ihm, er hat das ewige Leben und ich werde ihn aufer— wecken am jüngsten Tage. Das thue an mir, weil du auch mich armes Schäflein erkaufet hast mit deinem Blute und auch mir verheißen, du wollest bei mir seyn alle Tage bis an der Welt Ende. O HErr! ich lasse dich nicht, du segnest mich dann. Wie Jairi Töchterlein und wie den Jüngling zu Nain, so wecke mich auf zu neuem geistlichem Leben, und wie Johan— nes an deiner Brust lag, so schenke mir deine Liebe. Ja, HErr, ewig laß mich in dir bleiben, als die Rebe im Weinstock, und ewig bleibe du in mir, daß ich in deiner Kraft Alles überwinde und eine heilige Jugend zu deinem Preise dir opfere. Dein Leib und dein Blut segne mich ein zum ewigen Leben und deine Liebe zeige mir jetzt schon den Himmel offen. Amen. Außer diesen Gebeten kannst du auch alle oben⸗ stehenden Gebete gebrauchen, am besten aber selbst in⸗ brünstig aus dem Herzen beten und trachten, mit dem HErrn in eine rechte Gebets-⸗ und Lebensgemeinschaft zu kommen. Dann komm nur ohne alle Furcht zum Tisch des HErrn und nimm kindlich an, was Er dir gibt. Nach dem Abendmahl kannst du die obigen Gebete gebrauchen oder, noch bes⸗ ser, auch wieder auf deine Kniee niederfallen und dem HErrn den Dank deines Herzens darbringen und 246 Abendmahlsandacht neue Treue und den reinen Eifer einer heiligen Jugend geloben. ů Wie ist es dir denn beim heiligen Abendmahl ge⸗ wesen? Hast du besondere Nähe des HErrn und be— sondere Seligkeit empfunden? Dann glaube nur nicht, jetzt habe schon Alles seine Richtigkeit bei dir und du seyest jetzt ein ganzer Christ. Schon gar Viele mein⸗ ten, sie seyen wie im Himmel und vergaßen darüber die Hölle und ihre Einflüsse und wurden übermüthig und wachten nicht über sich, da verflogen die frommen Rührungen, und Gefühle anderer Art füllten wieder das Herz und es gewann die Welt wieder lieb, und so fielen sie aus der ersten Liebe und konnten den HErrn nicht oder beinahe nicht mehr finden. Deßwe— gen freue dich zwar, wenn das Abendmahl dich herz— lich erquickt und reichlich gesegnet hat, aber vergiß nicht, daß das nur Waffen in den Kampf sind, nicht der Kampf selbst, noch weniger der Sieg. Gefühle wechseln, und wie sie heute für den Himmel aufflam⸗ men konnten, so können sie morgen oder heute noch die Welt küssen. Deßwegen sey der Glaube oder viel⸗ mehr IEsus deines Glaubens Burg und die stille Liebe zu ihm und der ernstliche Wille, ihm zu gefallen, das bleibe fest in dir und erhaben über alle Wechsel der Empfindungen. Hast du aber beim Abendmahl nicht das gefunden, was du erwartetest, ist der Segen unter dem, was du dir vorstelltest, geblieben, und fällt es dir auf, daß du jetzt noch seyest, wie vorher, so wisse, daß geistliche Wirkungen meist verborgen und stille geschehen, wie der HErr dort dem Elias sich offenbarte, nicht im Sturm und nicht im Erdbeben und nicht im Feuer sondert Nicht; HErn dunger nach zu Jo hat. Augen ausseh Tiefste Pfanz allmäl Rel, d kommt davon kämpf Unter oder aber Jsu hött! und doch Jugend ahl ge⸗ ind be⸗ nicht, und du e mein⸗ darüber müthig rommen wieder b, und ten den Deßwe⸗ ch her⸗ vergiß d, nicht Gefühle aufflam⸗ ute noch det viel⸗ lle Liche für Kranke. 247 sondern im stillen, sanften Säuseln(1 Kön. 10, 12). Nicht auf unser Gefühl kommt es an, sondern auf des HErrn Wort und Verheißung. Nicht nach Empfin⸗ dungen dürfen wir den Segen GOttes messen, sondern nach dem Maß unseres Glaubens und unserer Liebe zu IEsu eignen wir uns zu, was Er für uns gethan hat. Und was Er uns schenkt, faͤllt nicht so in die Augen, wie etwa ein neues Kleid, in dem wir anders aussehen als vorher. Der Geist GOttes wirkt das Tiefste oft im Verborgenen, wie alles Entstehen der Pflanzen im Boden der Erde verborgen ist und erst allmählig sichtbar hervortritt. Und je tiefer die Wur⸗ zel, desto fester ist die Pflanze. Warte nur, der Segen kommt oft um so nachhaltiger, je weniger man zuerst davon gespürt hat. Mit dem Fleische haben wir zu kämpfen, so lang wir leben. Aber es ist ein großer Unterschied, ob wir die Sünde blos in uns fühlen oder Sünde thun. Kämpfe muthig fort, verlaß dich aber nicht auf dich, bleibe kindlich und einfältig bei IEsu und bitte ihn täglich um seine Gnade. Er er⸗ hört dich, auch wenn du nicht gleich siehest und fühlest, und selig sind die, die nicht sehen und nicht fühlen und doch glauben. Fünfte Abtheilung. Abendmahls-Andacht für Kranke. Ansprache. Angenehmes Krankenbette, Das zu IEsu Füßen liegt! Dieß, dieß ist die rechte Stätte, Wo man die Gesundheit kriegt. Denn das ist das wahre Leben, 248 Abendmahlsandacht Wenn Er in die Herzen spricht: Deine Sünden sind vergeben. Da erschreckt das Sterben nicht. Kannst du dein Krankenbett so ansehen? kannst du glauben, daß die Krankheit für deinen Geist das ist, was die Arznei für den Leib? Gewiß! es ist nicht anders. GOtt hat keine Freude daran, uns wehe zu thun oder zu plagen. Er ist die Liebe, auch wenn er schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewo— gen. Ja, das Leiden und die Krankheit ist ein Be— weis, daß Er an uns denkt und uns in seiner Schule zubereiten will. Wen der HErr lieb hat, den züchtiget Er. Alle Züchtigung aber, wenn sie da ist, dünket sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu seyn, aber darnach wird sie geben eine fried— same Frucht der Gerechtigkeit denen, die da— durch geübet sind(Ebr. 12, 6. 11.). Auf diese Frucht müssen wir sehen, nicht auf die Hitze, in der sie reift. Deßwegen sollten Kranke, ehe sie den Arzt zu sich kommen lassen, vor Allem den himmlischen Seelenarzt zu sich bitten und ihm gestatten, sie auszufragen über die Krankheit des inneren Menschen, über die Fieber— hitze der Leidenschaften, über den unordentlichen Puls⸗ schlag des Herzens, über den Mangel an Appetit zu GOttes Wort, über den Durst nach der Welt und dem, was in der Welt ist, über die mit vielen Sün⸗ den unnützer Worte(Matth. 12, 36.) belegte Zunge, über die Schmerzen und Unruhe der Sündennoth und über die Mattigkeit des geistlichen Lebens. Wer darüber dem Arzt stille hält und seine Krankheit sich recht auf⸗ decken und auch über die verborgenen Schäden sich in's Klare setzen läßt, den kann der treue Heiland in seine besondere Kur nehmen und schenkt ihm da zuerst das edle den sind nnst du das is, ist nicht wehe zu wenn er ; gewo. ein Be⸗ t Schule at, den sie da raurigleit fried— die da⸗ se Frucht sie reist u sch eelenatht gen über e Jiebet⸗ en Pulb⸗ ppetit zu Welt und len Sün⸗ e Zun. moch ud. darübel ullaf sch iil in seit für Kranke. 249 Kräutlein der Geduld. Denn wer sein Sündenelend erkennt, der läßt sich gern Alles gefallen und gesteht, daß er noch viel Härteres verdient hätte. Solche Ge— duld ist dann schon die halbe Hülfe, denn Ungeduld macht Alles doppelt und dreifach schwer. Aber der HErr kommt auch mit anderer Hülfe. Ruft die Seele zu ihm um Vergebung, so spricht er, wie zum Gicht— brüchigen: Sey getrost, deine Sünden sind dir vergeben. Die Schlacken des inneren Men⸗ schen schmelzt er im Tiegel der Trübsal ab und gedenkt an seine Verheißung: Ich will dich auserwählt machen im Ofen des Elends. Dann kommt er aber auch mit äußerlicher Hülfe. Er segnet die Mittel, die der leibliche Arzt anwendet, und an die wir von Ihm gewiesen sind, da GOtt durch natürliche Mittel wirkt, so lang übernatürliche nicht nöthig sind. Deßwegen soll Niemand den Arzt und seine Mittel gering achten, aber auch nicht, wie Assa, darauf sein Hauptvertrauen setzen, sondern auch hier, wie in Allem, denken, daß an GOttes Segen Alles gelegen ist. Deßwegen mußt du dann auch ruhig von GOtt es annehmen, wenn die Genesung länger verzieht, als du dachtest. Der HErr sieht es nicht gerne, wenn man ihm Termine setzt und spricht: in drei, in acht, in zehn Tagen will ich gesund seyn. Gewöhnlich treffen alle Termine nicht ein, während die Hülfe oft auf einmal kommt, wenn das Herz sich senkt in GOtt und ruhig Alles ihm überläßt und auf das Schlimmste sich gefaßt macht. Wenn ihr stille bliebet, so würde euch geholfen. Durch Stilleseyn und Hof— fen würdet ihr stark seyn, so spricht der HErr, der Heilige in Israel(Jes. 30, 15.). 250 Abendmahlsandacht Hülfe, die er aufgeschoben, Hat er drum nicht auf⸗ gehoben, Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft er doch, wenn's nöthig ist. Wir haben Trost genug in der großen Verheißung: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Diese Gegenwart IEsu erhellt das trübste Krankenbette und versüßt alle Schmerzen. Sie uns recht gewiß und wie sichtbar zu machen, dazu ist das heilige Abendmahl das gesegnetste Mittel und überhaupt das köstlichste Labsal der Kranken. Nur müssen sie es nicht in dem Sinn wünschen, als ob da⸗ mit Alles abgemacht wäre, was sie im Geistlichen schuldig zu seyn glauben, und als ob damit der Him⸗ mel sich aufschlöße. Ohne Buße und Glauben haben auch Kranke keinen Segen vom Abendmahl. Deßwe⸗ gen ist auch auf dem Krankenbett die Selbstprü— fung hochnöthig, und ich verweise daher die, die etwa dieses Büchlein gebrauchen wollen, auf das dritte Ka⸗ pitel, zu dessen Erwägung die Ruhezeit der Krankheit und das Schweigen so vieler Stimmen, die sonst den inneren Menschen übertäuben, besonders gesegnet ist. Es ist ein widerliches Bild, das ein selbstgerechter Kranker darbeut. Schwach und der Ewigkeit näher und doch nicht arm im Geiste, gedemüthigt von Außen und doch nicht nach Innen, von GOtt besonders ge⸗ nommen und doch nicht aufgeweckt— ein solcher Geist ladet viele Schuld auf sich. Denkst du aber, du seyest zu schwach, um viel zu denken, so wisse, daß es nicht auf viele Gedanken ankommt, sondern nur auf ein ein⸗ fältiges, redliches Herz, das sich vor GOtt schuldig gibt, die Gnade IEsu bußfertig sucht und gern eine gewisse Hoffnung des ewigen Lebens haben möͤchte. auf⸗ doch, ung: der das Sie u ist Nittel Nut b da⸗ lichen Him⸗ haben eßwe⸗ prü⸗ elwa e Ka⸗ mheit st den et ist. nechtet naher Außen 1 ge⸗ Oeist schest nicht in ein⸗ chuldig N eine nocht für Kranke. 251 Fehlt dir das, so fehlt dir Alles, hast du das, so thut der HErr selbst das Meiste und wird dich heilen durch sein Blut und heiligen und erneuern durch seinen Geist. Dazu ist dir dann das heilige Abendmahl das geseg— netste Mittel und du darfst singen: Sein Leichnam, der für mich verwund't, Der mach' mir Leib und Seel' gesund! Nichts Köstlicheres kann es für Kranke geben, als die Arznei der Unsterblichkeit in dem Leib und Blut IEsu Christi. Das ist höher, als alle Gesund— heit und alles Glück der Welt. Und wenn in ein trauriges Krankenstübchen das gesegnete Brod und der gesegnete Kelch ein Trostlicht bringt, so ist es oft, wie wenn nach düsterer Nacht die helle Sonne leuchtet und mit ihren freundlichen Strahlen Alles zu neuer Freude und Hoffnung aufruft. Deßwegen ist die Abendmahls⸗ feier ein wahres Fest für solche Kranke, denen es hauptsächlich um die Gesundheit des innern Menschen zu thun ist und die nach IEsu und seinem Frieden ein inniges Verlangen haben. Solche Seelen seufzen dann im Trieb des heiligen Geistes, und solches Seuf— zen, wenn sie auch nicht viel denken oder beten können, solches Seufzen des Geistes vertritt sie nach dem, das Gott gefällt, und ersetzt viele Gebete. Wollen und können sie aber auch Gebete lesen oder sich lesen las— sen, so können die oben stehenden und dazu die fol⸗ genden gebraucht werden. 252 Abendmahlsandacht Gebet eines Kranlen zur Vorbereitung auf das heilige Abendmahl. Barmherziger GOtt und Vater! der du der Elenden Seufzen nicht verschmähest und der betrüb⸗ ten Herzen Verlangen nicht verachtest, blicke doch in Gnaden auf mich herab und segne mich mit deinem Frieden und mit deiner Hülfe. Siehe, HErr, ich bin arm und elend, krank an Leib und Seele, und weiß von keinem Troste, wenn du dich nicht meiner erbarmest. Darum sehne ich mich auch nach der besten Arznei, die du, o treuer Heiland, mir bereitet hast in deinem heiligen Leib und Blut. O du ewiger Lebensfürst, gib mir Leben in meinem Tode, du himmlisches Licht, erhelle meine Finsterniß, du voll⸗ kommene Gerechtigkeit, hilf mir von aller Ungerech— tigkeit und tilge alle meine Missethat. Ich bin's freilich nicht werth. Nicht allein diese Krankheit, sondern noch viel größere Schmerzen, ja die Pein der Hölle habe ich verschuldet mit so vielen Sünden und Uebertretungen. Ach wie bin ich in gesunden Tagen so leichtsinnig und gleichgültig gegen dich dahin ge— gangen! Wie wenig habe ich an dich und die Ewig— keit gedacht, wie wenig auf das Eine, was noth thut, gesehen! Wie wenig habe ich dir gedankt für Leben und Gesundheit, für so viele unzählige leib— liche und geistliche Wohlthaten deiner Liebe! Wie thö— richt konnte mein eitles Herz sich vergnügen an den f das u der etrüb⸗ och in deinem , ich e, und meinet besten et hast ewiger Ne, du voll⸗ gercch⸗ bin's heit, ein det en und Tagen hin ge⸗ Cvig⸗ 5 loth nt fit liib⸗ hie tho⸗ an del für Kranke. 253 Dingen dieser Welt und im Irdischen leben, als ob hier unten meine Heimath wäre! Wie schnöde Lüste und Begierden ließ ich oft in mir herumschwärmen und vielleicht gar zum Ausbruch kommen! Wie viel Lieblosigkeit, Zorn, Haß, Neid, Geiz und andere böse Gesinnungen ließ ich mir zu Schulden kommen, und habe wenig daran gedacht, durch ernstliche Buße und herzlichen Glauben den Weg des Heils zu be— treten! O HErr! weß soll ich mich getrösten? Hier liege ich als ein armer Wurm im Staube, und wenn du mich zertreten willst, so habe ich es nicht besser verdient, denn auf Tausend kann ich dir nicht Eins antworten. Doch höre ich dein Wort“): So wahr als Ich lebe, Ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern daß sich der Gottlose bekehre von seinem Wesen und lebe. Das ist mir ein freundlicher Stern in meiner Dunkelheit. Und die volle Gnadensonne geht mir auf, wenn ich hinblicke auf Golgatha und sehe dich, o IEsu, bluten an meiner Statt, und höre dich zu einem todeswürdigen Verbrecher die Worte sagen:„Heute noch wirst du mit mir im Pa— radiese seyn.“ O mein Err und mein GOtt! wie groß ist deine Liebe! Du bist gestorben, auf daß ich lebe, du hast den Fluch meiner und der Sünden Ezech. 33, 11. 254 Abendmahlsandacht aller Welt getragen, auf daß ich gerecht und selig werde. Und dein Blut macht mich rein von aller Sünde und von allen Schäden meiner verdorbenen Natur. Das allein ist mein Trost. Schenke mir nur den rechten Glauben, daß ich mir Alles zueignen könne, was du für mich gethan hast. Heile mich, o Heil der Seelen, Wo ich krank und traurig bin, Nimm die Schmerzen, die mich quälen, Und den gan⸗ zen Schaden hin, Den mir Adams Fall gebracht, Und ich selber mir gemacht! Wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, Wird sich all mein Jammer setzen. Ja, heile mich von aller Krankheit meiner Seele und dann auch meines Leibes. Aber heilige mich auch also durch deinen heiligen Geist, daß ich dir mich ganz ergebe und mit neuer Liebe und neuem Eifer dir diene. Stärke mich, in deiner Kraft Alles zu überwinden, und schaffe mich um zu einem neuen Menschen, daß ich durch eine wahre Bekehrung neu geboren und durch dich in das himmlische Wesen ver— setzt werde. O IEsu, erbarme dich mein! Laß deine Kraft mächtig seyn in meiner Schwachheit und be— reite mich jetzt auch selber zu für einen würdigen Ge— nuß deines heiligen Abendmahls, daß es mir gedeihe zur Stärkung meines Glaubens, zur Vergebung aller meiner Sünden, zu ewiger Vereinigung mit dir und zu einer festen Hoffnung seliger Auferstehung. Durch— dringe meine matten Glieder mit deiner Lebenskraft sclig aller kbenen ke mit leignen nich, o 9 bin, N gan⸗ bracht, 1 Blut V. le ud au mich Eiftt lles zu neuen ng nell en bel⸗ 5 däne und be⸗ en Ge ö oeihe 10 alle dit und Duth⸗ nskraft für Kranke. 255 und pflanze in meinen kranken Leib dein gesundes Leben herein, daß ich als Glied an dir, dem Haupte, hange und Kräfte der zukünftigen Welt aus dir ziehe. So verherrliche dich an mir und auch an allen Mit— genossen der Trübsal zur Ehre deines allerheiligsten Namens. Amen. Beicht (wie oben S. 202). Gebet eines Kranen vor dem heiligen Abendmahl. Lieber himmlischer Vater, mit gerührtem Dank und inniger Freude begrüße ich den Tag und die Stunde, da ein so freundliches Licht in mein armes Krankenstübchen hereinscheinen und dein Gnadentisch vor mir bereitet werden soll. O wie sehnet sich meine Seele nach der Arznei der Unsterblichkeit! Wie der Hirsch nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, GOtt, zu dir. Meine Seele dürstet nach GOtt, nach dem lebendigen GOtt. Wann werde ich dahin kom— men, daß ich GOttes Angesicht schaue? Wer den Sohn siehet, der siehet den Vater. Darum hefte ich meine Augen auf dich, liebster Heiland, und schaue hin an dein Kreuz, an dem du meine Schuld ge— büßet und mir den freien Zugang zum Thron der Gnade erworben hast. Im Glauben an dein theu— res Versöhnungswerk kann ich mit David froh— 256 Abendmahlsandacht locken“): Der HErr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser, er erquicket meine Seele, er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Thal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch gegen meine Feinde, daß in Kraft deines Leibes und Blutes der Verkläger von mir fliehen muß, und ich Sa⸗ tan, Welt und Fleisch überwinden kann. Ja, du hilfsst mir aus aller Betrübniß meiner Seele und salbest mein Haupt mit dem Freudenöl deines hei— ligen Geistes und schenkest mir voll ein von den rei⸗ chen Gütern deines Hauses. Gutes und Barmher— zigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause und in der Gemeinschaft des HErrn immerdar. Hochgelobt sey dein Name für solche unaussprechliche Gnade! O HErr! erfülle an mir den ganzen Liebesvorsatz, den du von Ewig— keit her auch über mich gefaßt hast. Ich bin freilich nicht werth, daß du mich besuchest. Aber siehe nicht auf meine Unwürdigkeit, sondern auf meine große Bedürftigkeit. Du hast ja verheißen: die Elenden sollen essen, daß sie satt werden, und *) Psalm 23. ́—e ee die K Hung immer als e ner E reich, rein, Ausse und! Nitur neuers hast sig 3 nem mich, dein Arzne deren Basus einige ner g in di Heilig guten Rethan will. in U Kan lichts Aue huickck e um lderte denn mich. meine lutes Sa⸗ a, du und hii⸗ uni⸗ mher⸗ d ich ischaft Name arfülle Cwig⸗ relich nicht große enden und * für Kranke. die Hungrigen füllest du mit Gütern. Auch diesen Hunger hast du in mir gewirket und wollest du immer mehr wirken, daß meine Seele ganz offen stehe als ein leeres Gefäß, in das du den Reichthum dei— ner Gnade ergießen wollest. Ich bin arm, mache mich reich, ich bin schwach, mache mich stark, ich bin un— rein, mache mich rein, ich bin voll Krankheit und Aussatz der Sünden, wasche mich durch dein Blut und heile mich von allen Schäden meiner verderbten Natur. Du kannst schaffen, was du willst. Du er— neuerst die Gestalt der Erde, erneure auch mich. Du hast den Kranken gesund gemacht, der acht und drei— ßig Jahre lang an allen Gliedern gelähmt auf sei— nem Schmerzenslager gelegen war. So heile auch mich, du Arzt Leibes und der Seelen, und mache mir dein kostbares Fleisch und Blut zu einer heiligen Arznei für meinen inneren und auch für meinen äu— ßeren Menschen. HErr! ich warte auf dein Heil! Besuche mich als der Aufgang aus der Höhe! Ver— einige dich in deinem Abendmahl auf ewig mit mei— ner armen Seele und hilf mir zu einem neuen Leben in dir, daß ich alle Kräfte Leibes und der Seele dir heilige und meinen Willen gänzlich in deinen allein guten Willen versenke. Was du thust, das ist wohl— gethan. Willst du mich auf das Siechbett legen: ich will; soll ich in Mangel seyn: ich will; soll sich ein Unfall regen: ich will; und willst du, daß Kapff, Cemmunionbuch. 17 258 Abendmahlsandacht ich wein': ich will; und gibst du mich dem Tod: ich will, dein Will' gescheh, o GOtt! Zu solcher stillen Geduld und Unterwerfung hilf mir durch dein Abendmahl und lasse mich so Eins mit dir werden, daß nicht mehr mein Ich lebe, sondern Du in mir, und ich in dir bleibe ewiglich. Nun, HErr! komme zu mir, lege deine hohenpriesterlichen Hände auf mein Haupt und sprich zu mir: Friede sey mit dir! Amen. Gebet eines Kranken nach dem heiligen Abendmahl. O du ewige und unergründliche Liebe! aus tief⸗ stem Herzensgrund sage ich dir Lob und Dank für das hohe und unschätzbare Testament deiner Gnade, mit dem du mir jetzt den Himmel aufgethan und für deine Herrlichkeit mich zubereitet hast. Ach, was bin ich elender Mensch, daß du zu mir eingegangen bist! Wie wunderbar ist die Liebe, die sich eines solchen Krankenbesuches nicht schämt! Wie glücklich macht mich, o IEsu! deine Freundschaft, die auch mich Ar— men zu der heiligen Familie rechnet, als deren Hausvater du deinen Tisch bereitet hast. Mein HErr und mein GOtt! hilf mir, ewig dafür dir dankbar zu bleiben, und laß mich nie vergessen, wie hoch du mich begnadigt hast. Erhalte mich in deiner Liebe und laß mich nie entfallen aus deiner seligmachenden Gemeinschaft. O es ist mir bange vor mir selbst. Wer begl nem mich irdi den dich mic leide und gan, unst deß All und we. S0 Tod: solche h dän berden, n mit, komme de auf y mit dmaßl. u tiif' ank für Gnade, und für vas bin en bist! solchen maht mich M⸗ l5 daeh in Hbn dankbar ö hoch ‚0 ner Lube machade ir slh. ö für Kranke. 259 Werde ich auch bleiben in dem, was mich jetzt so hoch beglückt? Werde ich auch halten, was ich auf mei— nem Krankenbett versprochen habe? Wird die Welt mich nicht aufs Neue gefangen nehmen? Wird mein irdischgesinntes Herz nicht aufs Neue abweichen und den Irrweg gehen? Mein GOtt und Heiland! Ohne dich kann ich Nichts thun! Deine starke Hand halte mich fest! Deine Liebe erfülle mich täglich und ent— leide mir die Welt! Dein heiliger Geist durchdringe und heilige mich durch und durch, daß mein Geist ganz sammt Seele und Leib müsse behalten werden unsträflich auf den großen Tag deiner Zukunft. In⸗ deß laß mich ritterlich kämpfen und in deiner Kraft Alles überwinden, damit ich einst auch Alles ererbe und auch mir das große Wort gelten könne: Ich werde sein GOtt seyn und er wird mein Sohn seyn. Amen. Lieder. Fünftes Kapitel. Lieder. 1) Einladung. 1.(Joh. 6, 37.) Mel. JIEsu, meines Lebens Leben ꝛc. 1. Wendet euch zu mir, ihr Sünder, Offen steht der Himmel euch! Kommt, ihr abgefall'nen Kinder, Kommt zu IEsu, sammelt euch! Ach, wollt ihr denn ganz verderben Und in euren Sünden sterben? Machet euch nicht selbsten Pein, Ihr könnt Alle selig seyn. 2. Kommt zu mir, ihr alten Greisen, Euer Elend jammert mich. Laßt euch noch im Alter weisen; Suchet mich doch flehentlich. Habt ihr es gleich wollen sparen Bis zu euren letzten Jahren: Kommt nur noch mit Ernst heran, Ich nehm' euch zu Gnaden an. 3. Kommt zu mir vom mittlern Alter, Sparet eure Buße nicht; Denn das Herz wird immer kalter; Brauchet ja das Gnadenlicht, Laßt's euch nicht vergeb— lich scheinen, Fangt an, über euch zu weinen. Kommt, so gut ihr könnt, heran, Ich nehm' euch noch Alle an. 4. Kommt auch ihr zu mir, ihr Kleinen, Ich bin euer wahrer Freund. Wer kann's treuer mit euch meinen, Als es euer Heiland meint? Laufet ja nicht in's Verderben Mit dem Haufen, um zu sterben. Kom⸗ met bald und früh heran, So nehm' ich euch gerne an. 5. Kommt zu mir, ihr ganz Ruchlosen, Die ihr schon recht greulich seyd; Ich will euch noch nicht ver— stoßen, Kommt nur, kommt! ach, nur noch heut! Höret doch mein treues Locken, Laßt euch länger nicht versto— cken; Kommt nur, wie ihr seyd, heran, Ich nehm' euch erbarmend an. en steht Kinder, denn Machet n. Euer weisen wollen ur noch Sparet lalter; vergeb⸗ Kommt, e an. Ich bin it euh jn nicht Kom⸗ ne an. Die ihr ht ver⸗ Hötet versto⸗ m auc Einladung. 261 6. Kommet auch, ihr armen Seelen, Die ihr Selbst— gerechte seyd. Wollt ihr euch denn ferner quälen Mit der Selbstgerechtigkeit? Seyd ihr nicht genug beflecket Und mit Sünden überdecket? Kommt doch arm und bloß heran, So nehm' ich euch gerne an. 7. Kommt auch, ihr betrog'nen Herzen, Die ihr eure Liebe theilt! Hab' ich nicht mit tausend Schmerzen Euren Schaden ganz geheilt? Laßt das Herz nicht mehr halbiren, Lieber es recht kräftig rühren. Kom⸗ met ganz, nicht halb heran, So nehm' ich euch lieb— reich an. 8. Kommet auch, ihr blöden Tauben, Die ihr arm und elend seyd; Kommt mit thränenvollem Glau⸗ ben, Der anhaltend sehnlich schreit: Ach, HErr IEsu, Gnade, Gnade Für mich allerärmste Made! Seyd ihr so, kommt nur heran, Ich nehm' euch gar gerne an. 9. Kommt auch ihr, die ich schon kenne, Freunde, längst mit mir vertraut, Die ich treu und zärtlich nenne Meine Glieder, meine Braut. Ihr müßt täglich näher kommen, Mehr von Liebe eingenommen, Schön vollenden euern Lauf, Dann nehm' ich euch selig auf. 2.(Each. 9. 9.) Mel. Von GOtt wil ich nicht lassen ꝛc. 1. Auf, auf, ihr Reichgenossen! Eu'r König kommt heran, Empfahet unverdrossen Den großen Wundermann; Ihr Christen, geht herfüvn, Laßt uns vor allen Dingen Ihm Hosiannah singen Mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, Der König ist gar nah, Hinweg all' Angst und Schmerzen, Der Helfer ist schon da! Seht, wie so mancher Ort Hochtröstlich ist 262 Lieder. zu nennen, Da wir ihn finden können Im Nachtmahl, Tauf' und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten! Der König ist nicht fern! Seyd fröhlich, ihr Verzagten, Dort kommt der Morgenstern! Der HErr will in der Noth Mit reichem Trost euch speisen, Er will euch Hülf erweisen, Ja dämpfen gar den Tod. 4. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, Der König kommt mit Macht, An uns, die Herzgeliebten Hat er schon längst gedacht: Nun wird kein' Angst noch Pein, Noch Zorn hinfort uns schaden, Dieweil uns GOtt aus Gna⸗ den Läßt seine Kinder seyn. 5. So lauft mit schnellen Schritten, Den König zu beseh'n, Er kommt mit Segenstritten, Stark, herrlich, sanft und schön; Nun tretet All' heran, Den Heiland zu begrüßen, Der alles Kreuz versüßen Und uns erlösen kann. 6. Der König will bedenken Die, so er herzlich liebt, Mit köstlichen Geschenken, Als der sich selbst uns gibt Durch seine Gnad' und Wort. Ja, König, hoch erhoben, Wir Alle wollen loben Dich freudig hier und dort. 7. Nun, SErr, du gibst uns reichlich, Warst selbst doch arm und schwach, Du liebest unvergleichlich, Du jagst den Sündern nach; D'rum woll'n wir dir allein Die Stimme hoch erschwingen, Dir Hosiannah singen, Und ewig dankbar seyn. GMist.) 2.(Apostelg. 4, 12.) Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele ꝛc. 1. Warum willt du draußen stehen, Du Gesegneter des HErrn? Laß dir, bei mir einzugehen, Wohlgefallen, du, mein Stern. Du, mein IJEsu, meine Freud', νπνννιιμιì ddsssssss htmahl, ist nicht imt der reichem n, V kommt schon 1, Noch 16 Gna⸗ dönig zu herrlich Heiland erlösen herzlich Abst uns 6„ hah dig hiet rst sehl ih, Du ir allen sungan Ksth . eshnen Fradd Einladung. Helfer in der rechten Zeit. Hilf, o Heiland, meinem Herzen Von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, Welchen oft— mals Tag und Nacht Des Gesetzes starker Hammer Mir mit seinem Schrecken macht. O der schweren Don⸗ nerstimm'! Die mit GOttes Zorn und Grimm Also tief in's Herze schläget, Daß sich all mein Blut be⸗ weget. 3. Dazu kommt des Teufels Trügen, Der mir alle Gnad' absagt, Als müßt' ich nun ewig liegen In der Höllen, die mich plagt; Ja auch, was noch ärger ist, So zermartert und zerfrißt Mich mein eigenes Gewissen Mit vergift'ten Schlangenbissen. 4. Will ich dann mein Elend lindern, Und erleich⸗ tern meine Noth Bei der Welt und ihren Kindern, Fall' ich vollends in den Koth; Da ist Trost, der mich be— trübt, Freud', die eigen Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, Gute Freunde, die mein lachen. 5. In der Welt ist Alles nichtig, Nichts ist, das nicht kraftls wär'; Hab' ich Hoheit, die ist flüch⸗ tig; Hab' ich Reichthum, was ist's mehr Als ein Stück⸗ lein armer Erd'? Hab' ich Lust, was ist sie werth? Was ist's, das mich heut erfreuet, Das mich morgen nicht gereuet? 6. Aller Trost und alle Freude Ruht in dir, HErr JIEsu Christ: Dein Erfreuen ist die Weide, Da man sich recht fröhlich ißt. Leuchte mir, o Freudenlicht, Ehe mir das Herz zerbricht; Laß mich, HErr! an dir er⸗ quicken, JEsu! komm, laß dich erblicken. 7. Freu' dich Herz, du bist erhöret, Jetzo zeucht er bei dir ein; Sein Gang ist zu dir gekehret, Heiß ihn nur willkommen seyn, Und bereite dich ihm zu, Gib Lieder. 264 dich ganz zu seiner Ruh', Oeffne dein Gemüth und Seele, Klag' ihm, was dich drück' und quäle. 8. Was du Böses je begangen, Das ist Alles ab— geschafft, GOttes Liebe nimmt gefangen Deiner Sün⸗ den Macht und Kraft, Christi Sieg behält das Feld, Und was Böses in der Welt Sich will wider dich er⸗ regen, Wird zu lauter Glück und Segen. 9. Alles dient zu deinem Frommen, Was dir bös und schändlich scheint, Weil dich Christus angenommen, Und es treulich mit dir meint; Bleibst du ihm nur wieder treu, Ist's gewiß und bleibt dabei, Daß du mit den Engeln droben Ihn dort ewig werdest loben. (Gerhardt.) 2) Velehrung. 4.(1 Cor. 10, 16.) Mel. Wer nur den lieben GOrr läßt ꝛc. 1. Mein IEsu, der du vor dem Scheiden In dei— ner letzten Trauernacht, Uns hast die Früchte deiner Lei— den In einem Testament vermacht, Es preisen gläu⸗ bige Gemüther Dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl genießen, Wird dein Gedächtniß bei uns neu; Man kann aus frischen Proben schließen, Wie brünstig deine Liebe sey, Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen Verneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zagenden Gewissen Ein neues Sie— gel aufgedrückt, Daß unser Schuldbrief sey zerrissen, Und Leib und Seele wird erquickt, Da wir Ver⸗ gebung unsrer Sünden In deinen heil'gen Wun⸗ den finden. 4. Das Band wird fester zugezogen, Das dich und uns zusammenfügt. Die Freundschaft, die wir ö„»»„„»„„Sss⸗Bh˙lssss⸗sss h und les ab⸗ Sün⸗ Feld, ich er⸗ dir bös ommen, wieder nit den ethardt.) n dei⸗ jer Lei⸗ gläu⸗ d dein frischen Dein sich in 8 Sie⸗ nrissen, Ver⸗ Wun⸗ Das die wir Belehrung. 265 sonst gepflogen, Fühlt, wie sie neue Stützen kriegt, Wir werden mehr in solchen Stunden Mit dir zu einem Geist verbunden. 5. Dieß Brod kann wahre Nahrung geben, Dieß Blut erquicket unsern Geist. Es mehrt sich unser innres Leben, Wenn unser Glaube dich geneußt. Wir fühlen neue Kraft und Stärke In unserm Kampf und Glaubenswerke. 6. Wir treten in genaure Bande Mit deines Leibes Gliedern ein, Mit denen wir in solchem Stande Ein Herz und Eine Seele seyn. Der Geist muß mehr zusammenfließen, Da wir Ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, Daß unser Fleisch, das Schwachheit voll, Einst herrlich aus dem Staube grünen Und unverweslich werden soll: Ja, daß du uns ein ewig Leben Nach diesem kurzen werdest geben. 8. O theures Lamm, so edle Gaben Hast du in dieses Mahl gelegt, Da wir dich selbst zur Speise haben, Wie wohl ist unser Geist verpflegt; Dieß Mahl ist unter allen Leiden Ein wahrer Vorschmack ewg'er Freuden. 9. Dir sey Lob, Ehr' und Preis gesungen! Ein solcher hoher Liebesschein Verdient, daß aller Engel Zungen Zu dessen Ruhm geschäftig seyn. Wird unser Geist zu dir erhoben, So wird er dich vollkommen loben. (Rambach.) Lieder. 3) Vor der Beicht. 5.(Luk. 5, 31. 32.) Eigene Melodie. 1. Mein Heiland nimmt die Sünder an, Die unter ihrer Last der Sünden Kein Mensch, kein Engel trösten kann, Die nirgends Ruh und Rettung finden, Den'n selbst die weite Welt zu klein, Die sich und GOtt ein Greuel seyn; Den'n Moses schon den Stab gebrochen Und sie der Hölle zugesprochen, Wird diese Freistatt auf⸗ gethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als mütterliches Herz Trieb ihn von seinem Thron auf Erden, Ihn drang der Sünde Weh und Schmerz, An ihrer Statt ein Fluch zu werden: Er senkte sich in ihre Noth, Und schmeckt für sin den bittern Tod; Nachdem er nun sein eigen Leben Zur theuren Zahlung hingegeben, Und für die Welt genug gethan; So heißts: Er nimmt die Sünder an. 3. Nun ist sein aufgethaner Schoß Ein sichres Schloß gejagter Seelen: Er spricht sie von dem Uebel los, Und tilget bald ihr ängstlich Quälen; Es wird ihr ganzes Sündenheer In's unergründlich tiefe Meer Von seinem reinen Blut versenket, Und ihn'n der heil'ge Geist geschentt Zum Führer auf der Gnadenbahn; Mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. So bringt er sie zum Vater hin, In seinen blut⸗ beflossnen Armen; Das neiget dann den Vatersinn Zu lauter herzlichem Erbarmen: Er nimmt sie an an Kin⸗ desstatt; Ja, Alles, was er ist und hat, Wird ihnen eigen übergeben; Die Thüre zu dem ew'gen Leben Wird ihnen fröhlich aufgethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. O solltest du sein Herze seh'n, Wie sich's nach e unter trösten Den n Ott ein ebrochen att auf⸗ hn von de Beh : Er bittern theuren gethan; sichres u Uebel witd iht er Von ge Gest Mein zen blu⸗ sinn 30 an Kil ird ihnen hen Wild mmt de ichs nach Vor der Beicht armen Sündern sehnet, Sowohl wenn sie noch irre geh'n, Als wenn ihr Auge vor ihm thränet, Wie streckt er sich nach Zöllnern aus; Wie eilt er in Zachät Haus; Wie sanft stillt er der Magdalenen Den milden Fluß der Sünderthränen, Und denkt nicht, was sie sonst gethan, Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, Ob er gleich noch so tief gefallen, Nun dieß hat er nicht nur gethan, Da man ihn sah auf Erden wallen: Nein, er ist im⸗ mer einerlei, Gerecht und fromm und ewig treu, Wie er war unter Schmach und Leiden, So ist er auf dem Thron der Freuden Den Sündern liebreich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. So komme dann, wer Sünder heißt, Und wen sein Sündengreul' betrübet, Zu dem, der Keinen von sich weist, Der sich gebeugt zu ihm begiebet. Wie, willst du dir im Lichte steh'n, Und ohne Noth verloren geh'n? Willst du der Sünde länger dienen, Da, dich zu retten, er erschienen? O nein! verlaß die Sündenbahn, Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Komm nur, mühselig und gebückt, Komm nur, so gut du weißt zu kommen; Wenn gleich die Last dich niederdrückt, Du wirst auch seufzend angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, Und wie er dir entgegen⸗ geht, Wie lang hat er mit vielem Flehen Sich brünstig nach dir umgesehen? So kommt dann allesammt heran: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Sprich nicht: Ich hab's zu grob gemacht, Ich hab' die Güte seiner Gnaden So schändlich und so lang veracht't, Er hat mich oft umsonst geladen. Wofern du's nur jetzt redlich meinst Und deinen Fall mit Ernst be⸗ weinst, So soll ihm nichts die Hände binden, Und du 268 Lieder. sollst heut noch Gnade finden: Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann, Mein Heiland nimmt die Sün⸗ der an. 10. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit, Ich muß erst diese Lust genießen, GOtt wird ja eben nicht gleich heut Die offne Gnadenpforte schließen. Nein, weil er ruft, so höre du Und greif' mit beiden Händen zu; Wer seiner Seele Heut verträumet, Hat oft die Gnadenzeit versäumet; Ihm wird hernach nicht aufge— than; Heut komm. heut nimmt dich IEsus an. 11. Ach zeuch mich selbsten recht zu dir, Holoselig süßer Freund der Sünder! Erfüll' mit sehnender Begier Auch uns und alle Menschenkinder. Zeig' uns bei un⸗ serm Seelenschmerz Dein aufgeschloßnes Liebesherz; Und wenn wir unser Elend sehen, So laß uns ja nicht stille stehen, Bis daß ein Jedes sagen kann: GOtt Lob! auch mich nimmt IEsus an.(eehr.) 6.(Sprüchw. 23, 36.) Mel. Nun sich der Tag ꝛc. 1. Mein GOtt, das Herz ich bringe dir Zur Gabe und Geschenk; Du forderst dieses ja von mir, Deß bin ich eingedenk. 2. Gib mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du, Das ist mir lieb und werth, Du findest anders auch nicht Ruh' Im Himmel und auf Erd'. 3. Zermalme meine Härtigkeit, Mach mürbe meinen Sinn, Und ziehe mich in Reu und Leid Zu deinem Herzen hin. 4. Sodann nimm mich, mein IEsu Christ, Tauch' mich tief in dein Blut, Ich glaub', daß du gekreuzigt bist Der Welt und mir zu gut. 5. Schenk mir nach deiner IEsushuld Gerechtigkeit deinet Brin⸗ ucf 2 mich Dein sinden freie dich Der 5 teslan Bräu Hebd Seelk N sonft Sin⸗ it, V en nicht Nein, Händen oft die aufge⸗ aseig Begier bei un⸗ 5 Und cht stile bl auch Lehr.) I* Gabe Deß bin st w, erd auß meinen deinem Tauch ebergi rhinki Vor der Beicht. 269 und Heil, Und nimm auf dich mein' Sündenschuld Und meiner Strafe Theil. 6. In dich wollst du mich kleiden ein, Dein' Un⸗ schuld ziehen an, Daß ich, von allen Sünden rein Vor GOtt bestehen kann. 7. GOtt heil'ger Geist, nimm du auch mich In die Gemeinschaft ein, Ergieß' um IEsu willen dich Tief in mein Herz hinein. 8. Nimm gar, o GOtt, zum Tempel ein Mein Herz hier in der Zeit, Ja laß es auch dein Wohnhaus seyn In jener Ewigkeit. Schade.) 7.(Ps. 119, 123.) In eigener Melodie. 1. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig! Lege mich vor deinen Thron; Schwache Thränen, kindlich Sehnen Bring' ich dir, du Menschensohn! Laß dich finden, laß dich finden Von mir, der ich Asch' und Thon. 2. Sieh' doch auf mich, HErr, ich bitt' dich, Lenke mich nach deinem Sinn, Dich alleine Ich nur meine, Dein erkaufter Erb' ich bin; Laß dich finden, Laß dich finden; Gib dich mir und nimm mich hin. 3. Ich begehre Nichts, o HErre! Als nur deine freie Gnad', Die du giebest, Wo du liebest, Und man dich liebt in der That, Laß dich finden, Laß dich finden, Der hat Alles, der dich hat. 4. Himmelssonne, Seelenwonne, Unbeflecktes GOt— teslamm! In der Höhle Meine Seele Suchet dich, o Bräutigam! Laß dich finden, Laß dich finden, Starker Held aus Davids Stamm. 5. Hör', wie kläglich, Wie beweglich Dir die treue Seele singt; Wie demüthig Und wehmüthig Deines Kin⸗ 270 Lieder. des Stimm' erklingt! Laß dich finden, Laß dich finden, Dann mein Herz sich zu dir dringt. 6. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichthum, Wollust, Ehr' und Freud', Sind nur Schmerzen Meinem Her⸗ zen, Welches sucht die Ewigkeit, Laß dich finden, Laß dich finden, Großer GOtt, mach' mich bereit. (Neander.) 4) Nach der Beicht. 8.(Matth. 18, 27.) Mel. O Durchbrecher aller Bande ꝛc. 1. Schuld und Strafe sind erlassen; GOtt erbarmt sich über mich. Dieß Wort darf ich Sünder fassen, Und mein Glaube freuet sich. Lobe GOtt, befreite Seele, Diese Schenkung ist ja groß: Seine gnädigen Befehle Machen mich von Ketten los. 2. Meine Rechnung ist vollendet, Weil ein reicher Bürge kam, Der sein theures Blut verwendet, Und die Zahlung auf sich nahm. Nicht ein Heller blieb mir stehen, Millionen sind gebüßt. O wie wäre mir ge⸗ schehen, Wenn ich selber büßen müßt! 3. O wie hat der Schulden Menge Mich in tausend Noth gebracht, Wie hat mir des Königs Strenge Und mein Armseyn bang gemacht; Aber GOtt ließ sich er⸗ bitten, Da ich ihm den Fußfall that; Weil mein Bürge in der Mitten Selber für den Schuldner bat. 4. Nunmehr darf ich wieder leben, Kein Verdam⸗ men sicht mich an; Alles hat GOtt mir vergeben, Alles IEsus abgethan. Darauf kann ich froh erblassen, Meine Seele tröstet sich, Schuld und Strafe sind erlassen, GOtt erbarmt sich über mich! (Hiller.) finden, Bollast m Her⸗ u, M Meander.) erbaumt fasse, befreit gnädigen u nicher Und de lieb mir mir ge⸗ n tuserd nge Und sih e⸗ in Büthe Verdamh⸗ en, Ml , Mime Rerlasseh, Gildu) Vor dem heiligen Abendmahl. 5) Vor dem heiligen Abendmahl. 9.(Matth. 5, 6.) In betannter Melodie. 1. JEsus Christus, unser Heiland, Der von uns den GOtteszorn wandt', Durch das bitter Leiden Sein Half Er uns aus der Höllenpein. 2. Daß wir nimmer deß vergessen, Gab Er uns Sein'n Leib zu essen, Vereinigt mit dem Brod so klein, Und zu trinken Sein Blut im Wein. 3. Wer sich zu dem Tisch will machen, Der hab' wohl Acht auf seine Sachen; Wer unwürdig hinzugeht, Für das Leben den Tod empfäht. 4. Du sollst GOtt den Vater lieben, Daß Er dich so wohl will speisen, Und für deine Missethat In Tod Sein'n Sohn gegeben hat. 5. Du sollt glauben und nicht wanken, Daß Er sey ein' Speis' der Kranken, Deren Herz von Sünden schwer Und für Angst ist betrübet sehr. 6. Solch' groß' Gnad' und Barmherzigkeit Sucht ein Herz in großer Arbeit, Willt du heucheln, bleib' davon, Daß du nicht kriegest bösen Lohn. 7. Er spricht selber: Kommt ihr Armen, Laßt mich über euch erbarmen, Kein Arzt ist dem Starken noth, Sein' Kunst wird an ihm Spott. 8. Hätt'st du dir was könn'n erwerben, Was dürft' ich dann für dich sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, So dir selber helfen willt. 9. Glaubst du das von Herzensgrunde, Und beken⸗ nest mit dem Munde, So bist du recht wohl geschickt, Und die Speis' dein Seel' erquickt. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben, Deinen 22 Lieder. Nächsten sollt du lieben, Daß er dein genießen kann, Wie dein GOtt hat an dir gethan.(Huß. Luthet.) 10.( Cor. 11, 23.) Mel. Sch dank' dir schon ꝛc. 1. Als IEsus Christus in der Nacht, Darin er ward verrathen, Auf unser Heil war ganz bedacht, Dasselbe zu erstatten, 2. Da nahm er in die Hand das Brod, Und brach's mit seinen Fingern, Sah auf gen Himmel, dankte GOtt Und sprach zu seinen Jüngern: 3.„Nehmt hin und eßt, das ist mein Leib, Der für euch wird gegeben, Und denket, daß ich euer bleib' Im Tod und auch im Leben.“ 4. Deßgleichen nahm er auch den Wein Im Kelch und sprach zu Allen:„Nehmt hin und trinket insgemein, Wollt ihr GOtt wohlgefallen; 5. Hier geb' ich euch mein theures Blut Im Kelche zu genießen, Das ich für euch und euch zu gut Am Kreuze werd' vergießen. 6. Das macht euch aller Sünden frei, Daß sie euch nicht mehr kränken, So oft ihr's thut, sollt ihr dabei An meinen Tod gedenken.“ 7. O IEsu, Dir sey ewig Dank Für deine Treu und Gaben, Ach, laß durch diese Speis' und Trank Auch mich das Leben haben.(Herrmann.) 14.(Offenb. 19, 9.) In bekannter Melodie. 1. Schmücke dich, o liebe Seele, Laß die dunkle Sündenhöhle, Komm an's helle Licht gegangen, Fange herrlich an zu prangen, Denn der HErr, voll Heil und Gnaden, Will dich jetzt zu Gaste laden, Der den Him⸗ mel kann verwalten, Will jetzt Herberg in dir halten. entg dein ten, Lieb miss sonst Dei wert die ahl⸗ nach Mic zu! diese eine. mir uner die finde dieß derze mit ben. Geist lann, Luther.) rin er bedacht, brachs tt „ Der bleib' u Kelch gemein, Kelche ut Am sie euch 1 dabei e Treu Taul nmann.) dullle Fonge eil md n him⸗ Vor dem heiligen Abendmahl. 273 2. Eile, wie Verlobte pflegen, Deinem Bräutigam entgegen, Der da mit dem Gnadenhammer Klopft an deine Herzenskammer, Oeffn' ihm bald die Geistespfor⸗ ten, Red' ihn an mit Glaubensworten: Komm, mein Liebster, laß dich küssen, Laß mich deiner nicht mehr missen. 3. Zwar in Kaufung theurer Waaren Pflegt man sonst kein Geld zu sparen: Aber du willt für die Gaben Deiner Huld kein Geld nicht haben, Weil in allen Berg— werksgründen Kein solch' Kleinod ist zu finden, Das die blutgefüllten Schaalen Und dieß Manna kann be⸗ zahlen. 4. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte, Ach, wie pfleg' ich oft mit Thränen Mich nach dieser Kost zu sehnen, Ach, wie pfleget mich zu dürsten Nach dem Trank des Lebensfürsten, Daß in diesem Brod und Weine Sich mein HErr mit mir ver— eine. 5. Beide, Lachen und auch Zittern, Fanget an, in mir zu wittern Das Geheimniß dieser Speise; Und die unerforschte Weise Machet, daß ich früh vermerke, HErr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, Der dein' Allmacht kann ergründen? 6. Nein, Vernunft, die muß hier weichen, Kann dieß Wunder nicht erreichen, Daß dieß Brod nie wird verzehret, Ob es gleich viel Tausend nähret, Und daß mit dem Saft der Reben Uns wird Christi Blut gege— ben. O der großen Heimlichkeiten, Die nur GOttes Geist kann deuten! 7. JEsu, meine Lebenssonne, IEsu, meine Freud' und Wonne, JEsu! du mein ganz Beginnen, Lebens— quell und Licht der Sinnen, Hier fall ich zu deinen Kapff, Communionbuch 18 274 Lieder. Füßen, Laß mich würdiglich genießen Dieser deiner Him⸗ melsspeise, Mir zum Heil und dir zum Preise! 8. HErr, es hat dein theures Lieben Dich vom Himmel hergetrieben, Daß du willig hast dein Leben Für uns in den Tod gegeben Und dazu ganz unver⸗ drossen, HErr, dein Blut für uns vergossen, Das uns jetzt kann kräftig tränken, Deiner Liebe zu gedenken. 9. JEsu, wahres Brod des Lebens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens Oder mir vielleicht zum Schaden Sey zu deinem Tisch geladen, Laß mich durch dieß Seelenessen Deine Liebe recht ermessen, Daß ich auch, wie jetzt auf Erden, Mög' ein Gast im Himmel wer⸗ den.(Joh. Frank.) 12. 4 Cer. 11, 28.) Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt ꝛr. 1. Laß irdische Geschäfte stehen, Auf, Seele, mache dich bereit, Du willt zu GOttes Tische gehen, Doch prüfe deine Würdigkeit, Ob du dich als ein rechter Gast Zum Abendmahl geschicket hast. 2. Es will mir fast der Muth verschwinden, Ob ich dabei erscheinen kann; Ich finde Millionen Sünden, Ach, die ich wider GOtt gethan; Ich darf zu dieser Tafel nicht, Nicht unrein vor sein Angesicht. 3. Daß GOtt erbarm'‘, was soll ich sagen? Ich Sünder muß verloren seyn. Doch nein, ich darf noch nicht verzagen, GOtt setzt den Tisch deßwegen ein, Daß er den Sündern Trost und Kraft Für ihre armen See⸗ len schafft. 4. Wie wohl ist mir in GOtt zu Muthe, GOtt tilget meine Missethat; Ich wasche mich in JEsu Blute, Der meine Sünd' gebüßet hat; Mein Glaube kriegt von ihm das Kleid Des Heils und der Gerechtigkeit. 5 auser andre Sieh ö Seele theur liebt, sieht beide sagt fest d er Him⸗ ich vom u Leben unver⸗ das und en. daß ich Schaden uch digh ich auch, mel wer⸗ oh. Frank. 6. Le, mache N, Doch hter Gast den, O Sünden, zu deser gen 0 darf noch ein, DI rmen S e. Gt Csu Blule, tliegt vu . Vor dem heiligen Abendmahl. 275 5. In diesem Schmucke will ich gehen Als GOttes auserwähltes Kind Und selig an dem Orte stehen, Wo andre Himmelsgäste sind; Weil ich mit JEsu angethan, Sieht GOtt mich auch wie JEsum an. 6. Ach, wie erquicket mich die Speise, Die meine Seele hier genießt, Da IEsus wunderbarer Weise Die theure Speise selber ist, Ach, siehe, wie dich JIEsus liebt, Der dir sich selbst zu eigen gibt. 7. Ich kann nur Brod und Wein erblicken, Doch sieht der Glaub' ein höher Gut; In, mit und unter beiden Stücken Ist Christi wahrer Leib und Blut; Er sagt es selbst, Er ist getreu,. Drum bleibt der Glaube fest dabei. 8. Ich habe weder Furcht noch Zweifel, Die Gnade GOttes ist mit mir, Komm, Hölle, komm, kommt alle Teufel! Trotz, werft mir meine Sünde für, Ich bin gerecht, ich bin nun rein, An mir kann nichts Verdamm— lich's seyn. 9. Weil JEsus mir sein Fleisch gegeben, Das alles Lebens Ursprung ist, So muß mein Fleisch auch wieder leben, Ob mich schon die Verwesung frißt, Das ist mein Trost und Glaubensziel, D'rauf leb' und sterb' ich, wenn GOtt will. 10. Mein IJEsus ist für mich gestorben, Mein IEsus lebet auch für mich; Mein IEsus hat mir Heil erworben, Darauf besteh' ich festiglich, Und schließe mich in ihn hinein, Mein Freund ist mein, und ich bin sein. Neumeister.) 276 Lieder. 13.(Ps. 22, 27.) Mel. SErr IEsu Christ, mein's Lebens Licht ꝛc. 1. O JEsu, du mein Bräutigam, Der du aus Lieb am Kreuzesstamm Für mich den Tod gelitten hast, Genommen weg der Sünden Last; 2. Ich komm zu deinem Abendmahl Verderbt durch manchen Sündenfall, Ich bin krank, unrein, arm und bloß, Ach HErr, mein GOtt, mich nicht verstoß! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, Du bist der HErr, dem Nichts gebricht; Du bist der Brunn der Heiligkeit, Du bist das rechte Hochzeitkleid. 4. Darum, HErr IEsu, bitt' ich dich In meiner Schwachheit, heile mich, Was unrein ist, das mache rein Durch deinen hellen Gnadenschein. 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, Zünd' an die schöne Glaubenskerz'. In Reichthum meine Armuth kehr', Und meinem Fleische steur' und wehr'; 6. Daß ich das rechte Himmelsbrod, Dich, IEsu, wahrer Mensch und GOtt, Mit solcher Ehrerbietung nehm', Wie es mir heilsam, dir genehm. 7. Lösch alle Sünden aus in mir, Mein Herz mit Glaub' und Liebe zier', Und was sonst ist von Tugend mehr, Das pflanz in mich zu deiner Ehr'. 8. Gib, was mir nützt an Seel' und Leib; Was schädlich ist, fern von mir treib! Komm in mein Herz, laß mich mit dir Vereinigt bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch dieses Mahles Kraft Das Bös' in mir werd' abgeschafft, Erlassen alle Sünd' und Schuld, Erlangt des Vaters Lieb' und Huld. 10. Vertreibe alle meine Feind', Die sichtbar und unsichtbar seynd. Den guten Vorsatz, den ich führ', Durch deinen Geist mach' fest in mir. deinen in R Himn An d 1 Hung sten Heilar sein Freud 2 Blut mein Bleibt Ander 22 Abend essen, Heilar sein und h 4. nichts den, einen Zur! verschl 5. aus hast, durch nund u bist nn der meiner mache an die Amuth Pssu, bietung erz mit Tugend Wasd Herz, Böf ind i und jühe, Vor dem heiligen Abendmahl. 277 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht Nach deinem heil gen Willen richt', Ach, laß mich meine Tag' in Ruh' Und Friede christlich bringen zu, 12. Bis du mich, o du Lebensfürst! Einst in den Himmel nehmen wirst, Daß ich bei dir dort ewiglich An deiner Tafel freue mich.(8. Herrmann.) 14.( Cor. 11, 26.) Mel. Schmücke dich o liebe ac. 1. Komm, mein Herz! in JEsu Leiden Deinen Hunger satt zu weiden. Stille hier dein sehnlich Dür⸗ sten In dem Blut des Lebensfürsten. Daß ich einen Heiland habe, Und in seinem Blut mich labe, Und in sein Verdienst mich kleide, Das ist meines Herzens Freude. 2. Zwar hab' ich ihn alle Tage, Wenn ich in sein Blut mich wage. Er ist auf der Himmelsreise Täglich mein Getränk und Speise. Daß ich einen Heiland habe, Bleibt mein Alles bis zum Grabe, Und ich mag nichts Anders wissen, Als sein Leiden zu genießen. 3. Dennoch will ich mit Verlangen Auch sein Abendmahl empfangen; Hier darf Seel' und Leib ihn essen, Und so kann ich nicht vergessen, Daß ich einen Heiland habe, Der am Kreuz und in dem Grabe, Wie sein Wort mir sagt und schreibet, Mein Erlöser war und bleibet. 4. Weil der Unglaub' uns besessen, Kann man nichts so leicht vergessen, Als den Tilger unsrer Sün— den, Ja, auch mir will's oft verschwinden, Daß ich einen Heiland habe, Und dann weiß ich keine Gabe Zur Versöhnung darzubringen, Meine Schuld muß mich verschlingen. 5. Ach, wie werd' ich da so müde! Wie entweicht 278 Lieder. der süße Friede! Sünd' und Welt kann mich verwunden, Wenn mir dieses Licht entschwunden, Daß ich einen Heiland habe, Der mit seinem Hirtenstabe Sanft und mild und voll Vergeben Mir nichts ist als Heil und Leben. 6. O ich Sünder, ich Verdammter, Und von Sün⸗ dern Abgestammter, Was wollt' ich vom Troste wissen, Wäre dieses weggerissen, Daß ich einen Heiland habe, Dessen Blut mich Sünder labe; Besser wär' es, nie geboren, Als dieß theure Wort verloren! 7. Sey gesegnet, ew'ge Liebe, Daß du mir aus treuem Triebe, Da das Mißtrau'n mich vergiftet, Solch ein Denkmal selbst gestiftet. Daß ich einen Heiland habe, Der den Gang zum Kreuz und Grabe, Ja den Sprung in's Todes Rachen Gern gethan, mich los zu machen. 8. Heil ges Brod, sey mir gesegnet, Weil Er mir mit dir begegnet, Dessen Leichnam voller Wunden Die Versöhnung ausgefunden. Daß ich einen Heiland habe, Der erblaßt und todt im Grabe Auch für meine Schuld gelegen, Will ich schmecken und erwägen. 9. Heil'ger Wein, sey mir gesegnet! Denn wie Christi Blut geregnet Zur Vergebung aller Sünden, Das will ich in dir empfinden. Daß ich einen Heiland habe, Der die dürre Seele labe, Wie kann mir das fremde dünken? Hab' ich doch sein Blut zu trinken. 10. Er befiehlt's, mich satt zu essen, Meines Jam⸗ mers zu vergessen; Er gebeut's, mich satt zu trinken, Ganz in Freude zu versinken. Daß ich einen Heiland habe, Der sich selbst zur Opfergabe, Ja, sein Opfer mir zum Leben, Mir zur Speis' und Trank gegeben. 11. GOtt! was brauch' ich mehr zu wissen, Ja, was erm eine We mei mid All⸗ Hei den lass mir wil hal Ty hör kon Si Te inden, einen und und Sün⸗ wissen, habe, 3, nie 1 aus Solch Heiland N8 den los zu r mir Die habe, Schuld m wie unden, Heiland nir das 5Inm⸗ trinken, Hälland Ofe en. N, Vor dem heiligen Abendmahl. 279 was will ich mehr genießen? Wer kann nun mein Heil ermessen? Werd' ich das nur nie vergessen: Daß ich einen Heiland habe! Ich bin frei vom Tod und Grabe, Wenn mich Sünd' und Hölle schrecken, So wird mich mein Heiland decken. 12. Ja, mein Heiland, den ich nehme, Weil ich mich nicht knechtisch schäme! Nehmet hin, so rufst du Allen. Darum soll es laut erschallen: Daß ich einen Heiland habe, Und an ihm mich muthig labe. Trotz den Feinden, die mich hassen! Ich will mich nicht stören lassen. 13. Will hinfort mich etwas quälen, Oder wird mir etwas fehlen, Oder wird die Kraft zerrinnen: So will ich mich nur besinnen, Daß ich einen Heiland habe, Der vom Kripplein bis zum Grabe, Bis zum Thron, wo man ihn ehret, Mir, dem Sünder, zuge— höret.(Woltersdorf.) 15.(1 Cor. 11, 26.) Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende ꝛc. 1. Wir dürfen Christi Tod verkünden, Bis daß Er kommt zum Weltgericht, Das theure Mittel für die Sünden Nimmt uns die Welt und Satan nicht, Dieß Testament muß ewig seyn, Eh' fallen Erd' und Him⸗ mel ein. 2. Ach IEsu, segne mir in Gnaden Dieß Zeichen deiner großen Huld, Daß ich mich nicht zu meinem Schaden An deinem Leib und Blut verschuld': Weil sein Gericht sich ißt und trinkt. Wem dieß ein schlech— tes Essen dünkt. 3. Wenn ich zu deinem Tische gehe, Bereite mich durch deinen Geist, Daß von mir und an mir ge⸗ schehe, Was du befieblst und uns verheißt, So dürstet Lieder. 280 meinen Geist nach dir, Und du, mein Heiland, lebst se in mir. 16 4. So läßt du mich den Leib genießen, Der an Oe dem Kreuz zum Opfer hing; Du läßt dein Blut in's Herz mir fließen, Das dort aus deinen Wunden ging, +* Dein Geist drückt mir dieß Siegel ein: Die Sünde soll vergeben seyn. Thi W 5. O reich auf meinem Sterbensbette Mir dieß zur hire letzten Labung hin, Zum Trost, daß mich vom Tode sich 1 rette Der Himmel, deß ich eigen bin, Zur Hoffnung, F. daß ich freudenvoll Dich, wenn du kommst, einst sehen u ö soll.(Oiller.) Gast 16. Soh. 6, 5.) se Lebensbrod! Lebensbrod! Unentbehrlicher Genuß! um Du bist von dem Himmel kommen, Weil die Seel' ver⸗ 80 hungern muß, Die dich nicht zu sich genommen, Meine 8 Seele hungre nur nach dir. Gib dich mir! inzendorf.) 17. Gesonders für Kranke. 2 Sam. 9, 8.) Mel. Die liebl. Blicke ꝛc. dein 1. Ich weiß mich nicht würdig zum Tische des 0 HErrn, Doch bin ich geladen Und lebe von Gnaden, Rel Denn hungrige Gäste hat JEsus so gern. Ich esse mich satt, Vom Darben so matt, Vom Hunger verzehrt, So Hene hat Er's begehrt. Dich 2. Hier bin ich, mein König, so speise mich dann, Eene Dein Fleisch in dem Brode Errettet vom Tode, Und x gibt uns das Leben. Ich bete dich an, Dein Blut in Vern dem Wein Flößt Leben uns ein; So tränke mich dann, mein Ich bete dich an. Etide 3. Ich danke dir, JEsu, ich elender Gast, Was können die Kranken, Als loben und danken, Daß du Triel nuß! ver⸗ Leine Vor dem heiligen Abendmahl. 281 sie der Tafel gewürdiget hast. Was lebet in mir, Das lebe von dir, HErr, höre auch gern Mein: danket dem HErrn. Giller.) 18. Mel. Sey gegrüßet, Esu, gütig ꝛc. 1. Auf, mein Herz, dein Heil ist nahe. Thu' die Thür auf und empfahe Den, der anklopft; wer ihn höret Und den Eingang ihm gewähret, Zu dem will Er sich in Gnaden Und ihn mit zum Nachtmahl laden. 2. Was hast du ihm vorzusetzen, Ihm sein Herze zu ergötzen? Womit soll er seinen Willen Als dein Gast vergnüglich stillen, Kannst du IEsum Christum sehen Ungesättigt von dir gehen? 3. Führ' ihn in des Herzens Kammer, Zeig' ihm deinen ganzen Jammer, Armuth, Elend, Noth und Blöße, Sünden⸗Meng' und ihre Größe! Sage: von des Falles wegen Ist dieß Alles mein Vermögen. 4. Was ich außer diesem habe, Ist, o HErr, nur deine Gabe: Nimm vorlieb mit meinem Sehnen, Glau⸗ bens⸗, Hoffnungs⸗, Liebes-Thränen, Mit dem innigsten Verlangen, Deine Gnade zu empfangen! 5. Nimm vorlieb mit deinen Früchten, Laß mit ei— genen Gerichten, Mir geschenkt durch dein Versühnen, Dich bewirthen und bedienen, Hätt' ich mehr von dir genommen, Könntest du jetzt mehr bekommen. 6. Aber eben dieserwegen, Weil so dürftig mein Vermögen, Gönne mir an deinem Tische, Daß sich meine Kraft erfrische, Daß mein Herz schon hier auf Erden Möge ganz dein Schatzhaus werden. 7. Laß mit dir mich Nachtmahl halten, Daß die Triebe nicht erkalten, Die aus dir in mir noch leben: 282 Lieder. Dein Leib, der für mich gegeben, Und dein Blut, für mich vergossen, Mache mich zum Reichsgenossen. 9900 19.(Sch. 10. 27.) Mel. Alle Menschen mussen sterben ꝛt. 1. JEsu, frommer Menschen⸗-Heerden Guter und getreuer Hirt, Laß mich auch dein Schäflein werden, Das dein Stab und Stimme führt. Ach, du hast aus Lieb' dein Leben Für die Schafe hingegeben, Und du gabst es auch für mich, Laß mich wieder lieben dich. 2. Heerden ihren Hirten lieben, Und ein Hirt liebt seine Heerd', Laß mich auch so Liebe üben, Du im Himmel, ich auf Erd'. Schallet deine Lieb' hernieder, Soll dir meine schallen wieder; Wenn du rufst: ich liebe dich, Ruft mein Herz: dich liebe ich. 3. Schafe ihren Hirten kennen, Dem sie auch sehr wohlbekannt, Laß mich zu dir eilen, rennen, Wie du kamst zu mir gerannt, Als des Höllen-Wolfes Rachen Eine Beut' aus mir wollt' machen, Riefst du da, ich kenne dich, Ich ruf auch, dich kenne ich. 4. Heerden ihren Hirten hören, Folgen seiner Stimm) allein; Hirten auch zur Heerd' sich kehren, Wann sie blöcken groß und klein: Laß mich hören, wenn du schreiest, Laß mich laufen, wenn du dräuest, Laß mich achten stets auf dich, IJEsu, höre du auch mich. 5. Höre, IEsu, und erhöre Meine, deines Schäf⸗ leins Stimm'; Mich auch zu dir schreien lehre, Wenn sich naht des Wolfes Grimm. Laß mein Schreien dir gefallen, Deinen Trost hernieder schallen, Wann ich bete, höre mich, JEsu, sprich: ich höre dich. 6. Höre, JEsu, und erhöre, Wann ich anklopf' ruf' und schrei'; IEsu, dich von mir nicht kehre, Steh' mir bald in Gnaden bei. Ja, du hörst, in deinem Nar und nun schö kenn und Hur zum Sc endl Am voll und rden, aus ddu liebt u im ieder, liebe Vor dem heiligen Abendmahl. 283 Namen Ist ja Alles Ja und Amen. Nun, ich glaub' und fühle schon Deinen Trost, o GOttes Sohn! 20. Jes. 10, 11. 1. Weil ich IEsu Schäflein bin, Freu ich mich nun immerhin Ueber meinen guten Hirten, Der mich schön weiß zu bewirthen, Der mich liebet, der mich kennt Und bei meinem Namen nennt. 2. Unter seinem sanften Stab Geh ich aus und ein und hab Unaussprechlich süße Weide, Daß ich keinen Hunger leide, Und so oft ich durstig bin, Führt er mich zum Brunnquell hin. 3. Sollt ich nun nicht fröhlich sein, Ich beglücktes Schäfelein! Denn nach diesen schönen Tagen Werd' ich endlich heimgetragen In des Hirten Arm und Schooß: Amen, ja, mein Glück ist groß!(C. v. Hayn.) 21.(Os. 28, 9.) Mel. Ach, was soll ich ꝛc. 1. Mit dem Haufen deiner Frommen Will auch ich, o Heiland, kommen Zu des neuen Bundes Mahl. Alle Christen sind geladen; Reicher König, deiner Gna⸗ den Ist kein Maaß und keine Zahl. 2. Welche große Seligkeiten Willst du, Mittler, uns bereiten! Seele, freu dich seiner Huld! Wenn dich Sünd' und Elend drücken: GOtt ist hier, dich zu er— quicken; JEsus tilgt auch deine Schuld! 3. Darf ich, HErr, ich Sünder nahen, Deine Gnade zu empfahen? Ich, der nichts als Fluch verdient? Ja, auch mir bist du gestorben, Leben hast du mir erwor⸗ ben, Mich durch deinen Tod versühnt! 4. Den Gedanken darf ich wagen, Darf ihn laut voll Freude sagen: Ich soll Eins mit JEsu seyn. Am — 284 Lieder. mir Gnade zu erwerben, Wollt er für mich Sünder un sterben; JEsus und sein Heil ist mein! nh 5. Wer nur glaubt, wird nicht verloren, Er wird ih * rein und neu geboren; Droben ist sein Vaterland. I Freuet euch, erlöste Sünder! GOtt ist Vater, wir sind lant * Kinder; Hier ist der Erlösung Pfand! ihnd ö 6. Pfand von Christi Tod und Leben, Wenn wir du ihm, nicht uns mehr leben, Siegel unsrer Seligkeit! leht N Aber Siegel des Gerichtes, Wenn wir flieh'n den Weg 1 des Lichtes, Wenn uns noch die Sünde freut. hab 7. Seele, denk' an deine Würde, Und drückt dich Mit V. des Leidens Bürde, Denk' an deinen großen Lohn! fren V Kämpfe wider jede Sünde, Streite männlich, überwinde! nir Deine Krone wartet schon.(CLavater.) heil 22.(Pf. 85, 8.) Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. mir HErr! du wollst uns vorbereiten Zu deines Mah— An les Seligkeiten, Sey mitten unter uns, o GOtt! Laß nun uns, Leben zu empfahen, Mit glaubensvollem Herzen nahen, Und sprich uns los von Sünd' und Tod! Wir lich sind, o IEsu, dein! Dein laß uns ewig seyn! Amen, Ter Amen; Anbetung dir! Einst feiern wir Das große erfü Abendmahl bei dir! Glopstoc.) mir 23.(Ps. S84, 2. 3.) Mel. Allein GOtt in der Höh' sey Ehr' ꝛc. dih 1. Wie heilig ist die Stätte hier, Wo ich voll An⸗ Wil dacht stehe! Sie ist des Himmels Pforte mir, Die ich üile nun offen sehe. O Lebensthor, o Tisch des HErrn! nigt Vom Himmel bin ich nicht mehr fern, Und fühle GOt⸗ tes Nähe. 2. Wie heilig ist dieß Lebensbrod, Dieß theure Gnadenzeichen Vor dem des Herzens Angst und Noth Rnest ünder wird land. sind wir gleit! Weg dich ohn! inde! ter.) Nah⸗ Laß erzen Wir Imen, große lod.) Vor dem heiligen Abendmahl. 285 Und alle Qualen weichen! O Brod, das meine Seele nährt, O Manna, das mir Gott bescheert, Dich will ich jetzt genießen. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, Der mein Vev⸗ langen stillet, Der mein Gemüth mit Lob und Dank Und heil' ger Freud' erfüllet! O Lebenstrank, o heil'ges Blut, Das einst geflossen mir zu gut, Dich will ich ietzt empfangen. 4. Welch unaussprechlich Glück ist mein, Welch Heil hab' ich gefunden, Mein JEsus kehret bei mir ein, Mit ihm werd' ich verbunden; Wie ist mein Herz so freudenvoll, Daß ich in IEsu leben soll, Und er in mir will leben. 5. O wär' doch auch mein Herz geweiht Zu einer heil gen Stätte, Damit der HErr der Herrlichkeit An mir Gefallen hätte! O wäre doch mein Herz der Ort, An welchem IEsus fort und fort Aus Gnaden Woh— nung machte! 6. Mein IEsu, komm und heil'ge mich, Was sünd— lich ist, vertreibe, Damit ich nun und ewiglich Dein Tempel sey und bleibe; Von dir sey ganz mein Herz erfüllt; HErr, laß dein heilig Ebenbild Beständig an mir leuchten. 7. Nun du hast himmlisch mich erquickt; Du hast dich mir gegeben; In dir, der mich so hoch beglückt, Will ich nun stündlich leben! Laß mich, mein Heiland, allezeit Von nun an bis in Ewigkeit Mit dir verei⸗ nigt bleiben! Mach Löscher.) 24.(Joh. 6, 57.) Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme ze. 1. HErr! du blickst in meine Seele, Du ken⸗ nest alle meine Fehle, Sie liegen offen vor dir da, 286 Lieder. Statt zu klagen, laß mich loben, Und dir für alle Lie⸗ besproben Anstimmen ein Hallelujah! Zu lange schon verschloß Die Seele freudenlos Ihre Psalmen; Die Sünde war Mir immerdar In Noth und Elend of⸗ fenbar. 2. Aber du, o mein Befreier, Bist größer, gnaden⸗ voller, treuer, Als dieses Herz, das mich verdammt; Was mich Jahre lang gedrücket, Das wird, wenn du mich angeblicket, Im Augenblick hinweggeflammt, Du willst, so bin ich frei Von aller Tyrannei Und Befle⸗ ckung, Und dankend sieht Von Lieb' entglüht Hinauf zum Himmel mein Gemüth. 3. Möcht' ich dieß auf ewig fassen Und nimmer mich erschrecken lassen, Als wärest du von mir entfernt, O an deiner GOttesgnade Hat auf dem dunkeln Lebens⸗ pfade Noch nie der Pilger ausgelernt, In deinem Lichte nur Seh'n wir des Friedens Spur Helle glänzen Und irren nicht; Mit diesem Licht Erleuchte, HErr, mein Angesicht. 4. Werd' ich nun darnieder sinken, Des neuen Bun⸗ des Kelch zu trinken, Dann steh' im Geiste du vor mir, Laß mich dann nach langem Grämen Das hohe Frie⸗ denswort vernehmen:„All' deine Schuld erlass' ich dir!“ Dann leuchte sanft und mild Dein heilges Todesbild In die Seele; Der Lüste Reiz, Stolz, Haß und Geiz Vertilge d'rin dein Blut und Kreuz. 5. Wie die Pflanze sich erhebet, Wenn sie der Mor⸗ genthau belebet, Werd' ich erstehen neubeseelt, Werd' in seligem Verlangen Dich, meinen Seelenfreund, empfan⸗ gen, Der gnädig sich mit mir vermählt; Denn, wer dich, HErr, erkennt, Deß Seel' und Geist entbrennt He⸗ schon Die d of⸗ naden⸗ unmt; in du Du Befle⸗ Hinauf uimmer itfernt, Hebens⸗ Lahte Und mein Bun⸗ or mir, e Frie⸗ dir! odesbild ud Geiz XMur⸗ Zerd' in enpfnn⸗ n, wer ntbtennt Bei dem heiligen Abendmahl. 287 In der Liebe; Dem ist die Welt Hinfort vergällt, Du bist's, du bist's, zu dem er hält. 6. Jenes Mahls will ich gedenken, Da du vom neuen Weinstock tränken Dein Volk, und mit ihm trin⸗ ken wirst; O was wird man dort erfahren, Wenn nun nach langen Erdenjahren Zu Tische sitzt der Lebensfürst, Um ihn die Seraphim. Die heil'ge Schaar bei ihm Ewig, ewig: Dort hoff auch ich Zu schauen dich,— Dorthin, o JEsu! führe mich.(A. Knapp.) Außer diesen Liedern sind besonders die Passionslieder als treffliche Vorbereitung auf das heilige Abendmahl zu gebrau⸗ chen, sodann auch viele andere, die ja Jedes selbst, besonders aus den alten Liedersammlungen, sich merken kann. 6) Vei dem heiligen Abendmahl. 25.(Jesaj. 19, 9.) In bekannter Melodie. 1. O Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit erfunden geduldig, Wiewohl du warest verachtet. All' Sünd' hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen, Erbarm' dich unser, o JEsu! 2. O Lamm G0ttes, unschuldig ꝛc. Erbarm' dich unser, o JEsu! 3. O Lamm G0ttes, unschuldig ꝛe. Gib uns den Frieden, o IEsu! 26.(2 Cor. 5, 14.) Mel. 5Err SEsu Christ m. ꝛe. 1. Die Seele Christi heil'ge mich, Sein Geist ver⸗ setze mich in sich, Sein Leichnam, der für mich ver⸗ wund't, Der mach' mir Leib und Seel' gesund. 2. Das Wasser, welches auf den Stoß Des Speers 288 Lieder. aus seiner Seite floß. Das sey mein Bad und all' sein Blut Erquicke mir Herz, Sinn und Muth. 3. Der Schweiß vor seinem Angesicht Laß mich nicht kommen in's Gericht; Sein ganzes Leiden, Kreuz und Pein, Das wolle meine Stärke seyn. 4. O TEsu Christ, erhöre mich, Nimm und ver⸗ birge mich in dich; Schließ' mich in deine Wunden ein, Daß ich vor'm Feind kann sicher seyn. 5. Ruf mir in meiner letzten Noth, Und ninim mich auf zu dir, mein GOtt, Daß von mir und den Heil gen all'n Mög' ewiglich dein Lob erschalln. (Joh. Angelus.) 7) Nach dem heiligen Abendmahl. 27.(Ps. 118, 28.) Mel. Allein GOtt in der Höh' sey Ehr' ꝛt. 1. GOtt Lob! der meine Sünden⸗Last Auf's Neu don mir genommen; Ich bin als ein geliebter Gast Zu seinem Nachtmahl kommen; Ich bin mit ihm zu Einem Geist Mit seinem Fleisch und Blut gespeist, Daß ich nun in ihm lebe. 2. O Pssu, wahres GOttes-Lamm, Das sich für nich hingibet; O meiner Seelen Bräutigam, Der mich so hoch geliebet; Mein Freund ist mein und ich bin sein, Den schließ' ich in mein Herz hinein, An ihm genug zu haben. 3. Wohlan, ich bin nun deine Braut, Du sollst mein Bräut'gam bleiben; Du hast mich dir einmal ver⸗ traut, Laß mich von dir nichts treiben; Ich liebe dich, du sollt allein Mein Heiland und Erretter seyn Im Leben und im Sterben ihn habe Leber erwor wide uns Nall mich Kreuz ver⸗ ein, nimim d den elub.) Nach dem heiligen Abendmahl. 289 28.(Ps. 118, 1.) In eigener Melodie. 1. Nun laßt uns GOtt dem HErren Danksagen und ihn ehren Von wegen seinen Gaben, Die wir empfangen haben. 2. Ein Arzt ist uns gegeben, Der selber ist das Leben, Christus, für uns gestorben, Hat uns das Heil erworben. 3. Sein Wort, sein' Tauf', sein Nachtmahl Dient wider allen Unfall, Der heil'ge Geist im Glauben Lehrt uns darauf vertrauen. 4. Durch ihn ist uns vergeben Die Sünd', geschenkt das Leben, Im Himmel soll'n wir haben, O GOtt, wie große Gaben! 5. Wir bitten deine Güte, Wollst uns hinfort be— hüten, Die Großen mit den Kleinen, Du kannst's nicht böse meinen. 6. Erhalt uns in der Wahrheit, Gib ewigliche Frei— heit, Zu preisen deinen Namen Durch IEsum Chri— stum. Amen.(Helmbold.) 29.(Gal. 2 20.) Mel. Mach's mit mir, GOtt, nach deiner Güt' ꝛc. 1. Nun weiß ich, nun ist JEsus mein, Von ihm hab' ich's vernommen. Nun ist er in mein Herz hinein, Da⸗ rin zu wohnen, kommen. In diesem meinem Herzens⸗ Saal Hält er mit mir das Abendmahl. 2. Nun ist mir Heil, Barmherzigkeit Und Gnade widerfahren; Nun wird er seine Herrlichkeit In mir auch offenbaren. Nun wird er zeigen, daß er treu Und mein Erlöser worden sey. 3. Nun leb ich, doch nun nicht mehr ich, Er lebt in meiner Seele, Nun hab' ich ihn, nun hat er mich, Und Kapff, Cemmunionbuch. 19 290 Lieder. alle meine Fehle. Nun ist— er steht mir selbst dafür— Gar nichts Verdammlich's mehr an mir. 4. Nun hab' ich GOtt in ihm erkannt, Und darf ihn Vater nennen; Ja er, der vielmehr mich erkannt, Will mich als Kind erkennen. Von Sünd' und vom Gesetze los Sitz ich dem Vater nun im Schooß. 5. Nun will und kann ich nach dem Sinn Des Fleisches nimmer leben, Noch meine Glieder fernerhin Zum Sündendienst ergeben. Was an mir ist, das lebt und dient Nur dem allein, der mich versühnt. 6. Nun will ich auch mit ihm zugleich Gern leben, leiden, sterben, Und dann mit ihm das Himmelreich, Das er ererbt, ererben. Ich ruf ihn an zum lieben End': HErr! nimm mich nun in deine Händ'! (v. Pfeil.) 30.(Ps. 34, 9.) Mel. Nun laßt uns GOtt dem HErren ꝛc. 1. O JEsu, meine Wonne, Du meiner Seelen Sonne, Du Freundlichster auf Erden, Laß mich dir dank⸗ bar werden. 2. Wie kann ich g'nugsam schätzen Dieß himmelsüß Ergötzen, Und diese theure Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dir's verdanken, O HErr, daß du mich Kranken Gespeiset und getränket, Ja selbst dich mir geschenket? 4. Nun bin ich losgezählet Von Sünden und ver⸗ mählet Mit dir, mein liebstes Leben; Was kannst du Werthers geben? 5. Nun kann ich nicht verderben; D'rauf will ich selig sterben, Und freudig auferstehen O IEsu, dich zu sehen. Rist.) Pfeil) Skelen dank⸗ umelsüß gestirkt daß U ich miir nd vere unst will ih dich zu Ris.) Nach dem heiligen Abendmahl. 291 3(Joh. 6, 55.) Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten ꝛc. 1. GOtt Lob! ich bin auf's Neu erquicket Mit Christi theurem Leib und Blut. Das Heil, das hier mein Geist erblicket, Macht allen meinen Schaden gut. Mein Glaube jauchzt und freuet sich; Denn JEsus Christus starb für mich. 2. GOtt Lob! die ganze Last der Sünden Ist nun aus Gnaden weggerafft. Mich aller Schulden zu ent⸗ binden Hat IEsu Blut die volle Kraft! Heut nahm ich ja der Freiheit Pfand Beim Abendmahl aus seiner Hand. 3. GOtt Lob! mein zagendes Gewissen Fühlt sich in JEsu Tod gestillt! Ich seh die Handschrift ganz zer⸗ rissen, Die mich vorhin mit Furcht erfüllt, Durch ihn bin ich mit GOtt versöhnt, Werd' an sein Vaterherz gewöhnt. 4. GOtt Lob! der süße Seelenfriede Kehrt wieder in mein Herz zurück; Wie war ich doch so krank, so müde, Bis meines IEsu Gnadenblick Auf's Neue sich zu mir gelenkt Und Trost und Ruhe mir geschenkt. 5. GOtt Lob! von ihm kommt neues Leben, Deß Leib und Blut ich heut genoß. Er kann mir, was mir mangelt, geben, Sein Reichthum ist unendlich groß; Und der ist für die Sünder da, Ist auch für mich: Hallelujah! 6. GOtt Lob! in dem erfreuten Herzen Wohnt JEsus und die Seligkeit. Der Hoffnung weichen alle Schmerzen, Leicht wird das Leiden dieser Zeit. Ein ewig's Glück lacht mir von fern, D'rum harr' und glaub' und duld' ich gern. 7. GOtt Lob! mit Freuden will ich sterben, Der Himmel 19* Lieder. 292 ist mir aufgethan, Einst darf ich dort mit JEsu erben Nach einst durchwallter Leidensbahn, Und mit der auser⸗ wählten Zahl Halt' ich erst dann recht Abendmahl. (Frl. von Silberrad.) 32.(Ebr. 12, 23.) Mel. Meinen 3Esum lass' ich nicht, weil aꝛt. 1. Meinen IEsum lass' ich nicht, Meine Seel' ist nun genesen; Selig ist das heut'ge Licht, Da ich JEsu Gast gewesen. D'rum ruft jetzt mein Herz und spricht: Meinen IEsum lass' ich nicht. 2. Meinen IEsum lass' ich nicht, Weil er mich so innig liebet, Und sich in mein Herze flicht, Ja sich mir zu eigen gibet Und sich ewig mir verspricht: Meinen IEsum lass' ich nicht. 3. HErr! dein Leib und theures Blut, JEsu, das ich jetzt genossen, Stärkt mich und macht Alles gut, Daß ich hinfort nicht verstoßen Bin von GOttes Angesicht; Meinen IJEsum lass' ich nicht. 4. Wohl mir, daß mich nichts mehr drückt; Ach! wie wohl ist mir geschehen! Meine Seel' ist ganz entzückt, Weil ich, JEsu, dich gesehen. JEsu, meine Zuversicht, Dich, mein IEsu, lass' ich nicht. 5. Moses donnert nun nicht mehr, Für mich ist's Gesetz erfüllet; JEsus, GOtt des Vaters Ehr', Hat den großen Zorn gestillet, Und das Werk mit Blut geschlicht't: Meinen IEsum lass' ich nicht. 6. Dich, Lamm GOttes, lass' ich nicht, Meine Sünden trägt dein Rücken; Was dein treues Herz dir bricht, Das, das sollt' mich Armen drücken, D'rum, wenn mich die Sünd' anficht, Lass' ich dich, Lamm GOt⸗ tes nicht. 7. Meinen IEsum lass' ich nicht, Er ist nun mein Bruder worden, Trotz daß Welt und Satan spricht: Ich Ril Dul erben auser⸗ errad.) . st nun Gast Reinen lich so ch mir Meinen das ich aß ich Meinen Ach! můück, ersicht, Hists hat den lichkt: Meine j dit Drum, GOt⸗ mein t Ich Nach dem heiligen Abendmahl. 293 sey noch in ihrem Orden. Nein, mein IEsus ist das Licht, Dich, mein Bruder, lass' ich nicht. 8. Mein Gewissen, stille dich, deine Handschrift ist durchstrichen, JEsus, der so jämmerlich Martervoll am Kreuz erblichen, Der vertritt mich vor Gericht: Meinen IEsum lass' ich nicht. 9. Kommt, ihr Teufel, sprecht mir Hohn, Fragt: ob ich sey GOttes Erbe? Freilich, IEsus, GOttes Sohn, Bleibt mein Erbtheil, wenn ich sterbe. Trotz! wer mir dieß Gut abspricht: Meinen IEsum lass' ich nicht. 10. Tod! dein Stachel ist entzwei, Christus ist zum Gift dir worden; Von dir bin ich ewig frei, Bin nicht mehr in deinem Orden, Trotz! daß mich dein Stachel sticht, Weil ich JEsum lasse nicht. 11. Hölle! schweig', denn deine Glut Ist für mich ganz ausgelöschet; JEsus ist es, dessen Blut Mich ganz rein von Sünden wäschet Und mich frei vom Feuer spricht: Meinen IEsum lass' ich nicht. 12. JEsus ist und bleibet mein, Er hat sich mit mir verlobet Wie ein Bräut'gam, ich bin sein. Ob der Feind voll Grimm auch tobet, Weiß ich, daß mir nichts geschicht, Weil ich JEsum lasse nicht. 13. Laß mich auch, mein JEsu, nicht, Wenn es mit mir kommt zum Ende; Wenn mir Sinn und Herze bricht, IEsu, nimm in deine Hände Meinen Geist, mein Lebens⸗ licht; Ach, mein IEsu! laß mich nicht. 14. Und deß bin ich auch gewiß, Weil mein IEsus mir verheißen, Aus des Todes Finsterniß Mich mit starker Hand zu reißen! D'rum mein Herze gläubig spricht: Amen! IEsum lass' ich nicht. (Dr. J. F. Mayer.) 294 Lieder. 33.(Ps. 23, 1) Mel. Warum sollt' ich ꝛc. 1. HErr! mein Hirt, Brunn aller Freuden, Du bist mein, Ich bin dein, Niemand soll uns scheiden; Ich bin dein, weil du dein Leben Und dein Blut Mir zu gut In den Tod gegeben. 2. Du bist mein, weil ich dich fasse Und dich nicht, O mein Licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Da du mich Und ich dich Lieblich werd' umfangen.(Gerhardt.) 34.(Joh. 6, 57.) Mel. Wer weiß, wie nahe ꝛe. Ich habe IEsu Fleisch gegessen, Ich hab' sein Blut getrunken hier. Nun kannst du meiner nicht vergessen. Ich bleib' in ihm und Er in mir. Mein GOtt, ich bitt' durch Christi Blut. Mach's doch mit meinem Ende gut. bist sch bin ut In nicht, „ laß Leblich hardt. uBlut gessen. ich bitt gut e e — — 2 i ů 98 5 * * 2 e.— ———— CoOlour Orey CSOrrOHTCHart Cyan Green VEIIOV Red Magenta