—32 —— — — Gesangbuch die evangelische Rirche in den Fürstenthümern Waldeck und Vyrmont. Mit Hochfürstlich gnädigstem Privilegium. —eee— Mengeringhausen, Druck und Verlag der W. Weigel'schen Hof- und Regierungsbuchdruckerei. 1894. 2.2.. — 1 Inhalt. —.—— Nr. 1—9 u. 425—- 426 1. Sonntags- und Gottesdienstlieder. a. Eingangslieder b. Schlußlieder 10—12 2. Adventlieder. 13—24 3. Weihnachtslieder 25—35 Darstellung Christi im Tempel 36—37 4. Neujahrslieder. a. Jahresschluß 38—40 b. Jahresanfang 41—46 5. Epiphaniaslieder 47—49 6. Passionslieder 50—67 +esterlieder 68— 79 8. Himmelfahrtslieder 80—85 9. Pfingstlieder. 86—- 95 10. Trinitatislieder... 96—99 11. Reformationsfestlieder 100—102 12. Erntefestlieder. 103 107 13. Missionslieder. I i 14. Lieder bei der Einweihung von Kirchen 116—117 15. Lieder bei der Einführung von Geist⸗ Hihenn e 16. Lieder von Gott[Gottes Wesen und Wern Engeiul 120144 17. Jesuslieder. a. Liebe und Freude 145—156 b. Friede und Versöhnung.. 157—164 18. Lieder von der Kirche. 165—170 19. Lieder vom Worte Gottes 171—179 20. Gebetslieder 180—191 21. Lob⸗ und Danklieder.—.— 192— 202 22 Tauf⸗- und Confirmationslieder. . Taufre 203—208 b. Confirmation. 209—216 23. Abendmahlslieder. a. Vor und während der Feier„217—228 b. Nach der Feier 229— 232 24. Beicht- und Bußlieder 233—252 427—428 429—430 U. 431 u. 432 A. 433434 u. 435—438 u. 439 u. 440— 443 u. 444— 445 u. 446 u. 447 u. 448— 449 u. 450—451 u. 452 u. 453 u. 454—456 u. 457—459 u. 460— 462 u. 463 u. 464— 465 u. 466—468 u. 469—- 470 u. 471 U. 472 IV Inhalt. 25. Lieder von der Rechtfertigung durch Nr. den Glauben[Erlösung— siehe auch Jesuslieder/.. 253—264 u. 473—475 26. Lieder vomtchristlichen Leben u. Wandel 265.—302 u. 476—496 27. Morgen- und Abendlieder. Morgenlieder 3053 318 u. 497 b. Sonntagsmorgenlieder... 314—-315 u. 498 C. Abendlieder 316—328 u. 499—501 Wochenschluß.... 329—330 Sonntagsabendlied 5 28. Hausstandslieder. a. Ehestand. 43832885 b. Eltern und Kinder..336—340 c. Beruf und Arbeit. 341—342 d. Geburtstag. 343—344 6, Reiseliedd t 945 u. 502 29. Vaterlandslieder. a. Obrigteit. 340947 b. Krieg und Frieden 348—351 c. Ungewitter u. allgemeine Noth 352-353 u. 503 30. Kreuz- und Trostlieder... 354—380 u. 504-506 31. Sterbe- und Begräbnißlieder. a. Sterbelieder... 381- 400 u. 507—509 b. Begräbnißlieder 401—407 C. Beim Tode von Kindern.. 408—411 32. Lieder vom Gericht und ewigen Leben 412—424 u. 510—511 Sei Evangelien und Episteln für die Sonn- und Festtage des Kirchenjahrs. 383 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu hrt, aus den vier Evangelisten zusammengezogen 462 Anhang. Die Litanei; Lied bei der öffentlichen Vorbereitung zum heil. Abendmahle; Gebete für die häusliche Andacht (Morgen- und Abendsegen für jeden Tag der Woche; Geistlicher Tageslauf; Gebete zur Beichte und Communion; Gebete in Krankheit und Todesnoth ꝛc.e.7))) 483 Gottesdienstordnung für die Landeskirche..521 Verzeichniß der Hlederdichter mmn 2 eidiᷣn Lieder⸗ Beroeichninññ„ ee —— . K deiner zünd i deimer durch Sprad ganzen zur Eit an Js 2 5 deinen 3—47⁵ 6—406 7 8 9—501 52¹ I. Sonntags⸗ und Gottesdienstlieder. a. Eingangslieder. Eigene Melodie. 1 domm, heiliger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläubigen und ent⸗ zünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe: der du durch Mannigfaltigkeit der Sprachen die Völker der ganzen Welt versammelt hast zur Einigkeit des Glaubens an Jesum Christ! Halleluja! Alte Kirche. Eigene Melodie. 2 Her Jesu Christ, dich * zu uns wend, und deinen heilgen Geist und send; mit Lieb und Gnad er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein; den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt; 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron: der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Wilhelm II., Herzog von Sachsen⸗ Weimar, 4 1662. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 3 Heu ist des Herren Ruhetag; vergesset Sorge, Müh und Plag, treibt eure Wochenarbeit nicht, kommt vor des Höchsten An⸗ gesicht. Halleluja! 2. Kommt her und fallt auf eure Knie vor Gottes Majestät allhie; es ist sein Heiligthum und Haus, drum treibt die Sündenliebe aus. Halleluja! 3. Kommt, lasset uns be⸗ gehn mit Fleiß den Tag nach rechter Christen Weis'; wir wollen aufthun unsern Mund und singen aus des Herzens Grund: Halleluja! 4. O Gott, der du den Erdenkreis erschaffen hast zu 1 — ů deinem Preis, uns auch be⸗ wahrt so manchis's Jahr in vieler Trübsal und Gefahr Halleluja 5. Hilf, daß wir alle deine Werk voll höchster Weisheit, Güt und Stärk, erkennen und je mehr und mehr aus⸗ breiten deines Namens Ehr. Halleluja! 6. O liebster Heiland, Jesu 1 der du vom Tod erstanden bist, richt unsre Herzen 20 zu dir, daß sich der Sündenschlaf verlier Hallelt Ha! 7. Gieb deiner Auferstehung Kraft, 165 dieser Tr bei uns haft, und drauf verlassen fe uns auch alle Wel Halleluja! 8.— heilger Geist, laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, Lieb und Hoffnung reichlich mehr. Hallet uja! 9. Erleuchte uns, du wah res Licht, entzeuch uns deine Gnade nicht, all unser an also re gier daßwir Hatt pr En für und für. Halleluj a! 10. Gott und Geist ve Tag dir hei Vater, Sohn eih, daß d dieser ilig sei, wir auch die Sabbathsruh und Freud erlangen in der Ewigkͤeit. Halleluja! Nicolaus Selnecker, 4 1592 Sonntags⸗ und Gottesdienstlieder. Eigene Melodie. iebster Jesu, wir sind *Ee hier, dich und dein Wort anzr uhören: lenke Sin⸗ nen und Begiere nuf die süßen Himmelsle hren, daß d die Her⸗ zen von der Erden ganz zu dir g 19— Zogen werden. Unse'r Wissen und Ver ist mit Finsterniß um⸗ hüllet, wo nicht deines Gei stes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten 3. O du Glanz der Herr⸗ lichkeit, Licht vom L aus ch uns alle— sammt bereit, ffne Herzen, Mund und Ohren; unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl ge⸗ lingen. Tobias Clausnitzer, 4 1684. 65 Gott geboren, —8 Herr Jesu Christ, dich zu uns ꝛc. err, öffne mir die 5. H⁰ auneh den. zeuch durch dein Wort zu 555 laß 05 dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind n Erbe ei 0 Deil 2. Der Herzens Grund. dein Wort macht Leib und S Seel gesund, dein Wort ists, das mein Herz erfreut, dein Wort giebt Trost und Seligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Uns uns, nach gieb Stät Wer „Sonntags- und Gottesdienstlieder. 3 Geist in Einem Thron: der heiligen! Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Joh. Olearius, + 1684. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 6 Hechster Gott, wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben; hilf uns, daß wir für und für nach demselben heilig leben, gieb dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei im Werke. 2. Uns, o Vater, lehrest du, was wir th un und glau⸗ ben sollen, schenk uns deine Kraft dazu, gieb zum Wissen auch das Wollen und zum Wollen das Vollbringen, so wird alles wohl gelingen. Joh. Adam Haßlocher, 4 1726. Nach voriger Melodie. 7. Her vor deinem An gesicht hat die An dacht uns versammelt. Ach, mwirs die Bitten nicht, die dein Volk dir, Höchster, stam melt! Hör auf unsre schwa chen Lieder und sieh gnädig auf uns nieder 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen, und mit göttlicher Gewalt tief it unsre Seelen dringen. Laf es unsern Sinn erneuen und das Herz mit Trost er rfr euen 3. Dein Gebot mach uns bekannt, und hilf selbst es treulich üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Chri- stum, herzlich lieben, daß kein Schmerz und keine Freude uns von deiner Liebe scheide. Daniel Schiebeler, + 1771. Mel. Gott des Himmels u. der Erden. 8. Thut mir auf die schöne HPforte, führet mich in Zion uh ach, wie wird an. Orte meine Seele fröhlich sei n! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen: komme du nun auch mir. Wo du Woh⸗ nung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zeuch doch in mein Herz hinein, laß e 5 deinen Tempel sein. Laßti in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig 2 Ppfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zieh das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Saatkorn in mich fällt, gieb mir Licht in dem Verstande; und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwa⸗ 922 Glauben, laß dein theu— res Kleinod mir nimmer aus 4 1. Sonntags⸗ und dem Herzen rauben; halte stets dein mir für, d daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrod, tröste mich in aller Noth. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Dir, mein Gott, will ich lobs. 9 wie freun wir uns der Stunde, da wir dir, Herr Jesu, nahn, um aus deinem heilgen Munde Lebensworte zu em⸗ pfahn! Laß uns heute nicht vergebens Hörer deines Wor— Gottesdienstlieder. tes sein; schreibe selbst das Wort de Lebens tief in Herzen ein. 2. Sieh, wir sitzen dir zu Füßen: großer Meister, rede du; sieh, wir hören deiner süßen Rede helsbegierig zu. Lehr uns, wie wir selig wer⸗ den; lehr uns, wie wir unsre Zeit, diese kurze Zeit auf Erden, nützen fürdie nr 3. Nun so lege Licht und Liebe, Kraft und Feuer auf dein Wort; laß es mit lebendgem Triebe in uns wirken fort und fort; hilf uns, daß wir treu bewahren, was wir in das Herz gefaßt und laß Andre auch erfahren, daß du Lebensworte hast. Philipp Spitta, 4 1859. b. Schlußlieder. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 10 Nom Gott Lob! es ist vollbracht Singen, Beten, Lehren, Hö⸗ ren; Gott hat alles wohl gemacht, drum laßt uns sein Lob vermehren; unser Gott sei hoch gepreiset, daß er geistlich uns gespeiset. 2. Weil der Gottesdienst ist aus, und uns mitgetheilt der Segen; so gehn wir mit Freud nach Haus, wandeln fein auf Gottes Wegen. Gottes Geist uns ferner leite und uns Alle wohl bereite. 3. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang glei⸗ chermaßen, segne unser täg⸗ lich Brod, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben, und mach uns zu Himmelserben. Snemn Schenck, 4 1681. Mel. O Gott, du W Gott. 11. B Mleib ja bei mir, mein Gott, laß mich 200 Wort regieren, so wird kein Irrweg mich be— trüben noch verführen; komm zu mir durch dein Wort, komm. in der letzten Noth, bring t das ef in dir zu „rede deiner ig zu. wer⸗ unsre t auf igkeit t und ler auf mit u uns 1; hihf vahren, gefaßt fahren, hast. 1859. 3 segne glei⸗ + täg⸗ Thun us mit mach . 1681. r Golt. ei mir, tt, laß jeren, so ich be⸗ omm . fomm ö bring 1. Sonntags⸗ und Gottesdienstlieder. 5 mich zur Friedensstadt ins Leben durch den Tod. 2. Komm mir zu Trost und Freud, wenn diese Welt vergehet, wenn Himmel, Erde, Gut und Ehr nicht mehr bestehet, und führ mich in dein Reich zu deiner Herr⸗ lichkeit, mein König, daß ich dich dort lob in Ewigkeit. Johann Olearius, 4 1684. Mel. Christus, der ist mein Leben. 12. A5 sei mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns fortan nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach, sei mit deiner Liebe, Gott Vater, um uns her; denn wenn uns die nicht bliebe, fiel uns die Welt zu schwer. 3. Ach, heilger Geist, be⸗ halte Gemeinschaft allezeit mit unserm Geist und walte nun und in Ewigkeit. Carl Bernhard Garve, 4 1841. 2Z. Adventlieder. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 15. Nom kommt das neue Kirchenjahr, deß freut sich alle Christenschaar; dein König kommt, drum freue dich, du werthes Zion, ewiglich. Halleluja! 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang immer fort und fort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreist. Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja! Johann Olearius, 4 1684. Mel. Nun freut euch, l. Christen ꝛc. 14. Golt Lob! ein neues Kirchenjahr macht uns die große Treue des ewgen Gottes offenbar; und nun will er aufs Neue den alten hoch beschwornen Bund, den einzig festen Glaubens⸗ grund, durch seinen Geist uns lehren. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr und Ruhm dem höchsten Herrn zu singen! Dein königliches Priesterthum muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort die Christenheit und diesen Ort zu seinem Tempel weihet. 3. Wir sind nicht werth der neuen Huld des Gottes 6 2. Adventlieder. aller Gnaden. Des alten Menschen alte Schuld, die wir auf uns geladen, nimmt unsern eignen Ruhm dahin; denn sie bewies den alten Sinn noch stets mit neuen Sünden. 4. Ach, Herr, gieb uns den neuen Geist und mach uns durch die Güte, die sich an uns aufs Neu erweist, erneuert im Gemüthe. Den neuen Menschen zieh uns an, der dir allein gefallen kann in seinem ganzen Leben. 5. Hiezu erhalt uns, Herr, dein Wort sammt Tauf und Abendmahle, so wandern wir mit Freuden fort in diesem finstern Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, laß K irche, Schul, Tauf und Altar uns deine Wege zeigen. 6. Gieb deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr und Leben, dein Wort, das Gottes Weide heißt, der Heerde rein zu geben; laß alle Hörer Thäter sein, da— mit kein heuchlerischer Schein des Glaubens Kraft ver— leugne. 7. So halten und voll— enden wir das Kirchenjahr auf Erden; dabei befehlen wir es dir, wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; kommt aber einst die Ewig— keit, dann wird sie trium⸗ phiren. Heinrich Cornelius Hecker, 4 1745. Eigene Melodie. 15 Macht h hoch die Thür, die Thor macht weit: es kommt der Oerr der Herrlichteit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freu⸗ den singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer, reich von Rath! 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, Sanftmüthigkeit ist sein Gefährt, sein Königs— kron ist Winnhe sein Scep⸗ ter ist Barmherzigkeit; all unsre Noth zu End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freu— den singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland, groß von That! 3. O wohl dem Land,‚, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat; wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster, früh und spat! 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, eur Herz zum Tempel wohlbereit; die Palmen der Gottseligkeit Thür, macht Herr tönig iland mein Leich Helfer it ist önigs⸗ Skep⸗ Hall ringt, Freu⸗ mein groß ud, o diesen wohl , dd Er sonn, Freud sti röster, Thür, „ eu herlit; ligkeit 5 streut hin mit Andacht, Lust und Freud: so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Ge— lobet sei mein Eott, voll 120 voll That, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ, meins Herzens: Thür dir ofsen ist; auch zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist 15 führ und leit den Weg Don zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und.0 Georg Weißel, 1635. — Mel. Nun komm, iet Dar Heiland. 16. Galas Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält, und der Sünder Trost und Rath zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schaar höchster Wunsch' und Sehnen war, und was sie 4 cht prophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jung⸗ frau Sohn, der verheißne ii, hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil: Hosianna, o mein Theil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, 2. Adventlieder. 7 ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von aller Sündenlust. 6. Und wie du voll Sanft⸗ muth kam dich der Sünder⸗ welt annahmst, sei auch jeder rzeit deine Sanftmuth mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und olöde bin, und des Satans Macht und List sich zu hoch für mich vermißt. 8. Tritt der Schlangen Kopf entzwei, daß ich, aller Aengste frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zu— gethan; 9. also S Daß, wenn du, o Le⸗ bensfürst, 5—5 wieder⸗ kommen wirst, ich dir mög entgegengehn 1. vor dir gerecht bestehn. Heinrich Held, 4 1676. 1 Von Gott will ich nicht lassen. . Mit. Ernst, o Men⸗ schenkinder, das 0 in euch bestellt, damit das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus. allein der Welt zum Licht und Leben ver⸗ sprochen hat zu geben, bei allen kehre ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, laßt hen d 1 er haßt. Macht eben Bahn und Pfad, 8 2. Adventlieder. die Thäler all erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, macht gerad. 3. Ein Herz, das Demuth liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hoch— muth übet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen in dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hinein, mach es zu deiner Krippen: so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. Valentin Thilo, 4 1662. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 18 Auf, auf, ihr Reichs— —— genossen! eur König kommt heran; em⸗ pfahet unverdrossen den gro⸗ ßen Wundermann. Ihr Chri⸗ sten, geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Ho⸗ sianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Her⸗ zen, der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmer⸗ zen, der Helfer ist schon da! Seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können im Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielge⸗ plagten, der König ist nicht fern; seid fröhlich, ihr Ver⸗ zagten, dort kommt der Mor⸗ genstern! Der Herr will in der Noth mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hülf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Seid fromm, ihr Unter⸗ thanen, der König ist ge— recht; laßt uns die Weg ihm bahnen und machen alles recht. Fürwahr, er meint es gut; drum laßt uns auch die Plagen, die er uns schickt, ertragen mit unerschrocknem Muth. 5. Frisch auf, ihr Hoch— betrübten, der König kommt mit Macht; an uns, die Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein, noch Zorn hinfort uns schaden, dieweil uns Gott aus Gna⸗ den läßt seine Kinder sein. 6. Auf, auf, mit schnellen Schritten, den König eilt zu sehn, dieweil er kommt ge— ritten stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet All heran, den Heiland zu be— grüßen, der alles Kreuz ver⸗ süßen und uns erlösen kann. 7. Der König will be— denken die, so er herzlich liebt, mit köstlichen Geschen⸗ ken, als der sich selbst uns elge⸗ nicht Ver⸗ Mor⸗ bill in Trost euch mpfen Unter⸗ st ge⸗ g ihm alles meint 6 auch schickt, ocknem Hoch⸗ kommt „ die schon wird noch haden, Gna⸗ sein. nellen eilt zu nt ge⸗ sanft tet All zu be⸗ uʒ ver⸗ fann. ill be⸗ Herzlich schen⸗ st uns 2. Adventlieder. 9 giebt durch seine Gnad und Wort; ja, König, hoch er⸗ hoben, wir Alle wollen loben dich freudig hier und dort. 8. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, wirst für uns arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du gehst den Sündern nach: drum woll'n wir All in Ein die Stim-⸗ men hoch erschwingen, ein Hosianna singen und ewig dankbar sein. Johann Rist, 4 1667. Mel. Valet will ich dir geben. 19 Wie soll ich dich empfangen, und wie begegn' ich dir? o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier! O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergötze, mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis, und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unter⸗ lassen zu meinem Trost und Freud, als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid? Als mir das Reich genom— men, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht, 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Eh— ren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt ver⸗ zehren, wie irdscher Reich— thum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Him— melszelt, als dein getreues Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammers Last, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei welchem Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr. Seid unverzagt, ihr habet die Hülfe vor der Thür, der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht; er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sünden⸗ 1 3—.—*—.— ** 10 2. Adventlieder. schuld; nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Theil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augen— blick. Er kommt, er kommt, ein König, dem alle Macht und List der Feinde viel zu wenig zum Widerstande ist. 10. Er kommt zum Welt⸗ gerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns all lzumal zu ewgem Licht und Wonne in deinen Fwdenaatt Paul Gerhardt, 1676. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 20. Nom jauchzet all, ihr Frommen, in die— ser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit; zwar le stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Scepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt: im hohen Himmels⸗ throne ist ihm sein Reich bestellt; er will hier seine Macht und Majestät ver⸗ hüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat voll⸗ bracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr berathen wer⸗ den und ahn die rechte Bahn, die 0 dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn euch rührt. 4. Ihr Armen und Elen⸗ den in dieser bösen Zeit; die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemuth, laßt eure Leder klingen, dem König lobzufingen, der ist eur höchstes Gut. 5. Er wird nun bald er⸗ scheinen in seiner Herrlich— keit, und euer Leid und Weinen verwandeln ganz in Freud; er ists, der helfen kann; macht eure Lampen fertiZ und seid stets sein gewärtig; er ist schn auf der Bahn. Michael Schirmer, 4 1673. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 21. Hostanna! Davids 5 Sohn kommt in Zion eingezogen. Auf, be⸗ reitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen, streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. seine ver⸗ HVaters voll⸗ auf König wer⸗ Bahn, führt; rachtet achtet, rührt. Elen⸗ it; die müßt „ seid laßt dem er ist d er⸗ rlich⸗ und mz in helfen mpen sein uauf 167. nicht. Habids mnt in , be⸗ „ scht bogel, Bahn, kann. 2. Adventlieder. 11 2. Hosianna! sei gegrüßt! komm, wir gehen dir ent— gegen. Unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Tho— ren ein, du sollst uns will— kommen. 3. Hosianna! Friedefürst, Ehrenkönig, Held im Streite, alles, was du bringen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Gast, wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hast: ach, so laß uns unverdrossen deinem Scepter dienstbar sein, herrsche du in uns allein. 5. Hosianna! komme bald, die Verheißung zu erfüllen. Sollte gleich die Knechts— gestalt deine Majestät ver⸗ hüllen, o so kennet Zion schon Gottes und auch Da— vids Sohn. 6. Hosianna! steh uns bei; o Herr, hilf, laß wohl ge— lingen, daß wir ohne Heuche— lei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht ge— horchen kann. 7. Hosianna nah und fern! eile, bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Hosianna, bist du da? Ja, du kommst, Halleluja! Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Jesus meine Zuversicht. 22 Sieh, dein König kommt zu dir! Seele, das sind frohe Worte; sprich: mein König, komm zu mir, sieh, ich öffne dir die Pforte, zeuch mit deiner Sanftmuth ein, was du fin⸗ dest, das ist dein! 2. Komm, ich bin dein Eigenthum schon seit deinem Wasserbade; komm, dein Evangelium werde mir ein Wort der Gnade; du schickst ja dein Wort voran, daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, was du hassest, und mich reuet; komm und reinige dein Haus, das die Sünde hat entweihet. Mache selbst mit deinem Blut alles wie— der rein und gut. 4. Komm in deinem Abend— mahl, das du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Erdenthal mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, und mein Leben sei in dir! 5. Komm und bring den Tröster mit, deinen Geist, der dich verkläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret; daß ich bis auf jenen Tag: komm, Herr Jesu! rufen mag. Philipp Friedrich Hiller, 4 1769. 12 2. Adventlieder. Mel. Wie groß ist des Allmächt. ꝛc. 9* in König kommt 23. E zu Zions Thoren mit seiner auserwählten Schaar; was der Propheten Mund beschworen, erfüllt sich heute wunderbar; ein Fürst erscheint vor Salems Mauern, ein Herrscher, dessen Thron und Reich soll alle andern überdauern, ein Kö— nig, dem kein zweiter gleich. 2. Auf seinem Haupt ist keine Krone, es ist kein Schwert in seiner Hand; zu dem geringsten Menschen⸗ sohne stellt ihn sein schim— merlos Gewand. Sein Blick geht nicht vom stolzen Pferde hoch auf gebückte Häupter hin: sanftmüthig blickt er auf die Erde und reitet auf der Eselin. 3. Nicht von gewappnet schwerem Schritte begleitet ihn der Widerhall; nicht tönt aus lauter Schaaren Mitte der Cymbeln und Posaunen Schall. Doch vor ihm zieht und an den Seiten viel Volks im frohen Jubel— chor; sie streuen grünes Laub und breiten die Kleider seinen Tritten vor. 4. Sie rufen: Heil ihm, der den Frieden, den ewgen Frieden wiederbringt; dem Helden, der den Kampf ent— schieden, der auch den letzten Feind bezwingt! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn zu seines Volkes Stamm! Ein Hosianna Da⸗ vids Samen, ein Hosianna Gottes Lamm! 5. So ziehn sie nach des Tempels Stufen; da hebt der Neid sein Haupt und spricht: Vernimmst du nicht, was diese rufen; verbietest du es ihnen nicht? Allein die Wahrheit muß doch sie— gen; der Herr erwidert ihnen: Nein, ich sage euch, wenn diese schwiegen, so würden selbst die Steine schrein! 6. Nun denn, mein Herz, sei auch nicht stille vor ihm, dem alles Ehre bringt. Es ist ja deines Königs Wille, daß man sein Lob mit Freu⸗ den singt. Du sollst den Namen fröhlich nennen, den dir der Vater selbst bezeugt, den alle Zungen noch be— kennen, dem noch ein jedes Knie sich beugt. 7. Und wo du siehst, daß diesem Namen die Pforten werden aufgethan, da sprich auch du ein gläubig Amen und schließe dich mit Freuden an. Wo man sich aufmacht ihm entgegen, da sei mit Palmen auch bereit, und geh, ihm willig hinzulegen all deine Hab und Herrlichkeit. t sei, amen Holkes Da⸗ anna des hebt und nicht, etest lllein sie⸗ sidert euch, +„ 0 teine Herz ihm, Es Bille, Freu⸗ den „den zeugt, be⸗ jedes , daß forten sprich Amen reuden fmacht mit geh, al tchkit. 2. Adventlieder. 13 8. Wer mag sich wider ihn erkühnen und ihm ver⸗ weigern seinen Zoll? Laß du dein Herz nur vor ihm grünen und werde seines Ruhmes voll. So manches Lied ist schon verklungen: das Hosianna tönt noch heut, das Hosianna wird gesungen, so lang im Himmel Gott gebeut! 9. Auf, tretet unter Jesu Fahnen, zieht mit der aus⸗ erwählten Schaar, zum heil— gen Berg den Weg zu bah— nen, zu Gottes Tempel und Altar! Wo Jesus wandelt, da ist Wonne, da singt man von der Freudenzeit; wo Jesus weilt, da scheint die Sonne der Gnade und Barm— herzigkeit. 10. Einst wird er mächtig wiederkommen, herab von seines Vaters Haus, ein Flammenblitz selbst für die Frommen, und für die Bösen Schreck und Graus; dann richtet er den Kreis der Er— den, dann kommt er und mit ihm sein Lohn; o betet, daß wir würdig werden, zu stehen vor des Menschen Sohn! Heinrich Puchta, 4 1858. Eigene Melodie. 24. Dein König kommt f in niedern Hül⸗ len, sanftmüthig auf der Es— lin Füllen, empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm ent⸗ gegen Friedenszweige, be— streu mit Palmen seine Steige; so ists dem Herren angenehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Käm— pfer ohne Speere, o Friedens⸗ fürst von großer Macht! Es wollten dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren, doch du gewannst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, doch aller Erde Reiche werden dem, das du gründest, unterthan. Bewaffnet mit des Glau⸗ bens Worten, zieht deine Schaar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stif⸗ ten, und schlägst in Fessel Sünd und Tod. — 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs Neue zu uns, die wir sind schwer ver⸗ stört! Noth ist es, daß du selbst hienieden kommst, zu erneuen deinen Frieden, da⸗ gegen sich die Welt empört. 14 2. Adventlieder 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finsterniß erliegen, und lösch der Zwietracht Glimmen aus; daß wir, die Völker und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus. Friedrich Rückert, 4 1866. 3. Weihnachtslieder. Eigene Melodie. 25. Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, deß freuet sich der Engel Schaar. Halleluja! 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen findt; in unser ar⸗ mes Fleisch und Blut ver⸗ kleidet sich das ewge Gut. Halleluja! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Marien Schooß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Halleluja! 4. Das ewge Licht geht da herein, gibt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Halleluja! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward, und führt uns aus dem Jammerthal, macht Erben uns in seinem Saal. Halleluja! 6. Er ist auf Erden kom⸗ men arm, daß er unser sich erbarm, uns in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Halleluja! 7. Das hat er alles uns gethan, sein groß Lieb zu zeigen 1 Deß freu sich alle Christenheit und dant ihm das in Ewigkeit. Hal⸗ leluja! Martin Lutber, 1546. Luthers Weihnachtskinderlied. Eigene Melodie. 26. Vem Himmel hoch, da komm ich her, ich bring euch gute, neue Mähr; der guten Mähr bring ich so viel, davon ich singn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jung⸗ an auserkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Noth; er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4 Sel ter mns lebe 0 Zeit Win det alle 6 froöh Hir was mit vere edle verf ins sollt nd die rüder deines 1866. kom⸗ r sich immel lieben lja! 5 uns eb zu u sich dank Hal⸗ 1⁵⁴6. klied. hoch, h her, neue Mähr n ich udlein Jung⸗ Delein 16 soll je sein. Christ, e th; + seln, nachen 3. Weihnachtslieder. 16 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Va⸗ ter hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht: die Krippen, Windelein so schlecht, da fin⸗ det ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Deß laßt uns Alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Sei uns willkommen, edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast, und kommst ins Elend her zu mir; wie sollt ich immer danken dir? 8. Der Sammet und die Seide dein, das ist grob Heu und Windelein, darauf du König groß und reich herprangst, als wärs dein Himmelreich. 9. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 10. Ach, du herzliebster Jesu mein, mach dir ein Bette sanft und rein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. 11. Daß ich auch allzeit fröhlich sei, mög springen, singen immer frei das rechte Hofianna schon mit Herzens⸗ lust im süßen Ton. 12. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn! Deß freuen sich der Engel Schaar und singen uns solch neues Jahr. Martin Luther, + 1546. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 27 ir singen dir, Im— manuel, du Le— bensfürst und Gnadenquell, du Himmelsblum und Mor⸗ genstern, du Jungfrau Sohn, Herr aller Herrn. Halleluja! 2. Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja! 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schaar. Halleluja! 4. Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hülfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein. Halleluja! 5. Nun, du bist hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh; bist 16 3. Weihnachtslieder. klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja! 6. Du kehrst in fremder Hausung ein, und sind doch alle Himmel dein; du liegst an einer Menschenbrust und bist doch aller Engel Lust. Halleluja! 7. Du bist der größte Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind; Herodes achtet dich für Greul, und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja! 8. Ich aber, dein gering— ster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja! 9. Der Will ist da, die Kraft ist klein, doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja! 10. Und bin ich gleich der Sünden voll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll: du kommst ja nur deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja! 11. So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei, du trägst den Zorn, du würgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Noth. Halleluja! 12. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigenthum, und will, so viel dein Geist mir giebt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja! 13. Ich will dein Halle— luja hier mit Freuden singen für und für und dort in deinem Ehrensaal solls schal⸗ len ohne Zeit und Zahl. Halleluja! Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Warum sollt ich mich denn gr. 28 F.I soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft jauchzt und ruft: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir Mensch zu Gute; Got— tes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns giebt, was er liebt über alle Ma⸗ ßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Seht, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: lasset fahren, lieben ingen rt in schal⸗ Zahl. 1676. enn gr. mein ingen Freud Hört, hören ruft: seiner 5„ der allem tensch, Got⸗ t sich nun giebt, e Ma⸗ mmserm Sohn Macht seiner mich süßen lieben 3. Weihnachtslieder. 17 Brüder, was euch quält, was euch fehlt; ich bring alles wieder. 5. Nun, so kommt und laßt uns laufen! Stellt euch ein, Groß und Klein, kommt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 6. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 7. Wer sich findt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissens⸗ schmerzen, sei getrost, hier wird gefunden, der in Eil machet heil auch die tiefsten Wunden. 8. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände. Hier sind alle guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 9. Süßes Heil! laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt an⸗ hangen. Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zu— frieden geben. 10. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier, und mit dir heimfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Nun freut euch, l. Christen ꝛc. 29 Ich steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben, ich stehe, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Muth, nimm alles hin, und laß dirs wohl gefallen. 2. Da ich noch nicht ge— boren war, da bist du mir geboren, und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich noch war ans Licht gebracht, da hat dein Herze schon be— dacht, wie du mein wolltest werden. 3. Ich lag in tiefer Todes⸗ nacht, du wurdest meine Son⸗ ne, die Sonne, die mir zuge⸗ bracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werthe Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 4. Ich sehe dich mit Freu⸗ den an, und kann mich nicht satt sehen, und weil ich nun nicht weiter kann, bleib ich bewundernd stehen. O, daß 2 18 3. mein Sinn ein Abgrund wär, und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen. 5. Du fragest nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden, du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden. Suchst meiner Seele Trost und Freud durch deiner Seele Schmerz und Leid, das will ich dir nicht wehren. 6. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen, daß ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. So laß mich deine Wohnung sein, komm, komm und kehre bei mir ein mit allen deinen Freuden. Paul Gerbardt, 4 1676. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 30 Dies ist die Nacht, 0— da mir erschienen des großen Gottes Freund— lichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit; und die— ses Welt- und Himmelslicht weicht hunderttausend Son— nen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein; der Glanz aus dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Todes Nacht. Weihnachtslieder. 2 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit; wann Sonne, Mond und Stern vergehen, am Ende dieser kurzen Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß 16 indessen helle scheinen dein Glaubens⸗ und dein Liebeslicht; mit Gott nußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du genießen die— sen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachts⸗ wonne, und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. Caspar Friedr. Nachtenhöfer, 4 1685. Mel. Lobe den Herren, den mächt. ꝛc. 31 WTauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr En⸗ gel, in Chören, singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! sehet doch da, Gott will so freund— lich und nah zu den Ver⸗ lornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Er— den! Gott und der Sünder die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird freue den! . wie mih gall t. träg alles 4. Wer auch kom und verle mich dur kannst klaren Sonne, gehen, 1 Zeit, seinem und helle 5⸗ und Cott leinen, Sonne m die— nicht schöne strahle dein lachts⸗ ch die ich im nd sei boll. 1685. lächt. ꝛe. mmel, rEn⸗ t dem d der sehet reund⸗ Vr⸗ immel, r Er⸗ ander U NUll Frcud 3. Weihnac wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Heer— den! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste ge— neiget! sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zei— get! Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! wer kann dies Geheimniß n 2Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; tretet 930 10 Eins mit dem Kinde zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen ge— denken? Du willst dich selber, dein Herz voll von Liebe, mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demuth ver— senken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herz in der Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich er— wähle allein; ewig entsag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren; komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger verloren; wohne in mir, mach mich ganz Eines mit dir, der du mich liebend erkoren. 106 htsl ieder. 19 8. Menschenfreund, Je dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur leben; gieb mir auch bald, Jesu, die Kindesgestalt, völ— lig mich dir zu ergeben. Gerhard Tersteegen, 4 1769. Mel. Vom Himmel hoch da ꝛce. 32 Dies ist der Tag, D en oin Hez macht, sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfil let ward, da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor El yrfurcht still, er betet an, und er ewüst, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott Messias, bet ich an. 6. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst Det‚t.tI.‚.I— — 0 20 3. Weihnachtslieder. unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 7. Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn er ihn schützt, der in des Vaters Schooße sitzt? 8. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 9. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Nach voriger Melodie. 33 mpor zu Gott, mein Lobgesang! er, dem das Lied der Engel klang, der hohe Freudentag ist da: lobsinget ihm, Halleluja! 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, der uns das Lebenslicht gebracht: nun leuchtet uns ein milder Strahl, wie Morgenroth im dunkeln Thal. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, von schlichtem Pil—⸗ gerkleid umhüllt, und führet uns mit sanfter Hand, ein treuer Hirt, ins Vaterland. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, hat unter uns ein Mensch gewohnt, damit auch wir ihm werden gleich auf Erden und im Himmel⸗ reich. 5. Einst führet er zur Himmelsbahn uns, seine Brüder, auch hinan, und wandelt unser Pilgerkleid in Sternenglanz und Herrlich— keit. 6. Empor zu Gott, mein Lobgesang! er, dem der Engel Lied erklang, der hohe Freu⸗ dentag ist da: ihr Christen, singt Halleluja! Friedr. Adolph Krummacher, 4 1845. Mel. Zeuch ein zu meinen Thoren. 34 er heilge Christ 5 ist kommen, der theure Gottessohn; des freun sich alle Frommen am höch— sten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, soll prei⸗ sen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben, heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufge—⸗ gangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde liegt ge— fangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Himmel nun aus dem Welt⸗ getümmel auf einem sichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vater⸗ los; Sünd schooß rein v vertra gehn 4 und und weiset dal E mit si öffnet Kinde idem ter uns damit gleich immel⸗ r zur seine und leid in rrlich⸗ mein Engel Freu⸗ hristen, „ 1865. Thoren. Christ u, der freun höch⸗ Auch Uprei⸗ t allen lieben, aufge⸗ acht t ist t ge⸗ — und ngst ist bt 70 Welt 950 los; Gott rufet 3. Weihnachtslieder. ö 21 selbst die Sünder in seinen Gnaden⸗ schooß. Er will, daß Alle rein von ihrem alten Schaden, vertrauend seinen Gnaden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freut euch hoch und preiset, ihr Seelen fern und nah, der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da! Er ruft euch insgemein mit süßen Liebesworten: Ge— öffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! Ernst Moritz Arndt, 4 1860. Eigene Melodie. R rmuntre dich, mein 35. E schwacher Geist, und trage groß Verlangen, ein Kind, das Ewigvater heißt, mit Freuden zu em⸗ pfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam und menschlich Wesen an sich nahm, damit sich seiner Treue die ganze Welt erfreue. 2. Willkommen, Held aus Davids Stamm, du König aller Ehren! Willkommen, Jesu, Gotteslamm! ich will dein Lob vermehren, ich will dir all mein Lebelang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir ver— loren, für uns bist Mensch geboren. 3. O großer Gott, wie konnt es sein, dein Himmel⸗ reich zu lassen, zu kommen in die Welt herein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Le ee dein freuden⸗ reiches Leben für solche Feinde geben? 4. O großes Werk, o Wundernacht, dergleichen nie gefunden, du hast den Hei— land hergebracht, der alles überwunden; du hast gebracht den starken Mann, der Wind und Wellen stillen kann, vor dem die Himmel zittern und alle Berg erschüttern. 5. O liebstes Kind, das Gott uns gab, holdselig an Geberden, mein Heiland, den ich lieber hab als alle Schätz auf Erden! Komm, Jesu, in mein Herz hinein, und laß es deine Wohnung sein; komm, ich will dir bei Zeiten die Stätt in mir bereiten. 6. Sag an, du Held aus Davids Stamm, mein Hoff⸗ nung, Freud und Leben, mein Friedefürst und Gottes Lamm, was soll ich dir doch geben? Nimm an von mir Geist, Seel und Leib, daß ich dein eigen ganz verbleib; ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. 7. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christi, sei dir von mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist, — ——— MII UeSe Weihnachtslieder. e stets 5 Ppbi is in dieser Gnaden⸗ zeit, und mög hernach dort ie Gütigkeit oben in Ewigkeit dich loben. Johann Rist, + 1667. Darstellung Christi im Tempel. Valet will ich dir geben. 36 He rr Jesu, Licht der Heiden, der From— men Schatz und Lieb! wir kommen jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und Han⸗ mit Begier, nach Si meons Exempel, dich, Gott un iland, hier 1 2 Du wirst von uns ge funden, o Herr, an jedem Ort, wo Gläul bge sich ver bunden auf dein Verh eißungs wort; vergönnst noch heut zu Tage, daß man dich gleicher weis auf Glaubensarmen trage, wie hier der fromme Greis. 35 Sei unser Glanz in nne, ein helles Licht in in Schrecken unsre — Sonne, im Kreuz ein Gna— denschein, in Zagheit Gluth und Feuer, in Noth ein Freud istrahl, in Banden ein Befreier, ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns ge lingen, daß einst wie Si meon, ein jeder Christ kann singen den schönen Shanton ö ton: Mir werden nun mit Frieden die Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblict. 5. Ic, ju, ich hab im Glauben, mein Jesu, d dich ge⸗ schaut; kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu 6. Hier blickst du zwar zuweilen auch ernst und hart mich an, daß 1 vor Angst und Weinen ich dich nicht kennen—9 8 dort aber wirds geschehen, daß ich von An-⸗ gesicht zu Angesicht soll sehen dein immer klares Licht. Johann Franck, + 1677. Mel. Christus, der ist mein Leben. ie Simeon ver— n eden, das liegt mir oft im n ich führe gern in Frieden aus diesem Leben hin. 2. Ach, laß mir meine Bitte, mein treuer Gott, ge— schehn, laß mich aus diese Hütte in deine Wohnung gehn. 3. Dein Wort ist uns ge⸗ schehen, an diesem nehm ich tallgen, land! . Jahr U L 110 st min ö dort loben. 1667. lieden t. ig er hn in dem keine , ein zwar d hart Angst nicht wirds uAn⸗ lsehen Leben. ver⸗ 0 liegt führe diesem meine tt, gl⸗ dieser ohnung 0 C⸗ Ils 9 m ich 3. Weihna werde he Gottes Heil. 4. Ich seh ihn nicht mit Augen, doch an der Augen Statt kann mir mein Glaube taugen, der ihn zum Hei— land hat. 5. Ich hab ihn nicht in Armen, wie jener Fromme da; doch ist er voll Erbar— men auch meinem! Herzen nah. 6. Mein Herz hat ihn gefunden, es zühmt: mein Freund ist mein, auch in Jesum Theil: we r sehen, der seh eh chislieder. 23 7. Ich kenn ihn als mein Leben, er wird mir nach dem Tod bei sich ein Leben geben, dem nie der Tod mehr droht. 8. Mein Glaube darf ihn fassen, sein Geist giebt Kraft dagu, er wird auch mich nicht lassen, er führt mich ein zur Ruh. 9. Wenn Aug und Arm erkalten»hängt sich mein Herz an ihn, wer Jesum nur kann halten, der fährt in Frie⸗ den hin. den letzten Stunden ist meine Ppilipp Friedrich Hiller, 4 1769. Seele sein. 4. Nenjahrslieder. . Jahresschluß. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 3. Mein Gott, o meine 38.—.38 Trauern und Liebe, was du will lst, will 7 Mage durch Plagen, auch ich; gieb, daß ich Nichts durch Not, durch Angst und Pein, durch Hoffnung und durch Klagen, durch man— chen Sorgenstein bin ich, Gott Lob! gedrungen; dies Jahr ist hingelegt: dir, Gott, sei Lob gesungen! das Herz ist mir bewegt. 2. Der du bauet, in dir Heil; trauet, . hast er⸗ besteht mein dir ist mein Glück ver⸗ du bist und bleibst mein rhelt Du hast mich wohl erhalten, du bist mein Trost und—— laß ich fe fer ner walten, führ mich fort und fort. verübe, was irgend wider dich. Dir ist mein Will er— geben, ja er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht z sein. 4. Nach dir soll 1— mich schi icken und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armuth drücken? ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen? ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich zorn en 12 ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben? Herr Gott, dein Wille gilt 24 Soll ich in Aengsten schwe⸗ ben? mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krank⸗ heit leiden? ich will gehor⸗ sam sein. Soll ich von hin⸗ nen scheiden? Herr, dein Will ist auch mein. 6. Heut ist das Jahr be— schlossen; Herr, deine Gnad sei heut auf mich neu er⸗ gossen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sün⸗ den, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden, dein Wort verspricht es mir. Gottfried Wilhelm Sacer, 4 1699. Eigene Melodie. 39 Golt Lob! ein Schritt zur Ewigkeit ist abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wen— det, o Quell, daraus mein Leben fließt und alle Gnade sich ergießt zu meiner Seele Leben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir allzu lange, bis es er⸗ scheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange; damit, was sterblich ist an mir, verschlun⸗ gen werde ganz in dir, und ich unsterblich werde. 3. Doch sei dir ganz an⸗ heimgestellt die rechte Zeit und Stunde, wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, daß ich mit Herz und Munde 4. Neujahrslieder. dich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm ent⸗ gegen. 4. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor Jedermann dich meinen Freund darf nennen, und daß du dort, o Lebens⸗ fürst, dich ganz mit mir ver⸗ einen wirst und mir dein Erbe schenken. 5. Drum preis ich dich Dankbarkeit, daß sich das Jahr geendet, und also auch von dieser Zeit ein neuer Schritt vollendet, und freudig schreit ich weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusa⸗ lems dort oben. 6. Wenn meine Hände lässig sind und meine Kniee beben, so biet mir deine Hand geschwind, mich wieder zu erheben; erfüll mit deiner Kraft mein Herz, damit ich freudig himmelwärts ohn Unterlaß aufsteige. 7. Geh, Seele, frisch im Glauben dran und sei nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken; so dir der Lauf zu langsam däucht, so eile, wie ein Adler fleucht, mit Flügeln süßer Liebe. 8. O Jesu, meine Seele ist schon du hast, bist, mi zogen. 5 Stund! schon in ich in August 6 Mel. Aus 40. Herr d deiner hocherfr ein In schließer müssen, derbar. 2. D gründet Sacran entzünd Recht Sohn, dem di den D stehn y 2 Segen und 9 allerwe Kl Schwer gangen langen bescher 4. Güte, und darauf hte meinen komm ent⸗ gnügt, daß von deiner d daß ich nann dich arf nennen, 0 Lebens⸗ lit mir ver⸗ mir dein iu ich dich „doah sich t, und abho eit ein neuer und freudig Ort, b, bis ich ort Jerusa⸗ ine Hände neine Kniee deine Hand wieder zu mit d 0 damit Wärts H. le, frisch im und sei nur 6 dich ni 1 Bahn die Ablocken; 0 zu lan Hsam , ie in Mler n sihe meine S Sele 4. Neujahrslieder. 25⁵ ist schon auf zu dir geflogen; du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir ge— zogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit: ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. August Hermann Franke, 4 1727. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 40. O Anfang sonder Ende, du 2050 Herr der Zeit, wir preisen deiner Hände Regierung hocherfreut, weil du uns noch ein Jahr mit Segen lässest schließen und wir bekennen müssen, dein Thun sei wun⸗ derbar. 2. Die Kirch ist fest ge⸗ gründet durch Wort und Sacrament, darin, stets neu entzündet, dein Licht und Recht noch brennt. Dein Sohn, der ist der Stein, an dem die Feinde fallen, er, der den Deinen allen ein Aufer⸗ stehn wird sein. 3. Das Land ist voller Segen und trieft von Oel und Most, man schmecket allerwegen der Felder edle Kost. Ist da und dort ein Schwert durch unsre Seele gangen, so hast du nach Ver⸗ langen auch wieder Trost beschert. 4. Die Häuser sind voll Güte, die alle Morgen neu; wo man sich treulich mühte, da stand dein Sorgen bei. Die Kinder nahmen zu an Alter und an Gnade: das Licht auf ihrem Pfade, Sohn Gottes, warest du. 5. Die Herzen sind voll Gnaden; obgleich wir Zorn verdient, hast du doch allen Schaden durch Christum aus⸗ gefühnt; wenn wir bei Tag und Nacht mit Seufzen und mit Beten vor deinen Thron getreten, hast du es gut ge⸗ macht. 6. Nun, Herr, dein ist die Ehre, du heißest Wunderbar, drum unser Flehen höre, daß wir das alte Jahr, befreit von aller Noth, in deiner Gnade schließen und in dem neuen wissen, du seist der alte Gott. 7. Laß dir die Alten dienen wie Hanna, Simeon; gieb, daß die Jungen grünen wie dein und Davids Sohn. Nimmt Eins an Jahren zu, das soll sich auch nicht schä⸗ men, im Guten zuzunehmen; dies Alles wirke du! 8. Und wann wir das vollendet, was uns dein Wort gesagt, und unser Lauf sich endet jung oder wohl⸗ betagt, dann führ uns zu der Schaar der Deinigen dort oben, dann wollen wir dich loben im ewgen Friedensjahr. Benjamin Schmolck, 4 1737. 2 b. Jahres Mel. Wo Gott zum Haus nicht ꝛc. 41. Das alte Jahr ver⸗ gangen ist, wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du in Noth uns und Gefahr behütet hast dies ganze Jahr 2. Wir bitten dich, du ewger Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, der Seelen höchsten Trost und Hort. Vor Unglaub und Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn die breite Bahn und fromm zu werden fangen an, der alten Sünden nicht gedenk, ein gnadenreich neu Jahr uns schenk. Johann Steuerlein, + 1613, und Jatob Trapp. 1620. Mel. Werde Licht, du Stadt der H. 42. Hif, Herr Jesu! laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an. Laß es neue Kräfte bringen, daß aufs Neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2. Meiner Hände Werk — und Thaten, meiner 4. Neujahrslieder. anfang. Red und Wort müssen nur durch dich gerathen und ganz glücklich gehen fort. Neue Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir ateil, wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollet du, Herr, bei mir sein, geh ich aus, wollst du mich leiten, kehr ich heim, steh mir zur Seiten. 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr; hilf, daß ich mich stets bemühe, 2— zu preisen mehr und mehr. Laß mein Bitten und mein Flehen doch im Himmel vor dir stehen! 5. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, gieb mir Buß ob meiner Sünd; hilf, daß sie mir nimmer schade, son⸗ dern bald Verzeihung find, Herr, in dir; denn—0 mein Leben, kannst die Sünd allein vergeben. 6. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, Flehen hin, weil ich mich fe sehr 1m. und voll Augst und 3 Zagen bin. Stärke mich in meinen Nöthen, daß mich Sünd und Tod nicht tödten. 7. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir — 66 sei, und ich christlich hnne Heuch hie al selig l . ginnen mir; Sinne Begier Gedar mich 9. lich e Jahr den in E dich die“ Mel.A 3 Sing Herr hicher 2 Wand um Ylde Reul 3 Mü witt Erd Were 4. mind Kind „Hrr, h als, I, kehr Sitbn. Kmeine Nomons ich stets en mehr Bitten och im R! n Jahr r Buß f, daß e, son⸗ find, „ mein allein deiner , mein mich e (Mast 10 Rich mich ah lbdtet. Gnade + mir ristlich 4. Neujahrslieder. 27 könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch all— hie auf Erden fromm und selig möge werden. 8. Jesu, richte mein Be⸗ ginnen, Jesu, bleibe stets bei mir; Jesu, zähme mir die Sinnen, Jefu, sei nur mein Begier; Jesu, sei mir in Gedanken, Jesu, lasse nie mich wanken. 9. Jesu, laß mich fröh⸗ lich enden dieses angefangne Jahr; trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, wann ich soll die Welt verlassen. Johann Rist, 4 1667. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren. 43. un laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Unge⸗ wittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 4. Also auch und nicht minder läßt Gott uns, seine Kinder, wenn Noth und Trübsal blitzen, Schooße sitzen. 5. Ach, Hüter unsers Le⸗ bens! fürwahr, es ist ver⸗ gebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein' Augen wachen. 6. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles d wenden! — 7. Laß ferner dich erbit⸗ ten, o Vater und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gieb uns und allen Denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 9. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern We⸗ gen, laß Großen und auch in seinem Kleinen die Gnadensonne scheinen. i 10. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Bera⸗ ther, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 11. Hilf gnädig allen Kranken, gieb fröhliche Ge— danken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwer⸗ an⸗ quälen. Und endlich, was das Meist, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe 2.Iu=•.— 0 0 10 28 4. Neujahrslieder. 13. Das Alles wollst du geben, o unsers Lebens Le⸗ ben, uns und der Christen⸗ schaare zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 44 Jesus soll die Lo⸗ sung sein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in sei— nem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll in den Gemeinden schal— len; und so oft wir nach dem Ort, da sein Name wohnet, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Hei⸗ ligthum. 3. Sein Versühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu Theil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leit⸗ stern für, so wird alles wohl bestehen und durch diesen Gnadenschein alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen; so wird alle Bitterkeit uns ein Segen werden müssen, Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kum⸗ mer stillt. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Machs mit mir, Gott, nach ꝛc. 45 Ein Jahr geht nach dem andern hin der Ewigkeit entgegen; ach, möchte doch der träge Sinn dies fleißiger erwägen! Ach, brächte doch ein jedes Jahr viel neue gute Früchte dar! 2. Allein wo ist, wo ist die Frucht, die wir bisher getragen? Wie oft hat Gott umsonst gesucht, wie hat er müssen klagen! Es that ihm weh, wenn seine Hand an⸗ statt der Frucht nur Blätter fand. 3. Haut ab, spricht er, den kahlen Baum, der keine Früchte träget; was nimmt er andern Saft und Raum? Komm, Tod, der alles schlä⸗ get, komm, leg die Axt der Wurzel an, thu einen Streich, so ists gethan! 4. Allein der treue Hei⸗ land spricht: Laß ihn dies Jahr noch stehen! Trägt er bis jetzt auch Früchte nicht, ich hoff sie noch zu sehen. Ach, halt des strengen Ur⸗ theils Lauf doch dies Jahr noch, mein Vater, auf! 5. So gieb denn, lieber Heiland, Kraft, dies Jahr viel Frucht zu bringen: ach, 0 laß do in un nd Haus und E Ph. Mel. Es 46 * Mond theilen man 1 die 3 Iahre laßt Mack Dank und Kum⸗ 1737. nach ꝛc. t nach n hin ach, Sinn Ach, Iahr e dar! wo ist bisher N Gott hat er at ihm ud an⸗ Blätter cht kr, keine nimmt Raum? schlä⸗ lxt der treich, e He⸗ on dies rägt er te nicht, gen Ur⸗ 65 Jchr 71 Hscher Jcht nach 4. Neujahrslieder. 29 laß doch deines Geistes Saft in unsre Zweige dringen, und schütte du auf jedes Haus viel Gnade, Kraft und Segen aus. Joh. Jakob Rambach, 1 1735. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 46 Gott ruft der Sonn 2 und schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen, er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht; auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen! 2. Herr, der da ist und der da war, von dankerfüll—⸗ ten Zungen sei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben, verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schützest uns und du ver⸗ mehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden; doch schadet mir das Glück der Welt, so gieb mir Kreuz und Leiden; nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glück— lichen beneiden. 5. Hilf deinem Volke vä⸗— terlich in diesem Jahre wie— der, erbarme der Verlaßnen dich und der bedrängten Glieder; gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder; 6. Daß Weisheit und Ge⸗ rechtigkeit in seinem Rathe throne, daß Tugend und Zu⸗ friedenheit in unserm Lande wohne, daß Treu und Liebe bei uns sei; dies, lieber Va⸗ ter, dies verleih in Christo, deinem Sohne. Christian Fürchtegott Gellert, 1769 5. Epiphaniaslieder. Eigene Melodie. 47 erde Licht, du Stadt der Hei⸗ den, und du, Salem, werde Licht; schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht; Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen. 2. Dunkelheit, die mußte weichen, als dies Licht kam in die Welt, dem kein an⸗ dres zu vergleichen, welches alle Ding erhellt; die nach diesem Glanze sehen, dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waren wir verblendet, ehe noch dies Licht brach an! Ja, da hatte sich gewendet schier vom Himmel Jedermann: unsre Augen und Geberden klebten einzig an der Erden 4. Gottes Rath war uns verborgen; seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, Jedem fehlt es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleb en seinen 2— uns so ollte geben. KAbrr f it hervorgegan— 90 ist der Anfgante aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben. 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn; ewig, Herr, will ich dir danken, daß du uns so wohl gethan und uns diesen Schatz geschenket, der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gieb, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit dienen und durch Glaubenswerke folgen in Ge⸗ rechtigkeit, und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 5. Epiphaniaslieder. 8. Dein Erscheinen müß erfüllen mein Gemüth in aller Noth; dein Erscheinen müsse stillen meine Seele selbst im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 9. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klar⸗ heit wohnen. Johann Rist, 1667. Mel. Wünß laß ich nicht. 48. J esu, großer Wun⸗ Werstreiz der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen; nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs selber von dir habe und damit be⸗ schenket bin; so ist dirs die liebste Gabe; laß es auch bewährt und rein in dem Trübsalsfeuer sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir genügen. Herz und Lip⸗ pen sollen stets, ihn zu opfern, vor dir liegen; wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu; ach, wie schmer⸗ set ml list fu VBost mun f Nus vom nicht der d du br Kcht, schmo ist y Gottes Sohn, König preis Heil, Olüͤck dwbe tröste sucht Leben 8. ich st c ino 6 dung ganz d imn de gern de n müß in aller müsse lbst im en und ir dein endlich bösen licht zu chon ist unter u Klar⸗ 1667. ich ucht. + Wun⸗ der aus meine dir an nimm idig an, en kann. rold des 66 selber amit be⸗ dirs die 2s auch in dem 5. Epiphaniaslieder. 31 zet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde, und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdmann Neumeister, 4 1756. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 49 Wie herrlich strahlt 2— der Morgenstern! O welch ein Glanz geht auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht, du bringst in finstre Seelen Licht, die nach der Wahrheit schmachten. Dein Wort, Jesu, ist voll Klarheit, führt zur Wahrheit und zum Leben; wer kann dich genug erhe— ben? 2. Du hier mein Trost und dort mein Lohn, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, des Himmels großer König! Von ganzem Herzen preis ich dich; hab ich dein Heil, so rühret mich das Glück der Erde wenig. Zu dir komm ich; wahrlich Keiner tröstet deiner sich vergebens, sucht er dich nur, Herr des Lebens. 3. Durch dich nur kann ich selig sein; o drücke tief ins Herz mir ein Empfin⸗ dung deiner Liebe, damit ich ganz dein eigen sei, aus Welt⸗ sinn deinen Dienst nicht scheu, gern deinen Willen übe. Nach dir, nach dir, den ich fasse und nicht lasse, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, die Hoffnung, daß dein Angesicht ich ein⸗ stens werd erblicken. Du wirst indeß durch deine Kraft, die Ruh in müden Seelen schafft, mich stärken und er⸗ quicken. Tröste du mich, Se⸗ ligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Himmelsfreu⸗ den inne werde. 5. Und wie, Gott Vater, preis ich dich! Von Ewig⸗ keit her hast du mich in dei⸗ nem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich mit dir ver— eint; er ist mein Bruder und mein Freund: was ist, das mich betrübet? Seele, wähle ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zum Freunde, und dann fürchte keine Feinde. 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm müsse froher Lobgesang mit jedem Tag erschallen! Dem Lamme, das erwürget ist, dem Freun⸗ de, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohͤlgefallen! Tönet, tönet, Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde voll von seinem Lobe werde! 7. Wie freu ich mich, o Jesu Christ, daß du der Erst und Letzte bist, der Anfang und das Ende! Ich gebe, 32 5. Epiphaniaslieder. Heiland, meinen Geist, wenn er sich einst dem Staub ent⸗ reißt, in deine treuen Hände. Ewig werd ich, Herr, dort oben hoch dich loben, dem ich traue, wenn ich nun dein Antlitz schaue. Johann Adolph Schlegel, 4 1793. b. Passionslieder. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen s. 50 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein theures Blut gemacht vor Gott ge— recht und gut. 2. Wir bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch deine heilgen Wunden roth: erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Noth. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand, reich uns deine mächtige Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein, 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns wirst verlassen nicht, vielmehr ganz treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Cbristopb Vischer, 1600. Eigene Melodie. 51 H Jesu, was hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urtheil hat gesprochen? Was ist die Schuld? in was für Missethaten bist du ge⸗ rathen? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins An⸗ gesicht geschlagen und ver⸗ höhnet, du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschla— gen; ich, mein Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du geduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich ge— bracht auf diese Marter⸗ straße; ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden und du mußt leiden. 6. Ach, großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten? Keins Menschen Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. ö 7 0 7. Sinnen mit do vetglei demn d Verke 8. 2 das dir des Fle zähme, Mein 5 mit alt 9. 9 steht i sündli zu hef Geist, Guter 10. bar d als L für ni Werde deinen füllen. II. Len al nicht und P Rgn schme dem ich n dein + 1⁵⁰8. du ge⸗ zelt und ns An⸗ id ver⸗ t Essig ket, ans sach aller 9, meine geschla⸗ + Jesu, t, Was wlich ist der gute Schafe; X Herre, seine o Lieb dich ge Morter⸗ der Welt den und nig, groß wie kann LCTreu Meschen zudenben, . 6. Passionslieder. 33 7. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, wo⸗ mit doch dein Erbarmen zu vergleichen; wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 8. Doch ist noch etwas, das dir angenehme, wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs Neu mein Herze nicht entzünden mit alten Sünden. 9. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, die sündliche Begier ans Kreuz zu heften, so gieb mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 10. Dann werd ich dank— bar deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für nichts mehr achten; ich werde mich bemühn, Herr, deinen Willen stets zu er— füllen. 11. Ich werde dir zu Eh— ren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach und Plagen, nichts von Ver⸗ folgung, nichts von Todes— schmerzen nehmen zu Herzen. 12. Dies Alles, obs ge⸗ ring zwar ist zu schätzen, wirst du, o Herr, nicht gar bei Seite setzen, in Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen. 13. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klin⸗ gen, Lob und Dank singen. Johann Heermann, 7 1647. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 52 JFesu, deine tiefen Wunden, deine Qual und bittrer Tod ge⸗ ben mir zu allen Stunden Trost in Leibs⸗ und Seelen⸗ noth; fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein, die verleidet meinem Herzen, mit der Sünde je zu scherzen. 2. Will sich dann in Wol⸗ lust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden, bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnaden— zeichen, bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Sündenbahn, wo so Viele sich verlieren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Centnerlast, die du ausge— standen hast: so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja, für alles, was mich kränket, geben deine Wunden Kraft, wenn mein Herz hinein sich senket, krieg ich neuen 2* 34 6. Passionslieder. Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich setz ich mein Vertrauen, du bist meine Zu⸗ versicht. Dein Tod nimmt dem Tod das Grauen, daß er mich kann tödten nicht. Daß ich an dir habe Theil, bringet mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in mei— nem Herzen, du Brunn aller Gütigkeit, so empfind ich keine Schmerzen, auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, kein Feind kann verletzen mich; wer sich tröstet deiner Wunden, der hat glücklich überwunden. Johann Heermann, + 1647. Eigene Melodie. 53 Tarnaurigkeit, o KHerzeleid! ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einzig Kind wird ins Grab getragen. 2. O große Noth! Der Herr liegt todt; am Kreuz ist er gestorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind! Nur deine Sünd hat dieses an⸗ gerichtet, da du durch die Missethat warest ganz ver⸗ nichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hier mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 5. O füßer Mund, o Glaubensgrund, wie bist du doch zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. O selig ist zu aller Frist, der dieses recht be— denket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab versenket. 7. O Jesu, du mein Hülf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen: hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen. Johann Rist, 4 1667. Eigene Melodie. 54 Wernn meine Sünd mich kränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist, und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Ma⸗ ßen, wenn mans betrachtet recht, es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; es hat sich selbst mein Herr und Gott für nich gebei g. nun große in O. allzun theure mehr Qual 4. Herze lang Schm Dank Angjf schul Veb 9. Leidt für, den d uch die Nz ver mm, das hier mit sches er für dich und, o bist du Es, Was uß dich u aller echt be⸗ Ert der 3 Grab in Hülf dich mit ich mich ir möge 1 160. e Sünd inken, o hrist, so edenken, 6. Passionslieder. 35 mich verlornen Menschen ge⸗ geben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? ich bin bei Gott in Gnaden, die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi theures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Gluth. 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein Lebe— lang für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Noth und Angstgeschrei, für dein un⸗ schuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu mei⸗ den die sündliche Begier; daß nie mir komme aus dem Sinn, wie viel es dich ge— kostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wärs auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen; gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt, und folge dem Exempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jedermann ohn Eigennutz und Heuchelschein, und wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wun⸗ den mich trösten kräftiglich in meinen letzten Stunden und deß versichern mich, weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich an⸗ nehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, 4 1673. Mel. Herr Jesu Christ, meins Leb. L 55 Herr Jesu Christ, dein theures Blut ist meiner Seele höchstes Gut; das stärkt, das labt, das macht allein das Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck und Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Got⸗ tes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein theures Blut, das Leben schafft, giebt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letz⸗ ten Noth, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius, + 1684. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 56. Ein Lämmlein geht und trägt die 36 6. Passionslieder. Schuld der Welt und ihrer Kinder, es geht und träget in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und krank, ergiebt sich auf die Würgebank, entsaget allen Freuden; es nimmt auf sich Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Strie⸗ men, Kreuz und Tod, und spricht: ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die von Anfang an verdient des Zor⸗ nes Ruthen; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten. 3.II1 Ja,.; Vater, ja. von Herzensgrund, leg auf, ich will dirs tragen; mein Wol⸗ len hängt an deinem Mund‚, mein Wirken ist dein Sagen. O Wunderlieb, o Liebes— macht, du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen; o Liebe, Liebe! du bist stark, du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen, dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebes— armen fassen; du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben; ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigenthum bestän⸗ diglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freu— denopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir zu gut ge— than, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Ge— dächtniß schließen. 6. Wann endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dein Blut mein Purpur sein, ich will mich darin kleiden; es soll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen, und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohl— geschmückte Braut an deiner Seite stehen. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 57 O Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schwe— 0 ben, Tod! Chren schwer und g 2. mit Fl nit E überfül Herzen Schme dem at . schlage mit J richt? Suͤnd Kinde weißt 4. Sünde lein f dem erreget cchlägt Marte stets, Albes⸗ st sein und Stücke Herze )dir, iermit estän⸗ deiner und t auch Freu⸗ Bach 9 dir i und hießen; gut ge⸗ etõ, so Ge⸗ ch soll teiches Blut 9 will 5 soll Kron, or den Vaters r mich wohl⸗ deiner 1676. zaͤlder. ch hier en am sh 6. Passionslieder. 37 ben, dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren läßt willig sich be⸗ schweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt; aus seinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so ge⸗ schlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zuge— richt? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Uebelthaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körn⸗ lein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterheer. 5. Du setzest dich zum Bür⸗ gen, ja lässest dich erwürgen für mich und meine Schuld; mir lässest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 6. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel vermögen, das will ich dank— bar legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 7. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 8. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran er— götzen, ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld, und ein Siegel der Lieb und un— verfälschten Treu. 9. Ich will darin erblicken, wie ich mein Herz soll schmücken mit stillem, sanf— tem Muth, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 10. Ich will ans Kreuz mich schlagen mit dir und dem absagen, was meinem Fleisch gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 11. Dein Seufzen und dein Stöhnen, und die viel tausend Thränen, die für mich weintest du, die sollen mich am Ende in deinen Schooß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 1676. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 58 O Haupt voll Blut und Wunden, voll ——— *—....— — 2 2 38 6. Passionslieder. Schmerz und voller Hohn; o Haupt, zum Spott ge⸗ bunden mit einer Dornen⸗ kron; o Haupt, sonst schön gekrönet mit hoͤchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst verhöhnet, gegrüßet seist du mir! 2. O edles Angesichte, davor das Reich der Welt erschrickt und wird zu nichte, wie bist du so entstellt, wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schmachvoll zugericht? 3. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last, ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat; gieb mir, o mein Erbarmer, den An⸗ blick deiner Gnad! 4. Erkenne mich, mein Hü⸗ ter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan; dein Mund hat mich begabet mit wunderbarem Trost, dein Geist hat mich gelabet mit reicher Him⸗ melskost. 5. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todes⸗ stoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schooß. 6. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschehe mir! 7. Ich danke dir von Her⸗ zen, o Jesu, liebster Freund, für deines Todes Schmer⸗ zen, da du's so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich einst erkalte, in dir mein Ende sei. 8. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann her⸗ für; wenn mir am aller⸗ bängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Pein. 9. Erscheine mir zum Schil⸗ de, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnoth; da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll fest an mein Herz dich drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt, 1676. Schm und hin, gebr geme Blut allen . Wun Herz alle gesse ich dich Im und meinen nt mir mich in n Heil, ch möcht deinem ben von geschehe on Her⸗ Freund, Schmer⸗ gemeint. ich halte reu, und , in dit mal soll licht von Tod soll ann her⸗ n aller⸗ as Herze aus den T Angst mSchil meinem sehn dein Hesnoth ö blicken, poll fest drüdken. bt wohl. 1676. 6. Passionslieder. 39 Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 59 Sei mir tausendmal 1 gegrüßet, der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt; ach, wie ist mir doch so wohl, wenn ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest. 2. Heile mich, o Heil der Seelen, der ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir Diut m wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, wird sich all mein Jammer setzen. 3. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unver⸗ gessen sein; du bist doch mein schönstes Gut, da mein gan⸗ zes Herze ruht; laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 4. Diese Füße will ich halten, Herr, so fest ich im— mer kann; schau, o schau mein Händefalten und mich selber freundlich an von des hohen Kreuzes Baum, und gieb meiner Bitte Raum; sprich: Laß all dein Trauern schwinden; ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt, 4+ 1676. Eigene Melodie, 60 Jesu, meines Lebens Leben, Jesu, mei⸗ nes Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennoth, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach, du hast aus⸗ gestanden Lästerreden, Spott und Hohn, hast getragen Strick und Banden, du ge— rechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tau⸗ send, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 3. Du hast wollen sein geschlagen, mich zu lösen von der Pein; fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tau⸗ send, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Du hast dich mit Schmach bedecket, hast ge— litten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld; daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequalet. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 5. Deine Demuth hat ge— büßet meinen Stolz und 4⁰ 6. Passionslieder. Uebermuth; dein Tod meinen Tod versüßet, es kommt alles mir zu gut; dein Ver⸗ lassensein, dein Schreien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 6. Nun ich danke dir von Herzen, Herr, für die ge⸗ sammte Noth, für die Wun⸗ den, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod. Für dein Zittern, für dein Zagen, deine tausendfachen Plagen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. Ernst Christopy Homburg, 4 1681. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 61 er am Kreuz ist * meine Liebe, meine Lieb ist Jesus Christ! weg, ihr argen Sündentriebe, Welt und Fleisch mit eurer List! Eure Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe, Frevler, was befrem⸗ dets dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab 6 sich selbst fͤr mich. So ward er mir Friedenss child, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glau⸗ ben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt! weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt. Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn? Trat ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glau⸗ ben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Keine Noth, schwer, hart und groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, nichts macht mich von Jesu los; nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum. Der am Kreuz m meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, Tod, komm, mein bester Freund! Wenn ich einst wie Staub zerstiebe, werd mit Jesu ich vereint. Da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seelen Bräu⸗ tigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Joh. Mentzer, 4 1784. Mel. O Gott, du frommer 5 Seht, scht SPn ist das! Blicke 2—— aae o Antlitz voller Schmach, o Lippen voller Sehnen, o Haupt voll Todesschweiß! O Seele voller Noth, t meine ist mir nn ich ich am igt ich Trat Hohn? meine Glau⸗ meine schwer, unger, nichts u los; Gold, nicht, Der am e, Weil übe. meine komm, Wenn rstiebe, vereint. Gottes Bräu⸗ reuz ist mich 6. Passionslieder. 41 Herze voll Geduld, o Lieb voll Angst im Tod. 2. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach, sehet seine Wun⸗ den! Habt ihr, ihr Sünder, nicht den Heiligen gebun⸗ den? Sind eure Lüste nicht die Dornen, die er trägt? ists eure Bosheit nicht, die an das Kreuz ihn schlägt? 3. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach, opfert Thränen⸗ fluthen, denn eure Sünde macht das Herz des Heilgen bluten; geht nicht vorüber hier, wo Schmerz ist über Schmerz; seht durch die offne Brust in eures Jesu Herz! 4. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach ja, wir wollen sehen, was dir, du Menschen⸗ freund, durch Menschen ist geschehen; so lang ein Auge blickt, so lange soll die Pein, die du für uns erträgst, uns unvergessen sein! 5. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach, sieh uns an in Gnaden! Wenn wir uns voller Buß in Jammerthrä⸗ nen baden, so laß den Blick vom Kreuz in unsre Seele gehn, und dein vergoßnes Blut für uns beim Vater flehn. 6. Seht, welch ein Mensch ist das! So werden wir dich schauen und unsern ganzen Trost auf dein Verdienst nur bauen. Wenn nun dein Haupt sich neigt, so sterben wir mit dir, wenn unser Auge bricht, so leben wir dafür Benjamin Schmolck, 4 1737. Eigene Melodie. 63 du Liebe meiner 7 Liebe, du er⸗ wünschte Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens, mir zu gute, als ein Opfer eingestellt und be⸗ zahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt! 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Oel⸗ berg sich betrübt! Liebe, die mit Sorg und Sehnen un⸗ aufhörlich fest geliebt; Liebe, die den eignen Willen in des Vaters Willen legt, und, den Fluch der Welt zu stillen, treu die Last des Kreuzes trägt! 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehört, Liebe, die mit Angst und Schmerzen nicht der strengste Tod versehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, wo der Athem geht zu End, Liebe, die sich liebend neiget, da sich Lieb und Seele trennt! 4. Liebe, die für mich ge⸗ storben und ein immerwäh⸗ rend Gut mir am Kreuzes⸗ stamm erworben, ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, 42 6. Passionslieder. wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft in deinen Armen ruh! 5. Liebe, die sich todt ge⸗ kränket und für mein erkaltet Herz in ein kaltes Grab ge⸗ senket, ach, wie dank ich dei⸗ nem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erworben; nimm mich ewig liebend an! Johann Scheffler, 4 1677. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du ꝛc. 64. Wa stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld — Bösen uns zu erlösen. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Er— den, ad bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen: 3. Welch wundervoll, hoch⸗ heiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt, ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen, Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen; dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Dies schlägt den Stolz auf mein Verdienst danieder, es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier gebückt vor dir im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glau⸗ ben zu verehren, daß ich ge⸗ treu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 8. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt ich noch nach meinem Willen leben, und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 9. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelassnen Herzens werden, da du so viel für uns, die wirs ver⸗ schuldet, liebreich erduldet? 10. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt ich sie, sie, meine Brü⸗ der, hassen, und nicht wie du, wenn sie mich untertre⸗ ten, für sie noch beten? 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so U Stolz anieder und es hrt mich lich aus Gottes u Heil, glaube, vor dir nich mit in deine st mich lehren, u Glau⸗ ich ge⸗ er Liebe bst für ie könnt Willen jelmehr, re, zu t, wenn wenn lassnen du so 115 ber⸗ eduldet! du dein R, Wie 1e Brü⸗ t Wie narte. en? ft +7 6. Passionslieder. 43 schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze, und werd ich matt im Laufe guter Werke, so sei mirs Stärke. 12. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thor⸗ heit werden, so seis doch mir, trotz allen frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kränken, so laß dein Kreuz mir wie⸗ der Ruhe schenken; dein Kreuz, das sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Mel. Christus, der ist mein Leben. 65. Die Sonne stand verfinstert, der Mittag ward zur Nacht; nun hatt' er überwunden, und sprach: es ist vollbracht. 2. Der Erde furchtbar Be⸗ ben hob das Gebirg empor, und Todte Gottes gingen aus ihrem Grab hervor. 3. Den Todesüberwinder umgab des Grabes Nacht; und Engel Gottes jauchzten: er hats, er hats vollbracht. 4. Das Opfer für die Sünde ist dargebracht vor Gott! Er starb; und Heil und Leben wird aller Welt sein Tod! 5. Nun wird kein Opfer wieder in Ewigkeit gebracht; der, den sein Volk erwürgte, der hat es ganz vollbracht! 6. O du, der mich ver⸗ söhnte dem Richter aller Welt, du hast, das Heil der Erde, dich opfernd herge— stellt. 7. Nun wohnt in ewgem Frieden das menschl iche Ge⸗ schlecht; und du regierst die Völker mit Wahrheit und mit Recht. 8. Du kommst und führst die Deinen in deines Vaters Reich; du machst an Heil und Würde sie deinen En geln gleich. 9. Wie herrlich ist dein Name, wie groß ist deine Macht! Preis dir und Dank und Ehre, daß du dein Werk vollbracht! 10. Darf ich den Tod noch fürchten? Herr, meines Lebens Kraft, auch ich werd überwinden durch dich, der Sieg verschafft! 11. Du führst mich hin zum Ziele; vollbracht ist dann mein Lauf! Dann nimmt in seine Hände auch mich mein Vater auf. Balthasar Münter, 4 1793. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. 66 CEꝰ ist vollbracht, er ist verschieden, 44 6. Passionslieder. mein Jesus schließt die Augen zu; der Friedefürst entschläft in Frieden, die Lebenssonne geht zur Ruh und sinkt in stille Todesnacht. O großes Wort: es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht, er hats gesprochen; das ewge Wort muß sprachlos sein; das Herz der Treue wird gebrochen, den Fels des Heils umschließt ein Stein; die höchste Kraft ist nun ver⸗ schmacht; o wahres Wort: es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht; ihr, meine Sünden, verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich verkünden: des Sohnes Blut erlangt Gehör; am Kreuz hats Frieden uns gemacht. O süßes Wort: es ist voll⸗ bracht! 4. Es ist vollbracht; o welch Verlangen zieht mich zu deinem Grabe hin; dich wünschen Engel zu empfan⸗ gen, ruh auch in meinem Herzen drin, wo dir die Liebe Raum gemacht; o tröstlich Wort: es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht; ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die En⸗ gel sind allhie zugegen, ich schlummre sanft wie Jakob ein; die Himmelspfort ist aufgemacht. O Lebenswort: es ist vollbracht! Salomon Franck, 4 1725. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. o ruhest du, o 67⁷. S meine Ruh, in deiner Grabeshöhle und er⸗ weckst durch deinen Tod meine todte Seele. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben; dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder aufer⸗ wecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 4. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich im Frie⸗ den liege, weil ich nun, durch deinen Tod, Tod und Grab besiege. 5. Gar nichts verdirbt; der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 6. Indeß will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis zum Tod gedenken. Salomon Franck, 4 1725. Herzeleid. du, o Ruh, in und er⸗ od meine dich ein meines hat jetzt els des ich weiß, r aufer⸗ nmein r Gruft sein ein im Frie⸗ m, durch Id Grab erdirbt; t; doch und in ier aus c, mein ne Seele bittern gedenken. 1125. 7. Osterlieder. 4⁵ 7. Osterlieder. Eigene Melodie. 68 Chbrist ist erstanden von der Marter alle! deß solln wir Alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! 2. Wär er nicht erstanden, die Welt, die wär vergangen; seit daß er erstanden ist, so lobn wir den Herrn Jesum Christ. Halleluja! 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! deß solln wir Alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! Alte Kirche. Eigene Melodie. 69 Christ lag in Todes⸗ 49 banden, für unsre Sünd gegeben; der ist wie⸗ der erstanden und hat uns bracht das Leben; deß wir sollen fröhlich sein, Gott lo— ben und ihm dankbar sein und singen: Halleluja! Hal⸗ leluja! 2. Den Tod Niemand bezwingen konnt bei allen Menschenkindern; das machte alles unsre Sünd, kein Un⸗ schuld war zu finden. Da⸗ von kam der Tod sobald und nahm sich über uns Gewalt, sein Reich hielt uns gefangen. Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unsrer Statt ist kommen und hat die Sünde abgethan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt; da bleibet nichts denn Todsgestalt, den Stach'l hat er verloren. Halleluja! 4. Es war ein wunder⸗ licher Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben, das behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift uns die Kunde bringt, wie da sein Tod den Tod bezwingt; ein Spott der Tod ist worden. Hal⸗ leluja! 5. Hier ist das rechte Osterlamm, davon wir sollen leben, das ist uns an des Kreuzes Stamm aus heißer Lieb gegeben. Deß Blut zeichnet unsre Thür, das hält der Glaub dem Tode für; nicht rühr'n kann uns der Würger. Halleluja. 6. So feiern wir das hohe Fest mit Helzensfreud und Wonne, das uns der Herr erscheinen läßt; er sel⸗ ber ist die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz er— leuchtet unfre Herzen ganz: der Sünd Nacht ist vergan⸗ gen. Halleluja! Martin Luther, 4 1546. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 70 da die — Sonn aufgeht, mein Heiland Christus auf⸗ ersteht. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Hal⸗ leluja! 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Noth, versenkt in Trübsal bis zum Tod, läßt du mir früh die Gnaden— sonn aufgehn nach Trauern, Freud und Wonn. Halle⸗ luja! 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang hält meinen Heiland Todeszwang; am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Halle⸗ luja! 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält; drauf folgt der Sabbath in dem Grab, allda ich Ruh und Friedeu hab. Halle⸗ luja! 5. In Kurzem wach ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf; ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja! 6. O Wunder groß, o starker Held, wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer 7. Osterlieder. auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halle⸗ luja! 7. Lebt Christus, was bin ich betrübt; ich weiß, daß er mich herzlich liebt; wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja! 8. Er nährt, er schützt, er tröstet mich, sterb ich, so nimmt er mich zu sich; wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil seines Leibes Glied ich bin. Halleluja! 9. Durch seiner Aufer⸗ stehung Kraft komm ich zur Engel Brüderschaft; durch ihn bin ich mit Gott ver⸗ söhnt und mit Gerechtigkeit gekrönt. Halleluja! 10. Mein Herz darf nicht entsetzen sich: Gott und die Engel lieben mich; die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Trau rigkeit. Halleluja! 11. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt; dort wollen wir mit größrem Fleiß er⸗ heben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Joh. Heermann, + 1647. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 71 Wach auf, mein Herz, — die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen; Rdent — ihn von Halle⸗ was bin iß, daß t; wenn t stürb Christum cluja! schützt, er ich, so ich; wo ich hin, Hlied ich r Aufer⸗ uich zur t; durch Hott ber⸗ echtigkeit darf nicht ott und nich; die ist bereit nd Trau⸗ Trost, o Vsu, dankt It wollen Fleiß er⸗ uhm und u, bl. Lonmen her. mein Herd ct ist hin, gegangen; 7. Osterlieder. 4⁷ ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu um⸗ fangen, der heute durch des Todes Thor gebrochen aus dem Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben; vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auf⸗ erstanden. 2 3. Vergiß nun, was da⸗ hinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht: er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Es hat der Löw aus Juda Stamm heut siegreich überwunden, und das er⸗ würgte Gotteslamm hat, uns zum Heil, gefunden das Le⸗ ben und Gerechtigkeit, weil er nach überwundnem Streit die Feinde Schan getragen. 6. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 7. Ach mein Herr Jesu, der du bist vom Tode auf⸗ erstanden, rett uns aus Sa⸗ tans Macht und List und aus des Todes Banden, da⸗ mit wir Alle insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 8. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueberwindern, die überwunden durch dein Blut. Herr Jesu, gieb uns Kraft und Muth, daß wir auch überwinden. Laurentius Laurenti, 4 1722. Mel. Christus, der ist mein Leben. 72 Willlommen, Held 5 im Streite, aus deines Grabes Kluft! Wir triumphiren heute um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird Schau getragen und heißt nunmehr ein Spott; wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott. 3. In der Gerechten Hüt ten schallt schon das Sieges⸗ lied; du trittst selbst in die 7. Osterlieder. Mitten und bringst den 2. Du liegest in der Erde Osterfried. und hast sie eingeweiht, wenn 4. Ach, theile doch die ich begraben werde, daß sich Beute bei deinen Gliedern mein Herz nicht scheut, auch aus; wir alle kommen heute in den Staub zu legen, was deswegen in dein Haus. Staub und Asch vermehrt, 5. Schwing deine Sieges⸗ weil dir doch allerwegen die fahne auch über unser Herz, Erde zugehört. und unsern Weg uns bahne 3. Du schläfest in dem vom Grabe himmelwärts. Grabe, daß ich auch meine 6. Laß unser aller Sün⸗ Ruh an diesem Orte habe, den ins Grab verscharret drückst mir die Augen zu; sein, uns einen Schatz hier drum soll mir gar nicht finden, der ewig kann er⸗ grauen, wenn mein Gesicht sreun.. n ki vergeht, ich werde den wohl 7. Wir sind mit dir ge⸗ schauen, der mir zur Seite storben,—— wir mit dir; steht. was uns dein Tod erwor⸗ 4. Dein Grab schließt ben, das stell uns täglich für. Stein und Siegel, aan 25 8. Wir wollen hier ganz wirst dennoch frei; auch mei⸗ fröhlich mit dir zu Grabe nes Grabes Riegel brichst gehn, wenn wir nur dorten du mit Macht entzwei; du selig mit dir auch auferstehn. wirst den Stein schon rücken, 9. Der Tod kann uns der auch mein Grab bedeckt, nicht schaden, sein Pfeil ist da werd ich dich erblicken, nunmehr stumpf: wir stehn der mich vom Tode weckt. bei Gott in Gnaden und rufen schon: Triumph! 5. Du fährest in die Höhe 5 in Schmalck. 3 17³⁷ und zeigest mir die Bahn, Ainen eee, L. ne, wohin iich endlich gehe, da Mel. Valet will ich dir geben. ich dich finden kann; dort Ich geh zu deinem ist es sicher wohnen, und lau⸗ * N Grabe, du großer ter Glanz Um dich, da war⸗ Osterfürst, weil ich die Hoff⸗ ten Himmelskronen in deiner nung habe, daß du mir zei⸗ Hand auf mich. gen wirst, wie man kann 6. O meines Lebens Le⸗ fröhlich sterben und fröhlich ben, o meines Todes Tod, auferstehn, auch mit den ich will mich dir ergeben in Himmelserben ins Land des meiner letzten Noth; ich will Lebens gehn. zum Lager machen mir deine der Erde iht, wenn „daß sich eut, auch gen, was dermehrt, wegen die in dem ich meine rte habe, ugen zu; ar nicht u Gesicht den wohl zur Saite Rschließt und du auch mei⸗ el brichst gwa; du on rücken, ab bedetkt, erblicken, e wedt. 7. Osterlieder. 49 liebe Gruft, da werd ich einst erwachen, wenn deine Stimme ruft. Benjamin Schmolck, 1737. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 74. ween der Jünger gehn mit Sehnen über Feld nach Emmaus, ihre Augen sind voll Thrä⸗ nen, ihre Seele voll Ver⸗ druß; man hört ihre Klage⸗ worte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Trau— rigkeit. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach, sie bejammern voller Schmerzen ihre Noth und Ungemach. Manches wandert gar alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei? 3. Oft schon hab ichs auch empfunden, Jesus läßt mich nie allein: Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hülfe da. 4. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir; kommt die Welt, mich anzufeinden, ach, so sei du auch allhier. Wenn mich Trübsalswetter schrecken, wollst du mächtig mich bedecken; komm, in mei⸗ nem Geist zu ruhn, was du willst, das will ich thun. 5. Bin ich traurig und betrübet, so gieb nur in mei⸗ nen Sinn, daß mich deine Seele liebet, und daß ich der deine bin. Laß dein Wort mich feste gründen, laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. 6. Tröst auch Andre, die voll Jammer einsam durch die Fluren gehn, oder in der stillen Kammer tiefbekümmert zu dir flehn! Wenn sie von der Welt sich trennen, daß sie satt sich weinen können, so sprih ihrer Seele zu: liebes Kind, was trauerst du? 7. Hilf, wann es will Abend werden, und der Le— benstag sich neigt, wann dem dunkeln Aug auf Erden nir⸗ gends sich ein Helfer zeigt; bleib lsDann in unsrer Mit⸗ ten, wie dich deine Jünger bitten, bis du sie getröstet hast; bleibe, bleibe, theurer Gast! Johann Neunherz, + 1737. Mel. Jesus meine Zuversicht. 75 Jesus lebt, mit ihm * auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auf⸗ 3 50 7. Osterlieder. erwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, sündigt wider Got— tes Ehre; Gnade hat er zu⸗ gesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies it meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Her⸗ zens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er ver⸗ läßt den Schwachen nicht; 1. ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin ge⸗ wiß⸗ nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herr⸗ lichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuwersich. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wenn sie gläu⸗ big zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Mel. Herr Gott, dich Hich. Alle wir. Erinnre ich, mein 76. C Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede sei mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau über dich und bet ihn an, er mißt den Ster⸗ nen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint; er ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Ho⸗ heit immerdar dem, der da ist und der da war; sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit! 5. O Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der ver⸗ gleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich unsterblich, hei⸗ lig, Engeln gleich und ewig, ewig selig sein: Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohuft, und du erfüllst einst mein Ver⸗ traun, in meinem Fleische dich zu schaun. n Alle wir. h, mein freut des rlichket Jesum em Tod akbarkeit hellte dir : Friede ale dich, hich M en Ster⸗ lebt und vereint; Und dein und Ho⸗ der da m; sein von nun * der das ist der venn sie Her ber⸗ Gottes 7. Osterlieder. 51 8. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn. 9. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. 10. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, da— mit ich mich in Lieb und Treu zu deinem Bilde stets erneu. 11. Er ists, der alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Chbristian Fürchtegott Gellert, + 1769. Mel. Lasset uns den Herren preisen. 7˙ eberwinder, nimm die Palmen, die dein Volk dir heute bringt, das mit frohen Osterpsalmen den erkämpften Sieg besingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordgeschrei, da des To— des Nacht vorbei, und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da: Gott sei Dank, Halleluja! 2. Stecke nun dein Sieges⸗ zeichen auf der dunklen Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen. Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Halle⸗ luja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gieb uns Allen, o so jauchzet Herz und Muth, weil das Loos uns wundergut und aufs Liebliche gefallen. Denn der Oelzweig grünet da: Gott sei Dank, Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Ge⸗ rechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gieb Erleuch— tung deinen Knechten, daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefan⸗ gen, o so fördre du den Lauf; rufe mächtig:„Wachet auf! denn die Schatten sind ver⸗ gangen und der helle Tag ist da!“ Gott sei Dank, Halleluja! 5. Tilg in uns des To⸗ des Grauen, wenn die letzte Stunde schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gieb uns in den höchsten Nöthen, gieb 52 7. Osterlieder. uns mitten in der Pein dei⸗ nen Trost und Glauben ein, o so kann der Tod nicht tödten; denn die Hoffnung blühet da: Gott sei Dank, Halleluja! 6. Zeige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so streift das kühle Grab nur, was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unver⸗ loren; unser Hirte hütet da: Gott sei Dank, Halleluja! 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunk— len Nacht, wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst du die Krone geben; dann wird unsre volle Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig deinen Sieg erheben, und wir sprechen auch allda: Gott sei Dank, Halleluja! Christian Ludwig Taddel, 4 1775. Nach voriger Melodie. + rößter Morgen, der 78. G die Erde nach der tiefsten Nacht belebt, der sie nach dem Wort:„Es werde!“ nochmals aus dem Nichts er⸗ hebt! Nach der Nacht voll düstrer Sorgen, da man angst- und kummervoll ohne Jesum leben soll, bringt der allerschönste Morgen Jesum aus des Todes Thor, Jesum, unser Licht, hervor. 2. Seht, der Stein ist abgehoben, und kein Kriegs-— knecht hütet mehr; blickt nun selig, froh nach oben: Jesus lebt, das Grab ist leer! Kommt und seht, wo er ge— legen; Tuch und Binden findet ihr, aber Jesus ist nicht hier, Engel rufen euch entgegen: Sucht ihn, sucht den nicht im Grab, der der Welt das Leben gab! 3. Großes Haupt, so lebst du wieder, nur auf wenig Tage todt? Nun erwachen Siegeslieder mit dem Oster⸗ morgenroth. Engel müssen sie dir singen: Den ihr suchet, Jesus lebt! und die Gruft hallt: Jesus lebt! und die nahen Felsen klingen: Gottes Sohn, der todt war, lebt! und die Welt ertönt: Er lebt! 4. Lebt nun auf, ihr stillen Seelen, die in Thränen ihr zerfloßt, die ihr euch in Kum— merhöhlen ohne Licht und Kraft verschloßt! Lebt nun auf: er ist erstanden! er, an den ihr doch geglaubt, ist vom Tode nicht geraubt, nein, er lebt, ist frei von Ban⸗ den und mit Klarheit ange— than; betet euren König an! ringt der I Iqum d„ Jesum, Stein ist ar lickt nun 1. Isus ist leer! O er ge⸗ Binden esus ist Hen euch hn, sucht der der b! , so lebst If wenig erwachen m Oster⸗ (müssen Den ihr und die lebt! und klingen: odt Wal, ertönt: ihrsilhn ränen iht in Kum⸗ licht und Lebt nun nher, an aubt, ist ubt, Hein, ¹ Ban⸗ fit ange, khnig anl: 7. Osterlieder. 53 5. Jauchz', o Erde, Him⸗ mel, tönet, rühme, neu ge⸗ schaffne Welt! Gott und Menschheit sind versöhnet; seht, wie glänzt der große Held, der des Abgrunds und der Höllen und der Him⸗ mel Schlüssel führt und, mit Ehr und Schmuck geziert, seine Kirche sicher stellen und nach tiefem Gottesplan ewig selig machen kann! 6. Großer Hirte deiner Schafe, von den Todten aus⸗ geführt, dem, nach ganz er— littner Strafe unsrer Schuld, der Preis gebührt! Nimm ihn von den Millionen derer, di das Grab noch deckt, derer, die dein Ruf schon weckt, derer, die im Himmel wohnen, auch von uns hier⸗ i unten an, wie dich Jeder preisen kann! 7. Hilf uns aus den Fes⸗— seln gehen, womit uns die Welt bestrickt; laß uns geist— lich auferstehen, allem Sün⸗ dendit nst entrückt! Schenk uns Kraft zum neuen Wesen, daß es täglich Ostern sei, dann kommt einst der 200 herbei, da du völlig uns er— lösen und zu dir erheben wirst, auferstandner Sieges⸗ fürst! Joh. Ad. Lehmus, 4 1788. Mel. Wachet auf, ruft uns die St. 79. auchzt. ihr Chöre, singt Jesu Christo Preis und Ehre; wie groß, wie herrlich ist sein Tag! Er, der Held, ist von den Banden des Todes siegreich auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht. Preis ihm, er hats vollbracht! Hal— leluja! er hats vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Grab und Tod bezwungen, von ihren Ketten uns befreit. Wir, von Gott gefallne Sünder, sind nun mit ihm ver söhnt, sind Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, ent— schlafen, Christe, dir, ruhn in Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht das Licht des ewgen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken; du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergäng⸗ lich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir theuer ist. Wir werden ewig dein, ge— recht und selig sein. Halle⸗ luja! Tod und Gericht er— schreckt uns nicht; denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Ja, er lebt, uns zu erfreuen und alles, alles zu 54 zerstreuen, was uns des Le⸗ bens Frieden raubt. Groß ist seines Namens Ehre, und ewig gültig seine Lehre, und ewig selig, wer ihm glaubt. Wir gehn an seiner Hand durch dieses Thränenland hin zum Himmel; und dort erhebt er, der da lebt, uns hoch zu Ehren ewiglich. 5. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns 7. Osterlieder. sein, wenn Gottes Sonne durch unsers Grabes Dunkel bricht! O, was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsterniß verschwinden und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen. Die Todesbahn gingst du voran, wir folgen dir in deine Ruh. Gottfried Benedict Funk, 4 1814. 8. Bimmelfahrtslieder. Eigene Melodie. 80 Auf diesen Tag be⸗ denken wir, daß Christus aufgefahren; wir danken unserm Gott dafür und flehn, er woll bewahren uns arme Sünder hier auf Erd, die wir von Noth und Tod beschwert ohn ihn kein Hoffnung haben; Halleluja! Halleluja! 2. Gottlob, nun ist der Weg gemacht, uns steht der Himmel offen! Christus schließt auf mit großer Pracht, vorhin konnt's Niemand hof⸗ fen. Wer's glaubt, deß Herz ist freudenvoll, dabei er sich doch rüsten soll, dem Her—⸗ ren nachzufolgen. Halleluja! Halleluja! 3. Wer nicht folgt und sein Willen thut, dem ist nicht Ernst zum Herren; denn er wird auch vor Fleisch und Blut sein Himmelreich ver⸗ sperren. Am Glauben liegt's, so der ist echt, wird auch gewiß das Leben recht zum Himmel sein gerichtet. Hal⸗ leluja! Halleluja! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Vater finden, und fliehen stets die breite Bahn, thun uns zu Gottes Kindern; wir sehn hinauf, Gott sieht herab, an Treu und Lieb geht uns nichts ab, bis wir zusammen kommen. Halleluja! Halle— luja! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn Gott uns zu sich nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, als wir denn jetzt be⸗ kennen! Da wird sich fin⸗ den Freud und Muth zu ewger Zeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs 5. Gnade fahrt wahren meine dann füll Ous dies Sonne Dunkel den wir cht und den und immels ihre du 1. uns, NSbahn folgen + 1814. ich ver⸗ liegts, d auch ht zum . Hal⸗ Irtfäht ir den fliehen 5 thun Nn; M herab, ht uns mmen Holle⸗ 1 Tag 1 Gott u und machen ehtke⸗ ch fin⸗ Ith zu öchsten Wirs. 8. Himmelfahrtslieder. 5⁵ erleben! Halleluja! Halle⸗ luja! Johann Zwick, 4 1542. Mel. Nun freut euch, l. Christen ꝛc. 81 Auf Christi Him⸗ 5 melfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe, und allen Zweifel, Angst und Pein hiermit stets über⸗ winde. Denn, weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen him⸗ melan und große Gab em⸗ pfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nir⸗ gends, Ruh erlangen. Denn wo mein Schatz gekommen hin, dahin steht auch mein Herz und Sinn; nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach, Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auf⸗ fahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mög meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenn dirs ge⸗ fällt, mit Freuden scheiden aus der Welt; Herr, höre dies mein Flehen! Nach Josua Wegelin, 4 1640, von Justus Gesenius, 4 1671. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 8½ Ach wundergroßer 2 Siegesheld, du Sündenträger aller Welt, heut hast du dich gesetzet zur Rechten deines Vaters Kraft, der Feinde Schaar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verletzet; mächtig, prächtig triumphirest, jubilirest; Tod und Leben ist, Herr Christ, dir untergeben. 2. Dir dienen alle Che⸗ rubim, viel tausend hohe Se⸗ raphim dich Siegesfürsten loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Macht zur Herr⸗ lichkeit erhoben; singet, klin⸗ get, rühmt und ehret den, der fähret auf zum Throne, zu empfahn die Herrscher⸗ krone. 3. Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder, ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Fried und Freude, Stärk und Kraft, und was dem Herzen Labsal schafft, wird uns von dir gegeben; bringe, zwinge mein Ge⸗ müthe, mein Geblüte, daß es preise, dir als Siegs⸗ herrn Ehr erweise. 4. Zeuch, Jesus, uns, zeuch uns nach dir; hilf, daß wir forthin für und für nach deinem Reiche trachten. Laß unsern Wandel himmlisch sein, daß wir der Erde eitlen Schein und Ueppigkeit ver⸗ achten; Unart, Hoffahrt laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 56 8. Himmelfahrtslieder. 5. Sei, Jesu, unser Schirm und Hort und gründ uns auf dein göttlich Wort, dar⸗ auf wir uns verlassen; laß suchen uns, was droben ist, auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, du Sieges⸗ fürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen; du, du bist Allen uns zu gut, Jesu, durch dein theures Blut ins Heiligthum gegangen; dafür soll dir von uns Allen Preis erschallen; nimm am Ende, Herr, uns auf in deine Hände. Ernst Christoph Homburg, 4 1681. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 83 Der Herr fährt auf gen Himmel mit frohem Jubelschall, mit präch— tigem Getümmel und mit Posaunenhall. Lobsingt, lob⸗ singet Gott; lobsingt, lobͤ⸗ singt mit Freuden dem Kö— nige der Heiden, dem Herren Zebaoth! 2. Der Herr wird aufge⸗ nommen in seines Himmels Pracht; um ihn gehn alle Frommen, die er hat frei s gemacht. Es holen Jesum ein die lautern Cherubinen, den hellen Seraphinen muß er willkommen sein. 3. Wir wissen nun vom Siege, der unser Haupt er⸗ höht; wir wissen zur Genüge, wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, will uns zurück nicht lassen; er zeiget uns die Straßen, er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden, der Herr macht selbst uns Platz; wir gehen von der Erden dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf! wo Jesus hinge— gangen, dahin sei das Ver⸗ langen, dahin sei euer Lauf. 5. Laßt uns zum Himmel dringen mit herzlicher Be⸗ gier; laßt uns zugleich auch singen: dich, Jesu, suchen wir, dich, o du Gottessohn, dich, Weg, dich, wahres Le— ben, dem alle Macht gegeben, dich, unsers Hauptes Kron! 6. Fahr hin mit deinen Schätzen, du trugesvolle Welt; dein Tand kann nicht ergötzen; dort ist, was uns gefällt. Der Herr ist unser Preis, der Herr ist unsre Freude und köstliches Ge⸗ schmeide, zu ihm geht unsre Reis! 7. Wann soll es doch ge⸗ chehen? Wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn wer⸗ den sehen in seiner Herrlich⸗ liitb du seit land 6 I di dich d Gottfrit 65 is H. u stat chen,! sterthu mache bet er bens bald 0 Himn ffen Veg zum Glaul du ha die S 94 Himn n muß n vom Upt er⸗ henüge, el geht. voran, lassen; traßen, Bahn. umlisch t selbst en von o unser „macht hinge⸗ 1 Vr⸗ er Lauf. Himmel er Be⸗ ch auch suchen bh deinen gesbolle im nicht s uns st unser t unsre Ge⸗ Msre doch ge⸗ mmt die ihn wel⸗ Hertl lich 8. Himmelfahrtslieder. 57 keit? Du Tag, wann wirst du sein, daß wir den Hei⸗ land grüßen, und fallen ihm zu Füßen? Komm, stelle dich doch ein! Gottfried Wilhelm Sacer, 4 1699. Es ist das Heil uns kommen ber. 84. err Jesu, deiner Glieder Ruhm, du starkes Haupt der Schwa— chen, du hast ein ewig Prie— sterthum, kannst allzeit selig machen; du bist es, der Ge⸗ bet erhoͤrt und der des Glau⸗ bens Wunsch gewährt, so— bald wir zu dir kommen. 2. Uns muß durch deine Himmelfahrt der Himmel offen stehen, du hast den Weg geoffenbart, wie wir zum Himmel gehen; der Glaube weiß und ist gewiß, du habest uns im Paradies die Stätte zubereitet. 3. Geht unser Haupt zum Himmel ein, so werden auch die Glieder gewiß nicht aus⸗ geschlossen sein; du bringst sie alle wieder. Sie werden da sein, wo du bist, und dich verklärt, Herr Jesu Christ, dir ähnlich, ewig schauen. 4. Zeuch uns dir nach, so laufen wir; laß uns ein himmlisch Wesen in Worten, Werken und Begie er von jetzo an erlesen. Zeuch unser Herz den Himmel zu, daß unser Wandel, Schatz und Ruh nur sei bei dir dort oben. 5. Was droben ist, laß künftighin uns unablässig suchen; was eitel ist, das laß uns fliehn, was sündlich ist, verfluchen. Weg, Welt! dein Lust und Freudenschein ist viel zu elend, viel zu klein für himmlische Gemüther. 6. O Kleinod, das im Himmel strahlt, ich will nach dir nur laufen! O Perle, die die Welt nicht zahlt, dich will ich an mich kaufen! O Erbtheil voll Zufriedenheit, o Himmel voller Seligkeit, sei mein aus Jesu Gnaden! Philipp Friedrich Hiller, 4 1769. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 85 H ich wie lieb⸗ 1 lich stehn hoch über uns die Himmelshöhn, seit du im Himmel sitzest, seit du vom ewgen Zion dort aussendest dein lebendig Wort und deine Heerde schützest. Fröhlich, selig schaut der Glaube von dem Staube auf zum Sohne: meine Hei⸗ math ist am Throne! 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl; was ist ihr tau⸗ sendfacher Strahl? Was ist der Glanz der Sonne? Ein Schatten nur von jenem Licht, das dir vom holden Angesicht ausgeht mit ewger Wonne! Sende, spende deine * 58 hellen Lebensquellen reichlich nieder, großes Haupt, auf deine Glieder! 3. Verhüllt den Erdkreis düstre Nacht, ich weiß, daß dort ein Auge wacht, das einst um uns geweinet, das einst für uns im Tode brach; es ist dein Aug, es bleibet wach, bis neu die Sonne scheinet. O wer nunmehr nimmer klagte, nimmer zagte, seit du wachest und aus Nächten Tage machest! 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer, Ein Himmel neigt sich drüber her, dein Himmel voller Gnaden. Da steigt erhörlich das Gebet, da wallt man sicher früh und spät vor Feindeslist und Schaden. Keiner, deiner Auserwählten, Geistbeseelten bleibt verlassen; 9. Pfing Eigene Melodie. 86 Kemm, heilger Geist, 9. N Herre Gott, erfüll mit deiner Gnaden Gut der Gläubigen Herz, Muth und Sinn, dein brünstig Lieb, entzünd in ihn'n! O Herr, durch deines Lichtes Glanz zum Glauben du versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen. Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen! Halleluja! Halleluja! 8. Himmelfahrtslieder. treu will ihn dein Arm um— fassen. 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, zu dir, wenn sich das arme Herz abhärmt in bittrer Reue; du brichst nicht das zerstoßne Rohr, und wenn der Docht sein Oel verlor, so tränkst du ihn aufs Neue. Im Licht soll nicht eine fehlen von den Seelen, die zum Leben dir dein Vater übergeben. 6. O selger König, Jesu Christ! wie wundervoll und heilig ist, was uns in dir geschenket! In dir, der Got⸗ tes Kinder schirmt, bleibt unser Anker, wenn es stürmt, auf ewig eingesenket. Hier, hier sind wir festgebunden; unsre Stunden fliehn in Eile; dann hinauf zum ewgen Heile! Albert Knapp, geb. 1798. stlieder. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen! Halleluja! Halleluja! 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns fiöhli Denst Trübs tkeiber Kraft des Fl wir h durch dringe lja! —50j** N.. den r meist, Iser fahr' Herr 9 uns d Nsum daß w treuen bracht land. Unser! dir mit L, wenn bhärmt brichs Rohr, ht sein du ihn cht soll n den ben dir „Jesu H und in dir Cot⸗ bleibt stürnt, Hier, unden; Eile; ewgen „ 158. edler u des uns von ennen. emder eister M mit ihm rauen! runst, f uns 9. Pfingstlieder. 59 fröhlich und getrost in deinem Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns von dir nicht treiben. O Herr, durch dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja! Halle⸗ luja! Martin Luther, 4 1546. Eigene Melodie. 87 Nun bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben aller— meist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heim— fahr'n aus diesem Elende. Herr, erbarm dich unser! 2. Du werthes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vater⸗ land. Herr, erbarm dich unser! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und in Frie⸗ den auf einem Sinn bleiben. Herr, erbarm dich unser! 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht gar verzagen, wenn der Feind wird das Leben ver⸗ klagen. Herr, erbarm dich unser! Martin Luther, 4 1546. Mel. Freu dich sebr, o meine Seele. Edu allersüßte Freu⸗ 88.— e, o du aller⸗ schönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbesuchet lässest nicht, Geist des Höch— sten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich singe! 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann; wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach, so gieb dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auser⸗ koren. 3. Du wirst als ein milder Regen ausgegossen von dem Thron, bringst uns nichts als lauter Segen von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werther Gast, Gottes Segen, den du hast und vertheilst nach deinem Willen, mich an Leib und Seele füllen! 4. Du bist weis und voll Verstandes, was geheim ist, kleinen Sandes, gründst i Meeres Grund: — * 60 9. Pfingstlieder. nun du weißt auch zweifels⸗ frei, wie verderbt und blind ich sei; drum gieb Weisheit, und vor Allen, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und redlich ist, fleuchst hingegen Schand und Sünden, has— sest Schlangentrug und List. Mache du, o Gnadenquell, meine Seele rein und hell; laß mich fliehen, was du fliehest, gieb mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein Schäf—⸗ lein pfleget, frommes Her⸗ zens, sanftes Muths, bleibst im Lieben unbeweget, thust uns Bösen alles Guts: ach, verleih und gieb mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, Keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstößt; bleib ich von dir ungeschieden, so bin ich genug getröst. Laß mich sein dein Eigenthum, ich ver— sprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen; 8. Nur allein, daß du mich stärkest, und mir treulich stehest bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hülfe nöthig sei; brich des Fleisches bösen Sinn, nimm den alten Willen hin, mach ihn aller⸗ dinge neue, daß sich mein Gott meiner freue. 9. Sei mein Retter, führ mich eben; wenn ich sinke, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab. Wenn ich wieder aufersteh, o so hilf mir, daß ich geh hin, da du in ewgen Freu⸗ den wirst die Auserwählten weiden. Paul Gerhardt, 1676. Eigene Melodie. 89.. ein zu meinen Thoren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast. O hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Er⸗ rettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll, dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl. Es steigt zum Himmel an, es steiget sonder Ende, bis. der fie Alen 4. Freud Ien ni Leiden Licht. Nal he ten mi ten zu saal. 5. Liebe;! lichkeit betrüb Mid! schaft daß d wiede boller 6. in H. Wlt, wende füllt; Gnad bande Londe hat. . keiter Thro Zeit Kron stand Juge und ganze 8. en alten aller⸗ h mein , führ sinke, enn ich wenn Grab. frsch ich geh Freu⸗ vählten 1676 meinen meines du, da jeboren Geist Sohnes, hrones, reist. ß nich en deine ie Ins d Er⸗ sündge ich mit hr und ich dit ist der t beten erhöret, vohl. nel QM, de, bis: 9. Pfingstlieder. 61 der sich zu uns wende, der Allen helfen kann. 4. Du bist ein Geist der Freuden, willst unser Trau⸗ ren nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal hast du mit süßen Wor⸗ ten mir aufgethan die Pfor⸗ ten zum goldnen Freuden⸗ saal. 5. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freund— lichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feind— schaft Feind du bist, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder thu zusammen, was voller Zwietracht ist. 6. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlge— fällt; so gieb doch deine Gnad zu Fried und Liebes⸗ banden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 7. Beschirm die Obrig— keiten, bau unsers Fürsten Thron, gieb Glück zu unsern Zeiten; schmück, als mit einer Kron, die Alten mit Ver⸗ stand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 8. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergötzet, aus unserm Herzen reißt. 9. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn; und wenn wirs sollen geben in Todes Hände hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben, und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus! Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 90 O heilger Geist, kehr * bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein; o komm, du Herzens⸗ sonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören; daß wir in Glaubenseinigkeit auch Andre in der Christenheit dein wahres Zeugniß lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir er⸗ geben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, auch wenn wir leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen, und beflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns empfinden deine Kraft, und zu der guten Rit⸗ terschaft dadurch gestärket werden; auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Trutz mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß doch dein süßes Himmelswort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von dei— ner weisheitsreichen Lehr und reinen Liebe trennen! Fließe, gieße deine Güte ins Ge— müthe, daß wir können Chri— stum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelsthau, laß dich in unsre Seelen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich 9. Pfingstlieder. darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müsse walten; Fried und Freud wirst du erhalten. 7. Gieb, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit; sei unsers Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust, und seine todten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer, 4 1673. Mel. Gott des Himmels u. der Erden. 91 Homm. o komm, du 395 Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit, deine Kraft sei nicht ver— gebens, sie erfüll uns jeder⸗ zeit: so wird Geist und hel⸗ ler Schein in den dunklen Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, als nur, was dein Wille sucht. Dein Erkenntniß werde groß und mach uns von Irr⸗ thum los. 3. Zeig uns, Herr, die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt Bahn, räume alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann; wirke Reu durch deine Gnad, m sa Kinder Hetzen Ind 2 des V alheit 99 ihmet Freudi ins, u vertrit unsre Zuber 6. Herzei voll 2 Gott, 0 s0 f sprich Ind g Ruh. 7 ind neuer deine; tans5 I 9 und h 8 Unsern Nufe Vemalé ben; Mid, „FFried valten; Ist du reiner unsre Geistes hin sei it, des seine führe ginnen 5wir . 1073. er Erden. im, du Hebens, igkeit, t ver⸗ jeder⸗ ud hel⸗ unklen Herz Rath, daß innen, Wille werde Irr⸗ , die*1 wahren rãume „was kann; Gnad, 9. Pfingstlieder. 63 wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß dein Zeugniß stets uns sagen, daß wir Gottes Kinder sind, die nur ihn im Herzen tragen, wenn sich Noth und Drangsal findt; denn des Vaters Lieb und Zucht allzeit unser Bestes sucht. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit: so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird um Trost dem Herzen bange, daß es ruft voll Traurigkeit: ach, mein Gott, mein Gott, wie lange! o so stärk uns in dem Leid, sprich der Seele tröstlich zu, und gieb Muth, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn sich Sa⸗ tans Macht erweist, schenk uns Waffen zu dem Krieg und behalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott jemals ihn uns möge rau⸗ ben; du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer: nein! laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichr uns mehr und mehr, als des Himmel⸗ reiches Erben, jener Herr⸗ lichkeit und Ehr, die Gott giebt durch Jesum Christ, und die unaussprechlich ist. Joachim Neander, + 1680. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 92 Gott, gieb einen mil⸗ den Regen, denn mein Herz ist dürr wie Sand; Vater, gieb vom Himmel Segen, tränke du dein dür⸗— stend Land; laß des heilgen Geistes Gab auf mich Ar— men doch hinab sich in Strö— men reich ergießen und mein ganzes Herz durchfließen. 2. Kann ein Vater hier im Leben, der doch arg ist von Natur, seinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben nur; solltest du denn, der du heißt guter Vater, deinen Geist mir nicht geben und mich laben mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hinge⸗ gangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir; laß den Tröster ewiglich bei mir sein und lehren mich, in der Wahr— heit fest zu stehen und auf dich im Glauben sehen. 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir 6⁴ 9. Pfingstlieder. Armen ein, sei mir tausend⸗ mal willkommen, laß mich deinen Tempel sein, reinige dir selbst das Haus meines Herzens, wirf hinaus alles, was mich hier kann scheiden von den selgen Himmels⸗ freuden. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache neu mich, rein und schön, laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn; hei⸗ lige mein Fleisch und Blut, gieb mir einen starken Muth, lehre mich vor Gott hin— treten und im Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir ergeben, dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himm⸗ lisch ist, nachstreben, bis ich werde kommen hin, wo mit Vater und dem Sohn dich im höchsten Himmelsthron ich erheben kann und preisen mit der Engel süßen Weisen. Moritz Kramer, 4 1702. Mel. Jesu, meine Freude. chmückt das Fest 93. S mit Maien, lasset Blumen streuen, zündet Opfer an! denn der Geist der Gna⸗ den hat sich eingeladen: machet ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil er⸗ füllen und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rath und That; starker Gottesfinger, Friedensüber⸗ bringer, Licht auf unserm Pfad! Gieb uns Kraft und Lebenssaft, laß uns deine theuren Gaben zur Genüge laben. 3. Laß die Zungen bren⸗ nen, wenn wir Jesum nennen; führ den Geist empor. Gieb uns Kraft, zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor. Gieb uns Muth, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld; lasse Ströme fließen, die das Land be— gießen, wo dein Wort hin⸗ fällt, und verleih, daß es gedeih; hundertfältig Frucht zu bringen, laß ihm stets gelingen. 5. Schlage deine Flam— men über uns zusammen, heilge Liebesgluth; laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen, dämpfe Fleisch und Blut; laß uns doch das Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen, und das Böse fliehen. 6. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in mf wahl Methe bekanmt erkenne nennen 1. sitße, v sti du Zions bensfli nicht, letzte! Felde lich f 8. mimm wir laß im frucht dun trübten, „ Geist starker naüber⸗ unserm aft und 3 deine Genüge n bren⸗ nennen; r. Gieb und vor rich du eb uns M, tröst oben bei lregen, en auf Ströme and be⸗ ort hin⸗ daß es ö Frucht m stets Flam⸗ ammen, ah dein bei uns isch und ch das ichr wie und das“ Dingen hringen, 9. Pfingstlieder. 65⁵ in unsrer Seele, unser Herz erwähle dir zum eignen Haus. Werthes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße, und durch Finsternisse, sei du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glau⸗ bensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Noth, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröh— lich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen, und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werther Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Warum sollt ich mich denn gr. 94 Hersten Tröster, komm hernieder; Geist des Herrn, sei nicht fern, stärke Christi Glieder. Er, der nie sein Wort gebro— chen, Jesus hat deinen Rath seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unsers neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens; mache unser Heil uns wich⸗ tig; wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße, Eins ist noth für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig uns selbst den Greul der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz, Reu und Scham empfinde. 4. Zeig uns des Erlösers Wunden, ruf uns zu: ihr habt Ruh, ihr habt Heil gefunden; er hat Gnade euch erworben, Jesu Blut machet gut, was die Welt verdorben. 5. Weck uns auf vom Sündenschlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe; reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Verstockung sterben. 6. Licht der Weisheit, gieb uns Allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott ge— fallen; lehr uns freudig vor Gott treten, sei nus nah, und sprich: ja! wenn wir gläubig beten. 7. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gieb uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu däm⸗ pfen, laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 8. Hilf uns nach dem Besten streben, schenk uns Kraft, tugendhaft und ge— recht zu leben; gieb, daß wir 66 9. Pfingstlieder. nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 9. Sei in Schwachheit unsre Stütze, steh uns bei, mach uns treu in der Prü⸗ fungshitze; führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist in des Himmels Freude. Ehrenfried Liebich, 4 1780. Eigene Melodie. 0 Gott, o Geist, o 95.— Licht des Lebens, das uns im Todesschatten scheint, du scheinst und lockst so lang vergebens, weil Fin⸗ sterniß dem Lichte feind! O Geist, dem Keiner kann ent⸗ gehen, dich laß ich meinen Jammer sehen. 2. Entdecke alles und ver⸗ zehre, was nicht in deinem Lichte rein, wenn mirs gleich noch so schmerzlich wäre; die Wonne folgt nach solcher Pein! Du wirst mich aus dem finstern Alten in Jesu Klarheit umgestalten. 3. Dem Sündengift ist nicht zu steuern, als durch den Balsam deines Lichts; du mußt von Grund aus mich erneuern, sonst hilft mein eignes Trachten nichts. O Geist, sei meines Geistes Leben: ich kann mir selbst kein Gutes geben! 4. Du Athem aus der ewgen Stille, durchwehe sanft der Seelen Grund, füll mich mit aller Gottesfülle; und da, wo Sünd und Greuel stund, laß Glauben, Lieb und Ehrfurcht grünen, in Geist und Wahrheit Gott zu dienen. 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen sei kindlich folgsam deinem Trieb; be⸗ wahr mein Herz mit allen Sinnen untadelig in Gottes Lieb. Dein in mir Beten, zehren, Kämpfen laß mich auf keine Weise dämpfen. 6. O Geist, o Strom, der uns vom Sohne eröffnet und krystallenrein aus Gottes und des Lammes Throne in stille Herzen fließt hinein, ich öffne meinen Mund und sinke hin zu der Quelle, daß ich trinke! 7. Ich laß mich dir und bleib indessen von Allem ab⸗ gekehrt dir nah; ich will die Welt und mich vergessen, dies innigst glauben: Gott ist da! O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, man harret deiner nie vergebens! Gerhard Tersteegen, 4 1769. 90. Dank Im, d mehr Schad Gott groß all Fe 2. beten wirnz Vater alles messet Jeschi Wohl. eingeb Vter berlor Hader ger am die erbar Geistes r selbst zus der he sanft ll mich le; und Greuel „Lieb len, in t Gott Wollen kindlich eb; be⸗ it allen Gottes Beten, 5 mich pfen. om, der net und ttes und in stille ch öffne nke hin trinke! ir und em ab⸗ will die gé essen, Gott st harret ö 179. 10. Trinitatislieder. 67 10. Crinitatislieder. Eigene Melodie. 96. llein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, dar— um, daß nun und nimmer⸗ mehr uns rühren kann ein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, an⸗ beten dich für deine Ehr; wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz unge⸗ messen ist dein Macht, allzeit geschieht, was du bedacht: wohl uns solch eines Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingeborn deines himmlischen Vaters, Versöhner derer, die verlorn, du Stiller unsers Haders; Lamm Gottes heil⸗ ger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Noth, erbarm dich unser Aller! 4. O heilger Geist, du größtes Gut, du allheilsam⸗ ster Tröster! vor Teufels Macht fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch Marter groß und bittern Tod; wend unsern Jammer ab und Noth, darauf wir uns verlassen! Nikolaus Decius, 4 1529. Eigene Melodie. 97(Kir glauben All 97. Wé an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren, allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns wider⸗ fahren; er sorget für uns, hüt't und wacht, es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren; von Maria, der Jungfrauen, ist er wahrer Mensch ge— boren durch den heilgen Geist im Glauben; für uns, die wir warn verloren, am Kreuz gestorben, und vom Tod wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott und Va⸗ ter und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt, uns mit Gaben zieret schöne, die ganze Christenheit auf Er⸗ den hält in einem Sinn gar eben; hier all Sünd ver⸗ geben werden; das Fleisch soll auch wieder leben; nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Martin Luther, + 1546. Mel. Nun danket Alle Gott. 98. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der jeden Augenblick viel Guts an mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich ge— geben, der mich erlöset hat mit seinem theuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Noth Rath, Trost und Hülfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was durch ihn lebt und we— bet. Gelobet sei der Herr, deß Name Heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der heilge Geist. 5. Dem wir Halleluja mit Freuden lassen klingen und 10. Trinitatislieder. Engelschaar das Heilig, Heilig! singen; den herrlich lobt und preist die mit der ganze Christenheit: gelobet sei mein Gott in alle Ewig⸗ keit! Joh. Olearius, 4 1684. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 99 as freut mich * noch, wenn du's nicht bist, Herr Gott, der doch mein Alles ist, mein Trost und meine Wonne? Bist du nicht Schild, was decket mich? Bist du nicht Licht, wo finde ich im Fin— stern eine Sonne? Keine reine, wahre Freude, auch im Leide, auch für Sünden ist, Herr, außer dir zu finden. 2. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, mein Herr, Erlöser, Jesu Christ, mein Friede und mein Le⸗ ben? Heilst du mich nicht, wo find ich Heil? Bist du nicht mein, wo ist mein Theil? Giebst du nicht, wer wird geben? Meine eine, wahre Freude, wahre Weide, wahre Gabe hab ich, wenn ich Jesum habe. 3. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, o Geist, der uns gegeben ist zum Führer der Erlösten? Bist du nicht mein, was sucht mein Sinn? Führst du mich nicht, wo komm ich hin? Hülst rösten Freude 100 gute hilft u die ur Der al hal er 3. voll uns jürc f uge W thut Macht Vört lassen r das u; den izt die gelobet Ewig⸗ 1684. Morgenst. t mich nn dus tt, der mein Vonne? d, was u nicht m Fin⸗ Keine e, auch Sünden finden. noch, t, mein Christ, Hein Le⸗ h nicht, Bist dit Theilꝰ wird wahre e„ wahre Nsum uoc, 0 Geist, ist zum Bist 5 sucht du nich H0 hin 10. Trinitatislieder. 69 Hilfst du nicht, wer will für Schaden ist in dir, o trösten? Meine eine, wahre Freude, Trost im Leide, Heil Geist der Gnaden! V. 1 u. 2 v. Ph. Fr. Hiller, 4 1769. V. 3 v. Albert Knapp, geb. 1798. V. Reformationsfestlieder. Eigene Melodie. 100 Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint, groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist; auf Erd ist nicht seins Gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er be⸗ halten! 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch ge— lingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht, ein Wörtlein kann ihn fällen! 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn: das Reich muß uns doch bleiben! Martin Luther, + 1546. Gustav Adolph's Feldlied. Mel. Kommt her zu mir, spricht G. S. 101 Verzage nicht, du Häuflein klein, obschon die Feinde Willens sein, dich gänzlich zu ver⸗ stören, und suchen deinen Untergang, davor dir wird recht angst und bang: es wird nicht lange währen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes! Dem befiehl die Rach und lasse ihn nur walten; er wird durch einen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllen⸗ pfort, und was dem thut anhangen, endlich werden zu Schand und Spott, Gott — 2 — —. ————— —F——— —II‚IIFIFIFIFIFIFItt.— — 995N —————— 70 11. Reformationsfestlieder. ist mit uns, und wir mit Gott; den Sieg wolln wir erlangen! Jakob Fabricius, + 1654. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 100 Somm, komm, du 102². R Licht in Gottes⸗ pracht, den Tag, den uns der Herr gemacht, mit deinem Glanz zu weihen! Weck auf, was schläft in dunkler Haft; günd an der rechten Andacht Kraft, uns heilgen Schmuck zu leihen! Frühe ziehe uns nach oben, den zu loben, der allmächtig Sonnen lenket, groß und prächtig. 2. scht, in hellem Glanze steht die Kirche Christi hoch erhöht; ihr Hoffen ist geschehen. Biel Könige, Pro⸗ pheten viel sahn harrend auf nach solchem Ziel, und ha— bens nicht gesehen. Selig, selig, die da sahen auf den Höhen und im Thale Lebens— licht von Gottes Strahle! 3. Verdunkelt stand des Herrn Altar, in Menschen⸗ trug begraben war das Wort aus Gottes Munde. Wo bleibst du, Licht von Anbe— ginn? Ach, Hüter, ist die Nacht bald hin? Ist nah des Aufgangs Stunde? Sin⸗ get, bringet Morgenlieder unserm Hüter; er schläft nimmer! Herrlich kam des Aufgangs Schimmer. 4. Zu Helden Gottes drang der Schein: Steht auf, ihr sollt mein Rüstzeug sein, euch ruft des Reiches König! Da schallts:„Die Wahr⸗ heit macht euch frei; die Nacht ist hin, der Tag her⸗ bei!“ und Jubel hallt viel⸗ tönig: Herr, Herr, Ewger; treu im Halten und im Wal⸗ ten überschwänglich; Gott, dein Licht ist unvergänglich! 5. Es stritt mit Macht die Finsterniß; die Erde bebt, der Vorhang riß, da siegt das Licht vom Morgen. Jahrhunderte sind hinge— flohn, manch Reich gestürzt und mancher Thron: die Kirche steht geborgen. Jesus Christus, gestern, heute und in weite Ewigkeiten! Eilt, sein Lob heut auszubreiten! 6. Tag, den uns Gott erscheinen läßt, dich grüßt in Lieb und Glauben fest die heilige Gemeine, die kämpfend noch hienieden geht, die triumphirend droben steht; es ist ja doch nur Eine! Ein Wort, Ein Hort; jauchzt, Verklärte; jauchz, o Erde, seinem Namen: Heilig, hei⸗ lig, heilig, Amen! Heinrich Friedrich Sachse, 4 1860. Ml. W 0 103 hen, d großes lest de ein V Segen ach, li⸗ gleich! 9 alle z zu Ti die N denn Zustoh kim je empfat . auf H lich ar Der Felder das L Mels Strab kam des . s drang auf, ihr g sein, König! Wahr⸗ rei; die Tag her⸗ allt viel⸗ Ewger; im Wal⸗ Cott, zänglich! t Macht rde bebt, da siegt Morgen. hinge⸗ gestürzt on: die n. Nsus aute und Eilt, breiten! 15 Gott grüßt ben fest ne, die den geht, en steht Eine! auchjt 0 Erde, lig he b 4 500 12. Erntefestlieder. 7¹ I. Erntefestlieder. Mel. Von dir kommt jede gute Gabe. 103 Gott! von dem d wir alles ha— ben, die Welt ist ein sehr großes Haus; du aber thei⸗ lest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus; dein Segen macht uns Alle reich: ach, lieber Gott, wer ist dir gleich! 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch darf die Nothdurft Keinem fehlen, denn du weißt Allem vor— zustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brod empfängt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und end— lich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Him⸗ mels Thau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brod; es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien, als wär es todt, bis in der Ernte Jung und Alt erlan⸗ get seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, wer kanns genug bedenken? Der Wun⸗ der sind hier gar zu viel! So reich als du kann Nie— mand schenken, und dein Er— barmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr be⸗ schert, als wir zusammen Alle werth. 6. Wir wollens auch kein⸗ mal vergessen, was uns dein Segen bringet ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Caspar Neumann, 1 1715. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 10 4 Die Ernt ist nun zu Ende, der Segen eingebracht, wodurch Gott alle Stände satt, reich und fröhlich macht. Der alte Gott lebt noch, man kann es deutlich merken an so viel Liebeswerken; drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen seine Güte, die uns das Feld bestellt und oft ohn unfre Bitte ge⸗ than, was uns gefällt; die immer noch geschont, ob wir gleich fündlich leben; die Fried und Ruh gegeben, daß Jeder sicher wohnt. 3. Zwar manchen schönen Segen hat böses Thun ver— 7⁴ 12. Erntefestlieder. derbt, den wir auf guten Mel. Werde Licht, du Stadt der H. Wegen noch hätten sonst ge— erbt; doch hat Gott mehr ge⸗ than aus unverdienter Güte, als Mund, Herz und Ge⸗ müthe nach Würden rühmen kann. 4. O allerliebster Vater! du hast viel Dank verdient; du mildester Berather machst, daß uns Segen grünt; wohl⸗ an, dich loben wir für ab— gewandten Schaden, für viel und große Gnaden; Herr Gott, wir danken dir! 5. Zum Danke kommt das Bitten: du wollest, frommer Gott, vor Feuer uns be⸗— hüten und aller andern Noth. Gieb friedensvolle Zeit, er— halte deine Gaben, daß wir uns damit laben; regier die Obrigkeit! 6. Gieb, daß zu dir uns lenket, was du zum Unter⸗ halt des Leibes hast ge— schenket, daß wir dich mannig— falt in deinen Gaben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben; o laß es doch geschehn! 7. Kommt unsers Lebens Ende, so nimm du unsern Geist in deine Vaterhände, wo er der Ruh geneußt, wo ihm kein Leid bewußt: so ernten wir mit Freuden, nach ausgestandnem Leiden, die Garben voller Lust. Gottfried Tollmann, um 1723. err im Himmel, Gott auf Er⸗ den, Herrscher dieser ganzen Welt! laß den Mund voll Lobes werden, da man dir zu Fuße fällt, für den reichen Erntesegen Dank und Opfer darzulegen. 2. Vater, der du aus Er⸗ barmen auch die bösen Kinder nährst, der du Reichen und den Armen deinen Segen nun bescherst, sei auch reich— lich nun gepriesen, daß du so viel Guts erwiesen. 3. Du hast Sonnenschein und Regen uns zu rechter Zeit geschickt, und so hat man allerwegen Auen voller Korn erblickt, Berg und Thäler, Tiefen, Höhen sahen wir im Segen stehen. 4. Als das Feld nun reif zur Ernte, schlugen wir die Sichel an, da man erst recht kennen lernte, was dein großer Arm gethan; wurden bei des Segens Menge doch die Scheunen fast zu enge. 5. Ach, wer ist, der solche Güte dir genug verdanken kann? Nimm ein dankbares Gemüthe für die große Wohl⸗ that an. Alle Felder sollen schallen: du machst satt mit Wohlgefallen! 6. Gieb nun, daß wir deinen Segen, den du jetzt uns hast beschert, also suchen radt der H. Himmel, auf Er⸗ er ganzen Nund voll man dir en reichen nd Opfer aus Er⸗ en Kinder chen und uSegen uch reich⸗ „daß du sen. nnenschein zu rechter h so hat len voller erg und hen sahen en.. nun reif u wir dit eust recht in großer n bei des doch die enge. der solche verdanken dankbares ße Wohl der solen t satt mit daß vir udu jeht lso suchen 12. Erntefestlieder. 73 anzulegen, daß der Fluch ihn nicht verzehrt; bleiben wir in alten Sünden, kann das Gute leicht verschwinden. 7. Schenk uns auch zu— friedne Herzen, Stolz und Geiz laß ferne sein; laß den Undank nichts verscherzen, streu das Saatkorn wieder ein, daß wir jetzt und künf⸗ tig haben, auch die Armen zu begaben. 8. Laß dein Wort auch Früchte bringen, daß man täglich ernten kann: so wird man hier fröhlich singen, wie du uns so wohl gethan. Gieb auch nach dem Thrä⸗ nensamen Freudenernt im Himmel! Amen. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Wie groß ist des Allmächt. ꝛc. 106 ir Alle, Gott 2 und Vater, bringen dir Preis und Dank im Heiligthum und unsre frohen Herzen singen von deines Namens hohem Ruhm. Gekrönt hast du mit deiner Milde rings um uns her das ganze Land; dein Segen strömt auf die Gefilde aus deiner reichen Vaterhand. 2. Du schenktest Sonnen⸗ schein und Regen für jede Frucht zu rechter Zeit und gabst Gedeihen, Kraft und Segen dem Samen, den wir ausgestreut. Für Millionen deiner Kinder reicht deiner Gaben Fülle hin; du nährst den Frommen und denSünder mit ewig treuem Vatersinn. 3. Du giebst, uns liebreich zu versorgen, mehr, als wir bitten und verstehn; du wachst am Abend und am Mor⸗ gen und hörest unser gläubig Flehn. Selbst unsern Un⸗ dank, unsre Sünden vergiebst du, der die Liebe ist; wir schmecken täglich und em— pfinden, wie gütig, Herr, du Allen bist. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, die weiter als die Wolken reicht; wer dürfte undankbar vergessen die Treue, die nie von uns weicht? Wir wollen deiner stets gedenken, deß Wohl⸗ thun uns begnadigt hat, das Herz nach deinem Reiche lenken, dich preisen stets durch fromme That. 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, verleih uns Weisheit und Verstand; bewahr uns, daß wir nicht verschwenden die reichen Ga— ben deiner Hand. Du willst, wir sollen froh genießen und dankbar im Genusse sein: gieb, daß mit ruhigem Ge— wissen wir deiner Güte stets uns freun. 6. Auch für den Armen kam dein Segen in solcher 4 74 Füll auf uns herab; wir wollen liebreich seiner pflegen von dem, was deine Milde gab. Er danke heute mit uns Allen, frohlocke laut und bete an, daß du nach deinem Wohlgefallen so Gro⸗ ßes hast an uns gethan. Chr. Georg Ludwig Meister, + 1811. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgeth. 107. Wes Gott thut, das ist wohl⸗ gethan: so denken Gottes Kinder. Er sieht sie oft nicht freundlich an und liebt sie doch nicht minder. Er zieht ihr Herz nur himmel⸗ wärts, wenn er sie läßt auf Erden ein Ziel der Plagen werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan: giebt er, so kann man nehmen; nimmt er, wir sind nicht übler dran, wenn wir uns nur bequemen. Die Linke schmerzt, die Rechte herzt, und beide Hände müssen wir doch in Demuth küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan: er weist uns oft den Segen, und eh er noch gedeihen kann, muß sich die Hoffnung legen. Weil er allein der Schatz will sein, so macht er andre Güter durch den Verlust uns bitter. 4. Was Gott thut, das ist wohlgetl han: wenn man nach reichem Säen doch wenig 12. Erntefestlieder. Garben ernten kann, so ists vielleicht geschehen, weil Gott auch Frucht bei uns gesucht und doch hat müssen klagen, daß wir so schlecht getragen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan: wir müssen besser werden; man baue nur die Herzen an, so folgt die Frucht auf Erden. Den Mangel muß ein Ueberfluß zu andrer Zeit Radee und Feld und Herz ergötzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan: das Feld mag ledig stehen, wir gehn getrost die Glaubensbahn und wollen Gott erhöhen. Sein Wort ist Brod, so hats nicht Noth; die Welt muß eh verderben, als wir vor Hunger sterben. 7. Was Gott thut, das ist wohlgethan: so wollen wir stets schließen; und ist bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen, doch ists genug zur Sätti⸗ gung, Wamn Gott die Noth⸗ durft segnet, obs auch nicht Vorrath regnet. 8. Was Gott thut, das ist wohlgethan: wie er es nun gefüget, so nehmen wir es billig an und sind dabei vergnüget. Er, unser Gott, weiß, was uns noth; laßt in Geduld uns fassen; er wird uns nicht verlaffen. Benjamin Ealmele, 1787. . stinen E Nitlitz u Aleucht Raß wir id was en, und Ind Stä hen were belehren 2.8 10 ben alle, un sich u Schalle Richter Sünd Vort — 2 2..—— — — — SE — ö — 55 — — 22.2 W müssen ue nur Igt die Den jerfluß n und n. „das Feld gehn Sbahn höͤhen. d, so Welt 5 wir 1, das wollen nd ist I„ ⁰ ießen, Zätti⸗ Noth⸗ nicht . das er es n Wir dabei Oott, laßt N: er n. 17³⁰. 13. Missionslieder. 75 15. Missionslieder. Eigene Melodie. 108 5 wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben, sein Antlitz uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk und was ihm lieb auf Er⸗ den, und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Hei⸗ den werden und sie zu Gott bekehren. 2. So danken, Gott, und loben dich, die Heiden über— alle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in 43 Bahn zu wallen. Es danke, Gott, und 1oe dich, das Volk in guten Thaten. Das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl gerathen. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist; nun sprecht von Herzen: Amen. Martin Luther, + 1546. Mel. Herr Jesu Christ, meins Leb. L. 109.— Jesu Christe, wahres Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Heerd, daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfüll mit deiner hellen Gnad,‚ die Irrthum ganz ver— finstert hat; auch die, so heimlich noch ficht an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst ver⸗ irret hat von dir, das suche du mit Gnad, und ihr ver— wundt Gewissen heil; laß sie am Himmel haben Theil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Her— zens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt; bring her, die sich von uns getrennt; versammle, die zerstreuet gehn; mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und dort ewiglich, für solche Gnade preisen dich. Johann Heermann, 4 1647. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich sing. 110 Woch auf, du Geist der ersten Zeu⸗ gen, die auf der Maur als treue Wächter stehn, die Tag 76 13. Missionslieder. und Nächte nimmer schwei⸗ gen und die getrost dem Feind entgegen gehn; ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Schaaren zu dir bringt. 2. O, daß doch bald dein Feuer brennte; o möcht es doch in alle Lande gehn! Ach, Herr, gieb doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O Herr der Ernte, siehe doch darein: die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzin— brünstig hierum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: es soll geschehn! 4. So gieb dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten sei'n; laß eilend Hülf uns wiederfahren und brich in Satans Reich und Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus, zu dei— nes Namens Preis. 5. Ach, daß die Hülf aus Zion käme; o daß dein Geist so, wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Ge⸗ fängniß nähme; o würd es doch nur bald vor Abend Licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen; es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Hei⸗ den Füll in alle Thore ein. Ja, wecke doch auch Israel bald auf: und also segne deines Wortes Lauf! O bessre Zions wüste Stege; und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räum, ach, räum aus jedem Wege. Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn, und mach uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Got⸗ tes sei. Karl Heinrich v. Bogatzky, 4 1774. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. ie groß, wie an⸗ 111. Wé gebetet ist dein Name, Heiland Jesu Christ, wie theuer deinem Volke! Du hast durch deines Wortes Macht des Vaters Rath ans Licht gebracht, zerstreut des Irrthums Wolke; Taube hörten, Blinde sahen, es ge— schahen Wunderwerke, Zei⸗ chen deiner Gnad und Stärke. 2. Verbreitet wurde, Herr, dein Licht durch Schwache nur, durch Weise nicht, dir folgten it eitle haunt, Rtlohen 66, dein Hhaben d Doten K 3. V Mderge Lobgesan Eu. Schaare dir vor würdig hrer r den se lobsing und R 4. 3 betet if Nsu C den De einst z weit he Deinen Ewigr Chüre die H Iobar Me 0 11² wird wenn wird! Heerde werde E ver Herr, den gwei und Hülf und ein Wort en; es sei sen Glanz führe bald n der Hei⸗ Thore ein. ich Prael also segne f! ons wüste dein Wort kann, das aus jedem Herr, den wahn, und oon jedem jaß Kirch mten Got⸗ aty, 17⁴ der Morgenst. 5, Wie an⸗ et ist dein zu Christ m Volke! 1es Wortls Rath an rstreut dei * Taube 13. Missionslieder. nicht die Hohen; nicht durch der Großen mächtge Hand ist eitler Götzendienst ver⸗ bannt, sein leerer Wahn entflohen: dein Werk war es, deine Gaben, Mittler, haben dich verkläret, deiner Boten Kraft gemehret. 3. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschalle dir der Lobgesang erretteter Gerech— ten. Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten; ihrer mehr noch, Jesu, wer⸗ den schon auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 4. Wie groß, wie ange⸗ betet ist dein Name, Heiland Jesu Christ, wie herrlich bei den Deinen! Führst du sie einst zu deiner Ruh, o wie weit herrlicher wirst du den Deinen dann erscheinen! Ewig müsse dir zur Ehre ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen. Johann Andreas Cramer, 4 1787. Mel. Jesus meine Zuversicht. 112 Eine Heerde und 5 Ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Heerde, mach dich auf und werde Licht; Jesus hält, was er verspricht. 77 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden und die Herr⸗ lichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht; Jesus hält, was er ver⸗ spricht. 3. Komm, o komm, ge⸗ treuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde; ach wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Heerde! Kleine Heerde, zage nicht; Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgen⸗ rothes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle; ihn um⸗ leuchtet Morgenlicht; Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufge— than; rauscht verdorrete Ge⸗ beine, macht dem Bundes⸗ engel Bahn; großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herr⸗ lichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf und werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Friedrich Adolyh Krummacher, + 1845⁵. CC*— 78 13. Missionslieder. Mel. Wachet auf, ruft uns die St. 113 Einer ist, an dem wir hangen, der für uns in den Tod ge— gangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen, in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigenthum, bereite dir zum Ruhm deine Kinder, verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich erwählet; du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gnadenrath. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und Keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, denn Armuth ist Gewinn für den Himmel. Wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehren⸗ könig, die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus; send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Mil⸗ lionen, die noch im Todes-— schatten wohnen, von deinem Himmelreiche fern. Seit Jahrtausenden ist ihnen kein Evangelium erschienen, kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, geh auf! denn es ist Zeit. Komm, Herr Jesu, zeuch uns voran und mach uns Bahn; gieb deine Thüren aufgethan. 5. Deine Liebe, deine Wunden, die uns ein ewges Heil erfunden, dein treues Herz, das für uns fleht, wollen wir den Seelen preisen und auf dein Kreuz so lange weisen, bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig ist dein Wort, es richtet und durchbohrt Geist und Seele; dein Joch ist süß, dein Geist gewiß, und offen steht dein Paradies. 6. Heiland, deine größten Dinge beginnest du still und geringe. Was sind wir Ar⸗ men, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten; auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, wächst endlich ohne Schein doch zum Baume, weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem es von Gott vertrauet ist. Albert Knapp, + 1864. Ml. Wee 1. der We der Eij von E Wer v gewand schlafe Klarhei herrlich breiten Leben, beut e 0 RMroße schwer sie fre sie un waren todt u Köstlie ken, Schran gedank Angeh Wlle schrei lebet der S rettet begeg ein l 4. ewgen Reich und 0 ine Mi Todez deinen . Eeiit nen ken nen, kein genstern Reit, g Komm, 15 voran n; gieh than. x deille in ewgei Weulz 10 llch ole so la rch ů kräft chtet m d Seele, ein Geis eht dein 0 55 tell und 0 Aber iten und m leiten; ertrauet , n lich chie Ballli⸗ 13. Missionslieder. 79 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 114. Macht weit die Pforten in der Welt! Ein König ist's, der Einzug hält, Wahrhrnt von Gnad und Wahrheit. Wer von der Sunde sich gewandt, wer auf vom Todes⸗ schlafe stand, der siehet seine Klarheit. Seht ihn, weithin herrlich schreiten, Licht ver⸗ breiten; Nacht zerstreut er, Leben, Fried und Wonne beut er. 2. Es jauchzt um ihn die große Schaar, die lang in schweren Fesseln war; er hat sie frei gegeben. B lind waren sie und sehen nun, lahm waren sie und gehen nun, todt waren sie und leben! Köstlich, tröstlich allen Kran⸗ ken, ohne Wanken, ohne Schranken walten seine Heils— gedanken. 3. Noch liegt vor ihm so tief und schwer der Sünden ungeheures Heer, das tausend Völker drücket. Um Rache schreit es auf zu Gott, doch lebet er und hat die Noth der Sünder angeblicket; betet rettet, heilt und segnet und begegnet seinen Armen als ein Heiland voll Erbarmen. 4. Längst ist in seinem ewgen Rath für sie zu seinem Reich der Pfad gezeichnet und gebahnet. Ohnmächtig droht der Feinde Hohn; schnell steht in Herrlichkeit sein Thron, wo Niemand es geahnet. Selig, selig, wer da trauet, bis er schauet; wer sich mühet, bis sein Gott vorüberziehet. 5. Die ihr von Christi Hause seid, kommt, schließet nun mit Freudigkeit den Bund in seinem Namen. Laßt uns auf seine Hände schaun, an seinem Reiche muthig baun: sein Wort 10 Ja und Amen! Flehet, gehet, Himmelserben unpuwerben: harret, ringet, Jesus ist es, der euch dinget. O du, den unsre Sünde schlug, wann wird doch dei— nes Lobs genug in dieser Welt erschallen? Wann wird der Völker volle Zahl im ungetrübten Sonnenstrahl zu deinem Tempel wallen, wo dich freudig Alle kennen, Jesus nennen, dir geboren, dir auf ewig zugeschworen? 7. Wir harren dein; du wirst es thun, dein Herz voll Liebe kann nicht ruhn, bis alles ist vollendet. Die Wüste wird zum Paradies, und bittre Quellen strömen süß, wenn du dein Wort ge— sendet. Zu dem Sturme sprichst du: schweige! Licht, dich zeige! Schatten schwin— det! Tempel Gottes sei ge— gründet! Albert Knapp, 4 1864. 8⁰ 13. Missionslieder. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 115 Selger Tag und selge Erde, selge Augen, die es schaun, wie ein Hirt die einge Heerde weidet auf den Lebensaun. Ach, wann kommt der Tag, wann bricht durch die Nacht das Morgenlicht, daß sich sammeln die Verirrten um den einen guten Hirten! 2. Tief in Finsternissen wohnen, durch die weite Welt zerstreut, noch so viele Mil— lionen, die noch nie das Wort erfreut: Ewges Heil erschie⸗ nen ist euch im Heiland Jesus Christ, der am Kreuze starb auf Erden, daß die Sünder selig werden. 3. Auf, hinaus, ihr Got⸗ tesboten, folgt den Worten eures Herrn, und zeigt allen Nachtumdrohten euren hellen Morgenstern! Predigt, wo die Wüste glüht, wo das Nordlicht Funken sprüht; ruft und sammelt die Ver⸗ irrten um den einen guten Hirten. 4. Und so wird es end⸗ lich tagen, und so wird es einst geschehn, daß die Hei⸗ den fröhlich sagen: Auf, nach Zion laßt uns gehn, wo auch uns beschieden ist ewges Heil in Jesu Christ, der am Kreuze starb auf Erden, daß die Sünder selig werden. Julius Sturm, geb. 1816. 14. Lieder bei der Einweihung von Rirchen. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 116 Ac, wie heilig ist der Ort; ach, wie selig ist die Stätte! Hier, hier ist des Himmels Pfort, hier erhöret Gott Ge⸗ bete; hier erschallt sein theu⸗ res Wort, o wie heilig ist der Ort! 2. Heil war in des Zöll⸗ ners Haus, weil er Christum aufgenommen; und hier rufet Jesus aus: selig sind, die zu mir kommen! Deren Her⸗ zen nimmt er ein, daß sie seine Tempel sein. 3. O wie lieblich, o wie schön sind des Herren Got— tesdienste! laßt uns froh zu ihnen gehn; hier erlangt man zum Gewinnste einen Schatz, der ewig währt, den kein Rost noch Raub ver⸗ zehrt. 4. Bleibe bei uns, liebster Gast; speis uns gnädig mit dem Worte, das du uns ge⸗ geben hast, Jesu, stets an diesem Orte. Laß die Kirche feste stehn, bis die Welt wird untergehn. Benjamin Schmolck, 4 1737. Ml. Wie s V 117•6 gieb deine an diesem lieblich if Die Herz dit; hier Pforte!? bei Sünd dern, vol uns in d 2. S der Herrt haus ist dirs u schalle! dein Se fort in d Einheit, Herzen; en tilg ganz vor 5. Lie en Wo 14. Lieder bei der Einweihung von Kirchen. 81 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 117 ott Vater, aller 29 Dinge Grund, gieb deinen Vaternamen kund an diesem heilgen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte! Wohne, throne hier bei Sündern, als bei Kin⸗ dern, voller Klarheit; heilge uns in deiner Wahrheit. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dies Gottes⸗ haus ist dir geweiht, o laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshallen. Einheit, Reinheit gieb den Herzen; Angst und Schmer⸗ zen tilg in Gnaden, heil uns ganz vom Sündenschaden. 3. O heilger Geist, du werthes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden. Gieß über uns und dieses Haus dich mit allmächtgen Flammen aus, mach himmlisch uns auf Erden, Lehrer, Hörer, Kinder, Väter! Früher, spä⸗ ter gehts zum Sterben, hilf uns Jesu Reich ererben! 4. Dreieinger Gott, Lob, Dank und Preis sei dir von Allen gleicherweis für dies dein Haus gesungen! Du hasts geschenkt und auferbaut, dir ists geheiligt und ver⸗ traut mit Herzen, Händen, Zungen. Ach, hier sind wir noch in Hütten: Herr, wir bitten: stell uns droben in den Tempel, dich zu loben. Albert Knapp, + 1864. 15. Lieder bei der Einführung von Geistlichen. Mel. O Gott du frommer Gott. 118 Herr Jesu, der du 13⁰ selbst von Gott als Lehrer kommen, und was du aus dem Schooß des Vaters hast genommen, den rechten Weg zu Gott mit Wort und Werk gelehrt, sei für dein Predigtamt gelobt von deiner Heerd. 2. Du bist zwar in die Höh zum Vater aufgefahren; doch giebst du noch der Welt dein Wort mit großen Schaa⸗ ren, und baust durch diesen Dienst die Kirche, deinen Leib, daß er im Glauben wachs, fest bis ans Ende bleib. 3. Hab Dank für dieses Amt, wodurch man dich selbst höret, das uns den Weg zu Gott und die Versöhnung lehret, durchs Evangelium ein Häuflein in der Welt berufet, sammelt, stärkt, lehrt, tröstet und erhält. 4. Erhalt uns 4* diesen Dienst bis an das End der Erden, und weil die Ernte groß, groß Arbeit und Be⸗ schwerden, send selbst Arbeiter aus, mach solche klug und treu, daß Feld und Bau⸗ mann gut, die Ernte reich— lich sei. 5. Die du durch deinen Ruf der Kirche hast gegeben, erhalt bei reiner Lehr und einem heilgen Leben; leg deinen Geist ins Herz, das Wort in ihren Mund; was Jeder reden soll, das gieb du ihm zur Stund. 6. Ach, segne all dein Wort mit Kraft an unsern Seelen; laß deinen Schäflein nie an guter Weid es fehlen; such das Verirrte selbst, bind das Verwundte zu, das Schlafende weck auf, das Müde bring zur Ruh. 7. Bring, was noch draußen ist, zu deiner kleinen Heerde; was drinnen ist, erhalt, daß es gestärket werde; durch— dring mit deinem Wort, bis Heerde und der Hirt im Glauben, Herr, an dich zu⸗ sammen selig wird. Eberhard Ludwig Fischer, 4 1773. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 119 Jesu, Herr der r Herrlichteit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Heerde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst 82 15. Lieder bei der Einführung von Geistlichen. sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werde. Bon dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geist und Kraft, gottselig und gewissen⸗ haft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Heerden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt; Herr, segne sein Geschäfte. Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gieb Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sei, daß ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahr⸗ heit lehrt, gieb uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 59. 2 Tag e Lahrer, dir en giebst! die Se Pfand; lieren! die H Hirt u dir erf Mel. 6 +40 20 Andac Gott!! wie m er de Himm soll N und Urspr it den er von er, den segne Seelen, durch rbaun, Kräftt n und heten, uns st laß u sein thun; trübe! Wahr⸗ Herz, Herz ehrel, schaf stehel immel 15. Lieder bei der Einführung von Geistlichen. 83 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund, uns dir entgegen führen! Du giebst ihm unter seine Hand die Eaelen als ein theures Pfand; laß keine ihn ver⸗ lieren! Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde treu vor dir erfunden werde. 10. Lieder (Gottes Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. 120 O meine Seel, er⸗ hebe dich, mit Andacht zu betrachten, wie Gott hat offenbaret sich und wie man ihn soll achten, daß er der Allerhöchst ist im Himmel und auf en und soll gerühmt zu jeder Frist und angerufen werden als Ursprung aller Dinge. 2. Gott, du bist einig für und für, nichts sind der Hei⸗ den Götter, kein Heil noch Trost ist außer dir, kein Helfer noch Erretter; laß mich, o Herr, auf dich allein von ganzem Herzen trauen, dir lediglich ergeben sein, auf Niemand anders bauen, dir, Gott, allein anhangen. 3. O Herr, mein Gott, du bist ein Geist und theilest 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn, wir heißen dich willkommen gern in Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vater⸗ land; Gott mit dir! Amen, Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zei— ten zu dem Leben, das uns 2230 Gott will l Joh. Carl Daniel Bickel, 4 1809. von Gott. Wesen und Werke— Engel.) bei uns Allen an Gaben aus, was christlich heißt, nach dei— nem Wohlgefallen; laß mich stets geistlich sein gesinnt, daß, wenn ich vor dich trete, ich deine Kraft in mir em⸗ pfind, und dadurch dich an— bete im Geist und in der Wahrheit. 4. Du bist, o Gott, von Ewigkeit, ohn Anfang und ohn Ende; gieb, daß von aller Eitelkeit mein Herz sich ganz abwende, auf daß ich möge immerdar dich bitten und drauf denken, weil alles hier ist wandelbar, daß du mir dort wollst schenten das unvergänglich Erbe. 5. O Gott, du bist an allem Ort und gar nicht zu ermessen; ob Einer hier ist oder dort, ist er dir unver⸗ 84 gessen; laß mich nicht zwei⸗ feln, wo ich sei, du könnst dich mein annehmen; auch, was ich thu, laß mich dabei der Sünd vor dir mich schä— men und überall dich fürchten. 6. Unendlich, Herx, ist deine Macht, zu retten, die dich lieben, und wenn der Frevler dich veracht, die Rache auch zu üben; gieb, daß sich deiner Allmacht Schutz fort über mich er— strecke, mich auch nicht Men— schen Grimm und Trutz, nur deine Straf erschrecke; du tödtest Leib und Seele. 7. Voll höchster Weisheit bist du, Gott, kein Mensch kann sie ergründen, wie groß und schwer auch ist die Noth, weißt du doch Rath zu fin⸗ den; gieb, daß ich dir trau alles zu, auf dich werf meine Sorgen, auch Uebels weder denk noch thu, weil du siehst, was verborgen, und prüfest Herz und Nieren. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, du kannst die Sünd nicht leiden; wer sagen will, er sei dein Knecht, der muß das Böse meiden; gieb, daß ich mich zu jeder Zeit der Heiligkeit befleiße, nachjage der Gerechtigkeit, auch dein Gericht gut heiße, ob ichs schon nicht begreife. 9. Du bist sehr gnädig, 16. Lieder von Gott. fromm und gut, wo sich be⸗ kehrt der Sünder, erbarmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder; Herr, laß von deiner Lieb und Gnad mich allzeit Trost be⸗ kommen, von mir auch meine Missethat so fern sein hin⸗ genommen, als Morgen ist vom Abend. 10. Gott, deine Wahrheit fest besteht, und wohl dem, der dir gläubet; der Himmel und die Erd vergeht, dein Wort, Herr, ewig bleibet; gieb, daß ich fürchte dein Gericht und alles, was du dräuest, auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß du mirs gern verleihest; kein Hoff⸗ nung wird zu Schanden. 11. Allselig bist du, Gott, und frei, du thust, was dir beliebet; du bist ein milder Herr dabei, der reichlich Gutes giebet; laß mich mit dem zufrieden sein, was ist dein heilger Wille; gieb auch, daß ich von dir allein und deiner Güte Fülle erwarte Alls in Allem. 12. Gott, wenn ich dich so kenn und ehr, dein Werk zum Grunde setze, kann ich mich drob erfreuen mehr, als über alle Schätze, bis ich dich dort, o wahres Licht, nach Würden werde nennen, von Angesicht zu Angesicht her Ber daß du 0 fäglich seinen! Sterne deine 3. in de Meer ma ij Was heit k . Weit heeren Wölb nen 6 16. Lieder von Gott. 85 anschauen und erkennen, und herrlicher bist du, Herr Gott, ewig dir lobsingen. in deiner ewgen Ruh! David Denicke, 4 1680. 8. Du trägst in dir dies große Rund, dein Herrschen Mel. Vom Himmel boch da ꝛc. ist auf Erden kund: doch 121. ott, Erd und größer als das Himmelszelt Himmel sammt ist, daß du Christum gabst dem Meer verkünden deine der Welt. Macht und Ehr: es zeugt 9. O Vater, Sohn und der Berg, es zeugt das Thal, heilger Geist, dein Name, daß du ein Herr bist überall. der allmächtig heißt, sei uns 2. Die Sonne geht uns gelobt in dieser Zeit, sei täglich auf, der Mond hält hochgelobt in Ewigkeit. seinen Himmelslauf und alle Nach Michael Weiß, 4 1540. Sterne sind bereit, zu preisen deine Herrlichkeit. Mel. Jesu, komm doch selbst zu mir. 3. Die Thier und Vögel 12² immel, Erde, Luft in der Welt und was das und Meer zeu⸗ Meer im Schooße hält, zeigt gen von des Schöpfers Ehr; uns in tausend Wundern an, meine Seele, singe du und was deine Kraft und Weis⸗ bring auch dein Lob herzu. heit kann. 2. Seht das große Son⸗ 4. Du hast den Himmel nenlicht, wie es durch die weit gestreckt, mit Wolken⸗Wolken bricht Mondenglanz heeren überdeckt, und seiner und Sternenpracht loben Gott Wölbung Majestät mit gold⸗ bei stiller Nacht. nen Sternen übersät. 3. Seht, wie Gott der 5. Du bists, der alle Welt Erde Ball hat gezieret überall; regiert, den Himmel und die Wälder, Felder, jedes Thier Erde ziert so herrlich, daß zeigen Gottes Finger hier. es um und an kein Erden⸗ 4. Seht, der Vögel muntrer mensch ergründen kann. Chor fliegt und singt zu 6. Wie mag doch unser ihm empor; Feuerflammen, blöder Sinn in deine Tiefen Stuem und Wind seines schauen hin! faßt er in seine Willens Diener sind. Hand das Meer? durch⸗ 5. Seht der Wasserwellen zählet er dein Wunderheer? Lauf, wie sie steigen ab und 7. Wir sehn, was du ge⸗ auf; von der Quelle bis schaffen hast, was deine Got⸗ zum Meer rauschen sie des teshand umfaßt: o wie viel Schöpfers Ehr. 86 16. Lieder 6. Ach, mein Gott, wie wunderbar stellst du dich der Seele dar! Drücke tief in meinen Sinn, was du bist und was ich bin! Joachim Neander, 4 1680. Eigene Melodie. ollt ich meinem 123. S Gott nicht sin⸗ gen, sollt ich ihm nicht dank— bar sein? Seh ich doch in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein; ists doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch immer wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, nein, er giebt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein theures Blut gewinn. O du Brunnen ohn Er⸗ gründen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich von Gott. gleich hoch befleißt, deines Grundes Tiefe finden? Alles Ding währt seine Zeit, Got⸗ tes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in sei⸗ nem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zer⸗ bricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seelen Wohl⸗ ergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Noth entstehen, nimmt er gleich⸗ falls wohl in Acht. Wenn mein Können, mein Ver⸗ mögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebet an, seine Kraft mir beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Got⸗ tes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält: Thier und Kräuter und Getreide; in den Gründen, in der Höh, in den Wäldern, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. leitet, manch Ding! tes Lit 8. ö Kinde ganz mals vom also breche Gott Fehler nicht Lächen seine Ewigt 9. Schläl bitter I Zich der denke schnö gefar Kreu Ding tes 10. Und l. Sinne , deinez in! Allei tit, Got⸗ tt. den edlen ir in sii werdt die Well daß er ülle mit Henslicht Bohl⸗ cht wohl be Noth gleich⸗ Wenn n Ver⸗ nichs t Mein „ seine Alles t, Got⸗ nd ihte Diens mein ch Wai Thiel etreidt, er 90 E+ Oo Wn 12 Zaih eit. 16. Lieder 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüth, daß ich jeden neuen Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre nicht mein Gott gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht ge⸗ leitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen! Alles Ding währt seine Zeit, Got⸗ tes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, obs auch oft⸗ mals fällt in Sünde und vom rechten Wege weicht, also hält auch mein Ver⸗ Hrohen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Ruth und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Seine Strafen, seine Schläge, ob es mir gleich bitter scheint, sind, wenn ich es recht erwäge, dennoch Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein ge— denke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu sich lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Got⸗ tes Lieb in Ewigkeit 10. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs 13 aus dem Sinne gehn: Christenkreuz von Gott. 87 hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Whnter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lib in Ewigkeit. 11. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, so erheb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte: wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht, hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, 4+ 1676. Mel. Jesu, meine Freude. 124. All genugf sam We⸗ sen, das ich hab erlesen mir zum höchsten Gut, du vergnügst alleine völlig, innig, reine Seele, Geist und Muth. Wer dich hat, ist still 10 satt; wer dir kann im Geist anhangen, darf nichts mehr verlangen. 2. Wem du dich gegeben, kann in Frieden leben; er hat, was er will. Wer im Herzensgrunde lebt mit dir im Bunde, liebet und ist still. Bist du da, uns innig nah, muß das Schönste bald er⸗ bleichen, und das Beste weichen. 88 16. Lieder 3. Höchstes Gut der Gü⸗ ter, Ruhe der Gemüther, Trost in aller Pein, was Geschöpfe haben, kann den Geist nicht laben; du ver⸗ gnügst allein. Was ich mehr als dich begehr, kann mein Seligsein nur hindern und den Frieden mindern. 4. Was genannt mag wer⸗ den droben und auf Erden, alles reicht nicht zu. Einer nur kann geben Freude, Ruh und Leben. Eins ist noth: nur du! Hab ich dich nur wesentlich, so mag Leib und Seel verschmachten; ich wills doch nicht achten. 5. Komm du selges Wesen, das ich mir erlesen, werd mir offenbar! Meinen Hun⸗ ger stille, meinen Grund er⸗ fülle mit dir selber gar! Bleib nur du mein Gut und Ruh, bis du wirft in jenem Leben dich mir völlig geben. Gerhard Tersteegen, 4 1769. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 125. Domunan Gott und Kei⸗ ner mehr; frohlockt ihm alle Frommen! Wer ist ihm gleich, wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß, er ist unendlich, grenzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist; wer strebet nicht ver⸗ von Gott. gebens, ihn auszusprechen, wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde war, war er, und eher, als die Himmel. 3. Des Ewgen Thron umgiebt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fassen alle Himmel nicht, die seine Kraft erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht ge— bildet hätte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette; bei ihm ist Weisheit und Verstand, und er umspannt mit seiner Hand die Erde sammt dem Himmel. 5. Isiher nicht nah, ist er nicht fern; weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Fin⸗ sterniß, was ihr beginnt; er siehts gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schützt den Welt⸗ bau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegen— wärtig breitet sich dein Fittich über Alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig voll Ge⸗ Ruld, ein schoner. 7. Unte DE.. — — 8 ind Dan und Chr seine He Gott ume ist ihm er, so! Men? Joh. Mel. Wie 120 * ken, ins keit; erk Schrank chen, eines sind 9 die eher, hron ihn assen seine eibet rgen einer benn ge⸗ uns, der 16. Lieder von Gott. 89 duld, ein Vater, ein Ver⸗ schoner. 7. Untadelhaft bist du und gut und reiner, als die Sonne; wohl dem, der deinen Willen thut, denn du ver⸗ giltst mit Wonne. Du hast Unsterblichkeitallein, bist selig, wirst es ewig sein; hast Freuden, Gott, die Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung,‚ Preis und Ehre; kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr Alle, seine Heere! Der Herr ist Gott und Keiner mehr! Wer ist ihm gleich, wer ist wie er, so herrlich, so vollkom— men? Joh. Andr. Cramer, 4 1788. Mel. Wie liebl. ist, o Herr, die Stätte. 126 Geht hin, ihr gläu⸗ bigen Gedan⸗ ken, ins weite Feld der Ewig⸗ keit; erhebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit; erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Him⸗ mel war noch nicht gemacht, da hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Rathschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den sandt er mir von seinem Thron, in dessen Blute sollt ich rein, geheiliget und selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem An⸗ beginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnaden⸗ trieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüthe empor zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zei— ten neigt, daß jeder Tag sein Zeugniß giebt: Gott hat mich je und je geliebt! 6. Wer bin ich unter Mil⸗ lionen der Creaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hieher gebracht! Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barm⸗ herzigkeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Va⸗ ter, selbst nicht mein; dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schatten deiner Flügel find ich die 9⁰ ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: wer dein ist, Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn, dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Muth und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten dieser Zeit. Der Glaube schwingt sie durch die Sterne und sieht ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbtheil und gelobtes Land. 11. Ach, könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan; nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Vater, dich erhöhn. 12. Doch nur Geduld, es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Gottfried Hermann, 4 1791. 16. Lieder von Gott. Eigene Melodie. * ie groß ist des 127. W Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm ge— bührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Her hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunder⸗ bar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich ge⸗ leitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen; wer giebt dem Geiste neue Kraft; wer läßt mich so viel Guts genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren, und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den ; ist des ahtgn M iensh der mit 10 hm ge⸗ Lebe zu meine r Herr gessen; ch seiner vunder⸗ Ott, der Wer lich ge⸗ ath ich stäͤrkt issen; e neue so viel 5 nicht schafft! Geist, valc Hem wo du, ngeben, st, wie Recht durch 1e deil. hristus könntes Itt salt d seine r sollt N, den 16. Lieder Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen sein, wie er; stell, daß ich dies Gebot erfülle, o Gott, dein B Wle in mir her! Lebt deine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich I jeder Pflicht; und ob ich f 2 aus Schwach— heit fehle, herrscht doch in mir die Sunde nicht. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk in mir die heißen Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Christian Fürchtegott Gellert, 4+ 1769. Mel. Jesu, der du meine Seele. 128 3⁰ den Sand am Meeres— strande, zählt die Stern am Himmelszelt, zählt die Blu— men aller Lande, jeden Halm in Wald und Feld: könnt die Zahl ein Mensch er⸗ kunden, wird doch nie das Maß gefunden, das ganz all von Gott. 9¹ die Huld erreicht, die mir Gottes Lieb erzeigt. 2. Liebe wars, die mir mein Leben schenkte; Liebe, die's erhält; Liebe, die mir's neu gegeben in dem Heiland aller Welt; Liebe, die mit Mutterhänden mich bewahrt hat aller Enden; die mit Vaterfreundlichkeit mein ge— dacht von Ewigkeit. 3. Liebe die mich erquickte in des Leides Ein⸗ samkeit; Liebe, die erbarmend blickte auf mein Weh in trüber Zeit; Liebe wars, die meine Wunden hat gelindert und verbunden; Liebe, die mir Oel und Wein voller Gnade goß darein. 4. Liebe wars, die nach⸗ gegangen mir, als ich mich tief verirrt; die mit sehnen⸗ dem Verlangen suchte mich, treu wie ein Hirt; Liebe, die mit Muttertreue immer mich geliebt aufs Neue, die, ob ich sie oft verkannt, doch mich wieder Kind genannt. 5. Liebe, die nicht auszu⸗ sagen, Liebe, groß und wun— derbar, hör mein Herze für dich schlagen, heilge Liebe, ganz und gar! Ach, könnt in des Himmels Auen ich dich erst vollkommen schauen! O wie selig werd ich sein, wenn du droben ganz bist mein. Georg Wilhelm Schulze. 92 16. Lieder Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 129. Gott, dessen starke Hand die Welt schaffen hat und noch er— häl ich sche deine Güte; ich sehe sie und werd ent⸗ züct wohin auch nur mein Auge blickt. So bald 4 1 mein Gemüthe auf dich, Schöpfer, achtsam lenke, und dich denke, find ich Armer dich als Vater und Erbarmer. 2. Schau ich, so weit mein Auge reicht, gen Himmel, so entdeck ich leicht die Spu— ren deiner Güte. Der Him⸗ melslichter Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erwecket mein Ge— müthe, großer Schöpfer, dich zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke, groß sind deiner Hände Werke. 3. In Ungewittern, Sturm und Wind, die deines Thro— nes Diener sind, entdeck ich deine Güte. Das Feuer, wie der Wasser Grund macht deine große Liebe kund. Mit fröhlichem Gemüthe will ich täglich darauf achten, und betrachten deine Werke, rüh⸗ men deine Huld und Stärke. 4. O zeuch mich über Welt und Zeit zu dir, o Herr der Herrlichkeit, durch deine große Liebe. Auf dich laß mich in Allem sehn, für jedes Gute dich erhöhn. Belebe von Gott. meine Triebe, o mein Va⸗ ter; dir in Allem zu ge⸗ fallen, dir zu leben, sei mein einziges Bestreben! Aus dem Waldeckischen Gesangbuche von 1790. Mel. Freu dich 1 o meine Seele. ott, vor dessen 130. Ge Ange sicht nur ein reiner Wandel Wle ew⸗ ges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Wahrheit quillt! Laßt uns doch zu jeder Zeit Strahlen deiner Heilig⸗ keit so durch Herz und Seele dringen, daß auch wir nach Heilgung ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen und kein Böses ist an dir; ewig bist du so ge— wesen und so bleibst du für und für; was dein Wille wählt und thut, ist untadel⸗ haft und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sein. dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein; du bist nur der Frommen Freund, allem Bösen bist du feind, wer beharrrt in seinen Sün⸗ den, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O so laß uns nicht verscherzen, was du uns hast zugedacht; schaffe in uns Nie besteht vor reine der S was f Du bi verder len, g wir f⸗ 5. erlöser dahin Vösen ganze wie d uns er u in al 6. gierd gewe größ cchaf Ins denn wirst heben leben N. Mel.“ 131 fern den. alle Här leb dein du Va⸗ g9e⸗ mein nabuche Seele. dessen nur ew⸗ Lichte hrheit jeder tilig⸗ Seele nach mzes ist ge⸗ Dfür Wille tadel⸗ deines t du 16. Lieder reine Herzen, tödt in uns der Sünde Macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zäh⸗ len, großer Gott, wie oft wir fehlen! 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin; o so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn! Gieb uns, wie dein Wort verheißt, gieb uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und in alle Wahrheit führe. 6. Jede Neigung und Be— gierde, jede That sei dir geweiht; unsers Wandels größte Zierde sei recht⸗ schaffne Heiligkeit! Mach uns deinem Bilde gleich; denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die er⸗ heben, die im Glauben heilig leben. Nach Johann Christian Zimmer⸗ mann, 4 1783. Mel. Machs mit mir, Gott, nach ꝛc. ie bist du, Höch⸗ 131. N ster, von uns fern; du wirkst an allen En⸗ den. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und athme ich, denn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedenke, weissest du, du prüfest meine Seele. von Gott. 93 Du siehst es, wenn ich Gutes thu; du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn, und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Ein⸗ samkeit mein Herz an dich ergebe und, über deine Huld erfreut, lobsingend dich er— hebe; so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet, und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet, so weißt du sie, und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du hörest meinen Seuf⸗ zern zu, daß Hülfe mir er⸗ scheine. Voll Mitleid, Va⸗ ter, zählest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwär⸗ tiger, dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissen⸗ haft nach deinem Wort mich handeln; und stärke mich dann auch mit Kraft, vor 94 16. dir getrost zu wandeln. Herr, du bist um mich; o verleih, daß dies mein Trost und Warnung sei. Christoph Christian Sturm, + 1786. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. ein Gott, wie 132. Mĩ bist du so verborgen, wie ist 920 Rath so wunderbar! Was h heffen alle meine Sorgen? du hast gesorget, eh ich war. Mein Vater, fähr mich immerdar nur selig, wenngleich wun⸗ derbar. 2. Herr, wer kann deinen Rath ergründen? Dir bleibt allein der Weisheit Preis, du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen weiß. Mein Vater, führ mich immerdar nur selig, wenngleich wunderbar. 3. Gott, deine heiligen Gedanken sind himmelweit von Menschenwahn, drum leite mich in deine Schran— ken und führe mich uhrachner Bahn. Mein Bater, führ mich immerdar nur selig, wenngleich wunderbar. 4. Dir will ich ganz mich überlassen mit allem, was ich hab und bin; ich werfe, was ich nicht kann fassen, auf dein Macht und Weis— heit hin. Mein Vater, führ mich immerdar nur selig, wenngleich wunderbar. Lieder von Gott. 5. Hilf, daß ich nie von dir mich kehre in Glück und Unglück Freud und Leid; schick alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seele Se⸗ ligkeit. Mein Vater, führ mich immerdar nur selig, wenngleich wunderbar. Nach Salomon Franck, 1 1725. Mel. In dich hab ich geboffet, Herr. 133. Gort, wie du bist, so warst du schon, noch che du von dei⸗ nem Thron sprachst dein all⸗ mächtig: Werde! und riefest aus dem Nichts hervor den Himmel und die Erde. 2. Du wirst auch bleiben wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist mit ihren Herrlichkeiten, wenn längst die Kämpfer nicht mehr hier um jene Krone streiten. 3. Wie du, so bleibet auch dein Wort und wird in Kraft sich fort und fort unwandel—⸗ bar erhalten, wenn alle Wel⸗ ten, die du schufst, wie ein Gewand veralten. 4. Und stürzen Berge hin ins Thal, so daß von ihrem mächtgen Fall die Erde weit erzittert, bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 5. Was klag ich denn voll Traurigkeit, daß alle Güter dieser Zeit schnell wie ein Hauch vergehen, da du das Gut der wig wird 6. Wae Seele zag wissen mie am dir g lwig doch! das Gnad 7. Wa du mich d Kebe noe wig liebe nen Nan Hand e 8. J Gott ist dwig wir kann nit die Welt Lust, Go Freuden. si ine Lerscht! Aronez I Ger wieder in ihr 16. Lieder Gut der Güter bist, das ewig wird bestehen! 6. Was ists, daß meine Seele zagt, wenn mein Ge— wissen mich verklagt, daß ich an dir gesündigt? Bleibt ewig doch dein theures Wort, das Gnade mir verkündigt. 7. Was klag ich? liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch und wirst mich ewig lieben; hast selber mei⸗ nen Namen dir in deine Hand geschrieben. 8. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein, und ewig, ewig wird ers sein, von ihm kann nichts mich scheiden; die Welt vergeht mit ihrer Lust, Gott bleibt mit seinen Freuden. Balthasar Münter, 4 1793. Eigene Melodie. 13 4 Gott ist mein Lied, er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel Nichts. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Veste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. von Gott. 9⁵ 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten; Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war in Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist mir nah, ich sitze oder gehe; ob ich ans Meer, ob ich gen Himmel flöhe, so ist er all enthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch un— bereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein! 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkün⸗ digt seines Schöpfers Macht. 96 16. Lieder von Gott. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Wei⸗ den; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter wer⸗ den, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Trutz. Chbristian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 135. enn ich, 0 Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr, mein Vater! 2. Mein Auge sieht, wo⸗ hin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke; wer hat die Sonn an ihm erhöht; wer kleidet sie mit Majestät; wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf; wer heißt die Himmel regnen; wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen! 4. Dich predigt Sonnen⸗ schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere; bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehrel Mich, seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunder⸗ bar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein ruft der Baum in Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei ge— preist, und alle Welt sag Amen, und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern; wer wollte Gott nicht dienen! Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. 36 von u Lobe güte ob w ließen Iuns! singer llinge 2. deine mehr Wer Son Str⸗ Rur Mo keit, Hert n an ihm sie mit dem Heer em Windr heißt dit der schließt Erde auf zu segnen! tacht und deine Gütt weit dil t Sonnen⸗ dich preis re; bringt ste Wurn. öpfer Ehr Baum il , ruft di gemach pfer Ehre! ein Lib, o Wunder Nensch,ein xstand dih er Mensch Ahm und tägliche Güt u hig, U min n Namel , sei 9 Welt sh. Welt fütch Hoff U gem 11 dienenl Lert L 16. Lieder Eigene Melodie. 136 Munderbarer Kö⸗ nig, Herrscher von uns Allen, laß dir unser Lob gefallen! Deine Vater⸗ güte hast du lassen fließen, ob wir schon dich oft ver⸗ ließen. Hilf uns noch, stärk uns doch, laß die Zungen singen, laß die Stimm er⸗ klingen. 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Stärke, mehr als aller Menschen Werke. Großes Licht der Sonnen, lob ihn mit den Strahlen, die das große Rund bemalen; lobet gern, Mond und Stern, seid be— reit, zu ehren einen solchen Herren. 3. O du, meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine Glaubenslieder! Was da Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth; er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Halle⸗ luja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet. O wohl dir, glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Joachim Neander, 4 1680. von Gott. 9⁷ Mel. Ich dank dir schon durch deinen ꝛc. 137 Tiit her, o Seel, und dank dem Herrn für seine tausend Ga⸗ ben, mit denen er dich frei und gern geziert hat und erhaben! 2. Er hat aus Nichts dich hergebracht, wie seiner Huld gefallen, zu seinem Bilde dich gemacht, dich ausge⸗ schmückt vor Allen. 3. Für dich hat er die ganze Welt erschaffen und erbauet, für dich ist sie so wohl bestellt und was man drinnen schauet. 4. Dir trägt die Erde Brod und Wein, dir Arzenei für Schmerzen, dir hegt sie Thiere groß und klein, dir Gold in ihrem Herzen. 5. Dort läuft und strömt das Wasser dir, da stehet es dir stille, bringt Perlen und Korallenzier und Fische dir in Fülle. 6. Die Luft erquickt dich jederzeit von Außen und von Iunenz der bunten Vöglein Munterkeit Sinnen. 7. Dir fährt die Sonn des Tags herein auf ihrem goldnen Wagen; dir macht des Mondes Silberschein die Nächte gleich den Tagen. 8. Zu deinen Diensten sind bereit der Engel große 5 ergötzet deine 9 Schaaren, sie wachen jetzt und allezeit, daß sie dich treu bewahren. 9. Und was noch mehr: er sieht nicht an, willst du nur Gnade finden, die Schmach, die du ihm angethan, mit tausendfachen Sünden. 10. Er giebt den eignen Sohn für dich, er liebt dich wie sein Leben und will sich endlich ewiglich dir schenken und ergeben. 11. Drum dank, o Seele, dank dem Herrn für seine tausend Gaben, mit denen er dich frei und gern geziert hat und erhaben! Johann Scheffler, 4 1677. Mel. Was Gott thut, das ist wohlg. 138 ein Gott, du bist und bleibst mein Gott, das macht mir tausend Freuden. Es kann mich weder Noth noch Tod von deiner Liebe scheiden; denn hab ich dich, so wer⸗ den mich die Flammen nicht ergreifen, die Fluthen nicht ersäufen. 2. Du bist mein Gott von Jugend auf in Freud und Leid gewesen; es war mein ganzer Lebenslauf zum Segen auserlesen. Wie manche Noth, die mir gedroht, hat deine Hand gewendet und Hülfe mir gesendet! 3. Du bist mein Gott und 16. Lieder von Gott. bis hieher willst du noch immer walten. Da meiner längst vergessen wär, hast du mich doch erhalten, ge⸗ speist, getränkt und selbst be⸗ schenkt mit vielen Gnaden⸗ gaben, die Leib und Seele laben. 4. Du bist mein Gott auch künftighin, darauf vertrau ich feste; du änderst nie den treuen Sinn und sorgst für mich aufs Beste. In Lieb und Leid bist du bereit, mir Rath und That zu geben, so lang ich werde leben. 5. Du bist mein Gott; kein Elend kann mir diesen Trost benehmen, und geh ich gleich auf rauher Bahn, will ich mich doch nicht grämen. Der Weg zu dir ist dornig hier, und führt mich doch zum Ziele, wenn ich auch Schmer⸗ zen fühle. 6. Du bist mein Gott, auch wenn der Tod mir alles Andre raubet; stirbt gleich der Leib, es hat nicht Noth: wer nur an Jesum glaubet, der findet dort den sichern Ort, wo uns ein beßres Leben auf ewig wird gegeben. 7. Du bist mein Gott; drum freu ich mich, ich werde zu dir kommen, sobald nach meinem Sterben ich der letz— ten Angst entnommen. Mein Gott ist mein und ich bin sein! Nic Glauben rauben! Renia Mel. Nsu 130. der Wi dir, du m singt au Unterne dein we sichst d mich, lich. 2 hohe mich d deinem tiefen unendli du mid der Ki gabst 1 . nahe, mich; ich sa dich. Sege entge heilsa mir . Freul * 16. Lieder von Gott. 99 sein! Nichts soll mir diesen stets mich aufrecht halten. Glauben aus meinem Herzen Sende Freude, sende Schmerz: rauben! immer preiset dich mein Herz. Benjamin Schmolck, 4 1737. 5. Herr, das höchste Gut 11144 im Leben ist und bleibt mir Mel. Jesu, meines Lebens Leben. deine Huld; sie nur kann 139. Di, dem weisesten mir Freude geben und be⸗ Regierer, tönt decken meine Schuld. Anders der Welten Preisgesang; hab ich kein Verlangen, als dir, du meines Lebens Führer, nur treu an dir zu hangen, singt auch meine Seele Dank! fest mit dir vereint zu sein, Unter allen Millionen, die um mich deiner ganz zu freun. dein weites Reich bewohnen. 6. O der heiligen Ver⸗ siehst du huldreich auch auf bindung, du in mir und ich lih sorgest für mich väter- in dir! Deiner Vaterhuld ich; Empfindung werde täglich 2. Auf der Menschheit nenin mir, bis ich dürturnd hohe Stufe stellte, Herr, ganz vollkommen dich einst mich deine Hand, daß von schau mit allen Frommen deinem Gnadenrufe ich den dort, wo ich bin allezeit bei tiefen Sinn verstand. Aus dir in der Herrlichkeit. unendlichem Erbarmen zogst Nach Joh. Caspar Lavater, 4 1801. du mich mit Vaterarmen in der Kindheit schon zu dir, Mel. Lobt Gott, ibr Christen, alle gl. gabst in Christo alles mir. Ich singe dir mit 3. Täglich warest du mir 140. Herz und Mund, nahe, deine Weisheit lehrte Herr, meines Herzens Lust; mich; was ich hörte, was ich sing und mach auf Erden ich sahe, zeigte mir, o Vater, kund, was mir von dir be— dich. Ja, du kamst mit neuem wußt. Segen jeden Morgen mir 2. Ich weiß, daß du der entgegen; was der Seele Brunn der Gnad und ewge heilsam war, bot dein Geist Quelle seist, daraus uns mir reichlich dar. Allen früh und spat viel 4. Darum will ich dir mit Heil und Gutes fleußt. Freuden dankbar und ergeben 3. Was sind wir doch, sein, will auch unter Kreuz und was haben wir auf dieser Leiden dir ein Herz voll De- ganzen Erd, das uns, o muth weihn. Dich, o Herr, Vater, nicht von dir allein dich laß ich walten; du wirst gegeben werd? 100 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Oel und Most zu seinen Zeiten findt? 6. Wer giebt uns Leben, Kraft und Muth? Wer hält mit seiner Hand des goldnen Friedens werthes Gut in unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, und du mußt alles thun! Du hältst die Wach an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu, und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, herzlich bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht, und giebst uns, was uns hoch erfreut und dir zur Ehr gereicht. 11. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 16. Lieder von Gott. 12. Wohl auf, mein Herze, lob und sing und habe guten Muth! Dein Gott, der Ur⸗ sprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 13. Er ist dein Schatz, dein Erb und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 14. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich ge— macht! 15. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurückgekehrt! 16. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regi⸗ ment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 17. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nichts darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt, 4 1676. Psalm 23. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren 141 Der Herr, der aller Enden regiert mit seinen Händen, der Brunn der ewgen Gü⸗ I Herze, be guten der Ur⸗ 0 selbst Schaß, il, dein cht, dein , dein ft Rath du dich grämst Nimm virf sie dich ge⸗ h nicht ersorget nanchen f hat er miemals n Regi⸗ hut und nimmt laß ihn ed ihm irst du n und 1555 em Herren der Enden änden, en Gü⸗ 16. Lieder von Gott. 101 ter, der ist mein Hirt und Hüter. 2. So lang ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe; der Reichthum seiner Fülle macht mich vergnügt und stille. 3. Er lässet mich mit Freu⸗ den auf grüner Aue weiden, führt mich zu frischen Quel⸗ len, schafft Rath in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget, und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu er⸗ quicken, aus aller Noth zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor Andern im finstern Thal muß wandern, fürcht ich doch keine Tücke, die meinen Fuß umstricke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schirmst mich vor bösen Leuten; dein Stab, Herr, und dein Stecken be— nimmt mir all mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Oele, und füllest meine Seele, die lange dürstend irrte, die tränkst du, guter Hirte. ů 10. Barmherzigkeit und Gutes macht mein Herz gutes Muthes, wird Freud und Lust mir geben in meinem gaͤnzen Leben. 11. Ich will dein Diener bleiben, und dein Lob herr⸗ lich treiben im Hause, da du wohnest und Frommsein wohl belohnest. 12. Drum will ich hier auf Erden, und wenn wir dort sein werden bei dir im Himmel droben, dich rühmen und dich loben. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. In dich hab ich geboffet, Herr. 142 Ich weiß, mein * Gott, daß all mein Thun und Werk auf deinem Willen ruhn, von dir kommt Glück und Segen; was du regierst, das geht und steht auf rechten guten Wegen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß sein Rath werd ins Werk ge⸗ bracht und sich des Fort— gangs freue; des Höchsten Rath, der machts allein, daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Muth, dies oder jenes sei ihm gut, und ist doch weit gefehlet; oft sieht 102 16. Lieder er auch für schädlich an, was doch Gott selbst erwählet. 4. Drum, lieber Vater, der du Kron und Scepter trägst im Himmelsthron und aus den Wolken blitzest, ver⸗ nimm mein Wort und höre mich vom Stuhle, da du sitzest. 5. Verleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen strecket, und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 6. Gieb mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf mei—⸗ nem eignen Willen. Sei du mein Freund und treuer Rath, was gut ist, zu er⸗ füllen. 7. Was dir gefällt, das laß auch mir, o meiner See⸗ len Sonn und Zier, gefallen und belieben; was dir zu⸗ wider, laß mich nicht in Wort und That verüben! 8. Ists Werk von dir, so hilf zum Glück, ists Men⸗ schenthun, so treibs zurück und ändre meine Sinnen: was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst in Kurzem zu zerrinnen. 9. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring zum guten Ende, was von Gott. du selbst angefangen hast durch Weisheit deiner Hände. 10. Ist gleich der Anfang noch so schwer und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur durch deinen Geist, ohn Unterlaß zu beten. 11. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, davor sonst ihm graut, mit tapferm Muth bezwingen, sein Sor⸗ genstein wird in der Eil in tausend Stücke springen. 12. Der Weg zum Guten ist fast wild, mit Dorn und Hecken angefüllt, doch, wer ihn freudig gehet, kommt endlich, Herr, durch deinen Geist, wo Freud und Wonne stehet. 13. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab und find, hast du zu aller Gnüge; so hilf nur, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 14. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr, ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 143 Herr, du hast in 2 deinem Reich große Schaaren heilger En⸗ gel; diesen bin ich noch nicht gen hast Im Anfang mß ih leer der eten, so deinen zu beten. etet und 5, davor tapferm in Sor⸗ Eil in gen. u Guten orn und ch, wer kommt deinen Wonne Veter, ich bei ud, hast bif Stand ch siege. aller hh will d mehr elen vor * Velt, hlen. +1676. ich nich. hast in Reich her En⸗ ch nicht 16. Lieder von Gott. 103 gleich, denn mein Herz ist voller Mängel. Ach, wann werd ich doch so rein, wie die guten Engel sein! 2. Mich beschweret Fleisch und Blut; hilf du, daß ich geistlich werde. Gieb mir einen Engelmuth, der sich trenne von der Erde, daß ich, als dein liebes Kind, allzeit himmlisch sei gesinnt. 3. Mache mir dein Wort bekannt durch des heilgen Geistes Gabe, daß ich Weis⸗ heit und Verstand wie ein Engel Gottes habe, bis wir einst in jenem Licht völlig sehn dein Angesicht. 4. Herr, dein Wille soll geschehn in dem Himmel und auf Erden, darum laß uns dahin sehn, daß wir dir gehorsam werden, und verleih, daß ich dabei aller Engel Mitknecht sei. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr, denn sie hat viel böse Stellen. Sende deiner Engel Schaar, daß mich Nie— mand könne fällen; und da, wo wir schlafen ein, laß sie unsre Wächter sein. 6. Mach es, wie mit La⸗ zaro, wenn ich künftig werde sterben; und damit ich ebenso möge Trost und Segen erben, heiß die Engel mich zur Ruh tragen nach dem Himmel zu. Caspar Neumann, 41 1715. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 144 D Herr der Se⸗ 5 raphinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn, du wunder⸗ barer Meister und Vater aller Geister, mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Die Fürsten und die Thronen, die in dem Himmel wohnen, giebst du zu meiner Wacht; sie sehn dein An⸗ gesichte in ewig hellem Lichte, doch nehmen sie mich auch in Acht. 3. Doch, sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen an wahrer Heilig— keit; wie sie die Kinder lie— ben und sich in Demuth üben, so mach auch mich dazu bereit. 4. Laß sie mich ferner decken, daß keine Furcht noch Schrecken mir je begegnen mag; sie sein auf meinen Wegen mir nah mit deinem Segen, so bleib ich frei von Ungemach. 5. Und endlich, wenn ich scheide, so führe mich zur Freude auf ihren Armen ein; da werd ich dich erst loben und in dem Himmel droben dir und den Engeln ähnlich sein. Benjamin Schmolck, 4 1737. 104 17. Jesuslieder. V. Jesuslieder. a. Liebe und Freude. Eigene Melodie. 145 Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern, voll Gnad und Wahr⸗ heit von dem Herrn, aus Juda aufgegangen! Du Da⸗ vids Sohn aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, hast mir mein Herz umfangen, lieb⸗ lich, freundlich, schön und herrlich, groß und ehrlich,“ reich von Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben. 2. Ei meine Perl und werthe Kron, Sohn Gottes und Marien Sohn, ein hoch⸗ geborner König! Du bist des Herzens schönste Blum; dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Jesu, Jesu, Hosianna, himm⸗ lisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen! 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du heller Got⸗ tesglanz und Schein, die Flamme deiner Liebe; daß ich, o Herr, ein Gliedmaß bleib an deinem auserwähl⸗ ten Leib in frischem Lebens⸗ triebe. In dir laß mir ohn Aufhören sich vermehren Lieb und Freude, daß der Tod uns selbst nicht scheide. ehrenreich, wie Luc. 14, 8. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn du mit deinem Angesicht mich freundlich thust anblicken. O Herr Jesu, mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken! Tröst mich freundlich, hilf mir Armen aus Erbarmen, hilf in Gnaden; auf dein Wort komm ich geladen. 5. Herr Gott Vater, mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet; dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, er ist mein Freund, ich seine Braut, drum mich auch nichts betrübet. Heil mir, Heil mir! Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Zwingt die Saiten zu hellem Klang und laßt den süßen Lobgesang ganz freu⸗ denreich erschallen. Ich will mit meinem Jesu heut und morgen und in Ewigkeit in steter Liebe wallen. Sin⸗ get, springet, jubiliret, tri⸗ umphiret, dank dem Herren, groß ist der König der Ehren! 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß du, mein it mir in du mich blicken. rautes Geist, mich Tröst mir „ hilf Wort „mein mich einem Sohn traut, seine nichts Heil wird ewig hen. en zu t den freu⸗ 9 will t und keit in Sin⸗ tri⸗ rrel, der ch so— mein 17. Jesuslieder. 105⁵ Freund, bist A und O, der Anfang und das Ende! Du wirst mich auch zu deinem Preis aufnehmen in das Paradeis, drauf faß ich deine Hände. Amen, Amen, komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange, deiner wart ich mit Verlangen. Pbilipp Nicolai, 4 1608. Anmerk. Die großen Anfangs⸗ buchstaben bedeuten: Wilhelm Ernst, Graf und Herr zu Waldeck. Eigene Melodie. 146 Heniic lieb hab ich dich, o Herr, ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Hülf und Gnaden! Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd und Himmel frag ich nicht, wenn ich nur dich kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Trost und meines Herzens Theil, durch dessen Wunden ich werd heil. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr! 2. Es ist, Herr, dein Ge⸗ schenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; da⸗ mit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nutz und Dienst des Nächsten mein, wollst du mir Gnade geben! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag ge— duldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnoth. 3. Ach Herr, laß einst die Engel dein an meinem End die Seele mein in Abrahams Schooß tragen, dein Leib in seinem Kämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis zum jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, er— höre mich! ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling, 4 1608. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 147 O desu Jesu, Oit. tes Sohn, mein Bruder auf dem Himmels⸗ thron, mein höchste Freud und Wonne, du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar, noch klarer als die Sonne: herz⸗ lich lieb ich mit Gefallen dich vor Allen; nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden! 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, daß ich * — 106 17. Jesuslieder. nicht gnug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Je mehr die Lieb in mir entbrennt, um so viel mehr mein Herz erkennt, wie es dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Ge⸗ müthe lieblich fließen: so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich all— zeit lieben möge. Nichts auf der ganzen weiten Welt, nicht Pracht, Lust, Ehre, Freud und Geld, wenn ich es recht erwäge, kann mich ohn dich gnugsam laben. Nur die Gaben deiner Liebe trösten, wenn ich mich be— trübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, er⸗— freuest sein Gewissen. Es geh ihm, wie es woll auf Erd, wenn Kreuz ihn noch so hart beschwert, soll er doch dein genießen. Ewig selig, nach dem Leide große Freude wird er finden; alles Trauren muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat jemals es gehört, kein Mensch ge⸗ sehen, noch gelehrt, es kanns Niemand beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist be— reit, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht er⸗ reichen, noch vergleichen Er⸗ denschätzen, was alsdann uns wird ergötzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Sorge sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt und mir dein Wort vor Augen hält, aus Liebe mich stets übe: bis ich endlich werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnom⸗ men. 7. Dann werd ich deine Freundlichkeit, die mich schon hier so hoch erfreut, in reiner Liebe schmecken, und sehn dein liebreich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht, ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich sein er— quicket und geschmücket mit der Krone, Herr, vor deinem Himmelsthrone. Johann Heermann, 1 1647. Eigene Melodie. 148 Meinen Jesum laß ich nicht! Weil er sich für mich ge⸗ geben, so erfordert meine Pflicht, unverrückt nur ihm zu leben. Er ist meines Le⸗ bens Licht, meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich immer nicht, weil ich soll auf Er⸗ den leben; ihm hab ich voll licht er⸗ hen Er⸗ ann uns ilt, aus bis ich en und ommen, ninom⸗ 9 deine ch schon n reiner d sehn cht mit enlicht, hrecken. sein er⸗ ket mit deinem 117. Ifum nicht! ich ge— meine ur ihm mes Le⸗ Jsum immer Er⸗ ch voll 17. Jesuslieder. 107 Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Ge⸗ sicht, alle Sinnen mir ent⸗ weichen; laß das letzte Ta⸗ geslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn der Lebens⸗ faden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor sei— nem Angesicht aller From— men Glaube pranget; mich erfreut sein Angesicht; meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seel in mir sich sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet und befreiet vom Gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, bleib ihm ewig an der Seiten; Jesus wird mich für und für zu den Lebensbächen leiten. Selig, wer von Herzen spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! Christian Keymann, + 1662. Eigene Melodie. 149 Ich will dich lieben, 1 N meine Stärke, ich will dich lieben meine Zier; ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier. Ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz be— scheint. Ich will dich lieben, Gotteslamm, als meinen Bräutigam. 3. Ach, daß ich dich so spät erkannte, du hochgelobte Liebe du; daß ich nicht eher mein dich nannte, du höch— stes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid und bin be— trübt, daß ich so spät geliebt. 4. Ich ging verirrt und war verblendet; ich suchte dich und fand dich nicht. Ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei ge— macht; ich danke dir, du heilger Mund, daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht 108 17. Jesuslieder. straucheln oder stille stehn. Erleucht mir Leib und Seele ganz mit deinem Himmels⸗ glanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott; dich lieben auch bei Schmach und Hohne und in der aller⸗ größten Noth; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. Johann Scheffler, 4 1677. Mel. Gott des Himmels u. der Erden. 150 Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht; Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich er⸗ koren, eh als ich geschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar; Liebe, dir er⸗ geb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich ge— litten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat er⸗ stritten ewge Freud und Se— ligkeit; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich ganz ergeben mir zum Heil und Seelenhort; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat ge⸗ bunden an ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu blei— ben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele litt, Liebe, die das Lösgeld giebet und mich kräftiglich vertritt; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird entrücken aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich einst wird schmücken mit der Kron der Herrlichkeit; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler, 4 1677. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 151 Wenn Alle untreu 2 werden, so bleib ich dir doch treu, daß Dank⸗ barkeit auf Erden nicht aus⸗ gestorben sei; für mich um⸗ fing dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz: drum geb ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist, und Mancher von den Deinen dich lebenslang ver⸗ gißt; von Liebe nur durch— drungen, hast du so viel ge—— ein zu hat ge⸗ it Kib ie mich u Herz be, dit u blei⸗ hewig Seele ösgeld ftiglich geb ich viglich. wird rab der ie Mich mit der Liebe, ein zu 1677. rlangen. Untreu o• bleib Dank⸗ ht aus⸗ un gingst drum den auf bitter storhen on den 0 ver⸗ durch⸗ piel ger 17. Jesuslieder. 109 than: und doch bist du verklun⸗ gen und Keiner denkt daran! 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer Jedem bei; und, wenn dir Keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sieget: am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget sich kindlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfun⸗ den; o lasse nicht von mir! Laß innig mich verbunden auf ewig sein mit dir. Einst schauen meine Brüder auch wieder himmelwärts und sinken liebend nieder und fallen dir ans Herz. Friedrich von Hardenberg, 4 1801. Mel. Valet will ich dir geben. 15²2 Aus irdischem Ge⸗ tümmel, wo nichts das Herz erblickt, wer zeigt den Weg zum Himmel, dahin die Hoffnung blickt? Wer leitet unser Streben, wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg heißt Jesus Christ. 2. Hier irren wir und fehlen, gehüllt in tiefe Nacht. Durch wen wird unsern Seelen ein wahres Licht ge— bracht? Von oben kommt die Klarheit, die alles uns erhellt, denn Christus ist die Wahrheit, er ist das Licht der Welt. 3. Wer giebt uns hier schon Freuden, die Niemand rauben kann? Wer zeiget uns im Leiden den Himmel aufgethan? Wenn vor dem Tod wir beben, wer giebt dem Herzen Ruh? Heil! Christus ist das Leben, führt uns dem Vater zu. Aschenfeldt. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 153 Geb auf, du heller 7 Morgenstern; erleucht uns, ewges Wort des Herrn, du Anfang aller Dinge. Das Leben bist du, bist das Licht, das herrlich unsre Nacht durchbricht; dein hohes Lob erklinge. Kräftig, stille, herzdurchdringend, Tod bezwingend wirkt dein Leben, uns Gefallne zu erheben. 2. Du, deines Vaters An⸗ gesicht, du Mund, durch den. er zu uns spricht von Wahr⸗ heit und von Gnade, du Eingeborner vor der Zeit, du Glanz von Gottes Herr⸗ lichkeit, du leitest unsre Pfade. O wir sehen nun in Wahr⸗ heit Gottes Klarheit, und sein Lieben ist uns nicht ver⸗ borgen blieben. 3. Was ist der Mensch; was ist sein Kind? Seht, der, deß alle Himmel sind, der wird ein Mensch auf Erden; er zieht des Knechtes Hülle an, um uns, den Knech— 110 17. Jesuslieder. ten, sich zu nahn, Befreier uns zu werden. Christen, preiset seiner Liebe mächtge Triebe, daß uns Allen nichts mehr mög als er gefallen. 4. Ja, Gottes Sohn, dich preisen wir, du Liebender, wir danken dir; wer kann dich gnug erheben? Wir sehen deine Herrlichkeit, die uns zu deinem Bild erneut; dir weihen wir das Leben. Deiner Liebe ists entquollen; darum wollen wir nur leben, dir, was dein ist, hinzugeben. 5. Dein sind wir, Herr, und bleiben dein, wir können keines Andern sein, du hast uns dir erworben. An deiner Liebe haften wir, dir leben und dir sterben wir, der du für uns gestorben. O wir wissen: ewges Leben wirst du geben allen Deinen, wirst sie ewig mit dir einen. Johannes Geibel, 4 1853. Eigene Melodie. 154 Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier! Ach, wie lange, lange ist dem Herzen bange, und ver⸗ langt nach dir! Hab ich dich, wie reich bin ich; außer dir soll mir auf Erden nichts sonst lieber werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei; laß von Ungewittern rings die Welt erzittern, mir steht Jesus bei. Wenn die Welt in Trümmer fällt, wenn gleich Sünd und Hölle schrecken: Jesus will mich decken. 3. Weg mit allen Schätzen, du bist mein Ergötzen, Jesu meine Lust! Weg, ihr eitlen Ehren, will von euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von. Jesu scheiden. 4. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht, dir sei ganz, du Sündenleben, Ab— schied nun gegeben! 5. Weicht, ihr Trauer⸗ geister, denn mein Freuden⸗ meister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, den⸗ noch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude! Johann Franck, 4 1677. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 155 König, dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein Mund er⸗ reichet, dem als Gott das Welt 15 bei. mmer dund will jätzen, Nsu eitlen nicht vußt! mach b ich on HLesen, mir Nacht, weit mehr , du ir sei „Ab⸗ rauer⸗ euden⸗ erein. muß auter schon „den⸗ Leide, 167. Seele. flit eichel ld el⸗ das 17. Jesuslieder. 111 Reich gebühret, der als Mensch das Scepter führet, dem das Recht gehört zum Throne als des Vaters ein⸗ gem Sohne, den so viel Voll⸗ kommenheiten krönen, zieren und begleiten: 2. Himmel, Erde, Luft und Meere nebst dem unge⸗ zählten Heere der Geschöpfe auf den Feldern, in den Seeen, in den Wäldern sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigenthum gegeben; Menschen, Engel, Welten scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mun⸗ des nach dem Recht des Gnadenbundes sich von dir regieren lassen und, wie du, das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himm⸗ lischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst er— weisen. 5. Herr in allen diesen Reichen! dir ist Niemand zu vergleichen an dem Ueber⸗ fluß der Schätze, an der Ord⸗ nung der Gesetze, an Vor⸗ trefflichkeit der Gaben, welche deine Bürger haben; du be⸗ schützest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in mei⸗ nem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; laß mich deinen Schutz ge— nießen, gläubig in mein Herz dich schließen, ehren, fürch— ten, loben, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, hier mit streiten, dort mit herrschen dir zur Seiten. Joh. Jakob Rambach, 4 1735. Mel. Jesu, meine Freude. 156 Wie getrost und heiter, Herr, mein Licht und Leiter, machst du meinen Geist; der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen, und so gern erfreust! Niemals wird bei dir, mein Hirt, Freund und Tröster meiner Seelen, mir Erquickung fehlen. 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich, zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrecken, willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen 1 17. Jesuslieder. Gräber vor mir schauen; mein Erlöser lebt! Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frev⸗ lers Herz erschüttern: was brauch ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, ge— stärkt durch dich. Sink ich oft noch nieder, du erhebst mich wieder, du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld, und auf dieses Lebens Pfade führt mich deine Gnade. 5. Daß ich Gott erkenne, froh ihn Vater nenne, und mich ewig sein; daß ich hier am Grabe Trost und Hoff⸗ nung habe, dank ich dir allein. Daß dein Geist mich unter⸗ weist, und mich führt auf deinem Pfade, dank ich deiner Gnade. 6. Der du Blut und Leben für mich hingegeben, daß in meiner Noth ich nicht hülf—⸗ los bliebe, groß ist deine Liebe, stärker als der Tod. Herr, und ich, ich sollte mich deiner Huld nicht dankbar freuen, dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! Was die Welt vergnüget, o mein Gott, das trüget, das be⸗ friedigt nicht. Hab ich dich: wie gern will ich das, wor⸗ nach die Eiteln trachten, reich in dir, verachten. 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde, durch Zufriedenheit? Sind nicht Glanz und Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du erfreust des Menschen Geist, und willst denen, die dich ehren, bleibend Glück ge— währen. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden; und was hoff ich dort? Unbegrenzte Zeiten voller Seligkeiten hoff ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Güte, danket mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nicht von mir! Laß mich so be— herzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. Christoph Friedrich Neander, 4 1802. tI Was o mein Nas he⸗ ch dich: „ wor⸗ rachten, n. ut der werde, Sind en, die Traum rfreust und dich ck ge⸗ Frieden nieden dort? voller dein durch ch dir wer 17. Jesuslieder. 11³ b. Friede und Versöhnung. Mel. Nun bitten wir den beil. Geist. 157 Ac, mein Herr Jesu, dein Nahesein bringt großen Frie⸗ den ins Herz hinein, und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröhlich und dank⸗ bar wird. 2. Wir sehn dein freund⸗ liches Angesicht voll Huld, und Gnade wohl leiblich nicht, aber unsre Seele kanns schon gewahren, du kannst dich fühlbar gnug offenbaren, auch ungesehn. 3. O, wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu ge⸗ nießen recht wär bedacht! Der hätt ohne Ende von Glück zu sagen, und seine Seele müßt immer fragen: wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, uns täglich, reichlich die Schuld verzeihn, heilen und trösten, erfreuen und segnen und unsrer Seele als Freund begegnen, ist deine Lust. 5. Ach, gieb an deinem kostbaren Heil uns alle Tage vollkommner Theil, und laß unsre Seelen sich immer schicken, aus Noth und Liebe nach dir zu blicken ohn Un⸗ terlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner heilgen Todesgestalt; ja, laß sie uns immer vor Augen schweben und tief im Herzen dein kräftig Leben zu spüren sein. 7. Ein herzlich Wesen und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Trö⸗ stung aus deinen Todes⸗ wunden erhalt uns Frieden zu allen Stunden, bei Freud und Leid. 8. So werden wir bis in Himm'l hinein in dir ver⸗ gnügt wie die Kinder sein. Muß gleich unser Auge sich manchmal netzen; wenn sich das Herz nur an dir er⸗ götzen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir tief beschämet vor dir dastehen, und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor, 4 1801. Mel. Jesus meine Zuversicht. 158 Meinen Frieden geb ich euch! also hat der Herr verheißen; auf, mein Herz, die Sorgen fleuch! er wird aus der Angst dich reißen. Sei getrost und unverzagt, glaube, was er zugesagt. 2. Herr, du hältst, was — 2 114 17. Jesuslieder. du versprichst, giebst noch Liebe, die für mich aus rei⸗ immer deinen Frieden, wenn nem Triebe starb am Kreuzes⸗ du in die Herzen brichst mit stamm, Jesu, Gottes Lamm! dem Wahrheitsglanz hienie⸗ 2. Deiner Liebe Gluth den. Kehre eilig bei mir ein, stärket Muth und Blut. laß in dir mich selig sein. Wenn du freundlich mich an⸗ 3. Güter, die die Erde blickest und mit deinem Geist giebt, sind nur mangelhafte erquickest, macht mich wohl— Gaben; ewig, Herr, wird, gemuth deiner Liebe Gluth. wer dich liebt, in dir volle 3. Wahrer Mensch und Gnüge haben; schütte auf Gott, Tuost in Noth und mein ganzes Haus deine Tod1 Pe. Gnadenfülle aus. Tod! Du bist darum Mensch ö geboren, zu ersetzen, was ver⸗ 1 Leien Dünen is iin 4 dein nin 5 roch, vergebens; du allein, o Quell ⸗ 10 des Lichts, bist der Grund. 4. Meines Glaubens Licht des neuen Lebens, rühre laß erlöschen nicht, salbe mich mich mit deiner Kraft, die mit Freudenble, daß hinfort den neuen Menschen schafft in meiner Seele, ja verlösche 5. Führe du mein Glau⸗ nicht meines Glaubens Licht. bensschiff durch die sturmbe⸗„ 5. So werd ich in dir wegten Wellen, daß es nicht bleiben für und für. Deine am Felsenriff harter Zweifel Liebe will ich ehren, und in mög zerschellen! Wenn ich's mir dein Lob vermehren, weil nicht mehr lenken kann, so ich für und für bleiben werd sei du der Steuermann. in dir. 6. Rette mich in jenen 6. Held aus Davids Port, wo die Erdenstürme Stamm, deine Liebesflamm schweigen und vor dir, o mich ernähre, und verwehre, Gnadenhort, alle Seligen daß die Welt mich nicht sich neigen! Dann in deines versehre, ob sie mir gleich Vaters Haus werf ich meinen gram, Held aus Davids Anker aus. Stamm. ö ö Cbristian August Babr. 4 1846. 7. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb uns, den Eigene Melodie. Deinen, die dich kennen, und 159 Seelenbräutigam, nach dir sich Christen nen⸗ 6 Jesu, Gottes nen; denen du bist lieb, Lamm! habe Dank für deine deinen Frieden gieb! aus rei⸗ Rrenzes⸗ Lamm! e Gluth d Mlt. mich an⸗ em Geist ich wohl⸗ e Gluth. isch und oth und Mensch was ver⸗ tsoroth, Gott! ens Licht lbe mich hinfort perlösche 5 Licht. in dir Deine und in en, weil en werd Davids flamm wehre, h nicht gleich Dabidẽ en gicb ns, den en, An N lell⸗ lieb, 17. Jesuslieder. 115 8. Wer der Welt abstirbt, sich mit Ernst bewirbt, dir zu leben und zu trauen, der wird bald mit Freuden schauen, daß Niemand ver⸗ dirbt, der der Welt abstirbt. 9. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich; ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich um⸗ fassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 10. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und Ver⸗ trauen, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehren⸗ kron folgt auf Spott und Hohn. 11. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde: wie so ritter⸗ lich du gekämpft für mich. 12. Du mein Preis und Ruhm, werthe Himmels⸗ blum: in mir soll nun nichts erschallen, als was dir nur kann gefallen, werthe Him⸗ melsblum, du mein Preis und Ruhm! Adam Drese, 4 1718. Eigene Melodie. 160 Eins ist Noth, ach 4 Herr, dies Eine lehre mich erkennen doch! Alles Andre, wie's auch scheine, ist ja nur ein schwe⸗ res Joch, darunter das Herze sich naget und plaget, und dennoch kein wahres Ver⸗ gnügen erjaget. Erlang ich dies Eine, das Alles ersetzt, so werd ich mit Einem in Allem ergötzt. 2. Seele, willst du dieses finden, such's bei keiner Crea⸗ tur, laß, was irdisch ist, da⸗ hinten, schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in Einem ver⸗ einet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste nothwendigste Theil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie dies Eine zu genießen sich Maria dort befliß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht nieder⸗ ließ: ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr Alles in Einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Ver⸗ langen, liebster Jesu, nur nach dir, laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Ob Viele zum größeren Haufen sich kehren, so soll doch mein Herze dir einzig gehören; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist, was ist, das in dir nicht die Seele geneußt? 116 17. Jesuslieder. 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir, Herr, verbor⸗ gen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille gern in solche Schranken fügt, worinnen die Demuth und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weis⸗ heit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut; Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig, theures Blut. Die höchste Gerechtig⸗ keit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben, da hab ich die Kleider des Heiles erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht: du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Lust, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich umströmt die Gnadenfluth; du bist ein⸗ Heilge durch dein Blut, da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun von Tod und Verdammniß ent⸗ bunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volle Gnüge, Fried und Freude jetzo meine Seel ergötzt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßeres kann mich im Herzen erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben er— blickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein, prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein. Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höch— ster, auf ewigem Wege, laß Schmach mich nicht achten, nicht Leiden noch Tod und dich, Herr, gewinnen, dies Eine ist Noth. Johann Heinrich Schröder, 4+ 1728. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 161. Eins ist Noth, o Herr, dies Eine lehre meine Seele doch! Alles Andre, wie's auch ial eingegangen in das scheine, ist nur ein beschwe— rend Herz Ruhe Einzi Fricdt 2. finden tur; dich b schen auf( höhter du d das 6 . beschi erlaẽ müd saß. Herz Weis sie be hört! 17. Jesuslieder. 117 rend Joch, unter dem das Herz sich quälet und der Ruhe doch verfehlet; nur dies Einzige giebt mir wahren Frieden dort und hier. 2. Seele, willst du dieses finden, suchs bei keiner Crea⸗ tur; laß nichts Irdisches dich binden, Erdengüter täu⸗ schen nur. Nur bei dem auf Gottes Throne hocher⸗ höhten Menschensohne findest du dein wahres Heil und das allerbeste Theil. 3. Dir ist auch das Glück beschieden, was Maria sich erlas, als sie, ohne zu er⸗ müden, fromm zu Jesu Füßen saß. O, wie brannt ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören; sie vergaß die Welt und sich, hört und sah nur, Jesu, dich! 4. Also richt auch mein Verlangen, mein Erlöser, nur nach dir; deiner Wahrheit anzuhangen, schenke Trieb und Kräfte mir. Wenn auch Andre sie nicht achten, will ich sie mit Lust betrachten und, mich deines Heils zu freun, ihren Lehren folgsam sein. 5. In dir liegt der Weis⸗ heit Fülle. Was die Seel allein beglückt, zeigst du mir; und wenn mein Wille sich in deine Ordnung schickt, dann werd ich wahrhaftig weise, mir zum Heil und dir zum Preise, lerne Gottes Rath verstehn und den Weg des Lebens gehn. 6. Mit Vergebung aller Sünden, Herr, begnadigst du mich dann, lässest mich dann Ruhe finden, daß ich fröhlich rühmen kann: ich bin auch bei Gott in Gna⸗ den, und was könnte mir nun schaden? Meines Mitt⸗ lers Gütigkeit dank ich diese Sicherheit. 7. Aber du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht, daß sie nicht mit Vorsatz fehle, fliehe vor der Sünde Macht. Muth und Kraft zum heilgen Leben kannst und willst du Allen geben, die mit Ernst sich nur bemühn, schnöde Sündenlust zu fliehn. 8. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, und mein Alles sein. Prüf und forsche, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein, daß ich hier schon auf der Erde durch dich gut und selig werde, und dir treu sei bis zum Tod; nur dies Eine ist mir noth. Aus dem Waldeckischen Gesangbuche von 1790 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. iland, dei 162. H Menschenlicbe 118 war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz bewo⸗ gen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwach— heit überdecket, dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. O der wunderbaren Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde weinen, Jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Be— trübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren, sterben für die ärgsten Sün⸗ der, das ist Lieb, o Menschen⸗ kinder! 3. O du Zuflucht der Elenden! wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf und Heil genommen, der ge— beugt zu dir gekommen? O, wie ist dein Herz gebrochen, wann dich Kranke ange— sprochen! O, wie pflegest du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen! 4. O wie hoch stieg dein Erbarmen, da du, Heiland, für uns Armen dein unschätz⸗ bar theures Leben in den ärgsten Tod gegeben, da zur Tilgung unsrer Schulden unsre Strafe zu erdulden und den Segen zu ererben, als ein Fluch du wolltest sterben! 5. Deine Lieb hat dich 17. Jesuslieder. getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, ohne Schel⸗ ten, Drohen, Klagen Andrer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schaar zu beten und die Mörder zu vertreten. 6. Herr, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken! Du hast das Gesetz erfüllet, seinen Fluch hast du gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen, heilge meines Herzens Triebe, heilge sie mit deiner Liebe! Joh. Jakob Rambach, 4 1735. Mel. Seelenbräutigam. 163 Wer ist wohl wie du? Jesu, süße Ruh, für uns Alle auser⸗ koren, Leben derer, die ver⸗ loren; und ihr Licht dazu; Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Noth zu er— lösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket, und mich aus der Noth hat geführt zu Gott! 3. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket, und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. C Tod, Sü hast du! Und ein durch do Bluts, o 5. Höl nig und Stepter Mria di ind spät 6. Laß als dein des Gei stets in. als deij schönste Schild, mir anl 17. Jesuslieder. 119 4. Großer Siegesheld! Tod, Sünd, Höll und Welt hast du mächtig überwunden und ein ewig Heil erfunden durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, Kö— nig und Prophet! Deinen Scepter will ich küssen, wie Maria dir zu Füßen sitzen früh und spät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigenthum, durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen, als dein Eigenthum, aller— schönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmuth Schild, deiner Demuth Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege. Vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wan⸗ ken, sondern bleiben in den Schranken; sei du mein Ge— winn, gieb mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unver⸗ rückt zu dir fortsetze und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög und beten, freu— dig vor dein Antlitz treten; ungefärbte Lieb in die Seele gieb! 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich Acht, Hüter in der Nacht! 12. Einen Heldenmuth, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gieb mir, höchstes Gut, durch dein theures Blut! 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal be— gleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn! Joh. Anastasius Freylinghausen, + 1739. Mel. Jesus meine Zuversicht. 164 Mein Erlöser und mein Heil, Brunngquell aller edlen Ga⸗ ben! Laß doch bald voll— kommnen Theil mich an der Erlösung haben, die du einst in Todesangst für die Sün⸗ derwelt errangst. 2. Dieser bösen Zeiten Lauf, böse durch den Dienst der Sünden, hebt nicht die Verheißung auf, daß ich soll Erlösung finden von der Sünde, die mich plagt, von dem Kummer, der mich nagt. 3. Nein, du wirst sie nicht verziehn, die verheißne Frei⸗ heitsstunde! Meine Schmer⸗ zenstage fliehn, und ich glaube deinem Munde, daß die Lei⸗ den dieser Zeit nicht werth jener Herrlichkeit. 4. Herr, nicht deine Kinder nur seufzen stets nach diesem Tage; nein, die ganze Crea⸗ tur sehnt sich unter ihrer Plage, daß der Offenba⸗ rungstag deiner Kinder kom⸗ men mag. 5. Da wird die Vollkom⸗ 17. Jesuslieder. menheit über alles Uebel siegen; da wird Sünde, Schmerz und Leid zu des Siegers Füßen liegen; da wird grünen mein Gebein, und der Tod wird nimmer sein. 6. Diese Hoffnung grün⸗ det sich nicht auf Wahn und wankend Wissen; o, mein Heiland, ohne dich würde ich verzagen müssen! Aber dein Versöhnungsblut giebt mir selgen Hoffnungsmuth. Franz Christoph Steinmetz, 4 1791. 18. Lieder von der Kirche. Eigene Melodie. 165 Erhalt uns, Herr, 5 bei deinem Wort und steur der Feinde List und Mord, die Jesum Chri⸗ stum, deinen Sohn, stürzen wollen von seinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist: be⸗ schirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem W. 166 Ach, bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser schwer be⸗ trübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sacrament behalten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Tröster werth, gieb ein'n Sinn deinem Volk auf Erd, Kirch erhalt, wir sind gar steh bei uns in der letzten sicher, träg und kalt; gieb Noth, leit uns ins Leben Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall an allem Ort. aus dem Tod. Martin Luther, + 1546. . wehre sch stkts filch 5 Herr; sonder 0 stel auf d 6. Herze Kirch erhal wir mehr 7 dein mutt nen zu di saal. Me. Uebel Sünde zu des en; da Gebein, nimmer grün⸗ In und „ mein würde Aber it giebt Smuth. „1 1701. einem W. ei Nns, Christ, worden rt, das bei uns wer be⸗ ih m, daß wur acrament an das sif, den sind gar ltz gib deinem fhal an 18. Lieder von der Kirche. 4. Den stolzen Geistern wehre doch, die mit Gewalt sich heben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 5. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist, darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 6. Dein Wort ist unsers Herzens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts Andres suchen mehr. 7. Hilf leben uns nach deinem Wort und darauf muthig fahren fort von hin— nen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmels⸗ saal. Nicolaus Selnecker, 4 1592. Mel. Christus, der ist mein Leben. 167 Ach, bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach, bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil beschert. 3. Ach, bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 121 4. Ach, bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein Gnad und all's Vermögen reichlich in uns vermehr. 5. Ach, bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze, noch fäll die böse Welt. 6. Ach, bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott; Beständigkeit ver⸗ leihe, hilf uns aus aller Noth. Josua Stegmann, 4 1692. Mel. Valet will ich dir geben. 168 Erhalt uns deine Lehre, Herr, zu der letzten Zeit, erhalt dein Reich und mehre dein edle Christenheit; erhalte festen Glauben, der Hoffnung hel⸗ len Strahl; laß uns dein Wort nicht rauben im dunk⸗ len Erdenthal. 2. Erhalt dein Ehr und wehre dem, was dir wider⸗ spricht; erleuchte und bekehre, allwissend, ewges Licht, was dich noch nicht erkennet: ent⸗ decke doch der Welt, der du dein Licht gegönnet, was einzig dir gefällt. 3. Erhalt, was du ge⸗ bauet und durch dein Blut erkauft, was du dir hast ver— trauet und mit dem Geist getauft. Ob grimme Feinde stürmen zu deiner Kirche 6 122 18. Lieder von der Kirche. Fall, so wollest du sie schir⸗ men als Hort und Felsen⸗ wall. 4. Erhalt uns, Herr, dein Erbe, dein werthes Heilig— thum! Zerstreu, zerbrich, ver⸗ derbe, was wider deinen Ruhm! Laß dein Gesetz uns führen, schenk uns dein Himmelsbrod; laß deinen Schmuck uns zieren, heil uns durch deinen Tod. 5. Erhalt und laß uns hören dein Wort, das selig macht, den Spiegel deiner Ehren, das Licht in finstrer Nacht; laß diesen Born uns tränken im 55 Thal der Welt; 4 0— iese Stimm uns lenken Hanf zum ewgen Zelt. 6. Erhalt in Sturm und Wellen der Kirche heilig Schiff und laß es nicht zer⸗ schellen an Sand und Felsen⸗ riff; gieb, Herr, daß wir entrinnen der wilden Fluth der Zeit, laß uns den Port gewinnen der selgen Ewig⸗ keit. Adam Gretgen, + 1660. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 16⁶ Oie Feinde deines 2 Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu zerstö— ren, du aber, Mittler, Got⸗ tes Sohn, kannst ihrem Trotze wehren. Dein Thron be⸗ stehet ewiglich; dergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; drum konnt auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schaar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herr⸗ schaft noch auf Erden weit verbreiten, und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten! Vom Auf⸗ gang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis und Dank und glaub an deinen Namen! 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren! Lehr sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Gläubgen, wollest du fest in der Wahr⸗ heit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh in deiner Gnade finden. Mach unsers Glaubens uns gewiß; vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr uns bis ans Ende. 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge. mnsern Wlll, dein 6 eischei dann! die M 7. 2 dii Fromn großen wirst r werden den un lohn, erben. Mel. 17⁰ auf h bünde ganze sie m wird schen, Wach über nen, walte seine 9die nicht Werk drum t der tgang bleibt selbst lar zu hren. Herr⸗ weit einem l die Auf⸗ rgang Preis b an , die vebad deiner „daß Lehr immel rt im Ulunft ubgen, Wahr⸗ ir für deiner useas 67 miß Ende. uus heilge * 18. Lieder von der Kirche. unsern Willen, so wird dein Volk, dir unterthan, gern dein Gesetz erfüllen, bis du erscheinest zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschenkinder sammelst. 7. Voll Zuversicht erwar⸗ ten dich, Herr, alle deine Frommen, und freun des großen Tages sich, da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verheißnen Gnaden— lohn, dein Himmelreich, er⸗ erben. Balthasar Münter, 4 1793. Mel. Wachet auf, ruft uns die St. 17 ottes Stadt steht 170. G fest gegründet auf heilgen Bergen; es ver— bündet sich wider sie die ganze Welt; dennoch steht sie und wird stehen; man wird an ihr mit Staunen sehen, wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Js⸗ raels ist ihres Heiles Fels. Halleluja! lobsingt und sprecht: wohl dem Geschlecht, das in ihr hat das Bürger— recht. Zions Thore liebt vor allen der Herr mit gnädgem Wohlgefallen, macht ihre Riegel stark und fest, segnet, die darinnen wohnen, weiß überschwänglich dem zu loh⸗ nen, der ihn nur thun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld, wie trägt er mit 123 Geduld all die Seinen. O Gottes Stadt, du reiche Stadt, die solchen Herrn und König hat! 3. Große, heilge Dinge werden in dir gepredigt, wie auf Erden sonst unter kei⸗ nem Volk man hört. Gottes Wort ist deine Wahrheit, du hast den Geist und hast die Klarheit, die alle Finsterniß zerstört. Da hört man fort und fort das theuer, werthe Wort ewger Gnade. Wie lieblich tönt, was hier ver— söhnt und dort mit ewgem Leben krönt. 4. Auch die nichts davon vernommen, die fernsten Völ⸗ ker werden kommen und in die Thore Zions gehn. Denen, die im Finstern saßen, wird auch der Herr noch predgen lassen, was einst für alle Welt geschehn. Wo ist der Gottessohn? wo ist sein Gnadenthron? wird man fragen. Dann kommt die Zeit, wo weit und breit erscheint der Herr der Herr— lichkeit! 5. Darum stellet ein die Klagen; man wird noch einst zu Zion sagen: wie mehrt sich deiner Bürger Zahl! Voll Erstaunens wird man schauen, wie Gott sein Zion mächtig bauen und herrlich weitern wird einmal. Er⸗ 12⁴ 18. Lieder von der Kirche. hebet Herz und Sinn! es ist die Nacht schier hin für die Heiden; es kommt ihr Tag, sie werden wach, und Israel folgt ihnen nach. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden die Mutter aller Völker werden, die ewges Leben fanden hier. Welch ein Jubel, wie im Reigen, wird einst von dir zum Him⸗ mel steigen! die Lebensbrun⸗ nen sind in dir. In dir das Wasser quillt, das alles Dursten stillt. Halleluja! Von Sünd und Tod, von aller Noth erlöst nur Einer, Zions Gott. Po. Spitta, 4 1859. 19. Lieder vom Worte Gottes. Eigene Melodie. 171 Ach Gott, vom Himmel sieh darein, und laß dich deß er⸗ barmen: wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort läßt man nicht haben wahr, der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigner Witz er⸗ findet; ihr Herz nicht Eines Sinnes ist, in Gottes Wort gegründet; der wählet dies, der Andre das, sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten Aller Lehr, die falschen Schein uns lehren, und sich vermessen hoch und sehr: Trotz dem, ders uns will wehren! Wir haben Recht und Macht allein, was wir gesetzt, das gilt allein; wer ist, der uns sollt meistern? 4. Darum spricht Gott: ich muß auf sein, die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag erhöret; mein heil⸗ sam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden: an Got⸗ tes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz be— währet sein; da wird sein Kraft erkannt und Schein und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein, vor denen, die's verwirren, und laß uns dir befohlen sein, daß nichts uns möge irren. Der gott— los Hauf umher sich findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Martin Luther, 4 1546. 14 17² 0 G˙ Intüc Ind Ind Ind ind d Lht Weiset L. ausg Knech wohl deine ist d Reigen, N Him⸗ Vbrun⸗ dir das alles lleluja! d, don Einer, 15850. Gott: Armen Seufzen ich hab in heil⸗ If den isch i Kraft durchs Währt, Gott, denen, laß uns 5 nichtẽ er gott⸗ 9 findt, sind in ö 1546. 19. Lieder vom Worte Gottes. 12⁵5 Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. ir Menschen * sind zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig: dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig; wir wissens und verstehens nicht, wenn uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, daß durch sie würde wohlbekannt dein Will und deine Rechte. Zum Letzten ist dein lieber Sohn, o Va— ter, von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist: laß uns dabei verbleiben; und gieb uns deinen heilgen Geist, daß wir dem Worte gläuben, dasselb annehmen jederzeit mit Sanftmuth, Ehre, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Gespött sammt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gieb du selbst deinem Worte Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Herr, öffne du uns Ohr und Herz, daß wir das Wort recht fassen in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Wege wird der Same fort vom Teufel hin⸗ genommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen; der Same, so auf Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket: 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich allhie dem guten Lande, und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld in feinem, gutem Herzen. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, den Weg der Sünde meiden, gieb, daß wir halten fest an dir in An⸗ fechtung und Leiden. Rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Weltsorg überall und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort, Herr, laß allwege sein die Leuchte unsern Füßen, erhalt es bei uns klar und rein, hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im Tod beständig dar— auf trauen. + V ö 0 — 126 19. Lieder vom 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit ausbreiten; hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuch⸗ ten mög und leiten! O heil⸗ ger Geist! dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. David Denicke, 4 1680. Mel. Herr, nicht schicke deine Rache. 7 reuster Meister, 173.— deine Worte sind die rechte Himmels⸗ pforte; deine Lehren sind der Pfad, der uns führt zur Gottesstadt. O wie selig, wer dich höret, wer von dir will sein gelehret, wer zu jeder Zeit und Stund schaut auf deinen treuen Mund. 2. Sprich doch ein in meine Seele, gieb ihr Wei⸗ sung und Befehle, lehr sie halten bis zum Tod deiner Liebe sanft Gebot. Hilf, mich in dem Lieben üben und Gott über alles lieben; meinen Nächsten gleichwie mich laß mich lieben inniglich. 3. Lehr mich himmlische Geberden, laß mir deine De⸗ muth werden, geuß mir deine Sanftmuth ein, laß mich klug in Einfalt sein. Also werd ich mich verbinden ganz mit dir und Ruhe finden, Worte Gottes. also werd ich in der Zeit sein gelehrt zur Ewigkeit. Johann Scheffler, 4 1677. Mel. Gott des Himmels u. der Erden. 174 Theures Wort aus CGottes Munde, das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit ge⸗ legt. In dir treff ich alles an, was zu Gott mich füh— ren kann. 2. Will ich einen Vor⸗ schmack haben, welcher nach dem Himmel schmeckt, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch ge— deckt, der mir lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser tränkt. 3. Du mein Paradies auf Erden, schließ mich stets im Glauben ein; laß mich täglich besser werden, daß dein heller Gnadenschein mir bis in die Seele dringt und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnaden, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schätze Gottes Hand durch sein Wort ihm zuge— sandt. 5. Halte meinen Geist in Schranken, gieb ein stilles Wesen mir, richte Sinnen ö Zit keit. 1677. Erden. rt aus tunde, trägt, zum eit ge⸗ Kalles fh Vor⸗ nach kt, so laben, ch ge⸗ Nanna wasser radies mich laß erden, nschein dringt Lebens m, der Gottes ir des mein t, was Hand zuge⸗ rist in stilles Zinnen 19. Lieder vom und Gedanken, frei von Sorgen, hin zu dir, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. 6. Was ich lese, laß mich merken; was du sagest, laß mich thun. Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern gieb, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich sei. 7. Hilf, daß alle meine Wege nur nach deiner Richt— schnur gehn; was ich so zum Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rath und That in den größten Nöthen hat. 8. Laß dein Wort mir einen Spiegel, Jesu, deines Vorbilds sein; drück darauf dein Gnadensiegel, drück es meinem Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. O Durchbrecher aller Bande. 175 Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichthum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu thun. 2. Halleluja, Ja und Worte Gottes. 127 Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei dei⸗ nem Worte stehn! Laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat, und zugleich zu deinen Füßen sitzen, wie Maria that. Nikolaus Ludwig, Graf von Zinzen⸗ — dorf, 4+ 1760. Mel. Ach Gott und Herr. x 76 G ott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken; laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wo⸗ fern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verständ ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ewger Rath, die Missethat der Sünder zu versühnen, den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz 128 in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort, das du uns hast gegeben. Es sei mein Theil, es sei mir Heil und Kraft zum ewgen Leben. Christian Fürchtegott Gellert, 41769. Mel. Jesu, der du meine Seele. 177 Guter, gnädiger ge⸗ treuer und er⸗ barmungsreicher Gott! deine Huld ist groß und theuer, du willst nicht der Sünder Tod; für die Armen sind ohn Ende offen deine Vater⸗ hände, und du zeigst, daß deine Treu wundervoll und göttlich sei. 2. Dein Geist, deinem Volk gegeben, wehte die Propheten an; endlich hat der Sohn das Leben selbst auf Erden kund gethan. Du sendst deiner Boten Schaa⸗ ren, deinen Rath zu offen— baren, und an deines Sohnes Heil nehmen auch die Hei— den Theil. 3. Herr! du rufst verirrte 19. Lieder vom Worte Gottes. Sünder aus der Finsterniß heraus, und versammelst sie als Kinder zu der Kirche, deinem Haus; lässest stets dein Wort erschallen, wirkst durch deinen Geist in Allen, giebst uns Willen, Kraft und Licht und den besten Unter⸗ richt. 4. Dies Wort zündet wahren Glauben in den finstern Seelen an; dieses Wort hilft Geistlich⸗Tauben, daß ihr Ohr recht hören kann; ja es giebt den Geist der Gnaden, heilet allen Seelenschaden und spricht in der Sündenpein Trost von der Vergebung ein. 5. Ist das Kreuz am aller⸗ größten, zagt das Herz in Angst und Noth, so kann dieses Wort noch trösten, es wirkt Leben selbst im Tod, stillet die Gewissensbisse, lindert alle Kümmernisse und befreit vom bangen Schmerz ein vom Seufzen mattes Herz. 6. Dieses Wortstärkt unsre Seelen als das rechte Him⸗ melsbrod, wenn uns Noth und Hunger quälen und ein ewig Darben droht. Dieses Wort thut Wunder⸗ kuren, bildet neue Kreaturen und ist eine Gotteskraft, die uns Seligkeit verschafft. 7. Dieses Wort vertreibt Stan leben terniß sie lirche, stets wirkst Allen, st und Unter⸗ zündet den dieses uben, hören Geist allen icht in st von aller⸗ z in kann ten, es Tod, Wsbisse se und hmerz mattes tunsre Hin⸗ Noth und droht. under⸗ Haturen I die f treibt 19. Lieder vom die Schrecken in der bangen Sterbenszeit, daß wir keinen Tod mehr schmecken hier und in der Ewigkeit. Es kann aus den Dunkelheiten unsern Geist zum Lichte leiten; führt vom Kampfe zu der Ruh, führet uns dem Him⸗ mel zu. 8. Was wir wollen, was wir handeln nach Beruf, nach Stand und Pflicht, wo wir leben, wo wir wandeln, leitet uns dies Lebenslicht. Dieses lässet treue Seelen nie den rechten Weg verfehlen. Gott, wer deinem Unterricht redlich folgt, der gleitet nicht. 9. Längst hätt ich ver⸗ gehen müssen, hätte nicht durch seine Kraft mir in meinen Kümmernissen dein Wort neuen Trost verschafft. Niemals wird mein Herz verzagen, niemals über Man⸗ gel klagen, hab ich dich nur, o mein Hort, meinen Jesum und dein Wort! Philipp Friedrich Hiller, 4 1769. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich sing. 178 Von dir, mein R Gott, kommt Licht und Leben, der du des Lichts und Lebens OQuelle bist. Mich hat noch Fin⸗ sterniß umgeben, das Leben fehlt mir noch, das aus dir ist. Auch senk in mich den Strahl der Wahrheit ein; Worte Gottes. 129 belebe mich, so leb ich dir allein. 2. Dein Wort zog aus den Finsternissen mit Gottes Kraft der Sonnen Licht her⸗ vor. Du sprachst: da wards dem Nichts entrissen, und schwang sich schnell aus tiefer Nacht empor. Herr, laß dies Wort in mir auch mäch⸗ tig sein, durchdringe mich mit deinem hellen Schein. 3. Dich hat noch Niemand je gesehen, dein Sohn allein hat dich bei uns verklärt. Doch wie kann ich ihn recht verstehen, wenn nicht dein Geist mich durch das Wort belehrt? Drum komm, o Geist! mit Wahrheit und mit Licht, erleuchte mich und öffne mein Gesicht. 4. Dann kann ich, Herr, dich recht erkennen und dann seh ich in deinem Licht das Licht; dann kann ich dich erst Vater nennen, wenn mir dein Geist der Kind— schaft Recht zuspricht; dann wird mir erst die hohe Weis⸗ heit klar, die vor der Welt im Sohn verordnet war. 5. So leite mich in deiner Wahrheit den Lebensweg durch Irrthum und durch Nacht; begleite stets dein Wort mit Klarheit, bewaffne es mit deines Donners Macht, damit erschreckt der 6* 130⁰ Sünder um sich seh, und zu dir flieh und dich um Gnad anfleh. 6. Und wenn er mit er⸗ schrocknem Herzen um Gnade fleht, daß er von dir ab⸗ wich, so stille des Gewissens Schmerzen durchs gnädge Wort: der Mittler starb für dich. Entdecke ihm sein Heil in Jesu Blut, dies reinigt ihn und giebt ihm Trost und Muth. 7. Stets will ich dankbar dich verehren, daß du dein Wort mir hast geoffenbart, nie will ich es mit Kaltsinn hören; denn selig ist, der es getreu bewahrt. Stets sei es mir die Regel meiner Pflicht: so wandl ich fromm vor deinem Angesicht. Franz Christoph Steinmetz, 4 1791. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgeth. 179. ein Wort, o Herr, ist mil⸗ der Thau für trostbedürftge Seelen. Laß keiner Pflanze deiner Au den Himmels— brunnen fehlen; erquickt durch ihn laß jede blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Blitz, der Felsen splittert, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein 19. Lieder vom Worte Gottes. durchschüttert. O laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern. 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilgerreise; es führt die Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich ver— fehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Lab— sal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Die zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte: wo soll ich mich sonst wenden hin? Herr, du hast Lebensworte. Laß immerfort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten! 6. O sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren, den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören; und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. Carl Bernhard Garve, 4 1841. und ddas Lab⸗ „die Die dir itten en. mit dem ich Hert, Laß Wort uns Ort einen aus, einen d ein Meer, tillen illen. 541. 20. Gebetslieder. 131 20. Gebetslieder. Mel. O Gott, du frommer Gott. 180 Wohlauf, mein 1 Herz, zu Gott dein Andacht fröhlich bringe, daß dein Wunsch und Gebet durch alle Wolken dringe, weil Gott dich beten heißt, weil dich sein lieber Sohn so freudig treten heißt vor kinen Gnadenthron. 2. Dein Vater ists, der dir befohlen hat, zu beten, dein Heiland ists, der dich vor ihn getrost heißt treten, der Trbster ists, der dir die Worte selbst giebt ein: drum muß auch dein Gebet gewiß eeit sein. 3. Da siehst du Gottes Herz, das dir nichts kann versagen; sein Mund, sein theures Wort vertreibet alles Zagen; was dir unmöglich däucht, kann seine Vaterhand noch geben, die von dir so viel Noth abgewandt. 4. Komm nur, komm freu⸗ dig her in Jesu Christi Na⸗ men, sprich: lieber Vater, hilf, ich bin dein Kind, sprich: Amen! ich weiß, es wird geschehn, du wirst mich lassen nicht, du willst, du kannst, du wirst thun, was dein Wort verspricht. Joh. Olearius, + 1684. Eigene Melodie. 181 ater unser im 5 7 Himmelreich, der du uns Alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an, willst, daß wir bitten und empfahn: gieb, Iu nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh aus Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir arn leben heiliglich, nach deinem Namen würdig⸗ lich; behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm, ver⸗ führte Volk bekehr! 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort her⸗ nach in Ewigkeit, der heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei, zerbrich des Satans groß Gewalt, und wider ihn dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Er⸗ den wie im Himmelreich; gieb uns Geduld in Leidens⸗ zeit, gehorsam sein in Lieb und Leid; wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut unser täglich Brod, was man be— 132 darf zur Leibesnoth; behüt uns vor Unfried und Streit, vor Seuchen und vor theurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorge und dem Geiz entgehn. 6. All unsre Schuld ver⸗ gieb uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns All bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht; wenn uns der böse Feind anficht zur rechten und zur linken Hand, hilf uns thun starken Wider⸗ stand, im Glauben fest und wohlgerüst und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Uebel uns erlös, es sind die Tag und Zeiten bös; erlös uns von dem ewgen Tod, und tröst uns in der letzten Noth; bescher uns auch ein selig End, nimm unsre Seel in deine Händ. 9. Amen, das ist: es werde wahr; stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, es sei das Bitten wohlge— than; auf dein Wort in dem Namen dein solls je gewiß und Amen sein. Martin Luther, 1 1546 20. Gebetslieder. Eigene Melodie. Ichuuf zu dir, Herr 182. Fesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen, ver⸗ leih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen; den rechten Glau— ben, Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu leben, dem Nächsten nütz zu sein, nach deinem Reich zu 105 K. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, die Hoffnung gieb daneben: daß ich nicht wieder werd zu Spott, du kannst es mir wohl geben; zumal wenn ich muß hie davon, gieb, daß ich dir mög trauen, und nicht bauen auf eignes Werk und Thun, auf dich allein nur schauen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund den Feinden mög vergeben, verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff in mir neues Leben; dein Wort laß meine Speise sein, die Seel damit zu nähren, und zu wehren, daß ich mich nicht von dir im Unglück möge kehren. 4. Laß keine Lust noch Furcht mich hier, mein Gott, von dir abwenden; beständig sein verleihe mir, du hasts allein in Händen; und wem du's giebst, der hat's um⸗ sonst; es mag Niemand er⸗ n kommt bewah Wanker daßen fuhr; ken. hihf, den Spot rhal meim Herr st, ich ver⸗ dieser nicht Glau⸗ den ir zu utz zu ich zu hr, o fnung nicht 1, du jeben; f můög Nauf auf aus inden mir schaff dein e sein, ahren, nich nglück noch Gott, bandig hasts Welll um⸗ d er⸗ 20. Gebetslieder. 133 erben noch erwerben durch Werke deine Gnad, die uns erlöst vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb, hilf, o Herr Christ, mir Schwachen; in deiner Gnad allein ich leb, du kannst mich stärker machen; kommt nun Anfechtung, so bewahr, daß ich nicht möge wanken; setz du Schranken, daß mirs nicht bring Ge— fahr; ich will dir ewig dan⸗ ken. Paul Speratus, 4 1554. Eigene Melodie. 183. J In dich hab ich : egeh offet, Herr, hilf, daß ich nicht zu Schan— den wend Woch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich: erhalte mich dir treu, dir, meinem Gotte. 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir; erhör mein Bitt, tritt du herfür, eil, bald mich zu erretten. In Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir in meinen Nöthen. 3. Mein Gott und Schir— mer, steh mir bei, sei meine Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten, ob mich bedräng der Feinde Meng hier und auf allen Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort; mein Hülf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott in aller Noth: wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat gar oft die böse Welt mit Lug und Trug heimlich gestellt viel Netz und arge Stricke. Herr, nimm mein wahr in der Gefahr, behüt vor falscher Tücke! 6. Herr, meinen Geist be⸗ fehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Noth hilf mir am letzten Ende! 7. Preis sei dir, Ehr und Herrlichkeit, Gott Vater, Sohn und Geist, bereit, und deinem heilgen Namen; dein göttlich Kraft mach uns sieg— haft durch Jesum Christum. Amen. Adam Reißner, 4 1563. Eigene Melodie. 184.—85 wie du willst, schicks mit mir im Leben 109 im Ster⸗ ben! Allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld: sonst wie du willst; gieb mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte! Behüte mich vor falscher Lehr und gieb mir hie und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben! 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein seligs End gieb mir durch Jesum Christum! Amen. Caspar Bienemann, 4 1591. Eigene Melodie. N Gott, du from— 185. O mer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben: gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib ein un⸗ verletzte Seel und rein Ge— wissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun ge— bühret, wozu mich dein Be⸗ fehl in meinem Stande füh⸗ ret; gieb, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wann ichs thu, so gieb, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen, laß kein unnützlich Wort aus meinem Munde gehen; und wann in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nach⸗ druck ohn Verdruß. 20. Gebetslieder. 4. Findt sich Gefährlich⸗ keit, so laß mich nicht ver⸗ zagen, gieb einen Helden⸗ muth, das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich mei⸗ nen Feind mit Sanftmuth überwind, und wann ich Rath bedarf, auch guten Rath erfind. 5. Laß mich mit Jeder⸗ mann in Fried und Freund⸗ schaft leben, so weit es christlich ist; willst du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrech— tem Gut nichts untermen⸗ get sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sau— ren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gieb Geduld; vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod ab⸗ scheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn bei seiner Freunde Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wann du die Todten wirst an jenem Tag erwecken, so wollst du deine Hand zu — Meinet laß hi meiner sihr i selgen Q 6 denn Gott! meine Sohr dir; hrlich⸗ t der⸗ helden⸗ selber h mei⸗ ftmuth m ich guten Ider⸗ reund⸗ eit es u mir hthum, b auch unrech⸗ lermen dieser hher usau⸗ Alter eduld; handen aß ich graues neinem od ab⸗ nimm deinen b ein seiner daß el Sktite Todten * 20. Gebetslieder. meinem Grab ausstecken; laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf, und führ ihn schön verklärt zur selgen Schaar hinauf. Johann Heermann, 4 1647. 186 ir, dir, Jehovah, will ich singen; denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen: ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinnen und Verstand regier; daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte: so wird gewiß mein Singen recht gethan; so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seuf⸗ zern, die ganz unaussprech⸗ Eigene Melodie. 135 lich sind; der lehret mich recht gläubig beten, giebt Zeugniß meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Mit— erbe Jesu Christi sei; daher ich Abba, lieber Vater! schrei. 5. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen einge— richt und wird gewiß von dir erhöret, wenn es im Na— men deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 6. Wohl mir, daß ich dies Zeugniß habe! drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir ver— langet jederzeit, die giebst du und thust überschwänglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 7. Wohl mir! ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Bartholomäus Crasselius, 4 1724. Mel. O Gott, du frommer Gott. Gott, verlaß 187. Rum t 136 20. Gebetslieder. mir die Gnadenhände, ach führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit! Sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz; ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht; regiere du mein Wal⸗ len, und laß mich nimmer⸗ mehr in Sünd und Schande fallen! Gieb mir den guten Geist, gieb Glaubenszuver⸗ sicht, sei meine Stärk und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht; ich ruf aus Herzens⸗ grunde: ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde! Wenn mir Versuchung naht und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht; komm gnädig mir ent⸗ gegen; ach Vater, kröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke meines Amts, die meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach Werke Gott, verlaß mich nicht! mir in Noth und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht Salomon Franck, 4 1725. Eigene Melodie. 188 Her Jesu, Gna⸗ densonne, wahr⸗ haftes Lebenslicht: laß Leben, Licht und Wonne mein blö— des Angesicht nach deiner Gnad erfreuen und meinen Geist erneuen; mein Gott, versag mirs nicht. 2. Vergieb mir meine Sünden und wirf sie hinter dich: laß allen Zorn ver⸗ schwinden und hilf mir gnä⸗ diglich. Laß deine Friedens⸗ gaben mein armes Herze laben; ach Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adamssinn und laß mich dich erwählen, daß ich mich künftighin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkennt⸗ niß in mir, mein Seelen⸗ hort; und öffne mein Ver⸗ ständniß mir durch dein heilig Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe und wachse fort und 5. Ach Gott, verlaß mich fort. nicht; ich bleibe dir ergeben; 5. Ach, zünde deine Liebe hilf mir, o großer Gott, in meiner Seelen an, daß recht glauben, christlich leben ich aus innerm Triebe dich und selig scheiden ab, zu ewig lieben kann, und dir sehn dein Angesicht; hilf zum Wohlgefallen beständig Gna⸗ wahr⸗ Leben, in bloöͤ⸗ deiner meinen Gott, meine hinter u ver⸗ ir gnä⸗ iedens⸗ Herze mich! meiner Rssinn vähben, Hin oe und Weil ich rkennt⸗ ⸗ nVr⸗ n l ig an dich Hahrheit 0 ort un ne L Liebe daß Il 7 iebe dich und dir st al fändig 20. Gebetslieder. möge wallen auf rechter Lebensbahn. 6. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Muth; denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und thut; hingegen all mein Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse, und nicht gut. 7. Darum, du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu: wend allen Seelen⸗ schaden und mach mich täg⸗ lich neu. Gieb, daß ich deinen Willen stets suche zu erfüllen, und steh 16 kräftig bei. Ludwig Andreas Gotter, 4 1735. Mel. Wunderbarer König. 189. Gott ist gegen⸗ wärtig; lasset uns anbeten und in Gr furcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitte! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlag die Augen nieder; gebt das Herz ihm wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen; heilig, heilig, heilig singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm, unsre Stimm, wenn auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig 137 allen Eitelkeiten, aller Er⸗ denlust und Freuden. Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben dir zum Eigenthum ergeben; du allein sollst es sein, unser Gott und 5 dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen; möcht ich, wie die Engel, immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in Allem. 5. Luft, die Alles füllet, drin wir immer schweben, aller Dinge Grund und Le— ben, Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder, ich senk mich in dich hin⸗ untert Ich in dir, du in mir, laß mich ganz ver⸗ schwinden, dich nur sehn und finden. 6. Du durchdringest alles; Glanz vom ewgen Lichte, leucht mir heiter ins Ge— sichte! Wie die zarten Blu— men willig sich entfalten und der Sonne stille halten, möcht ich so, still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen! 7. Mache mich einfältig, innig, abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden; mach 138 20. Gebetslieder. mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schau im Geist und in der Wahrheit. Laß mein Herz überwärts, wie ein Adler schweben und in dir nur leben. 8. Herr, komm, in mir wohnen, laß mein Herz auf Erden dir ein Heiligthum noch werden. Komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich dich stets lieb und ehre; wo ich geh, sitz und steh, laß mich dich erblicken und vor dir mich bücken. Gerhard Tersteegen, 4 1769. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 190 Gott, deine Güte 1 reicht so weit, so weit die Wolken gehen; du krönst uns mit Barm⸗ herzigkeit und eilst, uns bei⸗ zustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, ver⸗ nimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor dei⸗ nem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um lan— ges Leben. Im Glücke De⸗ muth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzig⸗ keit vor dir im Tode finden. Christian Fürchtegott Gellert, 41769. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen s. 191 Ich komme vor * X dein Ange⸗ sich, verwirf, o Gott, mein Flehen nicht, vergieb mir alle meine Schuld, du Gott der Gnaden und Geduld. 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll frommer Lieb zu dir, ein. Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Leben lang. 3. Sei mein Beschützer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, daß mich schreckt, wenn deine Rechte mich be— deckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand; von dir em⸗ pfing ich den Verstand: er⸗ halt ihn mir, o Herr, mein Holt, dein . nich; Reine Reines freun, thätig 6. wad! Mein nach und Pflie f. eigne mit zich daß kanmh c. duuß mich Mein meine r dei⸗ ommer mir Gott uld. reines j voll L, eill Preis Herz uher in deiner l ein chrolt, ich be⸗ erl, in ir eM⸗ er= ö mein 20. Gebetslieder. 139 Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein; laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst; das sei mein Heil, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht und treu in allen meinen Pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Kampfe mit der Leidenschaft, du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gieb deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Genuß und, dürftge Brüder zu erfreun, auch einen frohen Geber sein. 10. Gieb mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nütz und dankbar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel: dann, Herr, Herr, meine Zuver⸗ sicht, verlaß mich auch im Alter nicht! 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner herzlich an und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild, mein großer Lohn! Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. 2I. Lob⸗ und Danklieder. Eigene Melodie. 192. Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir! Dich Vater in Ewigkeit ehrt die Welt weit und breit; all Engel und Himmelsheer, und was dienet deiner Ehr, auch Cherubim und Sera— phim singen immer mit hoher Stimm: heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit geht über 140⁰ 21. Lob⸗ und Danklieder. Himmel und Erden weit; der heiligen zwölf Boten Zahl und die lieben Prophe⸗ ten all, die theuren Märtrer allzumal loben dich, Herr, mit großem Schall; die ganze werthe Christenheit rühmt dich auf Erden alle Zeit; dich, Gott Vater, im höchsten Thron, deinen rech⸗ ten und eingen Sohn, den heilgen Geist und Tröster werth mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewger Sohn du bist; hast nicht verschmäht der Jungfrau Schooß, zu machen uns von Sünden los; du hast dem Tod zerstört sein Macht und all Christen zum Himmel bracht; du sitzest zur Rechten Gottes gleich mit aller Ehr ins Vaters Reich; ein Rich—⸗ ter du zukünftig bist alles, das todt und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, die durch dein Blut erlöset sein; laß uns im Himmel haben Theil mit den Heilgen am ewgen Heil. Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist; wart und pfleg ihr zu aller Zeit und heb sie hoch in Ewigkeit. 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich und ehrn dein Namen stetiglich. Be⸗ hüt uns heut, o treuer Gott, vor aller Sünd und Misse⸗ that; sei uns gnädig, o Herre Gott, sei uns gnädig in aller Noth; zeig uns deine Barmherzigkeit, wie unsre Hoffnung zu dir steht; auf dich hoffen wir, lieber Herr, in Schanden laß uns nimmermehr! Amen. Martin Luther, 4 1546. Psalm 103. Eigene Melodie. 193 un lob, mein 7 Seel, den Herren, was in mir ist, den Namen sein; sein Wohlthat thut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein! Hat dir dein Sünd vergeben, heilt deine Schwachheit groß, erlöst dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schooß, mit Trost dich überschüttet, verjüngt dem Adler gleich; der Herr schafft Recht, be— hütet, die leid'n in seinem Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht, auch seine Güt ohn Maßen; es mangelt an Erbarmen nicht. Den Zorn läßt er bald fahren, straft nicht nach unsrer Schuld, die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch er⸗ . Be⸗ Gott, Miss⸗ dig, o gnädig 9 uns t, wie ir steht; „lieber laß uns . 1540. „mein „den ist, den ohlthat giß es Hat geben, groß, Leben, chooß, hüttet gleich; ht, be⸗ seinem wissen ht und ne Güt gelt an Zorn „strast Schuld, nicht ist ei och er⸗ V —* 21. Lob⸗ und Danklieder. haben ob dem, der fürchtet ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich er⸗ barmen ob ihrer jungen Kindelein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn fürchten kindlich rein; Gott kennt uns armen Knechte und weiß, wir sind nur Staub, ein nichtiges Ge⸗ schlechte, wie Gras und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nim⸗ mer da; also der Mensch vergehet, sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewig⸗ keit; sie bleibt bei der Ge— meine, die, stets in seiner Furcht bereit, will seinen Bund bewahren. Gott herrscht im Himmelreich; lobt ihn, ihr Engelschaaren, thut sein Befehl zugleich, dem großen Herrn zu Ehren, und treibt sein heilig Wort; mein Seel soll auch ver⸗ mehren sein Lob an allem Ort. Johann Gramann, + 1541. Eigene Melodie. 194 Nom danket Alle Gott mit Her⸗ zen, Mund und Händen, der große Dinge thut, an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindes— 14¹ beinen an unzählig viel zu gut bis hieher hat gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne zusammt dem heilgen Geist im höchsten Himmelsthrone, ihm, dem dreieingen Gott, als der im Anfang war, und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. Martin Rinckart, + 1649. Eigene Melodie. un danket All 195. und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, un⸗ serm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut; „Der uns von Mutter⸗ leibe an frisch und gesund erhält, und wo kein Mensch mehr helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt; 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muths, die Straf erläßt, die Schuld vergiebt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröh⸗ lich Herz, erfrische Geist und Sinn, und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz in Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf uns und unserm Land; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in jedem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn; was aber ängstet das s Gemüth, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und bleib auch, wenn wir von der Erd abscheiden, unser Theil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu, und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 4 1676. Psalm 100. Mel. Herr Gott, dich loben Alle wir. 196 Nn jauchzt dem Herren, alle Welt; kommt her, zu seinem Dienst euch stellt! Kommt mit Frohlocken, säumet nicht, kommt vor sein heilig An⸗ gesicht! 2. Erkennet, daß Gott 21. Lob⸗ und Danklieder. unser Herr, der uns er⸗ schaffen ihm zur Ehr, und wir nicht selbst; durch Gottes Gnad ein jeder Mensch sein Leben hat. 3. Er hat uns ferner wohl bedacht und uns zu seinem Volk gemacht, zu Schafen, die er ist bereit, zu führen stets auf gute Weid. 4. Die ihr nun wollet bei ihm sein, kommt, geht zu seinen Thoren ein mit Loben durch der Psalmen Klang, zu seinem Vorhof mit Ge— ang! 5. Erhebet Gott, lobsinget ihm, sein Namen rühmt mit lauter Stimm. Lobsingt und lobet allesammt; Gott loben, das ist unser Amt. 6. Er ist voll Güt und Freundlichkeit, voll Treu und Lieb zu jeder Zeit; sein Gnade währet dort und hier und seine Wahrheit für und für. 7. Gott Vater in dem höchsten Thron und Jesus Christ, sein ewger Sohn, sammt Gott dem werthen heilgen Geist, sei nun und immerdar gepreist. David Denicke, 4 1680. Psalm 103. Eigene Melodie. 197 Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren; lob ihn: mit ist m 5 wacht esang 2 alles f dich e sicher Hält, füllt; erspi 5 künst Riilet verh leite nich dir . deine segne mel gereg der er⸗ „ und Gottes h sein wohl seinem hafen, führen let bei ht zu Loben Klang, t Ge⸗ bsinget nt mit dem Nsus Sohn, perthen m und 1680. erren, chtigen b ihn 21. Lob⸗ und Danklieder. 143 mit Freuden, o Seele, das ist mein Begehren; kommet zu Hauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lasset den Lob⸗ gesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich er⸗ hält, wie es dir selber ge⸗ fällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich be⸗ reitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich ge— leitet; in wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar ge⸗ segnet, der aus dem Him⸗ mel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet! 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen; lobe, was Odem hat, seinen geheiligten Namen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht; lob ihn in Ewig⸗ keit! Amen. Joachim Neander, + 1680. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 198 Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Inmmer stillt: gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfer⸗ macht, die alles hat so wohl bedacht: gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott ge⸗ schaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht und alles gleich: gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: o Gott, ver⸗ nimm mein Schreien! da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost ge⸗ deihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir: gebt unserm Gott die Ehrel 5. Der Herr ist nun und nimmer nicht von seinem Volk geschieden, er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mut⸗ terhänden leitet er die Sei⸗ nen stetig hin und her; gebt unserm Gott die Ehre! — da?s 1..—.— ————— 144 21. Lob⸗ und Danklieder. 6. Wenn Trost und Hülfe mangeln muß, wie sie die Welt erzeiget, so kommt mit seinem Ueberfluß der Schöpfer selbst, und neiget die Vater⸗ augen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh: gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören; mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich: gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott: der Herr ist Gott; der Herr ist Gott! gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht, mit Jauchzen Dank zu bringen, bezaͤhlet die ge— lobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht: gebt unserm Gott die Ehre! Johann Jakob Schütz, 4 1690. Nach voriger Melodie. 199 Bringt her dem Herren Lob und Ehr aus freudigem Ge⸗ müthe; ein Jeder Gottes Ruhm vermehr und preise seine Güte. Ach lobet, lobet Alle Gott, der uns befreiet aus der Noth, und danket seinem Namen. 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunder— werke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch alle Ding erhält: drum danket seinem Namen. 3. Lobt Gott, der uns er⸗ schaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben aus lauter väterlicher Gnad uns Allen hat gegeben; der uns durch seine Engel schützt und täg— lich giebet, was uns nützt: drum danket seinem Namen. 4. Lobt Gott; er schenkt uns seinen Sohn, der für uns ist gestorben, und uns die ewge Lebenskron durch seinen Tod erworben; der Tod und Hölle macht zu Spott und uns versöhnt mit unserm Gott: drum danket seinem Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und alles Gute noch verheißt, uns stärket, kräftigt, gründet; der uns erleuchtet durch sein Wort, regiert und treibet fort und fort: drum danket seinem Namen. ö d presse let, lobet befreiet danket rühmet Bunder⸗ ät und Heisheit, die er zelt und erhält: Namen. uns er⸗ Seele, 5 lauter Allen us durch ind täg⸗ 5 nützt: Namen. schenkt der für ind uns n durch en; der lacht öhnt mit n danket in uns Glauben Gule ö stä kket, der ms Port, lͤt ind seinem 6. Lobt Gott, der auch das gute Werk, so in uns angefangen, vollführen wird und geben Stärk, das Klei⸗ nod zu erlangen, das er hat Allen dargestellt und seinen Gläubgen vorbehält: drum danket seinem Namen. 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, ihr Fürstenthum und Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen. Lobt Gott und preist ihn früh und spat; ja, alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen. Cyriakus Günther, + 1704. Eigene Melodie. 200 Odaß ich tausend Zungen hätte und einen tausendfachen Mund: so stimmt ich damit in die Wette aus allertief⸗ stem Herzensgrund ein Lob⸗ lied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es durch die Adern geht! Ach, wär ein jeder Puls ein Dank, und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß, 21. Lob⸗ und Danklieder. 14⁵ und stehet munter im Ge⸗ schäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir; ihr schwanken Gräslein in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein, und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach, alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Nur du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 7. Auch hab ich es mein Lebetage nun schon so oft und klar verspürt, daß du durch Kreuz und große Plage mich herrlich stets hindurch— geführt, denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trost— licht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem 7 146 21. Lob⸗ und Danklieder. steten Lobe stehn? Wie wollt ich auch in tiefen Leiden nicht triumphirend vorwärts gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 9. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz be— wegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin. Im Himmel soll es besser wer⸗ den, wann ich bei deinen Engeln bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Joh. Mentzer, 4 1734. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. omit soll ich 201. Wé dich wohl loben, mächtiger Herr Ze⸗ baoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott; denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte froh erhebe Tag und Nacht, denn dein reicher Gnadensegen strömt mir überall entgegen. Tau⸗ send, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 3. Denk ich, wie ich dich verlassen, wie ich häufte Schuld auf Schuld, so möcht ich vor Scham er— blassen ob der Langmuth und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen hast ge— tragen aus Erbarmen. Tau⸗ send, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 4. Ach ja, wenn ich über⸗ lege, wie mit Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, noch den Grund hier zu ergründen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 5. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Sündenhöhle möcht zu Jesu Wunden fliehn, die mich ausgesöhnet haben und mit Kraft zum Leben laben. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 6. Bald mit Lieben, bald mit Leiden, kamst du, Herr, mein Gott, zu mir: nur mein Herze zu bereiten, ganz sich zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen strömt . Tau⸗ sei dir, k dafür! ich dich häufte ild, so ham er⸗ angmuth tt du, o hast ge⸗ n. Tau⸗ sei dir, dafür! ich über⸗ ieb und so viel geführt weiß ich noch den ründen. sei dit, dafür! meine zu dir aus der Ji ie mich und mit hangen. Tausend, tausend⸗ mal sei dir, großer König, Dank dafür! 7. Wie ein Vater nimmt und giebet, wie's den Kin⸗ dern nützlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist und dich meiner angenom⸗ men, wenns aufs Aeußerste gekommen. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, großer Kö⸗ nig, Dank dafür! 8. Mich hast du auf Ad— lersflügeln oft getragen vä— terlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar er⸗ rettet mich; schien auch alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hülf ich innen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 9. Fielen Tausend mir zur Seiten und zur Rechten zehnmal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer, daß den Nöthen, die mich drangen, ich je dennoch bin entgangen. Tausend,‚ tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 10. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit; und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch einge— laden. Tausend, tausendmal 21. Lob⸗ und Danklieder. 147 sei dir, großer König, Dank dafür! 11. Tausendmal sei dir gesungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen; ach, laß meines Lebens Gang ferner doch durch Jesu Lei⸗ ten nur gehn in die Ewig⸗ keiten: da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. Ludwig Andreas Gotter, 4 1735. Psalm 146. Eigene Melodie. 202 Lobe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis zum Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat! Halleluja, Halleluja! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und werden wiederum zu Staub; ihre Anschläge sind auch ver⸗ loren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch aushelfen kann, rufe man Gott um Hülfe an. Halleluja, Hal— leluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, deß Hülfe der Gott Jakobs ist, welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen und hofft getrost auf 148 21. Lob⸗ und Danklieder. Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rath und That. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden, und was darinnen ist, gemacht; alles muß treulich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ist's der Herr⸗ scher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Hal⸗ leluja, Halleluja! 5. Zeigen sich Solche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht er frei, und seiner Gnad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn; wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsehn ist des Fremd⸗ lings Trutz, Wittwen und Waisen hält er Schutz. Hal⸗ leluja, Halleluja! 7. Aber der Gottvergeßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich, Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Hal— leluja, Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen deß, der so große Wunder thut! Alles, was Odem hat, rufe: Amen! und bringe Lob mit frohem Muth! Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist. Halleluja, Halleluja! Joh. Daniel Herrnschmid, 4 1723. 22. Cauf⸗ und Confirmationslieder. à Tamfe. Mel. Liebster Jesu, wir sind bier. iebster Jesu, hier 203.— sind wir, deinem Worte nachzuleben; dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu dir hinführe, denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet aller⸗ meist dieses Wort in unsre Ohren: wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu geboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kom⸗ men. 3. Darum eilen wir zu dik,! mser Rem. Rige 25 dii Ren 1 werde . dein kebter nach Pury ihm daß ie finden, ebe sehn. Fremd⸗ wen und ib. Hal ergeßnen t starker sie nur Schritte in ihren ist König in Gott h. Hal⸗ Menschen, deß, der ut! Alles, Amen! t frohem Gottes, ner und „ 1 NB. er. 22. Tauf⸗ und Confirmationslieder. dir, nimm das Pfand von unsern Armen, tritt mit dei⸗ nem Glanz herfür und er⸗ zeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Er⸗— den und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den ange— erbten Flecken; laß es bald nach dieser Fluth deinen Purpurmantel decken; schenk ihm deiner Unschuld Seide, daß es ganz in dich sich kleide. 5. Hirte, nimm dein Schäf⸗ lein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede; Himmels⸗ weg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, schenk du ihm Friede; Weinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe! 6. Nun, wir legen an dein Herz, was vom Herzen ist gegangen, führ die Seufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen; ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Errett mich, o mein lieber ꝛc. 204 Bater, sieh mit Wohlgefallen dies Kindlein an, das wir dir weihn, laß es in deiner Gnade wallen, es sei und bleibe ewig dein. 2. O Herr und Heiland voll Erbarmen, wasch es mit 149 deinem Blute rein; laß, treuer Hirt, in deinen Armen das Kindlein wohl bewahret sein. 3. O heilger Geist, aus deiner Klarheit wollst du ihm Licht und Trost ver⸗ leihn; o laß dies Kind in Gnad und Wahrheit dein Heiligthum und Tempel sein. Friedr. Adolph Krummacher, 1845. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. + err, dessen Thron 205. 9 die Himmel sind, schau gnädig auf dies zarte Kind, dies arm Gebild von Erde! Nimm, guter Hirte, freundlich ein, was du erkauft mit Todespein, nimms auf zu deiner Heerde! Sende, spende, o du Treuer, Geist und Feuer in der Taufe; weih es früh zum Sieges⸗ laufe! 2. Gieb Gnad und Wahr⸗ heit in sein Herz, damit es frühe himmelwärts mit Kin⸗ desaugen blicke und freudig sich zum guten Streit für dich und deine Herrlichkeit aus allen Kräften schicke. Rühre, führe, schirme, leite, vollbereite du dies Kleine, daß dein Bild an ihm er— scheine. 3. Es athme dir, es blühe dir; es müß in steter Kraft und Zier an dir, dem Wein⸗ stock, bleiben; es müß in Sturm und Sonnenschein dein Pilgrim und dein Bür⸗ ger sein und Himmelsfrüchte treiben. Vater, Mittler, Geist der Wahrheit, komm in Klar⸗ heit, sprich dein Amen! Dein ist es in deinem Namen! Albert Knapp, 1864. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 206 du reicher Herr der Armen, mit welch herzlichem Erbarmen bist du uns zuvor gekommen, hast dich unser angenommen! Wie kamst du mit allem Segen uns erbarmungsvoll entgegen schon an deines Reiches Pforte durch das i Wasserbad im Worte! 2. Sind wir selbst 05 unaussprechlich kraftlos, hülf⸗ los und gebrechlich; ja, als Fleisch von Fleisch geboren, sündlich, sterblich und ver— loren; aber reinigend und heilend, Geist und Leben uns ertheilend, schenktest du uns reiche Gnade in der Taufe heilgem Bade. 3. Und wir glauben dei— nem Worte; darum bringen wir zur Pforte deines theuren Gnadenreiches dieses Kind: thu nan ihm Gleiches! Die Verheißung, die zum Leben deinem Volke du gegeben, geht nach deiner Huld nicht minder über deines Volkes Kinder. 22. Tauf⸗ und Confirmationslieder. 4. Sei auch diesem Kinde gnädig, mach es aller Sünde ledig; schenke ihm die reine Seide der Gerechtigkeit zum Kleide; salbe es mit deinem Geiste und ihm alle Hülfe leiste, daß der Segen deiner Hände auf ihm bleibe bis ans Ende. Pbilipp Spitta, 4 1859. Mel. Von dir kommt jede gute Gabe. 8 207. 2—0 dieses 27 And empfohlen, dir, baf en Treu unwandelbar. Wir bringens, wie du selbst befohlen, dir in der heilgen Taufe dar: o segne es, Herr Jesu Christ, so wahr du unser Heiland bist! 2. Durch dieses Siegel deiner Gnade wird jedes Recht der Christen sein; du weihest es in diesem Bade zu deinem Kind und Erben ein. Heil ihm, erkennt es einst den Werth des Glücks, daß es dir angehört! 3. Was ist der Mensch, deß du gedenkest, des Men— schen Kind, daß du es ehrst? Daß du so großes Heil ihm schenkest, sim deine Güter all gewährst? Was ists? Ein Staub, ein Nichts vor dir; doch deine Huld währt für und für! Christoph Friedrich Neander, 4 1802. hab schöt ewit em Kinde er Sünde die reine gkeit zum it deinem lle Hülfe gen deiner leibe bis a, 4 1859. gute Gabe. herr, sei s Kind ssen Treu bringens, Mlen, dir aufe dar: su Christ, Heiland Siegel rd ides sein; du em Bode ud Erben Tkennt es rt! V Mensch, 22. Tauf⸗ und Confirmationslieder. 151 Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 208 Occh bin getauft, ich — steh im Bunde durch meine Tauf mit mei⸗ nem Gott, so sprech ich stets mit frohem Munde in Kreuz, in Trübsal, Angst und Noth. Ich bin getauft, deß freu ich mich, die Freude bleibet ewiglich. 2. Ich bin getauft, ich hab empfangen das aller— schönste Ehrenkleid, darin ich ewiglich kann prangen hier und dort in der Herrlichkeit. Ich bin mit Jesu Blut er⸗ kauft und ich bin auch da— mit getauft. 4 3. Ich bin getauft, mir ist gegeben zu gleicher Zeit der heilge Geist, der heiliget mein Herz und Leben, dafür sei ewig Gott gepreist! O Zierde, welche große Pracht, die mich gerecht und selig macht! 4. Ich bin getauft, ich bin geschrieben auch in das Buch des Lebens ein; nun wird mein Vater mich ja lieben und seinem Kinde gnädig sein; es ist mein Name Gott bekannt und eingeprägt in seine Hand. 5. Ich bin getauft, was kann mir schaden? Ich bin und bleibe Gottes Kind. Ich weiß, ich bin bei Gott in Gnaden, bei dem ich all— zeit Hülfe find; denn, wenn ich weine bitterlich, so spricht mein Vater: hier bin ich! 6. Ich bin getauft, was kann mir fehlen, weil ja mein Vater an mich denkt? Wer kann die Wohlthat all erzählen, die er mir wirklich hat geschenkt? Mein Vater ist ein reicher Herr, der giebt mir immer mehr und mehr. 7. Ich bin getauft; ihr Feinde weichet! Ich stehe unter Gottes Schutz, der seinem Kind die Hände reichet; was acht ich eure Macht und Trutz? Greift ihr ein Gotteskind nur an, so glaubt, daß Gott es schützen kann. 8. Ich bin getauft und bin zufrieden mit meines Vaters Lieb und Treu: ich werde von ihm nie geschie⸗ den, mein Liebestrieb wird stündlich neu. Wie es mein Vater schickt und fügt, bin ich in Allem wohl vergnügt. 9. Ich bin getauft; ob ich gleich sterbe, was schadet mir das finstre Grab? Ich weiß mein Vaterland und Erbe, das ich bei Gott im Himmel hab; nach meinem Tod ist mir bereit des Himmels Freud und Seligkeit. Johann Friedrich Starck, 4 1756. 22. Tauf⸗ und Confirmationslieder. b. Confirmation. Mel. Seelenbräutigam. on des Himmels 209. V Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke; gieb uns Kraft zum heilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit, gieb uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen theures Blut floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, wenn wir unsern Bund erneuern und mit Wahrheit dir be— theuern, deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu. 5. Gieb auch, daß dein Geist, wie dein Wort ver⸗ heißt, unauflöslich uns ver⸗ eine mit der gläubigen Ge— meine, bis wir dort dich sehn in den Himmelshöhn. Samuel Marot, geb. 1770. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. 210. IY bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heil⸗ ger Geist! Ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt; ich bin in Christum eingesenkt, ich bin mit seinem Geist be⸗ schenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Ster⸗ ben, mein treuer Heiland, mir gewährt; du willst in. aller Noth und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 9. Doch habe ich dir Furcht und Liebe, Gehorsam zugesagt und Treu; ich habe dir aus reinem Triebe ge— lobt, daß ich dein eigen sei; hingegen sagt ich bis ins Grab dem schnöden Dienst der Sünde ab. 4. Mein treuer Gott! auf deiner Seite bleibt ewig dieser Bund bestehn, wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn, und hab ich einen Fall ge— than, so nimm dein Kind zu Gnaden an. 5. Sch. gebe dir, mein Gott, aufs Neue, Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von mei⸗ nem Sinn. Es sei in mir Heill! Herr . simmn Soht Halt Schr. Wil ich d lobi gezählt in Volk, ißt; ich ngesenkt, Geist be⸗ deinem in lieber du hast m Ster⸗ Heiland, villst in Pein, o Tröster ich dir ehorsam ich habe ebe ge— gen sei; bis ins Dienst ott auf ht ewig n, wenn hreite, so ren gehn, Fall ge⸗ in Kind ir, mein ib, Eel fer hin; er Trelle on Mel⸗ in miy 22. Tauf⸗ und Confirmationslieder. 153 kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut! 6. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt; so leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. Joh. Jakob Rambach, 4 1735. Mel. Warum sollt ich mich denn gr. ö(Selig, wer dich 21¹¹½.— ewig liebet, Gottes Sohn, und zum Lohn dir sein Herz ergiebet! Se⸗ lig, wer in jeder Stunde mit Gebet dir nachgeht, treu dem Gnadenbunde! 2. Dazu bist du ja ge⸗ kommen, Herr, und hast unsre Last auf dein Haupt genommen. Dazu weiht uns deine Taufe segnend ein, stark zu sein in dem Siegeslaufe. 3. Lebensfürst und Ueber⸗ winder, sieh uns an, brich uns Bahn, stärke deine Kin⸗ der! Nähr uns mit dem Himmelsbrode; gieb uns Muth, Liebesgluth, Treue bis zum Tode. 4. Besser nie, ach, nie geboren, als dem Herrn fremd und fern, und zuletzt verloren! Liebe, hilf uns liebend leben! halt an dir für und für, Weinstock, deine Reben! 5. Ewig währet deine Treue; inniglich fasset dich unser Herz aufs Neue. Sprich dazu in deinem Na⸗ men von dem Thron, Vater, Sohn, Geist, auf ewig: Amen! Albert Knapp, 1864. Mel. Herr u. Aeltster deiner Kreuzg. 2 Eines wünsch ich 212. E mir vor allem Andern, eine Speise früh und spät; selig läßts im Thränenthal sich wandern, wenn dies eine mit uns geht: unverrückt auf Einen Mann zu schauen, der mit blutgem Schweiß und To⸗ desgrauen auf sein Antlitz niedersank und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm; wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht! 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsterniß gesessen, trugest du mich mit Geduld; hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh es auf des Hirten Ruf ge⸗ 7* 15⁴4 22. Tauf⸗ und Confirmationslieder. achtet, und mit theurem Löse⸗ geld mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein, sprich du darauf ein Amen! Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen theuren Jesusnamen brennend in mein Herz hin⸗ ein! Mit dir alles thun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen, das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund! Albert Knapp, 1864. Mel. Jesu, der du meine Seele. 213 Jesu, meiner Seele Leben, meines Herzens höchste Freud, dir will ich mich ganz ergeben jetzo und in Ewigkeit. Mei— nen Gott will ich dich nennen und vor aller Welt bekennen, daß ich dein bin und du mein; ich will keines Andern sein! 2. Deine Güt hat mich umfangen eh, als mich die Welt empfing; dir bin ich schon angehangen, als an Mutterbrust ich hing; dein Schooß hat mich aufgenom⸗ men, da ich an das Licht gekommen. Ich bin dein und du bist mein; ich will keines Andern sein! 3. Irr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf; ist es, daß ich mich be— trübe, tröst sie mich in mei⸗ nem Lauf; bin ich arm, giebt sie mir Güter; schlaf ich ein, ist sie mein Hüter. Ich bin dein und du bist mein; ich will keines Andern sein! 4. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das mir droben beigelegt. Ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude, trotz daß mich was von dir scheide! Ich bin dein und du bist mein; ich will keines Andern sein! 5. Dieses Alles ist ge⸗ gründet nicht auf mein Ver⸗ dienst und Werk. Was mein Herz an Trost empfindet, was an Fried und Freud und Stärk, Herr, das dank ich deinem Blute, das allein kommt mir zu gute. Ich bin dein und du bist mein; ich will keines Andern sein! 6. Drum, ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigenthum. Dir ich ganz mich übergebe: du bist meiner Seele Ruhm, meine Zuver— sicht und Freude, meines Herzens Trost im Leide. Ich bin dein und du bist mein; ich will keines Andern sein! Christian Seriver, 4 1693. Mel. Christus, der ist mein Leben. 214 ir flehn um deine Gnade, nichts sind wir ohne dich; Ins K gebtal 5. Fried Ins! imns! Kreu. 4. Stär Wir Ver u, giebt laf ich . 90 t mein; rn sein! get mir droben „wenn o man zu dir, e, trotz scheide! hu bist Andern ist ge⸗ in Ver⸗ 8 mein pfindet, Freud à dank allein Ich mein; n sein! n Leben. um Gnade, dich; 22. Tauf⸗ und Confirmationslieder. 15⁵ leit uns auf rechtem Pfade und schütz uns mächtiglich. 2. Wir flehn um deine Wahrheit in unsrer Seele Nacht; durch dich nur wird uns Klarheit in unsern Geist gebracht. 3. Wir flehn um deinen Frieden, die Sünde bringt uns Angst; dein Heil sei uns beschieden, das du am Kreuz errangst. 4. Wir flehn um deine Stärke, du weißt, wie schwach wir sind; zu jedem guten Werke hilf jedem schwachen Kind. 5. Wir flehn um deinen Segen zum heilgen Bundes— tag! laß nur auf allen We— gen uns treu dir folgen nach. Karl August Döring, + 1844. Mel. O Durchbrecher aller Bande. ei dir, Jesu, will 21⁵. B ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn; nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn. Du bist mei⸗ nes Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebens⸗ saft. 2. Könnt ichs irgend besser haben, als bei dir, der alle⸗ zeit so viel tausend Gnaden⸗ gaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Him⸗ mel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen theuren Blut? Sollt ich dem nicht ange— hören, der sein Leben für mich gab? Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich, so in Freude, wie im Leid; bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nur auf dieser Erden nahe, bis mein Tag sich neigt. Wenn es einst will Abend werden und die Nacht herniedersteigt, wenn mein Aug wird dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimath reist. Philipp Spitta, 1859. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 216. Laß mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir laß mich nichts treiben, laß mich bei reiner Lehr; Herr, laß mich nur nicht 22. Tauf⸗ und Confirmationslieder. wanken, gieb mir Beständig⸗ keit; dafür will ich dir danken in aller Ewigkeit. Nikolaus Selnecker, 4 1592. 25. Abendmahlslieder. a. Vor und während der Feier. Eigene Melodie. 217 Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes ge— schlachtet, allzeit funden ge— duldig, wiewohl du wurdest verachtet: all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! Nikolaus Decius, + 1529. Eigene Melodie. 218 Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Got⸗ tes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Got⸗ tes, der du trägst die Sünd der Welt, gieb uns deinen Frieden. Amen. Alte Kirche. Mel. Herr Jesu Christ, meins Leb. L. 219 O Jesu Christe, Gotteslamm, der du aus Lieb am Kreu—- zesstamm für mich den Tod gelitten hast, genommen weg der Sünden Last: 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Sündenfall, ich bin krank, unrein, blind und bloß; ach Herr, mich Armen nicht verstoß! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht, du bist der Brunn der Hei⸗ ligkeit, du bist das rechte Hochzeitskleid. 4. Darum, Herr Jesu, bitt ich dich in meiner Schwach— heit: heile mich; was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gnadenschein. 5. Erleuchte mein ver⸗ finstert Herz, zünd an die helle Glaubenskerz, in Reich⸗ thum meine Armuth kehr, und meinem Fleische kräftig wehr! 6. Tilg alle Laster aus in mir, mein Herz mit Lieb und Glauben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mich zu deiner Ehr. 7. Gieb, was mir nütz an Seel und Leib, was schäd— lich i fomm mich n für M 8. Rahle alls l erlasse krlang Huld. 9. 96 Him ich b deine 22 die lomm gen, tändig⸗ danken 1592. deinem t durch ich bin id bloß; en nicht lczt, du bist der hebricht, er Hei⸗ rechte su, bitt hwach⸗ mrein durch nschein. in ver⸗ an die 1 Reich⸗ th kchr, kräftig ster aus mit Liob ind was mehr u deiner nütz an. shod⸗ lich ist, fern von mir treib; komm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für. 8. Hilf, daß durch dieses Mahles Kraft die Sünd aus mir werd fortgeschafft, erlassen alle Sündenschuld, erlangt des Vaters Lieb und Huld. 9. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach dei— nem heilgen Willen richt; ach, laß mich meine Tag in Ruh und Frieden bringen christlich zu; 10. Bis du mich einst, o Lebensfürst, in deinen Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewiglich an deinem Mahle freue mich. Johann Heermann, 4 1647. Eigene Melodie. 220 Schmücke dich, o liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle; komm ans helle Licht gegan— gen, fange herrlich an zu prangen, denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden, der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Dürstend nach dem Himmelssegen eile deinem Herrn entgegen, der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten; eile, sie ihm aufzuschließen, 23. Abendmahlslieder. 157 wirf dich hin zu seinen Füßen, sprich: o Herr, laß dich umfassen, von dir will ich nimmer lassen. 3. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte; ach, wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach diesem Mahl zu sehnen; ach, wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten; wünsche, daß im Brod und Weine Christus sich mit mir vereine! 4. Jesu, meine Lebens⸗ sonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, den ich mir erwähle, Lebensquell und Licht der Seele, hier fall ich zu deinen Füßen: laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise! 5. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Him⸗— mel hergetrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben, und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 6. Jesu, wahres Brod des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens, oder mir wohl gar zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen; laß mich durch dieses Seelen⸗ 158 23. Abendmahlslieder. essen deine Liebe recht er⸗ messen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mag dein Gast im Himmel werden. Johann Franck, 4 1677. Mel. Es ist das Heil uns kommen ber. 221 Halt im Gedächtniß Jesum Christ, o Seele, der auf Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu wer⸗ den. Vergiß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut; dank ihm für diese Liebe. 2. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist, und da⸗ durch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod, und dich erlöst aus aller Noth; dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Noth und Plage. Be⸗ denke, daß er Fried gemacht, und ewges Leben dir ge— bracht; dank ihm für diese Liebe. 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätte zu bereiten, da du sollst blei⸗ ben allezeit und sehen deine Herrlichkeit; dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der einst wird wiederkommen und sich, was todt und lebend ist, zu rich— ten vorgenommen. O sorge, daß du da bestehst, und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen; daß dessen ich in aller Noth mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriakus Günther, 4 1704. Mel. Jesus meine Zuversicht. 222 Auf, mein Herz, auf, rüste dich; Jesus läßt zur Tafel laden, seine Stimme ruft auch mich voller Liebe, voller Gnaden: komm zu mir, iß Himmels⸗ kost; komm zu mir, trink Freudenmost. 2. Sei willkommen, Him⸗ melsbrod, sei willkommen, Trank voll Leben, Arznei wider Noth und Tod, die mir Jesu Hand gegeben: theurer Leib, ach theures Blut, meiner Seelen höchstes Gut! 3. Ach so senke dich in mich, ich will mich in dich verfenken; Niemand trennt Ins einan Mut Reins Ind +. Ind“ deinen der H zun und Isus 0. Pein schme Reir mit wir einst Mel, einen ihm für . nst wird ich was zu rich⸗ Osorge, und mit kingeht, lken. ilb, daß wahrem nie, was nög aus daß oth mich Irch den dringen. 70t. sicht. Herz, te dich; laden, ich mich Fnaden: immels⸗ trink , Him⸗ kommen, Arznei vd, die egeben: theures höchstes dich in trennt 23. Abendmahlslieder. 159 uns sicherlich, weil wir uns einander schenken. Leib und Blut ist hier dein Pfand, meins ist: Herz und Mund und Hand. 4. Du bist ja mein Fleisch und Blut, ich ein Glied an deinem Leibe. Trotz sag ich der Höllengluth, daß sie mich zum Zweifel treibe: Pfand und Siegel hab ich hier, Jesus wohnet selbst in mir. 5. Denk an deines Jesu Pein, Seel, an seine Todes⸗ schmerzen; wandle vor dem Reinen rein; gieb ihm Ruhm mit Mund und Herzen: so wirst du im Glauben schön einst zur Himmelstafel gehn. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 223. Herr. du hast für alle Sünder einen reichen Tisch gedeckt, wo das Brod der armen Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein Gast, wie du mir be— fohlen hast, aber hilf auch, daß mein Herze deine Wohl— that nicht verscherze. 2. Räume mir aus dem Gemüthe alles Arge völlig aus, daß auch meines Her⸗ zens Hütte werde dein ge— weihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich, liebster Jesu, liebe mich und laß deinen Tisch auf Erden mir des Himmels Vorschmack werden. 3. Kann der Herr dem Knechte schenken auch sein eigen Fleisch und Blut: ach, so hilf mir recht bedenken, was hier deine Liebe thut; und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du, Jesu, für mein Leben zur Erlösung hast gegeben. 4. Wirke heilige Gedanken in der Seel, die dir ge— hört; halte meinen Sinn in Schranken, wenn mich Furcht und Zweifel stört. Fühl ich meiner Sünden Noth, s erfülle mich dies Brod, dieser Kelch mit neuem Muthe: dein Blut floß auch mir zu gute. 5. Sind wir doch aus dir geboren, nähr uns auch durch deine Kraft; und weil alles da verloren, wo nicht Jesus Hülfe schafft: ach, so laß dein Brod und Wein meines Herzens Labsal sein, daß die Wirkung dieser Speise künf⸗ tig in der That sich weise. 6. Laß mich deine Liebe schmecken und die Güter jener Welt; oder wenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so ver⸗ schaffe mir dein Bual einen rechten Freudenmuth, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch Niemand lasse rauben. 160⁰ 23. Abendmahlslieder. 7. Hilf mir recht ins Herze fassen deinen herben, bittern Tod; lasse mich auch Niemand hassen, der mit mir genießt dein Brod; nimm mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir sein und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles haben. Caspar Neumann, 4 1715. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 224 Wie heilig ist die Stätte hier, wo ich voll Andacht stehe; sie ist des Himmels Pforte mir, die nun ich offen sehe! O Lebensthor, o Tisch des Herrn, vom Himmel bin ich nicht mehr fern und fühle Gottes Nähe. 2. Wie heilig ist dies Lebensbrod, dies theure Gna— denzeichen, vor dem des Her⸗ zens Angst und Noth und alle Qualen weichen. O Brod, das meine Seele nährt, o Manna, das mir Gott beschert, dich will ich jetzt genießen. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, der mein Ver⸗ langen stillet, der mein Ge⸗ müth mit Lob und Dank und heilger Freud erfüllet. O Lebenstrank, o heilges Blut, das einst geflossen mir zu gut, dich will ich jetzt empfangen. 4. Welch unaussprechlich Glück ist mein, welch Heil hab ich gefunden! Mein Jesus kehret bei mir ein, mit ihm werd ich verbunden. Wie ist mein Herz so freu⸗ denvoll, daß ich in Jesu leben soll, und er in mir will leben. 5. O wär doch auch mein Herz geweiht zu einer heil— gen Stätte, damit der Herr der Herrlichkeit an mir Ge— fallen hätte! O wäre doch mein Herz der Ort, an welchem Jesus fort und fort aus Gnaden Wohnung machte! 6. Mein Jesu, komm und heile mich; was sündlich ist, vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel sei und bleibe. Von dir sei ganz mein Herz erfüllt, Herr, laß dein heilig Ebenbild bestän⸗ dig an mir leuchten. 7. Nun du hast himmlisch mich erquickt, du hast dich mir gegeben; in dir, der mich so hoch beglückt, will ich nun stündlich leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigkeit mit dir vereinigt bleiben! Nach Valentin Ernst Löscher, 4 1749. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 225 Och komme, Herr, „Vund suche dich mühselig und beladen; Gott, mein dis A den nem Ind d mich d fihle! ich sue im Gl 2. lich 0 der Hand Wir Ic Mac es i mein für Gott dieb versit O Sünd Mah Ona und pri Mei dir Mei Wir bon 4 der 56 Urd Dein ein, mit bunden. so freu⸗ u Iisu in mir ich mein 'er heil⸗ er Herr mir Ge⸗ ire doch Et, an Und fort Bohnung um und lich ist, un und sei und ganz err, laß bestän⸗ mmlisch ast dich der mich will ich . Laß „Fallezet Cwigkeit leiben! r, 1. Bobylon. Herr, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gna⸗ den! Ich liege hier vor dei— nem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten; ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversicht— lich an, du bist das Heil der Sünder, du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet; du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir: er tilget deine Sünden, und läßt in seinem Mahle hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich: sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben; du bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben, und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, 23. Abendmahlslieder. 161 ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 3. Ja, Herr, mein Heil ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt erweisen! Christian Fürchtegott Gellert, 41769. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 226 Tesu, Freund der Menschenkinder, Heiland der verlornen Sün⸗ der, der zur Sühnung unsrer Schulden Kreuzesschmach hat wollen dulden. Wer kann fassen das Erbarmen, das du trägest mit uns Armen! In der Schaar erlöster Brüder fall ich dankend vor dir nieder. 2. Ja, auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll entgegen; in dem Elend meiner Sünden soll bei dir ich Hülfe finden. Meine Schuld willst du be— decken, mich befrein von Furcht und Schrecken, willst ein ewig selig Leben als des Glaubens Frucht mir geben. 3. Herr, du kommst, dich mit den Deinen in dem Nachtmahl zu vereinen; du, der Weinstock, giebst den Reben neue Kraft zum neuen Leben. Nun, so steh mir bei und stärke mich zu jedem guten Werke. Hilf, daß ich die Lust der Sünde durch dich kräftig überwinde. 4. Nun so sei der Bund erneuet, unser dir ganz geweihet! Auf dein Vorbild wolln wir sehen und dir nach, mein Heiland, gehen. Schaff ein neues Herz uns Sündern, mache uns zu Gotteskindern, die dir leben, leiden, sterben, deine Herr⸗ lichkeit zu erben. 5. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich schaun und ewig eh ren? Halleluja! welche Trenden sind die Früchte deiner Leiden! Danket, dan⸗ ket, fromme Herzen, ewig ihm für seine Schmerzen. Johann Caspar Lavater, + 1801. Mel. Jesus meine Zuversicht. 2²7. ie ihr Christi Laufbahn lauft, theure, miterlöste Brüder, all auf seinen Tod getauft, 23. Abendmahlslieder. alle seines Leibes Glieder: kommt, Versöhnte, kommt, erneut euren Bund der Se— ligkeit! 2. Nehmet hin und eßt sein Brod: Jesus Christus ward gegeben für die Sün⸗ der in den Tod. Nehmt, und trinkt: ihr trinkt sein Leben, hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 3. Die mit voller Zuver⸗ sicht deines Heils, o Herr, sich freuen, laß sie stets in diesem Licht Wandei ewig dir sich weihen. Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth sein! 4. Tröste, die in Traurig⸗ keit über ihren Seelen wachen, hilf, du Herr der Herrlich— keit, Herr, sie glauben, hilf den Schwachen! Die gebeugt von ferne stehn, können un⸗ erhört nicht flehn. 5. Nehmet hin und eßt sein Brod: Jesus Christus ward gegeben für die Sün⸗ der in den Tod. Nehmt, und trinkt: ihr trinkt sein Leben, hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 6. Hoherpriester, Jesu Christ, du bist einmal ein⸗ gegangen in das Heiligthum, du bist als ein Fluch am Kreuz gehangen; also bist dund gung 7. hist gange Isu dein sie fü Ren 8. sein ward der und Vbe Tod Tod Fri Mel 8 Meit Glieder: kommt, der Se⸗ und eßt Christus die Sün⸗ Nehmt, inkt sein in den Sünder Zuver⸗ 0 Herr, stets in ln, ewig Laß ihr in, voll sein! raurig⸗ wachen, herrlöch⸗ den, hilf gebeugt men un⸗ und eßt Christus die Sün⸗ Nehmt, inkt sein in den du durch den Tod einge⸗ gangen, Sohn, zu Gott. 7. Hoherpriester, ja du bist auch für diese einge⸗ gangen. Sprich sie los, Gott, Jesu Christ, wenn sie nun dein Mahl empfangen. Laß sie fühlen: ins Gericht kom— men sie nun, Mittler, nicht! 8. Nehmet hin und eßt sein Brod: Jesus Christus ward gegeben für die Sün⸗ der in den Tod. Nehmt, und trinkt: ihr trinkt sein Leben, hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! Friedrich Gottlieb Klopstock, 4 1808. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 29* ie könnt ich sein 228. vergessen, der mein noch nie vergaß? Kann ich die Lieb ermessen, da— durch mein Herz genas? Ich lag in bittern Schmerzen, er schafft mein Leben neu; und stets quillt aus dem Herzen ihm neue Lieb und Treu. 2. Wie sollt ich ihn nicht lieben, der mir so hold sich zeigt; wie jemals ihn be— trüben, der so zu mir sich 23. Abendmahlslieder. 163 neigt? Er, der ans Kreuz erhoben, getragen meine Schmach, er rufet mir von oben: komm, folge du mir nach! 3. Ihn will ich ewig lieben, der mir aus Todes⸗ nacht, von meinem Schmerz getrieben, das Leben hat ge— bracht, der noch zur letzten Stunde mir reicht die treue Hand, daß mich kein Feind verwunde im Lauf zum Hei⸗ mathland. 4. Er giebt zum heilgen Pfande mir seinen Leib, sein Blut; hebt mich aus Nacht und Schande, füllt mich mit Himmelsmuth; will selber in mir thronen mit heilgem Gnadenschein; sollt ich bei ihm nicht wohnen, in ihm nicht selig sein? 5. Bei Freuden und bei Schmerzen durchleuchte mich dein Bild, wie du, o Herz der Herzen, geblutet hast so mild! Mein Lieben und mein Hoffen, mein Dulden weih ich dir; laß mir die Hei⸗ math offen, und dein Herz für und für. Gottlob Christian Kern, 4 1835. b. Nach der Feier. Mel. Nun lob mein Seel, den Herren. ster Jesu, deinen Gast, ja 229 Wie wohl hast du mich so reich begabet, daß gelabet, o lieb⸗ ich jetzt fühle Freud und Rast. 164 23. Abendmahlslieder. O wundersame Speise, o werther Lebenstrank, o Lab⸗ sal, das ich preise mit mei— nem Lobgesang, wie hast du doch erquicket mein Leben, Herz und Muth! Mein Geist, der hat erblicket das allerhöchste Gut. 2. So lang ich leb auf Erden, preis ich dich, liebster Jesu, wohl, daß du mich lässest werden von deiner ewgen Güte voll. Du hast mich selbst getränket mit dei— nem theuren Blut, dich mir ins Herz gesenket, o unver— gleichlich Gut! Nun werd ich ja nicht sterben, weil mich gespeiset hat, der nimmer kann verderben, mein Trost, Schutz, Hülf und Rath. 3. Wie kann ichs aber fassen, Herr Jesu, daß du mit Begier dich hast so tief gelassen vom Himmelssaal herab zu mir? Du Schöpfer aller Dinge besuchest deinen Knecht; ach, hilf, daß ich dir bringe ein Herz, das fromm und recht, das gläubig dir vertraue, damit nach dieser Zeit ich ja dein Antlitz schaue dort in der Ewigkeit. 4. Du bists, der ewig bleibet; ich aber bin dem Schatten gleich, den bald ein Wind vertreibet; Herr, ich bin arm und du bist reich; du bist sehr groß von Güte, kein Unrecht ist an dir; ich, sündhaft im Ge⸗ müthe, kann fehlen für und für: noch kommest du her— nieder und nimmst mich Sünder an; was geb ich dir doch wieder, das dir ge⸗ fallen kann? 5. Ein Herz, das recht bereuet, ein Herz, das ganz zerknirschet ist, das ist, was dich erfreuet, mein Gott und Herr, zu jeder Frist. Du wirst es nicht verachten; hilf, daß ich emsig bin, nach dei— ner Gunst zu trachten. Nimm doch in Gnaden hin das Opfer meiner Zungen; dir sei von Herzensgrund jetzt Lob und Preis gesungen, Herr Gott, durch meinen Mund. 6. Wohl mir, ich bin ver⸗ sehen mit Himmelsspeis und. Engelstrank; nun will ich rüstig stehen, zu singen dir Lob, Ehr und Dank. Fahr wohl, du Weltgetümmel, du Hist ein eitte Tand ich seufze nach dem Himmel, dem rechten Vaterland. Fahr wohl, dort werd ich leben ohn Angst und Herzeleid; mein Gott, du wirst mir geben die ewge Seligkeit. Johann Rist, + 1667. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren. 230. O Mieee meiner Seelen Sonne, du ist an m Ge⸗ ur und u her⸗ t mich geb ich dir ge⸗ recht 8 ganz st, was ott und st. Du en hilf, lach dei⸗ Nimm in das dir sei ht Lob Herr Mund. in ver⸗ eis und vill ich gen dir Fahr mel, du ud; ich himmeb, d. Fahr 9 leben Hzeleid st mir leit. 166.. m Herren. meine ne, du Nb, du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dies himmlische Er— götzen und diese theuern Ga— ben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dir noch danken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und ge⸗ tränket, ja, selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Her⸗ zen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wun⸗ den, die du für mich em— pfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden; dir dank ich für dein Sehnen und deine heißen Thränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist ge— blieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Herr, laß mich nicht vergessen, daß du mir zuge— messen die kräftge Himmels— speise, wofür mein Herz dich preise. 8. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig leiden; laß mich mit An⸗ dacht beten und von der Welt abtreten. 9. In meinem ganzen Leben laß mir vor Augen schweben, wie herrlich ich 23. Abendmahlslieder. beglücket und himmlisch bin erquicket! 10. Nun kann ich nicht verderben; drauf will ich selig sterben und freudig auf⸗ erstehen, o Jesu, dich zu sehen. Johann Rist, 1 1667. Mel. Wie liebl. ist, o Herr, die Stätte. 231 Mimm hin den Dank für deine Liebe, erhöhter Mittler, Jesus Christ! Gieb, daß ich dich nicht mehr betrübe, der du für mich gestorben bist. Laß deines Leidens Angst und Pein mir immerdar vor Augen sein. 2. Im Streite hilf mir überwinden, und stärke mich zu jeder Pflicht; bewahre mich vor neuen Sünden, verlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergoßnes Blut schenk mir im Todeskampfe Muth. 3. Hilf, daß ich deines Leibes Glieder, die heut dein Heil wie mich erfreut, von Herzen lieb als meine Brü⸗ der, als Erben Einer Herrlich⸗ keit. Wir haben Einen Herrn und Gott, uns speist und tränkt Ein Kelch, Ein Brod. 4. Wie jetzt, o Herr, in deinem Namen dein Volk vor dir versammelt war, so bring einst wieder uns zu⸗ sammen, daß wir mit deiner Engelschaar, anbetend als . 222———ß7——.— 166 23. Abendmahlslieder. dein Eigenthum, stets preisen preiset, daß du selbst uns deines Namens Ruhm. hast gespeiset mit deinem Johann Caspar Lavater, 4 1801. Leibe und deinem Blute; Mel. Gott sei gelobet u. gebenedeiet. 232. ei, Jesus Christ, gelobet und ge⸗ das komm uns, o Herr, zu gute! Gott, sei uns gnädig! Nach Martin Luther, 4 1546. 2J. Beicht⸗ und Bußlieder. Eigene Melodie. 23. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen! Dein gnädig Ohr neig her zu mir und meiner Bitt es öffne; denn so du willst das sehen an, was Sünd und Umcht ist ge⸗ than: wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Thun umsonst, auch in dem besten Leben; vor dir Niemand sich rühmen kann; es muß dich fürchten Jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Ver⸗ dienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein werthes Wort, das ist mein Trost und treuer Hort; deß will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen: doch soll mein Herz an Gottes Macht ver⸗ zweifeln nicht, noch sorgen. So thu Israel rechter Art, das aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gottes harre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnaden; sein Arm zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird von seinen Sünden allen. Martin Luther, + 1546. Eigene Melodie. 234 Allein zu dir, Herr Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden; ich weiß, daß du mein Tröster bist, kein Trost mag sonst mir werden. Kein Menschenkind ward je ge— born, wie auch kein Engel auserkorn, der mir aus Nöthen helfen kann; dich ruf i⸗ ertto Und mich! mach: deinen Nimm Vlter genug frei d Glaul Herr, Barr Chri dein nigl Din Mein mich lhter Gott 01 oc aller seine Nil dem Hül wir hier in! Mel. 23 bst uns deinem Blute; Herr, zu gnädig! 1 1566 hieder an oll mein acht ver⸗ sorgen. ter Art, erzeuget Gottes ist der Gott ist ) sein at kin Rsei der Hein der Hel erlösen Sünden 5. — Herr chris. steht aulf daß du in Tros 6en. Kein d in Cigcl r als uir d dich im ruf ich an, auf den ich fest vertrauen kann. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß, und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen. Nimm meiner dich beim Vater an, der du für mich genug gethan, so werd ich frei der Sündenlast; mein Glaub erfaßt, was du mir, Herr, versprochen hast. 3. Gieb mir durch dein Barmherzigkeit den wahren Christenglauben, auf daß ich deine Freundlichkeit mög in— niglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten glach als mich; hilf mir in meiner letzten Noth, mein Herr und Gott, der du besiegt hast Höll und Tod. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christo, seinem Sohn, der uns all⸗ zeit behüte; dazu auch Gott dem heilgen Geist, der seine Hülf uns allzeit leist, daß wir zu seinem Dienst bereit hier in der Zeit und droben in der Ewigkeit. Jobann Schneesing, 4 1567. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen s. 235 O frommer und getreuer Gott, ich hab gebrochen dein Ge— 24. Beicht⸗ und Bußlieder. 167 bot und sehr gesündigt wider dich: das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnäd⸗ ger Gott, nicht Lust hast an des Sünders Tod, so ist dein herzliches Begehr, daß ich mich wieder zu dir kehr. 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm und bitt durch deines Sohnes Tod: erbarm dich mein in meiner Noth! 4. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld; so werd ich arm, verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 5. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit ge— langen zu der Seligkeit. Bartholomäus Ringwaldt, 4 1598. 236 Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind meine vielen Sünden! Da ist Nie⸗ mand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Flöh ich gleich weit, voll Bangigkeit, bis an der Erde Enden, und wollt los sein der Angst und Pein, würd ich sie doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich; ver⸗ Eigene Melodie. 168 24. Beicht- und Bußlieder. stoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet; geh mit mir nicht, Gott, ins Gericht; dein Sohn hat mich ver⸗ sühnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Pein auf Sün⸗ den folgen müssen, so fahr hier fort; nur schone dort, laß lieber jetzt mich büßen. 5. Hab, Herr, Geduld, vergiß der Schuld, gieb ein gehorsam Herze; daß ich ja nicht, wie's oft geschicht, mein wahres Heil verscherze. 6. Verfahr mit mir, wie's dünket dir, ich will es gerne leiden; nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden. Martin Rutilius, 4 1618. Mel. Vater unser im Himmelreich. Do wahr ich lebe, 23⁷. S spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, mein Wunsch und Will ist dies vielmehr, daß er von Sünden sich bekehr, von seiner Bosheit wende sich, und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd; hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zuge⸗ saget hat, sogar durch einen theuren Eid; o selig, dem die Sünd ist leid! 3. Heut lebst du, heut be⸗ kehre dich, eh morgen kommt, kanns ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und roth, is morgen krank, ja wohl gar todt. So du nun stirbest ohne Buß, dein Seel und Leib verderben muß. 4. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch komme heut zu dir und Buße thue unverweilt, eh schneller Tod mich übereilt; auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Johann Heermann, 1647. Mel. Herr, wie du willst, so schicks ꝛc. 238. Jo will von mei⸗ ner Missethat zum 9—— mich bekehren; du wollest selbst mir Hülf und Rath hiezu, mein Gott, bescheren, und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir gewähren. 2. Ich kann doch von mir selber nicht mein Elend recht empfinden, bin ohne deines Geistes Licht blind, taub, ja todt in Sünden; verkehrt ist Wille, Sinn und Thun; des großen Jammers wollst du nun, o Vater, mich ent⸗ binden. 3. Aus Gnaden klopfe bei mir an, und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir gethan; du kannst mein ich, vo schwer, Wange Hrane 40 alhume bekenne Moßeu nicht z ist dock hicht dir mi 9. Siche schlaf lange bald nicht der gt mit d 0. nun er mir z nes 2 Feuer regt heut be⸗ mn kommt, wer Heit ind—5 ja wohl in stirbest Seel und . Isu, hilf och komme zuße thue eller Tod daß ich zu meiner t , 1 1647. o schicks a. von mei⸗ Missethat bekehren, ur Hülf ein Gott, hes guten der neue afft, aut ihten. h von mir Flend roͤht Re deints „ ub, verkehrt i Mas de wolsst N mich t k llopft„bi mir Wohl Bo Raun 0 mein Herz gewinnen, daß ich, voll Kummer und Be— schwer, laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 4. Ach, meine Sünden allzumal schäm ich mich zu bekennen; denn ihrer ist nicht Maß und Zahl, ich weiß sie nicht zu nennen, und keine ist doch je so klein, daß sie nicht müßte schon allein 465 dir mich m⸗ trennen. 5. Bisher hab ich in Sicherheit ganz unbesorgt ge— schlafen, gedacht: es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen, er handelt nicht nach unsrer Schuld, der gute Hirte hat Geduld mit den verirrten Schafen. 6. Doch mein Gewissen nun erwacht, mein Herz will mir zerspringen, ich sehe dei⸗ nes Donners Macht, dein Feuer auf mich dringen; es regt sich wider mich zugleich des Todes und der Höllen Reich, die wollen mich ver— schlingen. 7. Wo bleib ich denn in dieser Noth? wer setzt ihr Thor und Riegel? wo flieh ich hin? Du Morgenroth, gieb mün doch deine Flügel; verbirg mich, o du fernes Meer; bedecket mich, fallt auf mich her, ihr Klippen, Berg und Hügel! 24. Beicht⸗ und Bußlieder. 169 8. Es ist umsonst; und könnt ich gleich bis in den Himmel steigen, und meinen Lauf zur Hölle Reich, mich zu verbergen, neigen: dein Auge drängt durch alles sich, du würdest meine Schand und mich der lichten Sonne zeigen. 9. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein, ich flieh zu deinen Wunden, die du, o Heiland, wegen mein am Kreuze hast empfunden. Du hast ja, o du Gotteslamm, für alle Sünd am Kreuzesstamm Erlösung uns erfunden. 10. So will ich nun auch jederzeit mit Ernst und Sorg⸗ falt meiden all böse Lust und Eitelkeit, und lieber alles leiden, denn daß ich Sünd mit Willen thu; ach Herr, gieb du mir Kraft dazu, bis ich von hier werd scheiden. Louise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, 1667 Ei i Melodie. 239. su, der du meine Iũ Seele hast durch deinen bittern Tod aus des Teufels finstrer Höhle und der schweren Sündennoth kräftiglich herausgerissen und mich solches lassen wissen durch dein gnadenreiches Wort: sei doch jetzt, o Gott, mein Hort. 8 17⁰ 24. Beicht- und Bußlieder. 2. Herr, ich muß es ja bekennen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, was wir Wollen nennen, halt ich meiner Seele für; aber Fleisch und Blut zu zwingen und das Gute zu vollbringen, folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, thu ich wohl. 3. Aber, Herr, ich kann nicht wissen aller meiner Fehler Zahl; mein Gemüth ist ganz zerrissen durch der Sünden Schmerz und Qual, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach, vergieb mir, was verborgen; rechne nicht die Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. 4. Jesu, du hast wegge— nommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kommen meiner Se— ligkeit zu gut; und weil du für mich zerschlagen hast die Schuld am Kreuz getragen, o so sprich mich davon frei, daß ich ganz dein eigen sei. 5. Wann ich vor Gericht soll treten, da man nicht entfliehen kann, ach, so wol— lest du mich retten und dich meiner nehmen an. Du allein, Herr, kannst es weh— ren, daß ich nicht den Fluch darf hören: Ihr zu meiner linken Hand seid von mir noch nie erkannt. 6. Du ergründest meine Schmerzen, du erkennest meine Pein; es ist nichts in mei⸗ nem Herzen, als dein herber Tod allein. Dies mein Herz, von Leid bedränget und mit deinem Blut besprenget, das am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. 7. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich nagt; deine Treue wird erfüllen, was du selber hast gesagt, daß auf dieser weiten Erden Keiner soll verloren werden, sondern ewig leben soll, wenn er nur ist glaubensvoll. 8. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verzagen nicht; du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod anficht; deiner Güte will ich trauen, bis ich einstens werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der frohen Ewig⸗ keit. Johann Rist, 4 1667. Eigene Melodie. 240 Straf mich nicht 5 in deinem Zorn, großer Gott, verschone; ach, laß mich nicht sein verlorn, nach Verdienst nicht lohne! Hat die Sünd Tod verdient, ach, so hör mein Beten, reiß mich aus den Nöthen. 2. Zeig mir deine Vater⸗ huld, stärk mit Trost mich Schwat mit mi jund n Seel u gtoßen allen E 3. 2 fragen; du ban in der . Tram Beten Freud treten fleuch ränke schenke 5 Preis Oben, gleiche loben; prlist daß d V Mel.9 4 falle den und Vas ah diglie Güte. st meine nest meine in mei⸗ in herber lein Herz, und mit nget, das ist, geb Christ. „du wirst Gewissen, ine Treue du selber auf dieser iner soll sondern n er nur aube, hilf ; mich je du lannst n, wenn danficht; h wauen, de schauen nach dem en Ewig⸗ 1„ 4 150 e. nem Zorm, hone; ach, verlorn, t lohne! 0 Derdieht, geten, reiß Hen. 24. Beicht⸗ und Bußlieder. Schwachen; ach Herr, hab mit mir Geduld, wollst ge— sund mich machen; heil die Seel mit dem Oel deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden. 3. Ach, ich bin so müd und matt von den schweren Plagen, mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hülfe fragen; wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwermuthshöhle? 4. Weichet, Angst und Traurigkeit, Gott erhört mein Beten. Nun darf ich mit Freudigkeit vor sein Antlitz treten. Teufel weich, Hölle fleuch! Was mich vor ge— kränket, hat mir Gott ge⸗ schenket. 5. Vater, dir sei ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicherweis, der allzeit zu loben; heilger Geist, sei ge— preist, hochgerühmt, geehret, daß du mich erhöret. Johann Georg Albinus, + 1679. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. — ater der Barm⸗ 241.O herzigkeit, ich falle dir zu Fuße; verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut rechtschaffne Buße! Was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnä⸗ diglich durch deine große Güte. 17¹ 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rath, woran es mir sonst fehlet; gieb Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sün⸗ den Last, wollst meiner dich erbarmen! O wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich meiner und verschon, sieh an mein kläglich Rufen. 4. Laß deiner Wunden theures Blut, dein Todes⸗ pein und Sterben mir kom⸗ men kräftiglich zu gut, daß ich nicht müß verderben; bitt du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab ver— schuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust anficht, laß mich von dir nicht wanken; ver⸗ leih, daß nun und nimmer⸗ mehr Begier nach Wollust, Geld und Ehr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stünd⸗ lein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trotz und List durch 172 24. Beicht- und Bußlieder. Christi Sieg mög dämpfen; auf daß mir Krankheit, Angst und Noth, und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Thür zum Leben. David Denicke, + 1680. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 24². Mein Gott, das Herz ich bringe dir zur Gabe und Geschenk. Du forderst dieses ja von mir; deß bin ich eingedenk. 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du, das ist mir lieb und werth: du findest anders auch nicht Ruh im Himmel und auf Erd. 3. Nun du, mein Vater, nimm es an, mein Herz, veracht es nicht. Ich gebs, so gut ichs geben kann; kehr zu mir dein Gesicht. 4. Zwar ist es voller Sündenlust und voller Eitel⸗ keit, des Guten aber unbe⸗ wußt und wahrer Frömmig⸗ keit. 5. Doch aber steht es nun in Reu, fühlt seinen Uebel⸗ stand und träget jetzt vor Allem Scheu, daran es Lust sonst fand. 6. Schenk, Jesu, mir, nach deiner Huld, Gerechtigkeit und Heil; du trugst ja meine Sündenschuld und meiner Strafe Theil. 7. In dich wollst du mich kleiden ein, dein Unschuld ziehen an, daß ich, von allen Sünden rein, vor Gott be— stehen kann. 8. Gott heilger Geist, nimm du auch mich in die Gemeinschaft ein; ergieß um Jesu willen dich tief in mein Herz hinein. 9. Dein göttlich Licht schütt in mich aus und Gluth der reinen Lieb. Treib Fin⸗ sterniß, Haß, Falschheit aus; schenk mir stets deinen Trieb. 10. Hilf, daß ich sei von Herzen treu im Glauben meinem Gott, daß mich im Guten nicht mach scheu der 94 List, Macht und Spott. Hilf, daß ich sei von Serhen fest in Hoffen und Geduld, daß, wenn du nur mich nicht verläßt, mich tröste deine Huld. 12. Hilf, daß ich sei von Herzen rein im Lieben und erweis, daß mein Thun nicht sei Heuchelschein, durch Werke dir zum Preis. 13. Nimm ganz, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit; ja, laß es auch dein Wohnhaus sein in jener Ewigkeit. 14. Dir geb ichs ganz zu eigen hin; brauchs, wie es dir gefällt, ich weiß, daß ich der Deine bin, der Deine, nicht der Welt. 15. Weg, Welt! weg, Sünd! Herz; Gesche 5 fir Iohant der st Angesi Gott, geh m licht! dich, e über 0 angst mich: daß it ich a Kind! barme barme von allen Gott er Geist ich in di ergieß um f in mein lich Licht und Gluth Teib Fin⸗ hheit aus; 'en Trieb. ch sei von Glauben mich im scheu der ind Spott. h sei bon ffen und du nur lich tröste h sei von ieben und Tun 0 urch Werke o Gott men Herz ja, laß 5 8 sein 95 gan Il „ wie 65 I daß ich er Deine, olt! Weg Sünd! dir geb ich nicht mein Herz; nur, Jesu, dir ist dies Geschenke zugericht; behalt es für und für. Johann Caspar Schade, 4 1698. 243. J Ich armer Mensch, ich armer Sün⸗ der steh hier vor Gottes Angesicht: ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder und geh nicht mit mir ins Ge— richt! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so angst und bange, wie kränkt mich meine große Sünd, hilf, daß ich wieder Gnad erlange, ich armes und verlornes Kind! Erbarme dich, er⸗ barme dich, Gott, mein Er— barmer, über mich! 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien und neig zu mir dein Vaterherz; wollst alle Sünden mir verzeihen und lindern meines Herzens Schmerz! Erbarme dich, er barme dich, Gott, mein Er— barmer, über mich! 4. Nicht, wie ich hab ver— Eigene Melodie. schuldet, lohne und handle nicht nach meiner Sünd. O treuer Vater, schone, schone, erkenn mich wieder für dein Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 24. Beicht- und Bußlieder. 173 5. Sprich nur Ein Wort, so werd ich leben; sprich, daß ich armer Sünder hör: geh hin, die Sünd ist dir vergeben, nur sündige hin— fort nicht mehr! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 6. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich zweifelsfrei; weil sich der Trost im Herzen mehret, daß ich von dir begnadigt sei. Ich weiß ja, du erbar⸗ mest dich, Gott mein Er⸗ barmer, über mich! Christoph Titius, 4 1703. Eigene Melodie. —2465 üter, wird die 244. 5 Nacht der Sün⸗ den nicht verschwinden? Hü⸗ ter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsterniß der Sinnen bald zerrinnen, darein ich verhüllet bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden lichte wer— den! Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe; Jesu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist; und ich muß mich stets im Schat— ten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, weil du kommen; 17⁴4 24. Beicht⸗ und Bußlieder. aber ich bin lauter Nacht; darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Wie kann ich des Lich⸗ tes Werke ohne Stärke in der Finsterniß vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demuth lieben und der Nacht Geschäfte fliehn? 6. Ach, daß länger meine Seele sich nicht quäle, zünd dein Feuer in mir an! Laß mich finstres Kind der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz an⸗ blicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 9. Jesu, gieb gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an! Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christian Friedrich Richter, 4 1711. Mel. Kommt bher zu mir, spricht G. S. 245. Ii armen Sün⸗ der, kommt zu Hauf, kommt eilig, kommt und macht euch auf, müh⸗ selig und beladen; es öffnet Jesu treues Herz sich Allen, die in Reu und Schmerz erkennen ihren Schaden. 2. Es heißt: er nimmt die Sünder an; drum komm, dein Jesus will und kann dich retten voll Erbarmen; komm weinend, komm in wahrer Buß und fall im Glauben ihm zu Fuß, er wird sich dein erbarmen. 3. Ein Hirt verläßt sein Schäflein nicht, dem's in der Irr an Hüls gebricht, er sucht es mit Verlangen, er läßt die neunundneunzig stehn, und sie gar in der Wüste gehn, das Eine zu umfangen. 4. So sucht der Hirte Jesus Christ die Seele, die verloren ist, bis daß er sie gefunden. Drum laß dich finden, liebe Seel, den guten Hirten dir erwähl; noch sind die Gnadenstunden. 5. O Jesu, deine Lieb ist groß, ich komm mühselig, nackt und bloß, ach laß mich Gnade finden; ich bin vom rechten Weg verirrt, ach nimm mich auf, ich bin ver⸗ wirrt im Strick und Netz der Sünden. 6. Ach wehe mir, daß ich von dir gewichen bis zum Abgrund schier; ach laß mich! Herd. nach Ind! Herbe 7. ein et treuer Und in ausgeh Und a kind erben. 8. sagen bis i dem Geret die k Heil V Mel. 24 über Ind vor d der Klei und und uf, müh⸗ e5 öffnet sich Allen, Schmerz aden. nimmt die m komm, und kann rbarmen; komm in fall im Juß, er armen. laßt sein mꝰs in 5 richt, er angen, er ndneunzig r in der Eine zu er Hirde Seele, die daß er sie laß dich den guten ähl; noc unden. ne L'bis mühselig ch laß mich bin voll irrt, bin be 01 Mh⸗ ir, daß i0 biß 06 ach l mich wiederkehren zu deiner Heerde, nimm mich an, und mach mich frei von Fluch und Bann; dies ist mein Herzbegehren. 7. Laß mich dein Schäf⸗ lein ewig sein, sei du mein treuer Hirt allein im Leben und im Sterben; laß mich ausgehn von Welt und Sünd und als ein wahres Gottes— kind dein Himmelreich er⸗ erben. 8. Ich will von nun an sagen ab der Sünden Lust bis in mein Grab, und in dem neuen Leben in heiliger Gerechtigkeit dir dienen noch die kurze Zeit, die mir zum Heil gegeben. Laurentius Laurenti, 1722. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 246. O König, dessen Majestät weit über alles steiget, dem Erd und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget; der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß wunderthätig; ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zollner that, beschämet und von ferne, ich suche deine Hülf und Euad. o Herr, 24. Beicht⸗ und Bußlieder. 17⁵5 von Herzen gerne; doch weil ich voller Fehler bin, und wo ich mich nur wende hin, des Ruhmes vor dir ledig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht: Gott sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängsten mein Gewissen, drum schlag ich reuig an die Brust, und will von Herzen büßen; ich bin, o Vater, ja nicht werth, daß ich noch wandle auf der Erd; doch weil du winkst, so bet ich mit ganz zerknirsch⸗ tem, bangen Geist, der gleich⸗ wohl dich noch Abba heißt: Gott sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Vertrauen sind; der ists, bei dem ich Ruhe find, sein Herz ist ja gut⸗ thätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz milleidig bricht; Gott sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben, du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben; ach, heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar sein durch die Liebe thätig; und will es nicht fort, wie es soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade, mir geh es gleich bös oder gut, gieb nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, so sei mir auf der Todesbahn, mein Jesu, selbst beiräthig; und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! Valentin Ernst Löscher, 4 1749. Mel. Jesus meine Zuversicht. 247 Qesus nimmt die * Sünder an; saget doch dies Trostwort Allen, welche von der rech— ten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an! 2. Keiner Gnade sind sie werth, doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu er— klärt; sehet nur, die Gnaden⸗ pforte ist hier völlig aufge— than: Jesus nimmt die Sünder an! 3. Wenn ein Schaf ver— loren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das 24. Beicht⸗ und Bußlieder. Verirrte, daß es nicht ver⸗ derben kann: Jesus nimmt die Sünder an! 4. Kommet Alle, kommet her, kommet ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder; glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an! 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sün⸗ den; laß mein Heiland, mich bei dir Gnade und Verge— bung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an! 6. Ich bin ganz getrosten Muths; ob die Sünden blutroth wären, müssen sie kraft deines Bluts dennoch sich in Schneeweiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 7. Jesus nimmt die Sün⸗ der an! auch mich hat er angenommen und den Him⸗ mel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an! Erdmann Neumeister, 4 1756. Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu. ott rufet noch; 2⁴8. G sollt ich nicht endlich hören? Wie laß ich immer noch mein Herz be— thören! Die kurze Lust, die kurze Zeit vergeht, und meine Stimm Woh ich sol habe n 9 V daß it füͤrcht im J meine er 3 Herze 4. ich teht Thür leit, pfang nich, —— 9. gieb wo w icht ver⸗ 3 nimmt „kommet hetrübten fet euch, Sündern daubt es u: Nsus an! r komme ine Sün⸗ and, mich d Vrge⸗ ies Wort Fsus an! getroste 5 10 n issen un 1— fehven, hen kann: under an! die Sün⸗ h0 den Kin f ich seh daufd 102 Nsus 24. Beicht⸗ und Bußlieder. 177 Seel noch so gefährlich steht. 2. Gott rufet noch; sollt ich nicht endlich Ement Ich hab so lang die treue Stimm Denpinß ich wußt es wohl, ich war nicht wie ich sollt; er winkte mir, ich habe nicht gewollt. 3. Gott rufet noch; ach, daß ich mich nicht gebe! ich fürcht sein Joch und doch im Joch ich lebe; ich hindre meiner eignen Seele Heil; er ziehet mich, o armes Herze, eil! 4. Gott rufet noch, ob ich mein Ohr verstopfet; steht noch an meines Herzens Thür und klopfet; er ist be⸗ reit, daß er mich noch em— pfang, er wartet noch auf mich, wer weiß, wie lang? 5. Gieb dich, mein Herz, gieb endlich dich gefangen; wo willst du Trost, wo willst du Ruh erlangen? Laß von der Welt, brich alle Band entzwei; dein Geist wird sonst in Ewigkeit nicht frei. 6. Gott locket mich; ich will nicht länger weilen; Gott will mich ganz, ich will mein Herz nicht theilen; Fleisch, Welt, Vernunft, sag immer, was du willt, mir Gottes Stimme mehr als deine gilt. 7. Ich folge Gott, ich will ihm ganz genügen; die Gnade soll im Herzen end— lich siegen; ich gebe mich, Gott soll hinfort allein und unbedingt mein Herr und Meister sein. 8. Ach, nimm mich hin, du Langmuth ohne Maße, ergreif mich fest, daß ich dich nie verlasse; Herr, 1 nur, ich geb begierig Acht: führ, wie du willst, ich bin in deiner Macht. Gerhard Tersteegen, 4 1769. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. 249 Her, der du in I der Höhe woh— nest, ich liege tief gebeugt vor dir. Herr, der du rich— test und belohnest, wie tief ist Sünd und Schuld in mir! Wie hoch, wie heilig dein Gebot! O Abgrund tiefer Seelennoth! 2. Aus meiner Noth, aus meiner Tiefe ruf ich zu dir, zu dir allein. Wenn ich zu einem Andern riefe, es würde doch vergeblich sein. Mein Sandien steigt zu dir em— por: Herr, öffne mir dein gnädig Ohr! 3. Herr, willst du ins Ge— richte gehen, der du unend⸗ lich heilig bist: ach, wer wird dann vor dir bestehen, wenn er auch sonst unsträflich ist? Dein Auge, das nicht fehlen 8* kann, trifft überall noch Fehler an. 4. Und, ach, mir wird die Welt zu enge, wenn des Gesetzes Donner schlägt, und meiner Uebertretung Menge das ängstliche Ge⸗ wissen regt, das dich als einen Richter scheut, der Rechnung heischt und Strafe dräut. 5. In deiner Hand steht Tod und Leben; du bist es, den man fürchten muß. Doch, Herr, du kannst und willst vergeben aus deiner Gnaden Ueberfluß. Dein Wort, das Wort des Lebens, spricht: du willst den Tod des Sün⸗ ders nicht! 6. Es heißt mich auf das Opfer schauen, das mehr, als alle Sünden gilt. Es heißt mich auf den Felsen bauen, aus dem der Strom der Gnade quillt, die alles tilget, was mich quält, und giebt mir alles, was mir fehlt. 7. Dein guter Geist will mich erfreuen, und sich mein Herz zum Tempel weihn; ich soll den Richter nicht cht scheuen, aus Gnaden srei und selig sein. O Licht, das durch die Seele dringt und Licht in finstre Tiefen bringt! 8. Trifft mich denn hier 24. Beicht⸗ und Bußlieder. das Loos der Deinen, dein Kreuz, das jeder Jünger trug: o endlich wird ein Tag erscheinen, da du mir rufst: es ist genug! Nur sei mein Leiter, bis es tagt, mein Trost, wenn Alles Trost versagt! 9. Ich hoff auf dich, du Kraft der Schwachen, auf dich, du Licht in Finsterniß, auf dich, mein Hüter, du wirst wachen, mein Heil, du kommst und hilfst gewiß, wie angst mir auch die Trübsals⸗ nacht um Hoffnung, Trost und Hülfe macht. 10. Heil mir; ich bin be⸗ freit von Sünden, ich bin von Straf und Knechtschaft los! O Gnade, die nicht zu ergründen, Erlösung‚ die unendlich groß, die aus der tiefsten Noth befreit, und fat zur höchsten Seligkeit! 11. O Vater, nimm für dein Erbarmen, o Sohn, für dein Versöhnungsblut, o Geist, du Trost der Geist⸗ lich⸗Armen, für deiner Ga⸗ ben reiches Gut von Herz und Lippen Dank und Ruhm,‚ und mich zu deinem Eigen— thum. Paul Gottfried Werlhof, 4+ 1767. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 250 Sichrer Mensch, noch ist es Zeit, aufzustehn vom Schlafe. MMh if nahe Hür licht, s Ind dic Nacht leiden von Schlll zagen J. Antlitz 5—— — fillet; unn Fvend lLeder 5. wirs Stf Sell rufer bom Ster derhe 6. , 0 ien, dein Junger wird ein du mir Nur sei 65 tagt, lles Trost dich, du hen, auf insterniß, üter, du Heil, du ewiß, wie Trübsals⸗ 9, Trost h bin be⸗ ich bin echtschaft die nicht ung, die aus der deit, und Seligkeit! nimm für 0 Sohn, ungsblut, der Oeist einer Ga⸗ von Herz 1d Ruhmm, m Eigen 90f, I50. deinem Zorn. Mensch h ist 65 n Schlaft Nah ist dir die Ewigkeit, nahe Lohn und Strafe. Hör, Gott spricht; säume nicht, seinen Ruf zu hören, und dich zu bekehren. 2. Noch tönt nicht zum Weltgericht der Posaune Stimme; noch sinkt dieser Erdball nicht vor des Rich— ters Stimme. Aber bald, bald erschallt Gottes Ruf: Zur Erden sollst du wieder werden! 3. Kommt nun, eh du es gedacht, in der Sünde Freu⸗ den deines Lebens letzte Nacht: was wirst du dann leiden? wann dein Herz, von dem Schmerz deiner Schuld zerrissen, wird ver⸗ zagen müssen! 4. Wann vor deinem Antlitz sich jede Sünd ver⸗ hüllet, wann dann jede, jede dich ganz mit Graun er⸗ füllet; dich nichts dann stärken kann, keine deiner Freuden: was wirst du dann leiden! 5. Nah dem Untergang wirst du an des Grabes Stufen, bang um Trost und Seelenruh, dann vergebens rufen: Rette, Gott, mich vom Tod; rette noch im Sterben mich von dem Ver— derben! 6. Noch, noch wandelst du, o Christ, auf des Lebens 24. Beicht- und Bußlieder. 179 Pfade; nahe zur Errettung ist dir noch Jesu Gnade. Eil ihr zu: du wirst Ruh für dein Herz empfinden, und Vergebung finden. Christoph Christian Sturm,= 1786. Mel Freu dich sehr, o meine Seele 2 öchster, denk ich 251. H an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Ge⸗ müthe zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, dein Gebot hintan⸗ gesetzt und dich, der du mich geliebet, mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelen⸗ kräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein. O wie hab ich sie entweiht! Ach, zur Un⸗ gerechtigkeit und zum schnö⸗ den Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machte sie das Herz mir frei! Was mir nützte, gabst du mir. aber ach, wie dankt ich dir? O wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und, von mei⸗ nem Seelenschaden frei zu werden, mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße; aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte selbst mich zu verstocken. 5. Ach, an dir hab ich gesündigt, Gott, mein Vater, ohne Scheu; dir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge Kindestreu. Ach, vergieb, was ich gethan; nimm mich doch erbarmend an, führe mich vom Sündenpfade auf den selgen Weg der Gnade. 6. Dir ergeb ich mich aufs Neue; gieb, daß mein gebeugter Geist deiner Vater⸗ huld sich freue, die dein trö— stend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünder starb, Fried und Freude im Ge— wissen, ach, das laß auch mich genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gieb, daß keine Kraft mir fehle, folg⸗ sam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei, mache du mich selbst recht treu; dich zu lieben, dir zu leben, sei mein herzliches Bestreben. Jobann Samuel Dieterich, 4 1797. — Mel. Sieh, bier bin ich, Ebrenkönig. 252 ott der Gnaden, schwer beladen 24. Beicht⸗ und Bußlieder. neigt sich unser Haupt vor dir! Unsre Herzen sind voll Schmerzen, Staub und Asch ist unsre Zier. Hab Er⸗ barmen mit uns Armen! Aus der Tiefe rufen wir. 2. Wir verzagen, denn wir tragen auf uns aller Sünden Last, aller Qualen volle Schalen, die du aus⸗ gegossen hast. Hab Erbar— men mit uns Armen! Angst und Noth hat uns erfaßt. 3. Wenn du richtest, wenn du sichtest, geht das Zittern vor dir her; wenn uns decken deine Schrecken, dann ist keine Rettung mehr. Hab Erbarmen mit uns Armen! Deine Hand ist uns zu schwer. 4. Herbe Strafe trifft die Schafe, deren Ohr nicht Folge gab; vor dem Schwerte bebt die Heerde, die nicht hielt am Hirtenstab. Hab Erbarmen mit uns Armen! Führ uns nicht zum Tod hinab. 5. Wir bekennen, Herr, wir nennen vor dir unsre Missethat; es ist Keiner hier ein Reiner, Jeder erntet böse Saat. Hab Erbarmen mit uns Armen! Sieh auf ihn, der für uns bat. 6. Hör uns rufen an den Stufen deines hohen Gna⸗ denthrons; tilg in Hulden Insn des Erba Spri Iohns 7. liihe! bet! vom zu dii mite! Mittl U. Kette zwei, im Zuft 25 mei pri U In aupt vor sind voll und Asch Hab Er⸗ Armen! fen wir, en, denn Uns aller r Qualen du aus⸗ ib Erbar⸗ n! Angst erfaßt. test, wenn 5 Zittem uns decken dann ist hr. Hab Armen! Iuns zu fe tifft en Ohr vor dem eHeerde, irtenstab. mit uns uns nicht en, Herr, dir unsre seiner hier er ernttt Erbarmen Sih auf bat. fen 69 n Gu ore unsre Schulden in dem Blut des Menschensohns. Hab Erbarmen mit uns Armen! Sprich uns los des Sünden⸗ lohns. ö 7. Herr, verzeihe; Jesu, leihe uns dein priesterlich Ge— bet! Gott, verschone, wenn vom Sohne das Erbarmen zu dir fleht! Hab Erbarmen mit uns Armen, wenn der Mittler vor dir steht! 8. Jesu, rette; brich die Kette unsrer Finsterniß ent— zwei, daß der Glaube tief im Staube unser Trost und Zuflucht sei. Hab Erbarmen 24. Beicht⸗ und Bußlieder. 181 mit uns Armen, Jesu, mach uns wieder frei! 9. Du mußt siegen, wir erliegen; du bist frei, wir sind in Haft; du alleine bist der Reine, wir sind schwach, dein ist die Kraft. Hab Er— barmen mit uns Armen, denk an deine Pilgrimschaft! 10. Wenn du Frieden uns beschieden, fürchten wir die Strafe nicht; dein Ver⸗ söhnen wird uns krönen mit Gerechtigkeit und Licht. Dein Erbarmen hilft den Armen: du bist unsre Zuversicht! Heinrich Puchta, 4 1858. 25. Lieder von der Rechtfertigung durch den Glauben. (Erlösung.— Siehe auch Jesuslieder.) Eigene Melodie. un freut euch, 253. N lieben Christen gmein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir getrost und All in Ein mit Lust und Liebe singen: was Gott an uns gewendet hat, und seine süße Wunderthat, gar theur hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich ge— fangen lag, im Tod war ich verloren, mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hat mich besessen. 3. Mein guten Werke galten nicht, mit ihnen wars verdorben; der Wille haßte Gotts Gericht, zum Guten gar erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb; daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Hölle mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend über⸗ maßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen, er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, ließ sichs sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: es ist Zeit, zu erbarmen, fahr hin, meins Herzens werthe Kron, und sei das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sün⸗ den Noth, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward, er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart, er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, er ging in meiner armen G'stalt, den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu gut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die 182 25. Lieder von der Rechtfertigung durch den Glauben. Sünde dein, da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübsal trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in die Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollst du thun und lehren, daß Gottes Reich hier werd gemehrt zu seinem Lob und Ehren; und hüte dich vor Menschen⸗ Satz, davon verdirbt der edle Schatz; das laß ich dir zuletzte. Martin Lutber, 1546. Reformationslied. Eigene Melodie. 254 Es ist das Heil uns kommen her von Gnad und lauter Güte; die Werke helfen nimmermehr, sie mögen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an, der für uns All genug gethan, er ist der Mittler worden. 2. Niemand, was das Ge⸗ setz gebot, vermochte zu er⸗ füllen; drum sich erhob ein große Noth, die kein Mensch konnte stillen. Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, drauf das Gesetz dringt aller⸗ meist; es war mit uns verloren. . fillt. hir schi Heri en. du sclig zu dem ich von vill ich in, den hen, der soll und u wohl t leiten. jan hab st du Gottes iehrt zu n; und enschen⸗ rbt der ich dir 115⁴⁰ 0s Heil kommen lauter helfen gen nicht ub sieht der für than, er den. das Ge⸗ 2.— chob ein Mensch Flisch Glist igt aller⸗ verloren. 25. Lieder von der Rechtfertigung durch den Glauben. 183 3. Denn das Gesetz er⸗ füllt muß sein, sonst wärn wir All verdorben: drum schickt Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch ist worden; er hat ganz das Gesetz erfüllt, damit des Vaters Zorn gestillt, der über uns ging Alle. 4. Und wenn es nun er⸗ füllet ist durch den, ders konnte halten, so lern, was Glaube ist, o Christ, und laß ihn in dir walten: sprich dann nur dies: o Herre mein, dein Tod wird mir das Leben sein, du hast für mich bezahlet! 5. Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nicht betrügen, nun sagst du, daß kein Mensch verzag, das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, dem ist das Himmel⸗ reich erkauft, daß er nicht werd verloren. 6. Gerecht vor Gott ist, der allein sich dieses Glau⸗ bens freuet; vom Glauben fließt der helle Schein, der alle Werk erneuet. Mit Gott der Glaub ist wohl daran; dem Nächsten wird viel Guts gethan, bist du aus Gott geboren. 7. Die Sünde, durchs Ge— setz erkannt, schlägt das Ge⸗ wissen nieder; das Evan⸗ gelium kommt zur Hand und stärkt den Sünder wieder. Es spricht: komm nur zum Kreuz herzu; du findest doch nicht Rast und Ruh in des Gesetzes Werken. 8. Die Werk gewißlich kommen her aus einem rech— ten Glauben; denn das kein rechter Glaube wär, wolltst ihn der Werk berauben. Doch macht allein der Glaub ge— recht; die Werke sind des Nächsten Knecht, dran wir den Glauben merken. 9. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; wann das ge— schehn soll uns zur Freud, setzt Gott nicht feste Tage. Er weiß wohl, wanns am besten ist, und denkt an uns zur rechten Frist; deß solln wir ihn vertrauen. 10. Obs sich anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschrecken; denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, und ob dein Fleisch spräch lauter Nein, so laß doch dir nicht grauen. 11. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis, um dieser Wohlthat willen, Gott Vater, Sohn und heilgem Geist! der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns begonnen hat —— —..— .—— ά ———2— -ÿHããTagã *+....—.— ——.— zu Ehren seiner Macht und Gnad; geheiligt sei sein Name! 12. Es komm sein Reich, sein Will auf Erd g'scheh, wie im Himmelsthrone; das täglich Brod uns heute werd; und unsre Schuld verschone⸗ wie wir auch unsern Schuld— nern thun; laß uns nicht in Versuchung nun; lös uns vom Uebel! Amen. Paul Speratus, 4 1554. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh ꝛc. 255. O Gottes Sohn, He Iesn Christ, daß man recht könne gläuben, des Menschen eig⸗ nes Werk nicht ist, noch standhaft zu verbleiben; drum hilf du mir von oben her, den wahren Glauben mir gewähr, und laß mich drin beharren. 2. Lehr du und unter⸗ weise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Christe Jesu, dich den Sohn des Höchsten nenne, und daß ich ehr den heilgen Geist, zu⸗ gleich gelobet und gepreist mit dir und mit dem Vater. 3. Laß mich dein großes Gnadenheil recht fassen und ergründen, wie der nur an dir habe Theil, dem du ver⸗ giebst die Sünden; hilf, daß ichs such, wie sichs gebührt, du bist der Weg, der recht 184 25. Lieder von der Rechtfertigung durch den Glauben. mich führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gieb, daß ich traue deinem Wort, es wohl ins Herze fasse, daß sich mein Glaube immerfort auf dein Verdienst verlasse; daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünden bin be⸗ schwert, mein ächt lebendger Glaube. 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich des Bluts, das du vergossen, und laß in deine Gnade mich sein allzeit eingeschlossen, daß ich im Glauben auch die Welt, und was sie für das Höchste hält, als nichtgen Staub nur achte. 6. Wär auch mein Glaub ein Senfkorn klein, so daß man ihn kaum merke, wollst du doch in mir mächtig sein, daß deine Gnad mich stärke, die das zerstoßne Rohr nicht bricht, das glimmend Docht auch vollends nicht aus⸗ löschet in dem Schwachen. 7. Herr, durch den Glau⸗ ben wohn in mir; laß ihn sich immer stärken, daß er sei fruchtbar für und für und reich an guten Werken; daß er sei thätig durch die Lieb, mit Freuden und Ge⸗ duld sich üb, dem Nächsten stets zu dienen. 8. Insonderheit gieb mir V 2 ie Rl Enden schaf, Wadb, Stund lben. Wahcheit ich traue wohl ins ich mein auf dein daß zur Id, wenn bin be⸗ lebendger u, Herr, 3 Bluts, und laß nich sein „daß ich ie Welt, Höchste Staub Glaub so daß , Wollst htig sein, ch stürk, ohr nicht dd Docht ht alls⸗ wachen. on Glau⸗ laß ihn 25. Lieder von der Rechtfertigung durch den Glauben. 185 die Kraft, daß an des Lebens Ende ich übe gute Ritter⸗ schaft, zu dir allein mich wende; in meiner letzten Stund und Noth des Glau⸗ bens End durch deinen Tod, die Seligkeit, erlange. 9. Herr Jesu, der du an⸗ gezündt das Fünklein in mir Schwachen, was sich von Glauben in mir findt, das wollst du stärker machen; was du gefangen an, voll— führ bis an das End, daß dort bei dir auf Glauben folg das Schauen. David Denicke, 4 1680. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. — ir ist Erbar⸗ 256. M mung wider⸗ fahren, Erbarmung, deren ich nicht werth! Das zähl ich zu dem Wunderbaren; mein stolzes Herz hats nicht begehrt: nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit ihm selbst ver⸗ sühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? warum geschichts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen; das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Er⸗ barmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzig⸗ keit. 4. Dies laß ich kein Ge— schöpf mir rauben, dies soll mein einzig Rühmen sein; auf dies Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Noth, auf dieses hoff ich auch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir und führe durch den Tod mich Armen, durch meines Hei⸗ lands Tod,‚ zu dir; da bin ich ewig recht erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Philipp Friedrich Hiller, 4 1769. Mel. Christus, der ist mein Leben. 257 Die Gnade sei mit Allen, die Gnade unsers Herrn, des Herrn, dem wir hier wallen und sehn sein Kom⸗ men gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns ja kein Tritt, es geh denn seine Gnade bis an das Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, man traut ihr ohne Reu; und wenn uns ja will grauen, so bleibts: der Herr ist treu! 186 25. Lieder von der Rechtfertigung durch den Glauben. 4. Wird stets der Jammer größer, so glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöser, du kommst, so komme doch! 5. Damit wir nicht er⸗ liegen, muß Gnade mit uns sein; sie flößet zu den Siegen Geduld und Glauben ein. 6. So scheint uns nichts ein Schade, was man um Jesum mißt; der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. 7. Bald ist es überwun⸗ den, nur durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Thaten thut. 8. Herr, laß es dir ge⸗ fallen, noch immer rufen wir: die Gnade sei mit Allen, die Gnade sei mit mir! Pbilipp Friedrich Hiller, 4 1769. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 258. Auf Christen, laßt uns unsern Gott mit frohem Dank 4—5 Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbar— mungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnaden⸗ vollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, für unsre Schuld und Missethat ein Retter uns zu werden. Er wards und hat sein Werk vollbracht und sich nach kurzer Grabesnacht gen Him⸗ mel aufgeschwungen. 3. Wo ist des Todes Herr⸗ schaft nun? Hier ist sein Ueberwinder! Die Furcht vor ihm hinwegzuthun, starb er, das Heil der Sünder. Eröffnet ist uns nun die Bahn, die von der Erd uns himmelan zur ewgen Wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb; wie sucht er unser Bestes! Er giebt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes. Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der uns zu gut sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen; sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns er⸗ warb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen! 6. O laßt uns ihm uns anvertraun und seine Stimme hören, auf unsers Mittlers Hülfe baun, ihn mit Ge⸗ horsam ehren. Das ist der Weg zum ewgen Wohl, der Weg, auf dem man friede⸗ voll auch schon auf Erden wandelt. * . dieser Heinem al V Richt Dort Hal auig! Libe. Vi Mel. E — gel! mir hat sein Die en. h nach en Him⸗ s Herr⸗ ist sein Jurcht m, starb Sünder. nun die Erd uns Wonne doch der sucht er ziebt für rieb sein Hrößtes. viel an seinem ut sich igt! Lben ist in ist das Kraft, Iwenden, Uns er⸗ mns all l Aleen, ihm uns Stimme Mitllers mit G ist der 25. Lieder von der Rechtfertigung durch den Glauben. 187 7. Herr, leite uns auf dieser Bahn, zieh uns zu deinem Sohne! Er ging als Vorbild uns voran; dort reicht er uns die Krone. Dort haben wir zu unserm Heil an seinem Himmel ewig Theil und preisen deine Liebe. Joh. Sam. Dieterich, 4 1797. Mel. Gott des Himmels u. der Erden. R eicht, ihr Berge, 259. W fallt, ihr Hü⸗ gel! Gottes Gnade weicht mir nicht, und der Friede hat dies Siegel, daß Gott seinen Bund nicht bricht. Dieses macht mich unver⸗ zagt, weil es mein Erbarmer sagt. 2. Das sind Worte für die Blöden, die sind alles Glaubens werth; das heißt an die Herzen reden, das ist Trost, wie man begehrt: Gottes Gnade weicht dir nicht, weil es dein Erbarmer sprich. 3. Hier ist Kraft für alle Müden, die so manches Elend beugt. Hier ist Gnade, hier ist Frieden, welcher alles übersteigt. Mein Er⸗ barmer, sprich mir du dies in allen Nöthen zu. 4. Wenn mich meine Sün⸗ den schmerzen und der Stra⸗ fen lange Pein, ach, so rede meinem Herzen deinen Trost und Frieden ein, daß du mir in Jesu Christ ewig ein Erbarmer bist. 5. Gieb mir einen starken Glauben, der dein Wort mit Freuden faßt, so kann mir der Tod nicht rauben, was du mir geschenket hast; auch die Hölle nimmt mir nicht, was mein Heiland mir ver⸗ spricht. Pb. Fr. Hiller, 4 1769. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Occh habe nun den 260. Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält; wo anders als in Jesu Wun⸗ den? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Er⸗ barmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme deß, der sich zu den Sündern neigt, dem alle⸗ mal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht ver⸗ loren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; deswegen kam sein Sohn auf Erden und nahm hernach den Him— mel ein; deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das SSSSDSDMeDMeteeeee.. ——— —— EEE------—- —.———e——— RX— —— heißt die Wunden recht ver⸗ binden; da findet kein Ver⸗ dammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barm⸗ herzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun; und wenn mich meine Sünden kränken, alsbald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles Andre mir entrissen, was Seel und Leib erquicken kann; darf ich von keinem Troste wissen, und scheine völlig ausgethan; ist die Errettung noch so weit: mir bleibet die Barmherzig⸗ keit! 7. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvoll⸗ kommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barm⸗ herzigkeit! 8. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Er⸗ barmen ist; er wolle selbst mein Herze stillen, damit es seiner nie vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 9. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das 188 25. Lieder von der Rechtfertigung durch den Glauben. will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt; so sing ich einstens hocherfreut: o Ab— grund der Barmherzigkeit! J. A. Rothe, 4 1758. Nach voriger Melodie. 261 Aus Gnaden soll ich selig werden; Herz, glaubst du's oder glaubst du's nicht? Was willst du dich so blöd ge— bärden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! hier gilt kein Verdienen, die eig— nen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch er⸗ schienen, hat diese Ehre zum Gewinn, daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! merk dies Wort: aus Gnaden! So oft dich deine Sünde plagt, so oft dir will der Satan schaden, so oft dich dein Gewissen nagt; was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und über⸗ nahm die Sündenlast; was nöthigt ihn, dein Freund zu werden? Sprich, weß du dich) er l DMr U Onade 9. Grund Gott! all 6 was 0 hreist Glaul durch 6. sichre wohl ists, Kine heiß er n lch kann. 4. Wort aller der dann Gnat schein dem derd ben. hun und sich ein sing ich Ab- Zigkeit! 1 1758 odie. den soll werden; 5oder Was blbd ge⸗ heit, Was icht, so Wahrheit ist der n“ hier dil eig⸗ I. Der isch er⸗ 1τe umt ein Tod und uns nacht. kam sein I über⸗ st; was mund zu weß du 25. Lieder von der Rechtfertigung durch den Glauben. 189 dich zu rühmen hast? Gab er sich nicht zum Opfer dar und nahm dein Heil in Gnaden wahr? 5. Aus Gnaden! dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Worte preist, worauf all unser Glaube ruht, ist: Gnade durch des Sohnes Blut. 6. Aus Gnaden! doch du sichrer Sünder, denk nicht: wohlan, ich greife zu! Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur ver— heißnen Ruh, doch nimmt er nicht zu Gnaden an, der noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei. Nur wenn der Sünder sich bekehret, dann lernt er erst, was Gnade sei. Beim Sündgen scheint die Gnad gering, dem Glauben ist's ein Wun⸗ derding! 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns unter Angst und heißen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stär⸗ kung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! hierauf will ich sterben; ich glaube, darum ist mir wohl. Ich kenn mein sündliches Ver— derben, doch den auch, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht! Christian Ludwig Scheidt, 4 1761. Mel. Was Gott thut, das ist wohlg. 262 Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dies Herz, das redlich spricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glau⸗ bensbund hat festen Grund: die deiner sich nicht schämen, die kann dir Niemand neh⸗ men. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sün⸗ der ins Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dank⸗ barkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wann meine Feinde toben. Ich flieh zu dir; du eilst zu mir; wann mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es blei⸗ bet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es über⸗ standen, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein, und ich bin sein; er ist mein Schutz, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich, 1780. Mel. Heilig, beilig ist das Band. 263 eines Gottes * freue dich, dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schützt dich seine Vorsicht nicht, wann Gefahren dräuen? Ists nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret, einen Vater, welcher mir, was mir nützt, gewähret; 190 25. Lieder von der Rechtfertigung durch den Glauben. der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenket und mit Himmelswonne dort meine Seele tränket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich fürcht und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl; wie ist mein Gemüthe, seliger Empfin⸗ dung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zu⸗ versicht auf zum Himmel blicken; selbst der Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und er⸗ höhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein, so jauchz ich dann; wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich rühmen kann: mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohl⸗ fahrt werth, du gabst mir das Leben, und du wirst auch, was mich nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekom⸗ men; alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, glaub an seine Leiden, solg ihm treulich, und so kann nichts von ihm mich scheiden. . Stell Cehen ler J seinen 8. ich hi das 2 Herr, Diese zu d Glüt mein 9 nie Rüs mit Gitb mi dich ben. göttlich en lenket nne dort ch, mein indlich wenn ich und mit ist mir ist mein Empfin⸗ n deiner mit Zu⸗ Himmel Leiden sie mich ung und en mir und er⸗ Her alle 0 iauchz der mir daß ich ist deine Vohl⸗ 25. Lieder von der Rechtfertigung durch den Glauben. 191 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des bessern Lebens, himmlische Vollkom⸗ menheit, such ich nicht ver— gebens. Wann mein Lauf vollendet ist und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mitt⸗ ler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. 8. Gieb mir nur, so lang ich hier als ein Pilger walle, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese sanfte Freudigkeit, die zu dir ich habe, sei mein Glück in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 9. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüste selbst mich wider sie mit entschloßnem Glauben! Gieb mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. Balthasar Münter, + 1798. Mel. Valet will ich dir geben. 264 Och weiß, an wen ich glaube, ich weiß, was fest besteht, wenn alles hier im Staube wie Staub und Rauch verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nie verläßt; auf ewgen Grund gemauert steht diese Schutz— wehr fest. Es sind des Hei—⸗ lands Worte, die Worte fest und klar. An diesem Felsen⸗ horte halt ich unwandelbar. 3. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut: es ist der Herr der Geister, auf den der Himmel schaut, vor dem die Seraphinen anbetend nieder⸗ knien, um den die Heilgen dienen; ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Licht der Höhe, das ist mein Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist; der nimmermehr kann wan⸗ ken, mein Heiland und mein Hort, die Leuchte der Gedan⸗ ken, die leuchtet hier und dort. 5. Er, den man blutbe⸗ decket am Abend einst be⸗ grub; er, der, von Gott er⸗ wecket, sich aus dem Grab erhub; der meine Schuld versöhnet, der seinen Geist mir schenkt, der mich mit Gnade krönet und ewig mein gedenkt. 6. Drum weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest besteht und in dem Erden— staube nicht mit zu Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen des Todes unge— raubt; es schmückt auf Him⸗ melsauen mit Kronen einst mein Haupt. Ernst Moritz Arndt, + 1860. 192 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 20. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Mel. Herr, wie du willst, so schicks ꝛc. 265 Herr. deine Rechte und Gebot, dar⸗ nach wir sollen leben, wollst du mir, o getreuer Gott, ins Herze selber geben, daß ich zum Guten willig sei, und ohne Falsch und Heuchelei, was du befiehlst, vollbringe. 2. Gieb, daß ich dir allein vertrau, allein dich fürcht und liebe, auf Menschentrost und Hülf nicht bau, noch mich darum betrübe; daß großer Leute Gnad und Gunst, Gewalt, Pracht, Reich— thum, Witz und Kunst mir nicht zum Abgott werde. 3. Hilf, daß ich deinen Gnadenbund aus deinem Wort erkenne, auch niemals dich mit meinem Mund ohn Herzensandacht nenne, daß ich bedenke Tag und Stund, wie stark mich meiner Taufe Bund zum Dienste dir ver⸗ binde. 4. Am Tage deiner heil⸗ gen Ruh laß mich früh vor dich treten, die Zeit auch heilig bringen zu mit Dan⸗ ken und mit Beten, daß ich hab meine Lust an dir, dein Wort gern höre und dafür herzinniglich dich preise. 5. Die Eltern, Lehrer, Obrigkeit, die vorgesetzt mir werden, laß mich ja ehren allezeit, daß mirs wohl geh auf Erden; für ihre Sorg und Treu laß mich, wenn sie auch werden wunderlich, Furcht, Ehr und Dank er⸗ weisen. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Rach aus Zorn und Feindschaft übe, dem, der mir anthut Trotz und Schmach, verzeihe und ihn liebe, sein Glück und Wohl⸗ fahrt Jedem gönn, schau, ob ich Jemand dienen könn, und thu es dann mit Freu⸗ den. 7. Unreine Werk der Fin⸗ sterniß laß mich mein Leb⸗ tag meiden, daß ich für böse Lust nicht müß der Hölle Qual dort leiden; schaff in mir, Gott, ein reines Herz, daß ich schandbare Wort und Scherz und alle Un⸗ zucht fliehe. 8. Verleih, daß ich mich redlich nähr und böser Ränke schüme; mein Herz von Geiz und Unrecht kehr, und frem⸗ des Gut nicht nehme, auch von der Arbeit meiner Händ, was übrig ist, auf Arme wend, und nicht auf Pracht und Hoffart. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Glimpf zu retten ühket Ierzei Agen. 10. sten H wünsch. aber n das we doch d lich se Herz! behalt 1 deine gen bührt Mano fühl i bricht, ngst lignen 12. Don Wter berleil Sohn Werk daß Herz Näll Mel, 0 MWret, Vandel. ja chren wohl geh re Sorg ich, wenn underlich, Dank er⸗ 9 nimmer Zorn und dem, der otz und und ihn id Wohl⸗ schau, ob en könn, nit Freu⸗ der Fin⸗ ein Leb⸗ für böse er Holle shaff in nes Herz, re Wort alle Un⸗ 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 193 mich befleiße, von ihm ab— wende Schmach und Schimpf, doch Böses nicht gut heiße. Gieb, daß ich lieb Aufrich— tigkeit und Abscheu habe jederzeit am Lästern und am Lügen. 10. Laß mich des Näch-⸗ sten Haus und Gut nicht wünschen noch begehren; was aber mir von Nöthen thut, das wollst du mir gewähren; doch daß es Niemand schäd— lich sei, ich auch ein ruhig Herz dabei und deine Gnad behalte. 11. Ach, Herr, ich wollte deine Recht und deinen heil— gen Willen, wie mir ge— bührt als deinem Knecht, ohn Mangel gern erfüllen; doch fühl ich wohl, was mir ge— bricht, und wie ich das Ge— ringste nicht vermag aus eignen Kräften. 12. Drum gieb du mir von deinem Thron, Gott zater, Gnad und Stärke; verleih, o Jesu, Gottes Sohn, daß ich thu rechte Werke; o heilger Geist, hilf, daß ich dich von ganzem Herzen und als mich den Nächsten treulich liebe. Lucas Osiander, 4 1604. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 266 VDommt, ihr 0. sten, kommt und höret, kommt und lernet früh und spat, was euch euer Heiland lehret, dessen Mund verkündigt hat, welche große Seligkeit hier und droben ist bereit Allen, welche sich nicht schämen, ihn und sein Wort anzunehmen. 2. Selig sind die Geistlich⸗ Armen, die betrübt und traurig gehn, die nichts suchen als Erbarmen und vor Gott mit Thränen stehn; denen öffnet er gewiß sein schön, herrlich Paradies, daß sie sollen vor ihm schweben voller Freud und ewig leben. 3. Selig sind, die Leide tragen, da die Noth ist täg⸗ lich Gast; Gott giebt unter allen Plagen Trost und end— ich Ruh und Rast. Wer sein Kreuz in Demuth trägt und sich Gott zu Füßen legt, dem wird er sein Herz erquicken, keine Last darf ihn erdrücken. 4. Selig sind die frommen Herzen, die, mit Sanftmuth angethan, ihrer Feinde Zorn verschmerzen, gerne weichen Jedermann, die nicht suchen eigne Rach, und befehlen Gott die Sach: die wird Gott mit Gnaden schützen, daß das Erdreich sie besitzen. 5. Selig sind, die im Ge⸗ Chri⸗ müthe hungert nach Gerech— tigkeit, Gott wird sie aus lauter Güte sättigen zur 9 ——.———.— 2——.—2——— ———.————:...........———‚.— 194 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. rechten Zeit. Selig sind, die fremde Noth voll Er⸗ barmen klagen Gott, mit Betrübten sich betrüben; Gott wird sie hinwieder lieben. 6. Er wird sich zu ihnen kehren mit Barmherzigkeit und Treu, und wird allen Feinden wehren, die sie plagen ohne Scheu. Selig sind, die Gott befindt, daß sie reines Herzens sind und des Fleisches Lüste meiden; diese schauen Gott mit Freu⸗ den. 7. Selig sind, die Zank und Streiten, allen Zwie— spalt, Haß und Neid, so viel möglich ist, vermeiden, stiften Fried und Einigkeit; die sinds, die sich Gott erwählt und zu seinen Kindern zählt. Selig, die Verfolgung lei⸗ den; Gott nimmt sie zu seinen Freuden. 8. Ja, er will euch herr⸗ lich lohnen, die ihr ihm treu blieben seid, mit den unver⸗ welkten Kronen dort im Reich der Ewigkeit. Da sollt ihr recht fröhlich sein, leuchten wie der Sonne Schein, mit den Heilgen aller Zeiten Gottes Lob und Ehr ver⸗ breiten. David Denicke, 4 1680. Mel. Wachet auf, ruft uns die St. 7Cron und Lohn be— 267. K herzter Ringer, der Seligkeiten Wiederbrin⸗ ger, Herr Jesu, Herr der Herrlichkeit, schau vor deines Thrones Stufen uns Arme, welche zu dir rufen: wir wären gerne benedeit! Du segnest ja so gern, Geseg⸗ neter des Herrn, wir be— gehrens. So komm herein, wir sind ja dein, und laß uns recht gesegnet sein. 2. Brunnguell aller Selig⸗ keiten, ach, fahre fort, uns zu bereiten, so, wie es dir gefällig ist. Wir, als von Natur verdorben, wir sind dem Leben abgestorben, dar⸗ innen du zu finden bist; so tödte doch den Feind, der uns zu stürzen meint, unser Leben! Wir wollen nun nichts selber thun. Laß uns in deinem Tode ruhn. 3. Selig sind die Geistlich⸗ Armen! sie finden leichtlich dein Erbarmen, das Land der Himmel bleibet ihr; da im Gegentheil die Reichen und die gar satt sind, ferne weichen von deines König— reiches Zier. Ach, mach uns Arme reich, doch deiner Ar⸗ muth gleich! Gieb uns, Jesu, den reichen Muth, der einzig ruht in dir, dem höch⸗ sten, ewgen Gut. 4. Selig sind, die Leide tragen! sie sollen Trosts genug erjagen; ihr Herzog igd af el, so Haschli gut get Zat k hihreg Hoche wir al mertha 9. Geiste Herrn Riem da Wan und Wes ihr Gott Lowe doch auch 6. fürs Weld nach b. iederbrin— Herr der or deines nns Arme, Ifen: wir deit! Du u, Geseg⸗ wir be⸗ m herein, Und laß sein. ller Selig⸗ fort, uns ie ed dir als von wir sind rben, dar⸗ n bist, so eind, der nnt, unser len nun Laß Ms uhn. Geistlichͤ 1 leichtlich das Land et ihr; da e Reichen sind ferne s König⸗ „mach une deiner M Trosts hr Herzog 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 195⁵5 ging den Weg voran. Stieg er auf durch Kreuz und Lei⸗ den, so will er uns den Kelch bescheiden, der ihm hienieden gut gethan. Uns ist in dieser Zeit kein Feiertag bereit: hier gilts Weinen. Beim Hochzeitsmahl ist keine Qual; wir aber gehn durchs Jam-⸗ merthal. 5. Selig sind die sanften Geister! sie sind auf Erden Herrn und Meister, und Niemand sieht es ihnen an, da sie doch durch stillen Wandel in allerlei Geschäft und Handel ihr friedlich Wesen dargethan. Es ist ihr Bräutigam das ewge Gotteslamm; Lamm und Löwe, gar sanft und weich, doch stark zugleich. So sind auch die aus seinem Reich. 6. Selig, gleich dem Lebens— fürsten, sind alle Seelen, welche dürsten und hungern nach Gerechtigkeit! Sätti⸗ gung soll ihnen werden, wie einst ihr Heiland hier auf Erden gedürstet in der Lei— denszeit, dann nach der Him⸗ melfahrt vollauf gesättigt ward bei dem Vater. Wer in der That so Hunger hat und also dürstet, der wird satt. 7. Selig sind barmherzge Seelen! Barmherzigkeit wird sich vermählen dereinst mit ihrer Dürftigkeit. Wer ein Tröpflein Wassers giebet, wird um des Tröpfleins auch geliebet und wohl belohnt zu seiner Zeit. Wohl also Jedermann, der hier viel Guts gethan! Wehe denen, die sich durch Pracht darum gebracht! Vor Gott wird ihrer schlecht gedacht. 8. Selig sind die reinen Herzen, die ihre Krone nicht verscherzen! sie werden Gott im Frieden sehn. Alle Reinen, Unbefleckten, vom Herrn zum guten Kampf Erweckten, die in der Reinigkeit bestehn, die sehen einst im Licht sein selig Angesicht voller Gna— den. Herr, wir sind dein! Ach, mach uns rein und lehr uns dir recht ähnlich sein! 9. Selig, die in allen Sachen von Herzen gerne Frieden machen! Gott siehet sie als Kinder an. Nichts wird je ihr Heil zertrüm⸗ mern; im Friedensschmucke selber schimmern, die hier zum Frieden viel gethan. Wer ließe sich denn nun nicht lieber Unrecht thun? Friede, Friede hat unsre Gunst, ist unsre Kunst; der reichste Streitgewinn ist Dunst. 10. Selig sind, die voller Freuden hier um des Guten willen leiden und sprechen: 196 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Du bist ja der Herr! Dul⸗ den wir um deinetwillen, so wird, der Leiden Maß zu füllen, aus Liebe niemals uns zu schwer. Wie glück— lich wären wir, o Jesu, wenn wir hier um dich litten! So geh voran; wir dringen an auf dieser Kriegs- und Sie⸗ gesbahn! 11. Also müssen wir auf Erden in dir allein erfunden werden; du hast uns je und je geliebt; du hast erst um uns geworben und bist aus Liebe gar gestorben; wer ist, der solche Proben giebt? Wohlan, wir lieben dich, o Liebe, inniglich! Unsre Liebe ist nur ein Bild, so lang es gilt, wie du uns ewig lieben willt. Nikolaus ar Graf v. Zinzen⸗ dorf, 4 1760. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 268. laube, Lieb und Haff nung sind der wahrhafte Schmuck der Christen; hiermit muß sich Gottes Kind stets bestreben auszurüsten. Nur durch sie wird Gott geehret, seine Gnad in uns gemehret. 2. Glaube legt den ersten Stein zu des Heils bewähr⸗ tem Grunde, sieht auf Jesum nur allein und bekennt mit Herz und Munde sich zu seines Geistes Lehren, läßt sich keine Trübsal stören. 3. Liebe muß des Glau⸗ bens Frucht Gott und auch dem Nächsten zeigen, unter⸗ wirft sich Christi Zucht und giebt sich ihm ganz zu eigen, lässet sich in allen Leiden nicht von ihrem Jesu schei— den. 4. Hoffnung macht der Liebe Muth, alle Noth zu überwinden, sie kann in der Trübsalsfluth ihren Anker sicher gründen. Sie erwartet nach dem Leide ewige, voll— kommne Freude. 5. Jesu, du mein Herr und Gott, ach, bewahr in mir den Glauben! Mache du den Feind zu Spott, der dies Kleinod denkt zu rau⸗ ben; laß das schwache Rohr nicht brechen und mein glim⸗ mend Docht nicht schwächen. 6. Mache meine Liebe rein, daß sie nicht in Schein bestehe; flöß mir Kraft des Geistes ein, daß sie mir von Herzen gehe, und ich aus rechtschaffnem Triebe dich und auch den Nächsten liebe. — 7. Gründe meine Hoff⸗ nung fest, stärke sie in allen töthen, wenn mich alle Welt verläßt, wenn du mich gleich wolltest tödten. Laß sie nach dem Himmel schauen und auf das, was ewig, bauen. Leber! Urspru lch, d leben üben. Be Nel. St 200 wache dich 5 Verho Sata men 2. auf denn eine Mih bich finde 3. u schen Fen stehe 0 gab . len, läßt stören. es Glau⸗ und auch N, Unter⸗ Jucht und zu eigen, n Leiden o she⸗ nacht der Noth zu in in der n Anker erwartet hige, voll⸗ ein Herr wahr in Mache pott, der zu vau⸗ ache Roht ein glim⸗ schwächen. ine Liebe in Schein Kraft des emir von ich aus inbe dich sten licb⸗ ine Hoff 10 in allan alle Walt nich gleih 5 sie nach auen und 9 baulen. 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 8. Glaub und Hoffnung hören auf, wenn wir zu dem Schauen kommen, doch die Liebe dringt hinauf, wo sie Ursprung hat genommen. Ach, da werd ich erst recht lieben und die Liebe ewig üben. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. Mache dich, mein 269. M Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit un⸗ verhofft betrete; denn es ist Satans List über viele From⸗ men zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe, denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Noth sammt dem Tod möchte dich in Sünden unvermuthet finden. 3. Wache auf, sonst kannst du nicht Christi Klarheit sehen; wache recht, sonst wird sein Licht dir noch ferne stehen; denn Gott will für die Füll seiner Gnaden⸗ gaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe; wach und sieh, daß dich nie falscher Brüder Lü⸗ gen um dein Heil betrügen. 5. Wache stets auch über 197 dich, trau nicht deinem Her⸗ zen, nur zu leicht kanns freventlich Gottes Gnad ver⸗ scherzen; denn es ist voller List, kann sich selber heucheln und in Hoffart schmeicheln. 6. Bete aber auch dabei, bete bei dem Wachen; denn der Herr nur kann dich frei von dem Allen machen, was dich drückt, dich bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 7. Doch getrost, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet an⸗ flehen; denn er will uns die Füll seiner Gnad ausschüt⸗ ten, wenn wir gläubig bitten. 8. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Noth und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt ver⸗ nichten. Joh. Burchb. Freystein, 4 1720. Mel. Machs mit mir, Gott, nach ꝛc. 270 Mir nach, spricht Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle; verleugnet euch, ver⸗ laßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle, nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach! 198 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll De⸗ müthigkeit, voll Liebe mein Gemüthe, mein Mund voll Huld und Freundlichkeit, voll Sanftmuth und voll Güte, mein Geist und Wille, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch an, was schädlich ist zu fliehen und zu meiden, und euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu derHimmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch treu zur Seite, ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite; ein böser Knecht, der stille steht, wenn ihm voran der Feldherr geht! 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Zier. 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen, und wohlgemuth, getrost und gern bei ihm in Leiden stehen, denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Johann Scheffler, 4 1677. Mel. Lasset uns den Herren 8. iten. Nasset uns mit Jesu 271. 1— ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen auf der Bahn, die er uns brach; immerfort zum Him⸗ mel reisen, irdisch noch, schon himmlisch sein, glauben recht und leben fein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir; gehe vor, ich folge dir! 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild wer⸗ den gleich. Nach dem Leide folgen Freuden, Armuth hier macht dort uns reich, Thrä⸗ Wmsaat, die erntet Wonne, Hoffnung tröstet die Geduld; denn es scheint durch Gottes Huld nach dem Regen bald die Sonne. Jesu, hier leid ich mit dir; dort theil deine Freud mit mir! 3. Lasset uns mit Jesu sterben; sein Tod wehrt dem ewgen Tod, rettet uns vom Seelverderben, von der ewig⸗ lichen Noth. Laßt uns töd⸗ eh, Flisch wirde in des Fsu, — 0 Seel . ins denn mit Leib hen, und ost und u. Leiden ht kämpft Kron des t davon. 1. 1077. rren preisen. amit Jesu seinem ch, in der entfliehen e er uns um Him⸗ noch, schon Uben recht der Lieb . Treuer sit; gehe mit Nju bild wer⸗ dem Leide muth hier ich. TZhrl⸗ Wonne. Geduld; Ich Gottes Rgen bald ier let ͤ˖ mit su wehrt dem mns won der awig⸗ thil den 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 199 ten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab: so wird er uns aus dem Grab in des Himmels Leben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist; wir sind deines Leibes Glieder, wo du lebst, da leben wir. Ach, erkenn uns für und für, Seelenfreund, für deine Brü⸗ der; Jesu, dir ich lebe hier, und dort ewig auch bei dir. Sigmund von Birken, 4 1681. Mel. O Gott, du frommer Gott. —27² ein Vater und 272. M mein Gott, der du mir dieses Leben, Leib, Seele und Vernunft aus Gnaden hast gegeben, regiere ferner mich durch deinen guten Geist, daß er in allem Thun mir Kraft und Bei⸗ stand leist. 2. Hilf, daß ich allzeit fern von Fleischeslüsten bleibe, da⸗ gegen emsiglich des Geistes Werke treibe; daß gute Rit⸗ terschaft ich üb in wahrer Treu, daß ich in Hoffnung stark und fest gegründet sei. 3. Gieb, daß ich als ein Christ, wie Christus mich bezeige, und willig stets mein Ohr zu seiner Lehre neige. Im Glauben stärke mich, daß ich der argen Welt nicht folge, wenn sie mich von deinem Wort abhält. 4. Entzünde du mein Herz mit deiner wahren Liebe, und gieb, daß ich zugleich am Nächsten Liebe übe. Ver⸗ leihe mir Geduld, wenn Trübsal bricht herein, und hilf, daß ich im Glück demüthig möge sein. 5. Verleihe, daß ich stets nach deinem Reiche ringe, auf daß dein Segen dann zu mir herunter dringe. Wer nach dem Ewigen vor allen Dingen tracht't, der wird auch wohl mit dem, was zeitlich ist, bedacht. 6. Mein Herz sei nie dem Haß, der Falschheit nie er⸗ geben. Vom Uebermuthe frei sei, Herr, mein ganzes Leben. Gewalt und List und Geiz und Unbarmherzig⸗ keit sei meinem Herzen fremd, o Gott, zu jeder Zeit. 7. Mit deiner rechten Hand, Herr, wollest du mich leiten, mich schützen Tag und Nacht, daß nicht die Tritte gleiten. Du wollest meine Burg, mein Schutz in Nöthen sein, wenn ich in meinem Amt ausgehe oder ein. 8. Zuletzt erlöse mich von allem Kreuz und Leiden, 200 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. und wenn ich soll einmal von dieser Welt abscheiden, so stehe du mir bei mit deiner Gnadenhand, und führe mich hinauf ins rechte Vaterland. Johann Scheffler, 4 1677. Nach voriger Melodie. 273. Versuchet euch doch selbst, ob ihr im Glauben stehet; ob Chri⸗ stus in euch ist, ob ihr ihm auch nachgehet in Demuth und Geduld, in Sanftmuth, Freundlichkeit, in Lieb dem Nächsten stets zu dienen seid bereit. 2. Der Glaube ist ein Licht, im Herzen tief ver⸗ borgen, bricht als ein Glanz hervor, scheint als der helle Morgen, erweiset seine Kraft, macht Christo gleich gesinnt, erneuert Herz und Muth, macht uns zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, und thut in Einfalt es dem Nächsten wieder geben; die⸗ weil er überreich in Christo worden ist, preist er die Gnade hoch, bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, was Gott im Wort zusaget; drum muß der Zweifel fort, die Schwermuth wird ver⸗ jaget. Sieh, wie der Glaube bringt die Hoffnung an den Tag, hält Sturm und Wetter aus, besteht in Ungemach. 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb, weil man aus Gottes Händen nimmt alle Dinge an, nicht zürnet, thut nicht schänden; denn alles uns zu Nutz und Besten ist gemeint, drum dringt die Liebe durch auf Freunde und auf Feind. 6. Wir waren Gottes Feind: er giebt zum Gnaden⸗ throne sein eingebornes Kind, er liebt uns in dem Sohne, setzt Liebe gegen Haß; wer gläubig dies erkennt, wird bald in Lieb entzündt, die allen Haß verbrennt. 7. Wie uns nun Gott gethan, thun wir dem Näch— sten eben; droht er uns mit dem Tod, wir zeigen ihm das Leben; flucht er, so segnen wir; in Schande, Spott und Hohn ist unser bester Trost des Himmels Ehrenkron. 8. Setzt Gott uns auf die Prob, ein schweres Kreuz zu tragen: der Glaube bringt Geduld, erleichtert alle Pla⸗ gen; statt Murren, Ungeberd wird das Gebet erweckt, weil aller Angst und Noth von Gott ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet nur dadurch sein Elend recht verstehen, wie auch des Höchsten Güt, hält an mit Bitten, Flehen; Rergage annet rauet Quelle 10. HVediet Stärke u übe ab von Wrme Gottes ists, strebe recht, Lust sieh, 8 doch Glau Mack Laub der( aus; Hert Hau' Dach Mel. 2 thu Lü eh die ist 8 dd Wetter gemach. g wächst nan aus immt alle rnet, thut nn alles Besten ist ringt die Freunde Gottes Gnaden⸗ nes Kind, m Sohne, haß; wer nt, wird ündt, die it. un Gott m Näach⸗ ms mit igen ihm so segnen Spott und ter Trost enkron. uns auf verzaget an sich selbst, er⸗ kennet sich für nichts, ver⸗ trauet Christi Kraft, der Quelle alles Lichts; 10. Hält sich an sein Verdienst, erlanget Geist und Stärke, in solcher Zuversicht zu üben gute Werke; steht ab vom Eigensinn, flieht die Vermessenheit, hält sich in Gottesfurcht im Glück und schwerer Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, ob Christus in dir lebet; denn Christi Leben ists, wonach der Glaube strebet; erst machet er ge— recht, dann heilig, wirket Lust zu allem guten Werk; sieh, ob du auch so thust. 12. O Herr, so mehre doch in mir den wahren Glauben, so kann mich keine Macht der guten Werk be— rauben. Wo Licht ist, geht der Schein freiwillig davon aus; du bist mein Gott und Herr, bewahr mich als dein Haus. Joachim Justus Breithaupt, 4 1732. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 274 ater, heilig möcht ich leben; Recht— thun wäre meine Lust; aber Lüste widerstreben dem Ge— setz in meiner Brust. Ach, die Unart tief im Herzen ist noch oft ein Quell der Schmerzen, schwer drückt 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 201 mich der Sünde Joch; was ich nicht will, thu ich doch. 2. Sieh um Kraft mich Schwachen beten, meinem Vorsatz trau ich nicht; lockende Begierden treten zwischen mich und meine Pflicht; selbst den süßen An⸗ dachtsstunden, da ich, Vater, dich empfunden, da ich nur von Liebe sprach, folgten Sündentage nach. 3. Tausendmal hab ich geweinet, schmerzlich meinen Fall bereut, gläubig mich mit dir vereinet und mich deiner Huld gefreut. Gnädig sahst du auf mich nieder; aber bald vergaß ich wieder, o du Langmuthsvoller, dich und mein Herz besiegte mich. 4. Ach, was kann ich dir versprechen? Meint ichs auch so redlich noch, meine Zusag nicht zu brechen, ich vergaß und brach sie doch. Oft schon hab ich es erfahren, was Gelübd und Thränen waren; plötzlich, eh ich mirs versah, war die Sünde wie— der da. 5. Vater, du nur kannst mich retten, wenn mich Nie— mand retten kann. Beten will ich, brünstig beten, schau mich mit Erbarmen an; reiß die Wurzel meiner Schmer⸗ zen, reiß die Sünd aus meinem Herzen! Tief im 9* 202 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Staube bitt ich dich: heilige du selber mich! 6. Sieh mich dürsten nach dem Guten; früh und spät ruf ich zu dir; laß mein Herz nicht länger bluten, schenke höhre Kräfte mir. Laß mein Flehn vergebens, sende doch den Geist des Lebens; zieh mit neuer Kraft mich an, daß ich dir gefallen kann. 7. Bater, böse, Däter schenken Brod den Kindern, wenn sie flehn; Vater, und ich sollte denken: du, du könntest mich verschmähn? Könntest erst den Sohn uns senden, und dein Aug doch von uns wenden; gäbst nicht auf die Deinen Acht, flehten sie gleich Tag und Nacht? 8. Gott, du hörst mein kindlich Flehen und erquickst mein Herz mit Ruh. Leben werd ich, nicht vergehen; meine Stärke, Gott, bist du! Ueberwinden, überwin— den werd ich durch dich alle Sünden und in jenen Him⸗ melshöhn rein vor deinem Antlitz stehn. Johann Caspar Lavater, 4 1801. Mel. Von dir kommt jede gute Gabe. 27⁵5 Vor dir, o Gott, sich kindlich scheuen, ist unser Glück md unsre Pflicht; kein Mensch kann deiner Huld sich freuen; nicht sein 1 scheut er dein heilig Auge nicht; drum wirk in mir durch deinen Geist die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 2. In Allem, was ich thu und denke, laß, Herr, das meine Weisheit sein: daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheun; denn wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du all⸗ gegenwärtig bist, und, das zu thun, mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beifall einer gan⸗ zen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Ge⸗ richt mich scheuen und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier, die mich bei aller Miss ethat f so liebreich noch getragen hat. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit! Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, mich nur um deine Huld bemühn. 6. Gieb, daß ich stets, ein gut Gewissen vor dir zu saben Hon vahrer flei; Lust d chun, nich übera nach d handel Heuch Herze der i . lig Auge in mit die Furcht ch heißt. as ich thu Herr, das ein: daß Sorgfalt ünde mich wer noch hat, der t in der stets zu 5 du all⸗ Und, das ich schimn, t, zuwider iner gan⸗ jn nichts, dein Ge⸗ und wirke mir, mein Dienst zu die Gnade mich bei Rliebreich laß mit ern mich Seligkeit wig Gläc nich in 1 Vorsiht hn, mich bemühn. sthlh, 0 dir zu 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 203 haben, sorgsam sei, und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei; nie störe Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln und überall, wo ich auch sei, nach deiner Vorschrift redlich handeln; du hassest alle Heuchelei! Wer dich von Herzen scheut und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich einst sterben, so schreckt mich weder Tod noch Grab, so werd ich jenes Leben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Gott, deine Furcht bringt Segen ein; ihr Lohn wird groß im Himmel sein. Nach Benjamin Schmolck, 4 1737. Eigene Melodie. 276 Durchbrecher aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schade, Spott und Schande lauter Lust und Himmel ist, übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamssinn, bis dein treues Angesichte uns führt aus dem Kerker hin. 2. Ists doch deines Va⸗ ters Wille, daß du endest dieses Werk; hiezu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es aus der Unruh füh⸗ rest zu der selgen Ruhestatt. 3. Schaue denn auf unsre Ketten, da wir mit der Rreatur seufzen, um Er⸗ lösung beten von der sündi⸗ gen Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so hart bedrückt, wenn schon unser Geist zu Zeiten sich auf etwas Beßres schickt. 4. Ach, erheb die matten rräfte, daß sie endlich wer⸗ den frei, und auch unterm Weltgeschäfte unser Sinn stets himmlisch sei; weg mit Menschenfurcht und Zagen, Zweifel und Bedenklichkeit; fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, fort des Flei⸗ sches Weichlichkeit! 5. Herr, zermalme, Herr, zerstöre diese Macht der Finsterniß; denn der preist nicht deine Ehre, den sie fort zum Tode riß; heb uns aus dem Staub der Sün⸗ den, treib die Lust der Welt hinaus, laß uns wahre Frei⸗ heit finden in des ewgen Vaters Haus. 6. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit; wie du's nöthig findest, thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser — Ieeseet..s.e.t.‚.‚.‚.‚..——.* IJ-pk s9 ˙ S ———— — cᷓꝗDFDSEFEPESPSPSPSSSERS‚SEeeee‚eDeDeee‚e‚eeeeee 204 Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, welche seine Banden bricht. 7. Herrscher, herrsche; Sieger, siege; König, brauch dein Regiment, führe deines Reiches Kriege, mach der Sclaverei ein End; ach, die Last treibt uns, zu rufen, Alle flehen wir dich an: zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheits— bahn. 8. Ach, wie theur sind wir erworben, nicht der Men⸗ schen Knecht zu sein! Drum, so wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, ähnlich deinem heilgen Bild; der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll sich füllt. 9. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein; doch wohlan, du wirst nicht säumen, laß uns nur nicht lässig sein; werden wir 990 als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold, 4 1704. 2 Freu dich sehr, o meine Seele. 277. Schaffet, schaf— fet, Menschen— kinder, schaffet eure Selig 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. keit! Bauet nicht, wie sichre Sünder, nur auf gegen⸗ wärtge Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich, und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mag geschehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und desselben Neigung gehen; sondern, was Gott will und thut, das muß einzig und allein eures Lebens Richt— schnur sein, es mag Fleisch und Blut in Allem übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach, zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft; ja, daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelen⸗ schade. 4. Selig, wer im Glau⸗ ben kämpfet; selig, wer im Kampf besteht und die Sün⸗ den in sich dämpfet; selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg nd lafi bezwi ft Streit u nals rer Siegern hägelegt 6. 4 lustig m sten kei leden, schwächt ihn mat sreuzes kannen 3ur H. ists, d Und, n Wollen giebt. ihm g anzufl 8. Sunde in euch od de Mach Urger hinde und Wor ange 9. der ie sichre gegen⸗ schauet ch dem bemühet bie iht es mag nicht ut und gehen; vill und ig und Richt⸗ Flisch m übel ach, zu ch noch Flisch u, daß kt, und aft nur fft; a, nade in Seelen⸗ Glau⸗ ver im ie Sün⸗ . selig chmaͤht! schmac Fritden nal vill or mit hicht uu räg. 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget nie⸗ mals rechter Sieg; nur den Siegern wird die Krone beigelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen, hat bei Chri⸗ sten keine Statt; sündlich reden, thun und lachen schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach, bei Christi Kreuzesfahn geht es wahr⸗ lich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle thun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, denn der kann mit Leib und Seel uns zur Hölle niederschlagen; er ists, der des Geistes Oel und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen giebt. O, so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt die Sündenglieder, welche Adam in euch regt, in den Kreuzes⸗ tod darnieder, bis ihm seine Macht gelegt. Was euch ärgert, hauet ab; was euch hindert, werft ins Grab, und denkt oftmals an die Worte: Dringet durch die enge Pforte! 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf 20⁵ Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach, mein Hei⸗ land, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht; gieb mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir; auf daß ich in Jesu Namen so den Glaubens-— kampf ausführ. Er, er gebe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. Ludwig Andreas Gotter, 4 1735. Mel. Zeuch meinen Geist, triff ꝛc. —278 Hier legt mein 5 Sinn sich vor dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; laß dein erfreuend Angesicht zu meiner Armuth sein gericht. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben; laß mich in Christi Tode sterben; o möchte doch in seiner Pein die Eigenheit ertödtet sein! 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe; jedoch ist von Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 4. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch dei— nen Geist geheiligt werden, der Sinn muß tiefer in dich 206 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. gehn, der Fuß muß unbe⸗ weglich stehn. 5. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu rathen, hier gelten nichts der Menschen Thaten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 6. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben, du bist noch immer treu geblieben; ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 7. Indessen will ich treu⸗ lich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst, und aus der Sünde Netz mich ziehst. 8. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, er führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 9. Drum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen; ach, drücke tief in meinen Sinn, Di ich in dir schon selig in 10. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke und mich in dein Erbarmen senke, so werd ich von dir angeblickt und tief im Herzensgrund erquickt. 11. So wächst der Eifer mir im Streite, so faß ich schon des Sieges Beute; ich fühle, daß es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. Christian Friedrich Richter, 4 1711. Mel. Herr Jesu Christ, meins Leb. L. 279 Ein reines Herz, Herr, schaff in mir, schleuß zu der Sünde Thor und Thür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn ich.„Zesu, meine Thür, ach, komm und wohne du bei mir, treib all Unreinigkeit hinaus aus dei⸗ nem Tempel, deinem Haus. 3. Laß deines guten Gei⸗ stes Licht und dein hellglän⸗ zend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüth, o Brunnquell unerschöpfter Güt! 4. Und mache denn mein Herz zugleich an Himmels⸗ gut und Segen reich, gieb Weisheit, Stärke, Rath, Ver⸗ stand aus deiner milden Gnadenhand. 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigenthum, und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinrich Neuß, 4 1716. Mel. Wie liebl. ist o Herr, die Stätte. 280 ie, sollt ich mei⸗ * nen Gott nicht lilben, Sohn u nicht il daß ih tärker nehr W Wie gr nicht! 2. 6 be mein H ist mir der mi ist dein gesinnt und se wernk selig Nure schmüt sch se weit ü heben, er Beute: ahrheäit tt, die „4 Li. s Leb. L. Herz, haff in Sünde ertreibe daß sie ih. „Isu, im und reib all us dei⸗ Haus. en Gei⸗ Agläͤn⸗ euchten emüth,/ hoͤpfter n mein mmels⸗ , gibb th, Ver⸗ milden deines öbreiten U, und * lieben, der seinen eignen Sohn mir giebt? Sollt ich nicht innig mich betrüben, daß ihn mein Herz nicht stärker liebt? Was bringt mehr Wonn, als diese Pflicht? Wie groß ist Gottes Liebe nicht! 2. Er hat von Ewigkeit beschlossen, mein Vater und mein Heil zu sein; und noch ist mir kein Tag verflossen, der mirs nicht sagte: Gott ist dein; er ist so väterlich gesinnt, gieb ihm dein Herz und sei sein Kind! 3. Gieb ihm dein Herz; wer kanns beglücken? wer selig machen? Er allein. Nur er kanns heiligen und schmücken und ewig durch sich selbst erfreun; er kanns weit über allen Schmerz er⸗ heben, drum gieb ihm dein Herz. 4. Bei ihm ist Seligkeit die Fülle, und die, die er nur geben kann, beut dir sein väterlicher Wille so gnadenvoll, so freundlich an. O welch ein Gott, wie väter— lich, mit welchem Eifer liebt er dich! 5. Ja, ja, ich seh es, ich empfinde die Größe deiner Huld, o Gott, denn du er⸗ rettest von der Sünde mich selbst durch deines Sohnes Tod; ich war vor deinem 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 207 Angesicht ein Greul, und du verwarfst mich nicht. 6. Du riefst, ich ging dir nicht entgegen, du aber nah— test dich zu mir mit deiner Huld, mit deinem Segen und zogst mich väterlich zu dir. Wer gleicht an Liebe dir, wer ist so gut, als du, mein Vater, bist? 7. Ja, dich will ich von ganzem Herzen, mein Vater, lieben, dich allein. Ich will im Glück und auch in Schmerzen mich einzig dei⸗ ner Liebe freun; und daß ichs könne, schenke du mir Schwachen selbst die Kraft dazu. 8. Gieb, daß ich mich im Guten übe und heilig sei, weil du es bist. Gieb, daß ich außer dir nichts liebe, als was auch dir gefällig ist. Verhaßt sei jede Sünde mir, denn Sünde ist ein Greul vor dir. 9. Bewahre mich auf dei— nem Wege. Gieb, daß ich, brüderlich gesinnt, stets alle Menschen lieben möge, denn Jeder ist wie ich dein Kind. Mein Herz verschließe sich doch nie vor ihnen, denn du liebst auch sie. 10. Nie müsse irgend mich ein Leiden, und wär es auch der bängste Tod, von dir und deiner Liebe scheiden, —— /ꝓ. E H—— 208 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. nie einer Freude Reiz, o Gott! Ich will dich lieben und nur dein im Leben und im Tode sein. Nach Benjamin Schmolck, 4 1787. Mel. Lasset uns den Herren preisen. 281 Unter allen großen * Gütern, die uns Christus zugetheilt, ist die Lieb in den Gemüthern wie ein Balsam, welcher heilt, wie ein Stern, der herrlich blinket, wie ein Kleinod, dessen Preis Niemand zu benennen weiß, wie die Schönheit, die uns winket, und die Lust, die Jedermann zwingen und beselgen kann. 2. Liebe kann uns alles geben, was auf ewig nützt und ziert, ist der Seele wahres Leben und zu Gott uns aufwärts führt; Men⸗ schen-oder Engelzungen, sind sie auch noch so beredt, daß nichts ihnen widersteht, wenn nicht Liebe sie durchdrungen, ists nur flüchtiger Gesang, nur ein Erz⸗ und Schellen⸗ klang. 3. Was ich von der Weis⸗ heit höre, der Erkenntniß Meisterschaft, die geheimniß⸗ vollste Lehre, und des Glau⸗ bens Wunderkraft, welcher Berge kann versetzen, und was sonst den Menschen ehrt, das verlieret seinen Werth. Alles ist für nichts zu schätzen, wenn sich nicht dabei der Geist, der die Liebe wirkt, erweist. 4. Hätt ich alle meine Habe armen Brüdern zuge— wandt, opfert ich mich selbst dem Grabe, scheut ich keiner Flammen Brand, gäb ich meinen Leib auf Erden ihnen zu verzehren hin, und behielt den eignen Sinn: würd ich doch nicht besser werden, bis mich wahre Lieb erfüllt, die aus Gottes Herzen quillt. 5. Glaubenssieg und Hoff⸗ nungsblüthe unterstützt uns in der Welt, bis das irdische Gebiete und der Schöpfungs⸗ bau zerfällt; nur der Liebe weite Grenzen strecken sich in Ewigkeit; Alle, die sich ihr geweiht, werden unauf—⸗ hörlich glänzen. Glaub und Hoffnung bleiben hier, Liebe währet für und für. 6. O du Geist der reinen Liebe, der von Gott du gehest aus, laß mich spüren deine Triebe, komm in mei⸗ nes Herzens Haus; was in mir sich selbst nur suchet, es nicht treu mit Andern meint, mag es Feind sein oder Freund, laß mich achten als verfluchet, lenke meinen gan⸗ zen Sinn, Geist der Lieb, zur Liebe hin. Ernst Lange, 4 1727. Mel. Dir, sucht in lasset e aufwärt⸗ Er das Glieder, wit der ster, wi nser, v 2. Glieder an, da Brüder kann! geliebe sein A ihn be dem Y 3.5 welche daß wi der un der V. nicht r die meine zuge⸗ selbst keiner äb ich lihnen behielt ird ich en, bis llt, die Ulllt. Hoff⸗ zt uns irdische fungs⸗ Liebe N sich ie sich mauf⸗ ib und „Vube reinen ott du spüren nn mei⸗ as m schet, 5 meint, U oder n als en gan⸗ Lieb, 12.. 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 209 Mel. Dir, mein Gott, will ich lobs. 282 Hen und Herz ver⸗ * eint zusammen, sucht in Gottes Herzen Ruh, lasset eure Liebesflammen aufwärts steigen Jesu zu. Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht, und wir der Schein, er der Mei⸗ ster, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein. 2. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein Jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann! So hat uns der Herr geliebet, so vergoß er einst sein Blut. Jeder Jünger ihn betrübet, der nicht gleich dem Meister thut. 3. Halleluja! welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat; daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist. 4. Ach, du treuer Freund, vereine deine dir geweihte Schaar, daß sie es so herz⸗ lich meine, wie's dein letzter Wille war; ja, verbind in deiner Wahrheit, der du selbst die Wahrheit bist, alles, was von deiner Klarheit hellem Schein erleuchtet ist. 5. So wird dein Gebet erhöret, daß der Vater alle die, welche sich zu dir ge⸗ kehret, auch in seine Liebe zieh, und daß, wie du Eins mit ihnen, also sie auch Eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 6. Liebe, du hast es ge— boten, daß man Liebe üben soll; o, so mache doch die todten, trägen Herzen lebens⸗ voll, zünde an die Liebes⸗ flamme, daß ein Jeder sehen kann: wir, als die von Einem Stamme, stehen auch für Einen Mann. 7. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein ge⸗ trenntes Glied mehr ist; alle Herzen laß entbrennen, Herr, in deiner Liebe Schein; also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nikolaus Ludwig. Graf von Zinzen⸗ dorf, + 1760. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. 283 Ac, wenn ich dich, 4 mein Gott, nur habe! nach Erd und Himmel frag ich nicht; nichts ist, was meine Seele labe, als du, mein Gott, mein Trost und Licht; rühmt sich die Welt mit ihrer Lust, mir ist ohn dich kein Trost bewußt. 2. Soll Leib und Seele mir verschmachten, ich hoffe 21⁰ 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. doch getrost auf dich; nichts will ich alle Plagen achten, an dir allein erquick ich mich; regt sich auch alles wider mich, ich bleib an dir und liebe dich. 3. Hab ich nur dich, so hab ich alles, was meine Seele wünschen kann; bei dir fürcht ich mich keines Falles, liebst du mich nur, was ficht mich an? Drum spricht mein Herz: du bist mein Theil, in dir ist meiner Seele Heil. Benjamin Schmolck, + 1737. Mel. In dieser Morgenstunde. 284. J OIch bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, noch Engel, die des Höchsten Thron umgeben; nicht Arglist, noch Gewalt, nicht Freud und Leiden von Gott mich scheiden. 2. Der ewge Gott, der hoch im Himmel thronet, hat uns zum Heil auch nicht des Sohns verschonet; er hat aus Huld, damit wir möchten leben, ihn hinge⸗ geben. 3. Wie sollt er uns mit ihm nicht alles schenken, wenn wir in seine Gnad uns nur versenken? Ja, alles schenkt aus ewigem Erbarmen der Herr uns Armen. 4. So knieet denn, ihr theur erlösten Brüder, voll heißen Danks vor seinem Throne nieder, bereit und freudig, ihm das ganze Leben zum Dienst zu geben. 5. Wir preisen dich, o Gott, der uns Verlornen herabgesandt hat seinen Ein⸗ gebornen, und bringen dank⸗ bar dir aus reinem Triebe ein Herz voll Liebe. Balthasar Münter, 4 1793. Mel. Machs mit mir, Gott, nach ꝛe. 285 So Je emand spricht: ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahr⸗ heit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind Alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich, mein Nächster ist sein Kind wie ich. 3. Ein Heil ist unser Aller Gut; ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch er— kaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich ver— sühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, Herr, von meinen icht 6 Brüder verzeihr ind der liebst! 5. 2 hier g auch v er, me hätt id ich,ich sein, v nicht e 6. Gerich gehen, ist, de ihn fl Gott, ein K Liebe: Christia Mel. 6 liden seinen seiner Herz Mid sch um seinem t und Leben ich, o rlornen in Ein⸗ N dank⸗ Triebe + 17³3. „ nach ae. spricht: Gott, Brüder, Wahr⸗ ißt sie ott ist haß ich dich als in Gott Leibes deinem wir sind schuf die T mich, in Kind t unser PII meinen Tagen, ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt ichs ihm erwiesen; und ich, ich sollt ein Mensch noch sein, und Gott in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den er— gehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Christian Fürchtegott Gellert, 41769. Mel. O Gott, du frommer Gott. 286 ieb mir, o Gott, ein Herz, das jeden Menschen liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennutz und reid und Härte flieht, und sich um Andrer Glück wie um sein Glück bemüht. 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir giebst, ihm hülfreich mitzutheilen: nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu sein und 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 211 mich verehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. 3. Dies sei' mein Gottes⸗ dienst. Auch unbemerkt von ihnen müß Andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohl⸗ that an, nein, was ich Brü⸗ dern thu, Gott, das sei dir gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Dürsten⸗ den begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer Andre stärkt: nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Sucht wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwist zu schlich— ten. Aus Schmähsucht kränke nie mein Wort des Nächsten Ruh, es rühme sein Ver⸗ dienst, deck seine Fehler zu. 6. Die Rach ist dein, o Gott, du sprichst: Ich will vergelten! Drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf mich schelten; gieb, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohler⸗ 212 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. gehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen; noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun, und ihm zum Seelenheil mein Herz behülflich sein. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu be⸗ stärken, den, der noch sicher ist bei seines Fleisches Wer⸗ ken, von der verkehrten Bahn zum rechten Weg zu ziehn: dazu verleih mir Kraft, und segne mein Bemühn. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe durch deine Lieb und Furcht zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein: laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein. Christian Fürchtegott Gellert, 41769. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 287 Woblzuthun und — mitzutheilen, Christen, das vergesset nicht; mitleidsvoll zu Hülfe eilen, wo es Noth thut und ge⸗ bricht, das ist Pflicht, die Jesus lehret, und die Gott, den Höchsten, ehret. 2. Speiset die, so Hunger leiden, und wer durstig ist, den tränkt; eilt die Nacken⸗ den zu kleiden; tröstet, die der Kummer kränkt; Schwache sucht zu unterstützen, Unter⸗ drückte zu beschützen. 3. Nicht nur denen, die euch lieben, oder erst um Hülfe flehn, nein, von Liebes⸗ lust getrieben, Allen eilet beizustehn; schafft auch un⸗ verhoffte Freuden denen, die im Stillen leiden. 4. Und das sei dir keine Bürde, keine saure Pflicht, o Christ; Lust ists, hohe Ehr und Würde, wenn du mild und hülfreich bist. Welch ein Ruhm für dich Erlösten, arme Brüder Jesu trösten! 5. Ach, wie lohnts mit sanften Freuden, der Ver⸗ laßnen Helfer sein, Brüder, die in Trübsal leiden, mit des Vaters Trost erfreun! Ein geängstet Herz erquicken, welch ein heiliges Entzücken! 6. Laßt uns eilen, unsre Gaben, weil es Zeit ist, aus⸗ zustreun; was wir hier ge⸗ säet haben, ernten wir einst reichlich ein. Seid barm⸗ herzig, helft den Armen, Gott wird euer sich erbarmen. Johann Paulmann, um 1779. Mel. Wachet auf, ruft uns die St. 288. Rüstet euch, ihr Christenleute! Die Feinde suchen euch zur Beute; ja, Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und käm⸗ pfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell! Hosiam durch d behalten 2. R LVsten; seid Ch de Her euch in ihr nick Lahmen 3 R müde Lob, w mz di. licht Sohn uns 0 4. der Uebe mit in 1 Wir: Wenn Mutl den 6 en, die st um Liebes⸗ u eilet ich un⸗ len, die keine Plicht, he Ehr u mild Welch lösten, trösten! nts mit Vi⸗ Brüder, N, mit freun! suicken, zücken! unsre st, aus⸗ hier ge— ir einst barm⸗ Armen, barmnen. 1170 die 8. ich, ihr enleute! uch zur Ibst hat net euch Ud fäm⸗ uOrte, nd zu schnell? Hier ist Immanuel. Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten; besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glau— bens Ritterschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel! Da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit, so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wen⸗ gen Jahre, eh ihr kommt auf die Todtenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Todten wecken, und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob, wir sind versöhnt! Daß uns die Welt verhöhnt, währt nicht lange; und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kin⸗ der und mach aus denen Ueberwinder, die du erkauft mit deinem Blut. Schaff in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Muth. Geuß auf uns aus den Geist, dadurch die Liebe 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 213 fleußt in die Herzen: so halten wir getreu an dir im Tod und Leben, für und für. Wilhelm Erasmus Arends, 4 1721. Eigene Melodie. 289 Ringe recht, wenn Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht strebt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will dir Sa⸗ tan widerstreben, werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an, laß dich keine Zeit ge— reuen, wärs auch Tag und Nacht gethan. 6. Hast du dann die Perl errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse hast be— zwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. 7. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du hast; recht beharren ist —.— ————9———————— ᷣĩwWSDSDSRSSeSSSSSeeeeSeeeSeEeeee‚eeeeeEeeeeeeEeeeeeeeeeeeee „ 29...—.——2——— ——. ..— 214 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. das Beste, Rückfall bringt dir neue Last. 8. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnöden Eitelkeit, bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe träge Sicherheit. 9. Laß dem Fleische nicht den Willen, laß der Lust den Zügel nicht; willst du die Begierden stillen, so ver⸗ lischt das Gnadenlicht. 10. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, wankt nicht gleich dem Rohr dem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 11. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß nicht von des Fleisches Pflege, hält sich selber nichts zu gut. 12. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schatz doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 13. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, streitet recht und fürchtet euch, so geht alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. Johann Joseph Winckler, + 1722. Mel. Was Gott thut, das ist wohlg. 290 Auf Gott und nicht auf meinen Rath will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewig⸗ keit, wie viel mir nützen würde, bestimmte meine Le⸗ benszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glau⸗ bens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestör⸗ tes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahr— haft glücklich macht, läßt Gott es Keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. Urso R5 Leid Hlld ists auf den Am. S lechten; Rnechter Christian i Mal. Her hab hie Himme ist me reis i dort ii Gottes schleuß 2. 2 Besen am als wesen? lann, Norg Racht Sorg bracht Mliehn Pid Halh Rat Pplac und Fur ihr trauen. nächtig meinen Vater Ewig⸗ nützen ine Le⸗ ck und 5 zagt uch ein Glau⸗ besiegen 45 Mein tte, was eh ichs 3 seine rgt für Riht, sein ngestör⸗ erer oft bst das i dessen größte 2 Zod, Habi Grabe. à wahr⸗ . lst fohlen; Hück und 45 Glülk Gottés ah dem ssen die e. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Ge⸗ rechten; der Herr hilft seinen Knechten. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 291 Occh bin ein Gast * auf Erden und hab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da Hier reis ich bis zum Grabe; dort in der ewgen Ruh ist Gnadengabe, die ist mein Vaterland. Gottes schleußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an als Müh und Noth ge⸗ wesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zuge— bracht. 3. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Wie mußten die sich plagen, in was für Weh und Schmerz, in was für Furcht und Zagen sank oft Rath. ihr armes Herz! 4. Ich habe mich ergeben 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 21⁵ in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben in dieser Zeitlichkeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein! 5. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt; ich wandre meine Straßen, die zu der Hei⸗ math führt, da mich ohn alle Maßen mein Vater trösten wird. 6. Mein Heimath ist dort oben, da aller Engel Schaar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nach⸗ dem's ihm wohl gefällt. 7. Zu dem steht mein Ver⸗ langen, da wollt ich gerne hin: die Welt bin ich durch⸗ gangen, daß ichs fast müde bin; je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist gefalle; das Meist ist Eitelkeit. 8. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel: ach komm, mein Gott, und löse, mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein seligs Ende an meiner Wanderschaft, und was mich 216 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft! 9. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hie gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 10. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nächst Andern Luchten soll. 11. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbtheil ruhn. Paul Gerhardt, + 1676. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 292. Gott, der du Her⸗ zenskenner bist, Herr, dem die Falschheit Greuel ist und jede Lüg Verbrechen: kein Wort spricht je ein falscher Mund, das dir, Allwissender, nicht kund; du, Heiliger, wirst rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein, wie's Christen ziemt, aufrichtig sein. 2. Und wenn ich schwö⸗ rend vor dir steh, dir in dein heilig Antlitz seh, die Hand zum Himmel hebe, wenn ich zum Zeugen feierlich anrufe, Hocherhabner, dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei. 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmähn und frech mit Lügen vor dir stehn, dann laß mein Herz erschrecken. Weh dem, der Gott und Gottes Macht zum Siegel seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken. Herz, schau den Gott mit Zittern an, der Leib und Seel verderben kann. 4. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Hei⸗ land ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn mich beim Leiden dies er Zeit kein Trost vom Himmel mehr erfreut, kein Trost mehr, wenn ich sterbe; wenn Gott und Jesus nicht mehr mein: dann besser nie geboren sein! 5. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, kein Fürsten⸗ thum und keine Welt soll mich so weit verführen! Um alle Leiden dieser Zeit will ich doch Gott und Seligkeit 0 mut 0 Mee kle immer Imts K 6. 6 bem 6 deiner! Wahrhe ich heil 0 laß ten ni brechen schwör halt r Vh. M 20. ihr 6 Denk eles höret das sein vum ruch schyd⸗ rin dein ie Hand wenn ich anrufe, durch He: dann Heuchelei ie Zunge ler dich ihn und vor dit ein Herz dem, der Macht Bosheit Welt zu au den an, der“ erderben au nicht ist, dein in Hei mel nicht lich beim in Trost V 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 21⁷ muthwillig nicht verlieren. droht ein furchtbar Rache⸗ Wie klein mein Glück auch schwert. immer sei: nur Gott und 4. Selbst das höchste Le⸗ reines Herz dabei! bensglück muß zum Fluch 6. Gott, lehre mich bei dem Meineid werden; Gott jedem Eid aus Furcht vor nimmt alle Huld zurück, alles deiner Heiligkeit die lautre Heil verdorrt auf Erden, Wahrheit sprechen; beschwör jede Freude wird vergällt ich heilig Amt und Pflicht, und zur Wüste wird die Welt. so laß mich auch im Klein⸗ 5. Drum für aller Welt sten nicht die theure Zusag Gewinn geb ich nicht des brechen. Auch dir, Gott, Herzens Ruhe, nicht die schwör ich, treu zu sein; er⸗ Ueberzeugung hin, recht und halt mich ewig, ewig dein. wahr sei, was ich thue. Joh. Carl Daniel Bickel, 4 1809. Mel. Jesus meine Zuversicht. 293 Heia⸗ heilig sei der Eid euch, ihr Christen, die ihr schwöret. Denkt an die Gerechtigkeit Arm und niedrig mag ich sein, bleib ich nur vom Meineid rein. Johann Andreas Cramer, 1 1788. Mel. Nun ruhen alle Wälder. as ich nur eures Richters, der euch 294. Gutes habe, höret; alles bringt er an ist deine milde Gabe, du das Licht, alles muß vor Vater alles Lichts! Mein sein Gericht. Dasein und mein Leben ward 2. Hebt ihr eure Hand mir von dir gegeben, und zum Schwur, dann ergreif ohne dich vermag ich nichts. euch heilger Schrecken; weis 2. Verstand und Lust und es keine Creatur, Gott, der Kräfte zum nützlichen Ge⸗ weiß es, wirds entdecken, schäfte hab ich aus deiner wenn ihr frevelhaft den Eid Huld. Dein ists, wenn gute durch ein falsches Wort ent⸗Thaten dem Vorsatz wohl weiht. gerathen; an Fehlern bin 3. Zittert, das Gewissen ich selber schuld. wacht; ja, es wird mit Feuer 3. Das Glück, deß ich flammen euch beim Graun mich freue, wer schafft mirs? der Mitternacht, selbst bim Deine Treu, du Herr der Tageslicht verdammen. Wo ganzen Welt! Du ordnest man falsche Eide schwört, unsre Tage, ihr Glück und 1⁰ INV D NI * . N 11 4 ů A . 1 198 * 1 14 . V +* .—. ————— ——.— 12—— 218 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. ihre Plage, wie es dir, Va⸗ ter, wohlgefällt. 4. Sollt ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wider— fährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vor— gezogen? Bin ich auch je— mals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, Herr aller Dinge, die du mir stets erzeigt; o laß michs nie vergessen, wann sich mein Herz ver⸗ messen zum Stolz und Eigen⸗ dünkel neigt. 6. Das nützlich anzuwen⸗ den, was du mit Vater⸗ händen mir gütig zugewandt, dies sei in meinem Leben mein eifrigstes Bestreben, dazu gieb Demuth und Ver⸗ stand. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Mel. Jesus meine Zuversicht. d it und 205. Hiafil, gb doch, daß ich bis ans Ende so, wie mir dein Wort ge⸗ beut, klüglich meine Zeit ver⸗ wende, die mir noch dein weiser Rath auf der Welt beschieden hat. 2. Wie ein Traum, so schnell entfliehn unsre Jahre, Tag und Stunden. Doch mein Werk und mein Be— mühn ist mit ihnen nicht verschwunden. Ein Gericht der Ewigkeit folgt auf diese Arbeitszeit. 3. Gott, wie ungenützt sind schon hier so manche meiner Zeiten mir auf im⸗ merhin entflohn unter schnö⸗ den Eitelkeiten! Thöricht ward die Zeit vollbracht, die mich jetzt bekümmert macht. 4. Doch erbarmend schenkst du mir jetzt noch Zeit und Raum zur Buße. Herr, ich komm und falle dir voller Schmerz beschämt zu Fuße: sei mir gnädig! sieh, mich reut meine hier verlorne Zeit. 5. Wiederbringen kann ich nicht, was mir einmal ist verschwunden; doch ich bin der Zuversicht, nütz ich nur getreu die Stunden, die du mir noch ferner schenkst, daß du gnädig mein gedenkst. 6. Lehre mich die kurze Frist, die du mir hier zuge⸗ messen, wie es dir gefällig ist, brauchen, und es nie ver⸗ gessen: hier nur sei die Uebungszeit zu dem Glück der Ewigkeit. 7. Säen muß ich hier mit Fleiß für die Ernte jenes Lebens, o wie glücklich, daß ich weiß, dies geschehe nicht vergebens. Ewig freut sich seiner Saat, wer hier treulich Gutes that. 8. Gott, laß deinen guten Geist mich zu dieser Weis⸗ Hlit! Vort del Gutze nich! Job Me. M der ist ge Wüst euren zu w ur gut. 0 Telle pfad Treu hat. traue Gesi dung saler 3 aufe Wl hih bal Ew un un alle Uns ehe Iu Tii auf dies ingenützt manche auf im⸗ er schnö⸗ Thöricht racht, de t macht. schenktt eit und Herr, ich ir voller u Fuße: eh, mich rne Zeit. kann ich imal ist ich bin ich nur „die du iht, daß denkst. die kurze ier zuge⸗ gefülig nie ber⸗ sei die M Glüc ich hir ie Ernte glüdkl ich j wig fuen wer hibl 10—— 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 219 heit führen und, wie es dein Wort verheißt, meinen Wan⸗ del so regieren, daß ich Gutes hier ausstreu und mich dessen ewig freu. Joh. Sam. Dieterich, 4 1797. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 296. dommt, Brüder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei; es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Muth, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht ge— reuen der schmale Pilger— pfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; ein Jeder sein Gesichte mit ganzer Wen—⸗ dung richte fest nach Jeru— salem. 3. Schmückt euer Herz aufs Beste, und mehr als Leib und Haus. Wir sind hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Wir gehn ins Ewge ein. Mit Gott muß unser.n im Himmel unser Wandel und Herz und alles sein. 4. Kommt, Brüder, laßt uns gehen; der Heiland gehet mit; er selbst will bei uns stehen in jedem sauern Tritt. Das Aug nur ein⸗ gekehrt, da seine Liebe winket und dem, der folgt und sinket, den wahren Ausgang lehrt. 5. Kommt, Brüder, laßt uns wandern, wir gehen Hand in Hand; Eins freuet sich am Andern in diesem fremden Land. Kommt, laßt uns kindlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten; die Engel selbst begleiten als Brüder unsre Reihn. 6. Und sollt ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu; man trag, man helfe Allen, man pflanze Fried und Ruh. Kommt, schließt euch fester an! ein Jeder sei der Kleinste, doch wohl auch gern der Reinste auf unsrer Pilgerbahn. 7. Kommt, laßt uns munter wandern, der Weg nimmt immer ab; ein Tag, der folgt dem andern; bald fällt der Leib ins Grab. Nur noch ein wenig Muth, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ewgen Gut. 8. Es wird nicht lang mehr währen, harrt noch ein wenig aus; es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus. D wird man ewig ruhn. Wenn wir mit allen Frommen heim zu dem Vater kommen, wie wohl, wie wohl wirds thun! 220 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 9. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl Wagens werth, und gründ⸗ lich dem absagen, was auf⸗ hält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein! wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten; es soll nur Jesus sein. Gerhard Tersteegen, 4 1769. Mel. Valet will ich dir geben. 297 Es kennt der Herr * die Seinen und hat sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land; er läßt sie nicht verderben, er führt sie aus und ein; im Leben und im Sterben sind sie und bleiben sein. 2. Er kennet seine Schaa⸗ ren am Glauben, der nicht schaut und doch dem Unsicht⸗ baren, als säh er ihn, ver⸗ traut; der aus dem Wort gezeuget und durch das Wort sich nährt und vor dem Wort sich beuget und mit dem Wort sich wehrt. 3. Er kennt sie als die Seinen an ihrer Hoffnung Muth, die fröhlich auf dem Einen, daß er der Herr ist, ruht; in seiner Wahrheit Glanze sich sonnet frei und kühn die wunderbare Pflanze, die immerdar ist grün. 4. Er kennt sie an der Liebe, die seiner Liebe Frucht, und die mit lauterm Triebe ihm zu gefallen sucht; die Andern so begegnet, wie er das Herz bewegt; die segnet, wie er segnet, und trägt, wie er sie trägt. 5. So hilf uns, Herr, zum Glauben, und halt uns fest dabei; laß nichts die Hoffnung rauben, die Liebe herzlich sei; und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn, so laß uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn. Philipp Spitta, 1859. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 298 icht der Anfang, nur das Ende krönt des Christen Glau⸗ bensstreit. Ach, getreuer Gott, vollende meinen Lauf in dieser Zeit; hab ich dich einmal erkannt, so verleih mir auch Bestand, daß ich, bis ich einst erkalte, Glauben, Lieb und Hoffnung halte. 2. Laß mich einem Felsen gleichen, der in Sturm und Wellen steht; laß mich nicht zurücke weichen, wenn mich Noth und Tod umfäht. Sei mein Anker, der nicht bricht, sei mein Stern und helles Licht, daß ich nie von dir mich scheide und am Glauben Schiffbruch leide. 3. Laß mich halten, was ich habe, daß mir nichts die Kro Gei Gla losch als, drau bren eke . gele Gru keiht bel; mit min We ber ab al Hit ben deih 8 ver ich un we Triebe cht; die „wie er e segnet, tlägt, „ Herr, halt uns chts die ie Liebe vird der dich die laß uns I deiner 1859. n Gemüthe. Anfang. as Ende Glau⸗ getreuer men Lauf Hich dich verleih daß ich, Glauben, halte. m False turm und nich nicht enn mich fäht. S ct bricht nd helle Voll dit Glauben Len, was nihts die Krone nimmt. Es ist deines Geistes Gabe, daß mein Glaubensdocht noch glimmt; lösche nicht dies Fünklein aus, mach ein helles Feuer draus; laß es ungestöret brennen, dich vor aller Welt bekennen. 4. Du hast meinen Grund geleget; Jesus, der mein Grundstein ist, wird durch keine Macht beweget, ihn verrücket keine List. Laß mich fest auf ihm bestehn, nimmermehr zu Grunde gehn, wenn sich Macht und List bemühen, mich von Christo abzuziehen. 5. Jesu, hilf mir dir an⸗ hangen, wie das Schaf am Hirten hängt, stets im Glau— ben dich umfangen, wie mich deine Gnad umfängt. Kommt es dann zur letzten Noth, so versiegle mir im Tod, was ich dir geglaubt auf Erden, und laß es zum Schauen werden! Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Jesus meine Zuversicht. 300 Seele, was er⸗ 299. S müdst du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und dann ganz zu nichte wer⸗ den. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreu⸗ 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 221 ten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen; suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil der Lebens⸗ quelle zu, da kannst du sie reichlich haben; suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unselge Pein, die der Sünde Reich ge⸗ bieret; laß nur den dein Labsal sein, der zur Glau⸗ bensfreude führet; suche Je— sum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 5. Geh in Einfalt stets umher, laß dir nichts das Ziel verrücken, Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Müden, wohl erquicken; suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 6. Schwinge dich recht oft im Geist über alle Him⸗ melshöhen, laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen; suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 7. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet, und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet; 222 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 8. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schwe⸗ ben, laß mit brünstigem Ge⸗ bet sich dein Herz zu ihm erheben; suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 9. Bleibe nur getrost und still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen; suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. Jakob Gabriel Wolf, 1754. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. 300 Sollt ich jetzt noch, 5 da mir schon deine Güt erschienen, dich verlassen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen; mit den Lüsten dieser Zeit wieder mich beflecken, und nicht mehr die Süßigkeit deiner Liebe schmecken? 2. Hab ich doch allein bei dir meine Ruh gefunden; Mittler, heiltest du doch mir alle meine Wunden! Und ich sollte dein Gebot gleich dem Frevler hassen, und mein Recht an deinem Tod wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib ein Christ, halt auf deine Lehren, lasse keine Macht noch List mir den Glauben wehren. Fielen tausend ab, nicht ich; mags die Welt verdrießen, sie wird mein Vertraun auf dich mir doch lassen müssen. 4. Zeigt sie mir ein Heil wie du? Bringt sie Kraft den Müden, den Bedrängten Trost und Ruh, Sündern Gottes Frieden? Giebt sie mir die Zuversicht, daß ich trotz dem Grabe deiner Ewig⸗ keiten Licht zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wenn vor Gott einst die Völker stehen und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen; wenn der Sichre nun zu spät aus dem Schlaf erwachet, und der Spötter, der hier schmäht, staunt und nicht mehr lachet? 6. O wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße; da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde! 7. Nicht das Leben, nicht der Tod,‚ Trübsal nicht, noch Freuden sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Sünde, Welt und Eitelkeit und des Flei⸗ sches Triebe, alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe! Baltb. Münter, 4 1793. send ab, 1e Welt d mein nir doch ein Heil e Krast drängten Sündern ziebt si daß ich er Ewig⸗ en habe? h, wenn Volker ben und 1 Seite Sichre Schlaf Spötter, unt und , Wenn den ließe, urch dich eße da ou Vort gründe (bar dort inde! hen, niht icht,noc ch, Mein 3 bon ich deime 1⁰⁵ Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 301. Sanft, o Christ, Oe ist Jesu Joch, und was kann bei ihm uns fehlen? O wie selig sind wir doch durch den Retter unsrer Seelen! Welche Wonn und Herrlichkeit wartet unser nach der Zeit! 2. Freue deines Glaubens dich, deines Gottes, seines Sohnes; deine Seele rühme sich ihrer Hoffnung, seines Lohnes, frei, voll Muth und unverstellt, freudig vor der ganzen Welt. 3. Hat gleich sein Be⸗ kenntniß hier seine Leiden und Beschwerden, dennoch sei ihm treu, denn dir sollen ewge Freuden werden. Was ist gegen solch ein Glück dieses Lebens Augenblick? 4. Schäme seines Worts dich nie vor den Frevlern, vor den Spöttern; wenn sie ihn verschmähn, wenn sie sich und ihren Witz vergöt— tern. Was vermag der Lästrer Spott wider Jesum, wider Gott? 5. Was vermag er, tobt er gleich wider dich und deinen Glauben? Gottes Beifall, Gottes Reich kann doch keine Macht dir rauben. Halte dich an dem nur fest, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 223 nicht dein Herr für dein ewges Heil gestritten! Jene Schaar der Märtyrer, was hat die für ihn gelitten! Schmach und Marter, selbst den Tod litten sie getrost für Gott. 7. Und der Spötter Witz und Hohn könnte je dein Herz verführen, deinen Him⸗ mel und den Lohn deines Glaubens zu verlieren? Nein, o Christ, nein, wanke nie; fleh um Rettung auch für sie! 8. Sei getreu bis in 901 Tod, denn du glaubest nicht vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Wonne jenes Lebens, und nach einem kurzen Streit krönt dich seine Herrlichkeit. Joh. Andreas Cramer, 4 1788. Mel. O Durchbrecher aller Bande. 302 leibt bei dem, der euretwillen auf die Erde niederkam, der, um euren Schmerz zu stillen, tausend Schmerzen auf sich nahm. Bleibt bei dem, der einzig bleibet, wenn auch alles untergeht, der, wenn alles auch zerstäubet, siegend überm Staube steht. 2. Alles schwindet; Her⸗ zen brechen, denen ihr euch hier ergabt, und der Mund hört auf zu sprechen, der euch oft mit Trost gelabt, und der Arm, der euch zum 224 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Stabe und zum Schilde ward, erstarrt, und das Auge schläft im Grabe, das euch sorgsam einst bewahrt. 3. Alles stirbt; das Ird⸗ sche findet in dem Irdischen sein Grab; alle Lust der Welt verschwindet und das Herz stirbt selbst ihr ab. Irdsches Wesen muß ver⸗ wesen, irdsche Flamme muß verglühn, irdsche Fessel muß sich lösen, irdsche Blüthe muß verblühn. 4. Doch der Herr steht überm Staube alles Irdi⸗ schen und spricht: stütze dich auf mich und glaube, hoffe, lieb und fürchte nicht. Darum bleibt bei dem, der bleibet und der geben kann, was bleibt, der, wenn ihr euch ihm verschreibet, euch ins Buch des Lebens schreibt. Philipp Spitta, 4 1859. 2). Morgen⸗ und Abendlieder. a. Morgenlieder. Eigene Melodie. 303 Aus meines Her⸗ zens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde und all mein Lebenlang, Herr Gott, auf deinem Thron, zu Lob dir, Preis und Ehren durch Christum, unsern Her⸗ ren, den eingebornen Sohn: 2. Daß du mich hast aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Noth, Gefahr und Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demüthig⸗ lich, wollst mir die Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch be— hüten mich gnädig diesen Tag vor Satans List und Wüthen, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur⸗ und Wassersnoth, vor Ar⸗ muth und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem, schnellem Tod. 4. Mein Seel, mein Leib, mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr und Kind sei dir, Herr, übergeben, dazu mein Haus⸗ gesind, als dein Geschenk und Hab, die Eltern und Verwandten, Geschwister und Bekannten und alles, was ich hab. 5. Gott will ich lassen rathen, der alle Ding ver— mag. Er segne meine Tha⸗ ten, helf mir in meiner Sach. Ihm hab ich heimgestellt Leib, Seele, Gut und Leben, und was er sonst gegeben; er machs, wie's ihm gefällt. 6. Mne dara Nom Mum greif Freu besch and Blüthe r steht Irdi⸗ the dich „hoffe, Darum bleibet I„, was r euch ich ins reibt. 1859 Feur⸗ or Ar⸗ handen, Zanden, Tod. in Lib, ib, Gut, , Herr Haus⸗ Gescherk in und ster und 5, was lassen ing ver⸗ e Tha⸗ er Sach elt Leib, en, id ben; er fält. 6. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran: in meines Gottes Namen ist alles wohlgethan. Nun streck ich aus die Hand, greif an mein Werk mit Freuden, das Gott mir will bescheiden in meinem Amt und Stand. Johann Mathesius, 4 1565. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns ꝛc. 304 Das walt Gott Vater und Gott Sohn, Gott heilger Geist im Himmelsthron! Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht; wenns Licht an⸗ bricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh in rechter An— dacht meine Knie und ruf zu dir mit heller Stimm: dein Ohr mir neig, mein Red vernimm! 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig hast behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Frieden zuge— bracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch heut in deine Hut, und laß die lieben Engel dein um mich auf meinen Wegen sein. 5. Dein Geist mein Leib und Seel regier und mich mit seinen Gaben zier; er 27. Morgen- und Abendlieder. 22⁵ führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich, vom Uebel abgewandt, mein Seel mit Sünden nicht be— schwer und mein Gewissen nicht versehr. 7. Mein Aus⸗ und Ein⸗ gang heut bewahr, daß mir kein Uebel widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod, und hilf mir, wo mir Hülf ist noth. 8. Amen, o mein Herr Jesu Christ, der du für mich gestorben bist, gieb uns aus Gnad nach dieser Zeit die ewge Freud und Seligkeit. Martin Behemb, 4 1622. ott des Him⸗ 305* mels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist, erhält; 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch 10³ Eigene Melodie. 2²6 meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden dein Erbarmen offen stehn, da alleine Hülf und Rath ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Be— schützer und mein Hort! Nir— gends, als bei dir allein, kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele sammt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand! Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigen— thum. 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende und mich halt in guter Acht; der auch end— lich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu! Heinrich Albert, 4 1668. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren. 306. Woch auf, mein Sern und 27. Morgen- und Abendlieder. singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem treuen Menschen⸗ hüter! 2.⸗Als Nacht und dunkle Schatten mich ganz um⸗ fangen hatten, hat mich kein Leid versehret; du, Vater, hast's verwehret. 3. Du sprachst: mein Kind, nun liege, mein starker Schutz dir gnüge, schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen! 4. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen, von Noth bin ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben; hier bring ich meine Gaben: mein Weihrauch, Farr und Widder sind mein Gebet und Lieder. 6. Die wirst du nicht ver⸗ schmähen; du kannst ins Herz mir sehen, und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nich ts Beßres habe. 7. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir, und senden, der mich an dieseem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich: Ja! zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen, und Anfang, Mittel, Ende, ach Herr, zum Besten wende. II ITSISISESESS er allr er aller sunschn. dunkl ng um⸗ mich kein „Veiter, mein in starker „shlaf grauen, schauen! Herr, ist das Licht oth bin hutz hat u Opfer hmeine ihrauch, nd mein licht ber⸗ nst ins weißt e ich i du Mun an mir, nich an seili meinen O5 Beste Mittb, Bslen E 9.(Mit Segen mich be— schütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Panl Gerbardti 1676.“ Eigene Melodie. 307 Lobet den Herren, Alle, die ihn ehren! Laßt uns mit Freu⸗ den seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. Lobet den Herren! 2. Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket. Lobet den Herren! 3. Daß unsre Sinnen wir noch brauchen können, und Händ und Füße, Zung und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren! 4. O treuer Hüter, Brun⸗ nen aller Güter, ach, laß doch ferner über unser Leben bei Tag und Nacht dein Hut und Güte schweben. Lobet den Herren! 5. Gieb, daß wir heute, Herr, durch dein Geleite auf unsern Wegen unver— hindert gehen und überall in deiner Gnade stehen. Lobet den Herren! 6. Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen. Lehr 27. Morgen- und Abendlieder. 227 uns verrichten heilige Ge— schäfte, und wo wir schwach sind, da gieb du uns Kräfte. Lobet den Herren! 7. Richt unsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit deinen Strafen, sondern fromm zu werden vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren! 8. Herr, du wirst kommen und all deine Frommen, die sich bekehren, gnädig dahin bringen, da alle Engel ewig, ewig singen: Lobet den Herren! Paul Gerbardt, 4 1676. orgenglanz der I 308. MCuigtei, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte, und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgen⸗ thau fall auf unser matt Gewissen, laß die dürre Le⸗ bensau deinen süßen Trost genießen, und erquick uns, deine Schaar, immerdar. 3. Gieb, daß deiner Liebe Gluth unsre kalten Werke tödte und erweck uns Herz und Muth bei erstandner Morgenröthe, daß wir, eh wir gar vergehn, recht auf⸗ stehn. 4. Ach, du Aufgang aus der Höh, gieb, daß auch am Eigene Melodie. 228 27. Morgen⸗ und Abendlieder. jüngsten Tage unser Leib verklärt ersteh, und, entfernt von aller Plage, selig jene Freudenbahn wandeln kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gna⸗ densonne; führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Christian Knorr von Rosenroth, + 1688. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 309 ott, du Licht, das ewig blei⸗ bet, das ohn allen Wechsel ist, das die Finsterniß ver⸗ treibet, der du bleibest, wie du bist; ich verlasse meine Ruh; rufe: werde Licht! mir zu, daß ich, der ich Nacht und Erde, durch dein Licht verkläret werde. 2. Wecke, da der Leib geschlafen, auch die Seele geistlich auf; gieb ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf; laß mich sein des Lichtes Kind, hilf mir, weil ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt; ach, erneure und verkläre stets in mir dein Ebenbild! Sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und Ein Geist mit Christo werde. 4. Segne meiner Hände Werke, fördre mich in mei⸗ ner Pflicht; bleibe meiner Schwachheit Stärke, meines Lebens Kraft und Licht; laß mein Lebensziel allein deines Namens Ehre sein; hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Nächsten übe. 5. Führ mich einst zu jenem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angesichte die verklärte Seele steht, heller, als der Sonnen⸗ schein, schön, unsterblich, engelrein; laß sie sein mit dir vereinet, wenn mein letzter Tag erscheinet. Salomon Franck, 4 1725. Mel. O Gott, du frommer Gott. 310 O Jesu, süßes Licht, nun ist die Nacht vergangen; nun hat dein Gnadenglanz aufs Neue mich umfangen; nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt, und hat sich, Herr, nach dir, verlan⸗ gend ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnade senken mit Leib, mit Seel, mit Geist, heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer sein, verm , Gott Seele thum wähle da l Dchil fläre . Kib ben, Hau Lb iun so mit 0 mid Liel aß ich de und werde. Hände n mei⸗ meiner meines ht; laß deines hilf, Liebe nübe. nst zu öchsten deinem e Seele onnen⸗ erblich, in mit mein * 27. Morgen⸗ und Abendlieder. sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele; sie sei dein Eigen⸗ thum, daß sie nur dich er⸗ wähle in deiner Liebe Kraft; da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich ver⸗ klären allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir erge⸗ ben, zur Wohnung und zum Haus. Ach, allerliebstes Leben, ach, wohn, ach, leb in mir, beweg und rege mich, so hat Geist, Seel und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit und Geduld durch deines Geistes Triebe; auch mit der De⸗ muth mich vor Allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 6. Gieb, daß doch diesen Tag mir stets vor Augen schwebe, daß dein Allgegen⸗ wart mich gleich der Luft umgebe; auf daß mein ganzes Thun und Herz durch Sinn und Mund dich lobe innig— lich, mein Gott, zu aller Stund. 7. Ach, segne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß 229 alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigenthum. Joachim Lange, + 1744. Mel. Gott des Himmels u. der Erden. 311 Hebser Gott, 7 durch deinen Segen konnt ich fröhlich und gesund diese Nacht zurücke legen; dafür preist dich Herz und Mund; denn du willst für alle Treu nichts, als daß man dankbar sei. 2. Segne heute mich von Neuem, weil du segnen kannst und mußt; denn mit Wohl⸗ thun zu erfreuen, das ist deine Herzenslust, und du machst die milde Hand täg⸗ lich aller Welt bekannt. 3. Segne mich mit dei— nem Geiste, daß er heut mit seiner Kraft meinem Glau⸗ ben Beistand leiste, daß er gute Werke schafft und dem Bösen insgemein mag ein wackrer Gegner sein. 4. Segne mich mit Christi Blute bei verübter Missethat, weil er das auch mir zu gute mildiglich vergossen hat. Gläubig halte ich daran, daß mich nichts verdammen kann. 5. Segne mich mit dei— nem Worte, schreib es in mein Herz herein, daß es mag an jedem Orte meines Wandels Richtschnur sein. 230 27. Morgen- und Abendlieder. Leuchtet mir dies Lebenslicht, o so fehl und fall ich nicht. 6. Segne mich in meinem Stande, zeuch mein Herz mit Klugheit an, daß ich solchen ohne Schande und mit Ehren führen kann. Gieb dazu mein täglich Brod und was irgend sonst ist noth. 7. Segne mich in Kreuz und Leiden mit Vertrauen und Geduld; segne mich in Glück und Freuden mit dem Reichthum deiner Huld, daß ich dir im Kreuz getreu und im Glück voll Demuth sei. 8. Dann will ich für allen Segen Lob und Ehre, Preis und Dank dir zu deinen Füßen legen und es thun mein Leben lang, bis ich mit den Engeln dort vor dir jauchze fort und fort. Erdmann Neumeister, 4 1756. Eigene Melodie. 312 Die goldne Sonne, . voll Freud und Wonne, bringt unsern Gren⸗ zen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder, aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Him— mel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mäch⸗ tig und groß, und wo die Frommen dann sollen hin⸗ kommen, wenn sie im Frie⸗ den von hinnen geschieden aus dieser Erde vergäng⸗ lichem Schooß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer gesetzt; die besten Güter sind unsre Gemüther, dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergötzt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; Segnen und Mehren, Unglück ver⸗ wehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen, wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glück⸗ lich ergehn; Laster und Schande und schimpfliche Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke, laß mich auf deinen Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Freuden, ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders Hand, Habe und Haus; geiziges sei mäͤch⸗ wo die len Iin im Frie⸗ jeschikden vergäng⸗ gen, dem üter und haben, u Opfer üter sind dankbare uuch und n er sich Morgen Segnen lück ver⸗ jerke und an wir zugegen, so läßt u seiner ein. oben zu lI meine Beginnen 0 glück 27. Morgen- und Abendlieder. Brennen, unchristliches Ren⸗ nen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald die Lüfte des Todes L drein wehn. Alles in Allen muß brechen und fallen; Himmel und Erden, die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Bestehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wan⸗ ken; seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödtlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergieb und schone, laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein ganz abgewandt; sonst mich regiere, mich lenke und führe, wie dirs gefället; ich habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste, 231 Gott ist das Süßte und Allergewißte, von allen Schätzen der edelste Hort. 11. Willst du mich krän⸗ ken, mit Gallen tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schäd— lich und nichtig meinem Ge— beine, das weißt du alleine, hast niemals Einen zu bitter betrübt. 12. Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende; nach Meeresbrausen und Windes-— sausen leuchtet der Sonne erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille hab ich zu warten im himm— lischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht't. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Ich dank dir schon durch deinen ꝛc. 313. Men erst Gefühl Preis und Dank; erhebe 051 o Seele! Der Herr hört deinen Lob⸗ gesang; lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer shafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben, du bist es, der 232 27. Morgen- und Abendlieder. es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 4. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 5. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 7. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 8. Daß ich als dein ge⸗ treuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züch⸗ tig und gerecht durch deine Gnade lebe; 9. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue. 10. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Cbristian Fürchtegott Gellert, 4 1769. b Sonntagsmorgenlieder. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 314 ort Lob: der Sonntag kommt herbei; die Woche wird nun wieder neu. Heut hat mein Gott das Licht gemacht, mein Heil hat mir das Le⸗ ben bracht. Halleluja. 2. Dies ist der Tag, da Jesus Christ vom Tod für mich erstanden ist und schenkt mir die Gerechtigkeit, Trost, Leben, Heil und Seligkeit. Halleluja. 3. Das ist der rechte Son⸗ nentag, da man sich nicht gnug freuen mag; da wir mit Gott versöhnet sind, daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. Halleluja. 4. Mein Gott, laß mir dein Lebenswort; führ mich zur Himmelsehrenpfort: laß mich hier leben heiliglich und dir lobsingen ewiglich. Hal⸗ leluja. Job. Olearius, 4 1684. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 315 Licht vom Licht, 4 erleuchte mich bei dem frühen Tageslichte; Gnadensonne, stelle dich vor mein muntres Angesichte; wohne mir mit Glanze bei, sei. daß mein Sabbath fröhlich Herz. in und ein ge⸗ deinem „züh⸗ deine ächsten 5 und ern an und Glück deiner meinen wenn . „117600. ich bor geicht; fiohlich 27. Morgen⸗ und Abendlieder. 2. Brunnquell aller Se⸗ ligkeit, laß mir deine Ströme fließen; mache selbst mein Herz bereit, deiner Gnade zu genießen; streu das Wort mit Segen ein, laß es hundertfrüchtig sein. 3. Zünde selbst das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget; sei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß kein Irrthum mich betrüget und kein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit heilig, heilig, heilig! singen und mich in die Ewig⸗ 233 keit mit des Geistes Flügeln schwingen; gieb mir einen Vorschmack ein, wie es mag im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies im Herzen; offenbare dich doch mir und geuß meiner Andacht Kerzen immer neue Nahrung zu, heilge Liebesflamme du! 6. Dieser Tag sei dir geweiht; weg mit allen Eitel⸗ keiten! Ich will deiner Herr⸗ lichkeit einen Tempel zube⸗ reiten, nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. Benjamin Schmolck, 4 1737. c. Abendlieder. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem W. 316 0 ist der 5 Sonne Schein, die finstre Nacht bricht stark herein: leucht uns, o Herr, du wahres Licht, daß wir im Finstern wandeln nicht. 2. Dank sei dir, daß du uns den Tag vor Schaden, Angst und mancher Plag durch deine Engel hast be—⸗ hüt aus Gnad und väter⸗ licher Güt. 3. Womitwir heut erzürnet dich, verzeih, o Herr, uns gnädiglich und rechn' es unsrer Seel nicht zu; laß schlafen uns in Fried und Ruh. 4. Der Engel Wach nun um uns stell, daß uns der böse Feind nicht fäll; behüt uns auch vor aller Noth in dieser Nacht, du treuer Gott. Nikolaus Hermann, 4 1561. Eigene Melodie. 317 un ruhen alle 4* Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Fel⸗ der, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sin⸗ nen, auf, auf! ihr sollt be⸗ ginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des 234 27. Morgen- und Abendlieder. Tages Feind. Fahr hin! ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun ver⸗ gangen, die goldnen Stern⸗ lein prangen am blauen Him⸗s melssaal. Also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen das Kleid der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht, geht und legt euch nieder, der Ruhe ihr begehrt. Es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn ver⸗ drossen, im Nu sind sie ge⸗ schlossen: wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein, will Satan mich verschlin⸗ gen, so laß die Engel singen: dies Kind soll unverletzet ein! 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht be⸗ trüben kein Unfall noch Ge⸗ fahr; Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die gold— nen Waffen ums Bett und seiner Helden Schaar. Paul Gerhardt, 1676. Eigene Melodie. 318. Der Tag mit seinem Lichte fleucht hin und wird zu nichte; die Nacht kommt her⸗ gegangen, mit Ruhe zu um⸗ fangen den matten Erden⸗ kreis. Der Tag, der ist ge⸗ endet, mein Herz zu dir sich wendet, der Tag und Nacht geschaffen zum Wachen und zum Schlafen, will singen deinen Preis. 2. Wohlauf, wohlauf, mein Psalter! erhebe den Erhalter, der mir an Leib und Seelen viel mehr, als ich kann zählen, hat heute Guts ge— than. All Augenblick und Stunden hat sich gar viel gefunden, womit er sein Ge⸗ müthe und unerschöpfte Güte mir klar gezeiget an. 3. Gleichwie des Hirten Flügel Freude, lein ein, erschl m⸗ 1. Ider lehet r meine icht be⸗ noch Ge— h ruhig ie gold⸗ Zett und r. 1575 ag mit n Lichte hird zu imt her⸗ zu um⸗ Erden⸗ r ist ge⸗ dir sich 1d Nacht hen und singen uf, mein rhalter, d Serlen ch kann Zuts ge lick und gar viel sin 0. ste Gite „ + Hitten * 27. Morgen- und Abendlieder. Freude ein Schäflein an der Weide, sich unter seiner Treue, ohn alle Furcht und Scheue ergötzet in dem Feld und sich mit Blumen füllet, den Durst mit Quellen stillet, so hat mich heut ge— führet, mit manchem Gut gezieret der Hirt in aller Welt. 4. Gott hat mich nicht verlassen, ich aber hab ohn Maßen mich nicht gescheut, mit Sünden und Unrecht zu entzünden das treue Vater⸗ herz. Ach, Vater, laß nicht brennen den Eifer, noch mich trennen von deiner Hand und Seiten; mein Thun und Ueberschreiten erweckt mir Reu und Schmerz. 5. Erhöre, Herr, mein Beten und laß mein Ueber⸗ treten zur Rechten und zur Linken ins Meeres Tiefe sinken und ewig untergehn. Laß mir zur Hut hingegen sich deine Engel legen um mich mit ihren Waffen; mit dir will ich entschlafen, mit dir auch auferstehn. 6. Darauf so laß ich nie⸗ der mein Haupt und Augen⸗ lider, will ruhen ohne Sor⸗ gen, bis daß der goldne Morgen mich wieder munter macht. Dein Flügel wird mich decken, so wird mich nicht erschrecken der Feind 235 mit tausend Listen, der mich und alle Christen verfolget —30 und Nacht. Ich lieg hier oder 5 ich sitz auch oder gehe, bleib ich dir ergeben und 2 bist auch mein Leben, das ist ein wahres Wort. Was ich 1.— und mache, ich schlaf ein oder wache, wohn ich als wie im Schlosse in deinem Arm und Schooße, bin selig hier und dort. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 319. nsre müden Au⸗ Helider schlie⸗ ßen sich jetzt schlafrig zu, und des Leibes matte Glie— der grüßen schon die Abend— ruh; denn die dunkle, finstre Nacht hat des hellen Tages Pracht in der tiefen See verdecket und die Sterne aufgestecket. 2. Ach, bedenk, eh du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gast, ob du den, der dich erschaffen, heute nicht erzürnet hast; thu, ach thu bei Zeiten Buß, geh und falle ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll ent— laden. 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen, daß ich diesen Tag verbracht anders, als du mir befohlen; ja, ich habe 286 27. Morgen⸗ und Abendlieder. nicht bedacht des Berufes schmalen Steg, deinen vor⸗ geschriebnen Weg, sondern dich, mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Weltlust Straßen. 4. Ach, Herr, laß mich Gnad erlangen, gieb mir nicht verdienten Lohn, laß mich deine Huld umfangen, sieh an deinen lieben Sohn, der für mich genug gethan; Vater, nimm den Bürgen an; dieser hat für mich er⸗ duldet, was ich Sünder hab verschuldet. 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken; in dir schlaf ich sanft und wohl; gieb mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für bis die Morgenröth angehet und der Mensch zum Werk aufstehet. 6. Vater, droben in der Höhe, dessen Nam uns theuer werth; dein Reich komm, dein Will geschehe, unser Brod werd uns beschert; und vergieb uns unsre Schuld, schenk uns deine Gnad und Huld; laß uns nicht Ver⸗ suchung tödten; hilf uns, Herr, aus allen Nöthen. Johann Franck, 4 1677. Eigene Melodie. 320. Wer. munter, mein Ge⸗ müthe, und ihr Sinnen, geht herfür, daß ihr preiset Got⸗ tes Güte, die er hat gethan an mir, da er mich den ganzen Tag vor so mancher Noth und Plag durch sein gnadenreiches Walten hat behütet und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barm⸗ herzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so ge— treulich hast bewahrt, auch die Feind hinweggetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 3. Dieser Tag ist nun vergangen und die dunkle Nacht bricht an; es ist hin der Sonne Prangen, so er⸗ freuet Jedermann. Stehe mir, o Vater, bei, daß dein Glanz stets vor mir sei, und mein kaltes Herz entzünde, daß ich deine Näh empfinde. 4. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein; hat dein Sohn doch ausgeglichen meine Schuld durch seine Pein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer, als die Sünde, die ich täg⸗ lich in mir finde. 5. O du Licht der from⸗ men Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich S„ & n, cht set Got⸗ gethan lich den mancher Ich sein ten hat . k sei dir Barm⸗ ist mein du mich nd vor rt so ge⸗ kt, auch etrieben, blieben. ist nun dunkle ist hin so er⸗ Stehe daß dein sei, und ntzünde, mpfinde von dir ich doch in Sohn meine Pein. cht die Gnad größkr ich tig⸗ flomi⸗ Ol pil ich 27. Morgen⸗- und Abendlieder. mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit; bleibe doch, mein Gott, allhier in der Dunkelheit bei mir; tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 6. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Ruh; alles Uebel laß ver⸗ schwinden, decke mich mit Segen zu; Leib und Seele, Muth und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feinde, Hausge⸗ nossen sei'n in deinen Schutz geschlossen. 7. Ach, bewahre mich vor Schrecken, schütze mich vor Ueberfall; laß mich Krank⸗ heit nicht aufwecken, halte fern des Krieges Schall, wend ab Feur- und Wassers⸗ noth, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. 8. O du großer Gott, er⸗ höre, was dein Kind gebeten hat; Jesu, den ich stets ver⸗ ehre, bleibe du mein Schutz und Rath; und, mein Hort, du heilger Geist, der du unser Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen. Amen, ja, es soll geschehen. Johann Rist, 1667. Eigene Melodie. er lieben Sonne Licht und Pracht 321. 237 hat nun den Lauf vollführet; die Welt hat sich zur Ruh gemacht; thu, Seel, was dir gebühret; tritt an die Him⸗ melsthür und bring ein Lied herfür; laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein gerichtet hin. 2. Ihr hellen Sterne leuchtet wohl und gebet eure Strahlen; ihr macht die Nacht des Lichtes voll; doch noch zu tausend Malen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schutz, mein Schatz, mein Eigenthum. 3. Der Schlaf zwar herrschet in der Nacht bei Menschen und bei Thieren; doch Einer ist, der droben wacht, bei dem kein Schlaf zu spüren. Es schlummert, Jesu, nicht dein Aug, auf mich gericht; drum soll mein Herz auch wachend sein, daß Jesus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht dies arme Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach, nimm es gnädig an; es ist doch herzlich gut gemeint, o Jesu, meiner Seelen Freund! 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich 238 27. Morgen- und Abendlieder. befehlen; du wirst, mein Hüter, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Noth, nicht Hölle, Welt, noch Tod; denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freuden wieder aufersteht. 6. So will ich denn nun schlafen ein, Jesu, in deinen Armen: dein Aufsicht soll die Decke sein, mein Lager dein Erbarmen; mein Schirm sei deine Brust, mein Traum die selge Lust, die aus dem Wort des Lebens fließt und dein Geist in das Herz mir gießt. 7. Nun, matter Leib, gieb dich zur Ruh und schlaf fein sanft und stille; ihr müden Augen, schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille; schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! so ist der Schluß recht wohl ge⸗ macht. Nun, liebster Jesu, gute Nacht! Christian Scriver, 4 1698. Eigene Melodie. un sich der Tag 322. N geendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was da müd und matt, und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, wachst für und für, du schläfst noch schlummerst nicht; und Finsterniß ist nicht bei dir, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser fin⸗ stern Nacht, und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an, doch aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 5. Der tritt für mich als Bürge ein, wenn ich soll ins Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröh⸗ lich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Ge⸗ danken hin; zu End sei euer Lauf! Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammer⸗ thal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur auserwähl⸗ ten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, du Herr Gott Ze— baoth! Im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Noth. Johann Friedrich Herzog, 4 1699. 27. Morgen- und Abendlieder. 239 Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 323 Her⸗ es ist von meinem Leben wiederum ein Tag dahin; lehre mich nun Achtung ge— ben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mir auch selber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du Man⸗ ches finden, was dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden in Ge— danken, Wort und That, und zu jeder Tagesstund pfleget Herz und Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld. Ich bin freilich schwer beladen; doch vergieb mir alle Schuld. Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu; so will ich noch deinen Willen künftig mehr, als heut, erfüllen. 4. Heilige mir das Ge⸗ müthe, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte; auch dein Engel steh mir bei. Lösche Feur und Lichter aus, und bewahre selbst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun. Sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rath und verhindere die That; wend auch allen andern Schrecken, den die Bosheit kann er⸗ wecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Heerde wacht. Darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir Alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Caspar Neumann, 1715. Mel. Jesu, meine Freude. 324 Hitte deiner Scha⸗ fe, der von kei⸗ nem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Schild und Hütte den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht, und laß mich von deinen Schaa— ren um und um bewahren. 240 27. Morgen- und Abendlieder. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhe⸗ kissen: drum vergieb die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon durch die tief geschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Noth betrüben; sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen ohne Sorgen ein. Du bei mir und ich bei dir, also sind wir unge⸗ schieden und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jam⸗ mer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel; unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein; decke zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind erschrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald roth, bald todt! Drum, hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnoth, so will ich nicht wider dich; hab ich Jesum nur gefunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich thue in getroster Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir er⸗ geben, o du Hüter, du! Gute Nacht! nimm mich in Acht; und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benjam. Schmolck, 4 1737. Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu. 325 er Abend kommt, die Sonne sich verdecket, und alles sich zur Ruh und Stille strecket. O meine Seel, merk auf, wo bleibest du? In Gottes Schooß, sonst nirgends hast du Ruh. 2. Der Wandersmann legt sich ermüdet nieder, das Vög⸗ lein fleucht zu seinem Neste wieder, die Schäflein ziehn in ihre Hürden ein: laß mich zu dir, mein Gott, ge⸗ kehret sein! 3. Ach, sammle selbst Be⸗ gierden und Gedanken, die noch so leicht aus Schwach⸗ heit von dir wanken; mein Ruheplatz und Heimath, thu dich auf, daß ich in dir be⸗ schließe meinen Lauf. 4. Recht väterlich hast du mich heut geleitet, bewahrt, verschont, Erquickung mir bereitet; ich bins nicht werth, daß du so gut und treu; mein Alles dir zum Dank ergeben sei. 5. Vergieb es, Herr, wo ich mich heut verirret und mich zu viel durch dies und das b leid,e schcht o Wet 6. Tagwe Geist Vekle 3u lieb zenshr schauer 7* und c. Abend Wille senket. Vermy mein! ruhen 9 6 seine den schwe fihr in di gnüg 10 Geist im 5 Beist deck Hütte du! ich in den beiter 157. Iesu. mmt, sich zur . wo ottes hast Nlegt Wg⸗ Reste ziehn laß „ ge⸗ 27. Morgen- und Abendlieder. 24¹ das verwirret! Es ist mir leid, es soll nicht mehr ge⸗ schehn; nimm mich nur ein, so werd ich fester stehn. 6. Da nun der Leib sein Tagwerk hat vollendet, mein Geist sich auch zu seinem Werke wendet, zu beten an, zu lieben inniglich, im Her⸗ zensgrund, mein Gott, zu schauen dich. 7. Die Dunkelheit ist da, und alles schweiget; mein Geist vor dir, o Majestät, sich beuget. Ins Heiligthum, ins Dunkel kehr ich ein; Herr, rede du, laß mich ganz stille sein. 8. Mein Herz sich dir zum Abendopfer schenket, mein Wille sich in dich gelassen senket; Begierden schweigt! Vernunft und Sinnen still! mein müder Geist im Herren ruhen will. 9. Dem Leib wirst du bald seine Ruhe geben; laß nicht den Geist zerstreut in Unruh schweben. Mein treuer Hirt, führ mich in dich hinein: in dir, mit dir kann ich ver⸗ gnüget sein. 10. Im Finstern sei des Geistes Licht und Sonne, im Kampf und Kreuz mein Beistand, Kraft und Wonne; deck mich bei dir in deiner Hütte zu, bis ich erreich die volle Sabbathsruh. Gerhard Tersteegen, 4 1769. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 326 Ac, mein Jesu, sieh, ich trete, da der Tag nunmehr sich neigt, und die Finsterniß sich zeigt, hin zu deinem Thron und bete; neige du zu deinem Sinn auch mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn ge⸗ schwinde wie ein Pfeil zur Ewigkeit; auch die aller⸗ längste Zeit rauscht vorüber wie die Winde, fließt dahin, als wie ein Fluß mit dem schnellsten Wasserguß. 3. Aber, Jesu, sieh, ich Armer nehme mich doch nicht in Acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich suchte, mein Erbarmer; o, wie mancher Tag geht hin, da ich kalt und träge bin! 4. Ach, ich muß mich herz— lich schͤmen, du erhältst und schützest mich Tag und Nacht so gnädiglich, und ich will mich nicht bequemen, daß ich ohne Heuchelei dir dafür recht dankbar sei. — 5. Nun, ich komme mit Verlangen, o mein Herzens⸗ freund, zu dir, neige du dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr vergangen; sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. 6. Laß mich meine Tage zählen, die du mir noch 1¹ 242 gönnen willt; von dir sei mein Herz erfüllt, so wird mich nichts können quälen, denn wo du bist Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. Johann Schlicht, 4 1723. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 7 err, der du mir 32⁷. 9 das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Ge— müthe freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn. 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen; ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Theil. 27. Morgen- und Abendlieder. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh ent⸗ gegen; dein Name sei ge⸗ preist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Mel. In dich bab ich geboffet, Herr. ür alle Güte sei 328. F gepreist, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Ihr bin ich zu ge⸗ ringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret, hast väter⸗ lich mein Haus und mich beschützet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk: der Geist, mit dem ich dein gedenk, ein ruhiges Gemüthe; was ich vermag bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 4. Sei auch nach deiner Lieb und Macht mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; vergieb mir meine Sünden; und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. —ßt— Mel. 92 aber! ich mi inmer wohl! tes G täglic Trost —. bon meir nim zähll dutg ich r 4a bl 3. geteb du z 3u js Nur Ag 60 Resc 4 beb wie mei du hast dich dir 0. Grin einem 0 ent⸗ ei ge⸗ und deine Vater, 117⁰9. „ Her. ite sei Gott heilger zu ge⸗ Danb, ich dit meiner 3 heutt mein väter⸗ mich 4.0. hin, ist Geist, l, ein s it g ist deiner Schuh Nacht; inden; , Henr* Gnade 4 Ic. 27. Morgen⸗- und Abendlieder. 243 d. Wochenschluß. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 329 ie Woche geht ö* zu Ende, nicht aber Gottes Treu; denn wo ich mich hinwende, da ist sie immer neu. Die Zeit kann wohl verschwinden, nur Got— tes Güte nicht, sie läßt sich täglich finden und giebt mir Trost und Licht. 2. Du gnädigster Erhalter von Allem, was ich bin, hör meines Mundes Psalter und nimm mein Opfer hin. Un⸗ zählbar sind die Gaben, die du geschenket mir, und was ich nur kann haben, ist alles ja von dir. 3. Die ganze Woche zeu— get von deiner Gütigkeit, die du zu mir geneiget, getreu zu jeder Zeit. Auf meines Lebens Pfade rühmt jeder Augenblick die Wunder deiner Gnade im Glück und Miß⸗ geschick. 4. Allein mein Herze bebet, wenn es zurücke denkt, wie übel ich gelebet und dich, mein Gott, gekränkt; je mehr du mich geliebet und meiner hast verschont, je mehr ich dich betrübet, mit Undank dir gelohnt. 5. Ach, strafe nicht im Grimme gehäufte Missethat, weil deine Vaterstimme mich selbst gerufen hat, so ruf ich: Herr, erbarme, erbarm dich über mich; ich fall dir in die Arme: ach, schone, gnä⸗ diglich! 6. Mein Glaube heißt mich hoffen, es sei durch Christi Blut ein neuer Bund geschlossen und alles wieder gut. Drum will ich dir geloben, auf ewig treu zu sein; dein guter Geist von oben wird mir die Kraft verleihn. 7. Ich bin dein Kind aufs Neue; drum gieb, daß diese Nacht mich auch dein Schutz erfreue, der alles sicher macht. Ich werde gleichsam sterben, der Schlaf ist wie ein Tod; doch kann ich nicht verderben: du lebst in mir, mein Gott. 8. Soll das in diesem Leben die letzte Woche sein, will ich nicht widerstreben, nein, mich im Geiste freun auf einen Feierabend, den Christi Tod gemacht; und diese Hoffnung habend, sprech ich nun: gute Nacht! Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten 330. So ist die Woche nun geschlossen, 244 doch, treuer Gott, dein Herze nicht; wie sich dein Segens⸗ quell ergossen, so bin ich noch der Zuversicht, daß er sich weiterhin ergießt und unaufhörlich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde; ich lobe dich, so hoch ich kann; ich rühme dich von Herzens-⸗ grunde für alles, was du mir gethan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weih⸗ rauch ist. 3. Hat mich bei meinen Wochentagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so giebst du auch die Kraft, zu tragen; zudem es ist voll Heil und Frucht durch deine Liebe, Herr, zu mir, und darum dank ich dir dafür. 4. Nur Eines bitt ich über alles; ach, du versagst mir solches nicht: gedenke keines Sündenfalles, weil mich mein Jesus aufgericht, mein Jesus, der die Misse⸗ that durch seinen Tod ge⸗ büßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen; du brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder hast ver⸗ sprochen, daß er, wenn ihm die Sünd ist leid, nicht 27. Morgen- und Abendlieder. sterben, sondern gnadenvoll, als ein Gerechter leben soll. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen, und so will ich den Wochenschluß ver⸗ gnügt und froh zurückelegen, da mich der Trost erheben muß, daß ich in Christo solle dein und schon in Hoffnung selig sein. 7. Doch da mein Leben zugenommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen, und warte nun der letzten Zeit, da du die Stunde hast bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs Neue den Sonn⸗ tag wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an; ach ja! da theilt dein Wort und Haus den allerbesten Segen aus. 9. So will ich das im Voraus preisen, was du mir künftge Woche giebst; du wirst es in der That be⸗ weisen, daß du mich je und immer liebst, und leitest mich nach deinem Rath, bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdmann Neumeister, 4 1756. Ml. R 901 herein it lf prich 0 Herr mand ja m auch . meh beso er a solle envoll, leben ält an o will* ber⸗ klegen, cheben 0 solle fnung Leben h auch Woche warte da du timmt, immel lorgen Sonn⸗ m, so deiner neuen a theilt 13 den . ⁸ im du mir st; du at be⸗ 1 0 etmih 15 Hlid it I55 27. Morgen⸗ und Abendlieder. 245⁵5 e. Sonntagsabendlied. Mel. Nun sich der Tag geendet bat. 331 Nm bricht die 7 finstre Nacht herein, des Tages Glanz ist todt; jedoch, mein Herz, schlaf noch nicht ein, geh, sprich zuvor mit Gott. 2. O Gott, du großer Herr der Welt, den Nie— mand sehen kann, du siehst ja mich in deinem Zelt, hör auch mein Seufzen an. 3. Der Tag, den ich nun⸗ mehr vollbracht, der war besonders dein; drum hätt er auch bis in die Nacht dir sollen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht geschehn; denn ich bin Fleisch und Blut, und pfleg es öfters zu versehn, wenn⸗ gleich der Wille gut. 5. Nun such ich deinen Gnadenthron, sieh meine Schuld nicht an, und denke, daß dein lieber Sohn für mich genug gethan. 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, in unsre Herzen ein, und lasse die, so es gehört, dir auch ge— horsam sein. 7. Erhalte ferner noch dein Wort, und thu uns immer wohl, damit man stets an diesem Ort Gott diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine Ruh; o Vater, steh mir bei und gieb mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sei. 9. Gieb Allen eine gute Nacht, die heute recht gelebt, und bessre den, der unbe— dacht hat wider dich gestrebt. 10. Woferne dir mein Thun gefällt, so hilf mir morgen auf, daß ich noch ferner in der Welt vollbringe meinen Lauf. 11. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein; da wird in deiner Herrlichkeit mein Sab— bat ewig sein. Caspar Neumann, 1 1715. 28. Bausstandslieder. a. Ehestand. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 332 Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig — — eeet‚.‚..— — . 19 I 4* 246 28. Hausstandslieder. halten Jung und Alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib in Eintracht gehn, und un⸗ verrückt beisammen stehn im Bunde reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Himneel selbst sich freue; kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Seid gutes Muths! Nicht Menschenhand hat auf⸗ gerichtet solchen Stand, es ist ein höhrer Vater, der hat uns je und je geliebt, und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rather; Anfang, Aus⸗ gang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 4. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man leidens⸗ voll die Thränen lässet fließen. Doch wer sich still und in Geduld ergiebt, deß Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Wage, trage nur ein wenig, unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 5. Wohl denn, mein Kö⸗ nig, nah herzu; gieb Rath im Kreuz, in Nöthen Ruh, in Aengsten Trost und Freude! Deß sollst du haben Ruhm und Preis; wir wollen singen bester Weis und danken alle Beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen. Paul Gerhardt, 4 1676. Nach voriger Melodie. o Gott ein 333. Wẽé Haus nicht selber baut, wo Gott nicht Braut und Bräutgam traut, ist Rath und Werk ver⸗ gebens; wo Gott des Hauses Gang regiert, dem Bräuti⸗ gam die Braut zuführt, da quillet Lust des Lebens. Zählet, wählet, sorget, denket! wenns Gott lenket, wirds gelingen; sonst wird Nie⸗ mand was erzwingen. 2. Wenn Gott die Stadt nicht selbst bewacht, da giebt umsonst der Wächter Acht, und Feind und Flammen wüthen. Wo Gottes Hand nicht Ehen schließt, wo er nicht wird ums Ja begrüßt, giebts keine Friedensblüthen. Schauet, trauet! wer Gott dienet, der nur grünet; die ihn fliehen, müssen sich zu Tode mühen. 3. Umsonst springst du vom Lager auf und eilst vor Rath muh, in Freude! Ruhm singen en alle i dir, füllen, loben 1676. t ein nicht t nicht traut, K ber⸗ Hauses hräuti⸗ rt, da ebens. enket! Wirds Nie⸗ . Stadt ja giobt Acht, ammen Hand wo er egrüßt, lüthen. Gott t/ di sich Ju 28. Hausstandslieder. 2⁴47 Tag mit bangem Lauf, Brod, Kleidung zu erjagen; um⸗ sonst sitz'st du bis Mitter⸗ nacht und denkst, es sei nicht gnug vollbracht, und iß'st und trinkst mit Zagen. Hülle, Fülle edler Gaben soll der haben, der, begnadet, Jesum zu der Hochzeit ladet. 4. Wohl dem, der, von dem Geist regiert, mit Christo seinen Ehstand führt und Gottes Reich erbauet! Wohl dem, der fromme Kinder hat, die er zum Heil der Vater⸗ stadt im Geiste wachsen schauet! Jesu, Jesu, laß ge⸗ schehen, was wir flehen; laß es Ehen, die dein Werk sind, wohlergehen! Joh. Adam Lehmus, 1 1788. Mel. Seelenbräutigam. 334 Jesu, geh voran 9 auf der Lebens⸗ bahn; und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nach— zueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart er⸗ gehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz jemals unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gieb Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang; führst du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nöthge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thore auf. Nikolaus Ludwig, Graf v. Zinzen⸗ dorf, 4 1760. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 335 Mach, Herr, Ein 2 Herz aus den zweien durch der Liebe festes Band; gieße Segen und Gedeihen auf den neuer⸗ wählten Stand; laß sie alt beisammen werden und viel Gutes sehn auf Erden. Steh bei ihnen in der Noth, und sei ewig unser Gott. Caspar Neumann, 1 1715. b Eltern und Kinder. Mel. Wo Gott zum Haus nicht ꝛc. ohl einem Haus, 336. W wo Jesus Christ allein das All in Allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär, wie finster wärs, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn sich Mann und Weib und Kind in Einem Glaubensgeist ver⸗ bindt, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Wil⸗ len und Gebot! 3. Wohl, wenn ein solches 2⁴48 28. Hausstandslieder. Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt. 4. Wohl, wenn das Räuch⸗ werk im Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Gottes Wort! 5. Wohl, wenn im äußer⸗ lichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein Jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart! 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind, und wenn sie Kind und Hausgesind ver— säumen nicht am ewgen Glück; dann bleibt derselben keins zurück! 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht! Die Eltern werden hoch erfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund sammt meinem Hause diesen Bund: wenn alles Volk vom Herrn ab⸗ wich, wir dienen doch ihm ewiglich! Christian Carl Ludwig von Pfeil, + 178⁴ Mel. Schmück dich, mein Herz ꝛc. 337. O selig Haus, wo man dich auf⸗ genommen, du wahrer See⸗ lenfreund, Herr Jesu Christ; wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebste bist; wo Aller Herzen dir entgegen schlagen und Aller Augen freudig auf dich sehn, wo Aller Lippen dein Gebot erfragen und Alle deines Winks ge— wärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe Eines Geistes sind, als Beide Eines Heils gewürdigt, Keiner im Glau⸗ bensgrunde anders ist gesinnt, wo Beide unzertrennbar an dir hangen, in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten, wie am bösen Tag. 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Hän⸗ den des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sam⸗ meln und horchen deiner süßen Rede zu, und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland,‚ du. 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und, wissend, wessen Augen See⸗ Hrist; n, die eiertste Aler hlagen reudig Aller fragen s ge⸗ „ wo einer, Heistes Heils Glau⸗ zesinnt, ar an Leid, „ und stets guten, o man 28. Hausstandslieder. auf sie sehn, bei allem Werk in Einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausgenossen, in Demuth willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und unverdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude theilest, wo man bei keiner Freude dein ver⸗ gißt; o selig Haus, wo du die Wunden heilest und Aller Arzt und Aller Tröster bist; bis Jeder einst sein Tage⸗ werk vollendet und bis sie endlich alle ziehen aus da— hin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. Pbilipp Spitta, 4 1859. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 338 Ich und mein Haus, wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein; gieb deinen Segen nur darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus Al⸗ len; dir nur soll sie wohl— gefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser 249 Aller Seelen; es leucht uns, wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und Alle, die drin wohnen, aus, im Glau⸗ ben uns verbinde; laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, Tragen sein bereit, voll De⸗ muth, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; Keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus ge⸗ gründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hülfe schaun mit kind⸗ lichem Gemüthe, selig, fröh⸗ lich selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Giebst du uns irdsches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichthums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demuth leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 1¹⁵ 250 28. Hausstandslieder. 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist, als nur dein Geist regiere. Der ists, der alles wohlbestellt, der gute Zucht und Ordnung hält, der alles lieblich ziere. Sende, spende ihn uns Allen, bis wir wallen heim und oben dich in deinem Hause loben. Pbilipp Spitta. f 1859. Mel. Wenn wir in böchsten Nötben s. 339 Hitß Gott, daß ja 3 die Kinderzucht gedeihe stets und schaffe Frucht, daß aus der Kinder Mund dir werd ein Lob verbreitet hier auf Erd. 2. Laß sie den Eltern insgemein, den Lehrern auch gehorsam sein, und meiden all ihr Leben lang den eignen Sinn und Müßiggang. 3. Gieb ja, daß ihnen mangle nicht heilsame Lehr und Unterricht, damit durchs Wort aus deinem Mund ihr Glauben habe festen Grund. 4. Mach sie im Glauben recht gewiß, bewahre sie vor Aergerniß, damit man sie ja nirgends find, wo freche, böse Buben sind. 5. Durch deine Weisheit, Macht und Güt auf allen Wegen sie behüt, führ du sie selbst auf rechter Bahn, weil sonst ihr Fuß leicht gleiten kann. 6. Laß sie dich, Gott, an allem Ort vor Augen haben immerfort, und sich befleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Ehrbarkeit. 7. Und wo sie ausgehn oder ein, da laß du sie ge⸗ segnet sein, daß sie die Le⸗ benszeit in Ruh und Frieden bringen christlich zu. 8. Wenn sich dann endet einst ihr Lauf, so nimm sie, Herr, zu dir hinauf, auf daß sammt ihnen wir zugleich dich preisen dort in deinem Reich. 9. Gott Vater, Sohn und heilger Geist, von dem uns alle Gnade fleußt, wir loben dich, wir danken dir mit unsern Kindern für und für. David Denicke, + 1680. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 340 Sorge doch für 5 unsre Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugethan, und durch deines Sohnes Blut gleichwohl dein erworbnes Gut; darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschützen und berathen. 2. Sie sind dir von Kin⸗ desbeinen und von ihrer ersten Stund zugeeignet als die Deinen, und durch deinen leicht ott, an haben fleißen Zucht uigehn sie ge⸗ ie Le⸗ rieden endet im sie, f„. auf ugleich deinem hn und m uns loben r mit ud für. 180. Gemüthe. ch für Kinder, er an; it sind I doch deines Hlden m wirst vohl enl. N Kin⸗ ihreb let als deinen Gnadenbund hast du sie in ihrer Tauf väterlich genom⸗ men auf, daß sie, wenn sie sollten sterben, wären deines Reiches Erben. 3. Du hast sie bisher er⸗ nähret und so manchem Un⸗ glücksfall mehr als väterlich gewehret, der sie sonsten überall hätt in Angst und Noth gestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vater⸗ treue bleibt bei ihnen täglich neue. 4. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir ver⸗ pflichtet sein und mit dank⸗ barem Gemüthe solchen Glücks⸗ und Segensschein rühmen und vor Jedermann deine Wohlthat zeigen an, ach, so würd ich ganz ver⸗ messen Gottes, meines Heils, vergessen. 5. Sammeln Andre große Schätze, suchen in der Welt ihr Heil, daß sie Geld und Gut ergötze, so bist du mein einzig Theil. Bleib auch meiner Kinder Gott, lasse sie in keiner Noth und in 28. Hausstandslieder. 251 keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. 6. Schütze sie vor bösen Leuten und vor der Ver⸗ führer Schaar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten; laß sie ihre Lebensjahr in der Gnade bringen zu, bis du sie wie mich zur Ruh wirst ins kühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. 7. Können sie auf dieser Erden deinem Reich, wie dirs gefällt, und dem Näch⸗ sten nützlich werden, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Thun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. 8. Gönne mir die große Freude, daß ich einst am jüngsten Tag nach so vielem Kreuz und Leide doch mit Jauchzen sagen mag: siehe, Vater, ich bin hier nebst den Kindern, die du mir in der Welt einst hast gegeben! Ewig will ich dich erheben. Ludwig Heinrich Schlosser, 4 1723. c. Beruf und Arbeit. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. as walte Gott, 341. der helfen kann! Mit Gott fang ich die Arbeit an; mit Gott nur geht es glücklich fort; drum ist auch dies mein erstes Wort: das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes An⸗ gesicht; drum auch mein Mund mit Freuden spricht: das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht giebet, da gebrichts; Gott giebt und thut mir alles Guts; drum sprech ich auch nun gutes Muths: das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dank⸗ bar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: das walte Gott! 5. Anfang und Mitte sammt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nützlich ist; drum sprech ich auch zu jeder Frist: das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnügets mir zu jeder Stund; drum sprech ich auch von Herzens⸗ grund: das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück, unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt: er wird mir gnädig stehen bei; drum dies auch meine Loosung sei: das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat; er giebt 28. Hausstandslieder. und nimmt, machts, wie er will; drum sprech ich auch fein in der Still: das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Noth und giebt mir auch mein täglich Brod; nach seinem alten Vater⸗ brauch thut er mir Guts; drum sprech ich auch: das walte Gott! 10. Nichts glücket ohne Gottes Gunst, nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst; mit Gott gehts fort, geräth auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: das walte Gott! 11. Theilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; mag hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freuden an: das walte Gott! 12. Thu ich denn was mit Gottes Rath, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl gerathen muß; drum sprech ich nochmals zum Beschluß: das walte Gott! Job. Betichius, um 1700. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. —3 42. ein Gott, die Arbeit meiner Hände fang ich in deinem Namen an; gieb, daß ich sie also vollende, wie sie dir wohlgefallen kann, und stehe du m Veu 2. Statt Reine gieb uo ic weiß; Gefal Engel 3. Kraft Gedu wenn daß erfre und über 4 lich nicht und mit mir dunn wiede Mel. 31 den Mit Ueb Siel mütt Gnal schne 28. Hausstandslieder. du mir gnädig bei, daß mein Beruf gesegnet sei. 2. Laß alles wohl von Statten gehen, erleichtre meinen sauren Schweiß, und gieb mir selber zu verstehen, wo ich mir nicht zu rathen weiß; verhüte Schaden und Gefahr durch deiner lieben Engel Schaar. 3. Gieb mir Gesundheit, Kraft und Stärke, Vernunft, Geduld, Geschicklichkeit, und wenn ich deine Güte merke, daß mich dein Segen hat erfreut, so lenke meinen Geist und Sinn, daß ich nicht übermüthig bin. 4. Verleihe mir ein christ⸗ lich Leben und laß mich nicht der Wucherei, der List und Trügerei bestreben, da⸗ mit dein Fluch nicht auf mir sei, der alles, was du mir beschert, zur Strafe wiederum verzehrt. 25⁵3 5. Beschere mir ein fromm Gesinde, das fleißig, treu und redlich ist, und gieb, daß ich in mir befinde, daß du ihr Gott und Schöpfer bist, und daß du über meiner Schuld auch bist voll Lang⸗ muth und Geduld. 6. Laß weder Neider, Herr, noch Feinde mir je nach meiner Nahrung stehn, und mir beständig gute Freunde mit Rath und That entgegen gehn; denn Aller Herzen und Verstand hast du, mein Gott, in deiner Hand. 7. Ist dann meines Lebens⸗ tag erloschen, ach, so bestelle selbst mein Haus, und theile mir den Gnadengroschen bei deinen Auserwählten aus, daß ich von meiner Arbeit ruh. Mein lieber Gott, sprich: Ja! dazu. Aus dem Anhaltischen Gesang⸗ buche, 1859. d. Geburtstag. Mel. Lasset uns den Herren preisen. 3 43 Urweränderliche Liebe, Brunn, den lauter Gnade füllt, der mit ungehemmtem Triebe Ueberfluß und Segen quillt! Sieh, mein dankbares Ge⸗ müthe schwingt durch deinen Gnadenzug sich mit einem schnellen Flug in den Reich⸗ thum deiner Güte. Liebe, wie vergelt ich dir, was du Guts gethan an mir? 2. Dieser Tag, der mir die Pforten dieses Lebens aufgethan, treibet mich, mit holden Worten, Liebe, dich zu loben, an. Er erscheinet als ein Zeuge, der mir zu Gemüthe führt, was mein 25⁴4 28. Hausstandslieder. Herz empfindlich rührt, und erlaubt nicht, daß ich schweige. Liebe, wie vergelt ich dir, was du Guts gethan an mir? 3. Liebreich hast du durch die Taufe mich als Kind ge⸗ nommen an; in dem ganzen Gus gethe hast du mir viel Guts gethan: deine Hand war, statt mit Blitzen, stets mit Segen angefüllt, unter deiner Langmuth Schild konnt ich frei und sicher sitzen. Liebe, wie vergelt ich dir, was du Guts gethan an mir? 4. Alle deine treuen Sor⸗ gen zielten auf mein Wohl⸗ ergehn; daher hab ich jeden Morgen deine Güte neu gesehn. Ströme der Be⸗ gnadigungen sind von meiner Kindheit auf mit unausge⸗ setztem Lauf in mein Inner⸗ stes gedrungen. Liebe, wie vergelt ich dir, was du Guts gethan an mir? 5. O, wie ist mein kurzes Leben deiner Wunder doch so voll! Könnt ich doch sie recht erheben, wie du willst und wie ich soll! Doch mein Auge wird geblendet durch dein überschwänglich Licht; meine Zunge zählet nicht, was du mir hast zugewendet. Liebe, wie vergelt ich dir, was du Guts gethan an mir? 6. Weil du denn so viel zu gute, ewge Liebe, mir gethan, auch alsdann, wann deine Ruthe mich trieb von der breiten Bahn; o, so sei mein ganzes Leben, das ich führ in dieser Welt, dir zum Opfer dargestellt und zu deinem Dienst ergeben! Liebe, wie vergelt ich dir, was du Guts gethan an mir? 7. Nimm zu deinem Eigen⸗ thume Leib und Seel und Alles hin: forthin leb ich dir zum Ruhme, weil ich mein nicht ferner bin; ich entsage Welt und Sünden, ja, der allerliebsten Lust; laß an deiner Vaterbrust mich die wahre Ruhe finden. Liebe, nimm dies Opfer an, weil ich sonst nichts geben kann! Joh. Jakob Rambach, 4 1735. Mel. Gottlob, ein Schritt zur Ewigk. 344. Bis hieher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte; bis hieher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüthe; bis hieher hat er mich geleit't, bis hie⸗ her hat er mich erfreut, bis hieher mir geholfen. 2. Hab Lob und Ehre, Preis und Dank für die bis⸗ herge Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen, täglich neue! In mein Ge⸗ dächtniß schreid ich an: der mein nitsage „ der an ch die Liebe, weil kann! 15. Cwigk. r hat Gott große + Tag Herz hieher i hil⸗ ut, bis Chre, ib bid⸗ Cott, nießen, Jo⸗ He 28. Hausstandslieder. 25⁵ Herr hat große Ding ge⸗ than an mir, und mir ge⸗ holfen. 3. Hilf fernerhin, mein treuer Hort, hilf mir zu allen Stunden. Hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden; hilf mir im Leben, Tod und Noth; durch Christi Schmer⸗ zen, Blut und Tod hilf mir, wie du geholfen! Aemilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt, + 1706. e. Reiselied. Mel. Herr, wie du willst, so schicks ꝛc. 345 Gott, im Na⸗ 5 men Jesu Christ reis ich nun meine Straßen; mein Hüter und mein Hirt du bist, du wirst mich nicht verlassen; Herr, Leib und Seel befehl ich dir, mein Ehr und Gut, und was du mir auf dieser Welt bescheret. 2. Ich weiß, daß ich hier auf der Erd bin mit Gefahr umfangen, zu keiner Zeit auch völlig werd die Ruh daselbst erlangen; ich bin ein Pilger, der stets muß fortsetzen seinen Stab und Fuß, der nirgend hat sein Bleiben. 3. Doch hilfst du, daß ich immerfort die Noth noch überwinde, bis ich die wahre Ruhe dort und rechte Hei⸗ math finde; da ist dann Müh und Sorgen aus, da bin ich eigentlich zu Haus, die Unruh hat ein Ende. 4. An solche Ruhstatt denk ich hier auch jetzt bei meinem Wallen. Ich bitt, o Herr, mich so regier, daß dirs auch mög gefallen; leit mich allzeit auf rechter Bahn, und alles, was ich fange an, das segne du von oben. 5. Schick deinen Engel vor mir her, den Weg mir zu bereiten; durch deine Macht dem Unfall wehr und allen bösen Leuten; nimm mich, o Herr, in deinen Schutz, daß keine List, Ge⸗ walt und Trutz mir jemals könne schaden. 6. Nun, Vater, dir ergeb ich mich, du kannst stets Hülfe senden; bewahr und führ mich gnädiglich hier und an allen Enden, und laß mich einst, wenn dirs gefällt, nach aller Unruh dieser Welt bei dir dort Ruh erlangen! Aus dem Lübecker Gesangbuche, 1859. 256 29. Vaterlandslieder. 29. Vaterlandslieder. a. Obrigkeit. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 346 Her, höre; Herr, * erhöre, breit deines Namens Ehre an allen Orten aus! Behüte alle Stände durch deiner Allmacht Hände, beschütze Kirche, Thron und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns Allen noch ferner rein erschallen zu unsrer Seelen Nutz. Bewahr uns vor den Rotten, die deiner Wahrheit spotten; beut allen Wider⸗ sachern Trutz. 3. Gieb, Herr, getreue Lehrer und unverdroßne Hörer, die dabei Thäter sein. Auf Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen fließen fleh und ernten reichlich Segen ein. 4. Gieb unserm Fürsten Glücke, laß deine Gnaden⸗ blicke aufs Haus des Fürsten gehn; schütz ihn auf seinem Throne und lasse seine Krone in segensvollem Glanze stehn. 5. Laß Alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, und schaffe Jedem Recht, daß Fried und Treu sich küssen, wir nichts als Gnade wissen; ja, segne Herrschaft, Magd und Knecht. 6. Ach, wend in allen Gnaden, Krieg, Feuer, Was⸗ serschaden, Sturm, Seuch und Hagel ab. Bewahr des Landes Früchte und mache nicht zu nichte, was deine milde Hand uns gab. 7. Gieb uns den lieben Frieden, mach alle Feinde müde, verleih gesunde Luft. Laß Noth und theure Zeiten sich nie bei uns ausbreiten, wo man umsonst nach Brode ruft. 8. Die Hungrigen erquicke, und bringe die zurücke, die sonst verirret gehn. Die Wittwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hülfe ehn. 9. Hilf als ein Arzt den Kranken, und die im Glau⸗ ben wanken, laß nicht zu Grunde gehn. Die Alten heb und trage, auf daß sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 10. Bleib der Verfolgten Stütze, die Reisenden be⸗ schütze, die Sterbenden be⸗ gleit mit deinen Engelschaa⸗ ren, daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud und Herrlichkeit. 11. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was wir nach dei⸗ 29. Vaterlandslieder. 257 nem Willen in Demuth jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen in unsres Jesu Namen, so ist gewiß der Wunsch gewährt. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Zeuch ein zu meinen Thoren. 347. Ithenn, Herr 5 und König der Könige und Herrn, dem alles unterthänig, du herr⸗ schest nah und fern, du Gott, Herr Zebaoth, an Ehren groß und prächtig, zu schützen stark und mächtig, ein Helfer in der Noth. 2. Es zeugen deine Knechte, daß keine Obrigkeit als nur durch deine Rechte und dein Gebot gebeut. Du hast sie hoch geschätzt; wer ihr zu⸗ wider lebet, der fehlt, der widerstrebet dem, was Gott selbst gesetzt. 3. Ach, lieber Vater, lehre mich doch durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie es dein Wort uns heißt. Sie tragen ja dein Bild; laß mich Gehorsam üben, und sie mit Ehrfurcht lieben, wie du es haben willt. 4. Die uns allhier regie⸗ ren, Herr, die regiere du, laß deinen Geist sie führen, dein Rath sprech ihnen zu! Du herrschest selbst im Land; as Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten, es steht in deiner Hand. 5. O Gott von großer Güte, gieb ihrem Geiste Licht; gieb Treue dem Ge⸗ müthe zum Urtheil im Ge⸗ richt; laß stets durch ihr Bemühn den Frommen sicher stehen, der Bösen Rath ver⸗ gehen, und alle Stände blühn. 6. Gieb, daß durch ihr Regieren wir mit Zufrieden⸗ heit ein ruhig Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Herr Gott, du segnest gern; wir bitten ohn Ermüden: gieb Segen, Heil und Frieden durch Jesum, unsern Herrn! Pbilipp Friedrich Hiller, 4 1769. b. Krieg und Frieden. Eigene Melodie. 348 Verleih uns Frie⸗ den gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; es ist doch ja kein Andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. Martin Luther, 4 1546. Psalm 85. Mel. Herr, wie du willst, so schicks ꝛc. 349 Her, der du vor⸗ mals hast dein Land mit Gnaden ange⸗ blicket, und des gefangnen Jakobs Band gelöst und ihn erquicket, der du die Sünd I. N I. N I. N 0 M.WHIV 6 MA 0 WMI. WNI . WA . I 1 0 0 0 . ½ ö . • I . 258 und Missethat, die dein Volk vor begangen hat, hast väter⸗ lich verziehen. 2. Herr, der du deines Eifers Gluth zuvor oft abge— wendet und nach dem Zorn das süße Gut der Lieb und Huld gesendet: ach, frommes Herz, ach, unser Heil, nimm weg und heb auf in der Eil, was uns anjetzo kränket! 3. Lösch aus, Herr, deinen großen Grimm im Brunnen deiner Gnaden; erfreu und tröst uns wiederum nach aus⸗ gestandnem Schaden! Willst du denn zürnen ewiglich und sollen deine Fluthen sich ohn alles End ergießen? 4. Willst du, o Vater, uns denn nicht nun einmal wieder laben; und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Freude haben? Ach, geuß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus auf uns und unsre Häuser. 5. Ach, daß ich hören sollt das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede soll an allem Ort, wo Christen wohnen, werden; ach, daß uns Gott doch sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Ruh und alles Unglücks Ende! 6. Ach, daß doch diese böse Zeit jetzt wiche guten 29. Vaterlandslieder. Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht möchten ganz verzagen! Doch ist ja Gottes Hülfe nah, und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fürchten. 7. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott schon wieder zu uns wenden, den Krieg und alle andre Noth nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr in unserm Land und überall recht werd erkannt, ja stetig bei uns wohne. 8. Die Güt und Treue werden schön einander grüßen müssen; Gerechtigkeit wird einhergehn, und Friede wird sie küssen; die Treue wird mit Lust und Freud auf Erden blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 9. Der Herr wird uns viel Gutes thun; das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schooße ruhn, die werden davon leben; Ge⸗ rechtigkeit wird dennoch stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Na⸗ mens. Paul Gerbardt, 4 1676. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 350 Treuer Wächter Israel, deß sich freuet Leib und Seel, der du weißt um alles Leid deiner armen Christenheit, I...... dem öchten ist ja seine denen, romm schon , den Noth enden, nserm werd uns Treue grüßen wird 2 Wird witd d auf tigkeit immel d uns 3 Land 29. Vaterlandslieder. o du Wächter, der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns richt dein hülfreiches Angesicht! 2. Schau, wie große Noth und Sual trifft dein Volk jetzt überall! täglich wird der Trübsal mehr. Hilf, ach hilf, schütz deine Ehr! Wir verderben, wir vergehn, nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht wirst bei uns stehn. 3. Hoherpriester, Jesu Christ, der du eingegangen bist in das Heiligthum zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, uns versöhnt hast durch dein Blut, aus⸗ gelöscht der Höllen Gluth, wiederbracht das höchste Gut; 4. Sitzest jetzt ins Vaters Reich, ihm an Macht und Ehren gleich, unser eigner Gnadenthron, Gottes theu⸗ rer, lieber Sohn, den er in dem Herzen trägt, dessen Fürbitt ihn bewegt, daß er keine Bitt abschlägt: 5. Jesus, der du Helfer heißt, als ein Helfer Hülfe leist! Hilf mit deiner starken Hand, Menschenhülf hat sich gewandt! Eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau, er mit Zittern sie anschau. 6. Höchster Hort, Im⸗ manuel, du Beschützer meiner Seel, Gott mit uns in aller Noth, Gott um uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit, Trotz dem, der uns thut ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. 7. Deines Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm; laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht! Aller Feinde Rotten trenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herrn dich nenn! 8. Andre traun auf ihre Kraft, auf ihr Glück und Ritterschaft; deine Christen sehn auf dich, trauen auf dich festiglich. Laß uns wer⸗ den nicht zu Schand, hilf uns und dem ganzen Land! Unsre Noth ist dir bekannt. 9. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zu nicht, der die Wagen gar verbrennt, und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg ge⸗ winnt ein End. 10. Jesu, wahrer Friede⸗ fürst, der der Schlange Kopf zerknirscht, und durch seinen Kreuzestod Frieden wieder gab bei Gott: gieb uns Frie⸗ den gnädiglich! so wird dein Volk freuen sich und dich preisen ewiglich. Johann Heermann, 1 1647. 260 29. Vaterlandslieder. Mel. Nun danket Alle Gott. 351 Her Gott, dich 3 loben wir, re⸗ gier, Herr, unsre Stimmen, laß deines Geistes Gluth in unsern Herzen glimmen. Komm, komm, o edle Flamm, ach, komm zu uns allhier, so singen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir. 2. Herr Gott, dich loben wir, wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit herzlichem Gemüthe; es steiget unser Lied bis an die Himmelsthür und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir. 3. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gna⸗ den, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des goldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir. 4. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Jah⸗ ren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren. Jetzt rühmet unser Mund mit herzlicher Begier: Gott Lob! wir sind in Ruh; Herr Gott, wir danken dir. 5. Herr Gott, dich loben wir, daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert zer⸗ brochen und zerschlagen; der Strick ist nun entzwei, darum so singen wir mit Herz und Zung und Mund: Herr Gott, wir danken dir. 6. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar ge⸗ strafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar hast wegge— raffet. Es hat die Vater⸗ hand uns deine Gnadenthür jetzt wieder aufgethan; Herr Gott, wir danken dir. 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Land, Kirch und Häuser, den edlen Fürsten⸗ stamm und dessen grüne Reiser bisher erhalten hast; gieb ferner Gnad allhier, daß auch die Nachwelt sing: Herr Gott, wir danken dir. 8. Herr Gott, wir danken dir, und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfülle für und für, o Vater, unsern Wunsch; Herr Gott, wir danken dir. Johann Franck, 4 1677. c. Ungewitter und allgemeine Noth. Mel. Auf meinen lieben Gott. zu Gott hinauf; wirf dich 352. Ein Wetter steiget in wahrer Buße ihm unver⸗ auf! Mein Herz, weilt zu Fuße, damit all⸗ loben und Ogen, zer⸗ der arum und Herr oben ge⸗ inem egge⸗ ater⸗ nthür Herr hanken h und rsten⸗ grüne hast; llhier, t sing: n dir. danken wolsst ünftig leben. Gut, Vater ö Gott, 10⁷⁷ ů. dich mber⸗ it all * 29. Vaterlandslieder. deine Sünden durch Christi Tod verschwinden. 2. Herr, der du gut und fromm, zu dir ich gläubig komm, bitt dich um dein Er⸗ barmen: du wollest doch mich Armen um Christi willen schonen, mir nach Verdienst nicht lohnen. 3. Durch Christi theures Blut gieb mir getrosten Muth, der sich nicht knech— tisch scheue, der vielmehr deiner Treue in Allem kind⸗ lich traue, auf deine Hülfe baue. 4. Ich will mit dem, was mein, dir ganz ergeben sein: dein Flügel wird uns decken, verjagen alles Schrecken, und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden. 5. Wohlan, verlaß uns nicht; bleib unsre Zuversicht, laß deine Vatertreue erfah⸗ ren uns aufs Neue: so wolln wir, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben. Aemilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt, + 1706. Mel. Vater unser im Himmelreich. 353 imm von uns, 5 Herr, du treuer Gott, die schwere Straf und große Noth, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet 261 haben allzumal; schirm uns vor Krieg und theurer Zeit, vor Seuchen, Feur und an⸗ derm Leid! 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, um Gnade bitten wir für Recht, denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wolltst nach un⸗ serm Thun, so müßte ja die Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn! 3. Ach, Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Rettung uns erschein, beweis uns deine große Gnad und straf uns nicht auf frischer That; steh uns mit deiner Güte bei, daß dein Gericht uns ferne sei. 4. Gedenk an deines Sohnes Tod und seine bittre Kreuzesnoth, die sind ja für die ganze Welt der Uebel⸗ thaten Lösegeld; deß trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. 5. Leit uns mit deiner starken Hand und segne gnädig Stadt und Land; gieb uns allzeit dein heilig Wort, den Argen schreck und treibe fort, ein selig Stünd⸗ lein uns verleih, auf daß zu dir die Heimfahrt sei! Martin Moller, 1 1606. 30. Kreuz- und Trostlieder. 50. Kreuz⸗ und Crostlieder. Eigene Melodie. 354 Wenn wir in höch⸗ 7 sten Nöthen sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hülf noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und e, 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein anrufen dich, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Noth; 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz, und bit— ten um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnä⸗ diglich all denen, die drum bitten dich im Namen des Herrn Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Noth, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß, sprich uns da⸗ von in Gnaden los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei; 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehor⸗ sam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber, 4 1569. as mein Gott 355. will, gescheh allzeit, sein Will, der ist der beste; zu helfen dem ist er bereit, der an ihm glaubet feste. Er hilft aus Noth, der fromme Gott, er züch— tiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoff⸗ nung und mein Leben; was mein Gott will, das mir geschicht, will ich nicht wider⸗ streben. Sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezählet; er schützt und wacht, nimmt uns in Acht, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Nun muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott, wenns ihm gefällt, ich will ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden; du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden. 4. Noch Eins, Herr, will Eigene Melodie. ich bitten dich, du wirst mirs assen. Trost, Hoff⸗ was 3mir wider⸗ wahr, selber t und Acht, nichts zünder I nach 1.— efä„ Sll Gott lehten ö Gotl I. will mirs LI 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. nicht versagen: wenn mich der böse Geist anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen; hilf und auch wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wirds gewährt; drauf sprech ich fröhlich: Amen. Markgraf Albrecht von Branden⸗ burg, 4 1557. Eigene Melodie. 356. Von Gott will ich nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, sonst ging ich in der Irr; er reicht mir seine Hand, den Abend wie den Morgen thut er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land. 2. Wenn sich der Men⸗ schen Treue und Wohlthat all verkehrt, so kommt Gott bald aufs Neue, sein Macht und Gnad bewährt, und hilft aus aller Noth, errett von Sünd und Schanden, von Trübsal und von Ban⸗ den, und wenns gleich wär der Tod. 3. Auf ihn will ich ver⸗ trauen in meiner schweren Zeit; so kann mir gar nicht grauen; er wendet alles Leid. Ihm sei es heimge⸗ stellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben; er machs, wie's ihm gefällt. 263 4. Es thut ihm nichts gefallen, denn was mir nützlich ist; er meints gut mit uns Allen, schenkt uns den Herren Christ, den ein⸗ gebornen Sohn; durch den er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret; lobt ihn im Himmelsthron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, die er uns beide schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein ge— denkt. Verlorn ist alle Zeit, ohn ihn verbracht auf Erden; wir sollen selig werden und sein in Ewigkeit. 6. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freuden voll, die, weil ich Christum kenne und mich von ihm nicht trenne, mir widerfahren soll. 7. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle erworben uns und Gnad; auch Gott der heilge Geist im Glauben uns regieret, zum Reich des Himmels führet; Gott sei Lob, Ehr und Preis! Ludwig Helmbold, 4 1598. Eigene Melodie. 357 Auf meinen lieben 2 Gott trau ich in Angst und Noth; er kann 264 30. Kreuz- und Trostlieder. mich allzeit retten aus Trüb⸗ sal, Angst und Nöthen; mein Unglück kann er wenden: es steht in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd anficht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein ver⸗ trauen; ihm will ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem hab ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen: mein Seel wird er versorgen. 4. Ach, mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich am Kreuz gestor⸗ ben, hast mir das Heil er⸗ worben, und bringst uns All zugleiche zum ewgen Him⸗ melreiche. 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich: hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß ich selig abscheide zur ewgen Himmelsfreude. 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund. Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen. Siegm. Weingärtner, um 1600. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 358 In allen meinen Chaten laß ich den Höchsten rathen, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls an⸗ ders wohl gelingen, selbst geben Segen, Rath und That. 2. Nichts ist es, spät und frühe, um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat versehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet, was ihm von mir beliebet, dasselbe hab ich auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gna⸗ den, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schützt; leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sün⸗ den in Gnaden mich ent⸗ binden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nie⸗ der, erwach ich frühe wieder, bleib, oder geh ich fort, in . geber lben zäͤlder. meinen laß ich u, der r muß lls an⸗ selbst und ät und Mühe, nst; er Sachen nachen; Tgunst. nichts er hat ir selig wie ers nmir ab ich Gna⸗ allem Uebel seinen nichtz n, was er Sün⸗ ich eut⸗ n meine f mein as da nd mit uld. Ite nie⸗ ö wieder, 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. Schwachheit und Gefahren, was mir mag widerfahren: mich tröstet allezeit sein Wort. 7, Hat er es denn be— schlossen, so will ich unver— drossen an mein Verhängniß gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen; mit Gott will ich ihn über⸗ stehn. 8. Ihm hab ich mich er— geben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine, und traue dem alleine, der dich geschaffen hat; es gehe, wie es gehe; dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. Paul Flemming, 4 1640. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du ꝛc. 359 err, unser Gott, * laß nicht zu Schanden werden die, so in ihren Nöthen und Beschwer— den bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen und zu dir rufen. 2. Mache zu Schanden Alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht ver— lassen. Ach, kehre dich mit Glauben zu uns Armen; laß dichs erbarmen; 3. Und schaff uns Bei⸗ stand wider unsre Feinde; 265 wenn du Ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben Niemand, dem wir uns vertrauen; vergeblich ists, auf Menschen⸗ hülfe bauen; mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das bedrängte kleine Häuflein retten; wir traun auf dich, wir flehn in Jesu Namen: hilf, Helfer! Amen. Johann Heermann, 4 1647. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 360 Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der aller⸗ treusten Pflege deß, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl ergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott sich gar nichts nehmen: es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und 12 266 sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg' hast du aller⸗ wegen, an Mitteln fehlts dir nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann Niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern er⸗ sprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten wider⸗ stehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er sich vorge— nommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit: so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf! gieb dei⸗ nem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und trau⸗ rig macht. Bist du doch nicht Regente, der alles 30. Kreuz- und Trostlieder. führen soll: Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten: er ist ein weiser Fürst, und wird sich so ver— halten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm ge⸗ bühret, mit wunderbarem Rath die Sach hinausge⸗ führet, die dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost ver⸗ ziehn, und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und solltst du für und für in Angst und Nöthen schwe⸗ ben, als fragt er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich be⸗ finden, daß du ihm treu ver⸗ bleibst, so wird er dich ent— binden, da du's am mindsten gläubst. Er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue: du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron! Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du fingst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End,‚ o Herr, mach Ende mit aller unsrer —————— Noh. Hünd mire 3. m und daß wahr mein sitzt im ret allez id thun n weiser so ver⸗ vundern ihm ge⸗ rbarem nausge⸗ lerthat. ar eine ost ver⸗ seinem seinem begeben, Und für schwe⸗ nichts sich be⸗ ceu ver⸗ ich ent⸗ sindsten N Herze chweren N Bösen Kind st und hm und ieg und iebt dir in deine fingst m, der 9 Hert, ͤ msrer * 30. Kreuz- und Trostlieder. Noth; stärk unsre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Valet will ich dir geben. 361 Ist Gott für mich, 5 so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei; und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh, und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut, das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht, wenn der nicht immer wäre, könnt ich bestehen nicht. 267 In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmuth, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 5. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien in rechter Glaubenskraft. 6. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwach— heit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaus⸗ sprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust. 7. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle, neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 8. Da ist mein Theil, mein Erbe mir prächtig zu— gericht't; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich das Aug hier feuchten mit Thrä— nen diese Zeit, mein Jesus und sein Leuchten versüßet alles Leid. 268 30. Kreuz- und Trostlieder. 9. Die Welt, die mag zerbrechen, du stehst mir ewig⸗ lich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armuth, keine Pein, kein Zorn des größten Fürsten soll Hinde⸗ rung mir sein. 10. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, noch Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst, kein Herzeleid, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schooß. 11. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein: die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel, Ermuntre dich, mein schw. Geist. 362 Du bist ein Mensch, das weißt du wohl: was strebst du denn nach Dingen, die Gott der Höchst alleine soll und kann zu Wege bringen? Du fährst mit deinem Witz und Sinn durch so viel tausend Sorgen hin und denkst: wie wills auf Erden doch endlich mit mir werden? 2. Es ist umsonst, du wirst fürwahr mit allem deinem Dichten auch nicht ein einzges kleines Haar in aller Welt ausrichten; dein Gram dient nirgend sonstwo zu, als daß du dich aus deiner Ruh in Angst und Schmerzen stürzest und selbst das Leben kürzest. 3. Willst du was thun, das Gott gefällt und dir zum Heil gedeihet, so wirf dein Sorgen auf den Held, den Erd und Himmel scheuet, und gieb dein Leben, Thun und Stand nur fröhlich hin in Gottes Hand; so wird er deinen Sachen ein fröh— lich Ende machen. 4. Wo warst denn du und dein Verstand, da sich des Himmels Decken be⸗ gannen über See und Land und alle Welt zu strecken? Wer brachte Sonn und Mond herfür? Wer machte Kräuter, Bäum und Thier und hieß sie deinen Willen und Herzenslust erfüllen? 5. Heb auf dein Haupt, schau überall, hier unten und dort oben, wie Gottes Sorg auf allen Fall für dich sich hat erhoben; dein Brod, dein Wasser und dein Kleid war eher noch als du bereit, Wicge liegen. 6. lignes Leben glaube was di du bel dein! Meist auserk für v 0 Rroß Will blend Leber hätte That dem! efan. gegan 8. kwig wir Wir führ und nit mir ust, du t allem nicht Haar richte; nirgend du dich Angst est und est. 8 thun, ind dir so wirf N Held, scheuet, „ Thun lich hin o wird ftöh⸗ enn du da sich en be⸗ d Land strechen! ma und mach d Tliil Willenn illlen Haupt 4 unten Colles al si Iu dein I ein ls du U 30. Kreuz- und Trostlieder. bereit, das Bett auch in der Wiegen, darin du solltest liegen. 6. Und dennoch soll dein eignes Licht dein ganzes Leben führen; du traust und glaubest weiter nicht, als was die Augen spüren; was du beginnst, da soll allein dein Kopf dein Licht und Meister sein; was er nicht auserkoren, das hältst du für verloren. Wie oft bist du in große Noth durch eignen Willen kommen, da dein ver⸗ blendter Sinn den Tod fürs Leben angenommen; und hätte Gott dein Werk und That ergehen lassen nach dem Rath, in dem du's an⸗ gefangen, du wärst zu Grund gegangen. 8. Der aber, der uns ewig liebt, macht gut, was wir verwirren, erfreut, wo wir uns selbst betrübt, und führt uns, wo wir irren; und dazu treibt ihn sein Ge⸗ müth und die so reine Va— tergüt, in der uns arme Sünder er trägt als seine Kinder. 9. Ach, wie so oftmals schweigt er still und thut doch, was uns nützet, da unterdessen unser Will und Herz in Aengsten sitzet, nach Hülfe sucht und findet nichts, 269 will sehn und mangelt doch des Lichts, will aus der Angst sich winden und kann den Weg nicht finden. 10. Gott aber geht gerade fort auf seinen weisen We⸗ gen; er geht und bringt uns an den Port, da Sturm und Wind sich legen. Her— nachmals, wenn das Werk geschehn, kann erst der Mensch mit Augen sehn, was der, so ihn regieret, in seinem Rath geführet. 11. Drum, liebes Herz, sei wohlgemuth und laß von Sorg und Grämen: Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, dein Bestes vorzuneh⸗ men; er kanns nicht lassen, sicherlich; sein Vaterherz ist gegen dich und uns allhier zusammen voll ewger Liebes-— flammen. 12. Thu als ein Kind und lege dich in deines Va— ters Arme; bitt ihn und flehe, daß er sich dein, wie er pflegt, erbarme: so wird er dich durch seinen Geist auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, nach wohlvollbrachtem Ringen aus allen Sorgen bringen. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 363. eduld ist euch von nöthen, wenn Sorge, Gram und 555—8989Ä—399—K——.o!w!'..f— 270 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. Schmerz und was euch mehr will tödten, euch schneidet in das Herz; o auserwählte Schaar, soll euch kein Tod je tödten, ist euch Geduld von nöthen, das ist gewiß⸗ lich wahr. 2. Geduld ist Fleisch und Blute ein herb und bittres Kraut; sobald des Kreuzes Ruthe uns nur ein wenig dräut, da schrickt der zarte Sinn; im Glück ist er ver⸗ wegen, kommt aber Sturm und Regen, fällt Herz und Muth dahin. 3. Geduld ist Gottes Gabe und seines Geistes Gut; der reicht uns kräftge Labe, sobald er in uns ruht; der edle, werthe Gast erlöst uns von dem Zagen und hilft uns treulich tragen die größte Bürd und Last. 4. Geduld kommt aus dem Glauben und hängt an Gottes Wort; das läßt sie sich nicht rauben, das ist ihr Heil und Hort, das ist ihr hoher Wall, da hält sie sich verborgen, läßt Gott den Vater sorgen und fürchtet keinen Fall. 5. Geduld ist wohl zu⸗ frieden mit Gottes weisem Rath, läßt sich nicht leicht ermüden durch Aufschub sei⸗ ner Gnad,‚, hält frisch und fröhlich aus, läßt sich getrost beschweren und denkt: wer wills ihm wehren? ist er doch Herr im Haus! 6. Geduld dient Gott zu Ehren und läßt sich nimmer⸗ mehr von seiner Liebe kehren; schlägt er auch noch so sehr, dennoch ist sie bedacht, sein heilge Hand zu loben, spricht: Gott, der hoch erhoben, hat alles wohlgemacht. 7. Geduld erhält das Leben, vermehrt der Jahre Zahl, vertreibt und dämpft daneben manch Angst und Herzensqual, ist wie ein schönes Licht, davon, wer an ihr hanget, mit Gottes Hülf erlanget ein fröhlich An-⸗ gesicht. 8. Geduld macht große Freude, bringt aus dem Himmelsthron dem Herzen süße Weide, dem Haupt ein edle Kron, giebt königlichen Muth, stillt der Betrübten Thränen, und füllt das heiße Sehnen mit rechtem, ewgem Gut. 9. Geduld ist mein Ver⸗ langen und meines Herzens Lust, nach der ich oft ge— gangen, das ist dir wohl be— wußt, Herr, voller Gnad und Huld; ach, gieb mir und gewähre mein Bitten, ich begehre nichts Andres, als Geduld. 10. Geduld ist meine Bitte, Hielee zu dir kommt 0 giil auch e hab ie n Mel. S 3064 auf di Wonm Pein Labs die Höll zum 2. gefüh ben mer Sata binti und Treu lich 5 rig zuri 3zu sein Got findt was ergb wie ein t: wer ist er hott zu immer⸗ lehren; o sch, t, sein pricht: n, hat t das Jahre dämpft st und 0 ein wer an Hülf Ahn⸗ große àdem Hergen upt ein iglichn trübten 35 heiße ewgell n Vi⸗ Herzens 414 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. Bitte, die ich sehr oft und viel aus dieser Leibeshütte zu dir, Herr, schicken will; kommt dann mein letzter Zug, so gieb durch deine Hände auch ein geduldig Ende, so hab ich alles gnug. Paul Gerbardt, 1676. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 36 4 Auf den Nebel folgt die Sonn auf das Trauern Freud und Wonn, auf die schwere, bittre Pein stellt sich Trost und Labsal ein. Meine Seele, die zuvor sank bis zu der Hölle Thor, steigt nun bis zum Himmelschor. 2. Hab ich vormals Angst gefühlk, hat der Gram mein Herz zerwühlt, hat der Kum⸗ mer mich beschwert, hat der Satan mich bethört: ei, so bin ich nunmehr frei; Heil und Rettung, Schutz und Treu steht mir wieder treu⸗ lich bei. 3. Gott läßt Keinen trau⸗ rig stehn, noch mit Schimpf zurücke gehn, der sich ihm zu eigen schenkt und ihn in sein Herze senkt. Wer auf Gott sein Hoffnung setzt, findet endlich und zuletzt, was ihm Leib und Seel ergötzt. 4. Kommts nicht heute, wie man will, sei man nur ein wenig still: ist doch 27¹ morgen auch ein Tag, da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt; wann die kommt, kommt unsre Bitt und die Freude reichlich mit. 5. Als ich furchtsam und verzagt mich mit schwerem Gram geplagt, als ich manche liebe Nacht mich mit Wachen krank gemacht, als mir aller Muth entfiel, tratest du, mein Gott, ins Spiel, gabst dem Unfall Maß und Ziel. 6. Nun, so lang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, soll mir dieser Wunderschein stets vor mei⸗ nen Augen sein; ich will all mein Lebelang meinem Gott mit Lobgesang hierfür bringen Ehr und Dank. 7. Allen Jammer, allen Schmerz, den des ewgen Vaters Herz mir schon jetzo zugezählt oder künftig aus— erwählt, will ich hier in diesem Lauf meines Lebens allzuhauf frisch und freudig 8 auf. 8. Ich will gehn in Angst und Noth, ich will gehn bis in den Tod, ich will gehn ins Grab hinein und doch allzeit fröhlich sein. Wem der Stärkste will beistehn, wen der Höchste will erhöhn, kann nicht ganz zu Grunde gehn. Paul Gerbardt, 4 1676. 272 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. Mel. Was mein Gott will, gescheh ꝛc. 365 Ich hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn deß, der den Thron des Himmels aufgezogen; ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben; betrübt er mich gleich noch so sehr, so will er mich nur üben, und mein Gemüth in seiner Güt gewöhnen fest zu stehen; halt ich dann Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Ist, was ich bin und habe, mein; gab ich mir selbst das Leben? Sein Werk bin ich, er hat allein mir Leib und Seel gegeben; ich gab mir nicht des Geistes Licht, er läßt es in mir scheinen; wer so viel thut, deß Herz und Muth kanns nimmer böse meinen. 4. Woher wollt ich den Aufenthalt auf dieser Erd erlangen? Ich wäre läng⸗ sten todt und kalt, wenn mich nicht Gott umfangen mit seinem Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet; was er nicht hält, das bricht und fällt, was er erfreut, das lachet. 5. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene; und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret; hast spät und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. 7. Fürwahr, der dich ge⸗ schaffen hat und sich zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rath ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sei dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. 8. Wenns Gott gefällt, gieb dich darein; zuletzt wirds dich erfreuen; was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld wird Meint wohl Geist slehe, und erho Sol an Rre iche mir Noch t hält, was er Heisheit m ohn rt und nt, zu lassen. ud, er seinen was er 3 noch HLunsch nicht, gescheh dich ge⸗ ur Chr längst en und Treu, ind den duh 1 nach gefolt uleht I M Trost witd + 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. sich doch endlich finden. All Angst und Qual wird auf einmal gleich wie ein Dampf verschwinden. 9. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände, nimm mich, und mache du's mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Nutz ent⸗ stehe, und deine Ehr je mehr und mehr vor aller Welt erhöhe. 10. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück sein, will ichs geduldig leiden; soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen: wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mit⸗ gehen. 11. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straße reisen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen; du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal im Himmels⸗ saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt, 4 1676. Eigene Melodie. 366 Warum sollt ich mich denn grä⸗ men? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den 273 nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beige— legt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem; nackend werd ich auch hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, der's gegeben. Will er's wieder zu sich kehren, nehm er's hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden, er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei gu⸗ ten Tagen oft ergötzt, sollt ich jetzt auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott und übt mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 12⁵ 274 30. Kreuz-⸗ und Trostlieder. 7. Unverzagt und ohne hin gelangen, da du mich Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod auf— reiben, soll der Muth den⸗ noch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht tödten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöthen, schließt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. 9. Allda will an süßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich er— götzen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Le⸗ bens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, Nie— mand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben; 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich und ich dich ewig werd um— fangen. Paul Gerhardt, 4 1676. Eigene Melodie. 367 Wer nur den lie⸗ 5 ben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunder⸗ bar erhalten in aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen; was hilft uns unser Weh und Ach; was hilft es, wenn wir alle Morgen beseufzen unser Un⸗ gemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsres Gottes Gnadenwille und wie sein weiser Rath es fügt; Gott, der uns sich hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei: so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drang Gott v ihm d der sic peist; andert lichem 6.( ichte Höchst Reiche mache mich dun⸗ 1676 en lie⸗ t läßt f ihn inder⸗ Noth Gott, , der baut. 5 die hilft Ac; r alle r Un⸗ unser rößer ein ch in wie nwille Rath sich Weiß uns echten Weiß sti; trel keine 30. Kreuz- und Trostlieder. 27⁵ Drangsalshitze, daß du von Gott verlassen seist, und daß ihm der im Schooße sitze, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit ver⸗ ändert viel und setzet Jeg— lichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr, leichte Sachen und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zu— versicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark, 4 1681. Eigene Melodie. 368 ollt es gleich 7 bisweilen schei⸗ nen, als wenn Gott verließ die Seinen, o so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufge⸗ schoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nöthig ist. 3. Gleichwie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben: so hält Gott auch Maß und Ziel; er giebt, wem und wenn er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Noth am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Will mir Satan bange machen, ich kann seine Macht verlachen; drückt mich schwer das Kreuzesjoch, Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Laß die Welt nur im⸗ mer neiden; will sie mich nicht länger leiden: ei, so frag ich nichts darnach. Gott ist Richter meiner Sach. 7. Will sie gleich mich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; wenn ich nur den Himmel krieg, hab ich alles zur Genüg. 8. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, frag ich nichts nach andrer Gabe; legt man mich gleich in das Grab: gnug, Herr, wenn ich dich nur hab. Christoph Titius, + 1703. Eigene Melodie. 369 Wa⸗ Gott thut, 2 das ist wohl⸗ gethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 276 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er wird mich nicht betrügen; er führet mich auf rechter Bahn; drum laß ich mir genügen an seiner Huld und hab Geduld, er wird mein Unglück wen⸗ den; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er wird mich wohl bedenken; er als mein Arzt, der helfen kann, wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist ge⸗ treu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergötzt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väter⸗ lich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast, 4 1708. Mel. Warum sollt ich mich denn gr. 370 Warum willst du 7 doch für mor— gen, armes Herz, dir zum Schmerz, wie ein Heide sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen? Sieh, Gott will in der Still sich der Noth annehmen. 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel und Leib, darum bleib ihm allein er⸗ geben; er wird ferner alles schenken, traue fest, nie ver— läßt er, die an ihn denken. 3. Sage nicht: was soll ich essen? Gott hat dir schon allhier so viel zugemessen, daß der Leib sich kann er⸗ nähren; Uebriges wird in⸗ deß Gottes Hand bescheren. 4. Sorgst du, wie du dich sollst kleiden? Jesus spricht: Sorge nicht, solches thun die Heiden; schau die Blu— men auf den Feldern, wie so schön diese stehn, und die Bäum in Wäldern. 5. Ach, der Glaube fehlt auf Erden; wär er da, müßt uns ja, was uns noth ist, werden; wer Gott kann im Glauben fassen, der wird nicht ihm 0. trach Reic wird lang leben gen. 7. Ingf doch flik mir haf NMoth, ben, so bäter⸗ halten; walten. 1708. denn gr. llst du r mor⸗ r zum Heide t dein , Gott ich der eschenkt 9 Leib, ein er⸗ L alles ie ber⸗ denken. s soll ir schon messen, 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. 277 nicht, wenns gebricht, von ihm sein verlassen. 6. Wer Gerechtigkeit nach— trachtet, und zugleich Gottes Reich über alles achtet, der wird wahrlich nach Ver⸗ langen Speis und Trank lebenslang überdies empfan⸗ gen. 7. Laß die Welt sich ängstlich mühen, immerhin: doch mein Sinn soll zu Jesu fliehen; er wird geben, was mir fehlet, ob ers oft unver⸗ hofft eine Weil verhehlet. 8. Will er prüfen meinen Glauben, und die Gab, die ich hab, mir gar lassen rau⸗ ben, so muß mirs zum Besten kommen, ob Gott mir alles schier hat hinweggenommen. 9. Er kann alles wieder— geben: wenn er nimmt, so bestimmt er sein Wort zum Leben; ach, wie viele fromme Seelen leben so, und sind froh, ohne Sorg und Quälen. 10. Nun, Herr Jesu, meine Freude, meine Sonn, meine Wonn, meiner Seelen Weide, sorge nur für meine Seele, so wird mir auch allhier nichts am Leibe fehlen. 11. Alles sei dir unver⸗ hohlen, was mir fehlt, was mich quält, großer Gott, be⸗ fohlen; sorge du, so will ich schweigen und vor dir nach Gebühr meine Kniee beugen. 12. Ich will bir mit Freuden danken fort und fort, hie und dort, und will nimmer wanken. Lob und Preis sei deinem Namen; sei mein Theil, Hülf und Heil, treuer Jesu. Amen. Laurentius Laurenti, 4 1722. Mel. O du Liebe meiner Liebe. as von außen 371. W und von innen täglich meine Seele drückt, und hält Herz, Gemüth und Sinnen unter seiner Last gebückt: in dem Allen ist dein Wille, Gott, der aller Unruh wehrt; und mein Herz hält in der Stille, bis es deine Hülf erfährt. 2. Dein du bist mein Fels auf Erden, da ich still und sicher leb; deine Hülfe muß mir werden, so ich mich dir übergeb. Dein Schutz ist mein Trutz alleine gegen Sünde, Noth und Tod, denn mein Leiden ist das deine, weil ich dein bin, o mein Gott. 3. Auf dich harr ich, wenn das Leiden nicht so bald zum Ende eilt; dich und mich kanns nimmer scheiden, wenns gleich noch so lang verweilt. Und auch dies mein gläubig Hoffen hab ich nur allein von dir; durch 278 30. Kreuz- und Trostlieder. dich steht mein Herz dir offen, daß du solches schaffst in mir. 4. Bei dir ist mein Heil und Ehre, meine starke Zu⸗ versicht; willst du, daß die Noth sich mehre, weiß ich doch, du läss'st mich nicht. Denket mich der Feind zu fällen und zu treten unter sich, will ich auf den Fels mich stellen, der erhält und schirmet mich. 5. Lieben Leute, traut be⸗ ständig auf ihn, als auf euren Hort. Er ist Gott und heißt lebendig, ist euch nah an jedem Ort. Wann und wo euch Hülfe nöthig, da klopft an, er ist zu Haus, kommt und ist zur Hülf er⸗ bötig; schüttet euer Herz nur aus. 6. Aber wie kanns dem gelingen, der auf Fleisch die Hoffnung richt't? Große Leut sind sammt Geringen in der Noth gar ohn Ge— wicht. Traut doch lieber auf den Einen, welcher Lieb und Allmacht hat, daß er helfen kann den Seinen, und beweisets mit der That. 7. Auf dich, mein Gott, bau ich feste, geh in aller Stille hin; denn zuletzt kommt doch das Beste, und das End ist mein Gewinn. Deine Allmacht hilft mir tragen, deine Lieb versüßet mir alles Bittre, alle Plagen; darum bin ich still zu dir. 8. Laß, o Seele, es nur gehen, wie es geht, und sorge nicht; endlich wirst du dennoch sehen, daß Gott übt ein recht Gericht. Hier schon ist er deine Stärke, daß dir gar nichts schaden kann; dort vergilt er alle Werke, so ein Jeder hat gethan. 9. Breit, o Herr, doch deine Güte über mich, nimm mich in dich, so wird hinfort mein Gemüthe stille bleiben ewiglich. Werde alles und in Allen; gieb uns, daß wir dir allein allzeit trachten zu gefallen, so wird alles stille sein. August Hermann Franke, 4 1727. Eigene Melodie. — 37 Gott lebet noch! Seele, was ver⸗ zagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hülf auf Erden thut, der mit Kraft und starken Armen machet alles wohl und gut; Gott kann besser, als wir denken, alle Noth zum Besten lenken. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, der d Der cchaff nicht! hört Fromt Sele, doch u 3. was b den E den X der d ist vo Weit. will Bos so h unser 4. was du sch nimm Lauf; süßet gen; dir. nur und st du Gott Hier tärke, aden alle hat doch imm Rfort eiben und wir n zu stille 7²⁷⁷. 30. Kreuz- und Trostlieder. der das Aug hat zugericht't? Der die Ohren hat er⸗ schaffen, sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, wo den Frommen weh geschiehet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf; Gott ist groß und reich an Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Got⸗ tes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer, Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch: Wenn dich deine Sünden kränken, dein Verbrechen quält dich sehr: komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer; mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, 279 so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 6. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein? Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir sein. Gott ists, der es herzlich meinet, wo die Noth am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der harten Dornenbahn, es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan; Gott wird nach dem Jam— merleben Friede, Freud und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. Johann Friedrich Ziehn, 4 1719. Mel. Was Gott tbut, das ist wohlg. 373 Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; drum laß dichs nicht betrüben, wenn Gott ver⸗ sucht mit Kreuz und Pein die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, je ernster sind des frommen Vaters Schläge: schau, das sind Gottes Wege! 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein, Gott wills nicht anders haben; auch 28⁰ 30. Kreuz-⸗ und Trostlieder. dieses Lebens Noth und Pein sind deines Vaters Gaben. Solls denn so sein, so geh es ein: es kommt von Liebeshänden, Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; das Kreuz lehrt fleißig beten, zieht ab vom eitlen Trug und Schein und lehrt zu Jesu treten. Drum wirfs nicht hin mit schnödem Sinn, wenns nun zu dir gekommen; es soll der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein, das muß uns immer wecken; wir schliefen sonst in Sünden ein, wie müßten wir er⸗ schrecken, wenn unbereit die Ewigkeit und der Posaunen Schallen uns würde über⸗ fallen! 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein, es lehrt die Sünde hassen und unsern lieben Gott allein mit rechter Lieb umfassen. Die Welt vergeht und Gott besteht; bedenks und laß dich üben, das ewge Gut zu lieben! 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein; was Gott schickt, will ich tragen! Schickts doch der liebste Vater mein; sinds doch nur kurze Plagen, und wohlge— meint! Wer gläubig weint, lebt dort in steten Freuden: ich will mit Christo leiden! David Nerreter, 4 1726. Nach voriger Melodie. 374 Gott lebt; wie 7 kann ich trau⸗ rig sein, als wär kein Gott zu finden? Er weiß gar wohl von meiner Pein, die ich hier muß empfinden; er kennt mein Herz und meinen Schmerz, drum darf ich nicht verzagen, darf ihm nur alles klagen. 2. Gott hört, wenn Nie⸗ mand hören mag; was will der Feind denn sprechen, als würd mein Seufzen, meine Klag nicht durch die Wolken brechen? Schrei ich empor, so hört sein Ohr, so steigt die Hülfe nieder, und Amen schallet wieder. 3. Gott sieht; wie klaget denn mein Herz, als säh er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz ganz offenbar er⸗ scheinen; kein Thränlein fehlt, das er nicht zählt, darauf sein Aug nicht blicket, bis er uns hat erquicket. 4. Gott führt; drum geh ich ruhig fort auf allen meinen Wegen; ob mir die Welt bald hier, bald dort will ihre Stricke legen, so wird er mich zwar wunder— lich, doch allzeit sicher leiten, Freuden: leiden! 125 die. t; Wie ch trau⸗ in Gott iß gar ein, die dden; er Meinen ich nicht m nur un Nie⸗ vas will hen, als „ meine Wolken empor, 0 steigt d Amen 2 klaget säh er Vr tiefste bar el⸗ ein fehl, darauf 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. daß nie mein Fuß kann gleiten. 5. Gott giebt; und wär ich noch so arm, soll ich doch nicht verderben; was hilft mir denn mein steter Harm, als müßt ich Hungers sterben? Er hat ja Brod, und ob die Noth uns in die Wüste weiset, dort werden wir gespeiset. 6. Gott lebt, ich will nicht traurig stehn; Gott hört, ich wills ihm klagen; Gott sieht, er trocknet meine Thrän; Gott führt, ich darf nicht zagen. Nur unbetrübt! Gott giebt und liebt, und wird mir endlich geben auch dort mit ihm das Leben. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. 375 Je größer Kreuz, je näher Him⸗ mel; wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; bei Sündenlust und Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mensch ge— schätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt! 2. Je größer Kreuz, je stärker Glaube; die Palme wächset bei der Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gekeltert hast; im Kreuze wächset uns der Muth, wie Perlen in gesalzner Fluth. 28¹ 3. Je größer Kreuz, je größer Liebe; der Wind bläst nur die Flammen auf! und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Gluth, gleichwie das Oel im Feuer thut. 4. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüsten oft ge⸗ gangen, der sehnet sich nach Kanaan; das Täublein, fin⸗ dets hier nicht Ruh, so fliegt es nach der Arche zu. 5. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich dann auf seinen Tod, denn man entgehet dem Ver⸗ derben, es stirbt auf einmal alle Noth; das Kreuz, das da die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphirt. 6. Gekreuzigter! laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein; daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Jesu, meine Freude. 376 eele, sei zufrie⸗ — den; was dir Gott beschieden, das ist alles gut. Treib aus deinem Her⸗ 282 zen Ungeduld und Schmerzen, fasse frischen Muth. Ist die Noth dein täglich Brod, mußt du weinen mehr als lachen, Gott wirds doch wohl machen. 2. Scheint der Himmel trübe und der Menschen Liebe stirbet ganz dahin; kommt das Mißgeschicke fast all Augenblicke und quält deinen Sinn; nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen, Gott wirds doch wohl machen. 3. Ungeduld und Grämen kann nichts von uns nehmen, macht nur größern Schmerz. Wer sich widersetzet, wird nur mehr verletzet; drum Geduld, mein Herz! Wirf, mein Sinn, die Sorgen hin; drücket gleich die Last den Schwachen, Gott wirds doch wohl machen. 4. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen, und die Sonne blickt; so muß auf das Weinen lauter Freude scheinen, die das Herz erquickt. Laß es sein, wenn Angst und Pein mit dir schlafen, mit dir wachen, Gott wirds doch wohl machen. 5. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt. Fröhlich ausgehalten und Gott lassen 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. walten, das macht recht ver⸗ gnügt. Drum nimm dir, o Seele, für, alles Unglück zu verlachen; Gott wirds doch wohl machen. 6. Nun, so solls verblei⸗ ben, ich will mich verschrei⸗ ben, Gott getreu zu sein. Beides, Tod und Leben, bleibet ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Denn mein Ziel ist: wie Gott will! Drum sag ich in allen Sachen: Gott wirds doch wohl machen. Benjamin Schmolck, 1737 Mel. Nun ruben alle Wälder. 360. R ein Herz, gieb dich zufrieden und bleibe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram; die Noth, die dich jetzt drücket, hat Gott dir zugeschicket; sei still und halt dich wie ein Lamm. 2. Mit Sorgen und mit Zagen und unmuthsvollen Klagen häufst du nur deine Pein; durch Stillesein und Hoffen wird, was dich jetzt betroffen, erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kanns doch nicht ewig währen, oft hat Gott unsre Zähren, eh mans meint, ab⸗ gewischt; wenns bei uns heißt: wie lange wird mir so angst und bange! so hat. er Leib und Seel erfrischt. t ber⸗ div, nglück wirds m. d mit vollen deine und h jeht sanft Fevig Ilste 1. b⸗ Il mir 30. Kreuz- und Trostlieder. 283 4. Gott pflegt es so zu machen: nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Son⸗— nenschein, nach rauhen Win⸗ tertagen muß uns der Lenz behagen; er führt in Höll 12 Himmel ein. Indeß ist l wrelte bie Last, die uns soll pressen auf daß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, darf sich nicht an uns wa— gen, und sollts die kleinste Plage sein. 6. Denn es sind Liebes-⸗ schläge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns be— legt; nicht Schwerter, son— dern Ruthen sinds, damit Gott zum Guten als Vater seine Kinder schlägt. 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm miß⸗ behagt, den alten Menschen schwächen, den Eigenwillen brechen, die Lust ertödten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Ge⸗ duld, und sollt er uns in Nöthen auch lassen, ja gar tödten, uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheiden von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehn? Ich lebe oder sterbe, so bleibet mir das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. 10. Ist Christus unser Leben, so muß uns, seinen Reben, der Tod sein ein Gewinn; er mag die Leibes— höhle zerbrechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. 11. Drum gieb dich ganz zufrieden, mein Herz, und bleib geschieden von Sorge, Gram und Leid; vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Händen hin— tragen in die Herrlichkeit. Joh. Anastasius Freylinghausen, + 1739. Mel. Herr, wie du willst, so schicks ꝛc. e'Gott 378. Wachrt, mich so will ich gehn, ohn ales Eigen⸗ wählen; geschieht, was er mir ausersehn, wird mirs an Keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit, und folge willig Schritt für Schritt in kindlichem Ver— trauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten; obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, in Zeit und auch in Ewigkeit, stets seinen Rath zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, 28⁴4 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen; wie er es schickt und mit mir fügt, wie er es auch mag wenden, sei ihm hiermit ganz heimge⸗ stellt; er mache, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rath wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht ge⸗ bracht; ich bin ja nicht mein ei gen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glau⸗ ben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Ge— duld mich fest; was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Todesgrauen; kann ichs auch anfangs nicht ver— stehn, doch werd ichs endlich schauen, wie er nach seinem Vaterrath mich treu und wohl geführet hat; dies sei mein Glaubensanker. Lampertus Gedicke, 4 1753. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 5 ist's, daß i 379. Wn wale Harr seiner, meine Seele, harr und sei unverzagt; du weißt nicht, was dir nützet, Gott weiß es, und Gott schützet; er schützet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah; eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Er⸗ den, um glücklich hier zu werden: die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück ver⸗ mehret, sei mir von dir ge— währet! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenns alle Welt auch schätzet, sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen, ist Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein gesch 7. Stär Werk dich. fahre bewa Gott, Christi Seele, t; du lützet, Gott „ der Tage, lage, sah; unte, unte, leiner nicht sieht r mir t zu auch Jelt. fEr⸗ er zu Welt , im Clück mein k ver⸗ dir gl⸗ währst Glück Velt min nhet schiber Haß und nicht 30. Kreuz- und Trostlieder. 285 mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wider⸗ fahren, wenn Gott mich will bewahren? Und du, mein Gott, bewahrest mich. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Nach voriger Melodie. 380. Ich hab in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl: so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich er⸗ geben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sün⸗ den erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe, was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade, du Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken; der Herr wird alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. 5J. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. a. Sterbelieder. Eigene Melodie. 381 Wennmein Stünd⸗ lein vorhanden ist, und ich soll fahr'n mein Straße, geleit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hülf mich nicht verlasse; mein Seel an meinem letzten End befehl ich dir in deine Händ, du wirst sie wohl bewahren. 2. Mein Sünde mich wird kränken sehr und mein Ge⸗ wissen nagen, denn ihr ist viel, wie Sand am Meer, doch will ich nicht verzagen. Will denken in der letzten 286 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. Noth, Herr Jesu Christ, an deinen Tod, der wird mich wohl erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, deß tröst ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib in Todesnoth und Schmerzen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir, ein ewges Leben hast du mir mit deinem Tod er⸗ worben. 4. Weil du vom Tod er⸗ standen bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, kann Todesfurcht ver⸗ treiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freu⸗ den. Nikol. Hermann, + 1561. Mel. Vater unser im Himmelreich. 382— 67 Jesu Christ wahr Mensch und Gott, der du littst Mar⸗ ter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir des Vaters Huld erwarbst: ich bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnoth und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht, und meine Ohren hören nicht, und meine Zunge nicht mehr spricht, und mir vor Angst mein Herz zerbricht; 3. Wenn mein Verstand sich nichts besinnt und mir all menschlich Hülf zerrinnt: so komm, Herr Christe, mir behend zu Hülf an meinem letzten End und führ mich aus dem Jammerthal, ver⸗ kürz mir auch des Todes Qual. 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leibe trennt; dann nimm sie, Herr, in deine Händ. Der Leib hat in der Erd sein Ruh, bis naht der jüngste Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, in dem Gericht mein Fürsprech sei und meiner Sünd nicht mehr gedenk, aus Gnaden mir das Leben schenk; wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir. 6. Du sprichst: Fürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht, den Tod auch schmecken ewig nicht; und ob er gleich hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar ver⸗ dirbt; 7. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mir n msrer walten Inser! ei, au dahin alzel vor icht; tand mir nnt: mir inem mich ver⸗ odes von Heist sich nnt; „ hat bis erzu. stehn mein einer denk, Leben saget das dahr, Wort mich, nins auch und ͤtirbt, ber⸗ mit I ö 3 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. mir nehmen in mein Reich, da soll er denn mit mir zu⸗ gleich in Freuden leben ewig⸗ lich; dazu hilf uns ja gnä⸗ diglich. 8. Ach, Herr, vergieb all unsre Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt her⸗ bei, auch unser Glaub stets wacker sei, daß wir dir trauen festiglich, bis wir entschlafen seliglich. Paul Eber, 4 1569. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. Onn Christi Wun⸗ 383. J den schlaf ich ein, die machen mich von Sünden rein. Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehren⸗ kleid; 2. Damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn; mit Fried und Freud ich fahr dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. 3. Dank hab, mein Tod, du führest mich; ins ewge Leben wandre ich, mit Christi Blut gereinigt, ein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein. Paul Eber, 4 1569. Eigene Melodie. 384. Cbhristus der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; 287 dem hab ich mich ergeben, mit Freud fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mag zu ihm kommen und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwun— den Kreuz, Leiden, Angst und Noth; durch seine heil⸗ gen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Athem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf. 5. Wenn mir Sinn und Gedanken vergehen wie ein Licht, das hin und her muß wanken, weil ihm die Flamm gebricht; 6. Alsdann fein sanft und stille laß mich, Herr, schlafen ein nach deinem Rath und Willen, wenn kommt mein Stündelein. 7. Ach, laß mich gleich den Reben anhangen dir allzeit und ewig bei dir leben in deiner Himmelsfreud. Anna, Gräfin v. Stolberg, um 1609. Eigene Melodie. 385 F᷑er dich sehr, o 1 meine Seele, und vergiß all Noth und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Aus 288 31. Sterbe- und Begräbnißlieder. der Trübsal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr je hat gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Noth. Wie sich sehnt ein Wandersmann nach dem Ende seiner Bahn, so hab ich gewünschet eben, daß sich enden mög mein Leben. 3. Denn gleichwie die Rosen stehen unter einer Dornenschaar, also auch die Christen gehen in viel Aeng⸗ sten und Gefahr. Wie die Meereswellen sind, und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voll von Beschwerden. 4. Wenn die Morgenröth aufgehet und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer uns umstehet, Müh findt sich an allem End; unsre Thränen sind das Brod, so wir essen früh und spat; wenn die Sonne nicht mehr scheinet, Herz und Aug noch bitter weinet. 5. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei du jetzt von mir nicht ferne, weil dein Blut mich hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög hinfahren aus der Zeit; auch sei du mir Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse! 6. Zu dir, Heiland, will ich fliehen auf dem bittren Todesgang, durch dein Wun⸗ den will ich ziehen in mein himmlisch Vaterland. In das schöne Paradies, drein dein Mund den Schächer wies, wirst du mich, Herr Christ, einführen und mit ewger Klarheit zieren. 7. Ob mir schon die Augen brechen, das Gehör auch gar verschwindt, meine Zung nicht mehr kann sprechen, mein Verstand sich nichts besinnt, bist du doch mein Licht, mein Hort, Leben, Weg und Himmelspfort, du wirst selig mich regieren und die Bahn zum Himmel führen. 8. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Noth und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubiliren und auf ewig triumphiren. Caspar von Warnberg, um 1620. Eigene Melodie. erzlich thut mich 386. 9 verlangen nach einem selgen End, weil ich hier d sal u Lust e argen augen lomm! .— löset v Höllze lostet, nung mir de Tode in en Was 0. reizet und Chr, doch 5 W. Rach; 9b ren aus du mir mich mit sse! nd, will bittren in Wun⸗ in mein d. In 5, drein Schücher h, Herr und mit en. ie Augen ör auch ine Zung sprechen, h nichts h mein Leben, Fort, du Kren Und Himmel o meine all Noth Christus ruft au⸗ I. Seinl Heeit sollt gleit, mi 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. hier bin umfangen mit Trüb⸗ sal und Elend. Ich hab Lust, abzuscheiden von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; o Jesu, komm nur bald! 2. Du hast mich ja er⸗ löset von Sünde, Tod und Höll; es hat dein Blut ge— kostet, drauf ich mein Hoff⸗ nung stell. Warum sollt mir denn grauen vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, bin ich dein selig Kind. 3. Wenngleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch er— geben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin; deß freue ich mich eben: Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden von Würmern wird verzehrt, doch auferwecket werden durch Christum, schön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Noth in ewger Freud und Wonne; was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, länger zu leben hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Gut und all ihr Zier; doch ich das gar nicht achte, es währt nur kleine Zeit. Nach Himmlischem ich trachte, das bleibt in Ewigkeit. 289 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, für mich und sie zum Leide, doch tröstet meinen Muth, daß wir in größern Freuden zusammen⸗ kommen schon; wo nichts uns mehr wird scheiden dort an des Himmels Thron. 7. Muß ich auch hinter⸗ lassen betrübte Waisen hier, daß mich ohn alle Maßen ihr Elend jammert schier, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; er läßt sie nicht verderben, er hilft aus aller Noth. 8. Gesegn euch Gott, der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzu sehre über den Abschied mein. Be⸗ ständig bleibt im Glauben; wir werdn in kurzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. 9. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein: gieb mir ein seligs Ende, send mir die Engel dein; führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast, da du dich hast gegeben für meine Sündenlast. 10. Hilf, daß ich gar nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ; den schwachen Glau— ben stärke in mir zu aller Frist. Hilf ritterlich mir ringen, halt mich durch deine 13 290 31. Sterbe⸗ und Macht, daß ich mög fröh⸗ lich singen: Gott Lob! es ist vollbracht. Christian Knoll, 4 1621. Eigene Melodie. 387 alet will ich dir geben, du arge, falsche Welt; dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier; da wird Gott herrlich lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rath mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn; soll ich je dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon; verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Muth, laß selig mich abscheiden, setz mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröh⸗ lich sein. Erschein mir in dem Bilde, zu Trost in meiner Noth, wie du dich, Herr, so milde geblutet hast zu Tod. 4. Birg meine Seel, aus Gnaden, bei dir vor allem Leid, rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlich— keit. Der ist hie wohl ge— wesen, wer kommt ins Him⸗ melsschloß; und ewig ist ge— Begräbnißlieder. nesen, wer bleibt in deinem Schooß. 5. Herr, meinen Namen schreibe ins Buch des Lebens ein; laß mich an deinem Leibe ein Glied mit denen sein, die in dem Himmel grünen und vor dir leben frei: so will ich ewig rüh— men, daß treu dein Herze sei. Valerius Herberger, 1 1627. Eigene Melodie. Machs mit mir, 388. M Gott, nach deiner Güt, hilf mir in meinen Leiden; versag mir nicht, was ich dich bitt: wenn meine Seel will schei— den, so nimm sie, Herr, in deine Händ. Ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, liebster Herr, du läßt mich nicht verderben. Ach, du bist doch von mir nicht fern, ob ich gleich hier muß ster⸗ ben und lassen meine lieben Freund, die's mit mir herz⸗ lich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel sich zu dir schwinget, in deiner Hand sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thrä⸗ nenthal, Angst, Noth und Trübsal überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt, die Sünd mir können nichts dir, I sind, it Gnaden aus Lis hgahlt 5. A Haurig vchl be Christi Meinem deinem Namen Lebens deinem it denen Himmel ir leben vig rüh⸗ Herze sei. + 167/ mit mir, tt, nach mir in rsag mir ich bitt: vill in Herr lles 5 . h Jolgen, läßt mich Ach, du nicht u muß ste eine lieben nir her⸗ der Rh „ die 2 vnget, u. ma n dringel ein Tytk Roth Ind Hölldie nir können 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. nichts mehr schaden; an dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Was soll ich denn nun traurig sein, weil ich kann wohl bestehen, geschmückt mit Christi Unschuld rein, zu meinem Gotte gehen? Ge⸗ hab dich wohl, du schnöde Welt, bei Gott zu leben mir gefällt. Joh. Heinrich Schein, 4 1630. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 389. J Occhh hab mich Gott ergeben, dem liebsten n mein; hier ist kein Immerleben, es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; o Welt, was acht ich dein! Der Himmel ist mir lieber, da muß ich gehen ein, will mich nicht mehr beladen, weil ich wegfertig bin; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach, selge Freud und Wonne hält mir der Herr bereit, da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun 291 schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Geseg'n euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzu⸗ mal; um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner Qual. Was Christus euch beschieden, laßt nicht aus eurem Sinn; in Gottes Gnad und Frieden fahrt dann auch ihr dahin. Johann Siegfried, 4 1637. Nach voriger Melodie. 390 edenke, Mensch, das Ende, be⸗ denke deinen Tod! Der Tod kommt oft behende; der heute frisch und roth, kann morgen und geschwinder hinweg ge⸗ storben sein; drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Ster⸗ ben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht! Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht; kein Mensch ist ausgenommen, ein Jeder muß heran und wird den Lohn bekommen, nach dem er hat gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Hölle Angst und Leid, daß dich die Welt nicht blende mit ihrer Eitelkeit! Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläg⸗ 292 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. lich, schmerzlich Schreien; ach, Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, wo⸗ mit vor Gottes Throne die Seele wird verpflegt; dort ist die Lebenskrone den From⸗ men beigelegt. 5. Herr, lehre mich be— denken der Zeiten letzte Zeit, daß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterthron, laß mich auch nicht verachten der Hölle Sündenlohn. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte steh mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei. Salomon Liscow, 4 1689. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 391. Liebster Vater, soll es sein, daß ich heut an diesem Tage letzt⸗ mals mit Gebet erschein und dir meine Noth vortrage: ach, so richte meine Sinnen nach den hohen Himmels⸗ zinnen. 2. Tausend⸗ und viel tau⸗ sendmal sei, o Vater, hoch gepriesen, daß in deiner Kin⸗ der Zahl du mir eine Stell gewiesen, daß ich dich hab lernen kennen und in Christo Vater nennen. 3. Heilig, heilig, heilig sei deines hohen Namens Ehre, deine Güte mancherlei, deine Kraft und wahre Lehre; ich will dort dich ewig loben, wenn ich bin zu dir erhoben. 4. Dein Reich hast du auch zu mir hier in Gnaden lassen kommen, mich berufen und zu dir aus des Satans Macht genommen; Jesus hat mir Heil und Frieden durch sein Blut und Tod beschieden. 5. Darum wart ich mit Begier ganz getrost aufs Reich der Ehren; nichts durchaus ist mehr allhier, so mich soll davon abkehren: komm, o König, laß erschei⸗ nen, was ich hoff und all die Deinen. 6. Deinem Willen thu ich mich ganz zu einem Opfer geben; hab ich hier nicht völliglich nach demselben können leben, so werd ich doch dort erfüllen mit den Engeln deinen Willen. 7. Täglich Brod und mancherlei, was zu meinem Stand gehöret, hast du, Va⸗ ter, mild und treu, mir Zeit Lebens auch bescheret: nun du Himmelsbrod willst ge— Hen! öcht daß Vohl bifchl mirel 9. mir geben u di denle Gna ist! 1 gar ine Stel dich hab Christo 9. heilig Namens ancherlei, re Lehre; ig loben, erhoben. hast du Gnaden berufen Satans Isus Frieden und Tod ich mit ost aufs nichts lhier, so abkehren: 5 erschei⸗ und all llen thu em Opfer ier nicht demselben werd ich mit den llen. od und meinemt du, M⸗ mir ge nut: nun villst ge⸗ 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. 293 ben, laß ich gern das arme Leben. 8. Bleiben gleich die Mei⸗ nen hier, die mich länger möchten sehen, weiß ich doch, daß nur bei dir steh ihr Wohl und Wohlergehen: ich befehle deiner Güte, was mir lieget im Gemüthe. 9. Nun, o Vater, laß du mir alle Schulden sein ver⸗ geben, daß ich rein und frei zu dir fahr aus diesem Sün⸗ denleben; Jesus hat mir Gnad erworben, mit ihm ist die Schuld gestorben. 10. So vergeb ich auch gar leicht, wie du, Vater, hast geheißen. Aller Zorn und Rach entweicht, ich will lauter Lieb erweisen; weil du, Gott, selbst viel erlassen, will ich, Mensch, auch Nie— mand hassen. 11. Rückt der letzte Kampf herzu, tobet heftig Sünd und Hölle, daß sie mir die Himmelsruh raub und mei⸗ nen Glauben fälle, so steh du auf meiner Seiten, die Versuchung zu bestreiten. 12. Mach mich alles Uebels los, gieb der Sünden⸗ noth ein Ende; ich ergebe ganz und bloß mich in deine Vaterhände: wollest mich von allem Bösen, wie du weißt und kannst, erlösen. 13. An dem Allen zweifl ich nicht, denn du bist der Himmelskönig; zu dir ist die Zuversicht: Welt und Höll ist dir zu wenig; deine Kraft wird nicht vergehen, deine Herrschaft ewig stehen. Veit Ludwig von Seckendorf, 1692 Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. 392 er weiß, wie nahe mir mein Ende? Hin geht die Zeit, her kommt der Tod; ach, wie geschwinde und be— hende kann kommen meine Todesnoth! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Tods⸗ gefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Tod versenken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, 294 31. Sterbe⸗ und wie du willst, so schick's mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut! 5. Ach, Herr, mach süße mir den Himmel und bitter mir die Lust der Welt, gieb, daß mir in dem Weltgetüm⸗ mel die Ewigkeit sei vorge— stellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut! 6. Ach, Vater, deck all meine Sünde mit dem Ver⸗ g dienste Jesu zu, darauf ich mich fest gläubig gründe, das giebt mir die erwünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod; ich leg die Hand in seine Seite und sage: mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut! 8. Ich habe Jesum ange— zogen schon längst in meiner heilgen Tauf; du bist mir auch daher gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesu Leib gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kannst Begräbnißlieder. du meiner nicht vergessen! Ich bleib in ihm, und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut! 10. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt; ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Gnaden schön geschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende ut! 11. Ich leb indeß in dir vergnüget und sterb ohn alle Kümmerniß; mir gnüget, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin es ganz ge— wiß: durch deine Gnad und Christi Blut machst du's mit meinem Ende gut! Aemilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt, 4 1706. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. 393 Ich sterbe täglich, und mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin; wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her: ach, wer nur immer fertig wär! 2. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt; auders Morge lilen den, Todter Schrit ich der 4. kann und doch haͤnd Tod der Secl hält. 0. Vort bergessen! und er in ich bitt t: mach's nde gut! nein End ich weiß, su glüct; in deinen Gnaden lein Gott, sti Blut: nem Ende iß in dir b ohn alle nüget, wie üget; ich ganz ge⸗ ynad und hst du's gut! rafin von t, 1 Vob. läßt walten. be täglich nein Leben m Grabe mir einen bich voh Dit Zeit dd bonnt ur immer erren, 209 allein l Vie lange ehell, das mbelannt; 31. Sterbe- und Begräbnißlieder. 29⁵ hilf, daß ich jeden Glocken⸗ schlag an meinen Abschied denken mag. 3. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war. Den einen Fuß hab ich auf Er— den, den andern auf der Todtenbahr. Ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 4. Ein einzger Schlag kann alles enden und Fall und Tod beisammen sein; doch schlage nur mit Vater— händen und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 5. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Herz sich schleußt, drum bet ich bei ge— sunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, so bitte Jesu Blut für mich. 6. Kann ich die Meinen nicht mehr segnen, so segne du sie mehr, als ich; wenn lauter Thränen mir begeg⸗ nen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlaßnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein. 7. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; ver⸗ kürze mir des Todes Schmer⸗ zen und hole mich zu dir hinauf; so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, den⸗ noch selig sein. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Jesus meine Zuversicht. 394 Meine Lebenszeit verstreicht, stündlich eil ich zu dem Grabe; und wie wenig ists vielleicht, das ich noch zu leben habe! Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht; denn Eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß giebt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht, Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und 296 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich gläube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinen Leibe. Er, der rief: es ist voll⸗ bracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich stets bedenken; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. 395 Nach einer Prü⸗ * fung kurzer Tage erwartet uns die Ewigkeit; dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zu— friedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvoll⸗ kommnes Glück; er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt, bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt. Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Unge⸗ duld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt, hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eig⸗ ner Schwachheit sein. 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; dort werd ich heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprech⸗ lich großen Werth; den Gott der Liebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das wun⸗ derbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge— schah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammen⸗ hang. 7. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart, ein Helig dem ward, Serapl uuchze 8.8 Dank Mgg n ihn zu sgnen, da firk dieser jne K an u Ewigf lichts sie voll! Christ Mel. V nem! ist m⸗ mein Seele ab n ihn des bald das HDelt, bald n eignen der öfter Zald finkt en Schuld in Unge⸗ eTugend ster öfters man den et und des gißt, hier nie frei i von eig⸗ in. ichs nur, den; dort verklͤrt, en Werth Mussprech⸗ den Gott sehn, ihn chöhn. das im 48 ich auf das wun⸗ nennen, ier ge⸗ n Geist Dank dil usammen⸗ dem 10 Gr enbart, ein Heilig, Heilig, Heilig! singen dem Lamme, das erwürget ward, und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 8. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu millionen Malen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find ich in des Höchsten Hand den Freund,‚, den ich auf Erden fand. 9. Da ruft, o möchte Gott es geben, vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß das Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 10. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbar an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Mel. Christus, der ist mein Leben. 396 Einst geh ich ohne Beben zu mei⸗ nem Tode hin: denn Christus ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn. 2. Ich scheue nicht die Schrecken der freudenleeren Gruft: der wird mich auf— 31. Sterbe- und Begräbnißlieder. 297 erwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Und ruft mich abzu⸗ scheiden auch heute schon mein Gott, so geh ich hin mit Freuden und sterb auf sein Gebot.“ 4. Ich hoff ein besser Leben, das nimmermehr ver⸗ fließt; ein Leib wird mich umgeben, der ewig herrlich ist. 5. Dann eil ich dir ent⸗ gegen, mein triumphirend Haupt, und seh entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt. Christoph Christian Sturm, 4 1786. Mel. Valet will ich dir geben. 397 Die auf der Erde 2 wallen, die Sterblichen sind Staub, sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub; ver⸗ borgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft, doch jede, jede Stunde bringt näher uns der Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, und vor der Gläubgen Retter erzittert und verzagt. 3. Wenn diese Bahn zu gehen, dein Will mir einst gebeut, wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit, 13⁰ 298 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. wenn meine Kräfte beben und schon das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht. 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in dieser Angst, der du, zum Heil der Sünder, selbst mit dem Tode rangst; und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset hast. 5. Des Himmels Wonn und Freuden ermißt kein sterblich Herz; o Trost für kurze Leiden, für kurzen To⸗ desschmerz! Dem Todesüber⸗ winder sei ewig Preis und Dank; Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank. 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Him⸗ mel weihn, die, aufgelöst zu werden, mit heilger Furcht sich freun! Bereit, es Gott zu geben, wenn er, ihr Herr, gebeut, gehn sie getrost durchs Leben hin zur Un⸗ sterblichkeit. Gottfried Benedict Funk, 4 1814. Mel. Cbristus, der ist mein Leben. 398. J Och weiß, an wen Veich glaube, und daß mein Heiland lebt, der aus dem Todesstaube den Geist zu sich erhebt. 2. Ich weiß, an wem ich hange, wenn alles wankt und weicht, der, wenn dem Herzen bange, die Retter⸗ hand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich ver⸗ traue, und wenn mein Auge bricht, daß ich ihn ewig schaue, ihn selbst von An⸗ gesicht. 4. Er trocknet alle Thrä⸗ nen so tröstend und so mild, und mein unendlich Sehnen wird nur durch ihn gestillt. 5. Ich weiß, beim Aufer⸗ stehen, wann ich verkläret bin, werd ich mit Jesu gehen durch Ewigkeiten hin. August Hermann Niemeyer, 4 1828. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 399 Num nuß ich heim⸗ wärts gehen, hab, Erde, gute Nacht! Zu jenen Himmelshöhen lockt mich des Sternes Pracht, des Sterns, der aus dem Dunkeln uns aufgegangen ist, ob dessen lichtem Funkeln das Herz der Welt vergißt. 2. Lebt wohl, ich muß nun scheiden, ihr Freunde, gute Nacht! In Freuden und in Leiden gar schwer ists mir gemacht, im Kum⸗ mer und in Thränen, in Arbeit und in Noth; drum ruft mein heißes Sehnen: O komm, mein Herr und Gott! 3. O komm und schließ dem Auger m S fir Ru Grabe pfühl: vomeg . licht lieb u wird ruft Das Steh, duf; Im 10 ich hinne wiede überft der 5 lles wankt wenn dem die Retter⸗ vem ich ver⸗ mein Auge ihn ewig st von An⸗ talle Thrä⸗ ind so mild, lich Sehnen ihn gestillt. beim Aufer⸗ ch verkläret t Isu gehen hin. meyer, 1 1828. ich verlangen. uß ich heim⸗ arts gehen, Maht! Zu höhen loct nes Pracht, + aus den aufgegangen tem Funkeln Helt vergißt. l, ich muß Ir Freunde zu Freuden gar schwn t, im Kum⸗ Thränen, Noth; drün Sehnen Herr 1 und schlic dem Matten die müden Augen zu; bett ihn in küh⸗ lem Schatten zu stiller, sanf⸗ ter Ruh; gieb ihm im stillen Grabe den letzten Ruhe⸗ pfühl: damit die einzge Habe vom ganzen Weltgewühl. 4. Lebt wohl, ihr sollt nicht weinen, ihr Freunde lieb und fromm; das Licht wird wieder scheinen, das ruft dem Schläfer: komm! Das ruft in seine Kammer: Steh, Schläfer, steh nun auf; steh auf von Noth und Jammer, der Himmel thut sich auf! 5. Lebt wohl, ihr sollt nicht klagen, daß ich von hinnen muß; die Nacht wird wieder tagen mit Freuden⸗ überfluß. Der große Held der Frommen wird mit der Krone stehn, und Engel werden kommen und mich zu Gott erhöhn. Ernst Moritz Arndt, 1860. Mel. Jesus meine Zuversicht. eht nun hin 400. G und grabt mein Grab; denn ich bin des Wanderns müde; von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; meinen Lauf hab ich vollendet, lege 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. 299 nun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet; lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stel— len unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wann die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frie⸗ den scheiden; deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden selber Leiden, deine Schön⸗ heit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht Sonn und Mond und liebe Sterne! Fahret wohl mit eurer Pracht, denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr verschwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauer geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur kanns ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen; daß ich aus dem Irrthum will, aus den Schatten, aus den Sche— men, aus dem Eitlen, aus 300 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. dem Nichts, hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden und ich habe auch mein Theil an den war⸗ men Herzenswunden, wor⸗ aus einst sein heilig Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht! mein Er⸗ löser lebt; hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moritz Arndt, 4 1860. b. Begräbnißlieder. Eigene Melodie. 401 Nom laßt uns den 7 Leib begraben, und daran nicht Zweifel haben, er wird am jüngsten Tag aufstehn und unver⸗ weslich hervorgehn. 2. Erd ist er und von der Erden, wird zu Erd auch wieder werden, und von der Erden auferstehn, wann die Posaune wird angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhie aus lauter Gnad von aller Sünd und Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Arbeit, Trübsal und Elend ist kommen nun zu gutem End; er hat ge⸗ tragen Christi Joch, ist ge— storben und lebet noch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag; der Leib schläft bis zum jüngsten Tag, an dem Gott ihn wird ver— klären und die ewge Freud gewähren. 6. Hier ist er in Angst gewesen, dort aber wird er genesen, in ewiger Freud und Wonne leuchten wie die helle Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hie schlafen, und gehn all— sammt unsre Straßen, schicken uns auch mit allem Fleiß; denn der Tod kömmt uns gleicherweis. Michael Weiß, 1540. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 402 Begrabt den Leib in seine Gruft, bis ihn des Richters Stimme ruft. Wir säen ihn, einst blüht er auf und steigt ver⸗ klärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub und wirds nur mehr. Er liegt, er schläft; doch er erwacht dereinst aus dieser Todesnacht. Wandel un ist Ind L 5 schaf nach mache mein Er⸗ om finstern empor die t, und der r Glaube, be spricht: ers, zittre dt, T 1860. wge Freud in Angst er wird er ger Freud ten wie die wir ihn gehn all⸗ Hen, schicken lem Fleiß; kömmt uns eiß, T 1540. Leib begroben t den Leib ine Gruf, 1 Stimme 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, von aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt, nun wird er, Gott, von dir erquickt; hier wandelt' er im finstern Thal, nun ist er frei von Schmerz und Qual. 5. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh! Wir gehn nach unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit mit Freud und Zittern uns bereit. 6. Ach, Jesu Christ, dein bittrer Tod stärk uns in unsrer letzten Noth! Laß unsre ganze Seele dein, und selig unser Ende sein. Nach Klopstock, 4 1803. Mel. Jesus meine Zuversicht. 403 Hi mir und 1 morgen dir! so hört man die Glocken klingen, wenn wir die Ver⸗ storbnen hier auf den Gottes⸗ acker bringen. Aus den Gräbern rufts herfür: heute mir und morgen dir! 2. Heute roth und morgen todt! Unser Leben eilt auf Flügeln, und wir habens täglich noth, daß wir uns an Andern spiegeln; wie bald ruft des Herrn Gebot: heute roth und morgen todt! 3. Mensch, es ist der alte 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. 301¹ Bund, und der Tod zählt keine Jahre. Bist du heute noch gesund, denk an deine Todtenbahre, Jedem kommt die letzte Stund. Mensch, das ist der alte Bund. 4. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! Ich will sterben, eh ich sterbe, so wird mir die letzte Noth, wenn sie kommt, doch nicht so herbe. Rüste mich dazu, mein Gott; ach, wer weiß, wie nah mein Tod! 5. Selig, wer in Christo stirbt! denn ihm wird der Tod zum Leben; der das Leben hier erwirbt, dem nur wird es dort gegeben. Wer nicht lebet, der verdirbt. Selig, wer in Christo stirbt! Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 404 Nm bringen wir 2 den Leib zur Ruh, und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne was du bist; lern hier, was unser Leben ist. Nach 302 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. Sorge, Furcht und mancher Noth kommt endlich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Trau⸗ rigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, be— sinne dich; Tod, Grab und Richter nahen sich. In Allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll Jeder zu dem Vater flehn: ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, machs einst mit meinem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm Jeder seiner Seele wahr! 9. Wann unser Lauf voll—⸗ endet ist, so sei uns nah, Herr Jesu Christ! Mach uns das Sterben zum Ge— winn; zieh unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wann du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, dann laß uns fröhlich auferstehn und dort dein Antlitz ewig sehn. Ehrensried Liebich 4 1780. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 405 Ac, wie so sanfte schläfest du nach manchem schweren Stand und liegst nun da in süßer Ruh in deines Heilands Hand! 2. Sein Leiden hat dich frei gemacht von aller Angst und Pein; sein letztes Wort: es ist vollbracht! das singt dich lieblich ein. 3. Du läßt dich zur Ver⸗ wandelung in diese Felder sä'n, mit Hoffnung und Ver⸗ sicherung, viel schöner auf— zustehn. 4. Verbirg dich unserm Angesicht im kühlen Erden⸗ schooß; du hast das Deine ausgericht, empfängst ein selig Loos. 5. Wir wissen, daß dein Seelenfreund, der ewig treue Hirt, der's hier mit dir so wohl gemeint, dich dort em⸗ pfangen wird. 6. Er führe seine ganze Heerd, die sich zu ihm gesellt, und die so theuer ihm und werth, auch vollends durch die Welt. Gottfried Neumann, 4 um 1778. gum brae du mit! ie Gräbet irst, dann auferstehn ntlitz ewig 10 f 1850 geendet hat. e so sanfte fest du nach n Stand a in süßer Heilands hat dich aller Angst ztes Wort: das fingt ch zur Ver⸗ ese Felder g und Vr⸗ höner auf⸗ ich unsern len Erden⸗ das Deine fängst eln „daß dein ewig trers mit dir so ch dott em⸗ seine ganze ihm geselb, ihn und ends durch 670 um 1718. 4*⁴ 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. 303 Mel. Ich hab mein Sach auf Gott ꝛc. 406. Woblauf, wohlan zum letzten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang; Gott führet ein, Gott führet aus: wohlan, hinaus! Zum Blei⸗ ben war nicht dieses Haus. 2. Geht in ein beßres Schlafgemach; die Freunde folgen segnend nach. Hab gute Nacht! der Tag war schwül im Erdgewühl; hab gute Nacht, die Nacht ist kühl. 3. Ihr Glocken, tönet fest⸗ lich drein und läutet hell den Sabbat ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Christ für Got⸗ tes Volk vorhanden ist! 4. O selig, wer das Heil erwirbt, daß er im Herrn, in Christo, stirbt! O selig, wer, vom Laufe matt, die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat! 5. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist noth! Die Welt beut ihre Güter feil, denk an dein Heil und wähl in Gott das beste Theil! 6. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; schau himmelwärts; da, wo der Schatz ist, sei dein Herz! 7. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, eh dich der Tod an Todte reiht; sie rufen: gestern wars an mir, heut ists an dir! Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 8. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab! Wann, wie und wo ist Gott bewußt; schlag an die Brust; du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 9. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön kein Wan— genroth: im Finstern droht der Tod, und überall der Tod. 10. Ach, banges Herz im Erdenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Grabesnacht, das Leben hat ans Licht gebracht! 11. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: wer an mich glaubt, stirbt nimmer⸗ mehr! Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. 12. Wohl dem, der sich mit ihm vertraut, schon hier die ewgen Hütten baut! Er 304 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. 13. Nun, Thor des Frie⸗ dens, öffne dich! Hinein! hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich, gönnt all— zugleich auch ihm lihr!] ein Räumlein neben euch! 14. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Himmel dort; bereitet ist die Stätte schon am Gna⸗ denthron, bereitet ihm lihr! durch Gottes Sohn. 15. Sein ist das Reich' mit Allgewalt; er zeugt und spricht: ich komme bald! Ja, komm, Herr Jesu, führ uns ein! wir harren dein: Amen, dein laß uns ewig sein! Heinrich Friedrich Sachse, 4 1860. Eigene Melodie. 407. Arserstehn, naufe erstehn wirst du, c. Beim Tode Mel. Valet will ich dir geben. 408. So hab ich obge— sieget; mein Lauf ist nun vollbracht. Ich bin gar wohl vergnüget, und sag euch gute Nacht. Ihr aber, meine Lieben, klagt nicht so ängstiglich; was wollt ihr euch betrüben? Stehts doch so gut um mich. mein Staub, nach kurzer Ruh! Unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben, uns ein, die mit ihm starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug ge— schlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein. Mit Jesu gehn wir ein zu sei⸗— nen Freuden; der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann; lebt ich im Heilig⸗ thume zu seines Namens Ruhme! Halleluja! Friedrich Gottlieb Klopstock, 4 1803. von Kindern. 2. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, fahr immer, im⸗ mer hin! ich freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin. Ich leb in tausend Freuden in meines Schöpfers Hand; mich trifft und rührt kein Leiden, so dieser Welt be⸗ kannt. ä 3. Die noch auf Erden * nit Rt Siegön en meine grüne Siege Gotte so be 5. Wan mik; fange uch treue nein stchet Auger 6. lichen Will! we Ppreck Gott er nii er 0 Gott 10 ber argen 0 kurzer eben wird, dit geben. lühn, werd Herr der sammelt „ die mit lleluja! Janks, der Tag, du g9 Wenn enug ge⸗ erweckst du räumenden sein. Mit in zu sei⸗ r müden dann nicht lerheiligste Mittler m Heilig⸗ Namens 2* stock, f 1806. Wastud mmer, m⸗ ö mich von Rrlöset bin. d Frudm fers Hand; rührt kein Welt be⸗ auf Erdnn wallen in irrthumsvoller Zeit, vermögen kaum zu lallen von froher Ewigkeit. Viel besser, wohl gestorben, als in der Welt gelebt; die Schwach— heit ist verdorben, worinnen ich geschwebt. 4. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Siegsmann prangt. Aus jenen Himmelslenzen hat meine Seel erlangt die ewig grüne Krone; die werthe Siegespracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 5. Noch netzet ihr die Wangen, ihr Eltern, über mir; euch hat das Leid um⸗ fangen, das Herze bricht euch schier. Des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab; die Mutter stehet trübe und kehrt die Augen ab. 6. Ich war euch nur ge— liehen auf eine kurze Zeit. Will Gott mich zu sich ziehen, so werfet hin das Leid und sprecht: Gott hats gegeben, Gott hats zu nehmen Macht; er nimmts zum ewgen Leben; er hat es wohlgemacht. Gottfried Wilhelm Sacer, 1699. Es ist genug, so nimm ꝛc. 409. DZudi Cue be sel. ber fordert dich aus diser argen Welt. Ich leide zwar, 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. 305 dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist aus, darum befiehlt er dir, nun wieder fortzuziehn. Zeuch hin! Gott hat es so versehen, was die— ser will, das muß geschehen; zeuch hin, mein Kind! 3. Zeuch hin, mein Kind! im Himmel findest du, was diese Welt nicht giebt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, von keinem Schmerz getrübt; hier müssen wir in Aengsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kind! 4. Zeuch hin, mein Kind! wir folgen Alle nach, sobald es Gott gefällt. Du eiltest fort, eh dir das Ungemach verbittert diese Welt. Wer lange lebt, steht lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind! 5. Zeuch hin, mein Kind! Die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Nun siehest du, wie Gottes lieber Sohn dir selbst die Krone weist. Nun wohl, die Seele ist entbunden, du hast durch 306 31. Sterbe- und Begräbnißlieder. Jesum überwunden; zeuch hin, mein liebes Kind! Gottfried Hoffmann, 4 1712. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 410 Wenn kleine Him⸗ 1 melserben in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christen⸗ laufe für Jesum eingeweiht und noch bei Gott in Gna⸗ den; was sollt es ihnen schaden, wenn er nur über sie gebeut? 3. O wohl auch diesem Kinde; es stirbt nicht zu ge⸗ schwinde. Zieh hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. Johann Andreas Rothe, 1 1758. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 411 ie Augenblicke fliehen, so flieht des Menschen Zeit, wie Gras und Blumen blühen, blüht seine Herrlichkeit; ein Hauch des Windes wehet, so ist sie nicht mehr da. Dein Wort nur, Herr, bestehet und bleibt mit Trost uns nah. 2. Kaum hat des Schöpfers Liebe der Eltern Herz er⸗ freut, kaum fleht es hie: ach bliebe, was seine Hand uns beut! kaum ist zu schönem Hoffen ein Leben aufgewacht: so sinkt es, früh getroffen, in dunkle Todesnacht. 3. O, die ihr betend ran⸗ get mit thränenvollem Blick, was Gott zurück verlanget, das gebt ihm still zurück; was früh die Lieb entbehret für diese Erdenzeit, das hat Gott früh verkläret in Him⸗ melsherrlichkeit. 4. Vergißt auch Mutter⸗ liebe wohl ihres Kindleins je? und könnte sie's: Gott bliebe doch treu in Wohl und Weh. Hinauf vom Erdenstaube, zu ihm hinauf, o Herz, dort zeiget dir der Glaube dein Heil in deinem Schmerz. 5. Dort nimmt der Hirt der Frommen die Kindlein auf und spricht: O laßt sie zu mir kommen, und wehret ihnen nicht! So opfert eure Gabe, und sät den edlen. Keim, und geht gefaßt zum Grabe, und kehrt getröstet heim. Heinrich Friedrich Sachse, 1860. 22. 112² Scht Seele! der Er Ohle großer ich u ganz bebt, Aeng 2. aller der wird keit! mächt mer 3u tb. land s ihr X . Mir b zu lan tund bleibt ah. Schöpfers Herz er⸗ es hie; ach Hand uns u schönem ufgewacht: getroffen, acht. betend ran⸗ llem Blick, verlanget, ill zurück; b entbehret it, das hat t in Him⸗ h Mutter⸗ Kindleins ies: Gott in Vohl wauf vom hm hinauf, jet dir der in deinem t der Hirt 2 Kindlein O laßt fe ind wehrkt opfert eute den edlen cfaßt zun t achse, 7 50. 32. Lieder vom Gericht und ewigen Leben. 307 32. Lieder vom Gericht und ewigen Leben. Eigene Melodie. 412 O Ewigkeit, du 7 Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang son⸗ der Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende; mein ganz erschrocknes Herz er— bebt, und meine Seel in Aengsten schwebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird aufgehoben. Die Ewig⸗ keit nur hat kein Ziel, ihr mächtger Strom steht nim⸗ mer still, läßt nimmer ab, zu toben; ja, wie der Hei⸗ land selber spricht: ihr Feur, ihr Wurm erstirbet nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang! O ewig, ewig ist zu lang! hier gilt frwahr kein Scherzen. Drum, wenn ich diese lange Nacht zusammt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich, als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du den bösen Knecht so schwer im Pfuhl der Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt! Ach, nimm dies wohl zu Herzen, bedenk es wohl, o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf; ermuntre dich, verlornes Schaf, und bessre bald dein Leben! Wach auf, es ist sehr hohe Zeit, es kommt heran die Ewig— keit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag; wer weiß noch, wie man sterben mag? 6. O Ewigkeit, du Don⸗ nerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurig⸗ keit nicht, wo ich mich hin— wende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt. Johann Rist, 4 1667. Eigene Melodie. 413 itten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. Wen suchn wir, der Hülfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heili⸗ ger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du 308 32. Lieder vom Gericht und ewigen Leben. ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern To⸗ des Noth! Erbarm dich unser! 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Höllen Rachen; wer will uns aus solcher Noth frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit unser Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Gluth! Erbarm dich unser! 3. Mitten in der Höllen Angst unsre Sünd uns trei⸗ ben, wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine! Vergossen ist dein theures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost! Erbarm dich unser! Martin Luther, 1546. Eigene Melodie. 414 Wachet auf! ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne; wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitter⸗ nacht heißt diese Stunde; sie rufen uns mit hellem Munde: wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz thut ihr vor Freuden springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gna⸗ den stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Ho⸗ sianna! Wir folgen All zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesun⸗ gen mit Menschen- und mit Engelzungen, mit Cymbeln und mit Harfenton. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gesehn, kein Ohr hat je gehört solche Freude; drum jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und— für. Pbilipp Nicolai, 4 1608. Mel. Valet will ich dir geben. 415 Ermuntert euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lampen Schein: der finstr hat Bräll hetet, balde! 2. furtig, Ind tig; Die 2 der 2 gegne singt O. alle, empt Sche Die die g . mit hellem ihr klugen ohlauf, der t! Steht in nehmt! Heuch bereit ihr müsset n. die Wächter thut ihr ingen, sie eilend auf. mmt vom von Gna⸗ Wahrheit t wird hel, auf. Nun Rron, Herr Ihn! Ho⸗ n All zum halten mit dir gesun⸗ N⸗ und mit t Cymbeln ton. Von die Thore wir stehn Engel hoch On. Kein , kein Ohr e Freude; und singen a für m olai, 16⁰⁰ dir geben nitert Luch, Frommen en Schein: 32. Lieder vom Gericht und ewigen Leben. der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht: auf! betet, kämpft und wachet; bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig, und füllet sie mit Oel, und seid des Heils gewär⸗ tig; bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: der Bräutigam ist nah, be⸗ gegnet ihm in Reihen und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor. Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit: auf,‚ auf! ihr Reichsgenossen, der Bräutgam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang verziehen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Bäume blühen, der schönste Frühlingsschein verheißt Er⸗ quickungszeiten; die Abend⸗ röthe zeigt den schönen Tag vom weiten, vor dem das Dunkle weicht. 5. Begegnet ihm auf Er⸗ den, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Geberden, und seid nicht mehr betrübt: es sind die Freudenstunden ge⸗ kommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 309 6. Die ihr Geduld ge— tragen und mit gestorben seid, sollt nun, nach Kreuz und Plagen, in Freuden sonder Leid mit leben und regieren, und vor des Lammes Thron mit Jauchzen trium— phiren in eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Sieges⸗ palmen, hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Wai⸗ zenhalmen im Frieden nach dem Streit und nach den Wintertagen; hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen; hier schenkt man Freudenwein. 8. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten wei— den; hier ist die sichre Pfort; hier sind die goldnen Gassen; hier ist der Freudensaal, da wir uns niederlassen zum ewgen Hochzeitsmahl. 9. O Jesu, meine Wonne, komm bald, und mach dich auf. Geh auf, ersehnte Sonne, und fördre deinen Lauf. O Jesu, mach ein Ende, und führ uns aus dem Streit; wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungs⸗ zeit. Laurentius Laurenti, 4 1722. Eigene Melodie. 416 Jerusalem, du hoch⸗ gebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnend Herz so groß 310 32. Lieder vom Gericht und ewigen Leben. Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich über Alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit Lust und freiem Freudenmund die Seele geb von mir iin Gottes treue Hände, zum auserwählten Pfand, daß ihre Wallfahrt ende in jenem Vaterland? 3. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, thu auf die Gnadenpfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben das Erb der Ewigkeit! 4. Was für ein Volk, was für ein edle Schaar kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Auser⸗ wählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war von ferne in meinem Thränenland. 5. Propheten groß, und Patriarchen hoch, auch Chri— sten insgemein, die wailand dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klar⸗ heit hell umgeben, mit son⸗ nenlichtem Strahl. 6. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin ins schöne Paradeis, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis; das Halleluja reine man singt in Heiligkeit, das Ho⸗ sianna feine ohn End in Ewigkeit! Joh. Matthäus Meyfart, + 1642. Eigene Melodie. 417 O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen aller Noth, die uns doch hält ge⸗ fangen. 2. Man muß hier doch wie im Kerker leben, da nur Furcht und Sorgen uns umgeben; was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr dagegen ruht in eurer Kammer sicher und be⸗ freit von allem Jammer; kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen; ihr habt das schon, wornach wir uns sehnen; euch wird gesungen, was durch Keines Ohr all⸗ hier gedrungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht Himmt erhen! en, si lassen 6. aus d 05 un bald v 0 Soi Seklen 0 alles Heu verdt werd der! ander Rroße Fron 2. Kber belie mir⸗ bete Nft Erl Tro „mit Klar⸗ mit son⸗ zuletzt ich ins schöne ster Freud Sinn, der und Preis; teine man , das Ho⸗ End in fart, 4 1642. die. selig seid r doch, ihr durch den gekommen! igen aller ch hält ge⸗ hier doch ben, da nur orgen uns wir hiet Müh und nen.. gen ruht in 32. Lieder vom Gericht und ewigen Leben. 311 nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt er⸗ erben? Wer wollt hier blei⸗ ben, sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Herr, uns aus dem Joch zu spannen, lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Simon Dach, 1659. Eigene Melodie. 418 2 lle Menschen müssen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu. Dieser Leib, der muß verwesen, wenn er anders soll genesen zu der großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, wenn es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben; bin darüber nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnoth ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich ge⸗ storben, und sein Tod ist mein Gewinn, er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freuden hin, hin aus diesem Weltgetüm⸗ mel in den schönen Gottes⸗ himmel, da ich werde allezeit schauen Gottes Herrlichkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, wo viel tau⸗ send Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, die⸗ nen Gott vor seinem Thron; da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist; 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzu⸗ mal; wo auf ihren Ehren— thronen sitzet der zwölf Boten Zahl; wo in so viel tau— send Jahren alle Frommen hingefahren; wo wir unserm Gott zu Ehr'n ewig Halle⸗ luja hör'n. 6. O Jerusalem, du schöne, ach, wie helle glänzest du; ach, welch lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! O der großen Freud und Wonne! Jetzo gehet auf die Sonne, jetzo gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon erblicket alle diese Herrlich⸗ keit; seh im Geist mich schon geschmücket mit dem weißen Himmelskleid, mit der gold⸗ nen Ehrenkrone, stehe da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Johann Georg Albinus, 4 1679. 312 32. Lieder vom Gericht und ewigen Leben. Eigene Melodie. 419 Jesus meine Zu⸗ versicht und mein Heiland ist im Leben; dieses weiß ich, sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Hei⸗ land lebt; ich werd auch das Leben schauen; sein, wo mein Erlöser lebt, warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff⸗ nung Band zu genau mit ihm verbunden; meine starke Glaubenshand wird in ihn gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch, und muß daher auch einmal zu Asche werden, dieses weiß ich; doch wird er mich er⸗ wecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dann wird dieser Leib verklärt mich umgeben, wie ich gläube. Gott wird dann von mir verehrt und geschaut in diesem Leibe, und in die⸗ sem Fleisch werd ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Hei⸗ land, kennen; ich, ich selbst, ein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 7. Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen; hier geh ich natürlich ein, dort, da werd ich geistlich sein. 8. Seid getrost und hoch erfreut, Jesus läßt nicht seine Glieder; gebt nicht statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wenn einst die Posaun er⸗ klingt, die auch durch die Gräber dringt. 9. Lacht der finstern Erden⸗ kluft, lacht des Todes und der Höllen; denn ihr sollt euch aus der Gruft eurem Heiland zugesellen, dann wird Schwachheit und Ver— druß liegen unter eurem Fuß. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr wollt vereinigt werden; schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, 4 1667. Mel. Jesus meine Zuversicht. 420. geht unsre Bahn; wir en,! Maan Ren! Pilgr Meier 2.6 Mein ein h Annst licht; Ein Sinn sprun 0. allze 6ich selbz t, werd in ennen; nur um und an mabgethan. anket 1 seuftt dort frisch hen; 00 himmlisch tehen; hier ein, dort, tlich sein. st und hoch t nicht seine nicht Sterbt ihr, uch wieder, Posaun er⸗ duͤrch die tern Erden⸗ Todes md m ihr sollt Int eulrem len, dann t und Ver⸗ eurem Fuß. hr den Glist Jüsten dieser dem schon ihr woll schickt das w0 ihr Rwig zurfürstin von + J667. Zuversich. . lan ge mie Bahu: wir sind Gäste nur auf Er⸗ den, bis wir dort nach Ka⸗ naan durch die Wüste kom⸗ men werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweckerlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ur⸗ sprung hin. 3. Himmelan! denk ich allzeit, wann er mir die Tafel decket und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeit⸗ mahl. 4. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Hei— math führen, da ich über alle Noth ewig werde trium— phiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan, ach, him—⸗ melan! das soll meine Losung 32. Lieder vom Gericht und ewigen Leben. 313 bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmels⸗ lust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 421 wie fröhlich, + o wie selig werden wir im Himmel sein! Droben ernten wir unzählig unsre Freudengarben ein. Gehen wir hier hin und weinen, dorten wird die Sonne scheinen; dort ist Tag und keine Nacht, wo man nach den Thränen lacht. 2. Ach, wer wollte sich nicht sehnen, dort in Zion bald zu stehn, und aus die⸗ sem Thal der Thränen an den Freudenort zu gehn, wo sich unser Kreuz in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Last in Lust verkehrt und das Jauchzen ewig Wite 3. O wie werden wir so —— 1 der Klarheit Got⸗ tes sein; wie wird uns das Lobgetöne seiner Engelschaar erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen bei so vielen Siegeskränzen; wie wird unser Kleid so rein, heller, als die Sonne sein! 4. Ach, wann werd ich dahin kommen, daß ich Got— tes Antlitz schau? Werd ich 14 314 32. Lieder vom Gericht und ewigen Leben. nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Perlen gleichet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wun— dervolle Pracht alles Gold beschämet macht? 5. Nun, so stille mein Verlangen, o 3 großer Lebensfürst! laß mich bald dahin gelangen, wo du mich recht trösten wirst. Unter⸗ dessen laß auf Erden schon mein Herze himmlis sch wer⸗ den, bis mein Loos in jener Welt auf das allerschönste fällt. Benjam. Schmolck, 4 1737. Mel. Gott des Himmels u. der Erden. er sind die vor 422. W Gottes Throne, was ist das für eine Schaar? Jeder träget eine Krone, glänzet wie die Sterne klar; Halleluja singen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, die Pal⸗ men tragen, wie ein Sieger, in der Hand, wenn er seinen Feind geschlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat ge— zeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide göttlicher Gerechtig— keit; angethan mit weißem Kleide, das zerreibet keine Zeit, das veraltet nimmer— mehr? Wo sind diese kom— men her? 4. Es sind die, die wohl gerungen für des großen Gottes Ehr, haben Welt und Tod bezwungen, folgten nicht dem Sündenheer, die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, die viel erlitten Trübsal, Schmerzen, Angst und Noth, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott. Nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat alles Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stammes, der uns Huld und Heil gebracht, haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht, sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit, zu dienen, Leib und Seel geopfert gern: nun umstehen sie ringsum Gottes Stuhl im Heilig⸗ thum. 8. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Jesu, zu dir aus; mein Gebet ich zu dir wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Er⸗ den steh im Streit: treibe, Herr, die Feinde weit! 9. Hilf mir Fleisch und Blut besiegen, kämpfen wider Höll und Welt, laß mich licht ein Fühte Herr, Gott! 10. bei d Herr, als g Hiff, en. ie, die wohl des großen gaben Welt igen, folgten denheer, die Krieg durch ut den Sieg. die, die viel Schmerzen, 9, im Gebet en mit dem tt. Nun hat End, Gott ewendt. Zweige eines uns Huld ht, haben in dammes ihre acht, sind Heiligkeit Chrenkleid. w.,u sus als Prieste , Tog md dienen, Leib pfert gern sie ringsun im Heilih 32. Lieder vom Gericht und ewigen Leben. 315 nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Noth, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 10. Daß mein Theil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind, und aus großer Trübsal kommen. Hilf, daß ich auch überwind alle Trübsal, Noth und Tod,‚ bis ich komm zu meinem Gott. 11. O wie groß wird sein die Wonne, wenn ich mit der heilgen Schaar in dem Strahl der reinen Sonne leuchte wie die Sterne klar. Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewig⸗ keit. Theobald Schenck, 4 1727. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund ꝛc. 423 Es ist noch eine Ruh vorhanden: auf, müdes Herz, und werde licht! Du seufzest hier in deinen Banden und deine Sonne scheint dir nicht; sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor sei⸗ nem Stuhle weiden, wirf hin die Last und eil ihm zu! Bald ist der heiße Kampf geendet, bald, bald der schwere Lauf vollendet, und du gehst ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat, da noch kein Mensch ge⸗ boren, die Liebe sie uns schon bestimmt; das Gottes⸗ lamm wollt darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben, es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, versäumt nicht, heut noch einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit! 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt; eilt, eilt aus euren Kummerhöh⸗ len, geht nicht mehr traurig und gebückt. Ihr habt des Tages Last getragen, dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruh⸗ statt sein! Ihr seid mein Volk, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Teufel toben, seid nur getrost und gehet ein. 4. Dort wird man Freu⸗ dengarben bringen, denn unsre Thränensaat ist aus; o welch ein Jubel wird erklingen, welch süßer Ton im Vater⸗ haus! Schmerz, Seufzen, Leid wird ferne weichen, es wird kein Tod uns mehr erreichen, wir werden den Erlöser sehn; die Thränen wird vom Aug er wischen, sein Lebenssttom wird uns erfrischen; mehr, als wir hoffen, wird geschehn. 316 32. Lieder vom Gericht und ewigen Leben. 5. Kein Durst noch Hun⸗ ger wird uns schwächen, denn die Erquickungszeit ist da; die Sonne wird uns nicht mehr stechen, der Herr ist seinem Volke nah; er selbst will über ihnen wohnen und ihre Treue wohl be— lohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis; der Baum des Lebens grünet ihnen, der große Sabbat ist erschienen, wo man von keiner Arbeit weiß. 6. Da ruhn wir nun und sind in Frieden, und leben ewig sorgenlos. O fasset dieses Wort, ihr Müden, und legt euch in des Hei⸗ lands Schooß; schwingt froh euch auf: wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen, dort wartet schon der Selgen Schaar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubi⸗ liren, umgürte dich zum Triumphiren; auf, auf, es kommt das Ruhejahr. Johann Siegmund Kunth, 4 1779. Mel. Wachet auf, ruft uns die St. 424 Selig sind des Himmels Er⸗ ben, die Todten, die im Herren sterben, zur Aufer⸗ stehung eingeweiht. Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Ent⸗ zücken, folgt Wonne der Un⸗ sterblichkeit. Im Frieden ruhen sie, los von der Erde Müh. Hosianna! Vor Got⸗ tes Thron, zu seinem Sohn, begleiten ihre Werke sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sei dir, Ver⸗ söhner, Jesu Christ! Ihr, der Ueberwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das ge⸗ opfert ist! Er sank, wie wir, ins Grab, wischt unsre Thrä⸗ nen ab, alle Thränen; er hats vollbracht; nicht Tag, nicht Nacht, wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist die Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufge⸗ gangen, nicht mehr im Dun⸗ kel, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr, das Alte ist nicht mehr. Halle⸗ luja! Er sank hinab, wie wir, ins Grab; er ging zu Gott, wir folgen ihm. Friedrich Gottlieb Klopstock, 4 18083. Siehe; Mel. He 12⁵ und vor d nach Ins! allem 3. land, den la ihn s daß 4. b u über Bid geb 5 und der Her wohl und — * sngbue ben. zenblicken des folgt Ent⸗ onne der Un⸗ Im Frieden bon der Erde a! Vor Got⸗ einem Sohn, Werke sie. hetung, Preis cht, Weisheit, di Vr⸗ rist! Ihr, der höre, bringt 9, Preis und nme, das ge⸗ sank, wie wir, unsre Thrä⸗ Thränen; er nicht Tag, bird an des sein. Mond, nicht 11 scheint uns st t die Sonne, Herrlichkei til, L nach den rangen, nun uns aufte nehr in Dull⸗ fern! Nu 1 neh⸗ 0 nchr. H hin nab, 10 4 75 ging M. I ih 4 18⁰ Hlopstock, sangbuchs überein. Nachtrag. J. Sonntags⸗ und Gottesdienstlieder.“ (Siehe auch die Nrn. 96. 108. 136. 167. 189. 201. 306. 308. 310. 497.) Mel. Herr Jesu Christ, meins Leb. L. 425. runn alles Heils, dich ehren wir und öffnen unsern Mund vor dir. Aus deiner Gott— heit Heiligthum dein hoher Segen auf uns komm. 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib, er segne uns nach Seel und Leib, und uns behüte seine Macht vor allem Uebel Tag und Nacht. 8. Der Herr, der Hei⸗ land, unser Licht, uns leuch⸗ ten laß sein Angesicht, daß wir ihn schaun und glauben frei, daß er uns ewig gnädig sei. 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, sein Antlitz über uns erheb, daß uns sein Bild wird eingedrückt und geb uns Frieden unverrückt. Jehovah, Vater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig fleußt, durchfleuß Herz, Sinn und Wandel wohl; mach uns des Lobs und Segens voll. Gerhard Tersteegen, 4 1769. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 426 3⁰⁷ dich uns 8* ohne Hülle, ström auf uns der Gnaden Fülle, daß, o Herr, an dei⸗ nem Tage unser Herz der Welt entsage; daß wir uns zu dir erheben, durch die Macht, die dir gegeben, daß die glaubende Gemeine mit dem Vater sich vereine. 2. O, daß wir entladen würden von der Erde schwe⸗ ren Bürden und des Sab⸗ bats sanfte Stille auch die Seele ganz erfülle! daß von Fern aus deinen Höhen wir des Lichtes Aufgang sehen, das uns völlig einst ver⸗ kläret, wenn der Sabbat ewig währet. 3. Was ich strahlen seh am Throne, ist es nicht der Sieger Krone? Was von dort herab ich höre, sinds nicht Ueberwinder-Chöre? Feiernd tragen sie die Pal⸗ men, ihr Triumph erschallt von Psalmen! Herr, ) Die Rubriken 1—32 des Anhangs stimmen mit denjenigen des Ge⸗ TRT — F..rf—.———:·—— 318 1. Sonntags⸗ und Gottesdienstlieder. selber wollst mich weihen die— sem Sabbat deiner Treuen. 4. Möge dein Verdienst bedecken meiner Seele Schuld und Flecken, daß ich dort kann mit den Deinen wür⸗ dig und geschmückt erschei⸗ nen; dort, wo du voll Huld und Gnaden uns zu deinem Mahl geladen, wo die Strei⸗ ter nicht mehr ringen, wo sie Siegeslieder singen. Friedr. Gottlieb Klopstock, 4 1803. Z. Adventlieder. Mel. Vom Himmel hoch da ꝛc. 427 Komm; Heiden⸗ heiland, Löse⸗ geld, du Jakobsstern, du Licht der Welt! Laß abwärts flammen deinen Schein, der du willst Mensch geboren sein. 2. Komm an von deinem Himmelsthron, wir harren dein, o Gottessohn! Komm, o du zwei⸗-gestammter Held, geh muthig durch dies Thal der Welt! 3. Du nahmest erdwärts deinen Lauf und stiegest wieder himmelauf. Die Ab⸗ fahrt war zum Todesthal, die Rückfahrt war zum Ster⸗ nensaal. 4. O höchster Fürst, dem Vater gleich, besieg allhier des Fleisches Reich; denn unser Geist, in Fleisches Haft, sehnt sich nach deiner Himmelskraft. 5. Von deiner Krippe glänzt ein Strahl, der leuch⸗ tet durch dies finstre Thal; er giebt der Nacht so hellen Schein, der stets wird un⸗ verlöschlich sein. 6. Endzünd auch unsres Glaubens Licht, damit die Lieb erlösche nicht zu dir die ganze Lebenszeit, o Sonne der Gerechtigkeit! Johann Franck, 4 1677. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgeth. 428 ir warten dein, o Gottes Sohn, und lieben dein Er— scheinen. Bald ist die Warte— zeit entflohn, bald kommst du zu den Deinen. Wer an dich glaubt, erhebt sein Haupt und sieht dir froh entgegen. Du bringst ja Himmelssegen. 2. Wir warten dein, doch mit Geduld in unsern Prü⸗ fungstagen. Du hast dein Kreuz für unsre Schuld so demuthsvoll getragen; wie sollten wir uns nicht mit dir zum Kreuze gern be⸗ quemen, bis dus hinweg wirst nehmen! 3. Wir warten dein; du hast uns ja das Herz schon Hingent Ins il vilst Ind da Ns RI uben, Raloleb 4. 1 129 gleich Thror sein schenk 2 Wier ein K dorte in ein sein'r Ind g sch d der S 4. Mutt ihr Enge denn 20 f lhte Gott Riich 6. erschei⸗ oll Huld deinem ie Strei⸗ gen, wo en. 1803. ird un⸗ unsres mit die u dir die ) Sonne 11077. t wohlgeth. ten dein, hottes ein Er⸗ Warte⸗ mmst du Wer an uHaupt ntgegen. elssegen. in, doch in Prü⸗ hast dein chuld so en; vie hingenommen. Stets bist du uns im Geiste nah: doch willst du sichtbar kommen; und dann wirst du bei dir uns Ruh, bei dir uns Freude geben, bei dir ein Him⸗- melsleben. 4. Wir warten dein: du 2. Adventlieder. 319 kommst gewiß; dir klopfen schon die Herzen: vergessen aller Kümmerniß, vergessen aller Schmerzen. Dereinst, dereinst, wann du erscheinst, wie soll das Lied dir klingen und ewig dir lobsingen! Carl Bernhard Garve, 4+ 1841. 5. Weihnachtslieder. Eigene Melodie. 429 Wobt Gott, ihr DChristen, alle gleich in seinem höchsten Thron, der heut schleußt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schooß und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Er äußert sich all sein'r Gewalt, wird niedrig und gering und nimmt an sich des Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, nimmt von ihr seine Speis', an dem die Engel sehn ihr Lust;: denn er ist Davids Reis,:,: 5. Das aus sein'm Stamm aufsprießen sollt in dieser letzten Zeit, durch welchen Gott aufrichten wollt sein Reich, die Christenheit. 6. Er wechselt mit uns wunderbar, nimmt Fleisch und Blut selbst an, uns aber beut er Gnade dar, „: die himmlisch machen kann. t, 7. Er wird ein Knecht und ist ein Herr, das mag ein Wechsel sein! Wie könnt er doch sein freundlicher das holde Christkindlein! 8. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür.:j Gott sei Lob, Ehr und Preis! Nikol. Hermann, 4 1561. Mel. Vom Himmel hoch. 430 Schaut, welch 1561 ein Wunder stellt sich dar! Die schwarze Nacht wird hell und klar; ein großes Licht bricht dort herein, ihm weichet aller Sterne Schein. 2. Es ist ein rechtes Wunderlicht und gar die alte Sonne nicht, weils 32⁰ 3. Weihnachtslieder. wider die Natur die Nacht zu einem hellen Tage macht. 3. O schauet hin! Des Himmels Heer, das bringt uns jetzt die Freudenmähr, wie sich nunmehr hab ein— gestellt zu Bethlehem das Heil der Welt. 4. O Gütigkeit! Was lange Jahr sich hat der frommen Väter Schaar ge— wünscht und sehnlich oft begehrt, deß werden wir von Gott gewährt. „Schaut hin! Dort liegt im finstern Stall, deß Herr⸗ schaft gehet überall. Das Wort, sobald im Anfang war, bei Gott, selbst Gott das lieget dar. 6. Dies ist die rechte Freudenzeit, weg Trauern, weg, weg alles Leid! Trotz dem, der ferner uns ver⸗ höhnt! Gott selbst ist Mensch: wir sind versöhnt. 7. Es hat mit uns nun keine Noth, weil Sünde, Teufel, Höll und Tod zu Spott und Schanden sind gemacht in dieser großen Wundernacht. 8. O selig, selig alle Welt, die sich an dieses Kindlein hält! Wohl dem, der dieses Recht erkennt und gläubig seinen Heiland nennt. 9. Es danke Gott, wer danken kann, der unser sich so hoch nimmt an und sendet aus des Himmels Thron, uns, seinen Feinden, seinen Sohn. 10. Drum stimmt an mit der Engel Heer: Gott in der Höhe nun sei Ehr, auf Erden Frieden jederzeit, den Menschen Wohl und Fröhlichkeit. Paul Gerhardt, 4 1676. 4. Neujahrslieder. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 431. bermal ein Jahr verflossen näher zu der Ewigkeit; wie ein Pfeil wird abgescho ossen, so vergehet meine Zeit. O ge— treuer Zebaoth, unveränder— licher Gott, ach was soll, was soll ich bringen, deiner Langmuth Dank zu singen? 2. Ich erschrecke, mächtig Wesen, Angst und Furcht bedecket mich; denn mein Beten, Singen, Lesen, ach das ist so schläferig. Heilig, heilig, heiliger, großer Se— raphinen Herr, wehe mir, ich muß vergehen, denn wer kann vor dir bestehen? 3. Schrecklich ist es ja zu fallen in die Hand von solchem Gott, der rechtfertig zuruft Allen: Niemand treibe mit mir Spott; irret nicht, lo das Hbahrl ein ber, dem Lal 4. 2 anftmü terherz, du güti Todessck in deine als ein 11 W Friede dem welche Ichr; an, da fann dem S die Rr Nensch: Ns nun Sünde, od zu n sind großen g alle dieses ldem, nt und nennt. t, wer ser sich sendet on, uns, Sohn. mt an Gott i Ehr, derzeit, Rund 1676. mein 4. Neujahrslieder. 321 wo das geschicht, ich, Je⸗ hovah, leid es nicht; ich bin ein verzehrend Feuer, vor dem Lachen wird gar theuer. 4. Aber du bist auch sanftmüthig, o getreues Va⸗ terherz, in dem Bürgen bist du gütig, der gefühlt den Todesschmerz; steh ich nicht in deiner Hand, angezeichnet als ein Pfand, so du ewig willst bewahren vor des bösen Feindes Schaaren. 5. Auf, mein Herz, gieb dich nun wieder ganz dem Friedensfürsten dar; opfre dem der Seelen Lieder, welcher krönet Tag und Jahr; fang ein neues Leben an, daß dich endlich führen kann mit Verlangen nach dem Sterben, da du wirst die Kron erwerben. 6. Soll ich denn in dieser Hütten mich ein Zeitlang plagen noch, so wirst du mich überschütten mit Ge⸗ duld, das weiß ich doch. Setze denn dein Herz auf mich; Jesu Christe, du und ich, wollen ewig treu ver⸗ bleiben und von Neuem uns verschreiben. 7. An dem Abend und dem Morgen, o mein Rath, besuche mich; laß der Hei⸗ den Nahrungssorgen nim⸗ mer scheiden mich und dich. Prüf in jedem Augenblick meine Wege und mich schick, schick mich, daß ich wachend stehe, ehe denn ich schnell vergehe. Joachim Neander, 4 1680. Mel. Zeuch meinen Geist ꝛc. 432 Wie schnell ist * doch dies Jahr vergangen! Schon ist ein neues angefangen. Auf dich, o Gott, soll ganz allein mein Herz und Sinn ge⸗ richtet sein. 2. Du hast das Dasein mir gegeben, nur dir allein gehört mein Leben. Dein ist die Kraft, dein ist die Zeit, nur deinem Ruhm sei sie geweiht. 3. O stärke, Vater, mein Verlangen, an deinem Wil⸗ len festzuhangen. Vollführe du, was ich nicht kann, und leite mich auf ebner Bahn. 4. Und wank ich, oder sink ich nieder, o so erhebe du mich wieder! Hilf gnä⸗ dig meiner Schwachheit auf, und fördre kräftig meinen Lauf. 5. Laß Herr, dein himm⸗ lisch Reich auf Erden auch unter uns verbreitet werden. Bedeck mit deiner treuen Hand den Fürsten und das Vaterland. 6. Laß Alle, die die Welt regieren, mit Weisheit ihre Scepter führen. Ihr Thun 14* 32² 4. Neujahrslieder. sei nur Gerechtigkeit, nur Friede, was ihr Mund gebeut. 7. Laß treue Hirten, fromme Heerden ein Herz und eine Seele werden, daß wahrer Glaub und Liebes⸗ treu die Zierde deiner Kirche sei. 8. Die Eltern, die heut zu dir flehen, laß Freud an ihren Kindern sehen, und mach durch deines Gei— stes Kraft sie alle fromm und tugendhaft. 9. Erfreue, Gott, durch deinen Segen, die stand⸗ haft gehn auf deinen We⸗ gen! Zeig deinen Arm, der Schwache trägt und freche Sünder niederschlägt! 10. Erhöre das Gebet der Deinen! Laß nicht um⸗ sonst das Elend weinen! Send eilend Jedem Hülf und Rath, der keinen Freund und Retter hat! 11. Auf dich soll stets mein Auge schauen; auf dich, Herr, soll mein Herz vertrauen. Bist du mein Freund und höchstes Gut, so wird mein Glaube Hel⸗ denmuth. 12. Zu meinem Heil und dir zum Preise setz ich denn fort die Pilgerreise, bis mir am Ziele meiner Bahn dein Vaterhaus wird auf⸗ gethan. 13. Die Sonne gehet auf und nieder, ein Jahr vergeht, ein Jahr kommt wieder! Nur du, der allge⸗ nugsam ist, nur du bleibst ewig, der du bist. 5. Epiphaniaslieder. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, alle gl. 433 Auf, Seele, auf, 7 und säume nicht, es bricht das Licht herfür; der Wunderstern giebt dir Bericht, der Held sei vor der Thür.: 2. Geh weg aus deinem Vaterland, zu suchen solchen Herrn, laß deine Augen sein gewandt„ auf diesen Morgenstern. 3. Gieb Acht auf diesen hellen Schein, der dir auf— gangen ist, er führet dich zum Kindelein,“ das heißet Jesus Christ. ö 4. Er ist der Held aus Davids Stamm, die theure Saronsblum, das rechte echte Gotteslamm, Israels Preis und Ruhm. 5. Drum höre, merke, sei bereit, verlaß des Vaters Haus, die Freundschaft, deine Eigenheit geh von dir selbsten aus. ½ 6. Und mache dich behende auf, bef indlaß Wuf, 1; Lin hast 7. Ol Bethlehe vids⸗Sta Herge m sulcher g 8. Ho m das und gen zum Lie Finsterr 9.— Glanz ein, un leuchtei Freude 10. 3um O Leib nl mit de Hier ist 11.L eit, die dem, de und d . sich da 5. Epiphaniaslieder. 323 auf, befreit von aller Last, und laß nicht ab von deinem Lauf, ½ bis du dies Kind⸗ lein hast. 7. Du, du bis selbst das Bethlehem, die rechte Da⸗ vids⸗Stadt, wenn du dein Herze machst bequem zu solcher großen That. 8. Halt dich im Glanben an das Wort, das fest ist und gewiß; das führet dich zum Lichte fort 1 aus aller Finsterniß.) 9. O sinke du vor seinem Glanz in tiefster Demuth ein, und laß dein Herz er⸗ leuchten ganz„ von solchem Freudenschein. 10. Gieb dich ihm selbst zum Opfer dar, mit Geiste, Leib und Seel, und singe mit der Csigelschaar: Hier ist Immanuel! 11. O wunderbare Süßig⸗ keit, die dieser Anblick giebt dem, dessen Herz dazu bereit ) Und dieses Kindlein liebt.: 12. Die Engel in des Himmels Saal, die freuen sich darob, die Kinder Got⸗ tes allzumal,: die bringen hier ihr Lob. 13. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo man zum Leben geht, hier ist des Paradieses Pfort, ½ die wieder offen steht. 14. Mit Gott und allen Seligen hast du Gemein⸗ schaft hier, der Ort ist wohl am glücklichsten, da woh— net Gott in dir. 15. Der zeigt dir einen andern Weg, als du vorher erkannt, den stillen Ruh— und Friedenssteg„ zum ewgen Vaterland. ½ Michael Müller, 4 1704. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 8 König aller 434. Ehren, Jesu Christ, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron; hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit. 2. Von deinem Reiche zeu⸗ gen die aus dem Morgenland; die Knie sie vor dir beugen, dieweil sie dich erkannt. Der Stern auf dich hinweiset, dazu das göttlich Wort; drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeldt; doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld, prangst nicht auf theurem Rosse, trägst keine güldne Kron, thronst nicht in hohem Schlosse; hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön 324 5. Epiphaniaslieder. geschmücket, dein Glanz er⸗ streckt sich weit, dein Güte fernhin blicket und dein Ge⸗ rechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Gewalt, daß sie im Frieden sitzen; die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbarmen, in dein Reich nimm mich auf; dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf! Den Feinden wollst du wehren, dem Teu⸗ fel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren! Rett mich aus aller Noth! 6. Du wollst in mir ent⸗ zünden dein Wort, den schönen Stern, daß falsche Lehr und Sünden sein mei⸗ nem Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Böhm, 4 1622.& b. Passionslieder. (Siehe auch die Nrn. 147. 150. 151. 157. 163. 282. 296. 297. 302. 334. 418. 420. 454—459. 476. 485.) Mel. Christus, der uns selig macht. 43. Jyn deine Pas⸗ sion, will ich jetzt W wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest große Schmerzen! 2. Gieb, daß ich recht sehen mag deine Angst und Bande, deine Schläge, deine Schmach, deine Kreuzes⸗ schande, deine Geißel, Dor⸗ nenkron, Speer- und Nägel⸗ wunden, deinen Tod, o Gottessohn, in den Marter⸗ stunden. 3. Aber laß mich nicht allein deine Marter sehen; laß mich auch die Ursach fein und die Frucht verste⸗ hen! Ach die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde; diese hat gemartert dich, daß ich Gnade finde! 4. Jesu, lehr bedenken mich dies mit Buß und Rene hilf daß, ich mit Sünden dich martre nicht aufs Neue. Sollt ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, was mein Heiland büßen mußt mit so großen Leiden? 5. Wenn mich meine Sünde quält mit viel bittern Schmer⸗ zen, du, der sich ins Mittel stellt, reiche Trost dem Her⸗ zen! Dich und deine Passion laß mich gläubig fassen; liebst du mich, o Gottessohn, wie kann Gott mich hassen? 6. Git ich gem! mage, da dir lern Wage, de im Lieb. Lallen, b reinrem Hefallen! Siegmun Mal. Herr 46. vergessen Wohlseir wünscht noch me zündt, daran n mie was Tage kon in dem! 2. 7 unser tr und Ge daß dun ind Se für uns jedes m als e n muß üb deine 2 ahhe dht Wundn sie die siußen; din au Teu⸗ aß sie Rett L ent⸗ den alsche mei⸗ daß it der einen nd in 1622. 902. erste⸗ war meine artert inde! enken und mit nicht dazu vollen iland roßen Zünde hmer⸗ Rittel Her⸗ assion assen zchn, assen! * 6. Passionslieder. 325 6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nach⸗ trage, daß ich Demuth von dir lern und Geduld in Plage, daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indeß laß dies Lallen, bis es kommt aus reinrem Trieb, Jesu, dir gefallen! Siegmund von Birken, 4 1681. Mel. Herr und Aeltster deiner ꝛc. 436 arter Gottes, 2 wer kann dein vergessen, der in dir sein Wohlsein findt! Unser Herze wünscht sich unterdessen stets noch mehr zum Dank ent⸗ zündt, unsre Seele soll sich daran nähren, unsre Ohren nie was Liebers hören, alle Tage kommt er mir schöner in dem Bilde für. 2. Tausend Dank, du unser treues Herze! Leib und Geist bet drüber an, daß du unter Martern, Angst und Schmerze hast genug für uns gethan. Laß dich jedes um so heißer lieben, als es noch im Glauben sich muß üben, bis es einst als deine Braut dich von An⸗ gesichte schaut. 3. Meine kranke und bedürftge Seele eilet deinen Wunden zu. Da, da findet sie die sichre Höhle, wo ihr fließen Fried und Ruh. Au dein Kreuz, Herr, laß mich gläubig sehen, laß dein Mar⸗ terbild stets vor mir stehen: so geht mir bis in mein Grab nichts von deinem Frieden ab. 4. Die wir uns allhier beisammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf deine Marter zu verbinden, dir auf ewig treu zu sein. Und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne, deinem Herzen angenehm und schöne, sage Amen und zugleich: Friede, Friede sei mit Euch! Christ. Renatus v. Zinzendorf, 41752. Mel Freu dich sehr, o meine Seele. 437 Lamm Gottes hoch erhaben, welches der Welt Sünde trägt, du allein, du kannst uns laben, wenn uns Noth und Tod bewegt. Siehe, du bist Gottes Lamm, siehe, wir vom Sündenstamm, ach wir sind ja Gottes Feinde, lehr uns werden Gottes Freunde. 2. Bist du nicht der Weg zum Leben? Bist du nicht der Wahrheit Grund? Hast dich selbst für uns gegeben, daß noch übrig wär ein Bund, ein Bund der Barm⸗ herzigkeit, ein Bund der Ge⸗ rechtigkeit. Dein Kreuz, dein Blut ist der Segen, so uns f bringt zu Gottes Wegen. 3. O Lamm Gottes, hoch⸗ 326 gelobet, Gottes Weisheit, Gottes Kraft! als der Grimm und Zorn getobet, hast du Frieden uns geschafft; bist von Ewigkeit erkorn, und dazu ein Mensch geborn, daß dein ewiges Erbarmen in der Zeit errett uns Armen. 4. O Geheimniß voller Wunder! Kreuz, du bist des Lebens Holz, bist der einzge Trost der Sünder, daß der Fall nicht mache stolz; Christi Kreuz bringt alles ein, was nur mag verloren sein, wenn der Geist aus Christi Schmer⸗ zen kreuziget die Welt im Herzen. 5. Drum, o Jesu, laß dein Leiden schaffen in mir wahre Frucht; laß mich den Betrug vermeiden, daß ich nicht der Sünden Sucht zu bedecken fälschlich mein, ob ich bleibe gleich unrein. Niemand wird Vergebung finden, der nicht abstirbt allen Sünden. 6. Herr der Herrlichkeit, ich denke stets an deinen theuren Mund; lenke meine Sinnen, lenke, senke mich in deinen Bund. Nichts mag so gering hier sein, auch ein kleines Tröpfelein, was verleugnet, was gelitten, wird dein Segen überschütten. 7. Nur beständig sein im Ringen, Flehn und Wachen 6. Passionslieder. lehre mich, daß ich alles mag vollbringen und im Grab auch ehren dich, und im Geist auch stehen auf, bis ich ende meinen Lauf. Da will ich dort fröhlich singen, dir, Lamm Gottes, Opfer bringen. 8. Ewig will ich dir Lob sagen, daß du mich erlöset hast durch dein Leiden, Angst und Plagen von der schwe⸗ ren Sündenlast; daß dein Blut die Reinigung hat ge— bracht zur Heiligung, will ich mit verklärten Weisen stets in deinem Bilde preisen. Joachim Justus Breithaupt, 4 1732. Mel. Wenn meine Sünd ꝛc. 438 Von Furcht da⸗ hin gerissen, verleugnet Petrus dich; bald straft ihn sein Gewissen, da weint er bitterlich. Dein Blick, o Jesu, rührt sein Herz, er fleht zu dir um Gnade und du stillst seinen Schmerz. 2. Betrübt ist meine Seele, mit Reu und Schmerz erfüllt; wenn ich es auch ver⸗ hehle, dir ist es doch enthüllt. Bekennen will ich es vor dir: oft hab ich dich verleugnet, vergieb, vergieb es mir. 3. Oft hat mich Furcht gebeuget; ich ward der Men⸗ schen Knecht, wenn ich nicht laut gezeuget von dir und hfnde di. Schulb; v Sinde na Huld. Er Petrum at diese Gnad Heil, emp 5. Lof Reue vor sein und sich deine daß auch Noth ich, bleibe, get Me. O daßi 400. alles im und auf, auf. hlich ttes, Lob löset ngst hwe⸗ dein t ge⸗ will isen eisen. 1732. Ie. t da⸗ issen, bald , da Dein sein um einen meine hmerz ver⸗ hüllt. + dir: ugnet, . urcht Men⸗ j licht ö und 6. Passionslieder. deinem Recht. Ja, brach ich je die Christenpflicht, so sprach auch ich mit Petrus: ich kenne Jesum nicht. 4. Ich seh jetzt, ich em— pfinde die Größe dieser Schuld; vergieb auch diese Sünde nach deiner großen Huld. Erbarmend sahst du Petrum an, auch mich laß diese Gnade, o Herr, mein Heil, empfahn! 5. Laß dieses Herz voll Reue von nun an stärker sein und mit erneuter Treue sich deinem Dienste weihn; daß auch in Trübsal und in Noth ich, Herr, getreu dir bleibe, getreu bis in den Tod. 32⁷ 6. Bewahr ich deine Gnade, folg ich dir stand— haft nach, wer ist dann, der mir schade, was fürcht ich Hohn und Schmach? die Spötter mögen mich verschmähn; sie werden mich mit Ehre von dir verherr— licht sehn. 7. Nichts soll von dir mich trennen; ich will es gern und frei vor aller Welt bekennen, daß ich dein Jünger sei. Dann tret ich freudig vor Gericht und du, o Herr, verleugnest mich vor dem Vater nicht. Balthasar Münter, + 1793. 7. Zu Ostern. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 439 erg Tod ist todt, das Le⸗ ben lebet, das Grab ist selbst begraben nun; mein Jesus, der sein Haupt erhe⸗ bet, will ferner nicht im Kerker ruhn, und stellt mir diese Losung für: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 2. Nun liegt der Tod zu meinen Füßen, des Lebens Fürste stirbt nicht mehr. Er weiß die Gräber aufzu⸗ schließen, er stürzt das finstre Sündenheer. Das Siegeslied klingt herrlich her: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 3. Mein Jesus, Wahrheit, Weg und Leben, der Leben, hat und Leben giebt, wie soll ich den Triumph erheben, der Rach an meinen Feinden übt? Sie liegen dort, du rufest hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 4. Das Haupt belebet seine Glieder, wer wollte denn gestorben sein? Die Lebenssonne scheint uns wieder und leuchtet bis ins Grab hinein. Da lesen wir die Grabschrift hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 5. O Tod, mich kannst du nicht erschrecken, mein ..j— 328 7. Zu Jesus nimmt das Schrecken hin; wie er sich selber konnt erwecken, so werden wir erweckt durch ihn. Weil Ostern. Jesus lebt, so leben wir: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. Benjamin Schmolck, 41737. 8. Bimmelfahrtslieder. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 440 ein Werk, Er⸗ löser, ist voll⸗ endet, vollendet ist auch unser Heil. Uns liebt der Gott, der dich gesendet, und seine Huld wird uns zu Theil. Verklärt erhebst du dich vom Staube; dir nach schwingt sich der Deinen Glaube und dringet bis zu Gottes Thron. Dort sieht er, krönt nach allen Leiden dein Gott mit Sieg und ewgen Freuden dich, Gottes und des Menschen Sohn. 2. Du scheidest, und die Jünger fallen anbetend auf ihr Angesicht. Sie sahn die Wolken dich umwallen in Majestät voll Himmelslicht. Noch segnest du die treu Geliebten, du senkest Trost auf die Betrübten, strömst frohe Hoffnung in ihr Herz. Sie sehn, wie du von Gott gekommen, wirst du nun wie⸗ der aufgenommen, zu hoher Wonne wird ihr Schmerz. 3. Auch ich seh auf, du mein Vertreter, und bet in Freudenthränen an. Ich weiß, daß auch ein schwacher Beter im Staube dir ge⸗ fallen kann. Gieb meinem Glauben Muth und Leben, zu dir sich immer zu erheben, zu dir, der uns mit Gott vereint. Ja du, des künft⸗ gen Lebens Sonne, des Himmels und der Erde Wonne, du bist mein Bruder und mein Freund. 4. Einst wirst du herr⸗ lich wiederkommen. Erlöser, komm! so rufen wir. Im Thränenthal schaun deine Frommen voll heißer Sehn⸗ sucht auf zu dir! Mit Wonne sehn sie dir entgegen, er⸗ warten Heil von dir und Segen und Theil an deiner Herrlichkeit; du wirst den Gläubgen, die hier weinen, vom Himmel als ihr Freund erscheinen, in Freude wan⸗ deln alles Leid. Johann Caspar Lavater, 4 1801. Eigene Melodie. 441 Einer ist König! 1 Immanuel sieget! Bebet ihr Feinde und gebet die Flucht! Zion hin⸗ gegen sei innig vergnüget, labe dein Herze mit himm⸗ licher d Rutt Freude uns besdh 2. S ermunter mit Fre Gott! versüßet keißet Jammer muß ur in dem chen W 3. Leiden die Ru aus! göttliche gen im l Ruthen schen, de Treue, b wir: t auch 117³⁷ dir ge⸗ neinem Leben, rheben, t Gott künft⸗ „ des Erde Bruder Sehn⸗ Wonne „er. r und deiner st den weinen, Freund e Wal⸗ 1001. 8. Himmelfahrtslieder. 329 lischer Frucht! Ewiges Le⸗ ben, unendlichen Frieden, Freude die Fülle hat er uns beschieden. 2. Stärket die Hände, ermuntert die Herzen, trauet mit Freuden dem ewigen Gott! Jesus, die Liebe, versüßet die Schmerzen, reißet aus Aengsten, aus Jammer und Noth; ewig muß unsere Seele genesen in dem holdseligsten liebli⸗ chen Wesen. 3. Halte, o Seele, im Leiden fein stille, schlage die Ruthe des Vaters nicht aus! Bitte und schöpfe aus göttlicher Fülle Kräfte, zu sie⸗ gen im Kampfe und Strauß! Fluthen der Trübsal verrau⸗ schen, vergehen— Jesus, der Treue, bleibt ewig dir stehen! 4. Zion, wie lange hast du nun geweinet! Auf und erhebe dein sinkendes Haupt! Siehe, die Sonne der Freu⸗ den erscheinet tausendmal heller, als du es geglaubt! Jesus, der lebet, die Liebe regieret, die zu den Quellen des Lebens dich führet! 5. Laufet nicht hin und her, eilet zur Quelle! Jesus, der bittet: Kommt Alle zu mir! Sehet, wie lieblich, wie lauter und helle fließen die Ströme des Lebens allhier! Trinket, ihr Lieben, und werdet erquicket! Hier ist Erlösung für alles, was drücket! 6. Streitet nur unver⸗ zagt; seht auf die Krone, die euch der König des Him⸗ mels anbeut! Selbst er, Jehovah, wird Siegern zum Lohne— wahrlich dies Kleinod verlohnt sich den Streit! Streitet nur un⸗ verzagt; seht auf die Krone! Selbst er, Jehovah, wird Siegern zum Lohne! 7. Droben in Salem, da, da wird man sehen eine gewaltige siegende Schaar deine unendliche Hoheit er⸗ höhen, dir wird man bringen Halleluja dar. Sehet, wie Kronen und Thronen hin⸗ fallen; höret, wie donnernde Stimmen erschallen: 8. Reichthum, Kraft, Weisheit, Preis, Stärke, Lob, Ehre Gott und dem Lamm und dem heiligen Geist! Wenn ich da stünde, o wenn ich da wäre! Sprin⸗ get ihr Bande; ihr Fesseln, zerreißt! Amen, die Liebe wird wahrlich erhören! Alles, was in mir ist, lobe den Herren! Joh. Ludw. Conr. Allendorf, 4 1773. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 442. Siegesfürst und Ehrenkönig, höchst verklärte Majestät! eexʒ i‚—— 330 8. Himmelfahrtslieder. Schemel deiner Füßen alle alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht. Sollt ich nicht zu Fuße fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug betracht deine Herrlichkeit und Macht. 2. Seh ich dich gen Him— mel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel Schaaren alle rufen Gloria: sollt ich nicht zu Fuße fallen und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubilirt, weil mein König triumphirt? 3. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klar⸗ heit sich ergeußt und mit neuem Glanz und Wonne alle Himmelsgeister speist; prächtig wirst du aufgenom⸗ men, freudig heißt man dich willkommen: schau, ich armes Kindlein hier ruf auch Ho⸗ sianna dir. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Glorie seh? Sollt mein Muth noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in mir kräftiglich, bis zum Feinde legen sich. Aus Zion den Scepter sende weit bis an der Welten Ende. Mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 6. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stell ich offen: komm herein! Komm, du König aller Ehren! du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn, als in deinem Himmelsthron! 7. Deine Auffahrt bringt mir eben Gott und Himmel innig nah; lehr mich nur im Geiste leben als vor deinen Augen da, fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden drinnen, in das Himmelreich versetzt, da mich Jesus nur ergötzt. Gerbard Tersteegen, t 1769. Mel. Ach Gott und Herr. 443. 3 ⁰ uns nach dir, so kom⸗ men wir mit herjlichem Verlangen hin, da du bist, o Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir, in Heilsbegier, ach reiß uns von der Erden, so dürfen wir nicht länger hier uns ängsten in Beschwerden. 3. Zeuch uns nach dir, Herr Cht dene 9 irren Wr vom rech 4. Zu fulgen wi Iun Him Mel. Nun f 144. Hin me lehr er di das freu hn nich fe du 1 Walle Aus weit Ende. Zahn, aller nahe rzens omm uͤnig auch g in 5 in ringt mmel nur vor d der men, mnen, seht, göht. 69. nach kom⸗ ichem bist, dieser ir, in uns ürfen uns 1 Rdir, Herr Christ, ach führ uns deine Himmelsstege: sonst irren wir leicht ab von dir, vom rechten Lebenswege. 4. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in dei— nen Himmel, daß uns nicht 8. Himmelfahrtslieder. 331 mehr allhier beschwer das böse Weltgetümmel. 5. Zeuch uns nach dir nur für und für, und gieb, daß wir nachfahren dir in dein Reich und mach uns gleich den auserwählten Schaaren. 9. Pfüngstlieder. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 444 Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit, ich fleh um deinen Geist, o Gott, den mir zur Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehr er mich, die Weisheit, die das Herz entflammt, zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, wie dein Wort gebeut, gern thun, was dir gefällt, wirkt reinere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. ö 4. Alsdann hab ich zu dir Vertraun durch deinen freudgen Geist; er lehre mich fest darauf baun, daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stärk er mich und zeige, wenn ich traurig bin auch mir als Tröster sich. 6. Er schaff in mir ein reines Herz, besiegle deine Huld und waffne mich in jedem Schmerz mit Muth und mit Geduld. Christoph Friedrich Neander, 4+ 1802. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 445 Strahl der Gott⸗ heit, Kraft der Höhe, Geist der Gnaden, wahrer Gott, höre, wie ich Armer flehe, das zu geben, was mir Noth; laß den Ausfluß deiner Gaben auch mein dürres Herze laben. 2. Glaube, Weisheit, Rath und Stärke, Furcht, Er⸗ kenntniß und Verstand, das sind deiner Gottheit Werke, dadurch wirst du uns be⸗ kannt; dadurch weißt du recht zu lehren, wie wir Gott und Jesum ehren. 3. Theurer Lehrer, Gottes Finger, lehr und schreibe deinen Sinn auch ins Herz mir, deinem Jünger, setze dich auf mich auch hin, daß ich stets von deiner Fülle reich⸗ lich lerne, was dein Wille. 4. Laß das Feuer deiner Liebe rühren meine Zung 332 9. Pfingstlieder. und Mund,‚, daß ich auch mit heißem Triebe Gottes Thaten mache kund; laß es selbst mein Herz entzünden, auszubrennen alle Sünden. 5. Leg hingegen meiner Seele deine heilge Salbung bei, daß der Glaube mir nie fehle und mein Leib dein Tempel sei; bleib auch bei mir, wenn ich sterbe, daß ich Christi Reich ererbe. 6. Strahl der Gottheit, Kraft der Höhe, Geist der Gnaden, wahrer Gott, höre, wie ich Armer flehe, das zu geben, was mir Noth; laß den Ausfluß deiner Gaben auch mein dürres Herze laben. 17¹3. 10. Crinitatislied. Siche auch Nr. 425) Eigene Melodie. 446 Hechheiltge Drei⸗ einigkeit, die du so süß und milde mich hast geschaffen in der Zeit zu deinem Ebenbilde! Ach daß ich dich von Herzens⸗ grund doch lieben möchte alle Stund! Drum komm doch und zeuch ein bei mir, mach Wohnung und bereit mich dir. 2. O Vater, nimm ganz kräftig ein das sehnende Gemüthe, mach es zu deinem heilgen Schrein und deiner stillen Hütte. Vergieb, daß meine Seele sich nicht immer treulich hält an dich. Ver⸗ setze sie in deine Ruh, daß nichts in ihr sei als nur du. 3. Gott Sohn, erleuchte den Verstand mit deiner Weisheit Lichte, vergieb, daß er sich oft gewandt von deinem Angesichte. Laß nun⸗ mehr nur in deinem Schein mein einig Schaun und Wir⸗ ken sein; zeuch mich, daß ich hier allbereit entreiße mich von Ort und Zeit. 4. O heilger Geist, du Liebesfeur, entzünde meinen Willen, stärk ihn, komm mir zu Hülf und Steur, den deinen zu erfüllen. Ver⸗ gieb, daß ich so oft gewollt, was sündlich und ich nicht gesollt. Verleih, daß ich mit reiner Brunst dich innig ewig lieb umsonst. 5. O heilige Dreieinigkeit führ mich nun ganz von hinnen, richt zu dem Lauf der Ewigkeit all äuß⸗ und innre Sinnen. Vereinge mich und laß mich hier Eins mit dir sein, daß ich mit dir auch dort sei in der Herr⸗ lichkeit, o heiligste Dreiei⸗ nigkeit. Johann Scheffler, 4 1677. M.. A0 V* . sch Erd der segn stines V 2. D Grenzen Geduld, dir glän ner Hul Mel. We 448 Gnad gebest wie da⸗ des He will: d noch so und He 2. Schein Wir⸗ „daß jemich t, du neinen komm Steur, Ver⸗ wollt, nicht ich innig nigkeit * Lauf und nith lis Mit it dir Herr⸗ Dreiti⸗ 167¹½. 11. Für Gustav⸗Adolf⸗Feste. 333 U. Sür Gustav⸗Adolf⸗Seste. Mel. Ach bleib mit deiner Gnade. 7 Er Herrun 447. D dessen Güte sich Erd und Himmel freun, der segne, der behüte dich, seines Volks Verein. 2. Der Herr, reich ohne Grenzen an Gnad und an Geduld, laß hell und mild dir glänzen das Antlitz sei⸗ ner Huld. 3. Der Herr, dein Gott, erhebe den Blick voll Freund⸗ lichkeit, daß er dir Frieden gebe, wie keine Welt ihn beut. 4. Gesegnet bleib im Na⸗ men des dreimal heilgen Herrn, sein ganzes Volk sprech Amen! Uns segnet Gott so gern. Karl Bernhard Garve, 4 1841. I. Erntefestlieder. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. 448. Gott, der du groß von Gnad und Güte— du gebest wenig oder viel— hör, wie das dankbare Gemüthe des Herbstes Zeit besingen will: denn wär der Segen noch so klein, soll Mund und Herz doch dankbar sein! 2. Ists gleich uns dieses Jahr ergangen, wie Einem, der im Weinberg sucht und säh gern viele Trauben hangen, sieht aber nichts als bittre Frucht, so ist doch auch das Wenge mehr, als wir um dich verdient, 9 Herr! 3. Wir sind— wir müs⸗ sens ja bekennen— o from⸗ mer Gott, selbst schuld daran, daß deine Hand, die viel wollt gönnen, ein Meh⸗ reres nicht geben kann. So wenig auch der Früchte sein, ist unser Dank doch viel zu klein. 4. Wie vielmal haben wir vergessen, daß du die Felder reich gemacht! Wie oft mit Sünden unermessen den rei⸗ chen Segen durchgebracht und haben uns an deiner Huld mit unserm Undank hoch verschuldt! 5. Verzeih, o Vater, uns in Gnaden und segne du uns Speis und Trank; dem wird der Mangel selbst nicht schaden, der wenig nimmt mit rechtem Dank und hält das Wort in seinem Sinn: Verderbs nicht, weil ein Segen drin! 6. Du kannst auch wohl das Wenge segnen. Wenn in der Wüste Mangel wär, so muß die Luft mit Manna regnen, der dürre Fels reicht 334 ö 12. Erntfestlieder. Wasser her; im Wittwen⸗ korb) und ihrem Krug ist immer Mehl und Oel genug. 7. Gedenke nur der lie— ben Armen; schließ auf der Reichen Herz und Hand zu mildem thätigem Erbarmen; befiehl dem Himmel und dem Land, daß beides deine; Stimme hör und künftig reiche Frucht gewähr! 8. Indeß sei herzlich hoch gepriesen für das, was die— ses Jahr bescheert! Was du im Kleinen uns erwiesen, ist größren Danks und Lo⸗ bes werth. Dort, wo uns deine Fülle tränkt, wird alles uns in dir geschenkt. Fischer, 4 1775. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. un laßt den 449. N Herrn uns preisen für alle Lieb und milde That, laßt uns ihm Dank erweisen für seiner Gnade treuen Rath. Er hat uns Frucht gegeben gar fröhlich auf dem Land, hat unser armes Leben erquickt mit reicher Hand. Mit Freuden ist gediehen, was wir gesäet aus und nach viel Fleiß und Mühen auch wohl gebracht nach Haus. 2. Wer sollte nicht erken⸗ nen, was Gott an seinen ) 1 Könige 17, 10—16. Kindern thut? Wer sollte nicht ihn nennen das einzig allerhöchste Gut? Es ist nichts, der da säet, nichts der da sammelt ein; der Wind des Herren wehet, es glänzt sein Sonnenschein, er sendet seinen Regen und macht uns freudenvoll; an ihm nur ists gelegen, wenn Gutes kommen soll. 3. Wenn er denn nun gespendet den Segen über Land und Stadt, wenn Frie⸗ den er gesendet, daß fried⸗ lich man geerntet hat; dann sollen wir ihn preisen, der in dem Himmel sitzt und auf viel tausend Weisen uns Sünder nährt und schützt; dann sollen wir ihm danken mit Herz, mit Hand und Mund, mit Werken und nicht wanken von seinem Gnadenbund. 4. Daß solches nun ge⸗ schehe, das wollst du helfen, treuer Gott. Gieb ferner aus der Höhe uns Segen, Licht und täglich Brod. Laß Lebensbrod genießen ein je⸗ des Christenhaus, laß Le⸗ benswasser fließen auf unsre Herzen aus, daß wir nicht blos auf Erden an Früchten werden reich, nein, dort auch Bürger werden in deinem Himmelreich. Johann Weber um 1800. M. V H0. allerärms den Cher dich ge frechem e stine Hul Holze ve 2..1 würden, ter aus mre 2 Ins eir und vo gen ohs nun b Abendn g. N lleide,v fihrst d die Völt solls einzi 6 nichts u; der wehet, nschein, en und H; an „wenn n nun über Frie⸗ fried⸗ dann N, der t und sen uns schüßt; danken d und und seinem in ge⸗ helfen, ferner Segen, d. V ein je⸗ 5 f unste uich rüchtel t auc deimem 00. 13. Missionslieder. 335 15. Missionslieder. Mel. Valet will ich dir geben. 450 Der du zum Heil erschienen der allerärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am dürren Holze versöhntest ihre Schuld. 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Va⸗ ter aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus, von Westen und von Süden, von Mor— gen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeits⸗ kleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerschaaren ein, und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen, nun entsündigt, dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Friede werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die aus⸗ gesöhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 5. Und siehe, tausend Für⸗ sten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dür⸗ sten nach deinem Angesicht, auch sie hast du gegraben in deinen Priesterschild, am Borne sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 6. So sprich dein göttlich Werde, laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Todten auferstehn, daß, wo man Teufeln fröh— net und vor den Götzen kniet, ein willig Volk ver⸗ söhnet zu deinen Tempeln zieht. Albert Knapp, + 1864. Mel. Errett mich, o mein lieber H. 451 O daß doch bald dein Feuer brennte, du unaussprechlich Liebender, und bald die ganze Welt erkennte, daß du bist König, Gott und Herr. 2. Zwar brennt es schon in heller Flamme jetzt hier, jetzt dort in Ost und West, dir, dem für uns erwürgten Lamme, ein herrlich Pfingst⸗ und Freudenfest. 3. Und noch entzünden Himmelsfunken so manches kalte, todte Herz und machen Durstge freudentrunken, und heilen Sünd⸗ und Höllen⸗ schmerz, 4. Verzehren Stolz und Eigenliebe und sondern ab, was unrein ist, und mehren jener Flammen Triebe, die nur den großen Einen grüßt. 336 5. Erwecke, läutre und vereine des ganzen Christen⸗ volkes Schaar und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil noch Jedem offenbar. 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, allmächtig star⸗ ker Gotteshauch, dein Feuer⸗ meer ström nicht vergebens, entzünde unsre Herzen auch, 7. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen, und baue deinen Tempel aus, 13. Missionslieder. laß leuchten deine heilgen Flammen durch deines Va⸗ ters ganzes Haus, 8. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme doch bald die ganze weite Welt und zeig dich jedem Völkerstamme als Heiland, Friedefürst undHeld. 9. Dann tönen dir von Millionen der Liebe Jubel⸗ harmonien, und Alle, die auf Erden wohnen, knien vor den Thron des Lammes hin. Johann Ludwig Fricker, 4 1766. 15. Einführung eines Geistlichen oder Lehrers. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 452.—— 5 len in Demuth und Ver⸗ traun, lern das Gebot er⸗ füllen, sein großes Feld zu baun. Frag nach der Ernte nicht! Du darfst den Lohn nicht messen, mußt Freud und Lust vergessen, nur sehn auf deine Pflicht. 2. Willst du nur sein ge⸗ borgen und vor der Welt geehrt, so kannst du nicht besorgen, was deinem Herrn gehört. Sieht Jemand auf Gewinn und trachtet hier auf Erden nur glücklicher zu wer⸗ den, der hat den Lohn dahin. 3. Doch hast du deine Gaben dem Dienst des Herrn geweiht, so wirst du Augen haben, zu sehn, was er ge— beut. Das thue still und ern. Du darfst nicht zau⸗ dernd wählen, nicht rechnen und nicht zählen, er ruft, du folgst dem Herrn. 4. Nur frisch an allen Enden die Arbeit angefaßt! Mit unverdroßnen Händen sei wirksam ohne Rast! Das ist der rechte Muth. Streu aus den edlen Samen, arbeit in Gottes Namen, so keimt und wächst es gut. 5. So wird von Stund zu Stunde das Feld des Herrn gedeihn, und bald auf seinem Grunde kein Unkraut sichtbar sein. Schlag alles aus dem Sinn, was sonst dich hielt gefangen, dein Wünschen und Ver⸗ langen, und gieb dich gänz— lich hin. 6 450. Iuser a hertlich st weil er löblich n ferne, vor die Stern 2. W Räten, Herzensg und beg gen Kin dir ein deine N 3. E klagen, Herze ni soviel dem hell sichr sc wachet st. Rel. V 4534. dein 9 allein Stunde frohlich n dem meiner Christ heblut, 0 * heilgen es Va⸗ rwärm, lld die d zeig ime alz noheld. dir von Jubel⸗ die auf en vor nes hin. 1766 hrers ilPund cht zal⸗ rechnen ruft, du u allen gefaßt! Händen Rast! Muth. Samen, Namen, s gul. Stund eld de bab de keil Schlg m, Wos efangel d Ml⸗ gh 16. Von Gott. 10. Von Gott. Eigene Melodie. 453 Urser Herrscher, unser König, unser allerhöchstes Gut, herrlich ist dein großer Name, weil er Wunderthaten thut, löblich nah und auch von ferne, von der Erd bis an die Sterne. 2. Wenig sind zu diesen Zeiten, welche dich von Herzensgrund lieben, suchen und begehren: aus der jun⸗ gen Kinder Mund hast du dir ein Lob bereitet, welches deine Macht ausbreitet. 3. Es ist leider zu be⸗ klagen, ja wem bricht das Herze nicht, wenn man siehet soviel tausend fallen an dem hellen Licht? Ach, wie sicher schläft der Sünder! wachet stets ihr Gotteskinder. 4. Unterdessen, Herr, mein Herrscher, will ich treulich lieben dich; denn ich weiß, du treuer Vater, daß du herzlich liebest mich. Zeuch mich kräftig von der Erden, daß mein Herz mag himm⸗ lisch werden. 5. Herr, dein Nam ist hoch gerühmet und in aller Welt bekannt; wo die war⸗ men Sonnenstrahlen nur erleuchten einig Land, da ruft Himmel, da ruft Erde: Hochgelobt Jehovah werde! 6. Herr, mein Herrscher, o wie herrlich ist dein Name meiner Seel; drum ich auch vor deinen Augen singend mich dir ganz befehl; gieb, daß deines Kindes Glieder sich dir ganz ergeben wieder. Joachim Neander, 4 1680. I7. Jesuslieder. Mel. Valet will ich dir geben. 454 In meines Her⸗ * N zens Grunde dein Nam, Herr Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Noth, wie du, Herr Christ, so milde dich hast geblut zu Tod. 2. In meines Herzens Grunde dein Nam, Herr Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Wenn alles um mich trübe, ganz schwarz und finster ist, laß schimmern deine Liebe in mir, o Jesu Christ. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam, Herr Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich 15⁵ 338 17. Jesuslieder. fröhlich sein. Den will ich auch behalten in meines Herzens Schrein, bis ich einst werd erkalten und in dir schlafen ein. 4. In meines Herzens Grunde dein Nam, Herr Christ. allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. So magst du, Welt, gleich toben und trotzen, wie du willt; ich weiß, daß Einer oben, deß Nam it Sonn und Schild. 5. In meines Herzens Grunde dein Nam, Herr Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Die Sonne laß mir scheinen, mit dem Schild deck mich zu, so bleib ich auch bei Weinen und Stürmen in der Ruh. 6. In meines Herzens Grunde dein Nam, Herr Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Nun, Jesu, es soll stehen dein Nam in meiner Brust bis du mich wirst erhöhen und ich er— wach mit Lust. 7. In meines Herzens Grunde dein Nam, Herr Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem zilde zu Trost in meiner Noth, wie du, Herr Christ, so milde dich hast geblut zu Tod. Johann Caspar Schade, 1698. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 455 Iii frommer Menschenheer— den guter und getreuer Hirt, laß mich auch dein Schäf— lein werden, das dein Stab und Stimme führt. Ach, du hast aus Lieb dein Le— ben für die Deinen hinge— geben und du gabst es auch für mich: laß mich wieder lieben dich. 2. Heerden ihre Hirten lieben und ein Hirt liebt seine Heerd: laß uns auch so Liebe üben, du im Him⸗ mel, ich auf Erd. Schallet deine Lieb hernieder, soll dir meine schallen wieder; wenn du rufst: Ich liebe dich! ruft mein Herz: Dich liebe ich! 3. Schafe ihren Hirten kennen, dem sie auch sind wohlbekannt: laß mich auch für dich entbrennen, wie du bist für mich entbrannt. Als des argen Wolfes Rachen mich zur Beute wollte machen, riefest du: Ich kenne dich! ich auch rief: Dich kenne ich! 4. Heerden ihren Hirten hören, folgen ihrer Stimm allein; Hirten sich zur Heerde kehren, wenn sie rufen groß und klein, wenn du rufest, laß nich rällest, u mich horch Hs, höre 5. Hör hoͤre mein leins Stin dir schreie naht 0 laß n ille, der schall⸗ hoͤre Mich hoͤre dich 0. Hi höre, we Ind schr nich 0. in hörst, in all Jun ich schon d bah ttessoh Siegmunt Mel 156. Hebrus, Freude, ‚0 neide: der Lich 2 Hiebet fl Crguich Oimmel Wuell el 4.0 ich hast 1608 en sterben. frommer henheer⸗ er Hirt, Schäf' in Stab .. Ach, Nin Le⸗ Rhinge- s auch wieder Hirten t liebt ns auch n Him⸗ Schallet r, sol wieder; he dich! h liebe Hirten h sind ch auch wie du nt. Als Rachen machen, ne dic me ich! Hirtel Stimm Heerd. n g0⸗ rufest. laß mich eilen, wenn du dräuest, nicht verweilen, laß mich horchen stets auf dich, Jesu, höre du auch mich. . Höre, Jesu, und er⸗ höre meine, deines Schäf—⸗ leins Stimm; mich auch zu dir schreien lehre, wenn sich naht des Wolfes Grimm; laß mein Schreien dir ge— fallen, deinen Trost hernie⸗ der schallen, wenn ich bete, höre mich! Jesu, sprich: ich höre dich! 6. Höre, Jesu, und er⸗ höre, wenn ich ruf, anklopf und schrei, Jesu, dich von mir nicht kehre, steh mir bald in Gnaden bei. Ja, du hörst; in deinem Namen ist ja alles Ja und Amen. Nun ich glaub und fühle schon deinen Trost, o Gottessohn! Siegmund von Birken, 4 1681. Mel. Seelenbräutigam. 456 O du süße Lust 6 aus der Lie⸗ besbrust, du erweckest wahre Freude, daß ich falsche Freude meide: o du süße Lust aus der Liebesbrust. 2. Deine reine Quell giebet klar und hell geistige Erquickungssäfte, lebensvolle Himmelskräfte. Deine reine Quell giebt es klar und Hell. 3. O gewaltger Trieb, o 17. Jesuslieder. 339 du Jesus⸗Lieb! O unendlich tiefe Güte, o wie froh ist mein Gemüthe! O gewalt⸗ ger Trieb, o du Jesus⸗Lieb! 4. Laßt mich in der Ruh, fragt nicht, was ich thu; ich bin durch den Vorhang gangen, Jesum einig zu umfangen. Laßt mich in der Ruh, fragt nicht, was ich thu. 5. Ich bin benedeit, weil mich Gott erfreut; diese Freud Niemand erfähret, als in dem sich Gott ver— kläret. Ich bin benedeit, weil mich Gott erfreut. 6. In der Sabbatsruh tritt er selbst herzu. O wie große süße Wonne strahlet dann von dieser Sonne. In der Sabbatsruh tritt er selbst herzu. 7. Alles wird versenkt, was uns je gekränkt; diese Freud weiß nicht von Lei— den, weil in Freuden über Freuden alles wird ver— senkt, was uns je gekränkt. 8. O du süßer Hort, du lebendig Wort, du mußt niemals mich verlassen hier auf dieser Pilgrimsstraßen, o du süßer Hort, du leben⸗ dig Wort. Gottfried Arnold, 4+ 1714. Eigene Melodie. 452. n ich, 340 könig, lege mich vor deinen Thron, schwache Thränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn! Laß dich finden, laß dich finden, von mir, der ich Asch und Thon. 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn; dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden: gieb dich mir und nimm mich hin. 3. Herr, erhöre, ich be— gehre nichts, als deine freie Gnad,‚ die du giebest, den du liebest und der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden: der hat alles, wer dich hat. 4. Himmelssonne, Seelen⸗ wonne, unbeflecktes Gottes— lamm, all mein Sinnen und Beginnen suchet dich, o Bräutigam. Laß dich finden, laß dich finden: star— ker Held aus Davids Stamm. 5. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt; wie demüthig und wehmüthig deines Kindes Stimme klingt. Laß dich finden, laß dich finden, denn mein Herze zu dir dringt. 6. Dieser Zeiten Eitel⸗ keiten, Reichthum, Wollust, Ehr und Freud sind nur 17. Jesuslieder. Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit! Joachim Neander, 4+ 1680. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. enn ich nur 458. Wé den Heiland habe, wenn er nur mein eigen ist, wenn mein Herz nur bis zum Grabe seiner Treue nicht vergißt, o dann weiß ich nichts von Leide, fühle nichts als Lieb und Freude. 2. Wenn ich nur den Heiland habe, laß ich alles Andre gern, folg an meinem Pilgerstabe treugesinnt nur meinem Herrn, mögen im— merhin die Andern auf dem breiten Wege wandern. 3. Wenn ich nur den Heiland habe, schlaf ich sanft und selig ein, ewig wird die höchste Gabe mir sein treues Lieben sein. Mir kann vor dem Tod nicht grauen, jenseit werd ich Je— sum schauen. Friedrich von Hardenberg, 4 1801. Mel. Wie groß ist des Allmächt. G. as wär ich gewesen und ohne dich, was würd ich sein? Ich könnte nie von Angst genesen, in witer W. Nhts W. ich liebte, ein dunkle mein Her wer senkt herab? 2. He und gege erst dein berzehrt ben dam iß. M Muugeb mir ver Paradie blüht l für mick von obe Badräng deiner Toben, dein Er sie nock den G Vorte nauben. des Y bis in ten früher Herzen, wigkeit. z dich ich bin + 1680. handelt. h nur Heiland mein u Herz seiner o dann Liide, eb und ur den ch alles meinem mt nur en im⸗ uf dem n. Ir den ich ewig be mit n. Mir d nicht ich Y. + 18⁰¹• weiter Welt ständ ich allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte, die Zukunft wär ein dunkles Grab, und wenn mein Herz sich tief betrübte, wer senkte Trost auf mich herab? 2. Hast aber du dich kund gegeben, ist ein Gemüth erst dein gewiß: wie schnell verzehrt dein Licht und Le— ben dann jede öde Finster— niß. Mit dir bin ich aufs Neu geboren, die Welt wird mir verklärt durch dich; das Paradies, das mir verloren, blüht herrlich wieder auf für mich. 3. Ja, du mein Heiland, mein Befreier, du Menschen— 17. Jesuslieder. 341 sohn voll Lieb und Macht, du hast ein allbelebend Feuer in meinem Innern angefacht. Durch dich seh ich den Him— mel offen, als meiner Seele Vaterland; ich kann nun glauben, freudig hoffen und fühle mich mit Gott ver— wandt. 4. O gehet aus auf allen Wegen und ruft die Irren— den herein; streckt Allen eure Hand entgegen, und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, das kündigt ihnen freudig an, und wenn sie unsers Glaubens werden, ist er auch ihnen aufgethan. Friedrich von Hardenberg, 4 1801. 8. Von der Kirche. Mel. Einer ist König. 460 Großer Imma⸗ nuel, schaue von oben deiner Gemeinde Bedrängniß und Noth; sieh deiner Feinde vermessenes Toben, und die Gefahr, die dein Erbtheil bedroht; wie sie noch immer bekämpfen den Glauben, wollen dein Wort und dich selber uns rauben. 2. Ist nicht die Macht des Verderbens gedrungen bis in der Deinen geheilig— ten Kreis? Seelen, die früher so eifrig gerungen, lassen jetzt nach in gottseli— gem Fleiß. Statt des Ver⸗ langens nach ewigen Gütern herrschet die Welt in den schwachen Gemüthern. 3. Oft wird im Herzen der Glaube geboren, aber er stirbt, weil ihm Nahrung gebricht; lebt er auch, hat er die Kraft doch verloren, völlig zu dringen durchs Finstre zum Licht, freudigen Muthes dich, Herr, zu be— kennen, Menschenfurcht höret man Weisheit jetzt nennen. 4. Tief ist in Trauer die Kirche versenket, die uns 342 18. Von der Kirche. als geistige Mutter gebiert, tief durch die Trennung so Vieler gekränket; Einheit im Geiste sich täglich ver— liert. Viele sich scheiden und Viele sich spalten, weil man die Liebe so lässet er— kalten. 5. Du, der da sitzet dem Vater zur Rechten, herrschend und waltend aus himmlischer Höh, gieb, daß im Kampf mit den feindlichen Mächten Glauben und Liebe und Kirche besteh. Kräftig und freudig die Wahrheit zu lehren, laß uns gelingen dem Vater zu Ehren. 6. Gieb, daß der Glaube mit himmlischer Klarheit dring in das Dunkel der Seelen hinein; daß sich die Liebe entzünd an der Wahr— heit, enger sich schließe der Christen Verein. Du bist der einzige Hirte der Heerde: gieb, daß sie selber auch Eine nur werde. Nach Christian Andreas Bernstein, 4 1699. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 461 Jesus Christus 32 V herrscht als König; alles ist ihm unter⸗ thänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstenthümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdischen Getümmel ist zu seinem Dienst bereit. 3. Engel und erhabne Thronen, die beim ewgen Lichte wohnen: nichts ist gegen Jesum groß. Alle Namen hier auf Erden, wie sie auch vergöttert werden, sie sind Theil aus seinem Loos. 4. Gott ist Herr; der Herr ist Einer, und demsel⸗ ben gleichet keiner; einzig ist der Sohn ihm gleich. Dessen Stuhl ist unumstöß⸗ lich, dessen Leben unauflös— lich, dessen Reich ein ewig Reich. 5. Gleicher Macht und gleicher Ehren sitzt er un— ter lichten Chören über allen Cherubim. In der Welt und Himmel Enden hat er alles in den Händen; denn der Vater gab es ihm. 6. Nur in ihm, o Wun⸗ dergaben! können wir Er— lösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hörts: Das Leben ist erschienen, und ein ewiges Versühnen kommt in Jesu uns zu gut. 7. Alles dieses nicht alleine; die begnadigte Ge— meine hat Haupt. Hut erka mulceich lchet, wei §. Ge ihm die 6 Kranken, Sagt, ih Noth! E eilen;; auszuthei er nach O Seelen doch al süßes E 10. drückt 6 auf kurz . Geduld, lichts k cheiden, sie empo I. Mel offet Hoffen, N. Dis wiiß, de 0 sie: 12. heilger endete Schaar Und d rund die die geben Alle himmel, tümmel bereit. erhabne ewgen hts ist Alle en, wie werden, seinem rr; der demsel einzig gleich umstöß⸗ nauflös⸗ in ewig t und er Un⸗ allen Welt hat er j denn m. o Wun⸗ vir Er⸗ rlöfung Hörts: schiene, 1¹ 31 9ll 3 nihlt igte Oe⸗ 18. Von der Kirche. 343 meine hat auch ihn zu ihrem Haupt. Er hat sie mit Blut erkaufet, zu dem Him⸗ melreich getaufet, und sie lebet, weil sie glaubt. 8. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen! Klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen! Sagt, ihr Armen, ihm die Noth! 10 kann alle Wunden heilen; Reichthum weiß er auszutheilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 9. Allen losgekauften Seelen solls an keinem Gute fehlen, denn sie glauben, Gott zum Ruhm. Werthe Worte, theure Lehren! Möcht doch alle Welt dich hören, süßes Evangelium. 10. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeit darnieder, und das Leiden geht zuvor: nur Geduld, es folgen Freuden; nichts kann sie von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. 11. Ihnen steht der Him⸗ mel offen, welcher über alles Hoffen, über alles Wünschen ist. Die geheiligte Gemeine weiß, daß eine Zeit erscheine, da sie ihren König grüßt. 12 Jauchz ihm, Menge heilger Knechte; rühmt, voll⸗ endete Gerechte, und du Schaar, die Palmen trägt. Und du Blutvolk in der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt. 13. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm unter⸗ thänig! Ehret, liebet, lobet ihn. Philipp Friedrich Hiller, 4 1769. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 462. 3* ann mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werthe Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er ihm erwählet hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott mich vergessen in der Noth, und läßt mich so harte pressen! meiner hat er ganz vergessen. 2. Der Gott, der mir hat versprochen seinen Beistand jederzeit, der läßt sich ver⸗ gebens suchen jetzt in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für gar so heftig zürnen mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht wie vorhin er⸗ barmen? 3. Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; doch stell 3⁴⁴4 18. Von der Kirche. alles Trauern ein: wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind kann hassen und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn du gleich möchtest finden einen solchen Muttersinn, da die Liebe könnte schwinden, so bleib ich doch, der ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier, du hast mir mein Herz besessen, deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Bösen blenden, der 30 nichts als schrecken kann. Siehe, hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; deine Mauern muß ich bauen, und dich fort und fort anschauen. 6. Stets sieht auf dich mein Erbarmen, du liegst mir in meinem Schooß wie ein Kind in Mutterarmen; meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, keine Noth, Gefahr und Streit, ja die Hölle selbst nicht scheiden. Bleib getreu in allem Leiden. Johann Heermann, 4 1647. 19. Vom Worte Gottes. Mel. Jesu, meine Freude. 20 0 5 Got— 463. Ln me Wort vom neuen Bunde, Evangelium, bald, da wir gesündigt, wurdest du ver— kündigt zu der Gnade Ruhm. Welches Heil ward uns zu Theil durch die Bot⸗ schaft, daß vom Bösen Gott uns will erlösen. 2. Was sein höchster Wille in der Gnaden Fülle hat zuvor versehn, was der Opfer Schatten vorgebildet hatten, das ist nun geschehn; Gottes Rath wird nun zur That, ist in Jesu Ja und Amen, Preis sei seinem Namen. 3. Alles ist vollendet, uns ist zugewendet reiche Gnad und Huld. Jesus ist ge⸗ storben, Jesus hat erworben Tilgung unsrer Schuld, Jesus lebt und er ulschwebt, um auf Gottes Thron zu sitzen und sein Reich zu schützen. 4. Uns in Sünden Tod⸗ ten machen Jesu Boten Heil und Leben— Hehr und lieblich klinget, Geist und Herz durchdringet, was uns sagt ihr Mund. Alle Welt wird nun erhellt; daß man glaub und sich bekehre, heißt die Himmelslehre. 5. Kommt, zerknirschte: Herzen, denen bittre Schmer⸗ Mel. Stra 464. Heilgen ergieße Seele. Stund hen hei 2 Buund langen, dich 94 hangen. 00 gehet, fchtt 3. men S und bi dem 9 auiges lus Ch sihner . Gebet len, Gottz nicht Wie sein? dein; iß ich rt und If dich liegst oß wie armen; t groß. n keine Gefahr Hölle Bleib en. 1647. et, uns Gnad ist ge⸗ vorben chulld, hwebt, N zu ch zu Tod⸗ on Heil hr und t und as ul Welt 5 mal hißt nitsche ichmer⸗ zen das Gesetz erregt. Er hat euch geladen, der aus lauter Gnaden eure Schmer— zen trägt. Jesu Blut stärk euren Muth, Gott ist hier, der euch geliebet und die Schuld vergiebet. 6. Dieser Grund bestehet. Wenn die Welt vergehet, 19. Vom Worte Gottes. fällt er doch nicht ein. Dar⸗ auf will ich bauen, so soll mein Vertrauen evangelisch sein. Auch will ich nun würdiglich in der Kraft, die mir gegeben, evangelisch leben. ach Heinrich Cornelius Nach H. ch Cornel 742 Hecker, 4 1743. 20. Gebetslieder. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 464 Betigemeinde, heil⸗ 10 ge dich mit dem heilgen Oele, Jesu Geist ergieße sich dir in Herz und Seele. Laß den Mund alle Stund von Gebet und Fle⸗ hen heilig übergehen. 2. Heilige den heilgen Brand deines Geists Ver⸗ langen, dem, ders Blut an dich gewandt, heilig anzu— hangen. Heilger Rauch sei es auch, der zu Gott auf⸗ gehet, wenn dein Herze flehet. 3. Das Gebet der from— men Schaar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet; und da ist Je— sus Christ Priester und Ver⸗ sühner aller seiner Diener. 4. Kann ein einziges Gebet einer gläubgen See— len, wenns zum Herzen Gottes geht, seines Zwecks nicht fehlen; was wirds thun, wenn sie nun Alle vor ihn treten und zusammen beten? 5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen, mit Begier alle sich verei— nen, und es geht Ein Ge— bet aus von ihnen allen, wie muß das erschallen! 6. O der unerkannten Macht von der Heilgen Beten! Ohne das wird nichts vollbracht, so in Freud als Nöthen: Schritt vor Schritt wirkt es mit wie zum Sieg der Freunde, so zum End der Feinde. 7. O so betet all zu Hauf, betet immer wieder. Heilge Hände hebet auf, heilget eure Glieder. Heili— get das Gebet, das zu Gott sich schwinget, betet, daß es dringet. 8. Betet, daß die letzte Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit 1⁵² 346 20. Gebetslieder. offenbaret sehe, stimmet ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen. 9. Eure Bitten, die ihr thut zu Gott von der Erden, sollen eine heilge Glut des Altares werden. Aber eur eignes Feur weit entfernet werde von dem heilgen Herde. 10. Das Gebet hat Christi Gunst, wo mans ernstlich übet; und das ist der Heil— gen Kunst: bitten, wie ers liebet, das gescheh je und je, wie ers vorgenommen auf sein endlichs Kommen. Christian Carl Ludwig von Pfeil, ε1ι. Eigene Melodie. 465 Himu mein * Geist, zu Gott empor! wo jubelnd mit der Engel Chor wir höh're Lie— der singen. Fleug auf, mein Psalm, mein Lobgesang er— töne voll in heilgem Klang, Gott meine Seel zu bringen. 2. Ein strahlend Licht zog mich empor, ein hehrer Klang ergriff mein Ohr, enthob mich irdschem Schmerz. Der Erde fühlt ich mich entrückt, die Seele jauchzte hoch entzückt, und Frieden füllt mein Herz. 3. Und kehre ich von dort zurück, so suchet sehnend noch mein Blick den hohen, hehren Schein. Als Fremd— ling wandl ich nur noch hier, ich weiß es, Gott, daß dort bei dir das Leben ist allein! Marie, Fürstin zu Wied, geb. Prinzessin zu Nassau. 2I. Lob-⸗ und Danklieder. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 466 an lobt dich in der Stille, du hocherhabner Zionsgott; des Rühmens ist die Fülle vor dir, du starker Zebaoth. Du bist doch Herr auf Erden, der Frommen Zuversicht; in Trübsal und Beschwer— den läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor Je— dermann, und deinen Ruhm vermehren, so lang er lallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen von ganzer Seel, und jauchzen schnell, die stets dein Lob erneuen: Ge— lobt sei der Gott Israel! Sein Name sei gepriesen, der große Wunder thut, und der auch mir erwiesen das, was mir nütz und gut. Nun, dies ist meine Freude, daß ich stets hang an dir, und nich nic 0 lang! 3. Her Mamen Velt gen Schwache ur balt Du hast nun, wie Ach, blei will ich Kelch d und pre dich hie Lben u Iu sich Vrael, 2. De die ganz nur rü Fuße fe Engel Malter Chre g 90 lasset d grünen wilig sein W uns ld 0 lich un. 21. Lob⸗ und Danklieder. 347 mich nichts von dir scheide, so lang ich walle hier. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget, nun, wie vergelt ichs dir? Ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben, und preisen weit und breit dich hier, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Johann Rist, + 1667. Eigene Melodie. 467 Num preiset Alle Gottes Barm⸗ herzigkeit! Lob ihn mit Schalle, wertheste Christen⸗ heit! Er läßt dich freundlich zu sich laden; freue dich, Jsrael, seiner Gnaden. 2. Der Herr regieret über die ganze Welt. Was sich nur rühret, ihm auch zu Fuße fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfen ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zur grünen Weide stellet euch willig ein; da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden. 4. Er giebet Speise reich⸗ lich und überall, nach Va— terweise sättigt er All zu⸗ mal; er schaffet früh und späten Regen, füllet uns Alle mit seinem Segen. 5. Drum preis' und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, wertheste Christenheit! Uns soll hin⸗ fort kein Unfall schaden; freue dich, Israel, seiner Gnaden. Matthaͤus Apelles v. Löwen⸗ stern, + 1648. Mel. Lobe den Herren, den ꝛc. 468 eele, wohlauf! des Unendli⸗ chen Gnade zu loben, die dich zur Würde des ewigen Lebens erhoben! Herrlich und groß ist schon hienieden dein Loos, größer und herr⸗ licher droben. 2. Preis der erbarmen⸗ den Huld, die mit heiligem Munde dich, die Verlorne, berief zu dem göttlichen Bunde! Alles vergeht, diese Gemeinschaft besteht ewig auf ewigem Grunde. 3. Kannst du hienieden der Hoffnungen Ende nicht sehen, dennoch umleuchten dich Strahlen aus himm⸗ lischen Höhen, daß du mit Muth wählest für flüchtiges Gut Schätze, die nimmer vergehen. 4. Freue dich, Seele! um dieses gebrechliche Leben darfst du auch wandelnd im 348 21. Lob⸗ und Danklieder. finsteren Thale nicht beben! Ewiges Sein will in der Seelgen Verein dir der Ver⸗ herrlicher geben. 5. Freut euch, ihr Erben des Himmels, in heiliger Feier! Diese Verheißung, sie hebt den verhüllenden Schleier. Welch Paradies, das er den Treuen verhieß! Schauet, dies alles ist euer! Karl Bernhard Garve, 4 1841. 22. Sur Confirmation. Mel. Dir, dir, Jebovah, will ich sing. 469 ir ewge Treue zu geloben, sind wir versammelt hier im Heiligthum, das Herz zu dir, o Herr, erhoben, bringt dir gerührt Anbetung, Preis und Ruhm. O Heiland, nimm dich unsrer Schwach— heit an: führ uns zum Licht, leit uns auf ebner Bahn. 2. Wir sind auf dich, o Herr, getaufet. Du nahmst uns schon als zarte Kinder an; du hast so theuer uns erkaufet, als einst dein Blut herab vom Kreuze rann. Wir glauben fest, du bist auch jetzt nicht fern und hörest unser schwaches Fle— hen gern. 3. Dir schmücken heut sich unsre Herzen; zieh ein, du König voller Herrlich— keit! von Erdenfreuden, Er— denschmerzen zieh uns hinauf zum Glanz der Ewigkͤeit. Nimm unser Herz! Wir bringen dir es dar; wir opfern dir es selbst jetzt am Altar. 4. Wir flehen, Herr, in dieser Stunde: Weich nicht von uns, wenn uns Anfech⸗ tung naht. Erhalte uns in deinem Bunde; laß uns im Glauben gehn des Lebens Pfad. Dann stehn wir einst verklärt vor deinem Thron, um zu empfahn des ewgen Lebens Kron. Em. Ch. Gottl. Langbecker, geb. 1792. Mel. Nun danket Alle Gott. 7 erzliebster Jesu 470. 9 Christ, wir danken deiner Güte, daß du so willig bist, in unsrer ersten Blüthe zu schenken solchen Sinn, der sich nach deinem beugt; ach, nimm doch alles hin, was uns von dir abzeucht. 2. Hab Dank für deine Lehr und deine große Treue, erleucht uns mehr und mehr und unser Herz erfreue durch deinen Gnadenschein. Hilf, daß wir nehmen zu im Guten, führ uns ein zuletzt in deine Ruh. 3. Wir wollen nun hin⸗ fort, zu deinem Dienste leben, gehorche Ru I5! llih Bist Mel. Nun Sehne der Dan in Alle 9—— deinem Brod zu treibt ai den son heben; wer gla will ich der Labt treuer melsaue und ver nicht k ströͤmen u für demer 6. such i grünen manna in alle mich de lenden adies, rhieß! euer! 181.. rr, in nicht nfech⸗ uns uns Lbens reinst Thron, ewgen b. 1792. jot. Jesu wir du ersten lchen inem alles heucht. deine Treue, mehr durch Hilf, ui MN zuleht n hin⸗ eben, gehorchen deinem Wort, das du uns hast gegeben. Ver⸗ leih Beständigkeit, behüt uns 22. Zur Confirmation. 349 vor Rückfall, regier uns jederzeit, bekehr uns allzumal. Joh. Caspar Schade, 1698. 25. Sum Abendmahl. Mel. Nun 2%5 euch, l. Christen ꝛc. 47 4. W Ich komm jetzt Wals ein armer Gast, o Herr, zu deinem Tische, den du für mich be— reitet hast, daß er mein Herz erfrische; und wenn mein Sehnen ist gestillt, daß auch der Dank, der mich erfüllt, in Aller Dank sich mische. 2. Du selber sprichst in deinem Wort: ich bin das Brod zum Leben; dies Brod treibt auch den Hunger fort, den sonst nichts mag auf⸗ heben; ich bin der Trank; wer glaubt an mich, den will ich jetzt und ewiglich der Labung Fülle geben. 3. Drum führe mich, du treuer Hirt, auf deine Him— melsauen; ich gehe trostlos und verwirrt, wenn ich dich nicht kann schauen. Laß strömen deine Gütigkeit, die du für Alle hast bereit, so deiner Hut vertrauen. 4. Herr, mit Verlangen such ich dich auf deiner grünen Weide, dein Lebens— manna speise mich zu Trost in allem Leide. Es tränke mich dein theures Blut, daß mich kein falsches Erdengut von deiner Liebe scheide. 5. Gleich wie des Hirsches mattes Herz nach frischem Wasser schreiet, so schreiet auch mein Seelenschmerz: Ach laß mich sein berfreiet von meiner schweren Sün⸗ denpein und schenk den Le— benstrank mir ein, so bin ich ganz erneuet. 6. Vor allem aber wirk in mir den Ernst wahrhafter Reue, auf daß mein Herz sich für und für vor aller Sünde scheue. Fach in mir, Herr, den Glauben an, der dein Verdienst ergreifen kann, damit mein Geist sich freue. 7. Entzünd in Andacht mein Gemüth, daß von der: und deine Welt ich lasse Bruderlieb und Güt in dieser Speise fasse; daß durch dein Lieben Lieb in mir zu mei⸗ nem Nächsten wachs herfür, ich auch den Feind nicht hasse. 8. So komm nun, treuer Seelenfreund, laß in mein Herz dich schließen! Mit dir bin ich nun ganz vereint; 350 23. Zum Abendmahl. ich will von Keinem wissen, als nur von dir, o Gottes⸗ lamm, der du auch mich am Kreuzesstamm aus Noth und Tod gerissen. 9. O, liebster Heiland, habe Dank für deine Gna— dengaben, für deine Speise, deinen Trank, die mich er⸗ quicket haben; mit Wulen. gütern wirst du mich, Lebensfürst, einst ewiglichi 0 deinem Reiche laben. Justus Sieber, + 1695. 24. Buße. Eigene Melodie. 472 Heu ich habe mißgehandelt; ja mich drückt der Sünden Last, ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir ge— zeiget hast, und jetzt wollt ich gern vor Schrecken mich vor deinem Zorn verstecken. 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen; du wirst allenthalben sein; wollt ich über See gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den Win— den, gleichwohl würdest du mich finden. 3. Drum, ich muß es nur bekennen, Herr, ich hab nicht gut gethan, darf mich nicht dein Kind mehr nennen, ach, nimm mich zu Gnaden an! Laß die Menge meiner Sün⸗ den deinen Zorn nicht gar entzünden. 4. Dir will ich die Last auflegen: wirf sie in die tiefe See; wasch mich deines Leidens wegen, treuster Hei— land, weiß wie Schnee, lasse deinen Geist mich treiben, einzig stets bei dir zu bleiben. Johann Franck, 4 1677. 25. Vom Glauben. Mel. Lobe den Herren, den mächt. ꝛc. 473 lles ist euer, o Worte des ewigen Lebens! Fühle sie, gläubige Seele, voll heili⸗ gen Bebens! Alles ist dein! Irdischen Menschen allein tönen die Worte vergebens. 2. Göttliche Würde, ent— zückende Hoheit des Christen! Wallt er gleich dürftig und einsam in traurigen Wüsten, findet er gleich Thoren ge⸗ achtet und reich, nie kann nach Eitlem ihn lüsten. 3. Immer das Auge ge⸗ richtet nach heiligen Höhen, sieht er die Güter der Tho⸗ ren im Sturme verwehen. Wohl ihm, er faßt statt der vetgüngli die nimm 4. Al gewähret alls, wo dur der Luben un Gottes G 5 geg Al t n! ibder se auf seine der. Höre du Hüuf ist euer, 6. S erlassen fangen, des Gran Vangen freut eu licht! D gangen! Spiise ich er⸗ nmels⸗ ich, o lich in 1695. 25. Vom vergänglichen Last Güter, die nimmer vergehen! 4. Alles, was Freude gewähret im irdischen Leben, alles, wovor noch die Kin— der der Welt hier erbeben, Leben und Tod ist ihm auf Gottes Gebot unter die Füße gegeben. 5. Alles ist euer, ihr Christen! Vom Himmel her⸗ nieder schauet der Mittler auf seine ihm ähnlichen Glie— der. Höret, er spricht: Fürchte, du Häuflein, dich nicht, alles ist euer, ihr Brüder! 6. Seid ihr auch elend, verlassen, verfolgt und ge— fangen, fließen euch Zähren des Grams von erbleichenden Wangen; droben im Licht, freut euch, da fließen sie nicht! Dort ist das Alte ver— gangen! 7. Die ihr mit Christo einst herrschet, singt Lieder der Feier! Freut euch der Hoheit, die Christus errungen so theuer, die er erwarb, als er auf Golgatha starb. Amen, ja alles ist euer! Christian Friedrich Daniel Schubert, 4 1791. Eigene Melodie. 7/ Mein Jesu, dem 74. M die Seraphi⸗ nen im Glanz der höchsten Majestät nur mit bedecktem Antlitz dienen, wenn dein Glauben. 351 Befehl an sie ergeht; wie sollten blöde Fleischesaugen, die der verhaßten Sünde Nacht mit ihrem Schatten trüb gemacht, dein helles Licht zu schauen taugen? 2. Doch gönne meinen Glaubensblicken den Ein— gang in dein Heiligthum, und laß mich deine Gnad erquicken zu meinem Heil und deinem Ruhm. Reich deinen Scepter meiner Seele, die sich in Demuth vor dir neigt, und dir als deine Braut sich zeigt; sprich: Ja du bists, die ich erwähle. 3. Sei gnädig, Jesu, voller Güte, dem Herzen, welches Gnade sucht; ach höre doch, wie mein Gemüthe: Gott, sei mir Armen gnädig! ruft. Ich, weiß, du kannst mich nicht verstoßen; wie könntest du ungnädig sein dem, den dein Blut von Schuld und Pein erlöst, da es so reich geflossen. 4. Ich bin geheilt durch deine Wunden, mit Gott versöhnt, gehör ich dir, und bleib ich fest mit dir ver— bunden, so ist verdammlich nichts an mir. Laß nur in deinem Licht mich wan— deln, laß mich in Herzens⸗ freudigkeit, Herr, als dein Jünger allezeit nach deinem Wort und Willen handeln. 25. Vom 5. Reich mir die Waffen aus der Höhe und stärke mich durch deine Macht, daß ich im Glauben sieg und stehe, wenn Stärk und List der Feinde wacht; so wird dein Gnadenreich auf Erden, das uns zu deiner Ehre führt, und endlich gar mit Kronen ziert, auch in mir ausgebreitet werden. 6. Ja, ja, mein Herz will dich umfassen, erwähl es, Herr, zu deinem Thron. Hast du aus Lieb ehmals verlassen des Himmels Pracht und deine Kron: so würdge auch mein Herz, o Leben, und laß es deinen Himmel sein, bis du, wenn dieser Bau fällt ein, mich wirst in deinen Himmel heben. 7. Ich steig hinauf zu dir im Glauben, steig du in Lieb herab zu mir. Laß nichts mir diese Freude rauben; erfülle mich nur ganz mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, ehren, so lang in mir das Herz sich regt und wenn dasselb auch nicht mehr schlägt, so soll doch noch die Liebe währen. Wolfgang Christoph Deßler, 4 1722. Ursprung des 475. Lebens, o ewiges Licht, da Niemand vergebens sucht, was ihm Eigene Melodie. Glauben. gebricht! Lebendige Quelle, die lauter und helle sich aus seinem heiligen Tempel er⸗ gießt und in die begierigen Seelen einfließt. 2. Du sprichst: wer be⸗ gehret zu trinken von mir, was ewiglich nähret, der komme! Allhier sind himm— lische Gaben, die kräftiglich laben; er trete im Glauben zur Quelle heran, hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 3. Mein Hirt und mein Hüter, ich komme zu dir, gewähre die Güter des Heiles auch mir. Du kannst dein Versprechen mir Armen nicht brechen, du siehest, wie elend und dürftig ich bin, auch giebst du die Gaben aus Gnaden nur hin. 4. Du süße Fluth labest Geist, Seele und Muth und wen du begabest, findt ewi⸗ ges Gut. Wenn man dich genießet, wird alles versfü⸗ ßet; es jauchzet, es springet und singet das Herz, es weichet zurücke der nagendste Schmerz. 5. Drum gieb mir zu trinken, wie's dein Wort ver⸗ heißt; laß gänzlich versinken den sehnenden Geist im Meer deiner Liebe. Laß heilige Triebe mich immerfort trei⸗ ben zum Himmlischen hin; es werde n llig dari W Leiden wi 0 gieb, chorsam alle die, vom Kel gettunken die Werd freuen u 0 / Ml.“ 46. fen, m Wollen, was Cl gefallen, der Glät dir zu k 2. D dich wil erheben, Jumn 6 dit geb dein, d allein, mein L 0 was N besehn immer vergeh⸗ senkest sie mmr . 6 Quelle ch aus pel er⸗ itrigen er be⸗ u mir, „ der himm⸗ ftiglich lauben ier ist, kann. d mein zu dir, des kannst Armen lst, wie ich bin, Gaben . Rlabest th und t ewi⸗ m dich versü⸗ pringet 25. Vom werde mein Herze ganz selig darin. 6. Wenn du auch vom Leiden was schenkest mir ein, so gieb, dir mit Freuden gehorsam zu sein. Denn alle die, welche mit trinken vom Kelche, den du hast getrunken im Leiden allhier, die werden dort ewig sich freuen mit dir. 20. Vom christlichen Mel. Lobe den Herren, den ꝛc. 76 Ihriste, mein Le— 476. 6 ben, mein Hof⸗ fen, mein Glauben, mein Wallen, der du uns giebest, was Christen kann einzig gefallen, Heiland, dahin richte der Gläubigen Sinn, Ruhm dir zu bringen vor Allen. 2. Dich, meine Wonne, dich will ich mit Freuden erheben, will mich auf ewig zum Eigenthum gänzlich dir geben. Bin ich nur dein, das ist Gewinn mir allein, dann ist gesegnet mein Leben. 3. Laß nur das Eine, was Noth ist, stets in mir bestehen, mag dann auch immer das Eitle und Nichtge vergehen. Himmlische Lust senkest du mir in die Brust, sie nur hab ich mir ersehen. 4. Herzog des Lebens, du Glauben. 353 7. Drum laß mich auch werden, mein Jesu, erquickt, da wo deine Heerden kein Leiden mehr drückt, wo Freude die Fülle, wo lieb— liche Stille, wo Wonne, wo Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt. Chr. Jacob Kritsch, 4+ 1735. Leben und Wandel. wollest mich selber regieren, so daß ich heilig und selig mein Leben kann führen. Laß auch den Geist, den du den Deinen verleihst, reich— lich im Herzen mich spüren. 5. Friedefürst, laß mich im Glauben dir treulich anhangen, eile zu stillen mein Wünschen, mein höch— stes Verlangen. Tilge in mir, was mich kann scheiden von dir, nimm mich dir sel— ber gefangen. 6. Alles, was irdisch ist, trachtet, die Christen zu pla— gen, zentnerschwer werden die Bürden, wenn du nicht hilfst tragen. Stehe mir bei, mache von Schwachheit mich frei, mit dir darf nim— mer ich zagen. 7. Was dir entgegen, das will ich auf immer nun hassen, will dich mit Liebe, 35⁴4 26. Vom christlichen Leben und Wandel. mein Heiland, auf ewig um— fassen. Du sollst mir sein 4 Reichthum und alles allein, wer wollte je, Herr, dich lassen! Job. Wilh. Kellner von Zinnendorf, 4 1738. Mel. Nun ruben alle Wälder. 717 u sollst in allen 47⁷. 22 Sachen mit Gott den Anfang machen aus treuer Schuld und Pflicht. Wem hast du Dank zu geben für alles Heil und Leben? Nur ihm, von dir enspringt es nicht. 2. Der Mensch mit sei— nem Tichten, weiß wenig auszurichten, was gut zu heißen sei. Was will dein eitles Sinnen, du armer Staub, beginnen, steht dir nicht seine Hülfe bei. 3. Drum sei nicht zu verwegen auf deines Amtes Stegen und fleuch den eig— nen Ruhm. Dir sollst du nicht vertrauen, auf deine Kraft nicht bauen, sie ist ja nicht dein Eigenthum. 4. Schlag an die Him— melspforten mit starken Glau⸗ bensworten, da bitte Kraft dir aus, daher wird Segen fließen und reichlich sich er— gießen auf dich und auf dein ganzes Haus. Andreas Tscherning, 4 1759. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 478. Einst selig dort zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. Gott, dem ich freudig glaube, weckt mich einst aus dem Staube, er, der aus Staube mich erschuf. 2. Die Erde, da wir wallen, oft straucheln, stehn und fallen, ist nur ein Pil⸗ gerland; zum Himmel soll uns leiten, zur Ewigkeit bereiten der Frommen kurzer Uebungsstand. 3. So soll nicht Lust noch Leiden von meinem Gott mich scheiden, der ich un— sterblich bin. Was ist mein irdisch Leben? Wozu ist mirs gegeben? Wie lange währts, so ists dahin! 4. Einst selig dort zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. So sei all mein Bestreben, nur ihm allein zu leben, ihm, der zur Ewig— keit mich schuf. Christoph Christian Sturm, 4 1786. Eigene Melodie. 47 9. Es glänzet der Christen in— wendiges Leben, wenngleich es verhüllet ihr irdischer Stand; was ihnen der Kö— nig des Himmels gegeben, ist Keinem als ihnen nur sulber de Rand v Rand k Kuleuchtet Ind sie Würden⸗ 2. S hen die ein Sch ein Ek innerlich sten Bi die Kro das Wi hier sik der um zu die Schmu 0. Adams 0 trag Irdische am W Sünder nach nö libliche fen und sie vor derlichs Flam genähr St ilder. dort berden, Erden Gott, „Weckt taube, mich a wir stehn in Pil⸗ hel soll wigkeit kurzer st noch Cott ch m⸗ t mein allein Ewig⸗ . et der en in⸗ ngliic ddischet er Ri⸗ egebel, N Uur 26. Vom christlichen selber bekannt. Was Nie— mand verspüret, was Nie⸗ mand berühret, hat ihre erleuchteten Sinne gezieret und sie zu der göttlichen Würde geführet. 2. Sie scheinen von Au⸗ ßen die schlichtesten Leute, ein Schauspiel der Engel, ein Ekel der Welt, und innerlich sind sie die lieblich— sten Bräute, der Zierrath, die Krone, die Jesu gefällt, das Wunder der Zeiten, die hier sich bereiten, dem König, der unter den Lilien weidet, zu dienen, mit heiligem Schmucke bekleidet. 3. Sonst sind sie des Adams natürliche Kinder, so tragen das Bild sie des Irdischen auch; sie leiden am Fleische, wie andere Sünder, sie essen und trinken nach nöthigem Brauch. In leiblichen Sachen, im Schla— fen und Wachen, sieht man sie vor Andern nichts Son⸗ derlichs machen, nur daß sie die Thorheit der Welt— lust verlachen. 4. Doch innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, ge— boren aus Gott durch sein mächtiges Wort; ein Funke und Flämmlein aus göttlicher Flamme, entzündet von oben, genähret von dort. Die Engel sind Brüder, die ihre Leben und Wandel. 355 Loblieder mit ihnen gar freundlich und lieblich ab— singen: das muß dann ganz herrlich, ganz prächtig er— klingen. 5. Sie wandeln auf Er⸗ den und leben im Himmel, sie bleiben ohnmächtig und schützen die Welt; sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, sie haben, die Aermsten, was ihnen gefällt. Sie stehen in Lei— den, sie bleiben in Freuden, sie scheinen ertödtet den äußeren Sinnen, und füh⸗ ren das Leben des Glaubens von innen. 6. Wenn Christus, ihr Leben wird offenbar werden, wenn er sich einst, wie er ist, öffentlich stellt, so werden sie mit ihm, als Fürsten der Erden, auch herrlich erschei— nen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren, mit ihm triumphiren, den Him⸗ mel als prächtige Lichter auszieren, da wird man die Freude gar offenbar spüren. 7. Frohlocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hügel, dieweil du den göttlichen Samen geneußt; denn das ist des Ewigen göttliches Siegel zum Zeugniß, daß er dir noch Segen verheißt: Du sollst noch mit ihnen aufs Prächtigste grünen, 356 26. Vom christlichen Leben und Wandel. wenn erst ihr verborgenes Leben erscheinet; wonach sich dein Seufzen mit ihnen vereinet. 8. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du heim— liche Zierde der inneren Welt, laß deinen verborge— nen Weg uns erwählen, wenngleich uns die Hülle des Kreuzes verstellt. Hier übel genennet, und wenig erkennet, hier heimlich mit Christo im Vater gelebet, das ist es, was einst uns zum Himmel erhebet. Christian Friedrich Richter, 4 1711. Eigene Melodie. 480 NohEe fort, fahre sort, Zion, fahre fort im Licht, mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle, Zion, dringe durch die enge Pfort, fahre fort. 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne; sei bis in den Tod getreu, suche stets die Lebenskrone; Zion, fühlest du der Schlangen Stich, leide dich, leide dich. 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu ma⸗ chen; achte nichts ihr Gut und Geld, nimm nicht an den Stuhl verspricht, folge nicht, folge nicht. 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Sei— ten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, beides das, was krumm und schlecht,“) prüfe recht, prüfe recht. 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott; stärke dich mit Geist und Leben; sei nicht wie die An⸗ dern todt, sei du gleich den grünen Reben. Zion, in die Kraft statt Heuchelschein, dringe ein, dringe ein. 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruder⸗ liebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegebne Thür, brich herfür, brich herfür. 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laulich finden. Auf, das Kleinod rückt her— bei, auf, verlasse, was dahin— ten. Zion, in dem letzten Kampf und Strauß, halte aus, halte aus. Joh. Eusebius Schmidt, 4 1745. ) schlicht, gerade. des Drachen; Zion, wenn sie dir viel Lust. stlle in Lebens; Freuden müͤhst Er ist d Sonne, zu dein dich zuf 2** Trosts färbten er steh Schade größter Angst bald u Tod Uh Gieb di 3. oft erge nicht v Und ker der bet achen; Lust folge e recht, Geist, Sei⸗ er dich Stern 5 das, lecht. t. ge ein, Gott; t und ie An⸗ ch den n, in schein, . brich herfür ruder⸗ Das r als ennet. gebne brich 26. Vom christlichen Eigene Melodie. 481. Gieb dich 8 den und sei stille in dem Gotte deines Lebens; in ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn ihn mühst du 25 vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gieb dich zufrieden. 2.„Er ist voll Lichtes, Trosts und Gnaden, unge— färbten, treuen Herzens; wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens: Kreuz, Angst und Noth kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen, Gieb dich zufrieden. 3. Wie dirs und Andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen. Er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sor— gen. Er zählt den Lauf der heißen Auonh und faßt zu Hauf all unser Seh⸗ nen. Gieb dich zufrieden. 4. Wenn gar kein Einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, als⸗ dann will er dein Treuster werden, und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dirs zu be⸗ nehmen. Gieb dich zufrieden. Leben und Wandel. 357 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Her⸗ zens stilles Klagen, und was du Keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen; er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluthen einher gin⸗— gen, dennoch mußt du oben liegen, denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dirs Leben hat gege— ben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat ein Hand voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gieb dich zufrieden. 8. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen. Macht dir das Harren angst und bange: glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser und was verzeucht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden. 9. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser 35⁵8 26. Vom christlichen Gott wird lösen. Er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bö— sen. Es wird einmal der Tod herdringen und aus der Qual uns sämmtlich bringen. Gieb dich zufrieden. 10. Er wird uns bringen zu den Schaaren der Er— wählten und Getreuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun in Frieden freuen; da sie den Grund‚, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 482 Großer König, den ich ehre, der durch seines Geistes Lehre mir sein Licht hat angezündt, der jetzt und zu allen Zeiten durch viel tau— send Gütigkeiten alle Her⸗ zen sich gewinnt, 2. Sieh, auch meins will ich dir geben, dir soll es aufs Neue leben, lebe du dann auch in mir. Dir soll es sich ganz verbinden und zugleich den alten Sünden ewiglich entsagen hier. 3. Möge mich dein Geist erneuen und mich dir zum Tempel weihen, der dir ewig heilig sei, laß die Herrschaft mich gewinnen über Lust Leben und Wandel. und Furcht der Sinnen, reinge mich und mach mich frei. 4. Laß in meines Her⸗ zens Garten aller Tugend schönste Arten blühn in Kraft und Lieblichkeit. Oeffne drin die Lebensquelle, die ohn Ende rein und helle strömet in die Ewigkeit. 5. Run so will, ich dir mein Leben, Jesu, ganz zu eigen geben, stehe mir in Gnaden bei, gieb, daß ich zu allen Stunden inniglich mit dir verbunden, dir zur ewgen Freude sei. Johann Scheffler, 4 1677. Mel. Wachet auf, ruft uns die St. 483. Heligse Jesu, Heilgungs— quelle, mehr als Kristall rein, klar und helle, du lautrer Strom der Heilig⸗ keit, aller Glanz der Che— rubinen und Heiligkeit der Seraphinen ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vor⸗ bild bist du mir: ach bilde mich nach dir, du mein Al— les! Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich mag heilig sein, wie du. 2. O stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen dei⸗ nes Vaters stille und bis zum Tod gehorsam war: also mach auch gleichermaßen Mein He gelassn, Willeng gleich g Hursan Nuu, J daß ich f. 9. We Schlumn beit, M bist du Racht; viel au lagst d hen, u gewacht Wachse allzeit Rsu,. stets w. 4. D unschuld Schmack lie U8: N Sanft m 10 Effe der un um Min 6 mir S E guten hilf mü müthig renköni Ehre niedrig an M Den innen, Rnich Her⸗ Agend Kraft ie drin e ohn trömet ch dir mz zu ir in i ich niglich ir zur 167. die St. Isu, jungs⸗ ristall „ll kilig— Che⸗ t der dich Vor⸗ bilde n Al fmir heilig „ wis N dei⸗ d bis wal. naßen 26. Vom christlichen mein Herz und Willen dir gelassen, ach stille meinen Willen gar. Mach mich dir gleich gesinnt, wie ein ge— horsam Kind, stille, stille, Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich fein stille sei, wie du. 3. Wachsamer Jesu, ohne Schnmmer⸗ in großer Ar⸗ beit, Müh und Kummer bist du gewesen Tag und Nacht; du mußtest täglich viel ausstehen, des Nachts lagst du vor Gott mit Fle— hen, und hast gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachsamkeit, daß ich zu dir allzeit wach und bete, Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich stets wachsam sei, wie du. 4. Du, sanfter Jesu, warst unschuldig und littest alle Schmach geduldig, vergabst und ließst nicht Rachgier aus: Niemand kann deine Sanftmuth messen, bei der kein Eifer dich gefressen, als der um deines Vaters Haus. Mein Heiland, ach verleih mir Sanftmuth, und dabei guten Eiser. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich sanft⸗ müthig sei, wie du. 5. Demüthger Jesu, Eh⸗ renkönig, du suchtest deine Ehre wenig, und wurdest niedrig und gering; du wandeltest ertieft auf Erden in Demuth und in Knechts⸗ Leben und Wandel. 359 geberden, erhobst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demuth lehr mich auch, je mehr und mehr, stetig üben. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich demüthig sei, wie du. 6. O keuscher Jesu, all dein Wesen war züchtig, keusch und auserlesen, von ungetrübter Sittsamkeit, Ge⸗ danken, Reden, Glieder, Sinnen, Geberden, Klei— dung und Beginnen, war ganz in lautrer Züchtigkeit. O, mein Immanuel, mach mir Geist, Leib und Seel keusch und züchtig. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, so keusch und rein zu sein, wie du. 7. Mäßiger Jesu, deine Weise im Trinken und Ge— nuß der Speise lehrt uns die rechte Mäßigkeit. Den Durst und Hunger dir zu stillen, war: deines Vaters Wort und Willen hier zu vollenden in der Zeit. Herr, hilf mir meinen Leib stets zähmen, daß ich bleib dir stets nüchtern. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich stets nüchtern sei, wie du. 8. Nun, liebster Jesu, liebstes Leben, mach mich in Allem dir recht eben, und deinem heilgem Vor⸗ bild gleich; dein Geist und Kraft mich ganz durchdringe, daß ich viel Glaubensfrüchte 360 26. Vom christlichen bringe und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach zeuch mich ganz zu dir, behalt mich für und für, treuer Heiland! Jesu, Jesu, laß mich, wie du und wo du bist, einst finden Ruh. Barthol. Crasselius(nach Jodocus von Lodenstein), 172⁴. Mel. Jesu, Gnadensonne. 484. H Jesu Christ, mein Leben und einge Zuversicht, dir hab ich mich ergeben, ver— laß, verlaß mich nicht. Ach laß mich deinen Willen be— ständiglich erfüllen, du mei⸗ ner Seelen Zier. 2. Ach schenk mir deine Liebe, mein Hort und Bräu⸗ tigam, gieb, daß ich nicht betrübe dich, werthes Got— teslamm. Ach laß mich an dir hangen, im Herzen dich umfangen, denn du bist liebenswerth. 3. In Liebe laß mich brennen, und an dir halten fest; von dir soll mich nichts trennen, wie du mich nicht verläßt. Ach laß mich mit dir sterben und nachmals auch ererben das Reich der Herrlichkeit. 4. Ach laß mich allzeit blei⸗ ben ein grüner Reb an dir; dir will ich mich verschreiben, ach weiche nicht von mir; ich bleib dir ganz ergeben, Leben und Wandel. im Tod und auch im Leben, ach hilf mir Armen bald. 5. Nun, Jesu, sei mein Leben, mein Alles ganz allein; nach dir laß stets mich streben, so werd ich selig sein. Ach laß mich stets dich suchen, und alles 305 verfluchen, was mich von dir hält ab. 6. Gieb, daß ich mein Vertrauen nur setz auf dich allein. Herr, laß mich auf dich schauen, und warten allzeit dein; ja laß mich dich stets loben hier und hernach dort oben in alle Ewigkeit. 7. Mein Heiland, du wollst kommen, ja komm, ach komme doch, erlöse deine Frommen von allem Band und Joch. Ach Jesu, komm und dämpfe das Fleisch, gieb, daß ich kämpfe allein durch deine Kraft. 8. Nun Vater, hör mein Lallen; mein Jesu, meine Bitt laß dir doch nicht mißfallen und selber mich vertritt. Gott, heilger Geist, erfülle mein Herz, daß ich 90 stille, und allzeit lobe dich. Joh. Friedr. Sannom. um 1700. Mel. Eins ist Noth, ach Herr, dies E. 485. Herdog unsrer Seligkeiten, zeuch uns in dein Heilig⸗ thum, da ebiten mmph he Mauften fhren; dun He Wir Woll Opfer da Gemeinst hingehn. 2 E gezogen ihm hir überwos hangt Nun w dir aue zen no derhen. Al dein finden ind Rul 3. Ab Sclang überall: Willen sie die hleibet d sten öft inn v ngebe besten und be Fest stum 4. 4 hutr,. Deuurt. zwei d irf die Leben, bald. i mein In. stets rd 10 mich ö alles ich von mein Uf dich ich auf warten 3mich er und in alle d, du m, ach deine Band komm Fleisch, allein mein meine nicht in Giist daß ih it lobt“ mm Hod. . dies G. uusi H thum, da du uns die Stätt bereiten und wie im Tri⸗ umph herum als deine Er— kauften siegprächtig willst führen; laß unsere Bitte dein Herze jetzt rühren; wir wollen dem Vater zum Opfer dastehn, und in der Gemeinschaft der Leiden hingehn. 2. Er hat uns zu dir gezogen und du wieder zu ihm hin. Liebe hat uns überwogen, daß an dir hangt Muth und Sinn. Nun wollen wir gerne mit dir auch absterben dem gan— zen natürlichen Seelenver— derben. Ach pflanze uns All deinem Tode hinzu, sonst finden wir ewig kein Leben und Ruh. 3. Aber hier erdenkt die Schlange so viel Ausflucht überall: bald macht sie dem Willen bange, bald bringt sie die Lust zu Fall. Es bleibet das Leben am Klein⸗ sten oft kleben und will sich nicht völlig zum Sterben hingeben; es schützet die besten Absichten noch vor, und bauet so Höhen und Festung empor. 4. Drum, o Schlangen⸗ treter, eile, führ das To⸗ desurtheil aus; brich ent⸗ zwei des Mörders Pfeile, wirf die Sünde ganz hinaus. 26. Vom christlichen Leben und Wandel. 361 Ach laß sich dein neues erstandenes Leben in unsre erstorbenen Herzen eingeben. Erzeig dich verkläret und herrlich noch hier und bringe dein neues Geschöpfe her— für. 5. Kehre die zerstreuten Sinnen aus der Vielheit in das Ein, daß sie neuen Raum gewinnen, um von dir erfüllt zu sein. Ach lege die Mächte der Fin⸗ sterniß nieder, erneure die Kräfte des Geistes uns wieder, der von der verklä⸗ reten Menschheit sich nährt und gegen der Gottheit Ver⸗ ächter sich wehrt. 6. Lebe denn und lieb und labe in der neuen Kreatur, Lebensfürst, durch deine Gabe die genesene Natur; erwecke dein Pa⸗ radies wieder im Grunde der Seele und bringe noch näher die Stunde, da du dich in allen den Gliedern verklärst, sie hier noch des ewigen Lebens gewährst. 7. Gönne uns noch Frist auf Erden, Zeugen deiner Kraft zu sein, deinem Bilde gleich zu werden, in den Tod zu nehmen ein des Lebens vollkommene Frei⸗ heit und Rechte als eines vollendeten Heilands Ge⸗ schlechte. Der Unglaub mag 16 362 26. Vom christlichen denken, wir bitten zuviel, du hörst unsre Bitten, thust über ihr Ziel. Gottfried Arnold, + 1714. Mel. Was mein Gott will, das ꝛc. 486 9 mir, mein Gott, hilf, daß nach dir von Herzen mich verlange und ich dich su Iche mit Begier, wenn mir wird angst und bange; verleih, daß ich mit Freuden dich in meiner Angst bald finde; gieb mir den Sinn, daß ich forthin meid alle Schand und Sünde. 2. Hilf, daß ich stets mit Reu und Schmerz mich deiner Gnad ergebe, hab immer ein zerknirschtes Herz, in wahrer Buße lebe; vor dir erschein, herzlich bewein all meine Missethaten; die Hände mein laß thätig sein, dem Dürftigen zu rathen. 3. Die Lust des Fleisches dämpf in mir, daß sie nicht überwinde; rechtschaffne Lieb und Lust zu dir durch deinen Geist entzünde, daß ich in Noth bis in den Tod dich und dein Wort bekenne, mich auch kein Trutz und Eigen⸗ nutz von deiner Wahrheit trenne. 4. Behüte mich vor Zorn und Grimm, mein Herz mit Sanftmuth ziere; auch nicht verbleiben; Leben und Wandel. alle Hoffahrt von mir nimm und mich zur Demuth führe; was noch von Sünd sich in mir findt, laß mich hin⸗ fort ablegen; laß allezeit Trost, Fried und Freud, sich in mir Armen regen. 5. Den Glauben stärk, die Lieb erhalt, die Hoffnung mache feste, daß ich von dir nicht wanke bald; Bestän⸗ digkeit ists Beste; den Mund bewahr, daß nicht Gefahr durch ihn mir werd erwecket; gieb Brod dem Leib, doch daß er bleib von Wollust unbeflecket! 6. Gieb, daß ich treu und fleißig sei in dem, was mir gebühret; durch Ehr⸗ geiz, Stolz und Heuchelei nicht werd aufs neu ver⸗ führet; Leichtfertigkeit, Haß, Zank und Neid laß in mir verstockten Sinn und Diebsgewinn wollst ferne von mir trei⸗ ben. 7. Uid, daß uchn solge treuem Rath und ab von Irrthum trete, den Armen helfe mit der That, für Freund und Feind stets bete, dien Jedermann, so viel ich kann, das Böse haß und meide nach deinem Wort, o höchster Hort, bis ich von dannen scheide. Johann Heermann. 1647. stehts un folgt u Winigt ihr aud Einigkeit Zertbenn Heschehn Himmel nen, wir ohn Lie Flamm hell in 2. aufs n wir vo erkoren. Glaube, Tauf,e mel ger insere Lerbinde Mnders den; 9 Mergen den. r nimm führe; 1 sich ich hin⸗ allezeit Freud, legen. stärk, offnung von dir Bestän⸗ Mund Gefahr rwecket; ib, doch Ehr. euchele eu ber⸗ , Haß in mir stockten gewinn ir(ei⸗ 26. Vom christlichen Eigene Melodie. 487 Ihr Kinder des N Höchsten, wie stehts um die Liebe? Wie folgt man dem wahren Vereinigungstriebe? Bleibt ihr auch im Bande der Einigkeit stehn? Ist keine Zertrennung der Geister geschehn? Der Vater im Himmel kann Herzen erken⸗ nen, wir dürfen uns Brüder ohn Liebe nicht nennen, die Flamme des Höchsten muß hell in uns brennen. 2. So bald wir von oben aufs neue geboren, da sind wir von Christo zu Brüdern erkoren. Ein Vater, ein Glaube, ein Geist, eine Tauf, ein voller zum Him⸗ mel gerichteter Lauf kann unsere Herzen vollkömmlich verbinden; wir können nichts Anders als Süßigkeit fin⸗ den; Verdacht, Neid und Aergerniß müssen verschwin⸗ den. 3. Jerusalem droben, die hält uns zusammen, und schickt uns hernieder die himmlischen Flammen. Kein Unterschied findet hier unter uns statt, weil Demuth die Herzen vereiniget hat. Wo Eigenheit, Zank und Haß können regieren, da kann man den Funken der Liebe nicht spüren, zur Leben und Wandel. 363 Freude des Himmels im Herzen nicht führen. 4. Des Herren Gemeine verläßt die Verwandten, setzt Brüder am höchsten vor alle Bekannten. Wer noch ist bezaubert von Liebe der Welt und sich in der Falschheit zum Bruder ver⸗ stellt, den kann sie unmöglich zum Bruder annehmen, er muß sich erst seiner Verge⸗ hungen schämen und end— lich vor Christo zur Buße bequemen. 5. Seht aber, wie selig wir haben erwählet, die wir sind zum Bunde der Brüder gezählet! Wir sind die er⸗ kaufte, begnadigte Schaar. Ach lobet den Vater, bringt Ehre ihm dar! Singt ihm mit vereinigtem Herzen und Munde, ohn Loben und Lieben vergeh keine Stunde. Wir stehn vor dem Herren als Einer im Bunde. 6. Was ich bin, mein Bruder, bist du auch ge⸗ worden, denn wir sind Ge⸗ nossen im himmlischen Orden. Ein Jeder für Alle zum Vaterland dringt, die Kirche nach Einem stets kämpfet und ringt. Wir müssen bereit sein, für Brüder zu sterben, wie Jesus uns so auch gemacht hat zu Er⸗ ben. Ein Glied fühlt und 364 26. Vom christlichen leidet des andern Ver⸗ derben. 7. Ach laßt uns einander erinnern und führen, daß wir nicht die Krone des Lebens verlieren. Wenn Andre nur jagen nach irdi⸗ schem Gut, so stehn wir vereinigt auf unserer Hut. Das Flehen der Seinen wird wahrlich erhöret, durch Eintracht wird Irrthum und Sünde zerstöret. Wer ist, der verbundenen Geistern was wehret? 8. Drum lasset uns lie⸗ ben und freuen von Her⸗ zen, versüßen einander die zeitlichen Schmerzen; dringt kräftig, ihr Seelen, in Eines hinein, vermehret die Strah⸗ len vom göttlichen Schein. Das lässet der Vater sich herzlich gefallen, im Loben sein Name kann herrlich erschallen, wenn Kinder, vor Liebe entzündet, nur lallen. 9. In jener Welt wird es noch besser hergehen, da wird vor dem Vater die Brüderschaft stehen im hei⸗ lichsten Feuer, in seligster Brunst, die hier sich vereinte des Königes Gunst. Ach drücket zusammen die Her⸗ zen und Hände und bittet, daß Zion er Hülfe bald sende; so kennet die Liebe nicht Anfang noch Ende. Chr. Andreas Bernstein, + 1699. Leben und Wandel. Mel. Einer ist König, Immanuel s. 488 Jesu, hilf siegen, 5 du Fürste des Lebens, sieh, wie ich schweb in Gefahren und Noth, schwach ist mein Wollen, mein Ringen vergebens, furchtbar die Macht, die mich täglich bedroht. Stehst du mir, Jesu, nicht schützend zur Seite, wie könnt ich kämpfen und siegen im Streite. 2. Jesu, hilf siegen, ein sündlich Verlangen kämpfet in mir mit des Höchsten Gebot. Nimm du den Wil⸗ len des Fleisches gefangen, bring durch dein Sterben der Sünde den Tod. Und daß mir möge, was gut ist, gelingen, gieb du das Wol⸗ len und gieb das Voll⸗ bringen. 3. Jesu, hilf siegen, sonst muß ich verzagen, wenn mein Gewissen das Urtheil mir spricht, wenn mich die Sünden der Jugend ver⸗ klagen und ich erbebe vor Gottes Gericht. Wenn solche Schrecken die Seele bestür⸗ men, wollest du mich, o Versöhner, beschirmen. 4. Jesu, hilf siegen, wer mag sonst bestehen wider den trüglich verschlagenen Feind? Wer mag dem Va⸗ ter der Lügen entgehen, wenn e als scheint: het, mei lehr mi prüfen d 5. wachen durch de vermag, dem Vat dein At Wach, w mer de laß, u Rufen n alles ich au genann Freund bunden. sich von noch so sich bet mein 3 —5 eilst i von Y mich mir, der bi dir tr mich i gen, o Nf Vohann Mel. Ge 459 nmanuel s. ö n rste des schweb Noth, Wlen gebenz ht, die Stehst schützend unt ich en im en, ein kämpfet Höchsten n Wil⸗ efangen, Sterben „ Und gut Wl Voll⸗ „ sonst wenn Urtheil nich die ud vel⸗ ebe vor m solche bestüt⸗ nich, o N. 1 en, War Wider Lagen m Vo⸗ , 1„ Wenn 26. Vom christlichen er als Engel des Lichtes erscheint? Du bist die Wahr⸗ heit, mein göttlicher Meister, lehr mich sie finden und prüfen die Geister. 5. Jesu, hilf siegen, hilf wachen und beten! Herr durch dein Flehen, das alles vermag, wollest du mich bei dem Vater vertreten! Hüter, dein Auge bleibt immerdar wach, wenn mich der Schlum⸗ mer der Trägheit befallen, laß, mich zu wecken, dein Rufen erschallen. 6. Jesu, hilf siegen, wenn alles verschwunden, was ich auf Erden mein Eigen genannt, wenn auch die Freunde, sonst treu mir ver⸗ bunden, kalt und entfremdet sich von mir gewandt. Den⸗ noch soll nimmer mein Herz sich betrüben, bist du, o Jesu, mein Theil nur geblieben. 7. Jesu, hilf siegen, wenn einst ich soll sterben, mache von Furcht vor dem Tode mich frei, zeige das Reich mir, das der soll ererben, der bis ans Ende geblieben dir treu. Laß auch zuletzt mich im Kampf nicht erlie— gen, reiche die Hand mir, o Jesu, hilf siegen! Johann Heinrich Schröder, um 1700. Mel. Gott des Himmels u. der Erden. 489 eines Lebens 8 beste Freude Leben und Wandel. 365 ist der Himmel, Gottes Thron; meiner Seele Trost und Weide ist mein Jesus, Gottes Sohn; was mein ganzes Herz erfreut, ist in jener Herrlichkeit. 2. Andre mögen sich er⸗ quicken an den Gütern die⸗ ser Welt; ich will nach dem Himmel blicken und zu Jesu sein gesellt; denn der Erde Gut vergeht, Jesus und sein Reich besteht. 3. Reicher kann ich nir⸗ gend werden, als ich schon in Jesu bin; alle Schätze dieser Erden sind ein schnö— der Angstgewinn; Jesus ist das rechte Gut, welches sanft der Seele thut. 4. Glänzet gleich das Weltgepränge, ist es lieblich anzusehn, währt es doch nicht in die Länge, und ist bald damit geschehn; plötz⸗ lich pfleget aus zu sein dieses Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Himmels Gaben, die mein Jesus inne hat, können Herz und Seele laben, machen ewig reich und satt; es vergeht zu keiner it jenes Lebens Herrlich— keit 6. Ein Tag zu des Hei⸗ lands Füßen ist viel besser, als die Welt tausend Jahr in Lust genießen. Aber ewig sein gestellt zu des Herren 366 26. Vom christlichen rechter Hand,‚ bleibt ein aus— erwählter Stand. 7. Trinken, Essen, Tanzen, Springen labet meine Seele nicht; aber nach dem Him— mel ringen und auf Jesum sein gericht, ist der Seele schönste Zier, volle Freude dort und hier. 8. Ach, so gönne mir die Freude, Jesu, die dein Him— mel hegt; sei du selber meine Weide, die mich hier und dort verpflegt; und bei dir recht froh zu sein, nimm mich in den Himmel ein. Salomon Liscov, 4 1689. Mel. O Gott, der du ein ꝛc. 0 ein Leben ist 9. M ein Pilgrim— stand; ich reise nach dem Vaterland, nach dem Jeru— salem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt auf Bundesblut gegründet hat; da werd ich Jakobs Hirten loben. Mein Leben ist ein Pilgrimstand, ich reise nach dem Vaterland. 2. So schnell ich Land und Sand verlaß, so schnell läuft meines Lebens Glas und was vorbei ist, kommt nicht wieder; ich eile zu der Ewigkeit. Herr Jesu, mach mich nur bereit; eröffne meine Augenlider, daß ich, was zeitlich ist, veracht, und nur nach dem, was ewig, tracht. Leben und Wandel. 3. Kein Reisen ist ohn Ungemach; der Lebensweg hat auch sein Ach. Man wandelt nicht auf weichen Rosen. Der Steg ist eng, der Feinde viel, die mich abwenden von dem Ziel. Ich muß mich oft in Dor— nen stoßen; ich muß durch dürre Wüsten gehn und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir 30 gebricht, der Sonne, die ihr Gnadenlicht in un⸗ ver rfälse chte Herzen strahlet; Wind, Regen stürmen auf mich zu; mein matter Geist findt nirgend Ruh. Doch alle Müh ist schon bezahlet, wenn ich das güldne Hoff— nungsthor mir stell in Glaub und Hoffnung vor. 5. Israels Hüter, Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch hast angenommen: zeig mir im Worte deinen Tritt; laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleucht; ach eile du und komm mit schneller Hülf herzu. 6. Durch deinen Geist mich heilig leit; gieb in Geduld Beständigkeit; vor Straucheln meinen Fuß be— schütze. Ich falle stündlich, hilf mir auf; zeuch mich, Smit id mir ein sulöhite; Gnadens. lie ferne laß M Schooß dein 9 9.— gerland gleich! die Frer dort we malosch. nen im einsten n mö5 0 Mel, N 401 das al sill, Gott Sinn sich d Bilde hat a st ohn ensweg Man weichen st eng, e mich Ziel. Dor⸗ durch d kann sehn. Glanz Sonne, in un⸗ trahlet; len 30 Jesu zilgrim mein mmen: deinen einem em Heil Mein eile du er Hülf Glist in it; bob Juß be⸗ l lich mich, 26. Vom christlichen damit ich nach dir lauf; sei mir ein Schirm in Trüb— salshitze; laß deinen süßen Guadenschen in Finsterniß nie ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, vor Durst d nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal finden; und wenn ich schließ die Augen zu, so bring mich zu der stolzen Ruh, da Streit und alle Müh derschwinden. laß mich da sein in deinem Schooß dein Liebling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem Pil⸗ gerland der blnden Welt gleich unbekannt: dort sind die Freunde, die mich kennen; dort werd ich mit der Him⸗ melsschaar dir jauchzend die⸗ nen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Bräutigam, komm, bleib nicht lang: hier in der Wüste wird mir bang. Fr. Adolf Lampe, 4 1729. Mel. Wie groß ist des Allmächt. ꝛc. 0 süßer Stand, 491.—O o selig Leben, das aus der Wuhren Einfalt i quillt, wenn sich ein Herz Gott so ergeben, daß Christi Sinn es ganz erfüllt, wenn sich der Geist nach Christi Bilde in Licht und Recht hat aufgericht und unter Leben und Wandel. 367 solchem klaren Schilde durch e falschen Höhen bricht. 2. Was Andern schön und lieblich scheinet, ist solchem Herzen Kinderspiel; was Mancher wohl unschul⸗ dig meinet, ist solchem Her⸗ zen schon zu viel. Warum? Es gilt der Welt absagen; hier heißts: Rührt kein Unreines an! das Kleinod läßt sich nicht erjagen, es sei denn alles abgethan. 3. Die Einfalt weiß von keiner Zierde, als die im Blute Christi liegt, die reine himmlische Begierde hat Stolz und Thorheit schon besiegt; an einem reinen Gotteskinde glänzt Gottes Name schön und rein; wie könnt es denn vom eitlem Winde der Welt noch ein— genommen sein? 4. Von Sorgen, Noth und allen Plagen, damit die Welt sich selbst anficht, vom Neid, damit sich Andre tra⸗ gen, weiß Christi Sinn und Einfalt nicht; den Schatz, den sie im Herzen heget, behält sie wider allen Neid; ist Jemand, der Lust dazu träget, das macht ihr lauter Herzensfreud. 5. O schönes Bild, ein Herz zu schauen, das sich mit Christi Einfalt schmückt! Geht hin, ihr thörichten 368 26. Vom christlichen Jungfrauen, harrt nur, bis euch die Nacht berückt. Was sind die Lampen sonder Oele? Schein ohne Christi Ein-— faltssinn. Sucht doch was Bessres für die Seele und gebt der Welt das Ihre hin. 6. Ach Jesu, drücke mei⸗ nem Herzen den Sinn der lautern Einfalt ein; reiß aus, obschon mit tausend Schmer— zen, der Welt ihr Wesen, Tand und Schein; des alten Feindes Bild und Zeichen trag ich nicht mehr, drum laß mich nur der Einfalt Zier und Schmuck erreichen, das ist die neue Kreatur. Joh. Joseph Winkler, + 1722. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. teil und dor⸗ 492. S nig ist der Pfad, welcher zur Vollen⸗ dung leitet; selig ist, wer ihn betrat, und mit frohem Muthe streitet! Selig, wer den Lauf vollbringt und das hohe Ziel erringt. 2. Den am Kreuz wir bluten sehn, Jesus hat dies Ziel errungen und sich zu des Himmels Höhn triumphi⸗ rend aufgeschwungen, als er rief: es ist vollbracht! war besiegt des Todes Macht. 3. Preis, du hoher Sie— ger, dir! zieh dir nach die Schaar der Streiter! Sturm Leben und Wandel. und Nacht umfängt uns hier, droben ist es still und heiter. Jenseits hinter Grab. und Tod strahlt des Him⸗ mels Morgenroth. 4. Auf denn, Streitge⸗ nossen, geht muthig durch des Lebens Wüste! Seht auf euren Führer, fleht, daß er selbst zum Kampf euch rüste! Seine Gotteskraft allein kann in Schwachen mächtig sein. Samuel Gottlieb Bürde, + 1831. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. as giebst du 493. W denn, o mein Gemüthe, Gott, der dir täglich alles giebt? Womit vergiltst du seine Güte, mit der er dich von je geliebt? Es muß das Allerbeste sein; dem Herrn genügt das Herz allein. „Du mußt, was Gottes ist, ihm geben; der Welt gebühret nicht dein Herz. Bei Gott allein ist wahres Leben und bei der Welt nur Angst und Schmerz. Ja, dir, o Gott, dir soll allein mein ganzes Herz gewidmet sein. 3. So nimm nun hin, was dir gehöret, das Herz, das sich dir ganz geweiht; und dieser Bund bleib un— gestöret von nun an bis in Ewigkeit. Dir geb ich alles, 48 ist anes 9 Noch E Mel. A 104 Heilan flößt e 0 Vgen wilde Allm zu ku wo it der k fand? t uns till und Grab 5 Him⸗ 'treitge⸗ durch Seht cht, daß pf euch tteskraft hwachen + 18Ul. ißt walten. iebst du „o mein der dir Womit üte, mit geliebt? ste sein 15 Herz Gottes Velt Herz. wahtes Velt nur I., dir, in mein net sein. un hin, ö 15 Herz. gewei leib M⸗ bis il. ch lles, 26. Vom christlichen es ist dein, nie will ich eines Andern sein. Nach Carl Fr. Lochner, 4 1697. Mel. Alles ist an Gottes Segen. eiter mußt du 494. Wẽé kämpfen, rin⸗ gen, willst du durch zum Lichte dringen; also, Seele, muß es sein! Doch durch alle Dunkelheiten wird dein Heiland dich begleiten, Muth flößt er dem Schwachen ein. 2. Viele sind hervorge— zogen aus der Drangsal wilden Wogen durch der Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist Gottes Rechte; wo ist einer seiner Knechte, der bei ihm nicht Rettung fand? 3. Scheinst du gleich von ihm verlassen, doch wird seine Hand dich fassen; glaube nur und zweifle nicht! Kämpfe standhaft ohne Wanken, bald wirst du ihm freudig dan⸗ ken, bald durchströmt dich Kraft und Licht. 4. Wende von der Welt die Blicke, schau nicht seit— wärts, nicht zurücke, nur auf Gott und Ewigkeit. Nur zu deinem Helfer wende Herz und Augen, Sinn und Hände, bis er himmlisch dich erfreut. 5. Schließ dich in die stille Kammer, schütte deines Herzens Jammer in das Leben und Wandel. 369 treue Vaterherz. Weißt du Worte nicht zu finden, kannst du nur dein Leid empfinden, klag auch schweigend ihm den Schmerz! 6. Kräftig ist ein solches Schweigen; Gott wird sich als Vater zeigen, glaube, daß er dich erhört, weil dein Heiland dich verstehet und zum Vater für dich flehet, der dem Sohn sein Flehn gewährt. 4. NRun, so will ich nie verzagen, will vor Gottes Thron mich wagen kindlich und voll Zuverficht! Käm⸗ pfen will ich ohne Wanken, bald wird froh mein Herz ihm danken, bald durchströmt mich Kraft und Licht. Johann Caspar Lavater, 4 1801. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 495 Ner das Klei⸗ 7 nod will er⸗ langen, der muß laufen, was er kann; wer die Krone will empfangen, der muß kämpfen als ein Mann; dazu muß er sich in Zeiten auf das beste zubereiten, alles Andern müßig gehn, was ihm kann im Wege stehn. 2. Liebster Jesu, deine Güte hält mir auch ein Kleinod vor, das entzücket mein Gemüthe, ziehet Herz und Aug empor. O wie 16* 370 26. Vom christlichen Leben und Wandel. glänzt die schöne Krone von dem hohen Ehrenthrone, die du in der Herrlichkeit deinen Streitern hältst bereit! 3. Mich verlangt von gan⸗ zem Herzen, auch nicht weit davon zu sein; ja ich sehne mich mit Schmerzen nach dem freudenvollen Schein! Doch das Laufen macht mir bange und der Kampf wird mir zu lange; dieser Erden Eitelkeit nimmt mir öfters alle Freud. 4. Mein verderbter Eigen⸗ wille hat bald dies, bald das zu thun; hält im Laufen vielmals stille und will in dem Streite ruhn. Satan macht mich auch oft irre, daß ich kläglich mich ver— wirre, wo mir deine treue Kraft nicht die nöthge Hülfe schafft. 5. Drum, mein Jesu, steh mir Armen in so großer Schwachheit bei; laß dich meiner Noth erbarmen, mache mich von Allem frei, was mir will mein Ziel verrücken, komm, mich selbst recht zu— zuschicken; gieb mir Kraft und Freudigkeit, fördre mei— nen Lauf und Streit. 6. Es verlohnt sich wohl der Mühe, ob mirs gleich oft sauer wird, wenn ich mich der Welt entziehe, und dir folge, treuer Hirt: deine sichre Gnadenkrone ist mir übergnug zum Lohne; wirst nur du mein Beistand sein, so ist sie in kurzem mein. Johann Mentzer, + 1734. Mel. Ich hab mein Sach auf Gott. 496 Wie fleucht da— hin der Men⸗ schen Zeit, wie eilet man zur Ewigkeit; wie wen'ge denken an die Stund von Herzensgrund, wie schweigt hiervon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein gar nichts werther Wasserschaum; im Augenblick es bald ver-— geht und nicht besteht, gleichwie ihr dieses täglich seht. 3. Nur du, Jehovah, blei⸗ best mir das, was du bist, ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist Gewinn, wenn ich al— lein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Hütte wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn; gieb, daß ich zähle meine Tag und mun-⸗ ter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Noth? Lust, Ehr und Reichthum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu, bedenk es nu, du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 6.2 Thoren höhste uuch ich! 0 Min uch me Ml. Nun 49. die Fin Herr e sem Nie Erhebe Schlaf, in dir erleucht 99 rege fein wenden das Vo es bblle Mensch heben h dem, de 3. Arbeit erhebe wir ar wir lo sem 6 Stund 1ts, d 4. dem a Verkl Ins, 26. Vom christlichen 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust, mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet mir, o mein Begier, Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir. Leben und Wandel. 3 1 — 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh? Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich. Joachim Neander, 4 1680. V. Morgen⸗ und Ahendlieder. — Mel. Nun freut euch, l. Christen ꝛc. 7»rhebe dich, o 497. E meine Seel, die Finsterniß vergehet; der Herr erscheint in Israel, sein Licht am Himmel stehet. Erhebe dich aus deinem Schlaf, daß er was Gutes in dir schaff, indem er dich erleuchtet. 2. Im Licht muß Alles rege sein und sich zur Arbeit wenden; im Licht singt früh das Vögelein, im Licht will es vollenden. So soll der Mensch in Gottes Licht auf— heben heilig sein Gesicht zu dem, der ihn erleuchtet. 3. Laßt uns an unsre Arbeit gehn, den Herren zu erheben; laßt uns, indem wir auferstehn, beweisen, daß wir leben; laßt uns in die⸗ sem Gnadenschein nicht eine Stunde müßig sein: Gott ists, der uns erleuchtet. 4. Ein Tag geht nach dem andern fort und unser Werk bleibt liegen. Ach, hilf uns, Herr, du treuster Hort, daß wir uns nicht betrügen; gieb, daß wir greifen an das Werk, gieb Gnade, Segen, Kraft und Stärk im Licht, das uns erleuchtet. 5. Du zeigst, was zu ver⸗ richten sei auf unsern Glau⸗ benswegen; so hilf uns nun und steh uns bei, verleihe deinen Segen, daß das Ge⸗ schäft von deiner Hand vollführet werd in alle Land, wozu du uns erleuchtet. 6. Ich flehe, Herr, mach mich bereit zu dem, das dir gefällig, daß ich recht brauch der Gnadenzeit; so flehen auch einhellig die Kinder, die im Geist geborn und die sich fürchten vor dem Zorn, nachdem du sie er— leuchtet. 7. Das Licht des Glau⸗ bens sei in mir ein Licht der Kraft und Stärke, es sei die Demuth meine Zier, die Lieb das Werk der Werke. Die Weisheit fließt in die⸗ sem Grund und öffnet beides 372 27. Morgen- und Abendlieder. Herz und Mund, dieweil die Seel erleuchtet. 8. Herr, bleib bei mir, du ewges Licht, daß ich stets gehe richtig; erfreu mich durch dein Angesicht, mach mich zum Guten tüchtig, bis ich erreich die güldne Stadt, die deine Hand gegründet hat und ewiglich erleuchtet. Peter Lockmann, + 1713. Mel. Gott des Himmels u. der Erden. 498 Hu schö⸗ ner Morgen! schöner als man denken mag; heute fühl ich keine Sorgen, denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, wo wir dir uns ganz befehlen! Zeit, in der der Segen fließt! Stunde voller Seligkeit, du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck ich Gottes Güte recht als einen Morgenthau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au. Da hat wohl die Morgenstund edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Welt⸗ geschäfte! Heute hab ich sonst zu thun; denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich als nur Gottes Werk für mich. 5. Ich will in der Zions⸗ stille heute voller Arbeit sein; denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schätzen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 6. Herr, ermuntre meine Sinnen, wirke selbst in mei⸗ ner Brust; laß mich Lehr und Trost gewinnen, gieb zu deiner Gnade Lust, daß mir dein lebendig Wort schallt im Herzen immerfort. 7. Segne deiner Knechte Lehren, öffne selber ihren Mund. Mach mit Allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß, wenn man hier bet und singt, solches in dein Herze dringt. 8. Gieb, daß ich den Tag beschließe, wie er angefangen ist. Segne, pflanze und be— gieße, der du Herr des Sab— bats bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbat halten mag. Jonathan Krause, nach 1742. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 499 Auch dieses Ta⸗ ges Stunden sind mir, Gottlob! verschwun⸗ den in ungestörter Ruh! Bald sinkt die Sonne nieder, die sille ind sch Mugen; 2. 1 luwägen, Segen! bracht!“ ellthrenn bekennen Wohl ge 9—— und Gt Pfade führt. die Eh vermeh der di 4. den M beschied geweiht ohne S wieder der Ew Samuel M. Mlt 500. aberma ist mi deiner a beit sich erk für Zions⸗ it sein; 1 Fülle schätzen meinen rt des meine in mei⸗ h Lehr gieb st, daß Wort nerfort. Knechte ihren Allen, deinen un man solches nTag fangen ud be⸗ 5 Sab⸗ ust auf Zabbat 1 lder. 4Z— s Ta⸗ tunden chwun⸗ Bold Ke, die stille Nacht kommt wieder und schließt uns sanft die Augen zu. 2. Laßt uns vor Gott erwägen, welch unverdienten Segen uns dieser Tag ge— bracht! Laßt uns von Dank entbrennen und tief gerührt bekennen: der Herr hat alles wohl gemacht! 3. Du Gott der Treu und Gnade hast segensvolle Pfade uns bis hierher ge⸗ führt. Nicht uns, dir sei die Ehre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt. 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslast beschieden, auch er sei dir geweiht. Wir schlummern ohne Sorgen; du weckst uns wieder morgen, hier oder in der Ewigkeit. Samuel Gottlieb Bürde, 4 1831. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 500 ott, du lässest mich erreichen abermal die Abendzeit; das ist mir ein neues Zeichen deiner Lieb und Gütigkeit. Laß jetzund mein schlechtes Singen durch die trüben Wolken dringen, und sei ge⸗ gen diese Nacht ferner auf mein Heil bedacht. 2. Neige dich zu meinen Bitten, stoß nicht dies mein 27. Morgen- und Abendlieder. 373 Opfer weg. Hab ich gleich oft überschritten deiner Wahr— heit heilgen Steg: so ver— werf ich meine Sünden und will mich mit dir verbinden: reiß du nur aus meiner Brust alle Wurzel böser Lust. 3. Herr, es sei mein Leib und Leben und was du mir hast geschenkt, deiner Allmacht übergeben, die den Himmel selbst beschränkt. Laß um mich und um die Meinen einen Strahl der Gottheit scheinen, der, was deinen Namen trägt, als ein Gut zu schützen pflegt. 4. Laß mich mildiglich bethauen deines Segens Ueberfluß; schirme mich vor Angst und Grauen, wende Schaden und Verdruß, Brand und sonst betrübte Fälle, zeich⸗ ne meines Hauses Schwelle, daß hier keinen nicht der Schlag des Verderbers tref⸗ fen mag. 5. Wirke du in meinen Sinnen, wohne mir im Schatten bei, daß mein schla⸗ fendes Beginnen dir auch nicht zuwider sei; schaffe, daß ich schon auf Erden mag ein solcher Tempel werden, der nur dir und nicht der Welt ewig Licht und Feuer hält. 6. Geht, ihr meine müden Glieder, geht und senkt euch 374 27. Morgen- und Abendlieder. in die Ruh; wenn ihr euch regt morgen wieder, schreibt es eurem Schöpfer zu, der so treue Wacht gehalten; wenn ihr aber müßt erkalten, wird des bittern Todes Pein doch der Seelen Vortheil sein. Fr. Ludw. Rud. v. Canitz, 4 1699. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 501 Wenn Licht und Sonne schei— nen, so sende meinem Geist des höhern Lichtes Freuden, das ihn zum Himmel weist. Hilf mir mein Heil besorgen, verändre meinen Sinn und schaffe, daß ich morgen in dir erneuert bin. 2. Ich seh das Licht ver— schwinden, die trübe Nacht bricht ein; ach, Herr, laß meine Sünden auch mit ver⸗ schwunden sein. Streich sie aus deinem Buche, das mich zum Schuldner macht, und rette mich vom Fluche, den ich mir selbst gebracht. 3. So lang ich hier soll leben, so laß den festen Schluß mir stets vor Augen schweben, daß ich einst schei— den muß. Doch kommt noch heut mein Ende, ist schon vollbracht mein Lauf, so nimm in deine Hände den Geist, o Vater, auf. Fr. Ludw. Rud. v. Canitz, 4 1699. 28 e. Sur Reise. Mel. Nun ruhen alle Wälder. armherz'ger Gott 502. B und Vater, du treuer Menschen Rather, auf dein Wort zieh ich aus ganz unbekannte Straßen; wirst du mich nicht verlassen, so bin ich überall zu Haus. 2. Ach Herr, der du kannst neigen und nach Gefallen beugen des Menschen Herz und Sinn; erwecke fromme Leute und beug auf meine Seite Befördrer, wenn ich einsam bin. 3. Behüte mich vor Fein⸗ den und heuchlerischen Freun— den, gieb mir dein Engel zu, gesegne meine Werke, sei Morgens meine Stärke, und dann zu Abend meine Ruh. 4. Laß mich nach Tugend trachten und dein Gebot hoch achten; laß allen falschen Schein der schnöden Eitel— keiten, der lastervollen Zeiten von mir weithin verbannet sein. 5. Die Weisheit laß mich küssen, gieb mir ein rein Gewissen und keusch gefinn⸗ tes Herz, daß sich mein Thun und Tichten nach dir, Hert, M Cünde sii 6. V Wunsh e Moth ents ftischn M dich nur b lichts mir doch endli 7. Du Menen a ccheinen, du; halt üben ͤ belieben, heim zu Mel. Nun 0 506 sih, ein dräut; it freue mi Hertlicht 2. Au sic Bahn nend ur Oenn du ul bi Fveund. Herr, möge richten; die Sünde sei mir ja kein Scherz. 6. Wenns nicht nach Wunsch ergehet, und etwa Noth entstehet, gieb einen frischen Muth; werd ich auf dich nur bauen, so kann vor nichts mir grauen, es wird doch endlich alles gut. 7. Du wollst den lieben Meinen auch gnädiglich er⸗ scheinen, du liebster Vater, du; halt ab, was kann be⸗ trüben, und wann dirs wird belieben, so führ mich wieder heim zur Ruh. 28 e. Zur Reise. 37⁵ 8. Soll aber dies ge— schehen, daß ich nicht mehr soll sehen der Väter Gren⸗ zestein, soll ich bei Fremden leben, ich will nicht wider— streben, ist doch bei Fremden auch gut sein. 9. Gott, du wirst meinen Reisen gewünschten Fort— gang weisen; du wirst nach deinem Wort mich schützen und ernähren, auch Glück und Heil bescheeren: in Gottes Namen reis ich fort. Gottfried Wilhelm Sacer, 1699. 29 c. Beim Gewitter. Mel. Nun der Tag geendet hat. 503. I Dunkel hüllt der Himmel sich, ein pnour Wetter dräut; ich bebe nicht, ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. 2. Auch wenn dein Blitz sich Bahnen bricht und flam⸗ mend uns erscheint, auch wenn du donnerst, zürnst du nicht, bist Vater uns und Freund. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, sinkt in Gefahr der Muth; wer dich i'n Christo Vater nennt, steht fest in deiner Hut. 4. Dein Blitz kann tödten! Doch kein Christ scheut, Vater, dein Gericht; wer deiner Gnade sicher ist, bebt vor dem Tode nicht. 5. Drum will ich still und ruhig sein, auch wenn dein Donner droht; ich fürchte nichts, denn ich bin dein und liebe dich, o Gott! 6. Ja dein bin ich, und deine Macht lenkt des Ge— witters Lauf; bald steigt in feierlicher Pracht der Frie⸗ densbogen auf. Johann Caspar Lavater, 4 1801. 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. 50. Kreuz⸗ und Crostlieder. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 504 Meine Sorgen, Angst und Plagen laufen mit der Zeit zu End; alles Seufzen, alles Klagen, das der Herr alleine kennt, wird, Gott Lob! nicht ewig sein; nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken mei⸗ nen matten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich gesäet, wird zur Freude wach⸗ sen aus; wenn die Dornen abgemähet, so trägt man die Frucht nach Haus; wenn ein Wetter ist vorbei, wird der Himmel wieder frei, nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Er⸗ quickungszeiten. 3. Wenn man Rosen will abbrechen, muß man leiden in der Still, daß uns auch die Dornen stechen; es geht alles, wie Gott will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, das man nur im Kampf er⸗ reicht; will man hier das Kleinod finden, so muß man erst überwinden. 4. Unser Weg geht nach den Sternen, der mit Kreu⸗ zen ist besetzt; hier muß man sich nicht entfernen, ob er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin son⸗ der Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, die des Himmels Klarheit sehn, aus viel Trübsal hergekommen; dar⸗ um siehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron, und mit Palmen ausgezieret, weil sie glücklich triumphiret. 6. Gottes Ordnung stehet feste und bleibt ewig unver— rückt; seine Freund und Hochzeitsgäste werden nach dem Streit beglückt. Israel erhält den Sieg nach ge— führtem Kampf und Krieg; Kanaan wird nicht gefunden, wo man nicht hat über⸗ wunden. 7. Darum trage deine Ketten, meine Seel, und dulde dich; Gott wird dich gewiß erretten, das Gewitter leget sich; nach dem Blitz und Donnerschlag folgt ein angenehmer Tag, auf den Abend folgt der Morgen, und die Freude nach den Sorgen. Freylinghausens Gesangbuch, 1708. Eigene Melodie. icht so traurig, 505. Muicht po schr meine E dir G0 Chr, ni dern gie nit dei Gott, so 9 Masche in dies geschaff Gast in ist Her wie er hicht haben mel üil edles da ist ohne 4. sich kre Eitelke dagege Bestän hinter ins 6. nährt Chris Heit alheit Salems gen ihre lich alle Himmels 18 viel en; dar⸗ 1e stehn uhl und in der Palmen glücklich ug stehet g unber⸗ id und en nach Íörael lach ge⸗ d Krieg; funden, it über⸗ deine Ü,„ und ird dich Gewitter m Bltz folgt eil auf den Morgen, lach den meine Seele, sei betrübt, daß dir Gott Glück, Gut und Ehr, nicht so viel, wie An⸗ dern giebt. Nimm vorlieb mit deinem Gott; hast du Gott, so hats nicht Noth. 2. Du nicht, noch ein Menschenkind, habt ein Recht in dieser Welt; alle, die geschaffen sind, sind nur Gästi im fremden Zelt: Gott ist Herr in seinem Haus; wie er will, so theilt er aus. 3•9 Bist 5 doch darum nicht hier, daß du Erden haben solt schau den Him⸗ mel über dir: da, da ist dein edles Gold; da ist Ehre, da ist Freud ohne End, Ehr ohne Neid. 4. Der ist thöricht, der sich kränkt um ein Hand voll Eitelkeit, wenn ihm Gott dagegen schenkt Schätze der Beständigkeit. Bleibt das Wesen dein Gewinn, fahr der Schatten immer hin. 5. Schaue alle Güter an, die dein Herz für Güter hält; keines mit dir gehen kann, wenn du gehest aus der Welt; alles bleibet hinter dir, wenn du trittst ins Grabes Thür. 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Chuist Blut, wird von keiner Zeit verzehrt, ist und bleibet allzeit gut. Erdengut zer⸗ 30. Kreuz- und Trostlieder. 377 fällt und bricht; Seelengut das schwindet nicht. 7. Ach wie bist du doch so blind und im Denken unbedacht! Augen hast du, Menschenkind, und hast doch noch nie betracht deiner Au⸗ gen helles Glas: siehe, welch ein Schatz ist das! 8. Zähle deine Finger her und der andern Glieder Zahl: keins ist, was dir unwerth wär, ehr it und liebst sie allzumal; keines gäbst du weg um Gold, wenn man es dir nehmen wollt. 9. Nun so gehe in den Grund deines Herzens, das dich lehrt, wie viel Gutes alle Stund dir von oben wird bescheert; du hast mehr als Sand am Meer und willst doch noch immermehr. 10. Wüßte, der im Him⸗ mel lebt, daß dir wäre nütz und gut, wonach so begierlich strebt dein verblendet Fleisch und Blut, würde seine Gütig⸗ keit dich nicht lassen uner⸗ freut. 11. Gott ist deiner Liebe voll und von ganzem Her⸗ zen treu, wenn du wünschest, prüft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei: ist dirs gut, so geht 2 ein; ists dein Schade, spricht er: Nein. 12. Unterdessen trägt sein 378 30. Kreuz- und Trostlieder. Geist dir in deines Herzens Haus Manna, das die En— gel speist, ziert und schmückt es herrlich aus; ja er wäh⸗ let dir zum Heil dich zu seinem Gut und Theil. 13. Ei so richte dich em⸗ por, du betrübtes Angesicht! Laß das Seufzen, nimm her⸗ vor deines Glaubens Freu— denlicht. Das behalt, wenn dich die Nacht deines Kum⸗ mers traurig macht. 14. Setze als ein Him⸗ melssohn deinem Willen Maaß und Ziel; rühre stets vor Gottes Thron deines Dankens Saitenspiel, weil dir schon gegeben ist, weit mehr als du würdig bist. 15. Führe deinen Lebens⸗ lauf allzeit Gottes eingedenk, wie es kommt, nimm alles auf als ein wohlbedacht Ge— schenk. Geht dirs widrig: laß es gehn; Gott und Himmel bleibt dir stehn. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Alles ist an Gottes Segen. under-⸗Anfang, 506. herrlichs En⸗ de! wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus. Wunderweislich ist sein Rathen, wunderherr— lich seine Thaten; und du sprichst: wo wills hinaus? 2. Denke doch: es muß so gehen, was Gott weis— lich heißt geschehen, ihm und dir zur Herrlichkeit; ob der Anfang seltsam scheinet, ist das End doch gut gemeinet; Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist wie in Flüssen und in großen Wassergüssen und du spürst nicht seinen Fuß: so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad ver— borgen, daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen kann erfinden, wo man könne Hülf gewinnen; die Vernunft ist hier zu blind: ihre halb gebrochnen Augen nicht in das Verborgne taugen, denn sie allzu blöde sind. 5. Weil der Herr im Dunkeln wohnet und sein Reich im Trauen thronet, da man glaubt, ob man nicht sieht: bleibt die Sorge wohl bei Sorgen; wer nicht trauen will auf morgen, dem auch keine Hülfe blüht. 6. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er angefangen, lassen so ein End erlangen, daß es wunderherrlich sei. 7. Führet er dich auch im Schrecken durch die Dornen, durch die Hecken, über Stock und über Stein, Berg und Tal Faur ten ull shrollil 8. ⁰ mer gr Gott ve und gut wahr!« daß dus bestehn ergötzer schätzen Traum 2. 8 wir trr sterblit falscher Geist Mund ner, w 3. Wisse ussen Was Mane au en Grab 4. nen, u winne m und ob der net, ist neinet: Streit. st wie großen spürst o auch Sorgen d ver⸗ ch ihm kann könne anunft e halb icht in , denn rr im d sein hronet, man Sorge nicht , dem t. dan in alles nd und + Wird, lassen H, daß zuch in HorH el, 1 Stoll⸗ ig ud Thal und Felsenklüften, Feuer, Wasser und in Lüf⸗ ten und was mehr kann schrecklich sein: 8. So laß dir doch nim⸗ mer grauen, lerne deinem Gott vertrauen, sei getrost und gutes Muths. Er, für⸗ wahr! er wird es führen, daß dus wirst am Ende spü— 30. Kreuz- und Trostlieder. 379 ren, wie er dir thut lauter Guts. 9. Du wirst an den Fin⸗ gern zählen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, daß du wirst be— kennen müssen: Wunder⸗An⸗ fang, herrlichs End! Heinrich Arnold Stockfleth, 4 1708. 5J. Sterbelieder. Mel. Nun ruhen alle Wälder. R07 ie Herrlichkeit 50⁷. D der Erden muß Rauch und Asche wer— den; nicht Fels, nicht Erz bestehn. Das, was uns kann ergötzen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir un⸗ sterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen und dieser Mund erblichen, fragt Kei— ner, was wir hier gethan. 3. Es hilft kein weises Wissen; wir werden hinge— rissen ohn einen Unterschied. Was nützt der Schlösser Menge? dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dies Alles wird zerrin— nen, was Müh und Fleiß ge— winnen und saurer Schweiß erwirbt; was Menschen hier besitzen, kann für den Tod nicht nützen, dies Alles stirbt uns, wenn man stirbt. 5. Wie eine Rose blühet, wenn man die Sonne siehet begrüßen diese Welt, die, eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend zeiget, ver⸗ welkt und unversehns zer⸗ fällt: 6. So wachsen wir auf Erden und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch eh wir zugenommen und recht zur Blüthe kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 7. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht; drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 8. Auf, Herz, wach und 380 31. Sterbelieder. bedenke, daß dieser Zeit Ge— schenke den Augenblick nur dein; was du zuvor genossen, ist wie ein Strom verflossen, was künftig, wessen wird es sein? 9. Verlache Welt und Ehre, Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre und nimm den Herren an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der einzig ewig machen kann. 10. Wohl dem, der auf ihn trauet! er hat recht fest gebauet, und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmer⸗ mehr vergehen, weil ihn die Stärke selbst erhält. Andreas Gryphius, 1664. Mel. Es ist genug. 508 Es ist vollbracht! Gottlob, es ist vollbracht! Mein Heiland nimmt mich auf. Fahr hin, o Welt! Ihr Freunde, gute Nacht! Ich ende meinen Lauf bei Jesu Kreuz mit tausend Freuden und sehne mich, von hier zu scheiden. Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Mein Jesus hat auf sich genommen meine Schuld; gebüßt hat er am Kreuzesstamm, für mich— o unermeßne Huld! Und ich hab in des Hei⸗ lands Wunden die rechte Freistatt nun gefunden. Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Weg Krankheit, Schmerz und Pein! Weg Sorg und Ueber⸗ druß! Sein Golgatha foll mir ein Tabor sein; mein matter, müder Fuß wird hier auf diesen Friedenshöhen frei von der Erde Banden gehen. Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! Hier bin ich frei von Noth— wie wohl, wie wohl ist mir! Hier speiset mich der Herr mit Himmelsbrod und zeigt mir Salems Zier; hier hör ich mit der Selgen Singen den süßen Ton der Engel klingen. Es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Der Leib mag immerhin Raub der Verwesung sein. Ich weiß wohl, daß ich Staub und Asche bin; doch Jesus ist ja mein, der wird mich sanft im Grabe decken und einst in Klarheit auferwecken. Es ist vollbracht! 6. Es ist vollbracht! Gott— lob, es ist vollbracht! Mein Heiland nimmt mich auf. Fahr hin, o Welt! Ihr Lie— ben, gute Nacht! Ich ende meinen Lauf und alle Noth, die mich getroffen. Wohl mir, ich seh den Himmel offen! Es ist vollbracht! Christian Gryphius, 4 1706. Mel. L W Werde u gehu, V Crde fri mel sehr so Th Pilgrim ist in wenn id 2. 2 melshöl ben ka Wehe, Mann Zeugn den, Gottes ist ein Mel.“ — 510 deinen hätte. ausges mein n der G Ueber⸗ ö loth— ist mir! Herr 1 zeigt sier hör Singen Engel racht! tl Der Raub Z 0 Staub Jesus 9 mich en und rwecken. 2 Gott⸗ Mein ch Auf. h. Li⸗ ich ende 1e Noth, Pohl Himmul acht! +1706. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 509. Wenn ich einst ents schlafen werde und zu meinen Vätern gehn, will ich von der armen Erde friedlich auf zum Him⸗ mel sehn; zu des Vaterhau⸗ ses Thoren schwingt der Pilgrim sich empor, nichts ist in Welt verloren, wenn ich Jesum nicht verlor. 2. Wer versöhnt zur Him⸗ melshöhe seinen Blick erhe— ben kann, ohne Zittern, ohne Wehe, o der ist ein selger Mann. Wem der Geist das Zeugniß giebet: unter Freu⸗ den, unter Schmerz hast du Gottes Sohn geliebet, o das ist ein selges Herz! 31. Sterbelieder. 381 3. Also möcht ich einst erblassen und im letzten Kampfe nun als des Vaters Kind gelassen auf dem Tod⸗ tenbette ruhn; ausgetilget meine Fehle, neugeboren durch den Herrn, Jesum Christum in der Seele, über mir den Morgenstern. 4. In der angenehmen Stunde will ich, Herr, dich suchen gehn, laß in deinem Friedensbunde du mich un— verrücklich stehn. Heute sei mir ein Versöhner, heute Leben mir und Ruh, täglich theurer, täglich schöner, für das Andre sorgest du. Albert Knapp, 4 1864. 52. Vom ewigen Leben. Mel. Nun preiset Alle Gottes. 510. Ich hab von f ferne, Herr deinen Thron erblickt, und hätte gerne mein Herz vor⸗ ausgeschickt, und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben. 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn. Du bist allmächtig; drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von heute an ewig wohnen. 3. Nur ich bin sündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger „Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn Ermüden will ich ihr 382 32. Vom ewigen Leben. näher gehn und ihre hellen goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen. Joh. Timoth. Hermes, 4 1821. Mel. Hüter wird die Nacht der S. 511 Unter Lilien jener NR Freuden sollst du weiden: Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleug behende! Jesu Hände öffnen schon das Perlenthor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Sera⸗ phinen schon bedienen mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bru⸗ der, doch die Ruder meines Schiffleins; laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht entrücket sein. 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, süßes Leben, was die Erde in sich hält. Sollt ich in der Wüste wei⸗ len und nicht eilen? nein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzensheiland, laß den Glauben mir nichts rau⸗ ben, Glauben, der durch alles dringt. Nach dir sehnt sich meine Seele in der Höhle, bis sie sich von hin— nen schwingt. 6. O wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei. Du kannst durch die Todesthü⸗ ren träumend führen und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf getragen: Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt darnieder: meine Glie⸗ der werden fröhlich aufer— stehn. 8. Gotteslamm, dich will ich loben hier und droben mit der herzlichsten Begier. Du hast dich zum ewgen Le⸗ ben mir gegeben, hole mich, mein Gott, zu dir. Joh. Ludw. Conr. Allendorf, + 1773. Da Und sy euch li bunden I6 f prechet lassen. das der T muͤthi der(⸗ be und Aber Ande sie 0 nachft vids, Hosia nein, zelt. aufer⸗P und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden ange⸗ ich will bunden und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet i droben sie zu mir. Und so euch Jemand etwas wird sagen, so ö Begier. sprechet: Der Herr bedarf ihr; so bald wird er sie euch gen Le⸗ lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, e mich, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget* der Tochter Zion, siehe, dein König kommt zu dir, sanft⸗ 11. H1˙ müthig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen* und legten ihre Kleider darauf und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider 27 den Weg, die Andern hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna, dem Sohne Da⸗ vids, gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! d„ laß ö hts rau⸗ durch* ir sehnt ö in der I on hin⸗* inst du Evangelien und Episteln Lachen für tei. Du 5 die Sonn⸗ und Festtage* ul fri. des Kirchenjahrs. + nd und—— cht und Evangelium am ersten Sonntage des Advents. ne von Matth. 21. 1—9. Stachel Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen gen Bethphage, ne Glie⸗ an den Oelberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, 384 Evangelien und Episteln. Epistel. Röm. 13, 11—14. Lieben Brüder, weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf (sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wir's glaub— ten), die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeige— kommen; so lasset uns ablegen die Werke der Finsterniß und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium am zweiten Sonntage des Advents. Luc. 21, 25 30. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein und werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen. Und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihr es an ihnen und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet an⸗ gehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahr⸗ lich, ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch; denn wie ein Fallstrick wird er kommen über Alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit und betet, daß ihr würdig werden Ind Tro Gedulde sinnet se einmüthi unseres einander zu Golt en Dii Willen geschcht herzigk dich lo Und a seinem den, un Iaias stohen h die Hei mit alle Hoffmun llich die Schlaf glaub⸗ herbeige⸗ insterniß hrbarlich fen, nicht d Neid; d wartet Zeichen Sternen; d werden brausen. rcht und fErden; n. Und kommen Venn nd hebet Frlösung an den chlagel Sommen sehet al⸗ ö l vergehen, werden ber hittt it Fressa d I frick wir 6 sih werden Evangelien und Episteln. 38⁵ möget, zu entfliehen diesem Allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. Epistel. 15, 4—13. ieben Brüder, was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei ge⸗ sinnet seid unter einander nach Jesu Christ, auf daß ihr einmüthiglich mit Einem Munde lobet Gott und den Vater unseres Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern geschehen; daß die Heiden aber Gott loben um der Barm⸗ herzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk! Und abermal: Lobet den Herrn, alle Hei⸗ den, und preiset ihn, alle Völker! Und abermal spricht Jesaias: Es wird sein die Wurzel Jesse, und der aufer⸗ stehen wird, zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangelium am dritten Sonntage des Advents. Matth. 11, 2—10. Da aber Johannes im Gefängniß die Werke Christi hörete, sandte er seiner Jünger zween und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines Andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret. Die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein und die Tauben hören, die Todten stehen auf und den Armen wird das Evangelium ge— prediget. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem 2 386 Evangelien und Episteln. Volk von Johanne: Was seid ihr hinausgegangen in die Züste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seid ihr hinaus⸗ gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinaus⸗ gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ist's, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Epistel. 1. Cor. 4, 1—5. Deafür halte uns Jedermann, nämlich für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ists ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertigt. Der Herr ists aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren: alsdann wird einem Jeg⸗ lichen von Gott Lob widerfahren. Evangelium am vierten Sonntage des Advents. Joh. 1, 19—28. nd dies ist das Zeugniß Johannis, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagest du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüsten: Richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaias gesagt hat. Und die Qfandt tun ihn du nich Johalln Hasse 44 Hicht ken vor Mir Schlhri Di da Ioh Webe Vab kund nichts, Gebet Werder alle V Ifu. * würde. shah; Iud! licher aus 6 Land en in die das der hinaus⸗ weichen tragen, hinaus⸗ en sehen? Prophet. iehe, ich vor dir ti Diener e. Nun daß sie iges, daß schlichen mir wohl ohtfertigt. chtet nicht wird anẽ und den sem Jg⸗ Evangelien und Episteln. 387 gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und frag—⸗ ten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara jenseits des Jordans, da Johannes taufte. Epistel. Phil. 4, 4—7. eieben Brüder! Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch! Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Evangelium am heil. Christtage. Luc. 2, 1 14. E begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschätzet würde. Und diese Schatzung war die allererste und ge— schah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und Jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein Jeg⸗ licher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das Jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu 388 Evangelien und Episteln. ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobeten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Epistel. Tit. 2, 11—14. E ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Men⸗ schen, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilandes Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. Evangelium am zweiten Christtage oder St. Stephani. Matth. 23, 34—39. Der Herr sprach zu den Pharisäern und Schriftgelehr⸗ ten: Siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte, und derselbigen werdet ihr etliche tödten und kreuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern, auf daß über euch komme alle das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blute an des gerechten Abel, bis auf das Blut Zacharias, Barachiä Sohn, welchen ihr getödtet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches Alles wird über dies Geschlechte kommen! Jerusalem, Jerusa⸗ lem, die du tödtest die Propheten und steinigest, die zu dir gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, Cilicia und si dem etliche Läster beweg gelehrt ten ih die sp Lsttert Denn wird uns Y im Re Mges gen stehen den! Gottt Ohre 0 ö gte der und kniete diese sie, und u ihnen: Freude, heute der in der r werdet L Krippe e Menge ott und iede auf en Men⸗ erleugnen ste, und Helt, und nung der Heilandes auf daß ligte ihn zu guten hani. ifthelcht Wl hr eliiche Reißeln u ur Stadt 5 gerecht ute an dẽ Barachiũ Tant 06 Alles Evangelien und Episteln. wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! Siehe, euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprechet: Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Epistel. Apgesch. 6, 8—15 und 7, 55—59. Stephanus aber, voll Glaubens und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da standen Etliche auf von der Schule, die da heißet der Libertiner und der Cyrener und der Alexanderer und derer, die aus Cilicia und Asia waren, und befrageten sich mit Stephano; und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geist, aus welchem er redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehöret Lästerworte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk und die Aeltesten und die Schrift⸗ gelehrten, und traten herzu und rissen ihn hin und führe⸗ ten ihn vor den Rath und stelleten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf, zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Gesetz. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn Alle, die im Rath saßen, und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht. Als er aber voll heiligen Geistes war, sahe er auf gen Himmel, und sahe die Herrlichkeit Gottes und Jesum stehen zur Rechten Gottes und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen! Sie schrieen aber laut und hielten ihre Ohren zu und stürmeten einmüthiglich zu ihm ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus, und steinigten Stephanum, der ausrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er kniete aber nieder und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht! Und als er das gesaget, entschlief er. 390 Evangelien und Episteln. Evangelium am dritten Christtage oder St. Johannis des Apostels und Evangelisten. Joh. 1„1.14. Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei ⁰Gott, und Gott war das Wort. Dasselbige war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbige ge— macht, und ohne dasselbige ist nichts gemacht, was ge— macht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheinet in der Finsterniß, und die Finsterniß hat es nicht begriffen. Es ward ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Johannes. Derselbige kam zum Zeugniß, daß er von dem Licht zeu— gete, auf daß sie Alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern daß er zeugete von dem Lichte. Das war das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen er— leuchtet, die in diese Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbige gemacht; und die Welt kannte es nicht. Er kam in sein Eigenthum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie Viele ihn aber auf⸗ nahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben. Welche nicht von dem Geblüte, noch von dem Willen des Fleisches, noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch, und wohnete unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingebornen Sohns vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Lertion. Sirach 15, 1—8. Solches thut Niemand, denn der den Herrn fürchtet, und wer sich an Gottes Wort hält, der findet die Weisheit. Und sie wird ihm begegnen, wie eine Mutter, und wird ihn empfangen, wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Verstandes, und wird ihn tränken mit Wasser der Weisheit. Dadurch wird er stark werden, daß er fest stehen kann, und wird sich an sie halten, daß er nicht zu Schanden wird. Sie wird ihn erhöhen über seine Nächsten, und wird ihm seinen Mund aufthun in der Gemeinde. Sie wird ihn krönen mit Fuude Aber d se nic Ind di U vo Und su gesetzt und z wird Vieler Naza nis des war bei war im lbige ge⸗ was ge⸗ eben war t in der ffen. Es öhannes. Licht zeu⸗ var nicht te. Das schen er⸗ der Welt, die Welt und die aber auf⸗ werden, von dell noch von geboren ot Unter rrlichkeit lade und fürchtet ö indet die Mutter⸗ ut. Cii wird ihn der siun h un s wird ihn n Mund nen mit Eangelien und Episteln. 391 Freude und Wonne, und mit ewigem Namen begaben. Aber die Narren finden sie nicht, und die Gottlosen können sie nicht ersehen. Denn sie ist ferne von den Hoffärtigen, und die Heuchler wissen nichts von ihr. Evangelium am Sonntage nach Christtag. Luc. 2, 33— 40. Urd sein Vater und Mutter verwunderten sich deß, das von Jesu geredet ward. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzet zu einem Fall und Auferstehen Vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird; und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuel, vom Ge⸗ schlechte Aser, die war wohlbetaget und hatte gelebet sieben Jahre mit ihrem Manne, nach ihrer Jungfrauschaft, und war eine Wittwe bei vierundachtzig Jahren; die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu der⸗ selbigen Stunde und pries den Herrn und redete von ihm zu Allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehreten sie wieder in Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit; und Gottes Gnade war bei ihm. Epistel. Gal. 4, 1—7. Och sage aber: So lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlbsete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, 392 Evangelien und Episteln. der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sinds aber Kinder, so sinds auch Erben Gottes durch Christum. Evangelium am Neujahrstage. Luc. 2, 2. Urd da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Epistel. Gal. 3, 23—29. Ebe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte geoffenbaret werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid Alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christo Jesu. Denn wie Viele euer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib, denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Samen und nach der Verheißung Erben. Evangelium am Sonntage nach Neujahr. Matth. 2, 13—15. Da die Weisen aus dem Morgenland hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und fleuch in Egypten⸗ land und bleib allda, bis ich dir sage; denn es ist vor⸗ handen, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzu⸗ bringen. Und er stund auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht und entwich in Egypten⸗ land, und blieb allda bis nach dem Tode Herodis; auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. ö 0 0 6⁰ villen nach se 5ad d Glistes durch J desselbe Lbend Coa D die X Wo i seinen ihn 6 er, u samm. dem! gebore Vdis. Propk mit n dir f Vral mit und und find anb Und hatt über wur hier kein Kinder, eschnitten „Welcher utterleibe nter dem Glauben, Gesetz vir durch Glaube htmeister. Glauben sind, die de noch ist Rin Christo brahams eggezogen imm das Cgypteu ist vor⸗ be mzu⸗ dlein und Egypten odis; auf Propheten meinen Evangelien und Episteln. Epistel. Tit. 3, 4—7. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unseres Heilandes: Nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit macht er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung; das ist gewißlich wahr. Evangelium am Fest Epiphaniä oder Erscheinung Christi. Matth. 2, 1—12. Da Jesus geboren war zu Bethlehem im Jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodis, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neu geborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschrak er, und mit ihm das ganze Jerusalem; und ließ ver⸗ sammeln alle Hohenpriester und Schriftgelehrten unter dem Volk und erforschete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im Jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im Jüdischen Lande bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda, denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Jsrael ein Herr sei. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernete mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und weisete sie gen Bethlehem, und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihrs findet, so saget mirs wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet und gingen in das Haus, und 17⁷ 39⁴ Evangelien und Episteln. fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an, und thaten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Lection. Jes. 60, 1—6. Mache dich auf, werde Licht! denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir! Denn siehe, Finsterniß bedecket das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, und die Könige im Glanze, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf und siehe um— her: diese Alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter werden zur Seite erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wann sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba Alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des Herrn Lob ver⸗ kündigen. Evangelium am ersten Sonntage nach der Ersch. Christi. Luc. 2, 41—52. nd die Eltern Jesu gingen alle Jahr gen Jerusalem auf das Osterfest. Und da er zwölf Jahr alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußtens nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gafranndien und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragte. Und Alle, das ge Schmet daß ih muß ii das V mit ih Untertt ihrem und 6 Ich V. das! sei ei dieser rung da se Gotte gegebe von fi er bor ausget weise, alle Wile des ind fielen hätze auf n. Und t sollten n andern t kommt, iber dir! Dunkel ind seine werden anze, der iehe um⸗ se Söhne rden zur ist sehen ern und bekehret, h6enn die fer au kommen, ob ber⸗ hristi. erusalem alt war, heit des ie wieder rusalem, naber, Lagereise ekannten. rum geu ch dreien nter den d Alle, Evangelien und Episteln. die ihm zuhöreten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Epistel. Röm. 12, 1—5. Ich ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzig— keit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneue— rung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Gotteswille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, Jedermann unter euch, daß Niemand weiter von sich halte, denn sichs gebühret zu halten, sondern daß er von sich mäßiglich halte, ein Jeglicher, nach dem Gott ausgetheilet hat das Maß des Glaubens. Denn gleicher— weise, als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also find wir Viele Ein Leib in Christo, aber unter einander ist Einer des Andern Glied. Evangelium am zweiten Sonntage nach der Ersch. Christi. Joh. 2, 1-11. nd am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist 396 Evangelien und Episteln. noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasser— krüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringet es dem Speisemeister. Und sie brachten es. Als aber der Speise— meister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam, die Diener aber wußten es, die das Wasser geschöpfet hatten, ruft der Speisemeister dem Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringeren; du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, ge— schehen zu Cana in Galiläa, und offenbarte seine Herr— lichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Epistel. Röm. 12, 6—16. Lieben Brüder, wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat Jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat Jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret Jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet Jemand, so warte er des Er— mahnens. Giebt Jemand, so gebe er einfältiglich. Re— gieret Jemand, so sei er sorgfältig. Uebet Jemand Barm⸗ herzigkeit, so thue ers mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem An— dern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Noth— durft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den niedrigen. 6⁰ —4 an und inige am und balde u ihm Und z Moses 61 Haupt Knoch Qal gesun Herr, sonde Denn Und l einem her, x thut sprach ellch, Aber unde im„ ausge sein Hauf hast. Stur zu den ren aber r Wiise zwei oder Wasser⸗ m. Und t es dem Speise⸗ d wußte N es, die ster dem ebt zum den sind, n bisher that, ge⸗ ne Herr⸗ nach der issagung, in Anmt, warte er des Er⸗ ch. Re⸗ d Barm⸗ ht falh. rüderliche dem Al⸗ was iht euch Il Trübsal, en Noth erfolgen rohlichen, inn unter sondern Evangelien und Episteln. 397 Evangelium am dritten Sonntage nach der Ersch. Christi. Matth. 8, 1—13. Da Jesus vom Berge herabging, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aussätziger kam und betete ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührete ihn an und sprach: Ich wills thun, sei gereiniget. Und als— bald ward er von seinem Aussatz rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es Niemand; sondern gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat, zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur Ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so geht er; und zum andern: Komm her, so kommt er; und zu meinem Knechte: Thue das, so thut ers. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgeten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich sitzen, aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubet Sn Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistel. Röm. 12, 17—21. 9— euch nicht selbst für klug. Vergeltet Niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen Jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habet mit allen Menschen Friede. Rächet euch selber nicht, 398 Evangelien und Episteln. meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn(Gottes), denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hun⸗ gert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelium am vierten Sonntage nach der Ersch. Christi. Matth. 8, 23—27. Jesus trat in das Schiff und seine Jünger folgeten NV ihm. Und siehe, da erhob sich ein groß Ungestüm im Meer, also, daß auch das Schifflein mit Wellen be— decket ward; und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm und weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben! Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubi⸗ gen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und bedräuete den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Epistel. Röm. 13, 8—10. Seid Niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet, denn wer den Andern liebet, der hat das Gesetz erfüllt. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht tödten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugniß geben; dich soll nichts gelüsten; und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangelium am fünften Sonntage nach der Ersch. Christi. Matth. 13, 24—30. Jesus legte ihnen ein ander Gleichniß vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säete Unkraut zwischen den Waizen und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und ö Frucht diL KI u nid hat er her Fei denn, Min, raufet, einande will ic Unkrau brenne. S lichki den 9 Klage vergeb die Lit Friede auch k das 2 Veish Ind singet thuter dem 9 Vter Ey Gottes, ich will ind hun⸗ Venn du Haupt sondern christ. folgeten Ingestüm ellen be— raten zu zilf uns, ingläubi⸗ auf und es ganz sprachen: id Meer ich Uter der hat u sollst sst nicht dich sol ist, das Nächsten ten nichts ung. Christ. sprach: Hen, der ie V schn vuchs Ind Leute Evangelien und Episteln. 399 Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausjäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Waizen mit aus— raufet, so ihr das Unkraut ausjätet. Lasset Beides mit einander wachsen bis zur Ernte, und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in Bündlein, daß man es ver⸗ brenne, aber den Waizen sammelt mir in meine Scheuern. Epistel. Col. 3, 12—17. So ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Hei⸗ ligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freund— lichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld, und vertrage Einer den Andern, und vergebet euch unter einander, so Jemand Klage hat wider den Andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Ueber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in Einem Leibe, und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium am sechsten Sonntage nach der Ersch. Christi. Joh. 6, 1—15. Darnach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa. Und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hub Jesus seine 400 Evangelien und Episteln. Augen auf und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese essen? (Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte.) Philippus antwortete ihm: Zwei⸗ hundert Pfennige werth Brods ist nicht genug unter sie, daß ein Jeglicher unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gerstenbrode und zween Fische; aber was ist das unter so Viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volt lagere. Es war aber viel Gras an dem Orte. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. ö Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie, und fülleten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gerstenbroden, die überblieben denen, die ge— speiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Pro⸗ phet, der in die Welt kommen soll. Da nun Jesus merkete, daß sie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst alleine. Epistel. Gal. 4, 21—31. Saget mir, dir ihr unter dem Gesetz sein wollt, habt ihr das Gesetz nicht gehöret? Denn es stehet ge⸗ schrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren; der aber von der Freien ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Testa— mente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Arabien der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser Aller Mutter. Denn es stehet geschrieben Sii fle hlich h die Ei Hat. L Heißung dem Fl Glist den 9 sandte dritte stehen Weibe gingen Heunte aber prach müßig dinget Weinb berges ihnen ersten ware aber pfant Grof den! Stun wire umt, und iese essen ßte wohl, : Zwei⸗ uUnter sie, Spricht Bruder hat fünf as unter sich das rte. Da er nahm Jünger gleichen Jüngern: me. Da cken, von die ge⸗ en sahen, der Pro⸗ un Jesul „ daß sie auf den ollt, habt stehet ge— inen von der von der abet ren. Di i Tostat nechtschaf heißt N Vrusalen, Kindern. die Freit schribel: Evangelien und Episteln. 40⁰ Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierest, und brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind, Isaak nach, der Ver⸗ heißung Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgte den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn; denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Evangelium am Sonntage Septuagesimä. Matth. 20, 1—-16.; QJesus sprach zu seinen Jüngern: Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins war um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde und sah Andere an dem Markte müßig stehen und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weiberg, ich will euch geben, was recht ist; und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde und that gleich also. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand Andere müßig stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns Niemand ge— dinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Wein— berges zu seinem Schaffner: Rufe den Arbeitern und gieb ihnen den Lohn und hebe an bei den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde gedinget waren, und empfing ein Jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr em⸗ pfangen, und sie empfingen auch ein Jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Hausvater und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er ant— 40² Evangelien und Episteln. wortete aber und sagte zu Einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht. Bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe 5 Ich will aber diesen Letzten geben gleich— wie dir. Oder babs ich nicht Macht, zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein; denn Viele sind berufen, aber Wenige sind auserwählt. Epistel. 1. Cor. 9, 24—27 und 10, 1—5. Wis set ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die lurssen Alle, aber Einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein Jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergängliche Krowe empfahen, wir aber eine unver⸗ gängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse; ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet; sondern ich betäube meinen Leib und zähme ihn, daß ich nicht den Andern predige und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter alle sind unter der Wolke gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Mose getauft mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken, sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgete, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott kein Wohl⸗ gefallen; denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Evangelium am Sanntage Sexagesimä. Luc. 8, 4-15. a nun viel Volks bei einander war und aus den Städten zu Jesu eilte, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus, zu säen seinen Samen; und indem er säete, fiel Etliches an den Weg und ward ver— treten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und Etliches fiel auf den Fels; und da es aufging, ver⸗ dorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und Etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf m und es Das sa 6 diests wiss aber il schon guten einem Lite kli macht, o eut stklich schwas rede Ebräe sind; Mein t mit mit dein ist en gleich⸗ was ich heel, daß e Ersten berufen, n laufen, Kleinod! cher aber, also, daß ne unver⸗ ngewisse; sondern ich nicht verhalten, esen, und le unter er, und ud haben ken aber cher war n Vohl Jüste. aus deu Gleichniß; I Evangelien und Episteln. 403 auf und erstickten es. Und Etliches fiel auf ein gut Land, und es ging auf und trug hunderfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat, zu hören, der höre! Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dieses Gleichniß wäre. Er aber sprach: Euch ists gegeben, zu wissen das Geheimniß des Reichs Gottes, den Andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichniß: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und die haben nicht Wurzel; eine Zeitlang glauben sie und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und ersticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld. Epistel. 2. Cor. 11, 19—33 und 12, 1—-9. Lieben Brüder, ihr vertraget gern die Narren, dieweil ihr klug seid. Ihr vertraget, so euch Jemand zu Knechten macht, so euch Jemand schindet, so euch Jemand nimmt, so euch Jemand trotzet, so euch Jemand in das Angesicht streichet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun Jemand kühn ist(ich rede in Thorheit), darauf bin ich auch kühn. Sie sind Ebräer, ich auch. Sie sind Israeliten, ich auch. Sie sind Abrahams Same, ich auch. Sie sind Diener Christi (ich rede thörlich), ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnöthen gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche weniger eins. Ich bin dreimal gestäupet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zuge— bracht in der Tiefe des Meeres. Ich habe oft gereiset, 404 Cvangelien und Episteln. ich bin in Gefahr gewesen zu Wasser, in Gefahr unter den Mördern, in Gefahr unter den Juden, in Gefahr unter den Heiden, in Gefahr in den Städten, in Gefahr in der Wüste, in Gefahr auf dem Meere, in Gefahr unter den falschen Brüdern, in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße; ohne was sich sonst zuträgt, nämlich, daß ich täglich werde angelaufen und trage Sorge für alle Ge— meinden. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unseres Herrn Jesu Christi, welcher sei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damasko der Landpfleger des Königes Areta ver— wahrete die Stadt der Damasker und wollte mich greifen, und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nütze; doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vier— zehn Jahren(ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ichs nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ichs auch nicht, Gott weiß es); er ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen (ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es); er ward entzückt in das Paradies und hörete unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht Jemand mich höher achte, denn er an mir siehet oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal den Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kaaft nich a di Rr 3 0 zu Phann ich vor aber aheeg lß e herau auf i als ei siehe, mein ihr unter Gefahr n Gefahr Gefahr t, in viel in Frost „daß ich alle Ge⸗ schwach? So ich hwachheit Christi, icht lüge. reta ver⸗ greifen, durch die änden. doch will ngen des vor vier⸗ weiß ichs veiß ichs 3in den Menschen besen ist, t in das elche kein men, von ne Meiner thäte ith lit sagen and mit höret. fenbarung; „ nämlih „auf dah en Herm at zu mn M meille Evangelien und Episteln. 40⁵ Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Evangelium am Sonntage Esto mihi. Matth. 3, 13—17. 3 der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johanne, daß er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrete ihm und sprach: Ich bedarf wohl, daß ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß jetzt also sein; also gebühret es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ ers ihm zu. Und da Jesus getauft war, stieg er bald herauf aus dem Wasser; und siehe, da that sich der Himmel auf über ihm, und Johannes sah den Geist Gottes gleich als eine Taube herab fahren und über ihn kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe. Epistel. 1. Cor. 13, 1—13. Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntniß, und hätte allen Glauben, also daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mirs nichts nütze. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das Ihre, sie lässet sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden; sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit; sie verträget alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Er— kenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser Weissagen 406 Evangelien und Episteln. ist Stückwerk; wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Worte, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ichs stückweise, dann aber werde ichs erkennen, gleichwie ich erkennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Evangelium am ersten Sonntage in den Fasten, Invoravit. Matth. 4, 1I.II. Da ward Jesus vom Geiste in die Wüste geführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brod allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellete ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Dies Alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan; denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. Hich Vol Dann Ind fröhlii als d Cvan 1 Weil und mein Und Jun denn Ic bon niede und Brod Vd„ kommene mind war, ein Kind, ann ward, ietzt durch aber von heise, dann in. Nun rei; aber nborabit. führt, auf Ind da er hungerte ich: Bist d werden. eben: Der on einem et. ie heilige pels und h hinab; geln über Händen en Stlin tehet auth versuchen auf einel der Wel Evangelien und Episteln. 407 Epistel. 2. Cor 6, 1—-10. (ieben Brüder, wir ermahnen aber euch, als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils! Lasset uns aber Niemand irgend ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde, sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöthen, in Aengsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geiste, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes durch Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbekannten und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch Viele reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. Evangelium am zweiten Sonntage in den Fasten, Reminiscere. Matth. 15, 21—28. Urd Jesus ging aus von dannen und entwich in die Gegend Tyri und Sidon. Und siehe, ein cananäisch Weib ging aus derselbigen Grenze, und schrie ihm nach und sprach: Ach, Herr, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schafen von dem Hause Israel. Sie kam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, 408 Evangelien und Episteln. die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß! Dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistel. 1. Thess. 4, 1—7. eiter, lieben Brüder, bitten wir euch und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfan⸗ gen habt, wie ihr sollet wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Ge— bote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein Jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß Niemand zu weit greife, noch vervor⸗ theile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist der Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und be— zeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Un⸗ reinigkeit, sondern zur Heiligung. Evangelium am dritten Sonntage in den Fasten, Oculi. Luc. 11, 14—28. Jesus trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es V geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die Andern aber versuchten ihn und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So aber ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewap mit F Ind üt Harauf sicht U mir san Dom del Statten I wi gangen Beseme Und m selost; Wird ö Weib 0 de gesogt Wort ete Issus roß! Dir d gesund ermahnen empfan⸗ Len, daß elche Ge⸗ nJsum. daß ihr uch wisse Hicht in tt nichts 9 verbor⸗ ist der t und be⸗ zur Un⸗ Otuli. Und es Stumme, ster ihnen ebub, den ichten ihn mel. Er en: Ein das wird ban wie wil treibe dit ie Tenfe sie elle sein. E. hreibe, f. in startr Evangelien und Episteln. 409 Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibet das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, suchet Ruhe und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich ge— gangen bin. Und wenn er kommt, so findet er es mit Besemen gekehret und geschmücket. Dann gehet er hin und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst; und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Epistel. Ephes. 5, 1—9. So seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns hat geliebet und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet; auch schand— bare Worte und Naarentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer, oder Unreiner, oder Geiziger(welcher ist ein Götzendiener) Erbe hat an dem Reich Christi und Gottes. Lasset euch Niemand ver⸗ führen mit vergeblichen Worten; denn um dieser willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen; denn ihr waret wai— land Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. 18 410 Evangelien und Episteln. Evangelium am vierten Sonntage in den Fasten, Lätare. Matth. 17, 1 9. Urd nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum und Jacobum, und Johannem, seinen Bruder, und führete sie beiseits auf einen hohen Berg und ward verkläret vor ihnen. Und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: Herr, hier ist gut sein; willst du, so wollen wir drei Hütten machen, dir eine, Mosi eine und Elias eine. Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Simme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger höreten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührete sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie Niemand, denn Jesum allein. Und da sie vom Berge herab gingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dies Gesicht Niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. Epistel. 2. Petr. 1, 16—21. Wir haben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch kund gethan haben die Kraft und Zukunft unseres Herrn Jesu Christi, sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen, da er empfing von Gott dem Bater Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes, prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das Erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschiehet aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie keine sonder tlibben Cba Tesue m. Vahrt Gottei denn und Samn Ider hast. sprich licht Abral stor Worte s pre kenn so l kenn Lätare. etrum und ind führete kkläret vor Sonne und siehe, do mit ihm. Herr, hier en machen, noch also olke. Und ist mein „den sollt en sie auf er trat zu nd fürchtet „ sahen sit bom Berge Ihr soll chen Sohl t. da wir Huunf haben seilt Evangelien und Episteln.—41¹1 keine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht, sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, ge— trieben von dem heiligen Geiste. Evangelium am fünften Sonntage in den Fasten, Judica. Luc. 8, 46—59. Jesus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort; darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehrt mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber Einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So Jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? Jesus ant⸗ wortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprechet, er sei euer Gott, und kennet ihn nicht. Ich aber kenne ihn, und so ich würde sagen, ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seid. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte; und er sahe ihn und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahr alt und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus. 412 Evangelien und Episteln. Epistel. Hebr. 9, 11—15. Christus aber ist gekommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen: Güter durch eine größere und voll⸗ kommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigen Blut einmal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche, von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit: wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohn allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfahen. Evangelium am sechsten Sonntage in den Fasten, Palmarum. Siehe Evangelium am ersten Sonnt. des Advents, Matth. 21, 1—9. Epistel. Phil. 2, 5—11. Ein Jeglicher sei gesinnet wie Jesus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleichwie ein anderer Mensch und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. Evangelium am Gründonnerstage. Joh. 18, 1 5. Vor dem Fest aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt inge iu der nuch Inda Warriet in seit War 1 lagte Jüctet am, d mit d u S sollte und uen ihm: antn kein nicht Haut darf rein. seiner alle: kr se aben Iyr denn kuch Unte ellch herpriester und voll⸗ ht ist, das der Böcke igen Blut eine ewige der Bölke iliget die mehr wird ndel durch Gewissen lebendigen des neuen en ist zur dem ersten verheißene Halmarum. 2,1—9. auch war, war, hielt 1„, sondern an, ward en als ein und ward ;: Darum En Namel am Namel Himm lle Zungel ssi, zu 2 Evangelien und Episteln. 4¹3 ginge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth ins Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war und zu Gott ging; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und um⸗ gürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hob an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl, darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr, und saget recht daran, denn ich bin's auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Epistel. 1. Cor. 11, 23—32. Ich habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brach es und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Ge— dächtniß. Desselbigen gleichen auch den Kelch nach dem 41⁴4 Evangelien und Episteln. Abendmahl und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testa⸗ ment in meinem Blute; solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtniß. Denn so oft ihr von diesem Brode esset und von diesem Kelche trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brode isset oder von dem Kelche des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leibe und Blute des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brode und trinke von diesem Kelche. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch so viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so würden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht sammt der Welt verdammet werden. Evangelium am Charfreitage. Ist das fünfte Hauptstück der Leidensgeschichte. Lection. Jes. 53. Siehe, mein Knecht wird weislich thun und wird erhöhet und sehr hoch erhaben sein, daß sich Viele über dir ärgern werden, weil seine Gestalt häßlicher ist, denn anderer Leute, und sein Ansehen, denn der Menschenkinder. Aber also wird er viele Heiden besprengen, daß auch Könige werden ihren Mund gegen ihn zuhalten. Denn welchen nichts davon verkündiget ist, dieselben werden es mit Lust sehen; und die nichts davon gehöret haben, die werden es merken. Aber wer glaubet unserer Predigt? Und wem wird der Arm des Herrn geoffenbaret? Denn er schießt auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erd⸗ reich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwertheste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn nichts geachtet. ö 5 msere Ragt Aber e m m auf ih Vunde wie S Herr! Ind g in L ein S Mund Wer dem Miss. grab wiew seiner also Schul in die seine hat,! durch Bele Will diel in d recht die! elle Testa⸗ s trinket, on diesem lt ihr des elcher nun Kelche des Vlute des d aho esse che. Denn ind trinket nterscheidet eSchwache fen. Denn t gerichtet. r von dem der Velt ird erhöhet über dit ist, denn chenkinder. daß auch en. Denn werden ei haben, die Evangelien und Episteln. 415 Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen; wir aber hielten ihn für den, der ge— plagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir gingen Alle in der Irre wie Schafe, ein Jeglicher sah auf seinen Weg; aber der Herr warf unser Aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, that er seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführet wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor seinem Scherer und seinen Mund nicht aufthut. Er ist aber aus der Angst und Gericht genommen; wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missethat meines Volks geplaget war. Und er ist be— graben wie die Gottlosen und gestorben wie ein Reicher; wiewohl er Niemand Unrecht gethan hat, noch Betrug in seinem Munde gewesen ist. Aber der Herr wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Samen haben und in die Länge leben, und des Herrn Vornehmen wird durch seine Hand fortgehen. Darum, daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben; und durch sein Erkenntniß wird er, mein Knecht, der Gerechte, Viele gerecht machen; denn er träget ihre Sünden. Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben; darum, daß er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Uebelthätern gleich ge— rechnet ist, und er Vieler Sünde getragen hat und für die Uebelthäter gebeten. Evangelium am heil. Ostertage. Marc. 16, 1—-8. Urd da der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria Jacobi und Salome Spezerei, auf daß sie kämen und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbater sehr frühe, da die Sonne 416 Evangelien und Episteln. aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein lang weiß Kleid an; und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht. Ih suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auf⸗ erstanden und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin und saget es seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus und flohen von dem Grabe; denn es war sie Zittern und Entsetzen angekommen, und sagten Niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Epistel. 1. Cor. 5, 6—8. Cuer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleichwie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauer⸗ teig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteig der Lauterkeit und der Wahrheit. Evangelium am zweiten Ostertage. Luc. 24, 13—35. Urd siehe, zween aus den Jüngern des Herrn gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feldweges weit, deß Name heißet Em⸗ maus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten und be— fragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unter⸗ weges, und seid traurig? Da antwortete Einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den + Frem Taget Wald von Hate inser ur 2 hoffet Haute haber frihe efur Eng uns Wei Iu alle Chr gehe und war und höth Abes ging mit brae öffn T wälhet ste sahen ogewälze hinein in n Hand entsetztte icht. I ist auf⸗ te, da si 5 seinen wird in sagt hat. Grabe; nen, und daß ein Darum in neuer ir haben geopfert. Sauer⸗ chalkheit Wahrheit gingad war vol ißet Er.I en diesh und de hnen allei, n elt ute⸗ it Nam unter du Evangelien und Episteln. 417 Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk; wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes und gekreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unseren, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und Etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und trägen Herzens, zu glauben alle dem, daß die Propheten geredet haben? Mußte nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit ein⸗ gehen? Und fing an von Mose und allen Propheten und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellete sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankete, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen ge⸗ öffnet, und erkenneten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, da er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbi⸗ gen Stunde, kehreten wieder gen Jerusalem und fanden die Elfe versammelt und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Si⸗ moni erschienen. Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brod brach. Evangelien und Episteln. Epistel. Apostelgesch. 10, 34— 41. Peiune aber that seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansieht, sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum(welcher ist ein Herr über Alles), die durch das ganze jüdische Land geschehen ist und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte; wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umhergezogen ist und hat wohlgethan und gesund gemacht Alle, die vom Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet und an ein Holz gehangen. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. Evangelium am dritten Ostertage. Luc. 24, 36—47. Da sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken aber und fürchteten sich, meinten, sie sähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken? Und warum kommen solche Gedanken in eure Herzen? Sehet meine Hände und meine Füße, ich bin es selber; fühlet mich und sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß ich habe. Und da er das sagte, zeigte er ihnen Hände und Füße. Da sie aber noch nicht glaubten vor Freuden, und sich verwun⸗ derten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Und sie legten ihm vor ein Stück von gebratenem Fisch und Honigseimes. Und er nahm es und aß vor ihnen. Er aber sprach zu ihnen: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war; denn es muß alles Nun Person fürchtet et wohl gesandt Iesum urch das ngen in te; wie hat mit ist und Teufel Ind wir jüdischen ̃tet und ferwecket , nicht gen von haben, mitten it auch ie sähen Viht so in eure ich bin sat nicht Und da Da sie vert u essen: m disch ihnen. ie ich i u alle Evangelien und Episteln. 419 erfüllet werden, was von mir geschrieben ist im Gesetz Mosis, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständniß, daß sie die Schrift ver⸗ standen. Und sprach zu ihnen: Also ists geschrieben, und also mußte Christus leiden und auferstehen von den Todten am dritten Tage, und predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern, und anheben zu Jerusalem. Epistel. Apostolgesch. 13, 26—33. Ihr Männer, lieben Brüder, ihr Kinder des Geschlechts Abrahams, und die unter euch Gott fürchten, euch ist das Wort dieses Heils gesandt. Denn die zu Jerusalem wohnen, und ihre Obersten, dieweil sie diesen nicht kenne⸗ ten, noch die Stimme der Propheten(welche auf alle Sabbater gelesen werden), haben sie dieselben mit ihren Urtheilen erfüllet. Und wiewohl sie keine Ursache des Todes an ihm fanden, baten sie doch Pilatum, ihn zu tödten. Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben ist, nahmen sie ihn von dem Holze und legten ihn in ein Grab. Aber Gott hat ihn auferwecket von den Todten. Und er ist erschienen viele Tage denen, die mit ihm hinauf von Galiläa gen Jerusalem gegangen waren; welche sind seine Zeugen an das Volk. Und wir auch verkündigen euch die Verheißung, die zu unsern Vätern geschehen ist, daß dieselbige Gott uns, ihren Kindern, erfüllet hat, in dem, daß er Jesum auferwecket hat. Evangelium am ersten Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti. Joh. 20, 19—23. m Abend aber desselbigen Sabbats, da die Jünger versammelt und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen 42⁰0 Evangelien und Episteln. Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Epistel. 1. Joh. 5, 4- 10. Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt über⸗ wunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist's, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ists, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist, und diese drei sind Eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer; denn Gottes Zeugniß ist das, das er ge⸗ zeuget hat von seinem Sohn. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Evangelium am zweiten Sonntage nach Ostern, Misericordias Damini. Joh. 10, 1216. Ich bin ein guter Hirte; ein guter Hirte lässet sein N Leben für die Schafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen und verlässet die Schafe und fleucht, und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber fleucht; denn er ist ein Miethling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte und erkenne die Meinen und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet und ich kenne den Vater, und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle; und dieselbigen muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird Eine Herde und Ein Hirt werden. Epistel. 1. Petr. 2, 21—25. Denn dazu seid ihr berufen, sintemal auch Christus ge— litten hat für uns und uns ein Vorbild gelassen, e Sünden ie behaltet, die Welt, Delt über⸗ berwindet, t! Dieser Christus; ind Blut. hrheit ist. er Vter, sind Eins. Geist und eisammen. it Gottes das er ge⸗ et an den jässet sein der nicht den Wolf und der Miethling ichtet der kenne die ich mein lasse mein Schafe nuß ich „ und 5 ristus g. gelassen, Evangelien und Episteln. 421¹ daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden, welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht dräuete, da er litte, er stellte es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil worden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe, aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen. Evangelium am dritten Sonntage nach Ostern, Jubilate. Joh. 16, 16—-23. Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, das er sagt zu uns: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das er sagt: über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich gesaget habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein; doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist gekommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Epistel. 1. Petr. 2, 11—20. Lieben Brüder, ich ermahne euch als die Fremdlinge und Pilgrime: Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, 42² Evangelien und Episteln. welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden als von Uebelthätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als an den Gesandten von ihm zur Rache über die Uebelthäter und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte, seid unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so Jemand um des Gewissens willen zu Gott das Uebel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthaten willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Evangelium am vierten Sonntage nach Ostern, Cantate. Joh. 16, 5—15. Nom aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und Niemand unter euch fraget mich, wo gehest du hin? Sondern, dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch; so ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht sehet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnet es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahch den, und w slbige I nl hlt, do Ion dei Willer Wärer ein j zu v Zorn ab a Wort Welcht E W· L ez neina Freud 138 licht dern Mnd Ind Will; ihr! gang Lomn gehe nun n guten on euch ke schen kommen ung um Obersten, ihn zur rommen. Zohlthun hen, als eit zum 5. Thut et Gott. rcht den sondern Iemand rträgt Ruhm, er Wenn das ist ltate. udt hat, chest du et habe, age euch Denn zu euch; n. Und um die Gericht. Um die ihr nch rst diese gen, aber ner, der in all Evangelien und Episteln. Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Der⸗ selbige wird mich verklären; denn von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinen nehmen und euch verkündigen. Epistel. Jac. 1, 16—21. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und der Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Evangelium am fünften Sonntage nach Ostern, Rogate. Joh. 16, 23-30. Wohrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprichwort geredet; es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, son⸗ dern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausge⸗ gangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und ge⸗ kommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und sagest kein Sprichwort. 42⁴ Evangelien und Episteln. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt und bedarfst x nicht, daß dich Jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Epistel. Jac. 1, 22—27. Seid aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so Jemand ist ein Hörer des Worts und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leiblich Angesicht im Spiegel be⸗ schauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stund an davon und vergisset, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeß⸗ licher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich Jemand unter euch lässet dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der: Die Waisen und Wittwen in ihrer Trübsal besuchen und sich von der Welt unbefleckt be— halten. Evangelium am Fest der Himmelfahrt Christi. Marc. 16, 14— 20. 0.855 da die Elfe zu Tische saßen, offenbarte sich der Herr und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur! Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinken, wird's ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel und sitzet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der Herr u nitfolg Die vo lcht achder den he ach s⸗ Erweis langev er sie Frust des X Denn mit: 0. diesen ihn u Hulfrie Cs 0 welche ihr w. auf e Nrust das ward auf v gen Mam Mam Him nom habt V allein, nand ist ist gleich iegel bl⸗ gehet er tet war. setz der vergeß⸗ selig sein ch lässet nicht in ienst is or Gott in ihrer leckt be⸗ sich det Herzene die ihn n: Gehl um alla der Wich rdamma n dendl, erden st chlangd „ hic ie Hünd, e Hell, cbol ꝗ˙ 85.(. Ind da Evangelien und Episteln. Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Epistel. Apostelgesch. 1, 1—11. Die erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von alle dem, das Jesus anfing beides zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln(welche er hatte erwählet) durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte; welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte durch mancherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehört(sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getaufet, ihr aber sollt mit dem heiligen Geiste getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat; sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt hatte, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke And ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufge— nommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangelium am sechsten Sonntage nach Ostern, Exaudi. Joh. 15, 26 bis 16, 4. enn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, 42⁰ Evangelien und Episteln. der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun; es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich er— kennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, ihr daran gedenket, daß ich's euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Hüz nicht gesagt, denn ich war bei euch. Epistel. 1. Petr. 4, 8—11. So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander ohne Murmeln, und dienet einander, ein Jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. So Jemand rede, daß er's rede als Gottes Wort. So Jemand ein Amt hat, daß er's thue, als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesum Christ, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangelium am heil. Pfingsttage. Joh. 14, 23—31. Wer mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht, und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird es euch alles lehren und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich Heshich gaubet. Lden; lichts e den V geboten ein B und e sahe a und e wurder predig gab al wohnen Wat, geschal denn e lͤdeten nd s die de Nglie Parth i M Ind Ende Nde sie u Sie Einer Und ig bei nicht kommt r thue eeuch ch er⸗ daß, fichs lnfang Vor instige Nenge. dienet fangen Gnade Wort. dem ingen m sei Vort, 3, der weil heilige Namen, innern N lasse ebe ich: Eangelien und Episteln. 42⁷ euch, wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun habe ich's euch gesagt, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat, stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. Epistel. Apostelgesch. 2, 1—13. nd als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie Alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen die Zungen zertheilet, als wären sie feurig, und er setzte sich auf einen Jeglichen unter ihnen; und wurden Alle voll des heiligen Geistes und fingen an zu predigen mit andern Zungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen und wurde verstürzt; denn es hörete ein Jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber Alle, verwunderten sich und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese Alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein Jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia und in Judäa und Cappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pamphilia, Egypten und an den Enden der Lybien bei Cyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Creter und Araber: wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber Alle und wurden irre und sprachen Einer zu dem Andern: Was will das werden? Die An⸗ 428 Evangelien und Episteln. dern aber hatten es ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Evangelium am zweiten Pfingsttage. Joh. 3, 16—21. Jesus sprach zu Nicodemo: Also hat Gott die Welt N geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, son— dern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Ge⸗ richt, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht; denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar wer⸗ den; denn sie sind in Gott gethan. Epistel. Apostelgesch. 10, 42—48. Der Herr hat uns geboten, zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott, ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen Alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf Alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro gekommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward. Denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen in dem Namen des Herrn. ö Jesus eul sall f nd eit in Hi auf, u stine& er sein und d Stimmu sonder Stim verna Da ich sa die d gewes⸗ Ich h Wird Weide würge Leben Evangelien und Episteln. Evangelium am dritten Pfingsttage. Joh. 10, 1—11. Jesus sprach zu den Juden: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Thür hineingehet in den Schaf— 1125 stall, sondern steiget anderswo hinein, der ist ein Dieb Velt und ein Mörder. Der aber zur Thür hineingehet, der ist + b„ auf ein Hirte der Schafe. Demselbigen thut der Thürhüter* 44 auf, und die Schafe hören seine Stimme, und er rufet Lemen seine Schafe mit Namen und führet sie aus. Und wenn richts er seine Schafe hat ausgelassen, gehet er vor ihnen hin,. an ihn und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine ö laubet, Stimme. Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, Namen sondern fliehen von ihm; denn sie kennen der Fremden Ge⸗ Stimme nicht. Diesen Spruch sagte Jesus zu ihnen; sie ö nd die vernahmen aber nicht, was es war, das er zu ihnen sagte. Licht; Da sprach Jesus wieder zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, hasset ich sage euch: Ich bin die Thür zu den Schafen. Alle, j seine die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Mörder it thut, gewesen; aber die Schafe haben ihnen nicht gehorchet. rwer⸗ Ich bin die Thür; so Jemand durch mich eingehet, der wird selig werden, und wird ein- und ausgehen und Weide finden. Ein Dieb kommet nicht, denn daß er stehle, würge und umbringe. Ich bin gekommen, daß sie das 1. u Leben und volle Genüge haben sollen. Richtet Epistel. Apostelgesch. 8, 14—17. n all Da aber die Apostel höreten zu Jerusalem, daß Sa⸗ an ihl maria das Wort Gottes angenommen hatte, sandten 1. sie zu ihnen Petrum und Johannem. Welche, da sie helg hinab kamen, beteten sie über sie, daß sie den heiligen nd di Geist empfingen. Denn er war noch auf Keinen gefallen, ö lommel sondern waren allein getauft in dem Namen Christi Jesu. 1 Gabe Da legten sie die Hände auf sie und sie empfingen den höretkn.. heiligen Geist. N. De nai Evangelium am Fest oder Sonntag Trinitatis. 1 Gi Joh. 3. 1—15. sie Afenn CEꝰ war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden; 43⁰ Evangelien und Episteln. der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen; denn Niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand von Neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und ge— boren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geiste, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geiste geboren wird, das ist Geist. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von Neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, von wannen er kommt und wohin er fähret. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geiste geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Epistel. Röm. 11, 33—36. O welch eine Tiefe des Reichthums, beide der Weisheit und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm w ihn un Cwigke u In Und ir Lazart begehr Reich ihm. starb Scho Als; Auge in set barm seines denn prach hast i Reiste, mmen; ust, es rach zu m, daß Reich Wie Kann nd ge⸗ lich, ich de aus Reich das ist t Geist. ½ hr bläset, ber du fähret. ist. e mag ihm: nichtꝰ wir dd ihr wenn het ihr ö sagen her vom kenschen Wüsia Sohn 1„ nicht Heishei ich sin nn Wel xhgeber m, das Evangelien und Episteln. 4⁰ ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Evangelium am ersten Sonntage nach Trinitatis. Luc. 16, 19—31. CEꝰ war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen, doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schooß. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf und sahe Abraham von ferne und Lazarum in seinem Schooß, rief und sprach: Vater Abraham, er⸗ barme dich mein, und sende Lazarum, daß er das Aeußerste seines Fingers ins Wasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet und du wirst ge— peiniget. Und über das Alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß, die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie auch nicht kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten, laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auferstände. 432 Evangelien und Episteln. Epistel. 1. Joh. 4, 16—21. Geit ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, son⸗ dern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein; wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. So Jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann der Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evangelium am zweiten Sonntage nach Trinitatis. Luc. 14, 16—24. CEẽ war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl und lud Viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an Alle nach einander sich zu entschuldigen. Der Erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muß hinaus gehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, ent⸗ schuldige mich. Und der Dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist ge⸗ schehen, was du befohlen hast, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune und nöthige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. MII Vhass Oeben ge en Bru Nuder daß ein blibend. sein Lbb Lben fi Velt E schließt bei ihr Worter mit de daf Rlehrte an und Gleichnt hundert licht la nuch de eL E8 0 Iude Hreund uch m verlove im Hi et, der ist die t haben 0 auch be, son⸗ enn die t vböllig at uns tt, und un wer mn der t haben 9 seinen i8. nndmahl cht auls denen: an Alle rach zu 5 gehen n 1 ich, ent⸗ abe ein Und der Er. Du Kuachte 1 Stadt nen und ist aum da auf i gerein d rmn ich habe meinen Grof shen gefunden, den ich verloren hatte. Evangelien und Episteln. Epistel. 1. Joh. 3, 13—18. Bhnfe. euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt hasset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todtschläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Dadmn haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber Jemand dieser Welt Güter hat und siehet seinen Bruder darben und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Evangelium am dritten Sonntage nach Trinitatis. Luc. 15, 1—10. CE naheten aber zu Jesu allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schrift— gelehrten Murdelen und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. Er aber sagte zu ihnen dies Gleichniß und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er 52 eines verlieret, der nicht lasse die neunundneunzig in der Wüste und hingehe nach dem verlorenen, bis daß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so leget er es auf seine Achseln mit Freuden. Und Win er heim kommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die Zehu Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn sinde? Und wenn sie ihn gefunden hat, rufet sie Rhren Veaundimen und Nachbarinnen und spricht: Freuet euch mit mir, denn 1 Evangelien und Episteln. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. Epistel. 1. Petr. 5, 6—11. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er sorget für euch. Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt ergehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium am vierten Sonntage nach Trinitatis. Luc. 6, 36—42. Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet; verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet; ver⸗ gebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch ge— geben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maß wird man in euren Schooß geben; denn eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er volllpommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zeuch zuvor den Balken aus deinem Auge und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Dann V Werden. auf die Kreatu sondern nung. dem D Freihei Kreatu dar. Wir he sabst Erlöst 06 Nezare aber y in der Engeln e Hand ö it. All⸗ für euch, her, der“ d suchet Glauben Brüder lade, der Christo it leidet bigen si nen. 24 tmher; g ů Rrichtet; net; bel⸗ Evangelien und Episteln. 43⁵ Epistel. Röm. 8, 18—23. Denn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sei, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit, ohne ihren Willen, sondern um deß willen, der sie unterworfen hat auf Hoff⸗ nung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienste des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns und ängstet sich noch immer— dar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft und warten auf unseres Leibes Erlösung. Evangelium am fünften Sonntage nach Trinitatis. Luc. 5, 1—11. Cꝰ begab sich aber, da sich das Volk zu Jesund drang, zu hören 15 Wort Gottes, und er stand am See Ge⸗ 6iqm und sah zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Netze trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führete. Und er sehte sich und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe und werfet eure Netze aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht aearbriet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz aus⸗ werfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiffe waren, daß sie kämen und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und fülleten beide Schiffe voll, also daß sie sanken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu Zu 25 Knieen und sprach: Herr, 400 von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken angekommen, und Alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit ein— 436 Evangelien und Episteln. ander gethan hatten; desselbigen gleichen auch Jacobum und Iuhamment. die Söhne Zebedäi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führeten die Schiffe zu Lande und rien alles 15 folgeten ihm nach. Epistel. 1. Petr. 3, 8—15. Endlich aber seid allesammt gleichgesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort; son⸗ dern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seiné Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und thue Gutes, er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Sken siehet auf die, die da Böses thun. Und wer ist, der euch scaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Ge— rechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht, und er schuet nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in euren—.— Evangelium am sechsten Sonntage nach Trinitatis. Matth. 5, 20- 26. Eꝰ sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schrift— gelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Raths schuldig; wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opfers, und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda auf dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere dane E Mel d her Wi Ind de werdest Ru wir den let Nobum Gesellen. ht, demn führeten folgeten nitleidig, tet nicht rt; son⸗ berufen ben will daß sih t trügen. er suche 5 Herrn r Gebet; da Böses ihr dem der G/ Itet euch Heiliget tis. Schrift in dab den Alla diet, dau versohl. opfele Evangelien und Episteln. 437 deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, die— weil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Epistel. Röm. 6, 3—11. Wissen ihr nicht, daß Alle, die wir in Jesum Christ getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferwecket von den Todten, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein, dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertigt von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus von den Todten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn das er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, zu einem Mal; das er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde ge— storben seid, und lebet Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium am siebenten Sonntage nach Trinitatis. Marc. 8, 1—9. 3 der Zeit, da viel Volks da war und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret und haben nichts zu essen, und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten. Denn Etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß ———— —.—.—..— V VI 438⁸ Evangelien und Episteln. wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habet ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode und dankete und brach sie und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegeten; und sie legten dem Volke vor. Und hatten ein wenig Fischlein, und er dankete und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei vier Tausend. die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. 2•. 8 Epistel. Röm. 6, 19— Ich muß menschlich davon reden Umm der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ühr eure Glieder begeben habt zum Dienste der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern, also begebet nun auch eure Glieder zum Dienste der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium am achten Sonntage nach Trinitatis. Matth. 7, 15—23. Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie er— kennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum n iht Alle, komme Himm Herr, Haben Haben Dann erkann Eb ⁰0 müf schäf Gottt nicht aberr lichen lieber Geist Kinde Und wir e Güte ihm: dein Hau W Hral weif Am. Und abet ir m Volk, ihm die ie seinen e legten und er ie aßen Brocken Tausend, wachheit Glieder on einer uch eure ie heilig wet, da ihr nun schämet; ihr aber Worden, Ende Sünden eben in „die aber sind sie l⸗ Dornln, bringe ö Früchl Frücht Früchte Darum Evangelien und Episteln. 439 an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht Alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden Viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt, weichet Alle von mir, ihr Uebelthäter. Epistel. Röm. 8, 12—17. So sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleische, daß wir nach dem Fleische leben. Denn wo ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Ge— schäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermals fürchten müßtet, sondern ihr habt einen kind— lichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist giebt Zeugniß unserem Geiste, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evangelium am neunten Sonntage nach Trinitatis. Luc. 16, 1—9. Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm berüchtigt, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir; graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzet werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn und —44⁰ Evangelien und Episteln. sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig. Er sprach: Hundert Tonnen Oels. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich und schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Waizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreibe achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er klüglich gethan hatte; denn die Kinder dieser Welt sind klütßergdenn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Undsie Machet euch Freunde mit dem ungexef daß, wenn ihr nun darbet, sie eneh ewigen Hütten. Epistel. 1. Cor. 10, 56. 10 Das ist uns aber zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener Etliche wurden, als geschrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter Jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag dreiundzwanzig Tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie Etliche von Jenen ihn versuchten, und wurden vom den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie Jener Etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde. Es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich lässet dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine denn menschliche Versuchung betreten, aber Gott ist getreu, der euch nicht lässet versuchen über euer Vermögen, sondern machet, daß die Versuchung so— ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Evangelium am zehnten Sonntage nach Trinitatis. Luc. 19, 41—48. Urd als der Herr Jesus nahe hinzu kam, sahe er die Stadt an und weinete über sie und sprach: Wenn du es Zeit, vor de ber d eine ͤ lagern schleife Daß di sucht auszut sprach ein B Und und wracht nicht, an u V On Ve seid wie i Nieme lͤdet; ohne; aber uber aber einem gemei Herrn Und er schreibe 11 Du hundert deinen te den hatte; Kinder h auch: on, auf in die vir uns gelüstet Etliche nieder Auch Ienen wanzig dsuchen, en doll leichwi Ich den orbilde. lche das h lässeh alle. E5 betreten, en über hung 0 16. „er dik Wenll Evangelien und Episteln. 441 du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich be— lagern und an allen Orten ängsten; und werden dich schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimge— sucht bist. Und er ging in den Tempel und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrete täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Vornehmsten im Volke trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten. Und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an und hörete ihn. Epistel. 1. Cor. 12, 1—11. Voen den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen und hingegangen zu den stummen Götzen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch kund, daß Niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und Niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket Alles in Allen. In einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem Andern der Glaube in demselbigen Geist; einem Andern die Gabe, gesund zu machen in demselbigen Geist; einem Andern Wunder zu thun, einem Andern Weissagung, einem Andern Geister zu unterscheiden, einem Andern mancherlei Sprachen, einem Andern die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbe einige Geist und theilet einem Jeglichen seines zu, nach dem er will. 19* Evangelien und Episteln. Evangelium am elften 8..14 nach Trinitatis. Luc. 18, 9—14. er Herr sagte zu Etlichen, die sich selbst Hermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die Andern, ein solch Gleihniß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel, zu beten, Einer ein Pharisäer, der Andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner; ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von Allem, das ich halzt 105 der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine g nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Gott sei mir Sünder gnädig! Ich sMhe euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor J Jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der Wind erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der wird Mhöhet werden. Epistel. 1. Cor. 15, 1—10. Ich erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündiget habe, welches ihr auch an— genommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet; welchergestalt ich es euch verkündigt habe, so ihr's behalten habet, es wäre denn, daß ihr's umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift, und daß er begraben sei und daß er auferstanden sei am dritten Tage, nach der Schrift, und daß er gesehen worden. ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern. auf einmal, deren noch viele leben, etliche aber sind ent— schlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach Allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeine Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade mitten bracht haten ihn v in dit sahe Whatt seine und nand allsbr sprad er hö rmaßen, Andern, imauf Andere ich selbst andere ch wie nd gebe Zoͤllner ufheben Laaut. Dieser Denn en, und u. angelii, ich an⸗ Welches ckündigt ihrs vörderst Ihristus ͤft, Und sei am worden nach ist —* ⁊— nd ent⸗ Jacobo Un ist gesehen postn Hi, Aber ö Gnade 2 Evangelien und Episteln. 443 ist an mir nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie Alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evangelium am zwülften Sonntage nach Trinitatis. Marc. 7, 31—37. Urd da der Herr Jesus W65 ausging von den Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders und legte ihm die Finger in die Ohren und spützete und rührete seine Zunge, und sahe auf gen Himmel, seufzete und sprach zu ihm: He— phata, das ist: thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten's Nie— mand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maße und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Epistel. 2. Cor. 3, 4—11. in solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber; sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott; welcher auch uns tüchtig ge— macht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also, daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mose, um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhöret: wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwängliche Klarheit. Denn auch jenes Theil, das verkläret war, ist nicht für Klar— 4⁴⁴ Evangelien und Episteln. heit zu achten gegen dieser überschwänglichen Klarheit. Denn so das Klarheit hatte, das da aufhöret, vielmehr wird das Klarheit haben, das da bleibet. Evangelium am dreizehnten Sonntage nach Trinitatis. Luc. 10, 23— 37. Jesus wandte sich zu seinen Jüngern und sprach in— N sonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? wie liesest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohn— gefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog, und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete und kam dahin; und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Oel und Wein, und hob ihn auf sein Thier und führete ihn in die Herberge und pflegete sein. Des andern Tages reisete er, und zog heraus zween Groschen und gab sie dem Wirth und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du etwas mehr wirst darthun, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme. Näh war? Da s gllich Li Wenn st 1 gesag iele, welch ment nicht aufh Yahr worb geben gesche um d heißu durch kines denn ferne könnt larheit. diehmehr tis. ach in⸗ en, das n und 5 nicht 5 nicht ersuchte ich das ie stehet ete und ganzem nd von selbs. t; thue rach zu wortete ng von Nörder; davon her ohn⸗ 9, und gleichen he ihn, nd kam ing Ju . ihn in risete ie denl. etwas Evangelien und Episteln. 4⁴4⁵ Welcher dünket dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue des— gleichen. Epistel. Gal. 3, 15—22. ieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist je die Verheißung Abraham und seinem Samen zu⸗ gesagt. Er spricht nicht, durch die Samen als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testa— ment, das von Gott zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durch's Gesetz aufhören, welches gegeben ist über vierhundertunddreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz er⸗ worben würde, so würde es nicht durch Verheißung ge— geben. Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenkt. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Ver— heißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines Einigen Mittler: Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahr— haftig aus dem Gesetze. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Evangelium am vierzehnten Sonntage nach Trinitatis. Luc. 17, 1119. Urd es begab sich, da Jesus reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samariam und Galiläam. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! 346 Evangelien und Episteln. Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hin— gingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er gesund worden war, kehrete er um und pries Gott mit lauter Stimme, und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankete ihm; und das war ein Sa⸗ mariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst Keiner gefunden, der wieder umkehrete und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen. Epistel. Gal. 5, 16—24. Len Brüder! Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselbige sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen; von welchen ich euch habe zuvor gesagt und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch sammt den Lüsten und Begierden. Evangelium am fünfzehnten Sonntage nach Trinitatis. Matth. 6, 24—34. iemand kann zween Herren dienen; entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? und der Lib! dem meln Hähret Ver Möge, für di sie wa age e licht! Gott! stehet dasen den wir denn dürfet nach in und sie hin— „da er d pries sicht zu ein Sa⸗ id ihrer Hat te und Und er Ube hat ih Fleisch leisch. ut, was seid ihr Verke inigklit, NMeid, Saufen, e zuvor werden ber des j; L die 0 dlichli, er solche ren, die Tden. tis. r Wild d einem. mtl ich euch: trinkel werdel und der. Evangelien und Episteln. 447 Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sam— meln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird; sollte er das nicht vielmehr euch thun? O ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was wer— den wir essen? was werden wir trinken? womit werden wir uns kleiden? Nach solchem Allen trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr deß alles be— dürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zu⸗ fallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Epistel. Gal. 5, 25—6, 10. So wir im Geiste leben, so lasset uns auch im Geiste wandeln. Lasset uns nicht eitler Ehre geizig sein, unter einander zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geiste, die ihr geistlich seid, und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchest werdest. Einer trage des Andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich Jemand lässet dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein Jeglicher aber prüfe sein selbst Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem Andern. Denn ein Jeglicher wird seine Last selbst tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Worte, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott lässet sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er ernten. 448 Evangelien und Episteln. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleische das Verderben ernten; wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geiste das ewige Leben ernten. Lasset uns aber Gutes thun und nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an Jeder⸗ mann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Evangelium am sechzehnten Sonntage nach Trinitatis. Luc. 7, 11—17. Urd es begab sich darnach, daß Jesus in eine Stadt mit Namen Nain ging, und seiner Jünger gingen viele mit ihm und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter; und sie war eine Wittwe, und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen und sprach zu ihr: Weine nicht. Und trat hinzu und rührete den Sarg an, und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Todte richtete sich auf und fing an zu reden, und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie Alle eine Furcht an und priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegenden Länder. Epistel. Ephes. 3, 13—21. ieben Brüder! Darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unseres Herrn Jesu Christi, der der rechte Bater ist über alles, was da Kinder heißet im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden, auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Bi auch e denn o Gottes Über a de da in Cht keit. r — u ef Men worte und Sie 0 ihn u ihnen Esel! ausze licht mm Weich stzen. sche Helad wi sthen werd werd U Fleische et, der sset uns U seiner lls wir Fder⸗ Stadt gingen an das heraus, sie war mit iht. gen und rührete sprach: richtete seiner priesen ster uns t. Und he Land t müde für uch vuge ii Christ, er Heißtt ybe rah en duh Christum nd dulh auf daß O0 sbl Evangelien und Episteln. 449 die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwänglich thun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeine, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewig— keit. Amen. Evangelium am siebenzehnten Sonntage nach Trinitatis. Sue ,I. Und es begab sich, daß Jesus kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbat, das Brod zu essen, und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus ant— wortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist's auch recht, auf den Sabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilete ihn und ließ ihn gehen, und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn her— auszeucht am Sabbattage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten, oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hoch— zeit, so setze dich nicht boben an, daß nicht etwa ein Ehr— licherer, denn du, von ihm geladen sei, und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem, und du müssest dann mit Scham unten an sitzen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und setze dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf, dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Epistel. Ephes. 4, 1—6. So ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sich's gebühret eurem Beruf, ———F— 4⁵⁰ Evangelien und Episteln. darin ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget Einer den Andern in der Liebe; und seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Be⸗ rufes. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe; Ein Gott und Vater(unser) Aller, der da ist über euch Alle und durch euch Alle und in euch Allen. Evangelium am achtzehnten Sonntage nach Trinitatis. Matth. 22, 34— 46. a aber die Pharisäer höreten, daß Jesus den Saddu— cäern das Maul gestopfet hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, ver— suchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüthe; dies ist das vornehmste und größeste Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus und sprach: Wie dünket euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epistel. 1. Cor. 1, 4—9. Ich danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn an allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre und in aller Erkenntniß. Wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig geworden ist, also, seid zi nftmuth. er Liebe; st durch ist, wie res Be⸗ in Gott Alle und ltis. Saddu⸗ elten sie ter, ber⸗ rnehmste Du sollst zen, von ist das ist dem selbst. setz und „ fragte 2 Woß Rrach zu n Herrn, Herrn: ge deill abid ihn Und durste igen. für di sto Nsu, gemach. dan N t A Evangelien und Episteln. 451 daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unseres Herrn Jesu Christi, welcher auch wird euch fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unseres Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unseres Herrn. Evangelium am neunzehnten Sonntage nach Trinitatis. Matth. 9, 1—8. a trat er, der Herr Jesus, in das Schiff und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf seinem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sahe, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben; oder zu sagen: Stehe auf und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gicht— brüchigen: Stehe auf, hebe dein Bett auf und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Epistel. Ephes. 4, 22—28. So leget nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet; erneuert euch aber im Geiste eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott ge— schaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet und sündiget nicht, lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht 452 Evangelien und Episteln. mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evangelium am zwanzigsten Sonntage nach Trinitatis. Matth. 22, 2—14. Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte, und sandte seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit riefen; und sie wollten nicht kommen. Abermals sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahl⸗ zeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet und alles bereit; kommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und gingen hin, Einer auf seinen Acker, der Andere zu seiner Hantierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochhzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren's nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sahe allda einen Men⸗ schen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hin⸗ aus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Denn Viele sind berufen, aber Wenige sind auserwählet. Epistel. Ephes. 5, 15—21I. So sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen; und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geiste esän Herrn alles Nsus Furch Cban I 3 Judä daß todtk Aeich Köni. mein Sohn zu ih begeg pprad die 8 Und: berlie Im d hatte ganzr Njus etwas itis. seinem Knechte und sie Knechte Mahl⸗ Rastvieh Hochzeit. If seinen he aber Da das e Heere re Stadt hzeit ist Darum it, Wen Straßen d Gute; König Men⸗ rach zu sast doch te. Da u Hände niß hin⸗ un Viele Evangelien und Episteln. Geistes, und redet unter einander von Psalmen und Lob— gesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen; und saget Dank alle Zeit für alles Gott und dem Vater in dem Namen unseres Herrn Jesu Christi. Und seid unter einander unterthan in der Furcht Gottes. Evangelium am einundzwanzigsten Sonntage nach Trinitatis. Joh. 4, 47—54. nd es war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu „Capernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläam, und ging hin zu ihm und bat ihn, daß er hinab käme und hülfe seinem Sohn; denn er war todtkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Worte, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinabging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschete er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläam kam. Epistel. Ephes. 6, 10—17. 3 meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels; denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deß willen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun und alles wohl 4⁵5⁴ Evangelien und Episteln. ausrichten und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen gestiefelt als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurigen Pfeile des Bösewichts. Und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Evangelium am zweiundzwanzigsten Sonntage nach Trinitatis. Matth. 18, 23—-35. as Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm Einer vor, der war ihm zehntausend Pfund schuldig. Da er's nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging der— selbige Knecht hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an und würgete ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld hab ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlete alles, was er ihm schuldig war. Also meht ihr! et nun, en mit gestiefelt „ damit ifet den könnet net den welches initatis. it seinen sfing zu ntausend hezahlen, nd seine Da fill Herr, n. Da ließ ihn ing der⸗ itknechte, griff ihn was du und bat dir alles hin und was el urden fi ——— Evangelien und Episteln. 45⁵ wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren Herzen ein Jeglicher seinem Bruder seine Fehle. Epistel. Phil. 1, 3—11. Ich danke meinem Gott, so oft ich eurer gedenke,(welches V ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch Alle, und thue das Gebet mit Freuden), über eurer Gemein— schaft am Evangelio, vom ersten Tage an bis her. Und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch an—⸗ gefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch Allen halte, darum, daß ich euch in meinem Herzen habe in diesem meinem Ge— fängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr Alle mit mir der Gnade theilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch Allen verlanget von Herzens Grunde in Jesu Christo. Und daselbst um bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei; auf daß ihr seid lauter und unanstößig bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen(in euch) zur Ehre und Lobe Gottes. Evangelium am dreiundzwanzigsten Sonntage nach Trinitatis. Matth. 22, 15—22. Da gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rath, wie sie Jesum fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger sammt Herodis Dienern und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach Niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünket dich? Ist's recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Evangelien und Episteln. Kaiser, was des Kaisers ist, und Gotte, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn und gingen davon. Epistel. Phil. 3, 17—21. F'iget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habet zum Vorbilde. Denn Viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evangelium am vierundzwanzigsten Sonntage nach Trinitatis. Matth. 9, 18—26. Da Jesus solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer und fiel vor ihm nieder nund sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf und folgete ihm nach und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm und rührete seines Kleides Saum an; denn sie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wendete sich Jesus um und sahe sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam und sahe die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand, da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. Deh 0 litten, Willene ihr Wa fluchtb. Erkenn nach se mithig ums t ites is zen ihn die also Denn t habe, nde des welchen en wird, aber ist eilandes jen Leib rklärten e Dinge initatis. lam der sprach: um und d Jesus hlutgang Kleides ich nur wendete st, meine 43 Weib und sahe. er zu „sondem 06 Voll ö ei el Gerücht Evangelien und Episteln. 4⁵5⁷ Epistel. Col. 1, 9—14. Derhalben auch wir, von dem Tage an, da wir's gehört haben, hören, wir nicht auf für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seines Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand; daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Lang—⸗ müthigkeit mit Freuden; und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Lichte, welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß und hat uns versetzet in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Evangelium am fünfundzwanzigsten Sonntage nach Trinitatis. Matth. 24, 15—28. Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehe an der heiligen Stätte(wer das lieset, der merke darauf!), alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit! Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbat; denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nicht gewesen ist von Anfang der Welt bis her, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann Jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus oder da, so sollt ihr's nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß ver⸗ führet werden in den Irrthum(wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in 20 4⁵58 Cvangelien und Episteln. der Wüste, so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubet es nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgehet vom Aufgang und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohns. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Epistel. I. Thess. 4, 13—18. ir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid wie die Andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird auch Gott, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Evangelium am sechsundzwanzigsten Sonntage nach Trinitatis. Matth. 25, 31—46. enn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden alle Völker vor ihm versammelt werden, und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin 90 0 0 bin ge sagen: haben ränke beherb Wann sind; und Rethan dern, Gehe das! hungt bin d Ich k herber nicht ihr h. wann einen haben ind habt auch Rhen t in der der Bliz edergang, ns. Wo verhalten t traurig n. Denn anden ist, ch Nsum, ein Wort en in der men, die it einem mit der und die Darnach gleich mit m Herrn m Herrn Worten rrinitatis. Evangelien und Episteln. bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeiset? Oder durstig und haben dich ge— tränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget? Oder nackend und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brü⸗ dern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht be— herberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackend, oder krank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. Epistel. 2. Thess. 1, 3—10. Wir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist. Denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch Allen nimmt zu gegen einander, also, daß wir uns euer rühmen unter den Gemeinen Gottes von eurer Geduld und Glauben in allen euren Verfolgungen und Trübsalen, die ihr duldet. Welches anzeiget, daß Gott recht richten wird, und ihr 460 Cvangelien und Episteln. würdig werdet zum Reich Gottes, über welchem ihr auch leidet; nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübsal denen, die euch Trübsal anlegen, euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel sammt den Engeln seiner Kraft, und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Christi; welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem An⸗ gefichte des Herrn und von seiner herrlichen Macht, wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von demselbigen Tage habet ihr geglaubet. Evangelium am siebenundzwanzigsten Sonntage nach Trinitatis. Matth. 25, 1—13. Deann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren thöricht und fünf waren klug. Die thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Oel mit sich. Die klugen aber nahmen Oel in ihren Gefäßen, sammt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig, und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe der Bräutigam kommt; gehet aus ihm entgegen. Da standen diese Jungfrauen alle auf und schmückten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den klugen: Gebet uns von eurem Oel, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; gehet aber hin zu den Krämern und kaufet für euch selbst. Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Thür ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf. Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht. Darum wachet; denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Wieb — LVüster Zukur leibe .8 Himm und i ward Sünd die E Feue damu Iber wie Der für e und! sich! Tag Himn Mente Ind 5 nun sein! warte in w Menti lines Rerh mein Mi Frie ihr auch ö Trübsa r Tübsal sus wird eln seiner über die, Oh welche in An⸗ icht, wenn nit seinen u. Denn habet ihr Trinitatis. ngfrauen, mus, dem n waren nahmen sich. Die umt ihren urden sie aber ward gehet t aus alle auf 4 sprachen un unsere Ugen und 0 070 uuch selbs. H0 l Hochj h auch d 0 thue Ins „ich sagt ö iht wisse en Cohn Evangelien und Episteln. 461 Epistel. 2. Petr. 3, 3—14. Lieben Brüder, wisset das auf's Erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibet es alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber muthwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser und im Wasser bestanden durch Gottes Wort; dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündfluth verderbet. Also auch der Himmel jetzt und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und Ver— dammniß der gottlosen Menschen. Eins aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie Ein Tag. Der Herr verzeucht nicht die Verheißung, wie es Etliche für einen Verzug achten, sondern er hat Geduld mit uns und will nicht, daß J Jemand verloren Wene sondern daß sich Jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht; in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Ele— mente aber werden vor Hitze zerschmelzen, und die Erde und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und. Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen und die Ele— mente vor Hitze zerschmelzen werden? Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten sollet, so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet. Geschichte Leidlens undl Sterbens Jesu Christi, aus den vier Evangelisten zusammengezogen. —2— Das erste Bauptstück. Es war aber nahe das Fest der süßen Brode, das da Ostern heißt, und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr wisset, daß nach zwei Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn wird überantwortet werden, daß er ge— kreuziget werde. Da versammelten sich die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Aeltesten im Volk in dem Palast des Hohenpriesters, der da hieß Caiphas, und hielten Rath, wie sie Jesum mit List griffen und tödteten. Denn sie fürchteten sich vor dem Volk; sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volk. Und da nun Jesus war zu Bethanien, im Hause Simonis des Aussätzigen, trat zu ihm ein Weib, das hatte ein Glas mit ungefälschtem und köstlichem Narden⸗ wasser; und sie zerbrach das Glas und goß es auf sein Haupt, da er zu Tische saß. Da das seine Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Was soll doch dieser Unrath? Man könnte das Wasser mehr denn um drei— *Verschwendung. hunder gehen; prrach ihr de hhr ha lönnt lllezei das V zubore Bagrä gepred sagen genan Und e mit d Vas Da ft oreißi an sut Rumo nan Asu, ehen r san in die tin Y ihmen Haud herbei it da wristi das da Jingern: und des ß er ge⸗ Knpriestet k in dem has, und tödteten. hen aber: ihr werde im Hauß Heib das Narden⸗ auf fein 0⁰¹ sahoh, och diehe Im drll Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 463 hundert Groschen verkauft haben und dasselbe den Armen geben; und murreten über sie. Da das Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Lasset sie zufrieden, was bekümmert ihr das Weib? Sie hat ein gutes Werk an mir gethan; ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, so könnt ihr ihnen Gutes thun: mich aber habt ihr nicht allezeit; sie hat gethan, was sie gekonnt, denn daß sie das Wasser hat auf meinen Leib gegossen, damit ist sie zuvorgekommen, meinen Leichnam zu salben, zu meinem Begräbniß. Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtniß, was sie jetzt gethan hat. Es war aber der Satanas gefahren in den Judas, genannt Ischarioth, der da war aus der Zahl der Zwölfe, und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten, daß er ihn verrieth, und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verrathen. Da sie das höreten, wurden sie froh, und sie boten ihm dreißig Silberlinge, und er versprach sich. Und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor. Aber am ersten Tage der süßen Brode, auf welchem man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jesu, und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir hin⸗ gehen und dir bereiten das Osterlamm zu essen? Und er sandte Petrum und Johannem, und sprach: Gehet hin in die Stadt, sehet, wenn ihr hinein kommt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug. Folget ihm nach in das Haus, da er hinein geht, und sagt dem Hauswirth: Der Meister läßt dir sagen, meine Zeit ist herbei gekommen, ich will bei dir die Ostern halten. Wo ist das Gasthaus, darinnen ich das Osterlamm essen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen gepflasterten Saal zeigen, daselbst bereitet es. Sie gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. Und am Abend kam er und setzte sich zu Tische mit den zwölf Aposteln, und er sprach zu ihnen: Mich hat * Gastzimmer. *......LCLI/..—.. 464 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. herzlich verlanget, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis daß es erfüllet werde im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, dankete und sprach: Nehmet denselben, und theilet ihn unter euch, denn ich sage euch, ich werde nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes komme, an dem Tage, da ich's neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. Es erhub sich auch ein Zank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den Größten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißet man gnädige Herren; ihr aber nicht also, sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Größte? Der zu Tische sitzet, oder der da dienet? Ist's nicht also, daß der zu Tische sitzet? Ich bin aber mitten unter euch wie ein Diener; ihr aber seid's, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen, und ich will euch das Reich bescheiden, wie mir's mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tisch in meinem Reich, und sitzen auf Stühlen und rich— ten die zwölf Geschlechter Israel. Auf denselbigen Abend, da Jesus erkennete, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater: wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebete er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth ins Herz gegeben, daß er ihn verrieth, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war und zu Gott ging, stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jün⸗ gern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber merr wort fein Herr das der ganz Wuß nicht sein aber Iyr dem euch eina gege lich, dem gesa thut erw. Der ich“ sche wah mar auf i. essen, ehe fort nicht werde im kete und uch, denn Gewächs an dem n meines velcher den. Er herrschen, ihr aber sein wie r. Denn er der da Ich bin ber seid'z„ ngen, und ein Vater rmeinem und rich⸗ nete, daß HLelt ginge ie in der nach den Simonis eh, wußte 1 ind legte seunt irtte sih. Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 46⁵5 aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nim⸗ mermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus ant⸗ wortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil an mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern der ist ganz rein, und ihr seid rein, aber nicht alle; denn er wußte seinen Veräther wohl, darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr und saget recht daran, denn ich bin's auch. So nun ich, euer Meister und Herr, euch die Füße gewaschen habe, sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahr⸗ lich, wahrlich, ich sage euch, der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr's thut; nicht sage ich von euch Allen, ich weiß, welche ich erwählet habe, sondern daß die Schrift erfüllet würde: Der mein Brod isset, der tritt mich mit Füßen; jetzt sage ich's euch, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es ge⸗ schehen ist, daß ihr glaubet, daß ich's bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer euch aufnimmt, so ich Je— mand senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Da solches Jesus gesagt hatte, ward er betrübt im Geist und zeugete und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch, der mit mir isset, der wird mich verrathen; siehe, die Hand meines Verräthers ist mit mir über Tische. Und die Jünger wurden sehr traurig, sahen sich unter einander an, und ward ihnen bange, von welchem er redete, und sie fingen an zu fragen unter sich selbst, welcher es doch wäre unter ihnen, der das thun würde, und sagten zu ihm Einer nach dem Anderu: Herr, bin ich's? Und der Andere: Bin ich's? Er antwortete 205 466 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. und sprach: Einer aus den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel tauchet, der wird mich verrathen. Des Menschen Sohn gehet zwar dahin, wie von ihm beschlossen und ge— schrieben ist, doch wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verrathen wird; es wäre ihm besser, daß derselbige Mensch noch nie geboren wäre. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß an der Brust Jesu, welchen Jesus lieb hatte, dem winkte Simon Petrus, daß er forschen solle, wer es wäre, von dem er sagte; denn derselbige lag an der Brust Jesu, und sprach zu ihm: Herr, wer ist's? Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein und gab ihn Juda Simonis Ischarioth. Da antwortete Judas, der ihn ver— rieth, und sprach: Bin ich's, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagest es. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du thust, das thue bald; dasselbige aber wußte Niemand über dem Tisch, wozu er's ihm sagte; Etliche meinten, dieweil Judas den Beutel hatte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was uns noth ist, aufs Fest, oder, daß er den Armen etwas gebe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er so bald hin⸗ aus, und es war Nacht. Da aber Judas hinausgegangen war, spricht Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verkläret, und Gott ist ver— kläret in ihm. Ist Gott verkläret in ihm, so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst, und wird ihn bald verklären. Und indem sie aßen, nahm der Herr Jesus das Brod, dankete, brach's und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches thut zu meinem Gedächtniß. Des⸗ selbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abend— mahl, dankete, gab ihnen den und sprach: Trinket Alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für Viele vergossen wird zur Ver— gebung der Sünden; solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtniß. Und sie tranken Alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Liebe Kindlein, ich bin noch hinꝰ mir di folgen. dir di lssen. mich! begeht Aber! ind! Brüde mit d aberf Hahn Lugne habe! ihr ai Da s der il ber Schw bollen unter schris siehe, Es i an in die Ienschen und ge⸗ hen des er, daß der zu hatte, le, wer an der Nsus che und u Juda hn ver⸗ zu ihm: atan in s thue Tisch, as den ns noth e. Da d hin⸗ ————— Isus: ist ber⸗ ird ihn n bald sus das V und ür euch Des⸗ Abend⸗ ket Alle meinem ur Ve⸗ nket, z in noch Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 467 eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte: Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen. Und ich sage euch nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter einander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf daß ihr euch einander lieb habt. Dabei wird Jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habt. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus antwortete ihm: Da ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen, aber du wirst mir hernachmals folgen. Petrus spricht zu ihm: Herr! warum kann ich dir diesmal nicht folgen? Ich will mein Leben für dich lassen. Jesus antwortete ihm: Solltest du dein Leben für mich lassen? Simon, Simon! siehe, der Satan hat eurer begehret, daß er euch möchte sichten, wie den Weizen, ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre; und wenn du dich dermaleinst bekehrest, so stärke deine Brüder. Er sprach aber zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängniß und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, Petre, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe denn du dreimal ver— leugnet hast, daß du mich kennest. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Taschen und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche; wer aber nicht hat, der verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch, es muß noch das auch vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die Uebelthäter gerechnet; denn was von mir ge— schrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. Das zweite Hauptstück. Urd da sie den Lobgesang gesprochen hatten, ging Jesus hinaus nach seiner Gewohnheit über den Bach Kidron an den Oelberg. Es folgeten ihm aber seine Jünger 468 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. nach; da sprach er zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir, denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen und die Schafe der Heerde werden sich zerstreuen; wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen in Galiläam. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch sich alle an dir ärger— ten, so will ich mich doch nimmermehr ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute in dieser Nacht, ehe denn der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Er aber redete noch weiter: Ja, wenn ich auch mit dir sterben müßte, wollte ich dich nicht verleugnen. Desselbigen gleichen sagten alle Jünger. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hof, der hieß Gethsemane, da war ein Garten, darin ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verrieth, wußte den Ort auch, denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Da sprach Jesus zu ihnen: Setzet euch hier, bis daß ich dort hingehe und bete. Und er nahm zu sich Petrum und Jokobum und Johannem, die zwei Söhne Zebedäi, und fing an zu trauern und zu zittern und zu zagen und sprach zu ihnen: Meine Seele ist be— trübt bis in den Tod. Bleibet hier und wachet mit mir, betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und er riß sich von ihnen(bei einem Steinwurf, und kniete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüberginge, und sprach: Abba, mein Vater, es ist dir alles möglich, überhebe mich dieses Kelchs; doch nicht, was ich will, sondern was du willst. Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend, und sprach zu Petro: Simon! schläfest du? Vermagst du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Zum andern Mal ging er aber hin, betete und sprach: Mein Vater, ist's nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille. Und er kam und fand sie abermals schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm ant— einen Steinwurf weit. worte drittet u, se ern! stücket und be ropfe Jünge sprach Was komm. der der u in Ar Judaẽ Dine ind E ind k ind S Hgebe Hleiftt llles, rach Rsum Judas nun * d f uchet antwo hr de Kflle beaddlor Mba Wbb Meun . erdet ihr en: Ich Heerde will ich atwortete ir ärger⸗ Fesus in dieser du mich er: Ja, ich nicht ger. der hieß esus und ußte den elbst mit etzet euch er nahm die zwei zittern e ist be⸗ mit mir, teinwurf, Irde und —[————————— berginge, möglich, Jüngern Simon! it mit zu fechtung schwach. sprach; von mir . Mdd e Augen ihm ast⸗ worteten, und er ließ sie, ging aber hin und betete zum dritten Male dieselbigen Worte und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, son⸗ dern dein Wille geschehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkete ihn; und es kam, daß er mit dem Tode rang und betete heftiger. Es war aber sein Schweiß wie Bluts- tropfen, die fielen auf die Erde. Und er stand auf von dem Gebet, und kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend vor Traurigkeit, und sprach zu ihnen: Ach! wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr? Es ist genug, sehet die Stunde ist ge— kommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände; stehet auf, lasset uns gehen; siehe, der mich verräth, ist nahe. Betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und alsbald, da er noch redete, siehe, da kam herzu Judas, der Zwölfen Einer, und mit ihm eine große Schaar Diener der Hohenpriester und Pharisäer, der Aeltesten und Schriftgelehrten, und Judas ging zuvor der Schaar, und kam dahin mit Fackeln und Lampen, mit Schwertern und Stangen. Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's, den greifet und führet ihn gewiß. Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bin's. Judas aber, der ihn verrieth, stand auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bin's, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermals: Wen suchet ihr? Sie sprachen Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, daß ich's bin; suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen, auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagete: Ich habe der Keinen verloren, die du mir gegeben hast.(Joh. 17, 12.) Und Judas nahete sich zu Jesus, ihn zu küssen, und alsbald trat er zu ihm und sprach: Gegrüßest seist du, Rabbi! und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ihm Mein Freund, warum bist du gekommen? Juda, verräthest du Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 469• 47⁰ Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu und legten die Hände an Jesum und griffen ihn. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwerte drein schlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwert, und zog aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht, und hieb ihm sein rechtes Ohr ab, und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferne machen. Und sprach zu Petro: Stecke dein Schwert in die Scheide, denn wer das Schwert nimmt, der soll durch's Schwert umkommen; oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zu⸗ schickte mehr den zwölf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also ge— schehen. Und er rührete sein Ohr an und heilete ihn. Zu der Stunde sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Aeltesten, die über ihn gekommen waren: Ihr seid als zu einem Mörder mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen, mich zu fangen, bin ich doch täglich gesessen bei euch, und habe gelehrt im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich geleget. Aber dies ist eure Stunde, und die Nacht der Finsternisse, auf daß die Schrift erfüllet würde. Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllet würde die Schrift der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. Und es war ein Jüngling, der folgete ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut, und die Jünglinge griffen ihn; er aber ließ die Leinwand fahren und floh bloß von ihnen. Das dritte Pauptstück. Die Schaar aber und der Oberhauptmann und die Diener der Juden nahmen Jesum und banden ihn, führeten ihn aufs erste zu Hannas, der war Caiphas Schwäher, welcher des Jahrs Hoherpriester war. Es war aber Cai-⸗ phas, der den Juden rieth, es wäre gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Hannas aber sandte ihn gebunden zu dem Hohenpriester Caiphas, dahin alle Hohen! amme erne, Hohenz hekannt Valast. ging d War, h Petrun E in Ke denn er bei ihn aus w Thürhi wärmet warest nuch d bor Al sein ni A ind m uffentli in der ammer Vas f Hehört has ie Dener ain Nsus h er shlägst 8 lber ei hina We a agen d — * V aten sie fen ihn. wollte, Schwerte Schwert, Knecht, cht hieß asset sie ecke dein nimmt, iest du, mir zu⸗ ich den en hat? also ge⸗ ihn. priestern die über rder mit nich zu nd habe m mich acht der Das ist Schrift dflohen. der war und die d fahren Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es unrecht sei; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich? ie Diener führeten chwähel, ber Cai— Mensch sandt ahin all Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 47¹ Hohenpriester und Schriftgelehrten und Aeltesten sich ver⸗ sammelt hatten. Simon Petrus aber folgte Jesus von ferne, und ein anderer Jünger bis an den Palast des Hohenpriesters. Derselbige Juͤnger war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast. Petrus aber stand draußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Thürhüterin und führete Petrum hinein. Es standen aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlenfeuer gemacht, danieden mitten im Palast, denn es war kalt, und wärmeten sich. Petrus aber stand bei ihnen und wärmete sich, auf daß er sähe, wo es hin— aus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürhüterin, sahe Petrum bei dem Licht, da er sich wärmete, und sahe eben auf ihn und sprach: Und du warest auch mit dem Jesu von Galiläa? Bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er leugnete aber vor Allen und sprach: Weib, ich bin's nicht. Ich kenne sein nicht, ich weiß auch nicht, was du sagest. Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt; ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zu— sammen kommen, und habe nichts im Winkel geredet. Was fragest du mich darum? Frage die darum, die es gehört haben, was ich geredet habe; siehe, dieselben wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei standen, Jesu einen Backenstreich, und sprach: Sollst du dem Hohenpriester also antworten? Simon Petrus aber stand und wärmete sich. Und über eine kleine Weile, nach dem ersten Verleugnen, als er hinaus ging nach dem Vorhof, krähete der Hahn. Und eine andere Magd sahe ihn, und hub abermal an zu sagen denen, die dabei standen: Dieser war auch mit Jesu Vorhof. 472 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein Anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er leugnete abermals und schwur dazu und sprach: Mensch, ich bin's nicht und kenne auch den Menschen nicht. Und über eine kleine Weile, bei einer Stunde, bekräftigte ein Anderer mit denen, die da standen, und sprach: Wahrlich, du bist auch der einer, denn du bist ein Galiläer, deine Sprache verräth dich. Spricht des Hohenpriesters Knecht, ein Gefreundeter deß, dem Petrus das rechte Ohr abgehauen hatte: Sahe ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an, sich zu ver⸗ fluchen und zu schwören: Ich kenne des Menschen nicht, von dem ihr saget. Und alsbald, da er noch redete, krähete der Hahn zum andern Mal. Und der Herr wandte sich und sahe Petrum an. Da gedachte Petrus an das Wort Jesu, als er zu ihm gesagt hatte: Ehe denn der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen; und ging hinaus und weinte bitterlich. Die Hohenpriester aber und die Aeltesten und der ganze Rath suchten falsches Zeugniß wider Jesum, auf daß sie ihm zum Tode hülfen, und fanden keins, wiewohl viel falsche Zeugen herzu traten; denn ihre Zeugnisse stimmten nicht überein. Zuletzt standen auf und traten herzu zwei falsche Zeugen, und gaben falsche Zeugnisse wider ihn und sprachen: Wir haben gehört, daß er sagte: Ich kann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht' mit Händen gemacht ist. Und ihre Zeugnisse stimmten noch nicht überein. Und der Hohe— priester stand auf unter sie, und fragte Jesum und sprach: Antwortest du nichts zu dem, was diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermals und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn Gottes? Jesus sprach: Du sagest es, ich bin's. Doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft und kommen in den Wolken du nicht Du bist d schwur nne auch deile, bei „ die da her einer, räth dich. deter deß, e ich dich h zu ver⸗ hen nicht, ch ledete, tr wandte an das denn der rleugnen Ind der sum, auf wiewohl Zeugniss ud traten Zugnisse er sagte⸗ „ der mii en andern Und 1—4 der Hohe⸗ ud sprach: 4 ch Kugen: id spnt Hgaobten, du Ui 32 Ns ich euch: ohn sihel Wollel Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 473 des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert, was bedürfen wir weiter Zeugniß? Siehe, jetzt haben wir seine Gottesläste⸗ rung gehöret, was dünket euch? Sie aber verdammten ihn Alle und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn und speieten aus in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber verdeckten ihn und schlugen ihn ins Angesicht, besonders die Knechte, und sprachen Weissage uns, Christe, wer ist's, der dich schlug? Und viel andere Lästerungen sagten sie wider ihn. Des Morgens aber versammelten sich alle Hohen— priester, Schriftgelehrten und die Aeltesten des Volks, dazu der ganze Rath, und hielten einen Rath über Jesum, daß sie ihm zum Tode hülfen, und führeten ihn hinauf vor ihren Rath und sprachen: Bist du Christus? Sage es uns. Er aber sprach zu ihnen: Sage ich's euch, so glaubet ihr nicht. Frage ich aber, so antwortet ihr nicht, und lasset mich dennoch nicht los; darum, von nun an wird des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie Alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr saget es, denn ich bin's. Sie aber sprachen: Was bedürfen wir weiter Zeugniß? Wir haben's selbst gehört aus seinem Munde. Das vierte Hauptstück. Urd der ganze Haufe stand auf, und banden Jesum, führeten ihn von Caipha vor das Richthaus und über— antworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato; und es war noch frühe. Da das Judas sahe, der ihn verrathen hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereuete es ihn, und brachte herwieder die dreißig Silberlinge den Hohen— priestern und Aeltesten und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen: Was gehts uns an? Da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon und erhenkte sich selbst, und ist mitten entzwei geborsten, und sein Eingeweide ausgeschüttet. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und— 47⁴ Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rath, und kauften um die Silberlinge, um den Lohn der Unge— rechtigkeit, einen Töpfersacker zum Begräbniß der Pilger. Und es ist kund worden Allen, die zu Jerusalem wohnen, also daß derselbige Acker genannt wird auf ihre Sprache Hakeldama, das ist ein Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das da gesagt ist durch den Pro— pheten Jeremias, der da spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet war der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israels, und haben sie gegeben um einen Töpfersacker, als mir der Herr be— sohlen hat.(Jer. 32, 6 ff.; Zach. 11.12 u. 13.) Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern die Ostern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was bringt ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten ihn dir nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen Niemand tödten; auf daß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde.(Matth. 20, 18 u. 19; Joh. 12, 32.) Da fingen an die Hohenpriester und die Aeltesten ihn hart zu verklagen, und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwendet, und verbeut, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht, er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus und rief Jesu, und fragte ihn, und sprach: Bist du der Juden König? Jesus stand vor ihm und antwortete: Redest du das von dir selbst, oder haben's dir Andere von mir ge— sagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet; was hast du gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würde darob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde. Aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagest es. Ich lin e gelom der Dilatt x Juder ihm. und abern hart! Worte Land erleg jidise hierh 0b er unter welch. Dasa r he würde nanch hriest ihn 0 und v andte Mlat . tteskasten en Rath, r Unge⸗ Pilger. wohnen, Sprache heutigen den Pro⸗ enommen Zerkaufte, nd haben Herr be— 3.) aus, auf ern essen sprach: stenschen? eser nicht ntwortet. hin und zuden zu let würde welches Joh. 12, Nalesen den wir, hoß den n König. Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 47⁵ bin ein König, ich bin dazu geboren und auf die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt, ging er wieder hinaus zu den Juden und sprach zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. Und da er verklaget ward von den Hohenpriestern und Aeltesten, antwortete er nichts. Pilatus fragte ihn abermal und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen. Hörest du nicht? Und er ant⸗ wortete ihm nicht auf ein Wort mehr, also, daß sich der Landpfleger auch sehr verwunderte. Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erreget damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hierher. Da aber Pilatus Galiläam hörete, fragte er, ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodis Obrigkeit war, übersandte er ihn Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. Da aber Herodes Jesum sahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gern gesehen, denn er hoffete, er würde ein Zeichen von ihm sehen, und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber nichts. Die Hohen— priester aber und Schriftgelehrten stunden und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid an und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander, denn zuvor waren sie einander feind. Pilatus aber rief die Hohen—⸗ priester und die Obersten und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir ge⸗ bracht, als der das Volk abwende, und sehet, ich habe ihn vor euch verhöret und finde an dem Menschen der Sachen keine, der ihr ihn beschuldigt, Herodes auch nicht, denn ich habe euch zu ihm gesandt, und sehet, man hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes werth sei; darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Auf das Fest aber mußte der Landpfleger nach Ge— wohnheit dem Volke einen Gefangenen losgeben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der Zeit einen Ge— 476 Eeschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. fangenen, einen sonderlichen vor Andern, nämlich einen Uebelthäter und Mörder, der hieß Barabbas, der mit den Aufrüherischen war ins Gefängniß geworfen, welcher im Aufruhr, der in der Stadt geschah, einen Mord begangen hatte. Und das Volk ging hinauf und bat, daß er thät, wie er pflegte. Und da sie versammelt waren, antwortete ihnen Pilatus: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich Einen losgebe auf Ostern. Welchen wollt ihr, daß ich euch los⸗ gebe, Barabbam oder Jesum, den König der Juden, den man nennet Christus? Denn er wußte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten, ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und Aeltesten über⸗ redeten und reizten das Volk, daß sie um Barabbam bitten sollten und Jesum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger, und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen Zweien, den ich euch soll losgeben? Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem und gieb uns Barabbam los. Da rief Pilatus abermals zu ihnen und wollte Jesum loslassen und sprach: Was soll ich mit Jesu machen, den man Christus nennet? Sie schrieen abermals: Kreuzige, kreuzige ihn! Er aber sprach zum dritten Male zu ihnen: Was hat er denn Uebels gethan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm, darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Aber sie schrieen noch viel mehr, und sprachen: Kreuzige ihn! und sie lagen ihm an mit großem Geschrei und forderten, daß er gekreuziget würde; und ihr und der Hohenpriester Ge— schrei nahm überhand. Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. Die Kriegsknechte aber des Landpflegers führeten ihn hinein in das Richthaus und riefen zusammen die ganze Rotte, und zogen ihn aus, und legten ihm einen Purpurmantel an, und flochten eine Krone von Dornen und setzten sie auf sein Haupt, und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand, und beugten die Knie vor ihm und spotteten ihn, und fingen an ihn zu grüßen und sprachen: Gegrüßet seist du König der Juden! und schlugen ihn ins Angesicht, ihn di Ind s u iht ich fü ihm: sterbe Hiel y prach ihm! du ni hih! Nsus wenn der m Won ich einen mit den lcher in begangen er thät, ntwortete ch Einen euch los⸗ dden, den ihn die Und da zu ihm nit diesem aum von ten über⸗ arabbam ntwortete hen wollt ben? Da it diesem abermals ½ Wos met! Sie ber sprach n Uebels an ihm, Aber sie ihn! und erten, daß iester G Gcgrißt Umich. Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 477 und speieten ihn an, und nahmen das Rohr und schlugen un sein Haupt, und fielen auf die Kniee und beteten ihn an. Da ging Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus und trug eine Dornenkrone und Purpurkleid. Und er sprach zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige ihn, kreuzige ihn! Pilatus sprach zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin und kreuziget ihn! denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz und nach dem Gesetz soll er sterben, denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörete, fürchtete er sich noch viel mehr, und ging wieder hinein in das Richthaus und sprach zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich los zu geben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben, darum, der mich dir überantwortet hat, der hat's größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn losließe. Die Juden aber schrieen und sprachen: Lässet du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. Da Pilatus das Wort hörete, führte er Jesum her⸗ aus, und setzte sich auf den Richtstuhl, an der Stätte, die da heißt Hochpflaster, auf Hebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in den Ostern; und sprach zu den Juden: Sehet, das ist euer König! Sie schrien aber: Weg mit dem, kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester ant⸗ worteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffete, sondern daß ein viel größer Getümmel ward, gedachte er dem Volk genug zu thun, und urtheilete, daß ihre Bitte geschehe, nahm Wasser und wusch die Hände vor dem Volk, und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten, 478 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. sehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder! Da gab er ihnen Barabbam los, der um Aufruhrs und Mords willen ward ins Gefängniß geworfen, um welchen sie baten; Jesum aber, gegeißelt und verspottet, übergab er ihrem Willen, daß er gekreuziget würde. Das fünfte Hauptstück. Da nahmen die Kriegsknechte Jesum, zogen ihm den 9 Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an, und führeten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten; und er trug sein Kreuz. Und indem sie herausgingen, fanden sie einen Menschen, der vorüber ging, von Cyrene, mit Namen Simon, der vom Felde kam, der ein Vater Alexandri und Ruffi war, den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge, und legten das Kreuz auf ihn. Es folgeten ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klagten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder; denn sehet, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren, und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben. Dann werden sie anfangen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns; und zu den Hügeln: Bedecket uns; denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführet zwei andere Uebel⸗ thäter, daß sie mit ihm abgethan würden. Und sie brach⸗ ten ihn an die Stätte, die da heißt auf Hebräisch Gol⸗ gatha, das ist verdolmetschet: Schädelstätte; und sie gaben ihm Essig und Wein zu trinken, mit Gallen vermischet; und da er's schmeckete, wollte er's nicht trinken. Und sie kreuzigten ihn an der Stätte Golgatha, und die zwei Uebelthäter mit ihm, einen zur rechten und einen zur linken Hand, Jesum aber mitten inne. Und die Schrift ist erfüllet, die da saget(Jes. 53, 12): Er ist unter die Uebelthäter gerechnet. Und es war die dritte Stunde, da si'ih ihne nan sie al Hescht Uebet bei d Griet Hohe Jude Iude habe Nsi Mack dczu oben linan loose die sch! worf thatet ind und sahe pprac dein das sie d die b E selber Desg den nicht ö t. sprach: Kinder! Uhrs und n welchen übergab ihm den an, und trug sein sie einen it Namen andri und reuhz trüge, ufe Volts jesus aber öchter von inet über wird die g sind die ren haben, Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 479 sie ihn kreuzigten. Jesus aber sprach: Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun! Pilatus aber schrieb eine Ueberschrift, geschrieben, was man ihm schuld gab, die Ursache seines Todes, und setzte sie auf das Kreuz, oben zu seinem Haupte. Es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Ueberschrift lasen die Juden, denn die Stätte war nahe bei der Stadt; und es war geschrieben auf Hebräisch, Griechisch und in lateinischer Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreibe nicht: der Juden König, sondern daß er gesagt habe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Die Kriegsknechte, da sie Jesum gekreuziget hatten, nahmen sie seine Kleider, und machten vier Theile, einem jeglichen Kriegsknecht ein Theil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenäht, von oben an gewirkt durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Lasset uns den nicht theilen, sondern darum loosen, weß er sein soll, auf daß erfüllet würde die Schrift, die da saget(Ps. 22, 19): Sie haben meine Kleider unter sich getheilet und haben über meinen Rock das Loos ge⸗ worfen. Und saßen allda und hüteten sein. Solches thaten die Kriegsknechte. Und das Volk stand und sahe zu. Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, Cleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sahe und den Jünger dabei stehen, den er sehr lieb hatte, sprach er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das i st dein Sohn! darnach sprach er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich. Die aber vorüber gingen, lästerten ihn, und schüttelten die Köpfe und sprachen: Pfui dich! wie fein zerbrichst du den Tempel und bauest ihn in dreien Tagen; hilf dir selber. Bist du Gottes Sohn, so steige herab vom Kreuze! Desgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn mit den Schriftgelehrten und Aeltesten sammt dem Volk, und sprachen: Er hat Andern geholfen und kann sich selber nicht helfen. Ist er Christ, der König von Israel, der Auserwählte Gottes, er helfe sich selber und steige nun 48⁰ Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. vom Kreuz, auf daß wir's sehen und glauben ihm. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, lüstet es ihn, denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm und brachten ihm Essig, und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber. Aber der Uebelthäter einer, die da ge— henkt waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der Andere, strafte ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist, und zwar wir sind billig drinnen, denn wir empfahen, was unsere Thaten werth sind, dieser aber hat nichts Unge— schicktes gehandelt; und sprach zu Jesus: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Und da es an die sechste Stunde kam, ward eine Finsterniß über das ganze Land bis in die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach(Ps. 22, 2.): Eli, eli, lama asabthani! Das ist verdolmetschet: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich ver⸗ lassen? Etliche aber, die da standen, da sie das höreten, sprachen sie: Der rufet dem Elia. Darnach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürstet! Da stand ein Gefäß voll Essig, und bald lief Einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm und füllete ihn mit Essig, und steckte ihn auf ein Rohr, und hielt's ihm dar zum Munde und tränkete ihn und sprach mit den Andern: Halt, lasset sehen, ob Elias komme und ihn herabnehme. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und abermals rief er laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt, neigete er sein Haupt und gab seinen Geist auf. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke von oben an bis unten aus, und die Erde erbebete, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und standen auf viel Leiber der Heiligen, die da 1 chliefen sehung Hilen. siber, u se saht schen d shr un ist ein: alls V da ges⸗ wvieder Es und vi sulget, Hagda Mitter, belche var, u en I D licht di dbenn s i Da kan Benner se aber sborben schen i. hm. Er ihn, denn rspotteten brachten tönig, so da ge⸗ Christus, Andere, uch nicht bist, und hen, was ts Unge⸗ , gedenke nd Jesus heute vard eine e Stunde, sie neunte 0* Eli, Mein ich der⸗ höreten, als Nsus ie Schrift stand ein ihnen hin, sig, md n Munde + alt,lase sprach. laut und in deine in Hauht Arriß in 12 ber thaten au, die de Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 48¹ schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Aufer⸗ stehung, und kamen in die heilige Stadt und erschienen Vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stand gegen ihm über, und die bei ihm waren und bewahreten Jesum, da sie sahen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben und was da geschah, erschraken sie sehr und preiseten Gott und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch gewesen und Gottes Sohn. Und alles Volk, das dabei war und zusahe, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um. Es standen aber alle seine Verwandten von ferne und viel Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachge— folget, und sahen das Alles, unter welchen war Maria Magdalena und Maria, des jüngern Jakobi und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, welche ihm auch nachgefolget waren, da er in Galiläa war, und gedienet, und viel Andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname auf dem Kreuze blieben am Sabbat (denn selbiger Sabbatstag war groß), baten sie Pilatum, daß ihre Gebeine gebrochen und abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine und dem andern, der mit ihm gekreuziget war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon ge— storben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahr, und derselbige weiß, daß er wahr gesagt, auf daß auch ihr glaubet, denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde(2. Mose, 12, 46): Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und abermals spricht eine andere Schrift (Zachar. 12, 10): Sie werden sehen, in welchen sie ge— stochen haben. Darnach am Abend, dieweil es der Rüsttag war, welcher ist der Vorsabbat, kam Joseph von Arimathia, der Stadt der Juden, ein reicher Mann, ein Rathsherr, ein guter frommer Mann, der hatte nicht in 2 482 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. ihren Rath und Handel, welcher auf das Reich Gottes wartete, denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden, der wagte es und ging hinein zu Pilato und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief dem Hauptmann und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre. Und als er erkundet von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam Jesu; und Joseph kaufte eine Leinwand. Es kam auch Nikodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu gekommen war, und brachte Myrrhen und Aloen unter einander, bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, der abge⸗ nommen war, und wickelten ihn in eine reine Leinwand und banden ihn mit leinenen Tüchern und mit den Speeereien, wie die Juden pflegen zu begraben. Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget ward, ein Garten und im Garten ein neues Grab, das war Josephs, welches er hatte lassen hauen in einen Fels, in welches Niemand je geleget ward, daselbst hin legten sie Jesum um des Rüsttags willen der Juden, und wälzten einen großen Stein vor die Thür des Grabes und gingen davon. Es war aber allda Maria Magdalena und Maria Joses, die setzten sich gegen das Grab, auch an⸗ dere Weiber, die da Jesu waren nachgefolget von Galiläa, beschaueten, wohin und wie sein Leib gelegt ward. Sie kehrten aber um und bereiteten die Specerei und Salben, und dem Sabbat über waren sie still nach dem Gesetz. Des andern Tages, der da folgte nach dem Rüsttage, kamen die Hohenpriester und Pharisäer zu Pilato, und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebte: Ich will nach dreien Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis auf den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn, und sagen zum Volk: Er ist auferstanden von den Todten, und wäre der letzte Betrug ärger, denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter, gehet hin und verwahret es, wie ihr wisset. Sie gingen hin und verwahreten das Grab mit Hütern, und versiegelten den Stein. ö —.— ö Uʃ llt öffe 90 He Chrif herr, Erbarr herr, Etrbarn herr sti. ch Gottes mlich, aus hinein zu Leichnam schon todt u, ob er von dem esu; und likodemus, war, und ei hundert der abge⸗ wand und Spelereten, als öffentliches Gebet an den Buß⸗ und Bettagen zu gebrauchen. iget ward, das war ö ö CEhriste, erhöre uns. Fels, in legten sie d wälhten nd gingen lena und auch an⸗ N Galiläa, ard. Sie d Salben. em Oesez Rüsttage ilato, und Mrführer Anhang. A. Die Litanei, Herr, sei uns gnädig. Christe, sei uns gnädig. Herr, sei uns gnädig. Herr, Gott Vater im Himmel, Erbarm dich über uns! Herr, Gott Sohn, der Welt Heiland,; Erbarm dich über uns! Herr Gott, heilger Geist, Erbarm dich über uns! Sei uns gnädig! Verschon uns, lieber Herr Gott! Sei uns gnädig!— Hilf uns, lieber Herr Gott! Vor allen Sünden, Vor allem Irrthum, Vor allem Uebel, Vor des Teufels Trug und List, Vor bösem, schnellen Tod, Vor Pest und theurer Zeit, Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Hagel und Ungewitter, Vor Feuer⸗ und Wassersnoth, Vor dem ewigen Tod Behüt uns, lieber Herr Gott! 484 Anhang. Gebete. Durch deine heilige Geburt, Durch deinen Todeskampfundeblutigen Schweiß, Durch deinen Tod am Kreuz, Durch deine Auferstehung und Himmelfahrt, In unsrer letzten Noth, Am jüngsten Gericht Hilf uns, lieber Herr Gott! Wirarme Sünder bitten: Du wollest uns erhören, lieber Herr Gott! Und deine heiligeschristliche Kirche regieren und führen, Alletschristlichen Lehrer und Kirchendiener im heilsamen Wort und heiligen Leben er⸗ halten, ö Allen Rotten und Aergernissen wehren, Alle Irrige und Verführte wieder bringen, Deines Reichs Widersacher dämpfen, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deines Geistes Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, Allen Königen und Fürsten Fried und Ein⸗ tracht geben, Unsern Landesherrn mit allen seinen Beamten leiten und schützen, Unsere Kirche, Schule und Gemeine segnen und behüten, Allen, die in Noth und Gefahr sind, mit Hülf erscheinen, Allen Schwangern und Säugenden fröhliche Frucht und Gedeihen geben, Aller Kinder und Kranken pflegen und warten, Alleunschuldig Gefangene los und ledigmachen, Alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, Die Früchte auf dem Lande geben und be⸗ wahren, Und Erhör O Je Erbart O du 19 Erbart O di Erbart O du • Veleil Chri. bei der Nr zieren ter im en er⸗ zen, ud sie Ein⸗ amten en und Hülf öhliche Anhang. Gebete. Und uns gnädiglich erhören. Erhör uns, lieber Herr Gott! O Jesu Christe, Gottes Sohn, Erbarm dich über uns! O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde rrägt, Erbarm dich über uns! O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde kräögt, Erbarm dich über uns! O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde 191 Verleih uns steten Frieden! Christe, erhöre uns! Herr, sei uns gnädig! Christe, sei uns gnädig! Herr sei uns gnädig! Amen. B. Cied, bei der öffentlichen Vorbereitung zum heil. Abendmahl zu singen. Mro. 239, Vers 4, 7 und 8:„Jesu, du hast wegge⸗ nommen ꝛc.“ C. Gebete für die häusliche Andacht. I. Morgen⸗ und Abendsegen. Morgengebet am Sonntage. Her; frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir schicken. Ich komme vor dich mit kindlichem Dank, daß du diese Nacht eine Wagenburg um mich und die Meinigen geschlagen und deine Güte und Treue wiederum an mir neu hast werden lassen. Begleite und beschütze mich auch heute auf allen meinen Wegen. Laß diesen Tag insonderheit einen Tag der Erbauung und Erquickung für meine Seele sein. Du hast nach deiner erbarmenden Liebe diesen Tag zur äußeren Ruhe verordnet, damit du dein Werk in mir haben mögest. O darum erleuchte, heilige und lehre meine Seele, daß 486 Anhang. Gebete. ich heute Schätze sammle, welche mich in Kreuz und Leiden, in Noth und Tod erquicken können, welche weder Motten noch Rost fressen und da die Diebe nicht nachgraben noch stehlen. Mein Gott, das soll heute meine Lust sein, dein Wort zu hören, in dir mich zu erbauen, dir zur Ehre Lob⸗ und Danklieder anzustimmen, eifrig zu beten und mein Herz dir zu schenken. Wie lieblich sind deine Woh⸗ nungen, Herr Zebaoth! Meine Seele freuet sich in dem lebendigen Gott. Laß mich aber kein vergeßlicher Hörer sein, sondern ein Thäter des Worts werden. Laß mich in der Erkenntniß deines Sohnes, in der Verleugnung meiner selbst, in Glauben, Liebe, Geduld und Absterben der Eitelkeit dieser Welt einen festen Grund legen, auf daß ich die künftige ganze Woche daran gedenke, es aus⸗ übe und gute Früchte bringe. Bewahre mich vor der An⸗ fechtung des eigenen Herzens, eines unziemlichen Umgangs und unwürdigen Beschäftigungen. Laß meinen öffentlichen und häuslichen Gottesdienst dir gefallen. Sei du selbst, o Jesu, mein Lehrer, daß ich zunehme an dem inwendigen Menschen, und wohne durch den Glauben in mir, bis ich droben mit dir unzertrennlich vereiniget werde. Heilger Geist, du Himmelslehrer, mächtger Tröster und Bekehrer, komm und laß die Seele mein deine ewge Wohnung sein. Amen. Abendgebet am Sonntage. err, bleibe bei mir, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget. O du lebendiger, all⸗ mächtiger Gott, wie unbegreiflich sind deine Werke, wie unaussprechlich ist deine Güte, welche du den Menschen— kindern erzeigest! Ich kann von Gnade und Wahrheit, von Liebe und Barmherzigkeit sagen, indem du den ver⸗ gangenen Tag mir viel Gutes an Leib und Seele erwiesen hast. Du hast meine Seele gespeiset mit dem Brode des Lebens, und mir aus der lebendigen Quelle zu trinken gegeben; dein Wort ist meinem Munde süßer gewesen, denn Honig und Honigseim. Ach laß dein Wort mein ganzes Leben hindurch ein Licht auf meinen Wegen bleiben, daß ich darnach meinen Gang richte, so werde ich nicht straucheln oder aus deiner Gnade fallen. Du bist auch mein Erretter, mein Beistand im Leiblichen gewesen, daß Liden, Motten ben noch in, dein ur Ehre ten und ie Woh⸗ in dem Hörer aß mich eugnung lbsterben gen, auf es aus⸗ der An⸗ Imgangs fentlichen du selbs, wendigen „bis ich Heilger Bekehter, ung sein. den und ger, al⸗ erke, Wie Nenschen⸗ Wahtheit den bel⸗ erwikstl rode de trinken geweses hort mei bleibel, ich nich hist aug eem, daß Anhang. Gebete. 487 ich gesund diesen Abend erreicht habe. Ich bin nicht werth aller Barmherzigkeit, die du an mir gethan hast. Wenn sich nun meine Glieder zur Ruhe legen, so tritt du, o mein Hüter, mir zur Seite; habe Acht auf mich und schließ mich in deinen Schutz ein. Laß mich beständig ein Licht in dem Herrn sein und keine Gemeinschaft haben mit den unfruchtbaren Werken der Finsterniß. Laß dein Wort, das ich gehöret, in mir als einen heiligen Samen aufgehn, dessen Früchte man an meinem Leben, in der Frömmigkeit, Gottesfurcht, Verleugnung der Welt und einer heiligen Hingebung an dich wahrnehmen möge. Sei mein Schirm und Schatten wider die Hitze und Anfechtung. Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen? Verzeihe, wenn ich nicht mit solchem Eifer dir heute gedienet, wie ich billig gesollt, und nimm deßwegen deine Gnade nicht von mir. Laß in der neuen Woche alles neu an mir sein; schenke mir neue Liebe und neues Verlangen nach dir, einen neuen Trieb, dir zu dienen und zu gehorchen; laß mich die in der vorigen Woche begangenen Sünden meiden und fliehen, damit Jedermann erkenne, daß ich den Sonntag nicht vergebens hingebracht habe. Hilf, daß ich fleißig erwäge, daß ich eine unsterbliche Seele habe, damit ich mehr um die Seele, als um den Leib bekümmert sei. Ich sehe mich, mein Gott, nach meiner Ruhestatt um; ich erinnere mich dabei an meine Grabstätte, darin ich ruhen werde, bis du mich an dem frohen jüngsten Tag zum ewigen Leben erwecken wirst. Dahin, zu dieser Ruhe, die du deinem Volke bereitet hast, wollest du mich vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen um deiner Gnade willen. Amen. Morgengebet am Montage. O du liebreicher und barmherziger Gott, ich fange unter deinem Beistande eine neue Woche an. Ich weiß aber nicht, was mir darin widerfahren wird. Wie viel Uebel und Unglück kann uns in einem Tage begegnen, wie viel mehr in einer ganzen Woche. Darum komme ich gleich im Anfang derselben zu dir, und empfehle mich dir ganz und gar. Ach, mein Gott, gieb mir deinen heiligen 488 Anhang. Gebete. Geist, der mich heilige, leite und regiere, und meinem Geist das Zeugniß gebe, daß ich ein Kind Gottes sei. Segne mich diese Woche; segne meinen Ausgang und Eingang, segne meine Berufsarbeit und Geschäfte, segne meine Schritte und Tritte. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Segen und Hülfe kommt. Meine Hülfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Wenn du mich leitest, so irre ich nicht; wenn du mich hältst, so falle ich nicht. Darum laß deine Treue und Güte mich überall behüten. Segne auch alles, was mein ist, und laß es in deinem Segen gedeihen. Ach mein Gott und treuer Vater, schütze und be— wahre mich vor Schaden, Gefahr, Verlust und Unglück; laß mich bei Tag und Nacht in deinem Schutz und deiner Gnade stehen. Bewahre mein Haus, und laß um mich und um das Meinige deine Engel eine Wagenburg schlagen, so wird mich kein Unfall stürzen, wie groß er auch ist. Erhöre mein Gebet, wenn ich zu dir rufe, und laß mich nicht unerhört von dem Thron deiner Gnade gehen. Bewahre mich, Herr, vor Sünden, weise mir deine Wege, leite mich in deiner Wahrheit. Erhalte mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Schreib deine heilige Furcht in mein Herz, daß ich nicht aus deiner Gnade falle, sondern darin beständig bleibe bis in den Tod. Gieb, daß ich diese Woche möge frömmer und gottseliger werden, in deiner Erkenntniß und Liebe zu⸗ nehmen, und in meinem Glauben darreichen Tugend, und in der Tugend Bescheidenheit, und in der Bescheidenheit Mäßigkeit, und in der Mäßigkeit Geduld, und in der Geduld Gottseligkeit, damit, wenn einst die letzte Lebens⸗ woche einbricht, ich deiner Gnade möge versichert sein. Sollte auch diese Woche mir eine Kreuzeswoche werden, so stärke mich durch deinen heiligen Geist, daß ich alles unter deinen mächtigen Beistand ausstehen und überwinden könne. Sei du selbst mein Helfer und Er⸗ retter aus aller Noth. ö Nun, ich befehle mich dir mit Leib und Seele und⸗ Allem, was ich habe, in deinen gnädigen Vaterschutz, wie meinem ö ottes sei. ing und te, segne igen auf e kommt. nd Erde h nicht; laß deine ihen. und be⸗ Unglück; d deiner um mich agenburg groß er rufe, und r Gnade sir deine lein Her) Schreib ö licht aud e bis in mer und iebe zu⸗ end, nd Heiderhei dein der Lebens⸗ sein. Heäwolt ich alles, eit, doßh en Ind Er le ud. huh, Ml Anhang. Gebete. 489 auch alle frommen Christen. Sei du uns allen gnädig, und beweise dich auch in dieser Woche als den Heiland aller Menschen, sonderlich deiner Gläubigen. Amen. Abendgebet am Montage. Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn du, Herr, hilfst mir, daß ich sicher wohne. O du ewiger und allmächtiger Gott, dies sind meine Abend gedanken, da ich mich zur Ruhe begeben will. Wie soll ich dir genugsam danken, daß du meinen Ausgang und Eingang behütet hast. Du hast mich gespeiset und getränkt, du hast mich getröstet und erquickt. Dein Aufsehen hat meinen Odem bewahret, und durch dich und deine Gnade stehe ich noch bis auf den heutigen Tag. Alle diese und andere Wohl⸗ thaten sind lauter Stimmen, welche mich zu deinem Lobe aufmuntern. Darum, so lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen; lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Vergieb mir, o Herr, vergieb mir aus Gnaden, wenn ich heute das Vorbild meines Jesu nicht vor Augen gehabt und deine Gebote aus den Augen gesetzt, hingegen nach der Welt und mit der Welt gelebt und meinen Be⸗ gierden freien Lauf gelassen habe. Ach, Herr, ich klage mich selbst vor dir an und thue Buße. Der Tag ist nun dahin! Tilge auch meine Sünden wie einen Nebel und gedenke derselben nimmermehr. Ich gelobe dir in Auf⸗ richtigkeit meines Herzens, daß ich dir fleißiger dienen und meinen Wandel nach deinem Wort einrichten will. Behüte mich in dieser Nacht, drücke selbst, wenn ich ein— schlafe, mir die Augen zu, aber drücke mir auch zugleich das heilige Bild deines Sohnes ins Herz, daß ich seiner nicht vergesse, und laß mich auch schlafend dein verbleiben. Herr, hilf mir, daß ich sicher wohne; daß ich liege und schlafe ganz mit Frieden. Amen. Morgengebet am Dinstage. Getreuer Gott und Vater, dir sei Preis für alle deine Güte, daß du mich hast ruhen lassen unter dem Schatten deiner Flügel. Laß mich desto mehr die künftige 21⁰ 490 Anhang. Gebete. Zeit über zu deiner Liebe erweckt werden, daß ich nicht begehre zu leben, ohne in dir, und was ich noch lebe, im Glauben deines Sohnes lebe, ja, daß er mein wahres Licht und Leben werde. Hierzu übergebe ich mich dir von Neuem in deine Reinigung und Regierung. Laß durch den Glauben Christum in meinem Herzen wohnen, daß er die Früchte des Glaubens in mir wirke, als Liebe, Hoffnung, Demuth, Sanftmuth und Geduld. Lehre mich keine Lust verlangen, als deine Liebe, keinen Vortheil, als die Schätze deiner Gnade, keine Ehre, als deine Kindschaft. Für das Zeitliche laß mich nicht ängstlich sorgen, denn du wirst mich nicht verlassen noch versäumen. Heilige und segne das Werk meiner Hände, und neben mir Alle, die dich suchen. Ja, breite deine Barmherzigkeit über alle Menschen aus, und rette Jeden von dem Verderben, worin er ge⸗ fangen ist oder das ihn bedroht, vornehmlich die Feinde deiner Wahrheit. Insbesondere befehle ich deiner Lei⸗ tung alle die Meinigen, auch meine Oberen und Vor⸗ gesetzten. Erbarme dich des Mangels und Bedarfs in allen Ständen und mache der Bosheit und den Aergernissen ein Ende, hilf allen Nothleidenden und Kranken, und sei uns Allen gnädig, daß du uns deinen Frieden gebest im Namen Jesu! Amen. Abendgebet am Dinstage. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, ich lobe und preise dich für alle deine Wohlthaten, daß du mich den vergangenen Tag hast vollenden und durch deine väterliche Gnade des Tages Last und Plage hast über⸗ winden lassen. Ein jeglicher Tag hat seine eigene Plage, du aber, lieber Vater, hilfst uns in jeglicher Last und Mühe, bis wir endlich zur ewigen Ruhe und an den ewigen Tag kommen, wo alle Mühe und Plage auf⸗ hören wird. Ich danke dir, o Gott, für alles Gute, daß ich diesen Tag von deiner Hand empfangen habe. Ach, Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du täglich an mir thust. Ich danke dir auch für die Ab— wendung des Bösen, welches mir hätte begegnen können; ich danke dir, daß du mich behütet hast vor allem Unglück und bi Iindlid Gedan vergeb habe i mir g Sünde gottesf möge. Engel wahre Noth: himml und die in so ber in Ch W du laf scheine Seele soll. cchaffe Mitten glückl übrig Wenn mich! ich ur Rath Gott dem Olaul Segne und Seget Mit nicht ebe, im wahres dir von durch daß er ffnung. ne Lust Schätze ür das u wirst d segne die dich lenschen er ge⸗ Feinde r Lei⸗ d Vr⸗ arfs in ernissen und sei best im be und 1 nich deink st über⸗ Plage, ast und an den 9e auf⸗ H err, ich die du die Ab⸗ fönnen * Unglae Anhang. Gebete. 491 und vor schweren Sünden, und bitte dich nun herzlich und kindlich, du wollest mir alle meine Sünden, die ich mit Gedanken, Worten und Werken begangen habe, gnädiglich vergeben. Viel Böses habe ich gethan und viel Gutes habe ich versäumet. Ach, sei mir gnädig, mein Gott, sei mir gnädig! Laß mit dem heutigen Tage alle meine Sünden in mir absterben, und gieb mir, daß ich immer gottesfürchtiger, heiliger und frömmer wieder aufstehen möge. Segne meinen Schlaf und laß deine heiligen Engel sich um mich her lagern und mich behüten. Be— wahre mich in Gnaden vor Angst und Schrecken, vor Noth und Gefahr. Erquicke stets meine Seele mit deinem himmlischen Troste und gieb meinem Herzen Zuversicht und Ruhe. Laß mich zu jeder Zeit deine Gnade sehen, die in Christo Jesu ist, und wenn mein Stündlein kommt, so verleihe mir einen seligen Schlaf und eine selige Ruhe in Christo Jesu. Amen. Morgengebet am Mittwoch. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich, wenn ich erwache, so rede ich von dir. Mein Gott, du lässest einen Tag meines Lebens nach dem andern er⸗ scheinen, daß ich mich zur Ewigkeit bereiten und meine Seele dir zum Eigenthum und zur Wohnung ergeben soll. O laß mich diesen Tag dazu anwenden, daß ich schaffe, selig zu werden mit Furcht und Zittern. Ich bin mitten in dieser Woche und habe drei Tage derselben glücklich unter deinem Schutz zurückgelegt, laß auch die übrigen drei nach deinem Wohlgefallen mich erreichen. Wenn ich mitten in Angst und Sorgen wandle, so erquicke mich und hilf mir. Bleibe inmitten meines Herzens, daß ich unter allen Umständen und bei allen Anliegen deinen Rath befragen und deinen Beistand erlangen könne. Ist Gott für mich, wer mag wider mich sein? Leite mich auf dem Wege meines Berufs. Denn ich spreche mit völligem Glauben: Herr, ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. Segne mich im Schlaf und Wachen, segne meinen Schritt und Tritt, segne mich in allen Sachen, theil mir deinen Segen mit. Wenn mir aber die Lust oder Noth der Welt mit ihrer Anfechtung zu mächtig würde, so gieb Kraft, 492 Anhang. Gebete. daß ich mein Herz losreiße und in deiner Liebe erhalte bis zum Abend. Steht mir ein Kampf bevor, so hilf mir überwinden; meldet sich ein sündlicher Gedanke in meinem Herzen, ein unnützes Wort in meinem Munde an, so stärke mich, daß ich es durch deinen Geist abweise. Laß auch die Meinigen dir befohlen sein, und laß allen Betrübten und Kranken mitten in ihren Leiden dein Gnadenlicht aufgehen. Amen. Abendgebet am Mittwoch. Heitgan, gütiger und allein weiser Gott, du hast mich diesen Tag abermals erfahren lassen, daß du der rechte Vater bist über alles, was Kinder heißt, im Himmel und auf Erden. Du hast für mich gesorgt, daß es mir nicht gemangelt hat an irgend einem Gute. Ach, Herr, ich bin zu gering aller Güte und Treue, die du an mir beweisest. Wie soll ich dem Herrn vergelten alle Wohl⸗ thaten, die er täglich an mir thut? Verschmähe nicht das Opfer meines Lobes in dieser Abendstunde und siehe mich ferner in Gnaden an. Vergieb mir, was ich diesen Tag mit Gedanken, Worten und Werken wider dich begangen habe. Hilf, daß ich mit meinen Kleidern auch alle Unart und jede böse Neigung und Gewohnheit ausziehe. Laß mich in der bevorstehenden Nacht mit meinen Verwandten und Hausgenossen unter deinem Schutze sanft und ruhig schlafen. Die Sonne hat sich verborgen. Aber du, o Jesu, Sonne der Gerechtigkeit, laß deinen Glanz immer in meinem Herzen leuchten. Erneure im Schlaf meine Kräfte, daß ich munter und fröhlich den Tag erlebe. Wachet ein Hirt bei seiner Heerde, so laß mich auch deiner Hirtentreue an Leib und Seele empfohlen sein. So du aber, zu meiner Prüfung, über mich etwas Widriges verhängen wolltest, so gieb mir den gehorsamen Sinn Abrahams und den geduldigen Geist Hiobs. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hülfe kommt; meine Hülfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat! Amen. Morgengebet am Donnerstage. ie Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeigekommen. So wache nun auf, meine Seele, lobe unsern Gott wie du war; mich ge diesen bin. 1 Morgen selber PD opfe Anhang. Gebete. 493 erhalt und denke hernach an alles, was du nach seinem Willen: o hilf an diesem Tage zu thun hast. anke in Herr, du bist auch in dieser Nacht mein Hüter und nde am, Wächter, mein Beschützer und Erhalter gewesen, und daß abweise. ich von dem Meinigen noch etwas habe, daß ich selber 5 allen heute noch lebe und gesund bin, das kommt alles von dir. u dein Ja, ich gedente in dieser Morgenstunde aller Wohlthaten, die ich jemals aus deinen Vaterhänden empfangen habe; wie du mich mit Leib und Seele erschaffen, da ich nichts s nich war; wie du mich erlöset, da ich verloren war; wie du du der mich geheiliget, da ich gottlos war; wie du mich bis auf Dimmtel diesen Tag erhalten hast, da ich doch dessen nicht werth mt bin. Und weil ich denn alles von dir habe, auch diesen ö Morgen alles wieder von Neuem geschenkt bekomme und tuiin selber gleichsam wieder von Neuem geboren worden bin Vahl so opfere ich auch alles dir und will an dich gedenken, ch das dich bekennen, lieben, loben und ehren mit Seel und Leib ncch und Allem, was ich bin und habe, heute und in alle 6 Ewigkeit. . 11n Laß dann, o Vater des Lichts, mein Gewissen nicht Munt schlafen, nachdem mein Auge erwacht ist, damit ich heute Lh nichts vornehme, denke, rede oder thue, das dir mißfalle, 1* meinen Nächsten beleidige und mir selbst schade, sondern dandten als ein Kind des Lichts in Gedanken, Worten und Werken rulig gegen dich und die Menschen wahrhaftig, ehrbar, gerecht, o N treu, redlich, vorsichtig, bescheiden, nüchtern und mäßig ner m erfunden werde. In deinem Namen, Herr Jesu, will ich meue heute alles thun; laß es mich fröhlich anfangen und erleb. glückselig enden. Begleite mich mit deinen heiligen Engeln, auch und laß mich vom Morgen bis an den Abend dir immer n se. befohlen sein. didrige Liebreicher Gott, du hast deine Sonne wieder auf⸗ Eihn gehen lassen über Böse und Gute. So erbarme dich nun 9. hebeauch aller Brüder und laß keinen Menschen verloren Hilfewerden. Hilf, daß dir in der ganzen Christenheit an⸗ l uud dächtig gedienet, in allem weltlichen Regiment heute etwas Gutes beschlossen, in allen Häusern etwas Nützliches ver— richtet, und also auch dieser Tag bei Allen auf allerlei Weise geheiligt und zur Ehre deines heiligen Namens angewendet werde. Erhöre die Frommen, welche in dieser mmen. 494 Anhang. Gebete. Frühstunde dich anrufen. Verzeihe den Gottlosen, welche jetzt den Morgen ohne Gebet anfangen und auch den heutigen Tag wieder ohne dich verleben werden. Gedenke in Gnaden aller Kranken, Leidenden, Betrübten und Ver⸗ lassenen. Führe die Reisenden, die sich jetzt aufmachen, ihren Weg zu ziehen. Versorge die Armen, die jetzt noch nicht wissen, was sie heute essen und trinken werden. Be⸗ schere denen, die sich redlich nähren wollen, Gelegenheit dazu und Arbeit. Laß alle Arbeiter ihr Tagwerk redlich ausrichten. Laß einem Jeden wohl gerathen, was er vor⸗ nehmen wird. Bewahre diejenigen, die mit gefährlicher Arbeit umgehen müssen, und erquicke einen Jeden, der unter der Last seines Berufes müde werden wird. Ja, laß dir alle Menschen diesen Tag über befohlen sein, in⸗ sonderheit aber die Meinigen. Regiere diejenigen, mit welchen ich heute umgehen werde, zu allem Guten, und erbarme dich endlich aller deiner Kreaturen; auf daß dir, dem Vater, dem Sohne und heiligen Geiste sei Preis und Ehre jetzt und in Ewigkeit. Amen. Abendgebet am Donnerstage. Werde munter, mein Gemüthe, und siehe dich um! Der Tag ist hin, die Nacht vorhanden, und du bist wieder um einen Tag älter geworden. So höre nun auf zu sorgen; denke an dich selbst und lobe auch des Nachts deinen Gott. Herr, du ewiger Gott, bei dem kein Wechsel ist des Lichts und der Finsterniß, der du immer bleibest wie du bist, und dessen Jahre kein Ende nehmen durch deine Güte habe ich auch diefen Abend erlebt. Alles, was ich heute etwa besser, was ich weiser, was ich älter, was ich gesünder, was ich gesegneter geworden bin, das kommt von dir. Darum danke ich dir für alle deine heutigen Wohlthaten. Auch heute muß ich ausrufen: Wie köstlich sind vor mir, Gott, deine Gedanken! Und wenn mich gleich auch etwas Böses betroffen hätte und mir nicht alles nach Wunsch ergangen wäre, so habe ich es ja nicht besser verdient und würde noch unglückseliger geworden sein ohne deine lindernde Barmherzigkeit. Ach, du langmüthiger Gott, ich habe auch diesen Zag il hast di nicht g habe of gehabt. und Fü Interla redet he Ia, Wo zurechte ungerec von mi Wachen was w unruhi Anfecht Tode. mit gu ich schle erwache fordert, gefallen welche uch den Gedenke nd Ve⸗ machen, tht noch n. Be⸗ egenheit redlich er vor⸗ ährlicher en, der d. Ja, sein, in⸗ en, mit en, und daß dir, i Preis m! Der du bist nun auf Nachtz Vist des wie du deine * ich was ich 3 kommt heutigen 6 Löstlic am mich sir nicht ja nich geworden ch dibseh Anhang. Gebete. 495 Tag über nicht immer an dich gedacht, und gleichwohl hast du für mich gesorgt. Ich habe dich um Manches nicht gebeten, und du hast es mir dennoch gegeben. Ich habe oft gesündiget, und du hast immer Geduld mit mir gehabt. Sei um so mehr gepriesen um alle deine Treue und Fürsorge. Aber verzeihe mir auch, was ich Gutes unterlassen und Böses gedacht, verlangt, gethan oder ge⸗ redet habe wider dich, meinen Nächsten und mich selbst. Ja, wo ich gefehlet, da bringe du aus Gnaden wieder zurechte, was ich mir oder Andern damit verdorben oder ungerecht gemacht habe. Wende nun auch in dieser Nacht von mir alle Werke der Finsterniß. Laß mich weder im Wachen noch im Schlafen etwas denken oder vornehmen, was wider deinen heiligen Willen ist. Behüte mich vor unruhigen Gedanken, vor unnöthigen Sorgen, vor allerlei Anfechtung und endlich auch vor einem bösen, schnellen Tode. Laß mich vielmehr deiner Güte befohlen sein und mit guten Gedanken einschlafen. Wache für mich, wenn ich schlafe. Richte meine Gedanken zu dir, wenn ich erwache. Wecke mich dann, wenn mein Beruf es er⸗ fordert, und laß mich fortleben, so lange es dein Wohl⸗ gefallen ist. Sorge auch für die Meinigen und für alle Menschen. Dein Auge wache für sie, deine Hand bedecke sie, dein Engel beschirme sie. Erhöre aller frommen Christen Abendgebet. Schone derer, die dich beleidigt haben. Gieb, daß Alle, die heute uneins geworden sind, die Sonne nicht über ihrem Zorn untergehen lassen, und erbarme dich auch derer, die ohne Andacht und Gebet sich niederlegen. Erquicke die Müden; stärke, die aus Noth noch in der Nacht arbeiten müssen. Schütze und be⸗ schirme, die keine Herberge haben oder auf der Reise sind. Wache bei den Kranken; pflege der Kinder; verkürze denen die Zeit, die nicht schlafen können, und stehe mit deinem Troste allen Nothleidenden bei, welche heute eine betrübte Nacht haben werden. Behüte unsere ganze Gemeinde vor Schaden und Aergerniß, und erhalte einem Jeden das Seine in Ruhe und Frieden, bis wir endlich aus dieser Finsterniß kommen zu deinem ewigen Licht. Amen. + I 4 1 + 191 I II V ö II G.R. 11 IIFN IN x 1 496 Anhang. Gebete. Morgengebet am Freitage. H'ne an einem Freitage, bist du, mein Jesus gekreuzigt worden. Kann wohl etwas Erwecklicheres für mein Herz in dieser Morgenstunde sein? Dir hab ich's zu danken, daß ich so viele göttliche Wohlthat genieße. Ohne dich wäre mir die Welt ein Ort der Qual und ein Vor⸗ schmack der Hölle. Wie kann ich dir doch deine Liebe ver⸗ gelten! Gekreuzigter Heiland, der schwache Dank, den ich dir allein darbringen kann, ist, daß ich mir die Früchte deines heiligen Leidens aneigne und sie zu meiner Heili⸗ gung benutze. Darum will ich mich vor Sünden hüten, wodurch ich dir so viele Mühe gemacht. Auf dich will ich meine Seligkeit gründen, deinen Befehlen lebenslang gehorsam sein und dein Beispiel nachahmen. Deine De⸗ muth, dein Fleiß, deine Arbeit, deine Andacht im Gebet, deine Liebe gegen die Feinde, dein menschenfreundliches Herz, das alles soll mich zur Nacheiferung anreizen. Die Erinnerung an dein Leiden und Sterben soll mich nie verlassen, und mir insonderheit Muth geben in allen Anliegen, die ich vor Gott bringe. Ach, mein Gott, im Namen deines Sohnes danke ich dir für alle Gnade und Treue, die du mir in dieser Nacht erzeiget. Um seinet⸗ willen befehle ich mich und alle die Meinigen und alle Menschen an diesem neuerlebten Tage in deine Fürsorge. Vergieb mir alle meine Sünde. Hilf, daß ich an deiner Vaterliebe nie verzage und verzweifle. Laß mich nur deine Gnade nicht auf Muthwillen ziehen und in Sünden be⸗ harren, sondern daß sie vielmehr in mir eine so feurige Liebe entzünden, daß ich dadurch alles Böse in deiner Kraft überwinden könne. Segne mein Vornehmen und Vollbringen. Behüte mich vor unzüchtigen Gedanken, Blicken, Worten und Werken, und nimm alle Ungerechtig⸗ keit aus meiner Seele hinweg. Verleihe mir Geduld in Widerwärtigkeit und Muth im Unglück. Mag es gehen, wie Gott will! Er weiß die Seinen zu erretten aus aller Noth. Es ist noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes, deß bin ich fröhlich! Amen. ich s lieben kreuzigt für mein ichs zu 2. Ohne ein Vor⸗ iebe ver⸗ „den ich Früchte er Heili⸗ en hüten, dich will benslang eine De⸗ m. Gebet, undliches anreizen. sol mich in allen Gott, in . und seinet⸗ ir ale Fürsorg. an deiner nur deine inden. o frurige in deiner men und ö Gedankeh Rgerecht X 0ub i 65 gaheh, ö 15 alle 0 Lol Anhang. Gebete. 497 Abendgebet am Freitage. Gott, dir sei Lob, Preis und Dank gesagt! Nun ist abermals ein Tag meines Lebens dahin, und ich bin um einen Schritt der Ewigkeit näher gekommen. Ach, Herr, vergieb in Gnaden, was ich diesen Tag über in sündlichen Gedanken, Worten und Werken wider dich be— gangen habe. Gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte, denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen? Denn auf tausend kann ich dir, Herr, nicht eines antworten. Nun bricht die Nacht herein, da ich meinen Leib soll zur Ruhe legen, und meine matten Glider durch einen sanften Schlaf wieder erquicken. Ach, Herr, dir allein befehle ich mich mit Leib und Seele, mit Hab und Gut und Allem, was du mir aus Gnaden gegeben hast. Schlafe ich ein, so wache du doch über mich, du großer Hirt und Hüter Israels. Behüte mich gnädig vor sündlichen, schweren Träumen und vor anderer Anfechtung der Sell, damit ich sicher und ruhig schlafen und mit dem anbrechenden lieben Morgen gesund und fröhlich wieder erwachen, von meinem Lager aufstehen und munter und froh an meinen Beruf, an meine Arbeit gehen möge. So will ich dir dafür mit Mund und Herzen dankbar sein. Amen. Morgengebet am Sonnabend. Barmherziger, gnädiger Gott, du Vater des ewigen Lichts und Trostes, deß Güte und Treue alle Morgen neu ist, dir sei Lob, Ehre und Dank gesagt für das lieb⸗ liche Tageslicht, und daß du mich in dieser Nacht gnädig⸗ lich bewahret und mir einen sanften Schlaf und Ruhe verliehen hast. Laß mich nun auch in deiner Gnade und— Liebe, in deinem Schutz und Schimm wieder fröhlich auf⸗ stehen, und das liebe Tageslicht dieses letzten Wochentags nützlich und froh gebrauchen. Bor allen Dingen aber erleuchte mich mit dem ewigen Lichte, welches ist mein Herr Jesus Christ, daß er in mir leuchten möge mit seiner Gnade und mit seinem Erkenntniß. Bewahre in meinem Herzen das zarte Licht meines Glaubens; mehre dasselbe und stärke es. Erwecke deine Liebe in mir; be⸗ festige die Hoffnung. Lehre mich thun nach deinem Wohl⸗ 498 Anhang. Gebete. gefallen; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. Ich befehle dir meine Gedanken, mein Herz, meine Sinne und alle meine Anschläge. Ich befehle dir meinen Mund und alle meine Worte. Ich befehle dir alle meine Werke, daß sie zu deines Namens Ehre gereichen und zum Schutz meines Nächsten. Segne all mein Thun. Laß meinen Beruf glücklich fortgehen, und wehre denen, die ihn hindern. Ich befehle dir meinen Leib und Seele, Ehre und Gut. Behüte meinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! Amen. Abendgebet am Sonnabend. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. Wer kann die großen Thaten des Herrn ausreden und alle seine löblichen Werke preisen? Ich danke dir von ganzem Herzen, ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich und auch jetzt am Ende dieser Woche loben und deinen Namen verherrlichen. Denn wer bin ich, Herr Herr, und was ist mein Haus, daß du mich bis hierher gebracht hast? O du hast diese ganze Woche über nicht mit mir gehandelt nach meinen Sünden und mir nicht vergolten nach meinen Missethaten. Du hast mir Leben und Wohlthat erzeiget, und durch dein Aufsehen hast du meinen Odem bewahret. Ich habe des Tages unter deinem Schirm gesessen, du Höchster, und des Nachts durfte ich ruhen unter deinem Schatten, du Allmächtiger. Warum sollte ich nicht am Ende dieses Tages und dieser Woche von ganzem Herzen zu dir sprechen: Meine Zuversicht und meine Burg? O wohl ein treuer Gott, auf den ich hoffe, auf den ich mich in völligem Glauben lehne! Denn du hast mich und mein Haus diese ganze Woche vor so mancherlei Unfall in Gnaden bewahret. Wie viel, wie reichlich hast du mir täglich vergeben! Wie herzlich hast du dich meiner Seele angenommen, daß sie nicht verdürbe! Und ob du uns auch gezüchtiget und mit Leiden und Widerwärtigkeiten heimgesuchet, so hast du uns doch dem Tode nicht über— geben, sondern es ist uns zu Nutz geschehen, daß wir deine Heiligung erlangen. A den, u wider ein rei und ei gleichn erlässe also nt die mit Herzen ob nie das E mich! söͤhnli derben werder Zuber bereite fragen ein J. zu T- Bahn. Sinne Mund Verke, Schut meinen indern. d Gut. an bis d seine Thaten preisen? erhöhen, immer etzt am rrlichen. Haus, ist diese meinen jethaten. d durch t. Ih hͤchster, chatten, disses zu dir O wohl nich in d meil. dfall n du mur r Selle du Ms tigkeiten ht iba haß r. Anhang. Gebete. 499 Ach vergieb mir um Jesu Christi willen meine Sün⸗ den, welche ich wider dich, wider meinen Nächsten und wider mich selbst begangen habe. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz durch das Verdienst Jesu, deines Sohnes, und einen neuen Geist durch deinen heiligen Geist. Und gleichwie du mir aus Gnaden meine vielen Uebertretungen erlässest, mit welchen ich diese Woche dich betrübt habe, also neige auch mein Herz zur Erbarmung gegen Alle, die mich beleidiget haben, daß ich ihnen auch vergebe von Herzen einem Jeglichen seine Fehler. Ich weiß ja nicht, ob nicht in dieser Nacht mit dem Ende dieser Woche auch das Ende meines Lebens einbrechen möchte. Darum laß mich nicht, weder in der Sünde des Zorns und der Unver— söhnlichkeit, noch sonst in einem Laster sterben oder ver⸗ derben, sondern in Christo Jesu, meinem Heiland, erfunden werden. In diesem tröste ich mich: Du, Herr, bist meine Zuversicht, und du, Höchster, bist meine Zuflucht. Nur bereite mich, alle die Meinigen und Alle, die nach dir fragen und dein Heil lieb haben, durch deine Kraft, daß ein Jeder das Werk, das du ihm befohlen hast, von Tag zu Tag treulich ausrichte und am Ende seines Lebens mit Freuden vollendet habe, damit das Ende unseres Lebens, es komme heute oder morgen, eine Befreiung von dem Dienst des vergänglichen Wesens und ein Anfang der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes in jener Welt sei. Das thue, lieber Vater, um Jesu Christi, deines Sohnes, unseres Herrn und Heilandes, willen. Amen. II. Geistlicher Tageslauf. 1. Frühgebete beim Erwachen und Aufstehen. Ich danke dir, lieber himmlischer Vater, durch Jesum N Christum, meinen Heiland, daß du mich in der ver— gangenen Nacht vor Schaden und Gefahr behütet hast; und bitte dich, du wollest auch diesen Tag mich behüten vor Sünden und vor allem Uebel, daß dir all mein Thun und Leben gefalle durch Christum Jesum, deinen lieben Sohn. Amen. 500 Anhang. Gebete. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen Hand mir Hülfe kommt; meine Hülfe kommt von dem Herrn, gefallen der Himmel und Erde gemacht hat. Herr, zeige mir auch diese d heute deine Wege und lehre mich deine Steige; leite mich uns ne in deiner Wahrheit und unterweise mich, denn du bist der Gott, der mir hilft. Amen. In Gottes Namen steh ich auf, Herr Jesu, leite meinen Lauf; Begleite mich mit deinem Segen, Behüte mich auf meinen Wegen.— Amen. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, ö Nimm mich auch diesen Tag in Hut, Und laß die starken Engel dein Mein' Wächter und Gefährten sein.— Amen. 2. Gebete vor der Arbeit. err, unser Gott, kehre dich zu uns und sei deinen Knechten gnädig; erfülle uns mit deiner Gnade, daß wir fröhlich an unsere Arbeit gehn und all unsere Dinge wohl beschicken. Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände bei uns; ja, das Werk unserer Hände wollest du fördern. Amen. as walte Gott, der helfen kann! Daut Mit Gott fang ich die Arbeit an, 4— Mit Gott nur geht sie glücklich fort; ü de Drum ist auch dies mein erstes Wort: in on Das walte Gott!— Amen. Gon 3. Tischgebete. Vor Tische: Aller Augen warten auf dich, Herr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust deine milde welchen n Herrn, mir auch eite mich Ebist der deinen ade, daß e Dinge dere das unserer Anhang. Gebete. 501 Hand auf und sättigest alles, was lebet, mit Wohl⸗ gefallen. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Gott, speis uns, deine Kinder, Tröste die betrübten Sünder; Sprich den Segen zu den Gaben, Die wir durch dich vor uns haben, Daß sie uns in diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben: Bis wir endlich mit den Frommen An die Himmelstafel kommen.— Amen. Qesu, wir gehn zu dem Essen, 23 Laß uns deiner nicht vergesf sen, Denn du bist das Himmelsbrod. Speis die Leiber, stärk die Seelen, Die wir dir jetzt anbefehlen, Steh uns bei in aller Noth; Hilf uns, daß wir nach der Erden Deine Gäst im Himmel werden.— Amen. Nach Tische: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich: der allem Fleisch Speise giebt, der dem Vieh sein Futter giebt, den jungen Raben, die ihn anrufen. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten; die Gnade des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Wir danken Gott für seine Gaben, Die wir von ihm empfangen haben. Wir bitten unsern lieben Herren, Er woll uns hinfort mehr bescheren, 502 Anhang. Gebete. Und speisen uns mit seinem Wort, Daß wir satt werden hier und dort. Ach, lieber Gott, du wollst uns geben Nach dieser Welt das ewge Leben.— Amen. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du unser Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hat's nicht Noth, Du bist das rechte Lebensbrod.— Amen. 4. Gebete beim Schlafengehen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Christum Jesum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht gethan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und meine Seele und Alles in deine Hände. Amen. Her Jesu, dir leb ich, Herr Jesu, dir sterb ich, Herr Jesu, dein bin ich, todt und lebendig; mache mich ewig selig. Amen. O Vater, der stets für mich wacht, Beschütze mich auch diese Nacht; Du wachst für Alle, groß und klein, Drum schlaf ich ohne Sorgen ein.— Amen. III. Gebete zur Beichte und Communion. 1. Vorbereitung auf die Beichte. Barmherziger Gott, ich suche dein Antlitz, laß dich finden; ich flehe zu dir, erhöre mein Gebet. Es fehlt mir an der heilsamen Buße, ohne die ich nicht zu deinem Tische kommen darf. Darum gieb mir deinen heiligen Geist, daß er sein Zucht- und Strafamt an mir übe und mir helfe, damit Lebens meines bergen, mein 6 fahre, bin, in deinen Täuscht auls dl BVeltlu allem! siech go Wränl Sündl. Dazu treuer Todess O was tern v Verder tiefen erfülle dich, u vielfalt neu Treue. Wie b darum auch v halten, Verder des Gl Herlich Herrlit mahl. hilf di michl schenke N. hristum en Tag est mir habe, enn ich llles in „ Herr e mich Anhang. Gebete. 503 damit ich bei aufrichtiger Prüfung meines Herzens und Lebens mich selbst recht erkenne und in die tiefsten Falten meines Lebens hineinblicke, um nichts in mir zu beher⸗ bergen, was dir nicht wohlgefällt. Erforsche du mich, mein Gott, und erfahre mein Herz, prüfe mich und er⸗ fahre, wie ich es meine, und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege; leite mich durch deinen Geist aus der Finsterniß zum Licht, aus aller Täuschung und allem Selbstbetrug in die volle Wahrheit, aus allem Hochmuth in die rechte Demuth, aus aller Weltlust und Selbstliebe in die innigste Liebe zu dir, aus allem Unglauben in die herzliche Glaubensfreudigkeit, die sich ganz dir überläßt. Wirke so in mir eine gründliche Veränderung an Herz. Sinn und Muth, daß ich alles Sündliche und Ungöttliche an mir in den Tod gebe. Dazu stelle mir besonders dein Leiden recht vor Augen, treuer Heiland, und rühre mein Herz durch die bittern Todesschmerzen, die du um meinetwillen erduldet hast. O was für ein Greuel ist die Sünde, die dir solche Mar⸗ tern verursacht hat und die mir nichts als Tod und Verderben bringt. O Herr, wirke selbst in mir einen tiefen Abscheu gegen alles, was Welt und Sünde heißt, erfülle mich mit einem innigen Schmerz und Leid, daß ich dich, meinen getreuen Schöpfer, Erlöser und Tröster, so vielfältig beleidiget und erzürnet habe, und erwecke mich zu neuem Eifer, dir zu leben und zu dienen in ewiger Treue. O wie schnell kann meine letzte Stunde kommen! Wie bald kann deine Zukunft erfolgen, o Jesu! Ach, darum hilf mir doch zur wahren Freiheit, erlöse mich auch von den geheimsten Banden, die mich noch gefangen halten, und laß mich durch gründliche Buße aus allem Verderben des alten Wesens übergehen in das neue Leben des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung, daß ich mich herzlich freuen könne auf dein sichtbares Kommen in der Herrlichkeit und auf dein innerliches Kommen im Abend— mahl. O mein Jesu, bekehre du mich, so bin ich bekehret; hilf du mir, so ist mir geholfen; laß dein Antlitz über mich leuchten, so genese ich von allem Elend der Sünde; schenke mir deine Gerechtigkeit, so habe ich freudigen Zu⸗ 504 Anhang. Gebete. gang zum Vater und zu deinem Abendmahl. Erneuere mich im Geist meines Gemüthes und bereite mein Herz zu deiner Wohnung, damit du ewig bleiben könnest in mir und ich in dir. Amen. Heiliger und gerechter Gott, du erforschest mich und kennest mich, ich sitze oder stehe auf, ich gehe oder liege, so weißt du es, du verstehest meine Gedanken von ferne und siehest alle meine Wege, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht alles wissest. Wo soll ich Sünder hingehen vor deinem Geist, und wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Spräche ich: Finsterniß möge mich decken, so muß die Nacht auch Licht um mich sein, weil dein Licht auch unsere unerkannten Sünden vor dein Angesicht stellet. Darum will ich mich nicht bedecken und nicht enschuldigen, sondern mit dem verlorenen Sohn bekennen: Vater, ich habe gesündiget in dem Himmel und vor dir. Kein einziges deiner heiligen Gebote habe ich gehalten, wie ich hätte sollen, alle habe ich wenigstens in Gedanken und Begierden oft übertreten. Oft habe ich andere Götter gehabt neben dir, habe dich nicht geliebt als das höchste Gut aus allen Kräften, mich nicht an dich gehalten als meinen Herrn und meinen Gott, son⸗ dern mein Herz vielfach an irdische Dinge oder an Men⸗ schen gehängt und sie höher geachtet und geliebt als dich und deine Wahrheiten, Güter und Wege, habe auch mein Vertrauen nicht auf dich allein gegründet, sondern oft Fleisch für meinen Arm gehalten, bin auch ich nicht mit dir immer in Gedanken umgegangen, sondern habe viele eitle, unreine und böse Gedanken in mir aufsteigen oder gar herrschen lassen. Ich habe auch deinen Namen oft vergeblich geführt, bin im Gebet viel zu träge und schläfrig gewesen; bin mit deinen heiligen Tagen, mit deinem Wort und dessen Predigt gleichgültig umgegangen und habe dich nicht geehrt durch ächtes Bekenntniß in Wort und Wandel. Was du, o Jesu, an mir gethan hast von deiner Geburt und deinem Kreuze an bis auf den heutigen Tag, das habe ich nie genug erkannt und bin dir nie genug dankbar gewesen; habe dein Kreuz nicht auf mich genomn die We gopfert licht d groß ist Uebertt wie tod wenige nicht d Und u mich au nächste me so in all sehen! träg, fehlt e Mensch bei mi Haß u wo ich zustelle ef sorgen, Undey und X Bilder lust, 2 Eitelke nußsue schem treue i Kräfte und w nicht h3 sell daß i Betry wenig Meuere den in mir. ch und e oder en von rt auf t. Wo soll ich usterniß m mich den vor bedecken uSohn nel und abe ich tens in abe ich geliebt licht an tt, son⸗ uMen⸗ als dich ch mein ern oft icht mit be viele en oder men 0 schläftig Wort Anhang. Gebete. 505 genommen, meine Neigungen dir nicht geheiligt, mich und die Welt dir zu lieb nicht verleugnet, mein Herz dir nicht geopfert und nach deinem Reich und deiner Gerechtigkeit nicht vor allem Andern getrachtet. O mein Gott, wie groß ist meine Schuld gegen dich, wie zahllos sind meine Uebertretungen und Versäumnisse, wie kalt meine Liebe, wie todt mein Glaube, wie schwach und befleckt auch das wenige Gute an mir! Wie suche ich in Allem mich, nicht dich und deine Ehre, wie lebe ich mir, nicht dir! Und wie vieler Sünden können meine Nebenmenschen mich anklagen! Gegen Eltern, Lehrer, Obrigkeiten und nächste Vorgesetzte war ich nie gehorsam und treu genug, nie so gewissenhaft, daß man in all mein Thun und Lassen, in alle meine Worte und Gedanken mir hätte herein— sehen dürfen, ohne mich da oder dort lieblos, nachlässig, träg, untreu und ungehorsam zu finden. Und wie sehr fehlt es mir an der brüderlichen und an der allgemeinen Menschenliebe! Wenn es auch nicht zu Mordgedanken bei mir kommt, so steigt doch so oft Zorn und Rachsucht, Haß und Bitterkeit in mir auf, so oft vergebe ich nicht, wo ich sollte, und thue nicht alles, um den Frieden her⸗ zustellen. Statt dem Nächsten stets mit Trost und Rath zu helfen und für sein leibliches und geistliches Wohl zu sorgen, denke ich oft nur an mich und meinen Vortheil. Und wie befleckt ist oft mein Wesen durch unreine Lüste und Begierden, wie kann ich unkeuschen Gedanken und Bildern Raum in meiner Seele gestatten und in Fleisches⸗ lust, Augenlust und hoffärtigem Wesen mich verirren, der Eitelkeit dienen, in Unmäßigkeit oder sonst fleischlicher Ge— nußsucht und Bequemlichkeit mich verfehlen und in irdi⸗ schem Sinn mich verlieren! Auch Unredlichkeit und Un⸗ treue in Anwendung deiner Gaben muß ich bekennen; die Kräfte meines Leibes und meiner Seele, die edle Zeit und was du mir von Gütern gegeben hast, das habe ich nicht so benutzt, wie es einem treuen Haushalter gebühret, ja selbst des Nächsten Eigenthum war mir nicht so heilig, daß ich von aller Untreue mich freisprechen könnte. Vor Betrug im Handel und Wandel, vor dem Geiz, der zu wenig giebt und zu viel nimmt, vor dem Neid, der nach 22 506 Anhang. Gebete. fremdem Gut trachtet oder doch lüstet, habe ich mich nicht genug gehütet. Auch des Nächsten Name war mir nicht theuer genug. O wie viele Zungensünden zeugen wider mich, wie manche Verläumdung, wie vieles lieblose und unnöthige Richten und 1 wie viele Verkleinerungs— sucht und Schadenfreude! Oft habe ich auch getrachtet, Andern unter dem Schein des Rechts das Ihre abzuspannen, überhaupt tausendfältig mich des Bösen gelüsten lassen. Besonders sehe ich auch Lieblingsneigungen in mir, Schooß— sünden, deuen ich immer wieder mich hingebe, von denen wenigstens meine Gedanken nicht ablassen, die mein Gebet stören und mein Herz btecen Ach, mein Gott, wie groß ist meine Noth! Du lässest mir sagen: Verflucht sei, wer nicht alle Worte des Gesetzes erfüllet, daß er darnach thue. Wo soll ich hinfliehen vor diesem Fluch, der mich so vielfach trifft! Ach Gott, erbarme dich mein! Verwirf mich nicht von deinem Angesicht; du hast ja deinen eingebornen Sohn an meiner Statt zur Sünde und zum Fluch gemacht; um Jesu willen sei mir gnädig, sein Verdienst laß mir gelten, seine Fürsprache laß für mich reden, um seinetwillen le deine Verheißung: Ich vertilge deine Missethat, wie eine Wolke, und deine Sünde, wie den Nebel. Mein Gott, ich hoffe auf dich, laß mich nicht zu Schanden werden! Amen. Gnädiger und Hmwuheriers Gott, ich erkühne mich jetzt, vor deinen Gnadenthron zu treten und von dem Amt, das die Versöhnung Predict, die Versicherung zu begehren, daß mir meine Sünden vergeben sind. Du kennest mein Herz, und mein Elend ist dir nicht verborgen. Du siehest meine Schwachheiten, mein ganzes Verderben, und stellest auch meine unerkannten Sünden ins Licht vor dein An⸗ gesicht. Du siehest aber auch das Verlangen meines Geistes, meinen Hunger und Durst nach deiner Gnade. Ach, gerechter Gott, wenn du mit mir handeln wolltest nach meinen Sünden, so könnte ich nicht vor dir bestehen. Aber weil du gnädig und barmherzig bist; weil Jesus Christus, mein treuer Heiland, für meine Sünden genug gethan; und weil dein Geist Reue über die Sünde, Ver⸗ langen daß ic immer meines so wag thron, dern o Niema und H Thron Redlid du ge Wolke meine Sünde loben Lellen Anhang. Gebete. 507 licht langen nach Gnade und einen Sinn in mir gewirkt hat, ur nicht daß ich gern möchte eine höhere Kraft haben, die Sünde wider immer besser zu überwinden und ein ganzes Eigenthum ose und meines Heilandes in seiner heiligen Nachfolge zu werden: lerungs⸗ so wage ich es auch jetzt und trete vor deinen Gnaden— trachtet, thron, nicht auf meine Würdigkeit und Frömmigkeit, son— pannen, dern allein auf deine Barmherzigkeit in Christo Jesu. ö assen. Niemand kann Sünde vergeben, als du allein, mein Gott Schooß⸗ und Herr; ach, so gieb mir Gnade, daß ich vor dem denen Throne deiner Barmherzigkeit in wahrer Innigkeit und in Gebet Redlichkeit des Herzens erscheine. Herr, mir geschehe, wie tt, wie du gesagt hast: Ich vertilge deine Missethat, wie eine ö Herflucht Wolke, und deine Sünde, wie den Nebel. Ja, tilge alle ö daß er meine Uebertretungen um deinetwillen, und gedenke meiner Fluch, Sünden nicht. So will ich dich als dein versöhntes Kind ch mein! loben und preisen in Ewigkeit. Amen. hast ja ö Sinde 2. Sündenbekenntniß. gnädig, ö ö laß für Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich armer, sün⸗ 9 Jc diger Mensch bekenne dir alle meine Sünden, die ich Züͤnde, begangen mit Gedanken, Worten und Werken, und womit aß mich ich dich jemals erzürnet und deine Strafe zeitlich und ewig ö verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich um deiner grundlosen ö Barmherzigkeit und um des unschuldigen, bittern Leidens* ich jeht, und Sterbens deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, em Amt, du wollest mir armen, sündhaften Menschen gnädig und hegehrena barmherzig sein, mir meine Sünden vergeben und zur st mein Besserung meines Lebens deines heiligen Geistes Kraft A hn und Beistand gnädiglich verleihen. Amen.* . stelle in M 3. Nach der Beichte. meiles( „ „Guadl. Wohl dem, dem die Uebertretungen vergeben sind, dem ö die Sünde bedecket ist; wohl dem Menschen, dem tat ö ö ö 13 I 10 00 der Herr die Missethat nicht zurechnet, in deß Geist kein xů Hng Falsch ist. Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Ueber⸗ tretung bekennen: da vergabest du mir die Missethat meiner Sünde. Du, o Herr, bist mein Schirm, du wollest auch i1I H 9e..⸗ ( 508 Anhang. Gebete. ferner mich vor aller Angst behüten, daß ich errettet ganz fröhlich rühmen könne. Ja, freuet euch des Herrn, und seid fröhlich, ihr Gerechten, und rühmet, alle ihr Frommen. Der Herr hat Großes an uns gethan, der da mächtig ist und deß Name heilig ist, und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. Er will nicht immer hadern und nicht ewiglich Zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsere Uebertretung von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Darum soll mein Mund des Herrn Lob sagen und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich. Amen. ch liebster Herr Jesu, ich danke dir von Grund meines Herzens, daß du mir armen Sünder durch den Diener deines Wortes abermal die gnädige Vergebung meiner Sünden hast ankündigen lassen. Siehe, um Trost war mir sehr bange; du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe, denn du wirfst alle meine Sünde hinter dich zurück. Ach verleihe mir nun auch ferner deine Gnade, daß ich auf meine Zusage möge anfangen frömmer zu werden. Schaffe doch du, o Gott, in mir ein reines Herz und gieb mir einen neuen, ge⸗ wissen Geist; verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir; tröste mich wieder mit deiner Hülfe und der freudige Geist erhalte mich. Ach laß mich doch ablegen nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet. Und laß mich dagegen erneuert werden im Geist meines Gemüthes und anziehen den neuen Men⸗ schen, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Laß mich ablegen von mir den Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung und schandbare Worte. Laß mich tödten alles, was der Erde angehört, alle Unreinigkeit, böse Lust und den Geiz, welcher ist Ab— götterei. Hingegen was wahrhaftig, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich, was wohl lautet, ist etwa wůltlich in diest Erscheit Namen 9550 inn deinen und 7 Herzen theure O meit Aufgan als das Seele, Lebens der ew durch! Hände deiner haben! Nacht aufsteh geheim meinen ren M deinem inigk theure⸗ schreie et gan; mn, und ommen. htig ist währet Er will n. Er vergilt 1— us sein. met sich Ul mein e seinen meines Diener meiner ost war herzlich Ifst alle mir nun ge möge 0 Gott, uen, ge⸗ lagesicht sse mich ö ehalte vorigen Irrthum erden im nMen⸗ chaffener von Mir Ri mge ört Ab⸗ ar, Was ist ettba * Anhang. Gebete. 509 eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem laß mich nachdenken. Gieb, daß ich verleugne das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig lebe in dieser Welt, und warte auf die selige Hoffnung und Erscheinung deiner Herrlichkeit um deines allerheiligsten Namens willen. Amen. 4. Am Morgen des Communiantages. Heiland, in deinem Namen begrüße ich mit innigster Freude den gesegneten Tag, an dem du deinen Leib und dein Blut mir mittheilen willst. Preis und Dank und Ruhm und Lob sei dir aus tiefstem Herzensgrund, daß du mich bis hierher gebracht und deine theure Gnadenzeit auch heute wieder mir eröffnet hast. O mein Jesu, komme zu mir und besuche mich als der Aufgang aus der Höhe, als die Sonne der Gerechtigkeit, als das Licht und Leben der Welt, als der Arzt meiner Seele, als die Gerechtigkeit und Versöhnung meines ganzen Lebens, als der große Wiederbringer alles Verlornen, als der ewige Hohepriester, König und Friedefürst Aller, die durch dich zu Gott kommen. Tritt zu mir her, lege deine Hände auf mein Haupt, segne mich, fülle mich frühe mit deiner Gnade, und bereite mich so, wie du mich heute haben willst. Wie ich durch deine Gnade aus der dunkeln Nacht und vom Schlafe aufgestanden bin, so laß mich aufstehen aus allem alten Wesen und wegwerfen auch die geheimsten Bande der Sünde und Eitelkeit. Und wie ich meinem Leib die Kleider anlege, so ziehe du meinen inne— ren Menschen an, daß er würdiglich geschmückt sei, an deinem Lische zu erscheinen. Wasche mich von aller Un— reinigkeit, mache mich schneeweiß und helle durch dein theures Blut, schenke mir deine vollkommene Gerechtigkeit und kleide mich so in die Kleider des Heils, in denen ich erscheinen kann an deinem Hochzeitmahle. O wie sehnt sich meine Seele nach dem himmlischen Manna, das du in der Wüste dieses Lebens für mich zubereitet hast, wie dürstet mein Geist nach dem Lebenstranke, durch den du so hohe Kräfte mir mittheilen willst! Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, 510 Anhang. Gebete. Herr, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue? O Herr, du wollest dich mir offenbaren in dem Reichthum deiner Gnade und mich mit Freuden Wasser des Lebens schöpfen lassen aus dem Heilsbrunnen. Mein Heiland, bereite dir selbst eine Stätte in meinem Herzen, heilige mich zu einem reinen Gefäß deiner Gnade, in das du den kostbaren Schatz deines Leibes und Blutes niederlegen wollest. Zähle mich zu deinem Volk, zum Volk des Eigenthums, zum auserwählten Geschlecht, zum königlichen Priesterthum, und laß mich als Glied deines Leibes ewig an dir hangen. Dazu segne mir alles, was ich heute höre und betrachte, empfange und genieße, und speise und tränke meine Seele zum ewigen Leben. O mein Jesu, verherrliche deinen großen Namen an mir und in aller Welt, der du mit Gott, dem Vater, in Einigkeit des heiligen Geistes lebest und regierest immer und ewiglich. Amen. Tarmherziger Gott und Vater, wir bitten dich, du wollest an dem heutigen Tage im heiligen Abendmahle, worin wir das theure Gedächtniß des bittern Todes deines lieben Sohnes Jesu Christi begehen, durch deinen heiligen Geist in unsern Herzen also wirken, daß wir uns mit wahrem Glauben deinem Sohne, Jesu Christo, gänzlich ergeben, damit unsere mühseligen und zerschlagenen Herzen mit seinem Leibe und Blute als dem ewigen Himmels⸗ brode gespeiset und erquicket werden. Gieb denn, daß wir nun nicht mehr in unsern Sünden, sondern er in uns und wir in ihm leben und, aufgenommen in den neuen Bund der Gnade, nicht zweifeln, du wollest ewiglich unser gnädiger Vater sein, und uns unsre Sünden nimmermehr zurechnen, sondern uns an Leib und Seele versorgen, als deine lieben Kinder und Erben. Verleihe uns auch deine Gnade, daß wir getrost unser Kreuz auf uns nehmen, uns selbst verleugnen, unsern Heiland bekennen und in aller Trübsal mit aufgerichtetem Haupte unsers Herrn Jesu Christi warten, welcher unsern sterblichen Leib seinem verklärten Leibe ähnlich machen und uns zu sich in den Himmel aufnehmen wird in Ewigkeit. Amen. bleibe dein, den 2 dich! laßen umfat Lob ach dem en, daß lest dich ind mich aus dem ie Stätte Gefüß deines mich zu rwählten mich als zu segne mpfange ele zum großen Hott, dem regierest u wollest ndmahle, Es deines heiligen uns mit gänzlich N Herzen dimmels⸗ daß wir in uns en neuen lich unser mermehr hen al Uch deile nehmej und il 5 Hernl ib sinn ‚ell Anhang. Gebete. 511 5. Gebete beim Empfange des heiligen Abendmahls. err Jesus Christus, gieb mir von deinem Todesschmerz den tiefsten Eindruck in mein Herz! Sprich meiner Seele kräftig zu: Auch für dich ist mein Leib gegeben; auch für dich ist mein Blut vergossen! Amen. Herr, mein Heiland, vereinige dich mit mir, wie du verheißen hast. Wirke in mir alle guten Werke und bleibe in mir, auf daß ich ewig bleibe in dir. Amen. Herr mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, Niemand soll uns scheiden! Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben; du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich ewig werd umfangen. Amen. 6. Danksagung nach dem heiligen Abendmahle. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat; der dir alle deine Sünden vergiebt, und heilet alle deine Ge— brechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsere Uebertretung von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so er⸗ barmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Welcher auch seines eignen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns dahin gegeben: wie sollte er uns mit ihm nicht Alles schenken? 312 Anhang. Gebete. Denn so wir Cott versöhnet sind durch den Tod seines Sohnes, da wir noch Feinde waren, viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir ihm versöhnet sind. Darum soll mein Mund und Herz des Herrn Lob verkündigen von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Sei gepriesen, barmherziger Vater, daß du deinen Sohn Jesum Christum auch für mich sterben ließest, und mir bei der Feier seines Todes die feierliche Versicherung von deiner Gnade und von der Vergebung aller meiner Sünden gegeben hast. Lob und Dank sei dir, göttlicher Erlöser, für das theuerste Pfand deiner Liebe, das ich bei dem Genusse deines heiligen Mahles empfangen habe. Treuer Hei⸗ land, der du dein Leben am Kreuze für mich dahingabst, verherrliche deine Kraft in meiner Schwachheit, und nimm von mir alle Unruhe des Herzens! Zeige mir die Wunder deiner Gnade, und gieb mir eine heilige Gesinnung. Nimm hin meine Seele, die du mit deinem Blut erkauft hast! Feßle mich an dein Kreuz, und laß mich an dem— selben der Sünde absterben. Mache mich heilig und unbefleckt, und weihe mich ganz zu deinem Eigenthum. Gieß deine Liebe aus in mein Herz durch deinen heiligen Geist, damit ich dich aus allen Kräften liebe und in dir lebe. Deine Gnade begleite mich durchs ganze Leben. Wohl mir, treuer Hirte, wenn ich einst da sein werde, wo du deine Erlösten auf Himmelsauen weiden und zu lebendigen Wasserquellen führen wirst; wohl mir, wenn ich dort in der Schaar der vollendeten Gerechten ein himmlisches Mahl des Danks und der Freude bei dir in den Wohnungen des Vaters feiern, und in ewiger Un— schuld und Seligkeit vor deinem Himmelsthrone wandeln werde! Amen. 7. Vorbereitung auf die Krankencommunion. Her Herr Gott, barmherzig, gütig und von großer Treue! Es hat dir gefallen, mich auf dieses Kranken⸗ n Tod mehr em wir rn Lob u Sohn st, und icherung meiner r das Genusse er Hei⸗ ingabst, d nimm Wunder innung. erkauft an dem⸗ ig und enthum. heiligen in dir Leben. werde, ö und zu r, wenn hten in großer ranken⸗ Anhang. Gebete. 513 bett zu legen; weil ich aber nicht weiß, ob ich davon wieder gesund aufstehen oder darauf sterben werde, so will ich vor allen Dingen meine Seeele versorgen und das Uebrige dir, meinem gütigen und barmherzigen Gott, be⸗ fehlen. Ich will mich mit dir, und darum auch mit allen meinen Mitmenschen versöhnen, weil ich meinen Verstand noch habe, weil ich mich noch besinnen kann über meine Sünden; ich will dich um Verzeihung bitten, da ich noch beten kann, und Friede suchen mit Allen, die etwas wider mich haben, ehe du meine Seele mit allen ihren Schulden von mir forderst. Ich weiß ja wohl, wer sich zum seligen Sterben bereitet, der stirbt deswegen nicht früher noch später, sondern er verschaffet vielmehr sich damit den Segen, daß, wenn er gesund wird, er sich desto ernstlicher vor den Sünden hüte, die er auf seinem Krankenbette er⸗ kannt und bereuet hat, und wenn er stirbt, daß er ver⸗ sichert sei, er sterbe wohl und bereitet. Dies sind auch meine Gedanken, mein Gott; darum will ich jetzt dir beichten und das heilige Abendmahl empfangen, sodann aber geduldig, freudig und gläubig erwarten, wie du es mit mir machen wirst. Deßwegen komme ich bußfertig zu dir, mein himmlischer Vater, und spreche: Ach sei deinem Kinde gnädig, ach rechne mir nicht zu die Sünden meiner Jugend und die Thorheit meiner jungen Jahre. Ach Herr, sei gnädig meiner Missethat, die da groß ist, um Jesu, meines Heilandes, willen. Ach mein Gott, gieb Gnade zu meinem heiligen Vorhaben, stärke mich zu diesem Werke, daß ich es zu deiner Ehre und zu meinem Heil im rechten Glauben vollbringen möge. Amen. Lieber himmlischer Vater, mit Dank und inniger Freude begrüße ich den Tag und die Stunde, da ein freund⸗ liches Licht in meine Krankenstube hereinscheinen und dein Gnadentisch vor mir bereitet werden soll. O wie sehnet sich meine Seele nach deinem Liebesmahle! Wie der Hirsch nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem leben⸗ digen Gott. Wann werde ich dahin kommen; daß ich Gottes Angesicht schaue? Wer den Sohn siehet, der 2². Anhang. Gebete. siehet den Vater. Darum richte ich meine Augen auf dich, liebster Heiland, und schaue hin an dein Kreuz, an dem du meine Schuld gebüßet und mir den freien Zu— gang zum Thron der Gnade erworben hast. Im Glauben an dein theures Versöhnungswerk kann ich mit David frohlocken: Der Herr ist mein Hirt, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser, er erquicket meine Seele, er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Thal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Ja, du hilfst mir aus aller Betrübniß meiner Seele und salbest mein Haupt mit dem Freudenöl deines heiligen Geistes, und schenkest mir voll ein von den reichen Gütern deines Hauses. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause und in der Gemeinschaft des Herrn immerdar. Hochgelobt sei dein Name für solche unaussprechliche Gnade! O Herr, erfülle an mir den ganzen Liebesvorsatz, den du von Ewigkeit her auch über mich gefaßt hast. Ich bin freilich nicht werth, daß du mich besuchest. Aber siehe nicht auf meine Unwürdigkeit, sondern auf meine große Bedürftigkeit. Du hast ja verheißen: Die Elenden sollen essen, daß sie satt werden, und die Hungrigen füllest du mit Gütern. Auch diesen Hunger hast du in mir ge— wirket und wollest du immer mehr wirken, daß meine Seele ganz offen stehe als ein leeres Gefäß, in das du den Reichthum deiner Gnade ergießen wollest. Ich bin arm, mache mich reich; ich bin schwach, mache mich stark; ich bin unrein, mache mich rein; ich bin voll Krankheit und Aussatz der Sünden, wasche mich durch dein Blut und heile mich von allen Schäden meiner verderbten Natur. Du kannst schaffen, was du willst. Du erneuerst die Gestalt der Erde, erneuere auch mich. Du hast den Kranken gesund gemacht, der achtunddreißig Jahre lang an allen Gliedern gelähmt auf seinem Schmerzenslager gelegen hatte. So heile auch mich, du Arzt Leibes und der Seelen! Herr, ich warte auf dein Heil! Besuche mich als der Aufgang aus der Höhe! Vereinige dich in deinen hilf n Leibes ganzl das i deine zu mi As E Duél mit d freien Wie für armes werde Mens will i Herr und es di ich d Ewig ö Heilig also verdi weise schw. hast treu in dein gut. n auf H, an uZu⸗ lauben David nichts führet le, er willen. hte ich „Stab meiner deines reichen verden en im lerdar. made! en du h bin siehe große sollen est du r ge⸗ meine 15 du 9 bin stark; mkheit Blut erbten Ruerst st den lang lager 5 Ind suche ich in Anhang. Gebete. 515 deinem Abendmahl auf ewig mit meiner armen Seele und hilf mir zu einem neuen Leben in dir, daß ich alle Kräfte Leibes und der Seele dir heilige und meinen Willen gänzlich in deinen Willen versenke, denn was du thust, das ist wohlgethan! Nun, Herr, so komme zu mir, lege deine hohenpriesterlichen Hände auf mein Haupt und sprich zu mir: Friede sei mit dir! Amen. 8. Gebete nach der Krankencommunion. Ach. mein treuer Heiland, nun hast du dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe. Du hast mich gespeiset mit deinem Leibe und getränket mit deinem Blute, du hast mir elenden Sünder aus deiner freien Gnade Gerechtigkeit, Leben und Seligkeit geschenkt. Wie kann ich armer, schwacher Mensch dir genug danken für solche unaussprechliche Wohlthat? Ach nimm mein armes Lobopfer in Gnaden an! Laß mich nun recht stark werden am inwendigen Menschen, obgleich mein äußerlicher Mensch abnimmt. Ich bin nun mit dir vereinigt, darum will ich nun dein Eigenthum bleiben in Zeit und Ewigkeit. Herr Jesu, dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin ich, todt und lebendig; mache es mit mir in meiner Krankheit, wie es dir wohlgefällt, nur daß ich ewig selig werde: so will ich dich preisen und deinen Namen verherrlichen in alle Ewigkeit. Amen. Ich danke dir, lieber Heiland Jesus Christus, daß du mich in dieser meiner Leibesschwachheit mit deinem heiligen Leib und Blut gespeist und getränkt und dich also meiner Seele herzlich angenommen hast, daß sie nicht verdürbe. Hast du mir nun das Große erwiesen, so er⸗ weise mir auch das Geringere, und nimm dich meines schwachen und kranken Leibes, den du auch theuer erkauft hast und einmal zum ewigen Leben erwecken wirst, ge⸗ treulich an, und mildere mir meine Schmerzen. Pflanze in meinem Herzen die christliche Geduld, daß ich mich deinem Willen jederzeit gehorsamlich untergebe, einen guten Kampf des Glaubens kämpfe, den Lauf dieses irdi⸗ 516 Anhang. Gebete. schen Lebens mit Freuden vollende und, wenn meine letzte Stunde kommt, mit Freude und Frieden dahinfahre. Am jüngsten Tage laß mich fröhlich von den Todten aufer⸗ stehen und die Krone der Gerechtigkeit, das ewige Leben, aus Gnaden erlangen, um deines theuren Verdienstes willen. Amen. IV. Gebete in Krankheit und Todesnoth. 1. Gebete eines Kranken. Hew, wenn ich betrübt bin, so denke ich an dich. Ach, wo soll ich mich anders hinwenden, an wen soll ich anders gedenken in meinem Leiden und Kummer meines Herzens, als nur an dich, meinen Gott? Ach, du hast mich noch nie ohne Trost von deinem allerheiligsten An⸗ gesicht weggehen lassen. Darum höre auch jetzt mein Gebet, vernimm mein Flehen, mein König und mein Gott, und wenn ich rufe, so schweige nicht, sondern erhöre mich. Von deiner Hand ist mir das Leiden, das ich trage, zugeschickt worden; du kannst mich auch nach deiner Barm⸗ herzigkeit wieder davon befreien. Du, Herr, Herr, tödtest und machst lebendig, du machst arm und machst reich, du erniedrigst und erhöhest. Du erhebst den Dürftigen aus dem Staub und erhöhest den Armen. Darum spreche ich im Glauben: Herr, hilf mir; denn du kannst helfen; du bist ja ein allmächtiger Gott. Du willst mir helfen, denn du hast es ja verheißen. Du hast gesagt: Ehe sie rufen, will ich antworten, und wenn sie noch reden, will ich hören; mein Herz bricht mir gegen dich, daß ich mich dein erbarmen muß. Ach, erhöre mich auch! Höre den Seufzer meines Herzens und das wehmüthige Klagen meines Mundes. Jedoch, mein Vater, ich weiß, daß du mich allezeit erhörest, darum will ich dir auch nicht Zeit und Stunde vorschreiben, wann du helfen sollst; ich will gern auf die Stunde warten, die du dir zur Hülfe ausersehen. Stärke mich indessen durch deinen heiligen Geist. Stärke meinen Glauben, meine Hoffnung, mein Ver⸗ trauen. Gieb mir Geduld und Kräfte, mein Leiden zu traget mit noch Betri Clend willst Gnad zufris Was auf 6 Ange H Buße deine dir. nämb Flehe Gefäl ich le ein n Ende mein 0 He— Amer ne lette E. Am aufer⸗ Leben, dienstes Ach, soll ich meines du hast en An⸗ t mein n Gott, re mich. 9tlage, Barm⸗ Anhang. Gebete. 517 tragen, und laß mich endlich die Zeit erblicken, da du mich mit deiner Gnade erfreust. Ach, mein Vater, du hast noch Keinen verlassen, verlaß mich auch nicht. Du hast Betrübte allzeit erfreut, erfreue mich auch. Du hast den Elenden geholfen, hilf mir auch; wann, wie und wo du willst, das alles sei deiner Weisheit, Liebe, Güte und Gnade hiermit gänzlich heimgestellt. So sei denn wieder zufrieden, meine Seele; denn der Herr thut dir Gutes. Was betrübst du dich, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hülfe und mein Gott ist. Amen. H 0 Jesus Christus, du hast deinen Boten zu mir ge— schickt, nämlich diese meine Krankheit, und mich zur Buße ermahnen lassen. Sieh, mein Herr, ich erkenne deinen gnädigen Willen, bin gehorsam und kehre mich zu dir. Mein Gott, ich sende dir wieder einen Boten, nämlich mein Gebet und Seufzen. O Herr, nimm mein Flehen an, und laß mein Seufzen vor dich kommen. Gefällt es dir, mein Erlöser, ist's mir gut und selig, daß ich leben soll, nun, so richte mich auf, und hilf, daß es ein neues, gesundes, christliches Leben sei bis an mein Ende. Gefällt dir's nicht, daß ich lebe, sondern daß dies mein Ende sein soll, nun so sei es ein seliges. So komm, o Herr Jesu, und nimm meine Seele in deine Hände. Amen. 2. Fürbitte für einen Kranken. O allmächtiger Gott, himmlischer Vater, der du unsern Odem und unser Leben in deiner Hand hast, du schlägst und heilest, du tödtest und machst wieder lebendig. Du hast uns ein gnädiges Wort gegeben durch David: wenn wir dich in unserer Noth anrufen, wollest du uns erhören; so auch durch Christum, deinen lieben Sohn: wo zwei unter uns Gläubigen eins werden auf Erden, warum es ist, daß wir bitten, das soll uns gewiß widerfahren. Nun bitten wir dich, allerliebster Vater, für gegenwärtigen kranken Menschen, du wollest dich seiner gnädig erbarmen und ihm zuerst alle seine Sünde verzeihen, denn bei dir, 518 Anhang. Gebete. Herr, ist viel Gnade und viel Erlösung. Und weil er vor Angst und Schmerzen des mündlichen Trostes nicht wohl fähig ist, so tröste ihn im rechten Glauben und er⸗ scheine ihm, so es anders dein göttlicher, wohlgefälliger Wille ist, auch mit leiblicher Hülfe, wie du wohl thun kannst, denn bei dir ist kein Ding unmöglich. So es aber, lieber Gott, dir anders gefällt, und willst sein Leben ab⸗ brechen, wie eines Hirten Hütte, und ihn heimholen, so stärke und erhalte Leib und Seele wider alle gefährliche Anfechtung und mildere oder verkürze die großen Schmerzen und laß ihn in deinem Frieden selig einschlafen. Gieb und verleihe, daß sein letzter Tag auf Erden der erste und ewige sei in deinem Reiche durch Jesum, deinen lieben Sohn. Amen. 3. Gebete für einen Verscheidenden. Heicger, barmherziger Vater, siehe in Gnaden an unsern Miterlösten, der mit dem Tode ringet. Erbarme dich seiner in der letzten Angst. Erbarme dich seiner im Ge— richte. Wir befehlen dir seine Seele, die du zum ewigen Leben erschaffen hast; erlöse sie von allem Uebel und nimm sie auf in deine Hände! Göttlicher Erlöser, Jesus Christus, auch für diesen Sterbenden hast du dein Blut vergossen, auch für ihn die heißen Todeskämpfe gekämpft! Stehe ihm bei in seinen letzten Kämpfen! Du hast seine unsterbliche Seele erlöset zum ewigen Leben. Rufe den scheidenden Geist in die Heimath zu dir, daß er deine Herrlichkeit schaue. Heiliger Geist, göttlicher Tröster, sei Licht, Trost und Kraft diesem Sterbenden, dessen Auge bricht! Stärke ihn in seiner letzten Schwachheit. Hilf ihm hindurch dringen durch die enge Pforte zum Leben. Bringe seine Seele zum ewigen Frieden. Amen. Ach Herr, unser Gott, der du Leben und Tod in deinen Händen hast, um deines lieben Sohnes, Jesu Christi, willen erbarme dich dieses sterbenden Menschen und hilf ihm jetzt in der Stunde seines Todes; vergieb ihm alle seine den K deine Sohn, Heiliget 8 Herr, gnädig ihm de Tau he von se Seele großen Gnade uns zu Inseres Seligke durch d laß un sti. E i in Greude willen, Amen. Wi weil er 5 nicht und er⸗ fälliger LR thun 5 aber, en ab⸗ len, so ährliche merzen Gieb r erste deinen unsern me dich im Ge⸗ ewigen dnimm diesen ihn die seinen erlöset in die „Ttost Stärke hindurc ge seine deinen Christ. ind hiff ihm all: Anhang. Gebete. 519 seine Sünden, verkürze ihm seine Qual, erlöse ihn aus den Banden des Todes, und nimm seine Seele auf in deine ewige Freude! Vater, was du erschaffen hast, Sohn, was du erlöset hast, heiliger Geist, was du ge— heiliget hast, das befehlen wir auch jetzt in deine Hände. Ach Herr, segne diesen Sterbenden und behüte ihn; ach Herr, erleuchte dein Angesicht über ihn und sei ihm gnädig; ach Herr, erhebe dein Angesicht auf ihn und gieb ihm deinen ewigen Frieden. Amen. 4. Gebete, nachdem der Kranke verschieden ist. Teuer Gott, lieber himmlischer Vater, wir danken dir herzlich für alles Gute, das du dem Verstorbenen von seiner Kindheit an bis auf diese Stunde an Leib und Seele erwiesen hast, besonders, daß du ihn aus seinem großen Elend errettet, seine Seele, wie wir zu deiner Gnade hoffen, im Glauben erhalten und nunmehr in die ewige Herrlichkeit aufgenommen hast. Erfreue nun diese uns so theure Seele vor deinem Throne unter der An— zahl vieler tausend heiligen Engel und Auserwählten, und laß den Leib in seinem Grabe sanft ruhen bis zur fröh— lichen Auferstehung. Lehre uns auch bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden, und in steter Buße, im wahren Glauben, in christlicher Geduld und beständiger Hoffnung uns zu einer seligen Nachfolge zubereiten und das Ende unseres Glaubens davon bringen, nämlich der Seelen Seligkeit. Tröste und erfreue uns Alle wieder, die wir durch diesen Todesfall so tief betrübt worden sind, und laß uns erkennen, daß also dein heiliger Wille geschehen sei. Gieb auch, daß wir uns Alle einst bei dir in dem ewigen Leben mögen wiedersehen, da Niemand unsre Freude wird von uns nehmen. Erhöre uns um Jesu willen, mit dessen Worten wir beten: Vater unser ꝛc. Amen. ir danken dir, Herr Jesus Christus, daß du unser Gebet und Flehen nicht verachtet, sondern gnädiglich 52⁰ Anhang. Gebete. erhört hast. Du hast unsern Bruder sunsre Schwester! aus der Angst gerissen und eingeführt in die ewige Ruhe. Ach, lieber Heiland, wir sprechen mit Hiob: Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, der Name des Herrn sei gelobet! und mit dem Volk im Evangelio: Er hat alles wohl gemacht! Hilf, daß wir uns getrösten: wir haben die Person gar nicht verloren, sondern nur vorangesendet, der gewissen Hoffnung, daß du den ver⸗ storbenen Leichnam, der allhier in Schwachheit vor uns liegt, am jüngsten Tage mit großer Kraft und Herrlichkeit auferwecken wirst, und wir einander bei dir im ewigen Leben wiederfinden werden. Herr, du wollest uns auch sämmtlich deines heiligen Geistes Gnade verleihen, daß wir uns an diesem Todten⸗ bette erinnern, wie bald es um einen Menschen geschehen sei, und daß, wie es heute an diesem Menschen gewesen, es morgen an uns sein könne, damit wir in stetiger und immerwährender christlicher Bereitschaft erfunden werden, dir, wenn das Stündlein kommt, durch das finstere Thal des Todes mit Freuden zu folgen in dein Reich, der du sammt dem Vater und dem heiligen Geiste lebst und regierest in Ewigkeit. Amen. * 7 hwester je Ruhe. er Herr ame des lib: Er etrösten: rn nur den ver⸗ bor uns rrlichkeit ewigen heiligen Todten⸗ geschehen gewesen, ger und verden, ere Thal „der du ebst und Gottesdienstordnung für die Landeskirche in den Fürstenthümern Waldeck und Pyrmont. I. Gottesdienstordnung Orgelvorspiel, Ein⸗ gangslied. Pastor:„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.“ Gemeinde:„Amen.“ Pastor verliest den Ein⸗ gangsspruch auf den betr. Sonn⸗ oder Festtag. Gemeinde:„Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste; wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ Oder: Gemeinde singt Lied Nr. 2 Vers 4 unseres Gesangbuchs: Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron: der heili⸗ gen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Oder Nr. 121 V. 9: O Vater, Sohn und heil— ohne Abendmahlsfeier. ger Geist, dein Name, der allmächtig heißt, sei uns ge— lobt in dieser Zeit, sei hoch— gelobt in Ewigkeit! Oder Nr. 183 B. 7: Preis sei dir, Ehr und Herrlichkeit, Gott Vater, Sohn und Geist, bereit, und deinem heilgen Namen; dein göttlich Kraft mach uns sieg⸗ haft durch Jesum Christum. Amen. Oder Nr. 194 V. 3: Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne zusammt dem heilgen Geist im höchsten Himmels⸗ throne, ihm, dem dreieingen Gott, als der im Anfang war, und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. Oder Nr. 196 V. 7: Gott Vater in dem höch— sten Thron und Jesus Christ, sein ewger Sohn, sammt 52² Gottesdienstordnung für die Landeskirche. Gott dem werthen heilgen Geist, sei nun und immerdar gepreist. Oder Nr. 425 V. 5: Jehovah, Vater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig fleußt, durchfleuß Herz, Sinn und Wandel wohl; mach uns des Lobs und Segens voll. Pastor Eudn den Bu ß⸗ spruch: und schließt mit: „Herr, erhöre 15 aus der Tiefe unseres Herzens rufen wir⸗“ Gemeinde:„Herr erbarme dich unser, Christe erbarme dich unser, Herr erbarme dich unser!“ Oder: Gemeinde singt Lied Nr. 218 aus unserem Gesangbuche: 1J. Christe, du Lamm Got⸗ tes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Got⸗ tes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Got— tes, der du trägst die Sünd der Welt, gieb uns deinen Frieden. Amen! Oder Nr. 233 V. 1: Aus tiefer Noth schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen! Dein gnädig Ohr neig her zu mir und meiner Bitt es öffne; denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist gethan: wer kann, Herr, vor dir bleiben? Oder Nr. 235 V. 1 und 4: 1. Ofrommer und getreuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich: das ist mir leid und reuet mich. 4. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld; so werd ich arm, verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd. Oder Nr. 236 V. 1 und 3: 1. Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind meine vielen Sünden! Da ist Niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 3. Zu dir flieh ich; ver⸗ stoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet; geh mit mir nicht, Gott, ins Gericht; dein Sohn hat mich versühnet. Oder Nr. 241 V. 1: O Vater der Barmherzig⸗ keit, ich falle dir zu Fuße; verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut rechtschaffne Buße! Was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte. Pastor verliest den Trost— spruch und schließt mit: „Ehre sei Gott in der Höhe!“ Gemeinde:„Und Frieden auf Erden und den Men⸗ gefal nun terla cht ist Herr, und 4: zetreuer en dein sündigt hir leid Tr, laß n alle erd ich ledig Sünd. und 3: Herr, er sind n Da en kann, Nden. 9: ver⸗ 95 Wohl nit mir ht; dein 991 aim le gangen ir alles ne groß 5˙ Tr ost⸗ nit, Hhel' * + Frieden Mu Amen, Amen.“ Oder: Pastor verliest den Trost— spruch und schließt mit: „Lobsinget ihm, lobsinget seinem Namen!“ Gemeinde: Lied 96 Vers 1 aus unserem Gesangbuche: Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann ein Schade. Ein Wohl⸗ gefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Un⸗ terlaß, all Fehd hat nun ein Ende. Pastor:„Lasset uns be⸗ ten!——— durch Jesum Christum unsern Herrn.“ Gemeinde:„Amen.“ Pastor verliest das Evan⸗ gelium(die Epistel) und schließt mit:„Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren“; oder einem ähn⸗ lichen passenden Spruch. Gemeinde:„Halleluja! Halleluja! Hallelula!“ Oder: „Amen“, welches während der Passionszeit immer ge⸗ sungen wird. Gottesdienstordnung für die Landeskirche. 523 schen ein Wohlgefallen. Amen, Pastor verliest das Glau— bensbekenntniß. Gemeinde:„Amen, Amen, Amen.“ Kurzes Orgelvor⸗ spiel und Predigtlied. Predigt. Liedervers, dem einige wenige einleitende Akkorde vorangehn. Pastor verliest das all⸗ gemeine irchen⸗ bezw. Festgebet un schließt mit: „durch Jesum C hustum, un⸗ sern Herrn.“ Gemeinde:„Amen.“ Pastor:„Vaterunse Gemeinde:„Amen,——— Amen.“ Oder: Pastor: Vaterunser, schlie— ßend mit:„Erlöse uns vom Uebel.“ Gemeinde:„Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewig⸗ keit. Amen.“ Schlußvers, wenige Akkorde wird. Pastor:„Der Herr segne euch“ ꝛ. Gemeinde:„Amen, Amen, Amen.“ Orgelnachspiel. der durch eingeleitet II. Gottesdienstordnung mit Abendmahlsfeier. Die Ordnung bleibt wie unter Ibis zum Schluß— vers(ausschließlich). Alsdann: welches überleitet zu dem Abendmahlsvorlied. Orgelspiel, 524 Gottesdienstordnung für die Landeskirche. Gemeinde singt: Vers 1 des Liedes:„Schmücke dich, o liebe Seele“ A.; oder: „O Lamm Gottes“ ꝛc.; oder: 100196 Lied: „„Schaffe in mir Gott ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht, verwirf mich nicht von dei— nem Angesicht, von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 2. Tröste mich wieder mit deiner Hülfe, und er, der freudige Geist enthalte mich. Wasche mich wohl, wasche mich wohl von Wieitber Misse that, von meiner Missethat, und reinige mich von meiner Sünde.“ Gruß. Pastor: mit euch!“ Gemeinde:„und mit dei— nem Geiste!“ Danksagung mit dem „Heilig.“ Pastor: die Höhe“, Gemeinde:„Erheben wir zum Herrn.“ Pastor:„Lasset uns dank⸗ sagen dem Herrn, unserm Gott.“ Gemeinde:„Das ist wür⸗ dig und recht.“ Pastor:„Wahrhaft wür⸗ dig und recht, billig und „Der Herr sei „Die Herzen in heilsam ist es, daß wir dir, Herr, heiliger, allmächtiger Vater, ewiger Gott, allezeit und überall danksagen durch Jesum Christum, unsern Herrn, in dessen Namen wir uns beugen vor deiner Herr— lichkeit und Majestät und unsere Stimmen vereinigen mit dem Lobpreis der himm⸗ lischen Heerschaaren und singen:“ Gemeinde:„Heilig, heilig ist unser Gott, der Herr Ze— baoth. Alle Lande sind sei⸗ ner Ehre voll. Snamua in der Höhe. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, Hosianna in der Höhe.“ Oder: Pastor:„Erhebet eure Herzen und danksaget dem Herrn, unserem Gott, denn recht ist es, wahrhaft wür⸗ dig, billig und heilsam, daß wir dir“ ꝛc. wie oben an⸗ gegeben— bis„Heerschaaren und singen.“ Gemeinde:„Heilig, heilig ist unser Gott, der Herr Ze— baoth“ ꝛc. wie oben. Pastor:„Lasset uns beten:“ Pastor:„Vaterunser“ ꝛc. Gemeinde:„Amen.“ Oder: Pastor:„Lasset uns beten: Vaterunser“ bis„von dem Uebel.“ Get das und d keit. Pa wort Aber Au Tisc komu gruf Sf Geme Lamn falls Aben ir dir, ctiger allezeit durch unsern en Wir Herr⸗ t und inigen himm⸗ und cheilig rr Ze⸗ in sei⸗ nna in li, der en des nder eure t dem , denn wür⸗ m, daß hen an⸗ chaaren hilig err Ze⸗ beten:“ ser A. Il . betkn: V dens. Gemeinde:„Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewig— keit. Amen.“ Pastor: Stiftungs⸗ worte des heiligen Abendmahles. Aufforderung zum Dische des Herrn zu kommen und Friedens⸗-⸗ gruß. Spendung, während die Gemeinde das Lied:„O Lamm Gottes“ anstimmt, falls solches nicht bereits als Abendmahlsvorlied gesungen, und dann mit dem Gesang anderer Abendmahlslieder fortfährt bis zum Schlusse der Communion. Schlußdanksagung. Pastor:„Danket dem Herrn, denn er ist freund⸗ lich, Halleluja.“ Gemeinde:„Und seine Güte währet ewiglich, Hal⸗ leluja.“ Pastor:„Laßt uns beten: Gottesdienstordnung für die Landeskirche. 52⁵ Wir danken dir, allmächtiger Herr Gott, daß du uns durch diese heilsame Gabe erquickt hast, und bitten deine Barm— herzigkeit, daß du uns solches gedeihen lässest zu starkem Glauben gegen dich und zu brünstiger Liebe unter uns allen durch Jesum Christum, unsern Herrn.“ Gemeinde:„Amen.“ Oder: Schlußdanksagung. Pastor:„Lasset uns beten und dem Herrn danken:“ „Wir danken dir, all⸗ mächtiger Herr Gott“ u. s. w. bis—„unsern Herrn.“ Gemeinde:„Amen.“ Lied 232 unseres Gesang⸗ buches. Der Segen. Pastor:„Der Herr segne euch“ ꝛc. Gemeinde:„Amen, Amen, Amen.“ Orgeln achspiel. Verzeichniß der Lirderdichter, nebst Angabe der von jedem derselben aufgenommenen Lieder. Albert, Heinrich, geb. am 28. Juni 1604 zu Lobenstein im Voigt⸗ lande, studirte die Rechte und starb als Organist am 6. Oct. 1688 zu Königsberg in Pr.(Nr. 305.) Albinus, Joh. Georg, geb. am 6. März 1624 zu Unternessa bei Weißenfels, starb am 25. Mai 1679 als Pfarrer zu Naum⸗ burg.(Nr. 240, 418.) Allendorf, Johann Ludwig Conrad, geb. 1693 zu Josbach bei Marburg, starb als Scholarch und Pfarrer zu St. Ulrich in Halle 1773.(Nr. 441, 5115 Arends, Wilh. Erasmus, starb 1721 als Pfarrer in Halberstadt. (Ist vielleicht Verfasser von Nr. 288.) Arndt, Ernst Moritz, geb. am 26. Decbr. 1769 zu Schoritz auf der Insel Rügen in Pommern, war 1806 Professor zu Greifs⸗ walde, lebte als solcher seit 1817 in Bonn, wo er am 29. Januar 1860 starb.(Nr. 34, 264, 399, 400.) Arnold, Gottfr., geb. am 5. Sept. 1666 zu Annaberg, starb als Pastor und Inspektor zu Perleberg in der Priegnitz am 30. Mai 1714.(Nr. 276, 456, 485.) Aschenfeld, Christoph Carl Julius, geb. 1792 in Kiel, seit 1817 Prediger in Flensburg.(Nr. 152.) Baehr, Chr. Aug., geb. am 25. Jan. 1795 zu Atterwasch bei Guben in Pr., starb am 23. April 1846 als Pfarrer in Weigsdorf bei Zittau.(Nr. 158.) Behemb,(Boehme— Bohemus) Martin, geb. am 16. Sept. 1557 zu Lauban, starb daselbst als Pastor primarius am 5. Februar 1622(Nr. 304, 334.) Bernstein, Chr. Andr., geboren zu Domnitz im Saalkreise, starb daselbst als Pastor adj. am 18. Oct. 1699.(Nr. 460, 487.) Betichus, Joh., ist unbekannt; soll Verfasser dreier geistlicher Lieder sein, scheint um 1700 gelebt zu haben.(Nr. 34). Bickel, Joh. Dan. Carl, geb. am 24. Juni 1727 zu Altenweilnau, starb als Nassau⸗-Usingischer Superintendent in Mosbach am 28. Juni 1809.(Nr. 119, 292.) Bir Lieder. m Voigt⸗ 6. Oct. Internessa u Naum⸗ Sbach be Ulrich in lberstadt. hortz auf u Greifs⸗ 0 er am starb als nitz am seit 18¹⁷ wasch 0 Narter in 16. Seht. arius am anweilnau, Vbach am Verzeichniß der Liederdichter. Bienemann, Dr. Caspar, oder mit angenommenem griech. Namen Melissander genannt, geb. 1540 zu Nürnberg, starb als Generalsuperintendent in Altenburg am 12. Sept. 1591. (Nr. 184.) Birken, Siegm. von, eigentlich Betulius, welchen Namen er bei seiner Erhebung in den Adelstand durch den Kaiser Ferdi— nand III. in den deutschen Birken übersetzte, geb. am 25. April 1626 zu Wildenstein bei Eger in Böhmen, starb als kaiserlicher Pfalzgraf und gekrönter Dichter am 12. Juni 1681.(Nr. 271, 435, 455.) Bogatzty, Carl Heinr. von, geb. am 7. Sept. 1690 zu Jankowe in Niederschlesien, studirte zuerst die Rechtswissenschaft, später Theologie, starb im Waisenhause zu Halle am 15. Juni 1774. (Nr. 110.) Brandenburg-Culmbach, Albrecht, Markgraf von, geb. 1522, starb am 8. Januar 1557.(Nr. 355.) Brandenburg, Luise, Henriette, Kurfürstin von, geb. am 17. Nov. 1627 im Haag, starb am 8. Juni 1667 in Berlin. (Nr. 238, 419.) Breithaupt, Dr. Joachim Just., geb. im Febr. 1658 in Nord⸗ heim, starb als Generalsuperintendent des Herzogth. Magde⸗ burg im Kloster Bergen am 16. März 1732.(Nr. 273, 437.) Bürde, Samuel Gottlieb, geb. 1753 zu Breslau, starb als Kammerdirector zu Breslau im Jahre 1831.(Nr. 492, 499.) Canitz, Friedr. Ludw. Rud. von, geb. am 27. Novbr. 1654 zu Berlin, starb als kurfürstlich brandenburgischer Geheimerath zu Berlin am 11. August 1699.(Nr. 500, 501.) Cramer, Dr. Joh. Andr,, geb. am 29. Januar 1723 zu Jästädt im Erzgebirge, starb als Kanzler und Professor der Theologie in Kiel am 12. Juni 1788.(Nr. 293, 3001.) Crasselius, Bartholom., geb. am 21. Febr. 1667 zu Wernsdorf bei Glaucha in Sachsen, starb als Pfarrer in Düsseldorf, nach Einigen am 10. Nov. 1724.(Nr. 186, 483.) Dasch, M. Simon, geb. am 29. Juli 1605 zu Memel, starb als Professor der Dichtkunst in Königsberg am 15. April 1659. (Nr. 417.) Decius, Nicol., war Lehrer in Braunschweig und soll 1529 als Prediger in Stettin gestorben sein.(Nr. 96, 21⁷.) Denite, David, geb. am 31. Januar 1603 zu Zittau, starb als Consistorialrath in Hannover am 1. April 1580.(Nr. 120, 172, 196, 241, 255, 266, 339.) Deßler, Wolfgang Christoph, geb. 1660 zu Nürnberg, starb als Conrector an der Schule zum heiligen Geist in Nürnberg im Jahre 1722.(Nr. 474.) Dieterich, Joh. Sam., geb. am 15. Decbr. 1721 zu Berlin, starb daselbst als Consistorialrath am 14. Januar 1797.(Nr. 251, 258, 295.) 528 Verzeichniß der Liederdichter. Döring, Carl Aug., geb. am 22. August 1783 zu Mark⸗Alvens⸗ leben im Magdeburgischen, starb als Prediger in Elberfeld am 17. Januar 1844.(Nr. 214.) Drese, Adam, geb. um 1630 in Thüringen, starb als Kapellmeister in Arnstadt 1701.(Nr. 159.) Eber, Dr. theol. Paul, geb. am 8. Nov. 1511 zu Kitzingen in Franken, Freund Luthers und vornehmlich Melanchthons, starb als Generalsuperintendent und Professor der Theologie in Wittenberg, am 10. Decbr. 1569.(Nr. 354, 382, 383.) Fabricius, Dr. Jacob, geb. am 19. Juli 1593 zu Cöslin, wurde Feldsuperintendent der schwedischen Armee in Deutschland und Beichtvater des Königs Gustav Adolf. Er starb als Pastor und Professor der Theologie zu Stettin am 11. August 1654. (Nr. J01.) Fischer, Dr. Eberh. Ludw., geb. am 6. August 1695 zu Groß⸗ heppach im Ramsthale, gest. als Hofprediger, Prälat von Adelberg und Consistorialrath in Stuttgart 1773.(Nr. 118.) Fischer, Joh. Wilh., geb. 1711 in Hauau, starb als Pfarrer in Dudenhofen 1775.(Nr. 448.) Flemming, Dr. med. Paul, geb. am 5. Oct. 1609 zu Harten⸗ stein im Schöneburgischen, starb in Hamburg am 2. April 1640.(Nr. 358.) Franck, Joh., geb. am 1. Juni 1618 zu Guben in der Nieder⸗ lausitz, starb als Bürgermeister das. am 18. Juni 1677. (Nr. 36, 154, 220, 319, 351, 427, 472.) Francke, Dr. theol. Aug. Herm., geb. am 12. März 1663 in Lübeck, Stifter des Waisenhauses in Halle, starb daselbst als Prof. der Theologie, Pastor zu St. Ulrich und Director des Waisenhauses am 8. Juni 1727.(Nr. 39, 371.) Frank, Sal., geb. am 6. März 1659 in Weimar, starb daselbst als Oberconsistorialsecretair am 11. Juni 1725.(Nr. 66, 67, 132, 187, 309.) Freylinghausen, Joh. Anast., geb. am 2. Dec. 1670 zu Gan⸗ dersheim in Braunschweig, starb als Pastor in Halle am 12. Februar 1739.(Nr. 163, 377, 504.) Freystein, Dr. jur. Joh. Burchh., starb als Hof- und Justizrath in Dresden um 1720.(Nr. 269.) Fricker, Joh. Ludw., gest. 1766.(Nr. 451.) ö Funk, Dr. kheol. Gottfr. Bened., geb. am 29. Novbr. 1734 zu Hartenstein in Sachsen, starb als Consistorialrath in Magde⸗ burg am 18. Juni 1814.(Nr. 79, 397.) ö Garve, Carl Bernh., geb. am 24. Januar 1763 zu Jeinsen bei Hannover, starb, nachdem er in verschiedenen Brüdergemeinden das Predigtamt verwaltet, und zuletzt als Prediger zu Neu⸗ salz gestanden hatte, in Herrnhut am 21. Juni 1841. (Nr. 12, 179, 428, 447, 468.) Gedicke, Lampertus, geb. 1683 zu Gardelegen in der Altmark, Ger Mark⸗Adens⸗ in Elberfeld am als Kapellmeister zu Kitzingen in anchthons, starb r Deologie in 382, 383.) u Cöslin, wurde Deutschland und starb als Pastor . August 1654. 1695 zu Groß⸗ jer, Prälat von V73.(Ar. 118.) als Pfarrer in 609 zu Harten⸗ ig am 2. April in det Nieder⸗ uni 1677. Mtz 1663 in zrb daselbst als nd Director des — , starb daselbst 3. G(i. 66, 67, 1670 u Gan⸗ ot in Halle an f⸗ und Jusihrath 4 zu Wobr. I34. 51 Atath in Magde⸗ zu Finsen bei Brüdergenein Prediger zu Neu⸗ uni 1841. in der Mmatt, Verzeichniß der Liederdichter. 529 starb als Feldprobst zu Berlin am 21. Februar 1735. (Nr. 378.) Geibel, Johann, geb. 1776 in Hanau, starb als Pastor der re— formirten Gemeinde in Lübeck 1853.(Nr. 153.) Gellert, M. Chr. Fürchtegott, geb. am 4. Juli 1715 zu Hai⸗ nichen im Erzgebirge, starb als außerordentlicher Professor der Philosophie in Leipzig am 13. Decbr. 1769.(Nr. 32, 46, 64, 75, 76, 127, 134, 135, 176, 190, 191, 225, 285, 286, 290, 294, 313, 327, 328, 379, 380, 394, 395.) Gerhardt, Paul, geb. 1608 zu' Gräfenhainichen bei Wittenberg, 1656 Prediger zu Berlin, starb als Archidiaͤkonus in Lübben am 7. Wuni 1676.(Nr. 19, 27, 28, 29, 48, 56, 57, 58, 59, 88, 89, 123, 140, 141, 142, 195, 291, 306, 307, 312, 317, 318, 332, 349, 360, 361, 362, 363, 364, 365, 366, 430, 481, 505.) Gesenius, Dr. theol. Justus, geb. am 6. Juli 1601 zu Eßbeck im Hannoverschen, starb als Generalsuperintendent zu Hannover am 18. Sept. 1671.(Nr. 54, 81 s. Wegelin.) Gotter, Ludw. Andr., geb. am 26. Mai 1661 zu Gotha, war das. Hof- und Assistenzrath, starb am 19. September 1735. (Nr. 188, 201, 277.) Graumann, auch Gramann, Dr. Joh., meist unter dem griech. Namen Poliander bekannt, geb. am 4. Juli 1487 zu Neu⸗ stadt in Bayern, Freund Luthers, starb als Professor in Kö— nigsberg am 29. April 1541.(Nr. 193.) Gregor, Chr., geb. am 1. Jan. 1723 zu Dirsdorf bei Reichen— bach in Schlesien, starb plötzlich nach einer Synode in Ber— thelsdorf als Bischof der Brudergemeinde von Herrnhut am 6. Nov. 1801.(Nr. 1540 Gretgen, Adam, Advotat zu Sorau in der Niederlausitz, starb 1660.(Nr. 168.) Gryphius, Andr., geb. am 11. Octbr. 1616 zu Großglogau, starb als Landsyndicus des Fürstenthums Glogau am 16. Juli 1664.(Nr. 507.) Gryphius, Christian, Sohn des Andreas Gryphius, geb. 1649 in Fraustadt, starb als Gymnasialdirector zu Breslau im Jahre 1706.(Nr. 508.) Günther, Cyriacus, geb. am 15. Januar 1650 zu Goldbach bei Gotha, starb als Lehrer das. im Oct. 1704.(Nr. 199, 221.) Haßlocher, Joh. Adam, geb. am 24. Sept. 1645 in Speyer, st. als Superintend. zu Weilburg am 9. Juli 1726.(Nr. 6.) Hardenberg, Friedr. G. von,(Novalis), geb. am 2. Mai 1772 zu Widerstedt im Mansfeld'schen, starb als Amtshauptmann zu Weißenfels am 25. März 1801.(Nr. 151, 458, 459.) Hecker, M. Heinr. Cornel., geb. am 1. Aug. 1699 in Hamburg, st. als Oberpfarrer in Meuselwitz bei Altenburg am 22. Juli 1744.(Nr. 14, 463.) 530 Verzeichniß der Liederdichter. Heermann, Joh., geb. am 11. Oct. 1585 zu Rauden in Schlesien, starb als vormaliger Prediger von Koben a. O. in Lissa am N. Februar 104/.(Nr. 51, 52, 70, 105, 147, 185, 219, 237, 350, 359, 462, 486.) Held, Heinrich, soll als Licentiat und Sachwalter zu Guhrau in Schlesien um 1650 gelebt haben, starb 1676.(Nr. 16.) Helmbold, M. Ludw., geb. am 2. Januar 1532 zu Mühlhausen, st. als Superintendent das. am 12. April 1598.(Nr. 356.) Herberger, Valerius, geb. am 21. April 1562 zu Fraustadt in Polen, starb als Pastor das. am 18. Mai 1627.(Nr. 387.) Hermann, Dr. Joh. Gottfr., geb. 1707 in Alt-Jeßnitz in Kur— sachsen, Oberhofprediger in Dresden, starb das. am 30. Juli 1791.(Nr. 126.) Hermann, Nicol., Cantor zu Joachimsthal in Böhmen, starb am 3. Mai 1561.(Nr. 316, 381, 429.) Hermes, Joh. Timoth., geb. am 31. Mai 1738 zu Petzeck bei Stargard in Hinterpommern, st. als Professor der Theologie und pastor prim. zu St. Elisabeth zu Breslau am 24. Juli 1821.(Nr. 510.) Herrnschmid, Dr. Joh. Dan., geb. am 11. April 1675 zu Bopfingen in Schwaben, starb als Professor der Theologie in Halle am 5. Februar 1723.(Nr. 202.) Herzog, Dr. jur. Joh. Friedr., geb. am 5. Juni 1647 in Dres⸗ den, lebte in Jena, starb als Rechtsconsulent in Dresden am 21. März 1699.(Nr. 322.) Hiller, M. Ph. Friedr., geb. am 6. Januar 1699 zu Mühlhausen an der Enz, starb als Pfarrer in Steinheim am 24. April 1769.(Nr. 22, 37, 84, 99[s. Knapp!, 177, 256, 257, 259, 347, 461.) Hoffmann, Gottfried, geb. am 5. Decbr. 1658 zu Löbenberg in Schlesien, starb als Rector in Zittau am 1. October 1712. (Nr. 409.) Homburg, Ernst Christoph, geb. 1605 zu Mühla bei Eisenach, starb als Rechtskonsulent zu Naumburg am 2. Juni 1681. (Nr. 60, 82.) Keimann, M. Chr., geb. am 27. Febr. 1607 zu Pancraz in Böhmen, starb als Rector in Zittau am 13. Jan. 1662.(Nr. 148.) Kern, M. Chr. Gottlob, geb. am 13. Jan. 1792 in Söhnstetten, starb als Pfarrer in Dürmenz-Mühlacker an der Enz am 5. August 1835.(Nr. 228.) Klausnitzer, Tobias, geb. 1618 zu Thun bei Annaberg, starb als Stadtpfarrer und Kirchenrath zu Weiden in der Ober— pfalz 1684.(Nr. 4.) Klopstock, Friedr. Gottlieb, geb. 2. Juli 1724 zu Quedlinburg, starb im Privatstande zu Hamburg am 14. März 1803. (Nr. 226, 402, 407, 424, 426.) Knapp, M. Albert, geb. am 25. Juli 1798 in Tübingen, war Sclesen, Lisa am 85, A9, uhrau in 16.) lhausen, k. 356“ sstadt in . 387. in Kur⸗ 20. Juli starb am Hetzetk bei Theologie 24 Jusi 24. Juli 167⁵ zu hlhausen A. April 57, B9, nbelg in her 1712. Essenach, mi 1böl. Böhmen, Nr. 1. hnstetten, Enz am erg/ starb Ober⸗ er O dlinburg, Verzeichniß der Liederdichter. Vikar in Feuersbach, Diakonus in Stuttgart, dann Pfarrer, starb daselbst am 18. Juni 1864.(Nr. 85, 99(s. Hiller!, 13, 114, 117, 205, 211, 212, 450.) Knoll, M. Chr.(Christoph), geb. 1563 zu Bunzlau in Schlesien, starb als Diakonus in Sprottau 1621.(Nr. 386.) Kramer, Moritz, geb. am 27. Februar 1646 zu Ammerswort in Holstein, st. als Pastor zu Morne am 22. Juni 1702.(Nr. 92.) Krause, Jonathan, geb. 1701 in Hirschberg in Schlesien, starb als Pfarrer, Superintendent und Assessor des Consistoriums in Liegnitz nach 1742.(Nr. 498.) Kritsch, Chr. Jacob, geb. 1671 zu Meißen, starb als Professor zu Elbingen im Jahre 1735.(Nr. 475.) Krummacher, Dr. Friedr. Adolf, geb. am 13. Juli 1768 zu Tecklenburg in Westfalen, Prediger der Ansgarigemeinde in Bremen, starb das. am 4. April 1845.(Nr. 33, 112, 204.) Kunth, M. Joh. Siegm., geb. am 3. October 1700 zu Liegnitz, starb als Superintendent in Baruth in der Oberlausitz am 7. Sept. 1779.(Nr. 423.) Lampe, Friedr. Adolf, geb. zu Detmold im Jahre 1683, starb als Pastor zu St. Ansgarii in Bremen 1729.(Nr. 490.) Langbecker, Em. Chr. Gottl., gest. 1798.(Nr. 469.) Lange, Ernst, geb. 1650 zu Danzig, st. das. als Rathsherr und Richter 1727.(Nr. 281.) Lange, Dr. theol. Joach., geb. am 26. Oct. 1670 zu Gardelegen in der Altmark, starb als Professor der Theologie in Halle am 7. Mai 1744.(Nr. 310.) Laurenti, Laurentius, geb. am 8. Juni 1660 zu Husum in Schleswig, starb als Musikdirector zu Bremen am 29. Mai 1722.(Nr. 71, 245, 370, 415.) Lavater, Joh. Casp., geb. am 15. Nov. 1741 in Zürich, starb als Pastor das. am 2. Januar 1801.(Nr. 139, 226, 231, 274, 440, 494, 503.) Lehmus, Joh. Adam, geb. am 2. Jan. 1707 in Rothenburg an der Tauber, starb am 17. Februar 1788.(Nr. 78, 333.) Liebich, Ehrenfried, geb. am 13. Juni 1713 in Probsthayn bei Liegnitz, starb als Pfarrer in Lomnitz in Schlesien am 23. Dec. 1780.(Nr. 94, 262, 404.) Liscov, M. Sal., geb. am 25. Oct. 1640 zu Niemitzsch in der Niederlausitz, st. als Diakonus zu Wurzen am 5. Dec. 1689. (Nr. 390, 489.) Lochner, Carl Friedr., geb. am 2. April 1634 zu Nürnberg, starb als Pfarrer zu Fürth am 26. Febr. 1697.(Nr. 493.) Lockmann, Peter, starb 1713.(Nr. 497. Löscher, Val. Ernst, geb. am 29. Dec. 1673 zu Sondershausen, Krene der Theologie in Wittenberg, starb als Pastor der reuzkirche in Dresden am 12. Febr. 1749.(Nr. 224, 246.) Löwenstern, Matthäus Apelles von, geb. am 20. April 1594, Verzeichniß der Liederdichter. 5 starb als Staatsrath des Herzogs von Oels am 3. April 1648.(Nr. 467.) Luther, Dr. theol. Martin, geb. am 10. Nov. 1483 in Eisleben, st. als Professor der Theologie und Prediger zu Wittenberg, in Eisleben am 19. Februar 1546.(Nr. 25, 26, 69, 86, 87, 97, 100, 108, 165, 171, 181, 192, 232, 233, 253, 348, 413.) Marot, Dr. théeol. Sam., geb. am 11. Dec. 1770 in Magde⸗ burg, war 67 Jahre Prediger in Berlin, starb daselbst als Ober-Consistorialrath und Senior der Berliner Geistlichkeit am 12. October 1865.(Nr. 209.) Mathesius, M. Joh., geb. am 24. Juni 1504 zu Rochlitz, Freund Luthers, starb als Pastor in Joachimsthal am 8. Oct. 1565, auf der Kanzel vom Schlage gerührt.(Nr. 303.) Meister, Dr. Christoph Georg Ludw., geb. am 12. August 1783 zu Halle a. S., st. am 26. Jan. 1811 als Pastor primarius in Bremen.(Nr. 106.) Mentzer, Joh., geb. am 27. Juli 1658 zu Jochma in der Ober— lausitz, starb als Pfarrer in Kemnitz in der Oberlausitz am 24. Februar 1834.(Nr. 61, 200, 495.) Meyfart, Dr. Joh. Matth., geb. am 9. Novbr. 1590 zu Wahl⸗ winkel im Gothaischen, starb als Senior in Erfurt am 26. Januar 1642.(Nr. 416.) Möller, Martin, geb. zu Kropstädt bei Wittenberg am 11. Nov. 1547, starb als Pastor prim. zu Görlitz am 2. März 1606. (Br. 353.) Müller, Michael, geb. in Blankenburg im Harz 1673, starb als Hauslehrer im Württembergischen 1704.(Nr. 433.) Münter, Dr. Balth., geb. am 24. März 1735 zu Lübeck, starb als Prediger der deutschen Gemeinde zu Kopenhagen am 5. Oct. 1793.(Nr. 65, 133, 169, 263, 284, 300, 438.) Nachtenhöfer, M. Casp. Friedr., geb. am 5. März 1624 zu Halle, starb als Subsenior in Coburg am 23. Novbr. 1685. Nr. 30.) Recnder, Christoph Friedr., geb. am 26. Dec. 1723 zu Eikau, später Pastor zu Gränzhof in Kurland, st. daselbst als Probst von Kurland am 21. Juli 1802.(Nr. 156, 207, 444.) Neander, Joachim(Neumann), geb. um 1650 in Bremen, starb als Prediger daselbst am 31. Mai 1680.(Nr. 91, 122, 136, 197, 431, 453, 457, 496.) Nerreter, David, geb. am 8. Febr. 1649 zu Nürnberg als eines Messerschmieds Sohn. Er starb als Generalsuperintendent und Cons.⸗Rath zu Stargard am 5. Juli 1726.(Nr. 373.) Neumann, Caspar, geb. am 14. Sept. 1648 zu Breslau, starb als Prediger und Professor der Theologie das. am 27. Jan. 1715.(Nr. 103, 143, 223, 323, 331, 335.) Neumann, Gottfr., Mitgl. der Brudergemeinde um 1736.(Nr. 405. Neumark, Georg, geb. am 16. März 1621 zu Mühlhausen in Neu Neu— Neuf Nics Nier 3. Wril Lislehen, ttenberg, elbst als istlichkeit Freund l. 1505, ist 1783 marius er Ober⸗ ausitz am u Wahl⸗ am 26. 1I. Nov. i 1606. starb als Heck, starb on am 5. 8.) 1624 zu br. 1685. zu Cikau, als Proht 444.) nen, starb 122, 136, als einez ndent und 73. 7⁰. lau, sarb . Vn Ar. 405) hausen in Verzeichniß der Liederdichter. 533 Thüringen, st. als Archivsecretair und Bibliothekar in Weimar am 8. Juli 1081.(Nr. 36/ Neumeister, M. Erdmann, geb. am 12. Mai 1671 in Uechteritz bei Weißenfels, starb als Hauptpastor zu St. Jakobi in Ham⸗ burg am 18. August 1756.(Nr. 48, 247, 311, 330.) Neunherz, M. Joh., geb. am 16. Aug. 1653 zu Schmiedeberg, starb als Oberpfarrer in Hirschberg am 26. November 1737. (Nr. 74.) Neuß, Dr. Heinr. Georg, geb. am 11. März 1654 zu Elbinge⸗ rode am Harz, starb als Superintendent und Consistorialrath zu Wernigerode am 30. Sept. 1716.(Nr. 279.) Nicolai, Dr. theol. Philipp, geb. am 10. August 1556 zu Men⸗ geringhausen in Waldeck, starb als Pastor zu St. Catharinen in Hamburg am 26. October 1608.(Nr. 145, 414.) Niemeyer, Dr. theol. August Herm., geb. am 1. Sept. 1754 zu Halle, starb daselbst als Professor der Theologie und Ober-— consistorialrath am 7. Juli 1828.(Nr. 398.) Olearius, Dr. Joh., geb. am 17. Sept. 1611 zu Halle, starb als Generalsuperintendent zu Weißenfels am 14. April 1684.(Nr. 5, /%, 5, 98, 180, 314.) Osiander, Luc., geb. am 16. Decbr. 1534 zu Nürnberg, starb als Professor in Stuttgart am 7. Sept. 1604.(Nr. 265.) Paulmann, Joh. Ludw., geb. am 24. Nov. 1728 zu Verwolda im Braunschw., st. als Pastor in Braunschweig am 28. Dee. 1807.(Nr. 287.) Pfeil, Chr. Carl Ludwig von, geb. 1712 in Grünstadt im Lei⸗ ningischen, starb am 14. Februar 1784 zu Deufstetten bei Dinkelsbühl.(Nr. 336, 464.) Puchta, Chr. Rud. Heinr., geb. am 19. August 1808 auf dem Schlosse Cadolzburg, starb als erster evangel. Stadtpfarrer zu Augsburg am 12. Sept. 1858.(Nr. 23, 252.) Ram bach, Dr. Joh. Jac., geb. am 24. Februar 1693 in Halle, starb als Superintendent und Professor der Theologie in Gießen aim ü9. April 1733.(Nr. 45, 155, 162, 210, 343) Reißner, Adam, geb. um 1471, Erzieher der Söhne des Georg von Frundsberg, starb als Privatmann in Frankfurt a. M. 1563.(Nr. 183.) Richter, Dr. Chr. Friedr., geb. 1676 zu Sorau in der Nieder⸗ lausitz, praktischer Arzt im Waisenhause zu Halle, starb am 5. October 1711.(Nr. 244, 278, 479.) Rinckart, M. Martin, geb. am 23. April 1586 zu Eilenburg, st. als Archidiakonus das. am 8. Dec. 1649.(Nr. 194.) Ringwaldt, Bartholom., geb. 1530 zu Frankfurt a. O., starb als Pfarrer zu Langfeld bei Sonnenburg in der Neumark um 1598.(Nr. 235.) Rist, Joh., geb. am 8. März 1607 zu Ottensen bei Altona, starb als Pfarrer zu Wedel, einem Flecken im Holsteinischen, am 534 Verzeichniß der Liederdichter. 31. August 1667.(Nr. 18, 35, 42, 47, 53, 229, 230, 239, 320, 412, 466.) Ro digast, M. Samuel, geb. am 19. Oct. 1649 zu Gröben bei Jena, starb als Rector des Gymnasiums zum grauen Kloster⸗ in Berlin am 19. März 1708.(Nr. 369.) Rosenroth, Chr. Knorr von, geb. am 15. Juli 1636 zu Alt⸗ Rauden im Fürstenthum Wohlau, starb als Kanzleidirector zu Sulzbach am 4. Mai 1689.(Nr. 308.) Rothe, Joh. Andr., geb. am 12. Mai 1688 zu Lissa bei Görlitz, starb als Pastor zu Thommendorf in der Oberlausitz am 6. Juli 1758.(Nr. 260, 410.) Rutilius, M. Martin, geb. 1550 zu Düben in Sachsen, starb als Archidiakonus in Weimar am 18. Jan. 1618.(Nr. 236.) Rückert, Friedr., geb. am 16. Mai 1789 in Schweinfurt, starb— zu Neuseß bei Coburg am 31. Jan. 1866.(Nr. 24.) Sacer, Dr. Gottfr. Wilh., geb. am 11. Juli 1635 zu Naumburg, starb als Kammerkonsulent in Wolfenbüttel am 8. Sept. 1699. (Nr. 38, 83, 408, 502.) Sachse, Chr. Friedr. Heinr., geb. am 2. Juli 1785 zu Eisenberg im Herzogthum S.-Altenburg, starb als Consistorialrath in. Altenburg 1860.(Nr. 102, 406, 411.) Sannom, Joh. Friedr., gab nach Freylinghausen's Gesangbuch geistliche Lieder in Offenbach heraus, 1700.(Nr. 484.) Schade, M. Joh. Casp., geb. am 13. Januar 1666 zu Kühndorf bei Meiningen, starb als Diakonus in Berlin am 25. Juli 1698.(Nr. 242, 454, 470.) Schalling, Martin, wahrscheinlich geb. am 21. April 1532 in. Straßburg, st. als Pfarrer zu Nürnberg am 29. Decbr. 1608. (Nr. 146. Scheffler, Joh.,(gewöhnl. unter dem angenom. Namen Johannes Angelus Silesius), geb. 1624 zu Breslau, ging 1653 zur kathol. Kirche über und st. in dem Kloster St. Matthias zu Breslau am 9. Juli 1677.(Nr. 63, 137, 149, 150, 173, 270, 272, 446, 482.) Scheidt, Chr. Ludw., geb. 1709 zu Waldenburg in Württemberg, war Hofrath und Bibliothekar in Hannover, starb daselbst 1761— (Nr. 261.) Schein, Joh. Herm., geb. am 20. Januar 1586 in Grünhayn in Sachsen, st. als Musikdirector in Leipzig am 19. Novbr. 1630. (Nr. 388.) Schenk, M. Hartmann, geb. am 7. April 1634 in Ruhla b. Eisenach, starb als Diakonus zu Ostheim am 2. Mai 1681.(Nr. 10.) Schenk, Heinr. Theobald, st. als Stadtpfarrer zu Gießen 1727. (Nr. 422.) Schiebeler, Dr. jur. Daniel, geb. am 25. März 1741 in Ham⸗ burg, starb als Advokat das. am 19. August 1771.(Nr. 7.) 30, 239, öben bei Kloster zu Alt⸗ rector zu Görlitz, 3 am 6. starb als 236 kt, star aunburg, pt. 1699. Eisenberg. MHrath in eangbuch 4.) Kühndorf 35. Julli 1532 in br. 1608. ohannes 653 zur Uthias zu 50, 17³, ettemberg, lbst 1761. nhahn in bt. 1630. Cisenach (sNr. 10) en 7⁷⁷. in Han (Ar. 70 Verzeichniß der Liederdichter. Schirmer, M. Michael, geb. 1606 in Leipzig, st. als Conrector am grauen Kloster in Berlin am 4. Mai 1673.(Nr. 20, 90.) Schlegel, Dr. theol. Joh. Adolf, geb. am 18. Sept. 1721 in Meißen, starb als Generalsuperintendent in Hannover am 16. Sept. 1793.(Nr. 49.) Schlicht, Levin Joh., geb. am 23. October 1681 zu Calbe an der Mulde, st. als Prediger in Berlin am 7. Jan. 1723.(Nr. 326.) Schlosser, Ludw. Heinr., geb. am 7. Sept. 1663 in Darmstadt, starb als Prediger zu Frankfurt a. M. am 8. August 1723. (Nr. 340.) Schmidt, Joh. Euseb., geb. 1670 zu Hohenfelden bei Erfurt, st. als Pfarrer zu Siegleben bei Gotha 1745.(Nr. 480.) Schmolckle), Benjamin, geb. am 21. Dec. 1672 zu Brauchitsch⸗ dorf bei Liegnitz, st. als Oberpfarrer in Schweidnitz am 12. Febr. 2½%(Nr. S, 21, 40, 42, 02, 72, 73, 93, 105, 107, 116, 138, 144, 174, 203, 222, 268, 275, 280, 283, 298, 31⁵, 324, 329, 346, 374, 375, 376, 393, 403, 420, 421, 439.) Schneesing, Joh., auch Chiomusus gen., geb. zu Frankfurt a. M., war 1534 Pfarrer zu Friemar im Gothaischen, starb um 1567.(Nr. 234.) Schröder, Joh. Henr., geb. 1666 zu Hallerspringe im Fürstenth. Kalenberg im Hannöv., starb als Pfarrer zu Merseberg bei Magdeburg 1699.(Nr. 160, 488.) Schubert, Chr. Fr. Dan., geb. am 26. März 1739 zu Ober⸗ sontheim in der schwäbischen Grafschaft Limburg, st. als Di— rector des Herzogl. Theaters zu Stuttgart am 10. Oct. 1791. (Nr. 473.) Schulze, Georg Wilh., geb. am 7. April 1830 in Göttingen, wirkt als evangelischer Missionsprediger.(Nr. 128.) Schütz, Lic. jur. Joh. Jac., geb. am 7. Sept. 1640 zu Frankfurt 4a. M., st. das. als Advocat und Rath am 22. Mai 1690. (Nr. 198.) Sch warzburg-Rudolstadt, Gräfin Amalie Juliane von, geb. am 19. August 1637, starb am 2. Decbr. 1706.(Nr. 344, 352, 392.) Scriver, M. Christ., geb. am 2. Jan. 1629 zu Rendsberg, starb als Kirchenrath und Oberhofprediger in Quedlinburg am 5. April 1693.(Nr. 213, 321.) Seckendorf, Veit Ludw. von, geb. am 20. Decbr. 1626 zu Her⸗ zogen-Aurach bei Erlangen, Kanzler der Universität in Halle, starb das. am 18. Dec. 1692.(Nr. 391.) Selnecker, Dr. Nicolaus, geb. am 6. Dec. 1532 zu Hersbrück bei Nürnberg, Schüler Melanchthons, st. als Generalsuperintendent in Leipzig am 24. Mai 1592.(Nr. 3, 166, 216.) Siegfried, Joh., geb. am 20. Febr. 1564, st. als Pastor und Superintendent zu Schleiz am 9. October 1637.(Nr. 389.) Speratus, Dr. Paul, aus Augsburg, geb. am 13. Decbr. 1484, 536 Verzeichniß der Liederdichter. starb als Hofprediger und Bischof von Pomesanien in Königs⸗ berg am 17. Sept. 1554.(Nr. 182, 254.) Spitta, Carl Joh. Ph., geb. am 1. August 1801 in Hannover, starb als Superintendent zu Burgdorf im Lüneburgischen am 28. Sept. 1859.(Nr. 9, 170, 206, 215, 297, 302, 337, 338.) Starck, Joh. Fr., geboren am 10. October 1680 in Hildesheim, st. als Consistorialrath und Prediger in Frankfurt a. M. am 17. Juli 1756.(Nr. 208.) Steber, Justus, starb im Jahre 1695.(Nr. 471). Stegmann, Dr. theol. Josua, geb. 1588 zu Sulzfeld im Mei⸗ ningischen, starb als Professor der Theologie und Superintend. in Rinteln am 3. August 1632.(Nr. 167.) Steinmetz, Joh. Franz Christoph, geb. am 21. Jan. 1730 zu Landau in Waldeck, st. als Generalsuperintendent zu Arolsen am 14. Dec. 1791.(Nr. 164, 178.) Steuerlein, Joh., geb. am 5. Juli 1546 in Schmalkalden, starb als Secretair und Schultheiß in Meiningen am 5. Mai 1613. (Nr. 41 s. Tapp.) Stockfleth, Heinr. Arnold, geb. 1643 zu Alfeld im Hannöv., st. als Consistorialrath, Oberhofprediger und Generalsuperintendent in Bayreuth im Jahre 1708.(Nr. 506.) Stolberg, Gräfin Anna von, Gemahlin des Grafen Heinrich, um. 1600, st. zu Stolberg am Harz 1623.(Nr. 384.) Sie wird von Einigen als Verfasserin dieses Liedes genannt; wer das Lied aber verfaßt hat, ist ungewiß.) Sturm, Julius geb. am 21. Juli 1816 in Köstritz, wo er seit 1857 als Pastor wirkt.(Nr. 115.) Sturm,‚ M. Christoph Christian, geb. am 25. Januar 1740 in Augsburg, st. als Hauptpostor zu St. Petri in Hamburg am 26. August 1786.(Nr. 131, 250, 396, 478.) Taddel, Chr. Ludw., geb. am 11. April 1706 in Rostock, starb das. als Director der Canzlei am 12. Juni 1775.(Nr. 77. Tapp, Jac., Superintendent in Schöningen im Braunschweigischen um 1620.(Nr. 41 s. Steuerlein. Tapp soll von V. 3 an hinzugedichtet haben.) Tersteegen, Gerhard, geb. am 25. Novbr. 1697 zu Meurs in Westfalen, st. als Bandmacher zu Mühlheim a. R. am 3. April 1769.(Nr. 31, 95, 124, 189, 248, 296, 325, 425, 442.) Thilo, M. Valentin, geb. am 19. April 1607 in Königsberg, st. als Professor der Beredsamkeit und Geheimsecretair das. am 27. Juli 1662.(Nr. 17.) Titius,(eigentl. Tietze) M. Christoph, geb. am 24. Mai 1641 zu Wilkau bei Breslau, st. als Pastor zu Hersbrück am 21. Febr. 1703.(Nr. 243, 368.) Tollmann, Gottfried, geb. in Lauban in der Oberlausitz, um 1720 Pfarrer das.(Nr. 104.) Tscherning, Andreas, geb. am 18. Nov. 1611 zu Bunzlau, starb, Königs⸗ innover, hen am 7. 338.) desheim, M. am im Mei⸗ erintend. 1730 zu Arolsen jen, starb ai 1613. nöb., st. intendent rich, um Sie Wird wer das 0 er seit 174⁴⁰0 in hurg am , starb M. 77) heigischen V. 3 an steurs in 3. April 442.) berg, t das. am. 1641 zu 2I. Febr. usth, un au, starb lau, Verzeichniß der Liederdichter. 537 als Professor der Dichtkunst zu Rostock am 27. Sept. 1659. Er. 2½%) Vischer(Fischer), M. Christoph, geb. in Joachimsthal, starb als Generalsuperintendent in Celle am 22. Jan. 1600.(Nr. 50.) Warnberg, Caspar von, war Landeshauptmann zu Schweidnitz und Jauer, starb um 1620.(Nr. 385.) Weber, Johann, um 1800.(Nr. 449.) Wegelin, M. Josua, geb. am 11. Januar 1604, wurde 1635 Pfarrer und Senior der evangelischen Kirche zu Preßburg, wo er am 14. März 1640 starb.(Nr. 81 s. Gotter.) Weimar, Herzog Wilhelm II. von, geb. zu Altenburg am 11. April 1598, st. zu Weimar am 17. Mai 1662.(Nr. 2.) Weingärtner, Siegmund, soll um 1600 Prediger in oder bei Heilbronn gewesen sein.(Nr. 357.) Weissle), Michael, ein Zeitgenosse Luthers, geb. in Neiße, starb als Vorsteher der böhmischen Brüder in Leutomisschl, ungefähr um 1540.(Nr. 12], 401.) Weißel, Georg, geb. 1590 zu Domnau in Preußen, starb als Pfarrer zu Königsberg am 1. August 1635.(Nr. 15.) Werlhof, Dr. Paul Gottl., geb. 1699, st. 1767 zu Hannover als königl. großbrit. Hof- und Leibmedicus.(Nr. 249.) Wied, Marie, Fürstin zu, geb. Prinzessin zu Nassau, seit 1842 Gemahlin des Fürsten Wilhelm Hermann zu Wied.(Nr. 465.) Winckler, Joh. Joseph, geb. am 23. Dec. 1670 zu Luckau im Altenburgischen, starb als Consistorialrath in Magdeburg am 11. August 1722.(Nr. 289, 491.) Wolf, Dr. Jac. Gabriel, geb. 1683 zu Greifswalde, st. als Pro⸗ fessor der Rechte in Halle am 6. August 1754.(Nr. 299.) Zihn, Joh. Friedr., geb. am 7. Sept. 1650 zu Suhla im Henne⸗ bergischen, starb das. als Rector und Archidiakonus— nach Andern in Schleusingen— am 16. Jan. 1719.(Nr. 372.) Zimmermann, Joh. Chr., geb. 1702 zu Langenwiese in Schwarz⸗ burg, st. 1783 als Probst zu Uelzen im Hannov.(Nr. 130.) Zin nendorf, Kellner Joh. Wilh. von, gegen 1700 Pfarrer zu Kießlingswaldau in der Lausitz, später Hofrath in Halle, starb 1738.(Nr. 476.) Zinzendorf, Graf Nicolaus Ludw. von, geb. am 26. Mai 1700 in Dresden, trat 1734 in den geistlichen Stand, starb zu Herrnhut am 9. Mai 1760.(Nr. 175, 267, 282, 334, 436.) Zwick, Joh., aus Kostnitz, zuerst Rechtsgelehrter, dann Theologe und Pfarrer in seiner Vaterstadt, st. gegen 1542.(Nr. 80.) Alte Kirche.(Nr. 1, 68, 218.) Anhaltisches Gesangbuch von 1859.(Nr. 34².) Lübecker Gesangbuch von 1859.(Nr. 345.) Waldeckisches Gesangbuch von 1790.(Nr. 129, 161.) ......— 23* verzeichniß der über den einzelnen Gesängen angegebenen Melodien. Ach bleib mit deiner Gnade Nr. 447. Ach Gott und Herr, wie groß und schwer Nr. 176, 236, 443. Ach Gott vom Himmel sieh darein Nr. 171, 255. Ach, was soll ich Sünder Nr. 326. Allein Gott in der Höh' sei Ehr Nr. 96, 169. Allein zu dir, Herr Jesu Christ Nr. 234. Alle Menschen müssen sterben Nr. 274, 418, 421, 455, 500. Alles ist an Gottes Segen Nr. 461, 482, 494, 506. An Wasserflüssen Babylons Nr. 56, 225, 246. Auf diesen Tag bedenken wir Nr. 80. Auferstehn, ja auferstehn Nr. 402. Auf meinen lieben Gott Nr. 352, 357. Aus meines Herzens Grunde Nr. 18, 20, 40, 83, 104, 296, 303, 452. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir Nr. 233, 241. Christe, du Lamm Gottes Nr. 218. Christ ist erstanden Nr. 68. Christ lag in Todesbanden Nr. 69. Christus, der ist mein Leben Nr. 12, 37, 65, 72, 167, 214, 257, 384, 396, 398. Christus, der uns selig macht Nr. 435. Dein König kommt in niedern Hüllen Nr. 24. Der lieben Sonne Licht und Pracht 321. Der Tag ist hin, mein Nr. 248, 325. Der Tag mit seinem Lichte fleucht Nr. 318. Die goldne Sonne voll Freud Nr. 312. Dir, dir, Jehovoh, will ich singen Nr. 110, 178, 186, 469. Dir, mein Gott, will ich lobsingen Nr. 9, 282. Einer ist König! Nr. 441, 460, 488. Ein feste Burg ist unser Gott Nr. 100. Eins ist Noth, ach Herr, dies Eine Nr. 160, 485. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort Nr. 165, 166, 316. Ermuntre dich, mein schwacher Geist Nr. 35, 362. Errett mich, o mein lieber Nr. 204, 451. Erschienen ist der herrlich Tag Nr. 3, 13, 27, 70, 314, 341. Es glänzet der Christen inwendiges Leben Nr. 479. Es ist das Heil uns kommen her Nr. 46, 71, 84, 125, 135, 190, 198, 199, 221, 254, 258. Es ist genug, so nimm Nr. 409, 508. 43. 3, 452. Verzeichniß der Melodien. 539 Es ist gewißlich an der Zeit Nr. 172, 224. Es wolle Gott uns gnädig sein Nr. 108, 128. Fahre fort Nr. 480. Freu dich sehr, o meine Seele Nr. 52, 59, 61, 88, 115, 130, 223, 251, 266, 277, 309, 385, 431, 437, 462, 504. Gelobet seist du, Jesu Christ Nr. 25. Gieb dich zufrieden Nr. 481. Gott des Himmels und der Erden Nr. 8, 91, 150, 174, 259, 305, 311, 422, 489, 498. Gott ist mein Lied Nr. 134. Gott lebet noch! Seele Nr. 372. Gottlob! ein Schritt zur Ewigkeit Nr. 39, 344. Gott sei gelobet und gebenedeiet Nr. 232. Heilig, heilig ist das Band Nr. 268. Herr Gott, dich loben Alle wir Nr. 76, 196. Herr Gott, dich loben wir Nr. 192. Herr, ich habe mißgehandelt Nr. 287, 445, 458, 472. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Nr. 2, 5, 304. Herr Jesu Christ, meins Lebens Leben Nr. 55, 109, 219, 279, 425. Herr Jesu, Gnadensonne Nr. 188. Herr, nicht schicke deine Rache Nr. 173. Herr und Aeltster deiner Nr. 212, 436. Herr, wie du willst, so schicks Nr. 184, 238, 265, 345, 349, 378. Herzliebster Jesu, was hast du Nr. 51, 64, 359. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr Nr. 146. Herzlich thut mich verlangen Nr. 38, 58, 151, 216, 228, 291, 329, 360, 386, 389, 390, 399, 411, 434, 501. Hinauf mein Geist Nr. 465. Hochheilige Dreinigkeit Nr. 446. Hüter, wird die Nacht der Sünden Nr. 244, 511. Ich armer Mensch, ich armer Nr. 243. Ich danke dir schon durch Nr. 137, 313. Ich hab mein Sach auf Gott gestellt Nr. 406, 496. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ Nr. 182. Ich will dich lieben, meine Stärke Nr. 149. Jerusalem, du hochgebaute Stadt Nr. 416. Jesu, der du meine Seele Nr. 128, 177, 213, 239. Jesu, komm doch selbst zu mir Nr. 122. Jesu, meine Freude Nr. 93, 124, 154, 156, 324, 376, 463. Jesu, meines Lebens Leben Nr. 60, 74, 139, 161, 201, 335, 442, 495. Jesus meine Zuversicht Nr. 22, 75, 112, 158, 164, 222, 227, 247, 293, 295, 299, 394, 400, 403, 419, 420. Ihr Kinder des Höchsten Nr. 487. Verzeichniß der Melodien. In dich hab ich gehoffet, Herr Nr. 133, 142, 183, 328. In dieser Morgenstunde Nr. 284. Komm, heiliger Geist Nr. 1. Komm, heiliger Geist, Herre Gott Nr. 86. Kommt her zu mir, spricht Gottes Nr. 101, 245. Lasset uns den Herren preisen Nr. 77, 78, 271, 281, 343. Liebster Jesu, wir sind hier Nr. 4, 6, 7, 10, 203, 268, 391. Lobe den Herren, den mächtigen Nr. 31, 197, 468, 473, 476. Lobe den Herren, o meine Seele Nr. 202. Lobet den Herren, Alle, die ihn Nr. 307. Lobt Gott, ihr Christen, alle Nr. 140, 429, 433. Machs mit mir, Gott, nach Nr. 45, 131, 270, 285, 388. Macht hoch die Thür, die Thor Nr. 15. Meinen Jesum laß ich nicht Nr. 21, 44, 48, 116, 143, 148, 301 315, 492. Mein Jesu, dem die Seraphinen Nr. 474. Mitten wir im Leben sind Nr. 413. Morgenglanz der Ewigkeit Nr. 308. Nicht so traurig, nicht so sehr Nr. 505. Nun Nun Nun Nun Nun Nun Nun Nun Nun Nun danket Alle Gott Nr. 98, 194, 351, 470. danket All und bringet Ehr Nr. 195. freut euch, lieben Christen Nr. 14, 29, 81, 253, 471, 497. komm, der Heiden Heiland Nr. 16. laßt uns den Leib begraben Nr. 383, 401, 402, 404. laßt uns Gott, dem Herren Nr. 43, 141, 230, 306. lob, mein Seel, den Herren Nr. 193, 229, 449, 466. preiset Alle Gottes Barmherzigkeit Nr. 467, 510. ruhen alle Wälder Nr. 57, 144, 294, 317, 327, 346, 358, 377, 379, 380, 410, 477, 478, 499, 502, 507. sich der Tag geendet Nr. 242, 322, 331, 405, 444, 503. O daß ich tausend Zungen hätte Nr. 30, 200, 208, 260, 439. O du Liebe meiner Liebe Nr. 63, 371, 509. O Durchbrecher aller Bande Nr. 175, 215, 276, 302. O Ewigkeit, du Donnerwort Nr. 292, 412. O Gott, der du ein Nr. 490. O Gott, du frommer Gott Nr. 11, 62, 118, 180, 185, 187, 272, 273, 286, 310. O Gott, o Geist, o Licht des Lebens Nr. 95. O Lamm Gottes unschuldig Nr. 217. O Traurigkeit, o Herzeleid Nr. 53, 67. O Ursprung des Lebens Nr. 475. O wie selig seid ihr doch, ihr Nr. 417. 7 Verzeichniß der Melodien. 541 Ringe recht, wenn Gottes Gnade Nr. 289. Schwing dich auf zu deinem Nr. 300. Schmück dich, mein Herz Nr. 337. Schmücke dich, o liebe Seele Nr. 155, 162, 206, 220, 226, 426. Seelenbräutigam, Jesu, Gottes Lamm,‚ Nr. 159, 163, 209, 334, 456. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig Nr. 350 457. 5 Singen wir aus Herzensgrund Nr. 350, 364. 91. Sollt es gleich bisweilen scheinen Nr. 368 Sollt ich meinem Gott nicht singen Nr. 123. 470. Straf mich nicht in deinem Zorn 240, 250, 269, 464. Unser Herrscher Nr. 453. Valet will ich dir geben Nr. 4 30, 78, 152, 168, 264, 29/7, ö 361, 387, 397, 408, 415, 450,—7 Vater unser im Himmelreich Nr. 18ʃ1, 297, 358, 382. 48, 301, Verleih uns Frieden gnädiglich Nr. 348. Vom Himmel hoch, da komm ich her Nr. 26, 32, 33, 121, 427, 430. Von dir kommt jede gute Gabe Nr. 103, 207, 275. Von Gott will ich nicht lassen Nr. 17, 356, 363. Wachet auf, ruft uns die Stimme Nr. 79, 113, 170, 267, 288, 414, 424, 484. Warum sollt ich mich denn Nr. 28, 94, 211, 366, 370. Was Gott thut, das ist wohlgethan Nr. 107, 138, 179, 262, 290, 407. 369, 373, 374, 428 Was mein Gott will, gescheh Nr. 355, 365, 486. . Wenn meine Sünd mich kränken Nr. 54, 438. Wenn mein Stündlein vorhanden Nr. 381 ö Wenn wir in höchsten Nöthen Nr. 50, 191, 235, 339, 354. Werde Licht, du Stadt der Heiden Nr. 42,—7j 105 16, 358, Werde munter Hanen Gemüthe Nr. 92, 298, 319, 32„/ 323, 340. Wer nur den Gott läßt walten Nr. 66 132, 210, 249, 303 256, 261, 283, 330, 342, 367, 375, 392, 393, 395, 448, 493. Wie groß ist 1—9 Allnrächtgen Güte Nr. 23, 106, 127, 459, 491. 90 Wie lieblich ist, o Herr, die Stätte Nr. 126, 231, 280. 2480. Wie schön leuchtet der Morgenstern Nr. 49, 82, 85, 90, 99, 102, 111, 114, 117, 119, 129, 145, 147, 153, 205, 332, 333, 338. Wie wohl ist mir, o Freund, der Nr. 423, 440. Wir glauben All an einen Gott Nr. 97. 070 Wo Gott zum Haus nicht giebt Nr. 41, 336. 87, 27², Wunderbarer König Nr. 136, 189. Deuch ein zu meinen Thoren Nr. 34, 89, 347. Zeuch meinen Geist, triff Nr. 278, 432. Lieder⸗Verzeichniß. Nro. Abermal ein Jahr verflossen 431 Ach bleib bei uns, Herr Jesu 166 Ach bleib mit deiner Gnade 167 Ach Gott und Herr, wie groß 236 Ach Gott, verlaß mich nicht 18⁷7 Ach Gott, vom Himmel sieh dar. 171 Ach, mein Herr Jesu, dein Nahes. 157 Ach, mein Jesu, sieh, ich trete 326 Ach, sei mit deiner Gnade 12 Ach, wenn ich dich, mein Gott nur 283 Ach, wie beilig ist der Ort 11 Ach, wie so sanfte schläfest du 405 Ach wundergroßer Siegesheld 8² Alle Menschen müssen sterben 418 Allein Gott in der Höh sei Ehr 96 Allein zu dir, Herr Jesu Christ 234 Alles ist Euer, o Worte 473 Allgenugsam Wesen 12⁴ Auch dieses Tages Stunden 499 Auf, auf, ihr Reichsgenossen 18 Auf, Christen, laßt uns uns. G. 258 Auf Christi Himmelfahrt allein 81 Auf den Nebel folgt die Sonn 364 Auf diesen Tag bedenken wir 8⁰ Auferstehn, ja auferstehn 40⁷ Auf Gott, und nicht auf meinen 290 Auf meinen lieben Gott 3⁵5⁷ Auf, mein Herz, auf, rüste dich 222 Auf, Seele, auf und säume nicht 433 Aus Gnaden soll ich selig werden 261 Aus irdischem Getümmel, wo 152 Aus meines Herzens Grunde 303 Aus tiefer Noth schrei ich zu dir 233 Varmherzger Gott und Vater 502 Bedenke, Mensch, das Ende 390 Befiehl du deine Wege 360 Nro. Begrabt den Leib in seine Gruft 402 Bei dir, Jesu, will ich bleiben 215 Betgemeinde, heilge dich 464 Bis hierher hat mich Gott gebr. 344 Bleib ja bei mir, mein Gott 11 Bleibt bei dem, der euretwillen 302 Bringt dem Herren Lob 199 Brunn alles Heils, dich ehren wir 425 Christe, du Lamm Gottes 218⁸ Christe, mein Leben, mein 476 Christ ist erstaͤnden 68 Christ lag in Todesbanden 69 Christus, der ist mein Leben 384 Das alte Jahr vergangen ist 41 Das walte Gott, der helfen kann 341 Das walt Gott Vater und Gott 304 Deines Gottes freue dich 263 Dein König kommt in niedern 2⁴4 Dein Werk, Erlöser, ist vollendet 440 Dein Wort, o Herr, ist milder 179 Der Abend kommt, die Sonne 325 Der am Kreuz ist meine Liebe 61 Der du zum Heil erschienen 45⁵⁰ Der beilge Christ ist kommen 34 Der Herr, an dessen Güte 44⁷ Der Herr, der aller Enden 14¹ Der Herr fährt auf gen Himmel 83 Der Herr ist Gott u. Keiner m. 125 Der lieben Sonne Licht u. Pracht 321 Der Tag mit seinem Lichte 318 Der Tod ist todt, das Leben 439 Dich, Jesum, laß ich ewig nicht 262 Die auf der Erde wallen 397 Die Ernt ist nun zu Ende 104 Die Feinde deines Kreuzes drohn 169 Die( Die Die 6 Die il Die Die 2 Dies! Dies Dir,! Dir, Dir ei Dir, Du b Du 8 Du s Durck Ein 6 Ein fe Ein 3 Ein 6 Ein Ein Ein Eine Einer Einer Eines Eins Eins Einst Einst Empe Erhal Nro. ruft 402 n 2³5 464 ebr. 344 11 len 302 199 wir 425 218 47⁰ 68 60 ³⁴ ann 341 Hott 304 2683 L. 4 ndet 44⁰ der 179 le 32⁵ be 61 45⁰ 4 2 4⁴⁷ 1⁴¹ mmel 83 & M. L ucht 21 318 4⁰ nicht 252 30⁷ Lieder-Verzeichniß. 543 Nro. Die Gnade sei mit Allen 25⁷ Die goldne Sonne 312 Die Herrlichkeit der Erden 507 Die ihr Christi Laufbahn lauft 227 Die Sonne stand verfinstert 65⁵ Die Woche gebt zu Ende 329 Dies ist der Tag, den Gott gem. 32 Dies ist die Nacht, da mir ersch. 30 Dir, dem weisesten Regierer 139 Dir, dir, Jehovoh, will ich singen 186 Dir ewge Treu zu geloben 469 Dir, Herr, sei dieses Kind empf. 207 Du bist ein Mensch, das weißt 362 Du Herr der Seraphinen 144 Du sollst in allen Sachen 47⁷ Durch Trauern und durch Plagen 38 Ein Christ kann ohne Kreuz n. 373 Ein feste Burg ist unser Gott 100 Ein Jahr geht nach dem andern 45 Ein König kommt zu Zions Th. 23 Ein Lämmlein geht und trägt 56 Ein reines Herz, Herr, schaff in 27 Ein Wetter steiget auf 35⁵5² Eine Heerde und ein Hirt 112 Einer ist König, Immanuel 441 Einer ist's, an dem wir hangen 113 Eines wünsch ich mir vor allem 212 Eins ist Noth, ach Herr, dies Eine 160 Eins ist Noth, o Herr, dies Eine 161 Einst geh ich ohne Beben 396 Einst selig dort zu werden 47⁸ Empor zu Gott, mein Lobgesang 33 Erhalt uns deine Lehre 168⁸ Erhalt uns, Herr, bei deinem 165⁵ Erhebe dich, o meine Seel 497 Erinnre dich, mein Geist, erfreut 76 Ermuntert euch, ihr Frommen 415 Ermuntre dich, mein schwacher 3⁵ Es glänzet der Christen inwend. 479 Es ist das Heil uns kommen her 254 Es ist noch eine Ruh vorhanden 423 Es ist vollbracht, er ist versch. 66 Es ist vollbracht, Gottlob 50⁸ Es kennt der Herr die Seinen 297 Es wolle Gott uns gnädig sein 108 Nro. Fahre fort, Zion, fahre fort 48⁰ Freu dich sehr, o meine Seele 385 Fröhlich soll mein Herze springen 28 Frühmorgens, da die Sonn aufg. 70 Für alle Güte sei gepreist 328 Geduld ist euch von nöthen 363 Geh auf, du heller Morgenstern 153 Geh hin nach Gottes Willen 4⁵² Geht hin, ihr gläubigen Gedank. 126 Geht nun hin und grabt mein 400 Gelobet sei der Herr, mein G. 98 Gelobet seist du, Jesu Christ 25 Gieb dich zufrieden 481 Gieb mir, o Gott, ein Herz 286 Glaube, Lieb und Hoffnung sind 268 Gott, deine Güte reicht so weit 190 Gott, der du groß von Gnad 448 Gott, der du Herzenskenner bist 292 Gott der Gnaden, schwer belad. 252 Gott des Himmels u. der Erden 305 Gott, dessen starke Hand die W. 129 Gott, du lässest mich erreichen 500 Gott, du Licht, das ewig bleibet 309 Gott, Erd und Himmel sammt d. 121 Gott, gieb einen milden Regen 92 Gott ist gegenwärtig 189 Gott ist mein Hort 176 Gott, ist mein Lied, er ist der 134 Gott lebt noch 372 Gott lebet, wie kann ich traurig 374 Gott Lob! der Sonntag kommt 314 Gott Lob! ein neues Kirchenjahr 14 Gott Lob! ein Schritt zur Ewigk. 39 Gott rufet noch, sollt ich nicht 248 Gott ruft der Sonn und schafft 46 Gott sei Dank durch alle Welt 16 Gott Vater, aller Dinge Grund 117 Gott, vor dessen Angesichte 13⁰ Gott, wie du bist, so warst du 133 Gottes Stadt steht fest gegr. 170 Großer Immanuel 46⁰ Großer König, den ich ehre 48² Größter Morgen, der die Erde 78 Guter, gnädiger, getreuer 17⁷ 544 Lieder-Verzeichniß. Nro. Halleluja! jauchzt, ihr Chöre 79 Halleluja! schöner Morgen 498 Halleluja! wie lieblich stehn 85⁵ Halt im Gedächtniß Jesum Christ 221 Heiland, deine Menschenliebe 162 Heilig, heilig sei der Eid 293 Heiligster Jesu, Heilgungsquelle 483 Herr, deine Rechte und Gebot 265 Herr, dein Wort, die edle Gabe 175 Herr, der du in der Höhe wohnest 249 Herr, der du mir das Leben 327 Herr, der du vormals hast dein 349 Herr der Zeit und Ewigkeit 29⁵ Herr, dessen Thron die Himmel 205 Herr, du hast für alle Sünder 223 Herr, du hast in deinem Reich 143 Herr, es ist von meinem Leben 323 Herr Gott, dich loben wir, regier 351 Herr Gott, dich loben wir, wir 192 Herr, höre; Herr, erhöre 346 Herr, ich habe mißgehandelt 472 Herr Jesu Christ, dein theures 55 Herr Jesu Christ, dich zu uns 2 Herr Jesu Christ, mein Leben 484 Herr Jesu Christ, wahr Mensch u. 382 Herr Jesu, deiner Glieder Ruhm 84 Herr Jesu, der du selbst von Gott 118 Herr Jesu, Gnadensonne 18⁸ Herr Jesu, Licht der Heiden 36 Herr im Himmel, Gott auf Erd. 105 Herr, öffne mir die Herzensthür 5 Herr, stärke mich, dein Leiden zu 64 Herr, unser Gott, laß nicht zu 359 Herr, vor deinem Angesicht 7 Herr, wie du willst, so schicks m. 184 Herzlich lieb hab ich dich, o Herr 146 Herzlich thut mich verlangen 38 Herzliebster Jesu Christ, wir 47⁰ Herzliebster Jesu, was hast du 51 Herzog unsrer Seligkeiten 48⁵ Herz und Herz vereint zusammen 282 Heute mir und morgen dir 403 Heut ist des Herren Ruhetag 3 Hier legt mein Sinn sich vor dir 278 Hilf, Gott, daß ja die Kinderz. 339 Nro. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 42 Hilf mir, mein Gott 486 Himmelan geht unsre Bahn 42⁰ Himmel, Erde, Luft und Meer 122 Hinauf, mein Geist 46⁵ Hinunter in der Sonne Schein 316 Hirte deiner Schafe 324 Hochheilige Dreieinigkeit 446 Höchster, denk ich an die Güte 251 Höchster Gott, durch deinen S. 311 Höchster Gott, wir danken dir 6 Höchster Tröster, komm hernieder 94 Hosianna! Davids Sohn kommt 21 Hüter, wird die Nacht der S. 244 Jauchzet, ihr Himmel, frohl. 31 Ich armer Mensch, ich armer 243 Ich bin ein Gast auf Erden 29¹ Ich bin getauft auf deinen N. 210 Ich bin getauft, ich steh im B. 208 Ich bin gewiß, daß weder Tod 284 Ich geh zu deinem Grabe 73 Ich habe nun den Grund gef. 260 Ich hab in Gottes Herz und S. 365 Ich hab in guten Stunden 38⁰ Ich hab mich Gott ergeben 389 Ich hab von ferne, Herr, deinen 510 Ich komme als ein armer Gast 471 Ich komme, Herr, und suche dich 225 Ich komme vor dein Angesicht 191 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ 182 Ich singe dir mit Herz und Mund 140 Ich steh an deiner Krippe hier 29 Ich sterbe täglich und m. Leben 393 Ich und mein Haus, wir sind b. 338 Ich weiß, an wen ich gl., ich weiß 264 Ich weiß, an wen ich gl., und daß 398 Ich weiß, mein Gott, daß all m. 142 Ich will dich lieben, m. St. 149 Ich will von meiner Missethat 238 Je größer Kreuz. je näher H. 375 Jehovah, Herr und König 3⁴47⁷7 Jerusalem, du hochgebaute St. 416 Jesu, deine Passion will ich 43⁵ Jesu, deine tiefen Wunden 52 Feu, Nsu, Nsu, Nsu, Jesu, Iesu, Nsüu, Fsu, Jesu, Jesus Nsus Nsus Psus Desus Ihr 0 Ihr! In l In C In di N D In m Ist E Komn Komn Komn Romn Romn Komn Komn König Kron Caß Lasset Laht Mo. en 42 48⁰ 42⁰ Ler 122 465 ein 316 3²⁴ 4⁴⁰ üte 251 S. 311 r 0 lieder 94 mt 21 S. 2 31 er 253 1% 201 N. A0 B. 208 Tod WI 73 ef. W d S. 365 38⁰ 3³0 einen 510 Bast 47¹ e dich 225 iht 191 Christ 182 Mund 1⁴0 hier 20 eben 393 ind b.338 weiß 261 daß 305 all m. 1⁴⁹ bot 35 1⁰ 3⁴⁰ St. 110 9994 0⁴ Lieder⸗-Verzeichniß. 545 Nro. Jesu, der du meine Seele 239 Jesu, frommer Menschenheerden 455 Jesu, Freund der Menschenkinder 226 Jesu, geh voran auf d. Lebensb. 334 Jesu, großer Wunderstern 48 Jesu, hilf siegen, du Fürste 848 Jesu, meine Freude 15⁴ Jesu, meiner Seele Leben 2¹3 Jesu, meines Lebens Leben 60 Jesus Christus herrscht als 461 Jesus lebt, mit ihm auch ich 7⁵ Jesus meine Zuversicht 4¹9 Jesus nimmt die Sünder an 2⁴4⁷7 Jesus soll die Loosung sein 44 Ihr armen Sünder, kommt zu 245 Ihr Kinder des Höchsten 48⁷ In allen meinen Thaten 35 In Christi Wunden schlaf ich ein 383 In dich hab ich gehoffet, Herr 183 In Dunkel hüllt der Himmel 503 In meines Herzens Grunde 45⁵⁴4 Ist Gott für mich, so trete 361 Komm, Heidenheiland, Lösegeld 427 Komm, heiliger Geist, erfüll 1 Komm, beiliger Geist, Herr G. 86 Komm, komm, du Licht in G. 102 Komm, o komm, du Geist des L. 91 Kommt, Brüder, laßt uns gehen 296 Kommt, ihr Christen, kommt u. 266 König, dem kein König gleichet 155 Kron und Lohn beherzter Ringer 267 Taß mich dein sein und bleiben 216 Lasset uns mit Jesu ziehen 27¹ Licht vom Licht, erleuchte mich 315 Liebe, die du mich zum Bilde 150 Liebster Jesu, bier sind wir, dein 203 Liebster Jesu, wir sind hier, dich 4 Liebster Vater, soll es sein 39¹ Lobe den Herren, den mächtigen 197 Lobe den Herren, o meine Seele 202 Lobet den Herren Alle, die ihn 307 Lobt Gott, ihr Christen, alle gl. 429 Mache dich, mein Geist, bereit 269 Mach, Herr, Ein Herz aus den 335 Nro. Mach's mit mir, Gott nach d. 388 Macht hoch die Thür, die Thor 15 Macht weit die Pforten in der 114 Man lobt dich in der Stille 466 Marter Gottes, wer kann 436 Mein Erlöser und mein Heil 164 Mein erst Gefühl sei Preis und 313 Mein Gott, das Herz ich bringe 242 Mein Gott, die Arbeit meiner 342 Mein Gott, du bist und bleibst 138 Mein Gott, wie bist du so verb. 132 Mein Herz, gieb dich zufrieden 377 Mein Jesu, dem die Seraphinen 474 Mein Leben ist ein Pilgrimsst. 490 Mein Vater und mein Gott 272 Meine Lebenszeit verstreicht 394 Meine Sorgen, Angst und Pl. 504 Meinen Frieden geb ich euch 15 Meinen Jesum laß ich nicht 148 Meines Lebens beste Freude 489 Mir ist Erbarmung widerfahren 256 Mir nach, spricht Christus, unser 270 Mit Ernst, o Menschenkinder 17 Mitten wir im Leben sind 4¹13 Morgenglanz der Ewigkeit 308 Nach einer Prüfung kurzer Tage 395 Nicht der Anfang, nur das Ende 298 Nicht so traurig, nicht so sehr 505 Nicht um ein flüchtig Gut 4⁴⁴4 Nie bist du, Höchster, von uns 131 Nimm hin den Dank für deine 231 Nimm von uns, Herr, du treuer 353 Nun bitten wir den heiligen G. 87 Nun bricht die finstre Nacht h. 331 Nun bringen wir den Leib zur 404 Nun danket Alle Gott 194 Nun danket All und bringet Ehr 195 Nun freut euch, lieben Christen 253 Nun Gott Lob! es ist vollbracht 10 Nun jauchzet all, ihr Frommen 20 Nun jauchzt dem Herren, alle W. 196 Nun kommt das neue Kirchenj. 13 Nun laßt den Herrn uns preisen 449 Nun laßt uns den Leib begraben 401 Nun laßt uns gehn und treten 43 Nro. Nun lob, mein Seel, den Herren 193 Nun muß ich heimwärts gehen 399 Nun preiset alle Gottes Barmh. 467 Nun ruhen alle Wälder 31⁷ Nun sich der Tag geendet hat 322 O Anfang sonder Ende 40 O daß doch bald dein Feuer 451 O daß ich tausend Zungen hätte 200 O du allersüßte Freude 88 O du Liebe meiner Liebe 63 O Durchbrecher aller Bande 276 O du reicher Herr der Armen 206 O du süße Lust 456 O Ewigkeit, du Donnerwort 412 O frommer und getreuer Gott 235 O Gott, du frommer Gott 18⁵ O Gottes Sohn, Herr Jesu 25⁵ O Gott, im Namen Jesu Christ 345 O Gott, o Geist, o Licht des L. 95 O Gott, von dem wir Alles h. 103 O Haupt voll Blut und Wunden 58 O heilger Geist, kehr bei uns 9⁰ O Jesu Christe, Gottes Lamm 219 O Jesu Christe, wahres Licht 109 O Jefu, Herr der Herrlichkeit 119 O Jesu, Jesu, Gottes Sohn 14⁷ O Jesu, meine Wonne 23⁰ O Jesu, süßes Licht 310 O König aller Ehren 43⁴4 O König, dessen Majestät 2⁴ O Lamm Gottes, hocherhaben 437 O Lamm Gottes, unschuldig 21⁷ O meine Seel, erhebe dich 12⁰ O selig Haus, wo man dich aufg. 337 O süßer Stand, o selig Leben 491 O Traurigkeit, o Herzeleid 53 O Ursprung des Lebens, o 47⁵ O Vater der Barmherzigkeit 2⁴¹ O Vater, sieh mit Wohlgefallen 204 O Welt, sieh bier dein Leben 57 O wie freun wie uns der St. 9 O wie fröhlich, o wie selig 42¹ O wie selig seid ihr doch, ihr 417 Ringe recht, wenn Gottes Gn. 289 Rüstet euch, ihr Christenleute 288 Lieder-Verzeichniß. Nro. Sanft, o Christ, ist Jesu Joch 301 Schaffet, schaffet, Menschenkinder 277 Schaut, welch ein Wunder 43⁰ Schmücke dich, o liebe Seele 220 Schmückt das Fest mit Maien 93 Seelenbräutigam, Jesu, Gottes 159 Seele, sei zufrieden 376 Seele, was ermüdst du dich 299 Seele, wohlauf, des Unendlichen 468 Seht, welch ein Mensch ist das 62 Sei, Jesus Christ, gelobet und 232 Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut 198 Sei mir tausendmal gegrüßet 59 Selger Tag und selge Erde 11⁵ Selig sind des Himmels Erben 424 Selig, wer dich ewig liebet 2¹¹ Sichrer Mensch, noch ist es Zeit 250 Siegesfürst und Ehrenkönig 4⁴2 Sieh, dein König kommt zu dir 22 Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig 457 So hab ich obgesieget 4⁰0⁸ So Jemand spricht: ich liebe G. 285 So ist die Woche nun geschlossen 330 Sollt es gleich bisweilen sch. 368 Sollt ich jetzt noch, da mir 30⁰ Sollt ich meinem Gott nicht 123 Sorge doch für unsre Kinder 340 So ruhest du, o meine Ruh 67 So wahr ich lebe, spricht dein 237 Steil und dornig ist der Pfad 492 Straf mich nicht in deinem Zorn 240 Strahl der Gottheit, Kraft der 445 Theures Wort aus Gottes M. 174 Thut mir auf die schöne Pforte 8 Treuer Wächter Israel 3⁵0 Treuster Meister, deine Worte 173 Tritt her, o Seel, und dank dem 137 Aeberwinder, nimm die Palmen 77 Unser Herrscher, unser König 453 Unsre müden Augenlider 319 Unter allen großen Gütern 2¹ Unter Lilien jener Freuden 51¹ Unveränderliche Liebe 3⁴3 Valet will ich dir geben 387 Vater, heilig möcht ich leben 27⁴4 Vater Verlei Vesu Verza Vom Von k Von! Von! Von Vor Mach Wach Wach Wach Warr Waru Vas Was Vas gell Was getl Was Was Was Was Was Weich Weite Wenn Venn Wen Wenn Wem Wemn Vem Wem Wenr Ver Ver Mer Wer Ver Nro. ch 301 nder 27⁷ 43⁰ 2⁴⁰ u3 tes 159 9⁷⁰ 200 chen 468 das 62 ud 232 Gut 198 50 1¹⁵ ben 424 21¹ Zeit 250 4⁴⁹ dir 22 ig 45⁷ 40⁸ e G. 5 ossen 3300 968 9⁰⁰ 4123 ᷓ—:3⁰ 0. in 3⁷ d 402 gorn 2⁴0 det 4ʃ5 N. 174 ote 8 9⁵0⁰ xte 17³⁹ dem 1³⸗ Umen 90 ö 40⁰3 5600 3¹ 5¹¹ 9⁴3 95⁵⁴⁷ 27⁰⁴ Lieder-Verzeichniß. 547 Nro. Vater unser im Himmelreich 181 Verleih uns Frieden gnädiglich 348 Versuchet euch doch selbst 273 Verzage nicht, du Häuflein klein 101 Vom Himmel hoch, da komm ich 26 Von des Himmels Thron 200 Von dir, mein Gott, kommt L. 178 Von dir will ich nicht lassen 356 Von Furcht dahin gerissen 438 Vor dir, o Gott, sich kindlich sch. 275 Wach auf, du Geist der ersten 110 Wach auf, mein Herz, die Nacht 71 Wach auf, mein Herz, und singe 306 Wachet auf, ruft uns die St. 414 Warum sollt ich mich denn gr. 366 Warum willst du doch für morg. 370 Was freut mich noch, wenn du's 99 Was giebst du denn, o mein 493 Was Gott thut, das ist wohl— gethan, es bleibt 369 Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan, so denken 107 Was ich nur Gutes habe 29⁴4 Was ist's, daß ich mich quäle 379 Was mein Gott will, gescheh 3⁵5⁵ Was von außen und von innen 371 Was wär ich ohne dich gewesen 459 Weicht, ihr Berge, fallt, ihr H. 259 Weiter mußt du kämpfen 494 Wenn Alle untreu werden 151¹ Wenn ich einst entschlafen 509 Wenn ich nur den Heiland habe 458 Wenn ich, o Schöpfer, deine M. 135 Wenn kleine Himmelserben 4¹⁰ Wenn Licht und Sonne scheiden 501 Wenn meine Sünd mich kränken 54 Wenn mein Stündlein vorh. 381 Wenn wir in höchsten Nöthen 354 Wer das Kleinod will 495 Wer ist wohl wie du, Jesu 163 Wer nur den lieben Gott läßt 367 Wer sind die vor Gottes Throne 422 Wer weiß, wie nahe mir mein 392 Nro. Werde Licht, du Stadt d. Heiden 47 Werde munter, mein Gemüthe 320 Wie Augenblicke fliehen 411 Wie fleucht dahin der Menschen 496 Wie getrost und heiter 156 Wie Gott mich führt, so will ich 378 Wie groß ist des Allmächtgen 127 Wie groß, wie angebetet ist 11¹ Wie heilig ist die Stätte hier 224 Wie herrlich strahlt der Morgenst. 49 Wie könnt ich sein vergessen 2²8 Wie schnell ist doch dies Jahr 432 Wie schön ist's doch, Herr Jesu 332 Wie schön leuchtet der Morgenst. 145 Wie Simeon verschieden 37 Wie soll ich dich empfangen 19 Wie, sollt ich meinen Gott nicht 280 Wie wohl hast du gelabet 2² Willkommen, Held im Streite 72 Wir Alle, Gott und Vater, br. 106 Wir danken dir, Herr Jesu Chr. 50 Wir flehn um deine Gnade 214 Wir glauben All an einen Gott 97 Wir Menschen sind zu dem, o G. 172 Wir singen dir, Immanuel 27 Wir warten dein, o Gottes Sohn 428 Wo Gott ein Haus nicht selber 333 Woblauf, mein Herz, zu Gott 18⁰ Woblauf, wohlan zum letzten G. 406 Wohl einem Haus, wo Jesus 336 Wohlzuthun und mitzutheilen 287 Womit soll ich dich wohl loben 201 Wort aus Gottes Munde 463 Wunderanfang, herrlichs Ende 506 Wunderbarer König 136 Zählt den Sand am Meeresstr. 128 Zeige dich uns ohne Hülle 42 Zeuch ein zu meinen Thoren 8⁰ Zeuch hin, mein Kind, Gott s. 409 Zeuch uns nach dir, so 443 Zion klagt mit Angst und 462 Zween der Jünger gehn mit S. 74 En& Grey SOHHOTCHart Green VEIIOV Grey 4