VWWVNVWVV YN NN. ——— * 38 2 N VVV VNVVVV V V.V NN VVV.V.„ VXV VVMVMNN D V 8 2——— 6880 SENNN SNN 5* ů 7 2———— 0— 8 2 68 0 9⁰ 2* V VN/ Wilh. Rahe, M.-Gladbdeli. Gesangbuch für die evangelische Kirche in den Fürstenthümern Waldeck und Pyrmont. Mit hochfürsllich gnädigstem Privilegium. ———— eeee— ö N Mengerin ghausen, Druck und Verlag der W. Weigel'schen Hof⸗ und Regierungsbuchdruckerei. 1878. DDEEN N PNN. NN 99H NN guten Nanien be daß du einen Diehe zu, haltest tausend großer denn ist gewisser, der Id. chätze Go 23 —5 an von Wean nach der Fürsten für den öff wird, so ist Bedürfniß Weil Gesangbuch gänzlich ver Eremplaren dieses Buch ein fühlbare holfen werd Dies ke huchs gesche von Jahren huche gemirt sertigen lase vorin es en wieder zu en sin möchte, selischen Kich Nahren durh! st, den Oeme Vorwort zur ersten Auflage. —.——— Wenn nach Verlauf von 73 Jahren den evangelischen Gemeinden der Fürstenthümer Waldeck und Pyrmont ein neues Gesangbuch für den öffentlichen und häuslichen Gottesdienst hiermit dargeboten wird, so ist Veranlassung und Grund dazu durch ein wirkliches Bedürfniß gegeben worden. Weil nämlich das im Jahr 1790 erschienene Waldecksche Gesangbuch schon seit sieben Jahren in der gewöhnlichen Ausgabe gänzlich vergriffen und nur in wenigen, verhältnißmäßig theuren Exemplaren käuflich gewesen, so ist dadurch in den Kreisen, wo dieses Buch gebraucht wird, im Hause, in der Schule und Kirche, ein fühlbarer Mangel eingetreten, dem nothwendiger Weise abge⸗ holfen werden mußte. Dies konnte nicht durch eine neue Auflage des alten Gesang⸗ buchs geschehen, denn so segensreich auch dasselbe eine lange Reihe von Jahren bei den Erbauung suchenden Gliedern unserer Landes⸗ kirche gewirkt hat, so würde es doch ebenso wenig sich haben recht— fertigen lassen, die Mängel desselben, welche dem Geist der Zeit, vorin es entstanden ist, angehören, durch einen neuen Abdruck wieder zu erneuern und fortzupflanzen, als es zu entschuldigen ein möchte, den ungemein reichen Liedersegen, welcher der evan⸗ gelischen Kirche Deutschlands vornämlich seit den letzten zwanzig Jahren durch fleißige Bearbeitung neuer Gesangbücher aufgeschlossen ist, den Gemeinden unseres Landes, trotz dargebotener Gelegenheit, noch länger vorzuenthalten. IV Vorwort. Aus Auftrag Fürstl. Consistoriums haben wir daher auf 8⁰ Grund eines von dem verstorbenen Consistorialrath Curtz e ver⸗ der faßten Entwurfs und im Einvernehmen mit einer zur Begutachtung Christun unserer Ausarbeitung zusammenberufenen Commission von Geist⸗ Auforde lichen und Laien das gegenwärtige neue Gesangbuch zusammen⸗ gestrebt gestellt, welches alle Perioden der kirchlichen Dichtung von der chen, eir Reformation bis auf unsere Tage in der Weise umfaßt, daß 164 dadurch namhafte Liederdichter ihre Schätze uns aufgethan haben, und lindliche worin die frische Glaubenskraft und kindliche Einfachheit der alten und ger geistlichen Lieder mit der vollendeteren Form und dem dichterischen gegeben Schwunge der neueren Hand in Hand geht. D. Zugleich ist der nothwendige Uebergang vom Alten zum Christ, Neuen dadurch angebahnt, daß über 100 Lieder aus dem bisherigen trauenst Gesangbuche in das hier vorliegende aufgenommen worden sind, was wi so daß bekannte und befreundete Stimmen auch hier den evange— lischen Gemeinden begegnen, und ihnen Verständniß und Geschmack für das neu Dargebotene vermitteln werden. Dadurch ist es denn auch möglich gemacht, daß das alte Buch sich noch eine Zeit lang bei dem öffentlichen Gottesdienste neben dem neuen gebrauchen läßt, indem die gemeinsamen Lieder zwar nicht überall einen gleichen Ausdruck in den Worten, jedoch dieselbe Melodie haben, und folglich zu gleicher Zeit von der christlichen Versammlung gesungen werden können, bis— so hoffen wir— der vielseitigere und reichere Inhalt der neuen Auswahl, welche den verschiedenen Bedürfnissen und Geistesrichtungen in den evangelischen Gemeinden zu entsprechen sucht, sich überall Freunde erworben und allgemeine Verbreitung gefunden haben wird. Und dazu möchte denn auch der Anhang des neuen Gesang⸗ buchs beitragen, welcher außer den Evangelien und Episteln auf die Sonn⸗s und Festtage und der Leidensgeschichte unseres Herrn und Heilandes eine Auswahl bewährter und erbaulicher Gebete für Erwachsene und Kinder, sowie für alle Verhältnisse des christ⸗ lichen Familienlebens enthält, um dadurch den etwaigen Mangel eines besonderen Gebetbuchs in den Häusern zu ersetzen, und den Eifer für das tägliche Hausopfer des Gebets allseitig zu beleben. 164 und lten chen zum igen sind, nge⸗ mack es Zeit ichen inen ben, lung igere enen uden neine ang⸗ auf errn. ebete ris⸗ ngel den eben. Vor wort. V So möge denn auch dieses Gesangbuch, das zur Ehre Gottes von der Gnade und Wahrheit zeugen will, die durch Jesum Christum geworden ist(Joh. 1,17.), und welches, gemäß der Aufforderung des Apostels Paulus, überall nach den besten Gaben gestrebt hat(1. Cor. 12, 31.), Allen, die es mit Andacht gebrau⸗ chen, eine Gabe des Geistes zum ewigen Leben darreichen, so daß dadurch christliche Erkenntniß, aufrichtige Buße, lebendiger Glaube, kindliche Liebe, innere Heiligung und göttliche Tröstung geweckt und gemehrt werde in der Gemeinde, für die der Herr sich selbst gegeben hat, auf daß sie heilig sei und unsträflich. Das walte der treue Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, welcher den Gebrauch dieses Buchs, das wir ihm ver— trauensvoll anbefehlen, überschwänglich segnen kann über alles, was wir bitten und verstehen.(Eph. 3, 20.) Arolsen, im Monat August 1863. Aus Auftrag Fürstlichen Consistoriums. Steinmetz. Albracht. S —. Iu ha lt. LDW... „Sonntags⸗ und Gottesdienstlieder. a. Eingangslieder—— b. Schlußliedern——— Adventlieder———— Weihnachtslieder——— Darstellung Christi im Tempel— Neujahrslieder. a. Jahresschluß——. b. Jahresanfang—— „Epiphaniaslieder———— „Passionslieder———— „Osterlieder——— Himmelfahrtslieder——— Pfingstlieder———— „Trinitatislieder—D-———— Reformationsfestlieder—— Erltefestlieder:——— „Missionslieder———— Lieder bei der Einweihung von Kirchen „Lieder bei der Einführung von Geistlichen— „Lieder von Gott[Gottes Wesen u. Werke—Engel! 120—144 u. „Jesuslieder. a. Liebe und Freude—— b. Friede und Versöhnung „Lieder von der Kirche—— „Lieder vom Worte Gottes—— Gebetslieder———— „Lob⸗ und Danklieder——— Tauf⸗ und Confirmationslieder. a. Taufe———— b. Confirmation—— „Abendmahlslieder. a. Vor und während der Feier b. Nach der Feier—— „Beicht⸗ und Bußlieder—— — Nro. — 1—9 u. — 10—12 — 13—24 u. — 25—35 u. — 36Y—37 — 38—40 u. — 41—46 u. — 47—49 u. — 50—67 u. — 68—79 u. — 80—85 u. — 86—95 u. — 96—-99 u. — 100—102 u. — 103—107 u. — 108—115 u. — 116—117 — 118—119 u. — 145—156 u. — 157—164 u. — 165—170 u. — 171—179 u. — 180—191 u. — 192—202 u.4 — 203—208 — 209—216 u. — 217-228 u. — 229—232 — 233—252 u. 42⁵426 42⁷ 429—430 431 432 —433—434 43⁵—438 439 440—443 4⁴⁴4—445 446 469—47⁰0 47¹ 47² IDEEEEEE VIII Inhalt. 25. Lieder von der Rechtfertigung durch den Glauben Nro. [Erlösung— siehe auch Jesusliedern——— 253—264 u. 473—475 26. Lieder vom christlichen Leben und Wandel— 265—302 u. 476—-496 27. Morgen⸗ und Abendlieder. a. Morgenlieder—————303—313 u. 497 b. Sonntagsmorgenlieder——— 314—315 u. 498 c. Abendlider—————— 316—328 u. 499—501 d. Wochenschluß————— 329—330 e. Sonntagsabendlied———— 331 28. Hausstandslieder. a. Ehestand—————— 332—335 b. Eltern und Kinde———— 336—-—340 c. Beruf und Arbeite———— 341-—342 d. Geburtstcag—————— 343—344 e. Reiselidd—————— 345 u. 502 29. Vaterlandslieder. a. Obrigkeit—————— 346—347 b. Krieg und Frieden———— 348—351 c. Ungewitter und allgemeine Noth—— 352—353 u. 503 30. Kreuz⸗ und Trostlieder————— 354—380 u. 504-506 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. a. Sterbelieder—————— 381—400 u. 507—509 b. Begräbnißlieder————— 401—407 e. Beim Tode von Kindenrnr——— 408—411 32. Lieder vom Gericht und ewigen Ltben—— 412—424 u. 510—511 Seite. Evangelien und Episteln für die Sonn- und Festtage des Kirchenjahrs 284 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi, aus den vier Evan⸗ gelisten zusammengezogen———————— 341 osd Anhang. Die Litanei; Lied bei der öffentlichen Vorbereitung zum heil. Abendmahle; Gebete für die häusliche Andacht(Morgen⸗ und Abendsegen für jeden Tag der Woche; Geistlicher Tageslauf; Gebete zur Beichte und Communion; Gebete in Krankheit und Todes⸗ noth ꝛc.————————— 357 Verzeichniß der Liederdichbter—————————385 „„ Melodien ͥü————— 33 Lieder⸗Verzeichnis——————————— 401 —.— .6 138 as Fe der der E ganzen zur Ei Nsum einigke buigt 5 90 5⁵ ¹ 1. Sonntags- und gottesdienstlieder. a. Eingangslieder. Eigene Melodie. omm, heiliger Geist, er⸗ 1. K füll die Herden deiner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe: der du durch Mannigfaltigkeit der Sprachen die Völker der ganzen Welt versammelt hast zur Einigkeit des Glaubens an Jesum Christ. Halleluja! Alte Kirche. ö Eigene Melodie. 2 H Jesu Christ, dich zu uns wend, und deinen heilgen Geist uns send; mit Lieb und Gnad er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein; den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt; 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von An⸗ gesicht in ewger Freud und sel⸗ gem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron: der heiligen Drei⸗ einigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Wilhelm II., Herzog von Sachsen-Weimar, 4 1662. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 3 eut ist des Herren Ruhe⸗ tag; vergesset Sorge, Müh und Plag, treibt eure Wo⸗ chenarbeit nicht, kommt vor des Höchsten Angesicht. Halleluja! 2. Kommt her und fallt auf eure Knie vor Gottes Majestät allhie; es ist sein Heiligthum und Haus, drum treibt die Sün⸗ denliebe aus. Halleluja! 3. Kommt, lasset uns begehn mit Fleiß den Tag nach rechter Christen Weis'; wir wollen auf⸗ thun unsern Mund und singen aus des Herzens Grund: Hal⸗ leluja! 4. O Gott, der du den Erden⸗ kreis erschaffen hast zu deinem Preis, uns auch bewahrt so manches Jahr in vieler Trüb⸗ sal und Gefahr: Halleluja! 5. Hilf, daß wir alle deine Werk voll höchster Weisheit, Güt und Stärk erkennen und je mehr und mehr ausbreiten deines Na⸗ mens Ehr. Halleluja! 6. O liebster Heiland, Jesu Christ, der du vom Tod erstan⸗ den bist, richt unsre Herzen auf zu dir, daß sich der Sünden⸗ schlaf verlier. Halleluja! 7. Gieb deiner Auferstehung Kraft, daß dieser Trost ja bei 1* FFFIFt. DNN 8. hl nνννα&ν.N,u-,. 2 1. Sonntags⸗ und Gottesdienstlieder. uns haft, und wir uns drauf dertaßte fest, wenn uns auch alle Welt verläßt. Halleluja! 8. O heilger Geist, laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, Lieb und Hoff⸗ nung reichlich mehr. Halleluja! 9. Erleuchte uns, du wahres Licht, entzeuch uns deine Gnade nicht, all unser Thun also regier, daß wir Gott preisen für und für. Halleluja! 10. Gott Vater, Sohn und Geist verleih, daß dieser Tag dir heilig sei, wir auch die Sab⸗ batsruh und Freud erlangen in der Ewigkeit. Halleluja! Nicolaus Selnecker, 4 1592. Eigene Melodie. 4 dchr Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort an⸗ zuhören; lenke Sinnen und Be⸗ gier auf die süßen Himmels-⸗ lehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß umhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlich— keit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns allesammt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren; unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl⸗ gelingen. Tobias Clausnitzer, 4 1684. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns w. 5 H err, öffne mir die Her⸗ *— zensthür, zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir, laß mich dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind und Erbe sein. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund, dein Wort ists, das mein Herz erfreut, dein Wort giebt Trost und Seligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron: der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Joh. Olearius, 4 1684. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 6 2— Gott, wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben; hilf uns, daß wir für und für nach demselben heilig leben, gieb dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei im Werke. 2. Uns, o Vater, lehrest du, was wir thun und glauben sol— len, schenk uns deine Kraft dazu, gieb zum Wissen auch das Wol⸗ len und zum Wollen das Voll⸗ bringen, so wird alles wohl ge— lingen. Joh. Adam Haßlocher, 1726. Nach voriger Melodie. 7 err, vor deinem Ange⸗ 4 H sicht hat die Andacht uns versammelt. Ach, verwirf die Bitten nicht, die dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unfre schwachen Lieder und sieh gnädig auf uns nieder. 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte brin⸗ gen, und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Seelen dringen. Laß es unsern Sinn erneuen und das Herz mit Trost erfreuen. 3. Dein Gebot mach uns be⸗ kannt, und hilf selbst es treulich üben, dich und den, den du ge⸗ sandt, Jesum Christum, herzlich lieben, keine Ft scheide. Mel. é 9.7 Zion ei sem Or sein! hier ist 2 0 kommen zu mir. genomn mel hie Herz hi pel sein 9. dich tre und G 1. Sonntags⸗ und Gottesdienstlieder. 3 lieben, daß kein Schmerz und keine Freude uns von deiner Liebe scheide. Daniel Schiebeler, 4 1771. Mel. Gott des Himmels und ꝛc. 8 Thut mir auf die schöne Pforte, führet mich in Zion ein: ach, wie wird an die⸗ sem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir ge⸗ kommen; komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Him⸗ mel hier. Zeuch doch in mein Herz hinein, laß es deinen Tem⸗ pel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zieh das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Saatkorn in mich fällt, gieb mir Licht in dem Verstande; und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht ge⸗ deihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein theures Klei⸗ nod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leit⸗ stern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hö⸗ ren und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmels⸗ brod, tröste mich in aller Noth. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Dir, mein Gott, will ich lobs. 9 O wie freun wir uns der * Stunde, da wir dir, Herr Jesu, nahn, um aus deinem heilgen Munde Lebensworte zu empfahn! Laß uns heute nicht vergebens Hörer deines Wortes sein: schreibe selbst das Wort des Lebens tief in unsre Herzen ein. 2. Sieh, wir sitzen dir zu Füßen: großer Meister, rede du; sieh, wir hören deiner süßen Rede heils⸗ begierig zu. Lehr uns, wie wir selig werden; lehr uns, wie wir unsre Zeit, diese kurze Zeit auf Erden, nützen für die Ewigkeit. 3. Nun so lege Licht und Liebe, Kraft und Feuer auf dein Wort; laß es mit lebendgem Triebe in uns wirken fort und fort; hilf uns, daß wir treu bewahren, was wir in das Herz gefaßt, und laß Andre auch erfahren, daß du Lebensworte hast. Philipp Spitta, 4 1859. b. Schlußlieder. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 10 Nen Gott Lob! es ist * vollbracht Singen, Beten, Lehren, Hören; Gott hat alles wohl gemacht, drum laßt uns sein Lob vermehren; unser Gott sei hoch gepreiset, daß er geistlich uns gespeiset. 2. Weil der Gottesdienst ist aus, und uns mitgetheilt der Segen, so gehn wir mit Freud nach Haus, wandeln fein auf Gottes Wegen. Gottes Geist uns ferner leite und uns Alle wohl bereite. 3. Unsern Ausgang segne 4 1. Sonntags⸗ und Gottesdienstlieder. Gott, unsern Eingang gleicher⸗ maßen, segne unser täglich Brod, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben, und mach uns zu Himmelserben. Hartmann Schenck, 1 1681. Mel. O Gott, du frommer Gott. 11 leib ja bei mir, mein * Gott, laß mich dein Wort regieren, so wird kein Irr— weg mich betrüben noch verfüh⸗ ren; komm zu mir durch dein Wort, komm in der letzten Noth, bring mich zur Friedensstadt ins Leben durch den Tod. 2. Komm mir zu Trost und Freud, wenn diese Welt vergehet, wenn Himmel, Erde, Gut und Ehr nicht mehr bestehet, und führ mich in dein Reich zu dei⸗ ner Herrlichkeit, mein König, daß ich dich dort lob in Ewigkeit. Johann Olearius, 4 1684. Mel. Christus, der ist mein Leben. 12 ch, sei mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns fortan nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach, sei mit deiner Liebe, Eott Vater, um uns her; denn wenn uns die nicht bliebe, fiel uns die Welt zu schwer. 3. Ach, heilger Geist, behalte Gemeinschaft allezeit mit unserm Geist und walte nun und in Ewig⸗ keit. Carl Bernhard Garve, 1 1841. 2. Adoentlieder. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 13 Non kommt das neue * Kirchenjahr, deß freut sich alle Christenschaar; dein König kommt, drum freue dich, du werthes Zion, ewiglich. Halleluja! 2. Wir hören noch das Gna⸗ denwort vom Anfang immer fort und fort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreist. Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahr— heit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns blei⸗ ben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja! Johann Olearius, 4 1684. Mel. Nun freut euch, l. Christen ꝛc. 14 Gelt Lob! ein neues Kirchenjahr macht uns die große Treue des ewgen Gottes offenbar; und nun will er aufs Neue den alten hochbe⸗ schwornen Bund, den einzig festen Glaubensgrund durch sei—⸗ nen Geist uns lehren. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr und Ruhm dem höchsten Herrn zu singen! Dein königliches Priesterthum muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort die Chri⸗ stenheit und diesen Ort zu seinem Tempel weihet. 3. Wir sind nicht werth der neuen Huld des Gottes aller Gnaden. Des alten Menschen alte Schuld, die wir auf uns geladen, nimmt unsern eignen Ruhm dahin; denn sie bewies den alten Sinn noch stets mit neuen Sünden. 4. Ach, Herr, gieb uns den neuen Geist und mach uns durch die Güte, die sich an uns aufs Neu erweist, erneuert im Ge⸗ müthe. zieh uns fallen ko Leben. 5. 9 dein W. Abendme mit Frer stern Tl Kirchenj Tauf un zeigen. 6. Gi und Gei Leben, d Weide h. geben; sein, do Schein di leugne. 7.08 wir das dabei bef wir es hleibt di kommt a dann wi Hei et, und zu dei⸗ nig, daß igkeit. + 1684. n Leben. deiner , Herr tan nicht s List. Liebe, er; denn ebe, fiel „behalte t unserm in Ewig⸗ e, 1 184l. hochbe⸗ N einzig urch sei⸗ und Eht u Herrn iigliches 2. Adventlieder. 5 müthe. Den neuen Menschen zieh uns an, der dir allein ge⸗ fallen kann in seinem ganzen Leben. 5. Hiezu erhalt uns, Herr, dein Wort sammt Tauf und Abendmahle, so wandern wir mit Freuden fort in diesem fin⸗ stern Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, laß Kirche, Schul, Tauf und Altar uns deine Wege zeigen. 6. Gieb deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr und Leben, dein Wort, das Gottes Weide heißt, der Heerde rein zu geben; laß alle Hörer Thäter sein, damit kein heuchlerischer Schein des Glaubens Kraft ver⸗ leugne. 7. So halten und vollenden wir das Kirchenjahr auf Erden; dabei befehlen wir es dir, wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; kommt aber einst die Ewigkeit, dann wird sie triumphiren. Heinrich Cornelius Hecker, 4 1745. Eigene Melodie. acht hoch die Thür, 15. M die Thor macht weit: es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Kö⸗ nigreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Gott. m singt: Gelobet sei mein ott, mein Schöpfer, reich von Rath! 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, Sanftmüthigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Scepter ist Barm⸗ herzigkeit; all unsre Noth zu End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland, groß von That! 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat; wohl allen Herzen ins⸗ gemein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freuden⸗ sonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster, früh und spat! 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, eur Herz zum Tempel wohlbereit; die Palmen der Gottseligkeit streut hin mit Andacht, Lust und Freud: so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rath, voll That, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ, meins Herzens Thür dir offen ist; auch zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freund⸗ lichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! Georg Weißel, 1 1635. Mel. Nun komm, der Heiden Heiland. 16 Gert sei Dank durch * alle Welt, der sein Wort beständig hält, und der Sünder Trost und Rath zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schaar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie einst prophezeit, ist erfüllt in Herr⸗ lichkeit. 3. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jung⸗ frau Sohn, der verheißne Wun⸗ derheld hat sich treulich einge— stellt. — 7/% j7j⁷ V 2 — e XBO N 8 VV N N 4 V V 2 2 2—— E8 SSS DINNI. eleles 8 N D 6 2. Adventlieder. 4. Sei willkommen, o mein Heil: Hosianna, o mein Theil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von aller Sündenlust. 6. Und wie du voll Sanft⸗ muth kamst, dich der Sünder⸗ welt annahmst, also sei auch jederzeit deine Sanftmuth mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans Macht und List sich zu hoch für mich vermißt. 8. Tritt der Schlangen Kopf entzwei, daß ich, aller Aengste frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan; 9. Daß, wenn du, o Lebens⸗ fürst, prächtig wiederkommen wirst, ich dir mög entgegengehn und vor dir gerecht bestehn. Heinrich Held, 4 1676. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. it Ernst, o Men⸗ 17. M schenkinder, das Herz in euch bestellt, damit das Heil der Sünder, der wunder⸗ starke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehre ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt. Macht eben Bahn und Pfad, die Thäler all erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, macht gerad. 3. Ein Herz, das Demuth liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmuth übet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen in dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hin⸗ ein, mach es zu deiner Krippen: so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein.“ Valentin Thilo, 4 1662. Mel. Aus meines Herzens Grunde. luf, auf, ihr Reichs⸗ 18. A genossen! eur König kommt heran, empfahet unver- drossen den großen Wunder⸗ mann. Ihr Christen, geht her— für, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heili— ger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da! Seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können im Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplag⸗ ten, der König ist nicht fern; seid fröhlich ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern! Der Herr will in der Noth mit rei⸗ chem Trost euch speisen, er will euch Hülf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Seid fromm, ihr Unter⸗ thanen, der König ist gerecht; laßt uns die Weg ihm bahnen und machen alles recht. Für⸗ wahr, er meint es gut; drum laßt uns auch die Plagen, die er uns schickt, ertragen mit un⸗ erschrocknem Muth. 2 0. ten, an u er s. wird Zorr weil seine 6. Schr sehn stark Nun land versi 7. die, liche selh und hobe dich 8. reich schw lich dru T 2. Adventlieder. 7 5. Frisch auf, ihr Hochbetrüb⸗ ten, der König kommt mit Macht; an uns, die Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein, noch Zorn hinfort uns schaden, die⸗ weil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 6. Auf, auf mit schnellen Schritten, den König eilt zu sehn, dieweil er kommt geritten stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet All heran, den Hei— land zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 7. Der König will bedenken die, so er herzlich liebt, mit köst— lichen Geschenken, als der sich selbst uns giebt durch seine Gnad und Wort; ja, König, hoch er— hoben, wir Alle wollen loben dich freudig hier und dort. 8. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, wirst für uns arm und schwach; du liebest unvergleich— lich, du gehst den Sündern nach: drum woll'n wir All in Ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hosianna singen und ewig dank⸗ bar sein. Johann Rist, 4 1667. Mel. Valet will ich dir geben. ie soll ich dich em⸗ 19. Wé pfangen, und wie begegn' ich dir? o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier! O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergötze, mir kund und wis⸗ send sei. 2. Dein Zion streut dir Pal⸗ men und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermun⸗ tern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis, und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud, als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid? Als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Ban⸗ den, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir gro⸗ ßes Gut, das sich nicht läßt Wat wie irdscher Reichthum thut. 5. Nichts, nichts hat dich ge— trieben zu mir vom Himmels⸗ zelt, als dein getreues Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jam⸗ mers Last, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei welchem Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr. Seid unverzagt, ihr habet die Hülfe vor der Thür, der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht be⸗ mühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht; er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht er— schrecken vor eurer Sündenschuld; nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Theil. —— 8 2 V. V* 9 —⁰ N W. — .N 556 VN N NIN S556566 G EDVEEEVNVV V. NyVr Li, 2 V. + 2 V.VNN. 8 2. Adventlieder. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zer⸗ streuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem alle Macht und List der Feinde viel zu wenig zum Wider⸗ stande ist. 10. Er kommt zum Weltge⸗ richte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zu ewgem Licht und Wonne in deinen Freu⸗ densaal. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 20 Non jauchzet all, ihr * Frommen, in dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlich— keit; zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Scepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt: im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt; er will hier seine Macht und Majestät ver⸗ hüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr berathen werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verach⸗ tet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn euch rührt. 4. Ihr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit; die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlge— muth, laßt eure Lieder klingen, dem König lobzusingen, der ist eur höchstes Gut. 5. Er wird nun bald erschei⸗ nen in seiner Herrlichkeit, und euer Leid und Weinen verwan⸗ deln ganz in Freud; er ist's, der helfen kann; macht eure Lam⸗ pen fertig und seid stets sein gewärtig; er ist schon auf der Bahn. Michael Schirmer, 4 1678. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 21 H Sohn Davids Sohn kommt in Zion eingezogen. Auf, bereitet ihm den Thron, setzt ihm tau⸗ send Ehrenbogen, streuet Pal— men, machet Bahn, daß er Ein-⸗ zug halten kann. 2. Hosianna! sei gegrüßt! komm, wir gehen dir entgegen. Unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Thoren ein, du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianna! Friedefürst, Eh⸗ renkönig, Held im Streite, alles, was du bringen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Gast, wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hast: ach, so laß uns unverdrossen deinem Scepter dienstbar sein, herrsche du in uns allein. 5. Hosianna! komme bald, die Verheißung zu erfüllen. Sollte gleich die Knechtsgestalt deine Majestät verhüllen, o so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna! steh uns bei; o Herr, hilf, laß wohl gelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der⸗ dir nicht gehorchen kann. 30 eile, be Gesegn willd d sianna, kommst Mel 2. Seele, sprich: mir, sie zeuch m was dr 2. K 2. Adventlieder. 9 7. Hosianna nah und fern! eile, bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Ho⸗ sianna, bist du da? Ja, du kommst, Halleluja! Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Jesus meine Zuversicht. ieh, dein König 22. S kommt zu dir! Seele, das sind frohe Worte; sprich: mein König, komm zu mir, sieh, ich öffne dir die Pforte, zeuch mit deiner Sanftmuth ein, was du findest, das ist dein! 2. Komm, ich bin dein Eigen⸗ thum schon seit deinem Wasser⸗ bade; komm, dein Evangelium werde mir ein Wort der Gnade; du schickst ja dein Wort voran, daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, was du hassest und mich reuet; komm und reinige dein Haus, das die Sünde hat ent⸗ weihet. Mache selbst mit deinem Blut alles wieder rein und gut. 4. Komm in deinem Abend⸗ mahl, das du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Er⸗ denthal mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, und mein Leben sei in dir! 5. Komm und bring den Trö⸗ ster mit, deinen Geist, der dich verkläret, der mich im Gebet ver⸗ tritt und des Königs Willen leh⸗ ret; daß ich bis auf jenen Tag: komm, Herr Jesu! rufen mag. Philipp Friedrich Hiller, 4 1769. Mel. Wie groß ist des Allmächt. 2c. 23 Ein König kommt zu Zions Thoren mit seiner auserwählten Schaar; was der Propheten Mund be⸗ schworen, erfüllt sich heute wun⸗ derbar; ein Fürst erscheint vor Salems Mauern, ein Herrscher, dessen Thron und Reich soll alle andern überdauern, ein König/ dem kein zweiter gleich. 2. Auf seinem Haupt ist keine⸗ Krone, es ist kein Schwerdt in. seiner Hand; zu dem geringsten Menschensohne stellt ihn sein. schimmerlos Gewand. Sein Blick geht nicht vom stolzen Pferde hoch auf gebückte Häupter hin: sanftmüthig blickt er auf die Erde und reitet auf der Eselin. 3. Nicht von gewappnet schwe— rem Schritte begleitet ihn der Widerhall; nicht tönt aus lau⸗ ter Schaaren Mitte der Cymbeln. und Posaunen Schall. Doch vor ihm zieht und an den Sei— ten viel Volks im frohen Jubel⸗ chor; sie streuen grünes Laub⸗ und breiten die Kleider seinen Tritten vor. 4. Sie rufen: Heil ihm, der den Frieden, den ewgen Frieden. wiederbringt; dem Helden, der den Kampf entschieden, der auch den letzten Feind bezwingt! Ge⸗ lobt sei, der da kommt im Na⸗ men des Herrn zu seines Volkes⸗ Stamm! Ein Hosianna Davids Samen, ein Hosianna Gottes Lamm! 5. So ziehn sie nach des Tem⸗ pels Stufen; da hebt der Neid sein Haupt und spricht: Ver⸗ nimmst du nicht, was diese rufen; verbietest du es ihnen nicht? Allein die Wahrheit muß— doch siegen; der Herr erwidert. ihnen; Nein, ich sage euch, wenn. diese schwiegen, so würden selbst die Steine schrein! 6. Nun denn, mein Herz, sei auch nicht stille vor ihm, dem. 57 i 5 N 58888 88886868 2 VS, N 0 Ves 2 N 2— 2 D 2 2 eS — N NN N N N. V VVN. 7 8989889 INNN IDL , ve vin i vi, ve, e m vr re 10 2. Adventlieder. alles Ehre bringt. Es ist ja deines Königs Wille, daß man sein Lob mit Freuden singt. Du sollst den Namen fröhlich nen⸗ nen, den dir der Vater selbst bezeugt, den alle Zungen noch bekennen, dem noch ein jedes Knie sich beugt. 7. Und wo du siehst, daß die⸗ sem Namen die Pforten werden aufgethan, da sprich auch du ein gläubig Amen und schließe dich mit Freuden an. Wo man sich aufmacht ihm entgegen, da sei mit Palmen auch bereit, und geh, ihm willig hinzulegen all deine Hab und Herrlichkeit. 8. Wer mag sich wider ihn erkühnen und ihm verweigern seinen Zoll? Laß du dein Herz nur vor ihm grünen und werde seines Ruhmes voll. So man— ches Lied ist schon verklungen: das Hosianna tönt noch heut, das Hosianna wird gesungen, so lang im Himmel Gott ge— beut! 9. Auf, tretet unter Jesu Fah⸗ nen, zieht mit der auserwählten Schaar, zum heilgen Berg den Weg zu bahnen, zu Gottes Tempel und Altar! Wo Jesus wandelt, da ist Wonne, da singt man von der Freudenzeit: wo Jesus weilt, da scheint die Sonne der Gnade und Barmherzigkeit. 10. Einst wird er mächtig wiederkommen, herab von seines Vaters Haus, ein Flammenblitz selbst für die Frommen, und für die Bösen Schreck und Graus; dann richtet er den Kreis der Erden, dann kommt er und mit ihm sein Lohn; o betet, daß wir würdig werden, zu stehen vor des Menschen Sohn! Heinrich Puchta, 1858. Eigene Melodie. 24 Dꝰ'a König kommt in niedern Hüllen, sanftmüthig auf der Eslin Füllen, empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm entgegen Friedens-— zweige, bestreu mit Palmen seine Steige; so ists dem Herren an— genehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von großer Macht! Es wollten dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren, doch du gewannst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, doch aller Erde Reiche werden dem, das du grün⸗ dest, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten, zieht deine Schaar nach den vier Or⸗ ten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest her— gezogen, da ebnen sich des Mee⸗ res Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Trif⸗ ten des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs Neue zu uns, die wir sind schwer verstört! Noth ist es, daß du selbst hienieden kommst, zu erneuen deinen Frieden, da⸗ gegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finsterniß erliegen, und lösch der Zwie⸗ tracht Glimmen aus; daß wir, die Völker und die Thronen, vereint als Brüder wieder woh⸗ nen in deines großen Vaters Haus. Friedrich Rückert, 4 1868. 25 Mens Jung freue Halle 2 Kind findt und ewge 2 beschl Schos den k allein 4. herein Scheit in dei tes K 5. Gott Velt aus Erbet Halle 6. arm, uns i und Halle 7. than, an. 4 heit U keit. Lu 0. 3. Weihnachtslieder. 11 3. Meihnachtslieder. Eigene Melodie. elobet seist du, Jesu 25. G Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, deß freuet sich der Engel Schaar. Halleluja! 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Halleluja! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Marien Schooß; er ist ein Kindlein wor— den klein, der alle Ding erhält allein. Halleluja! 4. Das ewpge Licht geht da herein, giebt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lich⸗ tes Kinder macht. Halleluja! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward, und juhrt uns aus dem Jammerthal, macht Erben uns in seinem Saal. Halleluja! 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er sich unter sich erbarm, uns in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Halleluja! ö 7. Das hat er alles uns ge⸗ than, sein groß Lieb zu zeigen an. Deß freu sich alle Christen⸗ heit und dank ihm das in Ewig⸗ keit. Halleluja!* Martin Luther, 1 1546. Luthers Weihnachtskinderlied. Eigene Melodie. 26. Bmun her. bring euch gute, neue Mähr; der guten Mähr bring ich so viel, davon ich singn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau aus⸗ erkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ unser Gott, der will euch führn aus aller Noth; er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Selig⸗ keit, die Gott der Vater hat be⸗ reit, daß ihr mit uns im Him⸗ melreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zei⸗ chen recht: die Krippen, Winde⸗ lein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Deß laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Sei uns willkommen, edler Gast, den Sünder nicht ver⸗ schmähet hast, und kommst ins Elend her zu mir; wie sollt ich immer danken dir? 8. Der Sammet und die Seide dein, das ist grob Heu und Windelein, darauf du König groß und reich herprangst, als wärs dein Himmelreich. 9. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 8 8 * V. 2 /N, e ie i, e r n. 12 3. Weihnachtslieder. 10. Ach, du herzliebster Jesu mein, mach dir ein Bette sanft und rein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nim⸗ mer vergesse dein. 11. Daß ich auch allzeit fröh⸗ lich sei, mög springen, singen immer frei das rechte Hosianna schon mit Herzenslust im süßen Ton. 12. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn! Deß freuen sich der Engel Schaar und sin⸗ gen uns solch neues Jahr. Martin Luther, 4 1546. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. ir singen dir, Im⸗ 27. Wĩ manuel, du Le⸗ bensfürst und Gnadenquell, du Himmelsblum und Morgenstern, du Jungfrau Sohn, Herr aller Herrn. Halleluja! 2. Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang ge⸗ wünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja! 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat ge⸗ hofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schaar. Hal⸗ leluja! 4. Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hülfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein. Halleluja! 5. Nun, du bist hier, da lie⸗ gest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh; bist klein, und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja! 6. Du kehrst in fremder Hau⸗ FSTDDDTTTTTT sung ein, und sind doch alle Himmel dein; du liegst an einer Menschenbrust und bist doch aller Engel Lust. Halleluja! 7. Du bist der größte Men⸗ schenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind; Herodes achtet. dich für Greul, und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja! 8. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja! 9. Der Will ist da, die Kraft ist klein, doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja! 10. Und bin ich gleich der Sünden voll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll: du kommst ja nur deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Hal⸗ leluja! 11. So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei, du trägst den Zorn, du würgst den Tod, ver⸗ kehrst in Freud all Angst und Noth. Halleluja! 12. Du bist mein Haupt, hin⸗ wiederum bin ich dein Glied und Eigenthum, und will, so viel dein Geist mir giebt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja! 13. Ich will dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehren⸗ saal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Halleluja! Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Warum sollt ich mich denn gr. 28 röhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört Lell Hri mer reißt wird Gute sich . hass liebt iebt seine seine 4. Krip dich, lasse euch bring 53 uns Grof groß vor Ster Labs 6 Leid zu d ihn an kein 1. Herz und trost Cil) Wun 8 komn Glal gute ihr 3. fang 3. Weihnachtslieder. 13 Hört, hört, wie mit vollen Chö— ren alle Luft jauchzt und ruft: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kam⸗ mer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir Mensch zu Gute; Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns giebt, was er liebt über alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Seht, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: lasset fahren, lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt; ich bring alles wieder. 5. Nun, so kommt und laßt uns laufen! Stellt euch ein, Groß und Klein, kommt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 6. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 7. Wer sich findt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei ge⸗ trost, hier wird gefunden, der in Eil machet heil auch die tiefsten Wunden. 8. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände. Hier sind alle gute Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 9. Süßes Heil! laß dich um⸗ fangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zufrie⸗ den geben. 10. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier, und mit dir heimfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Nun freut euch, l. Christen ꝛc. 29 Orch steh an deiner * N. Krippe hier, o Jesu, du mein Leben, ich stehe, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Muth, nimm alles hin, und laß dirs wohl gefallen. 2. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren, und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich noch war ans Licht gebracht, da hat dein Herze schon bedacht, wie du mein wolltest werden. 3. Ich lag in tiefer Todes⸗ nacht, du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werthe Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 4. Ich sehe dich mit Freuden an, und kann mich nicht satt sehen, und weil ich nun nicht weiter kann, bleib ich bewundernd stehen. O, daß mein Sinn ein Abgrund wär, und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen. 5. Du fragest nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden, du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden. Suchst meiner Seele N W NNV 5 IV +. V S +N NVOY — Me V N NN SINNVNV * 8969868 4 85 * 696869 4* IIEIEEEEEE V. 5 WNv. ESILX 11 3. Weihnachtslieder. Trost und Freud durch deiner Seele Schmerz und Leid, das will ich dir nicht wehren. 6. Eins aber hoff ich. wirst du mir, mein Heiland, nicht ver⸗ sagen, daß ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. So laß mich deine Wohnung sein, komm, komm und kehre bei mir ein mit allen deinen Freuden. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 30 Dis ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit; und dieses Welt- und Himmels⸗ licht weichtel gunderttausend Son⸗ nen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gna⸗ denschein; der Glanz aus dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Todes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Selig⸗ keit; wann Sonne, Mond und Stern vergehen, am Ende dieser kurzen Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens⸗ und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weih⸗ nachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachtswonne, und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. Caspar Friedrich Nachtenhöfer, 4 1685. Mel. Lobe den Herren, den mächt. ꝛc. 31. J QTauchzet, ihr Himmel, Vrohlocket, ihr Engel, in Chorcn, singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! sehet doch da, Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, froh— locket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündi⸗ get heut; freuet euch, Hirten und Heerden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste geneiget! sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget! Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! wer kann dies Geheimniß verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; tretet her⸗ ein, Eins mit dem Kinde zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen geden⸗ ken? Du willst dich selber, dein Herz voll von Liebe, mir schen⸗ ken; sollt nicht mein Sinn in⸗ nigst sich freuen darin und sich in Demuth versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herz in der Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch i! doch, mich wohne Eines bend e nem 2 us x ün vor E und e unend 4. um der 3. Weihnachtslieder. 15 auch in mir nun geboren; komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger verloren; wohne in mir, mach mich ganz Eines mit dir, der du mich lie⸗ bend erkoren. 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur leben; gieb mir auch bald, Jesu, die Kindesge— stalt, völlig mich dir zu ergeben. Gerhard Tersteegen, 1769. Mel. Vom Himmel hoch da ꝛc. 32— ist der Tag, den * Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Er⸗ den ist. 2. Die Völker haben dein ge⸗ harrt, bis daß die Zeit erfüllet ward, da sandte Gott von sei— nem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still, er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Herr, der du Mensch ge⸗ boren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott Messias, bet ich an. 6. Du, unser Heil und höch— stes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 7. Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn er ihn schützt, der in des Vaters Schooße sitzt? 8. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heilig— sten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 9. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Nach voriger Melodie. 33 Euror zu Gott, mein Lobgesang! er, dem das Lied der Engel klang, der hohe Freudentag ist da: lobsin⸗ get ihm, Halleluja! 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, der uns das Le⸗ benslicht gebracht: nun leuchtet uns ein milder Strahl, wie Morgenroth im dunkeln Thal. 3. Er kam, des Vaters Eben⸗ bild, von schlichtem Pilgerkleid umhüllt, und führet uns mit sanfter Hand, ein treuer Hirt, ins Vaterland. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, hat unter uns ein Mensch gewohnt, damit auch wir ihm werden gleich auf Erden und im Himmelreich. 5. Einst führet er zur Him⸗ melsbahn uns, seine Bruͤder, auch hinan, und wandelt unser Pilgerkleid in Sternenglanz und Herrlichkeit. 6. Empor zu Gott, mein Lob⸗ gesang! er, dem der Engel Lied erklang, der hohe Freudentag ist da: ihr Christen, singt Halleluja! Friedrich Adolph Krummacher, 4 1845. S —* 2 NI P NN N 2 —. — D 26— 8566 EEEEEEEEEEEEEEEENEEEEE 2 * n,ernrnrernnnn 16 3. Weihnachtslieder. Mel. Zeuch ein zu meinen Thoren. ö er heilge Christ ist 34. D kommen, der theure Gottessohn; des freun sich alle Frommen am höchsten Himmels⸗ thron. Auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben, heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde liegt gefangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sünden⸗ angst ist weg, der Glaube geht zum Himmel nun aus dem Welt⸗ getümmel auf einem sichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschooß. Er will, daß Alle rein von ihrem alten Schaden, vertrauend seinen Gna⸗ den, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freut euch hoch und preiset, ihr Seelen fern und nah, der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da! Er ruft euch insgemein mit süßen Lie⸗ besworten: Geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt her⸗ ein! Ernst Moritz Arndt. + 1860. Eigene Melodie. 35 C.ah dich, mein * schwacher Geist, und trage groß Verlangen, ein Kind, das Ewigvater heißt, mit Freu⸗ den zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam und mensch⸗ lich Wesen an sich nahm, damit sich seiner Treue die ganze Welt erfreue. 2. Willkommen, Held aus Davids Stamm, du König aller Ehren! Willkommen, Jesu, Got⸗ teslamm! ich will dein Lob ver⸗ mehren, ich will dir all mein Lebelang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verlo⸗ ren, für uns bist Mensch geboren. 3. O großer Gott, wie konnt es sein, dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Welt herein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Himmelspracht, dein freudenrei⸗ ches Leben für solche Feinde geben? 4. O großes Werk, o Wun⸗ dernacht, dergleichen nie gefun⸗ den, du hast den Heiland her— gebracht, der alles überwunden; du hast gebracht den starken Mann, der Wind und Wellen stillen kann, vor dem die Him— mel zittern und alle Berg er— schüttern. 5. O liebstes Kind, das Gott uns gab, holdselig an Geberden, mein Heiland, den ich lieber hab als alle Schätz auf Erden! Komm, Jesu, in mein Herz hin⸗ ein, und laß es deine Wohnung sein; komm, ich will dir bei Zeiten die Stätt in mir bereiten. 6. Sag an, du Held aus Da⸗ vids Stamm, mein Hoffnung, Freud und Leben, mein Friede⸗ fürst und Gottes Lamm, was soll ich dir doch geben? Nimm an von mir Geist, Seel und Leib, daß ich dein eigen ganz verbleib; ich will mich ganz ver⸗ schreiben, dir ewig treu zu bleiben. 7. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir ge— sungen, daß du mein Bruder worden bist, und hast die Welt bezwungen. Hilf, daß ich deine Gütigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit, und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben. Johann Rist, 4 1667. Mel 994 36. men E men deines deinen Begiei pel, hier. 2. den, wo 6 dein noch dich ⸗ armei Greis 8. ein Schre ein Gluth Freud Befre qual. 4. linger ein je schöne werde NPreis verlo⸗ eboren. konnt ich zu e Welt id und du die eich, die denrei⸗ geben? Mun⸗ gefun⸗ d her⸗ unden; starken Wellen e Him⸗ erg er⸗ 4s Gott berden, lieber Erden! rj hin⸗ ohnung dir bei ereiten. us Da⸗ ffnung, Friede⸗ 3. Weihnachtslieder. 17 Darstellung Christi im Tempel. Mel. Valet will ich dir geben. 36 err Jesu, Licht der H Heiden, der From⸗ men Schatz und Lieb! wir kom— men jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier, nach Simeons Exem— pel, dich, Gott und Heiland, hier. 2. Du wirst von uns gefun⸗ den, o Herr, an jedem Ort, wo Gläubge sich verbunden auf dein Verheißungswort; vergönnst noch heut zu Tage, daß man dich gleicherweis auf Glaubens⸗ armen trage, wie hier der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Zagheit Gluth und Feuer, in Noth ein Freudenstrahl, in Banden ein Befreier, ein Stern in Todes⸗ qual. 4. Herr, laß auch uns ge— lingen, daß einst, wie Simeon, ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden die Augen zugedrückt, nachdem ich schon hinieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glau⸗ ben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar zu⸗ weilen auch ernst und hart mich an, daß oft vor Angst und Weinen ich dich nicht kennen kann; dort aber wirds geschehen, daß ich von Angesicht zu Ange⸗ sicht soll sehen dein immer klares Licht. Johann Franck, 4 1677. Mel. Christus, der ist mein Leben. ie Simeon ver⸗ 57. W' schieden, das liegt mir oft im Sinn, ich führe gern im Frieden aus diesem Leben hin. 2. Ach, laß mir meine Bitte, mein treuer Gott, geschehn, laß mich aus dieser Hütte in deine Wohnung gehn. 3. Dein Wort ist uns ge⸗ schehen, an diesem nehm ich Theil: wer Jesum werde sehen, der sehe Gottes Heil. 4. Ich seh ihn nicht mit Augen, doch an der Augen Statt kann mir mein Glaube taugen, der ihn zum Heiland hat. 5. Ich hab ihn nicht in Ar— men, wie jener Fromme da; doch ist er voll Erbarmen auch meinem Herzen nah. 6. Mein Herz hat ihn gefun⸗ den, es rühmt: mein Freund ist mein, auch in den letzten Stun⸗ den ist meine Seele sein. 7. Ich kenn ihn als mein Leben, er wird mir nach dem Tod bei sich ein Leben geben, dem nie der Tod mehr droht. 8. Mein Glaube darf ihn faffen, sein Geist giebt Kraft dazu, er wird auch mich nicht lassen, er führt mich ein zur Ruh. 9. Wenn Aug und Arm er⸗ kalten, hängt sich mein Herz an ihn, wer Jesum nur kann halten, der fährt in Frieden hin. Phtlipp Friedrich Hiller, 4 1769. 2 2 DEEEEEEEEEEEELL 18 4. Neujahrslieder. 4. Neujahrslieder. a. Jahresschluß. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 38 Dnch Trauern und durch Plagen, durch Noth, durch Angst und Pein, durch Hoffnung und durch Kla— gen, durch manchen Sorgenstein bin ich, Gott Lob! gedrungen; dies Jahr ist hingelegt: dir, Gott, sei Lob gesungen! das Herz ist mir bewegt. 2. Der du mich hast erbauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Glück vertrauet, du bist und bleibst mein Theil. Du hast mich wohl erhalten, du bist mein Trost und Hort; dich laß ich ferner walten, Herr, führ mich fort und fort. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich; gieb, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich. Dir ist mein Will ergeben, ja er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Ar⸗ muth drücken? ich will dabei be⸗ ruhn. Soll mich Verfolgung plagen? ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich Verachtung tragen? ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben? Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Aengsten schweben? mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden? ich will gehorsam sein. Soll ich von hinnen scheiden? Herr, dein Will ist auch mein. 6. Heut ist das Jahr beschlos— sen; Herr, deine Gnade sei heut auf mich neu ergossen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden, dein Wort verspricht es mir. Gottfried Wilhelm Sacer, 4+ 1699. Eigene Melodie. ott Lob, ein Schritt 39. G zur Ewigkeit ist abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben fließt und alle Gnade sich ergießt zu meiner Seele Leben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir allzu lange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange; damit, was sterblich ist an mir, verschlungen werde ganz in dir, und ich unsterblich werde. 3. Doch sei dir ganz anheim— gestellt die rechte Zeit und Stunde, wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, daß ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 4. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor Jedermann dich meinen Freund darf nennen, und daß du dort, o Lebensfürst, dich ganz mit mir vereinen wirst und mir dein Erbe schenken. — 5. Drum preis ich dich aus Dan 9hen Zeit und emer Tag Ilzu ich ge; mir, dir, eim⸗ und daß Herz heiße richte omm mich Liebe vor eund dort, mir dein aus 4. Neujahrslieder. 19 Dankbarkeit, daß sich das Jahr geendet, und also auch von dieser Zeit ein neuer Schritt vollendet, Und freudig schreit ich weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 6. Wenn meine Hände lässig sind und meine Kniee beben, so biet mir deine Hand geschwind, mich wieder zu erheben; erfüll mit deiner Kraft mein Herz, damit ich freudig himmelwärts ohn Unterlaß aufsteige. 7. Geh, Seele, frisch im Glau— ben dran und sei nur uner— schrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken; so dir der Lauf zu langsam däucht, so eile, wie ein Adler fleugt, mit Flügeln süßer Liebe. 8. O Jesu, meine Seele ist schon auf zu dir geflogen; du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit: ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. August Hermann Franke, 4 1727. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 40 Anfang sonder Ende, du großer Herr der Zeit, wir preisen deiner Hände Regierung hocherfreut, weil du uns noch ein Jahr mit Segen lässest schließen und wir be⸗ kennen müssen, dein Thun sei wunderbar. 2. Die Kirch ist fest gegründet durch Wort und Sakrament, darin, stets neu entzündet, dein Licht und Recht noch brennt. Dein Sohn, der ist der Stein, an dem die Feinde fallen, er, der den Deinen allen ein Auf⸗ erstehn wird sein. 3. Das Land ist voller Segen und trieft von Oel und Most, man schmecket allerwegen der Felder edle Kost. Ist da und dort ein Schwert durch unsre Seele gangen, so hast du nach Verlangen auch wieder Trost beschert. 4. Die Häuser sind voll Güte, die alle Morgen neu; wo man sich treulich mühte, da stand dein Sorgen bei. Die Kinder nah⸗ men zu an Alter und an Gnade: das Licht auf ihrem Pfade, Sohn Gottes, warest du. 5. Die Herzen sind voll Gna— den; obgleich wir Zorn verdient, hast du doch allen Schaden durch Christum ausgesühnt; wenn wir bei Tag und Nacht mit Seufzen und mit Beten vor deinen Thron getreten, hast du es gut gemacht. 6. Nun, Herr, dein ist die Ehre, du heißest Wunderbar, drum unser Flehen höre, daß wir das alte Jahr, befreit von aller Noth, in deiner Gnade schließen und in dem neuen wissen, du seist der alte Gott. 7. Laß dir die Alten dienen wie Hanna, Simeon; gieb, daß die Jungen grünen wie dein und Davids Sohn. Nimmt Eins an Jahren zu, das soll sich auch nicht schämen, im Guten zuzunehmen; dies Alles wirke du! 8. Und wann wir das voll⸗ endet, was uns dein Wort ge⸗ sagt, und unser Lauf sich endet jung oder wohlbetagt, dann führ uns zu der Schaar der Deinigen dort oben, dann wollen wir dich loben im ewgen Friedensjahr. Benjamin Schmolck, 1737. 4. Neujahrslieder. b. Jahresanfang. Mel. Wo Gott zum Haus nicht ꝛc. 41. alte Jahr ver⸗ gangen ist, wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du in Noth uns und Ge⸗ fahr behütet hast dies ganze Jahr. 2. Wir bitten dich, du ewger Sohn des Vaters in dem höch⸗ sten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, der Seelen höch⸗ sten Trost und Hort. Vor Un⸗ glaub und Abgötterei behüt uns, 1240 und steh uns bei. Hilf, daß wir fliehn die braie Bahn und fromm zu wer⸗ den fangen an, der alten Sün— den nicht gedenk, ein gnaden— reich neu Jahr uns schenk. Johann Steuerlein, 4 1613, und Jatob Trapp, 4 1620. Mel. Werde Licht, du Stadt der H. 42 ilf, Herr Jesu! laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an. Laß es neue Kräfte bringen, daß aufs Neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2. Meiner Hände Werk und Thaten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur durch dich ge⸗ rathen und ganz glücklich gehen fort. Neue Kraft laß mich er⸗ füllen, zu verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest, du, Herr, bei mir sein; geh ich aus, wollst du mich leiten, kehr ich heim, Seiten. 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr; hilf, daß ich mich stets be— mühe, dich zu preisen mehr und mehr. Laß mein Bitten und mein Flehen doch im Himmel vor dir stehen! 5. Laß dies sein ein Jahr der — gieb mir Buß ob meiner Sünd; hilf, daß sie mir nimmer schade, sondern bald Verzeihung find, Herr, in dir; denn du, mein Leben, kannst die Sünd allein vergeben. 6. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe, und voll Angst und Zagen bin. Stärke mich in meinen Nöthen, daß mich Sünd und Tod nicht tödten. 7. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich christlich könne leben sonder Ting und Heuchelei, daß ich noch allhie auf Erden fromm und selig möge werden. 8. Jesu, richte mein Beginnen, Jesu, bleibe stets bei mir; Jesu, zähme mir die Sinnen, Jesu, sei nur mein Begier; Jesu, sei mir in Gedanken, Jesu, lasse nie mich wanken. 9. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr; trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr. Freu— dig will ich dich umfassen, wann ich soll die Welt verlassen. Johann Rist, 4 1667. steh mir zur Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren. un laßt uns gehn 43. N und treten, mit Sin⸗ gen u der n Kraft dern dern, vom 3. tern die mit dere! wen in se 2 fürt unse nicht zur ine 4. Neujahrslieder. 21 gen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wan⸗ dern von einem Jahr zum an⸗ dern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen. 3. Denn wie von treuen Müt⸗ tern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 4. Also auch und nicht min⸗ der läßt Gott uns, seine Kinder, wenn Noth und arhen blitzen, in seinem Schooße sitze 9Ach. Büter 25—5 35 ebens! fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein' Augen wachen. 6. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles Herz⸗ leid wenden! 7. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gieb uns und allen Denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 9. Sprich deinen milden Se— gen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 10. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 11. Hilf gnädig allen Kranken, gieb fröhliche Gedanken den hoch— betrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 12. Und endlich, was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 13. Das Alles wollst du geben, o unsers Lebens Leben, uns und der Christenschaare zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 44. 9 die Loosung sein, da ein neues alei nn Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll in den Gemeinden schallen; und so oft wir nach dem Ort, da sein Name wohnet, wallen, uren seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligthum. 3. Sein Vers ühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu Theil, wird sich täglich bei uns mehren auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen und durch diesen Gnadenschein alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen; so wird alle Bitterkeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Machs mit mir, Gott, nach ꝛc. 45. in Jahr geht nach dem andern hin der Ewigkeit entgegen; ach, möchte doch der träge Sinn dies fleißi⸗ ger erwägen! Ach, brächte doch ein jedes Jahr, viel neue gute Früchte dar! 2. Allein wo ist, wo ist die Frucht, die wir bisher getragen? Wie oft hat Gott umsonst ge⸗ sucht, wie hat er müssen klagen! Es that ihm weh, wenn seine Hand anstatt der Frucht nur Blätter fand. 3. Haut ab, spricht er, den kahlen Baum, der keine Früchte träget; was nimmt er andern Saft und Raum? Komm, Tod, der alles schläget, komm, leg die Arxt der Wurzel an, thu einen Streich, so ists gethan! 4. Allein der treue Heiland spricht: Laß ihn dies Jahr noch stehen! Trägt er bis jetzt auch Früchte nicht, ich hoff sie noch zu sehen. Ach, halt des strengen Urtheils Lauf doch dies Jahr noch, mein Vater, auf! 5. So gieb denn, lieber Hei⸗ land, Kraft, dies Jahr viel Frucht zu bringen: ach, laß doch deines Geistes Saft in unsre Zweige dringen, und schütte du auf jedes Haus viel Gnade, Kraft und Segen aus. Joh. Jat. Rambach, 4 1735. Mel. Es ist das Heil uns kommen ber. 46 Gen ruft der Sonn und * schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen, er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht; auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen! 4. Neujahrslieder. 2. Herr, der da ist und der da war, von dankerfüllten Zun⸗ gen sei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich— erngan 3. Laß auch dies Jahr geseg⸗ net sein, das du uns neu gege— ben, verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schützest uns und du ver— mehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden; doch schadet mir das Glück der Welt, so gieb mir Kreuz und Leiden; nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichen beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder, erbarme der Verlaßnen dich und der be— drängten Glieder; gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder; 6. Daß Weisheit und Gerech— tigkeit in seinem Rathe throne, daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne, daß Treu und Liebe bei uns sei: dies, lieber Vater, dies verleih⸗ in Christo, deinem Sohne. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. 5. Epiphaniaslieder. Eigene Melodie. erde Licht, du Stadt 47. W̃ der Heiden, und du, Salem, werde Lcht; schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht; Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen. 5. Epiphaniaslieder. 23 2. Dunkelheit, die mußte wei⸗ chen, als dies Licht kam in die Welt, dem kein andres zu verglei⸗ chen, welches alle Ding erhält; die nach diesem Glanze sehen, dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waren wir ver⸗ blendet, ehe noch dies Licht brach an! Ja, da hatte sich gewendet schier vom Himmel Jedermann: unsre Augen und Geberden klebten einzig an der Erden. 4. Gottes Rath war uns ver— borgen; seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, Jedem fehlt es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 5. Aber seit hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben. 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubens⸗ bahn; ewig, Herr, will ich dir danken, daß du uns so wohl gethan und uns diesen Schatz geschenket, der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gieb, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit dienen und durch Glaubens⸗ werke folgen in Gerechtigkeit, und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 8. Dein Erscheinen müß er— füllen mein Gemüth in aller Noth; dein Erscheinen müsse stil⸗ len meine Seele selbst im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 9. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohnen. Zob. Rist, t 1667. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 48 QSesu, großer Wunder⸗ * ꝗ stern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste die⸗ nen; nimm doch, nimm doch, gnädig an, was ich Armer schenten kann. 2. Nimm das Gold des Glau⸗ bens hin, wie ichs selber von dir habe und damit beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe; laß es auch bewährt und rein in dem Trübsalsfeuer sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir ge— nügen. Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern, vor dir lie— gen; wenn ich bete, nimm es auf und sprich ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu; ach, mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde, und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdmann Neumeister, 1756. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 49 W' herrlich strahlt der Morgenstern! O welch ein Glanz geht auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht, du bringst in finstre Seelen Licht, die nach der Wahrheit schmachten. Dein Wort, Jesu, ist voll Klarheit, führt zur Wahrheit und zum Leben; wer kann dich genug erheben? 2. Du hier mein Trost und dort mein Lohn, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, des Himmels großer König! Von NVADVNWI2 V. 24 ganzem Herzen preis ich dich; hab ich dein Heil, so rühret mich das Glück der Erde wenig. Zu dir komm ich; wahrlich Keiner tröstet deiner sich vergebens, sucht er dich nur, Herr des Lebens. 3. Durch dich nur kann ich selig sein; o drücke tief ins Herz mir ein Empfindung deiner Liebe, damit ich ganz dein eigen sei, aus Weltsinn deinen Dienst nicht scheu, gern deinen Willen übe. Nach dir, nach dir, den ich fasse und nicht lasse, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, die Hoffnung, daß dein Angesicht ich einstens werd erblicken. Du wirst indeß durch deine Kraft, die Ruh in müden Seelen schafft, mich stärken und erquicken. Tröste du mich, Se⸗ ligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Himmelsfreuden inne werde. 5. Und wie, Gott Vater, preis ich dich! Von Ewigkeit her hast du mich in deinem Sohn ge⸗ 5. Epiphaniaslieder. liebet. Dein Sohn hat mich mit dir vereint; er ist mein Bruder und mein Freund: was ist, das mich betrübet? Seele, wähle ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zum Freunde, und dann fürchte keine Feinde. 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm müsse froher Lobgesang mit jedem Tag er⸗ schallen! Dem Lamme, das er— würget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen! Tönet, tö⸗ net, Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde voll von seinem Lobe werde! 7. Wie freu ich mich, o Jesu Christ, daß du der Erst und Letzte bist, der Anfang und das Ende! Ich gebe, Heiland, mei⸗— nen Geist, wenn er sich einst dem Staub entreißt, in deine treuen Hände. Ewig werd ich, Herr, dort oben hoch dich loben, dem ich traue, wenn ich nun dein Antlitz schaue. Johann Adolph Schlegel, 4 1793. b. Passionslieder. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen s. ir danken dir, Herr 50. W̃ Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein theures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut. 2. Wir bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch deine heilgen Wunden roth: erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Noth. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand, reich uns deine mächtige Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein, 4. Und schöpfen draus die Zu⸗ versicht, daß du uns wirst ver⸗ lassen nicht, vielmehr ganz treu— lich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Vischer, 4 1600. Eigene Melodie. 51 H baß du Jesu, was . hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urtheil hat gesprochen? Was ist die Schuld? in was für Missethaten bist du gerathen? 2. Dorn Heschl. wirst Hettdt 3. solche Sün ich, verst 4. diese leidet bezal für 5. alle diese det und 0. allen sam Rein 4' schen nen dein wie Leb 6. Passionslieder. 25 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angesicht geschlagen und verhöhnet, du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen; ich, mein Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du geduldet. 4. Wie ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße; ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 6. Ach, großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnug⸗— sam solche Treu ausbreiten? Kein's Menschen Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 7. Ich kanns mit meinen Sin⸗ nen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmen zu vergleichen; wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 8. Doch ist noch etwas, das dir angenehme, wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs Neu mein Herze nicht entzünden mit alten Sünden. 9. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, die sündliche Begier ans Kreuz zu heften, so gieb mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 10. Dann werd ich dankbar deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für nichts mehr achten; ich werde mich bemühn, Herr, deinen Willen stets zu erfüllen. 11. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach und Pla⸗ gen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen neh⸗ men zu Herzen. 12. Dies Alles, obs gering zwar ist zu schätzen, wirst du, o Herr, nicht gar bei Seite setzen, in Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen. 13. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehren⸗ krone, da will ich dir, wenn alles wird wohl Hingen, Lob und Dank singen. Johann Heermann, 4 1647. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 52. J Odesu, deine tiefen Wun⸗ den, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs⸗ und Seelennoth; fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein, die verleidet meinem Herzen, mit der Sünde je zu scherzen. 2. Will sich dann in Wollust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden, bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnaden— zeichen, bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Sünden⸗ bahn, wo so Viele sich verlieren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Centnerlast, die du ausgestanden hast: so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 2* 4. Ja, für alles, was mich kränket, geben deine Wunden Kraft, wenn mein Herz hinein sich senket, krieg ich neuen Lebens⸗ saft. Deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, der du bist für mich gestorben. 5. Auf dich setz ich mein Ver⸗ trauen, du bist meine Zuversicht. Dein Tod nimmt dem Tod das Grauen, daß er mich kann tödten nicht. Daß ich an dir habe Theil, bringet mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütig⸗— keit, so empfind ich keine Schmer— zen, auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, kein Feind kann verletzen mich; wer sich tröstet deiner Wunden, der hat glücklich über— wunden. Johann Heermann, 4 1647. — Eigene Melodie. 53 Traurigkeit, o Her⸗ * zeleid! ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einzig Kind wird ins Grab ge— tragen. 2. O große Noth! Der Herr liegt todt; am Kreuz ist er gestor— ben, hat dadurch das Himmel⸗ reich uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind! Nur deine Sünd hat dieses angerich— tet, da du durch die Missethat warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Got— teslamm, liegt hier mit Blut beflossen, welches er ganz mil— diglich hat für dich vergossen. 6. Passionslieder. schlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. O selig ist zu aller Frist, der dieses recht bedenket, wie der Ga der Herrlichkeit wird ins Grab versenket. 7. O Jesu, du mein Hülf und⸗ Ruh, ich bitte dich mit Thränen: hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen. Johann Rist, 4 1667. Eigene Melodie. enn meine Sünd 54. Wẽ mich kränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du ge— storben bist, und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich ge— nommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen, wenn mans betrachtet recht, es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; es hat sich selbst mein Herr und Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? ich bin bei Gott in Gnaden, die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi theures Blut, daß, ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Gluth. 4. Drum sag ich dir von Her⸗ zen jetzt und mein Lebelang für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Noth und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bittres Lei⸗ den mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die. 5. O süßer Mund, o Glau—ündliche Begier; daß nie mir bensgrund, wie bist du doch(zeb⸗»Eübmie aus dem Sinn, wie SGiessen viel e löset 6. lag 15 rage Gott Welt das 0 was Mei dien Rutz du allei 8 mich leht siche 6. Passionslieder. 27 viel es dich gekostet, daß ich er⸗ löset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wärs auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen; gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt, und folge dem Exempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jedermann ohn Eigen— nutz und Heuchelschein, und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meinen letzten Stunden und deß ver— sichern mich, weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, 4 1678. Mel. Herr Jesu Christ, meins Leb. L. 55 err Jesu Christ, dein theures Blut ist meiner Seele höchstes Gut; das stärkt, das labt, das macht allein das Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck und Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein theures Blut, das Leben schafft, giebt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Noth, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: dein Blut macht mich von Sünden rein. Johann Olearius, 4 1684. Mel. An Wasserflüssen Babylon. in Lämmlein geht und 56. E trägt die Sch der Welt und ihrer Kinder, es geht und träget in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und krank, ergiebt sich auf die Würgebank, entsaget allen Freuden; es nimmt auf sich Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod, und spricht: ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wol⸗ len wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die von Anfang an verdient des Zornes Ruthen; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten. 3. Ja, Vater, ja, von Herzens⸗ grund, leg auf, ich will dirs tragen; mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen. O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott sei— nen Sohn abzwingen; o Liebe, Liebe! du bist stark, du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen, dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen; du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben; ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigenthum beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieb⸗ 2 7+N„ 1 S E lichkeit bei Nacht und Tage sin⸗ gen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtniß schl rioll 6. Wann endlich ich soll tre— ten ein in deines Reiches Freu⸗ den, so soll dein Blut mein Purpur sein, ich will mich darin kleiden; es soll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen, und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohl— geschmückte Braut an deiner Seite stehen. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 57 O Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt; aus seinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Uebelthaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sün— den, die sich wie Körnlein fin⸗ den des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das El end⸗ das dich schläget, und das be— trübte Marterheer. 6. Passionslieder. 5. Du setzest dich zum Bür⸗ gen, ja lässest dich erwürgen für mich und meine Schuld; mir lässest du dich krönen mit Dor— nen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 6. Ich bin, mein Heil, ver— bunden all Augenblick und Stun⸗ den dir überhoch und sehr; was Leib und Seel vermögen, das will ich dankbar legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 7. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 8. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran ergötzen, ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld, und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. 9. Ich will darin erblicken, wie ich mein Herz soll schmücken mit stillem, al Muth, und wie ich dich soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 10. Ich will ans Kreuz mich schlagen mit dir und dem ab— sagen, was meinem Fleisch ge— fällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 11. Dein Seufzen und dein Stöhnen, und die viel Tausend Thränen, die für mich weintest du, die sollen mich am Ende in deinen Schooß und Hände be— gleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 1676. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Haupt voll Blut 58. O und Wunden, voll Schm. Haupt einer sonst Chre 5 sonst schma . dulde hab Hetta steh i hat; den! . mein Von mir Mun wund hat Him 5. berae dir dir d D Tode fasse 6. den wohl mein 6. Passionslieder. 29 Schmerz und voller Hohn; o Haupt zum Spott gebunden mit einer Dornenkron; o Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst verhöhnet, gegrüßest seist du mir! 2. O edles Angesichte, davor das Reich der Welt erschrickt und wird zu nichte, wie bist du so entstellt, wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schmachvoll zugericht? 3. Nun, was du, Herr, er⸗ duldet, ist alles meine Last, ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat; gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad! 4. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan; dein Mund hat mich begabet mit wunderbarem Trost, dein Geist hat mich gelabet mit reicher Himmelskost. 5. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schooß. 6. Es dient zu meinen Freu⸗ den und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 7. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für dei⸗ nes Todes Schmerzen, da du's so gut gemeint. Ach gieb. daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich einst er— kalte, in dir mein Ende sei. 8. Wenn ich einmal soll schei— den, so scheide nicht von mir, wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Pein. 9. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in dei⸗ ner Kreuzesnoth; da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll fest an mein Herz dich drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel-Freu dich sehr, o meine Seele. 59 Se mir tausendmal gegrüßet, der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßest das, womit ich dich betrübt; ach, wie ist mir doch so wohl, wenn ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest. 2. Heile mich, o Heil der Seelen, der ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht; wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, wird sich all mein Jammer setzen. 3. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stun— den bei mir unvergessen sein; du bist doch mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht; laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 30 6. Passionslieder. 4. Deine Füße will ich halten, Herr, so fest ich immer kann; schau, o schau mein Händefalten und mich selber freundlich an von des hohen Kreuzes Baum, und gieb meiner Bitte Raum; sprich: Laß all dein Trauern schwinden; ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt, 4 1676. Eigene Melodie. 60 QSesu, meines Lebens V Leben, Jesu, mei⸗ nes Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste See— lennoth, in das äußerste Ver⸗ derben, nur daß ich nicht möchte sterben. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach, du hast ausge⸗ standen Lästerreden, Spott und Hohn, hast getragen Strick und Banden, du gerechter Gottes- sohn, nur mich Armen zu er— retten von des Teufels Sünden⸗ ketten. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 3. Du hast wollen sein ge— schlagen, mich zu lösen von der Pein; fälschlich lassen dich an— klagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich pran— gen, hast du sonder Trost ge— hangen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Du hast dich mit Schmach bedecket, hast gelitten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld; daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet. Tau— send, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 5. Seine Demuth hat gebüßet meinen Stolz und Uebermuth; dein Tod meinen Tod versüßet, es kommt alles mir zu gut; dein Verlassensein, dein Schreien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 6. Nun ich danke dir von Herzen, Herr, für die gesammte Noth, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bit— tern Tod. Für dein Zittern, für dein Zagen, deine tausendfachen Plagen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. Ernst Christoph Homburg, 1 1681. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. er am Kreuz ist 61. D meine Liebe, meine Lieb ist Jesus Christ! weg, ihr argen Sündentriebe, Welt und Fleisch mit eurer List! Eure Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe, Frevler, was befremdets dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mir Friedens⸗ schild, aber auch mein Lebens⸗ bild. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bitt mir ver⸗ haßt! weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt. Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn? Trat ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Keine Noth, schwer, hart und groß, Hunger, Blöße, Geißel— hiebe, nichts Jesu los; nicht Gewalt, nicht macht mich von; Gold, kein ist me Glaul 5. Nebe bester wie Nesu ich Bräl mein Glauv gesen 6. Passionslieder. 831 Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, Tod, komm, mein bester Freund! Wenn ich einst wie Staub zerstiebe, werd mit Jesu ich vereint. Da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seelen Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Johann Mentzer, 4 1734. Mel. O Gott, du frommer Gott. 62 Sen welch ein Mensch * ist das! O Blicke voller Thränen, o Antlitz voller Schmach, o Lippen voller Seh— nen, o Haupt voll Todesschweiß! O Seele voller Noth, o Herze voll Geduld, o Lieb voll Angst im Tod! 2. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach sehet seine Wun⸗ den! Habt ihr, ihr Sünder, nicht den Heiligen gebunden? Sind eure Lüste nicht die Dor⸗ nen, die er trägt? ists eure Bos⸗ heit nicht, die an das Kreuz ihn schlägt? 3. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach, opfert Thränen⸗ fluthen, denn eure Sünde macht das Herz des Heilgen bluten; geht nicht vorüber hier, wo Schmerz ist über Schmerz; seht durch die offne Brust in eures Jesu Herz! 4. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach ja, wir wollen sehen, was dir, du Menschen— freund, durch Menschen ist ge— schehen; so lang ein Auge blickt, so lange soll die Pein, die du für uns erträgst, uns unver— gessen sein! 5. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach, sieh uns an in Gna⸗ den! Wenn wir uns voller Buß in Jammerthränen baden, so laß den Blick vom Kreuz in unsre Seele gehn, und dein vergoßnes Blut für uns beim Vater flehn. 6. Seht, welch ein Mensch ist das! So werden wir dich schauen und unsern ganzen Trost auf dein Verdienst nur bauen. Wenn nun dein Haupt sich neigt, so sterben wir mit dir, wenn unser Auge bricht, so leben wir dafür! Benjamin Schmolck, 4 1787. Eigene Melodie. 63 du Liebe meiner Liebe, * du erwünschte Se— ligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens, mir zu gute, als ein Opfer eingestellt und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt! 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Oelberg sich betrübt! Liebe, die mit Sorg und Sehnen unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die den eignen Willen in des Vaters Willen legt, und, den Iluh der Welt zu stillen, treu die Last des Kreuzes trägt! 3. Liebe, die mit starkem Her⸗ zen alle Schmach und Hohn ge⸗ hört, Liebe, die mit Angst und Schmerzen nicht der strengste Tod versehrt; Liebe, die sich lie— bend zeiget, wo der Athem geht zu End, Liebe, die sich liebend neiget, da sich Leib und Seele trennt! 4. Liebe, die für mich gestor⸗ ben und ein immerwährend Gut mir am Kreuzesstamm erworben, ach, wie denk ich an dein Blut! SIDEE 32 Ach, wie dank ich deinen Wun⸗ den, du verwundte Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft in deinen Armen ruh! 5. Liebe, die sich todt gekrän⸗ ket und für mein erkaltet Herz in ein kaltes Grab gesenket, ach, wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erworben; nimm mich ewig liebend an! Johann Scheffler, 4 1677. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du ꝛc. 64 H err, stärke mich, dein + · Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen: 3. Welch wundervoll, hoch— heiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt, ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen, Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen; dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz er— blicken. 5. Dies schlägt den Stolz auf mein Verdienst darnieder, es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier gebückt vor dir im Staube, 6. Passionslieder. verliere mich mit dankendem Ge⸗ müthe in deine Güte. 7. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein gött⸗ lich Kreuz im Glauben zu ver⸗ ehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 8. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt ich noch nach meinem Willen leben, und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 9. Ich sollte nicht, wenn Lei— den dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelassnen Herzens werden, da du so viel für uns, die wirs verschuldet, liebreich erduldet? 10. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt ich sie, sie, meine Brüder, hassen, und nicht wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze, und werd ich matt im Laufe guter Werke, so sei mirs Stärke. 12. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aerger⸗ niß und eine Thorheit werden, so seis doch mir, trotz allen frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kränken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken; dein Kreuz, das sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Mel. Christus, der ist mein Leben. 6⁵ De Sonne stand ver— ). finstert, der Mittag ward überw vollbre 2 hob Todte Grab 3. gab Engel er ha Deine du m ste de 9. wie 0 dit u du de I0. fürcht Kraft durch 6. Passionslieder. 33 ward zur Nacht; nun hatt' er überwunden, und sprach: es ist vollbracht. 2. Der Erde furchtbar Beben hob das Gebirg empor, und Todte Gottes gingen aus ihrem Grab hervor. 3. Den Todesüberwinder um— gab des Grabes Nacht; und Engel Gottes jauchzten: er hats, er hats vollbracht. 4. Das Opfer für die Sünde ist dargebracht vor Gott! Er starb; und Heil und Leben wird aller Welt sein Tod! 5. Nun wird kein Opfer wie— der in Ewigkeit gebracht; der, den sein Volk erwürgte, der hat es ganz vollbracht! 6. O du, der mich versöhnte dem Richter aller Welt, du hast das Heil der Erde, dich opfernd, hergestellt. 7. Nun wohnt in ewgem Frie⸗ den das menschliche Geschlecht; und du regierst die Völker, mit Wahrheit und mit Recht. 8. Du kommst und führst die Deinen in deines Vaters Reich; du machst an Heil und Würde sie deinen Engeln gleich. 9. Wie herrlich ist dein Name, wie groß ist deine Macht! Preis dir und Dank und Ehre, daß du dein Werk vollbracht! 10. Darf ich den Tod noch fürchten? Herr, meines Lebens Kraft, auch ich werd überwinden durch dich, der Sieg verschafft! 11. Du führst mich hin zum Ziele; vollbracht ist dann mein Lauf! Dann nimmt in seine Hände auch mich mein Vater auf. Balthasar Münter, 4 1793. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. 66 5 ist vollbracht, er . ist verschieden, mein Jesus schließt die Augen zu; der Friedefürst entschläft in Frieden, die Lebenssonne geht zur Ruh und sinkt in stille Todesnacht. O großes Wort: es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht, er hats gesprochen; das ewge Wort muß sprachlos sein; das Herz der Treue wird gebrochen, den Fels des Heils umschließt ein Stein; die höchste Kraft ist nun verschmacht; o wahres Wort: es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht; ihr, meine Sünden, verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich verkünden: des Soh— nes Blut erlangt Gehör; am Kreuz hats Frieden uns gemacht. O süßes Wort: es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht; o welch Verlangen zieht mich zu deinem Grabe hin; dich wünschen En— gel zu empfangen, ruh auch in meinem Herzen drin, wo dir die Liebe Raum gemacht; o tröst— lich Wort: es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht; ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein! die Engel sind allhie zugegen, ich schlummre sanft wie Jakob ein; die Him⸗ melspfort ist aufgemacht. O Lebenswort: es ist vollbracht! Salomon Franck, + 1725. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. o ruhest du, o meine 67. S Ruh, in deiner Grabeshöhle und erweckst durch deinen Tod meine todte Seele. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben; dich hat jetzt ein Felsen⸗ grab, Fels des Heils, umgeben. 3. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken; 4 34 6. Passionslieder. sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 4. Sie wird mir sein ein Käm⸗ merlein, da ich im Frieden liege, weil ich nun, durch deinen Tod, Tod und Grab besiege. 5. Gar nichts verdirbt; der Leib nur stirbt; doch wird er auf— erstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 6. Indeß will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis zum Tod gedenken. Salomon Franck, 4 1725. 7. Osterlieder. Eigene Melodie. 68 hrist ist erstanden von der Marter alle! deß solln wir Alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! 2. Wär der nicht erstanden, die Welt, die wär vergangen; seit daß er erstanden ist, so lobn wir den Herrn Jesum Christ. Halleluja! 3. Halleluja, Halleluja, Hal⸗ leluja! deß—— wir Alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! Alte Kirche. Eigene Melodie. 69 hrist lag in Todes⸗ * banden, für unsre Sünd gegeben; der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben; deß wir sollen fröh— lich sein, Gott loben und ihm dankbar sein und singen: Halle— luja! Halleluja! 2. Den Tod Niemand be⸗ zwingen konnt bei allen Men— schenkindern; das machte alles unsre Sünd, kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod sobald und nahm sich über uns Gewalt, sein Reich hielt uns gefangen. Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unsrer Statt ist kom⸗ men und hat die Sünde abge— than, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt; da bleibet nichts denn Todsge— stalt, den Stach'l hat er verloren. Halleluja! 4. Es war ein wunderlicher Krieg, da Tod und Leben run⸗ gen; das Leben, das behielt den Sieg, es hat den Tod verschlun— gen. Die Schrift uns die Kunde bringt, wie da sein Tod den Tod bezwingt; ein Spott der Tod ist worden. Halleluja! 5. Hier ist das rechte Oster— lamm, davon wir sollen leben, das ist uns an des Kreuzes Stamm aus heißer Lieb gegeben. Deß Blut zeichnet unsre Thür, das hält der Glaub dem Tode für; nicht rühr'n kann uns der Würger. Halleluja! 6. So feiern wir das hohe Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr erscheinen läßt; er selber ist die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz erleuchtet unsre Herzen ganz: der Sünd Nacht ist vergangen. Halleluja! Martin Luther, 4 1546. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 70 Faam da die * Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht. Ver⸗ trieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wieder⸗ bracht. Halleluja! 2. lieg i sal b früh nach! Halle . lang wan Grab S 0 bet gefar Sabl 20 10 im L Herr 16 . nicht liegt ihn 993 e hen alle 7. Osterlieder. 35 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Noth, versenkt in Trüb⸗ sal bis zum Tod, läßt du mir früh die Gnadensonn aufgehn nach Trauern, Freud und Wonn. Halleluja! 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang hält meinen Heiland Todes— zwang; am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Halleluja! 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält; drauf folgt der Sabbat in dem Grab, allda ich Ruh und Frieden hab. Halleluja! 5. In Kurzem wach ich fröh— lich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf; ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja! 6. O Wunder groß, o starker Held, wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja! 7. Lebt Christus, was bin ich betrübt; ich weiß, daß er mich herzlich liebt; wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja! 8. Er nährt, er schützt, er tröstet mich, sterb ich, so nimmt er mich zu sich; wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil seines Lei⸗ bes Glied ich bin. Halleluja! 9. Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Engel Brü— derschaft; durch ihn bin ich mit Gott versöhnt und mit Gerechtig⸗ keit gekrönt. Halleluja! 10. Mein Herz darf nicht ent⸗ setzen sich: Gott und die Engel lieben mich; die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halleluja! 11. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt; dort wollen wir mit größ— rem Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Johann Heermann, 4 1647. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 71 Wob auf, mein Herz, (. die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen; er— muntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu umfangen, der heute durch des Todes Thor gebrochen aus dem Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben; vollführe deinen Glau⸗ benslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auf— erstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein An— liegen auf den Herrn und sorge nicht: er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Es hat der Löw aus Juda Stamm heut siegreich überwun— den, und das erwürgte Gottes⸗ lamm hat, uns zum Heil, ge— funden das Leben und Gerech— tigkeit, weil er nach überwund— nem Streit die Feinde Schau getragen. SIICHNNINEND 86 7. Osterlieder. 6. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch über⸗ winden weit in dir, weil er ge— bunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glau⸗ ben dienest. 7. Ach mein Herr Jesu, der du bist vom Tode auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, damit wir Alle insge— mein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 8. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueberwindern, die über— wunden durch dein Blut. Herr Jesu, gieb uns Kraft und Muth, daß wir auch überwinden. Laurentius Laurenti, + 1722. Mel. Christus, der ist mein Leben. 72 WSte Held im 0 Streite, aus deines Grabes Kluft! Wir triumphiren heute um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird Schau ge— tragen und heißt nunmehr ein Spott; wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott. 3. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied; du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach theile doch die Beute bei deinen Gliedern aus; wir Alle kommen heute deswegen in dein Haus. 5. Schwing deine Sieges— fahne auch über unser Herz, und unsern Weg uns bahne vom Grabe himmelwärts. 6. Laß unser Aller Sünden ins Grab verscharret sein, uns einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun. 7. Wir sind mit dir gestorben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 8. Wir wollen hier ganz fröh— lich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir nur dorten selig mit dir auch auferstehn. 9. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeil ist nunmehr stumpf; wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon: Tri⸗ umph! Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Valet will ich dir geben. 73 Oech geh zu deinem .— Grabe, du großer Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit den Himmelserben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und haͤst sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Staub und Asch vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe, drückst mir die Augen zu; drum soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht, ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab schließt Stein und Siegel, und du wirst den— noch frei; auch meines Grabes Riegel brichst du mit Macht entzwei; du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt, da werd ich dich erblicken, der mich vom Tode weckt. — . und hin i finder wohn dich, in de 6. m mich ten mach da 0 deine wein frag 0. emp allei Stu stant ihm ferne 7. Osterlieder. 87 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wo⸗ hin ich endlich gehe, da ich dich finden kann; dort ist es sicher wohnen, und lauter Glanz um dich, da warten Himmelskronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod, ich will mich dir ergeben in meiner letz— ten Noth; ich will zum Lager machen mir deine liebe Gruft, da werd ich einst erwachen, wenn deine Stimme ruft. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 74 43595 der Jünger * gehn mit Sehnen über Feld nach Emmaus, ihre Augen sind voll Thränen, ihre Seele voll Verdruß; man hört ihre Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach, sie bejammern voller Schmerzen ihre Noth und Un⸗ gemach. Manches wandert gar alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei? 3. Oft schon hab ichs auch empfunden, Jesus läßt mich nie allein: Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Bei⸗ stand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hülfe da. 4. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir; kommt die Welt, mich an— zufeinden, ach, so sei du auch allhier. Wenn mich Trübsals⸗ wetter schrecken, wollst du mäch— tig mich bedecken; komm, in meinem Geist zu ruhn, was du willst, das will ich thun. 5. Bin ich traurig und betrü— bet, so gieb nur in meinen Sinn, daß mich deine Seele liebet, und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich feste gründen, laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. 6. Tröst auch Andre, die voll Jammer einsam durch die Fluren gehn, oder in der stillen Kammer tiefbekümmert zu dir flehn! Wenn sie von der Welt sich trennen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: liebes Kind, was trauerst du? 7. Hilf, wann es will Abend werden, und der Lebenstag sich neigt, wann dem dunkeln Aug auf Erden nirgends sich ein Helfer zeigt; bleib alsdann in unsrer Mitten, wie dich deine Jünger bitten, bis du sie getrö— stet hast; bleibe, bleibe, theurer Gast! Johann Neunherz, 4 1737. Mel. Jesus meine Zuversicht. 75 Qesus lebt, mit ihm , auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun ver⸗ zagt, sündigt wider Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott ver— SEEEE 38 7. Osterlieder. stößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu schei— den, keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Mel. Herr Gott, dich loben Alle wir. 76 GEc dich, mein * Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede sei mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau über dich und bet ihn an, er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint; er ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war; sein Name sei ge⸗ benedeit von nun an bis in Ewigkeit! 5. O Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Ma⸗ jestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Got⸗ tes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig sein: Herr, welche Herr— lichkeit ist mein! 7. Du, der du in den Him— meln thronst, ich soll da woh— nen, wo du wohnst, und du er— füllst einst mein Vertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 8. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wolken gött⸗ lich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn. 9. Mit Engeln und mit Se⸗ raphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. 10. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich in Lieb und Treu zu dei— nem Bilde stets erneu. 11. Er ists, der alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächt⸗ niß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Mel. Lasset uns den Herren preisen. 77⁷ UU nimm die Palmen, die dein Volk dir heute bringt, das mit frohen Osterpsalmen den er⸗ kämpften Sieg besingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordgeschrei, da des Todes Nacht vorbei, und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hake liegen da: Gott sei Dank, Halleluja! 2. Stecke nun dein Sieges⸗ zeichen auf der dunkeln Gruft empor! Was kann deinem 0 f Weil und Den Gob 4 ten, geht Rne sth noch den auf gan dal auls nein ich dei⸗ uns sein icht⸗ dem 7. Osterlieder. 89 Ruhme gleichen? Held und Kö— nig, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herr⸗ lichkeit, höchste Majestät, erschie— nen. Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Halleluja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gieb uns Allen, o so jauchzet Herz und Muth, weil das Loos uns wundergut und aufs Liebliche gefallen. Denn der Oelzweig grünet da: Gott sei Dank, Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Gerech— ten, deinen Strahl ins Herze gehn; gieb Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geistlich aufer— stehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, o so fördre du den Lauf; rufe mächtig:„Wachet auf! denn die Schatten sind ver— gangen, und der helle Tag ist da!“ Gott sei Dank, Halleluja! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wenn die letzte Stunde schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beige— legt. Gieb uns in den höchsten Nöthen, gieb uns mitten in der Pein deinen Trost und Glauben ein, o so kann der Tod nicht tödten; denn die Hoffnung blühet da: Gott sei Dank, Halleluja! 6. Zeige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterb⸗ lich hier geboren, o so streift das kühle Grab nur, was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverloren; unser Hirte hütet da: Gott sei Dank, Halleluja! 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunklen Nacht, wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst du die Krone geben; dann wird unsre volle Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig deinen Sieg erheben, und wir sprechen auch allda: Gott sei Dank, Halleluja! Christian Ludwig Taddel, 4 1775. Nach voriger Melodie. 78 Geister Morgen, der die Erde nach der tiefsten Nacht belebt, der sie nach dem Wort:„Es werde!“ noch— mals aus dem Nichts erhebt! Nach der Nacht voll düstrer Sorgen, da man angst⸗ und kummervoll ohne Jesum leben soll, bringt der allerschönste Mor— en Jesum aus des Todes Thor, Jesum. unser Licht, hervor. 2. Seht, der Stein ist abge⸗ hoben, und kein Kriegsknecht hütet mehr; blickt nun selig, froh nach oben: Jesus lebt, das Grab ist leer! Kommt und seht, wo er gelegen; Tuch und Binden findet ihr, aber Jesus ist nicht hier, Engel rufen euch entgegen: Sucht ihn, sucht den nicht im Grab, der der Welt das Leben gab! 3. Großes Haupt, so lebst du wieder, nur auf wenig Tage todt? Nun erwachen Sieges⸗ lieder mit dem Ostermorgenroth. Engel müssen sie dir singen: Den ihr suchet, Jesus lebt! und die Gruft hallt: Jesus lebt! und die nahen Felsen klingen: Gottes Sohn, der todt war, lebt! und die Welt ertönt: Er lebt! 4, Lebt nun auf, ihr stillen Seelen, die in Thränen ihr 0000 2 NNNN N — H XX N V DNNN 780½. 69869690696 IN NOPeels NV NNN SSI — ( f= 4 88 R — D 40 zerfloßt, die ihr euch in Kummer— höhlen ohne Licht und Kraft verschloßt! Lebt nun auf: er ist erstanden! er, an den ihr doch geglaubt, ist vom Tode nicht ge— raubt, nein, er lebt, ist frei von Banden und mit Klarheit an— gethan; betet euren König an! 5. Jauchz' o Erde, Himmel, tönet, rühme, neu geschaffne Welt! Gott und Menschheit sind versöhnet; seht, wie glänzt der große Held, der des Ab— grunds und der Höllen und der Himmel Schlüssel führt und, mit Ehr und Schmuck geziert, seine Kirche sicher stellen und nach tiefem Gottesplan ewig selig machen kann! 6. Großer Hirte deiner Schafe, von den Todten ausgeführt, dem, nach ganz erlittner Strafe unsrer Schuld, der Preis ge⸗ bührt! Nimm ihn von den Mil— lionen derer, die das Grab noch deckt, derer, die dein Ruf schon weckt, derer, die im Himmel wohnen, auch von uns hier unten an, wie dich jeder preisen kann! 7. Hilf uns aus den Fesseln gehen, womit uns die Welt be⸗ strickt; laß uns geistlich aufer⸗ stehen, allem Sündendienst ent⸗ rückt! Schenk uns Kraft zum neuen Wesen, daß es täglich Ostern sei, dann kommt einst der Tag herbei, da du völlig uns erlösen und zu dir erheben h wirst, auferstandner Siegesfürst! Johann Adam Lehmus, 4 1788. Mel. Wachet auf, ruft uns die St. 79 alleluja! jauchzt ihr * Chöre, singt Jesu Christo Preis und Ehre; wie groß, wie herrlich ist sein Tag! 7. Osterlieder. Er, der Held, ist von den Ban— den des Todes siegreich aufer⸗ standen, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht. Preis ihm, er hats vollbracht! Halleluja! er hats vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held ge— rungen, hat mächtig Grab und Tod bezwungen, von ihren Ket⸗ ten uns befreit. Wir, von Gott gefallne Sünder, sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christe, dir, ruhn in Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht das Licht des ewgen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken; du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unver⸗ gänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir theurer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein. Halleluja“ Tod und Gericht erschreckt uns nicht; denn Jesus, unser Mittler lebt. 4. Ja, er lebt, uns zu erfreuen und alles, alles zu zerstreuen, was uns des Lebens Frieden raubt. Groß ist seines Namens Ehre, und ewig gültig seine Lehre, und ewig selig, wer ihm glaubt. Wir gehn an seiner Hand durch dieses Thränenland in zum Himmel; und dort er⸗ hebt er, der da lebt, uns hoch zu Ehren ewiglich. 5. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsers Grabes Dunkel bricht! O, was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsterniß verschwin⸗ den! mels Ms n den Ban⸗ reich aufer— i4 uns im it Gewalt hm, er hats al er hats e Nacht des es hat. er Held ge⸗ Grab und ihren Ket⸗ „ bon Gott d nun mit linder und At. Bald, entschlafen, Hrieden die ne Macht Lages ruft, lang Staub n herrlich Staubes rst unver⸗ Rraft und en, dem X ist. Wir u erfreuen zerstreuen, Frieden Namens ltig seine wer ihm an seiner ränenland dort er⸗ uns hoch Tag der sein, wenn unsers O, was n, wenn erschwin⸗ 7. Osterlieder. 41 den und uns umstrahlt des Him⸗ mels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen. Die Todesbahn gingst du voran, wir folgen dir in deine Ruh. Gottfried Benedict Funk, 14 1814. 8. Himmelfahrtssieder. Eigene Melodie. uf diesen Tag be⸗ 80. A denken wir, daß Christus aufgefahren; wir dan⸗ ken unserm Gott dafür und flehn, er woll bewahren uns arme Sünder hier auf Erd, die wir von Noth und Tod beschwert ohn ihn kein Hoffnung haben; Halleluja! Halleluja! 2. Gottlob, nun ist der Weg gemacht, uns steht der Himmel offen! Christus schließt auf mit großer Pracht, vorhin konnt's Niemand hoffen. Wer's glaubt, deß Herz ist freudenvoll, dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Halleluja! Halleluja! 3. Wer nicht folgt und sein Willen thut, dem ist nicht Ernst zum Herren; denn er wird auch vor Fleisch und Blut sein Him⸗ melreich versperren. Am Glau⸗ ben liegt's, so der ist echt, wird auch gewiß das Leben recht zum Himmel sein gerichtet. Halle- luja! Halleluja! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Vater finden und fliehen stets die breite Bahn, thun uns zu Gottes Kin⸗ dern; wir sehn hinauf, Gott sieht herab, an Treu und Lieb geht uns nichts ab, bis wir zusammen kommen. Halleluja! Halleluja! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn Gott uns zu sich nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, als wir denn jetzt bekennen! Da wird sich finden Freud und Muth zu ewger Zeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben! Halleluja! Halleluja! Johann Zwick, 4 1542. Mel. Nun freut euch, l. Christen g. uf Christi Himmel⸗ 81. A fahrt allein ich meine Nachfahrt gründe, und allen Zweifel, Angst und Pein hier⸗ mit stets überwinde. Denn, weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends, Ruh erlangen. Denn wo mein Schatz gekom⸗ men hin, dahin steht auch mein Herz und Sinn; nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach, Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mög meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenn dirs gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt; Herr, höre dies mein Flehen! Nach Josua Wegelin, 4 1640, von Justus Gesenius, 4 1671. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 82 sch wundergroßer Sie⸗ * gesheld, du Sünden⸗ träger aller Welt, heut hast du dich gesetzet zur Rechten deines Vaters Kraft, der Feinde Schaar 3 NN V 2 1 — E SNNNEN + Wes OOIE II 7/%8, — 2 N N RNRNN 7— „SAS, 9888668 IINE 42 8. Himmelfahrtslieder. gebracht zur Haft, bis auf den Tod verletzet; mächtig, prächtig triumphirest, jubilirest; Tod und Leben ist, Herr Christ, dir unter⸗ geben. 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Seraphim dich Siegesfürsten loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Maje⸗ stät und großer Macht zur Herr⸗ lichkeit erhoben; singet, klinget, rühmt und ehret den, der fähret auf zum Throne, zu empfahn die Herrscherkrone. 3. Du bist das Haupt, hin⸗ gegen wir sind Glieder, ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Fried und Freude, Stärk und Kraft, und was dem Herzen Labsal schafft, wird uns von dir gege— ben; bringe, zwinge mein Ge⸗ müthe, mein Geblüte, daß es preise, dir als Siegsherrn Ehr erweise. 4. Zeuch, Jesus, uns, zeuch uns nach dir; hilf, daß wir fort⸗ hin für und für nach deinem Reiche trachten. Laß unsern Wandel himmlisch sein, daß wir der Erde eitlen Schein und Ueppigkeit verachten; Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schirm und Hort und gründ uns auf dein göttlich Wort, darauf wir uns verlassen; laß suchen uns, was droben ist, auf Erden woh⸗ net Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da na⸗ gen, die da quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gna⸗ denthron, du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen; du, du bist Allen uns zu gut, o Jesu, durch dein theures Blut ins Heiligthum gegangen; dafür soll dir von uns Allen Preis erschallen; nimm am Ende, Herr, uns auf in deine Hände. Ernst Christoph Homburg, 4 1681. Mel. Aus meines Herzens Grunde. er Herr fährt auf 83.— gen Himmel mit frohem Jubelschall, mit prächti⸗ gem Getümmel und mit Posau⸗ nenhall. Lobsingt, lobsinget Gott; lobsingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth! 2. Der Herr wird aufgenom⸗ men in seines Himmels Pracht; um ihn gehn alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein die lautern Cheru⸗ binen, den hellen Seraphinen muß er willkommen sein. 3. Wir wissen nun vom Siege, der unser Haupt erhöht; wir wissen zur Genüge, wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, will uns zurück nicht lassen; er zeiget uns die Straßen, er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch wer⸗ den, der Herr macht selbst uns Platz; wir gehen von der Erden dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf! wo Je⸗ sus hingegangen, dahin sei das Verlangen, dahin sei euer Lauf. 5. Laßt uns zum Himmel drin⸗ gen mit herzlicher Begier; laßt uns zugleich auch singen: dich, Jesu, suchen wir, dich, o du Got⸗ tessohn, dich, Weg, dich, wahres Leben, dem alle Macht gegeben, dich unsers Hauptes Kron! 8. Himmelfahrtslieder. 43 6. Fahr hin mit deinen Schätzen, du trugesvolle Welt; dein Tand kann nicht ergötzen; dort ist, was uns gefällt. Der Herr ist unser Preis, der Herr ist unsre Freude und köstliches Geschmeide, zu ihm geht unsre Reis'! 7. Wann soll es doch gesche⸗ hen? wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst du sein, daß wir den Heiland grüßen, und fallen ihm zu Füßen? Komm, stelle dich doch ein! Gottfried Wilhelm Sacer, 4 1699. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 84 Hel Jesu, deiner Glieder Ruhm, du starkes Haupt der Schwachen, du hast ein ewig Priesterthum, kannst allzeit selig machen; du bist es, der Gebet erhört und der des Glaubens Wunsch ge⸗ währt, sobald wir zu dir kommen. 2. Uns muß durch deine Himmelfahrt der Himmel offen stehen, du hast den Weg geoffen⸗ bart, wie wir zum Himmel gehen; der Glaube weiß und ist gewiß, du habest uns im Para⸗ dies die Stätte zubereitet. 3. Geht unser Haupt zum Himmel ein, so werden auch die Glieder gewiß nicht ausgeschlos⸗ sen sein; du bringst sie alle wieder. Sie werden da sein, wo du bist, und dich verklärt, Herr Jesu Christ, dir ähnlich, ewig schauen. 4. Zeuch uns dir nach, so laufen wir; laß uns ein himm⸗ lisch Wesen in Worten, Werken und Begier von jetzo an erlesen. Zeuch unser Herz dem Himmel zu, daß unser Wandel, Schatz und Ruh nur sei bei dir dort oben. 5. Was droben ist, laß künf⸗ tighin uns unablässig suchen; was eitel ist, das laß uns fliehn, was sündlich ist, verfluchen. Weg, Welt! dein Lust und Freudenschein ist viel zu elend, viel zu klein für himmlische Ge⸗ müther. 6. O Kleinod, das im Himmel strahlt, ich will nach dir nur laufen! O Perle, die die Welt nicht zahlt, dich will ich an mich kaufen! O Erbtheil voll Zufrie⸗ denheit, o Himmel voller Selig— keit, sei mein aus Jesu Gnaden! Philipp Friedrich Hiller, 1769. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 85 alleluja! wie lieblich stehn hoch über uns die Himmelshöhn, seit du im Himmel sitzest, seit du vom ew⸗ gen Zion dort aussendest dein lebendig Wort und deine Heerde schützest. Fröhlich, selig schaut der Glaube von dem Staube auf zum Sohne: meine Heimath ist am Throne! 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl; was ist ihr tausendfacher Strahl? Was ist der Glanz der Sonne? Ein Schatten nur von jenem Licht, das dir vom holden Angesicht ausgeht mit ewger Wonne! Sende, spende deine hellen Lebensquellen reich⸗ lich nieder, großes Haupt, auf deine Glieder! 3. Verhüllt den Erdkreis düstre Nacht, ich weiß, daß dort ein Auge wacht, das einst um uns geweinet, das einst für uns im Tode brach; es ist dein Aug, es bleibet wach, bis neu die Sonne NN HEI 2 5886809060e SAEV X V S6883 IN — 1Q * 10 14 98885885 n.n SSI WWNNNNN * II IEEEEEEENEE V„„„„ 4 8. Himmel fahrtslieder. scheinet. O wer nunmehr nim⸗ mer klagts, nimmer zagte, seit du wachest und aus Nächten Tage machest! 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer, Ein Himmel neigt sich drüber her, dein Him⸗ mel voller Gnaden. Da steigt erhörlich das Gebet, da wallt man sicher früh und spät vor Feindeslist und Schaden. Keiner deiner Auserwählten, Geistbe— seelten bleibt verlassen; treu will ihn dein Arm umfassen. 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, zu dir, wenn sich das arme Herz abhärmt in bittrer Reue; du brichst nicht das zer⸗ stoßne Rohr, und wenn der Docht sein Oel verlor, so tränkst du ihn aufs neue. Im Licht soll nicht eine fehlen von den Seelen, die zum Leben dir dein Vater übergeben. 6. O selger König, Jesu Christ! wie wundervoll und heilig ist, was uns in dir geschenket! In dir, der Gottes Kinder schirmt, bleibt unser Anker, wenn es stürmt, auf ewig eingesenket. Hier, hier sind wir festgebunden; unsre Stunden fliehn in Eile; dann hinauf zum ewgen Heile! Albert Knapp, geb. 1798. 9. Pfingstlieder. Eigene Melodie. 86 KIn heiliger Geist, * Herre Gott, erfüll mit deiner Gnaden Gut der Gläubigen Herz, Muth und Sinn, dein brünstig Lieb ent⸗ zünd in ihn'n! O Herr, durch deines Lichtes Glanz zum Glau⸗ ben du versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen. Das sei dir, Herr, zu Lob ge— sungen! Halleluja! Halleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Je⸗ sum mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen! Halleluja! Halleluja! 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in deinem Dienst bestän⸗ dig bleiben, die Trübsal uns von dir nicht treiben. O Herr, durch dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Hal⸗ leluja! Halleluja! Martin Luther, 1 1546. Eigene Melodie. 87 No'n bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahr'n aus diesem Elende. Herr, erbarm dich unser! 2. Du werthes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Herr, erbarm dich unser! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfin⸗ den der Liebe Brunst, daß wir 9. Pfingstlieder. 45 uns von Herzen einander lie⸗ ben, und in Frieden auf einem Sinn bleiben. Herr, erbarm dich unser! 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht gar verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Herr, erbarm dich unser Martin Luther 4 1546. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 88 du allersüßte Freude, J. o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbesuchet lässet nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich singe! 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann; wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach, so gieb dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst als ein milder Regen ausgegossen von dem Thron, bringst uns nichts als lauter Segen von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werther Gast, Gottes Segen, den du hast und vertheilst nach deinem Willen, mich an Leib und Seele füllen! 4. Du bist weis und voll Ver⸗ standes, was geheim ist, ist dir kund; zählst den Staub des kleinen Sandes, gründst des tiefen Meeres Grund: nun du weißt auch zweifelsfrei, wie ver⸗ derbt und blind ich sei; drum gieb Weisheit, und vor Allen, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und redlich ist, fleuchst hingegen Schand und Sünden, hassest Schlangen⸗ trüug und List. Mache du,‚, o Gnadenquell, meine Seele rein und hell; laß mich fliehen, was du fliehest, gieb mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein Schäflein pfleget, frommes Herzens, sanftes Muths, bleibst im Lieben unbe⸗ weget, thust uns Bösen alles Guts: ach, verleih und gieb mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, Keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstößt; bleib ich von dir ungeschieden, so bin ich genug getröst. Laß mich sein dein Eigen⸗ thum, ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermö⸗ gen dir zu Ehren anzulegen; 8. Nur allein, daß du mich stärkest, und mir treulich stehest bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hülfe nöthig sei; brich des Fleisches bösen Sinn, nimm den alten Willen hin, mach ihn allerdinge neue, daß sich mein Gott meiner freue. 9. Sei mein Retter, führ mich eben; wenn ich sinke, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab. Wenn ich wieder auf⸗ ersteh, o so hilf mir, daß ich geh hin, da du in ewgen Freuden wirst die Auserwählten weiden. Paul Gerhardt, 4 1676. Eigene Melodie. 89 ZDeuch ein zu meinen Thoren, sei meines IIEENEENEEEEEEEEEE + 46 9. Pfingstlieder. Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast. O hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist. 2. Zeuch ein, laß mich em⸗ pfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Du bist ein Geist, der leh⸗ ret, wie man recht beten soll, dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl. Es steigt zum Himmel an, es steiget son⸗ der Ende, bis der sich zu uns wende, der allen helfen kann. 4. Du bist ein Geist der Freu⸗ den, willst unser Trauren nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum goldnen Freu⸗ densaal. 5. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft Feind du bist, willst, daß durch Liebes⸗ flammen sich wieder thu zusam⸗ men, was voller Zwietracht ist. 6. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gieb doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 7. Beschirm die Obrigkeiten, bau unsers Fürsten Thron, gieb Glück zu unsern Zeiten; schmück, als mit einer Kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen. Land. 8. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen. Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergötzet, aus un⸗ serm Herzen reißt. 9. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn; und wenn wirs sollen geben in To⸗ des Hände hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröh⸗ lich sterben, und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus! Paul Gerhardt, 4+ 1676. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 90 heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein; o komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weis⸗ heit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören; daß wir in Glau⸗ benseinigkeit auch Andre in der Christenheit dein wahres Zeug-⸗ niß lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß wir getreu mnen und mit selbt H den uns etreu 9. Pfingstlieder. 17 dir bleiben für und für, auch wenn wir leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen, und beflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns empfinden deine Kraft und zu der guten Ritter⸗ schaft dadurch gestärket werden; auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Trutz mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebens⸗ hort, laß doch dein süßes Himmels⸗— wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitsreichen Lehr und reinen Liebe trennen! Fließe, gieße deine Güte ins Gemüthe, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelsthau, laß dich in unsre Seelen kräf⸗ tiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbun⸗ den sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich be⸗ trübe, Fried und Liebe müsse walten; Fried und Freud wirst du erhalten. 7. Gieb, daß in reiner Heilig⸗ keit wir führen unsre Lebenszeit; sei unsers Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust, und seine todten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Him⸗ melserben werden. Michael Schirmer, 4 1673. Mel. Gott des Himmels u. der Erden. 91 Kon, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit, deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit: so wird Geist und heller Schein in den dunklen Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Ver⸗ stand und Zucht, daß wir an⸗ ders nichts beginnen, als nur, was dein Wille sucht. Dein Erkenntniß werde groß und mach uns von Irrthum los. 3. Zeig uns, Herr, die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt Bahn, räume alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann; wirke Reu durch deine Hat wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß dein Zeugniß stets uns sagen, daß wir Gottes Kinder sind, die nur ihn im Herzen tragen, wenn sich Noth und Drangsal findt; denn des Vaters Lieb und Zucht allzeit unser Bestes sucht. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit: so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird um Trost dem Herzen bange, daß es ruft voll Trau⸗ rigkeit: ach, mein Gott, mein Gott, wie lange! o so stärk uns in dem Leid, sprich der Seele tröstlich zu, und gieb Muth, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn sich Satans Macht erweist, schenk uns Waffen zu dem Krieg und behalt in uns den Sieg. 8. Herr, dewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod 886886 NN N VBI , — 2 OINE V d W NNNN 2 * 8 N N, V 48 9. Pfingstlieder. noch Spott jemals ihn uns möge rauben; du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer: nein! laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichr uns mehr und mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die Gott giebt durch Jesum Christ, und die unaussprechlich ist. Joachim Neander, 4 1680. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 92 G'i gieb einen mil⸗ * den Regen, denn mein Herz ist dürr wie Sand; Vater, gieb vom Himmel Segen, tränke du dein dürstend Land; laß des heilgen Geistes Gab auf mich Armen doch hinab sich in Strömen reich ergießen und mein ganzes Herz durchfließen. 2. Kann ein Vater hier im Leben, der doch arg ist von Na— tur, seinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben nur; solltest du denn, der du heißt guter Vater, deinen Geist mir nicht geben und mich laben mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir; laß den Tröster ewiglich bei mir sein und lehren mich, in der Wahrheit fest zu stehen und auf dich im Glauben sehen. 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein, sei mir tausendmal will⸗ kommen, laß mich deinen Tempel sein, reinige dir selbst das Haus meines Herzens, wirf hinaus Al⸗ les, was mich hier kann scheiden von den selgen Himmelsfreuden. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache neu mich, rein und schön, laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn; heilige mein Fleisch und Blut, gieb mir einen starken Muth, lehre mich vor Gott hin⸗ treten und im Geist und Wahr⸗ heit beten. 6. So will ich mich dir er— geben, dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde kom⸗ men hin, wo mit Vater und dem Sohn dich im höchsten Him⸗ melsthron ich erheben kann und preisen mit der Engel süßen Weisen. Moritz Kramer, 1 1702. Mel. Jesu, meine Freude. 93 chmückt das Fest mit * Maien, lasset Blu⸗ men streuen, zündet Opfer an! denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen: machet ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Sie⸗ gel der Geliebten, Geist voll Rath und That; starker Gottes⸗ finger, Friedensüberbringer, Licht auf unserm Pfad! Gieb uns Kraft und Lebenssaft, laß uns deine theuren Gaben zur Ge⸗ nüge laben. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen; führ den Geist empor. Gieb uns Kraft, zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor. Gieb uns Muth, du höch— stes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirch die d Wort edei bring über besg auch Fleil das vor llieh 6. Wol uns Unsr wäh Wer kann kenn. 10 und Unser Hüge geln der uns wir 0. merr vert diene als 9. Pfingstlieder. 49 Kirchenfeld; lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih; hundertfältig Frucht zu bringen, laß ihm stets gelingen. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, heilge Lie⸗ besgluth; laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen, dämpfe Fleisch und Blut; laß uns doch das Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen, und das Böse fliehen. 6. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz er⸗ wähle dir zum eignen Haus. Werthes Pfand, mach uns be⸗ kannt, wie wir Jesum recht er⸗ kennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße, und durch Finsternisse sei du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflü⸗ geln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Noth, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nim⸗ mermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werther Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Warum sollt ich mich denn gr. 94 öchster Tröster, komm * hernieder; Geist des Herrn, sei nicht fern, stärke Christi Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Rath seinem Volk ver⸗ sprochen. 2. Schöpfer unsers neuen Le⸗ bens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens; mache unser Heil uns wichtig; wer ist wohl, wie er soll, treu zu han⸗ deln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße, Eins ist noth für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig uns selbst den Greul der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz, Reu und Scham empfinde. 4. Zeig uns des Erlösers Wunden, ruf uns zu: ihr habt Ruh, ihr habt Heil gefunden; er hat Gnade euch erworben, Jesu Blut machet gut, was die Welt verdorben. 5. Weck uns auf vom Sün⸗ denschlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe; reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Ver⸗ stockung sterben. 6. Licht der Weisheit, gieb uns Allen durch dein Licht Un⸗ terricht, wie wir Gott gefallen; lehr uns freudig vor Gott treten, sei uns nah, und sprich: ja! wenn wir gläubig beten. 7. Hilf den Kampf des Glau⸗ bens kämpfen, gieb uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen, laß uns Trüb⸗ sal Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 8. Hilf uns nach dem Besten streben, schenk uns Kraft, tugend⸗ haft und gerecht zu leben; gieb, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 9. Sei in Schwachheit unsre Stütze, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshitze; führ, wenn Gott uns nach dem Leide 3* — * 2 8 — VIPN 90 N 2 VW ⁰ N VSS 98„ NNNNNN IBles N IG VeI INNNN 3 N — — — — * — — — — V 50 9. Pfingstlieder. sterben heißt, unsern Geist in des Himmels Freude. Ehrenfried Liebich, 4 1780. Eigene Melodie. 9⁵ O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, das uns im Todesschatten scheint, du scheinst und lockst so lang vergebens, weil Finsterniß dem Lichte feind! O Geist, dem Kei⸗ ner kann entgehen, dich laß ich meinen Jammer sehen. 2. Entdecke alles und verzehre, was nicht in deinem Lichte rein, wenn mirs gleich noch so schmerz⸗ lich wäre; die Wonne folgt nach solcher Pein! Du wirst mich aus dem finstern Alten in Jesu Klarheit umgestalten. 3. Dem Sündengift ist nicht zu steuern, als durch den Balsam deines Lichts; du mußt von Grund aus mich erneuern, sonst hilft mein eignes Trachten nichts. O Geist, sei meines Geistes Le⸗ ben; ich kann mir selbst kein Gutes geben! 4. Du Athem aus der ewgen Stille, durchwehe sanft der See⸗ len Grund, füll mich mit aller Gottesfülle; und da, wo Sünd und Greuel stund, laß Glauben, Lieb und Ehrfurcht grünen, in Geist und Wahrheit Gott zu dienen. 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen sei kindlich folgsam deinem Trieb; bewahr mein Herz mit allen Sinnen untadelig in Gottes Lieb. Dein in mir Beten, Lehren. Kämpfen laß mich auf keine Weise dämpfen. 6. O Geist, o Strom, der uns vom Sohne eröffnet und krystallenrein aus Gottes und des Lammes Throne in stille Herzen fließt hinein, ich öffne meinen Mund und sinke hin zu der Quelle, daß ich trinke! 7. Ich laß mich dir und bleib indessen von Allem abgekehrt dir nah; ich will die Welt und mich vergessen, dies innigst glauben: Gott ist da! O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, man harret deiner nie vergebens! Gerhard Tersteegen, 1 1769ʃ 10. Crinitatissieder. Eigene Melodie. 96 lein Gott in der * Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann ein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unter⸗ laß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, anbe— ten dich für deine Ehr; wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wan⸗ ken. Ganz ungemessen ist dein Macht, allzeit geschieht, was du bedacht: wohl uns solch eines Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn ein⸗ geborn deines himmlischen Va⸗ ters, Versöhner derer, die ver— lorn, du Stiller unsers Haders; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Noth, erbarm dich unser Aller! 4. O heilger Geist, du größtes Gut, du allheilsamster Tröster! vor Teufels Macht fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch Marter groß und bittern Tod; 10. Trinitatislieder. 51 wend unsern Jammer ab und Noth, darauf wir uns verlassen! Nikolaus Decius, 4 1529. Eigene Melodie. 7 ir glauben All an 97. W̃ einen Gott, Schö⸗ pfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl be⸗ wahren, allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns wider⸗ fahren; er sorget für uns, hüt't und wacht, es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren; von Maria, der Jung— frauen, ist er wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben; für uns, die wir warn verloren, am Kreuz ge⸗ storben, und vom Tod wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heil⸗ gen Geist, Gott und Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt, uns mit Gaben zieret schöne, die ganze Christen⸗ heit auf Erden hält in Einem Sinn gar eben; hier all Sünd vergeben werden; das Fleisch soll auch wieder leben; nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Martin Luther, 4 1546. Mel. Nun danket Alle Gott. 98 Gelutot sei der Herr, 908. mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der jeden Augenblick viel Guts an mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat, mit seinem theuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Noth Rath, Trost und Hülfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was durch ihn lebt und webet. Gelobet sei der Herr, deß Name Heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der heilge Geist! 5. Dem wir Halleluja mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschaar das Heilig, Hei⸗ lig! singen; den herrlich lobt und preist die ganze Christen⸗ heit: gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! Johann Olearius, 4 1684. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 99 Wo freut mich noch, * wenn du's nicht bist, Herr Gott, der doch mein alles ist, meine Trost und meine Wonne? Bist du nicht Schild, was decket mich? Bist du nicht Licht, wo finde ich im Finstern eine Sonne? Keine reine, wahre Freude, auch im Leide, auch für Sünden ist, Herr, außer dir zu finden. 2. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, mein Herr, Er⸗ löser, Jesu Christ, mein Friede 680 V 88888886 V N* 7 N 2 45 NNN VNV VS eeeeeeee 52 10. Trinitatislieder. und mein Leben? Heilst du mich nicht, wo find ich Heil? Bist du nicht mein, wo ist mein Theil? Giebst du nicht, wer wird geben? Meine eine, wahre Freude, wahre Weide, wahre Gabe hab ich, wenn ich Jesum habe. 3. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, o Geist, der uns gegeben ist zum Führer der Er⸗ lösten? Bist du nicht mein, was sucht mein Sinn? Führst du mich nicht, wo komm ich hin? Hilfst du nicht, wer will trösten? Meine eine, wahre Freude, Trost im Leide, Heil für Schaden ist in dir, o Geist der Gnaden! V. Iu. 2 von Phil. Friedr. Hiller, 4 1769. V. 3 von Albert Knapp, geb. 1798. U. Resormationslieder. Eigene Melodie. in feste Burg ist 100. E unser Gott, ein gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint, groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist; auf Erd ist nicht seins Gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald ver— loren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten! 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht, ein Wörtlein kann ihn fällen! 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Ga⸗ ben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fah⸗ ren dahin, sie habens kein Ge— winn: das Reich muß uns doch bleiben! Martin Luther, 1 1546. Gustav Adolph's Teldlied. Mel. Kommt her zu mir, spr. G. S. 101. Waenn ien. obschon die Feinde Willens sein, dich gänzlich zu verstören, und suchen deinen Untergang, davor dir wird recht angst und bang: es wird nicht lange währen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes! Dem befiehl die Rach und lasse ihn nur wal⸗ ten; er wird durch einen Gi⸗ deon, den er wohl weiß, dir hel⸗ fen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllenpfort, und was dem thut anhangen, endlich werden zu Schand und Spott, Gott ist mit uns, und wir mit Gott; den Sieg wolln wir er⸗ langen! Jakob Fabricius, 4 1654. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. Domm, komm, du 102. K Licht in Gottes— pracht, den Tag, den uns der Herr gemacht, mit deinem Glanz 11. Reformationsfestlieder. zu weihen! Weck auf, was schläft in dunkler Haft; zünd an der rechten Andacht Kraft, uns heilgen Schmuck zu leihen! Frühe ziehe uns nach oben, den zu loben, der allmächtig Sonnen lenket, groß und prächtig. 2. O seht, in hellem Glanze steht die Kirche Christi hoch er⸗ höht; ihr Hoffen ist geschehen. Viel Könige, Propheten viel sahn harrend auf nach solchem Ziel, und habens nicht gesehen. Selig, selig, die da sahen auf den Höhen und im Thale Le⸗ benslicht von Gottes Strahle! 3. Verdunkelt stand des Herrn Altar, in Menschentrug begra⸗ ben war das Wort aus Gottes Munde. Wo bleibst du, Licht von Anbeginn? Ach, Hüter, ist die Nacht bald hin? Ist nah des Aufgangs Stunde? Singet, brin⸗ get Morgenlieder unserm Hüter; er schläft nimmer! Herrlich kam des Aufgangs Schimmer. 4. Zu Helden Gottes drang der Schein: Steht auf, ihr sollt mein Rüstzeug sein, euch ruft 53 des Reiches König! Da schallts: „Die Wahrheit macht euch frei; die Nacht ist hin, der Tag her⸗ bei!“ Und Jubel hallt vieltönig, Herr, Herr, Ewger; treu im Halten und im Walten über⸗ schwänglich; Gott, dein Licht ist unvergänglich! 5. Es stritt mit Macht die Finsterniß; die Erde bebt, der Vorhang riß, da siegt das Licht vom Morgen. Jahrhunderte sind hingeflohn, manch Reich gestürzt und mancher Thron: die Kirche steht geborgen. Jesus Christus, gestern, heute und in weite Ewigkeiten! Eilt, sein Lob heut auszubreiten! 6. Tag, den uns Gott er⸗ scheinen läßt, dich grüßt in Lieb und Glauben fest die heilige Gemeine, die kämpfend noch hienieden geht, die triumphirend droben steht; es ist ja doch nur Eine! Ein Wort, Ein Hort; jauchzt, Verklärte; jauchz, o Erde, seinem Namen: Heilig, heilig, heilig, Amen! Heinrich Friedrich Sachse, 4 1860. 12. Erntesestsieder. Mel. Von dir kommt jede gute Gabe. 103 Gott! von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus; du aber theilest deine Gaben recht wie ein Vater drin⸗ nen aus; dein Segen macht uns alle reich: ach, lieber Gott, wer ist dir gleich! 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch darf die Nothdurft Keinem fehlen, denn du weißt Allem vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brod empfängt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Himmels Thau, der Sonne Strahl, sind deine Diener all— zumal. 4. Und also wächst des Men⸗ schen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brod; es mehret sich vielfältger Weise, was an⸗ XB V s V+ * 7 N E 2 * K445* 2 — ** — — * E * •*— V 785 8 54 12. Erntefestlieder. fangs schien, als wär es todt, bis in der Ernte Jung und Alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, wer kanns ge⸗ nug bedenken? Der Wunder sind hier gar zu viel! So reich als du kann Niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen Alle werth. 6. Wir wollens auch keinmal vergessen, was uns dein Segen bringet ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Na⸗ mens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Caspar Neumann, 4 1715. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 104 D Ernt ist nun zu Ende, der Segen eingebracht, wodurch Gott alle Stände satt, reich und fröh⸗ lich macht. Der alte Gott lebt noch, man kann es deutlich mer⸗ ken an so viel Liebeswerken; drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen seine Güte, die uns das Feld bestellt und oft ohn unsre Bitte gethan, was uns gefällt; die immer noch ge⸗ schont, ob wir gleich sündlich leben; die Fried und Ruh ge⸗ geben, daß Jeder sicher wohnt. Zwar manchen schönen Segen hat böses Thun verderbt, den wir auf guten Wegen noch hätten sonst geerbt; doch hat Gott mehr gethan aus unver⸗ dienter Güte, als Mund, Herz und Gemüthe nach Würden rüh⸗ men kann. 4. O allerliebster Vater! du hast viel Dank verdient; du mil— dester Berather machst, daß uns Segen grünt; wohlan, dich loben wir für abgewandten Schaden, für viel und große Gnaden; Herr Gott, wir danken dir! 5. Zum Danke kommt das Bitten: du wollest, frommer Gott, vor Feuer uns behüten und aller andern Noth. Gieb friedens⸗ volle Zeit, erhalte deine Gaben, daß wir uns damit laben; regier die Obrigkeit! 6. Gieb, daß zu dir uns lenket, was du zum Unterhalt des Lei⸗ bes hast geschenket, daß wir dich mannigfalt in deinen Gaben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre ge⸗ ben; o laß es doch geschehn! 7. Kommt unsers Lebens Ende, so nimm du unsern Geist in deine Vaterhände, wo er der Ruh geneußt, wo ihm kein Leid bewußt: so ernten wir mit Freu⸗ den, nach ausgestandnem Leiden, die Garben voller Lust. Gottfried Tollmann, um 1723. Mel. Werde Licht, du Stadt der H. 105 err im Himmel, * Gott auf Erden, Herrscher dieser ganzen Welt! laß den Mund voll Lobes wer⸗ den, da man dir zu Fuße fällt, für den reichen Erntesegen Dank und Opfer darzulegen. 2. Vater, der du aus Erbar⸗ men auch die bösen Kinder nährst, der du Reichen und den Armen deinen Segen nun bescherst, sei auch reichlich nun gepriesen, daß du so viel Guts erwiesen. 3. Du hast Sonnenschein und Regen uns zu rechter Zeit ge⸗ schickt, und so hat man aller⸗ wegen Auen voller Korn erblickt, Berg und Thäler, Tiefen, Höhen sahen wir im Segen stehen. 4. Ernte an, lernt. gethe Men zu e 5. Güt Mm für 12. Erntefestlieder. 55 4. Als das Feld nun reif zur Ernte, schlugen wir die Sichel an, da man erst recht kennen lernte, was dein großer Arm gethan; wurden bei des Segens Menge doch die Scheunen fast zu enge. 5. Ach, wer ist, der solche Güte dir genug verdanken kann? Nimm ein dankbares Gemüthe für die große Wohlthat an. Alle Felder sollen schallen: du machst satt mit Wohlgefallen! 6. Gieb nun, daß wir deinen Segen, den du jetzt uns hast be⸗ schert, also suchen anzulegen, daß der Fluch ihn nicht verzehrt; blei⸗ ben wir in alten Sünden, kann das Gute leicht verschwinden. 7. Schenk uns auch zufriedne Herzen, Stolz und Geiz laß ferne sein; laß den Undank nichts verscherzen, streu das Saatkorn wieder ein, daß wir jetzt und künftig haben, auch die Armen zu begaben. 8. Laß dein Wort auch Früchte bringen, daß man täglich ernten kann: so wird man hier fröh⸗ lich singen, wie du uns so wohl gethan. Gieb auch nach dem Thränensamen Freudenernt im Himmel! Amen. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Wie groß ist des Allmächt. ꝛc. ir Alle, Gott und 106. W Vater, bringen dir Preis und Dank im Heilig⸗ thum, und unsre frohen Herzen singen von deines Namens ho⸗ hem Ruhm. Gekrönt hast du mit deiner Milde rings um uns her das ganze Land; dein Segen strömt auf die Gefilde aus deiner reichen Vaterhand. 2. Du schenktest Sonnenschein und Regen für jede Frucht zu rechter Zeit und gabst Gedeihen, Kraft und Segen dem Samen, den wir ausgestreut. Für Millio⸗ nen deiner Kinder reicht deiner Gaben Fülle hin; du nährst den Frommen und den Sünder mit ewig treuem Vatersinn. 3. Du giebst, uns liebreich zu versorgen, mehr, als wir bitten und verstehn; du wachst am Abend und am Morgen und hörest unser gläubig Flehn. Selbst unsern Undank, unsre Sünden vergiebst du, der die Liebe ist; wir schmecken täglich und empfinden, wie gütig, Herr, du Allen bist. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, die weiter als die Wolken reicht; wer dürfte un⸗ dankbar vergessen die Treue, die nie von uns weicht? Wir wol⸗ len deiner stets gedenken, deß. Wohlthun uns begnadigt hat, das Herz nach deinem Reiche lenken, dich preisen stets durch; fromme That. 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, verleih uns Weis⸗ heit und Verstand; bewahr uns, daß wir nicht verschwenden die reichen Gaben deiner Hand. Du willst, wir sollen froh genießen und dankbar im Genusse sein: gieb, daß mit ruhigem Gewissen. wir deiner Güte stets uns freun. 6. Auch für den Armen kam dein Segen in solcher Füll auf uns herab; wir wollen liebreich seiner pflegen von dem, was deine Milde gab. Er danke heute mit uns Allen, frohlocke laut und bete an, daß du nach deinem Wohlgefallen so Großes hast an uns gethan. Christian Georg Ludwig Meister, 1 1811. V V V SN N NV 20— P VND + 68 ININN 989 9 l MNFN N V NV N 2 0⁷ O ˙ VꝰS NN +N 56 12. Erntefestlieder. Mel. Was Gott thut, das ist wohlg. 657 as Gott thut, das 107. Wẽ ist wohlgethan: so denken Gottes Kinder. Er sieht sie oft nicht freundlich an und liebt sie doch nicht minder. Er zieht ihr Herz nur himmel— wärts, wenn er sie läßt auf Er⸗ den ein Ziel der Plagen werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan: giebt er, so kann man nehmen; nimmt er, wir sind nicht übler dran, wenn wir uns nur bequemen. Die Linke schmerzt, die Rechte herzt, und beide Hände müssen wir doch in Demuth küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan: er weist uns oft den Segen und eh er noch ge⸗ deihen kann, muß sich die Hoff⸗ nung legen. Weil er allein der Schatz will sein, so macht er andre Güter durch den Verlust uns bitter. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan: wenn man nach reichem Säen doch wenig Gar⸗ ben ernten kann, so ists viel⸗ leicht geschehen, weil Gott auch Frucht bei uns gesucht und doch hat müssen klagen, daß wir so schlecht getragen. 5. Was Gott thut, das ist. wohlgethan: wir müssen besser werden; man baue nur die Her⸗ zen an, so folgt die Frucht auf Erden. Den Mangel muß ein Ueberfluß zu andrer Zeit ersetzen und Feld und Herz ergötzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan: das Feld mag ledig stehen, wir gehn getrost die Glaubensbahn und wollen Gott erhöhen. Sein Wort ist Brot, so hats nicht Noth; die Welt muß eh verderben, als wir vor Hunger sterben. 7. Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan: so wollen wir stets schlie⸗ ßen; und ist bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen, doch ist's genug zur Sättigung, wenn Gott die Nothdurft segnet, obs auch nicht Vorrath regnet. 8. Was Gott thut, das ist wohlgethan: wie er es nun ge⸗ füget, so nehmen wir es billig an und sind dabei vergnüget. Er, unser Gott, weiß, was uns noth; laßt in Geduld uns fassen; er wird uns nicht verlassen. Benjamin Schmolck, 4 1737. 13. Missionslieder. Eigene Melodie. 108 5 wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben, sein Antlitz uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir er— kennen seine Werk und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk be— kannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. 2. So danken, Gott, und lo⸗ ben dich die Heiden überalle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten. Das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl gerath der S heilge Chre! ollerm en: 2 Nel. K 104 die di. sie zu Seel 2. Gnad, finster loch! falsch 3. irret mit 0 Gewif mel h 4. Gehör loden wollen Glau 0. blend uns zerstr im 3 0 gleich melre ewigl sen Mel. 1 Va 05 die 0 gehn 13. Missionslieder. 57 gerathen. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist; nun sprecht von Her⸗ zen: Amen. Martin Luther, 4 1546. Mel. Herr Jesu Christ, meins Leb. L. 109 Jesu Christe, wah⸗ res Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Heerd, daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfüll mit deiner hellen Gnad, die Irrthum ganz ver⸗ finstert hat; auch die, so heimlich noch ficht an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst ver⸗ irret hat von dir, das suche du mit Gnad, und ihr verwundt Gewissen heil; laß sie am Him⸗ mel haben Theil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind ver⸗ blendt; bring her, die sich von uns getrennt; versammle, die zerstreuet gehn; mach feste, die im Zweifel stehn, 6. So werden sie mit uns zu⸗ gleich auf Erden und im Him⸗ melreich, hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade prei⸗ sen dich. Johann Heermann, 1 1647. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich s. ach auf, du Geist 110. Wé der ersten Zeu⸗ gen, die auf der Maur als treue Wächter stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegen gehn; ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Schaaren zu dir bringt. 2. O, daß doch bald dein Feuer brennte; o möcht es doch in alle Lande gehn! Ach, Herr, gieb doch in deine Ernte, viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O Herr der Ernte, siehe doch darein: die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig hierum anzu⸗ flehn; drum hör, o Herr, und sprich: es soll geschehn! 4. So gieb dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten sei'n; laß eilend Hülf uns widerfahren und brich in Satans Reich und Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus, zu deines Namens Preis. 5. Ach, daß die Hülf aus Zion käme; o daß dein Geist so, wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängniß nähme; o würd es doch nur bald vor Abend Licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald ent— zwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen; es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein. Ach führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll in alle Thore ein. Ja, wecke doch auch Israel bald auf: und also segne deines Wortes Lauf! 7. O, bessre Zions wüste Stege; und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räum, ach, S N„NI N H. N WS INO N A V, 565 I 585 * Ve* W I υN 6 1 N VS 96 DDDT 358 13. Missionslieder. räum aus jedem Wege. Ver⸗ tilg, o Herr, den falschen Glau⸗ benswahn, und mach uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Got⸗ tes sei. Karl Heinrich v. Bogatzty, 4 1774. Mel. Wie schon leuchtet der Morgenst. ie groß, wie an⸗ 11¹. W gebetet ist dein Name, Heiland Jesu Christ, wie theuer deinem Volke! Du hast durch deines Wortes Macht des Vaters Rath ans Licht gebracht, zerstreut des Irrthums Wolke; Taube hörten, Blinde sahen, es geschahen Wunderwerke, Zeichen deiner Gnad und Stärke. 2. Verbreitet wurde, Herr, dein Licht durch Schwache nur, durch Weise nicht, dir folgten nicht die Hoben; nicht durch der Großen mächtge Hand ist eitler Götzendienst verbannt, sein leerer Wahn entflohen: dein Werk war es, deine Gaben, Mittler, haben dich verkläret, deiner Boten Kraft gemehret. 3. Vom Aufgang bis zum Nie⸗ dergang erschalle dir der Lobge⸗ sang erretteter Gerechten. Unzähl⸗ bar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten; ihrer mehr noch,‚ Jesu, werden schon auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 4. Wie groß, wie angebetet ist deine Name, Heiland Jesu Christ. wie herrlich bei den Deinen! Führst du sie einst zu deiner Ruh, o wie weit herrlicher wirst du den Deinen dann erscheinen! Ewig müsse dir zur Ehre ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen. Joh. Andreas Cramer, 1 1787. Mel. Jesus meine Zuversicht. 112 ine Heerde und Ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Heerde, mach dich auf und werde Licht; Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht; Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde; ach wie manches Schäf⸗ lein irrt fern von dir und deiner Heerde! Kleine Heerde, zage nicht; Jesus hält, was er ver⸗ spricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrothes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebens⸗ quelle; ihn umleuchtet Morgen⸗ licht; Jesus hält, was er ver⸗ spricht. 5. Gräber harren aufgethan; rauscht, verdorrete Gebeine, macht dem Bundesengel Bahn; großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlich⸗ keit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf und werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Friedrich Adolph Krummacher, 1 1845. Mel. Wachet auf, ruft uns die St. 113. Eiwmr bangen, der heiner age ver⸗ Nebel othes Güste bens⸗ rgen⸗ ber⸗ than; macht roßer Jesus hälh, rlic⸗ 1 die Weit heit, dich Jesus 150⁵, 1t Ct. demn 1 del 13. Missionslieder. 59 für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen ge⸗ hören dir, o Mann der Schmer⸗ zen, in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigen⸗ thum, bereite dir zum Ruhm deine Kinder, verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich er⸗ wählet; du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gna⸗ denrath. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und Keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, denn Armuth ist Gewinn für den Himmel. Wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig, die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus; send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste ein⸗ zuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abend⸗ mahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Millionen, die noch im Todesschatten woh⸗ nen, von deinem Himmelreiche fern. Seit Jahrtausenden ist ihnen kein Evangelium erschie⸗ nen, kein gnadenreicher Morgen⸗ stern. Glanz der Gerechtigkeit, geh auf! denn es ist Zeit. Komm, Herr Jesu, zeuch uns voran und mach uns Bahn; gieb deine Thüren aufgethan. 5. Deine Liebe, deine Wun⸗ den, die uns ein ewges Heil erfunden, dein treues Herz, das für uns fleht, wollen wir den Seelen preisen und auf dein. Kreuz so lange weisen, bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig ist dein Wort, es richtet und durchbohrt Geist und Seele; dein Joch ist süß, dein Geist gewiß und offen steht dein Pa⸗ radies. 6. Heiland, deine größten Dinge beginnest du still und geringe. Was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten; auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senf⸗ korn, arm und klein, wächst end⸗ lich ohne Schein doch zum Baume, weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem es von Gott vertrauet ist. Albert Knapp, geb. 1798. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. acht weit die 114. M Pforten in der Welt! Ein König ist's, der Ein⸗ zug hält, umglänzt von Gnad und Wahrheit. Wer von der Sünde sich gewandt, wer auf vom Todesschlafe stand, der siehet seine Klarheit. Seht ihn weithin herrlich schreiten, Licht verbrei⸗ ten; Nacht zerstreut er, Leben, Fried uud Wonne beut er. 2. Es jauchzt um ihn die große Schaar, die lang in schwe⸗ ren Fesseln war; er hat sie frei gegeben. Blind waren sie und sehen nun, lahm waren sie und gehen nun, todt waren sie und leben! Köstlich, tröstlich allen Kranken, ohne Wanken, ohne Schranken walten seine Heils⸗ gedanken. 3. Noch liegt vor ihm so tief und schwer der Sünden unge⸗ heures Heer, das tausend Völker PIBVEET SSSSI N, 888888 VE* 5 V NNN V. 888886 W * 7 NBle MVIO N 2 2 2 7 E —4 N VNH INIE* 8 — 98 N 60 13. Missionslieder. drücket. Um Rache schreit es auf zu Gott, doch lebet er und hat die Noth der Sünder ange⸗ blicket; betet, rettet, heilt und segnet und begegnet seinen Ar⸗ men als ein Heiland voll Er⸗ barmen. 4. Längst ist in seinem ewgen Rath für sie zu seinem Reich der Pfad gezeichnet und gebah⸗ net. Ohnmächtig droht der Feinde Hohn; schnell steht in Herrlichkeit sein Thron, wo Nie⸗ mand es geahnet. Selig, selig, wer da trauet, bis er schauet; wer sich mühet, bis sein Gott vorüberziehet. 5. Die ihr von Christi Hause seid, kommt, schließet nun mit Freudigkeit den Bund in seinem ramen. Laßt uns auf seine Hände schaun, an seinem Reiche muthig baun: sein Wort ist Ja und Amen! Flehet, gehet, Him⸗ melserben anzuwerben: harret, ringet, Jesus ist es, der euch dinget. 6. O du, den unsre Sünde schlug, wann wird doch deines Lobs genug in dieser Welt er⸗ schallen? Wann wird der Völker volle Zahl im ungetrübten Son⸗ nenstrahl zu deinem Tempel wallen, wo dich freudig Alle kennen, Jesus nennen, dir gebo— ren, dir auf ewig zugeschworen! 7. Wir harren dein; du wirst es thun, dein Herz voll Liebe kann nicht ruhn, bis alles ist vollendet. Die Wüste wird zum Paradies, und bittre Quellen strömen süß, wenn du dein Wort gesendet. Zu dem Sturme sprichst du: schweige! Licht, dich zeige! Schatten schwindet! Tempel Gottes sei gegründet! Albert Knapp, geb. 1798. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. elger Tag und 115. S selge Erde, selge Augen, die es schaun, wie ein Hirt die einge Heerde weidet auf den Lebensaun. Ach, wann kommt der Tag, wann bricht durch die Nacht das Morgenlicht, daß sich sammeln die Verirrten um den einen guten Hirten! 2. Tief in Finsternissen woh⸗ nen, durch die weite Welt zer⸗ streut, noch so viele Millionen, die noch nie das Wort erfreut: Ewges Heil erschienen ist euch im Heiland Jesus Christ, der am Kreuze starb auf Erden, daß die Sünder selig werden. 3. Auf, hinaus, ihr Gottes⸗ boten, folgt den Worten eures Herrn, und zeigt allen Nacht⸗ umdrohten euren hellen Morgen⸗ stern! Predigt, wo die Wüste glüht, wo das Nordlicht Funken sprüht; ruft und sammelt die Verirrten um den einen guten Hirten. 4. Und so wird es endlich tagen, und so wird es einst ge⸗ schehn, daß die Heiden fröhlich sagen: Auf, nach Zion laßt uns gehn, wo auch uns beschieden ist ewges Heil in Jesu Christ, der am Kreuze starb auf Erden, daß die Sünder selig werden. Julius Sturm, geb. 1816. II. Mel. wie se hier i erhöft schallt heilig 2. Haus Nomn aus: men! ein, 3. sind laßt hier! einen den k 4. Gast; Wort Nsu die 6 Welt Mel. 1 gieh an d liebl Herg 14. Lieder bei der Einweihung von Kirchen. 61 A. Cieder bei der Einweihung von Rirchen. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 116 ch, wie heilig ist * der Ort; ach, wie selig ist die Stätte! Hier, hier ist des Himmels Pfort, hier erhöret Gott Gebete; hier er⸗ schallt sein theures Wort, o wie heilig ist der Ort! 2. Heil war in des Zöllners Haus, weil er Christum aufge⸗ nommen; und hier rufet Jesus aus: selig sind, die zu mir kom⸗ men! Deren Herzen nimmt er ein, daß sie seine Tempel sein. 3. O wie lieblich, o wie schön sind des Herren Gottesdienste! laßt uns froh zu ihnen gehn; hier erlangt man zum Gewinnste einen Schatz, der ewig währt, den kein Rost noch Raub verzehrt. 4. Bleibe bei uns, liebster Gast; speis uns gnädig mit dem Worte, das du uns gegeben hast, Jesu, stets an diesem Orte. Laß die Kirche feste stehn, bis die Welt wird untergehn. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 117 ott Vater, aller Dinge Grund, gieb deinen Vaternamen kund an diesem heilgen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte! Wohne, throne hier bei Sündern, als bei Kindern, voller Klarheit; heilge uns in deiner Wahrheit. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dies Gotteshaus ist dir geweiht, o laß dirs wohlge⸗ fallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshallen. Einheit, Reinheit gieb den Her⸗ zen; Angst und Schmerzen tilg in Gnaden, heil uns ganz vom Sündenschaden. 3. O heilger Geist, du wer⸗ thes Licht, wend her dein gött⸗ lich Angesicht, daß wir erleuchtet werden. Gieß über uns und dieses Haus dich mit allmächtgen Flammen aus, mach himmlisch uns auf Erden, Lehrer, Hörer, Kinder, Väter! Früher, später gehts zum Sterben, hilf uns Jesu Reich ererben! 4. Dreieinger Gott, Lob, Dank und Preis sei dir von Allen gleicherweis für dies dein Haus gesungen! Du hasts geschenkt und auferbaut, dir ists geheiligt und vertraut mit Herzen, Hän⸗ den, Zungen. Ach, hier sind wir noch in Hütten; Herr, wir bitten: stell uns droben in den Tempel, dich zu loben. Albert Knapp, geb. 1798. 15. Cieder bei der Einführung von geistlichen. Mel. O Gott, du frommer Gott. 118 err Jesu, der du selbst von Gott als Lehrer kommen, und was du aus dem Schooß des Vaters hast genommen, den rechten Weg zu Gott mit Wort und Werk gelehrt, sei für dein Predigtamt gelobt von deiner Heerd. 2. Du bist zwar in die Höh zum Vater aufgefahren; doch giebst du noch der Welt dein 909 N HOSO * H + N 98888 N W 8 56856 899 NII WN 4 B V —— —* 509 5 V — V ² VINI, V La n IDN N N CSINIIEEIEEREEE 62 15. Lieder bei der Einführung von Geistlichen. Wort mit großen Schaaren, und baust durch diesen Dienst die Kirche, deinen Leib, daß er im Glauben wachs, fest bis ans Ende bleib. 3. Hab Dank für dieses Amt, wodurch man dich selbst höret, das uns den Weg zu Gott und die Versöhnung lehret, durchs Evangelium ein Häuflein in der Welt berufet, sammelt, stärkt, lehrt, tröstet und erhält. 4. Erhalt uns diesen Dienst bis an das End der Erden, und weil die Ernte groß, groß Arbeit und Beschwerden, send selbst Ar⸗ beiter aus, mach solche klug und treu, daß Feld und Baumann gut, die Ernte reichlich sei. 5. Die du durch deinen Ruf der Kirche hast gegeben, erhalt bei reiner Lehr und einem heil⸗ gen Leben; leg deinen Geist ins Herz, das Wort in ihren Mund; was Jeder reden soll, das gieb du ihm zur Stund. 6. Ach, segne all dein Wort mit Kraft an unsern Seelen; laß deinen Schäflein nie an guter Weid es fehlen; such das Verirrte selbst, bind das Ver⸗ wundte zu, das Schlafende weck auf, das Müde bring zur Ruh. 7. Bring, was noch draußen ist, zu deiner kleinen Heerde; was drinnen ist, erhalt, daß es gestärket werde; durchdring mit deinem Wort, bis Heerde und der Hirt im Glauben, Herr, an dich zusammen selig wird. Eberhard Ludwig Fischer, 4 1773. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. Jesu, Herr der 119. O Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Heerde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werde. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, die es zum Him⸗ mel führen und die voll Eifer, Geist und Kraft, gottselig und gewissenhaft das Herz der Sün⸗ der rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Heerden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von dei⸗ ner Hand den Lehrer, den du uns gesandt; Herr, segne sein Geschäfte. Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gieb Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sei, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gieb uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund uns dir entgegen führen! Du giebst ihm unter seine Hand die Seelen als ein theures Pfand; laß keine ihn verlieren! Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde treu vor dir er⸗ funden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht 15. Lieder bei der Einführung von Geistlichen. 68 des Herrn, wir heißen dich will⸗ kommen gern in Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland; Gott mit dir! 16. Cieder Amen, Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Johann Carl Daniel Bickel, 4 1809. von gRott. (Gottes Wesen und Werke— Engel.) Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. meine Seel, er⸗ 120. O hebe dich, mit Andacht zu betrachten, wie Gott hat offenbaret sich und wie man ihn soll achten, daß er der Aller⸗ höchste ist im Himmel und auf Erden, und soll gerühmt zu jeder Frist und angerufen werden als Ursprung aller Dinge. 2. Gott, du bist einig für und für, nichts sind der Heiden Göt⸗ ter, kein Heil noch Trost ist außer dir, kein Helfer noch Er⸗ retter; laß mich, o Herr, auf dich allein von ganzem Herzen trauen, dir lediglich ergeben sein, auf Niemand anders bauen, dir, Gott, allein anhangen. 3. O Herr, mein Gott, du bist ein Geist und theilest bei uns Allen an Gaben aus, was christ⸗ lich heißt, nach deinem Wohlge⸗ fallen; laß mich stets geistlich sein gesinnt, daß, wenn ich vor dich trete, ich deine Kraft in mir empfind, und dadurch dich anbete im Geist und in der Wahrheit. 4. Du bist, o Gott von Ewig⸗ keit, ohn Anfang und ohn Ende; gieb, daß von aller Eitelkeit mein Herz sich ganz abwende, auf daß ich möge immerdar dich bitten und drauf denken, weil alles hier ist wandelbar, daß du mir dort wollst schenken das unvergänglich Erbe. 5. O Gott, du bist an allem Ort und gar nicht zu ermessen; da einer hier ist oder dort, ist er dir unvergessen; laß mich nicht zweifeln, wo ich sei, du könnst dich mein annehmen; auch, was ich thu, laß mich dabei der Sünd vor dir mich schämen und überall dich fürchten. 6. Unendlich, Herr, ist deine Macht, zu retten, die dich lieben, und wenn der Frevler dich ver⸗ acht, die Rache auch zu üben; gieb, daß sich deiner Allmacht Schutz fort über mich erstrecke, mich auch nicht Menschen Grimm und Trutz, nur deine Straf er⸗ schrecke; du tödtest Leib und Seele. 7. Voll höchster Weisheit bist du, Gott, kein Mensch kann sie ergründen, wie groß und schwer auch ist die Noth, weißt du doch Rath zu finden; gieb, daß ich dir trau alles zu, auf dich werf meine Sorgen, auch Uebles weder denk noch thu, weil du siehst, was verborgen und prüfest Herz und Nieren. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, du kannst die Sünd nicht leiden; wer sagen will, er sei dein Knecht, der muß das Böse meiden; gieb, daß ich mich zu jeder Zeit der Heiligkeit befleiße, nachjage der Gerechtigkeit, auch dein Gericht gut heiße, ob ichs schon nicht begreife. 908 V SI V V-e 7%⁵8 V VIN * X N/. VVSI N IINNV NN,N 7 E e 0 — He 7 88S NDDDN 16. Lieder 9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, wo sich bekehrt der Sünder, erbarmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder; Herr, laß von deiner Lieb und Gnad mich allzeit Trost bekommen, von mir auch meine Missethat so fern sein hingenommen, als Morgen ist vom Abend. 10. Gott, deine Wahrheit fest besteht, und wohl dem, der dir gläubet; der Himmel und die Erd vergeht, dein Wort, Herr, ewig bleibet; gieb, daß ich fürchte dein Gericht und alles, was du dräuest, auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß du mirs gern verleihest; kein Hoffnung wird zu Schanden. 11. Allselig bist du, Gott, und frei, du thust, was dir beliebet; du bist ein milder Herr dabei, der reichlich Gutes giebet; laß mich mit dem zufrieden sein, was ist dein heilger Wille; gieb auch, daß ich von dir allein und deiner Güte Fülle erwarte Alls in Allem. 12. Gott, wenn ich dich so kenn und ehr, dein Werk zum Grunde setze, kann ich mich drob erfreuen mehr, als über alle Schätze, bis ich dich dort, o wah⸗ res Licht, nach Würden werde nennen, von Angesicht zu An⸗ gesicht anschauen und erkennen, und ewig dir lobsingen. David Denicke, 4 1680. Mel. Vom Himmel hoch da ꝛc. 121 G², Erd und Him⸗ mel sammt dem Meer verkünden deine Macht und Ehr: es zeugt der Berg, es zeugt das Thal, daß du ein Herr bist überall. von Gott. 2. Die Sonne geht uns täg⸗ lich auf, der Mond hält seinen Himmelslauf, und alle Sterne sind bereit, zu preisen deine Herrlichkeit. 3. Die Thier und Vögel in der Welt und was das Meer im Schooße hält, zeigt uns in tausend Wundern an, was deine Kraft und Weisheit kann. 4. Du hast den Himmel weit gestreckt, mit Wolkenheeren über⸗ deckt und seiner Wölbung Ma⸗ jestät mit goldnen Sternen übersät. 5. Du bists, der alle Welt regiert, den Himmel und die Erde ziert, so herrlich, daß es um und an kein Erdenmensch ergründen kann. 6. Wie mag doch unser blöder Sinn in deine Tiefen schauen hin! faßt er in seine Hand das Meer? durchzählet er dein Wun⸗ derheer? 7. Wir sehn, was du ge⸗ schaffen hast, was deine Gottes⸗ hand umfaßt: o wie viel herr⸗ licher bist du, Herr Bott, in deiner ewgen Ruh! 8. Du trägst in dir dies große Rund, dein Herrschen ist auf Erden kund; doch größer als das Himmelszelt ist, daß du Chri⸗ stum gabst der Welt. 9. O Vater, Sohn und heil⸗ ger Geist, dein Name, der all⸗ mächtig heißt, sei uns gelobt in dieser Zeit, sei hochgelobt in Ewigkeit! Nach Michael Weiß, 4 1540. Mel. Jesu, komm doch selbst zu mir. 12²2 Huund Erde, Luft und Meer zeu⸗ gen von des Schöpfers Ehr; meine Seele, singe du und bring auch dein Lob herzu. 2. icht bricht nenp Nacht . Ball der, Gott 4. Chor emp. und 16. Lieder von Gott. 65 2. Seht das große Sonnen⸗ licht, wie es durch die Wolken bricht; Mondenglanz und Ster⸗ nenpracht loben Gott bei stiller Nacht. 3. Seht, wie Gott der Erde Ball hat gezieret überall; Wäl⸗ der, Felder, jedes Thier, zeigen Gottes Finger hier. 4. Seht, der Vögel muntrer Chor fliegt und singt zu ihm empor; Feuerflammen, Sturm und Wind seines Willens Diener ind. 5. Seht der Wasserwellen Lauf, wie sie steigen ab und auf; von der Quelle bis zum Meer rau⸗ schen sie des Schöpfers Ehr. 6. Ach, mein Gott, wie wun⸗ derbar stellst du dich der Seele dar! Drücke tief in meinen Sinn, was du bist und was ich bin! Joachim Neander, 4 1680. Eigene Melodie. 123 ollt ich meinem Gott nicht singen, sollt ich ihm nicht dankbar sein? Seh ich doch in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein; ists doch nichts als lauter Lie— ben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefie⸗ der über seine Jungen streckt, also hat auch immer wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, also— bald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, nein, er giebt ihn für mich hin, daß er mich vom ew- gen Feuer durch sein theures Blut gewinn. O du Brunnen ohn Ergründen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich, hoch befleißt, deines Grun— des Tiefe finden? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Re⸗ gierer durch die Welt zur Him⸗ melspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubens⸗ licht, das des Todes Reich zer— bricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seelen Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Noth entstehen, nimmt ers gleichfalls wohl in Acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebet an, seine Kraft mir beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält: Thier und Kräu⸗ ter und Getreide; in den Grün⸗ den, in der Höh, in den Wäl⸗ dern, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüth, daß ich jeden neuen Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre nicht mein Gott 2 96 V V 960— . N VNN e NN EDEE VN 66 16. Lieder von Gott. gewesen, hätte mich sein Ange— sicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen! Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigleit. 8. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz ent⸗ zeucht, obs auch oftmals fällt in Sünde und vom rechten Wege weicht, also hält auch mein Ver⸗ brechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Ruth und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Seine Strafen, seine Schläge, ob es mir gleich bitter scheint, sind, wenn ich es recht erwäge, dennoch Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart ge— fangen hält, durch das Kreuze zu sich lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, so erheb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte: wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht, hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, t 1676. Mel. Jesu, meine Freude. V 124 Aarungschn Wesen, — das ich hab erlesen mir zum höchsten Gut, du ver⸗ gnügst alleine völlig, innig, reine Seele, Geist und Muth. Wer dich hat, ist still und satt; wer dir kann im Geist anhangen, darf nichts mehr verlangen. 2. Wem du dich gegeben, kann in Frieden leben; er hat, was er will. Wer im Herzens⸗ grunde lebt mit dir im Bunde, liebet und ist still. Bist du da, uns innig nah, muß das Schönste bald erbleichen und das Beste weichen. 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüther, Trost in aller Pein, was Geschöpfe haben, kann den Geist nicht laben; du vergnügst allein. Was ich mehr als dich begehr, kann mein Se⸗ ligsein nur hindern und den Frieden mindern. 4. Was genannt mag werden droben und auf Erden, alles reicht nicht vJu. Einer nur kann geben Freude, Ruh und Leben, Eins ist noth: nur du! Hab ich dich nur wesentlich, so mag Leib und Seel verschmachten; ich wills doch nicht achten. 5. Komm, du selges Wesen, das ich mir erlesen, werd mir offenbar! Meinen Hunger stille,‚ meinen Grund erfülle mit dir selber gar! Bleib nur du mein Gut und Ruh, bis du wirst in jenem Leben dich mir völlig geben. Gerhard Terseegen, 4 1769. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 125. Dndeuen chr frohlockt ihm, ale Frommen; Wer ist ihm gleich, wer ist wie verbe seine 4. Kraf Er cchaf beir! stand seine dem 5 nich We sich ber in er f von ohn Fal sich bist bar ein gut wol thu Wo kit üter, t in ben, du nehr Se⸗ den rden alles lann ben, Hab mag ten; sen, mir lill dir Rein in hen. 16. Lieder er, so herrlich, so volllommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß, er ist unendlich, gren⸗ zenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist; wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen, wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde war, war er, und eher als die Himmel. 3. Des Ewgen Thron umgiebt ein Licht, das ihn vor uns ver— hüllet; ihn fassen alle Himmel nicht, die seine Kraft erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette; bei ihm ist Weisheit und Ver⸗ stand, und er umspannt mit seiner Hand die Erde sammt dem Himmel. 5. Ist er nicht nah, ist er nicht fern; weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch ver⸗ bergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er siehts gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über Alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Untadelhaft bist du und gut und reiner als die Sonne; wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne. DTu hast Unsterblich— keit allein, bist selig, wirst es von Gott. 67 ewig sein; hast Freuden, Gott, die Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre; kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr Alle, seine Heere! Der Herr ist Gott und Keiner mehr! Wer ist ihm gleich, wer ist wie er, so herrlich, so voll— kommen ZJoh. Andreas Cramer, 4 1788. Mel. Wie liebl. ist, o Herr, die Stätte. 126 G³¹ hin, ihr gläu⸗ bigen Gedanken, ins weite Feld der Ewigkeit; erhebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit; erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war noch nicht gemacht, da hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Rathschluß war, ich sollte leben durch seinen einge— bornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den sandt er mir von seinem Thron, in dessen Blute sollt ich rein, geheiliget und selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gna⸗ dentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüthe empor zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugniß giebt: Gott hat mich je und je geliebt! IN EEEEL 68 6. Wer bin ich unter Millio— nen der Kreaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe woh— nen, daß er mich bis hieher gebracht! Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu ge— ringe der herzlichen Barmherzig— keit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, selbst nicht mein; dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat die— ses Siegel: Wer dein ist, Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn, dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Muth und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit Alles schafft. 10. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten dieser Zeit. Der Glaube schwingt sie durch die Sterne und sieht ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erb— theil und gelobtes Land. 11. Ach, könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan; nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Vater, dich erhöhn. 12. Doch nur Geduld, es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, 16. Lieder von Gott. schönste Liebe, schöner preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Gottfried Hermann, f 1791. Eigene Melodie. ie groß ist des All⸗ 127. W' wächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Ge— müthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Lang⸗ muth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen; wer giebt dem Geiste neue Kraft; wer läßt mich so viel Guts ge— nießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du er⸗ schaffen bist, wo du, mit Herr⸗ lichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren, und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrie⸗ ben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkom— mNen s dies 6 Vldni Leb sie m ob 10 fehle, Sünd 6. und Auge dienl Lber mich leite und die F. CI Ma 12 ahlt zahlt eden lönn. kund gefu errei Zeigt 2. Lbe hält ben Alb mich die geda 3 Juiik Nab Meir Wars Oelin die Gna 4. kbar iner mg⸗ essen lärkt wer Haft; ge⸗ lxm, 16. Lieder von Gott. 69 men sein, wie er; stell, daß ich dies Gebot erfülle, o Gott, dein Bildniß in mir her! Lebt deine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk in mir die heißen Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Mel. Jesu, der du meine Seele. 12 ählt den Sand am 128. 3 Meeresstrande, zählt die Stern am Himmelszelt, zählt die Blumen aller Lande, jeden Halm in Wald und Feld: könnt die Zahl ein Mensch er⸗ kunden, wird doch nie das Maß gefunden, das ganz all die Huld erreicht, die mir Gottes Lieb er⸗ zeigt. 2. Liebe wars, die mir mein Leben schenkte; Liebe, die's er⸗ hält; Liebe, die mirs neu gege— ben in dem Heiland aller Welt Liebe, die mit Mutterhänden mich bewahrt hat aller Enden; die mit Vaterfreundlichkeit mein gedacht von Ewigkeit. 3. Liebe wars, die mich er— quickte in des Leides Einsamkeit; Liebe, die erbarmend blickte auf mein Weh in trüber Zeit; Liebe wars, die meine Wunden hat gelindert und verbunden; Liebe, die mir Oel und Wein voller Gnade goß darein. 4. Liebe wars, die nachge— gangen mir, als ich mich tief verirrt; die mit sehnendem Ver⸗ langen suchte mich, treu wie ein Hirt; Liebe, die mit Muttertreue immer mich geliebt aufs Neue, die, ob ich sie oft verkannt, doch mich wieder Kind genannt. 5. Liebe, die nicht auszusagen, Liebe, groß und wunderbar, hör mein Herze für dich schlagen, heilge Liebe, ganz und gar! Ach, könnt in des Himmels Auen ich dich erst vollkommen schauen! O wie selig werd ich sein, wenn du droben ganz bist mein. Georg Wilhelm Schultze, geb. 1830. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 129. Gꝰ dessen starke and die Welt erschaffen hat 15 noch erhält, ich sehe deine Güte; ich sehe sie, und werd entzückt, wohm auch nur mein Auge blickt. So bald ich mein Gemüthe auf dich, Schöpfer, achtsam lenke, und dich denke, find ich Armer dich als Vater und Erbarmer. 2. Schau ich, so weit mein Auge reicht, gen Himmel, so entdeck ich Wi die Spuren dei⸗ 50 Güter. Der Himmelslichter Lauf und Pracht, das Sternen⸗ heer, das du gemacht, erwecket mein Gemüthe, großer Schöpfer, dich zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke, groß sind dei⸗ ner Hände Werke. 3. In Ungewittern, Sturm und Wind, die deines Thrones Grn sind, entdeck ich deine Güte. Das Feuer, wie der Wasser Grund macht deine große Liebe kund. Mit fröhlichem Gemüthe will ich täglich darauf achten, und betrachten deine Werke, rühmen deine Huld und Stärke. 2 LEVEE.V. VNN. E 70 16. Lieder 4. O zeuch mich über Welt und Zeit zu dir, o Herr der Herrlichkeit, durch deine große iebe. Auf dich laß mich in Allem sehn, für jedes Gute dich erhöhn. Belebe meine Triebe, o mein Vater; dir in allem zu ge⸗ fallen, dir zu leben, sei mein einziges Bestreben! Aus dem Waldeckischen Gesangbuche von 1790. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 130 G'r vor dessen An- gesichte nur ein reiner Wandel gilt; ewges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Wahrheit quillt! Laß uns doch zu jeder Zeit Strahlen deiner Heiligkeit so durch Herz und Seele dringen, daß auch wir nach Heilgung ringen. 2. Heilig ist dein ganzes We— sen und kein Böses ist an dir; ewig bist du so gewesen und so bleibst du für und für; was dein Wille wählt und thut, ist un⸗ tadelhaft und gut, und mit dei— nes Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein; du bist nur der Frommen Freund, allem Bösen bist du feind, wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O so laß uns nicht ver— scherzen, was du uns hast zuge— dacht; schaffe in uns reine Her— zen, tödt in uns der Sünde Macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen! — 5. Uns von Sünden zu er— von Gott. lösen, gabst du deinen Sohm. dahin; o so reinige vom Bösen. durch ihn unsern ganzen Sinn! Gieb uns, wie dein Wort ver⸗ heißt, gieb uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist re⸗ giere und in alle Wahrheit führe. 6. Jede Neigung und Be⸗ gierde, jede That sei dir geweiht; unsers Wandels größte Zierde sei rechtschaffne Heiligkeit! Mach uns deinem Bilde gleich; denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im. Glauben heilig leben. Nach Johann Christian Zimmermann, 1783 Mel. Machs mit mir, Gott, nach ꝛc. ie bist du, Höchster, 131. N von——— fem; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und athme ich, denn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedenke, weißest du, du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu; du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn, und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Ein— samkeit mein Herz an dich ergebe und, über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe: so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet, und bleibt auch eine böse That vor aller Welt ver— hehlet, so weißt du sie, und strafest mich zu meiner Beßrung. väterlich. — 5. Du hörest meinen Seufzern. und 7 Rald Uld Kra dehn 0 v und mn, errn, Aurch denn hest Du thu; chle. Aug inet hin⸗ gebe Heul, zöfst daß des Hege eine ver⸗ und Ing elnt 16. Lieder von Gott. 71 zu, daß Hülfe mir erscheine. Voll Mitleid, Vater, zählest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwärtiger, dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln; und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wan— deln. Herr, du bist um mich; o verleih, daß dies mein Trost und Warnung sei. Christoph Christian Sturm, + 1786. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. ein Gott, wie bist 102. Men so verborgen, wie ist dein Rath so wunder— bar! Was helfen alle meine Sorgen? du hast gesorget, eh ich war. Mein Vater, führ mich immerdar nur selig, wenngleich wunderbar. 2. Herr, wer kann deinen Rath ergründen? Dir bleibt allein der Weisheit Preis, du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen weiß. Mein Vater, führ mich immer⸗ dar nur selig, wenngleich wun— derbar. 3. Gott, deine heiligen Ge— danken sind himmelweit von Menschenwahn, drum leite mich in deine Schranken und führe mich auf rechter Bahn. Mein Vater, führ mich immerdar nur selig, wenngleich wunderbar. 4. Dir will ich ganz mich überlassen, mit allem, was ich hab und bin; ich werfe, was ich nicht kann fassen, auf deine Macht und Weisheit hin. Mein Vater, führ mich immerdar nur selig, wenngleich wunderbar. 5. Hilf, daß ich nie von dir mich kehre in Glück und Unglück, Freud und Leid; schick alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seele Seligkeit. Mein Vater, führ mich immerdar nur selig, wenngleich wunderbar. Nach Salomon Franck, 4 1725. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. ott, wie du bist, so 133. G warst du schon, noch ehe du von deinem Thron sprachst dein allmächtig: Werde! und riefest aus dem Nichts her⸗ vor den Himmel und die Erde. 2. Du wirst auch bleiben, wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist mit ihren Herr— lichkeiten, wenn längst die Käm⸗ pfer nicht mehr hier um jene Krone streiten. 3. Wie du, so bleibet auch dein Wort und wird in Kraft sich fort und fort unwandelbar erhalten, wenn alle Welten, die du schufst, wie ein Gewand ver— alten. 4. Und stürzen Berge hin ins Thal, so daß von ihrem mächt⸗ gen Fall die Erde weit erzittert, bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 5. Was klag ich denn voll Traurigkeit, daß alle Güter dieser Zeit schnell wie ein Hauch ver⸗ gehen, da du das Gut der Güter bist, das ewig wird bestehen! 6. Was ists, daß meine Seele zagt, wenn mein Gewissen mich verklagt, daß ich an dir ge⸗ sündigt? Bleibt ewig doch dein 8588808 7* S NHV 2 — D E 72 16. Lieder von Gott. theures Wort, das Gnade mir verkündigt. 7. Was klag ich? liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch und wirst mich ewig lieben; hast selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. 8. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein, und ewig, ewig wird ers sein, von ihm kann nichts mich scheiden; die Welt vergeht mit ihrer Lust, Gott bleibt mit seinen Freuden. Balthasar Münter, 4 1793. Eigene Melodie. 134. Gde Get der Stärke; groß ist sein Nam und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Veste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zei⸗ ten; Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Him⸗ mel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor⸗ oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist mir nah, ich sitze oder gehe; ob ich ans Meer, ob ich gen Himmel flöhe, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein! II. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast wer— den lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfan— gen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt' ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Trutz. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 135 enn ich, o Schö⸗ „ pfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alle wacht, an⸗ betend überlege, so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich el mein 2. s bli Verke. gusgef Gott Sonn sie mi Heer 3 . nen mel Schob rath der Y deine die X 4. und amn der meine ruft! mich, gema Ehre 5. deine tet, sein eitet Ruh und 6. Geiß unse alle Weh f wer 16. Lieder dich erheben soll, mein Gott, mein Herr, mein Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke; wer hat die Sonn an ihm erhöht; wer kleidet sie mit Majestät; wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde sei— nen Lauf; wer heißt die Him— mel regnen; wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vor— rath uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen! 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere; bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar berei⸗ tet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag Amen, und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern; wer wollte Gott nicht dienen! Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Eigene Melodie. 136. Wo von Gott. 73 Allen, laß dir unser Lob ge⸗ fallen! Deine Vatergüte hast du lassen fließen, ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch, stärk uns doch, laß die Zungen singen, laß die Stimm erklingen. 2. Himmel, lobe prächtig dei— nes Schöpfers Stärke, mehr als aller Menschen Werke. Großes Licht der Sonnen, lob ihn mit den Strahlen, die das große Rund bemalen; lobet gern, Mond und Stern, seid bereit, zu ehren einen solchen Herren. 3. O du, meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine Glau— benslieder! Was da Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth; er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet. O wohl dir, glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Joachim Neander, 4 1680. Mel. Ich dank dir schon durch deinen ꝛc. 7 ritt her, o Seel, 137.— und dank dem Herrn für seine tausend Gaben, mit denen er dich frei und gern geziert hat und erhaben. 2. Er hat aus Nichts dich hergebracht, wie seiner Huld ge⸗ fallen, zu seinem Bilde dich ge— macht, dich ausgeschmückt vor Allen. 3. Für dich hat er die ganze Welt erschaffen und erbauet, für dich ist sie so wohl bestellt und was man drinnen schauet. 4. Dir trägt die Erde Brod 4* eee V —— N...... 7 16. Lieder von Gott. und Wein, dir Arzenei für Schmerzen, dir hegt sie Thiere groß und klein, dir Gold in ihrem Herzen. 5. Dort läuft und strömt das Wasser dir, da stehet es dir stille, bringt Perlen und Korallenzier und Fische dir in Fülle. 6. Die Luft erquickt dich jeder— zeit von außen und von innen; der bunten Vöglein Munterkeit ergötzet deine Sinnen. 7. Dir fährt die Sonn des Tags herein auf ihrem goldnen Wagen; dir macht des Mondes Silberschein die Nächte gleich den Tagen. 8. Zu deinen Diensten sind bereit der Engel große Schaaren, sie wachen jetzt und allezeit, daß sie dich treu bewahren. 9. Und was noch mehr: er sieht nicht an, willst du nur Gnade finden, die Schmach, die du ihm angethan mit tausend— fachen Sünden. 10. Er giebt den eignen Sohn für dich, er liebt dich, wie sein Leben, und will sich endlich ewiglich dir schenken und er— geben. 11. Drum dank, o Seele, dank dem Herrn für seine tausend Gaben, mit denen er dich frei und gern geziert hat und er— haben! Johann Scheffler, 4 1677. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgeth. 138 Mein Gott, du bist und bleibst mein Gott, das macht mir tausend Freuden. Es kann mich weder Noth noch Tod von deiner Liebe scheiden; denn hab ich dich, so werden mich die Flammen nicht ergreifen, die Fluthen nicht er— säufen. 2. Du bist mein Gott von Jugend auf in Freud und Leid gewesen; es war mein ganzer Lebenslauf zum Segen auser⸗ lesen. Wie manche Noth, die mir gedroht, hat deine Hand gewendet und Hülfe mir ge— sendet! 3. Du bist mein Gott und bis hieher willst du noch immer wal⸗ ten. Da meiner längst vergessen wär, hast du mich doch erhalten, gespeist, getränkt und selbst be— schenkt mit vielen Gnadengaben, die Leib und Seele laben. 4. Du bist mein Gott auch künftighin, darauf vertrau ich feste; du änderst nie den treuen Sinn und sorgst für mich aufs Beste. In Lieb und Leid bist du bereit, mir Rath und That zu geben, so lang ich werde leben. 5. Du bist mein Gott; kein Elend kann mir diesen Trost be— nehmen, und geh ich gleich auf rauher Bahn, will ich mich doch nicht grämen. Der Weg zu dir ist dornig hier und führt mich doch zum Ziele, wenn ich auch Schmerzen fühle. 6. Du bist mein Gott, auch wenn der Tod mir alles Andre⸗ raubet; stirbt gleich der Leib, es hat nicht Noth: wer nur an Jesum glaubet, der findet dort den sichern Ort, wo uns ein beßres Leben auf ewig wird gegeben. 7. Du bist mein Gott; drum freu ich mich, ich werde zu dir kommen, sobald nach meinem Sterben ich der letzten Angst ent— nommen. Mein Gott ist mein, und ich bin sein! Nichts soll mir diesen Glauben aus meinem Herzen rauben! Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. 13. der!! du guch Stll Han rufe stant men armé Nr, 0 dein ich mit, ham Mor See Hei Fre Kein Lei wei ich Huf sen dic Rel Hu geh An als 16. Lieder von Gott. 75 Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 139— dem weisesten Regierer, tönt der Welten Preisgesang; dir, du meines Lebens Führer, singt auch meine Seele Dank! Unter allen Millionen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huld— reich auch auf mich, sorgest für mich väterlich. 2. Auf der Menschheit hohe Stufe stellte, Herr, mich deine Hand, daß von deinem Gnaden— rufe ich den tiefen Sinn ver⸗ stand. Aus unendlichem Erbar— men zogst du mich mit Vater⸗ armen in der Kindheit schon zu dir, gabst in Christo alles mir. 3. Täglich warest du mir nahe, deine Weisheit lehrte mich; was ich hörte, was ich sahe, zeigte mir, o Vater, dich. Ja, du kamst mit neuem Segen jeden Morgen mir entgegen; was der Seele heilsam war, bot dein Geist mir reichlich dar. 4. Darum will ich dir mit Freuden dankbar und ergeben sein, will auch unter Kreuz und Leiden dir ein Herz voll Demuth weihn. Dich, o Herr, dich laß ich walten; du wirst stets mich aufrecht halten. Sende Freude, sende Schmerz; immer preiset dich mein Herz. 5. Herr, das höchste Gut im Leben ist und bleibt mir deine Huld; sie nur kann mir Freude geben und bedecken meine Schuld. Anders hab ich kein Verlangen, als nur treu an dir zu hangen, fest mit dir vereint zu sein, um mich deiner ganz zu freun. 6. O der heiligen Verbindung, du in mir und ich in dir! Deiner Vaterhuld Empfindung werde täglich neu in mir, bis ich dein und ganz vollkommen dich einst schau mit allen Frommen dort, wo ich bin allezeit bei dir in der Herrlichkeit. Nach Johann Caspar Lavater, 4+ 1801. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, alle gl. 140 Osch singe dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust; ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle seist, daraus uns Allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Him⸗ melszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Oel und Most zu sei⸗ nen Zeiten findt? 6. Wer giebt uns Leben, Kraft und Muth? Wer hält mit sei⸗ ner Hand des goldnen Friedens werthes Gut in unserm Vater⸗ land?ꝰ 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, und du mußt alles thun! Du hältst die Wach an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu, und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, herzlich bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzu⸗ sehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 76 16. Lieder 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht, und giebst uns, was uns hoch erfreut und dir zur Ehr gereicht. 11. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 12. Wohl auf, mein Herze, lob und sing und habe guten Muth! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 13. Er ist dein Schatz, dein Erb und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 14. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht! 15. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und er— nährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurück— gekehrt! 16. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, was er thut und läßt ge— schehn, das nimmt ein gutes End. 17. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nichts darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt, 4 1676. Psalm 23. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren. 141 Dẽ Herr, der aller * Enden regiert mit seinen Händen, der Brunn der ewgen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. von Gott. 2. So lang ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe; der Reichthum seiner Fülle macht mich vergnügt und stille. 3. Er lässet mich mit Freuden auf grüner Aue weiden, führt mich zu frischen Quellen, schafft Rath in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget, und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Noth zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stil— len um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor An— dern im finstern Thal muß wan⸗ dern, fürcht ich doch keine Tücke, die meinen Fuß umstricke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schirmst mich vor bösen Leuten; dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Oele, und füllest meine Seele, die lange dürstend irrte, die tränkst du, guter Hirte. 10. Barmherzigkeit und Gutes macht mein Herz gutes Muthes, wird Freud und Lust mir geben. in meinem ganzen Leben. 11. Ich will dein Diener blei⸗ ben, und dein Lob herrlich trei— ben im Hause, da du wohnest und Frommsein wohl belohnest. 12. Drum will ich hier auf Erden, und wenn wir dort sein werden bei dir im Himmel dro— ben, dich rühmen und dich loben. Paul Gerhardt, 1 1676. 16. Lieder von Gott. 77 Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. 142 Orch weiß, mein Gott, * V daß all mein Thun und Werk auf deinem Willen ruhn, von dir kommt Glück und Segen; was du regierst, das geht und steht auf rechten guten Wegen. 2. Es steht in keines Men⸗ schen Macht, daß sein Rath werd ins Werk gebracht und sich des Fortgangs freue; des Höchsten Rath, der machts allein, daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in sei⸗ nem Muth, dies oder jenes sei ihm gut und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was doch Gott selbst erwählet. 4. Drum, lieber Vater, der du Kron und Scepter trägst im Himmelsthron und aus den Wolten blitzest, vernimm mein Wort und höre mich vom Stuhle, da du sitzest. 5. Verleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen strecket, und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 6. Gieb mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen Willen. Sei du mein Freund und treuer Rath, was gut ist, zu erfüllen. 7. Was dir gefällt, das laß auch mir, o meiner Seelen Sonn und Zier, gefallen und belieben; was dir zuwider, laß mich nicht in Wort und That verüben! 8. Ists Werk von dir, so hilf zum Glück, ists Menschenthun, so treibs zurück und ändre meine Sinnen: was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst in Kurzem zu zerrinnen. 9. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast un⸗ möglich deucht, und bring zum guten Ende, was du selbst an⸗ gefangen hast durch Weisheit deiner Hände. 10. Ist gleich der Anfang noch so schwer und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sor⸗ gen treten, so treib mich nur durch deinen Geist, ohn Unter⸗ laß zu beten. 11. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, davor sonst ihm graut, mit tapferm Muth bezwingen, sein Sorgenstein wird in der Eil in tausend Stücke springen. 12. Der Weg zum Guten ist fast wild, mit Dorn und Hecken angefüllt, doch, wer ihn freudig gehet, kommt endlich, Herr, durch deinen Geist, wo Freud und Wonne stehet. 13. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab und find, hast du zu aller Gnüge; so hilf nur, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 14. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr, ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreu— ter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb, er— zählen. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 1 3 err, du hast in deinem Reich große Schaaren heilger Engel; diesen bin ich noch nicht gleich, denn mein Herz ist voller Män⸗ gel. Ach, wann werd ich doch so rein, wie die guten Engel sein! 2. Mich beschweret Fleisch und Blut; hilf du, daß ich geistlich werde. Gieb mir einen Engel— muth, der sich trenne von der Erde, daß ich, als dein liebes Kind, allzeit himmlisch sei ge— sinnt. 3. Mache mir dein Wort be— kannt durch des heilgen Geistes Gabe, daß ich Weisheit und Ver⸗ stand wie ein Engel Gottes habe, bis wir einst in jenem Licht völlig sehn dein Angesicht. 4. Herr, dein Wille soll ge— schehn in dem Himmel und auf Erden, darum laß uns dahin sehn, daß wir dir gehorsam wer— den, und verleih, daß ich dabei aller Engel Mitknecht sei. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr, denn sie hat viel böse Stellen. Sende deiner Engel Schaar, daß mich Niemand könne fällen; und da, wo wir schlafen ein, laß sie unsre Wächter sein. 6. Mach es, wie mit Lazaro, wenn ich künftig werde sterben; und damit ich ebenso möge Trost und Segen erben, heiß die En— gel mich zur Ruh tragen nach dem Himmel zu. Caspar Neumann, 4 1715. Eigene Melodie. 145 Wi schön leuchtet der Morgenstern, voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, aus Juda aufgegan— gen! Du Davids Sohn aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, hast mir 78 16. Lieder von Gott. Mel. Nun ruben alle Wälder. 144. 2.— Herr der Sera⸗ phinen, dem tau⸗ send Engel dienen und zu Gebote behn du wunderbarer Meister und Vater aller Geister, mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Die Fürsten und die Thro⸗ nen, die in dem Himmel woh⸗ nen, giebst du zu meiner Wacht; sie sehn dein Angesichte in ewig hellem Lichte, doch nehmen sie mich auch in Acht. 3. nn, sollen sie nicht wei— chen, so laß mich ihnen gleichen an wahrer Heiligkeit; wie sie die Kinder lieben und sich in Demuth üben, so mach auch mich dazu bereit. 4. Laß sie mich n decken, daß keine Furcht noch Schrecken mir je begegnen mag; sie sein auf meiter Wegen mir nah mit deinem Segen, so bleib ich frei von Ungemach. 5. Und endlich, wenn ich scheide, so führe mich zur Freude auf ihren Armen ein; da werd ich dich erst loben und in dem Himmel droben dir und den Engeln ähnlich sein. Benjamin Schmolck, 4 1737. V. Jesuslieder. a. Liebe und Freude. mein Herz freundlich, groß und Gaben, erhaben. umfangen, lieblich, schön und herrlich, ehrlich,“ reich von hoch und sehr prächtig 2. Ei meine Perl und werthe Kron, Sohn Gottes und Ma⸗ ehrenreich, wie Luc. 14, 8. 17. Jesuslieder. 79 rien Sohn, ein hochgeborner König! Du bist des Herzens schönste Blum; dein süßes Evan⸗ gelium ist lauter Milch und Honig. Jesu, Jesu, Hofianna, himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht ver— gessen! 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du heller Gottes— glanz und Schein, die Flamme deiner Liebe; daß ich, o Herr, ein Gliedmaß bleib an deinem auserwählten Leib in frischem Lebenstriebe. In dir laß mir ohn Aufhören sich vermehren Lieb und Freude, daß der Tod uns selbst nicht scheide. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn du mit dei— nem Angesicht mich freundlich thust anblicken. O Herr Jesu, mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut, mich innerlich erquicken! Tröst mich freundlich, hilf mir Armen aus Erbarmen, hilf in Gnaden; auf dein Wort komm ich geladen. 5. Herr Gott Vater, mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn eliebet; dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, er ist mein Freund, ich seine Braut, drum mich auch nichts betrübet. Heil mir, Heil mir! Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Zwingt die Saiten zu hellem Klang und laßt den süßen Lobgesang ganz freudenreich er— schallen. Ich will mit meinem Jesu heut und morgen und in Ewigkeit in steter Liebe wallen. Singet, springet, jubiliret trium— phiret, dankt dem Herren, groß ist der König der Ehren! 7. Wie bin ich doch so herz⸗ lich froh, daß du, mein Freund, bist A und O, der Anfang und das Ende! Du wirst mich auch zu deinem Preis aufnehmen in das Paradeis, drauf faß ich deine Hände. Amen, Amen, komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange, deiner wart ich mit Verlangen. Philipp Nicolai, 4 1608. Anmerkung: Die großen Anfangsbuchstaben bedeuten: Wilhelm Ernst, Graf und Herr zu Waldeck. Eigene Melodie. 146 erzlich lieb hab ich dich, o Herr, ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Hülf und Gna— den! Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd und Him— mel frag ich nicht, wenn ich nur dich kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Trost und meines Herzens Theil, durch dessen Wunden ich werd heil. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr! 2. Es ist, Herr, dein Ge⸗ schenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in die— sem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nutz und Dienst des Nächsten mein, wollst du mir Gnade geben! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnoth. 3. Ach Herr, laß einst die N, V V * V V * N 0 0 V NN RR 2 WN XVI N 5 N NIN AR IVNNVVV 80 47. Engel dein an meinem End die Seele mein in Abrahams Schooß tragen, den Leib in sei— nem Kämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis zum jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich! ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling, 4 1608. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 147..„ Jesu, ae Got⸗ tes Sohn, mein Bruder auf dem Himmelsthron, mein höchste Freud und Wonne, du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar, noch klarer als die Sonne: herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor Allen; nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden! 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, daß ich nicht gnug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Je mehr die Lieb in mir entbrennt, um so viel mehr mein Herz ertennt, wie es dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Ge⸗ müthe lieblich fließen: so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich allzeit lieben möge. Nichts auf der ganzen weiten Welt, nicht Pracht, Lust, Ehre, Freud und Geld, wenn ich es recht erwäge, kann mich ohn dich gnugsam laben. Nur die Gaben deiner Liebe trösten, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den Jesuslieder. liebest du, schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, erfreuest sein Gewissen. Es geh ihm, 10 es woll auf Erd, wenn Kreuz ihn noch so hart beschwert, soll er doch dein genießen. Ewig selig, nach dem Leide große Freude wird er finden; alles Trauren muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat jemals es gehört, kein Mensch gesehen, noch gelehrt, es kanns Niemand beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht erreichen, noch vergleichen Erdenschähen, was alsdann uns wird ergötzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Sorge sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt und mir dein Wort vor Augen hält, aus Liebe mich stets übe: bis ich endlich werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Dann werd ich deine Freundlichkeit, die mich schon hier so hoch erfreut, in reiner Liebe schmecken, und sehn dein liebreich Angesicht mit unver— wandtem Augenlicht, ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich sein erquicket und ge— schmücket mit der Krone, Herr, vor deinem Himmelsthrone. Johann Heermann, 4 1647. Eigene Melodie. 148. Mn vh Weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, un— verrückt nur ihm zu leben. Er ist meines Lebens Licht, meinen Jesum laß ich nicht. 2. nicht, lehen; sicht, K geben. meiner Himn mir f sie un mit 6 vom laß ic 17. Jesuslieder. 81 2. Jesum laß ich immer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zuver— sicht, was ich bin und hab, er⸗ geben. Alles ist auf ihn gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, alle Sinne mir entweichen; laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn der Lebensfaden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin ge— langet, wo vor seinem Angesicht aller Frommen Glaube pranget; mich erfreut sein Angesicht; mei— nen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seel in mir sich sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet und befreiet vom Gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, bleib ihm ewig an der Seiten; Jesus wird mich für und für zu den Lebensbächen leiten. Selig, wer von Herzen spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! Christian Keymann, 4 1662. Eigene Melodie. 149 Orch will dich lieben, * N meine Stärke, ich will dich lieben meine Zier; ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier. Ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen aller⸗ besten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint. Ich will dich lieben, Gotteslamm als meinen Bräutigam. 3. Ach, daß ich dich so spät erkannte, du hochgelobte Liebe du; daß ich nicht eher mein dich nannte, du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid und bin betrübt, daß ich so spät geliebt. 4. Ich ging verirrt und war verblendet; ich suchte dich und fand dich nicht. Ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ist's durch dich geschehn, daß ich dich hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du heilger Mund, daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn. Erleucht mir Leib und Seele ganz mit deinem Himmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, mei— nen Gott; dich lieben auch bei Schmach und Hohne und in der allergrößten Noth; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. Johann Scheffler, 4 1677. Mel. Gott des Himmels u. der Erden. 150 L die du mich * zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht; Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu blei⸗ ben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, eh als ich geschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten ewge Freud und Seligkeit; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich ganz ergeben mir zum Heil und See— lenhort; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebun— den an ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwun— den und mein Herz hat ganz dahin; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele litt; Liebe, die das Lösgeld giebet und mich kräftiglich vertritt; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird ent— rücken aus dem Grab der Sterb⸗— lichkeit; Liebe, die mich einst wird schmücken mit der Kron der Herr— lichkeit; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler, 4 1677. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 151. Wen alle untreu werden, so bleib ich dir doch treu, daß Dankbar— keit auf Erden nicht ausgestor⸗ ben sei; für mich umfing dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz: drum geb ich dir mit —21— auf ewig dieses Herz. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist, und Man⸗ 17. Jesuslieder. cher von den Deinen dich lebens— lang vergißt; von Liebe nur durchdrungen, hast du so viel ge— than: und doch bist du verklun⸗ gen und Keiner denkt daran! 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer Jedem bei; und, wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sieget: am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget sich kindlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden; o lasse nicht von mir! Laß innig mich verbunden auf ewig sein mit dir. Einst schauen meine Brüder auch wieder himmelwärts und sinken liebend nieder und fallen dir ans Herz. Friedrich von Hardenberg, 4 1801. Mel. Valet will ich dir geben. 152 A˖s irdischem Ge— tümmel, wo nichts das Herz erblickt, wer zeigt den Weg zum Himmel, dahin die Hoffnung blickt? Wer leitet unser Streben, wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg heißt Jesus Christ. 2. Hier irren wir und fehlen, gehüllt in tiefe Nacht. Durch wen wird unsern Seelen ein wahres Licht gebracht? Von oben kommt die Klarheit, die alles uns erhellt, denn Christus ist die Wahrheit, er ist das Licht der Welt. 3. Wer giebt uns hier schon Freuden, die Niemand rauben kann? Wer zeiget uns im Leiden den Himmel aufgethan? Wenn vor dem Tod wir beben, wer giebt dem Herzen Ruh? Heil! Christus ist das Leben, führt uns dem Vater zu. Auschenseldt. Nel. 5 eucht Hertr Dos Acht, durch lling dring dein hebe 2 sicht, zu und ner Gott unsr in und berb . ist alle Mer Kne den ftei pre Di mel ens⸗ nur ů ge⸗ lun⸗ liebe und, eibt euste man iget den; nnig sein leine järts und 801 N. Ge⸗ ichts den die leitet das Nurch Weg hlen, hurch ein Von die listus das schon ben iden Henn ber Heill fühtt llot. 17. Jesuslieder. 88 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. eh auf, du heller 153. G Morgenstern; er⸗ leucht uns, ewges Wort des Herrn, du Anfang aller Dinge! Das Leben bist du, bist das Licht, das herrlich unsre Nacht durchbricht; dein hohes Lob er— klinge. Kräftig, stille, herzdurch— dringend, Tod bezwingend wirkt dein Leben, uns Gefallne zu er— heben. 2. Du, deines Vaters Ange⸗ sicht. du Mund, durch den er zu uns spricht von Wahrheit und von Gnade, du Eingebor— ner vor der Zeit, du Glanz von Gottes Herrlichkeit, du leitest unsre Pfade. O wir sehen nun in Wahrheit Gottes Klarheit, und sein Lieben ist uns nicht verborgen blieben. 3. Was ist der Mensch, was ist sein Kind? Seht, der, deß alle Himmel sind, der wird ein Mensch auf Erden; er zieht des Knechtes Hülle an, um uns, den Knechten, sich zu nahn, Be⸗ freier uns zu werden. Christen, preiset seiner Liebe mächtge Triebe, daß uns Allen nichts mehr mög als er gefallen. 4. Ja, Gottes Sohn, dich preisen wir, du Liebender, wir danken dir; wer kann dich gnug erheben? Wir sehen deine Herr— lichkeit, die uns zu deinem Bild erneut; dir weihen wir das Leben. Deiner Liebe ists ent⸗ quollen; darum wollen wir nur leben, dir, was dein ist, hinzu⸗ geben. 5. Dein sind wir, Herr, und bleiben dein, wir können keines Andern sein, du hast uns dir erworben. An deiner Liebe haf— ten wir, dir leben und dir ster⸗ ben wir, der du für uns gestor— ben. O wir wissen: ewges Leben wirst du geben allen Deinen, wirst sie ewig mit dir einen. Johannes Geibel, 4 1853. Eigene Melodie. 15(Desu, meine Freude, 2 N meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier! Ach, wie lange, lange ist dem Herzen bange, und verlangt nach dir! Hab ich dich, wie reich bin ich; außer dir soll mir auf Erden nichts sonst lieber werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei; laß von Ungewittern rings die Welt erzittern, mir steht Jesus bei. Wenn die Welt in Trümmer fällt, wenn gleich Sünd und Hölle schrecken: Je— sus will mich decken. 3. Weg mit allen Schätzen, du bist mein Ergötzen, Jesu, meine Lust! Weg, ihr eitlen Ehren, will von euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 4. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht, dir sei ganz, du Sündenleben, Ab⸗ schied nun gegeben! 5. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, den⸗ noch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude! Johann Franck, 1677. 84 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 155 Kö dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein Mund errei— chet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Scepter führet, dem das Recht gehört zum Throne als des Vaters eingem Sohne, den so viel Vollkommenheiten krönen, zieren und begleiten: 2. Himmel, Erde, Luft und Meere nebst dem ungezählten Heere der Geschöpfe auf den Feldern, in den Seeen, in den Wäldern sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigenthum gegeben; Menschen, Engel, Wel— ten scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tau⸗— send treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes nach dem Recht des Gnadenbundes sich von dir regieren lassen und, wie du, das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herr in allen diesen Rei⸗ chen! dir ist Niemand zu ver— gleichen an dem Ueberfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an Vortrefflichkeit der Gaben, welche deine Bürger ha— ben; du beschützest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust 17. Jesuslieder. und Schmerzen; laß mich deinen Schutz genießen, gläubig in mein Herz dich schließen, ehren, fürch⸗ ten, loben, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mitleiden, hier mitstreiten, dort mitherr⸗ schen dir zur Seiten. Joh. Jak. Rambach, 1 1735. Mel. Jesu, meine Freude. 156 W' getrost und — heiter, Herr, mein Licht und Leiter, machst du meinen Geist; der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen, und so gern erfreust! Niemals wird bei dir, mein Hirt, Freund und Tröster meiner Seelen, mir Erquickung fehlen. 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich, zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwa⸗— cher; du, mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrecken, willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen. Gräber vor mir schauen; mein Erlöser lebt! Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüttern: was brauch ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, gestärkt durch dich. Sink ich oft noch nieder, du erhebst mich wieder, du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld, und auf dieses Lebens Pfade führt mich deine Gnade. 5. Daß ich Gott erkenne, froh ihn Vater nenne, und mich ewig sein; daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank ich d nich aufe ner 6. für mein blieb 2 ich dan nich 7 sei und verg trüg ich Wor reic 8 daß friel und err, du dir uen, nals und mir frelt le, Wa⸗ her, enn enn illc uen lein 17. Jesuslieder. 85 ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, dank ich dei⸗— ner Gnade. 6. Der du Blut und Leben für mich hingegeben, daß in meiner Noth ich nicht hülflos bliebe, groß ist deine Liebe, stär— ker als der Tod. Herr, und ich, ich sollte mich deiner Huld nicht dankbar freuen, dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! Was die Welt vergnüget, o mein Gott, das trüget, das befriedigt nicht. Hab ich dich, wie gern will ich das, wornach die Eiteln trachten, reich in dir, verachten. 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zu— friedenheit? Sind nicht Glanz und Ehren, die die Welt be— thören, Traum und Eitelteit? Du erfreust des Menschen Geist, und willst denen, die dich ehren, bleibend Glück gewähren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden; und was hoff ich dort? Unbegrenzte Zeiten voller Seligkeiten hoff ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Güte, danket mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Lei— den, weiche nicht von mir! Laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. Christoph Friedrich Neander, 1 1802. b. Friede und Versöhnung. Mel. Nun bitten wir den heil. Geist. 157 ch, mein Herr Jesu, dein Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein, und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröhlich und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht, aber unsre Seele kanns schon gewahren, du kannst dich fühlbar gnug offenbaren, auch ungesehn. 3. O, wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätt ohne Ende von Glück zu sagen, und seine Seele müßt immer fragen: wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, ge⸗— duldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen und trösten, erfreuen und segnen und unsrer Seele als Freund begeg— nen, ist deine Lust. 5. Ach, gieb an deinem kost— baren Heil uns alle Tage voll⸗ kommner Theil und laß unsre Seelen sich immer schicken, aus Noth und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner heilgen Todesgestalt; ja, laß sie uns immer vor Augen schweben und tief im Herzen dein kräftig Leben zu spüren sein. 7. Ein herzlich Wesen und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Tröstung aus deinen Todeswunden erhalt uns Frieden zu allen Stunden, bei Freud und Leid; 8. So werden wir bis in Himm'l hinein in dir vergnügt wie die Kinder sein. Muß gleich unser Auge sich manchmal netzen; wenn sich das Herz nur an dir ergötzen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durch— grabne Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir tief beschämet vor dir dastehen, und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor, 4 180t. Mel. Jesus meine Zuversicht. 158. M hat der Herr verheißen; auf, mein Herz, die Sorgen fleuch! er wird aus der Angst dich rei— ßen. Sei getrost und unverzagt, glaube, was er zugesagt. 2. Herr, du hältst, was du versprichst, giebst noch immer deinen Frieden, wenn du in die Herzen brichst mit dem Wahr— heitsglanz hienieden. Kehre eilig bei mir ein, laß in dir mich selig sein. 3. Güter, die die Erde giebt, sind nur mangelhafte Gaben; ewig, Herr, wird, wer dich liebt, in dir volle Gnüge haben; schütte auf mein ganzes Haus deine Gnadenfülle aus. 4. Ohne dich vermag ich nichts; eignes Ringen ist vergebens; du allein, o Quell des Lichts, bist der Grund des neuen Lebens, rühre mich mit deiner Kraft, die den neuen Menschen schafft. 5. Führe du mein Glaubens⸗ schiff durch die sturmbewegten 86 17. Jesuslieder. Wellen, daß es nicht am Felsen⸗ riff harter Zweifel mög zerschel⸗ len! Wenn ichs nicht mehr len— len kann, so sei du der Steuer⸗ mann. 6. Rette mich in jenen Port, wo die Erdenstürme schweigen und vor dir, o Gnadenhort, alle Seligen sich neigen! Dann in deines Vaters Haus werf ich meinem Anker aus. Christian August Bähr, 4 1846. Eigene Melodie. eelenbräutigam, 159. S Jesu, Gottes Lamm! habe Dank für deine Liebe, die für mich aus reinem Triebe starb am Kreuzesstamm, Jesu, Gottes Lamm! 2. Deiner Liebe Gluth stärket Muth und Blut. Wenn du freundlich mich anblickest und mit deinem Geist erquickest, macht mich wohlgemuth deiner Liebe Gluth. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Noth und Tod! Du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, durch dein Blut so roth, wahrer Mensch und Gott! 4. Meines Glaubens Licht laß erlöschen nicht, salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht; 5. So werd ich in dir bleiben für und für. Deine Liebe will ich ehren, und in mir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. 158 aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre, und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm. m, ttes deine inem mm, tärket du und nacht Liebe Gott, Du „ zul dein ensc Licht mich t in nicht eiben Will Lob für mm, ähre, mich Hleich mm. 17. Jesuslieder. 87 7. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen, und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gieb! 8. Wer der Welt abstirbt, sich mit Ernst bewirbt, dir zu leben und zu trauen, der wird bald mit Freuden schauen, daß tiemand verdirbt, der der Welt abstirbt. 9. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich; ich will nim— mermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 10. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und Vertrauen, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 11. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich über— winde und in deinem Sieg em⸗ pfinde: wie so ritterlich du ge⸗ kämpft für mich. 12. Du mein Preis und Ruhm, werthe Himmelsblum: in mir soll nun nichts erschallen, als was dir nur kann gefallen, werthe Himmelsblum, du mein Preis und Ruhm! Adam Drese, 4 1718. Eigene Melodie. ins ist Noth, ach 160. E Herr, 945 Eine lehre mich erkennen doch! Alles Andre, wie's auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, dar— unter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wah— res Vergnügen erjaget. Erlang ich dies Eine, das Alles ersetzt, so werd ich mit Einem in Allem ergötzt. 2. Seele, willst du dieses fin⸗ den, suchs bei keiner Creatur, laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle voll— kommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, nothwendigste Theil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie dies Eine zu genießen, sich Maria dort befliß, da sie sich zu Jesu Füßen voller An⸗ dacht niederließ: ihr Herze ent— brannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt und wurde ihr Alles in Einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Ver⸗ langen, liebster Jesu, nur nach dir, laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Ob Viele zum größeren Haufen sich kehren, so soll doch mein Herze dir einzig gehören; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist, was ist, das in dir nicht die Seele geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir, Herr, verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille gern in solche Schranken fügt, worinnen die Demuth und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, füh⸗ ret. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut; Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig, theu⸗ res Blut. Die höchste Gerech— tigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben, da hab ich die Kleider 0„ BVNI VNI 2 2 EDEUEEEEEEV 88 17. des Heiles erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht: du bist ja, den ich er— wähle, mir zur Heiligung ge— macht. Was dienet zum gött— lichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles ge— geben; entreiße mich aller ver— gänglichen Lust, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr ver— langen? Mich umströmt die Gnadenfluth; du bist einmal ein⸗ gegangen in das Heilge durch dein Blut, da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun von Tod und Verdammniß ent— bunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volle Gnüge, Fried und Freude jetzo meine Seel ergötzt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßeres kann mich im Herzen erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein, prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein. Sieh, ob ich auf bösem, betrüg— lichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege, laß Schmach mich nicht achten, nicht Leiden noch Tod und dich, Herr, gewinnen, dies Eine ist Noth. Johann Heinrich Schröder, f 1728. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 161 ins ist Noth, o Herr, dies Eine Jesuslieder. lehre meine Seele doch! Alles Andre, wie's auch scheine, ist nur ein beschwerend Joch, unter dem das Herz sich quälet und der Ruhe doch verfehlet; nur dies Einzige giebt mir wahren Frieden dort und hier. 2. Seele, willst du dieses fin⸗ den, suchs bei keiner Kreatur; laß nichts Irdisches dich binden, Erdengüter täuschen nur. Nur bei dem auf Gottes Throne hoch— erhöhten Menschensohne findest du dein wahres Heil und das allerbeste Theil. 3. Dir ist auch das Glück be⸗ schieden, was Maria sich erlas, als sie, ohne zu ermüden, fromm zu Jesu Füßen saß. O, wie brannt ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören; sie vergaß die Welt und sich, hört und sah nur, Jesu, dich! 4. Also richt auch mein Ver⸗ langen, mein Erlöser, nur nach dir; deiner Wahrheit anzuhan⸗— gen, schenke Trieb und Kräfte mir. Wenn auch Andre sie nicht achten, will ich sie mit Lust be— trachten und, 1˙ deines Heils zu freun, ihren Lehren folgsam sein. 5. In dir liegt der Weisheit Fülle. Was die Seel allein be— glückt, zeigst du mir; und wenn mein Wille sich in deine Ord⸗ nung schickt, dann werd ich wahr— haftig weise, mir zum Heil und dir zum Preise, lerne Gottes Rath verstehn und den Weg des Lebens gehn. 6. Mit Vergebung aller Sün⸗ den, Herr, begnadigst du mich dann, lässest mich dann Ruhe finden, daß ich fröhlich rühmen. kann: ich bin auch bei Gott in Gnaden, und was könnte mir Iun sc Gütigk 7. 2 auch zů sie nich vob di und 6 kannst ben, muͤhn fliehn 8. Eine, Pruf tilge hier dich g dir tt. dies Aus dei 6 Wul treue Ahser Alles in Inter und nur ihren fin⸗ atur; dden, Nur hoc⸗ Ndest das k be⸗ las, omm wie alls jren; sich, dich! Ver⸗ nach han⸗ räfte nicht be⸗ Heils sam Sheit be⸗ venn Ord⸗ aht⸗ und ttes bes zun⸗ mich tuhe men in mir 17. Jesuslieder. 89 nun schaden? Meines Mittlers Gütigkeit dank ich diese Sicherheit. 7. Aber du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht, daß sie nicht mit Vorsatz fehle, fliehe vor der Sünde Macht. Muth und Kraft zum heilgen Leben kannst und willst du Allen ge⸗ ben, die mit Ernst sich nur be⸗ mühn, schnöde Sündenlust zu fliehn. 8. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, und mein Alles sein. Prüf und forsche, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein, daß ich hier schon auf der Erde durch dich gut und selig werde, und dir treu sei bis zum Tod; nur dies Eine ist mir noth. Aus dem Waldeckischen Gesangbuche von 1790. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 20 eiland, deine Men⸗ 162. H schenliebe war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwachheit überdecket, dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. O der wunderbaren Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde weinen, Jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Ar⸗ men mehr als väterlich erbar⸗ men, der Betrübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren, sterben für die ärg⸗ sten Sünder, das ist Lieb, o Menschenkinder! 3. O du Zuflucht der Elen⸗ den! wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? O, wie ist dein Herz gebrochen, wann dich Kranke angesprochen! O, wie pflegtest du zu eilen, das Ge⸗ betne mitzutheilen! 4. O wie hoch stieg dein Er⸗ barmen, da du, Heiland, für uns Armen dein unschätzbar theures Leben in den ärgsten Tod ge⸗ geben, da zur Tilgung unsrer Schulden unsre Strafe zu er⸗ dulden und, den Segen zu er⸗ erben, als ein Fluch du wolltest sterben! 5. Deine Lieb hat dich ge⸗ trieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Klagen Andrer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schaar zu beten und die Mörder zu vertreten. 6. Herr, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken! Du hast das Gesetz erfüllet, seinen Fluch hast du gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen, heilge meines Herzens Triebe, heilge sie mit deiner Liebe! Joh. Jak. Rambach, 4 1735. Mel. Seelenbräutigam. 163 er ist wohl wie du? Jesu, süße Ruh, für uns Alle auserkoren, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu; Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Noth zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zu⸗ gedecket und mich aus der Noth hat geführt zu Gott! 3. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld! Tod, NE/ * * 88 % Nt N + — 8 — 45 * N N 2— PV 90 17. Jesuslieder. Sünd, Höll und Welt hast du mächtig überwunden und ein ewig Heil erfunden durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet! Deinen Scepter will ich küssen, wie Maria dir zu Füßen sitzen früh und spät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigenthum, durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen, als dein Eigenthum, allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmuth Schild, deiner Demuth Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege. Vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sei du mein Gewinn, gieb mir dei— nen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsetze, und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlitz treten; ungefärbte Lieb in die Seele gieb! 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich Acht, Hüter, in der Nacht! 12. Einen Heldenmuth, der da Gut und Blut gern um deinet⸗ willen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gieb mir, höchstes Gut, durch dein theures Blut! 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn! Joh. Anastasius Freylinghausen, 4 1739. Mel. Jesus meine Zuversicht. ein Erlöser und 164. M mein Heil, Brunngquell aller edlen Gaben! Laß doch bald vollkommnen Theil mich an der Erlösung haben, die du einst in Todesangst für die Sünderwelt errangst. 2. Dieser bösen Zeiten Lauf, böse durch den Dienst der Sün⸗ den, hebt nicht die Verheißung auf, daß ich soll Erlösung finden von der Sünde, die mich plagt, von dem Kummer, der mich nagt. 3. Nein, du wirst sie nicht verziehn, die verheißne Freiheits⸗ stunde! Meine Schmerzenstage fliehn, und ich glaube deinem Munde, daß die Leiden dieser ben. nicht werth jener Herrlich⸗ eit. 4. Herr, nicht deine Kinder nur seufzen stets nach diesem Tage; nein, die ganze Creatur sehnt sich unter ihrer Plage, daß der Offenbarungstag deiner Kin⸗ der kommen mag. 5. Da wird die Vollkommen⸗ heit über alles Uebel siegen; da wird Sünde, Schmerz und Leid zu des Siegers Füßen liegen; da wird grünen mein Gebein, und der Tod wird nimmer sein. 6. Diese Hoffnung gründet sich nicht auf Wahn und wan⸗ kend Wissen; o, mein Heiland, ohne dich würde ich verzagen müssen! Aber dein Versöhnungs⸗ blut giebt mir selgen Hoffnungs⸗ muth. Franz Christoph Steinmetz, 4 1791. mich n und daß ich techten + 1739. icht. er und Heil, haben! Theil haben, st für Lauf, Sün⸗ eißung finden plagt, hnagt. e nicht iheits⸗ netage einem dieser rlich⸗ Kinder diesem reatur „daß Kin⸗ umen⸗ n; da 9 Leid iegen hebein, X sein. ründet wan⸗ iland, Ragen ungs⸗ ungs⸗ 1701. 18. Lieder von der Kirche. 91 18. Cieder von der Rirche. Eigene Melodie. Erhalt uns, Herr, 165. E be deinem 2801 und steur der Feinde List und Mord, die Jesum Christum, dei⸗ nen Sohn, stürzen wollen von seinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist: beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster werth, gieb ein'n Sinn deinem Volk auf Erd, steh bei uns in der letzten Noth, leit uns ins Leben aus dem Tod. Martin Luther, 1 1546. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem W. 166. Aderr Fen Chris, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser schwer betrübten Zeit verleih uns, Herr, Bestän⸗ digkeit, daß wir dein Wort und Sacrament behalten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind gar sicher, träg und kalt; gieb Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall an allem Ort. 4. Den stolzen Geistern wehre doch, die mit Gewalt sich heben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 5. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist, darum so steh du denen bei, die sich auf dich ver⸗ lassen frei. 6. Dein Wort ist unsers Her⸗ zens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts An⸗ dres suchen mehr. 7. Hilf leben uns nach deinem Wort und darauf muthig fahren fort von hinnen aus dem Jam⸗ merthal zu dir in deinen Him⸗ melssaal. Nicolaus Selnecker, 4 1592. Mel. Christus, der ist mein Leben. 7 ch, bleib mit deiner 16* A Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hin⸗ fort nicht schade des bösen Fein⸗ des List. 2. Ach, bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil beschert. 3. Ach, bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht; dein Wahrheit uns um⸗ schanze, damit wir irren nicht. 4. Ach, bleib mit deinem Se⸗ gen bei uns, du reicher Herr; dein Gnad und all's Vermögen reichlich in uns vermehr. 5. Ach, bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze, noch fäll die böse Welt. 6. Ach, bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott; Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth. Josua Stegmann, 4 1692. Mel. Valet will ich dir geben. cerhalt uns deine 168. E Lehre, Herr, zu der letzten Zeit, erhalt dein Reich und mehre dein edle Christen⸗ heit; erhalte festen Glauben, der ⁰ 47 N 6 40 — 5 —* V ⁴NNV NIIN W *V SSce S + * / N Hoffnung hellen Strahl; laß uns dein Wort nicht rauben im dunklen Erdenthal. 2. Erhalt dein Ehr und wehre dem, was dir widerspricht; er⸗ leuchte und bekehre, allwissend, ewges Licht, was dich noch nicht erkennet: entdecke doch der Welt, der du dein Licht gegönnet, was einzig dir gefällt. 3. Erhalt, was du gebauet und durch dein Blut erkauft, was du dir hast vertrauet und mit dem Geist getauft. Ob grimme Feinde stürmen zu dei⸗ ner Kirche Fall, so wollest du sie schirmen als Hort und Fel— senwall. 4. Erhalt uns, Herr, dein Erbe, dein werthes Heiligthum! Zerstreu, zerbrich, verderbe, was wider deinen Ruhm! Laß dein Gesetz uns führen, schenk uns dein Himmelsbrod; laß deinen Schmuck uns zieren, heil uns durch deinen Tod. 5. Erhalt und laß uns hören dein Wort, das selig macht, den Spiegel deiner Ehren, das Licht in finstrer Nacht; laß diesen Born uns tränken im dürren Thal der Welt; laß diese Stimm uns lenken hinauf zum ewgen Zelt. 6. Erhalt in Sturm und Wellen der Kirche heilig Schiff und laß es nicht zerschellen an Sand und Felsenriff; gieb, Herr, daß wir entrinnen der wilden Fluth der Zeit, laß uns den Port gewinnen der selgen Ewigkeit. Adam Gretgen, 4+ 1660. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 5 ie Feinde deines 169 Die 8 nde deines * + Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu zerstören, 18. Lieder von der Kirche. du aber, Mittler, Gottes Sohn, kannst ihrem Trotze wehren. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; drum konnt auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schaar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herrschaft noch auf Erden weit verbreiten, und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten! Vom Aufgang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis und Dank und glaub an deinen Namen! 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empö— ren, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren! Lehr sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Gläubgen, wol⸗ lest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh in deiner Gnade finden. Mach unsers Glaubens uns gewiß; vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr uns bis ans Ende. 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk, dir unterthan, gern dein Gesetz er⸗ füllen, bis du erscheinest zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschenkinder sammelst. — 7. Voll Zuversicht erwarten wol hat 0 der Hefo und woh dem thu ist Ge erdar einde sich schaft eiten, Joch Vom gang und eillen dich mpö⸗ inder ren! mmel t im kunft wol⸗ rheit inste nade bens und 3 bis à auf nsern „, dir 9 el⸗ zum einem finder arten 18. Lieder von der Kirche. 93 dich, Herr, alle deine Frommen, und freun des großen Tages sich, da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottes⸗ sohn, den uns verheißnen Gna⸗ denlohn, dein Himmelreich, er⸗ erben. Valthasar Münter, 1 1793. Mel. Wachet auf, ruft uns die St. 7 ottes Stadt steht 170. G fest gegründet auf heilgen Bergen; es ver⸗ bündet sich wider sie die ganze Welt: dennoch steht sie und wird stehen; man wird an ihr mit Staunen sehen, wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels ist ihres Heiles Fels. Halleluja! lobsingt und sprecht: wohl dem Geschlecht, das in ihr hat das Bürgerrecht. 2. Zions Thore liebt vor allen der Herr mit gnädgem Wohl⸗ gefallen, macht ihre Riegel stark und fest, segnet, die darinnen wohnen, weiß überschwänglich dem zu lohnen, der ihn nur thun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld, wie trägt er mit Geduld all die Seinen. O Got⸗ tes Stadt, du reiche Stadt, die solchen Herrn und König hat! 3. Große, heilge Dinge wer— den in dir gepredigt, wie auf Erden sonst unter keinem Volk man hört. Gottes Wort ist deine Wahrheit, du hast den Geist und hast die Klarheit, die alle Finsterniß zerstört. Da hört man 19. Cieder vom Eigene Melodie. 7.(ch Gott, vom Him— 171. A mel sieh darein, und laß dich deß erbarmen: wie wenig sind der Heilgen dein, fort und fort, das theuer, werthe Wort ewger Gnade. Wie lieb⸗ lich tönt, was hier versöhnt und dort mit ewgem Leben krönt. 4. Auch die nichts davon ver⸗ nommen, die fernsten Völker wer⸗ den kommen und in die Thore Zions gehn. Denen, die im Finstern saßen, wird auch der Herr noch predgen lassen, was einst für alle Welt geschehn. Wo ist der Gottessohn? wo ist sein Gnadenthron? wird man fragen. Dann kommt die Zeit, wo weit und breit erscheint der Herr der Herrlichkeit! 5. Darum stellet ein die Kla⸗ gen; man wird noch einst zu Zion sagen: wie mehrt sich deiner Bürger Zahl! Voll Erstaunens wird man schauen, wie Gott sein Zion mächtig bauen und herrlich weitern wird einmal. Erhebet Herz und Sinn! es ist die Nacht schier hin für die Heiden; es kommt ihr Tag, sie werden wach, und Israel folgt ihnen nach. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden die Mutter aller Völker werden, die ewges Leben fanden hier. Welch ein Jubel, wie im Reigen, wird einst von dir zum Himmel steigen! die Lebens⸗ brunnen sind in dir. In dir das Wasser quillt, das alles Dursten stillt. Halleluja! Von Sünd und Tod, von aller Noth erlöst nur Einer, Zions Gott. Philipp Spitta, 4 1859. Worte gottes. verlassen sind wir Armen. Dein Wort läßt man nicht haben wahr, der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, NIi W 9 NN I 0 NN YNs 9⁴ was eigner Witz erfindet; ihr Herz nicht Eines Sinnes ist, in Gottes Wort gegründet; der wählet dies, der Andre das, sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von Außen. 3. Gott woll ausrotten Aller Lehr, die falschen Schein uns lehren, und sich vermessen hoch und sehr: Trotz dem, ders uns will wehren! Wir haben Recht und Macht allein, was wir ge⸗ setzt, das gilt allein; wer ist, der uns sollt meistern? 4. Darum spricht Gott: ich muß auf sein, die Armen sind verstö— ret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag erhöret; mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden: an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein; da wird sein Kraft erkannt und Schein und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, be— wahren rein vor denen, die's verwirren, und laß uns dir be— fohlen sein, daß nichts uns möge irren. Der gottlos Hauf umher sich findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk er— haben. Martin Luther, 4 1546. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 7 ir Menschen sind 17²2. Wé zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig: dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig; wir wissens und verstehens nicht, wenn uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. 19. Lieder vom Worte Gottes. 2. Drum sind vor Zeiten aus⸗ gesandt Propheten, deine Knechte, daß durch sie würde wohlbekannt dein Will und deine Rechte. Zum Letzten ist dein lieber Sohn, o Vater von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist: laß uns dabei verblei⸗ ben; und gieb uns deinen heil⸗ gen Geist, daß wir dem Worte gläuben, dasselb annehmen jeder⸗ zeit mit Sanftmuth, Ehre, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort ab⸗ wende; denn ihr Gespött sammt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gieb du selbst deinem Worte Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Herr, öffne du uns Ohr und Herz, daß wir das Wort recht fassen in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Wege wird der Same fort vom Teufel hingenommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekom— men; der Same, so auf Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und er— sticket: 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich allhie dem guten Lande, und sein an guten Wer⸗ ken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld in feinem, gutem Herzen. 80 hier, wege Füß und Oenl 7³ Lebe dara 10 dein Uns Wie bon zu auf 2 Ses Bef Tod Hilf und Rei laß 3 betd wer mut 19. Lieder vom 8. Laß uns, so lang wir leben hier, den Weg der Sünde mei⸗ den, gieb, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Weltsorg überall und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort, Herr, laß all⸗ wege sein die Leuchte unsern Füßen, erhalt es bei uns klar Und rein, hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit aus— breiten; hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten! O heilger Geist! dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Ge⸗ duld und Hoffnung. David Denicke, + 1680. Mel. Herr, nicht schicke deine Rache. 173 Dreuster Meister, (3. deine Worte sind die rechte Himmelspforte; deine Lehren sind der Pfad, der uns führt zur Gottesstadt. O wie selig, der dich höret, wer von dir will sein gelehret, wer zu jeder Zeit und Stund schaut auf deinen treuen Mund. 2. Sprich doch ein in meine Seele, gieb ihr Weisung und Befehle, lehr sie halten bis zum Tod deiner Liebe sanft Gebot. Hilf, mich in dem Lieben üben und Gott über alles lieben; meinen Nächsten gleichwie mich laß mich lieben inniglich. 3. Lehr mich himmlische Ge— berden, laß mir deine Demuth werden, geuß mir deine Sanft⸗ muth ein, laß mich klug in Ein— Worte Gottes. 95 falt sein. Also werd ich mich verbinden ganz mit dir und Ruhe finden, also werd ich in der Zeit sein gelehrt zur Ewigkeit. Johann Scheffler, 4 1677. Mel. Gott des Himmels und ꝛe. 1 4 Theures Wort aus 10* + Gottes Munde, das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt. In dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben, welcher nach dem Him- mel schmeckt, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch gedeckt, der mir lauter Manna schenkt und mit Lebens⸗ wasser tränkt. 3. Du, mein Paradies auf Erden, schließ mich stets im Glauben ein; laß mich täglich besser werden, daß dein heller Gnadenschein mir bis in die Seele dringt und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnaden, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schätze Gottes Hand durch sein Wort ihm zugesandt. 5. Halte meinen Geist in Schranken, gieb ein stilles Wesen mir, richte Sinnen und Ge⸗ danken, frei von Sorgen, hin zu dir, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. 6. Was ich lese, laß mich merken; was du sagest, laß mich thun. Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern gieb, daß auch dabei ihm das Leben ähn⸗ lich sei. 7. Hilf, daß alle meine Wege nur nach deiner Richtschnur gehn; was ich so zum Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rath und That in den größten Nöthen hat. 8. Laß dein Wort mir einen Spiegel, Jesu, deines Vorbilds sein; drück darauf dein Gnaden⸗ siegel, drück es meinem Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. O Durchbrecher aller Bande. 175. err, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichthum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Wel⸗ ten, aber um dein Wort zu thun. 2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn! Laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat, und zugleich zu deinen Füßen sitzen, wie Maria that. Nikolaus Ludwig, Graf von Zinzendorf, 4 1760. Mel. Ach Gott und Herr. 17 6. G¹ ist mein Hort, 0 und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken; laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 19. Lieder vom Worte Gottes. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahr⸗ heit lehrte? Gott, ohne sie ver⸗ ständ ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ewger Rath, die Missethat der Sünder zu ver⸗ sühnen, den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du ver⸗ zeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Ge— schäfte. Durch meine Müh ver⸗ mag ichs nie; dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort, das du uns hast ge— geben. Es sei mein Theil, es sei mir Heil und Kraft zum ewgen Leben. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Mel. Jesu, der du meine Seele. 17 Ger, gnädiger, ge⸗ 760. treuer und er⸗ barmungsreicher Gott! deine Huld ist groß und theuer, du willst nicht der Sünder Tod; für die Armen sind ohn Ende offen deine Vaterhände, und du zeigst, daß deine Treu wunder⸗ voll und göttlich sei. 2. Dein Geist, deinem Volk gegeben, wehte die Propheten an; endlich hat der Sohn das Leben selbst auf Erden kund ge⸗ than. Du sendst deiner Boten Schaaren, deinen Rath zu offen⸗ haben, Heiler Theil. . Sunde aus, Kinde Haus euschd Geist len, * 0 m an; Taub kann; Gnad schad denp 1u R und Noch im 5 bisse, und ein 6. Seel brod gere droh derk und Sell 7. chr bens Rehr 91 Dun Liht zund Him 0. ofern Wahr⸗ ver⸗ dih t der t und diese en. „die ber⸗ „wär dein erz in ünden ber⸗ st ein ich dir 5 Ge⸗ hver⸗ giebt 5 uns st ge⸗ eil, es t zum 1769. Zeele. her, ge⸗ ud er⸗ deine El, ‚u Lod; 19. Lieder vom baren, und an deines Sohnes Heil nehmen auch die Heiden Theil.— ö 3. Herr! du rufst verirrte Sünder aus der Finsterniß her⸗ aus, und versammelst sie als Kinder zu der Kirche, deinem Haus; lässest stets dein Wort erschallen, wirkst durch deinen Geist in Allen, giebst uns Wil⸗ len, Kraft und Licht und den besten Unterricht. 4. Dies Wort zündet wahren Glauben in den finstern Seelen an; dieses Wort hilft Geistlich⸗ Tauben, daß ihr Ohr recht hören kann; ja es giebt den Geist der Gnaden, heilet allen Seelen⸗ schaden und spricht in der Sün⸗ denpein Trost von der Verge— bung ein. 5. Ist das Kreuz am aller⸗ größten, zagt das Herz in Angst und Noth, so kann dieses Wort noch trösten, es giebt Leben selbst im Tod, stillet die Gewissens⸗ bisse, lindert alle Kümmernisse und befreit vom bangen Schmerz ein vom Seufzen mattes Herz. 6. Dieses Wort stärkt unsre Seelen als das rechte Himmels⸗ brod, wenn uns Noth und Hun⸗ ger quälen und ein ewig Darben droht. Dieses Wort thut Wun⸗ derkuren, bildet neue Kreaturen und ist eine Gotteskraft, die uns Seligkeit verschafft. 7. Dieses Wort vertreibt die Schrecken in der bangen Ster⸗ benszeit, daß wir keinen Tod mehr schmecken hier und in der Ewigkeit. Es kann aus den Dunkelheiten unsern Geist zum Lichte leiten; führt vom Kampfe zu der Ruh, führet uns dem Himmel zu. 8. Was wir wollen, was wir Worte Gottes. 97 handeln nach Beruf, nach Stand und Pflicht; wo wir leben, wo wir wandeln, leitet uns dies Lebenslicht. Dieses lässet treue Seelen nie den rechten Weg ver⸗ fehlen. Gott, wer deinem Unter⸗ richt redlich folgt, der gleitet nicht. 9. Längst hätt ich vergehen müssen, hätte nicht durch seine Kraft mir in meinen Kümmer⸗ nissen dein Wort neuen Trost verschafft. Niemals wird mein Herz verzagen, niemals über Mangel klagen, hab ich dich nur, o mein Hort, meinen Jesum und dein Wort! Phil. Fr. Hiller, 4 1769. Mel. Dir, dir, Jebovah, will ich s. 178 V'r dir, mein Gott, kommt Licht und Leben, der du des Lichts und Lebens Quelle bist. Mich hat noch Finsterniß umgeben, das Leben fehlt mir noch, das aus dir ist. Auch senk in mich den Strahl der Wahrheit ein; belebe mich, so leb ich dir allein. 2. Dein Wort zog aus den Finsternissen mit Gottes Kraft der Sonnen Licht hervor. Du sprachst: da wards dem Nichts entrissen und schwang sich schnell aus tiefer Nacht empor. Herr, laß dies Wort in mir auch mäch⸗ tig sein, durchdringe mich mit deinem hellen Schein. 3. Dich hat noch Niemand je gesehen, dein Sohn allein hat dich bei uns verklärt. Doch wie kann ich ihn recht verstehen, wenn nicht dein Geist mich durch das Wort belehrt? Drum komm, o Geist! mit Wahrheit und mit Licht, erleuchte mich und öffne mein Gesicht. 4. Dann kann ich, Herr, dich recht erkennen und dann seh ich V * NVH⁸νπ. 683 V 98 19. Lieder vom Worte Gottes. in deinem Licht das Licht; dann kann ich dich erst Vater nennen, wenn mir dein Geist der Kind⸗ schaft Recht zuspricht; dann wird mir erst die hohe Weisheit klar, die vor der Welt im Sohn ver⸗ ordnet war. 5. So leite mich in deiner Wahrheit den Lebensweg durch Irrthum und durch Nacht; be⸗ gleite stets dein Wort mit Klar⸗ heit, bewaffne es mit deines Don⸗ ners Macht, damit erschreckt der Sünder um sich seh, und zu dir flieh und dich um Gnad anfleh. 6. Und wenn er mit er⸗ schrocknem Herzen um Gnade fleht, daß er von dir abwich, so stille des Gewissens Schmer⸗ zen durchs gnädge Wort: der Mittler starb für dich. Entdecke ihm sein Heil in Jesu Blut, dies reinigt ihn und giebt ihm Trost und Muth. 7. Stets will ich dankbar dich verehren, daß du dein Wort mir hast geoffenbart, nie will ich es mit Kaltsinn hören; denn selig ist, der es getreu bewahrt. Stets sei es mir die Regel meiner Pflicht: so wandl ich fromm vor deinem Angesicht. Franz Christoph Steinmetz, 4 1791. Mel. Was Gott thut, das ist woblg. 179 D'n Wort, o Herr, 9. ist milder Thau für trostbedürftge Seelen. Laß keiner Pflanze deiner Au den Himmelsbrunnen fehlen; erquickt durch ihn laß jede blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwerdt, ein Blitz, der Felsen splittert, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durchschüttert. O laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern. 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilger⸗ reise; es führt die Thoren hin zum Herrn und macht die Ein⸗ falt weise. Dein Himmelslicht verlösch uns nicht und leucht in iede Seele, daß keine dich verfehle. . Ich suchte Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zu⸗ versicht, die Fackel meiner Pfade. Die zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte: wo soll ich mich sonst wenden hin? Herr, du hast Lebensworte. Laß immerfort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten! 6. O sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Leh⸗ ren, den Hunger aus, dein Le⸗ benswort und deinen Geist zu hören; und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. Carl Bernhard Garve, 4 1841. 20. Rehetslieder. Mel. O Gott, du frommer Gott. 180. W Or den An dacht fröhlich bringe, daß dein Wunsch und Gebet durch alle Wolken dringe, weil Gott dich beten h Sohn vor sei 4. Hifohle land i Heißt! dir di drum wiß 8. das sein vektr. unmö Vote Rir s 4. her sptich dein weiß, mich Tannf Vort du Brüt wils Pfah 15 Hert 2. dein halt Heili würt vor führ 5. diese Ewi⸗ wohr u und Frucht r, ein ih, der k, das k und 5 dein rt der u und 8 der bilger⸗ en hin e Ein⸗ oslicht ucht in xfehle. fand ort der ie Zu⸗ Pfade. zu dir Hritten festem Horte: enden worte. Wort östen, xt zu Leh⸗ uLe⸗ ist zu von Dusst ich zů 18¹1¹. 20. Gebetslieder. 99 beten heißt, weil dich sein lieber Sohn so freudig treten heißt vor seinen Gnadenthron. 2. Dein Vater ists, der dir befohlen hat, zu beten, dein Hei⸗ land ists, der dich vor ihn getrost heißt treten, der Tröster ists, der dir die Worte selbst giebt ein: drum muß auch dein Gebet ge— wiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz, das dir nichts kann versagen; sein Mund, sein theures Wort vertreibet alles Zagen; was dir unmöglich däucht, kann seine Vaterhand noch geben, die von dir so viel Noth abgewandt. 4. Komm nur, komm freudig her in Jesu Christi Namen, sprich: lieber Vater, hilf, ich bin dein Kind, sprich: Amen! ich weiß, es wird geschehn, du wirst mich lassen nicht, du willst, du kannst, du wirst thun, was dein Wort verspricht. Johann Olearius, 4 1684. Eigene Melodie. ater unser im 181. V Himmelreich, der du uns Alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an, willst, daß wir bitten und em⸗ pfahn: gieb, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh aus Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten vein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich; behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm ver⸗ führte Volk bekehr! 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit, der heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei, zerbrich des Satans groß Gewalt, und wider ihn dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich; gieb uns Ge⸗ duld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid; wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut unser täglich Brod, was man bedarf zur Lei⸗ besnoth; behüt uns vor Unfried und Streit, vor Seuchen und vor theurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorge und dem Geiz entgehn. 6. All unsre Schuld vergieb uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch un⸗ sern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns All bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Ver⸗ suchung nicht; wenn uns der böse Feind anficht zur rechten und zur linken Hand, hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohlgerüst und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Uebel uns er⸗ lös, es sind die Tag und Zeiten bös; erlös uns von dem ewgen Tod, und tröst uns in der letzten Noth; bescher uns auch ein selig End, nimm unsre Seel in deine Händ. 9. Amen, das ist: es werde wahr; stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, es sei das Bitten wohlgethan; auf dein Wort in dem Namen dein solls je gewiß und Amen sein. Martin Luther, 1 1546. 7 9— NVN 69 V 988 . V 8 8 N/N WDNINNEEEEE 100 20. Gebetslieder. Eigene Melodie. 182 Icch ruf zu dir, Herr esu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen, verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen; den rechten Glauben, Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu leben, dem Nächsten nütz zu sein, nach deinem Reich zu streben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, die Hoffnung gieb dane⸗ ben: daß ich nicht wieder werd zu Spott, du kannst es mir wohl geben; zumal wenn ich muß hie davon, gieb, daß ich dir mög trauen, und nicht bauen auf eignes Werk und Thun, auf dich allein nur schauen. 3. Verleih, daß ich aus Her⸗ zensgrund den Feinden mög vergeben, verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff in mir neues Leben; dein Wort laß meine Speise sein, die Seel damit zu nähren, und zu wehren, daß ich mich nicht von dir im Unglück möge kehren. 4. Laß keine Lust noch Furcht mich hier, mein Gott, von dir abwenden; beständig sein ver⸗ leihe mir, du hasts allein in Händen; und wem du's giebst, der hat's umsonst; es mag Nie⸗ mand ererben noch erwerben durch Werke deine Gnad, die uns erlöst vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb, hilf, o Herr Christ, mir Schwachen; in deiner Gnad allein ich leb, du kannst mich stärker machen; kommt nun An⸗ fechtung, so bewahr, daß ich nicht möge wanken; setz du Schranken, daß mirs nicht bring Gefahr; ich will dir ewig danken. Paul Speratus, 4+ 1554. Eigene Melodie. On dich hab ich ge⸗ 183. hoffet, Herr, hilf, daß ich nicht zu Schanden werd noch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich: erhalte mich dir treu, dir, meinem Gotte. 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir; erhör mein Bitt, tritt du herfür, eil, bald mich zu erretten. In Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir in meinen Nöthen. 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sei meine Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten, ob mich bedräng der Feinde Meng hier und auf allen Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort; mein Hülf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott in aller Noth: wer mag mir wider⸗ streben? 5. Mir hat gar oft die böse Welt mit Lug und Trug heim⸗ lich gestellt viel Netz und arge Stricke. Herr, nimm mein wahr in der Gefahr, behüt vor fal⸗ scher Tücke! 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Noth hilf mir am letzten Ende! 7. Preis sei dir, Ehr und Herrlichkeit, Gott Vater, Sohn und Geist bereit, und deinem heilgen Namen; dein göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum. Amen. Adam Reißner, 4 1563. Eigene Melodie. 184. H˙70 fies wir wi im Aleei lab: Erha sonst Gedi beste 2. leih Rein vor hie meit Ung Lebe nem sche dein Fre befe End stun ich ge⸗ , hilf, n werd Das ich dir eig her ritt du rretten. eg und löthen. hitmer, „ darin treiten, Neng n. k, mein Schild, Wort; mein ott in wider⸗ ie böse heim⸗ d arge nwahr r fal⸗ befehl Gott, mich Gott, ir am r und Sohn deinem zöttlih durch 20. Gebetslieder. 101 im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld: sonst wie du willst; gieb mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu ver⸗ leih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte! Behüte mich vor falscher Lehr und gieb mir hie und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben! 3. Soll ich einmal nach dei⸗ nem Rath von dieser Welt ab⸗ scheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein seligs End gieb mir durch Jesum Chri⸗ stum! Amen. Caspar Bienemann, 1 1591. Eigene Melodie. 185 Gott, du from⸗ * mer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben: gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gieb, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wann ichs thu, so gieb, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen, laß kein unnützlich Wort aus mei⸗ nem Munde gehen; und wann in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn Ver⸗ druß. 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, gieb einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meinen Feind mit Sanft⸗ muth überwind, und wann ich Rath bedarf, auch guten Rath erfind. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist; willst du mir etwas geben an Reich⸗ thum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrech⸗ tem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gieb Ge⸗ duld; vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn bei seiner Freunde Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wann du die Todten wirst an jenem Tag erwecken, so wollst du deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf, und führ ihn schön verklärt zur selgen Schaar hinauf. Johann Heermann, T 1647. Eigene Melodie. 186 Dir dir, Jehovah, * will ich singen; denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen: ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, —— N 8 1 + — ö 8 HGI NVNIII R 7 * SID 102 daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinnen und Verstand regier; daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte: so wird gewiß mein Sin-— gen recht gethan; so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psal⸗ men sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten,. giebt Zeugniß meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Mit⸗ erbe Jesu Christi sei; daher ich Abba, lieber Vater! schrei. 5. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht und wird ge⸗ wiß von dir erhöret, wenn es im Namen deines Sohns ge⸗ schicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 6. Wohl mir, daß ich dies Zeugniß habe! drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlanget jederzeit, die giebst du und thust über⸗ schwänglich mehr, als ich ver⸗ stehe, bitte und begehr. 7. Wohl mir! ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rech⸗ ten selbst vertritt; in ihm ist 20. Gebetslieder. alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Bartholomäus Crasselius, 4 1724. Mel. O Gott, du frommer Gott. 187 ch Gott, verlaß * mich nicht; gieb mir die Gnadenhände, ach führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Selig⸗ keit! Sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz; ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht; regiere du mein Wallen, und laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen! Gieb mir den guten Geist, gieb Glaubens⸗ zuversicht, sei meine Stärk und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht; ich ruf aus Herzensgrunde: ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde! Wenn mir Ver⸗ suchung naht und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott verlaß mich nicht; komm gnädig mir entgegen; ach Vater, kröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht; ich bleibe dir ergeben; hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht; hilf mir in Noth und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht! Salomon Franck, 4 1725. Leben Ind sicht: und mein 2. den laße Hilf Frie labet 0, len laß mich erge weil 4 in öfn dure ich! Wal und mei inn kan best leb 6 S0 Mu wer thu mei bös den, alle mi 1 füll licht, mein mich licht; und Zünd mir ens⸗ und mich icht; ach jeder Ver⸗ Sel nir; icht; ach hem ines icht, ach icht; miv, lben, 20. Gebetslieder. 103 Eigene Melodie. 188 H err Jesu, Gnaden⸗ sonne, wahrhaftes Lebenslicht: laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Ange⸗— sicht nach deiner Gnad erfreuen und meinen Geist erneuen; mein Gott, versag mirs nicht. 2. Vergieb mir meine Sün⸗ den und wirf sie hinter dich: laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich. Laß deine Friedensgaben mein armes Herze laben; ach Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner See— len den alten Adamssinn und laß mich dich erwählen, daß ich mich künftighin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntniß in mir, mein Seelenhort; und öffne mein Verständniß mir durch dein heilig Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe und wachse fort und fort. 5. Ach, zünde deine Liebe in meiner Seelen an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rech⸗ ter Lebensbahn. 6. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Muth; denn das sind Gnaden⸗ werke, die dein Geist schafft und thut; hingegen all mein Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 7. Darum, du Gott der Gna— den, du Vater aller Treu: wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu. Gieb, daß ich deinen Willen stets suche zu er⸗ füllen und steh mir kräftig bei. Ludwig Andreas Gotter, 1 1735. Mel. Wunderbarer König. Zott ist gegenwär⸗ 189. G tig; lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitte! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlag die Augen nieder; gebt das Herz ihm wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen; heilig, heilig, heilig singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, ver— nimm unsre Stimm, wenn auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, aller Erdenlust und Freuden. Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben dir zum Eigenthum ergeben; du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht⸗ ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen; möcht ich, wie die Engel, immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in Allen. 5. Luft, die alles füllet, drin wir immer schweben, aller Dinge Grund und Leben, Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder, ich senk mich in dich hinunter! Ich in dir, du in mir laß mich ganz verschwinden, dich nur sehn und finden. 6. Du durchdringest alles; Glanz vom ewgen Lichte, leucht mir heiter ins Gesichte! Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, möcht ich so, still und 5 5 EW VNN 8865888 % VVI 686 N5 — I V * PR NENNI 5 N N N + SISNNNEEEEDE. 104 20. Gebetslieder. froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen! 7. Mache mich einfältig, in⸗ nig, abgeschieden, sanft und still in' deinem Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schau im Geist und in der Wahrheit. Laß mein Herz überwärts wie ein Adler schwe⸗ ben und in dir nur leben. 8. Herr, komm, in mir woh⸗ nen, laß mein Herz auf Erden dir ein Heiligthum noch werden. Komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich dich stets lieb und ehre; wo ich geh, sitz und steh, laß mich dich er⸗ blicken und vor dir mich bücken. Gerhard Tersteegen, 4 1769. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 190 G⁵⁷⁷⁵ deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen; du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Ueber⸗ fluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du ge⸗ sandt, und mich selbst zu er⸗ kennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Ze⸗ baoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geden. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Mel. Wenn wir in böchsten Nöthen s. 191 Och komme vor dein * N Angesicht, verwirf, o Gott, mein Flehen nicht, ver⸗ gieb mir alle meine Schuld, du Gott der Gnaden und Geduld. 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll frommer Lieb zu dir, ein Herz voll De⸗ muth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Leben lang. 3. Sei mein Beschützer in Gefahr; ich harre deiner immer⸗ dar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in dei⸗ ner Hand; von dir empfing ich den Verstand: erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein; laß, meines Glau⸗ bens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst; das sei mein Heil, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht und treu in allen meinen Pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Kampfe mit der Leidenschaft, du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir geger Pflic II Fren 10 Gott Mite weit Him deine Sere hohe Got heili Zebe 2. Hert und anges muth, st du Hand mich ir im 1769. then s. dein rwirf, ver⸗ d, du eduld. Hetz mmer I De⸗ „ein Ng. er in umer⸗ „das Rechte dei⸗ g ich mir, stärk tt. mich leinen Hau⸗ stets w mein einein allen * e Mit jieht den dieset 5 dir 20. Gebetslieder. 105 gefällt; gieb deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Genuß und, dürftge Brüder zu erfreun, auch einen frohen Geber sein. 10. Gieb mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nütz und dankbar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel: dann, Herr, Herr, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht! 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich mei⸗ ner herzlich an und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild, mein großer Lohn. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. 21. Coh⸗ und Danklieder. Eigene Melodie. 192 Her Gott, dich lo⸗ ben wir, Herr Gott, wir danken dir! Dich Vater in Ewigkeit ehrt die Welt weit und breit; all Engel und Himmelsheer und was dienet deiner Ehr, auch Cherubim und Seraphim singen immer mit hoher Stimm: heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit geht über Himmel und Erden weit; der heiligen zwölf Boten Zahl und die lie⸗ ben Propheten all, die theuren Märtrer allzumal loben dich, Herr, mit großem Schall; die ganze werthe Christenheit rühmt dich auf Erden alle Zeit; dich, Gott Vater, im höchsten Thron, deinen rechten und eingen Sohn, den heilgen Geist und Tröster werth mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewger Sohn du bist; hast nicht verschmäht der Jungfrau Schooß, zu machen uns von Sünden los; du hast dem Tod zerstört sein Macht und all Christen zum Himmel bracht; du sitzest zur Rechten Gottes gleich mit aller Ehr ins Vaters Reich; ein Richter du zukünftig bist alles, das todt und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, die durch dein Blut erlöset sein; laß uns im Himmel haben Theil mit den Heilgen am ewgen Heil. Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist; wart und pfleg ihr zu aller 210 und heb sie hoch in Ewig⸗ eit. 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich und ehrn dein Namen stetiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott, vor aller Sünd und Missethat; sei uns gnädig, o Herre Gott, sei uns gnädig in aller Noth; zeig uns deine Barm⸗ I V. DNN 9 SS VSNNN — 21. Lob⸗ und herzigkeit, wie unsre Hoffnung zu dir steht; auf dich hoffen wir, lieber Herr, in Schanden laß uns nimmermehr! Amen. Martin Luther, 4 1546. Psalm 103. Eigene Melodie. [Nun lob, mein Seel, 193. N den Herren, was in mir ist, den Namen sein; sein Wohlthat thut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein! Hat dir dein Sünd vergeben, heilt deine Schwachheit groß, erlöst dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schooß, mit Trost dich überschüttet, verjüngt dem Adler gleich; der Herr schafft Recht, behütet, die leid'n in sei⸗ nem Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Ge— richt, auch seine Güt ohn Ma⸗ ßen; es mangelt an Erbarmen nicht. Den Zorn läßt er bald fahren, straft nicht nach unsrer Schuld, die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch erhaben ob dem, der fürchtet ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen ob ihrer jungen Kindelein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn fürchten kindlich rein; Gott kennt uns armen Knechte und weiß, wir sind nur Staub, ein nichtiges Geschlechte, wie Gras und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da; also der Mensch vergehet, sein Ende ist ihm nah, 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit; sie bleibt bei der Gemeine, die, Danklieder. stets in seiner Furcht bereit, will seinen Bund bewahren. Gott herrscht im Himmelreich; lobt ihn, ihr Engelschaaren, thut sein Befehl zugleich, dem großen Herrn zu Ehren, und treibt sein heilig Wort; mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Johann Gramann, 4 1541. Eigene Melodie. Run danket alle Gott 194. N mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut bis hieher hat gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, unduns aus aller Noth erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne zusammt dem heilgen Geist im höchsten Himmelsthrone, ihm, dem dreieingen Gott, als der im Anfang war, und ist und blei⸗ ben wird jetzund und immerdar. Martin Rinckart, 4 1649. Eigene Melodie. un danket All und 195. N bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut; 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält, und wo kein Mensch mehr helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt; Hary, und u Sorg Vefe! 6. ruhn er gel und 5 5. 2 um, he aber ferne 8. wähtt und b der E it, will Gott lobt ut sein großen bt sein UHauch allem 1541. e Gott Rund Dinge Inden, o und g viel than. tt woll immer Frieden Gnad nsaus dort. 18 sei Sohne ist in ‚ ihm, der im blei⸗ terdat. 1649. II und „, ihr ö demm, eer int singt öchsten iberal erleibe , und 60 fon stellt; 21. Lob⸗ und Danklieder. 107 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muths, die Straf erläßt, die Schuld ver⸗ giebt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn, und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz in Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf uns und unserm Land; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in jedem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn; was aber ängstet das Gemüth, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und bleib auch, wenn wir von der Erd abscheiden, unser Theil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu, und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 4 1676. Psalm 100. Mel. Herr Gott, dich loben Alle wir. 196. Nou jauchzt dem Herren, alle Welt; kommt her, zu seinem Dienst euch stellt! Kommt mit Froh⸗ locken, säumet nicht, kommt vor sein heilig Angesicht! 2. Erkennet, daß Gott unser Herr, der uns erschaffen ihm zur Ehr, und wir nicht selbst; durch Gottes Gnad ein jeder Mensch sein Leben hat. 3. Er hat uns ferner wohl be— dacht und uns zu seinem Volk ge⸗ macht, zu Schafen, die er ist bereit, zu führen stets auf gute Weid. 4. Die ihr nun wollet bei ihm sein, kommt, geht zu seinen Thoren ein mit Loben durch der Psalmen Klang, zu seinem Vor⸗ hof mit Gesang! 5. Erhebet Gott, lobsinget ihm, sein Namen rühmt mit lauter Stimm. Lobsingt und lobet allesammt; Gott loben, das ist unser Amt. 6. Er ist voll Güt und Freund⸗ lichkeit, voll Treu und Lieb zu jeder Zeit; sein Gnade währet dort und hier und seine Wahr⸗ heit für und für. 7. Gott Vater in dem höch⸗ sten Thron und Jesus Christ, sein ewger Sohn, sammt Gott dem werthen heilgen Geist, sei nun und immerdar gepreist. David Denicke, 4 1680. HUfalm 103. Eigene Melodie. 197.8 Vobe den Herren, den mächtigen König der Ehren; lob ihn mit Freu⸗ den, o Seele, das ist mein Be⸗ gehren; kommet zu Hauf, Psal⸗ ter und Harfe wacht auf, lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künst⸗ lich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet! 5. Lobe den Herren, was in V + — — 8 16 E VNN, NIVW. V 2 NN EEEELEER EVEE 108 mir ist, lobe den Namen; lobe, was Odem hat, seinen geheilig⸗ ten Namen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht; lob ihn in Ewigkeit! Amen. Joachim Neander, 4 1680. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 198 Sa Lob und Ehr * dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt: gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Him⸗ melsheer, o Herrscher aller Thro— nen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles hat so wohl bedacht: gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht und alles gleich: gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: o Gott, vernimm mein Schreien! da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir: gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist nun und nimmer nicht von seinem Volk geschieden, er bleibet ihre Zuver⸗ sicht, ihr Segen, Heil und Frie⸗ den. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her: gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hülfe 21. Lob⸗ und Danklieder. mangeln muß, wie sie die Welt erzeiget, so kommt mit seinem Ueberfluß der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh: gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören; mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich: gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott: der Herr ist Gott; der Herr ist Gott! gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein An⸗ gesicht, mit Jauchzen Dank zu bringen, bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht, und alles, alles recht ge— macht: gebt unserm Gott die Ehre! Johann Jakob Schütz, 4 1690. Nach voriger Melodie. ringt her dem 199. B Herren Lob und Ehr aus freudigem Gemüthe; ein Jeder Gottes Ruhm ver-— mehr und preise seine Güte. Ach lobet, lobet Alle Gott, der uns befreiet aus der Noth, und danket seinem Namen. 2. Lobt Gott, und rühmet allezeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch alle Ding erhält: drum danket seinem Namen. 38 chaffen Ind Leb Onad! der I schützt! uns nü Namen 4. L seinen estorb Lebens erworh Macht sohnt danket . durch angezt verhei gründ sein L fort v nem 6. gute fange geben erlan estel orbe NGme . raphi TDro heller den Preist alles, danke 0 und e 0 fin ie Welt seinem selbt, N denen finden ott die N Leben ehten; bgesang mein h, Mein ch: gebt Namen ott die Macht ott die u macht t Gott; unserm in M⸗ ank zu gelobte fröhlich s wohl recht ge⸗ ie Ehlel 10 2 r dem 0b und emüthe, m bel⸗ ite. A er M Ind rühmel rwerke tlichkeif, Stärte, elt Aud brun 21. Lob⸗ und Danklieder. 109 3. Lobt Gott, der uns er⸗ schaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben aus lauter väterlicher Gnad uns Allen hat gegeben; der uns durch seine Engel schützt und täglich giebet, was uns nützt: drum danket seinem Namen. 4. Lobt Gott; er schenkt uns seinen Sohn, der für uns ist gestorben, und uns die ewge Lebenskron durch seinen Tod erworben; der Tod und Hölle macht zu Spott und uns ver⸗ söhnt mit unserm Gott: drum danket seinem Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und alles Gute noch verheißt, uns stärket, kräftigt, gründet; der uns erleuchtet durch sein Wort, regiert und treibet fort und fort: drum danket sei⸗ nem Namen. 6. Lobt Gott, der auch das gute Werk, so in uns ange⸗ fangen, vollführen wird und geben Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er hat Allen dar⸗ gestellt und seinen Gläubgen vorbehält: drum danket seinem Namen. 7. Lobt Gott, ihr starken Se⸗ raphim, ihr Fürstenthum und Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Er⸗ den wohnen. Lobt Gott und preist ihn früh und spat; ja, alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen. Cyriakis Günther, 4 1704. Eigene Melodie. 200 8 daß ich tausend * Zungen hätte und einen tausendfachen Mund: so stimmt ich damit in die Wette aus allertiefstem Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es durch die Adern geht! Ach, wär ein jeder Puls ein Dank, und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß, und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir; ihr schwanken Gräslein in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein, und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach, alles, alles, was ein Leben und einem Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Nur du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld! 7. Auch hab ich es mein Lebe⸗ tage nun schon so oft und klar verspürt, daß du durch Kreuz und große Plage mich herrlich stets hindurchgeführt, denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht 4 NNII. V N IPIE W 8 VN + voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie wollt ich auch in tiefen Leiden nicht trium⸗ phirend vorwärts gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 9. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seuzfen ein. 10. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin. Im Himmel soll es besser werden, wann ich bei deinen Engeln bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Johann Mentzer, 4 1734. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 201. W'nie soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott; denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Ge— müthe, daß ich deine Wunder⸗ macht, deine Gnade, Treu und Güte froh erhebe Tag und Nacht, denn dein reicher Gnadensegen strömt mir überall entgegen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 3. Denk ich, wie ich dich ver⸗ lassen, wie ich häufte Schuld auf Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen ob der Langmuth und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen hast getragen aus Er⸗ barmen. Tausend, tausendmal 21. Lob⸗ und Danklieder. sei dir, dafür! 4. Ach ja, wenn ich überlege, wie mit Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, noch den Grund hier zu ergründen. Tau⸗ send, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 5. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Sündenhöhle möcht zu Jesu Wunden fliehn, die mich ausgesöhnet haben und mit Kraft zum Leben laben. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 6. Bald mit Lieben, bald mit Leiden, kamst du, Herr, mein Gott zu mir: nur mein Herze zu bereiten, ganz sich zu ergeben dir, daß mein gänzliches Ver— langen möcht an deinem Willen großer König, Dank hangen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 7. Wie ein Vater nimmt und giebet, wie's den Kindern nützlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist und dich meiner angenommen, wenns aufs Aeußerste gekommen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 8. Mich hast du auf Adlers⸗ flügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich; schien auch alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hülf ich innen. Tau⸗ send, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 9. Fielen Tausend mir zur Seiten, und zur Rechten zehn⸗ mal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heek, drang gange sei di dafür 10. lauter au he deine will weil den mein Seel sen Hall +. om „ Dank überleg, gkeit du ege mich so weiß noch den n. Tal⸗ „ großn ne Seele u ziehn, le fliehn, Wen un laben. sei dit, Ifür! bald m k, mein in Herz ergebel es Ver⸗ Villen sendmal „Danl umt und nüthlch geliebe⸗ der Frit aommet, fommen. sei dil, füt! Wlets zäterlich Hüge schill 21. Lob⸗ un d Heer, daß den Nöthen, die mich drangen, ich je dennoch bin ent— gangen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 10. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit; und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tau⸗ send, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 11. Tausendmal sei dir ge⸗ sungen, Herr, mein Gott, Preis Lob und Dank, daß es mir bis⸗ her gelungen; ach, laß meines Lebens Gang ferner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten: da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. Ludwig Andreas Gotter, 4 1735. Psalm 146. Eigene Melodie. 0 obe den Herren, o 202. L meine Seele! Ich will ihn loben bis zum Tod; weil ich noch Stunden auf Er⸗ den zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde geprie— sen früh und spat! Halleluja, Halleluja! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und werden wiederum zu Staub; ihre An⸗ schläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch aushelfen kann, rufe man Gott um Hülfe an. Halleluja, Hal⸗ leluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, deß Hülfe der Gott Jakobs ist, welcher vom Glauben Danklieder. 111 sich nicht läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rath und That. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel, und Meer und Erden, und was dar— innen ist, gemacht; alles muß treulich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halle⸗ luja, Halleluja! 5. Zeigen sich Solche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht er frei, und seiner Gnad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt, die tief ge⸗ beuget gehn; wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsehn ist des Fremdlings Trutz, Wittwen und Waisen hält er Schutz. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottvergessenen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen ver⸗ kehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich, Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja, Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen deß, der so große Wunder thut! Alles, was Odem hat, rufe: Amen! und bringe Lob mit frohem Muth! Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist. Halleluja, Halleluja! Johann Daniel Herrnschmid, 4 1723. * 8 IN N 1 894 NN +7 V * 112 22. Tauf⸗ und Confirmationslieder. 22. Tauf⸗ und Consirmationslieder. a. Taufe. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 203 iebster Jesu, hier ö* sind wir, deinem Worte nachzuleben; dieses Kind⸗ lein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu dir hinführe, denn das Himmel⸗ reich ist ihre. 2. Ja, es schallet allermeist dieses Wort in unsre Ohren: wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu gebo⸗ ren, wird von dir nicht aufge⸗ nommen und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unsern Armen, tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Erbar⸗ men, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken; laß es bald nach dieser Fluth deinen Purpurmantel decken; schenk ihm deiner Unschuld Seide, daß es ganz in dich sich kleide. 5. Hirte, nimm dein Schäf⸗ lein an, Haupt, mach es zu dei⸗ nem Gliede; Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, schenk du ihm Friede; Weinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glau⸗ ben dich umgebe! 6. Nun, wir legen an dein Herz, was vom Herzen ist ge⸗ gangen, führ die Seufzer him⸗ melwärts und erfülle das Ver⸗ langen; ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Errett mich, o mein lieber H. 204 8 Vater, sieh mit Wohlgefallen dies Kindlein an, das wir dir weihn, laß es in deiner Gnade wallen, es sei und bleibe ewig dein. 2. O Herr und Heiland voll Erbarmen, wasch es mit deinem Blute rein; laß, treuer Hirt, in deinen Armen das Kindlein wohl bewahret sein. 3. O heilger Geist, aus dei⸗ ner Klarheit wollst du ihm Licht und Trost verleihn; o laß dies Kind in Gnad und Wahrheit dein Heiligthum und Tempel sein. Friedrich Adolph Krummacher, T 1845. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 6 err, dessen Thron 205. H die Himmel sind, schau gnädig auf dies zarte Kind, dies arm Gebild von Erde! Nimm, guter Hirte, freundlich ein, was du erkaͤuft mit Todes⸗ pein, nimms auf zu deiner Heerde! Sende, spende, o du Treuer, Geist und Feuer in der Taufe; weih es früh zum Sie⸗ geslaufe! 2. Gieb Gnad und Wahrheit in sein Herz, damit es frühe himmelwärts mit Kindesaugen blicke und freudig sich zum guten Streit für dich und deine Herr⸗ lichkeit aus allen Kräften schicke. Rühre, führe, schirme, leite, voll⸗ bereite du dies Kleine, daß dein Bild an ihm erscheine. 3. Es athme dir, es blühe dir; es müß in steter Kraft und Zier an ben; e Sonne dein A früchte Geist Klath ist es Mel 2 welch du 1 dich kamst erbar an d das V auss und bon sterh nige Vbe du Tal 3 Wo. Pfo eich Glei zum gebe lücht Rind 4. näd ledig der slbe ihm Sege leh ieber H. ieh mit fallen wir dit Gnade e ewig nd voll deinem Hirt, in Lindlein us dei⸗ m Licht aß dies Bahrheit Tempel 1 15ʃ5. Norgenst. Thron iel sind, 1e Kind, Erde! eundlich Todes⸗ deinet „ o bl in der in Sie⸗ Vahrhat 3 frühe Hsaugel m guten ne Helt⸗ n schit ite, vol⸗ daß den 5 blihe raft und XIXIXIXIXN 22. Tauf⸗ und Confirmationslieder. 113 Zier an dir, dem Weinstock, blei⸗ ben; es müß in Sturm und Sonnenschein dein Pilgrim und dein Bürger sein und Himmels⸗ früchte treiben. Vater, Mittler, Geist der Wahrheit, komm in Klarheit, sprich dein Amen! Dein ist es in deinem Namen! Albert Knapp, 4 1864. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 0 du reicher Herr 206. O der Armen, mit welch herzlichem Erbarmen bist du uns zuvor gekommen, hast dich unser angenommen! Wie kamst du mit allem Segen uns erbarmungsvoll entgegen schon an deines Reiches Pforte durch das Wasserbad im Worte! 2. Sind wir selbst doch un— aussprechlich kraftlos, hülflos und gebrechlich; ja, als Fleisch von Fleisch geboren, sündlich, sterblich und verloren; aber rei⸗ nigend und heilend, Geist und Leben uns ertheilend, schenktest du uns reiche Gnade in der Taufe heilgem Bade. 3. Und wir glauben deinem Worte; darum bringen wir zur Pforte deines theuren Gnaden⸗ reiches dieses Kind: thu an ihm Gleiches! Die Verheißung, die zum Leben deinem Volke du ge⸗ geben, geht nach deiner Huld nicht minder über deines Volkes Kinder. 4. Sei auch diesem Kinde gnädig, mach es aller Sünde ledig; schenke ihm die reine Seide der Gerechtigkeit zum Kleide; salbe es mit deinem Geiste und ihm alle Hülfe leiste, daß der Segen deiner Hände auf ihm bleibe bis an Ende. Philipp Spitta, 4 1859. Mel. Von dir kommt jede gute Gabe. ir, Herr, sei dieses 207. D Kind empfohlen, dir, dessen Treu unwandelbar. Wir bringens, wie du selbst be⸗ fohlen, dir in der heilgen Taufe dar; o segne es, Herr Jesu Christ, so wahr du unser Heiland bist! 2. Durch dieses Siegel deiner Gnade wird jedes Recht der Christen sein; du weihest es in diesem Bade zu deinem Kind und Erben ein. Heil ihm, er⸗— kennt es einst den Werth des Glücks, daß es dir angehört! 3. Was ist der Mensch, deß du gedenkest, des Menschen Kind, daß du es ehrst? Daß du so großes Heil ihm schenkest, ihm deine Güter all gewährst? Was ist's? Ein Staub, ein Nichts vor dir; doch deine Huld währt für und für! Christoph Fr. Neander, 4 1802. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 20 Orch bin getauft, ich * N steh im Bunde durch meine Tauf mit meinem Gott, so sprech ich stets mit frohem Munde in Kreuz, in Trübsal, Angst und Noth. Ich bin getauft, deß freu ich mich, die Freude bleibet ewiglich. 2. Ich bin getauft, ich hab empfangen das allerschönste Eh⸗ renkleid, darin ich ewiglich kann prangen hier und dort in der Herrlichkeit. Ich bin mit Jesu Blut erkauft und ich bin auch damit getauft. 3. Ich bin getauft, mir ist ge⸗ geben zu gleicher Zeit der heilge Geist, der heiliget mein Herz und Leben, dafür sei ewig Gott gepreist! O Zierde, welche große Pracht, die mich gerecht und selig macht! 6 886 * V NIVN 4. Ich bin getauft, ich bin geschrieben auch in das Buch des Lebens ein; nun wird mein Vater mich ja lieben und seinem Kinde gnädig sein; es ist mein Name Gott bekannt und einge— prägt in seine Hand. 5. Ich bin getauft, was kann mir schaden? Ich bin und bleibe Gottes Kind. Ich weiß, ich bin bei Gott in Gnaden, bei dem ich allzeit Hülfe find; denn, wenn ich weine bitterlich, so spricht mein Vater: hier bin ich! 6. Ich bin getauft, was kann mir fehlen, weil ja mein Va— ter an mich denkt? Wer kann die Wohlthat all erzählen, die er mir wirklich hat geschenkt? Mein Vater ist ein reicher Herr, der giebt mir immer mehr und mehr. 22. Tauf⸗ und Confirmationslieder. — 7. Ich bin getauft; ihr Feinde weichet! Ich stehe unter Gottes Schutz, der seinem Kind die Hände reichet; was acht ich eure Macht und Trutz? Greift ihr ein Gotteskind nur an, so glaubt, daß Gott es schützen kann. 8. Ich bin getauft und bin zufrieden mit meines Vaters Lieb und Treu: ich werde von ihm nie geschieden, mein Liebestrieb wird stündlich neu. Wie es mein Vater schickt und fügt, bin ich in Allem wohl vergnügt. 9. Ich bin getauft; ob ich gleich sterbe, was schadet mir das finstre Grab? Ich weiß mein Vaterland und Erbe, das ich bei Gott im Himmel hab; nach meinem Tod ist mir bereit des Himmels Freud und Selig— keit. Joh. Friedrich Starck, 4 1756. b. Confirmation. Mel. Seelenbräutigam. 209. V er Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke; gieb uns Kraft zum heilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit, gieb uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen theures Blut floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, wenn wir unsern Bund erneuern und mit Wahrheit dir betheuern, deine Bahn zu gehn, Weltlust zu ver— schmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Gnade überschütten: Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu. 5. Gieb auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt, unauf⸗ löslich uns vereine mit der gläu— bigen Gemeine, bis wir dort dich sehn in den Himmelshöhn. Samuel Marot, 4 1865. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. 210 Orch bin getauft auf * N deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Ich bin gezählt zu dei— nem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt; ich bin in Chri— stum eingesenkt, ich bin mit sei— nem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Helant in alle Oasst, 9. und L und keinem dein e hiS ind der E 4. deine Bund übers Verlor Fall u 5. aufs zum neuer von mir k Herr, 6. wank heilg eine mich ˙ l 0 le Feinde 1 Gottes ind die ich eure deift ihr glaubt, n. und bin ers Lieb on ihm bestlich Wie es igt, bin ügt. ob ich het mir ch Weiß be, das el hab; r bereit Selig⸗ „T 1756. Kraft uns zu. n Geisf unauf⸗ er glal⸗ ort dich n. + 1865 t walten. auft auf Namen, heilget zu da⸗ das di hi⸗ mit se⸗ m Kind Vieb, ö Ituht treuel 22. Tauf⸗ und Confirmationslieder. 115 Heiland, mir gewährt; du willst in aller Noth und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch habe ich dir Furcht und Liebe, Gehorsam zugesagt und Treu; ich habe dir aus reinem Triebe gelobt, daß ich dein eigen sei; hingegen sagt ich bis ins Grab dem schnöden Dienst der Sünde ab. 4. Mein treuer Gott! auf deiner Seite bleibt ewig dieser Bund bestehn, wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn, und hab ich einen Fall gethan, so nimm dein Kind zu Gnaden an. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs Neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut! 6. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt; so leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. Joh. Jak. Rambach, 1 1735. Mel. Warum sollt ich mich denn gr. 211 Seig, wer dich ewig liebet, Gottes Sohn, und zum Lohn dir sein Herz ergiebet! Selig, wer in jeder Stunde mit Gebet dir nach— geht, treu dem Gnadenbunde! 2. Dazu bist du ja gekom⸗ men, Herr, und hast unsre Last auf dein Haupt genommen. Dazu weiht uns deine Taufe segnend ein, stark zu sein in dem Siegeslaufe. 3. Lebensfürst und Ueber⸗— winder, sieh uns an, brich uns Bahn, stärke deine Kinder! Nähr uns mit dem Himmelsbrode; gieb uns Muth, Liebesgluth, Treue bis zum Tode. 4. Besser nie, ach, nie ge⸗ boren, als dem Herrn fremd und fern, und zuletzt verloren! Liebe, hilf uns liebend leben! halt an dir für und für, Wein⸗ stock, deine Reben! 5. Ewig währet deine Treue; inniglich fasset dich unser Herz aufs Neue. Sprich dazu in deinem Namen von dem Thron, Vater, Sohn, Geist, auf ewig: Amen! Alvert Knapp, 1 1864. Mel. Herr und Aeltster deiner ꝛc. 6 ines wünsch ich mir 21½. E vor allem Andern, Eine Speise früh und spät; selig läßts im Thränenthal sich wan— dern, wenn dies Eine mit uns geht: unverrückt auf Einen Mann zu schauen, der mit blut⸗ gem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlitz niedersank und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm; wie er dür⸗ stend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht! 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsterniß gesessen, trugest du mich mit Geduld; hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh es auf des Hirten Ruf ge— achtet, und mit theurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. P V 5 + W NVVI 8 * + 77 V 116 4. Ich bin dein, sprich du dar— auf ein Amen! Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen theuren Jesusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen, das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund! Albert Knapp, 1 1864. Mel. Jesu, der du meine Seele. Qesu, meiner Seele 213. Leben, meines Herzens höchste Freud, dir will ich mich ganz ergeben jetzo und in Ewigkeit. Meinen Gott will ich dich nennen und vor aller Welt bekennen, daß ich dein bin und du mein; ich will keines Andern sein! 2. Deine Güt hat mich um— fangen, eh, als mich die Welt empfing; dir bin ich schon an— gehangen, als an Mutterbrust ich hing; dein Schooß hat mich aufgenommen, da ich an das Licht gekommen. Ich bin dein und du bist mein; ich will keines Andern sein! 3. Irr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf; ist es, daß ich mich betrübe, tröst sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, giebt sie mir Güter; schlaf ich ein, ist sie mein Hüter. Ich bin dein und du bist mein; ich will keines Andern sein! 4. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das mir droben beigelegt. Ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude, trotz daß mich was von dir scheide! Ich bin dein und du bist mein; ich will keines Andern sein! 5. Dieses alles ist gegründet 22. Tauf⸗ und Confirmationslieder. nicht auf mein Verdienst und Werk. Was mein Herz an Trost empfindet, was an Fried und Freud und Stärk, Herr, das dank ich deinem Blute, das allein kommt mir zu gute. Ich bin dein und du bist mein; ich will keines Andern sein! 6. Drum, ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigenthum. Dir ich ganz mich übergebe: du bist meiner Seele Ruhm, meine Zuversicht und Freude, meines Herzens Trost im Leide. Ich bin dein und du bist mein; ich will keines Andern sein! Christian Scriver, 4 1693. Mel. Christus, der ist mein Leben. ir flehn um deine 2¹4. Wẽ Gnade, nichts sind wir ohne dich; leit uns auf rechtem Pfade und schütz uns mächtiglich. 2. Wir flehn um deine Wahr— heit in unsrer Seele Nacht; durch dich nur wird uns Klarheit in unsern Geist gebracht. 3. Wir flehn um deinen Frie⸗ den, die Sünde bringt uns Angst; dein Heil sei uns beschieden, das du am Kreuz errangst. 4. Wir flehn um deine Stärke, du weißt, wie schwach wir sind; zu jedem guten Werke hilf jedem schwachen Kind. 5. Wir flehn um deinen Se⸗ gen zum heilgen Bundestag! laß nur auf allen Wegen uns treu dir folgen nach. Karl August Döring, 4 1844. Mel. O Durchbrecher aller Bande. 215 B'e dir, Jesu, will 5. ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn; nichts soll mich von dir vertreiben, will auf Du bis meinere Wie der huftönt 2. K haben, 0 biel. mich A ch Nl, He Himme Macht 3. sinden, thllt, h Sünde Mutꝰ? gehöre gal schwör Grab? ich, so bei di st und n Nost ed und I, das allein h bin ich will er lebe, nthum. be: du meine meines „. Ich in; ich T 1693. Leben. n deine nichtz ns auf 5 uns Wahr⸗ durch heit in Frie⸗ Angst en, das Stätl, 22. Tauf⸗ und Confirmationslieder. will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt ichs irgend besser haben, als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jeus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen theuren Blut? Sollt ich dem nicht an— gehören, der sein Leben für mich gab? Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich, so in Freude, wie im Leid; bei dir bleib ich, dir verschreib 117 ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nur auf dieser Erden nahe, bis mein Tag sich neigt. Wenn es einst will Abend werden und die Nacht hernieder steigt, wenn mein Aug wird dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimath reist. Phil. Spitta, 4 1859. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 216 V* mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei reiner Lehr; Herr, laß mich nur nicht wanken, gieb mir Beständigkeit; dafür will ich dir danken in aller Ewigkeit. Nikolaus Selnecker, 4 1592. 25. Abendmahlslieder. a. Vor und während der Feier. Eigene Melodie. 217. O Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit funden geduldig, wiewohl du wurdest verachtet: all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! + 1529. 218. hriste, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, er⸗— barm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, Nikolaus Decius, Eigene Melodie. der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gieb uns deinen Frieden. Amen! Alte Kirche. Mel. Herr Jesu Christ, meins Leb. L. 210. O lnn der dn aus Lieb am Kreuzesstamm für mich den Tod gelitten hast, ge— nommen weg der Sünden Last: 2. Ich komm zu deinem Abend⸗ mahl, verderbt durch manchen Sündenfall, ich bin krank, un⸗ 118 rein, blind und bloß; ach Herr, mich Armen nicht verstoß! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht, du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitskleid. 4. Darum, Herr Jesu, bitt ich dich in meiner Schwachheit: heile mich; was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gna— denschein. 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, zünd an die helle Glau— benskerz, in Reichthum meine Armuth kehr, und meinem Flei— sche kräftig wehr! 6. Tilg alle Laster aus in mir, mein Herz mit Lieb und Glauben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mich zu deiner Ehr. 7. Gieb, was mir nütz an Seel und Leib, was schädlich ist, fern von mir treib; komm in mein Herz, laß mich mit dir ver— einigt bleiben für und für. 8. Hilf, daß durch dieses Mah— les Kraft, die Sünd aus mir werd fortgeschafft, erlassen alle Sündenschuld, erlangt des Va— ters Lieb und Huld. 9. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heilgen Willen richt; ach, laß mich meine Tag in Ruh und Frieden brin— gen christlich zu; 10. Bis du mich einst, o Lebens⸗ fürst, in deinen Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewig— lich an deinem Mahle freue mich. Johann Heermann, + 1647. 220 chmücke dich, o liebe * Seele, laß die dunkle Sündenhöhle; komm ans Eigene Melodie. 23. Abendmahlslieder. helle Licht gegangen, fange herr— lich an zu prangen, denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden, der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Dürstend nach dem Him⸗ melssegen eile deinem Herrn entgegen, der mit süßen Gnaden— worten klopft an deines Herzens Pforten; eile, sie ihm aufzu⸗ schließen, wirf dich hin zu sei— nen Füßen, sprich: o Herr, laß dich umfassen, von dir will ich nimmer lassen. 3. Ach, wie hungert mein Ge— müthe, Menschenfreund, nach deiner Güte; ach, wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach die⸗ sem Mahl zu sehnen; ach, wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten; wün⸗ sche, daß im Brod und Weine Christus sich mit mir vereine! 4. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, den ich mir erwähle, Le— bensquell und Licht der Seele, hier fall ich zu deinen Füßen: laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise! 5. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel herge— trieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns ge— geben, und dazu ganz unver— drossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 6. Jesu, wahres Brod des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens, oder mir wohl gar zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen; laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht aumesen, uf Erdt Himmel. Ml. Es i . Seele, d 8 Hin Bulder Uicht, de chbmm dank ih 2. 9 Ohlüt, U ar und de Sünde und d dank 3 Ohris, sigvei befteit Beder und dank 4. Chri iter st, du sche ihm e hert⸗ in det en will der den „ Will n. Him⸗ Herrn naden⸗ Herzens aufzu⸗ zu sei⸗ rr, las vill ic ein Ge⸗ nach sonne, Vonne, le L⸗ Seele isen: enießen se, mi Preisl treuls haaht st di ⁵ H⸗ unbek⸗ 23. Abendmahlslieder. ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mag dein Gast im Himmel werden. Johann Franck, 4 1677. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 0 alt im Gedäch 96 221. H Jesum Christ, o Seele, der auf Erden vom 2 928 Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut hat an⸗ genommen Fleisch und Blut; dank ihm für diese Liebe. 2. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der für dich ha gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist, und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod, und dich erlöst aus aller Noth; dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, 55 von Noth und Plage. Bedenke, daß er Fried gemacht, und ewges Leben dir gebracht; dank ihm für diese Liebe. 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der nach den Leidens⸗ zeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätte zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen deine Herrlichkeit; dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächt niß Jesum Christ der einst wird wieder— kommen und sich, was todt und lebend ist, zu richten vorgenom— men. O sorge, daß du da be⸗ stehst, und mit in in sein Reich eingehst, ihm ewig lich air danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen; daß dessen ich in aller 119 oth mich tröst en mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriakus Günther, 1 1704. Mel. Jesus meine Zuversicht. 2²½. Aꝛ mein Herz, auf rüste dich; Jesus läßt zur Tafel laden, seine Stmwre ruft auch mich voller Liebe, voller Gnaden: komm zu mir, iß Himn nelskost; komm zu mir, trink Freudenmost. 2. Sei willkommen, Him⸗ melsbrod, sei willkommen, Trank voll Leben, Arznei wider Noth und Tod, die 101 940 Hand gegeben: theurer Leib, ach theu⸗ res Blut, meiner Seelen höchsts Gut! 3. Ach so senke dich in mich, ich will mich in dich versenken; Niemand trennt uns sicherlich, weil wir uns einander schenken. Leib und Blut ist hier dein Pfand, meins ist: Herz und Mund und Hand. 4. Du bist ja mein Fleisch und Blut, ich ein Glied an deinem Leibe. Trotz sag ich der Höllen— Gluth, daß sie mich zum Zweifel treibe: Pfand und Siegel Hab ich hier, Rr wohnet se elbst in mir. 5. Denk an deines Jesu Pein, Seel, an seine Todesschmerzen; wandle vor dem Reinen rein; gieb ihm Ruhm mit Mund und Herzen: so wirst du im Glauben schön einst zur Himmelstafel gehn. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel Freu dich sehr, o meine Seele 223. Hes du hast für alle Sünder einen rei⸗ chen Tisch gedect, wo das Brod der armen Kinder nach des Va⸗ ters Liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein Gast, wie du mir 120 befohlen hast; aber hilf auch, daß mein Herze deine Wohlthat nicht verscherze. 2. Räume mir aus dem Ge— müthe alles Arge völlig aus, daß auch meines Herzens Hütte werde dein geweihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich, liebster Jesu, liebe mich und laß deinen Tisch auf Erden mir des Himmels Vorschmack werden. 3. Kann der Herr dem Knechte schenken auch sein eigen Fleisch und Blut: ach, so hilf mir recht bedenken, was hier deine Liebe thut; und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du, Jesu, für mein Leben zur Erlösung hast gegeben. 4. Wirke heilige Gedanken in der Seel, die dir gehört; halte meinen Sinn in Schranten, wenn mich Furcht und Zweifel stört. Fühl ich meiner Sünden Noth, so erfülle mich dies Brod, dieser Kelch mit neuem Muthe: dein Blut floß auch mir zu gute. 5. Sind wir doch aus dir ge— boren, nähr uns auch durch deine Kraft; und weil alles da ver— loren, wo nicht Jesus Hülfe schafft: ach, so laß dein Brod und Wein meines Herzens Labsal sein, daß die Wirkung dieser Speise künftig in der That sich weise. 6. Laß mich deine Liebe schmecken und die Güter jener Welt; oder wenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen rechten Freuden— muth, daß ich meinem Trost im Glauben mir durch Niemand lasse rauben. 7. Hilf mir recht ins Herze fassen deinen herben, bittern Tod; lasse mich auch Niemand 23. Abendmahlslieder. hassen, der mit mir genießt dein Brod; nimm mich ganz voll— kommen ein, bis ich werde bei dir sein und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles haben. Caspar Neumann, 1 1715. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 224 W' heilig ist die Stätte hier, wo ich voll Andacht stehe; sie ist des Himmels Pforte mir, die nun ich offen sehe! O Lebens— thor, o Tisch des Herrn, vom Himmel bin ich nicht mehr fern und fühle Gottes Nähe. 2. Wie heilig ist dies Lebens⸗ brod, dies theure Gnadenzeichen, vor dem des Herzens Angst und Noth und alle Qualen weichen. O Brod, das meine Seele nährt, o Manna, das mir Gott be— schert, dich will ich jetzt genießen. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, der mein Verlangen stillet, der mein Gemüth mit Lob und Dank und heilger Freud erfüllet. O Lebenstrank, o heil⸗ ges Blut, das einst geflossen mir zu gut, dich will ich jetzt em— pfangen. 4. Welch unaussprechlich Glück ist mein, welch Heil hab ich ge— funden! Mein Jesus kehret bei mir ein, mit ihm werd ich ver— bunden. Wie ist mein Herz so freudenvoll, daß ich in Jesu leben soll, und er in mir will leben. 5. O wär doch auch mein Herz geweiht zu einer heilgen Stätte, damit der Herr der Herr⸗ lichkeit an mir Gefallen hätte! O wäre doch mein Herz der Ort, an welchem Jesus fort und fort aus Gnaden Wohnung machte! 6. heile u vertkeib Hbiglic hlibe. Helheet Eb Lachter 7. N eluict in dib, wille Laß m von n dir ve Mae Mel. 901 2 mühst mein des ich 0 Sohi Soh ich f ich Gla 2 t dein boll⸗ de bei deiner alles 715. Zeit. ist die er, wo sie ist , die ebens⸗ „bom r fern ebens⸗ eichen, st und eichen nähtt, t be⸗ ießen. dieser angen it Lob Freld hell⸗ n mir t em⸗ Glüc h ge⸗ let bel bel⸗ Nüu r Ml mein eilgen Helt⸗ hätte! ů det und nung 23. Abendmahlslieder. 121 6. Mein Jesu, komm und heile mich; was sündlich ist, vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel sei und bleibe. Von dir sei ganz mein Herz erfüllt, Herr, laß dein hei⸗ lig Ebenbild beständig an mir leuchten. 7. Nun du hast himmlisch mich erquickt, du hast dich mir gegeben; in dir, der mich so hoch beglückt, will ich nun stündlich leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigkeit mit dir vereinigt bleiben. Nach Valentin Ernst Löscher, 4 1749. Mel. An Wasserflüssen Babylon. Osch komme, Herr, 22 N und suche dich mühselig und beladen; Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden; ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten; ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sün⸗ der, du hast die Handschrift ab⸗ gethan, und wir sind Gottes Kin— der. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet; du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir: er tilget deine Sünden, und läßt in seinem Mahle hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich: sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben; du bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben, und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rau— ben. Sieh, ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Heil ist dein Gebot, ich will es treu er— füllen, und bitte dich durch dei— nen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt erweisen! Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 22 QOesu, Freund der * ꝗ Menschenkinder, Heiland der verlornen Sünder, der zur Sühnung unsrer Schul-— den Kreuzesschmach hat wollen dulden. Wer kann fassen das Erbarmen, das du trägest mit uns Armen! In der Schaar erlöster Brüder fall ich dankend vor dir nieder. 2. Ja, auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll entgegen; in dem Elend meiner Sünden soll bei dir ich Hülfe finden. Meine Schuld willst du bedecken, mich befrein von Furcht und Schrecken, willst ein ewig selig Leben als des Glaubens Frucht mir geben. 6* 9888 — 1 v V᷑ V 122 23. Abendmahlslieder. 3. Herr, du kommst, dich mit den Deinen in dem Nachtmahl zu vereinen; du, der Weinstock, giebst den Reben neue Kraft zum neuen Leben. Nun, so steh mir bei und stärke mich zu jedem guten Werke. Hilf, daß ich die Lust der Sünde durch dich kräftig überwinde. 4. Nun so sei der Bund er— neuet, unser Herz dir ganz ge— weihet! Auf dein Vorbild wolln wir sehen und dir nach, mein Heiland, gehen. Schaff ein neues Herz uns Sündern, mache uns zu Gotteskindern, die dir leben, leiden, sterben, deine Herr⸗ lichkeit zu erben. 5. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich schaun und ewig ehren? Hal— leluja! welche Freuden sind die Früchte deiner Leiden! Danket, danket, fromme Herzen, ewig ihm für seine Schmerzen. Johann Caspar Lavater, 4 1801. Mel. Jesus meine Zuversicht. 2²27. Di ihr ad Laufbahn lauft, theure, miterlöste Brüder, all auf seinen Tod getauft, alle seines Leibes Glieder: kommt, Versöhnte, kommt, erneut euren Bund der Seligkeit! 2. Nehmet hin und eßt sein Brod: Jesus Christus ward ge— geben für die Sünder in den Tod. Nehmt, und trinkt: ihr trinkt sein Leben, hingegeben in den Tod ward er, in der Sün— der Tod. 3. Die mit voller Zuversicht deines Heils, o Herr, sich freuen, laß sie stets in diesem Licht wan— deln, ewig dir sich weihen. Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth sein! 4. Tröste, die in Traurigkeit über ihren Seelen wachen, hilf,‚ du Herr der Herrlichkeit, Herr, sie glauben, hilf den Schwachen! Die gebeugt von ferne stehn, können unerhört nicht flehn. 5. Nehmet hin und eßt sein Brod: Jesus Christus ward ge— geben für die Sünder in den Tod. Nehmt, und trinkt: ihr trinkt sein Leben, hingegeben in den Tod, ward er, in der Sün⸗ der Tod. 6. Hoherpriester, Jesu Christ, du bist einmal eingegangen in das Heiligthum, du bist als ein Fluch am Kreuz gehangen; also bist du durch den Tod einge— gangen, Sohn, zu Gott. 7. Hoherpriester, ja du bist auch für diese eingegangen. Sprich sie los, Gott, Jesu Christ, wenn sie nun dein Mahl empfangen. Laß sie fühlen: ins Gericht kom— men sie nun, Mittler, nicht! 8. Nehmet hin und eßt sein Brod: Jesus Christus ward ge— gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt, und trinkt: ihr trinkt sein Leben, hingegeben in den Tod ward er, in der Sün⸗ der Tod! Friedrich Gottlieb Klopstock, 4 1803. Mel. Herzlich thut mich ich ieh 228. W', könnt ich sein vergessen, der mein noch nie vergaß? Kann ich die Lieb ermessen, dadurch mein Herz genas? Ich lag in bittern Schmerzen, er schafft mein Leben neu; und stets quillt aus dem Herzen ihm neue Lieb und Treu. 2. hen, d Wie eme zu mit Kteud e Schmack Uomnim, 3. der mir mainem Aben h lchten tteue Helsbun land. 4. E Mel. N 2 r J o vei fühle deksay benst Preise wie Lebei 5— 0 1. wob den Du mit mir hrist, n in ein also nge⸗ auch Hrich Henn 23. Abendmahlslieder. 128 2. Wie sollt ich ihn nicht lieben, der Ib so hold sich zeigt; wie jemals ihn betrüben, der so zu mir sich neigt? Er, der ans Kreuz erhoben, getragen meine Schmach, er rufet mir von oben: komm, folge du mir nach! 3. Ihn will ich ewig lieben, der mir aus Todesnacht, von Schmerz getrieben, das Leben hat gebracht, der noch zur letzten Stunde mir reicht die treue Hand, daß mich kein Feind verwunde im Lauf zum Heimath— land. 4. Er giebt zum heilgen Pfande mir seinen Leib, sein Blut; hebt mich aus Nacht und Schande, füllt mich mit Himmelsmuth; will selber in mir thronen mit heilgem Gnadenschein; sollt ich bei ihm nicht wohnen, in ihm nicht selig sein? 5. Bei Freuden und bei Schmerzen durchleuchte mich dein Bild, wie du, o Herz der Her⸗ zen, geblutet hast so mildl Mein Lieben und mein Hoffen, mein Dulden weih ich dir; laß mir die Heimath offen, und dein Herz für und für! Gottlob Christian Kern, 4 1835. b. Nach der Feier. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 229. W' wohl hast du gelabet, o lieb⸗ ster Jesu, deinen Gast, ja mich so reich begabet, daß ich jetzt fühle Freud und Rast. O wun⸗ dersame Speise, o werther Le— benstrank, o Labsal, das ich preise mit meinem Lobgesang, wie hast du doch erquicket mein Leben, Herz und Muth! Mein Geist, der hat erblicket das aller— höchste Gut. 2. So lang ich leb auf Er⸗— den, preis ich dich, liebster Jesu, wohl, daß du mich lässest wer— den von deiner ewgen Güte voll. Du hast mich selbst getränket mit deinem theuren Blut, dich mir ins Herz gesenket, o un— vergleichlich Gut! Nun werd ich ja nicht sterben, weil mich gespeiset hat, der nimmer kann verderben, mein Trost, Schutz, 913 und Rath. Wie kann ichs aber fassen, — Jesu, daß du mit Begier dich hast so tief gelassen vom Himmels 5— herab zu mir? Du, Schöpfer aller Dinge, besuchest deinen Knecht; ach, hilf, daß ich dir bringe ein Herz, das fromm und recht, das gläubig dir ver⸗— traue, damit nach dieser Zeit ich ja dein Antlitz schaue dort in der Ewigkeit. 4. Du bists, der ewig bleibet; ich aber bin dem Schatten gleich, den bald ein Wind vertreibet; Herr, ich bin arm, und du bist reich; du bist sehr groß von Güte, kein Unrecht ist an dir; ich, sündhaft im Gemüthe, kann fehlen für und für: noch kommest du hernieder und nimmst mich Sünder an; was geb ich dir doch wieder, das dir gefallen kann? 5. Ein Herz, das recht be— reuet, ein Herz, das ganz zer⸗ mirsche ist, das ist, was dich erfreuet, mein Gott und Herr, zu jeder Frist. Du wirst es nicht verachten; hilf, daß ich emsig bin, nach deiner Gunst zu trach— ten. Nimm doch in Gnaden hin das Opfer meiner Zungen; dir sei von Herzensgrund jetzt Lob und Preis gesungen, Herr Gott, durch meinen Mund. 6. Wohl mir, ich bin versehen mit Himmelsspeis und Engels⸗ trank; nun will ich rüstig stehen, zu singen dir Lob, Ehr und Dank. Fahr wohl, du Weltgetümmel, du bist ein eitler Tand; ich seufze nach dem Himmel, dem rechten Vaterland. Fahr wohl, dort werd ich leben ohn Angst und Herzeleid; mein Gott, du wirst mir geben die ewge Selig— keit. Johann Rist, 4 1667. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren. 230. O Wome, b. meiner Seelen Sonne, du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dies himmlische Ergötzen und diese theuern Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dir noch dan— ken, o Herr, daß du mich Kran⸗ ken gespeiset und getränket, ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, die du für mich empfunden. 5. Dir dank ich für dein Lei⸗ den, den Ursprung meiner Freu— den; dir dank ich für dein Seh— nen und deine heißen Thränen. 6. Dir dank ich für dein Lie— ben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Herr, laß mich nicht ver— gessen, daß du mir zugemessen die kräftge Himmelsspeise, wofür mein Herz dich preise. 23. Abendmahlslieder. 8. Laß mich die Sünde mei⸗ den, laß mich geduldig leiden; laß mich mit Andacht beten und von der Welt abtreten. 9. In meinem ganzen Leben laß mir vor Augen schweben, wie herrlich ich beglücket und himmlisch bin erquicket! 10. Nun kann ich nicht verder⸗ ben; drauf will ich selig sterben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Johann Rist, 4 1667. Mel. Wie liebl. ist, o Herr, die Stätte. 0 imm hin den Dank 231. N für deine Liebe, er⸗ höhter Mittler, Jesus Christ! Gieb, daß ich dich nicht mehr betrübe, der du für mich gestorben bist. Laß deines Leidens Angst und Pein. mir immerdar vor Augen sein. 2. Im Streite hilf mir über⸗ winden und stärke mich zu jeder Pflicht; bewahre mich vor neuen. Sünden, verlaß mich in Ver— suchung nicht, und dein für mich vergoßnes Blut schenk mir im Todeskampfe Muth. 3. Hilf, daß ich deines Leibes Glieder, die heut dein Heil wie mich erfreut, von Herzen lieb als meine Brüder, als Erben Einer Herrlichkeit. Wir haben Einen Herrn und Gott, uns speist und tränkt Ein Kelch, Ein Brod. 4. Wie jetzt, o Herr, in deinem Namen dein Volk vor dir ver— sammelt war, so bring einst wie— der uns zusammen, daß wir mit deiner Engelschaar, anbetend als dein Eigenthum, stets preisen deines Namens Ruhm. Johann Caspar Lavater, 4 1801. Mel. Gott sei gelobet u. gebenedeiet. 232. S dabe und ge. die Rpeise, 10 it dei 699 W Hen 6 Din mst un denn Was E hhan: hleiben 2. Hnad zu v Thun hesten sch v fürcht GOnad d. sen bau Hasse trau thes und Hag 4 Mo —.— mei⸗ eiden und Leben beben, und erder⸗ terben Jeu, 1667. Stätte. Dank e, er⸗ Gieb, trübe, Laß Pein sein. über⸗ jeder lellen Ver⸗ mich rim Ribes wie b als Einet Finen und b. einem her⸗ wie⸗ r Mit dabs heisen 16⁰¹ odeit. hris, gl⸗ 23. Abendmahlslieder. 12³5 preiset, daß du selbst uns hast gespeiset mit deinem Leibe und mit deinem Blute; das komm uns, o Herr, zu gute! Gott sei uns gnädig! Nach Martin Luther, 4 1546. 24. Beicht- und Bußlieder. Eigene Melodie. 233. Aschrelich 06 Herr Gott, erhör mein Rufen! Dein gnädig Ohr neig her zu mir und meiner Bitt es öffne; denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist ge⸗ than: wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Thun umsonst, auch in dem besten Leben; vor dir Niemand sich rühmen kann; es muß dich fürchten Jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hof— fen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wer⸗ thes Wort, das ist mein Trost und treuer Hort; deß will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen: doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu Is⸗ rael rechter Art, das aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gottes harre. 5. Ob bei uns ist der Sün⸗ den viel, bei Gott ist viel mehr Gnaden; sein Arm zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, der Israel er⸗ lösen wird von seinen Sünden allen. Martin Luther, 4 1546. Eigene Melodie. 234 Hullein zu dir, Herr Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden; ich weiß, daß du mein Tröster bist, tein Trost mag sonst wir wer⸗— den. Kein Menschenkind ward je geborn, wie auch kein Engel auserkorn, der mir aus Nöthen helfen kann; dich ruf ich an, auf den ich fest vertrauen kann. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß, und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen. Nimm meiner dich beim Vater an, der du für mich genug gethan, so werd ich frei der Sündenlast; mein Glaub erfaßt, was du mir, Herr, ver⸗ sprochen hast. 3. Gieb mir durch dein Barm⸗— herzigkeit den wahren Christen⸗ glauben, auf daß ich deine Freundlichkeit mög inniglich an⸗ schauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich; hilf mir in meiner letzten Noth, mein Herr und Gott, der du besiegt hast Höll und Tod. 4. Ehr sei Gott in dem höch⸗ sten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christo, seinem Sohn, der uns allzeit behüte; dazu auch Gott dem heilgen Geist, der seine Hülf uns allzeit * 59 + 7 V V- N — 5⁷ 126 leist, daß wir zu seinem Dienst bereit hier in der Zeit und dro— ben in der Ewigkͤeit. Johann Schneesing, 1567. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen s. 235 frommer und ge⸗ 0. treuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich: das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott, nicht Lust hast an des Sünders Tod, so ist dein herz— liches Begehr, daß ich mich wie— der zu dir kehr. 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm und bitt durch deines Sohnes Tod: erbarm dich mein in meiner Noth! 4. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld; so werd ich arm verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 5. Ich will, o Herr, nach dei— nem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit gelangen zu der Selig— keit. Bartholomäus Ringwaldt, 4 1598. Eigene Melodie. 236 A˖ Gott und Herr, * wie groß und schwer sind meine vielen Sün⸗ den! Da ist Niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Flöh ich gleich weit, voll Bangigkeit, bis an der Erde Enden, und wollt los sein der Angst und Pein, würd ich sie doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich; verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet; geh mit mir nicht, Gott, ins Gericht; dein Sohn hat mich versühnet. 24. Beicht- und Bußlieder. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Pein auf Sünden folgen müssen, so fahr hier fort; nur schone dort, laß lieber jetzt mich büßen. 5. Hab, Herr, Geduld, vergiß der Schuld, gieb ein gehorsam Herze; daß ich ja nicht, wie's oft geschicht, mein wahres Heil verscherze. 6. Verfahr mit mir, wie's düntet dir, ich will es gerne leiden; nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade schei— den. Martin Rutilius, 4 1618. Mel. Vater unser im Himmelreich. o wahr ich lebe, 237. S spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, mein Wunsch und Will ist dies vielmehr, daß er von Sünden sich bekehr, von seiner Bosheit wende sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Men⸗ schenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd; hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat, sogar durch einen theuren Eid; o selig, dem die Sünd ist leid! 3. Heut lebst du, heut bekehre dich, eh morgen kommt, kanns ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und roth, ist morgen krank, ja wohl gar todt. So du nun stirbest ohne Buß, dein Seel und Leib verderben muß. 4. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch komme heut zu dir und Buße thue unver— weilt, eh schneller Tod mich übereilt; auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei. bereit. Johann Heermann, 4 1647. M. Hurr W * Hauten selbst mi wün Go Ruen G Hugen i dm Mir 2. 3 sehet n eupfnd. Oeistes! in Sün Sinm Jomme ser, mi. 9. mit an Sinner gelhan Habint Ind L Vong unner 4. mal denn Zah nen, llein alleit O. heit gede Got et Sch duld 6. rw Prir ners nich m W nit Straf olgen nur mich ergiß rsam wie's Heil wie's gerne nicht schei⸗ 018. lich. lebe, Hott, ders Will von einer lebe en⸗ in du Gott urch dem 24. Beicht⸗ und Bußlieder. 127 Mel. Herr, wie du willst, so schicks ꝛc. 238 Occh will von meiner * N Missethat zum Herren mich bekehren; du wollest selbst mir Hülf und Rath hiezu, mein Gott, bescheren, und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gna⸗ den mir gewähren. 2. Ich kann doch von mir selber nicht mein Elend recht empfinden, bin ohne deines Geistes Licht blind, taub, ja todt in Sünden; verkehrt ist Wille, Sinn und Thun; des großen Jammers wollst du nun, o Va⸗ ter, mich entbinden. 3. Aus Gnaden klopfe bei mir an, und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir gethan; du kannst mein Herz gewinnen, daß ich, voll Kummer und Beschwer, laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 4. Ach, meine Sünden allzu⸗ mal schäm ich mich zu bekennen; denn ihrer ist nicht Maß und Zahl, ich weiß sie nicht zu nen— nen, und keine ist doch je so klein, daß sie nicht müßte schon allein von dir mich ewig trennen. 5. Bisher hab ich in Sicher⸗ heit ganz unbesorgt geschlafen, gedacht: es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen, er handelt nicht nach unsrer Schuld, der gute Hirte hat Ge⸗ duld mit den verirrten Schafen. 6. Doch mein Gewissen nun erwacht, mein Herz will mir zer⸗ springen, ich sehe deines Don— ners Macht, dein Feuer auf mich dringen; es regt sich wider mich zugleich des Todes und der Höllen Reich, die wollen mich verschlingen. 7. Wo bleib ich denn in dieser Noth? wer setzt ihr Thor und Riegel? wo flieh ich hin? Du Morgenroth, gieb mir doch deine Flügel; verbirg mich, o du fer— nes Meer; bedecket mich, fallt auf mich her, ihr Klippen, Berg und Hügel! 8. Es ist umsonst; und könnt ich gleich bis in den Himmel steigen, und meinen Lauf zur Hölle Reich, mich zu verbergen, neigen: dein Auge drängt durch alles sich, du würdest meine Schand und mich der lichten Sonne zeigen. 9. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein, ich flieh zu deinen Wun— den, die du, o Heiland, wegen mein am Kreuze hast empfunden. Du hast ja, o du Gotteslamm, für alle Sünd am Kreuzesstamm Erlösung uns erfunden. 10. So will ich nun auch jederzeit mit Ernst und Sorg-— falt meiden all böse Lust und Eitelkeit, und lieber alles leiden, denn daß ich Sünd mit Willen thu; ach Herr, gieb du mir Kraft dazu, bis ich von hier werd schei⸗ den. Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, 4 1667. Eigene Melodie. ODesu, der du meine 239. I. Secle hast durch deinen bittern Tod aus des Teufels finstrer Höhle und der schweren Sündennoth kräftiglich herausgerissen und mich solches lassen wissen durch dein gnaden— reiches Wort: sei doch jetzt, o Gott, mein Hort. 2. Herr, ich muß es ja be⸗ kennen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, was wir Wollen nennen, halt ich meiner V 0 + —. — 128 Seele für; aber Fleisch und Blut zu zwingen und das Gute zu vollbringen, folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, thu ich wohl. 3. Aber, Herr, ich kann nicht wissen aller meiner Fehler Zahl; mein Gemüth ist ganz zerrissen durch der Sünden Schmerz und Qual, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach, vergieb mir, was verborgen; rechne nicht die Missethat, die dich, Herr, er— zürnet hat. 4. Jesu, du hast weggenom— men meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kom— men meiner Seligkeit zu gut; und weil du für mich zerschlagen hast die Schuld am Kreuz ge— tragen, o so sprich mich davon frei, daß ich ganz dein eigen sei. 5. Wann ich vor Gericht soll treten, da man nicht entfliehen kann, ach, so wollest du mich retten und dich meiner nehmen an. Du allein, Herr, kannst es wehren, daß ich nicht den Fluch darf hören: Ihr zu meiner lin— ken Hand seid von mir noch nie erkannt. 6. Du ergründest meine Schmer⸗— zen, du erkennest meine Pein; es ist nichts in meinem Herzen, als dein herber Tod allein. Dies mein Herz, von Leid bedränget und mit deinem Blut besprenget, das am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. 7. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich nagt; deine Treue wird erfüllen, was du selber hast gesagt, daß auf dieser weiten Erden Keiner soll verloren werden, sondern ewig leben soll, wenn er nur ist glaubensvoll. 24. Beicht⸗- und Bußlieder. 8. Herr, ich glaube, hilf mit Schwachen, laß mich ja verzagen nicht; du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod anficht; deiner Güte will ich trauen, bis ich einstens werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der frohen Ewig— keit. Johann Rist, 4 1667. 240 traf mich nicht in * deinem Zorn, großer Gott, verschone; ach, laß mich nicht sein verlorn, nach Verdienst nicht lohne! Hat die Sünd Tod verdient, ach, so hör mein Beten, reiß mich aus den Nöthen. 2. Zeig mir deine Vaterhuld, stärt mit Trost mich Schwachen; ach Herr, hab mit mir Geduld, wollst gesund mich machen; heil die Seel mit dem Oel deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden. 3. Ach, ich bin so müd und matt von den schweren Plagen, mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hülfe fragen; wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwer— muthshöhle! 4. Weichet, Angst und Trau— rigkeit, Gott erhört mein Beten. Nun darf ich mit Freudigkeit vor sein Antlitz treten. Teufel weich, Hölle fleuch! Was mich vor gekränket, hat mir Gott ge— schenket. 5. Vater, dir sei ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicherweis, der allzeit zu loben; heilger Geist, sei gepreist, hochgerühmt, ge— ehret, daß du mich erhöret. Johann Georg Albinus, 4 1679. Eigene Melodie. Me Aus Al. di u Dur zu schaffwe widet d Igich 0 Vunde Toas f Wesshe 3 Mit Mitel ich m fange .0 am K wager meine Gott, dich an m 4. Blut ben gut, bitt im büh ö Les en, anf bar nin lust HOer 6 lom käm Tro Mö to don ut Isf mit tagen stäͤrker dund Will werde nach Ewig⸗ 1667. chuld, ichen; eduld, heil einer allen Aund agen, satt, ie so neinet hwer⸗ Trau⸗ Heten. it bor weich, bol 9 Preis wie det Heis. He⸗. 67⁰ 679• 24. Beicht- und Bußlieder. 129 Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 241 r der Barm⸗ herzigkeit, ich falle dir zu Fuße; verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut recht⸗ schaffne Buße! Was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnä— diglich durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rath, woran es mir sonst fehlet; gieb Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk an⸗ fange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen ge— tragen aller Sünden Last, wollst meiner dich erbarmen! O wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich meiner und verschon, sieh an mein kläglich Rufen. 4. Laß deiner Wunden theures Blut, dein Todespein und Ster⸗ ben mir kommen kräftiglich zu gut, daß ich nicht müß verderben; bitt du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Ge— bühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wah— res Licht, Regierer der Gedan— ken, wenn mich die Sündenlust anficht, laß mich von dir nicht wanken; verleih, daß nun und nimmermehr Begier nach Wol— lust, Geld und Ehr, in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trotz und List durch Christi Sieg mög dämpfen; auf daß mir Krankheit, Angst und Noth, und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Thür zum Leben. David Denicke, 4 1680. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 242. Y enh bende dir zur Gabe und Geschenk. Du forderst dieses ja von mir; deß bin ich eingedenk. 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du, das ist mir lieb und werth: du findest an— ders auch nicht Ruh im Himmel und auf Erd. 3. Nun du, mein Vater, nimm es an, mein Herz, veracht es nicht. Ich gebs, so gut ichs geben kann; kehr zu mir dein Gesicht. 4. Zwar ist es voller Sün⸗ denlust und voller Eitelkeit, des Guten aber unbewußt und wah— rer Frömmigkeit. 5. Doch aber steht es nun in Reu, fühlt seinen Uebelstand und träget jetzt vor Allem Scheu, daran es Lust sonst fand. 6. Schenk, Jesu, mir nach deiner Huld, Gerechtigkeit und Heil; du trugst ja meine Sünden⸗ schuld und meiner Strafe Theil. 7. In dich wollst du mich klei⸗ den ein, dein Unschuld ziehen an, daß ich von allen Sünden rein, vor Gott bestehen kann. 8. Gott, heilger Geist, nimm du auch mich in die Gemein— schaft ein; ergieß um Jesu willen dich tief in mein Herz hinein. 9. Dein göttlich Licht schütt in mich aus und Gluth der reinen Lieb. Treib Finsterniß, Haß, Falschheit aus; schenk mir stets deinen Trieb. 10. Hilf, daß ich sei von Her— zen treu im Glauben meinem Gott, daß mich im Guten nicht mach scheu der Welt List, Macht und Spott. 11. Hilf, daß ich sei von Her⸗ zen fest in Hoffen und Geduld V . UV VS + V — 130 daß, wenn du nur mich nicht verläßt, mich tröste deine Huld. 12. Hilf, 1—5 ich sei von Her⸗ zen rein im Lieben und erweis, daß mein Thun nicht sei Heuchel— schein, durch Werke dir zum Preis. 13. Nimm ganz, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit; ja, laß es auch dein Wahnhaus sein in jener Ewigkeit. 14. Dir geb ichs ganz zu eigen hin; brauiche, wie es dir gefällt, ich weiß, daß ich der Deine bin, der Deine, nicht der Welt. 15. Weg, Welt, weg, Sünd! dir geb ich nicht mein Herz; nur, Jesu, dir ist dies Geschenke zugericht; behalt es für und für. Joh. Caspar Schade, + 1698. Eigene Melodie. 2 Odch armer Mensch, ². ich armer Sünder steh hier vor Gottes n. ach Gott, ach Gott, verfahr ge⸗ linder und geh nicht mit mir ins Gericht! Erbarme dich, er— barme dich, Gott, mein Erbar— mer, über mich! 2. Wie ist mir doch so angst und bange, wie kränkt mich meine große Sünd, hilf, daß ich wieder Gnad erlange, ich armes und verlornes Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Hör, ach erhör mein seuf— zend Schreien und neig zu mir dein Vaterherz; wollst alle Sün— den mir verzeihen und lindern meines Herzens Schmerz! Er— barme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Nicht, wie ich hab ver— schuldet, lohne und bapdie nicht nach meiner Sünd. O treuer Vater, schone, schone, erkenn mich 24. Beicht- und Bußlieder. wieder für dein Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Sprich nur Ein Wort, so werd ich leben; sprich, daß ich armer Sünder hör: geh hin, die Sünd ist dir vergeben, 2—1 sün⸗ dige hinfort nicht mehr! Er— barme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer über mich! 6. Ich zweifle nicht, ich bin. erhöret, erhöret bin ich zweifels— frei; weil sich der Trost im Her— zen mehret, daß ich von dir be— gnadigt sei. Ich weiß ja, du erbarmest dich, Gott, mein Er⸗ barmer, über mich! Christoph Titius, 4 1703. Eigene Melodie. 244. H üter, wird die Nacht der Sünden nicht verschwinden? Hüter, ist die. Nacht schier hin? Wird die Fin— sterniß der Sinnen bald zerrin— nen, darein ich verhüllet bin? 2. Möcht ich wie das Rund⸗ der Erden lichte werden! See— lensonne, gehe auf! Ich bin fin— ster, kalt und trübe; Jesu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen. Bunde, da die Stunde der Er— scheinung kommen ist; und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht ent⸗ nommen, weil du kommen; aber ich bin lauter darum. wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke ohne Stärke in der Fin⸗ sterniß vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demuth lieben und der Nacht Geschäfte fliehn? 6. A sch nic in mir Gind Wuf ich 2 dus L Ius un sIs u Ind Conn 9 Huger lach Hel soll Rne 9. die Muge röß man Ral. Nacht nicht t die Fin⸗ erkin⸗ in Rund See⸗ n fin⸗ Liebe, uf neuen r Er⸗ nd ich en so le bist t ent⸗ aber arum „auch und V. ö Fin⸗ in ich lieben jehne ichtls 24. Beicht⸗- und Bußlieder. 131 6. Ach, daß länger meine Seele sich nicht quäle, zünd dein Feuer in mir an! Laß mich finstres Kind der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Je— sus und sein heller Schein, Je⸗ sus muß das Herz anblicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 9. Jesu, gieb gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an! Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann! Christian Friedrich Richter, 4 1711. Mel. Kommt her zu mir, spricht G. S. 2 45 Ihr armen Sünder, 9. N kommt zu Hauf, kommt eilig, kommt und macht euch auf, mühselig und beladen; es öffnet Jesu treues Herz sich Allen, die in Reu und Schmerz erkennen ihren Schaden. 2. Es heißt: er nimmt die Sünder an; drum komm, dein Jesus will und kann dich retten, voll Erbarmen; komm weinend, komm in wahrer Buß und fall im Glauben ihm zu Fuß, er wird sich dein erbarmen. 3. Ein Hirt verläßt sein Schäflein nicht, dem's in der Irr an Hülf gebricht, er sucht es mit Verlangen, er läßt die neun⸗ undneunzig stehn, und sie gar in der Wüste gehn, das Eine zu umfangen. 4. So sucht der Hirte Jesus Christ die Seele, die verloren ist, bis daß er sie gefunden. Drum laß dich finden, liebe Seel, den guten Hirten dir erwähl; noch sind die Gnadenstunden. 5. O Jesu, deine Lieb ist groß, ich komm mühselig, nackt und bloß, ach laß mich Gnade fin— den; ich bin vom rechten Weg verirrt, ach nimm mich auf, ich bin verwirrt im Strick und Netz der Sünden. 6. Ach wehe mir, daß ich von dir gewichen bis zum Abgrund schier; ach laß mich wiederkehren zu deiner Heerde, nimm mich an, und mach mich frei von Fluch und Bann; dies ist mein Herzbegehren. 7. Laß mich dein Schäflein ewig sein, sei du mein treuer Hirt allein im Leben und im Sterben; laß mich ausgehn von Welt und Sünd und als ein wahres Gotteskind dein Himmel— reich ererben. §. Ich will von nun an sagen ab der Sünden Lust bis in mein Grab, und in dem neuen Leben in heiliger Gerechtigkeit dir dienen noch die kurze Zeit, die mir zum Heil gegeben. Laurentius Laurenti, 4 1722. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 246 O König, dessen Ma— jestät weit über alles steiget, dem Erd und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget; der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig; ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner NVNII — 2 VVN 5 N/ 90 / 7* GC V 2 △ N, BSO NNI. 132 24. Beicht⸗- und Bußlieder. that, beschämet und von ferne, ich suche deine Hülf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne; doch weil ich voller Fehler bin, und wo ich mich nur wende hin, des Ruhmes vor dir ledig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht: Gott, sei mir Sünder gnädig! 3 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängsten mein Ge— wissen, drum schlag ich reuig an die Brust, und will von Her— zen büßen; ich bin, o Vater, ja nicht werth, daß ich noch wandle auf der Erd; doch weil du winkst, so bet ich mit ganz zerknirrschtem, bangen Geist, der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sün— der, der für die Welt genug ge— than, durch den wir Gottes Kin— der im 0 bn de, Vertrauen sind; der ist's, bei dem ich Ruhe find, sein H6r ist ja hukthintt Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht; Gott, sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben, du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben; ach, heilige mich ganz und gar, 15 meinen Glauben immerdar sein durch die Liebe thätig; und will es nicht fort, wie es soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade, mir geh es gleich bös oder gut, gieb nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, so sei mir auf der Todesbahn, mein Jesu, selbst beiräthig; und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! Valentin Ernst Löscher, 4 1749. Mel. Jesus meine Zuversicht. 247. J Oesus nimmt die Sader an; saget doch dies Trostwort Allen, we lche von der rechten Bahn auf ver⸗ kehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an! 2. Keiner Gnade sind sie werth, doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt; sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an! 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an! 4. Kommet Alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder; 9 laubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an! 5. Ich Betrübter komme hier und betenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an! 6. Ich bin ganz getrosten Muths; ob die Sünden blutroth wären, müssen sie kraft deines Bluts dennoch sich in Schnee— weiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 7. Jesus nimmt die Sünder an! auch mich hat er angenom— Ruen U han, d mon un ann:: anl Ml. 2 W8 endlich unmer Diek hetgch 0 gef licht. 0 lal nomn waxe Mik, nicht nimm Gott, die saget belche vet⸗ er ist Jesus d sie einem klärt; te ist Jesus loren HJirte; suchet 5 es Nesus her, nder! macht inder; aran: an! e hiet nden i dir nden, fann: an! rosten utroth heines chner⸗ aubig ut die ünder nom⸗ 24. Beicht- und Bußlieder. 133 men und den Himmel aufge— than, daß ich selig zu ihm kom— men und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an! Erdmann Neumeister, 1 1756. Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu. 0 ott rufet noch; 248. G sollt ich nicht endlich hören? Wie laß ich immer noch mein Herz bethören! Die kurze Lust, die kurze Zeit vergeht, und meine Seel noch so gefährlich steht. 2. Gott rufet noch; sollt ich nicht endlich kommen? Ich hab so lang die treue Stimm ver⸗ nommen; ich wußt es wohl, ich war nicht, wie ich sollt; er winkte mir, ich habe nicht gewollt. 3. Gott rufet noch; ach, daß ich mich nicht gebe! ich fürcht sein Joch und doch im Joch ich lebe; ich hindre meiner eignen Seele Heil; er ziehet mich, o armes Herze, eil! 4. Gott rufet noch, ob ich mein Ohr verstopfet; steht noch an meines Herzens Thür und klopfet; er ist bereit, daß er mich noch empfang, er wartet noch auf mich, wer weiß, wie lang? 5. Gieb dich, mein Herz, gieb endlich dich gefangen; wo willst du Trost, wo willst du Ruh er⸗ langen? Laß von der Welt, brich alle Band entzwei; dein Geist wird sonst in Ewigkeit nicht frei. 6. Gott locket mich; ich will nicht länger weilen; Gott will mich ganz, ich will mein Herz nicht theilen; Fleisch, Welt, Ver⸗ nunft sag immer, was du willt, mir Gottes Stimme mehr als deine gilt. 7. Ich folge Gott, ich will ihm ganz genügen; die Gnade soll im Herzen endlich siegen; ich gebe mich, Gott soll hinfort allein und unbedingt mein Herr und Meister sein. 8. Ach, nimm mich hin, du Langmuth ohne Maße, ergreif mich fest, daß ich dich nie ver— lasse; Herr, rede nur, ich geb begierig Acht; führ, wie du willst, ich bin in deiner Macht. Gerhard Tersteegen, 4 1769. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. 249 err, der du in der Höhe wohnest, ich liege tiefgebeugt vor dir. Herr, der du richtest und belohnest, wie tief ist Sünd und Schuld in mir! Wie hoch, wie heilig dein Gebot! O Abgrund tiefer Seelennoth! 2. Aus meiner Noth, aus meiner Tiefe ruf ich zu dir, zu dir allein. Wenn ich zu einem Andern riefe, es würde doch ver⸗ geblich sein. Mein Schreien steigt zu dir empor: Herr, öffne mir dein gnädig Ohr! 3. Herr, willst du ins Ge⸗ richte gehen, der du unendlich heilig bist: ach, wer wird dann vor dir bestehen, wenn er auch sonst unsträflich ist? Dein Auge, das nicht fehlen kann, trifft überall noch Fehler an. 4. Und, ach, mir wird die Welt zu enge, wenn des Gesetzes Donner schlägt, und meiner Uebertretung Menge das ängst⸗ liche Gewissen regt, das dich als einen Richter scheut, der Rechnung heischt und Strafe dräut. 5. In deiner Hand steht Tod und Leben; du bist es, den man fürchten muß. Doch, Herr, du kannst und willst vergeben aus 969- HI 2 VN. I 66 — 7 134 24. Beicht- und Bußlieder. deiner Gnaden Ueberfluß. Dein Wort, das Wort des Lebens, spricht: du willst den Tod des Sünders nicht! 6. Es heißt mich auf das Opfer schauen, das mehr, als alle Sünden gilt. Es heißt mich auf den Felsen bauen, aus dem der Strom der Gnade quillt, die alles tilget, was mich quält, und gieb mir alles, was mir fehlt. 7. Dein guter Geist will mich erfreuen, und sich mein Herz zum Tempel weihn; ich soll den Richter nicht mehr scheuen, aus Gnaden frei und selig sein. O Licht, das durch die Seele dringt und Licht in finstre Tie— fen bringt! 8. Trifft mich denn hier das Loos der Deinen, dein Kreuz, das jeder Jünger trug: o end— lich wird ein Tag erscheinen, da du mir rufst: es ist genug! Nur sei mein Leiter, bis es tagt, mein Trost, wenn Alles Trost versagt! 9. Ich hoff auf dich, du Kraft der Schwachen, auf dich, du Licht in Finsterniß, auf dich, mein Hüter, du wirst wachen, mein Heil, du kommst und hilfst ge— wiß, wie angst mir auch die Trübsalsnacht um Hoffnung, Trost und Hülfe macht. 10. Heil mir! ich bin befreit von Sünden, ich bin von Straf und Knechtschaft los! O Gnade, die nicht zu ergründen, Erlösung, die unendlich groß, die aus der tiefsten Noth befreit, und führt zur höchsten Seligkeit! 11. O Vater, nimm für dein Erbarmen, o Sohn, für dein Versöhnungsblut, o Geist, du Trost der Geistlich-Armen, für deiner Gaben reiches Gut von Herz und Lippen Dank und Ruhm, und mich zu deinem Ei— genthum. Paul Gottfried Werlhof, 4 1767. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 25 0 Sines Mensch, 90. noch ist es Zeit, aufzustehn vom Schlafe. Nah ist dir die Ewigkeit, nahe Lohn und Strafe. Hör, Gott spricht; säume nicht, seinen Ruf zu hö— ren und dich zu bekehren. 2. Noch tönt nicht zum Welt— gericht der Posaune Stimme; noch sinkt dieser Erdball nicht vor des Richters Stimme. Aber bald, bald erschallt Gottes Ruf: Zur Erden sollst du wieder werden! 3. Kommt nun, eh du es ge— dacht, in der Sünde Freuden deines Lebens letzte Nacht: was wirst du dann leiden? wann dein Herz, von dem Schmerz deiner Schuld zerrissen, wird verzagen müssen! 4. Wann vor deinem Antlitz sich jede Sünd verhüllet, wann dann jede, jede dich ganz mit Graun erfüllet; dich nichts dann stärken kann, keine deiner Freu— den; was wirst du dann leiden! 5. Nah dem Untergang wirst du an des Grabes Stufen, bang um Trost und Seelenruh, dann vergebens rufen: Rette, Gott, mich vom Tod; rette noch im Sterben mich von dem Verder— ben! 6. Noch, noch wandelst du, o Christ, auf des Lebens Pfade; nahe zur Errettung ist dir noch Jesu Gnade. Eil ihr zu: du wirst Ruh für dein Herz em⸗— pfinden und Vergebung finden. Christoph Christian Sturm, 4 1786. Ml dr H. Ru Mir Mein Ren E Dich gei Hihtane gelecht Denst t von und m Ci⸗ 1767. Zorn. sensch, Zeit, Nah Lohn pricht; zu hö⸗ Welt⸗ imme; ht vor bald, es ge⸗ reuden was wann merz wird Antliz wann j mit danl. Freu⸗ leiden! witst „bang dann Gott ch im Herder⸗ st du, Pfade, noch 1. 0 en⸗ inden. 17³⁵ 24. Beicht⸗ u Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 0 öchster, denk ich 251. H an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüthe zu der tief— sten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, dein Gebot hintangesetzt, und dich, der du mich geliebet, mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein. O wie hab ich sie entweiht! Ach, zur Un— gerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machte sie das Herz mir frei! Was mir nützte, gabst du mir; aber ach, wie dankt ich dir? O wie hab ich so ver— messen deines Wohlthuns Zweck vergessen! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und, von meinem Seelen⸗ schaden frei zu werden, mich be— mühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße; aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte selbst mich zu verstocken. 5. Ach, an dir hab ich gesün⸗ digt, Gott, mein Vater, ohne Scheu; dir hab ich oft aufge— kündigt meine schuldge Kindes— treu. Ach, vergieb, was ich gethan; nimm mich doch er— barmend an, führe mich vom Sündenpfade auf den selgen Weg der Gnade. 6. Dir ergeb ich mich aufs Neue; gieb, daß mein gebeugter Geist deiner Vaterhuld sich freue, nd Bußlieder. 135 die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünder starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gieb, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei, mache du mich selbst recht treu; dich zu lieben, dir zu leben, sei mein herzliches Bestreben. Johann Samuel Dietrich, 4 1797. Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. 9 ott der Gnaden, 252. G schwer beladen neigt sich unser Haupt vor dir! Unsre Herzen sind voll Schmer— zen, Staub und Asch ist unsre Zier. Hab Erbarmen mit uns Armen! Aus der Tiefe rufen wir. 2. Wir verzagen, denn wir tragen auf uns aller Sünden Last, aller Qualen volle Scha— len, die du ausgegossen hast. Hab Erbarmen mit uns Ar⸗ men! Angst und Noth hat uns erfaßt. 3. Wenn du richtest, wenn du sichtest, geht das Zittern vor dir her; wenn uns decken deine Schrecken, dann ist keine Ret⸗ tung mehr. Hab Erbarmen mit uns Armen! Deine Hand ist uns zu schwer. 4. Herbe Strafe trifft die Schafe, deren Ohr nicht Folge gab; vor dem Schwerte bebt die Heerde, die nicht hielt am Hirtenstab. Hab Erbarmen mit uns Armen! Führ uns nicht zum Tod hinab. 5. Wir bekennen, Herr, wir nennen vor dir unsre Missethat; 501 V V DBIETCO N 136 es ist Keiner hier ein Reiner, Jeder erntet böse Saat. Hab Erbarmen mit uns Armen! Sieh auf ihn, der für uns bat. 6. Hör uns rufen an den Stufen deines hohen Gnaden— throns; tilg in Hulden unsre Schulden in dem Blut des Men— schensohns. Hab Erbarmen mit uns Armen! Sprich uns los des Sündenlohns. 7. Herr, verzeihe; Jesu, leihe uns dein priesterlich Gebet! Gott, verschone, wenn vom Sohne das Erbarmen zu dir fleht! Hab Erbarmen mit uns Armen, wenn der Mittler vor dir steht! 8. Jesu, rette; brich die Kette 24. Beicht⸗ und Bußlieder. unsrer Finsterniß entzwei, daß der Glaube tief im Staube unser Trost und Zuflucht sei. Hab Erbarmen mit uns Armen, Jesu, mach uns wieder frei! 9. Du mußt siegen, wir er⸗ liegen; du bist frei, wir sind in Haft; du alleine bist der Reine, wir sind schwach, dein ist die Kraft. Hab Erbarmen mit uns Armen, denk an deine Pilgrim— schaft! 10. Wenn du Frieden uns be⸗ schieden, fürchten wir die Strafe nicht; dein Versöhnen wird uns krönen mit Gerechtigkeit und Licht. Dein Erbarmen hilft den Armen: du bist unsre Zuversicht! Heinrich Puchta, 4 1858. 25. Lieder von der Rechtfertigung durch den Glauben. (Erlösung.— Siehe auch Jesuslieder.) Eigene Melodie. un freut euch, 253. N lieben Christen gmein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir getrost und All in Ein, mit Lust und Liebe singen: was Gott an uns ge— wendet hat, und seine süße Wun⸗ derthat, gar theur hat ers er— worben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren, mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hat mich be— sessen. 3. Mein guten Werke galten nicht, mit ihnen wars verdorben; der Wille haßte Gotts Gericht, zum Guten gar erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb; daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Hölle mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewig⸗ keit mein Elend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen, er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, ließ sichs sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: es ist Zeit, zu erbarmen, fahr hin, meins Herzens werthe Kron, und sei das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sünden Noth, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater 25 Ihatsan Wuf Erd Rein und der werd r sein ner arn Wollt er 7. E. an mic Henz für di ungen u bist Da soll Reind 8. Mein raube u g GOlaub das L rägt „ daß e unser Hab i „Desu, wir er⸗ sind in Reine, ist die sit uns lgtim⸗ ins be⸗ Strafe rd uns t und lft den sersichtl 41855, den n; die trieb; ußt ith Cbih⸗ henz e seit, wandd 3 Wal Schetß n. lieben armef, werthe il den 18 del üt ihn ihn WMiel 25. Lieder von der Rechtfertigung durch d. Glauben. 187 g'horsam ward, er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart, er sollt mein Bru⸗ der werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, er ging in mei⸗ ner armen G'stalt, den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: halt dich an mich, es soll dir jetzt gelin⸗ gen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; da leid ich alles dir zu gut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein, da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Va⸗ ter mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübsal trösten soll und lehren mich er⸗ kennen wohl und in die Wahr⸗ heit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollst du thun und lehren, daß Gottes Reich hier werd gemehrt zu seinem Lob und Ehren; und hüte dich vor Men⸗ schen⸗Satz, davon verdirbt der edle Schatz; das laß ich dir zu— letzte. Martin Luther, 4 1546. Reformationslied. Eigene Melodie. 25 4 s ist das Heil uns 4. tommen her von Gnad und lauter Güte; die Werke helfen nimmermehr, sie mögen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an, der für uns All genug gethan, er ist der Mittler worden. 2. Niemand, was das Gesetz gebot, vermochte zu erfüllen; drum sich erhob ein große Noth, die kein Mensch konnte stillen. Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, drauf das Gesetz dringt allermeist; es war mit uns ver⸗ loren. 3. Denn das Gesetz erfüllt mußt sein, sonst wärn wir All verdorben: drum schickt Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch ist worden; er hat ganz das Gesetz erfüllt, damit des Vaters Zorn gestillt, der über uns ging Alle. 4. Und wenn es nun erfüllet ist durch den, ders konnte halten, so lern, was Glaube ist, o Christ, und laß ihn in dir walten: sprich dann nur dies: o Herre mein, dein Tod wird mir das Leben sein, du hast für mich bezahlet! 5. Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nicht be⸗ trügen, nun sagst du, daß kein Mensch verzag, das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, dem ist das Himmelreich erkauft, daß er nicht werd verloren. 6. Gerecht vor Gott ist, der allein sich dieses Glaubens freuet; vom Glauben fließt der helle Schein, der alle Werk erneuet. Mit Gott der Glaub ist wohl dar⸗ an; dem Nächsten wird viel Guts gethan, bist du aus Gott geboren. 7. Die Sünde, durchs Gesetz erkannt, schlägt das Gewissen nieder; das Evangelium kommt zur Hand und stärkt den Sünder wieder. Es spricht: komm nur zum Kreuz herzu, du findest 138 25. Lieder von der Rechtfertigung durch d. Glauben. doch nicht Rast und Ruh in des Gesetzes Werken. 8. Die Werk gewißlich kom— men her aus einem rechten Glauben; denn das kein rechter Glaube wär, wolltst ihn der Werk berauben. Doch macht allein der Glaub gerecht; die Werke sind des Nächsten Knecht, dran wir den Glauben merken. 9. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; wann das geschehn soll uns zur Freud, setzt Gott nicht feste Tage. Er weiß wohl, wanns am besten ist, und denkt an uns zur rechten Frist; deß solln wir ihm vertrauen. 10. Obs sich anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht er— schrecken; denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht ent— decken. Sein Wort laß dir ge⸗ wisser sein, und ob dein Fleisch spräch lauter Nein, so laß doch dir nicht grauen. 11. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis, um dieser Wohl⸗ that willen, Gott Vater, Sohn und heilgem Geist! der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns begonnen hat zu Ehren seiner Macht und Gnad; geheiligt sei sein Name! 12. Es komm sein Reich, sein Will auf Erd g'scheh, wie im Himmelsthrone; das täglich Brod uns heute werd; und unsre Schuld verschone, wie wir auch unsern Schuldnern thun; laß uns nicht in Versuchung nun; lös uns vom Uebel! Amen. Paul Speratus, 4 1554. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh ꝛc. 255. Oserr Jehuha, daß man recht könne gläuben, des Menschen eignes Werk nicht ist, noch standhaft zu verbleiben; drum hilf du mir von oben her, den wahren Glauben mir gewähr, und laß mich drin be— harren. 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Christe Jesu, dich den Sohn des Höchsten nenne, und daß ich ehr den heilgen Geist, zugleich gelobet und gepreist mit dir und mit dem Vater. 3. Laß mich dein großes Gna⸗ denheil recht fassen und ergrün-⸗ den, wie der nur an dir habe Theil, dem du vergiebst die Sün⸗ den; hilf, daß ichs such, wie sichs gebührt, du bist der Weg, der recht mich führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gieb, daß ich traue deinem Wort, es wohl ins Herze fasse, daß sich mein Glaube immerfort auf dein Verdienst verlasse; daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünden bin beschwert, mein ächt lebendger Glaube. 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich des Bluts, das du vergossen, und laß in deine Gnade mich sein allzeit einge⸗ schlossen, daß ich im Glauben auch die Welt, und was sie für das Höchste hält, als nichtgen Staub nur achte. 6. Wär auch mein Glaub ein Senfkorn klein, so daß man ihn kaum merke, wollst du doch in mir mächtig sein, daß deine Gnad mich stärke, die das zerstoßne Rohr nicht bricht, das glimmend Docht auch vollends nicht aus⸗ löschet in dem Schwachen. 7. Herr, durch den Glauben wohn in mir; laß ihn sich im— 3. mer st⸗ für un Werkel die Li Dd f u die 8.0 Kraft, ich ül allein Lehlen Olaul die S 9. zündt Schw ben i tärke gen End. Glav Mel. ⁰ 2 bat Da bar nid ¹ D ben. läuben, k nicht leiben; Woben en mit rin be⸗ erweist kenne, ich den e, und Geist ist mit àGna⸗ rgrün⸗ L habe e Sun⸗ ie sichs g, det ahrheit deinem fas, lerfort sez daß „wenn chwett, ube. xr, h das du Deinl einge lauben sie fil lichtgel aub eil nan ihn Hoch Gnad stohle mmend t aus .0 lauben ch in⸗ 25. Lieder von der Recht fertigung durch d. Glauben. 139 mer stärken, daß er sei fruchtbar für und für und reich an guten Werken; daß er sei thätig durch die Lieb, mit Freuden und Ge⸗ duld sich üb, dem Nächsten stets zu dienen. 8. Insonderheit gieb mir die Kraft, daß an des Lebens Ende ich übe gute Ritterschaft, zu dir allein mich wende; in meiner letzten Stund und Noth des Glaubens End durch deinen Tod, die Seligkeit, erlange. 9. Herr Jesu, der du ange⸗ zündt das Fünklein in mir Schwachen, was sich von Glau— ben in mir findt, das wollst du stärker machen; was du gefan⸗ gen an, vollführ bis an das End, daß dort bei dir auf Glauben folgt das Schauen. David Denicke, 4 1680. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. 3 ir ist Erbarmun 256. M widerfahren, Er⸗ barmung, deren ich nicht werth! Das zähl ich zu dem Wunder⸗ baren; mein stolzes Herz hats nicht begehrt: nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit ihm selbst versühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? warum geschichts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen; das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein ein⸗ zig Rühmen sein; auf dies Er⸗ barmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Noth, auf dieses hoff ich auch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir und führe durch den Tod mich Armen, durch meines Heilands Tod, zu dir; da bin ich ewig recht erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Philipp Friedrich Hiller, 4 1769. Mel. Christus, der ist mein Leben. 257— Gnade sei mit 50. Allen, die Gnade unsers Herrn, des Herrn, dem wir hier wallen und sehn sein Kommen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns ja kein Tritt, es geh denn seine Gnade bis an das Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, man traut ihr ohne Reu; und wenn uns ja will grauen, so bleibts: der Herr ist treu! 4. Wird stets der Jammer größer, so glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöser, du kommst, so komme doch! 5. Damit wir nicht erliegen, muß Gnade mit uns sein; sie flößet zu den Siegen Geduld und Glauben ein. 6. So scheint uns nichts ein Schade, was man um Jesum mißt; der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. 7. Bald ist es überwunden, nur durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Thaten thut. 8. Herr, laß es dir gefallen, 140 25. Lieder von der Rechtfertigung durch d. Glauben. noch immer rufen wir: die Gnade sei mit Allen, die Gnade sei mit mir! Phil. Fr. Hiller, 4 1769. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 258 Af, Christen, laßt * uns unsern Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, für unsre Schuld und Missethat ein Retter uns zu wer⸗ den. Er wards und hat sein Werk vollbracht und sich nach kurzer Grabesnacht gen Himmel aufgeschwungen. 3. Wo ist des Todes Herrschaft nun? Hier ist sein Ueberwinder! Die Furcht vor ihm hinwegzu⸗ thun, starb er, das Heil der Sün⸗ der. Eröffnet ist uns nun die Bahn, die von der Erd uns him⸗ melan zur ewgen Wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb; wie sucht er unser Bestes! Er giebt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes. Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der uns zu gut sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Hän⸗ den; sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzu⸗ wenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen! 6. O laßt uns ihm uns an⸗ vertraun und seine Stimme hören, auf unsers Mittlers Hülfe baun, ihn mit Gehorsam ehren. Das ist der Weg zum ewgen Wohl, der Weg, auf den man friedevoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, leite uns auf dieser Bahn, zieh uns zu deinem Sohne! Er ging als Vorbild uns voran; dort reicht er uns die Krone. Dort haben wir zu unserm Heil an seinem Himmel ewig Theil und preisen deine Liebe. Joh. Sam. Dieterich, 1797. Mel. Gott des Himmels u. der Erden. 259 W'rl ihr Berge, *„ fallt, ihr Hügel! Gottes Gnade weicht mir nicht, und der Friede hat dies Siegel, daß Gott seinen Bund nicht bricht. Dieses macht mich unverzagt, weil es mein Erbarmer sagt. 2. Das sind Worte für die Blöden, die sind alles Glaubens werth; das heißt an die Herzen reden, das ist Trost, wie man begehrt: Gottes Gnade weicht dir nicht, weil es dein Erbarmer spricht 3. Hier ist Kraft für alle Mü⸗ den, die so manches Elend beugt. Hier ist Gnade, hier ist Frieden, welcher alles übersteigt. Mein Erbarmer, sprich mir du dies in allen Nöthen zu. 4. Wenn mich meine Sünden schmerzen und der Strafen lange Pein, ach, so rede meinem Her⸗ zen deinen Trost und Frieden ein, daß du mir in Jesu Christ ewig ein Erbarmer bist. 5. Gieb mir einen starken Glauben, der dein Wortmit Freu⸗ den faßt, so kann mir der Tod nicht rauben, was du mir ge⸗ schenket hast; auch die Hölle nimmt mir nicht, was mein Hei⸗ land mir verspricht. Philipp Friedrich Hiller, 4 1769. das sind! deb b dem wir k 5. Werd holfe Soh nach klopf Ulse N. Das Wohl, Devoll ndelt. dieser einem orbild uns vir zu immel deine 1797. Erden. Berge, hügel! Uicht, diegel, bricht. , weil ir die Übens herzen man ht dit prich Mü⸗ beugt, ieden, Mein ies in ünden lange Hel⸗ 25. Lieder von der Rechtfertigung durch d. Glauben. 141 Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 2 OIch habe nun den 260. N Gruwd gefunden, der meinen Anker ewig hält; wo anders als in Jesu Wun⸗ den? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der un⸗ beweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. „Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme deß, der sich zu den Sündern neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll ge⸗ holfen sein; deswegen kam sein Sohn auf Erden und nahm her⸗ nach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod ver⸗ schlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden; da fin⸗ det kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläu⸗ big senken, dem will ich mich getrost vertraun; und wenn mich meine Sünden kränken, alsbald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unend⸗ liche Barmherzigkeit. 6. Wird alles Andre mir ent⸗ rissen, was Seel und Leib er⸗ quicken kann; darf ich von keinem Troste wissen, und scheine völlig ausgethan; ist die Errettung noch so weit: mir bleibet die Barmherzigkeit. 7. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvollkommenheit be⸗ merken, so fällt wohl alles Rüh⸗ men hin; doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barm⸗ herzigkeit! 8. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbar⸗ men ist; er wolle selbst mein Herze stillen, damit es seiner nie vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barm⸗ herzigkeit. 9. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt; so sing ich ein⸗ stens hocherfreut: o Abgrund der Barmherzigkeit! J. A. Rothe, 4 1758. Nach voriger Melodie. 6 Nius Gnaden soll 261. A ich selig werden; Herz, glaubst du's oder glaubst du's nicht? Was willst du dich so blöd gebärden? Ists Wahr⸗ heit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: aus Gnaden ist der Him⸗ mel dein. 2. Aus Gnaden! hier gilt kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, hat diese Ehre zum Gewinn, daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! merk dies Wort: aus Gnaden! So oft dich deine Sünde plagt, so oft dir will der Satan schaden, so oft dich dein Gewissen nagt; was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm die Sündenlast; was nöthigt ihn, dein Freund zu werden? Sprich, weß du dich zu rühmen hast? N- Nisd 142 25. Lieder von der Rechtfertigung durch d. Glauben. Gab er sich nicht zum Opfer dar und nahm dein Heil in Gna⸗ den wahr? 5. Aus Gnaden! dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Worte preist, worauf all unser Glaube ruht, ist: Gnade durch des Sohnes Blut. 6. Aus Gnaden! doch du sich— rer Sünder, denk nicht: wohlan, ich greife zu! Wahr ists, Gott, rufet Adams Kinder aus Gnaden zur verheißnen Ruh, doch nimmt er nicht zu Gnaden an, der noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! wer dies Wort gehöret, tret ab voll aller Heuchelei. Nur wenn der Sün⸗ der sich bekehret, dann lernt er erst, was Gnade sei. Beim Sündgen scheint die Gnad ge— ring, dem Glauben ists ein Wunderding! 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Va⸗ ters aufgethan, wenns unter Angst und heißen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oft⸗ mals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! hierauf will ich sterben; ich glaube, darum ist mir wohl. Ich kenn mein sündliches Verderben, doch den auch, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht! Christian Ludwig Scheidt, 1 1761. Mel. Was Gott thut, das ist wohlg. D deurg dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dies Herz, das redlich spricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: die deiner sich nicht schämen, die kann dir Niemand nehmen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Ge— richt und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wann meine Feinde toben. Ich flieh zu dir; du eilst zu mir; wann mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet jedes Glie⸗ des Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wan-⸗ ken; und wann des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedan⸗ ken; mein Freund ist mein, und ich bin sein; er ist mein Schutz, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich, 1 1780. Mel. Heilig, beilig ist das Band. 2 eines Gottes freue 263. D dich, dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? 5.— Shlht wonn 6 nict Ei Dich zul Rr, W einen Rur i dulch zum& melsw tränke 9. Und liebe; bot ul ist mi mein dung 4 siht selbst wie nune mit mäch 5 dau He mei me Mi Aul re in m n. leben. sein; rden, erden. ewig uben. ersicht Der rund: u, die n. Hewig armen 5 Ge⸗ rmen. allzeit n die ewig oben. sicht, N mir; assen, ssen. ewig nicht Olie⸗ Haupt u Leid ist t danh emi ewa⸗ ö Hütte Hedal⸗ u M Schuh, fein ö. Band. freul ihll/ ö nicht jchle⸗ 25. Lieder von der Rechtfertigung durch d. Glauben. 143 Schützt dich seine Vorsicht nicht, wann Gefahren dräuen? Ists nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret, einen Vater, welcher mir, was mir nützt, gewähret; der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenket und mit Him⸗ melswonne dort meine Seele tränket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich fürcht und liebe; wenn ich redlich dein Ge⸗ bot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl; wie ist mein Gemüthe seliger Empfin⸗ dung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuver⸗ sicht auf zum Himmel blicken; selbst der Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoff⸗ nung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein, so jauchz ich dann; wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich rühmen kann: mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt werth, du gabst mir das Leben, und du wirst auch, was mich nährt und er⸗ freut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen; alle meine Missethat hat er wegge— nommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, glaub an seine Leiden, folg ihm treulich, und so kann nichts von ihm mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterb⸗ lichkeit, Heil des bessern Lebens, himmlische Vollkommenheit, such ich nicht vergebens. Wann mein Lauf vollendet ist und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. 8. Gieb mir nur, so lang ich hier als ein Pilger walle, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese sanfte Freudigkeit, die zu dir ich habe, sei mein Glück in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 9. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüste selbst mich wider sie mit ent⸗ schloßnem Glauben! Gieb mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Ver⸗ traun auf dich ewig nicht ver⸗ liere. Balthasar Münter, 4 1793. Mel. Valet will ich dir geben. 264 Osch weiß, an wen ich glaube, ich weiß, was fest besteht, wenn alles hier im Staube wie Staub und Rauch verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nie verläßt; auf ewgen Grund gemauert steht diese Schutzwehr fest. Es sind des Heilands Worte, die Worte fest und klar. An diesem Felsen⸗ horte halt ich unwandelbar. 3. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut: es ist der Herr der Geister, auf den der Himmel schaut, vor dem die Seraphinen anbetend nieder⸗ knien, um den die Heilgen dienen; ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Licht der Höhe, das ist mein Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der dia⸗ manten ist; der nimmermehr kann wanken, mein Heiland und V V N V * 144 25. Lieder von der Rechtfertigung durch d. Glauben. mein Hort, die Leuchte der Gedan⸗ ken, die leuchtet hier und dort; 5. Er, den man blutbedecket am Abend einst begrub; er, der, von Gott erwecket, sich aus dem Grab erhub; der meine Schuld versöhnet, der seinen Geist mir schenkt, der mich mit Gnade krönet und ewig mein gedenkt. 6. Drum weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest be⸗ steht und in dem Erdenstaube nicht mit zu Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen des To⸗ des ungeraubt; es schmückt auf Himmelsauen mit Kronen einst mein Haupt. Ernst Moritz Arndt, 4 1860. 26. Cieder vom christlichen Cehen und Wandel. Mel. Herr, wie du willst, so schicks ꝛc. 265 err, deine Rechte * und Gebot, dar— nach wir sollen leben, wollst du mir, o getreuer Gott, ins Herze selber geben, daß ich zum Guten willig sei, und ohne Falsch und Heuchelei, was du befiehlst, vollbringe. 2. Gieb, daß ich dir allein vertrau, allein dich fürcht und liebe, auf Menschentrost und Hülf nicht bau, noch mich darum betrübe; daß großer Leute Gnad und Gunst, Gewalt, Pracht, Reichthum, Witz und Kunst mir nicht zum Abgott werde. 3. Hilf, daß ich deinen Gna⸗ denbund aus deinem Wort er⸗ kenne, auch niemals dich mit meinem Mund ohn Herzens-— andacht nenne, daß ich bedenke Tag und Stund, wie stark mich meiner Taufe Bund zum Dienste dir verbinde. 4. Am Tage deiner heilgen Ruh laß mich früh vor dich treten, die Zeit auch heilig bringen zu mit Danken und mit Beten, daß ich hab meine Lust an dir, dein Wort gern höre und dafür herz⸗ inniglich dich preise. 5. Die Eltern, Lehrer, Obrig⸗ keit, die vorgesetzt wir werden, laß mich ja ehren allezeit, daß mirs wohl geh auf Erden; für ihre Sorg und Treu laß mich, wenn sie auch werden wunder⸗ lich, Furcht, Ehr und Dank er⸗ weisen. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Rach aus Zorn und Feindschaft übe, dem, der mir anthut Trotz und Schmach, verzeihe und ihn liebe, sein Glück und Wohlfahrt Jedem gönn, schau, ob ich Je⸗ mand dienen könn, und thu es dann mit Freuden. 7. Unreine Werk der Fin⸗ sterniß laß mich mein Lebtag meiden, daß ich für böse Lust nicht müß der Hölle Qual dort leiden; schaff in mir, Gott, ein reines Herz, daß ich schandbare Wort und Scherz und alle Un⸗ zucht fliehe. 8. Verleih, daß ich mich redlich nähr und böser Ränke schäme; mein Herz von Geiz und Un⸗ recht kehr und fremdes Gut nicht nehme, auch von der Arbeit meiner Händ, was übrig ist, auf Arme wend, und nicht auf Pracht und Hoffahrt. 9. Hilf, daß ich meines Näch⸗ sten Glimpf zu retten mich be⸗ fleiße, von ihm abwende Schmach und Schimpf, doch Böses nicht gut he Aufrich Icdetzei Lügen. 10. Oaus noch k bon mit g mand Iuhig Onad . Recht len, Knech füllen mir Geti deine und Gott Wer ich N. as ic est be⸗ staube ht. Es kt auf einst 1860. el. „ daß j für mich, under⸗ nk er⸗ eigne schaft Trot d ihn fahrt Je⸗ hu es Fin⸗ Lebtag Lust 1dort , ein dbare Un⸗ redlich hämez Un⸗ t niht Arbeih 9 is t aus uß 40 be mach nicht 26. Lieder vomichristlichen Leben und Wandel. 145 gut heiße. Gieb, daß ich lieb Aufrichtigkeit und Abscheu habe jederzeit am Lästern und am Lügen. 10. Laß mich des Nächsten Haus und Gut nicht wünschen noch begehren; was aber mir von Nöthen thut, das wollst du mir gewähren; doch daß es Nie⸗ mand schädlich sei, ich auch ein ruhig Herz dabei und deine Gnad behalte. 11. Ach, Herr, ich wollte deine Recht und deinen heilgen Wil⸗ len, wie mir gebührt als deinem Knecht, ohn Mangel gern er— füllen; doch fühl ich wohl, was mir gebricht, und wie ich das Geringste nicht vermag aus eig— nen Kräften. 12. Drum gieb du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad und Stärke; verleih, o Jesu, Gottes Sohn, daß ich thu rechte Werkez o heilger Geist, hilf, daß ich dich von ganzem Herzen und als mich den Nächsten treulich liebe. Lucas Osiander, 4 1604. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 266 Gommt, ihr Chri⸗ 00. MR sten, kommt und höret, kommt und lernet früh und spat, was euch euer Heiland lehret, dessen Mund verkündigt hat, welche große Seligkeit hier und droben ist bereit Allen, welche sich nicht schämen, ihn und sein Wort anzunehmen. 2. Selig sind die Geistlich⸗Ar⸗ men, die betrübt und traurig gehn, die nichts suchen als Er⸗ barmen und vor Gott mit Thrä⸗ nen stehn; denen öffnet er gewiß sein schön, herrlich Paradies, daß sie sollen vor ihm schweben voller Freud und ewig leben. 3. Selig sind, die Leide tra⸗ gen, da die Noth ist täglich Gast; Gott giebt unter allen Plagen Trost und endlich Ruh und Rast. Wer sein Kreuz in Demuth trägt und sich Gott zu Füßen legt, dem wird er sein Herzeerquicken, keine Last darf ihn erdrücken. 4. Selig sind die frommen Herzen, die, mit Sanftmuth an⸗ gethan, ihrer Feinde Zorn ver⸗ schmerzen, gerne weichen Jeder⸗ mann, die nicht suchen eigne Rach, und befehlen Gott die Sach; die wird Gott mit Gnaden schützen, daß das Erdreich sie besitzen. 5. Selig sind, die im Gemüthe hungert nach Gerechtigkeit, Gott wird sie aus lauter Güte sättigen zur rechten Zeit. Selig sind, die fremde Noth voll Erbarmen klagen Gott, mit Betrübten sich betrüben; Gott wird sie hin⸗ wieder lieben. 6. Er wird sich zu ihnen keh⸗ ren mit Barmherzigkeit und Treu, und wird allen Feinden wehren, die sie plagen ohne Scheu. Selig sind, die Gott befindt, daß sie reines Herzens sind und des Flei⸗ sches Lüste meiden; diese schauen Gott mit Freuden. 7. Selig sind, die Zank und Streiten, allen Zwiespalt, Haß und Neid, so viel möglich ist, ver⸗ meiden, stiften Fried und Einig⸗ keit; die sinds, die sich Gott er⸗ wählt und zu seinen Kindern zählt. Selig, die Verfolgung leiden; Gott nimmt sie zu seinen Freuden. 8. Ja, er will euch herrlich lohnen, die ihr ihm treu blieben seid, mit den unverwelkten Kro⸗ nen Rei Da 7⁴⁵ SS 8* *NV V * NVN +2 V VNO N 6 + — NN WO NI, VI V — ½3 — 146 mit den Heilgen aller Zeiten Gottes Lob und Ehr verbreiten. David Denicke, + 1680. Mel. Wachet auf, ruft uns die St. 267 Kü und Lohn be— herzter Ringer, der Seligkeiten Wiederbringer, Herr Jesu, Herr der Herrlichkeit, schau vor deines Thrones Stu— fen uns Arme, welche zu dir rufen: wir wären gerne bene⸗ deit! Du segnest ja so gern, Gesegneter des Herrn, wir be⸗ gehrens. So komm herein, wir sind ja dein, und laß uns recht gesegnet sein. 2. Brunnquell aller Seligkei⸗ ten, ach, fahre fort, uns zu be⸗ reiten so, wie es dir gefällig ist. Wir, als von Natur verdorben, wir sind dem Leben abgestorben, darinnen du zu finden bist; so tödte doch den Feind, der uns zu stürzen meint, unser Leben! Wir wollen nun nichts selber thun. Laß uns in deinem Tode ruhn. 3. Selig sind die Geistlich-Ar⸗ men! sie finden leichtlich dein Erbarmen, das Land der Him⸗ mel bleibet ihr; da im Gegen⸗ theil die Reichen und die gar satt sind, ferne weichen von deines Königreiches Zier. Ach, mach uns Arme reich, doch deiner Ar— muth gleich! Gieb uns, Jesu, den reichen Muth, der einzig ruht in dir, dem höchsten ewgen Gut. 4. Selig sind, die Leide tra— gen, sie sollen Trosts genug er⸗ jagen; ihr Herzog ging den Weg voran. Stieg er auf durch Kreuz und Leiden, so will er uns den Kelch bescheiden, der ihm hienie— den gut gethan. Uns ist in die⸗ ser Zeit kein Feiertag bereit: hier 26. Lieder vomtechristlichen Leben und Wandel. gilts Weinen. Beim Hochzeits⸗ mahl ist keine Qual; wir aber gehn durchs Jammerthal. 5. Selig sind die sanften Gei— ster! sie sind auf Erden Herrn und Meister, und Niemand sieht es ihnen an, da sie doch durch stillen Wandel in allerlei Ge⸗ schäft und Handel ihr friedlich Wesen dargethan. Es ist ihr Bräutigam das ewge Gottes⸗ lamm; Lamm und Löwe, gar sanft und weich, doch stark zu— gleich. So sind auch die aus seinem Reich. 6. Selig, gleich dem Lebens⸗ fürsten, sind alle Seelen, welche dürsten und hungern nach Ge⸗ rechtigkeit! Sättigung soll ihnen werden, wie einst ihr Heiland hier auf Erden gedürstet in der Leidenszeit, dann nach der Him⸗ melfahrt vollauf gesättigt ward bei dem Vater. Wer in der That so Hunger hat und also dürstet, der wird satt. 7. Selig sind barmherzge See⸗ len! Barmherzigkeit wird sich vermählen dereinst mit ihrer Dürftigkeit. Wer ein Tröpflein Wassers giebet, wird um des Tröpfleins auch geliebet und wohl belohnt zu seiner Zeit. Wohl also Jedermann, der hier viel Guts gethan! Wehe denen, die sich durch Pracht darum ge⸗ bracht! Vor Gott wird ihrer schlecht gedacht. 8. Selig sind die reinen Her⸗ zen, die ihre Krone nicht ver— scherzen! sie werden Gott im Frieden sehn. Alle Reinen, Un⸗ befleckten, vom Herrn zum guten Kampf Erweckten, die in der Reinigkeit bestehn, die sehen einst im Licht sein selig Angesicht voller Gnaden. Herr, wir sind dein! 2 Ich, M0 Ius dir 9. Se von Herd Gott sie Rahts u merʒ i schimmme Niel get aun nit Flikde, it unf Sreitg 10.6 den hie eiden der He netwill Maß; mals lich w wir hi voran ser K Hheitz⸗ aber N Geie Hertn sieht durch i Ge⸗ iedlic st iht hottes⸗ gab Ek zu⸗ e aus ebens⸗ welche Ge⸗ ihnen eiland in der Him, ward That ürstet, e Sbe⸗ d sich ihrer öpflein n des und Zet er hiet denen, m ge⸗ ihtet Hel⸗ ber⸗ tt in „ Un⸗ gulel bel eilst oller· deil! 26. Lieder vomichristlichen Leben und Wandel. Ach, mach uns rein und lehr uns dir recht ähnlich sein! 9. Selig, die in allen Sachen von Herzen gerne Frieden machen! Gott siehet sie als Kinder an. Nichts wird je ihr Heil zertrüm— mern; im Friedensschmucke selber schimmern, die hier zum Frieden viel gethan. Wer ließe sich denn nun nicht lieber Unrecht thun? Friede, Friede hat unsre Gunst, ist unsre Kunst; der reichste Streitgewinn ist Dunst. 10. Selig sind, die voller Freu⸗ den hier um des Guten willen leiden und sprechen: Du bist ja der Herr! Dulden wir um dei⸗ netwillen, so wird, der Leiden Maß zu füllen, aus Liebe nie⸗ mals uns zu schwer. Wie glück⸗ lich wären wir, o Jesu, wenn wir hier um dich litten! So geh voran; wir dringen an auf die⸗ ser Kriegs⸗ und Siegesbahn! 11. Also müssen wir auf Erden in dir allein erfunden werden; du hast uns je und je geliebt; du hast erst um uns geworben und bist aus Liebe gar gestorben; wer ist, der solche Proben giebt? Wohlan, wir lieben dich, o Liebe, inniglich! Unsre Liebe ist nur ein Bild, so lang es gilt, wie du uns ewig lieben willt. Nikolaus Ludwig, Graf von Zinzendorf, + 1760. Mel. Liebster Jesu, wir sind bier. 268 laube, Lieb und Hoffnung sind der wahrhafte Schmuck der Chri⸗ sten; hiermit muß sich Gottes Kind stets bestreben auszurüsten. Nur durch sie wird Gott geehret, seine Gnad in uns gemehret. 2. Glaube legt den ersten Stein zu des Heils bewährtem Grunde, sieht auf Jesum nur 147 allein und bekennt mit Herz und Munde sich zu seines Geistes Leh⸗ ren, läßt sich keine Trübsal stören. 3. Liebe muß des Glaubens Frucht Gott und auch dem Näch⸗ sten zeigen, unterwirft sich Christi Zucht und giebt sich ihm ganz zu eigen, lässet sich in allen Lei⸗ den nicht von ihrem Jesu scheiden. 4. Hoffnung macht der Liebe Muth, alle Noth zu überwinden, sie kann in der Trübsalsfluth ihren Anker sicher gründen. Sie erwartet nach dem Leide ewige, vollkommne Freude. 5. Jesu, du mein Herr und Gott, ach, bewahr in mir den Glauben! Mache du den Feind zu Spott, der dies Kleinod denkt zu rauben; laß das schwache Rohr nicht brechen und mein glimmend Docht nicht schwächen. 6. Mache meine Liebe rein, daß sie nicht in Schein bestehe; flöß mir Kraft des Geistes ein, daß sie mir von Herzen gehe, und ich aus rechtschaffnem Triebe dich und auch den Nächsten liebe. 7. Gründe meine Hoffnung fest, stärke sie in allen Nöthen, wenn mich alle Welt verläßt, wenn du mich gleich wolltest tödten. Laß sie nach dem Him⸗ mel schauen und auf das, was ewig, bauen. 8. Glaub und Hoffnung hören auf, wenn wir zu dem Schauen kommen, doch die Liebe dringt hinauf, wo sie Ursprung hat ge— nommen. Ach, da werd ich erst recht lieben und die Liebe ewig üben. Benjamin Schmolck, 4 1787. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. Tache dich, mein 269. M Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich 148 nicht die böse Zeit unverhofft be⸗ trete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Ver⸗ suchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe, denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Noth sammt dem Tod möchte dich in Sünden un⸗ vermuthet finden. 3. Wache auf, sonst kannst du nicht Christi Klarheit sehen; wache recht, sonst wird sein Licht dir noch ferne stehen; denn Gott will für die Füll seiner Gnaden⸗ gaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich verstellt, wie— der an sich bringe; wach und sieh, daß dich nie falscher Brüder Lügen um dein Heil betrügen. 5. Wache stets auch über dich, trau nicht deinem Herzen, nur zu leicht kanns freventlich Gottes Gnad verscherzen; denn es ist voller List, kann sich selber heu⸗ cheln und in Hoffahrt schmeicheln. 6. Bete aber auch dabei, bete bei dem Wachen; denn der Herr nur kann dich frei von dem Allen machen, was dich drückt, dich bestrickt, daß du schläfrig blei⸗ best und sein Werk nicht treibest. 7. Doch getrost, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns die Füll seiner Gnad aus⸗ schütten, wenn wir gläubig bitten. 8. Drum so laßt uns immer⸗ dar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Noth und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt ver⸗ nichten. Joh. Burchh. Freystein + 1720 26. Lieder vomichristlichen Leben und Wandel. Mel. Machs mit mir, Gott, nach ꝛc. 270 Mi nach, spricht * Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle; verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Rufe und Schalle, nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugend-⸗ leben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demü— thigkeit, voll Liebe mein Gemüthe, mein Mund voll Huld und Freundlichkeit, voll Sanftmuth und voll Güte, mein Geist und Wille, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch an, was schäd— lich ist zu fliehen und zu meiden, und euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch treu zur Seite; ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite; ein böser Knecht, der stille steht, wenn ihm voran der Feldherr geht! 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich ver-⸗ lieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einfüh⸗ ren. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen, und wohlgemuth, ge⸗ trost und gern bei ihm in Leiden, 2 stehen, Klägt d Lebens Me. L W Voebil Welt det V immer ldisch Rlaube der L Treue vor, 2. seinen Nach Arm. Thro Hoff denn nach Icr thei seir Lett 0l une Fle er H ster leb we Gr un deit leh W fr leb bel nach n. sprich unser N alle Welt, Schall, gemach Vandel leucht Ugend⸗ it und instemn eg, ih chaftig Demü⸗ müthe 5und ftmuth ist und st Goth schid⸗ leiden, List n; ich rt und pfott. er, ich el zur brech dell. t, der an der nicht 26. Lieder vomichristlichen Leben und Wandel. 119 stehen, denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Johann Scheffler, 4 1677. Mel. Lasset uns den Herren preisen. 271 LsA uns mit Jesu * ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen auf der Bahn, die er uns brach; immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch, schon himmlisch sein, glauben recht und leben fein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir; gehe vor, ich folge dir! 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich. Nach dem Leide folgen Freuden, Armuth hier macht dort uns reich, Thränensaat, die erntet Wonne, Hoffnung tröstet die Geduld; denn es scheint durch Gottes Huld nach dem Regen bald die Sonne. Jesu, hier leid ich mit dir; dort theil deine Freud mit mir! 3. Lasset uns mit Jesu sterben; sein Tod wehrt dem ewgen Tod, rettet uns vom Seelverderben, von der ewiglichen Noth. Laßt uns tödten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab; so wird er uns aus dem Grab in des Himmels Leben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist; wir sind deines Leibes Glieder, wo du lebst, da leben wir. Ach, erkenn uns für und für, Seelenfreund, für deine Brüder; Jesu, dir ich lebe hier, und dort ewig auch bei dir. Siegmund von Birken, 4 1681. Mel. O Gott, du frommer Gott. 272. Mein Vater und * mein Gott, der du mir dieses Leben, Leib, Seele und Vernunft aus Gnaden hast gegeben, regiere ferner mich durch deinen guten Geist, daß er in allem Thun mir Kraft und Beistand leist. 2. Hilf, daß ich allzeit fern von Fleischeslüsten bleibe, dage⸗ gen emsiglich des Geistes Werke treibe; daß gute Ritterschaft ich üb in wahrer Treu, daß ich in Hoffnung stark und fest gegrün⸗ det sei. 3. Gieb, daß ich als ein Christ, wie Christus mich bezeige, und willig stets mein Ohr zu seiner Lehre neige. Im Glauben stärke mich, daß ich der argen Welt nicht folge, wenn sie mich von deinem Wort abhält. 4. Entzünde du mein Herz mit deiner wahren Liebe, und gieb, daß ich zugleich am Näch⸗ sten Liebe übe. Verleihe mir Geduld, wenn Trübsal bricht herein, und hilf, daß ich im Glück demüthig möge sein. 5. Verleihe, daß ich stets nach deinem Reiche ringe, auf daß dein Segen dann zu mir her⸗ unter dringe. Wer nach dem Ewi⸗ gen vor allen Dingen tracht't der wird auch wohl mit dem, was zeitlich ist, bedacht. 6. Mein Herz sei nie dem Haß, der Falschheit nie ergeben. Vom Uebermuthe frei sei, Herr, mein ganzes Leben. Gewalt und List und Geiz und Unbarmher⸗ zigkeit sei meinem Herzen fremd, o Gott, zu jeder Zeit. 7. Mit deiner rechten Hand, Herr, wollest du mich leiten, mich schützen Tag und Nacht, daß 6 2 * — NNIJ V 8 + N IISENEEE ö 150 26. Lieder vomchristlichen Leben und Wandel. nicht die Tritte gleiten. Du ist gemeint, drum dringt die Liebe He de wollest meine Burg, mein Schutz durch auf Freunde und auf Feind. ht det in Nöthen sein, wenn ich in 6. Wir waren Gottes Feind: 1 du meinem Amt ausgehe oder ein. er giebt zum Gnadenthrone sein howahr 8. Zuletzt erlöse mich von eingebornes Kind, er liebt uns Nuut allem Kreuz und Leiden, und in dem Sohne, setzt Liebe gegen—— wenn ich soll einmal von dieser Haß; wer gläubig dies erkennt, mn Welt abscheiden, so stehe du mir wird bald in Lieb entündt, die*4 bei mit deiner Gnadenhand, und allen Haß verbrennt. ö führe mich hinauf ins rechte Va⸗ 7. Wie uns nun Gott gethan, hun we terland. Zohann Scheffler, 41677. thun wir dem Nächsten eben;; dert droht er uns mit dem Tod, wir Hrus. Nach voriger Melodie. zeigen ihm das Leben; flucht er,—Hersen 273 V euch doch so segnen wir; in Schande, der Sd . selbst, ob ihr im Spott und Hohn ist unser bester der Ot Glauben stehet; ob Christus in Trost des Himmels Ehrenkron. willt euch ist, ob ihr ihm auch nach- 8. Setzt Gott uns auf die Prob,, gehet in Demuth und Geduld, ein schweres Kreuz zu tragen: ¶ chen b in Sanftmuth, Freundlichkeit, der Glaube bringt Geduld, er⸗ ich mi⸗ in Lieb dem Nächsten stets zu leichtert alle Plagen; statt Mur— ten 3 dienen seid bereit. ren, Ungeberd wird das Gebet YHlich 2. Der Glaube ist ein Licht, erweckt, weil aller Angst und Noth hachz im Herzen tief verborgen, bricht von Gott ein Ziel gesteckt. ulpf als ein Glanz hervor, scheint als 9. Man lernet nur dadurch prad der helle Morgen, erweiset seine sein Elend recht verstehen, wie. Kraft, macht Christo gleich ge- auch des Höchsten Güt hält an Hed, sinnt, erneuert Herz und Muth, mit Bitten, Flehen; verzaget an reut macht uns zu Gottes Kind. sich selbst, erkennet sich für nichts, eine 3. Er schöpft aus Christo Heil, vertrauet Christi Kraft, der Quelle frer Gerechtigkeit und Leben, und thut alles Lichts; nie in Einfalt es dem Nächsten wie— 10. Hält sich an sein Verdienst, wie der geben; dieweil er überreich erlanget Geist und Stärke, in dich in Christo worden ist, preist er solcher Zuversicht zu üben gute 0 die Gnade hoch, bekennet Jesum Werke; steht ab vom Eigensinn, spre Christ. flieht die Vermessenheit, hält sich redl 4. Er hofft in Zuversicht, was in Gottesfurcht im Glück und zu! Gott im Wort zusaget; drum schwerer Zeit. fl muß der Zweifel fort, die Schwer⸗ 11. So prüfe dich denn wohl, erft muth wird verjaget. Sieh, wie ob Christus in dir lebet; denn nen der Glaube bringt die Hoffnung Christi Leben ists, wonach der ver an den Tag, hält Sturm und Glaube strebet; erst machet er 5 — Wetter aus, besteht in Ungemach. gerecht, dann heilig, wirket Lust rett 5. Aus Hoffnung wächst die zu allem guten Werk; sieh, ob ten Lieb, weil man aus Gottes Hän- du auch so thust. sig den nimmt alle Dinge an, nicht 12. O Herr, so mehre doch in er zürnet, thut nicht schänden; denn mir den wahren Glauben, so Rer alles uns zu Nutz und Besten kann mich keine Macht der guten ut Liebe Feind. heind: sein t uns gegen kennt, , die ethan, eben; „ wir ht er, ande, bester ikron. Prob, agen: „el⸗ Mur⸗ Gebet Noth durch wie tan et an ichtz, uelle sienst, „ in gule ssinn, tt sich Ind wohl, dennl der 26. Lieder vomschristlichen Leben und Wan del. Werk berauben. Wo Licht ist, geht der Schein freiwillig davon aus; du bist mein Gott und Herr, bewahr mich als dein Haus. Joachim Justus Breithaupt, 4 1732. Mel. Alle Menschen müssen sterben. ater, heilig möcht 274. V ich leben, Recht⸗ thun wäre meine Lust; aber Lüste widerstreben dem Gesetz in meiner Brust. Ach, die Unart tief im Herzen ist noch oft ein Quell der Schmerzen, schwer drückt mich der Sünde Joch; was ich nicht will, thu ich doch. 2. Sieh um Kraft mich Schwa⸗ chen beten, meinem Vorsatz trau ich nicht; lockende Begierden tre⸗ ten zwischen mich und meine Pflicht; selbst den süßen An⸗ dachtsstunden, da ich, Vater, dich empfunden, da ich nur von Liebe sprach, folgten Sündentage nach. 3. Tausendmal hab ich gewei⸗ net, schmerzlich meinen Fall be⸗ reut, gläubig mich mit dir ver⸗ einet und mich deiner Huld ge⸗ freut. Gnädig sahst du auf mich nieder; aber bald vergaß ich wieder, o du Langmuthsvoller, dich und mein Herz besiegte mich. 4. Ach, was kann ich dir ver⸗ sprechen? Meint ichs auch so redlich noch, meine Zusag nicht zu brechen, ich vergaß und brach sie doch. Oft schon hab ich es erfahren, was Gelübd und Thrä⸗ nen waren; plötzlich, eh ich mirs versah, war die Sünde wieder da. 5. Vater, du nur kannst mich retten, wenn mich Niemand ret⸗ ten kann. Beten will ich, brün⸗ stig beten, schau mich mit Erbar⸗ men an; reiß die Wurzel mei⸗ ner Schmerzen, reiß die Sünd aus meinem Herzen! Tief im 151 Staube bitt ich dich: heilige du selber mich! 6. Sieh mich dürsten nach dem Guten; früh und spät ruf ich zu dir; laß mein Herz nicht län⸗ ger bluten, schenke höhre Kräfte mir. Laß mein Flehn nicht sein vergebens, sende doch den Geist des Lebens; zieh mit neuer Kraft mich an, daß ich dir gefallen kann. 7. Väter, böse Väter schenken Brod den Kindern, wenn sie flehn; Vater, und ich sollte den⸗ ken: du, du könntest mich ver⸗ schmähn? Könntest erst den Sohn uns senden, und dein Aug doch von uns wenden; gäbst nicht auf die Deinen Acht, flehten sie gleich Tag und Nacht? 8. Gott, du hörst mein kind⸗ lich Flehen und erquickst mein Herz mit Ruh. Leben werd ich, nicht vergehen; meine Stärke Gott, bist du! Ueberwinden, überwinden werd ich durch dich alle Sünden und in jenen Him⸗ melshöhn rein vor deinem Antlitz stehn. Johann Caspar Lavater, 4 1801. Mel. Von dir kommt jede gute Gabe. Nor dir, o Gott, sich 275. V kindlich scheuen, ist unser Glück und unsre Pflicht; kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht; drum wirk in mir durch deinen Geist die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 2. In Allem, was ich thu und denke, laß, Herr, das meine Weisheit sein: daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheun; denn wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gieb, daß ich stets zu Her⸗ 152 zen nehme, daß du allgegenwär⸗ tig bist, und, das zu thun, mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier, die mich bei aller Missethat so liebreich noch getragen hat. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit! Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, mich nur um deine Huld bemühn. 6. Gieb, daß ich stets, ein gut Gewissen vor dir zu haben, sorg⸗ sam sei, und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei; nie störe Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln und überall, wo ich auch sei, nach deiner Vor⸗ schrift redlich handeln; du hassest alle Heuchelei! Wer dich von Herzen scheut und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich einst sterben, so schreckt mich weder Tod noch Grab, so werd ich jenes Leben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Gott, deine Furcht bringt Segen ein; ihr Lohn wird groß im Himmel sein. Nach Benjamin Schmolck, 4 1737 Eigene Melodie. 276 Durchbrecher (. aller Bande, der du immer bei uns bist, bei 26. Lieder vomtchristlichen Leben und Wandel. dem Schade, Spott und Schande lauter Lust und Himmel ist, übe ferner dein Gerichte wider un⸗ sern Adamssinn, bis dein treues Angesichte uns führt aus dem Kerker hin. 2. Ists doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk; hiezu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlie⸗ rest, was er dir geschenket hat, und es aus der Unruh führest zu der selgen Ruhestatt. 3. Schaue denn auf unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, um Erlösung beten von der sündigen Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so hart bedrückt, wenn schon unser Geist zu Zeiten sich auf etwas Beßres schickt. 4. Ach, erheb die matten Kräfte, daß sie endlich werden frei, und auch unterm Weltgeschäfte unser Sinn stets himmlisch sei; weg mit Menschenfurcht und Zagen, Zweifel und Bedenklichkeit; fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, fort des Fleisches Weich— lichkeit! 5. Herr, zermalme, Herr, zer⸗ störe diese Macht der Finsterniß; denn der preist nicht deine Ehre, den sie fort zum Tode riß; heb uns aus dem Staub der Sün⸗ den, treib die Lust der Welt hin⸗ aus, laß uns wahre Freiheit fin⸗ den in des ewgen Vaters Haus. 6. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit; wie du's nöthig findest, thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist, der bindet dich im Glau⸗ ben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, welche seine Banden bricht. 2 7. Her sege; K aiment, Ariege, Eud; ae u rufen Rig dod der gebr d. A worben Ahocht u bist auch m und g deinem Onad aus d 9. Sterh sein, ererhe einz süume sein; träun herein del. — 27 chaf hicht, geger Über melr Erde 2. scheh Fleis Mig Gott einzi Rich und wohl 9. kenn carde t, be er un⸗ treues 5 dem Vaters Werk; Fülh Stürt verlie⸗ t hal, fühtes unsce reatu en von N denh r uns schol ch auf Träfte, I„ And Unser weg Zagen, fört u Weich⸗ k, zr⸗ terliß; Chle, 5700 Sül⸗ lt hil⸗ iit fil⸗ 26. Lieder vomchristlichen Leben und Wandel. 7. Herrscher, herrsche; Sieger, siege; König, brauch dein Re⸗ giment, führe deines Reiches Kriege, mach der Sclaverei ein End; ach, die Last treibt uns, zu rufen, Alle flehen wir dich an: zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn. 8. Ach, wie theur sind wir er⸗ worben, nicht der Menschen Knecht zu sein! Drum, so wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, ähnlich deinem heilgen Bild; der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll sich füllt. 9. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein; doch wohlan, du wirst nicht säumen, laß uns nur nicht lässig sein; werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold, 4 1704. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. + chaff et, schaffet, 27˙0. S Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie sichre Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Him⸗ melreich, und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mag ge⸗ schehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und desselben Neigung gehen; sondern, was Gott will und thut, das muß einzig und allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag Fleisch und Blut in Allem übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach, zu be⸗ kennen, daß in euch noch Sünde 153 steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnaden⸗ kraft nur allein das Gute schafft; ja, daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet; selig, wer im Kampf besteht und die Sünden in sich dämpfet; selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreu⸗ zesschmach jaget man dem Frie⸗ den nach; wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwin⸗ gen, so bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg; nur den Siegern wird die Krone bei⸗ gelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen, hat bei Christen keine Statt; sündlich reden, thun und lachen schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach, bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle thun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, denn der kann mit Leib und Seel uns zur Hölle niederschlagen; er ist's, der des Geistes Oel und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Voll⸗ bringen giebt. O, so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen, 8. Und dann schlagt die Sündenglieder, welche Adam in euch regt, in den Kreuzestod dar⸗ nieder, bis ihm seine Macht ge⸗ legt. Was euch ärgert, hauet ab; was euch hindert, werft ins 15⁴4 Grab, und denkt oftmals an die Worte: Dringet durch die enge Pforte! 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach, mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht; gieb mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir; auf daß ich in Jesu Namen so den Glaubenskampf ausführ. Er, er gebe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. Ludwig Andreas Gotter, 4 1735. Mel. Zeuch meinen Geist, triff ꝛc. 27 8. ier legt mein Sinn sich vor dir nieder, mein Geist sucht sei⸗ nen Ursprung wieder; laß dein erfreuend Angesicht zu meiner Armuth sein gericht. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben; laß mich in Christi Tode sterben; o möchte doch in seiner Pein die Eigenheit er⸗ tödtet sein! 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe; jedoch ist von Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 4. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Beist geheiligt werden, der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 5. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu rathen, hier gelten nichts der Menschen Thaten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 26. Lieder vomtchristlichen Leben und Wandel. 6. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben, du bist noch immer treu geblieben; ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 7. Indessen will ich treulich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst, und aus der Sünde Netz mich ziehst. 8. In Hoffnung kann ich fröh⸗ lich sagen: Gott hatt der Hölle Macht geschlagen, er führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 9. Drum will die Sorge mei⸗ ner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen; ach, drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. 10. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke und mich in dein Er⸗ barmen senke, so werd ich von dir angeblickt und tief im Her— zensgrund erquickt. 11. So wächst der Eifer mir im Streite, so faß ich schon des Sieges Beute; ich fühle, daß es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. Christian Friedrich Richter, 4 1711. Mel. Herr Jesu Christ, meins Leb. L. in reines Herz, 279. E Herr, schaff in mir, schleuß zu der Sünde Thor Uund Thür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür, ach, komm und wohne du bei mir, treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel, dei⸗ nem Haus. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend An⸗ gesicht erleuchten mein Herz und Hemüth, chipfter 4. Unt uglich Hn Suätke, einet u 5. S Ruhm a thüm, u Winn, w hi. Ml. Wi 0 leben, mir g mich b nicht mehr Mieg 2. chlof Heil lein nicht so dein . ann cen heib dur 1 den mmer gewiß, machst reulich falsche u dir Us der h ftöh⸗ Hölle t mich ceit in . e mei⸗ Vater, Ke tief in dib hieran nn Er⸗ ch von Her⸗ er mir jon des daß es N Gott, 11 Leb. L. Herß, saff in eThol nd lah meinen meine hne du inigkei el, ei⸗ Geistes 0 M 26. Lieder vomchristlichen Leben und Wandel. 155 Gemüth, o Brunnquell uner⸗ schöpfter Güt! 4. Und mache denn mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich, gieb Weisheit, Stärke, Rath, Verstand aus deiner milden Gnadenhand. 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigen⸗ thum, und dieses achten für Ge⸗ winn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinrich Neuß, 1716. Mel. Wie lieblich ist, o Herr, die Stätte. ie, sollt ich mei— 280. Wé nen Gott nicht lieben, der seinen eignen Sohn mir giebt? Sollt ich nicht innig mich betrüben, daß ihn mein Herz nicht stärker liebt? Was bringt mehr Wonn, als diese Pflicht? Wie groß ist Gottes Liebe nicht! 2. Er hat von Ewigkeit be⸗ schlossen, mein Vater und mein Heil zu sein; und noch ist mir kein Tag verflossen, der mirs nicht sagte: Gott ist dein; er ist so väterlich gesinnt, gieb ihm dein Herz und sei sein Kind! 3. Gieb ihm dein Herz; wer kanns beglücken? wer selig ma⸗ chen? Er allein. Nur er kanns heiligen und schmücken und ewig durch sich selbst erfreun; er kanns weit über allen Schmerz erheben, drum gieb ihm dein Herz. 4. Bei ihm ist Seligkeit die Fülle, und die, die er nur geben kann, beut dir sein väterlicher Wille so gnadenvoll, so freund⸗ lich an. O welch ein Gott, wie väterlich, mit welchem Eifer liebt er dich! 5. Ja, ja, ich seh es, ich em⸗ pfinde die Größe deiner Huld, o Gott, denn du errettest von der Sünde mich selbst durch dei⸗ nes Sohnes Tod; ich war vor deinem Angesicht ein Greul, und— du verwarfst mich nicht. 6. Du riefst, ich ging dir nicht entgegen, du aber nahtest dich zu mir mit deiner Huld, mit deinem Segen und zogst mich väterlich zu dir. Wer gleicht an Liebe dir, wer ist so gut, als du, mein Vater, bist? 7. Ja, dich will ich von gan⸗ zem Herzen, mein Vater lieben, dich allein. Ich will im Glück und auch in Schmerzen mich einzig deiner Liebe freun; und daß ichs könne, schenke du mir Schwachen selbst die Kraft dazu. 8. Gieb, daß ich mich im Guten. übe und heilig sei, weil du es bist. Gieb, daß ich außer dir nichts liebe, als was auch dir gefällig ist. Verhaßt sei jede Sünde mir, denn Sünde ist ein Greul vor dir. 9. Bewahre mich auf deinem Wege. Gieb, daß ich, brüderlich gesinnt, stets alle Menschen lie⸗ ben möge, denn Jeder ist wie ich dein Kind. Mein Herz ver⸗ schließe sich doch nie vor ihnen, denn du liebst auch sie. 10. Nie müsse irgend mich ein Leiden, und wär es auch der bängste Tod, von dir und deiner Liebe scheiden, nie einer Freude Reiz, o Gott! Ich will dich lie⸗ ben und nur dein im Leben und im Tode sein. Nach Benjamin Schmolck, 1 1737. Mel. Lasset uns den Herren preisen. 281 U*6 allen großen * Gütern, die uns⸗ Christus zugetheilt, ist die Lieb in den Gemüthern wie ein Bal⸗ sam, welcher heilt, wie ein Stern, der herrlich blinket, wie ein Klei⸗ * —2 * SSSSI 8888 NVNINNC/ IIEIEEENEEEEEEEE 156 nod, dessen Preis Niemand zu benennen weiß, wie die Schön⸗ heit, die uns winket, und die Lust, die Jedermann zwingen und beselgen kann. 2. Liebe kann uns alles geben, was auf ewig nützt und ziert, ist der Seele wahres Leben und zu Gott uns aufwärts führt; Menschen⸗ oder Engelzungen, sind sie auch noch so beredt, daß nichts ihnen widersteht, wenn nicht Liebe sie durchdrungen, ists nur flüchtiger Gesang, nur ein Erz⸗ und Schellenklang. 3. Was ich von der Weisheit höre, der Erkenntniß Meister⸗— schaft, die geheimnißvollste Lehre, und des Glaubens Wunderkraft, welcher Berge kann versetzen, und was sonst den Menschen ehrt, das verlieret seinen Werth. Alles ist für nichts zu schätzen, wenn sich nicht dabei der Geist, der die Liebe wirkt, erweist. 4. Hätt ich alle meine Habe armen Brüdern zugewandt, opfert ich mich selbst dem Grabe, scheut ich keiner Flammen Brand, gäb ich meinen Leib auf Erden ihnen zu verzehren hin, und behielt den eignen Sinn: würd ich doch nicht besser werden, bis mich wahre Lieb erfüllt, die aus Gottes Herzen quillt. 5. Glaubenssieg und Hoff— nungsblüthe unterstützt uns in der Welt, bis das irdische Ge— biete und der Schöpfungsbau zerfällt; nur der Liebe weite Grenzen strecken sich in Ewig⸗ keit; Alle, die sich ihr geweiht, werden unaufhörlich glänzen. Glaub und Hoffnung bleiben hier, Liebe währet für und für. 6. O du Geist der reinen Liebe, der von Gott du gehest aus, laß 26. Lieder vomtechristlichen Leben und Wandel. mich spüren deine Triebe, komm in meines Herzens Haus; was in mir sich selbst nur suchet, es nicht treu mit Andern meint, mag es Feind sein oder Freund, laß mich achten als verfluchet, lenke meinen ganzen Sinn, Geist der Lieb, zur Liebe hin. Ernst Lange, 4 1727. Mel. Dir, mein Gott, will ich lobs. 282 Hen und Herz ver— * eint zusammen, sucht in Gottes Herzen Ruh, lasset eure Liebesflammen auf⸗ wärts steigen Jesu zu. Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht, und wir der Schein, er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein. 2. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein Jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann! So hat uns der Herr geliebet, so vergoß er einst sein Blut. Jeder Jünger ihn betrübet, der nicht gleich dem Meister thut. 3. Halleluja! welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat; daß der Vater aller Geister, der der Wun⸗ der Abgrund ist, daß du unsicht⸗ barer Meister, uns so fühlbar nahe bist. 4. Ach, du treuer Freund ver⸗ eine deine dir geweihte Schaar, daß sie es so herzlich meine, wie's dein letzter Wille war; ja, ver⸗ bind in deiner Wahrheit, der du selbst die Wahrheit bist, alles, was von deiner Klarheit hellem Schein erleuchtet ist; 5. So wird dein Gebet erhö⸗ ret, daß der Vater alle die, welche sich zu dir gekehret, auch in seine u Eins Eines s Riemen u 6. K daß ma mache Herzen Hebesft kann: Stamm Nann. 7. den, w bis sch Rein g lle d in deil N W Jung Mel. W habe frag merh Gott rühr Lust, bewi 2. berse trost alle eTqu alles dir komm bas chet, es meint, Freund, fluchet, „Geist 1˙2˙. lob. z ver⸗ mmen Ruh, u auf⸗ Ar das er das er der er ist 6„ K en an, grüder kann! liebet, Blut. et, der thut. Höhel, d, daß u, del 5 der Wun⸗ Insich⸗ ühlbat bel⸗ chadd, wiss , bel⸗ der du alles, ellert ohö⸗ e di/ , auc 26. Lie der vomichristlichen Leben und Wandel. 157 in seine Liebe zieh, und daß, wie du Eins mit ihnen, also sie auch Eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 6. Liebe, du hast es geboten, daß man Liebe üben soll; o, so mache doch die todten, trägen Herzen lebensvoll, zünde an die Liebesflamme, daß ein Jeder sehen kann: wir, als die von Einem Stamme, stehen auch für Einen Mann. 7. Laß uns so vereinigt wer⸗ den, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist; alle Herzen laß entbrennen, Herr, in deiner Liebe Schein: also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nitolaus Ludwig, Graf von Zinzendorf, 4 1760. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. 30 ch, wenn ich dich, 283. 2 mein Gott, nur habe! nach Erd und Himmel frag ich nicht; nichts ist, was meine Seele labe, als du, mein Gott, mein Trost und Licht; rühmt sich die Welt mit ihrer Lust, mir ist ohn dich kein Trost bewußt. 2. Soll Leib und Seele mir verschmachten, ich hoffe doch ge⸗ trost auf dich; nichts will ich alle Plagen achten, an dir allein erquick ich mich; regt sich auch alles wider mich, ich bleib an dir und liebe dich. 3. Hab ich nur dich, so hab ich alles, was meine Seele wünschen kann; bei dir fürcht ich mich keines Falles, liebst du mich nur, was ficht mich an? Drum spricht mein Herz: du bist mein Theil, in dir ist meiner Seele Heil. Benj. Schmolck, 4 1737. Mel. In dieser Morgenstunde ꝛc. Odch bin gewiß, daß 284. N weder Tod noch Leben, noch Engel, die des Höch⸗ sten Thron umgeben; nicht Arg⸗ list, noch Gewalt, nicht Freud und Leiden von Gott mich scheiden. 2. Der ewge Gott, der hoch im Himmel thronet, hat uns zum Heil auch nicht des Sohns verscho⸗ net; er hat aus Huld, damit wir möchten leben, ihn hingegeben. 3. Wie sollt er uns mit ihm nicht alles schenken, wenn wir in seine Gnad uns nur versenken? Ja, alles schenkt aus ewigem Erbarmen der Herr uns Armen. 4. So knieet denn, ihr theur erlösten Brüder, voll heißen Danks vor seinem Throne nie— der, bereit und freudig, ihm das ganze Leben zum Dienst zu geben. 5. Wir preisen dich, o Gott, der uns Verlornen herabgesandt hat seinen Eingebornen, und bringen dankbar dir aus reinem Triebe ein Herz voll Liebe. Balthasar Münter, T 1793. Mel. Machs mit mir, Gott, nach ꝛc. 285 Sẽ Jemand spricht: ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glie⸗ der; drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind Alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind wie ich. 3. Ein Heil ist unser Aller Gut; ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes N NO 86689 W + 13 W W 4 78 N V W NV RRENI LIEEEEEEEEEEEE 2 22* 158 Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, Herr von mei⸗ nen Tagen, ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tra⸗ gen? dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lie⸗ ben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt ichs ihm erwiesen; und ich, ich sollt ein Mensch noch sein, und Gott in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Mel. O Gott, du frommer Gott. ieb mir, o Gott, 286. G ein Herz, das jeden Menschen liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigen⸗ nutz und Neid und Härte flieht, und sich um Andrer Glück wie um sein Glück bemüht. 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir giebst, ihm hülfreich mitzutheilen: nicht aus dem eit⸗ len Trieb, groß vor der Welt zu sein und mich verehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. 3. Dies sei mein Gottesdienst. Auch unbemerkt von ihnen müß Andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohl⸗ 26. Lieder vomtchristlichen Leben und Wandel. that an, nein, was ich Brüdern thu, Gott, das sei dir gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Dürstenden begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer Andre stärkt: nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Sucht wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmäh— sucht kränke nie mein Wort des Nächsten Ruh, es rühme sein Verdienst, deck seine Fehler zu. 6. Die Rach ist dein, o Gott, du sprichst: Ich will vergelten! Drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf mich schelten; gieb, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit ein⸗ geschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen; noch stärker müsse mich sein ewig Glück er⸗ freun, und ihm zum Seelenheil mein Herz behülflich sein. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bestärken, den, der noch sicher ist bei seines Flei⸗ sches Werken, von der verkehrten Bahn zum rechten Weg zu ziehn: dazu verleih mir Kraft, und segne mein Bemühn. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe durch deine Lieb und Furcht zu wahrer Men⸗ schenliebe. Wer nicht den Näch⸗ sten liebt, geht nicht vJum Himmel ein: laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Ml. 9 W Christe mitleid 25 Not ist Pfl die G0 2. 6 den, träͤnkt kleiden kränkt stltten 5. lieben rüdem jethan. n mein gegnet; lit den uet; ein And im nicht on dit, t Hen so lah Brüder ichmäh⸗ ort deh ne sein ler zu. 0 Goth gelten. „ Weni ; gich, mir zu er mich flucht. allein nit ein⸗ meinen stärker lück e⸗ elenhel . wanl u eh, s Fle rkehrin Nyehn: 1, 10 1 Hen, deil 1 Mal Mih⸗ Himne ö; Goth — +179, 1 17⁰ 26. Lieder vomichristlichen Leben und Wandel. 159 Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. ohlzuthun und 287. Wẽ mitzutheilen, Christen, das vergesset nicht; mitleidsvoll zu Hülfe eilen, wo es Noth thut und gebricht, das ist Pflicht, die Jesus lehret, und die Gott, den Höchsten, ehret. 2. Speiset die, so Hunger lei⸗ den, und wer durstig ist, den tränkt; eilt, die Nackenden zu kleiden; tröstet, die der Kummer kränkt; Schwache sucht zu unter⸗ stützen, Unterdrückte zu beschützen. 3. Nicht nur denen, die euch lieben, oder erst um Hülfe flehn, nein, von Liebeslust getrieben, Allen eilet beizustehn; schafft auch unverhoffte Freuden denen, die im Stillen leiden. 4. Und das sei dir keine Bürde, keine saure Pflicht, o Christ; Lust ists, hohe Ehr und Würde, wenn du mild und hülfreich bist. Welch ein Ruhm für dich Erlösten, arme Brüder Jesu trösten! 5. Ach, wie lohnts mit sanf⸗ ten Freuden, der Verlaßnen Helfer sein, Brüder, die in Trüb⸗ sal leiden, mit des Vaters Trost erfreun! Ein geängstet Herz erquicken, welch ein heiliges Entzücken! 6. Laßt uns eilen, unsre Ga⸗ ben, weil es Zeit ist, auszustreun; was wir hier gesäet haben, ern⸗ ten wir einst reichlich ein. Seid barmherzig, helft den Armen, Gott wird euer sich erbarmen. Johann Paulmann, um 1779. Mel. Wachet auf, ruft uns die St. 288 Rii euch, ihr Christenleute! Die Feinde suchen euch zur Beute; ja, Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell? Hier ist Immanuel. Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lü⸗ sten; besieget sie, die ihr seid Chri⸗ sten, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Na⸗ men, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glau⸗ bens Ritterschaft? Wer hier er⸗ müden will, der schaue auf das Ziel! Da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit, so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wengen Jahre, eh ihr kommt auf die Todtenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Todten wecken, und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Eott Lob, wir sind versöhnt! Daß uns die Welt verhöhnt, währt nicht lange; und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mach aus denen Ueberwin⸗ der, die du erkauft mit deinem Blut. Schaff in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Muth. Geuß auf uns aus den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen: so halten wir ge⸗ treu an dir im Tod und Leben, für und für. Wilhelm Erasmus Arends, 4 1721. Eigene Melodie. inge recht, wenn 289. R Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. (WIU N WENN. △ 5 8. V — & — 58E BI 160 26. Lieder vomchristlichen Leben und Wandel. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Ge⸗ dränge, was nicht strebt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will dir Satan widerstre⸗ ben, werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an, laß dich keine Zeit gereuen, wärs auch Tag und Nacht gethan. 6. Hast du dann die Perl er⸗ rungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse hast bezwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. 7. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du hast; recht beharren ist das Beste, Rückfall bringt dir neue Last. 8. Laß dein Auge ja nicht gaf⸗ fen nach der schnöden Eitelkeit, bleibe Tag und Nacht in Waf⸗ fen, fliehe träge Sicherheit. 9. Laß dem Fleische nicht den Willen, laß der Lust den Zügel nicht; willst du die Begierden stil⸗ len, so verlischt das Gnadenlicht. 10. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, wankt nicht gleich dem Rohr im Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 11. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß nicht von des FleischesPflege, hält sich selber nichts zu gut. 12. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schatz doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 13. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, streitet recht und fürchtet euch, so geht alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. Johann Joseph Winckler, 4 1722. Mel. Was Gott thut, das ist wohlg. uf Gott und nicht 290. A auf meinen Rath will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nützen würde, be⸗ stimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tra⸗ gen, als selbst das widrige Ge— schick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es Kei⸗ nem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herr⸗ lichkeit? Wie bald ist sie ver⸗ schwunden! Was ist das Leiden deser vunde et sil i, hillt! Chr Mal. l 20 habh Mal hl, iht fürchtet weiter nelteith 1 1522. t wohhz d nicht n Rath len und hat, mit r, der t‚ Wild 1s Got wigkei, ode, be⸗ , mein Was luch ein aubens väre? in Herh bitti, Wwährt te. Er iterlich , sein estöttes zu tra⸗ e O lagen! och del dHahe kabe. ahchast s Kel Chlh, cht das Gottes U Wild rübsa Hell“ o bel⸗ Ceiden 26. Lieder vomichristlichen Leben und Wandel. 161 dieser Zeit? Wie bald ists über⸗ wunden! Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröh⸗ lich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 5 Odch bin ein Gast 291. ꝗ auf Erden und hab hier keinen Stand; der Him⸗ mel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier reis ich bis zum Grabe; dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schleußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an als Müh und Noth gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so man⸗ chen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Rath. Wie mußten die sich plagen, in was für Weh und Schmerz, in was für Furcht und Zagen sank oft ihr armes Herz! 4. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben in dieser Zeitlichkeit? Es muß ja durch⸗ gedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein! 5. So will ich zwar nun trei⸗ ben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt; ich wandre meine Straßen, die zu der Hei⸗ math führt, da mich ohn alle Maßen mein Vater trösten wird. 6. Mein Heimath ist dort oben, da aller Engel Schaar den gro— ßen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nach⸗ dem's ihm wohl gefällt. 7. Zu dem steht mein Ver⸗ langen, da wollt ich gerne hin: die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin; je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist gefalle; das Meist ist Eitelkeit. 8. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel: ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein seligs Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft! 9. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hie gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 10. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ew⸗ gen Wonne, da ich stets freuden⸗ voll, gleich als die helle Sonne, nächst Andern leuchten soll. 11. Da will ich immer woh— nen und nicht nur als ein Gast bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem gro⸗ ßen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbtheil ruhn. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. ott, der du Her⸗ 292. G zenslenner bist, Herr, dem die Falschheit Gräuel ist und jede Lüg Verbrechen: 9 986— 162 26. Lieder vomiechristlichen Leben und Wandel. kein Wort spricht je ein falscher Mund, das dir, Allwissender, nicht kund; du, Heiliger, wirst rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein, wie's Christen ziemt, aufrichtig sein. 2. Und wenn ich schwörend vor dir steh, dir in dein heilig Antlitz seh, die Hand zum Him-⸗ mel hebe, wenn ich zum Zeugen feierlich anrufe, Hocherhabner, dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge f frei. 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmähn und frech mit Lügen vor dir stehn, dann laß mein Herz erschrecken. Weh dem, der Gott und Gottes Macht zum Siegel seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken. Herz, schau den Gott mit Zittern an, der Leib und Seel verderben kann. 4. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Him— mel nicht mein Erbe; wenn mich beim Leiden dieser Zeit kein Trost vom Himmel mehr erfreut, kein Trost mehr, wenn ich sterbe; wenn Gott und Jesus nicht mehr mein: dann besser nie geboren sein! 5. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, kein Fürstenthum und keine Welt soll mich so weit ver⸗ führen! Um alle Leiden dieser Zeit will ich doch Gott und Selig⸗ keit muthwillig nicht verlieren. Wie klein mein Glück auch immer sei: nur Gott und reines Herz dabei! 6. Gott, lehre mich bei jedem Eid aus Furcht vor deiner Hei— ligkeit die lautre Wahrheit spre⸗ chen; beschwör ich heilig Amt und Pflicht, so laß mich auch im Kleinsten nicht die theure Zusag brechen. Auch dir, Gott, schwör ich treu zu sein; erhalt mich ewig, ewig dein. Carl Bickel, 4 1809. Mel. Jesus meine Zuversicht. 293 H*⁰⁰⁴ heilig sei der 29˙. Eid euch, ihr Christen, die ihr schwöret. Denkt an die Gerechtigkeit eures Rich⸗ ters, der euch höret; alles bringt er an das Licht, alles muß vor sein Gericht. 2. Hebt ihr eure Hand zum Schwur, dann ergreif euch heil⸗ ger Schrecken; weiß es keine Creatur, Gott, der weiß es, wirds entdecken, wenn ihr frevelhaft den Eid durch ein falsches Wort entweiht. 3. Zittert, das Gewissen wacht; ja, es wird mit Feuerflammen euch beim Graun der Mitter⸗ nacht, selbst beim Tageslicht ver⸗ dammen. Wo man falsche Eide schwört, droht ein furchtbar Racheschwerdt. 4. Selbst das höchste Lebens⸗ glück muß zum Fluch dem Mein⸗ eid werden; Gott nimmt alle Huld zurück, alles Heil verdorrt uf Erden, jede Freude wird ver⸗ 9156 und zur Wüste wird die Welt. 5. Drum für aller Welt Ge⸗ Wiün geb ich nicht des Herzens Ruhe, nicht die Ueberzeugung hin, recht und wahr sei, was ich thue. Arm und niedrig mag ich sein, bleib ich nur vom Meineid rein. Joh. Andr. Cramer, 7 1788. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 204. We ich nur Gutes habe, ist deine milde Gabe, du Vater alles Lichts! Mein Dasein und mein Leben ward mir von dir gegeben, und ohne dich vermag ich nichts. 2. Frafte hab il isto, u satz w bin ic 0. steue, Teue Du o Ind Wdter 4. ben, Rele Rch, Dor esse 5 Hul mir lie Oer. Cig 6 Wa R he str V schwör ich ewig, + 1800. sicht. sei der ch, iht Denlt 5 Rich⸗ Sbringt nuß vor nd zum Uch 5 keine „wirds evelhaft s Wolt wacht, lammen Mittes⸗ icht del⸗ he Cidt Urchtbar Lebens⸗ Meih⸗ mnt all verdorn ird vel die Wel. gelt Oe Herzele eugu 0 was ih mag 10 Meineid 17⁸⁰ zälder, Gutt ů de 11 ch V Pbell 2„ I H16. 26. Lieder vomichristlichen Leben und Wandel. 2. Verstand und Lust und Kräfte zum nützlichen Geschäfte hab ich aus deiner Huld. Dein ists, wenn gute Thaten dem Vor⸗ satz wohl gerathen; an Fehlern bin ich selber Schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, wer schafft mirs? Deine Treue, du Herr der ganzen Welt! Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie es dir, Vater, wohlgefällt. 4. Sollt ich mich denn erhe⸗ ben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes widerfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, Herr aller rl die du mir stets erzeigt; o laß michs nie vergessen, wann sich mein Herz vermessen zum Stolz und Eigendünkel neigt. 6. Das nützlich anzuwenden, was du mit Vaterhänden mir gütig zugewandt, dies sei in mei⸗ nem Leben mein eifrigstes Be⸗ streben, dazu gieb Demuth und Verstand. Chr. Fürchteg. Gellert, 4 1769. Mel. Jesus meine Zuversicht. err der Zeit und 295. H Ewigkeit, gieb doch, daß ich bis ans Ende so, wie mir dein Wort gebeut, klüglich meine Zeit verwende, die mir noch dein weiser Rath auf der Welt beschieden hat. 2. Wie ein Traum, so schnell entfliehn unsre Jahre, Tag und Stunden. Doch mein Werk und mein Bemühn ist mit ihnen nicht verschwunden. Ein Gericht der Ewigkeit folgt auf diese Ar— beitszeit. 3. Gott, wie ungenützt sind 163 schon hier so manche meiner Zei⸗ ten mir auf immerhin entflohn unter schnöden Eitelkeiten! Thö⸗ richt ward die Zeit vollbracht, die mich jetzt bekümmert macht. 4. Doch erbarmend schenkst du mir jetzt noch Zeit und Raum zur Buße. Herr, ich komm und falle dir voller Schmerz beschämt zu Fuße: sei mir gnädig! sieh, mich reut meine hier verlorne Zeit. 5. Wiederbringen kann ich nicht, was mir einmal ist verschwunden; doch ich bin der Zuversicht, nütz ich nur getreu die Stunden, die du mir noch ferner schenkst, daß du 6Lehre mein gedenkst. 6. Lehre mich die kurze Frist, die du mir hier zugemessen, wie es dir gefällig ist, brauchen, und es nie vergessen: hier nur sei die Uebungszeit zu dem Glück der Ewigkeit. 7. Säen muß ich hier mit Fleiß für die Erndte jenes Lebens, o wie glücklich, daß ich weiß, dies geschehe nicht vergebens. Ewig freut sich seiner Saat, wer hier treulich Gutes that. 8. Gott, laß deinen guten Geist mich zu dieser Weisheit führen und, wie es dein Wort verheißt, meinen Wandel so regieren, daß ich Gutes hier ausstreu und mich dessen ewig freu. Johann Samuel Dieterich, 1797. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 296 Dommt, Brüder, laßt * uns gehen, der Abend kommt herbei; es ist ge⸗ fährlich stehen in dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Muth, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur audern; es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen 16⁴ der schmale Pilgerpfad; wir ken⸗ nen ja den Treuen, der uns ge⸗ rufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; ein Jeder sein Ge⸗ sichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem. 3. Schmückt euer Herz aufs Beste, und mehr als Leib und Haus. Wir sind hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Wir gehn ins Ewge ein. Mit Gott muß unser Handel, im Himmel unser Wandel und Herz und alles sein. 4. Kommt, Brüder, laßt uns gehen; der Heiland gehet mit; er selbst will bei uns stehen in jedem sauern Tritt. Das Aug nur eingekehrt, da seine Liebe winket und dem, der folgt und sintet, den wahren Ausgang lehrt. 5. Kommt, Brüder, laßt uns wandern, wir gehen Hand in Hand; Eins freuet sich am An⸗ dern in diesem fremden Land. Kommt, laßt uns kindlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten; die Engel selbst begleiten als Brüder unsre Reihn. 6. Und sollt ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu; man trag, man helfe Allen, man pflanze Fried und Ruh. Kommt, schließt euch fester an! ein Jeder sei der Kleinste, doch wohl auch gern der Reinste auf unsrer Pilgerbahn. 7. Kommt, laßt uns munter wandern, der Weg nimmt im⸗ mer ab; ein Tag, der folgt dem andern; bald fällt der Leib ins Grab. Nur noch ein wenig Muth, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ewgen Gut. 8. Es wird nicht lang mehr währen, harrt noch ein wenig 26. Lieder vomtechristlichen Leben und Wandel. aus; es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn. Wenn wir mit allen Frommen heim zu dem Vater kommen, wie wohl, wie wohl wirds thun! 9. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl Wagens werth, und gründlich dem ab— sagen, was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein! wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten; es soll nur Jesus sein. Gerhard Tersteegen, 4 1769. Mel. Valet will ich dir geben. 297. kennt der Herr Vdie Seinen und hat sie stets ui die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land; er läßt sie nicht ver⸗ derben, er führt sie aus und ein; im Leben und im Sterben sind sie und bleiben sein. 2. Er kennet seine Schaaren am Glauben, der nicht schaut und doch dem Unsichtbaren, als säh er ihn, vertraut; der aus dem Wort gezeuget und durch das Wort sich nährt und vor dem Wort sich beuget, und mit dem Wort sich wehrt. 3. Er kennt sie als die Sei⸗ nen an ihrer Hoffnung Muth, die fröhlich auf dem Einen, daß er der Herr ist, ruht; in seiner Wahrheit Glanze sich sonnet frei und kühn die wunderbare Pflanze, die immerdar ist grün. 4. Er kennt sie an der Liebe, die seiner Liebe Frucht, und die mit lauterm Triebe ihm zu ge⸗ fallen sucht; die Andern so be⸗ gegnet, wie er das Herz bewegt; die segnet, wie er segnet, und trägt, wie er sie trägt. — 5. So hilf uns, Herr, zum Oaaub Heie muben Ind W dich d Ins d Rechte Mel. 2 M I krönt Ah,e en L dich mir ich e Ind V. chen stoht chen 9 mehr r nach ruhn. rommen ommen, Sthun! denn Wagens em ab⸗ schwett. in! wir hin in Jesus + 1769. jeben. r Herr en und Großen m Volt icht ver⸗ us und Sterben . chaaren schaut ren, ale Her aus d dutch nd vot und mit die Sei⸗ Nuhh ien, daß seinet sonnet derbare st grün. r Lech/ und die u ge⸗ so be⸗ hewegt , Und „ zum 26. Lieder vomtchristlichen Leben und Wandel. Glauben, und halt uns fest da⸗ bei; laß nichts die Hoffnung rauben, die Liebe herzlich sei; und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn, so laß uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn. Philipp Spitta, 4 1859. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 0 nicht der Anfang, 298. N nur das Ende krönt des Christen Glaubensstreit. Ach, getreuer Gott, vollende mei⸗ nen Lauf in dieser Zeit; hab ich dich einmal erkannt, so verleih mir auch Bestand, daß ich, bis ich einst erkalte, Glauben, Lieb und Hoffnung halte. 2. Laß mich einem Felsen glei⸗ chen, der in Sturm und Wellen steht; laß mich nicht zurücke wei⸗ chen, wenn mich Noth und Tod umfäht. Sei mein Anker, der nicht bricht, sei mein Stern und helles Licht, daß ich nie von dir mich scheide und am Glauben Schiffbruch leide. 3. Laß mich halten, was ich habe, daß mir nichts die Krone nimmt. Es ist deines Geistes Gabe, daß mein Glaubensdocht noch glimmt; lösche nicht dies Fünklein aus, mach ein helles Feuer draus; laß es ungestöret brennen, dich vor aller Welt be— kennen. 4. Du hast meinen Grund geleget; Jesus, der mein Grund⸗ stein ist, wird durch keine Macht beweget, ihn verrücket keine List. Laß mich fest auf ihm bestehn, nimmermehr zu Grunde gehn, wenn sich Macht und List bemü⸗ hen, mich von Christo abzuziehen. 5. Jesu, hilf mir dir anhan⸗ gen, wie das Schaf am Hirten hängt, stets im Glauben dich um⸗ 165 fangen, wie mich deine Gnad umfängt. Kommt es dann zur letzten Noth, so versiegle mir im Tod, was ich dir geglaubt auf Erden, und laß es zum Schauen werden! Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Jesus meine Zuversicht. Deele, was ermüdst 299. S du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald' verzehren sich und dann ganz zu nichte werden. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott auf⸗ schwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen, suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil der Lebensquelle zu, da kannst du sie reichlich haben; suche Je⸗ sum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unselge Pein, die der Sünde Reich gebieret; laß nur den dein Labsal sein, der zur Glaubensfreude führet; suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 5. Geh in Einfalt stets um⸗ her, laß dir nichts das Ziel ver— rücken, Gott wird aus dem Lie⸗ besmeer dich, den Müden, wohl erquicken; suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 6. Schwinge dich recht oft im Geist über alle Himmelshöhen, laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen; suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 7. Nahe dich dem lautern CSCXIXIIIIICCEIENCNCEETR 166 Strom, der vom Thron des Lam⸗ 26. Lieder vomtechristlichen Leben und Wandel. Giebt sie mir die Zuversicht, daß V WIE nie ve W mes fließet, und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet; suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 8. Laß dir seine Majestät im⸗ merdar vor Augen schweben, laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben; suche Je⸗ sum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 9. Bleibe nur getrost und still, du wirst schon zum Ziel gelan⸗ gen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen; suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. Jakob Gabriel Wolf, 4 1754. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. ollt ich jetzt noch, 300. S da 7 schon deine Güt erschienen, dich ver— lassen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen; mit den Lüsten dieser Zeit wieder mich beflecken, und nicht mehr die Süßigkeit deiner Liebe schmecken? 2. Hab ich doch allein bei dir meine Ruh gefunden; Mittler, heilest du doch mir alle meine Wunden! Und ich sollte dein Gebot gleich dem Frevler hassen, und mein Recht an deinem Tod wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib ein Christ, halt auf deine Lehren, lasse keine Macht noch List mir den Glauben wehren. Fielen tausend ab, nicht ich; mags die Welt verdrießen, sie wird mein Vertraun auf dich mir doch las— sen müssen. 4. Zeigt sie mir ein Heil wie du? Bringt sie Kraft den Mü⸗ den, den Bedrängten Trost und Ruh, Sündern Gottes Frieden? ich trotz dem Grabe deiner Ewig⸗ keiten Licht zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wenn vor Gott einst die Völker stehen und das Leben und der Tod ihm zur Seite stehen; wenn der Sichre nun zu spät aus dem Schlaf erwachet, und der Spötter, der hier schmäht, staunt und nicht mehr lachet? 6. O wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße; da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde! 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht, noch Freuden sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Sünde, Welt und Eitelkeit und des Flei⸗ sches Triebe, alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe! Balthasar Münter, 4 1793. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 301 Saaf. o Christ, ist Jesu Joch, und was kann bei ihm uns fehlen? O wie selig sind wir doch durch den Retter unsrer Seelen! Welche Wonn und Herrlichkeit wartet unser nach der Zeit! 2. Freue deines Glaubens dich, deines Gottes, seines Sohnes; deine Seele rühme sich ihrer Hoffnung, seines Lohnes, frei, voll Muth und unverstellt, freu⸗ dig vor der ganzen Welt. 3. Hat gleich sein Bekenntniß hier seine Leiden und Beschwer⸗ den, dennoch sei ihm treu, denn dir sollen ewge Freuden werden. Was ist gegen solch ein Glück dieses Lebens Augenblick? Spött schmd Mih derL Wider . gleich Glau tes! diren Mur verle 0. dein Rest cht, daß u habe! enn vor hen und ihm zut ö Sichn Schlaf ter, dei ud nich henn ich 3e, Jesu, Ooltes eiß, aun voffnung nfehlbat finde! licht dai Freudel ud Goll, Sünde des Flii wind it Liebe! 1 1700 ich nich. rist, i och, I fehlen“ ch dulch Welch waltel ens dich Sohnes; ihte 5, flo, lt, flell lt. enntuuß eschwel⸗ denn Werdell Old 26. Lieder vomichristlichen Leben und Wandel. 167 J. Schäme seines Worts dich nie vor den Frevlern, vor den Spöttern; wenn sie ihn ver— schmähn, wenn sie sich und ihren Witz vergöttern. Was vermag der Lästrer Spott wider Jesum, wider Gott? 5. Was vermag er, tobt er gleich wider dich und deinen Glauben? Gottes Beifall, Got— tes Reich kann doch keine Macht dir rauben. Halte dich an dem nur fest, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat nicht dein Herr für dein ewges Heil gestritten! Jene Schaar der Märtyrer, was hat die für ihn gelitten! Schmach und Marter, selbst den Tod litten sie getrost für Gott. 7. Und der Spötter Witz und Hohn könnte je dein Herz ver⸗ führen, deinen Himmel und den Lohn deines Glaubens zu ver⸗ lieren? Nein, o Christ, nein, wanke nie; fleh um Rettung auch für sie! §. Sei getreu bis in den Tod, denn du glaubest nicht vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Wonne jenes Lebens, und nach einem kurzen Streit krönt dich seine Herrlichkeit. oh. Andreas Cramer, 7 1788. Mel. O Durchbrecher aller Bande. He Tleibt bei dem, der 302. B euretwillen auf die Erde niederkam, der, um euren Schmerz zu stillen, tau— send Schmerzen auf sich nahm. Bleibt bei dem, der einzig blei⸗ bet, wenn auch alles untergeht, der, wenn alles auch zerstäubet, siegend überm Staube steht. 2. Alles schwindet; Herzen bre⸗ chen, denen ihr euch hier ergabt, und der Mund hört auf zu spre⸗ chen, der euch oft mit Trost gelabt, und der Arm, der euch zum Stabe und zum Schilde ward, erstarrt, und das Auge schläft im Grabe, das euch sorgsam einst bewahrt. 3. Alles stirbt; das Irdsche findet in dem Irdischen sein Grab; alle Lust der Welt verschwindet und das Herz stirbt selbst ihr ab. Irdsches Wesen muß verwesen, irdsche Flamme muß verglühn, irdsche Fessel muß sich lösen, irdsche Blüthe muß verblühn. 4. Doch der Herr steht überm Staube alles Irdischen und spricht: stütze dich auf mich und glaube, hoffe, lieb und fürchte nicht. Darum bleibt bei dem, der bleibet und der geben kann, was bleibt, der, wenn ihr euch ihm verschreibet, euch ins Buch des Lebens schreibt. Philipp Spitta, 4 1859. 27. Morgen- und Abendlieder. a. Morgenlieder. Eigene Melodie. 303 A· meines Her⸗ 599. zens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde und all mein Le⸗ benlang, Herr Gott, auf deinem Thron, zu Lob dir, Preis und Ehren durch Christum, unsern Herren, den eingebornen Sohn: 2. Daß du mich hast aus Gna⸗ den in der vergangnen Nacht vor Noth, Gefahr und Schaden V. N —( 168 behütet und bewacht. Ich bitt demüthiglich, wollst mir die Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vor Sa⸗ tans List und Wüthen, vor Sün⸗ den und vor Schmach, vor Feur⸗ und Wassersnoth, vor Armuth und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem, schnellem Tod. 4. Mein Seel, mein Leib, mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr und Kind sei dir, Herr, übergeben, dazu mein Hausgesind, als dein Geschenk und Gab, die Eltern und Verwandten, Geschwister und Be⸗ kannten und alles, was ich hab. 5. Gott will ich lassen rathen, der alle Ding vermag. Er segne meine Thaten, helf mir in mei⸗ ner Sach. Ihm hab ich heim— gestellt Leib, Seele, Gut und Leben, und was er sonst gege⸗ ben; er machs, wie's ihm gefällt. 6. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran: in mei⸗ nes Gottes Namen ist alles wohlgethan. Nun streck ich aus die Hand, greif an mein Werk mit Freuden, das Gott mir will bescheiden in meinem Amt und Stand. Johann Mathesius, 1 1565. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns w. as walt Gott 304. D Vater und Gott Sohn, Gott heilger Geist im Himmelsthron! Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht; wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Mor⸗ gen früh in rechter Andacht meine Knie und ruf zu dir mit heller Stimm: dein Ohr mir neig, mein Red vernimm! 27. Morgen⸗ und Abendlieder. 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig hast behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Frieden zu⸗ gebracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch heut in deine Hut, und laß die lieben Engel dein um mich auf meinen Wegen sein. 5. Dein Geist mein Leib und Seel regier und mich mit seinen Gaben zier; er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich, vom Uebel abgewandt, mein Seel mit Sünden nicht beschwer und mein Gewissen nicht versehr. 7. Mein Aus⸗ und Eingang heut bewahr, daß mir kein Uebel widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod, und hilf mir, wo mir Hülf ist noth. 8. Amen, o mein Herr Jesu Christ, der du für mich gestorben bist, gieb uns aus Gnad nach dieser Zeit die ewge Freud und Seligkeit. Martin Behemb, 4 1622. Eigene Melodie. ott des Himmels 305. G und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt wer⸗ den, Sonn und Mond uns schei⸗ nen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist, erhält; 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht Nurge sinde da 0 sür! 4. Mor und wemn elsch dabo 5. leite Vor meir u deine ig hast finstre durch auch aß die ich auf ib und seinen heut 9 was vor h/ vom eel mit d mein ingang Uebel vor mir, Jesu torben d nach d und 1022. mmels Erden, Geist t Wel⸗ schel nd die Rhält, boh dieser Noth 1und eindes ist. Heiner Nacht 27. Morgen⸗ und Abendlieder. 169 vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden dein Erbarmen offen stehn, da alleine Hülf und Rath ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort! Nirgends, als bei dir allein, kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele sammt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand! Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigenthum. 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende und mich halt in guter Acht; der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu! Heinrich Albert, 4 1668. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren. 3 ach auf, mein 306. Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem treuen Menschenhüter! 2. Als Nacht und dunkle Schat⸗ ten mich ganz umfangen hatten, hat mich kein Leid versehret; du, Vater, hast's verwehret. 3. Du sprachst: mein Kind, nun liege, mein starker Schutz dir gnüge, schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen! 4. Dein Wort, Herr, ist ge⸗ schehen; ich kann das Licht noch sehen, von Noth bin ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben; hier bring ich meine Gaben: mein Weihrauch, Farr und Wid⸗ der sind mein Gebet und Lieder. 6. Die wirst du nicht verschmä⸗ hen; du kannst ins Herz mir sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Beßres habe. 7. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir, und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich: Ja! zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste ra⸗ then, und Anfang, Mittel, Ende, ach Herr, zum Besten wende. 9. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt, 4 1676. Eigene Melodie. 307 0115 den Herren * Alle, die ihn ehren! Laßt uns mit Freuden seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. Lobet den Herren! 2. Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket. Lobet den Herren! 3. Daß unsre Sinnen wir noch brauchen können und Händ und Füße, Zung und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren! 4. O treuer Hüter, Brunnen aller Güter, ach, laß doch ferner über unser Leben bei Tag und Nacht dein Hut und Güte schwe⸗ ben. Lobet den Herren! 8* YN 90 N V + 1F—38 C SININIINNENNEREEEEEE 170 27. Morgen⸗ und Abendlieder. 5. Gieb, daß wir heute, Herr, durch dein Geleite auf unsern Wegen unverhindert gehen und überall in deiner Gnade stehen. Lobet den Herren! 6. Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen. Lehr uns ver⸗ richten heilige Geschäfte, und wo wir schwach sind, da gieb du uns Kräfte. Lobet den Herren! 7. Richt unsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit deinen Stra⸗ fen, sondern fromm zu werden vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren! 8. Herr, du wirst kommen und all deine Frommen, die sich be— kehren, gnädig dahin bringen, da alle Engel ewig, ewig singen: Lobet den Herren! Paul Gerhardt, 4 1676. Eigene Melodie. 308 orgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte, und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgenthau fall auf unser matt Gewissen, laß die dürre Lebensau deinen süßen Trost genießen, und erquick uns, deine Schaar, immerdar. 3. Gieb, daß deiner Liebe Gluth unsre kalten Werke tödte und er⸗ weck uns Herz und Muth bei er⸗ standner Morgenröthe, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 4. Ach, du Aufgang aus der Höh, gieb, daß auch am jüngsten Tage unser Leib verklärt ersteh, und, entfernt von aller Plage, selig jene Freudenbahn wandeln kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne; führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Christian Knorr von Rosenroth, 4 1688. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. ott, du Licht, das 309. G ewig bleibet, das ohn allen Wechsel ist, das die Fin⸗ sterniß vertreibet, der du bleibest, wie du bist; ich verlasse meine Ruh; rufe: werde Licht! mir zu, daß ich, der ich Nacht und Erde, durch dein Licht verkläret werde. 2. Wecke, da der Leib geschla⸗ fen, auch die Seele geistlich auf; gieb ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf; laß mich sein des Lichtes Kind, hilf mir, weil ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in dei⸗ nem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt; ach, erneure und verkläre stets in mir dein Ebenbild! Sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und Ein Geist mit Christo werde. 4. Segne meiner Hände Werke, fördre mich in meiner Pflicht; bleibe meiner Schwachheit Stärke, meines Lebens Kraft und Licht; laß mein Lebensziel allein deines Namens Ehre sein; hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Nächsten übe. 5. Führ mich einst zu jenem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angesichte die verklärte Seele steht, heller, als der Sonnenschein, schön, unsterb⸗ lich, engelrein; laß sie sein mit dir vereinet, wenn mein letzter Tag erscheinet. Sal. Franck, 4 1725. Ml. Hergal Dengle fange ist, N at fi end V mein Ich! deine mit'e ganz Opfe verm 5 0 dein erw U Hen llle 4 zun Wo all a mi Le 27. Morgen⸗ und A bendlieder. 171 nenfech Mel. O Gott, du frommer Gott. Geistes Kraft es also führ und Wonne, 310 O Jesu, süßes Licht, lenke, daß alles nur gescheh zu öht, nie 2 nun ist die Nacht deines Namens Ruhm, und daß vergangen; nun hat dein Gna- ich unverrückt verbleib dein Eigen⸗ l6 denglanz aufs Neue mich um- thum. Idachim Lange, 4 1744. fangen; nun ist, was an mir ie Seelk ist, vom Schlafe aufgeweckt, und Mel. Gott des Himmels u. der Erden. t, das hat sich, Herr, nach dir, verlan⸗ 311 H den Gott, durch det, das gend ausgestreckt.* deinen Segen die Fin⸗ 2. Was soll ich dir denn nun, konnt ich fröhlich und gesund eibet, mein Gott, für Opfer schenken? diese Nacht zurücke legen; dafür meine Ich will mich ganz und gar in preist dich Herz und Mund; mir zu, deine Gnade senken mit Leib, denn du willst für alle Treu Erde, mit Seel, mit Geist, heut diesen nichts, als daß man dankbar sei. werde. ganzen Tag; das soll mein 2. Segne heute mich von geschla⸗ Opfer sein, weil ich sonst nichts Neuem, weil du segnen kannst ch auf; vermag. und mußt; denn mit Wohlthun Waffen, 3. Drum siehe da, mein Gott, zu erfreuen, das ist deine Her⸗ I; laß da hast du meine Seele; sie sei zenslust, und du machst die milde 1d, hif dein Eigenthum, daß sie nur dich Hand täglich aller Welt bekannt. „Jau, erwähle in deiner Liebe Kraft; 3. Segne mich mit deinem in dei da hast du meinen Geist, darin⸗ Geiste, daß er heut mit seiner nen wollst du dich verklären Kraft meinem Glauben Beistand 2. und allermeist. leiste, daß er gute Werke schafft, Setle 4. Da sei denn auch mein Leib und dem Bösen insgemein mag jerklär zum Tempel dir ergeben, zur ein wackrer Gegner sän. Sende Wohnung und zum Haus. Ach, 4. Segne mich mit Christi der en allerliebstes Leben, ach, wohn, Blute ber verübter Missethat, ab ih ach, leb in mir, beweg und rege weil er das auch mir zu gute Ei mich, so hat Geist, Seel und mildiglich vergossen hat. Gläu⸗ Leib mit dir vereinigt sich. big halte ich daran, daß mich Werke 5. Mein Jesu, schmücke mich nichts verdammen kann. ö Mich mit Weisheit und mit Liebe, mit 5. Segne mich mit deinem Zlͤth Keuschheit und Geduld durch dei⸗ Worte, schreib es in mein Herz gdt nes Geistes Triebe; auch mit der herein, daß es mag an jedem Orte Demuth mich vor Allem kleide meines Wandels Richtschnur sein. I. an, so bin ich wohlgeschmückt Leuchtet mir dies Lebenslicht, o daßi und köstlich angethan. so fehl und fall ich nicht. meinen 6. Gieb, daß doch diesen Tag 6. Segne mich in meinem ö mir stets vor Augen schwebe, daß Stande, zeuch mein Herz mit Ie dein Allgegenwart mich gleich der Klugheit an, daß ich solchen ohne sje Luft umgebe; auf daß mein Schande und mit Ehren führen hte de ganzes Thun durch Herz, durch kann. Gieb dazu mein täglich Brod le,— Sinn und Mund dich lobe innig⸗ und was irgend sonst ist noth. mster, lich, mein Gott, zu aller Stund. 7. Segne mich in Kreuz und l 7. Ach, segne, was ich thu, Leiden mit Vertrauen und Ge⸗ 2 lehte ja rede und gedenke; durch deines duld; segne mich in Blück und 17²⁵ * 172 27. Morgen⸗ und Abendlieder. Freuden mit dem Reichthum dei⸗ ner Huld, daß ich dir im Kreuz getreu und im Glück voll De⸗ muth sei. 8. Dann will ich für allen Segen Lob und Ehre, Preis und Dank dir zu deinen Füßen legen und es thun mein Leben lang, bis ich mit den Engeln dort vor dir jauchze fort und fort. Erdmann Neumeister, 4 1756. Eigene Melodie. ie goldne Sonne, 312. D voll Freud und Wonne, bringt unsern Gränzen mit ihrem Glänzen ein herzer⸗ quickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder, aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Ver⸗ mögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wenn sie im Frie⸗ den von hinnen geschieden aus dieser Erde vergänglichem Schooß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Ga⸗ ben; was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer gesetzt; die besten Güter sind unsre Gemü⸗ ther, dankbare Lieder sind Weih⸗ rauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergötzt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; Segnen und Mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen, wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen An⸗ stoß und glücklich ergehn; Laster und Schande und schimpfliche Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke, laß mich auf dei⸗ nen Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Freuden, ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders Hand, Habe und Haus; geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald die Lüfte des Todes drein wehn. Alles in Allen muß brechen und fallen; Himmel und Erden, die müssen das werden, was sie ge⸗ wesen vor ihrem Bestehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken; seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödtlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergieb und schone, laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus dei⸗ nen Augen sein ganz abgewandt; sonst mich regiere, mich lenke und führe, wie dirs gefället; ich habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, wo⸗ mit mein Leben ich kann ernäh⸗ ren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste, Gott ist das Süßte, und Allergewißte, von allen Schätzen der edelste Hort. II. nit G Hlage vohla Halieb scl beine niemo n; laß N An⸗ Laster pflich ie treih uf dei⸗ en, ohn Segen, meines Haus; istliches Sünde, meinem us. u, was Stunde Ild die wehn. jen und en, die sie ge⸗ tt aber jseine Wille in Hel nicht zen di n und vethitb chulden us dei⸗ wandt; ne und h habe liebung u, Wo⸗ ernäh⸗ alhet Port: chönse Süßtl, allen 27. Morgen⸗ und Abendlieder. 173 11. Willst du mich kränken, mit Gallen tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Ge⸗ beine, das weißt du alleine, hast niemals Einen zu bitter betrübt. 12. Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende; nach Meeres⸗ brausen und Windessausen leuch⸗ tet der Sonne erwünschtes Ge⸗ sicht. Freude die Fülle und selige Stille hab ich zu warten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht't. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Ich dank dir schon durch deinen ꝛc. 313 Mei erst Gefühl sei Preis und Dank; erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicher⸗ heit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben, du bist es, der es uns er⸗ hält und mirs jetzt neu gegeben. 4. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 5. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Nimm meines Lebens gnä⸗ dig wahr; auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Retter in Ge⸗ fahr, ein Vater, wenn ich fehle. 7. Gieb mir ein Herz voll Zu⸗ versicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 8. Daß ich als dein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 9. Daß ich, dem Nächsten bei⸗ zustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohl⸗ ergehn und ihrer Tugend freue; 10. Daß ich das Glück der Le⸗ benszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. b. Sonntagsmorgenlieder. Mel. Erschienen ist der berrlich Tag. 314 Gre Lob! der Sonn⸗ * tag kommt herbei; die Woche wird nun wieder neu. Heut hat mein Gott das Licht gemacht, mein Heil hat mir das Leben bracht. Halleluja! 2. Dies ist der Tag, da Jesus Christ vom Tod für mich erstan⸗ den ist und schenkt mir die Ge⸗ rechtigkeit, Trost, Leben, Heil und Seligkeit. Halleluja. 3. Das ist der rechte Sonnen⸗ tag, da man sich nicht gnug freuen mag; da wir mit Gott versöhnet sind, daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. Halleluja. 4. Mein Gott, laß mir dein Lebenswort; führ mich zur Him⸗ melsehrenpfort: laß mich hier leben heiliglich und dir lobsingen ewiglich. Halleluja! Johann Olearius, 4 1684. 90 * 2 e 2 VD W 8 2 V. + X V 2q½3 * V X 8 V 8 * V * WN & AISIEIIIEENNEEENEEE 174 Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 315 L vom Licht, er⸗ leuchte mich bei dem frühen Tageslichte; Gna⸗ densonne, stelle dich vor mein muntres Angesichte; wohne mir mit Glanze bei, daß mein Sab⸗ bat fröhlich sei. 2. Brunnquell aller Seligkeit, laß mir deine Ströme fließen; mache selbst mein Herz bereit, deiner Gnade zu genießen; streu das Wort mit Segen ein, laß es hundertfrüchtig sein. 3. Zünde selbst das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget; sei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß kein Irrthum mich betrüget und kein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. 27. Morgen⸗ und Abendlieder. 4. Laß mich heut und allezeit heilig, heilig, heilig! singen und mich in die Ewigkeit mit des Geistes Flügeln schwingen; gieb mir einen Vorschmack ein, wie es mag im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies im Herzen; offenbare dich doch mir und geuß meiner Andacht Kerzen immer neue Nahrung zu, heilge Liebes⸗ flamme du! 6. Dieser Tag sei dir geweiht; weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit einen Tempel zubereiten, nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. Benjamin Schmolck, 1 1737. c. Abendlieder. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem W. 316 inunter ist der * Sonne Schein, die finstre Nacht bricht stark her⸗ ein: leucht uns, o Herr, du wah⸗ res Licht, daß wir im Finstern wandeln nicht. 2. Dank sei dir, daß du uns den Tag vor Schaden, Angst und mancher Plag durch deine Engel hast behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir heut erzürnet dich, verzeih, o Herr, uns gnä⸗ diglich und rechn' es unsrer Seel nicht zu; laß schlafen uns in Fried und Ruh. 4. Der Engel Wach nun um uns stell, daß uns der böse Feind nicht fäll; behüt uns auch vor aller Noth in dieser Nacht, du treuer Gott. Nicolaus Hermann, 1 1561. Eigene Melodie. un ruhen alle 51% N Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber meine Sinnen, auf, auf! ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du Sonne blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin! ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergan⸗ gen, die goldnen Sternlein pran⸗ gen am blauen Himmelssaal. Also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die⸗ zieh ich aus, dagegen wird Chri— btus u ht u 5 Hände Ende Hel, voml von d 6 der, Rioder C kl da m Ruh 7. sen, wo Mm gut und 0 0J dein mic Ene alle Vieh, Felder, t; iht aufl eurem lieben rieben, Feind Sonne, , gal heint. ergall⸗ prall⸗ saal, nen mein thal, Ruhe chuhe, dik Chli⸗ 21. Morgen⸗ und Abendlieder. 17⁵ stus mir anlegen das Kleid der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glie⸗ der, geht, geht und legt euch nieder, der Ruhe ihr begehrt. Es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn verdros⸗ sen, im Nu sind sie geschlossen: wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein, will Satan mich verschlingen, so laß die Engel singen: dies Kind soll unverletzet sein! 9. Auch euch, ihr meine Lie⸗ ben, soll heute nicht betrüben kein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die goldnen Waffen ums Bett und seiner Helden Schaar. Paul Gerhardt, 4 1676. Eigene Melodie. er Tag mit seinem 318. D Lichte fleucht hin und wird zu nichte; die Nacht kommt hergegangen, mit Ruhe zu umfangen den matten Erden⸗ kreis. Der Tag, der ist geendet, mein Herz zu dir sich wendet, der Tag und Nacht geschaffen zum Wachen und zum Schlafen, will singen deinen Preis. 2. Wohlauf, wohlauf, mein Psalter! erhebe den Erhalter, der mir an Leib und Seelen viel mehr, als ich kann zählen, hat heute Guts gethan. All Augen⸗ blick und Stunden hat sich gar viel gefunden, womit er sein Gemüthe und unerschöpfte Güte mir klar gezeiget an. 3. Gleichwie des Hirten Freude ein Schäflein an der Weide, sich unter seiner Treue, ohn alle Furcht und Scheue ergötzet in dem Feld und sich mit Blumen füllet, den Durst mit Quellen stillet, so hat mich heut geführet, mit manchem Gut gezieret der Hirt in aller Welt. 4. Gott hat mich nicht verlas⸗ sen, ich aber hab ohn Maßen mich nicht gescheut, mit Sünden und Unrecht zu entzünden das treue Vaterherz. Ach, Vater, laß nicht brennen den Eifer, noch mich trennen von deiner Hand und Seiten; mein Thun und Ueberschreiten erweckt mir Reu und Schmerz. 5. Erhöre, Herr, mein Beten und laß mein Uebertreten zur Rechten und zur Linken ins Meeres Tiefe sinken und ewig untergehn. Laß mir zur Hut hingegen sich deine Engel legen um mich mit ihren Waffen; mit dir will ich entschlafen, mit dir auch auferstehn. 6. Darauf so laß ich nieder mein Haupt und Augenlider, will ruhen ohne Sorgen. bis daß der goldne Morgen mich wieder munter macht. Dein Flügel wird mich decken, so wird mich nicht erschrecken der Feind mit tausend Listen, der mich und alle Christen verfolget Tag und Nacht. 7. Ich lieg hier oder stehe, ich sitz auch oder gehe, so bleib ich dir ergeben und du bist auch . ** E NXN. N — e 8 — 2 FSNMNMWMNNMNN FIEIEEENNEEEEEEEEE 2 176 27. Morgen⸗ und Abendlieder. mein Leben, das ist ein wahres bis die Morgenröth angehet und Wort. Was ich beginn und der Mensch zum Werk aufstehet. mache, ich schlaf ein oder wache, 6. Vater, droben in der Höhe, wohn ich als wie im Schlosse dessen Nam uns theuer werth; in deinem Arm und Schooße, dein Reich komm, dein Will ge⸗ bin selig hier und dort. schehe, unser Brod werd uns be— Paul Gerhardt, 4 1676. schert; und vergieb uns unsre Schuld, schenk uns deine Gnad Mel. Werde munter, mein Gemüthe. und Huld; laß uns nicht Ver⸗ 319 Us müden Augen⸗ suchung tödten; hilf uns, Herr, lider schließen sich aus allen Nöthen. jetzt schläfrig zu, und des Leibes Johann Franck, 4 1677. matte Glieder grüßen schon die Abendruh; denn die dunkle finstre Eigene Melodie. Nacht hat des hellen Tages 320 W u * Pracht in der tiefen See ver⸗ Gemüthe, und decket und die Sterne aufgestecket. ihr Sinnen, geht herfür, daß ihr 2. Ach, bedenk, eh du gehst preiset Gottes Güte, die er hat schlafen, du, o meines Leibes gethan an mir, da er mich den Gast, ob du den, der dich erschaf- ganzen Tag vor so mancher Noth fen, heute nicht erzürnet hast; und Plag durch sein gnadenrei⸗ thu, ach, thu bei Zeiten Buß, ches Walten hat behütet und geh und falle ihm zu Fuß und erhalten. bitt ihn, daß er aus Gnaden 2. Lob und Dank sei dir ge⸗ dich der Strafe woll entladen. sungen, Vater der Barmherzig⸗ 3. Sprich: Herr, dir ist unver⸗ keit, daß mir ist mein Werk ge⸗ hohlen, daß ich diesen Tag ver⸗ lungen, daß du mich vor allem bracht anders, als du mir befoh⸗ Leid und vor Sünden mancher len; ja, ich habe nicht bedacht Art so getreulich hast bewahrt, des Berufes schmalen Steg, dei⸗ auch die Feind hinweggetrieben, nen vorgeschriebnen Weg, son⸗ daß ich unbeschädigt blieben. dern dich, mein Gott, verlassen, 3. Dieser Tag ist nun ver⸗ bin gefolgt der Weltlust Straßen. gangen und die dunkle Nacht 4. Ach, Herr, laß mich Gnad bricht an; es ist hin der Sonne erlangen, gieb mir nicht verdien⸗ Prangen, so erfreuet Jedermann. ten Lohn, laß mich deine Huld Stehe mir, o Vater, bei, daß dein umfangen, sieh an deinen lieben Glanz stets vor mir sei, und mein Sohn, der für mich genug gethan; kaltes Herz entzünde, daß ich Vater, nimm den Bürgen an; deine Näh empfinde. dieser hat für mich erduldet, was 4. Bin ich gleich von dir ge— ich Sünder hab verschuldet. wichen, stell ich mich doch wieder 5. Laß mich, Herr, von dir nicht ein; hat dein Sohn doch aus⸗ wanken; in dir schlaf ich sanft geglichen meine Schuld durch seine und wohl; gieb mir heilige)Ge- Pein. Ich verleugne nicht die danken, und bin ich gleich Schla- Schuld; aber deine Gnad und fes voll, so laß doch den Geist in Huldist viel größer, als die Sünde, mir zu dir wachen für und für, die ich täglich in mir finde. Sallen, Hiit, di fehlen hleibe in der: mich u Unfal 6.K Rfindef oles ecke! und Weib Freur sein 7. Schre fall; aufn Sche sers Tod sterh verd . Was den mei mei der het und ufstehet r hih, werth; Will ge⸗ uns be⸗ unste e Gnad ht Ver⸗ „ Herr, + 167⁷⁷, , mein „ Uund daß ihr er hat ich denn r Pol denrei⸗ et und dir ge⸗ iherzig⸗ gerk ge⸗ allem nancher ewahtt, trieben, ben. in ver⸗ Naht Sonne rmann aß den mein aß ih dit ge⸗ vieder * ch cht di und Zünde, de. 27. Morgen⸗ und Abendlieder. 177 5. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewig⸗ keit, dir will ich mich ganz be⸗ fehlen diese Nacht und allezeit; bleibe doch, mein Gott, allhier in der Dunkelheit bei mir; tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 6. Laß mich diese Nacht em⸗ pfinden eine sanfte, süße Ruh; alles Uebel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu; Leib und Seele, Muth und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feinde, Hausgenossen sei'n in deinen Schutz geschlossen. 7. Ach, bewahre mich vor Schrecken, schütze mich vor Ueber⸗ fall; laß mich Krankheit nicht aufwecken, halte fern des Krieges Schall, wend ab Feur⸗ und Was⸗ sersnoth, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. 8. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat; Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schutz und Rath; und, mein Hort, du heilger Geist, der du unser Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen. Amen, ja, es soll geschehen. Johann Rist, 4 1667. Eigene Melodie. 321 Dẽr lieben Sonne * Licht und Pracht hat nun den Lauf vollführet; die Welt hat sich zur Ruh ge⸗ macht; thu, Seel, was dir ge⸗ bühret; tritt an die Himmels⸗ thür und bring ein Lied herfür; laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein gerichtet hin. 2. Ihr hellen Sterne leuchtet wohl und gebet eure Strahlen; ihr macht die Nacht des Lichtes voll; doch noch zu tausend Malen scheint heller in mein Herz die ewige Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schutz, mein Schatz, mein Eigenthum. 3. Der Schlaf zwar herrschet in der Nacht bei Menschen und bei Thieren; doch Einer ist, der droben wacht, bei dem kein Schlaf zu spü⸗ ren. Es schlummert, Jesu, nicht dein Aug, auf mich gericht; drum soll mein Herz auch wachend sein, daß Jesus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht dies arme Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach, nimm es gnädig an; es ist doch herz⸗ lich gut gemeint, o Jesu, meiner Seelen Freund! 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen; du wirst, mein Hüter, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Noth, nicht Hölle, Welt, noch Tod; denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freuden wieder aufersteht. 6. So will ich denn nun schla⸗ fen ein, Jesu, in deinen Armen; dein Aufsicht soll die Decke sein, mein Lager dein Erbarmen; mein Schirm sei deine Brust, mein Traum die selge Lust, die aus dem Wort des Lebens fließt und dein Geist in das Herz mir gießt. 7. Nun, matter Leib, gieb dich zur Ruh und schlaf fein sanft und stille; ihr müden Augen, schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille; schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! so ist der Schluß recht wohl ge⸗ macht. Nun, liebster Jesu, gute Nacht! Christian Seriver, 4 1693. S VI 2* & 9890 EV Vũ VG„ V. —* — DN 178 27. Morgen⸗- und Abendlieder. Eigene Melodie. 2 N'n sich der Tag 632½. geendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was da müd und matt, und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, wachst für und für, du schläfst noch schlummerst nicht; und Finsterniß ist nicht bei dir, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser finstern Nacht, und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sün⸗ den Schuld, die mich bei dir klagt an, doch aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 5. Der tritt für mich als Bürge ein, wenn ich soll ins Gericht; ich kann ja nicht ver⸗ loren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin; zu End sei euer Lauf! Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur auserwählten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, du Herr Gott Zebaoth! Im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Noth. Johann Friedrich Herzog, T 1699. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 32³ err, es ist von mei⸗ nem Leben wie— derum ein Tag dahin; lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mir auch selber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du Manches finden, was dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, und zu jeder Tagesstund pfleget Herz und Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gna⸗ den, habe noch einmal Geduld. Ich bin freilich schwer beladen; doch vergieb mir alle Schuld. Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu; so will ich noch deinen Willen künftig mehr, als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüthe, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte; auch dein Engel steh mir bei. Lösche Feur und Lichter aus, und be⸗ wahre selbst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leu⸗ ten, die im Finstern Böses thun. Sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rath und ver— hindere die That; wend auch allen andern Schrecken, den die Bosheit kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig mun⸗ ter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Heerde wacht. Darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir Alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gesund er⸗ wachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast Du, li Rleinet am E Hände 0 Mei, 92 Schlo Wum Ind! Seid und ren! nicht in allen machen. Lanches len hat; Sünden That, pfleget und so en, daß hlen. Gna⸗ Geduld eladen; Schulb, werde vill ich g Mehr, emüthe, lich sei te; Auch Löschs und be daß ich u nich . Lel⸗ thun. ereiten, I ruhs, nd vel⸗ d auch den die ht icht Abeld i%0ml *2 Hilh Nachl Darunt N, daß 27. Morgen⸗ und Abendlieder. du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Caspar Neumann, 4 17¹⁵. Mel. Jesu, meine Freude. irte deiner Schafe, 324. H der von keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Schild und Hütte den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht, und laß mich von deinen Schaa⸗ ren um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vater⸗ huld; ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhekissen: drum vergieb die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon durch die tief geschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Noth betrüben; sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen ohne Sorgen ein. Du bei mir und ich bei dir, also sind wir ungeschieden und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kam⸗ mer und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel; unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein; decke zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind erschrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald roth, bald todt! Drum, hast du beschlossen, daß mein Ziel ver⸗ flossen, kommt die Todesnoth, so will ich nicht wider dich; hab ich Jesum nur gefunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich thue in getroster Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, o du Hüter, du! Gute Nacht! nimm mich in Acht; und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Der Tag ist hin, mein ꝛc. 5* Abend kommt 325 die Sonne sich verdecket, und alles sich zur Ruh und Stille strecket. O meine Seel, merk auf, wo bleibest du? In Gottes Schooß, sonst nirgends hast du Ruh. 2. Der Wandersmann legt sich ermüdet nieder, das Vöglein fleucht zu seinem Neste wieder, die Schäflein ziehn in ihre Hür⸗ den ein: laß mich zu dir, mein Gott, gekehret sein! 3. Ach, sammle selbst Begier⸗ den und Gedanken, die noch so leicht als Schwachheit von dir wanken; mein Ruheplatz und Heimath, thu dich auf, daß ich in dir beschließe meinen Lauf. 4. Recht väterlich hast du mich heut geleitet, bewahrt, verschont, Erquickung mir bereitet; ich bins nicht werth, daß du so gut und treu; mein Alles dir zum Dank ergeben sei. 5. Vergieb es, Herr, wo ich mich heut verirret und mich zu viel durch dies und das verwir⸗ ret! Es ist mir leid, es soll nicht mehr geschehn; nimm mich nur ein, so werd ich fester stehn. 6. Da nun der Leib sein Tag⸗ werk hat vollendet, mein Geist sich auch zu seinem Werke wen⸗ det, zu beten an, zu lieben innig⸗ lich, im Herzensgrund, mein Gott, zu schauen dich. 7. Die Dunkelheit ist da, und alles schweiget; mein Geist vor dir, o Majestät, sich beuget. Ins 180 27. Morgen⸗ und Abendlieder. Heiligthum, ins Dunkel kehr ich ein; Herr, rede du, laß mich ganz stille sein. 8. Mein Herz sich dir zum Abendopfer schenket, mein Wille sich in dich gelassen senket; Be⸗ gierden schweigt! Vernunft und Sinnen still! mein müder Geist im Herren ruhen will. 9. Dem Leib wirst du bald seine Ruhe geben; laß nicht den Geist zerstreut in Unruh schwe— ben. Mein treuer Hirt führ mich in dich hinein: in dir, mit dir kann ich vergnüget sein. 10. Im Finstern sei des Geistes Licht und Sonne, im Kampf und Kreuz mein Beistand, Kraft und Wonne; deck mich bei dir in deiner Hütte zu, bis ich erreich die volle Sabbatsruh. Gerhard Tersteegen, 4 1769. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 326 Amein Jesu, sieh, * ich trete, da der Tag nunmehr sich neigt, und die Finsterniß sich zeigt, hin zu deinem Thron und bete; neige du zu deinem Sinn auch mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn geschwinde wie ein Pfeil zur Ewigkeit; auch die allerlängste Zeit rauscht vor⸗ über wie die Winde, fließt dahin, als wie ein Fluß mit dem schnellsten Wasserguß. 3. Aber, Jesu, sieh, ich Armer nehme mich doch nicht in Acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich suchte, mein Erbarmer; o, wie mancher Tag geht hin, da ich kalt und träge bin! 4. Ach, ich muß mich herzlich schämen, du erhältst und schützest mich Tag und Nacht so gnädig⸗ lich, und ich will mich nicht be⸗ quemen, daß ich ohne Heuchelei dir dafür recht dankbar sei. 5. Nun, ich komme mit Ver⸗ langen, o mein Herzensfreund, zu dir, neige du dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr vergangen; sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. 6. Laß mich meine Tage zäh⸗ len, die du mir noch gönnen willt; von dir sei mein Herz erfüllt, so wird mich nichts können quälen, denn wo du bist Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. Johann Schlicht, 4 1723. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 327 err, der du mir z das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu ge⸗ ringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der See⸗ len, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Him⸗ mel offen und dort den Preis des Glaubens sehn. 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen; ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. Chr. Furchtegott Gelert, 4 1769. Ml. . 2 Mler Ir Rimm den i 2. lich a getha lat, h. mich Mel. 32 Ool ¹ uchele ki. t Var⸗ undu zu mir, angen; enlicht, hricht ge zih n willt füllt, o uälen, Licht, licht. 1 17²3. lder. mit en bis bet ich zu ge⸗ singj, gethan. emüthe te; ich giöbt Bedeihn schafft er Ses⸗ efehlen deile N Hin⸗ Preis glaube zu dir bin der bei dir immel Segel 11 den Leben deane meine J100 27. Mor gen⸗ und Abendlieder. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. 328 ür alle Güte sei * gepreist, Gott Vater, Sohntund heilger Geist! Ihr bin ich zu geringe. Ver⸗ nimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herz⸗ lich an, hast Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewäh⸗ ret, hast väterlich mein Haus und mich beschützet und genähret. 181 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk: der Geist, mit dem ich dein gedenk, ein ruhiges Ge⸗ müthe; was ich vermag bis die⸗ sen Tag, ist alles deine Güte. 4. Sei auch nach deiner Lieb und Macht mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; vergieb mir meine Sünden; und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. d. Wochenschluß. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 2 ie Woche geht zu 329. D Ende, nicht aber Gottes Treu; denn wo ich mich hinwende, da ist sie immer neu. Die Zeit kann wohl verschwin⸗ den, nur Gottes Güte nicht, sie läßt sich täglich finden und giebt mir Trost und Licht. 2. Du gnädigster Erhalter von Allem, was ich bin, hör meines Mundes Psalter und nimm mein Opfer hin. Unzählbar sind die Gaben, die du geschenket mir, und was ich nur kann haben, ist alles ja von dir. 3. Die ganze Woche zeuget von deiner Gütigkeit, die du zu mir ge⸗ neiget getreu zu jeder Zeit. Auf meines Lebens Pfade rühmt jeder Augenblick die Wunder deiner Gnade im Glück und Mißgeschick. 4. Allein mein Herze bebet, wenn es zurücke denkt, wie übel ich gelebet und dich, mein Gott, gekränkt; je mehr du mich ge⸗ liebet und meiner hast verschont, je mehr ich dich betrübet, mit Undank dir gelohnt. 5. Ach, strafe nicht im Grimme gehäufte Missethat, weil deine Va⸗ terstimme mich selbst gerufen hat, so ruf ich: Herr, erbarme, erbarm dich über mich; ich fall dir in die Arme: ach, schone gnädiglich! 6. Mein Glaube heißt mich hoffen, es sei durch Christi Blut ein neuer Bund geschlossen und alles wieder gut. Drum will ich dir geloben, auf ewig treu zu sein; dein guter Geist von oben wird mir die Kraft verleihn. 7. Ich bin dein Kind aufs Neue; drum gieb, daß diese Nacht mich auch dein Schutz erfreue, der alles sicher macht. Ich werde gleich⸗ sam sterben, der Schlaf ist wie ein Tod; doch kann ich nicht ver⸗ derben: du lebst in mir, mein Gott. 8. Soll das in diesem Leben die letzte Woche sein, will ich nicht widerstreben, nein, mich im Geiste freun auf einen Feierabend, den Christi Tod gemacht; und diese Hoffnung habend, sprech ich nun: gute Nacht! Benj. Schmolck, 4 1787. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. o ist die Woche 330. S nun geschlossen, doch, treuer Gott, dein Herze nicht; wie sich dein Segensquell ergossen, so bin ich noch der Zuversicht, daß er sich weiterhin eeeeeeeeeree j NN 7 7 182 27. Morgen⸗ und Abendlieder. ergießt und mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde; ich lobe dich, so hoch ich kann; ich rühme dich von Herzensgrunde für alles, was du mir gethan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weihrauch ist. 3. Hat mich bei meinen Wochen—⸗ tagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so giebst du auch die Kraft, zu tragen; zudem es ist voll Heil und Frucht durch deine Liebe, Herr, zu mir, und darum dank ich dir dafür. 4. Nur Eines bitt ich über alles; ach, du versagst mir sol⸗ ches nicht: gedenke keines Sün— denfalles, weil mich mein Jesus aufgericht, mein Jesus, der die Missethat durch seinen Tod ge— büßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen; du brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder hast versprochen, daß er, wenn ihm die Sünd ist leid, nicht sterben, sondern gnadenvoll, als ein Gerechter, leben soll. unaufhörlich auf 6. Mein Glaube hält an die⸗ sem Segen, und so will ich den Wochenschluß vergnügt und froh zurückelegen, da mich der Trost erheben muß, daß ich in Christo solle dein und schon in Hoffnung selig sein. 7. Doch da mein Leben zuge⸗ nommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen, und warte nun der letzten Zeit, da du die Stunde hast bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs Neue den Sonntag wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an; ach ja! da theilt dein Wort und Haus den aller— besten Segen aus. 9. So will ich das im Voraus preisen, was du mir künftge Woche giebst; du wirst es in der That beweisen, daß du mich je und immer liebst, und leitest mich nach deinem Rath, bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdmann Neumeister, 4 1756. e. Sonntagsabendlied. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. Nun bricht die finstre 331. N Nacht herein, des Tages Glanz ist todt; jedoch, mein Herz, schlaf noch nicht ein, geh, sprich zuvor mit Gott. 2. O Gott, du großer Herr der Welt, den Niemand sehen kann, du siehst ja mich in deinem Zelt, hör auch mein Seufzen an. 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, der war besonders dein; drum hätt er auch bis in die Nacht dir sollen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht ge⸗ schehn; denn ich bin Fleisch und Blut, und pfleg es öfters zu ver⸗ sehn, wenngleich der Wille gut. 5. Nun such ich deinen Gna⸗ denthron, sieh meine Schuld nicht an, und denke, daß dein lieber Sohn für mich genug gethan. 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, in unsre Herzen ein, und lasse die, so es gehört, dir auch gehorsam sein. 7. Erhalte ferner noch dein Wort, und thu uns immer wohl, Halllit Gott 8. Ruh; gieb er M 9. Ne h den, dich. au die⸗ ich den ind sroh 45 Tost Christ offnung n zuge uch det e nãher lun der Stunde zu dit jen früh wiedet Sonne it neuen a theil Maller⸗ Voraus künfths in den mich test mic Heid ud 1 156. nicht gie eisch W zu bel⸗ ille gl Ghl uld nich in licbe sethan. 43 Mal Herzel ö gehöl, ch delll 7 voh, 27. Morgen- und Abendlieder. 183 damit man stets an diesem Ort Gott diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine Ruh; o Vater, steh mir bei und gieb mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sei. 9. Gieb Allen eine gute Nacht, die heute recht gelebt, und beßre den, der unbedacht hat wider dich gestrebt. 10. Woferne dir mein Thun gefällt, so hilf mir morgen auf, daß ich noch ferner in der Welt vollbringe meinen Lauf. 11. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein; da wird in deiner Herrlichkeit mein Sabbat ewig sein. Caspar Neumann, 4 1715. 28. Hausstandslieder. a. Ehestand. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. (rie schön ists doch, 352. W Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib in Eintracht gehn, und unverrückt beisammen stehn im Bunde rei⸗ ner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Him⸗ mel selbst sich freue; kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Seid gutes Muths! Nicht Menschenhand hat aufgerichtet solchen Stand, es ist ein höhrer Vater, der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rather; Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 4. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man leidensvoll die Thränen lässet fließen. Doch wer sich still und in Geduld ergiebt, deß Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Wage, trage nur ein wenig, unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 5. Wohl denn, mein König, nah herzu; gieb Rath im Kreuz, in Nöthen Ruh, in Aengsten Trost und Freude! Deß sollst du haben Ruhm und Preis; wir wollen singen bester Weis und danken alle Beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, dei⸗ nen Namen ewig loben werden. Amen. Paul Gerhardt, 1676. Nach voriger Melodie. —222 o Gott ein Haus 333. W̃ nicht selber baut, wo Gott nicht Braut und Bräut⸗ gam traut, ist Rath und Werk vergebens; wo Gott des Hauses Gang regiert, dem Bräutigam die Braut zuführt, da quillet Lust des Lebens. Zählet, wählet, sor⸗ get, denket! wenns Gott lenket, wirds gelingen; sonst wird Nie⸗ mand was erzwingen. 98085 — V 0 2 NN , V 7 Q N 2. Wenn Gott die Stadt nicht selbst bewacht, da giebt umsonst der Wächter Acht, und Feind und Flammen wüthen. Wo Gottes Hand nicht Ehen schließt, wo er nicht wird ums Ja begrüßt, giebts keine Friedensblüthen. Schauet, trauet! wer Gott dienet, der nur grünet; die ihn fliehen, müssen sich zu Tode mühen. 3. Umsonst springst du vom Lager auf und eilst vor Tag mit bangem Lauf, Brod, Kleidung zu erjagen; umsonst sitz'st du bis Mitternacht und denkst, es sei nicht gnug vollbracht, und iß'st und trinkst mit Zagen. Hülle, Fülle ed⸗ ler Gaben soll der haben, der, be⸗ gnadet, Jesum zu der Hochzeit ladet. 4. Wohl dem, der, von dem Geist regiert, mit Christo seinen Ehstand führt und Gottes Reich erbauet! Wohl dem, der fromme Kinder hat, die er zum Heil der Vaterstadt im Geiste wachsen schauet! Jesu, Jesu, laß gesche⸗ hen, was wir flehen; laß es Ehen, die dein Werk sind, wohl⸗ ergehen! Johann Adam Lehmus, 4 1788. Mel. Seelenbräutigam. * 334. Itun der arbens 28. Hausstandslieder. bahn; und wir wollen nicht ver⸗ weilen, dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trüb⸗ sal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz je⸗ mals unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gieb Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Lieb⸗ ster, lebenslang; führst du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nöthge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Nikolaus Ludwig, Graf von Zinzendorf, + 1760. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. ach, Herr, Ein 335. M Herz aus den zweien durch der Liebe festes Band; gieße Segen und Gedei⸗ hen auf den neuerwählten Stand; laß sie alt beisammen werden und viel Gutes sehn auf Erden. Steh bei ihnen in der Noth, und sei ewig unser Gott. Caspar Neumann, 4 1715. b. Eltern und Kinder. Mel. Wo Gott zum Haus nicht ꝛc. 2 ohl einem Haus, 336. Wẽ wo Jesus Christ allein das All in Allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär, wie finster wärs, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn sich Mann und Weib und Kind in Einem Glaubensgeist verbindt, zu die⸗ nen ihrem Herrn und Gott, nach seinem Willen und Gebot! 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Got⸗ tesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt. 4. Wohl, wenn das Räuchwerk im Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Gottes Wort! 5. Wohl, wenn im äußerlichen Oand a N Oest! 6. gaubi Ind am el sicht Seine 8. Stun sen Herhl ihm Mi 9 nom frel Unte men bist icht vet Nueilen, bis ish ehn, A in dan Us über h Trüb⸗ zu dit, merʒ j⸗ ert uns so gich e unsern n. ig, Lieb. du und iMs auch uns nac auf. zinzendorf Leben. r, Eil aus del e festeh Gedei Stald, werdes f Erden oth. M u, 4 Ub solchs bild r ne Gal⸗ auhn . * ie* bet + erk Hd ellihen 28. Hausstandslieder. Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein Jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart! 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind, und wenn sie Kind und Hausgesind versäumen nicht am ewgen Glück; dann bleibt derselben keins zurück! 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht! Die Eltern werden hoch erfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund sammt meinem Hause die— sen Bund: wenn alles Volk vom Herrn abwich, wir dienen doch ihm ewiglich! Christian Carl Ludwig von Pfeil, 4 1784. Mel. Schmück dich, mein Herz ꝛc. 337 selig Haus, wo * man dich aufge— nommen, du wahrer Seelen— freund, Herr Jesu Christ; wo unter allen Gästen, die da kom⸗ men, du der gefeiertste und liebste bist; wo Aller Herzen dir ent⸗ gegen schlagen und Aller Augen freudig auf dich sehn, wo Aller Lippen dein Gebot erfragen und Alle deines Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann sund Weib in einer, in deiner Liebe Eines Geistes sind, als Beide Eines Heils gewürdigt, Keiner im Glaubensgrunde an— ders ist gesinnt, wo Beide un— zertrennbar an dir hangen, in Lieb und Leid, Gemach und Un⸗ gemach, und nur bei dir zu blei— ben stets verlangen an jedem guten, wie am bösen Tag. 3. O selig Haus, wo man die liben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mut⸗— 185 terliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sam— meln und horchen deiner süßen Rede zu, und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich —0 6. du lieber Heiland, du. O selig Haus, wo Knecht 010 Wagd dich kennen und, wis— send, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in Einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausgenossen, in Demuth willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und un— verdrossen, in kleinen Dingen zeigen Suren Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude theilest, wo man bei kei⸗ ner Freude dein vergißt; o selig Haus, wo du die Wunden heilest und Aller Arzt und Aller Tröster bist; bis Jeder einst sein Tage— werk vollendet und bis sie endlich Alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. Philipp Spitta, 4 1859. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 338. J* und mein Haus, wir sind bereit, dir, Herr. Y ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein; gieb deinen Segen nur darein, daß wir dir willig die— nen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus Allen; dir nur soll sie wohlgefallen. Es wirke durch dein kräftig Wot dein guter Golst stets fort 345 fort an unser Aller Seelen; 5 leucht uns, wie das Sonnen⸗ lich, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch 9 V ö IWN.NNAINN S 8— II... 88———— 186 zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und Alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde; laß uns in Liebe alle⸗ zeit zum Dulden, Tragen sein bereit, voll Demuth, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; Keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hülfe schaun mit kindlichem Gemüthe, selig, fröh⸗ lich selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Giebst du uns irdsches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichthums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demuth leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir aller⸗ meist, daß in dem Haus kein andrer Geist, als nur dein Geist regiere. Der ists, der alles wohl⸗ bestellt, der gute Zucht und Ord⸗ nung hält, der alles lieblich ziere. Sende, spende ihn uns Allen, bis wir wallen heim und oben dich in deinem Hause loben. Philipp Spitta, 4 1859. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthens. 339 H Gott, daß ja eh. die Kinderzucht gedeihe stets und schaffe Frucht, daß aus der Kinder Mund dir werd ein Lob verbreitet hier auf Erd. 2. Laß sie den Eltern insge⸗ 28. Hausstandslieder. mein, den Lehrern auch gehorsam sein, und meiden allihr Leben lang den eignen Sinn und Müßiggang. 3. Gieb ja, daß ihnen mangle nicht heilsame Lehr und Unter⸗ richt, damit durchs Wort aus dei⸗ nem Mund ihr Glauben habe festen Grund. 4. Mach sie im Glauben recht gewiß, bewahre sie vor Aerger— niß, damit man sie ja nirgends find, wo freche, böse Buben sind. 5. Durch deine Weisheit, Macht und Güt auf allen Wegen sie behüt, führ du sie selbst auf rechter Bahn, weil sonst ihr Fuß leicht gleiten kann. 6. Laß sie dich, Gott, an allem Ort vor Augen haben immerfort, und sich befleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Ehrbarkeit. 7. Und wo sie ausgehn oder ein, da laß du sie gesegnet sein, daß sie die Lebenszeit in Ruh und Frieden bringen christlich zu. 8. Wenn sich dann endet einst ihr Lauf, so nimm sie, Herr, zu dir hinauf, auf daß sammt ihnen wir zugleich dich preisen dort in deinem Reich. 9. Gott Vater, Sohn und heil⸗ ger Geist, von dem uns alle Gnade fleußt, wir loben dich, wir danken dir mit unsern Kin⸗ dern für und für. David Denicke, 1 1680. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. orge doch für un⸗ 340. S sre Kinder, Va⸗ ter, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugethan, und durch deines Sohnes Blut gleichwohl dein erworbnes Gut; darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschützen und berathen. Ren Ruge dull du Hen sie Reit 0. und meaht sie t Ind bge Hleib Güt Und olc tüh dein 10 Got 5 Sch H- etg II ehorsan ebenlang ßiggans mangl d Unter aus dei⸗ en hah lben rch Aergůr⸗ nirgendz ben sind Weishe n Wegel elbst au iht Fuß an allen nmerfor erzeit du rbarket, ehn ai net seih in Rah iitlich rů Rdet eins Herr, imt ihnn N dott i. und hůl ins ben dih sern kt 28. Hausstandslieder. 2. Sie sind dir von Kindesbei⸗ nen und von ihrer ersten Stund zugeeignet als die Deinen, und durch deinen Gnadenbund hast du sie in ihrer Tauf väterlich genommen auf, daß sie, wenn sie sollten sterben, wären deines Reiches Erben. 3. Du hast sie bisher ernähret und so manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret, der sie sonsten überall hätt in Angst und Noth gestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vatertreue bleibt bei ihnen täglich neue. 4. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir verpflichtet sein und mit dankbarem Gemüthe solchen Glücks- und Segensschein rühmen und vor Jedermann deine Wohlthat zeigen an, ach, so würd ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen. 5. Sammeln Andre große Schätze, suchen in der Welt ihr Heil, daß sie Geld und Gut ergötze, so bist du mein einzig Theil. Bleib auch meiner Kin⸗ 187 der Gott, lasse sie in keiner Noth und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. 6. Schütze sie vor bösen Leuten und vor der Verführer Schaar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten; laß sie ihre Lebensjahr in der Gnade bringen zu, bis du sie wie mich zur Ruh wirst ins kühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. 7. Können sie auf dieser Erden deinem Reich, wie dirs gefällt, und dem Nächsten nützlich wer— den, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Thun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. 8. Gönne mir die große Freude, daß ich einst am jüngsten Tag nach so vielem Kreuz und Leide doch mit Jauchzen sagen mag: siehe, Vater, ich bin hier, nebst den Kindern, die du mir in der Welt einst hat gegeben! Ewig will ich dich erheben. Ludwig Heinrich Schlosser, 4 1728. c. Beruf und Arbeit. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 341 D. walte Gott, * der helfen kann! Mit Gott fang ich die Arbeit an; mit Gott nur geht es glücklich fort; drum ist auch dies mein erstes Wort: das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Got⸗ tes Angesicht; drum auch mein Mund mit Freuden spricht: das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht giebet, da gebrichts; Gott giebt und thut mir alles Guts; drum sprech ich auch nun gutes Muths: das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in mei⸗— ner Arbeit stets: das walte Gott! 5. Anfang und Mitte sammt dem End stell ich allein in Got— tes Händ; er gebe, was mir nütz⸗ lich ist; drum sprech ich auch zu jeder Frist: das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnügets mir zu jeder RN NVI. — 5+NI.. * 968 90 W V . V 9 N +7 * Stund; drum sprech ich auch von Herzensgrund: das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück, unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei; drum dies auch meine Loosung sei: das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat; er giebt und nimmt, machts, wie er will; drum sprech ich auch fein in der Still: das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Noth und giebt mir auch mein täglich Brod; nach seinem alten Vaterbrauch thut er mir Guts; drum sprech ich auch: das walte Gott! 10. Nichts glücket ohne Gottes Gunst, nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst; mit Gott gehts fort, geräth auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: das walte Gott! 11. Theilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; mag hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freuden an: das walte Gott! 12. Thu ich denn was mit Gottes Rath, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl gerathen muß; drum sprech ich nochmals zum Beschluß: das walte Gott! Joh. Vetichius, um 1700. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. 342 Me Gott, die Arbeit meiner Hände fang ich in deinem Na⸗ men an; gieb, daß ich sie also vollende, wie sie dir wohlge⸗ fallen kann, und stehe du mir 28. Hausstandslieder. gnädig bei, daß mein Beruf ge⸗ segnet sei. 2. Laß alles wohl von Stat⸗ ten gehen, erleichtre meinen sau⸗ ren Schweiß und gieb mir selber zu verstehen, wo ich mir nicht zu rathen weiß; verhüte Schaden und Gefahr durch deiner lieben Engel Schaar. 3. Gieb mir Gesundheit, Kraft und Stärke, Vernunft, Geduld, Geschicklichkeit, und wenn ich deine Güte merke, daß mich dein Segen hat erfreut, so lenke mei⸗ nen Geist und Sinn, daß ich nicht übermüthig bin. 4. Verleihe mir ein christlich Leben und laß mich nicht der Wucherei, der List und Trügerei bestreben, damit dein Fluch nicht auf mir sei, der alles, was du mir beschert, zur Strafe wie— derum verzehrt. 5. Beschere mir ein fromm Gesinde, das fleißig, treu und redlich ist, und gieb, daß ich in mir befinde, daß du ihr Gott und Schöpfer bist, und daß du über meiner Schuld auch bist voll Langmuth und Geduld. 6. Laß weder Neider, Herr, noch Feinde mir je nach meiner Nahrung stehn, und mir bestän⸗ dig gute Freunde mit Rath und That entgegen gehn; denn Aller Herzen und Verstand hast du, mein Gott, in deiner Hand. 7. Ist dann mein Lebenstag erloschen, ach, so bestelle selbst mein Haus, und theile mir den Gnadengroschen bei deinen Aus⸗ erwählten aus, daß ich von mei⸗ ner Arbeit ruh. Mein lieber Gott, sprich: Ja! dazu. Aus dem Anhaltischen Gesang⸗ buche, 1859. Ml. La 13 Hauter“ chernn Segen bates Daillen schnelle thum! ekgelt Hethan 4* Hforten Kelbet Uebe,! ccheinet zu Gei Herz ei lallbt Aebe,! Guts 3.8 Dufe an; hast deine tets deiner ich fte Wie I Hethar . Relter Oaher Güte f ge⸗ Stat⸗ sau⸗ elbet nicht haden iehen Kraft dud, ich dein mei⸗ 5ih istlich t det igete nicht 8 du wik⸗ tomm und ich il tt und wübel vol He meintt 28. Hausstandslieder. 189 d. Geburtstag. Mel. Lasset uns den Herren preisen. 343 nveränderliche Lie⸗ eh. be, Brunn, den lauter Gnade füllt, der mit un⸗ gehemmtem Triebe Ueberfluß und Segen quillt! Sieh, mein dank⸗ bares Gemüthe schwingt durch deinen Gnadenzug sich mit einem schnellen Flug in den Reich— thum deiner Güte. Liebe, wie vergelt ich dir, was du Guts gethan an mir? 2. Dieser Tag, der mir die Pforten dieses Lebens aufgethan, treibet mich, mit holden Worten, Liebe, dich zu loben, an. Er er— scheinet als ein Zeuge, der mir zu Gemüthe führt, was mein Herz empfindlich rührt, und er⸗ laubt nicht, daß ich schweige. Liebe, wie vergelt ich dir, was du Guts gethan an mir? 3. Liebreich hast du durch die Taufe mich als Kind genommen an; in dem ganzen Lebenslaufe hast du mir viel Guts gethan: deine Hand war, statt mit Blitzen, stets mit Segen angefüllt, unter deiner Langmuth Schild konnt ich frei und sicher sitzen. Liebe, wie vergelt ich dir, was du Guts gethan an mir? 4. Alle deine treuen Sorgen zielten auf mein Wohlergehn; daher hab ich jeden Morgen deine Güte neu gesehn. Ströme der Begnadigungen sind von meiner Kindheit auf mit unausgesetztem Lauf in mein Innerstes gedrun⸗ gen. Liebe, wie vergelt ich dir, was du Guts gethan an mir? 5. O, wie ist mein kurzes Le⸗ ben deiner Wunder doch so voll! Könnt ich doch sie recht erheben, wie du willst und wie ich soll! Doch mein Auge wird geblendet durch dein überschwänglich Licht; meine Zunge zählet nicht, was du mir hast zugewendet. Liebe, wie vergelt ich dir, was du Guts gethan an mir? 6. Weil du denn so viel zu gute, ewge Liebe, mir gethan, auch alsdann, wann deine Ruthe mich trieb von der breiten Bahn; o, so sei mein ganzes Leben, das ich führ in dieser Welt, dir zum Opfer dargestellt und zu deinem Dienst ergeben! Liebe, wie vergelt ich dir, was du Guts gethan an mir? 7. Nimm zu deinem Eigen⸗— thume Leib und Seel und alles hin zforthin leb ich dirzum Ruhme, weil ich mein nicht ferner bin; ich entsage Welt und Sünden, ja, der allerliebsten Lust; laß an deiner Vaterbrust mich die wahre Ruhe finden. Liebe, nimm dies Opfer an, weil ich sonst nichts geben kann. Joh. Jakob Rambach, 4 1735. Mel. Gottlob, ein Schritt zur Ewigk. is hieher hat mich 344. B Gott gebracht durch seine große Güte; bis hie⸗ her hat er Tag und Nacht be— wahrt Herz und Gemüthe; bis hieher hat er mich geleit't, bis hieher hat er mich erfreut, bis hieher mir geholfen. 2. Hab Lob und Ehre, Preis und Dank für die bisherge Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen, täglich neue! In mein Gedächtniß schreib ich an: der Herr hat große Ding gethan an mir, und mir geholfen. 3. Hilf fernerhin, mein treuer Hort, hilf mir zu allen Stunden. 28. Hausstandslieder. Hilf mir an all und jedem Ort, durch Christi Schmerzen, Blut hilf mir durch Jesu Wunden; und Tod hilf mir, wie du ge— hilf mir im Leben, Tod und Noth; holfen! Aemilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt, 4 1706. e. Reiselied. Mel. Herr, wie du willst, so schicks ꝛc. 3 45 Gott, im Namen Jesu Christ reis ich nun meine Straßen; mein Hüter und mein Hirt du bist, du wirst mich nicht verlassen; Herr, Leib und Seel befehl ich dir, mein Ehr und Gut, und was du mir auf dieser Welt bescheret. 2. Ich weiß, daß ich hier auf der Erd bin mit Gefahr umfan⸗ gen, zu keiner Zeit auch völlig werd die Ruh daselbst erlangen; ich bin ein Pilger, der stets muß fortsetzen seinen Stab und Fuß, der nirgend hat sein Bleiben. 3. Doch hilfst du, daß ich im⸗ merfort die Noth noch überwinde, bis ich die wahre Ruhe dort und rechte Heimath finde; da ist dann Müh und Sorgen aus, da bin ich eigentlich zu Haus, die Un⸗ ruh hat ein Ende. 4. An solche Ruhstatt denk ich hier auch jetzt bei meinem Wal⸗ len. Ich bitt, o Herr, mich so regier, daß dirs auch mög gefal⸗ len; leit mich allzeit auf rechter Bahn, und alles, was ich fange an, das segne du von oben. 5. Schick deinen Engel vor mir her, den Weg mir zu be— reiten; durch deine Macht dem Unfall wehr und allen bösen Leuten; nimm mich, o Herr, in deinen Schutz, daß keine List, Gewalt und Trutz mir jemals könne schaden. 6. Nun, Vater, dir ergeb ich mich, du kannst stets Hülfe sen⸗ den; bewahr und führ mich gnä⸗ diglich hier und an allen Enden, und laß mich einst, wenn dirs gefällt, nach aller Unruh dieser Welt bei dir dort Ruh erlangen. Aus dem Lübecker Gesangbuche, 1859. 29. Vaterlandslieder. a. Obrigkeit. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 346 He höre; Herr, * erhöre, breit deines Namens Ehre an allen Orten aus! Behüte alle Stände durch deiner Allmacht Hände, be— schütze Kirche, Thron und Haus. 2 Ach, laß dein Wort uns Allen noch ferner rein erschallen zu unsrer Seelen Nutz. Bewahr uns vor den Rotten, die deiner Wahrheit spotten; beut allen Widersachern Trutz. 3. Gieb, Herr, getreue Lehrer und unverdroßne Hörer, die da— bei Thäter sein. Auf Pflanzen und Begießen laß dein Gedei⸗ hen fließen und ernten reichlich Segen ein. 4. Gieb unserm Fürsten Glücke, laß deine Gnadenblicke aufs Haus des Fürsten gehn; schütz ihn auf seinem Throne und lasse seine Krone in segens⸗ vollem Glanze stehn. 5. Laß Alle, die regieren, ihr Imt ge Wem! sch kis Missen; Magd 6. 4 den Rt Stulm Mwah Mache milde; 7.( deh, M laih ge theute ausbte nch“ . Ind b hetirte de V Heiser Hilfe But ù ge⸗ in von „ U06. enk ith Val⸗ lich 0 gefal⸗ rechte fange en. el vor zu be⸗ t den bösen herr, in e Nst jemab geb ith fe sen⸗ ch gni⸗ Enden in diiß dight langeh. he, I85. 29. Vaterlandslieder. Amt getreulich führen und schaffe Jedem Recht, daß Fried und Treu sich küssen, wir nichts als Gnade wissen; ja, segne Herrschaft, Magd und Knecht. 6. Ach, wend in allen Gna⸗ den Krieg, Feuer, Wasserschaden, Sturm, Seuch und Hagel ab. Bewahr des Landes Früchte und mache nicht zu nichte, was deine milde Hand uns gab. 7. Gieb uns den lieben Frie⸗ den, mach alle Feinde müde, ver— leih gesunde Luft. Laß Noth und theure Zeiten sich nie bei uns ausbreiten, wo man umsonst nach Brode ruft. 8. Die Hungrigen erquicke, und bringe die zurücke, die sonst verirret gehn. Die Wittwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hülfe flehn. 9. Hilf als ein Arzt den Kran⸗ ken, und die im Glauben wan⸗ ken, laß nicht zu Grunde gehn. Die Alten heb und trage, auf daß sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 10. Bleib der Verfolgten Stütze, die Reisenden beschütze, die Sterbenden begleit mit dei⸗ nen Engelschaaren, daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud und Herrlichkeit. 11. Nun, Herr, du wirst er⸗ füllen, was wir nach deinem Willen in Demuth jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen in unsres Jesu Namen, so ist gewiß der Wunsch gewährt. Benjamin Schmolck, 1 1737. Mel. Zeuch ein zu meinen Thoren. 2* h, 347. Ins verKonte 191 und Herrn, dem alles unterthä— nig, du herrschest nah und fern, du Gott, Herr Zebaoth, an Ehren groß und prächtig, zu schützen stark und mächtig, ein Helfer in der Noth. 2. Es zeugen deine Knechte, daß keine Obrigkeit als nur durch deine Rechte und dein Gebot ge⸗ beut. Du hast sie hoch geschätzt; wer ihr zuwider lebet, der fehlt, der widerstrebet dem, was Gott selbst gesetzt. 3. Ach, lieber Vater, lehre mich doch durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie es dein Wort uns heißt. Sie traͤ⸗ gen ja dein Bild; laß mich Ge⸗ horsam üben, und sie mit Ehr⸗ furcht lieben, wie du es haben willt. 4. Die uns allhier regieren, Herr, die regiere du, laß dei⸗ nen Geist sie führen, dein Rath sprech ihnen zu! Du herrschest selbst im Land; das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten, es steht in deiner Hand. 5. O Gott von großer Güte, gieb ihrem Geiste Licht; gieb Treue dem Gemüthe zum Urtheil im Gericht; laß stets durch ihr Bemühn den Frommen sicher stehen, der Bösen Rath vergehen, und alle Stände blühn. 6. Gieb, daß durch ihr Regie⸗ ren wir mit Zufriedenheit ein ruhig Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Herr Gott, du segnest gern; wir bitten ohn Er⸗ müden: gieb Segen, Heil und Frieden durch Jesum, unsern Herrn! Philipp Friedrich Hiller, 4 1769. 29. Vaterlandslieder. b. Krieg und Frieden. Eigene Melodie. 3 48 Verleig uns Frieden * gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; es ist doch ja kein Andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. Martin Luther, 4+ 1546. Psalm 85. Mel. Herr, wie du willst, so schicks ꝛc. 349 err, der du vor⸗ H mals hast dein Land mit Gnaden angeblicket, und des gefangnen Jakobs Band gelöst und ihn erquicket, der du die Sünd und Missethat, die dein Volk vor begangen hat, hast väterlich verziehen; 2. Herr, der du deines Eifers Glut zuvor oft abgewendet und nach dem Zorn das süße Gut der Lieb und Huld gesendet; ach, frommes Herz, ach, unser Heil, nimm weg und heb auf in der Eil, was uns an jetzo kränket! 3. Lösch aus, Herr, deinen gro⸗ ßen Grimm im Brunnen deiner Gnaden; erfreu und tröst uns wiederum nach ausgestandnem Schaden! Willst du denn zürnen ewiglich und sollen deine Fluthen sich ohn alles End ergießen? 4. Willst du, o Vater, uns denn nicht nun einmal wieder laben; und sollen wir an dei— nem Licht nicht wieder Freude haben? Ach, geuß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus auf uns und unsre Häuser. 5. Ach, daß ich hören sollt das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede soll an allem Ort, wo Christen wohnen, werden; ach, daß uns Gott doch sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Ruh und alles Unglücks Ende! 6. Ach, daß doch diese böse Zeit jetzt wiche guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht möchten ganz verzagen! Doch ist ja Gottes Hülfe nah, und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fürchten. 7. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott schon wieder zu uns wenden, den Krieg und alle andre Noth nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr in unserm Land und überall recht werd er— kannt, ja stetig bei uns wohne. 8. Die Güt und Treue werden schön einander grüßen müssen; Gerechtigkeit wird einhergehn, und Friede wird sie küssen; die Treue wird mit Lust und Freud auf Erden blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 9. Der Herr wird uns viel Gutes thun; das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schooße ruhn, die werden davon leben; Gerechtigkeit wird den— noch stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. reuer Wächter Is⸗ 350. T rael, deß sich freuet Leib und Seel, der du weißt um alles Leid deiner armen Christen⸗ heit, o du Wächter, der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns richt dein hülfreiches Angesicht! 2. Schau, wie große Noth und Qual trifft dein Volk jetzt überall! täglich wird der Trübsal mehr. Hilf, ach, hilf, schütz deine Ehr! Wir u Hichts l Io dil 1 del du Hellgtt Kreuße! söhnt h glöscht delbrad 4.8 ihm ar Unsere lis the in dem mit de cchenhi Muer Hende ern ft 5.3 du M Mit um für u der Stra 7. Lomm lah Wit agte z Waffen Endel se Jt damit niht Doch „ und denen, m sind, der zu nd alle nd aho unserm jerd er⸗ wohne. Werden nüssen ergehn n; die Fteud tigket Hauen, 18 biel widd seinen davon den⸗ vollem seillts + 1676. 9rund ler Y⸗ fteuel ißt umn Hristen⸗ 1 micht 29. Vaterlandslieder. Wir verderben, wir vergehn, nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht wirst bei uns stehn. 3. Hoherpriester, Jesu Christ, der du eingegangen bist in das Heiligthum zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, uns ver⸗ söhnt hast durch dein Blut, aus⸗ gelöscht der Höllen Gluth, wie— derbracht das höchste Gut; 4. Sitzest jetzt ins Vaters Reich, ihm an Macht und Ehren gleich, unser eigner Gnadenthron, Got⸗ tes theurer, lieber Sohn, den er in dem Herzen trägt, dessen Für⸗ bitt ihn bewegt, daß er keine Bitt abschlägt: 5. Jesus, der du Helfer heißt, als ein Helfer Hülfe leist! Hilf mit deiner starken Hand, Men⸗ schenhülf hat sich gewandt! Eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau, er mit Zit⸗ tern sie anschau. 6. Höchster Hort, Immanuel, du Beschützer meiner Seel, Gott mit uns in aller Noth, Gott um uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit, Trotz dem, der uns thut ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. 7. Deines Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm; laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht! Aller Feinde Rotten trenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Her⸗ ren Herrn dich nenn! 8. Andre traun auf ihre Kraft, auf ihr Glück und Ritterschaft; deine Christen sehn auf dich, trauen auf dich festiglich. Laß uns werden nicht zu Schand, hilf uns und dem ganzen Land! Unsre Noth ist dir bekannt. 9. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern 1938 kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar ver— brennt, und der Menschen Her⸗ zen wendt, daß der Krieg ge— winnt ein End. 10. Jesu, wahrer Friedefürst, der der Schlange Kopf zerknirscht, und durch seinen Kreuzestod Frie⸗ den wiedergab bei Gott: gieb uns Frieden gnädiglich! so wird dein Volk freuen sich und dich preisen ewiglich. Johann Heermann, 4 1647. Mel. Nun danket Alle Gott. err Gott, dich loben 351. H wir, regier, Herr, unsre Stimmen, laß deines Gei⸗ stes Gluth in unsern Herzen glimmen. Komm, komm, o edle Flamm, ach, komm zu uns all⸗ hier, so singen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir. 2. Herr Gott, dich loben wir, wir preisen deine Güte, wir rüh⸗ men deine Macht mit herzlichem Gemüthe; es steiget unser Lied bis an die Himmelsthür und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir. 3. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Krieges⸗ last entladen, daß du uns blicken läßt des goldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir. 4. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren. Jetzt rühmet unser Mund mit herzlicher Be⸗ gier: Gott Lob! wir sind in Ruh; Herr Gott, wir danken dir. 5. Herr Gott, dich loben wir, daß du die Pfeil und Wagen Schild, Bogen, Spieß und Schwert 9³ RRRRRRRsssss..s.. 4 7N V W. NVNV WI. NN N VV 194 zerbrochen und zerschlagen; der Strick ist nun entzwei, darum so singen wir mit Herz und Zung und Mund: Herr Gott, wir danken dir. 6. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar hast weggeraffet. Es hat die Vater⸗ hand uns deine Gnadenthür jetzt wieder aufgethan; Herr Gott, wir danken dir. 7. Herr Gott, wir danken dir, 29. Vaterlandslieder. daß du Land, Kirch und Häuser, den edlen Fürstenstamm und des⸗ sen grüne Reiser bisher erhalten hast; gieb ferner Gnad allhier, daß auch die Nachwelt sing: Herr Gott, wir danken dir. 8. Herr Gott, wir danken dir, und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfülle für und für, o Vater, unsern Wunsch; Herr Gott, wir danken dir. Johann Franck, 1 1677. c. Ungewitter und allgemeine Noth. Mel. Auf meinen lieben Gott. in Wetter steiget 352. E auf! Mein Herz, zu Gott hinauf; wirf dich in wahrer Buße ihm unverweilt zu Fuße, damit all deine Sünden durch Christi Tod verschwinden. 2. Herr, der du gut und fromm, zu dir ich gläubig komm, bitt dich um dein Erbarmen: du wollest doch mich Armen um Christi willen schonen, mir nach Ver— dienst nicht lohnen. 3. Durch Christi theures Blut gieb mir getrosten Muth, der sich nicht knechtisch scheue, der viel⸗ mehr deiner Treue in Allem kind⸗ lich traue, auf deine Hülfe baue. 4. Ich will mit dem, was mein, dir ganz ergeben sein: dein Flü— gel wird uns decken, verjagen alles Schrecken, und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden. 5. Wohlan, verlaß uns nicht; bleib unsre Zuversicht, laß deine Vatertreue erfahren uns aufs Neue: so wolln wir, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben. Aemilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg⸗ Rudolstadt, 4 1706. Mel. Vater unser im Himmelreich. 353. von uns, Herr, du treuer Gott, die schwere Straf und große Noth, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal; schirm uns vor Krieg und theu— rer Zeit, vor Seuchen, Feur und andrem Leid! 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, um Gnade bitten wir für Recht, denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wolltst nach unserm Thun, so müßte ja die Welt vergehn und könnt kein Mensch vor dir bestehn! 3. Ach, Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Ret⸗ tung uns erschein, beweis uns deine große Gnad und straf uns nicht auf frischer That; steh uns mit deiner Güte bei, daß dein Gericht uns ferne sei. 4. Gedenk an deines Sohnes Tod und seine bittre Kreuzes⸗ noth, die sind ja für die ganze Welt der Uebelthaten Lösegeld; deß trösten wir uns allezeit und. hoffen auf Barmherzigkeit. 5. Leit uns mit deiner starken. Hand Ind L Hllig . Ind I ein, u Rath, und f 2. allein, Hemeir Hott, digun derun 4. al det Nam der v 0 Gott Noth lasse Osfg 0. den GOna Cla Paa 7 nen dan dein hier Hauft ind de⸗ halten allhie, 9 Hen Ken di. en, das N gute 8 mit ind fil, 95 Hen 1 10f nelreich n un u treud groß en ohhl Izumal 1d thelk eur ud er böth ten M. hert, da wolh müßte unt kn urch 06 nnd R⸗ eis M fraf m seh U aß dal Sohnt Kreuhe⸗ ie galh sch zet 1 . 1 29. Vaterlandslieder. 195 Hand und segne gnädig Stadt und Land; gieb uns allzeit dein heilig Wort, den Argen schreck und treibe fort, ein selig Stünd⸗ lein uns verleih, auf daß zu dir die Heimfahrt sei! Martin Moller, 1 1606. 50. Kreuz⸗ und Crostlieder. Eigene Melodie. 354. Wren Nothen sm und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hülf noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen ins⸗ gemein anrufen dich, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Noth; 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz, und bitten um Begna⸗ digung und aller Strafen Lin⸗ derung, 4. Die du verheißest gnädiglich all denen, die drum bitten dich im Namen des Herrn Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Noth, weil wir jetzt stehn ver⸗ lassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sün⸗ den groß, sprich uns davon in Gnaden los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei; 7. Auf daß von Herzen kön⸗ nen wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber, 1569. Eigene Melodie. 355. W36 allzeit, sein Will, der ist der beste; zu helfen dem ist er bereit, der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Noth, der fromme Gott, er züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoffnung und mein Leben; was mein Gott will, das mir geschicht, will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezählet; er schützt und wacht, nimmt uns in Acht, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Nun muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott, wenns ihm gefällt, ich will ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden; du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden. 4. Noch Eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: wenn mich der böse Geist anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen; hilf und auch wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wirds gewährt; drauf sprech ich fröhlich: Amen. Markgraf Albrecht von Brandenburg, 1 1557. Eigene Melodie. on Gott will ich 356. V nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, führt mich VININ 2 196 30. Kreuz und Trostlieder. auf rechter Straßen, sonst ging ich in der Irr; er reicht mir seine Hand, den Abend wie den Mor— gen thut er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land. 2. Wenn sich der Menschen Treue und Wohlthat all verkehrt, so kommt Gott bald aufs Neue, sein Macht und Gnad bewährt, und hilft aus aller Noth, errett von Sünd und Schanden, von Trübsal und von Banden, und wenns gleich wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit; so kann mir gar nicht grauen; er wendet alles Leid. Ihm sei es heimge— stellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn er— geben; er machts, wie's ihm gefällt. 4. Es thut ihm nichts gefal- len, denn was mir nützlich ist; er meints gut mit uns Allen, schenkt uns den Herren Christ, den eingebornen Sohn; durch den er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret; lobt ihn im Himmelsthron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, die er uns beide schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt. Verlorn ist alle Zeit, ohn ihn verbracht auf Erden; wir sollen selig werden und sein in Ewigkeit. 6. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freu— den voll, die, weil ich Christum kenne und mich von ihm nicht trenne, mir widerfahren soll. 7. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle erwor⸗ ben uns und Gnad; auch Gott der heilge Geist im Glauben uns regieret, zum Reich des Him⸗ mels führet; Gott sei Lob, Ehr und Preis! Ludwig Helmbold, 4 1598. Eigene Melodie. 357 A;* meinen lieben Gott trau ich in Angst und Noth; er kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöthen; mein Unglück kann er wenden: es steht in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd an— ficht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm will ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem hab ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen: mein Seel wird er versorgen. 4. Ach, mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich am Kreuz gestorben, hast mir das Heil erworben, und bringst uns All zugleiche zum ewgen Himmelreiche. 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich: hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß ich selig ab— scheide zur ewgen Himmelsfreude. 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund. Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen. Siegm. Weingärtner, um 1600. Mel. Nun ruben alle Wälder. R On allen meinen 358. VThaten laß ich den Höchsten rathen, der alles kann und hat; er muß zu allen Omgen ngen, Ind Tl 2. 2 um alle gen ist meinen en mi Meierg 0. schehen hen, U nehm. ihm v Hab i 4. die mi allem seinen hetletze ewig! 0. in On sttliche auf m das U haben 0. eEwas oder und wider sein 0 W Mih unte falle Uber 8. urst eren Morg w . Ul Rach Him⸗ „ Chr 1 Wos. liehen ich in Nmich Migt kann seinen d an⸗ t; auf Nund n wih d und nimmt ewinn, Leben; H. V mein MNüu ist fit „ has „und e zull „ mein ilf mi nich i lig ab⸗ freude spg wollet Chrsf ah Wl presen. um 1009 lder. meinen aß i alles allen 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. 197 Dingen, solls anders wohl ge— lingen, selbst geben Segen, Rath und That. 2. Nichts ist es, spät und frühe, um alle meine Mühe, mein Sor— gen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Wil— len machen; ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts ge— schehen, als was er hat verse— hen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet, was ihm von mir beliebet, dasselbe hab ich auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schützt; leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig mützt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durch— streichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen, und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, bleib, oder geh ich fort, in Schwachheit und Gefahren, was mir mag widerfahren: mich tröstet allezeit sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen; mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine, und traue dem alleine, der dich geschaffen hat; es gehe, wie es gehe; dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. Paul Flemming, 4 1640. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du ꝛc. 359. Hé Schanden werden die, so in ihren Nöthen und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen und zu dir rufen. 2. Mache zu Schanden Alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach, kehre dich mit Glauben zu uns Armen; laß dichs erbarmen; 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde; wenn du Ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben Niemand, dem wir uns vertrauen; vergeblich ists, auf Menschenhülfe bauen; mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das be— drängte kleine Häuflein retten; wir traun auf dich, wir flehn in Jesu Namen: hilf, Helfer! Amen. Johann Heermann, 4 1647. Mel. Herzlich thut mich verlangen. esiehl du deine 360. Wehe und was dein Herze kränkt, der allertreu⸗ sten Pflege deß, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege fin— den, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl er— gehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll (8 4 — N N en INI CEP .,* V V * V * 8 N VB V 5 N SSSN VN 198 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott sich gar nichts neh— men: es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterb— lichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg' hast du allerwegen, an Mitteln fehlts dir nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann Niemand hindern, dein Ar⸗ beit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zu— rücke gehn; was er sich vorge— nommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit: so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf! gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze be⸗ trübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll: Gott sitzt im Regi⸗ mente und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten: er ist ein weiser Fürst, und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunder⸗ barem Rath die Sach hinaus⸗ geführet, die dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn, und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und solltst du für und für in Angst und Nöthen schweben, als fragt er nichts nach dir; 10. Wirds aber sich befin⸗ den, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da du's am mindsten gläubst. Er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu kei— nem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron! Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende mit aller unsrer Noth; stärk unsre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfoh⸗ len sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Valet will ich dir geben. 361 Osst Gott für mich, N so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei; und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh, und dämpfe Sturm ind W Wah. 9. gründe Mut,! das eh und m ioser gegebe 4.9 mein wenn önnt lann Helder scheuen 5. Herze vertrei Ren, Jiebt Was das Hlaul 6. sch r 0 s6 die n e Walh n, und le, d deine du fl Mihn nichtz befh⸗ rbleiht hen, d st. E von de zu Ei hen haf ind de t dabo geschtt . Got menei du singf der del 0 Heh, r Nothi Ide, u 5 alhl empfah⸗ E Voh , geben. I1 mich e gliih ö ich 1 nter sih Fteunde t, Wa⸗ ude u laub i0 Schel d Msli sei; n nit uu. Sturt 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. 199 und Wellen und was mir bringet Weh. 3. Der Grund,‚, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut, das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht, wenn der nicht immer wäre, könnt ich bestehen nicht. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmuth, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 5. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmer⸗ zen, nimmt allen Kummer hin, giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien in rechter Glaubenskraft. 6. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwachheit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust. 7. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle, neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 8. Da ist mein Theil, mein Erbe mir prächtig zugericht't; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich das Aug hier feuchten mit Thränen diese Zeit, mein Jesus und sein Leuchten versüßet alles Leid. 9. Die Welt, die mag zerbre⸗ chen, du stehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armuth, keine Pein, kein Zorn des größten Fürsten soll Hinde⸗ rung mir sein. 10. Kein Engel, keine Freu⸗ den, kein Thron, noch Herrlich— keit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst, kein Herzeleid, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schooß. 11. Mein Herze geht in Sprün⸗ gen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein: die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Ermuntre dich, mein schw. Geist. u bist ein Mensch, 362. D das weißt ri wohl: was strebst du denn nach Dingen, die Gott der Höchst alleine soll und kann zu Wege bringen? Du fährst mit deinem Witz und Sinn durch so viel tausend Sorgen hin und denkst: wie wills auf Erden doch endlich mit mir werden? 2. Es ist umsonst, du wirst fürwahr mit allem deinem Dich⸗ ten auch nicht ein einzges klei⸗ nes Haar in aller Welt aus⸗ richten; dein Gram dient nirgend sonstwo zu, als daß du dich aus deiner Ruh in Angst und Schmer⸗ zen stürzest und selbst das Leben kürzest. 3. Willst du was thun, das Gott gefällt und dir zum Heil gedeihet, so wirf dein Sorgen V S NV 9890 MWCOTEIN IN auf den Held, den Erd und Himmel scheuet, und gieb dein Leben, Thun und Stand nur fröhlich hin in Gottes Hand; so wird er deinen Sachen ein fröhlich Ende machen. 4. Wo warst denn du und dein Verstand, da sich des Him— mels Decken begannen über See und Land und alle Welt zu strecken? Wer brachte Sonn und Mond herfür? Wer machte Kräuter, Bäum und Thier und hieß sie deinen Willen und Her— zenslust erfüllen? 5. Heb auf dein Haupt, schau überall, hier unten und dort oben, wie Gottes Sorg auf allen Fall für dich sich hat erhoben; dein Brod, dein Wasser und dein Kleid war eher noch als du bereit, das Bett auch in der Wiegen, darin du solltest liegen. 6. Und dennoch soll dein eig— nes Licht dein ganzes Leben führen; du traust und glaubest weiter nicht, als was die Augen spüren; was du beginnst, da soll allein dein Kopf dein Licht und Meister sein; was er nicht auserkoren, das hältst du für verloren. 7. Wie oft bist du in große Noth durch eignen Willen kom⸗ men, da dein verblendter Sinn den Tod fürs Leben angenom⸗ men; und hätte Gott dein Werk und That ergehen lassen nach dem Rath, in dem du's ange⸗ fangen, du wärst zu Grund ge— gangen. 8. Der aber, der uns ewig liebt, macht gut, was wir ver⸗ wirren, erfreut, wo wir uns selbst betrübt, und führt uns, wo wir irren; und dazu treibt ihn sein Gemüth und die so reine Vater⸗ 30. Kreuz- und Trostlieder. güt, in der uns arme Sünder er trägt als seine Kinder. 9. Ach, wie so oftmals schweigt er still und thut doch, was uns nützet, da unterdessen unser Will und Herz in Aengsten sitzet, nach Hülfe sucht und findet nichts, will sehn und mangelt doch des Lichts, will aus der Angst sich winden und kann den Weg nicht finden. 10. Gott aber geht gerade sort auf seinen weisen Wegen; er geht und bringt uns an den Port, da Sturm und Wind sich legen. Hernachmals, wenn das Werk geschehn, kann erst der Mensch mit Augen sehn, was der, so ihn regieret, in seinem Rath geführet. 11. Drum, liebes Herz, sei wohlgemuth und laß von Sorg und Grämen: Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, dein Bestes vorzunehmen; er kanns nicht lassen, sicherlich; sein Vaterherz ist gegen dich und uns allhier zusammen voll ewger Liebes⸗ flammen. 12. Thu als ein Kind und lege dich in deines Vaters Arme; bitt ihn, und flehe, daß er sich dein, wie er pflegt, erbarme: so wird er dich durch seinen Geist. auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, nach wohlvollbrachtem Ringen aus allen Sorgen bringen. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. eduld ist euch von 363. G nöthen, wenn Sorge, Gram und Schmerz und was euch mehr will tödten, euch schneidet in das Herz; o auser⸗ wählte Schaar, soll euch kein Tod je tödten, ist euch Geduld von nöthen, das ist gewißlich wahr. nur ein der gart verwege und Re dohin. 9. seines Uns hoe uns ru eklöst 1 hilfte rößte Olaube Wokt; rauben Hort,! hält si den X keinen 5. mit E sich u Musch und trost wills Herr 6.6 und seiner auch bedat loben hobe berm tkeibt Aug n s hr ang N. bun Zünde chweig 8 Uns er WIl 1 nach 9 nich de fott en; el Port legeh, Wetl Mensch so ihs führet Iz, s Sor Heuz Bestes niht erhaz allhiet Heebes⸗ d und Arme; er sich me: 0 Galt Rhicht Achtet lingen. 167⁰ 107 lassen ich boll wenll 1 0 , euch aus⸗ e bol Waht. 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. 201 2. Geduld ist Fleisch und Blute ein herb und bittres Kraut; so⸗ bald des Kreuzes Ruthe uns nur ein wenig dräut, da schrickt der zarte Sinn; im Glück ist er verwegen, kommt aber Sturm und Regen, fällt Herz und Muth dahin. 3. Geduld ist Gottes Gabe und seines Geistes Gut; der reicht uns kräftge Labe, sobald er in uns ruht; der edle, werthe Gast erlöst uns von dem Zagen und hilft uns treulich tragen die größte Bürd und Last. 4. Geduld kommt aus dem Glaͤuben und hängt an Gottes Wort; das läßt sie sich nicht rauben, das ist ihr Heil und Hort, das ist ihr hoher Wall, da hält sie sich verborgen, läßt Gott den Vater sorgen und fürchtet keinen Fall. 5. Geduld ist wohl zufrieden mit Gottes weisem Rath, läßt sich nicht leicht ermüden durch Aufschub seiner Gnad, hält frisch und fröhlich aus, läßt sich ge— trost beschweren und denkt: wer wills ihm wehren? ist er doch Herr im Haus! 6. Geduld dient Gott zu Ehren und läßt sich nimmermehr von seiner Liebe kehren; schlägt er auch noch so sehr, dennoch ist sie bedacht, sein heilge Hand zu loben, spricht: Gott, der hoch er— hoben, hat alles wohlgemacht. 7. Geduld erhält das Leben, vermehrt der Jahre Zahl, ver— treibt und dämpft daneben manch Angst und Herzensqual, ist wie ein schönes Licht, davon, wer an ihr hanget, mit Gottes Hülf er— langet ein fröhlich Angesicht. 8. Geduld macht große Freude, bringt aus dem Himmelsthron dem Herzen süße Weide, dem Haupt ein edle Kron, giebt könig⸗ lichen Muth, stillt der Betrübten Thränen und füllt das heiße Sehnen mit rechtem, ewgen Gut. 9. Geduld ist mein Verlangen und meines Herzens Lust, nach der ich oft gegangen, das ist dir wohl bewußt, Herr, voller Gnad und Huld; ach, gieb mir und gewähre mein Bitten, ich begehre nichts Andres, als Geduld. 10. Geduld ist meine Bitte, die ich sehr oft und viel aus dieser Leibeshütte zu dir, Herr, schicken will; kommt dann mein letzter Zug, so gieb durch deine Hände auch ein geduldig Ende, so hab ich alles gnug. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. uf den Nebel folgt 364. A die Sonn, auf das Trauern Freud und Wonn, auf die schwere, bittre Pein stellt sich Trost und Labsal ein. Meine Seele, die zuvor sank bis zu der Hölle Thor, steigt nun bis zum Himmelschor. 2. Hab ich vormals Angst ge⸗ fühlt, hat der Gram mein Herz zerwühlt, hat der Kummer mich beschwert, hat der Satan mich bethört: ei, so bin ich nunmehr frei; Heil und Rettung, Schutz und Treu steht mir wieder treu— lich bei. 3. Gott läßt Keinen traurig stehn, noch mit Schimpf zurücke gehn, der sich ihm zu eigen schenkt und ihn in sein Herze senkt. Wer auf Gott sein Hoffnung setzt, findet endlich und zuletzt, was ihm Leib und Seel ergötzt. 4. Kommts nicht heute, wie man will, sei man nur ein wenig still: V V OeE R 202 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. ist doch morgen auch ein Tag, da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt; wann die kommt, kommt unsre Bitt und die Freude reichlich mit. 5. Als ich furchtsam und ver— zagt mich mit schwerem Gram geplagt, als ich manche liebe Nacht mich mit Wachen krank gemacht, als mir aller Muth entfiel, tratest du, mein Gott, ins Spiel, gabst dem Unfall Maß und Ziel. 6. Nun, so lang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, soll mir dieser Wunder— schein stets vor meinen Augen sein; ich will all mein Lebelang meinem Gott mit Lobgesang hierfür bringen Ehr und Dank. 7. Allen Jammer, allen Schmerz, den des ewgen Vaters Herz mir schon jetzo zugezählt oder künftig auserwählt, will ich hier in diesem Lauf meines Lebens allzuhauf frisch und freudig nehmen auf. 8. Ich will gehn in Angst und Noth, ich will gehn bis in den Tod, ich will gehn ins Grab hinein und doch allzeit fröhlich sein. Wem der Stärkste will beistehn, wen der Höchste will er— höhn, kann nicht ganz zu Grunde gehn. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Was mein Gott will, gescheh ꝛc. 365 Osch hab in Gottes * N Herz und Sinn mein Herz Und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Ge— winn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn deß, der den Thron des Himmels aufgezogen; ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nim⸗ mermehr, mein Vater muß mich lieben; betrübt er mich gleich noch so sehr, so will er mich nur üben, und mein Gemüth in sei⸗ ner Güt gewöhnen fest zu stehen; halt ich dann Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Ist, was ich bin und habe, mein; gab ich mir selbst das Leben? Sein Werk bin ich, er hat allein mir Leib und Seel gegeben; ich gab mir nicht des Geistes Licht, er läßt es in mir scheinen; wer so viel thut, deß Herz und Muth kanns nimmer böse meinen. 4. Woher wollt ich den Auf⸗ enthalt auf dieser Erd erlangen? Ich wäre längsten todt und kalt, wenn mich nicht Gott umfangen mit seinem Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet; was er nicht hält, das bricht und fällt, was er erfreut, das lachet. 5. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Ma— ßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene; und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Glück und Heil be— schweret; hast spät und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. 7. Fürwahr, der dich geschaffen hat und sich zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rath ersehen und beschauet aus vahter ir und ihm do nach sei 9. dich da fleuen; Kreuge! Nost g die Gn doch ei und O wie eir 9. E ich dir Mimm mir b wie dv Geist! und d vor al 10. nensch Fteud Ungli leden Thür wie wirst II Tode keisen und Weise alles ren, saal n nim⸗ I5 mich gleich lich nu in se stehen, iß seint jöhen. d haht st dds ich, e d. Sel licht die in mil ut, di nimma an Muf langen! ind hal, nfangeh S Warh etz Wl nd fülh et. heit und le M⸗ tund i nd au Freud „ seing er hl traul wenn du Al grohl Heil de frih ni deiniel denli eshch haf erhall einet uet d⸗ 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. 2038 wahrer Treu, was dienlich sei dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. 8. Wenns Gott gefällt, gieb dich darein; zuletzt wirds dich er⸗ freuen; was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden. All Angst und Qual wird auf einmal gleich wie ein Dampf verschwinden. 9. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände, nimm mich, und mache du's mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Nutz entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr vor aller Welt erhöhe. 10. Willst du mir geben Son⸗ nenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück sein, will ichs geduldig leiden; soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner ossen stehen: wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 11. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straße reisen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen; du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende keh— ren, daß ich einmal im Himmels-— saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt, 4 1676. Eigene Melodie. arum sollt ich 366. W mich denn grä⸗ men? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rau— ben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem; nackend werd ich auch hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, der's gegeben. Will er's wieder zu sich kehren, nehm er's hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wen— den, er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt, sollt ich jetzt auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott und übt mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Muth dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht tödten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöthen, schließt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. 9. Allda will an süßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergötzen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. V V V —— 8 —— 58 ö 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben; 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hin gelangen, da du mich und ich dich ewig werd um— fangen. Paul Gerhardt, 4 1676. Eigene Melodie. 367 er nur den lie— ben Gott läßt walten und hoffet auf ihn alle— zeit, den wird er wunderbar er— halten in aller Noth und Trau— rigkeit. Wer Gott, dem Aller— höchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schwe— ren Sorgen; was hilft uns unser Weh und Ach; was hilft es, wenn wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsres Gottes Gnadenwille und wie sein weiser Rath es fügt; Gott, der uns sich hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freu— denstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei: so kommt Gott, 30. Kreuz- und Trostlieder. eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drang⸗ salshitze, daß du von Gott ver— lassen seist, und daß ihm der im Schooße sitze, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit ver⸗ ändert viel und setzet Jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Him⸗— mels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn wel— cher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark, 4 1681. Eigene Melodie. 368. Sln een als wenn Gott verließ die Sei⸗ nen, o so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nöthig ist. 3. Gleichwie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder stre— ben: so hält Gott auch Maß und Ziel; er giebt, wem und wenn er will. 4. Seiner kann ich mich ge— trösten, wenn die Noth am aller⸗ größten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Will mir Satan bange machen, ich kann seine Macht verlachen; drückt mich schwer das Alezes lchet nl 6. ger leid darnach ner Sa 7. sich te Himmel den Hil zur Get 8. nut ha andrer gleich i Wennei 360 blei er fän ich iht mein mich! drum glück! Hünd 0 wohle W heffer ansch Hetten bahhe . wahl U Joh ENEENNENNENNRNNERE 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. 205 Kreuzesjoch, Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Laß die Welt nur immer neiden; will sie mich nicht län— ger leiden: ei so frag ich nichts darnach. Gott ist Richter mei⸗ ner Sach. 7. Will sie gleich mich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; wenn ich nur den Himmel krieg, hab ich alles zur Genüg. 8. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, frag ich nichts nach andrer Gabe; legt man mich gleich in das Grab: gnug, Herr, wenn ich dich nur hab. Christoph Titius, 4 1703. Eigene Melodie. 369 Woe thut, das * ist wohlgethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er wird mich nicht betrügen, er führet mich auf rechter Bahn; drum laß ich mir genügen an seiner Huld und hab Geduld, er wird mein Un⸗ glück wenden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er wird mich wohl bedenken; er als mein Arzt, der helfen kann, wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich er⸗ scheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergötzt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; dabei will ich ver— bleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast, 4+ 1708. Mel. Warum sollt ich mich denn gr. 370 Wo willst du doch für mor⸗ gen, armes Herz, dir zum Schmerz, wie ein Heide sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen? Sieh, Gott will in der Still sich der Noth annehmen. 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel und Leb, darum bleib ihm allein ergeben; er wird ferner alles schenken, traue fest, nie verläßt er, die an ihn denken. 3. Sage nicht: was soll ich essen? Gott hat dir schon allhier so viel zugemessen, daß der Leib sich kann ernähren; Uebriges wird indeß Gottes Hand bescheren. 4. Sorgst du, wie du dich sollst kleiden? Jesus spricht: Sorge nicht, solches thun die Heiden; schau die Blumen auf den Fel⸗ dern, wie so schön diese stehn, und die Bäum in Wäldern. 5. Ach, der Glaube fehlt auf Erden; wär er da, müßt uns ja, 7 * 2 90 5 NI N V 5 VꝘ & was uns noth ist, werden; wer Gott kann im Glauben fassen, der wird nicht, wenns gebricht, von ihm sein verlassen. 6. Wer Gerechtigkeit nachtrach— tet, und zugleich Gottes Reich über Alles achtet, der wird wahr— lich nach Verlangen Speis und Trank lebenslang überdies em— pfangen. 7. Laß die Welt sich ängstlich mühen, immerhin: doch mein Sinn soll zu Jesu fliehen; er wird geben, was mir fehlet, ob ers oft unverhofft eine Weil verhehlet. 8. Will er prüfen meinen Glauben, und die Gab, die ich hab, mir gar lassen rauben, so muß mirs zum Besten kommen, ob Gott mir alles schier hat hinweggenommen. 9. Er kann alles wiedergeben; wenn er nimmt, so bestimmt er sein Wort zum Leben; ach, wie viele fromme Seelen leben so, und sind froh ohne Sorg und Quälen. 10. Nun, Herr Jesu, meine Freude, meine Sonn, meine Wonn, meiner Seelen Weide, sorge nur für meine Seele, so wird mir auch allhier nichts am Leibe fehlen. 11. Alles sei dir unverhohlen, was mir fehlt, was mich quält, großer Gott, befohlen; sorge du, so will ich schweigen und vor dir nach Gebühr meine Kniee beugen. 12. Ich will dir mit Freuden danken fort und fort, hie und dort, und will nimmer wanken. Lob und Preis sei deinem Na⸗ men; sei mein Theil, Hülf und Heil, treuer Jesu. Amen. Laurentius Laurenti, 4 1722. 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. Mel. O du Liebe meiner Liebe. as von außen 371. Wẽ und von innen täglich meine Seele drückt, und hält Herz, Gemüth und Sinnen unter seiner Last gebückt: in dem Allen ist dein Wille, Gott, der aller Unruh wehrt; und mein Herz hält in der Stille, bis es deine Hülf erfährt. 2. Denn du bist mein Fels auf Erden, da ich still und sicher leb; deine Hülfe muß wir wer⸗ den, so ich mich dir übergeb. Dein Schutz ist mein Trutz al—⸗ leine gegen Sünde, Noth und Tod, denn mein Leiden ist das deine, weil ich dein bin, o mein Gott. 3. Auf dich harr ich, wenn das Leiden nicht so bald zum Ende eilt; dich und mich kanns nimmer scheiden, wenns gleich noch so lang verweilt. Und auch dies mein gläubig Hoffen hab ich nur allein von dir; durch dich steht mein Herz dir offen, daß du solches schaffst in mir. 4. Bei dir ist mein Heil und Ehre, meine starke Zuversicht; willst du, daß die Noth sich mehre, weiß ich doch, du läss'st mich nicht. Denket mich der Feind zu fällen und zu treten unter sich, will ich auf den Fels mich stellen, der erhält und schirmet mich. 5. Lieben Leute, traut bestän⸗ dig auf ihn, als auf euren Hort. Er ist Gott und heißt lebendig, ist euch nah an jedem Ort. Wann und wo euch Hülfe nöthig, da klopft an, er ist zu Haus, kommt und ist zur Hülf erbötig; schüttet euer Herz nur aus. 6. Aber wie kanns dem ge— lingen, der auf Fleisch die Hoff— nung richt't? Große Leut sind amimt ur oh leber Aub u Halfen hobeise 7. A ich fest denn Vstte, Gewint Mit tra mir al darum 8. L wie es eldlich U Heer se ch dii wachte Vebe. außen innan Et, und Sinni in dan tt, da d miih bis 6 in Fab d sichn ir war⸗ übergeh Tutz d th u ist d 0 miin „wenn Id zum 9 kanne gliit nd aut en hoh dulth offhh in mi 0 bestän⸗ mn Holl ehendih Ol nothih Haubs erbötl 30. Kreuz- und Trostlieder. 207 sammt Geringen in der Noth gar ohn Gewicht. Traut doch lieber auf den Einen, welcher Lieb und Allmacht hat, daß er helfen kann den Seinen und beweisets mit der That. 7. Auf dich, mein Gott, bau ich feste, geh in aller Stille hin; denn zuletzt kommt doch das Beste, und das End ist mein Gewinn. Deine Allmacht hilft mir tragen, deine Lieb versüßet mir alles Bittre, alle Plagen; darum bin ich still zu dir. 8. Laß, o Seele, es nur gehen, wie es geht und sorge nicht; endlich wirst du dennoch sehen, daß Gott übt ein recht Gericht. Hier schon ist er deine Stärke, daß dir gar nichts schaden kann; dort vergilt er alle Werke, so ein Jeder hat gethan. 9. Breit, o Herr, doch deine Güte über mich, nimm mich in dich, so wird hinfort mein Ge⸗ müthe stille bleiben ewiglich. Werde alles und in Allen; gieb uns, daß wir dir allein allzeit trachten zu gefallen, so wird alles stille sein. August Hermann Franke, 4 1727. Eigene Melodie. ott lebet noch! 92. G Seele, was W zagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hülf auf Erden thut, der mit Kraft und starken Armen machet alles wohl und gut; Gott kann besser, als wir denken, alle Noth zum Besten lenken. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, der das Aug hat zugericht't? Der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, wo den Frommen weh geschiehet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet, mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, den will er senden Hülf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf; Gott ist groß und reich an Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer, Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, dein Verbrechen quält dich sehr: komm zu Gott, der wird versenken deine Sünden in das Meer; mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein; Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir sein. Gott ists, der es herzlich meinet, wo die Noth am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 7. Gott lebet noch! Seele, NIIN * V VVI 2N VB V V was verzagst dꝓu doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der harten Dornenbahn, es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan; Gott wird nach dem Jammerleben Friede, Freud und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. Johann Friedrich Zihn, 4. 1719. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgeth. 373. Eir Christ kann ohne Kreuz nicht sein; drum laß dichs nicht be— trüben, wenn Gott versucht mit Kreuz und Pein die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, je ernster sind des frommen Vaters Schläge: schau, das sind Gottes Wege! 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein, Gott wills nicht anders haben; auch dieses Lebens Noth und Pein sind deines Vaters Gaben. Solls denn so sein, so geh es ein: es kommt von Lie— beshänden, Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein, das Kreuz lehrt fleißig beten, zieht ab vom eitlen Trug und Schein und lehrt zu Jesu treten. Drum wirfs nicht hin mit schnödem Sinn, wenns nun zu dir gekommen; es soll der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein, das muß uns immer wecken; wir schliefen sonst in Sünden ein, wie müßten wir erschrecken, wenn unbereit die Ewigkeit und der Posaunen 3 uns würde überfallen! „Ein Christ kann ohne Kreuz nucht sein, es lehrt die Sünde hasien und unsern lieben Gott 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. allein mit rechter Lieb umfassen. Die Welt vergeht und Gott be⸗ steht; bedenks und laß dich üben, das ewge Gut zu lieben! 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein; was Gott schickt, will ich tragen! Schickts doch der liebste Vater mein; sinds doch nur kurze Plagen, und wohlge⸗ meint! Wer gläubig weint, lebt dort in steten Freuden: ich will mit Christo leiden! David Nerreter, + 1726. Nach voriger Melodie. 374. G lebt; wie hen ich traurig ein, als wär kein Gott zu sindeni Er weiß gar wohl von meiner Pein, die ich hier muß empfin⸗ den; er kennt mein Herz und meinen Schmerz, drum darf ich nicht verzagen, darf ihm nur alles klagen. 2. Gott hört, wenn Niemand hören mag; was will der Feind denn sprechen, als würd mein Seufzen, meine Klag nicht durch die Wolken brechen? Schrei ich empor, so hört sein Ohr, so steigt die Hülfe nieder und Amen schallet wieder. 3. Gott sieht; wie klaget denn mein Herz, als säh er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz ganz offen⸗ bar erscheinen; kein Thränlein fehlt, das er nicht zählt, darauf sein Aug nicht blicket, bis er uns hat erquicket. 4. Gott führt; drum geh ich ruhig fort auf allen meinen Wegen; ob mir die Welt bald hier, bald dort will ihre Stricke legen, so wird er mich zwar wun⸗ derlich, doch allzeit sicher leiten, daß nie mein Fuß kann gleiten. 5. H arm, hen; 0 seler Hl sthen! Oh die Wesset, 6. kallig hh kla nie uf nic 9 mr end ihm da Ml. W 755 Mel; k Hdlt; 9 simn Haa der L auls d wohl nichse Mln Namu der 8 die 8 bverme wie d . ö Relan Man Ais ih lah, ficg Rfassen Ott, He⸗ übeh Rrehz kt wil ch del 5 d00 vohlg⸗ t, lahh ich wil +.172356. jie kam ig seih finden meinir empftte 13 U darf ih m mu liemasd L Feid d mehh 1 duth chrei o stch Ameh Iet denn t man * fel ränleh SM bis geh 10 Meiheh O4 ba Stlitb wul⸗ Aeilh gleih 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. 5. Gott giebt; und wär ich noch so arm, soll ich doch nicht verder— ben; was hilft mir denn mein steter Harm, als müßt ich Hungers sterben? Er hat ja Brod, und ob die Noth uns in die Wüste weiset, dort werden wir gespeiset. 6. Gott lebt, ich will nicht traurig stehn; Gott hört, ich wills ihm klagen; Gott sieht, er trocknet meine Thrän; Gott führt, ich darf nicht zagen. Nur unbetrübt! Gott giebt und liebt, und wird mir endlich geben auch dort mit ihm das Leben. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. — QOe größer Kreuz, 37⁵. je näher Him⸗ mel; wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; bei Sündenlust und Welt⸗ getümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mensch geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt! 2. Je größer Kreuz, je stärker Glaube; die Palme wächset bei der Last; die Süßigkeit fließt gus der Traube, wenn du sie rvohl gekeltert hast; im Kreuze wächset uns der Muth, wie Perlen in gesalzner Fluth. 3. Je größer Kreuz, je größer Qiebe; der Wind bläst nur die Flammen auf; und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Gluth, gleich— wie das Oel im Feuer thut. 4. Je größer Kreuz, je mehr Berlangen; im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüsten oft gegangen, der sehnet sich nach Kanaan; das Täub⸗ (ein, findets hier nicht Ruh, so lliegt es nach der Arche zu. 209 8 5. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich dann auf seinen Tod, denn man ent⸗ gehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Noth; das Kreuz, das da die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphirt. 6. Gekreuzigter! laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein, daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Jesu, meine Freude. eele, sei zufrieden; 376. S was dir Gott be⸗ schieden, das ist alles gut. Treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, fasse frischen Muth. Ist die Noth dein täglich Brod, mußt du weinen mehr als lachen, Gott wirds doch wohl machen. 2. Scheint der Himmel trübe, und der Menschen Liebe stirbet ganz dahin; kommt das Miß— geschicke fast all Augenblicke und quält deinen Sinn; nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen, Gott wird's doch wohl machen. 3. Ungeduld und Grämen kann nichts von uns nehmen, macht nur größern Schmerz. Wer sich widersetzet, wird nur mehr verletzet; drum Geduld, mein Herz! Wirf, mein Sinn, die Sorgen hin; drücket gleich die Last den Schwachen, Gott wirds doch wohl machen. 4. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen und die Sonne blickt; so muß auf das Weinen lauter Freude scheinen, die das Herz erquickt. Laß es sein, wenn 10 NENNENNNNNNNENN , — — — 210 Angst und Pein mit dir schlafen, mit dir wachen, Gott wirds doch wohl machen. 5. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt. Fröhlich ausgehalten und Gott lassen walten, das macht recht vergnügt. Drum nimm dir, o Seele, für, alles Unglück zu verlachen; Gott wirds doch wohl machen. 6. Nun, so solls verbleiben, ich will mich verschreiben, Gott getreu zu sein. Beides, Tod und Leben, bleibet ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Denn mein Ziel ist: wie Gott will! Drum sag ich in allen Sachen: Gott wirds doch wohl machen. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 377 ein Herz, gieb dich zufrieden und bleibe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram; die Noth, die dich jetzt drücket, hat Gott dir zugeschicket; sei still und halt dich wie ein Lamm. 2. Mit Sorgen und mit Za⸗ gen und unmuthsvollen Klagen häufst du nur deine Pein; durch Stillesein und Hoffen wird, was dich jetzt betroffen, erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kanns doch nicht ewig währen, oft hat Gott unsre Zäh⸗ ren, eh mans meint, abgewischt; wenns bei uns heißt: wie lange wird mir so angst und bange! so hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen: nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Sonnenschein, nach rauhen Wintertagen muß uns der Lenz behagen; er führt in Höll und Himmel ein. 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. 5. Indeß ist abgemessen die Last, die uns soll pressen, auf daß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, darf sich nicht an uns wagen, und sollts die kleinste Plage sein. 6. Denn es sind Liebesschläge, wenn ich es recht erwäge, wo⸗ mit er uns belegt; nicht Schwer⸗ ter, sondern Ruthen sinds, da⸗ mit Gott zum Guten als Vater seine Kinder schlägt. 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm mißbehagt, den alten Menschen schwächen, den Eigen⸗ willen brechen, die Lust ertödten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Geduld, und sollt er uns in Nöthen auch lassen, ja gar tödten, uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheiden von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehn? Ich lebe oder sterbe, so bleibet mir das Erbe des Himmels ewig⸗ lich doch stehn. 10, Ist Christus unser Leben, so muß uns, seinen Reben, der Tod sein ein Gewinn; er mag die Leibeshöhle zerbrechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. 11. Drum gieb dich ganz zu⸗ frieden, mein Herz, und bleib geschieden von Sorge, Gram und Leid; vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Hän⸗ den hintragen in die Herrlichkeit. Joh. Anastastus Freylinghauseu, + 1739. 7 ie Gott mich 378. W führt, so will h Jchie Wd Mie e Mit Schti 20 ifl hlei Mil Mei. Heret, Let t . ich hen Hande Ritn Wende huimg Hfall 4 10 U Schei wund ssen di sen, l nS ahek ich niht OHs R Schlag, e, h Schhtk d8, dil Wil ch ieht hen doß en altch Eigele ertödteh h lchthh ten l und soch Rasse ettöfh uns dt d sehhch verschñ o blib s L t Lchch ebes, W HWer M D00 um du 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. 211 ich gehn, ohn alles Eigenwählen; geschieht, was er mir ausersehn, wird mirs an Keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit und folge willig Schritt für Schritt in kindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten; obgleich im Fleisch der Eigen⸗ will will öfters, widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, in Zeit und auch in Ewig⸗ keit stets seinen Rath zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich, ruh in seinen Händen; wie er es schickt und mit mir fügt, wie er es auch mag wenden, sei ihm hiermit ganz heimgestellt; er mache, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rath wird doch erfüllen, was er in Liebe hat be⸗ dacht, eh er mich an das Licht ge⸗ bracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 6. Wie Gott mich, führt, so will ich gehn, es geh durch Todes⸗ grauen; kaͤnn ichs auch anfangs nicht verstehn, doch, werd. ichs endlich schauen, wie er nach sei⸗ nem Vaterrath mich treu und wohl geführet hat; dies sei mein Glaubensanker. Lamnpertus Gedicke, + 1735. Mel. Nun ruhen alle Wälder. V s[as ists, daß ich 379. W̃ Imich Rhuüle? Harr seiner, meine Seele, harr und sei unverzagt; du weißt nicht, was dir nützet, Gott weiß es und Gott schützet; er schützet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah; eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden: die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermeh⸗ ret, sei mir von dir gewähret! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenns alle Welt auch schätzet, sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen, ist Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und du, mein Gott, bewahrest mich. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Nach voriger Melodie. 380 Occh hab in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und IIPDOU I.* e N YN * + NIIN Freuden ohne Zahl: so will ich denn gelassen mich auch in Lei⸗ den fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? ö 2. Ja, Herr, ich bin ein Sün⸗ der, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. mich alle meine Sünden erken⸗ nen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe, was schreckt mich, Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade ver⸗ trau ich deiner Gnade, du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer weh⸗ ren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken; der Herr wird alles lenken, und, was mir gut ist, wird geschehn. Christian Fürchtegott Gellert, 4. 1769. 5J. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. 4. Sterbelieder. Eigene Melodie. 381 W'in mein Stünd⸗ lein vorhanden ist, und ich soll fahr'n mein Straße, geleit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hülf mich nicht verlasse; mein Seel an meinem letzten End befehl ich dir in deine Händ, du wirst sie wohl bewahren. Mein Sünde mich wird krünken sehr und mein Gewissen nagen, denn ihr ist viel, wie Sand am Meer, doch will ich nicht verzagen. Will denken in der letzten Noth, Herr Jesu Christ, an deinen Tod, der wird mich wohl erhalten. 3. Ich bin ein Glied an dei— nem Leib, des tröst ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib in Todesnoth und Schmer⸗ zen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir, ein ewges Leben hast du mir mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstan⸗ den bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, kann Todesfurcht vertreiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden. Nicolaus Hermann, 1561. Mel. Vater unser im Himmelreich. 382 err Jesu Christ, wahr Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir des Vaters Huld erwarbst: ich bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnoth und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht, und meine Ohren hören nicht, und meine Hunge Dor M 3442 Hichts sch Hü chtste, sllitzem uch al lich mt —4—— lllib,! t ble Habe Hrl i Hüt in Hcht de 5. E lah,in hroch! Rehr ds Le Agesag D0 t0 0.2 sche,i gl liht k Nerken⸗ hat mein Heil Jaß ort, mir O sterbe, be, Was Tod ade ver⸗ , Hett, „ ler weh⸗ erehren, . J0 er Hert 9„ Wos erstan⸗ ab nicht Ost den sfllcht bist, de kets bel faht ih 1 50l Helreich, Chus. Mensch Martkt, ich ad A Harhst. N Dal 0 fel, m betde hetgeht Melle ieike 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. 213 Zunge nicht mehr spricht, und mir vor Angst mein Herz zerbricht; 3. Wenn mein Verstand sich nichts besinnt und miv all mensch⸗ lich Hülf zerrinnt: so komm, Herr Christe, mir behend zu Hülf an meinem letzten End und führ mich aus dem Jammerthal, ver⸗ kürz mir auch des Todes Qual. 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leibe trennt; dann nimm sie, Herr, in deine Händ. Der Leib hat in der Erd sein Ruh, bis naht der jüngste Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn ver⸗ leih, in dem Gericht mein Für⸗ sprech sei und meiner Sünd nicht mehr gedenk, aus Gnaden mir das Leben schenk; wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir. 6. Du sprichst: Fürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht, den Tod auch schmecken ewig nicht; und ob er gleich hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt; 7. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mir nehmen in mein Reich, da soll er denn mit mir zugleich in Freuden leben ewig⸗ lich; dazu hilf uns ja gnädiglich. 8. Ach, Herr, vergieb all unsre Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei, auch unser Glaub stets wacker sei, daß wir dir trauen festiglich, bis wir ent⸗ schlafen seliglich. Paul Eber, 4 1560. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 8 383. Ira machen mich von Sünden rein. Christi Blut und Gerechtigkeit das ist mein Schmuck und Eh⸗ renkleid; 2. Damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn; mit Fried und Freud ich fahr dahin, ein Got⸗ teskind ich allzeit bin. 3. Dank hab, mein Tod, du führest mich; ins ewge Leben wandre ich, mit Christi Blut gereinigt, ein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein. Paul Eber, 4 1569. Eigene Melodie. 384 Ohristus, der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; dem hab ich mich ergeben, mit Freud fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mag zu ihm kom⸗ men und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth; durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte bre⸗ chen, mein Athem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf. 5. Wenn mir Sinn und Ge— danken vergehen wie ein Licht, das hin und her muß wanken, weil ihm die Flamm gebricht; 6. Alsdann fein sanft und stille laß mich, Herr, schlafen ein nach deinem Rath und Willen, wenn kommt mein Stündelein. 7. Ach, laß mich gleich den Reben anhangen dir allzeit und ewig bei dir leben in deiner Himmelsfreud! Anna, Gräfin von Stolberg, um 1609. NN V WNN 214 Eigene Melodie. 385 reu dich sehr, o meine * Seele, und vergiß all Noth und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Aus der Trübsal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr je hat gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Noth. Wie sich sehnt ein Wandersmann nach dem Ende seiner Bahn, so hab ich gewün⸗ schet eben, daß sich enden mög mein Leben. 3. Denn gleichwie die Rosen stehen unter einer Dornenschaar, also auch die Christen gehen in viel Aengsten und Gefahr. Wie die Meereswellen sind, und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voll von Beschwerden. 4. Wenn die Morgenröth auf⸗ gehet und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer uns umstehet, Müh findt sich an allem End; unsre Thränen sind das Brod, so wir essen früh und spat; wenn die Sonne nicht mehr scheinet, Herz und Aug noch bitter weinet. 5. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei du jetzt von mir nicht ferne, weil dein Blut mich hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög hinfahren aus der Zeit; auch sei du mir Licht und Straße, mich mit Bei⸗ stand nicht verlasse! 6. Zu dir, Heiland, will ich fliehen auf dem bittern Todes⸗ 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. gang, durch dein Wunden will ich ziehen in, mein himmlisch Vaterland. In das schöne Pa⸗ radies, drein dein. Mund den Schächer wies, wirst du mich, Herr Christ, einführen und mit ewger Klarheit zieren. 7. Ob mir schon die Augen brechen, das Gehör auch gar verschwindt, meine Zung nicht mehr kann sprechen, mein Ver⸗ stand sich nichts besinnt, bist du doch mein Licht, mein Hort, Leben, Weg und Himmelspfort, du wirst selig mich regieren und die Bahn zum Himmel führen. 8. Freu dich sehr, d meine Seele, und vergiß all Noth und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubi⸗ liren und auf ewig triumphiren. Caspar von Warnberg, um 1620. Eigene Melodie. 386 Hder thut mich verlangen nach einem selgen End, weil ich hier bin umfangen mit Trübsal und Elend. Ich hab Lust, abzuschei⸗ den von dieser argen Welt, sehn mich, nach ewgen Freuden; o Jesu, komm nur bald! 2. Du hast mich ja erlöset von Sünde, Tod und Höll; es hat dein Blut gekostet, drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, bin ich dein selig Kind. 3. Wenngleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel ihtt hi H S 4. De H Wil Mferwes Hch, sc als! Hothin! 00s schl 5. O , an sst au udl k Rie enle ch troch 6.91 cheider slt mi tösteke! gtöͤßern Rlen st Wrd se Re 2 den wil immlish öne Pa⸗ ind den u mich und mit 2e Augen zuch gat ng nicht ein, Ver⸗ „bist⸗du in Hofs, nelspfott eren und lführen. 0. Meine Noth und us nun, diesem reud und sehn. in Ein jub⸗ mphiref. um 1620, hut mich en nah ich hün bsal uu abzuscht Helt, schr udenz 6 dlöset don 5 ich mes solt mi 200 f00 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. 215 fährt hin; deß freue ich mich eben: Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden von Würmern wird verzehrt, doch auferwecket werden durch Chri⸗ stlum, schön verklärt, wird leuch⸗ ten als die Sonne und leben ohne Noth in empger Freud und Wonne; was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt auch rei⸗ zet, länger zu leben hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Gut und all ihr Zier; doch ich das gar nicht achte, es währt nur kleine Zeit. Nach Himmlischem ich trachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, für mich und sie zum Leide, doch tröstet meinen Muüth, daß wir in größern Freuden zusammenkom⸗ men schon; wo nichts uns mehr wird scheiden dort an des Him⸗ mels Thron. 7. Muß ich auch hinterlassen betrübte Waisen hier, daß mich ohn alle Maßen ihr Elend jam⸗ mert schier, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; er läßt sie nicht verderben, er hilft aus aller Noth. 8. Gesegn euch Gott, der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzu sehre über den Ab⸗ schied mein. Beständig bleibt im Glauben; wir werdn in kurzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. 9. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, al⸗ lein; gieb ntir ein seligs Ende, send mir die Engel dein; führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast, da du dich hast gegeben für meine Sündenlast. 10. Hilf, daß ich gar nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ; den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist. Hilf ritter⸗ lich mir ringen, halt mich durch deine Macht, daß ich mög fröhlich singen: Gott Lob! es ist voll⸗ bracht. Ehristian Knoll, 4 1621. Eigene Melodie. 7 alet will ich dir 387. V geben, du arge, falsche Welt; dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier: da wird Gott herrlich lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rath mir nach deinem Her⸗ zen, o Jesu, Gottes Sohn; soll ich je dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon; ver⸗ kürz mir alles Leiden, stärk mei⸗ nen blöden Muth, laß selig mich abscheiden, setz mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein fun— kelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde, zu Trost in meiner Noth, wie du dich, Herr, so milde geblutet hast zu Tod. 4. Birg meine Seel, aus Gna⸗ den, bei dir vor allem Leid, rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist hie wohl gewesen, wer kommt ins Him⸗ melsschloß; und ewig ist genesen, wer bleibt in deinem Schooß. 5. Herr, meinen Namen schreibe ins Buch des Lebens ein; laß mich an deinem Leibe ein Glied mit denen sein, die in dem Him⸗ mel grünen und vor dir leben frei: so will ich ewig rühmen, daß treu dein Herze sei. Valerius Herberger, 4 1627. 2 , N N Ne NId RVV. * 2 2 * V 5 N W. NN NNN 216 31. Sterbe⸗- und Begräbnißlieder. 2. Mein Weg geht jetzt vor⸗ Eigene Melodie. achs mit mir, 388. M 60 nach dei⸗ ner Güt, hilf mir in meinen Leiden; versag mir nicht, was ich dich bitt: wenn meine Seel will scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ. Ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, lieb⸗ ster Herr, du läßt mich nicht verderben. Ach, du bist doch von mir nicht fern, ob ich gleich hier muß sterben und lassen meine lieben Freund, die's mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel sich zu dir schwinget, in deiner Hand sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Noth und Trübsal überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt, die Sünd mir können nichts mehr schaden; an dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Was soll ich denn nun traurig sein, weil ich kann wohl bestehen, geschmückt mit Christi Unschuld rein, zu meinem Gotte gehen? Gehab dich wohl, du schnöde Welt, bei Gott zu leben mir gefällt. Zoh. Heinr. Schein, 4. 100. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 389 Och hab mich Gott *aVergeben, dem lieb— sten Vater mein; hier ist kein Immerleben, es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. über; o Welt, was acht ich dein! Der Himmel ist mir lieber, da muß ich gehen, ein, will mich nicht mehr beladen, weil ich weg⸗ fertig bin; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach selge Freud und Wonne hält mir der Herr bereit, da Chri⸗ stus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gna⸗ den fahr ich mit Freud dahin. 4. Geseg'n euch Gott, ihr Mei⸗ nen, ihr Liebsten allzumal; um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner Qual. Was Christus euch beschieden, laßt nicht aus eurem Sinn; in Gottes Gnad und Frieden fahrt dann auch ihr dahin. Joh. Siegfried, 4 1637. Nach voriger Melodie. 390. Bd denke deinen Tod! Der Tod kommt oft behende; der heute frisch und roth, kann morgen und geschwinder hinweg gestor⸗ ben sein; drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht! Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht; kein Mensch ist aus⸗ genommen, ein Jeder muß heran und wird den Lohn bekommen, nach dem er hat gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Hölle Angst und Leid, daß dich die Welt nicht blende mit ihrer Eitelkeit! Hier ist ein kur⸗ zes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglich, schmerzlich Schreien ach Sünder, hüte dich! 4. V sehenle fic Hetllch Mroste Ret, hen Fr 58 He Hach d beh Hektacht htbn, Luße saben Helicht düßi wohne Mel. heut mit G Voth Ratie Himtt 9 0 Jeht vor⸗ ich dein. fl D0 will mi lich. sried und ud dahin. Wonne d0 Chri⸗ ben und mir doch Christo nd Gna⸗ dahin. ihr Me⸗ nal; um nen, ich lI. Was u, laßt Gottes xt dann + 1637. le. Mensch⸗ nde, be⸗ er Tod r heute motgen gestor⸗ dir/ o ben ein. „ das 1 6s ist aus⸗ heran ommen. 5Ende 0 D de mit in hli⸗ wiglih hrrien 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. 217 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, womit vor Gottes Throne die Seele wird ver⸗ pflegt; dort ist die Lebenskrone den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten letzte Zeit, daß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richter⸗ thron, laß mich auch nicht ver⸗ achten der Hölle Sündenlohn. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zei⸗ ten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte steh mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei. Salomon Liscow, 4 1689. Mel. Liebster Jesu, wir sind bier. 391 Leiher Vater, soll * es sein, daß ich heut an diesem Tage letztmals mit Gebet erschein und dir meine Noth vortrage: ach, so richte meine Sinnen nach den hohen Himmelszinnen. 2. Tausend⸗ und viel tausend⸗ mal sei, o Vater, hoch gepriesen, daß in deiner Kinder Zahl du mir eine Stell gewiesen, daß ich dich hab lernen kennen und in Christo Vater nennen. 3. Heilig, heilig, heilig sei deines hohen Namens Ehre, deine Güte mancherlei, deine Kraft und wahre Lehre; ich will dort dich ewig loben, wenn ich bin zu dir erhoben. 4. Dein Reich hast du auch zu mir hier in Gnaden lassen kommen, mich berufen und zu dir aus des. Satans Macht ge⸗ nommen; Jesus hat mir Heil und Frieden durch sein Blut und Tod beschieden. 5. Darum wart ich mit Be⸗ gier ganz getrost aufs Reich der Ehren; nichts durchaus ist mehr allhier, so mich soll davon ab⸗ kehren: komm, o König, laß er⸗ scheinen, was ich hoff und all die Deinen. 6. Deinem Willen thu ich mich ganz zu einem Opfer geben; hab ich hier nicht völliglich nach demselben können leben, so werd ich doch dort erfüllen mit den Engeln deinen Willen. 7. Täglich Brod und mancher⸗ lei, was zu meinem Stand gehö⸗ ret, hast du, Vater, mild und treu, mir Zeit Lebens auch bescheret: nun du Himmelsbrod willst geben, laß ich gern das arme Leben. 8. Bleiben gleich die Meinen hier, die mich länger möchten sehen, weiß ich doch, daß nur bei dir steh ihr Wohl und Wohl⸗ ergehen: ich befehle deiner Güte, was mir lieget im Gemüthe. 9. Nun, o Vater, laß du mir alle Schulden sein vergeben, daß ich rein und frei zu dir fahr aus diesem Sündenleben; Jesus hat mir Gnad erworben, mit ihm ist die Schuld gestorben. 10. So vergeb ich auch gar leicht, wie du, Vater, hast ge⸗ heißen. Aller Zorn und Rach entweicht, ich will lauter Lieb erweisen; weil du, Gott, selbst, viel erlassen, will ich, Mensch, auch Niemand hassen. 11. Rückt der letzte Kampf herzu, tobet heftig Sünd und Hölle, daß sie mir die Himmels⸗ ruh raub und meinen Glauben fälle, so steh du auf meiner Sei⸗ ten, die Versuchung zu bestreiten. 10² N INI,NN —. 218 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. 12. Mach mich alles Uebels los, gieb der Sündennoth ein Ende; ich ergebe ganz und bloß mich in deine Vaterhände: wol⸗ lest mich von allem Bösen, wie du weißt und kannst, erlösen. 13. An dem Allen zweifl ich nicht, denn du bist der Himmels⸗ könig; zu dir ist die Zuversicht: Welt und Höll ist dir zu wenig; deine Kraft wird nicht vergehen, deine Herrschaft ewig stehen. Veit Ludwig von Seckendorf, 1 1692. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. 392 er weiß, wie nahe mir mein Ende? Hin geht die Zeit, her kommt der Tod; ach, wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnoth! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Tod versenken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut! 5. Ach, Herr, mach süße mir den Himmel und bitter mir die Lust der Welt, gieb, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut! 6. Ach, Vater, deck alle meine Sünde mit dem Verdienste Jesu zu, darauf ich mich fest gläubig gründe, das giebt mir die er⸗ wünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod; ich leg die Hand in seine Seite und sage: mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut; mach's nur mit meinem Ende gut! 8. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf; du bist mir auch daher; gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesu Leib gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kannst du meiner nicht ver⸗ gessen! Ich bleib in ihm, und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut! 10. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt; ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Gna⸗ den schön geschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut! 11. Ich leb indeß in dir ver⸗ gnüget und sterb ohn alle Küm⸗ merniß; mir gnüget, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin es ganz gewiß: durch deine Gnad und Christi Blut machst du's mit meinem Ende gut! Aemilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg⸗ Rudolstadt, 1 1706. MWer: II 3 H. imm Het Hant beh, O HU Wd kdin Isher fe heher, Ihekann Hhckenst heken 9. Es Oerden, ult war h af lle end Isamme ch von 1 Nben and in R. Hent Ott, ich machz ut gezogen heilgen daher n hier; 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. 219 Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. terbe täglich, 393. Jruud mehn Lben eilt immerfort zum Grabe hin; wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her: ach, wer nur immer fertig wär! 2. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt; hilf, daß ich jeden Glockenschlag an mieinen Abschied denken mag. 3. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war. Den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Todtenbahr. Ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 4. Ein einzger Schlag kann alles enden, und Fall und Tod beisammen sein; doch schlage nur mit Vaterhänden und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 5. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Herz sich schleußt, drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, so bitte Jesu Blut für mich. 6. Kann ich die Meinen nicht mehr segnen, so segne du sie mehr, als ich; wenn lauter Thränen mir begegnen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlaßnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein. 7. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mit den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf; so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Jesus meine Zuversicht. eine Lebenszeit 394. M verstreicht stündlich eil ich zu dem Grabe; und wie wenig ists vielleicht, das ich noch zu leben habe! Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht; denn Eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier er⸗ wirbst, Würden, die dir Men⸗ schen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein rühiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß giebt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht, Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 6. Ueberwind ihn durch Ver⸗ traun, sprich: ich weiß, an wen ich gläube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinen Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab + (e * R F NNNN. 1 2 2 NIN W. W N V öNN 5* NA V W. W △2 XVI I V. V V * D 220 oft hin, siehe dein Gebein ver⸗ senken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich stets beden⸗ ken; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Christian Fürchtegott Gellert, 4 1769. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. 395 N einer Prüfung * kurzer Tage er⸗ wartet uns die Ewigkeit; dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon man⸗ chen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück; er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Kör⸗ pers Schmerzen, bald das Ge⸗ räusche dieser Welt, bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt. Bald sinkt er durch des Näch⸗ sten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen be⸗ neidet und des Bekümmerten ver⸗ gißt, hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eig⸗ ner Schwachheit sein. 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth; den Gott der Liebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das wunderbar und 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. heilig nennen, was unerforsch⸗ lich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 7. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart, ein Heilig, Heilig, Heilig! singen dem Lamme, das erwürget ward, und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 8. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß und ihn zu millionen Malen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 9. Da ruft, o möchte Gott es geben, vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß das Glück erfreun, der Ret⸗ ter einer Seele sein! 10. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlich⸗ keit, die offenbar an uns soll wer⸗ den von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! Chr. Fürchtegott Gellert, 4 1709. Mel. Christus, der ist mein Leben. 396 Eis geh ich ohne „ Beben zu mei⸗ nem Tode hin: denn Christus ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn. 2. Ich scheue nicht die Schrek⸗ ken der freudenleeren Gruft: der wird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Und ruft mich abzuscheiden auch heute schon mein Gott, so geh ich hin mit Freuden und sterb auf sein Gebot. 4⁵00 0 nin lab Wi ouih he 5. De lin r h eßtzü Wü ich htt Nel. A Sutblic Oen auf schtet. Stunde, Doch je Räher v Wagf, Relet erforsch ikt mein ank die ihang. Thtonz Heil,sh Hellg me, das herubim Himmel en Dant eg mich nillionen er mir in des Ind, den Gott s mir ein k, denn ie Soelt jott, Wi der Rͤi⸗ en dieset Hertlic soll we⸗ wigleit ts gegel lict vol 4½1l, Leben, ich ohle u Rek Chrsts Sterhen Schle' luft: du der mih uschäden Gott, 0 en M 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. 221 4. Ich hoff ein besser Leben, das nimmermehr verfließt; ein Leib wird mich umgeben, der ewig herrlich ist. 5. Dann eil ich dir entgegen, mein triumphirend Haupt, und seh entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt. Christoph Christian Sturm, 4 1786. Mel. Valet will ich dir geben. ie auf der Erde 397. D wallen, die Sterblichen sind Staub, sie blü⸗ hen auf und fallen, des Todes sichrer Raub; verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft, doch jede, jede Stunde bringt näher uns der Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der ver⸗ stockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, und vor der Gläubgen Retter erzittert und verzagt. 3. Wenn diese Bahn zu gehen, dein Will mir einst gebeut, wenn nahe vor mit stehen Gericht und Ewigkeit, wenn meine Kräfte beben und schon das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht. 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in dieser Angst, der du, zum Heil der Sünder, selbst mit dem Tode rangst; und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset hast. 5. Des Himmels Wonn und Freuden ermißt kein sterblich Herz; o Trost für kurze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Todesüberwinder sei ewig Preis und Dank; Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des To⸗ des trank. 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, die, aufgelöst zu werden, mit heilger Furcht sich freun! Be⸗ reit, es Gott zu geben, wenn er, ihr Herr, gebeut, gehn sie getrost durchs Leben hin zur Unsterblich⸗ keit. Gottfried Benedict Funk, 4 1814. Mel. Christus, der ist mein Leben. 398 Occh weiß, an wen * N ich glaube, und daß mein Heiland lebt, der aus dem Todesstaube den Geist zu sich erhebt. 2. Ich weiß, an wem ich hange, wenn alles wankt und weicht, der, wenn dem Herzen bange, die Retterhand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich vertraue, und, wenn mein Auge bricht, daß ich ihn ewig schaue, ihn selbst von Angesicht. 4. Er trocknet alle Thränen so tröstend und so mild, und mein unendlich Sehnen wird nur durch ihn gestillt. 5. Ich weiß, beim Auferstehen, wann ich verkläret bin, werd ich mit Jesu gehen durch Ewigkeiten hin. August Hermann Niemeyer, 4 1828. Mel. Herzlich thut mich verlangen. un muß ich heim⸗ 399. N wärts gehen, hab, Erde, gute Nacht! Zu jenen Himmelshöhen lockt mich des Sternes Pracht, des Sterns, der aus dem Dunkeln uns aufge⸗ gangen ist, ob dessen lichtem Fun⸗ keln das Herz der Welt vergißt. 2. Lebt wohl, ich muß nun scheiden, ihr Freunde, gute Nacht! In Freuden und in Leiden gar schwer ists mir gemacht, in Kum⸗ 21 N 7 W * N V. 97 V (E. NVV .SZi... 222 mer und in Thränen, in Arbeit und in Noth; drum ruft mein heißes Sehnen: O komm, mein Herr und Gott! 3. O komm und schließ dem Matten die müden Augen zu; bett ihn in kühlem Schatten zu stiller, sanfter Ruh; gieb ihm im stillen Grabe den letzten Ruhe⸗ pfühl: damit die einzge Habe vom ganzen Weltgewühl. 4. Lebt wohl, ihr sollt nicht weinen, ihr Freunde lieb und fromm; das Licht wird wieder scheinen, das ruft dem Schlä⸗ fer: Komm! Das ruft in seine Kammer: Steh, Schläfer, steh nun auf; steh auf von Noth und Jammer, der Himmel thut sich auf! 5. Lebt wohl, ihr sollt nicht klagen, daß ich von hinnen muß; die Nacht wird wieder tagen mit Freudenüberfluß. Der große Held der Frommen wird mit der Krone stehn, und Engel werden kom⸗ men und mich zu Gott erhöhn. Ernst Moritz Arndt, 1860. Mel. Jesus meine Zuversicht. 400 G⁰ nun hin und * grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde; von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wan⸗ derstab hin, wo alles Irdsche endet; lege selbst mich nun hin⸗ ein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. in dem dunkeln Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wann die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden schei⸗ den; deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden selber Lei⸗ den, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum, letzte gute Nacht, liebe Sonn und Mond und Sterne! Fahret wohl mit eurer Pracht, denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr verschwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauer geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben nie⸗ derweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur kanns ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen; daß ich aus dem Irr⸗ thum will, aus den Schatten, aus den Schemen, aus dem Eit⸗ len, aus dem Nichts, hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden und ich habe auch mein Theil an den warmen Herzens⸗ wunden, woraus einst sein heilig Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht! mein Erlöser lebt; hoch vom finstern Erden⸗ staube hell empot die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moritz Arndt, 1 1860. 01. Ind dara Werd a Iud unde 3½% E Ilden, n N Werd Hufflsteh Wnd ant 3.½ Hott,, de Onad vor Hesen, d W. pg Lüchten —— 2 Hfen, me S aü gle Omimt estand, Tondd. Nacht, liebe euret Weite Glaftz miz. Trauer liebet en nie⸗ Hertn b dem kanns un ich lbschied m. Ir⸗ chatteh, m Ei⸗ in int hab ic min erzens⸗ U Heil Etlbse Erden⸗ offnung lehel je Hebe „ tn 1 1560• 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. 223 b. Begräbnißlieder. Eigene Melodie. un laßt uns den 401. N Leib begraben, und daran nicht Zweifel haben, er werd am jüngsten Tag aufstehn und unverweslich hervorgehn. 2. Erd ist er und von der Erden, wird zur Erd auch wie⸗ der werden, und von der Erden auferstehn, wann die Posaune wird angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhie aus lauter Gnad von aller Sünd und Misse⸗ that durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Arbeit, Trübsal und Elend ist kommen nun zu gutem End; er hat getragen Christi Joch, ist gestorben und lebet noch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag; der Leib schläft bis zum jüngsten Tag, an dem Gott ihn wird verklären und die ewge Freud gewähren. 6. Hier ist er in Angst ge⸗ wesen, dort aber wird er genesen, in ewger Freud und Wonne leuchten wie die helle Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hie schlafen, und gehn allsammt unsre Straßen, schicken uns auch mit allem Fleiß; denn der Tod kömmt uns gleicherweis. Michael Weiß, 1 1540. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. egrabt den Leib 402. B in seine Gruft, bis ihn des Richters Stimme ruft. Wir säen ihn, einst blüht er auf und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub und wirds nur mehr. Er liegt, er schläft; doch er erwacht der⸗ einst aus dieser Todesnacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, von aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt, nun wird er, Gott, von dir erquickt; hier wandelt' er im finstern Thal, nun ist er frei von Schmerz und Qual. 5. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh! Wir gehn nach unsern Hütten zu und machen zu der Ewigkeit mit Freud und Zittern uns bereit. 6. Ach, Jesu Christ, dein bitt⸗ rer Tod stärk uns in unsrer letzten Noth! Laß unsre ganze Seele dein, und selig unser Ende sein. Nach Klopstock, 1 1808. Mel. Jesus meine Zuversicht. 403 eute mir und mor⸗ * gen dir! so hört man die Glocken klingen, wenn wir die Verstorbnen hier auf den Gottesacker bringen. Aus den Gräbern rufts herfür: heute mir und morgen dir! 2. Heute roth und morgen todt! Unser Leben eilt auf Flü⸗ geln, und wir habens täglich noth, daß wir uns an Andern spie⸗ geln; wie bald ruft des Herrn Ge⸗ bot: heute roth und morgen todt! 3. Mensch, es ist der alte Bund, und der Tod zählt keine Jahre. Bist du heute noch ge⸗ sund, denk an deine Todtenbahre, Jedem kommt die letzte Stund. Mensch, das ist der alte Bund. 4. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! Ich will sterben, eh ich sterbe, so wird mir die letzte g dd ᷑Lxx, N W N VN 2 5 VNNN 10 + O —; Noth, wenn sie kommt, doch nicht so herbe. Rüste mich dazu, mein Gott; ach, wer weiß, wie nah mein Tod! 5. Selig, wer in Christo stirbt! denn ihm wird der Tod zum Leben; der das Leben hier er⸗ wirbt, dem nur wird es dort gegeben. Wer nicht lebet, der verdirbt. Selig, wer in Christo stirbt! Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. un bringen wir 404. N den Leib zur Ruh und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist; lern hier, was unser Leben ist. Nach Sorge, Furcht und mancher Noth kommt endlich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit 305 angewandt, so folgt der ohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, besinne dich; Tod, Grab und Richter nahen sich. In Allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Grä⸗ bern stehn, soll Jeder zu dem Vater flehn: ich bitt, o Gott, 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. durch Christi Blut, machs einst mit meinem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns be⸗ reun, vor unserm Gott uns kind⸗ lich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm Jeder seiner Seele wahr! 9. Wann unser Lauf vollendet ist, so sei uns nah, Herr Jesu Christ! Mach uns das Sterben zum Gewinn; zieh unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wann du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, dann laß uns fröhlich auferstehn und dort dein Antlitz ewig sehn. Ehreniried Liebich, 4 1780. Mel. Nun sich der Tag geendet bat. 405 ch, wie so sanfte * schläfest du nach manchem schweren Stand und liegst nun da in süßer Ruh, in deines Heilands Hand! 2. Sein Leiden hat dich frei gemacht von aller Angst und Pein; sein letztes Wort: es ist vollbracht! das singt dich lieblich ein. 3. Du läßt dich zur Verwan⸗ delung in diese Felder sä'n, mit Hoffnung und Versicherung, viel schöner aufzustehn. 4. Verbirg dich unserm Ange⸗ sicht im kühlen Erdenschooß; du hast das Deine ausgericht, em⸗ pfängst ein selig Loos. 5. Wir wissen, daß dein See⸗ lenfreund, der ewig treue Hirt, der's hier mit dir so wohl ge⸗ meint, dich dort empfangen wird. 6. Er führe seine ganze Heerd, die sich zu ihm gesellt, und die so theuer ihm und werth, auch vollends durch die Welt. Gottfried Neumann, T um 1778. Nl Ic 100 Oang!. Nuh ist Hott l Usl Nses 2. Ge gemach; Rend n er Tag vühlzeh sthlühl. . 0 Rein un hat ein, nter sür Got 4.0 Uibt, Iheisto, Haufe m Roben 5. W dent' 0 Ei H ihr U He 1 best Uunder efft uns he⸗ 3 Kih⸗ Vimmier seinit ollendet xT Ihu Sterben Seclen inst, du mächti i5 uns d doth + 1²⁸⁰ ndet hat. sanftz du nach nd und Ruh,/ in dich fin t und s „Kleblh Herwah n/ m 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. Mel. Ich hab mein Sach auf Gott ꝛc. ohlauf, wohlan, 406. W zum letzten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang; Gott führet ein, Gott führet aus: wohlan, hin⸗ aus! Zum Bleiben war nicht dieses Haus. 2. Geht in ein beßres Schlaf⸗ gemach; die Freunde solgen seg⸗ nend nach. Hab gute Nacht! der Tag war schwül im Erdge— wühl; hab gute Nacht, die Nacht ist kühl. 3. Ihr Glocken, tönet festlich drein und läutet hell den Sab⸗ bat ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Christ für Gottes Volk vorhanden ist! 4. O selig, wer das Heil er⸗ wirbt, daß er im Herrn, in Christo, stirbt! O selig, wer, vom Laufe matt, die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat! 5. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist noth! Die Welt beut ihre Güter feil, denk an dein Heil und wähl in Gott das beste Theil! 6. Was sorgst du bis zum letz⸗ ten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; schau himmelwärts; da, wo der Schatz ist, sei dein Herz! 7. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, eh dich der Tod an Todte reiht; sie rufen: gestern wars an mir, heut ists an dir! Hier ist kein Stand, kein Blei⸗ ben hier. 8. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab! Wann, wie und wo, ist Gott bewußt; 225 schlag an die Brust; du mußt von dannen, Mensch, du mußtl! 9. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön kein Wangenroth: im Finstern droht der Tod, und überall der Tod. 10. Ach, banges Herz im Er⸗— denthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Grabesnacht das Leben hat ans Licht gebracht! 11. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr! Dein Kreuz, dein Grab, dein Aufer⸗ stehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. 12. Wohl dem, der sich mit ihm vertraut, schon hier die ew- gen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und käm⸗ pfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. 13. Nun, Thor des Friedens, öffne dich! Hinein! hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlum⸗ mernden im Friedensreich, gönnt allzugleich auch ihm(ihr] ein Räumlein neben euch! 14. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Him⸗ mel dort; bereitet ist die Stätte schon am Gnadenthron, bereitet ihm(ihr! durch Gottes Sohn. 15. Sein ist das Reich mit Allgewalt; er zeugt und spricht: ich komme bald! Ja, komm, Herr Jesu, führ uns ein! wir harren dein: Amen, dein laß uns ewig sein! Heinrich Friedrich Sachse, 4 1860. Eigene Melodie. 407. Achn in u V + 60 2—9—— 7 S3 — NNIN V N 96 N 5 —* — 226 mein Staub, nach kurzer Ruh! Unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben, uns, ein, die mit ihm starben. Hal⸗ leluja! 3. Tag des Danks, der Freu⸗ denthränen Tag, du meines Got⸗ tes Tag! Wenn ich im Grabe C. Beim Tode Mel. Valet will ich dir geben. o hab ich obge⸗ 408. S segel⸗ mein Lauf ist nun vollbracht. Ich bin gar wohl vergnüget, und sag euch gute Nacht! Ihr aber, meine Lieben, klagt nicht so ängstiglich; was wollt ihr euch betrüben? Stehts doch so gut um mich. 2. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, fahr immer, immer hin! ich freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin. Ich leb in tausend Freuden in meines Schöpfers and; mich trifft und rührt kein Leiden, so dieser Welt bekannt. 3. Die noch auf Erden wallen in irrthumsvoller Zeit, vermög⸗ gen kaum zu lallen von froher Ewigkeit. Viel besser, wohl ge⸗ storben, als in der Welt gelebt; die Schwachheit ist verdorben, worinnen ich geschwebt. 4. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Siegs⸗ mann prangt. Aus jenen Him⸗ melslenzen hat meine Seel er— langt die ewig grüne Krone; die werthe Siegespracht rührt 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. genug geschlummert habe, er⸗ weckst du mich. ö 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein. Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden; der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann; lebt ich im Heiligthume zu seines Namens Ruhme! Halleluja! Friedrich Gottlieb Klopstock, 4 1808. von Kindern. her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 5. Noch netzet ihr die Wan⸗ gen, ihr Eltern, über mir; euch hat das Leid umfangen, das Herze bricht euch schier. Des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab; die Mutter stehet trübe und kehrt die Augen ab. 6. Ich war euch nur geliehen auf eine kurze Zeit. Will Gott mich zu sich ziehen, so werfet hin das Leid und sprecht: Gott hats gegeben, Gott hats zu neh⸗ men Macht; er nimmts zum ewgen Leben; er hat es wohl⸗ gemacht. Gottfried Wilhelm Sacer, 1 1609. Mel. Es ist genug, so nimm ꝛc. 409 euch hin, mein Kind! Gott sel⸗ ber fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Kla⸗ en und will mit stillem. Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch bu mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist aus, darum befiehlt er dir, nun wieder fortzuziehn. Zeuch Ih kei Iler mü chbeben Hott gef At das Mlt. L im Leide Hhald zu Rein K 5. 4 Ae E Hannen fchet Sohn d Nun w. Ren, du Wunden Ml. ihler! abe, l en witz su gehf den; ‚ Ud danh gste füht un; lhle seiste Keluja 1„ 1 0N der hl die Wan mir; eut gen, 2. D sehnit tter steh gen l geliehh Gill Oh 0 woft ht: Oh à zu uh mts zl es Woll Saber,fI imm A in/ M Goth f 31. Sterbe⸗ und Begräbnißlieder. hin! Gott hat es so versehen, was dieser will, das muß ge⸗ schehen; zeuch hin, mein Kind! 3. Zeuch hin, mein Kind! im Himmel findest du, was diese Welt nicht giebt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, von keinem Schmierz getrübt; hier müssen wir in Aengsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kind! 4. Zeuch hin, mein Kind! wir folgen Alle nach, sobald es Gott gefällt. Du eilest fort, eh dir das Ungemach verbittert diese Welt. Wer lange lebt, steht lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind! 5. Zeuch hin, mein Kind! Die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Nun siehest du, wie Gottes lieber Sohn dir selbst die Krone weist. Nun wohl, die Seele ist entbun⸗ den, du hast durch Jesum über⸗ wunden; zeuch hin, mein Kind! Gottfried Hoffmann, 4 1712. Mel. Nun ruhen alle Wälder. enn kleine Him⸗ 410. W oiteerhen in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; sie werden nur dort oben vom Vater aufge⸗ hoben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Jesum eingeweiht und noch bei Gott in Enaden; was sollt es ihnen schaden, wenn er nur über sie gebeut? 3. O wohl auch diesem Kinde; es stirbt nicht zu geschwinde. 227 Zieh hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und blei⸗ best bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. Johann Andreas Rothe, + 1758. Mel. Herzlich thut mich verlangen. ie Augenblicke 411. Wẽ fliehen, so flieht des Menschen Zeit, wie Gras und Blumen blühen, blüht seine Herrlichkeit; ein Hauch des Win⸗ des wehet, so ist sie nicht mehr da. Dein Wort nur, Herr, bestehet und bleibt mit Trost uns nah. 2. Kaum hat des Schöpfers Liebe der Eltern Herz erfreut, kaum fleht es hie: ach bliebe, was seine Hand uns beut! kaum ist zu schönem Hoffen ein Leben aufgewacht: so sinkt es, früh ge⸗ troffen, in dunkle Todesnacht. 3. O, die ihr betend ranget mit thränenvollem Blick, was Gott zurück verlanget, das gebt ihm still zurück; was früh die Lieb entbehret für diese Erden⸗ zeit, das hat Gott früh verkläret in Himmelsherrlichkeit. 4. Vergißt auch Mutterliebe wohl ihres Kindleins je? und könnte sie's: Gott bliebe doch treu in Wohl und Weh. Hin⸗ auf vom Erdenstaube, zu ihm hinauf, o Herz, dort zeiget dir der Glaube dein Heil in deinem Schmerz. 5. Dort nimmt der Hirt der Frommen die Kindlein auf und spricht: O laßt sie zu mir kom⸗ men und wehret ihnen nicht! So opfert eure Gabe, und sät den edlen Keim, und geht gefaßt zum Grabe, und kehrt getröstet heim. Heinrich Friedrich Sachse, T 1860. V IN 880 W N 9 V N IRRNRN 228 32. Lieder vom Gericht und ewigen Leben. 52. Lieder vom Gericht und ewigen Leben. Eigene Melodie. Ewigkeit, du 412. O Donnewort 0 Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ebwigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende; mein ganz erschrocknes Herz er⸗ bebt, und meine Seel in Aeng⸗ sten schwebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird auf⸗ gehoben. Die Ewigkeit nur hat kein Ziel, ihr mächtger Strom steht nimmer still, läßt nimmer ab zu toben; ja, wie der Hei— land selber spricht: ihr Feur, ihr Wurm erstirbet nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang! O ewig, ewig ist zu lang! hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum, wenn ich diese lange Nacht zusammt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich, als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du den bösen Knecht so schwer im Pfuhl der Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt! Ach, nimm dies wohl zu Herzen, bedenk es wohl, o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf; ermuntre dich, verlornes Schaf, und bessre bald dein Leben! Wach auf, es ist sehr hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag; wer weiß noch, wie man sterben mag? 6. O Ewigkeit, du Donner⸗ wort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Trau⸗ rigleit nicht, wo ich mich hin⸗ wende, Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt. Zohann Rist, 41667. Eigene Melodie. itten wir im 413. M Leben sind mit dem Tod umfangen. Wen suchn wir, der Hülfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzür⸗ net hat. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Nothl Erbarm dich unser! 2. Mitten in dem Tod an⸗ ficht uns der Höllen Rachen; wer will uns aus solcher Noth frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jam⸗ mert dein Barmherzigkeit unser Sünd und großes Leid. Heili⸗ ger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Hei⸗ land, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höl⸗ len Gluth! Erbarm dich unser! 3. Mitten in der Höllen Angst unsre Sünd uns treiben, wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine! Vergossen ist dein theures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger O 0 Hllher, I Eigt Iffallen Hens. Til II. Rer Wäck Inne; Halem! Zunde; an Mu en Jun Mdutgar Ri, Larmt Maht ev müss 2. Zic Hofl, das hen sprin lend al Iom Him Ha tarth Laht Rcht aftf Kion, 5 Hofanm hkudenf Ihendm. ngen, Leben noch, l Donntt durch 9 sonde eit Ohh her-Tuol nich Ihm⸗ ch, wen „in deu st, Flhl wir sindemt Hen sucht daß Wib. bist du let unst ,eihül re Gotz heiligg, uewige versinken Nochl Tod an⸗ Rachen; her Noh 20 M 6s jant (it unse „ stacke 6r b Laß ule en Häl unset en Muh en hin, Zu Rl Hergosel 3 gl Halie 32. Lieder vom Gericht undewigen Leben. 229 Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glau⸗ bens Trost! Erbarm dich unser! Martin Luther, 4 1546. Eigene Melodie. —414 W'ber auf! ruft uns die Simme der Wächter sehr hoch auf der Zinne; wach auf, du Stadt Je⸗ rusalem! Mitternacht heißt diese Stunde; sie rufen uns mit hel⸗ lem Munde: wo seid ihr klu— gen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Zion hört die Wächter sin⸗ gen, das Herzethut ihr vor Freu⸗ den springen, sie wachet und steht ilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gna⸗ hen stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen All zum Freudensaal und halten mit das [Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen⸗ und mit Engel⸗ zungen, mit Cymbeln und mit Harfenton. Von zwölf Perlen ind die Thore an deiner Stadt, bir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gesehn, kein Ohr hat je, gehört solche Freude; um jauchzen wir und singen gir das Halleluja für und für. Philipp Nikolai, 4 4608. Mel. Valet will ich dir geben. 115 rmuntert euch, ihr * Frommen, zeigt eurer Lampen Schein: der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufge— machet der Bräutigam mit Pracht: auf! betet, kämpft und wachet; bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig, und füllet sie mit Oel, und seid des Heils gewärtig; bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: der Bräutigam ist nah, begegnet ihm in Reihen und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor. Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist be⸗ reit: auf, auf! ihr Reichsgenos-— sen, der Bräutgam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang verzie⸗ hen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Bäume blü⸗ hen, der schönste Frühlingsschein verheißt Erquickungszeiten; die Abendröthe zeigt den schönen Tag vom Weiten, vor dem das Dunkle weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freu⸗ digen Geberden, und seid nicht mehr betrübt: es sind die Freu⸗ denstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwun⸗ den, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun, nach Kreuz und Plagen, in Freu⸗ den sonder Leid mit leben und regieren, und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphiren in eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Siegespal⸗ men, hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Waizenhalmen im Frieden nach dem Streit und nach den Wintertagen; hier grü⸗ PI . IN . 37 2 2 4 V VN, VW 96* X 2 N NN V RVEIEN Ve 5 „ V 885888865 NNNN E is WINVN — — I. . „ nen die Gebein, die dort der Tod erschlagen; hier schenkt man Freudenwein. 8. Hier ist die Stadt der Freu⸗ den, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden; hier ist die sichre Pfort; hier sind die gold⸗ nen Gassen; hier ist der Freu⸗ densaal, da wir uns niederlassen zum ewgen Hochzeitsmahl. 9. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf. Geh auf, ersehnte Sonne, und fördre deinen Lauf. O Jesu, mach ein Ende, und führ uns aus dem Streit; wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. Laurentius Laurenti, 4 1722. Eigene Melodie. 41(QDerusalem, du hoch— * ꝗ gebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnend Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich über Alle und eilt aus die⸗ ser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit Lust und freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände, zum auserwählten Pfand, daß ihre Wallfahrt ende in jenem Vaterland? 3. O Ehrenburg,‚ sei nun ge⸗ grüßet mir, thu auf die Gnaden⸗ pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben das Erb der Ewigkeit! 4. Was für ein Volk, was für ein edle Schaar kommt dort 32. Lieder vom Gericht und ewigen Leben. gezogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war von ferne in meinem Thränenland. 5. Propheten groß, und Pa⸗ triarchen hoch, auch Christen ins⸗ gemein, die wailand dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyran⸗ nen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit son⸗ nenlichtem Strahl. 6. Wenn dann zuletzt ich an⸗ gelanget bin ins schöne Para⸗ deis, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis; das Halleluja reine man singt in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit. Johann Matthäus Meyfart, t 1642. Eigene Melodie. wie selig seid ihr 417. O doch, ihr From⸗ men, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid uent⸗ gangen aller Noth, die uns noch hält gefangen. 2. Man muß hier doch wie im Kerker leben, da nur Furcht und Sorgen uns umgeben; was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr dagegen ruht in eurer Kammer sicher und befreit von allem Jammer; kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen; ihr habt das schon, wornach wir uns sehnen; euch wird gesungen, was durch Keines Ohr allhier gedrungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht U Al die olle h Rer lün 6. Kl W aaf und He- fhmmer Manne. 18. Hlisch Wlllbet alders mm H.ts ol hehllich st hetti 2. Uben, Hllcht, Aeben; Dehn hihich ande m IWdes — sei hat Hrüm Wder Wic Wtes 4 dhes, shon umge Hemt Wl Ige in dn en wn die Nou gen chi War voy menland und M. ssten im ttugg 1 Myyan u Ehthy erall, mi mit soh⸗ t ich ar⸗ Path⸗ erfüllt und voh Hallehun Helligkel End ii 1 161 9 seid 0 r Frott Tod il seid elk uns voh doch M. ur Fuuh ben; Mh urM en. t in elll teit d reuz A hin ul Heuchal 93 schhh, nen: ich k denn nih 32. Lieder vom Gericht und ewigen Leben. 281 gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hier bleiben, sich den Jam⸗ mer länger lassen treiben? 6. Komm, o Herr, uns aus dem Joch(zu spannen, lös uns auf und führ uns bald von dan⸗ nen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Simon Dach, 1 1659. 418 lle Menschen müs⸗ * sen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es afiders werden neu! Dieser Leib, der muß verwesen, wenn er an⸗ ders soll genesen zu der großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum, so will ich dieses Leben, wenn es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben; bin darüber nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnoth ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn, er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freuden hin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen Gottes Herrlichkeit. 4. Da wird sein das Freuden⸗ leben, wo viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor sei— nem Thron; da die Seraphinen prangen und das hohe Lied an⸗ fangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist; 5. Da die Patriarchen woh⸗ Eigene Melodie. nen, die Propheten allzumal; wo auf ihren Ehrenthronen sitzet der zwölf Boten Zahl; wo in so viel tausend Jahren alle From⸗ men hingefahren; wo wir un⸗ serm Gott zu Ehr'n ewig Halle⸗ luja hör'n. 6. O Jerusalem, du schöne, ach, wie helle glänzest du; ach, welch lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! O der großen Freud und Wonne! Jetzo gehet auf die Sonne, jetzo gehet an der Tag, der kein Ende neh⸗ men mag. 7. Ach, ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit; seh im Geist mich schon geschmücket mit dem weißen Himmelskleid, mit der goldnen Ehrenkrone, stehe da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Johann Georg Albinus, 4 1679. Eigene Melodie. 419 Qesus meine Zuver⸗ LY. sicht und mein Heiland ist im Leben; dieses weiß ich, sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt; ich werd auch das Leben schauen; sein, wo mein Erlöser lebt, warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbun⸗ den; meine starke Glaubenshand wird in ihn gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch, und muß SOIY +* + *— * —3 NNINN — V X, * N V V II NN RV V. RVV. 896— 74 5 ——.— N WNEN 2 * NIIN W l 232 daher auch einmal zu Asche wer— den, dieses weiß ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dann wird dieser Leib ver— klärt mich umgeben, wie ich gläube. Gott wird dann von mir verehrt und geschaut in die— sem Leibe, und in diesem Fleisch werd ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, ken⸗ nen; ich, ich selbst, ein Frem— der nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 7. Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen; hier geh ich natür— lich ein, dort, da werd ich geist— lich sein. 8. Seid getrost und hoch er— freut, Jesus läßt nicht seine Glie— der; gebt nicht Statt der Trau— rigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wenn einst die Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 9. Lacht der finstern Erden— kluft, lacht des Todes und der Höllen; denn ihr sollt euch aus der Gruft eurem Heiland zuge⸗ sellen, dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 440 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr wollt vereinigt werden; schickt das Herze da hin— ein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, 4 1667. 32. Lieder vom Gericht und ewigen Leben. Mel. Jesus meine Zuversicht. 420 H geht un⸗ — sre Bahn; wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! denk ich allzeit, wann er mir die Tafel decket und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitmahl. 4. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon auf⸗ wärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath füh⸗ ren, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan, ach, himmelan! das soll meine Loosung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Him⸗ melan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmolck, 4 1737. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 421 O wie fröhlich, o wie selig wer— den wir im Himmel sein! Dro— ben ernten wir unzählig unsre auldene r hin W Sot Ig An deh 12 hnen, sehn, u Hränen Ichn, u Mlmnen, Halmen Hal der Hie Wii sner E Wd, ur 0, viel. lssd un A die 4. A hmmen Huu., Momm Rshar L bersicht. geht un⸗ ahn; wit rden, his durch die en. Hier „, droben ing dich bist ein d kannst nicht zu Ein von kehrt in ich allzeit, fel decket ereit eine schmedket. nmerthal Reitmahl. Glaube Loos von hon auf— e, Mond Licht is n Glanz mich der ath füh⸗ oth ewi sus ghl fteudi nmelan! bleiben, hn durch N. Hul zinn, I 32. Lieder vom Gericht und ewigen Leben. Freudengarben ein. Gehen wir hier hin und weinen, dorten wird die Sonne scheinen; dort ist Tag und keine Nacht, wo man nach den Thränen lacht. 2. Ach, wer wollte sich nicht sehnen, dort in Zion bald zu stehn, und aus diesem Thal der Thränen an den Freudenort zu gehn, wo sich, unser Kreuz in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Last in Lust verkehrt und das Jauchzen ewig währt! 3. O wie werden wir so schöne bei der Klarheit Gottes sein; wie wird uns das Lobgetöne seiner Engelschaar erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen bei so, vielen Siegeskränzen; wie wird unser Kleid so rein, heller als die Sonne sein! 4. Ach, wann werd ich dahin kommen, daß ich Gottes Antlitz schau? Werd ich nicht bald auf⸗ genommen in den schönen Him⸗ melsbau, dessen Grund den Per⸗ len gleichet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wunder⸗ volle Pracht alles Gold beschä— met macht? 5. Nun, so stille mein Ver⸗ langen, o du großer Lebensfürst! laß mich bald dahin gelangen, wo du mich recht trösten wirst. Unterdessen laß auf Erden schon mein Herze himmlisch werden, bis mein Loos in jener Welt auf das allerschönste fällt. Benjamin Schmolck, 1737. Mel. Gott des Himmels u. der Erden. er sind die vor 422. W Gottes Throne? was ist das für eine Schaar? Jeder träget eine Krone, glänzet wie die Sterne klar; Halleluja 283 singen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, die Palmen tragen, wie ein Sieger, in der Hand, wenn er seinen Feind geschlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat gezeuget diesen Sieg ꝰ 3. Wer sind die in reiner Seide göttlicher Gerechtigkeit; angethan mit weißem Kleide, das zerreibet keine Zeit, das veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, die wohl ge⸗ rungen für des großen Gottes Ehr, haben Welt und Tod be— zwungen, folgten nicht dem Sün— denheer, die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, die viel erlit— ten Trübsal, Schmerzen, Angst und Noth, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott. Nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat alles Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stam⸗ mes, der uns Huld und Heil ge⸗ bracht, haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell ge— macht, sind geschmückt mit Heilig— keit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets erschie— nen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit, zu dienen, Leib und Seel geopfert gern: nun umstehen sie ringsum Gottes Stuhl im Heiligthum. 8. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Jesu, zu dir aus; mein Gebet ich zu dir wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: treibe, Herr, die Feinde weit! 1¹ 2* NVV —.—2— NN 2 * PIehle NN * E 2 NEEEE NNNN 234 32. Lieder vom Gericht und ewigen Leben. 9. Hilf mir Fleisch und Blut besiegen, kämpfen wider Höll und Welt, laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Noth, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 10. Daß mein Theil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind, und aus großer Trübsal kommen. Hilf, daß ich auch überwind alle Trübsal, Noth und Tod, bis ich komm zu meinem Gott. 11. O wie groß wird sein die Wonne, wenn ich mit der heil— gen Schaar in dem Strahl der reinen Sonne leuchte wie die Sterne klar. Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewig⸗ keit. Theobald Schenck, 4 1727. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund ꝛc. 423 E ist noch eine Ruh vorhanden: auf, müdes Herz, und werde licht! Du seufzest hier in deinen Ban⸗ den und deine Sonne scheint dir nicht; sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden, wirf hin die Last und eil ihm zu! Bald ist der heiße Kampf geendet, bald, bald der schwere Lauf vollendet, und du gehst ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott aus⸗ erkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon bestimmt; das Gottes⸗ lamm wollt darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben, es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, versäumt nicht, heut noch einzu⸗ kommen zu meiner Ruhe Lieb⸗ lichkeit! 3. So kommet denn, ihr mat⸗ ten Seelen, die manche Last und Bürde drückt; eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, geht nicht mehr traurig und gebückt. Ihr habt des Tages Last getragen, dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein! Ihr seid mein Volk, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Teu⸗ fel toben, seid nur getrost und gehet ein. 4. Dort wird man Freuden⸗ garben bringen, denn unsre Thrä— nensaat ist aus; o welch ein Jubel wird erklingen, welch süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid wird ferne weichen, es wird kein Tod uns mehr er⸗ reichen, wir werden den Erlöser sehn; die Thränen wird vom Aug er wischen, sein Lebensstrom wird uns erfrischen; mehr, als wir hoffen, wird geschehn. 5. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen, denn die Erquickungszeit ist da; die Sonne wird uns nicht mehr stechen, der Herr ist seinem Volke nah; er selbst will über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis; der Baum des Lebens grünet ihnen, der große Sabbat ist erschienen, wo man von kei— ner Arbeit weiß. 6. Da ruhn wir nun und sind in Frieden, und leben ewig sor⸗ genlos. O fasset dieses Wort, ihr Müden, und legt euch in des Heilands Schooß; schwingt froh euch auf: wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen, dort wartet schon der Selgen Schaar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubiliren, umgürte dich D ö 6 bom Ml. 2 zücken, lihkeit los v˙ sianna seinem Verke 2. und ewig, söhner gen, dafür nd sagen: hstatt sein! ezeugt von und Teu⸗ ettost und Freuden⸗ nsre Thra⸗ welch ein velch süßer Schmerz, ie weichen, mehr er⸗ en Erlöser bird vom bensstrom meht, als hn. nge denn die die Sonne lechen, der nah; Et wohnen belohnen it Chr und 5 Leben be Sabbal von kei und sind ewig sol⸗ ses Wont uch in de pingt froß eilen und verweilel Selgal in Gei ürte dih 32. Lieder vom Gericht und ewigen Leben. zum Triumphiren; auf, auf, es kommt das Ruhejahr. Joh. Siegmund Kunth, 4 1779. Mel. Wachet auf, ruft uns die St. 424 S'is sind des Him⸗ mels Erben, die Todten, die im Herren sterben, zur Auferstehung eingeweiht. Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Ent⸗ zücken, folgt Wonne der Unsterb⸗ lichkeit. Im Frieden ruhen sie, los von der Erde Müh. Ho⸗ sianna! Vor Gottes Thron, zu seinem Sohn, begleiten ihre Werke sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sei dir, Ver⸗ söhner, Jesu Christ! Ihr, der XNXNN 285 Ueberwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sank, wie wir, ins Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thrä⸗ nen; er hats vollbracht; nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist die Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufge⸗ gangen, nicht mehr im Dunkel, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr, das Alte ist nicht mehr. Halleluja! Er sank hinab, wie wir, ins Grab; er ging zu Gott, wir folgen ihm. Friedr. Gottlieb Klopstoc, 4 1803. RresRsssn““nn N NNN. N SSSZIZCSLIITD Nachtrag. J. Sonntags⸗ und Gottesdienstlieder.) (Siehe auch die Nrn. 96. 108. 136. Mel. Herr Jesu Christ, meins Leb. L. 42⁵ runn alles Heils, · dich ehren wir und öffnen unsern Mund vor dir. Aus deiner Gottheit Heiligthum dein hoher Segen auf uns komm. 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib, er segne uns nach Seel und Leib, und uns behüte seine Macht vor allem Uebel Tag und Nacht. 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, uns leuchten laß sein Angesicht, daß wir ihn schaun und glauben frei, daß er uns ewig gnädig sei. 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, sein Antlitz über uns erheb, daß uns sein Bild werd eingedrückt und geb uns Frieden unverrückt. 5. Jehovah, Vater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig fleußt, durchfleuß Herz, Sinn und Wandel wohl; mach uns des Lobs und Segens voll. Gerhard Tersteegen, 4 1769. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 426 3 dich uns ohne „ Hülle, ström auf uns der Gnaden Fülle, daß, o Herr, an deinem Tage, unser 167. 189. 201. 306 308. 310. 497.) Herz der Welt entsage; daß wir uns zu dir erheben, durch die Macht, die dir gegeben, daß die glaubende Gemeine mit dem Vater sich vereine. 2. O daß wir entladen wür— den von der Erde schweren Bür⸗ den und des Sabbats sanfte Stille auch die Seele ganz er— fülle! daß von Fern aus deinen Höhen wir des Lichtes Aufgang sehen, das uns völlig einst ver— kläret, wenn der Sabbat ewig währet. 3. Was ich strahlen seh am Throne, ist es nicht der Sieger Krone? Was von dort herab ich höre, sinds nicht Ueberwinder⸗ Chöre? Feiernd tragen sie die Palmen, ihr Triumph erschallt von Psalmen! Herr, du selber wollst mich weihen diesem Sab— bat deiner Treuen. 4. Möge dein Verdienst be⸗ decken meiner Seele Schuld und Flecken, daß ich dort kann mit den Deinen würdig und ge— schmückt erscheinen; dort, wo du voll Huld und Gnaden uns zu deinem Mahl geladen, wo die Streiter nicht mehr ringen, wo sie Siegeslieder singen. Friedrich Gottlieb Rlopstock, 4 1808. ) Die Rubriken 1—32 des Nachtrags stimmen mit denjenigen des Ge⸗ sangbuchs überein. Ml. (* 12⁰ u J Weltl henen Mast 2. Himmn 0 0⁰ pei⸗9 higed 0, ö Hen Him. yum Wot z 4. ö . 310. 407) daß wit durch die „ daß die mit dem en wür⸗ heren Bür⸗ us sanfte ganz er⸗ us deinen Aufgang einst ver⸗ bbat ewig n seh am der Siegel ort herah herwinder⸗ en sie it erschall du selbe sem Sob dienst be⸗ chuld und kann mi und ge⸗ kt, wo du n uns 6 wo die 7 ingen, 0 od, 1000 en de 0• 2. Adventlieder. 237 2. Adventlieder. Mel. Vom Himmel hoch da ꝛc. omm, Heidenhei— 427. K land, Lösegeld, du Jakobsstern, du Licht der Welt! Laß abwärts flammen deinen Schein, der du willst Mensch geboren sein. 2. Komm an von deinem Himmelsthron, wir harren dein, o Gottessohn! Komm, o du zwei⸗gestammter Held, geh mu⸗ thig durch dies Thal der Welt! 3. Du nahmest erdwärts dei⸗ nen Lauf und stiegest wieder himmelauf. Die Abfahrt war zum Todesthal, die Rückfahrt war zum Sternensaal. 4. O höchster Fürst, dem Va⸗ ter gleich, besieg allhier des Fleisches Reich; denn unser Geist in Fleisches Haft, sehnt sich nach deiner Himmelskraft. 5. Von deiner Krippe glänzt ein Strahl, der leuchtet durch dies finstre Thal; er giebt der Nacht so hellen Schein, der stets wird unverlöschlich sein. 6. Entzünd auch unsres Glau⸗ bens Licht, damit die Lieb er— lösche nicht zu dir die ganze Lebenszeit, o Sonne der Gerech— tigkeit! Johann Franck, 4 1677. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgeth. ir warten dein, 428. W o Gottes Sohn, und lieben dein Erscheinen. Bald ist die Wartezeit entflohn, bald kommst du zu den Deinen. Wer an dich glaubt, erhebt sein Haupt, und sieht dir froh entgegen. Du bringst ja Himmelssegen. 2. Wir warten dein, doch mit Geduld in unsern Prüfungsta⸗ gen. Du hast dein Kreuz für unsre Schuld so demuthsvoll ge— tragen; wie sollten wir uns nicht mit dir zum Kreuze gern bequemen, bis dus hinweg wirst nehmen! 3. Wir warten dein: du hast uns ja das Herz schon hinge— nommen. Stets bist du uns im Geiste nah: doch willst du sichtbar kommen; und dann wirst du bei dir uns Ruh, bei dir uns Freude geben, bei dir ein Him— melsleben. 4. Wir warten dein: du kommst gewiß; dir klopfen schon die Herzen: vergessen aller Küm— merniß, vergessen aller Schmer⸗ zen. Dereinst, dereinst, wann du erscheinst, wie soll das Lied dir klingen und ewig dir lobͤ— singen! Carl Bernhard Garve, 4 1841˙ 5. Weihnachtslieder. Eigene Melodie. 429 L Gott, ihr Chri— sten, alle gleich in seinem höchsten Thron, der heut schleußt auf sein Himmel⸗ reich„2 und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Va⸗ ters Schooß und wird ein Kind— lein klein, er liegt dort elend, nackt und bloß„: in einem Krip— pelein. 3. Er äußert sich all sein'r Gewalt, wird niedrig und gering und nimmt an sich des Knechts Gestalt,„: der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, nimmt von ihr seine Speis, an dem die Engel sehn X NNV 9 — *84 2⁰⁵ E V BIEDEOE V 86 VV 0 * M N — — 0 NNI. N W R NVN N NN N, N N., N, N. VIVN. 288 ihr Lust;„: denn er ist Davids Reis,: 5. Das aus sein'm Stamm aufsprießen sollt in dieser letzten Zeit, durch welchen Gott aufrichten wollt sein Reich, die Christenheit.„ 6. Er wechselt mit uns wun⸗ derbar, nimmt Fleisch und Blut selbst an, uns aber beut er Gnade dar,„ die himmlisch ma— chen kann. 7. Er wird ein Knecht und ist ein Herr, das mag ein Wech— sel sein! Wie könnt er doch sein freundlicher,„: das holde Christ⸗ kindlein! 8. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Pa⸗ radeis; der Cherub steht nicht mehr dafür.„ Gott sei Lob, Ehr und Preis! Nic. Hermann, 1 1561. Mel. Vom Himmel hoch. chaut, welch ein 430. S Wunder stellt sich dar! Die schwarze Nacht wird hell und klar; ein großes Licht bricht dort herein, ihm weichet aller Sterne Schein. 2. Es ist ein rechtes Wunder⸗ licht und gar die alte Sonne nicht, weils wider die Natur die Nacht zu einem hellen Tage macht. 3. O schauet hin! Des Him— mels Heer, das bringt uns jetzt 3. Weihnachtslieder. die Freudenmähr, wie ethle⸗ aht mehr hab eingestellt zu hem das Heil der Welt. 4. O Gütigkeit! Jahr sich hat der frommen Vä— ter Schaar gewünscht und sehn⸗ lich oft begehrt, deß werden wir von Gott gewährt. 5. Schaut hin! Dort liegt im finstern Stall, deß Herrschaft gehet überall. Das Wort, so bald im Anfang war, bei Gott, selbst Gott, das lieget dar. 6. Dies ist die rechte Freuden⸗ zeit, weg Trauern, weg, weg alles Leid! Trotz dem, der ferner uns verhöhnt! Gott selbst ist Mensch: wir sind versöhnt. 7. Es hat mit uns nun keine Noth, weil Sünde, Teufel, Höll und Tod zu Spott und Schan⸗ den sind gemacht in dieser gro— ßen Wundernacht. 8. O selig, selig alle Welt, die sich an dieses Kindlein hält! Wohl dem, der dieses recht er— kennt und gläubig seinen Hei⸗ land nennt. 9. Es danke Gott, wer dan⸗ ken kann, der unser sich so hoch nimmt an und sendet aus des Himmels Thron uns, seinen Feinden, seinen Sohn. 10. Drum stimmt an mit der Engel Heer: Gott in der Höhe nun sei Ehr, auf Erden Frieden jederzeit, den Menschen Wohl und Fröhlichkeit. Paul Gerhardt, 1 1676. 4. Neujahrslieder. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 431 bermal ein Jahr * verflossen näher zu der Ewigkeit; wie ein Pfeil ward abgeschossen, so vergehet meine Zeit. O getreuer Zebaoth, unveränderlicher Gott, ach was soll, was soll ich bringen, deiner Langmuth Dank zu singen? 2. Ich erschrecke, mächtig We⸗ sen, Angst und Furcht bedecket mich; denn mein Beten, Singen, Was lange Ucen, Haltg, Ruß hor di⸗ . fullen Hott, Ke: Spott chicht ih bi Rem 4. müthi in de heln sch angez du es hösen . sun fict Len und on, Mit hen, Werl 6. Een Hoc schü dDoc Mig ⁰ I 4. Neujahrslieder. 239 sich nun. Ve 1.——— hellg schläferig. Mel. Zeuch meinen 2 0 u eilig, heilig, heiliger, großer ie nell i 1 Bahl. Seraphinen Herr, wehe mir, ich 432. Wé Duhtpies Jahr Was lanp muß vergehen, denn wer kann vergangen! Schon ist ein neues umen Vi. vor dir bestehen? ö ö angefangen. Auf dich, o Gott, und sehn 3. Schrecklich ist es ja, zu soll ganz allein mein Herz und Herden i fallen in die Hand von solchem Sinn gerichtet sein. Gott, der rechtfertig zuruft Al- 2. Du hast das Dasein mir Dort lih len: Niemand treibe mit mir gegeben, nur dir allein gehört Hensh Spott; irret nicht, wo das ge- mein Leben. Dein ist die Kraft, VBort schicht, ich, Jehovah, leid es nicht; dein ist die Zeit, nur deinem bei G0t ich bin ein verzehrend Feuer, vor Ruhm sei sie geweiht. ban dem Lachen wird gar theuer. 3. O stärke, Vater, mein Ver⸗ Fronder⸗ 4. Aber du bist auch sanft- langen, an deinem Willen fest⸗ weg, w. müthig, 0. getreues Vaterherz, zuhangen. Vollführe du, was 3 in dem Bürgen bist du gütig, ich nicht kann, und leite mich selbs if der gefühlt den Todesschmerz; auf ebner Bahn. ut sisteh ich nicht in deiner Hand, 4. Und wank ich oder sink ich 2 angezeichnet als ein Pfand, so nieder, o so erhebe du mich wieder! nun kin! du ewig willst bewahren vor des Hilf gnädig meiner Schwachheit * V + 898 N IeeI 2— —* N * 98 l bösen Feindes Schaaren. auf, und fördre kräftig meinen 10 Schar 5. Auf, mein Herz, gieb dich Lauf. 4 diser gu. nun wieder ganz dem Friedens⸗ 5. Laß, Herr, dein himmlisch.— 1L Me fürsten dar; opfre dem der See⸗ Reich auf Erden auch unter uns——2 ale Wel. len' Lieder, welcher krönet Tag verbreitet werden. Bedeck mit 48 dlin hill und Jahr; fang ein neues Leben deiner treuen Hand den Fürsten 7 uacht a an, das dich endlich führen kann und das Vaterland. +— inen H mit Verlangen nach dem Ster⸗ 6. Laß Alle, die die Welt re⸗ ben, da du wirst die Kron er⸗ gieren, mit Weisheit ihre Scep⸗ wer d. werben. ter führen. Ihr Thun sei nur 0 so h 6. Soll ich denn in dieser Hüt⸗ Gerechtigkeit, nur Friede, was ihr 2 waus d6é ten mich ein Zeitlang plagen Mund gebeut. anen noch, so wirst du mich über⸗ 7. Laß treue Hirten, fromme 2151, schütten mit Geduld, das weiß ich Heerden ein Herz und eine Seele m nit doch. Setze denn dein Herz auf werden, daß wahrer Glaub und der Höß mich; Jesu Christe, du und ich, Liebestreu die Zierde deiner Kirche n Irichn wollen ewig treu verbleiben und sei. en Voh von Neuem uns verschreiben. 8. Die Eltern, die heut zu 2 7. An dem Abend und dem dir flehen, laß Freud an ihren—.— atj t lll Morgen, o mein Rath, besuche Kindern sehen, und mach durch 2— mich; laß der Heiden Nahrungs⸗ deines Geistes Kraft sie alle sorgen nimmer scheiden mich und fromm und tugendhaft. 2 ach vos dich. Prüf in jedem Augenblick 9. Erfreue, Gott, durch deinen— jen, deine meine Wege und mich schick, schic Segen, die standhaft gehn auf igen mich, daß ich wachend stehe, ehe deinen Wegen! Zeig deinen Arm, hig E denn ich schnell vergehe. der Schwache trägt und freche 60 Zoachim Neander, 4 1660. Sünder niederschlägt! Singel, 240 4. Neuja 10. Erhöre das Gebet der Deinen! Laß nicht umsonst das Elend weinen! Send eilend Je⸗ dem Hülf und Rath, der kei— nen Freund und Retter hat! II. Auf dich soll stets mein Auge schauen; auf dich, Herr, soll mein Herz vertrauen. Bist du mein Freund und höchstes Gut, so wird mein Glaube Heldenmuth. brslieder. 12. Zu meinem Heil und dir zum Preise setz ich denn fort die Pilgerreise, bis mir am Ziele meiner Bahn dein Vaterhaus wird aufgethan. 13. Die Sonne gehet auf und nieder, ein Jahr vergeht, ein Jahr kommt wieder! Nur du, der allgenugsam ist, nur du bleibst ewig, der du bist. 5. Epiphaniaslieder. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, alle gl. 433 Af Seele, auf, und säume nicht, es bricht das Licht herfür; der Wunderstern giebt dir Bericht, „5 der Held sei vor der Thür. 5 2. Geh weg aus deinem Va— terland, zu suchen solchen Herrn, laß deine Augen sein gewandt „: auf diesen Morgenstern. 3. Gieb Acht auf diesen hellen Schein, der dir aufgangen ist, er führet dich zum Kindelein, „: das heißet Jesus Christ. 5: 4. Er ist der Held aus Da— vids Stamm, die theure Sa— ronsblum, das rechte echte Gotteslamm,„ Israels Preis und Ruhm.: 5. Drum höre, merke, sei be— reit, verlaß des Vaters Haus, die Freundschaft, deine Eigen⸗ heit,„ geh von dir selbsten aus. 3 6. Und mache dich behende auf, befreit von aller Last, und laß nicht ab von deinem Lauf, „: bis du dies Kindlein hast. 7. Du, du bist selbst das Bethlehem, die rechte Davids- Stadt, wenn du dein Herze machst bequem zu solcher gro⸗ ßen That. 8. Halt dich im Glauben an das Wort, das fest ist und ge⸗ wiß; das führet dich zum Lichte fort„: aus aller Finsterniß. 5 9. O sinke du vor seinem Glanz in tiefster Demuth ein, und laß dein Herz erleuchten ganz„: von solchem Freuden— schein.: 10. Gieb dich ihm selbst zum Opfer dar, mit Geiste, Leib und Seel, und singe mit der Engel⸗ schaar:: Hier ist Immanuel! 11. O wunderbare Süßigkeit, die dieser Anblick giebt dem, dessen Herz dazu bereit und dieses Kindlein liebt. 12. Die Engel in des Him⸗ mels Saal, die freuen sich' da— rob, die Kinder Gottes allzumal, „: die bringen hier ihr Lob. 5 13. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo man zum Leben geht, hier ist des Paradieses Pfort, ,5 die wieder offen steht. 14. Mit Gott und allen Se⸗ ligen hast du Gemeinschaft hier. Der Ort ist wohl am glücklich⸗ sten,„ da wohnet Gott in dir. 15. Der 6zeigt dir einen an⸗ dern Weg, als du vorher erkannt, den stillen Ruh⸗ und Friedenssteg „: zum ewgen Vaterland.„ Michael Müller, 4 1704. Ml. 53 Dodid ig Dein uf Ind Rög! V Rie a Ihie se di dich Wort Hleise . wien doch Hang hcht lae I hl Spot il und dir in fort die am Ziele Vaterhaus et auf und rgeht, ein Nur du, „nur du . t und ge⸗ um Lichte erniß.: r seinem nuth ein, erleuchten Freuden⸗ elbst zum Leib und Engel⸗ anuel!; Süßigkeit, bt dem, 1 ½ und es Him⸗ sch de alzumal, Lob.; jiel, hie m Leben aradieses steht. u aft hiet. glüdlich in dit. nen au⸗ erkannt, densseg 194 43 5. Epiphaniaslieder. 241 Mel. Herzlich thut mich verlangen. 434 König aller Eh⸗ ren, Jesu Christ, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron; hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit. 2. Von deinem Reiche zeugen die aus dem Morgenland; die Knie sie vor dir beugen, dieweil sie dich erkannt. Der Stern auf dich hinweiset, dazu das göttlich Wort; drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeldt; doch achtest du gar wenig ver— gänglich Gut und Geld, prangst nicht auf theurem Rosse, trägst keine güldne Kron, thronst nicht in hohem Schlosse; hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön ge— schmücket, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güte fernhin blicket und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Gewalt, daß sie im Frieden sitzen; die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein er— barmen, in dein Reich nimm mich auf; dein Güte schenk mir Ar⸗ men und segne meinen Lauf! Den Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren! Rett mich aus aller Noth! 6. Du wollst in mir entzün⸗ den dein Wort, den schönen Stern, daß falsche Lehr und Sünden sein meinem Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Böhm, 4 1622 b. Passionslieder. (Siehe auch die Nrn. 147. 150. 151. 157. 163. 282. 296. 297. 302. 334. 418. 420. 454—459. 476. 485.) Mel. Christus, der uns selig macht. 435 Oesu, deine Passion Pwill ich jetzt be⸗ denken; wollest mir vom Him⸗ melsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt er⸗ schein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, lit⸗ test große Schmerzen! 2. Gieb, daß ich recht sehen mag deine Angst und Bande, deine Schläge, deine Schmach, deine Kreuzesschande, deine Gei- ßel, Dornenkron, Speer- und Nä⸗ gelwunden, deinen Tod, o Got⸗ tessohn, in den Marterstunden. 3. Aber laß mich nicht allein deine Marter sehen; laß mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen! Ach die Ur⸗ sach war auch ich, ich und meine Sünde; diese hat gemartert dich, daß ich Gnade finde! 4. Jesu, lehr bedenken mich dies mit Buß und Reue; hilf, daß ich mit Sünden dich martre nicht aufs Neue. Sollt ich da— zu haben Lust und nicht wollen meiden, was mein Heiland bü— ßen mußt mit so großen Leiden? 5. Wenn mich meine Sünde quält mit viel bittern Schmerzen, du, der sich ins Mittel stellt, reiche Trost dem Herzen! Dich und 11* E — 9 6689889 MIEV V S V * E 8 —4 — 8 2 — — +— 4 .* NNNN V Nie N EREI 2 — 56887 NN NNN 7⁰ — deine Passion laß mich gläubig fassen; liebst du mich, o Gottes⸗ sohn, wie kann Gott mich hassen? 6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nachtrage, daß ich Demuth von dir lern und Geduld in Plage, daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indeß laß dies Lallen, bis es kommt aus reinrem Trieb, Jesu, dir gefallen! Siegmund von Birken, 4 1681. Mel. Herr und Aeltster deiner ꝛc. arter Gottes, wer 436. M kann dein ver⸗ gessen, der in dir sein Wohlsein find! Unser Herze wünscht sich unterdessen stets noch mehr zum Dank entzündt, unsre Seele soll sich daran nähren, unsre Ohren nie was Liebers hören, alle Tage kommt er mir schöner in dem Bilde für. 2. Tausend Dank, du unser treues Herze! Leib und Geist bet drüber an, daß du unter Martern, Angst und Schmerze hast genug für uns gethan. Laß dich jedes um so heißer lieben, als es noch im Glauben sich muß üben, bis es einst als deine Braut dich von Angesichte schaut. 3. Meine kranke und bedürftge Seele eilet deinen Wunden zu. Da, da findet sie die sichre Höhle, wo ihr fließen Fried und Ruh. Auf dein Kreuz, Herr, laß mich gläubig sehen, laß dein Marterbild stets vor mir stehen: so geht mir bis in mein Grab nichts von deinem Frieden ab. 4. Die wir uns allhier bei— sammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf deine Mar— ter zu verbinden, dir auf ewig treu zu sein. Und zum Zeichen, 6. Passionslieder. daß dies Lobgetöne deinem Her⸗ zen angenehm und schöne, sage Amen und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! Christ. Renatus v. Zinzendorf, 4 1752. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 437 O Lamm Gottes, hocherhaben, wel⸗ ches der Welt Sünde trägt, du allein, du kannst uns laben, wenn uns Noth und Tod bewegt. Siehe, du bist Gottes Lamm, siehe, wir vom Sündenstamm, ach, wir sind ja Gottes Feinde, lehr uns werden Gottes Freunde. 2. Bist du nicht der Weg zum Leben? Bist du nicht der Wahrheit Grund? Hast dich selbst für uns gegeben, daß noch übrig wär ein Bund, ein Bund der Barmherzigkeit, ein Bund der Gerechtigkeit. Dein Kreuz,. dein Blut ist der Segen, so uns bringt zu Gottes Wegen. 3. O Lamm Gottes, hochge— lobet, Gottes Weisheit, Gottes Kraft! als der Grimm und Zorn getobet, hast du Frieden uns geschafft; bist von Ewigkeit erkorn, und dazu ein Mensch ge⸗ born, daß dein ewiges Erbarmen in der Zeit errett uns Armen. 4. O Geheimniß voller Wun⸗ der! Kreuz, du bist des Lebens Holz, bist der einzge Trost der Sünder, daß der Fall nicht mache stolz; Christi Kreuz bringt alles ein, was nur mag verlo⸗ ren sein, wenn der Geist aus Christi Schmerzen kreuziget die Welt im Herzen. 5. Drum, o Jesu, laß dein Leiden schaffen in mir wahre Frucht; laß mich den Betrug vermeiden, daß ich nicht der Sünden Sucht zu bedecken sschl ch Lagcb slbtea 0. ahle Mud: lele, Vund. Ain, a hs lild d 7. Rnger uich, hunge sch, inem Ha⸗ one, sage Triede rf, 1752. ieine Selle. Gottes, aben, wel⸗ trägt, du hen, wenn bewegt. 3 Lamm, henstamm, 5 Feinde, Freunde. der Weg nicht det Hast dich daß noch ein Bund in Bund nKteuz u, so unz n. „hochge— „Gotts um und Frieden Ewigkei ensch ge⸗ Erbarmen Armen. ler Wun⸗ 3 Lbené e Aul all niht h bun 0 vetlo⸗ t an 6. Passionslieder. 21413 fälschlich mein, ob ich bleibe gleich unrein. Niemand wird Vergebung finden, der nicht ab⸗ stirbt allen Sünden. 6. Herr der Herrlichkeit, ich denke stets an deinen theuren Mund; lenke meine Sinnen, lenke, senke mich in deinen Bund. Nichts mag so gering hier sein, auch ein kleines Tröpfelein, was verleugnet, was gelitten, wird dein Segen überschütten. 7. Nur beständig sein im Ringen, Flehn und Wachen lehre mich, daß ich alles mag voll— bringen und im Grab auch ehren dich, und im Geist auch stehen auf, bis ich ende meinen Lauf. Da will ich dort fröhlich singen, dir, Lamm Gottes, Opfer bringen. 8. Ewig will ich dir Lob sa⸗ gen, daß du mich erlöset hast durch dein Leiden, Angst und Plagen von der schweren Sündenlast; daß dein Blut die Reinigung hat gebracht zur Heiligung, will ich mit verklärten Weisen stets in deinem Bilde preisen. Joachim Juftus Breithaupt, 4 1732. Mel. Wenn meine Sünd ꝛc. 438 Veu Furcht dahin * gerissen, verleug⸗ net Petrus dich; bald straft ihn sein Gewissen, da weint er bitter⸗ lich. Dein Blick, o Jesu, rührt sein Herz, er fleht zu dir um Gnade und du stillst seinen Schmerz. 2. Betrübt ist meine Seele, mit Reu und Schmerz erfüllt; wenn ich es auch verhehle, dir ist es doch enthüllt. Bekennen will ich es vor dir: oft hab ich dich ver— leugnet, vergieb, vergieb es mir. 3. Oft hat mich Furcht ge— beuget; ich ward der Menschen Knecht, wenn ich nicht laut ge— zeuget von dir und deinem Recht. Ja, brach ich je die Christen— pflicht, so sprach auch ich mit Petrus: ich kenne Jesum nicht. 4. Ich seh jetzt, ich empfinde die Größe dieser Schuld; ver— gieb auch diese Sünde nach dei⸗ ner großen Huld. Erbarmend sahst du Petrum an, auch mich laß diese Gnade, o Herr, mein Heil empfahn! 5. Laß dieses Herz voll Reue von nun an stärker sein und mit erneuter Treue sich deinem Dienste weihn; daß auch in Trübsal und in Noth ich, Herr, getreu dir bleibe, getreu bis in den Tod. 6. Bewahr ich deine Gnade, folg ich dir standhaft nach, wer ist dann, der mir schade, was fürcht ich Hohn und Schmach? die Spötter mögen mich ver— schmähn; sie werden mich mit Ehre von dir verherrlicht sehn. 7. Nichts soll von dir mich trennen; ich will es gern und frei vor aller Welt bekennen, daß ich dein Jünger sei. Dann tret ich freudig vor Gericht und du, o Herr, verleugnest mich vor dem Vater nicht. Balthasar Münter, 1 1793. 7. Su Ostern. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 439. Ddes vhen bet, das Grab ist selbst begra⸗ ben nun; mein Jesus, der sein Haupt erhebet, will ferner nicht 8888988 77 N 86 57 VVD 98 D NNVN NIR — 4½ 7 — — 0 — V NI . 78858 RR V SS NNNN —54 V 7 VN V U N N* NNNN * W I. V NN — im Kerker ruhn, und stellt mir diese Losung für: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 2. Nun liegt der Tod zu mei— nen Füßen, des Lebens Fürste stirbt nicht mehr. Er weiß die Gräber aufzuschließen, er stürzt das finstre Sündenheer. Das Siegeslied klingt herrlich hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 3. Mein Jesus, Wahrheit, Weg und Leben, der Leben hat und Leben giebt, wie soll ich den Triumph erheben, der Rach an meinen Feinden übt? Sie liegen dort, du rufest hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 7. Zu Ostern. 4. Das Haupt belebet seine Glieder, wer wollte denn gestor⸗ ben sein? Die Lebenssonne scheint uns wieder und leuchtet bis ins Grab hinein. Da lesen wir die Grabschrift hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 5. O Tod, mich kannst du nicht erschrecken, mein Jesus nimmt das Schrecken hin; wie er sich selber konnt erwecken, so werden wir erweckt durch ihn. Weil Jesus lebt, so leben wir: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. Benjamin Schmolck, 4 1737. 8. Bimmelfahrtslieder. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 440 D. Werk, Erlö⸗ p. ser, ist vollendet, vollendet ist auch unser Heil. Uns liebt der Gott, der dich ge— sendet, und seine Huld wird uns zu Theil. Verklärt erhebst du dich vom Staube; dir nach schwingt sich der Deinen Glaube und dringet bis zu Gottes Thron. Dort sieht er, krönt nach allen Leiden dein Gott mit Sieg und ewgen Freuden dich, Gottes und des Menschen Sohn. 2. Du scheidest, und die Jün— ger fallen anbetend auf ihr An⸗ gesicht. Sie sahn die Wolken dich umwallen in Majestät voll Himmelslicht. Noch segnest du die treu Geliebten, du senkest Trost auf die Beirübten, strömst frohe Hoffnung in ihr Herz. Sie sehn, wie du von Gott ge— kommen, wirst du nun wieder aufgenommen, zu hoher Wonne wird ihr Schmerz. 3. Auch ich seh auf, du mein Vertreter, und bet in Freuden⸗ thränen an. Ich weiß, daß auch ein schwacher Beter im Staube dir gefallen kann. Gieb meinem Glauben Muth und Le⸗ ben, zu dir sich immer zu er— heben, zu dir, der uns mit Gott vereint. Ja du, des künftgen Lebens Sonne, des Himmels und der Erde Wonne, du bist mein Bruder und mein Freund. 4. Einst wirst du herrlich wie⸗ derkommen. Erlöser, komm! so rufen wir. Im Thränenthal schaun deine Frommen voll heißer Sehnsucht auf zu dir! Mit: Wonne sehn sie dir entgegen, erwarten Heil von dir und Se⸗ gen und Theil an deiner Herr⸗ lichkeit; du wirst den Gläubgen, die hier weinen, vom Himmel als ihr Freund erscheinen, in Freude wandeln alles Leid. Johann Caspar Lavater, 4 1801. Eigene Melodie. iner ist König! 441. E Immanuel sieget! Aet, Rucht. Ra ohb 0h, U Hü 2. Runte Nuude 105 Schne aus muß u Holdsel 9. hann st Mlieere hipf AUläste Sdkaau det Y 4. Hun dan e S Het tl Wagla Mbe len d 5. ille lebet seine enn gestot⸗ ebenssonne d leuchtet Da lesen hier: Jh mit mit. hannst du in Jsus in; wie er vecken, so durch ihn. leben wir: lebt auch lc, 4 1737. Freuden⸗ heiß, daß Beter im mn. Gieb 9 und N⸗ ler zu ei⸗ mit Gott künftgen hnmt⸗ „ du bit Freum Hrlich wi tomm!%0 ränenthi voll heiße it! M entgegel, und EE⸗ 8. Himmelfahrtslieder. 245 Bebet, ihr Feinde, und gebet die Flucht! Zion hingegen sei innig vergnüget, labe dein Herze mit himmlischer Frucht! Ewiges Le⸗ ben, unendlichen Frieden, Freude die Fülle hat er uns beschieden. 2. Stärket die Hände, er⸗ muntert die Herzen, trauet mit Freuden dem ewigen Gott! Je⸗ sus, die Liebe, versüßet die Schmerzen, reißet aus Aengsten, aus Jammer und Noth; ewig muß unsere Seele genesen in dem holdseligsten lieblichen Wesen. 3. Halte, o Seele, im Leiden fein stille, schlage die Ruthe des Vaters nicht aus! Bitte und schöpfe aus göttlicher Fülle Kräfte, zu siegen im Kampfe und Strauß! Fluthen der Trübsal verrauschen, vergehen— Jesus, der Treue, bleibt ewig dir stehen! 4. Zion, wie lange hast du nun geweinet! Auf und erhebe dein sinkendes Haupt! Siehe, die Sonne der Freuden erschei⸗ net tausendmal heller, als du es geglaubt! Jesus, der lebet, die Liebe regieret, die zu den Quel— len des Lebens dich führet! 5. Laufet nicht hin und her, eilet zur Quelle! Jesus, der bit⸗ tet: Kommt Alle zu mir! Se⸗ het, wie lieblich, wie lauter und helle fließen die Ströme des Le⸗ bens allhier! Trinket, ihr Lieben, und werdet erquicket! Hier ist Erlösung für alles, was drücket! 6. Streitet nur unverzagt; seht auf die Krone, die euch der König des Himmels anbeut! Selbst er, Jehovah, wird Siegern zum Lohne— wahrlich dies Kleinod verlohnt sich den Streit! Streitet nur unverzagt; seht auf die Krone! Selbst er, Jeho⸗ vah, wird Siegern zum Lohne! 7. Droben in Salem, da, da wird man sehen eine gewal⸗ tige siegende Schaar deine un⸗ endliche Hoheit erhöhen, dir wird man bringen Halleluja dar. Sehet, wie Kronen und Thronen hinfallen; höret, wie donnernde Stimmen erschallen: 8. Reichthum, Kraft, Weisheit, Preis, Stärke, Lob, Ehre Gott und dem Lamm und dem heili⸗ gen Geist! Wenn ich da stünde, o wenn ich da wäre! Springet, ihr Bande; ihr Fesseln, zerreißt! Amen, die Liebe wird wahrlich erhören! Alles, was in mir ist, lobe den Herren! Joh. Ludw. Conr. Allendorf, 1 1773. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. iegesfürst und 442. S Ehrenkönig, höchst verklärte Majestät! alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht. Sollt ich nicht zu Fuße fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug betracht deine Herrlichkeit und Macht. 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel Schaa— ren alle rufen Gloria: sollt ich nicht zu Fuße fallen und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubilirt, weil mein König triumphirt? 3. Weit und breit, du Him⸗ melssonne, deine Klarheit sich er⸗ geußt und mit neuem Glanz und Wonne alle Himmelsgeister speist; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkom⸗ men: schau, ich armes Kindlein, hier ruf auch Hosianna dir. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht, trinken, da ich deine Glorie seh? OASEIEOIE ——— + 8 8 N DNννρϰ V E +. BVI 65 SS DNNNN 90 EeeNE 246 Sollt mein Muth noch wollen sinken, da ich deine Macht ver⸗ steh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teu⸗ fel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in mir kräftiglich, bis zum Schemel dei⸗ ner Füßen alle Feinde legen sich. Aus Zion den Seepter sende weit bis an der Welten Ende. Mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 6. Du kannst alles aller Or— ten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stell ich offen: komm herein! Komm, du König aller Ehren! du mußt auch bei mir einkeh— ren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmelsthron! 7. Deine Auffahrt bringt mir eben Gott und Himmel innig nah; lehr mich nur im Geiste leben als vor deinen Augen da, fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden 8. Himmelfahrtslieder. drinnen, in das Himmelreich ver⸗ setzt, da mich Jesus nur ergötzt. Gerhard Tersteegen, 4 1769. Mel. Ach Gott und Herr. 443 1 uns nach dir, so kommen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, o Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir in Heils⸗ begier, ach reiß uns von der Er⸗ den, so dürfen wir nicht länger hier uns ängsten in Beschwerden. 3. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, ach führ uns deine Him— melsstege: sonst irren wir leicht ab von dir, vom rechten Lebenswege. 4. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Welt⸗ getümmel. 5. Zeuch uns nach dir nur für und für, und gieb, daß wir nachfahren dir in dein Reich und mach uns gleich den auserwähl— ten Schaaren. 9. Pfingstlieder. Mel. Nun sich der Tag geendet bat. 44 Nich um ein flüch⸗ tig Gut der Zeit, ich fleh um deinen Geist, o Gott, den mir zur Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehr er mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, wie dein Wort gebeut, gern thun, was dir ge⸗ fällt, wirkt reinere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. 4. Alsdann hab ich zu dir Vertraun durch deinen freudgen Geist; er lehre mich fest darauf baun, daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur Wahr— heit hin, zur Tugend stärk er mich und zeige, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster sich. 6. Er schaff in mir ein rei⸗ nes Herz, besiegle deine Huld und waffne mich in jedem Schmerz mit Muth und mit Ge— duld. Christoph Fr. Neander, 4 1802. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 445 trahl der Gott⸗ * heit, Kraft der uch m sihe Oot 0 f den . +nd S Iud V Hotthei u uns techt I Je i Iinger, Eie ien suc h 1 Ff Ran A lreich ver⸗ ir ergötz. n, 4 1760. Herr. nach di, men wit hen hin rist, aus in Heils⸗ n der Er⸗ cht länger chwerden. dir, Hert eine Him⸗ r leicht ab benswege. h dir, so in deinen icht meht öse Welt⸗ dit nut „daß wil Reich und uSerwähl⸗ freudgel est Ran ädig sei Lah⸗ j; stätl ich wauth ster sch. L ein Ke⸗ ine Hul n. Iden mit He⸗ udtr/ 1500 gehondel der Gol⸗ Keraft Rl 9. Pfingstlieder. Höhe, Geist der Gnaden, wahrer Gott, höre, wie ich Armer flehe, das zu geben, was mir Noth; laß den Ausfluß deiner Gaben auch mein dürres Herze laben. 2. Glaube, Weisheit, Rath und Stärke, Furcht, Erkenntniß und Verstand, das sind deiner Gottheit Werke, dadurch wirst du uns bekannt; dadurch weißt du recht zu lehren, wie wir Gott und Jesum ehren. 3. Theurer Lehrer, Gottes Finger, lehr und schreibe deinen Sinn auch ins Herz mir, dei⸗ nem Jünger, setze dich auf mich auch hin, daß ich stets von dei⸗ ner Fülle reichlich lerne, was dein Wille. 247 4. Laß das Feuer deiner Liebe rühren meine Zung und Mund, daß ich auch mit heißem Triebe Gottes Thaten mache kund; laß es selbst mein Herz entzünden, auszubrennen alle Sünden. 5. Leg hingegen meiner Seele deine heilge Salbung bei, daß der Glaube mir nie fehle und mein Leib dein Tempel sei; bleib auch bei mir, wenn ich sterbe, daß ich Christi Reich ererbe. 6. Strahl der Gottheit, Kraft der Höhe, Geist der Gnaden, wahrer Gott, höre, wie ich Armer flehe, das zu geben, was mir Noth; laß den Ausfluß deiner Gaben auch mein dürres Herze laben. 1713. 10. Crinitatislied. Siebe auch Nr. 425. Eigene Melodie. 446 ochheilige Drei— einigkeit, die du so süß und milde mich hast geschaffen in der Zeit zu deinem Ebenbilde! Ach, daß ich dich von Herzensgrund doch lieben möchte alle Stund! Drum komm doch und zeuch ein bei mir, mach Wohnung und bereit mich dir. 2. O Vater, nimm ganz kräftig ein das sehnende Ge⸗ müthe, mach es zu deinem heil⸗ gen Schrein und deiner stillen Hütte. Vergieb, daß meine Seele sich nicht immer treulich hält an dich. Versetze sie in deine Ruh, daß nichts in ihr sei als nur du. 3. Gott Sohn, erleuchte den Verstand mit deiner Weisheit Lichte, vergieb, daß er sich oft gewandt von deinem Angesichte. Laß nunmehr nur in deinem Schein mein einig Schaun und Wirken sein; zeuch mich, daß ich hier allbereit entreiße mich von Ort und Zeit. 4. O heilger Geist, du Liebes⸗ feur, entzünde meinen Willen, stärk ihn, komm mir zu Hülf und Steur, den deinen zu er⸗ füllen. Vergieb, daß ich so oft gewollt, was sündlich und ich nicht gesollt. Verleih, daß ich mit reiner Brunst dich innig ewig lieb umsonst. 5. O heilige Dreieinigkeit, führ mich nun ganz von hinnen, richt zu dem Lauf der Ewigkeit all äuß⸗ und innre Sinnen. Ver⸗ einge mich und laß mich hier eins mit dir sein, daß ich mit dir auch dort sei in der Herrlichkeit, o heiligste Drei⸗ einigkeit. Johann Scheffler, 4 1677. nr 2⁴8 11. Für Gustav-Adolf⸗Feste. Y. Für Gustav⸗Adolf⸗Seste. Mel. Ach bleib mit deiner Gnade. 3. Der Herr, dein Gott, er In 447 Dꝰ Herr, an dessen hebe den Blick voll Freundlich-⸗ um + Güte sich Erd keit, daß er dir Frieden gebe, wie h an +* und Himmel freun, der segne, der keine Welt ihn beut. Ins 1 behüte dich, seines Volks Verein. 4. Gesegnet bleib im Namen hund 2. Der Herr, reich ohne des dreimal heilgen Herrn, sein 4 x Grenzen an Gnad und an Ge- ganzes Volk sprech Amen! Uns N duld, laß hell und mild dir glän- segnet Gott so gern. wͤl zen das Antlitz seiner Huld. Carl Bernhard Garve, 4 1841. 68 s 12. Erntefestlieder. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. und Trank; dem wird der Man⸗ 6n 448 G²⁵⁷⁶ der du gel selbst nicht schaden, der we⸗ u * groß von Gnad nig nimmt mit rechtem Dank 6 und Güte— du gebest wenig und hält das Wort in seinem zume ů oder viel— hör, wie das dank- Sinn: Verderbs nicht, weil ein sn ö‚ bare Gemüthe des Herbstes Zeit Segen drin! n besingen will: Denn wär der 6. Du kannst auch wohl das iin Segen noch so klein, soll Mund Wenge segnen. Wenn in der. und Herz doch dankbar sein! Wüste Mangel wär, so muß die 3 2. Ists gleich uns dieses Jahr Luft mit Manna regnen, der ergangen wie Einem, der im dürre Fels reicht Wasser her; im Weinberg sucht und säh gern Wittwenkorb') und ihrem Krug viele Trauben hangen, sieht aber ist Imer Mehl und Oel genug. Mel nichts als bittre Frucht, so ist 7. Gedenke nur der lieben Ar⸗—7 doch auch das Wenge mehr, als men; schließ auf der Reichen 2 wir um dich verdient, o Herr! Herz und Hand zu mildem thäs Iun 3. Wir sind— wir müssens tigem Erbarmen; befiehl dem wul ja bekennen— o frommer Gott, Beds 13— dem Land, daß Hal, — selbst schuld daran, daß deine Beides deine Stimme hör 905 Luhe Hand, die viel wollt gönnen, künftig reiche Frucht gewähr! 12 0 — ein Mehreres nicht geben kann. S. Indeß sei herzlich hoch i So wenig auch der Früchte sein, priesen für s was diesezrhn a ᷓV ist unser Dank doch viel zu klein. bescheert! Was du Kleinen Ingt 3. Nuns erwiesen, ist größren Danks afß 4. Wie vielmal haben wir und Lobes werth. Dort, wo Rn vergessen, daß, du die Felder uns deine Fülle tränkt, wind — reich gemacht! Wie oft mit Sün⸗ alles uns in dir geschenkt. 0 den unermessen den reichen Se— Fischer, 4 1775. e gen durchgebracht und haben e uns an deiner Huld mit unserm Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren.. Undank hoch verschuldt! un laßt den Herrn ma 5. Verzeih, o Vater, uns in 449. N uns preisen für 10 Gnaden und segne du uns Speis 9 1 Könige 17, 10—16. 00 Gott, er⸗ Meundlih⸗ gebe, wie im Namen herrn, sein nen! Uns wwe, 4 184l. der Man⸗ „der we⸗ em Danl in seinen weil ein wohl dos n in der o muß di nen, de her; M rem Rrig el genuh lieben M⸗ Reiche Idem thi⸗ sihl du and, ch hör ewäht! hoch g ieses Jun den Hertel. den Hell . 12. Erntefestlieder. alle Lieb und milde That, laßt uns ihm Dank erweisen für seiner Gnade treuen Rath. Er hat uns Frucht gegeben gar fröh— lich auf dem Land, hat unser armes Leben erquickt mit reicher Hand. Mit Freuden ist gediehen, was wir gesäet aus und nach viel Fleiß und Mühen auch wohl gebracht nach Haus. 2. Wer sollte nicht erkennen, was Gott an seinen Kindern thut? Wer sollte nicht ihn nen— nen das einzig allerhöchste Gut? Es ist nichts, der da säet, nichts, der da sammelt ein; der Wind des Herren wehet, es glänzt sein Sonnenschein, er sendet seinen Regen und macht uns freuden⸗ voll; an ihm nur ists gelegen, wenn Gutes kommen soll. 3. Wenn er denn nun ge— 249 spendet den Segen über Land und Stadt, wenn Frieden er gesendet, daß friedlich man geern— tet hat; dann sollen wir ihn preisen, der in dem Himmel sitzt und auf viel tausend Weisen uns Sünder nährt und schützt; dann sollen wir ihm danken mit Herz, mit Hand und Mund, mit Werken und nicht wanken von seinem Gnadenbund. 4. Daß solches nun geschehe, das wollst du helfen, treuer Gott. Gieb ferner aus der Höhe uns Segen, Licht und täglich Brod. Laß Lebensbrod genießen ein je⸗ des Christenhaus, laß Lebens⸗ wasser fließen auf unsre Herzen aus, daß wir nicht blos auf Er⸗ den an Früchten werden reich, nein, dort auch Bürger werden in deinem Himmelreich. Johann Weber, um 1800. 15. Missionslieder. Mel. Valet will ich dir geben. er du zum Heil 450. D erschienen der allerärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am dürren Holze ver— shntest ihre Schuld. 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst nuf dich unsre Bürden und bau⸗ est uns ein Haus, von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun be— chieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitskleide, von allen Flecken rein, führst du uu deiner Freude die Völkerschaa⸗ den ein, und welchen nichts ver⸗ ündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt, dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Friede werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgesöhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 5. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach dei⸗— nem Angesicht, auch sie hast du gegraben in deinen Priesterschild, am Borne sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 6. So sprich dein göttlich Werde, laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Todten auferstehn, daß, wo man Teufeln fröhnet und vor den Götzen kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinen Tempeln zieht. Albert Knapp, 4 1864. Mel. Errett mich, o mein lieber H. 451 daß doch bald * dein Feuer brennte, du unaussprechlich Lie— bender, und bald die ganze Welt erkennte, daß du bist König, Gott und Herr. 2. Zwar brennt es schon in heller Flamme jetzt hier, jetzt dort in Ost und West, dir, dem für uns erwürgten Lamme, ein herrlich Pfingst- und Freudenfest. 3. Und noch entzünden Him-⸗ melsfunken so manches kalte, todte Herz und machen Durstge freudentrunken, und heilen Sünd— und Höllenschmerz, 4. Verzehren Stolz und Ei⸗ genliebe und sondern ab, was unrein ist und mehren jener Flammen Triebe, die nur den großen Einen grüßt. 13. Missionslieder. 5. Erwecke, läutre und ver⸗ eine des ganzen Christenvolkes Schaar und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil noch Jedem offenbar. 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, allmächtig starker Got⸗ teshauch, dein Feuermeer ström nicht vergebens, entzünde unsre Herzen auch. 7. Schmelz alles, was sich trennt zusammen, deine heilgen Flammen durch deines Vaters ganzes Haus. 8. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme doch bald die ganze weite Welt und zeig dich jedem Völkerstamme als Heiland, Frie⸗ defürst und Held. 9. Dann tönen dir von Mil⸗ lionen der Liebe Jubelharmonien, und Alle, die auf Erden woh— nen, knien vor den Thron des Lammes hin. Johann Ludwig Fricker, 4 1766. 15. Einführung eines Geistlichen oder Lehrers Mel. Aus meines Herzens Grunde. 52 G² hin nach Gottes Willen in Demuth und Vertraun, lern das Gebot erfüllen, sein großes Feld zu baun. Frag nach der Erndte nicht! Du darfst den Lohn nicht messen, mußt Freud und Lust vergessen, nur sehn auf deine Pflicht. 2. Willst du nur sein ge— borgen und vor der Welt geehrt, so kannst du nicht besorgen, was deinem Herrn gehört. Sieht Je— mand auf Gewinn und trachtet hier auf Erden nur glücklicher zu werden, der hat den Lohn dahin. 3. Doch hast du deine Gaben dem Dienst des Herrn geweiht. so wirst du Augen haben, zu sehn, was er gebeut. Das thut still und gern. Du darfst nicht zaudernd wählen, nicht rechnen und nicht zählen, er ruft, du folgst dem Herrn. 4. Nur frisch an allen Enden die Arbeit angefaßt! Mit un⸗ verdroßnen Händen sei wirksam ohne Rast! Das ist der rechte Muth. Streu aus den edlen Samen, arbeit in Gottes Namen, so keimt und wächst es gut. 5. So wird von Stund zu Stunde das Feld des Herrn gedeihn, und bald auf seinem und baue deinen Tempel aus, laß leuchten 6 x Ound l. Iu, set dei Uund Iud Itd b 2 eh, W lehen, het ju Rt ein Macht . e Wnn sllen Wie wache e und ver; hrsfenvolkt in deinen Heil noh er Quell dez tarker Got⸗ rmeer strön zünde unsu 5„ was stch und baui laß leuchter imen durg Haus. ht, erwärn, d die gane dich jeden eiland, Frie⸗ ir von Ml⸗ elharmonin, Erden woh⸗ Thron de Fricher, Iids Lehreri tn geweh haben, . Daz il darfst nit icht reht er ruff, allen Ende tH Mit sei wilsl st de as den el ottes Nan es gul on Etle des he auf sihe 15. Einführung eines Geistlichen oder Lehrers. Grunde kein Unkraut sichtbar sein. Schlag alles aus dem Sinn, was sonst dich hielt ge⸗ 251 fangen, dein Wünschen und Verlangen, und gieb dich gänz— lich hin. 1b. Von Gott. Eigene Melodie. nser errscher, 453. U— 1 König, unser allerhöchstes Gut, herrlich ist dein großer Name, weil er Wunderthaten thut, löblich nah und auch von ferne, von der Erd bis an die Sterne. 2. Wenig sind zu diesen Zei— ten, welche dich von Herzensgrund lieben, suchen und begehren: aus der jungen Kinder Mund hast du dir ein Lob bereitet, welches deine Macht ausbreitet. 3. Es ist leider zu beklagen, ja wem bricht das Herze nicht, wenn man siehet soviel Tausend fallen an dem hellen Licht? Ach, wie sicher schläft der Sünder! wachet stets, ihr Gotteskinder. 4. Unterdessen, Herr, mein Herrscher, will ich treulich lieben dich; denn ich weiß, du treuer Vater, daß du herzlich liebest mich. Zeuch mich kräftig von der Erden, daß mein Herz mag himmlisch werden. 5. Herr, dein Nam ist hoch ge⸗ rühmet und in aller Welt be— kannt; wo die warmen Sonnen— strahlen nur erleuchten einig Land, da ruft Himmel, da ruft Erde: Hochgelobt Jehovah werde! 6. Herr, mein Herrscher, o wie herrlich ist dein Name meiner Seel; drum ich auch vor deinen Augen singend mich dir ganz befehl; gieb, daß deines Kindes Glieder sich dir ganz ergeben wieder. Joachim Neander, 4 1680. V. Jesuslieder. Mel. Valet will ich dir geben. Ornng meines Her⸗ 454. N zens Gumde dein Nam, Herr Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Er— schein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Noth, wie du, Herr Christ, so milde dich hast geblut zu Tod. 2. In meines Herzens Grunde dein Nam, Herr Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Wenn alles um mich trübe, ganz schwarz und finster ist, laß schimmern deine Liebe in mir, o Jesu Christ. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam, Herr Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Den will ich auch behalten in meines Herzens Schrein, bis ich einst werd erkalten und in dir schlafen ein. 4. In meines Herzens Grunde dein Nam, Herr Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. So magst du, Welt, gleich to— ben, und trotzen, wie du willt; ich weiß, daß Einer oben, deß Nam ist Sonn und Schild. 5. In meines Herzens Grunde N, N, NN ENN * N 22 . 232 17. Jesuslieder. dein Nam, Herr Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Die Sonne laß mir scheinen, mit dem Schild deck mich zu, so bleib ich auch bei Weinen und Stürmen in der Ruh. 6. In meines Herzens Grunde dein Nam, Herr Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Nun, Jesu, es soll stehen dein Nam in meiner Brust, bis du mich wirst erhöhen und ich er— wach mit Lust. 7. In meines Herzens Grunde dein Nam, Herr Christ, allein, funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Er— schein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Noth, wie du, Herr Christ, so milde dich hast geblut zu Tod. Joh. Caspar Schade, 4 1698. Mel. Alle Iefn, müssen sterben. 455. J esu, frommer Men⸗ V schenheerden guter und getreuer Hirt, laß mich auch dein Schäflein werden, das dein Stab und Stimme führt. Ach, du hast aus Lieb dein Leben für die Deinen hingegeben und du gabst es auch für mich; laß mich wieder lieben dich. 2. Heerden ihre Hirten lieben und ein Hirt liebt seine Heerd: laß uns auch so Liebe üben, du im Himmel, ich auf Erd. Schallet deine Lieb hernieder, soll dir meine schallen wieder; wenn du rufst: ich liebe dich! ruft mein Herz: dich liebe ich! 3. Schafe ihren Hirten ken⸗ nen, dem sie auch sind wohlbe— kannt: laß mich auch für dich entbrennen, wie du bist für mich entbrannt. Als des argen Wolfes Rachen mich zur Beute wollte machen, riefest du: ich kenne dichl ö ich auch rief: dich kenne ich! 4. Heerden ihren Hirten hören, folgen ihrer Stimmꝰ allein; Hir⸗ ten sich zur Heerde kehren, wenn sie rufen, groß und klein; du rufest, laß mich eilen wenn wenn du dräuest, nicht verweilen, laß mich horchen stets auf dich, Jesu, höre du auch mich. 5. Höre, Jesu, und erhöre meine, deines Schäfleins Stimm; mich auch zu dir schreien lehre, wenn sich naht des Wolfes Grimm; laß mein Schreien dir gefallen, deinen Trost hernieder schallen, wenn ich bete, 22—7 mich! Jesu, sprich: ich höre dich! 6. Höre, Jesu, und erhöre, wenn ich ruf, anklopf und schrei, Jesu, dich von mir nicht kehre, steh mir bald in Gnaden bei. Ja, du hörst; in deinem Namen ist ja alles Ja und Amen. Nun ich glaub und fühle schon deinen Trost, o Gottessohn! Siegmund von Birken, 4 1681. Mel. Seelenbräutigam. 456 du süße Lust aus der Liebes⸗ brust, du erweckest wahre Adrnig daß ich falsche 2—— meide: du süße Lust aus der Liebes buus 2. Deine reine Quell giebet klar und hell geistige Erquickungssäfte, lebensvolle Himmelskräfte. Deine reine— giebt es klar und hell. 3. O gewaltger Trieb, o du Nsus:Lieb: O unendlich tiefe Güte, o wie froh ist mein Ge⸗ müthe! O gewaltger Trieb, o du Jesus-Lieb! 4. Laßt mich in der Ruh, fragt nicht, was ich thu; ich bin durch den Vorhang gangen, Jesum ei⸗ U Rl Ott et Runde Holt v W, W slb ihe A Nset e uh Hi . Il5 eßer hieudes Hafenk. 8. Hdig Rch! Agiin Hort, eute wolte kenne dihl ne ich! irten höten, llein; Hir⸗ hren, wem lein; wenn ilen, wenn eilen, l dich, Jsu, ind erhöre ns Stimm; reien l lchn. s Bolfes! chreien dir! t hernieder höre michl dich! ind erhötk, und schtei, nicht kehtz naden bei. em Nameh Imen. Nun hon deinen irken, 1 165l. igam. süße Lut der Lieber⸗ hre e emeide: chehe lgiebettla n te. Deine 1 und hel II 0 ndlic fif mein Ge Tri ieh, Rub ing 15 vuh Ieum te 17. Jesuslieder. nig zu umfangen. Laßt mich in der Ruh, fragt nicht, was ich thu. 5. Ich bin benedeit, weil mich Gott erfreut; diese Freud Nie— mand erfähret, als in dem sich Gott verkläret. Ich bin bene— deit, weil mich Gott erfreut. 6. In der Sabbatsruh tritt er selbst herzu. O wie große süße Wonne strahlet dann von dieser Sonne. In der Sabbats⸗ ruh tritt er selbst herzu. 7 7. Alles wird versenkt, was uns je gekränkt; diese Freud weiß nicht von Leiden, weil in Fraden über Freuden alles wird versenkt, was uns je gekränkt. 8. O du süßer Hort, du le⸗ bendig Wort, du mußt niemals mich verlassen hier auf dieser Pilgrimsstraßen, o du süßer Hort, du lebendig Wort. Gottfried Arnold, 4 1714. Eigene Melodie. 457. Se hier bin ich, Ehrenkönig, lege mich vor deinen Thron, schwache Thränen, kindlich Schnen bring ich dir, du Menschensohn! Laß dich finden, laß dich finden, von mir, der ich Asch und Thon. 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach dei⸗ nem Sinn; dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden: gieb dich mir und nimm mich hin. 3. Herr, erhöre, ich begehre nichts, als deine freie Gnad, die du giebest, den du liebest und der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden: der hat alles, wer dich hat. Himmelssonne, Seelen⸗ wonne, unbeflecktes Gotteslamm, 2583 all mein Lub und Beginnen suchet dich, o Bräutigam. Laß dich finden, laß dich finden: star⸗ ker Held aus Davids Stamm. 5. Hör, wie kläglich, wie be— weg lich dir die treue Seele singt; wie demüthig und webmuihi deines Kindes Stimme klingt. Laß dich finden, laß dich finden, denn mein Herze zu dir dringt. 6. Dieser„nn Eitelkeiten, Reichthum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen mei⸗ nem Herzem, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich sunden, Wnn Gott, ich bin bereit! Joachim Neander, 4 1680. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. enn ich nur den 458. Wẽ Heiland habe, wenn er nur mein eigen ist, wenn mein Herz nur bis zum Grabe seiner Treue nicht vergißt, o dann weiß ich nichts von Leide, fühle nichts als Lieb und Freude. 2. Wenn ich nur den Heiland habe, laß ich alles Andre gern, folg an meinem Pilgerstabe treu⸗ gesinnt nur meinem Herrn, mö⸗ gen immerhin die Andern auf dem breiten Wege wandern. 3. Wenn ich nur den Heiland habe, schlaf ich sanft und selig ein, ewig wird die höchste Gabe mir sein treues Lieben sein. Mir kann vor dem Tod nicht grauen, jenseit werd ich Jesum schauen. Friedrich von Hardenberg, 4 1801. Mel. Wie groß ist des Allmächt. G. 459. Wor wär ohne dich gewesen und ohne dich, was würd ich sein? Ich könnte nie von Angst gene⸗ sen, in weiter Welt ständ ich allein, nichts wüßt ich sicher, was ich NNI. —9 V V N V W. * 2 W N * liebte, die Zukunft wär ein dunk— les Grab, und wenn mein Herz sich tief betrübte, wer senkte Trost auf mich herab? 2. Hast aber du dich kund gegeben, ist ein Gemüth erst dein gewiß: wie schnell verzehrt dein Licht und Leben dann jede 5 Finsterniß. Mit dir bin ich aufs Neu geboren, die Welt wird mir verklärt durch dich; das Para— dies, das mir verloren, blüht herrlich wieder auf für mich. 3. Ja, du mein Heiland, mein Befreier, du Menschensohn voll Lieb und Macht, du hast 17. Jesuslieder. ein allbelebend Feuer in meinem Innern angefacht. Durch dich seh ich den Himmel offen, als meiner Seele Vaterland; ich kann nun glauben, freudig hoffen und fühle mich mit Gott verwandt. 4. O gehet aus auf allen Wegen und ruft die Irrenden herein; streckt Allen eure Hand entgegen und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, das kündigt ih— nen freudig an, und wenn sie unsers Glaubens werden, ist er auch ihnen aufgethan. Friedrich von Hardenberg, 4 1801. 18. Von der Kirche. Mel. Einer ist König. 406. roßer Immanuel, schaue von oben deiner Gemeinde Bedrängniß und Noth; sieh deiner Feinde vermessenes Toben, und die Ge— fahr, die dein Erbtheil bedroht; wie sie noch immer bekämpfen den Glauben, wollen dein Wort und dich selber uns rauben. 2. Ist nicht die Macht des Verderbens gedrungen bis in der Deinen geheiligten Kreis? See— len, die früher so eifrig Artteiem lassen jetzt nach in gottseligem Fleiß. Statt des Verlangens nach ewigen Gütern herrschet die Welt in den schwachen Gemüthern. 3. Oft wird im Herzen der Glaube geboren, aber er stirbt, weil ihm Nahrung gebricht; lebt er auch, hat er die Kraft doch verloren, völlig zu dringen durchs Finstre zum Licht, freudigen Mu— thes dich, Herr, zu bekennen, Menschenfurcht höret man Weis⸗ heit jetzt nennen. 4. Tief ist in Trauer die Kirche versenket, die uns als galüge Mutter gebiert, tief durch die Trennung so Vieler gekrän⸗ ket; Einheit im Geiste sich täg— lich verliert. Viele sich scheiden und Viele sich spalten, weil man die Liebe so lässet erkalten. 5. Du, der da sitzet dem Va— ter zur Rechten, herrschend und waltend aus himmlischer Höh, gieb, daß im Kampf mit den feindlichen Mächten Glauben und Liebe und Kirche besteh. Kräftig und freudig die Wahrheit zu lehren, laß uns gelingen dem Vater zu Ehren. 6. Gieb, daß der Glaube mit himmlischer Klarheit dring in das Dunkel der Seelen hinein; daß sich die Liebe entzünd an der Wahrheit, enger sich schließe der Christen Verein. Du bist der einzige Hirte der Heerde: gieb, daß sie selber auch Eine nur werde. Nach Christian Andreas Bernstein, 4 1699. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 461.J Qesus Christus herrscht als König; al⸗ 0 6 I1 Junge g Ohle 2.4 h, Y Hallen lle hel, Maliij Henet lle“ e at Iud 7 . Iiner, let; Hlech. li hesen in meinem uch dich sch als meiner kann nun und fühle nt. auf allen Irenden eure Hand froh sie zu el ist bei kündigt ih⸗ wenn sie kden, ist et berg, 4 180l. uns als 1, tief durc Rer gektän⸗ te sich täg⸗ ich scheiden „weil man kalten. et dem V⸗ schend und scher Höh F mit das lauben urd tch. Kräfth Bahrheit l ingen del Glaube mi dring ehinein; doß 46 zrnsiein,/ ttes Sehef sthshanst König: d. 18. Von der Kirche. 255 les ist ihm unterthänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstenthümer und Gewal⸗ ten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Him⸗ mel, hier im irdischen Getüm⸗ mel ist zu seinem Dienst bereit. 3. Engel und erhabne Thro⸗— nen, die beim ewgen Lichte woh— nen: nichts ist gegen Jesum groß. Alle Namen hier auf Erden, wie sie auch vergöttert werden, sie sind Theil aus seinem Loos. 4. Gott ist Herr; der Herr ist Einer, und demselben gleichet kei— ner; einzig ist der Sohn ihm gleich. Dessen Stuhl ist unum⸗ stößlich, dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich. 5. Gleicher Macht und gleicher Ehren sitzt er unter lichten Chö— ren über allen Cherubim. In der Welt und Himmel Enden hat er alles in den Händen; denn der Vater gab es ihm. 6. Nur in ihm, o Wunder⸗ gaben! können wir Erlösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hörts: das Leben ist er⸗ schienen, und ein ewiges Versüh— nen kommt in Jesu uns zu gut. 7. Alles dieses nicht alleine; die begnadigte Gemeine hat auch ihn zu ihrem Haupt. Er hat sie mit Blut erkaufet, zu dem Himmelreich getaufet, und sie lebet, weil sie glaubt. 8. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen! Klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen! Sagt, ihr Armen, ihm die Noth! Er kann alle Wunden heilen; Reichthum weiß er auszutheilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 9. Allen losgekauften Seelen solls an keinem Gute fehlen, denn sie glauben Gott zum Ruhm. Werthe Worte, theure Lehren! Möcht doch alle Welt dich hören, süßes Evangelium. 10. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeit darnieder, und das Leiden 160. zuvor: nur Geduld, es folgen Freuden; nichts kann sie von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. 11. Ihnen steht der Himmel offen, welcher über alles Hoffen, über alles Wünschen ist. Die geheiligte Gemeine weiß, daß eine Zeit erscheine, da sie ihren König grüßt. 12. Jauchz ihm, Menge heil— ger Knechte; rühmt, vollendete Gerechte, und du Schaar, die Palmen trägt. Und du Blut⸗ volk in der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die Got⸗ tesharfen schlägt. 13. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm unterthänig! Ehret, liebet, lobet ihn. Philipp Friedrich Hiller, 4 1769. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 462 3 klagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werthe Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er ihm erwählet hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott mich vergessen in der Noth, und läßt mich so harte pressen! mei⸗ ner hat er ganz vergessen. 2. Der Gott, der mir hat nhn W V NN VN V. V. „. NVLVLEE. 256 versprochen seinen Beistand jeder— zeit, der läßt sich vergebens su— chen jetzt in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für gar so heftig zürnen mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht wie vorhin erbarmen? 3. Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; doch stell alles Trauern ein: wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind kann hassen und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn du gleich möch— test finden einen solchen Mutter-— sinn, da die Liebe könnte schwin— den, so bleib ich doch, der ich bin. Meine Treue bleibet dir, 18. Von der Kirche. Zion, o du meine Zier, du hast mir mein Herz besessen, deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Bösen blenden, der ja nichts als schrecken kann. Siehe, hier in meinen Hän— den hab ich dich geschrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; deine Mauern muß ich bauen, und dich fort und fort anschauen. 6. Stets sieht auf dich mein Erbarmen, du liegst mir in mei— nem Schooß wie ein Kind in Mutterarmen; meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, keine Noth, Ge— fahr und Streit, ja die Hölle selbst nicht scheiden. Bleib getreu in allen Leiden. Johann Heermann, 4 1647. 19. Vom Worte Gottes. Mel. Jesu, meine Freude. ort aus Gottes 463. W̃ Munde, Wort vom neuen Bunde, Evangelium, bald, da wir gesündigt, wurdest du verkündigt zu der Gnade Ruhm. Welches Heil ward uns zu Theil durch die Botschaft, daß vom Bösen Gott uns will erlösen. 2. Was sein höchster Wille in der Gnaden Fülle hat zuvor versehn, was der Opfer Schatten vorgebildet hatten, das ist nun geschehn; Gottes Rath wird nun zur That, ist in Jesu Ja und Amen, Preis sei seinem Namen. 3. Alles ist vollendet, uns ist zugewendet reiche Gnad und Huld. Jesus ist gestorben, Jesus hat erworben Tilgung unsrer Schuld, Jesus lebt und er ent⸗ schwebt, um auf Gottes Thron zu sitzen und sein Reich zu schützen. 4. Uns in Sünden Todten machen Jesu Boten Heil und Le— ben kund. Hehr und lieblich klinget, Geist und Herz durch— dringet, was uns sagt ihr Mund. Alle Welt wird nun erhellt; daß man glaub und sich bekehre, heißt die Himmelslehre. 5. Kommt, zerknirschte Herzen, denen bittre Schmerzen das Gesetz erregt. Er hat euch geladen, der aus lauter Gnaden eure Schmer— zen trägt. Jesu Blut stärk euren Muth, Gott ist hier, der euch geliebet und die Schuld vergiebet. 6. Dieser Grund bestehet. Wenn die Welt vergehet, fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen, so soll mein Vertrauen evangelisch sein. Auch will ich nun würdiglich in der Kraft, die mir gegeben, evangelisch leben. Nach Heinrich Cornelius Hecker, 4 1743. M. Stre 6 heltgen sch dir ben Mu und Fle 2. He henes bers Blt h anzu ies a Igchet, w Got I Hhafühn 45 her l um He Iads hun, w lalen u 5. ud hie cn, Er Al 20. Gebetslieder. 257 20. Gebetslieder. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 464. Beninn heilge dich mit dem heilgen Oele, Jesu Geist ergieße sich dir in Herz und Seele. Laß den Mund alle Stund von Gebet und Flehen heilig übergehen. 2. Heilige den heilgen Brand, deines Geists Verlangen, dem, ders Blut an dich gewandt, hei⸗ lig anzuhangen. Heilger Rauch sei es auch, der zu Gott auf⸗ gehet, wenn dein Herze flehet. 3. Das Gebet der frommen Schaar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet; und da ist Jesus Christ Priester und Versühner aller seiner Diener. 4. Kann ein einziges Gebet einer gläubgen Seelen, wenns zum Herzen Gottes geht, seines Zwecks nicht fehlen; was wirds thun, wenn sie nun Alle vor ihn treten und zusammen beten? 5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Klei⸗ nen, Engel, Menschen, mit Be— gier Alle sich vereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen Allen, wie muß das erschallen! 6. O der unerkannten Macht von der Heilgen Beten! Ohne das wird nichts vollbracht, so in Freud als Nöthen: Schritt vor Schritt wirkt es mit wie zum Sieg der Freunde, so zum End der Feinde. 7. O so betet All zu Hauf, betet immer wieder. Heilge Hände he— bet auf, heilget eure Gl ieder. Hei⸗ liget das Gebet, das zu Gott sich schwinget, betet, daß es dringet. 8. Betet, daß die letzte Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret sehe, stimmet ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen. 9. Eure Bitten, die ihr thut zu Gott von der Erden, sollen eine heilge Glut des Altares werden. Aber eur eignes Feur weit entfer⸗ net werde von dem heilgen Herde. 10. Das Gebet hat Christi Gunst, wo mans ernstlich übet; und das ist der Heilgen Kunst: bitten, wie ers liebet; das gescheh je und je, wie ers vorgenommen auf sein endlichs Kommen. Christian Carl Ludwig von Pfeil, 1 1784. Eigene 1081 46 65. H mein Geist zu Gott empor! wo jubelnd mit der Engel Chor wir höh're Lieder singen. Fleug auf, mein Psalm, mein Lobgesang ertöne voll in heilgem Klang, Gott meine Seel zu bringen. 2. Ein strahlend Licht zog mich empor, ein hehrer Klang ergriff mein Ohr, enthob mich irdschem Schmerz. Der Erde fühlt ich mich entrückt, die Seele jauchzet hoch ent⸗ zückt, und Frieden füllt mein Herz. 3. Und kehre ich von dort zu— rück, so suchet sehnend noch mein Blick den hohen, hehren Schein. Als Fremdling wandlich nur noch hier, ich weiß es, Gott, das dort bei dir das Leben ist allein! f 1 Marie, Fürstin zu Wied, geb. Prinz. zu Nassau. vrd Buiig 2I. Lob⸗ und Danklieder. 110 Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. erhabner Zionsgott; des Rüh— 1in an lobt dich in der mens ist die Fülle vor dir, du lo 466. M Stille, du hoch- starker Zebaoth. Du bist doch der, 1 I V V R VIIN 2 + DE & 258 21. Lob⸗ und Danklieder. Herr auf Erden, der Frommen Zuversicht; in Trübsal und Be⸗ schwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor Jeder— mann und deinen Ruhm ver⸗ mehren, so lang er lallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen von ganzer Seel und jauchzen schnell, die stets dein Lob erneuen: Gelobt sei der Gott Israel! Sein Name sei gepriesen, der große Wunder thut, und der auch mir erwiesen das, was mir nütz und gut. Nun, dies ist meine Freude, daß ich stets hang an dir, und mich nichts von dir scheide, so lang ich walle hier. 3. Herr, du hast deinen Na⸗ men sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad er⸗ zeiget, nun, wie vergelt ichs dir? Ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit dich hier, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Johann Rist, 4 1667. Eigene Melodie. 467 un preiset Alle Gottes Barm⸗ herzigkeit! Lob ihn mit Schalle, wertheste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden; freue dich, Israel, seiner Gnaden. 2. Der Herr regieret über die ganze Welt. Was sich nur rühret, ihm auch zu Fuße fällt. Viel tau⸗ send Engel um ihn schweben, Psal⸗ ter und Harfen ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zur grünen Weide stellet euch willig ein; da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden. 4. Er giebet Speise reichlich und überall, nach Vaterweise sättigt er All zumal; er schaffet früh und späten Regen, füllet uns Alle mit seinem Segen. 5. Drum preis' und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, wertheste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden; freue dich, Israel, seiner Gnaden. Matthäus Apelles v. Löwenstern, 4 1648. Mel. Lobe den Herren, den ꝛe. eele, wohlauf! des 468. S Unendlichen Gnade zu loben, die dich zur Würde des ewigen Lebens erhoben! Herrlich und groß ist schon hienieden dein Loos, größer und herrlicher droben. 2. Preis der erbarmenden Huld, die mit heiligem Munde dich, die Verlorne, berief zu dem göttlichen Bunde! Alles vergeht, diese Gemeinschaft besteht ewig auf ewigem Grunde. 3. Kannst du hienieden der Hoffnungen Ende nicht sehen, dennoch umleuchten dich Strah⸗ len aus himmlischen Höhen, daß du mit Muth wählest für flüch⸗ tiges Gut Schätze, die nimmer vergehen. 4. Freue dich, Seele! um dieses gebrechliche Leben darfst du auch wandelnd im finsteren Thale nicht beben! Ewiges Sein will in der Selgen Verein dir der Verherrlicher geben. 5. Freut euch, ihr Erben des Himmels, in heiliger Feier! Diese Verheißung, sie hebt den ver⸗ hüllenden Schleier. Welch Para— dies, das er den Treuen verhieß! Schauet, dies alles ist euer! Carl Bernhasd Garve, + 1841. M Di 100 ind k Heligtt Hetr, e Mubetu — gelaufe ais za thev hen 2 unn. uh j unset . sre 5 ller steuder Rauf Nmm Ml.“ Hun, sur Mein Mein such in L ise reichiic Baterweis er schafft gen, fülle Segen. und ehre sein Lob hristenheit! in Unfall rael, seiner stern, 4 1648. n, den ꝛc. hlauf! des ichen Gnade jur Würde erhoben! ist schon größer und kbarmenden em Munde rief zu dem les vetgeht esteht ewig enisden dei icht sehen dich Strah⸗ Höhen da für flüt⸗ die nimmi. 3. Crben d Feier! Di den W⸗ Lech Pard ien beihis euet! 1l. 1+ 15 arbe, 7 22. Zur Confirmation. 259 22. Zur Confirmation. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich sing. ir ewge Treue 469. D zu geloben, sind wir versammelt hier im Heiligthum, das Herz zu dir, o Herr, erhoben, bringt dir gerührt Anbetung, Preis und Ruhm. O Heiland, nimm dich unsrer Schwachheit an: führ uns zum Licht, leit uns auf ebner Bahn. 2. Wir sind auf dich, o Herr, getaufet. Du nahmst uns schon als zarte Kinder an; du hast so theuer uns erkaufet, als einst dein Blut herab vom Kreuze rann. Wir glauben fest, du bist auch jetzt nicht fern und hörest unser schwaches Flehen gern. 3. Dir schmücken heut sich unsre Herzen; zieh ein, du König voller Herrlichkeit! von Erden⸗ freuden, Erdenschmerzen zieh uns hinauf zum Glanz der Ewigkeit. Nimm unser Herz! Wir bringen dir es dar; wir opfern dir es selbst jetzt am Altar. 4. Wir flehen, Herr, in dieser Stunde: Weich nicht von uns, wenn uns Anfechtung naht. Er⸗ halte uns in deinem Bunde; laß uns im Glauben gehn des Lebens Pfad. Dann stehn wir einst verklärt vor deinem Thron, um zu empfahn des ewgen Le— bens Kron. Em. Chr. Gottl. Langbecker, geb. 1792. Mel. Nun danket Alle Gott. 470 erzliebster Jesu Christ, wir dan⸗ ken deiner Güte, daß du so willig bist, in unsrer ersten Blüthe zu schenken solchen Sinn, der sich nach deinem beugt; ach, nimm doch alles hin, was uns von dir abzeucht. 2. Hab Dank für deine Lehr und deine große Treue, erleucht uns mehr und mehr und unser Herz erfreue durch deinen Gna— denschein. Hilf, daß wir neh— men zu im Guten, führ uns ein zuletzt in deine Ruh. 3. Wir wollen nun hinfort zu deinem Dienste leben, gehor⸗ chen deinem Wort, das du uns hast gegeben. Verleih Bestän⸗ digkeit, behüt uns vor Rückfall, regier uns jederzeit, bekehr uns allzumal. Joh. Caspar Schade, 4 1698. 25. Sum Abendmahl. Mel. Nun freut euch, l. Christen ꝛc. 471 Occh komm jetzt als * 1 ein armer Gast, o Herr, zu deinem Tische, den du für mich bereitet hast, daß er mein Herz erfrische; und wenn mein Sehnen ist gestillt, daß auch der Dank, der mich erfüllt, in Aller Dank sich mische. 2. Du selber sprichst in dei— nem Wort: ich bin das Brod zum Leben; dies Brod treibt auch den Hunger fort, den sonst nichts mag aufheben; ich bin der Trank; wer glaubt an mich, dem will ich jetzt und ewiglich der Labung Fülle geben. 3. Drum führe mich, du treuer Hirt, auf deine Him— melsauen; ich gehe trostlos und verwirrt, wenn ich dich nicht kann schauen. Laß strömen deine Gü⸗ tigkeit, die du für Alle hast be— reit, so deiner Hut vertrauen. Vle DNN N 29 2 . ee WeV 4. Herr, mit Verlangen such ich dich auf deiner grünen Weide, dein Lebensmanna speise mich zu Trost in allem Leide. Es tränte mich dein theures Blut, daß mich kein falsches Erdengut von dei— ner Liebe scheide. 5. Gleich wie des Hirsches mattes Herz nach frischem Was⸗— ser schreiet, so schreiet auch mein Seelenschmerz: Ach laß mich sein befreiet von meiner schweren Sündenpein und schenk den Le— benstrank mir ein, so bin ich ganz erneuet. 6. Vor allem aber wirk in mir den Ernst wahrhafter Reue, auf daß mein Herz sich für und für vor aller Sünde scheue. Fach in mir, Herr, den Glauben an, der dein Verdienst ergreifen kann, damit mein Geist sich freue. 23. Zum Abendmahl. „Endzünd in Andacht mein Gemüth, daß von der Welt ich lasse und deine Bruderlieb und Güt in dieser Speise fasse; daß durch dein Lieben Lieb in mir zu meinem Nächsten wachs herfür, ich auch den Feind nicht hasse. 8. So komm nun, treuer See— lenfreund, laß in mein Herz dich schließen! Mit dir bin ich nun ganz vereint; ich will von Keinem wissen, als nur von dir, o Gotteslamm, der du auch mich am Kreuzesstamm aus Noth und Tod gerissen. 9. O, liebster Heiland, habe Dank für deine Gnadengaben, für deine Speise, deinen Trank, die mich erquicket haben; mit Himmelsgütern wirst du mich, o Lebensfürst, einst ewiglich in deinem Reiche laben. Justus Sieber, 4 1695. 24. Buße. Eigene Melodie. 472 err, ich habe miß⸗ gehandelt; ja mich drückt der Sünden Last, ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast, und jetzt wollt ich gern vor Schrecken mich vor deinem Zorn verstecken. 2. Doch wie Allenhe dir entflie⸗ hen; du wirst allenthalben sein; wollt ich über See gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den Winden, gleich— wohl würdest du mich finden. 25. Vom Mel. Lobe den Herren, den ꝛc. 473. lles ist euer, o Worte des 0 Lebens! Fühle sie, Aeniee Seele, voll heiligen Bebens! Alles ist 3. Drum ich muß es nur bekennen, Herr, ich hab nicht gut gethan, darf mich nicht dein Kind mehr nennen, ach, nimm mich zu Gnaden an! Laß die Menge meiner Sünden deinen Zorn nicht gar entzünden. 4. Dir will ich die Last auf⸗ legen; wirf sie in die tiefe See; wasch mich deines Leidens wegen/ treuster Heiland, weiß wie Schnee, lasse deinen Geist mich treiben, einzig stets bei dir zu bleiben. Johann Franck, 4 1677. Glauben. dein! Irdischen Menschen allein tönen die Worte vergebens. 2. Göttliche Würde, entzückende Hoheit des Christen! Wallt er gleich dürftig und einsam in trau— Ihn A Mlen, Imn no 25 Hach he Ne Hüt uuwehe nlt det e, die 4. A im hbdor: Hier erb ihm Füß 5. A Iom K 2 I1 Mit sün 0 Hücchte, lles ist 9. 6 ssen, sshen ahn erb Im imn schen lhe ve 1. D sscht Mut e 5 erf uach, sab, hiifin Gl st mi Mnn l der R nuch, Ahn dacht mein er Belt ich derlieb und fase: daß in mir zu ichs herfür, nicht hase. treuer See⸗ mein Her dir in i ch will von ur von dir, uauch mich Noth und iland, habe nadengaben, nen Tranb, aben; mit du mich, ewiglich in ieber, 4 1695. uß es nut ab nicht g nicht dein ach, nimmt Laoß die den deinen nden. e Last aus tiefe See; ens wegen wie Schnez ich treiben bleiben. anch 1 10Nl chen alleil ebens. entzückod Wallt e am in tra⸗ rigen Wüsten, findet er gleich Thoren, geachtet und reich, nie kann nach Eitlem ihn lüsten. 3. Immer das Auge gerichtet nach heiligen Höhen, sieht er die Güter der Thoren im Sturme verwehen. Wohl ihm, er faßt statt der vergänglichen Last Gü— ter, die nimmer vergehen! 4. Alles, was Freude gewäh— ret im irdischen Leben, alles, wovor noch die Kinder der Welt hier erbeben, Leben und Tod ist ihm auf Gottes Gebot unter die Füße gegeben. 5. Alles ist euer, ihr Christen! Vom Himmel hernieder schauet der Mittler auf seine ihm ähn— lichen Glieder. Höret, er spricht: Fürchte, du Häuflein, dich nicht, alles ist euer, ihr Brüder! 6. Seid ihr auch elend, ver— lassen, verfolgt und gefangen, fließen euch Zähren des Grams von erbleichenden Wangen; dro⸗ ben im Licht freut euch, da fließen sie nicht! Dort ist das Alte vergangen! 7. Die ihr mit Christo einst herrschet, singt Lieder der Feier! Freut euch der Hoheit, die Chri⸗ stus errungen so theuer, die er erwarb, als er auf Golgatha tarb. Amen, ja alles ist euer! Christian Friedr. Dan. Schubert, 4 1791. Eigene Melodie. ein Jesu, dem 174. M die Seraphinen in Glanz der höchsten Majestät rur mit bedecktem Antlitz dienen, denn dein Befehl an sie ergeht; vie sollten blöde Fleischesaugen, sie der verhaßten Sünde Nacht sit ihrem Schatten trüb ge— nacht, dein helles Licht zu schauen augen? 25. Vom Glauben. 2. Doch gönne meinen Glau⸗ bensblicken den Eingang in dein Heiligthum, und laß mich deine Gnad erquicken zu meinem Heil und deinem Ruhm. Reich deinen Scepter meiner Seele, die sich in Demuth vor dir neigt, und dir als deine Braut sich zeigt; sprich: Ja, du bist's, die ich erwähle. 3. Sei gnädig, Jesu, voller Güte dem Herzen, welches Gnade sucht; ach höre doch, wie mein Gemüthe: Gott, sei mir Armen gnädig! ruft. Ich weiß, du kannst mich nicht verstoßen; wie könntest du ungnädig sein dem, den dein Blut von Schuld und Pein er— löst, da es so reich geflossen. 4. Ich bin geheilt durch deine Wunden, mit Gott versöhnt, ge⸗ hör ich dir, und bleib ich fest mit dir verbunden, so ist ver— dammlich nichts an mir. Laß nur in deinem Licht mich wan— deln, laß mich in Herzensfreu⸗ digkeit, Herr, als dein Jünger allezeit nach deinem Wort und Willen handeln. 5. Reich mir die Waffen aus der Höhe und stärke mich durch deine Macht, daß ich im Glauben sieg und stehe, wenn Stärk und List der Feinde wacht; so wird dein Gnadenreich auf Erden, das uns zu deiner Ehre führt, und endlich gar mit Kronen ziert, auch in mir ausgebreitet werden. 6. Ja, ja, mein Herz will dich umfassen, erwähl es, Herr, zu deinem Thron. Hast du aus Lieb ehmals verlassen des Him— mels Pracht und deine Kron: so würdge auch mein Herz, o Leben, und laß es deinen Him⸗ mel sein, bis du, wenn dieser Bau fällt ein, mich wirst in dei⸗ nen Himmel heben. .P —— —. 2—— —— 6 IEIE NN V + * — 58 NIN VN 5IS VNENEN — PDNI. 262 7. Ich steig hinauf zu dir im Glauben, steig du in Lieb herab zu mir. Laß nichts mir diese Freude rauben, erfülle mich nur ganz mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, ehren, so lang in mir das Herz sich regt und wenn dasselb auch nicht mehr schlägt, so soll doch noch die Liebe währen. Wolfgang Christoph Deßler, 4 1722. Eigene Melodie. Ursprung des 475. O Lebens, 5 ewi⸗ ges Licht, da Niemand vergebens sucht, was ihm gebricht! Leben— dige Quelle, die lauter und helle sich aus seinem heiligen Tempel ergießt und in die begierigen Seelen einfließt. 2. Du sprichst: Wer begehret zu trinken von mir, was ewig⸗ lich nähret, der komme! Allhier sind himmlische Gaben, die kräf— tiglich laben; er trete im Glau— ben zur Quelle heran, hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 3. Mein Hirt und mein Hüter, ich komme zu dir, gewähre die Güter des Heiles auch mir. Du kannst dein Versprechen mir Ar— men nicht brechen, du siehest, 20. Vom christlichen Mel. Lobe den Herren, den mächt. ꝛc. 476 Ihriste, mein Leben, * mein Hoffen, mein Glauben, mein Wallen, der du uns giebest, was Christen kann einzig gefallen, Heiland dahin richte der Gläubigen Sinn, Ruhm dir zu bringen vor Allen. 2. Dich, meine Wonne, dich will ich mit Freuden erheben, will mich auf ewig zum Eigenthum 25. Vom Glauben. ö wie elend und dürftig ich bin, auch giebst du die Gaben aus Gnaden nur hin. 4. Du süße Fluth labest Geist, Seele und Muth und wen du begabest, findt ewiges Gut. Wenn man dich genießet, wird alles versüßet; es jauchzet, es springet und singet das Herz, es weichet zurücke der nagendste Schmerz. 5. Drum gieb mir zu trinken, wie's dein Wort verheißt; laß gänzlich versinken den sehnenden Geist im Meer deiner Liebe. Laß heilige Triebe mich immerfort treiben zum Himmlischen hin; es werde mein Herze ganz selig darin. 6. Wenn du auch vom Leiden was schenkest mir ein, so gieb, dir mit Freuden gehorsam zu sein. Denn alle die, welche mit trinken vom Kelche, den du hast getrunken im Leiden allhier, die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Drum laß mich auch wer— den, mein Jesu, erquickt, da wo deine Heerden kein Leiden mehr drückt, wo Freude die Fülle, wo liebliche Stille, wo Wonne, wo Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt. Christian Jacob Kritsch, 4 1735. Leben und Wandel. gänzlich dir geben. Bin ich nur dein, das ist Gewinn mir allein, dann ist gesegnet mein Leben. 3. Laß nur das Eine, was noth ist, stets in mir bestehen, mag dann auch immer das Eitle und Nichtge vergehen. Himmlische Lust senkest du mir in die Brust, sie nur hab ich mir ersehen. 4. Herzog des Lebens, du wol⸗ lest mich selber regieren, so daß hil um ft Ren di Hihlic H Haube lle zu Mein in mit bon d gfang 6.4 , die hultschy wenn Seche Scwo duffen 7. Willeii Wile land, Hlst llles a dich l N. i Mel . Den Schul 1 2 ig ich bin, Gaben aus labest Geis, nd wen du Gut. Wenn wird alles es springet es Weichet te Schmetz. zu ttinken, erheißt; laß n sehnenden Liebe. Laß immerfott chen hin; es z selig darin. vom Leiden so gieb, dit am zu sein. e mit trinken ast getrunen die werden mit dit. h auch wer⸗ uick, da wo Leiden mehe ie Fülle, wo Wonne, wo cheit wohnt wird eh hitsch, t Nöö Andel. Bin ich n n mit alleh ein Leber. ne, wos r stehen, m 95 Eitle I immlish in die Bu ersehen. ens, du lin eren, so 0 26. Vomchristlichen Leben und Wandel. ich heilig und selig mein Leben kann führen. Laß auch den Geist, den du den Deinen verleihst, reichlich im ürt. mich spüren. 5. Friedefürst, laß mich im Glauben dir treulich anhangen, eile zu stillen mein Wünschen, mein höchstes Verlangen. Tilge in mir, was mich kann scheiden von dir, nimm mich dir selber gefangen. 6. Alles, was irdisch ist, trach⸗ tet, die Christen zu plagen, zent⸗ nerschwer werden die Bürden, wenn du nicht hilfst tragen. Stehe mir bei, mache von Schwachheit mich frei, mit dir darf nimmer ich zagen. 7. Was dir entgegen, das will ich auf immer nun hassen, will dich mit Liebe, mein Hei⸗ land, auf ewig umfassen. Du sollst mir sein Reichthum und alles allein, wer wollte je, Herr, dich lassen! Joh. Wilh. Rellner von Zinnendorf, 4 1738. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 477 Dẽꝰ sollst in allen * Sachen mit Gott den Anfang machen aus treuer Schuld und Pflicht. Wem hast du Dank zu geben für alles Heil und Leben? Nur ihm, von dir entspringt es nicht. 2. Der Mensch mit seinem Tichten weiß wenig auszurichten, was gut zu heißen sei. Was will dein eitles Sinnen, du ar⸗ mer Staub, beginnen, steht dir nicht seine Hülfe bei? 3. Drum sei nicht zu ver— wegen auf deines Amtes Ste⸗ gen und fleuch den eignen Ruhm. Dir sollst du nicht vertrauen, auf deine Kraft nicht bauen, sie ist ja nicht dein Eigenthum. 263 4. Schlag an die Himmels⸗ pforten mit starken Glaubens⸗ worten, da bitte Kraft dir aus, daher wird Segen fließen und reichlich sich ergießen auf dich und auf dein ganzes Haus. Andreas Tscherning, 4 1759. Mel. Nun ruhen alle Wälder. inst selig dort zu 478. E werden, das ist und bleibt auf Erden mein hei⸗ liger Beruf. Gott, dem ich freu⸗ dig glaube, weckt mich einst aus dem Staube, er, der aus Staube mich erschuf. 2. Die Erde, da wir wallen, oft straucheln, stehn und fallen, ist nur ein Pilgerland; zum Himmel soll uns leiten, zur Ewigkeit bereiten der Frommen kurzer Uebungsstand. 3. So soll nicht Lust noch Leiden von meinem Gott mich scheiden, der ich unsterblich bin. Was ist mein irdisch Leben? Wozu ist mirs gegeben? Wie lange währts, so ists dahin! 4. Einst selig dort zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. So sei all mein Bestreben, nur ihm allein zu leben, ihm, der zur Ewigkeit mich schuf. Christoph Christian Sturm, 1 1786. Eigene Melodie. 479 5 glänzet der * Christen in⸗ wendiges Leben, wenngleich es verhüllet ihr irdischer Stand; was ihnen der König des Him— mels gegeben, ist Keinem als ihnen nur selber bekannt. Was Niemand verspüret, was Niemand berühret, hat ihre erleuchteten Sinne gezieret und sie zu der göttlichen Würde geführet. NI N 709 104 . RII 0 V 4 0 7 1 I 4 0 ö 44 * 4I x W V SISSISSSS. V NVV n .. eeeen 264⁴ 2. Sie scheinen von außen die schlichtesten Leute, ein Schau— spiel der Engel, ein Ekel der Welt, und innerlich sind sie die lieblichsten Bräute, der Zierrath, die Krone, die Jesu gefällt, das Wunder der Zeiten, die hier sich bereiten dem König, der unter den Lilien weidet, zu dienen, mit heiligem Schmucke bekleidet. 3. Sonst sind sie des Adams natürliche Kinder, so tragen das Bild sie des Irdischen auch; sie leiden am Fleische, wie andere Sünder, sie essen und trinken nach nöthigem Brauch. In leib— lichen Sachen, im Schlafen und Wachen, sieht man sie vor An— dern nichts Sonderlichs machen, nur daß sie die Thorheit der Weltlust verlachen. 4. Doch innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort; ein Funke und Flämmlein aus göttlicher Flamme, entzündet von oben, genähret von dort. Die Engel sind Brüder, die ihre Lob— lieder mit ihnen gar freundlich und lieblich absingen: das muß dann ganz herrlich, ganz prächtig erklingen. 5. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel, sie blei⸗ ben ohnmächtig und schützen die Welt; sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, sie haben, die Aermsten, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden, sie blei— ben in Freuden, sie scheinen er⸗ tödtet den äußeren Sinnen und führen das Leben des Glaubens von innen. 6. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn er sich einst, wie er ist, öffentlich stellt, so werden sie mit ihm, 26. Vomschristlichen Leben und Wandel. als Fürsten der Erden, auch herr⸗ lich erscheinen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren, mit ihm triumphiren, den Himmel als prächtige Lichter auszieren, da wird man die Freude gar of— fenbar spüren. 7. Frohlocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hügel, dieweil du den göttlichen Samen geneußt; denn das ist des Ewigen göttliches Siegel, zum Zeugniß, daß er dir noch Segen verheißt: Du sollst noch mit ihnen aufs Prächtigste grünen, wenn erst ihr verborgenes Leben erscheinet, wonach sich dein Seufzen mit ihnen vereinet. 8. O Jesu, verborgenes Le— ben der Seelen, du heimliche Zierde der inneren Welt, laß dei— nen verborgenen Weg uns er— wählen, wenngleich uns die Hülle des Kreuzes verstellt. Hier übel genennet und wenig erkennet, hier heimlich mit Christo im Vater gelebet, das ist es, was einst uns zum Himmel erhebet. Christian Friedrich Richter, 4 1711. 480. fort, Zion, fahre fort im Licht, mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle, Zion, dringe durch die enge Pfort, fahre fort, fahre fort. 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne; sei bis in den Tod getreu, suche stets die Lebenskrone; Zion, fühlest du der Schlangen Stich, leide dich, leide dich. 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; achte Eigene Melodie. ahre fort, fahre nichts Runm Ducher HRel L Igen . Jon,! R uf licht, Henen Heides chlacht, 5. gon,, auch hen⸗ under der ieren, mit u Himmel auszieren, de gar of⸗ Erde, und veil du den eußt; denn göttlichts daß er dit Du solltt Prächtigst erborgenes h sich dein reinet. genes Le⸗ heimliche lt laß dei⸗ uns er⸗ die Hülle Hier übel erkennet, hristo im es, Was Herhebet ter, 4 11l. , saht ion, fahnt e deinen erste Libe Hensquell, die enge 0 al, Mgt e ei bü che fitz fühlest u leide dich, Ige nich. Belt, de en; acht 26. Vomschristlichen Leben und Wandel. nichts ihr Gut und Geld, nimm nicht an den Stuhl des Drachen; Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge nicht. 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, beides das, was krumm und schlecht,) prüfe recht, prüfe recht. 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott; stärke dich mit Geist und Leben; sei nicht wie die Andern todt, sei du gleich den grünen Reben. Zion, in die Kraft, statt Heuchel⸗ schein, dringe ein, dringe ein. 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegebne Thür brich herfür, brich herfür. 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laulich finden. Auf, das Kleinod rückt herbei; auf, verlasse, was dahinten. Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus. Johann Eusebius Schmidt, 4 1745. Eigene Melodie. ieb dich zufrieden 481. G und sei stille in dem Gotte deines Lebens; in ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn ihn mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gieb dich zufrieden. 2. Er ist voll Lichtes, Trosts und Gnaden, ungefärbten, treuen schlicht, gerade. 265 Herzens; wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens: Kreuz, Angst und Noth kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gieb dich zufrieden. 3. Wie dirs und Andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen. Er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Thränen, und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gieb dich zufrieden. 4. Wenn gar kein Einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dirs zu be⸗ nehmen. Gieb dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du Keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen; er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bit⸗ ten. Gieb dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluthen einher gingen, dennoch mußt du oben liegen, denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein ar⸗ mes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dirs Leben hat gegeben, wird auch Unter⸗ halt bescheren. Er hat ein Hand voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gieb dich zufrieden. 8. Bleibt gleich die Hülf in 12 Vrus V.. ü—+ 2 V XXI * +2 VIN 2— ——————— — — N NN. Igq 266 etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen. Macht dir das Harren angst und bange: glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man ge— wisser, und was verzeucht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden. 9. Es ist ein Ruhetag vor— handen, da uns unser Gott wird lösen. Er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herdringen und aus der Qual uns sämmtlich bringen. Gieb dich zufrieden. 10. Er wird uns bringen zu den Schaaren der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frie— den abgefahren, sich auch nun in Frieden freuen; da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 482 Ge König, den ich ehre, der durch seines Geistes Lehre mir sein Licht hat angezündt, der jetzt und zu allen Zeiten durch viel tausend Gütigkeiten alle Herzen sich gewinnt, 2. Sieh, auch meins will ich dir geben, dir soll es aufs Neue leben, lebe du dann auch in mir. Dir soll es sich ganz verbinden und zugleich den alten Sünden ewiglich entsagen hier. 3. Möge mich dein Geist er— neuen und mich dir zum Tempel weihen, der dir ewig heilig sei, laß die Herrschaft mich gewinnen über Lust und Furcht der Sinnen, reinge mich und mach mich frei. 4. Laß in meines Herzens Garten aller Tugend schönste 26. Vomschristlichen Leben und Wandel. Arten blühn in Kraft und Lieb⸗ lichkeit. Oeffne drin die Lebens— quelle, die ohn Ende rein und helle strömet in die Ewigkeit. 5. Nun, so will ich dir mein Leben, Jesu, ganz zu eigen geben, stehe mir in Gnaden bei, gieb, daß ich zu allen Stunden innig⸗ lich mit dir verbunden, dir zur ewgen Freude sei. Johann Scheffler, 4 1677. Mel. Wachet auf, ruft uns die St. 483 Oulhn Jesu, * Heilgungsquelle, mehr als Kristall rein, klar und helle, du lautrer Strom der Hei— ligkeit, aller Glanz der Cheru— binen und Heiligkeit der Sera⸗ phinen ist gegen dich nur Dun⸗ kelheit. Ein Vorbild bist du mir: ach bilde mich nach dir, du mein Alles! Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich mag heilig sein, wie du. 2. O stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam. war: also mach auch gleicher⸗ maßen mein Herz und Willen dir gelassen, ach stille meinen Willen gar. Mach mich dir⸗ gleich gesinnt, wie ein gehorsam Kind, stille, stille, Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich fein stille sei, wie du. 3. Wachsamer Jesu, ohne Schlummer, in großer Arbeit, Müh und Kummer, bist du ge⸗ wesen Tag und Nacht; du muß⸗ test täglich viel ausstehen, des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen und hast gebetet und ge⸗ wacht. Gieb mir auch Wach— samkeit, daß ich zu dir allzeit wach und bete, Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich stets wachsamt sei, wie du. 4. Du, s⸗ hdig un uldig, ve Hacgier a hene Sanf in Eifer m deines Helland, ac uth und Isu, Jesu, ih sanftmi 5. Den bnig, du Venig, und RMling; du Uden in d Rebetden, Ainem Dii muth lehr Ind mehr, Isu, hilf müithig sei WMien wa Uberlesen, amkeit, G del, Sinne ind Bagi utrer Zü Lanuel, m Sel keuse u iil Obtt und isben in uir mein ich b Iau, No 04 N Fes . Nu hm, m Hacht chen Lab⸗ ebens⸗ und it. Mein geben, gieb, inig⸗ ir zut 167⁷. e St. u, uell, und Hei⸗ heru⸗ Sera⸗ Dun⸗ mir: mein dazu, e du. dein atets rsam icher⸗ Hillen einen dit sam Jsu, stlle ohle chei, 26. Vomichristlichen 4. Du, sanfter Jesu, warst un⸗ schuldig und littest alle Schmach geduldig, vergabst und ließst nicht Rachgier aus: Niemand kann deine Sanftmuth messen, bei der kein Eifer dich gefressen, als der um deines Vaters Haus. Mein Heiland, ach verleih mir Sanft⸗ muth und dabei guten Eifer. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich sanftmüthig sei wie du. 5. Demüthger Jesu, Ehren⸗ könig, du suchtest deine Ehre wenig, und wurdest niedrig und gering; du wandeltest ertieft auf Erden in Demuth und in Knechts⸗ geberden, erhobst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche De— muth lehr mich auch, je mehr und mehr, stetig üben. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich de— müthig sei, wie du. 6. O keuscher Jesu, all dein Wesen war züchtig, keusch und auserlesen, von ungetrübter Sitt⸗ samkeit, Gedanken, Reden, Glie⸗ der, Sinnen, Geberden, Kleidung und Beginnen war ganz in lautrer Züchtigkeit. O, mein Im⸗ manuel, mach mir Geist, Leib und Seel keusch und züchtig. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, so keusch und rein zu sein, wie du. 7. Mäßiger Jesu, deine Weise im Trinken und Genuß der Speise lehrt uns die rechte Mä⸗ ßigkeit. Den Durst und Hunger dir zu stillen, war: deines Vaters Wort und Willen hier zu voll⸗ enden in der Zeit. Herr, hilf mir meinen Leib stets zähmen, daß ich bleib dir stets nüchtern. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich stets nüchtern sei, wie du. 8. Nun, liebster Jesu, liebstes Leben, mach mich in Allem dir recht eben und deinem heilgen Leben und Wandel. 267 Vorbild gleich; dein Geist und Kraft mich ganz durchdringe, daß ich viel Glaubensfrüchte bringe und tüchtig werd zu dei⸗ nem Reich. Ach zeuch mich ganz zu dir, behalt mich für und für, treuer Heiland! Jesu,‚ Jesu, laß mich, wie du und wo du bist, einst finden Ruh. Barthol. Crasselius,(nach Jodocus von Lo⸗ denstein), 4 1724. Mel. Herr Jesu, Gnadensonne. 484 Her Jesu Christ, mein Leben und einge Zuversicht, dir hab ich mich ergeben, verlaß, verlaß mich nicht. Ach laß mich deinen Willen be— ständiglich erfüllen, du meiner Seelen Zier. 2. Ach schenk mir deine Liebe, mein Hort und Bräutigam, gieb, daß ich nicht betrübe dich, wer— thes Gotteslamm. Ach laß mich an dir hangen, im Herzen dich um— fangen, denn du bist liebenswerth. 3. In Liebe laß mich brennen und an dir halten fest; von dir soll mich nichts trennen, wie du mich nicht verläßt. Ach laß mich mit dir sterben und nachmals auch ererben das Reich der Herrlichkeit. 4. Ach laß mich allzeit bleiben ein grüner Reb an dir; dir will ich mich verschreiben, ach weiche nicht von mir; ich bleib dir ganz ergeben, im Tod und auch im Leben, ach hilf mir Armen bald. 5. Nun, Jesu, sei mein Leben, mein Alles ganz allein; nach dir laß stets mich streben, so werd ich selig sein. Ach laß mich stets dich suchen und alles das ver⸗ fluchen, was mich von dir hält ab. 6. Gieb, daß ich mein Vertrauen nur setz auf dich allein. Herr, laß mich auf dich schauen, und warten allzeit dein; ja laß mich N. N. V. V V V. N 268 dich stets loben hier und hernach dort oben in alle Ewigkeit. 7. Mein Heiland, du wollst kommen, ja komm, ach komme doch, erlöse deine Frommen von allem Band und Joch. Ach, Jesu, komm und dämpfe das Fleisch, gieb, daß ich kämpfe allein durch deine Kraft. 8. Nun, Vater, hör mein Lal⸗ len; mein Jesu, meine Bitt laß dir doch nicht mißfallen und sel⸗ ber mich vertritt. Gott heilger Geist, erfülle mein Herz, daß ich sei stille und allzeit lobe dich. Johann Friedrich Sannom, um 1700. Mel. Eins ist Noth, ach Herr, dies E. erzog unsrer Selig⸗ — keiten, zeuch uns in dein Heiligthum, da du uns die Stätt bereiten und wie im Triumph herum als deine Er⸗ kauften siegprächtig willst führen; laß unsere Bitte dein Herze jetzt rühren; wir wollen dem Vater zum Opfer dastehn, und in der Gemeinschaft der Leiden hingehn. 2. Er hat uns zu dir gezo⸗ gen und du wieder zu ihm hin. Liebe hat uns überwogen, daß an dir hangt Muth und Sinn. Nun wollen wir gerne mit dir auch absterben dem ganzen na— türlichen Seelenverderben. Ach pflanze uns All deinem Tode hinzu, sonst finden wir ewig kein Leben und Ruh. 3. Aber hier erdenkt die Schlange so viel Ausflucht über⸗ all; bald macht sie dem Willen bange, bald bringt sie die Lust zu Fall. Es bleibet das Leben am Kleinsten oft kleben und will sich nicht völlig zum Sterben hingeben. Es schützet die besten Absichten noch vor und bauet so Höhen und Festung empor. 26. Vomeschristlichen Leben und Wandel. 4. Drum, o Schlangentreter, eile, führ das Todesurtheil aus; brich entzwei des Mörders Pfeile, wirf die Sünde ganz hinaus. Ach laß sich dein neues erstandenes Leben in unsre erstorbenen Her⸗ zen eingeben. Erzeig dich verklä— ret und herrlich noch hier und bringe dein neues Geschöpfe herfür. 5. Kehre die zerstreuten Sin⸗ nen aus der Vielheit in das Ein, daß sie neuen Raum ge⸗ winnen, um von dir erfüllt zu sein. Ach lege die Mächte der Finsterniß nieder, erneure die Kräfte des Geistes uns wieder, der von der verkläreten Menschheit sich nährt und gegen der Gottheit Verächter sich wehrt. 6. Lebe denn und lieb und labe in der neuen Creatur, Le— bensfürst, durch deine Gabe die genesene Natur; erwecke dein Paradies wieder im Grunde der Seele und bringe noch näher die Stunde, da du dich in allen den Gliedern verklärst, sie hier noch des ewigen Lebens gewährst. 7. Gönne uns noch Frist auf Erden, Zeugen deiner Kraft zu sein, deinem Bilde gleich zu werden, in den Tod zu nehmen ein des Lebens vollkommene Freiheit und Rechte als eines vollendeten Heilands Geschlechte. Der Unglaub mag denken, wir bitten zuviel, du hörst unsre Bit⸗ ten, thust über ihr Ziel. Gottfried Arnold, 4 1714. Mel. Was mein Gott will, das ꝛc. 486 ilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir von Herzen mich ver— lange und ich dich suche mit Begier, wenn mir wird angst und bange; verleih, daß ich mit Freu⸗ n dich in Iͤde; gieb 0 forkhin uud Sünde 2. Hilf, uud Schme agebe, hab 16 Herz, it Hor dir ersc Wmeine M Riim laß th shen zu rat 9. Die Rämpf in m Uinde; rer Lust zu dit isthünde, d iden Tod gekenne, m nd Eigenn Hiit trenne. . Bahüt Oimm, m much ziere hn miten Aunth fü Zünd sich reter, aus; Ifeile . Ach denes Her⸗ erklä⸗ und erfüt, Sin⸗ das u ge⸗ llt zu e der e die , det chheit ttheit 9 und „ L⸗ he die dein he der her di n den noch 01ůq1H ist auf aft . chmen nmene eines lecht. 26. Vomschristlichen Leben und Wandel. den dich in meiner Angst bald finde; gieb mir den Sinn, daß ich forthin meid alle Schand und Sünde. 2. Hilf, daß ich stets mit Reu und Schmerz mich deiner Gnad ergebe, hab immer ein zerknirsch⸗ tes Herz, in wahrer Buße lebe; vor dir erschein, herzlich bewein all meine Missethaten; die Hände mein laß thätig sein, dem Dürf⸗ tigen zu rathen. 3. Die Lust des Fleisches dämpf in mir, daß sie nicht über⸗ winde; rechtschaffne Lieb und Lust zu dir durch deinen Geist entzünde, daß ich in Noth bis in den Tod dich und dein Wort bekenne, mich auch kein Trutz und Eigennutz von deiner Wahr— heit trenne. 4. Behüte mich vor Zorn und Grimm, mein Herz mit Sanft⸗ muth ziere; auch alle Hoffart von mir nimm und mich zur Demuth führe; was noch von Sünd sich in mir findt, laß mich hinfort ablegen; laß allezeit Trost, Fried und Freud sich in mir Armen regen. 5. Den Glauben stärk, die Lieb erhalt, die Hoffnung mache feste, daß ich von dir nicht wanke bald; Beständigkeit ist's Beste; den Mund bewahr, daß nicht Gefahr durch ihn mir werd erwecket; gieb Brod dem Leib, doch daß er bleib von Wollust unbeflecket! 6. Gieb, daß ich treu und flei⸗ zig sei in dem, was mir gebühret; durch Ehrgeiz, Stolz und Heuchelei nicht werd aufs Neu verführet; Leichtfertigkeit, Haß, Zank und Neid laß in mir nicht verbleiben; derstockten Sinn und Diebsgewinn wollst ferne von mir treiben. 7. Hilf, daß ich folge treuem 269 Rath und ab von Irrthum trete, den Armen helfe mit der That, für Freund und Feind stets bete, dien Jedermann, so viel ich kann, das Böse haß und meide nach deinem Wort, o höch— ster Hort, bis ich von dannen scheide. Johann Heermann, 4 1647. Eigene Melodie. Ahr Kinder des 487. ꝗ Höchsten, wie steht's um die Liebe? Wie folgt man dem wahren Vereinigungs⸗— triebe? Bleibt ihr auch im Bande der Einigkeit stehn? Ist keine Zertrennung der Geister geschehn? Der Vater im Himmel kann Herzen erkennen, wir dürfen uns Brüder ohn Liebe nicht nennen, die Flamme des Höchsten muß hell in uns brennen. 2. So bald wir von oben aufs Neue geboren, da sind wir von Christo zu Brüdern erkoren. Ein Vater, ein Glaube, ein Geist, eine Tauf, ein voller zum Himmel ge⸗ richteter Lauf kann unsere Herzen vollkömmlich verbinden, wir kön⸗ nen nichts Anders als Süßig⸗ keit finden; Verdacht, Neid und Aergerniß müssen verschwinden. 3. Jerusalem droben, die hält uns zusammen und schickt uns hernieder die himmlischen Flam— men. Kein Unterschied findet hier unter uns Statt, weil De⸗ muth die Herzen vereiniget hat. Wo Eigenheit, Zank und Haß können regieren, da kann man den Funken der Liebe nicht spü— ren, zur Freude des Himmels im Herzen nicht führen. 4. Des Herren Gemeine ver⸗ läßt die Verwandten, setzt Brü⸗ der am Höchsten vor alle Be— kannten. Wer noch ist bezaubert 80 1 9 NNIN X 9 INELNA (D VV V 2 V NVIN. V N N, NV,., ee 270 von Liebe der Welt, und sich in der Falschheit zum Bruder ver⸗ stellt, den kann sie unmöglich zum Bruder annehmen, er muß sich erst seiner Vergehungen schämen und endlich vor Christo zur Buße bequemen. 5. Seht aber, wie selig wir haben erwählet, die wir sind zum Bunde der Brüder gezählet! Wir sind die erkaufte, begna— digte Schaar. Ach lobet den Vater, bringt Ehre ihm dar! Singt ihm mit vereinigtem Her— zen und Munde, ohn Loben und Lieben vergeh keine Stunde. Wir stehn vor dem Herren als Einer im Bunde. 6. Was ich bin, mein Bru⸗ der, bist du auch geworden, denn wir sind Genossen im himmli⸗ schen Orden. Ein Jeder für Alle zum Vaterland dringt, die Kirche nach Einem stets kämpfet und ringt. Wir müssen bereit sein, für Brüder zu sterben, wie Je⸗ sus uns so auch gemacht hat zu Erben. Ein Glied fühlt und leidet des andern Verderben. 7. Ach laßt uns einander erinnern und führen, daß wir nicht die Krone des Lebens ver⸗ lieren. Wenn Andre nur jagen nach irdischem Gut, so stehn wir vereinigt auf unserer Hut. Das Flehen der Seinen wird wahrlich erhöret, durch Eintracht wird Irrthum und Sünde zer⸗ störet. Wer ist, der verbundenen Geistern was wehret? 8. Darum lasset uns lieben und freuen von Herzen, versüßen einander die zeitlichen Schmerzen; dringt kräftig, ihr Seelen, in Eines hinein, vermehret die Dus Win vom göttlichen Schein. Das lässet der Vater sich herz⸗ 26. Vomschristlichen Leben und Wandel. lich 4 Keurß im Loben sein Name kann herrlich erschallen, wenn Kinder, vor Liebe entzündet, nur lallen. 9. In jener Welt wird es noch besser hergehen, da wird vor dem Vater die Brüderschaft stehen im heiligsten Feuer, in seligster Brunst, die hier sich vereinte des Königes Gunst. Ach drücket zu— sammen die Herzen und Hände, und bittet, daß Zion er Hülfe bald sende; so kennet die Liebe nicht Anfang noch Ende. Bernstein, 4 1699. Christian Andreas Mel. Einer ist König, Immanuel s. 488. IJ Qesu, hilf siegen, du Fürste des Le⸗ bens, sieh, V. ich schweb in Ge— fahren und Noth, schwach ist mein Wollen, mein Ringen ver⸗ gebens, furchtbar die n die mich täglich bedroht. Stehst du mir, Jesu, nicht schützend zur Seite, wie könnt ich kämpfen und siegen im Streite. 2. Jesu, hilf siegen, ein sünd⸗ lich Verlangen kämpfet in mir mit des Wilen de 3 K Nimm du den Willen des Fleisches ge⸗ fangen, bring durch dein Sterben der Sünde den Tod. Und daß mir möge, was gut ist, gelingen, gieb du das Wollen und gieb das Vollbringen. 3. Jesu, hilf siegen, sonst muß ich verzagen, wenn mein Gewissen das Urtheil mir spricht, wenn mich die Sünden der Jugend ver⸗ klagen und ich erbebe vor Gottes Gericht. Wenn solche Schrecken die Seele bestürmen, wollest du mich, o Versöhner, beschirmen. 4. Jesu, hilf siegen, wer mag sonst bestehen wider den trüglich verschlagenen Feind? Wer mag Im Vater Anm er ale Isheinte 2 mnn göttlic finden ul 5. Fsu, gen und Aun Flehen Hollest du Hatreten! Heibt immer Iu Schlum hllen, laß, hufen ersch. 6, Jsu, verschwi arden mei benn auch seu mit v lftemdet s Dennoch 0 sh betrübe Hein Tel Jesu, Hsoll sterbe aor dem I ss Reich den, der b treu. 4 Kampf Hand'm Johann g 26. Vomschristlichen Leben und Wandel. dem Vater der Lügen entgehen, wenn er als Engel des Lichtes erscheint? Du bist die Wahrheit, mein göttlicher Meister, lehr mich sie finden und prüfen die Geister. 5. Jesu, hilf siegen, hilf wa— chen und beten! Herr, durch dein Flehen, das alles vermag, wollest du mich bei dem Vater vertreten! Hüter, dein Auge bleibt immerdar wach, wenn mich der Schlummer der Trägheit be— fallen, laß, mich zu wecken, dein Rufen erschallen. 6. Jesu, hilf siegen, wenn al— les verschwunden, was ich auf Erden mein eigen genannt, wenn auch die Freunde, sonst treu mir verbunden, kalt und 9e. entfremdet sich von mir gewandt. Dennoch soll nimmer mein Herz sich betrüben, bist du, o Jesu, mein Theil nur geblieben. 7. Jesu, hilf siegen, wenn einst ich soll sterben, mache von Furcht vor dem Tode mich frei, zeige das Reich mir, das der soll er— erben, der bis ans Ende geblieben dir treu. Laß auch zuletzt mich im Kampf nicht erliegen, reiche die Hand mir, o Jesu, hilf siegen. Johann Heinrich Schröder, um 1700. Mel. Gott des Himmels u. der Erden. eines Lebensbeste 489. M Freude ist der Oimmel, Gottes Thron; meiner Seele Trost und Weide ist mein Jesus, Gottes Sohn; was mein ganzes Herz erfreut, ist in jener Herrlichkeit. 2. Andre mögen sich erquicken an den Gütern dieser Welt; ich vill nach dem Himmel blicken und zu Jesu sein gesellt; denn der Erde Gut vergeht, Jesus und sein Reich besteht. 271 3. Reicher kann ich nirgend werden, als ich schon in Jesu bin; alle Schätze dieser Erden sind ein schnöder Angstgewinn; Jesus ist das rechte Gut, welches sanft der Seele thut. 4. Glänzet gleich das Weltge— pränge, ist es lieblich anzusehn; währt es doch nicht in die Länge, und ist bald damit geschehn; plötzlich pfleget aus zu sein die— ses Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Himmels Gaben, die mein Jesus inne hat, können Herz und Seele laben, machen ewig reich und satt; es vergeht zu keiner Zeit jenes Le— bens Herrlichkeit. 6. Ein Tag zu des Heilands Füßen ist viel besser, als die Welt tausend Jahr in Lust ge⸗ nießen. Aber ewig sein gestellt zu des Herren rechter Hand, bleibt ein auserwählter Stand. 7. Trinken, Essen, Tanzen, Springen labet meine Seele nicht; aber nach dem Himmel ringen und auf Jesum sein ge— richt, ist der Seele schönste Zier, volle Freude dort und hier. 8. Ach, so gönne mir die Freude, Jesu, die dein Himmel hegt; sei du selber meine Weide, die mich hier und dort verpflegt; und bei dir recht froh zu sein, nimm mich in den Himmel ein. Salomon Liscov, 4 1689. Mel. O Gott, der du ein ꝛc. ein Leben ist ein 490. Moilaumsand zich reise nach dem Vaterland, nach dem Jerusalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt auf Bundesblut gegründet hat; da werd ich Jakobs Hirten lo⸗ ben. Mein Leben ist ein Pil⸗ NN V N. 2 EN W V + VN NI, N, N 272 26. Vomchristlichen grimstand, ich reise nach dem Vaterland. 2. So schnell ich Land und Sand verlaß, so schnell läuft meines Lebens Glas und was vorbei ist, kommt nicht wieder; ich eile zu der Ewigkeit. Herr Jesu, mach mich nur bereit; eröffne meine Augenlider, daß ich, was zeitlich ist, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Kein Reisen ist ohn Unge— mach; der Lebensweg hat auch sein Ach. Man wandelt nicht auf weichen Rosen. Der Steg ist eng, der Feinde viel, die mich abwenden von dem Ziel. Ich muß mich oft in Dornen stoßen; ich muß durch dürre Wüsten gehn und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, der Sonne, die ihr Gna⸗ denlicht in unverfälschte Herzen strahlet; Wind, Regen stürmen auf mich zu; mein matter Geist findt nirgend Ruh. Doch alle Müh ist schon bezahlet, wenn ich das güldne Hoffnungsthor mir stell in Glaub und Hoffnung vor. 5. Israels Hüter, Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch hast ange⸗ nommen: zeig mir im Worte deinen Tritt; laß mich bei einem jedem Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Le— ben fleucht; ach eile du und komm mit schneller Hülf herzu. 6. Durch deinen Geist mich heilig leit; gieb in Geduld Be— ständigkeit; vor Straucheln mei⸗ nen Fuß beschütze. Ich falle stündlich, hilf mir auf; zeuch mich, damit ich nach dir lauf; sei mir ein Schirm in Trüb⸗ salshitze; laß deinen süßen Gnaͤ— Leben und Wandel. denschein in Finsterniß nie ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll vor Durst nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal finden; und wenn ich schließ die Augen zu, so bring mich zu der stolzen Ruh, da Streit und alle Müh verschwinden, laß mich da sein in deinem Schooß dein Liebling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem Pilger⸗— land der blinden Welt gleich unbekannt: dort sind die Freunde, die mich kennen; dort werd ich mit der Himmelsschaar dir jauch— zend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Bräutigam, komm, bleib nicht lang: hier in der Wüste wird mir bang. riedrich Adolf Lampe, 4 1729. Mel. Wie groß ist des Allmächt. G. 491 süßer Stand, o * selig Leben, das aus der wahren Einfalt quillt, wenn sich ein Herz Gott so er⸗ geben, daß Christi Sinn es ganz erfüllt, wenn sich der Geist nach Christi Bilde in Licht und Recht hat aufgericht und unter solchem klaren Schilde durch alle falschen Höhen bricht. 2. Was Andern schön und lieblich scheinet, ist solchem Her— zen Kinderspiel; was Mancher wohl unschuldig meinet, ist solchem Herzen schon zu viel. Warum? Es gilt der Welt absagen; hier heißts: Rührt kein Unreines an! das Kleinod läßt sich nicht erja⸗ gen, es sei denn alles abgethan. 3. Die Einfalt weiß von kei⸗ ner Zierde, als die im Blute Christi liegt, die reine himmlische Begierde hat Stolz und Thor— sel schon anen Gott. Uume schön 35 denn bl Uhlt noch J. Von Mlen Plage slbst anfic sch Andre Zinn und Schatz, den echält sie! Amand, de nacht iht! 5. O so schauen, Oinfalt sch Hbrichten J sis euch di sld die L Shein ohn Zuct doch Sele und hhre hin. 56. Heten der Anfalt eit mit tause Hat iht Shein; de ind Zeich Num laß ger und e Tdie neu Joha 26. Vomschristlichen Leben und Wandel. heit schon besiegt; an einem reinen Gotteskinde glänzt Gottes Name schön und rein; wie könnt es denn vom eitlen Winde der Welt noch eingenommen sein? 4. Von Sorgen, Noth und allen Plagen, damit die Welt sich selbst anficht, vom Neid, damit sich Andre tragen, weiß Christi Sinn und Einfalt nicht; den Schatz, den sie im Herzen heget, behält sie wider allen Neid; ist Jemand, der Lust dazu träget, das macht ihr lauter Herzensfreud. 5. O schönes Bild, ein Herz zu schauen, das sich mit Christi Einfalt schmückt! Geht hin, ihr thörichten Jungfrauen, harrt nur, bis euch die Nacht berückt. Was sind die Lampen sonder Oele? Schein ohne Christi Einfaltssinn. Sucht doch was Beßres für die Seele und gebt der Welt das Ihre hin. 6. Ach Jesu, drücke meinem Herzen den Sinn der lautern Einfalt ein; reiß aus, obschon mit tausend Schmerzen, der Welt ihr Wesen, Tand und Schein; des alten Feindes Bild und Zeichen trag ich nicht mehr, drum laß mich nur der Einfalt Zier und Schmuck erreichen, das ist die neue Kreatur. Johann Joseph Winkler, 4 1722. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 492 teil und dornig ist * der Pfad, welcher zur Vollendung leitet; selig ist, wer ihn betrat und mit frohem Muthe streitet! Selig, wer den Lauf vollbringt und das hohe Ziel erringt. 2. Den am Kreuz wir bluten sehn, Jesus hat dies Ziel errun⸗ gen und sich zu des Himmels— NTNNRNR 278 höhn triumphirend aufgeschwun— gen, als er rief: es ist vollbracht! war besiegt des Todes Macht. 3. Preis, du hoher Sieger, dir! zieh dir nach die Schaar der Streiter! Sturm und Nacht umfängt uns hier, droben ist es still und heiter. Jenseits hinter Grab und Tod strahlt des Him— mels Morgenroth. 4. Auf denn, Streitgenossen, geht muthig durch des Lebens Wüste! Seht auf euren Führer, fleht, daß er selbst zum Kampf euch rüste! Seine Gotteskraft al⸗ lein kann in Schwachen mächtig sein. Samuel Gottlieb Bürde, 4 1831. Mel. Wer nur den l. Gott läßt walten. 493. Wn o men Gemüthe, Gott, der dir täglich alles giebt? Womit vergiltst du seine Güte, mit der er dich von je geliebt? Es muß das Aller⸗ beste sein; dem Herrn genügt das Herz allein. 2. Du mußt, was Gottes ist, ihm geben; der Welt gebüh⸗ ret nicht dein Herz. Bei Gott allein ist wahres Leben und bei der Welt nur Angst und Schmerz. Ja, dir, o Gott, dir soll allein mein ganzes Herz gewidmet sein. 3. So nimm nun hin, was dir gehöret, das Herz, das sich dir ganz geweiht; und dieser Bund bleib ungestöret von nun an bis in Ewigkeit. Dir geb ich alles, es ist dein, nie will ich eines Andern sein. Nach Carl Friedrich Lochner, 4 1697. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 494 WoE mußt du kämpfen, ringen, willst du durch zum Lichte dringen; +—. 78— * V 965 +/ S-DEE / N N V.I V V N. NV. EN ee N 274 26. Vomchristlichen Leben und Wandel. also, Seele, muß es sein! Doch durch alle Dunkelheiten wird dein Heiland dich begleiten, Muth flößt er dem Schwachen ein. 2. Viele sind hervorgezogen aus der Drangsal wilden Wogen durch der Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist Gottes Rechte; wo ist einer seiner Knechte, der bei ihm nicht Rettung fand? 3. Scheinst du gleich von ihm verlassen, doch wird seine Hand dich fassen; glaube nur und zweifle nicht! Kämpfe standhaft ohne Wanken, bald wirst du ihm freudig danken, bald durchströmt dich Kraft und Licht. 4. Wende von der Welt die Blicke, schau nicht seitwärts, nicht zurücke, nur auf Gott und Ewigkeit. Nur zu deinem Helfer wende Herz und Augen, Sinn und Hände, bis er himmlisch dich erfreut. 5. Schließ dich in die stille Kammer, schütte deines Herzens Jammer in das treue Vaerherz Weißt du Worte nicht zu finden, kannst du nur dein Leid em⸗ pfinden, klag auch schweigend ihm den Schmerz! 6. Kräftig ist ein solches Schweigen; Gott wird sich als Vater zeigen, glaube, daß er dich erhört, weil dein Heiland dich verstehet, und zum Vater für dich flehet, der dem Sohn sein Flehn gewährt. 7. Nun, so will ich nie ver⸗ zagen, will vor Gottes Thron mich wagen, kindlich und voll Zuversicht! Kämpfen will ich ohne Wanken, bald wird froh mein Herz ihm danken, bald durchsttöẽmt mich Kraft und Licht. Johann Caspar Lavater, 4 1801. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. er das Kleinod 5. W' will erlangen, der muß laufen, was er kann; wer die Krone will empfangen, der muß kämpfen als ein Mann; dazu muß er sich in Zeiten auf das Beste zubereiten, alles An⸗ dern müßig gehn, was ihm kann im Wege stehn. 2. Liebster Jesu, deine Güte hält mir auch ein Kleinod vor, das entzücket mein Gemüthe, ziehet Herz und Aug empor. O wie glänzt die schöne Krone von dem hohen Ehrenthrone, die du in der Herrlichkeit deinen Strei— tern hältst bereit! 3. Mich verlangt von ganzem Herzen, auch nicht weit davon zu sein; ja, ich sehne mich mit Schmerzen nach dem freudenvollen Schein! Doch das Laufen macht mir bange und der Kampf wird mir zu lange; dieser Erden Eitel⸗ keit nimmt mir öfters alle Freud. 4. Mein verderbter Eigenwille hat bald dies, bald das zu thun; hält im Laufen vielmals stille, und will in dem Streite ruhn. Satan macht mich auch oft irre, daß ich kläglich mich verwirre, wo mir deine treue Kraft nicht die nöthge Hülfe schafft. 5. Drum, mein Jesu, steh mir Armen in so großer Schwachheit bei; laß dich meiner Noth er— barmen, mache mich von Allem frei, was mir will mein Ziel verrücken, komm, mich selbst recht zuzuschicken; gieb mir Kraft und Freudigkeit, fördre meinen Lauf und Streit. 6. Es verlohnt sich wohl der Mühe, ob mirs gleich oft sauer wird, wenn ich mich der Welt entziehe, und dir folge, treuer deinem hict: dein mir ül nirst nur! sst sie i Ml. Ich he 06. Het, wie it; wie Stund vo chweigt h. 2. Das Raum, e Waserscha hald verg lechwie 3. Nur mit das, Ar, Laß len hin, ich allein Ml. Nun 9. Ierniß v chnt in Hinmel! leben. leinod angen, ann; angen, Nann; en auf 5 Ah⸗ N lann Güte d bor, müthe, por. O ne von die du Sttl ganzen won zu h n Rvollen maht pf wid Eitkk TFreld genill u thuhh 3 ftll, e uuhj oft int elwitt, t Ric seh mũ wachhel oth E⸗ 26. Vomschristlichen Leben und Wandel. Hirt: deine sichre Gnadenkrone ist mir übergnug zum Lohne; wirst nur du mein Beistand sein, so ist sie in Kurzem mein. Johann Mentzer, 4 1734. Mel. Ich hab mein Sach auf Gott ꝛc. 496. W' der Meni en Zeit, wie eilet man zur Ewig⸗ keit; wie Wen'ge denken an die Stund von Herzensgrund, wie schweigt hiervon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein gar nichts werther Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht besteht, gleichwie ihr dieses täglich seht. 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir das, was du bist, ich traue dir. Laß Berg und Hügel fal— len hin, mir ist Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. 275 4. So lang ich in der Hütte wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn; gieb, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Noth? Lust, Ehr und Reichthum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu, bedenk es nu, du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust, mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet mir, o mein Begier, Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir. 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh? Du unterdessen lehre mich, das stetig ich mit klugem Herzen suche dich. Joachim Neander, 4 1680. 2). Morgen⸗ und Abendlieder. Mel. Nun freut euch, l. Christen ꝛc. 497 Eide dich, o meine * Seel, die Fin⸗ sterniß vergehet; der Herr er— scheint in Israel, sein Licht am Himmel stehet. Erhebe dich aus deinem Schlaf, daß er was Gutes in dir schaff, indem er dich erleuchtet. 2. Im Licht muß alles rege sein und sich zur Arbeit wenden; im Licht singt früh das Vöge⸗ lein, im Licht will es vollenden. So soll der Mensch in Gottes Licht aufheben heilig sein Gesicht zu dem, der ihn erleuchtet. 3. Laßt uns an unsre Arbeit gehn, den Herren zu erheben; laßt uns, indem wir auferstehn, beweisen, daß wir leben; laßt uns in diesem Gnadenschein nicht eine Stunde müßig sein: Gott ists, der uns erleuchtet. 4. Ein Tag geht nach dem andern fort und unser Werk bleibt liegen. Ach, hilf uns, Herr, du treuster Hort, daß wir uns nicht betrügen; gieb, daß wir greifen an das Werk, gieb Gnade, Segen, Kraft und Stärk im Licht, das uns erleuchtet. 5. Du zeigst, was zu verrichten sei auf unsern Glaubenswegen; so hilf uns nun und steh uns bei, verleihe deinen Segen, daß das Geschäft von deiner Hand vollführet werd in alle Land, wozu du uns erleuchtet. 6. Ich flehe, Herr, mach mich bereit zu dem, das dir gefällig, V. N. VVVV.„ N + WNUNNU NR 276 27. Morgen- und Abendlieder. daß ich recht brauch der Gnaden⸗ zeit; so flehen auch einhellig die Kinder, die im Geist geborn und die sich fürchten vor dem Zorn, nachdem du sie erleuchtet. 7. Das Licht des Glaubens sei in mir ein Licht der Kraft und Stärke, es sei die Demuth meine Zier, die Lieb das Werk der Werke. Die Weisheit fließt in diesem Grund und öffnet bei— des, Herz und Mund, dieweil die Seel erleuchtet. 8. Herr, bleib bei mir, du ewges Licht, daß ich stets gehe richtig; erfreu mich durch dein Angesicht, mach mich zum Guten tüchtig, bis ich erreich die güldne Stadt, die deine Hand gegründet hat und ewiglich erleuchtet. Peter Lockmann, 4 1713. Mel. Gott des Himmels u. der Erden. 498 alleluja, schöner z6 Morgen! schöner als man denken mag; heute fühl ich keine Sorgen, denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieb— lichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der See— len, Sonntag, der voll Lichtes ist, wo wir dir uns ganz be— fehlen! Zeit, in der der Segen fließt! Stunde voller Seligkeit, du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck ich Got— tes Güte recht als einen Mor— genthau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au. Da hat wohl die Morgenstund edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Weltge— schäfte! Heute hab ich sonst zu thun; denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich als nur Gottes Werk für mich. 5. Ich will in der Zionsstille heute voller Arbeit sein; denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schätzen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 6. Herr, ermuntre meine Sin— nen, wirke selbst in meiner Brust; laß mich Lehr und Trost ge— winnen, gieb zu deiner Gnade Lust, daß mir dein lebendig Wort schallt im Herzen immerfort. 7. Segne deiner Knechte Leh— ren, öffne selber ihren Mund. Mach mit Allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß, wenn man hier bet und singt, solches in dein Herze dringt. 8. Gieb, daß ich den Tag be— schließe, wie er angefangen ist. Segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbats bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbat halten mag. Jonathan Krause, 4 nach 1742. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 499 uch dieses Tages * Stunden sind mir, Gottlob! verschwunden in ungestörter Ruh! Bald sinkt die Sonne nieder, die stille Nacht kommt wieder und schließt uns sanft die Augen zu. 2. Laßt uns vor Gott erwä⸗ gen, welch unverdienten Segen uns dieser Tag gebracht! Laßt uns von Dank entbrennen und tief gerührt bekennen: der Herr hat alles wohl gemacht! 3. Du Gott der Treu und Gnade hast segensvolle Pfade uns bis hierher geführt. Nicht uns, dir sei die Ehre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt. 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslast beschieden, uch er se hlummern Mast uns Het in der Samu Ma. Alle J 00.. h% Abendz Heles Zeich schlit, Laß Angen du hungen, un erner auf 2. Mige sch, stoß n Heg. Hab shlitten de Sug: so Zünden un Hubinden: Heiner Brt Wst. 9. Herr, Uben und Ischenkt, d ben, die Ihtänkt. im die M Halhůit sc a Namet schützen nastlle demn On den N mein t den e Sil⸗ Bruß t ge⸗ Onade 27. Morgen⸗ und Abendlieder. auch er sei dir geweiht. Wir schlummern ohne Sorgen; du weckst uns wieder morgen, hier oder in der Ewigkeit, Samuel Gottlieb Bürde, 4 1831. Mel. Alle Menschen müssen sterben. ott, du lässest mi 500. G erreichen abeunl die Abendzeit; das ist mir ein neues Zeichen deiner Lieb und Gü— tigkeit. Laß jetzund mein schlechtes Singen durch die trüben Wolken dringen, und sei gegen diese Nacht ferner auf mein Heil bedacht. 2. Neige dich zu meinen Bit⸗ ten, stoß nicht dies mein Opfer weg. Hab ich gleich oft über— schritten deiner Wahrheit heilgen Steg: so verwerf ich meine Sünden und will mich mit dir verbinden: reiß du nur aus meiner Brust alle Wurzel böser Lust. 3. Herr, es sei mein Leib und Leben und was du mir hast geschenkt, deiner Allmacht über— geben, die den Himmel selbst beschränkt. Laß um mich und um die Meinen einen Strahl der Gottheit scheinen, der, was dei⸗— nen Namen trägt, als ein Gut zu 95 pflegt. aß mich mildiglich be⸗ thauen deines Segens Ueberfluß; schirme mich vor Angst und Grauen, wende Schaden und Verdruß, Brand und sonst be⸗ trübte Fälle, zeichne meines Hau⸗ ses Schwelle, daß hier Keinen nicht der Schlag des Verderbers reffen mag. 5. Wirke du in meinen Sin⸗ 277 nen, wohne mir im Schatten bei, daß mein schlafendes Beginnen dir auch nicht zuwider sei; schaffe, daß ich schon auf Erden mag ein solcher Tempel werden, der nur dir und nicht der Welt ewig Licht und Feuer hält. 6. Geht, ihr meine müden Glieder, geht und senkt euch in die Ruh; wenn ihr euch regt morgen wieder, schreibt es eurem Schöpfer zu, der so treue Wacht gehalten; wenn ihr aber müßt erkalten, wird des bittern Todes Pein doch der Seelen Vortheil sein. Friedrich Ludw. Rud. v. Canitz, 4 1699. Mel. Herzlich thut mich verlangen. enn Licht und 50J1. W' Sonne scheiden, so sende meinem Geist des höhern Lichtes Freuden, das ihn zum Himmel weist. Hilf mir mein Heil besorgen, verändre meinen Sinn und schaffe, daß ich morgen in dir erneuert bin. 2. Ich seh das Licht verschwin— den, die trübe Nacht bricht ein; ach, Herr, laß meine Sünden auch mit verschwunden sein. Streich sie aus deinem Buche, das mich zum Schuldner macht, und rette mich vom Fluche, den ich mir selbst gebracht. 3. So lang ich hier soll le— ben, so laß den festen Schluß mir stets vor Augen schweben, daß ich einst scheiden muß. Doch kommt noch heut mein Ende, ist schon vollbracht mein Lauf, so nimm in deine Hände den Geist, o Vater, auf. Friedri Ludw. Rud. v. Canitz, 4 1699. er Wren 278 28 e. Zur Reise. 28 e. Sur Reise. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 502 Bermdeigar Gott und Vater, du treuer Menschen-Rather, auf dein Wort zieh ich aus ganz unbekannte Straßen; wirst du mich nicht verlassen, so bin ich überall zu Haus. 2. Ach Herr, der du kannst neigen und nach Gefallen beu⸗ gen des Menschen Herz und Sinn; erwecke fromme Leute und beug auf meine Seite Befördrer, wenn ich einsam bin. 3. Behüte mich vor Feinden und heuchlerischen Freunden, gieb mir dein Engel zu, gesegne meine Werke, sei Morgens meine Stärke, und dann zu Abend meine Ruh. 4. Laß mich nach Tugend trachten und dein Gebot hoch achten; laß allen falschen Schein der schnöden Eitelkeiten, der lastervollen Zeiten von mir weit⸗ hin verbannet sein. 5. Die Weisheit laß mich küssen, gieb mir ein rein Ge⸗ wissen und keusch gesinntes Herz, daß sich mein Thun und Tichten nach dir, Herr, möge richten; die Sünde sei mir ja kein Scherz. 6. Wenns nicht nach Wunsch ergehet, und etwa Noth entstehet, gieb einen frischen Muth; werd ich auf dich nur bauen, so kann vor nichts mir grauen, es wird doch endlich alles gut. 7. Du wollst den lieben Mei⸗ nen auch gnädiglich erscheinen, du, liebster Vater, du, halt ab, was kann betrüben, und wann dirs wird belieben, so führ mich wieder heim zur Ruh. 8. Soll aber dies geschehen, daß ich nicht mehr soll sehen der Väter Grenzestein, soll ich bei Fremden leben, ich will nicht widerstreben, ist doch bei Frem— den auch gut sein. 9. Gott, du wirst meinen Reisen gewünschten Fortgang weisen; du wirst nach deinem Wort mich schützen und ernäh⸗ ren, auch Glück und Heil be— scheren: in Gottes Namen reis ich fort. Gottfried Wilhelm Sacer, 1 1699. 29 c. Beim Gewitter. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 503 On Dunkel hüllt der Himmel sich, ein schweres Wekter dräut; ich bebe nicht, ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. 2. Auch wenn dein Blitz sich Bahnen bricht und flammend uns erscheint, auch wenn du donnerst, zürnst du nicht, bist Vater uns und Freund. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, sinkt in Gefahr der Muth; wer dich in Christo Vater nennt, steht fest in deiner Hut. 4. Dein Blitz kann tödten! Doch kein Christ scheut, Vater, dein Gericht; wer deiner Gnade sicher ist, bebt vor dem Tode nicht. 5. Drum will ich still und ruhig sein, auch wenn dein Don⸗ ner droht; ich fürchte nichts, denn ich bin dein und liebe dich, o Gott! 6. Ja, dein bin ich, und deine Macht lenkt des Gewitters Lauf; bald steigt in feierlicher Pracht der Friedensbogen auf. Johann Caspar Lavater, 1 1801. Ml, Freu. 04. Hagen la hnd; aller eh, das d Urrd, Gott nuch dem! Hon vielet meinen mo 2. Mei slet, witd dus; wenn sh so träg Haus; wer hel, witd sli, nach dem Strei Hlikungsz 3. We Ibbrechen, Stil, Aurnen hie Gott in Ziel e iu Kamp hier das 5 nan erst chl; hier iulfemen, Hencht. Whigkeit hudet S Mauem Lonenthe 5. Cof Vihten en; di Schenz Bunsch ustehet Wetd 10 Hann Wild n Mi heiner, alt ab, wann ht mic schehen sehgl soll ih ill nich Frem⸗ meinen ortgang deinern ernah⸗ eil he en tö cet, lol bödtel Miiel Gnodl IMN 11 in Dol⸗ nichtz D delt Lalh. Ruuth Pl 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. 50. Kreuz⸗ und Crostlieder. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 504. D Plagen laufen mit der Zeit zu End; alles Seufzen, alles Kla⸗ gen, das der Herr alleine kennt, wird, Gott Lob! nicht ewig sein; nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken meinen matten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich ge— säet, wird zur Freude wachsen aus; wenn die Dornen abgemä— het, so trägt man die Frucht nach Haus; wenn ein Wetter ist vor— bei, wird der Himmel wieder frei, nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Er— quickungszeiten. 3. Wenn man Rosen will abbrechen, muß man leiden in der Still, daß uns auch die Dornen stechen; es geht alles, wie Gott will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, das man nur im Kampf erreicht; will man hier das Kleinod finden, so muß man erst überwinden. 4. Unser Weg geht nach den Sternen, der mit Kreuzen ist be⸗ setzt; hier muß man sich nicht entfernen, ob er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin sonder Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle From⸗ men, die des Himmels Klarheit sehn, aus viel Trübsal herge⸗ kommen; darum siehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehren⸗ kron, und mit Palmen ausgezie⸗ ret, weil sie glücklich triumphiret. 6. Gottes Ordnung stehet feste und bleibt ewig unverrückt; seine Freund und Hochzeitsgäste werden nach dem Streit beglückt. Israel erhält den Sieg nach ge— führtem Kampf und Hurg⸗ Ka⸗ naan wird nicht gefunden, wo man nicht hat überwunden. 7. Darum trage deine Ketten, meine Seel, und dulde dich; Gott wird dich gewiß erretten, das Gewitter leget sich; nach dem Blitz und Donnerschlag folgt ein angenehmer Tag, auf den Abend folgt der Morgen und die Freude nach den Sorgen. Freylinghausens Gesangbuch 1708. Eigene Melodie. icht so traurig, nicht 505. N sr, men Seele, sei betrübt, daß dir Gott Glück, Gut und Ehr nicht so viel, wie Andern giebt. Nimm vorlieb mit deinem Gott: hast du Gott, so hats nicht Noth. 2. Du nicht, noch ein Men⸗ schenkind, habt ein Recht in dieser Welt; alle, die geschaffen sind, sind nur Gäst im fremden Zelt: Gott ist Herr in seinem Haus; wie er will, so theilt er aus. 3. Bist du doch darum nicht hier, daß du Ehren haben sollt; schau den Himmel über dir: da, da ist dein edles Gold; da ist Ehre, da ist Freud ohne End, Ehr ohne Neid. 4. Der ist thöricht, der sich kränkt um ein Hand voll Eitel⸗ keit, wenn ihm Gott dagegen schenkt Schätze der Beständigkeit. Bleibt das Wesen dein Gewinn, fahr der Schatten immer hin. 5. Schaue alle Güter an, die 8 N 1 EIE HAN +W 280 dein Herz für Güter hält; kei⸗ nes mit dir gehen kann, wenn du gehest aus der Welt; alles bleibet hinter dir, wenn du trittst ins Grabes Thür. 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Christi Blut, wird von keiner Zeit verzehrt, ist und bleibet allzeit gut. Er— dengut zerfällt und bricht; See⸗— lengut, das schwindet nicht. 7. Ach wie bist du doch so blind und im Denken unbedacht! Augen hast du, Menschenkind, und hast doch noch nie betracht deiner Augen helles Glas: siehe, welch ein Schatz ist das! 8. Zähle deine Finger her und der andern Glieder Zahl: keins ist, was dir unwerth wär, ehrst und liebst sie allzumal; keines gäbst du weg um Gold, wenn man es dir nehmen wollt. 9. Nun so gehe in den Grund deines Herzens, das dich lehrt, wie viel Gutes alle Stund dir von oben wird beschert; du hast mehr als Sand am Meer und willst doch noch immer mehr. 10. Wüßte, der im Himmel lebt, daß dir wäre nütz und gut, wonach so begierlich strebt dein verblendet Fleisch und Blut, würde seine Gütigkeit dich nicht lassen unerfreut. 11. Gott ist deiner Liebe voll und von ganzem Herzen treu, wenn du wünschest, prüft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei: ist dirs gut, so geht ers ein; ists dein Schade, spricht er nein. 12. Unterdessen trägt sein Geist dir in deines Herzens Haus Manna, das die Engel speist, ziert und schmückt es herrlich aus; ja er wählet dir zum Heil dich zu seinem Gut und Theil. 30. Kreuz⸗ und Trostlieder. 13. Ei so richte dich empor, du betrübtes Angesicht! Laß das Seufzen, nimm hervor deines Glaubens Freudenlicht. Das be⸗ halt, wenn dich die Nacht deines Kummers traurig macht. 14. Setze als ein Himmelssohn deinem Willen Maß und Ziel; rühre stets vor Gottes Thron deines Dankens Saitenspiel, weil dir schon gegeben ist weit mehr, als du würdig bist. 15. Führe deinen Lebenslauf allzeit Gottes eingedenk, wie es kommt, nimm alles auf als ein wohlbedacht Geschenk. Geht dirs widrig: laß es gehn; Gott und Himmel bleibt dir stehn. Paul Gerhardt, 4 1676. Mel. Alles ist an Gottes Segen. under-Anfang, 506. W herrlichs Ende! wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus. Wunderweislich ist sein Rathen, wunderherrlich seine Thaten; und du sprichst: wo wills hinaus? 2. Denke doch: es muß so ge⸗ hen, was Gott weislich heißt ge⸗ schehen, ihm und dir zur Herrlich⸗ keit; ob der Anfang seltsam schei⸗ net, ist das End doch gut gemeinet; Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist wie in Flüssen und in großen Wasser⸗ güssen und du spürst nicht sei⸗ nen Fuß: so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen kann erfin⸗ den, wo man könne Hülf ge⸗ winnen; die Vernunft ist hier zu blind: ihre halbgebrochnen Augen nicht in das Verborgne taugen, denn sie allzu blöde sind. 5. W An woht Auen t ob man Sorge u licht trat dem auch 6. Ge Sachen,! machen, stei. Er jangen, langen, d. 7. Fü Screcken durch dii und übe Mel. N M. Ruuch Un Nis, nie bas uns it für an leicht 2. Dei lahten, h ist n Wbab D Rser A Häner, . 6 el; wir ahen er E 16 Wck empor aß das deiner das he⸗ deines relssohn d Zih Thron l, wel t meht, venslauf wie 6 als ein eht dit ott und 1 L0l Segen. Anfang Endel Hände d allz Rathůh, en; u hinals! ue eißt g⸗ 39 m sche⸗ emeint⸗ Stlei, wie V Wass. icht sk u W. fseilll an u Nekk“ jlf g. st Rochlth Wbolhlt Desth 30. Kreuz⸗- und Trostlieder. 281 5. Weil der Herr im Dun⸗ keln wohnet und sein Reich im Trauen thronet, da man glaubt, ob man nicht sieht: bleibt die Sorge wohl bei Sorgen; wer nicht trauen will auf morgen, dem auch keine Hülfe blüht. 6. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er ange— fangen, lassen so ein End er— langen, daß es wunderherrlich sei. 7. Führet er dich auch im Schrecken durch die Dornen, durch die Hecken, über Stock und über Stein, Berg und Thal und Felsenklüften, Feuer, Wasser und in Lüften und was mehr kann schrecklich sein: 8. So laß dir doch nimmer grauen, lerne deinem Gott ver— trauen, sei getrost und gutes Muths. Er, fürwahr! er wird es führen, daß du's wirst am Ende spüren, wie er dir thut lauter Guts. 9. Du wirst an den Fingern zählen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, daß du wirst bekennen müssen: Wunder-An⸗ fang, herrlichs End! Heinrich Arnold Stockfleth, 4 1708. 5J. Sterbelieder. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 7 ie Herrlichkeit der 507 D Erden muß Rauch und Asche werden; nicht Fels, nicht Erz bestehn. Das, was uns kann ergötzen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich ach— ten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen und dieser Mund erblichen, fragt Keiner, was wir hier gethan. 3. Es hilft kein weises Wis— sen; wir werden hingerissen ohn einen Unterschied. Was nützt der Schlösser Menge? dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dies Alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß gewinnen, und saurer Schweiß erwirbt; was Menschen hier besitzen, kann für den Tod nicht nützen, dies Alles stirbt uns, wenn man stirbt. 5. Wie eine Rose blühet, wenn man die Sonne siehet begrüßen diese Welt, die, eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehns zerfällt: 6. So wachsen wir auf Er⸗ den und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch eh wir zugenommen und recht zur Blüthe kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 7. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht; drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 8. Auf, Herz, wach und be⸗ denke, daß dieser Zeit Geschenke den Augenblick nur dein; was du zuvor genossen, ist wie ein Strom verflossen, was künftig, wessen wird es sein? 9. Verlache Welt und Ehre, Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre und nimm den Herren 13 M W IEIICE . 282 31. Ster an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der einzig ewig machen kann. 10. Wohl dem, der auf ihn trauet! er hat recht fest gebauet, und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nim— mermehr vergehen, weil ihn die Stärke selbst erhält. Andreas Gryphius, 4 1664. Mel. Es ist genug. 508. Cian vollbracht! Mein Heiland nimmt mich auf. Fahr hin, o Welt! Ihr Freunde gute Nacht! Ich ende meinen Lauf bei Jesu Kreuz mit tausend Freuden und sehne mich, von hier zu scheiden. Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Mein Jesus hat auf sich genommen meine Schuld; gebüßt hat er am Kreuzesstamm für mich— o unermeßne Huld! Und ich hab in des Heilands Wunden die rechte Freistatt nun gefunden. Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Weg Krankheit, Schmerz und Pein! Weg Sorg und Ueberdruß! Sein Golgatha soll mir ein Tabor sein; mein matter, müder Fuß wird hier auf diesen Friedens⸗ höhen frei von der Erde Ban⸗ den gehen. Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! Hier bin ich frei von Noth— wie wohl, wie wohl ist mir! Hier speiset mich der Herr mit Him⸗ melsbrod und zeigt mir Salems Zier; hier hör ich mit der Selgen Singen den süßen Ton der Engel klingen. Es ist voll— bracht! 5. Es ist vollbracht! Der belieder. Leib mag immerhin Raub der Verwesung sein. Ich weiß wohl, daß ich Staub und Asche bin; doch Jesus ist ja mein, der wird mich sanft im Grabe decken und einst in Klarheit auferwecken. Es ist vollbracht! 6. Es ist vollbracht! Gottlob, es ist vollbracht! Mein Heiland nimmt mich auf. Fahr hin, o Welt! Ihr Lieben, gute Nacht! Ich ende meinen Lauf und alle Noth, die mich ge— troffen. Wohl mir, ich seh den Himmel offen! Es ist vollbracht! Christian Gryphius, 4 1706. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 509 W'n ich einst ent⸗ H.„ schlafen werde und zu meinen BVätern gehn, will ich von der armen Erde friedlich auf zum Himmel sehn; zu des Vaterhauses Thoren schwingt der Pilgrim sich empor, nichts ist in der Welt verloren, wenn ich Jesum nicht verlor. 2. Wer versöhnt zur Him⸗ melshöhe seinen Blick erheben kann, ohne Zittern, ohne Wehe, o der ist ein selger Mann. Wem der Geist das Zeugniß gie⸗ bet: unter Freuden, unter Schmerz hast du Gottes Sohn geliebet, o das ist ein selges Herz! 3. Also möcht ich einst er⸗ blassen und im letzten Kampfe nun als des Vaters Kind ge— lassen auf dem Todtenbette ruhn; ausgetilget meine Fehle, neuge⸗ boren durch den Herrn, Jesum Christum in der Seele, über mir den Morgenstern. 4. In der angenehmen Stunde will ich, Herr, dich suchen gehn, laß in deinem Friedensbunde du mich unverrücklich stehn. Heute ssi mir ei ahsn mir u Mel. N 90. Vron e Rein He hätte get Schöpfer Oegeben. 2. Da ich im 6 allmächti⸗ 0 schön. helen T heute an 3. N Erde n mit bün ggeigt.; Hereinigt, mut dir . Do Ilch kei him scho kuldeckt Aaden ü ubrünst ih der wohh, e bin; Wild n und weckeg. jottlob, heiland hih, gute Nuuf ch ge⸗ eh den brachtl + 1706. Nebe. nst ent⸗ Werde gehh, N Erde sehn; Thorhh empod, erloten, xlot. Hin⸗ erhebgt BVehe Mamn. iß gs ind ge Luhl. „e lhl Iu shet I E Heh Hunden Ol 31. Sterbelieder. sei mir ein Versöhner, heute Le- täglich schöner, sorgest du. ben mir und Ruh, täglich theurer, 283 für das Andre Albert Knapp, 1 1864. 2. Vom ewigen Leben. Mel. Nun preiset Alle Gottes. 510. Ji hab von ferne, Herr, deinen Thron erbl V und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt, und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hin— gegeben. 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn. Du bist allmächtig; drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von heute an ewig wohnen. 3. Nur ich bin sündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn Er⸗ müden will ich ihr näher gehn und ihre hellen goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen. Joh. Timoth. Hermes, 4 1821. Mel. Hüter wird die Nacht der S. 511. Ur Lilien jener Freuden sollst du weiden: Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleuch be— hendel Jesu Hände öffnen schon das Perlenthor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Seraphinen schon bedienen mit dem reinsten Ju⸗ belton. 3. Löse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiff— leins; laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht entrücket sein. 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, süßes Leben, was die Erde in sich hält. Sollt ich in der Wüste weilen und nicht eilen? nein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzensheiland, laß den Glauben mir nichts rauben, Glauben, der durch alles dringt. Nach dir sehnt sich meine Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. 6. O wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei. Du kannst durch die Todesthüren träumend führen und machst uns auf ein⸗ mal frei. 7. Du hast Sünd und Straf Letennn. Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt darnie⸗ der: meine Glieder werden fröh⸗ lich auferstehn. 8. Gotteslamm, dich will ich loben hier und droben mit der herzlichsten Begier. Du hast dich zum ewgen Leben mir gegeben, hole mich, mein Gott, zu dir. Johann Ludw. Conrad Allendorf, 4 1773. Evangelien und Episteln für die Sonn⸗und Festlage des Kirchenjahrs. Evangelium am ersten Sonntage des Advenks. Matth. 21, 1—9. Dẽ sie nun nahe bei Jerusalem kamen gen Bethphage, an den Oelberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch Jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihr; so bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das ge⸗ sagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion, siehe, dein König kommt zu dir, sanftmüthig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befoh— len hatte, und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg, die Andern hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna, dem Sohne Davids, gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Epistel. Röm. 13, 11—14. e Brüder, weil wir Solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf(sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wirs glaubten), die Nacht ist ver⸗ gangen, der Tag aber herbeigekommen; so lasset uns ablegen die Werke der Finsterniß und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln als am Tage, nicht in Fressen und Sau⸗ fen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangel. am zweiten Sonnkage des Advents. Luc. 21, 25—36. Desus sprach zu seinen Jüngern: Es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein und werden zagen, und das Meer und die X Nuschmach allen auf hen. Und leder We Mfangt z hatum, do Und Ind alle ihnen und wenn ihr Holtes no icht verg werden ve luch, daß Suufen u schnell üb and den. 2 Uer eine Holtes L Rabcsen d Auigen di Hlk lobe Mumin hen. Evangelien und Episteln. 285 und die Wasserwogen werden brausen. Und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen wer— den. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihr es an hrs. ihnen und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies Alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich 1—9. Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde m den werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet ach sl euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und werdet Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag löst schnell über euch; denn wie ein Fallstrick wird er kommen über witd Alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit und ie euch betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem Allen, as g⸗ das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. & V1 — Cpiszl. Röm. 15, 4—13. Brüder, was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur befoh⸗ Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der en ihte Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes breitck gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander nach Jesu on den Christ, auf daß ihr einmüthiglich mit Einem Munde lobet Gott et, dds und den Vater unseres Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch Sohne unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Herrhl Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu be⸗ stätigen die Verheißung, den Vätern geschehen; daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: iit, df Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen Iu singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit ist h seinem Volk! Und abermal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und en d preiset ihn, alle Völker! Und abermal spricht Jesaias: Es wird Lass sein die Wurzel Jesse, und der auferstehen wird, zu herrschen über „ Sal⸗ die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Md) Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, Jaibes daß ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangel. am dritten Sonntage des Advenks. Matth. 11, 2—10. . Da aber Johannes im Gefängniß die Werke Christi hörete, sandte er seiner Jünger zween und ließ ihm sagen: Bist du, der Oen da kommen soll, oder sotlen wir eines Andern warten? Jesus Mn antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johanni Evangelien und Episteln. wieder, was ihr sehet und höret. Die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein und die Tauben hören, die Todten stehen auf und den Armen wird das Evangelium ge⸗ predigt. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johanne: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinaus⸗ gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Epistel. 1. Cor. 4, 1—5. Dda halte uns Jedermann, nämlich für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ists ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht ge— rechtfertigt. Der Herr ists aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren: alsdann wird einem Jeglichen von Gott Lob widerfahren. Evangelium am vierten Sonnkage des Advenks. Joh. 1, 19—28. Ur dies ist das Zeugniß Johannis, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bin's nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagest du von dir selbst?' Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predi⸗ gers in der Wüsten: Richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum tau⸗ sest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Basser, aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ist's, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara jenseits des Jordans, da Johan⸗ nes taufte. jehen mal i alen Men len Diné Agung vo scher ist,, hesto Je 6 6 bega 6 ausgi War die al in Shrien an Heglic Haliläg, a Dabids, d und Gesch Mria, se daselbf cbar ihre ihn in e Herberge. Alde bei sche, des luchteter ihnen Reude, d Holland Mbids. Wind War daeb NM lobete Mucde an „e it und Usen u hen in scheimn andes J und Volt Eimgel r ich nd die hören, um ⸗ olk von schen wehet! einen Kleide hinaus⸗ N, ich ser istz vor di Her und an nich werden. t Werde ost nicht licht ge n lichttt Hird aut tath WI W Hott 19—½⁵ ten voh Wer 06 te: N Bit N 17 Inh u dennlh Evangelien und Episteln. 287 Epistel. Phil. 4, 4—7. Ol Brüder: Freuet euch in dem Herrn allewege, und aber— mal sage ich: Freuet euch! Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Dank⸗ sagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Evangelium am heil. Christtage. Luc. 2, 1—14. „s begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschätzet würde. Und diese Schatzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und Jedermann ging, daß er sich schätzen ließe,‚ ein Jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das Jüdisͤche Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobeten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Epistel. Tit. 2, 11—14. E ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Hei⸗ landes Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. Evaͤngel. am zweiken Christtage od. St. Stephani. Matth. 23, 34—- 39. Dẽr Herr sprach zu den Pharisäern und Schriftgelehrten: Siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte, nn 288 Evangelien und Episteln. und derselbigen werdet ihr etliche tödten und kreuzigen, und etliche lle Dinge werdet ihr geißeln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von Hihls gem einer Stadt zu der andern, auf daß über euch komme alle das 10. Leben gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blute an des Finstel gerechten Abel, bis auf das Blut Zacharias, Barachiä Sohn, in Mensch welchen ihr getödtet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahr⸗ am Zeug lich, ich sage euch, daß solches Alles wird über dies Geschlechte uh ihn I kommen! Jerusalem, Jerusalem, die du tödtest die Propheten und ue von! steinigest, die zu dir gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder Ale Nense versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter. I Velt, ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! Siehe, euer Haus soll Ul kann euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich hmen ih von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprechet: Gelobet sei, der da kommt en Maght, I im Namen des Herrn. Ualche nic I Epistel. Apgsch. 6, 8—15 und 7, 55—59. dc von tephanus aber, voll Glaubens und Kräfte, that Wunder und—18 ld große Zeichen unter dem Volk. Da standen Etliche auf von 60 schen der Schule, die da heißt der Libertiner und der Cyrener und der 433193 Alexanderer und derer, die aus Cilicia und Asia waren, und be— frageten sich mit Stephano; und sie vermochten nicht zu wider— Dulhes stehen der Weisheit und dem Geist, aus welchem er redete. Da Si richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn ge— sihe höret Lästerworte reden wider Mosen und wider Gott. Und did hm bewegeten das Volk und die Aeltesten und die Schriftgelehrten,— und traten herzu und rissen ihn hin und führeten ihn vor den undes u Rath und stelleten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch 1. höret nicht auf, zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Gesetz. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von a sene Nazareth wird diese Stätte zerstören und ändern die Sitten, die wuleinde. uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn Alle, die im Rath bige saßen, und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht. ö Als er aber voll heiligen Geistes war, sahe er auf gen Him— n den IININ mel, und sahe die Herrlichkeit Gottes und Jesum stehen zur Ean Rechten Gottes, und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen 10 und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen! Sie schrieen 55 Rein — aber laut und hielten ihre Ohren zu und stürmeten einmüthiglich. Nn —— ö zu ihm ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und 1 bi X die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, lufer G. der hieß Saulus, und steinigten Stephanum, der ausrief und Hoͤhen sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er kniete aber nieder 1 duf und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht! Und als n eine 2 er das gesaget, entschlief er. Wn. Evangelium am dritten Christtage oder St. Johannis des Apostels 0 n und Evangelisten. Joh. 1, 1—14. t nin Om Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und n N. Gott war das Wort. Dasselbige war im Anfang bei Gott, W Evangelien und Episteln. 289 ellich Alle Dinge sind durch dasselbige gemacht, und ohne dasselbige ist en von nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und le dä das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheinet in an des der Finsterniß, und die Finsterniß hat es nicht begriffen. Es ward Sohn, ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Johannes. Derselbige kam Vahr⸗ zum Zeugniß, daß er von dem Licht zeugete, auf daß sie Alle chlihe“ durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern daß er zeu⸗ n und gete von dem Lichte. Das war das wahrhaflige Licht, welches *2* να — NN. Kindn alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Es war in unter der Welt, und die Welt ist durch dasselbige gemacht; und die us sol Welt kannte es nicht. Er kam in sein Eigenthum, und die Seinen tt nih nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab komm: er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Ramen glauben. Welche nicht von dem Geblüte, noch von dem Willen des Fleisches, noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, und .. wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingebornen 10 90 Sohns vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. nd der nd be⸗ Lerkion. Sir. 15, 1—8. wüc S'eices thut Niemand, denn der den Herrn fürchtet, und wer +. sich an Gottes Wort hält, der findet die Weisheit. Und sie 9n 9 wird ihm begegnen, wie eine Mutter, und wird ihn empfangen, udwie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Ver⸗ schten. standes, und wird ihn tränken mit Wasser der Weisheit. Dadurch —1 n. wird er stark werden, daß er fest stehen kann, und wird sich an Wuuh sie halten, daß er nicht zu Schanden wird. Sie wird ihn erhöhen Siile über seine Nächsten, und wird ihm seinen Mund aufthun in der 4 y Gemeinde. Sie wird ihn krönen mit Freude und Wonne, und en d mit ewigem Namen begaben. Aber die Narren finden sie nicht, nhah und die Gottlosen können sie nicht ersehen. Denn sie ist ferne von den Hoffärtigen, und die Heuchler wissen nichts von ihr. Hull⸗ 1415 Evangelium am Sonnkage nach Chrilllag. Luc. 2, 33— 40. Lofh Uꝛd sein Vater und Mutter verwunderten sich deß, das von schtichh Jesu geredet ward. Und Simeon segnete sie und sprach zu ichig Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzet zu einem Fall . 10und Auferstehen Vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem wider⸗ Wlngz sprochen wird; und es wird ein Schwert durch deine Seele drin⸗ ef un gen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es nih! war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuel, vom Ge— Ind schlechte Aser, die war wohlbetaget und hatte gelebet sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft, und war eine Wittwe Wyol bei vierundachtzig Jahren; die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch Iu hinzu zu derselbigen Stunde und pries den Herrn und redete von 0 ihm zu Allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und A 13* nr 290 Evangelien und Episteln. da sie es alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehre— ten sie wieder in Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das V abet Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit; und Gottes Insete? Gnade war bei ihm. i. de Epistel. Gal. 4, 1—7. uht er un ch sage aber, so lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm 16 hlligen und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist huch Rsun aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern ade gere bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir ung; das Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzun⸗ Wu I gen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, i geboren von einem Weibe und unter das Gesetz gethan, auf daß er. Di Asue die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, daß wir die Kindschast VGSeit d empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Jagamland G Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber„g det Vater! Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. ande, und Sinds aber Kinder, so sinds auch Erben Gottes durch Christum. Habdes hö h berfam Evangelium am Neujahrskage. Luc. 2, 21. urmde Ur da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde. sie sar da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war so stehet von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. dischen; Epistel. Gal. 3, 23—29. sc, dem k Jsrae 2 Ebe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz 1˙ 2— verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte ge— is w * offenbaret werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen InRei ö auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun W — aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zucht⸗ fi Inm 8 meister. Denn ihr seid Alle Gottes Kinder durch den Glauben Watzn an Christo Jesu. Denn wie Viele euer getaufet sind, die haben 0 1 f Christum angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist W. ber kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib, denn ihr ltr seid allzumal Einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so 9 0 0 seid ihr ja Abrahams Samen und nach der Verheißung Erben. Mu et Mu Evangelium am Sonntage nach Reujahr. Matth. 2, 13—15. Shhäht N a die Weisen aus Morgenland hinweggezogen waren, siehe, A 4 da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum und„erddes sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu d. ö dir und fleuch in Egyptenland und bleib allda, bis ich dir sage; denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stund auf und nahm das Kindlein und M seine Mutter zu sich bei der Nacht und entwich in Egyptenland, und Her blieb allda bis nach dem Tode Herodis; auf daß erfüllet würde, ali das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus cg Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Evangelien und Episteln. 291 5 Epistel. Tit. 3. 4—7. Gatz Dẽ aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unseres Heilandes: Nicht um der Werke willen der Gerech— tigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit macht er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung ihm.) des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich err t! durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselben flehen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoff— ⁰ Ui nung; das ist gewißlich wahr. Sabun⸗ 27 Evangel. am Test Epiphaniä od. Ersch. Christi. Matth. 2, 1—12. daß er Dẽ Jesus geboren war zu Bethlehem im Jüdischen Lande, zur dschat Zeit des Königs Herodis, siehe, da kamen die Weisen vom dt den Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne lither! König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgen⸗ hinde. lande, und sind kommen, ihn anzubeten. Da das der König stum. Herodes hörte, erschrak er, und mit ihm das ganze Jerusalem; und ließ versammeln alle Hohenpriester und Schriftgelehrten unter dem Volk und erforschte von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. wüde. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im Jüdischen Lande. Denn um. also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im b. Jüdischen Lande bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda, denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk JIsrael ein Herr sei. Gesch Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernete mit lte 9e. Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und weisete sie ewesn gen Bethlehem, und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach gun dem Kindlein, und wenn ihrs findet, so saget mirs wieder, daß ich guc. auch komme und es anbete. lauben Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und habn siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging hiet N. vor ihnen hin, bis daß er kam und stund oben über, da das un ih! Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet sti, 0und gingen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria, hen. seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an, und thaten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. 5 Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder „sihe. zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in Ru ud ihr Land. 3 Leclion. ZJes. 60, 16. usch M dich auf, werde Licht! denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir! Denn siehe, ,0 Jinsterniß bedecket das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über wie. dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. W Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln und die Könige ö um Glanze, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf und — + 7 DFRNNNN/ V NN 292 Evangelien und Episteln. siehe umher: diese Alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter werden zur Seite er⸗ zogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wann sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läu— fer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba Alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des Herrn Lob vertündigen. Evangel. am ersten Sonnt. nach der Ersch. Christi. Luc. 2,41—52. in die Eltern Jesu gingen alle Jahr gen Jerusalem auf das Osterfest. Und da er zwölf Jahr alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem und seine Eltern wußtens nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragte. Und Alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan! Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Epistel. Röm. 12, 1—5. ch ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottes⸗ dienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Gotteswille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, Jedermann unter euch, daß Niemand weiter von sich halte, denn sichs gebühret zu halten, sondern daß er von sich mäßiglich halte,‚ ein Jeglicher, nachdem Gott ausgetheilet hat das Maß des Glaubens. Denn gleicherweise, als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also sind wir Viele Ein Leib in Christo, aber unter einander ist Einer des Andern Glied. Iungtl. a am und di wurden au Hach, spti Wus sprit Mene Stu Iun Diener schs stein Veinigung, hlicht zu sllcken sie ind haing abek det E Ind wußte e das W Iham und Men, und Iu hast Hachen, d lete sein 4— 2 Wuns g ähnlie Iumand, hes Ern Aamand, hue ers“ anget de Evangelien und Episteln. 293 Sihm. Evangel. am zweiten Sonnk. nach der Ersch. Christi. Joh. 2, 1—11. ele u Urd am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana in Galiläa, rechn und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger sch wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein ge— . 510 brach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. die Ln. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? ommen. Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu ö gen. den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda Ie sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maß. Jesus auf d spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie ů i fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun ie A. und bringet es dem Speisemeister. Und sie brachten es. Als as Kinb! aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, mein und wußte nicht, von wannen er kam, die Diener aber wußten es, TLagetese die das Wasser geschöpfet hatten, rufet der Speisemeister dem Bräu— Und u. tigam und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum ersten guten em und Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringeren; ndenst: du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste L ihne. Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offen⸗ unden barete seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Mutt Epistel. Röm. 12, 6—16. gethan! Aur Brüder, wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die gesuct NMNVN V —t⁷ uns gegeben ist. Hat Jemand Weissagung, so sei sie dem Glau— hah! ben ähnlich. Hat Jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret Pilet. Jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet Jemand, so warte utidet. er des Ermahnens. Giebt Jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret und Un. Jemand, so sei er sorgfältig. Uebet Jemand Barmherzigkeit, so hotte h. thue ers mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, Rrem hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem Andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trüb⸗ 6ates. sal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft 10 ha. an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und ö 6018. fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Heründe Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach n. hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. bmmg Evangel. am dritten Sonnt. nach der Ersch. Christi. Matth. 8, 1—13. „ 15 a Jesus vom Berge herabging, folgte ihm viel Volks nach. 19„ 4 Und siehe, ein Aussätziger kam und betete ihn an und sprach: labas Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus n treckte seine Hand aus, rührete ihn an und sprach: Ich wills thun, —— 0 sei gereiniget. Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. 1l0 Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es Niemand; sondern EFEnNV. 291 Evangelien und Episteln. gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die ů— Moses befohlen hat, zu einem Zeugniß über sie. Wl Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann 0 90 zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause 10 und ist gichtbrüchig und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: dich se Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann ant⸗ n die wortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Famgll an Dach gehest, sondern sprich nur Ein Wort, so wird mein Knecht 1 gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, Ais 3 und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu einem: Honne Gehe hin, so gehet er; und zum andern: Komm her, so kommt n Aler er; und zu meinem Knechte: Thue das, so thut ers. Da das sict Jesus hörete, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm das K nachfolgeten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in kaut. 2 Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen ur hast! vom Morgen und vom Abend und mit Abraham und Isaak und er dent Jakob im Himmelreich sitzen, aber die Kinder des Reichs werden und getha ausgestoßen in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen sgehen I und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe Aech der hin, dir geschehe, wie du geglaubet hast. Und sein Knecht ward Aast Beid gesund zu derselbigen Stunde.— Qeit ö. lkraut un Epistel. Röm. 12, 17—21. in Wiser altet euch nicht selbst für klug. Vergeltet Niemand Böses mit H Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen Jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habet mit allen Menschen Friede. Ia jeche Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Gdlie Zorn(Gottes), denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ich Eustmuth, will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so hcheuch VN speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so Aachwie C. — wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht. chet 3 das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. lad der I 14. sch beruf Euvang. am vierten Sonnt. nach der Ersch. Christi. Matth. 8, 23—27 1he Qesus trat in das Schiff und seine Jünger folgeten ihm. Und verme siehe, da erhob sich ein groß Ungestüm im Meer, also, daß Illchene auch das Schifflein mit Wellen bedecket ward; und er schlief, Und Und die Jünger traten zu ihm und weckten ihn auf und sprachen:„halles. Herr, hilf uns, wir verderben! Da sagte er zu ihnen: Ihr Klein⸗ n Mgter gläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und bes, dräuete den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die mulgl Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das füt Dim ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Vn Epistel. Röm. 13, 8.—10. eid Niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander Iigein 5 liebet, denn wer den Andern liebet, der hat das Gesetz erfüllt. Evangelien und Episteln. 295 be, e Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht ö ödten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugniß geben; ö pimam! dich soll nichts gelüsten; und so ein ander Gebot mehr ist, das 44 haus vird in diesem Worte verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben Uihn: als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So in ant sst nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. In Euangel. am fünften Sonnt. nach der Ersch. Christi. Mtth. 13,24-30. terthan.(Desus legte ihnen ein ander Gleichniß vor und sprach: Das einent: Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf kommt jseinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind da de und säete Unkraut zwischen den Waizen und ging davon. Da de ihn nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das ich n. Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: lommen Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäet? Woher ö zal und hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der werden Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir Heulen hingehen und es ausjäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht the jugleich den Waizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausjätet. bund Lasset Beides mit einander wachsen bis zur Ernte, und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Waizen sammelt mir in meine Scheuern. ies ni Epistel. Col. 3, 12—17. N ö 0 8 I S* ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heiligen und 0 Geliebten, herzliches Erbarmen, Frenndlichkeit, Demuth, det. Sanftmuth, Geduld, und vertrage Einer den Andern, und ver— en 0 gebet euch unter einander, so Jemand Klage hat wider den Andern; husl o lleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Ueber Alles nih. Iber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. l Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr Hi guch berufen seid in Einem Leibe, und seid dankbar. Lasset das 3—½. Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret I und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Her— I jen. Und alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das H hut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und 41 dem Vater durch ihn. md he Evangel. am sechsten Sonnk. nach der Ersch. Christi. Joh. 6, 1—15. Demac füuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias Rue st in Gallläa. Und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß se die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ing hinauf auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit seinen güngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf und siehet, daß viel Volks zu ihm nandel etfüll RN 296 Evangelien und Episteln. kommt und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese essen?(Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte.) Philippus antwortete ihm: Zweihundert Pfennige werth Brods ist nicht genug unter sie, daß ein Jeglicher unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gerstenbrode und zween Fische; aber was ist das unter so Viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünf— tausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. ö Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie, und fülleten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gerstenbroden, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Men— schen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da nun Jesus merkete, daß sie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst alleine. Epistel. Gal. 4, 21—31. aget mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt, habt ihr das Gesetz nicht gehöret? Denn es stehet geschrieben, daß Abra— ham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren; der aber von der Freien ist durch die Berheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Arabien der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser Aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierest, und brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind, Isaak nach, der Verheißung Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgte den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn; denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Evangelium am Sonntage Septuagesimä. Matth. 20, 1—16. QWesus sprach zu seinen Jüngern: Das Himmelrech ist-gleich N einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen nen W auh Grbsch d ging a Aute müß N Weinber u. Abern Id that gl nd andere den gat semand ge Weinbel Da es sem Scho hehe gr elfte St soschen. schr empf Jschen. Msbater! Heitet und A und H Mem Uuntt R du nic 15 dein i lichwie di dem Y 0 Werder Im Viele Woo i Ole, Wihties Hꝛalles Ichen, wi I„ ufs Mlhet; 6 sch. den Rss ain se Evangelien und Episteln. 297 I in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins war um ie poahl. einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. hunden Und ging aus um die dritte Stunde und sah Andere an dem Aahlchs Markte müßig stehen und sprach zu ihnen: 21 ihr auch hin in „den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist; und sie gingen hie, I. hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde und that gleich also. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere müßig stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr eflk hier den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns nd goh Niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in hatte den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. . Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu damm seinem Schaffner: Rufe den Arbeitern und Hen ihnen den Lohn hen s, und hebe an bei den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um lbroden. die elfte n gedinget waren, und empfing ein Jeglicher seinen 2 Mer Hroschen. Da aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden Das s nehr empsandenn und sie empfingen auch ein Jeglicher seinen e h Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider der daß s Hausvater und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde ge— Berg en! arbeitet und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu Einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht. ö Bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm, iht W. was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen Letzten geben Wi gleichwie dir. Oder habe ich nicht Macht, zu thun, was ich n en v mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? dlesh Also werden die Letzten die Ersten, und die Ersten die Letzten sein; gebol, henn Viele sind berufen, aber Wenige sind auserwählt. amenttz Welche Epistel. 1. Cor. 9, 24—27 und 10, 1—5. Wihn Wosh ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen 05 fN Alle, aber Einer e das Kleinod? Laufet nun also, rhn haß ihr es ergreifet. Ein Jeglicher aber, der da kämpfet, enthält 1 sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergängliche Krone em— 1 W pfahen, wir aber eine eete deante alnn Ich laufe aber also, nicht Bride As aufs Ungewisse ich fechte also, nicht als der in die Luft zu D treichet; sondern ich betäube meinen Leib und zähme ihn, daß ich 0 a icht den Andern predige und selbst verwerflich werde. Raht M Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere N Bäter alle sind unter der Wolke gewesen und sind alle durchs nn Meer gegangen, und sind alle unter Mose getauft mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise ge— rlien + gessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken, sie 0 ranken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgete, welcher war Shristus. Ader an ihrer Vielen hatte Gott kein Wohlgefallen; mllethe denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. VW.IN. V * NNN,. Ni, V V e.— 7— 7„„ 298 Evangelien und Episteln. Evangelium am Sonnkage Sexagesimä. Luc. 8, 4—15. Dẽ nun viel Volks bei einander war und aus den Städten zu Jesu eilte, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säe⸗ mann aus, zu säen seinen Samen; und indem er säete, fiel Et⸗ liches an den Weg und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und Etliches fiel auf den Fels; und da es aufging, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und Etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf und erstickten es. Und Etliches fiel auf ein gut Land, und es ging auf und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat, zu hören, der höre! Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dieses Gleichniß wäre. Er aber sprach: Euch ists gegeben, zu wissen das Geheimniß des Reiches Gottes, den Andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichniß: Der Same ist das Wort Gottes, Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und die haben nicht Wurzel; eine Zeitlang glauben sie und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und ersticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld. Epistel. 2. Cor. 11, 19.—33 und 12, 1—9. gieben Brüder, ihr vertraget gern die Narren, dieweil ihr klug seid. Ihr vertraget, so euch Jemand zu Knechten macht, so euch Jemand schindet, so euch Jemand nimmt, so euch Jemand troßet, so euch Jemand in das Angesicht streichet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun Jemand kühn ist,(ich rede in Thorheit), darauf bin ich auch kühn. Sie sind Ebräer, ich auch. Sie sind Israeliten, ich. auch. Sie sind Abrahams Same, ich auch. Sie sind Diener Chnisti(ich rede thörlich), ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeiset, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnöthen gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche weniger eins. Ich bin dreimal gestäupet, einmal gesteini⸗ get, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe des Meeres. Ich habe oft gereiset, ich bin in Gefahr gewesen zu Wasser, in Gefahr unter den Mördern, in Gefahr unter den Juden, in Gefahr unter den Heiden, in Gefahr in den Städten, in Gefahr in der Wüie, in Gefahr SMm 9 Mbei rot sich we Hr ist se Iich b nanet S Hem Ro stann 6 i Ran auf sen Me wesen, Weißei h drittt dem Hott We Hausspr UWich ihmen, Hale ich sh enth. um er Und mitee mich Mfür Isd er un m Hmich Hlaft E Eoa de R0 m un ud dv sllccg. 1 bdl Himnm I Evangelien und Episteln. 299 uf dem Meer, in Gefahr unter den falschen Brüdern, in Mühe Stibte. und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, ein El. in Frost und Blöße; ohne was sich sonst zuträgt, nämlich, daß ich I shhn. äglich werde angelaufen und trage Sorge für alle Gemeinden. gel ung. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, Fels ug. Ind ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich Saf holl!) meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unseres Herrn nen gihn) Fesu Christi, welcher sei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht gut LundPlüige. Zu Damasko der Landpfleger des Königs Areta verwahrete— 0 da er l) sie Stadt der Damasker und wollte mich greifen, und ich ward in* inem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen und was Ils entrann aus seinen Händen. wissen d Es ist mir ja das Rühmen nichts nütze; doch will ich kom⸗ Hleichnihn) mnen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne vellchn) inen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren(ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ichs nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, rt Hohe jo weiß ichs auch nicht, Gott weiß es); er ward entzückt bis in n; darnnh den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen(ob er ehzen, al) in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, auf dan Gott weiß es); er ward entzückt in das Paradies und hörete Wortenn“ unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, häte ich darum nicht thörlich; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht Jemand mich höher achte, denn er an mir siehet oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, st mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel,* der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. ö Dafür ich dreimal den Herrn gefleht habe, daß er von mir wiche. Iihr AUnd er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, ö Lande sso Iten Heht mach.“) denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ch Puash[ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die ö 25 fahl W(raft Christi bei mir wohne. Vorauf ll*— Evangelium am Sonnkage Esto mihi. Matth. 3, 13—17. auch lih auch. u der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johanne, ö i ch l daß er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrete „ ich Iu ihm und sprach: Ich bedarf wohl, daß ich von dir getauft werde, V Odesnühl: und du konmmnst zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: en v Laß jetzt also sein; also gebühret es uns, alle Gerechtigkeit zu er⸗ ö Iul gethl“) füllen. Da ließ ers ihm zu. Und da Jesus getauft war, stieg ö t Hbe er bald herauf aus dem Wasser; und siehe, da that sich der Kleiset, Himmel auf über ihm, und Johannes sah den Geist Gottes gleich 1 Micheh als eine Taäube herabfahren und über ihn kommen. Und siehe, in Heh eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, 006an welchem scch Wohlgefallen habe. FF .V X. V* + 300 Evangelien und Episteln. Epistel. 1. Cor. 13, 1— de enn ich mit Menschen- und mit n redete, und hätte 1 ö der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klin— gende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle ben Geheimnisse und alle Erkenntniß, und hätte allen Glauben, also daß. ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Pucb Und wenn ich alle meine Habe den Armen gebe und ließe meen 0. Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, 5 wäre mirs nichts nütz 1 Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die 0 0 Liebe treibet nicht Muthwillen, sie blähet sich 1.· sie stellet sich. en a 1 nicht iin sie suchet n das Ihre, sie l äset sich nicht er— and bittern, sie trachtet nicht nach r sie freuet sch nicht der Uage Hn III rechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit; sie verträget alles, sie r glaubet alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe höret Rasche nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die an 5 aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. er Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser Weissagen ist d z Stüchwerk; wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das gute Stückwert aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein: e Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; W lce da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir auhige sehen jetzt durch einen Spiegel in einem Worte, dann rei aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich 5 stückweise, dann Eme aber werde ichs erkennen, gleichwie ich ertennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. 18 . ö Mi ö Evangel. am ersten Sonnt. in den Fasten, Invocavit. Matth. 4, 1—11. Wlsebig Dẽ ward Jesus vom Geiste in die Wüste geführt, auf daß er Soh von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage Alel und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher aten z trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese on di, Steine Brod werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet 0 hin geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brod allein, sondern von Im He einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Hlach: Da führete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und niht e stellete ihn auf die Zinne des Tempels und f sprach zu ihm: Bist lr W du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: m vo Er wird seinen Engen über dir Befehl thun, und sie werden uhvor dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an oßl einen Stein stößest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet den auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht virsuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit ö und sprach zu ihm: Dies Alles will ich dir geben, so du nieder⸗ fällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan; denn es stehet geschrieben: Du sillst anbeten Aun Evangelien und Episteln. 301 Hott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der und hun Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. 11— Epistel. 2. Cor. 6, 1.—10. He dl 4158 ö* „ s dieben Brüder, wir ermahnen aber euch, als Mithelfer, daß ihr ich nihk nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn. er spricht: ße meinn Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret und habe dir am Tage ichts nü. des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der nicht, R Tag des Heils! Lasset uns aber Niemand irgend ein Aergerniß selittst geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde, sondern in allen Rniht e. Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer 5 h⸗ Geduld, in Trübsalen, in Nöthen, in Aengsten, in Schlägen, in 4ls s Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in jebe häth Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem de heiligen Geiste, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, nd in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten ssagen und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte wibd d und gute Gerüchte; als die Verführer und doch wahrhaftig; als ilüßn— die Unbekannten und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, Nalin wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet; als die Wi Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch 10 lint Viele reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. eise, dant Evangelium am zweiten Sonntage in den Fasten, Reministere. Nun aba Matth. 15, 21—28. cbe it M Uꝛ Jesus ging aus von dannen und entwich in die Gegend Tyri und Sidon. Und siehe, ein cananäisch Weib ging aus I11. derselbigen Grenze, und schrie ihm nach und sprach: Ach, Herr, ö du Sohn Davids, erbarme dich mein! Meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: f daß e zig Tah Bersuchtt Gh Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlorenen Schafen von 9190 o dem Hause Israel. Sie kam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist dt u nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme und werfe es H. ½dor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr, aber doch essen die Hünd⸗ hn 10 lein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da cen antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist 411 groß! Dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund niht. zu derselbigen Stunde. um sihe uchen. Epistel. 1. Thess. 4, 1—7. chr eiter, lieben Brüder, bitten wir euch, und ermahnen in dem Netlthte. Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr slidel⸗ ö sollet wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. uhgn Denn ihr wiset, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den an EEEENNENNTTT V. V NN , 302 Eyangelien und Episteln. Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei und ein Jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß Niemand zu weit greife, noch vervortheile seinem Bruder im Handel; denn der Herr ist der Rächer über das Alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Un— reinigkeit, sondern zur Heiligung. Evangel. am drikken Sonnt. in den Tasten, Oculi. Luc. 11, 14—28, Oesus trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die Anderen aber versuchten ihn und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen!“ Dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So aber ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibet das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, suchet Ruhe und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder um— kehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er es mit Besemen gekehret und geschmücket. Dann gehet er hin und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst; und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Liib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Epistel. Ephes. 5, 1—-9. Sꝰ seid nun Gotttes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns ha geliebet und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigteit, oder Geiz, lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet; auch handba sicht zie Msen, d Ihu Oöt laset e Imm dies. Inglaub Mailand Vandelt lllerlei augtl 1 und inen h sicht. l ein Re Lede Hekr, h naachen, kddete, Stimm elchen Anger Nsus e füachtet Memat ebot shgen, W shüff hpf Evangelien und Episteln. 38303 Halgu. schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch 4 nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr ussuh!) wissen, daß kein Hurer, oder Unreiner, oder Geiziger(welcher ist 5Memamd ein Götzendiener) Erbe hat an dem Reich Christi und Gottes. del; deg. Lasset euch Niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn lwor giig. um dieser willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des u zur Un. Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen; denn ihr waret wailand Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. 1. 14-N Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. — SS △ 175 es geschoh 0 90 Evangel. am vierken Sonnk. in den TFasten, Lätare. Mtth. 17, 1—9. Er tuelh Uꝛ nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum und Jacobum, ufel. V. und Johannem, seinen Bruder, und führete sie beiseits auf von ihn einen hohen Berg und ward verkläret vor ihnen. Und sein An⸗ prach u. gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß, wird, di als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias, denn de die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: bestche. Herr, hier ist gut sein; willst du, so wollen wir hier drei Hütten ebub. 669 machen, dir eine, Mosi eine und Elias eine. Da er noch also ven tteb redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine sin. 2. Stimme aus der Wolle sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an bommt). welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die teter senm! Jünger höreten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschralen sehr. Genn abe!! Jesus aber trat zu ihnen, rührete sie an und sprach: Stehet auf und XNN INN + —.— / N nimmtee!. fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie den Ruh. Niemanden, denn Jesum allein. Und da sie vom Berge herab gingen, wer ni! gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dies Gesicht Niemand Geist un sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. tten, suhtn R. 3— wicder W Epistel. 2. Petr. 1, 16— 21. wenn Wi haben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch kund Icet. Don. gethan haben die Kraft und Zukunft unseres Herrn Jesu irger s Christi, sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen, da er 16 Daempfing von Gott dem Vater Ehre und Preis, durch eine Stimme, chn. die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit dermaßen: Dies Weib il ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese „ Dr MHN Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ber pnh ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes, pro⸗ phetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und nder, m das sollt ihr für das Erste wissen, daß keine Weissagung in der sliebet ad Schrift geschiehet aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie keine Weissazung aus menschlichem Willen hervorgebracht, sondern Iu lel e ö ö —— Hast die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem Gal. 0 heiligen Geste. ehetz l T V ISe 301 Evangelien und Episteln. Evangel. am fünften Sonnt. in den Tasten, Judica. Joh. 8, 46-59. Oesus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer 60 Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum—— glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort; inn darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antwor⸗ I teten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß 91 du ein Samariter bist und hast den Teufel? Jesus antwortete: 0 Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr 6— unehrt mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber Einer, der Alm al sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So Jemand 10 mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. ü Da die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den 1599 Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du pynchst So Jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, ö welcher gestorben ist? und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so u ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret,—4 welchen ihr sprechet, er sei euer Gott, und kennet ihn nicht. Ich zufli aber kenne ihn, und so ich würde sagen, ich kenne sein nicht, so nr würde ich ein Lügner, Glechwi ihr seid. Aber ich kenne ihn, und 0 hal te n Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen a Tag sehen sollte; und er sahe ihn, und freuete sich. Da sprachen au die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Waf Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich ushen sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine H— auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich und ging her st zum Tempel hinaus. Kh t Epiflel. Hebr. 9, 11—15. alht do Günft aber ist gekommen, daß er sei ein Hoherpriester der zu⸗ dich künftigen Güter durch eine größere und vollkommnere Hütte, 4 Si die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; Hͤrde auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch der sein eigen Blut einmal in das Heilige eingegangen urd hat eine. ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut, Aarith und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der un leiblichen Reinigkeit: wie viel mehr wird das Blut Christi, der wie sich selbst ohn allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert eut hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werken zu dienen ehr dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testament Hben, waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erle empfahen. —.— — — Evangelium am sechsten Sonntage in den Tasten, Palmarum. I. Siehe Evangelium am ersten Sonntage des Advents, Mattl. 21, 1—9. V 8 46-H mich eihe ige, warun Ottes Vont da antht t recht, d. antworttet er, und ih Einer, A. So Nmanh mn ewiglih aß du del n, und du Tod nich Abrahah, Was magt ber ehre, I mich ehte, nicht. N n nicht, P e ihn, ud 5 er meingh da sprachh It und haf vahrlich, i6 1 sie Stil 9 Aund gilh ter der I nere Hütt gebauet i. er ist dut d hat eh 90 Wh mnen zu de chritt, jott Reopfn II dieneg, zu dienn. Mitler Hen is 1 Testame empfaher matuu. 21—4— Evangelien und Episteln. 305 Epistel. Phil. 2, 5—11. Cir Jeglicher sei gesinnet wie Jesus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. Evangelinm am Gründonnerstage. Joh. 13, 1—15. Ver dem Fest aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth ins Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war und zu Gott ging; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hob an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht Alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl, darum sprach er: Ihr seid nicht Alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr, und saget recht daran, denn ich bin's auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch ge— geben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Epistel. 1. Cor. 11, 23—32. Icch habe es von dem Herrn empfangen, daß ich euch gegeben N habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen 14⁴ DEN EE 306 Evangelien und Episteln. ward, nahm er das Brod, dankete und brach es und sprach: Neh. al ge met, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches sthtr! thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen auch den Kelch Er nach dem Abendmahl und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testa- shs ment in meinem Blute; solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem endige Gedächtniß. Denn so oft ihr von diesem Brode esset und von diesem ahet w Kelche trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er nen kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brode isset oder delug i von dem Kelche des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leibe ulo zerse und Blute des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und mer ger also esse er von diesem Brode und trinke von diesem Kelche. Denn(chan, u welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket ihm selber ghen. das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. icen un Darum sind auch so viele Schwache und Kranke unter euch, und nein Rr ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so se Sür würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so ud er! werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht sammt(en ir der Welt verdammet werden. uchnet i hiter ge Evangelium am Charfreitage. Ist das fünfte Hauptstück der Leidensgeschichte. 10 Lection. Jes. 53. Rd Sibe mein Knecht wird weislich thun und wird erhöhet und nd salb sehr hoch erhaben sein, daß sich Viele über dir ärgern wer⸗ ihr ril den, weil seine Gestalt häßlicher ist, denn anderer Leute, und sein asder: —. Ansehen, denn der Menschenkinder. Aber also wird er viele Heiden scher 84 besprengen, daß auch Könige werden ihren Mund gegen ihn zu. Inn de halten. Denn welchen nichis davon verkündigt ist, dieselben werden He Un es mit 1511 sehen und die nichts davon gehört haben, die werden en hang es merken. Aber wer glaubet unserer Predigt? Und wem wird der Arm ahe des Herrn geoffenbart? Denn er schießt auf vor ihm wie ein Reis 80 und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt Fn noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns Haslig gefallen hätte. Er war der Allverachtetste und Unwertheste, voller t Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das u se Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn nichts geachtet. mcs Fürwahr er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen; wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Misse⸗ + that willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Gn Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch 0— seine Wunden sind wir geheilet. Wir gingen Alle in der Irre wie Schafe, ein Jeglicher sah auf seinen Weg; aber der Herr warf unser Aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, that er seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlacht⸗ prach: M; i sh den gash neue Dai⸗ zu meiney von diesen bis daß u isset odn dem Lah selbst, un lche. Dem ihm selhn des Hernh Heuch, und ichteten, i werden, I nicht sammt echöhet un ärgern w⸗ te, und seh viele Hedi gen ihn zl Aben werdel die Wethil ird der Nl wie ein Nal kine Gesll al, die W ches Mil man d 15 geachtl sch unso t und on setet Ms seshoh „ und du in der Iu Haur Un H Wald arlert Wn Sclahl Evangelien und Episteln. bank geführet wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor seinem Scherer und seinen Mund nicht aufthut. Er ist aber aus der Angst und Gericht genommen; wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missethat meines Volks ge— plaget war. Und er ist begraben wie die Gottlosen und gestorben wie ein Reicher; wiewohl er Niemand Unrecht gethan hat, noch Betrug in seinem Munde gewesen ist. Aber der Herr wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuld⸗ opfer gegeben hat, so wird er Samen haben und in die Länge leben, und des Herrn Vornehmen wird durch seine Hand fort⸗ gehen. Darum, daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben; und durch sein Erkenntniß wird er, mein Knecht, der Gerechte, Viele gerecht machen; denn er träget ihre Sünden. Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben; darum, daß er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Uebelthätern gleich ge— rechnet ist, und er Vieler Sünde getragen hat und für die Uebel⸗ thäter gebeten. Evangel. am BZeil. Ostertage. Marc. 16, 1—8. Urd da der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria Jacobi und Salome Speecerei, auf daß sie kämen und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbater sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter ein⸗ ander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein lang weiß Kleid an; und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin und saget es seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus und flohen von dem Grabe; denn es war sie Zittern und Entsetzen angekommen, und sagten Niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Epistel. 1. Cor. 5, 6—8. [Cuer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauer⸗ teig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauer⸗ seig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleichwie ihr ungesäuert eid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalkheit, ondern in dem Süßteig der Lauterkeit und der Wahrheit. NN NVN — VV 9898996e V ᷑ * + VB 5 7 * 0 N + * V. N N —— —— IEn 308 Evangelien und Episteln. Evangelium am zweiten Ostertage. Luc. 24, 13—35. Ur siehe, zween aus den Jüngern des Herrn gingen an dem⸗ selbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feldweges weit, deß Name heißt Emmaus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und seid trau⸗ rig? Da antwortete Einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk; wie ihn unsere Hohen⸗ priester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes und gekreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Israel er⸗ lösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unseren, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel ge— sehen, welche sagen, er lebe. Und Etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und trägen Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben! Mußte nicht Christus solches leiden und zu seiner Herr⸗ lichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen und er stellete sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod,; dankete, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen ge⸗ öffnet, und erkenneten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, da er uns die Schrift öffnete! Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, kehreten wieder gen Jeru⸗ salem und fanden die Elfe versammelt und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simoni erschie⸗ nen. Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brod brach. Epistel. Apgsch. 10, 34—41. etrus aber that seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansieht, sondern in alleriei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm Ihr! VI nhghehn sshidern uc Je W gantz ach der Wn Moz Mhergez m Te sit sind Id zu hangen. l lass. Werbäh Hetkunker Plach zt alche G. Ruße, ic l nicht das f icht gla nen: in Stü und Jeden, Ruß al Whsis, nen d ihne — a Assemi allen L Whses Whesst Wroph. Meelh sahe! söhten Uin x —35, n an dom alem sechi redeten mi „ da sie 6 5 zu ihnth halten, W 5 sind das d seid tuah⸗ d sprach zu Isalem, da 12 Und n Das von von Thathh ere Hoheh⸗ immniß da Nrael ei⸗ daß solche der Unseres, Leib nich Engel ge gingen , aber ihn Thoren u seten gercde seiner Han⸗ Propheln, gt waten, en und( Rten ihn IN und der I bleiben. W Das Buh Augen Y⸗ ihnen. l in uns N uft 5fnck er gen N varen, wa moni eisht schehen vul Brod huß icht onden 77* Evangelien und Episteln. angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum(welcher ist ein Herr über Alles), die durch das ganze jüdische Land geschehen ist und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte; wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umhergezogen ist und hat wohlgethan und gesund gemacht Alle, die vom Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet und an ein Holz ge⸗ hangen. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. Evangelium am dritten Ostertage. Luc. 24, 36—47. Dꝰ sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken aber und fürchteten sich, meinten, sie sähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken? Und warum kommen solche Gedanken in eure Herzen? Sehet meine Hände und meine Füße, ich bin es selber; fühlet mich und sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß ich habe. Und da er das sagte, zeigte er ihnen Hände und Füße. Da sie aber noch nicht glaubten vor Freuden, und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Und sie legten ihm vor ein Stück von gebratenem Fisch und Honigseimes. Und er nahm es und aß vor ihnen. Er aber sprach zu ihnen: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war; denn es muß alles erfüllet werden, was von mir geschrieben ist im Gesetz Mosis, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständniß, daß sie die Schrift verstanden. Und sprach zu ihnen: Also ist's geschrieben, und also mußte Christus leiden und auferstehen von den Todten am dritten Tage, und predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern, und anheben zu Jerusalem. Epistel. Apgesch. 13, 26—33. AIhr Männer, lieben Brüder, ihr Kinder des Geschlechts Abra— hams, und die unter euch Gott fürchten, euch ist das Wort dieses Heils gesandt. Denn die zu Jerusalem wohnen, und ihre Obersten, dieweil sie diesen nicht kannten, noch die Stimme der Propheten(welche auf alle Sabbater gelesen werden), haben sie dieselben mit ihren Urtheilen erfüllet. Und wiewohl sie keine Ur⸗ sache des Todes an ihm fanden, baten sie doch Pilatum, ihn zu tödten. Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrie⸗ ben ist, nahmen sie ihn von dem Holze und legten ihn in ein Grab. IEENEE 3810 Evangelien und Episteln. Aber Gott hat ihn auferwecket von den Todten. Und er ist er⸗ schienen viele Tage denen, die mit ihm hinauf von Galiläa gen Fin! Jerusalem gegangen waren; welche sind seine Zeugen an das Voll. 3 für Und wir auch verkündigen euch die Verheißung, die zu unsern. 2 5 Vätern geschehen ist, daß dieselbige Gott uns, ihren Kindern, er⸗ Aunge füllet hat, indem, daß er Jesum auferwecket hat. scho Evangelium am ersten Sonntage nach Ostern, Guasimodogeniti. haj, de Joh. 20, 19—23. V n Yetotben m Abend aber desselbigen Sabbats, da die Jünger versam⸗ melt und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände hungl. und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! I Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da em Hel wor d nun er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin Aspe den heiligen Geist; welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie das erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. uih sch Epistel. 1. Joh. 5, 410. Ehlt lles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser nn Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist dwon aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus nez Gottes Sohn ist? Dieser ist's, der da kommt mit Wasser und Blut, bwend Jesus Christus; nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und nadet Blut. Und der Geist ist's, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. hn 0 — Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort Wuchee und der heilige Geist, und diese drei sind Eins. Und drei sind, ihtit die da zeugen auf Erden: der Geist und das Wasser und das hnren Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeug⸗ Wun — niß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer; denn Gottes Zeugniß un ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohn. Wer da glaubet l 0 an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. 10 Evangelium am zweiten Sonnt. nach Ostern, Misericordias Vomini. Joh. 10, 12-16. ö Ochh bin ein guter Hirte; ein guter Hirte lässet sein Leben für Hiche die Schafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die I gr Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen und verlässet die Se Schafe und fleucht, und der Wolf erhaschet und zerstreuet die an a Schafe. Der Miethling aber fleucht; denn er ist ein Miethling und hulen achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte und erkenne die anme Meinen und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet Hektn und ich kenne den Vater, und ich lasse mein Leben für die Schafe. Haupt ᷓ Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem hlter Stalle; und dieselbigen muß ich herführen und sie werden meine adei Stimme hören, und es wird Eine Heerde und Ein Hirte werden. Ws d er ist a⸗ lln 9n mn das Woh. zu unemn Kindern, a lodogeniii ger versam⸗ iht vor dan nen: Friche die Händt e den Henn ei mit eucj! h. Und de Nehmet hin nen sind se halten. , und unsn at. Wer f daß Isd er und Vlh Wasser und Wahrheit „ das Wo d drei sinh er und d schen Za⸗ ttes Zeugni da glaabe . dus Houmn ö Leben fl it, de N vetliset d frrt M. Hiethling M Rertenne N Pater Em die Sh aus vis rden mant ine wan Evangelien und Episteln. 311 Epistel. 1. Petr. 2, 21—25. Diu dazu seid ihr berufen, sintemal auch Christus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden, welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht dräuete, da er litte, er stellte es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde ab⸗ gestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil worden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe, aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen. Evangel. am dritlen Sonnt. nach Ostern, Jubilate. Joh. 16, 16—23. ü ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, das er sagt zu uns: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das er sagt: Ueber ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein; doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Trau⸗ rigkeit, denn ihre Stunde ist gekommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder sehen und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Epistel. 1. Petr. 2, 11—20. Lden Brüder, ich ermahne euch als die Fremdlinge und Pil⸗ grimme: Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Hei⸗ den, auf daß die, so von euch afterreden als von Uebelthätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm zur Rache über die Uebel⸗ thäter und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Evang. am fünften Sonnt. nach Ostern, Rogate. Joh. 16, 23—30. Wurd Wohnig, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten als werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bis⸗ H 312 Evangelien und Episteln. Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre r ne I ö Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. = Ihr Knechte, seid unterthan mit aller Furcht den Herren, 0 ̃it 1 nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunder⸗ ac st lichen. Denn das ist Gnade, so Jemand um des Gewissens willen ahe n zu Gott das Uebel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was p ich ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Iele 2 Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erduldet, das ist in 0 Gnade bei Gott. f ö Evangelium am vierten Sonnt. nach Ostern, Cantate. Joh. 16,5— 15. hhhe zu I No'n aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und Nie—— ö N. mand unter euch fraget mich, wo gehest du hin? Sondern, 0 II dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns 0— ö worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich ö hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht Hud zu euch; so ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und ⁵— wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde N 15 und um die Gerechtigkeit und um das Gericht. Um die Sünde, Khit daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß 0 0 ö ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht sehet. Um das 7 ö ö Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch 5 noch viel zu sagen, aber ihr könnet es jetzt nicht tragen. Wenn hunn „* aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch 2 IN in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden,—5 ö sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig 1 ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären; 18 denn von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen.•n Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: bfs Er wird es von dem Meinen nehmen und euch verkündigen. ungt I Epistel. Jac. 1, 16—21. Mlet Al gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben ö herab von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Ver⸗ 10 4 änderung noch Wechsel des Lichts und der Finsterniß. Er hat uns 0 U — gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf wang daß wir wären Erstlinge seiner Creaturen. Darum, lieben Brüder, wi ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden 35 0 und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, b was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und e alle Bosheit und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in se euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. — hnen — her habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet Ie Dut Cht den König en Herren, n wunder⸗ sens willen Denn was iche leidetd det, das ist 16,5—15. und Nie⸗ Sondern, Trauerns uUt, daß ih röster nicht dden. Und die Sünde ie Sünde, aber, daß Um das habe euch n. Wenn wird euch elber reden, 5 zukünftig verkläten; erkündigen. ich gesagt: igen. von oben eine Ver⸗ Er hat uns rcheit, aus en Brüͤder, zu reden hut nicht herkeit und th, das in M. , 23—0• Was biltl hen. Me 9 10 wad Evangelien und Episteln. ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprichwort geredet; es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und sagest kein Sprichwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt und bedarfst nicht, daß dich Jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Epistel. Jac. 1, 22—27. Sẽd aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so Jemand ist ein Hörer des Worts und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich be— schauet hat, geht er von Stund an davon und vergisset, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbe wird selig sein in seiner That. So aber sich Jemand unter euch lässet dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der: Die Waisen und Wittwen in ihrer Trüb— sal besuchen und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangelium am Test der Bimmelfahrt Christi. Marc. 16, 14—20. uletzt, da die Elfe zu Tische saßen, offenbarte sich der Herr und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur!“ Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdam— met werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinken, wird's ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird's besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel und sitzet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch mit— folgende Zeichen. W N N 314 Evangelien und Episteln. Epistel. Apgsch. 1, 1—11. D erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von alle dem, das Jesus anfing, beides zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Apo⸗ steln(welche er hatte erwählet) durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte; welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte durch mancherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Je⸗ rusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehört(sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getaufet, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat; sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jeru⸗ salem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt hatte, ward er aufgehoben zusehends und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangelium am sechsten Sonntage nach Ostern, Exaudi. Joh. 15, 26—16, 4. W'n aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun; es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater, noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, ihr daran gedenket, daß ich's euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Epistel. I. Petr. 4, 8—11. Se seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Din⸗ gen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter ein⸗ det h Oabe, di halti 01 Uunt. Hemöge Ihtiesen mn Evi 6 W᷑ Uohnun Rline X sondern luch ge. R heil humen, lles de linen ht. ehöket, Meuch. Igt' ih. Un Mh, We sfhott: Maser A kune, Miet 0 V Mü Immel Haus ch als s; ped szusp Uaben Hme Evangelien und Episteln. 31⁵ ander ohne Murmeln, und dienet einander, ein Jeglicher mit der „von gle. Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der man⸗ zu lähten. cherlei Gnade Gottes. So Jemand rede, daß er's rede als Gottes den Mu. Wort. So Jemand ein Amt hat, daß er's thue als aus dem eist Bescl! Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott dig ezeh. gepriesen werde durch Jesum Christ, welchem sei Ehre und Gewalt untet ihrn. don Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. —·090 Evangelium am Heil. Pfingsttage. Joh. 14, 23—81. des Lalnz er mich liebet, der wird mein Wort halten und mein Vater hannes 0 wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht, und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, ihn und sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu das Rei euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, t zu wisfen der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem hallen hat Namen, derselbige wird es euch alles lehren und euch erinnern hen wuche alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, Iyut meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt iin End. giebt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Ihr habt Aufgehcbn gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder n m w. zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich sunden gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer, denn 0 ¾i ich. Und nun habe ich's euch gesagt, ehe denn es geschieht, auf uch ag 0 daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde bhu hinfort mehr nicht viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst mmel, wñ dieser Welt und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt er⸗ kenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Laudi. Vater geboten hat, stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. Epistel. Apgsch. 2, 1—13. euch hur Urꝛd als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie Alle ein⸗ vom 0 müthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom nuch zuuge Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen die Zungen zerthei⸗ iiht 09 let, als wären sie feurig, und er setzte sich auf einen Jeglichen unter e Zet, 0 ihnen; und wurden Alle voll des heligen Geistes und fingen an ienst 5rn. zu predigen mit andern Zungen, nach dem der Geist ihnen gab eder nn auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die euch 4* 0 waren gottesfürchtige Männer aus allerlei Volk, das unter dem edenkel, du Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zu⸗ von Mufalg sammen und wurde verstürzt; denn es hörete ein Jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber Alle, ver— wunderten sich und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese D Alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein Jeg⸗ allen 0 licher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und j 8 Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia und un eist getauft — N DEINE 816 Evangelien und Episteln. in Judäa und Cappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pam⸗ philia, Egypten und an den Enden der Lybien bei Cyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Creter und Ara⸗ ber: wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber Alle, und wurden irre und sprachen Einer zu dem Andern: Was will das werden? Die Andern aber hatten es ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Evangelium am zweiten Pfingsttage. Joh. 3, 16—21. Qesus sprach zu Nicodemo: Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht; denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht bestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott gethan. Epistel. Apgesch. 10, 42—48. Dẽ Herr hat uns geboten, zu predigen dem Volk, und zu zeugen. daß er ist verordnet von Gott, ein Richter der Lebendigen. und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch⸗ seinen Namen Alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden. empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf Alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Be⸗ schneidung, die mit Petro gekommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen. ward. Denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl, sie zu— taufen in dem Namen des Herrn. Evangelium am dritten Pfingsttage. Joh. 10, 1—11. Qesus sprach zu den Juden: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch⸗ X. Wer nicht zur Thür hineingehet in den Schafstall, sondern steiget anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Mörder. Der⸗ aber zur Thür hineingehet, der ist ein Hirte der Schafe. Dem⸗ selbigen thut der Thürhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme, und er rufet seine Schafe mit Namen und führet sie aus. Und wenn er seine Schafe hat ausgelassen, gehet er vor ihnen hin, Iud die Glem m; de ste A had er; Ih wa Ue, die Ussen; Müt; und wi nicht, d Ren, d 0 6 V hum sj daf Keinen Nu. Hellgen Ebam Rr N0 Iin Lel hun, brach Ienen iht. Hebbte Mutte sch, K wetde Hothe wase em, wetde ohl sühre Ag ser Nr: und ih und Pan⸗ Cyrene, ud et und Mn nin Golt und sprachn Andern— sen Weins, 6—21. geliebet, daj die an ihn Leben habg, Welt, daß ei werde. Ma icht glaube Namen daz cht, daß de üliebten di waren bösl nicht an d Her aber N Zerke offenba ud zu uhe r Lebendiheh. „ daß dut der Sündn ige Geistun der A. ten sich M. sgegosch. en und O0 Immand del den hellhe. befahl, s Evangelien und Episteln. und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen von ihm; denn sie kennen der Fremden Stimme nicht. Diesen Spruch sagte Jesus zu ihnen; sie vernahmen aber nicht, was es war, das er zu ihnen sagte. Da sprach Jesus wieder zu ihnen: Wahr⸗ lich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Thür zu den Schafen. Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Mörder ge— wesen; aber die Schafe haben ihnen nicht gehorchet. Ich bin die Thür; so Jemand durch mich eingehet, der wird selig werden; und wird ein- und ausgehen und Weide finden. Ein Dieb kommet nicht, denn daß er stehle, würge und umbringe. Ich bin gekom— men, daß sie das Leben und volle Genüge haben sollen. Epiflel. Apgesch. 8, 14— 17. Dẽ aber die Apostel höreten zu Jerusalem, daß Samaria das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Pe— trum und Johannem. Welche, da sie hinab kamen, beteten sie über sie, daß sie den heiligen Geist empfingen. Denn er war noch auf Keinen gefallen, sondern waren allein getauft in dem Namen Christi Jesu. Da legten sie die Hände auf sie und sie empfingen den heiligen Geist. Evangelium am Test oder Sonniag Urinikatis. Joh. 3, 1—15. 5 war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nico⸗ demus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen; denn Niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand von Neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahr⸗ lich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geiste, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geiste geboren wird, das ist Geist. Laß dich's nicht wun⸗ dern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von Neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, von wannen er kommt und wohin er fähret. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geiste geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Mei⸗ ster in Israel und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn +.— 2* V UE * N,N. IN. N Le zurtvisat6.s V* W. — * — VN„ — —————— N EENEEELLE 818 Evangelien und Episteln. ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Epistel. Röm. 11, 33—36. welch eine Tiefe des Reichthums, beide der Weisheit und Er⸗ kenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Evangelium am ersten Sonntage nach Trinitatis. Luc. 16, 19—31. E war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freu— den. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen, doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abra— hams Schooß. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf und sahe Abraham von ferne und Lazarum in seinem Schooß, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das Aeußerste seines Fingers ins Wasser tauche und kühle mein Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet und du wirst ge— peiniget. Und über das Alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß, die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie auch nicht kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten, laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auferstände. x t it 0 Hott f daß u Aachwie e 0 Ve Hulch Hebe. 2Q Nma en Hi sie ann His von i Eanngeliu 6 Wat Mͤle Ihendma Hleit. U N Erst saus g d der h gehe d det nicht Heuen w shlchte: n füh Hellin, Hfohlen dem Ind Monmn der getonnn it. Und u⸗ also nuß ihn glaubn, n. heit und h seine Gauihle wer hat ihn Denn p Ihm sei Ehl „6, 19—ʃ Purpur ud und in Fu der lag r sättigen d um in salen ich mein, U 3 ins Wat ein in Nal daß du dün Dagegm du Wirt gl nd euch e hina sahn Uuns heu nch Lub Evangelien und Episteln. 319 Epistel. 1. Joh. 4, 16—21. 8²⁸ ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, uf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn leichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht uder Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn e Furcht hat Pein; wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in er Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. 3o Jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der st ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, die kann der Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben vir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. gvangelium am zweiten Sonnt. nach Crinitatis. Luc. 14, 16— 24. 5 war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl und lud Viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Ubendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles hereit. Und sie fingen an Alle nach einander sich zu entschuldigen. Der Erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muß Hhinaus gehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. And der Andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ih gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ih nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem AInechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt unnd führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden berein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du vefohlen hast, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach u dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nöthige sie, herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Igch sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Epistel. 1. Joh. 3, 13—18. erwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt hasset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen find, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, Her bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todt⸗ shläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Heben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber Jemand dieser Welt Güter hat und siehet seinen Bruder darben und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. DEEEENE LEEEEEEE 320 Evangelien und Episteln. 31906 h zu Evangelium am drikten Sonnt. nach Trinitatis. Luc. 15, 1—10. 1 Eꝰ naheten aber zu Jesu allerlei Zöllner und Sünder, daß sii hem ihn höreten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murreten uhe un und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. Lhe Er aber sagte zu ihnen dies Gleichniß und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neunundneunzig in der Wüste Du und hingehe nach dem verlornen, bis daß er es finde? Und wenn ic er es gefunden hat, so leget er es auf seine Achseln mit Freuden. W üng Und wenn er heim kommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn; ind und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein illei, Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch bossen Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut, vor ind vol neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. uihät Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen ahuet si verlieret, die nicht ein Licht anzünde und kehre das Haus und besse, suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn ge⸗ he st funden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen und umen spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen ge— IN funden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freuͤde sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. be Epistel. 1. Petr. 5, 6—11. 1 Sꝰ demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß und un er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf innsn ihn, denn er sorget für euch. Seid nüchtern und wachet; denn euer der Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe und Wh suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben H0l und wisset, daß, eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der ld Welt ergehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu I gan seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die Wotken ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. chlossen 2 Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.% wint Imet Evangelium am vierten Sonnt. nach Trinitatis. Luc. 6, 36—42. in D seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. IIR Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet; verdammet it nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet; vergebet, so wird euch ver⸗ Wh geben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll gedrückt, gerüttelt n so und überflüssig Maß wird man in euren Schooß geben; denn eben um mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. I — Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem is Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die 0 * Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollljlommen. Was siehest„ du aber einen Splitter in deines Bruders Auge und des Balkens r in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du ONI + 15j,1 der, daß f ten murtih t mit ihngn ch. Mahe vso er de der Wistö Und wan nit Freuden nd Nachbam. Rhabe men! so wird aut ze thut, vn ie der einen Haus und sie ihn g⸗ rinnen und. Groschen ge Wird Freude Buße thut. Gottes, daß werfet auf t; denn eul + Lowe und im Glauben üder in den“ rufen hat. Id euch, 1 n, gründu. itl Ann. 6, 36—½ mhetig verdammet ird euch vee t, gerüttch denn chih der mesen“ indet nen Evangelien und Episteln. 321 sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zeuch zuvor den Balken aus deinem Auge und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Epistel. Röm. 8, 18— 23. Du ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sei, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit, ohne ihren Willen, sondern um deß willen, der sie unter⸗ worfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienste des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir de des Geistes Erst⸗ linge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft und warten auf unseres Leibes Erlösung. Evangelium am fünften Sonntage nach Trinitatis. Luc. 5, 1—11. 5begab sich aber, da sich das Volk zu Jesu drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am See Genezareth und sah zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausget 492 und wuschen ihre Netze; trat er in der Schiffe eines, welches Si⸗ monis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führete. Und er setzte sich und lhrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatt aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe und werfet eure Netze aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz Und da sie das thaten, be⸗ schlossen sie eine große Menge Fische und ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schiffe waren, daß sie kämen und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und fü lleten bede Schiffe voll, also daß sie sanken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu zu den Knieen und sprach: Herr, gehe von mir hin⸗ aus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken angekommen, und Alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit einander gethan hatten; desselbigen gleichen auch Ja⸗ dobum und Johannem, die Söhne Zebedäi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Nenschen fahen. Und sie führeten die Schiffe zu Lande und verließen alles und folgeten ihm nach. Epistel. 1. Petr. 3, 8—15. Goolh aber seid allesammt gleich gesinnet, mitleidig, brüderlich, bammhernz freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder ö ö ö ö ö ö EDEE.W EEEEEEEEEEEEEEE 7. 322 Evangelien und Episteln. Scheltwort mit Scheltwort; sondern dagegen segnet, und wisset, un N daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer ale en leben will, und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß Oh in sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und thue Gutes, er suche Frieden und jage huuht ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, ou de und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn f siehet auf die, die da Böses thun. Und wer ist, der euch schaden amatt könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet hunet u um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch un mir aber vor ihrem Trotzen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber dum 6 Gott den Herrn in euren Herzen. Vorteten Evangelium am sechsten Sonnt. nach Trinitatis. Matth. 5, 20—26. 8 CEꝰ sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten se bide und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. und bra Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht agtten; tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich schlin aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Ge⸗ i ab richts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist schm6 des Raths schuldig; wer aber sagt: Du Narr, der ist des hölli⸗ huten; schen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda auf dem Altar deine Gabe und gehe Ihem zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann VI komm und opfere deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher Nnse bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich undemn der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter, und ge der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den aei Kerker geworfen. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von umn 0 dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. W En Epistel. Röm. 6, 3—11. Ade ihr Wos ihr nicht, daß Alle, die wir in Jesum Christ getauft sind, T0 die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferwecket von den Todten durch die Herrlichkeit des Vaters, Img Iben also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir„h aber sammt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden* wir auch der Auferstehung gleich sein, dieweil wir wissen, daß unser 0 alter Mensch sammt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib in aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer ge- storben ist, der ist gerechtfertigt von der Sünde. Sind wir aber Run mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben uth werden und wissen, daß Christus, von den Todten erweckt, hin⸗ fort nicht stirbt; der Tod wird hinfort nicht über ihn herrschen. Denn das er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu 0 und wisu. Denn un Zunge, d trügen. 6r en und sagn ie Gerechth, des Hein euch schoden auch leidet! fürchtet eut Heiliget abn 5, 20—35. hriftgelehtte eich kommah. sollst nicht 9 sein. Ih ist des Oe⸗ acha, der is st des holl⸗ be auf dan ruder etbosz be und ghh und alsdant Widersahn uf daß d ncht benhlet des Mal In. So M „ so ved en, daß sündlihe denn wer I6 ind wit 0 nit ihm lin Hll erwell, u henshn“ gftobbe ö Evangelien und Episteln. einem Mal; das er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium am siebenten Sonnt. nach Trinitatis. Marc. 8, 1—9. u der Zeit, da viel Volks da war und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir ver⸗ harret und haben nichts zu essen, und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten. Denn Etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger ant— worteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß, wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habet ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode und dankete und brach sie und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vor⸗ legeten; und sie legten dem Volke vor. Und hatten ein wenig Fischlein, und er dankete und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei vier Tausend, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. Epistel. Röm. 6, 19—23. Occh muß menschlich davon reden um der Schwachheit willen eures * Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienste der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern, also begebet nun auch eure Glieder zum Dienste der Ge⸗ rechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium am achten Sonni. nach Trinikatis. Matth. 7, 15—23. Soet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trau⸗ ben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht Alle, die zu mir sagen: SEENDE“ 82⁰¹ Evangelien und Episteln. Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen ch thun meines Vaters im Himmel. Es werden Viele zu mir sagen n an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen i geweissaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausge— wundi trieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan“ hel, Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt, zhalg weichet Alle von mir, ihr Uebelthäter. hurien Epislel. Röm. 8, 12—17. I.* o sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleische, um w daß wir nach dem Fleische leben. Denn wo ihr nach dem 10 fal Fleische lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch shen den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn an Ne welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn Aunne ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermals fürchten müßtet, sondern ihr habet einen kindlichen Geist angal empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Der⸗ 1860 selbige Geist giebt Zeugniß unserm Geiste, daß wir Gottes Kinder m sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich nih Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, Fem auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. 6 lid Evangelium am neunken Sonnt. nach Trinitatis. Luc. 16, 1—9. in E war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward Wü vor ihm berüchtigt, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. hum Und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? n Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort Iu Har nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Du Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir; gra- i ben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, Si was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzet werde, Wi daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle hn. Schuldner seines Herrn und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Oels. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich und schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie 0 viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Waizen. Und 0 er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreibe achtzig. Und We der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er klüglich ge⸗ R6 than hatte; denn die Kinder dieser Welt sind klüger, denn die i 0 Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: e, Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß. ütn wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. 0 d Epistel. 1. Cor. 10, 6—13. 0 as ist uns aber zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht ge⸗ hin, d lüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüstet hat. Werdet I auch nicht Abgöttische, gleichwie jener Etliche wurden, als geschrie⸗ Udg den Wilhj uu mit sagn nem Namay eufel gusgr aten gethanl. nie erkannj, dem Fleisch, r nach den X aber dulh leben. Dum nder. Denm daß ihr euh dlichen Geit Jater! Da⸗ rottes Kinde ö ben, nämlh“ mit leiden, (. 16, 1. er, der wach umgebragt 5 70 das von dill must hinfon li sich selht n mir; gui weiß wohl esetzet weldn 11 sch A. Wie viel dt“ onnen Och und schrah u aber, M aten. Id Whhih, A fliglih g⸗ , demn 2 nicht g mns nihhn Wötdet hat. Mer ll geshle ö Evangelien und Episteln. 825 ben stehet: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter Jenen Hurerei trieben und fielen auf einen Tag dreiundzwanzig Tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht ver⸗ suchen, wie Etliche von Jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie Jener Etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde. Es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Da⸗ rum, wer sich lässet dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine denn menschliche Versuchung betreten, aber Gott ist getreu, der euch nicht lässet versuchen über euer Vermögen, sondern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Evangelium am zehnten Sonnt. nach Trinitakis. Luc. 19, 41—48. U als der Herr Jesus nahe hinzukam, sahe er die Stadt an und weinete über sie und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich be— lagern und an allen Orten ängsten; und werden dich schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrete täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Vornehmsten im Volke trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten. Und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an und hörete ihn. Epistel. 1. Cor. 12, 1—11. Ven den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen und hingegangen zu den stummen Götzen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch kund, daß Niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und Niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket alles in allen. In einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gege⸗ ben, durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Andern wird gegeben, zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem Andern der Glaube, in demselbigen Geist; einem Andern die Gabe, N * ˖ 2 326 Evangelien und Episteln. gesund zu machen in demselbigen Geist; einem Andern Wunder zu thun, einem Andern Weissagung, einem Andern Geister zu un⸗ terscheiden, einem Andern mancherlei Sprachen, einem Andern die Sprachen auszulegen. Dies aber Alles wirket derselbe einige Geist und theilet einem Jeglichen seines zu, nach dem er will. Evangel. am elften Sonnt. nach Trinitatis. Luc. 18, 9—14. Dẽr Herr sagte zu Etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die Andern, ein solch Gleichniß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel, zu beten, Einer ein Pharisäer, der Andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner; ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehn— ten von Allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertigt in sein Haus vor Je⸗ nem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Epistel. 1. Cor. 15, 1—10. Occh erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch X verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in wel⸗ chem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet; welcher⸗ gestalt ich es euch verkündigt habe, so ihr's behalten habet, es wäre denn, daß ihr's umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift, und daß er begraben sei und daß er auferstanden sei am dritten Tage, nach der Schrift, und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, deren noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach Allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeine Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade ist an mir nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evangel. am zwölften Sonnt. nach Trinitatis. Marc. 7, 31—37. Ur da der Herr Jesus wieder ausging von den Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, Ir slun Id er r in suf gen e did Nund st Ien, naht sie Ind spt hörend! U x & M Ils von Wlcher Nstame Ret Bul Mt, de Oal, Kla schen d schts, Ien Wei mmni Hllochti. 900 Riher l x Luft I y lulthed e lie Ralm, Hllhter sern Wunde deister zu un Anderm N einige Gait l. 8, 9—14. aß sie fronm lüchriß: G. beten, Einn T stand und ich nicht hin der auch iui be den Zehn.“ d von fern. ondern schlg gnädigl I haus vor Jr tiget wetden. . „das ich euc habt, in we⸗ det; welche n habet, nn ich hahe habe, da Schrift, I hritten Tah hon Rerhaz worden dol n noch Wieb sehen woddch nach Mol chen wodde der ih nit dee Gench ih, dae sen, e i0 de 40 3¹½⁰⁷ Grenzen an Unte 6 Iab ö I Evangelien und Episteln. 827 der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders und legte ihm die Fin— ger in die Ohren und spützte und rührte seine Zunge, und sahe auf gen Himmel, seufzte und sprach zu ihm: Hephata, das ist: thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten'ss Niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maße und sprachen: Er hat alles wohlgemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Epistel. 2. Cor. 3, 4—11. in solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber; sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott; welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet und in die Steine ist gebil⸗ det, Klarheit hatte, also, daß die Kinder Israel nicht konnten an⸗ sehen das Angesicht Mose, um der Klarheit willen seines Ange— sichts, die doch aufhöret: wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Ver⸗ dammniß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwängliche Klarheit. Denn auch jenes Theil, das verkläret war, ist nicht für Klarheit zu achten gegen dieser überschwänglichen Klarheit. Denn so das Klarheit hatte, das da aufhöret, vielmehr wird das Klarheit haben, das da bleibet. Evangel. am dreizehnten Sonnt. nach Trinitatis. Luc. 10, 23—37. Qesus wandte sich zu seinen Jüngern und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie steht im Gesetz geschrieben? wie liesest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Wräft⸗ lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen räften und von ganzem Gemüthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue Das, so wirst du leben. N„ IRN Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Mörder; sie zogen ihn aus und schlugen ihn, IOV VEVVW N r νν 328 Evangelien und Episteln. und gingen davon und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog, und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete und kam dahin; und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Oel und Wein, unb hob ihn auf sein Thier und füh⸗ rete ihn in die Herberge und pflegete sein. Des andern Tages reisete er, und zog heraus zween Groschen und gab sie dem Wirth und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du etwas mehr wirst dar⸗ thun, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher dünket dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. Epistel. Gal. 3, 15—22. Lben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist je die Verheißung Abra⸗ ham und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Samen als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor bestätigt ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durch's Gesetz aufhören, welches gegeben ist über vierhundertunddreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Ver⸗ heißung gegeben. Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenkt. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu gekommen um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines Einigen Mittler: Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gesetz wider Gottes Ver⸗ heißungen? Das sei ferne! Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahr⸗ haftig aus dem Gesetze. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Evangelium am vierzehnten Sonnt. nach Trinitatis. Luc. 17, 11—19. U˖d es begab sich, da Jesus reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samariam und Galiläam. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, er⸗ barme dich unser! Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hin⸗ gingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß gestn Sihnme ; U hrach⸗ Heune? d gül Uihm: Veber Fle IM Gei Aandet er Gei ie Wer Ht, Un Ju, Heschen lvor,d Ne dr Wreundl slchei lehsige Inngel Na Iud des Hamm d ih . a de un 5 Evangelien und Episteln. 829 —— 0 er gesund geworden war, kehrete er um und pries Gott mit lauter hen—— Stimme, und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankete .— i ihm; und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und 5 Hhn. sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? Wo sind aber die M a. neune? Hat sich sonst Keiner gefunden, der wieder umkehrete Rmd und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin; dein Blaube hat dir geholfen. Tuge e dem Wil Epistel. Gal. 5, 16—24. cht wirst do ieben Brüder! Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des 1 Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider er Nöchte den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselbige sind wider spiach.. einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber u ihm: E der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind Ehebruch, Hurerei, Unreinig⸗ keit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und der⸗ in: Mrahl! gleichen; von welchen ich euch habe zuvor gesagt und sage noch wes best zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. lißung Un. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, ich die Sun Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider inen San solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die dlaulan kreuzigen ihr Fleisch sammt den Lüsten und Begierden. W ehe Evangel. am fünfzehnten Sonnt. nach Trinitatis. Matth. 6, 24-34. so das Eil iemand kann zweeen Herren dienen; entweder er wird einen t duuch Ye hassen und den andern lieben, oder wird einem anhangen 9 Wehußüug! und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem ezu gekom. Mammom. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, ie Berheißul. was ihr essen und trinken werdet; auch nicht für euren Leib, was die Hand ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? little: 66. und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter Gottes W. dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht geben u. in die Scheunen, und euer himmlischer Vater nähret sie doch. hrigkit vah Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der les besthose! seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? den Glalẽ Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlich⸗ „I7, I.Nkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben eine. So denn Gott 100 r muits das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und eine gh morgen in den Ofen geworfen wird; sollte er das nicht vielmehr 1 von fih euch thun? O ihr Kleingläubigen! Mester Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir ihn essen? was werden wir trinken? womit werden wir uns kleiden? 0 fi fl Nach solchem Allen trachten die Heiden; denn euer himmlischer , Mahe,S Vater weiß, daß ihr deß Alles bedürfet. Trachtet am ersten na 1 00 sahe 1⁵ N V/ 7 N,. * 380 Evangelien und Episteln. dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches Alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist ge— nug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Epistel. Gal. 5, 25 bis 6, 10. Sꝰ wir im Geiste leben, so lasset uns auch im Geiste wandeln. Lasset uns nicht eitler Ehre geizig sein, unter einander zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereiler würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanft⸗ müthigem Geiste, die ihr geistlich seid, und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des Andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich Jemand lässet dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein Jeglicher aber prüfe sein selbst Werk, und alsdann wird er an sich selber Ruhm haben und nicht an einem Andern. Denn ein Jeglicher wird seine Last selbst tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Worte, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott lässet sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleische das Verderben ernten; wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geiste das ewige Leben ernten. Lasset uns aber Gutes thun und nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an Jeder⸗ mann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Evangelium am sechzehnten Sonnt. nach Trinitatis. Luc. 7, 11—17. Uꝰ es begab sich darnach, daß Jesus in eine Stadt mit Namen Nain ging, und seiner Jünger gingen viele mit ihm und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mut⸗ ter; und sie war eine Wittwe, und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen und sprach zu ihr: Weine nicht. Und trat hinzu und rührete den Sarg an und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Todte richtete sich auf und fing an zu reden, und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie Alls eine Furcht an und priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heim⸗ gesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegenden Länder. Epistel. Ephes. 3, 13—21. uten Brüder! Darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater mrs& IW da Kbe nae en E In dule Wwurzel ut alle Tuse un ser ist Holtesft Oles, da Ius wik aller Wbangel 5 der Hlelben Wasserst Rlehtte Zubbat Iud hei hhen: Olunne ues Er eetw D0N Ir ud ni Idalm Hizem Rurn n 1 Da leun Mit di Iget wird eih rn Morgah, Es ist 90 ste wandelh, einander zu schetwa van ht mit sanft ch selbst, daß. hern Last, sy. zemand lässt zet sich selbz vann wird en dern. Denl unterrichttt hem, der ihl potten. Danh 42 R; wer aba ewige Lbel jüde werden, ufhören. M u an Fdk „, II. ot mit Mnn ihm und n iehe, da tlu ein Flish seiner Nl 15 der SI on derselbigt 1d rihpeten Jinging. fund filge zum si ist ein grodz 1 Bilt an ganhe Iiim Evangelien und Episteln. 381 unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißet im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu woh⸗ nen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe ein⸗ gewurzelt und gegründet zu werden, auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwänglich thun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeine, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangel. am siebenzehnten Sonnt. nach Trinitatis. Luc. 14, 1—11. 2 es begab sich, daß Jesus kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbat, das Brod zu essen, und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schrift⸗ gelehrten und Pharisäern und sprach: Ist's auch recht, auf den Sabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilete ihn und ließ ihn gehen, und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem ein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszeucht am Sabbat⸗ tage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten, oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei, und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müssest dann mit Scham unten an sitzen. Son⸗ dern wenn du geladen wirst, so gehe hin und setze dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf! dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll ernie⸗ driget werden, und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Epistel. Ephes. 4, 1—6. Sẽ ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sich's gebühret eurem Beruf, darin ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld und vertraget Einer den Andern in der Liebe; und seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufes. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe; Ein Gott und Vater(unser) Aller, der da ist über euch Alle und durch euch Alle und in euch Allen. 332 Evangelien und Episteln. Evangel. am achtzehnten Sonnt. nach Trinitatis. Matth. 22, 34-46. Dẽ aber die Pharisäer höreten, daß Jesus den Sadducäern das Maul gestopfet hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüthe; dies ist das vor⸗ nehmste und größeste Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus und sprach: Wie dünket euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epislel. 1. Cor. 1, 4—9. Och danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, N die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn an allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre und in aller Er⸗ kenntniß. Wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig ge⸗ worden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi, welcher auch wird euch festbehalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Evangel. am neunzehnten Sonnt. nach Trinitakis. Matth. 9, 1—8, a trat er, der Herr Jesus, in das Schiff und fuhr wieder her⸗ über und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf seinem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sahe, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben; oder zu sagen: Stehe auf und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gicht⸗ brüchigen: Stehe auf, hebe dein Bett auf und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. 20 l R ch ab shen an it und Nahthe Rander sicht ub Asterer Id schi Reben d Wbangel D 0 Histen us Uuden shen, Rleid He, y lke. Ud f U ber 2, 34—46, ducäern das d einer unter 9: Meister, aber spragh en Sergn ist das vor⸗ dem gleich: diesen zweien te sie Isus it er? Sil let ihn denn hat gesagt daß ich lehr vid ihn einen mand konnte on dem Tagé nade Gottes id durch ihn in aller Et⸗ Hkräftig. irgend eine Herrn N Ende, dah hristi. Denn. Gemeinschaf itth. 2 wiedet hen rachten sie s te. Da ui üchigen:& Evangelien und Episteln. Epistel. Ephes. 4, 22—28. o leget nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet; erneuert euch aber im Geiste eures Gemüths, und ziehet den neuen Men⸗ schen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtig⸗ keit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet und sündiget nicht, lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evangel. am zwanzigsten Sonnt. nach Trinitatis. Matth. 22, 2—14. Dꝰs Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte, und sandte seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit riefen; und sie wollten nicht kommen. Aber⸗ mals sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet und alles bereit; kommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und gingen hin, Einer auf seinen Acker, der Andere zu seiner Hantirung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren's nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen und brach⸗ ten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu be⸗ sehen, und sahe allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekom⸗ men, und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstum⸗ mete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Denn Viele sind berufen, aber Wenige sind auserwählet. Epistel. Ephes. 5, 15—21. o sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen; und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit, darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget, son⸗ dern werdet voll Geistes, und redet unter einaͤnder von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen; und saget Dank alle Zeit für alles N ᷑ WI + 2 SIN.N 884 Evangelien und Episteln. Gott und dem Vater in dem Namen unseres Herrn Jesu Christi. Und seid unter einander unterthan in der Furcht Gottes. Evang. am einundzwanzigsten Sonnt. nach Trinit. Joh. 4, 47—54. U* es war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu Capernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläam, und ging hin zu ihm und bat ihn, daß er hinabkäme und hülfe seinem Sohn; denn er war todtkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Worte, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinabging, begegneten ihm seine Knechte, verkündig⸗ ten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäg in Galiläam kam. Epistel. Ephes. 6, 10—17. uletzt, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr beste⸗ hen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels; denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finster⸗ niß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deßwillen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun und alles wohl ausrichten und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen gestiefelt als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurigen Pfeile des Bösewichts. Und nehmet den Helm des Heils und das Schwerdt des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Evangelium am zweiundzwanzigsten Sonntage nach Crinitatis. Matth. 18, 23-35. Dẽs Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit seinen Knechten. rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm Einet vor, der war ihm zehntausend Pfund schuldig. Da er's nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und. seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der⸗ Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Da jammerte den Herrn. xslbig hn aud sier 1 Rliff u Mir Iud spre Pollte a 5 daß Da Ind kan Hatte. Du Sc du mick deinen sein H. bis daf duch mi euten Ich d VI Oebet!! esten dah, d vullüh it, da meinen das E Mir U6 nich u Und d Werde was den 2 05 ANesun 4, 47—5ʃ Capernaun iläam, um hülfe seiney ihm: Wen nicht. Du mein Kish lebet. Da ud ging hil. „verkündig von ihnes r. Und sin ließ ihn da de wäre, et. Und a das anden jam kam. der Mah aß ihr bestz m wir hah⸗ Fürsten un der Finste Hem Himmel daß iht i Srichten eure Lendi chtigkeit, ngelium A bet ergtel könnet In des Hu Gottes. Frinitati men Knech m ihm bi 13 Nun l in Web! Da fil habe Gae den H Evangelien und Episteln. 885 desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbige Knecht hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an und würgete ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlete alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren Herzen ein Jeglicher seinem Bruder seine Fehle. Epistel. Phil. 1, 3—11. Icch danke meinem Gott, so oft ich eurer gedenke(welches ich alle⸗ zeit thue in allem meinem Gebet für euch Alle, und thue das Gebet mit Freuden), über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bis her. Und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat, das gute Werk, der wird's auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch Allen halte, darum, daß ich euch in meinem Herzen habe in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr Alle mit mir der Gnade theilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch Allen verlanget von Herzens Grunde in Jesu Christo. Und daselbst um bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei; auf daß ihr seid lauter und unanstößig bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen(in euch) zur Ehre und Lobe Gottes. Evangelium am dreiundzwanzigsten Sonntag nach Trinitatis. Matth. 22, 15—22. D gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rath, wie sie Jesum fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jün⸗ ger sammt Herodis Dienern und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach Niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Men⸗ schen. Darum sage uns, was dünket dich? Ist's recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset EE 80 57 7 + 22 — rereee r 77½ Evangelien und Episteln. mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gotte, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn und gingen davon. Epistel. Phil. 3, 17—2I. olget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, F wie ihr uns habet zum Vorbilde. Denn Viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Wei⸗ nen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Ver⸗ dammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evangelium am vierundzwanzigsten Sonnkage nach Trinitatis. Matth. 9, 18—26. Dẽ Jesus solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf und folgete ihm nach und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahr den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm und rührete seines Kleides Saum an; denn sie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrüh⸗ ren, so würde ich gesund. Da wendete sich Jesus um und sahe sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam und sahe die Pfeiser und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlach⸗ ten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand, da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. Epistel. Col. 1, 9—14. D auch wir, von dem Tage an, da wir's gehört haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seines Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand; daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Lang⸗ müthigk Rmacht kettet iu das Ellösun Evan W̃. 0 Heiligen auf die Dache holen. Kleider der Zei Oder a als nit licht u so wür werden sugen: Denn und gi ben J ich ha werder er ist Mlitz e ahoen in A W dern, Nuus da en sagen Undei Horko einen Haun Chri und den lso Vur Evangelien und Episteln. schen dar müthigkeit mit Freuden; und danksaget dem Vater, der uns tüchtig berschrit! gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Lichte, welcher uns zu ihnen errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß und hat uns versetzet ote, un. in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die und ließey Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. ö Evangelium am fünfundzwanzigsten Sonntage nach Crinitakis. Matth. 24, 15—28. Weu ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung, davon ö 2 2W mh, m ODgesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehe an der nit Uh heiligen Stätte(wer das lieset, der merke darauf!), alsdann fliehe de du auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem chre Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu 1 Bandl holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu . der Zeit! Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter u oder am Sabbat; denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, nach dapals nicht gewesen ist von Anfang der Welt bis her, und als auch iH nachen] nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, litais. so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann Jemand zu euch wird %sagen: Siehe, hier ist Christus oder da, so sollt ihr's nicht glauben. Obersen] Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, lr, maul und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in Hand— den Irrthum(wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, olgete ihn ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus; siehe, 19 gehalh er ist in der Kammer, so glaubet es nicht. Denn gleichwie der dum al Blitz ausgehet vom Aufgang und scheinet bis zum Niedergang, eid aunnisalso wird auch sein die Zukunft des Menschensohns. Wo aber nd sch ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. —r 5 Epistel. 1. Thess. 4, 13—18. de Ht ir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, ö cht, dun die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid wie die An⸗ ö i6 vellah dern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß ö r hilll Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird auch Gott, die f. 10 da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das 220 sagen wir euch als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr wird mit Iut habn einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Po⸗ 0 saune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Todten in ne Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben Sallin und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt wer⸗ + 1 den in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden in. also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Liuuh Worten unter einander. 1 W ö 1⁵² ιμαν ereeen. NVr. 81 388 Evangelien und Episteln. Evangelinm am sechsundzwanzigsten onntage nach Trinitatis. i ihrd Matth. 25, 31—46. hr würd Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herr⸗ 39 20 lichkeit, und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen 5. 00 auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden alle Völker vor m ihm versammelt werden, und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die 1 iht Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da le wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommet sat W her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch süle bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig ge⸗ Indel wesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und Iu ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt den mich beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich be— Epal kleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, 10 wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeiset? iht Oder durstig und haben dich getränket? Wann haben wir dich.—1—— einen Gast gesehen und beherberget? Oder nackend und haben dich Aee chö bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen und n 0 sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und fagen hun zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr gethan habt Einem fri⸗ unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. lei: Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin D2 st von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem A. Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt aen mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich lugen nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich hrehe; nicht beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich 06 nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt leit mich nicht besuchet. vald v Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann puache haben wir dich gesehen hungrig oder durstig, oder einen Gast, oder Pprach: nackend, oder krank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? vachet Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage Meisc euch, was ihr nicht gethan habt Einem unter diesen Geringsten das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige N 2 NIII N DNN VN EE— Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. 4 Epistel. 2. Thess. 1, 3—10. Whn u ö Hachde Wit sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie Wn es billig ist. Denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe uit eines Jeglichen unter euch Allen nimmt zu gegen einander, also, daß wir uns euer rühmen unter den Gemeinen Gottes von eurer Geduld und Glauben in allen euren Verfolgungen und Trübsalen, Evangelien und Episteln. rinitais die ihr duldet. Welches anzeiget, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reich Gottes, über welchem ihr auch leidet; einer hen. nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübsal denen, die ird er n. euch Trübsal anlegen, euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit Völker n. uns, wenn nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom eiden, glih Himmel sammt den Engeln seiner Kraft, und mit Feuerflammen, d wird n Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, inken. A. so nicht gehorsam sind dem Cvangelio unseres Herrn Jesu Christi; n: Konn welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Ange⸗ „ das e sichte des Herrn und von seiner herrlichen Macht, wenn er kom⸗ jungrig g% men wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen, und ewesen, uu. wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch 15 ürl von demseldigen Tage habt ihr geglaubet. ich K. 1 6 abt ic 1H Evangelium am siebenundzwanzigsten Sonnt. nach Crinitatis.— het. Ichiu Matth. 25, 1—13. agen: He. 90 wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die geipeseh ihre Lampen nahmen und gingen aus, dem Bräutigam ent⸗ en wir dbgegen. Aber fünf unter ihnen waren thöricht und fünf waren klug. haben dül Die thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Oel gesehen w mit sich. Die klugen aber nahmen Oel in ihren Gefäßen, sammt 1 und sun ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie Alle habt Ein schläfrig und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Ge⸗ nir geha schrei: Siehe, der Bräutigam kommt; gehet aus ihm entgegen. Geheth Da standen diese Jungfrauen alle auf und schmückten ihre Lam⸗ Lilt it un pen. Die thörichten aber sprachen zu den klugen: Gebet uns von Idil 0 eurem Oel, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die Ind 0 klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch ge⸗ E breche; gehet aber hin zu den Krämern und kaufet für euch selbst. habt 0 Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und welche habt b bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Thür nd iheh ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf. Er antwortete aber und Herr, wann sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht. Darum Gas. 10 wachet; denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des 1 06 Menschen Sohn kommen wird. Gernh Epistel. 2. Petr. 3, 3—14. in die eulh ieben Brüder, wisset das auf's Erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wan⸗ deln und sagen: Wo ist die Verheißung Seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibet es alles, wie es von Irher M Anfang der Creatur gewesen ist. Aber muthwillens wollen sie die Ai nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde Hi⸗ ah) aus Wasser und im Wasser bestanden durch Gottes Wort; dennoch 0 euml ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündfluth verderbet. Also auch der Himmel jetzt und die Erde werden durch N Evangelien und Episteln. sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und Verdammniß der gottlosen Menschen. Eins aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie Ein Tag. Der Herr verzeucht nicht die Verheißung, wie es Etliche für einen Ver— zug achten, sondern er hat Geduld mit uns und will nicht, daß⸗ Jemand verloren werde, sondern daß sich Jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht; in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hitze zerschmelzen, und die Erde und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das Alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden? Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten sollet, so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden er⸗ funden werdet. sberantt len sich Voll am Tup Eins ahn dem Hern Tag. Dn einen Vs nicht, da zur Bußh in Dieb h nit großen elzen, un verbrennen, eschickt sei wartet und die Himme jerschmelhn einer neun eit wohnil et, so thil Frieden er Geschichte de Leidens und Sterbens Jesu Christi, aus den V vier Evangelisten zusammengezogen. Das erste Hauptstück. E war aber nahe das Fest der süßen Brode, das da Ostern heißt, und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr wisset, daß nach zwei Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn wird überantwortet werden, daß er gekreuziget werde. Da versammel— ten sich die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Aeltesten im Volk in dem Palast des Hohenpriesters, der da hieß Caiphas, und hielten Rath, wie sie Jesum mit List griffen und tödteten. Denn sie fürchteten sich vor dem Volk; sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volk. Und da nun Jesus war zu Bethanien, im Hause Simonis des Aussätzigen, trat zu ihm ein Weib, das hatte ein Glas mit ungefälschtem und köstlichem Nardenwasser; und sie zerbrach das Glas und goß es auf sein Haupt, da er zu Tische saß. Da das seine Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Was soll doch dieser Unrath? Man könnte das Wasser mehr denn um dreihundert Groschen verkauft haben und dasselbe den Armen geben; und murreten über sie. Da das Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Lasset sie zufrieden, was bekümmert ihr das Weib? Sie hat ein gutes Werk an mir gethan; ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, so könnt ihr ihnen Gutes thun, mich aber habt ihr nicht allezeit; sie hat gethan, was sie gekonnt, denn daß sie das Wasser hat auf meinen Leib gegossen, damit ist sie zuvor⸗ gekommen, meinen Leichnam zu salben, zu meinem Begräbniß. Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in * Verschwendung. N 4„5 RRNN 312 Geschichte des Leidens u. Sterbens Jesu Christi. aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtniß, was sie jetzt gethan hat. Es war aber der Satanas gefahren in den Judas, genannt Ischarioth, der da war aus der Zahl der Zwölfe, und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten, daß er ihn verrieth, und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verrathen. Da sie das höreten, wurden sie froh, und sie boten ihm dreißig Silberlinge, und er versprach sich. Und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor. Aber am ersten Tage der süßen Brode, auf welchem man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jesu, und spra⸗ chen zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen und dir bereiten das Osterlamm zu essen? Und er sandte Petrum und Johannem, und sprach: Gehet hin in die Stadt, sehet, wenn ihr hinein kommt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug. Fol⸗ get ihm nach in das Haus, da er hinein geht, und sagt dem Hauswirth: Der Meister läßt dir sagen, meine Zeit ist herbei gekommen, ich will bei dir die Ostern halten. Wo ist das* Gast⸗ haus, darinnen ich das Osterlamm essen möge mit meinen Jün⸗ gern? Und er wird euch einen großen gepflasterten Saal zeigen, daselbst bereitet es. Sie gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. Und am Abend kam er und setzte sich zu Tische mit den zwölf Aposteln, und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlanget, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis daß es erfüllet werde im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, dankete und sprach: Nehmet denselben, und theilet ihn unter euch, denn ich sage euch, ich werde nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes komme, an dem Tage, da ich's neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. Es erhub sich auch ein Zank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den Größten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißet man gnädige Herren; ihr aber nicht also, sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Größte? Der zu Tische sitzet, oder der da dienet? Ist's nicht also, daß der zu Tische sitzet? Ich bin aber mitten unter euch wie ein Diener; ihr aber seid's, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen, und ich will euch das Reich bescheiden, wie mir's mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tisch in meinem Reich, und sitzen auf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Jsrael. Auf denselbigen Abend, da Jesus erkennete, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater: wie er *Gastzimmer. Ge Hte gel I aus hatte de Hrkieth, Hände g ug, sto Huhm ei iu ein tockhete zu S au mir Uas ich afahren die Füß waschen, Petrus: has Hal licht, de seid rein Harum Da nd setzt ht, was hert un dler Me eue ich euch lch, wa an Her o ihr ni Fiß risti. Geschichte des Leidens u. Sterbens Jesu Christi. 343 Gedächucß. hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebete er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel , genang. hatte dem Juda Simonis Ischarioth ins Herz gegeben, daß er ihn er gingin verrieth, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine sleuten, Uü. Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war und zu Gott 1 Ic nl!] ging, stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, und oh, und se nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser ind von iu“) in ein Becken, hub an den Jüngern die Füße zu waschen, und hne Rumg] trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam elchen un) er zu Simon Petro, und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest 1 und syen. du mir die Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: dir berel. Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach 9 NIN 5* VVVV * VN Idhannen! erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir nein komm.] die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht S eikrug. Jo waschen, so hast du kein Theil an mir. Spricht zu ihm Simon d sagt den Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und it ist het] das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf das“ OaßPnicht, denn die Füße waschen, sondern der ist ganz rein, und ihr deinen Jun] seid rein aber nicht Alle; denn er wußte seinen Verräther wohl, Saal zeigen darum sprach er: Ihr seid nicht Alle rein. vie er ihnnl Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider uund setzte sich wieder nieder und sprach abermal zu ihnen: Wisset lit den zuih ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und clanget, d. Herr und saget recht daran, denn ich bin's auch. So nun ich, enn ich sy euer Meister und Herr, euch die Füße gewaschen habe, sollt ihr bis dah“. auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe delch, danke ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahr— euch, den lich, wahrlich, ich sage euch, der Knecht ist nicht größer, denn Hwähs. sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. i8e, da ih! So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr's thut; nicht sage ich he⸗ von euch Allen, ich weiß, welche ich erwählet habe, sondern daß V Sxren 985 ᷑ νκε HN 6 ½ — untet ihnn die Schrift erfüllet würde: Der mein Brod isset, der tritt mich uihm mit Füßen; jetzt sage ich's euch, ehe denn es geschiehet, auf daß, eißet nu wenn es geschehen ist, daß ihr glaubet, daß ich's bin. Wahrlich, Unter e wahrlich, ich sage euch: Wer euch aufnimmt, so ich Jemand senden Dianh werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. oder 0 Da solches Jesus gesagt hatte, ward er betrübt im Geist und Ir behal zeugete und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter ihr W zuch, der mit mir isset, der wird mich verrathen; siehe, die Hand esen u meines Verräthers ist mit mir über Tische. Und die Jünger wur⸗ ihr e 10 den sehr traurig, sahen sich unter einander an, und ward ihnen 1d sthe bange, von welchem er redete, und sie fingen an zu fragen unter siech selbst, welcher es doch wäre unter ihnen, der das thun würde, 4.õrt und sagten zu ihm Einer nach dem Andern: Herr, bin ich's? atet: AUnd der Andere: Bin ich's? Er antwortete und sprach: Einer aus den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel tauchet, der wird +7 GGV NE V. , NNN NiN 8 *. 311 Geschichte des Leidens u. Sterbens Jesu Christi. mich verrathen. Des Menschen Sohn gehet zwar dahin, wie von ihm beschlossen und geschrieben ist, doch wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verrathen wird; es wäre ihm besser, daß derselbige Mensch noch nie geboren wäre. Es war aber Einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß an der Brust Jesu, welchen Jesus lieb hatte, dem winkte Simon Petrus, daß er forschen solle, wär es wäre, von dem er sagte; denn derselbige lag an der Brust Jesu, und sprach zu ihm: Herr, wer ist's? Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen ein⸗ tauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein und gab ihn Juda Simonis Ischarioth. Da antwortete Judas, der ihn ver⸗ rieth, und sprach: Bin ich's, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagest es. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du thust, das thue bald; dasselbige aber wußte Niemand über dem Tisch, wozu er's ihm sagte; Elliche meinten, dieweil Judas den Beutel hatte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was uns noth ist, aufs Fest, oder, daß er den Armen. etwas gebe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er so bald hinaus, und es war Nacht. Da aber Judas hinausgegangen war, spricht Jesus: Nun. ist des Menschen Sohn verkläret, und Gott ist verkläret in ihm. Ist Gott verkläret in ihm, so wird ihn Gott auch verklären in. ihm selbst, und wird ihn bald verklären. Und indem sie aßen, nahm der Herr Jesus das Brod, dan⸗ kete, brach's und gab's seinen Jüngern und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches thut zu mei— nem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete, gab ihnen den und sprach: Trinket Alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für Viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden; solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtniß. Und sie tranken Alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Liebe Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte: Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen. Und ich sage euch nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter einander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf daß ihr euch einander lieb habt. Dabei wird Jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habt. 4 Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin“ Jesus antwortete ihm: Da ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen, aber du wirst mir hernachmals folgen. Petrus spricht zu ihm: Herr! warum kann ich dir diesmal nicht folgen? Ich will mein Leben für dich lassen. Jesus antwortete ihm: Solltest du dein Leben für mich lassen? Simon, Simon! siehe, der Satan hat eurer begehret, daß er euch möchte sichten, wie den Waizen, ich aber habe fur dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre; und 0 Henn du such ab d in d ih sage! hu dreim Und Mutel,,e ghabt? Iun, wer luch die Hufe ein vollendet Uabelthät eil Ende Schwerdt d6 nach beg. E ihuen; 2ö stehet der Heer ih vor Rnach z ich mich lich ich mal kräl nach we dih nic Da da war dber, de uschen, düch e ihm besn zu Tische sil inkte Simn em er sagt. hihm: Hunl Bissen eij und gab ih der ihn v u: Du sagss Da splat sselbige chz gte; Ellh den Armh „ ging er Jesus: M däret in ihn verkläten Brod, do Nehmet, eh thut zu ½ h den i rach: Tuh meinem ergebung 1 Gedächhl habt. hest u nir diht Petuue p folgen. . l Woiheh aufhöe; Geschichte des Leidens u. Sterbens Jesu Christi. 345 wenn du dich dermaleinst bekehrest, so stärke deine Brüder. Er sprach aber zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängniß und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, Perre, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe denn du dreimal verleugnet hast, daß du mich kennest. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Taschen und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche; wer aber nicht hat, der verkaufe sein Kleid und jaufe ein Schwerdt. Denn ich sage euch, es muß noch das auch vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die Uebelthäter gerechnet; denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerdter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. Das zweite Hauptstück. U da sie den Lobgesang gesprochen hatten, ging Jesus hinaus nach seiner Gewohnheit über den Bach Kidron an den Oel— berg. Es folgeten ihm aber seine Jünger nach; da sprach er zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch Alle ärgern an mir, denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen und die Schafe der Heerde werden sich zerstreuen; wenn ich aber auferstehe, will ö ich vor euch hingehen in Galiäam. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch sich Alle an dir ärgerten, so will ich mich doch nimmermehr ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahr⸗ lich, ich sage dir, heute in dieser Nacht, ehe denn der Hahn zwei— mal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Er aber redete noch weiter: Ja, wenn ich auch mit dir sterben müßte, wollte ich dich nicht verleugnen. Desselbigen gleichen sagten alle Jünger. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hof, der hieß Gethsemane, da war ein Garten, darin ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verrieth, wußte den Ort auch, denn Jesus versam⸗ nelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Da sprach Jesus zu ihnen: Setzet euch hier, bis daß ich dort hingehe und bete. Und er nahm zu sich Petrum und Jakobum und Johannem, die zwei Söhne Zebedäi, und fing an zu trauern und zu zittern und zu zagen und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod. Bleibet hier und wachet mit mir, betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und er riß sich von ihnen öbei einem Steinwurf und kniete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde und betete, daß, so es nöglich wäre, die Stunde vorüberginge, und sprach: Abba, mein Vater, es ist dir alles möglich, überhebe mich dieses Kelchs; doch ) einen Steinwurf weit. NRNNN N. * RNENAEAUN 316 Geschichte des Leidens u. Sterbens Jesu Chb risti. nicht, was ich will, sondern was du willst. Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend, und sprach zu Petro: Simon! schläfest du? Vermagst du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Zum andern Mal ging er aber hin, betete und sprach: Mein Vater, ist's nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille. Und er kam und fand sie abermals schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm ant⸗ worteten, und er ließ sie, ging aber hin und betete zum dritten Male dieselbigen Worte und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkete ihn; und es kam, daß er mit dem Tode rang und betete heftiger. Es war aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde, Und er stand auf von dem Gebet, und kam zu seinen Jün⸗ gern, und fand sie schlafend vor Traurigkeit, und sprach zu ihnen: Ach! wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr? Es ist genug, sehet, die Stunde ist gekommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände; stehet auf, lasset uns gehen; siehe, der mich verräth, ist nahe. Betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und alsbald, da er noch redete, siehe, da kam herzu Judas, der Zwölfen Einer, und mit ihm eine große Schaar Diener der Hes Il, und Fe vecht autworte ylach zu In Sch Rilest. uschickte licht tri die Schr ein Oh Zu Hauptle Ren wa Rhit Ste gesessen Hand a der Fin alles ge Hohenpriester und Pharisäer, der Aeltesten und Schriftgelehrten, und Judas ging zuvor der Schaar, und kam dahin mit Fackeln und Lampen, mit Schwerdtern und Stangen. Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's, den greifet und führet ihn gewiß. Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bin's. Judas aber, der ihn verrieth, stand auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bin's, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermals: Wen suchet ihr? Sie sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, daß ich's bin; suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen, auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagete: Ich habe der Keinen ver— loren, die du mir gegeben hast.(Joh. 17, 12.) Und Judas nahete sich zu Jesus, ihn zu küssen, und alsbald trat er zu ihm und sprach: Gegrüßest seist du, Rabbi! und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du gekommen? Juda, verräthest du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu, und legten die Hände an Jesum und griffen ihn. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwerdte drein schlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwerdt, und zog Da ver ling, de der blo die Leil De 2 Raste zy hoherp 38 wär Hanna Hahin Nersam und ei Desel Lauß' Hohen Ind f Hohle halt u —3 0 da er — risti m zu seinj 7 Simonss zu wachnl Der Oasl u Nal gi, icht möglch! geschehe dun „ und ihh ie ihm ash zum drithy u, so mimn ille geschch. stärkete ihn heftiger. E uf die Eld seinen Jh ich zu ihnes; fet iht? H s Menschg stehet ah, Betet abih jerzu Juh! Diener de xiftgelehteh mit Zah erräther dl en ich Ish 5 uun YuH 3 und spuh FNsum. 5 ab s zu Boden. Y hen: N agt, dah auf dah N. Reilenx „ 1U arumt 0 n mit b00 in Mhun 345 d0 0 m Echln Idt, 0 Geschichte des Leidens u. Sterbens Jesu Christi. 347 aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht, und hieb ihm sein rechtes Ohr ab, und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferne machen. Und sprach zu Petro: Stecke dein Schwerdt in die Scheide, denn wer das Schwerdt nimmt, der soll durchs Schwerdt umkommen; oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Und er rührete sein Ohr an und heilete ihn. Zu der Stunde sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Aeltesten, die über ihn gekom— men waren: Ihr seid als zu einem Mörder mit Schwerdtern und mit Stangen ausgegangen, mich zu fangen, bin ich doch täglich gesessen bei euch, und habe gelehrt im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich geleget. Aber dies ist eure Stunde, und die Nacht der Finsternisse, auf daß die Schrift erfüllet würde. Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllet würde die Schrift der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. Und es war ein Jüng⸗ ling, der folgete ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut, und die Jünglinge griffen ihn; er aber ließ die Leinwand fahren und floh bloß von ihnen. Das dritte Hauptstück. Die Schaar aber und der Oberhauptmann und die Diener der Juden nahmen Jesum und banden ihn, führeten ihn aufs erste zu Hannas, der war Caiphas Schwäher, welcher des Jahrs Hoherpriester war. Es war aber Caiphas, der den Juden rieth, es wäre gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Hannas aber sandte ihn gebunden zu dem Hohenpriester Caiphas, dahin alle Hohenpriester und Schriftgelehrten und Aeltesten sich versammelt hatten. Simon Petrus aber folgte Jesus von ferne, und ein anderer Jünger bis an den Palast des Hohenpriesters. Derselbige Jünger war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast. Petrus aber stand draußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Thürhüterin, und führete Petrum hinein. Es standen aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlenfeuer gemacht, danieden mitten im* Palast, denn es war kalt und wärmeten sich. Petrus aber stand bei ihnen und wär— mete sich, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürhüterin, sahe Petrum bei dem Licht, da er sich wärmete, und sahe eben auf ihn und sprach: Und du Vorhof. D V /e V VFFFF 348 Geschichte des Leidens u. Sterbens Jesu Christi. Ge warest auch mit dem Jesu von Galiläa? Bist du nicht auch dieses Da Menschen Jünger Einer? Er leugnete aber vor Allen und sprach: I du Weib, ich bin's nicht. Ich kenne sein nicht, ich weiß auch nicht, hi den was du sagest. I Sohn Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und use ich um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öffentlich geredet hen zur vor der Welt; ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem anmels Tempel, da alle Juden zusammen kommen, und habe nichts im er hate Winkel geredet. Was fragest du mich darum? Frage die darum, hab die es gehört haben, was ich geredet habe; siehe, dieselben wissen, e aber was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener stuldig. Einer, die dabei standen, Jesu einen Backenstreich, und sprach: m spei Sollst du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Glher Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es unrecht sei; habe ich Ins die aber recht geredet, was schlägst du mich? ur dich Simon Petrus aber stand und wärmete sich. Und über eine De— kleine Weile, nach dem ersten Verleugnen, als er hinaus ging Shriftg nach dem Vorhof, krähte der Hahn. Und eine andere Magd sahe Rath, u ihn und hub abermal an zu sagen denen, die dabei standen: Hilfen,! Dieser war auch mit Jesu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Hst du Bist du nicht seiner Jünger Einer? Und ein Anderer sprach: Du Sage ie bist auch der Einer. Und er leugnete abermals und schwur dazu, vottet i und sprach: Mensch, ich bin's nicht und kenne auch den Menschen n witd nicht. Und über eine kleine Weile, bei einer Stunde, bekräftigte Hattes. ein Anderer mit denen, die da standen, und sprach: Wahrlich, du Hrach z bist auch der Einer, denn du bist ein Galiläer, deine Sprache ver⸗ I h —— ö räth dich. Spricht des Hohenpriesters Knecht, ein Gefreundeter aas seir — deß, dem Petrus das rechte Ohr abgehauen hatte: Sahe ich dich I nicht im Garten bei ihm? Da fing er an sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne des Menschen nicht, von dem ihr saget. Und alsbald, da er noch redete, krähete der Hahn zum andern Mal. Und der Herr wandte sich und sahe Petrum an. Da gedachte UN — Petrus an das Wort Jesu, als er zu ihm gesagt hatte: Ehe ihn —— denn der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen; m 00 und ging hinaus und weinte bitterlich. Idas Die Hohenpriester aber und die Aeltesten und der ganze Rath I suchten falsches Zeugniß wider Jesum, auf daß sie ihm zum Tode lige d E hülfen, und fanden keins, wiewohl viel falsche Zeugen herzu tra⸗ echin ö ten; denn ihre Zeugnisse stimmten nicht überein. Zuletzt standen dazd auf und traten herzu zwei falsche Zeugen, und gaben falsche Zeug⸗ luge i nisse wider ihn und sprachen: Wir haben gehört, daß er sagte: it mit N Ich kann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit Händen I gemacht ist, und in dreien Trgen einen anderen bauen, der nicht tar 2 ö mit Händen gemacht ist. Und ihre Zeugnisse stimmten noch nicht it Y überein. Und der Hohepriester stand auf unter sie und fragte Slber Jesum und sprach: Antwortest du nichts zu dem, was diese wider um9 dich zeugen? Jesus aber schwieg stille und antwortete nichts. I I risti ö Geschichte des Leidens u. Sterbens Jesu Christi. 349 auch dies Da fragte ihn der Hohepriester abermals und! sprach zu ihm: und spah. Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Ich beschwöre dich auch nih bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, od du seist Christus, 2* der Sohn Gottes? Jesus sprach: Du sagest es, ich bin's. Doch rn uh sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn tlich gerede sitzen zur rechten Hand der Kraft und kommen in den Wolken des und in den Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: e hichts in. Er hat Gott gelästert, was bedürfen wir weiter Zeugniß? Siehe, die darun. jetzt haben wir seine Gotteslästerung gehöret, was dünket euch? lben wißen. Sie aber verdammten ihn Alle und sprachen: Er ist des Todes der Dienn schuldig. Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn und sprac, und speieten aus in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten. autwortet' Etliche aber verdeckten ihn und schlugen ihn ins Angesicht, beson⸗ sei; habeil ders die Knechte, und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ist's, oDder dich schlug? Und viel andere Lästerungen sagten sie wider ihn. d über ein Des Morgens aber versammelten sich alle Hohenpriester, inaus ging Schriftgelehrten und die Aeltesten des Volks, dazu der ganze Magd sah' Rath, und hielten einen Rath über Jesum, daß sie ihm zum Tode ei standen:) hülfen, und führeten ihn hinauf vor ihren Rath und sprachen: sie zu ihm Bist du Christus? Sage es uns. Er aber sprach zu ihnen: sprach: Du Sage ich's euch, so glaubet ihr nicht. Frage ich aber, so ant— Hwur daßh.“ wortet ihr nicht, und lasset mich dennoch nicht los; darum von nun n Menschen“ an wird des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft bekräftige! Gottes. Da sprachen sie Alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er Dahrlich du[sprach zu ihnen: Ihr sagt es, denn ich bin's. Sie aber sprachen: prache vWas bedürfen wir weiter Zeugniß? Wir haben's selbst gehört Hefreundele] aus seinem Munde. ahe ich di chen und 00. saget. Iub. Das vierte Hauptstück. de Mal. 14 g 11 7 der ganze Haufe stand auf, und banden Jesum, führeten atte: G ihn von Caipha vor das Richthaus und überantworteten ihn verleuguen dem Landpfleger Pontio Pilato; und es war noch frühe. Da das 5 Judas sahe, der ihn verrathen hatte, daß er verdammt war zum arge Nu Tode, gereuete es ihn, und brachte herwieder die dreißig Silber⸗ 1 zum Tob linge den Hohenpriestern und Aeltesten und sprach: Ich habe übel Hern gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen: It samd Was geht's uns an? Da siehe du zu. Und er warf die Silber⸗ uch 9 linge in den Tempel, hub sich davon und erhenkte sich selbst, und 10 h ist mitten entzwei geborsten, und sein Eingeweide ausgeschüttet. Hüwe Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: mi Anh Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen, denn es 069 m0 ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rath, und kauften um die W Silberlinge, um den Lohn der Ungerechtigkeit, einen Töpfersacker Ind I zum Begräbniß der Pilger. Und es ist kund worden Allen, die diese zu Jerusalem wohnen, also daß derselbige Acker genannt wird auf ni 16. 2 Sπνπρ V. 77 DNTNLN VIENVNVV V FIFTRX./ 350 y Geschichte des Leidens u. Sterbens Jesu Christi. 0 ihre Sprache Hakeldama, das ist ein Blutacker, bis auf den heu⸗ I läng tigen Tag. Da ist erfüllet, das da gesagt ist durch den Propheten in sehe Jeremias, der da spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, lht. damit bezahlet war der Verkaufte, welchen sie kauften von den nallagte Kindern Israels, und haben sie gegeben um einen Töpfersacker, als Ihteteru mir der Herr befohlen hat.(Jer. 32, 6, ff.; Zach. 11, 12 u. 13.) sndte ih Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie heodes nicht unrein würden, sondern die Ostern essen möchten. Da ging ind. 1 Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was bringt ihr für eine I Volt Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu shen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten ihn dir nicht sade ihs üÜberantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn Encen hin und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden ih habe zu ihm: Wir dürfen Niemand tödten; auf daß erfüllet würde das ghract Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er ster⸗ Ind los ben würde.(Matth. 20, 18 u. 19; Joh. 12, 32.) Da fingen an Au die Hohenpriester und die Aeltesten ihn hart zu verklagen, und dem Vo sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwendet, und ver⸗ hatte ab beut, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht, er sei Christus, WMdern, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus und h, der rief Jesu, und fragte ihn, und sprach: Bist du der Juden König! washer Jesus stand vor ihm und antwortete: Redest du das von dir selbst, gngen oder haben's dir Andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: nie er Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich Ilatuz mir überantwortet; was hast du gethan? Jesus antwortete: Mein Ssiern. Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, Yum, ö meine Diener würden darob kämpfen, daß ich den Juden nicht wuß ö überantwortet würde. Aber nun ist mein Reich nicht von dannen. nnd de Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus leß iht antwortete: Du sagest es. Ich bin ein König, ich bin dazu ge. it hab — boren und auf die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen Hohenp soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht se um . Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? uottete 2 Und da er das gesagt, ging er wieder hinaus zu den Juden hr i 84 und sprach zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. Und da Hanze! er verklaget ward von den Hohenpriestern und Aeltesten, antwortete m er nichts. Pilatus fragte ihn abermal und sprach: Antwortest as V du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen. Hörest du nicht? histu Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort mehr, also, daß sich 10 der Landpfleger auch sehr verwunderte. Uebels D Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erreget wil — damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande, Whn und hat in Galiläa angefangen bis hierher. Da aber Pilatus ha — ö Galiläam hörete, fragte er, ob er aus Galiläa wäre? Und als er W0 5 ö vernahm, daß er unter Herodis Obrigkeit war, übersandte er ihn ů Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. ber Da aber Herodes Jesum sahe, ward er sehr sroh, denn er hätte hrisi Geschichte des Leidens u. Sterbens Jesu Christi. 851 I ihn längst gern gesehen, denn er hoffete, er würde ein Zeichen von Suberln ihm sehen, und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber 00 bn 8 nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten stunden und ö Racker verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofgesinde ver— I1. achtete und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid an und daß l sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Pilatus und 1.0 m Herodes Freunde mit einander, denn zuvor waren sie einander br für n. seind. Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Men— sprachen schen zu mir gebracht, als der das Volk abwende, und sehet, ich n dir nich. habe ihn vor euch verhöret und finde an dem Menschen der hnet ihr in Sachen keine, der ihr ihn beschuldigt, Herodes auch nicht, denn die Jude ich habe euch zu ihm gesandt, und sehet, man hat nichts auf ihn würde dal gebracht, das des Todes werth sei; darum will ich ihn züchtigen Odes er ster und loslassen. Oa fingen al Auf das Fest aber mußte der Landpfleger nach Gewohnheit klagen, udem Volke einen Gefangenen losgeben, welchen sie begehrten. Er det, und va hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor sei Chtistl Andern, nämlich einen Uebelthäter und Mörder, der hieß Barab— ichthaus uuhbas, der mit den Aufrüherischen war ins Gefängniß geworfen; uden Königi welcher im Aufruhr, der in der Stadt geschah, einen Mord be— on dir selbe gangen hatte. Und das Volk ging hinauf und bat, daß er thät, antwortetél wie er pflegte. Und da sie versammelt waren, antwortete ihnen haben dih Pilatus: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich Einen losgebe auf ortete: Mel[ Ostern. Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe, Barabbam oder dieser Wd Jesum, den König der Juden, den man nennet Christus? Denn Juden licher wußte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. von dannel.] Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und hnig? Jth ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten, an dazu g. ich habe heut viel erlitten im Traum von seinetwegen. Aber die cheit eug! Hohenpriester und Aeltesten überredeten und reizten das Volk, daß ume. Spu sie um Barabbam bitten sollten und Jesum umbrächten. Da ant⸗ wortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt den Jul ihr unter diesen Zweien, den ich euch soll losgeben? Da schrie der m. Uid] ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem und gieb uns Barab—⸗ bam los. Da rief Pilatus abermals zu ihnen und wollte Jesum loslassen und sprach: Was soll ich mit Jesu machen, den man st du nihh Christus nennet? Sie schrieen abermals: Kreuzige, kreuzige ihn! lso, dah Er aber sprach zum dritten Male zu ihnen: Was hat er denn Uebels gethan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm, darum Volk erndh will ich ihn züchtigen und loslassen. Aber sie schrieen noch viel ischen Lalh! mehr, und sprachen: Kreuzige ihn! und sie lagen ihm an mit aber Pilall großem Geschrei und forderten, daß er gekreuziget würde; und ihr nd als und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. 4. andte er 0 Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. Die Kriegsknechte salen uin aber des Landpflegers führten ihn hinein in das Richthaus und n fil riefen zusammen die ganze Rotte und zogen ihn aus und legten — — —— — — SE.** 7. IV„e.„ 352 Geschichte des Leidens u. Sterbens Jesu Christi. He ihm einen Purpurmantel an, flochten eine Krone von Dornen und setzten sie auf sein Haupt, und gaben ihm ein Rohr in seine 4 rechte Hand, und beugten die Kniee vor ihm und spotteten ihn, Das und fingen an ihn zu grüßen und sprachen: Gegrüßet seist du, König der Juden! und schlugen ihn ins Angesicht, und speieten r6 10 ihn an, und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt, unehn und fielen auf die Kniee und beteten ihn an. rin Da ging Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Sehet, digr u ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld 65 an ihm finde. Also ging Jesus heraus, und trug eine Dornen⸗ geher, krone und Purpurkleid. Und er sprach zu ihnen: Sehet, welch un ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, niht ib schrieen sie und sprachen: Kreuzige ihn, kreuzige ihn! Pilatus sͤder; sprach zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin und kreuziget ihn! denn ich sgen W finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir siht ge haben ein Gesetz und nach dem Gesetz soll er sterben, denn er hat mmen sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. 18; un Da Pilatus das Wort hörete, fürchtete er sich noch viel mehr, um grür und ging wieder hinein in das Richthaus und sprach zu Jesu: 65 Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da u sie sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, Zütte. daß ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich los hidei zu geben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, galen! wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben, darum, der mich d sie dir überantwortet hat, der hat's größere Sünde. Von dem an Ichalthä trachtete Pilatus, wie er ihn losließe. Die Juden aber schrieen und Här ö sprachen: Lässest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund(. 5 é nicht; denn wer sich zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. I Riit ö Da Pilatus das Wort hörete, führete er Jesum heraus und nnieb — ö setzte sich auf den Richtstuhl, an der Stätte, die da heißt Hoch⸗ pflaster, auf Hebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag hn 0 * * 7 in den Ostern; und er sprach zu den Juden: Sehet, das ist euer sren König! Sie schrieen aber: Weg mit dem, kreuzige ihn! Spricht Inn dn Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohen⸗ enm d priester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. u e Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffete, sondern daß ein 00 viel größer Getümmel ward, gedachte er dem Volk genug zu thun. Iin und urtheilete, daß ihre Bitte geschehe, nahm Wasser und wusch lan⸗ die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem shüte Blute dieses Gerechten, sehet ihr zu. Da antwortete das ganze nahne Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere schen Kinder! Da gab er ihnen Barabbam los, der um's Aufruhrs unr u I. I sie baten, Jesum aber, gegeißelt und verspottet, übergab er ihrem Wnum Willen, daß er gekreuziget würde. du Reheil und Mords willen ward ins Gefängniß geworfen, um welchen gen ö hristi. on Dorng ohr in seän otteten ihj het seist di nd speicte sein Haupt nen: Seheh eine Schuh ne Dornen, zehet, welh iener sahen, iI Pilatus uI denn ih ihm: Wi denn er hal viel meh, ch zu Jau twort. D ißt du nich, lbe, dich do über mich m, der mih gon dem al schrieen uln lers Freunh den Kaish heraus ult Heißt Hoh der Rüstta das ist eul 1I Spnid Die Hohn de Kust in daß el, iug zu thul Und wush Geschichte des Leidens u. Sterbens Jesu Christi. 333 Das fünfte Hauptstück. Dẽ nahmen die Kriegsknechte Jesum, zogen ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an, und führeten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten; und er trug sein Kreuz. Und indem sie herausgingen, fanden sie einen Menschen, der vorüber ging, von Cyrene, mit Namen Simon, der vom Felde kam, der ein' Vater Alexandri und Ruffi war, den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge, und legten das Kreuz auf ihn. Es folgeten ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klagten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder; denn sehet, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren, und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben. Dann werden sie anfangen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns; und zu den Hügeln: Bedecket uns; denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführet zwei andere Uebelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißt auf Hebräisch Golgatha, das ist verdolmetschet: Schädelstätte; und sie gaben ihm Essig und Wein zu trinken, mit Gallen vermischet; und da ers schmeckete, wollte er's nicht trinken. Und sie kreuzigten ihn an der Stätte Golgatha, und die zwei Uebelthäter mit ihm, einen zur rechten und einen zur linken Hand,‚ Jesum aber mitten inne. Und die Schrift ist erfüllet, die da saget, (Jes. 53, 12): Er ist unter die Uebelthäter gerechnet. Und es war die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten. Jesus aber sprach: Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun! Pilatus aber schrieb eine Ueberschrift, geschrieben, was man ihm schuld gab, die Ursache seines Todes, und setzte sie auf das Kreuz, oben zu seinem Haupte. Es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Ueberschrift lasen die Juden, denn die Stätte war nahe bei der Stadt; und es war geschrieben auf Hebräisch, Griechisch und in lateinischer Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreibe nicht: Der Juden König, sondern daß er gesagt habe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich ge— schrieben. Die Kriegsknechte, da sie Jesum gekreuziget hatten, nahmen sie seine Kleider, und machten vier Theile, einem jeg⸗ lichen Kriegsknecht ein Theil, dazu auch den Rock. Der Rock aber par ungenäht, von oben an gewirket durch und durch. Da spra— cthen sie unter einander: Lasset uns den nicht theilen, sondern darum loosen, weß er sein soll, auf daß erfüllet würde die Schrift, die da saget(Ps. 22, 19): Sie haben meine Kleider unter sich getheilet und haben über meinen Rock das Loos geworfen. Und 16 f»FIρi 5888 + E W 7 2 * 9 EV. NVViur V 331 Geschichte des Leidens u. Sterbens Jesu Cbristi. 0 saßen allda und hüteten sein. Solches thaten die Kriegsknechte. ih best Und das Volk stand und sahe zu. Wat.r Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner AUnd Mutter Schwester, Maria, Cleophas Weib, und Maria Magdalena. um obe Da nun Jesus seine Mutter sahe und den Jünger dabei stehen, inisen, den er sehr lieb hatte, sprach er zu seiner Mutter: Weib, siehe, Uber d das ist dein Sohn! darnach sprach er zu dem Jünger: Siehe, ash sei das ist deine Mutter! Und von Stund an nahm sie der Jünger Ichienet zu sich. hmm übe Die aber vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten die schmn, d Köpfe und sprachen: Pfui dich! wie fein zerbrichst du den Tem⸗ Oen u pel und bauest ihn in dreien Tagen; hilf dir selber. Bist du Ind spte Gottes Sohn, so steige herab vom Kreuze! Desgleichen auch die ind Go Hohenpriester verspotteten ihn mit den Schriftgelehrten und Aelte⸗ e sten sammt dem Volk, und sprachen: Er hat Andern geholfen und Lundten kann sich selber nicht helfen. Ist er Christ, der König von Israel, ⁵ der Auserwählte Gottes, er helfe sich selber und steige nun vom Habe, * Kreuz, auf daß wir's sehen und glauben ihm. Er hat Gott ver⸗ Uls, trauet, der erlöse ihn nun, lüstet es ihn, denn er hat gesagt: Ich aheen bin Gottes Sohn. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, innder traten zu ihm und brachten ihm Essig und sprachen: Bist du der Ollläa Juden König, so hilf dir selber. Aber der Uebelthäter Einer, die In Jer da gehentt waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so ND hilf dir selbst und uns. Da antwortete der Andere, strafte ihn Ahnar und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du Subat doch in gleicher Verdammniß bist, und zwar wir sind billig when drinnen, denn wir empfahen, was unsere Thaten werth sind, dieser and br aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt; und sprach zu Jesus: Herr, kei gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus(chor sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir N ti im Paradiese sein. Hhald Und da es an die sechste Stunde kam, ward eine Finsterniß H über das ganze Land bis in die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut N und sprach(Pf. 22, 2): Eli, eli, lama asabthani! Das ist ve. dolmeischet: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich ver⸗ anen + NNN ist vollbracht! Und abermals rief er laut und sprach: Vater, I ö lassen? Etliche aber, die da standen, da sie das höreten, sprachen Helot sie: Der rufet dem Elia. Darnach, als Jesus wußte, daß schon ö ö alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: derL Mich dürstet! Da stand ein Gefäß voll Essig, und bald lief Einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm und füllete ihn mit Essig, alt und steckte ihn auf ein Rohr, und hielt's ihm dar zum Munde i und tränkete ihn und sprach mit den Andern: Halt, lasset sehen, ih,e ob Elias komme und ihn herabnehme. 0 ů Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es n wüht Geschichte des Leidens u. Sterbens Jesu Christi. 3338 miegshnh. ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das— gesagt, neigte er sein Haupt und gab seinen Geist auf.— nd seing Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, Napdulan von oben bis unten aus, und die Erde erbebete und die Felsen abei sehnn. zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und standen auf viel Leib, sihl,. Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern et: Sie. nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und der Runs erschienen Vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stand gegen ihm über, und die bei ihm waren und bewahreten Jesum, da sie üttkten N. sahen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erd⸗ den Am] beben und was da geschah, erschraken sie sehr und preiseten Gott . Bsund sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch gewesen en auth L. und Gottes Sohn. Und alles Volk, das dabei war und zusahe, und Al da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und geholfenu) wandten wieder um. 9 ö von Prach Es standen aber alle seine Verwandten von ferne und viel e nun bn. Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget, und sahen das 1Gott b. Alles, unter welchen war Maria Magdalena und Maria, des geagt: jüngeren Jakobi und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der hriegsknecht. Kinder Zebedäi, welche ihm auch nachgefolget waren, da er in Bit dub. Galiläa war, und gedienet, und viel Andere, die mit ihm hinauf Einer gen Jerusalem gegangen waren. ö Ghrstu Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die tuste Leichname auf dem Kreuze blieben am Sabbat(denn selbiger ott. der d Sabbatstag war groß), baten sie Pilatum, daß ihre Gebeine ge⸗ 1 ind bll! brochen und abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte d diund brachen dem ersten die Beine und dem andern, der mit ihm *⁰ N —.— NI„N 7 908 6 NN V d. 90 gekreuziget war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß 0· er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern 1l iu der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und 1 alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahr, und derselbige 2 Finsfen] veiß, daß er wahr gesagt, auf daß auch ihr glaubet, denn solches die Sol ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde(2. Mose 12, 46): D Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und abermals spricht eine Das Iandere Schrift(Zachar. 12, 10): Sie werden sehen, in welchen sie u nich 6. gestochen haben. ten, sprahh Darnach am Abend, dieweil es der Rüsttag war, welcher ist „ daß s der Vorsabbat, kam Joseph von Arimathia, der Stadt der Juden, sprich““ ein reicher Mann, ein Rathsherr, ein guter frommer Mann, der lef Em] hatte nicht gewilligt in ihren Rath und Handel, welcher auf das hn mil h. Reich Gottes wartete, denn er war ein Jünger Jesu, doch heim— un Mal ich, aus Furcht vor den Juden, der wagte es und ging hinein Ausst shn. su Pilato und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief dem Hauptmann und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre. 0 han Und als er erkundet von dem Hauptmann, gab er Joseph den ach: SA 336 Geschichte des Leidens u. Sterbens Jesu Christi. Leichnam Jesu; und Joseph kaufte eine Leinwand. Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu gekommen war, und brachte Myrrhen und Aloen unter einander, bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, der abgenommen war, und wickelten ihn in eine reine Leinwand und banden ihn mit leinenen Tüchern und mit den Specereien, wie die Juden pflegen zu begraben. Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget ward, ein Garten und im Garten ein neues Grab, das war Josephs, welches er hatte lassen hauen in einen Fels, in welches Niemand je ge— leget ward, daselbst hin legten sie Jesum um des Rüsttags willen der Juden, und wälzten einen großen Stein vor die Thür des Grabes und gingen davon. Es war aber allda Maria Magda⸗ lena und Maria Joses, die setzten sich gegen das Grab, auch andere Weiber, die da Jesu waren nachgefolget von Galiläa, beschaueten, wohin und wie sein Leib gelegt ward. Sie kehrten aber um und bereiteten die Specerei und Salben, und den Sabbat über waren sie still nach dem Gesetz. Des andern Tages, der da folgte nach dem Rüsttage, kamen die Hohenpriester und Pharisäer zu Pilato, und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebete: Ich will nach dreien Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis auf den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn, und sagen zum Voll: Er ist auferstanden von den Todten, und wäre der letzte Betrug ärger, denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter, gehet hin und ver⸗ wahret es, wie ihr wisset. Sie gingen hin und verwahreten das Grab mit Hütern, und versiegelten den Stein. ale 9*6 Nun Ohrist Herr, Etbarn Herr, Etbatn Herr, Etbarn Seieu Aasch Oeiu hifu hristi. 5 kam abel 1 gekomme bei hundel abgenommen banden ihy! ward, ei! phs, welchs mand je ge ttags Wilhr ie Thür d wia Magdi⸗ Grab, auh! on Galll, Sie lehrteh n, und da dern Be npriester mo, die 5 gedacht d nach dealh dab verwahl kommen uul den von d dste. Piatt hin und m wahreten de Anhang. A. Die Litanei, als öffentliches Gebet an den Buß- und Bettagen zu gebrauchen. Heun⸗ sei uns gnädig! Christe, sei uns gnädig! Herr, sei uns gnädig! Christe, erhöre uns! Herr, Gott Vater im Himmel, Erbarm dich über uns! Herr, Gott Sohn, der Welt Heiland, Erbarm dich über uns! Herr, Gott heilger Geist, Erbarm dich über uns! Sei uns gnädigl Verschon uns, lieber Herr Gott! Sei uns gnädig!— Hilf uns, lieber Herr Gott! Vor allen Sünden, Vor allem Irrthum, Vor allem Uebel, Vor des Teufels Trug und List, Vor bösem, schnellen Tod, Vor Pest und theurer Zeit, Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Hagel und Ungewitter, Vor Feuer- und Wassersnoth, Vor dem ewigem Tod Behüt uns, lieber Herr Gott! ö Durch deine heilige Geburt. Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, Durch deinen Tod am Kreuz, Durch deine Auferstehung und Himmelfahrt, In unsrer letzten Noth, Am jüngsten Gericht Hilf uns, lieber Herr Gott! 2 V EN N. V. NI. . 1 a 1 1 E N Virt ννν νe- 858 Wir arme Sünder bitten: Du wollest uns erhören, lieber Herr Gott! Und deine heiligechristliche Kirche regieren und führen, Alleschristliche Lehrer und Kirchendiener im heilsamen Wort und heiligen Leben erhalten, Allen Rotten und Aergernissen wehren, Alle Irrige und Verführte wieder bringen, Deines Reichs Widersacher dämpfen, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deines Geistes Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, Allen Königen und Fürsten Fried und Eintracht geben, Unsern Landesherrn mit allen seinen Beamten leiten und schützen, Unsere Kirche, Schule und Gemeine segnen und behüten, Allen, die in Noth und Gefahr sind, mit Hülf erscheinen, Allen Schwangern und Säugenden fröhliche Frucht und Gedeihen geben, Aller Kinder und Kranken pflegen und warten, Alle unschuldig Gefangene los und ledig machen, Alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, Die Früchte auf dem Lande geben und bewahren, Und uns gnädiglich erhören. Erhör uns, lieber Herr Gott! O Jesu Christe, Gottes Sohn, Erbarm dich über uns! O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns! O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns! O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, Verleih uns steten Frieden! Christe, erhöre uns! Herr, sei uns gnädig! Christe, sei uns gnädig! Herr, sei uns gnädig! Amen. Anhang. Gebete. B. Lied, bei der öffentlichen Vorbereitung zum heiligen Abendmahl zu singen. Nro. 239, Vers 4, 7 und 8:„Jesu, du hast weggenommen“ a. shlagen Vetden Mlnen hauung daner e ommit Hellge Ullche hnnen, licht u. LAut sei Chie L Hetz d Jbaotl uch a Uorts Det Ve Mhferh Da it dule Hen chiftl t ge h den miit,! get G und! Anhang. Gebete. 359 C. Gebete für die häusliche Andacht. J. Morgen- und Abendsegen. ind führen heilsamen Morgengebet am Sonntage. err, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir schicken. Ich komme vor dich mit kindlichem Dank, daß du diese Nacht eine Wagenburg um mich und die Meinigen ge— schlagen und deine Güte und Treue wiederum an mir neu hast trösten, werden lassen. Begleite und beschütze mich auch heute auf allen acht geben meinen Wegen. Laß diesen Tag insonderheit einen Tag der Er⸗ dten Leitel bauung und Erquickung für meine Seele sein. Du hast nach deiner erbarmenden Liebe diesen Tag zur äußeren Ruhe verordnet, dbehüth damit du dein Werk in mir haben mögest. O darum erleuchte, erscheinen heilige und lehre meine Seele, daß ich heute Schätze sammle, e Fruch welche mich in Kreuz und Leiden, in Noth und Tod erquicken grüh. können, welche weder Motten noch Rost fressen und da die Diebe nicht nachgraben noch stehlen. Mein Gott, das soll heute meine 50 Lust sein, dein Wort zu hören, in dir mich zu erbauen, dir zur achen, Ehre Lob- und Danklieder anzustimmen, eifrig zu beten, und mein versotgih. Herz dir zu schenken. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth! Meine Seele freuet sich in dem lebendigem Gott. Laß vergen mich aber kein vergeßlicher Hörer sein, sondern ein Thäter des Worts werden. Laß mich in der Erkenntniß deines Sohnes, in hren, der Verleugnung meiner selbst, in Glauben, Liebe, Geduld und Absterben der Eitelkeit dieser Welt einen festen Grund legen, auf daß ich die künftige ganze Woche daran gedenke, es ausübe und gute Früchte bringe. Bewahre mich vor der Anfechtung des eige⸗ nen Herzens, eines unziemlichen Umgangs und unwürdigen Be⸗ ägt, schäftigungen. Laß meinen öffentlichen und häuslichen Gottesdienst dir gefallen. Sei du selbst, o Jesu, mein Lehrer, daß ich zunehme zägt, an dem inwendigen Menschen, und wohne durch den Glauben in mir, bis ich droben mit dir unzertrennlich vereinigt werde. Heil⸗ rägt, ger Geist, du Himmelslehrer, mächtger Tröster und Bekehrer, komm, und laß die Seele mein deine ewge Wohnung sein. Amen. erm, Abendgebet am Sonntage. err, bleibe bei mir, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget. O du lebendiger, allmächtiger Gott, wie unbegreiflich sind deine Werke, wie unaussprechlich ist deine Güte, welche du den Menschenkindern erzeigest! Ich kann von Gnade ö und Wahrheit, von Liebe und Aleran Liih sagen, indem du den vergangenen Tag mir viel Gutes an Leib und Seele erwiesen nommen hast. Du hast meine Seele gespeiset mit dem Brode des Lebens, ö und mir aus der lebendigen Quelle zu trinken gegeben; dein Wort ist meinem Munde süßer gewesen, denn Honig und Honigseim. ——— πriôPI V. VINNV.VVv IXII 7•—* 7„„ 860 Anhang. Gebete. Ach laß dein Wort mein ganzes Leben hindurch ein Licht auf mei⸗ Gül nen Wegen bleiben, daß ich darnach meinen Gang richte, so werde nlß ich nicht straucheln, oder aus deiner Gnade fallen. Du bist auch mein Erretter, mein Beistand im Leiblichen gewesen, daß ich gesund un Si diesen Abend erreicht habe. Ich bin nicht werth aller Barmher⸗ Juhhin zigkeit, die du an mir gethan hast. Wenn sich nun meine Glieder zuzen zur Ruhe legen, so tritt du, o mein Hüter, mir zur Seite; habe Uaherb Acht auf mich und schließ mich in deinen Schutz ein. Laß mich uc beständig ein Licht in dem Herrn sein und keine Gemeinschaft nich ni haben mit den unfruchtbaren Werken der Finsterniß. Laß dein He Wort, das ich gehöret, in mir als einen heiligen Samen aufgehn, e mi dessen Früchte man an meinem Leben, in der Frömmigkeit, Gottes⸗ da furcht, Verleugnung der Welt und einer heiligen Hingebung an n dich wahrnehmen möge. Sei mein Schirm und Schatten wider andi die Hitze und Anfechtung. Der Herr ist mein Licht und mein Iüume Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines unchn Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen? Verzeihe, wenn ich 1 nicht mit solchem Eifer dir heute gedienet, wie ich billig gesollt, U i und nimm deßwegen deine Gnade nicht von mir. Laß in der umt neuen Woche alles neu an mir sein; schenke mir neue Liebe Oude und neues Verlangen nach dir, einen neuen Trieb, dir zu diennn 8 und zu gehorchen; laß mich die in der vorigen Woche begangenen sürk Sünden meiden und fliehen, damit Jedermann erkenne, daß ich rühhn den Sonntag nicht vergebens hingebracht habe. Hilf, daß ich mü fleißig erwäge, daß ich eine unsterbliche Seele habe, damit ich mehr 9 um die Seele, als um den Leib bekümmert sei. Ich sehe mich, mein Ws i Gott, nach meiner Ruhestatt um; ich erinnere mich dabei an meine nen Grabstätte, darin ich ruhen werde, bis du mich an dem frohen n M. jüngsten Tage zum ewigen Leben erwecken wirst. Dahin, zu dieser Hlab Ruhe, die du deinem Volke bereitet hast, wollest du mich vollbe— reiten, stärken, kräftigen, gründen um deiner Gnade willen. Amen. — Morgengebet am Montage. IH O du liebreicher und barmherziger Gott, ich fange unter deinem Wt. Beistande eine neue Woche an. Ich weiß aber nicht, was mir darin widerfahren wird. Wie viel Uebel und Unglück kann Wur uns in einem Tage begegnen, wie viel mehr in einer ganzen Woche. 1. Darum komme ich gleich im Anfang derselben zu dir, und em⸗ ni pfehle mich dir ganz und gar. Ach, mein Gott, gieb mir deineñ wr heiligen Geist, der mich heilige, leite und regiere, und meinem ut Geist das Zeugniß gebe, daß ich ein Kind Gottes sei. Segne mich diese Woche; segne meinen Ausgang und Eingang, segne meine iiin Berufsarbeit und Geschäfte, segne meine Schritte und Tritte. Ich 05 — hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchem mir Segen 90 I und Hülfe kommt. Meine Hülfe kommt vom Herrn, der Himmel W08 und Erde gemacht hat. Wenn du mich leitest, so irre ich nicht; 90 wenn du mich hältst, so falle ich nicht. Darum lasse deine Treue 10 Anhang. Gebete. 3861 icht auf na⸗ hte, so wa. Und Güte mich überall behüten. Segne auch alles, was mein ist, du bist l und laß es in deinem Segen gedeihen. ö ch ih rii Ach mein Gott und treuer Vater, schütze und bewahre mich kr Lunhn vor Schaden, Gefahr, Verlust und Unglück; laß mich bei Tag und neine Geh Nacht in deinem Schutz und deiner Gnade stehen. Bewahre mein Sate. Haus, und laß um mich und um das Meinige deine Engel eine Wagenburg schlagen, so wird mich kein Unfall stürzen, wie groß Ich Genen 0 er auch ist. Erhöre mein Gebet, wenn ich zu dir rufe, und laß Lad 16 mich nicht unerhört von dem Thron deiner Gnade gehen. I89— 0 Bewahre mich, Herr, vor Sünden, weise mir deine Wege, aulhch) leite mich in deiner Wahrheit. Erhalte mein Herz bei dem Eini⸗ n Cotls. gen, daß ich deinen Namen fürchte. Schreib deine heilige Furcht ahebunge in mein Herz, daß ich nicht aus deiner Gnade falle, sondern darin hatten vüs beständig bleibe bis in den Tod. Gieb, daß ich diese Woche möge und n frömmer und gottseliger werden, in deiner Erkenntniß und Liebe ist mes zunehmen, und in meinem Glauben darreichen Tugend, und in % wenne9 der Tugend Bescheidenheit, und in der Bescheidenheit Mäßigkeit, Hlig goh! und in der Mäßigkeit Geduld, und in der Geduld Gottseligkeit, Laß inh damit, wenn einst die letzte Lebenswoche einbricht, ich deiner neue A. Gnade möge versichert sein. it zu dienet Sollte auch diese Woche mir eine Kreuzeswoche werden, so begange! stärke mich durch deinen heiligen Geist, daß ich alles unter deinem ime, daßih müchtigen Beistand ausstehen und überwinden könne. Sei du selbst hilf, daß 9. mepi Helfer und Erretter aus aller Noth. mit ich m Nun, ich befehle mich dir mit Leib und Seele und Allem, he mich min. was ich habe, in deinen gnädigen Vaterschutz, wie auch alle from⸗ ei an ms, men Christen. Sei du uns Allen gnädig, und beweise dich auch dem ftoh in dieser Woche als den Heiland aller Menschen, sonderlich deiner in, zu diest Gläubigen. Amen. mich volbe llen. lua Abendgebet am Montage. chh liege und schlafe ganz mit Frieden; denn du, Herr, hilfst mir, daß ich sicher wohne. O du ewiger und allmächtiger nter deill! Gott, dies sind meine Abendgedanken, da ich mich zur Ruhe be⸗ nicht, u6. geben will. Wie soll ich dir genugsam danken, daß du meinen Inglüc kn! Ausgang und Eingang behütet hast. Du hast mich gespeiset und anzen Wohl. getränkt, du hast mich getröstet und erquickt. Dein Aufsehen hat x, und O meinen Odem bewahret, und durch dich und deine Gnade stehe mir dell ich noch bis auf den heutigen Tag. Alle diese und andere Wohl⸗ und meil! thaten sind lauter Stimmen, welche mich zu deinem Lobe auf⸗ Sehne nh! muntern. Darum, so lobe den Herrn, meine Seele, und was in Rehle mast! mir ist, seinen heiligen Namen; lobe den Herrn, meine Seele, Zulte. ½] und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Vergieb mir, o mit Se Herr, vergieb mir aus Gnaden, wenn ich heute das Vorbild mei⸗ der Oiml nes Jesu' nicht vor Augen gehabt und deine Gebote aus den Augen 10 Rihl. gesetzt, hingegen nach der Welt und mit der Welt gelebt und mei⸗ 155 Tul nen' Begierden freien Lauf gelassen habe. Ach, Herr, ich klage 16 Srr πρr .NV. r 362 Anbang. Gebete. mich selbst vor dir an und thue Buße. Der Tag ist nun dahin! Alen! Tilge auch meine Sünden wie einen Nebel und gedenke derselben mi nimmermehr. Ich gelobe dir in Aufrichtigkeit meines Herzens, daß Oddanl ich dir fleißiger dienen und meinen Wandel nach deinem Wort ghin. einrichten will. Behüte mich in dieser Nacht, drücke selbst, wenn slumet. ich einschlafe, mir die Augen zu, aber drücke mir auch zugleich das m de heilige Bild deines Sohnes ins Herz, daß ich seiner nicht vergesse, gaben und laß mich auch schlafend dein verblei ben. Herr, hilf mir, daß uder ich sicher wohne; daß ich liege und schlafe ganz mit Frieden. Amen. Ihen 6 Morgengebet am Dinstage. uit Geu Gott und Vater, dir sei Preis für alle deine Güte, daß sechen du mich hast ruhen lassen unter dem Schatten deiner Flügel. Jut de Laß mich desto mehr die künftige Zeit über zu deiner Liebe erweckk Sdt werden, daß ich nicht begehre zu leben, ohne in dir, und was ich(lge! noch lebe, im Glauben deines Sohnes lebe, ja, daß er mein wahres Licht und Leben werde. Hierzu übergebe ich mich dir von Neuem in deine Reinigung und Regierung. Laß durch den Glauben Chri⸗ Wâ stum in meinem Herzen wohnen, daß er die Früchte des Glaubens in mir wirke, als Liebe, Hoffnung, Demuth, Sanftmuth und Gy⸗ auagen duld. Lehre mich keine Lust verlangen, als deine Liebe, keinen duge Vortheil, als die—9• deiner Gnade, keine Ehre, als deine Uohnt Kindschaft. Für das Zeitliche laß mich nicht ängstlich sorgen, w ih denn du wirst mich nicht verlassen, noch versäumen. Heilige und isltien segne das Werk meiner Hände, und neben mir Alle, die dich su⸗ OInn chen. Ja, breite deine Barmherzigkeit über alle Menschen aus,. Uahh und rette Jeden von dem Verderben, worin er gefangen ist oder das 0 ihn bedroht, vornehmlich die Feinde deiner Wahrheit. Insbesondere Herhn empfehle ich deiner Leitung alle die Meinigen, auch meine Oberen dmnen und Vorgesetzten. Erbarme dich des Mangels und Bedarfs in Hoth allen Ständen und mache der Bosheit und den Aergernissen ein Vche Ende, hilf allen Nothleidenden und Kranken, und sei uns Allen hart gnädig, daß du uns deinen Frieden gebest im Namen Jesu! Amen. Sl Abendgebet am Binstage. 9— Bnur ae d. gnädiger Gott und Vater, ich lobe und preise dich withe für alle deine Wohlthaten, daß du mich den vergangenen Tag Vbe hast vollenden und durch deine väterliche Gnade des Tages Last mx und Plage hast überwinden lassen. Ein jeglicher Tag hat seine Hay NV N +4 * V eigene Plage, du aber, lieber Vater, hilfst uns in jeglicher Last w5 und Mühe, bis wir endlich zur ewigen Ruhe und an den ewigen Tag kommen, wo alle Mühe und Plage aufhören wird. Huun Ich danke dir, o Gott, für alles Gute, das ich diesen Tag von deiner Hand empfangen habe. Ach, Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du täglich an mir thust. Ich I. danke dir auch für die Abwendung des Bösen, welches mir hätte 9 ———8 x ö begegnen können; ich danke dir, daß du mich behütet hast vor ihr nun dahin! nle dersehn Herzens,du einem Won selbst, wen zugleich E cht vergist ilf mir, dah! ieden. Mnun. ne Güte, dh! einer Flügtl Liebe erwell! und was it mein wahts von Muen lauben Chu⸗ 6es Glaubent uth und He⸗ Vlebe, kinnn , als dee tlich sotge. Heilige ud. die dich l enschen uuh, n ist oder u Noebesonder Keine Obenn Bedarfs u ernissen e desu! Mntl. Anhang. Gebete. 3638 allem Unglück und vor schweren Sünden, und bitte dich nun herz⸗ lich und kindlich, du wollest mir alle meine Sünden, die ich mit Gedanken, Worten und Werken begangen habe, gnädiglich ver⸗ geben. Viel Böses habe ich gethan und viel Gutes habe ich ver⸗ säumet. Ach, sei mir gnädig, mein Gott, sei mir gnädig! Laß mit dem heutigen Tage alle meine Sünden in mir absterben, und gieb mir, daß ich immer gottesfürchtiger, heiliger und frömmer wieder aufstehen möge. Segne meinen Schlaf und laß deine hei⸗ ligen Engel sich um mich her lagern und mich behüten. Bewahre mich in Gnaden vor Angst und Schrecken, vor Noth und Gefahr. Erquicke stets meine Seele mit deinem himmlischen Troste und gieb meinem Herzen Zuversicht und Ruhe. Laß mich zu jeder Zeit deine Gnade sehen, die in Christo Jesu ist, und wenn mein Stündlein kommt, so verleihe mir einen seligen Schlaf und eine selige Ruhe in Christo Jesu. Amen. Mlorgengebet am Alittwach. W'enm ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich, wenn ich erwache, so rede ich von dir. Mein Gott, du lässest einen Tag meines Lebens nach dem andern erscheinen, daß ich mich zur Ewigkeit bereiten und meine Seele dir zum Eigenthum und zur Wohnung ergeben soll. O laß mich diesen Tag dazu anwenden, daß ich schaffe, selig zu werden mit Furcht und Zittern. Ich bin mitten in dieser Woche und habe drei Tage derselben glücklich unter deinem Schutz zurückgelegt, laß auch die übrigen drei nach deinem Wohlgefallen mich erreichen. Wenn ich mitten in Angst und Sor— gen wandle, so erquicke mich und hilf mir. Bleibe inmitten meines Herzens, daß ich unter allen Umständen und bei allen⸗ Anliegen deinen Rath befragen und deinen Beistand erlangen könne. Ist Gott für mich, wer mag wider mich sein? Leite mich auf dem Wege meines Berufs. Denn ich spreche mit völligem Glauben: Herr, ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. Segne mich im Schlaf und Wachen, segne meinen Schritt und Tritt, segne mich in allen Sachen, theil mir deinen Segen mit. Wenn mir aber die Lust oder Noth der Welt mit ihrer Anfechtung zu mächtig würde, so gieb Kraft, daß ich mein Herz losreiße und in deiner Liebe erhalte bis zum Abend. Steht mir ein Kampf bevor, so hilf mir überwinden; meldet sich ein sündlicher Gedanke in meinem Herzen, ein unnützes Wort in meinem Munde an, so stärke mich, daß ich es durch deinen Geist abweise. Laß auch die Meinigen dir befohlen sein, und laß allen Betrübten und Kranken mitten in ihren Leiden dein Gnadenlicht aufgehen. Amen. Abendgebet am Mittwoch. eiliger, gütiger und allein weiser Gott, du hast mich diesen Tag abermals erfahren lassen, daß du der rechte Vater bist über Alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden. Du F ZDDVEEEEVVM V VFFF 7„we;, 8364 Anbang. Gebete. hast für mich gesorgt, daß es mir nicht gemangelt hat an irgend te einem Gute. Ach, Herr, ich bin zu gering aller Güte und Treue, auden. die du an mir beweisest. Wie soll ich dem Herrn vergelten alle vom Mi Wohlthaten, die er täglich an mir thut? Verschmähe nicht das Hit Opfer meines Lobes in dieser Abendstunde und siehe mich ferner iber V in Gnaden an. Vergieb mir, was ich diesen Tag mit Gedanken, und laß Worten und Werken wider dich begangen habe. Hilf, daß ich mit Imzen meinen Kleidern auch alle Unart und jede böse Neigung und Ge⸗ Jelte eh wohnheit ausziehe. Laß mich in der bevorstehenden Nacht mit michte meinen Verwandten und Hausgenossen unter deinem Schutze sanft Haheligt und ruhig schlafen. Die Sonne hat sich verborgen. Aber du, o rhöte Jesu, Sonne der Gerechtigkeit, laß deinen Glanz immer in meinem Nazeihe Herzen leuchten. Erneure im Schlaf meine Kräfte, daß ich munter gen und und fröhlich den Tag erlebe. Wachet ein Hirte bei seiner Heerde, Qdenke so laß mich auch deiner Hirtentreue an Leib und Seele empfohlen sassenen. sein. So du aber, zu meiner Prüfung, über mich etwas Widriges ziehe verhängen wolltest, so gieb mir den gehorsamen Sinn Abrahams s heut und den geduldigen Geist Hiobs. Ich hebe meine Augen auf zu lühren den Bergen, von walchen mir Hülfe kommt; meine Hülfe kommt 1 Tag vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat! Amen. Das er Morgengebet am Bonnerskage. 7 Dis Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei gekommen. So chen di wache nun auf, meine Seele, lobe unsern Gott und denke Nahjere hernach an alles, was du nach seinem Willen an diesem Tage zu Hulen, thun hast. R der Herr, du bist auch in dieser Nacht mein Hüter und Wächter, i Ch mein Beschützer und Erhalter gewesen, und daß ich von den Mei⸗ nigen noch etwas habe, daß ich selber heute noch lebe und gesund bin, das kommt alles von dir. Ja, ich gedente in dieser Morgen⸗ M stunde aller Wohlthaten, die ich jemals aus deinen Vaterhänden 2 empfangen habe; wie du mich mit Leib und Seel erschaffen, da ich il nichts war; wie du mich erlöset, da ich verloren war; wie du mich sahsu geheiliget, da ich gottlos war; wie du mich bis auf diesen Tag 9 erhalten hast, da ich doch dessen nicht werth bin. Und weil ich md de 2 denn alles von dir habe, auch diesen Morgen alles wieder von chte — Neuem geschenkt bekomme und selber gleichsam wieder von Neuem Iund geboren worden bin; so opfere ich auch alles dir und will an dich l gedenken, dich bekennen, lieben, loben und ehren mit Seel und W Leib und Allem, was ich bin und habe, heute und in alle Ewigkeit. Whl l Laß dann, o Vater des Lichts, mein Gewissen nicht schlafen, m nachdem mein Auge erwacht ist, damit ich heute nichts vornehme, Wiez 2 denke, rede oder thue, das dir mißfalle, meinen N ächsten beleidige pite und mir selbst schade, sondern als ein Kind des Lichts in Gedan⸗ Hüch II ken, Worten und Werten gegen dich und die Menschen wahrhaftig, 2 ehrbar, gerecht, treu, redlich, vorsichtig, bescheiden, nüchtern und nihh „ mäßig erfunden werde. In deinem Namen, Herr Jesu, will ich sug Anhang. Gebete. 365 an igar heute alles thun; laß es mich fröhlich anfangen und glückselig und Truf, enden. Begleite mich mit deinen heiligen Engeln und laß mich rgelten ale vom Morgen bis an den Abend dir immer befohlen sein. eBnicht doz Liebreicher Gott, du hast deine Sonne wieder aufgehen lassen mich fent„über Böse und Gute. So erbarnie dich nun auch aller Brüder Gedanko, und laß keinen Menschen verloren werden. Hilf, daß dir in der daß ich mit ganzen Christenheit andächtig gedienet, in allem weltlichen Regiment 9 und Ge heute etwas Gutes beschlossen, in allen Häusern etwas Nützliches Nacht mit verrichtet und also auch dieser Tag bei Allen auf allerlei Weise chutze sant geheiligt und zur Ehre deines heiligen Namens angewendet werde. Über du,9 Erhöre die Frommen, welche in dieser Frühstunde dich anrufen. in meinem Verzeihe den Gottlosen, welche jetzt den Morgen ohne Gebet anfan⸗ ich muntet gen und auch den heutigen Tag wieder ohne dich verleben werden. ner Heetd'. Gedenke in Gnaden aller Kranken, Leidenden, Betrübten und Ver⸗ empfohen lassenen. Führe die Reisenden, die sich jetzt aufmachen, ihren Weg 18 Widriges zu ziehen. Versorge die Armen, die jetzt noch nicht wissen, was Abrahams sie heute essen und trinken werden. Beschere denen, die sich redlich gen auf qu nähren wollen, Gelegenheit dazu und Arbeit. Laß alle Arbeiter ülfe kommt ihr Tagewerk redlich ausrichten. Laß einem Jeden wohl gerathen, n. was er vornehmen wird. Bewahre diejenigen, die mit gefährlicher Arbeit umgehen müssen, und erquicke einen Jeden, der unter der— Last seines Berufes müde werden wird. Ja, laß dir alle Men⸗ nmen. E schen diesen Tag über befohlen sein, insonderheit aber die Meinigen. und disk Regiere diejenigen, mit welchen ich heute umgehen werde, zu allem m Tage zu Guten, und erbarme dich endlich aller deiner Kreaturen; auf daß dir, dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste sei Preis nd Wächll, und Ehre jetzt und in Ewigkeit. Amen. rin. Abendgebet am Bon nerstage. er Morgel⸗ Weie munter, mein Gemüthe, und siehe dich um! Der Tag Batethänden ist hin, die Nacht vorhanden, und du bist wieder um einen ffen, dai Tag älter geworden. So höre nun auf zu sorgen; denke an dich pie du nh selbst und lobe auch des Nachts deinen Gott.— diesen 20 Herr, du ewiger Gott, bei dem kein Wechsel ist des Lichts d wilei und der Finsterniß, der du immer bleibest wie du bist, und dessen hieder vn Jahre kein Ende nehmen, durch deine Güte habe ich auch diesen — Run Abend erlebt. Alles, was ich heute etwa besser, was ich weiser, an ih was ich älter, was ich gesünder, was ich gesegneter geworden bin, —* das kommt von dir. Darum danke ich dir für alle deine heutigen lt Wohlthaten. Auch heute muß ich ausrufen: Wie köstlich sind vor shlafn mir, Gott, deine Gedanken! Und wenn mich gleich auch etwas t chmm. Böses betroffen hätte und mir nicht alles nach Wunsch ergangen Ln wäre, so habe ich es ja nicht besser verdient und würde noch un⸗ 00 glückseliger geworden sein ohne deine lindernde Barmherzigkeit. in Ufih Ach, du langmüthiger Gott, ich habe auch diesen Tag über uohten. nicht immer an dich gedacht, und gleichwohl hast du für mich ge— hten i sorgt. Ich habe dich um Manches nicht gebeten, und du hast es n νπιμμνrh.U UNt N VNN — * VW V * + , nn.„„— 866 Anhang. Gebete. mir dennoch gegeben. Ich habe oft gesündiget, und du hast immer Geduld mit mir gehabt. Sei um so mehr gepriesen um alle deine Treue und Fürsorge. Aber verzeihe mir auch, was ich Gutes unter⸗ lassen und Böses gedacht, verlangt, gethan oder geredet habe wider dich, meinen Nächsten und mich selbst. Ja, wo ich gefehlet, da bringe du aus Gnaden wieder zurechte, was ich mir oder Andern damit verdorben oder ungerecht gemacht habe. Wende nun auch in dieser Nacht von mir alle Werte der Finsterniß. Laß mich weder im Wachen noch im Schlafen etwas denken oder vornehmen, was wider deinen heiligen Willen ist. Behüte mich vor unruhi⸗ gen Gedanten, vor unnöthigen Sorgen, vor allerlei Anfechtung und endlich auch vor einem bösen, schnellen Tode. Laß mich viel⸗ mehr deiner Güte befohlen sein und mit guten Gedanken ein⸗ schlafen. Wache für mich, wenn ich schlafe. Richte meine Gedanken zu dir, wenn ich erwache. Wecke mich dann, wenn mein Beruf es erfordert, und laß mich fortleben, so lange es dein Wohlge⸗ fallen ist. Sorge auch für die Meinigen und für alle Menschen. Dein Auge wache für sie, deine Hand bedecke sie, dein Engel beschirme sie. Erhöre aller frommen Christen Abendgebet. Schone derer, die dich beleidigt haben. Gieb, daß Alle, die heute uneins geworden sind, die Sonne nicht über ihren Zorn untergehen lassen, und erbarme dich auch derer, die ohne Andacht und Gebet sich niederlegen; erquicke die Müden; stärke, die aus Noth noch in der Nacht arbeiten müssen. Schütze und beschirme, die keine Herberge haben oder auf der Reise sind. Wache bei den Kranken; pflege der Kinder; verkürze denen die Zeit, die nicht schlafen können, und stehe mit deinem Trost allen Nothleidenden bei, welche heute eine betrübte Nacht haben werden. Behüte unsere ganze Gemeinde vor Schaden und Aergerniß, und erhalte einem Jeden das Seine in Ruhe und Frieden, bis wir endlich aus dieser Finsterniß kom⸗ men zu deinem ewigen Licht. Amen. ö Morgengebet am Treitage. eute, an einem Freitage, bist du, mein Jesus, gekreuzigt wor⸗ den. Kann wohl etwas Erwecklicheres für mein Herz in dieser Morgenstunde sein? Dit hab ich's zu danken, daß ich so viele göttliche Wohlthat genieße. Ohne dich wäre mir die Welt ein Ort der Qual und ein Vorschmack der Hölle. Wie kann ich dir doch deine Liebe vergelten! Gekreuzigter Heiland, der schwache Dank, den ich dir allein darbringen kann, ist, daß ich mir die Früchte deines heiligen Leidens aneigne und sie zu meiner Heili⸗ gung benutze. Darum will ich mich vor Sünden hüten, wodurch ich dir so viele Mühe gemacht. Auf dich will ich meine Seligkeit gründen, deinen Befehlen lebenslang gehorsam sein und dein Bei⸗ spiel nachahmen. Deine Demuth, dein Fleiß, deine Arbeit, deine Andacht im Gebet, deine Liebe gegen die Feinde, dein menschen⸗ freundliches Herz, das Alles soll mich zur Nacheiferung anreizen. de Er lasen, ih bot Hunke Raht. Mauige Hütsorg hener! Huade Handern Hah ich Sagne sichtige gete iN Wid Anhang. Gebete. 367 haft imma Die Erinnerung an dein Leiden und Sterben soll mich nie ver⸗ m alle dent lassen, und mir insonderheit Muth geben in allen Anliegen, die Hutes unte⸗ ich vor Gott bringe. Ach, mein Gott, im Namen deines Sohnes habe win danke ich dir für alle Gnade und Treue, die du mir in dieser gefehle, uV. Nacht erzeiget. Um seinetwillen befehle ich mich und alle die der Andenn Meinigen und alle Menschen an diesem neuerlebten Tage in deine e nun aut Fürsorge. Vergieb mir alle meine Sünde. Hilf, daß ich an Laß nith deiner Vaterliebe nie verzage und verzweifle. Laß mich nur deine vornehmen Gnade nicht auf Muthwillen ziehen und in Sünden beharren, ö vor unruhi sondern laß sie vielmehr in mir eine so feurige Liebe entzünden, 1t Anfechtung daß ich dadurch alles Böse in deiner Kraft überwinden könne.— mich vieẽ Segne mein Vornehmen und Vollbringen. Behüte mich vor un⸗ 4 danken ein⸗ züchtigen Gedanken, Blicken, Worten und Werken, und nimm alle— ne Gedanle Ungerechtigkeit aus meiner Seele hinweg. Verleihe mir Geduld—* mein Berif in Widerwärtigkeit und Muth im Unglück. Mag es gehen, wie— in Wohlhe Gott will! Er weiß die Seinen zu erretten aus aller Noth. Es Manshn. ist noch eine Ruhe vorhanden für das Volt Gottes, deß bin ich dein Engl fröhlich! Amen. ö Het. Schone ů eute uneinz Abendgebet am Treitage. untergehen Ge dir sei Lob, Preis und Dank gesagt! Nun ist abermals und Hebe ein Tag meines Lebens dahin, und ich bin um einen Schritt oth noch u der Ewigkeit näher gekommen. Ach, Herr, vergieb in Gnaden, e, die keile was ich diesen Tag über in sündlichen Gedanken, Worten und pen Rranles Werken wider dich begangen habe. Gehe nicht ins Gericht mit afen können. deinem Knechte, denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. So du welche haut willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen? Denn 6 Gemend: auf tausend kann ich dir, Herr, nicht eines antworten. Nun bricht das Sim. die Nacht herem, da ich meinen Leib soll zur Ruhe legen, und suarih uIn. meine matten Glieder durch einen sanften Schlaf wieder erquicken. Ach, Herr, dir allein befehle ich mich mit Leib und Seele, mit ö Hab und Gut und Allem, was du mir aus Gnaden gegeben hast. Schlafe ich ein, so wache du doch über mich, du großer Hirt und teusiht vn Hüter Israels. Behüte mich gnädig vor sündlichen, schweren en in dih Träumen und vor anderer Anfechtung der Seele, damit ich sicher 90 0 Ril und ruhig schlafen und mit dem anbrechenden lieben Morgen ge⸗ Welten sund und fröhlich wieder erwachen, von meinem Lager aufstehen ie und munter und froh an meinen Beruf und meine Arbeit gehen ich M bann 10 möge. So will ich dir dafür mit Mund und Herzen dankbar 1 2 4 +. 14 1 4* E +— ö 0 4 11. ö— 10 1• sein. Amen. ö heinet 0 ö Morgengebet am Sonnabend. ten, 6a Bomuhergen gnädiger Gott, du Vater des ewigen Lichts und int S 04 Trostes, deß Güte und Treue alle Morgen neu ist, dir sei 0 In Lob, Ehre und Dank gesagt für das liebliche Tageslicht, und daß Rbal l du mich in dieser Nacht gnädiglich bewahret und mir einen sanften n a Schlaf und Ruhe verliehen hast. Laß mich nun auch in deiner 0 EE.V. E 368 Anhang. Gebete. Gnade und Liebe, in deinem Schutz und Schirm wieder fröhlich Rh aufstehen und das liebe Tageslicht dieses letzten Wochentags nütz⸗—5 1 lich und froh gebraͤuchen. Vor allen Dingen aber erleuchte mich iln mit dem ewigen Lichte, welches ist mein Herr Jesus Christ, daß 1 er in mir leuchten möge mit seiner Gnade und mit seinem Er⸗ le d kenntniß. Bewahre in meinem Herzen das zarte Licht meines Hehen Glaubens; mehre dasselbe und stärke es. Erwecke deine Liebe in dise mir; befestige die Hoffnung. Lehre mich thun nach deinem Wohl-⸗ s gefallen; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. Ich be⸗ ande fehle dir meine Gedanken, mein Herz, meine Sinne und alle meine astt Anschläge. Ich befehle dir meinen Mund und alle meine Worte. Hiland Ich befehle dir alle meine Werke, daß sie zu deines Namens Ehre sst mei gereichen und zum Schutz meines Nächsten. Segne all mein Hleite Thun. Laß meinen Beruf glücklich fortgehen, und wehre denen, un He die ihn hindern. Ich befehle dir meinen Leib und Seele, Ehre Ins du und Gut. Behüte meinen Ausgang und Eingang von nun an ind an bis in Ewigkeit! Amen. u5 En fuung Abendgebet am Sonnabend. 95 D dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte Hertn währet ewiglich. Wer kann die großen Thaten des Herrn ausreden und alle seine löblichen Werke preisen? Ich danke dir von ganzem Herzen, ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich und auch jetzt am Ende dieser Woche loben und deinen Namen verherrlichen. Denn wer bin ich, Herr Herr, und was ist mein Haus, daß du mich bis hierher gebracht hast? O du hast diese ganze Woche über nicht mit mir gehandelt nach meinen Sünden und mir nicht vergolten nach meinen Missethaten. Du hast mir* Leben und Wohlthat erzeiget, und durch dein Aufsehen hast du N meinen Odem bewahret. Ich habe des Tages unter deinem Schirm 0 gesessen, du Höchster, und des Nachts durfte ich ruhen unter dei⸗— nem Schatten, du Allmächtiger. Warum sollte ich nicht am Ende W0 dieses Tages und dieser Woche von ganzem Herzen zu dir sprechen: I Meine Zuversicht und meine Burg? O wohl ein treuer Gott, auf den ich hoffe, auf den ich mich in völligem Glauben lehne! Denn du hast mich und mein Haus diese ganze Woche vor so N mancherlei Unfall in Gnaden bewahret. Wie viel, wie reichlich hast du mir täglich vergeben! Wie herzlich hast du dich meiner Den Seele angenommen, daß sie nicht verdürbe! Und ob du uns auch siän gezüchtiget und mit Leiden und Widerwärtigkeiten heimgesuchet, so i hast du uns doch dem Tode nicht übergeben, sondern es ist uns zu Nutz geschehen, daß wir deine Heiligung erlangen. Ach vergieb mir um Jesu Christi willen meine Sünden, welche ich wider dich, wider meinen Nächsten und wider mich selbst be— gangen habe. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz durch das der fröͤhlih ntags nüß⸗ euchte mic Christ, diß einem Et⸗ icht meintz ne Nebe in nem Wohl . Ich be⸗ Walle meine eine Worke. mens Chne all mein ehre denen.“ Seele, Ehn n nun an“ seine Oül des Hau danttM du Köni) dich tihih nen Name 3s ist mn hast dus an Sündu hast mit en hast N nem Schint unter R am Esht t sprechen truet Cul uben ů00 oche bor ue nithit dich Meinte Anhang. Gebete. 369 Verdienst Jesu, deines Sohnes, und einen neuen Geist durch dei— nen heilgen Geist. Und gleichwie du mir aus Gnaden meine vielen Uebertretungen erlässest, mit welchen ich diese Woche dich betrübt habe, also neige auch mein Herz zur Erbarmung gegen Alle, die mich beleidigt haben, daß ich ihnen auch vergebe von Herzen einem Jeglichen seine Fehler. Ich weiß ja nicht, ob nicht in dieser Nacht mit dem Ende dieser Woche auch das Ende meines Lebens einbrechen möchte. Darum laß mich nicht, weder in der Sünde des Zorns und in der Unversönlichkeit, noch sonst in einem Laster sterben oder verderben, sondern in Christo Jesu, meinem Heiland, erfunden werden. In diesem tröste ich mich: Du, Herr, bist meine Zuversicht, und du, Höchster, bist meine Zuflucht. Nur bereite mich, alle die Meinigen und Alle, die nach dir fragen und dein Heil lieb haben, durch deine Kraft, daß ein Jeder das Werk, das du ihm befohlen hast, von Tag zu Tag treulich ausrichte und am Ende seines Lebens mit Freuden vollendet habe, damit das Ende unseres Lebens, es komme heute oder morgen, eine Be— freiung von dem Dienst des vergänglichen Wesens und ein An⸗ fang der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes in jener Welt sei. Das thue, lieber Vater, um Jesu Christi, deines Sohnes, unsers Herrn und Heilandes, willen. Amen. II. Geistlicher Tageslauf. 1. Frühgebete beim Erwachen und Aufstehen. Och danke dir, lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, meinen Heiland, daß du mich in der vergangenen Nacht vor Schaden und Gefahr behütet hast; und bitte dich, du wollest auch diesen Tag mich behüten vor Sünden und vor allem Uebel, daß dir all mein Thun und Leben gefalle durch Christum Jesum, deinen lieben Sohn. Amen. Occh hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir N Hülfe kommt; meine Hülfe kommt von dem Herrn, der Him— mel und Erde gemacht hat. Herr, zeige mir auch heute deine Wege und lehre mich deine Steige; leite mich in deiner Wahrheit und unterweise mich, denn du bist der Gott, der mir hilft. Amen. On Gottes Namen steh ich auf, Herr Jesu, leite meinen Lauf; Begleite mich mit deinem Segen, Behüte mich auf meinen Wegen. Amen. 22 VDEN. E 7 +0 370 Anhang. Gebete. Men Gott, ich bitt durch Christi Blut, Nimm mich auch diesen Tag in Hut. Und laß die starken Engel dein Mein Wächter und Gefährten sein.— Amen. 2. Gebete vor der Arbeit. err, unser Gott, kehre dich zu uns und sei deinen Knechten gnädig; erfülle uns mit deiner Gnade, daß wir fröhlich an unsre Arbeit gehn und all unsre Dinge wohl beschicken. Gott sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände bei uns; ja, das Werk unserer Hände wollest du fördern. Amen. as walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich die Arbeit an, Mit Gott nur geht sie glücklich fort; Drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott!— Amen. 3. Tischgebete. Vor Tische: A- Augen Reuer auf dich, Herr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust deine milde Hand auf und sättigest alles, was lebet mit Wohlgefallen. Herr Gott, himm⸗ lischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Gott, speis uns, deine Kinder, Tröste die betrübten Sünder; Sprich den Segen zu den Gaben, Die wir durch dich vor uns haben, Daß sie uns in diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben: Bis wir endlich mit den Frommen An die Himmelstafel kommen!— Amen. Qesu, wir gehn zu dem Essen, Laß uns deiner nicht vergessen, Denn du bist das Himmelsbrod. Speis die Leiber, stärk die Seelen, Die wir dir jetzt anbefehlen, Steh uns bei in aller Noth; Hilf uns, daß wir nach der Erden Deine Gäst im Himmel werden.— Amen. Du h Jutter Lalet: 0 ihn Gwigke en Knechtu ftöhlich en. n. Gott si bei uns; ihnen ihr nd auf und! hott, Him ir von deing um, unenn Anhang. Gebete. Nach Tische: De dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich: der allem Fleische Speise giebt, der dem Vieh sein Futter giebt, den jungen Raben, die ihn anrufen. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmt sich der Herr über die, so ihn fürchten; die Gnade des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Wi danken Gott für seine Gaben, Die wir von ihm empfangen haben. Wir bitten unsern lieben Herren, Er woll uns hinfort mehr bescheren, Und speisen uns mit seinem Wort, Daß wir satt werden, hier und dort. Ach, lieber Gott, du wollst uns geben Nach dieser Welt das ewge Leben.— Amen. W'i danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du unser Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hats nicht Noth, Du bist das rechte Lebensbrod.— Amen. 4. Gebete beim Schlafengehen. Och danke dir, mein himmlischer Vater, durch Christum Jesum, X deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich be⸗ hütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht gethan habe, und mich diese Nacht auch qnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und meine Seele und alles in deine Hände.— Amen. H⁰ Jesu, dir leb ich, Herr Jesu, dir sterb ich, Herr Jesu, dein bin ich, todt und lebendig; mache mich ewig selig. Amen. Vater, der stets für mich wacht, .—% mich auch diese Nacht; Du wachst für Alle, groß und klein, Drum schlaf ich ohne Sorgen ein.— Amen. III IINEEEEEEEENEEENENEEEEENENEE Gebete. Anhang. III. Gebete zur Beichte und Commu nion. 910 10 1. Vorbereitung auf die Beichte. va Vahe, Brateräge Gott, ich suche dein Antlitz, laß dich finden; ich az n flehe zu dir, erhöre mein Gebet. Es fehlt mir an der heil⸗ nd w samen Buße, ohne die ich nicht zu deinem Tische kommen darf. nsten Darum gieb mir deinen heiligen Geist, daß er sein Zucht- und Uch it Strafamt an mir übe und mir helfe, damit ich bei aufrichtiger In A Prüfung meines Herzens und Lebens mich selbst recht erkenne und uht e in die tiefsten Falten meines Lebens hineinblicke, um nichts in mir Iatr zu beherbergen, was dir nicht wohlgefällt. Erforsche du mich, mein auihe Gott, und erfahre mein Herz, prüfe mich und erfahre, wie ich es sclen meine, und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf merte ewigem Wege; leite mich durch deinen Geist aus der Finsterniß Icher zum Licht, aus aller Täuschung und allem Selbstbetrug in die nicte volle Wahrheit, aus allem Hochmuth in die rechte Demuth, aus Dan aller Selbstsucht und Selbstliebe in die innigste Liebe zu dir, aus Ichin allem Unglauben in die herzliche Glaubensfreudigkeit, die sich ganz Uchr dir überläßt. Wirke so in mir eine gründliche Veränderung an af d Herz, Sinn und Muth, daß ich alles Sündliche und Ungöttliche Ichat an mir in den Tod gebe. Dazu stelle mir besonders dein Leiden Iunde recht vor Augen, treuer Heiland, und rühre mein Herz durch die Wun bittern Todesschmerzen, die du um meinetwillen erduldet hast. O—* was für ein Greuel ist die Sünde, die dir solche Martern ver— m ursacht hat und die mir nichts als Tod und Verderben bringt. Wse O Herr, wirke selbst in mir einen tiefen Abscheu gegen alles, was hulch Welt und Sünde heißt, erfülle mich mit einem innigen Schmerz i und Leid, daß ich dich, meinen getreuen Schöpfer, Erlöser und 0 Tröster, so vielfältig beleidiget und erzürnet habe, und erwecke l mich zu neuem Eifer, dir zu leben und zu dienen in ewiger Treue. uch O wie schnell kann meine letzte Stunde kommen! Wie bald kann V deine Zukunft erfolgen, o Jesu! Ach, darum hilf mir doch zur 10 wahren Freiheit, erlöse mich auch von den geheimsten Banden, Il die mich noch gefangen halten, und laß mich durch gründliche Buße aus allem Verderben des alten Wesens übergehen in das neue 90 Leben des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung, daß ich mich herzlich freuen könne auf dein sichtbares Kommen in der Herrlich— keit und auf dein innerliches Kommen im Abendmahl. O mein Jesu, bekehre du mich, so bin ich bekehret; hilf du mir, so ist mir geholfen; laß dein Antlitz über mich leuchten, so genese ich von allem Elend der Sünde; schenke mir deine Gerechtigkeit, so habe ich freudigen Zugang zum Vater und zu deinem Abendmahl. Erneuere mich im Geist meines Gemüthes und bereite mein Herz zu deiner Wohnung, damit du ewig bleiben könnest in mir und 0 ich in dir. Amen. WWNNNNN Anhang. Gebete. 878 eiliger und gerechter Gott, du erforschest mich und kennest mich, ich sitze oder stehe auf, ich gehe oder liege, so weißt du es, du verstehest meine Gedanken von ferne und siehest alle meine Wege, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht alles wissest. Wo soll ich Sünder hingehen vor deinem Geist, und wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Spräche ich: Finsterniß möge mich decken, so muß die Nacht auch Licht um mich sein, weil dein Licht auch unsere unerkannten Sünden vor dein Angesicht stellet. Darum will ich mich nicht bedecken und nicht entschuldigen, sondern mit dem verlorenen Sohn bekennen: Vater, ich habe gesündiget in dem Himmel und vor dir. Kein einziges deiner heiligen Gebote habe ich gehalten, wie ich hätte sollen, alle habe ich wenigstens in Gedanken und Begierden oft übertreten. Oft habe ich andere Götter gehabt neben dir, habe dich nicht geliebt als das höchste Gut aus allen Kräften, mich nicht an dich gehalten als meinen Herrn und meinen Gott, son⸗ dern mein Herz vielfach an irdische Dinge oder an Menschen gehängt und sie höher geachtet und geliebt als dich und deine Wahrheiten, Güter und Wege, habe auch mein Vertrauen nicht auf dich allein gegründet, sondern oft Fleisch für meinen Arm gehalten, bin auch nicht mit dir immer in Gedanken umgegangen, sondern habe viele eitle, unreine und böse Gedanken in mir auf⸗ steigen oder gar herrschen lassen. Ich habe auch deinen Namen oft vergeblich geführt, bin im Gebet viel zu träge und schläfrig gewesen; bin mit deinen heiligen Tagen, mit deinem Wort und dessen Predigt gleichgültig umgegangen und habe dich nicht geehrt durch ächtes Bekenntniß in Wort und Wandel. Was du, o Jesu, an mir gethan hast von deiner Geburt und deinem Kreuze an bis auf den heutigen Tag, das habe ich nie genug erkannt und bin dir nie genug dankbar gewesen; habe dein Kreuz nicht auf mich genommen, meine Neigungen dir nicht geheiligt, mich und die Welt dir zu lieb nicht verleugnet, mein Herz dir nicht geopfert und nach deinem Reich und deiner Gerechtigkeit nicht vor allem Andern getrachtet. O mein Gott, wie groß ist meine Schuld gegen dich, wie zahllos sind meine Uebertretungen und Versäum⸗ nisse, wie kalt meine Liebe, wie todt mein Glaube, wie schwach und befleckt auch das wenige Gute an mir! Wie suche ich in Allem mich, nicht dich und deine Ehre, wie lebe ich mir, nicht dir! Und wie vieler Sünden können meine Nebenmenschen mich an⸗ klagen! Gegen Eltern, Lehrer, Obrigkeiten und nächste Vorgesetzte war ich nie gehorsam und treu genug, nie so gewissenhaft, daß man in all mein Thun und Lassen, in alle meine Worte und Gedanken mir hätte hereinsehen dürfen, ohne mich da oder dort lieblos, nachlässig, träg, untreu und ungehorsam zu finden. Und wie sehr fehlt es mir an der brüderlichen und an der allgemeinen Menschenliebe! Wenn es auch nicht zu Mordgedanken bei mir kommt, so steigt doch so oft Zorn und Rachsucht, Haß und Bitter⸗ * VDEDVDNVWEW V. WV V. ʃI.„6*. 3874 Anhang. Gebete. N keit in mir auf, so oft vergebe ich nicht, wo ich sollte und thue 10 nicht alles, um den Frieden herzustellen. Statt dem Nächsten 0, R. stets mit Trost und Rath zu helfen und für sein leibliches und 5— geistiges Wohl zu sorgen, denke ich oft nur an mich und meinen m Vortheil. Und wie befleckt ist oft mein Wesen durch unreine aalnt Lüste und Begierden, wie kann ich unkeuschen Gedanken und Bil⸗ Rauh dern Raum in meiner Seele gestatten und in Fleischeslust, Augen⸗ Ale. lust und hoffärtigem Wesen mich verirren, der Eitelkeit dienen, in—0 · Unmäßigkeit oder sonst fleischlicher Genußsucht und Bequemlichkeit nünt mich verfehlen und in irdischem Sinn mich verlieren! Auch Un⸗ 10 165 redlichkeit und Untreue in Anwendung deiner Gaben muß ich be— A kennen; die Kräfte meines Leibes und meiner Seele, die edle Zeit Hunt und was du mir von Gütern gegeben hast, das habe ich nicht so 156 M benutzt, wie es einem treuen Haushalter gebühret, ja selbst des ih 4 Nächsen Eigenthum war mir nicht so heilig, daß ich von aller und Untreue mich freisprechen könnte. Vor Betrug im Handel und u ge Wandel, vor dem Geiz, der zu wenig giebt und zu viel nimmt, dene vor dem Neid, der nach fremdem Gut trachtet oder doch lüstet, habe Rn ich mich nicht genug gehütet. Auch des Nächsten Name war mir 0 di nicht theuer genug. O wie viele Zungensünden zeugen wider Mne mich, wie manche Verläumdung, wie vieles lieblose und unnöthige Richten und Schwatzen, wie viele Verkleinerungssucht und Scha⸗ denfreude! Oft habe ich auch getrachtet, Andern unter dem Schein des Rechts das Ihre abzuspannen, überhaupt tausendfältig mich A des Bösen gelüsten lassen. Besonders sehe ich auch Lieblingsnei⸗ gungen in mir, Schooßsünden, denen ich immer wieder mich hin⸗ Mit gebe, von denen wenigstens meine Gedanken nicht ablassen, die snd mein Gebet stören und mein Herz beflecken. Ach, mein Gott, wie h groß ist meine Noth! Du lässest mir sagen: Verflucht sei, wer gen nicht alle Worte des Gesetzes erfüllet, daß er darnach thue. Wo Ohr soll ich hinfliehen vor diesem Fluch, der mich so vielfach trifft! und Ach, Gott, erbarme dich mein! Verwirf mich nicht von deinem Iun Angesicht; du hast ja deinen eingebornen Sohn an meiner Statt gn zur Sünde und zum Fluch gemacht; um Jesu willen sei mir gnädig, sein Verdienst laß mir gelten, seine Fürsprache laß für mich reden, um seinetwillen erfülle deine Verheißung: Ich vertilge deine Misse⸗ that, wie eine Wolke, und deine Sünde, wie den Nebel. Mein 8 Gott, ich hoffe auf dich, laß mich nicht zu Schanden werden! Amen. I nädiger und barmherziger Gott, ich erkühne mich jetzt, vor deinen Gnadenthron zu treten, und von dem Amt, das die Versöhnung predigt, die Versicherung zu begehren, daß mir meine 9 Sünden vergeben sind. Du kennest mein Herz, und mein Elend ist dir nicht verborgen. Du siehest meine Schwachheiten, mein ganzes Verderben, und stellest auch meine unerkannten Sünden 6 ins Licht vor dein Angesicht. Du siehest aber auch das Verlangen Anhang. Gebete. 87⁵5 ie und h meines Geistes, meinen Hunger und Durst nach deiner Gnade. m Mähin Ach, gerechter Gott, wenn du mit mir handeln wolltest nach mei⸗ ibliches up nen Sünden, so könnte ich nicht vor dir bestehen. Aber weil du und meiney gnädig und barmherzig bist; weil Jesus Christus, mein treuer uch unreihz Heiland, für meine Sünden genug gethan; und weil dein Geist en und M⸗ Reue über die Sünde, Verlangen nach Gnade und einen Sinn lust, Auger in mir gewirkt hat, daß ich gern möchte eine höhere Kraft haben, dienen, in die Sünde immer besser zu überwinden und ein ganzes Eigenthum equemlichtt meines Heilands in seiner heiligen Nachfolge zu werden: so wage Auch in⸗ ich es auch jetzt und trete vor deinen Gnadenthron, nicht auf muß ich be meine Würdigkeit und Frömmigkeit, sondern allein auf deine ie edle Zet Barmherzigkeit in Christo Jesu. Niemand kann Sünde vergeben, ich nicht als du allein, mein Gott und Herr; ach, so gieb mir Gnade, daß selbst de ich vor dem Throne deiner Barmherzigkeit in wahrer Innigkeit von alle und Redlichkeit des Herzens erscheine. Herr, mir geschehe, wie Handel und du gesagt hast: Ich vertilge deine Missethat, wie eine Wolke, und viel nimmt. deine Sünde, wie den Nebel. Ja, tilge alle meine Uebertretun⸗ lüstet, hch gen um deinetwillen und gedenke meiner Sünden nicht. So will ue war nü ich dich als dein versöhntes Kind loben und preisen in Ewigkeit. ugen Wide Amen. hn ö und d ö 2. Sündenbekenniniß. dem Schul Anehicer Gott, barmherziger Vater, ich armer, sündiger fältig nih Mensch bekenne dir alle meine Sünden, die ich begangen sieblingsnei mit Gedanken, Worten und Werken, und womit ich dich jemals mich h. erzürnet und deine Strafe zeitlich und ewig verdienet habe. Sie blasen,V. sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte u Gott U.dich um deiner grundlosen Barmherzigkeit und um des unschuldi⸗ icht sti, n gen, bittern Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesu thue. V Christi willen, du wollest mir armen, sündhaften Menschen gnädig elfach tuff! und barmherzig sein, mir meine Sünden vergeben und zur Besse⸗ von deinenn rung meines Lebens deines heiligen Geistes Kraft und Beistand seiner Siat gnädiglich verleihen. Amen. ir gnodi) ih un 3. Rach der Beichte. deine Nss. ohl dem, dem die Uebertretungen vergeben sind, dem die bel. Mül Wẽ Sünde bedecket ist; wohl dem Menschen, dem der Herr die den! Mnh Missethat nicht zurechnet, in deß Geist kein Falsch ist. Ich sprach: ö Ich will dem Herrn meine Uebertretung bekennen; da vergabest du mir die Missethat meiner Sünde. Du, o Herr, bist mein Schirm, du wollest auch ferner mich vor aller Angst behüten, daß ich errettet ganz fröhlich rühmen könne. Ja, freuet euch des Herrn, und seid init Molt fröhlich, ihr Gerechten, und rühmet, alle ihr Frommen. Der Herr — = — men Gla hat Großes an uns gethan, der da mächtig ist und deß Name heten mal. heilig ist, und seine Barmherzigkeit währet immer für und für ö Sindeh bei denen, die ihn fürchten. Er will nicht immer hadern und nicht 4 Vellange S N. W W. EIEEENNEEEEEEEEEEEEEEEEE 376 Anhang. Gebete. ewiglich Zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsere Uebertretung von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Darum soll mein Mund des Herrn Lob sagen und alles Fleisch lobe seine heiligen Namen immer und ewiglich. Amen. A˖, liebster Herr Jesu, ich danke dir von Grund meines Herzens, daß du mir armen Sünder durch den Diener deines Wortes abermal die gnädige Vergebung meiner Sünden hast ankündigen lassen. Siehe, um Trost war mir sehr bange; du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe, denn du wirfst alle meine Sünde hinter dich zurück. Ach verleihe mir nun auch ferner deine Gnade, daß ich auf meine Zusage möge anfangen frömmer zu werden. Schaffe doch du, o Gott, in mir ein reines Herz und gieb mir einen neuen, gewissen Geist; verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir; tröste mich wieder mit deiner Hülfe und der freudige Geist erhalte mich. Ach laß mich doch ablegen nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet. Und laß mich dagegen erneuert werden im Geist meines Gemüthes und anziehen den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Laß mich ablegen von mir den Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung und schandbare Worte. Laß mich tödten alles, was der Erde angehört, alle Unreinigkeit, böse Lust und den Geist, welcher ist Abgötterei. Hingegen was wahrhaftig, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich, was wohl lautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem laß mich nachdenken. Gieb, daß ich verleugne das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig lebe in dieser Welt, und warte auf die selige Hoffnung und Erscheinung deiner Herrlichkeit um deines allerheiligen Namens willen. Amen. 4. Am Alorgen des Communiontages. ochgelobter Heiland, in deinem Namen begrüße ich mit innig⸗ ster Freude den gesegneten Tag, an dem du deinen Leib und dein Blut mir mittheilen willst. Preis und Dank und Ruhm und Lob sei dir aus tiefstem Herzensgrund, daß du mich bis hierher gebracht und deine theure Gnadenzeit auch heute wieder mir eröff⸗ net hast. O mein Jesu, komme zu mir und besuche mich als der Aufgang aus der Höhe, als die Sonne der Gerechtigkeit, als das Licht und Leben der Welt, als der Arzt meiner Seele, als die Gerechtigkeit und Versöhnung meines ganzen Lebens, als der große Midet Ind Inst he sche! Hahen Ind l ollem Sünd Ie, lich g bonn Hheuee sleide lann Hach für Rank der Herr Dige gest Reie schö Dit Lehh Ni Vo ur bes 00 me zch unsen t. So fem ng von um“ kbarmet sh. Mund de amen imme nes Hetzenz ines Worttt ankündigen ber hast dih kbe, denn du ihe mir uun jge anfangen ir ein reine f mich nich st nicht von eudige Gat igen Wondd ch verderhe es Gemüthe haffen ist ablegen Hon. Hbare Woth. Unreinigkez ingegen mi was lebith vob, dem 9 tliche felig lbe. Erscheinunh len. Mn. nit inni⸗ en b u0 Anhang. Gebete. 377 Wiederbringer alles Verlornen, als der ewige Hohepriester, König und Friedefürst Aller, die durch dich zu Gott kommen. Tritt zu mir her, lege deine Hände auf mein Haupt, segne mich, fülle mich frühe mit deiner Gnade, und bereite mich so, wie du mich heute haben willst. Wie ich durch deine Gnade aus der dunklen Nacht und vom Schlafe aufgestanden bin, so laß mich aufstehen aus allem alten Wesen und wegwerfen auch die geheimsten Bande der Sünde und Eitelkeit. Und wie ich meinem Leib die Kleider an⸗ lege, so ziehe du meinen inneren Menschen an, daß er würdig⸗ lich geschmückt sei, an deinem Tische zu erscheinen. Wasche mich von aller Unreinigkeit, mache mich schneeweiß und helle durch dein theures Blut, schenke mir deine vollkommene Gerechtigkeit und kleide mich so in die Kleider des Heils, in denen ich erscheinen kann an deinem Hochzeitmahle. O wie sehnt sich meine Seele nach dem himmlischen Manna, das du in der Wüste dieses Lebens für mich zubereitet hast, wie dürstet mein Geist nach dem Lebens⸗ tranke, durch den du so hohe Kräfte mir mittheilen willst! Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Herr, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendi⸗— digen Gott. Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes An⸗ gesicht schaue? O Herr, du wollest dich mir offenbaren in dem Reichthum deiner Gnade und mich mit Freuden Wasser des Lebens schöpfen lassen aus dem Heilsbrunnen. Mein Heiland, bereite dir selbst eine Stätte in meinem Herzen, heilige mich zu einem reinen Gefäß deiner Gnade, in das du den kostbaren Schatz deines Leibes und Blutes niederlegen wollest. Zähle mich zu deinem Volk, zum Volk des Eigenthums, zum auserwählten Geschlecht, zum königlichen Priesterthum und laß mich als Glied deines Lei⸗ bes ewig an dir hangen. Dazu segne mir alles, was ich heute höre und betrachte, empfange und genieße, und speise und tränke meine Seele zum ewigen Leben. O mein Jesu, verherrliche deinen großen Namen an mir und in aller Welt, der du mit Gott, dem Vater, in Einigkeit des heiligen Geistes lebest und regierest immer und ewiglich. Amen. armherziger Gott und Vater, wir bitten dich, du wollest an dem heutigen Tage im heiligen Abendmahle, worin wir das theure Gedächtniß des bittern Todes deines lieben Sohnes Jesu Christi begehen, durch deinen heiligen Geist in unsern Herzen also wirken, daß wir uns mit wahrem Glauben deinem Sohne, Jesu Christo, gänzlich ergeben, damit unsere mühseligen und zerschlagenen Herzen mit seinem Leibe und Blute als dem ewigen Himmels⸗ brode gespeiset und erquicket werden. Gieb denn, daß wir nun nicht mehr in unsern Sünden, sondern er in uns und wir in ihm leben, und, aufgenommen in den neuen Bund der Gnade, nicht zweifeln, du wollest ewiglich unser gnädiger Vater sein, und Anhang. Gebete. uns unsere Sünden nimmermehr zurechnen, sondern uns an Leib und Seele versorgen, als deine lieben Kinder und Erben. Ver⸗ leihe uns auch deine Gnade, daß wir getrost unser Kreuz auf uns nehmen, uns selbst verleugnen, unsern Heiland bekennen und in aller Trübsal mit aufgerichtetem Haupte unseres Herrn Jesu Christi warten, welcher unsern sterblichen Leib seinem verklärten Leibe ähnlich machen und uns zu sich in den Himmel aufnehmen wird in Ewigkeit. Amen. 5. Gebete beim Empfange des heiligen Abendmahls. err Jesus Christus, gieb mir von deinem Todesschmerz den tiefsten Eindruck in mein Herz! Sprich meiner Seele kräftig zu: Auch für dich ist mein Leib gegeben; auch für dich ist mein Blut vergossen! Amen. Herr, mein Heiland, vereinige dich mit mir, wie du verheißen hast. Wirke in mir alle guten Werke und bleibe in mir, auf daß ich ewig bleibe in dir. Amen. err, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, Niemand soll uns scheiden! Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben; du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich ewig werd umfangen. Amen. 6. Danksagung nach dem heiligen Abendmahl. Lꝰ'I den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat; der dir alle deine Sünden vergiebt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsre Uebertretung von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Welcher auch seines eignen Sohnes nicht hat verschont, sondern hat ihn für uns dahin ge⸗ geben: wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Denn so wir Gott versohnet sind durch den Tod seines Sohnes, da wir noch Feinde waren, viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir ihm versöhnet sind. Darum soll mein Mund und Herz des Herrn Lob verkün⸗ digen von nun an bis in Ewigkeit. Amen. an Hs n. M reuz a men unh rrn VI verklärth Ifnehmg 5. merz de ö le Räfth ist mu verheihn in miß „ ich h du dih Du aus din mich w n Hlge ö nicht W Jiebt, d en eulchl henig u6 r hedd nicht lu Erde fem! Ins sch umet s6 es ehl dahin 2 Sohs .den Rh Anhang. Gebete. 879 Dei gepriesen, barmherziger Vater, daß du deinen Sohn Jesum Christum auch für mich sterben ließest, und mir bei der Feier seines Todes die feierliche Versicherung von deiner Gnade und von der Vergebung aller meiner Sünden gegeben hast. Lob und Dank sei dir, göttlicher Erlöser, für das theuerste Pfand deiner Liebe, daß ich bei dem Genusse deines heiligen Mahles empfangen habe. Treuer Heiland, der du dein Leben am Kreuze für mich dahin gabst, verherrliche deine Kraft in meiner Schwach— heit, und nimm von mir alle Unruhe des Herzens! Zeige mir die Wunder deiner Gnade, und gieb mir eine heilige Gesinnung. Nimm hin meine Seele, die du mit deinem Blute erkauft hast! Feßle mich an dein Kreuz, und laß mich an demselben der Sünde ab⸗ sterben. Mache mich heilig und unbefleckt und weihe mich ganz zu deinem Eigenthum. Gieß deine Liebe aus in mein Herz durch deinen heiligen Geist, damit ich dich aus allen Kräften liebe und in dir lebe. Deine Gnade begleite mich durchs ganze Leben. Wohl mir, treuer Hirte, wenn ich einst da sein werde, wo du deine Erlösten auf Himmelsauen weiden und zu lebendigen Wasser⸗ quellen führen wirst; wohl mir, wenn ich dort in der Schaar der vollendeten Gerechten ein himmlisches Mahl des Danks und der Freude bei dir in den Wohnungen des Vaters feiern, und in ewiger Unschuld und Seligkeit vor deinem Himmelsthrone wan⸗ deln werde! Amen. 7. Horbereitung auf die Rrankencommunion. err, Herr Gott, barmherzig, gütig und von großer Treue! Es hat dir gefallen, mich auf dieses Krankenbett zu legen; weil ich aber nicht weiß, ob ich davon wieder gesund aufstehen oder darauf sterben werde, so will ich vor allen Dingen meine Seele versorgen, und das Uebrige dir, meinem gütigen und barm⸗ herzigen Gott, befehlen. Ich will mich mit dir, und darum auch mit allen meinen Mitmenschen versöhnen, weil ich meinen Ver⸗ stand noch habe, weil ich mich noch besinnen kann über meine Sünden; ich will dich um Verzeihung bitten, da ich noch beten kann und Friede suchen mit Allen, die etwas wider mich haben, ehe du meine Seele mit allen ihren Schulden von mir forderst. Ich weiß ja wohl, wer sich zum seligen Sterben bereitet, der stirbt deswegen nicht früher noch später, sondern er verschaffet vielmehr sich damit den Segen, daß, wenn er gesund wird, er sich desto ernstlicher vor den Sünden hüte, die er auf seinem Krankenbette erkannt und bereuet hat, und wenn er stirbt, daß er versichert sei, er sterbe wohl und bereitet. Dies sind auch meine Gedanken, mein Gott; darum will ich jetzt dir beichten und das heilige Abendmahl empfangen, sodann aber geduldig, freudig und gläubig erwarten, wie du es mit mir machen wirst. Deßwegen komme ich bußfertig zu dir, mein himmlischer Vater, und spreche: Ach sei deinem Kinde gnädig, ach rechne mir nicht zu die Sünden meiner Jugend und — V 5 + ö πμιεπμ¼ms M N — 2 ... N . N 2 N LNINIINNEEEE——... 380 Anhang. Gebete. die Thorheit meiner jungen Jahre. Ach Herr, sei gnädig meiner Missethat, die da groß ist, um Jesu, meines Heilandes, willen. Ach, mein Gott, gieb Gnade zu meinem heiligen Vorhaben, stärke mich zu diesem Werke, daß ich es zu deiner Ehre und zu meinem Heil im rechten Glauben vollbringen möge. Amen. 5 himmlischer Vater, mit gerührtem Dank und inniger Freude begrüße ich den Tag und die Stunde, da ein freundliches Licht in meine Krankenstube hereinscheinen und dein Gnadentisch vor mir bereitet werden soll. O wie sehnet sich meine Seele nach deinem Liebesmahle! Wie der Hirsch nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue? Wer den Sohn siehet, der siehet den Vater. Darum richte ich meine Augen auf dich, liebster Heiland, und schaue hin an dein Kreuz, an dem du meine Schuld gebüßet und mir den freien Zugang zum Thron der Gnade erworben hast. Im Glauben an dein theures Versöhnungswerk kann ich mit David frohlocken: Der Herr ist mein Hirt, mir wird nichts man⸗ geln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser, er erquicket meine Seele, er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Thal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Ja, du hilfst mir aus aller Betrübniß meiner Seele und salbest mein Haupt mit dem Freudenöl deines heiligen Geistes, und schenkest mir voll ein von den reichen Gütern deines Hauses. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause und in der Gemeinschaft des Herrn immerdar. Hochgelobt sei dein Name für solche unaussprechliche Gnade! O Herr, erfülle an mir den ganzen Liebesvorsatz, den du von Ewigkeit her auch über mich gefaßt hast. Ich bin freilich nicht werth, daß du mich besuchest. Aber siehe nicht auf meine Unwürdigkeit, sondern auf meine große Bedürftigkeit. Du hast ja verheißen: Die Elenden sollen essen, daß sie satt werden, und die Hungrigen füllest du mit Gütern. Auch diesen Hunger hast du in mir gewirket und wollest du immer mehr wirken, daß meine Seele ganz offen stehe als ein leeres Gefäß, in das du den Reichthum deiner Gnade ergießen wollest. Ich bin arm, mache mich reich; ich bin schwach, mache mich stark; ich bin unrein, mache mich rein; ich bin voll Krankheit und Aus⸗ satz der Sünden, wasche mich durch dein Blut und heile mich von allen Schäden meiner verderbten Natur. Du kannst schaffen, was du willst. Du erneuerst die Gestalt der Erde, erneuere auch mich. Du hast den Kranken gesund gemacht, der achtunddreißig Jahre lang an allen Gliedern gelähmt auf seinem Schmerzenslager ge— legen hatte. So heile auch mich, du Arzt Leibes und der Seelen! Herr, ich warte auf dein Heil! Besuche mich als der Aufgang dit, Mein thuf dein mir spei mir und dir meit web abn dein lebe Mit ich verh. meiner willen. „stärke neinem Freude dliches dentisch le nach ser, so Gott, N, daß jet den eiland, Rebüßet n hast h mit man⸗ ch zum rechter anderte i mir, 5 allet udenöl keichen n mi und in Name ir den nich suchst. glbßst Hütenn. immer leles wollt. fath 0 Al⸗ ch bon , Das mih Ichie ger gl⸗ Ufhng Anhang. Gebete. 881 aus der Höhe! Vereinige dich in deinem Abendmahl auf ewig mit meiner armen Seele und hilf mir zu einem neuen Leben in dir, daß ich alle Kräfte Leibes und der Seele dir heilige und meinen Willen gänzlich in deinen Willen versenke, denn was du thust, das ist wohlgethan! Nun, Herr, so komme zu mir, lege deine hohenpriesterlichen Hände auf mein Haupt und sprich zu mir: Friede sei mit dir! Amen. 8. Gebete nach der Rrankencommunion. ch, mein treuer Heiland, nun hast du dich meiner Seele herz⸗ lich angenommen, daß sie nicht verdürbe. Du hast mich ge— speiset mit deinem Leibe und getränket mit deinem Blute, du hast mir elenden Sünder aus deiner freien Gnade Gerechtigkeit, Leben und Seligkeit geschenkt. Wie kann ich armer, schwacher Mensch dir genug danken für solche unaussprechliche Wohlthat? Ach nimm mein armes Lobopfer in Gnaden an! Laß mich nun recht stark werden am inwendigen Menschen, obgleich mein äußerlicher Mensch abnimmt. Ich bin nun mit dir vereinigt, darum will ich nun dein Eigenthum bleiben in Zeit und Ewigkeit. Herr Jesu, dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin ich, todt und lebendig; mache es mit mir in meiner Krankheit, wie es dir wohlgefällt, nur daß ich ewig selig werde: so will ich dich preisen und deinen Namen verherrlichen in alle Ewigkeit. Amen. Ich danke dir, lieber Heiland Jesus Christus, daß du mich in ꝗ dieser meiner Leibesschwachheit mit deinem heiligen Leib und Blut gespeist und getränkt und dich also meiner Seele herzlich angenommen hast, daß sie nicht verdürbe. Hast du mir nun das Große erwiesen, so erweise mir auch das Geringere, und nimm dich meines schwachen und kranken Leibes, den du auch theuer erkauft hast und einmal zum ewigen Leben erwecken wirst, getreu⸗ lich an, und mildere mir meine Schmerzen. Pflanze in meinem Herzen die christliche Geduld, daß ich mich deinem Willen jederzeit gehorsam untergebe, einen guten Kampf des Glaubens kämpfe, den Lauf dieses irdischen Lebens mit Freuden vollende, und, wenn meine letzte Stunde kommt, mit Freude und Frieden dahinfahre. Am jüngsten Tage laß mich fröhlich von den Todten auferstehen und die Krone der Gerechtigkeit, das ewige Leben, aus Gnaden erlangen, um deines theuren Verdienstes willen. Amen. IV. Gebete in Krankheit und Todesnoth. 1. Gebet eines Rranken. H err, wenn ich betrübt bin, so denke ich an dich. Ach, wo soll 9 ich mich anders hinwenden, an wen soll ich anders gedenken in meinem Leiden und Kummer meines Herzens, als nur an dich, 382 Anhang. Gebete. meinen Gott? Ach, du hast mich noch nie ohne Trost von deinem allerheiligsten Angesicht weggehen lassen. Darum höre auch jetzt mein Gebet, vernimm mein Flehen, mein König und mein Gott, und wenn ich rufe, so schweige nicht, sondern erhöre mich. Von deiner Hand ist mir das Leiden, das ich trage, zugeschickt worden; du kannst mich auch nach deiner Barmherzigkeit wieder davon befteien. Du Herr, Herr, tödtest und machst lebendig, du machst arm und machst reich, du erniedrigst und erhöhest. Du er⸗— hebst den Dürftigen aus dem Staub und erhöhest den Armen. Darum spreche ich im Glauben: Herr, hilf mir; denn du kannst helfen; du bist ja ein allmächtiger Gott. Du willst mir helfen, denn du hast es ja verheißen. Du hast gesagt: Ehe sie rufen, will ich antworten, und wenn sie noch reden, will ich hören; mein Herz bricht mir gegen dich, daß ich mich dein erbarmen muß. Ach, erhöre mich auch! Höre den Seufzer meines Herzens und das wehmüthige Klagen meines Mundes. Jedoch, mein Vater, ich weiß, daß du mich allezeit erhörest, darum will ich dir auch nicht Zeit und Stunde vorschreiben, wann du helfen sollst; ich will gern auf die Stunde warten, die du dir zur Hülfe ausersehen. Stärke mich indessen durch deinen heiligen Geist. Stärke meinen Glauben, meine Hoffnung, mein Vertrauen. Gieb mir Geduld und Kräfte, mein Leiden zu tragen, und laß mich endlich die Zeit erblicken, da du mich mit deiner Gnade erfreust. Ach, mein Vater, du hast noch Keinen verlassen, verlaß mich auch nicht. Du hast Betrübte allezeit erfreut, erfreue mich auch. Du hast den Elenden geholfen, hilf mir auch; wann, wie und wo du willst, das alles sei deiner Weisheit, Liebe, Güte und Gnade hiermit gänzlich heimgestellt. So sei denn wieder zufrieden, meine Seele; denn der Herr thut dir Gutes. Was betrübst du dich, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hülfe und mein Gott ist. Amen. Hen Jesus Christus, du hast deinen Boten zu mir geschickt, nämlich diese meine Krankheit, und mich zur Buße ermahnen lassen. Sieh, mein Herr, ich erkenne deinen gnädigen Willen, bin gehorsam und kehre mich zu dir. Mein Gott, ich sende dir wieder einen Boten, nämlich mein Gebet und Seufzen. O Herr, nimm mein Flehen an, und laß mein Seufzen vor dich kommen. Gefällt es dir, mein Erlöser, ist's mir gut und selig, daß ich leben soll, nun so richte mich auf, und hilf, daß es ein neues, gesundes, christ⸗ liches Leben sei bis an mein Ende. Gefällt dir's nicht, daß ich lebe, sondern daß dies mein Ende sein soll, nun, so sei es ein seliges. So tomm, o Herr Jesu, und nimm meine Seele in deine Hände. Amen. 2. Türbitte für einen Rranken. O allmächtiger Gott, himmlischer Vater, der du unsern Odem und unser Leben in deiner Hand hast, du schlägst und heilest, du ihe Wort rufen, lieben Erden fahte igen und ist v Schn ihn göttl du u ‘' 0 abbr und milde Fried auf deine deinen ch jst uOotz geschitt wieder Dg, du Du er⸗ Armen. kannst helfe, e kufen, 1j mein 5. Ah. nd das ter, ich ich nicht zill gem Statte ieh mit endlih . Ah, ch niht hast du wilh, hienmt e Seelk, und lit hm noc Mml. gechit mahnn Wille, sende R O Huh kommeh ich dd 5, Hul Anhang. Gebete. 383 du tödtest und machst wieder lebendig. Du hast uns ein gnädiges Wort gegeben durch David: wenn wir dich in unserer Noth an⸗ rufen, wollest du uns erhören; so auch durch Christum, deinen lieben Sohn: wo zwei unter uns Gläubigen eins werden auf Erden, warum es ist, daß wir bitten, das soll uns gewiß wider⸗ fahren. Nun bitten wir dich, allerliebster Vater, für gegenwär⸗ tigen kranken Menschen, du wollest dich seiner gnädig erbarmen und ihm zuerst alle seine Sünde verzeihen, denn bei dir, Herr, ist viel Gnade und viel Erlösung. Und weil er vor Angst und Schmerzen des mündlichen Trostes nicht wohl fähig ist, so tröste ihn im rechten Glauben und erscheine ihm, so es anders dein göttlicher, wohlgefälliger Wille ist, auch mit leiblicher Hülfe, wie du wohl thun kannst, denn bei dir ist kein Ding unmöglich. So es aber, lieber Gott, dir anders gefällt, und willst sein Leben abbrechen, wie eines Hirten Hütte, und ihn heimholen, so stärke und erhalte Leib und Seele wider alle gefährliche Anfechtung und mildere oder verkürze die großen Schmerzen und laß ihn in deinem Frieden selig einschlafen. Gieb und verleihe, daß sein letzter Tag auf Erden der erste und ewige sei in deinem Reiche durch Jesum, deinen lieben Sohn. Amen. 3. Gebete für einen Verscheidenden. Helliger barmherziger Vater, siehe in Gnaden an unsern Mit⸗ H erlösten, der mit dem Tode ringet. Erbarme dich seiner in der letzten Angst. Erbarme dich seiner im Gerichte. Wir befehlen dir seine Seele, die du zum ewigen Leben erschaffen hast; erlöse sie von allem Uebel und nimm sie auf in deine Hände! Göttlicher Erlöser, Jesus Christus, auch für diesen Sterben⸗ den hast du dein Blut vergossen, auch für ihn die heißen Todes⸗ kämpfe gekämpft! Stehe ihm bei in seinen letzten Kämpfen! Du hast seine unsterbliche Seele erlöset zum ewigen Leben. Rufe den scheidenden Geist in die Heimath zu dir, daß er deine Herrlichteit schaue. ö Heiliger Geist, göttlicher Tröster, sei Licht, Trost und Kraft diesem Sterbenden, dessen Auge bricht! Stärke ihn in seiner letzten Schwachheit. Hilf ihm hindurch dringen durch die enge Pforte zum Leben. Bringe seine Seele zum ewigen Frieden. Amen. ch Herr, unser Gott, der du Leben und Tod in deinen Hän⸗ den hast, um deines lieben Sohnes, Jesu Christi, willen er⸗ barme dich dieses sterbenden Menschen und hilf ihm jetzt in der Stunde seines Todes; vergieb ihm alle seine Sünden, verkürze ihm seine Qual, erlöse ihn aus den Banden des Todes, und nimm seine Seele auf in deine ewige Freude! Vater, was du erschaffen hast, Sohn, was du erlöset hast, heiliger Geist, was du geheiliget hast, das befehlen wir auch jetzt in deine Hände. Ach Herr, segne diesen Sterbenden und behüte ihn; ach Herr, erleuchte 384 Anhang. Gebete. dein Angesicht über ihn und sei ihm gnädig; ach Herr, erhebe dein Angesicht auf ihn und gieb ihm deinen ewigen Frieden. Amen. 4. Gebete, nachdem der Rranke verschieden ist. Gott,‚ lieber himmlischer Vater, wir danken dir herzlich für alles Gute, das du dem Verstorbenen von seiner Kindheit an bis auf diese Stunde an Leib und Seele erwiesen hast, beson⸗ ders, daß du ihn aus seinem großen Elend errettet, seine Seele, wie wir zu deiner Gnade hoffen, im Glauben erhalten und nun— mehr in die ewige Herrlichkeit aufgenommen hast. Erfreue nun diese uns so theure Seele vor deinem Throne unter der Anzahl vieler tausend heiligen Engel und Auserwählten und laß den Leib in seinem Grabe sanft ruhen bis zur fröhlichen Auferstehung. Lehre uns auch bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden und in steter Buße, im wahren Glauben, in christlicher Geduld und beständiger Hoffnung uns zu einer seligen Nachfolge zubereiten und das Ende unseres Glaubens davon brin— gen, nämlich der Seelen Seligkeit. Tröste und erfreue uns Alle wieder, die wir durch diesen Todesfall so tief betrübt worden sind, und laß uns erkennen, daß also dein heiliger Wille geschehen sei. Gieb auch, daß wir uns Alle einst bei dir in dem ewigen Leben mögen wiedersehen, da Niemand unsre Freude wird von uns nehmen. Erhöre uns um Jesu willen, mit dessen Worten wir beten: Vater unser ꝛc. Amen. Wi danken dir, Herr Jesus Christus, daß du unser Gebet und Flehen nicht verachtet, sondern gnädiglich erhört hast. Du hast unsern Bruder unsre Schwester! aus der Angst gerissen und eingeführt in die ewige Ruhe. Ach, lieber Heiland, wir sprechen mit Hiob: Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, der Name des Herrn sei gelobet! und mit dem Volk im Evangelio: Er hat alles wohl gemacht! Hilf, daß wir uns getrösten: wir haben die Person gar nicht verloren, sondern nur vorangesendet, der gewissen Hoffnung, daß du den verstorbenen Leichnam, der allhier in Schwachheit vor uns liegt, am jüngsten Tage mit großer Kraft und Herrlichkeit auferwecken wirst, und wir einander bei dir im ewigen Leben wiederfinden werden. Herr, du wollest uns auch sämmtlich deines heiligen Geistes Gnade verleihen, daß wir uns an diesem Todtenbette erinnern, wie bald es um einen Menschen geschehen sei, und daß, wie es heute an diesem Menschen gewesen, es morgen an uns sein könne, damit wir in stetiger und' immerwährender christlicher Bereitschaft erfunden werden, dir, wenn das Stündlein kommt, durch das finstre Thal des Todes mit Freuden zu folgen in dein Reich, der du sammt dem Vater und dem heiligen Geiste lebst und re⸗ gierst in Ewigkeit. Amen. .—.— ters heilig Ge hebe den Mnen. herzlih Kindhit , beson⸗ e Seel. id nun⸗ eue nun Ahzahl den Ab ig. auf daß lben, in seligg on brih⸗ ms Ale en sind ehen se⸗ n Leben on ms eten Wit ebet W ast. Du ssen und prechen men, del angelo: len: W gesendez am, del t oße bei di Geste Iinnetl, vie é hnmh, Teisschf ich Ri. Reih, und K⸗ Gottesdienstordnung für die Landeskirche in den Fürstenthümern Waldeck und Pyrmont. I. Gottesdienstordnung ohne Abendmahlsfeier. Or gelvorspiel, Eingangs— lied. Pastor:„Im Namen des Va⸗ ters und des Sohnes und des heiligen Geistes.“ Gemeinde:„Amen.“ Pastor verliest den Eingangs— spruch auf den betr. Sonn- oder Festtag. Gemeinde:„Ehre sei dem Va⸗ ter und dem Sohne und dem heiligen Geiste; wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Edwigkeit! Amen.“ Oder: Gemeinde singt Lied Nr. 2 Vers 4 unseres Gesangbuchs: Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron: der heiligen Drei⸗ einigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Oder Nr. 121 V. 9: O Vater, Sohn und heilger Geist, dein Name, der allmächtig heißt, sei uns gelobt in dieser Zeit, sei hochgelobt in Ewigkeit! Oder Nr. 183 VB. 7 Preis sei dir, Ehr und Herr— lichkeit, Gott Vater, Sohn und Geist, bereit, und deinem heilgen Namen; dein göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Chri- stum. Amen. Oder Nr. 194 V. 3: Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne zu— sammt dem heilgen Geist im höchsten Himmelsthrone, ihm, dem dreieingen Gott, als der im Anfang war, und ist und bleiben wird jetzund und im— merdar. Oder Nr. 196 V. 7: Gott Vater in dem höchsten Thron und Jesus Christ, sein ewger Sohn, sammt Gott dem werthen heilgen Geist, sei nun und immerdar gepreist. Oder Nr. 425 V. 5:5 Jehovah, Vater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig fleußt, durchfleuß Herz, Sinn und Wandel wohl; mach uns des Lobs und Segens voll. I 386 Gottesdienstordnung für die Landeskirche. Pastor verliest den Bußspruch und schließt mit:„Herr, erhöre uns, aus der Tiefe unseres Her⸗ zens rufen wir!“ Gemeinde:„Herr, erbarme dich unser, Christe erbarme dich unser, Herr erbarme dich unser!“ Oder: Gemeinde singt Lied Nr. 218 aus unserem Gesongbuche: 1. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gieb uns deinen Frieden. Amen! Oder: Nr. 233 V. 1: Aus tiefer Noth schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Ru⸗ fen! Dein gnädig Ohr neig her zu mir und meiner Bitt es öffne; denn so du willst das sehen an, was Sünd und Un⸗ recht ist gethan: wer kann, Herr, vor dir bleiben? Oder Nr. 235 V. 1 und 4: 1. O frommer und getreuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich: das ist mir leid und reuet mich. 4. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld; so werd ich arm, verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd. Oder Nr. 236 V. 1 und 3 1. Ach Gott und Herr, wie groß, und schwer sind meine vielen Sünden! Da ist Niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 3. Zu dir flieh ich; verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet; geh mit mir nicht, Gott, ins Gericht; dein Sohn hat mich versühnet. Oder Nr. 241 V. 1: O Vater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße; verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut rechtschaffne Buße! Was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte. Pastor verliest den Trost⸗ spruch und schließt mit:„Ehre sei Gott in der Höhe!“ Gemeinde:„Und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Amen, Amen, Amen.“ Oder: Pastor verliest den Trostspruch und schließt mit:„Losinget ihm, lobsinget seinem Namen!“ Gemeinde: Lied 96 Vers 1 aus unserem Gesangbuche: Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmer⸗ mehr uns rühren kann ein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. Pastor:„Lasset uns beten! ——— durch Jesum Christum unsern Herrn.“ Gemeinde:„Amen.“ Pastor verliest das Evange⸗ lium(die Epistel) und schließt mit:„Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren“; oder einem ähnlichen passenden Spruch. Gemeinde:„Halleluja! Halle⸗ luja! Halleluja!“ Oder: „Amen“, welches während der Passionszeit immer gesungen wird. Past bekem Gen Men. Keur Predi Pre Lie nige e gehn. Paf mein gebet Nsum Ger Die ter I. schlief Al ches mah nicht, ö u Sohn 2 herzigket verstoß teit und Wis „verzeh ich deine Tros⸗ Chte eden auf chen eit Amen, rostspruc aget ihn, 1 Bers 1 buche: Höh si e Gnade, nimma⸗ mu el Hln Oot rop did hat Huh. 3 belnl Chrisn Fvangé⸗ d schlet e Golle wahuet/ pasabn iH uund. Gottesdienstordnung für die Landeskirche. Pastor verliest das Glaubens⸗ bekenntniß. Gemeinde: Amen.“ Kurzes Orgelvorspiel und Predigtlied. Predigt. Liedervers, dem einige we⸗ nige einleitende Akkorde voran— gehn. Pastor verliest das allge⸗ meine Kirchen⸗ bezw. Fest⸗ gebet und schließt mit:„durch Jesum Christum, unsern Herrn.“ Gemeinde:„Amen.“ „Amen, Amen, II. Gottesdienstordnung Die Ordnung bleibt wie un⸗ ter Lbis zum Schluß vers(aus⸗ schließlich). Alsdann: Orgelspiel, wel⸗ ches überleitet zu dem Abend⸗ mahlsvorlied. Gemeinde singt: Vers 1 des Liedes:„Schmücke dich, o liebe Seele“ ꝛc.; oder:„O Lamm Gottes“ ꝛc.; oder: folgendes Lied: 1.„Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze und gieb mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht, verwirf mich nicht von deinem Angesicht, von deinem Angesicht, und nimm deinen hei⸗ ligen Geist nicht von mir. 2. Tröste mich wieder mit deiner Hülfe, und er, der freu⸗ dige Geist, enthalte mich. Wasche mich wohl, wasche mich wohl von meiner Missethat, von mei⸗ ner Missethat, und reinige mich von meiner Sünde.“ Gruß. 387 Pastor:„Vaterunser.“ Gemeinde:„Amen, Amen, Amen.“ Oder: Pastor: Vaterunser, schließend mit:„Erlöse uns vom Uebel.“ Gemeinde:„Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“ Schlußvers, der durch we⸗ nige Akkorde eingeleitet wird. Pastor:„Der Herr segne euch“ ꝛc. Gemeinde:„Amen, Amen, Amen.“ Orgelnachspiel. mit Abendmahlsfeier. Pastor: euch!“ Gemeinde:„und mit deinem Geiste!“ Dan ksa gun g „Heilig.“ Pastor:„Die Herzen in die Höhe“, Gemeinde:„Erheben wir zum Herrn.“ Pastor:„Lasset uns danksagen dem Herrn, unserm Gott.“ „Der Herr sei mit mit dem Gemeinde:„Das ist würdig und recht.“ Pastor:„Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ist es, daß wir dir, Herr, heiliger, allmächtiger Vater, ewiger Gott, allezeit und überall danksagen durch Jesum Christum, unsern Herrn, in dessen Namen wir uns beugen vor deiner Herrlich⸗ keit und Majestät und unsre Stimmen vereinigen mit dem Lobpreis der himmlischen Heer⸗— schaaren und singen“: Gemeinde:„Heilig, heilig ist 388 Gottesdienstordnung für die Landeskirche. unser Gott, der Herr Zebaoth. Alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, Hosianna in der Höhe.“ und danksaget dem Herrn, un⸗ serm Gott, denn recht ist es, wahrhaft würdig, billig und heilsam, daß wir dir“ ꝛc. wie oben angegeben— bis„Heer⸗ schaaren und singen.“ Gemeinde:„Heilig, heilig ist unser Gott, der Herr Zebaoth“ 2c. wie oben. Pastor:„Lasset uns beten:“ Pastor:„Vaterunser“ ꝛc. Gemeinde:„Amen.“ Oder: Pastor:„Lasset uns beten: Vaterunser“ bis„von dem Uebel.“ Gemeinde:„Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“ Pastor: Stiftungsworte des heiligen Abendmahles. Aufforderung zum Tische des Herrn zu kommen und Friedensgruß. Spendung, während die Gemeinde das Lied:„O Lamm Gottes“ anstimmt, falls solches nicht bereits als Abendmahls⸗ vorlied gesungen, und dann mit —— dem Gesang anderer Abendmahls⸗ lieder fortfährt bis zum Schlusse der Communion. Schlußdanksagung. Pastor.„Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Halleluja.“ Gemeinde:„Und seine Güte währet ewiglich, Halleluja.“ Pastor:„Laßt uns beten: Wir danken dir, allmächtiger Herr Gott, daß du uns durch diese heilsame Gabe erquickt hast, und bitten deine Barmherzigkeit, daß du uns solches gedeihen lässest zu starkem Glauben gegen dich und zu brünstiger Liebe unter uns allen durch Jesum Christum, unsern Herrn.“ Gemeinde:„Amen.“ Oder: Schlußdanksa gung. Pastor:„Lasset uns beten und dem Herrn danken.“ „Wir danken dir, allmächti⸗ ger Herr Gott“ u. s. w. bis— „unsern Herrn.“ Gemeinde:„Amen.“ Lied 232 unseres Gesang⸗ buches. Der Segen. Pastor:„Der Herr segne euch“ ꝛc. Gemeinde:„Amen, Amen, Amen.“ Orgelnachspiel. Augo Aber Albi Alle. mahk⸗ Schluss Herm, leluja“ e Gite beten. ächige durch ktt haf, zigket, gedeihen gegen r Lebe Nsum . ten und mächt⸗ bis— Gesang⸗ segne Amen Verzeichniß der Liederdichter, nebst Angabe der von jedem derselben aufgenommenen Lieder. Albert, Heinrich, geb. am 28. Juni 1604 zu Lobenstein im Voigt⸗ lande, studirte die Rechte und starb als Organist am 6. Oct. 1688 zu Königsberg in Pr.(Nr. 305.) Albinus, Joh. Georg, geb. am 6. März 1624 zu Unternessa bei Weißenfels, starb am 25. Mai 1679 als Pfarrer zu Naum⸗ burg.(Nr. 240, 418.) Allendorf, Johann Ludwig Conrad, geb. 1693 zu Josbach bei Marburg, starb als Scholarch und Pfarrer zu St. Ulrich in Halle 1773.(Nr. 441, 511.) Arends, Wilh. Erasmus, starb 1721 als Pfarrer in Halberstadt. (Ist vielleicht Verfasser von Nr. 288.) Arndt, Ernst Moritz, geb. am 26. Decbr. 1769 zu Schoritz auf der Insel Rügen in Pommern, war 1806 Professor zu Greifs⸗ walde, lebte als solcher seit 1817 in Bonn, wo er am 29. Januar 1860 starb.(Nr. 34, 264, 399, 400.) Arnold, Gottfr., geb. am 5. Sept. 1666 zu Annaberg, starb als Pastor und Inspektor zu Perleberg in der Priegnitz am 30. Mai 1714.(Nr. 276, 456, 485.) Aschenfeld, Christoph Carl Julius, geb. 1792 in Kiel, seit 1817 Prediger in Flensburg.(Nr. 152.) ö Baehr, Chr. Aug., geb. am 25. Jan. 1795 zu Atterwasch bei Guben in Pr., starb am 23. April 1846 als Pfarrer in Weigsdorf bei Zittau.(Nr. 158.) Behemb,(Boehme— Bohemus) Martin, geb. am 16. Sept. 1557 zu Lauban, starb daselbst als Pastor primarius am 5. Februar 1622(Nr. 304, 334.) Bernstein, Chr. Andr., geboren zu Domnitz im Saalkreise, starb daselbst als Pastor adj. am 18. Oct. 1699.(Nr. 460, 487.) Betichus, Joh., ist unbekannt; soll Verfasser dreier geistlicher Lieder sein, scheint um 1700 gelebt zu haben.(Nr. 34)). Bickel, Joh. Dan. Carl, geb. am 24. Juni 1727 zu Altenweilnau, starb als Nassau⸗Usingischer Superintendent in Mosbach am 28. Juni 1809.(Nr. 119, 292.) 2 — — *4 2 SE — * * 2—— * EEE 390 Verzeichniß der Liederdichter. Bienemann, Dr. Caspar, oder mit angenommenem griech. Namen Melissander genannt, geb. 1540 zu Nürnberg, starb als Generalsuperintendent in Altenburg am 12. Sept. 1591. (Nr. 184.) Birken, Siegm. von, eigentlich Betulius, welchen Namen er bei seiner Erhebung in den Adelstand durch den Kaiser Ferdi⸗ nand III. in den deutschen Birken übersetzte, geb. am 25. April 1626 zu Wildenstein bei Eger in Böhmen, starb als kaiserlicher Pfalzgraf und gekrönter Dichter am 12. Juni 1681.(Nr. 271, 435, 455.) Bogatzky, Carl Heinr. von, geb. am 7. Sept. 1690 zu Jankowe in Niederschlesien, studirte zuerst die Rechtswissenschaft, später Theologie, starb im Waisenhause zu Halle am 15. Juni 1774. (Nr. 110.) Bran denburg-Culmbach, Albrecht, Markgraf von, geb. 1522, starb am 8. Januar 1557.(Nr. 355.) Brandenburg, Luise, Henriette, Kurfürstin von, geb. am 17. Nov. 1627 im Haag, starb am 8. Juni 1667 in Berlin. (Nr. 238, 419.) Breithaupt, Dr. Joachim Just., geb. im Febr. 1658 in Nord⸗ heim, starb als Generalsuperintendent des Herzogth. Magde⸗ burg im Kloster Bergen am 16. März 1732.(Nr. 273, 437.) Bürde, Samuel Gottlieb, geb. 1753 zu Breslau, starb als Kammerdirector zu Breslau im Jahre 1831.(Nr. 492, 499.) Canitz, Friedr. Ludw. Rud. von, geb. am 27. Novbr. 1654 zu Berlin, starb als kurfürstlich brandenburgischer Geheimerath zu Berlin am 11. August 1699.(Nr. 500, 501.) Cramer, Dr. Joh. Andr., geb. am 29. Januar 1723 zu Jästädt im Erzgebirge, starb als Kanzler und Professor der Theologie in Kiel am 12. Juni 1788.(Nr. 293, 301. Crasselius, Bartholom., geb. am 21. Febr. 1667 zu Wernsdorf bei Glaucha in Sachsen, starb als Pfarrer in Düsseldorf, nach Einigen am 10. Nov. 1724.(Nr. 186, 483.) Dach, M. Simon, geb. am 29. Juli 1605 zu Memel, starb als Professor der Dichtkunst in Königsberg am 15. April 1659. (Nr. 417.) Decius, Nicol., war Lehrer in Braunschweig und soll 1529 als Prediger in Stettin gestorben sein.(Nr. 96, 217.) Denike, David, geb. am 31. Januar 1603 zu Zittau, starb als Consistorialrath in Hannover am 1. April 1680.(Nr. 120, 172, 196, 241, 255, 266, 339.) Deßler, Wolfgang Christoph, geb. 1660 zu Nürnberg, starb als Conrector an der Schule zum heiligen Geist in Nürnberg im Jahre 1722.(Nr. 474.) Dieterich, Joh. Sam., geb. am 15. Decbr. 1721 zu Berlin, starb daselbst als Consistorialrath am 14. Januar 1797.(Nr. 251, 258, 295.) Oöri! le NNNSN I.—.— IENNENNNENNNR Verzeichniß der Liederdichter. 391 9 ů + Döring, Carl Aug., geb. am 22. August 1783 zu Mark⸗Alvens⸗ 4. den nedaten n—7 als Prediger in Elberfeld am ö 17. Januar 1844. r. 214. 17 3 Drese, Adam, geb. um 1630 in Thüringen, starb als Kapellmeister aun in Arnstadt 1701.(Nr. 159.) 0 0 Eber, 98 Diratheret am 8. chmulch We zu Kitzingen in 2* Franken, Freund Luthers und vornehmlich 9 elanchthons, starb an als Generalsuperintendent und Professor der Theologie in Wittenberg am 10. Decbr. 1569.(Nr. 354, 382, 383.) Fabricius, Dr. Jacob, geb. am 19. Juli 1593 zu Cöslin, wurde 5 n Feldsuperintendent der schwedischen Armee in Deutschland und 7 Beichtvater des Königs Gustav Adolf. Er starb als Pastor IN. und Professor der Theologie zu Stettin am 11. August 1654. (Nr. 101.) 152⁵ Fischer, Dr. Eberh. Ludw., geb. am 6. August 1695 zu Groß⸗ heppach im Ramsthale, gest. als Hofprediger, Prälat von I Adelberg und Consistorialrath in Stuttgart 1773.(Nr. 118.) Verln. Fischer, Joh. Wilh., geb. 1711 in Hauau, starb als Pfarrer in Dudenhofen 1775.(Nr. 448.) Nod⸗ Flemming, Dr. med. Paul, geb. am 5. Oct. 1609 zu Harten⸗ 14 stein im Rsd starb in Hamburg am 2. April „437½ 1640.(Nr. 358.) b als Franck, Joh., geb. am 1. Juni 1618 zu Guben in der Nieder⸗ „499) lausitz, starb als Bürgermeister das. am 18. Juni 1677. 654Yfl(Nr. 36, 154, 220, 319, 351, 427, 472.) rath nu Francke, Dr. theol. Aug. Herm., geb. am 12. März 1663 in Lübeck, Stifter des Waisenhauses in Halle, starb daselbst als Jistidt Prof. der Theologie, Pastor zu St. Ulrich und Director des heologi Waisenhauses am 8. Juni 1727.(Nr. 39, 371.) Frank, Sal., geb. am 6. März 1659 in Weimar, starb daselbst Im als n0 5 W am 11. Juni 1725.(Nr. 66, 67, 5 u 132, 187, 309. Freylinghausen, Joh. Anast., geb. am 2. Dec. 1670 zu Gan⸗ ub al⸗ dersheim in rerinnn starb als Pastor in Halle am 1659, 12. Februar 1739.(Nr. 163, 377, 504.) ö Freystein, Dr. jur. Joh. Burchh., starb als Hof- und Justizrath abs in Dresden um 1720.(Nr. 269.) Fricker, Joh. Ludw., gest. 1766.(Nr. 451.) atb dls Funk, Dr. theol. Gottfr. Bened., geb. am 29. Novbr. 1734 zu k. 1, Hartenstein in Sachsen, starb als Consistorialrath in Magde⸗ ö burg am 18. Juni 1814.(Nr. 79, 397.) atb Garve, Carl Bernh., geb. am 24. Januar 1763 zu Jeinsen bei 3 70 iM annover, starb, nachdem er in verschiedenen Brüdergemeinden berg das Predigtamt verwaltet, und zuletzt als Prediger zu Neu⸗ n. suth salz gestanden hatte, in Herrnhut am 21. Juni 1841. M.(Nr. 12, 179, 428, 447, 468.) Gedicke, Lampertus, geb. 1683 zu Gardelegen in der Altmark, TTDN NNNNRN- Verzeichniß der Liederdichter. starb als Feldprobst zu Berlin am 21. Februar 1735. (Nr. 378.) Geibel, Johann, geb. 1776 in Hanau, starb als Pastor der re— formirten Gemeinde in Lübeck 1853.(Nr. 153.) Gellert, M. Chr. Fürchtegott, geb. am 4. Juli 1715 zu Hai— nichen im Erzgebirge, starb als außerordentlicher Professor der Philosophie in Leipzig am 13. Decbr. 1769.(Nr. 32, 46, 64, 75, 76, 127, 134, 135, 176, 190, 191, 225, 285, 286, 290 294, 313, 327, 328, 379, 380, 394, 395.) Gerhardt, Paul, geb. 1608 zu Gräfenhainichen bei Wittenberg, 1656 Prediger zu Berlin, starb als Archidiakonus in Lübben ams 7. Juni 1676.(Nr. 19, 27, 28, 29. 43, 56, 57, 58, 59, 88, 89, 123, 140, 141, 142, 195, 291, 306, 307, 312, 317, 318, 332, 349, 360, 361, 362, 363, 364, 365, 366, 430, 481, 505.) Gesenius, Dr. theol. Justus, geb. am 6. Juli 1601 zu Eßbeck im Hannoverschen, starb als Generalsuperintendent zu Hannover am 18. Sept. 1671.(Nr. 54, 81 s. Wegelin.) Gotter, Ludw. Andr., geb. am 26. Mai 1661 zu Gotha, war * das. Hof- und Assistenzrath, starb am 19. September 1735. (Nr. 188, 201, 277.) Graumann, auch Gramann, Dr. Joh., meist unter dem griech. Namen Poliander bekannt, geb. am 4. Juli 1487 zu Neu⸗ stadt in Bayern, Freund Luthers, starb als Professor in Kö— nigsberg am 29. April 1541.(Nr. 193.) Gregor, Chr., geb. am 1. Jan. 1723 zu Dirsdorf bei Reichen⸗ bach in Schlesien, starb plötzlich nach einer Synode in Ber— thelsdorf als Bischof der Brudergemeinde von Herrnhut am 6. Nov. 1801.(Nr. 157.) Gretgen, Adam, Advokat zu Sorau in der Niederlausitz, starb 1660.(Nr. 168.) Gryphius, Andr., geb. am 11. Octbr. 1616 zu Großglogau, starb als Landsyndicus des Fürstenthums Glogau am 16. Juli 1664.(Nr. 507.) Gryphius, Christian, Sohn des Andreas Gryphius, geb. 1649 in Fraustadt, starb als Gymnasialdirector zu Breslau im Jahre 1706.(Nr. 508.) Günther, Cyriacus, geb. am 15. Januar 1650 zu Goldbach bei Gotha, starb als Lehrer das. im Oct. 1704.(Nr. 199, 221.) Haßlocher, Joh. Adam, geb. am 24. Sept. 1645 in Speyer, st. als Superintend. zu Weilburg am 9. Juli 1726.(Nr. 6.) Hardenberg, Friedr. G. von,(Novalis), geb. am 2. Mai 1772 zu Widerstedt im Mansfeld'schen, starb als Amtshauptmann zu Weißenfels am 25. März 1801.(Nr. 151, 458, 459.) Hecker, M. Heinr. Cornel., geb. am 1. Aug. 1699 in Hamburg, st. als Oberpfarrer in Meuselwitz bei Altenburg am 22. Juli 1744.(Nr. 14, 463.) der re⸗ uu Hai⸗ ssor der 46, 66, 56, 200, tenbetg Lübben 57, 358 .010, 5, 366, Eßbeck annober ha, Wak. 1 173⁵ griech. zu Mol⸗ in Ki⸗ Reichen⸗ in Ve⸗ Hhut am 5, stocb Sgal 16. Wul „ 1610 m Jahne hach bei 9, 2% Spehes, N.. 0. i M Phan 459. ambuth, 2. Verzeichniß der Liederdichter. 393 Heermann, Joh., geb. am 11. Oct. 1585 zu Rauden in Schlesien, starb als vormaliger Prediger von Koben a. O. in Lissa am 27. Februar 1647.(Nr. 51, 52, 70, 109, 147, 185, 219, 237, 350, 359, 462, 486.) Held, Heinrich, soll als Licentiat und Sachwalter zu Guhrau in Schlesien um 1650 gelebt haben, starb 1676.(Nr. 16.) Helmbold, M. Ludw., geb. am 2. Januar 1532 zu Mühlhausen, st. als Superintendent das. am 12. April 1598.(Nr. 356.) Herberger, Valerius, geb. am 21. April 1562 zu Fraustadt in Polen, starb als Pastor das. am 18. Mai 1627.(Nr. 387.) Hermann, Dr. Joh. Gottfr., geb. 1707 in Alt-Jeßnitz in Kur— sachsen, Oberhofprediger in Dresden, starb das. am 30. Juli 1794.(Nr. 120. Hermann, Nicol., Cantor zu Joachimsthal in Böhmen, starb am 3. Mai 1561.(Nr. 316, 381, 429.) Hermes, Joh. Timoth., geb. am 31. Mai 1738 zu Petzeck bei Stargard in Hinterpommern, st. als Professor der Theologie und pastor prim. zu St. Elisabeth zu Breslau am 24. Juli 1821.(Nr. 510.) Herrnschmid, Dr. Joh. Dan., geb. am 11. April 1675 zu Bopfingen in Schwaben, starb als Professor der Theologie in Halle am 5. Februar 1723.(Nr. 202.) Herzog, Dr. jur. Joh. Friedr., geb. am 5. Juni 1647 in Dres⸗ den, lebte in Jena, starb als Rechtsconsulent in Dresden am 21. März 1699.(Nr. 322.) Hiller, M. Ph. Friedr., geb. am 6. Januar 1699 zu Mühlhausen an der Enz, starb als Pfarrer in Steinheim am 24. April 1769.(Nr. 22, 37, 84, 99[s. Knapp!, 177, 256, 257, 259, 347, 461.) Hoffmann, Gottsried, geb. am 5. Decbr. 1658 zu Löbenberg in Schlesien, starb als Rector in Zittau am 1. October 1712. (Nr. 409.) Homburg, Ernst Christoph, geb. 1605 zu Mühla bei Eisenach, starb als Rechtskonsulent zu Naumburg am 2. Juni 1681. (Nr. 60, 82.) Keimann, M. Chr., geb. am 27. Febr. 1607 zu Pancraz in Böhmen, starb als Rector in Zittau am 13. Jan. 1662.(Nr. 148.) Kern, M. Chr. Gottlob, geb. am 13. Jan. 1792 in Söhnstetten, starb als Pfarrer in Dürmenz-Mühlacker an der Enz am 5. August 1835.(Nr. 228.) Klausnitzer, Tobias, geb. 1618 zu Thun bei Annaberg, starb als Stadtpfarrer und Kirchenrath zu Weiden in der Ober— pfalz 1684.(Nr. 4.) Klopstock, Friedr. Gottlieb, geb. 2. Juli 1724 zu Quedlinburg, starb im Privatstande zu Hamburg am 14. März 1803. (Nr. 226, 402, 407, 424, 426.) Knapp, M. Albert, geb. am 25. Juli 1798 in Tübingen, war * 391 Verzeichniß der Liederdichter. Vikar in Feuersbach, Diakonus in Stuttgart, dann Pfarrer, starb daselbst am 18. Juni 1864.(Nr. 85, 99(s. Hiller!, 113, 114, 117, 205, 211, 212, 450.) Knoll, M. Chr.(Christoph), geb. 1563 zu Bunzlau in Schlesien, starb als Diakonus in Sprottau 1621.(Nr. 386.) Kramer, Moritz, geb. am 27. Februar 1646 zu Ammerswort in Holstein, st. als Pastor zu Morne am 22. Juni 1702.(Nr. 92.) Krause, Jonathan, geb. 1701 in Hirschberg in Schlesien, starb als Pfarrer, Superintendent und Assessor des Consistoriums in Liegnitz nach 1742.(Nr. 498.) Kritsch, Chr. Jacob, geb. 1671 zu Meißen, starb als Professor zu Elbingen im Jahre 1735.(Nr. 475.) Krummacher, Dr. Friedr. Adolf, geb. am 13. Juli 1768 zu Tecklenburg in Westfalen, Prediger der Ansgarigemeinde in Bremen, starb das. am 4. April 1845.(Nr. 33, 112, 204.) Kunth, M. Joh. Siegm., geb. am 3. October 1700 zu Liegnitz, starb als Superintendent in Baruth in der Oberlausitz am 7. Sept. 1779.(Nr. 423.) Lampe, Friedr. Adolf, geb. zu Detmold im Jahre 1683, starb als Pastor zu St. Ansgarii in Bremen 1729.(Nr. 490.) Langbecker, Em. Chr. Gottl., gest. 1798.(Nr. 469.) Lange, Ernst, geb. 1650 zu Danzig, st. das. als Rathsherr und Richter 1727.(Nr. 281.) Lange, Dr. theol. Joach., geb. am 26. Oct. 1670 zu Gardelegen in der Altmark, starb als Professor der Theologie in Halle am 7. Mai 1744.(Nr. 310.) Laurenti, Laurentius, geb. am 8. Juni 1660 zu Husum in Schleswig, starb als Musikdirector zu Bremen am 29. Mai 17½½2.(Nr. 71, 245, 37/0, 415.) Lavater, Joh. Casp., geb. am 15. Nov. 1741 in Zürich, starb als Pastor das. am 2. Januar 1801.(Nr. 139, 226, 231, 274, 440, 494, 503.) Lehmus, Joh. Adam, geb. am 2. Jan. 1707 in Rothenburg an der Tauber, starb am 17. Februar 1788.(Nr. 78, 333.) Liebich, Ehrenfried, geb. am 13. Juni 1713 in Probsthayn bei Liegnitz, starb als Pfarrer in Lomnitz in Schlesien am 23. Dec. 1780.(Nr. 94, 262, 404.) Liscov, M. Sal., geb. am 25. Oct. 1640 zu Niemitzsch in der Niederlausitz, st. als Diakonus zu Wurzen am 5. Dec. 1689. (Nr. 390, 489.) Lochner, Carl Friedr., geb. am 2. April 1634 zu Nürnberg, starb als Pfarrer zu Fürth am 26. Febr. 1697.(Nr. 493.) Lockmann, Peter, starb 1713.(Nr. 497.) Löscher, Val. Ernst, geb. am 29. Dec. 1673 zu Sondershausen, Professor der Theologie in Wittenberg, starb als Pastor der Kreuzkirche in Dresden am 12. Febr. 1749.(Nr. 224, 246.). Löwenstern, Matthäus Apelles von, geb. am 20. April 1594, Pfarre, Hiller, chlesien, wort in Nr. 92) n, stard toriums rbfesor 768 pu inde in „ 201 Liegniß, am J. tarb als ert und delegen n Halle sum in W9. Mi ch, stab 6, Bl, burg an 333) hahn bel am 20, in der 6. 1689. 10 su 3.) Sauseh ator M. +. 240)— Verzeichniß der Liederdichter. 395 starb als Staatsrath des Herzogs von Oels am 3. April. 1648.(Nr. 467.) Luther, Dr. theol. Martin, geb. am 10. Nov. 1483 in Eisleben, st. als Professor der Theologie und Prediger zu Wittenberg, in Eisleben am 19. Februar 1546.(Nr. 25, 26, 69, 86, 87, 97, 100, 108, 165, 171, 181, 192, 232, 233, 253, 348, 4130 Marot, Dr. theol. Sam., geb. am 11. Dec. 1770 in Magde⸗ burg, war 67 Jahre Prediger in Berlin, starb daselbst als Ober⸗Consistorialrath und Senior der Berliner Geistlichkeit am 12. October 1865.(Nr. 209.) Mathesius, M. Joh., geb. am 24. Juni 1504 zu Rochlitz, Freund Luthers, starb als Pastor in Joachimsthal am 8. Oct. 1565, auf der Kanzel vom Schlage gerührt.(Nr. 303.) Meister, Dr. Christoph Georg Ludw., geb. am 12. August 1783 zu Halle a. S., st. am 26. Jan. 1811 als Pastor primarius in Bremen.(Nr. 106.) Mentzer, Joh., geb. am 27. Juli 1658 zu Jochma in der Ober— lausitz, starb als Pfarrer in Kemnitz in der Oberlausitz am 24. Februar 1834.(Nr. 61, 200, 495.) Meyfart, Dr. Joh. Matth., geb. am 9. Novbr. 1590 zu Wahl⸗ winkel im Gothaischen, starb als Senior in Erfurt am 26. Januar 1642.(Nr. 416.) Möller, Martin, geb. zu Kropstädt bei Wittenberg am 11. Nov. 1547, starb als Pastor prim. zu Görlitz am 2. März 1606. (Nr. 353.) Müller, Michael, geb. in Blankenburg im Harz 1673, starb als Hauslehrer im Württembergischen 1704.(Nr. 433.) Münter, Dr. Balth., geb. am 24. März 1735 zu Lübeck, starb als Prediger der deutschen Gemeinde zu Kopenhagen am 5. Oct. 1793.(Nr. 65, 133, 169, 263, 284, 300, 438.) Nachtenhöfer, M. Casp. Friedr., geb. am 5. März 1624 zu Halle, starb als Subsenior in Coburg am 23. Novbr. 1685. (Nr. 30.) Neander, Christoph Friedr., geb. am 26. Dec. 1723 zu Eikau, später Pastor zu Gränzhof in Kurland, st. daselbst als Probst von Kurland am 21. Juli 1802.(Nr. 156, 207, 444.) Neander, Joachim(Neumann), geb. um 1650 in Bremen, starb als Prediger daselbst am 31. Mai 1680.(Nr. 91, 122, 136, 197, 431, 453, 457, 496.) Nerreter, David, geb. am 8. Febr. 1649 zu Nürnberg als eines Messerschmieds Sohn. Er starb als Generalsuperintendent und Cons.⸗Rath zu Stargard am 5. Juli 1726.(Nr. 373.) Neumann, Caspar, geb. am 14. Sept. 1648 zu Breslau, starb als Prediger und Professor der Theologie das. am 27. Jan. 1715.(Nr. 103, 143, 223, 323, 331, 335.) Neumann, Gottfr., Mitgl. der Brudergemeinde um 1736,(Nr. 405.) Neumark, Georg, geb. am 16. März 1621 zu Mühlhausen in 396 Verzeichniß der Liederdichter. Thüringen, st. als Archivsecretair und Bibliothekar in Weimar am 8. Juli 1681.(Nr. 367.) Neumeister, M. Erdmann, geb. am 12. Mai 1671 in Uechteritz bei Weißenfels, starb als Hauptpastor zu St. Jakobi in Ham⸗ burg am 18. August 1756.(Nr. 48, 247, 311, 330.) Neunherz, M. Joh., geb. am 16. Aug. 1653 zu Schmiedeberg, starb als Oberpfarrer in Hirschberg am 26. November 1737. Gr. 74.) Neuß, Dr. Heinr. Georg, geb. am 11. März 1654 zu Elbinge— rode am Harz, starb als Superintendent und Consistorialrath zu Wernigerode am 30. Sept. 1716.(Nr. 279.) Nicolai, Dr. theol. Philipp, geb. am 10. August 1556 zu Men⸗ geringhausen in Waldeck, starb als Pastor zu St. Catharinen in Hamburg am 26. October 1608.(Nr. 145, 414.) Niemeyer, Dr. theol. August Herm., geb. am 1. Sept. 1754 zu Halle, starb daselbst als Professor der Theologie und Ober— consistorialrath am 7. Juli 1828.(Nr. 398.) Olearius, Dr. Joh., geb. am 17. Sept. 1611 zu Halle, starb als Generalsuperintendent zu Weißenfels am 14. April 1684.(Nr. 5, 11, 13, 55, 98, 180,314.) Osiander, Luc., geb. am 16. Decbr. 1534 zu Nürnberg, starb als Professor in Stuttgart am 7. Sept. 1604.(Nr. 265.) Paulmann, Joh. Ludw., geb. am 24. Nov. 1728 zu Verwolda im Braunschw., st. als Pastor in Braunschweig am 28. Dec. 1807.(Nr. 287.) Pfeil, Chr. Carl Ludwig von, geb. 1712 in Grünstadt im Lei⸗ ningischen, stalrb am 14. Februar 1784 zu Deufstetten bei Dinkelsbühl.(Nr. 336, 464.) Puchta, Chr. Rud. Heinr., geb. am 19. August 1808 auf dem Schlosse Cadolzburg, starb als erster evangel. Stadtpfarrer zu Augsburg am 12. Sept. 1858.(Nr. 23, 252.) Ram bach, Dr. Joh. Jac., geb. am 24. Februar 1693 in Halle, starb als Superintendent und Professor der Theologie in Gießen am 19. April 1735.(Nr. 45, 155, 162, 210, 343.) Reißner, Adam, geb. um 1471, Erzieher der Söhne des Georg von Frundsberg, starb als Privatmann in Frankfurt a. M. 1563.(Nr. 183.) Richter, Dr. Chr. Friedr., geb. 1676 zu Sorau in der Nieder— lausitz, praktischer Arzt im Waisenhause zu Halle, starb am 5. October 1711.(Nr. 244, 278, 479.) Rinckart, M. Martin, geb. am 23. April 1586 zu Eilenburg, st. als Archidiakonus das. am 8. Dec. 1649.(Ar. 194.) Ringwaldt, Bartholom., geb. 1530 zu Frankfurt a. O., starb als Pfarrer zu Langfeld bei Sonnenburg in der Neumark um 1598.(Nr. 235.) Rist, Joh, geb. am 8. März 1607 zu Ottensen bei Altona, starb. als Pfarrer zu Wedel, einem Flecken im Holsteinischen, am 3 5 Rodig 0 in Rosen Weimar Uechteit in Ham⸗ 0.) niedebag er 173N, Elbing⸗ torialcath zu M atharnnn 0 pt. 1754 nd Ober⸗ im Li⸗ etten bi auf dem fatrer zu Halle Geßn Georg . M. Meder⸗ darb anl Verzeichniß der Liederdichter. 397 31. August 1667.(Nr. 18, 35, 42, 47, 53, 229, 230, 239, 320, 412, 466.) Rodigast, M. Samuel, geb. am 19. Oct. 1649 zu Gröben bei Jena, starb als Rector des Gymnasiums zum grauen Kloster in Berlin am 19. März 1708.(Nr. 369.) Rosenroth, Chr. Knorr von, geb. am 15. Juli 1636 zu Alt⸗ Rauden im Fürstenthum Wohlau, starb als Kanzleidirector zu Sulzbach am 4. Mai 1689.(Nr. 308.) Rothe, Joh. Andr., geb. am 12. Mai 1688 zu Lissa bei Görlitz,‚ starb als Pastor zu Thommendorf in der Oberlausitz am 6. Juli 1758.(Nr. 260, 410.) Rutilius, M. Martin, geb. 1550 zu Düben in Sachsen, starb als Archidiakonus in Weimar am 18. Jan. 1618.(Nr. 236.) Rückert, Friedr., geb. am 16. Mai 1789 in Schweinfurt, starb zu Neuseß bei Coburg am 31. Jan. 1866.(Nr. 24.) Sacer, Dr. Gottfr. Wilh., geb. am 11. Juli 1635 zu Naumburg, starb als Kammerkonsulent in Wolfenbüttel am 8. Sept. 1699. (Nr. 38, 83, 408, 502.) Sachse, Chr. Friedr. Heinr., geb. am 2. Juli 1785 zu Eisenberg im Herzogthum S.-Altenburg, starb als Consistorialrath in Altenburg 1860.(Nr. 102, 406, 411.) Sannom, Joh. Friedr., gab nach Freylinghausen's Gesangbuch geistliche Lieder in Offenbach heraus, 1700.(Nr. 484.) Schade, M. Joh. Casp., geb. am 13. Januar 1666 zu Kühndorf bei Meiningen, starb als Diakonus in Berlin am 25. Juli 1698.(Nr. 242, 454, 470.) Schalling, Martin, wahrscheinlich geb. am 21. April 1532 in Straßburg, st. als Pfarrer zu Nürnberg am 29. Decbr. 1608. (Nr. 1465 Scheffler, Joh.,(gewöhnl. unter dem angenom. Namen Johannes Angelus Silesius), geb. 1624 zu Breslau, ging 1653 zur kathol. Kirche über und st. in dem Kloster St. Matthias zu Breslau am 9. Juli 1677.(Nr. 63, 137, 149, 150, 173, 270, 272, 446, 482.) Scheidt, Chr. Ludw., geb. 1709 zu Waldenburg in Württemberg, war Hofrath und Bibliothekar in Hannover, starb daselbst 1761. (Nr. 261.) Schein, Joh. Herm., geb. am 20. Januar 1586 in Grünhayn in Sachsen, st. als Musikdirector in Leipzig am 19. Novbr. 1630. (Nr. 388.) Schenk, M. Hartmann, geb. am 7. April 1634 in Ruhla b. Eisenach, starb als Diakynus zu Ostheim am 2. Mai 1681.(Nr. 10.) Schenk, Heinr. Theobald, st. als Stadtpfarrer zu Gießen 1727. (Nr. 422.) Schiebeler, Dr. jur. Daniel, geb. am 25. März 1741 in Ham⸗ burg, starb als Advokat das. am 19. August 1771.(Nr. 7.) 398 Verzeichniß der Liederdichter. Schirmer, M. Michael, geb. 1606 in Leipzig, st. als Conrector am grauen Kloster in Berlin am 4. Mai 1673.(Nr. 20, 90.) Schlegel, Dr. theol. Joh. Adolf, geb. am 18. Sept. 1721 in Meißen, starb als Generalsuperintendent in Hannover am 16. Sept. 1793.(Nr. 49.) Schlicht, Levin Joh., geb. am 23. October 1681 zu Calbe an der Mulde, st. als Prediger in Berlin am 7. Jan. 1723.(Nr. 326.) Schlosser, Ludw. Heinr., geb. am 7. Sept. 1663 in Darmstadt, starb als Prediger zu Frankfurt a. M. am 8. August 1723. (Nr. 340.) Schmidt, Joh. Euseb., geb. 1670 zu Hohenfelden bei Erfurt, st. als Pfarrer zu Siegleben bei Gotha 1745.(Nr. 480.) Schmolckle), Benjamin, geb. am 21. Dec. 1672 zu Brauchitsch⸗ dorf bei Liegnitz, st. als Oberpfarrer in Schweidnitz am 12. Febr. 1737.(Nr. 8, 21, 40, 44, 62, 72, 73, 93, 105, 107, 116, 138, 144, 174, 203, 222, 268, 275, 280, 283, 298, 315, 324, 329, 346, 374, 375, 376, 393, 403, 420, 421, 439.) Schneesing, Joh., auch Chiomusus gen., geb. zu Frankfurt a. M., war 1534 Pfarrer zu Friemar im Gothaischen, starb um 1567.(Nr. 234.) Schröder, Joh. Henr., geb. 1666 zu Hallerspringe im Fürstenth. Kalenberg im Hannöv., starb als Pfarrer zu Merseberg bei Magdeburg 1699.(Nr. 160, 488.) Schubert, Chr. Fr. Dan., geb. am 26. März 1739 zu Ober⸗ sontheim in der schwäbischen Grafschaft Limburg, st. als Di⸗ rector des Herzogl. Theaters zu Stuttgart am 10. Oct. 1791. (Nr. 473.) Schulze, Georg Wilh., geb. am 7. April 1830 in Göttingen, wirkt als evangelischer Missionsprediger.(Nr. 128.) Schütz, Lic. jur. Joh. Jac., geb. am 7. Sept. 1640 zu Frankfurt a. M., st. das. als Advocat und Rath am 22. Mai 1690. (Nr. 198.) Schwarzburg-Rudolstadt, Gräfin Amalie Juliane von, geb. am 19. August 1637, starb am 2. Decbr. 1706.(Nr. 344, 352, 392.) Scriver, M. Christ., geb. am 2. Jan. 1629 zu Rendsberg, starb als Kirchenrath und Oberhofprediger in Quedlinburg am 5. April 1693.(Nr. 213, 321.) Seckendorf, Veit Ludw. von, geb. am 20. Decbr. 1626 zu Her⸗ zogen-Aurach bei Erlangen, Kanzler der Universität in Halle, starb das. am 18. Dec. 1692.(Nr. 391.) Selnecker, Dr. Nicolaus, geb. am 6. Dec. 1532 zu Hersbrück bei Nürnberg, Schüler Melanchthons, st. als Generalsuperintendent in Leipzig am 24. Mai 1592.(Nr. 3, 166, 216.) Siegfried, Joh., geb. am 20. Febr. 1564, t. als Pastor und Superintendent zu Schleiz am 9. October 1637.(Nr. 389.) Speratus, Dr. Paul, aus Augsburg, geb. am 13. Decbr. 1484, Gꝰ CNN&—*+ 77. 9 7 V NNN N,. Verzeichniß der Liederdichter. 399 Comreh starb als Hofprediger und Bischof von Pomesanien in Königs⸗ W0, 0) berg am 17. Sept. 1554.(Nr. 182, 254.) 17²¹x0 Spitta, Carl Joh. Ph., geb. am 1. August 1801 in Hannover, er am I5 starb als Superintendent zu Burgdorf im Lüneburgischen am ů 28. Sept. 1859.(Nr. 9, 170, 206, 215, 297, 302, 337, 338.) 11 anu Starck, Joh. Fr., geboren am 10. October 1680 in Hildesheim, (Rr.) st. als Consistorialrath und Prediger in Frankfurt a. M. am darmsual 17. Juli 1756.(Nr. 208.) zust Steber, Justus, starb im Jahre 1695.(Nr. 471). — Stegmann, Dr. theol. Josua, geb. 1588 zu Sulzfeld im Mei⸗ Erfurt, f. ningischen, starb als Professor der Theologie und Superintend. 80. in Rinteln am 3. August 1632.(Nr. 167.) rauchits⸗ Steinmetz, Joh. Franz Christoph, geb. am 21. Jan. 1730 zu— 12. Fch. Landau in Waldeck, st. als Generalsuperintendent zu Arolsen 107, N, am 14. Dec. 1791.(Nr. 164, 178.) 298, 315 Steuerlein, Joh., geb. am 5. Juli 1546 in Schmalkalden, starb I, 439. als Secretair und Schultheiß in Meiningen am 5. Mai 1613. Frankfunt(Nr. 41 s. Tapp.) hen, stath Stockfleth, Heinr. Arnold, geb. 1643 zu Alfeld im Hannöy., st. als Consistorialrath, Oberhofprediger und Generalsuperintendent Fürstenth, in Bayreuth im Jahre 1708.(Nr. 506.) seberg de Stolberg, Gräfin Anna von, Gemahlin des Grafen Heinrich, um 1600, st. zu Stolberg am Harz 1623.(Nr. 384.) Sie wird 3u Obe⸗ von Einigen als Verfasserin dieses Liedes genannt; wer das als D⸗ Lied aber verfaßt hat, ist ungewiß.) Ick. I. Sturm, Julius geb. am 21. Juli 1816 in Köstritz, wo er seit 1857 als Pastor wirkt.(Nr. 115.) Höttingen Sturm, M. Christoph Christian, geb. am 25. Januar 1740 in Augsburg, st. als Hauptpostor zu St. Petri in Hamburg am mth 26. August 1786.(Nr. 131, 250, 396, 478.) Ni 16l Taddel, Chr. Ludw., geb. am 11. April 1706 in Rostock, starb das. als Director der Canzlei am 12. Juni 1775.(Nr. 77.) von, g. Tapp, Jac., Superintendent in Schöningen im Braunschweigischen u. 31. um 1620.(Nr. 41 s. Steuerlein. Tapp soll von V. 3 an (. hinzugedichtet haben.) bug, sut Tersteegen, Gerhard, geb. am 25. Novbr. 1697 zu Meurs in Iu5 Westfalen, st. als Bandmacher zu Mühlheim a. R. am 3. April 9 m 1769.(QNr. 31, 95, 124, 189, 248, 296, 325, 425, 442.) Thilo, NM. Valentin, geb. am 19. April 1607 in Königsberg, st. 6h als Professor der Beredsamkeit und Geheimsecretair das. am in Hn 27. Juli 1562.(Nr. 17.) 1 Titius,(eigentl. Tietze) M. Christoph, geb. am 24. Mai 1641 zu Wilkau bei Breslau, st. als Pastor zu Hersbrück am 21. Febr. euintenben 1703.(Ni. 243, 368.) ö 01 Tollmann, Gottfried, geb. in Lauban in der Oberlausitz, um hnn 1720 Pfarrer das.(Nr. 104.) M. 118 Tscherning, Andreas, geb. am 18. Nov. 1611 zu Bunzlau, starb chl. 0, NNRTENEN// 2400 Verzeichniß der Liederdichter, als Professor der Dichtkunst zu Rostock am 27. Sept. 1659. (Nr. 477.) Vischer(Fischer), M. Christoph, geb. in Joachimsthal, starb als Generalsuperintendent in Celle am 22. Jan. 1600.(Nr. 50.) Warnberg, Caspar von, war Landeshauptmann zu Schweidnitz und Jauer, starb um 1620.(Nr. 385.) Weber, Johann, um 1800.(Nr. 449.) Wegelin, M. Josua, geb. am 11. Januar 1604, wurde 1635 Pfarrer und Senior der evangelischen Kirche zu Preßburg, wo er am 14. März 1640 starb.(Nr. 81 s. Gotter.) Weimar, Herzog Wilhelm II. von, geb. zu Altenburg am 11. April 1598, st. zu Weimar am 17. Mai 1662.(Nr. 2.) Weingärtner, Siegmund, soll um 1600 Prediger in oder bei Heilbronn gewesen sein.(Nr. 357.) Weissle), Michael, ein Zeitgenosse Luthers, geb. in Neiße, starb als Vorsteher der böhmischen Brüder in Leutomischl, ungefähr um 1540.(Nr. 121, 401.) Weißel, Georg, geb. 1590 zu Domnau in Preußen, starb als Pfarrer zu Königsberg am 1. August 1635.(Nr. 15.) Werlhof,‚ Dr. Paul Gottl., geb. 1699, st. 1767 zu Hannover als königl. großbrit. Hof- und Leibmedicus.(Nr. 249.) Wied, Marie, Fürstin zu, geb. Prinzessin zu Nassau, seit 1842 Gemahlin des Fürsten Wilhelm Hermann zu Wied.(Nr. 465.) Winckler, Joh. Joseph, geb. am B. Dec. 1670 zu Luckau im Altenburgischen, starb als Consistorialrath in Magdeburg am 11. August 1722.(Nr. 289, 491.) Wolf, Dr. Jac. Gabriel, geb. 1683 zu Greifswalde, st. als Pro⸗ fessor der Rechte in Halle am 6. August 1754.(Nr. 299.) Zihn, Joh. Friedr., geb. am 7. Sept. 1650 zu Suhla im Henne⸗ bergischen, starb das. als Rector und Archidiakonus— nach Andern in Schleusingen— am 16. Jan. 1719.(Nr. 372.) Zimmermann, Joh. Chr., geb. 1702 zu Langenwiese in Schwarz⸗ burg, st. 1783 als Probst zu Uelzen im Hannov.(Nr. 130.) Zinnendorf, Kellner Joh. Wilh. von, gegen 1700 Pfarrer zu Kießlingswaldau in der Lausitz, später Hofrath in Halle, starb 1738.(Nr. 476.) Zinzendorf, Graf Nicolaus Ludw. von, geb. am 26. Mai 1700 in Dresden, trat 1734 in den geistlichen Stand, starb zu Herrnhut am 9. Mai 1760.(Nr. 175, 267, 282, 334, 436.) Zwick, Joh., aus Kostnitz, zuerst Rechtsgelehrter. dann Theologe und Pfarrer in seiner Vaterstadt, st. gegen 1542.(Nr. 80.) Alte Kirche.(Nr. 1, 68, 218.) Anhaltisches Gesangbuch von 1859.(Nr. 342.) Lübecker Gesangbuch von 1859.(Nr. 345.) Waldeckisches Gesangbuch von 1790.(Nr. 129, 161.) .— Sept. 1659. I starb als veer 3 eichen i 5 „r. 50.) der Schweidnitz über den einzelnen Gesängen angegebenen Melodien. wude 1635 Ach bleib mit deiner Gnade Nr. 447. resburg, wo Ach Gott und Herr, wie groß und schwer Nr. 176, 236, 443. Ach Gott vom Himmel sieh darein Nr. 171, 255. g am 11 Ach, was soll ich Sünder Nr. 326. GW. 2) Allein Gott in der Höh' sei Ehr Nr. 96, 169. in Her bei Allein zu dir, Herr Jesu Christ Nr. 234. Alle Menschen müssen sterben Nr. 274, 418, 421, 455, 500. Weß, sarb Alles ist an Gottes Segen Nr. 461, 482, 494, 506. ůn An Wasserflüssen Babylons Nr. 56, 225, 246. I, ungfih Auf diesen Tag bedenken wir Nr. 80. Auferstehn, ja auferstehn Nr. 402. „ surd als Auf meinen lieben Gott Nr. 352, 357. 15⁵⁰ atz Aus meines Herzens Grunde Nr. 18, 20, 40, 83, 104, 296, 303, 452. 61 aus Aus tiefer Noth schrei ich zu dir Nr. 233, 241. Chrste, du Lamm Gottes Nr. 218. (WAr 460) Christ ist erstanden Nr. 68. Lul Christ lag in Todesbanden Nr. 69. Hdeburg am Christus, der ist mein Leben Nr. 12, 37, 65, 72, 167, 214, 257. 384, 396, 398. 7—̃— Christus, der uns selig macht Nr. 435. k. 299. a im Henne⸗ Dein König kommt in niedern Hüllen Nr. 24. uus— nach Der lieben Sonne Licht und Pracht Nr. 321. (. 37½) Der Tag ist hin, mein Nr. 248, 325. in Schwatx Der Tag mit seinem Lichte fleucht Nr. 318. (u. 130) Die goldne Sonne voll Freud Nr. 312. Pfarrer zu Dir, dir, Jehovoh, will ich singen Nr. 110, 178, 186, 469. Halle, satb Dir, mein Gott, will ich lobsingen Nr. 9, 282. Mai 1700 Einer ist König! Nr. 441, 460, 488. d, sarl u Eein feste Burg ist unser Gott Nr. 100. 334, 436) Eeins ist Noth, ach Herr, dies Eine Nr. 160, 485. un Theolbdge Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort Nr. 165, 166, 316. (M 80.) Ermuntre dich, mein schwacher Geist Nr. 35, 362. Errett mich, o mein lieber Nr. 204, 451. Erschienen ist der herrlich Tag Nr. 3, 13, 27, 70, 314, 341. Es glänzet der Christen inwendiges Leben Nr. 479. Es ist das Heil uns kommen her Nr. 46, 71, 84, 125, 135, 190, 198, 199, 221, 254, 258. Es ist genug, so nimm Nr. 409, 508. 102 Verzeichniß der Melodien. Es ist gewißlich an der Zeit Nr. 172, 224. Es wolle Gott uns gnädig sein Nr. 108, 128. Fahre fort Nr. 480. Freu dich sehr, o meine Seele Nr. 52, 59, 61, 88, 115, 130, 223, 251, 266, 277, 309, 385, 431, 437, 462, 504. Gelobet seist du, Jesu Christ Nr. 25. Gieb dich zufrieden Nr. 481. Gott des Himmels und der Erden Nr. 8, 91, 150, 174, 259, 305, 311, 422, 489, 498. Gott ist mein Lied Nr. 134. Gott lebet noch! Seele Nr. 372. Gottlob! ein Schritt zur Ewigkeit Nr. 39, 344. Gott sei gelobet und gebenedeiet Nr. 232. Heilig, heilig ist das Band Nr. 263. Herr Gott, dich loben Alle wir Nr. 76, 196. err Gott, dich loben wir Nr. 192. Herr, ich habe mißgehandelt Nr. 287, 445, 458, 472. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Nr. 2, 5, 304. Herr Jesu Christ, meins Lebens Leben Nr. 55, 109, 219, 279, 425. Herr Jesu, Gnadensonne Nr. 188. Herr, nicht schicke deine Rache Nr. 173. Herr und Aeltster deiner Nr. 212, 436. Herr, wie du willst, so schicks Nr. 184, 238, 265, 345, 349, 378. Herzliebster Jesu, was hast du Nr. 51, 64, 359. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr Nr. 146. Herzlich thut mich verlangen Nr. 38, 58, 151, 216, 228, 291, 329, 360, 386, 389, 390, 399, 411, 434, 501. Hinauf mein Geist Nr. 465. Hochheilige Dreinigkeit Nr. 446. Hüter, wird die Nacht der Sünden Nr. 244, 511. Ich armer Mensch, ich armer Nr. 243. Ich danke dir schon durch Nr. 137, 313. Ich hab mein Sach auf Gott gestellt Nr. 406, 496. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ Nr. 182. Ich will dich lieben, meine Stärke Nr. 149. Jerusalem, du hochgebaute Stadt Nr. 416. Jesu, der du meine Seele Nr. 128, 177, 213, 239. Jesu, komm doch selbst zu mir Nr. 122. u, meine Freude Nr. 93, 124, 154, 156, 324, 376, 463. Jes Jesu, meines Lebens Leben Nr. 60, 74, 139, 161, 201, 335, 442, 495. Jes us meine Zuversicht Nr. 22, 75, 112, 158, 164, 222, 227, 247, 293, 295, 299, 394, 400, 403, 419, 420. Ihr Kinder des Höchsten Nr. 487. I di In d Kom Kom Kom Lasse Liebs Lobe Lobe Lobe Lobt Ma Mae Mei Mei Mit Mo Ni 5555 0, 253, Verzeichniß der Melodien. In dich hab ich gehoffet, Herr Nr. 133, 142, 183, 328. In dieser Morgenstunde Nr. 284. Komm, heiliger Geist Nr. 1. Komm, heiliger Geist, Herre Gott Nr. 86. Kommt her zu mir, spricht Gottes Nr. 101, 245. Lasset uns den Herren preisen Nr. 77, 78, 271, 281, 343. Liebster Jesu, wir sind hier Nr. 4, 6, 7, 10, 203, 268, 391. Lobe den Herren, den mächtigen Nr. 31, 197, 468, 473, 476. Lobe den Herren, o meine Seele Nr. 202. Lobet den Herren, Alle, die ihn Nr. 307. Lobt Gott, ihr Christen, alle Nr. 140, 429, 433. Machs mit mir, Gott, nach Nr. 45, 131,%0, 285, 388. Macht hoch die Thür, die Thor Nr. 15. Meinen Jesum laß ich nicht Nr. 21, 44, 48, 116, 143, 148, 300, 315, 492. Mein Jesu, dem die Seraphinen Nr. 474. Mitten wir im Leben sind Nr. 413. Morgenglanz der Ewigkeit Nr. 308. Nicht so traurig, nicht so sehr Nr. 505. Nun danket Alle Gott Nr. 98, 194, 351, 470. Nun danket All und bringet Ehr Nr. 195. Nun freut euch, lieben Christen Nr. 14, 29, S1, 258, 71, 497. Nun komm, der Heiden Heiland Nr. 16. Nun laßt uns den Leib begraben Nr. 383, 401, 402, 404. Nun laßt uns Gott, dem Herren Nr. 43, 141, 230, 306. Nun lob, mein Seel, den Herren Nr. 193, 229, 449, 466. Nun preiset Alle Gottes Barmherzigkeit Nr. 467, 510. Nun ruhen alle Wälder Nr. 57, 144, 294,, 320, 340, 338, 377, 379, 380, 410, 477, 478, 499, 502, 507. Nun sich der Tag geendet Nr. 242, 322, 331, 405, 444, 503. O daß ich tausend Zungen hätte Nr. 30, 200, 208, 260, 439. O du Liebe meiner Liebe Nr. 63, 371, 509. Durchbrecher aller Bande Nr. 175, 215, 276, 302. Ewigkeit, du Donnerwort Nr. 292, 412. Gott, der du ein Nr. 490. Gott, du frommer Gott Nr. 11, 62, 118, 180, 185, 187, 272, 273, 286, 310. Gott, o Geist, o Licht des Lebens Nr. 95. Lamm Gottes unschuldig Nr. 217. Traurigkeit, o Herzeleid Nr. 53, 67. O Ursprung des Lebens Nr. 475. O wie selig seid ihr doch, ihr Nr. 417. 888 900 404 Verzeichniß der Liederdichter. Ringe recht, wenn Gottes Gnade Nr. 289. Schwing dich auf zu deinem Nr. 300. Schmück dich, mein Herz Nr. 337. Schmücke dich, o liebe Seele Nr. 155, 162, 206, 220, 226, 426. Seelenbräutigam, Jesu, Gottes Lamm, Nr. 159, 163, 209, 334, 456. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig Nr. 252, 457. Singen wir aus Herzensgrund Nr. 350, 364. Sollt es gleich bisweilen scheinen Nr. 368. Sollt ich meinem Gott nicht singen Nr. 123. Straf mich nicht in deinem Zorn 240, 250, 269, 464. Unser Herrscher Nr. 453. Valet will ich dir geben Nr. 19, 36, 73, 152, 168, 264, 297, 361, 387, 397, 408, 415, 450, 454. Vater unser im Himmelreich Nr. 181, 237, 353, 382. Verleih uns Frieden gnädiglich Nr. 348. Vom Himmel hoch, da komm ich her Nr. 26, 32, 33, 121, 427, 430. Von dir kommt jede gute Gabe Nr. 103, 207, 275. Von Gott will ich nicht lassen Nr. 17, 356, 363. Wachet auf, ruft uns die Stimme Nr. 79, 113, 170, 267, 288, 414, 424, 484. Warum sollt ich mich denn Nr. 28, 94, 211, 366, 370. Was Gott thut, das ist wohlgethan Nr. 107, 138, 179, 262, 290, 369, 373, 374, 428. Was mein Gott will, gescheh Nr. 355, 365, 486. Wenn meine Sünd mich kränken Nr. 54, 438. Wenn mein Stündlein vorhanden Nr. 381. Wenn wir in höchsten Nöthen Nr. 50, 191, 235, 339, 354. Werde Licht, du Stadt der Heiden Nr. 42, 47, 105. Werde munter, mein Gemüthe Nr. 92, 298, 319, 320, 323, 340. Wer nur den lieben Gott läßt walten Nr. 66, 132, 210, 249, 256, 261, 283, 330, 342, 367, 375, 392, 393, 395, 448, 493. Wie groß ist des Allmächtgen Güte Nr. 23, 106, 127, 459, 491. Wie lieblich ist, o Herr, die Stätte Nr. 126, 231, 280. Wie schön leuchtet der Morgenstern Nr. 49, 82, 85, 90, 99, 102, 111, 114, 117, 119, 19, 145, 147, 133, 208, 332, 333, 338. Wie wohl ist mir, o Freund, der Nr. 423, 440. Wir glauben All an einen Gott Nr. 97. Wo Gott zum Haus nicht giebt Nr. 41, 336. Wunderbarer König Nr. 136, 189. Ouch ein zu meinen Thoren Nr. 34, 89, 347. euch meinen Geist, triff Nr. 278, 432. ——.—2.—.—j 2 2 — —— —2 — = . Lieder⸗Verzeichniß. Nro. Abermal ein Jahr verflossen 31 Ach bleib bei uns, Herr Jesu 166 Ach bleib mit deiner Gnade 167 Ach Gott und Herr, wie groß 236 Ach Gott, verlaß mich nicht 187 Ach Gott, vom Himmel sieh dar. 171 Ach, mein Herr Jesu, dein Nahes. 157 Ach, mein Jesu, sieh, ich trete 326 Ach, sei mit deiner Gnade 12 Ach, wenn ich dich, mein Gott nur 283 Ach, wie heilig ist der Ort 116 Ach, wie so sanfte schläfest du 405 Ach wundergroßer Siegesheld 82 Alle Menschen müssen sterben 418 Allein Gott in der Höh sei Ehr 96 Allein zu dir, Herr Jesu Christ 234 — Alles ist Euer, o Worte 473 Allgenugsam Wesen 12⁴4 Auch dieses Tages Stunden 499 Auf, auf, ihr Reichsgenossen 18 Auf, Christen, laßt uns uns. G. 258 Auf Christi Himmelfahrt allein 81 Auf den Nebel folgt die Sonn 364 Auf diesen Tag bedenken wir 8⁰ Auferstehn, ja auferstehn 40⁷ Auf Gott, und nicht auf meinen 290 Auf meinen lieben Gott 35⁷ Auf, mein Herz, auf, rüste dich 222 Auf, Seele, auf und säume nicht 433 Aus Gnaden soll ich selig werden 261 Aus irdischem Getümmel, wo 152 Aus meines Herzens Grunde 303 Aus tiefer Noth schrei ich zu dir 233 Barmherzger Gott und Vater 502 Bedenke, Mensch, das Ende 390 Befiehl du deine Wege 360 Nro. Begrabt den Leib in seine Gruft 402 Bei dir, Jesu, will ich bleiben 215 Betgemeinde, heilge dich 464 Bis hierher hat mich Gott gebr. 344 Bleib ja bei mir, mein Gott 11 Bleibt bei dem, der euretwillen 302 Bringt dem Herren Lob 199 Brunn alles Heils, dich ehren wir 425 Christe, du Lamm Gottes 2¹ Christe, mein Leben, mein 476 Christ ist erstanden 68 Christ lag in Todesbanden 69 Christus, der ist mein Leben 38⁴4 Das alte Jahr vergangen ist 41 Das walte Gott, der helfen kann 341 Das walt Gott Vater und Gott 304 Deines Gottes freue dich 263 Dein König kommt in niedern 24 Dein Werk, Erlöser, ist vollendet 440 Dein Wort, o Herr, ist milder 179 Der Abend kommt, die Sonne 325 Der am Kreuz ist meine Liebe 61 Der du zum Heil erschienen 45⁵0 Der heilge Christ ist kommen 34 Der Herr, an dessen Güte 4⁴4⁷ Der Herr, der aller Enden 141 Der Herr fährt auf gen Himmel 83 Der Herr ist Gott u. Keiner m. 125 Der lieben Sonne Licht u. Pracht 321 Der Tag mit seinem Lichte 31⁸ Der Tod ist todt, das Leben 439 Dich, Jesum, laß ich ewig nicht 262 Die auf der Erde wallen 397 Die Ernt ist nun zu Ende 104 Die Feinde deines Kreuzes drohn 169 18* 406 Lieder⸗Verzeichniß. Nro. Nro. Die Gnade sei mit Allen 257 Fahre fort, Zion, fahre fort 480 Die goldne Sonne 312 Freu dich sehr, o meine Seele 385 Die Herrlichkeit der Erden 507 Fröhlich soll mein Herze springen 28 Die ihr Christi Laufbahn lauft 227 Frühmorgens, da die Sonn aufg. 70 Die Sonne stand verfinstert 65 Für alle Güte sei gepreist 32 Die Woche gebt zu Ende 329 Dies ist der Tag, den Gott gem. 3 Hebnid iir euch von Motei 363 Dies ist die Nacht, da mir ersch. 30 Dir, dem weisesten Regierer 139 Dir, dir, Jehovoh, will ich singen 186 Dir ewge Treu zu geloben 469 Dir, Herr, sei dieses Kind empf. 207 Du bist ein Mensch, das weißt 362 Du Herr der Seraphinen 14⁴4 Du sollst in allen Sachen 47⁷ Durch Trauern und durch Plagen 38 Ein Christ kann ohne Kreuz n. 373 Ein feste Burg ist unser Gott 100 Ein Jahr geht nach dem andern 45 Ein König kommt zu Zions Th. 23 Ein Lämmlein geht und trägt 56 Ein reines Herz, Herr, schaff in 279 Ein Wetter steiget auf 35⁵² Eine Heerde und ein Hirt 11² Einer ist König, Immanuel 44¹ Einer ist's, an dem wir bangen 113 Eines wünsch ich mir vor allem 212 Eins ist Noth, ach Herr, dies Eine 160 Eins ist Noth, o Herr, dies Eine 161 Einst geh ich ohne Beben 396 Einst selig dort zu werden 478 Empor zu Gott, mein Lobgesang 33 Erhalt uns deine Lehre 168 Erhalt uns, Herr, bei deinem 165 Erhebe dich, o meine Seel 497 Erinnre dich, mein Geist, erfreut 76 Ermuntert euch, ihr Frommen 415 Ermuntre dich, mein schwacher 35 Es glänzet der Christen inwend. 479 Es ist das Heil uns kommen her 254 Es ist noch eine Ruh vorhanden 423 Es ist vollbracht, er ist versch. 66 Es ist vollbracht, Gottlob 50 Es kennt der Herr die Seinen 297 Es wolle Gott uns gnädig sein 108 Geh auf, du heller Morgenstern 153 Geh hin nach Gottes Willen 4⁵² Geht hin, ihr gläubigen Gedank. 126. Geht nun hin und grabt mein 400 Gelobet sei der Herr, mein G. 98 Gelobet seist du, Jesu Christ 2⁵ Gieb dich zufrieden 48¹ Gieb mir, o Gott, ein Herz 286 Glaube, Lieb und Hoffnung sind 268 Gott, deine Güte reicht so weit 190 Gott, der du groß von Gnad 448 Gott, der du Herzenskenner bist 292 Gott der Gnaden, schwer belad. 252. Gott des Himmels u. der Erden 305 Gott, dessen starke Hand die W. 129 Gott, du lässest mich erreichen 500 Gott, du Licht, das ewig bleibet 309 Gott, Erd und Himmel sammt d. 121 Gott, gieb einen milden Regen 92. Gott ist gegenwärtig 189 Gott ist mein Hort 176 Gott, ist mein Lied, er ist der 134 Gott lebt noch 372 Gott lebet, wie kann ich traurig 374 Gott Lob! der Sonntag kommt 314 Gott Lob! ein neues Kirchenjahr 14 Gott Lob! ein Schritt zur Ewigk. 39 Gott rufet noch, sollt ich nicht 248 Gott ruft der Sonn und schafft 46 Gott sei Dank durch alle Welt 16 Gott Vater, aller Dinge Grund 117 Gott, vor dessen Angesichte 13⁰ Gott, wie du bist, so warst du 133. Gottes Stadt stebt fest gegr. 17⁰ Großer Immanuel 46⁰0 Großer König, den ich ehre 48 Größter Morgen, der die Erde 78. Guter, gnädiger, getreuer 17²⁷ ö Halleluja! Halleluia! Halleluia! Halt im E Heiland, Heilig, be Heiligster Herr, dein Herr, dei Herr, der Herr, der Herr, der Herr der Hert, def Herr, du Herr, du Herr, es Herr Got Herr Go Herr, hö Herr, ich Herr Je Herr Je Herr Jef Herr Jes Herr Je Herr Jef Herr Je Herr I⸗ Herr im Herr, ö Herr, st. Hert, u Herr, v 90 u erhlich Herlit Hernli Herzlie Herzog Herzeu Heute Heut j Heerel Hif, Nro. 1rt 480 eele 385 hringen aufg. 70 9³⁸ 36³ stern 153 en 452 t; 28 j sind 268 weit 190 nad 48 Erden 305 ie W. 129 hen 500 hleibet 30099 mmt d. 1Al tegen 9 180 176 der 134 37⁰⁴ raurig 374 ommt 3 hengabr 14 Cwigk. 90 licht schaft Dat 15 Grund 5 Lieder-Verzeichniß. 407 Nro. Nro. Halleluja! jauchzt, ihr Chöre 79 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 42. Halleluja! schöner Morgen 498 Hilf mir, mein Gott 486 Halleluja! wie lieblich stehn 85 Halt im Gedächtniß Jesum Christ 221 Heiland, deine Menschenliebe 16² Heilig, beilig sei der Eid 293 Heiligster Jesu, Heilgungsquelle 483 Herr, deine Rechte und Gebot 265 Herr, dein Wort, die edle Gabe 175 Herr, der du in der Höhe wohnest 249 Herr, der du mir das Leben 3²⁷ Herr, der du vormals bast dein 349 Herr der Zeit und Ewigkeit 29⁵ Herr, dessen Thron die Himmel 205 Herr, du hast für alle Sünder 223 Herr, du hast in deinem Reich 143 Herr, es ist von meinem Leben 323 Herr Gott, dich loben wir, regier 351 Herr Gott, dich loben wir, wir 192 Herr, böre; Herr, erhöre 3⁴46 Herr, ich habe mißgebandelt 47²2 Herr Jesu Cbrist, dein theures 55 Herr Jesu Christ, dich zu uns 2 Herr Jesu Christ, mein Leben 484 Herr Jesu Christ, wahr Mensch u. 38² Herr Jesu, deiner Glieder Ruhm 84 Herr Jesu, der du selbst von Gott 118 Herr Jesu, Gnadensonne 188 Herr Jesu, Licht der Heiden 36 Herr im Himmel, Gott auf Erd. 105 Herr, öffne mir die Herzensthür 5 Herr, stärke mich, dein Leiden zu 64 Herr, unser Gott, laß nicht zu 359 Herr, vor deinem Angesicht 7 Herr, wie du willst, so schicks m. 184 Herzlich lieb hab ich dich, o Herr 146 Herzlich tbut mich verlangen 38 Herzliebster Jesu Christ, wir 47⁰ Herzliebster Jesu, was hast du 51 Herzog unsrer Seligkeiten 48⁵ Herz und Herz vereint zusammen 282 Heute mir und morgen dir 403 Heut ist des Herren Ruhetag 3 Hier legt mein Sinn sich vor dir 278 Hilf, Gott, daß ja die Kinderz. 339 Himmelan geht unsre Bahn 42⁰ Himmel, Erde, Luft und Meer 122 Hinauf, mein Geist 46⁵ Hinunter in der Sonne Schein 316 Hirte deiner Schafe 32⁴ Hochheilige Dreieinigkeit 446 Höchster, denk ich an die Güte 251 Höchster Gott, durch deinen S. 311 Höchster Gott, wir danken dir 6. Höchster Tröster, komm hernieder 94 Hosianna! Davids Sohn kommt 21 Hüter, wird die Nacht der S. 244 Jauchzet, ihr Himmel, frohl. 31 Ich armer Mensch, ich armer 2⁴³. Ich bin ein Gast auf Erden 291¹ Ich bin getauft auf deinen N. 210 Ich bin getauft, ich steh im B. 208 Ich bin gewiß, daß weder Tod 284 Ich geh zu deinem Grabe 73 Ich habe nun den Grund gef. 260 Ich hab in Gottes Herz und S. 365 Ich bab in guten Stunden 38⁰ Ich hab mich Gott ergeben 389 Ich hab von ferne, Herr, deinen 510. Ich komme als ein armer Gast 471 Ich komme, Herr, und suche dich 225 Ich komme vor dein Angesicht 191 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ 182 Ich singe dir mit Herz und Mund 140 Ich steh an deiner Krippe hier 29 Ich sterbe täglich und m. Leben 393 Ich und mein Haus, wir sind b. 338 Ich weiß, an wen ich gl., ich weiß 264 Ich weiß, an wen ich gl., und daß 398 Ich weiß, mein Gott, daß all m. 142 Ich will dich lieben, m. St. 149 Ich will von meiner Missethat 238 Je größer Kreuz. je näher H. 375 Jehovah, Herr und König 3⁴⁷ Jerusalem, du bochgebaute St. 416 Jesu, deine Passion will ich 43⁵ Jesu, deine tiefen Wunden 52 — 7/%⁴ 8858 BN — D 108 Luieder⸗Verzeichniß. Nro. Nro. Jesu, der du meine Seele 239 Mach's mit mir, Gott nach d. 388 Jesu, frommer Menschenheerden 45⁵⁵ Jesu, Freund der Menschenkinder 226 Jesu, geh voran auf d. Lebensb. 33⁴4 Jesu, großer Wunderstern 48 Jesu, hilf siegen, du Fürste 848 Jesu, meine Freude 15⁴4 Jesu, meiner Seele Leben 2¹³ Jesu, meines Lebens Leben 60 Jesus Christus herrscht als 461 Jesus lebt, mit ihm auch ich 7⁵ Jesus meine Zuversicht 419 Jesus nimmt die Sünder an 2⁴⁷7 Jesus soll die Loosung sein 44 Ihr armen Sünder, kommt zu 245 Ihr Kinder des Höchsten 48⁷ In allen meinen Thaten 35⁵5 In Christi Wunden schlaf ich ein 383 In dich hab ich gehoffet, Herr 183 In Dunkel hüllt der Himmel 503 In meines Herzens Grunde 4⁵⁴4 Ist Gott für mich, so trete 361 Komm, Heidenheiland, Lösegeld 427 Komm, heiliger Geist, erfüll 1 Komm, heiliger Geist, Herr G. 86 Komm, komm, du Licht in G. 102 Komm, o komm, du Geist des L. 91 Kommt, Brüder, laßt uns gehen 296 Kommt, ihr Christen, kommt u. 266 König, dem kein König gleichet 155 Kron und Lohn beherzter Ringer 267 TLaß mich dein sein und bleiben 216 Lasset uns mit Jesu ziehen 27⁴ Licht vom Licht, erleuchte mich 315 Liebe, die du mich zum Bilde 150 Liebster Jesu, hier sind wir, dein 203 Liebster Jesu, wir sind hier, dich 4 Liebster Vater, soll es sein 391 Lobe den Herren, den mächtigen 197 Lobe den Herren, o meine Seele 202 Lobet den Herren Alle, die ihn 307 Lobt Gott, ihr Christen, alle gl. 429 Mache dich, mein Geist, bereit 269 Mach, Herr, Ein Herz aus den 335 Macht hoch die Thür, die Thor 15 Macht weit die Pforten in der 114 Man lobt dich in der Stille 466 Marter Gottes, wer kann 436 Mein Erlöser und mein Heil 164 Mein erst Gefühl sei Preis und 313 Mein Gott, das Herz ich bringe 242 Mein Gott, die Arbeit meiner 342 Mein Gott, du bist und bleibst 188 Mein Gott, wie bist du so verb. 132 Mein Herz, gieb dich zufrieden 377 Mein Jesu, dem die Seraphinen 474 Mein Leben ist ein Pilgrimsst. 490 Mein Vater und mein Gott 272 Meine Lebeuszeit verstreicht 394 Meine Sorgen, Angst und Pl. 504 Meinen Frieden geb ich euch 158⁸ Meinen Jesum laß ich nicht 148 Meines Lebens beste Freude 489 Mir ist Erbarmung widerfahren 256 Mir nach, spricht Christus, unser 270 Mit Ernst, o Menschenkinder 17 Mitten wir im Leben sind 413 Morgenglanz der Ewigkeit 30 Nach einer Prüfung kurzer Tage 395 Nicht der Anfang, nur das Ende 298 Nicht so traurig, nicht so sehr. 505 Nicht um ein flüchtig Gut 4⁴⁴4 Nie bist du, Höchster, von uns 131 Nimm hin den Dank für deine 231 Nimm von uns, Herr, du treuer 353 Nun bitten wir den heiligen G. 87 Nun bricht die finstre Nacht h. 331 Nun bringen wir den Leib zur 404 Nun danket Alle Gott 19⁴4 Nun danket All und bringet Ehr 195 Nun freut euch, lieben Christen 253 Nun Gott Lob! es ist vollbracht 10 Nun jauchzet all, ihr Frommen 20 Nun jauchzt dem Herren, alle W. 196 Nun kommt das neue Kirchenj. 13 Nun laßt den Herrn uns preisen 449 Nun laßt uns den Leib begraben 401 Nun laßt uns gehn und treten 43 Numl Nun! Nun! Nun Nun M O dal O dal O du O du O Du O du O du O En O fro O Ge O Ge O Ge O O Ge O He O hei 115 R 2 — O Ki Noo. d. 38 Wor 15 der 114 e 466 430 eil 164 und 313 ringe 242 ner 32 eibst 108 verb. 132 den 37⁷ ohinen 474 msst. 400 1212 1 1801 Pl. 504 ich 158 tt. 1ʃ8 de 40 fahren 255 unser 20 1 4¹³ 9⁰⁰ Tae 0 Ende 2 ehr 50⁵ 44⁴1 Ins Bl deine MI treuer 35 en G. Lieder-Verzeichniß. Nro. Nun lob, mein Seel, den Herren 193 Nun muß ich heimwärts gehen Nun preiset alle Gottes Barmh. Nun ruhen alle Wälder Nun sich der Tag geendet hat OAnfang sonder Ende O daß doch bald dein Feuer O daß ich tausend Zungen hätte O du allersüßte Freude O du Liebe meiner Liebe O Durchbrecher aller Bande O du reicher Herr der Armen O du süße Lust O Ewigkeit, du Donnerwort O frommer und getreuer Gott O Gott, du frommer Gott O Gottes Sohn, Herr Jesu O Gott, im Namen Jesu Christ O Gott, o Geist, o Licht des L. O Gott, von dem wir Alles h. O Haupt voll Blut und Wunden O heilger Geist, kehr bei uns O Jesu Christe, Gottes Lamm Jesu Christe, wahres Licht Jesu, Herr der Herrlichkeit Jesu, Jesu, Gottes Sohn Jesu, meine Wonne Jesu, süßes Licht König aller Ehren König, dessen Majestät Lamm Gottes, hocherhaben Lamm Gottes, unschuldig meine Seel, erhebe dich selig Haus, wo man dich aufg. süßer Stand, o selig Leben Traurigkeit, o Herzeleid Ursprung des Lebens, o Vater der Barmherzigkeit Vater, sieh mit Wohlgefallen Welt, sieh hier dein Leben wie freun wie uns der St. O wie fröhlich, o wie selig O wie selig seid ihr doch, ihr Ringe recht, wenn Gottes Gn. Rüstet euch, ihr Christenleute — 888898888888898988888890 399 467⁷ 31⁷ 32² 40⁰ 45¹ 200 88 63 276 206 456 4¹² 23⁵ 18⁵ 25⁵ 34⁵ 9⁵ 103 58 9⁰ 2¹9 109 119 14⁷ 23⁰0 3¹⁰ 434 246 437 21⁷ 12⁰ 337⁷ 491 53 47⁵ 24¹ 204 57 9 42¹ 4¹⁷ 289 288 409 Nro. Sanft, o Christ, ist Jesu Joch 301 Schaffet, schaffet, Menschenkinder 277 Schaut, welch ein Wunder 430 Schmücke dich, o liebe Seele 220 Schmückt das Fest mit Maien 93 Seelenbräutigam, Jesu, Gottes 159 Seele, sei zufrieden 376 Seele, was ermüdst du dich 299 Seele, wohlauf, des Unendlichen 468 Seht, welch ein Mensch ist das 62 Sei, Jesus Christ, gelobet und 232 Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut 198 Sei mir tausendmal gegrüßet 59 Selger Tag und selge Erde 11⁵ Selig sind des Himmels Erben 424 Selig, wer dich ewig liebet 21¹ Sichrer Mensch, noch ist es Zeit 250 Siegesfürst und Ehrenkönig 4⁴2 Sieh, dein König kommt zu dir 22 Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig 457 So hab ich obgesieget 40 So Jemand spricht: ich liebe G. 285 So ist die Woche nun geschlossen 330 Sollt es gleich bisweilen sch. 368 Sollt ich jetzt noch, da mir 300⁰ Sollt ich meinem Gott nicht 123 Sorge doch für unsre Kinder 34⁰0 So ruhest du, o meine Ruh 67 So wahr ich lebe, spricht dein 237 Steil und dornig ist der Pfad 492 Straf mich nicht in deinem Zorn 240 Strahl der Gottheit, Kraft der 445 Theures Wort aus Gottes M. 174 Thut mir auf die schöne Pforte 8 Treuer Wächter Israel 350 Treuster Meister, deine Worte 173 Tritt her, o Seel, und dank dem 137 Aleberwinder, nimm die Palmen 77 Unser Herrscher, unser König 4⁵3 Unsre müden Augenlider 319 Unter allen großen Gütern 28¹ Unter Lilien jener Freuden 511 Unveränderliche Liebe 3⁴3 Valet will ich dir geben 38⁷ Vater, beilig möcht ich leben 27⁴ 410 Nro. Vater unser im Himmelreich 181 Verleih uns Frieden gnädiglich 348 Versuchet euch doch selbst 273 Verzage nicht, du Häuflein klein 101 Vom Himmel hoch, da komm ich 26 Von des Himmels Thron 209 Von dir, mein Gott, kommt L. 17⁸ Von dir will ich nicht lassen 356 Von Furcht dahin gerissen 438⁸ Vor dir, o Gott, sich kindlich sch. 275⁵ Wach auf, du Geist der ersten 110 Wach auf, mein Herz, die Nacht 71 Wach auf, mein Herz, und singe 306 Wachet auf, ruft uns die St. 4¹4 Warum sollt ich mich denn gr. 366 Warum willst du doch für morg. 37⁰ Was freut mich noch, wenn du's 99 Was giebst du denn, o mein 493 Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan, es bleibt 369 Was Gott thut, das ist wohl— gethan, so denken 107 Was ich nur Gutes habe 29⁴ Was ist's, daß ich mich quäle 379 Was mein Gott will, gescheb 355 Was von außen und von innen 37¹ Was wär ich obne dich gewesen 45⁵9 Weicht, ihr Berge, fallt, ihr H. 259 Weiter mußt du kämpfen 494 Wenn Alle untreu werden 15¹ Wenn ich einst entschlafen 509 Wenn ich nur den Heiland babe 4⁵⁸ Wenn ich, o Schöpfer, deine M. 135⁵ Wenn kleine Himmelserben 410 Wenn Licht und Sonne scheiden 501 Wenn meine Sünd mich kränken 54 Wenn mein Stündlein vorh. 38¹ Wenn wir in höchsten Nöthen 354 Wer das Kleinod will 495 Wer ist wohl wie du, Jesu 168 Wer nur den lieben Gott läßt 367 Wer sind die vor Gottes Throne 42² Wer weiß, wie nahe mir mein 392 Lieder-Verzeichniß. Nro. Werde Licht, du Stadt d. Heiden 47 Werde munter, mein Gemüthe 320 Wie Augenblicke fliehen 4¹11 Wie fleucht dahin der Menschen 496 Wie getrost und heiter 156 Wie Gott mich führt, so will ich 378 Wie groß ist des Allmächtgen 127 Wie groß, wie angebetet ist 111 Wie heilig ist die Stätte bier 224 Wie herrlich strahlt der Morgenst. 49 Wie könnt ich sein vergessen 2²⁸ Wie schnell ist doch dies Jahr 432 Wie schön ist's doch, Herr Jesu 332 Wie schön leuchtet der Morgenst. 145 Wie Simeon verschieden 37⁷ Wie soll ich dich empfangen 19 Wie, sollt ich meinen Gott nicht 280 Wie wohl hast du gelabet 2²9 Willkommen, Held im Streite—72 Wir Alle, Gott und Vater, br. 106, Wir danken dir, Herr Jesu Chr. 50 Wir flehn um deine Gnade 2¹⁴4 Wir glauben All an einen Gott 97 Wir Menschen sind zu dem, o G. 172, Wir singen dir, Immanuel 27 Wir warten dein, o Gottes Sohn 428 Wo Gott ein Haus nicht selber 333. Wohlauf, mein Herz, zu Gott 180 Woblauf, wohlan zum letzten G. 406 Wohl einem Haus, wo Jesus 336 Wohlzutbun und mitzutheilen 28⁷ Womit soll ich dich wohl loben 201 Wort aus Gottes Munde 463 Wunderanfang, berrlichs Ende 506 Wunderbarer König 136 Zählt den Sand am Meeresstr. 128 Zeige dich uns ohne Hülle 4²⁶ Zeuch ein zu meinen Thoren 89 Zeuch hin, mein Kind, Gott s. 409 Zeuch uns nach dir, so 443 Zion klagt mit Angst und 462 Zween der Jünger gehn mit S. 74 — ö No. Heiden&. the 39 411 schen 405 15⁰ ill ich 7⸗ jen 127 1 ier 2 rgenst. n W hahr 332 Iesu 333 genst. I45 7 n 10 nicht 200 2⁰ Mite 2 „br. 106 U Chr. 50 t Gott 9 1,0 G.12 27 Sohn 45 selber 33 rott 15 llen 2 loben A 40 Eide 5 00 resstt. 42 0 *— ů 2 2*— 2— . 2 2 — ** * — 53 1— 7 8 *— * 4 8 2 2 2 2 —— D — 15 2 *—— 10 — I 4 Oe 90609609ie — V + V. 2 V.N * 2 2 VV Ne . Grey Corttrol Chart O Green VSIIOV Rod Magenta