4— 2 *** ** **8 DE 423— . 2 * — 2 2— ...*E————.——ͤ—— Prüfungstafel und Gebete Peicht⸗ und Abendmahlstage. 3535De Zum Gebrauch sowol in, als außerhalb des Gotteshauses. — Von Wilhelm Tühe, lutherischem Pfarrer. Vierte vermehrte und verbeßerte Auflage. Uürnberg, Verlag der Joh. Phil. Raw'schen Buchhandlung. (C. A. Braun.) 1858. Beicht— Communion-Büchlein für evangelische Christen. Zum gebrauch sowol in, als außerhalb des gotteshauses. Von Wilhelm Tähe, lutherischem Pfarrer. * Vierte vermehrte und verbeßerte Auflag Nürnherg, Verlag der Joh. Phil. Raw'schen Buchhandlung. (C. A. Braun.) 1858. Dem einzig übrigen Pruder und der einzig übrigen Schwestler. Pfalm 133. eL. Vorwort zur ersten Auflage. Es ist zu den nachfolgenden, mit Ausnahme eines einzigen Gebetes und sonst weniger Worte aus älteren Zeiten stammenden Blättern weniges zu bemerken. Der Leser wird von selbst bemerken, daß das ganze Büchlein eine einfache Form hat, daß die darin enthaltenen Gebete die nicht reizen und erfreuen können, welche kein betendes Herz zum Betbuche mitbringen, durchs Buch erst in den Ge— betseifer hineingetrieben werden wollen. Es sind keine Tulipanen. Indeßen ist das kein Tadel. Manche vornehme Leute befleißigen sich in Kleidung und Haushaltung der Einfalt, seitdem es ihnen der Mittelmann in der Pracht voraus oder wenigstens VIII gleich thun will; gleicher Maßen könnte ein nüch⸗ terner Mann durch den Uebersatz der Wortplänke⸗ leien die Einfalt alter Erbauungsbücher schätzen gelernt haben.— Den Inhalt anlangend, haben manche neuere Gebete mehr Gedanken, als die Gebete des nachfolgenden Büchleins und andere ältere Gebete; oder hätte ich schreiben sollen:„sie haben mehr Gedänkchen und keine Gedanken?“ Es ist da, wie mit den Bäumen: wo sie so dicht stehen, sind sie klein und dünn,— wo sie aber dem betrachtenden Wanderer Raum laßen, zwischen ihnen hinzuwandeln, da sind sie groß und stark, und der Hauch des allgegenwärtigen Gottes redet zwischen ihren Zweigen lauter. Das Eine, was Noth thut, ist in den alten Gebeten oft recht gut festgehalten, beßer, als in den neumodischen. Ueber die Anzahl und Ordnung der Gebete kann ein Anderer andere Gedanken haben, als der Herausgeber dieser kleinen Sammlung: es kann da jeder seine Gedanken haben, die man ihm eben so wenig wehren will, als kann. Nur das be⸗ IX ⸗ merken wir. Die kleine Frist der öffentlichen 1 Communion ist mit kleinen Gebeten verhältnis⸗ n mäßig reichlich bedacht; vielleicht hält sich Mancher n d'rüber auf und spricht:„Wer kann da immer e das Buch in der Hand haben und alle diese Ge⸗ e ö bete lesen?“ Wer nun ja so etwas einwenden e— will, den bitten wir, anzunehmen, daß wir ihm ö mehr die Gebete des Buches in den Sinn, als das t ů Buch in die Hand wünschen; oder— wir wollen r ö ihm nur ein Beispiel geben, was man etwa in ö seinem Herzen bei der Communion beten könnte. Hat einer ein betendes Herz, so weiß er auch, wie viel man oft in wenigen Minuten beten kann,— er weiß, daß Herzensgebet schneller, als ein Pfeil, t ö zu seinem Ziele eilt— und daß aus einem gött⸗ x lichen Gemüthe in wenig Minuten viele Pfeile des ö Gebetes fliegen. Wendet aber einer ein, daß manch⸗ ö ö mal eine betende Seele eine gute Weile bei Einem Gegenstande verweilt, so geben wir das auch zu; — bei wie vielen Gegenständen verweilen am Ende unsere Gebete?— Es gibt kein Gebiet, in deßen X festbestimmten Grenzen sich so viel scheinbar Con⸗ tradietorisches vereinigte, als das inwendige Leben der Kirche; denn was ist unähnlicher, als Kopf und Fuß, und sind doch Eines Leibes Theile! Uebrigens hätte der Herausgeber mit diesem Büchlein gerne den Confirmanden ein Geschenk gemacht. Es ist zwar manches darin nicht oder noch nicht für Confirmanden, aber das Geschenk sollte eben kein Spielzeug sein, das man ein wenig in den Händen führt und dann weglegt,— es sollte bei aller seiner Unscheinbarkeit eines etwaͤs längeren Gebrauches würdig sein. Viele naschen in ihren vielen Büchern und Freundschaften; in der Zeit, da's Noth thut, haben sie dann doch kein Buch und keinen Freund, mit dem sie sich erlaben könnten. Längere Erfahrung, eines Dings oft— maliger Gebrauch lehrt erst, ob etwas an dem⸗ selben. Möge unsre kleine Schrift wenigstens von den treuen Kindern der evangelisch-lutherischen Kirche nicht ganz verachtet werden! Ihnen möchte es XI gefallen“ Der Reichthum unsrer Mutterkirche ist wie eine fette Wiese unter dem Schnee des Früh⸗ jahrs: dies Büchlein ist ein Bündlein Kräuter, unterm Schnee hervorgeholt, zu Liebe denen, welche die Wiese lieben. Wenn nun der Schnee gar hin⸗ weg ist und die Sonne mächtiger wird(wer freut sich nicht darauf?), dann wird das liebe reiche Grün und Gottes Segen über ihm vor allen Augen offenbar werden!— O liebe Sonne, Frühlings⸗ sonne, komm' empor und unter deinen Flügeln Heil! Amen. Friede dem Leser! Merkendorf, 31. Januar 1837. Vorwort zur zweiten Auflage. Die für unsern Geschmack auffallendsten Aus⸗ drücke der ersten Ausgabe dieses Büchleins sind in dieser zweiten ausgemerzt; manche Gebete sind völ⸗ lig umgegoßen; andere, ältere und neuere, sind frisch hinzugethan; völlig ungeänderte Stücke, z. B. 23, 24 ꝛc., sind, wie zur Entschuldigung vor modernen Ohren, mit Anführungszeichen gedruckt. Eine„umgearbeitete und vermehrte Ausgabe“ kann also diese zweite der Prüfungstafel jeden Falls genannt werden. Möchte sie sich auch als eine verbeßerte bewähren, nicht sowol bei denen„welche auf leichtsinnige Weise, je nachdem ihnen etwas den ersten Eindruck macht, urtheilen, sondern bei denen, die Gebete an die rechten Prüfsteine strei⸗ chen, an Gottes Wort und ein betendes Herz ohne Falsch. 1 Vorwort zur dritten Auflage. Seit der ersten Ausgabe dieses Erbauungsbuches ist es mit der lutherischen Kirche viel anders ge— worden. Während diese Gebete 1837 wie ein Strauß von Kräutern angesehen werden wollten, der unter dem Winterschnee hervorgeholt wurde, ist jetzt, dreizehn Jahre später, die Jahreszeit in der Kirche bereits weit vorgerückt. Es regt sich allenthalben auf dem Gebiete der lutherischen Kirche, die Pflugschaar geht, man pflügt ein Neues und baut die alten Wustungen wieder. Ein Kind die— ser Zeit ist nun diese dritte Ausgabe der Prüfungs⸗ tafel. Möge sie gesegnet sein und Gottes Werk nicht hindern! XIV Diese dritte, wie die zweite Auflage der„Prü— fungstafel“, zeichnet sich vor der ersten nicht bloß durch Vermehrung der Gebete aus, sondern auch durch Verfolgung eines, wie ich glaͤube, strengeren und auch reicheren Gedankengangs. Die neu hin⸗ zugekommenen Gebete sind zum Theil aus der Zeit vor der Reformation genommen; es ist aber, wie überhaupt an vielen Gebeten, hie und da nach be— stem Wißen und Gewißen Aenderung geschehen. Manches ist neu und von der Hand des Heraus⸗ gebers; es wird leicht zu erkennen sein und stört hoffentlich das Ganze nicht. Gott segne nun dies Büchlein zum dritten Male und laße es Frucht schaffen in Haus und Kirche. Am 12. August 1850. —*—————— Vorwort zur vierten Auflage. Dieses Beicht⸗ und Communion⸗Büchlein erschien zum ersten Male vor 20 Jahren, jetzt zum vierten Male. Wie die Vorreden zu den einzelnen Aufla⸗ gen bezeugen, hat der Herausgeber den Gang der lutherischen Kirche mit treuem Herzen verfolgt, und eine jede neue Auflage mit dem Sinn und Willen bearbeitet, der lutherischen Kirche so wie sie gerade war, zu dienen und zur Beßerung ihrer Zustände mitzuhelfen. In demselben Sinn ist auch diese neue Auflage bearbeitet, und der Herausgeber wünscht ihr Heil und Segen von oben, damit die treue Ab⸗ sicht erreicht werde. XVI Die Schriften des Unterzeichneten haben insge⸗ 48—— nicht in sehr weiten Kreisen dienen dürfen ö und Aufnahme gefunden. Die Ursache davon liegt theils in ihrer Unvollkommenheit, theils aber auch ö darin, daß sie im Geiste und Tone einer der Zeit voraneilenden Entschiedenheit geschrieben sind. Was der Verfaßer wollte, zu der Zeit, da er schrieb, war gerade in dieser Zeit immer noch nicht da, und bis es da war, hatte er sich immer nach ei— nem weiteren neuen Fortschritt sehnen gelernt; so mußte er beständig als ein Unzufriedener und Un— ruhiger erscheinen, obwol er eigentlich kein unzu⸗ friedenes Gemüth hat und keine unruhige Art. Dasselbe gilt auch von diesem Büchlein.— Mitten in die heilige Handlung des Sacraments findet sich in der dritten Auflage die Warnung vor fal⸗ scher Austheilung des Abendmahls und falscher Abendmahlsgemeinschaft eingerückt, und wenn sie auch in dieser Aten Auflage an einem anderen Orte insge⸗ dürfen n liegt er auch er Zeit Was schrieb, cht da, ach ei⸗ nt; so d Un⸗ unzu⸗ Art. Mitten findet r fal⸗ alscher in sie Orte XVII steht, so ist sie doch nicht weggefallen. Noch im⸗ mer ist es ein Gegenstand der unbefriedigten Sehn⸗ sucht, daß die falsche Union am Altare Christi auf⸗ höre, die aber, welche in der Wahrheit gründet, Königin sein und ihr Reich mehren möge. Wann wird einmal die lutherische Kirche ihre Grenzen wieder kennen und einhalten?!! Wann wird sie das Recht und damit die rechte volle Liebe üben! Diese neue Auflage hat eine Reihe von beleh— renden Zusätzen erhalten, von denen der Verfaßer hofft, daß sie sämmtlich zeitgemäß und förderlich sein werden. Daß aber mit alle dem das Buch seine Vollendung nicht erreicht hat, fühlt niemand mehr als der Herausgeber selbst. Der HErr brauche es, wozu Er es nach seiner Mangelhaftigkeit brau⸗ chen kann und gebe Seiner armen Kirche je mehr und mehr beßere, gesalbtere, mit Seinem Geiste reichlicher gesegnete Schriften, an d nen sich Seine XVIII Glieder auf Erden zu schönerer Vollkommenheit er⸗ bauen können. Amen. N.⸗D. den 6. November 1857. Eingang. Prüfungstafel. 1. Anrufung des dreieinigen Gottes. Das walte der Allmächtige, der ein neues Herz und einen neuen Geist in uns schaffen, der das steinerne Herz aus uns wegnehmen und uns ein fleischernes, fühlendes Herz geben, der aus uns solche Leute machen kann, die in Seinen Geboten wandeln, Seine Rechte halten und darnach thun! Er wolle durch Seine allmächtige Kraft bewirken, was wir ohnmächtige Menschenkinder nicht vermögen! Das walte der Erste und der Letzte, das A und das O, der Anfang und das Ende, der An⸗ fänger und Vollender unsers Glaubens, der durch Seine Gnade machen kann, daß die Letzten die Ersten werden und die, welche nur eine Stunde gearbeitet haben, den Groschen mit denen empfan⸗ gen, welche des Tages Last und Hitze trugen! Er wolle, der gute Hirte, vom Morgen und vom Abend, von Mitternacht und Mittag herzuführen zu der Einen Heerde alle Seine Schaafe! Das walte der Trost unserer Seelen, die Freude unsers Herzens, der Regierer unserer Gedanken, der Herrscher unsers Lebens, der Führer und Geleits⸗ 1* 4 mann auf der ebenen Bahn, der in uns wirkt beide, das Wollen und Vollbringen! ER wirke in allen armen Sündern wahre Buße und den Frieden Gottes in Christo Jesu, welcher höher ist, als alle Vernunft! Amen. 2. Am Freitag, wenn man zum Vorbereitungs⸗ gottesdienst und zur Anmeldung geht. Nun mache ich mich auf, o Vater unsers HErrn Jesu Christi, um in Dein Haus zu gehen und mich zum Sacramente zu bereiten. An Deinem Todestage, o HErr Jesus Christus, gedenke ich Deines verdienstlichen Leidens und Ster⸗ bens und komme, mich bei Dir zum Genuße Dei⸗ nes Leibes und Blutes anzumelden. Geleite mich selbst, o Herr Gott, heiliger Geist, und bereite mich also, daß ich von Herzensgrund glaube, um Einlaß bitte und voll Verlangens an⸗ klopfe an der schönen Thür des ewigen Tempels, an der Himmelspforte meines HErrn. Mich ver⸗ langt nach Deiner Leitung, mein Führer, HErr Gott, heiliger Geist! Es verlangt mich nach Dei— nem Leib und Blute, mein ewiger Bräutigam, HErr Jesu! Wie ein Hirsch schreit nach frischem wirkt twirke uind den ͤher ist, itungs⸗ ht. unsers gehen hristus, d Ster⸗ ße Dei⸗ r Geist, sgrund ens an⸗ empels, ch ver⸗ HErr ch Dei⸗ utigam, frischem 5 Wasser, also dürstet meine Seele nach Dir, nach Deinem väterlichen Herzen, Deiner Gnade und Er⸗ barmung, o HErr Gott Vater! HErr, dreieiniger, ewiger Gott, nach Dir verlanget mich. Mein Gott, ich hoffe auf Dich. Laß mich nicht zu Schanden werden, daß sich meine Feinde nicht freuen über mich. Denn keiner wird zu Schanden, der Deiner harret. HErr, zeige mir Deine Wege und lehre mich Deine Steige.(Ps. 25.) Ich will Feierabend machen und meine un⸗ nöthige Erdenarbeit ein wenig bei Seite legen, auf daß ich Muße habe zur seligen Einkehr. O HErr, Gott heiliger Geist, schaffe Du selbst in mir Feier⸗ abend von Sünden, von Eitelkeit und Hoffahrt, von Zerstreuung der Sorgen und Lüste. Nicht will ich müßig feiern, daß ich träge Ruhe habe, sondern ich will feiern für Dich, mein Gott. Mein Auge, mein Ohr, mein Herz hebe ich auf zu Dir, Deine Werke will ich feiernd wirlten. Komm Du selbst zu mir, o herzlicher Tröster, wenn ich höre, wenn ich lese, betrachte, bete und singe. Komm und stifte in mir Deinen Sabbath, daß ich ohne alle Trägheit, fröhlich, mit inbrünstigem Verlangen Deinem Zuge folge und meinem HErrn und Hei⸗ land voll Andacht entgegen gehe. Ich verzeihe, o mein Gott, allen, die mir Un⸗ recht thaten, und ob jemand von mir beleidigt ist, 6 dem biete ich Frieden an und Bekenntnis meiner Sünde. Friedfertig, ausgesöhnt mit allen, mit denen Du es willst, komme ich und bitte, daß Du mich einführest zum süßen Frieden Deiner Gnade, Deiner Absolution, Deines Abendmahls. Bei Dir ist Friede, o HErr, und wer zu Dir kommt, zu welchem Du kommst, bei dem ist Friede. Der Friede des HErrn sei mit meinem Geiste! Die Engel und Auserwählten schauen Dein Angesicht, HErr IEsu, und sind des selig. In mir, vor den Augen meines Glaubens, verkläre Dein Geist Dein Antlitz, daß ich Dich innerlich schaue, Deine Freundlichkeit, Deine Einwohnung erfahre und fröhlich sei! Wach auf, meine Ehre,— wach auf, Psalter und Harfe! Hosianna dem Sohne Davids! Ge⸗ lobet sei, der da kommt im Namen des HErrn! Selig mach uns in der Höhe!— Laßt mich hin⸗ eingehen zum Altare meines Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist! Hallelujah! 3meiner en, mit daß Du Gnade, Bei Dir umt, zu eZ. Der n Dein In mir, re Dein schaue, erfahre Psalter 31 Ge⸗ HErrn! lich hin⸗ n Gott, ujah! L. Die Peichte. 3. Ich bin der§HErr, dein Gott! Fünfzig Tage nach dem Auszuge aus Aegyp⸗ ten, da das Volk Israel um den Berg Gottes Horeb gelagert war, kam der HErr, Jehova Ze⸗ baoth, um mit Seinem Volke von Angesicht zu Angesicht zu reden. Das Gebirge rauchte und die Hügel hüpften, finstre Wolken lageu auf dem Gipfel des Berges Gottes, Seine Strahlen fuhren aus den Wolken, Sein h. Engel ließ der Posau⸗ nen Hall lang hin tönen, wie er am Tage des Gerichts tönen wird. Schrecklich und prächtig offenbarte Sich der HErr! Eg, der Richter aller Welt, kam, um Sein Gesetz, die Regel Seines Gerichts, bekannt zu machen, die strenge Regel eines strengen Gerichts. Als alles Volk Ihm gegenüber stand, voll Angst und Schreckens, begann der HErr Seine Befehle, und an der Spitze Seiner Worte stand Eins, in welchem alle Majestät des allmäch⸗ tigen Redners offenbar wurde. Der HéErr sprach: Ich bin der HERR, dein Gott! Die Könige der Erde haben dies Wort nach⸗ geahmt und die Herrscher in Landen haben von 3— ihm die Weise gelernt: vor ihren Befehlen nennen sie ihres Namens Herrlichkeit. So steht vor dem Gesetze Gottes Seines Namens Herrlichkeit. Je⸗ dermann erkenne an dem Worte:„Ich bin der HErr, dein Gott!“ von wannen die Gebote sind, wen der Uebertreter zu fürchten habe, wer die Uebertretung ahnden werde, mit wem der Sünder in Feindschaft tritt,— nämlich mit seinem Gott, der ihn geschaffen hat sammt aller Heerschaar der Creaturen,— mit dem HErrn Zebaoth, dem„Ich— werde-sein, der- ich-sein-werde“, dem Ewi⸗ gen, Unbegreiflichen, der da unveränderlich ist in Seinem Wesen und in Seiner Macht und in Sei⸗ nem Worte, welcher ein Gesetz gegeben hat, das da bleibet, wenn Himmel und Erde vergehen wer⸗ den, und nach diesem Gesetze richten wird alle Völ—⸗ ker und alle Seelen— und Dich, der Du diese Worte liesest!— Gegen wen sündigen wir in je⸗ der Sünde? Gegen den HErrn, unsern Gott, den wir nicht sehen, und ER sieht alles und ist bei allen Sünden da,— den wir sehen werden und alle Seine Schrecken,— des Wort wir verneh⸗ men werden, wenn ER Urtheil spricht,— vor de⸗ ßen schwerer, ewiglich strafender Hand uns niemand behüten und bewahren kann, als Eg Selber. Denn es ist Einer, Ein vollkommener HErr, vor welchem Niemand unschuldig ist, der da allen flucht, nanennen vor dem eit. Je⸗ bin der ote sind, wer die Sünder ˙m Gott, haar der m„Ich⸗ em Ewi⸗ hist in in Sei⸗ hat, das hen wer⸗ Ule Völ⸗ Du diese in je⸗ jott, den d ist bei den und verneh⸗ vor de⸗ niemand Selber. rr, vor n flucht, 11 5. Mos. 27., und der da reich ist über alle an Barmherzigkeit! 4. Die zehn Gebote des HErrn, unsers Gottes. So spricht der HErr: I. Du sollst nicht andere Götter haben. Was ist das?— Antwort. Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen. II. Du sollst den Namen deines Gottes nicht unnützlich führen. ö Was ist das?— Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei Seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen; sondern denselben in allen Nöthen anrufen, beten, loben und danken. III. Du sollst den Feiertag heiligen. ö Was ist das?— Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und Sein Wort nicht verachten, sondern das⸗ selbige heilig halten, gerne hören und lernen. 12 IV. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren. Was ist das?— Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir un— sere Aeltern und Herren nicht verachten noch erzürnen; sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und werth haben. V. Du sollst nicht tödten. Was ist das?— Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir un⸗ serm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun; sondern ihm helfen, und fördern in allen Leibesnöthen. VI. Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das?— Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken und ein jeg— licher sein Gemahl lieben und ehren. VII. Du sollst nicht stehlen. Was ist das?— Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir un⸗ sers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Waare oder Handel an uns bringen; sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen beßern und behüten. VIII. Du sollst nicht falsch Gezeugnis reden wider deinen Nächsten. — —— 2——————————55 —————— .. e Mutter wir un⸗ erzürnen; gehorchen, 3wir un⸗ en noch in allen wir keusch Rein jeg⸗ wir un⸗ noch mit sondern behüten. is reden 13 Was ist das?— Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir un⸗ sern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen, after⸗ reden oder bösen Leumund machen; sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Be⸗ sten kehren. IX. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Was ist das?— Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir un⸗ serm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, und mit einem Schein des Rechten an uns bringen; sondern ihm dasselbe zu behalten, förder⸗ lich und dienstlich sein. X. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Anecht, Magd, Vieh, oder was sein ist. Was ist das?— Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir un⸗ serm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh ab⸗ spannen, abdringen oder abwendig machen; sondern die— selbigen anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen?— Antwort. Er sagt also: Ich, der HErr, dein Gott, bin ein starker, eifriger Gott, der über die, so mich haßen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied; aber —.—. denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl in tausend Glied. Was ist das?— Antwort. Gott dräuet zu strafen alle, die diese Gebote über— treten. Darum sollen wir uns fürchten vor Seinem Zorn, und nicht wider solche Gebote thun. Er verhei— ßet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten. Darum sollen wir ihn auch lieben und ver— trauen und gerne thun nach Seinen Geboten. 5. Der Mensch prüfe sich selbst. 1. Cor. 11, 28. Du willst zur Beichte und zum h. Abend⸗ mahle gehen, und fragst:„Wie soll ich's anfan⸗ gen, daß mein Werk Gott wohlgefalle, daß es mir heilsam sei, daß ich den Leib und das Blut des HErrn nicht zum Gerichte, sondern zu meiner See⸗ len Seligkeit empfange?“— Vernimm auf deine Frage die Antwort des h. Apostels Paulus 1. Cor. 11, 28.„Der Mensch, spricht er, prüfe sich selbst, und alsdann eße er von diesem Brote und trinke von diesem Kelche!“— Fragst du aber weiter:„Wonach soll ich mich prüfen?“ so hält dir derselbe Apostel die Tafel halten, ste über⸗ Seinem verhei⸗ e Gebote ind ver⸗ Abend⸗ anfan⸗ es mir lut des ser See⸗ f deine 1. Cor. fe sich iesem e!“— ch mich Tafel — des Gesetzes vor die Augen und spricht zu dir: „Aus dem Gesetz kommt Erkenntnis der Sünden!“— So sieh denn hinein in diese Tafel, in diesen Spiegel des Gesetzes und vergleiche mit der Reinheit des Gesetzes die Reinheit, ja die Unreinheit deines Herzens und Wandels, auf daß dir zu Theil werde die erste Gnade, nämlich Er⸗ kenntnis der Sünden.— Weil aber der Blinde nicht sehen kann weder Schönheit noch Schmutz, es sei denn, daß er den HErrn anrufe: „Erbarme Dich meiner!“ und weil kein Mensch von Natur seine Sünden recht und sich zum Se⸗ gen erkennen kann; so wende dich zu dem Vater des Lichtes, von welchem alle gute und vollkom⸗ mene Gabe von oben herabkommt, und zu dem Sohne, der das Licht ist, welches alle Menschen erleuchtet, und bete: 6. Um Erkenntnis der Sünde und wahre Buße. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz, prüfe mich und erfahre, wie ich's meine, und siehe, ob ich auf bösem Wege bin und leite mich auf ewigem Wege! Ps. 139, 23. 24. Himmlischer Vater, Du wollest mich um JEsu 16 Christi willen mit Deinem heiligen Geiste erleuch⸗ ten, daß ich aus dem hellen Spiegel des Gesetzes meine vielfältigen, schweren und großen Sünden recht erkennen, mit Ernst betrachten und wohl er⸗ wägen möge. Zeige mir, HErr, die verborgene, angeborene Seuche meiner grundverderbten, bösen Natur; laß mich sehen, wie aus dem bösen Schatze meines Herzens so viele böse Gedanken, Worte und Werke hervorgekommen sind. Gib mir zu erkennen den großen Jammer und die Noth, darein mich meine Sünden geführt haben; denn wir armen, blinden Menschen können es ohne Dein Wort weder wißen, noch glauben, daß wir so elend sind, daß Du so heftig und schrecklich wider die Sünde zür⸗ nest und sie so hart und ewig mit unaussprech⸗ licher Qual, Angst und Marter im höllischen Feuer an allen Unbußfertigen strafen willst. Darum, lieber Gott und Vater, hilf Du mir zur Erkennt⸗ nis, daß ich nicht mit der unbußfertigen Welt in Sicherheit dahinfahre und verderbe. Erweck auch durch solche Erkenntnis in mir heilsame Furcht und Erschrecken vor meiner Sünde, vor Deinem gerech— ten Zorn und der ewigen Strafe; denn nur von Dir kommt solche heilsame Furcht. Gib mir die Opfer, die Dir gefallen, einen geängsteten Geist, ein geängstetes und zerschlagenes Herz, auf daß ich solche Opfer zu Dir bringe. Dann ziehe mich —— sscscc————:—:————...— rleuch⸗ Hesetzes dünden hhl er⸗ zrgene, bösen Schatze te und kennen mich urmen, weder daß e;zür⸗ sprech⸗ Feuer arum, kennt⸗ ůelt in auch t und zerech⸗ von ir die Geist, iß ich mich 17 auch, o Vater, zu dem Sohne, daß ich, vor Ver⸗ zweiflung behütet, im Glauben an Sein h. Ver⸗ dienst Zuversicht zu Deiner Gnade und den Frie⸗ den finde, den die Welt nicht kennt,— daß ich auch durch den Glauben an Ihn die Welt und alles, was in der Welt ist, überwinde und bis ans Ende haße,— daß ich endlich mit allen wahren Christen durch Gnaͤde selig werde! Amen. 7. Um Wahrhaftigkeit in Beurtheilung seiner selbst. Insonderheit bitte ich Dich, barmherziger, lie— ber Vater, Du wollest um Jeésu Christi willen bei meiner Selbstprüfung meine Seele behüten vor dem Betrug der Sünde, daß ich nicht etwa in Sünden wandele und mir meiner Seelen Gestalt und Gefahr verhehle. Du zeigst uns unsre Sün⸗ den durch Dein Wort, wir aber drücken oftmals das Auge muthwillig vor solchem Lichte zu und wehren uns selbstsüchtig gegen die beßere Erkennt⸗ nis. So haben wir dann Augen und sehen nicht, Ohren und hören nicht, und unser Herz wird ver⸗ stockt, darum, daß wir die Finsternis mehr lieben als das Licht. Vor Anfechtung dieser Sünde, vor dem Geiste der Lüge und Unredlichkeit bewahre Prüfungstafel. 2 mich, lieber HErr Gott! Gib mir das Erste, was mir noth ist, ein Herz, das Deinem Geiste und Dei⸗ ner Wahrheit nicht muthwillig widerstrebt,— gib mir ein wahrhaftiges, aufrichtiges Herz und einen guten Willen, mich im wahren Lichte zu sehen, ich sei auch, wie ich sei. Herr, du heiliger, wahrhaf⸗ tiger Gott, der Du die Lügner umbringst und ha⸗ ßest die Blutgierigen und Falschen, vor dem die Aufrichtigkeit angenehm ist und die Demuth, welche nur bei der Aufrichtigkeit wohnt: nimm hin mein Herz, meinen Verstand, mein Auge und laß mich um JEsu willen sehen, wie ich bin, auf daß ich rechte Buße thue und Gnade finde, die mir nöthig ist! Amen. . Prüfungstafel. Hast du so gebetet, so geh' ans Werk, betrachte die Gebote Gottes und bediene dich, wenn du willst, dazu folgender Pau der Prüfungstafel: 1. Ob du seit deinem letzten Abendmahle gang Gott deine Gelübde zu halten, Seinem Worte gemäß zu leben treu k, ich, der Hs⸗ en, ren 2. 43 beflißen warest? Oder ob du nach em⸗ pfangener Absolution in die vorigen Sünden zurückgefallen bist? Ob du an verjährte Sünden deiner Ju⸗ gend mit immer erneuter Reue gedacht und, so oft du an sie dachtest, auch ge⸗ wünscht hast, sie möchten nie geschehen sein? Ob du vorsätzlicher, muthwilliger Weise etwas begangen hast, wovon dich dein Gewißen schon voraus überzeugt hatte, daß es Sünde sei? Ob du in deinen Sünden dich auf die Langmuth und Gnade Gottes verlaßen, darum desto sicherer in denselben fortge— fahren, und so die Gnade auf Muth⸗ willen gezogen hast? Ob du gewohnt bist, dich bei deinen Sünden auf's Läugnen, Beschönigen und Bemänteln zu legen, wodurch Sünde mit Sünde gehäuft wird? Ob du dich wol manchmal bei Andern deiner Sünde und Uebelthat gerühmt hast? Ob du bisher unter der Zahl solcher Leute gewesen, die nur aus Gewohnheit zur Beichte und zum h. Abendmahl gehen? 2 10. 11. 12. 13. 20 Ob du wahrhaftig glaͤubst, daß du in der Beichte Gott im Himmel selber beich— test, und daß Er dir allda eine Absolu⸗ tion mittheilt, je nachdem Er dein Herz, deine Buße, deinen Glauben findet? Ob du von Herzen glaubst, daß Alles, was in der Bibel steht, das wahre, gött— liche Wort sei, und ob du es für eine Regel und Richtschnur deines Glaubens und Lebens erkennst? Oder ob du etwa jede Religion für recht hältst, in der Meinung, daß je⸗ der selig werden könne, er glaube, was er wolle? Ob du von Gott und Seinem hl. Worte und dem, was zu Seinem Reiche ge⸗ hört, lächerlich oder spottweise geredet hast? Ob du Verspottung und Verdrehung des göttlichen Worts gerne angehört, dich daran belustigt, oder ob du ein herzliches Mißfallen daran gehabt hast, wenn an⸗ dere dergleichen vorbrachten? Ob du nicht durch Stillschweigen dich versuüͤndiget hast, wenn etwas vorge— bracht wurde, das der Ehre deines Got⸗ n der beich⸗ bsolu⸗ Herz, 2 Alles, gött⸗ eine bens für 5 je⸗ was Vorte e ge⸗ eredet g des dich liches man⸗ dich orge⸗ Got⸗ 14. 15. 16. 17. 2 tes zuwider gewesen? Ob du dergleichen abgestellt hast, wenn du konntest? Ob du nicht manchmal der Menschen Furcht und Gunst dich hast bewegen las— sen, deinen Heiland und Gott zu ver⸗ läugnen und zu unterlaßen, was du Ihm schuldig warst? Ob du in Gottes Wort fleißig liesest, und ob es allemal mit gebührender Ehr⸗ furcht geschieht? Ob dir bisweilen Gedanken einfallen, als sei nicht blos Gottes Wort nicht Gottes Wort, sondern als sei überhaupt kein Gott, noch Heiland, und ob du sol⸗ chen gefährlichen Gedanken durch herz— liches Gebet zu Gott und deinem Hei⸗ land, so viel möglich, zu widerstehen suchst? Ob du in der That und Wahrheit glaubst, daß Gott ein allgegenwärtiger Zeuge und Beobachter aller Gedanken, Begierden, Geberden, Worte und Werke aller Menschen— also auch deiner Ge⸗ danken, Begierden, Geberden, Worte und Werke je und je gewesen und auch noch sei? 18. 19. 20. N. 23. Ob du auch fest glaubest, daß alles, was dir bis hieher geschehen, es sei gut oder bös, nach Gottes Leitung geschehen, dir gut gewesen sei und zum Besten gedient habe? Ob du Kreuz und Noth mit Geduld an⸗ genommen als Gottes väterliche, heil— same Züchtigung, oder ob du mit Un⸗ geduld wider die Hand deines Gottes gemurrt hast, der dich schlug? Ob du in deinem Kreuz, Krankheit und andern Zufällen auf die Hilfe deines einigen Arztes und Helfers im Himmel in gläubiger Zuversicht geharrt, oder auf ungebührliche, verbotene, zauberische Mit— tel bedacht gewesen bist, oder gar die⸗ selben wirklich gebraucht hast? „Ob du dem Aberglaͤuben, der in der Welt so gemein ist, in dieser oder jener Sache nachgehangen? Ob du zuweilen geflucht und ohne Noth geschworen? Ob dir solches etwa gar zur Gewohnheit geworden? Ob du nicht auch dem in der Welt be— liebten Brauch nach bei Teufelholen ꝛc. geflucht, um etwas dadurch zu bekräfti⸗ gen und zu betheuern? 5 alles, sei gut 'schehen, Besten juld an⸗ he, heil⸗ mit Un⸗ Gottes jeit und deines Himmel oder auf he Mit⸗ gar die⸗ in der er jener le Noth va gar zelt be⸗ Hlen ꝛc. ekräfti⸗ . 55. 3. N. 29. — Ob du nicht auch etwas mit einem Schwur verheißen, das du gleichwol nicht gehalten hast, ja nicht einmal zu halten gesonnen gewesen bist? Ob du nicht die theuern Namen Gottes und Jesu Christi zum Sprichwort ge⸗ macht, verstümmelt(z. B. Herr Je ꝛc.) und, wie viele Kinder dieser Welt, zahl⸗ los und ohne Segen ausgesprochen und des Worts vergeßen hast:„Der Herr wird den nicht ungestraft laßen, der Sei⸗ nen Namen vergeblich führt?“ Ob du die Wohlthaten, welche dir Gott bisher an Leib und Seele erwiesen, er⸗ kennst, Ihm dafür täglich dankst und sie recht gebrauchst und anwendest? Ob du dich allezeit zum Gebete bereit hältst, dich und die Deinigen sonderlich Morgens, Mittags und Abends zu Gott zu rufen, ernstlich erweckest und an⸗ hältst? Ob du dich nicht deines Gebetes schä— mest, falls dich während desselben ein anderer überrascht? Ob du dein Gebet selbst verachtest, und wenn du gebetet, alsbald selbst nicht glaubst, daß du erhört bist? 30. 31. 32. 33. 34. 35. 36. 37. 24 Ob du dich leicht durch deine Nah— rung oder andere Dinge von Gebet und Gottesdienst abhalten läßest? Ob du unter der Zahl derjenigen seiest, welche Wochen und Monden hinstrei⸗ chen laßen, ehe sie zur Kirche und zum Gottesdienste kommen? Ob du dich leicht vom Tisch des Herrn halten läßest? Ob du willig und mit Freuden zum Gotteshause gehst, oder ob es mit Zwang oder aus Heuchelei geschieht? Ob du vor dem Kirchgang und während desselben für deinen Prediger, für dich und alle Zuhörer betest, daß das Wort Gottes nicht ohne Frucht gepredigt werde? Ob du gewohnt bist, in der Kirche beim Gottesdienst zu schlafen? Ob du nur wachst, wenn die Bußpredigt scharf ergeht, und von dem Evangelio der Gnaden dein unverständiges und hartes Herz sammt deinem Auge eingeschläfert wird? Ob du nur immer gern Trostpredigten hörst, die Strafpredigten aber haßest?ꝰ Ob du die Predigt, darin deine Sünden ge⸗ straft worden, oder welche sonst nicht nach ie Nah⸗ 1 Gebet est? n seiest, hinstrei⸗ che und 5Herrn hen zum tZwang während für dich is Wort twerde? he beim ßpredigt gelio der d) hartes schläfert redigten zest?ꝰ Ob nden ge⸗ cht nach 38. 39. 40. 41. 42. 43. 25 deinem Sinne war, verhöhnt, verlästert oder dich über dieselbe beschwert hast? Ob du den Prediger seines gebraͤuchten Strafamts wegen angefeindet und ihm auf allerlei Art und Weise weh zu thun getrachtet hast? Ob du in der Kirche geschwatzt und aller⸗ lei Händel ausgetragen hast? Ob du dem gepredigten Wort allezeit nachdenkst und es zu Hause bei den Dei⸗ nen, dir und ihnen zum Besten, wieder⸗ holst? Ob, wenn der Gottesdienst zu Ende ge⸗ bracht, du die übrige Zeit des Sabbaths gerne mit herzlichen Werken der Liebe, als z. B. Tröstung der Kranken, Besu⸗ chung der Armen und Elenden und Trau⸗ ernden, oder auch mit heiliger Uebung, mit Gebet in der Kammer oder mit dem Lobe Gottes in der Mitte der Deinigen, zugebracht hast? Ob du den Gotteskasten bedenkst und am Sonntag sonderlich das Wort in Erfah⸗ rung zu bringen strebst:„Geben ist seli⸗ ger, als nehmen?“ Ob du deine Herzenslust und Freude an geistlichen Gesängen und Liedern hast,— 45. 46. 47. TI.H.Ar..N.nmm.. ——. ob du dich befleißigst, solche zu lernen, um Theil zu nehmen am Lobe Gottes, wel— ches in der Versammlung erschallt? Ob du an allerlei Predigten und Gesän⸗ gen, gleichviel ob sie dem Worte und dem Bekenntnis der Kirche gemäß seien oder nicht, Freude hast— oder ob du die Geister prüfest, ob sie aus Gott sind, und nur die hörst, nur denen glaubst, die mit der reinen Lehre der Kirche Gottes harmonieren? Ob du am Sonntag oder auch sonst statt in der Kirche im Wirthshaus und an eit⸗ len Vergnügungsorten gewesen, und der Welt geholfen habest, den Tag zum ver⸗ fluchtesten zu machen, welchen die Kirche durch Gottes Wort und Gebet zum se⸗ gensreichsten zu machen trachtet? Ob du von Jugend auf bis hieher deine Aeltern, Herren und Vorgesetzten gebüh⸗ rend geehrt, nach Gottes ernstem Befehl Gehorsam gegen sie bewiesen, oder ob du durch Widerspenstigkeit und Ungehorsam Gottes Zorn auf dich geladen hast? Ob du gerne um deine alten Aeltern und Verwandten bist, ob dich ihre Gesellschaft nicht langweilt, ob du nicht lieber mit ernen, um ttes, wel⸗ Ult? ud Gesän⸗ e und dem seien oder ob du die Gott sind, laubst, die he Gottes sonst statt nd an eit⸗ „ und der zum ver⸗ die Kirche t zum se⸗ 2 her deine ten gebüh⸗ em Befehl der ob du igehorsam ast? tern und jesellschaft lieber mit 53. 27 deines Gleichen Jüngeren dich erfreuest, als deinem grauen Vater und deiner al⸗ ten Mutter die Freude deines Umgangs und Gespräches gönnst? Ob du nicht gegen Jedermann freundlich, gegen deine Aeltern stumm, verdroßen, mürrisch bist, — jedes Menschen Schwachheit leicht er⸗ trägst und entschuldigst, deiner Aeltern Schwachheit aber unerträglich findest? Ob du in Feindschaft und Haß gegen dei⸗ nen Nächsten hingehest und ihm allerlei Verdruß und Herzeleid anzuthun suchst? Ob du zornig gewesen und noch gegen⸗ wärtig schnell zum Zorn bist? Ob du zur christlichen Versöhnung alle⸗ mal bereit gewesen und noch bist? Ob du gern um Vergebung bittest? Ob du selbst zu allerlei Uneinigkeit, Zank und Streit Anlaß gegeben? Ob du Lust hast zu Prozessen, und ob du dieselben zu verlängern und weit hin⸗ auszuziehen trachtest, um deinen armen Nächsten damit müde und mürbe zu ma⸗ chen? Ob du den Richter zu bestechen pflegst, wenn du eine böse Sache hast, und dich also sammt ihm an Gott versündigst? 54. 55. 56. 57. 58. 59. 60. 28 Ob du den Armen und Geringen hart und streng begegnest, dich darauf verla— ßend, daß sie gegen dich nicht aufkommen können? Ob du an deinem Feinde dich heimlich oder öffentlich gerochen, oder ob du noch im Sinne hast, so zu thun? Ob du dich an deiner Feinde unschuldigen Kindern zu rächen begehrst? oder an ih— rem Vieh und übrigem Eigenthum? Ob du nicht deinem Nächsten an Hab und Gut Schaden gethan, und ob du den Schaͤden wieder ersetzt hast oder nicht? Ob du deinen Nächsten wegen seines gott— losen Lebens zur Rede gesetzt und gewarnt und ihn wieder zurecht zu bringen gesucht hast, wenn er auf einen Irrweg gerathen? Matth. 18. Ob du für deines Feindes Bekehrung und Seligkeit gebetet— oder ihm Böses ge⸗ wünscht und wider ihn gebetet hast? Ob du dich schämst, die zu beneiden, welche beßer oder mit beßeren Gaben ausgerüstet sind, als du? Ob du das eine unfehlbare Mittel wider den Neid kennest und an⸗ wendest, d. i. ob du dich gegen die über— legene Tugend oder Gabe deines Nächsten zen hart if verla⸗ kommen heimlich du noch huldigen ran ih⸗ n? Hab und du den nicht? es gott— gewarnt gesucht rathen? ung und öses ge⸗ st? „welche gerüstet fehlbare und an⸗ ie über⸗ Kächsten 61. 62. 63. 64. 65. 66. 29 durch innige Liebe zu ihm rettest, durch jene von dem Herrn erbetene und ge⸗ schenkte Liebe, welcher das Fremde it, wie das Eigene, und darum auch das Ci⸗ gene, wie das Fremde? Ob du armer Wanderer und nothleiden⸗ der Christen dich gastfreundlich angenom⸗ men, nach Gottes ernstem Befehl, oder ob du dein Herz, deine Hand, dein Haus vor ihnen zugeschloßen? Ob du der Faulheit, dem Müßiggang, Pflastertreten, Wirthshaussitzen(welches heut zu Tage so viel zum unchristlichen Leben hilft) ergeben bist und ob du es forthin ernstlich zu meiden gedenkst oder nicht? Ob du leichtfertigen Tanz geliebt und ge⸗ trieben, bösen Begierden nachgegangen? Ob du ein fremdes Weib(einen fremden Mann)y gehalset, geküßt und betastet hast? Ob du Hurerei zu Hause oder vor diesem in der Fremde getrieben? Ob du deinen eigenen Leib entweiht und mit Sünden geschändet, die da schändlich sind zu sagen,— mit stummen Sünden? — Ob du der Lustseuche mit Gebet wider⸗ standen? 67. 68. 69. 70. 71. 72. 73. Ob du deiner Hurerei und deines Sün⸗ denfalles Schuld auf Gott gewälzt, gleich als ob Er dich hätte fallen laßen? Ob du vor der Copulation des Priesters dich mit deinem Gemahl nicht versündigt hast? Ob du in Gottesfurcht, mit Gebet und gutem Rath deinen Ehestand angetreten, keusch und züchtig fortgeführt hast? Ob du bisher in Hader und Zank mit dei⸗ nem Ehegatten gelebt, und ihr also mit einander die Hölle gebaut habet und noch ferner zu bauen gedenket? Ob du deinem Ehegatten, du seiest Mann oder Weib, die vor Gottes Angesicht ge— schworene Treue christlich und redlich ge— halten, ob du ihn alleine meinest, ob es dir zu Herzen gehe, wenn Gott sagt, daß Er die Hurer und Ehebrecher richten wolle? Ob du an deinem Chegatten treulich han⸗ delst, ob du in seiner Abwesenheit oder sonst hinter seinem Rücken borgst, ver⸗ setzest und ihn um das Seinige bringst? Ob du wol gar deinen Ehegatten böslich verlaßen und von ihm gelaufen? oder ob 7. Sün⸗ gleich iesters ündigt t und treten, it dei⸗ o mit d noch Mann ht ge⸗ ich ge ob es sagt, ichten han⸗ oder „ver⸗ gst? öslich her ob 74. 75. 76. 74 78. 31 du deine Verlobte(deinen Verlobten) sitzen laßen? Ob du bisher nach Gottes Ordnung und ernstem Befehl die Deinen ehrlich versorgt und insonderheit, wenn du Kinder hast, solche wol erzogen in Zucht und Ver⸗ mahnung zum Herrn, in Gottesfurcht und Ehrbarkeit? Ob du etwa das Deinige liederlich mit Saufen und Praßen durchbringst, dich nicht scheuest, die Deinen nebst dir an den Bettelstab zu bringen? Ob du nicht mit Kleidern Pracht getrie⸗ ben, oder auch sonst durch Großthun, Hoffahrt, Ueppigkeit und Ueberfluß an Eßen und Trinken dich an Gott versün⸗ digt hast? Ob du nicht etwa im Handel und Wan⸗ del deinen Nächsten bevortheilt— mit falscher Waare, Elle, Maß oder Gewicht und dergleichen? Ob du nicht mit übermäßigem, verbote⸗ nem und verfluchtem Wucher und Ueber⸗ setzen deinen armen Nächsten ausgeso⸗ gen und sein Seufzen über dich geladen hast? 32 79. Ob du bei Eintreibung deiner Schulden wider Gottes Befehl und die Liebe des Nächsten gehandelt? 80. Ob du deinem Nächsten, wenn er dir auf dein Begehren etwas geliehen, es auch redlich bezahlt, oder ob du die Schuld ge⸗ läͤugnet und ihn mit Undank, Schelten und Schmähen dafür abgelohnt hast? 81. Ob du nicht etwa fremdes Geld und Gut in deinen Händen, Kisten und Ka⸗ sten hast, wovon du weißt, es gehöre dir nicht zu und müße ausgeliefert oder er⸗ stattet werden? Ob du Holz, Streu oder Frucht gestohlen hast? 82. Ob du deinem Knechte, deiner Magd, deinem Tagelöhner oder Heimarbeiter verdienten Lohn vorenthalten, verweigert oder verkürzt hast? 83. Ob du das Gefundene, wovon du wußtest, wem es zugehörte, auch dem rechten Herrn wiedergegeben, oder ob du solches behalten und noch bei dir hast? 84. Ob, wenn du gesehen, daß dein Nebenchrist in Noth und Trübsal gerathen, du dich seines Schaͤdens gefreut und es ihm ge⸗ gönnt hast? hulden be des dir auf auch uld ge⸗ chelten hast? d und ud Ka⸗ öre dir der er⸗ u oder Magd, rbeiter veigert ußtest, Herrn halten Achrist u dich m ge⸗ 85. 86. 87. 92. Ob du arme Bettler übel angefahren und leer von dir gehen laßen, oder auf irgend eine Weise für ihre Nothdurft ge— sorgt hast? Ob du deinem Nächsten seine Leibesge⸗ brechen vorgeworfen, ihn deswegen aus⸗ gehöhnt und also hiedurch seinen Schöpfer gemeistert und verachtet hast? Ob du deines Nächsten Heimlichkeit, die er dir vertraut hat, verrathen und offen⸗ bart hast? Ob du gegen deinen Nächsten dich von außen freundlich bezeigt hast, da du ihm doch im Herzen feind gewesen? „Ob du dich an Lügen ergetzest und gerne wider die Wahrheit redest? Ob du am liebsten von dir redest und dein Mund von deinem eigenen Lobe übergehe? Ob du gewohnt bist den Nächsten hin⸗ terrücks zu schmähen und allerlei Uebels von ihm zu reden? Ob du vor Gericht deine Missethat ver⸗ leugnest hast, weil gerade keine Zeugen bei derselben da gewesen waren? Ob du dich etwa gar mit falschem Schwure rein gewaschen hast? Prüfungstafel. 93. 94. 95. 96. 97. 98. 99. 34 Ob du des Nächsten Absichten, Reden und Thun arg und fälschlich gedeutet hast? Ob du mit deines Gottes Wegen, dei⸗ nem Stande, Amte und Glücke zufrie⸗ den bist? Ob du dahin getrachtet, wie du deines Nächsten Haus, Hof, Land und andre Habe an dich bringen möchtest? Ob du etwa bei Nachtzeit oder sonst da⸗ hin gearbeitet, zwischen dir und deinem Nächsten die Grenzen zu verrücken oder sie zu schmälern, ihm zum Schaden und dir zum Vortheil? Ob du mit deinen Rechnungen redlich und ehrlich umgehst, und ob, wenn es schon niemand weiß und sieht, du alle⸗ mal das allsehende Auge Gottes dabei gescheut hast? Ob du deine Contraete und Verträge allemal gehalten, oder ob du solche zu deinem Vortheil wieder gebrochen und aufgehoben hast? Ob du neben deinen Berufswerken auch etwa andere ungebührliche Dinge treibst und das Sprichwort wahr machst: 14 Handwerk, 15 Unglück? Reden gedeutet en, dei⸗ zufrie⸗ deines andre nst da⸗ deinem en oder hen und redlich denn es u alle⸗ 3dabei zerträge che zu en und en auch treibst st: 14 35 100. Ob, wenn du bisher etwas vorgenom⸗ men oder verrichtet, du allemal dein Gewißen zuvor gefragt, ob's recht oder unrecht sei? 9. Guter Rath nach Durchlesung des vorigen Stücks. Ein langes Register, und damit ein langer Denkzettel deiner Sünden liegt vor dir, und ist doch nur kurz gegen das Register deiner Sünden, das vor Gottes Augen aufgeschlagen ist!— Du hast es gelesen. Du bist alleine in deiner Kammer, ge⸗ steh dir's nur, du bist hie und da getroffen. Du bist schaamroth? O daß du's wärest! Schaam⸗ röthe ist eine Farbe guter Hoffnung. Aber was nun thun, fragst du. Vor Allem: nicht zu schnell hinweggegangen vom An⸗ blick deiner Sünden! Laß nur wirken das Auge Gottes, das dich aus dem Spiegel des Ge⸗ setzes ansieht! Laß es in die Tiefe deiner Seele dringen! Präge dir's nur recht fest ein, wie jäm⸗ merlich es mit allen Menschen nach dem Sünden⸗ falle aussieht! wie sehr verderbt, geneigt zum Bö⸗ sen und leicht verführt sie sind!! Sieh dich nur 3* 36 recht an, lerne dich kennen, laß dich demüthigen. Entschuldige dich nicht nach der allgemeinen Nei⸗ gung des menschlichen Herzens. Denke nicht, so gar schlimm stehe es mit dir nicht. Es will keiner sich gerne wehe thun, jeder verhehlt sich gerne die bittre Wahrheit. Aber du, mein Herz, bete um Erkenntnis, bleibe in Betrachtung deiner Sünden, in der Prüfung deiner selbst, damit von Tag zu Tage mehr in dir der elende Stolz getödtet werde, der bisher deiner Seele vorgespiegelt hat, du seiest etwas, so du doch nichts bist; damit du endlich und immer mehr geistlich arm werdest und die Verhei— ßung des Himmelreichs dir gegeben werde mit allen selig gepriesenen geistlich armen Christen! 10. Gottes Wort und unser Gewißen. Mein Gott, Dein Gesetz ist ein vollkommener Spiegel meiner Sünden; mein Herz aber ist zu eitel, um gern hineinzusehen, es sträubt sich wider die Erkenntnis seiner selbst. Nur flüchtige, furcht⸗ same Blicke werfe ich hinein; denn ich scheue den Schmerz eines Herzens, welches, von seiner wahren üthigen. sen Nei⸗ licht, so ll keiner erne die hete um Sünden, Tag zu t werde, zu seiest lich und Verhei⸗ nit allen n. mmener ist zu hᷓwider furcht⸗ eue den wahren 37 Gestalt angeschaut, zugestehen muß, daß es Dein Bild nicht mehr trägt, o heiliger, himmlischer Vater. Dein Gesetz, o HErr, ist ein heller Spiegel und zeigt das Inwendige, nicht das, was vor der Brüder Augen ist. Dein Gesetz scheidet Geist und Seele, Mark und Bein; es ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Wer Dein Gesetz be⸗ trachtet, des Stolz erblindet, des Auge muß weinen, des Herz muß beben über dem Urtheil, welches Du ihm sprichst. Darum ist der Mensch ergrimmt wider Dein Gesetz und will die Erkenntnis seiner Sünden lieber aus seinem Gewißen nehmen, dem schwachen, unvollkommenen Nachhall Deines heili⸗ gen Gesetzes. Ach, schon das ist eine unvollkom⸗ mene Erkenntnis unserer Sünde, welche man aus einem Gewißen schöpft, das Deinem Worte zuhört und dadurch immer unruhiger und immer wahr⸗ haftiger wird. Es ist hienieden keinem Gewißen gegeben, jedes schuldigende, anklagende Wort Gottes zu vernehmen, gleichwie es keinem Herzen gegeben ist, die volle Kraft des Blutes und der himmlischen Fürbitte Christi zu erkennen; beides macht das voll⸗ kommene Glück derer aus, welche zur Ewigkeit hin⸗ durchgedrungen sind. Ist aber kein Gewißen auch des heiligsten Menschenkindes ein treuer Zeuge aller Sünden, wie viel weniger wird ein Gewißen treu⸗ lich zeugen, welches von dem Gesetze und Worte 38 Deines Mundes sich lostrennt, o unser Gott! Dein Wort ist das rechte Gewißen unserer Sünden; nur Dein Wort redet völlig wahr von unserm Ver⸗ dienste; Dein Wort allein nimmt uns alles Ver⸗ dienst, allen Werth, alle Lieblichkeit und Schön⸗ heit, leidet kein Prangen noch Rühmen irgend eines Menschen, vernichtet allen Heuchelschein und alle Gleisnerei, bettet einen wie den andern in den Staub, ja gar in die Hölle,— zeigt die Wurzel des bösen Baumes im grellen Mittagslichte sammt den Früchten, den reifen, wie den reifenden. So thut kein Gewißen, so thut nur Dein Wort, Dein Wort ist über unser Gewißen, sein Urtheil von uns schlimmer, als unsere Gewißensbiße,— es lehrt uns allein, unsere Sünde für unendlich größer achten, als wir's wißen und fühlen, lehrt uns allein göttkich und wahrhaftig uns selber richten. Reiche mir darum, mein Gott, Gnade aus der Höhe, daß ich mein Gewißen in die Schule Dei⸗ nes Wortes führe. Klein an Weisheit ist es, arm an Lichte, trüb, beschmutzt, wie ich's in meinem armen Herzen gefunden habe. Zieh Du es auf im Glauben an Dein strafendes, richtendes Wort, zieh es heran, daß es, gegründet in göttlicher Er⸗ kenntnis meiner Sünde, im Glauben an den von Dir geoffenbarten Zorn, stehe wie ein Cherub mit einem hauenden Schwert. Laß ihm das Schwert Dein n; nur Ver⸗ 8Ver⸗ Schön⸗ d eines d alle in den Wurzel sammt us der Dei⸗ 3, arm neinem auf Wort, r Er⸗ von bamit chwert nicht entfallen, o HErr, aber daß ich nicht ver⸗ zage, so laß es in meinem Herzen dem Täufer gleich erscheinen, ums Gesetz eifern, aber auch auf das Lamm mit Fingern zeigen, welches der Welt Sünde trägt, auf die Sonne, die aufgeht, und unter ihren Flügeln das Heil. Laß mich arm werden durch Dein Wort, welches mir auch den Ruhm nimmt, den mir mein Gewißen noch übrig ließe, laß mich arm werden und frei von mir selbst, indem ich nach Deinem Urtheil mich richte. Der Freunde Bestrafung, der Feinde Lästerung seien mir beide willkommen, weil beide Deinem Urtheil beistimmen, ohne es zu erreichen. Laß mich aber auch reich werden in Christo und Dir ewig zum Diener und Knechte verbunden in Ihm. Ist Dein Wort mein Gewißen, welches von meiner Sünde mehr weiß, als ich ergründen konnte, so sei es auch mein Gewißen, welches mir in die Tiefe der Seele von meinem Heile mehr offenbare, als ich vormals faßen und finden konnte. Weiß ich, daß meine eigene Gerechtigkeit völlig ertödtet ist vor Dir; so laß mich auch mit tiefer Ueberzeugung und göttlicher Zuversicht wißen, daß ich in Christo IEsu heilig, unschuldig, Dein Kind und Erbe bin. Amen. O barmherziger Vater! Amen. 11. Von der Sünde wider das Evangelium. 1 Cor. 11, 28. Daß sich der Christ nach den zehn Geboten des HErrn prüft, ist wohl gethan. Er steige be⸗ trachtend, sich und das Wort vergleichend, vom Gipfel aller Tugend, der Liebe zu Gott, bis zum Pfuhle der Sünden, zum bösen Gelüsten, herab. Aber er vergeße nicht, daß man nicht allein gegen die Gebote Gottes, sondern auch gegen das Evan⸗ gelium sündigen kann. Wohl spricht das Gesetz: „Thue das, so wirst du leben!“ Gott hat aber einen neuen Weg zur Seligkeit eröffnet, hat ge⸗ sprochen:„Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden!“ Er bietet in Christo IEsu die Seligkeit und verlangt dagegen nichts, als den Glauben, nichts, als daß sein dargebotenes Geschenk mit gläubigem Vertrauen angenommen werde. Aber da glaubst du nicht, da zweifelst du, da ergibst du dich dem Zweifel, ob auch der Weg zur Seligkeit, der Gnadenweg, Gottes würdig sei und sicher zum ewigen Leben führe, da findet sich in der Tiefe deines Innern eine Lust, Gottes Evangelium zu corrigieren, etwas zuzusetzen, daß nicht mehr allein der Gnade, nicht mehr allein dem Verdienste Christi, Lel eboten je be⸗ vom zum herab. gegen Evan⸗ jesetz: aber t ge⸗ „der IEsu den schent Aber st du gkeit, zum Tiefe zu Ulein risti, 41 sondern auch dem eigenen Verdienste des Menschen eine beseligende Wirkung beigelegt werde. Was ist aber größere Sünde, gegen die Gebote Gottes sün⸗ digen oder gegen seine Gnade? Das Gebot for⸗ dert, die Gnade bietet an, schenkt ohne Aus bedin⸗ gung eines Gegengeschenkes. Nicht geben, was man schuldig ist, ist große Sünde; aber ein Ge⸗ schenk ausschlagen, durch welches alle Schuld über⸗ wunden und überdies ewiger Reichthum genoßen werden kann, das ist der Stolz des Bettlers, der verschmähte, sein beschmutztes Gewand gegen das hochzeitliche Kleid zu vertauschen, das ihm der HErr des großen Abendmahls anbot. Darum versuche, prüfe dich, ob du im Glauben stehst! Prüfe dich wohl, und alsdann iß von die⸗ sem Brote und trinke von diesem Kelche. Der Vater ruft:„Dies ist mein geliebter Sohn, an dem Ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören!“ Hörst du Ihn, glaubst du Ihm, beugst du dich mit Ja und Amen vor jedem Worte des Sohnes als vor des Vaters Worte? Besie⸗ gelst du durch deinen Glauben in tiefer Demuth des Sohnes Wort als Gottes Wort, weil der Sohn in ewiger Eintracht des Wesens und des Willens mit dem Vater steht?——„Wer an den Sohn glaubt, der wird nicht gerichtet, der hat das ewige Leben,“ spricht der Sohn. Glaubst du an den 42 Sohn und glaubst du dies sein Wort? Und ist dir's also eine göttliche Gewisheit, ein Friede, der höher ist, als alle Vernunft und als alle Einsprache der Vernunft, daß du dem Gericht entnommen bist, daß du das ewige Leben besitzest? Sprichst du in solcher Zuversicht mit wahrhaftigem Herzen:„Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HErrn Werk verkündigen“?“— Du kannst nicht antwor⸗ ten, du haltest ein zuversichtlich Wort von deiner Seligkeit für einen Frevel; hoffen wolltest du, ein⸗ mal selig zu werden, aber glauben, die Seligkeit als eine dir bereits zugesprochene faßen und im Glauben halteu, das könntest du nicht?— Du kannst es nicht, denn es„drückt dich deines Elends Joch, der Fluch der Sünde nieder?“ Aber weißt du denn nicht, was die Schrift spricht:„Christus ist des Gesetzes Ende, wer an den glaubt, ist gerecht,“ und„Christus ist worden ein Fluch für uns, auf daß der Segen Abrahä unter uns käme“? Warum ist deine Seele so unruhig in Dir? Warum gehst du krumm und sehr gebückt? Warum bist du in der Jugend wie ein matter Greis? Wo liegt all dein Jammer, der dich verzehrt? Dein Unglaube macht dich unselig. So du aber könntest glauben, so würdest du die Herrlichkeit Gottes sehen. Du könntest aber glauben, denn das Wort, das du hörst, gibt Macht und Kraft, zu glauben. Warum d ist der rache bist, u in „Ich Errn wor⸗ einer ein⸗ igkeit im annst Joch, du 8 ist ch auf rum gehst u in t all aube üben, Du du lrum 43 plagst du dich also mit Unglauben? Und was hilft dir deine Plage, was bringt sie dir als Sünde? Denn Unglaube ist Sünde! Wer nicht glaubt, was die Schrift sagt, der macht den Vater, den Sohn und den heil. Geist zum Lügner, und spricht den Zweifelgeist, den Lügner von Anfang, gerecht. Sollte das ihm ungestraft hingehn? Prüfe, prüfe deineu Glauben— und wenn er sich klein findet, so bitte mit den hh. Aposteln: „HErr, stärke uns den Giauben!“ Ja, bitte dei⸗ nem Gotte die Sünde deines Unglaubens ab, denn sie ist eine Mutter aller andern Sünden, gleich wie der Glaube ein Vater aller Tugend. 12. Andere tadeln mich und ich zürne,— und doch tadle ich mich selbst. O Herr, ich bekenne Dir meine Sünde und besiegle das Wort, das geschrieben ist:„Sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den sie an Gott haben sollten.“ Ich gebe mich vor Dir aller Sünden schuldig und Dein gerechtes Ur⸗ theil über mich, so schwer es mich trifft, rechtfertige ich im Staube. Woher kommt es aber, daß ich vor Dir mich schuldige und selbst anklage, vor 44⁴ Menschen aber mich vertheidige, entschuldige, wohl gar gerecht spreche? Zwar vertheidigt sich auch dein Knecht Hiob gegen die Beschuldigungen seiner Freunde, und der heilige David spricht gegenüber seinen Feinden zu Dir:„Vergilt mir nach der Reinigkeit meiner Hände.“ Es kann auch jetzt noch in vielen Fällen ein Herz rein und unschuldig sein vor Dir, während es von Menschen beargwohnt, ja verurtheilt wird. Ich armer Mensch aber bin oftmals in einem ganz andern Falle. Ich recht⸗ fertige mich wegen derselben Dinge, um deren wil⸗ len mich mein eignes Herz vor Dir verklagt; ich entschuldige mich für das, worüber mir mein Ge⸗ wißen schlägt, und vertheidige mich, während ich innerlich weinend und heulend am Boden liege. Ich bin mit mir so unzufrieden, daß ich keine ruhige Stunde habe, und wenn mir andere das⸗ selbe sagen, was in mir das Gewißen spricht, so bin ich doch empfindlich, gereizt, beleidigt und em— pört. Es kämpft in mir die Wahrheit gegen die Lüge, die Demuth gegen den Hochmuth. Es ist ein Widerstreit in mir: ich finde, daß ich zunichte werden muß, und dennoch erhebt sich gegen die Tödtung meines alten Adams mein Herz. Ich sehe klar, daß mehr Friede in mir ist, wenn ich Deinem Geiste mich ergebe, der mich klein macht, als wenn ich mich vermeße und gegen Deine Demuthsregun⸗ gen Lust, ist und vor HEr Stre Das laße mich Alle erhe lich. Ruh vor so n erba sond sche mich aus bru und Bu mei 45 gen ankämpfe. Es ist in mir sogar eine heimliche Lust, den alten Menschen sterben zu sehen, aber sie ist gehemmt und aufgehalten; ich zögere dennoch und schaudere, so gar klein und nichts zu werden vor Dir und mir und allen Creaturen.— O HErr, so mache Du selbst ein gnädig Ende dieses Streites und Kampfes und eile mir beizustehen. Das Bewußtsein dessen, was ich vor Dir bin, ver⸗ laße mich nimmer und nirgends, loben oder tadeln mich Menschen, es schade nur meiner Seele nichts. Alles Lob sei Dein, mein sei der Tadel. Jenes erhebe mich nicht, dieser mache mich nicht unglück⸗ lich. Bin ich vor Dir vernichtet, erbleicht mein Ruhm vor Dir; was ist's Großes, wenn ich auch vor Menschen erscheine und von ihnen erkannt werde so wie ich bin?— O mein HErr und mein Gott, erbarme Dich meiner und gib mir nicht halbe, sondern ganze Buße, vor Dir und vor den Men⸗ schen,— und wenn ich nichts mehr habe, des ich mich rühmen könnte, wenn vor Gott und Menschen aus ist Lob und Preis: dann sei Du, o Gnaden⸗ brunnen, vor Engeln und Menschen mein Theil und mein Trost, meine Freude und Wonne, meine Burg, mein Fels, mein Hort, mein Lobgesang und mein Preis! Amen. 13. Christus die Versöhnung für unsere und der ganzen Welt Sünde. 1h. 2, 2. Der Glaube kommt aus der Predigt, aus dem Evangelium. Durch die Predigt, durch das Cvan⸗ gelium wird er auch gestärkt. So vernimm nun zur Stärkung deines Glaubens die schöne Predigt des Propheten Jesaias von dem HErrn, der unsre Versöhnung ist. Jes. 52, 13.— 53, 12. Siehe, mein Knecht wird weislich thun, und wird erhöht und sehr hoch erhaben sein: Daß sich viele über dir ärgern werden; weil seine Gestalt häßlicher ist, denn anderer Leute, und sein Ansehen, denn der Menschen Kinder. Aber also wird er viele Heiden besprengen, daß auch Könige werden ihren Mund gegen ihn zuhalten. Denn welchen nichts davon ver⸗ kündiget ist, dieselben werden's mit Lust sehen; und die nichts davon gehöret haben, die wer⸗ den es merken. Aber wer glaubt unserer Predigt? Und wem wird der Arm des HErrn geoffenbaret? Denn er schießt auf vor ihm wie ein Reis, er 47 und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefal⸗ len hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwer⸗ theste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn nichts ge⸗ achtet. Fürwahr ER trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der ge⸗ geplagt und von GOtt geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missethat willen verwundet, und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir giengen alle in der Irre wie Schafe, ein Jeglicher sahe auf seinen Weg: aber der HErr warf unser aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, that er seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführet wird, und wie ein 48 Schaf, das verstummet vor seinem Scherer und seinen Mund nicht aufthut. Er ist aber aus der Angst und Gericht ge⸗ nommen; wer will seines Lebens Länge aus⸗ reden? Denn er ist aus dem Lande der Le⸗ bendigen weggerißen, da er um die Missethat meines Volks geplaget war. Und er ist begraben wie die Gottlosen, und gestorben wie ein Reicher; wiewol er nie— mand Unrecht gethan hat, noch Betrug in sei— nem Munde gewesen ist. Aber der HErr wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat; so wird er Samen haben und in die Länge leben, und des HErrn Vornehmen wird durch seine Hand fortgehen. Darum, daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben. Und durch sein Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen; denn Er trägt ihre Sünden. Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben; darum, daß er sein Leben in den Tod gegeben hat, und den Uebelthätern gleich gerechnet ist, und Er vieler Sünde ge—⸗ tragen hat, und für die Uebelthäter gebeten. den daß dien keit 49 Lies hier auch aus den Evangelien die Lei— densgeschichte des HErrn und vergiß nicht, daß alle seine Leibes- und Seelenpein Dein Ver⸗ dienst ist, aller Friede auf Erden und alle Selig⸗ keit des Himmels aber Sein Verdienst. Hierauf wende dich in herzlichem Glauben: An den Versöhner. 14. Was hast Du verwirkt, o heiliges, unschuldiges Lamm Gottes, daß Du so jämmerlich angeklagt und zum Tode verurtheilt wirst? Was ist die Ursache alles Deines Leidens, o Du, an welchem der, welcher im Lichte wohnt, Sein Wohlgefallen hatte? Warum stirbst Du dahin, der Du würdig bist, ewig zu leben? Ach, mein HErr JEsu Christe, ich, ich bin die Ursache Deiner Qualen, Deiner Strafen! Ich habe gesündigt, und du zahlst mei⸗ ner Sünden Schuld; ich habe das Leben verwirkt, darum stirbst Du. Ich bedecke meine Augen vor Scham und Reue, daß ich Dir so weh, so unaus⸗ sprechlich weh gethan. Ich schweige vor Dir. Wer kann Deine Liebe ausdenken und ausreden? Alle Lande sind der Ehre Deines Leidens voll, aber Deines Leidens Herrlichkeit ist erhöht über alles Lob der Creaturen. Prüfungstafel. 4 50 Eins aber bitte ich Dich, getreuer HErr JEsu Christi, Du wollest Dein Leiden und Sterben ein⸗ setzen zwischen mir und Deinem himmlischen Vater, mich bei Deinem Vater in Kraft Deines Verdien⸗ stes vertreten, Sein Herz, Seine Gnade mir zu⸗ wenden, meinen Glauben stärken, daß hinfort alle meine Hoffnung und all mein Trost in Dir be⸗ ruhe, in Dir alleine, der Du mir vom Vater selbst gemacht bist zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung. Amen. O IJEsu! Amen. 15. O barmherziger, ewiger Gott! Ich bekenne und klage Dir alle meine Sünde. Denn ich habe Dir alleine gesündigt, und meine Sünden richten und verdammen mich; an allen Orten, wo ich bin oder hinfliehe, folgen sie mir nach und stehen vor meinen Augen. O mein gütiger Gott, wie viele Sünden habe ich vor Dir vollbracht, die ich aus Scham und Furcht vor keinem Menschen vollbracht hätte! Auch bin ich in Sünden empfangen und geboren, und all' mein Leben, Thun und Laßen ist nichts denn Sünde. Dazu habe ich Dein Volk mit meinen Sünden oft beleidigt und betrübt. Darum sollte ich Dich billig fürchten und fliehen, als einen gestrengen Richter aller Bosheit. Aber Dir ich weiß, Daß Du ein gnädiger Gott bist, um der Sünden willen Mensch geworden, gekommen in diese Welt, zu berufen zur Buße nicht die Gerech— ten, sondern die armen Sünder. Du hast auch gesagt:„Kommt her zu Mir alle, die ihr müh— selig und beladen seid! Ich will euch erquicken!“ Darum fließt nun meine Seele in Wankelmüthig⸗ keit zwischen Furcht und Hoffnung: jetzt verzweifle ich aus Furcht vor der Sünde, die ich in mir er— kenn' und empfinde; dann werde ich wieder getrö— stet und erhoben durch Hoffnung auf Deine Barm— herzigkeit. Jedoch, weil Deine Barmherzigkeit größer ist, als meine Dürftigkeit, so will ich alle⸗ zeit hoffen auf Dich. Denn Du allein bist mein Gott und HErr, mein Seligmacher und Tröster, mein Heiland und einzige Zuversicht. Darum bitte ich Dich demüthiglich und herzlich, um Deines Lei— dens und kostbaren Blutes willen, um Vergebung aller meiner Sünden, und daß Du seiest meine Hoffnung und Stärke jetzt und auch in der Stunde meines Abschieds! Amen. 1524. 16. An den Vater unsers HErrn IJEsu Christi. Mein himmlischer Vater, hier komme ich zu Dir und bringe mit mir Deinen lieben Sohn, 4* 52 meinen Beistand und Vertreter, meinen Mittler und Hohenpriester, in gewisser Zuversicht und Hoff⸗ nung, daß Du mich armen Sünder in Seinem Namen werdest zu großen Gnaden annehmen, und um seiner Geuugthuung und reicher, überflüßiger 1. Bezahlung willen mir alle meine Sünde vergeben 2. und nimmermehr zurechnen. Zwar hab' ich's wohl um Dich mit meiner Sünde und vielfältigen Ueber⸗ 3. tretung verdient, daß Du mich von Dir stießest und mich keine Gnade bei Dir finden ließest; aber ich bin doch der gewissen, tröstlichen Zuversicht, 4. weil ich in Deinem Sohne, meinem Erlöser, zu Dir komme, nicht in meinem, sondern in Seinem 5. Namen, nicht in meiner, sondern in Seiner Ge⸗ rechtigkeit; so werdest Du mich in Gnaden aufneh⸗ 6. men und mir Deine väterliche Güte und Barm⸗ herzigkeit erzeigen von wegen Deines lieben Soh⸗ 7. nes IEsu Christi. Amen. 17. Die sieben Bußpsalmen.)) Ps. 6. „Ein Psalm Davids, vorzusingen auf acht Saiten. „Ach SErr, strafe mich nicht in Deinem Zorn, Und züchtige mich nicht in Deinem Grimm. SeErr, sei mir gnädig, denn ich bin schwach, Heile mich, HErr, denn meine Gebeine sind er⸗ schrocken, Und meine Seele ist sehr erschrocken. Ach du HErr, wie lange! Wende dich, HErr, und errette meine Seele, Hilf mir um Deiuer Güte willen. ). Denn im Tode gedenkt man Dein nicht; Wer will Dir in der Hölle danken? „Ich bin so müde von Seufzen, Ich schwemme mein Bette die ganze Nacht, Und netze mit meinen Thränen mein Lager. Meine Gestalt ist verfallen vor Trauern und ist alt worden; Denn ich allenthalben geängstet werde. Weichet von mir, alle Uebelthäter, Denn der HErr höret mein Weinen. *) Ein Spiegel, in welchem du sehen kannst, wie klein und schwach deine Buße sei. 54 10. Der HéErr höret mein Flehen, Mein Gebet nimmt der HErr an. 11. Es müßen alle meine Feinde zu Schanden wer⸗ den und sehr erschrecken, ö Sich zurückkehren und zu Schanden werden 6. plötzlich. 53 4* ————— 2* 18. Psalm 32. 1. Eine Unterweisung Davids. Wohl dem, dem die Uebertretungen vergeben sind, Dem die Sünde bedecket ist. 2. Wohl dem Menschen, dem der HErr die Miße⸗ that nicht zurechnet, In des Geist kein Falsch ist. 3. Denn da ich es wollte verschweigen, verschmach⸗ teten meine Gebeine Durch mein täglich Heulen. 10. 4. Denn Deine Hand war Tag und Nacht schwer auf mir, ö Daß mein Saft vertrocknete, wie es im Som⸗ 11. mer dürre wird. Sela. 5. Darum bekenne ich Dir meine Sünde und ver⸗ * hehle meine Mißethat nicht. ei., e T⸗ en 10. 11. 2—.— Ich sprach: Ich will dem HErrn meine Uebertretung bekennen. Da vergabest Du mir die Mißethat meiner Sünde. Sela. Dafür werden Dich alle Heiligen bitten zur rech⸗ ten Zeit; Darum, wenn große Waßerfluthen kommen, werden sie nicht an dieselbigen gelangen. Du bist mein Schirm; Du wollest mich vor Angst behüten, Daß ich errettet ganz fröhlich rühmen könne. Sela. Ich will Dich unterweisen und Dir den Weg zeigen, den Du wandeln sollst; Ich will Dich mit meinen Augen leiten. Seid nicht wie Roß und Mäuler, die nicht ver⸗ ständig sind, Welchen man Zaum und Gebiß muß ins Maul legen, wenn sie nicht zu Dir wollen. Der Gottlose hat viel Plage; Wer aber auf den HErrn hoffet, den wird die Güte umfahen. Freuet euch des HErrn und seid fröhlich, ihr Gerechten; Und rühmet, alle ihr Frommen. 10. 14. Ps. 38. Ein Psalm Davids zum Gedächtnis. HErr, strafe mich nicht in Deinem Zorn, Und züchtige mich nicht in Deinem Grimm. Denn Deine Pfeile stecken in mir, Und Deine Hand drücket mich. Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe vor Deinem Dräuen, Und ist kein Friede in meinen Gebeinen vor meiner Sünde, Denn meine Sünden gehen über mein Haupt, Wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer worden. ö Meine Wunden stinken und eitern Vor meiner Thorheit. Ich gehe krumm und sehr gebücket, Den ganzen Tag gehe ich traurig. Denn meine Lenden verdorren ganz, Und ist nichts Gesundes an meinem Leibe. Es ist mit mir gar anders und bin sehr zerstoßen. Ich heule vor Unruhe meines Herzens. HErr, vor Dir ist alle meine Begierde, Und mein Seufzen ist Dir nicht verborgen. Mein Herz bebet, meine Kraft hat mich verlaßen, Und das Licht meiner Augen ist nicht bei mir. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. or br er n, 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 57 Meine Lieben und Freunde stehen gegen mir, Und scheuen meine Plage. Und meine Nächsten treten ferne. Und die mir nach der Seele stehen, stellen mir; Und die mir übel wollen, reden, wie sie Scha⸗ den thun wollen, Und gehen mit eitel Listen um. Ich aber muß sein wie ein Tauber und nicht hören, Und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht aufthut. Und muß sein wie einer, der nicht höret, Und der keine Widerrede in seinem Munde hat. Aber ich harre, HErr, auf Dich; Du, HErr, mein Gott, wirst erhören. Denn ich denke, daß sie sich nicht über mich freuen. Wenn mein Fuß wankete, würden sie sich hoch rühmen wider mich. Denn ich bin zu Leiden gemacht, Und mein Schmerz ist immer vor mir. Denn ich zeige meine Missethat an, Und sorge für meine Sünde. Aber meine Feinde leben und sind mächtig; Die mich unbillig haßen, sind groß. 58 21. Und die mir Arges thun um Gutes, setzen sich wider mich, Daͤrum, daß ich ob dem Guten halte. Verlaß mich nicht, HErr, mein Gott, Sei nicht ferne von mir.— 23. Eile mir beizustehen, HErr, meine Hilfe. 2 20. Pf. 51. 1. Ein Psalm Davids, vorzufingen; 2. Da der Prophet Nathan zu ihm kam, als er war zu Bathseba eingegangen. 3. Gott, sei mir gnädig nach Deiner Güte, ö Und tilge meine Sünden nach Deiner großen Barmherzigkeit. 4. Wasche mich wohl von meiner Mißethat, Und reinige mich von meiner Sünde. 5. Denn ich erkenne meine Mißethat, Und meine Sünde ist immer vor mir. 6. An Dir allein hab' ich gesündigt, Und übel vor Dir gethan, Auf daß Du Recht behaltest in Deinen Worten, Und rein bleibest, wenn Du gerichtet wirst. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. ar en 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 59 Siehe, ich bin aus sündlichem Samen gezeuget, Und meine Mutter hat mich in Sünden em⸗ pfangen. Siehe, Du hast Lust zur Wahrheit, die im Ver⸗ borgenen liegt; Du läßest mich wißen die heimliche Weisheit. Entsündige mich mit Ysopen, daß ich rein werde; Wasche mich, daß ich schneeweiß werde. Laß mich hören Freude und Wonne, Daß die Gebeine fröhlich werden, die Du zerschlagen hast. Verbirg Dein Antlitz vor meinen Sünden, Und tilge alle meine Mißethat. Schaffe in mir, Gott, ein rein Herz, Und gib mir einen neuen, gewißen Geist. Verwirf mich vor Deinem Angesichte, Und nimm Deinen heiligen Geist nicht von mir. Tröste mich wieder mit Deiner Hilfe, Und der freudige Geist enthalte mich. Denn ich will die Uebertreter Deine Wege lehren, Daß sich die Sünder zu Dir bekehren. Errette mich von den Blutschulden, Gott, der Du mein Gott und Heiland bist, Daß meine Zunge Deine Gerechtigkeit rühme. 17. 18. 19. 20. 21. HErr, thu meine Lippen auf, Daß mein Mund Deinen Ruhm verkündige. Denn Du hast nicht Lust zum Opfer, Ich wollte Dir es sonst wol geben; Und Brandopfer gefallen Dir nicht. Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geäng⸗ steter Geist; Ein geängstet und zerschlagen Herz wirst Du, Gott, nicht verachten. Thu wohl an Zion nach Deiner Gnade, Baue die Mauern zu Jerusalem. Dann werden Dir gefaͤllen die Opfer der Ge⸗ rechtigkeit, Die Brandopfer und ganzen Opfer; Dann wird man Farren auf Deinem Altar opfern. 2I. Pf. 102. 1. Ein Gebet des Elenden, so er betrübt ist und seine Klage vor dem HErrn aus⸗ schüttet. 2. HErr, höre mein Gebet, Und laß mein Schreien zu Dir kommen. —. 10. 12. 61— 3. Verbirg Dein Antlitz nicht vor mir, dige. In der Noth neige Deine Ohren zu mir; Wenn ich Dich anrufe, so erhöre mich bald. 4. Denn meine Tage sind vergangen wie ein Rauch, eäng⸗ Und meine Gebeine sind verbrannt wie ein Brand. Du, 5. Mein Herz ist geschlagen und verdorret wie Gras, Daß ich auch vergeße mein Brot zu eßen. 6. Mein Gebein klebt an meinem Fleisch, Vor Heulen und Seufzen. 7. Ich bin gleich wie eine Rohrdommel in der Wüste, Ich bin gleich wie ein Käuzlein in den ver⸗ störten Stätten. Altar 8. Jih Wache Und bin wie ein einsamer Vogel auf dem Dache. 9. Täglich schmähen mich meine Feinde; Und die mich spotten, schwören bei mir. 10. Denn ich eße Asche wie Brot Und mische meinen Trank mit Weinen, 14. Vor Deinem Dräuen und Zorn, Daß Du mich aufgehoben und zu Boden ge⸗ stoßen hast. 12. Meine Tage sind dahin wie ein Schatten; Und ich verdorre wie Gras. und aus⸗ 62 13. Du aber, HErr, bleibest ewiglich, 2 Und Dein Gedächtnis für und für. 14. Du wollest Dich aufmachen und über Zion er⸗ 2⁴ barmen; Denn es ist Zeit, daß Du ihr gnädig seiest, 25 und die Stunde ist kommen. 15. Denn Deine Knechte wollten gerne, daß sie ge⸗ bauet würde, Und sähen gerne, daß ihre Steine und Kalk zugerichtet würden; 16. Daß die Heiden den Namen des HErrn fürchten, Und alle Könige auf Erden Deine Ehre; 17. Daß der HErr Zion bauet, 28 Und erscheinet in seiner Ehre. 18. Er wendet sich zum Gebet der Verlaßenen, Und verschmähet ihr Gebet nicht. 19. Das werde geschrieben auf die Nachkommen; Und das Volk, das geschaffen soll werden, wird den HErrn loben. 20. Denn er schauet von seiner heiligen Höhe, Und der Herr siehet vom Himmel auf Erden, 4 21. Daß er das Seufzen des Gefaͤngenen höre, Und los mache die Kinder des Todes; 22. Auf daß sie zu Zion predigen den Namen des 2. HErrn, Und sein Lob zu Jerusalem; 26 27 29 er⸗ eiest, ge⸗ Kalk ten, 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 63 Wenn die Völker zusammenkommen, Und die Königreiche, dem HErrn zu dienen. Er demüthiget auf dem Wege meine Kraft, Er verkürzet meine Tage. Ich sage: Mein Gott, Nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage. Deine Jahre währen für und für. Du hast vorhin die Erde gegründet, Und die Himmel sind Deiner Hände Werk. Sie werden vergehen, aber Du bleibest. Sie werden alle veralten, wie ein Gewand; Sie werden verwandelt, wie ein Kleid, wenn Du sie verwandeln wirst. Du aber bleibest wie Du bist, Und Deine Jahre nehmen kein Ende. Die Kinder Deiner Knechte werden bleiben, Und ihr Same wird vor Dir gedeihen. 22. Pf. 130. Ein Lied im höhern Chor. Aus der Tiefen Rufe ich, HErr, zu Dir. SeErr, höre meine Stimme, Laß Deine Ohren merken auf die Stimme mei⸗ nes Flehens. —— 655 3. So du willst, HErr, Sünden zurechnen, HErr, Wer wird bestehen? 4. Denn bei Dir ist die Vergebung, Daß man Dich fürchte. 5. Ich harre des HErrn, meine Seele harret, Und ich hoffe auf sein Wort. 6. Meine Seele wartet auf den HErrn 5 Von einer Morgenwache bis zur andern. 7. Israel hoffe auf den HErrn; Denn bei dem HErrn ist die Gnade und viel 6 Erlösung bei ihm. 8. Und er wird Israel erlösen Aus allen seinen Sünden. 3. Pf. 143. 1. Ein Psalm Davids. HErr, erhöre mein Gebet, Vernimm mein Flehen um Deiner Wahrheit willen, 9. Erhöre mich um Deiner Gerechtigkeit willen. ö 40. 2. Und gehe nicht ins Gericht mit Deinem Knecht; Denn vor Dir ist kein Lebendiger gerecht. r, viel 10. *. 65 „Denn der Feind verfolget meine Seele, und zer⸗ schlägt mein Leben zu Boden; Er legt mich ins Finstere wie die Todten in der Welt. Und mein Geist ist in mir geängstet; Mein Herz ist mir in meinem Leibe verzehret. „Ich gedenke an die vorigen Zeiten, Ich rede von allen Deinen Thaten Und sage von den Werken Deiner Hände. „Ich breite meine Hände aus zu Dir; Meine Seele dürstet nach Dir, wie ein dürres Land. Sela. SErr, erhöre mich bald, mein Geist vergehet; Verbirg Dein Antlitz nicht vor mir, Daß ich nicht gleich werde Denen, die in die Grube fahren. Laß mich frühe hören Deine Gnade, Denn ich hoffe auf Dich. Thu mir kund den Weg, darauf ich gehen soll, Denn mich verlanget nach Dir. „Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden, Zu Dir hab' ich Zuflucht. Lehre mich thun nach Deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; Dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. 14. HErr, erquicke mich um Deines Namens willen, Prüfungstafel. 5 Führe meine Seele aus der Noth, um Deiner Gerechtigkeit willen; 12. Und verstöre meine Feinde um Deiner Güte willen, Und bringe um alle, die meine Seele ängsten; Denn ich bin Dein Knecht. V. Das Gebet Daniels im 9. Kapitel. Ach lieber HErr, du großer und schrecklicher Gott, der Du Bund und Gnade hältst Denen, die Dich lieben und Deine Gebote halten. Wir haben gesündigt, Unrecht gethan, sind gott⸗ los gewesen und abtrünnig worden, wir sind von Deinen Geboten und Rechten gewichen. Wir gehorchten nicht Deinen Knechten, den Propheten, die in Deinem Namen unsern Köni⸗ gen, Fürsten, Vätern und allem Volk im Lande predigten. Du, HErr, bist gerecht, wir aber müßen uns schämen; wie es denn jetzt gehet denen von Juda und denen von Jerusalem und dem ganzen Ifrael, beide denen, die nahe und fern sind in allen Landen, dahin Du uns ver⸗ stoßen haͤst um ihrer Missethat willen, die sie an Dir begangen haben. 5. Ja, HErr, wir, unsere Könige, unsere Fürsten Cì!ů 10 einer Güte sten; licher enen, gott⸗ sind n. den Köni⸗ Lande uns von dem fern ver⸗ ie sie ürsten —.⁰ und unsere Väter müßen uns schämen, daß wir uns an Dir verfündigt haben. 6. Dein aber, HErr, unser Gott, ist die Barm⸗ herzigkeit und Vergebung. Denn wir sind ab— trünnig worden. 7. Und gehorchten nicht der Stimme des HErrn, unsers Gottes, daß wir gewandelt hätten in seinem Gesetz, welches er uns vorlegte durch seine Knechte, die Propheten; 8. Sondern das ganze Israel übertrat Dein Ge— setz und wichen ab, daß sie Deiner Stimme nicht gehorchten. Daher trifft uns auch der Fluch und Schwur, der geschrieben steht im „Gesetze Mose, des Knechtes Gottes, daß wir an ihm gesündigt haben. 9. Und Er hat seine Worte gehalten, die Er ge⸗ redt hat wider uns und unsere Richter, die uns richten sollten, daß er solch groß Unglück über uns hat gehen laßen, daß desgleichen unter allem Himmel nicht geschehen ist, wie über Jerusalem geschehen ist. 10. Gleichwie es geschrieben steht im Gesetze Mose, so ist all dies große Unglück über uns ge⸗ gangen. So beteten wir auch nicht vor dem HErrn, unserm Gott, daß wir uns von den Sünden bekehreten und deine Wahrheit ver— nähmen. 5* 11. 12. 13. 14. 15. Darum ist der HErr auch wacker gewest mit diesem Unglück und hat's über uns gehen la— ßen. Denn der HErr, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er thut; denn wir gehorchten seiner Stimme nicht. Und nun, HErr, unser Gott, der Du Dein Volk aus Egyptenland geführt hast mit star⸗ ker Hand und hast Dir einen Namen gemacht, wie er jetzt ist; wir haben ja gesündigt und sind leider gottlos gewesen. Ach, HErr, um aller Deiner Gerechtigkeit wil⸗ len wende ab Deinen Zorn und Grimm von Deiner Stadt Jerusalem und Deinem heiligen Berg. Denn um unsrer Sünde willen und um unsrer Väter Missethat willen trägt Je⸗ rusalem und Dein Volk Schmach bei allen, die umher sind. Und nun, unser Gott, höre das Gebet Deines Knechtes und sein Flehen und siehe gnädiglich an Dein Heiligthum, das verstört ist, um des HErrn willen. Neige Deine Ohren, mein Gott, und höre,— thue Deine Augen auf und siehe, wie wir verstöret sind, und die Stadt, die nach Deinem Namen genennet ist. Denn wir liegen vor Dir mit unserm Gebet nicht auf unsre Ge⸗ 16 mit 1 la⸗ recht denn Dein star⸗ lacht, und wil⸗ von iligen und Ser allen, seines iglich ndes e,— wir einem 1 vor Ge⸗ 16. —— rechtigkeit, sondern auf Deine große Barmher⸗ zigkeit. Ach HErr, höre,— ach HErr, sei gnädig, ach HErr, merk' auf und thu es und verzeuch nicht, um Dein selbst willen, mein Gott denn Deine Stadt und Dein Volk ist nach Deinem Namen genennet. 25. Das Gebet Manasse, des Königs Juda, da er gefangen war zu Babel. HErr, allmächtiger Gott unsrer Väter Abraham, Isaak und Jakob, und ihres gerechten Samens, Der Du Himmel und Erde und alles, was drinnen ist, gemacht hast, Und hast das Meer versiegelt mit Deinem Gebot, und hast die Tiefe verschloßen und verfiegelt, Zu Ehren Deinem schrecklichen und herrlichen Namen, daß jedermann muß vor Dir erschrecken und sich fürchten vor Deiner großen Macht. Denn untrüglich ist Dein Zorn, den Du dräuest den Sündern. Aber die Barmherzigkeit, so Du verheißest, ist unmäßig und unausforschlich. Denn Du bist der HErr, der Allerhöchste über den ganzen Erdboden, von großer Geduld und 10. 11. 12. 13. 14. 15. 70 sehr gnädig, und strafest die Leute nicht gerne, und haͤst nach Deiner Güte verheißen Buße zur Vergebung der Sünden. Aber weil Du bist ein Gott der Gerechten, hast Du die Buße nicht gesetzt den Gerechten Abra— ham, Isaak und Jakob, welche nicht wider Dich gesündigt haben. Ich aber habe gesündigt, und meine Sünde ist mehr, denn der Sand am Meere, und bin ge— krümmet in schweren eisernen Banden und habe keine Ruhe. Darum, daß ich Deinen Zorn erwecket habe, und groß Uebel vor Dir gethan, damit daß ich solche Greuel und so viel Aergernis ange— richtet habe. Darum beuge ich nun die Knie meines Herzens und bitte Dich, HErr, um Gnade. Ach HErr, ich haͤbe gesündigt, ja ich habe ge— sündigt und erkenne meine Missethat. Ich bitte und flehe, vergib mir; o HErr, ver— gib mir's. Laß mich nicht in meinen Sünden verderben, und laß die Strafe nicht ewiglich auf mir bleiben; Sondern wollest mir Unwürdigen helfen nach Deiner großen Barmherzigkeit, so will ich mein Leben lang Dich loben. gerne, ße zur , hast Abra⸗ r Dich ide ist in ge⸗ habe habe, t daß ange⸗ erzens ge⸗ „ver⸗ erben, mir nach mein —. 16. Denn Dich lobet alles Himmelsheer, und Dich soll man preisen immer und ewiglich. Amen. Beichten zu Gott. 26. HErr JEsu Christe, Du einiger Arzt der Kran⸗ ken, Du Genesung der verwundeten Gewißen, der Du in der Fülle der Zeit auf Erden gekommen bist, nicht die Gerechten, sondern die Sünder zur Buße zu rufen: wir armen, vom Stachel der Sünde tödtlich verwundeten Menschen kommen zu Dir in Zuversicht auf Deine unaussprechliche Güte und Liebe, welche Du an uns bis in den bittern Tod des Kreuzes gewendet hafst. O Du, von dem Vater uns zaghaften, erschrockenen Sündern zum Gnadenstuhle aufgerichtet, vor Dein Angesicht brin— gen wir unser sündiges, boshaftes Herz, in der Vorhaut der Sünden. In uns wohnt das heim⸗ liche Laster des Unglaͤubens, der Eigenliebe, des Ungehorsams, der Widerspenstigkeit gegen Deinen heiligen Willen, der Verachtung aller geistlichen, himmlischen Güter. Wie hängt das Herz so fest an dieser Welt, sein Wohlgefallen an ihren Sitten und Gütern! Welch eine große Sorge wenden wir auf dieses Leben, auf diese Zeit, auf unser sterbliches Fleisch, auf Deine Gaben, die wir hie 72 zeitlich genießen. Darin stehen wir ganz vertieft und vergeßen die geistlichen Güter und Gaben. Dazu gilt uns unsere Blindheit für Licht, unser Irrthum für Weisheit, unser Gutdünken für Geist, unsers Herzens Abgötterei für göttliche, ewige Wahrheit. Wir vertheidigen uns auch freventlich und wollen in nichts vor Dir Unrecht haben. Wir fliehen, was uns fördern könnte, und suchen, was uns je länger, je mehr von unserm Heil ab— wendet. Kalt sind wir und ohne Deinen h. Geist ohne Gerechtigkeit, Fried' und Freude, ohne Demuth, Furcht und Schrecken vor Deinem Urtheil. Wider⸗— wärtig ist uns alles, was Licht und Leben aus Gott heißt; all unser Wohlgefallen ist in Lüge, Finsternis und Tod. Verachtung Deiner Herrlich— keit, Undank gegen Deine zahllosen, uns Verfluchten erzeigten Wohlthaten ist all unser Leben. Wir bekennen Dir nun diese mannigfaltigen, un⸗ gestümen Wellen der bösen Begierde! Wir geben uns schuldig aller Früchte des bösen Baumes, unseres Herzens, von dem Dein Mund mit Wahrheit gespro— chen hat, daß nur böse Gedanken und Werke von ihm kommen. Du kennst den bösen Baum, alle seine Wurzeln und Aeste und Früchte, unser arges Herz mit allen seinen Krümmungen und Winkeln. Nimm uns wieder in Deine schaffenden, allmächtigen Hände; gib uns ein neues Herz, daß wir nicht ewig RM 6„R* ertieft aben. unser Geist, ewige ntlich aben. ichen, Iab⸗ Geist nuth, ider⸗ aus Lüge, rlich⸗ ichten „ un⸗ geben iseres spro⸗ von alle arges ikeln. tigen ewig 73 Dornen und Disteln tragen. Fülle uns bald mit Deiner Gnade, welche beßer ist, als Leben. Laß durch Gnade unsere Sünde bedeckt, unsern Geist zu Deiner Lieb' und Furcht erneut werden! Laß ihn Deiner Gnaden Herrlichkeit preisen im Lande der Lebendigen und im Thale des Todes, und unter der Menge der Seligen und Auserwählten! Amen. 2. Ich armer, sündiger Mensch bekenne Gott, mei— nem Schöpfer, Erlöser und Seligmacher, daß ich leider, so lange ich lebe, keinen rechten, starken und einigen Glauben an IEsum Christum gehabt habe. Auch habe ich brüderliche und allgemeine Liebe nie so in meinem Herzen getragen, wie ich es selbst für recht erkannt hätte. Ich habe auf Menschengebote und Menschenlehren mehr Fleiß verwendet, als auf die Ausübung Deiner hh. Gebote, o Gott, und auf die Erkenntnis und Einpflanzung Deiner seligma⸗ chenden Lehre. Auch habe ich mehr nach eigenem Verstande gelebt, mir selber Gut und Ehre zu ver⸗ mehren, als ich auf dem von Dir geoffenbarten Wege des Heils nach dem Reiche Gottes und Sei— ner Gerechtigkeit getrachtet habe. Ueppiglich und un— gezügelt habe ich mich über Dein Wort und Gebot hinweggesetzt, Dich geunehrt, ja gelästert, die Brü— der aber beneidet, gehaßt, verachtet und beschädigt. 74 Weil dies mein verkehrtes, unchristliches, sträf⸗ liches Leben mein Gott am ernsten Taͤge der Ge— rechtigkeit strafen will; komme ich armer, großer Sünder zuvor in der Zeit der Gnaden, lege heute alle meine Sünde auf Deinen Altar und höchsten Priester, meinen Sündentilger IEsum Christum, und bitte Dich, mein Gott, leite und regiere mein Leben, Sterben und Auferstehen in Gnaden nach Deinem Willen! Amen. B. O Gott! Meine Sünden haben sich in meinem Fleische gehäuft und sind ohne Zahl geworden, wie der Sand am Meere. Wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden. Ich haͤbe nach dem Willen des Fürsten dieser Welt gelebt und gethan, was mein Fleisch gelüstet hat. In eiteln Gedan— ken habe ich gelebt, in unnützen Worten, in thö⸗ richten Werken,— in Blindheit des Herzens, in Eigenliebe, in erdichtetem Scheine der Gerechtigkeit und Frömmigkeit, in unreinem, in todtem Glauben. Ich habe den Lüsten und Eingebungen des bösen Geistes und Fleisches nicht mit Ernst widerstaͤnden, sondern denselben zu tausend Malen mehr, als Gottes, meines HErrn und des heiligen Geistes treuer Warnung und Einsprache gehorcht und Folge geleistet, und also den allerbesten Rath meines Got⸗ sträf⸗ Ge⸗ roßer heute chsten stum, mein nach einem „wie sind dem than, edan⸗ thö⸗ 3, in tigkeit uben. bösen nden, als zeistes Folge Got⸗ L tes verachtet, Seinen heil. Namen geunehrt, Ihn selbst erzürnt. Das ist mir nun leid und reut mich von Herzen. Weil aber die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, geoffenbart wird allen Menschen in der Vergebung der Sünden, und wir umsonst gerecht werden durch den Glauben an IEsu Christi Blut; so komme ich in dieser meiner Zeit, zu bedenken, was zu meinem Frieden dient. Ich bitte um einen rechtschaffenen, wahren Glau⸗ ben, zu faßen und zu behalten die himmlische Wohl— that der Vergebung, von Tag zu Tage im Sinn mei⸗ nes Herzens erneuert zu werden, und beständig, für immer das gottlose Wesen und die weltlichen Lüste zu verlaßen, in Deiner Furcht und Liebe zu leben bis ans Ende, und der Zukunft meines HErrn und Heilandes JEsu Christi in gutem Gewißen, mit Freu⸗ den zu warten! Amen. 29. O allmächtiger, ewiger und lebendiger Gott, Du mein himmlischer Vater, wie herzlich und freund— lich lockst Du uns arme Sünder zu Dir durch Deinen lieben Sohn IEsum Christum, unsern HErrn, der da mit ausgereckten Armen immerdar ruft und spricht: „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und be— laden seid, Ich will euch erquicken.“ Ach HErr, so 76 komme ich nun auch abermal vor Deine göttliche Majestät, freilich, freilich mit sehr vielen und schwe— ren Sünden beladen und allzu mühselig. Denn da hab' ich Dich, meinen lieben Gott, Schöpfer und Erlöser, nicht nur ein Mal und aber— mal, nicht nur auf einen oder zwei Tage, auf ein Monat oder Jahr, sondern die ganze Zeit meines Le⸗ bens und in allem meinen Thun und Laßen viel hunderttaͤusend Mal beleidigt und wider Dich gar schwerlich gesündigt, also, daß auch mein ganzes Le— ben vor Dir nichts anderes ist, denn eitel Uebertre— tung, Ungehorsam und Sünde. Ja, meine Natur und Wesen selbst, Leib und Seele an mir, ist der— maßen verderbt und so verkehrt, daß ich auch von Natur Deinem heil. Geiste zuwider bin, und das— jenige haße, was Du liebest, und liebe, was Du haßest. Ach wie sehr gelüstet mich immerdar nur des Bösen, so Du mir hast verboten! Wie unlustig, faul und verdroßen bin ich zum Guten, das Du mir hast geboten! Wie habe ich das Eitle so lieb und die Finsternis so gerne! Wie lustig, wie ge— schäftig, wie unverdroßen bin ich auf das Zeitliche! Ach, wie wenig achte ich das Ewige! Ja auch, welches das Aergste an mir ist, wie bin ich von Natur nur so lustig und geschwinde, die Sünde zu verbergen, zu entschuldigen und auch zu vertheidi— ttliche chwe⸗ Gott, aber⸗ f ein 8 Le⸗ viel gar S Le⸗ ertre⸗ statur der⸗ von das⸗ Du des ustig, Du lieb e ge⸗ liche! auch, von de zu 77 gen! Wie bald habe ich Ausrede erdichtet!— Und was bedarf's vieler Worte und langen Erzählens? Ist doch alles an mir, was ich bin, lebe, thue und laße, dermaßen, daß es des Todes und der Verdammnis würdig ist,— und ist meinethalben ja nichts Gutes an mir, nicht ein Haar auf dem Haupt droben. Es gehört doch Leib und Seele und alles miteinander an mir hinein in den Ab— grund der Hölle zu den leidigen Teufeln: was soll ich viel Worte davon machen? Ich bekenne es allewege, daß ich je meinethalben, wie ich gehe und stehe, inwendig und auswendig, mit Haut und Haar, mit Leib und Seel' in das ewige höllische Feuer hineingehöre; das ist doch die Summe da— von; mein Vater, was soll ich daraus machen? Ein armer, großer Sünder bin ich eben, um und um, und in allen Dingen. Ja, siehe, HErr, so wahr ist's, daß ich vor Dir ein Sünder bin, daß ich auch in Sünden empfangen und geboren bin, also der Stamm und Wurzel nicht gut ist, ge— schweige denn die Worte, Werke und Gedanken und das nachfolgende Leben. Ein böser Baum bin ich, und von Natur ein Kind des Zorns und der Sünde. Und so lange dieselbe Natur und Wesen in und an uns bleibt, also lang sind und bleiben wir Sünder und ist Haut und Haar nicht gut an uns Menschen von Mutterleibe an. Der w—ttetettettt“ikss«1ci,ddteed˖e˖/˖ —: 78 Baum mitsammt den Früchten ist bös, wie soll— ten wir uns denn etwas Guten vor Dir rühmen können? Da ist nichts, da weiß ich nichts, da sehe ich nichts Gutes bei und in mir außerhalb Dei— ner Gnade. Da hast Du es gar auf einem Knäuel: wenn ich gleich lang aufwickele, so finde ich doch nichts anderes; da ist, Summa! nichts Gutes, was ich rede, denke, thue und lebe, außer Deiner Gnad' und göttlichen Kraft, wenn ich gleich aller Menschen Heilig⸗ keit hätte. So gar taͤuge ich nichts, so gar ein ar— ges Holz und grober Baum bin ich, in Sünden em— pfangen und geboren und der Sünde derma⸗ ßen unterworfen, daß alles an mir, Leib und Seel, vor Dir in Deinem Gesetz eitel Gräuel und Unflath ist. Sieh, lieber HErr, das heißt ja recht mühse— lig und beladen sein. Wie könnte es doch müh— seliger und erbärmlicher mit mir armen Sünder stehen? Weil ich aber in dieser meiner so großen und tiefen Mühseligkeit und bei so gar zu Grunde ver— derbter, böser Natur und bei so vielfältigen Sün— den nirgend Rath, noch Hülfe weiß, weder im Him⸗ mel, noch auf Erden, viel weniger an und bei mir selbst, sondern geradezu an mir und allen meinen Werken und Kräften gänzlich verzagen muß und deshalben nirgends einen Trost hätte, wo nicht mein lieber HErr Christus wäre; wohlan, so wende und kehre i ten No herzlieb Sohn, habe i sein un söhnen. worden Gehorse und üh vor, ae ich sei Sünder wegen, ken auf haben, rechtigke es ist wenn h dern da Aufsehe Deine holdselig Christi, priesters Erlösers Seinetw zie soll⸗ rühmen hts, da lb Dei⸗ Knäuel: ch nichts was ich ad' und Heilig⸗ ein ar⸗ den em⸗ derma⸗ 1d Seel, Unflath mühse⸗ h müh⸗ Sünder jen und ude ver⸗ nᷓSün⸗ m Him⸗ bei mir meinen uß und cht mein nde und 7⁰ kehre ich mich nun zu demselben einigen und rech⸗ ten Nothhelfer und Seelenarzte, nämlich zu meinem herzliebsten HErrn und Heiland, Deinem lieben Sohn, IEsu Christo. Dahin fliehe ich, zu Dem habe ich meine Zuflucht, Der soll mein Beistand sein und mich bei Dir vertreten und wieder aus— söhnen. Denn Er ist nicht allein mein Bürge worden; sondern hat auch allbereits mit Seinem Gehorsam und unschuldigen Tode für mich reichlich und überflüßig bezahlt; Den stelle ich Dir nun vor, ach mein lieber Vater, und bitt' allewegen: ich sei meinethalben, was ich wolle und wie großer Sünder ich wolle; so bitte ich Dich dennoch alle— wegen, daß Du Dein Aufsehen und Dein Aufmer⸗ ken auf mich der Sünden halben nur nicht wollest haben, und wollest Deine scharfen Augen der Ge— rechtigkeit auf mich nicht kehren, noch wenden! O es ist sonst mit mir verloren und verdorben, und wenn hunderttausend Welten auf mir wären! Son⸗ dern darum bitte ich Dich, daß Du wollest Dein Aufsehen und Dein Aufmerken haben und wollest Deine Augen kehren, wenden und richten in das holdselige Angesicht Deines lieben Sohnes IEsu Christi, Deines Gesalbten, meines Mittlers, Hohen⸗ priesters und Fürsprechers, meines Heilands, meines Erlösers und Seligmachers, und wollest mir um Seinetwillen und nicht um meinetwillen(bitte ich — Dich nochmals, mein Vater) gnädig und barmher⸗ zig sein. Ach, ich bitte Dich um Seines Bluts wegen, das Er mildiglich am Kreuze zur Verzeihung und Vergebung meiner Sünden vergoßen hat, der liebe, fromme HErr, daß Du dasselbige theure Blut JEsu Christi, Deines lieben Sohnes, meines treuen Heilandes, ja an mir armen Creatur meiner man⸗ nigfaltigen Sünden halben, die nicht auszusprechen sind, nach Deiner Gerechtigkeit nicht wollest anders machen, noch umkehren; sondern wollest es nach Deiner grundlosen Barmherzigkeit den Nutzen und die Frucht laßen an mir schaffen und ausrichten, dazu es in Ewigkeit von Dir verordnet und von Deinem lieben Sohn JIEsu Christo am Kreuze vergoßen ist, nämlich zu gnädiger Verzeihung und Vergebung meiner Sünden.— Und wollest mir auch um Seinetwillen verleihen zu rechter Zeit, wenn nun mein Stündlein vorhanden ist, und ich aus diesem Jammerthal in das ewige Vaterland abscheiden soll, ein seliges Ende in einem rechten gewissen Glauben und herzlicher, kindlicher Zuver— sicht auf Deine große Gnade und auf das theure Verdienst meines HErrn IEsu Christi, und dann eine fröhliche Auferstehung. Darauf befehl' ich Dir jetzt und allezeit, o Du frommer Gott, meine arme Seele in Deine treuen Hände, denn du hast mich e Ewigke Beis O lischer? und un Du Sü der zu zu Dir begehrt. blick der erseufzet, selben 1 Zusage heil. Wi Dar N. N. laden. vorgesehe aber ach, habe der Fleische nicht als Prüfungs armher⸗ wegen, nga und r liebe, e Blut 3treuen rman⸗ sprechen anders es nach en und srichten, nd von Kreuze ug und est mir r Zeit, und ich aterland rechten Zuver⸗ ftheure id dann ehl' ich „ meine du hast 81 mich erlöset, Du treuer Gott, hochgelobt in alle Ewigkeit! Amen. Amen. Dr. M. Luther. 30. Beichte nach einem besondern Sündenfall zu Gott. O gütiger, barmherziger, gnädiger Gott, himm⸗ lischer Vater, groß und unendlich ist Deine Güte, und unaussprechlich ist Deine Barmherzigkeit, der Du Sünde und Missethat vergibst und den Sün⸗ der zu Gnaden annimmst, so oft er kommt und sich zu Dir kehrt und in wahrer Buße Deiner Gnade begehrt. Und auch in welcher Stunde und Augen⸗ blick der Sünder in seinem Herzen über seine Sünde erseufzet, da willst Du sie ihm vergeben und der⸗ selben nimmer gedenken laut Deiner wahrhaftigen Zusage und hochbetheuerten Verheißung in Deinem heil. Worte. Darum komme ich nun auch zu Dir, mit der N. N. schweren und großen Sünde insonderheit be⸗ laden. Ich hätte mich ja, lieber Gott, sollen beßer vorgesehen und vor dieser Sünde gehütet haben; aber ach, HErr, ich hab's leider nicht gethan; ich habe dem leidigen Satan und meinem verderbten Fleische leider zu viel nachgehänget,— bin auch nicht alsbald, nachdem ich gefallen, wieder aufge⸗ Prüfungstafel. 6 1 4 + . ö 82 standen, sondern habe mich allzulange darin gesäumt und aufgehalten. Doch, Du gütiger, gnädiger Vater, Du nimmst nicht allein die zu Gnaden an, welche bald kom⸗ men und sich in eilender Buße erkennen; sondern stößest auch diejenigen nicht von Dir, welche mit dem verlorenen Sohne das väterliche Erbtheil gar verschwendet haben und eher nicht zurückdenken und wiederkehren, bis sie der bittere Hunger und die äußerste Noth dazu drängt. Wenn sie kommen und Gnade bei Dir suchen, nimmst Du sie herzlich gerne an, wie solches viel tröstliche Exempel der heil. Schrift ausweisen, an den ungerechten, wucherischen Zöllnern Matthäus und Zachäus, an dem offenba⸗ ren Sünder im Tempel, an dem Verläugner Petrus, an dem mörderischen Schächer am Kreuz, an dem Prophetenmörder Manasse, an dem Chebrecher Da⸗ vid, an der unzüchtigen Maria Magdalena ꝛc. De— ren keinem, wie auch sonst keinem einzigen bußfer⸗ tigen Sünder, wie sehr er auch etwa gefündiget hatte, hafst Du Deine grundlose Barmherzigkeit je⸗ mals versagt; sondern hast jederzeit, auch bis auf diese Stunde alle Todsünder und Sünderinnen mit allen Gnaden und Freundlichkeit zu Dir gelockt und gerufen, und willst, daß sich der Sünder erkenne, in wahrer Buße wiederkehre und lebe. Derhalben und in dieser Zuversicht komme ich nun ar Gott u Vergeb ich in es, es ich Di nicht le herziger vielfälti Sünde ter, HErr, Fleisch ich Die daß ich und Lar ist an mir gne meinem ner Mi und nie men Ki erbarmt über mi Mittlers Heiland gesäumt nimmst ld kom⸗ sondern lche mit heil gar ken und und die men und ich gerne der heil. herischen offenba⸗ Petrus, an dem her Da⸗ ꝛc. De⸗ bußfer⸗ esündiget igkeit je⸗ bis auf nnen mit lockt und erkenne, ömme ich 83 nun auch, Du frommer, gütiger und langmüthiger Gott und Vater, und suche bei Dir Gnade und Vergebung. Es ist mir ja von Herzen leid, daß ich in diesen Fall gerathen; ach, HErr, ich bekenne es, es ist ja Unrecht, ich habe gesündigt, das klag' ich Dir von Herzen; es ist geschehen, ich kann's nicht läugnen, noch entschuldigen. Aber Du, barm— herziger Gott, vergib mir neben meinen andern vielfältigen Sünden auch diese besondere schwere Sünde, und nimm mich auch diesmal, mein Va⸗ ter, wieder zu Gnaden an um Christi willen. SErr, ich will's nicht mehr thun; doch weil mein Fleisch und Blut hiezu viel zu schwach ist, so bitte ich Dich, gib mir, o Gott, auch diese Gnade, daß ich's ja nicht mehr thue und Deine große Güte und Langmüthigkeit nicht mehr so mißbrauche. Ach, es ist an dem zu viel, erbarme Dich meiner und sei mir gnädig. HErr, haͤndle ja nicht mit mir nach meinem Verdienste und vergilt mir nicht nach mei⸗ ner Missethat. Ach, sei Du ein gnädiger Vater, und nicht ein scharfer Richter an mir, Deinem ar⸗ men Kinde. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmt, also erbarme Du Dich auch, o HErr, über mich um Deines lieben Sohnes, meines treuen Mittlers und Sündenbüßers, unsers HErrn und Heilands JEsu Christi willen! Amen. 6* 31. Aengstliches Rufen eines Menschen, der oft Beßerung versprochen und nicht gehalten hat, was er zugesagt hatte. Wehe mir, wehe mir! Ich habe zugesagt, mich zu beßern, aber ich habe es niemals gehalten. Ich habe wohl versprochen, frömmer zu werden, aber es ist mit mir immer ärger geworden, ich habe mich immer wieder zum Bösen gekehrt und die vorigen Sünden wiederholt, meine Kleider wieder besudelt, meine Füße wieder verunreinigt. Ach, wer will dir helfen, wer will dich herausreißen und zu CEh⸗ ren setzen? Ich sehe zur Rechten, und siehe, es ist kein Helfer, zur Linken, und Niemand antwor⸗ tet mir. O wo bist Du, Menschenhüter, wo bist Du? Warum verläßest Du mich? Warum wendest Du Dein Angesicht von mir? Willst Du mich denn laßen sterben und verderben in meinen Sünden? Soll denn Dein Zorn auf mir bleiben und Deine Strafe mich immerdar drücken? Kehre wieder, kehre wieder, mein Gott! Kehre wieder, kehre wieder, mein Erbarmer! Gröblich habe ich gesün— digt, das bekenne ich. Strafe habe ich verdient, das gesteh' ich. Daß Du aber gnädig seiest, das glaub' sei aue O Verbir in De Durch reinigt versöhn friedlich in imm sei mei Trauricg O Komm, mit D mit Pe klage n Wort des Tre daß mei Vaterlan hend w und We zu Dir mehr zu sammeln „Ich k er oft Iten gt, mich n. Ich n, aber abe mich vorigen besudelt, ver will zu Eh⸗ he, es ist antwor⸗ ist Du? dest Du ich denn Sünden? d Deine wieder, r,‚ kehre h gesün⸗ verdient, est, das 5 glaub' ich, das hoff' ich, das weiß ich. Ach Gott, sei auch mir armen Sünder gnädig! O wo bist Du, mein Erlöser, wo bist Du? Verbirg Dein Antlitz nicht vor mir! Schließ mich in Deine Arme! Nimm mich in Deine Gnade ein! Durch Deine Wunden laß mich geheilt, laß mich ge⸗ reinigt werden durch Dein Blut. Dein Gehorsam versöhne mich, Deine Genugthuung sei mir eine friedliche Zuflucht, Deine Fürbitte sei mein Trost in immer wiederkehrender Schwachheit! Mein HErr sei mein Leben! Mein Heiland verwandle mir alle Traurigkeit in Freude! O wo bist Du, mein Tröster, wo bist Du! Komm, SErr Gott, heiliger Geist, erquicke mich mit Deinem Worte! Ich beweine meine Sünde mit Petrus, ich bekenne sie mit Zachäus, ich be⸗ klage meine Unreinigkeit mit Magdalenen. Das Wort Deines Evangeliums sei mir ein Oelblatt des Trostes, ein Zeichen, daß die Fluthen weichen, daß mein Vater versöhnt ist und mein himmlisches Vaterland auch mir wieder sichtbar, grün und blü— hend werden soll! Die Stimme meines Klagens und Weinens, meines Betens und Flehens dringe zu Dir durch die Wolken! Ich habe keinen Mund mehr zu reden, als nur Ein Wort— darein ver⸗ sammeln sich alle meine Gedanken. Dies Wort ist: „Ich habe gesündigt.“ Erbarme Dich nun, 86 vergib mir; daran ist mir nun allein gelegen, das brauch' ich, das kann ich nicht entbehren.— O Gott Vater, erhöre meine Bitte! O Gott Sohn, vertritt sie im Heiligthum! O Gott heili— ger Geist, stärke mein Seufzen, daß es erhörlich sei,— senke mir bald die süße Botschaft in die Seele, daß ich erhört bin! Amen. Amen. 32. Nechtschaffene Früchte der Buße. Forsche, bevor du hingehst, Vergebung einzu⸗ holen, ob nicht solche Sünden auf dir liegen, welche abgethan und erstattet werden können? Finden sich dergleichen, so thu' ab und erstatte. So bringst du rechtschaffene Früchte der Buße und gibst Zeug⸗ nis, daß du die Vergebung deines Gottes von Herzen suchst.— Auf d'rum und schone deines Fleisches nicht, und thue, was recht ist, auch wenn es dir nicht behagt. Hast du jemand zur Sünde verführt, stehe ab davon, bekenne ihm deine Schuld, bitte ihn um Verzeihung, warne ihn, daß nicht das Uebel ärger werde. Hast du Schaden gethan, so ersetze ihn! Hast du unrechtes Gut an dich geri— ßen, sei's Raub, oder Diebstahl, oder Betrug, oder Fund, so laß es heimkehren, wohin es gehört! Hast du etwas versprochen, so zögere nicht mehr länger, es zu halten! Bist du etwas schuldig, so bezahle um N Lohn so befi sagen auch e zu erst erstatte rechtme Mamm Ti genwär Geist d „meine Um e Lie mitten Feinden in mir richtiges Geist! dann, 1 gen, das O Gott tt heili⸗ erhörlich in die n. g einzu⸗ „ welche uden sich bringst st Zeug⸗ tes von e deines ich wenn Sünde Schuld, nicht das than, so ich geri⸗ ug, oder gehört! ht mehr Idig, so 87 bezahle, wenn es möglich ist; wo nicht, so bitte um Nachsicht! Hast du jemanden den verdienten Lohn oder den schuldigen Unterhalt vorenthalten, so besinne dich nicht mehr länger, ich will nicht sagen fromm, sondern nur ehrlich zu sein, wie es auch ein Weltkind sein kann.— Ist der, dem du zu erstatten hast, noch im Lande der Lebendigen, so erstatte ihm; ist ers nicht mehr, so erstatte den rechtmäßigen Erben; hat er keine, so gehört dein Mammon den Armen. Thue also, so wird dich das Auge des allge— genwärtigen Gottes nicht Lügen strafen und Sein Geist dich nicht züchtigen, wenn du sprechen wirst: „meine Sünden reuen mich!“ Um ein versöhnliches Herz und Versöhnung mit dem Nächsten. Liebster Heiland und Erlöser IEsu, der Du mitten in Deinen bittern Leiden am Kreuze Deinen Feinden so willig vergeben hast, schaffe doch auch in mir und meinem Nächsten ein versöhnliches, auf⸗ richtiges Herz, einen lautern Sinn, einen gewissen Geist! Gib, was Du befohlen hast, und befiehl dann, was Du willst! Amen. 88 34. O lieber HErr JIéEsu Christe, ich will Dir jetzt meine Gabe, ein zerknirschtes, bußfertiges, gläubi⸗ ges Herz opfern, das wirst Du nicht verachten. Sollte nun mein Nächster etwas wider mich haben oder etwas wider mich gethan haben, um deswillen ich ihm ungünstig oder feind wäre; so zeige mir's an, und Dein guter Geist erinnere mich daran, daß ich zuvor hingehe und mich mit meinem Bruder ver— söhne. Gleichwie ich hoffe, bei Dir in Christo IEsu Vergebung zu finden, so laß mich auch mei⸗ nem Bruder seine Fehler vergeben don ganzem Her— zen. Siebenzig mal sieben mal laß mich, und so oft es sonst nöthig ist, ihn segnen, statt zu fluchen, ihm wohl thun, statt zu haßen, für ihn beten, statt ihm Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Laß mich niemals lange zürnen, sondern willfährig sein mei— nem Widersacher bald, dieweil ich mit ihm noch auf dem Wege bin. Laß mich allzeit meines Gebetes gedenken, da ich spreche:„Vergib uns unsre Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern!“ Und weil mein Fleisch und Blut mich oft zum Gegentheile reizt, weil oft mein Zorn und meine Rache entbrennen und es mir schwer werden will, zu vergeben und Vergebung zu suchen; so wollest Du mich, o HErr, mit Deinem h. Geiste stärken wider treiben ben, u Ac zeit da Liebe Zorn überwi nen vo und Fl tan au nem J O Ehren welches sehungee Gott der zu uns unsre S chen Fri mit wir Dir jetzt gläubi⸗ erachten. ben oder illen ich tir's an, daß ich er ver⸗ Christo ich mei⸗ em Her⸗ und so fluchen, en, statt aß mich in mei⸗ ioch auf Gebetes munsre digern!“ ft zum meine n will, wollest stärken 89 wider Fleisch und Blut, durch Deinen h. Geist mich treiben, zu thun Deinen Willen, versöhnlich zu le⸗ ben, und also meinem Heiland nachzufolgen! Amen. 35. Ach, HErr JEsu, laß mich doch jetzt und alle⸗ zeit dahin trachten, daß ich kraft Deiner herzlichen Liebe des Nächsten Bosheit mit Gütigkeit, seinen Zorn mit Liebe, seine Feindseligkeit mit Geduld überwinde, ihn durch mein Gebet und meine Thrä⸗ nen vor Gott, wie auch durch Ermahnen, Bitten und Flehen und Wohlthun gewinne, also den Sa⸗ tan ausstoße und meines Nächsten Herz Dir, mei⸗ nem JEsu, heimführen mögel Amen. Um Frieden. 36. O allmächtiger, ewiger Gott, Du König der Chren und HErr Himmels und der Erde, durch welches Geist alle Dinge regiert, durch welches Vor⸗ sehung alle Dinge geordnet werden, der Du bist ein Gott des Friedens, von dem alle Einigkeit und Friede zu uns kommt: wir bitten Dich, Du wollest uns unsre Sünde vergeben und uns mit Deinem göttli⸗ chen Frieden und heiliger Einigkeit begnadi gen, da⸗ mit wir mit Furcht und Zittern Dir dienen, zu Lob 90 und Preis Deines Namens, durch unsern HErrn Jesum Christum. Amen. 37. O SErr, Gott Zebaoth, mache Du alles still, friedlich und einig in unsern Herzen, in unsrer Ge⸗ meinde, in unserm Lande, in unsern Häusern, und hole uns zur seligen Stunde in das stille, ruhige, friedliche Land der ewigen Freude und Herrlichkeit. Amen. 38. Von der Nothwendigkeit des Bekenntnisses der Sünde gegen den Nächsten. Es liegt ein besonderer Segen auf der Aus⸗ sprache und Kundgebung des Innern vor Gott und Menschen. Man soll innerlich ohne Unterlaß beten, und man kann nicht allzeit äußerlich mit dem Mund beten; aber es ist doch das innerliche Gebet nur wie eine verschloßene Flamme und erst dann scheint es dem Beter, als bete er aus der Tiefe der Seele, wenn vom Ton, der in ihm lebt, auch seine Zunge wiederklingt. Aehnlich ist es mit dem Be— kenntnis der Sünde. Wenn ein Mensch innerlich sein ganzes Leben durchspäht und sein Herz von Traurigkeit erfüllt ist über die unangenehmen Ent⸗ deckungen, welche er in sich selbst macht; wenn seine Thrän Leid k mit de alle de seine dem ra ein B auch d es zu daß ni nere X Vergeb nunft, sagt de schmach Heulen im Ve dern M du arn da du dadurch wirst d vielleich bei dir dem, dẽ fen? J dein So HœErrn lles still, üisrer Ge⸗ ern, und „ ruhige, rrlichkeit. tnisses ser Aus⸗ Hott und aß beten, mit dem he Gebet rst dann Tiefe der iuch seine dem Be⸗ innerlich herz von nen Ent⸗ enn seine 91 Thränen fließen und sein Leib sich vor Weh und Leid krümmt, wie ein Wurm; so thut er sich doch mit dem allem nicht genug, und es liegt auch in alle dem keine Erleichterung, bis er es wagt, und seine Missethat vor seinen Brüdern bekennt. In dem reumüthigen Bekenntnis der Sünde liegt schon ein Balsam und heimlicher Trost, und wenn es auch den Frieden Gottes nicht wirken kann, so ist es zu sehr selbst eine Wirkung des h. Geistes, als daß nicht ein Erstlingsgefühl der Hoffnung auf fer⸗ nere Wirkung des h. Geistes, auf den Frieden der Vergebung der Sünden, der höher ist als alle Ver⸗ nunft, damit verbunden sein soll. Der hl. Sänger sagt daher:„Da ich es wollte verschweigen, ver⸗ schmachteten mir meine Gebeine durch mein täglich Heulen.“ Damit sagt er ja nichts anders, als daß im Verschweigen der Sünde kein Trost liegt, son⸗ dern Mehrung der Noth. Warum willst du dir also, du arme Seele, die Noth mehren mit Schweigen, da du sie mindern könntest?“ Wird deine Sünde dadurch ungeschehen gemacht, daß du sie verschweigst, wirst du durchs Schweigen beßer? Du schweigst vielleicht schon 10 oder 20 Jahre und wimmerst bei dir selber:„Es erröthen meine Wangen über dem, das ich begangen;“ was hats dir aber gehol⸗ fen? Ist es dir dadurch leichter geworden? Brich dein Schweigen; bekenne deine Sünde, deine Schande, 92 so wird es sein, wie wenn nach einer bangen Nacht die Morgenröthe aufgeht.— Du darfst dich auch nicht fürchten, durch Offenbarung deiner Schuld deine Ehre zu verlieren. Vor Gott hast du sie ja doch verloren durch die Sünde selber, und was du an Ehre besitzest vor denen, die dich nicht kennen, ist doch keine wahre Ehre und kann dich nicht trö— sten, da du dich ja beßern kannst! Auch gibt es doch keinen vernünftigen Menschen, der sich nicht vorstellte, daß auch du deine besonderen Sünden ha⸗ ben werdest; jedermann weiß, daß in diesem Stücke niemand eine Ausnahme macht; es wird daher auch niemand überrascht, wenn er durch dein Bekenntnis erfährt, daß er sich in dir nicht täuschte; wol aber wirst du anfangen, in der Achtung deines Nächsten durch Bekenntnis zu steigen; denn wer seine Sünde bekennt, der übt eine Tugend, die unzweiflig Ach⸗ tung wirkt, nämlich die Wahrhaftigkeit, und wer wahrhaftig wird, dem traut man alles Gute zu. Es ist ein Grundsatz in der christlichen Kirche, der nicht lügt; er heißt also:„Des Menschen Ehre beginnt mit seiner Buße und bußfertigem Bekenntnis.“ Auf den hin kannst dus wagen. Ich bin ein alter Beichtvater und habe viele spe— zielle Beichten gehört; ich kann dir aber versichern vor den Augen und Ohren dessen, der im Himmel sitzt, daß ich nie vor einem Menschen tiefere Ach⸗ tung 1 meiner Missetl nen di Geist d sprach, tes zu so geh und d dabei o vor de denen d noch fü von de— Gotteski wohnt. und hal lange n dem Be liegt. erkennen kennen. Missetha sie aber keit erlat sicher sch sprach, zen Nacht dich auch Schuld du sie ja was du t kennen, nicht tröͤ⸗ gibt es sich nicht inden ha⸗ m Stücke her auch ekenntnis wol aber Nächsten se Sünde lig Ach⸗ und wer Bute zu. rche, der en Ehre rtigem wagen. diele spe⸗ versichern Himmel ere Ach⸗ ö tung und tiefere Ehrerbietung fühlte, als vor denen meiner Beichtkinder, die mit Scham und Reue ihre Missethat bekannten; vor denen neigte ich mich, de⸗ nen diente ich gerne; denn ich sah es ja, daß der Geist der Wahrheit in ihnen wohnte und aus ihnen sprach, daß ihr Herz begann, ein Tempel Got⸗ tes zu werden. So geht es nicht blos mir/ so geht es allen Heiligen Gottes wage es nur und du wirst es erfahren. Es versteht sich dabei ohnehin, daß du damit nicht ermahnt wirst, vor denen zu beichten und zu bekennen, vor denen dein Beichten und Bekennen weder für dich, noch für sie einen Nutzen haben kann. Wir reden von der Beichte gegen den Beleidiger und gegen Gotteskinder, unter denen der Geist des Trostes wohnt. Ich bin alt geworden, mein lieber Bruder, und habe viel in der Bibel gelesen, und habe doch lange nicht gemerkt, daß nach der h. Schrift auf dem Bekenntnis der Sünde besondere Verheißung liegt. Jetzt aber hat mir der HErr auch das zu erkennen gegeben. Und auch du wirst es schnell er⸗ kennen. Gewis kennst du den Spruch:„Wer seine Missethat leugnet, dem wird es nicht gelingen; wer sie aber bekennt und läßet, der wird Barmherzig⸗ keit erlangen.“ Sprüchw. 28, 13. Auch hast du sicher schon im 32. Psalm Vers 5 gelesen:„Ich sprach, ich will dem HErrn meine Uebertretung eee/eee 9⁴ bekennen, da vergabest du mir die Misse— that meiner Sün de. Sela.“ Nicht minder kennst du die Stimme des hl. Apostel Johannes im ersten Briefe 1, 8. 9:„So wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst und die Wahrheit ist nicht in uns. So wir aber un— sere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Untugend.“ Ist es nicht merkwürdig, daß in diesen dreien gro⸗ ßen Stellen die Erweisung der Barmherzigkeit in der Vergebung der Sünden und Reinigung des Sünders an das Bekenntnis derselben geknüpft wird? Es bedarf der Erwähnung nicht, daß das Bekenntnis der Sünde nicht als verdienstlich hinge— stellt ist. Weder die Schrift, noch die rechtgläubige Kirche theilen irgend einem Werke des Menschen die Macht zu, Vergebung der Sünden und ewiges Le— ben zu wirken. Die eine Stelle, in welcher die lateinische Ausgabe der symbolischen Bücher unserer Kirche die Werke verdienstlich nennt, spricht noch in einem und demselbigen Odem die Begrenzung aus, daß sie nicht das ewige Leben verdienen können, sondern allein nach dem freien Gnadenrath Gottes gewisse Verheißungen und 0 geringerer Art in Zeit und Ewigkeit. Docemus operibus fidelium proposita et pro- missa es toria ess Sl ificatio aliorump vita et pc unusquis . Gläubige seien. A lich seien Gnade un erlangten daß sie hier in d weil Paul Lohn emz Das es kann angeführt Barmherz Hand des eben die Gnaden ihnen eine sie die aber eine maßen na isse⸗ inder 8im haben ddie un⸗ und gibt ud. gro⸗ ͤit in des nüpft 5das hinge⸗ iubige en die 3 Le⸗ r die inserer och in aus, önnen, Gottes ingerer t pro- 9⁵ missa esse praemia. Docemus bona opera meri⸗ toria esse, non remissionis peccatorum, gratiae aut ju- stificationis(haec enim tantum fide consequirum), sed aliorum praemiorum corporalium et spiritualium in hac vita et post hane vitam, quia Paulus inquit(1 Cor. 3, 8) unusquisque mercedem recipiet juxta suum laborem, d. i.: Wir lehren, daß den guten Werken der Gläubigen Belohnungen vorgesetzt und verheißen seien. Wir lehren, daß die guten Werke verdienst⸗ lich seien, nicht daß sie Vergebung der Sünden, Gnade und Rechtfertigung verdienten;(denn das alles erlangt man allein durch den Glauben) aber wol, daß sie andere leibliche und geistige Belohnungen hier in diesem Leben und nach demselben gewinnen, weil Paulus sagt 1 Cor. 3, 8:„Ein jeglicher wird Lohn empfangen nach seiner Arbeit.“ Das muß auch aufrecht erhalten bleiben, und es kann daher auch nicht die Meinung der oben angeführten 3 Sprüche sein, daß unser Bekenntnis Barmherzigkeit, Vergebuug und Reinigung aus der Hand des HErrn verdiene. Aber so viel besagen eben die Sprüche doch, daß auf dem Wege der Gnaͤden Vergebung der Sünden und Reinigung von ihnen einer Seele nicht völlig zu Theil wird, bevor sie die Sünden bekannte. Nicht ein Verdienen, aber eine richtige in göttlichem Haushalt gewisser⸗ maßen naturgemäße Folge spricht der Mund des 96 HErrn aus, und ein jeder, der das wahrnimmt, kann daraus lernen, wie hochwichtig für unser Heil und die Ruhe unsrer Seele das Bekenntnis der Missethat ist. Versuch es einmal angesichts der 3 Sprüche zu glauben, daß du Vergebung der Sünden hast und vor Gott gereinigt bist, wenn du nicht bekannt haft. Du wirst nicht glauben kön⸗ nen. Du wirst voll Unruhe werden, und es wird sein, wie ein Mord in deinen Gebeinen, bis du be⸗ kannt hasft; bekannt vor Gott, vor dem Beleidigten und vor der Kirche IEsu, was du begangen hast. Dann, erst dann wird die Stimme der Absolution wie ein Segen des ewigen Hohepriesters, wie ein linderndes Oel der Seele, als eine Kraft Gottes selig zu machen, in dein Herz dringen, du wirst deines Heiles froh und geschickt werden zu singen: „Meine Seele erhebet den HErrn und mein Geist freuet sich Gottes meines Heilandes. Das alles erwäge und denk dabei an den Spruch, der hier seine Anwendung gewislich fin⸗ det:„So ihr solches wißet, selig seid ihr, so ihr es thut.“ 39. Barmherzigkeit als Beweis thätiger Buße. Im vierten Kapitel des Propheten Daniel wird der Traum des Königs Nebukadnezar, welchen er von seiner eigenen Demüthigung gehabt hat, erzählt, und Da Schluße würdigen Rath gef den dure that dur HErr Ge der Pro⸗ Wendune nezars ei schrieben und nicht der HEr Hat der nicht vere werden in neue Test (Agesch. 1 der Welt wie z. X Ende lief Geduld d hervorwuc Gottes so sich von und ledig herzigkeit, Prüfungsta mmt, Heil der der der in du kön⸗ wird u be⸗ digten hast. ution eNein Bottes wirst ngen: Geist den ö fin⸗ o ihr —— und Daniel gibt dem König die Deutung. Am Schluße der Deutung Vers 24. lesen wir die merk⸗ würdigen Worte:„Herr König, laß dir meinen Rath gefallen, und mache dich los von deinen Sün— den durch Gerechtigkeit und ledig von deiner Misse⸗ that durch Wohlthat an den Armen; so wird der SErr Geduld haben mit deinen Sünden.“ Wenn der Prophet Daniel der von ihm vorgeschlagenen Wendung der Gesinnung und des Lebens Nebukad⸗ nezars eine verdienstliche und sühnende Kraft zuge⸗ schrieben hätte, so würde er haben anders reden und nicht sagen müßen, wenn du das thust, wird der HErr Geduld haben mit deinen Sünden. Hat der HErr Geduld, so hat er die Sünde noch nicht vergeben; Geduld und Vergebung der Sünden werden in der heiligen Schrift sehr unterschieden. Das neue Testament redet von Zeiten der Ueb ersehung (Agesch. 17, 30.), während welcher Gott mitden Sünden der Welt Geduld hatte, bis auf eine Frist hin, zu welcher, wie z. B. in den Zeiten Noahs, die Geduld zu Ende lief und die Strafe eintrat, oder aus der Geduld die heilsame größere Frucht der Vergebung hervorwuchs. Eine solche Wartezeit der Geduld Gottes sollte für Nebukadnezar eintreten, wenn er sich von seinen Sünden und seiner Missethat los und ledig machen und dafür Gerechtigkeit und Barm⸗ herzigkeit, Wohlthat an den Armen üben wollte. Prüfungstafel. 7. — Unter der Bedingung thätiger, in Gerechtigkeit und Barmherzigkeit sich kund gebender Buße wollte der HErr Geduld eintreten laßen. Er betont also für die thätige Reue und Buße, insonderheit Gerechtig⸗ keit und Barmherzigkeit.— Eine ähnliche Stelle finden wir aus dem Munde IEsu. Lucä 11 Vers 39—41. Der SErr spricht:„Ihr Pharisäer hal⸗ tet die Becher und Schüßeln auswendig reinlich, aber euer Inwendiges ist voll Raub und Bosheit. Ihr Narren, meinet ihr, daß inwendig rein sei, wenn es auswendig rein ist? Doch gebt Almosen von dem, das da ist; siehe, so ist es euch alles rein.“ Auch hier setzt der HErr dem Raub und der Bosheit vergangener Tage als Zeichen der in⸗ neren Reinigung das Almosen entgegen, wie er auch später im 16. Kapitel als Beweis himmlischer Klugheit der bekehrten Seele verlangt, daß man sich mit dem ungerechten Mammon die Armen der Kirche, die Erben der ewigen Hütten, zu Freunden machen solle. Ueberhaupt ist im neuen Testamente kaum eine andere Tugend so sehr gepriesen und von den Kindern Gottes erfordert und erheischt, als die Barmherzigkeit und ihre mannigfaltigen Erweisun⸗ gen. Und in der That, mein lieber Bruder, habe ich auf Grund des göttlichen Wortes Muth dir zu sagen, daß Unbarmherzigkeit das reine Gegentheil der Buße ist, Barmherzigkeit aber wie ein erstgebornes Kind je lernte n leid mit Buße di digste er weiches bekomme keit zur das inni teskindsch ten kund im Himu lieber Be mahl Go Leg' dein auf zu C fung: ich barml tes ist eit die Liebe, Barmherz Testament ich barmh Bußtag f Collekten, Erkenn ich Thu ich, und Kind jeder rechten Buße. Der große Hohepriester der lernte nach der h. Schrift aus eigenem Leiden Mit⸗ für leid mit seinen Brüdern, und wer in gründlicher ö htig⸗ Buße die göttliche Barmherzigkeit als das Nothwen⸗ Stelle digste erkennt, was er bedarf, der muß ein mildes, Vers weiches und freundliches Herz gegen seine Brüder hal⸗ bekommen, sich die tägliche Uebung der Barmherzig⸗ ö nlich, keit zur heiligen und süßesten Pflicht erwählen und zheit. das innigste Verlangen nach dem Zeichen der Got⸗ ö sei, teskindschaft tragen, welches der HErr in den Wor⸗ nosen ten kund gibt:„Seid barmherzig, wie euer Vater ö alles im Himmel barmherzig ist.“ Das wollest du, mein und lieber Bruder, der du in Absolution und Abend⸗ rin⸗ mahl Gottes Barmherzigkeit suchst, wohl bedenken. ie er Leg' deine Hand auf's Herz und heb deine Augen ischer auf zu Gottes Auge und frag dich mit ernster Prü⸗ sich fung:„Hab' ich Lust zur Barmherzigkeit? Bin ö irche, ich barmherzig? Die Religion des neuen Testamen⸗ ů achen tes ist eine Religion der Barmherzigkeit. Gott ist ö kaum ö die Liebe, man kann aber auch sagen, Gott ist die ö den Barmherzigkeit. Bin ich also ein Glied des neuen die Testaments, ein Kind des barmherzigen Gottes, bin eisun⸗ ich barmherzig? Wenn die alten Christen einen habe Bußtag feierten, machten sie ihn zu einem Tage der x dir Collekten, der milden Gaben und Sammlungen: il der Erkenn ich, wie sie Recht daran hatten und thaten? ornes Thu ich, wie sie? So prüfe dich, vielleicht hebt 7* 100 sich die Hand, die du auf dem Herzen prüfend liegen hast, und du schlägst in Anerkennung deines Man⸗ gels an Barmherzigkeit an deine Brust und sprichst: „Meine Schuld, meine Schuld, meine große Schuld“! Vielleicht aber entzündet dich auch der Geist der Guaden und du fängst an, es zu faßen und zu glauben, daß der sich im Himmel Schätze sammelt, der seine Schätze auf Erden barmherzig verwendet, daß der seinen irdischen Gütern einen unvergänglichen Werth im Himmel verschafft, der die Herrschaft der Liebe über sie ausübt und sie zum Wohl der Ar⸗ men und Elenden verwendet. Vielleicht wendest du deine Seele vom Geiz und wirst frei von der Herr⸗ schaft des Besitzes und erfährst dann am Ende die Wahrheit der heiligen Psalmenstellen: Ps. 41, 1—4.„Wohl dem, der sich des Dürftigen an⸗ nimmt, den wird der HErr erretten zur bösen Zeit. Der HErr wird ihn bewaͤhren und beim Leben er— halten, und ihm es laßen wohl gehen auf Erden, und nicht geben in seiner Feinde Willen. Der HErr wird ihn erquicken auf seinem Siechbette; du hil— fest ihm von aller seiner Krankheit.“ Und Ps. 112, insonderheit V. 9:„Er streuet aus und gibt den Armen; seine Gerechtigkeit bleibet ewiglich, sein Horn wird erhöhet mit Ehren.“ nachfolg Wel 0 Stell Jesus forsch es de Ich n meine aber i der He hohe S sich vo eigener und m und de meinst Er von Je wird, d vielmeh Füßen sagen, tauben ld“! der d zu melt, ndet, lichen ft der UAr⸗ est du Herr⸗ de die 41, n an⸗ Zeit. en er⸗ „und HErr hil⸗ 112, bt den Horn Weltentsagung und ein Leben in aufopfernder Liebe als Beweis rechtschaffener Buße. Erinnerst du dich, mein lieber Christ, an jene Stelle des neuen Testaments, in welcher der HErr Jesus dem reichen Jüngling, der nach Vollendung forschte, zumuthete, alles zu verkaufen, was er hatte, es den Armen zu geben und ihm nachzufolgen? Ich weiß, daß man von dieser Stelle keine allge⸗ meine Anwendung machen kann, keine wörtliche; aber irre ich oder irre ich nicht, wenn ich behaupte, der HErr JEsus Christus selber habe es für eine hohe Stufe der Vollendung erklärt, wenn ein Mensch sich von aller Liebe zum Eigenthum los schält, in eigener Bedürfnislosigkeit fremdes Bedürfnis stillt und mit dem Glücke der Gott⸗ und Jesus-Seligkeit und der Nachfolge des Erlösers zufrieden ist? Was meinst du? Erinnere dich ferner an die erste Christengemeinde von Jerusalem, von der es mehr als einmal bezeugt wird, daß keiner gesagt habe, sein Eigenthum sei sein, vielmehr ein jeder das Seine zum Nutzen aller zu den Füßen der Apostel abgelegt habe. Ich will nicht sagen, daß man dem Beispiele jener ersten Gemeinde nachfolgen müße; ob ich es auch sagte, ich predigte tauben Ohren; aber ist es nicht doch die Meinung des h. Geistes, den Zustand der Gemeinde, die solches thun konnte, zu loben, und ist nicht dieser Zustand etwas außerordentliches gewesen? Ist denn das etwas kleines, wenn einer, der im behaglichen Glück gelebt hat, die Be⸗ dingungen weggibt, vermöge welcher er ein solches Le⸗ ben fortsetzen kann? Wenn du auf einmal abschnittest und ein armes Leben führen solltest, würdest du nicht hart entbehren, nicht von Reue deiner That überfallen, nicht von Sehnsucht nach den Fleischtö⸗ pfen deines Egyptens ergriffen werden? Man ver⸗ gegenwärtigt sich den h. Geber zu Jerusalem nicht; daher kommt man auch nicht dazu, die hohe Stufe ihres Lebens zu ermeßen. Es war ja nur ein ein⸗ ziger, dem der Weg zu hoch und zu steil war, nämlich Ananias und Saphira; von allen andern wird bezeugt, daß sie bei ihrem Thun glücklich, ein Herz und eine Seele mit den Armen, die sie nähr⸗ ten, gewesen seien und ihre Freuden in der Apostel⸗ lehre, der Gemeinschaft, dem Brodbrechen und den Gebeten gefunden hätten, das war Weltentsagung, das war aufopfernde und dabei mühelose, glückliche Liebe gegen den Nächsten. Erinnere dich ferner an die Berufs- und Lebens⸗ Ordnung, welche der HErr seinen Aposteln und den 10 Jüngern bei ihrer Aussendung gab. Wer heut zu Tage seinen lieben Kindern solche Instruktionen hinterließe, würde selbst daran Schuld sein, wenn die Unge Was Weld uns ber 1 sie w wesen hätten sagen, die E und Ungii eines eines zen, 1 desto nislof Welt C Heilar konnte weude wande und 7 Haupt hat, X solches etwas leines, ie Be⸗ hes Le⸗ mittest est du That ischtö⸗ nver⸗ nicht; Stufe in ein⸗ war, andern ch, ein nähr⸗ lpostel⸗ id den agung, ückliche sebens⸗ nd den er heut ktionen wenn — die Kinder Ungehorsam leisteten, und alle Welt den Ungehorsam der Kinder für gerechtfertigt hielte. Was für ein armes Leben führten die Apostel! Welchem Elend waren sie preisgegeben! Wer von uns hat es nicht beßer, wie sie und dazu ihre Wei⸗ ber und Kinder. Aber wenn man auch sagen kann, sie würden die elendesten unter allen Menschen ge⸗ wesen sein, wenn sie im Leben nichts weiter gehabt hätten, als ihr zeitliches Geschick; darf man denn sagen, sie waren elend, sie waren unglücklich? Lies die Schriften Petri, Pauli, Johannis, Jakobi und und Judä und forsche nach den Zeugnißen ihres Ungiücks. Du wirst keine finden. Auf der Höhe eines solchen inneren Lebens und dem höhern Wege eines solchen Berufes blüht eine Seligkeit im Her— zen, die alles Erdenglück überflüßig macht und die desto reiner und voller geschmeckt wird, je bedürf⸗ nisloser die Seele geworden ist und je mehr sie der Welt entsagt hat. Erinnere dich ferner an deinen HErrn und Heiland, der Tausende aus freier Hand nähren konnte, aber in der Wüste nicht seine Macht an⸗ weuden mochte, für sich die Steine in Brod umzu⸗ wandeln, der auch nicht hatte, was Vögel haben und Füchse, nämlich einen eigenen Ort, sein müdes Haupt hinzulegen. Er, der alle Welt reich gemacht hat, war doch der Gottesarme, der am Ende, von 104 allen verlaßen, sein Haupt auf seine Brust mußte sinken laßen, weil er sonst nicht hatte, wohin. Ist er deshalb aber auf Erden ein Unglücklicher gewesen, redete er je davon? Ist er nicht zu groß für jede Unzufriedenheit über solche Dinge, und wenn Weh und Leid und Thränen aus seinem Herzen kommen, sind dann die Ursachen von seinen Ergüßen nicht ganz andere, als das Gefühl des Mangels an Erdenglück? Es gibt eine Bedürfnislosigkeit, die keinen Menschen fröhlich macht, die schmutzig ist, und nie anziehen kann, und eine Weltentsagung, die zu mühevoll und der Natur zu sehr abgequält ist, als daß sie den Wunsch und die Sehnsucht einer Seele entzünden könnte. Dagegen aber läßt sich gar nicht leugnen, daß ich dich an vier Beispiele von Weltent⸗ sagung erinnert habe, von denen drei beweisen, daß man bei Weltentsagung und Bedürfnislosigkeit hohes Glück in der Seele haben, eins aber, daß nach der Meinung Jesu auserlesene Seelen dies Glück mit Sehnsucht und Begier ergreifen könnten. Nun däucht mich aber, daß wahre Buße zur Weltentsagung führen und die Seele zum Glücke eines Lebens in aufopfernder Liebe bereiten müße. Kann ich denn meinen Sünden entsagen, Vergebung und Leben als mein größtes Glück ergreifen und da⸗ bei an der Welt hangen? Ich sollte, wie ein Bran Gefa Händ volles Ding Gefal übers ich g weltli ander sich n Mein gen en es ka Geist muß terlieg in sel den d nes 6 chem gebore alles alles fliehen mußte hohin. klicher ht zu Dinge, seinem seinen L des keinen id nie die zu t, als Seele rnicht eltent⸗ ,„ daß hohes ich der ck mit ße zur Glücke müße. zebung nd da⸗ ie ein Brand aus dem Feuer gerißen und nach drohenden Gefahren des ewigen Todes durch die bluttriefenden Hände eines allmächtigen Erlösers in Gottes frieden⸗ volles Reich versetzt sein, während mir die irdischen Dinge noch am Herzen klebten? Hätte ich da die Gefahr erkannt, welcher ich entronnen bin, und die überschwängliche Barmherzigkeit des Herrn, zu der ich gekommen bin? Wenn mich nach irdischen und weltlichen Dingen hungerte, wenn ich mich nicht für andere opfern könnte; hätte ich dann ergriffen, wie sich mein HErr und Gott für mich geopfert hat? Mein alter Mensch kann wol von irdischen Din⸗ gen noch angezogen, mein neuer davon versucht sein, es kann einen Kampf geben zwischen Fleisch und Geist und meine Seele kann straucheln aber ich muß mich des Kampfes schämen, geschweige des Un— terliegeus, und mein Ziel muß immer dahin gehen, in seliger Freiheit von weltlicher Begier den Frie— den der Erlösung und die Güter des Hauses mei⸗ nes Gottes selig zu genießen und andern zu glei⸗ chem Glück zu dienen. Aus der rechten Buße soll geboren werden eine freie Seele, die neidlos jedem alles gönnt, läßt und ohne Thräne und Kummer alles Erdenglück und alles Zeitliche kann fallen und fliehen sehen. 41 Von der verschiedenen Weise zu beichten und zu absolvieren. Die kirchliche Beichte geschieht entweder am An— fang des sonntäglichen Gottesdienstes im sogenann⸗ ten Confiteor oder in der dem h. Abendmahl vor- angehenden, allgemeinen Beichte, oder endlich in der Privatbeichte. Das Confiteor ist die gemeinsame Vorberei⸗ tung des Pfarrers und der Gemeinde zum Gottes⸗ dienst. So wie dem alttestamentlichen Priester sein Weg zum Heiligthum am Waschfaß vorüberführte, wo er seine Füße wusch, und er das Heiligthum nur mit gewaschenen Füßen betreten durfte, so ist auch für die neutestamentliche, priesterliche Gemeinde die schönste Vorbereitung zum Gottesdienste die Beichte. Der Pastor bekennt zuerst seine Sünde und wird nach der alten Form von der Gemeinde getröstet; darauf bekennt die Gemeinde und wird vom Pastor getröstet; und wenn sie dann beide miteinander der Vergebung ihrer Sünden aufs neue gewis geworden sind, beginnt mit dem Introitus der eigentliche Gottesdienst. Das Confiteor ist also das gegenseitige Bekenntnis und die gegenseitige Trö— stung des Pfarrers und der Gemeinde und geschieht in der Absicht, sich zum Gottesdienste zu bereiten. Es liche beich nach sen! nann ist k beicht gemei beicht Hauf der mahl nis d fiteor gemei Sie i der Priva des U einand allgem Sie schlimt denklie faltigf menfin m und uAn⸗ nann⸗ Ivor⸗ in der rberei⸗ zottes⸗ rsein führte, gthum so ist neinde te die Sünde meinde wird beide neue oitus st also e Trö⸗ schieht reiten. 107 Es ist die Beichthandlung der Gemeinde, die eigent⸗ liche gemeine Beichte.— Dagegen ist die Privat⸗ beichte die Beichte des Einzelnen und ihrer Natur nach das Gegentheil vom Confiteor. Zwischen die⸗ sen beiden Gegentheilen mitten inne steht die soge⸗ nannte allgemeine Beichte der Communikanten. Sie ist keine Privatbeichte, weil ein Haufe zusammen beichtet, nicht ein einzelner, sie ist aber auch keine gemeine Beichte, weil nicht die ganze Gemeinde beichtet, sondern nur ein Theil der Gemeinde, ein Haͤfe, der sich gefällig zusammengefunden hat, in der Absicht, durch eine Beichte sich zum h. Abend⸗ mahl vorzubereiten. Man sieht aus dem Verhält⸗ nis der sogenannten, allgemeinen Beichte zum Con⸗ fiteor und zur Privatbeichte, daß ihr der Name„all⸗ gemeine Beichte“ genau genommen nicht gebührt. Sie ist eine Form der Beichte, die weder die Würde der Gemeindebeichte, noch die tiefe Innigkeit der Privatbeichte hat und hat erst in der bösen Zeit des Unglaubens, da Confiteor und Privatbeichte mit einaͤnder dahin fielen, die große Verbreitung und allgemeine Anwendung gefunden, welche sie nun hat. Sie findet auch allein ihre Entschuldigung in den schlimmen Zeitumständen und ist blos deshalb unbe⸗ denklich, weil Vergebung der Sünden in der mannig⸗ faltigsten Weise, also auch einen sich zufällig zusam⸗ menfindenden Haufen von Christen gepredigt werden darf. Je mehr sich aber die Gemeinden wieder als Gemeinden vor dem Herrn beugen und beichten ler— nen, und je mehr der Einzelne die selige Privat⸗ beichte wird wieder brauchen lernen, desto mehr wird die sogenannte allgemeine Beichte dahinfallen, das Confiteor aber und die Privatbeichte triumphieren. Entweder wird der Christ bei einem Abendmahls⸗ gange etwas besonderes zu beichten haben und dann die Privatbeichte gebrauchen; oder er hat nichts be— sonderes zu bekennen, dann muß genügen die ein— fache Anmeldung zum Sakrament und das Confiteor. Daß in der Augsburgischen Confession gesagt ist, es solle niemand unverhört zum Sakrament gehen, be— ruht nicht auf einem göttlichen Befehle, sondern ist eine einfache, pastorale Satzung, welche in den Aus— sprüchen der verschiedenen Kirchenordnungen ihr ge— rechtes Maß und ihre Grenze gefunden hat. Es liegt darin weder eine Nöthigung zur Privatbeichte, noch für den Pfarrer ein Befehl, jeden Communikanten bei jedem Abendmahlsgenuße aufs neue zu verhören, sondern blos die Anordnung, daß jeder Pfarrer sich in den Stand setzen solle, seine Communikanten zu kennen, und niemand zum Sakrament zulaßen, in deßen Leben oder Erkenntnis ein Hindernis für die Theil—⸗ nahme am Sakrament liegen könnte. Je nachdem die Beichte, je nachdem die Abso— lution. Am meisten Bestimmtheit hat die Absolution in de stimm der d schein Heilig Erlös. nicht; des g zusam Gnade Evane nen der Retent mit vt zu bei fiteor, meinde baren sie gel nicht welches zu geb und 9 Fluch seine A zueigne er als vValer⸗ rivat⸗ wird das ieren. iahls⸗ dann 8 be⸗ ein⸗ fiteor. ist, es , be⸗ rn ist Aus⸗ r ge⸗ darin rden jedem ndern naden nnen, deßen Theil⸗ Abso⸗ lution in der Privatbeichte, weil sie sich da auf ein be⸗ stimmtes Bekenntnis bezieht. Am unbestimmtesten der Form nach, so süß auch die Worte sind, er⸗ scheint sie beim Confiteor. Wo die Gemeinde der Heiligen zusammen sich vor Gott neigt und ihrem Erlöser naht, da bedarf es die bestimmte Form nicht; ihr Glaube hält sich an die freundliche Stimme des guten Hirten und das süße Cvangelium; alle zusammen bürgen einander für die Gewisheit der Gnade Gottes und der seligen Verkündigung des Cvangeliums. Bei der neuen sogenannten allgemei⸗ nen Beichte erscheint neben der bestimmten Form der Absolution auch die bestimmte Form der Retention oder der Sünderbehaltung, und gewis mit vollem Rechte. Die da zusammen kommen, um zu beichten, sind nicht die Gemeinde, wie beim Con⸗ fiteor, können auch nicht in der Würde einer Ge— meinde der Heiligen angesehen werden; auch offen⸗ baren sie sich nicht einzeln, wie in der Privatbeichte, sie geben dem Diener Gottes, der da absolvieren soll, nicht jenes Maß von Einsicht in ihren Zustand, welches Muth macht, den Löseschlüßel unbedenklich zu gebrauchen. Da legt der Pfarrer in Absolution und Retention dem ganzen Haufen Segen und Fluch vor und überläßt es einem jeden, sich auf seine Verantwortung hin von beiden dasjenige zu⸗ zueignen, was ihm gehört. Man sieht daraus wohl, 14⁰ was für eine Verschiedenheit unter den Absolutions⸗ formen ist. Zu bemerken ist dabei, daß in vielen lutheri⸗ schen Kirchen frühzeitig das Confiteor dahin gefal⸗ len und an dessen Stelle die allgemeine Beichte und Absolution nach der Predigt getreten ist. Es kann jeder fühlen, daß das Confiteor angemeßener und schöner ist, doch kann man sich auch leicht in die andere Form fügen, wo nun diese einmal den Vor⸗ zug gewonnen hat. Doch ist diese kaum ein Ersatz des Confiteors zu nennen, weil sie die Retention enthalten muß, und dadurch die zum Sakrament ver⸗ sammelte Gemeinde selbst zu einem gemischten Hau⸗ fen umgestempelt wird, der ohne gegenseitige Aner⸗ kennung des Abendmahlsfriedens auf eigene Gefahr zum Sakrament geht. Hie und da hat man das Confiteor und gemeine Beichte nach der Predigt zusammen behalten, was am Ende vielleicht von gutem Willen, aber nicht von großem Verständnis der Sache Zeugnis gibt. Was nun noch insonderheit die Privatbeichte anlaͤngt, so ist schon oben beiläufig erwähnt, und wird hier noch ausdrücklich hervorgehoben, daß sie für den einzelnen weder ein göttliches, noch ein Kir⸗ chengebot ist, sondern eine Erlaubnis und ein seli⸗ ges Recht. In der römischen Kirche ist die Auf⸗ zählung der Sünden geboten, bei uns ist sie dem Erme aber daß 1 Leben gesuch liegt, versch denen gestalt weder Sünde auf si In d einzeln Absol nur ra dann zu ver lich ve feststeh Zwecke beichte wiße von ei besond wird 1 ions⸗ theri⸗ gefal⸗ und kann und n die Vor⸗ Ersatz ention it ver⸗ Hau⸗ Aner⸗ hefahr n das zredigt t von ündnis beichte „und aß sie in Kir⸗ in seli⸗ Auf⸗ edem 111 Ermeßen des einzelnen anheim gegeben, die Kirche aber sorgt durch Belehrung und Ermahnung dafür, daß dieses herrliche Förderungsmittel alles geistlichen Lebens nicht ungebraͤucht bleibe, sondern alle Zeit gesucht, benützt und der große Segen, der in ihm liegt, mit Freude und Dank hingenommen werde. Man kann übrigens bei der Privatbeichte sehr verschiedene Absichten haben, und je nach der verschie— denen Absicht wird sie sich auch selbst verschieden gestalten. Ein Christ kann bei der Privatbeichte ent⸗ weder einfach die Absicht haben, nicht besondere Sünden zu bekennen, sondern nur die Absolution auf sich allein und seinen Seelenzustand hinzurichten. In diesem Fall bedarf es keiner Aufzählung der einzelnen Sünden; man zweifelt ja nicht, daß die Absolution alle Sünden tilge, sondern man will sie nur recht unzweiflig für sich allein empfangen, um dann in ihre heilsamen Fluthen alles glaubensvoll zu versenken, was man wißentlich oder unwißent⸗ lich verschuldet hat. Eine Beichte in Gestalt einer feststehenden Formel reicht hier zur Erlangung des Zweckes hin.— Man kann ferner bei der Privat⸗ beichte die Absicht haben, Vergebung für eine ge⸗ wiße Zeit des Lebens, in der Regel für die Zeit von einem Abendmahlsgenus zum andern, oder für besondere Sünden zu erlangen. In diesem Fall wird man eine Formel wenig brauchen können, man EEE wird die Zeit charakterisieren oder die Sünden nen— nen müßen, für welche man insonderheit Absolution will, und da muß nun schon das Herz und der Mund mit eigenen Gedanken und Worten über⸗ fließen, es muß dem Beichtvater möglich gemacht werden, die Zeit und die Sünden zu kennen, für welche er Absolution sprechen soll, sonst wird seine Absolu— tion dem brennenden Verlangen der beichtenden Seele nicht genügen, nicht in derjenigen pastoralen Form und mit dem Nachdruck gegeben werden kön— nen, die ein solches Herz gerade bedarf.— Eine dritte Absicht, die ein Mensch bei seiner Privat⸗ beichte haben kann, ist die, nicht blos Absolution für vergangene Sünden, sondern Rath zur Vermei⸗ dung neuer Sünden, Arznei für gewisse sündige Zu⸗ stände und Versuchungen zu empfangen. Für diesen Fall eignet sich mehr ein Beichtgespräch, als die feierliche Form, sei es auch der freiesten Privatbeichte und man vergeße daher nicht, daß das Beichtgespräch mit der Formel und der freien Privatbeichte von glei⸗ cher Würde ist.— Viertens kann man auch bei der Privatbeichte zuweilen die Absicht haben, dem Seel— sorger, deßen Seelenrath und Führung man fortan wünscht, recht bekannt zu werden, damit er im Stande sein möge, sein beichtväterliches Amt recht treulich und umsichtig auszuüben. In diesem Fall wird die Beichte zum Lebenslauf mit besonderer Berücksich⸗ ———.————————————— tigun man Errei meiste tender dem ters sich d bequet lution Er m was zu ra lich ke Absic glaubt sind, keinen seinen geben Fall sichten er ist, den z Er fa ten un ten u Prüf nen⸗ lution id der über⸗ emacht Iche er bsolu⸗ tenden toralen n kön⸗ Eine Privat⸗ olution rmei⸗ ige Zu⸗ en Fall eierliche te und zespräch n glei⸗ bei der n Seel⸗ fortan er im it recht ill wird rücksich⸗ tigung der Versuchung und Sünden, unter welchen man je und je gelitten hat; und es darf wol zur Erreichung dieses Zwecks die schriftliche Beichte am meisten empfohlen werden. Sie gestattet dem Beich⸗ tenden das größte Maß von Ueberlegung und kommt dem Gedächtnis und der Ueberlegung des Beichtva⸗ ters gleichfalls am besten zu statten. Es versteht sich dabei von selbst, daß die schriftliche Beichte zu bequemer Zeit und nicht unmittelbar vor der Abso⸗ lution dem Beichtvater eingehändigt werden muß. Er muß Zeit haͤben, zu lesen, um sich zu besinnen, was er dem Beichtkind vor oder bei der Absolution zu rathen, zu sagen oder einzuprägen hat.— End⸗ lich kann ein Christ auch bei seinem Beichten die Absicht haben, sich zu demüthigen. Er weiß und glaubt vielleicht, daß ihm alle Sünden vergeben sind, er nenne sie oder nicht; er bedarf vielleicht keinen Seelenrath oder weiß ihn schon, oder kennt seinen Beichtvater so weit, daß er keinen Rath zu geben vermag, wie das auch leider oft genug der Fall ist. Er könute in Anbetracht aller dieser Rück⸗ sichten getrost schweigen, aber er fühlt sich, wie stolz er ist, und wie schwer es ihm geht, gewisse Sün⸗ den zu bekennen. Was thut er in diesem Falle? Er faßt den Entschluß, den alten Menschen zu töd⸗ ten und von Zeit zu Zeit immer aufs neue die al⸗ ten und die neuen Sünden zu bekennen und zwar Prüfungstafel. 8 114 so eingehend, als es nöthig ist, um den pharisäi⸗ Wer schen Hochmuth und eigene Gerechtigkeit gründlich Umst. zu bekämpfen und in den Staub zu legen. Diese derer Art der Privatbeichte ist die seltenste, aber eine sehr er de edle Art und dürfte wol den Menschen, die nach setzt Demuth hungert, empfohlen werden.— Amt Alle diese Arten der Privatbeichte sind löblich, recht und gesegnet, und es dürfte zur Vervollstän⸗ will digung des Gesagten nur noch eins und ein zwei⸗ weiler tes hinzugesetzt werden. lichen Erstens: Jede Art von Beichte, mit Ausnahme Ohne derjenigen, welche zunächst nur Seelenrath bedarf, Trost. ö ö soll nicht eine Zustandsbeichte, sondern eine Fruch Beichte vollbrachter Sünden sein. Man kann über bekemn sündige Zustände Jahrzehnte klagen und beichten, einbil ohne ihrer los zu werden, wenn man nicht die ein⸗ den S zelnen Früchte und Werke benennt, die aus solchen ö Beich Zuständen hervor wachsen. Auch liegt in der komm Beichte von Zuständen sehr oft gar nichts demüthi⸗ davon gendes, weil der Beichtvater selber und andere Leute und 1 oft genug die Antwort zu geben haben:„das geht auch mir so, das geht vielen, das geht allen gerade so. Da ist am Ende nichts gebeichtet, Ob aber es trifft auch kein Trost, daher die Zustands⸗ beichten oft so geringen Nutzen schaffen, und eine so 3 weinerliche, wimmernde und winzelnde Sache zu fang und d sein pflegen. Wer recht beichten will, der beichte arisäi⸗ indlich Diese e sehr nach öblich, llstän⸗ zwei⸗ nahme bedarf, ueine über eichten, ie ein⸗ solchen in der müthi⸗ Leute „das t allen eichtet, stands⸗ eine so che zu beichte Werksünden, nenne sie beim Namen, bezeichne die Umstände genau, so weit es sein kann, ohne an⸗ derer Leute Geheimnis zu offenbaren. Damit tritt er dem alten Menschen am meisten entgegen und setzt den Beichtvater am besten in den Stand, sein Amt zu thun. Zweitens: Eine Beichte ist nicht löblich. Ich will sie die schamlose Beichte nennen, die sich zu⸗ weilen einmal und vielleicht häufiger bei dem weib⸗ lichen, als bei dem männlichen Geschlechte findet. Ohne Reue und Leid, ohne Bedürfnis besonderen Trostes oder Rathes, ohne die Absicht und die Frucht der Demüthigung einzelne Sünden benennen, bekennen, beschreiben, besprechen, blos weil man sich einbildet, es müße alles bekannt sein, niederträchtig den Schmutz des eigenen Lebens aufwühlen und dem Beichtvater, der ohnehin Sünde genug zu hören be⸗ kommt und hören muß, den widerlichen Dampf davon in die Nase jagen, ist eine unverschämte Art, und die laß bleiben. 42. Ob allgemeine oder Privatbeichte zu wählen sei. In der lutherischen Kirche bestanden von An⸗ fang an beiderlei Arten der Beichte, die allgemeine und die Privatbeichte, zusammen. Jene wurde von 8³ 116 Pfarrer und Gemeinde zu Anfang des sonntäglichen das Gottesdienstes oder auch nach der Predigt vor dem ů der gemeinen Gebet gesprochen; diese wurde zur Vorbe⸗ i reitung aufs heilige Abendmahl gebraucht und schon sämn um der mit ihr verbundenen besondern Absolution ö allsot willen nicht unterlaßen. S. Art. 14 der augsb. mach Confession. Im Verlauf der Zeit wurde es beiden, durch den Pfarrern und Gemeinden, zu viel, die Privat⸗ geübt beichte zu üben, man that sie ab, es trat an ihre Beich Stelle eine Beichtrede und an deren Schluß die dem allgemeine Beichte oder Absolution, welche gleichzei⸗ komm tig im öffentlichen Gottesdienst immer mehr ver⸗ Ausu schwand. Selbst diese Art zu beichten kam immer dern mehr ins Abnehmen. Viele Hunderte wußten, nach wenn sie zur Beichte giengen, kaum von dem Na⸗ wie men, geschweige von der Kraft und Bedeutung der und Absolution, um deren willen man doch hauptsäch⸗ ö sich lich beichtet.— Als nun in der neueren Zeit Gott und den Christen hin und her wieder mehr Licht und ů Excor Gnade schenkte, lernte man auch die Absolution und ö tes 2 um ihretwillen die Beichte wieder schätzen, und an ö von dem Art. 14 der augsb. Confession erwachte auch gebra wieder einige Liebe und Lust zur Privatbeichte. 0 Zwar in den öffentlichen Gottesdienst ist die allgemeine chen Beichte und Absolution meist noch nicht wieder zurück⸗ Mahl gekehrt, dagegen aber wird hie und da ernstlich die unsert Frage erwogen, ob man sich zur Vorbereitung auf glichen rdem Vorbe⸗ schon olution augsb. beiden, Grivat⸗ n ihre iß die eichzei⸗ rver⸗ immer ußten, m Na⸗ ng der 'ptsäch⸗ t Gott t und on und ind an e auch beichte. zemeine zurück⸗ lich die ng aauf X 147 das heilige Abendmahl lieber der allgemeinen oder der Privatbeichte bedienen solle? Denkt man sich nun eine Gemeinde, deren sämmtliche oder meiste Glieder von ihrem Rechte, allsonntäglich zu Gottes Tisch zu gehen, Gebrauch machen wollten, so wäre es gar nicht möglich, daß durchgängig von allen allemal die Privatbeichte geübt werden sollte. Es würde die allgemeine Beichte zu Anfang des Gottesdienstes oder nach dem Schluß der Predigt wieder zu voller Kraft kommen müßen, und die Privatbeichte müßte der Ausnahmsfall sein. Nicht die Privatbeichte, son⸗ dern die Zucht, wie sie Christus Matth. 18. und nach Ihm seine Apostel empfahlen, müßte dann, wie es einst auch war und noch sein sollte, Hut und Wacht am Altare übernehmen, daß niemand sich zum Schaden des HErrn Abendmahl nehme und die Stiftung IEsu verunehre. Alle nicht Ercommunicierten hätten Macht, sonntäglich zu Got⸗ tes Tisch zu gehen. Die Privatbeichte würde nur von einzelnen mühseligen und beladenen Christen gebraucht. So wäre es am besten und schönsten. Es fragt sich aber nicht, wie es in einer sol⸗ chen Gemeine sein sollte, die sonntäglich des HErrn Mahl begehrte, sondern wie es bei uns und in unsern Gemeinden, die von einem solchen Verlangen ferne sind, gehalten werden soll, Würde jemand 2* ——4— immer die allgemeine Beichte für sich benützen, so würde er den Segen der Privatbeichte nicht kennen und keine von beiden recht schätzen lernen. Würde er aber immer zur Privatbeichte gehen, auch wenn ihn keine besondere Sünde drückte, für die er Rath und Trost bedürfte; so würde er die Anregung, welche eine Beichtrede zuweilen vor dem Beten einer stehenden Formel voraus hat, entbehren, da sie ihm doch wol zu gönnen wäre. Namentlich Leute, bei denen alles Formelbeten und Hören einer Privat⸗ absolution leicht mechanisch und kraftlos wird, wür⸗ den hiedurch zu kurz kommen. Daher wäre zu wünschen, daß von Christen, die sich einigermaßen beobachten und fühlen, keine Art der Beichte allein, sondern je nach der Seelen Bedürfnis bald die eine, bald die andere gebraucht und auf diese Weise Sinn und Erfahrung beider in der Gemeine leben⸗ dig erhalten würde. Gilt es, einer besondern Sünde entledigt zu werden oder bedarf man einer besonderen Absolution, so gehe man zur Privat⸗ beichte. Herrscht aber das Verlangen nach dem Sa— eramente vor, oder ist eine besondere Lust vorhan⸗ den, die Süßigkeit zu schmecken, welche in dem ge— meinsamen Beichten, wo einer für alle, alle für einen einstehen, und in der gemeinsamen Absolution liegt, dann gehe man zur allgemeinen Beichte. Es hat ein Christ Macht und Fug zu beidem. 0 Seele Regu zu er nützt. Priva hen.“ vierer 2. ic IEsu mich Beich wenie Zeit Wari an u lichen von auch gende tig n n, so kennen Würde wenn Rath egung, einer ie ihm te, bei Privat⸗ wür⸗ üre zu maßen allein, e eine, Weise leben⸗ idern einer Privat⸗ m Sa⸗ borhan⸗ em ge⸗ le für olution e. Es ——ßꝛ———— 119 Für Menschen freilich, die ein Bedürfnis der Seele gar nicht kennen, auf ihr Inneres und seine Regungen nie merken lernten, ist es schwer, selbst zu entscheiden, welche Art zu beichten ihnen gerade nützt. Für sie gilt wol der Satz:„Die geringste Privatbeichte ist immerhin der öffentlichen vorzuzie⸗ hen.“ Sie müßen doch hier mit eigenem Munde viererlei Dinge sagen: 1. ich bin ein Sünder, 2. ich glaube eine Vergebung der Sünden in Christo Esu, 3. ich bitte um Absolution und 4. ich will mich beßern. An diese vier Wahrheiten, die jede Beichtformel enthalten sollte, sei's mit vielen oder wenig Worten, laßen sich auch in sehr gedrängter Zeit immerhin einige Fragen, einige Aufklärungen, Warnungen, Ermunterungen ꝛc. anhängen, welche an und für sich selbst, und zumal unter den feier⸗ lichen und ergreifenden Umständen der Privatbeichte, von Werth sind. Gar nichts zu sagen davon, daß auch die kürzeste Privatabsolution auf eine eindrin— gende, dem mechanischen Sinn des Beichtenden kräf⸗ tig widerstehende Weise gegeben werden kann. Es liegt hier an Gabe und Eifer des Seelsorgers.— Geht nun, wie es hie und da ist, der Privatbeichte ein Vorbereitungsgottesdienst vorauf, so fehlt dem eingehenden Elemente auch nicht ein anregendes. Die eben gegebene Entscheidung gewinnt für die wol seltenen Fälle, wo ein Seelsorger empfäng⸗ 120 liche Leute, Zeit und Kraft hat, mit einzelnen Beich⸗ tenden so recht nach Wunsch über Sünde und Ver⸗ gebung zu reden, zu unterrichten ꝛc.,— nur desto mehr an Kraft. Ein Hindernis findet die Privatbeichte bei der gegenwärtigen Unwißenheit der Gemeinden sehr häu⸗ fig, nemlich das, daß sie mit der römischen O h⸗ renbeichte verwechselt wird. Am Namen O h⸗ renbeichte liegt gar nichts; in der Reformations⸗ zeit und kurz darauf wurde der Ausdruck von den treuesten lutherischen Lehrern statt des nun gewöhn⸗ lichen„Privatbeichte“ gebraͤucht. Der Hauptunter⸗ schied liegt darin, daß 1. der Protestant nach eige⸗ nem Ermeßen die allgemeine oder Privatbeichte brauchen kann, der römische Christ aber die Ohren⸗ beichte brauchen muß; 2. daß der nicht excommu⸗ nicierte Protestant in seiner Privatbeichte einzelne „Sünden sagen kann, wenn er will, daß er aber auch eine ganz allgemeine Formel oder eine allge— mein gehaltene Herzensbeichte brauchen kann, auf welche hin er dennoch absolviert wird, während der römische Christ seine einzelnen Sünden beichten muß, gleichviel ob sie ihn drücken oder nicht, ob er selbst im Glauben die Absolution auf seine ein⸗ zelnen Sünden anwenden kann oder nicht.— Das beachte jeder Beichtende und laͤße sich durch die Einwendung unwißender oder boshafter Leute, als Na Lande oder den P 2 dem 2 9 zen, l Verge bitten. zu Ge stum, 2 ein an spricht U 2 Beich⸗ ud Ver⸗ ir desto bei der r häu⸗ n Oh⸗ n Oh⸗ iations⸗ zon den zewöhn⸗ ptunter⸗ ch eige⸗ Ubeichte Ohren⸗ rommu⸗ einzelne er aber allge⸗ n, auf end der beichten cht, ob ne ein⸗ —Das rch die te, als 121 wäre die Privatbeichte etwas Römisches, in seiner Wahl der Beichtart nicht bestimmen.— Der HErr laße und schenke uns in der Kraft seines heiligen Geistes beide Arten zu beichten, die allgemeine und die Privatbeichte. 43. Die allgemeine Beichte am Anfang des Haupt⸗ gottesdienstes oder das Confiteor. Nach der Wittenberger Kirchenordnung von 1559. „Die Mess oder Communion soll, wie in etlichen Landen geordnet und im Brauch ist, mit der gemeinen oder öffentlichen Beicht, Gebet und Absolution durch den Priester angefangen werden. Nemlich also: Der Priester wende sich vor dem Altar um gegen dem Volk und spreche: Meine Allerliebsten in Gott, eröffnet eure Her⸗ zen, laßt uns Gott unsre Sünden bekennen und um Vergebung im Namen unsers HErrn JEsu Christi bitten. Sprecht mir nach mit herzlichem Begehren zu Gott, im Glauben an den HErrn IEsum Chri⸗ stum, durch den heiligen Geist. Dann kniet der Priester nieder vor dem Altar und ein anderer Kirchendiener oder Custos neben ihn, und spricht der Priester mit lauter Stimme: Unsre Hilfe stehet im Namen des HErrn. Antwort der Chor. Der geschaffen hat Himmel und Erde. 122 Der Priester. Ich armer, sündiger Mensch bekenne vor Dir, o allmächtiger Gott, meinem Schöpfer und Erlöser, daß ich gesündigt habe nicht allein mit Gedanken, Worten und Werken, sondern daß ich auch von Natur sündig und unrein bin, in Sünden empfan⸗ gen und geboren. Ich habe aber Zuflucht zu Dei⸗ ner grundlosen Barmherzigkeit, suche und begehre Gnaͤde um des HErrn IEsu Christi willen. HErr, sei gnädig mir armen Sünder. Der andere Diener antwortet dieses Gebet. O allmächtiger, barmherziger Gott, der Du Deinen eingebornen Sohn für uns in den Tod ge⸗ geben hast, wolleft Dich unser erbarmen und um desselben Deines geliebten Sohnes willen uns alle unsre Sünde vergeben, auch Deinen heiligen Geist uns geben, der in uns wahre Erkenntnis Deines göttlichen Wesens und Willens, dazu wahren Ge— horsam gegen Dich anzünde und vermehre, auf daß wir das ewige Leben durch deine Gnade um des HErrn JIEsu Christi willen erlangen. Amen. Der Priester spricht hernach die Absolution. Der allmächtige, barmherzige Gott hat sich un— ser erbarmt, vergibt uns wahrhaftiglich alle unsere Sünde um seines lieben Sohnes willen, den er um unsertwillen in den Tod gegeben, und hat dem daß Wort! pfang Natur und grund HErr, or Dir, Erloͤser, danken, ch von empfan⸗ zu Dei⸗ begehre HErr, 1. er Du Tod ge⸗ ind um ns alle n Geist Deines en Ge⸗ suf daß um des n. 2 sich un⸗ unsere den er nd hat *EE 123 Macht gegeben, Gottes Kinder zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, gibt uns dazu seinen heiligen Geist. Wer glaubt und getauft wird, soll selig werden. Das verleihe uns Gott allen! Amen. Dieweil diese Beicht, Gebet und Absolution gespro— chen wird, soll die ganze Kirche stille sein und solches anhören, auch mit dem Priester also bekennen, beten und die Absolution zu Herzen faßen, wohl lernen und vor Gott oft desgleichen sprechen.“ 44. Andere Form des Confiteor von Andreas Döber zu Nürnberg 1525. P. Ich armer sündiger Mensch bekenne mich Gott, dem Allmächtigen, meinem Schöpfer und Erlöser, daß ich nicht allein gesündigt habe mit Gedanken, Worten oder Werken, sondern auch in Sünden em⸗ pfangen und geboren bin, also daß alle meine Natur und Wesen vor seiner Gerechtigkeit sträflich und verdammlich ist. Darum fliehe ich zu seiner grundlosen Barmherzigkeit, such und bitt um Gnade. HErr, sei gnädig mir armen Sünder. Die Gehilfen des Pastors beten sammt der Ge— meinde in gemäßigter Stimme weiter: Der barmherzige Gott wolle sich unser erbar⸗ men und uns unsre Sünde verzeihen und den heiligen Geist geben, daß wir durch ihn seinen göttlichen Willen vollbringen und das ewige Leben empfangen. P. und die ganze Versammlung spreche: Amen. P. steht auf, steigt auf die Altarstufen, wendet sich zu der noch knieenden Gemeinde und spricht die Absolution: Neiget eure Herzen zu Gott. Der allmächtige, barmherzige Gott hat sich un— ser erbarmt und seinen einigen Sohn für unsere Sünde in den Tod gegeben und um seinetwillen uns verziehen, auch allen denen, die an seinen hei⸗ ligen Namen glaͤuben, Gewalt gegeben, Gottes Kin⸗ der zu werden, und den heiligen Geist verheißen. Wer glaubet und getauft wird, der soll selig wer— den. Das verleihe uns Gott allen. P. und Versammlung: Amen. 45. Allgemeine öffentliche Beichte und Absolution, wie sie in etlichen Kirchen nach der Predigt gesprochen werden. Geliebte in Christo, dem HErrn! Weil wir allhier im Namen des allmächtigen Gottes versam⸗ melt sind und sein heiliges und allein seligmachen⸗ des Wort gehört haben, so wollen wir uns vor seiner göttlichen Majestät demüthigen, ihm von Her⸗ zen a einand (Hiere — himm faltig Sünd angeb. müthit Lüsten auch Worte tes ül Gott nicht mich Herzer IEsun heilige len w D erbarm Leidene IEsu euch a emLeben Amen. ndet sich richt die sich un⸗ unsere etwillen len hei⸗ es Kin⸗ rheißen. ig wer⸗ lution, sredigt eil wir versam⸗ machen⸗ nus vor n Her⸗ 12⁵5 zen alle unsre Sünde bekennen, Witn und mit einander also sprechen: (Hierauf spricht der Priester und das Volk zusammen:) Ich armer Sünder bekenne mich Gott, meinem himmlischen Vater, daß ich leider schwer und manch⸗ faltig gesündigt habe, nicht allein mit äußerlichen Sünden, sondern auch und vielmehr mit innerlicher angeborener Blindheit, Unglauben, Zweifel, Klein⸗ müthigkeit, Ungeduld, Ungehorsam, Hoffahrt, bösen Lüsten, Geiz, heimlichen Neid, Haß und Mißgunst, auch andern Sünden, durch welche ich in Gedanken, Worten und Werken die allerheiligsten Gebote Got⸗ tes übertreten habe, wie das mein lieber HErr und Gott an mir erkennt, und ich leider so vollkommen nicht erkennen kann. Dieselbigen Sünden reuen mich sehr und sind mir leid. Ich begehre von Herzen Gnade von Gott durch seinen lieben Sohn IEsum Christum und bitte, daß Er mir seinen heiligen Geist zur Beßerung meines Lebens mitthei— len wolle! Amen. (Sodann spricht der Priester allein:) Der allmächtige Gott hat sich euer in Gnaden erbarmt, und durch das Verdienst des allerheiligsten Leidens, Sterbens und Auferstehens unsers HErrn IEsu Christi, seines geliebten Sohnes, vergibt er euch alle eure Sünden. Und ich als ein verordne⸗ 126 ter Diener der christlichen Kirche verkündige allen denen, so wahrhafte Buße thun, durch den Glau⸗ ben ihr Vertrauen auf das einige Verdienst Christi IEsu setzen und gedenken, ihr Leben nach dem Wil⸗ len Gottes anzustellen, solche Vergebung aller ihrer Sünden im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Dagegen sage ich allen unbußfertigen Sündern und Verächtern Gottes, seiner Worte und heiligen Sacramente aus Gottes Wort und im Namen IEsu Christi, daß ihnen Gott ihre Sünden vor⸗ behalten hat, und gewis zeitlich und ewig strafen wird, wofern sie nicht in der Gnadenzeit ablaßen und Buße thun, welche wir ihnen von Herzen wünschen.“ 46. Luther's Unterricht aus dem kleinen Katechis⸗ mus, wie man die Einfältigen soll lehren beichten..) „Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: eines, daß man die Sünden bekenne, das andere, daß man die Absolution oder Ver⸗ gebung von dem Beichtiger empfahe als von Gott selbst und ja nicht dran zweifle, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. *) D. i. die Privatbeichte üben. 8 geben Vater wir fühlen 2 boten, Frau unflei hast, versär Lieber, Wi 2 let m sprech — Sünde daß ie leider hab' i sie erz und je allen Glaͤu⸗ Christi m Wil⸗ er ihrer nd des Sündern heiligen Namen en vor⸗ strafen ablaßen Herzen atechis⸗ hren ich: / der Ver⸗ Us von Sünden Himmel. 127 Welche Sünde soll man denn beichten? Vor Gott soll man aller Sünden sich schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater unser thun; aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünde bekennen, die wir wißen und fühlen im Herzen. Welche sind die? Da siehe deinen Stand an nach den zehn Ge⸗ boten, ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht seiest, ob du ungehorsam, untreu, unfleißig gewesen seiest, ob du jemand leide gethan haͤst, mit Worten oder Werken, ob du gestohlen, versäͤumet, verwahrlost, Schaden gethan hast. Lieber, stelle mir eine kurze Weise zu beichten!— Ant⸗ wort: So sollt du zu dem Beichtiger sprechen: Würdiger, lieber HErr! Ich bitte euch, wol—⸗ let meine Beichte hören und mir die Vergebung sprechen um Gottes willen. Sage an: Ich armer Sünder bekenne mich vor Gott aller Sünden schuldig, insonderheit bekenne ich vor euch/ daß ich ein Knecht, Magd ꝛc. bin. Aber ich diene leider untreulich meinem Herrn; denn da und da hab' ich nicht gethan, was sie mich hießen, habe sie erzürnt und zu fluchen bewegt, habe versäumt und Schaden laßen geschehen. 128 Bin auch in Worten und Werken schambar*) gewesen, habe mit meines Gleichen gezürnt, wider meine Frau gemurrt und geflucht ꝛc. Das alles ist mir leid, und bitte um Gnad, ich will mich beßern. Ein Herr oder Frau sage also: Insonderheit bekenne ich vor euch, daß ich mein Kind und Gesinde, Weib nicht treulich gezogen habe zu Gottes Ehren. Ich habe geflucht, böse Exempel mit unzüchtigen Worten und Werken ge⸗ geben, meinem Nachbar Schaden gethan und übel nachgeredt, zu theuer verkauft, falsche und nicht ganze Waar gegeben,— und was er mehr wider die Gebot Gottes und seinen Stand gethan ꝛe. Wenn aber jemand sich nicht befindet beschwe— ret mit solchen oder größern Sünden, der soll nicht sorgen oder weiter Sünde suchen, noch erdichten und damit eine Marter aus der Beicht machen; sondern erzähle eine oder zwo, die du weißt. Also: In sonderheit bekenne ich, daß ich einmal geflucht; item, einmal unhübsch mit Worten gewesen, einmal dies N. versäumet habe ꝛc. Also laß es genug sein. Weißt du aber gar keine(welches doch nicht wol sollt möglich sein), so sag auch keine insonder⸗ heit, sondern nimm die Vergebung auf die gemeine — Schamlos. 7 IAI 722 ich Chr men heil 2 haben ein X trösten 2 sein f Anm Prüft 129 mbar*) Beichte, so du vor Gott thust gegen den Beich⸗ wider tiger. 8 alles Darauf soll der Beichtiger sagen: U1l mich Gott sei dir gnaͤdig und stärke deinen Glau⸗ ben! Amen. Weiter: ich mein Glaubst du auch, daß meine Vergebung Got⸗ gezogen tes Vergebung sei? t, böse Antwort: Ja, lieber Herr. rken ge⸗ ö Darauf spreche er: ö ud übel Wie du glaubest, so geschehe dir. Und id nicht ich aus dem Befehl unsers HErrn IEsu 1 wider Christi vergebe dir deine Sünde im Na⸗ ꝛc. men des Vaters, des Sohnes und des beschwe⸗ heiligen Geistes! Amen. l nicht Gehe hin im Frieden! erdichten Welche aber große Beschwerung des Gewißens machen; haben, oder betrübt und angefochten sind, die wird Also: ein Beichtvater wol wißen mit mehr Sprüchen zu geflucht; trösten, und zum Glauben reizen. einmal ö Das soll allein eine gemeine Weise der Beicht genunu sein für die Einfältigen. ö Anmerkung. Das ist ein Vorzug des kleinen Kate⸗ ch nicht chismus Luthers, daß er nicht blos lehrt, zu Buß und Glaͤuben reizt, sondern auch anleitet zu kirch⸗ lichem Handeln, zu Beicht und Absolution. Er ist auch deshalb recht und wahrhaftig kirchlich und praktisch. Prüfungstafel. usonder⸗ gemeine 4.. Etliche Fragstücke mit ihren Antworten, für die, so zum Sacramente gehen wollen. Gestellt durch D. M. Luther. ö „(S. Anhang des kleinen Katechismus.) Nach gethaner Beicht und Unterricht von den zehn Geboten, Glauben, Vater unser, von den Wor⸗ ten der Taufe und Saerament, so mag der Beicht⸗ vater, oder einer sich selbst fragen: Glaubst du, daß du ein Sünder bist?— Antwort: Ja, ich glaube es, ich bin ein Sünder. 5—5 Wie weißt du das?— Antwort: Aus den zehn Geboten, die hab. ich, ge⸗ halten. Sind dir deine Sünden auch leid?— Antwort: Ja, es ist mir leid, daß ich wider Gott ge⸗ fündigt habe. Was hast du denn mit deinen Sünden bei Gott ver⸗ dienet? Antwort: Seinen Zorn und Ungnade, zeitlichen Tod und ewige Verdammnis. Hoffst du auch selig zu werden?— Antwort: Ja, ich 2 68. —— und n, für en. hon den en Wor⸗ Beicht⸗ twort: nicht ge⸗ wort: zott ge⸗ jott ver⸗ od und rt: Wes tröstest du dich denn?— Antwort: Meines lieben HErrn Christi Wer ist Christus?— Antwort: Gottes Sohn, wahrer Gott und Meusch. Wie viel sind Götter?— Antwort: Nur einer, aber drei Personen, ö Vater, und heiliger Geist. Was hat denn Christus für dich gethan, daß du 2 sei⸗ ner tröstest?— Antwort: Er ist für mich gestorben, und hat sein WBlut am Kreuz vergoßen, zur Vergebung der Sünden. Ist der Vater auch für dich gestorben?— Antwort: Nein. Denn der Vater ist nur Gott und der heilige Geist auch; aber der Sohn ist wahrer Gott und wahrer Mensch, für mich gestorben, und hat sein Blut für mich vergoßen. Wie weißt du das?— Antwort: Aus dem heiligen Evangelio und aus den Wor⸗ ten vom Sacrament, und bei seinem Leib und Blut, im Saerament mir zum Pfande gegeben. Wie lauten die Worte?— Antwort: AUnser HErr JEsus Christus in der Uacht, da er verrathen ward, nahm er das Brot, dankete und brachs, und gabs seinen Jüngern und sprach: 9²⁴ 132 Uehmet hin und eßet! Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches thut zu meinem Ge- dächtnis.— Desselbigen gleichen nahm er auch den Relch nach dem Abendmahl, dankete und gab ihnen den und sprach: Uehmet hin und trinket alle dar- aus! Dieser Relch ist das neue Testament in mei⸗ nem Blute, das für euch vergoßen wird zur Verge- bung der Sünden. Solches thut, so oft ihrs trin- ket, zu meinem Gedächtnis. So glaubst du, daß im Saerament der wahre Leib und Blut Christi sei?— Antwort: Ja, ich glaube es. Was bewegt dich denn, das zu glauben?— Antwort: Das Wort Christi: Nehmet, eßet, das ist mein Leib! Trinket alle daraus, das ist mein Blut. Was sollen wir thun, wann wir seinen Leib eßen und sein Blut trinken und das Pfand also nehmen?— Antwort: Seinen Tod und Blutvergießen verkündigen und gedenken, wie er uns gelehrt hat: Solches thut, so oft ihr es trinket, zu meinem Gedächtnis. Warum sollen wir seines Todes gedenken, und denselben verkündigen?— Antwort: Daß wir lernen glauben, daß keine Creatur hat können genug thun für unsere Sünden, denn Christus, wahrer Gott und Mensch, und daß wir ntwort: ist mein lut. en und 2— jen und hut, so »nselben Creatur „denn aiß wir 133 lernen erschrecken vor unsern Sünden, und dieselbi⸗ gen lernen groß achten, und uns sein allein freuen und trösten, und also durch denselbigen Glauben selig werden. Was hat ihn denn bewegt, für deine Sünden zu sterben und dafür genug zu thun?— Antwort: Die große Liebe zu seinem Vater, zu mir und andern Sündern, wie geschrieben steht Joh. 15., Röm. 6., Gal. am 2. Cap. Warum willst du denn zum Saerament gehen?— Antwort: Auf daß ich lerne glauben, daß Christus um meiner Sünde willen aus großer Liebe gestorben sei, wie gesagt,— und darnach auch von ihm lerne, Gott und meinen Nächsten lieben. Was soll einen Christen vermahnen und reizen, das Sa— crament des Altars oft zu empfangen?— Antwort: Von Gottes wegen soll ihn beide des HErrn Christi Gebot und Verheißung, darnach auch seine eigene Noth, so ihm auf dem Halse liegt, treiben, um welcher willen solch Gebieten, Locken und Ver⸗ heißung geschieht. Wie soll ihm aber ein Mensch thun, wenn er solche Noth nicht fühlen kann, oder keinen Hunger, noch Durst zum Sacrament empfindet?— Antwort: Dem kann nicht beßer gerathen werden, als daß 134 er erstlich in seinen Busen greife, ob er 2— 1 Fleisch und Blut habe, und glaube doch der Schrift, was sie davon sagt Gal. 5., Röm. 6. Zum andern, daß er um sich sehe, ob er auch noch in der Welt sei, und denke, daß es an Sün⸗ den und Noth nicht fehlen werde, wie die Schrift sagt Joh. 15. und 16., 1. Joh. 2. und 5. Cap. Zum dritten, so wird er auch den Teufel um sich haben, der ihm mit Lügen und Morden Tag und Nacht keinen Frieden innerlich und äußer⸗ lich laßen wird, wie ihn die Schrift abmalet Joh. 8. und 16., 1 Petr. 5, Ephes. 6 und 2. Tim. 2. Cap.— Beichten vor dem Diener der Kirche. 48. Vorbemerkung. Ueber das Beichten nach Lormeln. Die nachfolgenden Formeln veranlaßen zu kurzer Be⸗ antwortung der Frage, ob man beim Beichten For⸗ meln brauchen dürfe? Manche haben die lutheri⸗ sche Privatbeichte schon deshalb verwerfen wollen, weil sie meist durch Formeln geschehe. Es ist aber auch hier ober⸗ stes Gesetz die Freiheit eines Christenmenschen, wie in vielen andern Stücken. Der, welcher seinen Gedanken selbst Worte und Ausdruck zu geben vermag und ebenso fremd hat, Beich Wort deres in eig mel 1 zu be zur 9 verme chen, mel. Art ist hi freien Anlei nenen nehm welch sen, sicht die, i gläub weil keiner Versö Absol chen nur könnt nicht e. zer Be⸗ For⸗ utheri⸗ weil sie T ober⸗ wie in danken ebenso 135 fremdes Wort für seine Gedanken zu brauchen gelernt hat, thue, wie es ihm beliebt und gerade nützlich scheint. Beichtet er besondere Sünden, so wird er ohnehin eigene Worte brauchen müßen. Derjenige, welcher nichts Beson⸗ deres zu beichten hat und kaum vermag, seine Gedanken in eigene Worte zu kleiden, gebraucht am besten eine For⸗ mel und wird es auch immer thun. Dringt ihn die Noth zu besonderen Geständnissen, so findet er auch ein Wort zur Nothdurft und schämt sich nicht zu reden, so gut er es vermag. Die Einfältigsten und die Gefördertsten brau— chen, wie die Erfahrung beweist, gern eine paßende For⸗ mel. Die, bei welchen das Christenthum noch in einer Art von Gährung ist, reden lieber frei von Herzen. Es ist hier ähnlich wie beim Gebrauch des Buchgebets und freien Gebets. Jedenfalls können gute Formeln zur Anleitung dienen.— Es folgen einige Formeln, zu de— nen man auch die in Nr. 38, 39, 40 befindlichen hinzu⸗ nehmen kann. Jedoch bemerke man, daß in jeder Beichte, welche vor dem Beichtvater geschieht, die Anrede an die⸗ sen, nicht an Gott den HErrn, zu richten ist. Die Ab⸗ sicht einer vor dem Beichtvater gesprochenen Formel ist die, ihm Einsicht in den allgemeinen bußfertigen und gläubigen Standpunkt des Beichtenden zu verschaffen, weil er ohne so viel Einsicht nicht absolvieren könnte. Wer keinerlei Reue, keinen Glauben an Christum, den Versöhner, keine Bitte um Absolution ans Amt, dem Absolution befohlen ist, stellen— und kein Verspre⸗ chen der Beßerung geben könnte, bei wem es auch nur auch an einem dieser vier Stücke fehlte, den könnte kein Beichtvater absolvieren. Also grade so viel, nicht weniger, ist dem Beichtenden zu bekennen, dem Beichtvater zu hören nöthig. Und so viel muß dem Letzteren gesagt werden. Was man Gott zu sagen habe, ist eine andre Frage. S. Nr. 20—31. Es folgen nun die Formeln. 49. „Ich armer, sündiger Mensch bekenne vor Gott und vor Euch, daß ich wider alle Gebote Gottes mit Gedanken, Worten und Werken viel gesündigt habe und von Natur in Sünden empfangen und verdorben bin, unter Gottes Zorn, des ewigen Todes schuldig. Darum ist mein Herz betrübt und ist mir leid, daß ich Gott, meinen HErrn, erzürnt habe, und bitte von Herzen, Gott wolle mir alle meine Sünden um Seines lieben Sohnes, des HErrn JEsu Christi willen aus Gnaden vergeben, mein Herz mit dem heiligen Geiste erneuen, wie ich auf Sein göttliches Wort glaube und traue. Weil Ihr denn von dem HErrn Christo Befehl habet, allen Bußfertigen ihre Sünde zu vergeben; so bitte ich Euch durch Christum, Ihr wollet mich mit Gottes Wort unterrichten und trösten, mir im Namen IEsu Christi die Vergebung der Sünden sprechen und Seinen Leib und Blut im Sacramente zur Stärkung meines Glaubens reichen. Ich will mich mit Gottes Hilfe beßern. Pommer'sche Kirchenordnung. Vate von genw solche nicht alle, mich und ßern. daß! die ar Christ men und 6 der V mahl Gottes Sünd meines solcher Blut pfange nuß dem en habe, vor Gott Gottes esündigt en und ewigen ibt und erzürnt tir alle 3, des rgeben, ich auf eil Ihr allen tte ich Gottes Namen prechen te zur Imich ung. „Ich bekenne vor Gott, meinem himmlischen Vater, und Cuch, daß ich leider viel gesündigt habe von meinen kindlichen Tagen an bis auf diese ge⸗ genwärtige Stunde, wie denn Gott, mein HErr, solche meine Sünden an mir erkennt und ich sie nicht alle wißen, noch erkennen kann. Dieselben alle, sie seien mir bewußt oder unbewußt, reuen mich von Grund meines Herzens und sind mir leid, und ich bitte um Gnade, ich will mein Leben be— ßern. Und weil ich aus Gottes Wort gewis bin, daß Vergebung der Sünden empfahen sollen alle, die an den HErrn Christum glauben, und der HErr Christus die Gewalt, die Sünden in Seinem Na⸗ men zu vergeben und zu behalten, Seiner Kirche und Gemeinde hat übergeben, auch dazu, damit wir der Vergebung der Sünden gewis wären, das Nacht⸗ mahl eingesetzt; bitte ich Euch, Ihr wollet mich aus Gottes Wort trösten und die Absolution über meine Sünden sprechen. Darauf ich denn zur Stärkung meines Glaubens das hochwürdige und theure Pfand solcher Gnaden, den wahren Leib und das wahre Blut Christi, mit andern Christen begehre zu em⸗ pfangen.“ Frankf. K. O. 1688. 138 51. Eine Formel, nach einer älteren gestellt, die im Nürnberger Land gebräuchlich war. Ich armer Sünder erkenne und bekennne, daß ich leider in Sünden empfangen und geboren, wi⸗ der Gott und meinen Nächsten vielfältig gesündigt und damit verdient habe den zeitlichen und ewigen Tod. Solche meine Sünden reuen mich von Her⸗ zen, glaube aber daneben, daß JEsus Christus, waͤhrer Gott und Mensch, auch meinetwillen ver— wundet und um meiner Sünde willen zerschlagen ist. Auch meine Sündenstrase lag auf ihm, auf daß ich Frieden hätte, und durch seine Wunden bin ich geheilet. Um IEsu willen schone, mir nach Sünden lohne. Um JEsu willen laß mir sprechen die gnädige Vergebung aller meiner Sünden und Dein heiliger Geist schreibe sie mir ins Herz, daß ich sie faße und sie nicht laße und kraft derselben mein Leben beßere und frömmer werde. Amen. 52. Eine Beichte für Confirmanden. Ehrwürdiger, lieber HErr, ich bekenne mich vor Gott und Euch als einen armen Sünder; denn ich habe wider alle Gebote Gottes leider oft und viel gesündigt: 2—8 8————5———— die im r. me, daß ren, wi⸗ zesündigt ewigen on Her⸗ Shristus, len ver⸗ rschlagen m, auf den bin sir nach sprechen en und rz, daß erselben men. nich vor denn ich ind viel 139 Erstlich habe ich meinen lieben Gott nicht allezeit kindlich gefürchtet, geliebt und Ihm vertraut. Ich habe nicht allezeit fleißig und andächtig gebetet, Gott für Seine Gaben nicht alleze it gedankt. „Ich habe die Predigt und Gottes Wort nicht allezeit fleißig gehört und oft wenig daraus gelernt. „Ich habe auch insonderheit oft gesündigt wi— der meine Aeltern und Schullehrer. Denen bin ich oft ungehorsam gewesen und habe sie oft erzürnt und zu Unwillen bewegt; bin oft nicht gern in die Schule gegangen und habe nicht allezeit fleißig gelernt, was mir meine Schullehrer haben befohlen; bin faul und nachläßig gewesen und habe oft die edle Zeit mit Müßiggang übel zugebracht. Mit meinen Geschwistern, Schulgesellen, Ge⸗ spielen und Andern habe ich oft gezankt und gezürnt. ö „Ich bin oft muthwillig, fürwitzig, frech und schaͤamlos gewesen in Worten und Werken. Ich habe oft genascht und n was mir nicht gehört hat. „Ich habe oft die Unwahrheit gesagt, ü ge⸗ logen und andern Leuten übel nachgeredet. 140 9. und 10. So habe ich mich auch oft laßen gelüsten desjenigen, das meines Nächsten ist. Und in Summa, ich habe mich in allen Ge— boten Gottes, beide gegen Gott und Menschen, schwer versündigt, und hätte damit verdient Gottes Zorn, zeitliche Strafen und den ewigen Tod, wenn mich Gott nach meinem Verdienst richten wollte. Das ist mir nun von Herzen leid, und reut mich, daß ich meinen lieben Gott und meine Aeltern so oft und viel beleidigt habe. Ich bitte aber den barmherzigen Gott um Gnade und Verzeihung um des HErrn Christi willen, und bitte auch Euch, Ihr wollet mich jetzt an Gottes Statt von allen meinen Sünden absolvieren und ledig zählen. Ich will mich auch hinfort, so viel mir möglich ist, vor Sünden hüten, mein Leben beßern und in meinem Berufe fleißig sein. Das helfe mir Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, die heilige Dreieinigkeit, hochgelobt in Ewigkeit! Amen. 53. Eine Beichte für Confirmandinnen. Ich erkenne mich vor Gott und Euch als eine arme Sünderin, und daß ich von Natur nur zum Argen geneigt bin, und leider oft wider Gott und meinen Nächsten gesündigt habe.— Insonderheit bekenne ich, daß ich meinen lieben Aeltern oft un⸗ gehorf was J Ander frech Gedan wesen. & — mir n begehr will u mer w Amen. Eine Lie gesünd wider glaube den mi Und u ner Jc oft laßen sten ist. allen Ge⸗ Menschen, nt Gottes od, wenn n wollte. eut mich, leltern so aber den ihung um ich Euch, von allen sen. Ich h ist, vor meinem tt Vater, ieinigkeit, en. als eine nur zum Gott und sonderheit oft un⸗ 14¹ gehorsam gewesen bin und nicht allezeit gethan habe, was sie mir befohlen haben. Ich habe auch mit meinen Geschwistern und Andern oft gezankt und gezürnet, bin oft fürwitzig, frech und muthwillig, auch in Worten, Werken und Gedanken nicht allezeit züchtig und schamhaftig ge⸗ wesen. In der Haushaltung bin ich auch nicht allezeit fleißig und sorgfältig gewesen, habe oft Schaden gethan und geschehen laßen; und viel andere Sün— den mehr begaͤngen. Ich bitte aber meinen lieben Gott, Er wolle mir meine Sünde verzeihen um Christi willen, und begehre darauf von Euch die heil. Absolution. Ich will mich mit der Hilfe Gottes beßern und fröm⸗ mer werden; wozu mir Gott Gnade verleihen wolle! Amen. 54. Eine Beichte für sehr unmündige Confirmanden. Lieber HErr, ich bekenne, daß ich oft und viel gesündigt habe wider Gott und meinen Nächsten und wider alle Gebote Gottes. Das ist mir leid. Ich glaube aber, daß JEsus Christus auch meine Sün⸗ den mit Seinem Leiden und Sterben abgebüßt hat; Und weil Ihr ein berufener und verordneter Die⸗ ner IEsu Christi seid, so tröstet mir nun meine 142 arme Seele mit dem süßen Evangelio in der Ab⸗ solution. Ich will mich durch Kraft des heiligen Geistes auch forthin beßern. Amen. Gute Hoffnung aufrichtiger Beichtkinder auf die ersehnte Absolution. 55. Mich. 7, 18—20. Wo ist ein solcher Gott, wie Du bist? der die Sünde vergibt, und erläßet die Missethat den Ueb⸗ rigen seines Erblheils; der seinen Born nicht ewig⸗ lich behält, denn er ist barmherzig. Er wird sich unser erbarmen, unsere Missethat dämpfen, und alle unsere Sünden in die Tiefe des Meeres werfen. Du wirst dem Jakob die Treue, und Abraham die Gnade halten, wie Du unsern Vätern vorlängst ge⸗ schworen hast. ö 56. Vater, ich habe gesündigt in den Himmel und vor Dir. Ich bin hinfort nicht werth, daß ich Dein Sohn(Deine Tochter) heiße. Aber sieh! ich komme jetzt zu Dir, denn Du bist der HErr, mein Gott. Wahrlich, es ist eitel Betrug mit den Hüge der hat keine komm zerriß wirst Willl Sünt I armer Zeiche Denn noch und; und 5 halten und das se des h HErri ½4. B für de der Ab⸗ s heiligen nder auf 2 der die den Ueb- icht ewig⸗ wird sich und alle 5 werfen. aham die ängst ge⸗ imel und daß ich ber sieh! er HErr, mit den 143 Hügeln, mit allen Bergen und mit allen Götzen der Heiden(2. Kön. 17, 9. f.) Wahrlich, es hat Israel keine Hilfe, keinen Trost, keine Freude, keine Ruhe, denn am HErrn, unserm Gott. So komm ich denn zu Dir, mein Hort. Du hast mich zerrißen— durch die Schrecken des Gesetzes; Du wirst mich auch heilen— durch Dein Evangelium. Willkommen, willkommen, Du Arzt aller armen Sünder! Hosianna! 57. Vorbereitung zur Absolution. „Daß du dich, mein lieber Freund, für einen armen Sünder erkennst, ist gut und ein gewisses Zeichen, daß du noch einen gnädigen Gott hast. Denn wo man die Sünde nicht erkennt, keine Reue noch Leid über sie hat, das ist ein böses Zeichen und zu besorgen, daß der Satan die Herzen beseßen und verstockt habe. Darum sollst du's für gewis halten, daß du deine Sünde erkennst, darüber Reue und Leid hast und derselben los zu werden begehrst, das sei eine sonderliche Gnade Gottes und ein Werk des heiligen Geistes, für welches du Gott, dem HErrn, zu danken schuldig bist. Vielmehr aber sollst du Gott, dem HErrn, da⸗ für danken, daß Er dich in deinen Sünden, Reue 144 und Leid nicht gar verzweifeln läßt; sondern dir so gnädig ist, daß Er dich lehrt bei Seinem heil. Evangelio Trost und Vergebung suchen. Auf daß du aber solcher Gnade desto gewisser und sicherer seyn mögest, soll dir auch das Wort der Absolution mitgetheilt werden, dadurch die Gnade, welche sonst durch öffentliche Predigt des Evangeliums aller Welt insgemein gepredigt wird, dir für deine Per⸗ son insonderheit verheißen und zu dieser Stunde ge⸗ geben wird. Und, mein lieber Freund, das Wort der Absolution, welches dir dein Seelsorger auf Got⸗ tes Verheißung mittheilt, sollst du achten, als ob dir Gott vom Himmel Gnade und Vergebung der Sünde zusagte, und sollst Gott herzlich danken, der solche Gewalt der Kirche und den Christen auf Er⸗ den gegeben hat.“ Magdeburger K. O. Was ist die Absolution? 58. (Belehrung aus den symbolischen Büchern.) S. Augsb. Confession, Art. 25. „Die Beicht ist durch die Prediger dieses Theils nicht abgethan. Denn diese Gewohnheit wird bei uns gehalten, das Sacrament nicht zu reichen de⸗ ndern dir nem heil. Auf daß d sicherer lbsolution Iche sonst ms aller eine Per⸗ tunde ge⸗ das Wort auf Got⸗ „als ob bung der inken, der auf Er⸗ K D. n.) es Theils wird bei eichen de⸗ 145 nen, so nicht zuvor verhört und absolviert sind. Dabei wird das Volk fleißig unterrichtet, wie tröst⸗ lich das Wort der Absolution sei, wie hoch und theuer die Absolution zu achten; denn es sei nicht des gegenwärtigen Menschen Stimme oder Wort, sondern Gottes Wort, der da die Sünde vergibt. Denn sie wird an Gottes Statt und auf Gottes Befehl gesprochen. Von diesem Befehl und Gewalt der Schlüßel, wie tröstlich, wie nöthig sie sei den erschrockenen Gewißen, wird mit großem Fleiß gelehret; dazu, wie Gott fordert, dieser Ab⸗ solution zu glauben, nicht weniger denn so Gottes Stimme vom Himmel erschölle, und uns dero fröh⸗ lich trösten und wißen, daß wir durch solchen Glau⸗ ben Vergebung der Sünden erlangen. Von diesen nöthigen Stücken haben vor Zeiten die Prediger, so von der Beichte viel lehrten, nicht ein Wörtlein gerühret, sondern allein die Gewißen gemartert mit langer Erzählung der Sünden, mit Genugthun, mit Ablaß, mit Wallfahrten und dergleichen. Und viel unserer Widersacher bekennen selbst, daß dieses Theils von rechter christlicher Buße schicklicher denn zuvor in langer Zeit geschrieben und gehandelt sei.“ „Und wird von der Beicht also gelehret, daß man niemand dringen soll, die Sünde namhaftig zu erzählen. Denn solches ist unmöglich, wie der Psalm(Psalm 19, 13.) spricht:„Wer kennet 10 Prüfungstafel. 146 die Missethat? Und Jeremias 17, 9. spricht: Wele Des Menschen Herz ist so arg, daß man es ist nicht auslernen kann. Die elende menschliche etlic Natur steckt also tief in Sünden, daß sie dieselben nicht alle sehen oder kennen kann, und sollten wir allein von denen absolviert werden, die wir zählen können, wäce uns wenig geholfen. Derhalben ist nicht noth, die Leute zu dringen, die Sünde nam⸗ haftig zu erzählen. Also haben auch die Päter ge dure halten, wie man findet distinct. I. de poenitentia, da Wor die Worte Chrysostomi angezogen werden: Ich ist d sage nicht, daß du dich selbst sollst öffent⸗ Glar lich dargeben, noch bei einem andern dich griff selbst verklagen oder schuldig geben, son⸗ Geh dern gehorche dem Propheten, welcher ist spricht: Offenbare dem HErrn deine lium Wege. Ps. 37. 5. Derhalben beichte Gott, Und dem wahrhaftigen Richter, neben deinem Lebe Gebet; nicht sage deine Sünde mit der durd Zungen, sondern in deinem Gewißen. Hie den sieht man klar, daß Chrysostomus nicht zwingt, die im Sünde namhaftig zu erzählen. So lehrt auch die euch glossa in decretis, de poenitentia, distinet. 5. cap. Con- wir sideret, daß die Beicht nicht durch die Schrift ges noch boten, sondern durch die Kirche eingesetzt sei. Doch vom wird durch die Prediger dieses Theils fleißig ge⸗ lehrt, daß die Beicht von wegen der Absolution, spricht: man es ienschliche dieselben llten wir ir zählen alben ist ide nam⸗ Väter ge⸗ tentia, da en: Ich öffent⸗ rn dich n, son⸗ welcher deine te Gott, deinem mit der jsen. Hie bingt, die auch die cap. Con- chrift ge⸗ ei. Doch eißig ge⸗ bsolution, ö 147 welche das Haupistück und das Fürnehmste darin ist, zu Trost der erschrockenen Gewißen, dazu um etlicher anderer Ursachen willen zu erhalten sei.“ 59. ö S. Apologie der Augsb. Confession. Art. XII. de poenitentia. „Die Gewalt der Schlüßel, die verkündigt uns durch die Absolution das Evangelium. Denn das Wori der Absolution verkündigt mir Friede und ist das Evangelium selbst. Darum wenn wir vom Glauben reden, wollen wir die Absolution mit be⸗ griffen haben. Denn der Glaub ist aus dem Gehör, und wenn ich die Absolution höre, das ist die Zusage göttlicher Gnade oder das Evange⸗ lium, so wird mein Herz und Gewißen getröstet. Und dieweil Gott durch das Wort wahrlich neu Leben und Trost ins Herz gibt, so werden auch durch Gewalt der Schlüßel wahrhaftig hier auf Er⸗ den die Sünden losgezählt also, daß sie vor Gott im Himmel los sind, wie der Spruch lautet: Wer euch höret, der höret mich. Darum sollen wir das Wort der Absolution nicht weniger achten noch glauben, denn wenn wir Gottes klare Stimm vom Himmel höreten, und die Absolution, das se⸗ lige, tröstliche Wort, sollte billig das Saerament der Buße heißen, wie denn auch—-.d5 Schola⸗ 10 148 stiei, welche gelehrter, denn die andern gewesen, da⸗ von reden.“ 60. S. Schmalkald. Art. VIII. „Weil die Absolution oder Kraft der Schlüßel auch eine Hilfe und Trost ist wider die Sünde und böse Gewißen im Evangelio durch Christum gestift, so soll man die Beicht oder Absolution bei Leibe nicht laßen abkommen in der Kirche, sonderlich um der blöden Gewißen willen, auch um des jungen rohen Volts willen, damit es verhört und unter⸗ richtet werde in der christlichen Lehre.“ „Die Erzählung aber der Sünden soll frei sein einem jeden, was er erzählen oder nicht erzählen will; denn so lange wir im Fleische sind, werden wir nicht lügen, wenn wir sagen: Ich bin ein armer Mensch voller Sünde. Röm. 7. Ich fühle ein ander Gesetz in meinen Gliedern u. Denn dieweil die absolutio privata von dem Amt herkömmt der Schlüßel, soll man sie nicht verach⸗ ten, sondern hoch und werth halten, wie alle an⸗ dern Aemter der christlichen Kirche.“ 61. S. Concordienformel II. Th. XI. „Wir behalten, wie die Augsb. Consession ar⸗ ticulo XI. sagt, die Privatabsolution und lehren, tion tion wir esen, da⸗ Schlüßel inde und gestift, ei Leibe lich um jungen unter⸗ frei sein erzählen werden bin ein fühle ern ꝛ. m Amt verach⸗ Ule an⸗ ion Aar- lehren, ——————— 149 daß es Gottes Gebot sei, daß wir solcher Absolu⸗ tion glauben und für gewis halten sollen, daß wir so wahrhaftig, wenn wir dem Wort der Absolu⸗ tion glauben, Gott versöhnet werden, als hätten wir eine Stimme vom Himmel gehöret, wie die Apologie diesen Artikel erkläret.“ 117 6³²2. ö „Sie ist die göttliche, allmächtige Stimme un⸗ sers HErrn IEsu Christi, darin Er durch das Wort des Evangeliums uns arme, verdammte Sün⸗ der losspricht von der Sünde, von Gottes Zorn, von der Macht und Gewalt des Teufels, wie unser HErr Christus zu den Jüngern spricht:„Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich Euch. Wel⸗ chen ihr die Sünden erlaßet, denen sind sie erla⸗ ßen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie be⸗ halten. Was ihr auf Erden binden werdet, das soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, das soll auch im Himmel los sein.“ Matth. 18. Joh. 20. Solch eine Kraft Gottes zur Seligkeit ist die h. Absolution, der Christen höchster Trost und Schatz, dadurch un⸗ ser HErr IEsus Ehristus zu jedem insonderheit spricht:„Mein Sohn, meine Tochter, glaube fest, dir sind deine Sünden vergeben! Gehe hin im Frieden!“ Pommer'sche K. O. 450 63. Unterschied der Absolution von der evange⸗ lischen Predigt. Unser HErr IEsus Christus hat vor seiner Auffahrt in den Himmel seinen Jüngern befohlen, das Evangelium aller Creatur zu predigen und alle Völker zu Schülern seines seligmachenden Wortes zu machen. Für diese Einsetzung seines göttlichen Wortes und seiner seligmachenden Predigt sind wir ihm ewigen Dank schuldig. Derselbe unser HErr IEsus Christus hat aber auch schon vor seiner Auf⸗ fahrt, am Abend seines Auferstehungstages, seine Jünger mit dem Hauche seiner unsterblichen Lippen angeblasen und zu ihnen gesagt:„Nehmet hin den heiligen Geist, welchen ihr die Sünden erlaßet, denen sind sie erlaßen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ Damit hat er das Amt der Schlüßel eingesetzt und seiner Gemeinde den großen Frieden der Absolution geschenkt.— So gewis es nun ist, daß die Predigt des Evangeliums und die heilige Ab⸗ solution einerlei Inhalt haben, nämlich Vergebung der Sünden; so gewis ist es doch auch wieder, daß der Form nach die Predigt und die Absolution ver⸗ schieden sind, und daß diese gedoppelte Form auf besonderer Einsetzung Christi beruht. Die Predigt verk die über des wirt Hirt gebi hing nach künd wor diese des zum gibt lockt kenn wich und nün⸗ gute weif den Wei Ma For vange⸗ ar seiner befohlen, und alle Wortes göͤttlichen sind wir er HErr ner Auf⸗ , seine n Lippen hin den et, denen enen sind hat, so Schlüßel ieden der ist, daß lige Ab⸗ ergebung der, daß tion ver⸗ orm auf Predigt 151 verkündigt die Vergebung der Sünden und fordert die Welt auf, sie gläubig anzunehmen, aber sie überläßt es der Entscheidung, welche unter der Hand des heiligen Geistes im Innern des Menschen ge⸗ wirkt wird, ob ein Mensch die Stimme des guten Hirten auf sich anwenden und die verkündigte Ver⸗ gebung auf sich beziehen will oder nicht. Die Absolution hingegen setzt ein von dem Geiste Gottes bewegtes, nach der Gnade hungriges Herz voraus und ver⸗ kündigt demselbigen nicht allein die von Christo er⸗ worbene Vergebung der Sünden, sondern sie reicht dieselbe dar und eignet sie der Seele im Namen des dreieinigen Gottes selber zu. Die Predigt lädt zum heiligen Abendmaͤhl ein, die Absolution aber gibt das Abendmahl zu eßen; jene verheißt und lockt, diese gewährt und gibt. Ohne Zweifel ein kenntlicher, merklicher, für die Führung der Seelen wichtiger Unterschied, den niemand verwischen sollte, und zu deßen Verwischung auch niemand eine ver⸗ nünftige Absicht haben kann. Warum soll der ewig gute HErr und Seligmacher unsrer Seelen, der weise Erzhirte seiner Schafe, der da weiß, wie viel den armen, gebrechlichen Seelen an der Art und Weise liegt, wie ihnen sein Wort zukommt, nicht Macht gehabt haben, Fug und Recht, eine doppelte Form seines süßen Evangeliums einzusetzen, die Pre⸗ digt und die Absolution? Warum soll er es nicht 152 thun dürfen, da er es offenbar gethan hat, und kein Mensch den Unterschied läugnen kann, der zwischen den beiden Formen seines Evangeliums ist? Und wie viel tausend Menschen sind, die in ihrem eige⸗ nen Leben den Unterschied seliglich erfahren und den herrlichen Fortschritt, welcher von der Predigt zur Absolution gethan wird, innerlich erlebt haben. Erfahr auch du, mein lieber Leser, und würdige dann die Reden derer, denen etwas daran liegt, den Unterschied aufzuheben, die Absolution zur Pre⸗ digt, die Predigt zur Absolution zu machen und die verschiedene Eigenthümlichkeit zweier großen Stif⸗ tungen Gottes zu verwischen! 64. Absolution und Rechtfertigung. In jener berühmten Stelle der heiligen Schrift, in welcher Christus von der Sünde wider den heiligen Geist spricht, wird gesagt, daß sie weder in dieser, noch in jener Welt Vergebung finden solle. Wie hat man hier die Worte zu verstehen:„Weder in dieser, noch in jener Welt?“ Ist diese und jene Welt zeitlich, im Sinne der zeitlichen Aufeinander⸗ folge zu unterscheiden, so könnte man darinnen eine Offenbarung sehen, nach welcher gewisse Sünden erst in jener Welt vergeben werden sollten, was doch sonst in der heiligen Schrift nirgends angedeutet oder gelehrt wird. ßen, r nämlis den he Kirche werde folge,‚ Unter unsres Erden Demnu und L bracht fertigt himm was r rechtfe Verde bunde barun Weiß — N sprech Verur aber l ist ü Richte und kein zwischen Und m eige⸗ ind den igt zur haben. würdige u liegt, ur Pre⸗ en und n Stif⸗ rift, in heiligen dieser, Wie eder in ud jene nander⸗ en eine den erst ch sonst gelehrt 153 wird. Man wird daher die Worte wol so verstehen mü⸗ ßen, wie sie die älteren Lutheraner verstanden haben, so nämlich, als spräche der HErr:„Die Sünde wider den heiligen Geist wird weder hier auf Erden von der Kirche, noch von Gott im Himmel vergeben.“ Sie werden also nicht im Sinne der zeitlichen Aufeinander⸗ folge, sondern gewissermaßen im Sinne des räumlichen Unterschieds zu nehmen sein, gerade, wie jene Worte unsres HErrn Christus, da Er spricht:„Was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel los sein.“ Demnach wäre in beiden Stellen das irdische Binden und Lösen mit dem himmlischen in Zusammenhang ge⸗ bracht, d. i. die Absolution auf Erden mit der Recht⸗ fertigung Gottes im Himmel. Oder kann man das himmlische Lösen anders nehmen, ist es nicht Dasselbe, was man auch„rechtfertigen“ nennt? Ist nicht ge⸗ rechtfertigt, wer gelöst ist, und ist nicht ein Urtheil der Verdammnis über den gesprochen, der im Himmel ge⸗ bunden ist? Ist also nicht die Absolution eine Offen⸗ barung der Rechtfertigung oder zum mindesten eine Weißagung derselben, welche im Himmel erfüllt wird? — Nun könnte man zwar freilich sagen, Gottes Los⸗ sprechen und Gottes Binden, sein Rechtfertigen und Verurtheilen sind gerichtliche Handlungen; dagegen aber lehrt die Kirche, daß der Beichtvater kein Richter ist über das Beichtkind und seine Absolution kein Richterspruch, sondern blos eine PVerkündigung des 154 Evangeliums. Allein das bleibt ja doch stehen und an⸗ dert sich nicht. Der Bote des ewigen Richters, der mir die Absolution verkündigt, ist nicht der Richter selber, sondern vollzieht nur einen Auftrag des Richters, und wenn er gleich seines Auftrags nicht walten kann, ohne die Fälle zu unterscheiden, in denen er Absolution und in denen er Retention verkündigen muß, wenn es hiebei gleich ohne Unterscheiden nicht abgeht; so wird er deshalb doch kein Richter, greift auch dem ewigen Richter nicht ins Amt und Werk, sintemal zwar auch ein jeder Richter die Fälle unterscheiden und darnach sei⸗ nen Richterspruch geben muß, aber derjenige, welcher Fälle unterscheidet, deshalb noch nicht immer ein Richter ist. Daher wird es kein Anstoß gegen die kirchliche Lehre sein, wenn die irdische Absolution in enge Verbindung mit der himmlischen, mit der Rechtfertigung gebracht und wenn derjenige einfach auf die Absolution verwie⸗ sen wird, der seiner Rechtfertigung gewis werden will. Wie könnte das auch ein Widerspruch gegen die Kirche sein, was so fest in dem Worte und in der Einsetzung des HErrn gegründet ist und dem tiefsten Bedürfnis und Verlangen des Herzens entgegenkommt? Oder ists nicht so? Begehrt nicht jeder bußfertige Mensch, der Absolution seines Gottes und seiner Rechtfertigung gewis zu werden? Ist der Beichtvater nicht, um in einem alten Gleichnis zu bleiben, Gottes Notar und Zeuge, daß dem bußfertigen und gläubigen Sünder in Chrif tigkeit liebe Wort der V fertig beite dadur die R ßer u Unte frata 0 Freu schwe Freut hätte. was habe! tröste ihm nicht hast Brud damit und än⸗ der mir er selber, ters, und nn, ohne tion und wenn es so wird n ewigen auch ein rnach sei⸗ welcher n Richter iche Lehre rbindung gebracht verwie⸗ den will. die Kirche insetzung zedürfnis Otder Mensch, fertigung t, um in otar und zünder in 155 Christo Jesu die Missethat vergeben und die Gerech⸗ tigkeit Christi zugerechnet ist? Darum freue dich, liebe Seele, des Gedankens, welchen ich dir aus Gottes Wort vorgelegt habe, daß deine Absolution auf Erden der Wiederhall und das Zeugnis der himmlischen Recht⸗ fertigung sei. Iß und trink, verdaue und verar⸗ beite diesen Gedanken in dir und sieh zu, ob dir dadurch nicht beides, die Absolution auf Erden und die Rechtfertigung im Himmel desto lieber und grö⸗ ßer werde. 65. Unterschied der Absolution von der confabulatio fratarne, d. i. dem brüderlichen Trost und Zu⸗ spruch von Vergebung der Sünden. Ein frommer christlicher Bruder kam zu seinem Freunde, einem Pastor, und erzählte ihm von den schweren Anfechtungen, welche ein ihm nahe stehender Freund von wegen seiner Sünden zu erdulden gehabt hätte. Im Verlaufe der Erzählung sagte er:„Und was meinst du, theurer Pastor, daß ich gethan habe? Da mein Freund einmal durch nichts zu trösten war, erhob ich mich vom Sitze und sprach ihm die feierliche Absolution.“„Das hättest du nicht thun sollen“, fiel alsbald der Pastor ein,„du hast die heilige brüderliche Pflicht, deinen zagenden Bruder aus Gottes Wort zu trösten, du gibst ihm damit dieselbe Sache, welche die Absolution enthalt, aber ————.———————————————..ʒ—— ———— der HErr hat dir nicht befohlen, in Seinem Namen zu absolvieren, das ist Sache seiner Amtsträger.“ Wer hat nun, lieber Leser, nach deiner Meinung recht, der Pastor oder sein Freund? Es gibt allerdings in unsern Tagen nicht wenige, die, weil sie den Unter⸗ schied zwischen Predigt und Absolution wegleugnen, auch einem jeden, der irgendwie die Pflicht hat, das Wort Gottes zu reden, das heißt, einem jeden Chri⸗ sten, die Vollmacht zu absolvieren mittheilen. Allein gerade in ihrer Besonderheit liegt auch die Süßigkeit der Absolution. Kann ein jeder absolvieren und thut es dann ein jeder, so erscheint die Absolution nicht als etwas Besonderes; sind alle Amtsträger, so schlägt die Sache leicht dahin um, daß keiner im andern einen Amtsträger sieht. Und wenn auch das nicht wäre, wenn es auch irgendwie gedacht und ausge⸗ führt werden könnte, daß jeder absolvierte, so müßte man doch aus Gottes eignem Worte nachweisen können, daß es ein jeder solle. Diesen Nachweis aber wird ein jeder schuldig bleiben, der ihn nicht auf menschliche Schlüße, die auch bei richtigen Grund⸗ sätzen dennoch trügen können, sondern durch die aus⸗ drücklichen Worte Jesu liefern will. Der HErr hat nun einmal die Vollmacht, in der Form Sei⸗ ner heiligen Absolution zu trösten nur den Dienern und Haushaltern über Seine Geheimnisse gegeben, und die Kirche hat auch niemals diese Vollmacht von machte auf d der P der b macht Freud Freud willst macht Gnade Seine durch zogen, dazu. die G Todes es au auftra kennt Hinde ten. der b wirkt ner Y wer u mals Namen Wer echt, der dings in Unter⸗ leugnen, hat, das en Chri⸗ Allein Züßigkeit und thut on nicht o schlägt andern as nicht ausge⸗ o müßte ichweisen machweis hn nicht Grund⸗ die aus⸗ rHErr m Sei⸗ Dienern gegeben, ollmacht 157 von anderen ausüben laßen, als von den Voll⸗ machtsträgern Jesu. Nicht auf die Person, aber auf die Vollmacht kommt es an; nicht die Würde der Personen, welche die Vollmacht tragen, sondern der besondere Befehl und die ausdrückliche Voll⸗ macht selber ist es, auf welche sich die besondere Freude des Absolvierten gründet. Es gibt für die Freude der Vergebung noch andere und wenn du willst höhere und tiefere Gründe, als die Amtsvoll⸗ macht des Boten Gottes: ich erinnere dich an die Gnade Gottes, an den Mittlertod Jesu und an Seine Auferstehung. Diese Gründe werden dir durch die Absolution nicht unter den Füßen wegge⸗ zogen, sondern du bekommst nur noch einen neuen dazu. Dieser Grund heißt also:„Ich weiß, daß die Gnade Gottes mein ist, mein der Segen des Todes und der Auferstehung Jesu, denn ich weiß es aus dem Munde eines Menschen, den Gott be⸗ auftragt hat, mir es zu sagen, der auch meine Sünde kennt und in derselben keinen Anstand und kein Hindernis fand, seinen Auftrag an mich auszurich⸗ ten.“— Wie süß ist oft die confabulatio fraterna, der brüderliche Trost und Zuspruch; wie mächtig wirkt oft das tröstende Wort eines Vaters und ei⸗ ner Mutter auf die zerknirschte Seele des Kindes; wer weiß nicht, was für einen großen Segen oft⸗ mals ein christliches Gespräch stiftet: das leugne 158 niemand, aber niemand leugne auch den besonderen Segen, welchen Gott der amtlichen Absolution ver⸗ leiht. Ein jeder übe daher den brüderlichen Trost, nehme ihn dankbar und gläubig an; ein jeder leite aber auch seinen Bruder an, mit herzlicher Ehrer⸗ bietung zu der besondern Stiftung Jesu, der heili⸗ gen Absolution, Zuflucht zu nehmen; ein jeder freue sich, daß Gott nicht allein Sein heiliges Wort, son⸗ dern zum Wort auch besondere Art und Weise, es zu reden, gegeben hat. Und wie man ein und das⸗ selbige Lied nach verschiedener Weise und Melodie singen kann, und der Verständige aus jeder Melodie neue Liebe zu dem Text gewinnt, so erkennt auch ein jeder an, daß die verschiedene Weise, in welcher Gott Sein Wort und deßen Frieden gepredigt und mitgetheilt haben will, auch verschiedenen göttlichen Segen hat, daß eine jede verschiedene Weise dem einen Worte Gottes neue Seiten, neue Kraft und neue Freuden abgewinnt und entlockt. Hat sich der HErr nicht geschämt, Sein Wort in verschiedener Weise zu geben; so schäme sich auch die Gemeinde nicht, es in verschiedener Weise zu nehmen und für eine jede bei Erfahrung ihres. Segens auch besonders zu danken. Eine 7 wahre (aufri Verm uns Gottes Gewif vertra mag! betrüb ist, HErr himml glimp Beßer was det w ßerun sen w und z Saera zur sonderen ion ver⸗ n Trost, der leite Ehrer⸗ er heili⸗ her freue ort, son⸗ Veise, es ind das⸗ Melodie Melodie nut auch welcher digt und göttlichen zeise dem raft und sich der schiedener Gemeinde und für Segens 159 66. Eine Stimme der Beichtväter an die Beicht⸗ kinder vor der Absolution. „Wer sich nun als einen Sünder bekennt und wahre Reue des Herzens fühlt und mit gutem (aufrichtigem) Herzen in Christo Lehre, Trost und Vermahnung zur Beßerung begehrt, der komme zu uns im Namen JIEsu Christi, auf daß er durch Gottes Wort unterrichtet, aus aller Angst seines Gewißens errettet werde. Was uns in der Beichte vertraut wird, müßen wir stille halten. Darum mag hier ein Jeder, was sein Herz ängstigt oder betrübt, sicher offenbaren; was nicht schon offenbar ist, wollen wir lieber zudecken, gleichwie unser HErr Christus unser aller Sünden zudeckt vor dem himmlischen Vater. „Diese christliche Beichte ist zu Niemands Un⸗ glimpf gerichtet, sondern zum Heile, Trost und Beßerung der betrübten, irrenden Seelen. Darum, was hier mit einem Jeden an Gottes Statt gere⸗ det wird, das soll er christlich aufnehmen zur Be⸗ ßerung, wenn er gleich bis auf andere Zeit verwie⸗ sen würde; denn es geschieht ihm selbst zum Heile und zu Gute, daß er sich bekehre und das heilige Sacrament nach der gnadenreichen Absolution nicht zur Verdammnis und Strafe empfange. Wir 160 Beichtväter müßen unserm HErrn Gott für eure Seelen Rechenschaft geben und Christus selbst bezeugt von uns:„Ihr seid es nicht, die da reden, son⸗ dern der Geist meines Vaters redet durch euch. Wer euch hört, der hört mich. „Wer aber iun gottlosem Wesen, in bekannten groben Sünden und Lastern steckt, und nicht ab⸗ laßen, sondern noch Recht haben will; wer in teuflischem, unversöhnlichem Zank, Neid und Haß lebt, seinem Nächsten nicht vergeben, noch sich ver⸗ söhnen will, oder in andern Sünden wider Gottes Gebot zu verharren gedenkt, dem rathen wir im h. Geiste, weil er das unbußfertige Herz in sich fühlt, daß er unser und seiner selbst schone, seinen Beichtvater nicht betrüge, noch betrübe, von der h. Absolution und vom hochwürdigen Sacramente ferne bleibe, mit Fleiß Gottes Wort höre und Gott, den HErrn, bitte, daß Er sein Herz erleuchte und bekehre. Solchen können wir die Absolution nicht sprechen, noch das hochwürdige Saerament geben; denn Christus hat beide nicht eingesetzt für unbußfertige, soudern für bußfertige Herzen, und befiehlt ernstlich, daß wir Seine Perlen nicht vor die Säue und Sein Heiligthum nicht vor die Hunde werfen sollen. So wißen auch alle from⸗ men Christen, daß Gott, der HErr, Sein Wort und Sacrament nicht zum Deckel der Bosheit ein⸗ gesetzt braue die hört Demi HErr und habe bin 2 wie 1 sprich Gott, Herze Seele für eure t bezeugt en, son⸗ ch euch. ekannten licht ab⸗ wer in ind Haß sich ver⸗ r Gottes wir im in sich „ seinen nder h. cramente öre und erleuchte bsolution aerament esetzt für en, und nicht vor vor die le from⸗ in Wort heit ein⸗ — 0.— gesetzt habe, noch zum Scheine von uns wolle ge⸗ braucht haben, daß man, wie Saul, in Heuchelei die Ehre vor den Leuten darin suche. Dazu ge⸗ hört ein bekehrtes Davidsherz, welches in wahrer Demuth spricht:„Ich habe dem HErrn gesündigt; HErr, gehe nicht ins Gericht mit Deinem Knechte,“ und wie der verlorene Sohn schreit:„Vater, ich habe gesündigt in den Himmel und vor Dir, ich bin nicht werth, daß ich Dein Kind heiße,“ und wie der arme Zöllner an seine Brust schlägt und spricht:„Gott, sei mir Sünder gnädig!“—— Gott, der HErr, gebe, daß ihr alle mit solchem Herzen zu uns kommet und ewigen Trost eurer Seelen empfanget! Amen.“ 8 Pommer'sche Kirchenordnung. Absolutionsformeln. 67. Nach geschehenem Unterricht des Beichtkindes fragt der Beichtvater dasselbe, ob es dem Evangelio, das es gehört habe, und den Verheißungen Gottes glaube? Antwortet es: Ja! so spricht er: „Durch den Glauben an Christum hast du Vergebung aller deiner Sünden, und ich, durch die Gnade unsers HErrn IEsu Christi, der Seinen Leih für uns in den Tod gegeben und Sein Blnt Prüfungstafel. 11 — für uns am Kreuze vergoßen hat zur Vergebung der Sünden, verkündige dir Vergebung deiner Sün⸗ den. Gehe hin und fündige nicht mehr!“ Johannes Bugenhagen Pomeranus, Dr. 68. „Der allmächtige Gott hat sich euer erbarmt, und durch das Verdienst des allerheiligsten Leidens, Sterbens und Auferstehens unsers HErrn IEsu Christi, Seines geliebten Sohnes, vergibt Er euch alle eure Sünden, und ich, als ein verordneter Diener der christlichen Kirche, verkündige euch aus Befehl unsers HErrn IEsu Christi solche Verge⸗ bung aller eurer Sünden im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes! Amen. Geht hin in Frieden! Cuch geschehe, wie ihr glaubet!“ Matth. 9, 29.— Brandenb., Badener, Würtemberger, Ott. Heinrich's und viele andere Kirchenordnungen. 69. „Der allmächtige Gott und Vater unsers HErrn JEsu Christi will dir gnädig und barm⸗ herzig sein, und will dir all deine Sünde vergeben um des willen, daß Sein lieber Sohn IEsus Christus dafür gelitten hat und gestorben ist. Und im Nanen desselben unsers HErrn JEsu Christi, auf da C denen tet. ö deine zuma men/ Leide lium dieser des tröstl stelle gewi⸗ Soht Fried ——— erbarmt, Leidens, n JEsu Er euch rordneter euch aus Verge⸗ Vaters, n. Geht aubet!“ Badener, rich's und ngen. unsers d barm⸗ vergeben JCsus ist. Und Christi, 163 auf Seinen Befehl, und in Kraft Seiner Worte, da Er sagt:„Welchen ihr die Sünden erlaßet, denen sind sie erlaßen, und welchen ihr sie behal⸗ tet, denen sind sie behalten,“ spreche ich dich aller deiner Sünden frei, ledig und los, daß sie dir all⸗ zumal sollen vergeben sein so reichlich und vollkom⸗ men, als JEsus Christus dasselbige durch Sein Leiden und Sterben verdient und durchs Cvange⸗ lium in alle Welt zu predigen befohlen. Und dieser tröstlichen Zusage, die ich dir jetzt im Namen des HErrn IEsu Christi gethan, wollest du dich tröstlich annehmen, dein Gewißen darauf zufrieden stellen und fest glauben, deine Sünden seien dir gewis vergeben im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes! Zieh hin in Frieden!“ Amen. Herzog Heinrich's, Wittenberger, Cob., Magdeb., Märk., Wolfg. ꝛc. K.⸗O. 70. Eines Beichtvaters liebliche Auslegung der Absolution. Wohlan, lieber Bruder(Schwester) in Christo, weil ich aus deiner Beichte und gehaltener Ver⸗ hörung so viel merke, daß du deine Sünde erken⸗ nest, dich vor Gottes Zorn fürchtest und Reu und 14* 464 Leid über deine Sünden hast, begehrst auch Gottes Gnade und Vergebung der Sünde um Christi wil⸗ len, willst dein Leben hinfort beßern und suchst darauf bei mir die besondere Absolution; weil ich auch erkenne, daß es dir ein Ernst ist, so sage ich dir im Namen JIEsu Christi, des Sohnes Gottes, und von wegen Seiner Kirche, der Er Macht ge⸗ geben, allen bußfertigen Sündern ihre Sünde zu vergeben und ihnen den Himmel aufzuschließen: Sei getrost, du hast einen gnädigen Gott, der dir alle deine Sünde, Pein und Schuld aus Gnaden, um des HErrn Christi willen, verzeiht und nachläßt, und dein gnädiger Vater sein will, wie auch Sein Sohn dein treuer Heiland und Bruder. Des bin ich dein Zeuge von wegen der ganzen christlichen Kirche, die mir als ihrem ver⸗ ordneten Diener das Amt der Schlüßel an ihrer Statt zu verrichten befohlen hat. Kraft nun desselben Befehls vergebe ich dir hiemit alle deine Sünde und spreche dich derselben quitt, los und ledig, im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und bezeuge vor Gott und deinem Herzen, daß du ein Kind Gottes und wahres Glied der Christenheit bist. Das glaube gewis und zweifle daran nicht. Denn eben das beschwört dir Gott mit einem theuern Eid und hat darüber so einen theuern Gna und für speis⸗ zum dir eigne und durch und durc IJEst versi und ganz lichen ich ständ und zuge und Bese Fure zeit siege brief Gottes isti wil⸗ d suchst weil ich sage ich Gottes, tacht ge⸗ ünde zu chließen: Gott, uld aus verzeiht in will, nd und egen der rem ver⸗ i ihrer ich dir derselben ters und euge vor Gottes 8 glaube it einem theuern —m—— 165 Gnadenbund mit dir in der Taufe aufgetichtet, und Sein lieber Sohn hat Sein eignes Blut da⸗ für vergoßen an Seinem Leibe, damit Er dich auch speisen und tränken will in Seinem Abendmahle zum öffentlichen Zeugnis deiner Seligkeit. So gibt dir auch deßen der heilige Geist Zeugnis in deinem eignen Herzen mit herzlichem Seufzen zu Gott, und die ganze Christenheit gibt dir deßen hiemit durch mich, ihren ordentlichen Diener, eine sichere und beglaubigte Kundschaft, welche in dein Herz durch den Finger Gottes mit dem theuern Blute IEsu Christi geschrieben und durch den heiligen Geist versiegelt ist,— darunter sich auch alle Propheten und Apostel haben unterschrieben und darüber die ganze Christenheit sammt mir, als ihrem öffent⸗ lichen Notar, zu Zeugen erbeten sind. Des will ich dir vor Gott anstatt Seiner Kirche allezeit ge⸗ ständig sein, daß ich dir Vergebung der Sünden und Gottes Gnade auf Sein Wort verkündigt und zugesagt habe. Dem Allen sollst du nun also Glauben geben, und dich des wider die Anklage des Gesetzes und Beschuldigung deines Gewißens, auch wider alle Furcht und Schrecken des Todes und Teufels alle⸗ zeit trösten, und dich auf diesen unfehlbaren, be⸗ siegelten und unterschriebenen gnadeureichen Frei⸗ brief festiglich und mit fröhlichem Herzen verlaßen 166 und damit friedlich dahinziehen durch dieses Jam⸗ merthal in das ewige Leben. Das gebe dir und uns allen der barmherzige himmlische Vater durch Seinen lieben Sohn, unsern HErrn und Heiland IJEsum Christum, hochgelobt in Ewigkeit! Amen. Melissander. 71. Dankypsalm. Pfalm 103. 1. Lobe den HErrn, meine Seele, Und was in mir ist, seinen heiligen Namen; 2. Lobe den HErrn, meine Seele, Und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. 3. Der dir alle deine Sünde vergibt, Und heilet alle deine Gebrechen. 4. Der dein Leben vom Verderben erlöset, Der dich krönet mit Gnade und Barmher⸗ zigkeit. 5. Der deinen Mund fröhlich machet, Und du wieder jung wirst wie ein Adler. 6. Der SErr schaffet Gerechtigkeit und Gericht allen, die Unrecht leiden. 7. Er hat seine Wege Mose wißen laßen, Die Kinder Israel sein Thun. es Jam⸗ dir und er durch Heiland Amen. sander. erlöset, armher⸗ et, Und it und i laßen, 167 8. Barmherzig und gnädig ist der Geduldig und von großer Güte. 9. Er wird nicht immer hadern, Noch ewiglich Zorn halten. 10. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, Und vergilt uns nicht nach unsrer Missethat. 11. Denn so hoch der Himmel über der Erden ist, Läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten. 12. So fern der Morgen ist vom Abend, Läßt er unsre Uebertretung von uns sein. 13. Wie sich ein Vater über Kinder erbar⸗ met, So erbarmet sich der HErr über die, so ihn fürchten. 14. Denn Er kennet, was für ein Gemächt wir sind; Er gedenkt daran, daß wir Staub sind. 15. Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, Er blühet wie eine Blume auf dem Felde. 16. Wenn der Wind darüber gehet, so ist sie nimmer da, Und ihre Stätte kennet sie nicht mehr. Die Gnade aber des HErrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürch⸗ ten; Und seine Gerechtigkeit auf Kindskind, 18. Bei denen, die seinen Bund halten, — 168 Und gedenken an seine Gebote, daß sie darnach thun. 19. Der HErr hat seinen Stuhl im Him⸗ mel bereitet, Und sein Reich herrschet über alles. ö 20. Lobet den HErrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, Daß man höre die Stimme seines Worts. A. Lobet den HErrn, alle seine Heer⸗ schaaren, Seine Diener, die ihr seinen Willen thut. N. Lobet den HErrn, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft. Lobe den HErrn, meine Seele. Danksagungen nach der Absolution. 72. Ich fühle wohl große Sünden, die mir Gottes Gericht dräuen und mich schrecken; doch sind's nur saure, finstre Wolken. Aber Deine Gnade, lieber Gott, waltet und herrscht über uns; der Gnaden Himmel ist mächtiger, denn der Sünden Gewölke; der Gnaden Himmel bleibt ewiglich, der Sünden Gewölke vergeht. Gelobt seist du, Gott, daß deine Gnade über uns waltet und mächtiger ist, als un⸗ sere Sünde! Amen. Dr. M. Lither darnach m Him⸗ et über igel, ihr lrichtet, 8. e Heer⸗ Willen zerke, an SErrn, on. ir Gottes ind's nur e, lieber Gnaden Gewölke; Sünden daß deine als un⸗ Luther. 169 Gelobet seist Du, König der Ehren, Christe IEsu, der Du die Stricke der Hölle zerrißen, und meine Seele erlöset, sie auch heute wieder von allen Sünden befreit und zu Gnaden angenommen haͤst. Dafür sei Dir unsterbliches Lob, Ehre und Dank gesagt, und ich befehle nunmehr heute den Tag und forthin allezeit meinen Leib und meine Seele in Deine Hände. Erhalte, behüte und re⸗ giere mich durch Deinen heilgen Geist kräftiglich, daß ich alle Sünden von Herzen meide, damit ich nicht wieder in die Stricke und Banden der Hölle falle, sondern zum ewigen Leben unsträflich erhalten werde durch Dein heiliges bittres Leiden und Sterben. Amen. HErr IEsu! Amen. ö 74. Mein treuer Heiland IEsus Christus, wie freundlich hast Du mir durch Deinen Diener zu⸗ sprechen laßen:„Fürchte dich nicht und zage nicht! Sei getrost, dir sind deine Sünden vergeben!“ Ach HErr, Deine Wunder sind groß, Dir ist nichts gleich. Wo ist ein solcher Gott, wie Du bist, der die Sünde vergibt und erläßt die Misse⸗ that den Uebrigen Seines Erbtheils? Darum er⸗ hebt Dich meine Seele, o Gott, und mein 93900 freut sich Gottes meines Heilandes! 170 So bekräftige nun, HErr, Dein Wort in Ewig⸗ keit, und verleihe mir Deine heiligende Gnade zum Beistand, daß ich meiner Dir gethanen Zusage stets eingedenk sei, das Böse haße, das Gute liebe und in einem christlichen Leben und Wandel bis an mein letztes Ende verharre. Erhöre mich, o IEsu, um Deines Blutes und Todes willen! Amen. RII 59 O Gott, du Brunnquell der Liebe und Barm⸗ herzigkeit, ich danke Dir, ich lobe und preise Dich von Herzen, daß Du mir Dein Antlitz wieder leuchten läßest, mich Unwürdigen und Elenden mit den Augen Deiner Barmherzigkett wieder ansiehst und mir einen Strahl des Trostes gibst, daß meine Seele auf Dich hoffen kann.— O du über⸗ schwängliche Liebe, HErr JEsu Christe, der Du den Tod zerbrochen und Gottes Zorn in Liebe verwandelt hast, Dir ergebe ich mich ganz und gar. Dich lobt und rühmt meine Seele, Dein Thun ist Gnade und Wahrheit, Du herrschest über die Sünde und zerbrichst dem Tode seine Gewalt, Du hältst der Höllen Macht gefangen und zeigst uns den Weg des Lebens. Niemand ist wie Du, HErr, der Du die Gefangenen aus der Grube des Todes ausläßest und erquickst die Elenden: Du tränkst meine an 2 Dir ben, versid giber Sünd weich Dir Wille und gegen in Ewig⸗ ade zum Zusage ute liebe udel bis mich, o willen! Barm⸗ ise Dich wieder den mit ansiehst 5ß meine u über⸗ der Du n Liebe ind gar. Thun über die alt, Du gst uns 1, HErr, 3% Todes tränkst 171 sie in ihrem Durst und gibst ihnen Waßer des ewigen Lebens. Du richtest ihren Fuß auf den rechten Weg, und weidest sie mit Deinem Stabe; Du machst sie mitten im Tode lebendig und rich⸗ test sie vor Dir auf, daß sie vor Dir leben; Du denkst der Barmherzigkeit und des Bundes, den Du mit uns durch Deinen Tod gemacht hast, und vergibst uns unsere Sünden; Du schenkest uns ein von Deiner Kraft, auf daß wir Dich erkennen, und gibst uns Speise des ewigen Lebens, dadurch wir erquickt werden und immerdar nach Dir hun⸗ gern und dürsten. Solches erkennt jetzt meine Seele, darum lobt und preist sie Dich und jauchzt Dir in Deiner großen Macht und Herrlichkeit. O Du Brunnquell göttlicher Güte, erfülle meinen Geist mit Deiner Liebe und binde mich fest an Dein sanftes Joch, daß ich nimmermehr von Dir weiche. Stärke doch meinen schwachen Glau⸗ ben, und gib mir eine gewisse Hoffnung und Zu⸗ versicht. Reinige mein Herz und meine Seele und gib mir Keuschheit im Gewißen, daß ich mich der Sünde vor Deinem Antlitz schäme und von ihr weiche; tödte doch alle bösen Lüste in mir, daß ich Dir mit reiner Begierde anhange und in Deinem Willen wandele. Erhalte mich in Deiner Kraft und Erkenntnis und gib mir ein demüthiges Herz gegen Dich und meinen Nächsten, daß ich Dir all⸗ 172 zeit willig gehorche und diene. Ja hilf auch, daß ich meinen Nächsten möge lieben als mich selber durch IEsum Christum, unsern HErrn. Amen. 76. Ich will den HErrn loben allezeit, Sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. Meine Seele soll sich rühmen des HErrn, daß die Elen⸗ den hören und sich freuen. O daß ich Dir von ganzem Herzen danken und Dich mit vollem Munde loben könnte! Nun merke ich, daß der HErr nahe ist bei denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüth haben. Wie ist die Barmherzigkeit des HErrn so groß: Er läßt Sich gnädig finden denen, die sich zu Ihm bekehren. Denn da ich den HErrn suchte, ant⸗ wortete Er mir und errettete mich aus aller Furcht. Er hat meine Seele erhalten beim Leben. Er hat meine Traurigkeit verwandelt in Freuden. Er hat meine Finsternis licht gemacht. Darum freue ich mich und bin fröhlich in Dir, und lobe Deinen Namen, Du Allerhöchster. Laß mich noch ferner Gnade finden vor Deinen Augen. Weise mir, HErr, Deinen Weg, daß ich waͤndle in Deiner Wahrheit. Erhalte mein Herz bei dem Einigen, daß ich Deinen Namen fürchte. Lehre mich thun nach Deinem Wohlgefallen, denn Du bist mein Gott, Erhal meine Kraft Wanz halte Das Sohn willer 2 nes( hin ben!“ Wort Golde allma in E ein§ Leben Dein ben, nuch, daß ich selber Amen. Sein Lob Meine die Elen⸗ Dir von n Munde Err nahe ind, und h haben. so groß: zu Ihm hte, ant⸗ •r Furcht. Er hat Er hat freue ich e Deinen ch ferner ise mir, Deiner Einigen, ich thun hist mein 4 Gott, Dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. Erhalte meinen Gang auf Deinen Fußsteigen, daß meine Tritte nicht gleiten. Rüste mich aus mit Kraft aus der Höhe und mache meine Wege ohne Wandel, damit ich Glauben und gut Gewißen be⸗ halte und in Deiner Gnade beständig bleiben möge. Das bitte ich um IEsu Christi, Deines lieben Sohnes, meines einigen Erlösers und Heilandes willen! Amen. R. Am Abend. Wie lieblich klang mir heute die Stimme Dei⸗ nes Evangeliums, mein Gott, da ich hörte:„Geh hin im Frieden! Dir sind deine Sünden verge⸗ ben!“ Süßer als Honig und Honigseim ist dieses Wort meinem Herzen, lieber als viel tausend Stück Goldes und Silbers! Ich danke Dir für Dein allmächtiges Wort, das die Sünde wegnimmt und in Einem Augenblick aus dem Kinde des Zorns ein Kind der Gnade und einen Erben des ewigen Lebens schafft! Ich danke Dir, HErr IEsu, für Deine Menschenwerdung, für Dein Leiden und Ster⸗ ben, für Deinen Sieg über Sünde, Tod, Teufel 17⁴ und Hölle! All Dein Verdienst, all Dein Sieg ist mir heute im Worte der Absolution gereicht worden, in einem unscheinbaren Wort eine Fülle ewiger Güter! Ich bin sehr arm von Natur, aber heute bin ich reich geworden an Schätzen, die Mot⸗ ten und Rost nicht verzehren! Ich war sehr in Schanden, aber heute hobst du mich hoch zu Ehren, gabst mir ein ewiges Heil! Ein Kleid der Ge⸗ rechtigkeit, einen Fingerreif der Freiheit von allen Gefahren, einen Sitz der Ruhe und des Friedens, eine Freudenkrone hast Du mir gegeben! Dank sei Dir! Verleihe mir, daß mein Dank unsterblich sei! Nun gehe ich hin und lege meine friedenvolle Seele in Deine Hände, meinen Leib aufs Lager, an dem Du wachst, nicht schläfst, noch schlummerst, o Hüter Israels. Ich werde liegen und schlafen ganz mit Frieden, denn Du, HErr, hältst mich, daß ich sicher wohne. Deine Gnade deckt mich zu, Deine milde Hand wird mich wieder wecken, daß ich in Dein Haus gehe und in Deinen Vorhöfen Dir danke, und Gnade um Gnade aus Deiner Fülle nehme, Himmelsspeise und Himmelstrank em⸗ pfahe, auf daß ich ewig lebe und im Tode nim⸗ mer entschlafenl i Gelobt sei der HErr, mein Gott, so lange ich lebe! lege, mir mein sei n von bis HErr in Sieg gereicht ne Fülle ur, aber die Mot⸗ sehr in u Ehren, der Ge⸗ on allen Friedens, Dank nsterblich edenvolle 8. Lager, ummerst, schlafen tst mich, mich zu, den, daß Vorhöfen Deiner rank em⸗ ode nim⸗ lange ich . lebe! Gelobt sei ER, wenn ich mich zu Bette lege, und wenn ich aufwache, wache Sein Lob mit mir auf. Und wenn ich schlafe, so sei auch dann mein Herz des Lobes voll! Und wenn ich sterbe, sei mein letztes Wort ein Lob Seiner Gnade, und von dem ersten Augenblicke meiner Ewigkeit an bis in alle Ewigkeit sei gelobt der Name des HErrn, der meine Seele selig macht! Amen. Hπι⁰⁰⁴έ⁰iuuuιπμνπιμιπ⁵⁷nιν Prüfungstafel. — —— — 8 — — —— — — —— — — — * 21 179 Vorbereitende Gebete. 78. Morgensegen am Abendmahlstage. Auf, meine Seele, dies ist der Tag, den der HErr macht; laß uns freuen und fröhlich darin— nen sein. Danke dem barmherzigen, gnädigen Gott für seine Güte und sprich: Allmächtiger und barmherziger Gott und Va⸗ ter, ich danke Dir von Grund meines Herzeus für Deinen Schutz und Schirm in dieser Nacht, für die sanfte Ruhe, für den frohen Morgen, welchen Du mich erleben läßest. Ich lobe Dich auch von Grund meiner Seele für Deine Barmherzigkeit, die Du mir gestern in der Vergebung meiner Sünden widerfahren ließest. Gelobet sei Deine Barmherzigkeit, die alle Morgen neu ist, die mich auch diesen Morgen zu Deinem Hause, zu Deinem Altare beruft und einlädt. O SErr, weil ich nun mit den Haufen, die da feiern, zu Deinem Abendmahle kommen will; so bereite Du mich selbst dazu. Willst Du eind reine Wohnung in mir finden, so reinige und hei— lige selbst meinen Leib und Seele. Leite mich auch mit Deinen Augen, führe mich mit Deiner Hand zum Reichthum Deiner Güte; tröste mich mit Dei⸗ nem Angesichte und weiche nicht von mir. Wie 12* ————— N N N N65361577 SS , tr äiiärwä W. 180 der Hirsch schreiet nach frischem Waßer, so schreiet meine Seele, Gott, nach Dir. Auf daß ich in meinem heiligen Vorhaben möge ungehindert bleiben, so empfehle ich Dir meinen Leib und meine Seele, Vernunft, Sinne und Gedanken, all mein Thun und Laßen, meinen Ausgang und Eingang, mein Gehen und Stehen, mein Sitzen und Liegen, mein Dichten und Trach⸗ ten, meinen Glauben und Bekenntnis, und was ich auswendig und inwendig bin und vermag. Ach Gott, erhalte mich in beständiger Andacht und wehre allem, was mich stören oder mir Hindernis ein⸗ werfen mag. Nimm mich auf in Deinen beson⸗ dern Gnaͤdenschutz und fördere selbst in mir das begonnene Werk. Vollende es auch gnädiglich durch Deine Kraft zu Deiner Ehre und meiner Seelen Seligkeit. Bewaͤhre mich vor bösen Gedanken, vor herumschweifenden Begierden und vor aller Unrei⸗ nigkeit, damit ich in Deiner Furcht ein heiliges Leben anfange, und darin beständig bleibe, mein Licht des Glaubens leuchten laße vor jedermann, niemand mehr ärgere, sondern mit christlichem Wan⸗ del die Brüder erbaue und zum Guten weise. Heiliger IEsu, vereinige Du Dich an diesem Tage mit meinem Leibe und mit meiner Seele. Speise mich mit Deinem Leibe, tränke mich mit Deinem Blute, auf daß mein schwacher Glaube Dir ICEf sern selig mit emp schreiet orhaben h Dir Sinne meinen Stehen, Trach⸗ was ich iAch d wehre lis ein⸗ beson⸗ nir das h durch Seelen en, vor Unrei⸗ heiliges „mein ermann, n Wan⸗ se. diesem Seele. ich mit Glaube —.— gestärkt und ich Deiner Gnade, der Vergebung meiner Sünden und der ewigen Seligkeit versichert werde. Bekleide mich mit dem Rock Deiner Ge⸗ rechtigkeit und zieh mir an das rechte hochzeitliche Kleid, darin ich als ein würdiger Gast bei diesem himmlischen Liebesmaͤhl erscheinen möge. Nun, HErr Gott Vater, sei mein Schutz und Beistand! HErr JeéEsu, sei meiner Seelen Speise, Licht und Leben! Und Du, HErr Gott heiliger Geist, erleuchte mich und erhalte mich in der wahren Hei— ligung, daß ich in solchem Staͤnde, darein ich heut aufs neue trete, Zeit meines Lebens verbleiben möge. Laß mich Dir sein eingesenkt; außer Dir mich alles kränkt; ach laß, liebster Heiland, mich stets voll⸗ kömmlich schmecken Dich! Amen. Gebete zur Vorbereitung auf das heilige Abendmahl. 15• Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, weil wir Dir nur in Deinem geliebten Sohne, unserm HErrn IEsu Christo, wohlgefallen können; so heilige un⸗ sern Leib und unsere Seele, und gib uns, Seine selige Gemeinschaft in Seinem heiligen Abendmahle mit rechtgläubiger Begierde und Dankbarkeit zu empfangen, daß wir, Deiner ewigen Güte und Liebe * PPPPPPPFPFfPfFffTffTfTTTTTTTFTFTFTFTFTFTPTPTPTPTPTPTPTPTPTPTPTFTFTFTFTDTDPPTPFP]FPFPFPFPFPFTTTT“— SSS SPS.. er wr 182 gegen uns abermals versichert und getröstet und im neuen Leben gestärkt, Dir zum Preis Deines göttlichen Namens und zur Beßerung Deines Vol⸗ kes mit mehr Fleiß und Frucht leben und dienen mögen, durch denselben unsern HErrn IEsum Chri⸗ stum! Amen. ö 80. O HErr, ob ich zwar nicht würdig bin, daß Du in mein Herz eingehest, so bin ich doch noth⸗ dürftig Deiner Hülfe und begierig Deiner Gnade, daß ich möge fromm und selig werden. Nun komm ich in keiner andern Zuversicht, denn auf Dein Wort, da Du selbst mich zu diesem Tische lädst und mir Unwürdigen zusagst, ich solle Ver⸗ gebung der Sünden haben durch Deinen Leib und Dein Blut, das ich eße und trinke in diesem Sa⸗ erament. O lieber HErr, ich weiß, daß Deine göttlichen Zusagen und Worte wahrhaftig sind; daran zweifle ich nicht, und darauf eße und trinke ich; mir geschehe nach Deinem Worte. O HErr IEsu, vereinige Dich mit mir, auf daß ich bleibe in Dir und Du in mir, und ich von Dir unge⸗ schieden sei, hier zeitlich und dort ewiglich. Dein heiliger Leib, HErr IEsu Christe, speise mich; Dein theures Blut tränke mich; Dein bittres Lei⸗ den und Sterben stärke mich; HErr JEsu Christe, erhů ich schie wah samt zeitl mein Sel. mir auft Blu Mer that wür zeit. Süt dies und lose hast hin⸗ stes soll fehl tet und Deines Vol⸗ dienen n Chri⸗ n, daß h noth⸗ Gnade, Nun un auf Tische le Ver⸗ eib und m Sa⸗ Deine sind; d trinke SeErr bleibe r unge⸗ Dein mich; res Lei⸗ Christe, 183 erhöre mich; in Deine heiligen Wunden verberge ich mich; laß mich von Dir nimmermehr abge⸗ schieden werden; vom bösen Feinde errette mich, in wahrem Glanuben erhalte mich, auf daß ich Dich sammt allen Auserwählten lobe und preise, hier zeitlich und dort ewiglich! Amen. 8¹. O SEsu Christe, mein HErr und mein Gott, mein Heiland und mein Bruder, mein Erlöser und Seligmacher, ich bin zwar nicht werth, daß Du zu mir kommest, oder daß ich meinen unreinen Mund aufthue, Deinen allerheiligsten Leib und theures Blut zu genießen. Denn ich bin ein sündiger Mensch, ein Kind des Zorns, voll allerlei Misse⸗ that, und also für mich selbst ein ungeschickter, un⸗ würdiger Gast bei Deiner hohen königlichen Mahl⸗ zeit. Dieweil Du aber alle Mühseligen und mit Sünden Beladenen so herzlich zu Dir berufest und diesen Gnadentisch für uns arme, hungrige Bettler und Krüppel, Lahme und Blinde aus lauter grund⸗ loser Güte uns bereitet, auch theuer versprochen hast, daß Du niemand, der sich bei Dir einstellt, hinausstoßen wollest, ja noch überdies alles Ern⸗ stes befohlen, daß wir kommen und nicht ausbleiben sollen; siehe, so komm' ich nun auf Deinen Be⸗ fehl, Einladung und Verheißung, und komme als — W— V W ä ä ————————— — ein großer beschwerter Sünder zu Dir, als dem Lamme Gottes, welches der ganzen Welt Sünden getragen. Ich komme als ein Kranker zu Dir, dem Arzte des Lebens und Meister zu helfen, als ein Unreiner zum rechten Heilbrunnen, als ein Ar⸗ mer zum reichen HErrn der Herrlichkeit, ja, als ein hungriger, nackender Bettler sehne ich mich nach dem Himmelsbrot und Kleid des Heils. O aller⸗ liebster und süßester HErr IEsu, Du weißt meine Noth und Anliegen am allerbesten, wie ich auf allen Seiten innerlich und äußerlich beschwert, be⸗ trübt und angefochten bin, Dir ist alles offenbar, Du allein kannst mir helfen; darum stelle ich mich bei Deinem himmlischen Abendmahl ein. Werth bin ich's nicht, aber zum höchsten bedürftig. Des⸗ wegen bitte ich herzlich, o getreuer Heiland, Du wollest mich zu Deinem Gaste annehmen und mich Deiner Gnade würdig machen, daß ich das heilige Saerament nicht allein mit dem Munde empfange, sondern auch desselben innerliche Kraft und die gnadenreiche Frucht Deines Leidens erfahre und Dich mit Deinem ganzen Verdienst durch wahren Glauben in mein Herz einschließe. Laß mir dies große Heiligthum nicht sein zum Gericht, sondern zu einer Reinigung und Heiligung, zum Heil und Gesundheit meiner Seele. Gib, daß ich dadurch mit Dir vereinigt, Deinem geistlichen Leib als ein ls dem Sünden uDir, n, als in Ar⸗ a, als ch nach aller⸗ meine ch auf rt, be⸗ ffenbar, ch mich Werth Des⸗ 5„ Du d mich heilige pfange, ud die ͤeund wahren ir dies sondern il und dadurch als ein 185 lebendiges Glied eingeleibet und also in Ewigkeit nimmermehr von Dir abgeschieden werde! Amen. 8². O Gott, heiliger Geist, erbarme Dich über mich, und verleihe mir Deine Gnade, daß ich dies heilige Sacrament würdig empfange, damit meinen Glau⸗ ben stärke, mein kaltes Herz mit Liebe entzünde, mein blödes Gewißen tröste, meine welke Hoffnung erfrische, mein sündhaftes Leben beßere und selig werde! O SErr, hilf, o HErr, laß wol gelingen! Amen. 83. Wider die Hindernisse der Andacht. Allmächtiger Gott, wie viele Hindernisse be⸗ gegnen uns armen Menschen, wenn wir uns auf⸗ machen wollen, zu unserm himmlischen Vater zu gehen, und uns im Gebete mit ihm zu vereinigen! Da wendet der Satan alle List an, uns zu stören; da versuchen böse Launen, Verdruß und Aergernis, Sorgen und Lüste, wie böse Winde, unser Schiff⸗ lein von dem Hafen hinweg zu drängen, nach dem wir steuern, und niemals mehr streben auch die Kinder der Welt, uns auf die breite Straße zu locken und zu schrecken, als wenn wir uns mit 5 W säüi3r 55 di Wärr — —.. . .. SSSIPFPFITTtItItPItt.FITIT“TT.:T'T'xæ;s— 186 ‚ rechtem Ernst und Eifer zu der schmalen Straße schicken wollen. O darum, mein HErr und mein Gott, bedrohe Du nun die Winde und das ungestüme Meer, daß es stille werde, und sende meinem Fahrzeug günstige Lüfte, vergnügte Fahrt und seligen Einlauf zu dem Lande der grü⸗ nen Aue, wo Du uns speisest und träukest zum ewigen Leben. Erhöre mein Schreien, o Du, dem Wind und Meer gehorchen, um Deiner Liebe wil⸗ len! Amen. ö Das lei Straße rr und ide und de, und ergnügte der grü⸗ est zum Du,/ dem ebe wil⸗ 187 Das Wort Gottes über das Sacrament des Altars. 84. Von geistlicher und leiblicher und geistlich⸗ leiblicher Nießung des Leibes und Blutes IEsu Christi. Summarie. Im nachfolgenden Kapitel redet unser lieber HErr IEsus Christus vom Genuße Seines Leibes und Sei⸗ nes Blutes und zwar zu einer Zeit, in welcher Er Sein heiliges Sacrament noch lange nicht eingesetzt hatte. Es konnte daher auch niemand Seine Reden zu der Zeit, da er sie führte, auf das sacramentliche Eßen und Trinken deuten. Weil nun niemand damals diese Deutung haben konnte, so hat es nicht an Auslegern gefehlt, welche behauptet haben, der HErr rede auch in diesem Kapitel wirklich gar nicht von Seinem heiligen Mahle, sondern allein von der gläubigen Annahme und geistlichen Nießung des Ver— dienstes Seiner Leiden. Unter den Auslegern dieser Art sind große Namen und zwar gerade solche, die den eifrigsten Vertheidigern der Gegenwart des wahren Leibes und Blutes IEsu Christi im Sacramente ange— hören. Weil die Reformierten dies Kapitel recht ab— sichtlich auf das Saerament bezogen, um daraus be⸗ weisen zu können, daß man im Sacramente den Leib und das Blut bloß geistlich genieße; so glaubten manche ½ 1N551st,. üäsif SISII UT Lehrer der lutherischen Kirche nichts beßeres thun zu können, als zu behaupten, der HErr rede hier gar nicht vom Sacrament. Allein der Zweck, den sie hatten, nämlich den Reformierten zu widerstreben, konnte auch ohne die letztere Behauptung erreicht werden. Wer, der in Einfalt das 6. Kapitel liest, könnte sich das einreden laßen, daß der HErr mit so vielen Worten, die ganz auf Sein Sacrament paßen und bei der Stiftung desselbigen wiederkehren, an das Saerament nicht gedacht und von ihm nicht geredet habe? Im Gegentheil wird jeder Leser aus Vergleichung der Stif— tungsworte des heiligen Abendmahls mit diesem Kapi— tel den siegreichen Schluß ziehen, daß der HErr schon zur Zeit des 6. Kapitels Johannes an Sein Sacra⸗ ment dachte und alles, was er nach diesem Kapitel gethan und geredet hat, im Andenken an dasselbe that und redete. Seine Jünger konnten an das Sacrament nicht denken zur Zeit, da er die Tausende speiste und mit ihnen vom Genuße Seines Leibes und Blu— tes redete; aber Er konnte daran denken und dachte auch ohne Zweifel daran, und auch den Jüngern war gewis späterhin Sein Thun und Reden, wie es hier erzählt wird, ein helles Licht sür das Geheimnis des heiligen Sacraments.— Das ist richtig, daß der HErr in diesem Kapitel das mündliche EDßen von dem geistli⸗ chen Genuß nicht scheidet und daß Er den geistlichen Genuß hervorhebt. Aber er will eben überhaupt kein mündliches Eßen ohne den geistlichen Genuß. Wir trennen das in Gedanken und Worten und in der That, wie wir oft trennen, was Gott verbunden hat; Christus aber faßt das Zusammengehörige zusammen und redet vom münd⸗ thun zu gar nicht ehatten, unte auch n. Wer, sich das Worten, bei der acrament he? Im der Stif⸗ em Kapi⸗ Err schon uSacra⸗ 1 Kapitel selbe that acrament eiste und nd Blu⸗ id dachte gern war eses hier mnis des rHErr in m geistli⸗ en Genuß ündliches n das in e wir oft aber faßt m münd⸗ lichen Abendmahl als von dem Weg und Mittel, auf das Tiefste in das Geheimnis Seiner Leiden und Sei⸗ nes Todes einzudringen. Und in der That, wie Er Sein Abendmahl faßt, so sollten auch wir es faßen und erfahren; Leib und Seele sollten sich des Erlö⸗ sers freuen, und während wir für den Leib in Sei⸗ nem waͤhren Leib und Blute eine Arzenei des ewigen Lebens und eine Speise der Unsterblichkeit empfangen, sollte auch unser Geist die Früchte Seiner Leiden, Le— ben und Seligkeit genießen. So haben auch die al— ten Väter das Abendmahl und dies 6. Kap. Joh. verstanden. Sie behaupteten, wie die Reformierten, der HErr rede allerdings von Seinem Abendmahle, wenn Ihn auch die Jünger noch nicht hätten verstehen können; aber sie stimmten keineswegs mit den Refor⸗ mierten überein in der Lehre, daß das heilige Abend⸗ mahl bloß ein geistlicher Genuß sei, sondern sie behaupte⸗ ten, daß beim mündlichen Genuß des Leibes und Blutes IEsu auch der geistliche Genuß seine höchste Höhe und den Gipfel Seiner Freuden ersteigen solle. So sieh nun du zu, lieber Leser, wie du dies Kapitel ver⸗ stehst, und achte betend auf die Worte deines HErrn. Thust du das, so zweifle ich nicht, du stellst bei die⸗ sem Kapitel die schönsten Abendmahlsbetrachtungen an und wirst mit mir durch dasselbige in der edlen Lehre der lutherischen Kirche vom Abendmahl bestätigt werden. Joh. 6. V. 1. IEsus fuhr weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa, 2. Und es zog ihm viel Volks nach, darum zi½7„55if ääi ni 0 S SIIIIII z;3i⸗fföüt ü d ü. ssssIsI!IsIItItt.t.. 11. daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken thät. IEsus aber gieng hinauf auf einen Berg, und satzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Jüden Fest. Da hub JEsus seine Augen auf, und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brot, daß diese eßen? Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte. Philippus antwortet ihm: Zweihundert Pfennige werth Brots ist nicht genug un— ter sie, daß ein jeglicher ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, An⸗ dreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knab hie, der hat fünf Ger⸗ stenbrot und zween Fische; Aber was ist das unter so viele? JE⸗ sus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünf tausend Mann. IEsus aber nahm die Brot, danket und gab sie den Jüngern, die Jünger aber 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. er an uBerg, üngern. Jůüden f, und nt, und eßen? n, denn te. hundert iug un⸗ nehme. jer, An⸗ uf Ger⸗ JeC⸗ sich das Hras an Mann. ket und er aber 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 191 denen, die sich gelagert hatten; desselbi⸗ bigen Gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte Da sie aber satt waren, sprach er zu sei⸗ nen Jüngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das IEsus thät, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da IEsus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum König machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst alleine. Am Abend aber giengen die Jünger hin⸗ ab auf das Meer, Und traten in das Schiff und kamen über das Meer gegen Capernaum, und es war schon finster worden und IEsus war nicht zu ihnen kommen. Und das Meer erhob sich von einem gro⸗ ßen Winde. ö Da sie nun gerudert hatten bei fünfund⸗ — vrs ä:üää.„ir. m.iwässiih iin n. rüfer irssi⸗ ü t 20. A. N. 23. 5. 192 zwanzig oder dreißig Feldweges, sahen sie IEsum auf dem Meer daher gehen und nahe bei das Schiff kommen, und sie fürchteten sich. Er aber sprach zu ihnen: Ich bin's, fürch⸗ tet euch nicht. Da wollten sie ihn in das Schiff neh⸗ men, und alsobald war das Schiff am Lande, da sie hin fuhren. Des andern Tages sahe das Volk, das diesseits des Meeres stund, daß kein an⸗ der Schiff daselbst war denn das einige, darein seine Jünger getreten waren, und daß JEsus nicht mit seinen Jüngern in das Schiff getreten war, sondern allein seine Jünger waren weggefahren. Es kamen aber andre Schiffe von Tibe⸗ rias nahe zu der Stätte, da sie das Brot geßen hatten durch des HErrn Danksagung. Da nun das Volk sahe, daß JEsus nicht da war, noch seine Jünger, traten sie auch in die Schiffe und kamen gen Ca⸗ pernaum und suchten IEsum. Und da sie ihn funden jenseit des Meers, sprachen sie zu ihm: Rabbi, wann bist Du herkommen? W. V. W. 2. 30. 31. 32. 33. ahen sie jen und und sie 5, fürch⸗ iff neh⸗ hiff am lk, das kein an⸗ einige, en, und gern in mallein n Tibe⸗ sie das HErrn us nicht aten sie gen Ca⸗ Meers, ann bist N. 2. 32. 33. Prüfungstafel. — IEsus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr su⸗ chet mich nicht darum, daß ihr Zeichen gesehen habt, sondern daß ihr von dem Brot geßen habt und seid satt worden. Wirket Speise, nicht die vergäng⸗ lich ist, sondern die da bleibet in das ewige Leben, welche euch des Menschen Sohn geben wird, denn denselbigen hat Gott der Vater versiegelt. Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir thun, daß wir Gottes Werke wirken? IEsus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist Gottes Werk, daß ihr an den gläubet, den er gesandt hat. Da sprachen sie zu ihm: Was thust Du für ein Zeichen, auf daß wir sehen und gläuben Dir? Was wirkest Du? Unsre Väter haben Manna geßen in der Wüsten, wie geschrieben stehet: Er gab ihnen Brot vom Himmel zu eßen. Da sprach IEsus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, Moses hat euch nicht Brot vom Himmel ge⸗ geben, sondern mein Vater gibt euch das rechte Brot vom Himmel. Denn dies ist das Brot Gottes, 13 S ffff..........'——TTTTSTScTcT TT S 34. 35. 36. 37. 38. 39. 40. 194 das vom Himmel kommt und gibt der Welt das Leben. Da sprachen sie zu ihm: HErr, gib uns allewege solch Brot. IEsus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich gläubet, den wird nimmermehr dürsten. Aber ich hab's euch gesagt, daß ihr mich gesehen habt, und gläubet doch nicht. Alles, was mir mein Vater gibt, das kömmt zu mir, und wer zu mir kömmt, den werde ich nicht hinausstoßen. Denn ich bin vom Himmel kommen, nicht daß ich meinen Willen thu, sondern des, der mich gesandt hat. Das ist aber der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, daß ich nichts verliere von allem, das er mir gegeben hat, son⸗ dern daß ich's auferwecke am jüngsten Tage. Das ist aber der Wille des, der mich ge⸗ sandt hat, daß, wer den Sohn siehet und gläubet an ihn, habe das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am jüng⸗ sten Tage. 45. d gibt r, gib ich bin zu mir ügern, n wird hr mich icht. obt, das kömmt, n, nicht ern des, ers, der verliere at, son⸗ jüngsten nich ge⸗ het und Leben, m jüng⸗ 41. 42. 45. 49. 50. 105 Da murrten die Juden darüber, daß er sagte: Ich bin das Brot, das vom Him⸗ mel kommen ist. Und sprachen: Ist dieser nicht IEsus, Jo⸗ sephs Sohn, des Vater und Mutter wir kennen? Wie spricht er denn: Ich bin vom Himmel kommen? JeEsus antwortete und sprach zu ihnen: Murret nicht unter einander. Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, daß ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat, und ich werde ihn auferwe⸗ cken am jüngsten Tage. Es stehet geschrieben in den Propheten: Sie werden alle von Gott gelehret sein. Wer es nun höret vom Vater und ler⸗ net's, der kömmt zu mir. „Nicht daß jemand den Vater habe gese⸗ hen, ohne der vom Vater ist, der hat den Vater gesehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage each wer an mich gläubet, der hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben Manna geßen in der Wüsten und sind gestorben. Dies ist das Brot, das vom Him⸗ 13* 51. 54. 55. 56. 196 mel kömmt, auf daß, wer davon ißet, nicht sterbe. ö Ich bin das lebendige Brot vom Himmel kommen; wer von diesem Brote eßen wird, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt. Da zankten die Juden unter einander und sprachen: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu eßen geben? IEsus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, werdet ihr nicht eßen das Fleisch des Men⸗ schensohnes undtrinken sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch ißet und trin⸗ ket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am jüng⸗ sten Tage auferwecken. Denn mein Fleisch ist die rechte Speise und mein Blut ist der rechte Trank. Wer mein Fleisch ißet und trinket mein Blut, der bleibet in mir und ich in ihm. 57. 58. 59. 60. 61. 62. 63. davon t vom iesem leben , das leisch, ir das der und Fleisch hrlich, het ihr Men⸗ trinket mir und 57. 58. 59. 60. 61. 6²2. 63. Wie mich gesandt hat der leben⸗ dige Vater und ich lebe um des Vaters willen, also wer mich ißet, derselbige wird auch leben um meinetwillen. Dies ist das Brot, das vom Him⸗ mel kommen ist. Nicht wie eure Väter haben Manna geßen und sind gestorben. Wer dies Brot ißet, der wird leben in Ewigkeit. Solches sagte er in der Schule, da er lehrte, zu Capernaum. Viel nun seiner Jünger, die das hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede, wer kann sie hören? Da JeéEsus aber bei sich selbst merkte, daß seine Jünger darüber murrten, sprach er zu ihnen: Aergert euch das? Wie wenn ihr sehen werdet des Menschen Sohn auffahren dahin, da er vor war? Der Geist ist's, der da lebendig machet, das Fleisch ist kein nütze. Die Worte, die ich rede, die sind Geist und sind Leben. Aber es sind etliche unter euch, die gläu⸗ ben nicht. Denn IEsus wußte von An⸗ 65. 66. 67. 68. 69. 198 fang wohl, welche nicht gläubend waren, und welcher ihn verrathen würde. Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt, niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater ge⸗ geben. Von dem an giengen seiner Jünger viele hinter sich und wandelten fort nicht mehr mit ihm. ů Da sprach IEsus zu den Zwölfen: Wollt ihr auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: HErr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte desewigen Lebens, Und wir haben gegläubt und er⸗ kannt, daß Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. 85. Im Leben und Bekennen vorsichtiglich zu wan⸗ deln in der Gemeinschaft des Altars. 1 Cor. 10, ff. Summarie. Der Apostel Paulus begegnet in diesem Kapitel dem falschen Vertrauen auf den Genuß des heiligen Sacramentes; zu dem Ende verweist er auf alttestament⸗ liche Beispiele. Das Volk Israel sei während seines waren, ha euch mmen, ter ge⸗ viele yt mehr Wollt Petrus: ehen? ebens, id er⸗ 8, der * zu wan⸗ rs. Kapitel heiligen estament⸗ d seines 199 Zuges durch die Wüste auch unter der Einwirkung gro⸗ ßer Gotteswunder gewesen, und diese Wunder hätten so manche Aehnlichkeit mit den neutestamentlichen Sacra— menten gehabt. Das rothe Meer und die Wolke könnten an die Taufe, das Manna und das wunder⸗ bar gegebene Waßer an das heilige Abendmahl erin⸗ nern. Aber wie die Israeliten unter großen Wun⸗ dern dennoch ihre Sündenstraßen giengen und in mancherlei schwere Sünden fielen, darüber aber auch alle mit einander in der Wüste umkamen, so könnten auch im neuen Testamente die Christen trotz der segensreichen Einflüße der heiligen Sacramente in alle möglichen Sünden und ins Verderben fallen. Das müße jedoch nicht sein, weil ihnen Gott keine allzuschweren Versuchungen auferlege und einem jeden nur ein erträgliches Maß von Anfechtung zuertheile. An diese allgemeine Warnung und Ermahnung schließt der Apostel eine besondere an, welche sich auf die Theilnahme am Götzenopfer und namentlich an den Opfermahlzeiten der Heiden bezieht. Die Götzen und ihre Bilder seien allerdings nichts, aber der Götzen⸗ dienst sei ein Werk und Dienst der Dämonen, mit de⸗ nen man durch Opfer und Opfermahlzeit in eine Ge⸗ meinschaft trete. Nun hätten die Christen im Abend⸗ mahle eine eigene Opfermahlzeit. Wie die Israeliten durch ihre Opfermahlzeiten ihres Antheils an dem ge— schehenen Opfer gewis würden und mit ihrem Gott in Gemeinschaft lebten, so empfiengen die Christen im heiligen Mahle den Leib und das Blut ihres Opfers und träten in Gemeinschaft mit dem Gott und HErrn, welchem auf Golgatha das große Opfer geschehen sei. Das sei aber das reine Gegentheil von allen heidni— schen Opfern und Opfermahlzeiten. Der Tisch der Dämonen und der Tisch des HErrn könnten nicht ver— einigt werden und es möge sich daher die christliche Ge— meine hüten, daß sie nicht auf einem solchen Abwege eben— so alles Segens des neutestamentlichen Sacramentes ver— lustig gehe, wie Israel in der Wüste allen Segen des alten Testamentes verlor. In diesem Zusammenhang kom⸗ men die berühmten Worte vor:„Der gesegnete Kelch oder der Kelch der Segnung, den wir segnen, ist er nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn Ein Brot, Ein Leib sind wir viele, dieweil wir alle Eines Brotes theilhaft wer— den.“ Da lesen wir deutlich, daß Brot und Wein die Gemeinschaft oder die Mittheilungsmittel des Lei— bes und Blutes Christi sind, daß wir also im Abend⸗ mahle mit der Menschheit IEsu gespeist, getränkt und wunderbar vereinigt werden. Aber wir lesen auch, daß diejenigen, welche vom Abendmahle eßen, selbst unter einander in Gemeinschaft treten, selbst gewisser— maßen zu Einem Brote Gottes werden. Es ist also im Abendmahl eine doppelte Gemeinschaft, erstens mit Christo, und dann mit den übrigen Communicanten, und ist also keineswegs gleichgiltig, mit wem ich zum Tische meines HErrn gehe. Ich soll mit den Com— municanten Ein Leib werden; ich muß also auch mit ihnen Ein Leib werden können, und wie man die Opfermahlzeiten der Götzendiener nicht genießen darf, wenn man vom Altare IEsu Christi ißt und trinkt, und mit den Götzendienern in keine Gemeinschaft ih— — 9 Hheidni⸗ isch der licht ver⸗ liche Ge— ege eben⸗ ntes ver⸗ des alten ng kom⸗ ete Kelch n, ist er ? Das einschaft eib sind jaft wer⸗ d Wein des Lei⸗ Abend⸗ änkt und sen auch, u, selbst gewisser⸗ ist also stens mit nicanten, ich zum »n Com⸗ auch mit man die zgen darf, d trinkt, chaft ih⸗ 201 rer Altäre treten darf; so dürfen auch sie nicht zum Altare IEsu kommen und zugleich in der Gemeinschaft ihrer eignen Altäre verharren. Die beiderseitigen Altäre vereinigen Gleichgesinnte und schließen die andern aus, und es gilt hier allerdings der Grundsatz:„Was nicht ausschließt, schließt nicht ein, und was nicht trennt, das vereinigt nicht.“ Die heilige Gemein⸗ schaft des Altares IEsu schließt die unheilige Gemein— schaft aller derer aus, die nicht mit entschiedener Ein— falt und Liebe sich allein dem Gekreuzigten ergeben. Daraus folgen manche Schlüße, die nicht zu vermei— den sind, und es ist offenbar, daß von dem Orte und der Handlung, worin sich die seligste Gemeinschaft Gottes und der Menschen offenbart, ausgeschloßen sein müßen alle, die Gott, Sein einiges Opfer und Seine heilige, einige Opfermahlzeit im Sacramente nicht erkennen. Der HErr aber mache die Gemein⸗ schaft der Heiligen groß und gebe vielen Menschen die selige Gemeinschaft des Leibes und Blutes Christi. 1. Ich will euch, lieben Brüder, nicht verhal⸗ ten, daß unsre Väter sind alle unter der Wolken gewesen, 2. Und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Mosen getauft mit der Wol⸗ ken und mit dem Meer, 3. Und haben alle einerlei geistliche Speise geßen, 4. Und haben alle einerlei geistlichen Trank ge⸗ trunken, sie trunken aber von dem geistli⸗ rzizji⸗ rü z; izi üz urit. zz miriw⸗ SS chen Fels, der mitfolgte, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschla— gen in der Wüsten. 6. Das ist aber uns zum Fürbilde geschehen, daß wir nicht uns gelüsten laßen des Bö⸗ sen, gleichwie jene gelüstet hat. 7. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie je⸗ ner etliche wurden, als geschrieben steht: Das Volk satzte sich nieder zu eßen und zu trinken und stand auf zu spielen. 8. Auch laͤßet uns nicht Hurerei treiben, wie 12. etliche unter jenen Hurerei trieben und fie⸗ len auf Einen Tag dreiundzwanzigtausend. Laßet uns aber auch Christum nicht ver⸗ suchen, wie etliche von jenen ihn versuchten und wurden von den Schlangen umbracht. Murret auch nicht, gleichwie jener etliche murreten und wurden umbracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vor⸗ bilde, es ist aber geschrieben uns zur War⸗ nung, auf welche das Ende der Welt kom⸗ men ist. Darum wer sich läßet dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. rwar keinen zeschla⸗ chehen, es Bö⸗ wie je⸗ steht: und zu n, wie ind fie⸗ ausend. ht ver⸗ suchten ibracht. etliche rch den n Vor⸗ War⸗ t kom⸗ e, mag 13. 14. 15. 16. segnen, ist der nicht die Gemein⸗ 17. 18. 19. 20. Es hat euch noch keine denn menschliche Versuchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Ver⸗ mögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr's könnet er⸗ tragen. Darum, meine Liebsten, fliehet vor dem Götzendienst! Als mit den Klugen rede ich, richtet ihr, was ich sage. Der gesegnete Kelch, welchen wir schaft des Bluts Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibs Christi? Denn Ein Brot ist's, so sind wir viel Ein Leib, dieweil wir alle Ei— nes Brotes theilhaftig sind. Sehet an den Israel nach dem Fleisch: welche die Opfer eßen, sind die nicht in der Gemeinschaft des Altars? Was soll ich denn nun sagen? Soll ich sa⸗ gen, daß der Götze etwas sei? Oder daß das Götzenopfer etwas sei? Aber ich sage, daß die Heiden, was sie opfern, das opfern sie den Teufeln und 5— 55 D ———. bSIPSISIPIFIIIIII— V .— nicht Gotte. Nu will ich nicht, daß ihr in m der Teufel Gemeinschaft sein sollt. sd A. Ihr könnet nicht zugleich trinken des HErrn 6 Kelch und der Teufel Kelch. Ihr könnet nicht zugleich theilhaftig sein des HErrn b 0 Tisches und der Teufel Tisches. i N. Oder wollen wir dem HErrn trotzen? Sind W wir stärker denn Er? cr 86. Würdiger Genuß des heiligen Sacramentes. 1 Cor. 11, 17, 20 ff. be Siu mem a ri e. w Die ersten Christen vereinigten mit dem heiligen Abend— 96 mahle ein Liebesmahl, welches nach der Meinung et— th licher dem heiligen Mahle vorangieng, so daß dieses den ö es Schluß bildete, nach der Meinung anderer aber auf. das heilige Abendmahl folgte. Die letztere Meinung hat 1 die ältesten Zeugen für sich und paßt auch zu dem, d. was wir in diesem 11. Cap. an die Corinther lesen, N am besten. Man hielt zuvor die gottesdienstliche und ke sacramentliche Feier und darauf die brüderliche Mahl— el zeit, bei welcher die Aermeren von den Wohlhaben-— de deren die Speise empfiengen, und also auf die schönste. Weise zugleich Liebe und Barmherzigkeit geübt wurde. B In Corinth riß nun aber der Unfug ein, daß die m Reicheren ihre eigene Mahlzeit vorhin nahmen, wie ö d. Luther übersetzt, oder wie es für uns deutlicher gege— ben werden kann, daß sie ihr Mahl vorher nah— V men. So kam es dann, daß bei der auf das Sacra⸗ A ihr in Errn könnet Errn Sind ntes. Abend⸗ ung et⸗ oses den ber auf ung hat zu dem, r lesen, che und Mahl⸗ lhaben⸗ schönste wurde. daß die en, wie er gege⸗ er nah⸗ Sacra⸗ 205 ment folgenden Liebesmahlzeit der arme Bruder be⸗ schämt wurde, weil der Reiche für ihn nicht gesorgt hatte; der letztere aber mit vollem Leibe oder„trun— ken“ zum Saeramente gieng. Diese selbstsüchtige und lieblose Weise, in die Versammlung zu gehen, diese Unmä⸗ ßigkeit, bei welcher der Zweck der Zusammenkunft ver⸗ geßen wurde, ist es, welche der Apostel im Auge hat, wenn er vom unwürdigen Eßen und Trinken des Sa⸗ eramentes spricht, und wer also wißen will, was ein Christ unter dem unwürdigen Eßen und Trinken zu verstehen hat, der kann es aus diesem Zusammenhang und aus diesem Cap. St. Pauli erkennen, welches zu keinem anderen Zwecke geschrieben ist, als diese un⸗ würdige oder, wie sie im 17. Verse heißt, diese„är⸗ gere“ Weise zusammenzukommen, zu strafen und abzu⸗ thun. Ausdrücklich sagt der Apostel im 33. Vers: es solle ein jeder beim Liebesmahle auf seinen Bru⸗ der warten; er setzt auch im 34 dazu, wer zu hung⸗ rig sei, um warten zu können, der solle daheim eßen, damit er sich nicht das Abendmahl zum Gerichte nehme. Nun halten wir zwar keine Liebesmahlzeiten mehr und es könnte deshalb scheinen, als wären wir außer Gefahr, auf eine unwürdige Weise zum Sacrament zu gehen, und uns das Gericht zu eßen und zu trinken. Allein es bleibt doch auch uns die Verpflichtung, für unsre ärmeren Brüder zu sorgen, und wenn wir auch keine Liebes— mahlzeiten halten, wie die alten Christen, sind wir deshalb doch nicht von der Barmherzigkeit entbunden, und wir gehen daher ohne Zweifel auf eine unwürdige Weise zu Gottes Tisch, wenn wir für unsre Mitbrüder am Altare nicht also sorgen, daß sie neben dem himmlischen rüst 206 Reichthum des Saeraments auch ihr bescheidenes Theil irdische Speise haben. Ebenso bleibt es auch für uns eine große Verschuldung und eine Ursache, uns das Gericht zu eßen und zu trinken, wenn wir„trunken“ oder mit überfülltem Leibe zum Sacramente gehen. Der 34. Vers unsres Kapitels zeigt uns zwar deut— lich, daß wir nicht gezwungen sind, vor Empfang des heiligen Abendmahles zu fasten; der Hungrige darf ja vorher eßen; aber Unmäßigkeit und Völlerei verbietet der Apostel. Man wird vielleicht sagen können, daß Nüchternheit der Seele und barmherzige aufopfernde Liebe zu den Brüdern, die heilige Sophrosyne, d. i. Mäßigkeit in jedem Stücke und die heilige Communi⸗ cantenliebe hauptsächliche Bedingungen eines würdigen Abendmahlsgenußes seien, für den Christen nämlich, bei welchem die erste aller Bedingungen, bußfertiger Glaube, schon vorhanden ist. Es werden auch die beiden Namen„Maß und Liebe,“ eine Menge an⸗ dere Tugenden ein-, und eine Menge Sünden aus⸗ schließen, in welchen man nicht verharren kann, ohne unwürdig zu Gottes Tisch zu gehen und sich das Gericht zu eßen und zu trinken. Daher wird auch die Ermahnung des Apostels, welche er im 28. Vers zur Selbstprüfung gibt, sich zunächst auf die genannten beiden Stücke und alles das beziehen, was sie ein⸗ und ausschließen, und es ist wol zu merken, daß es gerade in diesen Stücken der Selbstprü⸗ fung bedarf, weil gerade rücksichtlich ihrer der Mensch so leicht das richtige Urtheil über sich selbst verliert und, ohne es zu merken, in ein gottmisfälliges We⸗ sen geräth. Es soll dabei nicht gesagt sein, daß sich ies Theil für uns uns das trunken“ e gehen. ar deut⸗ fang des e darf ja bietet der en, daß fopfernde ne, d. i. ommuni⸗ würdigen nämlich, ußfertiger auch die nge an⸗ den aus⸗ n kann, und sich her wird e Uer im ächst auf beziehen, wol zu delbstprü⸗ r Mensch st verliert iges We⸗ daß sich 2⁰0 die Selbstprüfung des Communicanten auf sonst nichts anderes beziehen dürfe und solle, sondern wir haben hier blos hervorgehoben, was der Apostel im Text vorhält. Nachdem wir auf diese Weise die Hauptabsicht des herrlichen Kap. gezeigt haben, wird es wol auch der Mühe werth sein, den Leser auf den rechten Sinn der Worte„sich das Abendmahl zum Gericht eßen“ hinzuweisen Es ist nämlich ein Unterschied zwischen dem Eßen zum Gericht und dem Eßen zur Verdamm⸗ nis. Wenn kein Unterschied wäre, so würde der Apo⸗ stel im 32. Verse nicht sagen:„Wenn wir gerichtet werden, so werden wir von dem HErrn gezüchtigt, auf daß wir nicht verdammt werden.“ Man wird also gerichtet, um nicht verdammt zu werden; also ist Ge⸗ richt und Verdammnis nicht einerlei. Das Gericht selber aber wird von dem Apostel als Züchtigung, d. i. als Erziehungsmittel bezeichnet. Wenn es nun heißt, daß sich der Christ das Sacrament zum Gerichte eßen könne, so heißt das nichts anderes, als, es gebe eine Weise zum Sacrament zu gehen, die dem HErrn so mißfällig sei, daß Er die Christen um ihretwillen züch⸗ tige, die aber doch wenigstens in so lange die Ver⸗ dammnis nicht zur Folge habe, als der Christ noch nicht der Züchtigung hartnäckigen und anhaltenden Wider⸗ stand entgegengesetzt habe. Wollen wir wißen, welche Art und Weise des Abendmahlsgenußes der Züchti⸗ gung des HErrn anheimfällt, so dürfen wir uns nur an den schon beschriebenen und nachgewiesenen unwür⸗ digen Abendmahlsgenuß der Corinther erinnern. Und wollen wir näher wißen, was unter dem Gerichte ver⸗ snmmnlkrrrbüteteti drr—————....—— .—.= ie wiäää⸗ ütbt räät R i ⸗W W rriw. v 6 9N. 208 standen ist, das Gott über den unwürdigen Abend— mahlsgenuß verhängt, so gibt uns der 30. Vers des Kapitels darüber klaren und einfachen Unterricht; das Gericht besteht in Schwachheit, Krankheit und frühzei— tigem Tod. Es muß also im Leben der Christen Schwachheiten und Krankheiten geben, von denen die Ursachen zuletzt nicht in natürlichen Dingen, sondern im Misfallen Gottes am Sacramentsgenuß liegen, und es wird daher auch ganz recht und wolgethan sein, wenn ein Christenmensch bei seinen Schwachhei— ten und Krankheiten eine ernste Prüfung seiner Abend— mahlsgänge anstellt. Manche Schwachheit und Krank-— heit wird kein Arzt heilen, wol aber die über unsre Abendmahlsgänge angestellte Buße; das Uebel wird aufhören, wenn die Ursache erkannt und durch eine herz— liche Bekehrung beseitigt ist. Ebenso wird mancher Christ schnell und vor der Zeit dahin sterben und der Geist des HErrn wird ihm im Sterben oder nach dem Tode als nächste Ursache des Todes das unwürdige Verhalten beim sacramentlichen Genuße zeigen. Ver— loren gehen wird ein solcher Christ nicht, aber wie wird sich seine Seele vor dem Lamme Gottes schämen, daß sie nicht unterschieden hat den Leib ihres Gottes und Osterlamms und das heilige Abendmahl nicht mit der würdigen Bereitung genoßen hat, die es vor jeder an-— dern Mahlzeit der Welt auszeichnen muß, und wie wird die erlöste Seele in jener Welt von dem Gedanken be— troffen werden, daß sie durch unwürdigen Genuß schul— dig geworden ist am Leib und Blut des HErrn, der Leib und Blut zu ihrem ewigen Heile in den Tod gegeben hat!— Nachdem du also, lieber Leser, Be— 2. 23. Abend⸗ zers des cht; das frühzei⸗ Christen enen die sondern liegen, olgethan wachhei⸗ r Abend⸗ 0 Krank⸗ er unsre hel wird ine herz— mancher und der lach dem würdige n. Ver⸗ wie wird ien, daß ttes und mit der jeder an-⸗ wie wird inken be⸗ uß schul⸗ Frrn, der den Tod ser, Be⸗ 209 richt hast über die Unwürdigkeit des saeramentlichen Genußes und über deren Strafe und Gericht, so stu⸗ diere nun wol die Worte Pauli und überzeuge dich, daß du recht berichtet bist, dann aber sieh wol zu, daß du dich deiner Erkenntnis gemäß verhaltest, Gericht und Verdammnis vermeidest. 19. 20. 2. Ich kann's nicht loben, daß ihr nicht auf beßere Weise, sondern auf ärgere Weise zu⸗ sammenkommt. Wenn ihr nun zusammenkommet, so hält man da nicht des HErrn Abendmahl. Denn so man das Abendmahl halten soll, nimmt ein jeglicher sein Eigenes vorhin, und einer ist hungrig, der andre ist trun⸗ N. 23. . Prüfungstafel. ken. ů Habt ihr aber nicht Häuser, da ihr eßen, trinken möget(könnet)? Oder verachtet ihr die Gemeine Gottes und beschämet die, so da nichts haben? Wacs soll ich euch sa⸗ gen? Soll ich euch loben? Hierinnen lobe ich euch nicht. Ich habe es von dem HErrn empfan⸗ gen, das icheuch gegeben habez denn der HErr JEsus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brot, dankete und brach's und sprach: Nehmet, eßet, das ist 101 Leib, B. 36. V. 30. der für euch gegeben wird. Solchs thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen gleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl und sprach: Dieser Kelch ist das Neue Testa⸗ ment in meinem Blut. Solchs thut, so oftihr's trinkt, zu meinem Ge⸗ dächtnis. Denn so oft ihr von diesem Brot eßet und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des HErrn Tod verkündi⸗ gen, bis daß er kömmt. Welcher nun unwürdig von diesem Brot ißet und von dem Kelch des HErrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des HErrn. Der Mensch aber prüfe sich selbst und also eße er von diesem Brot und trinke von die⸗ sem Kelch. Denn welcher unwürdig ißet und trinket, der ißet und trinket ihm selber das Gericht, damit daß er nicht unterscheidet den Leib des HErrn. Darum sind auch so viel Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. 31. 3². 33. 34. zolchs Kelch prach: Te st a⸗ ithut, m Ge⸗ Brot inket, ündi⸗ hiesem ch des dig an n. nd also on die⸗ trinket, Hericht, en Leib he und Theil 32. 33. 34. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem HErrn gezüchtiget, auf daß wir nicht sammt der Welt verdammt werden. Darum, meine lieben Brüder, wenn ihr zu⸗ sammenkommt, zu eßen, so harre einer des andern. Hungert aber jemand, der eße daheim, auf daß ihr nicht zum Gerichte zusammenkom⸗ met. Das andere will ich ordnen, wenn ich komme. 87. Zusammenstellung der Einsetzungsworte des hei⸗ ligen Abendmahls nach den Evangelisten Mat⸗ thaͤus, Marcus, Lucas und der Erzählung St. Pauli. Vorausgehend ein Wort über die Verschiedenheiten. Nachfolgend findest du, lieber Leser, die Geschichte der Einsetzung des heil. Abendmahles Wort für Wort neben einander gestellt nach den vier heiligen Schrift— stellern, die sie berichten. Bei einer genauen Verglei⸗ chung wirst du finden, daß die vier Erzähler mit einan⸗ der in allen Hauptsachen vollkommen zusammenstim⸗ men. Du wirst aber auch leichtlich ersehen, daß sie 14* r, dr Eüderrre di.. vnrrmni. ün rirät fipr).ü ür53LMTS 212 in einzelnen Umständen einige Verschiedenheit haben. Von diesen einzelnen Verschiedenheiten ist eine jede merkwürdig genug; jedes abweichende Wörtchen wird einem bei näherer Betrachtung lieb und eröffnet einen neuen Blick in die wundervolle Erzählung. Was aber die Hauptsache ist, so widerspricht kein Wort in der einen Erzählung dem Vortrag der übrigen Schriftsteller, und man kann blos die eine Frage aufwerfen, welcher von den heiligen Schreibern die Worte des HErrn auch wörtlich wiedergebe? Doch auch diese Frage erledigt sich leicht. Die dem Sinne nach überaus zusammenstimmenden Worte des HErrn bei Austheilung Seines heiligen Mahles können, wäh— rend die zwölf Apostel das Brot aßen und vom Kelche tranken, wiederholt worden sein und es ist dies sogar wahrscheinlich auch abgesehen von der Absicht, welche wir bei dieser Behauptung haben, da ja doch die Handlung des Eßens und Trinkens eine ziemliche Zeit verlangte, während welcher der Erlöser sonst hätte stille zuwarten müßen. Auf diese Weise bleibt eine jede Erzählung in ihrem vollen Werth und in ihrer ganzen Wahrheit. Wenn man die Verschieden⸗ heiten in der Rede IEsu auf diese Weise überwun⸗ den hat, so bleibt nur wenig übrig, was zu erläu⸗ tern wäre. Matthäus und Mareus sagen, der HErr habe das Brot gesegnet, Lucas und Paulus aber, er habe dafür gedankt. Allein diese Verschiedenheit löst sich ganz einfach, weil der Ebräer das Dankgebet über seine Speise als Segnung derselben ansah; der HErr segnete die Speise, indem er dankte. Die be⸗ dentendste Verschiedenheit scheint die zu sein, daß der haben. ne jede en wird et einen Was n Wort übrigen Frage hern die Doch n Sinne HErrn n, wäh⸗ n Kelche ist dies Absicht, ja doch ziemliche er sonst se bleibt und in schieden⸗ berwun⸗ u erläu⸗ der HErr aber, er heit löst ankgebet sah; der Die be⸗ daß der —— heilige Lucas die Austheilung eines Danksagungskel⸗ ches mit der Versicherung, der HErr werde nun nicht mehr vom Gewächs des Weinstocks trinken, bis das Reich Gottes komme, der Einsetzung des heiligen Abendmahls voranstellt, während bei Matthäus und Mar⸗ cus diese Worte nachfolgen. Einen Widerspruch begründet aber auch das nicht. Warum soll der HErr die nicht unwichtige Versicherung nicht doppelt, in doppeltem Zusammenhang haben geben können? Denn ein dop⸗ pelter Zusammenhang ergibt sich ja bei der doppelten Erzählung. Oder wenn sich jemand mit dieser Lösung nicht befreunden kann, warum sollte dann die Mei— nung jener Ausleger, welche dem einen Erzähler, etwa dem heiligen Lucas, die Absicht gar nicht zuschreiben, die chronologisch genaue Folge aller Umstände einzu⸗ halten, nicht aushelfen können? Es liegt ja wirklich am Ende gar nicht so sehr viel daran, zu wißen, welche von den beiden Erzählungen die chronologisch genaue sei, sondern nur Gewißheit zu empfangen, daß sich die Schrift nicht widerspricht. Diese Gewißheit aber erlangt man schon dadurch, daß man eine oder mehr als eine Möglichkeit sieht, die augenfälligen Verschie— denheiten zusammenzureimen. Die Glaubwürdigkeit der heiligen Erzähler ist vollkommen gerettet, wenn man in keiner Verlegenheit ist, die Möglichkeit nach— zuweisen, daß ein jeder von ihnen in seinem Sinne und in seiner Weise recht habe.— So lies nun, mein lieber Bruder, die nachfolgende Zusammenstel⸗ lung und freue dich jeder Verschiedenheit, da keine einzige einen Widerspruch begründet, eine jede aber dir neues Licht und neue Klarheit verleiht. — — SSI 25⁵5. d dihiüü,i EduriNW 2 Aaung, 1 93 NSaeinneg 99 Saun auvg aun Mzuva aun e i W ie e uag n ucre eee e e ee eee udg uigvu gun us uhvu qun eee eiee g Siuee ienrn ö„ S e e e ee ‚ e ie e ie d ie e ee e ö e ie e ee e e Svaichl gun pvrichl gun Hvacl qun Hvachl gun uouct sqvs qun udugr Sqvs gun urbung usg ge qvs gun Scvig qun Scppig gun dcpvig qun Sopvig qun iu houvs 3D e jaigʒ 8ve 30 ucgvu Iwar uohiog 10 va S e Joned ovg uigvu 30 qun ane dpa enlog uuhvzg 3010r Sva gnlosg ucvzg iie iee uogv on uogur qun uuogv vqv ↄu v Svo gvo sig Sanupgs 8og Sopatoch wog uag usguin ah Iru Daat;:nd ovl r uus no zojun go onr gun see i un iez Ug ug uvu 15 95— 95„ ⁰ohe 0—21„7 vonz pis 68—98 98 wI e i Scpr va Doc uduol Inv gig SPanuu Soe Sv ag e ee ihe iiig. ee ene 4 e P dachr e Ie abrog ne n e e ee e micr uibuu ee e ie ee e „ ondu gva P he ee e e ee en e e hvid gun vachl qun:uducreneé Svachh 10 gun onvia znv usz uvu ou dun uog udughr qvd qun auvg qun e ee iie r nou Aum qnd mu gr vo Do udusl ur gig uegu SPanfurg Sda Sar ve „ uag achui ichru uv unu uag dawar:;no 5vI ö udqauno Hunqoduog and 9151g an aunm uogodioa gochio ie uendu die e e ie Invawa ahv sozund vic gun ud udugr qv puve aun Iavuau² ug vu ee i uag n ucre eee e e ee eee ie uog uvu gun eee eiee g Siuee ienrn V vu 10 gun Das heilige Abendmahl, unsere Osterlamms⸗ mahlzeit. 1. Cor. 5, 1—13. Summarie. In dem hier folgenden Kapitel sagt der Apostel ganz offenbar, daß der für uns geopferte Christus un⸗ ser Osterlamm sei. Siehe Vers 7. In dieser Be— zeichnung liegt nicht allein die versöhnende Kraft des Opfertodes Christi ausgesprochen, sondern auch die trö— stende der Osterlammsmahlzeit oder des heiligen Abend— mahles. Indem wir den HErrn im Abendmahle sa⸗ cramentlich und mündlich empfangen, wird uns tief im Inneren vom heiligen Geiste die Ueberzeugung gegeben, daß das Opfer Christi und in demselben wir auf- und angenommen seien von dem HErrn.— Ein Osterlamm haben wir; so müßen wir also auch ein Osterfest fei⸗ ern, wie der Apostel im 8. Vers sagt:„Laßt uns Ostern halten.“ Da der Apostel an die Corinther schreibt:„Laßt uns Ostern halten,“ und die Corin⸗ ther eine heidenchristliche Gemeinde waren, so kann seine Aufforderung zur Osterfeier nicht die jüdische Osterfeier in Absicht haben, und der Apostel hat also wahrscheinlich bei den Corinthern bereits eine heiden⸗— christliche Osterfeier vorausgesetzt, wenn er nicht unter dem heiligen Abendmahl die stehende, das ganze Jahr, so wie Jahr aus, Jahr ein fortgehende und andau⸗ ernde Osterfeier der Christen versteht. Das Letztere ist doch vielleicht nicht der Fall, zumal er den Brief an die Corinther kurz vor der Zeit des Osterfestes imms⸗ Apostel stus un⸗ eser Be⸗ raft des die trö⸗ Abend⸗ ahle sa⸗ tief im gegeben, uf⸗ und sterlamm rfest fei⸗ aßt uns orinther Corin⸗ so kann jüdische hat also heiden⸗ ht unter ze Jahr, andau⸗ Letztere in Brief sterfestes 27 geschrieben hat. Auf alle Fälle jedoch geht dem Apo⸗ stel die christliche Osterfeier mit dem heiligen Abend— mahl eng zusammen, da er sie ganz offenbar mit dem Osterlamm des neuen Bundes vereinigt, und überdies noch Belehrung gibt, wie die alttestamentliche Osterfeier, ihr Süßteig und ihr Sauerteig, im neuen Testamente die Erfüllung findet. Der Süßteig ist ihm die Gemeinde voll Lauterkeit und Wahrheit; ein neuer Teig heißt sie, weil sie im neuen Testamente lebt. Der Sauerteig, der aus⸗ gefegt werden soll, aus dem Herzen und aus der Ge⸗ meine, ist Bosheit und Schalkheit des alten Adams. Zur christlichen Osterfeier, so wie zum christlichen Pas— sahmahle gehört also für jeden Genoßen ein Herz voll Lauterkeit und Wahrheit, für jede Gemeinde ein brün⸗ stiger Eifer, durch Zucht und Liebe das Böse auszu⸗ rotten. Wo diese Dinge sich nicht finden, da fehlen Bedingungen der Oster- und Abendmahlsfeier, die der SErr und seine Apostel nicht erlaßen und über deren gegenwärtig fast allgemeinen Mangel denjenigen Schreck und Schauder angehen könnte, der mit ern⸗ stem Bedacht dies Capitel liest. 1. Es gehet ein gemein Geschrei, daß Hu⸗ rerei unter euch ist, und eine solche Hu⸗ rerei, da auch die Heiden nicht von zu sagen wißen, daß einer seines Vaters Weib habe. 2. Und ihr seid aufgeblasen, und habt nicht vielmehr Leid getragen, auf daß, der das Werk gethan hat, von euch gethan würde. nvᷣ. ꝑᷣwihjit ü⸗z izi irmäz. rwhzri w eeswiüi ih zzvijen: i. /f./ öä. W Ich zwar, als der ich mit dem Leibe nicht da bin, doch mit dem Geiste gegenwär⸗ tig, habe schon als gegenwärtig beschloßen über den, der solches also gethan hat, In dem Namen unsres HErrn JIEsu Christi, in eurer Versammlung mit mei⸗ nem Geist und mit der Kraft unsres HErrn JEsu Christi, Ihn zu übergeben dem Satan zum Ver⸗ derben des Fleisches, auf daß der Geist selig werde am Tage des HErrn JEsu. Euer Ruhm ist nicht fein. Wißet ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den gan⸗ zen Teig versauert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleich⸗ wie ihr ungesäuert seid. Denn wir ha⸗ ben auch ein Osterlamm, das ist S für uns geopfert. Darum laßet uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteig der Lauterkeit und Wahrheit. Ich habe euch geschrieben in dem Briefe, daß ihr nichts sollt zu schaffen haben mit den Hurern. 10. 11. 12. 13.. ibe nicht genwär⸗ schloßen hat, JIesu lit mei⸗ unsres m Ver⸗ Geist IEsu. ßet ihr en gan⸗ ig aus, gleich⸗ vir ha⸗ hristus, övà nicht im auerteig dern in ahrheit. Briefe, ben mit 10. Das meine ich gar nicht von den Hurern 11. 12. 13.. in dieser Welt, oder von den Geizigen, oder von den Räubern, oder von den Abgötti⸗ schen; sonst müßtet ihr die Welt räumen. Nun aber habe ich euch geschrieben, ihr sollt nichts mit ihnen zu schaffen haben: nem⸗ lich so jemand ist, der sich läßet einen Bru⸗ der nennen und ist ein Hurer oder ein Gei⸗ ziger, oder ein Abgöttischer, oder ein Lä⸗ sterer, oder ein Trunkenbold, oder ein Räuber, mit demselbigen sollt ihr auch nicht eßen. Denn was gehen mich die draußen an, daß ich sie sollte richten? Richtet ihr nicht, die da hinnen sind? Gott aber wird, die draußen sind, richten. Thut von euch selbst hinaus, wer da böse ist. Das Hauptstück vom Sacrament des Altars, wie ein Hausvater dasselbe seinem Gesinde einfältig vorhalten soll. (Aus dem kleinen Catechismus.) Was ist das Sacrament des Altars?— Antwort: Es ist der wahre Leib und Blut unsers HErrn IEsu Christi, unter dem Brot und Wein, uns Christen zu eßen und zu trinken von Christo selbst eingesetzt. Wo stehet das geschrieben?— Antwort: So schreiben die heiligen Evangelisten Mat⸗ thäus, Mareus, Lueas und St. Paulus: Unser HErr IJEsus Christus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brot, danket und brach's und gab's seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin, eßet. Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solchs thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, danket und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus. Dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blut, das für euch vergoßen wird zur Vergebung Altars, Gesinde ntwort: HErrn ein, uns sto selbst t: en Mat⸗ in der er das seinen 1, eßet. gegeben ächtnis. ruch den ket und net hin Relch ist ut, das gebung 221 der Sünden. Solchs thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. Was nützt denn solch Eßen und Trinken?— Antwort: Das zeigen uns diese Worte:„Für euch gege⸗ ben und vergoßen zur Vergebung der Sünden.“ Nemlich daß uns im Saerament Vergebung der Sünde, Leben und Seligkeit durch solche Wort ge— geben wird. Denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Eßen und Trinken solche große Dinge thun?— Antwort: Eßen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Wort, die da stehen:„Für euch gegeben und vergoßen zur Vergebung der Sünden. Welche Wort sind neben dem leiblichen EDßen und Trinken als das Haͤuptstück im Saerament, und wer den⸗ selbigen Worten glaubt, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nemlich Vergebung der Sünden. Wer empfäht denn solch Saerament würdiglich? Fasten und leiblich sich bereiten ist wol eine feine äußerliche Zucht, aber der ist recht würdig und wohlgeschickt, wer den Glauben hat an diese Worte:„Für euch gegeben und vergoßen zur Ver⸗ gebung der Sünden.“ Wer aber diesen Worten nicht gläubet oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt. Denn das Wort„Für euch“ fordert eitel gläubige Herzen. Kirchliche Abendmahlsvermahnungen. 90. „Ihr Allerliebsten in Gott! Dieweil wir jetzt das heilige Abendmahl unsers HErrn IEsu Christi wollen bedenken und halten, darinnen er uns sein Fleisch zu einer Speise und sein Blut zu einem Trank, den Glauben damit zu stärken, gegeben hat, sollen wir billig mit großem Fleiße ein jeder sich selbst prüfen, wie der heilige Paulus uns ermahnt. Denn dies heilige Saerament ist zu einem besondern Trost und Stärke gegeben den armen betrübten Gewißen, die ihre Sünden bekennen, Gottes Zorn und den Tod fürchten und nach der Gerechtigkeit hungrig und durstig sind. So wir aber uns selbst prüfen und ein Jeder in sein eigen Gewißen gehet, wie uns der heilige Paulus lehret, werden wir ge⸗ wis nichts anders finden, denn allerlei gräu⸗ liche Sünden und den Tod, den wir mit der Sünde verschuldet haben und können doch uns selbst in keinem Wege daraus helfen. Darum hat unser lieber HErr IEsus Christus sich über uns erbarmt und ist um unserer Sünde willen Mensch gewor⸗ den, Gott den verse gung das fröhl er n brach ist 1 Das was euch gewi Leib Kelch dieser in m goßer ihr d ist: Sün für! vergi werbe darin mehr wir jetzt 1 Christi uns sein zu einem ben hat, eder sich ermahnt. besondern betrübten tes Zorn rechtigkeit ins selbst en gehet, wir ge⸗ ei gräu⸗ er Sünde selbst in jat unser erbarmt h gewor⸗ 223 den, auf daß er das Gesetz und allen Willen Gottes für uns und uns zu gute erfüllete und den Tod und Alles, was wir mit unsern Sünden verschuldet haben, für uns und zu unserer Erledi⸗ gung auf sich nähme und erlitte. Und daß wir das je festiglich glaubeten und durch den Glauben fröhlich in Seinem Willen möchten leben, nahm er nach dem Abendmahl das Brot, sagete Dank, brach's und sprach:„Nehmet hin und eßet, das ist mein Leib, der für euch dargegeben wird.“ Das ist: daß ich Mensch bin worden und Alles, was ich thue und leide, ist alles euer eigen, für euch. und euch zu gute geschehen. Des zu einem gewissen Anzeigen und Zeugnis gebe ich meinen Leib zur Speise. Desgleichen nahm er auch den Kelch und sprach:„Nehmet hin und trinket aus diesem alle, das ist der Kelch des neuen Testaments in meinem Blut, das für euch und für viele ver⸗ goßen wird zur Vergebung der Sünden; so oft ihr das thut, sollt ihr mein dabei gedenken.“ Das ist: dieweil ich mich eurer angenommen und eure Sünden auf mich geladen habe, will ich mich selbst für die Sünden in den Tod opfern, mein Blut vergießen, Gnade und Vergebung der Sünden er⸗ werben und also ein neues Testament aufrichten, darinnen die Sünde vergeben und ihrer ewig nicht mehr gedacht soll werden; des zu einem gewissen ü 224 Anzeigen und Zeugnis gebe ich euch mein Blut zu trinken. Wer nun also von diesem Brot ißet und von diesem Kelch trinket, auch diesen Zeichen, die er von Christo empfähet, festiglich glaubt, der bleibt in dem HErrn Christo und Christus in ihm und wird ewiglich leben. Dabei sollen wir nun Sein gedenken und Seinen Tod verkündigen, nemlich, daß er für unsre Sünde sei gestorben und zu un⸗ serer Rechtfertigung wieder auferstanden, und ihm darum Dank sagen, ein Jeder sein Kreuz auf sich nehmen und Ihm nachfolgen und nach Seinem Gebot einander lieben, wie Er uns geliebt hat. Denn wir sind alle ein Brot und ein Leib, die⸗ weil wir alle eines Brotes theilhaftig sind und aus einem Kelche trinken.— Denn gleichwie aus vielen Beerlein zusammengekeltert Ein Wein und Ein Trank fleußt und sich in einander menget, und aus vielen Körnlein Ein Mehl gemahlen, Ein Brot und Kuchen gebacken wird; also sollen wir alle, die Christo durch den Glauben eingeleibt sind, durch brüderliche Liebe um Christi, unsers Heilands, willen, Ein Leib und Brot und Trank werden und solches gegen einander nicht allein mit Worten, son⸗ dern mit der That und Wahrheit, wie St. Jo⸗ hannes(1. Ep. 3.) lehrt, ohne allen Trug treu⸗ lich gegen einander beweisen. Das helfe uns der II. à Prüft Blut d von die er bleibt nund Sein emlich, zu un⸗ dihm uf sich Seinem t hat. 5 die⸗ d und eichwie Wein nenget, n, Ein n wir t sind, ilands, n und n, son⸗ t. Jo⸗ gtreu⸗ ns der 22⁵ allmächtige, barmherzige Gott und Vater unseres lieben HErrn JIEsu Christi durch Seinen heiligen Geist. Aémen. Wolfgang Volprecht, Prior des Augustiner⸗ Klosters zu Nürnberg. (Bis„aus Einem Kelche trinken. 91. Lieben Freunde Christi, weil wir hier versam⸗ melt sind, in dem Namen des HErrn Sein heili⸗ ges Testament zu empfahen; so vermahne ich euch aufs Erste, daß ihr eure Herzen zu Gott erhebet, mit mir das Vater unser zu beten, wie uns Chri⸗ stus, unser HErr, gelehrt und Erhdaug: tröstlich zugesaget hat: I. Daß Gott, unser Vater im Himmel, uns, Seine elenden Kinder auf Erden, barmher⸗ zig ansehen wolle und Gnade verleihen, daß Sein heiliger Name unter uns und in aller Welt geheiligt werde durch reine, rechtschaf⸗ fene Lehre Seines Worts und durch brün⸗ fsstige Liebe unsers Nächsten, und alle falsche Lehre und böses Leben, wodurch Sein werther Name gelästert und geschändet wird, Inädig abwenden wolle. II. Daß auch Sein Reich Lemmeh und Aemchit werde, alle Sünder, Verblendete und vom Teufel in sein Reich Wef 5 Erkennt⸗ Prüfungstafel. 3ahr.ii. y. Hrzfüzt t;ää.175 IV. VI. VII. 226 nis des rechten Glaubens an IEsum Chri⸗ stum, Seinen Sohn, zu bringen und die 22 der Christen groß zu machen. Daß wir auch mit Seinem Geiste gestärkt werden, Seinen Willen zu thun und zu lei⸗ den, beide im Leben und Sterben, im Gu⸗ ten und Bösen, allezeit unsern Willen zu brechen, zu opfern, zu töͤdten. Er wolle uns auch unser tägliches Brot ge⸗ ben, vor Geiz und Sorge des Bauches uns behüten, und alles Guten zur Genüge uns zu Ihm versehen laßen. Er wolle uns auch unsere Schuld bmhebu, wie wir denn unsern Schuldigern vergeben, daß unser Herz ein sicher, fröhlich Gewißen vor Ihm habe und wir vor keiner Sünde uns ferner fürchten oder erschrecken. Er wolle uns nicht in Anfechtung einführen, sondern helfe uns durch Seinen Geist das Feleisch zwingen, die Welt mit ihrem Wesen verachten und den Teufel mit allen seinen Tücken überwinden. Und zuletzt wolle Er uns erlösen von allem Uebel, leiblichem und geistlichem, und ewigem. Welche das Alles mit Ernst begehren, sprechen von Herzen Amen, ohne allen Zweifel glaubend, es stus ihr' daß wal Chr sche dan wie tes dare Sei Pfa Seit Sein und men, Chri schlec Leib reicht Zahl estärkt u lei⸗ SGu⸗ en zu ot ge⸗ uns e uns geben, geben, ewißen Sünde führen, st das Wesen seinen allem tlichem prechen mubend, 2² es sei Ja und erhört im Himmel, wie uns Chri⸗ stus zusagt:„Was ihr bittet, so ihr glaubet, daß ihr's empfangen werdet, so soll es auch geschehen. v Zum Andern vermahne ich euch in Christo, daß ihr mit rechtem Glauben des Testaments Christi wahrnehmet, und allermeist die Worte, darin uns Christus Seinen Leib und Blut zur Vergebung schenkt, im Herzen fest faßet; daß ihr gedenket und danket der unergründlichen Liebe, die Er uns be⸗ wiesen hat, da Er uns durch Sein Blut von Got⸗ tes Zorn, Sünde, Tod und Hölle erlöst hat, und darauf äußerlich das Brot und den Wein, d. i. Seinen Leib und Blut zur Sicherung und zum Pfande zu euch nehmet. Demnach wollen wir in Seinem Namen und auf Seinen Befehl durch Seine eignen Worte das Testament also handeln und brauchen. Dr. M. Luther's Paraphrase und Vermahnung zum heiligen Abendmahl. 92. Wir haben uns in Gottes Namen vorgenom⸗ men, das Abendmahl unsers lieben HErrn IEsu Christit zu halten. Und weil uns darin nicht schlecht Brot und Wein, sondern der wahrhaftige Leib und das wahrhaftige Blut IEsu Christi ge⸗ reicht werden; so sollen wir uns also mit Be⸗ 15* ütä rrnr n msiw is c ri vwi daiizrzz Hi rräräi. wühir W ... äri=; i55 WW W öiä, W 228 trachtung und Ueberlegung dazu schicken, daß wir eines Theils den Segen des himmlischen Mahles recht erkennen, andern Theils zu herzinniger Dank⸗ sagung und gebührendem n gegen den Stif⸗ ter bewegt werden. Wiewol nun das Nachtmahl Christi ein gering äußerlich und leiblich Ansehen hat; so ist es doch durch JEsum Christum dahin verordnet, daß es in allerlei Anfechtung ein Trost und eine gewisse Ver⸗ sicherung sein soll, daß gläubigen Abendmahlsge⸗ noßen kein Unglück, auch nicht der Tod schädlich sein kann, sondern daß wir gewis von allem Uebel erlöst und zu der ewigen Seligkeit erhalten werden Denn indem Christus uns im Sacramente des Nachtmahls Seinen Leib, den Er für uns in den Tod gegeben, und Sein Blut, das Er zur Verge⸗ bung der Sünden vergoßen hat, übergibt und schenkt; so versichert Er uns damit, daß Gott uns um Seinetwillen die Sünde verzeihe und uns zu Erben aller Seiner Güter aufnehme. Wer aber also der Vergebung der Sünden. und der göttlichen Gnade gewis gemacht ist, der ist auch damit gewis gemacht, daß ihm kein Un⸗ fall, keine Trübsal, keine Angst, keine Noth noch Tod schädlich sein kann, daß ihm vielmehr alles zur Seligkeit gedeihen muß, wie David spricht: „Ob ich schon wandre im finstern Thal des To⸗ des bei we: eig Ih une ben mit sie wer gemw hat Er wor Fre dure und wor zu Auf ronn hat. tren durd in A wir tahles Dank⸗ Stif⸗ gering doch es in Ver⸗ hlsge⸗ ädlich Uebel erden. edes uden Verge⸗ mund t uns us zu zünden. der n. Un⸗ noch alles pricht: 8 To⸗ 229 des, fürchte ich doch kein Unglück; denn Du bist bei mir;!“— und Paulus:„Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch Seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat Ihn für uns alle dahin gegeben. Wie sollte Er uns mit Ihm nicht Alles schenken?“ Ferner, welche an unsern HErrn Christum glau⸗ ben und in Seinem Namen getauft sind, die sind mit Christo Ein Leib geworden, der Maßen, daß sie aller Güter ihres Hauptes Christi theilhaftig werden. Nun ist Christus hier auf Erden arm gewesen, aber Er ist aus der Armuth erlöst und hat unvergänglichen, ewigen Reichthum erlangt. Er ist gefangen, geschlagen, geschändet und geschmaht worden; aber Er ist durchs Gefängnis in die ewige Freiheit, durch die Schmerzen in die ewige Freude, durch Schande und Schmach in ewige Herrlichkeit und Majestät eingegangen. Er ist auch getödtet worden, aber der Tod vermochte Ihn so gar nicht zu feßeln und zu halten, daß Er ihm durch Seine Auferstehung nicht allein zum ewigen Leben ent⸗ ronnen, sondern auch ihm alle Gewalt genommen hat. Da nun die Glieder dem Haupte unzer⸗ trennlich folgen; so sollen und müßen alle, die durch Glauben und Taufe Christo einverleibt sind, in Armuth, in Krankheit, in Gefängnis, in Schmach, ja im Tode selbst dergestalt erhalten werden, daß ⸗-n„un 230 sie dadurch in ewigen Reichthum, Preis, Ehre⸗ Le⸗ ben und Seligkeit eingehen. Weil aber unser Gewißen blöde ist und durch Größe und Langwierigkeit des Unfalls leichtlich verzagt wird; so hat Christus uns in Seinem letz⸗ ten Testament und Abschied Seinen eigenen Leib und Blut im Brot und Wein des Abendmahls zu empfangen verordnet, uns damit zu versichern, daß wir wahrhaftig Sein Fleisch und Blut geworden seien. Denn der heilige Paulus schreibt also:„Der gesegnete Kelch, welchen wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?“ Darum sollen wir durch Empfang dieses Saeraments uns aller blöden und ungläubigen Furcht entschlagen, auch gewis dafür halten, daß wir mit Christo, als die Glieder mit ihrem rechten Haupt, durch allen Unfall und durch den Tod selbst zu allem Glück, zur Auferstehung der Todten und ewigen Seligkeit geführt werden. Wir sollen auch unsern HErrn Gott bitten, daß Er uns wolle durch Seinen heiligen Geist erhalten, damit wir forthin der Sünde nicht gehorsam seien, und von Christo, als die unfrucht⸗ baren Zweige von dem Weinstock, nicht abgeschnit⸗ ten werden, sondern daß wir an Christo bleiben und gute Frucht bringen zum ewigen Leben, durch JIEsum Christum, unsern HErrn! Amen. K.-⸗O. von Schwäbisch Hall. 1543. —& 2 SR leiben durch 543. 231 Die heilige Handlung. Mit eingelegten Gebeten der zü. (93—132.) 93. Einleitung vom Gebrauch des Communion⸗ buchs in der Kirche. Wir haben es allerdings ganz verlernt, bei unsern Vätern aber war es allgemeine Praxis, das Beicht⸗ und Communionbuch mit in die Kirche zu nehmen und während der Beichte und Communion darin zu lesen. Man beichtete privatim und fand es mit Recht ganz schön, die Gebete und Betrachtungen des Bu⸗ ches als Vor⸗ und Nachbereitung der Beichte und Absolution anzuwenden. Ebenso hatte man während der Gesänge vor und nach dem Empfang des heiligen Abendmahls schöne Zeit, an der Handleitung des Buches in sich zu gehen und besondere Andacht zu pflegen. Ja, man verstand es auch, die kurzen Inter⸗ valle von einem Stücke der heiligen Handlung bis zum andern, ein Orgelpräludium ꝛc. zum Lesen irgend eines kleinen Gebetes zu benützen. Zwar könnte man die Frage aufwerfen, ob denn nicht jeder Christ am besten thue, sich beim heiligen Abendmahle mit dem Gesang der Gemeinde zu vereinen, anstatt während desselben sich auf die Wege besonderer, privater An⸗ dacht zu begeben. Allein, so richtig es ist zu sagen, man solle mit der ganzen Gemeinschaft vorwärts gehen und ihre Lieder singen; so ist es doch am Tage, daß ———.—.—— 2 D EIEEIEeE.— 232 der Communicant am Altare nicht auf den Gesang der Gemeinde, sondern auf die Worte des Pfarrers zu achten habe, sie betend aufnehmen und in sich ge⸗ nießen solle. Ja man kann behaupten, daß der Ge⸗ sang während der Austheilung des Sacramentes eine Nebensache sei, daß es unschicklich sei, wenn er die Stimme des austheilenden Pfarrers übertöne, daß er eigentlich nur dazu diene, die nichtcommunieierenden Gemeindeglieder und diejenigen, welche bei der Com⸗ munion die geziemende private Andacht nicht pflegen können, zu vereinen, und daß es die heilige Pflicht eines jeden Communicanten sei, die besondere Andacht zur Vor⸗ und Nachbereitung zu suchen, weil es hier gilt, die eigene Seele zu weiden und die himmlische Gabe recht fruchtbarlich aufzunehmen. Manche mö⸗ gen diese Sätze als pure Behauptungen nehmen, aber sie werden sich in dem Maße mehr bewähren, als man sie mehr überlegt; der Gemeindegesang selbst aber wird durch sie gewis nicht angegriffen noch geschmäht. Haben wir nun in dem bisher Gesagten recht gere⸗ det, so ergibt sich daraus auch offenbar, daß man das Gebetbuch während der öffentlichen Handlung im Segen gebrauchen könne und solle. Anzufechten wäre vielleicht nur die andere Behauptung, die wir oben gethan haben, daß man auch während kürzerer Inter⸗ valle das Betbuch gebrauchen könne; es sei nicht wol möglich, so zwischen hinein in ganz kurzer Zeit ein Gebet zu lesen und innerlich als Opfer darzubringen. Aber so spricht wol doch nur, wer es nicht aus Er⸗ fahrung beßer weiß. Das Gebet ist ein geistiges, innerliches, behendes Ding; mit Gedankenschnelle, ja esang arrers h ge⸗ Ge⸗ eine r die aß er enden Com⸗ flegen Iflicht adacht „hier nlische mö⸗ aber „als t aber mäht. gere⸗ man ig im wäre oben znter⸗ wol it ein ngen. Er⸗ tiges, 80———99„„————————8 volle Christ durch die Erinnerung, die ihm sein Auge 233 wie der Blitz, der vom Aufgang bis zum Niedergang fährt, kann es die gesammelte andächtige Seele zu Gott emporführen und ihr Andenken auf alle mögli⸗ lichen Gegenstände leiten. Der Betende durchwan⸗ dert Länder in Augenblicken und streut seinen Segen und seine Fürbitte oftmals weit schneller als es der Zunge gegeben ist zu reden, über Alle, denen er in der Nähe und in der Ferne sein Andenken schenkt. Es ist schon auch das Gegentheil wahr, daß man im Gebete bei einzelnen Gegenständen lange verweilen könne, und es soll dem hiemit auch gar nicht widersprochen sein. Andererseits aber bleibt auch das wahr, was wir behauptet haben, und wir dürfen dazu setzen, daß dem eilenden, feurigen, betenden Gedanken das in tie⸗ fer Stille und Sammlung der Seele lesende Auge an Behendigkeit am nächsten kommt. Während die Gemeinde singt, die Orgel tönt, der Priester spricht, oder während ein Präludium gespielt wird ꝛc., kann nicht blos die Seele ihrer Andacht innerlich, sondern auch lesend pflegen, zumal, wenn man mit dem Buche genau bekannt ist, das man braucht. Ja gerade diese Vertiefung in die besondere Andacht, während man im Schoße der allgemeinen Andacht und Feier liegt und selig ist, hat etwas überaus Süßes, Himmlisches und Heiliges und hilft die Kirche zum Bethaus ma⸗ chen. Aber freilich, gelernt und geübt will das sein und für die geringe Stufe von Sammlung und geist⸗ licher Erhebung, welche der allgemeine Zustand der meisten jetzigen Communicanten zuläßt, ist das eine zu hohe Kunst. Während der gesammelte andachts⸗ 234 beim Blick ins wohlbekannte Buch zuführt in einer Schnelligkeit die im Buchgebet enthaltenen Gedan⸗ ken mehr ahnend und vorfühlend als lesend innerlich reproduciert und zu Gott entsendet, und ganze Seiten eines Buches fast ebensoschnell gebetet, als überblickt haben kann— nach der wunderlichen und reichen Begabung der menschlichen Seele, bringt es die Träg⸗ heit der meisten während der ganzen Abendmahlshand⸗ lung oft kaum dahin, innerlich in der Tiefe der Seele nur den einen Gedanken dem Pfarrer nachzulallen, ich sage nicht zu durchdenken, zu durchfühlen,— den Gedanken:„Das ist Sein Leib, das ist Sein Blut.“ Faß es, wer es faßen kann; wer es aber kann, der mache den richtigen Gebrauch und erfahre die süße Andacht, zu welcher bei Beicht und Abendmahl ein Betbuch leiten kann. ö 94. Eingangsgesang. Bei dem Beginn der heiligen Handlung singt die Gemeinde: Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht von Deinem Angesicht und nimm Deinen heiligen Geist nicht von mir! ö Tröste mich wieder mit Deiner Hilfe und Er, der freudige Geist, enthalte mich. Wasche mich wohl von meiner Missethat und reinige mich von meiner Sünde. 95. Das gemeine Gebet vor dem Sacrament. Iyr Geliebten in Christo! Weil wir alle ——.———— —— unser der( heilit durch der Wort werd wach bestä Woh Gnat göttl die gestr Fried möge ßen begel einer gedan⸗ nerlich Seiten erblickt reichen Träg⸗ shand⸗ Seele Uallen, — den Blut.“ in, der e süße hlaein inde: jib mir t von st nicht r, der hl von zünde. ent. bir alle ——.———— 235 Glieder Eines Leibes sind, deßen Haupt Chri⸗ stus ist; so soll sich auch ein Glied des andern annehmen und alle für einander bitten. Das wollen wir aus Befehl unsers HErrn Christus und seines heiligen Apostels Paulus(1. Tim. 293 von Herzen hun Betet Durbus also: Allmächtiger, ewiger, barmherziger Gott und Vater unsers HErrn IEsu Christi, Du HErr Himmels und der Erden, wir bitten Dich herzlich, Du wollest Deine heilige Kirche mit ihren Dienern, Wächtern und Hirten durch Deinen heiligen Geist regieren, auf daß sie bei der rechtschaffenen Weide Deines allmächtigen, ewigen Wortes erhalten, der Glaub' an Dich dadurch gestärkt werde und die Liebe gegen alle Menschen in uns er⸗ wachse und zunehme. (Gemeinde: Amen.) Wollest auch der weltlichen Obrigkeit langes Leben, beständige Gesundheit sammt aller zeitlichen und ewigen Wohlfahrt, allen ihren Räthen und Amtleuten aber Gnade und Einigkeit verleihen, das Land nach Deinem göttlichen Willen und Wohlgefallen zu regieren, auf daß die Gerechtigkeit gefördert, die Bosheit verhindert und gestraft werde, damit wir in stiller Ruhe und gutem Frieden, wie Christen gebührt, unser Leben vollstrecken mögen. (Gemeinde: Amen.) Gib auch, daß unsre Feinde und Widersacher abla⸗ ßen und sich mit uns friedlich und sanftmüthig zu leben begeben wollen. (Gemeinde: Amen.) 236 Alle, die in Trübsal, Armuth, Krankheit, Kindes⸗ banden, Todesnöthen und andern Anfechtungen sind, auch die, so um Deines heiligen Namens und der Wahrheit willen angefochten, gefangen sind oder sonst Verfolgung leiden: tröste sie, Gott, mit Deinem heili⸗ gen Geiste, daß sie solches alles als Deinen— Willen aufnehmen und erkennen. (Gemeinde: Amen.) Und ob wir zwar mit unsern Sünden Deinen ge⸗ rechten Zorn und allerlei Strafen wohl verdient haben, so bitten wir doch, o treuer, barmherziger Vater, von Grund unsrer Herzen, daß Du nicht gedenken wollest der Sünden unsrer Jugend, noch aller unsrer Uebertre⸗ tung, sondern vielmehr eingedenk bleiben Deiner grund⸗ losen Güte, Gnade und Barmherzigkeit, und uns mit allerlei schweren Plagen Leibes und der Seele verscho— nen. Behüte uns gnädig vor fremder, verderblicher Lehre, vor Krieg und Blutvergießen, vor Pestilenz und theurer Zeit, vor Feuers- und Waßersnoth, vor Hagel und Ungewitter, vor allem Herzeleid und sonderlich vor unleidlicher hoher Anfechtung der Seelen und einem bösen, schnellen Tod. Hilf allenthalben aus aller Noth und sei ein Heiland aller Menschen, sonderlich Deiner Gläubigen (Gemeinde: Amen.) Wollest uns auch alle Früchte der Erde, zu leibli⸗ cher Nothdurft gehörig, mit fruchtbarem Wachsthum ge⸗ rathen und gedeihen laßen; auch christliche Kinderzucht, alle ehrliche Nahrung und Handthierung zu Waßer und Kindes⸗ n sind, nd der r sonst u heili⸗ erlichen — ien ge⸗ haben, r, von wollest ebertre⸗ grund⸗ ins mit verscho⸗ rblicher nz und Hagel lich vor einem r Noth Deiner leibli⸗ um ge⸗ erzucht, er und 237 zu Lande, alle edeln Künste und Ee mit Dei⸗ nem e Segen krönen. ö (Gemeinde: Amen.) Endlich um alles, darum Du, ewiger Gott, gebeten sein willst, bitten wir mit der ganzen heiligen Kirche auf Erden und mit allen Deinen Auserwählten im Him⸗ mel. Vernimm, Du HErr Himmels und der Erden, das einmüthige Gebet aller der Deinigen hier und dort. Laß bald erfüllt werden die Zahl Deiner Auserwählten und das Maß ihrer Plagen. Laß bald zu Ende gehen die Tage, da wir mit allen in Dir Entschlafenen auf die selige Freiheit der Kinder Gottes und unsers Leibes Erlösung sehnlich warten, und vereinige in Deiner Zu— kunft alle Deine Kinder von der Welt her vor Deinem Angesicht. (Gemeinde: Amen.) Solches alles wollest Du uns gnädiglich verleihen durch das bittre Leiden und Sterben JEsu Christi, Dei⸗ nes einigen Sohnes, unsers geliebten HErrn und Hei⸗ landes, welcher mit Dir und dem heiligen Geiste lebt und herrschet, gleicher Gott, hochgelobt in Ewigkeit. (Gemeinde: Amen.) ö 96. Sehnliches Warten der Kirche auf Hilfe. Pf. 123. 1. Ich hebe meine Augen auf zu Dir, Der Du im Himmel sitzest. 2. Siehe, wie die Augen der Knechte Auf die Hände ihrer Herren sehen, nrtrr y nHn f.. i r.ühßt.mösüßäzäscc.⸗ 5N 55 22— 3. Wie die Augen der Magd Auf die Hände ihrer Frauen, 4. Also sehen unsre Augen auf den HErrn, unsern Gott, Bis er uns gnädig werde. 5. Sei uns gnädig, HErr, sei uns gnädig, Denn wir sind sehr voll Verachtung; 6. Sehr voll ist unsre Seele der Stolzen Spott Und der Hoffärtigen Verachtung. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heili gen Geiste, Wie es war im Anfang und jetzt und allezeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. N. Präfationen. (Vom Bittgebet steigt die Kirche auf zu Dank und Drei⸗ malheilig, dem höchsten Lobgesang,— und schließt mit dem Hosianna, durch welches der HErr begrüßt wird, der nun mit Brot und Wein seinen Leib und Blut vereinigen wird.) Der HErr sei mit euch! Antw.: Und mit Deinem Geiste! Die Herzen in die Höhe Antw.: Erheben wir zum HErrn. Laßet uns danksagen dem HErrn, unserm Gotte. Antw.: Das ist würdig und recht. 2 A. Die gemeine Präfation. Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ist es, daß wir Dir, HErr, heiliger, allmächtiger Vater, ewig Chri lobe Mãäe den Mit anbe Gem es, heili von und erler uns mit Her sing spre chen hast wie n Gott, Drei⸗ nit dem nun mit Sotte. sam ist Vater, 239 ewiger Gott, allezeit und allenthalben danksagen durch Christum, unsern HErrn, durch welchen Deine Majestät loben die Engel, anbeten die Herrschaften, fürchten die Mächte, die Himmel und aller Himmel Kräfte sammt den seligen Seraphim mit einhelligem Jubel preisen. Mit ihnen laß auch unsre Stimmen uns vereinen und anbetend zu Dir sprechen: Heilig ꝛc.(Hier singt die Gemeinde das Dreimalheilig und Hosianna.) b. * Am Christtage. Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ist es, daß wir Dir überall und allezeit danksagen, HErr heiliger, allmächtiger Vater, ewiger Gott. Denn was von der Welt her verborgen war, ist heute erschienen, und ein neu Licht Deiner Herrlichkeit hat unsre Augen erleuchtet. Sichtbar im Fleische schauen wir Gott, der uns zur Liebe der unsichtbaren Güter erweckt. Darum mit allen Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Herrschaften und mit dem ganzen himmlischen Heere singen wir Deiner Herrlichkeit einen Lobgesang und sprechen ohne Ende: Heilig ꝛe. C. In der Passionszeit. — ewiger Gott, der Du das Heil des menschli⸗ chen Geschlechtes am Stamm des Kreuzes vollbracht hast, auf daß vom Holze das Leben wieder entspröße, wie der Tod vom Holze den Anfang genommen hat, und, der am Holz den Sieg gewonnen, ihn am Holze —— I15.. 1——— — ne, f———————— N irrn ——.—.— 55————— n,*** PFFIIIIIIIIIII SI— 240 wieder verlöre durch JEsum Christum, durch welchen Deine Majestät loben die Engel ꝛc.(S. Schluß bei a.) d. Am Osterfeste. Wahrhaft würdig und recht, billig und Heilfum ist es, daß wir Dich, HErr, allzeit, sonderlich aber an die⸗ sem Tage herrlicher preisen. Denn es ist geopfert un⸗ ser Osterlamm Christus, das wahrhaftige Gotteslamm, welches die Sünden der Welt getragen, unsern Tod durch seinen Tod zerstört und durch sein Auferstehen das Leben herwieder gebracht hat. Darum mit allen En⸗ geln ꝛe. 5 b.) 8. Am Himmelfahrtsfeste. — durch Christum, unsern HErrn, der nach seiner Auferstehung allen seinen Jüngern offenbarlich erschienen und vor ihren Augen aufgehaben ist gen Himmel, daß er uns seiner Gottheit theilhaft machte. Und darum mit allen Engeln ꝛc.(S. b.) 5 0 f. Am Pfingstfeste. — durch Christum, unsern HErrn. Denn er ist aufgefahren über alle Himmel und hat sich gesetzt zu Deiner Rechten und ausgegoßen, wie es heut am Tage ist, den verheißenen Geist über die auserwählten Kin⸗ der. Des freut sich und frohlockt der Erdkreis mit lau⸗ tem Schall, und die oberen Kräfte und himmlischen Mäe spres welchen bei a.) sam ist an die⸗ ert un⸗ Slamm, n Tod jhen das en En⸗ seiner schienen el, daß darum er ist setzt zu n Tage n Kin⸗ nit lau⸗ mlischen 241 5 Mächte singen Deiner Herrlichkeit einen Lobgesang und sprechen ohne Ende: Heilig ꝛe. g. Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. — danksagen, der Du mit Deinem eingeborenen Sohne und dem heiligen Geiste bist Ein Gott und Ein HErr, nicht in Einzelheit der Person, sondern in Drei⸗ heit des einigen Wesens. Denn was wir von Deiner Herrlichkeit aus Deinem Munde glauben, das glauben wir auch ohn' allen Unterschied und Zweifel von Dei⸗ nem Sohne und dem heiligen Geiste, und im Bekennt⸗ nis des rechten einigen Gottes beten wir an der Per⸗ sonen Verschiedenheit und des Wesens Einigkeit und die vollkommene Gleichheit Einer Majestät, wie Dich auch loben die Engel ꝛc. 98. Das Dreimalheilig mit dem Hosianna. Heilig, heilig, heilig ist Gott, der HErre Zebaoth; Voll sind Himmel und Erdreich Deiner 3* Hosianna in der Höhe! Mariens Sohn, der da Gebenedeit sei des Passahlamm, das da men des HErrn! Hosianna in der Höhe! kommt im Na⸗ 2. Stilles Gebet der Seele um Vereinigung der himmlischen Güter mit den Elementen. O JIEsu Christe, Du Sohn des lebendigen Gottes, Prüfungstafel. 16 ———— 22———*—— r H 1——— ö 56 d a is i 5w— öii B 157½43-.-.. ⸗ 5. äßz. NN.W rr Sr e n=E e eee 242 der Du in Deiner allerheiligsten Person vereinigt hast die unerschaffne Gottheit mit der geschaffenen Menschheit, und in derselbigen wunderbaren Vereini⸗ gung auf Erden kommen bist, um alle Trennung auf⸗ zuheben, die von der Sünde kommt, und mit Dir wieder zu vereinigen, was Du zur Vereinigung mit Dir geschaffen hast: zu Dir kommen wir in diesen heiligen, wundervollen Augenblicken und bringen Dir hier die Elemente des Brotes und Weines, betend und wartend, daß Du mit denselbigen vereinigen wollest Deinen wahren, unsterblichen, auferstandenen Leib, der für uns am Kreuze gehangen, und Dein al⸗ lein unverwesliches Blut, welches Du ins Heiligthum der Himmel eingetragen hast. HErr, wir bringen Dir nach Deinem Befehle das Irdische, auf daß Du nach Deiner Güte damit vereinigest das Ewige und uns in, mit und unter dem Brote das reichest als eine Arzenei des ewigen Lebens und eine Speise der Un⸗ sterblichkeit, was Du selber im Himmel Deinem Va⸗ ter dargebracht hast und darbringst als das einige heilsame Opfer für unsre Leiber und Seelen. Wir bringen Dir Brot und Wein als Erstlinge Deiner Creaturen und unsrer Habe; verleih, daß wir, nach⸗ dem wir sie zurück empfangen haben mit selig machen⸗ den himmlischen Gütern, desto mehr bereit seien, Dir ohne Ausnahm alles aufzuopfern, was wir sind und haben, und lauterlich Dein zu werden in Ewigkeit, wie Du im Sacrament ganz und gar unser wirst in Ewigkeit Amen. hereinigt haffenen Vereini⸗ ing auf⸗ nit Dir ung mit 1 diesen gen Dir betend reinigen andenen Dein al⸗ iligthum igen Dir Du nach ind uns als eine der Un⸗ lem Va⸗ 3einige n. Wir Deiner r, nach⸗ machen⸗ ien, Dir ind und Swigkeit, wirst in — 100. Die Worte des Testaments. Unser HErr JEsus in der Nacht, da er ver⸗ rathen ward, nahm er das Brot, danket und brach's und gab's seinen Jüngern und sprach: Uehmet hin und eßet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Das thut zu meinem Gedächtnis. Desselben gleichen nahm er auch den Relch nach dem Abendmahl und danket, und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus, das ist mein Blut des neuen Cestamentes, das für euch und für viele vergoßen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. 101. Das Agnus, oder das Lied der Kirche an das Lamm Gottes. Christe, Du Lamm Gottes, der Du trägst die Sünd der Welt, erbarm Dich unser! Christe, Du Lamm Gottes, der Du trägst die Sünd der Welt, erbarm Dich unser! Christe, Du Lamm Gottes, der Du trägst die Sünd der Welt, gib uns Dein Frieden! 16* 24 Die Gebete des Brotbrechens vor dem Vater Unser in der Consecration. (Aus dem neuen bayerischen Agendenkern.) 102. Ja gelobet seift Du, HErr IEsu Christe, ewi⸗ ger und allmächtiger Sohn Gottes, daß Du mit dem einmaligen und vollkommenen Opfer Deines Leibes und Blutes in Ewigkeit vollendet hast die geheiliget werden, und haͤst des zum Gedächtnis und Siegel Dein heiliges Abendmahl verordnet, in wel⸗ chem Du uns Dein Fleisch zu eßen und Dein Blut zu trinken gibst, auf daß wir, in dir seiend, gleich⸗ wie Du in uns, das ewige Leben haben und auf⸗ erweckt werden am jüngsten Tage. Gnädiger, er⸗ höheter Heiland, wir sind viel zu gering der Barmherzigkeit und Treue, die Du uns beweisest, und sind unserer Sünden halber viel zu unrein und schwach, Deine heilsame Gabe würdiglich zu em⸗ pfahen. Heilige darum Du selbst uns an Leib und Seele durch Deinen heiligen Geist, und mache uns also bereit und geschmückt, Deinem Tische zu nahen Dir zur Ehre und uns zum Segen. Und was uns in solcher Schwachheit maͤngelt an rechter Buße und Reue über die Sünde, an festem Glauben und Vertrauen auf Dein Verdienst, an ernstlichem Vor⸗ satz unser Leben zu beßern, das erstatte und erfülle Du gnädiglich mit dem Reichthum des Verdienstes Vater 1.) te, ewi⸗ Du mit Deines hast die nis und in wel⸗ in Blut „gleich⸗ ind auf⸗ ger, er⸗ ing der eweisest, ein und zu em⸗ ůeib und iche uns u nahen ud was er Buße ben und m Vor⸗ erfülle rdienstes 245 Deines bitteren Leidens und Sterbens, auf daß also wir, die wir jetzt noch in der Welt auf dem Wege unserer Pilgerschaft Dich, unsern einigen Trost und Seligmacher, im heiligen Sacramente begehren zu genießen, dereinst auch dort in dem rechten Va⸗ terland Dich von Angesicht zu Angesicht schauen, und sammt allen Gläubigen mit Dir leben mögen in Ewigkeit. Sei Du unser Fürsprecher und Ver⸗ treter, wenn wir in einhelligem Glauben mit der ganzen Christenheit auf Erden in Deinem Namen und mit Deinen Worten also beten: Vater unser, der Du bist ꝛe. ö 103. Ja gelobet seist Du, HErr IEsu Christe, daß Du gekommen bist im Namen des HErrn, und täglich zu uns kommst in Deinem Worte und Sa⸗ cramente, und einst wiederkommen wirst, zu richten die Lebendigen und die Todten, Deine Gläubigen aber einzuführen in Dein ewiges seliges Reich. Gelobet seist Du, daß Du Dein Fleisch, welches Du gegeben hast für das Leben der Welt, und Dein Blut, welches Du vergoßen hast zur Ver⸗ söhnung für unsere Sünden, in dem heiligen Abend⸗ mahle uns zu eßen und zu trinken verordnet hast. Bereite uns durch Deinen heiligen Geist, daß wir zu dem Tische, den Du uns bereitet hast, mit rechtgläubiger Begier und Dankbarkeit hinzutreten, ꝑDSSDSDSDSDSDRDDDRRRT N. F und Dein heiliges Saerament empfahen zum Trost und zur Stärkung unsres Glaubens, zum Wachs⸗ thum in der Liebe, zur Befestigung in der Geduld und Hoffnung. Du bist der Weinstock, wir die Reben; so laß uns denn in Dir sein und bleiben und Deinen Tod verkündigen immerdar, bis daß Du kommst. Laß uns auch unter einander, als Ein Leib und Ein Geist, fleißig sein zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens, damit wir, wenn Du erscheinen wirst in Herrlich⸗ keit, Dir freudig entgegen gehen und sammt allen Gläubigen das große Abendmaͤhl mit Dir feiern mögen in Deinem Reiche. Dir sei Ehre in der Gemeinde zu allen Zeiten von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit! In deinem Namen beten wir: Vater un⸗ — ser ꝛe. 104. Ja heiliger und barmherziger Gott, Vater un⸗ seres HErrn JEsu Christi! Dieweil wir Dir nicht anders denn allein in Deinem geliebten Sohne wohlgefallen mögen, so bitten wir Dich, die wir jetzt sein heiliges Saecrament empfangen wollen: heilige unsern Leib und Seele, und gib uns Dei⸗ nes Sohnes wahren Leib und Blut in diesem hei⸗ ligen Abendmahle mit rechtgläubiger Begier und Dankbarkeit zu empfahen, damit wir seiner ewigen m Trost Wachs⸗ Geduld wir die 5bleiben bis daß der, als alten die Friedens, Herrlich⸗ mt allen r feiern in der u Ewig⸗ ater un⸗ ater un⸗ Dir nicht Sohne die wir wollen: ins Dei⸗ sem hei⸗ jier und ewigen 2⁴7 Liebe und Treue gegen uns abermals getröstet, im rechten Glauben gestärkt und mit aller Gnade zum neuen Leben erfüllet werden, um Dir hinfort mit mehr Fleiß und Frucht zu leben und zu dienen, zur Ehre Deines Namens, zu unsrem Heil an Leib und Seele und zur Erbauung Deiner Gemeinde. Laß uns geduldig und treu ausharren bis ans Ende, damit wir Freudigkeit haben auf den Tag der Zu⸗ kunft Deines lieben Sohnes, der unseren nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, und damit wir endlich sammt al⸗ len Gläubigen mit ihm das große Abendmahl fei⸗ ern mögen in seinem himmlischen Reiche. Erhöre uns, wenn wir in seinem Namen und mit seinen Worten also beten: Vater unser ꝛc. 105. Das heilige Vaterunser, zur Consecration gehörig. Laßt uns beten! Vater unser, der Du bist im Himmel. Geheiliget werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, als im Himmel auch auf Erden. Unser täglich Brot gib uns heute. Ver- gib uns unsre Schulden als wir vergeben unsern Schuldigern. Führe uns nicht in Versuchung. Son- dern erlöse uns von dem Aebel. (Gemeinde: Amen.) ———— 248 106. Friedensgruß,) von dem Pfarrer nach der Consecration gesungen. Der Friede des HErrn sei mit euch allen! (Gemeinde: Amen.) Nach der Consecration von den einzelnen Communicanten zu beten. 107. Allmächtiger Gott, HErr IEsu Christe, ich glaube, daß in dem Brote gegenwärtig sei Dein heiliger Leichnam und in dem Wein Dein kostbares Blut! Ich glaub' auch, daß Du den Leib und das Blut an Dich genommen hast, Adam und allen seinen Samen zu erlösen von dem ewigen Tod— und hast uns beides hinterlaßen in dem hochwürdigen Saerament, zu bestätigen Deine wahr⸗ haftige Zusage, die Sünden zu vergeben. Das bezeugen Deine Worte, jetzt gesprochen im Abend⸗ mahle:„Nehmet hin und eßet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Nehmet hin und trin⸗ *) Dieser Gruß erklärt alle wartenden und absolvierten Com⸗ municanten des Friedens Gottes und seiner Kirche theilhaf⸗ tig und gibt ihnen damit Erlaubnis, zum Saerament zu kommen. Er ist das Zeichen der Kirchengemeinschaft. ingen. allen! Anen ste, ich ei Dein ostbares ib und im und ewigen in dem wahr⸗ Das Abend⸗ n Leib, id trin⸗ ten Com⸗ theilhaf⸗ ament zu aft. ...** 249 ket, das ist mein Blut, das für euch vergoßen wird zur Vergebung der Sünde!“ Auf solche tröstliche Zusage begehre ich von meinem ganzen Herzen, in rechter Zuversicht und gutem Vertrauen, daß Du mich nicht laßest heimgehen leer und hung⸗ rig, sondern mich geistlich speisest und tränkest mit Deinem heiligen Fronleichnam und rosinfarben Blut zur Vergebung aller meiner Sünden, auf daß ich in wahrer Liebe gegen Dich und brüder⸗ licher Treue gegen meinen Nächsten bestätigt werde! Amen. Hosianna! gelobet sei, der da kommt in dem Namen des HErrn! Gelobet sei das Reich unsers Vaters David, das da kommt in dem Namen des HErrn! Hosianna in der Höhe!— Amen. Amen. 1523. 108. HErr JEsu Christe, mein einziger Trost, meine Hoffnung, mein Leben, meine Gerechtigkeit, meine Stärke und meine Burg! Ich bitte Dich, Du wollest mein Herz entzünden mit herzlichem Ver⸗ langen, Hunger und Durst nach der ewigen Speise meiner Seele, nach Deinem wahren Leibe und Blute, daß ich in wahrer Erkenntnis meiner Sünde und starker Zuversicht zu Dir dies Dein hochwürdiges Saerament oft und ohne Ueberdruß möge gebrau⸗ chen, daß ich damit ohne Unterlaß meine Seele Tl und Gewißen möge stärken und versichern, bis ich Br dermaleins meine Reise vollende, das rechte Vater⸗ land erlange, zu Dir komme, Dich von Angesicht zu Angesicht schaue und ewig bei Dir bleibe! th. Amen.* e 109. Di O HSérr IEsu Christe, Du ewiges Wort des Vaters, Du Heiland der Welt, Du wahrer, leben⸗ diger Gott und Mensch, erlös uns durch Deinen heiligen Fronleichnam und rosinfarbes Blut von allen Sünden, hilf, daß wir erfüllen Deine Ge⸗ bote zu aller Zeit und von Dir nicht geschieden werden in Ewigkeit! Amen. ric un 11⁰. D Austheilung des Sacraments. 1 Der Diener Christi reicht die Hostie und spricht: Uimm hin und iß, das ist der Leib(der wahre Leib) unsers BEnnn JEsu Chrisli, der für deine lie Sünden in den Tod gegeben ist! F. Dann reicht er den Kelch und spricht: ö m Uimm hin und trink, das ist das Blut(das S wahre Blut) unsers HBEnnn JEsu Christi, das te⸗ für dich und für viele vergoßen ist zur Vergebung ni der Hünden! e Seele bis ich Vater⸗ Angesicht bleibe! Bort des r, leben⸗ Deinen lut von eine Ge⸗ zeschieden Hricht: r wahre ür deine lut(das isti, das ergebung 251 Theilt er reihenweise aus, also derselben Reihe nach dem Brot sogleich den Kelch, so spricht er zuletzt zu jeder Reihe: Der Leib unsers HErrn JEsu Christi und sein theures Olut bewahre euch Leib und Seele zum ewi- gen Leben. Die also angeredete Reihe von Communicanten antwortet: Amen. Wenn man zum Altare geht. 11¹. Jetzt komme ich betrübter Sünder, HErr IEsu, richte Dein liebreiches Auge zu mir, erquicke mich und verstoße den nicht, der zu Dir kommt, wie Du verheißen hast:„Wer zu mir kommt, den will ich nicht hinausstoßen.“ Amen. 11². HErr IEsu, mein freundlicher Bruder und liebster Bräutigam, der Du gesagt hast:„wer mein Fleisch ißet und trinket mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm“ Joh. 6, 56., sei mir armen Sünder durch den Genuß Deines Leibes und Blu⸗ tes gnädig und barmherzig, und hilf, daß ich's nicht zum Gerichte oder zur Verdammnis, sondern durch Deine Gnade zum Heil und zur Vergebung mei⸗ SSS —.———.—**——* 252 ner Sünden empfahe, um Deines theuren Verdien⸗ stes willen. Amen. 113. Du holdseliges Lamm, für meine und der gan⸗ zen Welt Sünde geschlachtet, ich bin ja leider nicht werth, daß Du unter mein Dach eingehest: darum bitte ich Dich inbrünstig, bereite mein Herz selbst durch Deine Gnade, daß ich Deinen allerheiligsten Leib und Blut würdiglich empfahe, damit meine matte Seele gestärkt, mein Glaube vermehrt und mein sündliches Leben gebeßert werde, und Du in mir und ich in Dir lebe und bleibe von nun an bis in Ewigkeit. Amen. 11⁴. O HeErr JEsu Christe, ich bin nicht würdig, daß Du eingehest in mein sündiges Herz, Du weißt aber und erkennst meine große Armuth und Nothdurft, darum ich von Herzen begehre Deiner Gegenwart, zu speisen, zu trösten und zu stärken meine arme Seele. Sprich sie an mit einem Wort, so wird sie gesund. Amen. 11⁵. O SErr JEsu Christe, Dein heiliger, wahrer Fronleichnam, der für mich gelitten hat den bittern Tol schy der mei näh und Am mie kon Fu zeit Se Die Ga wa wa Woõ und lige sch zerdien⸗ er gan⸗ er nicht darum z selbst eiligsten meine rt und Du in un an vürdig, z, Du thund Deiner stärken Wort, wahrer bittern —— Tod, und der theure Schatz Deines heiligen, un⸗ schuldigen Blutes, damit ich erkauft und erlöst bin, der auch für mich vergoßen ist zur Abwaschung meiner Sünden, der wolle mich jetzt speisen, er⸗ nähren, bewahren und führen in das ewige Leben und mir mittheilen Vergebung aller meiner Sünde! Amen. Dr. M. Luther. 116. O Gott Vater im Himmel, erbarme Dich über mich und sei gnädig Deinem Kinde, welches jetzt kommt zu Deinem heiligen Altare mit kindlicher Furcht. Laß mich genießen Deine himmlische Mahl⸗ zeit, wie Du mir sie bereitet hast, nemlich zu der Seele Seligkeit! O Gott Sohn, der Welt Heiland, erbarme Dich über mich und laß mich jetzt ein angenehmer Gast sein bei Deinem heiligen Abendmahl! Gib mir, was Du verheißen hast, und laß mich nehmen, was mir von Dir beschieden ist, jenes nach Deiner Wahrheit und dieses zu meiner Gerechtigkeit. O Gott heiliger Geist, erbarme Dich über mich, und verleihe mir Deine Gnade, daß ich dies hei⸗ lige Saerament würdig empfahe, damit meinen schwachen Glauben stärke, mein kaltes Herz mit Liebe entzünde, mein blödes Gewißen tröste, meine 254 welke Hoffnung erfrische, mein sündhaftes Leben beßere und darauf selig werde. O SErr, hilf, o HErr, laß wohlgelingen! Amen. 117. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, Da Du mit Deinem Angesicht Mich freundlich thust an⸗ blicken: O HErr JIEsu, mein trautes Gut! Dein Wort, Dein Geist, Dein Leib und Blut Mich in⸗ nerlich erquicken! Tröst mich freundlich, Hilf mir Armen Mit Erbarmen, Hilf in Gnaden: Auf Dein Wort komm ich geladen! 118. O Hérr JeéEsu, ich bitte Dich, In meiner Schwachheit heile mich; Was unrein ist, das mache rein Durch Deinen hellen Gnadenschein. Erleuchte mein verfinstert Herz, Zünd an die schöne Glau⸗ benskerz; Mein Armuth in Reichthum verkehr Und mir des Geistes Gaben mehr, daß ich das rechte Himmelsbrot, Dich, JEsu, wahrer Mensch und Gott, Mit höchster Ehrerbietung eß Und Deiner Liebe nicht vergeß. Lösch alle Laster aus in mir, Mein Herz mit Lieb und Glauben zier, Und was sonst ist von Tugend mehr, Das pflanz in mir zu Deiner Ehr. Jes- meiner mache Aeuchte Glau⸗ rUnd rechte h und Deiner nmir, d was mir zu 255⁵ Bei Empfang des heiligen Leibes. 119. Sei mir tausendmal willkommen, Du mein HErr IEsu Christe, mit Deinem allerheiligsten Leib, welchen Du auf dem hohen Altare des Kreu⸗ zes für meine und der ganzen Welt Sünde hast aufgeopfert, nach welchem meine Seele sehnlich hungert und herzlich verlangt. Saͤttige und be⸗ wahre Du damit meine Seele in wahrem Glauben durch Deine Gnade zum ewigen Leben! Amen. HErr IEsu! Amen. Amen. 120. Sei mir willkommen, Du süßer HErr JEsu Christe, mit der edlen Speise Deines allerheiligsten Leibes, den Du mir jetzt im Brote zu eßen gibst, wie Du ihn für mich in den bittern Tod gegeben hast.— Das laß mir gedeihen zum ewigen Le⸗ ben.— HErr JIéEsu Christe, Dein heiliger Leib stärke und bewahre mich im rechten Mauben zum ewigen Leben! Amen. 121. Das deutsche Sanctus aus Jes. 6. In der Stille zu beten oder mit der Gemeinde zu singen.) Jesaia, dem Propheten, das geschah, I 256 Daß er im Geist den HErrn sitzen sah Auf einem hohen Thron in hellem Glanz, Seines Kleides Saum den Chor füllet ganz; Es standen zween Seraph bei Ihm daran; Sechs Flügel sah er einen jeden han; Mit zween verbargen sie ihr Antlitz klar, Mit zween bedeckten sie die Füße gar, Und mit den andern zween sie flogen frei. Gen ander ruften sie mit großem Geschrei: Heilig ist Gott, der HCERRCE Zebaoth! Heilig ist Gott, der HERRE Zebaoth! Heilig ist Gott, der HERRE Zebaoth! Sein Ehr die ganze Welt erfüllet hat. Von dem Geschrei zittert Schwell und Balken gar, Das Haus anch ganz voll Rauchs und Nebel war. Dr. M. Luther. Bei Empfang des Blutes Christi. 12. Sei mir willkommen, Du mein HErr JIEsu Christe, mit Deinem allerheiligsten Blute, welches auf dem hohen Altar des Kreuzes mildiglich ge⸗ floßen ist,— nach welchem meine Seele sehnlich dürstet und herzlich verlanget. Tränke und erquicke Du damit meine Seele in wahrem Glauben durch Deine Gnade zum ewigen Leben! Amen. HErr IEsu! Amen. 19 ö Sin Du mei Stiü Ich zu ich blei glei baü r JEsu welches lich ge⸗ sehnlich erquicke udurch HErr 12³. Sei mir willkommen, Du süßer HErr IEsu Christe, mit dem edlen Trank Deines rosinfarben Blutes, das Du mir jetzt im Wein zu trinken gibst, wie Du es am Kreuze für mich vergoßen hast zur Vergebung meiner Sünden.— Das laß mir gedeihen zum ewigen Leben!— HErr IEsu Christe, Dein heiliges Blut stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben! Amen. Im Hinweggehen. 124. ä Mein Lebetage will ich Dich Aus meinem Sinn nicht laßen, Dich will ich stets, gleichwie Du mich, Mit Liebesarmen faßen. Du sollst sein meines Herzens Licht, Und wenn mein Herz in Stücken bricht, Sollst Du mein Herze bleiben. Ich will mich Dir, mein höchster Ruhm, Hiemit zu Deinem Eigenthum Beständiglich verschreiben. 1²⁵. Ich bin ein Glied an Deinem Leib, Des tröst ich mich von Herzen; Von Dir ich ungeschieden bleib In Todesnoth und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb, so sterb ich Dir; Ein ewigs Leben haͤst Du mir Mit Deinem Tod erworben. 17 Prüfungstafel 258 Wenn man wieder an seinen Platz getreten ist. 1³6. O JEsu Christe, Dein Leib, den Du für uns in den Tod gegeben haft, und Dein Blut, das Du für uns und für viele vergoßen hast, gereiche uns nicht zum Gericht noch zur Verdammnis, son⸗ dern nach Deiner Güte zu einem Schirme der Seele und des Leibes und zu einer Arzenei des ewigen Lebens. Amen. 12²⁷. Wir bitten, o HErr, von Herzen, daß wir auch mit reinem Gemüthe annehmen, was wir mit dem Munde empfangen haben, und daß uns diese zeitliche Gabe gedeihe zur ewigen Arzenei. Durch Christum, unsern HErrn. Amen. 1W. *E) Dein heiliger Leichnam, HErr JEsu Christe, *) Die Seele Christi heilige mich. Der Leichnam Christi behalte mich. Das Blut Christi tränke mich. Das Waßer, das von seiner Seiten floß, das wasche mich. In Deine heiligen Wunden verbirg mich. O HErr, hilf mir, daß ich nimmer geschieden werde von Dir. Vor dem bösen Feinde beschirme mich. In der Stunde meines Todes begnade mich und setze mich zu Dir, auf daß ich Huin mit Deinen Engeln loben möge ewiglich! men. Ein Go ten ist. ür uns t, das gereiche 6, son⸗ Seele ewigen aß wir vir mit 18 diese Durch Christe, Leichnam i tränke ten floß, Wunden nimmer n Feinde Todes daß ich ewiglich! 259 speise mich, Dein heiliges Blut tränke mich, Dein bitteres Leiden und Sterben stärke mich! HErr IEsu Christe, erhöre mich; in Deine heiligen Wun⸗ den verbirg mich; laß mich von Dir nimmer ab⸗ geschieden werden! Vom bösen Feind errette mich, auf daß ich Dich mit allen Auserwählten lobe und preise ewiglich! Amen. 129. Der Lobgesang des heil. Simeon aus Luc. 2. (Das Nune dimittis.) HErr, nun läßest Du Deinen Diener in Frieden fahren, wie Du gesagt hast. Denn meine Augen haben Deinen Heiland gesehen, Welchen Du bereitet hast vor allen Völkern, Ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis Deines Volks Israel. Ehre sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 130. Freudenlied der erquickten Seele. O Freude, Freude, Freude! Nun sind eins Gott und ich; Verknüpfet sind wir beide Und 17 260 bleiben's ewiglich. Das JéEsusherz ist kommen, Schaut in mein Herz hinein, Es hat mein Herz genommen: Mein Freund ist mein, ich sein. Ich aß die Seelenweide Bei meines Bräut⸗ gams Tisch Und trank aus seiner Seite Den Lie⸗ bestrank gar frisch. Ich lag vor JIEsu Wunden Von vielen Sünden krank Und habe nun gefunden Den edlen Blutestrank. Wie wohl hat mich getränket Die edle rothe Fluth! Die Sünden sind geschenket, Gelöscht der Höllen Glut. Mein Glaub ist wohl gestärket, Die Sinnen recht erfrischt, Trost mein Gewißen merket: Das heißet wohl getischt! Ach könnt ich nun auch wieder Gott etwas geben hin. Ich lege vor ihm nieder Mich ganz und was ich bin. Ich schenke Dir das Deine, Mein Gott, nimm doch fürlieb! mich alleine Und stürz den Seelendieb. Du sollt auch dazu haben Für Deinen Todes⸗ gang, Für Dich und alle Gaben Stets großen, großen Dank. Hilf, daß ich Glauben übe, Ver⸗ fluche Sünd und Welt, Dich sammt dem Nächsten liebe Und thu, was Dir gefällt. Dein Leib und Blut erfülle Durchaus mich immerdar: Dein Leib und Blut verhülle Mich in sich ganz und gar; Dein Leib und Blut bereite ———————————————— von unf dar lebe ein nes das für Me Un lein opf mmen, Herz Bräut⸗ n Lie⸗ Zunden funden rothe cht der 4, Die merket: etwas ganz Deine, mich Todes⸗ großen, Ver⸗ lächsten mich Nich in bereite 264 Mich hier in dieser Zeit, Dein Leib und Blut be⸗ gleite Mich zu der Seligkeit. 131. Das Gebet der Aufopferung dein selbst in Gottes Willen, Schutz und Segen. Von den Communicanten nach der Communion und auch von andern zu beten, welche nur zu geistlicher Nießung anwesend sind. O Gott, mein himmlischer Vater, ich bitte Dich in dem Namen Deines eingeborenen Sohnes, unsers lieben HErrn IEsus Christus, Du wollest mir zuvorkommen mit Deiner Gnad und Hilfe, daß ich's verstehe und vermöge, mich Dir selbst darzubringen und aufzuopfern zum heiligen und lebendigen Opfer, das Dir wohlgefällig sei. Außer⸗ halb Deiner Hilfe bin und bleib' ich unrein und ein beflecktes Opfer aus meiner alleinigen Schuld; aber im Verdienste des allerheiligsten Opfers Dei⸗ nes eingeborenen Sohnes, unseres HErrn IEsus Christus, welches er als der oberste Priester und das Opfer selbst, auf dem Altar des heiligen Kreuzes für uns gethan hat, find' ich Erstattung für allen Mangel meines sündigen, unvollkommenen Opfers. Und in ihm— meinem obersten Priester und al⸗ leinigen Versöhnopfer,— in Ihm und durch Ihn opfere ich auf und übergebe Dir heut und allzeit 262 meine Seele mit allen ihren Kräften, mein Herz mit all seiner Bewegung, Begierd'ꝰ und Liebe, mein Leib und Leben mit allem, was ich bin und habe, meine Gesundheit, Gewalt, Glück, Ehr' und Gut, auch meine lieben Eltern, mein Weib und Kind, meine Sippschaft und verwandten Freunde und alles, das mir zu versprechen stehet,— mit demü⸗ thigem Bekenntnis, daß es alles Dein Eigenthum ist, denn ich es alles aus Deinen Gnaden, ohne mein Verdienst empfangen habe.— O SErr, mach es alles zu einem heiligen, lebendigen, wohl⸗ gefälligen Opfer. Verleihe mir, dieselben von Dir empfangenen Gaben und Güter recht und geziemend zu gebrauchen, nach Befehl Deines göttlichen Wor⸗ tes, daß ich mich nur für einen Schaffner und Austheiler derselben erkenne und eingedenk sei der Rechnung, die ich Dir zukünftiglich thun muß. Gib mir, dieselben mit schuldiger, fleißiger Dank⸗ barkeit in Gelaßenheit und Abgeschiedenheit der Seelen zu besitzen, auf daß ich, frei von unreiner, ungeordneter Liebe zur Creatur, mich ohn Unterlaß Dir hingebe zum Brandopfer, durch mein selbst Verleugnung, Tödtung meines eigenen Willens, Aufnahme und Tragung meines Kreuzes und wahr⸗ haftige Nachfolge Christi. O HErr, schaff Du mit mir, wie Du willst; Du weißt, was zu Deiner Ehre und meiner Seelen Heil das Beste ist. Und nHerz e, mein d habe, dq Gut, Kind, de und demü⸗ jenthum „ ohne HErr, wohl⸗ on Dir ziemend Wor⸗ ser und sei der muß. Dank⸗ eit der nreiner, Interlaß n selbst Villens, wahr⸗ Du mit Deiner Und ob ich mit einigerlei Anfechtung bewegt, von Un⸗ lust oder Verdruß an dem ergriffen würde, das Du mir oder meinen Verwandten zu leiden zuschicken wirst; so bitte ich Dich, mein Gott und HErr, Du wollest Deine Barmherzigkeit nicht von mir ab⸗ ziehen, sintemal ich mich jetzt mit ganzem Herzen und Willen Dir ergebe und aufopfere in Deinen göttlichen Willen, und mir auch jetzt von Herzen leid ist, so ich aus meiner Gebrechlichkeit in der Zukunft etwas dawider würde gedenken. So schaff denn, lieber HErr, mit mir nach Deinem Wohlgefallen als mit Deinem Eigenthum. Nach dem Geist bin ich willig und bereit zu leiden, was Du mir armen Sünder, der ich ja ewige Pein verdiene, hier auf Erden zu leiden zuschickst; allein begehr ich Deiner Hilf und Gnade, daß ich es mit Geduld möge tragen und zu Deiner Glorie buß⸗ fertig überwinden. Ich gebe Dir auch einen fröh⸗ lichen, willigen Geist zu Deinem Lob und Dienst, worin ich mich auch schuldig erkenne, eifrig und fleißig bis in den Tod zu verharren. Und ver⸗ neue Dir auch hiemit meinen Taufbund und die Gelübde, Dir in der Taufe gethan. Bisher bin ich leider ein unnützer Diener gewesen. Ich bitte Dich, gib mir Kunst, Kraft, Stärke und Weisheit, daß ich fortan Dir zu gefallen wiße und vermöge zu dienen. Nimm mich mir und allen Creaturen 264 und gib mich ganz zu eigen Dir. O mein Gott, nimm hin von mir alles, was mich hindert gegen Dir. O mein Gott, gib mir alles, was mich fördert zu Dir, und mach aus mir einen Men⸗ schen nach Deinem göttlichen Wohlgefallen, daß Du allezeit in mir wohnest, lebest, regierest und die Werke in mir wirkest. Behüte mich heut, die⸗ sen Tag und allezeit vor aller Fährlichkeit Leibes und der Seelen. Gib mir Deinen Segen und Benedeiung. Der HErr segne mich und behüte mich! Der SeErr erleuchte sein Angesicht über mir und sei mir gnädig! Der HSœErr erhebe sein Angesicht auf mich und gebe mir Frieden! Amen. Geistliche Nießung des Sacraments. Für die, welche es mündlich nicht empfangen können. 13². Da es aus Joh. 6. keinem Zweifel unterliegt, daß es eine geistliche Genießung des heiligen Abend⸗ mahls gibt, welche zwar am herrlichsten und über⸗ fließendsten sich in Vereinigung mit dem leiblichen Genuß erweisen wird, aber auch von diesem getrennt, ja auch außerhalb der Stunde des Saeraments, sehr segensreich für Leib und Seele des Menschen wirken kann; so ist es gewiß tief zu bedauern und zu betrauern, daß dieser geistliche Genuß in unsern Tagen so gar nicht mehr verstan⸗ Gott, tgegen 3mich Men⸗ 1, daß est und ut, die⸗ Leibes n und behüte t über be sein Amen. . önnen. terliegt, Abend⸗ d über⸗ iblichen etrennt, aments, enschen rn und henuß rstan⸗ 265 den und gesucht wird. Wir sollten allerdings so oft als möglich zum mündlichen Genuß des Sa⸗ eramentes kommen und die geistliche Nießung damit verbinden; aber wie schwer und fast unmöglich ist bei der eingerißenen Unordnung und verkehrten Le⸗ bensordnung ein oftmaliger oder gar regelmäßiger leiblicher Genuß des heiligen Abendmahls für alle Christen! Wie gut wäre es daher, wenn man sich wenigstens der geistlichen Nießung befliße und ihren Se⸗ gen hinnähme! Wäre diese geistliche Nießung einmal wieder in Uebung, so würde nicht bloß der Hun⸗ ger und Durst nach dem leiblichen Genuß viel drin⸗ gender und brennender werden; sondern es würden auch viele gern bei der Austheilung des heiligen Abendmahls bleiben, auch wenn sie nicht zum Al⸗ tare giengen. Im Geiste giengen sie mit, im Glau⸗ ben nähmen sie alles hin— ausgenommen, was der Mund empfangen muß, sie wären und blieben in einer lebendigen Abendmahlsgemeinschaft, auch ohne mündlichen Genuß. Und wie schön und herr⸗ lich und fruchtbar würde es sein, wenn alle Kranken und Sterbenden, Gebärenden, Reisenden und sonst von der Versammlung der Gemeinde leiblich Abwesende lernten, in der Stunde des Saeraments Herz und Sinn zum Altare zu kehren, alles mitzubeten, mit⸗ zusingen, im Geiste mitzuhören und endlich die Frucht des Sacraments zu empfangen! Desto ge⸗ 266 gewisser müßte freilich ein Zeichen mit der Glocke gegeben werden.— Von denen wolleu wir gar nicht reden, die in der Diaspora leben und das Saerament mündlich nicht genießen können. Ihnen bietet ohnehin nur die geistliche Nießung einen Er⸗ satz, der zwar immer dem geistlich⸗leiblichen Genuß, den der HErr als das wahre und völlige Abend⸗ mahlseßen befohlen hat, nicht gleich käme, der aber doch zur Erhaltung der Gemeinschaft der Heiligen vieles beitrüge und Hunger und Durst nach dem mündlichen Genuße wacker erhalten würde. Möchte die geistliche Nießung des Saeraments mit und ohne mündlichen Genuß recht nach Wür⸗ den geschätzt, gesucht und geübt werden! Möchte man namentlich auch bedenken, ob nicht die alte Klage, daß das Volk in den Kirchen nicht mehr betet, hiemit eine kräftige Hilfe und Heilung be⸗ käme. Denn die Anwesenheit der Gemeindeglieder, die nicht zum Altare gehen, aber geistlich mitfeiern und genießen wollen, ist eine der besten Gelegen⸗ heiten, mitbeten und in die lebendige Gemeinschaft der Heiligen eintreten zu lernen. Wer durch eine rege Theilnahme am Sacrament zum geistlichen Genuß nicht das Gemeindegebet und gemeinsame Andacht lernt(nicht hiedurch„liturgisch“ wird), der wird es wohl schwerlich je! wen Glocke vir gar nd das Ihnen ien Er⸗ Genuß, Abend⸗ 'er aber Heiligen ch dem raments Wür⸗ Möchte die alte t mehr ing be⸗ eglieder, nitfeiern Helegen⸗ inschaft ch eine istlichen seinsame wird), 27 Das nachfolgende Gebet kann gebetet werden, wenn die Communicanten zum Altare gehen. 133. Mein Erlöser, Gott und Mensch, der HErr IEsus Christus, hat vor seinem Tod im letzten Nachtmahl mein gedacht in großer Liebe und mir armen Sünder ein reiches Testament gemacht, daß ich sein dabei gedenken soll. Er hat mir verord⸗ net und gemacht ein Testament, Vergebung meiner Sünde, dasselbige Testament befestigt und versiegelt mit seinen Wunden, se inem Leichnam und Blute, wie er selbst bei Stiftung dieses Sacraments erklärte, und die Evangelisten und Apostel davon schreiben. Als der HErr IEsus am Tag vor seinem Leiden mit den zwölf Aposteln das Osterlamm seines letzten Nachtmahls gegeßen hatte, sagte er zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dies Osterlamm mit euch zu eßen, ehe denn ich leide; denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon eßen werde, bis daß erfüllet werde im Reiche Gottes.(Luc. 22, 15 ff.) Dann hub er seine Augen auf gen Himmel zu Gott, seinem himmlischen Vater, nahm das Brot in seine heiligen Hände und sagte Gott Dank, gab es seinen lieben Jüngern und sprach:„Neh⸗ met hin und eßet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird.“ Desselbigen gleichen nahm er auch — den Kelch, sagte Dank, gab ihnen den und sprach: „Nehmet hin und trinket aus diesem alle, das ist der Kelch des neuen Testaments in meinem Blute, das für euch und für viele vergoßen wird zur Vergebung der Sünden. So oft ihr das thut, so thut es zu meinem Gedächtnis.“— O HErr IEsu Christe, mein Gott und Erlöser, das sind die edlen tröstlichen Worte, in welchen Du uns die gewisse Wahrheit lehrest, daß hier waͤhrlich sei Dein Leib und Blut, das für uns dargegeben und vergoßen ist. Ich glaub, o HErr, daß Deine Worte Wahr⸗ heit sind und eher müßte Himmel und Erde ver⸗ gehen, ehe Deine Worte unwahr würden. O HErr Gott, erhalte, mehre und stärke in mir den Glauben, die Lieb und Andacht gegen Dich in die⸗ sem Saeramente, wo unter der Gestalt des Brotes und Weines Dein heiliger Leib und Dein theures Blut gegenwärtig ist. Es ist der Leib, den Du für mich in den Tod gegeben hast, und das Blut, welches Du für mich vergoßen hast zur Vergebung meiner Sünde, welche beide Du mir armen Sün⸗ der aus Lieb und Gnade anbeutst zu einer wahren Speise und zu einem wahren Tranke meiner Seele, dadurch sie gewislich erlangt Vergebung aller Sünde, Vereinigung mit Dir und Einverleibung in Deinen geistlichen Leib und in die Gemeinschaft aller Hei⸗ ligen, hiemit auch Stärke, Trost und Hilfe in aller Verf im( auf bekat gewi hast letzte trau geistl nicht nieße löser sem nach Dein Blu: mein alle und bestä walt zem will nen Bist und sprach: das ist Blute, ird zur thut, so rr JEsu ůie edlen gewisse ein Leib bergoßen Wahr⸗ de ver⸗ An. O mir den in die⸗ Brotes theures den Du 5 Blut, rgebung nSün⸗ wahren r Seele, Sünde, Deinen ler Hei⸗ 269 Versuchung des Feindes, Beharren in der Liebe, im Glauben und in der Hoffnung, auch Bereitung auf den fernen Weg, der mir bevorsteht in ein un⸗ bekanntes Land.— O HErr, Du hast ja wohl gewußt, daß ich ein armer Sünder bin; dennoch hast Du mich so hoch bedacht in diesem, Deinem letzten Testament. Darum so komm ich voll Ver⸗ trauen und Begier, es bei diesem Abendmahle geistlich in meine Seele zu empfaͤhen, dieweil ich nicht kann hinzugehen, es mit dem Munde zu ge⸗ nießen. Ich bitte Dich, mein Gott und mein Er⸗ löser, Du wollest mich nicht ausschließen von die⸗ sem Deinem Freudenmahl, sondern auch mich jetzt nach Deinen barmherzigen Verheißungen mit diesem Deinem heiligen Leibe speisen und mit Deinem Blute tränken, daß ich Dich also geistlich meine Seele empfahe, daß mir vergeben werde alle meine Sünde, und lebendiger Glaube, Lieb und Hoffnung in mir aufgerichtet, gestärkt und bestätigt werde, daß Du allein in mir ge⸗ waltig regiereft und ich unverrückt mit gan⸗ zem Gemüth und Herzen in Dir bleibe. Ich will Dir auch, mein Gott und HErr, in Dei⸗ nen heiligen Worten ganz ohne Zweifel glauben. Bist Du dann gegenwärtig, die Sünde zu vergeben, und ich erscheine vor Dir, wie ich denn hiemit thue, nothdürftig und begierig Deiner Barmherzig⸗ 270 keit, und willst Du mir dann geben, ich aber empfangen; so kann es niemand wenden, die Frucht des Sacraments wird auch in mir vollbracht. Darum sei Dir Lob und Ehre in Ebwigkeit! Amen. 134. Einsegnung nach vollendeter Communion. Der HErr, mein Gott und Vater, der mich im Abendmaͤhle so väterlich gespeist und getränkt hat, segne und behüte mich! Der HErr IEsus, mein Heiland, welcher in dem heiligen Abendmahle mit Seinem Leibe und Blute meine Speise und mein Trank gewesen, erleuchte Sein Angesicht über mich und sei mir gnädig! Der HéErr, der heilige Geist, mein Tröster, der mich dazu geleitet, darin aufgerichtet, daraus ge⸗ stärkt, damit versiegelt und dadurch getröstet hat, der erhebe Sein Angesicht auf mich und gebe mir Seinen Frieden. O liebreicher Vater, sei Du mein Schild und großer Lohn! O getreuer Heiland, bleib' Du mein Hort und Gnadenthron] O edler Tröster, sei Du meine Freud' und Ehrenkron'! Ach HErr, unter Deine Flügel begebe ich mich, in Deine heiligen Wunden verberge ich mich, und auf Deinen Trost verlaße ich mich! Amen. Der zeit mir Gla nem voll den⸗ ch aber e Frucht lbracht. wigkeit! nion. er mich getränkt ͤlcher in ud Blute erleuchte dig! ster, der raus ge⸗ stet hat, gebe mir zer Lohn! denthron! vrenkron'! ich mich, ich, und . 271 135. Schluß der heiligen Handlung. Der HeErr sei mit euch! Antw.: Und mit Deinem Geiste. Laßt uns beten. (Sier folgt eine von den Collecten aus Nr. 141—143.) Die Gemeinde singt: Amen. Laßet uns benedeien den HErrn. Antw.: Gott sei ewiglich Dank! (oder: Gott sei gedankt!) Der HErr segne euch und behüte euch! Der HErr laße sein Angesicht über euch leuchten und sei euch gnädig! Der HErr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden! 6 Die Gemeinde singt: Amen. 136. Nach dem Segen kannst du beten: O HErr JEsu Christe, gib mir heut und alle⸗ zeit Deinen heiligen, göttlichen Segen, dadurch in mir behütet und bestätigt werde Dein heiliger Glaube, Liebe und Hoffnung, auf daß ich in mei⸗ nem End und im letzten Gerichte Deinen Segen vollkommen empfange und die Frucht Deines. Lei⸗ dens und Verdienstes mit allen Heiligen ewiglich 272 genieße, der Du lebst und herrschest mit dem Vater und heiligen Geiste, Ein wahrer Gott, in alle Ewigkeit! Amen. 5f Dankpsalmen. 137. 6. Pf. 23. ö Ist ein Dankpsalm, darin ein christlich Herz Gott lobt dankt, daß Er ihn lehrt und erhält auf rechtem Wege und tröstet und schützt in aller Noth durch Sein hei⸗ liges Wort, und vergleicht sich einem Schafe, das ein treuer Hirte wohl weidet im frischen Grase und am kühlen Waßer; item zieht den Tisch, Kelch und Oel auch zum Gleichnis aus dem alten Testament und Gottesdienst, und heißt alles Gottes Wort, wie er's Ist auch Stecken, Stab, Gras, Waßer und rechten Weg 6 heißet. Er gehört ins dritte Gebot und in die an⸗** dre Bitte. 1. Ein Psalm Davids. Der HErr ist mein Hirte; 1. Mir wird nichts mangeln. 2. Er weidet mich auf einer grünen Aue Und führt mich zum frischen Waßer; 2. 3. Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße. Um seines Namens willen. 3. 4. Und ob ich schon wanderte im finstern Thal,. fürchte ich kein Unglück: ö Vater in alle zott lobt m Wege zein hei⸗ das ein und am ind Oel ent und wie er's ten Weg die an⸗ 273 —— Denn Du bist bei mir, Dein Stecken und Stab trösten mich. 5. Du bereitest vor mir einen Tisch gegen meine Feinde. Du salbest mein Haupt mit Oele, Und schenkest mir voll ein. 6. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang Und ich werde bleiben im—16 des HErrn immerdar. 138. Ps. 34. Ist eine Danksagung für alle geistlichen und leiblichen Gaben, daß Gott die Gläubigen erhört, tröstet, schützt und ihnen hilft in allen Nöthen. Er wurde schon in den frühesten Zeiten des beim hei⸗ ligen Abendmahle gesungen. 1. Cin Psalm Davids, da er seine Gebärde ver— stellete vor Abimelech, der ihn von sich trieb, und er weggieng. 2. Ich will den HErrn loben allezeit, Sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. 3. Meine Seele soll sich mähmen deb 3 HErrn, Daß die Elenden hören und sich reutn.. 4. Preiset mit mir den HErrn, Prüfungstafel. 1 8 274 Und laßt uns mit einander seinen Namen er⸗ höhen. 5. Da ich den HErrn suchte, antwortete er mir, Und errettete mich aus aller meiner Furcht. 6. Welche Ihn ansehen und anlaufen, Derer An⸗ gesicht wird nicht zu Schanden. 7. Da dieser Elende rief, hörete der HErr, Und half ihm aus allen seinen Nöthen. 8. Der Engel des HErrn lagert sich um die her, so ihn fürchten, Und hilft ihnen aus. 9. Schmeckt und sehet, wie freundlich der HErr ist. Wohl dem, der auf Ihn trauet. 10. Fürchtet den HErrn, ihr seine Heiligen; Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel. 11. Die Reichen müßen darben und hungern; Aber die den HErrn suchen haben keinen Mangel an irgend einem Gute. 12. Kommt her, Kinder, höret mir zu; Ich will euch die Furcht des HErrn lehren. 13. Wer ist, der gut Leben begehrt, Und gerne gute Tage hätte? 14. Behüte deine Zunge vor Bösem, Und deine Lippen, daß sie nicht falsch reden, 15. Laß vom Bösen und thue Gutes, Suche Frieden und jage ihm nach. 16. 17. 18. 19: 20. 21. 22. 23. Ist — 27— nen er⸗ er mir, zurcht. rer An⸗ den. r, n. die her, Err ist. 13 Mangel. rn; keinen Zute. lehren. reden, 16. 17. 18. 19: 20. 21. 22. 23. 275 Die Augen des HErrn sehen auf die Gerechten, Und seine Ohren auf ihr Schreien: Das Antlitz aber des HErrn stehet über die, so Böses thun, Daß er ihr Gedächtnis ausrotte von der Erde. Wenn die Gerechten schreien, so höret der HErr, Und errettet sie aus aller ihrer Noth. Der HErr ist nahe bei denen, die zerbrochenes Herzens sind, Und hilft denen, die zerschlagen Gemüth haben. Der Gerechte muß viel leiden; Aber der HErr hilft ihm aus dem allen. Er bewahret ihm alle seine Gebeine, Daß derer nicht eins zerbrochen wird. Den Gottlosen wird das Unglück tödten, Und die den Gerechten haßen, werden Schuld haben. Der HErr erlöset die Seele fener Knechte; Und alle, die auf ihn trauen, werden keine Schuld haben. 139. Ps. 111. Ist ein rechter Osterpsalm und eine Danksagung für aller⸗ lei Wohlthaten Gottes, sonderlich für die Erlösung, durch Christum geschehen. Wir singen ihn bei dem Abendmahl des HErrn und erinnern uns der großen Gnade Gottes, daß wir gespeiset und getränket werden 18⁴ 276 mit dem wahren, gegenwärtigen, wesentlichen Leib und Blut unsers Osterlamms, welches, für uns geschlach— tet, der Welt Sünden trägt, welches ist JEsus Chri⸗ stus, der gnädige und barmherzige HErr, der ein Ge— dächtnis gestiftet hat, zu verkündigen Seinen Tod und Seine gewaltigen Thaten bis zum Ende der Welt, wie Er sagt:„Solches thut zu Meinem Gedächtnis“ und 1 Cor. 11:„Ihr sollt des HErrn Tod verkündi⸗ gen, bis daß Er kommt.“ 1 * 7. 8. Hallelujah! Ich danke dem HErrn von gan⸗ zem Herzen, Im Rath der Frommen und in der Gemeine. Groß sind die Werke des HErrn; Wer ihrer achtet, der hat eitel Lust daran. Was er ordnet, das ist löblich und herrlich, Und seine Gerechtigkeit bleibet ewiglich. Eg hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, Der gnädige und barmherzige HErr. Er gibt Speise denen, so ihn fürchten; Er gedenket ewiglich an seinen Bund. Er läßt verkündigen seine gewaltigen Thaten seinem Volk, Daß er ihnen gebe das Erbe der Heiden. Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht; Alle seine Gebote sind rechtschaffen. Sie werden erhalten immer und ewiglich, Und geschehen treulich und redlich. 1. 28 7 eib und eschlach⸗ 8 Chri⸗ ein Ge⸗ en Tod + Welt, ichtnis“ erkündi⸗ n gan⸗ emeine. lran. rlich, Zunder, Thaten den. dRecht; 277 9. Er sendet eine Erlösung seinem Volk; Er verheißet, daß sein Bund ewiglich bleiben soll. Heilig und hehr ist sein Name. 10. Die Furcht des HErrn ist der Weisheit Anfang; Das ist eine feine Klugheit, wer darnach thut, Des Lob bleibet ewiglich. 140. Ps. 133. Wir werden im heiligen Abendmahl mit Christo zu Einem Leibe vereinigt und Brüder aller Seiner gläubigen Glieder. Darum singen wir mit der ersten Kirche beim heiligen Abendmahle den Psalm der Bruderliebe. 1. Ein Lied Davids im höhern Chor. Siehe, wie fein und lieblich ist's, Daß Brüder einträchtig bei einander wohnen. 2. Wie der köstliche Balsam ist, der vom Haupt Aarons herabfleußt in seinen ganzen Bart, Der herabfleußt in sein Kleid, 3. Wie der Thau, der von Hermon herabfällt auf die Berge Zion. Denn daselbst verheißt der HErr Segen und Leben immer und ewiglich. 278 Danksagungen nach dem heiligen Abendmahle. 141. „Wir danken Dir, allmächtiger Gott, daß Du uns durch diese heilsame Gabe hast erquicket, und bitten Deine Barmherzigkeit, daß Du uns solches gedeihen laßest zu starkem Glauben gegen Dir und zu brünstiger Liebe unter uns allen, um IEsus Christus, unsers HErrn, willen. Amen.“ In den meisten alten Kirchenordnungen. 14⁴². „O allmächtiger, ewiger Gott, wir sagen Dei⸗ ner göttlichen Milde Lob und Dank, daß Du uns mit dem heilsamen Fleische und Blute Deines eini⸗ gen Sohnes, IEsu Christi, unsers HErrn, gespeist und getränkt hast, und bitten Dich demüthiglich, Du wollest durch Deinen heiligen Geist in uns wir⸗ ken, wie wir das heilige Saerament mit dem Munde empfangen haben, daß wir auch also Deine gött⸗ liche Gnade, Vergebung der Sünden, Vereinigung mit Christo und ewiges Leben, so darin angezeigt und zugesagt wird, mit festem Glauben faßen (obegreifen“) und ewiglich behalten mögen, durch unsern HErrn IEsum Christum! Amen.“ Nächst der vorigen die in der ersten Zeit unserer Kirche verbreitetste Danksagung. die zu un Se Er Ar ahle. Du und olches und Esus en. Dei⸗ uns eini⸗ espeist iglich, wir⸗ Nunde gött⸗ igung ezeigt faßen durch Zeit g. 279 143. „Ach Du lieber HErr Gott, der Du uns bei diesem wunderbarlichen Saerament Deines Leidens zu gedenken und zu predigen befohlen hast, verleih uns, daß wir solch, Deines Leibes und Blutes Saerament also mögen brauchen, daß wir Deine Erlösung in uns täglich fruchtbarlich empfinden. Amen.“ In den sächsischen Kirchenordnungen zu finden. 144. HErr JICEsu Christe! Groß ist Deine Liebe, unergründlich ist Deine Gnade und Güte gegen uns arme Menschen. Denn Du hast uns von Anbeginn der Welt so herzlich geliebt, daß Du nicht allein unserthalben Deinem Vater im Himmel einen demüthigen Fußfall gethan haͤft und für uns gebetet, sondern auch in Deiner zarten Mensch⸗ heit am Stamme des Kreuzes den Tod für uns erlittest, Dich für unsere Sünden selbst aufopfertest und uns also mit Deinem Vater wieder aussöhn⸗ test und zu Gnaͤden brachtest.— Deßen zu be⸗ ständiger Erinnerung und zur Bekräftigung Deiner großen Liebe gegen uns hast Du dies heilige Sacra⸗ ment Deines Leibes und Blutes eingesetzt und be⸗ fohlen, daß wir es gebrauchen sollen zu Deinem 280 Gedächtnis und dabei Deinen Tod verkündigen, bis Du wiederkommen wirst, sichtbarlicher Weise, zu richten die Lebendigen und die Todten. Für solche unaussprechliche Gnade und Wohl⸗ that danke ich Dir, mein lieber HErr JéEsu Christe, von Grund meines Herzens, und bitte Dich, gib mir zur vorigen Gnade auch diese, daß ich als ein dankbar Kind Dir von Herzen diene in einem neuen Leben und Dich über alle Dinge liebe und im kindlichen Gehorsam Dich lobe und preise mein Leben lang, der Du mit Gott dem Vater und dem heiligen Geiste lebest und regierest in Ewigkeit! Amen. 145. Mein Heiland und Erlöser, HErr IEsu! Wie soll ich Dir vergelten alle Wohlthaten, die Du an mir gethan hast? Es ist Dir zu wenig, mein HErr und Gott, daß Du mich erschaffen, ernährt, versorgt und erhalten hast von Mutterleibe an! Es ist Dir zu wenig, mein Erlöser, daß Du mei⸗ nen mannigfaltigen Sünden eine geraume Zeit mit großer Langmuth und göttlicher Geduld zugesehen und mich nicht in Deinem Zorn gestraft, nicht mit einem plötzlichen Tode übereilt, sondern mir Zeit zur Buße vergönnt hast! Es ist Dir zu wenig gewesen, mein JIEsu, daß Du Deinen heiligen Leib zu dan lan De Lie spe mit trei 284 und unschuldiges Blut an mich gewendet und mich von allen Sünden und aus der Gewalt des Teu⸗ fels erlöset hafst! Du thust über das Alles noch dieses hinzu, daß Du zur Versicherung meiner Seligkeit mir Deinen heiligen Leib und theures Blut verpfändest und im heiligen Abendmahl rei⸗ chen läßest. Nun, HErr IEsu, ich bin viel zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die Du an mir gethan hast,— und weil ich Nichts habe und vermag Dir zu geben, so falle ich Dir demüthig zu Deinen heiligen Füßen und lobe, rühme und preise Dich, als meinen einigen, getreuen, liebreichen, glorwürdigen Heiland. Nimm fürlieb, mein HErr IEsu, in dieser Sterblichkeit, bis ich Dich nach diesem lobe und preise mit allen Engeln und Aus⸗ erwählten in der seligen Ewigkeit! Amen. 146. Ich danke Dir, o mein IEsu, daß Du mich zu dieser seligmachenden Speise berufen hast; ich danke Dir von ganzem Herzen, daß Du mir Ver⸗ langen und Andacht dazu gegeben hast; ich danke Deiner Gnade, daß Du mich mit Glauben und Liebe erleuchtet hast, und mich mit Dir selbst ge— speiset und mit Deinem Blut getränket, und mich mit Dir selbst so innig verbunden hasft. O Du treuer Heiland, bleibe bei mir, denn ich ergebe mich 282 Dir und verlaße mich auf Dich, laß mich Dein sein ewig! Amen. Dr. M. Luther. 147. Lieber Gott, Du hast mir Gnade zugesagt, und ein gewisses Zeichen Deiner Gnade in dem Saera⸗ mente geschenkt. Dein Wort und Zeichen bekräf⸗ tigen mir, daß Christi Leben meinen Tod in Sei⸗ nem Tode überwunden, Sein Gehorsam meine Sünde durch Sein Leiden vertilgt, Seine Liebe meine Hölle in Seiner Gottverlaßenheit zerstört habe. Dies Zeichen, dies Verheißen meiner Selig⸗ keit, wird mir nicht lügen noch trügen, denn es kommt beides von Deinem Munde, Deinen Hän⸗ den, und Du kannst weder mit Worten noch mit Werken lügen. Darauf bleib' ich, darauf sterb' ich. Solches verleihe mir in Gnaden! Amen. 148. Von verschiedener Wirkung des heiligen Mahles. Du hast das heilige Mahl genommen, deine Seele war bereit, Ströme himmlischer Gnadenwir⸗ kungen zu empfangen und wenn dir spürbarer Friede, herzergreifende Wonne, Lebensmuth und Todeslust, ein inwendig reges Leben mit jugendlicher Erneuerung in Leib und Seele gedrungen wäre, me Dein er. und aera⸗ kräf⸗ Sei⸗ neine Liebe rstört ẽelig⸗ n es Hän⸗ mit sterb' . Hes. deine wir⸗ barer und licher 283 wenn du auf einmal dich frei und fertig mit allen Sünden gefühlt und Thatkraft zu allen guten Werken empfangen hättest, die dir sonst schwer wurden; so wäre dir damit nur geschehen, was du wolltest, das eben hattest du vielleicht gehofft, verlangt, erbeten. Hie und da ist auch mit dem Genuße des heiligen Abendmahles eine so mächtige reiche Einwirkung des heiligen Geistes verbunden gewesen; hie und da ist es noch der Fall; du selbst hast vielleicht schon ein und das andre mal etwas der Art erfahren. Aber wie stehts heute? Ist dirs auch heute so gegangen? Ich wünsch und gönne dirs von Herzen, und der HErr sei gelobt, wenns der Fall ist. Aber ist es so? Wenn es ist, dann magst du diese Betrachtung überschlagen, dann schlag oben das Lied auf:„O Freude, Freude, Freude ꝛc.“ und jubiliere dich satt. Wenn aber nicht, wenn du sehnsuchtsvoll, aber umsonst Leib und Seele nach solchen Wirkungen des Abend⸗ mahls durchspähest und durchforschest, dann laß dir nur das Herz nicht allzuschwer werden und weine nicht, wie wenn dich dein Bräutigam getäuscht, dir einen Besuch versprochen hätte, und endlich nicht gekom⸗ men wäre. Du möchtest mit solcher Traurigkeit dem Bräutigam misfallen und die Thränen möch⸗ ten deine Augen blöde machen, nicht zu sehen, daß der HErr dennoch da ist. Jene obengenannten Wir⸗ SS — kungen des heiligen Abendmahles, die du so gerne gehabt hättest, sind gar nicht die eigenthümlichen Wirkungen des Saeraments, sie können außerhalb des heiligen Abendmahls beim Gebet, beim Hören des göttlichen Wortes, bei der christlichen brüderli⸗ chen Unterhaltung ebensowol eintreten, als beim Saerament. Es sind das Gnadenwirkungen, die mit dem Genuße des heiligen Abendmahls immer verbunden sein würden, wenn die menschliche Na⸗ tur, sowie sie auch in uns Christen ist, nicht durch Sünde getrübt und in Unordnung gekommen wäre, wenn die göttlichen Ursachen und Güter, die uns verliehen werden, ungehindert und ebenso schnell in uns wirken könnten, wie etwa der Geist schnell ei⸗ nen Schluß macht von dem Wort, das uns Gott sagen ließ, auf die Erkenntnis, die uns durchftrö⸗ men, auf Entschluß, Gefühl und Thaten, die daraus folgen sollten. In jener Ewigkeit werden göttliche Ursachen unaufhaltsam auch göttlich wirken und alle Kräfte und Theile des Menschen beherrschen. Hier im Jammerthal ists anders, da wirkt die göttliche Ursache langsam, da gibt es viele dem Menschen bekannte und verborgene Hindernisse im Innern zu überwin⸗ den; da gibt es viele Dinge, die es nicht geben sollte, Licht ohne Schein und Wärme, Saamen ohne Ernte; da wird, was im anderen Falle eine noth⸗ wendige Wirkung der göttlichen Gegenwart gewesen erne ichen halb ören erli⸗ heim die mer Na⸗ urch dre, uns in ei⸗ Hott trö⸗ aus liche alle im ache inte vin⸗ ben hne oth⸗ esen 2585 sein würde, zur blos zufälligen Wirkung. Das ist so, du kannst es nicht ändern. Ergib dich nur drein, bis die ewigen Zeiten kommen, wo es an⸗ ders wird, und friß dir das Herz nicht in Gram und Kummer ab, wenn du auch erfährst, was alle Heiligen Gottes zu schmecken bekommen. Vergiß auch dabei nicht, daß das heilige Abendmahl noch andere größere Wirkungen hat, die bei allen Gläubigen unausbleiblich sind, auch bei dir, Wir⸗ kungen, die größer und herrlicher sind, als die, welche du vielleicht vermissest,— Wirkungen, aus denen zu jeder Zeit und Stunde hier und in Ewig⸗ keit auch all das süße Leben in überschwänglichem Maße entspringen kann, nach welchem du dürstest. Ja, mein Bruder, es gibt unfehlbare Wirkungen des heiligen Mahles.„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch,“ spricht der HErr,„werdet ihr nicht eßen das Fleisch des Menschensohnes und trinken Sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch ißet und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am jüngsten Tage auf⸗ erwecken. Denn mein Fleisch ist wahrhaftig Speise und mein Blut ist wahrhaftig Trank, und wer mein Fleisch ißet und trinket mein Blut, der bleibet in mir und ich in ihm. Wie mich gesandt hat der lebendige Vater, und ich lebe um des Vaters willen, also wer mich ißet, dersel⸗ 286 bige wird auch leben um meinetwillen. Dies ist das Brot, das vom Himmel kommen ist. Nicht wie eure Väter haben Manna geßen und sind gestorben. Wer dies Brot ißet, der wird leben in Ewigkeit.“ Diese wunderbaren Worte han⸗ deln von der unfehlbaren Wirkung des heiligen Mah⸗ les. Leben um JEsu willen, um Seines allerhei⸗ ligsten Verdienstes willen, durch Vergebung der Sünden,— ewiges Leben empfangen, Leben auch für den Leib, dem die Hoffnung der Auferstehung versiegelt wird, Leben in der innigsten Verbindung mit Christo, dem Weinstock, unvergängliches Leben, unsterbliches Wesen,— das alles geht in den gläubi⸗ gen Communicanten beim Sacramente über. Siehst du und spürst du das nicht, so ist es deshalb nicht zu leugnen, denn der sagt es, welcher nimmermehr lügen kann. Er kann sehr wesenhafte, mächtige, Leib und Seele durchgehende Wirkungen schaffen, die dennoch ebenso still und unmerklich in dir nie⸗ dergelegt werden, wie Er selbst auf Erden vor dem blöden Auge der Menschen keine Spuren einer gött⸗ lichen Einwohnung an sich trug und dennoch Gott war und Mensch in einer Person. Diese wesentli⸗ chen und unfehlbaren Wirkungen des heiligen Mah⸗ les lerne zuerst, dann glaube sie felsenfest, und sieh dann zu, ob nicht durch gläubige Betrachtung des⸗ sen, was unzweifelhaft vorhanden ist, auch in die 287 Wahrnehmung und das Gefühl deiner Seele die erwünschten Kräfte und Freuden übergehen. Diese Kräfte und Freuden gleichen, wenn sie nicht im Zusammenhang mit jenen unfehlbaren Wirkungen aufgefaßt werden, den schnell verwelkenden Blumen, die man vom Stocke abschnitt; sie duften aber um so sicherer und süßer und länger, wenn man sie in Zusammenhang mit den unfehlbaren Wirkungen des Sacramentes, d. i. gleichsam im Zusammenhang mit dem Stocke, mit der Wurzel, als Blüthen ei⸗ nes dauernden himmlischen Gewächses dahin nimmt. So kommt aus dem Unfehlbaren das Fehlende und Zufällige am sichersten hervor, und weise bist des⸗ halb auch du, mein Bruder, wenn du nicht das Unfehlbare geringer achtest, als das Andere, sondern wohl erkennst, daß deine Kelter immer voll sein muß, wenn du an den offnen Wunden deines HErrn bei Seinem Abendmahle gewesen bist. 149. Vom Fußwaschen IEsu. Mit dem 13. Capitel beginnt der heilige Jo⸗ hannes in seinem Evangelium den letzten Abschnitt seines Vortrags, die Geschichte der Leiden seines HErrn, und es geschieht das mit einem feierlichen und ergreifenden Eingang, welcher von der unaus⸗ tilgbaren Liebe Christi zu den Seinen handelt. Gleich an diesen Eingang schließt sich die Geschichte der WN. 288 symbolischen Handlung an, durch welche unser HErr Seinen Jüngern die heilige Verpflichtung der gegen⸗ seitig dienenden Liebe unvergeßlich und tief einprä⸗ gen und ihnen zugleich ein helles Licht über den Sinn alles Seines Lebens, Leidens und Sterbens, ja Seines Regimentes in der Höhe aufstecken wollte. Denn auch Er dient mit allem zusammen nur Sei⸗ ner armen Kirche und wird, obwol Gott, vor dem sich Erd und Himmel neigt, doch in alle Seinem Thun und Leiden immer nur zu Füßen Seiner ar⸗ men Kirche gefunden, welcher Er die Füße waschen, und die geringsten Dienste zu leisten bemüht ist. Die Geschichte der Leiden Jesu beginnt also bei Johannes mit der Fußwaschung. Er hat den Jün⸗ gern die Füße gewaschen und zwar bei Seinem letzten Abendmahlseßen mit ihnen, in der Nacht, da Er verrathen ward. Zu derselben Zeit, da Er Sein Abendmahl einsetzt, kurz vor dieser hohen Einsetzung wäscht Er den Jüngern die Füße und läßt sich auch durch den Widerstand Petri daran nicht hindern. Es mußte so sein und in der in⸗ nigsten Verbindung mit dem allerheiligsten Geheim⸗ nis des Saeraments sollte der Kirche der Befehl der demüthig dienenden Liebe hinterlaßen werden. Die Fußwaschung geht dem heiligen Abendmahle voran, soviel wir merken können, obwol die geheim⸗ nisvolle Deutung, die von ihr auf den Kreuzes⸗ tod un ger na Lel HErr zegen⸗ nyrä⸗ den bens, ollte. Sei⸗ dem einem 4 ar⸗ schen, t ist. bbei Jün⸗ einem t, da a Er hohen und daran *in⸗ heim⸗ Befehl erden. mahle eheim⸗ euzes⸗ 289 tod und das Blut des HErrn zu machen ist, das uns von Sünden reinigt, so wie der Gehorsam ge⸗ gen das Gebot, welches in der Handlung liegt, erst nach der Einsetzung des heiligen Abendmahls ins Leben treten kann. Das Fußwaschen, soweit es durch Christi Jünger geschehen soll, gehört zu den schönsten und glänzendsten Folgen, welche der Christ in seinem Leben dem heiligen Abendmahle gibt und geben soll. So ihr solches wißet, selig seid ihr, wenn ihrs thut. Beim heiligen Abendmahle seid ihr gewesen, und bereits denket ihr mit Recht schon wieder an den freudenvollen Tag, an welchem ihr wieder zum Altare treten wollt. Ihr lebt, wenn ihr Christen seid, in einem beständigen Wech⸗ sel zwischen der Vorbereitung zum Saeramente und dem Genuß desselben. Ihr kommet immer und im⸗ mer wieder, um euch von Christo im Abendmahle die Füße waschen zu laßen, welche vom täglichen Wandel in Sünden immer wieder staubig werden. Wolan, weil ihr immer der Fußwaschung eures Gottes und Heilandes bedürfet, und Er euch ohne Unterlaß in eurem armen Sündenleben dienen muß; so folget Ihm auch nach, gehet hin und dienet auch ihr eurem HErrn und Gott in euren Brüdern in Demut. Machen sie euch Mühe, gibt es täglich und stündlich zu dienen, zu opfern; so vergeßet nicht, daß auch ihr eurem HErrn und Gott 19 Prüfungstafel. 290 Mühe machet, und daß im irdischen Reiche Christi das Gesetz gilt:„Einer trage des Andern Last.“ Füße waschen, wörtlich genommen, ist ein geringes Ding, und die wörtliche Ausführung desselben ist nicht das Schwierigste in dieser Welt. Viele Kö⸗ nige, Fürsten und Herren, die von der Demut Christi nichts wußten, haben dennoch die Fußwaschung wörtlich geübt und thun es noch. Es gibt schwe⸗ rere Dinge, die darin angedeutet sind. So wie der HErr in Seiner Fußwaschung auf Sein Leiden und Bluten, auf Sein Opfer und die Vergebung unsrer Sünden deutet, so ist dein Fußwaschen am schönsten und völligsten geschehen, wenn du siebenzig mal sieben mal deinem Beleidiger verzeihst und die Feh⸗ ler und Schwachheiten deines Bruders in Hoffnung und aus Liebe gern und willig trägst. Tragen, tragen, unermüdlich dulden, es als Lebensberuf er⸗ kennen, unter der täglichen Erfahrung der Unvoll⸗ kommenheit anderer, geduldig und glücklich dahin zu gehen, und sich mit jenen ewigen Zeiten trösten, in denen man nicht mehr zu tragen gibt, und nichts mehr zu tragen bekommt: das heißt des Saeramen⸗ tes würdig leben, das ist würdige Vor⸗ und Nach⸗ bereitung zum Altare. 291 150. Von der heiligen Agape oder dem rechten Liebesmahle. Wenn die erste Gemeinde zu Jerusalem hin und her in den Häusern das Brot brach mit Freu⸗ den, so geschah dies in einem doppelten Sinne; sie brach das Brot zum Sacrament und zur tägli⸗ chen irdischen Mahlzeit. In reichen Tischgesellschaften aßen die Jünger zusammen nach heiliger Ordnung; jede gemeinschaftliche Mahlzeit wurde durch die heilige Liebe, die sie durchdrang, zu einer Liebesmahlzeit, einer Agape, zum irdischen Abbild der vorangehen⸗ den himmlischen Mahlzeit des Sacraments. Was waren das für Tage, die Tage der ersten Gemeine zu Jerusalem, und im Gegentheil: was sind das für Menschen, die sich hinstellen und die ersten Christen und ihre Liebesgluth tadeln können, welche sie selbst doch niemals weder gehabt, noch verstanden haben. Wahrlich, das war eine schöne und heilige Weise, das Saerament zu feiern, da man die Liebesmahl⸗ zeit folgen ließ und da die Freuden der brüderlichen Gemeinschaft beim irdischen Mahl genoß, nachdem man sich aufs neue saeramentlich mit dem HErrn und Seinem heiligen Leibe vereinigt hatte. Abend⸗ mahl und tägliche Mahlzeit in Vereinigung, lieben Brüder, das wäre wol werth, als ein hohes Ziel des Lebens auf Erden aufgestellt zu werden, wenn 19* ö 1. 22 es auch freilich jetzt so wenig, wie früher, zu einer stehen⸗ den und unvergänglichen Sitte in der Christenheit wer⸗ den kann. Wo man es kan n, da hat man jetzt noch die Macht es zu thun; wer wills wehren? Wo man's aber nicht kann, da behalte man's wenigstens im Sinn und trachte darnach. Wenn du vom Altare heim gehst und dich nun mit den Deinen niederse⸗ tzest, um deine Mittagmahlzeit zu nehmen, so sprich zu den Deinen vom Liebesmahle und halte das Lie⸗ besmahl wenigstens mit deiner Familie. Beginn im Kleinen, was du im Großen nicht kannst, und wenn du begonnen hast, so laß den möglichen Fort⸗ schritt eintreten; gedenke bei der Liebesmahlzeit, die du mit den Deinen hältst, der Armen und lade, wenn es sein kann, die Krüppel und Lahmen dazu; sende den Kranken von deiner Speise und übe Barm⸗ herzigkeit von deinem Tische an den Nothleidenden. Auf diese Weise thust du zur Wiederherstellung des Liebesmahles, was du kannst, und ich verspreche dir zu deinem Thun die Erfahrung eines wunderlieb⸗ lichen Ausdrucks der heiligen Schrift:„Du wirst, mit St. Jakobus zu reden, selig sein in deiner That.“ Denn Geben ist im Allgemeinen seliger, als Nehmen, und dem HErrn in süßer Barmherzigkeit gegen die Sei⸗ nen dienen, das ist ein heiliger Nachklang der Feier und des Lobgesangs beim Saerament und selbst ein lieblicher wohlgefälliger Gottesdienst. ein euc un! ehen⸗ wer⸗ Hh die nan's 38 im lltare derse⸗ sprich 3Lie⸗ eginn und Fort⸗ t,‚ die lade, dazu; zarm⸗ nden. g. des he dir ꝛrlieb⸗ wirst, hat.“ hmen, e Sei⸗ Feier st ein Um Beßerung des Lebens. 151. Joh. 15, 1—8. Ich bin ein rechter Weinstock, und mein Vater ein Weingärtner. Einen jeglichen Reben an mir, der nicht Frucht bringet, wird er wegnehmen, und einen jeglichen Reben, der da Frucht bringt, wird er reinigen, daß er mehr Frucht bringe. Ihr seid jetzt rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibet in mir, und ich in euch. Gleichwie der Rebe kann keine Frucht bringen von ihm sel⸗ ber, er bleibe denn am Weinstock: also auch ihr nicht, ihr bleibet denn an mir. Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben. Wer in mir bleibet und ich in ihm, der bringt viele Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts thun. Wer nicht in mir bleibet, der wird weggewor⸗ fen wie ein Rebe, und verdorret, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer und muß brennen. So ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollet, und es wird euch widerfahren. Darin wird mein Vater geehret, daß ihr viel Früchte bringet, und werdet meine Jünger. Ich armer Mensch gar nichtes bin, Gott's Sohn allein ist mein Gewinn. Daß er Mensch worden, ist mein Trost, Er hat mich durch sein Blut er⸗ lost. Gott Vater, ach, regiere mich Mit Deinem Geiste stätiglich! Laß Deinen Sohn, mein Trost und Leb'n, Allzeit in meinem Herzen schweb'n. Und wenn mein Stündlein kommen ist, Nimm mich zu Dir, HErr IEsu Christ; Denn ich bin Dein und Du bist mein, Wie gern wollt ich bald bei Dir sein. HErr IEsu Christe, hilf Du mir, Daß ich ein Zweiglein bleib an Dir Und nachmals von dem Tod aufsteh', Zu Deiner Herrlichkeit eingeh', Mit Deinen Engeln in Deim Reich Dich lob und preise ewiglich! Amen. 153. HErr Christe, ich gehe zum Saerament und bleibe dann, wie zuvor, ohne Frucht. Ich habe so großen Schatz empfangen, der bleibt da bei mir liegen und ruht. Das klag' ich Dir. Hast Du mir den Schatz gegeben und geschenkt, so gib auch, daß er Frucht und ein ander Wesen in mir schaffe, sich beweise und erzeige gegen meinen Nächsten! Amen. Dr. M. Luther. wil den, t er⸗ inem Trost eb'n. mich Dein bei Daß von geh', und und habe mir Du auch, haffe, sten! er. O frommer und treuer Gott, nachdem Du mich zu Gnaden angenommen und mich durch die himm⸗ lischen Gaben des Leibes und Blutes IEsu Christi meines Heils und Deiner Gnade gewis gemacht hast, wollest Du mir fortan durch Deinen heiligen Geist beistehen, daß ich den Sünden täglich ab⸗ sterben, ihnen mit Gebet und Gottes Wort Wider⸗ stand thun, mein sündlich Fleisch und seine Lüste tödten und ihnen nicht mehr so nachhängen, son⸗ dern mein Leben beßern, in einem neuen Gehorsam wandeln, und Dir in und nach allen Deinen Ge⸗ boten treulich dienen möge, bis ich einmal, aus dieser argen, bösen Welt, von meinem fündlichen Fleische durch den zeitlichen Tod erledigt, Dir mit allen heiligen Engeln und gläubigen Christen in jenem ewigen Leben in vollkommener Gerechtigkeit und Heiligkeit dienen und Dich wahren Gott, Vater, Sohn und heiligen Geist, loben, ehren und preisen werde immerdar und in alle Ewigkeit! Amen. 155⁵. Gegen die Anfechtung, als habe man das Sacrament unwürdig empfangen. Hilf mir, o Gott und HErr meines Lebens, wider alle unruhigen Gedanken meines zerschlagenen 20— Herzens, mit welchen der Satan und mein Fleisch und Blut mich martern und plagen. Du weißt ja, daß ich Dir gerne mit aufrichtigem Herzen dienen wollte; ich bin auch in dem guten Vorsatz zu Deinem Abendmaͤhle gekommen, Dich zu ehren und meiner Seele Rath und Hilfe zu schaffen. Aber ich bilde mir ein, ich habe es in dem einen oder andern Stück versehen: ich zweifle, ob ich ge⸗ nug gebetet, ob ich mich ehrerbietig genug erzeigt habe; ja viele andere zweifelhaftige Gedanken(die Du, o Herzenskündiger, wohl merkst) machen mich betrübt und traurig und verderben mir meine selige Freude an Deinem heiligen Abendmahle. O Gott, zieh Deine Hand nicht von mir ab, erleuchte mein Herz, und schaffe mir Ruhe vor den losen, bösen Einfällen und Anfechtungen des Satans. Freud' und Friede kommt von Dir, o Gott! Darum stille die Wellen meines Gemüths und bekräftige mich durch Deine Gnade, daß ich glaube und nicht auf mein schwankendes Herz, sondern auf Deine seligen Verheißungen und auf Deine heiligen Gna⸗ denzeichen im Saeramente traue. Nimm an mein Seufzen, erhöre mein Flehen— und weil auch mein Seufzen und Flehen Unvollkommenheit genug hat, damit mich der Satan anfechten und in Dei⸗ ner Gnade irre machen könnte, so hilf mir nicht um meines unvollkommenen Lebens, noch um irgend E 2— der 297 eines Werkes, sondern allein um IEsu Christi, meines Heilandes willen, und stille meine Seele gegen des Satans Dräuen mit stiller Zuversicht, o Du, unter deßen Flügeln und Schatten ich sitze, meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich traue! Amen. 156. Fester Glaube an Christi Wort und Sacrament. O Du selige Dreifaltigkeit, laß Dir wohl⸗ gefallen unser Lob und Danksagung, mache fest und beständig das Werk, das Du in uns voll⸗ bracht hast. Hilf, daß es uns fruchtbar und förderlich sei in das ewige Leben! Amen. O Du allerbarmherzigster HErr JEsu Christe, Schöpfer und Erlöser menschlichen Geschlechtes, ge⸗ boren aus der reinen Jungfrau Maria, wahrer Gott und Mensch. Ich bitte Dich durch Deinen Fronleichnam und kostbares Blut, das ich armer Sünder jetzt genoßen habe, welches Du uns in Deinem letzten Nachtmahl und Testament aus großer Liebe zu einem Heil und Trost gegeben hast und gesprochen:„Nehmet hin und eßet, das ist mein Leib, der für euch dargegeben wird! Nehmet hin und trinket alle daraus, das ist der Kelch des neuen Testamentes in meinem Blute, das für euch und für viele vergoßen wird zur Vergebung der 298 Sünden“: Du wollest nun durch dies kräftige, wahre Himmelsbrot Deines heiligen Leibes und den edlen Trank Deines Blutes meine Seele stärken im Glauben, in der Liebe, in der Hoffnung auf dem fernen Weg, der mir bevorsteht in ein unbe⸗ kanntes Land. Ich bitte Dich, o HErr, daß Du mir durch solches Saeramentes Zusagen verzeihen wollest alle meine Sünden, sie seien mir bekannt oder unbekannt, ich habe sie gebeichtet oder nicht gebeichtet. Denn jetzo beichte ich Dir und bekenne, daß alles mein Leben nichts anderes denn Sünde ist gewesen. Ist aber etwas Gutes je an mir ge⸗ wesen, so ist's Dein und nicht mein. O Herr, was Du mir in Deinem Testament verheißen hast, daß Dein Leib für mich und meine Sünde in den Tod dargegeben ist, Dein Blut zur Vergebung meiner Sünde vergoßen; das nehm' ich hin, und an solchen Worten nnd Zusagen Deines göttlichen Mundes zweifelt mir nicht, denn Du selbst die Wahrheit bist, und müßte eher Himmel und Erde vergehen, ehe Deine Worte unwahr würden. Da⸗ rum, o HErr JEsu Christe, wie Du selbst auf solch Dein Wort gestorben bist und mir Deinen Leib und Blut zu einem Pfand und Wahrzeichen hin⸗ terlaßen hast; also will ich auch sterben in solchem festen Glauben Deiner Zusage und gewis durch Deine lautere Gnade und Barmherzigkeit, daß mir — 299 alle meine Sünde vergeben und verziehen und das ewige Leben mir zugesagt und mein ist. Denn Du sprichst:„Wer mein Fleisch ißet und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben.“ Dieses meines Glaubens, o HErr, sollst Du Zeuge sein und Deine heiligen Engel, der Priester, welcher mir das Saerament auf solchen Glauben gegeben hat, die Leute, die mich's haben empfangen sehen. Es soll auch das mein letzter Wille sein, in solchem Glauben Deiner Zusage, auf Deine lautere Barm⸗ herzigkeit zu sterben, und ob ich durch Schmerzen, Unvernunft und Anfechtung würde oder wollte ab⸗ fallen, so soll es nichts gelten. Es soll mein ob⸗ genannter Glaub und Wille unwiderrufen bleiben und nach solchem will ich von Dir nach Deiner Barmherzigkeit beurtheilt werden. So mag mir der Tod, die Hölle, die Sünde und der Teufel nicht schaden! Dein Wort ist stärker, denn das alles. Ich weiß auch wohl, o gütiger HErr, daß Moses und Aaron zwei heilige und hochgeach⸗ tete Männer waren; aber um des willen, daß sie nicht anhiengen Deinem Wort, Waßer aus dem Felsen zu bringen, wurden sie verhindert, einzugehen in das gelobte Land. Darum glaub' ich Deinem Wort, Dein Leib sei für mich gegeben, Dein Blut für meine Sünde vergoßen, auf daß Du mich ein⸗ führest in die Kraft Deines Wortes, in das ewige 300 Vaterland, das mir und allen Gläubigen verheißen ist. Amen. 157. Abendgebet der freudenvollen Seele. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du allewege unsre Blödigkeit ganz väterlich bedenkest und daher neben andern unzählbaren Wohlthaten, die Du uns erzeigest, auch die Nacht zur nothwendigen Ruhe unsers müden Leibes gnädiglich verordnet hast: ich bitte Dich von Herzen, verzeihe mir und allen denen, welche Du heute mit himmlischer Speise und Trank begnadigt hast, alles, wodurch wir Deiner himmlischen Güte nach unsrer großen Schwachheit aufs neue unwerth geworden sind. Gib uns, HErr, ein ernstlich Misfallen aller un⸗ serer sündlichen Gebrechlichkeiten, entzünde in uns durch Deinen heiligen Geist eine unauslöschliche Begierde nach der täglichen Beßerung. Verleihe nun, o HErr und getreuer Vater, eine stille, sanfte, gute und ruhige Nacht in Deinem Frieden mir und allen freudenmüden Menschen, so wie auch denen, die ohne Deine besondere Gabe und Erhörung dieser Bitte vor Krankheit, Kummer, Herzeleid, Anfech⸗ tungen oder Leibesschmerzen nicht schlafen könnten. Wache Du über uns, Du getreuer Vater; erleuchte die Augen unsers Gemüthes, daß wir nicht im Me De De Un eißen wege daher Du digen rdnet und ischer durch oßen sind. un⸗ uns hliche rleihe infte, und enen, dieser fech⸗ nten. uchte 301 Tode der Sünden entschlafen, sondern wachen im lebendigen Glauben, welcher allezeit in der Lampe unsers Herzens brenne und seine nothwendige Nah⸗ rung habe von dem Oele Deines heiligen Geistes, auf daß, wenn Dein Sohn kommt und anklopft zu der Stunde, die uns verborgen, Dir aber allein be⸗ wußt ist, wir ihn ohne Verzug mit allen Freu⸗ den einlaßen, ihm, unserm geliebten Bräutigam fröhlich entgegengehen und dann mit eingelaßen werden in Deinen himmlischen Freudensaal, wo Du Dich mit allen Gläubigen in ewiger Liebe, Freude und Seligkeit vereinigen und erfreuen wirst bei Deinem ewigen Abendmahle! Amen. 158. Der Lobgesang der Mutter Gottes. Luc. 1, 46—-55. (Das Magnificat.) Meine Seele erhebt den HErrn, Und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilands. Denn er hat seine elende Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskind. Denn er hat große Ding an mir gethan, Der da mächtig ist, Und Des Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für Bei denen, die ihn fürchten. 302 Er übet Gewalt mit seinem Arm Und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl Und erhebet die Elenden. ö ö Die Hungrigen füllt er mit Gütern Und läßt die Reichen leer. Er denket der Barmherzigkeit Und hilft seinem Diener Israel auf, x Wie er geredt hat unsern Vätern, Abraham und seinem Saamen ewiglich. Lob und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. euet, jbet die inem und und 303 Zum Schluß. ——— Warnung vor falscher Austheilung des Sacra⸗ ments und falscher Abendmahlsgemeinschaft. Der Zeit Nothdurft erheischt es, die Commu⸗ nicanten auf zwei Uebelstände aufmerksam zu ma⸗ chen und sie zu warnen. Erstens gibt es manche Pfarrer, die nicht glauben, daß sie den Leib und das Blut Christi austheilen, und deshalb, wie die Reformierten und Unierten, auch nicht wagen, bei der Austheilung zu sagen:„Das ist der Leib Christi, das ist das Blut Christi.“ Sie sagen:„Unser HErr Christus spricht: Das ist mein Leib, das ist mein Blut.“ Christum laßen sie's sagen, sie aber sagens ihm nicht nach; mögen sich's die Commu⸗ nicanten selbst deuten.— Gegen diese stehe hier ein Zeugnis Luthers: „Wer seinen Seelsorger öffentlich weiß, daß er zwinglisch lehrt, den soll er meiden und ehe sein Leben lang des Sacraments entbehren, ehe er's von ihm empfangen sollte, ja auch eher darüber sterben und alles leiden. Ist aber sein Seelsorger der Zweizüngigen einer, der mit dem Maul für⸗ gibt, es sei im Sacrament der Leib und Blut Christi gegenwärtig, und doch verdächtig ist, daß er im Sacke verkaufe und anders meine, weder die Cor Worte lauten; so gehe oder sende frei zu ihm und sche laß dir's deutlich heraussagen, was das sei, das er von dir mit seinen Händen reicht und du mit deinem zeuf Munde empfähest, hintangesetzt auf das Mal, was man im Herzen gläube oder nicht gläube; schlecht die (schlicht) gefragt, was Hand und Mund hie faßet. Kir Ist's ein redlicher Schwärmer, der aufrichtig mit eine dir handeln will, der wird dir also sagen, er reiche The dir eitel Brot und Wein, dabei sollst du denken We und gläuben den Leib und Blut Christi ꝛc. Ist's den aber der Gaukler einer, die unter dem Hütlein spie⸗ zwe len, so wird er mum mum sagen und den Brei ode im Maul herumwerfen und also geifern:„Ei, es und ist genug, daß du gläubest den Leib, den Chri⸗ ßen stus meint.“ Das heißt dann fein geantwortet eine und Urkund gegeben der Hoffnung, so in uns ist, nem wie St. Petrus lehrt 1 Ep. 3, 17.— Denn Her was soll doch das schreckliche Gaukelspiel sein, noc darin sie das Volk wollen lehren und sagen ihnen Zor doch nichts, sondern weisen sie ins finstre Loch und beß sprechen: Gläube, was Christus meinet. Was aber ken Christus meint, wollen sie nicht sagen.“(L. Werke ihn XVII. 2440.) Gef Von solchen Priestern am Altare güt ban die Wort:„Hütet euch!“ ö mie Zweitens gibt es Pfarrer, die verscheden die und 18 er inem was hlecht aßet. mit reiche enken Ist's spie⸗ Brei i, es hri⸗ bortet 8 ist, Denn sein, ihnen und aber Werke hrist iedene 305 Confessionsverwandte zum Saerament der lutheri⸗ schen Kirche zulaßen, ohne daß die Falschgläubigen von ihrer Kirchengemeinschaft abtreten. Gegen sie zeuge gleichfalls Luther: „Es ist mir schrecklich zu hören, schreibt er an die Christen zu Frankfurt 1533, daß in einerlei Kirche oder bei einerlei Altar sollten beide Theile einerlei Sacrament haben und empfangen und ein Theil sollte gläuben, es empfahe eitel Brot und Wein, das andere Theil aber gläuben, es empfahe den wahren Leib und Blut Christi. Und oft zweifle ich, ob's zu glauben sei, daß ein Prediger oder Seelsorger so verstockt und boshaft sein könnte, und hiezu stillschweigen und beide Theile also la— ßen gehen, ein jegliches in seinem Wahn, daß sie einerlei Saerament empfahen, ein jegliches nach sei— nem Glauben. Ist aber etwa einer, der muß ein Herz haben, das härter ist, denn kein Stein, Stahl noch Demant, der muß freilich ein Apostel des Zorns sein. Denn Türken und Juden sind viel beßer, die unsre Saeramente leugnen und frei be⸗ kennen; denn damit bleiben wir unbetrogen von ihnen und fallen in keine Abgötterei. Aber diese Gesellen müßten die rechten hohen Erzteufel sein, die mir eitel Wein und Brot geben und ließen mich's halten für den Leib und Blut Christi, und sa jämmerlich betrögen; das wäre zu heiß und zu Prüfungstafel. 20 306 hart, da wird Gott zuschmeißen in Kurzem. Da⸗ rum wer solche Prediger hat, oder sich des zu ih⸗ nen versieht, der sei gewarnt vor ihnen, als vor dem leibhaftigen Teufel selbst.“ Anhang einiger Buß- und Abend- mahlslieder. Bußlieder. 1. 1. Ach Gott und HErr, wie groß und schwer sind mein begang'ne Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Welt ihr Ende und wollt los sein des Kreuzes Pein, wird es sich doch nicht enden. 3, Zu Dir flieh ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet! Ach Gott, zürn nicht, geh nicht ins G'richt, Dein Sohn hat mich versühnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Pein auf Sün⸗ den folgen müßen, so fahr hie fort, nur schone dort und laß mich hier wohl büßen. 5. Gib, HErr, Geduld, vergib die Schuld, verleih ein g'horsam Herze; laß mich nur nicht, wie's oft ge— schicht, mein Heil murrend verscherzen. ö 6. Handle mit mir, wie's dünket Dir, nach Dein'r Gnad will ichs leiden; laß mich nur nicht dort ewiglich von Dir sein abgescheiden. 7. Gleichwie sich fein ein Vögelein in hohle Bäum verstecket, wenn's trüb hergeht, die Luft unstät Menschen und Vieh erschrecket. 20* 308 8. Also, HErr Christ, mein Zuflucht ist die Höhle Deiner Wunden; wenn Sünd und Tod mich bracht in Noth, hab ich mich drin gefunden. 9. Darin ich bleib, ob hier der Leib und Seel von ander scheiden, so werd ich dort, bei Dir, mein Hort, sein in der ew'gen Freuden. 10. Ehre sei nun Gott Vater, Sohn und heil'gem Geist zusammen! Zweifle auch nicht, weil Christus spricht: Wer glaubt, wird selig! Amen. Martin Rutilius. 2. Allein nach Dir, HErr ‚ JIEsu Christ, verlangt mich,„ weil ich hie leb'„ in dieser Welt auf Erden. Allein an Dich, HErr,„: IEsu Christe, glaub ich, ½ hoffend gewis 3 der Himmel soll mein werden, den Du erworben, mit Deinem Blute, am Kreuz gestorben mir zu gute. O Du Lamm Gottes,, erhör mein herzliches Flehen, mein Augen gen Himmel sehen, Tröst' mich mit Deinem Geist, o HErr Gott, hilf mir in meiner Noth! Wenn ich von hinnen fahre, mein Seel wollst Du bewahren. Denn in dem Tod und auch im Leben hab ich je Dir ergeben, o HErr IEsu Christe, mein Seel in Deine Hände: nimm's in Deine Hände! 3. ö 1. Allein zu Dir, HErr JEsu Christ, mein Hoff⸗ nung steht auf Erden! Ich weiß, daß Du mein Trö⸗ ster bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbe⸗ ginn ist nichts erkorn, auf Erden war kein Mensch ge— born, der mir aus Nöthen helfen kann: ich ruf Dich an, zu dem ich mein Vertrauen han. erh mei wa vor Sü aue kan Gn öhle tin von hort, gem istus s. angt den. 1 1/ Du mir iches mich einer ollst eben mein off⸗ Trö⸗ nbe⸗ ge⸗ Dich 309 2. Mein Sünd sind schwer und übergroß, und reuen mich von Herzen; derselben mach mich quitt und los durch Deinen Tod und Schmerzen, und zeig mich Deinem Vater an, daß Du hast gnug für mich gethan, so werd ich los der Sündenlast. Hérr, halt mir fest, wes Du Dich mir versprochen hast. 3. Gib mir nach Dein'r Barmherzigkeit den wah— ren Christenglauben, auf daß ich Deine Seligkeit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben Dich und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End Dein Hilf mir send, dadurch behend des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und IEsu Christ, seinem liebsten Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott, dem heiligen Geiste, der uns sein Hilf allzeit leiste, damit wir ihm gefällig sein hier in der Zeit und folgends in der Ewigkeit. Joh. Schnesing. * 4. 1. Aus tiefer Noth schrei ich zu Dir, HErr Gott, erhör mein Rufen; Dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner Bitt sie öffne! Denn so Du willt das sehen an, was Sünd und Unrecht ist gethan, wer kann, HErr, vor Dir bleiben? 2. Bei Dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Thun umsunst, auch in dem besten Leben; vor Dir niemand sich rühmen kann, des muß Dich fürchten jedermann und Deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Ver⸗ 310 dienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll laßen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein werthes Wort, das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. Martin Luther. 5. 1. HErr JIEsu Christ, Du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden! Sieh doch, wie ich in mei— nem Muth mit Schmerzen bin beladen, und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewißen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm Dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil Du sie gebüßet hast am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht mit großem Weh in meinen Sünden untergeh, noch ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kömmet ein, was ich mein Tag begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein und bin mit Furcht umfangen, ja, ich weiß weder aus noch ein, und müßte stracks verloren sein, wenn ich Dein Wort nicht hätte. 4. Aber Dein heilsam Wort, das macht mit seinem sich rthes ll ich ieder Nacht echter Hotts t ist Ziel, gute allen. her. zu Deinen Auserwählten. 311 süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht, als wenn's beginnt zu springen, dieweil es alle Gnad ver⸗ heißt denen, die mit zerknirschtem Geist zu Dir, o JEsu kommen. 5. Und weil ich denn in meinem Sinn(wie ich zuvor geklaget) auch ein betrübter Sünder bin, den sein Gewißen naget, und gerne möcht im Blute Dein von Sünden abgewaschen sein, wie David und Manasse; 6. So komm ich auch zu Dir allhie in meiner Noth geschritten, und thu Dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Vergib mir's doch genädiglich, was ich mein Lebtag wider Dich auf Erden hab be⸗ gangen. 7. O SErr, mein Gott, vergib mir's doch um Deines Namens willen, und thu in mir das schwere Joch der Uebertretung stillen, daß sich mein Herz zufrie⸗ den geb und Dir hinfort zu Ehren leb in kindlichem Gehorsam. 8. Stärk mich mit Deinem Freudengeist, heil mich mit Deinen Wunden, wasch mich mit Deinem Todes⸗ schweiß in meiner letzten Stunden, und nimm mich einst, wenn Dir's gefällt, in wahrem Glauben von der Welt B. Ringwaldt. 6. 1. Höchster König, IEsu Christ, der Du groß und schrecklich bist, der Du willst umsonst das Leben allen Auserwählten geben, Brunnquell aller Gütigkeit, führ auch mich zur Himmelsfreud. 2. Frommer Hirt, erhöre mich und erinn're gnädig Dich, daß Du in die Welt bist kommen, Kreuz und Tod 312 auf Dich genommen, daß ich dort auf jenen Tag aller Qual entgehen mag. 3. Du hast eher nicht gerast't, bis Du mich gefun⸗ den hast, bist am Kreuz für mich gestorben, daß Du meine Seel erworben. O laß solche Müh und Pein an mir nicht verloren sein. 4. Rechter Rächer aller Schuld, ich begehre Deine Huld. Laß Vergebung meiner Sünden mich bei Deiner Güte finden, eh' der große Tag einfällt, der zur Rech— nung ist bestellt. 5. Ich beseufze meine That, die den Zorn verdienet hat; es erröthen meine Wangen über dem, was ich be— gangen; ach, ich bitt in solcher Noth: Schone meiner, treuer Gott! 6. Weil Maxia fand Genad, da sie thränend Buße that, weil dem Schächer ward gewähret, was er hat von Dir begehret, setze billig auch noch ich meine Hoff— nung fest auf Dich. 7. Mein Gebet ist zwar nicht werth, daß ihm sol⸗ ches widerfährt; aber Du, mein Hort, verhüte aus un⸗ endlich großer Güte, daß nicht in der Höllen Weh' ich in Ewigkeit vergeh'. 8. Hilf, daß, wo Du stellest hin Deine Schäflein, ich auch bin; reiß mich ferne von den Böcken, die ein strenger Spruch wird schrecken; laß mich zu der Rechten steh'n und zur Herrlichkeit eingeh'n. 9. Wann Du wirst in Deinem Grimm durch des strengen Urtheils Stimm zu der Höllen Pfuhl und Flam⸗ men die verfluchte Schaar verdammen, sprich mir, wie den Frommen, zu: Komm, Gesegneter, auch Du! 10. Daß ich in des Himmels Saal unter Deiner aller fun⸗ Du Pein eine iner lech⸗ enet be⸗ ner, zuße hat off⸗ sol⸗ un⸗ ich ein, ein ten des am⸗ wie 313 Heil'gen Zahl, die Du selber ausgesöhnet und mit Un-— schuld hast gekrönet, freudenvoll, ohn' einig Leid leb' in alle Ewigkeit! Amen. L. 1. Ich ruf zu Dir, HErr JEsu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen. Verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen! Den rechten Weg, o HErr, ich mein; den wolltest Du mir geben, Dir zu leben, mein'm Nächsten nutz zu sein, Dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt noch mehr, o HErre Gott, Du kannst es mir wohl geben: daß ich nicht wieder werd zu Spott, die Hoffnung gib daneben; voraus, wenn ich muß hie davon, daß ich Dir mög vertrauen, und nicht bauen auf alles mein Thun, sonst wird mich's ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund mein Fein⸗ den mag vergeben; verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben! Dein Wort mein Speis laß allweg sein, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich bald möcht verkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von Dir in die⸗ ser Welt abwenden; Beständigsein an's End gib mir, Du hast's allein in Händen, und wem Du's gibst, der hat's umsonst; es mag niemand ererben, noch erwerben durch Werke Deine Gnad, die uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb, hilf, o HErr Christ, dem Schwachen. An Deiner Gnad allein ich kleb, Du kannst mich stärker machen. Kommt nun An⸗ fechtung her, so wehr, daß sie mich nicht umstoße; Du 314 kannst maßen), daß mir's nicht bringt Gefähr. Ich weiß, du wirst's nicht laßen. 8. Ich will von meiner Missethat zum HErren mich bekehren; Du wollest selbst mir Hilf und Rath hiezu, o Gott, bescheren und Deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir gewähren. 2. Natürlich kann ein Mensch doch nicht sein Elend selbst empfinden; er ist ohn Deines Geistes Licht blind, taub und todt in Sünden. Verkehrt ist Will, Verstand und Thun; des großen Jammers komm mich nun, o Va⸗ ter, zu entbinden. 3. Klopf durch Erkenntnis bei mir an und führ mir wol zu Sinnen, was Böses ich vor Dir gethan, Du kannst mein Herz gewinnen, daß ich aus Kummer und Beschwer, laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast Du doch auf mich gewandt den Reich— tum Deiner Gnaden. Mein Leben dank ich Deiner Hand, die hat mich überladen mit Ruh, Gesundheit, Ehr und Brot, Du machst, daß mir noch keine Noth bis hieher können schaden. 5. Hast auch in Christo mich erwäͤhlt tief aus der Höllen Fluthen, so daß es niemals mir gefehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja Dein eigen sei, hast Du mich auch aus bloßer Treu gestäupt mit Vaterruthen. 6. Wer gibt den Kindern, was Du mir gegeben, zu genießen? Schenk aber ich Gehorsam Dir? Das zeiget mein Gewißen, mein Herz, in welchem nichts ge— *) D. h. Maße oder Weg finden, vermittelu! Ich mich zu, o der hren. Rlend lind, stand Va⸗ führ than, nmer heiße Teich⸗ einer heit, Noth der gend Du n. eben, Das ge⸗ 315 sund, das tausend Sündenwürmer wund bis auf den Tod gebißen. ö 7. Die Thorheit meiner jungen Jahr und alle schnöde Sachen verklagen mich zu offenbar, was soll ich, Armer, machen? Sie stellen, HErr, mir für Gesicht Dein unerträglichs Zorngericht und Deiner Höllen Rachen. 8. Ich habe meiner Greuel Qual und schäm sie zu bekennen; es ist ihr weder Maß, noch Zahl, ich weiß sie nicht zu nennen, und ist ihr keiner doch so klein, um welches willen nicht allein, ich ewig müßte brennen. 9. Bisher hab' ich in Sicherheit fein unbesorgt ge— schlafen, gesagt: Es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen; er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der HErr mit seinen Schafen. 10. Dies alles jetzt zugleich erwacht, mein Herz will mir zerspringen; ich sehe Deines Donners Macht, Dein Feuer auf mich dringen; Du regest wider mich zu⸗ gleich des Todes und der Höllen Reich, die wollen mich verschlingen. 11. Die mich verfolgt, die große Noth, fährt schnell ohn Zaum und Zügel. Wo flieh ich hin? Du, Mor⸗ genroth, ertheil mir Deine Flügel, verbirg mich wo, Du fernes Meer; stürzt hoch herab, fallt auf mich her, ihr Klippen, Thürm und Hügel. 12. Ach, nur umsonst, und könnt ich auch bis in den Himmel steigen und wieder in der Höllen Bauch mich zu verkriegen neigen, Dein Auge dringt durch al⸗ les sich; Du wirst da meine Schand und mich der lich⸗ ten Sonne zeigen. 13. HErr IEsu, nimm mich zu Dir ein, ich flieh in Deine Wunden, die Du, o Heiland, wegen mein 316 am Kreuze hast empfunden, als unser aller Sünden Müh Dir, o Du Gotteslamm, ward hie zu tragen aufgebunden. 14. Wasch mich durch Deinen Todesschweiß und purpurrothes Leiden, und laß mich sauber sein und weiß durch Deiner Unschuld Seiden, von wegen Deines Kreu⸗ zes Last erquick, was Du zermalmet hast, mit Deines Trostes Freuden. 15. So angethan, will ich mich hin vor Deinen Vater machen; ich weiß, er lenket seinen Sinn und schaffet Rath mir, Schwachen. Er weiß, was Fleisches— lust und Welt und Satan uns für Netze stellt, die uns zu stürzen wachen. 16. Wie werd ich mich mein Lebenlang vor solcher Plage scheuen durch Deines guten Geistes Zwang, den Du mir wollst verleihen, der mir von aller Sündenlist und dem, was Dir zuwider ist, helf ewig mich befreien. Luise Henriette Kurfürstin von Brandenburg. 9. Chor. Nimm von uns, HéErr Gott, all' unser Sünd' und Missethat, auf daß wir mögen mit reinen Herzen Dir dienen, und in Dein Heiligthum eingehen. Halleluja. Knaben. Erbarme Dich:1:, Deines elenden Volkes, welches Du erlöset hast, Christe, mit Deinem theuren Blute, und zürne nicht ewiglich mit uns Armen. Halleluja. Chor. Erhöre 5 heiliger HErre Gott und Vater, das Gebet Deiner Kinder, durch IEsum Christum, unsern HErrn! Halleluja! chen ist falli daß Süt Tod gut zigk mei und ßerr Zeit 317 10. 1. O frommer und getreuer Gott, ich hab gebro⸗ chen Dein Gebot und sehr gesündigt wider Dich; das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber Du, o gnädiger Gott, nicht hast Ge⸗ falln an meinem Tod, sondern ist Dein herzlichs Begehrn, daß ich soll Buße thun, mich bekehrn, 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm ich armer Sünder zu Dir komm, und bitt Dich durch den bittern Tod und heilige fünf Wunden roth 4. Deins lieben Sohnes, JEsu Christ, der mir zu gut Mensch worden ist; laß Dein Gnad und Barmher⸗ zigkeit mehr gelten denn Gerechtigkeit. 5. Verschon, o HErr, laß Deine Huld zudecken alle meine Schuld, so werd ich arm, verlornes Kind los und ledig all meiner Sünd. 6. Ich will, o HErr, nach Deinem Wort mich be— ßern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. Bartholomäus Ringwaldt. 11. 1. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, er halt in seinen Sünden still, er kehre von der Bosheit sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd, hier findest du Trost, Heil und Gnad und was dir Gott versprochen hat durch seinen Mund und theuren Eid. O selig, dem die Sünd ist leid. 3. Doch hüte dich für Sicherheit, gedenke nicht, es ist noch Zeit; ich will zuvor recht lustig sein, und wenn der Tod bricht bei mir ein, will ich alsdann be⸗ kehren mich, Gott wird wol mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es, Gottes Gütigkeit ist zwar dem Sünder stets bereit, doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn, und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott von wegen Christi Blut und Tod, zusagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt sterben, ist dir kund, verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, jetzt bekehre dich, vor morgen kanns noch ändern sich. Wer heut ist frisch, gesund und roth, ist morgen krank, ja wol gar todt. Hast du nicht recht bekehret dich, so wirst du brennen ewiglich. 7. Hilf, o HErr JEsu, hilf Du mir, daß ich jetzt komme bald zu Dir und Buße thu den Augenblick, eh' als der Tod mich schnell hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Aus Ezech. 33, 11. Von Johann Heermann. 12. 1. Wo soll ich fliehen hin, weil ich beschweret bin mit viel und großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt herkäme, mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O IEsu voller Gnad, auf Dein Gebot und Rath kommt mein betrübt Gemüthe zu Deiner großen Güte: laß Du auf mein Gewißen ein Gnadentröpflein fließen. 319 3. Ich, Dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr'r in mir stecken und mich so heftig schrecken, in Deine tiefen Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch Dein unschuldig Blut, die schöne, rothe Fluth, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde, und ihr'r nicht mehr gedenke, ins Meer sie tief versenke. 5. Du bist der, der mich tröst't, weil Du mich selbst erlöst: was ich gesündigt habe, hast Du verscharrt im Grabe, da hast Du es verschloßen, da wirds auch bleiben müßen. 6. Ist meine Bosheit groß, so werd ich ihr'r doch los, wenn ich Dein Blut auffaße und mich darauf ver⸗ laße: wer sich zu Dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel: doch, was ich haben will, ist alles mir zu gute erlangt in Deinem Blute, damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. ö 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen, mit Dir kann ich sie schlagen, Dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Trotz bald schweigen. 9. Dein Blut, der edle Saft, hat solche Stärk und Kraft, daß auch ein Tröpflein kleine die ganze Welt kann reine, ja gar aus Teufels Rachen frei, los und ledig machen. 10. Darum allein auf Dich, HErr Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben, Dein Reich muß ich ererben, denn Du hast mir's erworben, da Du für mich gestorben. 320 11. Führ auch mein Herz und Sinn durch Deinen Geist dahin, daß ich mög alles meiden, was mich und Dich kann scheiden, und ich an Deinem Leibe ein Glied⸗ maß ewig bleibe. Johann Heermann. Abendmahlslieder. 1. 1. Auf, Seele, sei gerüst, Dein Heiland IEsus Christ brennt vor Verlangen: sein Herze sehnet sich, noch vor dem Leiden Dich recht zu umfangen. 2. Drum, liebes Israel, auf, stärke deine Seel, er⸗ greif die Siegel: Gott führt durch Lammesblut die Sei⸗ nen durch die Fluth zum Freudenhügel. 3. Die Zeit eilt ja heran, da wir die Himmels⸗ bahn sollen betreten. Ach hilf, daß uns die Nacht nicht träg und schläfrig macht, eifrig zu beten. 4. Nimm unsern Willen hin, schaff einen neuen Sinn nach Deinem Willen; daß wir, was Dir gefällt, in dieser Kreuzeswelt mögen erfüllen. 5. Die Zeit ja bald hinschleicht, darnach uns wird gereicht der Kelch der Freuden: o Trostes Ueberfluß, der dann ersetzen muß das kleine Leiden! 6. Da wird die Traurigkeit von Freud und Herr— lichkeit werden umschlungen, wenn Gott das weiße Kleid gibt denen nach dem Streit, die hier gerungen. 7. O geuß, Immanuel, in unser Herz und Seel Einfalt und Wahrheit; gib uns Weisheit in Dir und schenk uns für und für Klugheit und Klarheit. 8. Mach uns in Dir bereit, durch Leiden in die Fre De 321 Freud so einzudringen, daß wir„Triumph! Triumph! Der HErr ist da! Triumph!“ bald fröhlich singen. Geo. Heine. 1680. 2. 1. Gott sei gelobet und gebenedeiet, der uns selber hat gespeiset mit seinem Fleische und mit seinem Blute; das gib uns, HErr Gott, zu gute. Kyrieleison! HErr, durch Deinen heiligen Leichnam, der von Deiner Mutter Maria kam, und das heilige Blut hilf uns, HErr, aus aller Noth. Kyrieleison! ö 2. Der heil'ge Leichnam ist für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größre Güte konnte Er uns schenken, dabei wir sein soll'n gedenken. Kyrie— leison! HErr, Dein Lieb so groß Dich zwungen hat, daß Dein Blut an uns groß Wunder that und bezahlt unsre Schuld, daß uns Gott ist worden hold. Kyrieleison! 3. Gott geb uns allen seiner Gnaden Segen, daß. wir gehn auf seinen Wegen in rechter Lieb und brüder— licher Treue, daß uns die Speis nicht gereue. Kyrielei— son! HeErr, Dein heil'ger Geist uns nimmer laß, der uns geb zu halten rechte Maß, daß Dein' arm' Chri⸗ stenheit leb in Fried und Einigkeit. Kyrieleison! Martin Luther. 3. 1. HErr IEsu Christe, mein getreuer Hirte, komm, mit Gnaden mich bewirthe. Bei Dir alleine find ich Heil und Leben. Was ich darf, kannst Du mir geben. Kyrieleison! Dein arm Schäflein wollest Du weiden auf Israels Bergen mit Freuden, und zum frischen Was⸗ ser führ'n, da das Leben her thut rühr'n. Kyrieleison! Prüfungstafel. 21 322 2. All andre Speis und Trank ist ganz vergebens; Du bist selbst das Brod des Lebens. Kein Hunger pla⸗ get den, der von Dir ißet, alles Jammers er vergißet. Kyrieleison! Du bist die lebendige Quelle; zu Dir ich mein Herzkrüglein stelle: laß mit Trost es fließen voll, so wird meiner Seelen wohl. Kyrieleison! 3. Laß mich recht trauern über meine Sünde, doch den Glauben auch anzünde, den wahren Glauben, mit dem ich Dich faße, mich auf Dein Verdienst verlaße. Kyrieleison! Gib mir ein recht bußfertig Herze, daß ich mit der Sünde nicht scherze, noch durch meine Sicherheit mich bring um die Seligkeit. Kyrieleison! 4. Gräulich beflecket ist mein arm Gewißen: ach, laß ein Blutströpflein fließen aus Deinen Wunden, welche Du empfangen, da Du bist am Kreuz gehangen. Kyrie⸗ leison! Wann mein Herz damit wird gerühret, wird's von Stund an rein und gezieret durch Dein Blut mit Glauben schön, kann in Dir vor Gott bestehn. Kyrie⸗ leison! 5. Der darf des Arztes, den die Krankheit plaget, mit Begier er nach ihm fraget. O süßer IEsu, schau, wie tiefe Wunden werden auch in mir gefunden. Kyrie⸗ leison! Du bist ja der Arzt, dem ich rufe, auf den mit Verlangen ich hoffe. Hilf, o wahrer Mensch und Gottl, Hilfst Du nicht, so bin ich todt. Kyrieleison! 6. Du rufest allen zu Dir in Genaden, die müh⸗ selig und beladen. All ihre Missethat willt Du verzei⸗ hen, ihrer Bürden sie befreien. Kyrieleison! Ach, komm selbst, leg an Deine Hände, und die schwere Last von mir wende. Mache mich von Sünden frei; Dir zu die⸗ nen, Kraft verleih. Kyrieleison! ö * pla⸗ ßet. oll, doch mit 7. Mein'n Geist und Herze wollst Du zu Dir nei⸗ gen; nimm mich mir, gib mich Dir eigen. Du bist der Weinstock, ich bin Deine Rebe; nimm mich in Dich, daß ich lebe. Kyrieleison! Ach, in mir find ich eitel Sün⸗ den: in Dir müßen sie bald verschwinden; in mir find ich Höllenpein, in Dir muß ich selig sein. Kyrieleison! 8. Komm, meine Freude, komm, Du schönste Krone, IEsu, komm und in mir wohne! In mir will ich Dich mit Gebet oft grüßen; ja mit Lieb und Glauben küßen. Kyrieleison! Bringe mit, was alle Welt erfreut, Deiner Liebe süße Lieblichkeit,“) Deine Sanftmuth und Geduld, die Frucht Deiner Gnad und Huld. Kyrieleison! 9. Dies sind die Blümlein, die mich können heilen und mir Lebenssaft ertheilen, daß ich nun aus mir all Untugend reiße, Dir zu dienen mich befleiße. Kyrielei— son! In Dir hab ich alles, was ich soll; Deiner Gna— den Brünnlein ist stets voll.“*“) Laß mich ewig sein in Dir, und bleib ewig auch in mir. Kyrieleison! 4. 1. HErr JEsu, Dir sei Preis und Dank für diese Seelenspeis und Trank, damit Du uns begabet. Im Brod und Wein Dein Leib kommt uns wahrhaftig sehr zu gut und unser Herzen labet. Daß wir baß Dir in dem allen wohlgefallen, heilig leben, solches wollest Du uns geben. *) Gewöhnlich findet sich folgende Veränderung: Komm und schenke mir Deine Liebe, so wird nichts sein, das mich betrübe. ) Statt deßen gewöhnlich geändert: In Dir hab ich, was ich soll haben; Deiner Gnaden Brünnlein mich laben. 24* 324 2. Ach, HErr, laß uns doch nehmen nicht Dein werthes Nachtmahl zum Gericht. Ein jeder recht bedenke, daß er mit diesem Lebensbrod im Glauben stille seine Noth, der Fels des Heils uns tränke, züchtig, tüchtig Dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu Dir kom⸗ men von der Erden. 3. O daß wir solcher Seligkeit erwarten möchten allezeit in Hoffnung und Vertrauen, und folgends aus dem Jammerthal gelangen in den Himmelssaal, da wir Gott werden schauen, tröstlich, köstlich, uns als Gäste auf das Beste bei ihm laben und ganz volle Gnüge haben. Bernhard von Derschau. 5. 1. JEsus Christus, unser Heiland, der von uns den Gottes Zorn wandt, durch das bitter Leiden sein half er uns aus der Höllenpein. 2. Daß wir nimmer deß vergeßen, gab Er uns sein Leib zu eßen, verborgen im Brod so klein, und zu trinken sein Blut im Wein. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab wohl Acht auf sein Sachen: wer unwürdig hinzugeht, für das Leben den Tod empfäht. ö 4. Du sollt Gott, den Vater, preisen, daß Er dich so wohl wollt speisen, und für deine Missethat in den Tod sein Sohn geben hat. 5. Du sollt gläuben und nicht wanken, daß's ein Speise sei der Kranken, den'n ihr Herz von Sünden schwer, und vor Angst ist betrübet sehr. ö 6. Solch groß Gnad und Barmherzigkeit sucht ein hes daß oth, Dich Om⸗ ten aus wir äste tüge u. uns sein uns d zu hab geht, dich den ein nden t ein 325 Herz in großer Arbeit. Ist dir wohl, so bleib davon, daß du nicht kriegest bösen Lohn. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen; kein Arzt ist dem Starken noth, sein Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hättst du dir was könnt erwerben, was dürft Dieser Tisch auch dir nicht gilt, so du selber dir helfen willt. 9. Gläubst du das von Herzensgrunde und beken⸗ nest mit dem Munde, so bist du recht wohlgeschickt, und die Speise dein Seel erquickt. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben, deinen Nächsten sollt du lieben, daß er dein genießen kann, wie ich denn für dich sterben. dein Gott an dir hat gethan. 1. Mein IEsu, der Du vor dem Scheiden in Dei⸗ ner letzten Trauernacht uns hast die Früchte Deiner Lei⸗ den in einem Testament vermacht, es preisen gläubige 6. Martin Luther nach J. Huß. Gemüther Dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird Dein Man kann aus frischen Pro⸗ ben schließen, wie brünstig Deine Liebe sei. Dein Blut, Dein Tod und Deine Schmerzen verneuern sich in un⸗ Gedächtniß bei uns neu. serm Herzen. 3. Es wird dem zitternden Gewißen ein neue Siegel aufgedrückt, daß unser Schuldbrief sei zerrißen, daß unsre Handschrift sei zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sünden in Deinen blut'gen Wunden finden. 4. Das Band wird fester zugezogen, das Dich und — 326 uns zusammenfügt. Die Freundschaft, die wir sonst ge⸗ pflogen, fühlt, wie sie neue Stützen kriegt. Wir werden mehr in solchen Stunden mit Dir zu einem Geist ver⸗ bunden. ö ö 5. Dies Brot kann wahre Nahrung geben, dies Blut erquicket unsern Geist. Es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube Dich geneußt. Wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glaubens⸗ werke. 6. Wir treten in genau're Bande mit Deines Lei⸗ bes Gliedern ein, mit denen wir in solchem Stande Ein Herz und Eine Seele sein. Der Geist muß mehr zu⸗ sammenfließen, da wir Ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, das Schwachheit voll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unverweslich werden soll, ja daß Du uns ein ewig Leben nach diesem kurzen werdest geben. 8. O theures Lamm, so edle Gaben hast Du in dieses Mahl gelegt. Da wir Dich selbst zur Speise ha⸗ ben, wie wohl ist unser Geist verpflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen! Ein solcher hoher Liebesschein verdient, daß aller Engel Zun⸗ gen zu deßen Ruhm geschäftig sein. Wird unser Geist zu Dir erhoben, so wird er Dich vollkommner loben. J. J. Rambach. . 1. O Christe, Morgensterne! leucht uns mit hellem Schein, schein uns vons Himmels Throne an diesem dunklen Ort mit Deinem reinen Wort. F—F————————*—— 327 2. O JEsu, Trost der Armen! mein Herz heb ich zu Dir, Du wirst Dich mein erbarmen, Dein Gnade schenken mir, das trau ich gänzlich Dir. 3. Ich kann und mag nicht schlafen, ich kann nicht fröhlich sein, mir ist verwundt mein Seele, und fürcht der Höllen Pein; o Christ, erbarm Dich mein! 4. O JeEsu, lieber HErre, Du ein'ger Gottessohn! von Herzen ich begehre, Du wollst mir Hülfe thun; Du bist der Gnadenthron. 5. Du hast für mich vergoßen Dein rosinfarbes Blut, das laß mich, HErr, genießen, tröst mich durch Deine Güt, hilf mir, das ist mein Bitt. 6.„Ist dir verwundt so sehre die arme Seele dein, thu du dich zu mir kehren, ich will dein Helfer sein, vergeben Schuld und Pein. 7.„Laß du von Sünden abe, und sei ein frommer Christ, ich will dich selber laben und schenken meinen Geist, der dich zum Himmel weist. 8.„Ich will Dich selber speisen mit meinem Leib und Blut, mein Lieb an dir beweisen, und will dir thei⸗ len mit mein'n Schatz und höchstes Gut.“ Basilius Förtsch. 8. 1. O IJEsu, Du mein Bräutigam, der Du aus Lieb am Kreuzesstamm für mich den Tod gelitten hast, genommen weg der Sünden Last. 2. Ich komm zu Deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Sündenfall, ich bin krank, unrein, nackt und bloß, blind und arm, ach! mich nicht verstoß. 3. Du bist der Arzt, Du bist das Licht, Du bist 328 der HErr, dem nichts gebricht, Du bist der Brunn der Heiligkeit, Du bist das rechte Hochzeitkleid. 4. Drum, o HErr JeéEsu, bitt ich Dich, in meiner Schwachheit heile mich; was unrein ist, das mache rein durch Deinen hellen Gnadenschein. 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, zünd an die schöne Glaubenskerz, mein Armuth in Reichthum ver— kehr, und meinem Fleische steur und wehr. 6. Daß ich das rechte Himmelsbrod, Dich, JEsu, wahrer Mensch und Gott, mit höchster Ehrerbietung eß, und Deiner Liebe nicht vergeß. 7. Lösch alle Laster aus in mir, mein Herz mit Lieb und Glauben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mir zu Deiner Ehr. 8. Gib, was nütz ist zu Seel und Leib, was schäd— lich ist, fern von mir treib, komm in mein Herz, laß mich mit Dir vereinigt bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch dieser Mahlzeit Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlaßen alle Sündenschuld, er⸗ langt des Vaters Lieb und Huld. 10. Vertreibe alle meine Feind, die sichtbar und unsichtbar seind. Den guten Vorsatz, den ich führ, durch Deinen Geist fest mach in mir. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach Deinem heil'gen Willen richt; ach laß mich meine Tag in Ruh und Friede christlich bringen zu. 12. Bis Du mich, o Du Lebensfürst, zu Dir in Himmel nehmen wirst, daß ich bei Dir dort ewiglich an Deiner Tafel freue mich. Joh. Heermann. der 9. 1. Schmücke Dich, o liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle, komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen. Denn der HErr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der da mit dem Gnadenhammer klopft an deine Herzenskammer. Oeffn' ihm bald des Geistes Pforten, red ihn an mit schönen Worten: Komm, mein Liebster, laß Dich küßen, laß mich Deiner nicht mehr missen. 3. Zwar in Kaufung theurer Waaren pflegt man sonst kein Geld zu sparen; aber Du willst für die Ga⸗ ben Deiner Huld kein Geld nicht haben, weil in allen Bergwerksgründen kein solch Kleinod ist zu finden, das die blutgefüllten Schaalen und dies Manna kann bezahlen. 4. Ach wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach Deiner Güte! Ach wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten! Wünsche stets, daß mein Gebeine sich durch Gott mit Gott vereine. 5. Beides, Lachen und auch Zittern, läßet sich in mir jetzt wittern. Das Geheimnis dieser Speise und die unerforschte Weise machet, daß ich früh vermerke, SHErr, die Größe Deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der Dein Allmacht kann ergründen? 6. Nein, Vernunft, die muß hier weichen, kann dies Wunder nicht erreichen, daß dies Brod nie wird verzehret, ob es gleich viel tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben. 330 O der großen Heimlichkeiten, die nur Gottes Geist kann deuten! 7. IEsu, meines Lebens Sonne, IEsu, meine Freud und Wonne, IEsu, Du mein ganz Beginnen, Lebens⸗ quell und Licht der Sinnen! Hier fall ich zu Deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen dieser Deiner Him— melsspeise, mir zum Heil und Dir zum Preise. 8. HErr, es hat Dein treues Lieben Dich vom Himmel herab getrieben, daß Du willig hast Dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdro⸗ ßen, HErr, Dein Blut für uns vergoßen, das uns jetzt kann kräftig tränken, Deiner Liebe zu gedenken. 9. IEsu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu Deinem Tisch geladen; laß mich durch dies Seelen— eßen Deine Liebe recht ermeßen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög ein Gast im Himmel werden. Joh. Frank. 10. 1. Wie wol hast Du gelabet, o liebster IEsu, dei⸗ nen Gast, ja mich so reich begabet, daß ich jetzt fühle Freud und Rast. O wundersame Speise, o süßer Le⸗ benstrank, o Liebsmahl, das ich preise mit meinem Lob⸗ gesang, indem es hat erquicket mein Leben, Herz und Muth, mein Geist, der hat erblicket das allerhöchste Gut. 2. Du hast mich jetzt geführet, o HErr, in Deinen Gnadensaal, daselbst hab ich berühret Dein edlen Güter all⸗ zumal, da hast Du mir vergebens geschenket mildiglich das werthe Brod des Lebens, das sehr ergötzet mich, —2—3—9.9.—.—...—7 331 Du hast mir zugelaßen, daß ich den Seelenwein im Glauben möchte faßen und Dir vermählet sein. 3. Bei Dir hab ich gegeßen die Speise der Unsterb⸗ lichkeit, Du hast mir voll gemeßen den edlen Kelch, der mich erfreut. Ach Gott, Du hast erzeiget mir Armen solche Gunst, daß billig jetzt sich neiget mein Herz vor Liebesbrunst. Du hast mich laßen schmecken das köstlich Engelbrot, hinfort kann mich nicht schrecken Welt, Teu⸗— fel, Sünd und Tod. 4 So lang ich leb auf Erden, preis ich Dich, lieb— ster IEsu, wohl, daß Du mich läßest werden von Dir und durch Dich satt und voll. Du hast mich selbst ge— tränket mit Deinem theuren Blut und Dich zu mir ge— lenket, o unvergleichlichs Gut. Nun werd ich ja nicht sterben, weil mich gespeiset hat, der nimmer kann ver— derben, mein Trost, Schutz, Hilf und Rath. 5. Wie kann ichs aber faßen, HErr IEsu, daß Du mit Begier Dich hast so tief gelaßen vom Himmelssaal herab zu mir? Du Schöpfer aller Dinge besuchest Dei— nen Knecht, ach hilf, daß ich Dir bringe ein Herz, das fromm und schlecht, das gläubig Dir vertraue, damit nach dieser Zeit ich ja Dein Antlitz schaue dort in der Ewigkeit. 6. Du bists, der ewig bleibet, ich aber bin dem Schatten gleich, den bald ein Wind vertreibet, HErr, ich bin arm, und du bist reich. Du bist sehr groß von Güte, kein Unrecht gilt bei Dir, ich, boshaft von Gemüthe, kann fehlen für und für. Noch kommest Du hernieder zu mir, dem Sündenmann, was geb ich Dir doch wieder, das Dir gefallen kann? 7. Ein Herz, durch Reu zerschlagen, ein Herz, das 332 ganz zerknirschet ist, das weiß ich, wird behagen, mein Heiland, Dir zu jeder Frist. Du wirst es nicht ver⸗ achten, demnach ich emsig bin, nach Deiner Gunst zu trachten. Nimm doch in Gnaden hin das Opfer meiner Zungen, denn billig wird jetztund Dein theurer Ruhm besungen, HErr Gott, durch meinen Mund. 8. Hilf ja, daß dies Genießen des edlen Schatzes schaff in mir ein unaufhörlichs Büßen, daß ich mich wende stets zu Dir. Laß mich hinfüro spüren kein an⸗ dre Lieblichkeit, als welche pflegt zu rühren von Dir in dieser Zeit. Laß mich ja nichts begehren als Deine Lieb und Gunst, denn niemand kann entbehren hier dei— ner Liebe Brunst. 9. Wol mir, ich bin versehen mit Himmelsspeis und Engeltrank, nun will ich rüstig stehen zu singen Dir Lob, Ehr und Dank. Ade, du Weltgetümmel, du bist ein eitler Tand, ich seufze nach dem Himmel, dem rech⸗ ten Vaterland. Ade, dort werd ich leben ohn Unglück und Verdruß, mein Gott, Du wirst mir geben der Wol⸗ lust Ueberfluß. Johann Rist. 11. 1. Wir danken Dir, o IEsu Christ, daß Du das Lämmlein worden bist und trägst all unser Sünd und Schuld, hilf daß wir rühmen Deine Huld. 2. Dein allerheiligst Abendmahl erhalt bei uns, HErr, überall, Dein Leib und rosinfarbes Blut komm unserm Leib und Seel zu gut. 3. Den Bund Du selbst gestiftet hast, gesagt: Euch fröhlich drauf verlaßt, nimm hin und iß, das ist mein Leib, trink da mein Blut und dabei bleib. —2—————— ———————— 333 4. Ich eß Dein Leib und trink Dein Blut, dadurch werd ich erquickt an Muth, an Seel, an Leib, am Gwi⸗ ßen 33 wider die Sünd und Todsgefahr. Wenn ich gleich sterb, so sterb ich Dir, Dein Leib und Blut kommt nicht von mir, und wo Du bist, da will ich sein; hilf, HErr, dem schwachen Glauben mein. 6. Verflucht sei aller Ketzer Rott, die meistern wol⸗ len ihren Gott, ich bin Dein Schäflein, IEsu Christ, Dein Stimm ich hör zu jeder Frist. 7. Laß mich sein in der Frommen Zahl, würdig zu Deinem Abendmahl, verlaß mich nicht, mein Gott und HErr, Dein ist die Kraft, Macht, Lob und Ehr. 8. Hilf uns durchs bitter Leiden Dein, daß wir allzeit Dir ghorsam sein und halten uns an Deinen Eid, an Dein Verheißung und Wahrheit. Nikolaus Selnecker. 12. 1. Wohl mir, JEsus, meine Freude, ladet mich zu seinem Mahl. Auf! mein Herz, und Dich bereite, eile zu dem Kirchensaal. Laß den Eifer nicht erkalten, IEsus will das Nachtmahl halten. 2. Auf, mein Herz, in vollem Springen, eile Dei⸗ nem IEsu zu; auf, dir soll es jetzt gelingen, hier ist wahre Seelenruh; Ruhe soll sie, frei von Sünden, bei des HErren Nachtmahl finden. 3. Ach! indem sein Herz bestreitet Noth und Tod mit gleicher Macht, hat Er dir den Tisch bereitet, und aus reiner Lieb bedacht, wie Er sich mit dir mög letzen, und zu seinem Erben setzen. 4. Hier hast du das Brot des Lebens, hier hast 334 du den fronen) Leib, den Er in den Tod gegeben dir zu gute, daß er bleib deine Kost, und, meine Seele, Seelenhunger dich nicht quäle. ö 5. Siehst du, was da kömmt geronnen, wie mit rothem Lebenssaft fließen fünf frei offne Bronnen? IEsu, Deiner Liebe Kraft allen Armen hieher winket, spricht: ö Ihr Lieben, alle trinket! 6. Hungrig komm ich auch nach Gnaden, durstig nach Barmherzigkeit, der ich gleichfalls bin geladen zu des Lammes Hochzeitfreud. Himmlisch Manna mich er⸗ götzet, JEsu Blut die Seel benetzet! 7. Gott geb, daß ich dieses Schenken Christi Leibs* und Bluts allhier nehm zu seinem Angedenken, und be— 11 trachte für und für, wie sein Leib, am Kreuz entblößet, ö und sein Blut mich hat erlöset. 8. Nun will ich mit Dank und Ehren meines IEsu, weil ich bin, Lieb und Lob mit Lob vermehren; mein durch ihn erneuter Sinn soll in IEsu sich erfreuen. Gott wird dazu Gnad verleihen. *) fron heißt, was des HErrn ist, oder hehr, hochheilig. * 15. An den Versöhner Inhaltsverzeichniß. Seite Eingang. Anrufung des dreieinigen Gottes. Am Freitag, wenn man zum Worbeteitungs⸗ gottesdienst und zur Anmeldung geht. I. Die Beichte. Ich bin der HErr, dein Gott. Die zehn Gebote des HErrn, unsers Gottes Der Mensch prüfe sich selbst. Um Erkenntnis der Sünde und wahre Buße Um Wahrhaftigkeit in Beurtheilung seiner selbst Prüfungstafel. Guter Rath nach Durchlesung des vorigen Gottes Wort und unser Gewißen Von der Sünde wider das Evangelium Andre tadeln mich und ich zürne,— und doch tadle ich mich selbst Christus, die Versöhnung für unsre und der ganzen Welt Sünde. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24⁴. 25. 26— 30. 31. 32. 33 36— 38. 39. 40. 41. 42. Ob Almeine oder Privatbeichte zu wählen sei 115 336 An den Vater unsers HErrn IEsu Christi Die sieben Bußpsalmen. Ps. 6 V U 1 Ps. 32. 1 V— Ps. 38 * Ps. 51 2 7 7 Ps. 102 VZ. 0 Ps. 130 V 1 Pf. 143 Das Gebet Daniels im 9. Capitel Das Gebet Manasse, des Königs Juda, da er gefangen war zu Babel 29. Beichten zu Gott. Beichte nach einem Hi Sine 11 Gott. Aengstliches Rufen eines Menschen, der oft Beßerung versprochen und nicht gehalten hat, was er zugesagt hat. Rechtschaffene Früchte der Bußen. —35. Um ein versöhnliches Herz und Versöh⸗ nung mit dem Nächsten. 37. Um Frieden. Von der Nothwendigkeit des Bekenntnisses der Sünde gegen den Nächsten 165 Barmherzigkeit als Beweis thätiger Buße Weltentsagung und ein Leben in aufopfernder Liebe zum Nächsten als Beweis rechtschaffe- ner Buße Von der verschiedenen Weise zu beichten 1 zu absolvieren Seite 51 53 54 56 58 60 63 64 66 69 71 81 8⁴ 86 87 89 90⁰ 96 101 106 40 4 Seite ö 337 43. Die allgemeine Beichte am Anfang des Haupt⸗ gottesdienstes oder das Confiteor 44. Andere Form des Confiteor 45. Allgemeine öffentliche Beichte und Absolution, wie sie in etlichen Kirchen nach der Predigt gesprochen werden. 46. Luthers Unterricht aus dem Keinen Katechis⸗ mus, wie man die Einfältigen soll lehren beichten 47. Etliche Fragstücke mit ihren Amtworten für die, so zum Sacrament gehen wollen Beichten vor dem Diener der Kirche. 48. Vorbemerkung über das Beichten nach Formeln 49—50. Aeltere Beichtformeln 51. Eine Formel, nach einer älteren gesteltt dil im Nürnberger Lande gebräuchlich war. 52. Eine Beichte für Confirmanden 53. Eine Beichte für Confirmandinnen 54. Eine Beichte für sehr unmündige Conürmanden 55—56. Gute Hoffnung aufrichtiger Beichtkinder auf die ersehnte Absolution 57. Vorbereitung zur Absolution 58—62. Was ist die Absolution? 63. Unterschied der Absolution von der ehändelt schen Predigt ö 64. Absolution und Rechtfertigung⸗ 65. Unterschied der Absolution von der Lonfubmalio fraterna, d. i. dem brüderlichen Trost und Zuspruch von Vergebung der Sünden Prüfungstafel. 2²2 124 126 130 134 136 1388 138 140 141 142 143 144 150 152 159 335 66. Eine Stimme der Beichtväter an die Beicht⸗ kinder von der Absolutiooss 67— 69. Absolutionsformeln Seite 159 .161 70. Eines Beichtvaters liebliche muelan der 8 Absolution.*. 163 71. Dankpsalm.166 72—76. Danksagungen 168 8 77. Am Abend 1753 II. Das Sacrament des Altars. 78. Morgensegen am Abendmahlstage 179 79—82. Gebete zur Vorbereitung auf das heilige 0 Abendmahhl 181 83. Wider die Hindernisse 95 Andacht. 185 Das Wort Gottes über das Saerament 0 des Altars. 84. Evangelium Johannes 6. Von geistlicher und 9 leiblicher Nießung des Leibes und Blutes JEsu 9 Christi. Vorausgehend einer Summarie von 9 des herrlichen Capitels Deutung auf beide„187 85. 1. Corinther 10. In Leben und Bekennen 106 vorsichtiglich zu wandeln in der Gemeinschaft des Altars. Vorausgehend eine Summarie 10 von der Gemeinschaft. 198 86. 1. Cor. 11. Würdiger Genuß des heiligen 10⁵ Abendmahls. Vorausgehend eine Summarie ä von der Würdigkeit 204 101 87. Zusammenstellung der Esehungsworke des heiligen Abendmahls nach den Evangelisten Seite 159 161 163 166 168 173 179 181 185 nt 187 198 204 88. 89. Das Hauptstück vom Saerament des Altars 2 90— 93. 94. 95. 96. 97⁷. 98. 99. 100. 101. 102—104. Die Gebete des Brotbrechens vor dem 105. 106. 339 Matthäus, Marcus, Lucas und der Erzäh⸗ zählung St. Pauli. Vorausgehend ein Wort über die Verschiedenheiten 85 1. Cor. 5, 1—13. Voraus eine Summarie über das heilige Abendmahl, unsere Oster⸗ lammsmahlzeit 92. Kirchliche Abendmahlsvermahnungen Die heilige Handlung. Einleitung vom Gebrauch des Commmunion⸗ buchs in der Kirche Oflertorium oder Eingangsgesang⸗ beim Be⸗ ginn der heiligen Handlung Das gemeine Gebet vor dem Sacrament Sehnliches Warten der Kirche auf Hilfe. Ps. 123.(In der Stille zu beten) Präfationen Das Dreimalheilig wit Daur Hostänna Stilles Gebet der Seele um Vereinigung der himmlischen Güter mit den Elementen Die Worte des Testamentes, wie man sie bei der Consecration zu singen pflegt Das Agnus oder das Lied der 9392 an das Lamm Gottes heiligen Vaterunser in der Consecration Das heilige Vaterunser, wie es bei der Con⸗ secration gesungen wird. Der Friedensgruß 22 Seite 211 340 107—109. Stille Gebete nach der Consecration 110. Austheilung des Saeraments 111—118. Wenn man zum Altare geht 119—120. Beim Empfang des heiligen Leibes 121. Das deutsche Sanetus aus Jesaias 6. In der Stille zu beten oder mit der Gemeinde zu singen 122—123. Beim Empfang des Blutes Christi 124—125. Im Hinweggehen. 126—128. Wenn man wieder an feinen Platz getreten ist. 129. Der Lobgesang des heiligen Simeon aus Lu⸗ cas 2.(Das Nunc dimittis) 130. Freudenlied der erquickten Seele 2 5 131. Das Gebet der Aufopferung dein selbst in Gottes Willen, Schutz und Segen 132—133. Geistliche Nießung des Sacraments. Für die, welche es mündlich nicht empfan⸗ gen können 134. Einsegnung nach Vollendeter Weuuguon 135. Schluß der heiligen Handlung. 136. Nach dem Segen zu beten 137—140. Dankpsalmen 141—147. Danksagungscollekten und Gebete nach dem heiligen Abendmahl. 148. Von verschiedener des balger Mahles ö ö 149. Vom Fußwaschen JEsu ö 150. Von der heiligen Agape oder dem cen Liebesmahle 3 Seite 248 20 251 .255 255 256 X„257 258 259 259 261 264 270 271 2 2272 278 282 287 291 . — — zeite 248 250 251 255 255 256 257 258 111 341 Seite 151—154. Gebete um Beßerung des Lebens.. 293 155. Gegen die Anfechtung, als habe man das Sacrament unwürdig empfangen... 295 156. Fester Glaube an Christi Wort und Sa⸗ erament. 297 157. Abendgebet der frendenvolen Seele. 300 158. Lobgesang der Mutter Gotttes 301 Zum Schluß. Warnung vor falscher Austheilung des Sacra⸗ ments und falscher 303 Anhang einiger Lieder 307 Alphabetisches Register. A. ö Seite Abendgebet der 751113 Seele am Commu⸗ niontage 300 Abendgebet am Beichttage 170 Abendmahlsliedee—220 Abendmahlsvermahnungen, kuchliche. 222—230 Absolutionsformeouuunns.. 161—163 Absolution und Rechtfertigunhgzg152 Agnus, das ꝛ4... 243 Allgemeine oder Privatbeichte 115 Allgemeine und öffentliche Beichte nach der Predigt 124 Andere tadeln mich und ich zürne, und doch tadle ich mich selbt 43 Anfechtung, als habe man das Sacrament un⸗ wiürdig empfangen 295 Annahen zum Altar und Empfang der beitnen Güter, Gebetee 251255 Anrufung des dreieinigen Gottes.. 3 Aufopferung, dein selbst, in Gottes Willen, Schutz nud Segenn. 251 Auslegung der Absolutio.. 163 Austheilung des heiligen Sacraments 250—251 Seite Barmherzigkeit, ein Beweis thätiger Bußße 96 Beichten zu Gott 11718806 Beichte nach einem besonderen Sündenfal zu Gott 81 Beichten vor dem Diener der Kirche.. 134 Beichtformeununn... 136—142 Beichtunterricht Luthers im kleinen Katechismus 126 Belehrung über die Absolution aus den symbo⸗ lischen Bücheen144—149 Beßerung des Lebens 293 Beßerung, oft versprochen, doch nicht gehalten 84 Bußpsalmen, die sibe53—66 O. Christus, die Versöhnung für unsere und der ganzen Welt Sünde 40 Communionbuch, Gebrauch desselben in der Kirche 231 Confirmandenbeichtttenn. 138—141 Confiteoorrr!!:: 121—123 4. Corinther 5ęamü27 1. Corinther 1d0o0ooömmm 201 4. Corinther ᷑i: 209 D. Daniels Bußgebeet M606 Dankpsalm für die Absolutio˖nnn 166 Dankpsalmen nach Empfang des heiligen Sacra⸗ ments 272 277 Danksagungen nach der Absolution. 168—173 ——— Seite Danksagungen nach dem heiligen Abendmahl 278—282 Dreimalheilig, das, mit dem Hosianna.241 E. Einsegnung nach vollendeter Communion.. 270 Einsetzung des heiligen Abendmahls nach der vierfachen Erzählunng 214 Empfang des heiligen Leibes 255 Empfang des heiligen Blutes 256—257 Erkenntnis der Sünde und wahre Buße, Gebet darum bin ba- WeD. 6 ler3l315 F. Formelbeichte, ob und wann statthafts?.. 134 Fragstücke für Communikanten von Dr. Martin Luthen n rsun eür i 30 Freitagsgebet vor der Anmeldung zum Sacrament 4 Freudenlied der erquickten Seele 259 Frieden, Gebete darum89-90 Friedensgruß nach der Consecration... 248 Früchte der Buße, rechtschaffenrne. 6 Dupwaschen ICEsu 60 6n28 G. Gebete des Brotbrechens vor dem Vater unser in der Consecratiooo. 44247 Gebete der Communikanten nach der Consecra⸗ tien:. n 248250 Gebete, wenn man zum Altare geht.. 251—255 Gebete, wenn man nach dem Genuße wieder an seinen Platz gekommen ist. 258 Seite Gebet nach dem Segen. 23 Gemeines Gebet vor dem Sücrament 234—237 Glaube, fester, an Christi Wort und Saerament 297 Gottes Wort und unser Gewissen 306 Handlung, die heilige, des Sacraments, mit ein⸗ gelegten Gebeten der Communicanten 231—259 Hauptstücke des kleinen Katechismus über das Saerament des Altars.. 220 Hinderniße der Andacht, Gebet wider diesel⸗ ben· 188 Hinweggehen vom Atar, Gebete F Hoffnung auf die ersehnte Absolution.. 142—143 J. Ich bin der HErr, dein Gott Johannis 6.. L. Liebesmahl Liederanhang Lobgesang der Mutter Gottes ů Lobgesang des heiligen Simeon aus Lucä 2. Manasse's Bußgebet Mensch, der, prüfe sich selbst Morgensegen am Abendmahlstage Abendmahls heiligen Handlung Osterlammszeit, unsere WI N. Nießung, geistliche und leibliche, Nießung, geistliche, des Sacraments 0. Offertorium oder Eingangsgesang beim Beginn der P. Präfationen. Prüfungstafel Psalm 6, P 7 32 7 „ 38 7 51 V u„ 102 1 7 130 7 5„ 103 Dankpsalm „ 123 Bußpsalm „ 23 Dankpsalm v 34 * 111 „ 133 R. des heiligen 187 264—270 234 216 238—241 18—35 53 54 56 58 60 63 64 166 237 272 273 275⁵5 277 Rath, guter, nach Durchlesung der Lse N 187 270 234 216 241 35 53 54 56 58 60 63 64 166 237 272 273 275⁵5 277 *DIE Sanctus, deutsches Schluß der heiligen Handlung 271 Stimme der Beichtväter an die Beichttinder vor der Absolution 159 Sündenbekenntnis gegen den Nächsten, Nothwen⸗ digkeit desselben. ö 0 Sünde, von der, wider das Cvangelium 40 V. Unterschied der Absolution von der evangelischen Predigt. ö 150 Unterschied der Absolntion von den bräderlichen Trost und.. von der Sünden ö 9. 155 V. Vater, an den, unsers HErrn IEsu Christin. 51 Vater unser 247 Vereinigung der himmlischen Güter mit den Ele⸗ menten, Gebet darum 241 Verschiedenheiten in der Erzählung von Der Ein⸗ setzung des heiligen Mahles ‚ 211 Versöhner, an den 40—50 Versöhnliches Herz und Versöhnung mit dem Nächsten; Gebet darunmm.87—89 Vorbereitung zur Absolution. 143 Vorbereitungsgebete auf das heilige Abendmahl 181—185 Vorsicht rücksichtlich der Gemeinschaft des Altars 198 Wahrhaftigkeit in Beurtheilung seiner selbst; Gebet darum.. 17 Warnung vor falscher Austheilung des Saeraz ments und falscher Abendmahlsgemeinschaft 303 Warten, sehnliches, der Kirche auf Hilffe 237 Weise, zu beichten und absolvieren, verschiedene. 106 Weltentsagung und ein Leben in aufopfernder Liebe, ein Beweis rechtschaffener Buße.. 101 Wirkung, verschiedene, des heiligen Mahles.. 282 Wort Gottes über das Sacrament des Altars 187—219 Worte des Testaments.—243 Würdiger Genuß des heiligen Saeramente 204 Z. Zehn Gebote, die, des HErrn, unsers Gottes. 11 Zusammenstellung der Einsetzungsworte des heili— gen Abendmahls nach den Evangelisten Matthäus, Mareus, Lucas und der Erzäh— ö lung Sel. Paullii w( 24 ———4— 11 11 Im Verlage der Joh Phil. Raw'schen Buchhand⸗ lung(C. A. Braun) in Nürnberg sind von demselben Verfasser„Herrn Pfarrer Löhe“ ferner folgende Schrif⸗ ten erschienen und durch alle Buchhandlungen zu be— ziehen: Andächtige und christliche gemeine Gebetlein für alle Noth der Christenheit. Durch den alten Herrn M. Johann Ma⸗ thesius. 4. brosch. Herabgesetzter Preis 18 kr. oder öngr. Aphorismen über die neutestamentlichen Aemter und ihr Verhältniß zur Gemeinde. 8. brosch. 30 kr. oder 10ngr. Beichtunterricht, einfältiger, für Christen evangelisch⸗luthe⸗ rischen Bekenntnisses. 8. brosch. 18 kr. oder 6ngr. Braut⸗Examen. Eine Gabe für Braut⸗ und Eheleute. 12. brosch. 4 kr. oder Ungr. Dina. Wider die Jugendlust. 8. geh. 3 kr. od. Ungr. Eine Erzählung von der Liebe des guten Hirten. Geschenk für Kinder. 12. brosch. 4 kr. oder Ungr. Ein Sendbrief Dr. Martin Luthers vom Dolmetschen heili⸗ ger Schrift. 8. geh. 6 kr. oder Angr. Erinnerungen aus der Reformationsgeschichte von Franken, insonderheit der Stadt und dem Burggraftum Nürnberg ober⸗ und unterhalb des Gebirgs. Mit dem Bildniß des Markgrafen Georg von Brandenburg, in Stahl gestochen von Enzingmüller. 8. brosch. 1 fl. oder 20 ngr. Fünf Festreden nebst Gesängen und Gebeten, gehalten bei der ersten Jahresfeier der Gesellschaft für innere Mission im Sinne der lutherischen Kirche den 19. Juni 1850 in der Kirche zu St. Aegydien in Nürnberg. 8. geh. Nkr. oder Zngr. Die bayerische Generalsynode vom Frühjahr 1849 und das lutherische Bekenntniß. 8. geh. 6 kr. oder Angr. Die Heiden⸗Mission in Nord⸗Amerika. Ein Vortrag. 8. geh. 4kr. oder Ungr. bDr. M. Luther's Worte von der heiligen Taufe. Zitsam⸗ mengetragen. Zweite, durch Hinzufügung von Lu⸗ ther's Taufbüchlein vermehrte Auflage. 1856. 12. Elegant heun en mit Gotichntt 40kr. oder Ingr. Dr. Gottfried Olearius Anweisung zur Krankenseelsorge. Mit einigen einleitenden Sätzen und zwei Anhängen ver⸗ sehen. Für junge Geistliche, Krankenpfleger und Kranken⸗ pflegerinnen henauehageben 1856. 12. brosch. 15 kr. oder 5angr. Sieben Predigten, in Nürnberg zu St. Aegpdien gehalten. 8. brosch. 30 kr. oder 10 ugr. Predigten über das Vater unser. Dritte Auflage. gr. 8. 1853. brosch. 45 kr. oder 15 ngr. Predigt am Missionsfeste zu Nürnberg, den 17. Juni 1847 gehalten. 8. geh. 6 kr. oder Angr. Die Tochter der Herodias. Für Aeltern und Kinder. Ate Aufl. 8. geh. 6 kr. oder Zugr. Zum Gedächtniß meines Pathenkindes Kündinger. Eine Predigt. 8. geh. 4kr. oder Ungr. Die Geburt unsers HErrn und Heilandes JEsu Christi⸗ Ein Weihnachtsgruß. 12. brosch. 4 kr. oder Ungr. Druck der U. E. Sebald'schen Offiein in Nürnberg. — — * ö 10 V *4 14 4